Nr. 27 Erstes Blatt 180. Jahrgang Samstag, 1. Februar 1930 Ericheint täglich, außer Sonntags und Feienag». Beilagen: Die DUuftrierte Gießener Familienblätter Heimat 'M Bild Die Scholle Monat,-vezugrpretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspiennig |ür Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlitsie unterSammelnummer2251. Anschrift sür Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: Zrankfurtam Main 11686. GiehemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vn'S und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Zleindruckerei H. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Rachmitlag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspiennig, für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" mehr. Chefredakteur Dr Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyrwt; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich m (Bienen Hessens Sparprogramm. Schon feit einer Reche von Monaten geht eine Melle ernster Beunruhigung durch weite Devöl- kerungslrcise unseres Hessenlandes. Unkontrollierbare Gerüchte, die von einem beabsich- tigten Behördenabbau, von einer geplanten Kürzung der Beamtcngehcilter, ja von einem durch die Finanznot des Landes unvermeidlich gewordenen Aufgehen Hessens in Preußen wissen wollen, laufen von Haus zu Haus und sind auch durch Dementis der Regierung nicht zum Schweigen zu bringen. Die ausgeprägt schlechte Konjunktur in allen Wirtschaftszweigen, namentlich in der für ganz Hessen, vor allem aber für unsere Heimatprovinz Oberhessen besonders bedeutsamen Landwirtschaft, der immer empfindlicher spürbare Druck der Steuerschraube, die allgemeine Kapilalknappheit, die Geldnot des Staates und der Gemeinden mit ihrer verhängnisvollen Rückwirkung auf den Baumarkt, das alles sind Dinge, die eine Stimmung begünstigen, in der auch der besonnenste Staatsbürger, mißmutig und ängstlich geworden, wilden und übertriebenen Gerüchten willig sein Ohr leiht. Wir begrüßen es deshalb, daß sich die hessische Staatsregicrung entschlossen hat, nun endlich mit ihrem schon so lange in Aussicht gestellten Sparprogramm herauszurücken und es der Presse als dem gcgebenen Mittler zwischen Regierung und Bevölkerung in seinen Grundzügen darzulegen. Wir sagen „endlich", denn man hätte wohl wünschen mögen, daß dieser Schritt an die Oefsentlichkcit schon früher geschehen wäre, bevor die Beunruhigung, von der wir oben sprachen, im Lande um sich greifen konnte und aus das ja ohnehin gedrückte Wirtschaftsleben lähmend wirkte Es hätte dies unseres Erachten- sehr wohl früher schon geschehen können, denn die Lage der hessischen Staatsfinanzen mit ihrer absteigenden Tendenz muhte ja der Regierung feit langem bekannt sein, sie konnte auch bei richtiger Einschätzung der D.rhandlungen über den Boungplan sowohl, wie der innerpolitischen Lage im Reich wenigstens in absehbarer Zeit nicht mit einer Hilfe von außen in Gestalt vermehrter Rcichsüberweisungen oder gar als Folge einer grundlegenden Aenderung des Finanzausgleichs rechnen Um so mehr bedauern wir es, daß die Bekanntgabe der Sparaktion, als sie nun endlich erfolgte, so lückenhaft blieb und unter Beschränkung auf das sogenannte Sofortprogramm, Einzelheiten über die Kplante organische Berwaltungs- r e f o r m völlig vermissen ließ. Es wurde dies damit begründet, daß das offenbar außerordentlich umfangreiche und ins Einzelne gehende Gutachten desReichsfparkommissarck zwar schon bekannt sei. sich auch schon im Druck befinde, aber noch nicht genügend durchgearbeitet sei, um bei der Verwaltungsreform die gebührende Berücksichtigung zu finden. Fast in gleichem Atemzuge erklärte jedoch Staatspräsident Dr. Adelung, das erbetene Spargutachten werde der Regierung gewiß manch wertvolle Anregung geben können, im übrigen aber sei die Regierung selber wohl imstande und Manns genug, von sich aus einen Plan für die Ber- waltungsvereinfachung aufzustellen und zur Durchführung zu bringen Wir vermuten also wohl mit Recht, daß die Regierung trog gegenteiliger Aeuße- rungen ihre Absichten bis heute noch nicht bekannt- gegeben hat, um ihren Reformplan nicht durch einen vorzeitig entfesselten Entrüstungs- und Proteststurm der von der Verwaltungsvereinfachung betroffenen und sich geschädigt fühlenden Bevölkerungskreise gefährdet zu sehen Im Interesse dieser Kreise wird man immerhin heute schon mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen dürfen, daß bei der sich als notwendig ergebenden Zusammenlegung oder Aufhebung von Aemt'ern, seien es Kreis-, Bermessungs-. Feldbereinigungsämter. Schulen oder Gerichte, nun nicht einzelne Städte von Behörden ganz entblößt werden sollen, wie die Regierung überhaupt grundsätzlich nach Möglichkeit verhindern will, daß Kreisstädte, die feit Jahrhunderten kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt eines ganzen Landstrichs gewesen sind, nun durch einen rigorosen Behördenabbau zu völliger Bedeutungslosigkeit herabsinken. Das mag im Lande vorläufig wenigstens einige Beruhigung schaffen. Mit Befremden haben wir jedoch in den Darlegungen der Regierung aber auch jede Andeutung darüber vermißt, ob sich die Berwaltungsresorm auch in der Spitze, bei den Darmstädter Zentralbehörden auswirken soll Man braucht nicht einmal soweit zu gehen, die Zentralverwaltung des Volksstaates Hessen mit der eines gleichgroßen preußischen Regierungsbezirkes in Vergleich zu fetzen, um zu sehen, daß hier sehr wohl der Spargriffel, dessen Gebrauch Finanzminister Kirnberger den Gemeinden so warm empfohlen hat, angesetzt werden kann und muß, bevor man in den untergeordneten Amtsstellen, bei denen doch im Verkehr mit der Bevölkerung das Schwergewicht der Arbeit liegt, mit den Einsparungen beginnt, wenn diese auch hier gewiß an mancherlei Orten wohl möglich sind. Richt nur in letzter Zeit haben Stellenbesetzungen in der Zentralverwalt'ing, die ganz offensichtlich nur aus Gründen der Koalitionsparität erfolgt sind, im beschränkten Untertanenverstand manch simplen Staatsbürgers, dem man bei jeder Gelegenheit erzählt, der Staat habe kein Geld, Erstaunen und Kopfjckiutteln erregt. Solange mit dem Besitz des richtigen Parteibuchs noch nicht die zur Wahrnehmung eines Amts erforderlichen Fachkenntnisse und Erfahrungen untrennbar verbunden sind, lassen wir uns auch in der Meinung nicht irre machen, daß die weitgehende Politisierung der Verwaltung nach preußischem Muster uns — direkt oder indirekt — mehr Geld kostet, von andern unliebsamen Folgen heute einmal ganz Oer Wechsel im preußischen Kultusministerium. Oer Szenenwechsel. Bon unserer Berliner Redaktion. Das hat der preußische Ministerpräsident Braun wieder einmal fabelhaft gefingert: man versteht jetzt, weshalb er sich überhaupt dazu bereit erklärte, die Verhandlungen mit der Volkspartei einzuleiten. Es kam ihm nicht darauf an, seine Koalition zu verbreitern, im Gegenteil, er legte alles darauf an, daß die Volkspartei nein sagen mußte. Aber er gewann dadurch die Möglichkeit, einen Wechsel im K ul - tusministerrum zu vollziehen und den Einfluß der Sozialdemokraten innerhalb des Kabinetts um eine gewichtige Stimme zu verstärken. Die Sozialdemokraten haben sich ja anerkennenswerter Weise in Preußen bisher von der Zahlenarithmeti! ferngehalten, fie, waren die stärkste Regierungspartei und begnügten sich mit zwei Sitzen, während das nur halb so große Zentrum und die nur ein Sechstel so große Demokratische Partei je drei Sitze hatten. Schließlich konnte die Sozialdemokratie sich das leisten, solange ihre Vertreter Braun und Seve- r i n g hießen, sie waren als Persönlichkeiten stark genug, um ihre zahlenmäßige Minderheit aus- zugleichen. Inzwischen ist aber Herr Grzesinski kein vollwertiger Ersatz für Severing gewesen, außerdem waren die beiden Parteiminister der Demokraten tüchtige Leute. Cs ist also den sozialdemokratischen Ministern schon passiert, daß sie in der Minderheit blieben und nach Verstärkung Llmschau hielten. In Herrn Grimme haben sie jetzt den dritten Mann. Daß die Art, wie Herr Becker, der doch um die Demokratie immerhin einige Verdienste hat, ausgebootet wurde, alles eher als schön war. berührt die Sozialdemokraten wenig. Daß der Avschiedsvries Deckers in sehr peinlicher Form die Unterwerfung des Kultusministeriums feftnagelt, wird im Augenblick ihre Freude auch nicht weiter stören, aber der bittere Rachgeschmack kann doch bald kommen, denn dadurch. w i e dieser Wechsel schließlich vollzogen wurde, fühlen sich Demokraten und Zentrum doch einigermaßen vor den Kops gefloßen. Die Demokraten sind dabei nicht mehr so wichtig, sie sind ja überhaupt nur noch das fünfte Rad am Wagen. Aber beim Zentrum liegen die Dinge doch anders- Es macht auch gar keinen Hehl aus feiner Verstimmung, es gibt zu verstehen — was ja auch zweifellos richtig ist — daß die Verhandlungen erfolgreich hätten fein können, wenn Herr Braun gewollt hätte. Es gibt aber außerdem zu verstehen, daß ihm diese Rotlösung nicht als ein „befriedigendes Desinitivum" erscheint, und der neugewählte Fraktionsvor- sihende Heß wird wohl sehr bald wieder zu bohren anfangen. Brauns Sieg hat also schon einige Schattenseiten. Er hat unverkennbar zu einer Lockerung der preußischen Koalition geführt, die sich sehr schnell zu einer Krise auswachsen kann, wenn sich nicht wie bisher so oft schon zuletzt doch Sozialdemokraten und Zentrum in der Aufteilung der Personalien wiederfinden. Was sagt der Landtag? Die Opposition vcrlanqt eine Erklärung des Ministcrpräftdenlen. Berlin, 1. gebt (WTB.) Im Preußischen Landtag kam es vor Eintritt in die Tagesordnung zu einer interessanten Auseinandersetzung wegen des Wechsels in der Leitung des Kultusministeriums Abg. Schwenk (Korn.) protestierte dagegen, daß ein Ministerium neu beseht sei, ohne daß der Landtag Gelegenheit erhalten solle, sofort hierzu Stellung zu nehmen, und beantragte Herbeirufung des M i n i - sterpräfidenten sowie Debatte über diesen Antrag Dr v. Winterfeldt (Dnl.) war der Meinung, daß der neue Kultusminister dem Landtag präsentiert werden müsse, damit man feststellen könne, ob er das Vertrauen des Hauses habe. Als nun Abg. Heilmann (Soz.) an das Rednerpult trat, riefen die Kommunisten: „Der Oberschieber hat das Wort!" Heilmann glaubte, daß nach der Verfassung der Ministerpräsident nicht gezwungen werden könne, außerhalb der Tagesordnung eine Erklärung im Landtag abzugeben. Die Besprechung des kommunistischen Antrages wurde mit den Stimmen der Deutsch- nationalen und der Kommunisten beschlossen. Es kam zu einer kurzen, aber lebhaften Debatte. Schließlich wurde der kommunistische Antrag auf Herbeizitierung Brauns mit 138 Stimmen der Regierungsparteien gegen 127 aller übrigen Gruppen abgelehnt. Das Zentrum und der neue Kultusminister. Berlin, 1. Febr. (Priv.-Tel.) Der „Germania" wird geschrieben: Die parlamentarische Entwicklung in Preußen seit 1919 dürfte hinlänglich gezeigt haben, daß jeder Kultusminister in Preußen mit bestimmten politischen Realitäten zu rechnen hat. Zu diesen politischen Realitäten gehören in erster Linie d i e beiden großen ch r i st - I i ch e n Bekenntnisse mit ihrer parlamentarischen Vertreterschaft, also auch der Katholizismus und das Zentrum Die Sozialdemokratie dürfte klug geug sein, sich darüber nicht einen Augenblick unklar zu sein. Das Zentrum sieht daher dem neuen preußischen Kultusminister mit genau derselben Wachsamkeit und mit all den schweren Bedenken entgegen, die es jedem preußischen Kultusminister gegenüber hat haben müssen und in Zukunft haben wird, gleichgültig, woher er kommt. Von Herrn Grimme erwartet es nichts weiter, als was es von jedem anderen Minister auch verlangt: Objektivität und Gerechtigkeit. Wird ihm diese zuteil, so dürfte ein erträgliches Verhältnis zu dem neuen Minister durchaus möglich sein, und zwar um so leichter, als die Persönlichkeit des vom Zentrum gestellten Staatssekretärs im Kultusministerium die Gewähr für ein reibungsloses Zusammenarbeiten mit dem neuen Minister bietet. Die Zentrumsfraktion trägt für die Berufung Grimmes keinerlei Verantwortung. Eine entscheidende Stellungnahme der Fraktion zu dem neuen Kultusm nifter kann erst in Frage kommen, wenn man gesehen haben wird, welche Politik der neue Minister macht oder machen will. Beckers Nachsolaer. ■ Dr. Adolf Grimme, der Vizepräsident des Brandenburgischen Provinzialschulkollegiums, wurde an Stelle von Pros. Dr. Becker zum preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung ernannt. Keine Rückwirkung auf die Koalition. Man findet sich mit den vollendeten Tatsachen ab. Berlin, 31. Ian. (TU.) Die Berufung Grimmes zum preußischen Kultusminister dürfte, wie die Telegraphen-Union erfährt, nicht zu Auseinandersetzungen innerhalb der Regierungsparteien führen. Zwar ist die Berufung Griinmes den Parteien überraschend gekommen, da Braun d i e Parteien über seine Absicht nicht vorher unterrichtet hatte. Wie aus parlamentarischen Kreisen mitgeteilt wird, werden sich die Regierungsparteien, insbesondere das Zentrum jedoch mit den vollendeten Tatsachen abfinden.— Die Frage der Regierungserweiterung in Preußen wird am Dienstag noch einmal Gegenstand einer Aussprache zwischen dem Aber H e i l m a n n (Soz.) und dem Abg. Stendel (D. Vp.) fein. In parlamentarischen Kreisen rechnet man jedoch nicht damit, daß diese Unterredung zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen zur Herstellung der Großen Koalition in Preußen führen wird. abgesehen, als wenn diese dem dafür oorgebildeten Berufsbeamtentum vorbehalten bliebe Das Sparprogramm der Regierung zeigt in einer Reihe von Punkten — auf Einzelheiten kommen wir später — das wenig erfreuliche Bestreben, das Defizit im Staatsvoranschlag a u f K o st e n der Genie i n d e n zu verringern. Der hessische Finanzminister sucht damit nur den Druck weiterzugeben. unter den er vorn Reich gesetzt wird. Seit der Erz- bergerschen Finanzreform, die Länder und Gemeinden zugunsten des Reiches ihrer steuerpolitischen Souveränität bis auf einige kümmerliche und im Vergleich zu den an sie gestellten Anforderungen durchaus unzureichende Reste entkleidete, werden namentlich auf sozialpolitischem Gebiet, aber auch in den anderen Ressorts, von Reichstag und Reichsregie- rung jahraus, jahrein großzügige Gesetze beschlossen, voii denen eines immer noch mehr Geld kostet, als das andere. Aber woher die Mittel kommen sollen, darüber zerbr.cht man sich in Berlin nicht den Kopf. Fmanzminister Kirnberaer hat in seinem Expose vor der Presse mit Recht gesagt, daß die Lä n - der, trotz ihrer Mitwirkung im Reichsrat, auf die Gesetzgebung nur sehr geringen Einfluß haben. Auf sie werden die sich daraus ergebenden Lasten abgewälzt, und sie selber bemühen sich dann nach Kräfte» unter der Devise „Den letzten beißen die Hunde" ihrerseits die Gemeinden zum Tragen der aus der Reichsgfetzgebung erwachsenden Kosten heranzu- ziehen. Gewiß wird man zugunsten des gegenwärtigen Finanzausgleichs sich erinnern müssen, daß der Versailler Vertrag das Reich als den Gemeinschuldner bezeichnet, der für alle Tributlasten haftet, daß also auch das Reich genötigt war, wenigstens in einem gewissen Umfange auf die Steuerquellen zurückzugreifen, die früher den Bundesstaaten zur Verfügung standen. Dadurch hat sich finanzpolitisch zwischen Reich und Ländern ein umgekehrtes Verhältnis ergeben. Während vor dem Kriege das Reich seinen Finanzbedarf aus Verbrauchssteuern deckte, und zur Deckung eines Fehlbetrags von den Bundesstaaten Matrikularbeiträge einzog, ist es heute umgekehrt das Reich, das seinerseits auch die Besitz- und Verkehrssteuern erhebt und daraus den Ländern einen bestimmten Anteil überweist. Die Länder nun wieder überweisen aus diesem nach dem Schlüssel eines innerstaatlichen Finanzausgleichs den Gemeinden einen bestimmten Anteil. Sobald nun aber der Poungplan, mit dessen Annahme man nach den im Reichstag gegebenen Mehrheitsverhältnissen rechnen muß, uns eine Uebersicht über unsere Reparationslasten ermöglicht, muß der Finanzausgleich neu geregelt werden. Besser wäre es, diese Neuregelung geschähe im engsten Zusammenhang mit der Reichsreform, aber damit scheint es noch gute Weile zu haben. Auch was der Staatspräsident darüber zu sagen hatte, klang nicht so, als ob wir darauf warten konnten, um dann Verfassungs- und Finanzreform in Bausch und Bogen zu bewerkstelligen. Es kann unmöglich so weiter gehen, daß den Gemeinden die Hauptlasten aus der Reichs- oder Ländergesetzgebung zugeschoben werden, an deren Zustandekommen sie mitzuwirken nicht in der Lage sind. Das liegt auch nicht im Interesse des Steuerzahlers, denn die Tendenz, die auch in dem Sparprogramm Minister Kirnbergers an- flingt, den Staatshaushalt im wesentlichen auf Kosten der Gemeinden zu bereinigen, bedeutet ja nur eine Verschiebung, keine Minderung der Lasten. Da den Gemeinden zur Deckung ihres Finanzbedarss neben der Erhöhung der Werkstarife im wesentlichen nur die Gewerbesteuer und die Grund-und Gebäude- steuer zur Verfügung stehen, so sind es in der Hauptsache immer wieder die gleichen Kreise der Wirtschaft, an die man sich hält, also gerade die, die heute schon unter Kapitalnot und Steuerdruck zu erliegen drohen. Die Reihe der Zusammenbrüche und Vergleichsverfahren spricht hierfür ebenso Bände, wie die Aufstellung der in Hessen rückständigen Steuern, die wir gestern veröffentlichten. Also ganz so wird es nicht gehen, und auch das Beispiel des seit Jahren von dem Kabinett Bazille-Bolz regierten Württemberg, das uns pikanterweise von "einem Minister der in Hessen amtierenden Weimarer Koalition mehrfach als Muster hingestellt wurde, kann uns solange nicht überzeugen, als wir die gewiß dort anders gelagerten Verhältnisse — man denke nur an die Besetzung Rheinhessens — nicht überschauen. Betrachten wir nun das Sofortprogramm der Regierung im einzelnen, so kann es sich, solange der Staatsvoranschlag als Ganzes der Öffentlichkeit noch nicht vorliegt, nur darum handeln, zu einzelnen Punkten Stellung zu nehmen Die Erhöhung der ohnehin schon als hoch empfundenen Pflegesätze bei den Heil- und Pflegeanstalten, in dem — wenn man nach der Gesamtsumme