j11 leichke Kinder yr ünembelleit N auch t Würdig, iß t faul, fnj Joman eh. Berlin. typ ; einzige L 2 vom Aae Oflar widjfc' Töen begriF' jenb zur fr i ist auch l die Figur! mb wie fc leben hick Deutschd ^zehnten L der „EL fschristen verstäM wird eiir iber Mer echt unb i ewige Smä her Sn W Dgmvdeüe, . Modell nit KM (51,20 N Verlag A en Lustspk: nanns N neuen Ä .odck berat leit Die R lchasten. De 'etriebes eir jufen ffiger1 > Dermenbtli aach Wunsch ^Sd)lepP‘ iotM das ,nbuW lUSgtMl' >achs W (462). - Lebens m prächtige Böer uiß >1", einer i ter belcr rchen. >r auch Di- schwarzer beaterfl^/ n 6p* >ach bet? Karl W Mhr, seinen "1 1 habet F dlart kftlkto^ ei I II. i K ,628 Ä Z 1,04 ,3 i* 1 ,691 2-1 t 3, ,375 ,5i Nr. 280 Erstes Blatt M. Jahrgang Zreitag, 50. November 1934 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen V * e »nnahme oon Anz°.ge« ®Ä:3-Ä fZk* A44 f| A4▲ A4 4| bi-8-/luhr'd°Hg- Hermal im Bild Die Scholle B HBB B £ W B T M HU B B iB HB B ■ Z fl vl M HU Wv Grundpreise für mm höhe Monats-Bezugspreis: DH B| wK B HSBk Hz B B fflLz B B B B H z B B B B für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 BV ■ fl Bk B ■Bk B B Bk B < B B B Bk B ■ B Br B Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 M B^^^ ■ B H H Al/H B B ■ BL, B B B BL. B anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr .. „ ■ B W B ■ B ■ ■ Ä' 60Rpf.,Platzvorschrist oder Auch bei Nichterscheinen ■ B W V ~ ” ^B B schwieriger Satz 25°/0 mehr ?n7olgen3w.rer” V «rma6igte «runbpuife: General-Anzeiger für Oberhesfen Z^W Staitnur. am main 11636 Druck und Verlag: vrllhl'sche Univerfiläts-Vuch- und Steindruckerei R.Lange in Eiehen. Schrifileitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 1 M-ng^abschl'MStaff^l'ö Der Kampf um die Macht in Aegypten. Don unserem X.-Derichterstaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Kairo, November 1934. Der Rücktritt des ägyptischen Kabinetts Abdel ^attach Iachja Pascha war nur der Abschluß öner Phase in dem Kampf um die Macht, der sich ^.eute in Aegypten abspielt. Es sind drei Kräfte, die ich messen und die Siegespalme streitig machen »ollen: England, König Fuad und das ägyptische Volk. 1930 war die politische Situation Aegyptens so, lnß die große nationale ägyptische Partei, der ,W a f b", von dem man ohne Uebertreibung sagen linn, daß er damals ebenso wie heute, das Volk ^präsentiert, auf dem besten Wege war, sich den bauptteil der Macht in Aegypten anzueignen. Im btzten Augenblick aber ging das Spiel, dessen tmupttrumpf der Abschluß eines Ver- Itr a g e s mit England über die Gestaltung des ^künftigen englisch-ägyptischen Verhältnisses war, i»e r l o r e n. Die bestehende Verfassung wurde vom Änig durch eine andere ersetzt, die ihm die Macht jiirückgab und den Wafd praktisch von der legierung des Landes ausschloß. König Fuad hatte zu diesem Schritt die B i l - I gung der Engländer, denen es offenbar ■i gefährlich schien, mit einer starken nationalen Optischen Partei zusammenzugehen, von der man locht wußte, ob sie nicht eines Tages dem Ver- loagspartner England Schwierigkeiten bereiten linnte. Die Anfänge eines Nationalgefühls bei den c> abifchen Völkern, die zu England' in einem Ab- liüngigkeitsverhältnis stehen, war für London imehin schon unangenehm genug, und es wollte linesfalls riskieren,, mit einer solchen nationalen Swroegung in offenen Zwiespalt zu geraten. Durch Zwischenschaltung einer neuen vom König er- ! llssenen Verfassung war man der unschönen Tat- siche aus dem Wege gegangen, deutlich als Autor Hes politischen Dramas dazustehen. Die neue Kon- flüution bedeutete praktisch ein diktatorisches N« g i m e. Die Mitglieder des Parlaments waren eigentlich nur dem Namen nach gewählt, der Wafd finite im Parlament völlig. Es ist offenbar, daß der damalige britische Qber- !l' nmissar, Sir Percy Lorraine, gehofft hat, ! ass diese Weise eine politische Stabilität ii Aegypten zu erreichen und so auch im Verhältnis ! zwischen England und Aegypten das endlich not- n-ndige Beharrungsmoment hineinzubringen. Die- ' fr Versuch muß als gescheitert angesehen wer- bn. Schon im Sommer 1933, als der vom damali- gn Oberkommissar mit dieser Aufgabe betraute 2 iinifterpräfibent Sidki Pascha wegen Krankheit gnrüdtreten mußte, und der König den angesehenen ri.b einflußreichen, aber nicht besonders energischen bei Fattach Iachja Pascha in die Regierung berief, konnte der Mißerfolg nicht mehr ver- hrgen bleiben. Es wurde deutlich, daß mit diesem stibinettswechsel eine Periode des Schwan- k ns und Suchens begann, die nur ein । Übergang fein konnte und keinerlei Zeichen einer eidgültigen Regelung an sich trug. Es war das Loqnal für alle drei Kräfte, die hier um die Sieges- pUrne streiten, ihre Anstrengungen zu verdoppeln U'5b aus diesem Interregnum das Beste für sich hcmuszubolen. Zunächst blieb der König kraft feiner über« Menden Persönlichkeit Sieger. Das Kabinett war pim ihm allein abhängig, und die Politik wurde iniber Tat von i h m gemacht. Der Wafb war von di- Regierung ausgeschlossen, unb feine politische Htigfeit konnte nur darin bestehen, jedem Versuch tcgenüber unversönlich zu bleiben, der ihn in ir- icnbeiner Form an bie Verantwortung heran- irnngen sollte. Er mußte ausschließlich sein, um Meicht einmal Früchte ernten zu können. Tnglanb seinerseits schickte einen neuen Oberkom- n sar nach Kairo, um auch äußerlich barzutun, baß (IT» neue Politik gegenüber Aegypten für ange- ;ept gehalten wurde. Wäre der König nicht eine so ^rke Persönlichkeit, sondern völlig in der Hand der J rgfänöer, dann hätte die Entwicklung leicht und ikDungslos in der von England gewünschten Rich- brig fortschreiten können: das aber war nichtder i! l l. So kam es, daß England, das inzwischen ro i dem auf