Nr 26 Lrstes Blatt M Jahrgang Mittwoch, ZI. Januar 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giessener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei R.Lange in Giehen. 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Lange vor Beginn der Reichstagssitzung ist der Königsplatz von Hunderten besetzt, die die An- lunft der Reichstagsabgeordneten, der Reichsstatthalter, der Vertreter der Lander, der Reichsminister und schließlich die Ankunft des Führers vor der Krolloper erwarten. Die Räume der Krolloper find aus Anlaß des Jahrestages der nationalen Erhebung besonders geschmückt. Da die Reichstagssitzung nicht nur durch den Rundfunk übertragen, sondern auch im Tonfilm festgehalten wird, sind in mehreren Logen Tonfilmapparaturen unter- gebracht, zu deren Unterstützung im zweiten Rang einige gewaltige Jupiterlampen aufgestellt worden sind. Der Reichstag war fast vollzählig vertreten, nur einige wenige Abgeordnete hatten sich entschuldigt, darunter der frühere deutschnationale Führer Hugenberg und der Industrielle Thyssen. Die Diplomaten sind vollzählig anwesend, in der ersten Reihe die Botschafter Italiens, Frankreichs und Englands. Auch die Tribünen sind überfüllt. Der Beginn der Sitzung verzögert sich. Kurz vor 15.30 Uhr erscheint Reichstagspräsident Göring. Die Ministerbänke sind inzwischen vollständig besetzt. Atemlose Stille. Plötzlich hört man von draußen her stürmische Heilrufe. Der Führer war vorgefahren. In diesem Augenblick erscheint er schon in Begleitung von Rudolf Heß. Die Sitzung beginnt. Präsident Göring eröffnet die Sitzung und fährt bann fort: Mein Führer, meine Kameraden! Als wir zum letzten Male hier versammelt waren, habe ich bereits darauf hingewiesen, daß erst an dem Tage, da unser Führer das Wort ergreifen wird, der neue Reichstag feine erste grundlegende Sitzung haben wird. Heute nun ist diese Sitzung, an einem denkwürdigen Tage, dem 30. Januar. Solange es deutsche Geschichte geben wird, wird der 30. Januar 1933 nicht nur ein Markstein, er wird die entscheidende Wendung im Schicksal des deutschen Volkes sein und bleiben. Ein Jahr ist seitdem vergangen und dieses Jahr scheint uns wie ein Jahrzehnt, so ungeheuerlich sind die Veränderungen, so gewaltig ist das, was geleistet wurde, so einzigartig das, was geschah und wozu sich das Volk bekannte. Aus den Niederungen, aus den Tiefen, aus schwarzer Nacht hat sich das deutsche Volk aufs neue erhoben, und das deutsche Volk hat zurück- gefunden seine Ehre und seine Freiheit, zwei Begriffe, ohne welche ein Volk nicht zu leben vermag. Die Wiedergeburt unseres Volkes unter seinem starken Führer ist vonstatten gegangen. Der 30. Januar 1933 war der Wendepunkt, im letzten Augenblick die letzte Entscheidung und nur möglich, weil, während alle versagten, ein Führer in Deutschland lebte, der unerschütterlich an die Güte, an die Kraft und an den Wert des deutschen Volkes geglaubt hat und der diese Dinge neu erweckte und somit neu stärkte und das Volk neu gestaltete. Und welch gewaltiger Glaube ist durch dieses Volk gegangen, welch gewaltiges Vertrauen hat das deutsche Volk in diesem Jahre bewiesen und seinen Führer befähigt. Großes zu leisten. Aber auch welch unsagbare Liebe ist dem Führer entgegengeströmt und zuteil geworden. Darum diese Liebe, warum dieses gewaltige vertrauen, daraus spricht die Genugtuung des Volkes darüber, endlich wieder einen Führer und eine Führung zu besitzen. Früher, in dem vergangenen Jahrzehnt des Parlamentarismus, hat man es dem Volke überlassen, sich über seine Schicksalsfragen klar zu werden; das Volk selbst in feinen verschiedenen Jnteressenlagerungen sollte entscheiden. Die Führung war zu feige, das selbst zu tun und wollte sich Hinter den anonymen Begriff einer Majorität verdrücken, heute erkennt das Volk, daß die Führung den Mut hat zu führen und unerbittlich das zu tun, was nun einmal das Veste ist. Nicht leicht war der Kampf. Immer wieder versuchte man, Risse zu erkennen, in die man hineinstoßen konnte, um die Geschlossenheit aufzulockern. Es ist nicht geglückt! Mit brutaler Faust — wenn es sein mußte — haben wir die Staatsfeinde zurückgeworfen. Und auch in Zukunft werden wir gemäß dem Willen unseres Führers gegen jeden vorgehen, der diese Geschlossenheit antastet, jedem, ob von links oder von rechts, werden wir mit gleicher Entschlossenheit entgegentreten. Es ist unmöglich, daß jetzt den Aufschwung des deutschen Volkes irgend eine Gruppe benutzen könnte, um ihre eigenen Interessen damit vorwärts zu treioen. Das deutsche Volk kennt heute nur eines: Das ist d i e B e w e g un g , die dieses Volk neu geformt hat, und seinen Führer. Und nur an diesem Führer und seiner Bewegung hängt dieses Volk, ihm vertraut es für seine ganze Zukunft. Und so, wie wir nur eine Bewegung haben, nur ein Volk kennen, nur einem Führer vertrauen, so kennen wir nur ein Reich, eine Autorität, eine Hoheit, eine Souveränität — und das ist die des Reiches. Der jetzige Reichstag hat daher die Aufgabe, diesen vom Führer ihm vorgezeichneten Weg zu gehen und mit feiner ganzen Kraft nur das zu vollenden, was der Führer in großartiger Konzeption uns übermitteln wird. Wenn heute die Geschlossenheit des Volkes auch in der Einheit dieses Reichstages zum Ausdruck kommt, dann glaube ich, ist auch in uns wie in jedem letzten Bauern draußen, jedem letzten Arbeiter und jedem letzten Hitlerjungen das eine heiße glühende Gefühl für den Führer, dem wir "das danken, der uns nicht nur in den anderthalb Jahrzehnten deutscher Schmach nicht verzagen und nicht verzweifeln ließ, sondern der uns auch in diesem Jahre deutschen Aufstiegs das Banner vorangetragen hat, uns auch hier nicht schwach werden ließ, uns auch hier immer wieder die großen Ziele zeigte. In überwallender, überströmender Dankbarkeit bekennen wir das auch heute dem Führer. Ein Volk hat er geschaffen, und das Volk wird in Zukunft ihm folgen, wohin er es führt, durch Tiefen zur Höhe, durch Schmerzen zum Glück. Das ist das Gelöbnis auch des heutigen Reichstages. Der Führer möge wissen: Nicht nur i eine Bewegung, nicht nur eine Gefolgschaft, nichts nur ein Reichstag, das ganze Volk jubelt ihm! heute in Dankbarkeit und Treue zu. (Starker Beifall.) Abg. Dr. Frick: Ich beantrage, den Antrag Hitler, Dr. Frick und Genossen, betreffend den Entwurf eines Gesetzes über den Neuaufbau des Reiches auf die heutige Tagesordnung zu fetzen. Der Gesetzesantrag hat folgenden Wortlaut: Die Volksabstimmung und die Reichslagswahl vom 12. November 1933 haben bewiesen, daß das deutsche Volk über alle innerpolitischen Grenzen und Gegensätze hinweg zu einer unlöslichen, inneren Einheit verschmolzen ist. Der Reichstag hat daher einstimmig das folgende Gesetz beschlossen, bas mit einmütiger Zustimmung des Reichsrates hiermit verkündet wirb, nachdem fest- gestellt ist, baß die Erfordernisse versassung- änbernber Gesetzgebung erfüllt finb: Artikel 1. Die Volksvertretungen der Länder werden aufgehoben. Artikel 2. (1) Die hoheitsrechte der Länder gehen aufdas Reich über. (2) Die Landesregierungen unterstehen der Reichsregierung. Artikel 3. Die Reichsstallhalter unterstehen der Diensiauffichl des Reichsministers des Innern. Artikel 4. Die Reichsregierung kann neues Verfassung s r e ch 1 sehen. Artikel 5. Der Reichsminister des Innern erläßt die zur Durchführung des Gesetzes erforderlichen Rechls- verordnungen und Verwaltungsvorschriften. Artikel 6. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage der Verkündung In Kraft. Reichstagspräsident Göring: Meine Herren Abgeordneten! Sie haben den Antrag gehört. Es ist der Antrag, der in seiner Geschlossenheit von den Ministern der Bewegung, von sämtlichen Führern der deutschen Lande freudigst unterschrieben ist. Widerspruch hat sich nicht erhoben. Ich werbe also nach ber Rebe bes Führers ben Antrag in brei Lesungen verabschieden, soweit sich kein Wiberspruch bagegen erhebt. — Der Prci- sibent erteilt hierauf bem Führer unb Reichskanzler Abolf Hitler zur Abgabe ber Regierungserklärung bas Wort. Währenb sich ber Führer zum Rednerpult begibt, erheben sich alle Anwesenben unb begrüßen ihn mit stürmischen Heilrufen. Oer Führer nimmt das Wort Abgeordnete! Männer bes Deutschen Reichstages! Wenn wir heute rückblickenb bas Jahr 1933 bas Jahr ber nationalsozialistischen Revolution nennen, bann wirb bereinst eine objektive Beurteilung seiner Ereignisse unb Vorgänge biese Bezeichnung als gerechtfertigt in die Geschichte unseres Volkes übernehmen. Es wirb babei nicht als entscheidend angesehen werben b i e maßvolle Form, in ber sich biese Umwälzung äußerlich vollzog, als vielmehr bie innere Größe ber Wanblung, bie bieses eine Jahr bem beut- schen Volke auf allen Gebieten unb in allen Richtungen seines Lebens gebracht hat. In knappen zwölf Monaten würbe eine Welt von Auffassungen unb Einrichtungen beseitigt unb eine anbere an ihre Stelle gesetzt. Was sich in bieser kurzen Spanne Zeit vor unser aller Augen vollzog, war noch am Vorabend bes benkwürbigen 30. Januar 1933 von ber sicher überroiegenben Mehrheit unseres Volkes unb insbesondre ben Trägern, Wortführern unb Repräsentanten bes früheren Zustanbes als phantastische Utopie angesehen unb bezeichnet worben. Ein so wunderbares geschichtliches Ereignis wäre aber auch wirklich undenkbar, wenn es den Befehl zu feinem Geschehen nur dem Einfall irgendeines launischen Menschengeistes oder gar dem Spiel des Zufalls zu verdanken gehabt | Reichskanzler Adolf Hitler nach dem Besuch beim Reichspräsidenten von Hindenburg, der ihn fast zur gleichen Stunde empfing, in der er ihm vor genau einem Jahre das Kanzleramt übertrug. hätte. Nein. Die Voraussetzungen für diesen Vorgang haben sich aus der Entwicklung langer Jahre zwangsläufig gebildet und ergeben. Eine furchtbare Not schrie um Abhilfe, so, daß die Stunde nur des Willens harrte, der bereit war, den geschichtlichen Auftrag zu vollstrecken. Nach diesen einleitenden Worten von besonderer Einprägsamkeit und geschichtlicher Größe schilderte der Kanzler die seit zehn Jahren bestehenden (Spannungen, bie bie ganze Welt erfüllten unb noch erfüllen. Währenb noch bie bürgerliche West von ber Wirtschaft als ber alleinigen Herrin unb Regentin aller Lebensvorgänge träumte, suchte ber im tiefsten bavon nicht mehr befriedigte Mensch nach einer besseren Hingebung seines Lebens und begann fo das Zeitalter höchster bürgerlicher Wohlfahrt und Behaglichkeit mit heftigsten weltanschaulichen Kämpfen zu erfüllen. Es konnte nur eine Frage der Zeit fein, wann endlich die rücksichtslos vorstoßende Lehre der marxistischen Gleichheitsidee die letzten bürgerlichen Bollwerke der Politik vor der Wirtschaft überrannt haben würde. Auch ohne den Weltkrieg wäre diese Entwicklung eingetreten. Er hat aber ohne Zweifel ben Ablauf ber Ereignisse wesentlich beschleunigt. Die Berücksichtigung zweier Erscheinungen ist wichtig für das Verständnis der Vorgänge dieses Jahres in Deutschland: 1. Untergräbt der furchtbare Krieg die F e - stigkeit der Autorität der Führung des damaligen Reiches und führt endlich zum Zusammenbruch nicht nur nach innen, sondern auch nach außen. Aktiver Träger dieser Entwicklung ist der Marxismus, passiv mitverantwortlich dafür die bürgerliche Demokratie. 2. Vernichtet das Diktat von Versailles die Unabhängigkeit und die Freiheit des Reiches nach außen durch die Auflösung und Zerstörung jeder Widerstandskraft und Widerstandsfähigkeit. Das Ergebnis ist jene endlose Folge politischer und wirtschaftlicher Erpressungen. Die Lage, die sich daraus ergab, schilderte der Reichskanzler im einzelnen. Jnnerpolitisch: Die zahlenmäßige und sachlich gegebene Schwäche bes neuen Regiments führte zu jener einzigartigen Derbinbung zwischen marxistischen Theoretikern unb kapitalistischen Praktikern, bie zwangsläufig in der Folge sowohl dem politischen als auch dem wirtschaftlichen Leben die wesenseigenen Charakterzüge dieser selten korrupten Nonchalance aufprägen mußte, lieber bas Zentrum hinweg oerbinbet sich bie mehr ober weniger national verbrämte bürgerliche Demokratie mit bem unverhüllten mar- xi st i s ch e n Internationalismus und es folgen nun jene parlamentarischen Regierungen, die in immer kürzeren Zeiträumen einander äblösend das erstarrte wirtschaftliche und politische Kapital der Nation verkaufen und verprassen. 14 Jahre lang erleidet Deutschland einen Verfall, der geschichtlich seinesgleichen sucht. Es setzt eine Umkehrung aller Begriffe ein. Der Held wird verachtet und der Feigling geehrt. Der Anständige hat nur noch topott zu erwarten, der Verkommene aber wird ge- priefen. Die geschichtliche Vergangenheit wirb ge» gehol- Stolz, f e n habe. Jawohl, dies ist der höchste Oie Feinde -es Staates Gegen die Konjunkturritter vorgenommene Sortierung der Staat und Kirchen einschneidend ist die Ausein- nau so infam besudelt, wie die geschichtliche Zukunft unbekümmert abgeleugnet. Und während die Millionenmasse mittlerer und bäuerlicher Existenzen dem bewußt geförderten Ruin verfallen, hilft ein gut- mütig-dumm-gewordenes Bürgertum in eifrigen Handlangerdiensten mit, den allerletzten Einsturz vorzubreiten. Aus dem allgemeinen Verfall aller Grundauf- fassungen über die wesentlichsten Bedingungen unseres nationalen und gesellschaftlichen Gemeinschaftsvertrages ergab sich ein Sinken des Vertrauens und damit aber auch zwangsläufig des Glaubens an eine noch mögliche bessere Zukunft. Ls ist ein einzigartiges und ausschließlich der nationalsozialistischen Bewegung zuzuschreibendes Verdienst, wenn der wirtschaftliche Verfall mit seiner grauenhaften Verelendung der Massen nicht fortfolgend ein weiterer Antrieb für die Beschleunigung der politischen Katastrophen wurde, sondern vielmehr zu einer Sammlung der bewußten Kämpfer für eine neue 3m übrigen mögen in der Zukunft die Differenzen zwischen den beiden Ländern sein wie sie wollen: Der versuch, sie durch kriegerische Aktionen zu beheben, würde in feinen katastrophalen Auswirkungen in keinem Verhältnis liehen zu dem irgendwie möglichen Gewinn. Die deutsche Regierung war daher glücklich, bei dem Führer des heutigen polnischen Staates, Marschall Pilsudski, die gleiche großzügige Auf- taffung zu finden. Die deutsche Regierung ist Es sind dies erstens jene politischen Wandervögel, die stets dort auftauchen, wo Sommerszeit gerade geerntet wird. (Heiterkeit.) Charakterlich schwache Subjekte, die sich als wahre Konjunkturfanatiker auf jede erfolgreiche Bewegung stürzen und durch überlautes Geschrei und llvprozentiges Betragen die Frage nach ihrer früheren Herkunft und Tätigkeit von vornherein zu verhindern oder zu beantworten trachten. Von diesen aufdringlichen Parasiten den Staat und die Partei zu säubern, wird besonders für die Zukunft eine wichtige Aufgabe sein. (Jubelnde Zustimmung.) Dann werden auch viele innerlich anständige Menschen, die aus oft verständlichen, ja zwingenden Gründen früher nicht zur Bewegung kommen konnten, denWegzuihr finden, ohne befürchten zu müssen, mit solchen obskuren Elementen verwechselt zu werden. Arbeit schmälern zu müssen durch die Bemerkung, daß ja das ganze Volk dabei mit Das vöWhe Prinzip die gesunde Grundlage für eine Befriedung der Well. jeder Diskussion. Wie immer auch die Ration und ihre Führer dereinst die Entscheidung treffen mögen, eines sollen sie nie vergessen: Wer Deutschlands letzte Spitze verkörpert, erhält seine Berufung durch das deutsche Volk und ist ihnen allein ausschließlich verpflichtet. (Stürmischer jubelnder Beifall.) Ich selbst fühle mich nur als Beauftragter der Ration zur Durchführung jener Reformen, die es ihm einst ermöglichen werden, die letzte Entscheidung über die endgültige Verfassung des Reiches zu treffen. Zu diesen Feinden des neuen Regiments müßte ich auch die Clique jener unoerbeffer = lichen Rückwärtsschauer rechnen, in deren Augen die Bölter nichts anderes sind als besitzlose Faktoreien, die nur auf einen Herrn warten, um unter solch gottesgnädiger Führung dann die einzig mögliche innere Befriedigung zu finden. Und endlich rechne ich dazu noch jenes Grüppchen völkischer Ideologen, das glaubt, die Nation wäre nur dann glücklich zu machen, wenn sie die Erfahrungen und die Ergebnisse einer zweitausendjährigen Geschichte vertilgt, um im vermeintlichen Bärenfell aufs neue ihre Wanderung anzutre- ten. (Beifall: Heiterkeit.) Alle diese Gegner zusammen umfassen in Deutschland ziffernmäßig noch keine 2Vz Millionen gegenüber mehr als 40 Millionen, die sich zu dem neuen Staat und seinem Regiment bekennen. Gefährlicher als diese sind aber zwei Kategorien von Menschen, in denen wir eine Belastung des heutigen und künftigen Reiches erblicken müssen. anlagung von vornherein auf der negativen Seite des völkischen Lebens geboren wurden. Hier wird der Staat zu wahrhaft revolutionären Maßnahmen greifen müssen. Wenn dabei besonders von konfessionellen Seiten Bedenken vorgebracht werden und gegen diese Gesetzgebung opponiert wird, so habe ich daraus folgendes zu antworten: Es wäre zweckmäßiger, auch richtiger und vor allem christlicher gewesen, in den vergangenen Jahrzehnten nicht zu denen zu halten, die das gesunde Leben bewußt vernichteten, statt gegen jene zu meutern, die nichts anderes wollen, als das Kranke vermeiden. Wenn sich die Kirchen bereiterklären sollten, die Erbkranken in ihre Pflege und Obsorge zu nehmen, sind wir gern bereit, auf ihre Unfruchtbarmachung Verzicht zu leisten. Solange aber der Staat dazu verdammt ist, hierfür von seinen Bürgern jährlich steigende Riesenbeträge aufzubringen, die heute bereits die Summe von 350 Millionen insgesamt jährlich über- Dank an die Gefolgschaft Die Treue der Reichswehr ermöglichte erst den Erfolg. aufbauende und damit wahrhaft positive Weltanschauung führte. Seit dem Jahre 1930 konnte es daher nur mehr ein „Entweder oder" geben: Entweder der Sieg fiel in logischer Fortsetzung der angebahnten Entwicklung dem Kommunismus zu, oder es gelang dem Nationalsozialismus noch in letzter Stunde, feinen internationalen Gegner zu bezwingen. Es bewies nur die Verständnislosigkeit der bürgerlichen Welt für das Wesen dieses Kampfes, daß sie noch bis vor 12 Monaten in Deutschland ernstlich alaubte, aus diesem vom äußersten Vernichtungswillen erfüllten Ringen zweier Weltanschauungen miteinander am Ende selbst als stiller Neutraler siegreich hervorgehen zu können. Aus den Kämpfen erwuchs die unerschütterliche Garde der natio- nalsozialistischen Revolution, die Millionenschar der politischen Organisationen der Partei, die SA. und SS. Ihnen allein verdankt das deutsche Volk seine Befreiung aus einem Wahnsinn, der, wäre ihm der Sieg zugefallen, nicht nur sieben Millionen in der Erwerbslosigkeit erhalten, sondern bald 30 Millionen dem Verhungern ausgeliefert hätte. (Jubelnder, sich immer wiederholender Beifall.) Die nationalsozialistische Partei hat ferner von allem ritxr? nu.r1 die Bedingungen anerkannt, die sich sachlich gesehen aus den öebenserfordernissen des deutschen Volkes ableiten. Sie kann daher heute unter keinen Umständen vergangene ? 9 n a ff.! J $.e. $ ” *e r J f f c n und die Ergebnisse der Politik dieser Interessen als für alle Zukunft zu respektierende Verpflichtungen des deutschen Volkes Der nationalsozialistifche Raffengedanke führt nicht zu einer Geringschätzung oder Min- , derbewerlung anderer Volker, sondern vielmehr zur Erkenntnis der gestellten Aufgabe einer allein zweckmäßigen Lebensbejahung und Lebensforterhaltung des eigenen Volkes. (Beifall.) Er ' führt damit zwangsläufig zu einer natürlichen Respektierung des Lebens und des Wesens anderer Volker. Er erlöst damit die außenpolitischen Handlungen von jenen Versuchen, fremde Menschen zu unterwerfen, um sie regieren zu können oder um sie gar als eine reine Zahlenmasse durch sprachlichen Zwang dem eigenen Volke einzuverleiben. Dieser neue Gedanke verpflichtet zu einer ebenso großen und fanatischen Hingabe an das Leben und damit an die Ehre und Freiheit des eigenen Volkes wiezurAchtungderEhreund Freiheit anderer. Dieser Gedanke kann eine wesentlich bessere Basis abgeben für das Streben nach einer wahren Befriedung der Welt, als die rein machtmäßiq gedachte und -------- - - 9 fchen Reichsheeres und der Marine andererseits. (Beifall.) Wenn der Stahlhelm in diesen zwölf Monaten mehr und mehr zum Ra- tionalsoziatismus stieß, um endlich in einer Verschmelzung dieser Verbrüderung den schönsten Ausdruck zu geben, dann hatdieAr - m ee und ihre Führung in der gleichen Zeit in bedingungsloserTreue und Gefolgschaft zum neuen Staat gestanden, und uns vor der Geschichte überhaupt er st den Erfolg unserer Arbeit ermöglicht. Ich darf zum Abschluß dieses Iahres der größten innerpolitischen Revolution und als besonderes Zeichen der gewaltigen einigenden Kraft unseres Ideals noch dar- auf Hinweisen, daß in einem Kabinett, dem im Ianuar 1933 nur drei Rationalsozialisten angehörten, auch heute noch alle Minister in Tätigkeit sind, ausgenommen einen Mann, der aus eigenem Willen ging und den ich zu meiner großen Freude als wirklichen deutschen Patrioten auf unsere Liste gewählt weiß. Die weiteren Ausführungen des Reichskanzlers galten Fragen der Außenpolitik. Als ich am 30. Januar von dem Reichspräsidenten mit der Führung der neuen Regierung betraut wurde, bewegte mich und mit mir nicht nur die Mitglieder des Kabinetts, sondern das ganze deutsche Volk das einzig brennend heiße Gebet, der allmächtige Gott möge es uns geben, dem deutschen Volke die Ehre und Gleichberechtigung vor der Welt wieder zu erringen. Als aufrichtige Anhänger einer wirklichen Politik der Versöhnung glaubten wir dadurch am besten beitragen zu können zu einem wahrhaften Frieden der Völker. Diese Gedanken haben wir z u m P r i n z i p unseres ganzen außenpolitischen Handelns gemacht. Richt weniger andersetzung des neuen Staates mit den beiden christlichen Konfession e n. Erfüllt von dem Wunsche, die in den beiden christlichen Konfessionen verankerten großen religiösen, moralischen und sittlichen Werte dem deutschen Volke zu sichern, haben w.r die politischen Organisationen beseitigt, die religiösen Institution e n a b e r g e st ä r k t. Wir alle leben da- be, in der Erwartung, daß der Zusammenschluß der evangelischen Landeskirchen und Bekenntnisse zu einer deutschen evangelisch e n R e i ch s k i r ch e dem Sehnen jener eine wirkliche Befriedigung geben möge, die in der Zerfahrenheit des evangelischen Lebens eine Schwächung der Kraft des evangelischen Glaubens an sich befürchten zu müssen glaubten. Indem so der nationalsozialistische Staat in diesem Iahre der Stärke der christlichen Bekenntnisse seine Achtung erwiesen hat, erwartet er dieselbe Achtung der Bekenntnisse vor der Starke des nationalsozialistischen Staates. Schuldlos am Kriege. Der Wahnwitz von Versailles als Sturmbock des Kommunismus. /m - . ,, . ........ -HUIVIIHI II1313C|UIIU UIIUIU) uoer- Braoo. Händeklatschen.) Und eine weitere schwere schreiten, dann ist er gezwungen, Abhilfe zu Belastung ist das Heer jener, die aus Erbver- schaffen. 