schließen darf — offenbar recht beträchtlich geplanten Ausmaß bedeutet neben der Belastung meist recht wenig zahlungskräftiger privater Kreise auch eine Belastung der Städte und Fürsorgeverbände, die nicht gering veranschlagt werden kann, wenn man erfährt, daß die Stadt Gießen z. B. für 1929 für diese Zwecke schon rund 60000 Mark aufzubringen hatte Die Erhöhung der Einnahmen aus Gerichtsgebühren trifft in der Hauptsache, soweit hier eine Gebührenerhöhung erwogen wird, die ohnehin schwer ringende Wirtschaft. Zu dem Punkt 3, der für jede Volksschullehrerstelle einen Beitrag von 200 Mark von den Gemeinden fordert, ist gewiß noch nicht das letzte Wort gesprochen. Wir möchten an- nehmen, daß hierzu sich sehr bald der Hessische Städtetag und der Landgemeindetag zum Wort melden werden, denn die aus dieser Forderung sich ergebende Mehrbelastung für die Gemeinden konnte bei den gegebenen Verhältnissen in den meisten Gemeinden nur wieder durch Erhöhung ber berüd)= tigten Gewerbe-, Grund und Gebäudesteuern eingebracht werden, die nur einen kleinen Kreis der Bürgerschaft trifft, der schwer genug um seine wirtschaftliche Existenz kämpft, oder durch weitere Erhöhung der schon recht angespannten Werkstarife. Man kennt den Sturm der Entrüstung, den ein ähnliches Vorgehen in Berlin verursacht hat. Der Minister tröstet die Gemeinden mit dem geplanten Ausgleichsstock für leistungsschwache Gemeinden. Wir halten von dieser Maßnahme nicht viel, sie entbindet finanzpolitisch bisher noch leidlich gesunde Kommunen nicht von der neuen Belastung und bedeutet für die leistungsschwachen Gemeinden eine überflüssige und schädliche Verschiebung der Verantwortlichkeit. Auf derAusgabenseite soll derZ u s ch u ß zum Landestheater um 200 000 Mark herabgesetzt werden. Wir Oberhessen werden in Punkto „Handes- tHeater" mit der Regierung und den Darmstädtern nie einig gehen. Darüber sind wir uns durchaus im klaren, wenn wir trotzdem heute noch einmal die These verfechten, daß der Stadt Darmstadt ebensogut oder schlecht ihr Stadttheater gebührt, wie auch den anderen beiden Provinzialhauptstädten Mainz und Gießen, daß aber der oberhessische Steuerzahler keine Veranlassung hat, für ein sogenanntes „Landestheater", von dessen Existenz er kaum mehr, als aus unerfreulichen Presscerörterungen erfährt, sein gutes Geld an den Staatssäckel abzuliefern, damit auf diese Weise die Stadt Darmstadt zu einem für sie relativ billigen Theater kommt. Das klingt zwar sehr vulgär, spricht aber die vorherrschende Ansicht der Provinz aus, der man im Landtag doch künftig etwas mehr Aufmerksamkeit schenken sollte, wenn man es wieder unternimmt, eine Erhöhung des Zuschusses von 5000 Mark, in Worten fünftausend Reichsmark, den sich der Landtag für das Gießener Stadttheater abklemmt, zu verweigern. — Von den übrigen Punkten wollen wir heute nur noch die Abstriche an den Kosten für die beiden Hochschulen herausgreifen. Wir bedauern es, daß über Einzelheiten keine präzisen Angaben zu erhalten waren und müssen uns daher eine Kritik vorbehalten, bis wir wissen, woran im einzelnen gespart werden soll. Rur das sei heute schon gesagt, daß ein Abstrich von mehr als 100 000 Mark bti dem ohnehin schon angespannten Etat der Universität kein Pappenstiel ist und wir den Staatspräsidenten gegebenenfalls beim Wort nehmen werden, wenn uns die Abstriche mit der zugesagten pfleglichen Behandlung dieser vornehmsten Bildungsstätte des Hessenlandes nicht mehr vereinbar zu sein scheinen. Die umfangreichen Einsparungen am Etat des W i r t s ch a f t s m i n i st e r i u m s hat Minister Korell erschöpfend erläutert, so daß hierzu bis zum Vorliegen des Haushaltsvoranschlags kaum noch etwas zu sagen sein dürfte. Wir mochten nur den Minister noch einmal auf seine ausdrückliche Zusage besonders festlegen, daß bei der Rückzahlung der überraschend hohen Vorschüsse, die der Staat den Gemeinden zu Zwecken der Feldbereinigung gewährt hat, die leistungsschwachen Gemeinden unseres Vogelsbergs mit aller Schonung behandelt werden sollen. — Es ist anzunehmen, daß nun in Kürze auch der Finanzausschuß des Landtags an die Beratung des Sofortprogramms und des Staatsvoranschlags herangeht. Dringend zu wünschen wäre, daß die Regierung dann auch unverzüglich das Gutachten des Sparkommissars und ihre eigenen noch ausstehenden Vorschläge zur Verwaltungsreform der Oeffentlichkeit unterbreitet, denn nur dies alles als ein Ganzes gewährt einen hinreichenden Ueberblick, der eine abschließende Kritik erlaubt. Die Flottenkonferenz. Begrenzuntt nach (Kesamitonnage ober Lchiffskategorien London, 31. San. (WB.) Nach einem amtlichen Kommunique hat die erste Kommission der Seemächtekonferenz die Entschließung Stimsons überprüft. Die Kommission prüfte die Fragen der Begrenzung der Gesamttonnage und der Begrenzung nachSchiffskate- g o r i e n. Man will wissen, daß der Erste Lord der Admiralität Alexander nochmals betont hat, daß Großbritannien dem Schiffsklassensh st e m den Vorzug gibt. Großbritannien, so sagte er, wünsche ein Kompromiß zwischen den beiden Systemen in Betracht zu ziehen. W a k a t s u k i (Japan) erklärte, daß er persönlich ein Kompromiß gleich welcher Art begünstige: denn das System der Gesamttonnage allein könnte ernste Nachteile haben, andererseits ermangele dem System der Schisfsklassen die notwendige Biegsamkeit. S i r i a n i (Italien) ist der Ansicht, daß den Sonderausgaben der kleinen Flotten besser mit dem System der Gesamttonnage gedient sei, während das System der Schiffskategorien für die großen Flotten sich mehr eigne. Der amerikanische Marinesekretär Adams behielt sich seine Stellungnahme vor, bis die Besprechungen weitere Fortschritte gemacht hätten. Don französischer Seite wurde auch die Frage des neuen deutschen Kreuzers, der allgemein als „Taschenschlachtschiff" bezeichnet wird, aufgeworfen und hierzu erklärt, man sei sehr darauf bedacht, eine Möglichkeit zu finden, Kreuzer zu bauen, die diesem Schlachtschiff gleichwertig, aber kleiner seien und eine geringere Bestückung aufwiesen, als wirkliche Schlachtschiffe. Sn den englisch-französisch-amerikanischen Besprechungen über die Quotenzuteilung an Frankreich tritt die Dereitwilligkelt auf Anerkennung des Status quo, d. h. offiziell« Gewährung einer Quote von 2,4 an« st a t t 1,75 des Washingtoner Vertrages erneut stärker in den Vordergrund. Die beiden angelsächsischen Mächte sollen, wie zuverlässig verlautet, sogar bereit sein, über diese Quote von 2,4 hinauszugehen, wenn Frankreich bindende Versprechungen eingeht, auf den Bau ozeantüchtiger großer kl-Boote mit eurem sehr großen Aktionsradius zu verzichten. Die amerikanisch-japanischen Verhandlungen haben sich wiederum auf die beiderseitige Kreuzerstärke konzentriert. Man plant, eine Erhöhung der japanischen Quote von 6 auf 6,5. Für die Berechnung der Quote wird die japanische Kreuzerstärke maßgebend sein. Garden zur Finanzlage Englands. London, 1. Februar. (WTD. Funkspruch.) Schatzmeister Snowden sagte in einer Rede in Leeds u. a., wenn sich die Einnahmen aus der Einkommensteuer in den nächsten zwei Monaten nicht wesentlich besserten, dann werde der Budgetvoranschlag des letzten Sahres nicht zu- treffen. Snowden erklärte, er werde unter keinen Umständen vom Kapital leben, um die laufenden und die künftigen Ausgaben zu decken. Er wurde nur die unbedingt notwendigen Ausgaben genehmigen. Größere Ersparnisse würden sich aber in der nächsten Zeit nur auf dem Gebiete der Rüstungen und vielleicht auf dem der Kriegsschulden ermöglichen lassen, trotzdem bestehe kein Anlaß zum Pessimismus, u. a. sei die Lage des Kohlenmarktes hoffnungslos, und es fei zu hoffen, daß es in absehbarer Zeit eine dauernde Besserung des Handels geben werde, die es ermöglichen würde, die nationalen Schulden merklich zu vermindern. Die Lage in Spanien. Bor Auslösung Oer Nationalversammlung. Paris, 31. San. (TL1.) Nach einer Meldung des „Tcrnps" aus Madrid hat der Präsident der Nationalversammlung, Prof. P a n g u a s. sein Gntlassungsgesuch eingcreicht. Man versichert in Madrid, daß der Auflösungs- erlaß für die Nationalversammlung unverzüglich bekanntgcgrben werde. Sn spanischen politischen Kreisen hebe man hervor, daß das neue Kabinett den großen Vorteil habe, keine bestimmte politische Fär- Um die Aachsotze des SberdiirMnneisters Jöß. Eine böse Erbschaft. Von unserer Berliner Redaktion. Das Verhängnis läßt sich nicht mehr aufhalten, Berlin wird sich von wesentlichen Teilen seines Besitzstandes trennen müssen, eines Besitzstandes aber, den es sich in den letzten Jahren erst mit Hilfe fremder Gelder zuaelegt hat, die letzt zurück- gezahlt sein wollen. Dabei liegt das Verhängnisvolle der Entwicklung gerade in der Tatsache, daß diese Vermögensobjekte, wenn sie erst einmal unter dem Druck der enormen 400 Millionen Mark aus- madjenben kurzfristigen Verschuldung auf den Markt geworfen werden, nureinen Bruchteil ihres wahren Wertes bringen werden. Unter diesen Umständen werden der Stadt Berlin neue, vorläufig noch garnicht abzuschätzende Verluste nicht erspart bleiben. Daß es zu einer Veräußerung von städtischem Eigentum kommt, kann keinem Zweifel mehr unterliegen. Irgendeine Möglichkeit, aus dem finanziellen Chaos herauszukommen, ist nicht zu erkennen, auch der Oberpräsident der Provinz Brandenburg hat schon energisch die Reichshauptstadt aufgefordert, ihm eine Lifte aller Vermögenswerte einschließlich bei stäbtischen Werke auszuhänbigen. Der große Ausverkauf kann also beginnen. Und das alles nur, weil die Linke einer hemmungslosen Ausgabefreudigkeit verfallen war, die durch den Oberbürgermeister Böß nicht gedämpft, sondern noch genährt wurde. Das Erbe, das er hinterlassen hat, kann einen nur mit Schauer erfüllen. Handelt es sich bei alledem zunächst nur um eine lokale Angele- i genheit der Reichshauptstadt, so darf doch nicht ver- ' gessen werden, daß Berlins Wirtschaft sich mit den i großen Industrieprovinzen messen kann, daß sie mit der Wirtschaft im ganzen Reiche auf das engste verbunden ist, aber bereits so stark mitgenommen j wurde, daß Rückschläge draußen im Reiche nicht I mehr ausbkiben konnten. Der Nachfolger des nun i kaltgestellten Oberbürgermeisters wirb um die Erb- | schast nicht zu beneiden sein, er kann aber nur damit fertig werden, wenn er eiserne Neroeu besitzt und mehr als einmal den Mut aufbringt, der Linksmehrheit des Stadtparlaments ein energisches Nein entgegenzustellen, wenn es ihr einfallen sollte, wieder in das alte Fahrwasser der hemmungslosen Ausgabenpolitik hineinzurutschen. Oezentralisierungspläne für Berlin. Berlin, 31. San. (WB.) Der Gedanke einer einschneidenden Dezentralisierung der Berliner Verwaltung ist während der letzten Wochen in Besprechungen im preußischen Ministerium des Snnern behandelt worden, wo die Bezirksbür- germelfter Augustin, Dr. Herz, Reicher und Sem- brihki ein Projekt vortrugen, das vorsieht, daß die jetzt bestehenden fünf Snnenbezirke und 15 Außenbezirke so zusammengelegt werden, daß eine Neu einte ilung in nur 12 Bezirke erfolgt. Den neuen Bezirken soll in Verwal- tungsfragen eine weitaus größere Selbständigkeit als bisher eingeräumt werden. Weiter wurde auch die Frage, welche Stellung der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung gegenüber einnehmen soll, ausführlich behandelt. Während Bürgermeister Herz die Forderung der Sozialdemokratie vertrat, daß d i e Stadtverordnetenversammlung in allen städtischen Fragen die letzte Entscheidung haben soll, stellten sich die übrigen drei Bezirksbürgermeister mit Rücksicht gerade auf die jetzigen Vorgänge im Stadtparlament auf den Standpunkt, daß der Magistrat nach wie vor als regelndes Element bei undurchführbaren Beschlüssen der Stadtverordneten wirksam bleiben müsse, wenn nicht eines Tages die Selbstverwaltung Groß-Berlins ihr Ende finden soll. Am Samstag wird ein Antrag, der sich im Rahmen der geschilderten Sdeen hält, beim preußischen Ministerium des Snnern eingereicht werden. Wer wird Oberbürgermeister? 11............ M Kandidaten für den Oberbürgermeisterposten von Berlin: Oben: Dr. Mulert, Präsident des deutschen Städtetags, Oberbürgermeister Brauer von Altona. Unten: Reichskanzler a. D. Dr. Luther, Reichsminister a. D. Koch-Weser. Oie Beweisaufnahme gegen Böß abgeschlossen. Berlin, 1. Febr. Die Beweisaufnahme im Verfahren gegen den Oberbürgermeister Böß ist abgeschlossen. Die Alten liegen augenblicklich dem Oberpräsidenten zur Entscheidung vor. Sn etwa acht Tagen wird noch die gesetzlich vorgeschriebene Schlußvernehmung von Böß durch den Llnterfuchungskom- miffar stattfinden. Bis dahin dürste sich der Oberpräsident darüber schl ssig geworden sein, ob er dem Bezirksausschuß die Weiterfüh- rung des Verfahrens oder die Einstellung des Verfahrens Vorschlägen will. 9er Seamtenabbau im hessischen Sosvriprogramm Sie Streichung der Lehrerstellen. D a r m st a d t, 1. Febr. (WTB.) In dem Sofortprogramm der Hessischen Regierung befindet sich ein Betrag, der in die Millionen geht und der aus Stellenoerminderungen bei der P o - lizei und aus einer Erhöhung der Klassen- stärken der Volksschulen herausgewirtschaf- tct werben soll. Nach Informationen aus zuständiger Stelle ist hierzu folgendes mitzuteilen: In Hessen haben wir zur Zeit mehr als 3600 Lehrer, zu denen in Zukunft d i e Gemeinden einen Betrag von 200 Mark je Lehrerstelle zahlen soll. Durch die unbedingt notwendigen Sparmaßnahmen sind 2 05 Stellen f ü r Lehrer gestrichen worden. Das bedeutet, baß also natürlich nurjungeLeh- r e r ober Schulverwalter abgebaut werben. Man muß babei voraussichtlich dis in ben Examensjahrgang 1925 zurückgreifen, bei den katholischen Lehrerinnen soaar in den Jahrgang 1922. In Zukunft soll die Klassenstärke 45 Schüler betragen. Wo seither, wie z. B. in den Städten mehrere Parallelklassen des gleichen Jahrganges bestanden, wird also ab 1. April eine Lehrerstelle wenn möglich eingespart werden. Namentlich auf dem Lande aber, wo sich z. B. in manchen oberhessischen Gegenden Schulen mit nur wenigen Schülern, sogar für mehrere Jahrgänge, finden, kann natürlich eine Stelleneinsparung nicht eintreten. Die Zahl von 205 Stellen ist nicht schematisch ausgerechnet worden, sondern nach eingehender Prüfung der Schülerzahlen von 1922, 1925 und 1929 und der in Zukunft ziemlich stark ansteigenden Schülerzahlen der betreffenden Gemeinden. So beträgt zum Beispiel dieses Sahr der Zugang an Schulkindern 8000 mehr als im Vorjahre. Durch die zuständigen Kreis- oder Stadtschulämter werden dann demnächst in Zusammenarbeit mit dem Referenten des Kultusministeriums die jeweils einzusparenden Stellen festgestellt. Die bereits eingestellten Sunglehier werden nun aber nicht völlig auf die Straße geworfen. Durch die am 1. eines jeden Monats erfolgende Ruhestands- Versetzung im Zusammenhang mit notwendig werdender Aushilfe ufto. werden nach den Berechnungen im Sahre durchschnittlich 100 bis 140 Junglehrer benötigt. Spätestens innerhalb zwei Sahren werden also die jetzt gestrichenen Stellen wieder beseht sein, ihn aber die bisher • angestellten Junglehrer in Fühlung mit dem Berufe zu lassen, werden außerdem dort, wo sich das ermöglichen läßt, an Stelle eines Dollehrers zwei Junglehrer angestellt werden, allerdings zum halben Gehalt, das heißt, wenn die Junglehrer am Orte selbst wohnen oder die Familie in der unmittelbaren Nähe wohnt, so daß also für das eine Sahr die Möglichkeit des Durchhaltens gegeben ist. Daneben bestehen weitere Verwendungsmöglichkeiten durch die Gliederung des Schulwesens in Normal-, Hilfs- ufto. Klassen. Sn allen Fällen soll mit möglichster Milde vorgegangen werden. Die vom Seminar abgehenden Schulanwärter werden durch die Streichungen allerdings ein'Sahr länger auf dieAnstellungwa r t e n müssen. Daß man inzwischen die Klassenstärke auf 45 Schüler erhöhen muhte, ist durch die gebotene Lage erforderlich geworden, wie das Kultusministerium soeben erst in einer Besprechung mit den Beamtenvertretern darlegte Bei den Einsparungen im Polizeietat wird man ähnlich vorgehcn. — In manchen Kreisen hat man auch davon gesprochen, die Pensions- grenze in dieser Notzeit für die Lehrerschaft zum Beispiel auf das 6 8. statt 6 5. Lebensjahr herauf zu setzen, um so gewissermaßen von oben herab zu sparen. Nach den Berechnungen der Sachverständigen hätte das k a u m g r ö ß e r e E i n- sparungen erbracht, weil durch diese Maßnahme eine frühere Einstellung neuer Kräfte hätte erfolgen müssen. Wie wir Hören, ist dies innerhalb der Regierung nicht geplant Die Beamtenvertreter haben bei der erwähnten Aussprache einmütig die Hinaufsetzung des Pensionsalters auf 68 Jahre abgelehnt. Im Landtage wäre eine Heraufsetzung der Pensionsgrenze wohl auch nicht durchzusetzen gewesen, da verfassungsrechtliche und juristische Bedenken bestehen, so daß außer der Volksrechtpartei und dem Landbund sämtliche Parteien sich für diese Grenze ausgesprochen haben. Im Etatsjahre 1928 beträgt die Erhöhung des Ge- Halts- und Pensionsetats 8,9 Millionen, und auch der diesjährige Etat ist wieder um etwa 4 Millionen höher. b u n g zu besitzen, da keiner der beteiligten Minister einer bestimmten Partei angehöre. Alle seien indessen Monarchisten. Sn politischen Kreisen sei man sehr zurückhaltend: die Mehrheit bezeichne die jetzt gefundene Lösung als provisorisch. Man werde der neuen Regierung Vertrauen schenken, aber man schreibe ihr nur eine vorübergehende Autori - tä t zu. Es scheine unmöglich, daß das neue Kabinett noch sehr Lange zögern dürfte, die endgültige Rückkehr zum parlamentarischen System durchzuführen. Aber bei dem gegenwärtigen Geisteszustand der Bevölkerung könne man nicht voraussehen, welches Ergebnis Neuwah - l e n haben werden und unter toelcben Bedingungen die Wahlkampagne vor sich gehen wird. Hessens Besatzungslast. Ltärkste Besatzung aller deutscher Länder. Mainz, 31. San. (WTB.) Nach der Räumung der zweiten rheinischen Besahungszone hat von der dritten Zone das hessische besetzte Gebiet jetzt auch die absolut Höch st e Besatzungsziffer. Sie betrug Mitte Dezember 14 600 Mann. Sn der Pfalz standen zu dieser Zeit 11800, im preußischen besetzten Gebiet 7700 und im badischen Kehler Brückenkopf 1500 Befahungstrupven, so daß die Desahungs- ftärte noch rund 35 000 Mann beträgt. Garnisonen befinden sich, abgesehen von kleineren Kommandos, in verschiedenen Orten des hessischen besetzten Gebiets, zur Zeit in Mainz mit Budenheim, Gonsenheim und Weisem nau, in Wackernheim, wo sich das Fliegerlager befindet, in Llhlenbom mit dem Munitionsdepot, im rechtsrheinischen Truppenübungslager Griesheim und in Worms. Ferner ist Bingen nach dem Abzug der britischen Besatzung mit einer Abteilung französischer Truppen belegt worden. Beginn der Eiaiberaiungen Die Aufgaben des Kinanzautzschusses. Darmstadt, 31. San. (WTB.) Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags tritt bereits in der kommenden Woche zusammen, um mit feinen Arbeiten, insbesondere mit der Beratung der Hefrag-Vorlage zu beginnen. Auch die Regierungsvorlage über einen Zuschuß zu dem in diesem Sahre in Darmstadt stattfinde'nden internationalen Meisterschaften der Studenten kommt zur Beratung, in der neben einem verhältnismäßig geringen Zuschuß e ne Garantiesumme vom Staat übernommen werden soll. Angesichts Dec allgemeinen Bedeutung der Veranstaltung, um die sich mehrere europäische Länder sehr bemüht haben, ist anzunehmen, daß die Vorlage die einmütige Billigung des Parlaments finden wird. Neben der Stadt Darmstadt garantieren auch die beteiligten Verbände der teilnehmenden Länder einen gewissen Betrag. Der Finanzausschuß glaubt in höchstens drei Tagen mit den vorliegenden Arbeiten fertig zu werden. Nach den bisherigen Dispositionen soll dann am 18. Februar öle Beratung des Staatsvoranschlags für 1930 beginnen. Der Ausschuß wird sich allerdings damit sehr beeilen müssen, da die dem Plenum zur Verfügung stehende Zeit nur kurz bemessen ist. Der Staatsvoranschiag muß bis spätestens 31. März verabschiedet fein, und da vorab schon das Sofort-Programm der Regierung verabschiedet toeraen soll, kommt das Plenum mit der Zeit ziemlich ins Gedränge. Einschränkungen der Redezeit und Dauersitzungen bei der wichtigsten Aufgabe des Parlaments, der Gestaltung des Haushalts, wirken aber nicht gerade sehr vertrauenerweckend. Aus oller Welt. Landung von Luftschisspasfagieren in Segelflugzeugen. Das Marineluftschiff „Los Angeles" führte mit bestem Erfolge ein interessantes Manöver aus. Während die „Los Angeles", umschwebt von drei kleineren Luftschisfen, über dein Flugfelde von Lake- hurst in einer Höhe von 900 Meter kreiste, ließ das Luftschiff ein an ihm befestigtes 204 Pfund schweres Gleitflugzeug mit einem 125 Pfund schweren Piloten frei. Das Flugzeug glitt graziös zur Erde und landete 12 Minuten später. Dieser Versuch, der erste seiner Art, wurde ausgesührt, um die Möglichkeit einer Landung von Passagieren vom Lenkluftsch.sf aus in Segelflugzeugen zu beweisen. Ehrenpromotion der Kronprinzessin Juliana der Niederlande. Sn dem Senatssaal der Reichsuniversität Leyden fand am Freitag die feierliche Ehrenpromotion der Kronprinzessin S u - I i a n a zum Doktor der Philosophie statt. Die alte Llniversitätsstadt prankte im Schmuck der niederländischen und oranischen Flaggen und auf den Straßen hatte sich eine zahlreiche Menschenmenge angesammelt, die d e Kron- » Prinzessin mit lautem Subei begrüßte. OS (fj to|ini & «i* * tfi -finnig in .£5 uns nm uns, ring- lUfl‘ JJ b,S rweckioD dntn^ ichen, ivo liegt®'1, ,Schont e wünscht", । IW .ill meine dcm das v viel 8«?"' So bari zum Leb persönlich für sich könnte m unerbitllü (intern at tfinflelM feil?'» flanj Mno flehen, wel werten nen Äebra SäMnst den Lebe Hoffnung- ober ihr sich aus o Siräfle ni ]ii erreich biirfen sie tensfreute pichen o, einem Dal verloren. Auch h um, ter (unter ei der mach fie und Die deutschen Warmblutzüchter ehren Minister Steiger. Der Reichsverband der Warmblutzüchter Deutschlands verlieh anläßlich seines 25jährigen Subiläums dem preußischen Mini st er für Landwirtschaft, Domänen und Forsten Dr. Dr. h. c. 6 t ei ge r feine Su bi • läumsplakette für besondere Verdienste auf dem Gebiete der Pferdezucht. Diese Plakette wurde dem Minister durch einen Vertreter des Reichsverbandes am 31. Sanuar dieses Sahres persönlich als erstem überreicht. Ein Alkoholskandal in der amerikanischen Gesellschaft. Senator D r o o k h a r t erregte im Senat durch die Verlesung eines Briefes Aufsehen, in dem behauptet wird, daß im Century Club in Reuhork, einem der ältesten und vornehmsten Klubs des Landes, dem auch Hoover angehört, bei den monatlichen Zusammenkünften Cocktails mit Gin vorgesetzt werden und daß zu Silvester Punsch mit Rum gettunten wurde. Brookhart erklärte, er verlese den Brief in der Hoffnung, daß der Vizepräsident des Klubs Wickersham, der die kürzlich vorgenommene Llntersuchung über die Durchführung des Prohibitionsgesehes leitete, sich dazu äußern werde. Begnadigung Dr. Richters. Das Staatsministerium hat die gegen den Facharzt Peter Richter aus Dingen wegen Giftmordes an der Krankenschwester Frau Käthe Mertens aus Bonn erkannte Todesstrafe in lebenslängliche Zuchthausstrafe um- gewandelt. Aufklärung eines Mordes nach zwanzig Jahren. Sm Oktober des Sahres 19v5, alfo vor mehr als 24 Sahren, wurde der 51jährige Zementarbeiter Heinrich P l u r s ch im Kremsfluh ertrunken aufgefunden. Da die Leiche keinerlei Verletzungen aufwies, wurde damals Selbstmord angenommen. Seine Witwe heiratete später einen gewissen Franz Haselbauer. Die Ehe war nicht glücklich und wurde im Sahre 1924 g e * schieden. Vor einiger Zeit erkrankte nun die 70jährige Frau Haselbauer schwer. Am Donnerstag ließ sie einen Gendarmeriebeamten an ihr Sterbelager rufen und legte ihm gegenüber das Geständnis ab, daß ihr erster Mann, Heinrich Plursch, nicht freiwillig in den Tod gegangen sei, sondern von Franz Haselbauer, ihrem zweiten Gatten, ermordet worden sei. Dieser habe Plursch aufgelauert, ihn in den Kremsfluh gestoßen und solange unter Wasser gehalten, bis Plursch kein Lebenszeichen mehr von fid) gab. Er habe dies getan, um die Witwe heiraten zu können. Haselbauer ist verhaftet worden. Schwerer Autounfall. Sn Hermsdorf bei Berlin kam eine mit fünf Personen besetzte, von Berlin kommende Autodroschke infolge der Glätte i n s Schleudern, durchbrach einen Gartenzaun, stürzte um und geriet in Brand. Die Insassen eines vorüberfahrenden Autos befreiten die Fahrgäste und den Führer des brennenden Ära twagens aus ihrer gefährlichen Lage. Von den Snfaffeit der Kraftdroschke erlitten zwei schwere Verletzungen, so daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. uns niederfallt, sehen sie schon herantommende Wetter, das doch alles oer- Es können Augenblicke in unserem Leben kom- \ ROSl _Nor(J Äks Wien -La Qoruna- iSett. Schwester Minna Gießen, den 1. Februar 1930. 017D 07 >i 0»3r| 0732 Familie Ludwig Arnold Maria Volk geb Jung 454V Telephon 2277 959D 947D W Pf e i I ri nq LanolinCreme M Mensch sei helle- leg „Lebewohl“ aal die kranke Stelle Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben, unvergeßlichen berg S 3. frisch u. zu Frieda u. Philipp Arnold Familie Heinr. Keiner Aliendorf (Lahn), Dutenhofen (Kr. Wetzlar), 31. Januar 1930. Die Beerdigung findet Sonntag, den 2. Februar, nachm. 3 Uhr, statt. >72»i So darf man nicht fragen, so dürfen wir uns nicht awm Leben stellen. Wir dürfen nicht mit unserrn persönlichen Maßstab messen. Das Leben ist an und für sich weder gerecht noch ungerecht. Ebensogut könnte man sagen, die Sonne, die dem einen mit unerbittlicher Glut die Gartenernte vernichtet, dem aiibern aber die Früchte reift, wäre ungerecht. Oie Einstellung zu der Frage: „Gibt es eine Gerechtigkeit?" die sa manchem so schnell entschlüpft, hängt ü«nz davon ab, wie wir dem Leben gegenüber- slxhen, welche Kräfte wir besitzen, um mit ihm fertig zu werden. Die Pessimisten madjcn überhaupt keil'en Gebrauch von ihren Kräften. Sie sehen nur die Schattenseiten. Vielleicht liegt es daran, daß sie durch den Lebenskampf zermürbt wurden, daß sie alle Hoffnungen auf ein Gelingen aufgaben. Ist damit ober ihr Pessimismus berechtigt? Dürfen sie von sich aus auf ihre Mitmenschen schließen? Wenn ihre Kräfte nicht ausreichten, um ein bestimmtes Ziel erreichen, und sie den Mut sinken lassen, dann I dürfen sie doch nicht auch ihrem Nächsten die Lebensfreude rauben wollen. Der Pessimismus ist ein Zeichen von großer Schwäche, und wenn er in einem Volke hochkommen sollte, dann ist schon viel verloren. Auch heute geht er in unserem Vaterlands stark um, der Pessimismus. Die Schwarzseher, die Verkünder einer hoffnungslosen Zukunft, sie reden wieder mächtige Töne. Und wie viele hören gern auf sie und nicken ihnen Beifall. Hinter jedem Hoffnichten wird. So machen sie sich und ihren Freunden das Leben trübe, vernichten Freude und Wagemut. Freitaa. i 31. Januar. 1930,7" aDds. ** Elektro-Gemeinschaft Gießen. Wie die Direktion des städtischen Elektrizitätswerkes uns mitteilt, hat sich vor kurzem hier in Gießen eine Elektro-Gemeinschaft gegründet, welcher das Elektrizitätswerk und ffeberland- anlage der Stadt Gießen, sowie der größte Teil der von diesem Werk zugelassenen InstaNations- Denkeagan». Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit unseren herzlichen Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Kalbhenn für die trostreichen Worte am Grabe sowie den beiden Schwestern für ihre liebevolle Pflege. Frau Katharine Harbach Wwe. Familie Balthasar Buchtaleck. Großen-Buseck, den 31. Januar 1930. Jeder, der ein Werk beginnen -will, muß mit größter Zuversicht, mit starkem Glauben handeln, sonst ist er schon unterlegen, ehe er anfängt. Wie aber machen es die Pessimisten? Sie sagen: „Es hat ja doch alles keinen Zweck." Sie gehen umher wie kranke, verhärmte Mummelgreise, die beständig den drohenden Finger erheben und warnen, warnen vor neuen Taten und Unglück prophezeiend. Was wir aber tun sollen, das sagen sie nicht. „Nur nicht handeln!" Wenn jemand im Vollbewußtsein seiner Kräfte eine Arbeit übernimmt und zum Schluß einsehen muß, daß es nicht geht, dann kommen die Pessimisten und halten ihre Ernte. „Seht ihr, ich habe es gleich gesagt:" Marie von Ebner-Eschenbach drückt das ungefähr so aus: Die armen Pessimisten! Welche Freude müssen sie doch haben wenn sie endlich entdeckt haben, daß es keine Freude gibt! Ein anderer aber, ein großer Lebenskünstler, der uns so oft mit feinen humorvollen Aussprüchen frohe Stunden bereitete, Wilhelm Busch nämlich, sagt von ihnen: Wer durch des Argwohns Brille schaut, Sieht Raupen selbst im Sauerkraut! Ja, so ist es. Es sind arme Menschen, die Pessimisten. Stunden innerer Freude sind ihnen fremd. Sehen sie wirklich einen Fortschritt, dann prophezeien sie schon einen Rückgang. Freude — wenn man das so nennen kann — empfinden sie eigentlich nur, wenn überall Unglück und Hoffnungslosigkeit herrschen. Dann sind fie~ in ihrem Element. Suchen wir die Pessimisten zu verstehen. Haben wir Mitleid mit ihnen: denn das Leben raubte ihnen oft alles, weil sie nicht Widerstandsfähigkeit und Mut aufbrachten, um Sieger zu bleiben. Es sind arme Menschen, und des Lebens Reichtum wollen sie nicht sehen. Sie können uns nicht helfen in schweren Zeiten. Denken wir lieber an die Taten und Werke großer Menschen, hören und lesen wir, mit welchen Mächten sie oft zu kämpfen hatten, wie sie aber nie den Mut sinken ließen, bis endlich das Ziel erreicht war (Zeppelin!). Schauen wir auch um uns! Kennen wir nicht viele Helden des Alltags? Ungebeugt gehen sie ihren Weg. nicht nach links oder rechts schauend. Sie sind und bleiben Herr über ihr Leben. Laßt uns ihnen nachleben! Sie geben uns ein Beispiel dafür, daß wir den Glauben an die Zukunft nicht verlieren dürfen, auch nicht in schlimmen Tagen 1 W. Gießen, den 1. Februar 1930. Oie armen Pessimisten. Schwarzwald. Feldberg: Leichter Schneeefall, minus 2 Grad. 35 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski- und Nodclmöglichkeit gut OiöWetterlaae. sagen wir auf diesem Wege aufrichtigen und innigen Dank. Karl Huhn. Elise Huhn. Gesangverein Heiterkeit. Nachruf. Am 30.Jan.verschied unter Ehren- mitnltcö u. Mitgründer d. Vereins 6et[WH)5eiöeiöonö Wir betrauern In dem Verstorbenen einen eurigen Förderer des Gesanges, einen Mann von edlem Cbarakier. der unö stets cm Vor- vtld war. Ebre seinem Andenken. Tcr Vori'.and. 914D Die Beerdigung findet Montag. 3. A-eur.z nachm. 4‘ 2 Uhr hau und bitten wir um zahtr. Beteiligung. Wettervoraussage. Die Störung über die Biscaha hat sich weiter verbreitet und zeigt heute morgen Barometerstände von unter 725 Millimeter. Auch über ganz Deutschland ist der Luftdruck erheblich gefallen. 3m nordöstlichen Deutschland haben bereits Schneefälle eingesetzt, während es in Westdeutschland regnet. Linser Gebiet liegt an der Grenze zwischen Warm- und Kaltluft, so daß hier die unter dem Einfluß des vorüberziehenden Tiefs kommenden Niederschläge teils als Schnee, teils als Regen niedergehen werden. Die Temperaturen steigen zunächst etwas an. Wettervoraussage für Sonntag: Trübes und wolliges Wetter, etwas milder, vereinzelte Niederschläge, in hohen Lagen als Schnee. Amtliche Wintersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, minus 3 Grad, keine Sportmöglichkeit. Hühneraugen-Lebewohl u. Lebewohl-Ballen- »cbeiben Blechdose (8 Pflastei) 75 Pi., Lebewohl* Fuhbad, gegen empfindliche Füße und Fufischweifi, Schachtel (2 Bäder) 50 Pi., erhältlich In Apoth. u. Drog. Sicher zu haben: Med.-Drogerie Haus Hindenburg, Seltersweg 68 a; Löwen-Drog. W. Kilblnger Macht, Seltersweg 79a; H. Holl. Ludwlgsplatz-Drogerie und Neustadt-Drog.; O.Winterhofl, Drog., Kreuzplatz 9,10. '"“Seti en, um tnü et 3ttatun tnnen. W en ßu|4n 6fn PcöeuÄ hrere europäische uAunehnien, daß ■ Ä 2-trag. ,LV-3$ beginnen. 0'ngs damit sehr lenum zur Tet- bemessen ist. Du L spätestens iw, und da vorab der Regie. Ivmt das Plenum S* tzjnschrän. Jw bei der lri entury 61 ub w en und vornehmsten uch Hoover E LmmenkünflenS°^ werden und dah »SS I SÄ Am 31. Januar, vormittags 6*/, Uhr, entschlief sanft nach langem Leiden unser lieber Vater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Heinrich Wagenbach XI. im 77. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Adolf Best Familie Ludwig Opper II. Familie Ludwig Wagner II. Familie Heinrich Lepper II. Alten-Buseck, den 1. Februar 1930. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 2. Februar, nachmittags 3*/* Uhr statt. Versteigerung. Am Tamstaa. dem 8. Febr. 1930, nachm. 4 Ubr, wird die Halle auf der früheren Grube Morgenstern bei Hoi Haina önenilict) nieiübietend auf Abbruch Derftelflcri. Tie Halle bestehl au< Holr- Mchwerk imb Lchiackenüeinen. Grö;e ca. -24 Mn. laitiL ca. 7,50 Mlr. breit und ca. 3.50 'Mir. bock. Die Bedingungen werden vor der Berstctgerung bekannigegeben. i Rodheim, den 30. Januar 1930. Turn- und Lvort'lScmeinde c. V. I Roddetm a. d. Bieber. 880D eilt es sich auf die eigene Lebenskraft zu besinnen, i-cm.t wir Sieger bleiben. Schwach und matt kann jeder einmal werden, aber alles aufzugeben, und es nun laufen zu lassen wie es kommt, das ist unmännlich, das ist Feigheit. Wir mu en über unsere Schwachheit Herr werden. Das will nicht besagen, dcß wir das Leben leicht nehmen, ober gar leicht- innig in den Tag hineinleben sollen. Wir dürfen ifi uns nur nicht zu schwer machen. Das Leben in UNS, rings um uns, ist ja so unermeßlich reich. Es liegt nun an dem Einzelnen, sich dieses Reichtums bewußt zu werden und feinen Teil zu beanspruchen. Die eigentlichen Lebensverneiner aber, die Pessimisten, sind die Menschen, die auch die unschuldigste Lebensfreude verlachen und nur die Sinn- und .Zwecklosigkeit jeglichen Daseins predigen. Sie haben dne merkwürdige Begabung, immer da Schatten zu sehen, wo doch für uns andere heller Sonnenschrin liegt. Sie nennen das Leben grausam und ungerecht. , cdjaut euch die Reichen an! Alles, was sie sich wünschen, haben sie! Und ich? All meine Versuche schlugen fehl, die Verhältnisse standen gegen mich, all meine Arbeit war vergebens, während den andern das Glück nur so in den Schoß fiel. Ist das die viel gepriesene Gerechtigkeit des Schicksals?" Hirsch-Apotheke Gießen Frankfurter Straße 4. zmv Pfarrer Heutnann’s Heilmittel bewährt bei zahlreichen Krank» beiten. / 180000 Dankschreiben. Das Pfarrer Heumann-Buch (272 S., 150 Abb.) erhält jeder, der sich aufdieseslnserat beruft, völlig umsonst u.portofrei durch Ludwig Heumann & Co., Nürn- Die Pfarrer Heumann-Heilmittel sind stets Originalpreisen erhältlich in der Niederlagen Hoie Moen. ..per Zentner RM. 5.00 öGliieiaet BelNtual ".Ä100 an Großverbraucher adzugebeu A.Gauev^ So. fiflf öü । in 'Kkstra'-um. i)Il9e£,3l ertrun* remsflub^,. Qjft,; «SÄ»«’ imCM» iDätet ewe" ■ USi? Sb- Ivar i tuet. 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Regf-.- Jubiläum am 5. und O.Avrili.Darmstaost Alle ehemal. Garde- Dragon. willlomui. Kavallerieverein Gieß, e.1 Am Samstag, S.Febr., 8*/- Uhr, im VereiitS» lokal „Hess. Hof- Zahres- Dersamm'ung Wegen der wichtigen Tagesordnung wird um das Erscheinen aller Kameraden gebeten. t54D Der Borstand. Die Einlaffkarten zum Maskenball am 8. iyebv. 1930, abc>i8S 8 Uhr, aufderLiebigSböbe löiinen vom 4. biS 7. ,'sebr. 19o0, abends zwischen 5 und 7 Uhr bei Herrn HanS Kögel, Nadioge- s äff, Selierc w. 5ll Eing. Wolken gasse, 1 aineüolt werden if. VexeinS-el'ung vom Januar 1930). l-«Ü Dlonatsversammlnni 3. Februar, 20 Uhr: Bote' Köhler. 857D I * niW K/o/ vA/ Montag 20 Ubr, ml 7 z] '{hl I ittilffStllitlla; Stadttheater Sonntag, 2.Jebr^ von 15 biö 17'/, Uhr: Auster '2lbrnnement Geschlossene Voiksvoriielliiug Zum lebten Male fiotimrioa firne Ein Seiltänzerstück in vier Akten von Carl Zuckmayer. Sonntag, 2. oebr., von 18'/, b. 2i)8,4 Uhr Auster Abonnement Fremden Vorstellung Zum leüier. Male: gütßorina »nie Ein Leiltäuzerstück in vier Akten von Carl Zuckinaver. Dienstag, 4. Fcbr., von 19', bis22'/«Nhr is.Dienbtaa llü.-Bdi. In neuer ««L) Jifizenierung! Die luiii e wiiroe von Viktor V6on und Veo Stein. Mufft vonFr.Lelfär. CDcvettcuVrciie. Aiittwoch, ob r., von 19'/, bis 22 Ubr IS.INittwOlH'AV.-vksl. Dien ein iudiert: kylitz vnli» Posse mit Gesang in 3 Auizrigen von H. Wilken unb _ O. Jiisiinus. 