Urlaub gegangenen neuen Oberkom- ni^ar Sir Mikes Lampson eingehend über die hlmchliche Lage in Aegypten unterrichtet worden nrr und den Leiter der ägyptischen Abteilung des llc-eian Office als stellvertretenden Oberkommissar ia.1) Kairo entsandt hatte, die erste Gelegenheit er- 0f, um die starke Stellung des Königs vor den üig e n e n Wagen zu spannen. Die angegriffene K'Kindheit des Königs gab diese Gelegenheit. Man Stierte von ihm die Benennung eines Regent- |di a f t s r a t 5 , der bereits bei Lebzeiten des Kö- ii;s an dessen Stelle treten sollte, wenn die Aerzte öi- körperliche Unvermögen des Königs, die Re- ?i-ungsgeschäfte auszuüben, feststellen sollten. Der fertig bestellte sich aber — die Benennung der tarnen des in Aussicht genommenen Regentfchafts- Uüs wgr selbstverständlich a b g e l e h n t worden i n e n Arzt aus Deutschland, Professor ror Bergmann, der in zwei Bulletins deutlich zum SLiobrucf brachte, daß der König zwar schwach |i und einzelne Organe angegriffen wären, daß äcr von einer schweren Erkrankung, le eine Ausübung der Negierungsgeschäfte nicht zlsße, keine Rede fein könne. Die Frage des ^t:zentschaftsrats, die hier eifrig debattiert wurde, ti damit wieder in den Hintergrund getreten. 25ie Engländer forderten dann die Ablösung SlbT a s ch e Paschas, des Verwalters der könig- Ihin Güter, den sie gewissermaßen als bösen Geist frs Königs ansehen; mindestens aber forderten sie Die Rückkehr -es Saarlandes eine" schreienden Unrechts. iedergutmachung Vernichtendes Urteil eines englischen Historikers über die Fälschung von Versailles. Breslau, 30. Nov. (DNB.) In der Breslauer Universität hielt der englische Geschichtswissenschaftler Sir Raymond B e a z l e y, Professor an der Universität Birmingham und korrespondierendes Mitglied vieler wissenschaftlichen Gesellschaften, einen Vortrag über die Saarfrage. Die Saarfrage sei, so führte er aus, eine der größten Fragen der heutigen Welt, von deren Lösung die Erhaltung des Friedens und das Schicksal Europas abhänge. Geschichte, politische und wirtschaftliche Beziehungen, Kultur und nicht zuletzt innerliche Gefühle des Volkes verbänden das Saarland mit Deutschland. Dieses klare Gefühl der Zusammengehörigkeit könne nur in einem tausendfachen „I a" für die Rückkehr des Saargebietes in das deutsche Vaterland zum Ausdruck kommen. Die Tatsache des rein deutschen Charakters des Saargebietes sei von den Urhebern des Versailler Vertrages völlig unbeachtet gelassen worden. Beazley ging in diesem Zusammenhang auf die fragwürdigen Methoden ein, nach denen die Entscheidung von 1919 über das Saargebiet herbei- geführt wurde. Er widerlegte besonders die Behauptung Clömenceaus von den angeblichen „15 0 0 0 0 Saarfranzose n". Tatsächlich seien am Ende des Krieges nur 10 0 Franzosen an der Saar gewesen. Bei der letzten Volkszählung vor dem Kriege 1910 hätten sich nur 342 Personen als französisch- sprechend eingetragen, während 568 000, also über 99 v. H. der Bevölkerung, Deutsch als ihre Muttersprache angegeben hätten. Im Jahre 1919 fei leider niemand der ungeheuren politischen Fälschung entgegengetreten, da Deutschland bei den Friedensverhandlungen nicht vertreten gewesen fei. Von den anderen habe niemand dieser Fälschung entgegentreten wollen oder mangels ausreichender Kenntnis entgegentreten können. Mit derselben Be- rechtiaung wie an der Saar hätte man auch in Darmstadt oder in Dresden eine Volksabstimmung durchführen können. Die französische Verwaltung der Saargruben habe sich als wenig erfolgreich erwiesen, lieber das Ergebnis der Abstimmung habe er keinen Zweifel. Im übrigen feien auch in Frankreich Stimmen laut geworden, die anerkennten, daß die Saar nach Rasse, Kultur und Tradition deutsch fei und daß es ein Verbrechen sein würde, sie zu einer neuen Irr ebenta zu machen. Kein Friede sei — nach einem Wort Napoleons III. — möglich außer in den befriedigten Wünschen der Nationen. Die Rede wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen und von dem Lektor für Englisch an der Universität Breslau ins Deutsche übersetzt. Am Freitag gibt die Stadt Breslau dem englischen Historiker einen offiziellen Empfang. Man drückt sich. Wo bleibt der angekündigte Prozeß gegen die Führer der Deutschen Front? Saarbrücken, 29. Nov. (DNB.) Die Regie- rungskommission hatte in ihrer der Saarpresse erteilten Auflagenachricht vom 15. November als Antwort auf die letzte Beschwerde der Deutschen Front an den Völkerbund mitgeteilt, daß sie gegen d i e Unterzeichner der Denkschrift, Landesleiter P i r r o, sowie die Landesratsabgeordneten Röchling, Kiefer, Schmelzer und L e v a - cher Strafantrag beim Obersten Abstimmungsgericht wegen Beleidigung, Verleumdung und übler Nachrede gestellt habe. Mit größter Beschleunigung und Geschäftigkeit wurden daraufhin sofort zahlreiche Vernehmungen vorgenommen, die auf ein baldiges Verfahren schließen ließen. Seit 10 Tagen ist es jedoch still um diesen Prozeß geworden. Weder die Beschuldigten, noch die saarländische Oeffent- lichkeit sind darüber orientiert, was nun weiter geschehen soll. Zumindest die beteiligten Stellen könnten jedoch den Anspruch erheben dürfen, daß ihnen baldigst mitgeteilt werde, ob ein Strafverfahren eingeleitet wird ober nicht. Es geht schließlich nicht an, baß man zunächst durch derartige schwerwiegende Vorwürfe und durch Stellung eines Strafantrages in geradezu dramatischer Weise die Denkschrift der Deutschen Front zu entkräften sucht, dann aber auf einmal von einer tatsächlichen Klärung unb Untersuchung 21 b ft a n b nehmen zu können glaubt. Der vorliegende, von der Regierungskommission hochpolitisch aufgerollte Fall sollte die Abstimmungsgerichte baldigst veranlassen, m i t größter Beschleunigung oorzugehen, um den