Nr. 51 Erstes Blatt 180. Jahrgang Samstag, 1. März 1950 Eriche,ni täglich,autzer Sonntags und Feierlag* Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monotr-Vezugrpretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Tröger- lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. i der Stettiner Regierung ^Präsident von Hallern, der der Deutschen Dolkspartei nahesteht, den Stettiner Posten erhalten soll. Dieser Vorschlag wird durch den Rücktritt Grzesinskis nich hinfällig. sondern demnächst vom Kabinett geprüft werden. Es ist aber nicht ausgeschlossen dah der neue preußische Innenminister Waentig dem Ministerium möglicherweise neueDorschläge unterbreiten wird. Er wird ferner die Neubesetzung des durch seine Ernennung zum Innenminister freigewordenen Oberpräsidiums der Pro- vinz Sachsen vorzuschlagen haben. Die Parteien entrissen dem Minister sein Programm und im Interfraktionellen Ausschuß der regierenden Koalition wurde es so zerpflückt und umgemodelt, daß Herr Moldenhauer selbst Mühe gehabt haben wird, sein eigenes Kind wieder zu erkennen Die stärkste Regierungspartei, die Sozialdemokratie, will im Grunde gar keine Reform, die der Wirtschaft in absehbarer Zeit Erleichterung bringen könnte, sie will auch das Reich nicht aus der Pflicht zur Alimentierung der Arbeitslosenversicherung, des größten Sorgenkindes der Reich-finanzen, entlassen, sie will nicht sehen, daß trotz der ungeheuren Steigerung der sozialen Abgaben die Arbeitslosigkeit wächst und den Arbeitslosen die Unterstützung keine dauernde Hilfe bringt, sondern nur regelmäßige Arbeit, die sie ja selber am meisten fordern, die ihnen aber nur zuteil werden kann, wenn der Wirtschaft das Betriebskapital zur Verfügung gestellt wird, das nötig ist, um den Produktionsapparat wieder in vollem Umfange in Gang zu fetzen Aber im Grunde ihres Herzens möchte die Sozialdemokratie lieber heute als morgen heraus aus der Verantwortung für eine Finanz- und Wirtschaftspolitik, die nicht zum wenigsten unter sozialdemokratischer Führung die Staatsfinanzen an den Rand des Ruins, Land- wirtschaft und selbständigen Mittelstand zum Erliegen gebracht hat und nun auch mit dem nach Millionen zählenden Arbeitslosenheer für die große Masse ihrer Anhänger unabsehbare Folgen zeitigt. Rur die Forderung des Zentrums, Finanzsanierung und 2)oungplan gleichzeitig zu verabschieden, hält sie noch mühsam bei der Stange. Aber von dem ursprünglichen Steuerprogramm Moldenhauers ist kaum noch etwas übrig geblieben in dem Streit der Parteien, der sich leider wochenlang hemmungslos austoben konnte, ohne daß der Reichsfinanzminister diesem Treiben Einhalt gebieten konnte, da ihm ganz offensichtlich der wirkliche Rückhalt im Kabinett fehlte, der erforderlich gewesen roäre,_ um den Parteien gegenüber die Führung in der Hand zu behalten. Es war wirklich in letzter Stunde, als die Regierung sich Mitte der Woche entschloß, die Initiative wieder an sich zu nehmen. In mehrtägigen Beratungen des Reichskabinetts soll nun endlich das endgültige Deckungsprogramm, auf das alle Reformpläne schließlich zusammenge- fd)rümpft sind, geboren werden. Noch immer nicht zu spät, wenn die Regierung sich nicht nur zu festen Entschlüssen durchringt, sondern auch genug Mut und Energie aufbringt, mit ihrem Programm, möge es aussehen, wie es wolle, vor den Reichstag zu treten, um sich dort eine Mehrheit zu sichern Äie ewige Scheu vor der Krisis bringt uns nicht einen Schritt weiter. Jetzt darf nicht nur der Mund gespitzt werden, jetzt muß auch endlich gepfiffen werden. Wic können uns nicht wie bisher stets im Kreise drehen und mit verschränkten Armen zusehen, wie die zur Führung berufene Reichsregierung Gefahr lauft, zum Spielball der Parteien zu werden, während die wirtschaflliche und soziale Not dem Volk am Halse sitzt. Oie Volkspartei unter fchärsstem Druck. Bleiben bie Minister sest? Berlin, 1. März. (TU.) Die Hauptschwie- rigkeit für die Einigung über die Deckungs- Vorlage liegt augenblicklich in dem Kampf um das Notopfer, dos nach wie vor von der Deutschen Dolkspartei abgelehnt wird. Die „Germania" schreibt, der Widerstand der Volks- Partei gegen die Lösung,sei der kritische Punkt, an dem in kürzester Zeit die Entscheidung fallen müsse. Die Lage, wie sie sich auf Grund der Beratungen des Kaoinetts herausgebildet habe, sei jedenfalls zu dieser Entscheidung reif. Die Deutsche Bolkspartei, die sich heute noch in den maßgebenden Parteiinstanzen über ihre Haltung schlüssig werden wolle, werde sich die ernste _ Frage vorlegen müssen, ob die so dringliche Klärung und Sicherstellung unserer Finanzpolitik an chrem Widerstand scheitern solle, und zwar an dem Wider- stand in einer Frage, deren Lösung im Rahmen des gesamten Finanzprogramms wirklich keine erstrangige Bedeutung habe. Die „D.A.3“ weist darauf hin, daß jetzt von allen Seitenein Druck aufdieDeut- schevolkspartei ausgeübt werde. Die Auseinandersetzungen im Kabinett ständen, wie schon während der ganzen letzten Feit unter dem Zeichen stärksten gewerkschaftlichen Druckes. Die gewerkschaftlichen Gruppen in den Linksparteien und im Zentrum liehen von ihrer Forderung, die Arbeitslosenversicherung nicht von innen heraus zu sanieren, sondern durch Zuschüsse, und zwar durch eine Sonderabgabe der Festbesoldeten zu retten, unter keinen Umständen ab. Sie gingen im engsten Einvernehmen vor und liehen ihr politisches Ziel, die Ausschaltung der D. 13. p., immer deutlicher in Erscheinung treten, wie das Blatt weiter erfährt, fei im Laufe des Freitags auf die Deutsche Bolkspartei dahin ein- gewirkt worden, daß es im Sinne einer sehr hohen Persönlichkeit des Reiches — nach dem Berliner Tageblatt Reichspräsident von Hindenburg — liege, wenn die strittige Frage des Zuschuhbedarfs der Arbeitslosenversicherung durch das Rotopferprojekt gelöst würde, von den am Zustandekommen dieses Projekts beteiligten Seiten sei schon seit ringen Tagen behauptet worden, disse Stelle habe sich gesprächsweise zugunsten des Rotopfers geäußert. Die „Bosfische Zeitung" weist darauf hin, daß sich auf eine Mtion des Reichspräsidenten über die näheres nichts bekannt sei, die Hoffnungen gründeten, daß trotz der bisher scharf ablehnenden Haltung der DVP. im Kgbinett doch ein Kompromiß für die Arbeitslosenversicherung und die direkte Abgabe zustandekomme. Die „Dörsenzeitung" schreibt, noch seien die volksparteilichen Minister im Kabinett festgeblieben. Aber sie bedürfen, wenn sie dem zweifellos außerordentlich starken Druck weiter standhalten sollten, einer deckenden und richtweisenden Ermunterung durch die Partei. Das Blatt hofft, daß sich die Herren Curttus und Moldenhauer zu keinen Zugeständnissen bewegen ließen, für die sie nachher von ihrer Fraktion desauviert werden müßten, ja, daß sie überhaupt keine Vereinbarung nach irgendeiner Richtung ohnevorherigeneue Fühlungnahme mit der Fraktion eingingen. Das Reformprogramm des Lutherbundes. DieSicherung einer einheitlichen politischen Führung. Berlin, 28. Febr. (WTB.) Der Bund zur Erneuerung des Reiches hielt seine Generalversammlung ab, an der aus allen Teilen des Reiches zahlreiche Führer politischer und wirtschaftlicher Organisationen und hervorragende Vertreter der Wissenschaften teilnahmen. Der Jahresversammlung lag eine Reihe von Leitsätzen zur Reichsreform vor, die als das wesentlichste Ziel jeder Reform der deutschen Staatsorganisation die Sicherung einer einheitlichen politischen Führung bezeichnen, die besonders bei krisenhaften Zeiten wirtschaftlicher Bedrängnis den wirksamsten Schuh gegen ernste staatspolitische Gefahren bilde. Erste Voraussetzung jeder Staatsreform sei die Vereinigung der Staatsgewalt des Reichesmit de r S t a a t s ge w a l tP r e u - ßens als der deutschen Teilgroßmacht. Reben der verfassungsmäßigen Zuständigkeit des Reichstages, der zu den letzten Entscheidungen berufen sei, bedürfe es innerhalb des Organismus des Reiches der stärkeren Belebung der anderen verfassungsmäßigen Kräfte. Von größter Bedeutung sei zunächst die Wirk- sammachung der in der Reichsverfassung vorgesehenen Rechte des Reichspräsidenten als des deutschen Staatsoberhauptes. Von gleich großer Bedeutung sei die Aktivierung des Reichsrates unb seine Umbildung zu einem nicht nur die regionale Gliederung des Reiches widerspiegelnden Organs, das neben dem rein zahlenmäßigen Ausdruck, den das Volk im Reichstag gefunden hat, auch die organische Gliederung des Volkes in Berufs stände und andere Leben.'zweige zum Ausdruck bringt. Die Mitgliederversammlung hat diese Richtlinien einstimmig gebilligt. Oie Führer der grünen Front beim Re chskanzler. Berlin, 28. Febr. (TU.) Der Reichskanz ° l e r empfing am Freitag in Gegenwart des Reichs- Ministers für Ernährung und Landwirtschaft, Dietrich, die Führer der landwirtschaftlichen Spitzen- organisationen, Präsident Brandes, die Reichsminister a. D. Schiele und Hermes und den bayerischen Landwirtschaftsminister Fehr. Ihrem, in eingehenden Darlegungen begründeten Wunsche entsprechend wird der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft alsbald einen engen Kreis landwirtschaftlicher Führer zu einer Besprechung einberufen, in der beschleunigte, umfassende und durchgreifende Maßnahmen zur Stützung des Marktes l a n d w i r t f ch a f t - licher Produkte und zur Sicherung der gefährdeten landwirtschaftlichen Er- Zeugung oorgeschlagcn und geprüft werden sollen. Oie Annahme der tzoung-Gesehe in den Reichstagsausschüffen. Zentrum und Bayrische Bolkspartei enthalten sich der Stimme. Berlin, 28. Febr. (D.D.Z^) In der heutigen Sitzung der vereinigten Reichstagsausschüsse waren nach dem gestrigen Abschluß der Aussprache über die Hounggesetze nur noch die Ab - ft i m m u n g e n oorzunehmen. Vor der Abstimmung erklärte Abg. Or. Brüning (3 ): Die Zentrumspartei hat schon früher ihre Stellungnahme mehrfach dahin ausgesprochen, daß für sie die Sanierung der K a s s o n l a g e und damit die Sicherung unserer Finanzpolitik für die Zukunft ein integrierender Bestandteil der zur Zeit zur Entscheidung stehenden Fragen darstellen. Sie erkennt dankbar an, daß der Reichskanzler in Zusammenarbeit mit dem Kabinett Schritte zur Erreichung dieses Zieles eingeleitet hat, und die Zentrumsfraktion hofft, daß sie bis z n r dritten Lesung z u einem tragbaren Grgebni s führen werden. Bei aller Anerkennung dieser Bemühungen kann die Zentrumspartei nicht verkennen, daß im Augenblick bei der Abstimmung her vereinigten Ausschüsse, die jetzt angesetzt ist, diese Arbeiten noch nicht zu einem gesicherten Ergebnis geführt haben. Unter diesen Umständen sieht sich die Zentrumsfraktion gezwungen, sich bei der positiven Abstimmung der Stimme zu enthalten. (Bravo-Rufe rechts, Hört-Hört-Rufe links.) Abg. Leicht (BDP.): Da wichtige politische Fragen uns nicht genügend geklärt erscheinen, wird sich die Bayrische Volkspartei im Augenblick der Stimme enthalten. Rach Ablehnung aller Aenderungsanträge wird Artikel I des Houngplanes mit 29 Stimmen der Sozialdemokraten, Demokraten und der Deutschen Volkspartei gegen 23 Stimmen der Deutsch- nationalen, Kommunisten, Wirkschastspartei und Ehristlch-Rallonalen bei Slimmeothal- lung des Zentrums und der Bayrischen Volkspartei (zusammen 11 Stimmen) angenommen. Mit demselben Slimmver- hältnis wird der Rest des Houngplans angenommen. Die Liquidationsabkommen werden mit 28 gegen 24 Stimmen angenommen, weil in diesem Falle Abg. Dr. Schnee (D. B.) mit der Opposition gegen die Abkomm^n gestimmt hat. Angenommen wurde ferner mit 34 gegen 27 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten ein Antrag, wonach Reichs- angehörige, die durch die deutsch-polnische Tlebereinkunft einen unmittelbaren Vermögensnachteil erleiden, e'.ne angemessene Entschädigung erhalten sollen. Die Entschädigung soll nicht geringer sein als diejenige, die der deutsch-polnische Gemischte Schiedsgerichtshof oder der Haager Schiedsgerichtshof voraussichtlich festgestellt haben würde. Die Entschädigung soll verzinslich sein und ins Reichsschuldbuch eingetragen werden. 3n der Entschließung soll die Regierung ersucht werden, bei der Durchführung des KriegsschädenschlußgesetzeZ gemachte Ersparnisse für die Liquidations - und Gewaltgeschädigten zu verwenden und den aus Polen verdrängten Landwirten für ihre Betriebe in Deutschland sofort Vorschüsse auf die künftige Schluß en tschädigung zu zahlen, sowie den verdrängten Handwerkern, Gewerbetreibenden und kleinen Industriellen Kredite zu gewähren. Auch der Rest der Gesamtvorlage wurde angenommen. Verlängerung der Mieier- schutzgesetze. Annahme der Autzichutzanträge im Reichstag. Berlin, 28. Febr. (DDZ.) Auf der Tagesordnung des Reichstags steht die zweite Beratung der Vorlagen zur Verlängerung der Mieter- schutzgesehe. Abg. Lucke (WP.) begrüßt es, daß derWoh- nungsausschuß die Geltungsdauer der Gesetze statt bis zum 30. Juni 1932 nur b i s zum 3 0. Juni 19 31 verlängern will. Er bedauert jedoch, daß es nicht gelungen sei, weitere Lockerungen der Wohnungszwangswirtschaft durchzusetzen. Mit der Zwangswirtschaft müsse endlich Schluß gemacht werden. Die Wirlschaftspartei beantrage die weitereVer- k ü r z u n g der Geltungsdauer der Gesetze bis zum 30. September 1930. Abg. Dr. Steininger (Dntl.) begründet einen Antrag seiner Freunde, die Mieterschutz- gesehe nur bis zum 3 0. September 1 9 3 0 zu verlängern und die Schuhbestimmungen nicht anzuwenden auf die Mietverträge, die über freigewordene oder freiwerdende Räume nach dem 1. April 1930 abgeschlossen werden Abgwrdne e Frau Dr. He r t w i g -B ü n g e r (D. Dp.) erklärt, die Volk.Partei werde dem Antrag der Wirtschaftspartei zu st im men. Abg. Dr. Külz (Dem.) bekämpft die Anträge der Wirtschaftspartei und der Deutschnationalen Damit schließt die Aussprache. Anträge der Sozialdemokraten und Kommunisten auf Verlängerung des Mieterschutzes bis zum 30. Juni 1932 werden mit 168 gegen 142 Stimmen ab- gelehnt. Der Antrag der Wirtschaftspartei und der Deutschnationalen, der den Mieterschutz am 30. September 1930 außer Kraft sehen will, wird in namentlicher Abstimmung mit 250 gegen 112 Stimmen abgelehnt. Dafür haben mit den Antragstellern auch die Deutsche Volkspartei, die Christlichnationalen und die Deutsche Bauernpartei gestimmt. Darauf wird der Ausschuh- antrag in zweiter und dritter Lesung angenommen, der die Geltungsdauer bis zum 30. 3 uni 19 31 verlängert. — Der Teil des Antrags Dr. Steiniger (Dn.), der die Mietverträge nach dem 1. April 1930 betrifft, wird dem Wohnungsausfchuß überwiesen. Cs folgt die erste Beratung des Rach- t r a g s e t a t s für 1929. — Abg. Schmidt, Stettin (Dn.) kritisiert die Rachforderungen an Mitteln zur Förderung republiktreuer Organisationen. Die Rachforderungen bei den verschiedenen Etats zeigten deutlich, in wie wenig sorgfältiger Weise bei der Ausstellung des Etats verfahren worden ist. Der Rachtcagsetat geht an den Haushaltsausschuh. ? Das Haus vertagt sich auf den 6. März. Schwierige Lage in Spanien Nach der Ncdc Lanchez Guerras. London, 28. Febr. (TLl.) Rach Madrider Meldungen hat Ministerpräsident Bereu guer sein indirektes Bedauern ü5er die Rede San - chez Euer ras erklärt. Der Führer der Liberalen, Graf Romanones, wies darauf hin, daß die Erklärungen Guerras wegen der direkten Hinweise' auf die Stellung des Königs sehr bedeutsame Rückwirkungen haben müßten. Außerdem habe sich gezeigt, daß der größte Teil der Oeffentlichkeit republikanisch eingestellt sei. Die Radikalen der gemäßigten Richtung haben sich mit der Rede Guerras einverstanden erklärt, während die Extremisten sie als nicht weitgehend genug bezeichnen. Es besteht kaum ein Zweifel, daß eine große Anzahl der Konservativen mit Guerra völlig überein stimmt. Die Stellung der Regierung ist außerordentlich schwierig. Vorläufig hat sie aus den feindlichen Kundgebungen gegen die Regierung wie gegen den König die Folgerung gezogen, die in Aussicht genommene Rückkehr zu den früheren verfassungsmäßigen Verhältnissen wesentlich später erfolgen soll, als ursprünglich geplant war. Der Innenminister ist ermächtigt worden, geeignete Maßnahmen zu treffen, um weitere Ruhestörungen in Madrid und den anderen großen Städten deS Landes zu vermeiden. Versammlungen und Kundgebungen werden verboten. Mit der Abhaltung von Parlaments- Wahlen ist auf Grund der letzten Entwicklung nicht sobald zu rechnen. In Kreisen außerhalb der Regierung nimmt man an, daß die Entscheidung über die weitere innerpolitische Entwicklung in Spanien im Herbst fallen wird. Neue Spaltung der Kommunisten. Berlin, 28. Febr. (ERB.) Die beiden kommunistischen Berliner Stadträte Leh und Landtagsabgeordneter R a d d a tz , die in ihren Aem- tern von der Aufsichtsbehörde betätigt wurden, weil sie das Versprechen positiver Mitarbeit abgaben, wenden sich zusammen mit 60 anderen kommuni st ischenPar- teifunktionären in einem Aufruf gegen die Zentrale der K.P.D. Die K.P.D. habe eine deutliche Schwenkung vollzogen, die nicht mehr der Stärkung der Arbeiterschaft, sondern lediglich dem agitatorischen Bedürfnis der Gruppe um Stalin diene, die auch die russische Partei völlig beherrsche. Verantwortungsbewußte Parteimitglieder würden oft gegen ihren Willen gezwungen, sich in nutzlosen Kämpfen herauszustellen. In der Parteileitung selbst gebe es nur Cliquen. Der Aufruf schließt mit den Worten: Wir wissen, daß ein großer Teil der langjährigen Funktionäre und Mitglieder der K. P. D. unsere Ansicht teilt. Wir fordern alle Gleichgesinnten auf, den Zwang einer ungesunden Parteidisziplin zu brechen und Üjre Meinung offen bei jeder Gelegenheit zu vertreten. Oie evangelische Kirche in der Sowjetunion. K o w n o, 28. Fcbr. (TU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, ist der Versuch der Sowjetregie- tung, bie Vertret er der evangelischen Kirche zu bewegen, mit einer Erklärung gegen den Aufruf de s Papstes vor die Oeffentlichkeit zu treten und die Kirch:npolitik der Sowjetunion in Schutz zu nehmen, als mißlungen anzuzehen. Die Vertreter der evangelischen Kirche, vor allem der Bischof Malm- g r e e n, der besonders in Leningrad großes Ansehen genießt, haben es abgelehnt, irgendwelche Erklärungen zugunsten der Sowjetregierung wegen ihrer Kirchenpolitik aozugeben. Malmgreen steht vielmehr auf dem Standpunkt, daß sich die bisherige Kirchenpolitik Moskaus nicht nur gegen jegliches Glaubensbekenntnis richte, sondern sich auch gegen jede Zivilisation und Kultur wende. Bischof Malmgreen ist besonders bei der deutschen Kolonie in Leningrad beliebt und spielte eine hervorragende Rolle bei dein Wiederaufbau des evangelischen Gemeindelebens in der Sowjetunion. Wie weiter gemeldet wird, betreiben die Gottlosen-Verbände der Sowjetunion eine Hetze gegen den Bischof Malmgre en mit dem Ziele, feine Entfernung aus Leningrad durchzusetzen. Ungarn huldigt dem Reichsverweser. Budapest, 28. Febr. (TU.) Am Freitagnachmittag zog eine vieltausendköpfige Menschenmenge in die Ofener Hofburg, um A d in i r a l v. Horthy anläßl ch seines 10jährigen Jubiläums als Reichs- Verweser Huldigungen darzubringen. Auf die Ansprache eines Redners erwiderte der Reichsverweser, daß die letzten zehn Jahre viele Leiden und manche Enttäuschungen gebracht hätten. Die Ungarn müßten aber mit eisernemPflicht- gesühl, mit Eifer und mit Ausdauer barangehen, die alltägliche Arbeit auszuführen. Man habe keinen Grund, an der Lebenskraft der Ration zu zweifeln. — Dem Reichsoerweser wurden dann große Ovationen bereitet. Abends erschien der A m n e st i e e r l a ß des Justizministers, wonach hauptsächlich Strafen wegen kleinerer politischer Vergehen erlassen werden. Vor neuen Kämpfen in China. Paris, 28. Febr. (WB.) Haoas meldet aus Schanghai, daß man bald mit dem A u s b r u ch von bewaffneten Konflikten in China rechne. Die hauptsächlich Dschiangkoischek feindlich gesinnten Mil.tärführer hätten ein offenes Bündnis abgeschlossen, so namentlich Den- fong und die Führer der Kwangsiprooinz, die alle für einen liberalen Föderalismus seien, während Dschiangkaischek mit Gewalt für die Vereinheitlichung eintrete. Dschiangkaischek soll mit Hilfe von 50 deutschen Instrukteuren ein M u st e r h e e r zusammengestellt haben, um seine Rivalen, einen nach dem andern, zu schlagen. Man habe den Eindruck, daß eine Offensive unternommen werde: aber die Gegner von Nanking kündigten auch ihrerseits einen Angriff an. Einigung in Santo Domingo. Santo Domingo, 28. Febr. (WTB.) Der amerikanische Gesandte teilt mit, daß ein Waffenstillstand zwischen den feindlichen Parteien abgeschlossen und daß die Grundlage eines dauernden Einvernehmens gefunden sei. Präsident Vasquez hat. ein Dekret unterzeichnet, durch das Raffael Estrella Urena, einer der Führer der aufständischen Bewegung, zum Minister des Innern und stellvertretenden Präsidenten ernannt wird. Vasquez hat ferner die Rationalversammlung um die Erlaubnis ersucht, aus Gesundheitsrücksichten ins Ausland reifen zu dürfen. Die Landesverfassung sieht vor, daß in Abwesenheit -des Präsidenten der Minister des Innern das Präsident- fchaftsamt übernimmt. Urena war 1926 Iust'.z- und Unterricktsminister und wurde später zum Gesandten in Frankreich ernannt Aufruhr in Guadeloupe. Paris, 28. Febr. (Tel.-Un.) Die Spannung, die seit längerer Zeit in der französischen Kolonie Guadeloupe zwischen den Besitzern der Zuckerrohrpflanzungen und Arbeitern wegen angeblich ungenügender Löhne herrschte und zahlreiche Arbeitseinstellungen zur Folge hatte, ist nunmehr in eine offene Aufstandsbeweg ung ausgeartet. Nach den in Paris eingetroffenen Meldungen haben die streitenden Arbeiter, obwohl ihnen kurz vorher eine Lohnerhöhung bewilligt worden war, am 25. Februar einen Polizeiposten angegriffen, der zum Schutze einer Zuckerfabrik aufgestellt war. Zwei Polizisten und ein Soldat wurden dabei schwer verletzt. In der Notwehr feuerte die Polizei auf die angreifende Menge und tötete einen Arbeiter. Mehrere andere Arbeiter erlitten schwere Verletzungen. Die Pariser Presse ist der Ansicht, daß die kommunistische Werbetätigkeit in den übrigen französischen Kolonien nunmehr auch in Guadeloupe zu offenen Gewalttaten schreiten. Berliner Börse. Berlin, 1. März. (WTB. Funkspruch.) 3n Ermangelung jeglicher Anregung lag der heutige Frühverkehr völlig umsatzlos. In den Dank- bureaus waren keine Kurse zu erfahren, da bis jetzt weder Kauf- noch Verkaufslimite vorliegen. Auch die Spekulation übt stärkste Zurückhaltung und will die Entwickelung der politischen Situation abwarten, bevor sie sich zu Reuengagements entschließt. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 124,30, London gegen Mailand 92,75, London gegen Spanien etwa 40,00, London gegen Buenos 42,30, London gegen Kabel 4,8600, London gegen Berlin etwa 20,37, Kabel gegen Berlin 4,1915 bis 4,1920. Oie Wetterlage. Preitaa, lnt :6fr 6 £ 540 M. Jen Härt' FADerdeel Os'o -----Schi ©womemos. Gnenet. <>naiD DtoetKL» womg e oeoeexi • Keoe-K » Schnee a Graupeln e «eoei K Gewitter«* «irnte» Ost nassige» sudsuowest Q tturmBcner lordwesl Oie Pfette fliegen mu dem winde Pie oeiden Stationen stenenaen Zahlen geoen die Temperatur an Die Linien verpmdeo Orte mit gleichere *el neeresmvrau umoereenneirn Uitldruct Wettervoraussage. Deutschland liegt mitten im Bereich des hohen Druckes, welcher sich von den britschen Inseln bis über Polen erstreckt. Die hergestellte Hochdruckwetterlage hält vorläufig an, so daß im wesentlichen trockenes und tagsüber heiteres Wetter zu erwarten ist. Nachts erreichen die Temperaturen immer noch den Gefrierpunkt und überschreiten ihn stellenweise etwas. Wettervoraussage für Sonntag. Trocken, stellenweise nebelig, auch leicht wollig, sonst heiter, Temperaturen nachts um Rull und etwas darunter. Witterungsaussichten für Mon- t a g. Wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 28. Februar: mittags 10 Grad Celsius, abends 4,2 Grad: am 1. März: morgens 1,2 Grad. Maximum 10 Grad, Minimum 0,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Februar: abends 4,4 Grad: am 1. März: morgens 1,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer fünf Stunden. Amtliche Wintersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Klar, — 2 Grad, 10 cm Schnee, verharscht, Sportmvz- lichkeit nur stellenweise vorhanden. Sauerland. Winterberg: Klar, — 0 Grad, durchbrochene Schneedecke, Sportmöglichkeit nur stellenweise vorhanden. Schwarzwald. Feldberg. Klar, — 3Gr.. 98 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Alpen. Garmisch ° Partenkirchen: Nebel, — 4 Grad, geringe Schneedecke, Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. örft V MM) ng lag bet hcutix . 3n kn Dani- i erfahren, da bii Monte vvrltegen. tjte Zurückhaltung pvWchen 6ilua« u Deueagagements normte man London gegen Mailand ettoa 40,03, London gegen Kabel 4,8600, 20,37, Kabel gegen ^ben hmen,ein ,ina'ä<5 ®om|ngo, ft P*».) ’ oaß ein n» V s?