1 ' ö unö feiner Organisationen des staatlichen Lebens anerkennen. Die deutschen Stämme sind gottgewollte Bausteine unseres Volkes. Die politi- schen Gebilde der Einzelstaaten aber sind Ergebnisse eines zum Teil guten, zum Teil sehr schlech- A"."delns von Menschen vergangener Zeiten. Lie sind M e n s ch e n w e r k und daher vergänglich. Auch wenn sich die Hausmachtpolitik schlummernder Stammeseigenschaften bediente, hat sie damit die Stamme nahezu immer, im großen gesehen, zu einer entwürdigenden Bedeutungs- l o s i g k e i t verdammt. Der Nationalsozialismus stellt diesen Prinzipien einer nur fürstlichen Hausmachtpolitik gegenüber da s Prinzip der 'Jroaftung des deutschen Volkes. Ich möchte daher an dieser Stelle Protest ein- legen gegen die jüngst erneut vertretene These, Deutschland nur wieder glücklich fein könne unter feinem angestammten Bundesfürsten. sich wiederholender Beifall.) Rein! nm J Jinb und i n einem Beidje roollen mit (eben! wir haben daher in diesem M»^HcC,rosU6l»'E Mufoti,äf d°- Reiches und die oJkhf aLbet ?e9IErung ’cnen gegenüber durch- Krh«n ? e ^wachN-he Nachfahren und . " der Poliiik der vergangenheil glaubten Ädfanha"°"alf°3iaIif(e" ihren traditionellen BmÄ? xon’agcn 3“ konLn. (Beifall und X™ L’J'J1 Würdigung der Werte »hSTÄ. b«-.”Uer «Wdung vor den SioS? 9 {ern und Königen unserer ^"chen^ Geschichte sieht die F?age bet endgul11genGestaltungder S taats - form des Deutschen Reiches heute außer schen wurden aber dadurch zwangsläufig Gefühle des Hasses gegen eine Weltordnung überhaupt geschürt, in der die dauernde Diffamierung eines großen Volkes einfach deshalb möglich sein sott, weil es einmal das Unglück hatte, in einem ihm aufgezwungenen Krieg nach heroischem Widerstand zu unterliegen. Ohne weiteres erkannten die Drahtzieher der kommunistischen R e v o l u i t i o n die unerhörten Möglichkeiten, die sich aus diesem Vertrag und seinen praktischen Auswirkungen fürdie Revolutionierung des deutschen Volkes ergaben. Die Welt aber schien nicht zu bemerken, daß, während sie verblendet auf der buchstabenmäßigen Erfüllung unbegreiflicher, ja geradezu toller Unmöglichkeiten bestand, sich in Deutschland eine Entwicklung vollzog, die als Auftakt zur kommunistischen Weltrevolution den sogenannten Siegermächten in kurzer Zeit an Stelle eines nutzbringenden Vertragssklaven einen pe st kranken Bazillenträger vorstellen mußte. (Beifall.) So hat die nationalsozialistische Bewegung nicht nur gegenüber dem deutschen Volk, fonoern auch gegenüber der europäischen und außereuropäischen Umwelt sich ein Verdienst erworben, indem sie durch ihren Sieg eine Entwicklung verhinderte, die den letzten Hoffnungen auf eine Heilung der Leiden unserer Zeit ansonsten endgültig den Todesstoß gegeben haben würde. Grundsätzlich geht die deutsche Regierung von dem Gedanken aus, daß es für die Gestaltung unferer Beziehungen zu anderen Ländern selbsl- verständttch belanglos ist, welcher Art die Verfassung und Regierungsform sein mag, die die Dölker sich zu geben belieben. Es ist daher aber auch die eigenste Angelegenheit des deutschen Volkes, den geistigen Gehalt und die konstruktive Form feiner Sfaatsorganifafion und Staatsführung nach eigener Empfindung zu wählen. Nur so war es verständlich und möglich, daß troiz S^ßen Differenzen der beiden berrschenden Weltanschauungen das Deutsche Reich sich auch in d esem Äahre bemühte, seine freund schäft" lichen Beziehungen Rußland gegenüber roeiter zu pflegen. Wenn Herr Stal in'in seiner letzten großen Rede der Befürchtung Ausdruck gab, es mochten sowjetfeindliche Kräfte tätig sein, so muß ich an dieser Stelle diese Meinunng dahin korrigieren, daß, g e n au s o wenig, wie in R u ß- nfhurs Z'ne Deutsche nationalsozialistische Tendenz geduldet werde, Deutschland eine kommu- Nisti sche Tendenz oder gar Propa - bxC5 roJ r b ' (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Je klarer und eindeutiger diese Tat- sache m Erscheinung tritt und von beiden Staaten respektiert wird um so natürlicher kann die Pflege der Interessen fein, die den beiden Ländern gemein- sam find. Wir begrüßen daher auch das Bestreben nach einer Stabilisierung der Verhältnisse im Osten durch ein System von Pakten, wenn die leitenden (Be- slchtspunkte dabei weniger taktisch-politischer Natur sind als vielmehr der Verstärkung des Friedens die- nen sollen In diesem Zusammenhang sprach der Kanzler über das Verhältnis z u Polen. Deutsche und Polen werden sich mit der Tatsache ihrer Existenz gegenseitig abfinden müssen. Es ist daher zweckmäßiger, einen Zustand, den tausend Jahre vorher nicht zu beseitigen vermochten iind nach uns ebensowenig beseitigen werden, so zu gestal- ten, daß aus ihm für beide Nationen ein möglichst hoher Nutzen gezogen werden kann. Es schien mir nötiger zu sein, zu versuchen, durch eine freimütige und offene Aussprache zu zweit die nun einmal öu beiden Lander betreffenden Probleme zu behandeln, als dauernd Dritte und Vierte mit dieser Auf- gäbe zu betrauen. 1 Daß unsere Tätigkeit trotzdem von zahllosen Fe inben angegriffen wurde, ist selbstverständlich. Wir haben diese Belastung ertragen und werden sie auch in Zukunft zu ertragen wissen. Wenn verkommene Emigranten gegen Deutschland mit echter Sitzbubengemeinheit und Verbrecher- ittenlosigkeit eine leichtgläubige Welt zu mobilisieren versuchen, so werden deren Lügen um so kürzere Beine haben, als steigend aus den übrigen Ländern Zehntausende achtungs- und ehrenwerter Männer und Frauen nach Deutschland kommen und mit eigenen Augen die tatsächliche Wirklichkeit sehen können. Daß weiter auch noch ein Teil kommunistischer Ideologen glaubt, das Rad der Geschichte zurückdrehen zu müssen und sich dabei eines Untermenschentums bedient, wird uns desgleichen wenig bekümmern. Auch ein Teil unseres bürgerlichen Intellektualismus glaubt sich mit den harten Tatsachen nicht abfinden zu kön-1 nen. Allein es ist wirklich nützlicher, diese wurzellose Geistigkeit als Feind zu besitzen, denn als Anhänger. (Lachen und Beifall.) Angesichts dieser Tatsache des völligen Zusammenbruchs ergaben sich von selbst Aufgaben von einer wahrhaft geschichtlichen Große. Der vom Zerfall bedrohte Bolkskörper mußte durch einen neuen Gesellschaftsvertrag die Voraussetzung zur Bildung einer neuen Gemeinschaft erhalten. Heber alles Nebensächliche mußte man die Bedeutung der völkischen Sub- stanz an sich und ihrer Erhaltung stellen. Rationen in Sieger und Besiegte, in berechtigte und rechtlose Unterworfene. Der Reichskanzler erinnerte dann daran, wie er am 30. Januar vor einem Jahre vorn Generalfeldmarschall und Reichspräsidenten von Hindenburg mit der Bildung und Führung der Reichsregierung betraut, mit nur zwei Ministern in einem ü)ni persönlich und der Bewegung zunächst fremd gegenüberstehenden Kabinett vor die Nation trat, sich aber nur immer als Vertreter und Kämpfer seines Volkes gefühlt habe. Ich habe auch niemals in der reinen äußeren Macht einen irgendwie möglichen Ersatz für das Vertrauen der Nation gesehen, sondern mich redlich bemüht, die in der Macht liegende Autorität i n d i e Stärke des Vertrauens zu verwandeln. Ich darf daher mit Stolz bekennen, daß so wie die Nationalsozialistische Partei ausschließlich ihre Wurzeln im Volke hatte, wir auch als Regierung niemals anders dachten als im Volk mit dem Volk und für das Volk. (Lebhafter Beifall und Bravo-Rufe.) Der Führer sprach bann im einzelnen über die nun im großen abgeschlossene Gesetzgebung zur Niederlegung der Grundzüge eines Zustandes, in dem an Stelle des Faustrechtes des wirtschaftlich Stärkeren die höheren Interessen der Gemeinschaft aller schaffenden Menschen ausschlaggebend treten werden. Dieses gewaltige Werk der Ueberwindung der politischen und wirtschaftlichen Klassenorganisationen hat keineswegs feinen inneren Abschluß gefunden, sondern wird uns als lebendige Aufgabe genau so erfüllen wie in den zwölf Monaten hinter uns. Der Führer wandte sich dann an die Partei, an öie glänzend organisierte Bewegung mit ihren in langen Jahren disziplinierten Anhängern, der es Zu verdanken sei, daß diese nationale Erhebung im Großen so mustergültig habe durchgeführt werden können. Dieses Wunder war weiter nur denkbar burcf) die freiwillige und restlose Zustimmung derer, die als Führer ähnlicher Organisationen gleiche Ziele anstrebten oder als Offiziere die deutsche Wehrmacht repräsentierten. Es ist ein einzigartiger geschichtlicher Vorgang, daß zwischen den Kräften der Revolution Außenpolitisch: Als das Volk im November 1918 ergriffen und befangen von den ihm gegebenen Zusicherungen des Präsidenten Wilson im Vertrag von Eompiegne die Waffen senkte, lebte es genau so wie heute noch in der inneren, durch nichts zu erschütternden Heber- zeugung, daß es am Ausbruch dieses Kriegesschuldlos war. Auch die schwachen Menschen gegen ihr eigenes besseres Wissen abgepreßte Unterschrift zu einem behaupteten deutschen Schuldbekenntnis ändert nichts an dieser Tatsache. Würde dieses eine Mal der Haß die Vernunft gebeugt haben, so hätte das zurückliegende grauenhafte Erleben für alle eine heilsame Lehre sein müssen, in der Zukunft durch eine bessere gemeinsame Zusammenarbeit eine Wiederholung von ähnlichem zu verhüten. Und dann allein wären am Ende die ungemessenen Opfer dieses furchtbaren Krieges aller Zetten wenigstens für spätere Geschlechter noch von Segen gewesen. Der Friedensvertrag von Versailles hat diese Hoffnungen gründlich und brutal zerstört. Die wahnwitzigen politischen und wirtschaftlichen Lasten dieses Vertrages haben das Vertrauen des deutschen Volkes in jede instanzielle Gerechtigkeit dieser Welt gründlich zerstört. (Stürmischer Beifall.) Bei vielen Milionen anderen Men- , Der Führer gab dann einen Ueberblick über die bisher geleistete und in Angriff genommene Reform- und Aufbauarbeit auf allen Gebieten. In einem Viertel der Zeit, die ich mir vor der Märzwahl der uns erfüllen kann, daß es uns wirklich gelungen ist, das ganze Volk zusammenzufassen und in den Dienst seiner eigenen Erneuerung zu stellen. So wurde es auch möglich, durch Mittel der steuerlichen Entlastung und durch klug angewendete staatliche Zuschüsse auch die natürliche Produktion zu einem Umfang anzureizen, die noch vor zwölf Monaten die meisten unserer Kritiker für vollkommen ausgeschlossen hielten. Bei alledem wurde versucht, das vollkommen zerrüttete Finanzleben des Reiches, der Länder und Gemeinden durch großzügige Maßnahmen einerseits und durch stärkste Sparsamkeit andererseits in Ordnung zu bringen. Der Umfang des wirtschaftlichen Wiederaufstiegs ergibt sich am I eindeutigsten durch die gewaltige Verminderung unserer Arbeitslosenzahl und durch die nunmehr statistisch feststehende nicht minder bedeutsame Erhöhung des gesamten Volkseinkommens. und den verantwortlichen Führern einer aufs äußerste disziplinierten Wehrmacht solch herzliche Verbundenheit im Dienste des Volkes in Erscheinung trat, wie zwischen der nationalsozialistischen Partei und ihrem Führer einerseits und den Offizieren und Soldaten des deut Saal verläßt, noch zahlreichen Abgeordneten Hand entgegen. Zustimmung.) Starker Eindruck in London Bereit zu einem Ausgleich mit Oesterreich icke Zweifel müssen nachdenklich ohl weise, vorsichtig zu sein. Eng- ZU Geueralbereimgung mit Frankreich und den ge- Grenzpfählen eines Landes halt machen wird, das nicht nur seinem Volke nach deutsch ist, sondern seiner Geschichte nach als deutsche Ostmark viele Jahrhunderte hindurch ein integrierender Bestandteil des Deutschen Reiches war, ja, dessen Hauptstadt ein halbes Jahrtausend lang die Ehre hatte, die Residenz der deutschen Kaiser zu sein und dessen Soldaten noch im Weltkriege Seite an Seite mit den deutschen Regimentern und Divisionen marschierten. (Stürmische Hand zu einer wirklichen Verständigung reichen. Verleihung von Mein an verdiente Beamte und Angehörige der freien Berufe. nicht besser schließen zu können, als daß wir nochmals dem Manne danken, der uns heute gewillt und bereit, im Sinne dieses Vertrages auch die wirtschaftspolitischen Beziehungen Polen gegenüber so zu pflegen, daß hier gleichfalls dem Zustande unfruchtbarer Zurückhaltung eine Zeit nützlicher Zusammenarbeit folgen kann. (Stürmischer Beifall.) Die Behauptung, daß das Deutsche Reich beabsichtige, den ö st erreicht sch en Staat zu vergewaltigen, kann durch nichts belegt oder erwiesen werden. Allein es ist selbstverständlich, daß eine die ganze deutsche Nation erfassende und Wenn die derzeitige österreichische Regierung es für notwendig hält, diese Bewegung unter Einsatz äußerster staatllcher Wittel zu unterdrücken, so ist dies selbstverständlich ihre eigene Angelegenheit. Sie muß aber dann auch persönlich für die Folgen ihrer eigenen Politik die Verantwortung übernehmen. Die Reichsregierung hat aus dem Vorgehen der österreichischen Regierung gegen den Nationalsozialismus überhaupt erst in dem Augenblick für sich die Konsequenzen gezogen, als deutsche Reichsangehörige in Oesterreich davon betroffen wurden. So wenig wir auf einen amerikanischen und englischen Reiseverkehr in Deutschland rechnen dürften, wenn diesen Reisenden auf deutschem Gebiet ihre nationalen Hoheitszeichen oder Fahnen abegrissen würden, fo wenig wird es die deutsche Reichsregierung hinnehmen, daß jenen Deutschen, die als Fremde und Gäste in ein anderes und noch dazu deutsches Land kommen, diese entwürdigende Behandlung zuteil wird. Denn das Hoheitszeichen und die Hakenkreuzfahne find Symbole des heutigen Deutschen Reiches. Deutsche aber, die heute in das Ausland reisen, sind, abgesehen von den Emigranten, immer Rational- s o z i a l i st e n ! (Jubelnde Zustimmung und Händeklatschen.) Die weitere Behauptung der österreichischen Regierung, daß von selten des Reiches aus irgend ein Angriff gegen den österreichischen Staat unternommen werde oder auch nur geplant sei, muß ich schärf st ens zurückweisen. Wenn die Zehntausende politischer Flüchtlinge aus Oesterreich im heutigen Deutschland einen heißen Anteil nehmen am Geschehen in ihrer Heimat, so mag das in manchen Auswirkungen bedauerlich sein, ist aber von feiten des Reiches aus um so weniger zu verhindern, als auch die übrige Welt bisher nicht in der Lage war, den tätigen Anteil der deutschen Emigranten im Ausland an der deutschen Entwicklung hier irgendwie abzustellen. Wenn die österreichische Regierung sich beklagt über eine politische Propaganda, die von Deutschland aus gegen Oesterreich stattfände, so kann sich die deutsche Regierung mit mehr Recht beklagen über die politische Propaganda, die i n den anderen Ländern von dort lebenden Emigranten gegen Deutschland getrieben wird. Daß die deutsche Presse in deutscher Sprache erscheint und daher auch von der österreichischen Regierung gelesen werden kann (stürmische Heiterkeit) ist durch die deutsche Reichsregierung nicht zu ändern. Wenn aber in nichtdeut - schen Ländern deutsche Zeitungen in Willio- nen-Auflagen gedruckt und nach Deutsch- Berliu, 31. Ian. (DRV. Funkspruch.) Das Reichsgesehblatt veröffentlicht eine Verordnung des Reichspräsidenten über Titelverleihungen an Beamte und Angehörige der freien Berufe, die sich ein besonderes Verdienst um Volk unö Staaterroocben haben. Die Verleihung geschieht durch Aushändigung einer Urkunde, die vom Reichspräsidenten oder von den von ihm ermächtigten Stellen vollzogen wird. In jedem Falle erfolgt die Verleihung im Ramen des Reichspräsidenten auf Vorschlag des R e i ch s i n n e n m i n i st e r s. Sie erstreckt sich nicht nur auf noch im Dienst stehende Beamte, sondern auf solche, die sich bei Inkrafttreten der Verordnung bereits im Ruhe st and befinden. Die Verleihung der Titel, von der im übrigen sparsamer Gebrauch gemacht werden soll, an Beamte erfolgt in der Regel erst, nachdem der Beamte ein beskimmtesGe- samtdien st alter erreicht hat. Bei besonderem Anlaß kann jedoch die Reihenfolge der Tilel- verleihuug zugunsten des Beamten durchbrochen werden. Wie aus der Anlage zu dieser Verordnung hervorgeht, kann Professoren st aatlicherhoch- schulen und Leitern wissenschaftlicher Staatsinstitute der Titel „Geheimer Rat“ verliehen werden. Auch für die höheren Beamten ist die Wiedereinführung des Geheimratstitels vorgesehen. Die Beamten der Besoldungsgruppe A II (Reich) und der Gruppe A III sowie die Lehrpersonen und die Kriminalkommissare der preußischen Besoldungsgruppe AlVa können nach ihrer Dienststellung den Titel Landmesserrat, Schulrat, Rechnungsrat, Oberpolizeirat usw. erhalten. Weiter sind die Titel Amls- rat, Amlsinsveklor ober Berginspektor, ferner die Titel Oberamtssekrelär ober ein aus der Amlsbezeich- das an/Südslawien und Rumänien grenze. Auf diese Weise würde die Tschechoslowakei fast eingekreist und die Unabhängigkeit Polens bedroht sein. Der Reichskanzler versuche Frankreich zu beruhigen mit der Erklärung, daß der Frieden sein teuerster Wunsch sei. Die Aussicht sei nicht verführerisch. Man könne die Ereignisse von 1914 nicht vergessen. Soweit die deutschen Forderungen vernünftig seien, wetde Deutschland stets die Staaten zu einer Verständigung bereit finden, vorausgesetzt, daß der Friedenswille Deutschlands nicht in Zweifel gezogen werden könne, ebenso wenig seine Absicht, die internationalen Verpflichtungen zu achten. Der Reichskanzler besitze ein Mittel, um Frankreich zu beruhigen: Seine Handlungen mit seinen Worten in Einklang zu bringen und sogar aus gewisse Worte zu verzichten. Um nur eines anzuführen: Was bedeute es, wenn er zwischen einer äußeren und inneren Annahme von Locarno unterscheiden wolle? Wien wrll nicht hören. Wien, 31. Januar. (DRV. Funkspruch.) Die Reichstagsrede des Führers wird von der gesamten Wiener Presse in spaltenlangen Auszügen an erster Stelle gebracht. Die Aufnahme der Erklärungen des Reichskanzlers über die deutsch-österreichische Frage ist im wesentlichen durch eine gestern abend heraus-- gegebene ablehnende amtliche Stellungnahme bestimmt. Die Presse erklärt daher, die Aeußerung des Reichskanzlers fei keineswegs eine Antwort auf die an Deutschland gestellte Frage der österreichischen Regierung. Sie sei daher kein Fortschritt und könne nicht als Entspannung der Lage oder als Lösung des Problems angesehen werden. Die christlich-soziale „R e i ch s p o st" erklärt, der Kanzler habe sich wieder einmal als glänzender Sprecher bewährt, habe aber die gleichen Gedanken entwickelt, die man schon aus amtlichen und parteiamtlichen Kundgebungen kannte. (Stürmischer Beifall.) Wir begrüßen es dankbar, daß die Regierung Großbritanniens sich bemüht, einer solchen Anbahnung freundschaftlicher Beziehungen ihre Hilfe zur Verfügung zu stellen. Der mir gestern vorn britischen Botschafter überreichte Entwurf eines neuen Abrüst ungsvorfchlages wird von uns mit bestem Willen geprüft werden. Wenn sich die deutsche Regierung in diesem Jahre entschließen mußte, aus der Abrüstungskonferenz und aus dem Völkerbunde aus- z u s ch e i d e n , dann geschah dies nur, weil die Entwicklung der Deutschland auf das tiefste bewegenden Frage der Herstellung unserer Gleichberechtigung in Verbindung mit einer internationalen Rüstungsfestsetzung nicht mit dem zu vereinen war, was ich im Mai als unabänderliche Grundforderung nicht nur für die nationale Sicherheit des Deutschen Reiches, sondern auch für die nationale Ehre unseres Volkes aufstellen mußte. Rach einem Jahr der nationalsozialistischen Revolution sind das Deutsche Reich und das deutsche Volk innerlich und äußerlich reifer geworden für die Uebernafjme des Teiles der Verantwortung am Gedeihen und am Glück aller Völker, der einer fo großen Ration von der Vorsehung zugewiesen ist, und daher von 2Hen- schen nicht bestritten werden kann. (Stürmischer Beifall.) Die Bereitwilligkeit zu dieser wahrhaft internationalen Pflichterfüllung aber kann keinen schöneren symbolischen Ausdruck finden als in der Person des greifen Warschaus, der als Offizier und siegreicher Führer in Kriegen und Schlachten für unseres Volkes Gröhe kämpfte und heute als Präsident des Reiches ehrwürdigster Garant ist für die uns alle bewegende Arbeit am Frieden. Nachdem der Reichskanzler geendet hatte, erhoben sich die Anwesenden sowohl im Saale wie auch auf den Tribünen und brachten ihm stürmische Ovationen dar. Als Adolf Hitler auf seinen Platz zurückkehrte, drückte ihm der Vizekanzler von Papen begeistert die Hand. Darauf erhob sich Präsident Göring und verkündete, daß das Haus nunmehr in die Lesung des Gesetzes zum Neuaufbau des Rei- Paris, 31. Jan. (DNB.-Funkspruch) Die Rede des Reichskanzlers wird in der französischen Presse in spaltenlangen Auszügen wiedergegeben. Die erneute Friedenserklärung des Reichskanzlers wird neben der Erklärung, daß Deutschland für die Gleichberechtigung unermüdlich weiterkämpfen werde, von vielen Blättern als Ueberfchrift zu dem Wortlaut gegeben. Bisher nehmen jedoch nur wenige Blätter zu den Ausführungen Stellung. Der „M a - t i n" will eine „eigenartige Entwicklung in der Politik des Kanzlers nach links", auf jeden Fall aber revolutionäre Gedankengänge feststellen können und außenpolitisch Verschärfung des Kampfes um die bereits bekannten Grundsätze. Für das „I our - n al" ist die Anrede an Frankreich ein schöner Traum, der durch eine kalte Dusche zerstört worden sei, nämlich durch die Erklärung, daß das deutsche Volk Anspruch auf militärische Gleichheit habe und daß niemand auf die Dauer das deutsche Volk verhindern werde, diese Gleichheit zu erhalten. Die Rechtsblätter fordern den Reichskanzler auf, zunächst einmal den Beweis für feine Friedensbeteuerungen anzutreten. Zweifellos ist es eine geschickte Rede, schreibt der „F i g a r o", die sehr großen Eindruck im Auslande machen wird. Man wird sicher, wie schon so oft, -sagen, Hitler will den Frieden, aber man wird immer wieder antworten, daß der Reichskanzler uns nurzu täuschen sucht. Es sei möglich, daß er in der gegenwärtigen Stunde nicht den Krieg wolle, aber d i e pangermani- stische Rassenidee müsse ihn zwangsläufig dazu bringen, „sich der Gebiete zu bemächtigen, die anderen Völkern gehören". Wenn nicht heute, dann werde es morgen sein. Es müsse also ein jeder der Alliierten und Freunde Frankreichs darüber nachdenken. „Echo de Paris" behauptet, die Forderungen des Reichskanzlers liefen darauf hinaus, daß Deutschland die größte Militärmacht Europas werde. Der Führer fordere die Schaffung eines Mitteleuropas, Das Echo in Paris. Unverändertes Mißtrauen. - Oie Rechtspresse setzt die Verdächtigungen fort. (Bravo.) So wie sich die nationalsozialistische Regierung bemühte, eine Verständigung mit Polen zu finden, war es auch unser ehrliches Bemühen, d i e Gegensätze zwischen Frankreich und Deutschland zu mildern und wenn möglich durch eine Generalbereinigung den Weg zu einer endgültigen Verständigung zu finden. Der Kampf um die deutsche Gleichberechtigung könnte keine bessere Beendigung finden, als durch eine Aussöhnung der beiden großen Nationen, die in den letzten Jahrhunderten so oft das Blut ihrer besten Söhne auf den Schlachtfeldern vergossen, ohne an der endgültigen Lagerung der Tatsachen dadurch wesentliches geändert zu haben. Frankreich fürchtet um feine Sicherheit. Rlernand in Deutschland will sie bedrohen, und wir sind bereit, alles zu tun, um dies zu beweisen. Deutschland fordert seine Gleichberechtigung. Riernand in der Welt hat das Recht, einer großen Ration diese zu verweigern, und niemand wird die Kraft haben, sie auf die Dauer zu verhindern. (Jubelnder Beifall, Bravorufe.) Für uns aber, die wir lebende Zeugen des großen grauenhaften Krieges find, ist nichts fernerliegen- der als der Gedanke, diese auf beiden Seiten verständlichen Empfindungen und Forderungen in irgendeinen ZLsammenhang zu bringen mit dem Wunsche eines neuerlichen Messens der Kräfte auf dem Schlachtfelde, das in feinen Folgen zwangsläufig zu einem internationalen Chaos führen müsse. Mein Vorschlag, Deutschland und Frankreich möchten gemeinsam schon jetzt das Saarproblem bereinigen, entsprang folgenden Erwägungen: 1. Diese Frage ist die einzige, die territorial zwischen beiden Ländern noch offen steht. Die deutsche Regierung ist nach Lösung dieser Frage bereit und entschlossen, die äußere Formulierung des Locarno-Paktes auch innerlich zu akzeptieren. , , 2. Die deutsche Regierung befurchtet, daß, obwohl die Abstimmung eine unerhörte Mehrheit für Deutschland ergeben wird, dennoch im Zuge der Vorbereitung der Abstimmung eine propagan- distische neue Aufstachelung nationaler Leidenschaften stattfindet. 3. Ganz gleich, wie die Abstimmung ausgehen würde, sie wird i n jedem § a I I bei einer der beiden Nalionen zwangsläufig das Gefühl einer Niederlage zurücklasien. 4. Wir find überzeugt, daß, wenn Frankreich unö Deutschland diese Frage vorher in einem gemeinsamen Vertragsentwurf entschieden hatten, die gesamte Bevölkerung der Saar bet einer Abstimmung in überwältigender Mehrheit freudig fu r d l e s e Regelung eintreten würde. Ich bedauere daher auch heute noch, daß französischerseits geglaubt wurde, diesem Gedanken nicht folgen zu rönnen. Ich gebe dennoch die Hoffnung nicht auf, daß trotzdem in beiden Nationen der Wille zu einer wahrhaften Aussöhnung endgültigen Begrabung des hi st arischen Kriegsbeils zu kommen, immer mehr sich verstärken und durchsetzen wird. Wenn dieses gelingt, wird die von Deutschland unerschütterlich geforderte Gleichberechtigung dann auch in Frankreich nicht mehr als Angriff gegen die Sicherheit der französischen Nation, sondern als das s e I b ft® verständliche Recht eines großen Volkes angesehen werden, mit dem man nicht nur politisch in Freundschaft lebt, sondern wirtschaftlich so unendlich viele gemeinsame Interessen besitzt. London, 31. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Der Inhalt der Rede des Reichskanzlers wird in der ganzen Presse mit größter Ausführlichkeit gemeldet. In den Überschriften und im Druck des Textes wird besonders die Stelle hervorgehoben, in der Frankreich z u einer Verständigung eingeladen wird. „Daily Telegraph" schreibt: Vor einem Jahr, als Hitler Reichskanzler wurde, war die Welt einigermaßen im Zweifel, ob er trotz seines Aufstieges das Zeug zur Große habe. Heute wird überall, wo seine Reichstagsrede gelesen wird, zugegeben werden müssen, daß er nicht nur ein prächtiger und entschlossener Reiter ist, der in Deutschland fest im Sattel ist, sondern auch ein Mann, der sich sicher auf seinem Wege zeigt, als ob er ihn schon früher kenne, lieber® dies sehen wir, daß der Weg, den der Meister Deutschlands vorgezeigt hat, ein Weg des guten Willens.gegenüber seinen Nachbarn ist, wenn diese Deutschland die Gleichheit zugestehen, die es fordert. Auch sind Hitlers Worte von Taten begleitet. Der kürzlich abgeschlossene Pakt mit Polen würde noch vor sechs Monaten als eine Unmöglichkeit betrachtet worden fein. Nichts hätte besser sein können, als das freimütige Eingeständnis, daß Deutschland und Polen lernen müssen, sich einander anzupassen, oder die Erklärung, daß ein deutsch-französischer Vertrag von Millionen von Menschen begrüßt werden würde. Großbritannien wird vorbehaltlos, so schreibt das Blatt weiter, die ausgesprochen freundliche Bezugnahme auf den britischen Abrüstungsplan begrüßen. nung unter Hinzufügung „Ober“ gebildeter Titel vorzusehen. Büro- und Kanzleibeamte können den Titel „Amtssekretär“ bzw. „Oberamtsfekretär" verliehen erhalten. Personen der freien Wissenschaft und ft u n ft können bei besonderem Anlaß den Titel Professor erhalten; Angehörige der freien Ärzteschaft den Titel Sanitätsrat und Geheimer Sanitätsrat; Angehörige der Rechtsanwaltschaft den Titel R e ch t s r a t bzw. Geheimer Rechtsrat und Architekten und Ingenieure den Titel Baurat oder Geheimer Baurat. Wettervoraussage. Durch die nach Finnland abziehende Störung ist in Verbindung mit der Vorderseite des kräftigen atlantischen Hochs ozeanische Luft von Nordwesten her zugeflossen, die uns etwas Schneefall brachte. Ueber Skandinavien ist kräftiger Temperaturfall ein® getreten, so daß dort das Barometer ansteigen und das Hochdruckgebiet sich östlich verlagern wird. Die Kaltluft wird somit auch nach Deutschland vorgetragen und dürfte kälteres Wetter bringen, dabei wird zunächst wechselhafte Bewölkung auftreten unö vereinzelt noch etwas Schnee niedergehen, später wird sich aber die Wetterlage ruhiger gestalten. Aussichten für Donnerstag: Wechselndwolkig mit Aufklaren, kälter, meist trocken. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 5 Grad, 30 bis 35 cm Pulverschnee, 5 cm Neuschnee, - Sportmöglichkeit sehr gut. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: Dr. Fr. W. Lange, für Feuilleton? Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stvindruckerei R. Lange, K. sämtlich in Gießen, „Dail y H e r a l d" stellt fest, daß Hitler Weg zu einem Einvernehmen mit Frankreich ebnet habe. Die einzig mögliche Grundlage friedfertiger Beziehung mit irgendeinem Staat sei die, mit ihm unter der Voraussetzung gegenseitiger Ehrlichkeit zu verkehren. Würden Hitlers Zusicherungen in Paris angenommen, dann werde die Möglichkeit einer französisch-deutschen Verständigung gegeben fein, die die Lage im Westen Europas erleichtern würde, wie es der deutsch-polnische Pakt im Osten Europas getan habe. Die rechtskonservative „Morning Post" kann sich der Feststellung nicht entziehen, daß die Erklärungen des Kanzlers vorn Geiste staatsmännischer Mäßigung und Zurückhaltung erfüllt gewesen sind. Nachdem was man gehört habe, müsse man sich fragen, warum eigentlich Europa über den „Hitlerismus" beunruhigt gewesen sei. Aber Worte seien eben eine zweifelhafte Münze. Es komme auf die Politik an. Die nationalsozialistische Politik bedrohe alle Nachbarn direkt und indirekt mit Forderungen, die sie nicht bewilligen konnten und die aus diesem Grunde sehr leicht zum Kriege führen könnten. Man müsse fragen, ob diese Politik und diese Forderungen abgeändert worden seien oder ob es sich nur um einen'Aufschub und eine Verschleierung handelt. Solche Zweifel müssen nachdenklich stimmen. Es sei woyl weise, vorsichtig zu sein. England kann nichts hindern, sich der Hoffnung hinzu- geben, daß der Kanzler aufrichtig und nicht bloß als Diplomat gesprochen habe und daß bei ihm von einer zunehmenden Einsicht um die Notwendigkeit des Friedens die Rede sein könne. land befördert werden, fo liegt darin für die deutsche Regierung ein wirklicher Grund zum Protest vor, da es nicht selbstverständlich ist, warum z. B. Berliner Zeitungen in Prag oder Paris herausgegeben werden müssen. Erst vor wenigen Tagen hat die deutsche Staatspolizei wieder an derGrenzedes Saargebiete s 17 ftommunisten verhaftet, die große Wengen staatsfeindlichen Propagandamaterials aus dieser Domäne des Völkerbundes in das Deutsche Reich zu schmuggeln versuchten. Wenn so etwas amgrünen Holze möglich ist, kann man schwerlich wegen behaupteter ähnlicher Vorgänge gegen das Deutsche Reich einen Vorwurf erheben. Die deutsche Reichsregierung hat ihre innere Sicherheit, indem sie es nicht unterließ, zu ihrer eigenen Beruhigung und zur Aufklärung der übrigen Welt in einem Jahre allein einige Male an das deutsche Volk zu appellieren, ohne dazu irgendwie gezwungen zu fein. Es würde den Wert der gegen die heutige österreichische Regierung gerichteten Angriffe sofort erledigen, wenn diese sich entschließen konnte, das deutsche Volk in Oesterreich ebenfalls aufzurufen, um d i e Identität seines Willens mit dem Wollen der Regierung vor aller Welt festzustellen. (Minutenlanger Beifall.) Ich glaube nicht, daß z. B. die Regierung der Schweiz, die auch Millionen Bürger deutscher Nationalität besitzt, irgend eine Klage über den Versuch einer Einmengung deutscher Kreise in ihre inneren Angelegenheiten Vorbringen konnte. Der Grund scheint mir darin zu liegen, daß dort eine ersichtlich vom Vertrauen des schweizerischen Volkes getragene Regierung besteht. Im übrigen muh ich, der ich mich selbst mit stolzer Freude zum österreichischen Bruderlande als meiner Heimat bekenne, Protest einlegen gegen die Auffassung, als ob die deutsche Gesinnung des österreichischen Volkes überhaupt irgendwelcher Aufreizungen aus dem Reiche bedürfte. Ich glaube, meine Heimat und ihr Volk auch heute noch gut genug zu kennen, um zu wissen, daß der Pulsschlag, der 66 Willionen Deutsche im Reiche erfüllt, auch ihre Herzen und Sinne bewegt. (Stürmische, jubelnde Zustimmung.) Wüchte das Schicksal fügen, daß aus diesen unbefriedigenden Zuständen endlich dennoch der Weg zu einem wirklich versöhnenden Ausgleich gefunden wird. Das Deutsche Reich ist bei voller Respektierung des freien Willens des österreichischen Deutschtums jederzeit bereit, die sie aufs Tiefste bewegende Idee nicht vor den,ches eintrete. Da Wortmeldungen nicht vorllegen, Grenzpfählen eines Landes halt machen wird, das werden alle drei Lesungen ohne weiteres erledigt. Als der Präsident nun zur Schlußabstimmung auf® ruft, geht eine Bewegung heiterer Befriedigung über diese rasche Arbeit durch die Reihen der Abgeordneten. Die Abgeordneten erheben sich zur Abstimmung, und Präsident Goring stellt fest: Der Gesetzentwurf ist e i n ft i m m i g vom Reichstag angenommen. Er soll der Reichsregierung die Möglichkeit geben, Deutschland auszubauen in Kraft zur Herrlichkeit und Große. Ich glaube die Sitzung wiederum in so klarer Weise die Wege gewiesen hat, der der Hort Deutschlands ist und bleiben muß. Unserem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler ein dreifaches Sieg-Heil! Die Abgeordneten erheben sich unö stimmen begeistert in öen Ruf ein. Sie fingen dann stehend das Horst-Wefsel-Lied. Der Führer streckte, ehe er den Saal verläßt, noch zahlreichen Abgeordneten die Das Rätsel, einer Frühlingsnacht Roman von Gert Rothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Verlag, Halle, Saale 12 Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Wenn Sie solide Absichten haben, werde ich Ihnen gewiß nicht im Wege stehen. Im anderen Falle aber rate ich Ihnen, sich nach einer anderen Herzdame umzusehen." Das war deutlich genug, ließ nichts zu wünschen übrig!, mochte der Baron Forstner denken. Ein bißchen nachdenklich zog er an seiner Zigarre. „Man kann hier, gerade hier an diesem Ort, den Begriff ,solid' sehr schlecht vom Leben unterscheiden. Meinen Sie nicht?" Die Frage ließ Schlüsse zu. Härtlingen dachte einen Augenblick nach, dann sagte er: „Ich habe nicht die Absicht, mir eine Frau zu suchen: ich suche Gesellschaft, um mich zu betäuben." „Ich verstehe!" Ringsum lachte, tanzte, trank, flirtete man. Und mitten in dieser Atmosphäre standen die zwei Männer sich gegenüber. Schafften Ordnung zwischen sich. „Frau Lucie bedarf einer festen, liebevollen Hand; sie wird eine gute Frau sein, wenn sie in gute Hände kommt." Härtlingen sagte es ruhig, sachlich, und sah dabei sehr aufmerksam den Ringen seiner Zigarre nach. „Und — wie — ich — meine, man möchte doch klarsehen, lieber Härtlingen! Sie verstehen", sagte ein bißchen ungewiß Baron Forstner. Rudolf Härtlingen sah ihn groß an, dann hatte er verstanden. „Lieber Forstner, mein Wort! Frau Lucie hat mir nie nahegestanden!" Mit einem befreiten Lächeln reichte der andere ihm die Hand. Sie gingen nach einer Weile zu den Damen zurück. Frau von Sellinger gab dem Baron Forstner ganz zerstreute Antworten. Ihr Blick ruhte auf Rudolf Härtlingens stolzer Figur. Er tanzte gerade mit Miß Glodin. Lag sein Arm nicht etwas zu fest um die biegsame Taille der schönen Amerikanerin? An diesem Abend weinte Lucie von Sellinger heiße Tränen in ihre Kissen, denn sie hatte den Be- weiß, daß Graf Härtlingen ihr niemals gehören würde. Aber der Amerikanerin auch nicht. Keiner Frau! Er trieb nur mit allen sein Spiel. Seine große, starke Liebe, seine Treue, würde keine Frau mehr besitzen. Aus dem Gespräch mit dem Baron Forstner hatte sie es herausgehört. Das war nun das Ende ihrer stolzen Hoffnungen. Dazu war sie hierhergekommen? Dazu? Nm nun gedemütigt und verzweifelt abzureisen? Wie hatte Forstner zu ihr gesagt? „Mein Freund Härtlingen hat sehr Schweres erlebt. Er sagt es frei und offen heraus, daß er wahrscheinlich nie wieder heiraten wird; und es gibt Frauen, die sind zu schade für einen Mann, der sich nur betäuben will und der nicht mehr anLiebe und Treue glaubt." Dabei hatte Forstner sie so seltsam angesehen. Liebte er sie? Wie bedauerlich das wäre! Er war ihr sehr sympathisch, aber sie kannten sich doch viel zu wenig. Und — den Vergleich mit Rudolf Härtlingen hielt er nicht aus. Nicht im entferntesten! Frau Lucie weinte sich in Schlaf. Jetzt dachte sie nicht einmal an ihren stets so sorgfältig behüteten Teint. * Am anderen Tage betrat Graf Härtlingen die Spielsäle in dem Augenblick, als ein alter, hagerer, sehr elegant gekleideter Herr mit lautem Hallo von einigen Herren begrüßt wurde. Härtlingens Gesicht wurde kalt, ablehnend, finster. Lelias Vater! Herr Schwarzkoppen! Richtig! Das hätte er doch gleich bedenken müssen, daß er auf diesen Herrn hier in Monte Carlo stoßen konnte. Der sah ihn vorläufig noch nicht. Seine blauen Augen blitzten in noch jugendlichem Feuer über die Spieler hin. Man sah es ihm ordentlich an, wie ihn das Fieber packte, wie er es gleichsam nicht mehr erwarten konnte, sich mit an den Tisch zu setzen, zu spielen! Kurz, sachlich erwog Graf'Härtlingen, was zu geschehen hatte, wenn dieser Herr Schwarzkoppen ihn bemerkte. Man mußte selbstverständlich auch für diesen Fall gewappnet sein. Ruhig ging Graf Härtlingen an der Gruppe vorüber. Die lebhaften Augen Herrn Schwarzkoppens gingen umher, entdeckten plötzlich eine, hohe Figur im eleganten Smoking, sahen dunkles, schlicht zurück- gekämmtes Haar, sahen ein braunes Gesicht. Erschrecken breitete sich über das Gesicht des alten Herrn. Ja, jetzt war er plötzlich ein alter Mann. Das Gesicht veränderte sich, wurde faltig, welk! „Diese schlechte Luft hier", meinte Schwarzkoppen, als er die erstaunten Gesichter der anderen Herren ah. Härtlingen wußte, daß Schwarzkoppen ihn ge- ehen haben mußte. Er wandte sich plötzlich um, ging auf den Herrn zu. „Ah,freut mich sehr. Ihnen hier zu begegnen! Bitte, lassen Sie sich aber jetzt durchaus nicht tören, wir können die kleine geschäftliche Angelegenheit ebensogut ein anderes Mal besprechen." Der alte Herr blickte ihn versteinert an. Dann verstand er. Seine Lippen zuckten. Rudolf Härtlingen hatte seinem ehemaligen Schwiegervater nicht einmal mehr die Hand gegeben. Der elegante alte Abenteurer fühlte plötzlich, wie ihm das Wasser in die Augen stieg. Sein Leben, sein ganzes, erbärmliches Leben kam ihm plötzlich zum Bewußtsein. Lelia! Sein unglückseliges Kind! Was für ein Vater war er denn gewesen? Mußte nicht alles so kommen, wie es gekommen war? Folgerichtig war es gekommen, und die Schuld an allem trug er, der Vater. Auch sein Sohn war ein Opfer der falschen Erziehung, des schlechten Beispiels, das ihm sein Vater gab. Lelia! Seine berückend schöne Lelia war die Gattin dieses Mannes dort gewesen. Dieses Mannes, der großzügig eine Rente aussetzte für den Schwiegervater, nachdem er erfahren hatte, daß rings um die Familie Schwarzkoppen dunkle Schatten waren. Armut, die man durch ein abenteuerliches Leben zudeckte! Wie mußte dieser Graf Härtlingen ihn, den Vater, verachten! Wie sehr war er im Recht, wenn er es tat! Nicht einmal die Hand gab er ihm mehr. Wie aus einem schweren Traum erwachend, blickte er um sich. Aber er sah nur fremde, bekannte, dennoch fremde, neugierige Gesichter. Schwarzkoppen sank wieder in feine folternden Vorstellungen zurück. War es ein Wunder, daß seine jüngste Tochter vor ihm floh? Daß sie jede Gemeinschaft mit ihm ablehnte? Sie, die rein und schuldlos war, und die sich voll Abscheu von einem solchen Vater wandte? Wo mochte sie sein, seine schöne, kleine Gertraude? Sie war nach ihrer Mutter geraten, die Kleine. Ihre Mutter war auch immer rein und schuldlos geblieben. Sie hatte das Leben weit von sich gewiesen — dieses Leben, das der Gatte ihr boj. Sie hatte es nie verwunden, so von ihm getäuscht worden zu sein, und so war sie, eine geborene Komtesse Hellenohlen, einsam in der Fremde gestorben. In ihr Elternhaus hatte sie nicht wieder zurückgekonnt, das war ihr durch ihre Heirat verschlossen. Solange Maria lebte, waren die Kinder gut gewesen. Aber nach ihrem Tode hatte es sich gezeigt, daß Lelia und Otto nur zu gern in das freie Abenteuerleben sich mit hineinstürzten. Gertraude war noch zu jung, lieber sie konnte er sich fein Urteil bilden. Aber er gab sie in eine erstklassige Pension, und er bezahlte auch die Gelder pünktlich, damit er ja nur beruhigt sein konnte, daß sie gut aufgehoben war. Er besuchte sie ab und zu einmal; oberes mochten manchmal Jahre vergangen sein, ehe er einmal hinkam. Und das Kind war auch ablehnend gegen ihn und seine Geschenke. Manchmal hatte er das stille, feine Geschöpf gehaßt. Weshalb lebte dieses Kind überhaupt? Es kostete ihn nur unnützes Geld. Denn die Pension der Madame Chere war nicht billig. Aber er ließ sie doch immer wieder dort. Es mochte irgendein Instinkt in ihm gewesen fein, das Kind trotz allem in den guten Händen zu lassen. Lelia! Wie anders war sie? Begierig griff sie nach jeder bunten Stunde: sie wußte wohl zunächst nicht, daß sie nur ein Lockvogel für die Gimpel war, die ihr Vater zu fangen beabsichtigte. Er hatte auch wirklich nicht viel Zeit gehabt, sich um sie zu kümmern. Sie hatte nur da zu sein mit ihrer köstlichen Schönheit. Sie zog die reichen Männer an, die sich dann sehr gern mit ihrem Vater zu einem Spielchen niederliehen. Das war ein Leben, wie es ihm behagte! Aber — war es denn ein ehrenwertes Leben gewesen? Der alte Lebemann senkte tief den grauen, sorgsam frisierten Kopf. Die Herren lächelten. Was hatte er denn nur, der immer fidele alte Herr? Hing fein plötzliches, verändertes Benehmen etwa gar mit dem schönen, großen Kerl dort drüben zusammen? Guido Schwarzkoppen richtete sich auf. Die Hand fuhr in die Westentasche, klemmte im nächsten Augenblick das Monokel ein. Steif aufgerichtet, ein wenig stelzend, ging der alte Herr dann zum Spieltisch hinüber. Und an diesem Abend gewann Herr Schwarzkoppen unheimlich. Hier, an diesem Tisch, kam keine Geschicklichkeit, fein Korrigieren des Glücks in Frage, hier hatte Herr Schwarzkoppen, der staatenlose, elegante Abenteurer, wirklich einmal die launische Glücksgöttin Fortuna zur Freundin! Schwarzkoppen gewann, gewann immer wieder. Und kühl und spöttisch lächelnd lehnte unweit von ihm der Mann, der durch seine Annäherung an die Familie Schwarzkoppen so viel gelitten hatte. An diesem Abend gewann Herr Guido Schwarzkoppen. Vielleicht hieß er auch gar nicht Schwarzkoppen? Jedenfalls gewann dieser Mann außer einem Vermögen noch viele neue Freunde, denn sie sind immer in Menge da, wenn ein Mensch vom Glück begünstigt ist. Aber im Gesicht des alten Spielers stand noch immer dieses abwesende, verlorene Lächeln. Und es wurde an diesem Abend durchaus nicht idel. Durchaus nicht! Guido Schwarzkoppen ging gegen Morgen allein in den Anlagen spazieren. Und dachte weiter über sein Leben nach, das ja gar kein Leben gewesen war. Sondern — eine einzige Missetat an feinen Kindern. (Fortsetzung folgt.) fu^ch ^(Warnung Kleiderstoffe Farbton Meter 3.90, Konfirmations-Kleider Mietgesuche 19.75,16.50, men in Wolle und Seide, flotte jugendl. 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Es hat sich weiter herausgestellt, daß diese Verbände gegen die nationalsozialistische Bewegung und somit gegen den heutigen Staat eingestellt sind. Vor allem aber beginnen sich in diesen Verbänden wiederum Staatsfeinde zu tarnen und zu sammeln. Ich stelle daher den Antrag, sehr geehrter Herr Reichsminister, sämtliche monarchistischen Verbände und Organisationen mit sofortiger Wirkung auszulösen und vor weiteren derartigen Bestrebungen und Umtrieben zu warnen. Der neue Staat ist nicht geschaffen worden im heftigen Kampf gegen Links, damit jetzt wieder von anderer Seite neue Nutznießer eigene Interessen in den Vordergrund stellen. 3 e b e r, der am Reich und Staat Adolf Hitlers rührt, muh unerbittlich bekämpft werden. So wie ich in Preußen den Kommunismus niedergeschlagen habe, will ich mit gleicher Rücksichtslosigkeit und gleicher Härte auch mit anderen mit der nationalsozialistischen Staatsführung unzufriedenen (Elementen aufräumen, auch wenn sie sich monarchistisch verbrämt haben. Der neue Staat kennt keinen Streit um die Staats- f o r m. Monarchie und Republik liegen beide fern. Beide haben versagt. Die einen haben die Aufrichtung des neuen Staates zu verhindern getrachtet, die anderen haben nichts zu feiner Förderung getan. Die Achtung vor den Verdiensten großer preußischer Könige bleibt dadurch unberührt. Oer Neuaufbau des Reiches. Das Gesetz auch vom Reichsrat angenommen und in Kraft getreten. Berlin, 30. Ian. (DNB.) Nach der Sitzung des Reichstages trat der Reichsrat zusammen. In einer Sitzung von nur wenigen Minuten Dauer stimmte er dem Gesetz über den Neuaufbau des Reiches einstimmig und ohne Aussprache zu. Das Reichsgesetzblatt Teil I, Nummer 11, vom 30. Januar 1934 veröffentlicht bereits das Gesetz, das die Unterschriften des Reichspräsidenten von Hindenburg, des Reichskanzlers Adolf Hitler und des Reichsminister des Innern Dr. Frick trägt. Im Reichsrat erklärte Reichsinnenminister Frick zur Erläuterung des Gesetzes, es sanktioniere durch den Art. 1 zunächst den tatsächlich schon bestehenden Ausland, daß es Volksvertretungen der Länder nicht mehr gebe. Die anderen Artikel feien in der Hauptsache ein erweitertes Ermächtigungsgesetz, die sachlich über den Neuaufbau des Reiches noch nichts besagten. Es werde Aufgabe der Reichsregierung fein, aus den Artikeln 4 und 5 die weiteren Folgerungen zu ziehen. Dr. Frick gab die Versicherung ab, daß die Reichsregierung mit größter Gewissenhaftigkeit alle Maßnahmen aus dem Gesetz so treffen werde, daß die berechtigten Gebens« interefsen jedes einzelnen Volksteils so gut wie möglich gewahrt würden. Der Sinn des' Gesetzes liege darin, es künftig unmöglich zu machen, daß Deutschland dem Auslande gegenüber nicht als geschloffene Einheit auftreten könne. Es müsse die geballte Kraft des Volkes in der einen Hand des Führers liegen. Es werde weiterhin mit dem Gesetz bezweckt, m i t dem gering st en Aufwand von Kraft die größten Erfolge zu erzielen. Die Vorlage ziehe in der Tat einen Schlußstrich unter die Entwicklung von tausend Jahren deutscher Geschichte. * Mit diesem Gesetz ist ein ungeheurer Schritt im Leben des Deutschen Reiches vorwärtsgetan. Das, woran Generationen gescheitert sind, ist nun zur Tatsache geworden. Oftmals schon in der deutschen Geschichte wurden Ansätze gemacht zur Schaffung eines einheitlichen Deutschen Reiches, aber immer wieder scheiterten diese Versuche an der Unzulänglichkeit der Methoden oder an dynastischen Prinzipien. So ist das Jahr 1813 vorbei, ohne den ersehnten Zusammenschluß zum Deutschen Reich zu bringen, die großdeutsche Welle von 1 848 verpuffte wirkungslos, Bismarck gelang es 18 7 1 zwar, einen Staatenbund zu schaffen, aber auch das nur unter großen Zugeständnissen an die Monarchen der Länder, ohne die Schaffung der ersehnten starken Zentralgewalt durchsetzen zu können. Das Jahr 1918, das die Throne der deutschen Bundesstaaten freimachte, hätte wenigstens einen Erfolg zeitigen können: Die Auflösung der Länder und die Schaffung eines einheitlichen Deutschen Reiches. Damals aber brauchte man Posten und Pöstchen, um die Genossen unterbringen zu können, und so scheiterten a u ch d a m al s die Ansätze zu einer grundlegenden Reichsreform an der Unzulänglichkeit und Unfähigkeit der damaligen Beherrscher Deutschlands. Im Laufe der letzten 14 Jahre find dann immer wieder Versuche gemacht worden, eine Reichsreform in Gang zu bringen, allerdings in einer Weise, die auf eine völlige Zentralisierung des ge- samten Verwaltungsapparates in Berlin hinaus- ging und den notwendigen Spielraum für das Ful» ( turelle Eigenleben der deutschen Stämme vermissen j ließ. Es bildete sich jener Bund zur Erneue-! rung des Reiches unter dem früheren Reichsbankpräfidenken Dr. Luther, der dieses Problem zur Debatte stellte, ohne jedoch praktisch auch nur das Geringste auf diesem Wege erreichen zu können. Der Nationalsozialismus hat das Problem der Reichsreform vorsichtig und abwartend behandelt. Er hat die Dinge nicht überstürzt, sondern langsam und organisch reifen lassen. Zunächst wurden die Länder durch die E i n s e tz u n g der Reichsstatthalter enger an das Reich herangesührt und mit ihm verbunden. Das Führerprinzip wurde durchgeführt, und im Herbst 1933 wurden d i e Volksvertretungen der Länder beseitigt. Damit war die Weimarere Verfassung, jenes verworrene Notgebilde aus dem Jahre 1919, praktisch nicht mehr vorhanden, und der 30. Januar 1934, der Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution, hat dar-' aus nun die Konsequenzen gebracht, in dem mit dem Gesetz über die Reichsreform verbunden wurde ( die Ankündigung eines neuen Verfafsungs-i rechtes für das Deutsche Reich. Es wäre müßig, an die Verabschiedung des Heu- * tigen Gesetzes nun schon Kombinationen über die nächsten und weiteren Schritte knüpfen zu wollen. Der Führer wird rechtzeitig entscheiden, was weiter geschehen soll, und das deutsche Volk kann die weitere Entwicklung in Ruhe und in der erhebenden I Gewißheit abwarten, daß hier Männer die Zügel in der Hand haben, die im richtigen Augenblick die richtigen Maßnahmen zu treffen wissen, und die sich voll und ganz klar darüber sind, was sie wollen Berlin feiert den 30. Januar! denken den Dank an ihre Kameraden abzustatten für das große Opfer, das sie bringen mußten, ehe das große Ziel des Nationalsozialismus erreicht werden konnte. Am Hause Wallstraße, jetzt Mai- kowskystraße 52 in Charlottenburg, künden zwei Bronzetafeln von der ruchlosen Tat kommunistischen Gesindels heute vor einem Jahr. Hier in der dunklen Straße fielen der Führer des Sturms 33 Hans Eberhard Maikowfky und der Polizeioberwachtmeister Josef Z a u r i tz zu einem Zeitpunkt, als mit wehenden Fahnen die nationalsozialistischen Kämpfer von der erhebenden Ehrung für den Volkskanzler zurückkehrten. Heute flattern die Symbole der nationalsozialistischen Erhebung über den Straßen dieses Stadtviertels wie überall im einstmals roten Berlin. Ein großes Hakenkreuz aus Tannengrün, Girlanden und ein frischer Kranz schmücken Die Erinnerungstafel. Stürmische Kundgebungen vor der Reichskanzlei. Der Führer dankt seinen Mitarbeitern. Berlin, 30. Jan. (DNB.) Im Laufe der Vormittagsstunden fanden sich vor dem Palais des Reichspräfidenten in der Wilhelm- straße, besonders aber vor der Reichskanz - l e i eine große Anzahl Schaulustiger ein, um die Ereignisse des heutigen Tages, die sich im Regie- rungsviertel abspielen sollen, aus nächster Nähe zu beobachten. Dicht gedrängt umsäumten die Menschen das Palais. Die Begeisterung stieg von Stunde zu Stunde. Endlose Heilrufe hallten über den Platz. Die Geduld der Wartenden wurde belohnt, kurz vor 13 Uhr zeigte sich der Führer, mit Jubel begrüßt, am Fenster. Gegen» 13 Uhr erschien bann unter Führung des Vizekanzlers von Papen die Reichsregierung in der Reichskanzlei. Bei ihrer Ankunft wurden den Ministern herzliche Kundgebungen bereitet. Im Namen der Mitarbeiter sprach der Vizekanzler von Papen dem Führer die herzlich st en Wünsche aus und hob in seiner Ansprache hervor, daß die Reichsminister stolz seien, an diesem entscheidenden „Jahre deutscher Geschichte" haben mitwirken zu dürfen. Auf dem Marsch in ein neues Zeitalter — zur Begründung einer neuen deutschen Zukunft — würden sie dem Führer auch weiterhin treu zur Seite stehen. Reichskanzler Adolf Hitler dankte den Mitgliedern des Reichskabinetts für ihre aufopfernde treue Mitarbeit und betonte, daß es heute wohl in der ganzen Welt kaum ein Kabinett gebe, das so homogen sei und so vertrauensvoll zusammenarbeite wie das deutsche Reichskabinett. Oie Reichswehrwache zieht zum Ehrenmal. Unter den Linden bildete die Menge von der Schloßfreiheit bis zum Königsplatz hinunter ein enges, undurchdringliches Spalier. Besonders dicht flauten sich die Massen vor dem Ehrenmal, wo die Reichswehrehrenwache mit verstärkter Mannschaft zur Ablösung aufmarschieren sollte. Um 12.30 Uhr ertönte vom Brandenburger Tor Marschmusik, und tausende von Händen flogen zum Hitlergruß empor, als die Reichswehr-Ehren- kompagnie mit klingender Marschmusik anrückte und vor dem Ehrenmal in breiter Front Aufstellung nahm. Kurze Kommandos des Haupmanns: Präsentiert das Gewehr! Vergatterung. Dreifacher Trommelwirbel des Spielmannszuges, das Deutschlandlied und das Horft-Wesfel-Lied klangen auf, und die Ehrenwache nahm in schneidigendem Paradeschritt die Ablösung vor. Dann formierte sich die graue Kolonne erneut zum Vorbeimarsch vor dem Ehrenmal. Die Menschenmassen aber strömten in dichten Scharen zum Brandenburger Tor, um nunmehr bis in die Nachmittagsstunden hinein vor der Kroll-Oper zu warten und der Anfahrt der Minister und Abgeordneten zum Reichstag beizuwohnen. Auch das Ministerpräfidenten- palais in der Albrechtstraße war von einer be- geisterungsfrohen Menschenmenge umlagert, die die gegen 12 Uhr hier aufmarschierende Stabswache Göring mit brausenden Heilrufen empfing. Das Kabinett Daladier. Unfreundliche Aufnahme in der presse.