Beschuldigten die Möglichkeit zu ihrer Rechtfertigung zu geben. Saarbevölkerung und Völkerbundsrat dürften gleichermaßen am Ausgang des Prozesses interessiert fein. Ausländer in der Saarpoll'zei. Ein Norweger wird der Vorgesetzte des Emigrantenkmnmissars Machts. Saarbrücken, 28. Nov. (DNB.) Von gut unterrichteter Seite verlautet, daß man beabsichtigt, etwas mehr als hundert ausländische P o l i z e i b e a m t e in die Saarpolizei einzustellen. Von diesen sind bereits acht englische Polizei- offiziere, ztdei norwegische sowie ein t s ch e - choslowakischer Polizeimajor mit 25 Polizisten im Saargebiet eingetroffen. Für die nächste Zeit werden ein weiterer Norweger sowie Holländer und Italiener erwartet. Die Schweiz lehnt es nach wie vor grundsätzlich ab, der Saar-Regierung Polizeikräfte zur Verfügung zu stellen. — Aller Voraussicht nach wird der Emigrantenkommissar Machts in Zukunft nicht mehr nach eigenem Belieben schalten unb walten können, sondern in der Person eines norwegischen Polizeioffiziers einen Vorgesetzten erhalten. Wie weiter verlautet, dürste Holland etwa 360 der im Saargebiet benötigten rund 850 Abstim - mungslokalleiter stellen. Eine vom Ministerium veranstaltete Rundfrage hatte so viele Bewerbungen aufzuweisen, daß die Meldeliste vorzeitig geschlossen werden mußte. Die Namen dieser holländischen Bewerber, die sich drei Tage im Saargebiet abhalten müssen, und neben einem Tagegeld die Reise- und Aufenthaltsunkosten vom Völkerbund ersetzt bekommen, sind bereits der Regierungskommission des Saargebietes übermittelt worden. OieArbeit des Gaarausschuffes in Rom Rom, 29. Nov. (DNB.) Der Saarausschuß des Vöklerbundsrates war zu einer neuen Sitzung zusammengetreten. In dieser unterrichtete A l o i f i seine Mitarbeiter über einzelne Punkte, über die eine Einigung mit Frankreich und Deutschland erreicht worden ist. Sie betreffen Fragen der ©aarabftimmung, die keinen technischen Charakter haben. Weiler berichtete Alosi über Unterredungen, die er mit den deutschen und französischen Sachverständigen für Wirtschafts- und finanzielle Fragen hatte. Oie Prinzenhochzeit ein Familienfest ganz Englands. Millionen nehmen Anteil an der Trauung in der Westminster-Abtei. >■ DW MA A. . * '■ London, 29. Nov. (DNB.) Kaum ehren Steinwurf vorn Parlament entfernt, in dem vor noch nicht 24 Stunden Churchill die Schrecken eines Luftangriffes auf London an die Wand malte, hatten sich heute in der Westminster-Abtei das britische Königshaus, weitere 50 Mitglieder königlicher Häuser, die britische Regierung, die Vertreter des Parlaments, die höchsten Würdenträger der Kirche, die. Vertreter der fremden Mächte und Tausende von Männern und Frauen des gesamten öffentlichen Lebens Englands versammelt, um der Trauung des H e r z o g s v o n K e n t mit der Prinzessin Marina beizuwohnen. Um die Westminster-Abtei und im ganzen Viertel vom Buckingham-Palast bis Trafalgar Square und Whitehall stand rund eine Million Men- die Ernennung eines Chefs des königlichen Kabinetts als Mittelsperson zwischen dem König und dem Ministerium, für welchen Posten sie auch Namen nannten. Dieser Kabmetts- chef sollte auch Ibraschi Pascha ausschalten. Schließlich forderten sie die Abberufung zweier Minister, die sie als Ibraschi Pascha besonders ergeben betrachteten. Die Regierung lehnte alle diese Forderungen ab und kam durch die plötzliche Ernennung eines Chefs des königlichen Kabinetts allen möglichen Weiterungen in dieser Frage zuvor. Die Folge war, daß der Oberkommissar betn Ministerium den Krieg erklärte, die persönlichen Verhandlungen mit ihm abbrach und den Rücktritt Abdel Fattach Iachja Paschas zu einer Prestigefrage machte. Diesem Druck konnte der König nicht widerstehen und bewilligte das Rücktrittsgesuch des gesamten Ministeriums. Abdel Fattach'Jachja Pascha hat sich durch seine Haltung gegenüber den britischen Forderungen und durch seinen auf Grund dieser Haltung erfolgten Sturz unter der ägyptischen Bevölkerung ihm bisher versagte Sympathien geschaffen, England dagegen hat die rasch und stetig wachsende Feindschaft durch feine Politik der Forderungen ganz erheblich in allen ägyptischen Kreisen vermehrt. Es war verhältnismäßig leicht, das Ministerium Abdel Fattach Iachja Paschas zu stürzen, viel schwerer aber war die Suche nach seinem Nach- folger. Dem König lag an der Beibehaltung seiner Macht. England dagegen ist es heute offenbar darum zu tun, in Aegypten eine Regierung am Ruder zu wissen, die wenigstens in gewissem Maße bie Zustimmung des Volkes besitzt, und die -damit eine bessere Garantie für die Stetigkeit eines englisch - ägyptischen Verhältnisses bietet, als ein Regime, das von einer Persönlichkeit allein, dem König also, abhängig ist. So hat sich die Spannung zwischen Oberkommissar und Regierung nach deren Sturz in eine Spannung zwischen Oberkommissar und König'verwandelk. Der Kandidat der Engländer für den Posten des ägyptischen Ministerpräsidenten ist Tewfik Nessim Pascha, ehemals Ministerpräsident und früherer Wafdist, der auch heute noch gute Beziehungen zum Wafd und zu den anderen nationalen Oppositions-Parteien besitzt. Tewfik Nessim Pascha wurde vom König mit der Bildung des Kabinetts beauftragt mit dem Hinweis, daß die gegenwärtige Verfassung nicht ange = rührt werden dürfe. Tewfik Nessim Pascha aber ist innerpolitisch zu klar abgestempelt, als daß er diese Bedingungen gleichzeitig mit dem Auftrag annehmen konnte. Er stellte seinerseits für die An- I nähme des Auftrages sechs Bedingungen, darunter vor allem die der Auflösung des Parlaments und der Wiedereinsetzung der früheren Verfassung. Schließlich hat Tewfik Nessim Pascha seine Bedingungen etwas gemildert, und der König hat den Rest akzeptiert. England hat also vorläufig