*s bu 6rT?,Ql enter -ZK nannt ’Wt*’™ 'beloupe. • Spannung, Üblichen Ao. L^'d-rnder Wm wegen an. ,W ist nunmehr ‘‘"’Onjaui. ‘Betroffenen Meldun- S- obwohl ihnen mun9 bewil. S” men Polizei. ®Jy einer Zucker. »* und «in Sol. ■rl<6L 3n der Not. '< angreifende Menge b«re andere Arbeiter D>e Pariser Presse "unistischeWer. m stanzosisihen Kolo, oeloupezu offenen WdWiSt «r p6“ daß lin ® €rmarter. gfi* für * i. F^^i.Drz: % )rod: o «tinimi®1 L SM i?»1“” 4,»: Protest der Stadt Lich gegen eine Aufhebung -es Licher Amtsgerichts. D L i ch, 28. Febr. Der Gemeinderat unserer Stadt versammelte sich unter dem Dorsitz des Bürgermeisters Geil am Dienstag au einer wichtigen Sitzung, in der man sich vor allem mit den Plänen der Regierung zur Aufhebung von Lokalbehörden beschäftigte. Bürgermeister Dr. Geil wies darauf hin, daß insbesondere das Amtsgericht L i ch von der Aufhebung bedroht sei und kein Schritt unversucht bleiben dürfe, der geeignet erscheine, diesen Abbau in unserer Stadt zu verhindern. Rach längerer Aussprache nahm der Gemeinderat ein- stimmig die nachstehende Entschließung an. die den zuständigen Stellen übermittelt werden soll: „Dem Bernehmen nach soll im Zusammenhang mit den Sparmaßnahmen der Hessischen Regierung auf Grund des Gutachtens des Reichsspar- kvmmissars in Erwägung gezogen werden, evtl, das Amtsgericht L i ch aufzuheben. Gemeinderat und Verwaltung der Stadt Lich legen gegen ein solches Vorhaben, wenn es tatsächlich beabsichtigt fein sollte, allerschärf st e Verwahrung ein. Sn der Aufhebung des Amtsgerichts Lich kann von uns eine vernünftige, wirkliche Sparmaßnahme nicht crb.idt werden. Das Amtsgericht Lich ist kein st a a t l i ch e r Zuschußbetrieb. Die Einnahmen an Stempeln, Gebühren und Gerichtslosten übersteigen die Aufwendungen für das Amtsgericht bei weitem. . Selbst wenn aber durch das Zusammenlegen des | Amtsgerichts mit einem anderen Gericht für den Staat noch ein kleiner Rutzen erzielt werden tonnte, so steht die damit evtl, bezweckte Erleichterung des Steuerzahlers im Land in gar keinem Verhältnis zu dem Schaden, den man mit dem Abbau des Amtsgerichts der Stadt Lich und den örtlichen Steuerzahlern zufügen wurde. Die Stadt Lich, die früher wirtschaftlicher Mittelpunkt der umliegenden Gemeinden war, hat seit Kriegsende chre Bedeutung als Musterungsort, sie hat die früher hier be- stehende Dezirkskasse und das Vorseminar verloren. Sie besitzt im Gegensatz zu anderen umliegenden kleineren Städten keine höheren Schulen, kein Finanzamt und kein Notariat. Wir können nicht glauben, daß Regierung und Landtag so kurzsichtig sein werden und um scheinbarer augenblicklicher kleiner Vorteile willen durch Wegnahme des Amtsgerichts die Stadt zu immer größerer Bedeutung slosig- keit verurteilen und damit dem Wirtschaftsleben derselben einen Schlag versetzen wollen, von dem sie sich in absehbarer Zeit nicht mehr erholen kann, und der durch Schädigung der Steuerkraft der Bürger se.bstverständlich auch wieder naturnotwendig auf die Finanzen des Staates zurückwirken mutz." (Der vorstehenden Entschließung ist eine längere Begründung beigegeben, deren Wiedergabe wir aus Mangel an Raum für heute zurückstellen müssen. Wir werden darüber noch berichten. D. Red.) Die Worte „Zu spät" können auch dann nicht unsere Seelen aufwühlen, wenn wir erkennen müssen, daß wir Menschen einem harten Schicksalsschlage ohnmächtig gegen über stehen. Wohl dem, der die Grenzen, die uns auf Erden gezogen sind, richtig abschätzen kann und der gelernt hat, sich zu bescheiden und sich einer höheren Macht zu beugen. Er wird nie an Gott und der Welt verzweifeln, auch we in Leid und Trauer ihn zu erdrük ten scheinen. SolcheLebens.unst ist wohl schwer, aber sie birgt auch ihren Lohn in sich selbst. Was hülfe es dem Menschen, wenn er seinem Schmerz noch eine verzweiflungsvolle Tat hinzufügte? Sn sich selbst gefestigt, muh er dem Schicksal zeigen, datz er sich nicht zerschmettern läßt. Wenn dein liebster Freund, das einzige Kind vom unerbittlichen Tode hinweggerafft wird, dann denke an die Worte Storms: Begrabe nur dein Liebstes! Dennoch gilts nun weiterleben: — und im Drange des Tages, dein Sch behauptend, stehst du wieder da... Grausam, aufwühlend und immer wieder neue Wunden reitzend werden erst dann die Worte „Zu spät!", wenn wir uns selber die Schuld an einem Unglück zuschreiben müssen, wenn unser Gewissen täglich von neuem mahnt und spricht: „Warum kamst du zu spät?" Da ist ein Geschäftsmann auf Reisen und bekommt einen Eilbrief. Eines seiner Angehörigen ist sehr krank und wünscht ihn zu sprechen. Er soll sofort zurück- kommen. Doch eine wichtige Verhandlung, von der sich der Kaufmann so viel verspricht, ist noch im Gange. Er verschiebt die Rückreise um einen Tag, und als er zu Hause ankommt, muh er hören, dah es zu spät ist. Der Tod war vor ihm da ... Und wie ist es mit den Eltern, die ihr Kind in falschem Ehrgeiz anstacheln, ja zwingen, fast Unmögliches zu leisten, nur damit es dereinst etwas „Besseres" als sie wird? Mit Mühe und Not werden die Felsen der Examen umschifft. Welche Aengste muß das Kind ausstehen, welche Dorwürfe regnen auf es nieder! Und von neuem beißt es die Zähne aufeinander und arbeitet Tag und Nacht... Bis dann der Zusammenbruch kommt, bis der Arzt feft= stellt: Durch eure Unvernunft sind seine Nerven, ist fein Körper schwer getroffen worden. Sa, diesen Eltern gilt dann das grausame Wort: Zu spät! Zu pät sehen sie ein, welch' falschen Weg sie gegangen ind! An Stelle der frohen, sonnigen Jugend gaben ie ihrem Kinde Tadel und Vorwürfe, weil sie glaubten, es wolle nicht. Ihr Eltern, hütet euch und eure Kinder, daß ihr nicht sagen müßt: Zu spät! Noch eins: Auch dem Winter 1930 können wir bas Wort „Zu spät!" nicht ersparen. In den letzten Februartagen kam er noch mit eisigem Wind und auf den Höhen auch mit anhaltendem Schneegestöber. Die Frühlingsblumen lugen doch schon aus der Erde, und wir Menschen hatten uns so eingestellt und uns gefreut, daß dieses Jahr alles so gnädig vorübergegangen war-, denn die grimmige Kälte vorn letzten Winter liegt noch wie eine Last auf uns. Ende Februar ist ein Winter fchon ein recht kleiner Mann. Seine Gegnerin, die Sonne, hat soviel Macht gewonnen, daß er kaum noch aufkommen kann. Und so wird auch er unbedingt erkennen müssen: ,^Zu spät!" R. O. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Fröbel-Seminar: Ausstellung von Schülerarbei-- ten vom 1. bis 3. März, 11 bis 13 und 15 bis 17 Uhr, Gartenstrahe 30. — Artillerie-Verein: Monatsversammlung, 20.30 Uhr, im Dereins- lokal. — Gesangverein „Heiterkeit": Maskenball, 20.11 ilfjr, Liebigshöhe. - D. H. D.: Maskenball. Casb Leib. — Dauerscher Gesangverein e. V.. Maskenball, 7.59 Uhr, in den Räumen des GeseNschaftsvercins. —§ Lichtspielhaus DaHn- hosstratze: „Der moderne Casanova" (mit Härrh Liedtke) und „Symphonie der Liebe". — Astoria- Lichtspiele: „Das Rätsel der Kriminalistik", 1. und 2. Teil. — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: „Weekend im Paradies", 18 bis 20 Uhr. — Evangelischer Bund: Familienabend, 20 Uhr, in der Sohanneskirche. — Oefsentliche Vorträge über Physiologie: Die Funktion des Nervensystems, 11.30 Uhr, Physiolog. Institut. — Eisenbahn-Verein: Generalversammlung^ 14.30 Uhr, Kath. Vereinshaus. — Kutscher-Verein Gießen: Maskenball, 19.31 Uhr, Cafe Leib. — Turnverein von 1846: Karnevalistisck^s Konzert, 16.11 Uhr, Turnhalle (Steinstraße). — Lichtspielhaus Bahnhofstraße e „Der moderne Casanova" (mit Harry Liedtke- und „Symphonie der Liebe". — Astoria-Lichtspiele: „Das Rätsel der Kriminalistik", 1. und 2. Teil. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Sn der morgigen Premiere „Weekend im Paradies" hat Heinrich Hub die Hauptrolle des Dittchen. Hub ist gleichzeitig Regisseur des Schwankes. Es spielen ferner mit die Damen Doering, Sahn, Mewes, Süngling, Scherer, Koch und die Herren Arzdorf, Fassott, Dommisch, Linkmann, Haeser, Heitzig, Volck, Wahlen, Wesener, Ritter. Bühnenbilder Karl Löffler. — Am Mittwoch, 5. März, erstes Gastspiel von Auguste Prasch-Grevenberg in Maughams „Die heilige Flamme". Frau Prasch-Grevenberg spielt die Rolle der Mutter. Maugham ist der Autor von „Finden Sie. daß Constance sich richtig verhält?" Spielleitung hat Peter Fassott. — Evangelischer Bund. Man schreibt uns: Der Zweigoerein des Evangelischen Bundes macht Mitglieder und Freunde seiner Bestrebungen nochmals auf den am Sonntag. 20 Uhr, in der Jo- hanneskirche stattfindenden Familienabend aufmerksam. Der Vortrag von Frau Lejeune (Eisenach) behandelt das Thema: „Freude als Quelle der Kraft" Den gesanglichen Teil bestreitet Fräulein Buchhold (Nieder-Eschbach), Begleitung und Orgelspiel Lehrer Habicht. — In einer Nachversammlung im Konfirmandensaal wird Frau Lese u n e voraussichtlich noch über die von ihr gegründete und geleitete ,Heimglück"-Bewegung sprechen. •• Universitätspersonalie. Sn den Ruhestand versetzt wurde der ordentliche Professor an der Landesuniversität Dr. Ludwig Schlesinger auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. April ab. Roggenbrot ist gesünder alsWeizenbrot! L. U. Don der Landes-Universität. Die Medizinische Fakultät unserer Landes-Universität hat dem Assistenzarzt an der Chirurgischen Klinik, Dr. Friedrich Dernha r d, die venia legendi für das Fach der Chirurgie, und dem Assistenzarzt an der Medizinischen Klinik, Dr. Hans Edwin Büttner, die venia legendi für das Fach der Snneren Medizin erteilt •• Straßensperre. Wegen Ausführung von Kanal sationsarbeiten wird die Provinzial^ strahe Ortsdurchfahrt Babenhausen II vom kommenden Montag ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Verkehrs Umleitung erfolgt über Ober- Seibertenrod — Ruppertenrod, bzw. Sellnrod— Groß-Eichen. * Lohntarifkündigung im Baugewerbe. Die Ar bei tgeb. r-Derbände für das Baugewerbe haben, wie man uns mitteilt, die feit einem Sabre gültigen Bauarbeiterlöhne mit Rücksicht auf die schlechte wirtschaftliche Lage zum 31. März d. S. für das ganze Reich gekündigt. * G ietzener Sndustriearbeit bet auswärtigen Da uten. Zu dem vor einigen Tagen gebrachten Bericht über die Einweihung des neuen Hallenschwimmbades in Marburg wird uns von der Firma H. Schaff- ftaeöt G. m. b. H. in Gießen mitgeteilt, dah die gesamte heiz- und maschinentechnische Anlage des Marburger Schwimmbades von der Firma H. Schaffstaedt G. m. b. H. geliefert und eingebaut worden ist. ** D i e erste Zuchtviehversteigerung des Landwirtschastskammer-Ausschusses für die Provinz Oberhessen in diesem Jahre findet in Butz- b a ch am Mittwoch, 12. März einen Tag vor dem bekannten Butzbacher Faselmarkt, statt. Zur Versteigerung sind rund 60 Bullen des hessischen Fleckviehs, davon einige Leistungsbullen, ferner 15 Eber des veredelten Landschweins und 12 Edelschweineber gemeldet. Man beachte die heutige Anzeige. (weitere Lokalnachrichten im 3. Blatt) Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 15 vom 28. Februar enthält: Straßensperre: Die Einfuhr von Vieh aus stark verseuchten Gebietstellen: Turn- und Schwimmlehrerprüfung 1930, Dienstnachrichten. Wenn Schmerzen....... Togal-Tableiien! Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel del Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven« und Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten. Laut notarieller Bestätigung anerkennen über 5000 Arzte, darunter viele bedeutende Professoren, die gute Wirkung des Togal. Keine unliebsamen Nachwirkungen! Entfernt die Harnsäure! (Ein Versuch überzeugt! Frag. Sie Ihr. Arzt In all. Apoth. NM. 1.40. 0,46 Chui, i!. । . i /l< \ ■ I i . il i I I) > \ n /i Oie Forstverwaliung im hessischen Etat. vtaisberaiunqen des Finanzausschusses. Darmstadt, 28. gebt. (WTB.) Der Fi- n anzausschuß kam mit der Beratung des Kapitels Forstverwal tung zu Ende. An- träge der verschiedenen Parteien, die eine Her- ijjfetjung der gänzlichen Streichung der staatlichen Versicherungskosten, der Dienstauswands- ^Schädigungen. der Entschädigungen für Fahrigsten, Tagegelder usw. verlangten, wurden zurück g e st e l l t bis zur zweiten Lesung, da die Legierung hier noch Unterlagen beibringen will. Lnnahme sand ein volksparteilicher Antrag auf Absetzung von 15 000 M k. für Aus- Ihn l s S k o st e n. Auf volkspartellichen Antrag tuurbea die Amtskosten der Forstämter a u f Höchens 35000 M k. begrenzt. Ab- gelehnt wurde der sozialdemokratische An- taag. zehn Forstassessoren und 40 000 Mk. bei btt Detriebseinrichtung zu streichen. Einst immige Annahme sand ein Zentrumsantrag d-rr die von der Regierung geplante Neufchaf- 'img von drei Fvrstassessorenstellen ablehnt. (58 bleibt bei den seitherigen acht Stellen. Das Kapitel wurde im übrigen in der Fassung des Voranschlags angenommen. Die Gesamtausgaben betragen für Personalkosten 3 031 612 Mk., für sachliche Kosten 5 773 558 Mk. (Jn dem Kapital sind enthalten für die Verzinsung und Tilgung der staatlichen Leistungen an den ehemals regierenden Groh- b rrzog 300 000 Mk., und zwar unter dem (S»esichtspunkt, datz die gesamten staatlichen Lei- Itingen samt Zinsen in längstens 55 Sah - r-en getilgt sind. Präsident Heineken. Bremen, 1. März. (Priv.-Tel.) Der Präsident des Norddeutschen Lloyd, Dr.-Sng h. c. Philipp Heineken, kann heute leinen 7 0. Geburtstag begehen. Heineken ist geborener Bremer, der im Baumwollhandel Iciner Vaterstadt eine führende Rolle gespielt batte, bevor er 1902 in den Aussichisrat des Norddeutschen Lloyd gewählt wurde. 1905 wurde er Präsident der Bremer Handelskammer, 1906 Dircftor des Norddeutschen Lloyd und 1921 dessen Präsident. Der Herr Reichspräsident hat dem erfolgreichen Führer der deutschen See- lck»isfahrt zu feinem 70. Geburtstag in einem per- lovlichen Schreiben seine herzlichen Glückwünsche ausgesprochen. Aus 6er Provmzialhauptstadt Gießen, den 1. März 1930. 3u spät! Unser Eisenbahnzug sährt gerade ab, als wir ms den Bahnsteig kommen. Wir stehen nun da. und die zwei harten Worte entschlüpfen uixlerm Munde. Z u spät! Rennen wir als luhl überlegende Menschen jetzt ärgerlich auf dem Bahnhof herum, oder raufen un3 die Haare, tnie man es manchmal sieht? O nein! Es gehen ja noch andere Züge, und es muhte ja auch nicht gerade dieser fein. Es kann allerdings viel davon abhängen, ob wir den ersten Zug noch erreichen. Bei größeren Reisen gilt es, den richtigen Anschluß zu finden, und es gibt Lebenslagen, da kommt es auf Stunden, ja auf Minuten an. Eine Zugversäumnis kann also wohl — wenn auch selten - schicksalgestattend sein. Sm Wirtschaftsleben will es nicht viel besagen, Denn Kaufleute ober Unternehmer bei einem Seschäft oder bei einer Arbeit einmal die Qlnt- DDrt erhalten: „Leider kommen Sie zu spät. ISir Haden heute morgen den Auftrag vergeben." !>aS ist wohl ärgerlich, aber darüber läßt nie- rnanb den Kopf hängen. Es gibt immer neue 33cge und Ziele für betriebsame Leute, und time Abweisung bildet noch lange kein ernstes Hindernis. Wir kennen sogar Fälle, die den Betreffenden zum Glück au schlugen. Denn dem zelprochenen: Zu spät! setzten sich zwei andere IBorte entgegen, sagten: Trotz alledem I uiui> gingen unverzagt an die Ausführung einer neuen Arbeit. 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Sonntag, nachu itt. 2,30 Uhr. lieben in- gung des Länder- fvie'.es am Radio, tur rrrankfitri. Hof Stadttheater Sonntag, 2.März, Anker Llbouneiiunt fremden oorsteUung von 18 vis 20’ 4 ilbc Zum ersten Male: Weakenil im Paradies Schwank tn 3 Allen von Zranz Aruol) tt. Ernst Bach. [nti,D Tieucktag 4.März, von 20 bis 22' , litte N.DIellttlllg M.'vkll. teetod im Paradies Schwank in 3 Akten von Arnold u. Bach. Mltt»voch,5.März. van 20 vis 22 1 , Ul>r rr.Mllvolv'M.'vrll. Gauspiet Auguste Prasch-G-eoenvc.a, -Zum etften Male Die öeiiifle älomine Schauspiel m3Auen vouWilllain Somei- fet Piaugliam, deutsch v. liiiim .'lofs. Freitag, 7. März, von 20 big 22*/4 Uttr 23.3re.taQ-11ü.-Dorii. Weekend im Paradies Schwank in 3 Akien von Arnold it. • ach. Sam otag, 8. März, von 1 >' 4 b. iS1-, Ubr -Lchülervorstellung Kleine Preise wie es nun aeidflt Litttspiel iii f> Auszügen von Shake- sveare, deutsch vott Auguit Willielui v. Schlegel.^ Sonntag, 9.März. 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Otto Hoehsch, o. o Pros, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. "5V Während in Deutschland um Voungplan und Polen abkommen gerungen wird (in Oesterreich sind die Haager Abkommen bereits ratifiziert), schleppt sich die Londoner Flottenkonferenz hin, ohne daß auch nur von Ferne ein Ergebnis ababzusehen wäre. Zwei daran beteiligte Staaten sind durch eine innere Krisis gegangen oder stehen in einer solchen. 3n Japan haben am 20. Februar Neuwahlen zum Parlament stattgefunden. Sie haben der Regierungspartei (Win Deitoa) die absolute Mehrheit gebracht, mit 273 Mandaten (einen Gewinn von 101), und der Liberalen Partei (Seiyukai) 174 (Verlust 73 Mandate). Die Liberale Partei war bei den letzten Wahlen, genau vor einem Jahr, als erste aus dem Kampf yervorgegangen und büßt nun ihre Führerstellung ein. Noch interessanter ist, daß die Arbeiterparteien eine schwere Niederlage erlitten haben. Diese Wahl war d i e z w e i t e, die in Japan auf Grund des allgemeinen Wahlrechts (eingeführt 1926) stattfand. Japan hat infolge seiner Industrialisierung ein großes Proletariat, und auch seine Bauernbewegung ist von großer Bedeutung. Aber alle diese Parteien haben nichts erreicht. Die Arbeiterpartei hatte auf 15 Mandate gehofft und hat nur acht erhalten und hat gegenüber 5,5 Millionen Stimmen für die Regierungspartei und 3,8 für die Liberalen nur 0,5 Million Stimmen gewonnen. Auch wenn man die sonderbare Mandatsverteilung auf Grund des japanischen Wahlrechts berücksichtigt, bleibt es dabei, daß die Arbeiterschaft eine Niederlage erlitten hat. Das ist ein sehr bemerkenswertes Ergebnis, weil ja an sich die Voraussetzungen für eine große Arbeiterpartei in dem übervölkerten und industrialisierten Lande vorhanden sind. Der Sozialismus findet offenbar hier seine Schranke an der Art des Volkes und seiner religiösen und anderen Anschauungen. Die ganze Struktur Japans ist, wenigstens von außen gesehen, durch die Folgen des Krieges noch nicht wesentlich erschüttert. Damit ist nicht gesagt, daß diese Struktur durchaus gesund sei. Aber die sichere Regierungsmehrheit ermöglicht nun eine Stabilisierung der Lage und gestattet dem Ministerpräsidenten H a m a g u t s ch i, sein Wirtschaftsprogramm durchzuführen. In London aber wird die Position des japanischen Delegierten Wazajuki durch den festen Rückhalt, den er so gewinnt, gestärkt. Das ist zunächst sehr viel anders mit Frankreich, das die Hauptschwierigkeiten auf der Londoner Konferenz macht. Das soeben gebildete Kabinett Chautemps ist bereits dem ersten Ansturm der Kammer erlegen. Cs versuchte überraschend, das sogenannte Kartell wieder zu erneuern, dos seit 1926 tot war, d. h. die Verbindung der bürgerlichen Radikalen und der Sozialisten. Außerhalb Frankreichs ist der Mann, der diesen Versuch machte, dieser Ministerpräsident von ein paar Tagen, kaum bekannt. Er war Innenminister im ersten Kabinett Herriot, wo er energischen Willen und große Geschicklichkeit erwiesen hat. Auch die Männer, aus denen er fein Kabinett bildete, konnten sich sehen lassen, ein Kreis von Leuten, die wirklich etwas können. Aber dieser Versuch, die Linke wieder in den Sattel zu heben, ist am Gegenangriff der Rechten und an der Arbeit Tardieus gescheitert. Gleichwohl ist diese Krise für Frankreich sehr wichtig. Der Sturz des Kabinetts Chautemps zeigt, daß die Kammer eine Linksmehrheit nicht hat, aber zugleich, daß auch die Rechte keine feste Mehrheit in der Hand hat. Denn der Sieg kam ja nur durch die 10 kommunistischen E timmen zustande, die ein andermal eben anders und nicht mit der Rechten stimmen werden. Das ist die parlamentarische Lage. Abermals bedeutungsvoller ist der gesamte Hintergrund, der Sinn dieser Krise. Sie richtete sich vornehmlich gegen den Finanzminister des Kabinetts Tardieu, ©beton, der ganz wie Poincare die Finanzpolitik des Staates betrachtete und betrieb und darüber die wirtschaftlichen Gesichtspunkte und die wirtschaftlichen Kräfte übersah, übersehen zu können glaubte. Er meinte, genau wie Poincare das immer geglaubt hat, das Land wäre reich, wenn der Staat möglichst viel Geld in seiner Kasse liegen habe, und sammelte darum eben im Schatzamt ungeheuere Beträge auf, die da unproduktiv liegen, während die Wirtschaft dieses Kapitals entbehrt. Sv ist die Lage die ganzen letzten Jahre gewesen: der Staat hat thesauriert und die Wirtschaft hat darunter gelitten. Das ist der innere Sinn der Krise und sie wird natürlich auch nicht überwunden, wenn etwa Tardieu wieder zurückkommt. sie allgemein scheitert, mit einem festen englischamerikanischen Abkommen ausgehen wird. Unb das wird natürlich auch seine weltpolitische Auswirkung haben! • Sehr herzlich ist der österreichische Bundeskanzler bei seinem Besuche in Berlin begrüßt worden. Man begrüßte den Staatsmann, der daheim und im Haag große Erfolge erzielt hat. und begrüßte natürlich den Vertreter des Brudervolkes an der Donau. Der Besuch war aber keineswegs nur ein Akt der Freundschaft, der nach Schobers Besuch in Rom ja auch selbstverständlich war, sondern er diente sehr ernsten wirtschaftspolitischen Verhandlungen. Der österreichische Handel mit dem Deutschen Reich ist in hohem Maße passiv. In Oesterreich wünschte man längst, daß ein guter Handelsvertrag mit Deutschland zustande tarne. Ungarn feiert die zehnjährige Statthalterschaft Admiral horthy»: Der Reichsverweser schreitet die Front der Ehrenparade ab. * bK.-a,' UM' Es ist der Kampf, ob die heutige Generation, Generation gelegt werden sollen. Damit wird noch ein tieferes psychologisches Problem berührt, das der Frontkämpfer, für die zugleich im großen Umfange wirtschaftlich gesorgt werden soll. Man sieht also, daß die Krise Tardieu-Chau- temps tiefliegende Ursachen und Zusammenhänge hat. Sie stört die Arbeiten der Londoner Konferenz und kann deren Erfolg, wenn die Krise länger dauert, ernstlich gefährden. Denn der die am Kriege teilgenommen hat, die Staatsschulden als Folge des Krieges allein tragen soll oder ob diese auch auf die Schultern der nächsten Mann, der in London Frankreichs Standpunkt vertritt, muß daheim einen festen Rückhalt haben. Das ist schon an sich nicht einfach, weil das Marineprogramm, auf das Tardieu seinen Staat festgelegt hat, so hoch ist, daß, wer auch immer Frankreich weiterhin in London vertritt, vor der Frage steht, ob er an diesem französischen Flottenbauprogramm große Nachlässe zugesteht ober ob er Frankreich der Verantwortung ausseht, daß es an einem Scheitern der Flottenabrüstungskonferenz schuld sei. In jedem Falle wird die Londoner Konferenz auf- gehalten und wachsen dadurch auch sonst die Schwierigkeiten und Hemmungen, die ihrem Gelingen so wie so gegenüberstehen. Aber ohne heute in die Einzelheiten einzugehen, sagen wir nur das, daß diese Konferenz ganz bestimmt, wenn und hat gelegentlich auch darüber geklagt, daß von Berlin zu wenig Entgegenkommen geübt würde. Diese Klagen lassen wir beiseite. Sie entstehen ja leicht, wenn nur die Sachverständigen und die Referenten über derartige Fragen miteinander verhandeln. Dann ist es schwer ober unmöglich, über bie Fragen bet Vieh- unb Holzeinfuhr unb ähnliches sich zu verständigen. Die Verhandlungen ber maßgebenben Staatsmänner haben jetzt dazu geführt, diesen Vertrag s i ch e r z u st e 11 e n, in dem Oesterreich Erleichterungen erfährt, die seine Ausfuhr nach Deutschland steigern. Umgekehrt wird darum die deutsche Ausfuhr nach Oesterreich natürlich n^cht abnehmen unb bas Ganze führt dann zu einer wirtschaftlichen Verbindung, die nur zu begrüßen ist. So sollte nur auch über die rein hanbels- vertragliche Behandlung hinausgeführt werben, bie hier so wenig wie irgenbwo sonst mehr vollständig genügt. Es sind mancherlei Gedanken und Formen denkbar, die die Wirtschaft des Deutschen Reiches und Oesterreichs in einen engeren Zusammenhang bringen können. So wenig heute bie Frage bes Anschlusses politisch altuell fein mag, für bie Fragen einer wirtschaftlichen Verbinbung zu arbeiten, ist ebenso möglich und gestattet, wie für die ber geistigen Verbinbung ober ber Angleichung des Rechts. Wir freuen uns, baß der Besuch bes österreichischen Bunbeskanzlers nicht eine laute und wortreiche Demonstration war, sondern baß er auf diese Weise wirklich sachlicher Verbindung und Annäherung gedient hat! 3uffi$rat Dr. h. c. Heinrich Reh. Am kommenden Montag, 3. März, feiert ein hervorragender Bürger des Hessenlandes, ein ausgezeichneter Jurist und eine um die Allgemeinheit hochverdiente Persönlichkeit, Iustizrat Dr. b. c. Heinrich Reh (Darmstadt), den 70. Geburtstag. Seine zahlreichen Freunde in Stadt und Land, besonders auch in Oberhessen, das jahrzehntelang der Wirkungskreis und die zweite Heimat des Jubilars war, werden an diesem Tage ihre Gedanken dem noch in voller Arbeitskraft und Schaffensfreude wirkenden Manne zuwenden. Heinrich Reh wurde am 3 März 1860 in Darmstadt als Sohn des Hofgerichtsadvokaten Theodor Reh, des einst letzten Präsidenten der 1848 und 1849 in Frankfurt a. M. tagenden Deutschen Nationalversammlung, geboren, genoß seine Erziehung in seiner Vaterstadt, an deren Gymnasium er im Herbst 1878 das Abiturientenexamen bestand, diente alsdann vom 1. Oktober 1878 an als Einjährig- Freiwilliger im Jnf.-Reg. Nr 116, studierte bis Mai 1882 an der Landesuniversität Gießen, an der er dem Korps Starkenburgia angehörte, die Rechte, wurde nach der juristischen Fakultätsprüfung Ge- richtsakzeffift (Referendar) und bestand im Oktober 1885 in Darmstadt die juristische Staatsprüfung, das Assessorexamen, mit der Note „Sehr gut". Anfang Januar 1886 verlegte Heinrich Reh feine Tätigkeit nach Oberhessen. Er wurde Rechtsanwalt in Alsfeld, erhielt im März 1899 — unter Beibehaltung feines Wohnsitzes in Alsfeld — feine Zulassung auch bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen in Gießen und wurde am 1. Oktober 1901 zum Notar in Alsfeld ernannt. Schon früh stand Heinrich Reh mitten im öffent- lichen Leben. So war er längere Jahre in seinem engeren Wirkungskreise Mitglied des Kreistages Alsfeld und des P r o v i n z i a l t a g e s der Provinz Oberhessen in Gießen, mehrere Jahre Beigeordneter der Stadt Alsfeld und lenkte während des Krieges von Herbst 1914 an zwei Jahre lang für den zum Heeresdienst eingezagenen Bürgermeister die Geschäfte dieser Stadt. Vom 8. November 1902 bis November 1921 gehörte er als Mitglied der Freisinnigen Volkspartei bzw. der Demokratischen Partei dem HessischenLandtagan, war in ihm ständiges Mitglied des Gesetz- gebungsausschusfes und von Herbst 1918 bis 1921 Vizepräsident des Landtages. Als Mitglied und Vorsitzender des V e r f a f s u n g s- a u s s ch u s s e s war er Berichterstatter über die im Dezember 1919 angenommene, heute in Kraft stehende Verfassung des Volksstaates Hessen. Während seiner parlamentarischen Wirksamkeit erwarb sich Heinrich Reh u. a. auch große Verdienste um den inneren und äußeren Ausbau unserer San» desuniversität Gießen, deren medizinische Fakultät ihn darum am 15.November 1920 zum Ehrendoktor ernannte. G»nz wesentliche Förderung ließ Heinrich Reh der Geld- und Kreditwirtschaft seiner zweiten Heimat Alsfeld zuteil werden. Jahrzehntelang wirkte er im Vorstand und dann als Direktor der dortigen Sparkasse, die auf seine Veranlassung sich in eine öffentliche Sparkasse umwandelte. Im Sommer 1913 wurde er in den Vorstand des H e s s i s ch e n S p a r- kafsenverbandes gewählt, dessen ehrenamt' licher Vorsitzender er im Jahre 1929 wurde. So gehörte er zu den Führern der hessischen Geldwirtschaft. Ende des Jahres 1920 begründete er die Hessische Girozentrale in Darmstadt, und zwar — seit 1. Januar 1926 ist das Vertragsverhältnis gelöst — als Zweiganstalt des Badischen Sparkassen- und Giroverbandes. Im März 1924 ries er den Hessischen Spartaffen-unb Giro verband ins Leben, die beide Körperschaften des öffentlichen Rechtes find. Heute ist Dr. Heinrich Reh, nachdem er am 1 Oktober 1926 als Notar in den Ruhestand getreten war, hauptamtlicher Vorsitzender des hesfi- Maskerade. Von Wilhelm Boeck. Des Menschen Antlitz ist zu aufschlußreich, auch Unpsychologisch« erwerben durch Erfahrung eine Zähigkeit, aus den Gesichtszügen ihrer lieben Mitmenschen zu lesen. Das nicht zu unterdrückende Bedürfnis aber, das ein jeder hat. einmal frei, rein als Typus Mensch zu erscheinen und behandelt zu werden, ist der ewige Ursprung der Maske. Nicht gekannt zu sein, das heißt hier, von aller Rücksichtsnayme ausgeschlossen, von allen Bindungen, die das Leben geknüpft, los zu sein. Die Art dieser Rücksichten kann sehr verschieden sein, politisch oder gesellschaftlich oder sittlich, und je nachdem ist der Charakter der Maske bestimmt. — Das Unindividuelle der Larve erscheint stets als Leere und Starrheit, ein Dämonisches, Unheil kündendes geht von ihr aus: dieser Wirkung bediente sich schon der antike Schauspieler ganz bewußt. Uns Heutigen ist sie nur ein Anlaß zum Fragen, ein Dunkel, das uns einander zu Irrlichtern macht. Die geschichtliche Entwicklung der Maske zeigt stets einen engen Zusammenhang mit der Theatergeschichte. Wie das neuere Theater aus den geistlichen Spielen des Mittelalters, so entstand auch mancher Mummenschanz der modernen Zeit aus den Verkleidungen, die mit der Darstellung der heiligen Szenen verbunden waren: noch heute besucht alljährlich der hl. Nikolaus die Kinder. Eine ständige Einrichtung des späteren Mittelalters ist der Hofnarr, dessen Dienstanzug mit den bunten Farben und kichernden Schellen weiter nichts als eine Maske war. Sein Dasein kennzeichnet die zwiespältige Weltanschauung seiner Zeit, die sich von überlebten Ordnungen noch nicht lösen konnte, sie im tiefsten Innern aber schon überwunden hatte. — So blieb ihr vorläufig nichts anderes übrig, als sich durch eigens bestellte Personen über die Satzungen lustig zu machen, denen sie selbst widerwillig gehorchte. Erst an den Höfen der Renaissancefürsten wagt die Kritik ein offenes Wort: der Hofnarr wird zum Hofzwerg, zum Krüppel, der selbst nur noch ein Gegenstand der Belustigung ist. In diesen Kreisen ergab man sich aber auch einer ganz weltlichen Form maskierter Festlichkeiten, bei denen wiederum Theater und Mummerei ineinander übergingen. Bekannt ist, daß Karl VI. von Frankreich bei einem ausgelassenen Fackeltanz fast verbrannt wäre und durch das Unglück in Wahnsinn verfiel. — In Mailand brauchte der große Leonardo sein Genie, um Maskenkostüme zu erfinden, wie er dort für die Feste des herzoglichen Hofes auch Theaterdekorationen und Aufzüge entwarf. In feinen Kari- katurzeichnungen gibt der Meister außerdem ein Beispiel für die engen Beziehungen dieser Kunstgattung zur Maskerade. — Auch in die bürgerliche Gesellschaft der folgenden Jahrhunderte retteten sich die tollen Bräuche des Zeitalters nach dem Zusammenbruch der mittelalterlichen Ständeordnung hinüber, ja sie gewannen in den Zeiten faustischer Forschung eine ganz neue geheimnisvolle Bedeutung durch ihre Verbindung mit dem Aberglauben, der nun kein Wunderglaube mehr war, sondern in jeder Cinzelhand- lung unentwirrbare Beziehungen zum überirdischen Weltgeschehen erkannte. In einer solchen Stimmung ist der Boden für eine Verbreitung ursprünglich gesellschaftlicher Gewohnheiten unter die Menge besonders günstig, so wurde die Fastnacht volkstümlich. Die Maske sank zugleich damit von ihrem Niveau festlicher Verkleidung, die schön machen oder abstrahieren sollte, in die Sphäre des Grotesken und der Entstellung hinab, die Satyrn gewannen die Oberhand in dem bacchantischen Reigen. In dieser Form war den Maskenbräuchen selbstverständlich der Zutritt zu den Fürstenhöfen versagt, sie wurden als gemein geächtet, und wer aus den Kreisen der Gesellschaft sich _ zu ihnen hingezogen fühlte, der mußte diesem Laster heimlich sröhnen. Damit erhielt auch das Theater feine gesellschaftliche Prägung: wer zur Zeit Shakespeares öffentliche Theater besuchen wollte, mußte sich unkenntlich machen und einer Larve bedienen. Das galt besonders für die Damen, und noch im Venedig des 18. Jahrhunderts, das in allen Formen einer internationalen Geselligkeit lebte, ließen sich die Damen nur maskiert auf der Straße sehen, wenn sie eine Menagerie besichtigen ober ein Kasino aufsuchen wollten. Die Maske allerdings gestattete wiederum, daß man sich noch etwas weniger in Acht zu nehmen brauchte, als man sonst getan hätte. Hier spielt aber in die italienische Maskenfreiheit und Karnevalsbuntheit schon eine andere verfeinerte Gesellschaftsform hinein, die mit der gesamten Kultur des Rokoko aus Frankreich kam und ihre Verbreitung über Europa fand Im llassischen Zeitalter der französischen Literatur wurde die Festlichkeit ber Renaissance mit allen schöngeistigen Anspielungen unb antiken Nachahmungen toieberbelebt. 