Nr. 255 Erstes Blatt 184. Zahrgana Mittwoch. Zf. Oktobers Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 180 Zustellgebühr. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 22dl Anschrift für Drahtnach- richten- Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11086 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Siehrn. 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Da die Sozialpolitik des neuen Deutschland eine neue geistige Einstellung der Menschen zur Arbeit, zum Betrieb und zum Staate schaffen will, so kommt alles auf die Träger der neuen Arbeitsverfassung an. Der Betriebsführer oll das richtige Verständnis für die Ansprüche der Gefolgschaft haben, diese wiederum soll mit Einsicht den Möglichkeiten gegenüberstehen, die ihr Betrieb bietet. Aus dieser Grundhaltung ergibt sich die Behandlung aller Einzelfragen mit Leichtigkeit. So wie die Beitragszahlung nicht mehr der wirtschaftlichen Sicherung des einzelnen dient, sondern nur der Freilegung der im Volke vorhandenen kulturellen Energien, so ist auch die Lohnfrage völlig in den Hintergrund getreten gegenüber der Frage, wie das Vertrauen zwischen Führung und Gefolgschaft im Betrieb am besten zu befestigen ist. Der einzige Gesichtspunkt, dem allgemeinen Wohl zu dienen, hat zu der Anerkennung Adolf Hitlers geführt. Er wird deshalb auch weiterhin die Richtlinie für jede Organisationsarbeit vom Amtsleiter herunter bis zum Blockwart fein müssen. Es geht nicht an, die Verordnung des Führers nach eigenem Ermessen auszulegen, wo nur das heiße, opferoolle Bemühen herrschen darf, die Menschen zusammenzubringen. So wie die Deutsche Arbeitsfront als Ganzes sich immer nur als ehrlichen Makler betrachtet hat, so wird auch jedes einzelne Mitglied der Organisation danach streben müssen, ein Vorbild des sozialen Ausgleichs zu sein. Hier wie dort gilt das Wort: Wachsen lassen! Wachsen lassen! Der Deutsche ist ein Arbeiter von Grund auf, sei es, daß er hinter dem Pfluge einhergeht, daß er am Schreibtisch sitzt oder am Amboß steht. Er ist wohl der Fleißigste unter allen Völkern Europas, was ihm nicht nur Bewunderung, sondern auch Haß eingetragen hat. Er hat die Empfindung: „Wer nicht arbeiten will, ist auch kein guter Mensch". Er tut die Arbeit um ihrer selbst willen, sie ist ihm nicht allein ein Mittel zum Geldverdienen, sondern ein s i t t l i ch e s B e d ü r f- n i s. Sie macht ihn glücklich, da er mit ihrer Ausübung seine Daseinsbestimmung erfüllt sieht. Nur aus dieser Haltung des deutschen Menschen zur Arbeit erklärt sich die erstaunliche Tatsache, daß es der Deutschen Arbeitsfront in der kurzen Zeit von 18 Monaten gelang, das Gewerkschaftsprinzip aus dem Leben und der Dorftellungs- welt des arbeitenden Volkes herauszureißen und an seine Stelle dasGemeinschaftsidealdes Nationalsozialismus zu setzen. Die Befreiung der Arbeit von rein materialistischen Bindungen gelang nur deshalb so überraschend schnell, weil in der Seele des Volkes verborgen der Geist der freien Arbeit schlummerte und nach Erlösung schrie. Der Führer konnte in seiner Verordnung vom 24. Oktober 1934 Wesen und Ziele der Deutschen Arbeitsfront nur deshalb bestimmen und anerkennen, weil die Deutsche Arbeitsfront bewußt darauf verzichtet hatte, sich mit Dingen zu beschäftigen, die nicht das Verhältnis von Mensch zu Mensch, sondern das Verhältnis des Menschen zur Materie betrafen. Die Deutsche Arbeitsfront trieb Sozialpolitik, nicht Wirtschaftspolitik. Sie hat darüber gewacht, daß auch Über die Grenzlinie, die die' Lohnfrage zwischen diesen beiden Gebieten bildet, keine Vorstöße unternommen wurden. Sie fand dabei — was im Führerstaat eine Selbstverständlichkeit ist — die Unterstützung der Wirtschaftspolitik, die ihrerseits Grenzüberschreitungen vermied, indem sie die Preisfrage keinen Veränderungen unterwarf. So konnte die Deutsche Arbeitsfront nach dem Vorbilde der Partei alle Kräfte darauf verwenden, um die Erziehung d e s Arbeiters und Unternehmers zu Vernunft und Anstand zu fördern. Daß sie diese Aufgabe zu einem so großen Teilerfolge gelangen lassen konnte, verdankt sie nicht zum wenigsten dem Umstand, daß ihr zu Beginn ihrer Tätigkeit weder ein Programm, noch eine Organisation, noch ein Vorbild zur Verfügung stand. Es war völliges Neuland, das die Gemeinschaft der Schaffenden betrat und auf dem sie ein Haus errichten sollte, das Jahrhunderte überdauert. Der gänzliche Mangel an fremden Entwürfen und gebrauchtem Baumaterial führte aber dazu, daß Fehlkonstruktionen und Risse vermieden Ausgleich Geltung zu verschaffen. So ist neben dem Reichsnährstand die Deutsche Arbeitsfront die stärkste Säule der ständischen Gliederung des neuen Deutschlands geworden. Die Verordnung des Führers und Reichskanzlers hat diesem Aufbau einen festen Rahmen gegeben. Alle Schaffenden eines Betriebes, vom Betriebsführer bis zum letzten Lehrling bilden demnach eine Gemeinschaft, die auf Gedeih und Verderb zufammengehört und Zusammenhalten soll. Das wird das Ende des Klassenkampfes sein,, an dessen Stelle eine Ordnung treten soll, die Adolf Hitler mit folgenden Worten umschrieb: „Das Ziel der Deutschen Arbeitsfront ist die Bildung einer wirklichen Volks - und Leistungs-Gemeinschaft aller Deutschen. Sie hat dafür zu sorgen, daß jeder einzelne seinen Platz im wirtschaftlichen Leben der Nation in der geistigen und körperlichen Verfassung einnehmen kann, die ihn zur höchsten Leistung befähigt und damit den größten Nutzen für die Volksgemeinschaft gewährleistet. Gerade in diesen Tagen hat ein Staatsmann, der selbst aus der sozialistischen Bewegung beroorge» gangen ist, der englische Premierminister M ac P ari a l d erklärt, daß der Klassenkampf die Kräfte eines Volkes verzehre und deshalb abzulehnen fei. Wie viel mehr gilt das von einem Volke wie dem deutschen, das sich von Schwierigkeiten und Gegnern gegenüber Ausdruck zu geben. Wir schwören unfe« rem Führer, seines Werkes würdig zu sein als Soldaten Adolf Hitlers, als Soldaten der Disziplin und der Gemeinschaft. Dr.Ley vor der presse. Berlin, 30. Okt. (DNB.) Der Stabsleiter der PO. Dr. Ley erörterte in einer Pressebesprechung Grundfragen der Organisation der Deutschen Arbeitsfront. Er hab hervor, daß es völlig unmöglich gewesen sei, den Organisationswust der alten Gewerkschaften beizubehalten. Allein schon Dermal- tungsmäßig gesehen, habe dieses ganze Durcheinander' vereinheitlicht werden müssen. Am 1. Januar 1935 werde diese Organisation vollendet sein. Die Organisation der Deutschen Arbeitsfront nach neuen nationalsozialistischen Grundsätzen und Gesichtspunkten, nach dem Vorbilde der Partei, sei aus dem Volke herausgewachsen, und erst das habe den Erfolg verbürgt, aus Klassenfeinden und fanatischen Gegnern eine umfassende G e - meinschaftsorganisation aller schaffenden Deutschen zu machen. Wenn die Beiträge auch weiter erhoben würden, so liege ihnen doch im Gegensatz zu dem Derficherungscharakter übelster und unsicherster Art aus der marxistischen Zeit etwas ganz anderes zugrunde. Sie feien Kampfbeiträge, weltanschauliche politische Beiträge. Die Deutsche Arbeitsfront sehe sie als das Betriebskapital an, um damit einen Schatz im Volke zu heben, Energien im Volke zu mobilisieren, die bisher brach gelegen hätten. Die Deutsche Arbeitsfront, die heute finanziell das Gesündeste darstellt, was je bestanden habe, sei weiterhin auch auf eigenes Vermögen aufgebaut. Hingegen hätten die alten Gewerkschaften allein schon an dem Ballast ihres wirtschaftlichen Aufbaues zugrunde gehen müssen, es sei die Aufgabe, allen noch da und dort mitgeschleiften Ballast a b z u- st o ß e n. Es solle nur das übernommen und beibehalten werden, was dem Arbeitsmenschen nutze. Die früheren Gewerkschaftshäuser zum Beispiel, zumeist auf geb aut unter bewußter Anwendung des Primitivitätskultes paßten nicht in den neuen Staat, dessen Gemeinschaftshäuser das Schönste sein müßten, was der Staat aufzuweisen habe. Es gelte jetzt, nicht übermütig zu werden und den Sinn der Verord- Inung nicht mißzuver stehen. Denn werde I diese Verordnung totgeritten, so werde sie in einem ! falben Jahre ihren hohen Sinn gründlich verfehlt haben. So komme es nun darauf an, Disziplin z u halten und unter gar keinen Umständen über das Ziel hinauszuschießen. Gelinge das, so werde diese Verordnung den größten Segen für unser Volk bringen. Weiter Sprenger spricht in Frankfurt. Im Gau Hessen-Nassau fanden 38 Groß- kundaebungen und außerdem etwa 400 kleinere statt, die zusammen mehr als 400000 Teil- n e h m e r vereinigten. In Frankfurt a. M. sprach Reichsstatthalter Gauleiter (Sprenger auf dem Opernplatz vor sämtlichen Frankfurter Amtswaltern der DAF. und Zehntausenden von Arbeitskameraden aus allen Frankfurter Betrieben, die mit ihren Fahnen und zahlreichen Musikkapellen aufmarschiert waren Der Gauleiter führte u. a. aus: Als vor anderthalb Jahren die Gewerkschaften aufgelöst wurden erschraken viele Millionen deutscher Volksgenossen. Aber der Führer war es, der in seinem „Kampf oerade die Notwendigkeit der Organ i- Herung der Arbeiterschaft bejaht hat. Als der erste Mai zum erstenmal in Deutschland als der „Tag der deutschen Arbett gefeiert wurde, sagte der Führer, das deutsche Volk müsse sich wieder gegenseitig kennenlernen und alle Schichten müßten s i d) mieber 3ufam m e n f i n den. ffhrc d i e Arbeit und achte den 21 r be ter'" Diese Parole des Führers beginnt nun sich Ich Tat zu werden. Am zweiten Mai war d?s Ende der Gewerkschaften gekommen, und am 10 Mai auf dem ersten Arbeitskongreh, geigte der Führer den Weg, der zu gehen ist. Damit begann Oie Volks- und Leisiun gsgemeinschast aller Deutschen Das schaffende Deutschland dankt dem Führer für die Verfassung der Arbeit. 350000 Arbeiter der Stirn und Faust im Berliner Lustgarten Berlin, 30. Okt. (DNB.) Die Erhebung der Deutschen Arbeitsfront zu der Organisation aller schaffenden Deutschen der Stirn und der Faust hatte dem Gau Groß-Berlin der DAF. Veranlassung gegeben, zu einer Dank- und Treuekundgebung im Lustgarten aufzurufen. Mit einer Teilnehmerzahl von 350 000 wurde diese im Zeichen der Kameradschaft und der Volksgemeinschaft stehende Riesenveranstaltung zu einem gewaltigen Bekenntnis des schaffenden Berlins zu Adolf ^Hitler. Die Kundgebung begann mit dem Lied vom guten Kameraden zum Gedenken für den im Kampf um Deutschlands Freiheit gefallenen Ehrenstandartenführer Hellvoigt, der wenige Stunden vorher m Berlin zu Grade getragen worden ist. Dann sprach der Bezirkswalter der Deutschen Arbeitsfront, Johannes Engel. Nach ihm ergriff der Stabsleiter der PO. Dr. Ley das Wort. Er führte u. a. aus: Wir haben in den vergangenen Monaten eine gewaltige Erziehungsarbeit geleistet. Wir konnten nicht das Alte fortführen, ohne uns selbst untreu zu werden. Wie in der Kampfgemeinschaft der Partei alle Volksschichten vertreten waren, so mußte das ganze Volk zu einer Kampf- und Schicksalsaemein- schaft Zusammengeschweißt werden. Beim Ausbau der Gemeinschaft zeigten sich diejenigen am widerspenstigsten, die im Liberalismus einst das Heil sahen. Die Arbeiter dagegen kamen mit Freude und Begeisterung. Heute können wir mit Stolz sagen, daß niemals eine Organisation so klar übersichtlich und straff auf- gebaut war wie die Deutsche Arbeitsfront. Die Arbeitsfront ist der Exerzierplatz und die Kaserne für den Gedanken der Gemeinschaft und des wahren deutschen Sozialismus. Es ist mein Wille, meine Hoffnung und meine Gewißheit, daß es uns gelingt, unsere Auffassung von Ehre, Anständigkeit, Haltung, Leistung und Gemeinschaft in das gesamte Volk hineinzutragen. Die Verfassung der Arbeit ist nur kurz, aber allumfassend. Es kommt darauf an, was wir aus dieser Verfassung machen, damit sie die Sozialordnung Deutschlands werde. Ich werde in den nächsten Wochen wieder in die Betriebe in allen Teilen Deutschlands hineingehen, um die Menschen der Arbeit aufzumuntern und ihnen zu sagen: Haltet Disziplin, aus der Verfassung der Arbeit wird das werden, wasJhrdarausmacht. Wie hier finden zu dieser Stunde 16 0 0 0 Kundgebun- gen im ganzen Deutschen Reiche statt. Das ganze schaffende Deutschland ist aufmarschiert, um seiner Freude und Dankbarkeit dem Führer wurden. ~ Dr. Robert Ley, der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, hat vor der Presse das Geheimnis fernes Erfolges preisgegeben, indem er erklärte, daß er sich beim Aufbau der Deutschen Arbeitsfront nur von der richtigen Uebersetzung des Wortes „Organisation" habe leiten lassen: „Organisieren heißt „Wachsen lasse n". Er hat nur das getan, was der Volkswille von ihm verlangte. Schon am Ende des vorigen Jahres tarnen Unternehmer und Arbeiter zu ihm und forderten, daß beide Teile in einer gemeinsamen Frontvereinigt werden mühten. Sie wollten aus eigenem Antrieb nicht mehr „Arbeitnehmer" oder „Arbeitgeber" sein, sondern nur noch deutsche 21 r - ' Zwangsjacke ab, die ihnen Liberalismus übergezogen das Werden der Deutschen Arbeitsfront. Am Ende dieses Werdens kann aber nur eine Organisation stehen, die re st los vom nationalsozial i - stischen Geist durchsetzt sein muß. So ist es zu verstehen, wenn in der Verfassung der Deutschen Arbeitsfront bestimmt wird, daß die Arbeits- front ein Bestandteil der NSDAP, ist. Auf Grund dieser Verfassung sind Arbeiter und Wirtschaftsführer gleichgestellt. Die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront haben dafür zu sorgen, daß der Betriebsführer Verstau^ nis aufbringt für seine Arbeitnehmer. Aber auch dem Abeitnehmer ist klar zu machen, was er zu tun hat im wohlverstandenen Interesse des Werkes. Damit ist jede willkürliche Störung des Betriebes ausgeschlossen und der ruhige Fortgang des Betriebes und die Erhaltung des Lohnes des einzelnen gesichert. Die weltanschauliche Durchbildung des Volkes ist und bleibt ein Primat der Partei. Wenn der Führer sich glücklich preist, am Ende seiner Tage den deutschen Arbeiter erkämpft zu haben, so glaube ich, ihm heute nach anderthalb Jahren, schon versichern tu können, daß er den deutschen Arbeiter erkämpft hat und daß nunmehr auf der Grundlage dieser herrlichen Verfassung die Weitergestaltung in ruhigen Bahnen sich vorwärts entwickeln kann. Die Verfassung ist zugleich ein Beweis für das tiefe Vertrauen des Führers zu dem deutschen Menschen. Diesen Vertrauensbeweis wollen wir dem Führer dadurch danken, daß der ärmste Sohn Deutschlands Oie deutsche Bibel Martin Luthers. Bon v. Erich Seeberg, o. ö. Professor der Theologie an der Universität Berlin. Schon vor Luther gab es deutsche Bibelübersetzungen. Aber sie sind alle irgendwie ungelenk, j schwerfällig und unfrei, und sie sind auch zumeist . aus der lateinischen Bibel, nicht aus dem Urtext, , Übersetzt. Luther hat diese mittelalterlichen Ueber- ( setzungen offenbar gekannt und auch zu Rate ge- . zogen. Und doch ist seine eigene Uebersetzung, die , er in stürmischer und zäher Arbeit geschaffen hat, ( ein Werk von urtümlicher Kraft, das dem ganzen : deutschen Volk gehört, und das innerlich so verbin- , dend gewirkt hat wie kaum etwas anderes in der . Geschichte der Deutschen. Nur ein TO e i ft e r der ] Sprache, der ein volksnahes und lebendiges Deutsch spricht, war imstande, ein Werk zu schaffen, das über die Verschiedenartigkeit der Mundartigkeit hm- . weg zur Grundlage der gemeinsamen Schriftsprache 1 unseres Volkes geworden ist. Die Art, in der Luther übersetzt hat, hat er selbst oft beschrieben. Er hat mit den Menschen der verschiedenen Berufe in seinem Volk geredet und sich von ihnen die passenden Ausdrücke sagen lassen. Er hat aber auch den Mut gehabt, frei, dem Sinn nach zu übertragen; und er war doch stark genug, in der Uebersetzung treu zu sein. So genial ist diese Uebersetzung der Bibel, daß oft mit einem sicheren Schlag Dunkelheiten klar werden und verwickelte Fragen sich lösen. So tief ist diese Uebersetzung, daß klassisch geprägte Sprüche von unerhörter Kraft und Würde geschaffen wurden, die Geschlechtern über Geschlechtern unserer Vorfahren im Leben und im Sterben, im Leiden und in den Freuden Trost, Kraft und Erhebung gebracht haben. So volkstümlich ist diese Uebersetzung, daß die Bibel das große Volks- Und Schulbuch der Deutschen geworden ist, dessen Anschauungen und Gedanken den tiefsten Einfluß auf den deutschen Geist ausgeübt Haden, mag er sich beim Staatsmann oder beim Arbeiter, beim Denker oder beim Handwerker, auf der Kanzel oder auf ber Straße, in der Amtsstube ober in der Schule äußern. Luthers Bibel liest sich wie ein echt deutsches Buch, kraftvoll und innig, stark und zart, tiefsinnig und lebensnah. Dem Geist und dem Wort der Bibel hat Luther zu unauflöslicher Ehe deutsches Herz und deutsche Form verbunden. Man kann die Bedeutung der lutherischen Bibelübersetzung für die Geschichte der deutschen Kultur und der evangelischen Kirche kaum überschätzen. Sie war eine Tat, die den deutschen Menschen erzogen und geformt hat, wie nichts anderes. Sie stammt von einem Christen, der Volks- mann war, und ihre Worte und ihr Geist haben zcugerisch Sprache und Geist unseres Volkes aufs tiefste beeinflußt. Was aus dem Volk stammt, ist im Volke fruchtbar geworden. Und zwar in großer Mannigfaltigkeit, in Dichtung und Philosophie, in Staatsanschauung und Lebensstil. Mit der einheitlich geprägten Uebersetzung der Bibel hat Luther seiner Kirche das als Einheit empfundene heilige Buch in die Hand gegeben, das der Schatz dieser Kirche geworden ist. Und „wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz!" Luther selbst hat zeitlebens seine Theologie aus den Büchern der Bibel in produktiver Auslegung derselben gezogen. Je älter er wurde, desto stärker wurde der aus der frühesten Jugend stammende Zug in feiner Theologie, der ihn in der Bibel allein Gottes positive Autorität und den von Gott gewollten Niederschlag der göttlichen Offenbarung finden ließ. Er stand habet der Btbel in gelehrten Einzelfragen frei gegenüber; aber das Ganze blieb für ihn Gotteswort, sofern er Christus und seine Lehre von der Rechtfertigung in der Bibel fand. So ist auch der evangelischen Kirche die Bibel das Lebensbuch geworden, das die fr, che Quelle für ihre Frömmigkeit und für ihre Theologie gebhc fcen ist. Luther hat das Problem der Uebersetzung vraktüch gelöst Es gibt keine Uebersetzung der Bibel die^ besser wäre als diese. Auch heute kann Luthers Uebersetzung wohl im Einzelnen verbessert werden; aber sie darf nicht in ihrem Charakter verändert werden. Auch was Luther über die Aufgabe des Ueberfetzens gesagt hat, ist nicht überholt. Er meint, man müsse selbst das werden^was der ist, den man übersetzt. Mit dem ganzen Wesen müsse man sich dem Fremden anpassen, wenn man das fremde Leben in der Sprache des eigenen Lebens ausdrücken will. So ist Luthers Bibelübersetzung das größte Beispiel für die Uebertragung des einer anderen 215elt entstammenden christlichen Geistes in die Gedanken- und Gefühlswelt,des eigenen Volkes. Nicht einzelne Elemente in Luthers Frömmigkeit sind deutsch; aber d i e Formung und Gestaltung des Ganzen ist deutsch. Mögen die Einzelstücke wo immer Herkommen, an der deutschen Formung des Ganzen wird dadurch nichts geändert. Es ist wie mit den großen Bildern Dürers oder Rembrandts: Sie bringen Stoffe aus der fernen orientalischen Welt, aber d i e Seele und die Form, in der diese fremde Welt ausgedrückt wird, i st deutsch. Im Ganzen, nicht im Einzelnen, findet man das Deutsche. Das gilt auch von der deutschen Bibel die Luther als lebendiges Erbe feinem Volk geschenkt hat Möchte das Volk sich die Kraft zur Bibel und damit zum Deutschtum erhalten! Das Wort sie sollen lassen stahn! den besten Willen hat, der treueste Sohn Deutschlands zu sein. Kirchenpolitische Aussprache beim Führer. Die Bischöfe MarahrensMeiser und Wurm vom Führer empfangen. Berlin, 30.Oki. (DJIB.) Der Führer und Reichskanzler hat am Dienstag in Gegenwart des Reichsmini st ers des Innern die Landesbischöfe TNarahrens (Hannover), TR eifer (Bayern) und Wurm (Württemberg) zu einer Aussprache über kirchen- politische Fragen empfangen. Ministerialdirektor Läger scheidet aus allen Aem»ern. Berlin, 30. Ott (OJIB.) ffiinifferialbiteffor Jäger hat sein Amt als Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche im vollen Einvernehmen mit dem Reichsbischof niedergelegt. Wie der Amtliche Preußische "Pressedienst ferner mitteiN, ist Ministerialdirektor Jäger auf feinen Wunsch aus feinem A m t als preußischer TNinisterialdirektor und Leiter der geistlichen Abteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung ausgefchleden. Die Beisetzung Walter Hellvoigts. Dr. Goebbels am offenen Grabe. Berlin, 31. DEL (DNB.) Ehrenstandartenführer der Standarte „horst Wessel" Walter h e l l v o i g t, wurde am Dienstagnachmittag zur letzten Ruhe gebettet. Vertreter aller Gliederungen der Partei und je eine Ehrenabordnung der SS.-Leibstandarte Adolf Hitler, der Reichswehr und des Feldpolizei- korps gaben dem unermüdlichen Kämpfer das letzte Geleit.'Auf dem städtischen Luisen-Friedhof steht in der Kapelle der Sarg aufgebahrt. Zu seinen Fußen liegt der letzte Gruß seines Führers, ein großer Lorbeerkranz mit der Schleifeninschrift: „Dem toten Kameraden — Adolf Hitler." Am offenen Grabe hielt der Gauleiter von Berlin Reichsminister Dr. Goebbels eine ergreifende Gedenkrede. Er führte u. a. aus: Man sagt, daß diese Zeit arm geworden sei an Wundern, und doch begegnen wir dem Wunder auf Schritt und Tritt. Wir brauchen nur die Augen aufzumachen, um sie zu sehen. Denn ist es nicht ein Wunder, daß einer aufsteht im Volke und sein ganzes Leben weiht dem Dienste am Lande und an Der Ration? Alle müßte man an dieses offene Grab rufen, alle die Hunderte, die über die Grenze gingen, um vor der Welt ihr eigenes Leben mit Füßen zu treten, alle die Tausende müßte man rufen, denen die kleinen Sorgen des Alltags zu viel und zu groß werden, und die allzuleicht vergessen haben, was hinter uns liegt, und was an Grauenvollem wir durchmachen mußten, um zu dem zu kommen, wo wir jetzt sind. Solange unser Volk Menschen findet, die sich für uns und die geeinte Nation hinzugeben bereit sind, solange werden die Trägen und Faulen und Opferunlustigen nicht über die Revolution des jungen Deutschland triumphieren können. . Damit ist auch der Abschied an diesem offenen Grabe kein Abschied aus Nimmerwiedersehen. Es ist eine Kameradschaft, die über die Gräber hinaus geschlossen wird. Deshalb erfüllt nicht nur Trauer, sondern auch Stolz unsere Herzen. Stolz, daß es einer der unseren war, den wir hier ins Grab legen. Wofür du starbst, dafür wollen wir leben. Wir wollen in den Alltag hineingehen und mag er noch so grau sein. Wir werden ihn meistern im Geiste der Toten für das Leben der Lebenden, für unser Leben und für das Leben derer, die nach uns kommen werden. Obergruppenführer von Berlin - Brandenburg von Jagow ehrte dann den Toten im Namen der SA. Walter hellvoigt, der Führer hat mich beauftragt, dir den letzten Gruß des Obersten SA- Führers Adolf Hitler aufs Grab zu legen. Wir von der SA. danken dir, Walter hellvoigt, mit unserem Führer an der Spitze. Wir geloben an Ein Lahr italienische Außenpolitik. Abrüstungsfrage und Oonauproblem. ein Rückblick Sudichs. Rom, 30. Ott. (DNB.) In der Sonderausgabe des „Popolo d'Jtalia" zur Zwolfjahrfeier des Faschismus gibt der Staatssekretär des Auswärtigen, (5uv ich, einen Rückblick auf die Internationale Politik während des abaelaufenen Jahres. Zur Frage Abrüstung und Gleichberechtigung heißt es: Es liege kein Anlaß vor, hier zu untersuchen ob der Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund richtig war. Tatsache sei, daß damals Gelegenheit gewesen wäre, Deutschland die praktische Gleichberechtigung zu erteilen und es damit von seinem Schritt abzuhal - ten Auf dieser Tatsache habe die italienische Denkschrift vom 17. Februar 1934 gefußt, indem sie für Deutschland die geforderten Mindestrüstun- q e n vorsah und für die anderen Staaten eine B e - schränkungaufdenjetzigenStand. Aber diese Denkschrift sei aus verschiedenen Gründen nicht durchgedrungen. In England habe die Abrüstungsidee so tiefe Wurzeln in der öffentlichen Meinung geschlagen, daß keine Regierung dem Volke eine Abmachung vorfetzen konnte, die den status quo sanktionierte und dazu noch eine Aufrüstung Deutschlands vorsah. Die französische öffentliche Meinung hingegen hätte jede Regierung hinweggefegt, die die deutsche Aufrüstung mit einer Verminderung der französischen Rüstungen in Zusammenhang gebracht hätte. Neue Möglichkeiten hätten sich nach dem Schei- beinem Grabe, du sollst uns Vorbild sein in Vater- landstreue, Erfüllung und Opfersinn. Der Trierer Philologentag. Trier, 30.DEL (DNB.) Nach der Eröffnung der 58. Generalversammlung der deutschen Philologen und Schulmänner durch den Reichsleiter des NSLB., Staatsminister Sch em m, begannen am Montag die Ar b e i t s s i tz u n g e n verschiedener Fachgruppen und Sonderabteilungen, vor denen Wissenschaftler die Ergebnisse ihrer letzten Forschungen darlegten. Am Montagmorgen tagten die Sonderabtei- lungen für Rheinlandsragen (Land und Geschichte) für Fragen der NationalEulturen sowie die Fachgruppen Philosophie und Erziehung, Sprachgeschichte, Altertumswissenschaft, Philologie, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Erdkunde, während am Nachmittag eine allgemeine Sitzung a l s Vollversammlung in der Stadthalle abgehalten wurde. Professor Naumann, der Rektor der Universität Bonn sprach über die ger m a nische Haltung zur Welt. Er begrüßte die germanische Renaissance unserer Tage und wies auf die Wesensmerkmale der Weltanschauung unserer Vorfahren hin, die eine h e ld i s ch - v ö l k is ch e war und in der der Führergedanke wie Gem e in- s ch a s t s i d e e die Angelpunkte jeglicher Geistesund Lebenshaltung bildeten. Das heilige Vermächtnis der Ahnherren unserer Rasse werde niemals vergehen, weil der germanische Geist unsterblich sei. — Prof. Gamillscheg (Berlin) verbreitete sich über >das Germanentum in den romanischen Völkern, denen unsere Vorfahren neues Blut und neue Kraft zuführten und in denen das Germanentum rassenmäßig nie unterging. — Pros. Spahn (Köln) schilderte den machtpolitischen Kamps um ein Kerngebiet des westdeutschen Raumes, um die Eifel und Ardennen, von der Frankenzeit her bis zur Neuzeit. Der Raum zwischen Maas, Mosel und Rhein war stets hart umstritten von Westen her, zähe behauptet von dem bodenständigen Adel und der Bevölkerung. Besondere Bedeutung kommt auch den Vorträgen der Trierer Philologentagung zu, die sich mit den G r e n z l a n d f r a g e n des deutschen Westens beschäftigen. Aus der Reihe der Referate vom Montag ist zunächst zu erwähnen, das Referat von Dr. Joseph N i e s s e n (Bonn) über die Grundzüge der politischen Entwickelung an Mosel und Saar zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. Privatdozent Dr. S ch m i 11 - H u e s e n (Bonn) sprach über „Die Gliederung der Naturlandschaft im Trier- Luxemburger Raum". Dr. Petri, ein deutscher Privatgelehrter aus Brüssel-Ukkes, behandelte die lern der Abrüstungskonferenz erst wieder durch den sog. Ostpaktplan ergeben. Gewiß habe die italienische Regierung niemals allzugroße Sympathie für so umfangreiche Systeme von Pakten und Gegenpakten gehabt. Aber in diesem besonderen Falle glaubte sie, ihre Zustimmung zum Ostpakt nicht versagen zu können, teils weil die in London vorgenommenen Aenderungen ihm Den epa- rafter einer Einkreisung Deutschlands nahmen, hauptsächlich aber, weil er in Der tfrage der Gleichberechtigung einen Schritt vor- märte bedeutet und damit eine 3 u t u n f 11 g e Abrüstung erleichtern würde. Italien sei m der Frage der Abrüstung immer bereit, die Brücke über den tiefen Abgrund, der Frankreich und Deutschland trenne, mitschlagen zu helfen. Zur D'onausrage wird u. a. ausgeführt, die österreichische Unabhängigkeit je ein wesentlicher Faktor des Friedens und des Gleichgewichts in Europa. Nur wegen dieses Friedens und Gleichgewichts stehe Italien in erster Linie bei der Verteidigung der österreichischen Unabhängigkeit. Suvich zitiert die Rede Mussolinis in Mailand: „Diejenigen, die behaupten, daß Italien in jener Republik aggressive Ziele verfolge oder eine Art Protektorat über sie ausüben möchte, sind entweder nicht auf dem laufenden, oder sie lügen bewußt". Italien handele Oesterreich gegen- über in allen seinen politischen Aeußerungen nur im Interesse des europäischen Friedens. Bildung der westlichen Sprachgrenze im Spiegel der Ortsnamen und der Bodenfunde. Er wies nach, daß die germanischen Namensspuren über die heutige Sprachgrenze hinaus bis tief nach Frankreich hinein verfolgt werden können und die Sprachgrenze kein versteinertes Ueberbleibfel aus der Völkerwanderung fei, sondern eine kulturelle Gleichgewichtslinie darstelle. Pros. Metz (Innsbruck), der seinerzeit I von der Dollfuß-Regierung ausgewiesen wurde, betonte, daß das Saargebiet geographisch zum Oberrheingebiet gehöre und keine Sprachgrenze zwischen Saar und Lothringen bestehe. Professor Tucker- mann legte die Grundlinien in der Entwicklung der oberrheinischen Landschaft dar. Dr. M e y n e n (Köln) erklärte, der Begriff Deutschland sei nicht bloß ein durch die Sprache erfaßbarer hörbarer, sondern auch ein sichtbarer Befund. Deutschland sei Volkskulturboden und zugleich länderkundlicher Begriff. Darüber hinaus aber sei Deutschland auch ein geographischer Begriff. Die Einheit fei zutiefst im Bewußtsein des deutschen Volkes verwurzelt und lebe in Wort und „Mutterland" fort. Straßburger Rundfunkmärchen. Der Straßburger Rundfunksender verbreitete am Dienstagabend das Märchen, das Luftschiff „Graf Zeppelin" fei über Spanien abgeschossen worden. Diese Meldung ist selbstverständlich frei erfunden. Das Luftschiff hat feine letzte Standortsmeldung um 16 Uhr MEZ. gegeben; es befand sich zu dieser Zeit bereits kurz vor der fübamerifani« scheu Küste. Die Landung in Pernambuco ist für 20 Uhr MEZ. zu erwarten. Keine Warenempfehlungen durch (SA.