-Schärfste Kampfansage der Rechten. Paris, 30. Jan. (DNB.) Ministerpräsident Da- ladier hat folgende Ministerliste zusammengestellt und sich mit den nachstehenden Mitgliedern seines künftigen Kabinetts ins Elyföe begeben, um sie dem Präsidenten der Republik vorzustellen: Ministerpräsident und Auswärtige Angelegenheiten: D a l a ö i e r, Abgeordneter (Radikalsozialist), Justizminister und Vizepräsident: Penancier, Senator (Radikalsozialist), Inneres: F r o t, Abgeordneter (parteilos), Finanz und Haushalt: Piötri (Linksrepublikaner), Krieg: Fabry, Abgeordneter (Republikanische Mitte), Luftfahrt: C o t, Abgeordneter (Radikalsozialist), Kriegsmarine: de Chappedelaine, Abgeordneter (Radikale Linke), Handelsmarine: Guy la Chambre, Abgeordneter (Unabhängige Linke), Landwirtschaft: Queuille, Abgeordneter (Radi- kalfozialist), Oeffentliche Arbeiten: Paganon, Abgeordneter (Radikalsozialist), Post: Paul Vernier, Abgeordneter (Radikalsozialist), Handel: Mi stier, Abgeordneter (Radikalsozialist), Volksgesundheit:: Lisbonne, Senator (Radikalsozialist), Arbeit: Daladier, Senator (Radikalsozialist), Kolonien: Henri Jouvenel (parteilos), Pensionen: Du c o s, Abgeordneter (Radikalsozialist). * In den Wandelgängen des Senats begrüßt man es, daß Daladier Wert darauf gelegt hat, sich mit jungen Kräften zu umgeben. Die Ansicht geht dahin, daß die Regierung im Senat eine erdrückende Mehrheit finden wird. In der Stammer beschloß die RepublikanischeLinke, vorläufig noch keine Stellung zur neuen Regierung zu nehmen, sondern sie nach ihren Taten zu beurteilen. Dieser Beschluß bedeutet jedoch noch keine Ablehnung, sondern lediglich gewisse Zurückhaltung. Die N e u s o z i a l i st i - sche Kammerfraktion, die den Eintritt ihres Mitgliedes in die Regierung a b g e l e h n t hat, zählt in einer Entschließung ihre Bedingungen zur Unterstützung des Kabinetts Daladier auf, nämlich moralische Säuberung, Sicherung der republikanischen Ordnung, Sanierung der Finanz- und Währungslage, Festigung des Friedens im Rahmen des Völkerbundes. Die Kammerfraktion des Republikanischen Zentrums (Gruppe T a r d i e u) hat eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt: Die Gruppe ist der Ansicht, daß das Kabinett D a - lädier weder die Voraussetzungen für eine energische Handlung im Sinne der moralischen Wiederaufrichtung erfüllt, noch ben politischen, finanziellen und internationalen Notwendigkeitengerecht wird oder dem Willen des Volkes entspricht. Die Gruppe beschließt daher, dem Kabinett bas Vertrauen zu verweigern. Von den Oppositions blättern, denen die außenpolitische Haltung des neuen Ministerpräsidenten verdächtig zu sein scheint, wird das Kabinett heftig angegriffen. Die Schuld für die Zusammensetzung der Regierung falle auf das Spiel parlamentarischer Ränke, das wieder einmal die Oberhand behalten hat. Das Parlament, so schreibt „Oeuvre", werden letzten Endes die Verantwortung dafür zu tragen haben. Im übrigen aber komme es darauf an, was Daladier wolle und wie er feine Aufgaben anzupacken wisse. Letzten Endes sei nicht die parteipolitische Dosierung der Regierungsmehrheit, die als republikanische Konzentration in abgeschwächter Form gekennzeichnet wird, das ausschlaggebende, sondern der feste Wille und das großzügige Programm. Das in der sozialistischen Presse zum Ausdruck kommende Mißtrauen gegenüber dem Kabinett verstärkt sich in ben rechts st ehenben Organen zur schärf st en Abwehr. Sie werfen dem Kabinett vor, nichts anderes zu fein als eine Neuauflage des Kabinetts Sarraut, das stelle eine Herausforderung an die nationalen Republikaner dar. Dem Kabinett wird deshalb schon jetzt ein baldiges Ende vorausgesagt. Besonders beunruhigend, so schreibt „Echo de Paris", ist für uns, daß Da 1 ad ' er das Außenministerium übernimmt. Er wird wohl eine sogenannte Politik der Verständigung mit Hitler durchführen wollen. Dies wird ihm einen Fehlschlag eintragen und z u Beschleunigung des Anschlusses führen. — Die Auflösung der Kammer und die Ausschreibung von Neuwahlen sind Forderungen, die in manchen rechtsstehenden Blättern verzeichnet werden. Von unserer berliner Redaktion. Berlin im Zeichen des 30. Januars! Es wird kaum einen zweiten Ort in ganz Deutschland geben, in dem die Freude und der Jubel an diesem historischen Gedenktag einen so mitreißenden und Überwältigenden Ausdruck finden könnte wie gerade in der Reichshauptstadt. Berlin mit seinen breiten, endlosen Straßenzügen, die in eine unsichtbare Ferne münden, mit seinen ausgedehnten, riesenhaften Plätzen, hat schon in den frühen Morgenstunden einen erhebenden Anblick. (Ein Meer von H a - kenkreuzfahnen und schwarz-weiß-ro- ten Flaggen, soweit sich der Blick in dem unübersehbaren Gewirr der Straßen verlor. Jene berüchtigten Stadtviertel, in denen noch vor einem Jahr die kommunistischen Horden wüteten, machten den Eindruck, als hätte ein eiserner Besen allen Unrat und allen Moder fortgefegt. Selbst von den kl-insten und unscheinbarsten Häusern, den schmalen, niedrigen Häuserfronten, wehten b te Fahnen der nationalen Erhebung. Die allgemeine Stimmung wirb von dem wohltuenden Gefühl beherrscht, daß überall die strengste Orb« nung und die größte Sauberkeit walten. An diesem bedeutsamen 30. Januar sieht man, w t e rasch sich Berlin in dem einen Jahre geändert hat. N i r q e nd s Zank und Zwietracht, überall aufrichtige Freude und schönste Harmonie. Durch die Straßen wogt und flutet in den Mittagsstunden eine dicht gedrängte Menschenmenge. Jeder feiert den 30. Januar. Man eilt ins Freie, um das Leben auf der Straße zu beobachten, um an der Begeisterung der Volksgenossen teilzunehmen, um sich nichts von der überschäumenden Festfreude entgehen zu lassen. N i e m a.n d steht da abseits, die Arbeiter, die Angestellten, die Betriebsleiter und Unternehmer verbindet ein gemeinsames Band der nationalen Zusammengehörigkeit. In den Räumen der zahllosen Berliner Betriebe und Fabriken versammelt sich die Belegschaft zu einträchtiger Kundgebung. Auch in sämtlichen Schulen herrscht eine weihevolle Stimmung, die sich der Bedeutung des Augenblicks bewußt ist. Die Lehrer erzählen ben Schülern von ben Opfern unb Kämpfen, den Leiden und Schicksalen der nationa- sozialistischen Führer, überall steht das große nationale Einigungswerk Adolf Hitlers im Mittelpunkt des öffentlichen Geschehens. Von größeren Feiern ist bewußt abgesehen worden. Statt dessen hat die Regierung eine besonders würdige Form gefunden, ihre Verbundenheit mit dem Volke darzutun. Der Jahrestaa steht im Zeichen der sozialistischen Tat. Seit 8 Uhr sind Zehn- tausende freiwilliger Helfer unterwegs, um die große Sonderspende des Winterhilfswerks an die Bedürftigen zu verteilen. Sv mancher versteckte politische Feind hat heute in ehrlicher Anerkennung der vielen sozialen Leistungen der Partei den Volksgenossen die Hand zur Versöhnung gedrückt. Große Firmen, Banken, Restaurationen haben hunderte von Mittagstischen zur Verfügung gestellt. Diele andere haben ihre regelmäßige Tischgästezahl aus Anlaß dieses Tages freiwillig um ein erhebliches erhöht. Diese Hilfsbedürftigen, die von den Helfern nicht angetroffen wurden, finden sich nun in ihren Ortsgruppen ein, um ihre Gutscheine über Lebensrnittel und Kohlen in Empfang zu nehmen oder ihre Freitischkarten abzuholen. Man steht es den freudig leuchtenden Augen der Empfänger an, wie willkommen ihnen diese Zeichen des Tat gewordenen und hilfsbereiten Sozialismus find, wenn sie vielleicht auch ihren Empfindungen keinen Ausdruck zu verleihen vermögen. Das „Heil Hitler!", mit dem sie die Arbeitsräume der Winterhilfe verlassen, kommt aus übervollem Herzen. An den Gräbern der in unerschütterlicher Treue für die Bewegung Gefallenen haben sich in ben Dormittagsstunben bie Aborbnungen ber Sturmabteilungen eingefunden, um in stillem GeAus aller Wett. Explosionsunglück in Flandern. — Vier lote, ein Schwerverletzter. In Ostnieukerke bei Roefelaere waren Arbeiter mit der Abtragung eines alten Unter« ftanbes beschäftigt, ber von ben beutschen Truppen währenb bes Krieges errichtet worben war. Plötzlich ereignete sich, vermutlich burch einen bort vergrabenen Blmbgänger, eine Explosion, durch die vier Arbeiter getötet und einer s ch w e r v e r- letzt wurde. Deutschlands Funksendungen nach Afrika, Asien und Südamerika. Nachdem der deutsche Kurzwellensender seine neuen Richt st rahlantennen seit einiger Zeit versuchsweise in Betrieb genommen hat, beginnt er mit der Sendung des eigentlichen Programms. Der Rundfunk wird damit allen Ausländsdeutschen, die bisher diese tägliche Verbindung mit dem Reich schmerzlich entbehren mußten, zugänglich machen. Die Eröffnung des Af r i käsen - b e r 5 erfolgt am 1. Februar unb wirb in berStunbe ber Nation auf alle beutschen Senber übertragen. Nach bem „Meistersinger"-Vorspiel wird Reichssenbe- leiter Habamowsky Geleitworte sprechen. Am 3. Februar beginnt bie nach Asien gerichtete Antenne bes deutschen Kurzwellensenders ihre täglichen Sendungen. Aus diesem Anlaß sprechen zu den Ost- asiendeutschen verdiente Mittler beutsch-vstasiatischer Beziehungen. Der S Übamerika - Richtstrahler leitet sein Programm mit brei Sonberveranstaltun- gen ein. Am 4. Februar richten ber argentinische Gesanbte unb ber Gescmbte von Brasilien Grüße an ihre ßanbsleute, währenb ber Präsibent ber beutsch-ibero-amerikanischen Gesellschaft, Freiherr von H u m b o l d, und General B a u p e l die Grüße Deutschlands zum Ausdruck bringen. Am 15. Februar wird der Jahrestag der mexikanischen Verfassung gewürdigt, wobei der mexikanische Gesandte spricht. Am 6. Februar schließlich entbieten Grüße an ihre Heimat der Gesandte von Bolivien, der Geschäftsträger von Panama und der Generalkonsul von Chile. Deutsche Kunst in USA. In der amerikanischen Bundeshauptstadt fanden in diesen Tagen zahlreiche Darbietungen deutscher Kunst und Kultur statt. Anläßlich des Geburtstages Friedrichs des Großen veranstaltete der deutsche Militärattache Generalmajor von Bötticher zwei musikalische Abende. Er hielt einen Vortrag über die Kompositionen des großen Königs, die anschließend von in Washington wohnenden deutschen Künstlern gespielt wurden. Die in der Washingtoner Gesellschaft sehr bekannte Frau Townsend gab ein großes öffentliches Konzert, das nur deutscher Musik gewidmet war. Hierbei traten der Pianist Walter G i e s e k i n g und die Sängerin Grete S t ü ck g o l d auf. Dieselben Künstler gaben am nächsten Abend vor geladenen Gästen im Hause des deutschen Botschafters Dr. Luther Proben ihrer Kunst ab. Die Gattin des Bundessenators Key hielt in der Nationalen Geographischen Gesellschaft einen Vortrag über Deutschland, wobei Tonfilme vom Tage von Potsdam, von Reden Hindenburgs, Hitlers unb Goeb - b e l s', vom Tag ber nationalen Arbeit, sowie rheinische unb bayerische Landschaften gezeigt wurden. Die Filme fanden beim Publikum außerordentlich starken Anklang. / Mundbleibidei! GieSenevAmetgee öunoergericyt trat yier zu einer Sitzung z ! jammen, um gegen mehrere Angeklagte aus Öffe i buch zu verhandeln. Eine 28jährige Lageristin wi n- Gondergericht in Offenbach Schutzhaft für eine Denunziantin. ist, von Tausenden geschätzt, seit ürväterzeiten der Gießener Anzeiger mit seinen wertvollen, von eigener Schriffleitung bearbeiteten, in eigenem Betrieb hergestellten Aeimatbeilagen: „Gießener Familienblätter", äußerst sorgfältig gewählte, der Unterhaltung und Belehrung dienende deutsche Geisteskost,- „Heimat im Bild", der heimatlichen Landschaff, ihrem Volkstum, ihrer Kunst und Kultur in Bild und Wort gewidmet,- „Oie Scholle", von Kmnern der Heimaterde für die Land« wirtschast und Gartenbau treibende Bevölkerung bearbeitet,- „Oie Illustrierte", zu wahlfreiem Bezug gemeinschaftlich mit anderen deutschen Heimatblät.ern von Ansehen herausgegeben. Das alles ist im Laufe von vielen Iahrzehnten zu einem im heimatlichen Volkstum tief eingewurzelten Begriff geworden, es Ein 32jähriger Margarinevertreter aus Frankfurt wurde zu fünfMonaten Gefängnis verurteilt, weil er bei einem Kundenbesuch in Neu-Jsen- burg am 27. Oktober 1933 abfällige Bemerkungen über eine Wahlrede des Reichskanzlers gemacht hatte. Der 30jährige Kaufmann Erwin Spielmann aus Offenbach betrat nach seiner Rückkehr von einer F r e i s p r e ch u n g d e r A n g e k l a g t e n und I n - Jchutzhaftnahme der drei Belastunas- zeugen beantragte. Das Gericht erkannte auf Freisprechung. Die als Zeugin auftretende Arbeitskollegin der Angeklagten wurde in Schutzhaft genommen. Wegen unbefugten Waffenbesitzes wurde der 58 Jahre alte Gärtner Otto Hornig zu zwei Monaten und fein Sohn Rudolf Hornig zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. K. I. G. Oer 30. Januar in Gießen Der gestrige erste Jahrestag des Sieges der nationalsozialistischen Revolution wurde auch in unserer Stadt in würdiger und erfreulicher Weise begangen. Die Straßen zeigten reichen Flaggenschmuck, durch den unsere Bürgerschaft ihre innige Verbundenheit mit dem Dritten Reich und zugleich ihren Dank an den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler zum Ausdruck brachte. In der Mittagsstunde fand in der Aula der U n i- versität eine Gedenkfeier statt, die einen erhebenden Verlauf nahm, lieber die Feier berichten wir im dritten Blatt. Am frühen Nachmittag folgte der Ausmarsch von Dozenten und Studenten der Universität im braunen Ehrenkleid nach der Burg Gleiberg, wo man die Rundfunkübertragung der Rede des Führers hörte und dann noch einige Zeit in schöner Geselligkeit beisammenblieb. Die Nachmittagsstunden waren weiterhin in der Volkshalle dem großen Liebeswerk gewidmet, das auf den Wunsch des Führers am ersten Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution unseren hilfsbedürftigen Volksgenossen in besonderer Weise gewidmet wurde. Heber den Verlauf dieser schönen Feier der Volksgemeinschaft berichten wir ebenfalls gesondert. Unsere GießenerMilitärka pelle erfreute ■am Nachmittag mit einem Platzkonzert am Hinden- burgroaU, dem eine große Zuhörerschaft beiwohnte, ■die sich an den vortrefflichen musikalischen Darbietungen unserer schneidigen Musikkapelle unter der Leitung des Obermusikmeisters Krauße herzlich erfreute. bis 20, junge Hähne 80, Suppenhühner 70 bis 75, Blumenkohl, das Stück 40 bis 60, Salat 30, Endivien 20 bis 30, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. VornoNzen buch Zu verhandeln. Eine 28jährige Lageristin war beschuldigt, üble Nachreden über die SA. geführt und unwahre Behauptungen über Minister G ö - ring aufgestellt zu haben. Hauptbelastungszeugin waren eine Arbeitskollegin der Angeklagten deren Mutter und ihr Schwager. Die Verhandlung ergab ledoch, daß die Arbeitskollegin eines Diebstahls beschuldigt ist und nunmehr glaubte, sich durch un- LPD. Offenbach, 29. Jan. Das Hessische gondergericht trat hier zu einer Sitzung zu- oer Reichsrundfunkkammer ein Rundfunkschutzgesetz auszuarbeiten, das in Kürze den beteiligten Stellen DttIettrms dee Keimst VieIeiMns devSamtlie dieIettims deeGefchMSwstt § 218 RStGB. zur Last legte. Der Vertreter der Anklage beantragte gegen den Haupttäter 1 Jahr 2 Monate, gegen die Mädchen 3 bzw. 2 Monate Gefängnis. Das Urteil lautete gegen den Kaufmann auf 1 Jahr, gegen die anderen Angeklagten auf 3 bzw. 2 Monate Gefängnis. Dem Haupttäter werden 3 Monate der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht. Der Arbeiter H. E. zur Zeit in Strafhaft, wurde im September vorigen Jahres vom hiesigen Schöffengericht wegen schweren Diebstahls zu 1 Jahr 2 Monate nGefängnis verurteilt. Der Angeklagte, der bei feinen zukünftigen Schwiegereltern in Wiefeck Aufnahme gefunden hatte, benutzte feine alleinige Anwesenheit im Hause dazu, um eine Kassette in einem Kleiderschrank mit Gewalt aufzubrechen und ihr einen größeren Geldbetrag zu entwenden. Außerdem hieß er eine feiner Praut gehörige goldene Armbanduhr mitgehen und verschwand .mit dem Diebesgut. Zu feiner Entlastung gab der Angeklagte an, er habe die Uhr zur Reparatur zum Uhrmacher bringen wollen. Das Geld habe er teils von feiner Braut, teils von dem Verkauf eines Fahrrades erhalten. Da das Gericht diesen Angaben keinen Glauben schenken konnte, wies es die vom Angeklagten und der Staatsanwaltschaft eingelegten Berufungen kostenpflichtig Zurück. Der Vertreter der Anklage hatte 2 Jahre Zuchthaus beantragt. noch einmal 5000 Mark einbringen. 30 Serien dieser Glückslose gibt es, also 30mal die große Gewinnaussicht! Wen lockt das nicht? Erhält einer doch eine Niete, so tröste er sich, daß die fünfzig Pfennig doch nicht verloren gegangen sind, da sie ja dem deutschen Volksganzen während der rauhen Winterszeit zugute kommen. Wieviele Arbeitslose allein finden schon als Glücksmänner für Monate ihr Brot! Und wieviele noch werden durch diese Lotterie Unterstützung im bitteren Lebenskampf finden?! Außerdem schaue man sich den dicken braunen Losbrief etwas genauer an. Er enthält noch drei interessante Bildpostkarten, die Aufnahmen aus deutscher Kulturgeschichte zeigen und die darum zu einer kleinen Sammlung anregen. Also keine Angst vor Nieten bei der Lotterie für das deutsche Winterhilfswerk! Nie neuen Straßenbahn-Fahrpreise. Die Direktion der Straßenbahn veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung, in der dieneuenTarifefürdenStraßenbahn- verkehr auf Grund der Einrichtung von Teilstrecken bekanntgegeben werden. Es ist dabei eine ' ganze Reihe von 10-Psennig-Strecken neu eingeführt worden, daneben sind auch für die Besitzer von Monatskarten und die Inhaber von Wochenkarten zwischen Alten-Buseck und Gießen Vergünstig! gungen eingetreten. Man beachte die wichtige Be- I kanntmachung. Schuh gegen Störungen des Rundfunkempfangs. Geschäftsreise nach England ein Friseurgeschäft und sprach dort in gehässiger Weise über die Taten unserer Regierung. Insbesondere stellte er das gigantische Winterhilfswerk als „Schwindel" hin. Das Sondergericht verurteilte diesen „Rassegenossen" zu zweiJahren sechs MonatenGefängnis. Gegen solche Leute müsse ganz scharf Front gemacht werden. Aus her provinzialhauptstaht. Mummenschanz. Was soll dieser Mummenschanz, diese Verwandlungskomödie, die häufig mit Feuereifer vorbereitet und in Szene gesetzt wird? Ein Weiser fragt viel, worauf in der Faschingszeit höchstens ein Karnevalsnarr die rechte Antwort zu geben imstande wäre. Aber das wird eben kein vernünftiger Mensch in einer Zeit tun, in der Logik und Vernunft unter Kuratel des Jokus stehen. Auch das muß wohl feinen guten Grund haben, abgesehen von den Tatsachen, daß von solchen Lustbarkeiten viele leben und die Scherflein zu wohltätigen Zwecken fließen. Das Leben, sofern man es in seiner verantwortungsreichen Schwere begriff und ihm gerecht zu werden sich mühte, war immer und wird stets eine Aufgabe bleiben, die den ganzen Menschen verlangt. Dieser Gang in den Sielen müßte auf die Dauer durch seine Anspannung eine seelische Abnutzung erfahren, wenn nicht in den Lauf der Wochen die Möglichkeiten zur Entspannung der verschiedensten Art eingeschaltet würden. Eine von diesen ist durch jahrhundertealtes Herkommen auch die Faschingszeit. Wer möchte nicht einmal „aus sich selbst heraus"? Einmal das zwar nicht sein, aber doch sich in das hineinspielen, wobei er feine Gedanken schon oft auf Seitenpfaden schwärmend ertappte. Einmal durch ein Wunschland gaukeln, das jenseits der Bezirke lockend schillert, in denen sich fein Daseinskreis bewegt. Deshalb sind Narrenpritsche und Schellenkappe zu den Hoheitsinsignien des Prinzen Karneval geworden, damit das andere Ich im Menschen für Stunden das Szepter des Roßtäuschers über uns selbst schwingen kann. Dabei brauchen sich durchaus nicht „alle Bande frommer Scheu" zu lösen. Denn Zügellosigkeit kann nie eine echte Freude auslösen, die, wenn sie auch als Strohfeuer verflackert, ein wohltuendes Maß von Wärme hinterläßt. Im Wirbel der Faschingslaune, wenn wohlfeiler Stoffflitter Illusionen vorzaubert, die zu schön wären, um wahr ZU sein, wird man auch dem ausgelassensten Maskenträger noch anmerken können, wes Geistes Kind er ohne feine Tarnkappe ist. Und trotzdem ist mancher in feiner Chamäleonhaut mit einmal nicht mehr der, den alle zu kennen glaubten. Der eine entpuppt sich als „charmanter Salonlöwe", der sonst eine „trockene Haut" war. Ein anderer scheint unter der Schellenkappe die witzigsten und vergnüglichsten Einfälle in Erbpacht zu haben, der sonst „bis oben zugeknöpft mar. Nicht nur im täglichen ernsten Kampf, auch lächelnd wird das Leben bezwungen. Denn Frohsinn läßt auch den Blick ins Dasein leichter werden. < Queckborn, 30. Jan. Die Zelle Qu eck- J.orn der NS DAP. veranstaltete am vorigen gonntag m Görnerts Saal einen Deutschen Abend ©ine 20 Mann starke SA.