3m Jungbrunnen des französischen Geistes und Witzes gebadet stellte sie sich anmutiger unb einem verwöhnten Geschmack besser entsprechend bar. Die engste Umgebung bes Herrschers selbst nahm sich bes zu Ehren und Glanz gekommenen Komödienspiels an, suchte ein besonderes Verdienst in der Durch- bringung der maskierten Spiele mit aktuell zugespitzten Gedanken. Wie man nun von ber Maske einen inneren psychologischen Sinn erwartete, so kam die übertriebene Buntheit unb Mobischkeit vor allem auffällig in ber Männer- fleibung auch am täglichen Anzug maskenhafter Unalltäglichkeit nahe. Die Grenzen zwischen Wirklichkeit unb Schauspiel verwischten sich, bie romantische Lust führte zum Jbeal eines überzeitlichen, unmateriellen unb scheinbar primitiven Schäferbaseins, ba Naturbetrachtung unb Liebe bie einzige, nie auszukosten de Beschäftigung boten. Es spricht sich in bieser Neigung zum ewigen Kostümiertsein trotz aller Wibersprüche im einzelnen eine resignierte Abkehr von ber Welt bes Tatsächlichen aus: hier verrät sich in ber Tat eine tragische Seite bes Rokoko. Das Redoutenwesen, jene Art maskierter Unterhaltung, die im Lause des 18. Jahrhunderts die ganze europäische Gesellschaft erfaßte, verlor in der Goethezeit seinen vorwiegend leichtfertigen Charakter. Damals, als ein neuer Ernst und eine Sachlichkeit des Lebens jeden einzelnen zur Vertiefung seiner Persönlichkeit aufforderten, suchte man auch in den Redouten eine wirkliche Bereicherung des Inneren. Man sah an der Maske zuerst mit voller Deutlichkeit ihren symbolischen Wert für den Menschen, da er sich in ber Verkleidung rein unb unverfälscht offenbarte. Damit war in dem geschichtlichen Gang die höchste Steigerung des Bewußtseins, die die Maske ihrem Träger verleihen kann, indem sie ihn über sich selbst hinaus in das Reich der verkörperten Begriffe hebt. Diese Auffassung erhielt noch höhere Bedeutung bei den Romantikern, die in ber Vereinigung von sittlichem Ernst und phantasievoller Schwärmerei wirkliches und gespieltes Leben noch einmal vermischten. - Dazu bietet das Heute den schroffsten G^ensatz, ber sich denken läßt. In unseren Masken- unb Kostümfesten ist keine Romantik mehr, nicht einmal viel Phantasie. Im kostümlichen Raffinement wirb lediglich ein sinnlicher Anreiz gesucht, sei es nun für ben einzelnen ober für bie bunte Wirkung des Festes. Das entspricht ganz jener typischsten Erscheinung des modernen Theaterlebens, baß bas Unter- Haltungsstück triumphiert. Der Kanalschwimmer. Der amerikanische Reisende unb Dauerschwimmer Richard Halliburton hat soeben ein neues Buch „Reue Welten zu erobern“ veröffentlicht, in dem er erzählt, wie er als erster den Panama-Kanal durchschwamm. Um bie Erlaubnis dazu zu erhalten, suchte er um eine Audienz bei dem Gouverneur ber Kanalzone General Walker nach, unb es entspann sich folgendes Zwiegespräch: „®en Kanal wollen Sie durchschwimmen? Das sind ja an bie achtzig Kilometer! Etwas viel für einen so schwächlichen Mann, wie Sie dem Aussehen nach sinb." „Sie irren sich, Gouverneur. Ich bin Derufs- schwimmer, und ich will auch nicht bie ganze Strecke vor dem Frühstück zurücklegen, sondern in langsamen Etappen, soviel Kilometer am Tag, als ich kann." Dann wurde der Gouverneur geschäftlich: „Werden Sie bie Gebühren an den Schleusen bezahlen?" „Geradeso wie bie anbern Schiffe, bie yinburchgelassen werben. Ich bezahle nach meiner Tonnage." „Tonnage? Sie?" General Walker sah shn etwas geringschätzig an, „Sie wiegen ja kaum viel mehr als einen Zentner." Unb er lachte, wie wenn er niemals im Leben etwas Komischeres gehört hätte. „Also gut! Ich werbe Sie burchlassen. Aber nur unter einer Bebingung, mein Lieber: baß Sie sich verpflichten, mir für jeben Schaben aufzukommen. ben Sie bem Panama-Kanal antunI“ Don einem Ruberboot begleitet, in bem ein amerikanischer Matrose mit einer geladenen Flinte faß, um bei etwaigen Angriffen von Haifischen, unb anberen toilben Wasserbewohnern einzugreifen, unternahm Halliburton fein Abenteuer. Besonders schwierig war bie ilebertoinbung der Schleusen von Gatun. „Alle paar Minuten bampfte ein Schiss vorbei, unb jedes Mal, wenn solch ein Schiff emporgehoben unb in bie erste Schleusenkammer gebracht würbe, öffneten sich bie Tore unb neun Millionen Kubikfuß Wasser strömten ben Kanal hinunter nach dem Atlantischen Ozean Es war schwer, sich in dieser Strömung zu halten. Als ich bie Schleuse erreichte, pochte ich an ben riesigen äußeren Toren und bat um Einlaß. Der Schleusenwärter blickte herunter. „Was für ein Irrsinn ist denn das?“ fragte er, als er mich ba sah. Doch ich bestand auf meinem Recht, unb so würben denn zum ersten Male in ber Geschichte bes Kanals die Schleusen für eine einzige Person geöffnet.“ Halliburton bezahlte bie Gebühren nach ber „Tonnage" mit nur 1,50 Mark und erreichte glücklich Panama, trotz ber gefährlichen Alligatoren und Barracudas, die ihn verfolgten. schen Sparkassen - und Giroverbandes in Darmstadt, wohin er seinen Wohnsitz verlegte. Ende November 1926 gab.er seines neuen Wirkungskreises wegen seine Zulassung als Rechtsanwalt auf. Seine erstaunliche Schaffenskraft, seine nie er« lahmende Schaffenslust und fein scharfer Sinn für die praktischen Interessen der Behörden, der Justiz- und Verwaltungsorgane aller Zweige, sowie des Volkes ließen diesen erfahrenen Anwalt des Rechts, dem stets des Volkes Wohl oberstes Gesetz war, auch eine höchst wirksame rechtsliterarische Tätigkeit entfalten. So ist Heinrich Reh Herausgeber der Sammlung hessischer Verwaltungs- undDerfajsungsgesetze, insbesondere einer kommentierten Ausgabe der Hessischen Verfassung, sowie Begründer und Mitherausgeber der Gesetz- Sammlung für den Volks st a a t Hessen tReh-Heyer-Gros'sche Sammlung), die die fest dem Jahre 1819 erschienenen hessischen Gesetze und Verordnungen in ihrem heute geltenden Wortlaut bringt. Reh ist auch der Verfasser eines Kommentars zum Hessischen Feld- und Forststrafgesetz. Wer dazu weiß, daß Heinrich Reh als ange- sehcner, kenntnisreicher Rechtsanwalt und als Notar außerdem eine umfangreiche Praxis ausübte, daß er heute noch wie in jugendlicher Schaffenskraft ein umfangreiches Amt ausfüllt, daß er Mitglied des Vorstandes des Deutschen Sparkassen- und Girooerbandes und des Ausschusses für das Sparkassenpersonal dieses Verbandes, ferner Mitglied des Der» waltungsrates der Hessen-Nassauischen Lebensversicherungsanstalt in Wiesbaden und stellvertretender Vorsitzender der Hauptversammlung dieser Anstalt und schließlich nach der am 1. Januar 1930 erfolgten Vereinigung der Hessischen Girozentrale und der Kommunalen Landesbank zur Landeskommu- nalbank — Girozentrale für Hessen auch Vorsitzender des Arbeitsausschusses dieser Bank ist, den erfüllt Bewunderung für das Wirken dieses rastlos schaffenden Mannes, der an der Schwelle des Greisenalters, aber in voller körperlicher und geistiger Frische noch mitten in seinem arbeitsreichen Wirkungskreise stehend, trotz seiner vornehmen Bescheidenheit wie selten ein anderer das Goethewort auf sich beziehen darf: „Denn ich bin ein Mensch gewesen Und das heißt ein Kämpfer fein." Möge ihm seine Schaffenskraft und Gesundheit zum Segen für viele noch lange Jahre erhalten bleiben. Oberhessen. Beisetzung des Pfarrers Nebel. □ Laubach, 27. Febr. 2lm gestrigen Vormittag wurde Pfarrer Rebel's sterbliche Hülle in die Stadtkirche überfuhrt und der Sarg vor dem Altar, von dem aus der Verstorbene fast 34 Jahre lang das Wort Gottes zum Segen der Stadt verkündet hatte, aufgebahrt. Alm 3/»4 Llhr nachmittags versammelte sich in der Kirche, die bis auf den letzten Platz beseht war, die Einwohnerschaft Laubachs zu einer eindrucksvollen Trauerfeier. Aach dem Gesang der Gemeind« „Ich habe nun den Grund gefunden" hielt Dekan Volp (Laubach) die Gedächtnisrede, wobei er feinem verstorbenen Amtskollegen und Freunde in herzlichen Dankesworten große Anerkennung zollte und ihn als wahren Christen un> Diener seiner Kirche bezeichnete. An die kirchliche Trauerfeier anschließend bewegte sich ein stattlicher Trauerzug durch die Straßen der Stadt. Aeben der gesamten Devölkerung Laubachs waren von nah und fern Bekannte, Freunde und Amtskollegen in großer Zahl, darunter auch der Superintendent der Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner (Gießen) erschienen, um den überall beliebten und geachteten Pfarrer auf seinem letzten Wege zu begleiten. Am Grabe widmete nach dem Gesänge des hiesigen Kirchenchores Dekan Widmann (Gedern) über „Gottes Wort von der menschlichen Hinfälligkeit" dem Entschlafenen einen ergreifenden Aachruf. Die Einsegnung erfolgte nach vorausgegangenem Gesang des Schülerchores durch Dekan Volp. Es legten Kränze nieder: Oberreallehrer L A. Gerhard für den Kirchenvorstand, Dr. med. Philippi für das Gräfliche „Johann-Friedrich- Stift" und Krankenhaus, Bürgermeister H ö g y für die Stadt Laubach, Dekan Widmann (Gedern) für das Dekanat Schotten, Dekan Guß» mann (Kirchberg) für den Pfarrverein, Pfarrer Ausfeld (Gießen) für die lutherische Konferenz in Oberhessen, Pfarrer Draudt (Lich) für den Oberhessischen Verein für Leipziger Mission, Pfarrer Koch (Höchst L O.) für die dortige Gemeinde, wo der Verstorbene früher segensreich gewirkt hatte, Wiesenwärter S i l h s namens des Kirchengesangvereins, Anna Diehl für den kiesigen Mädchenverein, Frieda Peter für die Schule und Dekan Volp für die Kleinkinderschule.. Mit dem Ableben unseres langjährigen ersten Stadtpfarrers Aebel hat nicht allein die Kirche, sondern auch unsere Stadt einen schweren Verlust zu beklagen. Ein Mann mit offenem, treudeutschem Charakter ist von uns geschieden, der in Laubach seine zweite Heimat gefunden hatte. In seinem steten Sorgen für das Wohl seiner Gemeinde, deren Achtung und Wertschätzung er genoß, zeigte sich seine Liebe zu Laubachs Einwohnern. Auch als eifriger Forscher der Laubacher Geschichte hat er sich durch das von ihm verfaßte Werk: „Alt-Laubach und seine Bewohner" bei der Aachwelt eine bleibende Erinnerung geschaffen. Ehre seinem An- denken! Tagung der Nauheimer Hoielindustrie. Bad-Nauheim, 27. Febr. Die Hoti na (Hotelindustrie) hielt gestern ihre gut besuchte Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Hotelier Eikermann, betonte in seinem Jahresbericht, daß die Fremdensaison 1929 nicht in allem den auf sie gesetzten Erwartungen entspro- chen habe. Die Ungunst der Wirtschaftslage habe sich in besonderem Umfange gellend gemacht. Die Aus- enchallsdauer der Gäste sei wesentlich kürzer geworden. Eine sehr ernste Zeiterscheinung sei die wei- ter« Abwendung von den Hotelbetrieben zu den Prioatvermielern. Der Verzehr der Gäste sei weiter zurückgegangen und damit auch der Betriebsumsatz Im Anschluß an den Geschäftsbericht schlug Han- delskammersyndikus Dr. Göbel mehrere Satzungs- änberungen vor, die Annahme fanden. Dann wurde die Pre-isfestsetzung für die kommende Saison eingehend besprochen. Im Zusammenhang damit machte der Vorsitzende ausdrücklich dar- aus aufmerksam, daß nach den Richllinien des Reichsverbandes der deutschen Hotels für Ortsge. spräche 20 Pf. und für Ferngespräch« die amtlichen Gebühren zuzüglich 5 o.H. Zuschlag, mindestens r Oberhessischer Kunstverein Oie Jahres-Hauptversammlung. Der Oberhessische Kun st verein hielt am vorigen Montag im Stadthaus« seine ordentliche Mitglieder-Versammlung ab. Dem zu Punkt 1 der Tagesordnung von dem Vorsitzenden erstatteten Jahresbericht sei entnommen, daß im Jahre 1929 wieder 7 Ausstellungen von Werken der Malerei, Graphik und Plastik stattfanden, denen in den ersten Januartagen eine Veranstaltung der Brühlschen Druckerei anläßlich ihrer Hundertjahrfeier vorausging, die deren künstlerische Druckerzeugnisse aur Schau brachte, damit aber auch einen lehrreichen ueberblick über die Entwicklung der Schriftzeichen verband und sich regen Besuchs erfreute. Hiernach stellten aus: Im Januar/Februar verschiedene Künstler: Karl Lenz (Erdhaufen), Oskar Achenbach (Runkel), Küche S p e n g e l (Hamburg), Franz Hecht (München), L. Becker-Emmerling (Darmstadt). Im Februar/Mürz: Otto Jung (Stuttgart), Conrad Felix müll er (Dresden). Im April: die Künstlergruppe Jung-Westphalen (acht westphälische Künstler). Im Mai/Juni: Frankfurter Künstler: A. Weber- Scheid, L. von Schauroth, Joh. Belz, K. Stork. Dom 16. Juni bis 14. Juli fand anläßlich einer Jubiläumsfeier des Gleibergvereins eine Ausstellung von Bildern aus Gleibergs alter und neuer Zeit statt, an welcher sich das städtische Museum, zahlreiche Privatpersonen und Künstler mit Werken verschiedenster Art beteiligten. Nach der dann folgenden Ferienpause kamen im Oktober, November Gemälde. Aquarelle und Zeichnungen Düsseldorfer ftünftler, Professor Jung- Hanns und mehrerer Schüler zur Schau. Der Schluß des Jahres bildete wieder die „W e i h- nachts - Ausstellung: Künstlerhilfe 1 9 2 9", bei der 26 hessische, meist oberhessische Künstler mit mannigfachen Arbeiten vertreten waren und mit welcher wieder eine Verlosung in der Ausstellung an getaufter Kunstgegenftände verbunden wurde. Loseabsatz und Umsatz blieben gegenüber den Ergebnissen der vorausgegangenen Jahr« zurück. Der Umsatz betrug 4340 Mk. (gegen 5829 in 1928 und 4759 in 1927), verkauft wurden nur 2360 Lose (gegenüber 3528 in 1928). Das Publikum zeigte sich in letzterer Hinsicht zurückhaltend, da die Serienblätter, welche im Vorjahr« verlost wurden, teilweise seinen Beifall nicht gefunden hatten. Der Vorstand hatte dies« nicht unbegründeten Bemängelungen an die Zentralstelle nach Darmstadt weitergegeben und bei der diesjährigen Auswahl mitgewirkt: nach seinen Wahrnehmungen haben die nunmehr verlosten Blätter (San Franziskus) von K l i p st e i n, Laubach und 2 Landschaften von Antlitz, Offenbach (Balkan), und Posch, Darmstadt (aus Florenz), allgemeinen Beifall gefunden. Immerhin konnten mit dem Lose-Erlös von 1180 Mark außer dem Preis für die 240 Serienblätter im Betrag von 331 Mark noch 15 Eipzelgewinne im Nettopreise von 736 Mark, bestehend in Oelgemälden. Aquarellen, Zeichnungen und Werken der Graphik zur Verlosung angekauft werden. Der Oberhessische Kunstver- eln erwarb aus der Ausstellung 4 Werke im Wert von 187 Mark für seine eigene Jahresausstellung, außerdem wurden Anrechtscheine seiner Mitglieder im Gesamtbetrag von 650 Mark zu Ankäufen in der Ausstellung verwendet. Auch der Staat und die Provinz hatten die „Künstlerhilfe" wieder durch Ankäufe gefördert, so daß erfreulicherweise fast alle ausstellenden Künstler Absatz finden konnten. Die Unkosten des Vereins, zu denen das Kultusministerium einen Betrag beigesteuert hatte, wurden gedeckt. Bei den übrigen 6 Ausstellungen des Vereins war dies nicht der Fall, nur in der ersten wurden fünf Aquarelle und graph'sche Blätter im Betrag von 205 Mark von feiten des Publikums erworben, alle übrigen blieben ohne solchen Umsatz. Doch erwarb aber 10 Pf. Zuschlag zu berechnen sind. Mit besonderer Befriedigung nahm die Versammlung von den Ausführungen des Stadtrats Hotelier Krauß Kenntnis, wonach die Industrie- und Handelskammer Friedberg sich energisch für die Einrichtung des Fernsprechschnellverkehrs mit Frankfurt a. M. eingesetzt und gegen die Wiedereinführung der Gemeinde getränte st euer und der Wein st euer entschieden Stellung genommen hat. Alsdann referierte Syndikus Dr. Gäbel über die mit der Erhebung der Brandoer siche- rungsbeiträge zusammenhängenden Fragen und erörterte die Rechtslage. Da die Antwort des hessischen Finanzmlnsteriums in der Rußsrage nicht befriedigen kann, wurde ein erneutes Vorgehen in dieser Sache beschlossen. Eine rege Aussprache entspann sich zu der zur Zeit hier sehr aktuellen Frage des neu zu gründenden Verkehrsoereins. Die Hotina steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß neben dem staatlichen Derkehrsbureau der Bad- und Kurverwaltung eine private Derkehrswerbung bestehen müsse, bie, wie seither von der Verkehrsmis- sion, von einem neu zu gründenden Derkehrsverein zu betreiben sei, unter Beteiligung aller Kurinteressenten. Bekanntgegeben wurde ferner eine Eingabe des Reichsverbandes der Deutschen Hotels an den hessischen Landtag betreffend Notlage und steuerliche Belastung der Saisonbetriebe. Landkreis Gießen. EU Lollar, 27. Febr. Zu einer außerordentlichen Hauptversammlung hatte der Vorstand des Turnvereins 1883Lollar seine Mitglieder für gestern abend in das Vereins- lokal „Zur Linde" eingeladen. Der Erwerb eines G e l ä n d e st ü ck e s für die spätere E r - richtung einer Turnhalle und Schaffung eines Turnplatzes, sowie bei Annahme der Lor-' läge des Vorstandes notwendige Satzungsänderungen standen zur Beschlußfassung. Der erste Vor- sitzende, Bürgermeister S ch m i d t, gab einen Bericht, der die Dringlichkeit der Frage erkennen ließ, da das für die Lage einer Turnhalle in Betracht kommende Geländegebiet zur Bebauung erschlossen sei. Es würde sich daher darum handeln, einen geeigneten Platz zu sichern. In Erkenntnis dieses Um- ständes habe sich der Vorstand in mehreren Sitzun- gen eingehend mit der Angelegenheit befaßt und sei zu der einhelligen Ueberzeugung gelangt, Verhand- lungen mit einem Grundstücksbesitzer aufzunehmen, die auch erfolgreich waren. Die vorläufigen Abmachungen bedürfen der Genehmigung der außerordentlichen Hauptversammlung, um die er bat. Der 2. Vorsitzende, Ludwig Wagner, ergänzte die Ausführungen im Hinblick auf die Notwendigkeit eines geregelten Turnbetriebes, da die vielseitige Tätig, keit die Inanspruchnahme eines Raumes für alle Wochentage erforderlich mache, was in einem Wirts- saal nicht möglich sei und zu unliebsamen Störungen führe. Die Versammlung erkannte die Gründe an, sprach dem Vorstand volle Anerkennung und Dank für seine Bemühungen aus und beschloß einstimmig, von dem Grundstück der Karl Gerlach Wwe. an der neuen Einshäuserstraße 1250 Quadratmeter, und zwar in einer Breite von 25 Meter und einer Tiefe von 50 Meter, käuflich zu erwerben, für den etwa gleich großen Rest des Grundstückes vertraglich gemäß den getroffenen vorläufigen Abmachungen das Verkaufsrecht sich einräumen zu lassen. Der Platz ist unweit des für den neuen Festplatz be- stimmten Geländes gelegen. DieSatzungsände- r u n g e n fanden gleichfalls einstimmige Genehmi- gung. Danach wird der Verein bei dem Amtsgericht in Gießen in das Vereinsregister eingetragen. Der Kaufpreis für das Grundstück kann beinahe restlos aus dem Vereinsvermögen bestritten werden. In längerer Aussprache befaßte sich die Versammlung noch mit dem Bau eines Turnraumes auf dem neuen Grundstück und der Aufbringung der Mittel. Diese Fragen wurden zunächst dem Vorstand zur Ausarbeitung und Vorlage zur nächsten Mitgliederversammlung überwiesen. Es kam hierbei der allseitige Wunsch zum Ausdruck, die für die Errichtung und Finanzierung notwendigen Vorarbeiten alsbald in Angriff zu nehmen, um als erstes in absehbarer Zeit einen Turnraum zu schaffen, wobei die technisch? Anlage derart gestaltet werden soll, daß an diesem Raum die eigentliche Turnhalle in späterer Zeit angebaut, der vorhandene Raum ohne wesentliche Umbauarbeiten alsdann als Wirtschafts- und Garderoberaum Verwendung finden kann. In feinen Schlußworten sprach der erste Vorsitzende den Sie- gern bei den kürzlich ausgetragenen Gerätemeisterschaften im Turngau Lahn-Dünsberg Dank aus für ihre Leistungen, die den Verein an die Spitze turne- rischen Könnens im Gau stellten, und gab der Hoff- nung Ausdruck, daß das so verheißungsvoll begonnene Vereinsjahr den Verein seinen gesteckten Zielen näherbringen möge. + Grünberg. 28. Febr. Unter dem Dorsch von Staatsrat Block, Darmstadt, fand heute die mündliche Reifeprüfung an der hiesigen Oberrealschule statt, der sich 29 Schüler unterzogen. Das Reifezeugnis erhielten 27 Schüler, darunter 4 Damen. T Obbornhofen, 24. Febr. Auf Veranlassung der Gemeindeverwaltung fand dieser Tage im Gasthaus .Zum Adler" eine Versammlung der hiesigen Obstbaumbe si her statt, zu der sich eine stattliche Zahl Interessenten - eingefunden hatten. Den Vorsitz führte Bürgermeister Philippi. Obstbauinspektor En kl er vom Landwirtschaftskammerausschuß Gießen hielt einen Vortrag über das Thema: .Planmäßige Schädlingsbekämpfung, die Grundlage zur Ratio- der oberhessische Kunstverein zur Förderung der Künstter für seine ständige Sammlung 2 Werke im Wert von zusammen 750 Mark und für seine Jah- rcsverlosung 7 Aquarelle, Zeichnungen und graphische Arbeiten im Gesamtwert von 360 Mark. £)te Jahresverloiung unter öie Mitglieder fand am 10. Dezember statt. Verlost wurden wieder neun Anrechtscheine im Werte von zusammen 500 Mk. und 17 gerahmte Bilder: zwei Oelgemälde, Aquarelle, Pastelle, graphische Blätter und Zeichnungen. Gesamtwert aller Gewinne 1200 Mk. Alle Gewinner scheiden bei der nächstjährigen, solche mit Gewinnen von 103 Mk. und darüber auch noch bei e ner weiterenDerlosung laut eines früheren Beschlusses der Mi'g iederver- fammlung aus, um möglichst vielen Mitgliedern Gelegenheit zur Erlösung eines Bildes zu geben. Anzahl und Wert der Gewinne sind trotz des auf die Hälfte herabgesetzten Mitgliederbeitrages außerdem recht erheblich vermehrt worden. Während in den Vorkriegsjahren nur fünf Gewinne in Gestalt von Anrechtschrinen im Gesamtbetrag von 500 Mark verlost wurden, ist in den letzten Öahren die Anzahl der Gewinner und der Werte der Gewinne (zuletzt 1200 Mark) bedeutend gestiegen. Die Verhältnisse der ständigen Gemäldesammlung im Reuen Schloß, welche derart unter Raummangel leidet, daß die neu angekauften Bilder gar nicht mehr untergebracht werden können, sondern zunächst abseits lagern, haben die in Aussicht genommene Besserung noch nicht erfahren, da die hierfür vorgesehene Alte Klinik noch anderweit beansprucht ist. Der Verband deutscher Kunstvereine C. V. mit dem Sitz inMünchen, dem der Oberhessisch« Kunstverein beigeireten ist, sucht die derzeit so überaus schwierige Lage der Künstler und Kunstvereine und mit rhnen auch der Kunst als solcher auf mannigfache Art zu heben und zu bessern. 3n allen, auch großen Städten wird über schlechten Besuch der Ausstellungen, geringen Berkaus, Abnahme der Mitg'iederzahl geklagt. Es soll deshalb eine allgemeine Werbetätigkeit seitens der Kunstvereine, die jetzt eine besonders dringliche Aufgabe zu erfüllen haben, eingeleitet werden. Der Gau Südwestdeutschland hat zu diesem Zweck besondere Werbekarten Herstellen lassen, von denen der Oberhessische Kunstverein eine größere Zahl erworben hat. Der Vorstand hofft, daß die Mitglieder des Vereins, deren Zahl in den letzten Iahren trotz aller seiaer Bemühungen stetig gesunken ist und am Ende des abgelaufenen Jahres nur noch 403 betrug, ihn in seinem Bestreben, den so sehr wünschenswerten Zuwachs herbeizuführen und auf diesem Wege, statt durch Beitragserhöhung, eine Vermehrung der ihm zur Erfüllung der Vereinszwecke zu Gebote stehenden Mittel zu erreichen, durch Werbung neuer Mitglieder tatkräftig unterstützen werden. Zu Punkt 2 der Tagesordnung erstattete der Schatzmeister, Bankdirektor Grießbauer. Bericht über die von ihm geführte Iahresrechnung 1929. Die Revisoren, Professor Dr. Belke und Ge- helmerat Olt, haben sie geprüft und richtig befunden. Dem Schatzmeister wurde unter Danksagung für seine Mühewaltung Entlastung erteilt. Zu Punkt 3 der Tagesordnung wurde der Mikgliederbeilrag für 1930 mit Rücksicht auf die obigen Darlegungen wieder auf 5 Mark (d. i. die Hälfte des- in der Satzung bestimmten) festgesetzt. Am Schlüsse Der Versammlung sprach Herr Provinzialdirekior Graes mit herzigen Worten den Dank der Erschienenen füir die Geschäftsleitung aus. nalifierung des deutschen Obstbaues". Der Vor» tragende behandelte das Thema in erschöpfender Weise und veranschaulichte seine Ausführungen durch übet 100 Lichtbilder. 