-Dienststellen. Berlin, 31. Ott. (DNB.) Die ° b - rst - S A.- Führung teilt mit: Der obersten SA.-Führung werden immer wieder von Privatfirmen Gutachten von SA.- Dienststellen über irgendwelche Verbesserungen und Erfindungen vorgelegt. Der Chef des Stabes der SA. weist in einer neuerlichen Verfügung darauf hin, daß es allen Dienststellen der SA. grundsätzlich untersagt ist, Empfehlungen von Waren auszustellen; auch die Abgabe eines Gutachtens ist in den meisten Fällen einer Empfehlung gleichzustellen. Werden einer SA.-Dienststelle brauchbare Neuerungen oder Verbesserungen vorgelegt, lo sind dieselben mit Stellungnahme der betreffenden Dienststellen auf dem Dienstwege dem Führungs- amt der ober st en SA. -Führung vorzulegen. Neuerungen und Verbesserungen wird bte oberste SA.-Führung in Verbindung mit der Reichszeugmeisterei den Einheiten der SA. nutzbar machen, nachdem sie durch eingehende Prüfung und Erprobung Die Brauchbarkeit festgestellt hat. Es ist zwecklos, wenn neuerlich immer wieder Firmen bei den gleichen SA.-Dienststellen versuchen, Gutachten herauszulocken. Erfahrungen haben gezeigt, daß mit Empfehlungen oder Gutachten von SA.- Dienststellen durch die betreffenden Firmen oft eine sinnwidrige Reklame getrieben worden ist. Bei dieser Gelegenheit wird auf die kürzlich er- gangene Anordnung d e s Stellv ertre- ter s des Führers hingewiesen, wonach jede geschäftliche Betätigung dem Wesen und der Zielsetzung der Partei und ihrer Gliederungen als weltanschaulichen Kampfgemeinschaft wider, spricht und deshalb eine Werbung für Einzel, firmen durch Parteidienststellen untersagt ist Die Aufruhrvorlage im englischen Unterhaus. London, 30. Ott. (DNB.) Beide Häuser des englischen Parlaments traten nach den Sommerferien wieder zusammen. Von der Regierung wurden zunächst zahlreiche kleine Anfragen beantwortet. Am Abend fanden sich in den Wandelgängen des Unterhauses etwa 150 Mitglieder des Verbandes für den Schutz der Gewerbefrei, h e i t ein, größtenteils Frauen, die die Abgeordneten ihrer Wahlkreise herausbitten liehen, um Vorstellungen wegen des Gesetzentwurfes zur Verhinderung aufrührerischer Propa- ganda unter der bewaffneten M a ch t zu machen. Nach einigen Stunden leerten sich die Wandelgänge wieder. In der Unterhausaussprache erklärte das Mitglied der Unabhängigen Arbeiterpartei M a x t o n , nach dem Wortlaut dieses neuen Gesetzes müssen beispielsweise die Enthüllungen Lloyd Georges über Passchendaele, wenn sie einem jungen Soldaten in die Hand fielen, zweifellos als A u f r e i z u na zur P f l i ch i- Verletzung behandelt werden. Verschiedene Abänderungsanträge der Opposition wurden von der großen konservativen Unterhausmehrhelt zu Fall gebracht, jedoch machte der Generalstaatsanwalt das Zugeständnis, sich mit der Bestimmung einverstanden zu erklären, daß nur ein Richter des Obersten Gerichtshofes die Vollmacht für eine Haussuchung geben darf. Der Gesetzentwurf hatte vorgesehen, daß die Unterschrift von zwei Polizeirichtern für einen Durchsuchungsbefehl genügt. Die ResormdebaNe in Frankreich. Paris, 31. DEL (DNB.-Funkspruch.) Minister- Präsident Doumergue hatte am Dienstag eine Unterredung mit dem Präsidenten der Republik Lebrun über die Vorarbeiten zur Staatsreform. Amtliche Verlautbaruntzen sind nicht beEannt geworden. Man glaubt jedoch, daß das Mitbestimmungsrecht des Präsidenten des Senats bei der Auflösung der Kammer nicht völlig beseitigt werden soll. Im er st en Jahre nach den Kammerwahlen soll das Recht des Senatspräsidenten, seine Zustimmung zur Auflösung der Kammer zu geben oder zu verweigern, weiter bestehen. Ist seit den Kammerneuwahlen ein Jahr verstrichen, so soll das Recht des Senatspräsidenten ruhen und ausschließlich vom Präsidenten der Republik im Einvernehmen mit dem Ministerpräsidenten ausgeübt werden können, die die erforderlichen Verordnungen gegenzuzeichnen hätten, ohne gezwungen zu sein, den Senat zu befragen oder eine etwa ablehnende Haltung des Senats zu berücksichtigen. Da es an abschließenden Angaben über die einzelnen Punkte und Absichten der Verfassungsreform fehlt — was wohl auch darauf zurückzuführen ist, daß die Vergleichsverhandlungen innerhalb der Regierung und mit den Parteien noch im Fluß sind — tauchen natürlich die seltsamsten Gerüchte auf. So will z. B. „Oeuvre" wissen, daß Doumergue falls Herriot und die übrigen fünf rabital- sozialistischen Minister wegen Uneinigte'ü in der Frage der Staatsreform aus dem Kabinett austreten, sofort sechs neue Minister benennen und mit feiner neuen Regierung am Dienstag vor den Senat treten werde, um von ihm die Zustimmung zur Auflösung der Kammer zu erlangen. Luther und seine Bibel. Bon Heinrich von Treitschke. Am 7. November 1883 hielt Treitschke in Darmstadt zur Feier des 400. Geburtstages von Martin Luther einen Vortrag über das Thema „Luther und die deutsche Nation"; wir geben daraus einige Abschnitte wieder, die uns heute, am Reformationsfest und Bibeltag, besonders bedeutsam erscheinen. Wie die Einheit des deutschen Staates erst möglich ward, seit die letzten Staatsgebilde der römischen Kirche von unserem Boden verschwanden, so verdanken wir auch den Kämpfen der Reformation das köstliche geistige Band, das uns in den Tagen deutscher Zerrissenheit lange fast allein zusammenhielt, unsere neue Sprache. Was selbst dem Zauber unserer ritterlichen Dichtung nicht gelungen war, den deutschen Norden unter die Herrschaft der hochdeutschen Sprache zu beugen, das gelang erst, als die schöne Lieblingsstätte des Minnesanges, die Wartburg, zum zweiten Male unserem Volke teuer ward und von dort die ersten Bücher der deutschen Bibel ausgingen — die Heilige Schrift, übertragen mit strenger Treue durch einen wahlverwandten religiösen Genius und doch so ganz verdeutscht, so ganz beseelt von dem Hauche deutschen Gemütes, daß wir uns heute das Bibelwort in anderer Raffung kaum noch denken können. Gleich den Italienern empfingen wir unsere Schriftsprache mit einem Male durch die Tat eines Mannes. Es liegt aber im Wesen des Genius, das Notwendige, das einfach Natürliche zu wollen. Wie Dante nicht willkürlich neuerte, sondern nur die Volkssprache feiner toskanischen Heimat adelte und durchgeistigte, jo hegte auch Cutter nur schlicht und recht die Absicht, von seinem ganzen Volke verstanden zu werden, damit Gott deutsch zu den Deutschen rede. Er benutzte daher das gemeinverständliche Mitteldeutsch, das schon überall, wo Ober« und Niederdeutsche unter einem Herrscher zusammensahen, in dem Staate des deutschen Ordens, in den Kanzleien der lützelburgischen Kaiser und der sächsischen Kurfürsten von der Obrigkeit geredet wurde. Also wirkten gebend und empfangend alle Stämme der Nation zu den Taten der Reformation zusammen. Im Norden fand der Protestantismus feinen festen politischen Rückhalt; die mächtige Sprache aber, welche fortan das evangelische Deutsch-1 land geistig beherrschte, kam aus dem Oberlanöe, aus jenen Gauen Süd- und Mitteldeutschlands, die zu allen Zeiten das warme Nest unserer Dichtung und also auch der Sprachbildung geblieben sind. Und dies Hochdeutsch war die Sprache von Luthers Heimat; seine Laute klangen ihm vertraut von Kindesbeinen an; so hatte er schon das Volk in den Mansfelder Bergwerken, feines lieben Vaters Schlegelgesellen, reden hören. Sprachgewaltig, wie seitdem nur einer noch, Goethe, ward er der volkstümlichste aller unserer Schriftsteller. In 'seinen Schriften vereinigt sich, was sonst unvereinbar scheint, der Tiefsinn, die gedrängte Gedankenfülle des Buches und die fortreißende Macht, der sprudelnde Wörterreichtum der Rede, so daß der Leser immer die herzbewegende Stimme des Predigers zu hören meint; dem Einfältigen geben sie genug, und der Denkende findet des Nachsinnens kein Ende. In Kämpfen geboren, kann diese Sprache des Freimuts und der Wahrhaftigkeit bis zum heutigen Tage die Zeichen ihres Ursprungs nicht verleugnen. Gewaltig vermag sie zu zürnen, übermütig zu spielen in toller Laune, zu den Höhen des Gedankens steigt sie kühn empor, für jedes holde Geheimnis des Herzens findet sie ein liebliches Wort; doch wer sie zwingen will, ihre Meinung zu bemänteln ober tückisch unterm Zaum hervor zu beißen ober gar den überbildeten Geschmack durch das Pikante und Scharmante zu reizen, dem schenkt sie wenig, den läßt sie betteln gehen an den Tischen der Fremden. Mehr denn hundert Jahre hat es noch gewährt, bis dies neue Deutsch, das in der Predigt und dem ©emeinbegefange der evangelischen Kirche kräftig erklang, zum Gemeingut unseres Volkes wurde, bis auch die Wissenschaft volkstümlich und weltlich ward und das Wort sich ganz erfüllte, das Ulrich von Hutten schon in den ersten Tagen überschwenglicher Hoffnung zuversichtlich in die Welt hinausge- rujen hatte: „Sonst waren nur die Pfaffen gelehrt, jetzt hat uns Gott auch Kunst beschert, daß wir die Bucher auch verstahn". Um die Mitte des 16. Jahrhunderts kam über den lutherischen Zweig des deutschen Protestantismus eine lange Zeit unheilvoller Erstarrung, da fast allein die weihevollen Klänge des evangelischen Kirchenliedes noch Kunde gaben von dem ursprünglichen Geiste der Reformation und in der neuen wie in der alten Kirche herrschsüchtige Theologen der weltlichen Wissenschaft Richtung und Grenze vorfchrieben. Nur der Heldenmut seiner tatkräftigeren Schwesterkirche, nur der Kampf der Calvinisten Niederlands wider die spanische Krone, bewahrte damals das verkommene Luthertum vor dem sicheren Untergänge. Erst der Jammer des Dreißigjährigen Krieges brachte auch uns die Selbstbesinnung. Die Pietisten von Halle erweckten unserem Volke wieder den lebendigen evangelischen Geist, den Geist der brüderlichen Liebe, der das Evangelium leben wollte und über dem öden Buchstabengezänk der letzten Jahrzehnte ganz vergessen schien; P u f e n d o r f vertrieb die Theologen aus den politischen Wissenschaften, Thoma- s i u s wagte zuerst auf deutschem Lehrstuhl deutsch zu reden; und auf dem also bereiteten Boden erhob sich sodann unsere neue Wissenschaft und Dichtung, ganz frei von konfessioneller Härte, weltlich von Grund aus, weit kühner in ihren Gedanken, als Luther selbst jeweils gebilligt hätte und dennoch protestantisch. Der Protestantismus entstammt einem derben männischen Jahrhundert, das nach den Frauen wenig fragte, und die nüchternen Formen seines Kultus vermögen der frommen Sehnsucht des weiblichen Herzens nicht immer zu genügen. Und doch hat Luther die deutschen Frauen höher erhoben, als sie je vordem gestanden hatten in den Zeiten, da noch die gnadenreiche Mutter Gottes angerufen ward; er hat den Wirkungskreis des Weibes, das Haus wieder zu Ehren gebracht vor Gott und Menschen. Schwer mußte er kämpfen, ehe er sich das Herz faßte, um die Hand seiner Käthe zu werben; was zuletzt den Ausschlag gab, war doch nicht bloß die Sehnsucht nach häuslichem Glück, sondern das Gefühl einer heiligen Pflicht. Wie oft hat er den Klosterleuten zugerufen: „Wer hat dich etwas geloben und schwören heißen, was wider Gott und seine Ordnung ist, nämlich daß du schwörst, du seiest kein Mann und kein Weib?" War er berechtigt also zu fragen, war die Ehe wirklich ein heiliger Stand, Gott wohlgefälliger als die Gelübde der Beschore- nen, dann mußte er selber mit seinem Leib und Leben Zeugnis ablegen für feine Lehre. Er wußte, welch eine Schlammflut ekler Verdächtigungen sich nun heranwälzen muhte gegen ihn, dessen makel- loser Name bisher einer großen Sache zum Schilde gedient und allen Pfeilen der Verleumdung widerstanden hatte. Freiwillig nahm er dies Kreuz auf sich; denn überzeugender, siegreicher konnte sich die sittliche Macht der evangelischen Freiheit nicht erweisen, als wenn die Ehe des entlaufenen Mönchs und der entlaufenen Nonne zum Vorbild wurde für Taufende frommer Menschen. Und sie ward es. Dies Haus lebt in unser aller Herzen. Wir denken seiner, wenn am Weihnachtsabend vor dem Tannenbaume die hellen Stimmen unserer Kinder die frohe Botschaft fingen: „Vom Himmel hoch da komm ich her"; wir sehen ihn vor Augen, den alten Doktor, wie er, ein Gewissensrat seiner lieben Deutschen, allen den Zweifelnden und Beladenen, die von nah und fern zu ihm eilen, Lehre, Trost und Hilfe spendet und immer mit seinem freien Gemüt Partei nimmt für das Recht des Herzens, für die Stimme der Natur, für die Billigkeit und die Liebe; wir hören fein herzliches Lachen, wenn er den zagenden Melanchthon mit kräftigem Zuspruch aufrichtet ober in neidloser Freundschaft die Größe seines kleinen Griechen preist; wir freuen uns seiner goldenen Laune, wenn er abends um seinen gastlichen Tisch den Becher kreisen läßt und die deutscheste der Künste, Frau Musika, zu den fröhlichen Zechern ladet: „Hie kann nicht fein ein böser Mut, wo da fingen Gesellen gut"; wir klagen mit ihm, wenn er, überwältigt vom menschlichen Schmerze, an der Bahre seines Lenchens weint. So war das erste evangelische Pfarrhaus; und wie viele Tränen sind seitdem von den Frauen unserer Landpfarrer getrocknet, wie viele gute und hochbegabte Männer in diesen friedlichen Heimstätten einer gelehrten und doch der Natur nicht entfremdeten Bildung erzogen worden. Kunst und Wissenschaft. Slrauß-Auslauschkonzerl loHo-Bedln. Die Kaiserliche Musikakademie in Tokio veranstaltete in Verbindung mit der Reichsrundfunkgesell- schäft aus Anlaß des 7 0. Geburtstages von Dr. Richard Strauß ein Austauschkonzert mit Werken dieses großen Meisters. Der deutsche Kurzwellensender übernahm die japanische Veranstaltung und sendete von der Berliner Philharmonie aus den deutschen Konzertteil nach Tokio. Der Leiter der Kaiserlich japanischen Musikakademie gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß es dem japflj nischen Volk vergönnt sei, die edle deutsche Mus» auf drahtlosem Wege zu hören. Es folgte eine am Wachsplatten aufgenommene Ansprache des feierten Generalmusikdirektors Dr. Richard Straub» der dem japanischen Orchester und seinem DirigeN' ten für die musikalische Ehrung dankte. Eckeners Pläne für-enWelilustschiffdienst in t» fr. zu- irbe st et ।n ib t do: beseh * g ei? •put efoi nt f oeski» noü S bt* {kn ’m- lich sei, müsse allerdings von der Regierung der Vereinigten Staaten, die das Heliummonopol besäße, zur Verfügung gestellt werden. Eckener belegte zahlenmäßig, daß der Zeppelindienst zwischen Deutschland und Südamerika einträglich ist. ißr M nist'' ng ® onh' net :■ kurzer Zeit seine Fahrt fortsetzen konnte. Da der Lokomotivführer beim Löschen des Brandes leichte Brandwunden an den Händen davongetragen hatte, übe rn ahm König Boris persönlich die weitere Führung des Zuges bis Warna. tu Schon ist ein Teil der Brautausstattung der Prinzessin Mariner von Griechenland bestellt, die Demnächst durch ihre Heirat den englischen Prinzen Georg glücklich machen soll. Und da jubelt Paris —: denn vor allem ein weltbe- kanntes Modehaus der „Lichtstadt" hat große Aufträge erhalten und arbeitet an manchem Märchenzauber, der dieser Ausstattung einverleibt werden soll. Dazu gehören die verschiedensten Kostüme und sog. Laufkleider. Sie sind in blauen, roten und gelben Farben gehalten. Gerade diese Abteilung der Ausstattung wird besonders reichhaltig sein, da die Prinzessin, eine leidenschaftliche Spaziergängerin, überhaupt das schlichte Kleid bevorzugt. Die verschiedensten Abendtoiletten sind dabei na- türlich nicht vernachlässigt —: hier erregt vor allem ein Silberlamä-Stoff und ein sehr feines rosa Seidenmousseline das Entzücken der gesamten Damenwelt, soweit ihr diese Wunderwerke zugänglich gemacht werden. Und das Brautkleid? Natürlich ein Märchen ... Aber mehr wird auch nicht verraten. Noch zerbrechen sich die Modistinnen den Kopf über die bt mei mut rrtel be= Gib rei, eorb. ui ler. pa. ach! ) dir rach! eiter, teuer un- baele, Hani ich!. ! Atz. i bet nmali inoer it)t Un in« hem bxe yxen ü be- \ bei ? ein- •form i ift, ber N er all' ynck' Eröffnung hatte der italienische Generalkonsul in Innsbruck Einladungen an alle Mitglieder der italienischen Kolonie in Innsbruck, auch an die hier lebenden deutschen Südtiroler ergehen lassen, wobei betont wurde, daß das Erscheinen Pflicht sei. Am Festakt in der neuen italienischen Schule, die sich in einem Hause an der „Straße der Sudetendeutschen" befindet, nahmen die italienischen Schulkinder mit ihren nationalen Fahnen, sowie Mitglieder der Kolonie teil. Die Vrauiausstawilg der Prinzessin Marina Paris hat eine unpolitische Sensation. W a s h i n g t o n , 31. DFL (DNB.) Der japanische Botschafter Saito äußerte sich nach seiner Rück- kehr von einem längeren Aufenthalt in Japan vor der Presse über die Flottenbesprechungen. Japan verlange aus nationalen Prestigegrün- den Gleichheit der Verteidigung zur See. Den Standpunkt, daß Japan zur Verteidigung seiner eigenen Küsten weniger Schiffe benötige als Amerika, das zwei Küsten, im Stillen Dzean und im Atlantischen Dzean, zu verteidigen habe, ließ Saito nicht gelten. Das Volks empfinden in Japan würde es nicht länger dulden, daß d i e Vereinigten Staaten Japan vorschrieben, wie viele Schiffe es besitzen dürfe, oder daß Amerika „in eleganter Rolls-Royce-Limousine fahre, Japan aber einen billigen Ford- wagen anweise". Daran aber brauche die Londoner Konferenz nicht zu scheitern, denn Japan sei durchaus bereit, sich mit einer allmählich fortschreitenden Rüstungsgleichheit *— friedenzugeben, und zwar könne das im Wege der Abrüstung geschehen, indem Japan dann für 1OOOO Tonnen an Kriegsschiffen, die Amerika ab- rüste, 6000 Tonnen japanischer Kriegsschiffe ab- wracken werde. Japan sei ferner für die Abschaffung von Linienschiffen. Sollte Amerika aber hierauf nicht eingehen, so könne man sich darauf einigen, daß Japan in einer bestimmten Frist über die gleiche Gesamttonnage verfüge wie Amerika. Heute, da die Luftwaffe so weit entwickelt sei, könne man Amerikas Verzicht auf eine Befestigung von Guam und Samoa nicht mehr als eine Gegenleistung für einen japanischen Verzicht ouf die' jedem souveränen Staat zustehende Ru- ftungsgleichheit hinnehmen. Dr. Eckener, der, wie gemeldet, in Washington ausführlich vor dem Luftfahrtausschuß über den Stand des Luftschiffbetriebes sprach, erläuterte auch seine Pläne für bie Zukunft. Er machte dabei die Zusicherung, daß er im Sommer 1935 mit dem neuen Zeppelin-Luftschiff „LZ 129" Der- suchsfahrten zwischen Friedrichshafen und Nordamerika unternehmen wolle. Er stelle das neue Luftschiff auch für zehntägige Rundfahrten in Amerika zur Verfügung. Im Herbst 1935 würde „LZ 12 9" in den Südatlantikdienst eingestellt werden. Der Luftfahrtausschuß versprach, dem Bundeskongreß eine Vorlage zugehen zu lgs- sen, in der von der Regierung Mittel für die Durchführung der Versuchsfahrten des „LZ 129" nach Nordamerika für Vorbereitung eines regelmäßigen nordatlantischen Luftschiff- ö i e n ft e s durch Bau von drei bis vier Zeppelin-Luftschiffen, sowie für die Aus- bilbung ber für biese Luftschiffe benötigten Mannschaften angeforbert werben, falls sich bie zustän- bigen Behörden für die Annahme des Planes Dr. Eckeners entscheiden sollten. Dr. Eckener empfahl dem Luftfahrtausschuß ferner die Einrichtung eines die Welt umspannenden Luftschiffdienstes zwischen Deutsch- land, Nordamerika, Südamerika, Holländisch-Jndien und Britisch-Jndien. Ein seetüchtiges Luftschiff, so sagte er, sei bereits vorhanden. Man müsse nur ohne Zögern zugreifen. Das Heliumgas, das für die Verwirklichung dieses großen Planes erforderen u-- m eil'1 net f I Q5 9t für b* thon^ n?iW? Grick n, , Ack I k,» )ie N W6 rtW* anp Iben tuet sen r * Art des Stoffes und über die Form der Schleppe; das Modell an sich stellt dabei schon fest. Daneben wird bekannt, daß sich die Prinzessin unter viel anderem Wunderwerk auch einen Leoporden- mantel bestellt hat, wie er gegenwärtig hochmodern ist. Die Bevorzugung der französischen Hauptstadt bezüglich dieser prinzeßlichen Brautausstattung läßt natürlich die englischen Modehäuser nicht schlafen. Und doch ist sie begreiflich, wenn man bedenkt, daß Prinzessin Marina ja eigentlich viel mehr ein Kind von Paris als von Athen ist. Ihr Vater, Prinz Nikolaus von Griechenland, lebt schon seit fünfzehn Jahren mit seiner Familie in Paris, hier hat sich auch Marinas Jugend abgespielt; zehn Jahre teilte sie hier im Westen eine Etagenwohnung mit ihren Eltern, zu der ein riesiges Atelier gehörte — der Vater will viel lieber als Maler denn als Fürst gelten, hat vielfach unter dem Namen Nicolaus L e p r i n c e ausgestellt und auch seiner Tochter einiges von seinem Talent vererbt, dessen Betätigung die Prinzessin jedoch mehr als Zeitver- treib denn als inbrünstig geliebte Kunst ansieht. Für ungekürzte Baumwollausfuhr nach Deutschland. Kairo, 30. Dkt. (DNB.) Die ägyptische Vereinigung der Grundbesitzer fordert in einem offenen Brief an den Finanzminister v e r- mehrten Einkauf von Waren aus Deutschland gegen A u f r e ch t e r h a l t u n g der bisherigen Höhe der Ausfuhr von Baumwolle nach Deutschland. Bereits seit einiger Zeit beschäftigt sich die Deffentlichkeit mit dem Plan eines Warenaustauschabkommens zwischen Deutschland und Aegypten. Ein solches hätte, da die Handelsbilanz zwischen Deutschland und Aegypten bisher für Deutschland stark passiv war, eine vermehrte Einfuhr deutscher Waren nach Aegypten zur Folge. „Hungermärsche" in LlSA. N e u y o r f, 31. Dkt. (DNB. - Funkspruch.) In Albany im Staate Neuyork kam es zwischen Polizei und über 200 Erwerbslosen zu einem schweren Zusammenstoß. Die Arbeitslosen waren auf fünf Lastwagen aus Neuyork eingetroffen, um der Regierung Forderungen für Hilfs- Maßnahmen während.des Winters zu unterbreiten. Auf der Brücke über dem Hudson-Fluß wollten die Arbeitslosen eine Durchsuchung der Wagen verhindern. Sie sprangen ab und versuchten, die Polizeikette zu durchbrechen. Nach heftigem Kampf wurden die Teilnehmer an dem „Hungermarsch" zurück- getrieben. Etwa 20 Verwundete muhten ins Krankenhaus gebracht werden. 45 Personen wurden verhaftet. Bei mehreren Festgenommenen wurden Wclffen gefunden. Auf die Nachricht, daß sich eine weitere Erwerbslosengruppe auf einem „Hungermarsch" aus Buffalo einem anderen Stadtteil nähere, wurde ein größeres Polizeiaufgebot mit Maschinengewehren und Tränengasbomben eingesetzt. In Cleveland (Dhio) versuchten Kommunisten das Rathaus zu stürmen. Der Polizei gelang es, die verhetzte Menge zurückzuschlagen. Der Bürgermeister hat alle kommunistischen Kundgebungen verboten. Feierliche Einweihung einer italienischen Schule in Innsbruck. Aus Anlaß des Jahrestages des faschistischen Marsches auf Rom wurde in Innsbruck die vom italienischen Generalkosulat errichtete i t^a l i e - ni * ' e <5 ule "eierli erö " net. "u der Reue Gprachenverordnung in polen. Sprachenverordnungen waren für nationale Minderheiten meist sehr unerfreulich. Uni so angeneh- mer fällt es auf, daß der polnische Innenminister die bisherigen Bestimmungen merklich ausgelockert hat und jetzt auch denjenigen Personen die Uebernahme eines Abgeordnetenmandates gestattet, die die polnische Sprache nur leidlich beherrschen. In Polen war es bisher so, daß Minder- beitenüertreter zu den Selbstverwaltungskorper- schasten n i ch t z u g e l a s s e n wurden, wenn ihnen bei den Prüfungen Fehler unterliefen, vor Denen selbst die waschechtesten und gebildetsten Polen nicht Ücker sind Künftig werden gerade in den Gemeinde- räten auch die Minderheiten wieder stärker vertreten sein. Das ist besonders erfreulich denn für diese Posten sind nicht immer Vertrauensmänner zu finden, die die Sprachbedin- aungen hundertprozentig erfüllen können. Polen hat das soll und muß anerkannt werden, in die allgemein üblichen Sprachenoerordnungen eine Bresche geschlagen, es hat dem Ausgleich zwischen dem Staatsvolk und den Minderheiten einen beachtlichen Dienst erwiesen. Wir aber dürfen wohl die Milderung der Sprachenoerordnung als ein Zeichen dafür ansehen, daß der bevorstehende Pietz-Prozeß nicht von neuem zum Duell von Gegensätzlichkeiten, Anfeindungen und Mißhelligkeiten wird, daß vielmehr im Geiste der vom Innenminister erlassenen Bestimmungen der Prozeß so geführt und so entschieden wird, daß das Urteil nicht als Hindernis auf dem Wege der deutsch- polnischen Verständigung liegen bleibt. Japans Kampf um Gleichberechtigung. Das Attentat von Marseille. Sndslawien fürchtet Versacken der Untersuchung. Belgrad, 30. DEL (DNB.) Die südslawische Deffentlichkeit verfolgt mit großer Unruhe den Verlauf der Marseiller Untersuchung. Die „Prawda" läßt sich aus Paris berichten, daß das Verfahren in eine Sackgasse geraten sei und in der letzten Zeit überhaupt keine neuen Er - g e b n i | f e gezeitigt habe. Nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge sei anzunehmen, daß die Hauptschuldigen straffrei ausgehen würden und nur die Mitschuldigen, die lediglich als blinde Werkzeuge gedient hätten, ihr Verbrechen büßen müßten. Die „Prawda" zitiert dabei einen Aufsatz des „Jntransigeant", in dem festgestellt wird, daß Frankreich verpflichtet sei, die Untersuchung zu Ende zu führen, wenn es nicht wünsche, die Freundschaft Südslawiens zu verlieren. Die „Prawda" veröffentlicht diesen Satz als Schlagzeile über die ganze erste Seite. Als Hauptschuldige kommen nach Ueberzeugung des Blattes die in Turin verhafteten Führer der südslawischen Terrororganisation Pawelitsch und Kwaternik, sowie die in Wien lebenden Mitarbeiter General S a r k o - titsch und Oberstleutnant Pertschewitsch und Der in Belgien verhaftete Dr. Stephan P e - ritsch in Betracht. Kem Attentat auf König Boris von Bulgarien. ßonDon, 31. Oft. (DNB.-Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter der „Daily Mail" in Sofia berichtete, daß auf den Eisenbahnzug, in dem König Boris von Bulgarien von Sofia nach Warna reifte, ein Bombenanschlag verübt worden sei. Der König sei unverletzt geblieben. Dazu wird amtlich mitgeteilt, daß es sich lediglich um einen geringfügigen B r a n d m der Lokomotive gehandelt habe, dessen Ursache im Heihlau- fen einer Achse zu suchen sei. Die Lokomotive sei in der Nähe der Haltestelle Kessarowo plötzlich in Brand geraten und mußte auf offener Strecke halten. Dem Bahnpersonal, das die Loscharbei- ten unter der persönlichenLeitung Des Königs Durchführte, gelang es indessen, die Ge- o da bereits na Aus aller Welt. Der Führer als pale beim achten Kind. Für das am 15. August d. I. Dem Friseur Wilhelm Klüppel unD seiner Ehefrau in Kassel- Kirchditmold geborene achte Kind, einen Jungen, der am letzten Sonntag getauft wurde, hat nach .einem Schreiben der Präsidialkanzlei Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Ehrenpatenschaft übernommen und gestattet, daß sein Name als Taufpate in das Kirchenbuch eingetragen wird. Der Führer und Reichskanzler ließ dem Ehepaar Klüppel feine herzlichsten Glückwünsche aussprechen. Die Taufe des „Hitlerjungen" fand in Gegenwart der politischen Leiter Der Orts» !;ruppe Kirchditmold statt. Pfarrer Blazejew - k i hob hervor, daß Der Führer die Patenschaft ür Das Kind übernommen habe und erklärte Den Eltern, daß sie sich dadurch in besonderem Maße beglückt, aber auch verpflichtet fühlen müßten. Sie hätten damit Die Aufgabe übernommen, das Kind so zu erziehen, Daß es Dem Führer In seiner Lebenshaltung dereinst Ehre machen und ein deutscher Mann nach dem Herzen des Führers werden wird. NS-Schulungskurses im Roten kreuz. Die Reichsfrauenführerin, Frau Scholtz- Klink, hatte dieser Tage die ersten Vorsitzenden sämtlicher im Reichsfrauenbund zusammengeschlossenen Landes- und Provinzial-Frauenvereine vom Roten Kreuz in Berlin versammelt, um sie als verantwortliche Trägerinnen der Rotkreuzarbeit in einem Schulungskurs in die Kernfragen nationalsozialistischer Wohlfahrtsarbeit einzusühren. Nachdem der stellvertretende Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. H o ch e i s e n, den straffen Zusammenhalt und eine feste Linie als Voraussetzung für die Einheitlichkeit der Rotkreuzarbeit erklärt und der Amtsleiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Dr. Groß, zu dem Thema „Eugenik und Rassenhygiene" gesprochen hatte, prach Die Reichsfrauenführerin eingehend unD mit praktischer Blickrichtung auf Die Rotkreuzarbeit über Sinn, Begriff unD Ziel Des Nationalsozialismus. Es folgten weitere Referate u. a. von SA.