seinen Willen durchge- s e tz t. Was die nächste Entwicklung bringen wird, ist schwer vorauszusehen, mindestens Auflösung des Parlaments und Neuwahlen. Immerhin ist es nicht unwahrscheinlich, daß die Entspannung zwischen Oberkommissar und Regierung, diesmal aber einer Dolksregierung nicht von langer Dauer sein wird Vielleicht wünscht England in Voraussicht dieser Spannung durch einen Vertrag mit der neuen ägypischen Regierung das politische Verhältnis zwischen England und Aegypten klarzustellen und auf Jahre hinaus zu sichern: es ist aber gewiß, daß die Forderung der ägyptischen Nationalisten heute nicht geringer sein werden als 1930. schen aus ganz England, um dem Brautpaar und seinem Königshause zuzujubeln. Fast noch eindrucksvoller als dieses unendliche Menschenmeer waren die verlassenen Straßen der entlegenen Stadtteile Londons, in denen kleine Menschengruppen entblößten Hauptes vor Lautsprechern standen und, als die Braut dem Erzbischof von Canterbury das Treugelöbnis nachsprach, das mit den Worten begann: „Ich Marina, nehme dich, Georg Edward Alexander Edmund zu meinem an- getrauten Mann", mit ihr das „Amen" zum Schluß flüsterten. Die gesamte Nation, alt und jung, arm und reich, hoch und niedrig, nahm an diesem Ereignis wie an einem Familienereignis teil. Schon seit den frühen Morgenstunden waren alle Straßen, durch die sich der Hochzeitszug vom Buckingham- Palast nach der Abtei bewegte, von Hunderttausenden von Menschen gefüllt, die z. T. schon am Abend vorher ihre Plätze eingenommen hatten. Das Bild wurde belebt durch die bunten Uniformen der Truppen und der Polizei, die zu Tausenden die Straßen säumten. Dazwischen bewegten sich höhere Offiziere zu Fuß und zu Pferd in ihren scharlach- roten Uniformen mit Federbüschen und gold- und silberverschnürten Uniformen. Unter den geschmückten Gebäuden am Mall, der breiten Allee, die nach dem Buckingham-Palast führt, wirkte vor allem d i e deutsche Botschaft, die mit aus Deutschland gesandten Fichtengirlanden auf rotem Grunde einfach und würdig bekränzt war. In den Jubel der Menschenmenge beim Herannahen der Wagen mit dem Kömgspaar, den Prinzen und vor allem mit dem Brautpaar mischte sich der Klang der Glocken und das Spiel der englischen Nationalhymne. Die Traufeier in der Westminster- Abtei bot ein unvergeßliches Bild. Der Altar war in ein Meer von Licht getaucht. Etwa 50 rote und weiße Stühle waren für die königlichen Gäste aufgestellt. Das Leuchten der Uniformen der Diplomaten und der hohen Beamten wurde hier und da unterbrochen durch die schwarzen Fracks der Zioilgäste und die weihen Kleider der Damen. Nachdem die Gäste ihre Pläke eingenommen hatten, erschienen der griechische Patriarch, der Erzbischof von Canterbury und der Erzbischof von Pork. Von vier hohen Geistlichen in roten und goldenen Gewändern geführt, erschien das Kö n i g s p a a r, der König in Marine- uniform. Dem Königspaar folgte der Bräuti- gam, begleitet von seinen Brüdern, dem Prinzen von Wales und dem Herzog von York. Als letzte schritt die Braut im silberglänzenden Kleid a m Arme ihres Vaters, der Husarenuniform trug, und begleitet von acht Brautjungfern zum Altar. Mit fester Stimme sprach der Herzog von Kent dem Erzbischof den Treuschwur nach. Nachdem auch Prinpessin Marina den Treuschwur abgelegt hatte, folgte der Ringwechsel. Um 11.14 Uhr erklärte der Erzbischof von Canterbury beide für Mann und Weib. Als das Brautpaar die Abtei verlieh, ertönte der Hochzeitsmarsch von Mendelssohn, in den sich die Jubelrufe der Menschenmasse mischten. Am Tage der Prinzenhochzeit herrschte b i s nach Mitternacht im Regierungsviertel und im Westen Londons dichte st er Verkehr. Menschenmassen bewegten sich durch die Straßen, um die festlich geschmückten und beleuchteten Häuserfronten zu bewundern. Die Theater und Hotels waren vielfach wegen lieber- füllung geschlossen. In den viel zu engen Londoner Straßen kam es häufig zu Verkehrsstörungen. Zwischen Gleichberechtigung und Sicherheit. Will England neue Rüstungsverhandlungen einleiten? Londoner Pressestimmen zur Äüstungsdebatte. London, 30. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Obwohl die Aufmerksamkeit der Londoner Blätter im großen Maße durch die gestrige Hochzeitsfeier in Anspruch genommen ist, nehmen auch mehrere Blätter zu der Rüstungsdebatte Stellung. „Daily Exvreß" schreibt, die Rede Baldwins könne logischerweise nur zu einem von zwei Zielen führen, das eine sei ein Bündnis mit Frankreich und Verwicklung in das schwierige System der französischen Außenpolitik, das andere sei „glänzende Isolier u n g". Hoffentlich werde Die Entscheidung zugunsten der „Isolierung" ausfallen. „News Chronicle" schreibt, die Aeußerungen der deutschen Blätter zur Rüstungsfrage seien nicht gerade ermutigend, aber doch viel verheißungsvoller, als erwartet worden jei. Ein Blatt glaube, Baldwins Rede fei ein Fühler in Richtung auf neu varzubereitende Verhandlungen über die Abrüstungskonvention. Tatsächlich habe Baldwin davon gesprochen, daß vielleicht die Gelegenheit für einen ersten Schritt gekommen sei, um die Nationen wieder zusammenzubringen. An der britischen Regierung sei es, den Weg zu weisen. Frankreich verlange nach wie vor Sicherheit und Deutschland Gleichberechtigung. Und keine andere europäische Macht außer England sei stark und unbeteiligt genug, um eine Versöhnung dieser Forderung zu versuchen. Was Frankreich heutzutage als wirksame Garantte seiner Sicherheit betrachte, bleibe abzuwarten. Der erste Schritt sollte darin bestehen, Deutschland zu fragen, ob es sich bereit erklären wolle, in den R a t der europäischen Mächte zurückzukehren, falls ihm die geforderte Gleichheit gewährt werde. Es sei nicht ganz undenkbar, daß die Regierung den Mut finden