3n der anschließenden Ansprache wurde noch manche Frage geklärt. Dem Vernehmen nach ist hier die Gründung eines Obst- und Gartenbauvereins geplant. * Bellersheim, 27. Febr. Am 25. d. W. konnte Dahnhofsmeister Friedrich Diehl te8 Bahnhofs Bellersheim in voller körperlicher Rüstigkeit und Geistessrische auf eine 40jährige Diensttätigkeit bei der Deutschen Reichsbcchn zurückblicken. Seitens des Reichspräsidenten, dcS Generaldirektors der deutschen Reichsbahn und des Reichsbahn-Detrietsamtes II Gießen wurden dem Zubilare Ehrungen erwiesen. Kreis Friedberg. = Friedberg, 28. Febr. 3n unserer Stadt der Schulen haben an der Augustinerschule sämtliche 22 Oberprimaner der Ober» realschule und 8 von 13 Oberprimanern dcS Gymnasiums die Prüfung bestanden. 0 Sambach, 27. Febr. Gestern abend fand in ter Kirche die Vorführung Filmes »Wunder der Schöpfung" statt. Die einführenden und Schlußworte sprach der Ortsgeist- liche, Pfarrer Graf. Der Posaunenchor wirkt« zur Ausgestaltung des Abends mit. Der Reinertrag der Vorführung ist für das neuzuerrichtende Krüppelheim in Rieder-Ramstadt bestimmt. — Auf Veranlassung des Roten Kreuzes wird in unserer Gemeinde durch unseren Arzt, Herrn Dr.Decker, ein Samariterkurs abqehal- ten, der sehr stark besucht ist. Etwa 100 Damen und Herren nehmen am Kursus teil. An zwei Abenden in der Woche finden die llebungS- stunden statt. Kreis Schotten. -j- Schotten, 26. Febr. Als letzten Lehrfilm in dem ablausenden Schul'ahr bringt di« Kulturfilm st eile deshiesigen Kreisamts „Simba, der König der Tiereim Kreis« zur Vorführung. Der Film spielt in der Einöd« Ostafrikas und bietet den Schülern Gelegenheit, Mensch und Tierwelt in ihrem gegenseitigen Verhältnis kennenzulernen. Der gute Besuch der seitherigen Vorführungen innerhalb des Kreises gab der Kulturfilmstelle die Möglichkeit, sämtliche Beschaffungskosten zu decken und einen kleinen Lleberschuß zu erzielen. Lehrer Reinheimer, Schotten, bringt schon seit Jahren di« Lehrfilme mit guter Sachkenntnis zur Vorführung. Y Gedern, 27. Febr. Am Dienstagabend hielt der Gemeinderat seine zweite Sitzung in diesem Llahre ab. Man beschäftigte sich u. a. mit folgenden Angelegenheiten: Vertrag bete. Postneubau: Nachdem Bürger reiftet Müller den Vertrag eingehend erläutert hatte, wurde beschlossen, sämtliche Verträge, die den Poftneubau betreffen, dem Krei^amte zur Prü- fung zu unterbreiten. Alsdann sollen diese dem Gemeinderat erneut vorgelegt werden. Das Gesuch der „Reuen Volksbühne", zur Zeit in Schotten, bett. Ermäßigung der Vergnügungssteuer von 15 v. A auf 5 v. H. wurde abgelehnt, da in unserer Stadt genügend Vergnügungen stattfinden. Die Vergnügungssteuer bei Maskenbällen wurde, wie im Vorjahre, auf 15 v. H. der Ein- Ecwinnauszvg 5. Klasse 34. Preußisch-Süddeutsche (260. Preuß.) Kiassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verholen Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden ______________Abteilungen I und II 18. Ziehungstag 28. Februar 1930 3n der heutigen Bvrmkttagszkebung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 öfBRnnf »o 5000 M. 230451 380177 12 <*ttninn» -n 3000 M. 24479 110787 193307 276177 278073 380153 14 Gen inne -a 2000 on. 9548 119367 158009 217613 313660 318199 319752 34 (tftrinnt >u 1000 9’1. 39279 49609 96214 126009 155075 156275 169874 173596 201677 203810 211678 228419 234031 258028 295711 307721 343898 92 (Setolnne tu 600 «M. 6490 14463 24630 27285 33621 34362 44940 47734 48823 6'852 64616 70195 78061 112110 122471 126264 147722 147824 15'755 155971 161785 164801 170597 180737 188797 199342 233428 252960 266059 281269 282697 290068 290290 303450 315329 318705 326860 367929 330400 330631 331413 348878 376931 385027 388442 354941 242 «ttDinnt tu 300 Olt 6297 13163 16018 18357 28092 28317 28389 31830 32740 35788 48701 50633 60769 51001 54144 42365 47798 58188 65030 67935 69484 71234 73989 74001 85790 90661 93776 94446 95051 95127 97204 98604 105766 106997 112199 116181 118211 125807 128695 133848 134132 134512 134758 136051 147062 147513 149807 154471 156930 161741 165529 168123 168357 171760 174001 178933 179331 184419 184720 186530 193847 194964 195452 198532 199044 207859 210259 212066 218866 220493 221706 222071 224719 227063 230696 232961 237763 241974 242412 243151 247050 248616 249121 250914 251124 259587 263415 264591 271160 274824 276228 290727 297938 298899 299202 310373 311018 313506 317942 318980 328001 328587 329330 329943 341758 346891 349194 350295 350307 350994 353106 380154 354255 360997 367045 367812 383255 388313 393206 396943 378755 Sn der heutigen Nochmittagsziebunq wurden Gewinne über 15U M. gezogen 2 9n>inat *u 10000 M 133122 2 Otpinn» iu 5000 77L 196005 10 »ewinne tu 3000 m. 17483 80135 130784 270318 312817 10 Gewinnt zu 2000 W. 2917 134999 185463 217213 3M784 46 »ttolnne tu 1000 M 35987 39749 54415 81455 107121 139207 139617 157307 160774 182103 196728 197776 206085 209301 215970 227693 240741 244623 296112 334554 352390 363825 375748 4002 54802 57096 62715 62791 86502 90497 90683 103543 138462 175358 205526 238801 265474 296242 339479 360526 381436 148695 20'466 257873 319025 381825 16703 48954 80995 96698 125925 165771 191774 225526 253748 288118 318314 356463 373334 82221 102920 132216 171467 197702 236276 263145 295199 334765 358001 379591 137200 171574 234017 307680 361049 396042 12109 46290 66984 91923 100769 139441 198229 252329 309095 381042 153966 205074 278891 321194 388671 138622 173753 242826 308196 365441 136774 I70886 215827 284150 327853 389906 105480 154103 182369 214448 240605 274390 301370 340374 360701 384863 107144 158866 185089 218414 251358 286668 306963 347133 363761 390229 13167 48386 79'76 95649 113460 158888 19'082 222824 253342 287132 310994 35'342 370237 393761 92 •♦»inne tu 500 W 5904 8882 47466 48615 52556 64373 75190 8'398 84031 87784 90110 ------ 130276 130779 ------ ------ ------ ---------- 7779 18774 24434 32430 33713 I 74 •etr-mn» >u 300 M 394534 398408 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu W «mu 2 Gewinne *n je NOCNei 2 zu je 75OU^ 2 zu ft ßO'KJÜ, S zu ft 85' Erdal Für alle Schuhe! Frankfurter Strafte 52 56 vJlvlDVll Telephon: 2487 und 3013 T> _i 1 Nieder-Wefseler Str» DUtZ 03Ctl Telephon Nr. 146 Braunfelser Strafte 69 W C LZrflCll Telephon Nummer 2606 f Plockstraße 16 Größtes Stoffspezialhaus am Platze 4 PS CABRIOLET ... Ein geschlossener und offener Wagen in einem Modell, schön und praktisch . . . PREIS: RM 2500.» und noch billiges lief) zerstreuten Sage mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen Haben. Die oorgcfuhrten Lichtbäder Der» anschaulichten den fesselnden Vortrag in recht vorteilhafter Weise. Den Dank der zahlreich erschienenen Zuhörer für den Vortrag sprach Pfarrer Hechler namens des Gustao-Adolf-Vereins dem Redner aus. Vezirlsschöffengericht Gießen. • Gießen. 23. Febr. Unter AuS'ch uh der Oeffentl.chkeit wurde gegen einen jungen .mann cc.s Schlitz verhandelt, der sich an einem dreizehnjährigen Mädchen vergangen hat. Er erhielt wegen Sittlichkeitsverbrcchens eine G e - fängnisstrafe von neun Monaten. Ein Bürgermeister und Standesbeamter war zu einer an Stelle einer Gefängnisstrafe von einem Monat tretenden Geldstrafe von hundert Mark verurteilt. Er hatte, um seine Säumigkeit zu verdecken, einen mehrere Monate -,u spät vorgenommenen Eintrcm einer Geburt in das Standesamtsregister falsch datiert. stammen und daß es erstaunlich sei, wie unverfälscht noch der rheinische D.alekt dort im fernen Osten gesprochen werde. Die Leistungen der Deutschen auf kulturellem Gebiete zur Erhaltung ihres Deutschtums und ihres Glaubens verdienen die größte Hochachtung. Obwohl besonders in der Bukowina dos Gebiet der deutschen Siedlungen zum großen Teil zum Kriegsschauplatz gehörte und starke Der« Wüstungen erlitten hat, haben die deutschen Kolonisten durch zähe Arbeit unter Einsetzung aller Kräfte ihre Dörfer wieder aufgebaut und sogar neue Schulen und Kirchen errichtet. Die Opferwilligkeit, das zähe Festhalten an ihrem deutschen Volkstum verdienen die Anerkennung und Unterstützung der ganzen deutschen Welt. Erfreulich sei es, daß nach dem Kriege der Verein für das Deutschtum im Ausland sich auch dieser in ganz abgeleg nen, zum Teil im Gebirge wohnenden deutschen Stammesbruder angenommen haben. Am Schlüsse des Vortraaes gab der Redner einen kurzen, recht interessanten Einblick in die Verhältnisse der evangelischen Gemeinden in Deutsch-Oesterreich, die bei ihrer räum- 28.^bTU« 1930 rbang winde» Dem« gezogen RKTJLi * 548 119367 ZkS'Z Mg 293711 30/"' ,,.ci 24630 27285 4801 ’S 281269 29 0 266039 1 Q5 K 354941 ffig 'S 52740 35788 $ SS SS M ' 95127 16181 136091 '07859 2'S 227063 IS ffil 259667 i iS s bi s# 58 SM ezogea Beschäftigung. Es kommen wiederum vier Reu» bauten zur Ausführung, die mit beginnender Baufaifon angefangen werden sollen. Der neue Ortsbauplan, der vom Kreisbauamt Schotten ausgearbeitet wird und den an den Bahnhof angrenzenden Ortsteil umfaßt, durfte bald wirksam werden. Er sieht eine neue Zugangsstraße vor und regelt künftiges Bauen noch einheitlichen Grundsätzen, was im Interesse des Dorfbildes nur zu begrüßen ist. ± Sellnrod, 26. Febr. Dieser Tage wurde in unserer Kirche ein neues Orgelgeblöse ausgestellt. Das alte Gebläse war völlig unbrauchbar geworden. Gleichzeitig wurden auch die noch sohlenden Prospektpfeifen eingebaut. Kreis Alsfeld. ** Alsfeld, 26. Febr. Dieser Tage veranstaltete die Ortsgruppe Alsfeld des Gustav- Adolf-Vereins einen Gemeindeabend in der Turnhalle, in welchem Pfarrer Harth aus St. Andrä-Wördern bei Wien einen außerordentlich fesselnden Dortraa mit Lichtbildern hielt über das Thema „Evangelische Hessen als Kolonisten im Südosten Europas". Der Redner gab interessante Einblicke in bas Leben der deutschen Kolonien in der Bukowina und in Galizien und wies nach, daß die dortigen Siedlungen zum großen Teil aus rhein- hessischen Einwanderern vor mehr als 150 Jahren eien. ß n touN crg. ??anet 4 0 hSäUnanecn Mb? iS 100 S. ^ben die Lebungz» iten. flehten Lehr, S’afc bringt bit v^gen Kreis, ■fhiob8-6 ’J"1 Är6i?e IM in der Einöde .Litern Deiegenheit, ™ S-genkitigeu - . ^er gute Mch v-^bdeSKrei, dieMöMeit. |amt< ocaen und einen Lei, ■ Lehrer Äeinhei. )on seit Jahren bit Htenntnis jU[ $Dr, 2m Sitnilagabcnd leint zweite öitjung ^schäsUgte sich u. a. fen: Dertruz fette. ürgerMerMüi- b erläutert hatte, Verträge, die den tretiamte zur Prunn sollen diese dein gt werden. SasKr- sb üh ne", zur Zelt mahigung bet von 15 v. & au, ba in unserer Stabt attsinden. Sie 2er- Maskenbällen mf 13 v.tz bet Ein- •* w n Lll-keofchr 9lai)t)tui ttiWtfl tt sind zwei glrild jnb zwar se tintr nmtt in den btibtn und II 134999 Ws 34554 SV >37200 *73753 jA BS- chss rHZS !Z flg SSS A G ti K! cknabenknstttut Luc us ^orstbauS b. Echzell. ^tfebbera i.Hess., LandLLli 'ilmv Lad-Raubeim». (85eni.lHo9 Intern, m. 40 Schllt. Scxta Eberletunda, Cbcrreali ule und .lieolavmnasium. Gründl.Unielricht t.kt Klassen. Individuell Eruohuna. In dir «st. ich. m «evann.iLuin < e» leitet Schöne Vage o.Wald. Gesunde Lebenc metke Bette Einvsehl. Eintritt jederzeit IUutirterrerB,osvekt foftenl durch Dr. Lucii S. tabmen znzvaNch 5 Tiart fte bett Tanz, fest- gesetzt. Die Gemeinde tritt als solche in die Ianitä tSkolonne vom Roten 5le für das zehnte Konzert ausgegebenen Abonnement sh ar en haben Gültigkeit. Liebigshöhe Am Rosenmontag,den3.März,inden festlich dekorierten Sälen das große Kinder-Kostümfest! unter Mitwirkung der Zirkus-Familie Jörg mit den kleinen Ponys Um 4 Uhr großer Festzug Hierzu wird gebet., Kinderfahrzeuge jeglicher Art mitzubrm-en. — Saal- Oeff ’ung 21/, Uhr Eintritt: Erwachsene 1 Mk„ Kinder in Begleitung Erwachsener frei 01332 Else Schudt Ernst Brückmann Verlobte Londorf Äirklar den 2. März 1930 I77amtl.-Anae- leaen eilen, Gesuche, Vertiäae. Beobach- Hingen. Ueberwachg und Ermlitlunaen vreiSw.. streng btotr. u an all. Orten ert. it. erledigt Detektiv- Bnrean-u.Är skunttel Inh.K.Gerz,Bai-Nauheim, Knretr. 17. 19 uiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiimu SeUeiivliiAig findet im Lause des Monats März statt. Anmeldungen hierzu werden erdeten dis zum 10. März bei der Geschäftsstelle Tleustadt 79, dort wird auch alle etwa weiter gewünschte Auskunft erteilt. Gießen, den 1. März 1930. Oer Vorsitzende des LehrlingsprüfungSauSschuffeS: Louis Vogt. Caf6-Restaurant Miitelsmühle bei Trohe Sonntag, den 2. März, Sluftreten des berühmten 1791D Balzer-Baddes als hessischer Bauer. Filmvorführungen für Vereine, Verbünde, Organisationen »fm. werden preiswert übernommen. Anfragen unter 'Jtr. 1598 an Ann.-Exp. Germer L Wagner,Neuenweg 50. nntV veranstaltet vom Katüolisch. Frauenbund Eintritt 20 Pfennig. 01430 Am Fastnacbtsdienstag,nacbmittags3Uhr im Katholischen Vereinshaus Zum Löwen Sonntag, den 2. März, ab nachm 5 Uhr, sowie Rosenmontag und Fastnacht-Dienstag ab abends 8 Uhr erstklassiges 18hd Stimmungskonzert Wiese«? Morgen, Sonntag Tanzmusik Fastnacht-TienStag 101419 Grober Nummel. Verstärkte Kavcllen. SMH. Dovseld. mit Reichel-Essenzen ramm Eingetragene Schutzmarke Zu haben in allen offiziellen Verkaufsstellen von „HAllOH 1930", Wilaow-Potpouni Als Tanzplatte (Paul Godwin) Nr. 22929 Plattenpreis RM. 3.50 Als Vortragsplatte (Paul Godwin — L. Monosson) Nr. *27166 Plattenpreis RM. 6,— „Es gab nur eine, die Idi gellem* Tango . . . J uan- Llossas- Kapelle Nr. 22873 Plattenpreis RM. 3.50 „Idi hab eins kleine braune Mandoline** Marschlied. Paul-Godwin-Orchest. Nr. 22946 Plattenpreis RM. 3.50 jdilaf ein mein kleines SonnmiuT Tango .... Godwin-Monossoa Nr. 22945 Plattenpreis RM. 3.50 Ouvertüre „Der Kolli von Bagdad* Großes Symphonie-Orchester Nr. *27164 Plattenpreis RM. 6.— „Frümingsraindien* / „HaUlnaia* op 32 von Sinding von Leoncxvallo Livschakoff - Künstler • Orchester Nr. 22915 Plattenprei» RM. 3.50 KURZ-OPERN Keine Potpourri», keine Fantirien, sondere die ganzen Werke, sinngemäß auf 4 doppelseitige 30-cm-Platten gekürzt „Der Freischütz“ / „Lohengrin“ „Der Troubadour1* / „Der Barbier von Sevilla“ / „Die lustigen Weiber von Windsor1* / „Zar und Zimmermann“ / „Hänsel und Gretel“. „Die Fledermaus“ als Kurzoperette (auf 5 doppele eit. Platten) „Wilhelm Teil“ ab Kurz-Drama (auf 8 doppelst«. Platten) 9 Zu hören bei: EmftChallier Musik-Spezialgeschäft Giefeen, Neuenweg 9 Sämtbdie Erzeugende der Grammophon A.«G. erhältlich beit 17790 D. Kaminka, Marktplatz 11 Lupus, F16Chtcn,BcinlcidßD, Krämpfädcrn Cafe Astoria Samstag A X* Sonntag Tage Kostüm- nachmittags M(. Ball Tanz-Tee abends nachmittags Ball Kinder- 3 Kostümfest ab 4 Uhr A abends großer Bö Bu Ba Karnevals- -r-- Ä _ Rummel Tage Einlaß-Verzehrkarten für Fastnacht-Dienstag am Büfetterhältlic <1145 1 1 Behandlung nach unserer langjährig erprobten Spezialheilmethode. Ohne Operation Keine Bestrahlung! Giftfreie Kuren! Reform-Ambulatorium (neben Seltersweg 87 L 1)1340 Sprechzeit: Täglich von 9-12 und 14-16 ühr außer Sonntag* Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Nr. 51 Drittes Blatt Koloniales Paneuropa. Ion Or. Paul Rohrbach. Der Reichstagsabgeordnete Cohen-Reuh. Mitglied der Sozialdemokratischen Partei, hat dieser Tage in einem sehr beachteten Berliner Rundfunkvortrag über das deutsche Kolonial- Problem gesagt, das koloniale Interesse in Deutschland sei nach einer etwas teilnahmsloseren Periode wieder im Steigen. Das ist in der Tat so, und es ist wichtig, daß ein sozialdemolra. Uscher Kolonialfreund es bestätigt. Allerdings wird man innerhalb der Sozialdemokratie vorerst Wohl nur von einer kolonial gesinnten Minderheit sprechen können. Es ist noch nicht lange her, da erzählte der Administrator der Unions- regierung in Südwestafrika. Herr Werth, den Vertretern der deutschen Bevölkerung in Windhuk, er habe auf einer Curoparelle auch den deutschen Reichskanzler Hermann Müller gesprochen und dieser habe ihm gesagt, Deutschland brauche keine Kolonien. Der Administrator fügte dem noch hinzu, er freue sich, bestätigen zu können, daß der deutsche Reichskanzler „ein sehr kluger Mann" sei! Herr Werth ist selbst deutscher Herkunft. Sein väterlicher Bauernhof steht noch im Lande Hermanns des Eheruskers. Es ist nicht das einzige Beispiel, daß Menschen aus deutschem Blut, die sich einem sremden Volkstum ergeben haben, diese Adoptivzugehörigkeit durch eine negative Einstellung zum Deutschtum bekräftigen. Die Werth'che Verwaltung in Südwestafrika hat sich zum Ziele gesetzt, das Deutschtum zu schwächen und das Burentum herrschend zu machen. Man braucht nur Hans Grimm zu lesen, um dafür erdrückende Zeugnisse zu bekommen. Darum war es dem Administrator auch so erwünscht, vor den Windhuker Deutschen mit dem Kalbe des deutschen Reichskanzlers zu pflügen und unfern alten Südwestafrilanern damit anzudeuten: Laßt eure Gedanken an Deutschland fahren, dort seid ihr „abgeschriebe n!" Der Cohen-Reuhsche Vortrag ging aus einer ganz anderen Tonart. Er wandte sich zunächst allerdings gegen eine Politik der kolonialen Wiederherstellung aus Prestigegründen und gegen das System kolonialer Ausbeutung, indirekt konnte man aus dem Vortrag entnehmen, daß der deutschen Kolonialpo'.itik der Vorwurf der Ausbeutung nicht gemacht werden sollte, denn chre Ergebnisse wurden im ganzen gelobt. Wie hätten auch sonst die Schwarzen in Ostafrika uns diele beispiellose Treue gehalten? Wie hätten sonst die Häuptlinge aus dem Innern von Kamerun noch Jahre lang in Deutschland angefragt: Wann kommt ihr wieder? — Wie hätten sonst die HcreroZ in S ü d w e st a f r i k a ihren alten Oberhäuptling Samuel Maharero unter der deutschen Flagge begraben — stall unter der englischen? — Wie würden sonst noch heute die Togo- Reger, die unter der deutschen Herrschaft deutsch gelernt haben, Briefe an ihre alten Lehrer in Deutschland schreiben: Wir denken an euch und haben Sehnsucht, daß üjc zurückkommt! Die Gedanken von Eohen-Reuß sind wirtschaftlich eingestellt und gliedern sich dreifach. Das erste Glied konnte man mit dem Stichwort „Kolonial-Paneuropa" charakterisieren. d. h. die "Naturschätze und die eingeborenen Arbeitskräfte Afrikas als des eigentlichen kolonialen Erdteils werden als ein Betätigungsund Ruhungsgebiet für die gesamteuropäische Wirtschaft in Anspruch genommen. Eohen-Reuß gesteht zu, daß Afrika der europäischen Leitung bedarf, um friedlich und produktiv zu arbeiten und sich kulturell zu entwickeln. Er protestiert jedoch absolut dagegen, daß Deutschland von dieser Aufgabe ausgeschlossen sein soll. Er formuliert das deutsche „Recht" als ein Recht auf koloniale Mandate, und er meint, daß es sich der Idee nach um ein g e - Herbst in Apulien. Von Albert H. tausch. XII. Tarent. Rach dem Mlltagessen Aufbruch von Lecce nach Tarent. Milde Regenluft. Langsames Fahren. Wir werden gegen vierankommen. Quer durch den Tavoliere. Salice... Man- duria, das uralte mll seinen berühmten messa- pischen Mauern. Wendung nach Rorden, gegen Oria, das hochgelegene, das im weiten Umkreis die Hügel- des Tavoliere beherrscht. Es soll die Hauptstadt des messapischen Volkes gewesen sein. Richts erscheint glaubhafter. Seine Lage be- Mtimmtc cs dazu. Herrschersih zu werden. Es ist dem dorischen Tarent (Taras), dessen Gründung in das Iahr 708 v. Ehr. angcseht wird, niemals gelungen, sich seiner zu bemächtigen. Die Zähigkeit der eingeborenen japhgischen Rasse — die Wessapcr gehörten ihr an — hielt jedem Cr- oberungsaelüste der spartanischen Siedler stand. Zwei völlig verschiedene Kulturen waren hier nebcneinandergelagert. ohne sich zu durchdringen. Das gewaltige Kastell, dessen Mauern nun auf der Anhöhe ragen, wurde von Friedrich II. gebaut. In dem Augenblick, als wir es ümfahren, bricht die Sonne aus dem zerklüfteten Gewölk und schüttet laues, goldnes Wasser über die graue Stadt, welche aufleuchtet und lange noch aus der Ferne nachfunkelt, nachdem w.r schon gegen Francavilla hinsteuern. Oelbaumwälder, Gemüsepflanzungen, zarte, vom Gold der Reige onge- glühte Winterfrucht. Grottaglie. ein Gewirr von weihgrauen, dichtineinandergedrängten Häusern, grüßt uns mit offner Flanke, winkt zum Verweilen. Wir widerstehen nur schwer der Lockung — und lenken gegen das Mare Piccolo hinüber (das „Kleine Meer"), an dessen Rande wir Tarent entgegenfahren. Die Stadt zeichnet sich zunächst nur ungenau auf den ungewissen Himmeln ab, deren Licht in jeder Minute wechselt. Plötzlich liegt sie ganz deutlich vor uns. von Purpur überflogen, der aus erglühenden Wolten- wällen bricht: zur Rechten die alte (mittelalter, liche) Stadt, eng an das mare piccolo an geschmiegt und gegen die Kathedrale ansteigend, zur Linken die-neue Stadt, die sich auf dem Gelände der eigentlichen griechischen Siedlung erbebt Fenster flammen auf im Abendgold — deutlich ist am Corso Due Mari der Gasthof au erkennen, in dem wir wohnen werden. Bei der Einfahrt in die Altstadt wird auch das viele samteuropäisches Mandat handle, von dem jedes europäifche Kulturvolk billiger Weise seinen Antell zu verlangen habe. Diese paneuropäische Konstruktion des kolonialen Gedankens ist ohne Zweifel fruchtbar. Ieder heute in Afrika „glücklich Besitzende" wird sie ablehnen, aber das besagt nichts in bezug auf ihren inneren Gegenwarts- und praktischen Zukunfts- Wert Als zweiten Hauptsatz vertritt Eohen-Reuß die prinzipiell wirtschaftliche Orientierung in Kolonial fragen. Afrika, sagt er. ist ein gewaltiges Rohstoffgebiet, und für jede europäische Volkswirtschaft ist der Dortell, eigene Rohstoffquellen zu besitzen, so evident, daß es nicht lohnt, darüber noch viel Worte zu verlieren. Wer Rohstoffe hat, ist bedingungslos im Vorsprung vor dem, der sie nicht hat Hier berühren sich die Gedanken von Eohen-Reuß mit denen des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht. Dieser regle seinerzeit an, es mögen fürs erste deutsche Gesell- schäften mit gewissen Dewirtschaftungs- und Verwaltungsbefugnissen in afrikanischen Gebieten unter nichtdcutscher Flagge errichtet werden, um dem deutschen Rohstoffhunger zu helfen. Wenn man w'.ll. ist auch dies ein zur paneuropäischen Kolonialwirtschaft überleitender Gedanke. Endlich die dritte These: Es ist lächerlich, Weiß an den Wänden erkennbar: jenes Gemisch von Creme und Schnee, das lange dem Fremden entgegenleuchtet, wenn er sich vom jonischen Meere her an einem wolkenlosen Frühlingstag den traumhaften Ufern nähert, deren Rame so- viele Süße und soviele Trauer birgt: Taras-Ta- ranto ... Silberne Kamelienblume, schwimmend in blauer Meerschale. Taras: große Geliebte seit den Tagen der Knabenzeit, wo ich dich nur erträumen konnte, wo ich über die Abbildungen deiner wundervollen Goldmünzen gebeugt saß und mir das Leben deiner Lust und deines Reichtums heraufzuzaubern suchte aus dem Dämmer meiner kindlichen Vorstellungen: Taras, große Geliebte von damals, größere von heute: ich kann nichts mehr aussagen von dir, ich lann nur mit dir sprechen, ich kann dich besingen in den schönsten Worten, die ich weiß, ich kann Strafen für dich erfinden, in denen meine Liebe dir das Opfer ihres etoipen Verlangens bringt Sell ich dich sah — an jenem rosen überhängten Frühlingstag, der nicht sterben wollte über dem Türkisgeglihcr der jonischen Bucht, der den Sternen Stillstand gebot, als sie aus meergrünen Horizonten das hüllende Rachtblau heraufführen wollten über dem glühenden Aushauch der weihen Wände — sell ich dich damals sah. bin ich dir verfallen und werde es bleiben bis in die Stunde, die meinem Auge das Licht auslöscht Du bist nicht nur schön wie keine deiner Schwestern — nur Syrakus mag dir verglichen werden — du bist gütig und spendest aus vollen Händen. Du bist immer königlich: du läßt dich nicht umwerben und versprichst Erfüllung in fernen Tagen, die deine Laune wähtt: du gibst, wie man dir gibt und weißt — auch heute noch — daß die Verschwendung die höchste Stufe gottbegnadeten Daseins ist. Du bleibst dem Gaffer, der mit unbeseeltem Auge sieht, so fremd und feindlich wie dem Schwäher, dem die Worte ohne Abgrund sind: du lebst nur dem. dem Witterung Leben ist: nur dem. der die Lider schließt, wenn goldner Anhauch göttlicher Gezeiten die noch vom Wunder feuchte Iris traf.