'JJhiüf von Gust. Michaelis. Freitag, 7. Fcdr., von 20 bis 22 Ubr l9.3re.lll8'M voril. Bum ersten Male: mmr Siiiengemälde in vier Bildexn von Frank Wedektud. Sonntag. 9. Fcbr., von i8blSgeg.21Uhr Auster Abonnenient ötembeuuoriieUunfl In neuer Inszenierung! Drei alte swieln Cpereite in einem Borsviel u. 3 Akten von Herrn. Haller. Gesangsiene von RidemauS. Mufik von Walter Kollo. rrrr rrmrm irrm -rrr^gnQ _ Mes- MfDM ®pncn berroitfiiign \£Varneraöen* !-LerLorstan^ w D'EMMmn «uni Maskeubau M Ä wfts* SÄ fflonaliveriamolui 3. Februar, 20 Uii Bell'UM«. tol am 8. Febr, 1930, "bcn"S 8 Uhr, niilöerl'IcbincbObt Jönnen vom l bu- '.nebr.lU abfnbi 'wischen» und 7 U-r bei Herrn Han« MuflCl, UlftbWftt- s ah, Geltet-tu. äd Emg-ÄaUenMe. avneuoh werden il iPerrinSreUunsv« Januar 1930), p) Montag 2 en> >u ade- ein inö, oll- ,che len tu en. er- ’ln- iii’ SB. ebu ojn ier -.il. men i, da alte- ul« oll' nK- aÄ HOB???. 3C;- Ä». ,„Ä' Franko ^cbr- ALL- sK-7 v ' mcriinf ■ Stadttheate; Lonniag, 2.9ek von Io vlö b k». 2tu(je: 2lbcnneirit Geschlofseve SS* **s. Bs* »s»,» jäsisg M. 7' neuer f dji anuemexuno- ‘ *j$S Nr. 27 Zweites Blatt Samstag. Zebrnar 1930 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Arbeiterimperialismus und Geekonferenz. Don Dr. Paul Rohrbach. Man hat gesagt, daß 80 v. S). der englischen Parlamentswähler „politischer Flugsand" sind, der sich bei jeder Wahl an der Stelle ansammelt, die von der öffentlichen Meinung für die Behandlung der nationalen Bedürfnisse den größten Kredit bekommt. In der Tat sind im englischen Partei- leben, wenn ein Vergleich erlaubt ist, nur ein (9c- nerglstab, ein Offizierskorps und eine oerhältnis- rnägig kleine Kerntruppe parteipolitisch stabil; der sonstige Wähler hat kein Parteibuch, sondern fluktuiert hierhin und dorthin. Das parlamentarische System hat sich in England, seinem Muttcrlande, auf der Grundlage ausgebildet, daß zwei ungefähr gleichstarke, gleich gut organisierte und aus dem gleichen Prin zi p — nationale Wohlsahrtspslegeddurch nationale Machtvcrmehrung — fußende Gruppen miteinander um den Besitz der Regierung und damit auch der Verantwortlichkeit vor der Ration rangen. Der Grund zu einem Regierungswechsel in England war nie durch den Wechsel der Volksmehrheiten zwischen „liberalen" und „konservativen" Prinzipien gegeben, denn prinzipielle Unterschiede von nennenswertem Format gab es zwischen den beiden Parteien gar nicht, sondern wenn die eine Partei mit ihrer nationalen Geschäftsführung in den Äugen der Oefsentlichkeit nicht erfolgreich genug war, so empfahl sich damit vor eben dieser Oefsentlichkeit die andere. Dabei handelte es sich viel weniger um einen Wechsel der Grundsätze als um einen Wechsel der Männer, das heißt der politischen Führergruppen. Dieses System war aufgebaut auf der Zweiheit der Parteien, von denen jedesmal die oppositionelle damit rechnen mußte, daß ihr mit einem Wahlsieg zwar die volle Regierungsmacht, aber auch die volle Verantwortlichkeit zusiel. Je größer die Zahl der Parteien in einem „parlamentarisch" regierten Staate ist, je weniger also die Einzelpartei Aussicht hat, mit der ganzen Macht auch die ganze Verantwortung zu gewinnen, desto stärker erhebt sich an Stelle des Staats- und des politischen Machtgedankens der Partei- und parteipolitische Profitgedanke. Diese Abirrung widerspricht dem englischen Empfinden, und das fängt jetzt an sichtbar zu werden, wo durch das Auftreten der Arbeiterpartei das frühere Zweiparteiensystem a u f g e h ö r t hat. Die Arbeiterpartei nimmt jetzt schon den Reichsgedanken, den Imperialismus auf, und es wird schwerlich lange Zeit vergehen, bis sie überhaupt die modernisierte, imperiale Partei in England ist. Diese Entwicklung läßt sich schon heute übersehen, und sie hängt außer mit den noch zu nennenden Gründen auch noch damit zusammen, daß die englische politische Vernunft wieder zum Zweiparteiensystem zurück will. Der Sieg der Arbeiterpartei bei den letzten Wahlen hatte noch wenig mit der Reichspolitik zu tun sondern kam hauptsächlich dadurch zustande, daß ein hinreichend großer Teil der vorhin als wahlpolitischer „Flugsand" charakterisierten Wählerschaft den Vertretern der Arbeiterpartei glaubte, sie würden am besten imstande fein, den großen inneren Röten nbzuhelfen. Vor allen Dingen handelt es sich dabei um den Dauerzustand von ein- bis eineinhalb Millionen Arbeitslosen, um die Krisis im Bergbau und um die unbefriedigende Lage in der Textilwirtschaft. Ein gewisses Mißtrauen empfand die öffentliche Meinung allerdings auch gegenüber der konservativen Bindung an Frankreich, gegenübet*bcr undurchsichtigen Politik, die das konservative Kabinett mit Ämerika trieb, und gegenüber seiner Befähigung, die Schwierigkeiten mit Indien und Aegypten zu lösen. Natürlich versprachen die Ar- beiteruertreter, sie würden auch mit alledem fertig werden, aber ihren relativen Wahlsieg errangen sie nicht auf dem Boden der Reichspolitik, sondern auf dem der inneren Politik. Der stärkste Mann, heute schon eine Art Diktator in der Partei und viel stärker als Macdonald, ist der Schatzkanzler Snowden. Snowden hat von allen englischen Arbeiterparteilern den klarsten Instinkt für die politische Macht. In einem parlamentarisch regierten Staat gibt es keine Macht ohne Mehrheit, und keine Mehrheit ohne den politischen Erfolg. Die beiden Pole aber, um die das Problem des Erfolges und damit der Macht im heutigen England kreist, sind die Arbeitslosigkeit und die Schwierigkeiten in der Reichspolitik. Die Arbeitslosigkeit, das haben die Führer der Arbeiterpartei heute schon eingesehen, ist, wenn die Lage auf dem Weltmarkt für England sich nicht von Grund auf ändert, unheilbar. Eine Aussicht auf ihr Ende scheint sich nur dann zu bieten, wenn es gelingt, das ganze britische Weltreich zu einem Reichszollverein zusarn- menzuschließen, mit Schutzzoll nach außen und einem solchen Zollsystem im Innern, daß die Dominien ihren Bedarf an fremder Ware, Fabrikaten namentlich, im Mutterlande decken und dessen Exporte vermehren. Dies ist der Weg, auf dem die englische Arbeiterschaft für den Reichsgedanken erzogen werden wird, und nicht nur die Arbeiterschaft, sondern auch ein sehr großer Teil des englischen Mittelstandes würde auf diese Weise dauernd in die Gefolgschaft der Labour-Regierung kommen. Die liberale Partei würde zerrieben werden, und den Konservativen würden ihre beiden besten Segel, die Pflege des imperialen und des Reichszollgedankens, vom Mast genommen werden. Die Organisation des Imperiums als geschlossener Zoll- und Wirtschaftsverband ist aber keine Sache von heute auf morgen. Sie muß von großen Wirtschaftsreformen im Mutterlande selbst begleitet werden, und diese sind ohne sehr bedeutende staatliche Mittel nicht durchzuführen. Daher ringt England um die Verringerung der Flottenausgaben. Das Wettbauen mit den Vereinigten Staaten ist ihm finanziell unmöglich, und auf die bisherige Suprematie zur See muß es verzichten. Das ist der eine Preis, der gezahlt werden muß, um die Hände für die großen Wirtschaftsreformen in England und im Reiche freizubekommen. Den andern Preis aber fordert Frankreich. Frankreich ist lange nicht so stark wie Amerika, aber es ist stark genug, um der Flotteneinschränkung, die England braucht, -Steine in den Weg zu werfen. Soll es darauf verzichten, so verlangt es Englands (Ein- willigung dafür, daß die französisch« Militärherrschaft auf dem Kontinent erhalten bleibt. Die Bekämpfung -er Korruption. Don Or. Eugen Schiffer, ehem. Michsminister der Finanzen und der Justiz, ehem. Vizekanzler. ' Wir entnehmen diesen bedeutungsvollen Aussatz dem ersten Hefte des 35. Jahrgangs der Deutschen Juristen-Zeitung. Aus das verflossene Jahr hat sich durch den Berliner Korruptionsskandal noch zu guter Letzt ein tiefer Schatten gesenkt. Noch sind die Vorgänge nicht völlig ausgrhellt. Aber soviel ist bereits jetzt klar, daß es sich nicht bloß um Verfehlungen einzelner handelt, sondern um einen ganzen Personenkreis innerhalb einer großen und wichtigen Verwaltung. Voch ein anderes ist klar: daß das Berliner Vorkommnis nicht alkeinsteht. Es ist nur bet vorläufige Abschluß, die zur Zeit letzte Erscheinung eines Fäulnisprozesses, der schon seit langer Zeit unseren Volkskörper verseucht. Daß die geschäftliche Moral sehr stark gesunken ist, wird nirgends mehr bezweifelt; und daß der Bazillus der Unmoral auch auf das früher gegen ihn gefeite Beamtentum über- gesprungen ist, beweist die Kriminalstatistik, die den Wahrnehmungen des Tages, sie ziffermäßig bestätigend, zur Seite tritt. Was das für unser staatliches Dasein bedeutet, bringt die Begründung des neuen Strafgesetzbuchs in folgenden Worten zum Ausdruck: „Ein pflichttreuer und lauterer Deamtenstand ist d i e unerläßliche Voraussetzung eines geordneten Staatswesens. Die Beamten verwalten die öffentlichen Angelegenheiten, sie verfügen über die öffentlichen Gelder, ihnen ist die Entscheidung über Vermögen, Freiheit, Leben und Ehre ihrer Mitbürger anvertraut. Das Wohl und Wehe des Staates liegt zu einem wesentlichen Teil in ihren Händen. Me Ehrenhaftigkeit, vor allem die Unbestechlichkeit der Beamten bildet die Grundlage für das Vertrauen der Staatsbürger, dessen die Staatsverwaltung für eine gedeihliche Wirksamkeit bedarf; sie bildet zugleich einen Gradmesser für das Ansehen des deutschen Aamens." Das liebel ist von der Allgemeinheit längst ertajmt, seine Tragweite vollkommen gewürdigt, die Erregung über seine neuesten Ausbrüche hochgradig. Sie äußert sich in empörten Deklamationen und geharnischten Resolutionen, in wohlmeinenden Mahnungen und ernsten Drohungen, in boshaften Ausfällen der Witzblätter und satirischen Couplets der Kabaretts. Aber die Entrüstung allein tut cs nicht, und ihre Bekundungen verpuffen ohne nachhaltige Wirkungen. Man sieht sich deshalb nach schärferen Mitteln um. Da die Behandlung des Geschwürs mit der Salbe des Wortes keinen Erfolg verheißt, soll es ferro et igni beseitigt werden. Man ruft nach dem Gesetzgeber, der Polizei, der Justiz. Die bestehenden Gesetze, sagt man, reichen offensichtlich nicht aus; also machen wir neue. Zwar klagt man beweglich über die Hypertrophie unseres Rechts; über das lieber- maß von Behörden, über die Ueberzahl von Beamten, und man verhehlt sich nicht, daß neue Gesetze eine Vermehrung des Rechtsstosfes wie der Behörden und Beamten nach sich zu ziehen pflegen. Aber die byzantinische Verehrung der Paragraphen lebt auch unter der demokratischen Staatsform fort und zeitigt, wo immer eine Rot entsteht, den Schrei nach Spezialgesehen, Spezialbehörden und Spezialausbildung ihrer Mitglieder. Das nennt sich dann Derwal- tungsreform. Dabei kann niemand behaupten, daß es uns an Gesehen mangelt. Sie zerfallen in zwei Gruppen, ja nachdem die von ihnen behandelten Verfehlungen sich int öffentlichen ober im Wirtschaftsleben, auf dem Gebiete des öffentlichen oder des Privatrechts abspielen. Die Korruption innerhalb des öffentlichen Beamtentums wird im geltenden Recht außer durch die Diszi- plinargesehgebung durch die Strafandrohungen des 28. Abschnitts des StrGB. bekämpft. Sie sind durch die Bestimmungen im 7. Abschnitt des neuen Strafgesehentwurss noch erweitert, insbesondere durch Ausdehnung des Kreises, auf den sie Anwendung finden sollen, und durch Erhöhung des Strasmarimums. Allerdings hat der Strafrechtsausschuh des Reichstags den § 140 des Entwurfs wieder gestrichen, der die aus Eigennutz begangene Verletzung des Amtsgeheimnisses unter Strafe stellte. Dagegen hat er den § 106, der die Bestechung nicht bloß bei Wahlen, sondern auch bei Abstimmungen mit Strafe bedroht, gutgeheißen. Diese Bestimmung zieht also auch die Ausübung öffentlicher Funktionen außerhalb des Beamtentums in den Kreis rechtlicher Beeinflussung. Beamten im Reich wio in den Ländern ist untersagt, ohne vorgängige Genehmigung ein Gewerbe zu betreiben oder gegen fortlaufendes Entgelt eine Rebenbeschästi- gung zu übernehmen oder Aufsichtsrat einer e i Wohnhäuser neu erbaut, wodurch drei Wohnungen geschaffen wurden. U Grohen-Linden, 27. Jan. Der hiesige Turnverein hielt am Samstag in der Turnhalle fein diesjähriges Wintervergnügen ab. Mit dem deutschen Turnermarsch, vorgetragen von der Kapelle Köhler, Grohen-Linden, wurde die Feier eingeleitet. Der Vorsitzende. Dr. Ern st Römer, hieh die Besucher willkommen, besonders den 2. Gauvertreter Schneider. Butzbach, und die Vertreter des Turnvereins Schwanheim (TaunuSgau), mit dem der Turnverein Grohen- Linden engere Beziehungen pflegt Hierauf wurden Freiübungen, Bodenturnen. Reigen und Reck- turnen vorgeführt. Die auf hoher Stufe stehenden wegen Mangel an Mitteln auf ein Jahr zurück- gestellt werden. Ein Antrag des Gemeinderats Seth, eine kommunale Zeitschrift für die Gemeinderatsmitglieder auf Kosten der Gemeinde zu beziehen, wurde angenommen. Einzelne Herren lehnten den Bezug einer solchen Zeitschrift für sich ab. Heber den Punkt: Erlaß und Stundung von Steuern, der mit dem schon feit längerer Zeit laufenden Antrag der Gewerbetreibenden auf Herabsetzung der hohen Ausschlagssätze für 1 929 vereinigt wurde, entspann sich wieder eine lebhafte und lange Aussprache. Der Bürgermeister erklärte hierzu, dah er mit den Gewerbetreibenden verhandelt habe mit dem Ergebnis, der Gemeinderat möchte einer Stundung von zwei Zielen dieser Steuer seine Zustimmung geben. Er erwähnte weiter, daß heute das Kreisamt Gießen andere Ausschlagssätze für Grundstücke und fürbaß Anlage- und Betriebskapital, vorbehaltlich der Genehmigung des Ministeriums des Innern, in Vorschlag gebracht habe. Der Stundungsantrag wurde ab gelehnt, weil damit den Antragstellern nicht gedient wäre und man eine endgültige Regelung, vielleicht im Sinne des Vorschlags des Kreisamts, treffen wolle. Der Vorschlag des Kreisamts kam wegen nichtsrist- mähiger Vorlage nicht zur Abstimmung. * Allendorf (La hn). 28. Jan. Dieser Tage sand in der Gastwirtschaft von Joh. Luh VI. Wwe. die ordentliche Generalversammlung des Konsumvereins unter der Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Wilhelm Luh II. statt. Die Festigung des Vereins hat unter der hervorragenden und zielbewußten Gcschästsf"''-''ng des jetzigen Direktors Wilhelm R e e h große Fortschritte gemacht. Der Geschästsberi^i tuieß ein gutes finanzielles Ergebnis aus, worauf dem Vorstand Entlastung erteilt wurde. Bei der Vorstandswahl wurden Friedrich Stengel, Wilhelm Euler IV. und Ludwig Ulm II. einstimmig wiedergewählt. Rachdem das Vorstandsmitglied Friedrich Heinrich eine Wiederwahl ablehnte, wurde an dessen Stelle Ludwig S t e n - g € l einstimmig gewählt. 8 Alten-Duseck, 31. Jan. Die Holz- preise bei der gestrigen Versteigerung in den hiesigen Gemeindewaldungen waren wesentlich niedriger, als in den Doraußgegangcnen Jahren. Es kosteten beispielsweise 2 Meter Buchenscheit 28 bis 30 Mk., Duchenknüppel 20 bis 24 Ml., 5 Meter Duchenwellei, 6 bis 8 Mk. — Dank der Bemühung des hiesigen Vertrauensmannes der Landwirtschaftskammer, des Landwirts W. Kahl, konnte den hi. ftgen Obstbaumzüchtern ein sehr lehrreicher Vortrag über Schädlingsbekämpfung und andere Fragen ähnlicher Art geboten werden. Obstbauinspeltor E n k l e r führte im Russischen Saale in etwa zweistündigem Lichtbildervortrag eine reichhaltige Zusammenstellung vortrefflicher Aufnahmen über Entwicklung und Vermehrung der verschiedensten Obstbaumschädlinge vor Augen. Im zweiten Abschnitt des Vortrages wurde Pflanzung, Schnitt und Hmpfropfung der Obft- bäume behandelt. Den Abschluß bildete eine Vorführung der auf dem Obstmarkt zur Zeit bevorzugtesten Kern- und Steinobstsorten. Alle Vorführungen wurden von leicht verständlichen Belehrungen über erfolgreiche Bekämpfung der Schädlinge und die einzuschlagenden Wege xur besseren Rentabilität der Obstbaumzucht begleitet und erweckten bei den zahlreich erschienenen Zuhörern lebhaftes Interesse. Die der Gemeinde überwiesene neue Motor-Obstbaumspritze, die das Bespritzen der Obstbäume wesentlich erleichtert. Die Kleinkinderschule wurde durchschnittlich von 80 biß 85 Kindern besucht. Die Krankenschwester leistete 6797 Krankenbesuche, 14s/< TageSpfleg.'N und 7P/3 Rachtwachen in zusammen 190 Sami - liexx. In der Besetzung der hiesigen Station traten seit der 'letzten Hauptversammlung mehrfache Veränderungen ein. Die plötzliche Abberufung der Krankenschwester Elisabeth Melchior hatte bei den Mitgliedern lebhafte Beunruhigung auß- S. Eine außerordentliche Hauptversammlung den Vorstand mit Schritten bei dem Mutterhause beauftragt. Der Vorsitzende berichtete über die unternommenen Maßnahmen und brachte ein Schreiben des Mutterhauses zur Verlesung. Rektor a. D. D a a b berichtete als Rechner über die Kassen- und Vermögensverhältnisse des Vereins. Die Rechnung weist ein Barvermögen von 2464 Mark auf. Das Gesamtvermögen des Vereins (einschließlich Gebäude und Inventar) beträgt 16 477 Marl Rach den Satzungen waren acht Vorstandsmitglieder zu wählen. Die Wahl hatte folgendes Ergebnis: Wiedergewählt wurden Rektor a. D. D a a b, Direktor I a n tz e n, Bürgermeister Schmidt, Zummermeister Balthasar meister Schmidt, Zimmermeister Balthasar meister Heinrich Müller, neugewählt wurden Reichsbahn-Betriebsassistent Karl Brück und Landwirt Heinrich GeißlerVIII. Dom Vor- stand und aus der Versammlung wurde eine Reufassung der Satzungen beantragt. Die Versammlung beschloß eine sechsgl-edrige Kommission, zu der aus dem Mitgliederkreise vier Herren gewählt wurden, während der Vorstand dazu zwei Vorstandsmitglieder entsendet, mit den Vorarbeiten zu beauftragen, lieber den Wechsel in der Schwesternstation entwickelte sich denn noch eine längere Aussprache, so daß der Vorsitzende erst nach vierstündigen Verhandlungen die Versammlung schließen konnte. — Saubringen, 29. Jan. Am Sonntag hielt der hiesige Obst- und Gartenbauverein, einer der rührigsten Obstbauvereine des Kreises, im Saale der Wirtschaft zum „Blauen Hecht" die diesjährige Generalversammlung unter der Leitung des langjährigen ersten Vorsitzenden Wilhelm Walther ab. Die im vorigen Herbst veranstaltete Ausstellung der Erzeugnisse im Obst- und Gartenbau konnte der Verein als einen vollen Erfolg buchen. Die Zahl der Mitglieder beträgt 53. Die von dem Vereinsrechner Wilhelm Erb vorgetragene Rechnung für 1929 zeigte eine Einnahme von 236,46 Mark, eine Ausgabe von 177,52 Mark; der ileberschuh betrug hiernach 58,94 Mark. Die gesondert ausgestellte Abrechnung der Obstausstellung wies in Einnahme 221 Mark, in Ausgabe 153 Mark auf so daß der Reingewinn 68 Mark beträgt. Der Gesamtüberschuß des Geschäftsjahres 1929 erhöht sich somit auf 126 Mark. Im Monat Februar soll wiederum, wenn möglich, die Durch- sprihung der Gesamtbaumanlagen mit Obstbaum- farbolincum erfolgen. Den Hauptteil der Tagesordnung nahm ein interessanter Vortrag des Lehrers Bep pler über „Obstwein- und Süßmostbereitung" ein Eine eingehende Aussprache und gegenseitiger Austausch der Erfahrungen, die die Obstweinbereiter im Laufe der Jahre selbst gemacht haben, fand anschließend statt. Auf Anregung einiger Mitglieder wurde beschlossen, von nun ab allmonatlich eine Versammlung abzuhalten und die jeweiligen Zeitfragen auß dem Arbeitsgebiet des Vereins zu besprechen. v. Londorf, 30. Jan. Zwischen der preußischen Forstverwaltung, 0 er treten durch die Oberförsterei Marburg, und der hiesigen Gemeind« tourbe em Vertrag abgeschlossen, wonach bas AoU aus den an die hiesigen Waldungen an- gren-enden preutzischenWald uo e n über den Londorf er chauffierten Weg abgefahren werden kann. 2lls Vergütung erhält die Gemeinde 50 Raummeter Duchenschertholz. Den Holzhauerlohn trägt die Gemeinde Londorf. 