werde, eine Wiederaufnahme der Besprechungen vom Frühjahr vorzuschlagen. Vielleicht werde Frankreich britische Garantien jetzt weniger geringschätzig behandeln als im Avril, da es sich klar darüber sei, daß Deutschland in Richtung auf Gleichheit ohne internationale Kontrolle aufrüste. Großbritannien werde in derselben Erkenntnis vielleicht größere Bereitschaft zeigen, den Garantien Nachdruck zu geben. „Morning Post" führt aus, Baldwin habe an Deutschland die deutlichste Einladung zur Rückkehr in den Völkerbund gerichtet, die jemals seit Deutschlands Weggang von irgendeiner Regierung gemacht worden sei. Diplomatische Kreise sähen mit Interesse der Antwort Hitlers entgegen. Wenn Deutschland nach Genf zurückkehrte, würde der Weg für eine Erörterung der Rüstungsprobleme auf einer viel realistischeren Grundlage als vor einem Jahre frei sein. Unfruchtbares Gerede darüber, ob Deutschland seine Vertragsverpflichtungen erfüllt habe oder nicht, würde vermieden werden, und die Parteien würden a u f dem Fuß der Gleichberechtigung in dem Wunsche zusammentreten, zum beiderseitigen Vorteil eine Konvention abzuschließen. Dies sei die Meinung der britischen Regierung. Ob Frankreich Die Sache in demselben Licht betrachten werde, sei allerdings die Frage. Die jetzige französische Regierung sei zwar viel weniger zu einem hartnäckigen Beharren auf ihren Vertragsrechten entschlossen als ihre Vorgängerin. Aber sie sei der Meinung, daß Deutschland den ersten Schritt tun sollte. Die Schwierigkeit werde sein, diesen Gesichtspunkt — der in erheblichem Maße von der britischen Regierung geteilt werde — mit Hitlers ausgesprochenem Entschluß zu versöhnen, nicht nach Genf zurückzukehren, bevor praktische Rüstungsgleichheit bewilligt sei. Da aber Deutschland jetzt auf dem Wege zu dieser praktischen Gleichheit sei, werde vielleicht die juristische Anerkennung dieser Tatsache nicht so bedeutsam für Deutschlands Ansehen fein; deshalb bestehe Aussicht daraus, daß ein Kompromiß möglich sein werde. Oie Aufgabe -er Frontkämpfer: Vertrauen schaffen. Eine Unterredung mit dem französischen Frontkämpferführer Jean Goy. Als Pressevertreter des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpfer-Bundes (Stahlhelm) hatte Karl M i e d b r o d t Gelegenheit zu einer Unterredung mit dem französischen Abg. Jean G o y, der als Führer der Union Nationale des Combat- tants (UNC.), der größten und einflußreichsten nationalen französischen Frontkämpferorganisation, in der letzten Zeit in den politischen Vordergrund getreten ift M. berichtet über deren Verlauf: M.: „Fassen Sie bitte meinen Besuch als den Ausdruck der Tatsache auf, daß sich zwei Frontkämpfer beider Länder über den leider noch bestehenden Schützengraben hinweg in die Augen sehen wollen. Beide wissen wir, die wir unser Vaterland lieben, welche Achtung und welche Ehre wir dem ehemaligen Gegner schuldig sind. Heute stehen wir uns nicht als Soldaten gegenüber, sondern als Männer, die die ganze politische und wirtschaftliche Not zwischen unseren Völkern fühlen. Die Gegensätze, die hieraus zwischen unseren beiden Völkern entstanden sind, zu lösen, ist nicht unsere gegenwärtige Aufgabe. Wir kommen aber andererseits nicht als Front- kämpfer darum herum, als Männer, die die ganze Not und Brutalität des Krieges erlebt haben, unseren Kampf um den wirklichen Frieden zwischen den beiden Völkern Unbeirrbar fortzusetzen. Mein Besuch und meine Stellungnahme zu den Gegenwartsfragen zwischen unseren beiden Völkern gibt mir die Veranlassung, Ihnen, Herr Jean G o y, der Sie als Führer einer der bedeutendsten Frontkämpferbewegungen Frankreichs vor mir stehen, meinen Dank als Frontkämpfer zum Frontkämpfer auszusprechen für Ihren mutigen Kampf um den Frieden. Ich glaube aber auch, mit diesem Dank die Bitte verbinden zu dürfen, mir einige Fragen zu beantworten, die über unser persönliches Gespräch hinausgehe« und meine Volksgenossen in der Heimat etwas angehen. Darf ich meine Fragen vortragen?" Goy: „Bitte!" M.: „Wir deutschen Frontkämpfer haben nach unserer Meinung durch den Mund von Rudolf Heß und Franz Seldte, hinter deren Auffassung wir uns bedingungslos stellen, das getan, was wir für eine gedeihliche Aussprache für möglich halten. Sie, Herr Jean Goy, sind in Berlin gewesen, haben mit dem Führer und mit Rudolf Heß gesprochen. Welchen Eindruck haben Sie da von Deutschland, unter Berücksichtigung der kurzen Zeit, die Sie in Deutschland waren, gewonnen, und was haben Sie Posttives aus der Unterredung mit nach Frankreich genommen?" Goy: „Aus meiner Unterhaltung habe ich den Eindruck mitgebracht, daß es erforderlich ist, die zukünftigen Beziehungen unserer beiden Völker a u f der Grundlage enger und häufiger Fühlungnahme zwischen den Frontkämpfern der beiden Länder aufzubauen. Ich bin davon überzeugt, daß in Deutschland die Führer sich darüber klar sind, daß der wirtschaftliche Wiederaufbau Europas von den guten Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich abhängt." M.: „Läßt diese Ihre In Deutschland gewonnene Auffassung den Schluß zu, daß Sie und die hinter Ihnen stehenden Frontkämpfer zu einer fruchtbaren Aussprache mit dem Ziel der Verständigung bereit sind?" Goy: „Ich bin versönlich bereit, die Unterhaltung fortzuführen, um zu bestimmten Vereinbarungen zu gelangen, und ich glaube, daß meine Kameraden von der UNC. meine Auffassung teilen werden, sofern die Aufrichtigkeit, an der ich nicht zweifle, der gegenseitigen Erklärungen durch die Tat gewährtet st et wird." M.: „Halten Sie meinen Eindruck, den ich in Paris gewonnen habe, für richtig, wenn ich sage, daß die Franzosen wob! um ihre Sicherheit besorgt sind und alles tun, um sich vor allen Möglichkeiten zu schützen, daß man Sber von einer