“ Dich sehn, Geliebte, heißt dich fühlen ... heißt: sich niedertasten durch den Laus der Iahrtausende bis in das Iahr. wo du in deiner reinsten Blüte sichtbar warst. Alles schwand von dem. was damals deine Gestalt war: und nichts von allem ist verloren, was sich als Duft um jenes frühe Bildnis wob. Es blieb in deinem Gemäuer, in deiner Gicbelflucht, in deinem Riederstieg ans Meer, in deinem Hügelkranz. in den Fanalen deines Hafens, in deinen Garten, deinen Dor- | (labten, im Weihrauch des Kamillenduftes an • den Rainen beiner Feldwege, im schläfrigen Lied. gegen deutsche Kolonien damit zu argumentieren, daß dcr Handel Deutschlands mit seinen Schutzgebieten 1913 nur 1 ober 1.5 Prozent bes beutschen Gesamthanbels ausgemacht habe — benn alle unsre Kolonien waren wirtschaftlich in ra'chem Aufstieg, unb ohne ben Krieg würden sie heute schon ein Vielfaches der Beträge von 1913 produzieren und konsumieren. Selbst wenn man nur das ansieht, was sie jetzt, nach dem Ausfall der Kriegsjahre und der schwierigen Umstellung unter die fremde Herrschaft, leisten, so sind es Rohstofsmengen verschiedener Art, die erheblich ins Gewicht fielen, wenn wir sie noch in eigener kolonialer Regie erzeugten. Auch der koloniale Siedlungsgedanke wird von Eohen-Reuß in direktem Zusammenhang mit unfrerer Wirtschaftslage gewürdigt. Es ist heute im Ausland Mode, Deutschland gute Worte zu geben, damit es auf reale Ansprüche verzichtet. Kürzlich stand im Londoner „ObrerDer“ zu lesen, die Deutschen seien ein Volk, das heute wieder „verdientermaßen bewundert unb geliebt werde!" Eine sehr interessante Botschaft! Wir würben es vorziehen, weniger gelobt, b a f ü r aber rechtlicher behandelt zu werden, auch in der Kolonialfrage! das einer singt, im mächtigen Derlorensein deiner letzten Häuser an die staubigen, verfahrenen Feldwege. Es blieb im Gehn und Stehn der Menschen, die dich heute bewohnen, es blieb in ihrem Antlitz und in ihrer Sprache ... Vielleicht wissen sie es selbst nicht, wie sehr sie deinem Zauber unterworfen sind: du formst sie fünften Geistes, ohne jeden Zwang ... Sie folgen dem Befehl, der aus Iahrtausenden kommt: und werden ihren Brüdern gleich, die noch als Schatten um die alten Stätten kreisen. Ie mehr man dich in deine neue Form erhebt, um so berauschender steigst du in deiner alten auf: es wird fein Fundament zu einem neuen Haus gegraben, ohne daß dein Boden seine kostbarsten Schätze freigibt ... Es sind nicht Hände genug da. sie zu sammeln, nicht Geister genug, sie zu sichten unb beinen Glanz an ihnen abzuiesen ... Du liebtest bie Lust: bu, Tochter Spartas, liebtest sie zwiefach, weil im Blute beiner spätesten Geschlechter noch eine Ahnung von bem Schrecken lebte, ber beine ©rünber aus ber ver» gctoaltigenben Heimat forttrieb. Du liebtest Glanz, Reichtum, Schönheit. Schufst sie, erhieltest sie, gabst sie weiter an bie Welt. Deine Vasen, bein Goldschmuck, deine Purpurdecken trugen deinen Ramen an ferne Küsten, brachten Gold zurück. Du liebtest Gold, (Deine Münzen sagten es schon dem Knaben, der auch bas Golb liebte.) ...Du lebtest unb liehest leben. Deine Iugenb hielt nicht allzuviel vom Kriegsbienst ... Sie war niemals ber strengen Roma freunblich gesinnt. Sie witterte bort ein ihrem Geiste feindliches. Sie neigte zu Karthago, ber Weltstabt semitnch- hellenischer Artung. Sie folgte Hannibcll (ber sie mißachtete) — sie unterlag am Ende Rom. bas grausames Gericht hielt ... ilnb dennoch nicht ben Geist ber Lust ertöten konnte ... Deine Sprache blieb griechisch, beine Seele blieb es lange noch — ehe bie große Heberflutung mit Frem- beftem kam. In ben Gassen beiner Altstabt soll toanbeln, wer wissen will, was bie Iahrhun- berte bes Mittelalters bir gaben: wer spüren will, wie du dies neue dem Urgefidjte anglichst ... Zu deinen Krügen. Vasen. Statuen soll gehen, wer dir in unv:rschleiertes Antlitz schauen will ... Unb bann ans Meer hinaus, bis hinüber nach Chiatvna, nach Metapont, an flachen Dlumen- ufern hin, in beren Mittagsbuft bie jonische Bläue spielt ... Taras. Geliebte, Taranto: es gibt kein Kommen mehr zu dir. und keinen Abschied. Denn bu bist in mir, ein Teil von mir, unentrinnbar gegenwärtig. Ferne im norbischen Lanb schließt sich mein Auge: und über dem Saum deines lä- Samstag, 1. März 1930 heute noch häufig bei wilden Völkern findet. Daß eine derartige kulturelle Rückbildung, c i n Hinabgleiten auf da s Rioeau des urweltlichen Kollektivismus gerade in Rußland möglich war, erklärt sich daraus, daß dort bie Schule unseres westeuropäischen Individualismus, die wir seit dem zwölften Iahr- hundert durchgemacht hatten, fehlte und Fremdherrschaft wie Leibeigenschaft die Heranbildung von Persönlichkeitswertcn erschwerten. Es wäre jedoch ein verhängnisvoller Irrtum zu glauben, daß die Masse in Sowjetruhland sich selbst überlassen fei, oh nein: das graue Tier hat seinen Reiter, und wenn es nicht das babylonische Weib wie in der Offenbarung, sondern zur Zeit nur der georgische Boxer Stalin ist — an der Straffheit ber Zügelführung ist nicht zu zweifeln. Ucbcrhaupt darf man nicht vergessen, daß das graue Tier zwar in ben bäuerlichen Legenden vorhergeahnt, aber doch bis zu einem gewiisen Grade eine künstliche Schöpfung des Bolschewismus ist, der die Entfesselung der Masse b r a u ch t, um sie alsdann desto sicherer und einheitlicher zu beherrschen. Die Zertrümmerung aller bürgerlichen Schranken und Bindungen, bie Auslöschung aller indlvibuellen Lebcnsvcrschiedcnhritcn erfd '.en dem Marxismus, der eine klassenlose Gesellschaft an- ftrebte und nur von einer solchen die Verwirklichung seiner utilitaristischen Heilslehre, die Her- auffunft des irdischen Paradieses, erwartete, von vornherein als etwas Selbstverständliches. Aber ebenso selbstverständlich war es. daß dieses graue Tier, das sozusagen bie Raupe für den Schmetterling ber klassenlosen Gesellschaft barstellt, beherrscht unb gelenkt werden muß: natürlich von denen, die Träger der neuen kommunistischen Weltanschauung sind. Hier ergibt sich für die Inhaber ber Macht eine ungeheure Aufgabe. Die Masse als solche ist verhältnismäßig leicht lenkbar: aber es besteht die Gefahr, daß sich aus der Masse heraus wieder Individuen erheben, daß sich dieselbe Entwicklung vom Hordenmenschen ber Urzeit bis zum modernen Kulturmenschen wiederholt, die soeben erst vom Bolschewismus rückgängig gemacht worden ist. In einer prophetischen Vision hat Dostojewski schon im Iahre 1871 diesen Despotismus einer kleinen Kaste über die Masse ber grauen Sklaven vorausgesehen und in seinem großen Roman „Die Dämonen" plastisch hingestellt. Dort schlägt Schigaleff vor, „die Menschheit in zwei ungleiche Telle zu teilen. Der kleine Teil, etwa ein Zehntel der Gesamtheit, erhält allein bie persönliche Freiheit und bas unbeschränkte Recht über die anderen neun Zehntel. Diese neun Zehntel aber sollen ihre Persönlichkeit vollkommen einbützen und zu einer Art Horde w er - den, um bei grenz eillosem Gehorsam durch eine Reihe von Wiedergeburten bie ursprüngliche iln- schulb neu zu gewinnen, wenn sic auch, nebenbei bemerkt, werden arbeiten müssen." Diese Sklaverei der Masse muh dann mit allen Mitteln aufrecht erhalten werden, und Schigaleff meint dazu: „Bildung ist nicht nötig, von der Wissenschaft haben wir genug! Auch ohne Wissenschaft reicht das Material für tausend Iahre, zuerst aber muß sich der Gehorsam durchsetzen. Rur eines ist in der Welt nicht hinreichend vorhanden: ber Gehorsam. Ieder Dildungsdurst ist bereits ein aristokratischer Trieb: Familie, Liebe, das ist zugleich der Wunsch nach Eigentum. Wir bringen ihn um, diesen Wunsch: wir verbreiten Trunksucht. Klatsch, Angeberei: wir ermorden jedes Genie schon als Kind. Alles wird auf einen Renner gebracht, vollständige Gleichheit wird durchgefetzt." Hier sind die Tendenzen der bolschewistischen Machthaber im wesentlichen zutreffend bärge* stellt: es wird Insbesondere auch die Unter* brüefung des Dildungs st redens woran man zunächst zweifeln konnte, planmäßig durchgeführt, denn jede Bildung, die keinen praktischen, dem Bolschewismus dienlichen Zweck verfolgt, —_«i ■■■■ ■■ .....- i chelnden Meeres steigt deine weiße Gelassenheit auf: ruft mich — und lauscht in bie raunenbe Antwort: „Schlafende jenen, Entschlafene, Wachende mir, ewig antreibende: Taras, Tochter der Lust und ihre Heberin, Selige, die sich nicht selber belog, Menschliches göttlich verrichtend: Milde, immer geneigte, Lächelnde über Leid hin unb Wahn Hochfahrenden Geistes: in bir erquickt sich Mein brennenbes Wesen w'.e bie Heftig hauchenbe Amaryllis Sich erquickt am linbcrnben Regen Süßer April-Racht." Aufregende pantetjagd. Einzelheiten über bas Iagdabenteuer eines englischen Offiziers Sidney Goodschild, der einen menschenfresscnden Panter in ber Gegend der indischen Dörfer Mui Puthari und Sindewisch erlegte, werden jetzt bekannt. Dcr indischen Regierung wurde berichtet, daß der Panter mehr als 100 Menschen dieser Gegend getötet hatte. Ein Preis wurde aufgesetzt, und Leutnant Good- schild veranstaltete eine Iagdexpedition. So oft er von einer neuen Untat der Bestie horte, eilte er nach diesem Ort und jagte das Tier einige Zeit von Ort zu Ort Aber immer wieder entkam ihm ber Panter, und er hatte schon die Sjoffnung aufgegeben, das schlaue Tier vor sein Gewehr zu bekommen. Da horte er. daß ein Knabe getötet worden war. Er eilte an Ort und Stelle und errichtete an einem ungeschützten Platz seine „Machan", eine Art Hütte, etwa sieben Fuß über dem Boden. Hier toartete er nun die Nacht, bis er gegen zwei Uhr plötzlich in dem ungewissen Licht die Bestie heran* schleichen sah. Er entzündete eine Fackel, zielte und schoß. Der Rückschlag des Gewehrs schlug ihm die Fackel aus der Hand, und zu gleicher Zeit sprang die Bestie, zerfchmetterte den Pfahl, der die Hütte trug, so daß Goodschild auf den Boden hcrabstürzte. Er zog sich an einem Zweige etwas empor, während er mit dcr andern Hand seinen Revolver herausrih und rasch zwei Schüsse abgab. Darauf trat Stille ein. Der junge Offizier, der nicht wußte, ob er getroffen hatte, verharrte bis zu Tagesanbruch in seiner schwierigen Lage. Erst als der Morgen anbrach, sah er, daß, eine kurze Strecke von ihm entfernt, der Panter tot balag. Das Gebiet war von dem Raubtier, das es so lange in Schrecken versetzt hatte, erlöst, und er erhielt die ausgesetzte Belohnung. Das graue Tier und sein Reiter. Von unserem 8cb.-Sonderberichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Moskau, Februar 1930. Eine alte Volkssage, die schon längst vor der Revolution unter den russischen Dauern verbreitet war, kündet das Herannahen einer Zeit, in der das „T i e r ohne Rame n" die Herrschaft über Rußland antreten werde, jenes Tier, das darum namerllos fei, weil es aus unzählbar vielen bestehen werde. Wer das heutige Rußland aufsucht, dem kommt unwillkürlich jene alte Legende in den Sinn, denn der Eindruck, der sich überall aufdrängt, der beherrschende, alles andere überschattende Eindruck ist der — das graue Tier i st da, die Sage hat sich erfüllt, das Reich des Tieres hat begonnen. Es hat früher in Rußland Massen gegeben, es gibt heute Massen, wie in Amerika oder in China: aber eine Masse im Sinne dieser alten und so bezeichnenden Legende gibt es nur in Sowsetrusslrnb, und hierin, ausschließlich hierin liegt das Wesen tliche des Bois ch e w i s - m u s. Das Rätesystem ist schließlich ein politisches System, so gut wie jedes andere auch und der, weiß Gott, zienrlich bürgerlich eingestellte Bernhard Shaw bezeichnet den Sozialismus in seinem neuen Werke ja nur als besondere Ansicht darüber, wie innerhalb eines Landes die Güter dort am zweckmäßigsten verteilt werden können: das alles bezeichnet das heutige Rußland nicht, es handelt sich hier um Wesenszüge, die auch in anderen Ländern angetroffen werden können. Aber die Herrschaft des grauen Tieres, die Gewalt der Masse, die sich brausend, entfesselt und doch wieder zusammengebunden durch die Straßen dahinwälzt und dm einzelnen so völlig in sich verschlungen hat, daß er bis zur Unkenntlichkeit verschwindet, diese Züge sind es, die jedem Besucher Sowjetruhlands sofort in die Augen fallen. Richt ohne Grund hat sich Räterutzland schon rein äußerlich von allen anderen Volkern geschieden. Während zwischen anderen Ländern die © rennen verschwinden, erblickt der Reisende, der sich von Polen her der russischen Grenze nähert, schon aus der gerne den riesigen eisernen Bogen, zu dessen Häuptern der Sowjetstern blutrot aufleuchtet und dessen Inschrift „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" in elektrischen Lettern in die Rächt hineinfunkelt. Der Fremde fühlt, es ist ein neues Land, das er betritt, grundverschieden im Denken und Fühlen von allem, was wir kennen, und wenn nicht die Sowjetunion das Apostolat des grauen Tieres, das Evangelium von der Herrschaft der Masse, der Umwelt mit werbender Eindringlichkeit verkünden wollte, sie würde sich gegen uns, die wir der Todsünde des Individualismus und des Kapitals aus schuldig sind, durch eine chinesiscye Mauer aoschließen. So fremd sind wir Europäer Sowjetruhland, so fremd ist Sowjetruhland uns. Es gab kaum eine bessere Gelegeirheit, dies graue Tier in seiner Eigenart und seinen Lebens- äuherüngen zu beobachten, als im vorigen Herbst, da der zwölfte Iahrestag der Revo - l u t i on in Rußland mit außerordentlicher Feierlichkeit begangen wurde und trotz der Armut und des Elends, das in Stadt unb Land herrscht, ein Prunkmeer mit der prunkenden Zwölf-Zahl das ungeheuere Reich von Petersburg bis Odessa durchflammte. Heber die Festlichkeiten als solche ist seinerzeit genug gesagt worden. Aber die grenzenlose Masse, die in jenen Tagen die öffentlichen Plätze der großen Städte überflutete, ein Zug nach dem anderen, Hunderte, Tausende, Hunderttausende, ununterscheidbar, ob es sich nun um Arbeiter, Studenten, Bauern, Beamte oder was immer handelte, ein einziges graues Tier, das nur einen Willen, einen Instinkt, eine Empfindung hat, das alle menschlichen Individualitäten mit seinem urweltlichen Riesenrachen in. sich hinein geschluckt zu haben scheint: dieser Anblick, majestätisch und grauenvoll zugleich für uns Europäer, ist es. der die Große, die einzige Besonderheit Sowjet- rußlands bildet. Es gehört zu jenen Grotesken, an denen die Weltgeschichte bekanntlich nicht arm ist. wenn der Bolschewismus die Jntronisierung des grauen Tieres a ls einen Kulturfortschritt feiert. Gerade in dem Augenblick, als das graue Tier in Rußland den Thron beftieg, hatte sich bei uns in Europa immer mehr die Erkenntnis Bahn gebrochen, oah die Psyche der Masse nichts anderes ist als das Wiederaufleben von alten Instinkten der Urhorde, eine Rückkehr der menschlichen Seele zu kulturell längst überwundenen Zuständen einer vorgeschichtlichen primitiven Entwicklungsstufe, wie man sie auch Angestellten-Protestkundgebung in Gießen in 19 Sortierung 'Jiacbbrucf verboten der ge- e n- Mli Ul int in ec Ei 13.301 un Wes .Zuckerl! Ktnfa \ mittag. ItmbeB Die ge° Gi Di ml „Sie brauchen mir nichts zu sagen. Ich bin von meiner Tochter bereits feit einiger Zeit unterrichtet,^ daß ihr Verlöbnis mit Ihnen gelöst ist. Die näheren Umstände, die zu der Trennung geführt haben, kenne ich nicht, will fie auch nicht wissen." 6ta)wn: lern- 18: «“ für D°l Iorlrag yiufeumi 1920: € luder. 2 Kantate örhcud Voise n Lcuizmu 1892. der Schriftsteller Heinrich Zerkalen Bonn geboren. Daten für Montag 3 März 1230: U: drulichlar Kurhaus! lieh aus «in /rüg vor lclchn t nenalälv ölüd, l - dansky Äobert barelfei theoretischen Erörterungen in guter Vortragsweise die zahlreichen Zuhörer zu fesseln, so daß manche wertvolle Anregung gegeben werden konnte. 21m Ende jedes Vortragsabends fand eine für Fachleute interessante gemeinsame Besprechung statt. Da der Vortragende bereits seit mehreren Jahren in allen größeren und mittleren Städten Vortragskurse abhält, verfügt er naturgemäß über eine große praktische Erfahrung, die nicht nur dem Znstallateurgewerbe, sondern auch dem einzelnen Gasabnehmer zugute kommt. Am Schlüsse des Dortragskursus touröe aus der Versammlung heraus der Wunsch ausgesprochen, daß Znstallateurinnung und Gaswerk noch mehr als seither in Form einer Arbeitsgemeinschaft zusammenarbeiten möchten, um den heute schon technisch hochentwickelten Gasgeräten neue Absatzgebiete zu erschließen. ** Die Gesellenprüfung in der Gie - ßenerFleischerinnung findet in diesem Mo- nat statt. Zur Anmeldung dazu wird in unserem heutigen Anzeigenteil aufgefordert. Der Deutschnationale Handlungsgehilfen « Verband, Ortsgruppe Gießen, veranstaltete am Donnerstagabend im Cafe Leib eine Protestkundgebung. Gauvorsteher Auerbach aus Frankfurt a M sprach in etwa zweistündigen Ausführungen über „Die Bedrohung der Angestelltenversiche- rung, die Sonderbelastung in der Arbeitslosenversicherung, die Verschleppung der Schutzgesetze für die älteren Angestellten und den Abbau der Sozialpolitik". Der Redner wies zunächst auf die seit Wochen tobenden innerpolitischen Kämpfe aus Anlaß des Ausgleichs unseres Reichsetats hin und stellte dabei fest, daß an Stelle der versprochenen Steuersenkung Steuererhöhungen eingetreten seien. Er kritisierte die Ursachen des vorhandenen Defizits und besprach dann die zum Ausgleich desselben seither geführten Verhandlungen. Bezüglich der erforderlichen Mittel für die Arbeitslosen ve rsicherung erk arte der Redner, daß seither vereit-r große -Anforderungen an das Reich gestellt worden seien, ohne daß in absehbarer Zeit eine Minderung dieser Lasten in Aussicht stehe. Die außergewöhnliche Arbeitslosigkeit, die international sei, habe folgende Ursache: Durch den Krieg sei Kaufohnmacht ein- Aus der Provinzialhauptstadi. Gießen, den 1. März 1930. .Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 150 bis 180; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 25 bis 35; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 10 bis 15; rote Rüben 10 bis 15; Spinat 35 bis 40, Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 15 bis 20; Rosenkohl 35 bis 40; Feldsalat 150 bis 180; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 70; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 4,5 bis 5; Aepfel 10 bis 15; Birnen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; Rüsse 50 bis 80; das Stück: Tauben 70 bis 80; Eier 11 bis 13; Blumenkohl 50 bis 100; Salat 30 bis 40; Endivien 40 bis 60; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40 Pf.; der Zentner: Kartoffeln 3,80 bis 4 Mk. Taten für Lonuag, 2. März. Sonnenaufgang 6.45 Uhr, Sonnenuntergang 17.41 Uhr. — Mondaufgang 7.42 Uhr, Monduntergang 19.53 Uhr. 1824: der Komponist Franz Smetana in Leito- misch! geboren. — 1829: der amerikanische Staatsmann Karl Schurz in Liblar bei Köln geboren; — getreten, durch die gesteigerte innerbetriebliche Rationalisierung eine höhere Leistungsfähigkeit der Betriebe, ohne daß eine erhöhte Absatzmöglichkeit vorhanden sei, weiter seien während des Krieges und nachher in vielen Ländern, die als Absatzgebiete für uns in Frage kämen, eigene Fabrikationsmi'glichkeiten geschaffen worden. Unterstützung der Erwerbslosen müsse das Tarnte Volk tragen. ist auf das strengste verpönt. Das graue Tier, däs sich scheinbar mit animalischer Freiheit bewegt, wird also in Wirklichkeit mit einer eisernen Folgerichtigkeit gelenkt und regiert, von der wir uns in Europa nur schwer eine Vorstellung machen können, die aber jeder, der das Leben in Rußland auch nur wenige Monate lang kennengeternt hat, deutlich empfindet. Der einzelne hat seine Freiheit an das graue Tier verloren: und das Tier wird von der Hand eines gewaltigen strengen Herrn gelenkt. Hohnvolles Lachen wollte ihm von den Lippen brechen. Durfte er noch länger schweigen?..., den Vater noch länger in seinem trügerischen Wahne belassen?... Muhte er jetzt nicht die Wahrheit, hinausschreien: Zugrunde gerichtet habe ich alles..., unseren guten Ramen..., den Ramen der Firma geschändet! Er war zu Ende mit feiner Kraft. Wenn er nicht rasch das Zimmer verlieh, würde er sich dem Vater verraten! »2ch will nun wieder ins Geschäft fahren, Vater!" sagte er mit mühsam unterdrückter Erregung und verabschiedete sich überstürzt von dem Kranken. Er saß dann in feinem Bureau, tatenlos, in einem Zustand der Erschöpfung. Die Unterredung mit seinem Vater hatte ihm den schwersten Stotz versetzt. Zu keiner Stunde vorher war ihm seine Ricderlage in so greller, schmerzender Klarheit zum Bewuhtsein gekommen wie nun, angesichts der gläubigen Zuversicht des Kranken. Was sollte nun werden? ... Einmal muhte der Vater das Schreckliche erfahren!... Schlimmer würde es für ihn sein als der Tod... Es klopfte an der Tür. Erschreckt fuhr Felix Schulhofs zusammen. Der Prokurist Dendler sah ins Zimmer. „Ein Herr ist da, der Sie sprechen möchte, Herr Schulhofs!" Schulhofs machte eine müde Bewegung mit der Hand. Wahrscheinlich wieder einer von den Gläu» bigern, die sich wie Blutegel an ihn hefteten, seitdem sein Weg abwärts ging. „Ich lasse bitten.. Als der Besucher eintrat, fuhr Schulhofs bestürzt empor. Fassungslos sah er Kommerzienrat Horwitz an. Was wollte Lus Vater von ihm? ..Guten Tag. Herr Schulhosf!" sprach Horwitz mit seiner etwas schnarrenden Stimme und machte eine knappe Verbeugung. Schulhofs ging auf ihn zu und streckte ihm die Hand entgegen, die der andere kur; berührte „Guten Tag, Herr Kommerzienrat!" „Dars ich Sie um eine Unterredung bitten, Herr Schulhofs?" „Ditte!" Sie sahen sich gegenüber. Ein kurzes Schweigen entstand. Kommerzienrat Horwitz, im eleganten grauen Anzug, den Stock mit der silbernen Krücke in der behandschuhten Rechten, sah mit undurchdringlichem Gesicht vor sich hin. „Sie werden erstaunt sein, mich bei sich zu sehen," begann er dann _2ch freue mich, Sie wiederzufehen. Herr Kommerzienrat; allerdings.. ßen der V. R hat bereits feinen Vertreter bestimmt, der an der Gründungsoersammlung des Reichsausschusses der Bolksnationalen Reichsvereinigung teilnimmt. •* E i n Gas-3nstallateur-Schu- lungskursus. Man berichtet uns: Vom 24. bis 27. Februar fand in dem Werkstattraume des hiesigen Gaswerks an den vier Abenden auf Ersuchen der hiesigen 3nftallateur-3nnung in Gemeinschaft mit dem Städt. Gaswerk ein Gas- 3nstallatcur°Schulungekursus statt. Der Kursus, der von einem alten Praktiker der Firma 3un- kers, Dessau, Lehrmeister S k r u p k e, geleitet wurde, sollte den Meistern, wie den Gehilfen und Lehrlingen des 3nstallateurgewerbes die in den letzten 3ahren an den gasbeheizten Warmwassergeräten, Gasbadeöfen, Gasstromautomaten und Vorratsbehältern gemachten technischen Verbesserungen vermitteln. Bei starkem Besuch — es nahmen 55 3nstallationsmeister, Gehilfen und Lehrlinge an dem Kursus teil — verstand es der Vortragsleiter an Hand von praktischen Vorführungen in Verbin ung mit 1 bis tis.L ! aelisHen Mel: in : j Hattet Hitt-lic -Aussatz ItM0.: 2laE 13-45 u i$it ® i# gl rat * 6cW' Der Redner kam dann auf die von Reich Iregierung zum Ausgleich des Defizits plante Heranziehung der 3 nvalid... und Angestelltenversicherung zu sprechen und betonte hierbei, dah die 3nvaliden° Versicherung selbst finanziell schwer zu kämpfen habe, so daß die in Aussicht genommene Belastung auf die Angestelltenversicherung besonders schwer gewirkt hätte. Die Angestelltenversicherung habe wohl ein Vermögen von einer Viertelmilliarde Mark, doch seien hiervon bereits hohe Beträge an Darlehen für Reich und Wohnung bau ausgeliehen. 3m übrigen sei damit zu rechnen, daß, abgesehen von der ständigen Steigerung der DersicherungUeistungen, dieBe- rufsunfähigkeit der Ange stellten bei den derzeitigen ungünstigen wirtschaftlichen Ver- Sonnenaufgang 6.42 Uhr, Sonnenuntergang 17.43 Uhr. — Mondaufgang 7.53 Uhr, Mond- untergang 21.07 Uhr. 1829 der Rechtslehrer Heinrich Dernburg in Mainz geboren. ** Die Museen sind am morgigen Sonntag zu kleinen Preisen geöffnet. ** Forstperionalie. Der Förster Wilhelm Blum zu Storndorf wurde in gleicher Diensteigenschaft in die Försterei Hopfgarten des Forstamts Romrod versetzt. ** Volksnationale Reichsvereini- 9 u n g (V R ). Man bittet uns um Aufnahme der folgenden Mitteilung: Am 23. Februar wurde in Gießen der Kreisausschuß der Volksnationalen Reichsvereinigung gewählt. In 13 Orten des Kreises hat die Organisation durch die Wahl des Ortsausschusses schon ein festes Gefüge erhalten. In etwa 15 weiteren Plätzen des Kreises Gießen ist durch die Arbeit der Vertrauensleute das Ergebnis ebenso, daß die Ortsausschüsse jederzeit gebildet werden können. Der Kreisausschuß der V. R. besteht aus 22 Mitgliedern, die nach Berufen geordnet sich wie nachstehend verteilen: 3 Kaufleute, 1 Ingenieur, 1 Mechaniker, 3 Landwirte, 3 Arbeiter, 2 Ange- fteUfe, 1 Lehrer, 1 Turnlehrer, 3 Handwerker, 1 Mühlenbesitzer, 3 Beamte. Durch diese Zusammen- setzung, in welcher die verschiedenartigsten Berufe vertreten sind, ist man der Forderung, als eine Dolkspartei aufzutreten, sehr nahegekommen. Der Kreisausschuß wählte aus seiner Mitte den Kreisvorsitzenden und bestimmte den Kreisgeschäftsführer. Die Durchorganisotion hat in fast allen Teilen unseres Vaterlandes zu einem überaus günstigen Ergebnis geführt, so daß noch im Laufe des Monats März mit einer Reichsoertreterversammlung in Ber- lin zu rechnen ist. Der Ausschuß des Kreises Gie- „Wir hatten beide das Empfinden, baß wir für die Ehe nicht zueinander Passen," antwortete Schulhosf, der sich Horwitz' Kommen immer weniger erklären konnte. „Da hielten wir es für besser, uns zu trennen, ehe es zu spät ist." Die kühlen Augen in dem hochmütigen Gesicht mit dem kurzen Spitzbart blickten plötzlich feindselig. „S i e hielten die Trennung für besser, wenn ich recht vermute!" sprach Horwitz scharf. „Anders könnte ich mir den Zustand, in dem sich meine Tochter jetzt befindet, nicht erklären!" 3n Schulhosfs Zügen malte sich Betroffenheit. „Wie soll ich das verstehen?" „3ch bemerke, daß ich nur auf Vermutungen angewiesen bin. Aber so viel sehe ich, dah meine Tochter, die seit einiger Zeit bei uns zu Hause ist, unter der Trennung von 3hnen leidet!" Seine Stimme wurde um einen Grad wärmer. „3ch kenne Lu und finde sie sehr verändert. Das macht mir Sorge; deswegen komme ich zu 3hnen." Schulhosf machte eine hilflose Gebärde. /Was kann ich da tun?" 3n Horwitz Antlitz war nun wieder der kühle, hochmütige Ausdruck. „3ch hätte ja lieber gesehen, wenn meine Tochter den nötigen Stolz aufgebracht hätte, statt nun einer erledigten Sache nachzujammern! Aber über Gefühle, vor allem die einer jungen Dame, läßt sich nicht rechten!" Er machte eine kurze Vause. Man sah es ihm an, wie schwer es feinem herrischen, befehlsgewohnten Wesen würbe, nun hier als Bittender zu erscheinen. „Es liegt mir und meiner Frau natürlich daran, Lu glücklich zu sehen! Rur dieser ülmstand hat mich bewogen. Sie aufzusuchen!" Felix Schulhofs blickte den anderen ratlos an. Warum erzählte er ihm dies alles? Horwitz schien keine Antwort erwartet zu haben. 3n kühlem, korrektem Tone fuhr er fort: „3ch komme mit ganz konkreten Vorschlägen zu Ihnen, Herr Schulhofs! 3ch bin über 3hre geschäftlichen Schwierigkeiten und die finanzielle Krise, die Sie gerade jetzt durchmachen, genau informiert. 3ch nehme an, daß Sie Wert daraus legen, den Zusammenbruch 3hrer Firma ab- zuwenden. 3ch bin bereit, 3Ijnen die erforderlichen Kapitalien zur Verfügung zu stellen." ..Unter welcher Bedingung?" fragte Schulhof rasch, in dem ein Verdacht aufgestiegen war. „3ch will mein Kind glücklich wissen! Sie haben rs in der Hand, Lu glücklich zu machen." So mußte Felix Schulhofs dem Kranken gegenüber blutenden Herzens Komödie spielen, mit lächelndem Gesicht von dem stetigen Foctschreiten her Bauarbeiten berichten, ihm Schilderungen pon den einzelnen Bauwerken geben, wie sie, der Vollendung entgegensehend, aussahen ..., Während draußen alles vernichtet, zerstört war. Auch heute stelltc der Vater immer neue Fragen. Er fühlte sich an diesem Tage frischer, kräftiger als sonst, seine Augen blickten lebhaft. „Der nördliche Baublock mutz jetzt bald fertig sein!" sagte er und sah seinen Sohn fragend an. „3n acht bis zehn Tagen werden wir soweit sein", antwortete Schulhofs und vermied es, den Blicken des Kranken zu begegnen. Dieser schien zu überlegen. Die Adern auf seiner otirne traten überscharf hervor. „Die Hauptsache ist, dah bis zum Winter alles unter Dach kommt! Dann haben wir gewonnen!" Er richtete sich mühsam aus. Sein durchsichtiges Gesicht überzog sich mit fiebriger Röte. „Vielleicht kann ich doch bald einmal mit hinaus, Felix .., ich fühle mich heute viel Wohler. Wenn ihr mich gut im Wagen verpackt, kann es mir ja nichts schaden... Rur einen Blick rnöchte ich aus den Platz und die Häuser tun..." Er atmete schwer. „Meinst du nicht, dah es ginge, Felix?" fragte er und richtete seine Augen fl.hend auf den Sohn. Felix Schulhofs wutzte nicht sogleich, was er antworten sollte. Er brachte kaum mehr die Kraft aus, dieses lügenhaste Spiel weiterzuführen. Hastig sagte er, um den Kranken nicht mißtrauisch werden zu lassen: „Selbstverständlich wird es gehen, Vater..., sobald der nächste schöne Tag kommt, fahren wir zusammen hinaus ..." Der Alte streckte ihm die abgemagerte Hand hin. Ein Ausdruck stolzer Zärtllchkeit entströmte seinen Blicken, mit denen er die Gestalt des Sohnes umfing. „Weißt du noch, wie ich anfangs gegen dieses Projekt gewesen bin. Felix?" sagte er, während ein verlegenes Lächeln um seine Lippen spielte „3n meinem Alter ist man eben etwas ängstlich, übervorsichtig, aber du hast nicht nachgegeben, bis ich Überzeugt war..., du hast eben den gleichen Dickschädel wie ich..." Er lachte aus. „Heute weiß ich aber, daß du auf dem rechten Weg warst. Felix, heute bin ich froh, daß ich dir gefolgt bin, du hast unseren Ramen erhöht, unserer Firma neuen Glanz verliehen...