-Dber- sichrer Dr. B l o h m e unD ObermeDizinalrat im Reichsministerium Des Innern Dr. Cro Die Im Zusammenhang mit Den Besprechungen über Die geplante Einrichtung eines regelmäßigen Zep- pelin-LuftschiffDienstes zwischen Europa unD den Vereinigten Staaten wird noch bekannt, daß das Marineamt in Washington Dr. Eckener die Benutzung der Flugplätze von Lakehurst und Miami als Stationen für die im nächsten Sommer beginnenden Atlantikflüge des neuen Zeppelin- Luftschiffes LZ 129 gestattet hat. Die Landungskosten seien jedoch zu erstatten. Die in dem klimatisch günstigen Florida gelegene Station Miami würde nur benutzt werden, wenn Die Witterungsverhältnisse eine Landung in Lakehurst unmöglich machen würden. Der Vorsitzende der amerikanischen Schiffahrtsbehörde, Admiral Gone, befürwortet den Bau von G r o ß lu f ts ch i f f e n für Handels- z w e cf e an Stelle des jetzigen Wettbewerbes im Bau von Riesendampfern. Anstatt einen Riesendampfer wie die englische „Queen Mary" zu bauen, dessen Kosten sich in den Vereinigten Staaten etwa um 50 v. H. höher stellen würden als in Europa, könnte man fünf Luftschiffe samt Den Dazu nötigen Landungsplätzen bauen. die Notwendigkeit biologischer Haltung und Lebens- ührung für Das Ziel eines gesunden und starken Volkes barlegten. Der Leiter der Abteilung für Wohlfahrtspflege im Amt für Dolkswohlfahrt, A l t- Haus, sprach über die Aufgaben der national« ozialistischen Wohlfahrtspflege und die Zusammenarbeit mit den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege. Hermann Ganswindt — ein Erfinderschicksal. Hermann Ganswindt hat — wie schon kurz berichtet — für immer die Augen geschlossen. Mit ihm ist einer der besten Pioniere unserer Luftfahrt dahingegangen, ein Mann, den vergangene Generationen für einen Phantasten hielten, den man verlachte und verhöhnte, und für dessen Erfindungen niemand etwas übrig hatte. Und doch war er ein tüchtiger Mann seines Fachs, dessen Fähigkeiten jedoch gerade diejenigen nicht zu schätzen wußten, die berufen waren, für bahnbrechende Erfindungen Interesse zu zeigen und Geldmittel flüssig zu machen. Enttäuschungen über Enttäuschungen brachen über Ganswindt herein, der schon als Junge mit einem selb st gefertigten Fahrrad Aufsehen erregte und der dann später seine volle Aufmerksamkeit der Luftfahrt zuwandte. Er brachte das erste brauchbare Flugzeug, ein Schrauben- flugacug heraus, das am 12. Oktober 1901 aufstieg. Aber blind und boshaft war man ihm gegenüber, der sich in gleichem Umfang Feinde schuf, in dem feine Erfindungen Bedeutung gewannen. Schon vor dem Grafen Zeppelin hatte er die Grundgesetze des Luftschiffbaues erkannt. Der Chef des Generalstabes, Graf Alfred von Schliessen, war einer der wenigen, die ihm Verständnis entgegenbrachten. Jedoch im Kriegsministerium wurde Ganswindt wie ein armer Irrer behandelt. Als er schließlich durchgesetzt hatte, daß ihm Geldmittel für den Bau eines 150 Meter langen Luftschiffes bewilligt werden sollten, da ertönte ihm die Absage entgegen: Ein derartiges Luftschiff geht über die militärischen Bedürfnisse hinaus? Die Pläne Ganswindts gingen bann später an den Grafen Zeppelin über, den man anfänglich auch wie einen Vollidioten behandelte. Aber bas ist das Schicksal deutscher Erfinder: Das eigene Volk will nichts von ihnen wissen, das Ausland weiß jedoch oft genug aus deutfcher Geistesarbeit Kapital zu schlagen. Arbeitstagung der Sterbegeldverficherung des NSVFV. (Stahlhelm). B e r l i n, 30. Oft. (Fkp.) Am 19. und 20. Oktober d. I. hielten in Berlin die Bevollmächtigten des Bundesamtes für Die NSDFB.-(Stahlhelm-)Der- ficherung eine Arbeitstagung ab. Die Wichtigkeit Der Tagung wurde dadurch besonders sinnfällig, daß an ihr zeitweilig Bundeskanzler Bock und Bundeskämmerer Gruß als Vertreter des Bundesführers und der Bundesleitung teilnahmen, Deren Grüße unD Wünsche sie überbrachten. Die Leitung lag in Den Händen des Kameraden von Press ent in, Hamburg. An Der Tagung nahmen teil Direktor Kratochwill unD Direktor Zieschang vom Deutschen Ring in Hamburg. KameraD Gruß betonte in seiner Begrüßungsansprache Den hohen Wert Der NSDFB.-(Stahlhelm-)SterbegelD-Versiche« rung als sozialer Einrichtung des Bundes und versicherte Die Teilnehmer der stärksten Unterstützung des Bundesamtes, der Landesämter und Nachgeordneter Stellen. Höhepunkte Der Tagung bildeten die Vorträge der Kameraden Kratochwill und Ziefchang, die die großen Grundlinien Der gemeinsamen sozialen Arbeit und Hilfsbereitschaft aufzeigten. Hieran schlossen sich praktische Arbeitsvorträge der Kameraden Völksch unb Schwert- feg er, Berlin, sowie Vorschläge aus Der Praxis Der Kameraden Bundesbevollmächtigten. Nach sehr eingehender Aussprache und Durchberatung wurden Die Richtlinien für die Herbst- und Winterarbeit festgelegt. Mit einem „Sieg-Heil" auf Führer und Bund wurde Die Arbeitstagung geschlossen. Automobilklub von Deutschland ändert Den Namen. Der Automobilklub von Deutschland (A. v. D.), der frühere Kaiserliche Automobilklub von Deutschland, hielt dieser Tage in Berlin eine Generalversammlung ab. Nach einem von dem geschäftsführenden Vizepräsidenten, Admiral a. D. Gladisch, gegebenen Ueberblid über die Entwicklung des Klubs seit der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus und die neuen Aufgaben des Klubs genehmigte die Generalversammlung einstimmig eine Satzungsänderung und damit die Aenderung des Namens des Klubs. Die endgültige Benennung soll später erfolgen. Dor allem wird aber Wert barauf gelegt, daß die alte Tradition des Klubs, bie ihm so viele Freunde im In- und Auslande geschaffen hat, weiter fortgeführt wird. Die Generalversammlung gab dem Präsidenten bzw. feinem Stellvertreter ober bem geschäfts« führenben Dizepräsibenten Vollmacht bis zum Dezember 1935. Fihmaurice gibt Den Angriff auf den Schnelligkeitsrekord auf. Oberft Fitzmaurice hat feine Absicht, einen Angriff auf den Schnelligkeitsrekord Englan d—A u ft r a 11 e n zu unternehmen, für unbestimmte Zeit a u f g e g e b e n. Nach einer in Dublin veröffentlichten Erklärung hat es sich her- ausgestellt, daß das Flugzeug „Irish Swoop“ für einen Dauerflug mit großer Schnelligkeit ungeeignet ift. Das Flugzeug wird der amerikanischen Fabrik, die es gebaut hat, zurückgegeben werden, Damit Abänderungen vorgenommen werden können. Neuer Schrecken in Niederösterreich. — Verwegene Raubzüge einer Verbrecherbanbe. Neben dem Räuber und Brandstifter Sailer, , der, wie bereits gemeldet, das nördliche Nieder- : Österreich in Schrecken versetzt, ist nun auch eine zweite Verbrecherbande in Niederoster- rcich aufgetaucht, die nach Gangsterart mit maskierten Gesichtern verwegene Raubzüge durchführt und das Wiener Waldviertel tn Unruhe versetzt, uletzt tauchten sie in der einsamen Ort- Mveiettigen, DIE DEUTSCHE WELTMARKE Mit 4 fachem Superschutt im geschmackvollen Gehäuse! Trennsicher, spielsicher, zukunftssicher I „„do, LONDON UntaAolNn9«kl 6=hm S. d°°. 1.1,^ «nd nehm« WHW "WHW Frankfurt d.M. bergeratr. eparaturen von Geständnis abgelegt. Kärtchen, | Verkäufe | Bahnhof-Gaststätten Ihre Verlobung geben bekannt -telhgestern,ben 31.Oktober 1934 In neu geleg. (Sima Haus ist out PREISWERT UND GEDIEGEN Gießen, Plockstr.12, Tel. 317 Marie Schmandt Ewald Schaum Willi Von Eiff Greiel Von Eiff, geb. Kliffmüller zeigen ihre Vermählung an Kirche und Schule. Oekanatskonferenz in Schotten. (D Schotten, 29. DFL Unter der Leitung Wleseck (Atten-Dusecker Straße 25), Oktober 1934 C5260 Optiker Biedenkopf Schulstraße 5 Fernruf Nr. 2368 05?5j/ und Heilbutt empf. billigst euaD A-KothKachfolgev Mänsbura 15, Fernsprecher 3612 Das Fachgeschäft für Brillen schäft Brandlaaben an der Westbahnstrecke auf. Der Anführer mit einer weißen Maske und die zwei Helfershelfer mit schwarzen Masken drangen in das Haus eines 83jährigen Bauern ein. Sie raubten den alten Mann vollkommen aus. In dieser Gegend Niederösterreichs sind in den letzten Wochen dreißig Hauseinbrüche durchgeführt worden, die alle dieser Bande zur Last gelegt werden müssen. überführen. Don einer Granate zerrissen. und zum Bauen Äbermann Die Gendarmerie führte große Streifen durch. Die Bauern der besonders betroffenen Orte haben eine Art Bürgerwache zur Abwehr der Ueberfälle eingerichtet. Freudiges Ereignis im schwedischen Königshaus. Prinzessin Sibylla, die Gemahlin des Prinzen G u st a v - A d o l f, des ältesten Sohnes des schwedischen Kronprinzen, ist von einem Mädchen entbunden worden. Prinzessin Sibylla ist die älteste Tochter des Herzogs von Sachsen-Coburg und Gotha. 37 000 Mark unterschlagen. Welt geblieben? Anschauliche Einzelbilder zeigen uns lebendige Beispiele der Auswanderungsgeschichte. Näh-u.Zuschneidßunterricht Nene Kurse beginnen wieder im November. Beste Anlei- lang. — Anmeldung erbeten M. Sack / Goethestr. 31 ------------------------üriL Salon Gath Bahnhofstraße 62. Eckhaus. 6398 morgen Donnerstag, öen l.Boo. Mllwe W 9 Uhr: MMN mit Staut 6400 D Sans Schmitz Ium Dentttchen KaA^-die WHW-jfat&b Sedfh. 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Kreis IVehlar. < Wißmar, 30. Okt. Dieser Tage feierten die Eheleute Wilhelm Horn und Karotine, geborene Kronenberger, ihre silberne j) od) 3 c t L Nach Anhörung der Gemeinderäte wurde die 25 u r- gersteuer für das Kalenderjahr 1935 aus 500 vom Hundert des Reichssatzes festgesetzt. — Aus dem in diesem Jahr fertiggestellten SchieWand im „Roten Graben" fand das A b s ch l u ß s ch i e h e n des Kriegervereins statt. Die besten Schutzen waren: 1. Ludwig Best; 2. Karl Schwalm; 3. Franz Antonioli; 4. Karl Dorn. — Dieser Tage fand im vollbesetzten Saale des Gastwirts Wolf em Fl l m- abend der Gaufilmstelle der NSDAP- in Flank' furt a. M. statt. Es gelangte der Film „Der Schun- melreiter" nach der gleichnamigen Novelle von TY. Storm zur Aufführung. Nach kurzen Begrüßung^ Worten des Stützpunktleiters Pg. B e st und nach dem Gesang des Saarliedes wurden die Besucher im Film an die Nordseeküste geführt. Die Besucher des Abends kamen durch diese Filmvorführung voll und ganz auf ihre Rechnung. Mit dem Horst-Wessel- Lied fand der Abend seinen Abschluß. (D Gleiberg, 30. Okt. Wie der Gedanke der Volksgemeinschaft in schöner Weise ver- wirklicht werden kann, zeigten die Teilnehmer des dieser Tage zu Ende gegangenen zehntägigen Schulungslagers des nationalsozia- listischen Studentenbundes auf unserer Burg. In der Freizeit und in der Zeit, die arbeitsdienstmäßig nutzbar gemacht werden sollte, erstiegen die jungen Leute den Bergfried und hielten Ausschau nach auf dem Felde arbeitenden Einwohnern von Krofdorf-Gleiberg. Hatten sie solche entdeckt, so zogen sie, mit den nötigen Arbeitsgeräten ausgerüstet, auf Burg hinaus, um Hand a n 3 u = legen an der landwirtschaftlichen A r - beit. Bald mähten sie einer Frau das Gras, bald lasen sie von einem Acker die ausgeackerten Kartoffeln und dergleichen mehr. Daß diese Art Hilfebereitschaft nicht nur den Helfern große Freude bereitete, sondern auch Sympathie bei der Bevölkerung fand, ist ohne weiteres verständlich. Suftav-Adolf-Sonniag in Schotten. (D Schotten, 29. Okt. Der gestrige Sonntag wurde von der evangel. Gemeinde als G u st a 0 - Adolf-Sonntag gefeiert.Im Hauptgottesdienst predigte der Schriftführer des Hessischen Hauptver« eins der Gustav-Adolf-Stistung, Studienrat Pfarrer Storck (Offenbach), der auch den anschließenden Kindergottesdienst hielt und dabei den Kindern von der segensreichen Arbeit von D. Z ö ck l e r im deutsch-evangelischen Kinderheim 311 Stanislau in Gallien erzählte. Am Nachmittag fand m der Nachbargemeinde Michelbach das Jahresfest des Zweig. Vereins Schotten der Gustav-Adolf. Stiftung unter lebhafter Beteiligung der Ge. meinde und Teilnahme auswärtiger Gaste statt. Zur Feier des Tages hatten die Häuser Flaggen, schmuck angelegt. Im sehr gut besuchten Festgottes- dienst hielt Studienrat Storck die Predigt und wußte die Her3en warm 311 machen dur Gustav- Adolf - Arbeit. Der Gottesdienst wurde verschönt durch die Mitwirkung eines Schülerchores unter der Leitung von Lehrer Müller. Nach einer Kaffee- pause fand man sich wieder in der Kirche 31t einer Nachfeier 3usammen. Der Zweigvereinsvorsitzende, Dekan Widmann, begrüßte im Namen des Dekanats und des Vorstandes des Hessischen Hauptvereins der Gustao-Adolf-Stiftuna und rief auf zur Betätigung im Geiste evangelischer Bruderliebe an den evangelischen Glaubensgenossen in der Zerstreuung. Die Festansprache hielt wiederum Studien« rat S t 0 r ck , der in ergreifender Schilderung zumeist auf Grund eigener Anschauung von der großen Not auf den Arbeitsfeldern des Gustav-Adolf- Vereins erzählte und an den Wahlspruch des Der- ! eins erinnerte: „Lasset uns Gutes tun an jeder- i mann, allermeist aber an des Glaubens Genossen!" I Seine Ausführungen machten auf die Zuhörer einen ' tiefen Eindruck. Die Festkollekten des Tages erbrach- ten ein schönes Ergebnis und wurden auf Beschluß 1 des Zweigvereinsvorstandes und des Kirchenvor- ‘ standes an drei besonders gefährdete Gebiete der Diaspora verteilt. Dekan Widmann fand hier -die fünfte diesjährige Konferenz der Geistlichen des Dekanats Schotten statt. Nach einer von Pfarrverwalter Schanz (Herchenhain) gehaltenen Eröffnungsandacht begrüßte der Vorsitzende die beiden Lehrvikare Ernst Staiger (bei Dekan Widmann) und Theodor Aschoff (bei Pfarrer Weimar - Gonterskirchen) und gedachte dann des früheren langjährigen, kürzlich verstorbenen Vorsitzenden her Pfarrkonserenz und Dekans i. R. Kirchenrat Münch. Sodann hielt Pfarrer Naumann (Ober-Seemen) einen Vortraa über „Die dritte Konfession", dem eine längere Aussprache folgte. Weiter wurde eine Reihe dienstlicher Angelegenheiten besprochen, besonders die Reformations- bzw. Bibeljubiläumsfeiern am 31. Oktober bzw. 4. November. Der infolge Versetzung von Pfarrverwalter Lic. Flech- senhaar (Ulfa) nach Mainz offen gewordene Poften des Schriftführers und Rechners des Zweig- I Vereins Schotten der Guftav-Adolf-Stiftung wurde mit Pfarrverwalter Engel (Wingershausen) neu besetzt. H. Dippels. mitzuhelfen, daß es anders wird. Die nationalsozialistische Weltanschauung wird beim einzelnen wie bei den gesetzlichen Maßnahmen des Staates dafür sorgen, daß hier Wandel geschaffen wird; es ist aber nötig, daß das ganze Volk über die Größe der Gefahr aufgeklärt wird, und daß es einsieht, daß es sich nicht nur um den Schaden für das Volk, sondern auch um schwere Nachteile für den einzelnen handelt, ,1 wenn wir ein sterbendes Volk bleiben sollten, wie wir es heute sind. — (289) — Hans Sch 0 eneich : Die i h r Heimatland verließen. Wege und Schicksale deutscher Auswanderer. Reclams Unioersal-Bibliothek Nr. | feit doch typisch den bolschewistischen Orient ver- körpert. Die Zukunft wird Türkistan wahrscheinlich als wichtigsten Baumwollieferanten der ^owjet- | republik sehen. — Der Anfang der Darstellung von China wird in Prof. Georg W e g e n e r s Schilderung zu einem fesselnden Ueberblick über die lmßere Umgrenzung des Riesenreiches und seine Geschichte. — Von mitteleuropäischen Ländern wird die Schweiz in der konzentrierten, aufschlußreichen Schilderung Professor Vosselers beendet, Professor Llch- tenecker beginnt Oesterreich und die Geographie der Alpen. — In weitem Sprunge bringt die nächste Lieferung bann Kanada von Professor Dietrich, die Vegetation, Kolonisation und Wirtschaft. Das Wald- und Seenland riesigsten Ausmaßes und unbegrenzter Möglichkeiten wirb durch Dietrichs Dar- stellung ein feftumriffener Begriff. — Ebenso an- schaulich schildert der Herausgeber des Handbuchs, Professor Klute, Gießen, die afrikanische Goldküste, Portugiesisch und Französisch Guinea das eigenartige Staatengebilde der Negerrepublik Liberia dessen Kulturträger die seinerzeit aus Amerika hier angesiedelten Neger sind, die Elfenbeinküste, die ehemalige deutsche Kolonie Togo, Britisch-Nigena, Kamerun und bas Kongobecken. — Volk in Gefahr! Der Geburtenrückgang und seine Folgen für Deutschlands Zukunft. 23 ganzseitige Tafeln mit Text. Herausgegeben von Otto Helmut. Mit einem Schlußwort von Dr. (Bütt, Ministerialrat im Reichsministerium des Innern. I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW. — Das Büchlein soll jedem Volksgenossen eindringlich klarmachen, wohin es führt, wenn wir weiter am Ein- und Zweikindersystem festhalten. In überaus einprägsamen Bildern sind Geburten- und Sterbeziffer Wettervoraussage. Das europäische Störungszentrum liegt zur Zeit über Dänemark. Die Wirbeltätigkeit über dem Fest- land hat somit unter Abflachung des tiefen Druckes im Norden in südlicher Richtung an Energie gewonnen und nimmt Deutschland weiterhin mit in ihren Bereich. Der wechselhafte und unfreundliche Witterungscharakter bleibt daher vorerst erhalten. Die Temperaturen erfahren dabei langsam weiteren Rückgang. Aussichten für Donnerstag: Weiterhin wechselnd bewölkt, kühl, zeitweise Niederschläge. Lufttemperaturen am 30. Oktober: mittags 10,1 Grad Celsius, abends 8,4 Grad; am 31. Oktober: morgens 8,9 Grad. Maximum 10,7 Grad, Minimum 5,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Oktober: abends 8,6 Grad; am 31. Oktober: morgens 8,3 Grad Celsius. — Niederschläge 0,5 mm. Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenlelter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitüts Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. WWMer o.Boiatüeilet für Gleisumbau Geilshausen sofort gesucht. Zu melden an der Baustelle «zssv Firma Fritz Bechtold. Tüchtiges in Haus und Küche erfahrenes ililelnmäöiiien gesucht, das schon mgutemHause in Stellung war u. Zeugnisse vorweisen kann. Zu erfrag. i.d.Gschst. d.Gietz.Anz.«4osv Kalte und warme Spe zia 1 i täten zu volkstümlichen Preisen <61?6 D -Hochfllanxbelxe sparsam, edel, geruchlos 1 In Schwerin (Mecklenburg) sind in einem Zeitschriftenvertrieb umfangreiche Diebstähle aufgedeckt worden. Wägend der Mittagszeit hatte "eine bei der Firma beschäftigte 22jährige Büroangestellte im Laufe mehrerer Monate den Geldschrank dauernden „Revisionen" unterzogen. Auf diese Weise gelang es der Angestellten nach und nach, ihrem Arbeitgeber den Betrag von 3 7 0 0 0 M a r k z u entwenden. Das Geld brachte sie zu ihrem Vater, der das Geld zum Ankauf eines Villengrundstückes sowie zum Bau eines Hauses mit entsprechender Wohnungseinrichtung verwandte. Als die Kriminal- Preisabschlag Salatöl... Liter 90 KokosieH.. Pli 60 Leber- und Blutwurst, PId. 45 Fieischwurst,Ptd.85 SüBralunb..Pld.1.45 Kakao.Pld.80u.60 Schelltiscbe,Pld.35 Austernfiscb «..D o.Haut... PId. 40 MMkIM LtBbl6ftr.66Tel.3685 Jtoedtf^tfärnpninfloer Schwarzarbeit fönnen Arbeit«.Anoe- bote von Handwerkern nur mit Ttamrnonen- nunq u. unter Vorlage besÄtwerbenachweiie« an genommen werben. Verlag »««SlehenerÄnzetgers möbl. Wohnung m.Zentralh. und Küchenbenuvg. vreisw. z. verrn. Anlweg 48 (05249 Ende.d.Liebigstr. Ruhiges, schön möbl. Zimmer billigst zu vermieten. 05247 Steinstraße 501. Zimmer möbliert od. unmöbliert z.verm. Nahrnngsberg87p Laden mit 3 Schaufenster Bahnbolstr. 56 per 1. 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Wer stch die erschreckenden getötet und ein Kind schwer verletzt. Es handelt ^Q^Ien und Bilder dieses Buches eingeprägt hat, sich um einen Blindgänger, oer aus wird von der ungeheuren Größe der Gefahr über- ÄUt0 gebraucht, 4sitz., fahrbereit, gesucht. Schriftliche Ang. unt. 05252 an d. Gieß. Anz. Gut erhaltener Iraoiemgei zu kauf, gesucht. Schr.Angeb.unt. 05257 a d. G. A. |Verschiedenes | 301.300- yeg.gute Sicherheit u.mon.Nück» zahlung von Beamten gesucht. ^chr.Ang. unter 05259 a. 0. G.A Polizei in der Wohnung der Angestellten erschien, .......... sand man dort noch 15 000 Mark in Silbergeld, prijgsarnen Bildern sind --------- — - 22 000 Mark steckten bereits in dem Grundstück. Die bargcfteUt der trügerische Geburtenüberschuß, der Veruntreuungen waren bereits seit längerer Zeit Altersaufbau und die Vergreisung unseres Volkes, von dem Geschäftsinhaber bemerkt worden. Es ge- bic gasten, die die Kinderarmut dem Volke auferlegt, lang jedoch erst jetzt, die Angestellte der Tat zu VermietungenWvrscheSeeMtbe nem rubia Kochen.. . Pfund v. 45 °) an ekfl dinfam - Met Marke „Fifi" Pfd. v. 51) an Lebende Aale, Karpfen, Schleien Mietgesuche 6-7-Zimmer-Wohn. sowie diverse 2-3-Z.-Wohnungen per sofort oder später gesucht. Stückralhi Bender Möbeltransport Telef.3519.l«4i4O Gut möbliertes Zimmer mit Pension sofort gesucht. Schr. Ang. unt. 64030 a.d. G.A. Leeves Zimmer Mitte der Stadt, z. mieten gesucht. Schnftl. Ana. u. 05256 a. d. G.A. Fahrner-Schmuck das vornehme Geschenk für die Dame Kunsthandlung Hirz Seltersweg 22 Mobiliar - Versteigerung! Freitaq/r.November d.A.,nachm. 211 br pünktlich u bestimmt,versteigere ich int gefl.Auftrag im Hause Lei bgesternerWeg 127c an d Bcrg- schenke meistbiet. gea Barzahlung: 1 la.Speisezimmer,massivEiche,besteh, a. Büfett,Kredenz,Ausziehtisch u.6Lederstühle,l kompl.Hen enziin- mer,l Küchenemrichtung,l Bücherschrank,! 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In L..,------u Verlagsgesellschaft Athenaion mbH., Potsdam. _ ferne Osten, Afrika, Kanada und ein Teil Mittel- ( europa sind das Thema der neuen Lieferungen. 1—, ... , z . .... 66 — 70 Professor Arved Schultz führt seine Volkstumsbesinnung: Wo smd unsere Bruder m der Darstellung Türkistans fort, jenes eigenartigen, zu- kunftsreichen Landes, das bei aller Mannigfaltig- M. 255 Zweites Blatt Glehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 3'. Oktober W Aus dem Reiche der Krau. Feierstunden im Leben der5rau. ßon Lrmgard Otto. Nach langer Sommerpause öffnen in diesen Wochen die Konzertsäle wieder ihre Tore, um mit ihren musikalischen Darbietungen vielen Volks- oenossen Stunden der inneren Erbauung, vielen aber auch Arbeit und Brot zu geben. Man versteht nicht, warum die Schar der Konzertbesucher immer noch'zu klein ist. Was gibt es Schöneres, als durch die Werke großer Tonkünstler erbaut zu werden nach der meist sehr mühevollen Tagesarbeit. Nicht nur unverständlich ist das Fernbleiben so vieler Volksgenossen, sondern auch bedauerlich. Jeder einzelne sollte sich einmal dessen bewußt werden, daß er bei mangelnder Anteilnahme am Musikleben eine Pflicht gegenüber der Erhaltung deutscher Kultur versäumt. Denn die deutsche Musikkultur braucht, wie überhaupt jede Kultur, für ihren Bestand Menschen, die sich für sie einsetzen. Darum muß jedes Jahr von neuem geworben werden und an jeden Volksgenossen die Mahnung ergehen: Besuche Konzerte, nimm teil am Musikleben und -schaffen! Zeige, daß du nicht zu den Ewig-Gleichgültigen und Uninteressierten gehörst! Denn darüber besteht kein Zweifel, es ist nicht etwa Gegnerschaft, die viele vom Konzertbesuch fernhält. Aber die Hausfrau hält sich für zu abgespannt, um ein Sinfoniekonzert zu Horen. Der Familienvater besteht darauf, wenigstens den Abend im Kreise der Familie zu verbringen; die Kleinen sollen ins Bett, und die größeren Kinder haben entweder keine Zeit oder sie ziehen andere Vergnügungen vor: das alles ist aus eigener Erfahrung nur zu bekannt. Aber Hand aufs Herz; diese Widerstände ließen sich bei gutem Willen einmal innerhalb von acht oder vierzehn Tagen gewiß überwinden. Die Unlust muß bekämpft werden; Zeitmangel darf es da nicht geben. Der Familienvater wird einen mit Frau und Kindern verlebten Musikabend bald ebenso schätzen lernen wie den Feierabend im eigenen Heim. Am meisten Ueberwindung wird von der Hausfrau verlangt, sie hat so viele häusliche Pflichten, daß man ihr das Fernbleiben von Konzerten am wenigsten verdenken kann. Selbst wenn sie von der Wirtschaft unabkömmlich ist, kann sie doch ihren großen Einfluß geltend machen und Mann und Kinder wieder und wieder zum Besuch von Musikabenden anhalten. Für jede Geschmacksrichtung findet sich etwas unter den vielen Konzertankündigungen, die nur mit Lust gelesen sein wollen, um gleich die schönsten Gesangsabende, Orgelkonzerte, Orchesterdarbietungen und Chorgesänge zu versprechen. Mehr noch: wer genügend musikalisch ist, um selbst mitzuwirken, hat in vielen Choren Gelegenheit zu eigenen Beiträgen in großen Konzerten. Viele Chore 'werben gerade jetzt, zu Beginn der Konzertzeit um neue Mitglieder. Heder sangesfrohe Mensch hat dort Gelegenheit, in einer regen Gemeinschaft mitzuarbeiten. Männerchöre, Volksliedsingkreise, Oratorienvereine und nicht zu vergessen die Kirchenchöre, alle freuen sich, die Stimmzahl vermehren zu können. Die Furcht, daß man zu wenig kann zum Eintritt in einen Chor, der Volkslieder und Choräle vierstimmig singt oder sogar öffentlich Messen und Oratorien darbiete, ist oft unbegründet; Musikverständnis vorausgesetzt, kann man, wenn man nur will, mithelfen an der Erhaltung und Pflege deutscher Musikkultur. Rumpelkammer, Uelchstustschuh und RGB. 13on Carrota Groos. Der Reichsluftschutz kümmert sich immer mehr um das Aussehen der Rumpelkammern, soweit sie unter dein Dache liegen. Er will und muh dort auf peinlichste Ordnung halten, damit ein ungehinderter Weg vom Bodeneingang bis zu den Dachsparren und dem Gebälk sowie entlang der etwa vorhandenen Trennwände aus Holz offenbleibt. Außerdem müssen die Boden von unnötigem „Gerümpel" freigemacht werden, das selbst leicht brennbar das Feuer mit Windeseile durch den ganzen Dachboden verbreiten würde. Dazu gehört nicht nur Packmaterial, wie Stroh, Knüllpapier usw., das beim Auspacken irgend welcher Packkisten immer wieder übrig bleibt und oft wohl „zur späteren Verwendung" einfach wieder in die geleerte Kiste hineingeworsen wird. Auch Matratzen der alten Art, wie unsere Eltern sie meistens hatten, d. h. Polsterung und Jnlettbezug gleich auf den Sprungfederboden aufgearbeitet, leichte Korbmöbel und vieles andere mehr. Nun werden die meisten Hausfrauen zwar überzeugt fein, daß sie selbst diesem Wunsche nach Ordnung auf dem Dachboden längst oder immer schon entsprachen, aber wenn man der Sache mal ernstlich auf den Grund geht, so sieht es „da oben" meistens schlimm aus. Ganz besonders dort, wo ein eigenes Haus bewohnt wird, das vielleicht schon mehrere Generationen der gleichen Familie ihr eigen nannten. Also in Mittel- und Kleinstädten und auf dem Lande selbst. Das liegt in der Natur der Sache. Es gibt oft Dinge, die man für den täglichen Gebrauch nicht mehr verwendet, bie uber= lebt find, die neueren Gewohnheiten gehen einfach über sie hinweg. Ob es sich dabei um Kleidungsstücke oder um Möbel oder andere Gegenstände aus der Wohnungseinrichtung handelt, spielt nur eine unteiaeorönete Rolle. Man bringt sie „erst mal, auf den Boden, teils um abzuwarten, ob man selbst mal später wieder Gebrauch davon machen kann, teils um sie „für die Kinder" aufzuheben, teils aber auch ganz einfach, weil man sich aus irgendwelchen Gründen, vielleicht auch aus einem unklaren Pietätsgefühl heraus, nicht von ihnen trennen kann. Die tüchtige Hausfrau macht sich jedes Jahr ein- bis zweimal die große Mühe, die Bodenkammern aufzuräumen. Freude hat sie daran nicht, denn sie muß eftts von neuem beobachten, daß die schadhaften Stücke von Jahr zu Jahr noch schadhafter werden, um schließlich doch auf dem Müllhaufen zu enden. Es wird auf alle Fälle viel Arbeit, wohl gar Geld erforderlich sein, um die mehr oder weniger großen Schäden auszumerzen, sollten die Dinge mal wieder ihren Platz innerhalb der bewohnten Räume einnehmen. Und ob es je dazu kommen kann. Oft freilich macht es nur kleine Mühe, Leisten wieder anzunageln. Schubladen wieder ineinanderzusetzen, den Anstrich oder die Peize zu erneuern ober begleichen mehr. Der Hausvater ober ein Sohn, machmal auch bie Hausfrau selbst ober eine besonders geschickte Tochter, unterziehen sich der notwendigen Arbeit, und der I alte Schrank oder Tisch erstrahlt in neuem Glanze. Fraglicher ist bie Wiederverwendung^ alter Kleiber — sie werben aus ihrer Verborgenheit in alten Koffern unb Kisten fast nie roieber an bas Licht gezogen, weil bas Umänbern ber Hausfrau zu mühselig ober zu teuer erscheint. All biefe Dinge — Kleider, Möbel, alte Geräte bleiben oft nur auf den Böden, weil man nicht weiß, wohin mit ihnen, wenn sie aussortiert werden. Alte Kleider, wenn sie wert sind, als Zeugen alter Überlieferung aufbewahrt zu werden, nimmt jedes Heimatmuseum gern auf, alles andere, Kleidungsstücke sowie Wäsche kann für viele Volksgenossen zum willkommenen Nothelfer werden — zum Arbeitgeber für die, die die NSV. mit ihrer Instandsetzung betreut, bis sie sie an Bedürftige weitergibt. Außerdem können manche alte Kleidungsstücke noch wertvolle Hilfe zur Einfuhr- e r s p a r n i s werden, wenn man sie nämlich dem Lumpenmann gibt, der sie an die Wollverwertungsstellen weiter leitet. Kunstwolle wird bekanntlich aus schon einmal verwebter Wolle mit einer geringen Beigabe von Kunstseide hergestellt. Die Winterhilfe tritt jetzt ihre Arbeit wieder an, außerdem ist Winterkälte in nicht allzu ferner Zukunft zu erwarten, also entrümpelt noch vorher eure Boden und werdet dabei gern und schnell zum Wohltäter der Menschheit! Euch selbst tut ihr auch einen großen Nutzen, denn nichts ist doch für eine Frau schöner als das Gefühl, geben, helfen zu können. Und wenn es auf so leichte Art geschehen kann, so sollte man nicht versäumen, sich diese Freude zu verschaffen. Mas sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS i Für Theater und Geselligkeit schlagen wir Ihnen heute ein Nachmittags- und ein kleines Abendkleid vor. Das Nachmittagskleid (rechts) mit den großen, weichen Revers und dem neuartigen, dreiviertellangen Raglanärmel zeigt den stark modellierenden Rock, dessen schräg angesetzte Glockenpartien erst unterhalb des Knies die nötige Weite ergeben. Material: Matelassö, stumpfe oder auch doppelseitige Seide. In letzterem Falle ist nur das obere Revers glänzend. Farbe: schwarz, wobei ein großer aparter Clip aus Bergkristall die einzige Verzierung bildet. — Das Abendkleid (links) mit der neuartig drapierten Halsumrahmung ist aus dunklem Samt oder stumpfer Seide. Sein langer, betont schlichter Raglanärmel steht in starkem Gegensatz zu dem interessanten Rückenausschnitt. Die Gürtel- schliehe ist am schönsten aus handgetriebenem Silber. Sehr gut ergänzt den festlichen Anzug ein halb- langes Cape aus gleichem Material. H. Oas Nastüchlein 23on E £ Stoltenberg, Gießen. Wenn die Herbstnebel steigen, die braunen und roten Blätter welkend auf der spiegelnden Straße liegen, ist die Zeit der Schnupfen gekommen und das Taschentuch wird begehrtester Gegenstand. Aber wissen Sie eigentlich, seit wann man dies Tüchlein kennt, das sich vom einfachsten Leinenlappen zum allerfeinsten Spitzentuch gewandelt hat? Die genaue Zeit feines Erscheinens ist tatsächlich unbestimmt. Seine früheste Erwähnung finden wir in einer Verfügung Kaiser Friedrichs des Zweiten aus dem Jahre 1215, in der er bestimmt, daß auf feinen Besitzungen in Sizilien