-Kapette sorgte für die notige Unterhaltung. Die N S. - F r a u e n f rf» a f t patte durch Stiftung von 150 Preisen eine Ver- lofung ermöglicht, deren Reingewinn der Winter- Hufe zufloß. Eine Ansprache des Ortsgrupvenleiters Weber-Ettingshausen beschloß die Vortrags- wlge. Deutsche Tanze hielten die Jugend noch lange beisammen. 9 Kreis Schotten. x Schotten, 30. Jan. Seine Jahres-Hauptoersammlung hielt der hiesige Turn- und Ge- fan goerein am Samstag im Singsaal der Turn- halle ob. Nach Begrüßungsworten an die Ehren- Mitglieder und Turner gab der Führer des Vereins Oberforstmeister D e u st e r, einen Rückblick auf öas abgelaufene Jahr, auf die Umwälzungen, die die neue Zeit auch für die Deutsche Turnerschaft ge- bracht hat, und auf die besonderen Ereignisse im Serem Jßule Veranstaltungen hat der Verein im Uten Jahre abgehalten, das Deutsche Turnfest in Stuttgart war für die Teilnehmer ein Erlebnis. Die der Mitglieder von 266 hat sich gehalten, die finanzielle Lage des Vereins ist gesichert. Das fünf» Gießener WochenrnarrtPreise. * ® V 6 e n , 31. Jan. Auf dem heutigen Wochen- kosteten.- Landbutter, das Pfund 1,20 bis 9n ’m?0Crbu^cr !— bis 1,05 Mark, Matte X -Pf-,. Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (in-- nblu9Bir^in9' das Pfund 15 bis 18, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe UmprfnMrn^ Rüben 10, Spinat 25 bis 30, 30 biVÄfbl ®rünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 10 M 1,_ bis 1,50 Mark, Zwiebeln Kartoffeln 3 bis 3^ 3mrbt! 45a Schwarzwurzeln 25, Mark Y R 3/tF' der Zentner 2,80 bis 3 ,- JJiarf, Aepfel, das Pfund 15 bis 20 Pf., Birnen 12 Am Abend fand in der Johanneskirche ein Dankgottesdienst statt, bei dem das große Gotteshaus bis auf den letzten Platz besetzt war. An diesem Gottesdienst nahmen auch stattliche Abordnungen der Gießener SA. von mehreren Re- seroestürmen teil. Pfarrer Bechtolsheimer Ijiclt die Predigt, in der er die Gemeinde eindrucksvoll an die trüben und schlimmen Zustände in Deutschland vor dem 30. Januar 1933 erinnerte, dabei die vielfachen Schäden, ja Verbrechen des früheren Systems am deutschen Volkskörper schilderte und demgegenüber die gewaltige Größe des nationalsozialistischen Aufbauwerkes auf allen Ge- bicten des deutschen Volkstums und des deutschen Volkslebens unter Führung des Volkskanzlers Adolf packend und überzeugend zum Bewußtsein br-ichl- Die Pred!qt !ch,°s, mit der Versicherung herzlichsten Dantes und mit den ausrichtigsten Segenswünschen für den Feldmarschgll und Reichspräsidenten con Hindenburg und für den Wrer und Volkskundler Adolf Hitler, dessen ^rk aud) im Schlußgebet des Gottesdienstes für- bit.end der Gnade Gottes empfohlen wurde. Ein weiterer Dankgottesdienst fand in der gut besuchten Kapelle der Petrusgemeinde statt, wo Pfarrer Trapp die Bedeutung des hohen Gedenktages in feiner Predigt darlegte. 9 ©egen 21 Uhr war man in den Straßen der Stadt Zeuge eines prächtigen und überaus eindrucksvollen Aufmarsches der Stürme der ?.^'?en,SA. unter dem Kommando des Standartenführers Lutter. Die aktive SA war auf dem Landgraf-Philipp-Platz vereinigt worden und marschierte von dort durch die Sonnenstraße Seltersweg Frankfurter Straße, Liebigstraße, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Neuenweg, Gartenstraße Ludwigsplaß, Ludwigstraße, Bleichstraße, Hinden- durgwall. Horst-Wessel-Wall zum Dsroalbsgarten roo die Sturme im offenen Viereck ausmarschierten' Standartenführer Lutter gedachte hier zunächst der gefallenen Kameraden, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Dann sprach der Standartenführer noch kurz über die Bedeutung des 30. Januar, ermahnte seine SA., sich immer bewußt ZU fein, daß die SA. die beste Waffe und der sicherste Garant für die Politik desFührers fei, weiter wandte er sich gegen Den leider noch vielfach vorhandenen Standesdünkel der im nationalsozialistischen Staat keinerlei Berechtigung hat, und ermahnte zum Schluß alle Kameraden im Braunhemd, sich immer ihrer hohen Pflichten gegenüber dem Führer und der Bewegung bewußt zu sein. Mit dreimaligem begeisterten Sieg-Heil auf den Führer, dem Gesang des ersten Verses des Deutschland-Liedes und dem Oberbeffen. Landkreis Gießen. clc. Heuchelheim, 30.Jan. Der Gesangverein „L i e d e r k r a n z" hielt am Samstagabend in der Turnhalle fein Wintervergnügen ab. Der 1. Vorsitzende Herr Webker begrüßte die Teilnehmer, besonders die Leitung der NSBO. Ortsgruppe Heuchelheim. Er wies in feiner Ansprache auf die Bedeutung des Männergesangs, der durch die Pflege und Förderung des deutschen Liedes, ganz besonders aber des Volksliedes auch im Dritten Reiche wesentlich zu der von Adolf Hitler gewünschten Volksgemeinschaft beitrage, hin und brachte zum Schluffe ein „Sieg-Heil!" auf den Führer aus. Der gesangliche Teil des Abends galt besonders dem Volkslied. Die Lieder wurden unter der Leitung des Dirigenten Gernhardt (Gießen) vorzüglich zu Gehör gebracht. Ein flott gespieltes Theaterstück sowie die musikalischen Vorträge der Kapelle D o l k m a n n (Heuchelheim) unterhielten die Gäste. CO Klein-Linden, 29. Jan. Am Sonntagabend wurde in der Kirche durch Missionar Weißer von derBaslerMissionsgesellschaft der Film gezeigt, Der in Das Gebiet Der ehemaligen Deutschen Kolonie Ostafrika führte. Pfarrer B r e m- m e r sprach im Schlußwort Davon, Daß Mission Christentum in vorDerster Front sei. Der Besuch Des AbenDs war gut; Den Schulkindern wurde Der Film am Nachmittag gezeigt. JIGroßen-LinDen, 20. Jan. Dieser Tage fanD in Schaums Saal Die Fahnenweihe Der hiesige Ortsgruppe Der NSDAP, statt. Die musikalische Unterhaltung hatte Die Standartenkapelle 222 Friedberg übernommen, Die Den Abend mit einem flotten Marsch eröffnete. Sturmbannführer und Ortsgruppenleiter Willi Becker begrüßte Die Teilnehmer. Pg. unD stellvertretenDer Kreisleiter Hopfenmüller zeichnete foDann in einer längeren Ansprache Die Erfolge Der nun fast ein Jahr tätigen nationalsozialistischen Regierung unD wies weiter auf Die neu erwachsenen innen» sowie außenpolitischen Aufgaben hin. Anschließend weihte Pg. Hopfenmüller Die neue Fahne der Ortsgruppe und während das Lied vom guten Kameraden erklang, wurde der unter dem Zeichen des Hakenkreuzes gefallenen Helden gedacht. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Den Führer und die nationalsozialistische Bewegung und mit Dem Absingen Des Horst-Wessel-LieDes rourDe Die Feier beenDet. Der BDM. vor Großen-LinDen und Leihgestern unterhielt durch Reigen und Vorträge. — Tageskalender für Mittwoch. StaDt- theater, 19.30 bis 22.15 Uhr, „Alle gegen Einen — Einer für Alle". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Der Page vom Dalmasie-Hotel". — VWA., 20.15 Uhr, DHV.-Haus, Kochlehrfilm: Küchengeheimnisfe. — Saal Der Christlichen Versammlung, 20.15 Uhr, Evangelisationsvortrag. — Ortsgruppe Gieße-n-SüD, 20.30 Uhr, Zelle 5, Zellenoersammlung, „Tannhäuser". ** Ernennung beim L a n D e s s i n a n z - amt. Von Der Reichsfinanzverwaltung LanDes- finanzamt Darmstadt wird amtlich mitgeteilt: Oberbürgermeister, Hessischer Minister a. D. Dr. Mül- ler ist mit Wirkung vom 1. Februar 1934 unter Ernennung zum Landesfinanzamtsdirektor zum Leiter Der Abteilung für Besitz- unD Verkehrssteuern beim LanDesfinanzamt DarmjtaDt bestellt worben. .** Die Beiträge der Viehbefitzer und Viehhändler auf Grund des Reichsviehfeuchen- gefetzes betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei im heutigen Anzeigenteil, auf die wir besonders aufmerksam machen. Große Strafkammer Gießen. Unter Ausschluß Der Öffentlichkeit beschäftigte ich Die Kammer gestern mit einem Kaufmann von hier unD Drei jüngeren Mädchen, Denen Die Anklage vollendete bzw. versuchte Verbrechen im Sinne Des > Holzheim, 30. Jan. Am Samstagabend and im Vereinslokal bei Gastwirt Gg. Sarnes Die Diesjährige Generalversammlung Des Turnvereins statt. Der Führer Heinr. Grieb begrüßte Die Teilnehmer und geDächte zweier verstorbener Mitglieder. Den Jahresbericht verlas Der Zweite Führer Ernst Jung. Der Kassenbericht verzeichnete einen Ueberschuß. Spielwart Otto Ohly gab Den Spielbericht bekannt. Dem zu entnehmen war. Daß Die erste HanDballmannschaft sehr schöne Erfolge erzielte und mit FrieDbergs zweiter Mann- chaft als Tabellenführer an erster Stelle in ihrer Gruppe steht. Dietmar! Gg. Sarnes hielt soDann einen Vortrag über Die Aufgaben eines Dictroarts im Verein. Lehrer Simon wurde vom Vereins- ührer zum Werbewart ernannt. Mit einem Drei» achen „Gut Heil!" auf Den Reichspräsidenten von Hindenburg, Den Volkskanzler ADolf Hitler, Das geliebte Vaterland und Die Deutsche Turnerschaft fand die Versammlung ihren Abschluß — Gleichzeitig and zum Zweck Der GrünDung einer freiwilligen Feuerwehr eine Versammlung im Rathaus statt. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier (Gießen) hielt einen eingehenDen Vortrag über Zweck unD Ziele einer freiwilligen Feuerwehr unD ermahnte alle Anwesenden zur Mitarbeit. Zwölf Mann traten sofort bei. — Dieser Tage fanD auch Die Generalversammlung Der hiesigen Schweinekasse im Rathaus statt. Der VorsitzenDe Heinr. Konr. Gg. Jung verlas die Rechnung vom oerganaenen Zahre. Zwei VorstanDsmitglieder legten ihre Äem- ter nieder. An ihrer Stelle wurden Landwirt Ernst Z e i ß I. und Landwirt Heinr. Kuhl gewählt. ? Reiskirchen, 30. Jan. Unter Anteilnahme Der ganzen Einwohnerschaft wurde heute der älteste Einwohner unserer Gemeinde, Herr Konrad H a h n, zu Grabe getragen. Herr Hahn, Der • hier Der letzte Veteran Des Krieges von 1870 71 mar, murDe am 19. Mai 1846 zu HattenroD geboren. Er märe also in diesem Jahre 88 Jahre alt gemorDen. Er Diente von 1867 bis 1871 in Der 3. Batterie Des Hess. Artilleriekorps, in Der er auch Den FelDzug mitmachte. An neun Gefechten und oajladjten nahm er teil und mürbe mit Dem Hes» si'chen VerDienstkreuz ausgezeichnet. Verheiratet mar er mit Maria geb. Schomder, mit Der er das leltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern konnte. Cs mar Dies feit vielen Jahrzehnten die erste diamantene Hochzeit, die meit und breit je begangen muröe. Der Verstorbene, der im Feldzug 1914/18 einen Sohn verlor, war in unserer Gemeinde Feldschutz, bis er dieses Amt im Jahre 1922 infolge hohen Alters abgeben mußte. Seine ebenfalls hochbetagte Ehefrau starb im vorigen .pre. Der hiesige Kriegerverein ehrte fein Ehren- mitglieb Durch Abgabe von Drei Ehrensalven am ©rabe. Gesang Der vier Verse Des Hvrst-Wessel-Liedes fand Die KunDgebung ihren Abschluß. Die Gießener Stürme Der Motvrstaffel I/M 147 veranstalteten auf Dem Platz Der Großgarage am Aulweg ebenfalls eine GeDenkfeier, bei Der Staffelführer Dr. Schaefer an feine Stürme eine Ansprache hielt, in Der er in einDrucfsoollen Worten Den Sieg Des Glaubens unD Den Aufbruch Der Nation schilderte. Mit herzlichem Dank an Den Führer, mit Dem Gelöbnis unmanDelbarer Treue, begeisterten Sieg-Heil-Rufen unD Dem Gesang Des ersten Verses Des DeutschlanDlieDes und des Horst-Wessel- Liedes fand Diese Feier ihren Abschluß. Die SA.-Stürme rückten nach Den KunDgebungen nach ihren Sturmlokalen ab. Die Bürgerschaft brachte Der SA. unD ihren efjrmürDigen Feldzeichen die gebührende achtungsvolle Ehrung Dar. Keine Angst vor Nieten' Wie gern roürDe mancher feine Geldtasche etwas gefüllter sehen, um sich auch einmal ein besonderes Erholungsstündchen leisten zu können. Doch es reicht scheinbar immer nur zum Notwendigsten. Er würde vielleicht mal bei einer Lotterie fein Glück wagen, aber er hat Angst vor Nieten. Und Dann sinD ja auch Die Lose oft zu kostspielig für feine magere GelDbörse. Da weiß nun Die „NSDAP.- Winterhilfe - Lotterie" glänzenDen Rat. Sie schickt ihm wahre Glücksmänner, Die in grauen, wehenDen Mänteln wie Marschälle jetzt Die Straßen der Stadt behaupten, entgegen. Diese verkaufen ihm für fünfzig Pfennige Das Glücks- l os Der Winterhilfe-Lotterie. Und fünfzig Pfennige hat sicherlich jeher noch für eine große Gewinnaussicht übrig! 5000 Mark können gewonnen werben. Und noch mehr! Der angeheftete Prämienschein wird im März erst verlost und kann Die Pressestelle Der Dberpoftbirettion Frankfurt teilt mit: Die von Der Deutschen Reichspost in Baden- Baden unter Mitwirkung der Reichsrundfunkkammer, der Stadtverwaltung und der Industrie durchgeführten Arbeiten zur Beseitigung der Störungen des Rundfunkempfangs find Mitte Dezember abgeschlossen worden. Der Versuch hat gezeigt, daß es technisch nicht schwer ist, solche Störungen auf ein erträgliches Maß zurückzuführen. Weiter hat sich je- Doch ergeben, daß es einer besonderen gesetzlichen Regelung bedarf, um Den RunDfunk wirksam oor | “T ,lw,u,lcv\ yiuuJ^, Iiaj oura ... Störungen durch andere Anlagen zu schützen. Die ISh EI x" ra$en 3U Reichspost ist Damit besaßt, zusammen mit dem Mi- Ipn ^,,hÖ fn ^ÄEungszeugen erschie- rnftenum für Volksaufklärung und Propaganda und i " i i n r ?* » , ?)r 6, Staatsanwalt Der am mFPnmmA.. ___i. 'u^riiprechung DerUnaeflciafpn nnh n . WM®^%ffl^3SHBE™:c4-äBS K. s-.BSaa? GG bläst zum Gammeln gegen Hunger und Kälte am 4. Februar 1934 in der Volks- Halle zu Gießen. Die Vortragsfolge des Konzertabends verspricht den Besuchern einen wertvollen musikalischen Genuß. Man ist bei der Zusammenstellung der Musikfolge mit gutem Geschmack verfahren, der sicherlich die volle Zustimmung der Besucher finden wird. Ferner ist für die Beranstaltung die Mitwirkung des Tenors am Wiesbadener Staatstheater Pg. Munich gesichert worden. Für die Jugend dürfte der Abend noch dadurch gewinnen, daß nach dem Konzert Tanz zur Musik von zwei Kapellen vorgesehen ist. Eintrittskarten zu 50 Pf sind zu haben bei den Orlsgruppenleitern der NSDAP., im NS.-Vuchladen, Seltersweg, in der Geschäftsstelle des „Gießener An- „ zeiger s". In der Geschäftsstelle der „Oberheffischen Tageszeitung". Die Bolkshalle wird seit Dienstag geheizt! nndsiebzigjährige Bestehen, das der Turnverein in diesem Jahre feiert, soll in kleinerem Rahmen begangen werden, für das hundertjährige Jubiläum, das der Gesangverein in 1937 begeht, ist ein größeres Fest vorgesehen. Oberturnwart Neumann erstattete dann seinen Sonderbericht über die rein turnerischen Ereignisse des letzten Jahres. Der Obmann der Sänger, Herr Weber, warf einen Rückblick auf die Tätigkeit des Männerchors, besonders ehrenvoll gedenkend des im Mai vorigen Jahres verstorbenen langjährigen verdienstvollen Dirigenten L. Süffel. Als sein Nachfolger leitet Musiklehrer N a g e l s ch m i d t jetzt den Chor. Der Spielwart des Vereins, Herr Grimm, berichtete über die Erfolge der Spiel-, besonders der Handballabteilung. Rechner Becker trug die Jahresrechnung vor, die zirka 300 Mark Ueberfchuß aufwies. Aus Vermietungen und Veranstaltungen wurden etwa 3000 Mk., aus der Wirtschaft, die der Verein in eigener Regie hat, etwa 2500 Mark gelöst. Ein großer Teil Zinsen und Schulden konnte abgedeckt werden. Eine Aussprache über die Anlage eines weiteren grölens Spv 'atzes, auf dem auch ein ^-auturufest j-- gehcnten werden könne, schloß sich an. Mit Sieg-Heil auf unseren Reichspräsidenten und unseren Volkskanzler einem Vers des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes wurde die eindrucksvolle Versammlung geschlossen. l. Gedern, 30. Jan. Im Bereich der NSV., Ortsgruppe Gedern, gingen bei der Straßensammlung am 21. Januar 68,74 Mark ein. An diesem Tage wurde außerdem eine Speck- und Wurstsammlung aus den Hausschlachtungen durchaeführt, die 10 Pfd. Speck, 1 Pfd. Nierenfett, 2 Pfd. Schinken, 1 Pfd. Dörrfleisch, 19 Pfund Rohwurst, 27 Pfd. Leberwurst und 66 Pfd. Blutwurst, insgesamt 126 Pfund erbrachte. An Zwillingspfennigspenden gingen ein: Vom 7. bis 13. Januar 4,86 Mark, vom 14. bis 20. Januar 5,44 Mark. Der BdM. Mittel-Seemen konnte von einem Deutschen Abend als Reinerlös 27,26 Mark abführen. Kreis Alsfeld. OOAlsfeld, 29. Jan. Am vergangenen Samstag veranstaltete der Veteranen- und Krie- geroerein Alsfeld im „Deutschen Haus" einen Kameradschaftsabend, mit dem die Weihe der neuen Kyffhäuser-Bundesfahne verbunden war. Der 1. Dereinsführer, Lehrer Hartmann, begrüßte mit herzlichen Worten die sehr zahlreich erschienenen Kameraden und Gäste. Darauf hielt der Vereinsführer einen fesselnden Vortrag über seine Fahrt, die er im Sommer vergangenen Jahres in das Kampfgebiet des großen Krieges bei Verdun und Reims unternommen hatte. Tiefen Ein-i druck hinterließ fein Bericht über die zahllosen | Kriegsfriedhöfe dieser Gegenden, denen diese Fahrt, vor allem gegolten hatte. Dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gebühre wärmste Anerkennung! für die dort schon geleistete Arbeit zur würdigen Erhaltung und Pflege dieser geheiligten Stätten. Eine Reihe zum Teil selbst aufgenommener vorzüglicher Lichtbilder gab dem Vortrag unmittelbare Anschaulichkeit. Gesangsoorträge sorgten für die rechte musikalische Weihe: Frau Emma Moeller- Lorenz (Sopran) war der alten Volksweise vom „Schnitter Tod" und dem Schubertlied „Frühlingsglaube" eine musikalisch und gesanglich meisterliche Deuterin, am Flügel von stud. mus. Erwin Völ - sing begleitet. Nach dem feierlichen Einmarsch der Fahnen nahm der 1. Vereinsführer die Weihe der neuen Bundesfahne vor. In seiner Weiherede betonte er den von jeher vaterländischen Geist des Kriegervereins, der im alten Parteienstaat schon immer für Kameradschaft und Volksgemeinschaft eingetreten sei, Ziele, die jetzt im Dritten Reich endlich verwirklicht worden seien. Mit einem Treuegelöbnis für den Reichspräsidenten und den Volkskanzler, sowie mit dem Gesang des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes wurde die feierliche Handlung beschlossen. Kameradschaftliches Zusammensein und deutscher Tanz bildeten den Abschluß des Abends. N Mücke, 29. Jan. In der Zeit vom 17. bis 21. Januar fand am Bibelheim Flenfungerhof eine allgemeine Freizeit statt. Der theologische Lehrer von St. Chrischona Pfarrer Eckard leitete die Versammlungen, die morgens, mittags und abends stattfanden. Der Gitarrenchor Flensungen verschönte die Abendstunden. Vom 22. bis 25. fand eine Jungmädchenfreizeit statt. 25 junge Mädchen von nah und fern nahmen teil. Jugendsekretär G a n b a r tz und Prediger Peters leiteten die Morgen-, Mittags- und Abendstunden. Nachmittags ging es bei dem schönen Wetter hinaus zu frohem Spiel. In den Abendversammlungen brachte der Gitarrenchor von Maar bei Lauterbach schöne Lieder zum Vortrag. Am Freitag, 26. Januar, war Abreisetag der Mädchen, und am Samstag. 27. Januar, Einreisetag der jungen Männer. "Mit der Jungmännerfreizeit, die drei Tage dauert, finden die Freizeiten am Bibelheim ihren Abschluß. st. <*frforf, ?n ^n. zirkus der Alsfelder JV.-Spielschar bestanden. Die beachtenswerten Darbietungen der Spielschar des Jungvolkes fanden bei den Besuchern günstige Aufnahme. Saal. . \ Becker eine gu. , -,t. Veran,lu^u.lg oes Jungvolks statt, deren Aufführungen in Liedern, Fanfaren, Chören und einem Lager- Dle^er Tage fanh lmse*nstreue ^erreicht werden, e'n r**— ! ck r r eine gu. , ..,i. chen echter lau rämr.,.her Zu^ami gleu m Kreis Lauterbach. -n. Lauterbach, 29. Jan. Der hiesige Zweig- oerein des Vogelsberger Höhenclubs (VHC.) hielt am Samstag in der Turnhalle sein A u s z e i ch n u n g s f e st ab, das von Mitgliedern und Gästen zahlreich besucht war. Bei dieser Feier konnten durch den Führer des Gesamtvereins, Dr. Bruchhäuser (Ulrichstein), sieben Mitgliedern der Ortsgruppe das neugeschaffene Ehrenzeichen für 4 0jährige Mitgliedschaft und 47 VHC.- Leuten das Abzeichen für 2 5jährige Ver - Heimatliebe und Wanderlust. Nach Osthofen ... LPD. Worms, 29. Jan. In Schutzhaft genommen und dem Konzentrationslager Osthofen zugeführt wurde, wie die Staatspolizeistelle mitteilt, ein Wormser G a st w i r t. Seine Wirtschaft wurde auf längere Zeit geschlossen. Dem Wirt wurde nachgewiesen, daß sein Lokal immer noch als Sammelpunkt für Marxisten diente. Er duldete, daß diese Leute kommunistische Redensarten führten und die Regierung und deren Einrichtungen verächtlich machten. Der Wirt hat außerdem noch Bestrafung auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des deutschen Volkes vom 28. Februar 1933 zu gewärtigen. Preußen. Standartenführer Körner verläßt Biedenkopf. LPD. Biedenkopf, 30. Jan. Standartenführer Zahnarzt Dr. Römer verlieh heute Biedenkopf. Er wird zunächst bei der Gruppe in Frankfurt a. M. tätig fein, um später die Führung der Brigade 47 ? in Kassel zu übernehmen, lieber den Nachfolger Dr. Römers ist noch nichts bekannt. Erweiterungsbauten auf der Justus-Hütte. * Weidenhausen (Kr. Biedenkopf), 30. Jan. Die Justus-Hütte zu Weidenhausen ist gegenwärtig dabei, ihr Emallierwerk durch einen Anbau zu vergrößern, der etwa ein Drittel der bisherigen Anlage umfaßt. Mit den Erd- und Fundamentarbeiten wurde schon im Dezember vorigen Jahres begonnen. Die Firma hat diese Arbeiten in eigener Regie ausgeführt, so daß auch über die stille Zeit des Winters hinaus alle Arbeiter des Werkes ohne Verkürzung der Arbeitszeit beschäftigt werden konnten. Die Vergrößerung des Emaillierwerkes war schon seit längerer Zeit vorgesehen, sie machte sich im vergangenen Herbst zwingend notwendig, da das Werk infolge u m - fangreicher Inlands- und Auslandslieferungen die Aufträge nur durch dauernden Tag- und Nachtbetrieb, sowie teilweise Einlegung von Ueberstunden bewältigen konnte. Dies ist ebenfalls ein erfreuliches Zeichen dafür, daß der wirtschaftliche Tiefstand durch das Aufbauprogramm der nationalsozialistischen Reichsregierung überwunden wurde und die Wirtschaft eine Belebung erfahren hat, die hoffentlich zu einer dauernden Besserung führen wird. Durch den jetzigen Erweiterungsbau des Emaillierwerks und durch den Einbau neuzeitlicher Brenn- und Schmelzanlagen werden auch neue Arbeitsplätze geschaffen, die eine Er- Höhung der Belegschaft des Emaillierwerkes um etwa20Mann ermöglichen. Bei den Bauarbeiten find zur Zeit zehn Maurer und Handwerker beschäftigt. Die Firma hofft, die gesamte Anlage in zwei Monaten, also zum Eintritt der Hauptbetriebszeit, fertiggestellt zu haben. Besuch eines chinesischen Generals in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 30. Jan. Der frühere Generalstabschef des Marschalls Tsiang Kai Scheck, Chi Pang, Präsident der Kriegsakademie in Nanking, befindet sich gegenwärtig auf einer Stu- diensahrt durch Europa. Obwohl sich diese Reise lediglich auf militärische Dinge bezieht, hat der General es sich doch nicht nehmen lassen, des China- I n st i t u t s wegen nach Frankfurt zu kommen. Bei seinem Eintreffen wurde er von dem Kurator der Universität, W i s s e r, dem Leiter des Instituts und den chinesischen Studenten begrüßt. General Chi Pang gab seiner besonderen Freude darüber Ausoruck, daß in Deutschland und gerade in Frankfurt ein Institut bestehe, das die kulturellen und nationalen Eigenarten Chinas pflege und so mit dazu beitrage, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu stärken und zu vertiefen. Krers Wetzlar. < Wißmar, 30. Jan. Der hiesige Turnverein „Gut Heil" hielt in seinem Vereinslokal von Gastwirt Wolf seine diesjährige Generalversammlung ab, welche sehr gut besucht war. Der Vereinsführer Georg Hermann hieß die Teilnehmer willkommen, gab sodann den Jahresbericht und gedachte hierbei auch der Toten des Vereins. Aus dem Jahresbericht konnte man entnehmen, daß sich der Verein unter seinem alten Vereinsführer auch im neuen Deutschland in guten Händen befindet. Aus dem Bericht der Fachwarte hörte man allgemein eine Klage über den schlechten Besuch der Turnstunden. Die Kassenverhältnisse des Vereins waren durch verschiedene Neuanschaffungen, insbesondere durch die Aufstellung eines Spielmannszuges, etwas zurückgegangen. Im Vorstand gab es eine Aende- rung, indem als erster Turnwart Wilhelm Kämmerer bestimmt wurde. Der Vereins-Dietwart Lehrer Z o tz m a n n gab einen interessanten Rück- und Ausblick der nationalsozialistischen Revolution. Großer Beifall belohnte seine Ausführungen. Das Ehrenmitglied Wilhelm B i t t e n d o r f ließ eine Plakette, die der Verein beim Verbandswaldlauf errungen hatte, mit einem schönen Rohmen versehen und stiftete sie aus Verbundenheit mit den aktiven Turnern. Der Vereinsführer dankte im Namen des Vereins. Mit einem dreifachen „ Bauernversammlung statt, die von dem : Ortsbauernführer Lenz geleitet wurde. Kreisbauernführer Langsdorf hielt einen Vortrag über den Aufbau und die Aufgaben des Reichs- nährftandgefetzes. Verbandsrevisor I o l k (Gießen) sprach über die landwirtschaftliche Entschuldung. Geschäftsführer Dornberger von der Kreis- bauernschaft referierte über genossenschaftliche Fragen, insbesondere über die Kreislandbundgenossenschaft, die jetzt den Warenverkehr aufgegeben hat und mit ihrer Geldabteilung zur Hauptabteilung III des Hessen-Nassauischen Bauernstandes gehört. Ueber den genossenschaftlichen Warenabsatz sprach der Hauptabteilungsleiter III der Kreisbauernschaft Wetzlar, Zimmermann (Niederquembach) In der regen Aussprache wurden die zur Zeit brennendsten lanwirtschaftlichen Tagesfragen besprochen Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß der LOF. Lenz die anregende Versammlung. 