4. Leihgestern, 29 Ian. Wie alljährlich, veranstaltete auch in diesem Iahr der Gesang- verein „L i e de r k r a n z" im Dereinslofal „zum Löwen^ am Samstag ein Vokal- u n d 3 n - strumental-Konzert, bei dem Mitglieder der Kapelle des l. Ball. 15. Inf.-Regts. Giehen mitwirktcn. Rach einem flott gespielten Cross- nungsmarsch hieh der erste Vorsitzende, Wilhelm 3 u n g, die Anwesenden herzlich willkommen, besonders begrüßte er den Gauvorfitzenden Koch vom Gau Gießen Stadt und Land im Hessischen Sängerbund, der erschienen war, um die Sanger Hcinr. K r a p f und 3oh. Velten mit dem Ab- zeichen des Hessischen Sängerbundes für 40jährige Tätigkeit als Sänger zu ehren. Bei den ausgezeichnet vorgetragenen Chören (besonders sind hier zu nennen „Drei Wanderer" von Koch, „Maienwind" von Reubn^r und „Pappelmäulchen" von Wohlgemut) fiel bei dem ausgezeichneten Chorklang die gute Schulung des etwa 90 Sänger starken ChoreS auf. Der reiche Beifall galt vor allem dem bewährten Chorleiter, Reallehrer Bläh (Gießen). Stürmischer Beifall belohnte auch die Kapelle, die sich zu manchen Zugaben bereitfinden ließ. Der Gesangverein kann mit Stolz auf diesen Abend zurückblicken, und dem Dank des ersten Vorsitzenden an alle Mitwirkende. besonders an den Chorleiter, Reallehrer Blaß, wird sich jeder angeschlossen haben. Der anschließende Tanz hielt die Anwesenden bei guter Stimmung noch lange beisammen. /Watzenborn-Steinberg, 30. 3anuar. Einen gut besuchten Familienabend hielt gestern abend die hiesige Ortsgruppe des Evangelischen Bundes. Der Kirchengesangverein hatte sich, wie stets, in den Dienst der guten Sache gestellt. Zur Vorführung gelangte der in seiner Wirkung mächtige „Lutherfilm". Die Begrüßungsansprache hielt der Vorsitzende der Ortsgruppe, Mitbürger- meister Hirz, die weitere Leitung lag in den Händen des Ortspfarrers. Am Schluß der Vorführung sang die Versammlung stehend die letzte Strophe des Lutherliedes. (D Grüningen, 30. Jan. Anläßlich des 60. Geburtstages des Gastwirtes und Gemeinderechners Wilhelm Arnold veranstaltete der Gesangverein „Eintracht" dieser Tage einen Fackelzug. Vor dem Hause Arnolds trug der Verein einige Lieder vor und der erste Vorsitzende hielt eine Ansprache, in der er die freundschaftlichen Beziehungen des Herrn Arnold zu dem Gesangverein besonders betonte. Herr Arnold dankte für die ihm borge- brachte Ehrung und lud den Verein zu einem Glase Bier im Vereinslokal ein. • Lich, 1. Febr. Linser Mitbürger, Klempnermeister Wilhelm Zimmer, wird am heutigen 1. Februar in voller Rüstigkeit 7 5 Jahre alt. Der alte Herr, der sich hier und auch in der Llmgcgend allgemein großer Wertschätzung erfreut, leitete 25 3ahre lang die hessische Orts- einnehmerei in Lich, war Kirchenrechncr und bekleidete iu>ch weitere Ehrenämter. Seit einer Reihe von Jahren hat er sich in den Ruhestand zurückgezogen. Runbsunkprogramm. -Sonntag, 2.Februar. 7 bis 8.15: Don Hamburg: Hafenkonzert. 9 bis 10: Katholische Morgenfeier. 11: Erziehung, Bildung: Ellernstunde: „Die erziehliche Bedeutung des Handpuppenspieles". 11.30: Else Lasker- Schüler. Vorlesung aus eigenen Werken. 12; Stunde des Chorgesangs. 13.30: Gesang vom Rundfunk. 14: Don Stuttgart: Stunde der 3u> gend: „Das kalte Herz", nach dem Märchen von W. Hauff bearbellet von K. Bach. 15: Stunde des Landes. 16: Don Stuttgart: Llnterhaltungs-Kon- zert des Rundfunkorchesters. 17.30: Stunde des Rhein-Manischen Derbandes für Dolksbildung: Das Lied der Lieder. Ein Hörspiel. 19: Sportnachrichten. 19.30: Aus dem Opernhaus Frankfurt a. M.: Die Afrikanerin. Oper in einem Dorspiel und zwei Akten (5 Bildern) von Giacomo Meyerbeer. 23 bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 3. Februar. 12.30: Schallplattenkonzert: Volkstümliches Sin- fvniekonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der 3u- gend: „Ein Tag in Reuyort: die ersten Eindrücke und Erlebnisse eines deutschen Auswanderers im fremden Erdteil", ein Dortrag von Lehrer Fr. Voigt. — Für Kinder vom 12. 3ahre ab. 16: Hausfrauennachmittag. 16.50: Vortragszyklus des Frauenverbandes Hessen-Rassau und Waldeck: „Frau Anna Edinger zum Gedächtnis", Vortrag von Studienrätin Dr. Ketzer. 17.20 bis 17.45: Unterhaltungskonzert. 18: Cfraim Frisch. Dor- lesung aus eigenen Werken. 18.35: „Literarische Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich", Vortrag von H. A. v. Waltzahn. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Aus dem großen Saal des Saalbames Frankfurt a. M.: 8. Montagskonzert. 21.15: Frankfurter Mundart. 22.40 bis 23.40: Schallplatten-Konzert: Unterhaltungs-Konzert (Wunsch-Konzert). Dienstag, 4. Februar. 13.30 bis 14.30: Schallplatten-Konzert: Musikalische Jugendstunde. 15.15 bis 15.45: Stunde der 3ugend: „Aus der Kulturgeschichte unserer Ruh- Pflanzen: Roggen. Gerste Hafer, Hirse und Buchweizen". Vortrag von Dr. Hoefer. — Für Kinder vom 12. 3ahre ab. 16 bis 17.45: Rach Stuttgart: Konzert. 18.35: Von Stuttgart: „Die Riedcr- lande als Käufer, Hersteller, Dermitller und Kreditgebern", Vortrag von Dr. Th. Metz, Frankfurt. 19.05: Aus Mannheim: Dichtcrstundc: Anton Schnack. 19.30 bis 20.15: Zeitberichtc: ..Debatte aus der tschechoslowakischen Politik". 20.15: Don Stuttgart: Operettenmelodien, von Leon 3essel. 21.15: Von Stuttgart: Spiel und Spieler. Mittwoch, 5. Februar. 11.15 bis 11.45: Schulfunk — Englisch. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Opern-Duette. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Aus dem Buch der Sage und Geschichte: „Sagen von geheimnisvollen Zauberern", Vortrag von Rektor K. Wehrhan. — Für Kinder vom 10 Äahre ab. 16 bis 17.45: Von Stuttgart: Nachmittagskonzcrt des Rundfunkorchesters. 18.05: Aus dem Tierasyl des Tierschutzvereins Frankfurt a. M. von 1841. 18.35: Don Stuttgart: „Menschenfreunde: Mathilde Wrede, der Freund der Gefangenen", Vortrag von Martin Lang. 19.05: Von Stuttgart: „Bei den Eskimos von Ost- und Nord- Labrador", Vortrag von Dr. Herbert König (ftö(n). 19.30: Noch Stuttgart: Klavierkonzert Paul Aron. 20: Von Paris: Orchesterkonzert. 21.45: Von Saarbrücken: Funk-Kabarett. 22.45: Schachstunde. Donnerstag, 6. Februar. 12.30: Schallplattenkonzert: Szenen aus Verdis „Aida". 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Liederkranze. 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchester. 18.05: Eine Bühnenprobe zu Schönbergs neuer Oper. 18.35: Toleranz. Dreigespräch zwischen Prof. D. Dr. Emil Foerster, Rabbiner Dr. A. Lazarus und Walter C. Hanitsch. 19.05: Französische Literäturproben. 19.30: Von Stuttgart: Original-Lautenmusik des 17. und 18. Jahrhunderts auf der 24saitigen alten Laute. 20: Von Stuttgart: Bunte Stunde. 21: Von Stuttgart: Nietzsche und die Musik. Zusammengestellt von Dr. Eugen Gürster, Berlin. 22.45: Von Mannheim: Streichquartett in Eis-Moll, op. 131 von Beethoven. 23.30 bis 0.30: Von Mannheim: Tanzmusik. _________ Freitag, 7. Februar. 12.30: Schallplattenkonzert: Sinfonlekonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Meine Erfahrungen als Kontoristin", Vortrag von Berufsberaterin Dreger, Arbeitsamt Frankfurt a. M. — Für Kinder vom 12. Jahre ab. 16 bis 17.45: Aus dem Kurhaus Bad Homburg: Konzert der Kurhauskapellc. 18.05: Buch und Film. 18.35: Don Stuttgart: Acrztevortrag: „Die Medizin der Raturvölker." 19.05: Aus Mannheim: „Wirtschaftliches Rachrichtcnwefcn", Dortrag von Dr. H. v. Eckardt, Heidelberg. 19.30: Don Mannheim: Arien und Lieder. 20: Aus dem Festsaal der Liedcrhalle Stuttgart: Reue Kompositionen für Arbeiter. 21.45: Don Stuttgart: Verheißung. Ein Sendespicl von Emst Stockingcr. Samstag, 8. Februar. 11.15 bis 11.45: Schulfunk: Gegenwartsstundt — „Die wirtschaftliche Bedeutung des Unter* mains", Vortrag von Obcrstudienrat Professor Dr. Bothe. 12.45: Schallplattenkonzert: Unterhaltungskonzert. 14 bis 14.45: Von Stuttgart: Stunde der Jugend. 16 bis 17.45: Don Stuttgart: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 17- Tanztee. 18.05: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Helen Keller, die blind« taubstumme Schriftstellerin und soziale Fürsorgerin". Vortrag von Dr. Doris Sauber. 18.35: Stunde der Arbeit: Ein Gespräch zwischen Landesrat Häring und einem Mohlfahrtspfleaer. 19.05: Spanischer Unterricht. 19.30: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 20.30: Hör« ich recht? Eine Mikroteufelei von Albinus. 21.15: Bunter Abend. 22.50 bis 0.30: Tanzmusik. Wieder 24io Großer Kaffee-Abschlag Enrnrevlckev, «Keltevsweg 39. Ludwigs? Brunnen GroßsKarbcn Bewährt bei Gicht Diabetes. Grieß . Stein-, Nieren- und Blasenleiden, bei Grippe und Katarrhen nebst deren Folgen, bei Sodbrennen und Magensäure. Niederlaget Jean Weisel, fließen, Sonnen» straße 6, Telephon Nr. 3888. iO23OV Ite. v. V V V Hohe.Hdzkraff. altbewährt: Je hnen ^sch ft geben. "Mi Qu 77777 T" Schülerinnen betrifft dieses Ausschreiben nicht Wohltatigkeits-AuHu^rung Der Oberstudiendirettor: zum Besten des Vereins „Oberhessisches Damenhelm“ ____________________Philipps. 905V Sonntag, 9. Februar 1930, nachm. 5 Uhr (Liebigshöhe) ■ e ■ flieg ■ e iTiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiin L chtbtldervortraa *** *•”< ® ” Sonntag, den 2. Februar, ab 5 Uhr nachm. V Montag, 10. Februar 1930, nachm. 6 Uhr (Liebigshöhe) I Die Eiskönigin Lichtspielhaus Nur noch heute und morgen Charlie Chaplin I ■ Der Pilgert Feine Leute | Anfangszeiten 4,00, 6,00 und 8,30 Uhr Sonntags ab 3,00 Uhr Wed Samstag. 8. Februar ü>30, abends 8‘/,. Uhr, bet Gastwirt Heinrich Braun ausrerordentliche MlOkksWIlllW Tagesordnung: 1. Einspruch gegen Der- nebifln des Fuhrwerks Bedeutender Konzern sucht für den Vertrieb seiner Produkte im Bezirk Gieben einen erstkl. Verkäufer als müd Änsamilien-Ma neuerbaut, vornehmste ruhige Lage in Bad 'Nauheim preiswert zu verkaufen. Adolf Naumann, Bad Nauheim, Lutberstrake 21._______________0602 Das Neueste mit Autoverdeck! Alleinverkauf: Offenbacher LederwaremVertrieb <£♦ RSder Kirchenplah Ar. 9. Lyzeum und Frauenschule mit Fröbeltindergarten. Anmeldungen für das neue Schuljahr der Hauvivevsammtung 1 Irauenschule ^.477; „ SIEBENTES KONZERT 11 ^nddeö^ormEch"ag?^ Zeit bis zum 15. April d. 3. Zweijährige gründ- I ow iPF- Abend 9 “"eiiwabl°bäCoiftQnbeä liche Ausbildung in sämtl. hauswirtschastlichen FXiaVICr ÄUVIIU L Bortrag des Herrn Obstbau- und in wesentl. wissenschaftlichen Unterrichts- OVUM g e» g ■ tnivettorsEnkler,Giehen „Die gegenftä'nden.Aufgenommen werden Mädchen, RHH Q H A B Mfl ■Jfl fßAif M RIIA dringlichsten Sörderungtzmas;- die llb eines Lyzeums oder einer Höheren «HsWI M hIäBIX nahmen int Obubau im Streife ^gbenschule mit Erfolg durchlaufen haben KM BlBllllBBl UQUbUhIUUw ■ . A/nen . ebenso Mädchen, die im 16. Lebensjahreftehen; MKVVVV^BVVV VWVI1II d ’ . ra ' . ~ . für ältere besondere Lehrgänge. Werke von Schumann und Chopin Gleichzeit.nndeteineGrausverloiung statt. «Aflurjnnen nns j- nach der Dorbil- U»' zahlreiches Erscheinen wird gebeten, ^zu befand. llnterrichtsgruppen oereinigt. ^««itlttgil.Becbslein a.d.Pianoha« B.Schönau, Seitenweg« Gienen, den bl Januar 1930. Don-uleaen ist das lettte Schulzeugnis Eintrittskarten: RM. 5.—, 4.— und 2.50 bei Ernst Challier -7>k-r I. Norustende: W o l k, Negierungrat 1 Borzulegen ist das letzte «chuize g (Fernruf 2671) und abends an der Kasse. Studentenkanen __ _______— 1 ■ ... - I .. _ < 1 _ kl A lAitf aHi AH AIA 1M t A A t* I > . ■ A ■ - r t . > i . u n ■ , . 1 . ! - ri'sS'S tn Eiche. Gaboon u. Kiefer 3-25mm Bretter und Dielen aller Stärken, <58D|ä “o* schwedische und bayerische Hobel- «L -« breiter, Svalterlatten, Eichen- u. iiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinmiiiiiiiiiii s= 53 u-uyeu zjuu ot vu., wicycw —-----7 r • m <. ä JioS Televvon (flnöro. Sonfumoerein e.G.lli.v.y.ia «u»a starken prompt n.terbT Sichtung! Herren Toblen von 3.50 Mk. an Damen Soblen von 2.50 Mk. an Mechanische Schub-Besoblanstalt mit elektrischem Betrieb [0728 H. Blum, Kirchenplah 7fr. 8 1111 Sperrholz Samstag, 1. $ebruor 1930 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Nr. 21 Drittes Blatt Aus dem Reiche der Frau. MeinFastnachtskostüm - mein Zch-Kleid. Von Margret Halm. Karneval will ein buntes Kleid, will äußeren Ausdruck der Freude. Unb unsere im Geschmack verwöhnte Gesellschaft begnügt sich nicht mit ein paar bunten Lappen, wie wohl da und dort ein paar gefetzte Hosen, ein buntes Hemd, ein froher Schlips vom Streichholzkästchen gefaßt, verkehrte Schuhe und eine schiefe Mühe auf einem hübschen frischen Mädelgesicht auch seine Wirkung tun kann. Aber man will ja in Wahrheit nicht das Aarrenkleid, das Prinz Karneval uns vorschreibt, sondern man möchte einmal die Gelegenheit benützen, wahrhaft auch nach außen hin einmal ganz Ich sein zu dürfen. ünb so greift schon von allein das stille ruhige Gemüt nach einem langen Gretchen-Kleid, nach einem Rock, der sich in weiten weichen Falbeln bewegt, nach einem großen beschattenden Hut oder einer kleinen bebänderten Kapotte, während das knitze Ding, das keß und fesch viel Sinn hat für Humor, sich ganz anders darzutun sucht. Da müssen es vor allem Hosen sein, kurz oder lang, je nachdem wie die Beinchen geformt sind, weit oder eng und möglichst zweierlei, vielleicht auch nur ein Bein neben einem hochgeschürzten, bis zum Knie entblößten Beinchen, dann wieder zweierlei im Wurf — das kann ja alles so lustig sein! ilnb dazu ein Jäckchen, das knapp sich um_ die schlanke Taille schmiegt, ein Frack mit Schößen, eine Weste mit kurzem oder gar keinem Aermel, irgend etwas LIndcfinierbares in schöner Seide, die im Bewegen sich spiegelt und glänzt in frohen Farben, die doch immer fein zueinander stimmen. Irgend etwas, das karikierend oder betonend entgegenrufen soll: Dies ist mein wahres Gesicht. So seh' ich aus. Was ich das ganze Jahr euch zeige, das hat die Mode so gewollt und Zeitgeschmack, und jenes dumme: es ist mal so. Heute aber ist Karneval. Heute laß ich mir nichts kommandieren. Heute bin ich Herr meiner selbst und darf mich tragen, wie ich will. Mein Kleid und meine Pofe. Gott ja, es gibt Menschen, die in einer Spitzen- tobe, in einem seidenen Fransenschal zur Welt gekommen sind — Menschen — Verzeihung, Leute, für die die Eleganz an erster Stelle steht und dann erst das Frohempfinden. Mein Gott, es muß auch solche Käuze geben. Sie kommen in einer spanischen Tracht in Spitzen aus Gold, in einem russischen Gewand und daß man ihrem Kostüm den Stempel der Echtheit von weitem schon ansieht um jeden Preis — ist ihnen Hochgefühl. Lassen wir sie also. Denn Hochgefühl in irgendwelcher Form soll ja der Karneval bringen. Dafür ist et da, und das ist seine vornehmste Pflicht. Eine gewisse Mode — nun ja. Die hat's um das Karnevalkostüm zu allen Zeiten gegeben. Älnb wie man einmal vor ganz ganz langem als Tirolerin, Rotkäppchen und so gegangen ift — mein Gott, das ist schon lange her — so ging man dann als Puppenfee, als Puderquaste, als Baby, wechselte hinüber in kubische Gestalten, spielte einen Würfel, ein Dreieck und so gelehrtes Zeug, dem man in Farben und Bähten Ausdruck gab. Dann mußte es zeitgemäß sein, man kam als Kreuzworträtsel, als Qt:Harne- Packung, dazwischen sich ein Fragezeichen schob. Dann wollte man Prominente markieren, und gab sich für einen Abend das Air derer, die was geleistet haben, und schreckte selbst vor den ernstesten Typen nicht zurück, mimt Gerhart Hauptmann, Herrn Eckener, Professor Einstein und wer sonst über ein sehr markantes Aeußeres verfügt — daneben wackelten ungezählte Harald Lloyds und Caplins, Coogans und Josephine Dakers über die Bühne des Prinzen Karneval. ^Ind heuer nun will man selbst was sein. Spielt »Ich". Gute Idee. Denn um »Ich" zu spielen, muh man jemand sein. Lind wenn es dazu führt, daß jede und jeder mit einem scharfen Laternchen in sich hineinleuchtet, um ein präsentierfähiges Ich aus sich heraus-uholen, sich schämt, wenn er keines hat, sich bemüht, um eins zu finden, dann soll der Karneval in diesem Jahr gebenedeit sein und gesegnet, wie er es nie gewesen. ilnb Halleluia wollen wir ihm fingen, wenn er nur eine einzige Persönlichkeit aus dem immensen Bichtsteich hervorzaubert. Was soll es nun sein? Bun, da ist alles erlaubt, was geschmackvoll ist und was gefällt. Lustig muß es fein und froh: schon das, was man zehn Jahre zurück getragen hat, ja vor fünf Jahren selbst, ist heute Tracht, und einer jener übergroßen Hüte mit einem Hurnpelrock mit Jupe-culotte, gar zu kurz und eng, kann unsagbar luftig wirken. Dann kommen die Drapierungen. Ein Fransenschal, ein spanisches Tuch mit Dem Carmen-Hut und Tamburin oder Kastagnetten für eine schwarze glutäugige Frau —hei, wie das zündet! Dann wieder ist's ein rotes Teufelchen. Hosen und Joppe, ganz eng und nach unten sich weitend, vielleicht auch die Weite von Bachdruck verboten. Im allgemeinen gilt der Satz, daß jede Frau die Stellung hat, die sie verdient. Aber man kann nicht sagen, daß jede Frau das Wirtschaftsgeld bekommt, das sie — verdient oder haben muß. Ich meine nicht, daß jede Frau zu wenig bekommt. Jeder Haushalt ist anders zugeschnitten und die Ansprüche der Herren an ihre Hausfrau sind ja sehr verschieden. Es gibt Ehemänner, die sich mit ihrer Gattin friedlich über die Höhe ihres Wirtschaftsgeldes einigen und es ihr in teuren Zeiten freiwillig erhöhen, die nicht knickern und nicht knausern damit, sondern einsehen, daß man gewisse Ansprüche an häusliche Behaglichkeit und tadellose Haushaltführung auch entsprechend bezahlen muh. Aber diese Ehemänner sind so selten, daß man sie eigentlich mit einer Medaille auszeichnen müßte. Ich nehme nur an, daß es sie gibt — oder geben müßte. Es gibt gewiß auch Damen, die nicht ahnen, wie Geld verdient wird, und ihren Männern ewig mit Klagen in den Ohren liegen über teure Zeiten und daß sie „nichts anzuziehen" haben. Diese sind nicht so selten wie die vernünftigen Ehemänner; ich kenne mehrere dieser Art, Das Wirtschaftsgeld ist immer ein dunkler Punkt im Eheleben. Kein Ehemann gibt gern Geld für das Fundament seiner häuslichen Behaglichkeit. Er glaubt, daß diese „von'selbst" kommen müsse. Wenn sonst noch so flott gewirtschaftet wird, an der häuslichen Wirtschaft wird immer zuerst gespart. Unö wehe der Hausfrau, die es wagen würde, eine einfachere Tafel einzuführen, einen Gang wegzulassen, das Frühstück zu vereinfachen, einen Dienstboten abzuschaffen oder zu verlangen, daß der Ehemann sich seine Schuhe selbst putzt. Die deutsche Frau ist, das I bis 5, Aepfel 10 bis 15, Dirnen 10 bis 15. Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50. junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Nüsse 50 bis 80 Pf. das Pfund: Tauben (Stück- 70 bis 80, Eier 14 bis 15, Blumenkohl 50 bis 80. Salat 25 bis 35, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück: Kartoffeln der Zentner 3,80 bis 4 Mk., Wirsing 10 bis 12, Weißkraut 7 bis 8. Rotkraut 10 bis 12, Aepfel 10 bis 12, Birnen 8 bis 10 Mk. Städtische Brennholzversteigerung. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheit 17, Kieserscheit 13, Eichenscheit 10, Buchenknüppel 12, Cichenknüppel 8,50, Kiefernknüppel 9,40, Buchenstöcke 7,60, Cichenstöcke 6,40, Kieferstöcke 6,80 Mk. je Raummeter; Buchenreisig 3. Klasse 25,20, Eichenreisig 3. Kl. 13, Kieferreisig 3. Kl. 13, Fichtenreisig 3. Kl. 12 Mk. je 100 Wellen; Bohnenstangen 7. Kl. 13, Bohnenstangen 8. Kl. 8,60 Mk. je 100 Stück. ** Oeffentliche Dücherhalle. Im Januar wurden 1305 Bände auszeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 861, Zeitschriften 44, Jugendschöffen 102, Literaturgeschichte 3, Gedichte und Dramen 10, Länder- und Völkerkunde 100, Kulturgeschichte 5, Geschichte und Biographien 107, Kunstgeschichte 12, Naturwissenschaft und Technologie 27, Heer- und Seewesen 4, Haus- und Landwirtschaft 3, Ge- sundheitslehre 4, Religion und Philosophie 5, Sfaatswissenschast 10, Sprachwissenschaft 1, Fremdsprachliches 7 Bände. Nach auswärts tarnen 2 Bände. ** Geseklschaftszüge w erden billiger. Die Ständige Tariskommission bei der Reichsbahn hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, die Mindestteilnehmerzahl für die Stellung von Gefellschaftssond:rzügen auf 300 herabzusehen. Als Mindestfahrpreis für die ganze Strecke sollen in Zukunft 190 Mark zu zahlen sein. Der Zeitpunkt der Durchführung dieses Beschlusses steht noch nicht fest. Doris lächelnd ein. „Du muht ihr das selbst mUteilcn.“ „Wie kann ich das, wenn sie mich nicht sehen will?" „O, es gibt gewisse Dinge, die man Papier, Feder und Tinte nennt“, bemerkte Doris mit schelmischem Augenzwinkern, „und mir ist beinahe, als ob ich das alles auf jenem Schreibtisch dort am Fenster sehe." „O du liebes, lluges, lleines Ding! Du würdest ihr also einen Brief von mir überbringen?" Er eilte an den Schreibtisch und machte sich sofort daran, dem Papier seine Gefühle anzuvertrauen, während Doris sich in einen Sessel niederlieb und geduldig wartete. Die Zeit wurde ihr lang; denn der Liebende hatte viel, unendlich viel zu sagen; und — für sie war es empfindlich kalt im Zimmer. Alle vier Seiten des ersten Briefbogens waren bald gedrängt voll beschrieben, aber Doris wartete geduldig. War sie doch glücklich bei dem Gedanken, daß Kurt auch jetzt nach allem, was sich ereignet hatte, an seiner Liebe sesthielt. Nun war sie überzeugt, daß er mit treuem, ausdauerndem Werben alle Hindernisse, vor allem die Bedenken seiner Eltern, siegreich überwinden würde. Und dann begannen sofort ihre Gedanken sich aus ein anderes Gebiet zu wenden. Rechtsanwalt Hagenau würde nun keinen Grund mehr haben, in die Herzensangelegenheiten feines Freundes einzugreifen. Sabine war jeder Aufklärung seinerseits zuvorgekommen, und wenn Kurt keinen Anstoß daran nahm, die Tochter eines Fälschers zu heiraten, so hatte gewiß auch fein Freund keine Einwendungen zu machen. Aber auch ohnedies glaube ich nicht, daß Konrad Hagenau sich irgendwie in diese Angelegenheit einmischen wird, sagte Doris, ein wenig siegesgewiß lächelnd, zu sich selbst. Ich würde das nie, niemals zugeben. Kurts Liebesbrief in der Hand hallend, klopfte Doris einige Minuten später an die Tür von Sabines Zimmer. Diese war allein und wie Doris ganz richtig vermutet hatte, eifrig mit dem Einpacken ihrer Sachen b.schälligt. „So sind Sie also im Begriff, abzureifen?" fragte Doris, indem sie sich auf einen geschlossenen Kosser niederließ. „Ja, sobald wir fort können — nach der Beerdigung meines Vaters — mit dem Zuge 5.50 Uhr denke ich." So war es also nicht nötig, daß Doris auf die Wünsche von Onkel und Tante zu sprechen kam. „Meine Mutter und unser Mädchen sind nebenan und packen auch", setzte Sabine hinzu, die Abwesenheit ihrer Mutter erflärenb. (Fortsetzung hlgt) ' itkWumt NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Jnventur-Auiverkaufs B imPrase stark reduziert! | UROPfl 67851) Lager. CarlSchunck Arbeitskleider aller Art e CANADIAN PACIFIC ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Mein neuer Katalog 90 Gießen, Seltersweg 91 M UaMMMMMctaM Gef lüg elf uff er SC H U H-G-mb- H Gabardine-Mäntel.von 21.- an Trenchcoats .... von 21.- an von 14.50 an von 21. - an Silberhalbbrokat Pumps u. Spangenschuhe, eleg. Form m. Louis XV. Abs. 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Für die Aufnahme in Sexta ist der vierjährige erfolgreiche Besuch der Grundschule erforderlich, doch können besonders leistungsfähige Schulkinder auch schon nach dreijährigem Grundschulbesuch mit Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde ausgenommen werden. Da in diesem Jahre wegen des starken Jahrgangs, der zur Aufnahme kommt, die Unmeldungen voraussichtlich sehr zahlreich fein werden, so empfiehlt es sich, die Unmeldung nicht zu verzögern, weil es zweifelhaft ist, ob die verspätet angemeldeten Kinder in den betreffenden Unstalten noch Platz finden. Ultendorf. Ungelberger. Dr. Roller. Dr. Kalb fleisch. Moderne Beleuchtung Gestelle 15: 25.- Oefüllerle la Seiden schirme: 1716 (Heften, Schulstrafae 6 9I6D Größere Restbestände in C. Röhr & Co. C. Rübsamen, Gießen I Fernsprecher 3659. 176D I 935» Frankfurt am Main, Mainzer Landstraße 166, Fernruf Maingau 76154 35 0. 400. 50 0. 55 0- . Mk. 0.75 .Mk. 0 80 .Mk. 100 .Mk. 1.10 Größtes Lager von allen D-Rad-Ersatztellen Sämtl. 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Am gestrigen Donners» tag traten die Vertretungen der wirtschaft- lichenVerbände undOrganisationen der Stadt Alsfeld zu einer wirkungsvollen Kundgebung unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. V o l s i n g zusammen, um gegen die vom Reichssparkommissar vorgeschlagene Aufhebung des Kreises Alsfeld Stellung zu nehmen. Sn seinen einleitenden Worten wies Bürger- meister Dr. V ö l s i n g darauf hin, daß es sich hier um eine Angelegenheit von allergrößter Wichtigkeit für die Lebensinteressen von Stadt und Kreis Alsfeld handele. Es sei »an großem Unterschied, ob man einer großen Stadt eine Behörde wegnehme, oder einer kleineren Stadt, für die der Sih von Behörden geradezu eine Lebensnotwendigkeit für die Aufrechterhaltung ihrer Existenz sei. Eine Wegnahme des Kreis- amts Alsseld würde für die Stadt Alsfeld bedeuten, daß eine ganze Reihe von Existenzen des gewerblichen und kaufmännischen Mittelstandes, sowie industrielle Betriebe dem Ruin entgegengehen würden. Rach einer Aussprache, in welcher allseitig die schwersten Befürchtungen aus einer Aufhebung des Kreises Alsfeld für die Weiterexistenz der zum Ausdruck kam, wurde ein* Entschließung angenommen, versammelten Vertreter der be- Bcvölkerung der Kreisstadt Als- schen Beamtenbundes, Ortskartell Alsfeld, die Vertreter des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, Ortskartell Alsfeld, die Vertreter der Ortsgruppe Alsfeld des Reichsverbandes Deutscher Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen protestieren aus das Entschiedenste gegen eine Aufteilung des Kreises Alsfeld.* Eine solche Maßnahme, die in der Seit schwerster wirtschaftlicher Rot der Bevölkerung erfolgt, würde nicht nur die Kreisstadt Alsfeld auf das schwerste wirtschaftlich schädigen und die Ge* fährdung einer ganzen Anzahl von Existenzen des Gewerbe- und Kausmannstandes zur Folge Huben, sondern würde auch bei der räumlich großen Ausdehnung und Lage des Kreises Als- seld, als des größten Kreises in Hessen, für die gesamte Landbevölkerung des Kreises eine nicht zu verantwortende Erschwerung und Verteuerung in ihrem dienstlichen Verkehr mit der Kreisbehörde bedeuten, deren Auswirkungen die an sich schon schwer um ihre Existenz ringende, fast ausschließlich landwirtschaftliche Bevölkerung des Kreises ganz besonders hart treffen würden. Eine Der- waltungsreform darf bei der gegenwärtigen allgemeinen wirtschaftlichen Rot auf keinen Fall dazu führen, der Bevölkerung erhöhte Ausgaben und Kosten aufzubürden." Sn der Begründung wird angeführt, daß eine Derartige, in die wirtschaftlichen Verhältnisse tief einschneidende Maßnahme, wie die Aushebung des räumlich größten Kreises Alsfeld die Kreisstadt Alsseld für alle Zeiten lahmlegen und ihr jede Möglichkeit zu einem wirtschaftlichen Aufstieg nehmen werde. Die Kreisbehörde ist für jede kleinere Landstadt die lebenswichtigste Behörde, mit deren Beseitigung man für alle absehbaren Zeiten den Stab über ihre wirtschaftliche Bedeutung bricht. Die ganze Schwere der Auswirkungen würde gerade diejenigen Bevölkerungsschichten am schwersten treffen, die an und für sich schon durch die Snflation und durch die ungünstige wirtschaftliche Entwicklung nach dem Kriege am meisten gelitten haben, nämlich den gewerblichen Mittelstand und die kleineren industriellen Betriebe. Es wurde aus Der Versammlung heraus beschlossen, Daß Demnächst eine Qlborbnung von Vertretern des Kreises und der Stadt Alsfeld Die schwerwiegenden und berechtigten Bedenken Der Kreisbevölkerung gegen Die Aufteilung Des Kreises Alsseld dem Mini st er des Sn* n e r n mündlich noch näher darlegen soll. Stadt Alsfeld mutig eine die sagt: „Die heute von dem Gemeinderechner zu Helpershain für den Verband der Rechner im Kreis Schotten. V Gedern, 28. San. Der neugewählte Gemeinderat hielt' gestern abend unter Dem Vorsitz des Bürgermeisters Müller seine erste Sitzung ab. Sn seiner Eröffnungsansprache begrüßte der Bürgermeister besonders den wieder- gewählten Senior Konrad Ger lach, der bereits 34 Sabre lang seine bewährte Kraft der Stadt zur Verfügung gestellt hat, ferner gedachte er des jetzt ausgeschiedenen Mitgliedes Maier Woehl, der 25 Sabre lang an den Geschicken der Stadt mitarbeitete. Hierauf führte der Bürgermeister folgende neue Gemeinderatsmitglieder in ihr Amt ein: Heinrich Pfeiffer, Wilhelm Hofmann, Sohannes Rausch, Richard Birx, Karl Verlach III.. Ludwig Samuel und Karl Funk. Anschließend wurden die Wahlen zu Den vcrschieDenen Kommissionen vorgenommen. Sm übrigen wurden noch einige kleinere Angelegenheiten erledigt. — Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Bau- und Siedlungsgesellschaft hielt dieser Tage ihre diesjährige Generalversammlung ab. Rach einem Rückblick des Ortsgruppenvorsitzenden, Architekt Schröder, auf die Tätigkeit im verflossenen Geschäftsjahr erstattete der Rechner Soh. Rausch den Kassenbericht, der einen befriedigenden Abschluß zeigte. Der seitherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt, außerdem wählte man als Werbewart und weiteres Vorstandsmitglied Dr. Lang aus Grebenhain. Weiter wurde über interne Ortsgruppenangelegenheiten verhandelt. # Freienseen, 28. San. Dieser Tage hielt die Gemeinde ihre erste Brennholzver steige rung ab. Der Besuch war außerordentlich gut, trotzdem eine Versteigerung seitens der Gräflich Solmschen Standesherrschaft einige Tage vorausgegangen war. Die Güte des Holzes und rufsständischen ____ felD, nämlich: die Mitglieder der Handelskammer Gießen-Alsfeld-Lauterbach, die Vertreter der Einzelhandelsvereinigung, die Vertreter des Kaufmännischen Vereins, die Vertreter des Ortsgewerbevereins, die Vertreter des Verkehrs- vereins, die Vertreter des Allgemeinen Deut- gute Absuhrmöglichkeit brachten recht ansehnliche Preise. Für den Raummeter wurden gezahlt. Duchenscheit 11 bis 12 Mk., Knüppel 9 bi« 10 Mk.. Astknüppel 3 bis 5 Mk., Ast reifer 1.20 Mark, Stöcke 9 Mk. Eine zweite Versteigerung wird demnächst folgen. Der hiesige G e s a n g- verein hat schon jetzt mit Den Vorbereitungen zum Bundessängerfest des Oh m- Lumda-Gaues begonnen. Das Fest ist nut Dem Wertungslingen verbunDen und finDet am 25. Mai statt. Sn Der kürzlich gehaltenen Generalversammlung würben Die Ausschüsse gewählt, die ihre Tätigkeit bereits ausgenommen haben. Man ist eitrig bemüht, den Bundes- und Gastvereinen einen angenehmen Aufenthalt au bereiten. ★ (Sichel« Dorf. 24. San. Vor etwa Sahrce- srist regte Der hiesige Kricgerverein. obgleich schon seit Sahren eine Gedächtnistasel ,n Der Kirche vorhanden ist, die Errichtung eine« Kriegerdenkmals an. Unter Dem Vorsitz von Bürgermeister KnoDt begann eine au« Den verschieDensten örtlichen Körperschaften unD Vereinen gebildete Kommission mit der Erledigung nichtiger Vorarbeiten. Der Beschallung eines geeigneten Denkmalsplatzes und Der vorgesehenen Bausununc von 5000 Mark. RachDem man zwei in Aussicht genommene Plätze fallen lassen^ '"ußte. stellte Die GemeinDe unentgeltlich einen Teil des ehemalig Freymannschen Gartens an Der Ridda- brücke zur Verfügung. Die Bausumme ist dank Der Opferwilligkeit Der ganzen GemeinDe und auswärtiger Freunde überzeichnet worden, und 2000 Mark sind bereits eingezahlt und verzinslich angelegt. Man will erst mit der er- richtung des Kriegerdenkmals beginnen, wenn Die Bausumme zum größten Teile in bar vor- Händen ist. Die Auswahl eines geeigneten Entwurfes kann daher in aller Ruhe erfolgen. G RuDingshain, 28. Jan. Der hiesige Ai a n nergefanguerein hielt kürzlich seine (st e n e ralucrl ammlung ab. Aach einem Liedervai trag erstattete der Vorsitzende 5)ch. Th. D c u b e l den Jahresbericht und zeigte, daß Der Verein im verflossenen Jahre weiter gewachsen ist und unter sei nein neuen Leiter, Lehrer Schwarz, seit April vorigen Jahres eifrig tätig war. Auch Der Rech nungsabschluß warf ein günstiges Bild auf die Entwickelung des Vereins. Zum Rechner wurde Landwirt August Vieh! neugewählt. Aach einer kurzen Aussprache und Berichten über Die Vorarbeiten zur Jubiläumsfeier am 1. Juni rourDe Die Versammlung geschlossen. — Die l a n D w i r t s ch a f t l i ch e n B e - russschulen von RuDingshain urtD Breungeshain besichtigten Dieser Tage Das Mustergut Selgenhof. Der Leiter Desselben zeigte Den edjulerii Die Art unD Den Wert neuzeitlicher Arbeitsweise in Der LanDwirtschast unD besonDers in Der Viehzucht. — Die erste Brennholzver st eigerung mi Distrikt chammerwald und Grünberg fanD Dieser Tage statt. Die Preise bewegten sich ungefähr in gleicher Höhe wie im Vorjahre. Für Buchenscheitholz mürben 10 bis 12 Mark je Raummeter geboten. T Ober-Lais, 27. San. Am Sonntag fand bei Gastwirt Theiß Die ordentliche Generalversammlung des Kriegervereins statt. Präsident Ries konnte zu Beginn der Versammlung seststellen, daß fast alle Kameraden anwesend waren. Rachdem in üblicher Weise Def verstorbenen Kameraden gedacht worden war. wurde zunächst die vom Vorstand geprüfte Rechnung für richtig befunden und dem Rechner Simon Entlastung erteilt. Für den Bezirkstag in Dorsdorf wurden die Kameraden Adolf Götz und Adolf ©cum als Vertreter bestimmt. Das Kleintaliberschießen wurde einstimmig f Ranstadt, 29. San. Am letzten Sonntag hielt unser Turnverein einen Fannlien- abend an dem drei Theaterstücke ausgesuhrt wurden die allgemeinen Beisall fanden. Wahrend voriges Sahr nych zwei Maskenbälle veranstaltet wurden haben sämtliche Vorstände der hiesigen Vereine den Beschluß gesaßt, daß solche m diesem Sabre unterbleiben sollen, was allgemein be- aniftt wurde angesichts der schlechten wirtschaft- jichen Verhältnisse und der in unsrer Gemeinde ebenfalls eingetretenen Arbeitslosigkeit. — Leider hat jetzt audj in unsrem Fürstlich Stolbergschen Walde die Holzhauerarbeit ihr Ende gesunden, bei der 22 hiesige Kleinbauern und Arbeiter lohnende Beschäftigung fanden. Es wurden im ganzen 4000 Festmeter Derbholz geschlagen. Die herrschaftliche H o l z v e r st e i g e r u n g war im Gegensatz zu früheren Sahren von auswärts schlecht besucht, was wohl seinen Grund m der gelinden Witterung hat. bei der man wen^ Holz verbrauchte. Der durchschnittlche Preis furBuchen- scheit stellte sich auf 15 Mk. Reiser wurde die Forstverwaltung kaum los, Wei viele Leute hier bei der im letzten Sahr ansässig gewordenen Bäckerei backen lassen. - Am Sonntag wurde Die älteste Frau, wie überhaupt das älteste eingeborene Glied unserer Gemeinde, die 86'/-- lähriae Witwe Marie Birkenstock beerdigt. Der älteste Mann unseres Dorfes ist der aus Bleichenbach stammende Briefträger i.R. Sohs. Kaiser, der am 9. Sanuar bereits 94 Sahre alt wurde. • Berstadt. 