Deutfchfeindlichkeit nicht direkt sprechen kann, und daß der Teil der Presse in Paris, der immer und immer wieder Deutschland als den Friedensstörer und als die Gefahr hinstellt, im Grunde genommen von Interessenten b e ft i m m t wird, die nicht den Frieden wollen?" Goy: „Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Franzosen außerordentlich um die Sicherheit ihres Oie Reform des Bank- und Kreditwesens Oie Vorschläge des Untersuchungsausschusses. Berlin, 29. Nov. (DNB.) Nachdem die Prü- fungen des Untersuchungsausschusses für das Bankwesen abgeschlossen sind, hat der Vorsitzende des Ausschusses, Reichsbankvräsident Dr. Schacht, den vom Ausschuß fertiggestellten Bericht an den Führer und Reichskanzler geleitet. Dieser Bericht wird als Grundlage für die von der Reichsregierung zu treffenden Maßnahmen dienen. Der Bericht besaßt sich zunächst ausführlich mit den Mängeln der Vergangenheit, um dann die Grundlage einer Neuordnung aufzuzeigen. Die Wiedererlangung eines innerlich gesunden und leistungsfähigen Kreditapparates hat zur Voraussetzung, daß seine Wirtschaftlichkeit wieder hergestellt wird. Sie ist, ganz abgesehen von etwaigen Gewinnausschüttungen, erforderlich zur Beseitigung der Krisenreste zur Neubildung von Risikoreserven und vor allem zur Verringerung der Zinsspanne. Die Herstellung eines den Aufgaben des nationalsozialistischen Staates entsprechenden Geld- und Kapitalmarktes muß das Kernstück einer jeden Neuordnung fein. Erst wenn für das Kreditwesen und die öffentliche Finanzgebarung der feste Boden eines intakten Geld- und Kapitalmarktes geschaffen ist, sind auch die Voraussetzungen für ein organisches und gesundes Leden der gesamten deutschen Wirtschaft gegeben. In einer e l a st i s ch e n Staatsaufsicht glaubt der Ausschuß insbesondere den programmatischen Forderungen des Nationalsozialismus auf dem Wege des Kreditwesens den gegenwärtig vollkommensten Ausdruck zu geben. Es sind erforderlich 1. Beaufsichtigung aller Kreditinstitute, 2. Unterwerfung aller Kreditinstitute unter einen Genehmigungszwang, 3. Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität, 4. Trennung von Geldmarkt und Kapitalmarkt und damit Sicherung des Spargeschäftes, 5. Sicherstellung eines geordneten Zahlungsverkehrs, 6. Ueberwachung des Kreditgeschäftes und weitgehende Publizität, 7. zweckmäßige Zusammensetzung des Aufsichtsamtes. Ein mit den nötigen Vollmachten auszustattendes Aufsichtsamt für das Kreditwesen ist eine zwingende Notwendigkeit. Vor allem ist es erforderlich, daß sämtliche Kreditinstitute re st los erfaßt und dem Aussickstsamt unterstellt werden. Das Amt wird für die Uebereinftimmung der Kreditgebarung der Institute wie der Wäh- rungs- und Kreditpolitik des Reiches sowie mit der allgemeinen Wirtschaftspolitik Sorge tragen müssen. Entsprechend dem in Form und Inhalt der Reichsführung eingetretenen Wandel sind verstärkte Einwirkungsmöglichkeiten im Sinne einer Konzentrierung aller Wirtschaftskreise auf die nationale Wieder- aufbauarbeit zu schaffen. Der Ausschuß empfiehlt die Einführung eines Genehmigungsverfahrens für Kredit- Unternehmungen. Die Erlaubnis zum Betriebe einer Kreditunternehmung soll von bestimmten sachlichen und personellen Voraussetzungen abhängig gemacht werden. Der derzeitige Zustand bedingt auch die Befugnis, innerhalb einer angemessenen Uebergangszeit den Kreditapparat durch Aufhebung vorhandener Kreditinstitute zu bereinigen. Die Führung der Bezeichnung „Bank", „Bankier", „Sparkasse" ober einer Bezeich. nung, in der diese Worte enthalten sind sollen unter einen gesetzlichen Schutz gestellt werden. Die Liquldltätsvorschriften müssen negativ die Höhe der festliegenden und weniger flüssigen Aktiven nach oben begrenzen, positiv die Mindest, quoten für die Haltung besonders flüssiger Anlagen festsetzen. Um Dem Kreditverkehr die notwendige Sicherheit und Ordnung zu geben, ist es erforderlich, eine Trennung des kurz- und lang, triftigen Geschäftes durchzuführen. Um den Sparkassen das kurzfristige Privatgeschäft zu erhalten, schlägt der Ausschuß vor, daß allen Kredit. Unternehmungen,die Spareinlagen annehmen, auferlegt wird, diese nur einer Anlage zuzuführen, welche der langfriftigen Form der Spar, einlagen entspricht, und das Spargeschäft von den übrigen Geschäften auch buchmäßig zu trennen. Durch eine solche Regelung wirt Die Sicherheit der Einlagen erhöht, werden dein Kapitalmarkt in beachtlichem Umfange langfristige Mittel zugeführt, dadurch^ seine Aufnahmemöglich, feiten gesteigert und die Bestrebungen zur Senkung des Kapitalzinses gefördert. Der Ausschuß hat von einer generellen Empseh. lung der Verstaatlichung des Kreditwesens abge« sehen. Er ist vielmehr Der Ansicht, daß unbeschadet der Stellung Der Sparkassen Die private Ini. tiatioe mit eigener Verantwortlich« feit die zweckmäßigste Organisation der Kredit« Institute darstellt, wenn zugleich durch eine ent« sprechende Gestaltung Der Aufsicht Dem Gesamt- interesse rücksichtslose Geltung verschafft wird. Der Ausschuß glaubt, daß dem Gedanken einet Dezentralisierung im. Kreditgewerbe eint erhebliche Bedeutung zukommt. Infolgedessen sollten die voryandenen Regionalinstitute g e f ör« dert und Neugrünoungen, wenn ihre Lebensfähigkeit gewährleistet erscheint, unterstützt werden. Aus dem gleichen Grunde und unter denselben Voraussetzungen ist auch dem Wiederaufbau des Privatbankier st andes Aufmerksamkeit zu schenken. Um eine möglichst breite Verteilung der von einem Institut gewährten Kredite auf die verschiedensten Geschäftszweige und die Ausschließung allzuhoher Einzelrisiken zu gewährleisten. Ist es notwendig, eine Höch st grenze der Kredite für die einzelnen Institute festzusetzen, die nur überschritten werden darf, sofern die Ser« antroortung