0 Hochelheim, 29. Jan. Die diesjährige t^°liDce,ei(Icrun9 im Gemeindewald erbrachte folgende Preise: für Buchenfcheitbolz 21 bis 24 Mark, Buchenknüppel 19 bis 21 Mark je 2 Raummeter, Buchenwellen 12 bis 15 Mark je 50 Stuck, Fichtenknüppel 8 bis 10 Mark, Eichenknüppel 13 bis 14 Mark je 2 Raummeter. Eichenwellen 4 bis 6 Mark je 50 Stück, Eichenfchichtennutzholz, zwei S?e«r 14 bis 16 Mark, Fichtenstangen erster Aosie 60 bis 70 Pf., Fichtenstangen zweiter Klosse 50 Pf., Fichtenstangen dritter Klasse 15 bis 30 Pf. je Stuck. Jlr. 1000. Anfrage 1: Auf Grund des von > xtynen geschilderten Sachverhalts ist Ihre Mutter i berechtigt, gegen das Zweitälteste Kind auf Zahlung 5 des vereinnahmten Unterhaltsbetrags klagbar vor- Zugehen und nach erwirktem Schuldtitel in das diesem Kind übergebene Grundvermögen, falls dieses nicht ein Erbhof ist, zu vollstrecken. Sie kann auch die f. Z. erfolgte Uebergabe, falls solche als Schenkung aufzufassen ist, wegen groben Undanks anfechten und sich dadurch wieder in den Besitz des übergebenen Grundvermögens setzen. Alle diese Maßnahmen müssen, falls eine außergerichtliche Er- leötgung unmöglich erscheint, vor dem zuständigen Gericht und am besten durch einen Rechtsanwalt erfolgen, da die Rechtslage nicht ganz einfach ist und anwaltlicher Beistand notwendig erscheint. Anfrage 2: Der Anspruch auf Rückzahlung des ge- wahrten Darlehens ist in vollem Umfange begrün« det: Sie erheben am besten, nachdem Zwischenzeit- llch ordnungsgemäß Kündigung, d. h. unter Frist- etzung von drei Monaten erfolgt ist, Klage im Urkundenprozeß und legen den Schuldschein dieser Klage bei. Selbst, wenn ein Schuldschein nicht vor- läge, wäre die von Ihrer Mutter zu erhebende glatt, falls die Hergabe des Darlehens und die Kündigung nachgewiesen werden könnte. Zu verklagen sind die Unterzeichner des Schuldscheins: falls dies Eheleute sind, muß neben dem Antrag auf Zahlung auch noch der Antrag auf Duldung x Zwangsvollstreckung in das eingebrachte Gut Oer Ehefrau gehen, sofern die zu verklagenden Eheleute in gesetzlichem Güterstand leben. Ein zwangs- weises Vorgehen hat naturgemäß nur dann Aus- 110)1 auf Erfolg, wenn die Vermögensverhältniffe der zu Verklagenden derart find, daß eine Ver- wirklichung des von Ihrer Mutter geltend zu machenden Anspruchs im Wege der Zwanqsvoll- streckung möglich erscheint. Ueber eine seltsame Lebensrettung in höchster unglaublichen Zufall berichtet >°n, der Vorsitzende des Komitees für £“xe. ®el“n^eit5pfle8e auf der Insel Wight. Wahrend des Weltkrieges lag im dortigen Kranken- feitn Verwundeter bei dem sich plZtzllch ein gefährlicher Starrkrampf einftellte, der zuerst mit einem Serum behandelt wurde, das den todbrinaen- den Verlauf der Krankheit jedoch nur für eine kurze 3eit auf halten konnte. Das richtige Serum war in d^sem Augenblick nicht verfügbar; es wurde zwar ofort vom Festland angefordert, wäre jedoch aller Voraussicht nach nicht mehr zur rechten Zeit ange- kommen Von dieser furchtbaren Situation machte or I^obertson wahrend eines Einkaufs im Ort dem Apotheker Mitteilung, der dem Arzt erwiderte, daß *9^ die Küstenwache am Vorabend eine kleine Kiste mit Medikamenten gebracht hätte, die von einem untergegangenen Dampfer an das Ufer geschwemmt ^o/de^ ,^or. Als man die Kiste auf ihren Inhalt untersuchte, fand man darin tatsächlich mehrere Phiolen des so dringlich gebrauchten Serums. Der aufs äußerste gefährdete Kranke erhielt sofort die hllfebringende Einspritzung und genaß wieder. Diese Phiole, die einem Soldaten auf so unerwartete weise das Leben rettete, ruht jetzt unten den Re- Iiquien des Britischen Kriegsmuseums. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlar s- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfälti- gen Schönheiten der Natur. - Verla gen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag . Berlin-Lichterfelde Neuausgabe zu 10.- Reichsmark 621 C Schulstraße 1 Fernsprecher 2251 S0MMg.lieiN.MMlM Eiedenes| nachmittags 2 Uhr 1 I Nuhholzversteigerung ^b/l^Badeofen Darlehen langfristig, un- Brockhaüö, 2 BilL l Lüster kündbar, zu gün^ 2 Bücherschränke1»»Ä kttgenBedmgun. Wal esuchen, finden Masken- in gutem Haufe l||blimD Koftume oUlUUlilljU abzugeben. 0512 618 D Mäusburg 4. Möll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstrabe 33. „«d Tel. 3239. Wsthllmstr.'s ». Bürgermeisterei Gießen I. D. H.: Bartholomäus Masken- Kostüme zu verleih. 0513 20 Pf. 20 Pf. 20 Vf. 20 Pf. 20 Pf. 30 Pf. 30 Pf. Bahnhof-Volkshalle Bahnhof-Friedhof Bahnhof -Feuetbachstraße Horst-Wessel.Wall - Wieseck Selterstor-Wieseck Ludwigsplatz-Wieseck Volkshalle - Feuerbachstraße Volkshalle-Friedhof B Bahnhof-Wieseck Wieseck-Volkshalle Schüler, die die hiesigen Schulen versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28 dahier, geg.Barzahlung: bin. d. „Fides" Zweckspar A.G. Gen.-Ag. Gieß., Franks. Str. 43. Unt. Reichsauss. Mttarb. gesucht. Nutz- und Brennholzversteigerung. Mittwoch, den 7. Februar, 9.30 Uhr, in der Turnhalle 3U. ®Iu™n9e?' aus den Forstorten Fliegenstall, Weiße- drtesch, Reichholzberg, Schlemperwald und Hupbach des Markwaldes Grüningen-Dorf-Gill: 1 Bekanntmachung. Betrifft: Die Ausführung des Reichsoiehseuchengesehes,' hier: die Ausschläge der Beiträge auf Viehbesitzer und Viehhändler. c ’n Gemäßheit des Reichsviehseuchengesetzes ausgestellte Liste der beitragspflichtigen Pferde- und Rmdmehbesitzer der Stadt Gießen und der Gemarkung Schiffenberg liegt während einer Woche, vom Tag der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung an gerechnet auf dem Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer 3, (Vermessungsamt) zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen gegen die Einträge können nur wahrend dieser Offenlegungsfrist und nur von den beteiligten Viehbesitzern vorgebracht werden. Gießen, den 28. Januar 1934. 10 Pf. 10 Pf. 10 Pf. 10 Pf. 20 P . Hessisches Forstamt Schiffenbera. 2. D.: v. Gall -5aNr^brschranke, 1 Rauchtisch, 7 ^p^sa 9 [,a ne' 1 Warenschrank, !^bntheke, 1 Tisch, 6 Stühle 3 Chaiselongues. 2 Grammo- k2 Stämme Kiefernholz, nAnnderlamve, 1 Tevvich, ein Cwkonlervator, 1 Ovel-Person- A?lien, Sargbeschläge, Milch- kannen, Milchtövfe, 1 Räucher- Urank, 2 Kessel, 1 Kachechfen »«Wfc 14Kartonelauet- Pim«; ü?eravyorate' Zink- Mer, Zinkwannen, 2 Mantel- feifel, 1 Klavier, 1 Standuhr. Streifte Bahnhof — Ludwigsplatz 10 Pf „ Bahnhof - Wernerwall 10 ll)s- „ Horst-Wessel-Wall-Dolkshalle 10 Df " §o^-WE^l-Wall-Fr edhof 10 Df. „ Horst-Wessel-Wall-Feuerbachstr. 10 Pf „ seltersior-Friedhof -- --- « Selterstor - Feuerdachstraße „ Seltcrstor-Volkshalle n Feuerbachstraße-Wieseck Öen. Zusammenkunft an der Straße nach Niederkleen, am Waldeingang 615D Langholz: Fichte Kl. la 79 St. = 14 km, Kl. Id 144 St. = 52 km, Kl. 2a 69 St. = 50 km, Kl. 2b 24 = 26 km Kl. 3a 13 St. = 17 km, Kl. 3b 3 St. = 3,5 km, Kl. 4a 3 St. = 5 km. Derbstangen: Fichte 1. Kl. 56 St., 2. Kl. 22 St. Das Holz ist ohne Rinde gemessen. Auskunft erteilt Förster B e r g k. Lang-Göns, den 29. Januar 1934. Adreßbuch Giadi und Kreis Gießen Großstädtisch ausgestattetes Nachschlagewerk von 556 Seiten Umfang, mit sieden Städten und 74 Landgemeinden von etwa 100000 Einwohnern Stadtplan von Gießen, ergänzt bis in die lehte Zeit Sorgfältig bearbeitete Ansihriffen-, Straßen- und Geschästsverzeichniffe, Abschnitt über alle Behörden, Vereine, Standes- und öffentlichen Einrichtungen Oberhessischer Adreßbuchverlag Gießen gen, Zweckspar* Aktienges.Malnz, Mainz, Kaiser- ttraße 18, Unter Reichsaufsicht lt. Gesetz vom Mai 1933. Kostenlose Beratung: 310d J. Biogonhelmer. . Gießen, Kaiferallee 21 Familien- Drucksachen Verlobungsanzeigen bei Brühl,Schulstraße 7 JSXSST1“ 7 Diwans, 1 Radioanlage, fünf Bufetts, 3 Warenschränke, zwei Klaviere, 1 Registraturschrank, 3 Schreibmaschinen, 200 Rollen Butterbrotpapier, 3 Vertikos, 1 Trummeau^iegel, 1 Schreib- tUch, 1 LI^NV-Motorrad, 3 Svie- 9eIf § Chaiselongues, c^essel, 2 Schweine,1 Kleiderschrank, 1 Wäscheschrank, 1 Vi- Waschtisch, i Glasschrank, 1 Nähmaschine, 1 Korbmöbel- garmt.,lWanduhr,lLadentheke. Ferner an0rt u.Stelle(Bekannt- enolgt im Versteigerungs- 3i Zeglitrierkassen, einen Egel, 1 Raöwanlage, ISahne- Mvarat, 7 Schreibtische, zwei o &” ' n., 1 Ka ssenschrank, X ^zimmer, lKautsch,lArmbanduhr,lKollier 4 ^ofas, 3 Vertikos, 1 Nah Wschme, 3 Glas--" - ■ -^öMEbÜfett, x Aouueoren mit Wanne, 6 Büfetts, 3 Sessel! 17 Bünde •Die für Fahrten von Alten- Buseck - Gießen gelosten Wochenkarten, welche bisher nur bis Walltor GulNgkeUhatten, gelten ohne Preisänderung in Zukunft bis zum Marktplatz in Gießen. ° n , Preis der Fahrscheinhefte bleibt wie bisher bestehen. Der Fahrpreis für Kinder ändert sich nicht Dasselbe gilt auch für die Monats, und Wochenkarten Gießen, den 30. Januar 1934. 620 D Direktion der städtischen Straßenbahn Gießen Braubach. Prima SlMIM Kabeljau o. Kopf. Pfund 40^ Goldbarsch o.K.38 Brassen,Seelachs Filet (Kab.) bö4 .. (Goldb.) öS ) Donnerstag Marktlaube St.l K. Lemv. osio Anmachholz Bestell erbitten wir direkt an uns, möglichst p.Vost- arte ssasD DampfsägewerkLollar 8. Nuß». Lollar Weiterhin wird bekanntgegeben, daß die Monat«;, karte für RM. 10. -, welche seither innerhalb des Stadt- geblets Gültigkeit hatte, auch auf alle Fahrten zwischen Bahnhof Gießen und Wieseck ausgedehnt wird " WeSarrrrLmaOuns Detr.: Straßenbahn-Fahrpreise. Ab 1 Februar d. F. treten bis auf weiteres folgende Tarife in Kraft: bei voll. Pension. Schr. Anfrag. u. 0515 a. d. G. A. Bekanntmachung. Die Ueberweisung des Holzes der Verkteiaeruna finbet3am 3% ItMtaH Schutzforstes Rabenau 9 Uhr am 3aXl Londorf, den 29. Januar 1934. 1 Hessisches Forstamt Rabena«. ____________ Hessische Bürgermeisterei._________ Holzverkauf Staafsoberförfferei Krofdorf Bienslag, den S Februar d. 3., 9 Uhr, bei Gastwirt Klinkel zu Odenhaufen a. d. Lahn: 6179 5örfer;j Salzböden, Distr. 66b Eulenkopf, 67 Snter Stall, 68, 72 Hirschsprung und Försterei Waldaus, Dlstr. 55a, 57b Lindenschied. Ci.-Sch u Kn 67 rm, Bu.-Sch. u. Kn. 653 rm, Reis III 1500 rm dos Nutzholz aus vorgenannten Distrikten' fi 2 » 0,33 fn2’r Schichtnutzholzrollen II 6 rm Fl.- u. ßa.=eta. Kl. la bis 3a = 2,55 km Adrigen I bis IV = 296 St., Lä.-Nutzrolle^ und Knüppel 9 rm. 20 P . 20 P - Allh-U. Srennhoh-verstcigmmä ^ntag, den 5. Fedr., 9 Uhr vorm, im Gastha^ m Leihgestern aus den Forstorten Töpfers ^^ote, Schlnderskopf 16, Rabenpfuhl 49, 63 68 Alt- geljegt 50,67, Rehhecke 52,66,71 der Fösterei Leihgestern _ I. Nutzholz. Derbstangen,Stück:Eiche:9 I.Kl.,2611.Kl.,6III Kl., 2 (1'25 ig- 9e"’atte"-)' _. .. _ H. Brennholz fche't-r. Rm : Buche 4 I. fit., 4 11. fit.; Eiche 17 I fit • >2 II Kl , fitefer 35 I.fiL; Fichte 24 I. fit, 21II fi[’ Knüppel, Nm: 1 Buche, 9 Eiche, 18 Kieker L L ÄI. ISIHM; » Nm-7Fich.elL (ftÄ. bÄh?1«' U; fiL (Stammreifig); JieiRo, ICO JUClUn. II. Kl. (Stammreisig) 14 Eiche 29 ßiecer- AO fi&c" (Astreisig): 30 Buche, 40 Eiche,' 06 Aspe' 4,2 Kiefer, 30 Fichte- Stöcke, Rm: 3 Buche 11 Eiche' A^E^rstrichenen Nummern kommen nicht zur empfoMeT"9' ®°r,,ensc V-ßchtigung des Holzes wird I. Nutzholz Abschnitte, Eiche: Kl. 1 24=3,32fm N; £1.2 11 = 309 fm N; ÄI. 3 8=4,41 km Kl.5 2=1,87 km N- Bucke- Kl. 5 3=6,09 km ; Kl. 6 1 = 1,11 fmA-ftl 4 6 = 506 fm N; ÄI. 5 6=6,70 fm N; Kl. 6 2=6,02 km N; Kl. 7 N;^lofer^: 2a 25 = 8,62 km; Kl. 2b 15 — 6,52 fm; Kl. 3a 10=4,72 km; Kl. 3b 1=0 46 fm- N, Klaffe 2b 1=0,94 fm; Klaffe 3a 2=3,10 fm: Klasse 3b 1 = 0,75 fm; Klaffe 4b 1 = 1 60 Festmeter- Fichte; N: Kl. la 3=0,49 fm; Kl. 2a 1 = 0,72 fm; Kl. 2b 7=6,05 fm; Kl. 3a 3=3,30 fm - Derb. Angen, Stück: Eiche: Kl. 1 1, Kl. 2 29, Kl. 3 2-Fickter ^125,^1.2 55,Kl.3 48; Lärche:Kl. 3 1; Reisstangen Nu^scheiter, rm: 2 Buche Kl. l (gefoafa teu), 6,7 Eiche Kl. 2 (2,5 m Ig. Gattenpfosten) II. Brennholz Scheiter, rm: Buche: Kl. 1 122. Kl 2 6- Eick»- er 1 qq. Erie: fil 1 2, fil.2 2; Kiefer., fii.l itt.-'Lärche: Kl^! ^chle:Kl.2 2,5; Knüppel, rm: Buche - Kl 1152- GnitZ buchen fil 11.5; (Eid,«: fil.i 93, fil2A Esche:ifeL z- Ätefer. 20; Lärche: 17; Fichte: Kl. 2 4,7; Reisig, ÄL1 rm: Buche: 10; Hainbuche: 15; Eiche?90r Jreifag, den 2. Februar 1934, vormittags 10 Ahr, reisig) rm :Buche^35^che-121^Kitter^21^^^ Im Lang-Gonser Gemeindewald, Distrikt Wehr- Stöcke, rm: Buche: 6; Eiche- 2- Kieker-^'^ck»!^/ !0lz, nachfolgendes Fichtenstammholz versteigert wer- Die blauunterstrick->n-»,. • tensiv. Ich will das Wenige davon erzählen, was ich ,pat€r erft ihren Tod erfahren, weiß. | _ nichtung des Bauernstandes gewesen, die ~ - uns in Abhängigkeit hinsichtlich der Ernährung un- seres Volkes gebracht habe und sich während der 5roP und Regen ihr Zerstorungswerk Kriegsjahre, da Deutschland abgeschnitten gewesen . ungehindert an ihnen vollbringen ... sei von aller Welt, auf das verhängnisvollste ausge- i * wirkt habe. Schließlich wandte sich der Redner ber 1 . Der große Saal im Erdgeschoß (nebenbei der ein- Entwicklung nach dem Kriege zu und geißelte be» 3’9C Raum, der überhaupt in ein modernes Mu- sonders die Z i n s w i r t s ch'a f t, die Millionen un- feum paßt). Fahnen wehen von seiner Decke, leuch- ferer Volksgenossen der Arbeit beraubte, sie der tend bunte, aber auch ausgebleichte, viele zerfetzt Straße überantwortete und Hunger leiden ließ, und^ zerschossen, ^so daß man ihre Zeichnung kaum Aus diesem Grunde sei nun die Rückkehr zur *"e * Scholle gefordert worden, da man erkannt habe, daß nicht die Industrie, nicht der Handel und nicht bas Hanbwerk allein ben Bestand der Nation und . Sünde. Bei Edirne kapu treffe ich eine alte Frau mit prächtig durchfurchtem Gesicht. Ich setze meinen Zlpparat an, um sie zu knipsen. Da stürzt sie frei» |d)enö auf mich, hält die Hand vor mein Objektiv: (Urft i' willst du, daß ich in Sünde komme vor Allah und Mohammed, der sein Prophet ist?" "Und wenn ich dir zehn Kurusch gebe?" „Wenn du zwanzig gibst--" 3d) knipse und zahle. „Ist bas nun keine Sünbe?" Sie entrüstet: „Allah will boch nicht, baß ich hungere!" * Der Lastträger. Fikret ist ein Hamal, ein Träger. Wir kennen uns, weil er meinen Koffer getragen hat. Seither grüßen wir uns. Eines Tages begegne ich Fikret in einer engen Gaffe. Er trägt eine riesige Kiste auf dem gebeugten Nucken. Er trägt sie quer, so daß ich kaum vorbei- komme. 3ch: „Warum trägst du denn deine Kiste quer? 3d) komm ja nicht mehr durch." Er: „Es geht." 3d): „Aber ich muß mich ganz an die Wand quetschen." Er: „3a, so gehts." 3d): „Und wenn nun alle Hamals von Stambul ihre Kisten quer tragen wollten?" Er: „Tut keiner." 3d): „Aber bedenk doch, Fikret, es konnten dich einige so sehen und sich sagen: Was der Fikret tut, kann ich auch. Er: „Können sie nicht." Ich: „Vielleicht ist aber doch wenigstens einer da, mV mUn Unb ®,enn ber nun auch gerade durch diese Gasse muß?" Er: „Das kann er nicht." 3d>: „Warum denn nicht?" Er: „Nun, weil i ch hier komme. diese Frage unwillkürlich auf die Lippen. Daß auch Korallen nicht fehlen, versteht sich von selbst. Sie bringen mit ihrem knalligen Rot ein derbes Element m die vornehme Gesellschaft. Hinter Glas und Rahmen ein Korallenstock aus dem 3ndischen Ozean, der sich auf einer Whiskyflasche angesiedelt hat. (Dichter heraus! Die Geschichte der Whiskyflasche, die nach einem wüsten Gelage über Bord fliegt, jahrzehntelang in der Tiefe ruht, bis die kleinen Baumeister ihr Werk beginnen, um bann von einem nackten Malayen ans Tageslicht und an die Unsterblichkeit gebracht wird, schreit doch geradezu nach der Feder!) Neben den toten die lebenden Schätze des Meeres. Präparierte Fische, Reusen und Netze, Fischerboote der verschiedensten Volker; von den gelbroten Segelbarken der Chioggioten (der Bewohner des lagunenumspülten Städtchens Chioggia, die ausschließlich vom Fischfang leben und besondere Privilegien in der oberen Adria genießen) bis zum Kajak der Eskimos. Der so eng gebaut ist, daß es bis jetzt keinem Museumsangestellten gelang, in sein Sitzloch hineinzuschlüpfen. Die Eskimo- rauen benutzen denn auch andere, breitere Boote, )ie „Umiaks", in die beileibe kein Mann einsteigen darf. Natürlich haben auch die Riefen ihren Platz im Museum. Zusammengeschrumpfte Riesen allerdings. Trotzdem wäre das bewegliche Modell eines Schraubendampfers ganz gut imstande, ein Flußdampferchen anzutreiben. Es hat die Kleinigkeit von 50 000 Mark gekostet. Und die Kajüten eines Luxussteamers von anno dazumal, sowie eines Hamburger Ewers sind in voller Lebensgröße zu sehen. Wie Professor Defant, der Museumsdirektor, erzählt, traf vor einigen Tagen die Deckkajüte eines modernen Ozeandampfers ein — wo sie aber aufgestellt werden soll, bleibt vorläufig ein Rätsel. Sie hatte angeorbnet, daß niemand ihre Leiche sehen durfte, außer ihrem alten Arzt, und niemand durfte ihrem Sarg nachfolgen. Morgens sitzt er mit gekreuzten Beinen auf der Straße im Rinnstein und schreibt. Reichlich unbe- quem. Auf der flachen zittrigen Hand hat er einen .. Aktenbogen liegen, auf den er von rechts nach links , „ l: alttürkische Buchstaben häkelt. Genau wie die türki-1 schen Buchmaler im 17. 3ahrhundert die gelehrten ■ Schreiber darstellten. Daneben auf dem Pflaster Tintenfaß und ein Stoß beschriebener Papiere. „Was schreibst bu?" begrüße ich «hn. „Was mir einfällt." alte Mulla ist so was wie ein Lehrer im Ruhestand. Er bewohnt in einer dunklen Gasse ein schmales Haus, kaum breiter als die Tür. Eines Mitten darin thronte Frau W. auf einer Bretter- Beruf ; sie retuschierte Bilder für Photographen und Estrade am Kaffeetisch. Sie hielt ein Fernglas in schlug sich damit durchs Leben, bis die Schiffahrt der Hand. Sie überwachte damit alle ein- und aus» V ‘ " ' * “ " * ~ . laufenden Schiffe und kritisierte die Manöver der Kapitäne. Sie verstand etwas davon, sie war auf einem Segel,chiss- geboren und erzogen morden. I......... „UI, luI11,„ „„ |cucl alurll,c lluull3 lrl3 (Sie war die dickste alte tfrau, die ich je sah, ein Haus kommen: immer saß sie unten an der Ecke in Berg, ein Koloß, aber begabt mit einer merkwürdi- einer kleinen Kneipe und trank Grog. Sie trank m—au- unheimlich viel und wurde davon immer dicker. Ihr Arzt warnte sie, ihres Herzens wegen, aber sie 'achte ihn aus. Als sie sich zu Pfingsten erkältet hatte und liegen sollte, lief sie statt dessen in eine Katzenausstellung. Als sie nach Hause kam, phantasierte sie schon, und am andern Morgen war sie tot. Eine alte Frau starb. 3ch habe sie gekannt. Viele Tausende von Seeleuten und Soldaten haben wie ich sie gut gekannt, haben sie geliebt. Sie war eine großartige Frau, großartig und stark wie die Majorin von Ekeby. Sie war die mächtige Mutter vieler heimatloser Männer. । Frau W wohnte in den letzten zwanzig Jahren scheint, daß sie die Truvpe nach ein paar über dem Hamburger Hafen. Ihr Haus wird jetzt 3af)fren, Erlassen hat. Ich glaube, sie lief auch da- obgeriffen Es hatte eine große Terrasse, deren tra- 5 lorL eine™ Offizier, ber sie heiratete, gende Säulen im Grunb des Hafens verankert y®a™10 ®JI ’typ glücklich — „ohne waren. Don der niedrigen Bretterdecke hingen die em böses Wort . Warum sie sich trotzdem scheiden Flaggen aller Lander. Der asphaltierte Fußboden ie°' ®eiB n!Sr ®5. ®’r? ’br einfach langweilig war wellig eingesunken, und die Beine der Tische geworden sein. Sie neigte stets zu Temperamentsund Stühle hatten tiefe Locher in ihn gebohrt. j ausbruckrn irgendwelcher- Art. Die Terrasse war durch einen Strick in Hälften Ich glaube, es war diesmal ein ungarischer Tenor, geteilt: Links waren die Seeleute, rechts war Frau Mit ihm führte sie ein Wanderleben, bis der Krieg W Sie hatte meist an die zwanzig ihrer Seemanns- ausbrach. 1914 mietete sie ein Häuschen in der Ha- Kinder bei sich, weiße und farbige aller Nationen, senstraße Sie beherbergte neueingestellte Rekruten, ein Feldlager von Seekisten, Zeugsäcken, Matratzen, für die es in den Kasernen keinen Platz gab. Zeit- zerfetzten Roßhaarsofas, Korbstühlen. Es gab Asten, cheise hatte sie eine Kompanie; auf der Terrasse war Papageien, Pflanzen in hängenden Kübeln, Katzen, I eine Feldküche aufgeschlagen. Später nahm sie Ge- Hunde, aufgehängte Wäsche. Es war ein Leben wie nesende. Betrieb. Immer mehr Volksgenossen kamen und nahmen nach den Anweisungen der freiwilligen Helfer in den Stuhlreihen Platz. Bald war die Volkshalle zu ebener Erde fast bis auf den letzten Platz besetzt. Die Standartenkapelle eröffnete die Ueber ihren irdischen Besitz hatte sie verfügt in der großartigen Weise, die ihr eigentümlich war: Wem«. Sic mar damals noch auf See, darum habe ich Sie war stark; sie konnte einen betrunkenen Seemann beim Kragen fassen und auf die Straße setzen. — Aber sie konnte ihn auch nehmen wie ein Kind und auf sein Bett tragen. des Volkes aufrechtzuerhalten imstande seien, sondern der Bauer. Es sei grausam, jahrelang Menschen ernähren zu wollen von ben Brosamen, die von der Reichen Tische fallen, so wie es jahrelang geschehen sei. Es gebe demgegenüber keinen schöneren Sozialismus, als den, dafür zu sorgen, daß jedermann sein Brot auf anständige Weise essen könne. Nicht durch Brosamen und Almosen, sondern durch ehrliche Arbeit solle sich der Bolksgenosse ernähren können. Es werde für uns und für unseren Führer keine größere Freude geben als die, eines Tages die Ar- beits- und die Wohlfahrtsämter aufheben zu können, sobald jeder Volksgenosse Arbeit habe. Allerdings müsse gesagt werden, daß man schon weiter fein könnte, wenn jeder Nationalsozialist, der von sich sage, daß er Nationalsozialist sei, ber das Abzeichen trage und „Heil Hitler!" rufe, mehr von dem beweise, was man Frontgeist nenne. Man wolle nichts anderes in unserem Vaterlande als den Frontgeist, den man im Schützengraben kennen- aelemt und geübt habe. So wie man draußen z u - f ammenftanD, so solle jetzt die Erinnerung daran in die Praxis der Gegenwart Ziel, ein einiges, freies und starkes Deutschland, eines Tages Wirklichkeit werde. In das dreifache „Sieg-Heil!" als Treuebekenntnis zum Führer stimmten die Teilnehmer der Feier lebhaft ein. Gemeinsam wurde sodann der erste Vers des Deutschland-Liedes und der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Nachdem die SA.-Kapelle noch verschiedene Musikstücke zum Vortrag gebracht hatte, wurde zur Verteilung der Lebensrnittel und ber Lebensrnittel- und Kohlenscheine geschritten. Um einen Begriff von dem Ausmaß der Winterhilfeaktion zu geben, seien folgende Zahlen genannt. An die im Saale vertretenen etwa 3000 Familien gelangten 3000 vierpfündige Brote, 2950 Zwei-psund Pakete Mehl, 6900 Lebensmitlelfcheine im Werte von je 1 Mark, 1485 Brikettfcheine und 1485 kohlenscheine zur Verteilung. Die Verteilung der ungeheuren Mengen Lebensrnittel vollzog sich dank der guten Organisation reibungslos. Brot und Mehl waren durch die Winterhilfsspenden aus unserer Stadt aufgebracht worden. Die Lebensrnittel- und Kohlenbezugsscheine wurden aus Reichsmitteln zur Verfügung gestellt. Um die Verschönerung der Feier machte sich der Bund Deutscher Mädchen verdient, der während der Verteilung der Spenden durch muntere Lieder erfreute. Die neue Hoffnung solle nicht gegeben werden als Trost und als Akt der Barmherzigkeit, sondern als - , „ - , » . eine Verpflichtung. Man hoffe, daß der Kreis davon abgekommen, Feste zu feiern. Wenn die im der Arbeitslosen auch weiterhin immer kleiner werde Saale Versammelten hierher gebeten worden seien, und jeder einzelne instandgesetzt werde, sich selbst so entspreche das einem Wunsche des Führers zu ernähren. Eines Tages müsse es dann auch Und zwischen echten Torpedos, Geschützen und Minen (denen nur die Sprengladung fehlt) überall kleine Reliefs; Hafensperren, welche ein feindliches U-Boot au durchbrechen sucht, Kriegsschiff beim Minensuchen, beim Kohleneinnehmen und „Klar zum Gefecht", sogar Harmonika spielende, zwei Zentimeter hohe Matrosen am Feierabend, die jedes Kind entzücken müssen. Die meisten von ihnen werden wohl von der richtigen, lebensgroßen Kommandobrücke und dem richtigen O - Boots - türm am begeistertsten fein. Ich kann mir sehr gut denken, daß ganze Knabenscharen hier den „unwiderruflichen" Entschluß faßten, zur See zu gehen. Ein Entschluß, der freilich in der nächsten Abteilung oft ins Wanken gekommen sein wird. Denn dort hat bie weise Museumsverwaltung eine Art kalter Dusche aufgestellt: bas echte, gleichfalls lebensgroße Innere eines Schulschiffes. Bequem liegt sichs bestimmt nicht in biefen Hängematten! Und der Navigationsoffizier, der unter dem Kompaß, in diesem Bettstellchen schläft, muß ein sehr schlanker Jüngling fein. Mehr als einfach auch das Speisezimmer, die Küche, das Lazarett, aber echt, absolut echt. Einzig Wurst und Käse in der „Bottlerei", dem Reich des Kantiniers, sind Attrappe. ein formloses Stück Eisen, das eindringlicher als ..