29. San. Sm Gasthaus „Zum Löwen" sprach dieser Tage der Großmeister der Bruderschaft Friedberg des Sung deutsch en Ordens. Landwirt Rud. S e h n e r aus Schwalheim bei Friedberg über das Thema „Bottsnatio- nale Reichsvereinigung und deutsches Bauerntum". Der Redner legte dabei das Wollen De« Sungdeutschen OrDens durch die Volk «na 11 o - nale Reichsvereinigung dar und forderte zu deren regen Unterstützung auf. Dem Vortragenden wurde mit lebhaftem Beifall gedankt. oto Ob er -Widdershei m, 26. San. Sn Der ersten Diesjährigen Versammlung des Ev.- Kirchlichen Franenvereins Ober- Widdersheim erstattete der Ortspfarrer Bericht Über Werden und Wachsen des Vereins und über dessen bisherige Tätigkeit. Der Verein ging hervor aus einfachen Vorlese-Abenden, zu denen der Pfarrer in Den beiden Wintern 1925 und 1926 die Frauen des Dorfes eingeladen hatte. Am 22. Rovember 1927 hielt die Sekretärin des Verbandes Evangel.-Kirchlicher «jraucn- vereine einen Vortrag, und im Anschluß daran wurde der Frauenverein gegründet. Die Ver- sammlungsabende mit Vorlesen, Gesang und kurzer Schlußandacht fanden auch weiterhin im Winter alle 14 Tage, im Sommer monatlich einmal statt. Die Mitgliederzahl nahm ständig zu. Gleich nach seiner Gründung konnte Der Verein vom VerbanD zur Verfügung gestellte Bibeln unD Reue Testamente verteilen; jeDes Sahr hat er bis letzt eine erbauliche Weihnachtsfeier gehalten; ebenso tourDe jeDes Sahr ein Ausflug gemacht. Seine Einnahmen aus Mitgliederbeitra- gen verwendete der Verein zunächst zur Be- schassung von elektrischer Beleuchtung, von Bänken und Tischdecken für sein Versammlungslokal, dann zur Beschaffung einer in der Kunst- werkstätte von Professor Rudolf Koch in Offenbad) hergestellten Altardecke für die renovierte Kirche, seitdem zu wohltätigen Zwecken in der Gemeinde. So wurde 1929 die älteste Frau Des Kirchspiels zu ihrem 90. Geburtstag beschenkt und am letzten Weihnachtsfest wurden 10 Kranke des Dorfes durch Weihnachtsgaben erfreut. Die Epileptischenanstalt in Rieder-Ramstadt konnte der Verein unterstützen durch eine gemeinsame Bürstenbestellung im Wert von 118 Mk., und bei der Verlosung zum Besten des Verbandserholungsheims wurden 100 Lose abgeseht. Don der Snneren Mission ist eine Wanderbibliothek für den Verein geliehen, die fleißig benützt wird. Sn der ersten Versammlung dieses Sahres wurde aus der Zahl der Dezirksfrauen der Vorstand gebildet und Frau Emmi Rickel zur Vorsitzenden gewählt, während Frau Ottilie W e r - n c r wie bisher die Kassengeschäfte versieht. Sn der letzten Versammttfng sprach Schwester Srma Röhner über die Arbeit der Zuflucht in Gießen und die mancherlei Erfahrungen mit den dort einlehrenden Menschen. Die ebenso interessanten wie ernsten Ausführungen haben auf alle Anwesenden tiefen Eindruck gemacht. Auch die Kreisfürsorgerin des Kreises Büdingen nahm an dieser Versammlung teil; ebenso war um des Vortragsthemas willen ausnahmsweise der Mädchenverein zu dieser Versammlung des Frauenvereins eingeladeN; er brachte seinen Dank hierfür, wie für eine ihm zur Wimpel- beschaffung vom Frauenverein gestiftete Gabe zum Ausdruck durch musikalische Darbietungen seines Lauten- und Mandolinenchors. Sn das neue Vereinsjahr geht der Frauenverein mit 60 Mitgliedern. Kreis Schotten. 8 Feldkrücken, 29. San. Unter stärkster Anteilnahme aus unserer Gemeinde und der näheren Umgebung wurde hier der nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von noch nicht ganz 40 Sahren verstorbene Gemeinderechner Karl K n ö h zur letzten Ruhe geleitet. Der Kriegerverein schritt geschlossen dem Sarg voran, ebenso der Männerchor, der feinem so früh dahin- gegangenen Mitglied am offenen Grab ein Lied als letzten Gruß fang. Der Ortsgeistliche würdigte in seiner Grabrede in Anlehnung an Osfbg. 2,10 die trefflichen menschlichen Eigenschaften des Heimgegangenen und seine Treue und Gewissenhastigleit im Amt. Rach der kirchlichen Handlung gab eine Schützengruppe des Krieger- vereins drei Ehrensalven ab. Dann folgten mehrere Kranzniederlegungen, begleitet von Worten ehrenden Gedenkens, von Bürgermeister K a i - f c r für die Gemeinde Feldkrücken, Zimmermann Wilh. Schneider für den Männerchor, Gastwirt Albert Keil für den Kriegerverein und auf ein Sahr zurückgestellt. Rack) Erledigung einiger geschäftlicher Mitteilungen schloß die Versammlung mit Dem DeutschlanDlied. Ein geselliges Zusammensein vereinigte die Kameraden noch längere Zeit. SPielPlan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 2. Februar, 19.30 bis 22.30 Uhr: „Die Afrikanerin". — Montag, 3., 20 bis 22.30: „Schwanda, der Dudelsackpfeifer". - Dienstag, 4.. 19.30 bis nach 22: „Don heute auf morgen" und „Der getreue Musitmeister". — Mittwoch, 5., 15.30 bis 17.30, geschlossene Schülervorstellung: „Der Freischütz". 20 bis nach 22.30: „Der Troubadour". — Donnerstag, 6., 20 bis nach 22.30: „Das Land des Lächelns". — Freitag. 7., 19 bis nach 22.45: „Der Rosenkavalier". Merkwürdigkeiten der neuesten Technik. Von Frank Warschauer. Totenmasken von Lebenden. Wir kennen alle die Gipsmasken berühmter Persönlichkeiten, die ihnen nach dem Tode abgenommen worden sind. Sie haben zum Teil ein solches Maß von Raturtreue, daß es oft fast erschreckend wirkt; und mancher, der Beethovens Totenmaske über seinem Klavier hängen hat, wird schon zuweilen die Vision gemacht haben, daß dieses Gesicht plötzlich Leben gewinnen, dieser Mund plötzlich sprechen könnte. Es gibt vielleicht keine Darstellung des menschlichen Gesichts, von der ähnliche Wirkungen ausgehen. Deshalb hat man immer wieder versucht, Gips- masken nicht nur von Toten, sondern auch von Lebenden herzustellen. Dies war aber bisher mit wesentlichen Unan- nchmlichkeiten verbunden. Die Gipsmaske schließt das Gesicht vollständig von der Luft ab; man muh Der betr. Person durch feine Röhrchen, die in Rase und Mund gesteckt werden, wenigstens die Möglichkeit der direkten Atmung verschaffen. Aber auch dies ist nicht immer sicher; es hat sich oft genug ereignet, daß sich gefährliche Situationen einer drohenden Erstickung Dabei ergaben; oft muhte Die erftarrenDe Gipsmaske mit Dem Hammer von Dem Gesicht abgeschlagen werben. Die Aermsten können einem leid tun, Die sich Derartigen ProzeDuren unterziehen müssen. Run ist aber ein neues Verfahren zur Herstellung solcher Masken gefunDen worden, wobei die betreffende Person weniger zu leiden hat. Man bespritzt ihr Gesicht vorsichtig mit einer an Aether gebundenen Masse, Die rasch erstarrt und Dann leicht abgehoben werben kann. Natürlich hat man Damit erst das Regativ vor sich, Das man nun weiter mit vcrschieDenen Materialien, so mit Ton, Gips oder Dronze ausgiehen lassen kann. Diese Technik stellt eine Art von plastischer Photographie Dar, weshalb sie auch Den Ra- men Plastigraphie bekommen hat. Vielleicht wirb es sich nun wirklich einbürgern, daß wir uns die Totenmaske schon bei Lebzeiten abnehmen | lassen. Ein Gefpensierorchester. Kürzlich sand in Wien eine merkwürDigc unD unheimliche Vorführung statt. Auf einem Po- Dium waren Die verschieDensten Snstrumente aufgebaut. Saxophone unD Geigen, Celli unD Flöten, Oboen, Trompeten und Fagotte. Die Zuhörer warteten Darauf, DaH nun Die Musiker kommen würden, um auf diesen Snftrumenten zu spielen. Aber zu ihrem größten Erstaunen begann dieses ganze Orchester plötzlich zu tönen, ohne dah ein Musiker zu sehen gewesen wäre. Was war geschehen? Hatten die betreffenden Herren mit Hilfe einer neuen Erfindung sich unsichtbar gemacht? War die Tarnkappe des Märchens Wirklichkeit geworden? Sahen sie in Wirklichkeit auf dem Podium, ohne dah man sie dabei erblicken konnte? Rein, dieses ganze Orchester spielte mechanisch. Zwei amerikanische Sn- genieure haben eine Erfindung ausgearbeitet, nach der es möglich ist, von einer Schallplattenaufnahme die betreffenden Klangfarben den dazu gehörigen Snftrumenten zuzuleiten. Sie benutzen dazu eine Art Tonfilter, der die verschiedenen Klangnuancen nach ihrem Ursprung trennt. Dann erfolgt die Resonanz etwa derjenigen Schwingungen, die ursprünglich durch ein Saxophon erzeugt wurde, ebenfalls wieder durch jenes Saxophon, das man auf dem Podium sah, und mit den anderen Snftrumenten geschieht das in gleicher Weise. Es handelt sich also gewisser- mahen um eine Art höchst vervollkommneter Schallplattenwiedergabe, bei Der die ursprünglichen Klangfarben besonders naturgetreu wieder gegeben werden. Die neue Erfindung wird voraussichtlich die verschiedensten technischen An- Wendungen finden, zum Deispiel auch bei der Wiedergabe von Tonfilmen. Vielleicht werden wir in nicht allzuferner Zeit uns daran gewöh» nen, auch im Kino vor einem solchen Phantomorchester zu sitzen, in dem sämtliche Snstrumente vorhanden sind, und das höchst naturgetreu klingt, ohne dah ein Spieler zu sehen wäre. Fliegende Häuser. Man baut jetzt so große Luftfahrzeuge, dah sie wirklich schon an fliegende Häuser erinnern. Run wird aber auch ein anderes, aus Amerika kommendes Verfahren angegeben, wonach das Gewicht eines ganzen Wohnhauses mit Dem gesamten Snocntar Derart leicht wirk), dah man es, an einem Luftschiff hängenD, durch die Luft befördern kann- Die betreffende Erfindung stammt von dem Architekten Fuller in Chikago. Er verwendet nicht Eisen, Glas oder Dcton, das sind ihm viel zu altmodische Daustoffe, sondern das Kasein- Glas, das sogenannte Galalith, aus dem bisher schon allerhand Gebrauchsgegenstände gemacht wurden, allerdings noch niemals Häuser. So ein Haus wird gänzlich anders aussehen, als wir es bisher gewohnt sind. Der merkwürdige Bau soll wie ein Taubenschlag um eine Zentralsäule aus Duraluminröhren herum entstehen. Fenster braucht man nicht — denn das Kasein-Glas ist durchsichtig. Gegen Wärme und Kälte wird man gar nicht übel geschützt sein, denn es soll das Prinzip der Thermosflasche angewendet werden, wonach zwei Lagen Kasein- ' Glas verbunden und der Hohlraum zwischen ihnen luftleer gemacht wird. Fußboden und Türen gewöhnlicher Art wird es in diesem interessanten Hause nicht geben. Das ist alles viel zu schwerfällig und langwellig. Man kann auf Luft, die in Gummischläuche eingepumpt ist, durch die ganze Welt fahren — warum sollte man nicht auch auf ihr spazieren gehen! So sind hier für die Böden und Türen Gummistoffe in Aussicht genommen, Die wie Luftkissen oder Pneumatiks durch Die Lust aufgepumpt und prall werden sollen. Auch von Der Beleuchtung durch Prismen, durchsichtige Decken, elektrische Lampen und Spiegel wird Märchenhaftes berichtet. Ratürlich sollen die Sofas und Betten ebenfalls nicht massiv, sondern pneumatisch fein — wahrscheinlich wird man in ihnen dann ebenso gut ruhen können, wie auf Holz — oder Metallbetten, Und der Clou des Ganzen ist: so ein merkwürdiges Haus mit mehreren Stockwerken soll auch noch billig sein — nach den vorliegenden Berechnungen wird es nicht mehr als 10 000 Mark kosten- Gar manches, was gestern Utopie schien, ist heute Wirklichkeit geworden. Warum sollte es nicht auch mit Dem fliegenden und durchsichtigen Haus des Herrn Futter aus Chikago so gehen? Möglicherweise eröffnen sich so die schönsten Aussichten für eine neue, technisch-phantastische Bau- tultur Der Zukunft. Oer deutsche Frühbarock in der Musik. Das Musikwissenschaftliche Seminar hatte zusammen mit Dem Deutschen Seminar zu einem Vortragsabend eingeladen, um Zielrichtung ihrer wissenschaftlichen Tendenz und Proben lünst- Icrischer Leistungsfähigkeit zu geben. Die Verbindung von historisch-methodischer und praktischer Arbeit wird die Sdealsorderung an ein musikhistorisches Seminar fein. Sm Rainen des Deutschen Seminars begrüßte Pros. Dr. Victor die Anwesenden, und Privatdozent Dr. Gerber schuf in seinem Einsiihrungsvortrage den Rahmen für die praktischen Demonstrationen. Dr. Gerber charakterisierte durch knappe Her- ausarbeituna vom tieferen Wesen des mufitali* schen Frühoarock in Statten und Deutschland die Situation und den aktivistischen Geist der großen Meister wie Haßler oder Schein. Zwei Sntraöen für sechs Streichinstrumente von Melchior Franck, durch Unmittelbarkeit und Differenzierung des linearen Bildes außerordentlich fesselnd, und eine Reihe von Liebes- und- Trinkliedern von Soh. Adam Krieger, die Heinrich Hub vom Stadttheater mit seiner dunklen, tragenden Baßstimme eindringlich vortrug, umrahmten einige X-cappella-Chöre von Hans Leo Haßler und Sohann Hermann Schein. Das lustige „Run fanget an", das innerliche „All Lust und Freud'", das unerhört schöne „Sungfrau Dein schön Gestalt" (Haßler), oder die heiteren fünf- stimmigen Schein-Chöre gewinnen durch ihre melodische Gemeingültigkeit und die Unmittelbarkeit des klang.ichen Ausdrucks. Freilich erfordern diese delikaten Chorsähe eine liebevolle technische Ausarbeitung und geistige Grundlage im klanglichen Aufbau. Unter Dr. Gerbers Leitung sang der Chor beispielgebend, wie auch in den Sntra- Den von Franck und Der Suite von Schein die Streichinstrumente den Stil und Klangcharakter treffend vermittelten. M Wirffchast Dr. Bloch. Engelavoibeke. Dr. Geyer. Zahnarzt: Dr. Haubach. *D Dalum 106,5 105,75 I 105.4 168,25 169 158 114 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt wM. 47,75 169.5 188,25 I 188.75 275,5 <50,5 76 74,5 6 7 '08.9 131,25 16' 73,5 80,4 276 171 170 06.5 157 168 80.75 72.75 80.4 114 170.5 123.5 174 152 308 251.13 I 251.23 122.75 123.25 172 168.5 125,5 175.5 167.75 151.75 /2,5 80,5 113,75 ?09 157 21.5 79 164 352 141,75 142 248 189,25 281 171 776,75 I 133 I io o 6 10 IV, 10 108 111.75 I 105 169 153,5 105 125 128,5 185,75 158 240 75 151.25 151.25 152 304,5 106 125 128 186 158 240,25 151 151 152 308.5 ev, io . 6 '<* IC , h 11 1< 11 104 124 128,5 185,5 158 241 151,25 151,25 152 303 247.25 IU6.5 115 108.75 112 105.25 108,5 77.5 107,5 142,75 12 t U J 6 8 131,25 225 157 279 211,75 178 <07-75 155 105,5 169.5 41,9 252,5 46.25 171,5 167 171 125 ■74,5 76 107 138 142,5 142 H7.5 248 105,5 115,25 '08.75 111.25 81.13 104.65 109 Hi. 6Tl< SON 109 251 122,75 m 2.20 Nett loh" s-h«i' injol inltr riW 54, 53; 38, 54. 67, 47; Tiarl: Ochsen: AI 55 bis 57, All 50 bis 81 45 bis 49; Dullen: A 54 bis 57. B 46 bis Kühe: A 43 bis 46. B 39 bis 42. C 34 bis D 28 bis 33; Färsen: A 55 bis 58. B 52 bis C 45 bis 51; Kälber B 68 bis 72. C 63 bis n ii ic . 8 io iZlmfritanlldir Sloten . ®elgllrtie Noten ...... Säntidie Noten ....... Gnflüfdie Noten . ...... .«ranjvsitcke Noten ....... bollänbische Noten ....... ItollenjlMe Noten ....... Norwegitdir Noten....... Deuri-ti-Oesierrelch, i 100 Schilling Rumänische Noten ..... Schwedilche Noten ...... Schioeliei Noten ...... Spantirtip Noten ...... r>checho>lowakl!che Noten..... Unqatifdir Noten .... Samstag, 8., 18.30 bis nach 22.30: „Lohengrin". — Sonntag. 9., 15.30 bis nach 18, gesch.offene Vorstellung für Erwerbslose: „Die verkaufte Vraut". 20 bis nach 22.30. „Das Land des Lächelns". — Montag, 10., 19.30 bis nach 22 „Von heute auf morgen" und „Der getreue Musikmeister". Schauspielhaus. Sonntag, 2. Februar, 15.30 bis nach 17.30 Uhr. zum letzten Mal: „Hui, wir sausen um die Welt". 20 bis 22.30: "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk". — 172 210,75 168.5 ! 171,25 I 125 175,75 »33.75 I — । 170 I S.T.B........ Bergmann . . Gictre. LieierunoSgelelllchay Licht unO flrafi gelten 4 ©ullleaume @ei f Nein Untern., Hamb Elelir.Sterte Sihcin «Bette . . Schlei Siel' . . Schocken 4 So. . Siemen» & «oute . Sraneraoio .... Labmever 4 (So. . . 350 47,25 55.5 6,1 45 105,5 106 118 158,25 E 76 bis 80. 3m Vergleich mit den Preisen der vorigen Woche gaben Kälber um 3 Mk., Kühe und Färsen je 1 Mk. nach, während Bullen und Schafe je 1 Mk. anziehcn konnten. Ochsen und Schweine waren behauptet. 153,3. für Bekleidung 169,8. für den .sonstigen Bedarf" einschließlich Verkehr 193,0. • Verlängerung des kontinentalen Böhrenkartells. Die kontinentalen Gruppen der Stahlröhrenwerke, und zwar die deutschen, französischen, belgischen, t'chechoslowa- ki'chen und ungarischen Werke, haben in einer Vollversammlung in Düsseldorf am 30. Januar die Verlängerung des Kontinentalen Röhrenkartells beschlossen. Eine aus Vertretern der kontinentalen Gruppen bestehende Kommission wird mit der Ausarbeitung des internen Vertrages beauftragt, welcher der Genehmigung der Vollversammlung der Gruppen vor dem 31. März 1930 vorgelegt werden soll. Die Kommission soll sich bei ber Ausarbeitung des Vertrages von all den Gedanken leiten lassen, die geeignet sind, den Verbrauch zu heben und die Fabrikationsund Derkaufskosten der Kartellmitglieder zu ermäßigen, sowie den Geist freundschaftlicher Zusammenarbeit von Gruppe zu Gruppe zu verstärken und eine gerechte Verteilung der Arbeit im Rahmen der Ansprüche eines jeben zu sichern. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 1. Fcbr. Tendenz:zurückhal- tend. — Im Bormittagsverkehr war die Spekulation zum Wochenschluß zurückhaltend, da Auftragsmangel herrschte. Die Situation wurde aber günstig beurteilt. Nachteilige Momente lagen nicht vor. Die festen Auslandbörsen sowie die günstigen Geldmarktverhält- nissc konnten anfänglich keine Belebung Hervorrufen, obwohl auch der gestrige Zahltag ohne Schwierigkeiten überwunden wurde. Erst nach Beginn des offiziellen Marktes trat, von einer Sonderbewequng in Spezialaktien ausgehend, eine ausgesprochene Freundlichkeit zutage. Im Vordergründe standen Reichsbankanteile, in denen wieder Rückdeckungen oorgenommen wurden. Von Auslandseite soll für dieses Papier bei einem Gewinn von 5 bis 6 v. j). Interesse bestanden haben. Die übrigen Bankwerte waren unverändert. Im allgemeinen war das Geschäft nicht erheblich groß. Etwas mehr Interesse machte sich noch am Chemiemarkt für J.-G.