“ Etwas Feierliches, Leidenschaftliches war in seiner Stimme, als er so sprach. derzeitigen Verhältnissen tragbar fei. Weiter sollten die mittleren und höheren Beamten 5 Proz. ihres Gehaltes dem Reich als Darlehen zur Verfügung stellen, zumal diese in gesicherter Lebensstellung und unkündbar seien, außerdem ein höheres Durchschnittseinkommen hätten und k iviertel Beiträge für ihre Pension zu zahlen braucht n. Tie Finanz- not des Reiches werde allmähl.ch so groß, daß wohl noch mit erh.blichren Einschränkungen gerechnet werden müsse. Man sei weit davon entfernt, wohlerworbene Rechte der Beamtenschaft anzutasten. Der Redner kam dann noch auf die Schutz- gesetze für die älteren Angestellten zu sprechen und übte Kritik an der seitherigen! Behandlung dieser Ang».l gmh it. Di: Reichs e- gierung unternehme nichts, um die älteren Angestellten zu sichern. Er wandte sich weiter gegen Bestrebungen, welche den Abbau der Sozialpolitik bezwecken, um -um Schluß auf die Bedeutung des Zusammenschlujfes aller Angestellten hinzuweisen. 3m Anschluß an die Ausführungen des Redners erklärte sich die Versammlung e l n ft i m - m i g einverstanden mit der nachstehenden Entschließung: „Die am 27. Februar auf Einladung der Ortsgruppe Gießen des Deutschnationalen chandlungsge- Hilfen-Verbandes in öffentlicher Protestkundgebung versammelten Angestellten erheben schärssten P r o t e ft gegen die Pläne des Reichsfinanzministeriums auf Heranziehung der Sozialversicherung srücklagen zur Defizitdeckung im Reich oder in der Arbeitslosenversicherung Sie weisen eine Gefahrengemeinschaft der Versicherungsträger als völlig untragbar zurück. Ebenso verwahren sich die Angestellten gegen jeglichen Zwang gegenüber der Angestelltenversicherung zur lieber« nähme von Reichsbahnvorzugsaktien. Die Ange- ftelltenversicherung ist aus der Grundlage der Selbstverwaltung aufgebaut. Jede Antastung dieses Rechtes würde den erbitterten Kampf der Angestellten auslösen. Die Mittel der Angestellten- Versicherung sind von jeher in den Dienst des Reiches, der Länder und Gemeinden, wie auch der Industrie, der Landwirtschaft und vor allem des Wohnungsbaues gestellt worden. Wenn alle Gelder in so reichem Maße im Dienst der Allgemeinheit stehen würden, wie die der Angestelltenversicherung, dann stünde es um unsere Gesamtwirtschaft besser. Zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung sind feste Reichszuschüsse notwendig. Weiter verlangen die Versammlung auch in der Arbeitslosenversicherung Ersatzkassen fürAnge st eilte. Die Lasten aus den Tributoerpflichtungen dürfen nicht auf die Arbeiter und Angestellte allein abgewälzt werden. Wirkliche Solidarität sieht die Versammlung vor allem in einer kollektiven Kredithergabe der Beamtenschaft durch Zurverfügungstellung v o n 5 v. H. ihres Gehaltes. Dies erscheint um so berechtigter, als die letzte Beamtenbesoldungsreform die Fmanznöte des Reiches, der Länder und Gemeinden mit verursacht hat. Von der Arbeitgeberschaft erwarten die Angestellten, daß sie endlich von dem vom Reichs- verband der Deutschen Industrie immer wieder propagierten Abbau der Sozialpolitik ent» schieden abrüeft Ein Zurückschrauben des so- . I zialpolitisch Erreichten kommt keinesfalls in Frage, | es würde auch politische Folgen sehr rasch nach sich ziehen. Vom Reichsarbeitsministerium verlangt die Der- sammlung die schnellste Vorlage eines wirksamen Schutzgesetzes für die älteren Ange- (teilten, von den politischen Parteien regste Ini- tiative, damti endlich der steigenden sozialen, wirt schaftlichen und kulturellen Rot der Angestellten Einhalt geboten wird." Die blonde Sklavin Vornan von Hermann Veick hältnissen wesentlich früher eintrete. Aus diesem Grunde brauche die Angestelltenversicherung ihre Rücklage in höherem Maße, als diese zur Zeit vorhanden sei. Zur Frage der erwogenen Zwangs- a n l e i h e wies der Redner auf die privaten Versicherungen und Sparkassen hin, bei denen man mit dem gleichen Recht Zwangsanleihen aufnehmen könne, allerdings werde dadurch das Vertrauen zu diesen 3nstituten erschüttert, was aber auch in gleichem Matze für die Angestelltenversicherung zutreffe. Das Reich habe kein Recht zum Eingriff in die Angestelltenversicherung, zumal es nichts zu dem Vermögen derselben beige st euert habe. Glücklicherweise feien die von oer Reichsregierung geplanten Eingriffe in die Selbstverwaltung durch das zielbewuhte Auftreten der Angestelltenschaft verhindert worden. Das Direktorium der Reichsanstalt für die An- gestelltenrersicherung habe sich bei den Verhandlungen freiwillig bereit erklärt, 50 Millionen Reichsmark gegen Reichsbahn-Vorzugsaktien im Jahre 1930 zur Verfügung zu stellen. Trotzdem sei die Gefahr eines Eingriffs in das Selbstverwaltungsrecht der Angestelltenversicherung noch nicht restlos behoben. Der Redner wies dann weiter auf die Förderung des Wohnungsbaues durch die Angestelltenversicherung hin und brachte zum Ausdruck, daß jede Gefährdung der R ü cklage eine außerordentlicheSchä- digung der Wohnungswirtschaft zur Folge habe. Der Redner kam dann auf die Gesetzesvorlage über den geplanten Ausbau der Ange- st e l l t e n v e r s i ch e r u n g zu sprechen und wehrte sich in diesem Zusammenhang gegen neue Leistungsversprechungen, die nicht gehalten würden. Er lehne Versprechungen und Wünsche, die die feste Grundlage der Angestelltenversicherung erschüttern, entschieden ab. Weiter nahm er Stellung gegen die beabsichtigte Beschränkung der Selbstverwaltung (Einwirkung der Reichsregierung auf die Angestelltenversicherung). 2m Zusammenhang mit der geplanten Beitragserhöhung in der Arbeitslosenversicherung forderte der Redner eigene Ersahkasfen für arbeitslose A n g e st e l l t e . die der Eigenart des Berufes Rechnung tragen. 3n seinen weiteren Ausführungen beschält'gte sich der Redner mit der Frage,. wie das Defizit des Reiches gedeckt werden könne. Er verlangte rücksichtslose Spars am feit in allen Aemtern und Verwaltungen. Der ganze Derwaltungsapparat müsse auf das Matz zurückgeführt werden, das bei den Schulhosf sprang auf. Seine Stirne hatte sich gerötet. „3ch fort mich verkaufen?" stieß er erregt hervor. Auch Horwitz hatte sich erhoben. „Pardon, davon ist keine Rede!" erwiderte er abweisend. „3ch glaube nicht, daß, wer meine Tochter heiratet, sich verkauft! 3m übrigen handelt es sich nur um einen Vorschlag! Cs steht ganz bei 3hnen, ihn anzunehmen oder abzu- lehnen!" Er war nun wieder gatu der selbstbewußte, herrische 3ndustriemagnat, der über Millionen verfügte, dem Taufende und aber Tausende dienstbar waren... und der, gestützt auf seinen Reichtum, auch diesen jungen Herrn hier sich gefügig zu machen hoffte. Felix Schulhosf sah starr vor sich nieder. 3n ihm jagten sich die Gedanken. Eine Hoffnung war in ihm aufgezuckt; er wehrte sich dagegen. Sollteer ehrlos werden?... Und doch: war dies nicht eine Rettung?... die einzige Rettung, die sich ihm noch bot?... Er trat plötzlich auf Kommerzienrat Horwitz zu. „Weiß Lu von 3hrem Schritt?" fragte er schroff. „Wohin denken Sie! Sie hätte ihn nicht geduldet! Es handelt sich lediglich um ein Abkommen zwischen 3hnen und mir; fein anderer Mensch erfährt davon." Er griff nach seinem Hut. „3ch darf mich jetzt verabschieden?... lieber» legen Sie sich die Sache. 3ch erwarte 3hren Bescheid morgen vormittag im Hotel Adlon, wo ich wohne." Eine korrekte Verbeugung, ein kurzer Händedruck. Felix Schulhofs war allein. XX. Dis tief in die Rächt hinein rang Schulhosf um einen Entschluß. Von einer Stimmung stürzte er in die andere. Warum tauchte gerade heute, als er an jeder Rettung verzweifelt hatte, Kommerzienrat Horwitz auf? War das Zufall?... oder eine Fügung ^esiSchicksals, das ihm die helfende Hand reichen Was sollte er tun? War nicht der Vorschlag dieses reichen, hochmütigen Mannes, der ihn seiner Tochter kaufen wollte, zu absurd, als dah man ihn überhaupt ernsthaft in Erwägung z'.ehen durfte? Er sollte wieder zu Lu zurückkehcen... als ein Geschlagener, der aus chren Händen die Rettung entgegennehmen würde! Blieo er da nicht immer, fein ganzes ferneres Leben lang, ihr hörig.. ihr Sklave?... Rein! Riem als brachte er das über sich! Lieber untergehen! (Fortsetzung folgt) .Felix Schulhosf aber dröhnten feine Worte Horwitz unterbrach ihn wie Donnergrollen in den Ohren. "*■ - - •- Den Ramen erhöht..., der Firma neuen Glanz verliehen ... K Mar u _ ^Irr *Ä*«J W n ?;.?."rSgr chlich f0 n ^nflrT’ ?8Si - »,s • Ö'iSk11.** »i? c 4Mdlkn 5* ^ &h, N: ein>abung b» Fi_i ^Äs; !**Ä ö,,tS»iialDlt. , 5U r DefhH, 'Her Ürb'.it . e ^ilen eine @e = 1 Dersicherungsträger ^uck. ftenVÄ ffi Wen Zwang *“l F Ueber- JMthen Sie Ange, ber Qrunblage der lebout gebe 'Zlntoftung rbitterften Kamps her lllt.cl der AngesleUten- \ de" Dienst des Rei- e>nben, wie auch ber 1 unb vor allem bes >en. Wenn olle Selber ’nil ber Allgemeinheit Wftelltenverfiifienjng, tyamhoirtfdjoft btfltr. ’lofenverfidjerung [mb Weiler verlangen Sie beltslosenver« sürAngesteMr. rpflichlungen bürgen gestellte allein abgc« ie Versammlung vor Krebtthergabr durch Zurver« ü.$). ihres Eck' berechtigter, als bic m bie Finanznöte des iwinben mit verursacht schäft erwarten bie )on dem vom Reichste immer wieher pro» ialpolitif ent< rtkffdjraubcn des so- teinessail; in $W> n seist rasch nach sich um verlangt bie Der- ze eines wirksamen ie älteren Singt- ;n Parteien regste > icenben sozialen, rold- )t ber Angestellten Em- >ine Stirne hatte sich “ stieß er erregt her« 'hoben. . Aede!" erwiderte er egenwartsstunde 11.15 bis 11.45 IH Niederlagei Jean Weisel, Gießen, Sonneiw Straße 6, Telephon Nr« 3888. .,rzov Klein-Linden, Leipzig, den 1. März 1930. Danksagung. Elisabeth Stückrath und Kinder Gießen (Asterweg 47), 1. März 1930. 67851) Lager. Kurzaeschnmenes 14901) liefert 01432 lobnunn. Nordanlage 20II. 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Der neue Intendant der Frankfurter Oper, Professor Turnau, legt jetzt das Aktionsprogramm für die zweite Hälfte der Spielzeit 1929 30 vor. Danach kommen als Uraufführungen Mitte oder Ende März auf den Spielplan: ..Achtung! Aufnahme!", Oper von Dr, Wilhelm Groh, die Pantomime „Petruschka" von Strawinsky: Anfang oder Mitte Mai: „5 r a n 6 a 11 a n t i T, Oper von Georg A n t h e i l. Ferner erscheint als Erstaufführung im April: Händels „Delsa- z a r" mit 600 bis 700 Mitwirkenden. Im Juni, in der warmen Jahreszeit, sind noch eine Operette und dazwischen Reuaufnahmen einiger großer Standardwerke vorgesehen. Außerdem bringt das Opernhaus noch im Laufe des Monats April oder Mai ein großes Festkonzert. Man ersieht aus diesem Programm, daß die neue Intendanz bemüht ist, den Zeitverhältnissen Rechnung zu tragen und der herrschenden Theaternot wirk- sant zu begegnen. Am 1. März entschlief nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater und Schwiegervater Herr Ludwig Sommer im 60. Lebensjahre. China"; von 20 biS gegen 23.30 iltjr „Seltsames Zwischenspiel". Sonntag, 9. März, von 15.30 bis gegen 17.45 U&r: „Die Abenteuer des braven Soldaten Echwejk": von 20 Uhr bis gegen 22 Uhr: „Die neue Sachlichkeit" E.AIthoff Seheruweg 13 (In’« Lotze) Hol Telephon 2534. Mgiere NMNi« werd iadiflcniäh tu oreisweri ge- ittinmi u reoar ®.6öerrni:x ©leben, DiotfftUi telepbon 2403 Verkani v. neuen it. oebi Miau Danksagung. Für die zahlreiche und herzliche Anteilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Helga sagen wir allen auf diesem Wege herzlichen Dank. Ellas Sleln und Frau Elli fiel). Erleb. Gießen, den 28. Februar 1930. Frühzeitige Kalidüngung fiebert besten Erfolg. Todesanzeige. Allen Freunden. Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß heute abend 10.3u Uhr. unser innigstgeliebter Sohn. Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Ranft im blühenden Alter von 19 Jahren, nach langem, schweren, in Geduld getragenem Leiden in die Ewigkeit abgerufen wurde. Die tieftrauernden Hinterbliebenen Familie Heinrich Hanta Familie Willi Banti, Benolpe nebst allen Angehörigen. Gießen (Neueuweg 27». den L März 1930. Die Beerdigung findet Montag, den 3. März, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 1001)0 RN. auß Privatbank, auf I. Hypothek gesucht. Schriftl Angebote n. 1417 a. d. Gießener Anzeiger erbeien. Anoden-Baitene Zuverlässigem und unverserrtefr Empfang Auch Sie . , werden .cnb spricht zur Stadt: „Das deutsche Frischet' Standardisierung der deutschen Eier» .uiö Geflügelwirtschaft), Dortrag von Geheim- :il Löhr. Dorsihender des Reichsausschusses für Hügel- und Cierverwertung. Berlin. 15: Dom 5-iaöwn: Fuhball-Länderspie. Deutschland 3ta- :ian. 16.45: Militär-Konzert auf Schallplatten. 18: Stunde des Rhein-Mainischen Derbandes :iur Dolksbildung: „Landschaft an der Saar". Ertrag von H. Keuth. Direktor des Saar- )!7ufeums in Saarbrüden. 18 30: Bücherstunde. 1920: Sportberichte. 19.30: Schwäbische Bolls- lieber. 20: Die kleine Tagesserenade. Rundfunk- Kantate für Soli. Chor und Jazzband von örhard Schultze. 20.20: Freiheit in Krähwinkel, v-osse mit Gesang nach Restroy. 23.20 bis 1.30: Rida, eine römische Ansiedlung, vorgetragen von Rektor Ferd. Hürten und K. Wehrhan. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Joseph Haydn. 15.15 bis' 15.45: Stunde der Jugend: „Wie die Spanier und Kroaten im Dreißigjährigen Kriege hausten". Dortrag von Rektor Wehrhan (für Kinder vom 10. Jahre ab). 13 bis 17.45: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18 Ueber „Funkreportage". 18.35: Don Stuttgart „Menschenfreunde: Wilhelm Löhe", Dortrag von Martin Lang. 19.05: Don Stuttgart: „Jugoslawien". Dortrag von Kurt Hielscher, Berlin. 19.30: Zeitberichtc: Die Londoner Sceabrüstungs- Konferenz. 20.10: Messe in As-Sur, von Franz Schubert. 21: Don Stuttgart: „Elga", 6 Szenen nach einer Rovelle von Grillparzer, von Gerhart Hauptmann. Donnerstag, 6. März. 12.30: Schallplattenkonzert: Jazz°Soli°Gesang. 15.15 bis 15.45: Don Kassel: Stunde der Iu- gend: „Der Heimatdichter G. Bock und sein Werk", Dortrag von Hans Büdert, Kassel. 16 bis 17.45: Unterhaltungskonzert. 18.05: Zeitfragen. 18.35: ..Bekämpfung der Wirtschaftsnot." Zwiegespräch zwischen Stadtrat Dr. Linse und Arthur Sater.ms. 19.05: Französische Literaturproben. 19.30: Don Stuttgart: Zitherkonzert. 20.30: Don Stuttgart: Heinrich Cassimir liest aus den „Kalendergeschichten", von Oskar Maria Graf. 21: Don Leipzig: Arlecchino. Ein theatralisches Capriccio in einem Aufzuge. 22: Don Stuttgart: Zipfelmützen ringsherum. Tanzmusik. Montag, 3. März. 12 30: Schallplattenkonzert: Fastnacht-Montag. 14: Rosenmontagszüge in West- und Süd- deutschland. 16: Don Homburg: Konzert der Kwrhauskapelle Burkart. 18: Albrecht Schaeffer lieft aus eigenen Dichtungen. 18.35: „Wie entsteht ein Kupferstich und eine Radierung?", Dor- |lr«ig von Dr. Walter Schürmeyer. 19.05: Englischer Sprach-Unterricht. 19.30: Kölsche Kar- ncvalslieder. 20: Don München: Der Tanz ins Blüct Operette in drei Akten von Robert Do- stanskh und Bruno Hard-Warden. Musik von Robert Stolz. 22.35 bis 24: Tanzmusik mit Ka- staretteinlagen. Dienstag, 4. März. 13.30 bis 14.30. Schallplattenkonzert: Frankford un Meenz. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: .Zuderlieferanten", Dortrag von Dr. Höser (für . ftinber vom 12. Jahre ab). 16: Hausfrauen-Aach- mittag. 16.50: Vortragszyklus des Frauenver- baitdes tzessen-Rassau und Walded: „Auch ohne schöner, nroner Garien in d. Schützen>tras»e (Kienen, z. verpacht Näheres Schanze«' slraßc 22 I, [17411J Erstklassige Jazz- Kapelle am 3., 4. und 8. März »och frei. Schriftliche Biddirthcn unt.0l4)3 an den (»teü.Anzeln. 1-11000 1 auf erste Hypothek, la Objekt «Neubau», gesucht. Schr.Angeb. ii.0l3t3a. d.Gü.Vtnz. Beschältsmann sacht für sofort RH. 400 gegen munatl. Ruck- zablung von NM. 50 auf Wechsel. Boll- kommene Sicher beit geboten. Schrtstltche Änaebote unt. 01400 an den Gien. Anzeta. Silberne Armbanduhr am 22/2. in der^Nord- anlageverloren. Abzugeben gegen Be° Ladestation u Reparatur- werkstätte (Leihbatterien) ” Hans Kögel Seltersweg 50 / Fernsprecher 2980 Eing. Wolkengasse / Batterien werd, aut Wunsch abgeholt und wieder zugestellt CarlSchunck | Verschiedenes | Minpl noch einige Abende frei. Schrtttl.Angeb. unter 01302 an den (Siebener Anz. erb Mit 5000 Mk. Einlage fu1u tüchtiger Kaufmann sich an einem soliden, guten Un er» nehmen zu beteilig. Süir. Angeb. unter 01459 a.d Gies;.Anz. Kirchliche Nachrichten. Loangelische Gemeinden. Sonntag, den 2. März. Eftomihi. Siadlkirche. 9.30 Uhr Pfarrer Beder: 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfarrer Becker; 6: Pfarrer Mahr. — Johannerkirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld-, 11: Kindcrkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld: 6: Pfarrer Bechiolsheimer; 8: Bibclbesprechung im Iohannessaal, Pfarrer Lenz. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kmderkirche, Pfarrer Lenz. — LUfabeth.Klein- kinderfchule. 9.45. Pfarrer Lic. Waas: 11. Kinder- kirche für die Petrusgemeinde, Pfarrer Lic Waas. — filein-Cinben. 10: Hauptgottesdienst: 11. Kindergottesdienst. - wieseck. 10. - Kirchberg. 10: Kirch- berg: nachmittags: Lollar. — Alten-Dufed. 10: Alten-Bufed: 1: Trohe. - Hausen-Garbenlelch. 10: Hausen; 1: Garbenteich. — Watzenborn-Sleinberg. 1: Hauptgottesdienst. — tick 9.45 Beichte; 10: heiliges Abendmahl, Pfarrer Draudt: 12.45: Kindergottesdienst; 2: Stiftsdechant Kahn. katholische Gemeinden. Sonntag, den 2. Marz. Quinquageftma. Gießen. 6.30 Uhr Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30. Christenlehre und Andacht — Grimberg. 9.30 Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Predigt und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. 15: Andacht. — Cid). 7.30: Hochamt mit Prcd gt; 19.30: Predigt unb Andacht — Nidda 8 30: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. «.o ntfiq^öic -tf . er".te II. tjjt.i -te • am 2 3 30 Dr Neumann Svengel. San -Rat Dr Sdittepbare 'Beltfanauotbeke nbnaru ». Schattier. 'D 17541 folgt.) 1 i' Ll Kalk Grau- und Weiß-Stück von bester Qualität und srrötiter Erffiebiizkeit zu billigstem Preis C. Rübsamen, Gießen Fernsprecher 36u9. 176D Drahigeflechi- unb Gittersabrikalion Komvlette Zäune mit Pfosten, ctierne Toren und Türen. Preisliste und Angebote unverbindlich. AIM Müler. Srflnöerg L S. Slniomöbet- tvagen aut Mitnahme von Gütern ver 4. März von Frankfurt a. M. nach (Sieben bietet an. StBckrath & Bender G. w. b. 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Da die nur eines Crforder- äubiger. ken . . keiten. kont. . 1051284,77 1101453,14 4142,27 40000- 159t>,8ß Das Reichsgericht hatte sich vor kurzem mit einem interessanten Rechtsstreit in der Au f wertungsfrage zu beschäftigen und fällte dabei eine für viele Gläubiger wichtige Cntschei- dung. Der Fall, um den es sich handelte, lag folgendermaßen: Ein Privatmann B. aus Hannover hatte der Lindener Aktienbrauerei im Februar 1938 ein Darlehen in Höhe von 13 OOO Mark, sodann un März 1914 ein weiteres in Höhe von 10 OOO Mark und endlich im April 1918 wiederum eins in Höhe von lOODO Mark gegeben. B. forderte nun von der Brauerei die Rückzahlung der Darlehen nach dem Aufwertungsgesetz in Höhe von 7750 Mark und 5 v. H. Zinsen seit dem 1. Januar 1925. Das Landgericht Hannover billigte ihm aber n»ur nach den Zeile rschen Umwertungszahlen den Betrag von 1439.20 Mark zu. Es ging davon aus, daß es sich zunächst nicht um Darlehn gehandelt habe, sondern um Kaufpreise für Hypotheken und daß erst nach Tilgung der Darlehen in den Jahren 1920 und 1922 ein Darlehnsver- trag zustande gekommen sei. B. legte Berufung g gen dieses Urteil beim Oberlandesgencht Celle ein; dieses stellte sich auf den Standpunkt, daß von Anfang an Darlehensverträge Vorgelegen hätten und verurteilte die Brauerei zur Zahlung gemäß dem Klageanträge. Die beklagte Brauerei legte Revision bei dem Reichsgericht ein. und dieses bestätigte das Urteil des Oberlandesgerichts Celle. 3n den Entscheidung gründen stellte das Reichsgericht fest, dah die beiden Parteien dar- Eigenhändige Testamente, insbesondere ihre Gefahren und Nachteile. Von Amtsgerichtsrat Jockel. Rach dem Bürgerlichen Gesetzbuch kann ein Testament durch eine unter Angab,e des Ortes und Tages eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung gültig errichtet werden. Man sollte meinen, daß bei diesen vom Gesetz erforderten einfachen und leicht erfüllbaren Formen kaum etwas zu verderben sei, die Praxis lehrt aber, daß mindestens ein Drittel aller eigenhändigen Testamente wegen irgendeines Formfehlers ungültig ist. Für diejenigen, die trotzdem die Form des eigenhändigen Testaments für ihre letzte Willensanordnung wählen oder sich davon überzeugen wollen, ob ein von ihnen verfaßtes Testament gültig ist, sei im folgenden auf folgendes hin- 3(1 eine faksimilierte ilnterschrist gültig? über stritten, ob die von dem Kläger B. der beklagten Brauerei gegebenen Beträge als Darlehen anzusehen seien, oder als Kaufpreis für Hypotheken. Die Besonderheit des Falles liege bei den in den Zähren 1908 und 1918 an den Kläger B. abgetretenen Hypotheken darin, dah es sich dabei um sogenannte Sun« den-Hypotheken handele, wie sie die Brauerei von ihren Abnehmern zur Sicherheit von Darlehen sich habe eintragen lassen. Dem Interesse der beklagten Brauerei hätte aber sowohl auf dem Wege des Hypothekenkaufs gedient werden können. Wenn nun das Oberlandesgericht Celle der Auffassung des Klägers B. folge und einen Darlehnsvertrag annehme, so könne dem aus Rechtsgründen nicht entgegengetreten werden. Darauf, dah die beklagte Brauerei buchmähig die Angelegenheit anders behandele, brauche das Oberlandesge-icht nicht einzugehen, da die Auffassung der beklagten Partei für die rechtliche Beurteilung des Falles keine Entscheidung haben könne. Auch habe sich die beklagte Brauerei hieraus nicht berufen. Was das im Jahre 1914 abgeschlossene Geschäft angehe, so könnten die Revisionsrügen deshalb um so weniger durchschlagen, als der Kläger B. der beklagten Brauerei 10 000 Mark gezahlt habe und dafür durch Abtretung eine auf dem Grundstück der beklagten Brauerei ruhende Hypothek erworben habe. Aus diesen Gründen sei dem Anträge des Klägers B. stattzugeben. l)r. B. Erforderlich ist zunächst die eigenhändige Riederschrift (S--r.ibmUchireme.wcn ung also ausgeschlossen). Kann jemand zwar Geschne- benes lesen, ist aber schreibensunkundig, so kann er kein eigenhändiges Testament errichten. Schreiben mit fremder Unterstützung (geführter Federist solange noch ein eigenhändiges Schreiben, als der Schreibende dabei noch die Gestalt derSchrift- züge bestimmt; nicht, wenn er nur die Feder berührt. In Füllen solcher Art, also in denen der Schreibende bei der Federführung einer Hilfe bedarf, empfiehlt es sich, von der Errichtung eines eigenhändigen Testaments Abstand zu nehmen und das Testament vor dem Amtsgericht oder einem Rotar zu errichten, weil er so den Erben einen etwaigen Anfechtungsprozeß erspart. 2. Der gesam te Inhalt des Testaments muh eigenhändig geschrieben sein. Ist ein Teil der Erklärung im Einverständnis des Erblassers von einem anderen geschrieben, so ist das gesamte Testament ungültig, wenn anzunehmen ist, dah der Testator seine von ihm geschriebene Verfügung ohne den von der Hand des anderen herrührenden Teil nicht getroffen haben würde. Dagegen machen Zusätze, die ohne Kenntnis und Einverständnis des Testamentsverfassers beige- fügt worden sind, das Testament nicht ungültig. 3. Aus naheliegenden Gründen kommt für eine ernsthafte Testamentserrichtung nur die Verwendung von T'.nte und Papier in Frage. Das Testament kann auch auf mehreren Blättern geschrieben fein, sofern sie ihrem Inhalt nach zusammen- hängen. Sogar die Briefform ist zulässig, jedoch muh außer Zweifel stehen, dah man eine letzt- einen Erbinteressenten möglich werden. Schließlich besteht noch die große Gefahr, daß die in dem Testament als Erben Eingesetzten oder mit einem Vermächtnis Bedachten im Proz ßwege ihre Rechte geltend machen oder verleid.gen müssen, weil der durch das eigenhändige Testament Benachteiligte behauptet, daß der Testator zur Ze.t der Testamentserrichtung seiner Geisteskrä te nicht mächtig, oder aus einem anderen Grunde nicht testierfähig gewesen sei, oder dah das Testament nicht oder nicht vollständig von seiner Hand herrühre. Alle diese Gefährdungen werden nahezu ausgeschlossen, wenn der letzte Wille z ii gerichtlichem bzw. notariellem Protokoll erklärt oder dem Amtsgericht bzw. Rotar ein Schrift st ück mit dem Bemerken übergeben wird, daß dieses den letzten Willen des Erklärenden enthalte. Diese Schrift, braucht nicht eigenhändig versaht zu sein, sondern kann z. B. mit der Schreibmaschine hergestellt werden und darf offen oder verschlossen übergeben werden. Da der Urkundbeamte (Richter bzw. Rotar) sich davon überzeugen muh, daß der Testator geschäftsfähig ist, wird später wohl fein Erbin t?r- essent mit Erfolg geltend machen können, daß der Erblasser zur Zeit der T.stamentserrichtung sich nicht in geschäftsfähigem Zustande befunden habe. Darlehens-oder Hypothekenschuld? Eine wichtige reichsgerichtliche Entscheidung in der Auswertungösrage. tglieder. Im Jahre Schluß schieden 128 deichen Zeit um 68410 $ Reichsmark. Letztere be- Richtbcrüclsichtigung auch nisses die Unwirksamkeit der ganzen letzt- willigen Verfügung nach sich zieht, kann nur die größte Sorgfalt empfohlen werden. Jedenfalls ist es ratsam, das fertige Testament einem mit Vermietung allgemein und nicht für den einzelnen Fall auch aus schlüssigen Handlungen des Haus- Wirts ergeben; wenn beifpielsweise der Hauswirt beim Wechsel des Untermieters ohne weiteres die polizeiliche Anmeldung des neuen Untermieters unterschreibt, ohne einen neuen Einspruch zu erheben, so beweist das eben fein Einverständnis. Dasselbe ist anzuneh- men, wenn der Vermieter die Tatsache öfterer Untervermietung kennt und nie dagegen Einspruch erhoben hat. Eine solche Duldung der Untervermietung ist als ihre Billigung anzusehen. Die Abneigung der Hausbesitzer gegen die Untervermietung gründet sich vielfach auf die Tatsache, daß sie eine besondere. Abnutzung der Wohnung dadurch befürchten. Diese Annahme ist z. T. nicht unberechtigt, denn es ist selbstverständlich, dah die Abnutzung einer Wohnung durch mehr Personen größer ist. Dafür kann der Hauswirt aber einen Ausgleich schaffen, als er dann das Recht hat, durch das Mieteinigungsamt evtl, auch durch freie Vereinbarung mit seinem Mieter eine angemessene Erhöhung des Mietzinses zu verlangen. Darüber hinaus ist der Mieter dem Hauswirt für alle Schäden verantwortlich, die infolge der Vermietung entstehen, oder die der Untermieter in den ihm überlassenen Räumen anrichtet. Für diese Schäden haftet der Hauptmieter, der sich dann selbstverständlich wieder an den Untermieter halten kann. keine Unterschrift, auch wenn es durch eine Amtsperson beglaubigt ist. Die Erfordernisse, die für das Testament bestehen, gelten auch für spätere Rachträge. Diese müssen also mit Angabe von Ort und Zeit und mit der Unterschrift versehen sein. Zusätze und Aenderungen im Texte bieten die Möglichkeit der Anfechtung und sind daher zu vermeiden; jedenfalls muh aber das Datum der Vornahme der Aenderung oder Einschaltung zugefügt werden. 