die weibliche Dienerschaft sowie die Kinder mit je zwei Taschentüchern ausgerüstet sein müßten. In Deutschland nannte man diese Tücher zuerst nach dem italienschen faccolo oder fazzoletto: Fatzelin, Fazilletlein oder Fatzenlein. Wegen dieses italienischen Namens nimmt man an, daß das Taschentuch aus Italien stammt, von wo aus es dann nach Frankreich und dem übrigen Europa kam. Doch hören wir, daß es im 16. Jahrhundert noch ein kostspieliger Gegenstand war, den sich die große Masse nicht leisten konnte. Dürer bekam 1520 auf einer Reife in Köln ein Taschentuch geschenkt: „Auch hat man uns eine Kollation im Barfüßerkloster geben, und der Münch hat mir ein Fazalet geschenket." Sie waren inzwischen immer prunkvoller geworden, mit goldenen und silbernen Stickereien, Spitzenbesätzen, Hohlnähten mit Perlenverzierungen und mit kostbaren Duftwässern getränkt. Pierre de l'Estroile sah bei Gabriele d'Estrees ein wunderbar gesticktes Tuch, das 1900 Taler gekostet hatte! Die Königin Marie-Antoinette zahlte für Taschentücher 400 bis 525 Mk. und die Kaiserin Josephine, die Gemahlin Napoleons L, wandte 80 bis 100 Franken fürs Stück an. Ursprünglich waren die Taschentücher rund oder oval. Im Louvre hängt das Bild einer Dame aus dem Ende des 16. Jahrhunderts, die ein sechseckiges Spitzentuch in der Hand hält. Eine Verordnung Ludwigs XVI. aus 1785, wonach „die Länge stets mit der Breite gleich sein mußte", führte dann das viereckige Tuch ein. Nur — in Gebrauch genommen wurden sie recht selten, selbst in den höheren Ständen, denn Erasmus von Rotterdam schreibt in seiner „Anleitung zur Wohlanständigkeit": „Die Nase soll stets sein wie ein sauber Geschirr und niemals soll mit dem Parett oder dem Rocke geputzt werden, sondern mit dem Facolettlein." Dann, Ende des 18. Jahrhunderts, als der Gebrauch wohl schon allgemein war, erging es dem Taschentuch schlecht: sein Name durfte in der Gesellschaft nicht genannt werden; auch verstieß es gegen die gute Sitte, es sichtbar zu tragen. Erst unter Kaiserin Josephine durfte man es wieder öffentlich sehen lassen. Die Kaiserin hatte nämlich schlechte Zähne und hielt sich deshalb beim Sprechen stets ein Spitzentuch vor dem Mund. Die Pariser Damen beeilten sich natürlich, diese Mode nachzuahmen, und bald sah man auf den Boulevards und in den Salons Damen mit einem Taschentuch in der Hand. Auch im Orient, wo es gleichfalls wegen feiner Kostbarkeit lange ein Vorrecht der Fürsten und Würdenträger blieb, wurde es sichtbar, und zwar im Gürtel getragen. Das Zuwerfen, besonders an Frauen, war eine Gunstbezeugung und wird heute noch in diesem Sinne in der Türkei geübt. Die Beliebtheit des Taschentuchs stieg mit feiner Verbreitung. Die Art feiner Aufbewahrung blieb jedoch verschieden, vor allem bei dem schonen Geschlecht, dem eine gütige Frau Mode nicht soviel Kleidertaschen beschert hat, wie den Herren der Schöpfung. Sei es nun aus Seinen, Baumwolle oder Seide, einfach oder üppig ausgestattet, es ist und bleibt ein unentbehrliches Zubebor unserer Kleidung. Behr Arbeit, mehr Handpflege! Lon Lieselotte. Wer seine Arme tüchtig rührt und jede Haus- arbeit verrichtet, braucht durchaus nicht weniger schone Hände zu haben, als jemand, der nur geistig arbeitet. Beim Händewaschen darf man — und das ist das erste und wichtigste Gebot der Schönheitspflege — nicht mit Wasser sparen. Rohe Tomate, rohe Gurke, ja sogar Gurkenschalen und bekanntlich auch Zitronenreste sind vorzügliche Mittel, um die Hände gründlich zu säubern. Wer eine empfindliche Haut hat, sollte diese nach dem Waschen mit Hafermehl einftreuen, das Hafermehl saugt die Feuchtigkeit sehr gut auf und verhütet auf diese Weise, daß die Hände aufspringen. Auch das Einfetten der Hände mit Vaseline, das gewissermaßen eine Schutzschicht der Haut bildet, ist zu empfehlen. Bei Ueberlegenheit und Vorsicht kann jede Hand, auch wenn sie noch so schwer arbeitet, gepflegt aussehen. Es gibt überdies heute so mannigfache erleichternde Geräte, die gerade bei unangenehmer Hausarbeit die Berührung mit Schmutz und ätzender Flüssigkeit verhindern. Ein paar allgemeine Regeln zur Handpflege sollen noch angeführt werden: Es ist wichtig, im Winter die Handgelenke warm zu halten. Die Hände bleiben auf diese Weise weiß und laufen auch nicht an. Wasserstoff, den man mittels eines kleinen Wattebäuschchens und einer Pinzette unter jeden einzelnen Nagelrand führt, ist ein gutes Reinigungsmittel. Flecke auf den Nägeln werden mit Zitronensaft mühelos entfernt. Bienenwachs ist ein vorzügliches Mittel, um brüchige Nägel geschmeidiger zu machen. Wer plumpe und dicke Finger hat, kann Fingermassage betreiben. Jeder einzelne Finger wird von der Spitze aus in drehenden Bewegungen nach abwärts massiert. Schon nach kurzer Zeit zeigt sich eine gute Wirkung. Gichtkranke neigen zu brüchigen Nägeln und zu dicklichen Fingergelenken. Hier kann durch äußerliche Mittel natürlich nicht geholfen werden. Bekämpft man aber die Ursache, so verschwindet selbstverständlich auch diese Nebenerscheinung. Das Beschneiden der Nägel muß ebenfalls richtig gehandhabt werden. Es wirkt stets unschön, wenn man hierbei keine Regelmäßigkeit walten läßt. Wie oft sieht man Hände, bei denen der eine Nagel kurz, der andere (insbesondere am kleinen Finger) lang ist, oder wo der eine Nagel spitz, der andere rund geschnitten erscheint. Wer viel Hausarbeit verrichten muß, wird seine Nägel möglichst kurz, aber sorgfältig und gut gefeilt halten. Es ist gefährlich, rostige oder unsaubere Nagelfeilen zu verwenden. Auf deren saubere Beschaffenheit muß unter allen Umständen geachtet werden. Das Zurückschieben der kleinen Nagelhäute erfolgt am besten nach dem Händewaschen mit einem Handtuch. Jrn Winter soll man, besonders wenn man unmittelbar danach fort- gehen muß, die Hände stets sorgfältig trocknen. Ein paar Glyzerintropfen wirken vorbeugend gegen Rötung und Rissigkeit der Haut. Aus der Hand eines Menschen kann man viel entnehmen. Wie das Auge als der Spiegel des inneren, ist die Hand als ein Erkennungszeichen des äußeren Menschen an« Zusehen. Sie können nie pünktlich sein... ... wenn Sie erst am Morgen nach dem Aufstehen Ihre Strümpfe stopfen. Legen Sie Ihre Strümpfe am Abend zurecht und sehen Sie nach, ob sie ganz sind. ... wenn Sie im Augenblick, in dem Sie sich anziehen wollen, feststellen müssen, daß an Ihrer Wäsche Knopfe und Bänder fehlen, und daß Gummis augeleiert sind. Ein probates Mittel dagegen ist, Wäsche nie ungeprüft in den Schrank zu legen und plätten zu lassen. ... wenn Sie kurz vor dem Weggehen bemerken, daß Ihre Kleider zerdrückt sind und dann anfangen, sie zu bügeln. In der Hitze des Gefechtes verderben Sie mehr als Sie retten, Brandflecke an Kleidern und an Händen find das Ergebnis, die Druckstellen sind nach wie vor drin. ... wenn Sie des morgens anfangen, Experimente zu machen. Zum Beispiel eine Zusammenstellung in der Garderobe, wie Sie sie noch nie getragen haben. Einen Jumper, der in der Farbe nicht zum Rock paßt, einen Hut, den Sie zu einem bestimmten Kleidungsstück nicht vorgesehen haben. Wenn Sie angekleidet sind, müssen Sie sich sofort wieder umziehen. Sie werden nervös, schließlich ziehen Sie sich im Eilzugstempo aus, was Ihren Kleidern und Ihrer Stimmung nicht zustatten kommt. ... wenn Sie das, was Sie eigentlich nähen sollten, mit Stecknadeln befestigen wollen. Stecken dauert länger als Nähen und hat den Nachteil, nicht zu halten, sondern im ungeeigneten Augenblick wieder abzugehen. ... wenn Sie, kurz bevor Sie zu bestimmter Stunde an einem bestimmten Ort fein sollen, ein Telephongespräch führen, von dem Sie annehmen, daß es nur kurze Sekunden, das in Wirklichkeit aber lange Minuten dauert. ... wenn Sie, kurz bevor Ihr nach Haufe kommt, die Spanne Zeit, die Ihnen bleibt, um alles gut vorzubereiten oder um ein wenig auszuruhen, dafür verwenden, um Ihrer Nachbarin „mal schnell" das vor langer Zeit versprochene Buch zu bringen. Schü. Für den Eintopfsonntag — 30 deutsche Eintopfgerichte. Kochanweisungen aus der Lehrküche, von A m e l y Sprenger, Hauswirtschaftslehrerin in Würzburg. Druck und Verlag C. I. Becker, Univerfitätsdruckerel, Würzburg. Preis 30 Pfennig. — Die übersichtlich gehaltene Broschüre kommt zur rechten Zeit. Aus einer 35jährigen Lehrtätigkeit hat Amely Sprenger, die seit Jahrzehnten als Leiterin einer Kochschule bekannt ist, ihre Kochoorschriften so gewählt, daß auch die ungeübte Hausfrau an Hand der Rezepte ein gutes und schmackhaftes Gericht fertigfteüen kann. Wichtig war der Verfasserin, dabei recht viel Abwechslung zu bringen, nicht nur in der Zubereitung, sondern auch in den Zutaten, besonders in der Fleischart und Anrichtweise. Die Kochvorschriften sind im allgemeinen für vier bis fünf Personen zusammengestellt. Die Hausfrau kann natürlich beliebige Aenderungen treffen. Sie wird mit diesem Büchlein in der Hand dem Eintopf-Sonntag ohne Sorge entgegensehen können. 9Jl.-$P0Tt „M. Teutonia" Watzenborn-Steinberg In ihrem 6. Punktekampf trafen sich die 2. Mannschaft von Wieseck und die gleiche der Teutonen in Watzenborn-Steinberg. Das Spiel wurde mit scharfem Tempo begonnen und auch bis zum Schluß, temperamentvoll durchgeführt. Wieseck zeigte recht gute Leistungen und kam sogar kurz vor der Pause zum Führungstor. In dieser Zeit sah es nicht nach einem Sieg der Einheimischen aus und nach der Pause hieß es gar noch gegen den starken Wind anzukämpfen. Doch gelang es ihnen, dank eines nun endlich flach durchgeführten Kombinationsspiels, eine klare Feldüberlegenheit herauszuspielen und in wenigen Minuten fielen 4 Tore. Wieseck, das bis dahin einen unbedingt gleichwertigen Gegner ab- aab, fiel nun sichtlich ab. Bis zum Schlußpfiff erhöhten die Teutonen die Torzahl auf 6 und setzten sich somit mit 10:2 Punkten an die Spitze der Tabelle. Vorher traf sich die Jugend vom VfR. Lich mit der Jugend der Teutonen. Lich stellte die körperlich stärkere Mannschaft. Was bie Watzenborn-Steinberger im Zusammenspiel voraus hatten, ersetzten die Gäste durch ihre Wucht. Lediglich erhöhter Eifer, Einsatz eines jeden einzelnen Spielers und genaueres Stürmerspiels brachte den Teutonen einen verdienten 2:0-Sieg ein. !?ußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Wieseck I — Grünberg I 4:1. Am Sonntag standen sich in Wieseck beide Gegner im fälligen Verbandsspiel gegenüber. Die Gäste stellten eine flinke, eifrige Els ins Feld, die den Platzbesitzern, die ihren Gegner unterschätzt hatten, schwer zu schaffen machte. Wieseck, wieder in veränderter Aufstellung, ließ sich durch die sehr eifrig spielenden Gäste vorerst verwirren. Wohl gab es sehr schöne Momente vor dem Gästetor, doch stand dort ein Hüter, dem anscheinend alles mit Glück vor die Hände kam. Auf der Gegenseite machte Grünberg wohl schöne Durchbrüche, die jedoch wenig gefährlich waren. Nach Verlauf einer halben Stunde gelang es jedoch den Gästen, überraschend in Führung zu gehen. Nun wurde das Spiel schärfer. Wieseck lag nun fast stets im Angriff, konnte jedoch bei der zahlreichen Abwehr das Netz nicht finden. Halbzeit 0:1. Nach dem Wechsel erzielte Wieseck den Ausgleich. Dann hatte Grünberg schwer zu kämpfen, der Hüter hielt aber fast alles. Ein scharfer In Kassel wurde Samstag und Sonntag ein Lehrgang im Frauenturnen unter Leitung der Gauführerin des Gaues Nordhessen, Friedel K a st e n, mit 54 Teilnehmerinnen aus allen Teilen des Gaugebiets durchgeführt. Außer sämtlichen Kreisfrauenturnwarten und Kreisführerinnen der Frauen waren aus einigen Kreisen in größerer Zahl noch Turnerinnen erschienen. Der Lehrgang stand schon ganz im Zeichen des nächstjährigen ersten nordhessischen Gaufestes in Gießen. Die praktische Arbeit am Samstag begann mit der Vorbereitung der für das Gaufest bestimmten allgemeinen Freiübungen, die von Friedel Kasten zusammengestellt sind und in bezug auf Aufbau, Inhalt und Wirkung den neuzeitlichen Forderungen voll gerecht werden. Besondere Bedeutung wird, wie schon bei den diesjährigen Bezirksturnfesten in Friedberg und Bebra, beim Gaufest dem Gemeinschaftskampf der Turnerinnen zukommen. Friedel Kasten und die Kreisfrauenturnwarte Luise Schwarz-Friedberg und Hrch. Schneider-Wetzlar machten in anregender Weise mit einigen Formen dieses Kampfes vertraut. Näheres über den Aufbau des Gießener Gaufestes konnte man dann abends im Verlaufe einer Besprechung durch Gauoberturnwart R. Paul- Gießen erfahren. Schuß brachte Wieseck die Führung. Gegen Schluß lag Wieseck wieder stark im Angriff und konnte den Gästen noch zweimal das Nachsehen geben. Mit 4.1 Toren blieb dann Wieseck verdienten Sieger. Wiesecks 2. Mannschaft war mit nur 10 Mann zum fälligen Verbandsspiele in Sternberg zu Gast und verlor mit 6:1 Toren. Handball im Männerturnverein (OT). Wtv. Gießen I — Io. Lützellinden I 3:1 (2:1). Mit einem schönen Siege konnte die erste Handballmannschaft des Gießener Männerturnverems das am vergangenen Sonntag auf dem Mtv.Sportplatz ausgetragene Handballverbandsspiel gegen die gleiche Mannschaft des Tv. Lützellinden beenden. Die ersten zehn Minuten sahen die Gäste forsch im Angriff und sie konnten bereits kurz nach Beginn das Führungstor erzielen. Bald hatten sich jedoch die Mtver mit den Verhältnissen vertraut gemacht und kamen nun ihrerseits in Schwung. Ein fesselnder Kampf entspann sich, in dessen Verlauf es den Gießenern gelang, bis zur Pause nicht nur den Gleichstand wiederherzustellen, sondern sogar mit 2:1 in Führung zu gehen. In unvermindertem Tempo ging der Kampf nach der Halbzeit weiter, auf beiden Seiten wurden heftige Anstrengungen gemacht. Kurz nach Wiederbeginn konnte der Rechtsaußen auf eine schöne Vorlage des Mittelstürmers auf 3:1 erhöhen. Dagegen gaben auf der anderen Seite die Gäste den Siegeswillen nicht auf; aber es gelang ihnen nicht, dank der sicher arbeitenden Gießener Hintermannschaft, das Ergebnis etwas zu verbessern. Der Lützellindener Sturm verzettelte sich zu sehr in Einzelaktionen und Strafwürfe sind für mangelndes Zusammenspiel kaum ein vollwertiger Ersatz. Dagegen konnte der Sturm der Männerturner durch das flüssige, vorbildliche Zusammenspiel und vor allen Dingen auch der höchst uneigennützigen Spielweise jedes Einzelnen gefallen. Die Hintermannschaft ließ in ihrer Abwehrarbeit kaum eine Lücke und wurde dabei von der Läuferreihe tatkräftig unterstützt. Wtv. Jugend — Tv. Krofdorf Jugend 23:3 (12:1). Die Jugend des Männerturnvereins konnte in Krofdorf einen eindrucksvollen Sieg landen und somit zwei wertvolle Punkte mit nach Hause bringen. Wie das Ergebnis schon sagt, war das Spiel eine vollkommen eindeutige Angelegenheit. Die Jugend führt in ihrer Klasse die Tabelle mit 10 Punkten und einem Torverhältnis von 70:10. Der Relchssporlführer hat in Ueberelnstimmung mit der Deutschen Turnerschaft festgelegt, daß die bisherigen Gau- und Landesturnfeste der DT. künftig als Gaufeste des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen ausgeschrieben werden und die DT.-Gaue die Durchführung dieser Gaufeste übertragen bekommen. Alle dem Reichsbund angehörigen Verbände und Vereine sind teilnahmeberechtigt. Gauoberturnwart Paul erhob zur Forderung, daß im Blickpunkt aller Arbeit und sämtlicher Veranstaltungen der Kreise das Gießener Gaufest stehen müsse, das zu einer großen Kundgebung für die deutsche Leibesübung und für deutsches Volkstum gestaltet werden solle. Friedel K a st e n sprach über die Turnerinnenarbeit auf dem Gaufest. Am Freitag, als dem er st en Wettkampftag, kommen die Einzelwettbewerbe zum Austrag. Für die Turnerinnen gibt es einen Neunkampf für Ober- und Unterstufe (bestehend aus einer Barren - Pflicht - und einer Barren - Kürübung, aus je einer Pflichtübung am Pferd und Reck, einer Freiübung und einer Hebung mit dem Gymnastikball sowie aus 75-Meter-Lauf, Dollballwurf und Weitsprung) und einen volkstümlichen Vierkampf (Kugelstoßen, 75- Meter-Lauf, Vollballwurf, Weitsprung). Der Samstag bringt dann die Arbeit in einer größeren Gemeinschaft, und zwar in Form des Gemeinschaftskampfes und des Turnens der Kreise. An letzterem haben sich alle Wettkämpferinnen zu beteiligen; gefordert werden hier: 1. eine Gruppe der allgemeinen Freiübungen; 2. einer der vorgeschriebenen Tänze; 3. eine frei- gewählte Hebung; 4. eine völkische Prüfung. Den Höhepunkt des Gaufestes werden wir am Festsonn- tag mit dem Festzug, den allgemeinen Freiübungen und den allgemeinen Tänzen erleben. Bei allen Darbietungen dieses Tages werden die Massen der Männer und Frauen werbend in Erscheinung treten. Nach der grundlegenden Vorarbeit des Samstags wurden am Sonntag nach einer von der lurnfreis» führerin Minni Eisfeld-Kassel gehaltenen Morgenfeier in reger praktischer Arbeit die Hebungen für das Gaufest nochmals gründlich durchgeturnt und erläutert. Zwischendurch kam auch das Singen zu seinem Recht. Alle Teilnehmerinnen nahmen sich reiche Anregung für die Arbeit in den Kreisen und Vereinen mit nach Hause. Gauoberturnwart Paul schloß die Arbeitstagung mit einem herzlichen Dan- keswort an Friedel Kasten und die A. C. T. Kassel für Vorbereitung und Durchführung des Bezirksklasse: To. Kirchgöns — Tv. Roth 9:3: Eine recht deutliche Abfuhr erhielt die gewiß nicht schlechte Mannschaft der Gäste von dem Tabellenführer. Kirchgöns befestigte mit diesem Sieg seine Position weiter und wird wohl kaum noch vom ersten Platz verdrängt werden können. Das Spiel war trotz des hohen Ergebnisses immer spannend. To. Münchholzhausen — Tv. Goßfelden 10:6: Ein torreiches Spiel! Die Platzbesitzer finden sich von Spiel zu Spiel und boten auch diesmal wieder eine recht gute Leistung. Dagegen kann man auch den Gästen nicht vorenthalten, daß sie einen großen Eifer zeigten und sogar einige Zeit mit 4:1 Toren in Führung lagen. Kreisklasse I: Tv. Hörnsheim — To. Groß-Rechtenbach 5:3 (3:3): Man hatte allgemein mit einem Sieg der Einheimischen gerechnet. Während die Platzbesitzer in der ersten Spielhälfte gegen den Wind kämpften, aber trotzdem vorzügliche Leistungen boten, fiel die Mannschaft nach der Pause derart stark ab, daß sie noch froh sein konnte, wenigstens einen Punkt gerettet zu haben. VfB.-Reichsbahn — Tv. Holzheim 2:9: Auf eignem Platze muhte VfB.-Reichsbahn mit klarem Vorsprung den Gästen Sieg und Punkte überlassen. Der Sieg der Gäste war nie gefährdet und auch in dieser Höhe verdient. Tv. Heuchelheim I — Tv. Albach I 9:5 (6:3): Die Platzmannschaft trat zu diesem Spiel verstärkt an und gab während des ganzen Spieles durch leichte Heberlegenheit den Ton an. Schon bis zur Pause war das Spiel entschieden. Trotz der klaren Niederlage vermochten die Gäste zu gefallen. krelsklasse HL Tv. Heuchelheim II — Tv. Münchholzhausen II 7:5 (5:4). Der Platzmannschaft gelang erst nach dem Wechsel durch leichte Heberlegenheit der Ausgleich. Durch zwei weitere Tore konnte noch ein verdienter Sieg sichergestellt werden. Tv. Krofdorf II — Tv. Holzheim II 9:8 (5:5): Zwei durchaus gleichwertige Mannschaften bestritten dieses Spiel. Der Kampf war recht schnell und wurde nach dem Wechsel, in der Phase des Kämpfens um den Sieg, auch mitunter recht hartnäckig durchgeführt. Die glücklichere Mannschaft trug den Sieg davon. _____ Lehrganges und mit einem „Gut Heil" auf Führer, Volk und Vaterland. Bier neue deutsche Auto- und Motorrad- Weltrekorde. Auf der Betonstraße von Gyon bei Budapest stellten am Dienstag die deutschen Fahrer Garrac- ciola, Henne und Möritz vier neue Weltrekorde auf. Rudolf Car acciola fuhr mit dem Mercedes- Benz-Rennwagen eine neue Weltbestleistung über die stehende Meile heraus. Er benötigte für die Hm- und Rückfahrt 30,71 Sekunden, was einem Stunden- mittel von 188,655 Kilometer entspricht. „Carratsch" verbesserte damit den vor zehn Tagen von Hans Stuck aufgestellten Rekord von 187,86 Stdkm. Den zweiten Rekord erzielte Ernst Henne mit einer 500 ccm Solomaschine mit 15,82 Sekunden für Hin- und Rückfahrt über den fliegenden Kilometer, er verbesserte damit den Weltrekord des Belgiers Milhour auf 227,016 Stdkm. Europameister Ernst Moritz- München verbesserte seinen erst am Sonntag von ihm aufgestellten Rekord mit einem 500 ccm Cyclecar über den stehenden Kilometer von 108,043 Stdkm. auf 113,672 Stdkm. Den vierten Rekord schuf Möritz mit einem 350 ccm Cyclecar mit 84,289 Stdkm. für den Kilometer mit stehendem Start. Jugendklasse. Tv. Grüningen — Tv. Lang-Göns 1:7 (1:3): Die Platzbesitzer vermochten den Gästen nicht den er« warteten Widerstand entgegenzusetzen und verloren recht eindeutig. Cleeberg — Erda 11:6: Die Cleeberger arbeiteten sehr gut zusammen und konnten einen wohlverdienten Sieg landen. Zur Halbzeit stand das Spiel bereits 9:3 für Cleeberg. Die Erdaer spielten allerdings mit großem Eifer, spielten vorübergehend auch überlegen, zum Siege konnte es aber nicht mehr reichen. * Frankenbach I — Rodheim I 3:0. Rodheims 1. Mannschaft weilte am Sonntag In Frankenbach, wo sie eine harte Nuß zu knacken hatte. Frankenbach, verstärkt, zeigte ein gutes Spiel, während Rodheim reichlich unüberlegt spielte. Der Sturm versagte ganz. Die Einheimischen waren stets schneller am Ball und konnten durch eine schöne Vorlage des Linksaußen den Führungstreffer erzielen. Mit 1:0 wurden die Seiten gewechselt. Nach Halbzeit lag Rodheim dauernd im Angriff, jedoch der Sturm kam nicht an der Verteidigung der Einheimischen vorbei. Die Gäste stellten bann um und in kurzen Abständen fielen zwei Tore. Frankenbach hatte Dem nichts mehr entgegenzusetzen. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 31. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Hhr: Beichte. Donnerstag, den 1. November. Allerheiligenfest. Gießen. 6.30 Hhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Vesper mit Segen; 16.30: Beichtgelegenheit; 17.30: Rosenkranzandacht; 18: Predigt und Andacht für bie Abgestorbenen; 19: Beichtgelegenheit. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Scholten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Freitag, den 2. November: Allerseelentag. Gießen. 6.30 Hhr: Beichte; 6.30 bis 8 sind hl. Messen; 8: Seelenamt für alle Verstorbenen der Pfarrei; 9: Seelenamt für bie im Weltkrieg gefallenen Soldaten. In beiden Aemtern und in allen Messen wird die hl. Kommunion ausgeteilt. 20: Rosenkranzandacht. — Nidda. 8.30: Seelenamt. Die Vorbereitungen für bas Sausest in Gießen. Handball im GauXII (KreisLahn-Dill). Germanische Landschast. Bon Josef Ponten. Island. „Eisland" bedeutet der Name, und ob wohl es eine ganz von vulkanischen und noch jun- §en, teilweise noch lebenden Kräften auf.gebaute nsel ist, das Eis bedeckt sie zum guten Teile. Kosmische Feuermacht von unten und kosmische Eis- macht von oben, und dazwischen die schwarze Lavaplatte, in der es noch raucht und rollt,' und um sie herum das weite vereinsamende Meer — das ist Island. Man nähert sich auf dem Meere. Als weiße, breite Kuchen liegen die Eismassen auf dem Land, und um die höchsten Erhebungen, welche Vulkane lind, tote ober augenblicklich noch unter ber Eisbecke schlafende Berge von Eis stehen dem äußeren Bilde nach da, Eisberge in einem anderen Sinne, als man sonst zu sagen pflegt. Schwarze, hohe, vulkanische, auf dem Land vorgesetzte Klippen sind von Tausenden von Seevögeln umschwirrt, in den dumpfen Rollton des Meeres und das ewige Rauschen der Bugwelle mischt sich der fremdartige tausendstimmige Vogelschrei. Der Himmel ist trüb, Wolkenbänke schließen sich an die Köpfe der Berge, und mögen uns bie eigentlichen Köpfe verbergen, biesig ist bie Luft über dem Meere; benn obgleich auch hier ein Arm des Golfstroms, ein schwächerer zwar als der, ber sich zwischen Orkneyinseln und Färöern durchpreßt, in weitem Bogen ausschwingt, und wieder in zurück- hiegender S-förmiger Kurve über Norden nach Osten hinüber sogar Island umschlingt. Don Norden herunter kommt auch der kalte Polarstrom, der zwar drüben an der Küste Grönlands sich vorbeidrückt, dieses durch schwimmende Eisberge und feste Eisbarren unzugänglich machend. Seine Abkühlung wirkt aber bis hierher, und die Folge ist fast ewige Trübe von Luft und Himmel. Die mit den Meeresströmungen ziehenden Winde (umgekehrt, die Strömungen ziehen mit den Winden) begegnen sich hier und drehen und schrauben sich auf in einer Zyklone, die jahraus, jahrein südwestlich von Island steht. Das ist die Geburtsstätte des europäischen schlechten Wetters. Die Luft, die von hierher, der Erdumdrehung entgegen, kommt, kennen wir; in drei großen Zugstrahen zieht sie mit ihrer Feuchtigkeit ostwärts über Europa hin, bald diese, bald jene Zugstraße wählend. Jede aber ist feucht und naß. Uns jedoch ist der Himmel günstig. Als wir am anderen Morgen in der „Rauchbucht" (Reykjavik) vor Anker gehen, spannt sich blauer Himmel über das ungeheure Halbrund. Nackt, baumleer, steinig, braun und schwarz ist das Land. Nüchterne Häuser stehen am Strande, es riecht nach Fisch und Tran. Hier ist die Hauptstadt eines wie Süddeutschland großen Meerlandes, dessen große Mitte eine Wüste ist von Eisschilden und Vulkanmassen, von eiskalten Gletscherflüssen und Geröllfeldern und glühheißen, rauchenden Quellen und Springbrunnen, und dessen Randkranz nur dürftig von germanischen Menschen bewohnt ist. Wir fahren ins Land hinaus. Viele Schafe sieht man, viele hornlose Rinder, Herden von kleinen, struppigen Pferden, grünen Wasen hier und da und keine Bäume. Was die Temperatur zuliehe, verbietet der Wind. Heber meilenweite braune Felder geht die Fahrt, aber es ist nicht Herbst, und das Braun ist keine umgebrochene Ackererde, sondern Lavafeld — Lavafelder, eins nach dem andern. Da raucht es hoch und stark auf, ein fast siedendheißer Back fließt in der Wüste. Und weiter geht's über die braune Lava — und in der Ferne stehen steinige, völlig kahle, dunkle Gebirgszüge, nur in den Höhen von Schneeflocken weiß gesprenkelt. Jetzt tut sich rechts der Blick auf einen großen flachen See auf. Kahl sind seine Ufer — nein, in einigen Buchten steht einiges grüne Binsengras. Hier liegt ein grüner Wasen und da. Auf oder an ihm einsame Höfe mit grünem Rasen gegen die Windseite völlig gedeckte Häuser, die halb als Erdhütten ober -höhlen erscheinen. Die Stirnseite aber mit Tür und Fenstern ist mit Holz verplankt, dieses ist dunkelrot gestrichen. Welche Farben: ein leicht- blauer See im Braun der Laven, das Dunkelgrün der Rasen und Hütten und das Tiefrot der Verschalungen, die durch ihre fast vollkommene Lebensleere unermeßlich wirkende Steinwüste braun und schwarz. Am Horizont stehen mit dem zarten atmosphärischen Blau überhauchte Berge. Und die kräftig blaue Kuppel des Himmels ruht auf ihm. Das Auge trinkt sich farbensatt. Weiter fahren wir auf dem schlechten Wüstenwege, und nun senkt sich der Strich der Straße in eine viele Kilometer lange Schlucht mit steilen Wänden: ein junger, dicker, schwarzer L-avastrom brach auf, und das wurde die Schlucht. Unb wir stehen auf dem islänbischen, mittelalterlichen, germanischen Thingfelde. Der See ist dahinten geblieben, fein Zuflußwasser braust durch die Schlucht. Draußen läuft ber Fluß in weiten Schotterfeldern unb vervielfältigt sich in Armen. Große Wiesenflächen breiten sich an seinen Ufern aus, hier und da und einzeln zählbar stehen Gehöfte in Grün und Rot, und den Mittelpunkt dieses dünnen Siedlungskreises bildet eine schlichte weiße Kirche auf einer grünen Terrasse. Hier ist also das Thingfeld. Keine Spur von Ge- bäuben, keine Feldterrasse architektonisch nutzbar ge- macht als Buhne oder Kanzel — alles ist nur Natur. So hat der isländische Germane getagt unb in „All- männerüerfammhmgen" das politische Schicksal der Gesamtheit, Fahrten übers Meer oder die endlosen Stammes- und Familienfehden beraten, wie sie nun einmal germanisch sind, auch öffentliche und zum Teil furchtbare Sittenzucht geübt (in einem nahen Wasser sollen ehebrecherische Frauen ertränkt wor- den sein) — die herbe Welt der Sagas klingt um uns und in uns auf. DerTeufelfährtimZugemit... Was mir ein Dompteur erzählte... Von E. Büsing. Man nannte ihn Ramses den Großen und dachte dabei ganz bestimmt nicht an den altägyptischen König; denn der Namensträger war ein sibirischer Tiger. Groß, mächig, weit ausholend im Schritt. Als sechs Monate altes, kräftig entwickeltes Tier, war er zu feinem Lehrherrn gekommen. Der freute sich sehr, endlich mal wieder einen Wildeingefangenen zu erhalten, werden diese doch oft viel bessere Freunde des Menschen, als die in der Gefangenschaft geborenen Raubtiere. Ramses schloß von sich aus Freundschaft mit seinem Herrn. Er war dankbar für die Menschenliebe, weil sie sein Einsamkeitsgefühl tötete, und er achtete den Menschen, da er dessen überlegene Klugheit empfand. Daher war Verlaß auf diesen Zögling, und der Dompteur war glücklich, daß gerade Ramses, nach echter Sibirer- Art sich zu einem so mächtigen Tiger entwickelte. Ramses hielt Ordnung in der Gruppe, das hieß, ein jeder fürchtete fein Gebiß und seine Schlag- fertigten. Er war fleißig und ehrgeizig und arbeitete gerne. Der Dompteur gebrauchte feine Peitsche nur zum eindrucksvollen Knallen, kein Tier bekam einen Schlag, sie arbeiteten alle, weil Ramses der Große es wünschte. Kamen mal irgendwelche böse Zufälligkeiten während der Arbeit dem Dompteur in die Quer, sei es, daß die Postamente wackelten, ber Tippich Falten schlug, irgenbein Kinb grell unb aufregenb schrie ober bie Scheinwerfer blenbeten, sagte er nur: „Ruhig, Ramses, ruhig!" Dann verharrte Ramses, hochaufgericktet und unbeweglich auf seinem Sockel, als ob er für ein Denkmal Modell säße. Sein Vorbild aber war maßgebend im Tiger- fäfig, in den sehr leicht durch eine Geringfügigkeit Hnruhe kommt. Doch einmal, während einer Reise, überraschte der Naturtrieb des Tigers seinen Herrn auf das Hnangenehmste. Ramses war mit zwei Tigern, die sich beide nicht wohl fühlten, in einem Wagen. Da biß er sie einfach tot. Er merzte das Schwache aus, sein Trieb war so elementar wie ein Naturereignis. Seit der Zeit reifte Ramses stets in einem Käfig allein. So auch damals in dem von langsamen Eisenbahnzügen durchfurchten Rußland der Vorkriegszeit. Es traf sich so, daß Ramses' Käfig in einem vergitterten Eisenbahnwagen stand. Der Dompteur hatte schon während der Fahrt ein sehr sonderbares Jiepen gehört, als er einmal, von der Plattform des anderen Wagens aus, Ramses „Sonder-Abteil" betrat. Auf einer kleinen Haltestelle sah er daher nach dem Rechten. Es hatten sich ein paar Bretter des Käfigs gelöst, Ramses hatte die Deff» nung sofort erweitert und machte nun einen Jn- spektisnsgang durch den Wagen. Als fein Herr das sah, nahm er sofort einen großen Sack mit Fleisch an sich und brachte den in Sicherheit. Sonst hätte Ramses bestimmt das ganze Pferd aufgefressen, das schon, in regelrechte Tigerportionen aufgeteilt, den Reisebedarf für mehrere Tage ausmachen sollte. Im Wagen stand ber zerbrochene Käfig und hing ber große Fellmantel bes Dompteurs, sonst nichts. Na, ba konnte ber Tiger kein Hnheil anrichten. Der Dompteur schlug bie Tür zu und ließ Ramses seine Jnspektionsgänge fortsetzen. Doch ging und ging der Zug nicht von der Stelle. Mit den Anzeichen allergrößten Schreckens floh das Bahnpersonal. Der Bahnsteig war wie leer gefegt. Da wurde mach und nach dem Domteur ein wenig ungemütlich zu Mut. Ob der Zug womöglich in Brand geraten war? Der Dompteur lief den Bahnsteig entlang. Er sah nichts. Er schnupperte, es war kein Brangeruch zu entdecken. Da ging er in das Stationsgebäude, wo das ängstliche Bahnpersonal ihn anschrie: „Der Teufel selbst, der Teufel selbst fährt mit bit im Zuge." Nun, der Dompteur hatte feine Reisegenosfen als lebende Tiere angegeben und von einem mit verfrachteten Teufel war ihm nichts bekannt. Doch hatte er'das unstillbare Verlangen, den kennenzulernen. Heberraschend schnell entdeckte er ihn, und er schüttelte sich im Lachkrampf, denn Ramses hatte seinen Fellmantel heruntergerissen, der wie eine Riesenkapuze nun seinen mächtigen Kopf umgab, und diesen stemmte er, gestützt auf feine breiten Pranken, gegen das Fenster. Da blieb dem Dompteut nun gar nichts anderes übrig, als sich Hammer und Nägel zu besorgen, Ramses den Großen nach wildem Hin- und Herjagen in den Transportkäfig zu sperren und den fein säuberlich zu vernageln, damit Ramses Neugierde nicht noch an anderen Haltestellen Zugverspätungen Hervorrufe. Das widerstrebende Bahnpersonal brachte er, halb. mit Gewalt, halb mit Güte, unter andauerndem Zureden an die Arbeit, und so konnte dann nach einstündigem unfreiwilligem Aufenthalt der Zug, der Ramses barg, sich wieder in Bewegung setzen. Nr. 255 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, Zl. Oktober i i ; i t i R r ♦ ie !N rn Ti iel Ti nb ht In en el, )er fer mg :nn ire. ZU' jä in; v Der W her 5on* sah paar D# Inda; lei|ch hätte , das den sollte. Hins nichts. . Der seine stelle. , das efegt. genig h in ahn' j war . X* 1 ssoNltt s« ne# nd * < * itnß frei»’ [ 'm II t#™ <... . ■ >■ ■ * * « < »■ O K * * » « • * * . ♦ ♦ * ♦ « fA ■ * ♦ e . „ WM schen Arbeiter die Augen geöffnet für den großen Reichtum unserer deutschen Kultur, für die Schönheiten unserer deutschen Heimat. Weil die SPD. auch auf diesem Gebiete dem deutschen Arbeiter aller versprochen, aber nichts gehalten, weil sie auch hier den deutschen Menschen betrogen und verraten hat, deshalb mußte sie zugrunde gehen. Wir werden niemals das deutsche Volk verraten, wir werden uns immer als Treuhänder des deutschen Volkes fühlen, wir werden immer als höchstes für uns in Anspruch nehmen, daß wir lieber zum Sterben bereit sind, wenn nur das Volk leben kann. (Großer Beifall.) Keiner von uns allen hat die Kraft besessen, das durchzuführen, was der Führer ganz allein geschaffen hat für das deutsche Volk. Daran müssen wir immer denken; wir dürfen niemals vergessen, daß dieser einzelne Mensch im deutschen Volke seine Lebensaufgabe darin sieht, alle deutschen Volksgenossen zusammenzuführen Daraus müssen wir für uns die Verpflichtung entnehmen, daß wir nach diesen großen Gedankengängen leben müssen. Bergarbeiter von der Buderus-Grube bei Hungen in der kleidsamen Tracht der Bergknappen als Zuhörer in der Versammlung. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) ihr gelungen ist, das Vermögen der deutschen Arbeiter in den Gewerkschaften zu retten. Heute ist die Möglichkeit wieder geschaffen, daß die Versorgung des einzelnen Menschen durch die DAF. wieder vorgenommen werden kann. Dabei muß es immer Ziel des Strebens bleiben, durch ein kleines Opfer des einzelnen dahin zu kommen, daß der Arbeitskamerad für die Tage seines Alters versorgt werden kann. Hierzu muß jeder einzelne bereit sein, opferfreudig für den anderen einzutreten. Hierbei müssen wir uns finden als Mensch zum Menschen. Die Deutsche Arbeitsfront ist niemals eine Gewerkschaft im alten Sinne. Wir machen restlos Schluß mit allem, was unnatürlich war. Die DAF. betrachtet ihre Aufgabe als Arbeit für das Volk. Die DAF. wird restlos alle Minderwertigkeitskomplexe bei den einzelnen Menschen vernichten, sie wird in jedem Volksgenossen das Bewußtsein der Ehre wecken und vertiefen, sie will die Verbindung von Mensch zu Mensch durchführen. Auf sozialpolitischem Gebiete wird sie alles tun, was früher von den einzelnen Verbänden wahrgenommen wurde, aber sie wird dabei jedes klassenkämpferische und jedes liberalistische Denken ausschal- t e n ; sie vertritt den Wirtschaftsführer und die Wirtschaftsgefolgschaft, sie will Vermittlerin zwischen diesen Volksgenossen sein und sie zusammenführen, sie will Treuhänderin sein des Opfergeistes des deutschen Volkes, sie will die weltanschaulichen Gedanken Adolf Hitlers in das deutsche Volk hineintragen und überall das Bewußtsein wecken, daß alle deutschen Menschen zusammengehören. Der Arbeiter hat früher nie einzig und allein um materielle Dinge gekämpft, er ersehnte immer die Volksgemeinschaft. Was er am schmerzlichsten fühlte war, daß die anderen Volksgenossen ihn als minderwertig ansahen. Und dabei ist es doch so, daß die schwielige Hand des deutschen Arbeiters auch in der Vergangenheit wertvoller war, als die goldberingte Hand des ewigen Juden. (Großer Beifall.) Hätten sich in der Vergangenheit die Wirt- schaftsführer und ihre Gefolgschaft die Hände gereicht, hätten wir 1918 das besessen, was wir heute besitzen, hätten wir damals schon Adolf Hitler gehabt, dann hätte das deutsche Volk niemals ein Diktat von Versailles bekommen. Der deutsche Arbeiter wäre auch damals voll Hingebung vor das deutsche Volk getreten, und dieses Volk wäre lieber gestorben, als das Sklavenlos auf sich zu nehmen. In der DAF. haben wir nun die Volksgemeinschaft geschaffen. Ich möchte aller? Wirtschaftsführern und allen Gefolgschaften sagen: Handeln Sie nach dieser Volksgemeinschaft und nach den Hinweisen der DAF. Ich sehe in meinem Bezirk jeden Wirtschaftsführer als Amtswalter der D A F. an. Als Amtswalter muß er vorbildlich sein. Wenn der einzelne Amtswalter vorbildlich ist, gestaltet sich schließlich auch das ganze Volk so. Wir können stolz darauf sein, daß wir Mitarbeiten dürfen an dem großen Werke Adolf Hitlers. Heber allem steht dabei immer nur eines: das deutsche Volk! Gemeinnutz geht vor Eigennutz! Des Volkes Wohl ist oberstes Gesetz! Diese Grundsätze müssen Richtschnur und Leitstern für die Handlungen jedes einzelnen sein. Wenn dieser Weg eingehalten wird, dann ist dem Wohle des ganzen Volkes und damit auch dem einzelnen gedient. Wie falsch war es z. B. früher, den deutschen Arbeiter nicht teilnehmen zu lassen an den großen Werken unserer Dichter und Denker. Und wie richtig und gut ist es, was heute von der RS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" durchgeführt wird. Jetzt werden dem deutschen Menschen, dem deut- Wenn wir so an unsere Aufgabe Herangehen, bann wird einst an unserem Grabe ein neues Geschlecht sagen: Diese haben ihre Pflicht und Schuldigkeit getan! Sie haben nicht versagt, sie haben eines geschaffen: Die Rettung unseres Volkes unter der Führung Adolf Hitlers! (Langanhaltender stürmischer Beifall.) Nach dem gemeinsamen Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes sprach Pg. Wagner, Gießen ein kurzes Schlußwort, in dem er nach Dankeswor» ten an Pg. B e ck s r die Versammlung aufforderte, die Gedanken des Redners sich ins Herz einzugraben und in die Tat umzusetzen, um dadurch dem Führer die Treue zu bekunden. Mit großer Begeisterung stimmte hierauf die Versammlung dem von Pg. Wagner als Treugelöbnis'für den Führer ausgebrachten dreimaligen Sieg- und Hitler-Heil zu. Anschließend wurde gemeinsam der erste Vers des Horst-Wessel- Liedes gesungen. Mit dem feierlichen Ausmarsch der Fahnengruppen fand die Kundgebung ihren Abschluß. Aus der Provinzialhauptsiadi. Luihergeist. Bon Pfarrer Seemann, Schwickartshausen. Der 31. Oktober bleibt ein Markstein auf dem Schicksalsweg des deutschen Volkes. Es mag ja sein, daß er, von außen her betrachtet, eine Spaltung, eine Trennung bedeutete. Aber wenn das in Gott gebundene Gewissen aufschreit, so gibt es keine Rücksicht mehr auf äußere geschichtlich gewordene Bindungen. Aus dem Heroldsbuch wahrer Propheten ertönt die Stimme Gottes, die ein Einzelner, ein Volk, die Menschheit nicht ohne Schaden überhören darf. — Die kleine Biographie des „jungen Luther" (das Beste über Luther, was man jetzt lesen kann) beginnt mit den Worten: „Man kann Luther, sein Werk und seine Sendung nicht verstehen, wenn man ihn nicht als auerwähltes Rüstzeug des lebendigen Gottes, als religiösen Genius, als Deutschen begreift". Man macht sich diese Bezeichnungen aufs freudigste zu eigen. Selbstverständlich war Luther nicht ein zeitloser, blutloser Schriftgelehrter, sondern der deutsche Prophet, in dem die göttliche Sendung und die deutsche Volksseele sich zum religiösen Genius vereinigten. Aber daß wir seiner nach 400 Jahren noch so freudig hankbar, so wie gegenwärtig liebend gedenken, ja daß wir das kaum noch in Worten auszudrückende Gefühl haben, ihm durch Not und Größe der Letztzeit und Gegenwart nähergerückt zu sein, als es je ein deutsches Geschlecht vor uns war, ihm, der nach einem Wort Ernst Moritz Arndts „den Geist des Christentums gleichsam bei seiner leuchtenden Flammenspitze faßte" — alles in der Gesinnung und nichts in seinem Wert „und der diese Flammenspitze wie einen Feuerbrand hineinschleuderte nicht in einen Kirchenraum nur, sondern in sein Volk", — das wäre nicht, wenn er nicht das Rüstzeug des lebendigen Gottes gewesen wäre. Tote Götter, Bilder eines Zeitgeistes, schafft sich der Mensch selber aufs eifrigste als Beweise, wie gut und religiös er doch im Grunde ist, als letzte Sicherungen seiner diesseitigen Lebensanschauung, als letzte Bollwerke gegen den gefürchteten lebendigen Gott. Aber diesem, dem Einen und Wahren, kann niemand willkürlich nahen, sondern e r erzieht Menschen und Geschlechter, wann und wie er will. Er handelt mit den Menschen durch das Schicksal und er deutet das Schicks durch seine Propheten. Und einer dieser Propheten, der deutsche Prophet, der Verdeutscher der Bibel und des Evangeliums, war Luther. Er war kein bloßer Heber- setzer, kein sklavischer Nachahmer, auch kein auf- Der Arbeiter im Aufbau des neuen Reiches. Der Bezirkswalter der DAF. Pg. Becker-Frankfurt spricht in der Gießener Volkshalle. Der Ruf der Kreiswaltung Gießen der Deutschen Arbeitsfront zu der Kundgebung am gestrigen Dienstagabend in der Gießener Volkshalle hatte ein starkes Echo ausgelöst. Die Volkshalle war so stark gefüllt wie wir sie nur bei ganz großen Gelegenheiten'gesehen haben. Es durste nicht zu hoch geschätzt sein, wenn wir die Zahl der Besucher auf rund 6000 beziffern, die aus Gießen und aus dem Kreise gekommen waren. Ein malerisches Bild kam dadurch in die Versammlung, daß eine große Gruppe von Bergleuten der Buderuswerke in der schmucken Tracht der Bergknappen erschien. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter der Stabführung des Musikzugführers Herrmann erfreute die Volksgenossen bis zum Beginn der Versammlung mit seinem ausgezeichneten musikalischen Können, das ihm mit Recht den starken Beifall der Menge eintrug. Der Hauptredner des Abends, der Landesobmann der NSBO und Bezirkswalter der DAF., Pg. Becker, Frankfurt, erschien in Begleitung der Pg. Klostermann und Schimmel. Der Kreiswalter der DAF. Pg. Wagner, Gieren eröffnete nach dem feierlichen Einmarsch der Fahnengruppen die Versammlung mit herzlichen Worten des Willkommens, der neben den Arbeitskameraden vor allem auch den Pg. Klo st ermann und Pg. Becker galt. Der Redner wies dann darauf hin, daß die zur Zeit in Gießen weilenden deutschen Brüder und Schwestern von der Saar in der Volkshalle anwesend seien und er bat die saardeutschen Gäste, in ihr schönes Land die Ueber- aeugung mitzunehmen, daß das Deutschland unseres Führers Adolf Hitler ein Land der Sauberkeit, der Ordnung, der Arbeit und der volksgemeinschaftlichen Verbundenheit sei. Hierauf sprach Pg. Willi Becker, Frankfurt der von der Versammlung mit Beifall begrüßt wurde. Der Redner, der als Landesobmann der NSBO und Bezirkswalter der DAF. zum ersten Male in Gießen sprach, sagte in seiner Rede u. a.: Der Führer sprach beim zweiten Arbeitskongreß in Berlin den Satz aus: „Die NSBO. und die DAF. haben bis heute alles richtig gemacht." In dieser Anerkennung kam zum Ausdruck, daß der Führer mit der Arbeit der NSBO. und der DAF. zufrieden war. Der Führer hat nun durch feinen jüngsten Erlaß die Deutsche Arbeitsfront zu einem Glied der NSDAp. gemacht. Der Erlaß des Führers ist eine Anerkennung für die Arbeit der Deutschen Arbeitsfront. Wir erinnern uns dabei der Tatsache, daß der Führer, der größte Deutsche unter uns, keinen größeren Ehrgeiz besitzt, als am Ende seines Lebens von seiner Arbeit Einst waren die Betriebe die Stätten, an denen das schaffende deutsche Volk auseinandergerissen wurde, wo Betriebsführer und Arbeiterschaft gegeneinander standen. Einst war es auch schwer, Betriebspionier der NSBO. zu sein und die anderen Volksgenossen von der Richtigkeit der Idee Adolf Hitlers zu überzeugen. Die DAF. hat nun die Kluft zu schließen, die einst Marxismus und Liberalismus in unserem Volke gerissen haben. Ich bitte die Wirtschaftsführer, restlos zu brechen mit dem, was früher ihre Gedanken beherrschte, und bereitwilligst mit allen Volksgenossen mitzugehen. Und ich bitte die Wirtschaftsgefolgschaft, zu erkennen, daß der Marxismus den deutschen Menschen nur ins Elend brachte, ferner sich bewußt zu werden, daß heute auch für den deutschen Arbeiter wieder von dem Gesetz der Ehre gesprochen werden kann und keiner sich gegen dieses Gesetz vergehen darf, weiter zu bedenken, daß wir alle gemeinsam den Weg gehen müssen, der zum Aufbau führt und daß nicht von heute auf morgen ein so großes Werk wie der Jlatio- nalsoziatismus verwirklicht werden kann, daß ein Volk nur durch Opfer groß wird, wenn auch der einzelne bereit ist, zu opfern, daß der Mensch auf der anderen Seite, der Wirtschaftsführer, deshalb noch nicht ein schlechter Mensch zu sein braucht, daß wir alle miteinander verbunden sind auf Gedeih und Verderb. (Starker Beifall.) Wenn diese Erkenntnisse auf beiden Seiten herrschen, dann werden wir auch unser Ziel erreichen: Blühende Betriebe und ein zufriedenes Volk! Wenn heute einzelne Kräfte wieder wach werden, die glauben, durch ihre Machenschaften das Vertrauen zu dem Führer der nationalsozialistischen Weltanschauung stören zu können, so kann ich ihnen nur sagen: Sie mögen sich nicht täuschen! Unsere Bewegung ist willens, mit allen Mitteln die Seele des Volkes zu erobern, um die Seele des Wirtschaftsführers und des deutschen Arbeiters zu ringen. Wenn sie sieht, daß man dieses gewaltige Aufbauwerk des deutschen Volkes zu stören versucht, bann wird sie auch brutal und hart fein können und jeden zu treffen wissen, der diese Störung unternimmt. Wir werden es uns nicht gefallen taffen, daß dieses Werk gefährdet wird, wir werden die ganze Kraft der Bewegung dagegen einfehen. Ich warne die Arbeiterschaft bewußt, etwa den Einflüsterungen der aus dem Auslände kommenden kommunistischen Emissäre nachzugehen. Ich warne aber auch einzelne Wirtschaftsführer, das Vertrauen des deutschen Volkes zu stören. Wer gegen uns steht, steht gegen das Volk! Wir sind stolz darauf, daß der deutsche Arbeiter derjenige ist, der begriffen hat, was die Weltanschauung Adolf Hitlers In Erwartung des Einmarsches der Fahnengruppen; von links nach rechts: Landesobmann der NSBO. und Bezirkswalter der DAF. Pg. B e ck e r (Frankfurt); Pg. Klo st ermann; der Adjutant des Kreisleiters, Käppele; Pg. Schimmel; Pg. Wagner (Gießen). — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) lagen zu dürfen: Ich habe dem deutschen Volke den Rutschen Arbeiter zurückerobert. Mit seinem jetzi- «n Erlaß hat der Führer den deutschen Arbeiter ds organisches Glied in sein Aufbauwerk einge- jügt. Diese Tat bedeutet für uns eine Verpflichtung dem Führer gegenüber, sie bedeutet, daß wir immer mehr an uns zu formen und umzugestalten l aben, damit auch der letzte Rest von liberalistischem tiber marxistischem Denken verschwindet. Dieser Erlaß bedeutet, bah das einst Trennende nunmehr verschwindet und die deutschen Volksgenossen zusammengefügt werden zu einer Einheit, daß ein Volksgenosse sich zum andern finden muß, ein Band geschaffen wird zwischen Wirtschaflsführer und Wirtschaftsgefolgschaft, die zusammengehören als eine Einheit, die Bande der Blutsverbundenheit aller deutschen Menschen stärker fein müssen als alles materielle Denken. 2»ie Idee des Führers, von ihm geboren, selbst er- l.bt und in wunderbarer Kraft anderen Menschen mitgeteilt, muß nun auch innerhalb der Wirtschaft überall zur Tat werden und Gestalt gewinnen. Sarum müssen wir vor allem Schluß machen mit allen Dingen der Vergangenheit. Wenn der Führer großmütig dem ganzen Volke die Hand gereicht hat, [o hat der einzelne dem anderen Volksgenossen Nichts mehr nachzutragen. Die Deutsche Arbeitsfront will die Volksgemeinschaft von unten herauf gestalten und formen. für ihn bedeutet. Es gab eine Zeit, in der man den Arbeiter als minderwertig ansah. Jetzt ist damit Schluß gemacht worden. Beim deutschen Arbeiter wird das Minderwertigkeitsgefühl beseitigt, er ist auf dem Wege, den Adel der Nation darzustellen. Wir erkennen nur einen Adel an, den Adel der Arbeit. Darum haben wir die Arbeit zum Ehrentitel der Nation erhoben. Wir haben bewußt von Hand- und Kopfarbeitern gesprochen, bewußt beide zusammengefügt, bewußt den Geistesarbeiter auch als Arbeiter bezeichnet. Wer arbeitet und mit der Arbeit verbunden ist, trägt mit zum Leben dieses Volkes bei und hat darum einen Ehrenplatz in der Nation. Auch der Wirtschaftsführer ist Träger dieses Ehrentitels, wenn er mitarbeitet. Der Wirtschaftsführer muß diesen Ehrentitel aber auch dem Volksgenossen in seinem Betriebe zukommen lassen und den arbeitenden deutschen Menschen als Arbeiter gleichberechtigt ansehen. Diese Umformung des Denkens bedeutet die Erkenntnis, daß durch die Deutsche Arbeitsfront und durch den neuen Erlaß des Führers ein geeintes Volk geschaffen wird, das gemeinfam den Weg geht, der zur Sonne emporführt. Es ist kein Zufall, daß wir Zeitgenossen Adolf Hitlers sind und erleben, wie dieser 9r°Be Mensch fein Werk durchführt, das ist kein Zufall, sondern Gesetzmäßigkeit. Es ist auch kein Zufall, daß dieser große Mann in der Klarheit und Stärke seines Willens das deutsche Volk nach oben führt. Der Name Adolf Hitlers wird für immer in der Weltgeschichte verzeichnet sein. Die nachkommenden Geschlechter werden uns beneiden, daß wir Zeitgenossen dieses größten Menschen waren. Die Geschichtsforscher werden einmal von Adolf Hitler feftfteüen müssen, daß er unbestritten der größte politische Führer aller Zeiten und Völker ist. (Starker Beifall.) Darum ist es auch nicht verwunderlich, daß vor allem die Jugend diesem großen Manne so bereitwillig zugeströmt ist und daß manche Eltern erst durch ihre Kinder ihm zugeführt wurden. Wenn wir heute auf die Arbeit der DAF. zurück- blicken, so müssen wir vor allem feststellen, daß es lösender Revolutionär, sondern gewissermaßen ein „(Erfüller". Wenn es wirklich so wäre, daß das Christentum auf deutschem Boden etwas Artfremdes wäre, so wäre zu seiner Abstoßung damals der Zeitpunkt ungeheuer günftig gewesen; in Italien, im Ursprungsland der römisch-katholischen Kirche, herrschte bereits ein verblüffendes Heidentum und warum hätte nicht in Deutschland dasselbe möglich sein sollen? Es war alles bereit dazu und die Wahrscheinlichkeit, daß der Zeitgeist sich in einem Ulrich von Hutten verkörperte, war viel größer, als daß dies in einem Luther geschah. Es ist nicht so gekommen, sondern in einem Volk, politisch so zerrissen wie möglich, ging mit einem Male das Unerwartetste und Unwahrscheinlichste wie ein Stern auf und zog aller Augen auf sich: jene Flammenspitze des Evangeliums: Alles in der Gesinnung, nichts in der Form! — Wir sagen: Der lebendige Gott kann, wenn er will, auch alle Interessen, Art- gemäßheiten und sonstige Relativismen durch alle Sinnlichkeit und alle Furcht des Menschenherzens hindurch in eine Tiefe reden, wo e r ohne weiteres erkannt wird. Das ist die Tiefe, wo in uns allen das Unbedingte wohnt, das Gewissen, das Organ für Gott. Alles im Gewissen, nichts an der Oberfläche des Tuns. Das war Luthers „Erfüllung" des I. Glaubensartikels an Gott den Schöpfer und Herrn: die Befreiung des christlichen Glaubens an den lebendigen Gott von den Verschanzungen der antik-mittelalterlichen Werkgerechtigkeit. Aber wie das Gesagte auf deutschem Boden immer wieder wahr wird, wie die ernst genommene deutsche Not immer wieder zu dem persönlichen lebendigen Gott treibt, dafür noch ein leuchtendes Beispiel: E. M. Arndt. Als Arndt als Flüchtling in Rußland den „Katechismus für deutsche Soldaten" schrieb, war er 43 Jahre alt, in einem Alter, wo der reife Mann seine Ueberzeugung kaum zu wandeln pflegt. Aber dieser Katechismus bezeugt eine große „Sinneswandlung". Wenn damals alle Welt Napoleon als den Gottesgesandten pries, dem gegenüber jeder Widerstand nutzlos sei, so konnte Arndt jetzt gerade das Geschlecht der Befreiungskriege zur Tat aufrufen, zum Kampf gegen den Feind des Friedens, den Zertrümmerer der Völker und deutscher Ehre. In seiner Jugend hatte Arndt noch einem antik-heidnischen Schicksalsglauben gehuldigt. Jetzt beseelte ihn ein inbrünstiger Glaube an die Macht, die das Gerechte will und die Verletzung ihrer ewigen Ordnung ahndet. Nur solcher Glaube konnte die Menschen mit der Kraft für die große Befreiung erfüllen. Daher glaubt er an Gott als „umfassenden Täter, als absolute, allmächtige Verson". „So tritt das Gewaltige in dem Schicksal, das Göttliche über dem Schick- s a l aber in einzelnen Wundererscheinungen in die Welt" (Aus. Hans Kern: E. M. Arndt, der ewige Deutsche.) Das größte dieser Offenbarungswunder ill Christus. Dkefe Ueberlegungen ließen Arndt den Anschluß an das protestantische Christentum finden, ja er wurde selbst ein streitbarer Kämpfer im Geiste Luthers. Der Allerheiligentag in Hessen. Da die Vorbereitungen für den Erlaß einer endgültigen Verordnung über den Schutz staatlich nicht anerkannter kirchlicher Feiertage in Hessen noch nicht abgeschlossen sind, ordnet der hessische Staatsminister — Abt. la, Polizei — für den Allerheiligentag am 1. November 1934 die gleiche Regelung wie für den Mariä Himmelfahrtstag an. Der Allerheiligentag kann daher für dieses Jahr in den überwiegend katholischen Gemeinden entsprechend dem bisherigen Brauch gefeiert werden. Vornolizen. — Tageskalender für Mittwoch. Ortsgruppe Gießen-Süd: 20.30 Uhr, Hotel Kobel, Zelle 1, Zellenversammlung. — NSLB. Kreis Gießen: 16 Uhr, Cafö Leib, Kreisversammlung; Arbeitsgemeinschaft „Musik", 14.30 Uhr, Singsaal des Lyzeums, Orchesterprobe. — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Traviata"» — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.r „Krach um Jolanthe". — VDA. Ortsgruppe Gießen: 20.15 Uhr, Aula der Universität, Graf Luckner erzählt aus dem Leben des Seeteufels. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr, Gemäldeausstellung. OerTag der Hausmusik und dieGchule. Die Ministerialabteilung für Bildungswefen, Kultus, Kunst und Volkstum hat zum Tag der deutschen Hausmusik am 20. November folgende Der- fügung an die Direktionen der höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichtsanstalten und an die Kreis- und Stadtschulämter gerichtet: „Um unser Volk auf die Notwendigkeit einer planmäßigen und nachdrücklichen Pflege der Hausmusik hinzuweisen, hat die Reichsmusikkammer eine Arbeitsgemeinschaft für Hausmusik eingerichtet und dieser auch die Durchführung des Tags der deutschen Hausmusik übertragen. Zum Mitarbeiterkreis dieser Arbeitsgemeinschaft gehören wesentlich die Schulen. Durch sie kann eine unmittelbare Verbindung zu der begabten Jugend geschaffen werden. Dann ist die Zusammenarbeit zwischen Schulmusiklehrern und freien Musikerziehern eine der wesentlichen Voraussetzungen für die erfolgreiche und gründliche Belebung der Hausmusik und für die Werbung des Verständnisses in der Jugend für den Wert eigener musikalischer Betätigung. Schulräume kommen für musikalische Veranstaltungen in besonderem Maße in Betracht. Um die Vorbereitungen aller Veranstaltungen zum Tag der deutschen Hausmusik umfassend durchführen zu können, empfehlen wir, in allen größeren Orten zwecks Bildung eines Arbeitsausschusses mit der Ortsmusikerschaft der Reichsmusikkammer bzw. mit dem städtischen Musikbeauftragten die Verbindung sofort aufzunehmen. Die Größe und Zusammensetzung dieses Ausschusses hängt ganz von den örtlichen Verhältnissen ab. Wichtig ist ferner die Fühlungnahme mit den Kulturämtern der Partei, Arbeitsfront, NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", NS.-Frauenschaft und Hitler-Jugend. Die reibungslose Durchführung aller Schulveranstaltungen ist durch diese Ausschüsse zu regeln." Das Gesetz über das Schlachten von Tieren. Das Kreisamt Gießen veröffentlicht im neuesten Amtsverkündigungsblatt die nachstehende Bekannt- machung des Hessischen Staatsministers vom 24. Oktober 1934 betr. das Gesetz über das Schlachten von Tieren vom 21. April 1933, mit dem Auftrag an die Polizeidirektion Gießen, die Ortspolizeibehörden und die Gendarmeriestationen des Kreises, die Befolgung dieser Vorschriften zu überwachen. In der Bekanntmachung heißt es: Nach §1 des Gesetzes über das Schlachten von Tieren, vom 21. April 1933, sind warmblütige Tiere beim Schlachten vor der Blutentziehung zu betäuben. Der § 4 der Verordnung über das Schlachten von Tieren, vom 21. April 1933, besagt, daß mit der Blutentziehung erst nach oorangegangener Betäubung begonnen werden darf. Die Betäubung kann nach § 6 dieser Verordnung neben anderem auch mittels elektrischen Stromes erfolgen unter der Voraussetzung, daß die dazu in der Praxis erprobten und bewährten Apparate verwendet werden. Diese Apparate müssen so eingerichtet sein, daß Unfälle durch Berührung stromführender Teile nicht Vorkommen können. Sie dürfen nur durch unterwiesenes Personal gehandhabt werden. Die Art und Methode der Blutentziehung nach erfolgter Betäubung bleibt dem Ermessen des Schlachtenden überlassen. Das Hessische Staatsministerium (Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege) hat hierzu Folgendes anaeordnet: Die Erlaubnis zur Aufstellung solcher Apparate zur elektrischen Betäubung von Großvieh und Kälbern bedarf jedesmal ministerieller Genehmigung. Letztere wird nur erteilt für öffentliche Schlachthäuser, die unter einer geregelten veterinärpolizeilichen bzw. tierärztlichen Aufsicht stehen. Die elektrische Betäubung von Großvieh und Kälbern darf nur durch einen besonders unterwiesenen Schlachthofangestellten in Gegenwart eines tierärztlichen Beschauers vorgenommen werden. Die Verwendung elektrischer Betäubungsapparate für Großvieh und Kälber in den Einzelmetzgereien der Gemeinden ohne Schlachthauszwang ist verboten. Oie UeSerwachuug der Fleifch- und Wurstpreise. Das Kreisamt Gießen veröffentlicht im neuesten Amtsverkündigungsblatt die im „Gießener Anzeiger" Nr. 250 vom 25. Oktober bereits abgedruckte Anordnung des Hessischen Staatsministers Jung über die Fleisch- und Wurstpreise in Hessen. Das Kreisamt beauftragt die Ortspolizeibehörden und die Gendarmeriestationen des Kreises, die Durchführung dieser Anordnung streng zu überwachen, insbesondere in der Richtung, daß ab 1. November 1934 1. die Fleischwaren in den Verkaufsläden der Metzgereien nach Qualitäten gekennzeichnet werden, 2. genügend Fleisch und Wurstwaren zu billigeren als den in der Anordnung des Staasministers angegebenen Höchstpreisen in den Metzgereien feilgehalten werden oder mit anderen Worten, daß Durchschnittswaren im wesentlichen zu den gleichen Preisen wie bisher den Verbrauchern zur Verfügung stehen. Sollten Verfehlungen zur Kenntnis der Polizei oder der Gendarmerie kommen, so ist dem Kreisamt umgehend zu berichten. Oie Verlosung von Auslosungsrechten der städtischen Ablösungsanleihe. Die Bürgermeisterei veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil das Ergebnis der Verlosung von Auslosungsrechten der Ablösungsanleihe der vor dem Bahnhofsgebäude hielt das große dunkelblaue Auto Direktor Kutschners. In heiterem Geplauder schritt Edelgard neben Direktor Kutschner dem Wagen zu. Der Chauffeur öffnete ehrerbietig den Schlag. Beide fliegen ein. Der Chauffeur nahm seinen Platz ein. Schon glitt das Auto in schneller Fahrt die Straße entlang und war bald den Blicken Willy Frankes entschwunden. Er sah dem blitzenden Gefährt nach. Das hätte Aenne Lehmann sehen sollen, das freche Dina. Jetzt hätte sie ihm geglaubt. Fein hatten die beiden es sich ausgedacht. Gleich vom Büro zusammen miteinander fortzufahren, das wagten sie doch nicht. Vor allem nicht dieser ehrbare Direktor Kutschner. Hatte er ihm, Willy Franke, nicht einmal erklärt: „Herr Franke, eine der jungen Damen in der Korrespondenzabteilung hat sich darüber beschwert, daß Sie nicht immer den sachlichen Ton festhielten, der im Interesse einer geordneten Zusammenarbeit nötig ist. Ich sage Ihnen mit aller Bestimmtheit: Wer sich hier im Betriebe auch nur das Geringste einem jungen Mädchen gegenüber zuschulden kommen läßt, hat seine Kündigung zu gewärtigen. Ich bitte, sich danach zu richten." Diese Worte kamen Willy Franke angesichts seiner Entdeckung wieder in den Sinn. Da sah man, wie weit es mit der Sittenstrenge des „Alten" her war' Seine moralischen Richtlinien galten auch nur für die Angestellten, aber nicht für ihn selbst. Kutschner hatte wohl mcht geglaubt, daß man seiner Freundschaft zu Edelgard von Dönitz auf die Spur kommen würde. Er hatte sein Auto vermutlich schon alle Tage an diesen abgelegenen Bahnhof bestellt, um bann ungestört mit Edelgard daoonfahren zu können. Ader wenn man ihn, Willy Franke, überlisten wollte, dann mußte man früher aufstehen. Nun, es würde einmal doch die Stunde kommen, wo ihm sein Wissen eine wertvolle Waffe gegen diese hochnäsige Edelgard werden würde. Willy Franke war denn wohl auch der einzige der die Nachricht von der Abberufung Direktor Kutschners mit Freude aufnahm. Alle anderen hier im Betriebe bedauerten es. Die Nachricht schlug wie eine Bombe ein. In allen Abteilungen sprach man davon. Und alle Stimmen waren sich einig darin wie schöbe es wäre, einen so gerechten Chef wie Direktor Kutschner zu verlieren. Freilich, er hatte viel von seinen Untergebenen verlangt, er war rücksichtslos, wo er Unfähigkeit ober Trägheit gesehen hatte. Aber er war auch bereit, Tüchtigkeit und Streben anzuerkennen unb oor allem, er hatte ein Herz für persönliche Not. Manch einer ber Angestellten, in besten Familie Krankheit ausgebrochen, hatte bie Milbtätigkeit Kutschners zu spüren bekommen. Manch einer ber um eines kleinen Versehens willen für sein Fortkommen unb seine Stellung gefürchtet, war von Kustchner mit ein paar ernsten, aber menschlichen Worten wieder ins rechte Gleis gebracht worben Alle hatten gern ihre besten Kräfte an bie Arbeit gesetzt. Denn Kutschner selbst war ein Vorbild an MMMMeisl? Roman von Klothilde v. Stegmann. 