-Farben bemerkbar, bei einem Gewinn von 1,5 v. Sj. Bon Elektrowerten waren AEG. 1 v. H. höher und bevorzugt. Chadeaktien lagen unverändert. Licht & Kraft konnten 1 v. 5). höher eröffnen. Schlickert lagen gefragt. Siemens waren gut behauptet. Am Montanmarkt war die Umsatztätigkeit gering, doch ergaben sich auch hier gegenüber der gestrigen Abendbörse kleinere Erhöhungen. Buderus traten mit plus 2 v. j). etwas mehr in den Vordergrund. Zellstoff Waldhof konnten 2,5 v. Sy gewinnen. Am Rentenmarkt mar die Tendenz fest. Bei lebhafter Nachfrage konnten Ablösungsschuld mit Option 1,5 v. H. gewinnen. Im Verlause war die Tendenz weiter freundlich, und die Kurse konnten unter Bevorzugung bzw. Führung von Elektroaktien eine weitere Befestigung erfahren. Siemens lagen gegen Anfang um 4 o. Sy, Schlickert um 2,5 v. H., Farben 1 o. H., Gessürel und AEG. je 1,5 v. H. fester. Arn Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld auf 7,5 v. H. erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar zirka 4,185750, gegen Pfund zirka 20,3640, gegen Daris 123,97, London gegen Kabel 4,8650, gegen Mailand 93, gegen Madrid zirka 37, gegen Schweiz 25,2125, gegen Holland 12,12. Berliner Börse. Berlin, 1. Febr. Nachdem man noch vorbörslich infolge der geringen Geschäftstätigkeit und der Befürchtungen noch einsetzender Abgaben eher schwächere Kurse taxiert hatte, eröffnete die heutige Samstagbörse bei kleinen Umsätzen bemerkenswert wider st andsfähig, und die Mehrzahl der ersten Notierungen waren zumeist gut behauptet. Einige Spezialwerte, wie Schiffahrtsaktien, Reichsbank, Svenska. Berger, Bemberg und Kaliaktien eröffneten von 2 bis 4 v. fester, dagegen verloren Schubert & Salzer 4 o. Sy, Wiking Zement 2,75 v.H, Stöhr 3 v.H., Aku 1,75 v. H. Ziemlich reges Geschäft hatte heute der Rentenmarkt. Altbesitz konnten um fast 1 v. H. auf 52 v. H. anziehen. Reichsbahnvorzugsaktien wurden lebhaft umgesetzt, und zogen auf 90,75 v. Sy an. Von Ausländern waren russische Werte fester, dagegen zeigten Türken eher ruhige Tendenz. Ungarische Renten notierten heute exklusive Kupons. Der Geldmarkt wies bei unveränderten Sätzen ziemliche Verknappung auf. Nach den ersten Kursen konnten sich die meisten Märkte etwas heben, und es wurde ziemlich einheitlich bis zu 1 v. Sy fester. Hoffnungen, daß die Reichsbank zum Montag den Zentralausschuß ein- berufen werde, regten an. Die Aussichten für eine Diskontsenkung sind weiter recht günstig Schwächer waren im Verlaufe Polyphon und Schubert & Salzer. Der Elektromarkt blieb im Vordergründe des Interesses. Siemens zogen um 3 v. H an, Dessauer Gas gewannen 2,5 v. H. In lichle die - des -ul dut' dies per! die in i bl f bitte in oi gen. dann Ssist' And' ftäd hoch änb Gre Rog satz Hand Sii schied Sog« Test ver< die viel flef1 Ma in in k übe dun den schn uni füll tun tooi 2i auf । ter dem amt geb broi Ro Quc Wei mag mit Son wie sere gen Har S gros in d und sie a Milli stiege War auf 8 Tom 'M das unh bra den fof ten. Kefe oder liner aber Aorir 11 D Ul, geseh (uti mit . Ausl tootfi drän des ihitd dem Die letzt soll, bleit öer Pole Eli, ä'ge ^ata| liche Aej tunt Ni( Unie [«Heul Sy- Jett Ni, 15 12 18 14 13% iX . 8 . 9 , . v O 280,5 213,5 •75,75 207 155 1 • 04,75 I 168,5 11.75 ‘ 251,75 46,75 | . 6 * 8 O ey. 10 * DieReichsindexziffer für bie Lebenshaltungskosten im Januar. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats Januar auf 151,6 gegenüber 152,6 im Vormonat. Sie ist somit um 0,7 v. H. zurückgeyangen. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf eine Senkung der Ernährungsausgaben zurückzufiihrcn. Hierbei wirkte sich der Rückgang der Preise für Milch, Butter und Eier stärker aus, als die für Kartoffeln und Gemüse eingetretene Preiserhöhung. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen (1913/14 gleich 100): für Ernährung 150,2, für Wohnung 126, 7. für Heizung und Beleuchtung Montag, 3., 20 bis 22.30: „Julius Caesar". — Dienstag, 4., 20 bis 22.30: „Julius Caesar". — Mittwoch. 5, 20 bis 22.30: „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk". — Donnerstag, 6.. 20 bis gegen 22: „Brülle China". — Freitag, 7., 20 bis gegen 22.15: „Marius ahoi!" — Sams- tag. 8.. 20 bis gegen 22.30. zum ersten Mal:' „Straße". — Sonntag, 9., 15.30 bis gegen 17.45: „Cyankali". 20 bis 22.30: „Julius Caesar". — Montag. 10., 20 bis 22.30: „Julius Caesar". 21.51 79,5 162 <48,5 I 48,5 I 54,75 - 46,25 ; Daten für Sonntag, 2 Februar 1829: der Raturforscher Alfred Brehm in Renthendorf geboren. Da«cn für Montag. 3 Februar. 1786: der Orientalist Wilhelm Gefenius in Rordhaii'en geboren. 1809: der Komponist F. Mendels,ohn-Bartholdy in Hamburg geboren. 1845: der Dichter Ernst von Wildenbruch in Beirut geboren. 1924: Woodrow Wilson, Präsident der Bereinigt. Staaten, in Washington gestorben. Krastpost Marburg —Gladenbach. 'DSR. Warburg, 31.3an. Am 1. August 1929 wurde die Krastpost Marburg—Rückenbach eröffnet, die eigentlich in Gladenbach (Kreis Biedenkopf) endigen sollte. Gladenbach hatte ba- mals die seitens der Oberpostdirektion Kassel geforderte Garantiesumme abgelehnt, well die Stadt finanziell anderweitig schon stark belastet war. Unter dem Vorsitz des Oberpostrates Bi t- linski (Kassel) fanden nun am Wittwochnach- mittag in Gladenbach erneut Verhandlungen statt, die das Ergebnis zeitigten, daß im Frühjahr die Kraftpost von Marburg bis Gladen- bad) zunächst probeweise auf ein halbes 3ahr geführt wird. Seitens der Stadt Gladenbach wurde für die Probezeit eine Garantie von 400 Mk. übernommen. Briefkasten ber Hebakiion. (Rcchtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) P. P., Gießen. Rach Maßgabe des von Ihnen angegebenen Vertragsiichalts sind Sie nur verpflichtet. das Treppenhaus zu beleuchten. Es kann Ihnen als Mieter nicht von der vermietenden Genossenschaft angesonnen werden, auf Ihre — des Mieters — Kosten die elektrische Lichtanlage zu erweitern. Sie müssen lediglich für die Lichtkasten (Mehrverbrauch an Strom) auskommen. P. S., Gießen. Ob Ihre Heimatgemeinde sich damit einverstanden erklärt, in die von Ihnen gewünschte Veränderung einzuwilligen, steht dahin. Sie könnte z. D. vertraglich gehalten sein, die von ihr ^Interstützten in der betreffenden Anstalt unterzubringen. Wenden Sie sich doch ganz offen an die Bürgermeisterei und bringen Ihr Anliegen vor. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündig ungsblatt Rr. 9 vom 31. Januar enthält: Gemeindefinanz- statistik. Bildung ber Kreiskommission des Kreisjugendamtes Gießen. Die Erhebung des Markt- standgeldes auf den Vieh- und Krämermärkten :der Stadt Gießen. Dienstnachrichten. Vierteljahrsausweis ber Provinz Oberhessen. D 53 bis 62; Schafe: A 48 bis 52, B 40 bis Schweine B 78 bis 81, C 80 bis 82, D 78 bis 81, iranffun a - ufr Ul' ffurt , flut Damm ftamburo-iamcnla Paiei Hamb S8va>n. Damvilch. fcania Samifftilff..... Rorbdetuicher Lloyd..... «tilg teuiKtir UteDltanft. . - ©atmet ©anloeteln .... Berliner HanvelsgeieMch. . . Commerz, und Privai-Baat Torinsl. u. giatlonalbanl . Drunche Boni ..... Dlecunto-Äeleilichchi, flut . Drcsvnor Bant...... Reichtbam ...... Buveru» . . . . DeuUckre Gtb»! ... (üilenrt ®trtnto61e . . Gelienilrcheuer . . • < Haroener...... Hoelch ...... Ilie Bergbau ... Vlöcknenvertr - . . NüinNcueilen Mannesman" -Nähre» iHan.-kiec. Bergbau . Cbcndi'ei ISi.cn-eoart Cbertdiki Itotoroetfe. Pbonix Bergbau •Hbe nnd>e «rauuiohiea Nbeutital» . . • «trteck fliontan . . . bfultflcnftfle« .......u Zunghan» - - • • 6 i’ettiroerte. fllainttaitwert- tzöckv a. M 8 iÄiofl. 10 Äedr «ort«..... 1<> •Sotfli 4 frafh« ...... 9 Lüvo- Buda ...... 10 herbeizuführen. Die weitere Festigkeit der Reichsbankanteile, in deren Zusammenhang große Hoffnungen auf die zum 15. Februar einberufene Generalversammlung zwecks Aenderungen des Bankgesetzes, gehegt werden, gab aber einen neuen An- spokn, und die Tendenz war ausgesprochen fest unter Bevorzugung von Reichsbankaktien, Kalipapie- rcn, Elektro- und Chemiewerten. Auch Kunstseide- aktien konnten vermehrtes Interesse auf sich lenken, zumal vom Ausland feste Kurse genannt werden. Am Geldmarkt wurde im Zusammenhang mit dem Ultimo der Satz für Tagesgeld auf 6% u.H. erhöht, obwohl schon unter diesem Satz in Geld reich- lici)es Angebot vorhanden war. Anz Devisenmarkt waren die Mark und der Peseta fester. Anleihen lagen freundlich. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachiviehmarkt. Die weiter gespannte Wirtschaftslage gab auch dem Frankfurter Schlachtviehmarkt in dieser Woche das Gepräge eines s ehr ruhigen Geschäfts. Die Llmsahtätigkeit hielt sich weiter in eggen Grenzen, doch war die Beteiligung von auswärts wieder etwas stärker. Die Frankfurter Metzger kaufen dagegen nach wie vor nur den notwendigsten Bedarf. Preisveränderungen traten nur vereinzelt ein, so bei Kälbern, die weitere 3 Mk. nachgeben mußten. Im großen und ganzen ist die Lage augenblicklich ziemlich stabil, fo_ daß mit größeren Preisveränderungen für die nächste Zeit kaum gerechnet wird. Ein Tlnsicherheits- faftor für Schweine sind allerdings die noch nicht abgeschlossenen deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen. Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb gegen die Vorwoche nur wenig verändert. Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qualität. Das Geschäft war langsam und es verblieb Uebcr- stand. Am Schweinemarkt war die Beschickung etwas größer. Rach schleppendem Geschäft verblieb Heberftand. Kälber hatten schleppendes, Schafe sehr ruhiges Geschäft zu verzeichnen, doch wurden die Märkte geräumt. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1470 Rindern, darunter befanden sich 296 Ochsen, 84 Bullen, 593 Kühe und 360 Färsen, ferner aijs 1540 Kälbern, 509 Schafen und 5381 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 70 Schweine mehr aufgetrieben, während 14 Rinder, 54 Kälber und 54 Schafe weniger zum Verkauf standen. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in 31 i iöF Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6L v. H., Lombardzinsfuß 7,5 v. H. Cetemtflte Stafjlm Ciao Minen . . Ra werte iflidjewiebea Ra werte llreüeregela . . Raiiro. i e $alUX'tiutlb .V ® itattwuOnouMe Dynamii Nobel . . . ScheldeanklaU.... ®olBid>mi6t .... Rüigettwerte .... Meiauaeiellichalt . . BÜUlvv Ho > NIMM Lernen wert Heivelbrtg fernem wert 'TatiltoBt Lay«, Jt .v 0 afl Sdiuitbei» Bavenyot« VÜwerte ..... Bei. ®iaruftoff . . . Bemberg...... Hdlftoi Waldhot . . . . Rellftoii «fd)Qif:nbuM . . Charlottenburger Waller . Denauer Äae • • • faimiM Mororen . . . DeuUckie Linoleum . . . Moichlnenbau A.-V. . . • Ä IM I »i 0 ‘ ■ • • vuou, Loew . . • Nai ilutomobL . . . Crrnftein 4 Ropprt . . • V'onhntö Ziel . . • • • Lvenlto . • • • tzranv. Malchm« . • • • Grthn« . . . • . Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Die neue Woche stand im Zeichen einer neuen Berstiminuna. Der Druck ging in erster Linie, wie schon gegen Ende der vergangenen Woche, vorn Farbenmarkt aus. Starkes Angebot führte zur allgemeinen Abschwächung der Börse. 2l!s Ursache ist zu erwähnen erstens die Teilumstellung des _eunn= wertes hinsichtlich der Benzingewinnung; nach einem neuen Verfahren, woraus geschloffen wurde, daß das alte Verfahren sich scheinbar nicht rentiert hätte, zweitens ergaben sich am Siemensmarkte ähnliche Verhältnisse.' Die geplante Anleihetransaktion von Siemens löste eine große Lustlosigkeit aus, obwohl anerkannt wird, daß gleichzeitig Mittel zur Stärkung des Betriebes, der die Konkurrenzfahtgke,t steigern solle, diesem Unternehmen zufließen werde. Auf der anderen Seite war man aber desto unzufriedener, do den Aktionären gleichzeitig jede Chance bei einem eventuellen Nutzen hiervon genommen werden solle. Diese beiden Punkte genügten der Baissepartei, um zum Angriff zu schreiten. Die Börse lag fast die ganze Woche hindurch recht unsicher, und Kursabschläge im größerem Ausmaß waren die Folge. Das Geschäft war zeitweise fast vollkommen lahmgelegt und erfuhr trotz der sehr günstigen Geldmarktverhältnifse keine Belebung. Hinsichtlich der innerpolitischen Verhältnisse war man unzufrieden, und auch schon aus diesem Grunde war einer frcunt>Iid)eren Stimmung der Weg vollkommen abgeschnitten. Das Herannahen des Liquidationstages, dessen Ueberwindung infolge der niedrigen Geldsätze keine Schwierigkeiten bot, hatte aber irotzdem eine Veränderung der bisherigen Situation zu Folge, da der Engagementsumfang sehr klein war. Die Spekulation war noch Material schuldig und mußte zu Rückdeckungen schreiten. Im Zusammenhang hiermit konnte man im Grundton der Börse schon wieder eine freundlichere Stimmung bemerken, ba auch die weiter günstigen Geldmarkt Verhältnisse zu neuen Hoff- nungen Anlaß boten. Der Vierteljahresbericht der I.-G.-Farbenindustrie, der keine Ziffern enthielt und sehr undurchsichtig war, veranlaßte jedoch wieder zu Zurückhaltung. Hinzu kamen noch Angriffe gegen dieses Unternehmen von amerikanischer Seite, und ein gewisser Druck lastet wieder auf der Stimmung. Aber dessen ungeachtet waren bei einem Vergleich mit den Kursen der vergangenen Woche zumeist doch noch erhebliche Besserungen zu verzeichnen, da gegen Ende der Woche, ausgehend von Reichsbank- änteilen, die Börse ein festes Bild bot. Gleichzeitig trat am Siemensmarkt eine Beruhigung ein, auch war die Lage am Montanmarkt, nachdem bekannt wurde, daß von einem Besitzwechsel in den Mehr- heitsvcrhältnissen von Phönix und Rßeinstahl nicht die Rede sein könne, geklärt. Angebot war nicht mehr zu bemerken. J.-G.-Farben wurden von dem 'seitherigen Druck befreit, als verlautete, daß die unhaltbaren Nachrichten aus Befürchtungen vor der starken Konkurrenz des deutschen Unternehmens in die Welt gesetzt seien. Reichsbankanteile waren bei lebhafter Nachfrage 18 v. H. höher, auch im übrigen war das Geschäft allgemein lebhafter, da sich das Ausland und auch vereinzelt das Publikum für Spezialattien interessierte. Im Vordergründe standen noch Kaliaktien, aus den schon öfters erwähnten Gründen. Svenska lagen 10 Mark schwacher. Siemens mußten trotz der Besserung zum Wochenschluß einen Verlust von 13 v. H. ertragen. Im allgemeinen ergaben sich sonst Besserungen bis 5 v. H. Salzdetfurth plus 10 v. H. Chadeaktien konnten im Zusammenhang mit der Besserung der spanischen Valuta, die seit dem Rücktritt Primo de Riveras eingetreten war, 15 Mark anziehen. Nachdem aber die Aufträge erledigt waren, wurde am Tage des Wo- d)enfd)luffe5 das Geschäft bedeutend stiller, und es traten überwiegend kleinere Abschläge ein. Verschiedentlich schritt die Kulisse zu Gewinnmitnahmen. Durch die Vorkommnisse der letzten Zeit war die Spekulation sehr vorsichtig geworden und zeigte nickst den Mut, aus eigenem Antrieb eine Belebung BerlI, -ch-uv tinianfl- ft’ii , Rur 31 1 11 Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 2. Februar. 4. Sonntag nach Epiphanias. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker; 11 Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrer Becker. 5: Pfarrer Mahr. — Johanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Iohannesgemeinde; Pfarrer Ausfeld; 5: Pfarrer Bechtolsheimer; 8: Bibelbesprechung im Iohannessaal; Pfarrer Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche; Pfarrer Lenz. — Ltifabeth kleinkinderschute. 9.45: Pfarrer Lic. Waas: 6: Pfarrer Lic. Waas. Klein-Linden. 10: Haupt- gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Dieseck. 10; 7.30. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 1.30: Lollar. — Hausen-Garbenteich. 10: Hausen; 1: Garbenteich — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Hauptgottesdienst; 11.30: Kinderkirche. — Lich. 9.45: Beichte, 10: Pfarrvikar Draudt (hl. Abendmahl); 12.45: Kindergottes- dienst; 2: Stiftsdechant Kahn. katholische Gemeinden. Samstag, den 1. Februar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 2. Februar. 4. Sonntag nach Epiphanie. Mariä Lichtmeß Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt (vor dem Hochamt findet die Wachsweihe statt); 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — (Brünberg. 9.30: Messe mit Predigt — Rungen. 18: Andacht. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 7 30: Hochamt mit Predigt. — Nidda 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. (eo,”»t'iiäöienft ö. ’lcrtte n.2lX>otÖ,,Feii am ?. 2. 3(> Banknoten. Berlin, 31- Januar ^rantfurt a w »edlr .-d) uß. Uf sdjiuB tnianft. fture flut ftm Kur Datum 31 I 1- । 3" 1 1 1 •ntf 5 eu lchc « idroametifr ‘ i 87,5 87.5 ron ipz? ..... — — 7% Tcullcht SletchSanIrHe 96,4 96.5 von 1928 ......... Xu 81tti..zU)ld|.-6d)ulD mit üluc — — lol -Rrrtncn . 51,15 72.25 51,1 52 Xe-l r&n? Au4Iv> Rechte 8% He«. BolttNaat von 1929 8.4 8.5 8.3 8.3 (tüdjjhlb. 102%) Cbcrbrllcn Provinz - Anleihe mtl 87 —’ 86.5 — Auolol.-Rclltten . Lentilve komm. Eammclobl 48,5 — — Anleihe Serie 1 8% granks. Hnp.-Bank Goldpsc 49 2 — 49,5 — XIII unlünvbar blo 1034 . 7% ßrautf. Hvp .'Bank «oldpie 96.5 — - — unlünvbar dis 1938 . . . 4k% «hrlulidif Hvv.-Ban» 84,5 — — — Ltqu. Eolvvir........ 6% Br. LandcoplonbbrtclanNalt 83,4 97 — - — Hjlanvbrieie 9t. 17..... 8% Br. Lanver-psandbrlclanNatt — 97 — Komm.-Obl. R. 16..... 7% Pr. $>QnBc Obligation 88.5 — 89 — rtndadldar 1932 90 — - 4% Oeilerreichilche »oldrte. 27,25 * — 27 __ 4,20% Crftcn. Tilderr! 4% Oelierreichilche Einheitliche 3.5 — 3.5 — Sicnle.......... 2.25 — 2.25 — 4% Nnaartlche öolbne.. . . 24,2 — 24,3 23,5 4% UngarfldK S'aaisr. v. 1910 22.9 — 22,9 4Vi% trtal. von 1913 . . . 73.9 —• — — 4% Unflodldh- flionenrte.. . 2,2 2,25 2.3 4% Xürt. Zollanlethe v. 1911 4% Türkische «agvadbahn-An i,25 — 8.13 8.10 Serie I. 1.25 0,2 0 4% beeol. II 6% RumLnticke vercind Menu 8.25 — 8.2 8.15 von 1903 ; - - 4y,°;. rtl .mflnlldje vereinh Reni •0.16 1 10.13 — von 1913 •••••• «umantiche vereinh. ihaue 15,2 * 15,9 8,2 i - 8,15 1 - ^ranlfurt a w Berlin - d) u fr flure । Ui- flm Lch'UV Kur. üniang. 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Schweiz . . 16.41 16,4t 16.41 ■6.45 80,705 80.865 80.645 80.805 Sva;l:n 55,22 55.34 55,14 55,26 Iavan 2,055 2,059 2,055 2.059 •Hio de (Vnn Wien in D-- 0,476 0.478 3.481 0.483 Ceft. abaeft 38,87 ■2,372 58,99 ,8.86 ,8.98 Prag 12,392 12.3/3 12,393 Betirad 7.373 7.384 7.373 7.387 Bnvav.'si '3,07 73.21 73,075 73,215 Bul arten 1,024 3.03b 1,024 3.030 viflobon 8.78 18.82 18.78 18.82 Danzta 91,33 81,49 81.32 81.48 flonft nrtn. i,970 1,974 1.968 1.972 91 Iben 5.42 5.4j 5.42 5.43 Lanoda 4.134 4.142 4,135 4.143 llrn uau 3.766 3,774 3.796 3.804 Latro ■ ■ 20.865 20.905 20.86 20.90