8. Die Form des eigenhändigen Testaments wird besonders häufig bei gemeinschaftlichen Testamenten von Ehegatten, und hierbei sind in zahlreichen Fällen die Testamente beider Eheleute ungültig, weil das Testament des einen Ehegatten wegen eines Formfehlers nichtig ist. Es kommt nämlich oft vor, dah der eine Ehegatte das gemeinschaftliche Testament schreibt, mit Angabe des Tages und Ortes und seiner Unterschrift versieht und dann auch die Erklärung, dah das vorhergehende Testament als die letzte Willensanordnung des anderen Ehegatten gelten solle, schreibt, und nur diesen Zusatz von diesem unterzeichnen und datieren läht. Das zweite^ Testament ist ungültig, weil es nicht eigenhändig geschrieben ist und bewirkt auch die Ungültigkeit des ersten Testaments, wenn sich aus dessen Inhalt ergibt, dah es ein gemeinschaftliches Testament fein soll. 179OD e. 6« m b-H* chnlden- hnen. ' zinsfreie«, ^geld, das Ier Wartezeit “ mooaUidie ,nlertnehunn 'Sicherung, te Sicherheit den diesbezüglichen Vorschriften besonders vertrauten Rechtsverständigen zur Einsicht vorzulegen. Es wird sich dann häufig ergeben, dah etwas Wichtiges übersehen worden ist. Ein durch irgendeinen Formfehler ungü tiges Testament kann nicht dadurch zur Wirksamkeit gebracht werden, dah unbeteiligte Zeugen in der Lage sind, zu bestätigen, dah das als Testament ungültige Schriftstück den letzten Willen des Erblassers enthalte. Es kann daher vor der Abfassung eigenhändiger Testamente nur gewarnt werden; dies auch aus dem Grunde, weil der Richtjurist oft nicht in der Lage ist, seine letzte Willensanordnung so abzufassen, daß sein wahrer Wille zweifelsfrei zum Ausdruck gelangt. Weiter ist bei eigenhändigen Testamenten noch auf die Gefahr hinzuweisen, daß sie durch Feuer, Diebstahl, oder in anderer Weise in Verlust geraten können und daß Fälschungen oder die Vernichtung durch Genehmigung zur tlnterverm etung. Von Or. jur. Hans Kraus. Die Wohnungsnot, die es vielfach unmöglich machte, dah Inhaber zu großer Wohnungen, die diese gern gegen eine andere tauschen möchten, eine geeignete Tauschpartei finden, hat weitere Kreise dazu bewogen, einzelne Räume ihrer Wohnung an Unteroermieter abzugeben. Grundsätzlich ist zu solcher Untervermietung die Z u st i m - m it n gdes Ha us Wirts erforder ich. Es steht im Belieben des Hauswirts, ob er diese Genehmigung geben will oder nicht. Rach den Bestimmungen des BGB. hat allerdings der Mieter einer Wohnung das Recht, ohne Rücksicht auf den noch längere Zeit laufenden Mietvertrag das Mietverhältnis mit der gesetzlichen Frist zu kündigen, wenn der Hauswirt 'die Erlaubnis zur ilnteroermietung ohne Dor 1 iegen eines wichtigen Grundes verweigert.Da heute in den meisten Fällen der Mietzins nach Monaten bemessen ist, kann dann also die Kündigung zum Monatsende erfolgen, und zwar muß sie spätestens am 15. des Monats ausgesprochen werden. Dieses Recht, welches das BGB. jedem Mieter einer Wohnung gibt, ist zur Zeit kaum einmal zu verwirklichen. Was nützt dem Mieter das Recht, seine Wohnung kündigen und ausziehen zu können, wenn er infolge der Wohnungsnot keinerlei Möglichkeit hat, ein anderes Unternommen zu finden? Hm in diesem Interessengegensatz zwischen Vermieter und Mieter einen Ausgleich zu schaffen, hat das Mieterschuhgeseh eine Ausnahmebestimmung dahingehend geschaffen, dah die Erlaubnis des Vermieters zur Untervermietung durch den Spruch des Mieteinigungsamts beim Vorliegen gewisser Voraussetzungen erzielt werden kann. Die Differenzen, die sich zwischen Mieter und Vermieter bei der Frage ergeben, ob der Mieter ein Recht auf d i e Genehmigung zur Untervermietung hat, ober ob ein wichtig e r Grund zur Verweigerung der Genehmigung vorliegt, beruhen häufig auf mangelnder Kenntnis der in Frage kommenden Bestimmungen. Der Hauswirt kann, wie schon gesagt, die Erlaubnis zur Untervermietung verweigern, wenn ein wichliger Grund dazu vorliegt. e3n solchem Falle kann auch die Genehmigung durch den Spruch des Mieteinigungsamts nicht ersetzt werden. Ein wichtigerGrund, die Untervermietung zu verweigern, ist insbesondere die beabsichtigte Untervermietung an nichteinwandfreie U n - t e r m i e t e r . beispielsweise an Leute, die wegen ihres nicht einwandfreien Lebenswandels bekannt, oder vielleicht vielfach vorbestraft sind und bei denen der dringende Verdacht gegeben ist. dah sie auch weiterhin von ihrem strafbaren Vorleben nicht ablaffen werden u. ä. Ein wichtiger Grund wäre weiterhin die durch Untervermietung eintretende Hcberfüllung der Wohnung, also der Zuzug unverhältnismäßig vieler Personen, und vor allen Dingen die Tatsache, daß die ganze Untervermietung sich nur als eine verschleierte Form der Wohnungsabtretung darstellt. Liegen derartige wichtige Gründe nicht vor, so kann dem Hauswirt nur empfohlen werden, die Genehmigung zur Untervermietung zu erteilen. da sie ja sonst vom Mieteinigungsamt selbst gegeben wird und ein solcher Streit nicht ge- willige Verfügung nicht bloß in Aussicht stellen, sondern wirklich errichten wollte. 4. Hinsichtlich der Schrift und der Sprache, in der das Testament verfaßt werden kann, ist der Erblasser freigestellt; nur muß er beide derart verstehen, daß er seinen Willen einwandfrei hierin zum Ausdrucke bringen kann. So ist z. B. ein von einem Kenner der alten Sprachen in griechischer Schrift und Sprache abgefahtes Testament — vorausgesetzt, daß auch die übrigen Formvorschriften erfüllt sind — nicht ungültig. Auch die Verwendung der Kurzschrift (bei Gebrauch eines bekannten Systems) erscheint zulässig, doch hat deren Anwendung Bedenken, da möglicherweise der Erklärung die erforderliche Deutlichkeit fehlt und der Beweis der Eigenhändigkeit schwieriger fein dürfte und ferner Zweifel bestehen können, ob nicht ein bloßer Entwurf vorliegt. $ Die Angabe des Ortes und Tages der Testamentserrichtung ist wesentlicher Bestandteil der TestamentserNärung und muß deshalb auch eigenhändig geschrieben sein. Die Benutzung etwa eines Briefbogens, auf welchem die Ortsangabe vorgedruckt ist, oder die Anwendung eines Datumsstempels genügt nicht. Es ist nicht erforderlich, aber empfehlenswert, das Datum mit der Ortsangabe vor die Unterschrift zu sehen; jedenfalls müssen diese Angaben in solcher Beziehung zur Erklärung des Erblassers stehen, daß nicht zweifelhaft sein kann, es solle der Ort und Tag der Errichtung bezeichnet werden. Das Datum kann auch im Anfang der Erklärung, oder im Texte selbst stehen. Hinsichllich des Erfordernisses der Ort- und Tag- Angabe werden sehr viele Fehler begangen, die das ganze Testament ungültig machen. Der Vermerk: „Gießen im Juni 1929“ genügt also nicht, wohl aber die Angabe: „Gießen am Ostersonntag 1929“. Das Datum muß richtig sein, man kann also nicht willkürlich datieren. Die versehentlich falsche Datierung bewirkt nur dann feine Ungültigkeit des Testaments, wenn das gewollte Datum ohne weiteres aus dem sonstigen Inhalt des Testaments erkannt werden kann, also wenn jemand ein im Jahre 1929 verfaßtes Testament datiert: „Gießen, den 1. September 1829'. 6. Erst durch die Unterschrift kommt das Testament zum eigentlichen Abschluß, wenn auch, wie unter 5. bereits erwähnt, das der Unterschrift nachfolgende Datum das Testament nicht ohne weiteres ungültig macht. Der Vorname kann abgekürzt werden, was sich aber nicht empfiehlt. Auf sonstige Zweifelsfragen, also ob etwa ein Einzelkaufmann mit der ihm zustehenden Firma unterzeichnen kann, soll hier nicht eingegangen werden. Ein Handzeichen (z. B. drei Kreuze) ist rade zur Besserung des Verhältnisses zwischen Mieter und Vermieter beiträgt. Auf der anderen Seite kann dem Mieter einer Wohnung von dem Versuch nur abgeraten werden, die Untervermietung erzwingen zu wollen, wenn wichtige Gründe vorliegen, aus denen heraus der Hauswirt die Genehmigung abgelehnt hat. Tritt der Mieter einer Wohnung an den Hauswirt heran, um die Genehmigung zur Untervermietung zu verlangen, so kann diese von dem Hauswirt einmal ganz allgemein bis auf Widerruf erteilt werden, oder aber auch nur für den einzelnen, gerade in Betracht kommenden Fall. In welcher Form die Genehmigung gedacht ist, wird der Mieter von vornherein mit seinem Hauswirt zu klären haben, um spätere Auseinandersetzungen zu vermeiden. 3m allgemeinen wird man annehmen können, daß für den Fall, daß der Hauswirt nichts besonderes er- klärt, er die Genehmigung grundsätzlich und ohne Rücksicht auf Den einzelnen Fall erteilt hat. Rachteile für den Hauswirt können dadurch nicht entstehen, weil ihm immer noch das Recht des Widerrufs der Genehmigung bleibt, wenn später neue Mieter hinzuziehen, die ihm nicht genehm sind und in deren Person ein Grund zur Verweigerung der Genehmigung gegeben wäre. Ist die Frage, ob die Genehmigung nur für den einzelnen Fall oder allgemein erteilt worden ist, zwischen Hauswirt und Mieter von vornherein nicht geklärt worden. dann kann sich die Genehmigung zur Hnter- Bei der Beantwortung dieser Frage mußiman unterscheiden, ob zur Gültigkeit einer Rechtshandlung die schriftliche Form gesetzlich vor geschrieben ist. oder ob für eine Rechtshandlung die schriftliche Form d e r t r a g 11 d) b e ft int m t worden ist. Gesetzlich vorgeschrieben üt z. B. die Schriftform bei Miet- und Pachtverträgen über ein Grundstück, die länger als ein 3aßr ötuiem sollen, bei Bürgschaitsversprechen, Schuldversprechen und Schuldanerkenntnis. Vertraglich bestimmte schriftliche Form liegt z. B. vor. wenn in einem zwilchen den Parteien abgefcblolfenen Mietvertrag gesagt ist, daß in gewissen Fallen der Vertrag durch Kündigung aufgelöst werden kann, welche schriftlich zu erfolgen bat ober wenn z. B. bei Versicherungsverträgen durch die allgemeinen Versicherungsbedingungen bestimmt ist. daß jeder Teil das DersicherungsverhaltniS schriftlich kündigen kann. Ist durch Gesetz schriftliche Form vorgeschrieben, so muß nach 8 126 BGB. die Urkunde von dem Aussteller eigenhändig durch Ramens- unterschrift oder mittels gerichtlich oder notariell beglaubigten Handzeichens unterzeichnet werden. In diesen Fällen Muß also die Unterschrift eigenhändig fein, Schreibmaschinenschrift, faf»imitierte Unterschrift, Stempelaufdruck, Herstellung der Unterschrift durch eine dritte Person genügen nicht. Ausnahmen gibt es nur bei Den Inhaberschuldverschreibungen und den Aktien und Interimscheinen. ~ Ist dagegen die schriftliche Form für eine Rechtshandlung von den Parteien vereinbart, so gibt für solche Fälle Der § 127 DGB. Die Auslegungsregel, daß die Vorschrift des § I2ö BGB. im Zweifel auch für die durch Rechtsgeschäft bestimmte schriftliche Form zu gelten hat; d. h. also nur wenn in diesem Punkt Zweifel obwalten, soll die strenge Vorschrift des 8 126 gelten, wonach eigenhändige Ramensunter- schrift des Ausstellers verlangt werden muß,. Ob und wann ein Zweifel im Sinne des § 127 DGB. vorgebracht werden kann und als berechtigt anzuerkennen ist, sagt der § 127 nicht, sondern überläßt dies der Beurteilung Der Gerichte. Das Reichsgericht hat sich in einer Entscheidung vom 27. Februar 1923 (RGE. Bd. lOo S. 330) nun auf den Standpunkt gestellt, Daß Die Unterzeichnung mittels mechan.sch verv.cl- fältigtcr Ramensunterschr.fi sich im amtlichen, behördlichen, aber auch im privaten geschäftlich:rr Verkehr in großem Umfange durchs setzt und praktisch bewährt hat und geradezu als eine den Rechtsverkehr im Rahmen des § 127 DDB. erleichternde Form der persönlichen RamenLu:.t?r- schrift beliebt geworden ist und gehandhabt w.rd, namentlich in solchen Fällen, wo rechtsgcschäft- liche Erklärungen von Privatpersonen an eine große Anzahl einzelner Personen abgeferLgt werden müssen. Es ist richtig, so sagt das Reichsgericht weiter, daß eingetoenbet werden kann, es könne mit Faksimile-Ramensstempeln Mißbrauch getrieben werden. Aber dieser Grund darf nicht dazu verleiten, die Möglichkeit einer verkehrsgebräuchllchen Unterstempelung entgegen: Dem Bedürfnis nach Vereinfachung und Erleichterung des Verkehrs durch die Rechtsprechung bis zum äußerlten einzuschränken. Aus Grund dieser Auffassung hat es das Reichsgericht in der oben angezogenen Entschei- Der Vorteil eigenhändiger Testamente besteht im wesentlichen darin, daß der Testator sich jederzeit davon überzeugen kann, welch? einzelnen Bestimmungen er getroffen hat und daß er dies? durch Errichtung eines neuen oder Vernichtung des alten Testaments oder durch Rachträge abänbern kann. Roch auf einen häufig vorkommenden Irrtum sei schließlich hingewiesen: es besteht die weitverbreitete Auffassung, baß bas eigenßänbige Testament billiger sei, als bas gerichtlich ober notariell beurtunbete ober bem Gericht bzw. . Rotar übergebene. Wer ein eigenhändiges Testa- ment in Befitz hat, 'muß dieses nach dem Tode des Erblassers unverzüglich an das Rachlaß- gericht (Amtsgericht) abliefern. Das Gericht hat das Testament den Erben zu eröffnen (bekanntzugeben). Cs werden dann auch für das eigenhändige Testament Kosten erhoben, und zwar in gleicher Höhe, wie sie bei einem gerichtlichen oder notariellen Testament entstanden wären, und zwar erschien dem Gesetzgeber diese.Gleichstellung geboten, um zu verhindern, daß lediglich der geringeren Kosten halber dem Privattestament der Vorzug vor dem öffentlichen Testamente gegeben wird." Bei Abwägung der Gefahren und Rachteile, sowie der geringen Vorteile eigenhäiHiger Testamente gegenüber den Vorzügen öffentlicher Testamente kann in der Regel die Entscheidung nut zugunsten der letzteren ausfallen. Passiva RM. 568599,17 120660,- 50000,- 10000,- : Wltttel mwen nuc öS jUrul jadung ’P FortKord »and ■«<, E> Wirtschaft Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt bejchlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 o. H.. Lombardzinsfuß 7 v. H. Banknoten. L/eoifrnmarkl Berlin — Frankfur» a. M. I 5,6 bis zu 5 Mk. anzieh rn. Rinder ver- zu 1 Mk., Kälber 3 Mk. und Schafe Bl 53. 40, bis bis Schweine loren bis 2 Mk. b 40 bis 47. Schweine: b 76 bis 79. C 77 bis 80. D 76 bis 80. E 74 bis 78. 3m Vergleich mit den Preisen der vergangene Woche konnten 28,75 5,5 46 bis 49. Dullen: A 54 bis 55, b 49 bis Kühe: A 46 bis 43. b 41 bis 45. C .34 bis D 28 bis 33 Färsen: A 56 bis 58. B 52 55, C 48 bis 51. Kälber: B 70 bis 75. C 64 69, D 58 bis 63. Schafe: Al 48 bis 51, 4% Oeflcneichtidif Oolorente . . 4,20% CefteneldiUdie Silberrente 4% Cefimetdilidie Einheitliche Rente 4% Ungarijche Goldrente .... 4% Ungarische Etaaisrentev. 1910 454% OMfll. von 1913 4% Ungarildie Kronenrente . . 4% lürflldie gollanieibe von 1911 4% Türkische Bagdabbabn-Anl Serie ' 4% deegl Serie II 5% Rumänische veretnh. Rente von 1903 4%% Rumänische veretnd. Rente von 1913....... • 4% Rumänische vereinb. Rente . rechts Rr. 21 vom l.Dovenrber 1929 der offentl.» rechtlichen Versicherung.) Das R ich:geri->t hat sich auch hier aus den oben erwähnten Erwägungen heraus für die weit rgchmde Auslegung entschieden. Es handelte sich hier um Mahnschreiben aus Grund eines Versicherungsvertrags. Daß bei der Unterschrift von behördlichen Zeugnissen, Dcfch i igu'.ren, Zahlungsanw.isun- gen usw. eigenhändige Unterschrift notwendig ist. ergibt sich ohne weiteres durch die behördlichen Vorschriften, oder durch entsprech nde gesetzliche Bestimmungen, wie z. B. aus Art. 74 ff. des hessischen Ausführungsgesctzes zum freiwilligen Gericht barkesi-g seh für die Beglaubigung durch die Amts- und Ortsgerichte. düng als dem Willen der Parteien entsprechend erklärt, daß ein Faksimilestempel als gültige Unterschrift anzusehen sei. 3n dem betreffenden Falle war von einer Versicherungsgesellschaft eine größere Anzahl von Kündigungsschreiben an alle gegen E'nbruchdieb- stahl Versicherten mit der Unt r'chri't des Generalvertreters abgeschickt word'N. wobei d:rVame als faksimilierte Unterschrift durch Stempel aufgedrückt war. Veucrdings Hot das Reichsgericht in ekner Entscheidung vom 25. 3uni 1929 zu der Frage Stellung genommen, ob faksimilierte Unterschrift unter einem Mahnschreiben genügt. (Vgl. Praxis des Derwaltungs- ÄZochenbericht vom Frankfurter Schlack iviehmarkt. Auch in der neuen Woche änderte sich an der seit einiger Zeit bestehenden gedrückten Stimmung nichts. Der starke Auftrieb an den meisten Märkten trug eher noch zur Verschlechterung der Lage bei. so daß sich das Geschäft allgemein in sehr engen Grenzen bewegte. Lediglich der Export schritt w'eder stärker zu Käufen. Die Preise gaben mit Ausnahme von Schweinen teilweise ganz erheblich nach. Aut dem Rindermarkt war der Auftrieb starker, als in der Vorwoche. Gute Qualität wurde reichlich angeboten und auch meist über Rotiz bezahlt. Rach ruhigem Handel verblieb Ueberstand. Am Schweinema rkt war die Beschickung erheblich geringer. Das Geschäft bewegte sich trotzdem in rehr ruhigen Bahnen. Die Preise lagen gegenüber der Vorwoche bis zu 5 Mark höher. Kälber hatten infolge des großen Auftriebs langsames Geschäft und einen Preisverlust von 3 Mark zu verzeichnen. Schafe wurden nach mittelmäßigem Geschäft und leicht nachgebevden Preisen geräumt. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1582 Rindern, darunter befanden sich 331 Ochsen, 70 Dullen. 620 Kühe und 390 Färsen, ferner aus 1635 Kälbern, 412 Schafen und 4975 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 146 Rinder, 274 Kälber und 70 Schafe mehr angetrieben, während 712 Schweine weniger zum Dernaus standen. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen: Al 54 bis 57, A 2 50 bis 53, Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Zum Beginn der neuen Berichtswoche war die Stimmung etwas freundlicher. Die sehr günstigen Geldmarktverhältnisfe trugen zur Zuversicht bei, da hierdurch erneut Hoffnungen auf eine baldige w itere Diskontsenkung an den internationalen Plätzen auftraten. 3edoch konnte die gebesserte Stimmung keine feste Gestalt an» nehmen, da auf der anderen Seite der anhaltende Ordermangel erneut zur Zurückhaltung mahnte. Die Spekulation zeigte sich sehr deprimiert und schritt vereinzelt zu Glaitstel^ungen. Die Börse war aber dessenungeachtet meistens im Grundton ziemlich widerstandsfähig. Das Geschäft wurde im Laufe der Woche aber immer kleiner, so daß zeitweise eine völlige Stagnation eingetreten war. Der anhaltende Auftragsmangel wurde als stärkster Druck empfunden. Die Zuspitzung des innerpolitischen Wirrwarrs trug ebenfalls einen Teil zur Verschlechterung der Lage bei. Als verstimmende Faktoren waren noch anzu'ühren: die geplante Betr'ebseinschränkung bei Mannesmann, wovon mindestens 1000 Arbeiter betroffen werden sollen: die weitere Zunahme der Arbeitslosigkeit im Reiche: der unbefriedigende Konjunkturstand bei der 3ndustrie und vor allem der starke Rückgang der Siemens-Debentures im Auslande. Am Liquidation! tage drückte Prämienware auf den Markt, und die Kurse mußten bei immer großer werdender Lust'ofg'e t tociter nachgeben. Die Verluste nahmen aber n e größeres Ausmaß an. Es genügte schon Angebot von kleinsten Stücken, um eine Verstimmung heraufzubcfchtoören. Nachdem der Liqudat'onitag ohne Reibung überwunden wurde, trat immer noch keine Belebung ein, da doch vielfach angenommen wurde, daß gerade der Monat Marz mit feiner Länge genug Spielraum ließe, um den Termingeschäften einen Anreiz zu g'ben. Es wurde richtig gemutmaßt, und die Stimmung besserte sich. Doch schritt die Kulisse nur in Spezialaktien, aber auch in solchen Werten, bei denen gerade eine Zufallsanrgung vorhanden war, zu Deckungen. Rur in diesen Papieren war die Umsatztätigkeit etwas lebhafter. Da Aufträge nur in ganz bescheidenem Umfange ein- getrtffen waren, blieben die R'benmärkte verödet, hatten aber in Anbetracht der besseren Stimmung ebenfalls kursmäßig eine Besserung erfahren. Die Tendenz wurde ausgesprochen freundlich, als man feststellen konnte, daß sich Siemens-Debentures wieder einer regeren Rachfrage erfreuten und ziemlich im Kurse steigen konnten. Siemerrs-Dezugsrechte tourt) n mit 6 Proz. amtlich notiert, was alle Erwartungen übertraf, da man angenommen hatte, es käme nut eine Rotiz bis zu 4 Proz. in Frage. Schon von diesen Tatsachen ausgehend wurde die Lage allgemein günstiger beurteilt, hinzu kam aber noch, daß die Dörsenverhältnisse in Reuyork besser liegen, und man erhofft hiervon ausgehend im Zusammenhang mit den leichten Geldmärkten eine Begebung des G schäst's. Die meisten Werte konnten sich wi"d)t bessern. Rach Berücksichtigung d:s R.Portgeldaufschlages wurLetzte Nachrichten. Eine Frau in Weh'ar 'oiqef ihren. ZIWetzlar, 1. Marz. (Drahtmeldung des „Gieß. Anzeigers".) Ein schwerer Unglücksfall, dem ein Menschenleben zum Ovser fiel, ereignete sich heute vormittag in der Lahnstraße in der Nähe der alten Lahnbrücke. Die 78 Jahre alte Ehefrau Biek von hier wollte von einem Bürgersteig zum andern yehen und wurde hierbei von dem Lieferwagen eines Gemüsehändlers von hier überfab- reu. Das Vorderrad des Lieferwagens erfaßte sie und drückte ihr das Genick ab. so daß der Tod sofort eintrat. Wie verlautet, soll der Führer des Lieferwagens Feine Schuld an dem Unglück tragen, da er rechtzeitig Warnungssignale geneben haben soll. Da die Frau fchroerbör1 sein soll, ist anzu- nehmen, daß sie die Warnungssignale des Wagens nicht gehört bat. Nähere Aufklärung wird die gerichtliche Untersuchung ergeben. 28,9 5.4 2.6 >5,9 23 24,7 >.65 6.8 •>,? 6,8 II 17.8 8,85 26,2 23,J 2,7 6.6 • Creditverein Heuchelheim. Zu dem Bericht in unserer Donner. tag-Ausgabe über die Generalverfammlu.ng des Creditvereins Heuchelheim wird uns von der Leitung des Creditvercins berichtigend mitget-iU, die Angabe in dem Bericht, daß jetzt zum erstemnal die Bilanz die Million überschritten habe, sei nicht richtig. Schon lange vor dem Kriege habe die Bilanz Millionen aufgewiesen. * Reichsindex für d i e Lebenshaltungskosten im Februar. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung. Wohnung. Heizung, Beleuchtung. Bekleidung und „sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den Durch chnitt des Monats Februar auf 150,3 gegenüber 151,6 im Vormonat. Sie ist somit um 0,9 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf eine weitere Senkung der Ernährungsausgaben zurück- zusühren. und zwar haben sämtliche Rahrungs- mittel, außer Gemüse und Kartoffeln, im Preise nachgegeben. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen (1913/14 — 100): für Ernährung 147.9, für Wohnung 126,8, für Heizung und Beleuchtung 153,7, für Bekleidung169,4, für den „sonstigen Bedarf" ein'chliehlich Verkehr 192 9. * Norddeutsche Grund-Credit-Bank in Weimar. Das zur Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken gehörende Institut legt einen Teilbetrag von 3 Millionen Goldmark neuer achtprozentiger Gold-Pfandbriefe, Emission XXV, zum Kurse von 96 o. $). zur Zeichnung auf Die Rückzahlung dieser Pfandbriefe wird ausschließlich nur im Wege der Auslosung zu 100 v. H. erfolgen. Die Verlosungen beginnen im Jahre 1935 mit jährlich mindestens 1,5 v H. Bis zum Jahre 1959 muß die gesamte Anleihe zurückgezahlt sein. Für die Pfandbriefe ist eine Stückelung vorgesehen, die sich zwischen 50 und 5000 Goldmark bewegt. Der Verkaufserlös kommt in erster Linie der Landwirtschaft sowie der Finanzierung neuer Wohnungsbauten zugute. Näheres ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., l.März. Tendenz etwas freundlicher. Zum Wochenschluß mochte sich eine freundlichere Stimmung bemerkbar. Die Annahme des Poungplanes in den verschiedenen Ausschüssen des Reichstages stimmte Zuversicht- l i ch e r, da sich hieran die Hoffnung knüpft, daß die anderen, noch offenen schwierigen Fragen bald eine Erledigung finden werden. Die politische Situation wurde ruhiger beurteilt. Die feste gestrige Neuyor- ker Börse bot ebenfalls Anlaß zu Besserungen. Die Spekulation, die fast die ganze Woche hindurch nur zu Abgaben geschritten war, zeigte Rückdeckungs- bedürfnjs, und in Spezialwerten konnte sich etwas lebhaftere Umfatztätigkeit entden die Verluste gegenüber der vergangenen Woche zumeist wieder ausg eglichen. Rur einige Werte, die einen stärkeren Rückschlag in der trüben Zeit hinzunch.nen hatten, könnt n sich nicht ganz erholen, doch waren die Verluste nur von untergeordneter Bedeutung. Arn Kunstseiocrnarkt lagen Aku auf geplante Detriebseinschränkungen weitere 4 Prozent schwächer. Deutsche Linoleum und Salzdet urth gaben je 4 Proz. nach. Zellstoffaktien und Siemens waren bis zirka 3x/s Proz. niedriger. Am Montanmarkt war die Tendenz recht unsicher. Verstimmend wirkten der Rückgang des Kohlenabsatzes im Ruhrgebiet und die zunehmenden Feierschichten. Tie starke C tlastung des R.ichs- bankausweises konnte für die gesamte Börse erst nachwirken. Für 3kse Bergbau bestand aus höhere Dividendeschähungen lebhaftes 3nterefse, und dieses Papier ging sprunghaft in die Höhe. Aber zum Wochenschluß trat eine Reaktion ein. als bekannt wurde, daß eine unveränderte Dividende von 10 Pro), zur Au'.schüttung gelangen solle. Trotzdem war die Stimmung freundlich, und Svezialpapiere konnten bei lebha'terer Rach» frage seitens der Kulisse weit r anziehen. Aufträge fehlten immer noch. Sine Diskontreduktion der Bank von England wurde nicht vor- genommen, doch war man hierüber nicht verstimmt, da die Derhältn sie am Geldmarkt, trotz der Anspannung zum Ultimo, w ter günstig be- urtei.t werden. Lebhaft res 3nt r sie b stand am Transportmarkt für QL-©, für D-rkehrswesen, die 6V2 Proz^ anziehen konnten. Auf eine Erklärung von Verwaltungsseite lieh dieses Papier größere Gewinnchancen crr:nncn. Am R'nten- markt waren deutsche Anleihen in dieser Woche leicht nachgebend, während für Ausländer teilweise das Interesse anhalten konnte. Doch ergaben sich auch hier kleine Rückschläge. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 Proz. gesuchter. 26 -4,25 2.7 65 6,5 6,5 10.9 17 .8.9 falten. Aufträge sollen wieder nur in ganz geringem Umfange eingelloffen sein, so daß der Markt hierdurch keine Belebung erfuhr. Im Vordergründe des Interesses standen Sch.ffahrtswerte. Die F u- sionsgerüchte zwischen Hapag und Norddeutscher Lloyd erhielten sich immer noch, ohne daß in irgendeiner Beziehung offiziell etwas über die Angelegenheit bekannt geworden wäre. Aber die Gerüchte genügten schon, um die Kulisse dH Meinungskäufen zu veranlassen. Hapag eröffneten 2 und Norddeutscher Lloyd 2,5 v. H. höher. Einen Spitzengewinn hatten Salzdetfurth mit plus 5 v. H. Der Bericht des Kalisyndikats befriedigte. Am Elektromarkt konnten Siemens, welche an der gestrigen Abendbörse mit Bezugsrecht notiert wurden, 2 v. H. gewinnen. Sor st kamen außer Lech- werke, die leicht gebessert waren, keine Eistkurse zustande. Von Chemiewerten konnten Farben 1,5 v. H. gewinnen. Rütgerswerke etwas fester. Montanwerte ohne nennenswertes Geschäft. Banken leicht anziehend. Am Kunstseidemarkt waren AKU. eher niedriger. Renten still. Ablösung mit Option aaben etwas nach, während Schutzgebiete leicht befestigt waren. Im Verlaufe besserte sich die Tendenz weiter, da die Spekulation immer noch Deckungsbedürfnis zeigte, veranlaßt durch eingetroffene Orders. 