für Die Kreditgewährung von samt« lichen Mitgliedern des Vorstandes übernommen wird. Der Ausschuß hält es für richtig, daß un« gedeckte Kredite nicht ausgeschlossen werden, daß aber, sofern sie eine gewisse Mindestgre^e überschreiten, der Kreditnehmer seine wirtschaften Verhältnisse offenlegen oder Einsicht in seine w» schästsbilanzen gewähren muß. Eine häufige unb regelmäßige Berichter st attung der Kredit- inftitute an Die Oesfentlichkeit erhöhen bie Sicherheit Der Institute unD förDern das Vertrauen zum Kreditwesen. Der Ausschuß empfiehlt, alle Kredit» Unternehmungen zu verpflichten, Dem Reichsbank» Direktorium ihre Jahresbilanz und, soweit die Bilanzsumme eines Instituts eine Million Mark übersteigt, Monatsausweise einzureichen mit eingehenden Erläuterungen. Landes besorgt sind. Sie haben Dabei aber keinerlei FeinDseligkeit noch Angriffsgelüste. Sie sind friedliebend, denn sie sind stark. Was Die Haltung der Presse anbelangt, ist es schwer zu ergründen, aus welcher Quelle ihre Informationen stammen. Meines Erachtens lassen sich diejenigen Zeitungen, die eine Besorgnis zeigen, vielmehr durch die gemeldeten Nachrichten beeinflussen als durch Eigennutz. Will man einen Umschwung in der Öffentlichen Meinung Frankreichs erreichen, so müßte über diesen Punkt absolute Klarheit geschaffen werden, dann wäre für Frankreich Die Möglichkeit gegeben, Die Anstrengungen in Bezug auf Die Landesverteidigung einzustellen." M.: „Gestatten Sie mir bitte nach Ihrer freimütigen Antwort eine Gegenfrage: Haben Sie in Deutschland eine Franzofenfeindlichkeit gespürt ober etwas, was Sie als Vorbereitung für eine kriegerische Absicht deuten konnten?" Goy: „Bei meiner letzten Anwesenheit in Deutschland habe ich mich nur kurze Zeit dort auf- gehalten; aber ich muß zugeben, daß Die mir — im besonderen von den Frontkämpfern — gezeigten Gefühle außerordentlich herzlich gewesen sind und geeignet waren, manches Mißverständnis zu beseitigen. M.: „Indem ich Ihnen den Dank für Ihre Beantwortung meiner Fragen ausspreche, bemerke ich, daß sich durch unsere Unterhaltung bestätigt hat, daß das Frontsoldatentum kein leerer Wahn ist, sondern von Menschen getragen wird und als Gefolgschaft Manner hat, die real und nüchtern bie Lage betrachten unb banach, wie im Schützengraben, ihre Entscheidungen fällen, ritterlich unb ehrlich kämpfen unb da- mit auch berufen sinb, ben wirklichen Frieden herbeizuführen. Können Sie mir noch einen Vorschlag mit auf den Weg geben, wie Sie sich in Zukunft die Friedensarbeit der Frontsoldaten vorstellen?" Goy: „Die Frontsoldaten unserer beiden Länder werden nur bann nützliche Arbeit leisten können, wenn sie offen, ich mochte fast sagen brutal ihre Meinung sagen. Alles, was unsere Volker beunruhigt, muß ausgesprochen werden, und alle unsere Anstrengungen müssen dahin zielen, durch die Tat Schwierigkeiten zu beheben. Das liebel ist vor allem geistiger Art. Es muß Vertrauen geschaffen werden. Häufige Fühlungnahme, hauptsächlich auf Grund unseres Gedankenaustausches getroffene Entschließungen können allein die für uns alle so wünschenswerte Entspannung heroeisühren." Goy über seine Berliner Reise. Paris, 30. Nov. (DNB. Funkspr). Das „Petit Journal" hat ben Abgeorbneten Goy gebeten, ihm Zweck unb Ziel feiner Berliner Reise barzulegen. Goy erklärt, ein Regierungschef, ber selbst ehemaliger Frontkämpfer sei, erkläre sich bereit, auf verschiebens an ihn gestellte Fragen zu antworten. Wenn man sich auf eine berartige Befragung ohne Gegenleistung einlasse, heiße bas nicht klar den Wunsch bekunden, das Terrain von mehreren Mißverständnifsen zu bereinigen, um zu Verhandlungen mit Deutschland zu kommen? Ich hatte bas Gefühl, daß es vergeblich fei, mit Männern zu verhandeln, die wirklich nicht die Herren Deutschlands waren. Heute haben wir es mit einer Regierung zu tun, die nicht Gefahr läuft, morgen durch den Sturz der parlamentarischen Mehrheit desavouiert zu werben? Daher erkläre ich zu den Verhandlungsangeboten: Darum nicht? Welche Probleme stehen brennend zwischen uns? Es gab ben berüchtigten Polnischen Korri - b o r; man fürchtete, baß wir eines Tages zu wählen haben würben, entroeber uns für Polen zu schlagen ober unseren Verbünbeten im Stich w lassen. Nun hat Hitler biese Frage mi/ Polen geregelt? Das Saargebiet?- Jn zwei Monaten wird bie Angelegenheit I i qui* biert sein. — Es bleibt babei also nur lit Frage ber beutfdjen Rüstungen. DeuW lanb rüstet unb stellt bies nicht in Abrebe. Abtt gibt es außer ber Gewaltlösung ein anberes Mittel als eine Aussprache, um Deutschland dahin zu bringen, die Notwendigkeit einer Begrenzung unb späteren Herabsetzung seiner Rüstungen einzusehen? Auf den Einwand, daß die Kleine Entente unb Sowjetrußlanb burch Der« hanblungen Deutschland mit Frankreich unruhig unb entfrembet werben konnten, antwortete Goy: Es handelt sich nicht darum, eine Entente gegen irgendein anderes Land zu schaffen, sondern darum, die Furcht vor einem deutsch« französischen Konflikt zu beseitigen und dadurch dazu beizutragen, d i t ganze europäische Atmosphäre zu ändern. Die wünschenswerte Rückkehr Deutsch la nds nach Genf wird einer deutsch-französischen Aussprache nur folgen, aber nicht ihr vorangehen. Ich glaube, baß eine Aborbnung ehemaliger stau' zosischer unb beutscher Frontkämpfer einige Tage vor ber Saarabstimmung nach Saarbrücken begeben und während dck ber Abstimmung folgenben Wochen bort bleibeff könnte. Sie wäre geeignet, burch ihre Anwesend bie Abstimmungssicherheitzu gernä leisten. Angesichts einer solchen moralischen ruhigung bürsten bie erregten Elemente sich E hüten, einen Zwischenfall hervorzurufen. Die französisch-italienischen Verhandlungen. p a r i 6, 30. Nov. (DNV.