—GS "2icu-yau~ ber Manne bekommt in den jede Beschreibung den furchtbaren Wasserdruck der nächsten Wochen Zuwachs: zwei Säle, in denen bis- Tiefsee demonstriert. Es ist ein Wasserschöpfer ge- 6er Schiff sm a schi ne n standen, werden ihm wesen, ein rundes Gefäß mit automatisch verfchließ- angeghebert. (Und Die Maschinen kommen in den barem Boden und Deckel, wie die anderen Wasser- • t as mögliche Art, um Neues schöpfer, die daneben hängen. Einmal wurde es aus im Museum für Meereskunde aufzustellen.) Was Versehen verschlossen ins Meer gelassen. Leer — Kontreadmiral L o r e y der Leiter der Marine- _ d.... Z^ß -ua= abtettung in den neuen Raumen zeigen will? „Vor Ergebnis? Zur mißgestalteten Scheibe zusamm-n- allem moderne Typen der Reichsmarine. Wir haben gepreßt, die weder Gefäßwand, noch Boden ober Mobelle von Kreuzern und Torpedobooten mit dreh- Deckel erkennen läßt, kam der Schöpfer auf den baren Geschutzturmen, die für jeden Laien äußerst „Meteor" zurück ui U’ 2 L Q h kl er Öa 61 z« b Kür den Bücheriisch. Schrifttum und Sprache Preis des Buches ist erstaunlich gering. „ü h« ’Ä. mtionalfo3ialifti(d)en Re°°luti°n fertiggeftellte, prak- mu& man bereits als Dorpo 1 tengefecht d......... nnhirfirh npfrhriphpnp IHtpraturaelchichte aus politische Schriften — GottfriedZarnow: „Der 9. Novem - bildung einen Ausgleich zuläßt. Erst langsam finden Binnenwirtschaft und Außenhandel, das nationalsozialistische Deutschland voran, Wege aus diesem Chaos. Die parallele politische Entwicklung dieser Jahre gibt der Leipziger Historiker Erich Brandenburg. Sie steht während der beiden Jahrzehnte ganz unter dem Zeichen des herannahenden Weltkrieges. Dem Dreibund stellten sich die Entente ccrdiale und die französisch-russische Allianz entgegen. Alle großen internationalen Konflikte, die zumeist um Kolonial- oder Balkanfragen gingen, zeigten in zunehmendem Maße die Schwierigkeit, die große weltpolitische Auseinandersetzung zu verbürg. Hanseatische Verlagsanstalt. — (589) — Einer der besten Kenner des Auslandsdeutschtums fuhrt uns hier Schicksal und Lage der Deutschen, als eines seiner Feder in 52 Briefen, die angeblich oder wirklich an einen Neffen, der lernen soll, gerichtet sind, war rasch vergriffen. Nun liegt das Werk in einer 2. verbesserten Auflage vor, in der bereits Neuerscheinungen des Jahres 1933 berücksichtigt sind. Bartels hält sich, vor allem bei den Dichtern der Gegenwart, von überschwenglichem Lob fern. Er wartet die Entwicklung ab, deutet Lob und Tadel nur an, aber man spürt sein sicheres ästhetisches ber 1918. Die Tragödie eines großen Volkes." (Hanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg. Preis 3 Mark.) — (503) — Der Verfasser der gefesselten mästen mußten, um es Liesen nicht in die Hände fallen zu lassen. Wenn die Frage heute aufgeworfen wird: Wer hat die deutsche Revolution finanziert und wohin ist das Geld in Deutschland geflossen?, dann haben wir jetzt die Antwort. Und wenn man weiter urkundlich bewiesen haben will, ob die Führer der Sozialdemokratie im Frühjahr 1918 (Munitionsarbeiterstreik) Landesverrat getrieben haben, dann findet man auch für diese Frage schlüssigen Beweis. Jeder Deutsche aber muß mit tiefer Erbitterung die Zeugnisse ehemals feindlicher Militärs und Staatsmänner lesen, die dem deutschen Soldaten bekunden, daß er die Front bis zu einem ehrenvollen Wasfen- nendeutsche die Ueberzeugung von der Notwendigkeit ihres Daseins geben und kann uns erkennen lassen, daß sie für das Gedeihen der Volksgesamtheit unersetzlich sind. Was uns in diesem Werk erschüttert, ist das Heroische eines waffenlosen Kampfes, das zähe Ringen von Generationen um deutsches Leben, ist der unzerstörbare Wille zur Verbundenheit. mit Volkstum und Heimat. Dieses Werk ist erwandert und mit offenen Sinnen erlebt. Das gibt ihm jene Unmittelbarkeit, die nur von einem wahrhaften Erlebnis ausgeht. bürg i. D. Gebunden 1,60 Mark. — (595) Peter Dörfler, der schwäbische Dichter und Psarrer,. bricht hier in drei Kapiteln „Sprachverderber", „Volk und Buch" und „Unser Brauchtum" eine Lanze gegen die Schmarotzer an der deutschen Seele und für die Reinheit deutscher Sprache, deutscher Sitte, deutscher Kunst und deutscher Kultur. „Wir wollen nicht Romantik noch Klassik noch Mittelalter, sondern einfach deutsche Kunst nach den heutigen Möglichkeiten." Die Sprache ist für Dörfler nicht nur Vermittlerin und Ansagerin, sie ist eine Herrin, die erzählt und berichtet und dabei den Glanz ihrer eigenen Schönheit erweist. Dörfler richtet mit scharf formulierten Thesen das Zeitalter der Aufklärung und seine Sünden, deren größte die Ausrottung des Brauchtums war. Für Dörfler wächst das Brauchtum aus der gleichen Wurzel wie alle Kunst, beide stammen aus dem Blut. — Will Vesper: Aus tausend Jahren. Deutsche Balladen und historische Lieder. Gesammelt. 56. und 57. Tausend. Verlag C. Bertelsmann Gütersloh. Preis gebunden 2,85 Mark. — (508) — Die Sammlung beginnt mit dem Hildebrandslied und schließt mit Liliencrons Balladen. Will Vesper hat seine Kunst als Meister der Anthologie durch seine in Hunderttausenden von Exemplaren verbreiteten Sammlungen überzeugend nachgewiesen. Wer Freude hat an den Schätzen, die in unserer deutschen Dichtkunst verborgen liegen und vom Dichter hier gehoben und zusammengetragen sind, wird gern zu diesem Buch greifen. — Börries, Freiherr von Münchhausen: Die Garbe. Ausgewählte Aussätze. In Leinen 3,80 Mark. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart und Berlin. — (612) — Am 20. März 1934 beendet der Dichter das sechste Jahrzehnt seines Lebens. Was er hier bietet, ist gleicherweise eine Fortsetzung der Erzählung über sich und sein Leben in der „Fröhlichen Woche", wie eine Weiterführung gewisser in den „Meifterballaden" angeschlagener Gedankenfolgen. Eine Hälfte bilden Denkblätter zum Lob der Herkunft und Heimat, und Niederschriften, in denen sich das eigene Schaffen und Erleben spiegelt. Klarsinnig ist Münchhausens Urteil über Dichtung und Dichter der Gegenwart und Vergangenheit in den Aufsätzen der zweiten Reihe. In jedem Wort | spürt man die mannhafte Freiheit der eigenen Mei- — Dr. Hermann Haß: „Herrschaft in Mitteleuropa" (Bismarcks Bündnispolitik). Leinen 5,60 Mark. Hamburg. Hanseatische Verlagsanstalt. — (585) — Die Geschichte der großen Politik der Nachkriegsjahre von 1871 gewinnt in dieser Arbeit ihren umfassenden Ausdruck. Bismarck ersteht hier als der große europäische Staatsmann, als der seherische Politiker, der in seiner Hand die Fäden der europäischen Politik vereint. Sein überlegener Geist, fein politischer Weitblick, einst in schweren Kämpfen auf die Verwirklichung der deut- chen Einheit gerichtet, gelangen nun in dem großen Spiel europäischer Kabinette zur vollen Entfaltung. Wenn Hermann Haß in diesem Werk gerade den Kampf um Oesterreich an Hand eines eingehenden und sehr sorgfältigen Quellenstudiums und unter Verwendung von bisher wenig oder gar nicht bekannten Dokumenten besonders ausführlich schildert, so gibt er gleichzeitig damit die Voraussetzungen, von denen aus wir erst die heutige Bedeutung der deutsch-österreichischen Frage voll ermessen können. So bleibt sein Buch nicht in einer historischen Darstellung stecken, sondern erhebt sich zu einem gegenwartsnahen Werk, dem wir neue Erkenntnisse zu verdanken haben. — Michael Prawdin: Eine Welt zer- bricht Ein Tatsachenroman. Seinen 6,75 Mark. Deutsche Verlggs-Anstalt, Stuttgart. — (502) — Don dem Ausgang des Weltkrieges bis zum Ende der Zarenfamilie reicht diese Chronik vom Schicksalsweg des russischen Staates und Volkes. Der Verfasser, ein in Deutschland lebender, deutschschrei- bender Russe, hat von dem Recht und der Pflicht des Chronisten Gebrauch gemacht, ohne jedes Vorurteil die Tatsachen sprechen zu lassen; nur daß er die verborgenen Beweggründe aufdeckt und Glied Koch. Mit zahlreichen Abbildungen im Text und vielen z. T. mehrfarbigen Tafeln. Drei Bände, in Halbleder je 14,50 Mark, in Ganzleinen je 9,50 Mark. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig. — (630) — Diese klassische Gesamtdarstellung des deutschen Schrifttums (bisherige Gesamtauflage 70 000), die das stolze geistige Erbe im Zusammenhang mit der kulturellen Entwicklung unseres Volkes schildert, ist jetzt bis auf die jüngste Zeit ergänzt und in wesentlichen Teilen völlig neu bearbeitet worden. Schon die letzte Auflage, deren dritter Teil von Max Koch im Felde unter dem Feuer rumänischer Geschütze vollendet wurde, hatte es sich zum Ziel gesetzt, gegen die zersetzenden Strömungen der letzten Jahrzehnte Stellung zu nehmen und zur inneren Erneuerung des deutschen Volkes beizutragen. Die Neubearbeitung hat der (zufällig namensgleiche, jedoch nicht mit Max Koch verwandte) junge Literarhistoriker Willi Koch in Leipzig übernommen, dessen bisherige wissenschaftliche Arbeit sich besonders auf dem Gebiet der klassischen und modernen Dichtung erstreckt. Der uns vorliegende erste Band behandelt die Zeit von den Anfängen germanisch- deutscher Dichtung bis zum Ausgang des Barock (bis 1700). Die klassische Darstellung- Friedrich Vogts über die ältere deutsche Dichtung konnte fast unverändert übernommen werden. Neu hinzugefügt wurden drei Kapitel über Lyrik, Roman und 1 Urteil zwischen den Zeilen. Die letzten drei Briefe sind „Heimatkunst", „Sensationali-smus und Aesthe- i tismus" und „Nationalismus" überschrieben. Es stillstand gehalten hätte, wenn die Revolution überhaupt nicht oder einige Tage später gekommen wäre. — D r. Walter Gehl: Der nationalsozialistische Staat. Grundlagen und Gestaltung, Urkunden des Aufbaus, Reden und Vorträge, bis zum 12. November 1933; mit etwa 115 Bildern und Kartenskizzen. Geheftet 1 Mk., in Seinen 1,40 Mark. Verlag von Ferdinand Hirt in Breslau. — (631) — Der Neubau des Staates auf nationalsozialistischer Grundlage ist in Angriff genommen. So ist es Aufgabe jedes einzelnen, sich Rechenschaft darüber abzulegen, wie der nationalsozialistische Staat errichtet wird, auf welchen geistigen Grundlagen er ruht, welche volkserzieherischen und welche politischen Ziele er verfolgt. Das vorliegende Buch versucht einen Einblick in den Neubau des Reiches zu geben. Gehl hat mit scharfem Blick und der vieljährigen Schulung des Geschichtsschreibers das ausgewählt, was man wissen muß. Inzwischen ist auch der Kreis derer, die der Führer in die wichtigsten Stellen des Staatslebens berief, groß und volkstümlich geworden. Es war daher auch Aufgabe des Buches, in möglichst weitem Umfange die Persönlichkeiten im Bilde zu zeigen, die die lebendige Brücke darstellen zwischen Volk und Führung. Und auch der bunte Wechsel der Ereignisse, die Höhepunkte des öffentlichen Ge- hier unsere Gegenwart in die große historische Entwicklung eingegliedert erscheint. — Es bedarf kaum besonderer Erwähnung, daß auch dieser Schlußband der Propyläen-Weltgeschichte, wie seine Vorgänger, überaus glänzend mit ausgezeichnetem Bildmaterial ausgeftattet ist. Besonders auch die wirtschaftshistorischen Abschnitte zeigen manch seltene Bilder. Die meisten Persönlichkeiten dieser uns noch so nahen Zeit sehen wir im Bilde wieder, viele zeitgenössische.Justiz" hat Den Versuch unternommen, zwei Fragen Karikaturen illustrieren die damalige Sage oft schnei- .beantworten, die sachlich wie politisch gleich heikel ler als Worte es tu tun vermochten. Eine Reihe .....' —1 - - - - - von Kartenskizzen sind dem Abschnitt über die Geschichte des Weltkrieges beigefügt. Auch sonst findet man das notwendige Kartenmaterial. Besonders sei auf die ausgezeichneten Zeittafeln hingewiesen. Der Verlag kündigt dankenswerterweise die Heraus- aabe eines Ergänzungsbandes an, der sich ausschließlich mit dem Geschehen der Nachkriegs- lung Deutschlands zu einem einheitlichen Staat auch seinen Trägern bewußt gemacht werden muß, weiteste Verbreitung. — Almanach de Gotha, Annuaire g£ne- alogique diplomatique et statistique 1934. (171. Jahrgang). Verlag Justus Perthes in Gotha mit vier Bildbeilagen. Preis 28 Mark. — (2) — Zum großen Bedauern der früheren deutschen Bezieher ist das „Diplomatische Jahrbuch" für das Jahr 1934 wiederum nicht in deutscher Sprache erschienen. 1933 sah sich der Verlag gezwungen, das Erscheinen des „Diplomatischen Jahrbuches" einzustellen, da der Absatz des Werkes in Deutschland die Herstellungskosten in keiner Weise deckte. Jahrzehntelang war das „Diplomatische Jahrbuch" der unentbehrliche Ratgeber der Diplomaten und anderer interessierter Kreise in Deutschland gewesen und so hatte man gehofft, daß es doch noch gelingen werde, das Erscheinen des unentbehrlichen Werkes für das Jahr 1934 wieder zu ermöglichen. Seiber wurde diese Hoffnung enttäuscht. So ist man nunmehr auf den „Almanach de Gotna“ angewiesen, der soeben in vorbildlicher Bearbeitung im 171. Jahrgang erschienen ist. Der erste Teil des Werkes bringt den Inhalt des „Hofkalenders" in französischer Sprache, während der zweite Teil die diplomatisch-statistischen Angaben enthält, die für jeden Diplomaten, jeden Ueberseekauf- mann, jede Bücherei und für jeden aufmerksamen Zeitungsleser unentbehrlich sind. Man kann wohl behaupten, daß der „Almanach de Gotha“ das meist benutzte Handbuch in der Welt ist. — Arthur Zweiniger: „Spengler im Dritten Reich". Eine Antwort auf Oswald Spenglers „Jahre der Entscheidung". (Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Kartoniert 1,80 Mk.) — 6565) — Mit dieser ersten Auseinandersetzung im größeren Rahmen mit Spenalers „Jahre der Entscheidung" eröffnet der Verfasser eine Diskussion, in der das Zwiespältige in Spenglers Buch geklärt und das wirklich Zukunftsweisende herausgehoben wird. Dem kühlen Skeptizismus Spenglers stellt der Verfasser die fanatische Glaubensstärke der „einigen Jünglinge" entgegen, wie Spengler sie ironisch nennt. ' Geschichte. — Propyläen-Weltgeschichte. Herausgegeben von Professor Walter Goetz, Band 10: Das Zeitalter des Imperialismus von 1890 bis 1933, im Propyläen-Verlag Berlin. — (643) — In diesem Abschlußband des großzügig angelegten und nicht minder großzügig durchgeführten Geschichtswerks greifen die Verfasser bis in unsere Gegenwart hinein. Daß damit die ihnen gestellte Abgabe der Darstellung einer Universalgeschichte von einheitlichen Gesichtspunkten aus fast unlösbar wird, ist durchaus begreiflich. Nur Takt und kluges Maßhalten konnten diesen Schwierigkeiten begegnen. Walter Goetz, der Herausgeber des Gesamtwerts hat versucht, auf wenigen Seiten die Grundlinien in der Geschichte der jüngsten Vergangenheit aufzuzeigen. Er gibt auch ein Bild der geistigen Entwicklung um die Jahrhundertwende in Siteratur, Wissenschaft und Künsten. Ein etwas kurzer Abschnitt beschäftigt sich auch mit der Jugendbewegung, die schon vor dem Kriege in manchem die geistigen Grundlagen des heutigen Nationalsozialismus legte. Professor Wiedenfeld von der Universität Leip- zjq gibt bann eine Darstellung ber Weltmarktwirtschaft, bie er etwa Mitte ber 80er Jahre entstehen sieht unb bie sich burch ungemein fein ausgestaltete internationale Probuktionsteilung unb eine von ber Sokalwirtschaft losgelöste Preisbilbung auszeichnet. Dank bes Zusammenwirkens ber verschiebenartigsten Wirtschaftskräfte hat bie Bebürfnisbefriebigung einen Grab von Gleichmäßigkeit unb Mannigfaltigkeit erreicht, baß sich bie Weltmarktwirtschaft als Bebarfsbeckungswirtschaft im vollsten sachlichen Sinne ausweist unb mit ihrer gewaltigen Probuk- tionsvermehrung allen Dolksteilen Beschäftigung unb Ernährung sichert, so baß bie sozialen Verschiebungen langsam unb ohne krankhafte Zuckungen vor sich gehen konnten. Von biefer Höhe würbe bie Weltwirtschaft burch ben Krieg unb bie unsinnigen Friebensbiktate in ein beispielloses Chaos gestürzt, bas roeber in ber Bebarfsbeckung noch in ber Preis- ber Zerstreuung einbringlich vor Augen.I _________ genaue Kenntnis vom Seben unb Kampfs ber auslanbsbeutschen Volksgruppen kann uns Bin-' — Friebrich Vogt unb Max Koch: Ge -i düng ber lebenben Dichter statt, aber den Ehrgeiz, schichte ber Deutschen Siteratur von! bas lebte Wort zu sagen, zeigt Bartels nicht: er ben ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. 5. Auflage' zählt alles Wichtige auf unb mahnt: Seft selber! Der 1933/34 in brei Bänben, neubearbeitet von Dr. Willi Preis bes Buches ist erstaunlich gering. naturbebingten Funktionen aufeinanber abgestimmt finb. Die einzelnen Erscheinungen bes staatlichen ‘ Sehens: Volk, Wirtschaft, Gesellschaft, in ihrem organischen Jneinanbergreifen werden aufgezeigt. Die Schrift verbient gerabe jetzt, wo bie innere Wanb- schehens, finb in charakteristischen Bilbern unb Ausschnitten festgehalten. — Prof. D r. I. von U e x k ü l l: „Staats- b i o 1 o g i e (Anatomie, Physiologie, Pathologie des Staates)". Kart. 1,50 Mk. Hanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg 36. — (412) — Pros. Uexküll zeigt, daß eint Staat nur da gesund sein kann, wo er als Sebewesen aufgefaßt wird. Der Staat ist für ihn bie Einheit, bie aus der Verbindung des sichtbaren Menschen mit den greifbaren Dingen Ler Umwelt ensteht. Der Staat kann nur leben, wenn feine Gliederungen geordnet unb in ihren eigentlichen, Drama ber Barockzeit von Dr. Willi Koch. | spürt man bie mannhafte Freiheit ber eigenen Mei- — AbolfBartels, Einführung in bas nung wie das unwandelbare Verbundensein mit dem deutsche Schrifttum für deutsche Men- Volkstum. s ch e n. In 52 Briefen. 2. verbesserte Auflage 1933. | — D r. Peter Dörfler: V o n S i 11 e und Koehler & Amelang. 614 Seiten. Ganzleinen 4,80 Sprache, Stalling-Bücherei „Schriften an die ™ . /A1/.X «x- ry---s--------- Nation" Bd. 59 60. Verlag Gerhard Stalling, Olden- an Glied die Kette von Ursache und Wirkung zu-»Volkes in 1 2 sammenfügt. Sein Bericht ist ein Tatsachenroman,! Nur eine genaue um den russischen Hof und seine Umgebung: doch ' immer weiter ziehen sich die Kreise; Heer und Volk, Front und Etappe, die großen Städte und das Sand werden von dem Willen des Geschehens ergriffen, überflutet und unentrinnbar in den Strudel gezogen, der dem alten Zarenreich ein Ende bereitet. — Richard Bahr: „Volk jenseits der Grenzen." (Geschichte und Problematik der deutschen Minderheiten.) Preis Seinen 9,50 Mark. Ham- sind, sie lauten: Wer hat die deutsche Revolution finanziert unb haben bie Führer ber SPD. währenb | des Krieges Sanbesverrat getrieben? Der Verfasser führt, gestützt auf viele bisher nicht bekannte Belege, ben Nachweis für bas fremde Gelb, das währenb bes Krieges nach Deutschlanb geflossen ist, um gegen ben Krieg unb zuletzt für bie Revolution Stimmung zu • /, , .■ rr ... , ■ - - . . - machen; in diesem Zusammenhang lernt das deutsche zeit befaßen oll. Hier kann, was m dem vorliegen- $o(f. jene5 unterirdische Kanal'system kennen, burch den Abschlußbanb ber ganzen Anlage bes ©ejamt« i ba5 ba5 politisch zersetzende Gift nach Deutschlanb wertes nach nicht möglich war, ber tiefgreifenbe -leitet würbe: bie Organisationen, ihre Aufgabe unb Wanbel biefer Jahre von semen ersten Anfängen Leiter werben bekanntgegeben. Die bisher ge- bis zu feiner machtvollen Entfaltung ausführlich ge- leistete Arbeit läßt sich nur roürbigen, wenn man würbigt werben. So wirb bie Propyläen-Welt- ba& bie Heimatbehörben am 9. November 1918 geschichte als Ganzes ju einem Werk, das wie heute qqC5 Material gegen bie inneren Staatsfeinbe ver- kaum ein zweites auf Grunb neuester Forschungen - - ■ ■ - /--•• < unb an Hanb besten Anschauungsmaterials eine universalgeschichtliche Gesamtschau gibt, wie sie gerabe ber gebildete Saie sucht. natürfid) ^efd)riebene. Siteraturg?fd,id)te aus kritischen Juliwochen bes Jahres 1914 schreibt Brandenburg auf Grunb ber neuesten historischen Forschung. General Graf Max Montgelas gibt bie militärische unb politische Geschichte bes Weltkrieges. Das Nebeneinanber ber Kriegsschauplätze erschwert bie Darstellung. Trotzbem kann man sagen, baß sich aus ber Settüre ein recht klares Bilb ber Zusammenhänge gewinnen läßt. Erich B r a n b e n- b u r g fällt bann auch bie ungemein schwierige Aufgabe zu, auf knapp 70 Seiten zusammengebrängt das weltpolitische Chaos zu schilbern, bas bie Frie- DensWüffe jurMMtan«! 2Iber bie ßettüre; e •• etn)Q5 mie eine reinlich- Schei- gerabe biefes Abschnittes ist befonbers lehrreich, Da 1 • 1 ’ Theologische Schriften. — Wilhelm Mantel: D i e Deutsche evangelische Kirche. Das neue Reichskirchenrecht. Kart. 3,20, in Seinen geb. 4,20 Mark. Verlag von Emil Roth in Gießen. — (586) — Die Frage nach ber Neugestaltung ber evangelischen Kirche bewegt jetzt weite Kreise unseres Volkes. Diele evangelische Christen haben ben Wunsch, über bie derzeitige Sage ihrer Kirche unterrichtet zu werden. Diesem Wunsche kommt das vorliegende Buch entgegen. Der Verfasser gibt im ersten Teil ein klares unb übersichtliches Bilb von ben Bewegungen, bie zur Gründung einer Reichskirche geführt haben. Er legt dar, wie sich innerhalb der evangelischen Kirche nach der Uebernahme ber staatspolitischen Macht in Deutschlanb durch bie Regierung Adolf Hitlers ber Wunsch nach einer kirchlichen Reform regte, ein Wunsch, ber zu kirchlichen Neuwahlen unb zur Neugestaltung ber Verfassung ber Kirche geführt hat. Die weiteren Abschnitte erörtern Form unb Gliebe- rung ber Deutschen evangelischen Kirche, bas Verhältnis von Kirche unb Staat, die Aufgaben, die Organisation unb bie Funktionen ber Reichskirche, sowie bie Rechte unb Pflichten ber ©emeinbeglieber. Ein Schlußabschnitt verbreitet sich über bie Einführungsbestimmungen. Ein sachgemäßes Register erleichtert bie Beschäftigung mit ber interessanten unb zeitgemäßen Schrift, bie wir in bie Hänbe vieler evangelischer Christen wünschen. B. — Die nationalsozialistische Revolution als theologisches Problem. 1933 im Sichte von 1866. Von Erdmann Schott. 80 Pf. I. C. B. Mohr, Tübingen. —(541) — Die November-Revolution 1918 bildete kein theologisches Problem, wenigstens nicht für bie evangelische Theologie. Ganz anbers 1933: Da fanben gerabe in Kreisen ber evangelischen Christenheit bie politischen Vorgänge lebhaftesten Wiberhall. Nur zu begreiflich; benn 1933 bilbet ben erklärten Gegenstoß zu 1918. Die oorliegenbe Schrift verficht unter Berufung auf Bismarck unb Luther bie These, baß bie politische Gesinnung unb bie kirchliche Haltung gründlich zu unterscheiden sinb. Alle Versuche, aus politischen Grünben eine bestimmte kirchliche Parteinahme ober umgekehrt aus Glaubensgrünben eine bestimmte Politik, unb sei es auch nur Neutralität, zu forbern, finb um ber Wahrheit willen entschieden abzulehnen. Sie führen nur dazu, Politik unb Glauben gleicherweise zu verfälschen unb sie ihrer gottgewollten Aufgabe untreu zu machen. — Suther, ber beutsche Prophet. Von Geheimrat Prof. D. Dr. Arnolb E. Berger. Re- clams Universal-Bibliothek Nr. 7222. Geheftet 35 Pf., gebunben 75 Pf. — (536) — In biesem neuen Buch bes berühmten Suther-Forschers ersteht Luther in voller Größe, als Ueberroinber bes Mittelalters, als heldischer Gottesstreiter, als deutscher Prophet, der weit in die Zukunst weist. Ein eigenes Kapitel gilt dem Thema: „Luther und der deutsche Geist". Berger schreibt gleicherweise für den Gelehrten wie den i Ungelehrten, für ben Theologen, ben Stubenten und ben reiferen Schüler. Verschiedenes. — Deutsches Erntebankfest 1933. Mit einem Geleitwort bes Reichsbauernführers unb Reichsernährungsministers R. Walther D a r r ö. Herausgegeben von Helmut R o s e n f e l b , Schriftleiter am „Völkischen Beobachter". 