3m aUgcmrinen lagen die Kurse bis zu 2 v. H über Anfang. Etwas mehr Interesse mochte sich für Montanwerte geltend. Zellstoff Waldhof gewannen insgesamt 5 v. H. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt lag Spanien wieder schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1918, gegen Pfund 20,3675, gegen Paris 124.30, London gegen Kabel 4,8600, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 40,00, gegen Schweiz 25,1925, gegen Holland 12,1250. Berliner Börse. Berlin, 1. März. Der heutige Frühoerkehr und die Vorbörse ließ infolge des Ordermangels eine ausgesprochene Tendenz noch nicht erkennen. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs zeigte es sich dann aber, daß eine optimistiscye Auffassung vorherrschend war, und das Ere,ffnungsmveau lag der freundlichen ©runtftimmung entsprechend ‘ eiroa 1 d. H. über dem gestrigen Schluß. Die politische Lage-schien sich etwas zu klären es herrscht allgemein die Ansicht, daß alle Beteiligten die Absicht bekunden, die vorhandenen Meinungsverschiedenheiten zu überbrücken. In diesem Zusammenhänge löste die Mel- düng, wonach der Reichspräsident von Hinden» bürg seine Autorität zur Förderung der Derständigungsdestrebungen einsetzen werde, lebhafte Befriedigung aus. Der Bericht ces Instituts für Konjunkturforschung, der zum Sch uß zu einem zuversichtlichen Ausblick für die Wirtschaftspolitik kommt, fand ebenfalls freundliche Beurteilung. Hinzu kam, daß am Schiffahrtsmarkt die Meldung von der bevorstehenden Freigabe anregend wirkte, wovon auch die übrigen Märkte profitieren konnten. Einige Werte waren noch etwas über 1 d. H. auf 2 5 v. H. gebessert, und zwar Berliner Handelsgesellschaft, Siemens, Hamburger Elektrizität, Gesfürel, Dessauer Gas, W. steregeln, Ilse Bergbau, Essener Steinkohlen, Spritwerte, Mannesmann, letztere auf die Wiederaufnahme des Werkes in Komokau. Nur vereinzelt beobachtete man kleine Abschwächungen, die aber nicht über 1,5 v. H. hinausgingen. Deutsche Anleihen waren behauptet. Ausländer ruhig und nicht ganz einheitlich. Der Pfand- briefmarft war unentwickelt. Der Geldmarkt war geringfügig erleichtert. Tagesgeld 7,5 bis.8,5 v. H., Monatsgeld 6 75 bis 8,5 v. H., Warenwechsel ohne Umsatz. Im Verlaufe kam am Montan-, Banken-, Elektro- und Farbenmarkt stärkeres Interesse zur Geltung. Mannesmann konnten aus dem angegebenen Grund weiter anziehen. Der Kalirnarsi war auf günstige Absatzschätzungen ebenfalls lebhafter und anziehend. Vereinigte Stahlwerke A.-lS., Düsseldorf. Die gestrige ordentliche Hauptversammlung der ^Bereinigte Stahlwerke A.-G. erledigte widerspruchslos die Regularien und fetzte die sofort zahlbare Dividende auf 6 v. H. fest. Zum Geschäftsbericht führte Generaldirektor Dr. D ö g l e r u. a. aus, daß die Kohlenförderung im vergangenen Jahre um rund 3 v. H. hätte ge- steigert werden können, während die Roheisen- und die Rohstahlerzeugung um 7,5 v H. abgenommen habe. Diese Zahlengegenüberstellung unterstreiche die ungünstige Lage der Wirtschaft. Auch für das lau- f?nde Jahr liege leider fein Anzeichen einer Besserung vor. Der Auftragsbestand in der Eisenindustrie sei sehr stark zurückgegangen ynb betrage heute nur etwa 70 v H. des monatlichen Durchschnittes des letzten Geschäftsjahres. Die trostlose Lage der Landwirtschaft, die stark gesunkene Bautätigkeit und ins» besondere das Fehlen der Bestellungen der Reichsbahn seien die Ursache dieses Rückganges. Als ein aür.ftiges Moment könne hingegen die Bildung des Eisenverbandes auf 10 Jahre gewertet werden. Im Zusammenhang damit seien auch internationale Abmachungen zustande gekommen, die die Hoffnung zuließen, daß mindestens ein weiteres Abgleiten der Preise auf dem Weltmarkt verhindert werde. Die gute Peschistigung im Kohlenbergbau im vergangenen Geschäftsjahr sei jetzt ebenfalls ins Wanken gekommen. Vom Januar an hätten alle Zechen Feierschichten einlegen müßen. Im Februar habe sich die Absatzkrise ganz wesentlich verschärft, dabei hätten sich de Kohlenvorräte auf den Bergwerken mehr als verdoppelt. Es läge bisher kein Anzeichen einer Verbesserung der Geschäftslage im In- ober Auslande vor. Für den Kohlenbergbau feien die Verhandlungen zur Bildung eines neuen möglichst auch 10jährigen Syndikates im Gange. Die Gegensätze zwischen den einzelnen Wirtschaftsgruppen aber seien noch sehr groß. Man habe jedoch die Hoffnung, daß in gemeinsamer Arbeit die Bergwerke sich nach dem Dorbilde der Eisenindustrie wieder fest zusammen- schließen. Hronktun a 2)1 Berlin Ech.uß«. Hir# I i'Uvr« « re (Schluß-1 lurd | Anianq- fiurd Datum 28. z. 1. 3 2a. 2- 1. 3 6% Deutsche Reichoanteihe von 1927 ........ . 7% Deutsche Reichsanleihe 87,5 — 87,4 - von 1929 ........ Scutldje Anl..«blöt.-Schuld mH 97 — 97,2 — 4Iusft>i.-Rechten . . . 51 50,9 51 51 Desgl..ohne Auelos.-Rcchte . . . 8% fielt. Volkeliaat von 1929 ,4 8.4 8,4 (nkhablb. io»%) . . . Cberbeiien Provinz • Anleihe mH 86 — 5.25 — Ausloi.-Rechten 49,13 _ — Deutsche Komm. Eammelabl. Anleihe Serie 1 . 8% Rtanff. Hov.-Bank Goldvie 48,9 48.6 — XIII unkündbar bis 1934 .6,5 — — — 7% fftanlf. Hrw -Bank Goldpse unkündbar bis 1932 VA% Rdeinilche Hnv.-Bank 84,5 — - — L takte Goldpse.. 8% Pk. L an desvlandbriesan statt. 81,9 — — Bsäftdbrtele R. 17 8% Br Lanveopsandbriefan statt, 97 — 97 — ftomm..£bl. iR. 16 7% Pr. Lanberpsandbrtefanstalt, Pfandbriefe R. 10 -4,5 — 94 — 89 — 9 AEG. abg. Borkrtegs-Obltgatio- nen.-tüdiablbar 1932 . . . 92 — — — Frankfurt a. Ul. 23erlm Schluß« lurs 1-Uhr- Rur «Schluß« ■ur Bnia y Hur8 Datum 28- l- 1. 3 28. '2- 1. 3. v'uml'urfl»"2lmenta Bäte, / 99,5 101.5 99,5 100.75 Hamburg-Südam. Dampfschiff 8 Hama Tampsschifs .... 10 — — — — Norddeutscher Lloyd ... 8 103,5 — 103.4 105 Allgemeine TeulscheEredttansl. Barmer Bankverein . . . 10 121 — 121.4 121.13 10 129,25 129.5 129.13 129.5 Berliner Handelsgesellschaft . 12 184.5 184 185.25 Commerz- und Privat-Bank . 11 ■ 55 5 155,75 155,5 155,75 Darmstadter und Naiionalbank Deutsche Bank und 12 236 — '235.25 235.25 TiscontoGeseUschajt, . . 10 148.25 149 148.5 148,75 Dresdner Banl ...... 10 149.75 149.75 149.75 149.75 Reichsbank........ 12 287 288 288 A.EG........... . 8 ■63.75 164.75 164/25 164,75 Bergmann........ . 0 — ülcltr. LteferungSgeleNIchaft. 10 — — ■ 60 65 — Licht und Kraft..... 10 166 — 166.5 — .Zellen & Guilleaume . . . Äeseuichafi für Elektrische 7V3 127 — 127 127 Unternehmungen .... 10 ■ 70 — 1695 170,9 Hamburger ElektrUitätS-Derke 10 132 Rheinische Elektrizität . . . 9 — — — Lchlesische Elektrizität. . . . 10 — — 162 162.5 Schlickert 8 Eo...... 11 — 186.25 187 Siemens & Halske..... 16 251 253 257 253 Transrabio . ...... . 8 — — — — Labmever L Co....... K 265 — 164 - >4,5 74.25 Deutsche Erdöl...... . 6 — 102 102.13 Eisener Steinkohle . . • • . . 8 — 138.75 140.25 Gelsenkirchener ...... . 8 138 — 138 138.75 Harpener ....... . 0 133 — 133 133 Hoesch Eisen. ....... 6'/2 — - 110,25 110.25 n.se Bergbau . .'..... 10 - - 243.25 245 Hlorfnenverfe - .••••• . 7 104.25 - .104 104.25 Koln-Reuellen....... . 7 — - — 107.75 Mannesmann-Röbren . . . '04.5 106 ■ 04 105.5 Mansfelder Bergbau ... cberschlei Eisenbeoark . . . Ldertchles. KokSwerke . . ' 6 '05.5 05.5 105.25 105.75 . 7 — 00.25 100.4 1-bonlr Bergbau . . . ey, ■01 101 101.5 Rheinische Braunkohlen . . 10 —- 239.5 239 W H5.75 116 7,2 96.75 »rank'un a. " . Berlin «Schluß« 1 l.llhr« Schluß« Bn,an i- nrs | Stur« ii rd fiurei Datum 28. 2. 1. 3 28. . 1. 3 Bereinigte Stahlwerke . . . 101 5 — 101,5 101,5 CtüDl Minen......1 6*1. — — 56 13 56.25 Kaliwerke Richersieben . . . u 208 — >07.5 207.75 Kaliwerke 'l.esteregeln . . . H 211 — 212 Kaliwerke SaUdekfurth . . . 15 354 359 154.75 356 I. G. ^arben-Induskne . . . Yi 162.5 163.75 162.75 163.25 Dnnamlt Nobel...... . 6 — Scheideanstall..... . - l> 146.65 — - - Goldschmidt ...... . 5 69 — 69 5 69,5 RiitgerSwerke ....... . 6 76.25 76,75 75.75 Metallgelelllchafk...... . k 109 — 110 — Phtltvv.Holzmann..... . 7 96 —— 96 Zementwerk Heidelberg . . 10 125.5 — — Cemcntwerk Karlstadt. . . . 10 141 .5 — — — Wank & krrevtag..... . 8 84.75 84.25 84 — Schultheis Pasenhoser . . . 15 — - 269 269,25 Cflmrde......... 12 — — ■208,5 209 75 2lku .......... 18 >47.75 107.5 107.75 107.5 Bembcrg......... 1 ' — 154 154,5 Zellttoss Waldbok .... 8'/. — — >.3.25 204 Zellstoff Aschas'enburg . . . 12 — 150.75 149.25 — Charlottenburger Walser . . . 8 — 104,65 105.5 Dessauer Gas....... . v — - 170,75 172 Daimler Motoren .... . 0 — 38 37.65 38 Deutsche Linoleum .... 243 —- 243 — Maschinenbau A.-G. .... . Ü — — 44.65 45,5 Rat. 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H2,IO 112 54 80.62 en 0^ Spanisch' Noten....... 51,70 51 90 Tlch choilowakische Noten . . 12.34 12.40 Ungarische Noten ... 72.94 73 24 Z8. lUtruat I.MÜr, Amtlich Geld Dotierung A ri t Amtliche Notierung Gelb Ärlel zinvt» iHott. 167.84 168.Io 167 »3 188,17 B» n AireS 1,575 1.579 1.578 1.582 Brss. Antw- 18.315 58.435 58.31 58.43 Chriskianta - 111.94 112.16 111.96 112,18 Kop.-nbag.-n 112.05 112.27 H2.02 112.24 Stockholm . H'2.34 112.5t 12,37 112,59 HelniigiorS. 10 526 10.546 10.526 10.546 Italien. . . 21.64 21.9b >1,945 ’1.£85 London. . . 20 34 20.386 20,346 20,386 -'.'eunork . . Baris.... 4.1865 4.1945 4.187 4.195 16.37 16.41 16,37 16.41 Schweiz . . 30,7. 80.64 <»,76 0.92 2Da i:n . .Japan .. . hio de Jan 51,33 51.43 50.95 51,05 2.061 2.065 2.059 2,063 0.467 0.469 1.467 .469 Wien in T-- Ceft. flbfleft 58,955 59.075 58,96 o9,'08 Prag . . . 12 401 12.426 ■2.40 12.42 Bel irad . . 7.373 7.387 7.363 ' 7.377 Dudap 't. . 73 12 73.26 73.135 73, 75 Pul arten "'ssabon 3,037 3 043 3,03/ 3,043 18 83 18 87 13,83 18,87 Tanra ■ . . Konst ntin. 81.3 81.54 <1.37 41.53 177t 1.782 1.77 1.782 Athen . . 5.415 5 425 5.425 5,435 Conada 4.163 4.171 1.163 4.171 llru uoh . 3.666 3 674 3.666 3,674 üairo . . - 20.865 20.905 20.857 20.897 Hill! von ände wähl n&s 'M ?JU Mi MD, u 800 «0 hlOM. I 7 h°i / / /wo II3OO / l M. L W M./// / r//J / / / 5116(i rv / / / fr™ A / 15503ec/ r / / / /wU -J / / 4« nej 650 h(1Ul TELEFUNKEN ■L/ TELE Ff FUN KEN Bauschule Ingenieurschule EiekUoteO.'.'W. Maiciwen-, Auto-. Ho®jnjjb*u, Plug, Archeektvf. Bau’.rigenl- evrereseA. E i*er.Oeu. 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Norddeutsche Grund-Credit-Bank, •7ö9V (Gemeinschaft»gruppe Deutscher Hypothekenbanken) Norddeutsche Grund-Credit-Bank Gestündet 1868 Weimar Staatsaufsicht Aktienkapital und Reserven: 9,2 Millionen RM Gesamter Darlebnabestand: 190 Millionen RM Einladung zur Zeichnung aut 3 Millionen Goldmark neue, nach thüringischem Gesetz mündelsichere verlosbare 87»Gold Pfandbriefe EmissionXXV zum Zeichnungskurse von 96 7» la frischgebrannter Weiß-und Graukalk ab Kalkofen Großen-Linden Gewerkschaft Gier». Braunsteinbergwerke Vertr.-Bureau F. Funk, Gießen (Bergwerk)Tel. 4282 >■424 TELEFUNKEN40 Dazu ein TELEFUNKEN. LAUTSPRECHER ARCOPHON Zum Anschluß an die Wechselstrom* Lichtleitung TELEFUNKEN 40 W Preis mit Röhren RM. 440.— Zum Anschluß an die Gleichstrom* Lichtleitung TELEFUNKEN 40 G Preis mit Röhren RM. 425.— Europa-Empfang mit STATIONSWÄHLER Ohne Hochantenne Herren- und Konfirmanden Wäsche Reinigen und Aufarbeiten von Federbetten, C. ROHR&CO Matratzen, Steppdecken. 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Brockmannv ^ZwergsMarl«-. vi» »hnfiatogilch Mfltonmtiu NahrsLlj-Mischaag! • Ärte gesSH» lich» gnttertoU • Daher die erfta-nlichea MehrleislUNgeM UM VtUch, Flrilch, Fea, Siern • E irrige Fresjer. bell» Fulleran». »npmg • Sicherster Schatz gegen Äupdjteftan^etted • ________ «chl bi Original-Pcuhnrg ei» ü)jt! ' >L,1OOOOO Rotqeber umfonft lide ’ B d» *rtautsMe cdo fr« du* I — W Abyn ’ TutntzÜ 006 Dädaönötii m Prütungsber. Oberrealschulc EaaagOglUIIlu Relorm - Realgymnasium n • > . < m Internat. Kl. Klassen. kL Bad Lieoenstein Heim Schularb.unt Anleit.nt Geschäftseröffnung! Meiner werten Kundschaft von Gleisen und Umgebung zur getl. Kenntnisnahme daß Ich ab 3. März 1930 Steinstrafee 56 unter Leitung des Herrn Heinrich Schneider eine Verkaufsstelle 1. Brot-u. Feinbackwaren eröffne. Herr Schneider wird bestrebt sein, meine Kundschaft prompt und reell zu bedienen Das mir seither entgegen* gebrachte Vertrauen bitte ich, uns auch E3 Lwcrq Markc W Pf ei I ri ng Lanolin-Creme M Vergebung von Slrahenunferhalfungs- und Walz- material. Auf Grund der Reichsverdingungsordnung soll nachstehendes Material für Unterhaltung der Provinzialstraßen im Rj. 1930, nach Losen getrennt, frei Ver- wendungsstelle vergeben werden: 1768D 28 400 cbm Unterhaltungsklcinschlag aus Hartbasalt 11 200 cbm Bindematerialien (Splitt, Kies, Sand) 5 500 cbm Walzschotter aus Hart- basalt 1300 cbm Vasaltsplitt. Angebotsvordruck., sind, soweit Vorrat reicht, ob a. März bei unseren Dczirks- daubeomten in Gießen, Lich,Laubach,Hom- berg (Oberh.), Alsfeld, Lauterbach, Nös- berts, Schotten. Nidda, Büdingen. Friedberg (j)eheni und Bußbach erhältlich, woselbst auch die Bedingungen ofsenliegen. Angebote sind bei denselben bis zum Er- öff.iungstermin am Samstag, 15. 2Här; 1930. vorm'tlaas 11 Uhr, verschlossen und pvstsrei, mit entsprechender Aufschrift ver- sehen einzureichen. Zuschlagsfl ist vier Wochen. Gießen, den 26. Februar 1930. Provinzialdirektion Oberhessen. Tiefbau. ________________ (T_e I larius.___ Lieferunasvsrgebnng. ^ür die Provinzial ^f'.egeanstalt Ober- beacn soll für die Zeit vom 1. April 1930 bis 31. März 1931 auf dem Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden die Lieferung von: 1762V 1. Fleisch-, Wurst- und Fettwaren 2. Backwaren 3. Butter und Margarine 4. Milch und Eier 5. Heizmaterial. Die Lieferungsbedingungen können auf unserem Amtszimmer täglich von 10 bis 12 Uhr vormittags eingesehen werden. Angebote, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 6. März 1930, vormittags 11 Uhr, einzureichen Zuschlagsfrist 5 Tage. Gießen, den l.März 1930. Direktion der Provinzial-Pflegeanstalt. Arbeitsvergebung. Für die Gemeinde Allendors a. d. Lda. sollen bei der unterzeichneten Behörde nachstehende Kanalisationsarbeiten sowie Liesern von Zementröhren in einzelnen Losen vergeben werden. 1738V Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischem Kulturbauamt Gießen offen, wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postsrei bis zum Eröffnungstermin am Samstag, dem 8. März 1930, vormittags 10 Uhr, einzureichen sind. Zuichlagsfrist acht Tage. Freie Auswahl bleibt vorbehalten. Gießen, den 16. Februar 1930 Hessisches Kulturbauamt Gießen. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Isidor Rothschild und deren Inhaber Isidor Rothschild in Gießen ist infolge eines von der Gemeinschuldnerin gemachten Vorschlags zu einem Zwangsvergleiche Vergleichstermin auf Donnerstag, den 6. März 1930 vormittags 9 Uhr vor dem Amtsgericht in Gießen, Zimmer Nr. 112, anberaumt. 1822V Der Vergleichsvorschlag ist auf der Geschäftsstelle' des Konkursgerichts zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Gießen, den 28. Februar 1930. Der Urkundsbeamte der Geschäftsstelle Hessischen Amtsgerichts. WMWW 2Hontaö, den 3. März, nachmittags ab 2 Uhr, versteigere ich Tiefenweg Nr. 6 wie folgt: 1815D einen Ventilator, zwei Ambosse, eine Schnellbohrmaschine, einen Motor (3 PS) mit Transmission, Vorgelege und Riemen, eine Stauchmaschine, zwei Gewindeschneidmaschinen eine Pferdeschere mit Handbetrieb, zwei Bolzenschneider, einen Glühofen, zwei Feuerschüsseln, vier Schraubstöcke, eine Schmirgelmaschine, eine Dieg-Ma- schine, zwei Winden, einen transportablen Schweißapparat mit Zubehör, einen Schleifstein (fast neu), einen neuen Rollwagen mit Patentachse (70 bis 80 Zentner Tragkraft), ein Halbverdeck sowie sämtliche Schmiedewerkzeuge (neu und gebraucht). Besichtigung ab 11 Uhr. Versteigerung bestimmt. Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414 Zum Tiefenrreg Eingang Neustadt __und Mühlstraße._________ W— erben Sie mlttelet der Zeitungsanzeige und in geeigneten Fällen auch durch gute Drucksachen! Fachliche Beratung, wirksame Entwürfe. Beste Ausführung. günstige Prelevorachläge bietet ihnen die Brühl'sche Druckerei, Gießen, Schulstr. 7, Anruf 2251 LlMS'W'MMeWlMIt Men. Der Bedarf an: 1686V 1. Fleischwaren, 2. Wurst- und Fettwaren, 3. Milch, 4. Backwaren (Brot, Brötchen usw.), 5. an sonstigen Verzehrunasgegenständen (Del, Essig, Zucker, Kaffee, Reis, Erbsen, Linsen, Bohnen, Butter, Handkäse, Margarine, Marmelade usw ), 6. Reinigungs - Materialien (Kernseife, Soda usw.), 7. Textilwaren (Hemdenflanell, Druckzeug usw.) soll im Wege des öffentlichen Anerbietens für das Rechnungsjahr 1930 zur Lieferung vergeben werden. Die in Anlage A des Erlasses der Hess. Ministerien vom 16. Juni 1893, das Ver- dinaungswesen betreffend, enthaltenen Bedingungei', für die Vergebung von Arbeiten'und Lieferungen, sowie die hiesigen Lieferungsbedingungen liegen nur am 10. und 11. März 1930, vormittags von 9 bis 12 Uhr, bei uns offen. Die Angebotsformulare können gegen Erstattung der Selbstkosten von uns be- zogeil werden. Angebote sind verschlossen und versehen mit dec Aufschrift: „Angebot zu der am 25. Februar ausgeschriebenen Lieferung" bis zum Eröffnungstermin: Dienstag, den 18. März 1930, vormittags 10 Uhr, hierher einzureichen. In den Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen. Die einzureichenden Warenmuster müssen getrennt von den Angeboten verpackt und mit der Aufjchrift: „Muster zum Ausschreiben vom 25. Februar 1930" versehen sein. Gießen, den 25. Februar 1930. Die Direktion der Landes-Heil- u. Pflegeanstalt Gießen. Holzverkäufe in den Revieren Saasen und Atzenhain. Samstag, den 8. Mär;, 9.15 Uhr, im Gasthaus „Zum Löwen", Saasen, aus den Forstorten Birkwaldshege, Buchen, Burgwald, Großei Seng, Sengkopf, Günters- graben, Neuerhegwald, Neuhof, Neuhofshege, Saaserhegwald, Zeileichen und ver- chiedenen. Stammholz: 1 Stck. Eiche 2. Kl - 0,5 km, 2 Stck Luche 3. u. 4. Kl. = 1 km, 97 Stck. Fichte la- bis 6. Kl. = 36 km, 9 Stck. Deißtaune 2a- bis 4a-Kl. = 12 km, 21 Stck. Kiefer Itr- bis 5. Kl. = 13 km, 36 Stck. Lärche la- bis 2b-Kl. - 19 km, Stangen: 3106 Stck. Fichte u. Lärche 1.. bis 7. Kl.; Ruhknüppelholz: rm: Eiche 21, Lärche 5. Ferner Brennholz, rm: Scheitholz: Buche 374, Kiefer 58, Fichte und Tanne 32; Knüppelholz: Buche 55, E.che u. Birke 29 Erle 6, Kiefer 145, Lärche 3, Fichte u Tanne 74; Reiferhol; 1 bis 3. Kl.: Laub 168, Fichte 466, Kiefer 230; Stockholz: Buche 12, Nadel 7 Montag, den 10. März, 8z Uhr, bei Gastwirt Krug, Atzenhain, aus den Forstorten Hegberg, Sauplatz, Seilbach, Tim- melberg und verschiedenen. Stammholz: 20 Stck Eiche 2. bis 7. Kl. = 14 km, 33 Stck. Fichte la- bis 5. Kl. - 22 km, 7 Stck. Kiefer 2b- bis 5. Kl. - 8 km, 4 Stck. Lärche lb- bis 3a-Kl. = 3 fm; Derbstangen: 16 Stck. 1 bis 3 Kl.; Ruhscheitholz: 11 rm Fichte (3 m lang) Ferner Brennholz, rm: Scheitholz: Buche 670, Hainbuche 14, Eiche 30, Kiefer 22, Fichte 21, Knüppelholz: Buche und Hainbuche 33, Eiche 22, Kiefer 3, Fichte 26. Reiserholz: Laub 384, Nadel 2; Stockholm Buche 57 Eiche 4, Fichte 46. In sämtlichen Losholzschlägen wird das Versteigerungsholz mit dem Revierhammer „23g." geschlagen. 1801V Hess. Forstamt Grünberg. Holzsubmission Bekanntmachung. Der Voranschlag der Feldgemarkung Ober-Steinberg für 1930 liegt vom 1. bis einschließlich 7. Mär; auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei Watzenborn- Steinberg zur Einsicht offen. Einwendungen hiergegen können innerhalb dieser Frist schriftlich oder zu Protokoll bei dem unterzeichneten Gemarkungsvorsteher vorgebracht werden. 1750V Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Watzenborn-Steinberg, 27. Febr. 1930. Der Gemarkungsvorsteher. _____________Schäfer. .___________ . Zuchtviehversteigerung des Landwirffchaftskammerausschufses für Oberhessen in Vuhbach am Mittwoch, dem 12. März 1930. Zur Versteigerung sind gemeldet 55 Fleckviehbullen, 14 Landschweineber und 12 Edelschweineber. 1743V Beginn der Versteigerung 1014 Uhr vormittags. Gemeinden und Zuchtgenossenschaften ist hier beste Gele"ia> mit der einfcittgen Störncriüitctnna! Aütiert das inbr- zehnlelana bewährte Mischiutter 3aim-£egemeöl und MneilMMel MWl Naant iit und bleibt das Beite, ein Idealeres A-utier von solch.Nttschiina gibt s nid) mehr, io und ähnlich Puten die Urteile der Züchter. Hauptntedellaae. Otto Koch, Frankiert am ftialn, Ltlvur. 17 Erhäl ltch bet: Heinrich Hahn, ?a- menhaudla. Gießen; Gehr. Marx, Dorlar, Tel. Wetzlar 2837; Gebr. Marx, Katzen- tnrt.Tel.Katzem.2; PSU. Klein, Wetzlar, Tel, v'r-evlar 2183. la reines Roggenbrot Vanbbrot liefert frei Haus 4 P,d. 70 Pf. Gasthäuser u. arätz. Verdi aucher etbnli. Ermäßigung. Schr. Angedoie unt. 01149 a. d. Gien. Linz, erb. ElSlb Betten (Stahl u. Holz) P- Ister. Sdilafzimifl..Stahlmair. Kinderb.C haiscl. a.Private. Ratenzl. Katal. (r- Eisenmöbelfabrik Suhl Holzsubmission. Nachverzeichnetes Nutzholz in den Waldungen der Gemeinde Wieieck lagernd, soll im Submissionswege verlauft werden. Los 1 Abschnitt A Eiche 2 Stück 3. Klasse = 1,47 fm „ 2 „ A >1 6 ff 4. „ = 5,44 ff „ 3 „ A tl 5 ff 4. „ --- 4,90 If „ 4 „ A 1) 4 IJ 4. n -- 4,46 ee „ 5 h A ff 3 5. „ = 4,89 If H 6 n A Buche 2 ff 3. „ = 1,26 ff N 7 A ,1 5 M 4. n = 5,37 ff „ 8 n A ff 1 ff 4. „ = 1,56 ff „ 9 ,, A II 2 ff 5. = 2,9 2 ff H 10 M N ff 2 ff 4. „ = 2,01 If n H „ N II 1 ff 6- „ -■ --- 2,09 M „ 12 „ N Eiche 24 il 2- „ = 13,64 ff „ 13 „ N 15 3. „ = 11,61 „ U „ N 15 M 3. „ = 12,03 ff ,, 15 „ N 22 le 3. „ -- 17,54 ff „ 16 „ N 8 4. „ = 6,61 „ 17 „ N 9 4. „ -- 10,14 ff ,, 18 « N 2 5. „ = 1,19 ff 19 „ N 19 ■ ■ 2. „ = 8,49 ff „ 20 „ N 22 2. „ --- 9,58 ff „ 21 „ N 21 ff 2. „ --- 9,15 ff 22 „ N 33 2. --- 12,58 ff ", 23 w N n 15 n 3- ” = 10,15 n „ 24 n N i» 8 ff 3.' " |= 4,31 H „ 25 „ N Ulme 5 = 2,29 „ 26 A Fichte 8 M 3a» „ = 5,80 n „ 27 „ A ff 4 3d» „ = 3,73 n 28 „ A 2 3b» „ = 1,45 ff . „ 29 „ A II 3 ff 4a» ,, = 3,19 n „ 30 „ A II 1 1» 4b- „ = 1,56 n 3a» „ n 31 „ A II 5 n 3b- 5,10 w 4b» „ „ 312 „ A Kiefer 1 n 3a» „ = 0,64 w „ 32 „ N Fichte 8 2b« „ -- 3,60 H 3a» „ 33 „ N 6 3b- „ |= 4,40 ■ 4a- „ ,, 34 Langholz bl ff 41 n la- „ = 8,28 H „ 35 „ N 52 la- „ = 8,55 n „ 36 w N 123 lb- „ = 50,96 » „ 37 w N 97 if lb- „ = 41,80 •» „ 38 _ N 112 lb- „ = 35,81 i» „ 39 „ N 79 2a- „ = 55,48 * „ 40 „ N 97 2a- „ = 77,08 n „ 41 „ N 73 2a- „ = 44,54 H n 42 „ N 22 2b- „ = 22,91 n „ 43 „ N 31 2b- „ -- 33,17 n „ 44 „ N 16 2b» w --- 17,53 n n 45 „ N 20 2b» „ = 21,78 i» „ 46 H ■ N 8 n 3a» „ = 9,91 ie „ 47 „ N 6 3a» n = 8,59 ff h 48 „ N ff 3 n 3b» „ --- 4,66 n n 49 h N Kiefer S M lb- y 2b- „ 3,38 n la- „ „ 60 „ N Lärche 16 M lb- ,, 3,84 et 2a- „ Das Nadelholz ist entrindet und ohne Rinde gemeßen Die Verkaufsbedingungen liegen auf hiesiger Bürgermeisterei „ = 1,75 „ 1 „ N, 2b- „ - 0,59 „ 1 „ N, 3a- „ = 1,13 „ Vermerkt wird noch, daß as Holz direkt an der Straße liegt. Angebo find Dis zum Montag, dem 3. Mär; 1930, nachmittags 4 Uhr, getrennt nach den einzelnen Sortimenten, auf hiesiger Bürger« meistere! einzureichen. Hessische Bürgermeisterei Treis a. d. Lda. ____________________M i ch e l.__ Holzsubmission. Die Gemeinde Odenhaujen, Kreis Gießen, verkauft im Wege schriftlichen Angebots folgende Holzsortimente: 1812V Fichtenstämme. Kl. la 14 - 2,14 fm „ lb 55 - 18,55 „ „ 2a 76 - 44,96 „ „ 2b 31 = 26,69 „ „ 3a 19 - 22,25 „ „ 3b 1 - 6,51 „ „4a 1 = 1,88 „ Kiefernstämme. Kl. lb 23 -- 10,03 fm „ 2a 31 - 23,44 „ „ 2b 15 - 16,72 „ „3a 4 - 5,74 „ Eichenstammhol;. Kl. 3 1 - 0,90 fm Angebote sind in Reicksmark pro Festmeter bis spätestens Freitag, den 7. Mär; 1930, nachmittags 2 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Bedingungen, welchen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, eingesehen werden können. Odenhausen, den 27. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei Odenhausen. Nachtigall. Nutzholzverkauf Freitag, den 7. Mär;, vormittags 10 Uhr anfangend, werden aus dem Gemeindewald Cleeberg, auf dem Rathaus daselbst folgende Holzsortimente öffentlich oct« steigert: 1799v 29 Eichen-Stämme mit 9,52 fm. 3 Buchen-Stämme mit 1,34 fm. 5 rm Eichen-Nutzknüppel (Deichseln>, 4 m lang. 317 Nadelholz-Stämme, 102,88 fm. 135 Nadelholz-Stangen 1. Kl. 70 Nadelholz-Stangen 2. Kl. 70 Nadelholz Stangen 3.Kl. Folgende Sortimente werden im Suf>« missionswege verkauft. Schriftliche Angebote mit Preisangabe pro Festmeter bzw. Raummeter und Bezeichnung des Loses werden an demselben Tage dis 2 Uhr entgegengenommen. Los 1. Distrikt Gaulskopf 25a: 200 Stück Nadelholz-Stämme, 108,61 fm Nr. 1—200. Los 2. Distrikt Gaulskopf 25a: 155 Stück Nadelholz-Stämme 100,42 fm Nr. 201-355 Los 3. Markwald, Distrikt 5—13: 120 Stück Nadelholz-Stämme. 58,47 fm. Los 4 Kiefern-Schichtnutzholz (Grubenholz): 127 rm Rundscheit, 2,50 m lang. 132 rm Knüppel, 1,55 m lang. Nähere Auskunst erteilt Förster Müller, Weiperfelden, sowie der Unterzeichnete. , Cleeberg, den 27 Februar 1930. _____Der Bürgermeister: Höhn. Nutzholzversteigerung im Gemeindewald Langsdorf. In den Distrikten Rasenstück und Rudels werden nach vorheriger Zusammenkunft am Waldeingang der Provinzialstrotz: Langsdorf—Nieder Bessingen am 2ILII- woch, dem 5. Mär; 1930, vormittags 9£> Uhr, versteigert: 1752V Kiefernstämme und -abschnitte. Güteklasse A: 3b-Kl 2 Stück - 1,77 fm; 4a-Kl. 1 Stück - 0,66 fm. Güteklasse N: 3b-Kl. 13 Stück = 15,60 fm; 4a-Kl 7 Stück = 9,91 fm; 4b-Kl. 2 Stück - 1,80 fm Fichtenabschnitte. Güteklasse N: 4a-Kl. 2 Stück - 1,66 fm; 5a-Kl. 1 Stück - 1,27 fm. Lärchenstamm, Güteklasse N: Ib-Kl. 1 Stück = 0,27 fm kiefernnuhscheiter, 1,50 m lang = 9,4 rm. Fichtenderbstangen 1. Kl. 62 Stück, 2. *(• 94 Stück, 3. Kl 66 Stück. Langsdorf, den 27. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei Langsdorf. Kneipp. Hr.52 ÜTl»''!' Men« . Aeinü Die mono»; 230 'S“4 ?eid)5pl“ IM °> inioigt; w Von^ech 3i 3cn sche! Som menti gendi lichei fallu äetanntl ginn der Plan, i durch den nmg ertlä ;um neue. Sanier ben Wtgit ^orausitßt gesfenllichk' oölkerung lierung abt klar uni ,Mrunz": demischen i Sejetzgebeö rang ist I- ebenso feil Frage I nahmen Hal man was heißt Auch hier lleberbrüd der Kaffe des Defizi grohzu gramrn tstiruni d. Hal, fo. ist ;Qmlcigebni Sortierung Mr« Auf nmg ziemli ihre tattifd der Regier unter e: sich selbst t die künftig sichern. Auch di< rade sie h gehoben, Wicklung i mit ttagl schiossenhe fung nun »olitisc sinanzp liehen. Di onftDorhins ® 2nnern niien he, "ahme bei halb fanr Klärung' Manzen" 'vrmwille Wicklung halb weil Mr eine 5 e ß l e g MSfing fw und Daz in !Ar diel Ken Aol Deutschs L bieia "ch zu Q ruugen kc brauchen men mit S? Vicht ?Uu«bt! *e9ung ?ende, k.unkt k.'er liegt Dili>