3. Fortsetzung. Nachbruck verboten! Dabei sah sie sich, Zustimmung heischenb, im Kreise ihrer Kolleginnen um, unb all die Mädels, die Blonden unb bie Braunen, bie Leichtsinnigen unb bie Ernsten, nickten Aenne Lehmann zu. „Nein, nie unb nimmer würbe man von Ebelgarb von Dönitz etwas Schlechtes glauben." Willy Franke wurde wütend. „Na, und wenn ich's euch beweisen würde?" fragte er herausfordernd. „Die beiden haben sich ja gestern abend so zärtlich voneinander verabschiedet. Und ber Alte hat richtige Glubschaugen gemacht, unb eine Stimme hat er gehabt wie ein Troubadour, wie er gesagt hat: Ich komme bald wieder, vielleicht schon morgen. Na, da kann sich ja mal eine von euch mit mir zusammen am Bahnhof Wannsee aufbauen. Da werdet ihr sie ja sehen, die feine Edelgard, unb ihren Freunb. Wie roär’s benn, Fräulein Aenne? Ich bin gern bereit, Sie zu begleiten." Aenne Lehmann roanbte sich verächtlich ab. „Ich verzichte auf Ihre Begleitung, Herr Franke! Und daß Sie's nur wissen, hier von uns Möbels gibt sich keine bazu her, bem Fräulein von Dönitz nachzuspüren. Für bie leg' ich meine Hanb ins Feuer." „Das sollten Sie lieber nicht tun", sagte Willy Franke. „Wäre schade um die Hand, bie doch so süß ist." Er versuchte dabei, nach Aenne Lehmanns Finger zu greifen. Klatsch! Willy Franke fuhr zurück. Aber Aenne Lehmann hatte gut gezielt. Schon sah eine Ohrfeige ihm im Gesicht. „Finden Sie die Hand jetzt auch noch so süß?" fragte sie, als er sich mit einem wütenden Gesicht die hochrot gewordene Wange rieb. „Damit Sie nun endlich Ihren bösen Mund halten. Und damit Sie's wissen: Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten." „Den Schlag werde ich Ihnen heimzahlen!" sagte Willy Franke rasend, unter dem hellen Gelächter ber umstehenden jungen Mädchen. „Ich werde mich beim Personalchef über Sie beschweren!" Aenne Lehmann war schon an der Tür: „Warum denn nicht gleich bei Herrn Direktor Kutschner selber, Herr Franke? Wollen wir gleich gehen? Na, denn man los! Ich nehme dann bie Mädels hier alle als Zeugen mit. Es wird Herrn Direktor Kutschner außerordentlich interessieren, warum ich Ihnen eine geklebt habe. Sie wollen sich wohl noch besinnen? Bitte schön, ganz wie Sie meinen. Und wenn Sie sich doch noch beschweren wollen, dann holen Sie mich doch bitte im Labora- torium ab. Sehen Sie, wenn's zu Herrn Direktor Kutschner geht, da lasse ich mich sogar von Ihnen In der Folgezeit hütete sich Willy Franke, weiter über Edelgard zu reden. Ein paarmal war er ihr abends heimlich nachgegangen, um zu sehen, ob sie sich irgendwo mit Direktor Kutschner träfe. Und wirklich, an einem Abend hatte er Glück. Er hatte Edelgard von dem Büro bis zu dem Vorortbahnhof verfolgt, der unweit des Werkes lag. Neben ihr war er in ein Abteil gestiegen, von ihr ungesehen. Zu seinem Erstaunen stieg Edelgard aber bereits an ber nächsten Station aus. Warum tat sie bas? Sie mußte boch mit ber Bahn bis weit nach bem Westen fahren, um ben Anschluß nach Wannsee zu bekommen. Wenn ba nur nichts bahintersteckte! Im letzten Augenblick, als ber Zug schon roieber anfuhr, sprang Willy Franke noch aus dem Abteil. Edelgard war schon in bem Menschengebränge am Bahnhofsausgange untergetaucht. Aber er sah ihr kleines blaues Jäckchen unb den kleinen blauen Hut immer wieder zwischen ben Menschen auftauchen. Eilig ging er hinter ihr her, bie Treppe hinunter. Unb ba blitzte es triumphierenb in seinen Augen auf. Dort an ber Sperre stand Direktor Kutschner, jetzt lüftete er ehrerbietig den Hut. Ein freudiges Lächeln stand in seinem Gesicht, als er Edelgard begrüßte. Willy Franke ließ absichtlich zwei, drei Leute vor sich durch die Sperre gehen. Dann erst folgte er. Und nun sah er, was er schon erwartet hatte: I begleiten. Und das wollten Sie doch so gern — 1 nicht wahr?" Bleich vor Wut stand Franke ba. Er wollte ge- rabe etwas Zorniges sagen, als einer ber Abteilungsleiter um bie Ecke bog. Da stoben all bie Möbels mit einem letzten spöttischen Gelächter davon, denn die Pause war eigentlich schon längst vorüber. Schon waren sie alle hinter der großen Tür verschwunden, bie ben Quergang abschloß. Willy Franke, ber mit bem Rücken zum Seitengang geftanben hatte, sah ben Abteilungsleiter nicht gleich. Nun fuhr er herum. Denn bie scharfe Stimme bes Vorgesetzten klang hinter ihm: „Na, Herr Franke, seit wann arbeiten Sie denn im Korribor? soviel ich weih, ist die Pause längst vorüber." „Ich habe — ich wollte", stotterte Willy Franke. „Sie wollen vermutlich wieder hier irgendwo ein kleines Privatgespräch abhalten. Aber es wäre besser. Sie wären pünktlich an Ihrem Arbeitsplatz. Merken Sie sich das!" Willy Franke ging eilig in sein Büro. Seine Wange brannte noch, denn Aenne Lehmanns Hand war nicht gerade zart gewesen. Schlimmer aber brannten in seinem Herzen Wut unb Rachegefühl. Diesen Anschnauzer bes Abteilungsleiters — auch ihn hatte er eigentlich Ebelgarb von Dönitz zu Derbanten, genau wie bie beschämenbe Szene mit dieser frechen kleinen Lehmann. Nun, es würde einmal ber Tag kommen, wo er es ihr heimzahlen würde. Gedächtnisfeier der Gießener SA. Kartenbedarf der Stürme umgehend bestellen! Die SA.-Standarte 116 veranstaltet am 9. November für die SA. des Standorts Gießen im Stadttheater eine Gedächtnisfeier für die am 9.November 1923 an der Feldherrnhalle in München gefallenen SA.-Kameraden. 3m Anschluß an die feierliche Ehrung der Feldherrnhallen-Gesallenen wird das Schauspiel „Cangemartf“, der Opfergang der deutschen Jugend, aufgeführt. Die SA.-Stürme des Standorts Gießen melden ihren Bedarf an Eintrittskarten zu diesem Abend der Heldenehrung bis zum Samstag. 3. November, vormittags, an die Standarte 116, Standarlengebäude. Stadt Gießen vorn 26. Oktober. Die Auszahlung finbet, am 2. Januar 1935 statt. Interessenten seien auf bie Bekanntmachung besonbers hingewiesen. Platzmusik unserer Militärkapelle. Arn morgigen Donnerstag, 1. November, wirb unsere Gießener Militärkapelle unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e auf bem öanbqraf- Philipp-Platz um 16,30 Uhr Platzmusik oeranftal. ten. Die Vortragsfolge bringt. 1. Aufbruch ber Nation? Marsch von Stieberitz. 2. Aufzug ber Meistersinger a. b. Oper „Die Meistersinger von Nürnberg" von Wagner. 3. Ouvertüre zur Oper „Das Glöckchen bes Ere- miten" von Waikart. 4. Der verklungene Ton! Lieb von Sullivan. 5. Rosen aus bem ©üben! Walzer von Strauß. Reichsmittel zur Anschaffung von Obstbaumspritzen für Obstbauvereine. Nach einer Verfügung bes Reichsministers für Ernährung unb Landwirtschaft vom 27. September werben im Rahmen ber Maßnahmen zur Förberung ber lanbwirtschaftlichen Erzeugung auch Reichsmittel zur Beschaffung von Obstbaumspritzen für Obstbauoereine zur Verfügung gestellt. Es werden nur Karrenspritzen ober Pumpen zum Ein- bauen ober zwei Rückenspritzen, jeweils mit Zubehör, jeboch nur einer Schlauchleitung, abgegeben. Empfangsberechtigt finb in erster Linie jene Obft- bairoereine, bie bisher schon eine planmäßige Bespritzung ber Obstbäume in ber Gemarkung ober eines größeren Teiles berselben im Winter burch- führten, mit anschließenber mehrmaliger Bespritzung im Frühjahr bzw. im Vorsommer. Die Spritzen werben von ber Lanbesbauernschast als Leihspritzen abgegeben unb unterstehen ber Aufsicht unb Verwaltung ber Hauptstelle für Pflanzenschutz in Gießen. Melbungen haben auf besonbers vorgeschriebenem „Antragsblatt" spätestens zum 1. Dezember 1934 an ben zuständigen Obstbaubeamten zu erfolgen. Die weiteren „Bedingungen", sowie bie „Antragblätter zur Melbung finb bei bem zustänbigen Obstbaubeamten erhältlich. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". An bie Betriebswarte ,Kraft burch Freube"! Für kommenden Sonntag, 4. November, abends 7 Uhr, zur Oper „L a Tr a v i a t a" hat uns das Stabttheater Gießen 300 Plätze zur Verfügung ge- stellt, unb zwar: 100 zu 1,75 Mk. (1. Sperrsitz), 100 zu 1,50 Mk. (2. Sperrsitz), 100 zu 1,25 Mk. (3. Sperrsitz). Also ganz erstklassige Plätze zum halben Preis. Wir wollen unseren Arbeitskameraben, die weni- ger als 200 Mark, im Monat verdienen, bie Gelegenheit bieten, eine gute Oper zu besuchen. Wir bitten Sie beshalb, umgehenb eine Liste in Ihrem Betrieb aufzulegen und uns ben Bebarf an Karten zu melben. Wer 3 unb mehr Kinber Hal unb ein Gehalt bis zu 300 Mark, kann ebenfalls diese Karten kaufen. Die Betriebswarte bzw. Betriebsgemeinschafts- roalter haften mir dafür, baß bie Gehaltsgrenze nicht überschritten wird. Letzter Meldetermm Donnerstag, 1. November 1934. Voranzeige! Am Sonntag, 11. November, nachmittags 3 Uhr, „Krach um Jolanth e", Lustspiel. Auch hierfür haben wir Ausnahmepreise. Die Preise werden noch bekanntgegeben. Karten sind ebenfalls durch die .Betriebswarte „Kraft durch Freude" zu haben. B a ste l - A u s st e l l u n g. Wir erinnern bie Betriebswarte nochmals an bie Melbungen über Bastler in ihren Betrieben. Oie Trommel ruft! Dieses Motto hat bas Jungvolk, Stamm I Welfen, Gießen, gewählt, um am kommenden Sonntag einen Werbeabenb burchzuführen. Im Caf6 Leib finbet biefe Veranstaltung um 20.15 Uhr statt, ein Elternabenb, ber ausschließlich vorn Deut- Pflichttreue unb Fleiß. Sein Betrieb war ein Musterbetrieb, in bem sich alle, von ben Abteilungsleitern bis zum kleinen Angestellten, als Glieder eines Ganzen fühlten. Und nun sollte Kutschner weggehen? Wer würde an seine Stelle treten? Unb wie würde der neue Chef sein? Man riet unb riet, aber der Name wurde nicht bekannt. Als Kutschner, nachdem sich die Nachricht von seiner Berufung nach Neuyork verbreitet hatte, am Morgen durch bie zahlreichen Zimmer seiner Abteilungen ging, spürte er aufrichtige Trauer. So war es ihm boch wirklich gelungen, wonach er jahrelang gestrebt hatte, auch bie Herzen ber ihm Untergebenen zu gewinnen. Das war eine kleine Freube unb ein kleiner Trost. Aber wirklich, ber Trost war nur gering. Es wurde ihm schwer, aus seinem Ar- beitsbereich zu scheiben. Aber brüben in Amerika erwartete ihn ein viel größeres Arbeitsgebiet. Nur von Ebelgarb fortzugehen, bafür gab es keinen Trost. Ob in ihrem Herzen etwas für ihn sprach? Er wagte es nicht zu glauben. „Zwanzig Jahre liegen zwischen uns", dachte er, „zwanzig Jahre. Zwischen zwanzig unb vierzig liegt ein ganzes Leben, ein Abgrunb. „Aber wie vertrauensvoll, wie warm ist sie bir doch entgegengekommen", sagte bie Sehnsucht in ihm. Wie harmonisch waren bie Stunden draußen zusammen in ber Villa Dönitz in Gemeinschaft mit ber Mutter, wie anregenb bie Gespräche auf ben Spaziergängen in ben schönen Wölbern Wannsees und an ben schimmernden Seen, wie vertrauensvoll hat sie von ihrem Leben zu bir gesprochen, hat bich teilnehmen lassen an ihren Hoffnungen unb Sorgen. Sollte das nicht alles ein Zeichen von Liebe fein?* Aber sofort meldete sich der Zweifel: „Täusche dich nicht", sagte dieser Zweifel, „gaukle bir nicht etwas vor, was bu bir wünschest unb was vielleicht nichts ist wie ein Traum. Wohl war Edelgard vertrauensvoll und offen zu bir, wohl haben ihre geliebten Augen bich innig angeschaut. Ader weißt bu gewiß, ob bies alles Zeichen einer erwachenden Neigung ihres Mäbchenherzens waren? Vielleicht sieht sie in bir etwas wie einen älteren Bruber? Einen Ersatz für bas, was ber Weltkrieg ihr nahm. Sie hat roeber Vater noch Bruber mehr. Vielleicht sehnt sie sich trotz all ber inneren Ver- bunbenheit mit ber Mutter boch nach einem männlichen Geist, bem sie sich anvertrauen kann. Gerade, baß ber Altersunterschieb zwischen ihr unb bir so groß ist, kann ber Urgrunb ihres Vertrauens fein. „Aber es wäre ja nicht bas erstemal", schwang roieber eine zarte Hoffnung in ihm, daß ein Mädchen von zwanzig Jahren einen Mann von vierzig liebt. Edelgard hat so viel Leid erfahren. Ihr ganzes sorgloses Dasein hat sich so jäh gewandelt. Der Ernst Des Lebens ist ihr so früh zum Bewußt» sein gekommen. Wie, wenn dies alles ihr Gemüt so gereift hätte, daß sie nur auf den Menschen und nicht auf bas Aeußere ber Jugenb sieht?" (Fortsetzung folgt!) scheu Jungvolk getragen wird, und der in dieser fi-orm erstmalig tn Gießen stattsindet. Die Jüngsten in der HI., Jungvoltpimpfe, wollen in dieser Veranstaltung zeigen, wie vielseitig und abwechslungsreich schon ihr Wirken und ihre Arbeit ist. Neues wollen diese Jüngsten des Stammes Welfen bringen und gestalten, sie wollen sich wieder einmal durch dieses Herantreten an die Oefsentlich- teit die Gunst und das Wohlwollen der Bevölkerung erringen. Verschiedene Sprechchorspiele kommen zum Vortrag, harte Worte ihrer Ziele und ihres Bekennens und noch ungchörte Jungenlieder werden sie singen, redlich bemüht, diese in kunstlerichen Neu- formen zu bringen. Ihr ganzes Wesen und Wollen tritt an diesem Abend in den Vordergrund. Dieser Abend der unter dem Leitwort der Trommel steht, diese Trommel mit dem Trommelbuben, ohne die man sich die jüngere deutsche Jugend heute gar nicht mehr oorstellen könnte, diese Trommel, die den Rhythmus für ihren Gleichschritt angibt, sie steht im Mittelpunkt ihres ganzen Jungenlebens, denn sie gibt den Takt an zu all ihrem Tun und Handeln. Wer das Jungvolk in seiner Mannigfaltigkeit und seiner zwanglosen Art kennenlernen will, der darf an diesem Abend nicht fehlen, belohnt er doch durch sein Kommen gleichzeitig die Mühe und die Arbeit dieser Jungen. ** For st personal! e. Ernannt wurde der Forstmeister Karl Simon zu Laubach unter Belassung seiner Amtsbezeichnung zum Amtsvorstand des Forstamts Grebenhain mit Wirkung von 1. Oktober 1934 ab. ** Justizpersonalie. Versetzt wurde der Oberamtsrichter Rudolf Martin Homberger zu Vilbel auf Grund des § 5 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums mit Wirkung vom 15. November 1934 ab in die Stelle eines Amtsgerichtsrats beim Amtsgericht Offenbach a. M. ** Saarländer als Gäste des Stadt- theaters. Die z. Zt. in Gießen weilenden Volksgenossen aus dem Saarland erhielten eine Einladung der Stadttheater-Jntendanz und werden der heutigen Aufführung von Verdis Meisteroper: „Tra- Diaür als Gäste beiwohnen. Für den Donnerstagvormittag hat die Intendanz die Gäste von der Saar zu einer Besichtigung des gesamten Theaters unter Führung des Dramaturgen eingeladen. ** Kun st gewerbliche Ausstellung Heinrich Küchel. Zu unserem gestrigen Bericht über diese Veranstaltung ist berichtigend zu bemer- kcn, daß der Name des Veranstalters nicht K ü ch - l e r, sondern Küchel lauten mußte. Oberhessisches Schwurgericht. Unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Schmäh! trat am gestrigen Dienstag das Oberhessische Schwurgericht zusammen. Zur Verhandlung standen zwei Verbrechen des Meineids. Das Gericht befaßte sich zunächst mit der im Jahre 1902 geborenen B. M. aus Bieber. Die Angeklagte schenkte vor etwa zehn Jahren einem unehelichen Kind das Leben. In dem darauffolgenden Unterhaltsprozeß sagte die Angeklagte, nachdem der damalige Beklagte die Einrede des Mehrverkehrs geltend machte, unter Eid aus, sie habe während der fraglichen Zeit nur mit dem damaligen Beklagten verkehrt. Der Beklagte wurde daraufhin als unterhaltspflichtig verurteilt. Als die Angeklagte den Beklagten mehrmals zur Zahlung ermahnte, erstattete dieser Anzeige. In der gestrigen Verhandlung war die Angeklagte in vollem Umfang geständig. Sowohl der Vertreter der Anklage, Staatsanwalt Dr. Finke, als auch der Verteidiger der Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. S p o h r, stellten in Anbetracht des umfassenden Geständnisses der Angeklagten, sowie ihrer zur Zeit der Tat bestehenden Jugendlichkeit dem Gericht anheim, diese für die Angeklagte sprechenden Umstände in der Urteilsbegründung besonders zu erwähnen, um der Angeklagten Gelegenheit zu geben, sich mit einem Gnadengesuch an die zuständige Stelle zu wenden. Entsprechend dem Antrag des Anklagevertreters erkannte das Gericht auf die gesetzliche Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zwei Jahren, sowie Absprechung der Fähigkeit, Zeugin oder Sachverständige zu sein. In der Urteilsbegründung legte der Vorsitzende unter Würdigung vorstehender Umstände der Angeklagten die Abfassung eines Gnadengesuchs nahe. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelte sodann das Gericht gegen den H. W. aus Lauter. In einem Ehescheidungsprozeß zweier Einwohner aus Lauter bestritt der Angeklagte wider besseres Wissen unter seinem Eid, mit der Ehefrau verkehrt zu haben. Durch Beschluß des Zivilgerichts wurde bas Ehescheidungsverfahren bis zur Entscheidung des Strafverfahrens ausgesetzt. Die umfangreiche Beweisaufnahme, die sich bis in die späten 'Nachmittagsstunden erstreckte, wurde durch das Plädoyer des Vertreters der Anklage, Staatsanwalt Dr. Trieb, abgelöst, der eine Zuchthausstrafe von einem Jahr ' sechs Monaten, sowie die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte beantragte. Außerdem stellte er in Anbetrackt der hohen Strafe den Antrag, Haftbefehl zu erlassen. Nach etwa einstündiger Beratung erkannte das Gericht wegen Verbrechens im Sinne der §§ 154 Abs.l, 157 Abs. 1 Z. 1 StGB, auf eine Gefängnis st rase von einem Jahr. Die Kosten des Verfahrens trägt Am Samstag und Sonntag hatte die L a n d e s-1 leitung Hessen der Frauenortsgruppen des VDA. die Leiterinnen und engeren Ar-1 beitsgemeinschaften der Ortsgruppen zu einer Schu- lungstagung nach Darmstadt berufen. Die Dertre- terinnen erhielten durch den Schulungsleiter, Frei-j Herrn von Imhoff, Einblick in die Fülle der Aufgaben und Probleme, die die Arbeit für das Auslandsdeutschtum heute in sich schließt. Die Erkenntnis, daß die Lage unserer Brüder und Schwestern außerhalb unserer Staatsgren- 3en schwerer denn je ist, unsere Arbeit daher immer dringender, aber auch immer schwieriger wird, wurde durch die auf tiefer Sachkenntnis beruhenden Ausführungen des Leiters vermittelt, eine Erkenntnis, die ebenso erschütternd wie zu unermüdlichem und opferbereitem Einsatz anspornend wirkte. der Angeklagte. In der Begründung führte der Vorsitzende aus, daß strafmildernd für den Angeklagten die evtl. Gefahr einer strafgerichtlichen Verfolgung bestand, wenn er die Wahrheit gesagt hätte. Strafmildernd habe außerdem noch die Jugend des Angeklagten und die Verführung durch die Ehegattin mitgesprochen. „Deutschland zwischen Ost und West im Kampf um den deutschen Lebensraum in Mitteleuropa." Der Redner entwickelte den geopolitischen Begriff des mitteleuropäilchen Raumes, der von den drei großen Stromgebieten des Rheines, der Donau und der Weichsel umschlossen ist. In diesem Raum, dessen Besitz nach einem Worte Bismarcks die Herrschaft* in Europa bedeute, spiele sich das deutsche Schicksal ab. Zwischen dem Liberalismus des Westens und dem Zentralismus und Kommunismus des Ostens hätten wir unsere Idee des auf der lebendigen Volksgemeinschaft ruhen- den deutschen Staates zu behaupten. Aber wir teilten diesen Raum mit Polen, Tschechen, Süd- Slawen, Ungarn, die heute noch sehr starke, im Grunde künstliche Bindungen an Frankreich hätten. Das natürliche Schwergewicht der Dinge, der geistigen, politischen, wirtschaftlichen Interessen führe sie aber an die Seite Deutschlands: ein Anfang zu diesem Wege sei der Vertrag zwischen Polen und Deutschland. Diese mitteleuropäische Idee fei zukunflslräch- tlger als andere plane zur Befriedung des Raumes, wie paneuropa, die polnische, die ungarische Reichsidee, oder die allgemeine Durchdringung mit dem „esprit fran^ais“ — jeder dieser Gedanken sei unzulänglich. Das autarke mitteleuropäische Wirt« schastsgebiet bleibe das Ziel der deutschen Staatspolitik. Dabei seien die über das ganze Gebiet verstreuten deutschen Volksgruppen von hoher Wichtigkeit. Sie zu stützen, zu erhalten und ihnen zum Wiederaufstieg zu helfen, sei die große volkspolitische Aufgabe des VDA. Sie seien die Träger deutscher Kultur, durch sie werde die deutsche Sprache verbreitet, sie seien die Vermittler zwischen Deutschland und den Fremdvölkern, politisch sowohl wie wirtschaftlich. Sie hätten in den Jahren nach dem Kriege viele Positionen verloren, die Kulturpropaganda der anderen arbeitete mit Zielbewußtsein und Opfersinn. Daran fehlte und fehle es bei uns noch sehr. Wenn jeder Pole im Durchschnitt 2 Mark, jeder Tscheche 2,50 Mark für Volkspropaganda gebe, so der Deutsche nur 6 Pfennige. Der Gedanke der volkspolitifchen Aufgabe, verkörpert im VDA-, müsse noch ganz anders Gemeingut aller Volksgenossen werden. Die im Kriege geborene, im Dritten Reich verwirklichte neue deutsche Idee, das geistige Gut des Nationalsoziülismus, müsse in die deutschen Volksgruppen dringen und sich geistig in ihnen SchulungMung der hessischen Frauengruppen des DDA. in Darmsiadi. Bei allen hessischen DDA.-Frauen- und Jugendgruppen herrschte reges Interesse für diese Tagung vor. Mainz, Worms, Offenbach, Gießen und Friedberg waren in zahlreicher Vertretung er- schienen. Am Samstaanachmittag sprach Frau Dr. Koepke (Darmstadt) über d i e Aufgaben der Frauengruppen im VDA. Es komme heute hauptsächlich darauf an, jede Frau zur Mitarbeit zu gewinnen, um sie mit dem volksdeutschen Gedankengut vertraut zu machen. Entsprechende Ausstellungen und Feste, (die Volksfeste im wahrsten Sinne des Wortes, aber keine gesellschaftlichen Veranstaltungen sein sollen), seien gute Werbemittel. Die innige Verbindung zu den außendeutschen Frauen solle diesen stets das beruhigende Gefühl der Teilnahme und Mtarbeit ihrer Schwestern im Stammlande geben. Die Hilfe für die auhendeutschen Volksgenossen (soweit sie von den Frauengruppen ausgeht) erstreckte sich hauptsächlich auf den Versand von deutschen Büchern und Zeitschriften, Materialhilfe für deutsche Schulen und Kindergärten. Stipendienhilfe für außendeutsche Studenten (Mittagstisch), Berufsberatung, Unterbringung arbeitsloser Mädchen in Haus- und Landwirtschaft, Krankenpflege und andere Berufe. Zu den Pflichten der VDA.-Frauen- gruppen gehöre ferner die Erhaltung der volksdeutschen Kindergärten und Mütterschulen in den Sudeten und Polen, der DDA.-Mädchenschule in Stuttgart, des „Boberhauses" (VDA.- Heim) in Schlesien und des VDA.-Schülerheims in Crossen. Die VDA.-Frauengruppe sei kein selbständiger Verband, sondern nur ein Teil der großen VDA.- Gruppe und dürfe in ihren Arbeiten und Bestrebungen niemals getrennt werden. Hierauf sprach Frl. Hildegard Stock (Karlruhe) über d i e Arbeit der weiblichen Jugendgruppen. Bei den VDA.-Jugendgruppen komme es in erster Linie nicht so sehr auf materielle Hilfe, sondern mehr auf ideellen Gedankenaustausch mit der außendeutschen Jugend und praktisches Hinarbeiten auf gemeinsame Ziele an. Freundschaftlicher Briefwechsel, Studienfahrten und Wanderungen der Jugend diesseits und jenseits der Grenze seien gute Verbindungsmittel. Durch Erhaltung und Pflege des deutschen Volksliedes und -tanzes tragen die VDA.-Jugendgrup- pen auch einen großen Teil zur deutschen Kulturarbeit bei. Die Arbeitsberichte der einzelnen Gruppen, wobei die Ausführungen von Frl. Block (Darmstadt), die von einer VDA.-Jugendaruppe früherer Volksschülerinnen berichtete, besonders interessant waren, bildeten den Abschluß des ersten Teiles der Schulungstagung. Abends fand dann im großen, überfüllten Saale der „Krone" ein „Volksdeutscher Abend" statt, der von der Ortsgruppe Darmstadt durch musikalische, dichterische und Volkstanzdarbietungen festlich und sinnig ausgestaltet war. Im Mittelpunkt des Abends, der von dem Leiter der Ortsgruppe mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und Begrüßungsworten an die Gäste eröffnet wurde, stand die große Rede des Freiherrn von Imhoff: Wirtschaft. Frankfurter Börse. Wittagsbörse: weiter still. Frankfurt a. M., 30. Okt. Die Börse lag auch heute sehr still und hatte keine ausgesprochene Tendenz, was zu einem gewissen Teil noch mit Abwicklungen zum Ultimo zusammenhing, wodurch zumindest die Unternehmungslust weiter gehemmt wurde. Daneben herrschte in Erwartung des Anleihestockgesetzes weiterhin starke Zurückhaltung. Die Ausführungen Dr. Schachts zur Rohstofffraye fanden zwar Beachtung und wurden auch günftig kommentiert, eine Geschäftsbelebung vermochten sie indessen nicht herbeizuführen. Obwohl sich die Kursveränderungen zumeist in engen Grenzen hielten und die Gestaltung vielfach von zufälligen Orders beeinflußt wurde, ergaben sich doch überwiegend Abschwächungen. Erneut stärker abgeschwächt waren Rhein. Braunkohlen mit minus 3 v. H., auch andere Braunkohlenwerte, wie Ilse wurden schwächer genannt. Far- beninbuftrie waren angeboten und um 0,75 v. H. niedriger, wobei die Auslassungen auf der Hauptversammlung der Ruhrchemie-AG. über die Zukunft des Stickstoffgeschäftes von Einfluß waren; es ist aber bemerkenswert, daß das seit einigen Tagen herauskommende Angebot in Farbenindustrie immer ziemlich glatte Aufnahme findet. Scheideanstalt waren um 1,25 v. H. und Deutsche Erdöl um 1 v. H. gedrückt. Am Elektromarkt waren Siemens in Anpassung an den schwachen Berliner Schlußkurs um 1,50 v. H. schwächer, während sonst nur unbedeutende Veränderungen eintraten. Fest lagen andererseits Lahmeyer mit plus 2 v. H. Von Montan- papieren büßten Stahlverein 1 v. H. ein, im übrigen hielten sich die Rückgänge im Ausmaße von etwa 0,25 v. H. Gelsenkirchen und Harpener lagen behauptet. Schiffahrts- und Verkehrswerte sowie Kunstseideaktien lagen unverändert, ferner setzten Reichsbank, Deutsche Linoleum und Westdeutsche Kaufhof gehalten ein. Der Rentenmarkt hatte bei kaum veränderten Kursen ebenfalls nur kleinstes Geschäft. Altbesitz lagen 0,13 v. H. höher, Kommunal-Umschuldung mit 85 und späte Reichsschuldbuchforderungen mit 95,50 lagen etwa behauptet. Von fremden Werten bröckelten Mexikaner geringprozentig ab. Auch in der zweiten Börsenstunde blieb die Umsatztätigkeit allgemein gering, die Stimmung schien indessen etwas besser zu sein. Die Anfangskurse am Aktienmarkt blieben gut gehalten, vereinzelt trat etwas Nachfrage auf. Etwas fester notierten Mannesmann mit 75,25 bis 75,65 (75) und auch die später notierten Werte lagen meist 0,13 bis 0,25 v. H. über gestern Abend. Akkumulatoren zogen um 1 v. H. auf 159 v. H. an. Am Rentenmarkt konnten sich die variablen Papiere meist etwas erhöhen, so Altbesitz 104,50 (104,40), Kommunal-Umschuldung 85,15 (85). Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen lagen unverändert, einzelne Liquidationspfandbriefe waren bis 0,75 v. H. fester. Auch Stadtanleihen zogen zumeist etwas an. Staatsrenten lagen ruhig, ebenso fremde Werte. Abendbörse: gut behauptet. Da der Ultimo ohne Schwierigkeiten überwunden wurde und auch die Glattstellungen aufhörten, zeigte sich an der Abendbörse allgemein etwas Unternehmungslust, wenn auch das Geschäft kein nennenswertes Ausmaß hatte. Auf Basis der Berliner Schluhkurse zeigte sich etwas Nachfrage, so daß vielfach Erhöhungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. eintraten, nur Reichsbank, AKU. und die meisten Montanwerke waren kaum behauptet. Farbenindustrie erhöhten sich von 141,50 bis 142. Etwas mehr Geschäft hatte der Rentenmarkt, an dem Altbesitz auf 105 (104,50) anstieg, Kommunal- Umschuldung galten 85,25 (85,15), späte Reichsschuldbuchforderungen 95,75 (95,65). Während Altbesitz nachbörslich mit 105,13 v. H. genannt wurden, waren Kommunal-Umschuldung bei 85,20 eher an- geboten. Sonst traten keine Veränderungen ein. Fremde Werte lagen ruhig. U. a. notierten: Altbesitz 105, 6 v. H. Stahlverein 79,75, 6 v. H. Stadt Darmstadt von 1928 89,90, Schutzgebietsanleihe 9,80, Commerzbank 70,50, Neichsdank 144,50, Rheinische Hypotheken-Bank 114, Buderus 85,25, Gelsenkirchen 61,50, Harpener 106, Phönix 48, Rheinstahl 90,25, Stahlverein 40,75, AKU. 60,25, AEG. 28, Daimler 49, Scheideanstalt 210,25, IG. Farben 141,50 bis 142, Gesfürel 111,75, Holzmann 76, Metallgesellschaft 83, Schuckert 93, Siemens 140, Aschaffenburger Zellstoff 65,50, Reichsbahn-DA. 113,65, Hapag 28,25, Norddeutscher Lloyd 31. Frankfurter Obff- und Gernüsemarkf. Frankfurt a. M., 30. Okt. G e m ü f e : Angebot stark, besonders in Weißkraut, Wirsing, Spinat und Eskarol. Die Nachfrage für Blumen- kohl, Rosenkohl und Spinat ist befriedigend, im übrigen wird die allgemeine Marktlage als ungünstig bezeichnet. Es notierten: Blumenkohl 15 bis 45, Eskarol 3 bis 8, Feldsalat, groß 20 bis 25, klein 50 bis 60, Salat-Gurken 15 bis 40, Karotten 3 bis 5, Kartoffeln, gelbe 50 kg 3,50 bis 3,60, Kopfsalat 4 bis 8, Meerrettich 25 bis 30, Pfifferlinge 48 bis 50, Steinpilze 40, Römischkohl 4 bis 5, Rosenkohl 16 bis 18, Rote Rüben 3 bis 4, Rotkraut 5 bis 6, Sellerie je nach Gröhe 5 bis 25, Spinat 4 bis 5, Schwarzwurzel 14 bis 18, Tomaten I 18 bis 20, II 8 bis 14, Weißkraut 2,5 bis 3, Wirsing 2,5 bis 4, Zwiebeln 5,5 bis 6,5. Bei unbefriedigender Nachfrage und sehr starken Zufuhren lagen die Preise am Obstmarkt kaum verändert. Nur la Früchte sind leichter verkäuflich, für la Aepfel und Birnen wird 20 bis 25 v. H. mehr bezahlt. Apfel I 12 bis 14, II 8 bis 10, Wirtschaftsäpfel 6 bis 9, Goldparmänen I 12 bis 14, II 8 bis 10, Schafsnasen 6 bis 8, Birnen I 12 bis 15, II 7 bis 10, Kochbirnen 3 bis 5, Mollebusch 12 bis 15, Pastoren 5 bis 8, Erdnüsse 18 bis 20, Haselnüsse 30 (italienische), Kastanien 9 bis 14, Preißelbeeren 25, Quitten 6 bis 10, Trauben, span. 25 bis 28, holländische 35 bis 38, Walnüsse, deutsche 20 bis 25, italienische 30 bis 40. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt bejchlosjenen Dividende an. Berlin Fronliun a. JJI. börie 29 10 | 30 10 78,25 79 141,9 141,65 I 113 I 133 | 77 76,5 Banknoten. 29,75 01 186 8| 88,75 97,5 83 9 o (i 0 o| 0 ol 76,25 114,5 132 33,5 209,5 158 131,5 60,25 133,75 47,75 65,5 49 60 o 0 0 0 (I 7 0 0 0 0 10 0 0 . 48 213 90,25 40,75 12,75 109 60 133,5 48 65,5 49 59,75 109,9 60,75 134 47,9 65,25 120,25 48,75 59,75 89,75 33 209 159,25 131,25 142 210,25 88,5 38,75 83 33,4 207 159 131,13 78,4 95,25 48 218 90,5 40,9 12,25 109 110,25 154,75 47.75 216 90,25 41,25 12,75 112,65 115 154 Schluß- fürs 142 212,25 89 38,65 Mansselder Bergbau .. Kokswerke........... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ......... Vereinigte Stahlwerke. Ltavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth Gritzner ... Matnkroftwerke Höchst a.M. Süddeutscher Zucker...... Datum ....... 0 ......; 0 .......0 10 .......0 .......o .......0 .......5 ....... 5 ..... IVi I. ®. Färben-Industrie Scheideanstalt........ Goldschmidt RütgerSwerke Metallgesellschaft Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. 109,9 I 60,4 134 48 65 119,5 48,5 60 89,13 32,75 207 157 131,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lvmbardzinsfuß 5 o. H. 89,5 97 83 29 10. 78?5" 95,5 48 215 90,5 41 12,4 112,5 112 154 Schultheis Patzenhoser . .... Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldbof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS ............. Daimler Motoren Deutsche Linoleum . Orenstein L Koppel . Leonhard Tietz............ Chade........ . Accumulatoren-Fabrti . Eonti-Gummt............. Schlußl. mittag« Hörle ! 30 IO- 29,51 29,5 1 30 83,4 83,5 - 1861 187 1 186,51 ^rantrur. a. jji. ■denii, .yiantiun u. JJi. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend« hörst Schluß« lurs Schluß!, mittag- hörst Schlußkurs Schlußl. Abend« hörst Schlußkurs Schluß!, mittag» hörst. Datum 29I0- 30 10 29 I0. 30 10. Datum 29-10- 30 IO- 29-10- 30-10- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% ehem.7% Dt.Reichsanl. v. 1929 95,75 95,75 — 96,4 4% desgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,5 4,4 4,6 4,13 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. 95 95,25 95,25 95,5 S^r^Rumän.vereinh.Rentev.lSlv 6,5 6,5 6,6 — Deutsche Anl.-Ablös.-Schuid mit 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,05 4,05 4,05 4 104,25 105 104,25 2*4% Anatolier ............... 34,65 34 34 33,9 DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte...... — 28,5 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 96,25 96 96,25 Hamburg-Amerika-Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Hansa-Dampfschiff...........O 28 28,25 29 (ructzahlb. 102%)............ 96 _ — 25 6% Hess. Landesbank Darmstadt 93 93 _ _ — Gold R. 12.... 93 —— Norddeutscher Lloyd .........O A G- für Verkehrswesen Akt. .. O 30 80 30 31 &’/:% Hess. Landes-Hypotheken- ^bank Darmstadt Liaui......... 93,5 79?4 79,75 79,13 93,9 — — Berliner Handelsgesellschaft ... 4 95,25 95,5 96 96 vberhessen Provinz-Anleihe mit Commerz, und Prioat-Bank ... O 71,5 70,5 71,5 70,5 Au-,lo>. ^Rechten - Deutsche Bank und TiSconto- Gesellschaft................ o Deutsche Komm. Sammelabl. An- 101,25 74 73,5 74 73,5 leihe Serie 1 mit Ausios.-Rechten 101 101 101,25 Dresdner Bank..............O 76 75,5 144,5 76 75,5 8.°<° 5r.an,f- Hhp -Bank Reichsbank ................ 12 144,5 144,5 144 9 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl 93 93 93,5 — 27,9 28 Gvlopfe. 16 unkündbar bis 1936 93 93 —. —— 81.®.®..................... 0 27,75 28 6Vt% ehem. 4'/2% Franks. Hyp,. Bank-Ltqu.-Psandbriese...... Bekula................... 0 141 140,9 101,75 117 141,25 140,65 101,9 93,65 94,25 _ Eleklr. Lieferungsgesellscha'ft... « Licht und Kraft ........... g 102 117,65 102,13 bVi% ehem. 4*4% Rheinische 117,75 117 Hyp.-Bank-Liou.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. 94,75 94,5 95 94,65 Felten L Guilleaume......... 0 75,25 74,5 75,13 74,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ....... 5 110,9 111,75 111,25 111,5 briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 94,75 94,75 _ 94,75 98 5 99 — <% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- Schuckert LCo............. ß 93 93 93 92,75 briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 _ Siemens L Halske............7 141,5 117,5 140 139 140 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 102,13 102,13 102,13 102,13 Lahmeyer L Co............. 119,5 117,5 119,5 4% Oesterretchilche Goldrente... 4,20% Österreichische Silberrente 29 29,25 1,3 8,05 7,6 7,5 29,5 1,35 8,25 7,7 7,65 13,5 _ Buderus ...................0 85 85,25 85 85 1,3 1,3 Deutsche Erdöl ............. 4 104,25 61 103 103,75 103,5 8,25 7,6 7,6 8,15 Gelsenkirchener............. 0 61,5 106 61,25 61,75 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7,7 Harpener................... 0 1Ö6 106,5 106,13 7,6 Hoesch Eisen—Köln-Neuesten .. 0 Ilse Bergbau ............... « — 77 77,25 5% abgest. Goldmexikaner von 99 13,2 145 — 145 144 119 4% Türkische Zollanleihe von 1911 W — Ilse Bergbau Genüsse........ 6 118,65 118,75 119 4% Türkische Bagdadbahn-Aniethe Klöcknerwerke ............... 0 77 74,25 77,65 '75‘4 Serie 1..................... — — — — Mannesmann-Rohren........0 75 75,65 75,5 29-Oktober 30 Oktober Amtliche .Notierung Amtliche Notierung G>eld Srie- Geld Drte Buenos Sitte. 0,642 0,646 0,642 0,646 Brüssel----- 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,94 55,06 55,24 55,36 Danzig..... 81,10 81,26 81,12 81,28 London ..... 12,305 12,335 12,37 12,40 HelsingforS.. Paris ...... 5,435 5,441 5,465 5,475 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 168,25 168,59 168,19 168,53 Italien..... 21,30 21,34 21,30 21,34 Jaoan ...... 0,714 0,716 0,718 0,720 Jugoslawien 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo..... : 61,83 61,95 62,16 62,28 48,95 11,17 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,19 11,23 11,25 Stockholm... 63,46 63,58 63,80 63,92 Schweiz .... 80,97 81,13 81,04 81,20 Spanien.... 33,97 34,03 33,97 34,03 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest .. Reuyork... 2,485 2,489 2,488 2,490 Serlin, 30-Oktober Selb Äriel _ Amenkaniiche Roten.............. 2,438 2,458 Ö?nfPTi ................ 57,98 58,22 55,09 55,31 12,335 12,375 16,34 16,40 167,77 168,45 21,08 21,16 Norwegische Noten .............. 62,00 62,24 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — — Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 63,63 63,89 Schweizer Noten................. 80,86 81,18 Spanische Noten................. 33,83 33,97 Ungarische Noten................ — — Neues Bauprojekt der Gagfah in Gießen be K bo Ml f t g ii ai 21 )i 3: ui oe F S m ei Das Wirtschaftsleben unserer Stadt erfährt in Kürze eine weitere erfreuliche Belebung durch die Inangriffnahme eines großen Bauprojek - tes der Gagfah (Gemeinnützige Aktien-Gesell- schaft für Angestellten-Heimstätten) zu Berlin. Bekanntlich hat die Gagfah vor einigen Jahren schon einen ansehnlichen Wohnhausblock an der Feuerbachstraße in Richtung Wieseck errichten lassen. Diesem ersten Baublock will sie nun einen weiteren auf dem Eckgrundstück Lessingstraße-Stephanstraße, gegenüber dem Finanzamt, folgen lassen. Es handelt sich dabei um die Errichtung von 6 Etagen- Wohnhäusern mit insgesamt 4 2 Wohnungen, für die in einer Anzeige in unserem heutigen Blatte zur Abgabe von Angeboten für die Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 29. Okt. Zu der Kundgebung der NSDAP, am Samstagabend im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" war Pg. Pfarrer D r a u d t - Lich, der Schulungsleiter der dortigen Ortsgruppe, als Redner gewonnen worden. Er sprach über die Themen: „Deine Stellung zum Dritten Reiche" und „Nationalsozialistische Selbstverständlichkeiten". Es gelte immer wieder zum Nationalsozialismus hinzuführen, um bewußte Nationalsozialisten zu erziehen. Weil es um das ganze deutsche Volk gehe, müsse jeder einzelne Volksgenosse für die Idee des Nationalsozialismus gewonnen werden. Heute heiße es, mitzumarschieren, um den Zielen des Nationalsozialismus näherzukommen. In seinen weiteren Ausführungen behandelte der Redner die Schäden des Liberalismus auf allen Gebieten des kulturellen Lebens unseres Vol- durchsetzen, nicht in der äußeren Form, die ihren Bestand inmitten der Fremdvölker in Frage stelle. Adolf Hitlers Reich erkenne die Dringlichkeit der Aufgaben im Kampf für das Volkstum. Davon zeugten die vier neuen pädagogischen Akademien, die besondere Pflege von Bühne, Film und Rundfunk im Osten, die Oeffnung der deutschen Universitäten für die Außendeutschen. Einer der wichtigsten Punkte bleibe die biologische Aufgabe der Geburtenvermehrung auch für die Volksgruppen. Der groß angelegte und vom Anfang bis zum Ende zwingend fesselnde Vortrag klang aus in dem Satze: „VDA.-Arbeit kann nie aufhören ober erseht werden. Die Staatspolitik hört an den Grenzen des Reiches auf, bie Volkstums- Politik kümmert sich um keine Grenzen, unb sie bauert so lange, wie bas Volk selber." Mit dem Gesang der ersten Strophen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes fand der Abend seinen Abschluß. Der Sonntag sah in mehrstündiger Arbeit am Morgen und am Nachmittag wieder den Schulungskreis vereint. Der Leiter behandelte im logischen Aufbau Grundfragen der VDA.-Arbeit in den verschiedenen Gebieten auf Grund der jeweiligen besonderen Struktur der Volksgruppe. Dabei ergab sich, daß ein möglichst reicher ständischer Aufbau den stärksten Schutz bedeutet (jahrhundertelange Blüte des siebenbürgisch-sächsischen Volkstums), daß aber auch der beste Organismus dem Wandel unterworfen und gefährdet ist. Die Tagung erforderte vollen Einsatz von Kraft und Denken, gewährte dafür auch reichen Gewinn an neuen Gesichtspunkten und Erkenntnissen. Der Landesleiterin, Frau Dr. Koepke, und dem Schulungsleiter, Herrn v. Imhoff, wurde begeh । sterter und wärmster Dank zuteil. - Oberhessen. Rudolf Herzog Ite4 in Alsfeld £ Alsfeld, 29. Okt. Am Sonntagabend veranstaltete die N S. ° K u l t u r g e m e i n d e im großen Saal des „Deutschen Hauses" einen „Deutschen Dichteraben d", der für unsere Stadt zu einem seltenen künstlerischen Erlebnis wurde. Der bedeutende und vielgelesene deutsche Dichter und Romanschriftsteller R u d o l f H e r z o g las aus eigenen Werken. Nach einem einleitenden Musik- vortraq begrüßte Bürgermeister Dr. D ö l s i n q in herzlichen und dankbaren Worten den Gast namens d"r Stadt Alsfeld. Dann las Rudolf Herzog das Einganaskapitel seines Freischärler-Romans „Horrido Lützow!", das eine literarisch bedeutsame und ungemein farbige Gestaltung der für Preußen so unglücklichen Schlachten bei Jena und Auerstädt zum Inhalt hat-, die Gestalten des Generals Blücher und des jugendlichen Feuergeistes, des Leutnants Lützow, stehen im Vordergrund der dramatischen Handlung. Der Dichter war seinem Werk ein meisterhafter Interpret: mit seinem sehr lebendigen, von stärkstem inneren Miterleben getragenen Vortrag, der durch knappe, aber eindringliche Gesten unterstützt wurde, erzielte Rudolf Herzog eine mitreißende Wirkung. Die begeisterten Zuhörer, die in erfreulich stattlicher Zahl erschienen waren, dankten mit langanhaltendem, herzlichem Beifall. Nach einem weiteren musikalischen Vortrag las Rudolf Herzog zum Schluß eine Anzahl eigener, von poetischer Kraft erfüllter Gedichte. Der Kreisobmann der NS.-Kulturgemeinde, Lehrer Schmoll« Elpenrod, dankte dem Dichter herzlich für den erlebnisreichen, unvergeßlichen Abend und kündigte für die kommenden Monate weitere hochstehende Veranstaltungen an, die alle wertvolle Kulturarbeit bringen sollen. ■ kes. Weiter ging Pfarrer D r a u d t auf die Stellung des Nationalsozialismus zur christlichen Religion ein und betonte, daß die Kirche nicht die Kraft gehabt habe, den Bolschewismus aus dem deutschen Volke fernzuhalten. Allein schon aus diesem Grunde müßten alle, die den Anspruch erheben, sich Christen zu nennen, sich hinter unfern Führer stellen, den uns Gott gesandt habe. Die Kirche müsse sich voll und ganz in den neuen Staat hineinstellen und fest auf dem Boden des Dritten Reiches stehen. Alle Volksgenossen seien verpflichtet, verantwortungsvoll am Aufbau des Reiches mitzuarbeiten. Der Redner schilderte noch den Begriff der Kameradschaft, der sich bei der Durchführung des Winterhilfswerks zeigen könne und legte weiter einige nationalsozialistische Selbstverständlichkeiten klar. Er schloß mit der Aufforderung, unsere Stellung zum Dritten Reich damit zu bezeugen, daß wir in Erd-, Maurer- und Zimmerarbeiten aufgefordert wird. Von den 42 Wohnungen werden 39 aus je zwei Zimmern, Wohnküche und Bad und drei Wohnungen aus je 2 Zimmern, Küche und Bad bestehen. Die Häuser sollen dreigeschossig werden. Die Entwürfe für den neuen Wohnhausblock stammen von der Gagfah, die auch die Bauleitung hat. Die Kosten des Projektes sind auf rund 250 000 Mk. veranschlagt. Unser Gießener Baugewerbe und Handwerk wird dieses neue ansehnliche Arbeits- beschaffungsprojekt begrüßen, außerdem ist es aber auch vom Standpunkt der Wohnungsbeschaffung aus willkommen zu heißen. Unser Bild zeigt im oberen Teil eine Skizze des neuen Wohnhausblocks, der untere Teil veranschaulicht den Grundriß. Reih und Glied mitmarschieren in treuer Kamerad« schäft und wahrer Volksgemeinschaft, pflichtbewußt mitarbeiten am Aufbau unseres Vaterlandes und immer das eine Ziele im Auge zu haben, das heißtr Deutschland und immer wieder Deutschland! Star« ker Beifall lohnte die Ausführungen des Redners. Ortsgruppenleiter Dr. Crößrnann, der auch die einleitenden Worte zur Kundgebung gesprochen hatte, dankte Pfarrer Draudt für ferne vortreff, lichen Worte und forderte die Anwesenden auf, die Gedanken des Redners hinauszutragen zu den nicht anwesenden Volksgenossen, aufklarend tn diesem Sinne zu wirken und mitzuarbeiten an den großen Aufgaben, die unser Führer auf sich genommen habe. Die Kundgebung schloß mit dem „Sieg-Hell" auf den Führer und mit dem gemeinsam gesunge. nen Horst-Wessel-Lied. y Großen-Linden, 29. Okt. Heute trafen hier die Urlaubskinder von der Saar ein. Das hiesige Jungvolk unter Führung des Stamm- führers Weber holte die Kinder mit Musik von der Bahn ab. Stammführer Weber bot ihnen herzlichen Willkommengruß, strahlenden Auges marschierten sie dann in den Reihen des Jungvolkes zu ihren Pflegeeltern. ck. Heuchelheim, 29. Okt. Einen wohlge- lungenen Heimatabend veranstaltete am Sams- tag in der Turnhalle die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Ortsgruppe Heuchelheim, unter Mitwirkung des Mufikzuges der SA.-Standarte 116, des Heimatdichters Georg H e ß (Leihgestern), des Mainzer Puppentheaters „Radirullala" und der hiesigen Gesangvereine „Germania", „Teutonia und „Liederkranz". Welchen Anklang diese erste Veranstaltung der Deutschen Arbeitsfront in unterer Gemeinde fand, bewies der überfüllte große Saal. Nach einigen flotten Märschen des Musik- zuges unter Leitung des Musikzugführers Herr« mann begrüßte Ortsgruppenleiter Wobker die Gäste und wies auf die Bedeutung des Abends hin. Großen Beifall fand unser Heimatdichter Georg Heß, der aus eigenen Dichtungen vortrug. Auch die Darbietungen des Mainzer Puppentheaters „Radirullala" wurden beifällig ausgenommen. Die drei Gesangvereine wetteiferten um den schönsten Vortrag ihrer Lieder, und die herrlichen Weisen des SA.-Musikzuges 116 halfen den Abend weiter- hin in harmonischer Weise verschönern. Die Ortsgruppe der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" kann ihren ersten Abend als wohlgelungen bezeichnen. Y Lollar, 30. Okt. Die auf Veranlassung des VDA. für bie deutschen Schulen im Ausland durchgeführte Geldsammlung ergab in der hiesigen Schule den ansehnlichen Betrag von 58,10 RM. — Gestern trafen auch hier 15 Kinder aus dem Saargebiet ein, die fünf Wochen zur Erholung hier bleiben. Jungvolk und BdM. sowie Vertreter der NS.-Dolkswohlfahrt bereiteten ihnen am Bahnhof einen herzlichen Empfang. Kreis Alsfeld. n. Flensungen, 29. Okt. Am Sonntagabend fand im Bibelheim Flensungerhof eine Reformationsfeier zum Gedenken an das 400jährige Bestehen der Bibel statt. Durch ein Schsrgespräch der Jugend wurde den Zuhörern die Mststehung der Bibel und unserer deutschen Sprache vor Augen geführt. Zur weiteren Verschönerung des Abends trugen ein Gedickt unb zwei Gitarrenlieber her Jugend bei. Nach einer kurzen Ansprache von Jugend- sekretär G a u b a tz , in der er die Besucher zum fleißigen Lesen der Bibel aufforderte, schloß die Feierstunde. — Heute mittag trafen hier wieder erholungsbedürftige Saarkinder ein. n. Mücke, 30. Oft. Am Mittwoch, 31. Oktober, kann das Ehepaar Heinrich Hörle und Frau Elisabeth, geb. Seng, fein 25jähriges Ehejubiläum feiern. ' r •Y > 7. Die Einäscherung fand in Freiburg statt. 640d D Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 Mercedes Mk. 182.- monatlich Mk. 7.90 FranzVogt&Co.. Gießen Seltersweg 44 476qa im 84. Lebensjahr Gießen, Hinterzarten, den 30 Oktober 1934 Die Hinterbliebenen: Dr. Hans Gmelin, Universitätsprofessor Martha Gmelin, geb Meili Ulrich Gmelin Günther Gmelin Todesanzeige In der Nacht zum 26 Oktober verschied in Hinterzarten nach kurzem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Johanna Gmelin, geb. Gmelin Archivratswitwe Anmachholz liefert IolmnncoWeller Zimmerei und Sägewerk Leihgestern h Gießen. soeaD Die Beerdigung findet Donnerstag, den 1. November, nachm. 2.30 Uhr, vom Trauerhause, Lahnstr. 9, aus statt. 6413 d Der Herr über Leben und Tod nahm heute früh meine liebe Frau und Mutter, unsere treue Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Klein, geb. Lenz nach schwerer Krankheit im Alter von 45 Jahren in sein himmlisches Reich. In tiefer Trauer: Im Namen der Hinterbliebenen: Ph. Klein V. und Tochter. Klein-Linden, den 30. Oktober 1934. Die Gagfah Gemeinnützige Akiien-Gesellschast für Angestellten -Heimstätten zu Berlin beabsichtigt, auf dem (Zckgrundstuck Teffing- und Stephanstr. in Gießen 6 Etagen-Wohnhäuser mit insgesamt 42 Wohnungen zu errichten. Angebotsunterlagen für die 6394 d Erd-, Maurer- und Zimmerarbeiten sind bei der Gagfah, Frankfurt a. M, Eschers- Heimer Landstraße 378, schriftlich anzufordern. FleiscbhütteD Waschbütten neu u. gebraucht Rüfcrci SMllieikm Bleichstr. 12 «339p lonnea- ? AlmMch abzugeb Bestell, erb. wir v Vostk. Damptsägewerk Lollar B. Huhn A.6., Lollar. 3-dem Flechten, « Hautausschlag leibet, teile ich gern kostenlos bat einfache Mittel mit, durch welches schon Unzübllgr von jahrelangem Leiden oft In 14 lagen (ohne D14t) vollständig befreit wurden. MakMüller.GörlihML"'^' «will t. d. «poch.)___________ Donnerstag, l.Aov., nachm. 2 Uhr, versteigere ich im Löwen,Aeuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Klavier, 1 Kredenz, 1 Badeofen m. Wanne, 3 Gläserschranke, 1 Diwan, 1 Grammophon, 1 Nähmaschine, 1 Chaiselongues, 1 Korbmöbelgarnitur, 1 Wanduhr,- ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt i.Versteigerungsloka!): 1 Klubsessel, 1 Vertikow, 2 Chaiselongues, 2 Kühlschränke, 1 Kautsch, 3 Grammophone, 2Bücherschränke, 3 Schreibtische, 2 Rauchtische, 3 Diwans, 1 Registrierkasse, 2 Warenschränke, 3 Ladentheken, 2 Buketts, 1 Tisch, 2 Schweine, 1 Huvfeld- Piano, 1 Vermessungsinstrument, 1 Klavier, 1 Standuhr, 60 Gießkannen, 39 Kohlenkasten, 15 Brotbüchsen, 4 51üchenwaagen, 8Wand- kaneemühlen, 24 Ofenschirme, 100 svuhrleinen, 70 Kuchenformen, 2 Kessel, 1 Kachelofen, 20 Heugabeln, 40 Kartonelauetschen, 1 Räucker- avvarat, 27 Zinkeimer, 25 Zinkwannen, 5 Cinkochavvar., 10 Zinkeimer,10 Fleischmaschinen, 40 Feldflaschen, Sargbeschläge, Gehrungsstoßlagen, Milchkannen,llllllchtäpfe, Kaffeekannen, Brotbüchsen. 6116d Aus freier Hand: 30 Rodelschlitten. Gerichtsvollzieherin Gießen. hIUU Ludwigstr. 33, Telefon 3239. Verlosung von Auslosungsrechten der Ablöfungsanleihe der Stadt Gießen. V. Ziehung: 26. Oktober 1934. Auszahlung: 2. Januar 1935. Gezogen wurden: Gruppe A, zu nom. 1000,— K2TI. = 2 Stück: Nr. 15, 42. Gruppe B, zu nom. 500,— RIN. = 3 Stuck: Nr. 10, 39, 65. . Gruppe C, zu nom. 200,— Kill. - 12 Stuck: Nr. 16, 40, 112, 177, 197, 206, 228, 241, 277, 319, 347, 352. Gruppe D, zu nom. 100,— R2N. = 28 Stück: Nr. 17, 55, 105, 204, 211, 245, 264, 276, 317, 318, 323, 340, 437, 444, 449, 513, 522, 563, 568, 570, 635, 642, 675, 704, 712, 718, 785, 828. Gruppe E, zu nom. 50,— R2N. = 64 Stück: Nr. 11, 53, 108, 126, 146, 176, 178, 216, 217, 237, 240, 276, 428, 473, 495, 509, 559, 563, 596, 610, 624, 627, 724, 747, 761, 783, 831, 832, 868, 885, 948, 1037, 1061, 1088, 1150, 1165, 1167, 1176, 1205, 1256, 1276, 1287, 1305, 1358, 1408, 1409, 1410, 1456, 1463, 1560, 1567, 1576, 1590, 1644, 1645, 1669, 1686, 1722, 1745, 1778, 1796, 1844, 1870, 1879. Gruppe F, zu nom. 25— R7N. = 98 Stück: Nr. 23, 26, 118, 165, 168, 210, 217, 286, 374, 458, 474, 478, 487, 682, 698, 754, 784, 837, 856, 864, 878, 885, 934, 935, 941, 961, 998, 1001, 1029, 1066, 1079, 1104, 1109, 1121, 1127, 1169, 1188, 1220, 1237, 1265, 1325, 1338, 1381, 1416, 1509, 1521, 1524, 1541, 1566, 1580, 1581, 1594, 1617, 1667, 1678, 1697, 1739, 1798, 1842, 1851, 1903, 1980, 1981, 1982, 1992, 2031, 2055, 2067, 2107 2161, 2167, 2421, 2452, 2493, 2528, 2604, 2621' 2622, 2659, 2677, 2702, 2705, 2719, 2743, 2772, 2812, 2821, 2833, 2844, 2851, 2865, 2867, 2875 2904, 2905, 2919, 2929, 2936. Gruppe G, zu nom. 12,50 RM. = 80 Stück: Nr. 58, 172, 189, 209, 266, 272, 282, 331, 388, 404, 420, 453, 482, 509, 511, 639, 668, 675, 692, 703, 729, 743, 748, 774, 796, 900, 935, 944, 960, 964, 993, 997, 1074, 1079, 1085, 1162, 1250, 1283, 1288, 1325, 1344, 1351, 1352, 1501, 1551, 1563, 1586, 1605, 1608, 1643, 1663, 1685, 1705, 1712, 1715, 1815, 1829, 1831, 1872, 1887, 1937, 1968, 1970, 1981, 1994, 1999, 2050, 2082, 2108, 2140, 2178, 2184, 2238, 2275, 2306, 2320, 2391, 2398 2404, 2415. Die ausgelosten Stücke werden zum Sechseinhalb- fachen ihres Nennbetrages eingelöst. Außerdem werden bei der Einlösung Zinsen in Höhe von 5 vom Hundert des Einlösungsbetrages für die Zeit vom 1 Januar 1926 bis 31. Dezember 1934 vergütet. Beispiel: Bei der Einlösung werden gezahlt für je RM. 100 RM. Nennwert der Auslosungs- scheine 650,— dazu 5 vom Hundert Zinsen für 9 Jahre - 45 v. H. 292,50 Zusammen 942,50 Die Einlösung erfolgt bei der Stadtkaffe Gießen, und zwar vom 2. Januar 1935 ab gegen Rückgabe der gezogenen Auslosungsrechte nebst Schuldverschreibungen der Ablösungsanleihe im gleichen Nennbeträge. Gleichzeitig wird noch bemerkt, daß von den früheren Ziehungen die nachstehenden Stücke bisher nicht eingelöst worden sind: Gruppe C, Nennwert = 200,— R2N.: Nr. 140, 292, Gruppe D, Nennwert = 100,— RRl.: Nr. 79, 97, 99, 341, 342, 441, 827. Gruppe E, Nennwert = 50,— RM.: Nr. 52, 434, 827, 837, 995, 1012, 1200, 1225, 1379, 1488, 1655, 1706. Gruppe F, Nennwert = 25,— R2N.: Nr. 71, 83, 90, 270, 276, 278, 292, 321, 332, 336, 345, 414, 548, 617, 642, 645, 850, 1072, 1173, 1333, 1449, 1515, 1595, 1660, 1665, 2112, 2280, 2304, 2652, 2893, 2903, 2938, 2939. Gruppe G, Nennwert = 12,50 R2N.: Nr. 51, 144, 152, 165, 179, 181, 185, 187, 202, 220, 223, 244, 1411, 1416, 147ti, 1614, 1719, 1723, 1732, 1785, 2371, 2395, 2411. 6402C Gießen, den 27. Oktober 1934. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 22. bzw. 29. Oktober 1934 bei der Firma Dresdner Bank, Zweigniederlassung Gießen, in Gießen folgendes eingetragen: Die Prokura von Arthur Schumacher und Alfred Hahn ist erloschen. Den Herren a) Georg Butz, Kurt Claus, Erich Kühne, Bedo Panner und Kurt liebe, sämtlich in Berlin, und b) Georg Burkholz in Gießen wird Prokura dahin erteilt, daß sie berechtigt sind, die Gesellschaft zusammen mit einem Vorstandsmitglied oder einem zweiten Prokuristen zu vertreten. Die Prokura des Herrn Burkholz ist auf die Zweigniederlassung in Gießen beschränkt, während die Prokura der fünf Herren zu a unbeschränkt ist, d. h. für Hauptniederlassung und sämtliche Zweigniederlassungen gilt. Gießen, den 30. Oktober 1934. 6418D Hessisches Amtsgericht. Der pr. Forstmeister, Forstamt Krofdorf, verkauft auf Schriftgebot vor dem Einschlag: 6407D Los 1. Revierförsterei Krofdorf, Tel. Gießen 4146: Buchen-dl-Stämme Kl. 2, 3 und 4 zirka 150 fm. Los 2. Revierförsterei Waidhaus, öffentliche Fern« fpred)ft.: Buchen-dl-Stämme Kl. 2 und 3 zirka 300 fm. Verladestationen Gießen, Abendstern, Fuhrlohn etwa 4 RM., Allgem. Bedingungen Vordruck D. Gebote losweise je fm jeder Klasse, mit der Aus' schrift „Holzverkauf Krofdorf" unter Anerkennung der allgem. und besonderen Bedingungen sind bis zum 9.11.34, 10 Uhr, an das Forstamt Krofdorf einzureichen. Bekanntgabe der Höchstgebote an demselben Tage um 11 Uhr. 1 t 2 y to B wi Uc 6. hl m. 255 vierter vlatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, 51. Oktober 1954 Radio für Polizei. V*W /• ' *••• * ,F. ■'i Bei der Neuyorker Polizei wird versuchsweise ein Radio-Empfangsgerät für Beamte im Straßendienst eingeführt. Die Batterie wird am Gürtel, der Lautsprecher auf der Schulter befestigt. Das ganze Gerät wiegt nicht mehr als die Pistole des Polizisten. Die Ausrüstung der Beamten mit diesem Apparat gestattet naturgemäß ihre ständige Unterrichtung durch den Polizei-Rundfunk. Was wird aus Island? Englands Interessen im hohen Norden. Bon unserem B.'Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Kopenhagen, Oktober 1934. In den skandinavischen Ländern hat die Veröffentlichung eines schottischen Blattes großes Aufsehen erregt. In dem Artikel eines anonymen Verfassers wurde nämlich in unzweideutiger Weise das Interesse betont, das E n g l a n d an einem Anschluß Islands bekundet und wurde weiter darauf hingewiesen, daß Island selbst nur Vorteile von einer solchen Vereinigung haben könne. Die Insel Island steht zur Zeit in einem freien Bündnisverhältnis zum König r e ich Dänemark, dessen Oberhaupt gleichzeitig König von Island ist. Ferner werden die außenpolitischen Interessen Islands vom dänischen Außenministerium wahrgenommen, während sonst die Verwaltung völlig selbständig ist. Das „Eisland" Island gilt dem Europäer im allgemeinen als eine unwohnliche Polarwüste, und die Folge dieser weitverbreiteten Anschauung war unter anderem, daß sich Island in Abgeschiedenheit und Ruhe von seiner schweren Vergangenheit erholen konnte. Jahrhundertelang hatten die dänischen Könige ihre Herrschaft über Norwegen und Island dazu benutzt, um aus der Insel an Steuern und Abgaben herauszuholen, was nur irgend möglich war. Freier Handel war den Isländern überhaupt verboten, der ganze Handelsverkehr mußte über Dänemark geleitet werden. Mit dem Einschrumpfen der selbständigen Wirtschaft ging ein allgemeiner Verfall vor sich. Die hart bedrückten Isländer verloren jedes Interesse und jede Initiative an eigenem Schaffen: und allein ihre alten Heldensagen gaben noch ein Bild von der Kraft und dem Willen, der einmal dieses nordische Geschlecht beseelt hatte. Ende vorigen Jahrhunderts trat ein Umschwung ein. Allmählich war es energischen und geschickten Politikern gelungen, den dänischen Zwang immer mehr zu lockern, eine Konzession folgte der anderen, und schließlich waren aus den Fesseln nützliche Verbindungen geworden. Island erhielt seine volle Handelsfreiheit wieder, in wenigen Jahren blühte die Wirtschaft auf, die Städte bevölkerten sich, und jetzt ist die Hauptstadt Reykjavik ein beachtliches Glied des nordischen Wirtschaftswesens. Was die früheren dänischen Könige gesündigt batten, bemühte sich das Königreich Dänemark wieder gutzumachen. In wirtschaftlicher und politischer Beziehung fanden die Isländer bei ihrem Wiederaufbau in den erfahrenen und gewandten Dänen gute Ratgeber. Diese Unterstützung bewirkte zusammen mit den an sich gar nicht ungünstigen natürlichen Verhältnissen des Landes ein rasches Aufblühen, das sich vor allem auf dem Gebiet der Fischerei bemerkbar machte. Gute Fischer sind die Isländer von jeher gewesen, aber sie hatten ihr Gewerbe mit veralteten, mangelhaften Booten treiben müssen, und der Aufwand an Mut stand in- folgedessen in keinem Verhältnis zum schließlichen Ertrag. Heute aber verfügt Island über eine große Flotte moderner Fischerboote, mit denen an den Küsten und im offenen Meer erfolgreiche Fänge gemacht werden. Eine Zahl nur: im günstigen Jahr 1930 wurden Fischwaren im Werte von 56 Millionen Kronen ins Ausland exportiert! — Der isländische Reichtum an Weideland hat innerhalb von zehn Jahren zu einer Verzehnfachung des Viehbestandes geführt. Das Vorkommen von Erzen schließlich rief ausländisches Kapital auf den Plan, englische und amerikanische Gesellschaften stellten sich zur Ausbeutung der Erzlage zur Verfügung. So ist in ganz kurzer Zeit die 100 000 Kopf Bevölkerung zu einem gewissen Wohlstand gelangt, dem auch die Krise nichts anhaben konnte. Selbst die einfachsten Fischer und Viehhirten erzielen — wenn auch kleine und bescheidene — Ersparnisse, die sie auf eine der eigenen isländischen Banken tragen können. „Ein Land der Zukunft", so wird die Insel genannt. Da ist es also nicht allzu verwunderlich, daß England plötzlich gewisse geographische Zusammenhänge entdeckt, die darauf schließen lassen können, daß Island einmal eine Art englischer Boden sei. In dem so lebhaft diskutierten schottischen Artikel wird auf die Nähe der Orkneyinseln hingewiesen, die gewissermaßen gute Nachbarn der isländischen Fischbänke sind. Es sind zwar noch gut fünf Jahre hin, bis sich Island von neuem über seine Zukunft zu entscheiden hat, da dann erst der Vertrag mit Dänemark abläuft. Aber schon jetzt wird sehr kräftig auf eine Annäherung hingearbeitet. Dänemark verhält sich äußerst reserviert. Offenbar glaubt es — sicher nicht ohne Grund — der isländischen Freundschaft und Treue sicher sein zu können. Bedenklich sind natürlich die wirtschaftlichen Lockungen, mit denen England in Form hoher Anleihen die unternehmungslustigen Isländer verwöhnt. Das englisch-dänische Verhältnis hat sich jedenfalls durch die Island-Frage nicht gerade verbessert — zu einer Zeit, da an und für sich schon wirtschaftliche Spannungen in großer Zahl vorhanden sind. Die englische Wirtschaft erneuert nämlich unablässig ihre Versuche, den großen dänischen Baconexport abzudrosseln. Mit ihrem Bacon — gebratenem Speck — haben die Dänen bisher erfolgreich den englischen Boden verteidigt, da alle auf den Markt gebrachten englischen Konkurrenzwaren versagt haben. Der Kampf geht jedoch weiter, und diese Baconausfuhr ist für Dänemark eine Existenzfrage. Mit einem Artikel, der scheinbar nur die Privatansicht eines schottischen Blattes darstellt, ist ein heißes Eisen — sozusagen — auf den „Grünen Tisch" geworfen worden, und alle Interessierten stehen herum, ohne es anzufassen. Vielleicht boten die Handschuhe des englischen Lordsiegelbewahrers Eden, der soeben von seiner Skandinavienreise zurückgekehrt ist, genügenden Schutz. Das neue Llniversitätsgebäude in Köln. Kölns neue Universität wird mit dem Beginn des neuen Semesters ihrer Bestimmung übergeben. ms r- s 8 Lr 8 8 dr 8 8 s 8 8 888888888888388^ HUH 111X1 i ß iH H H m 883S888S88K8LS83S88Z38 K88» 888SS8«88S«8 N 8,8 8 S 8 Vom schöpferischen Handwerk. Bereitet den Boden für die Wiedererweckung einer echten Volkskunst! Von Dipl.-Ing. v. Kunst im Handwerk. Ach, sagt der Leser, der uns bisher mit freundlicher Aufmerksamkeit folgte: „Kunstgewerbliche Gegenstände stehen genug in den Schaufenstern herum. Trotzdem — ihr seht es ja — wird wenig davon gekauft. Und schließlich sind wir froh, daß die vielen Schnörkel und Konsölchen, der viele Krimskrams aus Haus und Heim verschwunden sind. Also wenn ihr nichts Besseres habt ..." Diese Einwände kommen bestimmt! Nun darf man mit einem Propagandafeldzug erst beginnen, wenn man weiß, daß man nur noch falschen Vorurteilen gegenübersteht. Denn das sind Mauern, die unter dem nötigen Trommelfeuer irgendwann zusammenbrechen. Wenn aber ein, wohlbegründeter Einwand besteht, dann muß man ihm zuerst gerecht werden, sonst geht die ganze Werbung daneben. Wenn' unser Volksgenosse in seinen Einwendun- Or. Wilhelm Völker. gen von Kunstgewerbe spricht, dann befindet er sich auf falschem Wege. Denn die Scheidung des Handwerks in Kunstgewerbe und nüchternes Nutzhandwerk wollen wir ja eben überwinden. Diese Scheidung entspringt gerade der unsinnigen Auffassung, als habe Kun st im Handwerk nichts zu suchen. Schablonenhaftes, Nüchtern-Nützliches schafft nur die Maschine. Dazu ist sie da. Wo aber der Mensch werkt und schafft, da entsteht Persönliches. Und alles Persönliche ist, ob auf geringster oder höchster Stufe, Kunst und soll es sein. Gerade der Handwerker, der freie Herr feiner Werkzeuge und Arbeitsmaschinen, erfahren in den Ueberliefe- rungen seines Standes, ist bevorzugt in der Lage, künstlerisches Können zu entwickeln. Dann ein zweites: der Vorwurf, daß wir eine künstliche Ueberlaftung und Ueberladenheit der Häuser und Wohnungen befürworten, wird uns gewiß immer und immer wieder gemacht werden. Das ist einfach damit zu erklären, daß man alles, was einem unnötig erscheint, auf eine Linie setzt, und zwar sowohl das höchst unnötige Geschnörkel, wie auch das Wertvoll-Schöne, dessen Notwendigkeit man einstweilen noch nicht erkannt hat. Eine irrige Meinung ist bekanntlich damit nicht aus der Welt geschafft, daß man sie klar und folgerichtig widerlegt. Denn sie wurzelt stärker im Gefühl als im Verstände und läßt sich darum nur durch beharrliche Propaganda, am besten aber durch die lebendige Anschauung allmählich überwinden. Wir dürfen uns daher durch die stete Wiederholung des Vorwurfs mit den Schnörkeln nicht irre machen lassen. Er wird mit fortschreitender Verwirklichung unseres Wollens von selbst entfallen. Das waren also bisher nur Vorurteile gegen unsere Sache. Aber eine Wahrheit steckt doch in den Einwänden: Eine ganz wichtige, die den Einwänden sogar eine starke Berechtigung verleiht. Nämlich die kunstgewerblichen Gegenstände, die als Beispiel des wertvoll-schönen Gegenstandes herangezogen werden, sagen dem fremden Beschauer zu wenig mehr. Sie sprechen ihn gar nicht mehr persönlich an. Kein Wunder, daß er sich sich so schwer zum Kauf entschließt. Wir wollen es einmal ganz kraß ausdrücken: dis Verfertiger dieser Gegenstände sollten lieber weniger geschickte Virtuosen, aber bessere Philosophen sein. Wie? Nicht wahr, das klingt beinahe etwas bombastisch: aber wir wollen uns genauer ausdrücken. Man kann wohl behaupten, daß in grauer Vorzeit die Anfertigung eines Gegenstandes, etwa einer Axt oder eines Ackergerätes eine besondere, wenn nicht gar eine heilige Sache war, in die der Verfertiger fein ganzes Können, feinen ganzen Stolz und feine ganze Liebe fetzte. Heute spielt die geldliche Seite des Fabrikationsvorganges die Hauptrolle. Der Käufer ist unbekannt; die einzige Beziehung zum unbekannten Käufer T scheint daher die geldliche. Der Herstellungsakt ist damit entweiht. Ein Nützlichkeitsvorgang ohne sittlichen Gehalt. Gießener Stadttheater. Giuseppe Berdi: „La Traviata". Das Dreigestirn „Rigoletto", „Troubadour" und । „2 a T r a o i a t a" wurde für Verdi zum dauernden Träger des Erfolges. Diese drei Opern bedeuten für seine Schaffensentwicklung eine Reife des Stiles, I Ser durch die persönliche Anteilnahme des Kompo-’ nisten an seinen Gestalten tiefe Menschlichkeit er-1 schließt: im „Rigoletto" sorgende Väterlichkeit, im „Troubadour" Mutter- und Sohnesliebe, in „La; Traviata" die wandelnde und läuternde Kraft edler, 1 echter Liede. Die ausgeprägte Eigenart der einzelnen Personen: der Narr Rigoletto, die Hexe Azu- ccna und die Dirne Violetta übten in ihrer einmaligen Abwegigkeit einen besonderen Reiz auf Verdi aus, der für seine Opernstoffe das Mannigfaltige stets besonders bevorzugte. ~ Das Urbild für „La Traviata , „Die Kamelien- bame" von Alexander Dumas, hatte Verdi in Paris gesehen, und er verwies seinen Textdichter Francesco Maria Piave auf die Möglichkeit einer Bearbeitung. Zur gleichen Zeit, in der Verdi die letzte Hand an den „Troubadour legte, begann er auch schon die Komposition von „La Traviata mrt ihrer gegensätzlichen Gefühlswelt. Wie gründlich Verdi zu Werke ging, beweist eine Briefstelle, m der er von der unermüdlichen Feilarbeit seines Textdichters am Libretto spricht; er selber findet in seinem Drange kaum Zeit „zum Essen und Schlafen . Fünfundvierzig Tage nach der Uraufführung des Troubadours bringt das Fenicetheater in Venedig „La Traviata" Verdi selbst berichtet: „Die Traviata ist durchgefallen. Ist es meine Schuld, oder die der Sänger? Die Zeit wird es lehren." Verschiedene Umstände hatten zu diesem Mißerfolg geführt, em heiserer Tenor, eine durch körperliche Fülle unmögliche Violetta, und nicht zuletzt der dem Publikum bis dahin ungewohnte Lebenskreis, in dem sich das Bühnengeschehen abspielt, und die dadurch bedingte Neuheit im musikalischen Ausdruck. Schon trägt sich Verdi mit neuen Plänen, da will sein Freund Antonio Gallo „La Traviata" in Venedig im San- Benedetto-Theater zur Aufführung bringen. Verdi warnt, entschließt sich aber endlich doch zu einer Ueberarbeitung der Oper, und diesmal wurde der 6. Mai 1854 der Ausgangspunkt für den Siegeslauf des Werkes. Eduard H a n s l i ck erkennt in dem Dumasschen Stoff einen „widerwärtigen Vorwurf". „Die erste Hälfre der Oper verherrlicht die Liederlichkeit, die zweite die Lungenschwindsucht: dort haben wir das übertünchte, hier das offene Grab", Anderjeits aber erblickt er hier ein „schlagendes Beispiel der mildernden versöhnenden, idealisierenden Macht der Musik, die alle Poren selbst der Verwesung durchdringt und die entsetzliche Wirklichkeit des Dramas in einen schwermütigen Traum auflöst." Dem schicksalhaft Dämonischen im „Rigoletto", dem Heldischen im „Troubadour" stellt sich in „La Traviata" ein intensives Eingehen und tiefgründiges Erschließen menschlicher Seelenregungen zur Seite. Für das Erleben des rein Menschlichen voll innerer Herzenswärme fand Verdi hier die innigsten Töne. Und gerade die Melodien aus „La Traviata" haben, selbst losgelöst von der Bühnenhandlung, für den Meister geworben. Wenn auch die Art seiner Melodik nicht immer völlige Zustimmung von deutscher Seite fand, so muß man doch stets berücksichtigen, daß Verdi aus einem bodenständig verwurzelten Volkstum heraus schuf und fast ausschließlich in der Geschlossenheit feiner Persönlichkeit die Bedingungen für feine Weiterentwicklung fand. Ein Einfluß des deutschen Musikdramas mußte ihm fern liegen: „Wenn wir, Nachkommen eines Paleftrina, Wagner nachahmen, so begehen wir ein musikalisches Verbrechen und tun etwas Unnützes, wenn nicht gar Schädliches", i Er hebt sich über seine Vorgänger hinaus und gibt der italienischen Oper eine neue Prägung; Ariensänger werden für ihn zu Menschen, Rollen zu Charakteren, Theaterhandlung wird zum Schicksalsgeschehen. In „La Traviata" stieß Verdi mit der Durchbildung des Parlandos auf ein Neuland vor. Die Grenze zwischen dem rezitatioischen und dem ariosen Stil läßt er fallen und schafft so die Möglichkeit für den ungehinderten Ablauf szenischer Ereignisse, anderseits gewinnt er gleichzeitig die Mittel, wichtige Stellen arios hervorzuheben. (Ohne dieses so durchgebildete Stilelement wäre später Puccinis „La Boheme" kaum denkbar gewesen.) Ein treffendes Beispiel bietet die Auseinandersetzung zwischen Alfred und Violetta; das Orchester gibt mit einem oftinaten Motiv den Untergrund, und aus charakteristischer Wortprägung im Melodischen entwickelt sich diese neue Art dramatischen Singens. Ebenso aber bereichert Verdi das Ensemble; über reine Parlando-Motive hinaus vertieft er die Anteilnahme des Ensembles sowohl nach der melodischen als auch nach der dramatischen Seite hin. Gemäß der dem Stoffe innewohnenden dramatischen Kraft wächst besonders die Rolle der Violetta über die Enge der Fachbegrenzung hinaus. Ihre Vertreterin darf nicht nur einseitige Koloratur- Sängerin fein, sie muß den feinsten lyrischen Regungen Ausdruck geben können und doch wiederum starken dramatischen Akzenten gewachsen sein. Die Violetta Maria Perrys war eine Steigerung von Akt zu Akt. Die erschütternden Eindrücke des vierten Bildes werfen ein ausgleichendes Licht auf kleine Unzulänglichkeiten, die sich im ersten Akt zeigten. Es war ein ständiges Wachsen und Sich-Hinein-Leben in das innerste Wesen der gestellten Aufgabe. Die abgeklärten visionären Klänge der Sterbeszene zeugten von der Uebereinftimmung musikalischen Wollens und Könnens. In der großen Szene mit dem Vater Germont ließ sie ganz besonders die innere Wandlung in der Wahl der Ausdrucksmittel erleben. Besorgte, pflichtbewußte Väterlichkeit betonte Richard Stahl a. G. in seinem Germont. Er wahrte die Grenze zwischen Textanforderung und Gesanglichkeit, wobei ihm fein nachgiebiges Stimmmaterial gute Stütze war. Die Klippen des Trivialen im Auftritt mit Alfred („Hat Dein heimatliches Land") umging er mit innerer Gefühlswärme. — Der Alfred Hans Heinrich Hagens a. G. war spielerisch durchaus gewandt; erst im letzten Akt ließ er die stimmlichen Akzente erkennen, die sicher schon im dritten Bild am Platze gewesen wären. Sein klanglich verhältnismäßig schlanker Tenor konnte nicht immer die melodische Linie in scharfer Kontur fassen. — Luise Decker als Flora hatte wegen stimmlicher Indisposition um Nachsicht gebeten; als Festgeberin im dritten Bild vermochte sie wohl zu repräsentieren. — Therese Stein- k a m p a. G. war als Annina voll Besorgtheit und stimmlichem Anpassungsvermögen. Den Kreis der Gestalten rundeten mit Geschick Heinz Weiser (Gaston), Karl Tank (Baron Douphal), Franz Valckenberg (Dr. Grenvil). Die Spielleitung (Paill W r e d e) verstand es, die sorgfältig und geschmackvoll gewählten Bühnenbilder (Karl Löffler) durch eine bis ins Einzelne gehende Durcharbeitung den Forderungen des Werkes anzupassen. Der Absicht des Beleuchtungsmeisters, Ludwig Keim, jedes Szenenbild allmählich in Erscheinung treten zu lassen, kann man unbedingt beipflichten. Die beiden maßgebenden musikalischen Körper, Chor und Orchester, waren in straf,er flanb. (Dritter Akt!» Die zarten Stre,. cberEIänqe zu Beginn des ersten und vierten Bildes wie auch die solistisch beteiligten Holzbläser gaben Öen Maßstab für die Vorarbeit, mit der Kapellmeister Fritz C u j ö die Aufführung gesichert hatte. Im Ausdeuten der Partitur zeigte er Vertrautheit mit Verdis Stilforderunqen. — . Der überaus starke, spontan ausbrechende Beifall war berechtigter Dank der Zuhörer. Dr. tt. Zeitschriften. — Die „Deutsche Zeitschrift" (Verlag Callwey, München) beginnt mit dem Oktober / November-Heft feinen neuen Jahrgang. U. Chri- staffel umreißt das Wesen des „Deutschen Bildes" (an Hand von plastischen Beispielen). O. Lang stellt Anton Bruckner dar, in dessen Musik das deutsche Wesen eine neue sinnbildliche Prägung von allgemeiner Gültigkeit gefunden hat; er zeigt an einem großartigen Beispiel, wie höchste Kunst und Volk Zusammenhängen, welche Rolle dem Genie zufällt, daß es noch Musik gibt, die Gottesdienst ist. Hans Böhm referiert über neue österreichische Lyrik, die zugleich aus großer Tradition und aus bäuerlichem Boden neue Kräfte schöpft. Geramb erzählt von einem volkstümlichen Fest „Sinawend", von dem Fortleben uralter Sitte und Bräuche bis in die Gegenwart. Eine ewige Gestalt des Deutschen, eine Gefahr des Deutschen veranschaulicht M. Freund an der Figur Thomas Münzers, der wichtigsten deutschen Verkörperung der chiliastischen Revolution. Aus dem übrigen reichen Inhalt des Heftes fei noch gedacht der Beiträge von Hans Caroffa und Tim Klein, der zum erstenmal Froiffarts „Bürger von Calais" nacherzählt. Die „Berliner Monatshefte" herausgegeben von Dr. Alfred von Wegerer bringen in ihrem Oktoberheft (Quaderverlag, Berlin W 15, einen bemerkenswerten Beitrag über „Die politische Propaganda des russischen Heiligen Synod in Galizien vor dem Kriege". Der ehemalige deutsche Außenminister Friedrich Rosen bespricht das neue Werk von Harold Nicolson über Lord Curzon. Rosen hat Lord Curzon persönlich gekannt und in den Jahren nach dem Kriege, in denen Curzon ! britischer Außenminister war, als deutscher Außenminister seine Politik aus nächster Nähe verfolgen ! können, lieber den Rahmen einer Biographie hin- ausgreifend, erhebt sich das Werk von Nicolson. Persönliche Erinnerungen an Lord Curzon machen den Aufsatz von Reichsminister Rosen doppelt interessant. Hochsckulnachrichten. Der ao. Professor Dr. Zipf von der Universität M ü n st e r ist als Nachfolger von Professor Dr. Eich holz auf den Lehrstuhl für Pharmakologie an der Universität Königsberg berufen worden. Der Privatdozent Dr. Karl Michaelis von der Universität Göttingen wurde als Ordinarius auf den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Römisches Recht und Zioilprozeßrecht an der Universität Kiel berufen. Arbeit wird Plage, die der Gelderfolg rechtfertigen muß. Und es ist ist nun kein Wunder, daß das Erzeugnis fremd und liebeleer, ohne eigentlichen Reiz als den der reinen Nützlichkeit erscheint. Aber das muß nicht so sein. Zwar, das Rad der Welt- und Wirtschaftsgeschichte drehen wir nicht (urück. Die Fabrikation für den unbekannten Kauer wird für immer die Hauptmenge aller wirt- chaftlichen Erzeugung bleiben. Wenn aber die unmittelbare Verwendung nicht zu sehen ist, so können wir doch unsere Aufmerksamkeit und Liebe dem Arbeitsobjekt und darüber hinaus dem unbekannten Volksgenossen zuwenden. Vom „alten und den „Bassernu OaS Schlagwort als FL Ist die weitverbreitete Herrschaft der Schlag- Worte nur aus der Denkfaulheit des Menschen zu erklären, ist sie nur das Zeichen betrüblicher geistiger Verflachung? Keineswegs! Das tiefere Geheimnis des Schlagwortes liegt oft auch in seiner Fähigkeit, unmittelbar, ja blitzartig Situationen und Menschen zu beleuchten, ohne daß es weitschweifiger Erörterungen bedarf. Mit unmittelbarer Lebendigkeit enthüllt es manchmal einen geschichtlichen Hintergrund von oftmals umfassender Weite und verleiht den Personen, denen es in den Mund gelegt wird, Farbe und anschauliche Gestalt. Das Schlagwort ist deshalb nicht nur ein unterhaltender, sondern auch ein belehrender Führer durch die Geschichte. Wir sehen den tüchtigen Feldhauptmann Schweppermann geradezu vor uns stehen, von dem Ludwig der Bayer nach der Schlacht bei Mühldorf gesagt haben soll: „Jedem Mann ein Ei, dem oraven Schweppermann z w e i." Um Luther rankt sich ein großer Kranz von Aussprüchen, die zu stehenden Redensarten geworden sind. Auf ihn wird das „Matthäi am letzten" zurückgeführt, womit ausgedrückt werden soll, daß man am Ende sei, daß man sich am Ende seiner Künste glaube. Von dem großen Reformator stammt auch der Satz „So wohlfeil ist jetzt die Kunst, daß sie schier muß nach Brot gehen", der in einer seiner Tischreden enthalten ist. Das stolze Wort „Gedenke, daß du ein Teutscher bist" wird dem Großen Kurfürsten beigelegt; es ist angeblich aus Anlaß der Beleidigung seiner Gesandten durch Schweden im Jahre 1658 entstanden; auch den Ausdruck „Alter Schwede" verbindet der Historiker T r e i t s ch k e mit diesem brandenburgischen Fürsten. Es dürfte wenig bekannt sein, daß die Bezeichnung „Küche n- dragoner", heute eine wenig liebenswürdige Benennung für eine derbe Hausangestellte, einen sehr ernsthaften Ursprung hat. Sie leitet sich von drei Dragoner-Regimentern unter dem Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau her, die dienstlich „Hofstaat- oder Küchendragoner" genannt wurden, wie Paul Friedrich in seiner Sammlung „Deutscher Zitatenschatz" ausführt. Das oft gebrauchte Schlagwort: „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende" soll ein Ausruf Ferdinand von Schills am 12. Mai 1809 auf dem Marktplatz von Arnsburg vor seiner Freischar sein. Der mit der deutschen Sprache ewig auf dem Kriegsfuß lebende Generalfeldmarschall von Wrangel hat Denn so wollen wir ihn richtig nennen: „Dolks- genossen", nicht nur „Käufer". Der Volksgenosse ist uns vertraut, auch der unbekannte. Er ist uns in so vielem gleich. Seine Freuden, seine Sorgen sind den unsrigen verwandt. Wir können uns in ipn hineinversetzen, wenn er unser Erzeugnis erwirbt. Und so, wie wir es persönlich form en, Jo spricht es ihn, wenn er unserer Art ist, persönlich an. Er liest gewissermaßen unsere Eigenart aus dem Gegenstände heraus. Wie sollten wir zu diesem Bluts- und Geistesverwandten nicht gerne sprechen? Schweden" Ijrer durch die Geschichte. sich mit feiner Bemerkung: „Ick be men Here mir", als man ihn nämlich tot gesagt hatte, ein witziges Denkmal gesetzt. Der preußische (Staatsmann und Publizist David Hansemann, der 1848 Finanzminister und Ministerpräsident war, veranschaulicht uns mit seinem Ausspruch „In Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf" sogleich die Stimmung einer neuen Geschichtsepoche, in der Wirtschaft und Berechnung einen bedeutenden Machtzuwachs gewonnen haben. Das häßliche Wort von dem „beschränkten Untertanenverstand" geht auf den preußischen Minister des Innern Gustav Adolf von Rochow zurück. Der Begriff des „passiven Widerstandes", der für Deutschland in den düsteren Zeiten der Ruhrbesetzung die große nationale Parole wurde, ist Oer Tag -es Handl Landkreis Giehen. ck. Heuchelheim, 30. Okt. Am Tag des Handwerks prangten unsere Straßen im Schmuck der Fahnen des Dritten Reiches. Besonders die Handwerksmeister und die Geschäfte hatten ihre Häuser bzw. Schaufenster zur Feier des Tages festlich geschmückt. Nach gemeinsamem Kirchgang am Vormittag trafen sich die Mitglieder der Ortsgruppe der NS.-Hago um 11 Uhr im Saale „Zum Treppchen" zur Gemeinschaftsfeier. Der Leiter der Ortsgruppe, Jnnungsobermeister L. Rinn XVII., begrüßte die Berufskollegen, die Mitglieder der Ortsgruppe der NSDAP., Bürgermeister Rinn, sowie die Mitglieder des Ortsvorstandes. In feinen einleitenden Worten wies er auf die Bedeutung des Tages hin und verlas bann die Botschaft des Reichs- füh'rers des deutschen Handwerks. Anschließend fand die Rundfunkübertragung aus Braunschweig statt. Wie im ganzen Reiche, so wurden auch hier einige Jnnungswalter auf ihr Amt verpflichtet, und zwar Friseurmeister Ludwig V o l k m a n n, Malermeister Otto Rinn, Sattlermeister Albert Römer und Metzgermeister Adolf Schmidt. Abends hatten sich die einzelnen Berufsgruppen zur Feier auf die einzelnen Wirtschaften des Ortes verteilt. * Leihgestern, 30. Okt. Der Tag des Handwerks wurde in unserem Orte in würdiger Form begangen. Vormittags versammelten in der Nacht zum 10. November 1848 von dem Präsidenten der Berliner Nationalversammlung, Hans Victor von Unruh, geprägt worden. „Affenartige Geschwindigkeit" nannte der Wiener Journalist August K r a w a n i am 18. Juni 1866 in der Wiener Presse die große Beweglichkeit der Preußen. Die berühmten „Basser- mannschen Gestalten" haben übrigens nidjts nut den Rollen des berühmten Schauspielers Albert Bassermann zu tun; sie beziehen sich auf einen Ausspruch des Politikers Friedrich Daniel Bassermann, des Mitgliedes der Erbkaiserpartei, in der Frankfurter Nationalversammlung vom 18. November 1848, in dem es heißt: „...ich sah hier Gestalten die Straße bevölkern, die ich nicht schildern will." (In einem Bericht über Berliner Zustände.) Ein beredtes Zeichen für die Volkstümlichkeit und für die sprachschöpferische Kraft Bismarcks sind die zahlreichen Redewendungen des Eisernen Kanzlers, die noch heute in aller Munde sind, angefangen von der „Zivilcourage" über den Ausspruch „Keinen Fleck auf der weißen Weste" und den Begriff des „ehrlichen Maklers" bis zu der Politik „von Blut und Eisen". Der „Prinzipienreiter" verdankt seine Entstehung einem Erlaß des Fürsten Heinrich LXXII. von Reuß zu Loben- ftein aus dem Jahre 1844, in dem zu lesen ist: „... seit zwanzig Jahren reite ich auf einem Prinzip herum". Freiherr Marschall von Bieber- ft e i n hat bas Wort von ber „Flucht in bie Öffentlichkeit" im Journalistenprozeß am 4. Dezember 1896 in Umlauf gebracht, unb Reichskanzler von Bethmann-Hollweg sprach im Reichstag am 28. September 1916 von ber „Freien Bahn für alle Tüchtigen", eine Rebewenbung, bie ebenso wie Stresemanns „Silberstreifen" in den großen Bestand der geschichtlich bedeutsamen Schlagworte eingegangen ist. »erks in Oberhessen. sich die Ortsgruppen Leihgestern und Großen-Lin- ben berNS. - Hago im festlich geschmückten Saale „Zum Löwen". Obermeister S ch r a b e r (Leihgestern) eröffnete bie Feier unb sprach in fesselnben Ausführungen über bas Hanbwerk in ber Gegenwart. Vor allem rechnete er mit ben Nörglern ab. Nach ber Bekanntgabe bes Aufrufs bes Reichs- hanbwerksführers zum Tage bes deutschen Handwerks wurde die Uebertragung der Reichsfeier angehört. Im Verlaufe der Veranstaltung wurden auch verschiedene Obermeister verpflichtet, und zwar: Gustav Schrader, Leihgestern (Obermeister der Steinmetz- und Steinbildhauer-Pflichtinnung), Ludwig Krauskopf, Großen-Linden (Obermeister- Stellvertreter der Fnseur-Pflicht-Jnnung), Georg Brück, Leihgestern (Jnnungswart der Weißbinder und Maler-Pflichtinnung), Karl T e x t o r II., Leihgestern (Jnnungswart der Schreiner-Pflichtinnung) und Peter Dietz, Großen-Linden (Jnnungswart der Steinmetz- und Steinbildhauer-Pflicht-Jnnung). Mit dreifachem „Sieg-Heil" auf den Führer Adolf Hitler schloß Obermeister Schrader die Feier. cxd Lollar, 29. Okt. Am Tage des deutschen Handwerks veranstaltete die hiesige N S. - H a g o in dem Saale der Gastwirtschaft „Germania" einen Familienabend. OO Londorf, 30. Okt. Zum Handwerker- t a g hatte die hiesige Ortsgruppe der N S. - H a g o die Handwerker, Gesellen und Lehrllnge zu einer Versammlung am Sonntagvormittag im Saale des Gastwirts Louis Lich eingeladen. Der Einladung hatten zahlreiche Volksgenossen Folge geleistet. NS.-Hago-Führer Pg. Rink eröffnete die Versammlung und wies auf die Bedeutung des Tages des deutschen Handwerks und der Verpflichtung der Innungs-Obermeister im ganzen Reiche hin. Der organisatorische Aufbau des Handwerks erfordere, daß jeder Meister, Geselle und Lehrling der Deut- schen Arbeitsfront beitrete. Den noch Abseitsstehen, den wäre wahrscheinlich letztmalig jetzt hierzu Gelegenheit gegeben. Die Reichssendung von Braun- schweig wurde mit großem Interesse und mit starker Aufmerksamkeit angehört. Nachmittags und abends fanden sich die Teilnehmer wieder im Saale von Lich ein, wo sie noch einige Stunden gemütlich verweilten. Kreis Schotten. c Schotten, 28. Okt. Alle Innungen bes Kreises mit ihren Jnnungswaltern sammelten sich heute Vormittag um 11 Uhr in ber festlich geschmückten Turnhalle, um bie Kunbgebung bes Handwerks aus Braunschweig gemeinsam anzuhören. Kreishanbwerksführer Neumann begrüßte bie Hanbwerksmeister, Gesellen unb Lehrlinge unb verlas ben Aufruf bes Reichshandwerks- führers. Die Uebertragung ber Reichsfenbung von der Feier in Braunschweig machte einen tiefen Eindruck. Stehend gelobte das Handwerk treue Gefolgschaft. Kreisleiter Kromm richtete nach der Uebertragung noch mahnende Worte an die Versammlung. Eine Jnnungsversammlung schloß sich an. Kreis Wetzlar. <£ Rodheim a. d. B., 30. Okt. Anläßlich des Tages bes beutschen Hanbwerks zeigten zahlreiche Häuser unseres Ortes Flaggenschmuck. Vormittags versammelten sich bie Vertreter bes hiesigen Hanbwerks im Benderschen Saale, um bie Radio-Übertragungen ber Reichshanbwerksleitung entgegenzunehmen. Abenbs kamen bie Hanbwerker wieder mit ihren Familien im Benberschen Saale zusammen, um in echter Volksverbundenheit einige Stunden in bester Stimmung unb Gemütlichkeit zu verleben, Zahlreiche Volksgenossen aus Robheim hatten ber freunblichen Einlabung ber Ortsleitung Folge geleistet unb halfen, zur Erhöhung ber Stimmung beizutragen. Itunbfunfprogramm. Donnerstag, 1. November. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmelbungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7. Frühkonzert. 8.30: Gymnastik. 9.15: Musik um Morgen. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus., 11.45: Sozialbienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus bem Senbebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. Klassisch, romantisch, mobern. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinder- ftunbe. 16: Nachmittagskonzert bes Runbfunkorche- fters. 18.05: Heimbeschaffung für bie Hitler-Jugend. Reichsminister Dr. Goebbels spricht. 18.25: Neue deutsche Dichtung: 18.35: Katechismus für Sprachsünder (III). 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten und Mitteilungen aus dem kulturellen Leben. 20.10: Saar-Umschau: 20.30: Spanische Sinfonie für Violine und Orchester op. 21 von Ed. Lato. 21: Jakob Johannes. Ein Schicksal an der Saar. Hörspiel. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Senbebezirk. 22.20: Worüber man in Amerika spricht. Reinwollene Kleiderstoffe und Mantelstoffe STOFFSPEZIALHAUS in modernen Webarten führen wir in einer riesengroßen Auswahl. Wir verkaufen beste Qualitäten zu unseren bekannt niedrigen Preisen BERNARD Gießen • Plockstraße 14-16 6396 A ^cftlafdecfzen 2.10, 3.50, 5.50, 7.30,13.50 usw. ■fteppdecften mit Wolle oder Daunen gefüllt