64 Seiten, 82 große Kunstbruckbilber. 2 Mk. Akabemische Verlagsgesellschaft Athenaion m. b. H., Potsbam. —(407) — Das oorliegenbe Gebenkbuch vom Tage bes beut- fchen Bauern barf nicht nur als Erinnerung von bleibenbem Wert angesprochen werben, sonbern auch als Buch von kulturkunblicher unb geschichtlicher Be- beutung. In über 80 großen, vorzüglich reprobu- zierten Bilbern sinb bie wichtigsten Ereignisse bieses Tages festgehalten. Prachtvolle alte deutsche Volkstrachten, kernige Bauerntypen, das arbeitende Landvolk in seiner Festtracht, daneben der Führer unb die Regierung, die eindrucksvollen Massenaufmärsche auf dem Bückeberg und in den großen Städten, die Festzüge in Süd und Nord, die Feiern im Rheinland, in Bayern und in anderen deutschen Gauen, kurz ein lebensvolles Abbild des deutschen Bauerntums an feinem Ehrentag. In geschmackvoller Anordnung sind die Bilder zu einer eindrucksvollen Schau geordnet. Im Anschluß an den Bilderteil sind die bedeutungsvollen Reden des Reichskanzlers und der Minister Darre und Dr. G o e b- b eis wiedergegeben, den Anfang des Buches macht eine aufschlußreiche Würdigung der Bauernpolitik der Reichsregierung aus der Feder des Herausgebers. Den Wert Des Buches bezeugt das Geleitwort, das Reichsbauernführer und Ernährungsminister Walther Darr 6 schrieb. — Rene Kraus: Spione im Geldkrieg. Kartoniert 1,90 Mk., in Ganzleinen 3 Mk. Verlag Wilhelm Schaefer & Co. G. m. b. H., Leipzig, Jnsel- straße 22. — (130) — Aus den Archiven führender Jndustriefirmen, aus den Erinnerungen bedeutender Werkdetektive, aus den Akten sensationeller Prozesse, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfanden, steigen hier die Larven und Lemuren auf, deren Sendung der Diebstahl an Deutschland ist und deren Handwerk Bespitzelung unserer Wirtschaft. — Johannes Neumann: 21 n g ft und Krankheit vor dem Examen. XII, 112 Seiten. 1933. Preis 2,40 Mk. Verlag Bertelsmann, Gütersloh. — (344) — Unüberwindliche Examensangst, eine durchaus ernst zu nehmende seelische Erkrankung — durch psychotherapeutische Behandlung in kurzem heilbar. Der Gießener Psychotherapeuth Dr. Neumann gibt in gemeinverständlicher Form erfolgreiche Ratschläge für Examensflüchtlinge und solche, die aus Lebensangst sich nie einer Entscheidung zu stellen wagen. Das Ziel: Training auf Mut durch Abbau des versteckten persönlichen Geltungsbedürfnisses und Minderwertigkeitsgefühls. Es gilt, das falsche Jchstreben aufzudecken, zu erklären und den Kranken wieder einzuordnen dem großen Strom des Gebens unb Nehmens in ber Gemeinschaft. So kann jeder feinen eigenen Zustanb leicht nach ben gegebenen Beispielen unb Richtlinien kontrollieren unb wirb bei gutem Willen bauernbe Abstellung bes unüberwindlich scheinenben Bebels erreichen. Auch Nahestehenbe sollten in solchen Situationen nach Lektüre biefer aktuellen Schrift helfenb eingreifen. Eine tiefe Erkenntnis spricht aus Dr. Neumanns Ausführungen: „Die Not unseres Jnbioibualismus liegt sehr tief: Nämlich in ber Angst vor ber Gemeinschaft. Mangel an Gemeinschaft ist nichts als Mutlosigkeit. So stößt bie konkrete Frage: Wie werbe ich meine Angst los? vor in bie Not, bie ben Umbruch unserer Zeit bedingt: Wie finbe ich ben Weg zur Gemeinschaft?" SJ.Jpori Vorschlußrunde zur Kampsspiel- und Deutschen I Meisterschaft im Eishockey ausgetragen. Hierbei Wirtschaft be° 36, geringe 26 bis 29; Schafe: beste Schafe 23 bis 27; Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Leb- geiwcht 50 bis Oie Deutschen Winterkampfspiele. Eishockey-Sensation am Dienstag. * Starker Rückgang in d e r Zahl der vorübergehend abgemeldeten Kraftfahrzeuge Anfang 1 93 4. Bei den Zulassungsstellen waren am 3. Januar 1934 nach den Ermittlungen des Statistischen Reichsamtes vorübergehend abgemeldet 144 818 Krafträder, 125 835 Personenkraftwagen und 27 858 Lastkraftwagen. Gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren damit vorläufig aus dem Verkehr gezogen 23 v. H. weniger Krafträder, 20 o. H. weniger Personen- und 6 v.H. weniger Lastkraftwagen. Die günstige Entwicklung hat sich also nicht aus die Personenkraftfahrzeuge beschränkt, die durch die i. V. eingeführte Steuerfreiheit für neue Fahrzeuge und durch die Möglichkeit der Steuerablösung für Altfahrzeuge gegenüber den Lastkraftwagen besonders begünstigt wurden Die tatsächliche Entwicklung ist noch günstiger als die Zahlen der vorübergehenden Abmeldungen erkennen lassen, da sich durch die außerordentliche Steigerung der Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen der vorhandene Kraftfahrzeugbestand erheblich vergrößert hat und deshalb der diesjährige Anteil der vorübergehenden Stillegungen gegenüber den Vorjahren wesentlich stärker als die Zahl der Abmeldungen zurückgegangen sein muß. aufwiesen. Montanwerke waren etwas gedrückt, Buderus und Mannesman um je 0,65 v. H., Rheinstahl und Otaoi Minen bis 0,25 v. H. Dagegen waren Farbenindustrie etwas gesucht und 0,75 v. H. gebessert. Auch Siemens zogen in Erwartung der Bilanzsitzung 1 v. H. an. Weiter ist noch eine Erhöhung von Zellstoff Waldhof um 1,13 v. H. und von Daimler um 0,65 v. H. bemerkenswert. Schifffahrtswerte lagen gut behauptet, ebenso Reichsbankanteile. Trotz der nicht ganz einheitlichen Kursgestaltung stand die Stimmung sichtlich unter dem Eindruck der außenpolitischen Entspannung. Auch die zunehmende Verständigung bei den Transferbesprechungen wurde lebhaft besprochen. Das Hauptinteresse allerdings beansprucht die heutige Reichstagssitzung. Der Rentenmarkt zeigte fast durchweg freundliches Aussehen und teilweise etwas regere Umsätze. Reichsanleihen etwas befestigt, Altbesitz um 0,40 d. H., Neubesitz um 10 Pf. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen behauptet. Von Industrie-Obligationen waren Stahlverein 0,13 v. H. und Reichs- bahn-VA. 0,40 v. H. höher. Dollar-Bonds mit beschlossenem Umtausch im allgemeinen ebenfalls etwas fester, nur 6 v.H. Preußen (58,25 bis 58,75) standen unter dem negativen Eindruck eines Pressedementis der Umtauschgerüchte. Im Verlaufe blieb die Stimmung durchaus zuversichtlich, und es traten meist weitere Kursbesserungen um etwa 0,25 bis 0,75 v. H. ein, das Geschäft erfuhr allerdings kaum eine Belebung. Etwas stärker befestigt waren u. a. Schuckert (+2 o. H.), Betula (+ 1,25 v. H.), Gesfürel (4- 1,13 v. H ), Bemberg (4-1,40 v.H.), Junghans (4- 1,50 v. H.) und Aschaffenburger Zellstoff (+1,50 v. H.). Niedriger lagen Südd. Zucker (—1 v. H.). Am Rentenmarkt blieb das Geschäft ebenfalls klein und die Kurse waren kaum verändert. Neubesitz unterlagen kleinen Schwankungen, 19 bis Gießener Jugendgericht. Ein Jugendlicher von hier, der Eigentümer eines Motorrads war, änderte das auf dem Typenschild eingestanzte Baujahr 1925 in 1928 ab, um auf diese Weise von dem Käufer der Maschine einen höheren Kaufpreis verlangen zu können. Der Käufer wurde dadurch um 60 Mark geschädigt. Er kaufte nämlich das Motorrad, das in Wirklichkeit nur 120 Mark wert war, für 180 Mark. Das Gericht erkannte unter Zubilligung mildernder Umstände auf eine Gefängnis st rafe von drei Wochen. Wegen Vergehens gegen das Kraftfahrgesetz — der Angeklagte hatte keinen Führerschein — wurde er außerdem noch einmal zu 25 Mark Geldstrafe verurteilt. gab es eine große Überraschung, denn der 15malige Deutsche Meister und dreimalige Kampfspielsieger, Am fünften Tage der Deutschen Winterkampfspiele im Harz wurde im Eisstadion zu Schierke die Pfund Lebgewicht, 49 bis 53, vollfleischige 160 bis 200 Pfund Leb gewicht 48 bis 52, Sauen 42 bis 47. Marktoerlauf: Großvieh mittelmäßig, geräumt. Kälber lebhaft geräumt. Schweine mittelmäßig, kleiner Ueberstand. frankfurter Börse. Nlittagsbörse zuversichllich. Frankfurt a. M., 30. Jan. Das Geschäft an den Effektenmärkten konnte sich auch im amtlichen Verkehr nicht wesentlich beleben, was wohl vor gllem auf die technische Situation der Märkte zurückzuführen ist. Die Kulisse hat zum Monatsschluß fast restlos glattgestellt, und von dieser Seite dürfte wohl neue Anregung erst im Februar zu erwarten sein. Dementsprecheno waren verhältnismäßig wenig Werte zunächst angeschrieben, die geringe Kursdifferenzen von bis 0,75 v.H. nach beiden Seiten 19,15 bis 19,05, Altbesitz unverändert 96,50 v. H. . Reichsmark-Anleihen lagen teilweise etwas fester und lebhafter. Der Pfandbriefmarkt hatte vor dem Ultimo nur kleines Geschäft bei ziemlich unver- । änderten Kursen. Liquidationspfandbriefe bröckelten zumeist etwas ab. Auch Stadt-, Staats- und Länderanleihen waren nur wenig verändert, von letzteren jedoch Hessen von 1928 1 v. H., von 1929 0,50 v. H. fester. Am Auslandsrentenmarkt blieben Türken behauptet, Rumänen, Ungarn und Schweizer Bundesbahnen bröckelten etwas ab. — Tagesgeld unverändert 3,50 v. H. Abendbörse: freundlich. Der offizielle Verkehr an der Abendbörse kam erst gegen 18 Uhr in Gang, da die Börsenbesucher der Rede des Kanzlers folgten. Die Stimmung war weiterhin zuversichtlich, die Ausführungen des Reichskanzlers machten einen sehr guten Eindruck. Gegenüber dem Berliner Schluß ergaben sich fast überwiegend Erhöhungen um durchschnittlich 0,25 bis 0,75 v. H. Lebhaft waren Farbenindustrie, die zunächst knapp behauptet einsetzten, dann aber 0,75 v. H. anzogen. Ferner gewannen Phönix 1 v. H., Gesfürel 0,90 v. H., Bekula 0,40 v. H., Daimler 0,25 v. H. usw. Auch am Rentenmarkt war die Umsatztätigkeit in deutschen Anleihen relativ lebhaft. Altbesitz und Neubesitz gewannen bis 0,13 v. Sy, späte Reichsschuldbuchforderungen 0,25 v. Sy Bon Industrie- Obligationen konnten sich Stahlverein-Bonds um 0,25 v. H. und Reichsbahn-Vorzugsaktien um 0,13 u. Sy erhöhen. Reichsmark-Anleihen lagen ruhig. Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich und das Geschäft in einzelnen Spezialpapieren lebhaft. Renten lagen etwas ruhiger. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 19,10, Altbesitzanleihe 96,50, 6proz. Stahlverein-Bonds 72,40, Schutzgebietsanleihe von 1913 9,90, 6/7proz. Stadt Frankfurt von 1926 84,50, Reichsbank 164,50, Gelsenkirchen 58,75, Harpener 87,50, Mannesmann 59, Phönix 46,25 bis 46,50, Rheinstahl 88,13, Bekula 123,75, Bemberg 45,25, Conti Gummi 153, Daimler 41,25 bis 41,40, Licht & Kraft 99,75, IG. Farben 126 bis 126,75, Gesfürel 91, Holzmann 68,50, Metallgefellschaft 69,75, Rhein. Elektro Mannheim 93,50, Schuckert 102,50, Reichsbahn-Vorzugsaktien 112,13, Nord. Lloyd 29,75. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 30. Jan. Austrieb: 35 Ochsen, 6 Bullen, 5560 Kühe oder Färsen, 348 Kälber, 718 Schweine. Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen: 25 bis 28, 20 bis 24. Bullen: 20 bis 25. Kühe: 24 bis 28, 19 bis 23, 10 bis 18. Färsen: 22 bis 32. Kälber: 30 dis 35, 20 bis 29, 18 bis 20. Schafe nicht notiert. Schweine 48 bis 52, 46 bis 52, 46 bis 51. Marktoerlauf: Rinder mäßig belebt, langsam geräumt. Kälber mäßig belebt, geräumt. Schweine mäßig belebt, Ueberstand. Mannheimer Biehmarkt. Mannheim, 30.Jan. Auftrieb: 138 Ochsen, 111 Bullen, 330 Kühe, 262 Färsen, 631 Kälber, 24 Schafe, 1835 Schweine und 4 Ziegen. Es notierten: Ochsen: vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwerts jüngere 30 bis 31, ältere 22 bis 24, sonstige vollfleischige 25 bis 29, fleischige 22 bis 24; Bullen: jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 27 bis 30 sonstige vollfleischige ober ausgemästete 24 bis 27, fleischige 22 bis 24; Kühe: jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 25 bis 28, sonstige fleischige ober ausgemästete 21 bis 25, fleischige 16 bis 20, gering genährte 10 bis 15; Färsen: vollfleischige, äusge- mästete höchsten Schlachtwerts 30 bis 32, vollfleischige 26 bis 29, fleischige 23 bis 25; Kälber: beste Mast- unb Saugkälber 41 bis 44, wittere Mast- und Saugkälber 37 bis 40, geringere Saugkälber 30 bis tracht ber Platzverhältnisse sehr fair. Die beiden Elfmeter waren mehr Verfehlungen, heroorgerufen durch den schlechten Boden, absichtliches unfaires Spiel war es nicht. Auch die beiden Elfmeter in der Zweiten Spielhälfte (auf jeder Seite einer) waren aus diesen Motiven erwachsen. Nach kurzer Rast begann man von neuem Der Platz glich einem Schlammbad. Der Kampf wogte auf und ab. Der Rechtsaußen Schack (1900) brächte einen 4. Treffer an. Den erwähnten Elfmeter verwandelte Koch, Berliner Schlittschuhklub, wurde von der jungen (1900) zum fünften und Wilhelmi schoß das 6. Tor.j Mannschaft von Brandenburg Berlin nach Den anschließenden Gegenelfmeter hielt Letsch inv 1900er Tor. Jetzt artete das Spiel etwas aus. Mattern und Michel (VfB.) mußten nacheinander das Feld oerlaffen. Mit einer ganz großen Chance für die Blauweißen endete das interessante Treffen. VfB. hatte Schwächen im Sturm und in der Verteidigung. Die Zusammenarbeit war zu ungenau. Der Schiedsrichter Scharf (Wetzlar) machte manches falsch Man muß ihm jedoch zugute halten, daß er sich selbst in diesem Gelände nur sehr schwer wegen konnte. Führung zu gehen. Dann aber war es mit ihrem Kampfgeist vorbei. Krofdorf beherrschte nun das Feld und erzielte vor Halbzeit den Gleichstand. Nach Wiederanftoß hat Hausen nicht mehr viel zu bestellen und Krofdorf kann durch weitere 4 Tore den Sieg sicherstellen. ©aahportfeff in Frankfurt. Wanderlust schlägt Oberrad im Radball nut knapp. Am Samstagabend veranstaltete im Frankfurter Palmengarten der Bezirk III des Gaues Südweft im Deutschen Radfahrer-Verband ein Saalsportfest. Den zahlreich erschienenen Zuschauern wurde ein Ueberblick über alle Arten des Saalsportes geboten. Den Höhepunkt bildeten die Radballspiele, die viel Anklang fanden. Sie wurden nach Vorführungen im Dreier- und Vierer-Kunstreigen in Angriff genommen. Das meiste Interesse fand natürlich die Begegnung zwischen dem Weltmeisterpaar von Wanderlust-Germania, Schreiber-Blersch und dem RC. Oberrad. Es wurde den Weltmeistern nicht leicht, schließlich einen knappen Sieg zu landen. Nach mehrfachem Gleichstände endete der interessante Kampf schließlich mit 5:4 zugunsten der Weltmeister, nachdem sie bei der Pause noch mit 4:2 geführt hatten. Ä0M Berliner Reit-Turnier. Höhepunkt der Veranstaltung am Montagabend war das Glücks-Jagdspringen, das den deutschen Farben wieder einen neuen Sieg brachte. Axel H o l st vermochte mit 87,8 Sekunden auf Stall Georgens Ahnherr die beste Zeit zu erreichen und die besten ausländischen Vertreter zu schlagen. Am Dienstagnachmittag stand das Ausländer- Jagdspringen zur Entscheidung an. Die 31 Pferde hatten schwerste Hindernisse, zum Teil doppelte und dreifache Sprünge und als Schlußfprung ein Koppelrick mit drei dicht beieinander stehenden Gattern zu bewältigen, Aufgaben, denen nur die wenigsten der Teilnehmer gewachsen waren. Die beste Zeit erzielte mit einem fehlerlosen Ritt der Schweizer Schwarzenbach auf Schwabenfohn mit 64,8 Sekunden. 53, vollfleischige 240 bis 300 Pfund Lebgewicht 50 bis 53, vollfleischige 200 bis 240 verlängerter Spielzeit mit 1:0 aus dem Rennen geworfen. De: entscheidende Treffer fiel vier Minuten vor Schluß der zweiten Verlängerung durch George- Im zweiten Treffen der Vorschlußrunde siegte der SC. Rießersee nach hartem Kampfe mit 2:0 (0:0, 0:0, 2:0) über den CSV. Füssen. Strobl und Bethmann-Hollweg schossen im letzten Spieldrittel die beiden Treffer. Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft und den Kampfspielsieg treffen sich nun „Brandenburg" Berlin und der SC. Rießersee, während der Titelverteidiger Berliner Schlittschuhklub nur noch die Chance hat, gegen den CSV. Füssen &en dritten Platz zu erobern. Sie Eisschützen des Gießener Cisvereins bei den Deutschen Winterkampfspielen in Braunlage. Als Vertreter des südwestdeutschen Eislauf- und Rollschuhverbandes nimmt die erste Moarschaft des Gießener Eisvereins an den deutschen Meisterschaften bei den Winterkampfspielen in Braunlage teil. Sie wird voraussichtlich in der Aufstellung Mül - ler-Leutert, Klar!, Pfeffer, Mohr den Wettkampf bestreiten. Schonebohm ist leider infolge einer Verletzung nicht in der Lage, mitzufahren. Pfeffer, der für ihn einspringt, ist allerdings auch sehr gut, so daß die Mannschaft, da sie in letzter Zeit eifrig • übte, jedenfalls die Gießener Farben ehrenvoll vertreten wird. Die Wettkämpfe finden am Samstag und Sonntag statt. Die Eisschützen fahren schon am Donnerstag nach Braunlage, um sich am Freitag mit den dortigen Bahnverhältnissen vertraut zu machen. Kurze Gportnotizen. Der Schwimm-Länderkampf Deutschland — Frankreich findet am 24. Juni in Plauen statt. Schauplatz des Wasserballkampfes Deutschland — Holland ist am 1. Juli das Düsseldorfer Rheinstadion. Die Europameisterschaften im Eisschnelläufen finden am Wochenende in Hamar (Norwegen) statt. * 16 Nationen, darunter auch Deutschland, haben für die FIS=fRennen in St. Moritz vom 15. bis 20. Februar gemeldet. * Der Reichssportführer hat einen Eishockey-Lehrgang angeordnet, an dem solche Nachwuchsspieler teilnehmen, die sich bei den Deutschen Winterkampfspielen ausgezeichnet haben. Unter den Eingeladenen befinden sich aus Südweftdeutschland auch die beiden Frankfurter Bäumer und P. Moser. Europameister Hornfischer (Nürnberg) besiegte in Malmö den schwedischen Schwergewichtsringer N. Nielsson in 1:30 Minuten. Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim I — Steinbach I 7:2. Am Sonntag konnte der Spv. 1920 Heuchelheim einen weiteren Verbandsspielsieg an seine Fahne heften, mit 7:2 Toren blieb Steinbach auf der Strecke Eine weit höhere Niederlage verhinderte der gute Tormann der Steinbacher. Gleich zu Beginn ging Heuchelheim mit zwei Toren in Führung. Trotz überlegenem Spiel gelang den Gastgebern bis zur Halbzeit kein weiteres Tor. dagegen konnte Steinbach ein Tor aufholen und nach Beginn der zweiten Halbzeit gleichziehen. Diese beiden Tore fielen durch Unentschlossenheit der Heuchelheimer Verteidigung. Von da an klappte es im Sturm der Heuchelheimer besser und mit fünf weiteren Toren war das Schicksal der-Steinbacher besiegelt. Die zweite Mannschaft schlug mit wenig Mühe in unvollständiger Aufstellung die gleiche Steinbachs mit 6:2 Toren. — Die erste Jugend brachte aus Lollar einen schönen 6:1-Sieg mit nach Hause. BfB. Krofdorf. VfB. Krofdorf I — hausen I 7:3. Zu diesem Spiel erschien Hausen mit einer stark veränderten Mannschaft, die viel Kampfgeist mitbrachte. Hausen spielte zunächst mit dem Wind, konnte das Spiel etwas überlegen gestalten und ging auch bald in Führung, Krofdorf erzielte wenig später den Ausgleich, dem bald darauf auch das Führungstor folgte. Haufen wurde dann wieder lebendiger, glich ebenfalls aus, ja, es gelang den Gästen, ihrerseits in Turner und Sportler sollen helfen. Aufruf des Reichsfporlführers. Zum Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution hat Reichssportführer von Tschammer und O st e n an alle Turn- und Sportkameraden und Kameradinnen einen Aufruf erlassen. Der Reichssportführer wies auf die in einem Jahre auf dem Gebiete der Leibesübungen geleistete Arbeit hin und forderte die Verbände und Vereine auf, sich für den Rest des Winters restlos in den Dienst des Winterhilfswerkes zu stellen. Bei allen sportlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen soll durch Vereinsmitglieder für die Winterhilfe gesammelt werden. Die Vereine haben sich zu diesem Zweck sofort mit den örtlichen Stellen des Winterhilfswerkes in Verbindung zu fetzen. (Spielüereinigung i900 Gießen 1900 II — VfB. II 6:2 (3:2). Das „Lokalderby" der Reserven war schon recht gut besucht. Es fand aber auf grundlosem Boden statt, der sich im Verlaufe des Spieles immer mehr verschlechterte und an die Spieler größte Anforderungen stellte. Beiderseits begann man mit neun Spielern und es dauerte schon geraume Zeit, bis man sich komplettierte. An ein syftemvolles Zusammenspiel war natürlich bei dieser Bodenbeschaffenheit nicht zu denken. Jeder versuchte sich des Balles schnell zu entledigen und mit möglichst weitem Schlag aus der Gefahrenzone zu bringen. 1900 hatte die größere Routine und den größeren Eifer. Der Sieg war verdient, selbst in dieser Höhe. 1900 hatte die besten Leute 'n dem alten Verteidiger Karl Schneider, in dem unermüdlichen Mittelläufer Schmitz und in den Stürmern Wilhelmi und Koch, die ausgezeichnet zusammenspielten und auch die meisten Treffer markierten. Schon bald nach Spielbeginn brachte Wilhelmi 1900 nach feiner Ein- zelleiftung in Führung. Durch Elfmeter glichen die Leute vom Waldsportplatz aus. Koch und Wilhelmi erhöhten aber auf 3:1, erst dann verkürzte der VfB. abermals durch Elfmeter auf 3:2. Damit ging man in die Pause. Bis dahin war das Treffen in Anbe- Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzi veichlvssenen Dividende an. - Relchsbankdiskonl 4 o Sy Lombardzlnsfuß 5 d. Sy vranriu )J l Berlin Schluß« fürs Schluß!. Abend- börfe Schluß« für» Schluß! Ulittflq. börse Datum 29-1 30-1 29.1 30-1. 6% Deutsche 'Jieichdnnleihe v 1927 94 94,13 93,75 93,75 6% ebeni.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 100,3 100,3 100,3 100,3 7)oung.'2üileihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablol.-Schuld mit 96 95,75 95,65 95,65 Auslos.-Rechten 96,13 96,5 96,13 96.4 Desgl ohne Ausloi.-Rechte 6% ebcm.8% Heft. Bolksstaat 1929 18,9 19,1 18,95 19 (tüdjablb 102%) 6% Hell Landesbank Darmstadl 95 95,5 95,5 95,65 Gold R. 12 6/2% Heil Landes-Hypotheken. 92,5 92,5 92,5 — baut Dormfladi Llaul Oberheilen Provinz-Anleihe mit 92,4 91,9 — — Au-Nos.-Rechten Deutsche Komm Cammelabl An- 93 93 — - leihe Serie 1 mit Ausloj.-Rechten 6% ehem 8% »Franks Hyp.-Bank 95 95,13 95,25 95,25 Goldvle 15 unkündbar bis 1935 6% ehem 7% Franks Hyp.-Bank 93 93 — — Olvldpfe 16 unkündbar die 1936 5/i% ehem 4Vi% Franks Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbrieso 5K% ehern Rheinische 93 93 — - 92 91,65 — — Hyp.-Bank-Ltau.-Goldpfe «% ehem. 8% Pr Landespfand- 92,75 92,4 — — bnefanftalt, Pfandbriefe R 19 6% ehern. 7% Pr Landespfand- 94 94 94 94 briefanslalt, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 Hteuergursch Verrechnungskurs 97 97 97 97 <% Oeilerrelchyche tSoldcenre. _ 20 20,5 20,5 4,20% Oesterreichische Silberrente — 0,90 0,90 0.90 4% Ungarische Goldrente ... 6,35 6,2 6,2 6,1 4% Ungarische Staatsrenle v. 1910 5,5 5,7 5,5 5,7 4/i% desgl. von 1913 5,6 5,65 5,6 7,1 5,6 7,3 6% abgest Goldmexikaner von 99 7 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-ArUeihe 6 6 5,8 6 ■Sexte 1..................... — — 6,05 Sranffurt a. M Berlin Schluß» fürs Schlußi. Abend- böric Schluß» fürs Schluß!. Mittag» Vörie Datum 29-1 30-1 29.1- 30.1- 4% desgl. Serie 11 .. . 6,25 6 _ 6 5% Rumän. vereint;. Rente v. 1903 4,25 4,13 4/2%Riiman.vereint).Renten.1913 6,95 6,8 6,8 6,85 4% Rumänische vereint). Rente .. 3,65 3,6 3,55 3,65 2V4% SInatoher 27.5 27,75 27.65 28,25 Hamburg-AmeNka-Pakei .. O 27,4 27,65 27,5 27.75 Hamburg-Südam. Dampfschiff o 23,25 23,9 Hansa-Dampfschiff ... o —— __ 'Norddeutscher Lloyd ...... o '21.®. für Verkehrswesen Akt. .. O 29 64,5 29,75 64,75 28,9 64 29,75 Berliner Handelsgesellschaft . 4 88,75 89 89 89 Commerz, und Privat-Bank . O 50,25 49,5 50 49,5 Deutsche Bank und Diseonto- Gesellschaft............ o Dresdner Bank............. o Reichsbank ....... z» 57 60 58,5 60,5 57 60 58,5 60,5 164 164,5 163,25 165,25 A.E.®................ 0 Bekula............... o öleftt. Lieferungsgesellschaft... 6 Lich> und Kraft 6 (feiten & Guilleaume o Z^Ll-Elektr.Uniernehmung. ü Rheinische Elektrizität . 5 schuckert «Co. 5 Siemens L Halske..... Lahmeyer L Co............’’10 28 28,13 28 28,13 121,75 93,25 98,4 56,5 89,9 101,25 143 123,75 93 99,75 58 91 93,5 102,5 145 121,75 92,75 98,13 56,9 89,75 93,75 101,5 142,75 123,4 93 100 58,13 90,9 94 102,5 144 109,75 112 111 111 Buben»» ...... o Deutsche Erdöl .......V.V.V* 4 Gelsenkirchener.......... ' 0 74 102,13 57,75 74 103 58,75 74,5 102,25 57,65 75 102,5 58,13 Voesch Eisen—Köin.Neue'ssen .. 0 3lse Bergbau ......... 6 Me Bergbau Genüsse........ g Klöcknerwerke ............