-Funkspruch.) lieber den Stand der französisch-italienischen Verhandlungen berichtet der „Matin", man habe bereits die Fragt der R ü st u n g e n geprüft. Jehl werde man d e Kolonialfragen in Angriff nehmen und anschließend die technischen Probleme ^tfero« um schließlich die Zusammenarbeit in teleuropa zu behandeln. Man hoffe, daß v dahin in Genf eine solche Entspannung eingetreten fei, daß Frankreich, ohne J seine Bündnisse zu verstoßen, m___ Samstag, 1-Dezember 1934 184. Jahrgang Br. 281 Erstes Blatt Gespräche 3 fdhnl iphnf rweikettiae Verträge ab 'V I Nr. 61 30. November Erscheint Dienstag und Freitag. 1934 Äur durch die Post zu beziehen. £ iiIW ö I 8/ Jwrt Druck der Drühl'schen Universitäts - Buch, und Steindruckerei. L. Lange, Gießen o* IW »ff £ 5- c< o Ö „ »es-L p p 8 ? 5* ö Jnhaltsübersichl: Gemeindefinanzstatistik. — Sonntagsruhe in gewerblichen Betrieben in den Landgemeinden des Kreises Gießen. — Zwangsorganisation im Gaststättengewerbe. — Dienstnachrichten. folgt Frankreich eigennützige Ziele. Ohne sich um die Innenpolitik oder die Form des Regimes zu kümmern, ist Frankreich bereit, mit allen Ländern diese Politik der Wiederversöhnung zu betreiben, die dasselbe Ziel verfolgen. Niemand ist ausgeschlossen, und deshalb kann diese Politik nicht als ein Angriffsmanöver gegen irgendeinen Staat ausgenützt werden. Alle interessierten Länder sind bereits oder werden noch angegangen werden. Alle Regierungen, mit denen man auf dem Fuße der Gleichheit und unter Berücksichtigung ihrer Würde verhandeln wird, werden aufgefordert werden, sich genau zu äußern, ob sie ihren äuropäischen Pflichten nachkommen wollen oder sich ihnen entziehen. Es gibt einen Grundsatz, dessen Notwendigkeit jeder anerkennen muß. Das ist die Aufrechterhaltung der gegen wärtigen Grenzen. Wer diese'Grenzen anders ziehen will, stört den europäischen Frieden. Dienftnachrichten des Kreisamts. Dem Hermann krehschmar zu Gießen wurde für seine Person die Erlaubnis erteilt, bei der Beförderung von Auswanderern nach außer- deutfchen Ländern als Agent des Norddeutschen Lloyd zu Bremen durch Vorbereitung, Vermittlung oder Abschluß von Beförderungsverträgen gewerbsmäßig mitzuwirken. Johann Heinrich Albert in Queckborn wurde zum Beigeordneten der Gemeinde Queckborn ernannt. 1. Dem Reichsbund Volkstum und Heimat, Landschaft Rheinfranken- Nassau-Hessen, Geschäftsstelle Darmstadt, Neckarstraße 3, wurde zur Durchführung der Weihnachtsmesse der bildenden Künstler im Landesmuseum in Darmstadt und zur Unterstützung notleidender Künstler in Hessen, die Erlaubnis erteilt, eine Ausspielung von Kunstgegenständen in der Zeit vom 14. November bis 17. Dezember 1934 in der Stadt und im Kreis Darmstadt zu veranstalten. 2. Dem Bürgermeisteramt Donaueschingen wurde anläßlich der 61. Donaueschinger Pferdemarkt-Lotterie 1935 die Erlaubnis erteilt, 4000 Lose zu je 1 Mark in der Zeit ab 14. November 1934 im Volksstaat Hessen zu vertreiben. Betr. wie oben. 'An die Bürgermeistereien der Landgemeinden und die Gendarmeriestationen des Kreises Gießen. Obige Bekanntmachung empfehlen wir alsbald ortsüblich zu veröffent- litzen und die Durchführung zu überwachen. Gießen, den 27. November 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Weber. Bekanntmachung. isetr.: Sonntagsruhe in gewerblichen Betrieben in den Landgemeinden des Kreises Gießen; hier: im Friseurgewerbe. Gemäß § 105 e Gewerbeordnung und § 162 Hessische Ausführungsverordnung zur Gewerbeordnung wird in teilweiser Abänderung unserer Bekanntmachung vom l.Juli 1931 (Amtsverkündigungsblatt Nr. 48) die Ausübung des Friseurgewerbes und die Beschäftigung von Friseur- clchilfen an Sonn- und Feiertagen in den Landgemeinden des Kreises ließen mit Ausnahme der Stadt Grünberg in der Zeit von 8 bis 11 Hr vormittags zugelassen. Ferner wird gemäß § 41 b der Gewerbeordnung aus Antrag der firifeure der Stadt Grünberg angeordnet, daß der Geschäftsbetrieb der ?iriseure in Grünberg an Sonn- und Feiertagen gänzlich ruht. Folgen zwei Feiertage aufeinander, so ist der Gewerbebetrieb in der Zeit von n bis 11 Uhr vormittags am 1. Feiertag, folgen drei Feiertage aufein- mder, so ist er zu denselben Stunden am zweiten Feiertag gestattet. Gießen, den 27. November 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Weber. Bekanntmachung. b-etr.: Gemeindefinanzstatistik; hier: Ausweis über die Einnahmen und Ausgaben des Kreises Gießen im 1. Halbjahr des Rj. 1934. Der gemäß § 23 Absatz 3 der Verordnung über Finanzstatistik vom 1«. Februar 1931 (RGBl. I S. 32) zu veröffentlichende Halbjahresausweis über die Einnahmen und Ausgaben des Kreises Gießen im 1. Halbjahr 634 Rj. liegt in der Zeit von Dienstag, den 4. Dezember 1934, bis Mon- :ig, den 10. Dezember 1934 (einschl.), während der Dienststunden auf dem jireisamt Gießen (Zimmer 6) zu jedermanns Einsicht offen. Gießen, den 30. November 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Grein. K 55 O C ? T ■? ä 2 ' . 'Ni & hgU UM 1 ft rL r. Sicherheit durch Bündnisse. Frankreichs Politik einer „Kollektiven Organisierung des Friedens". - Lavals große außenpolitische Rede vor der Kammer. - Oie Kontinuität der französischen Außenpolitik. ). - Amtsverkündigungsblatt für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen dte hatte das Ergebnis, daß zwischen Ena- alien und Deutschland eine fast lückenlose stimmung über den von England vorge- ntwurf einer Abrüstungskonvention erzielt In diesem Augenblick, da das in langen erstrebte Ziel fast erreicht schien, war es reich, das, wie sich Herr Baldwin freund- itfinnen möge, mit einem Schlage allen gen ein Ende machte. Barthous berüchttgte m 17. April 1934 schlug unter heftigen Beengen gegen das Reich die Tür au allen direkten Verhandlungen zwischen den vier chten zu. Das Abrüstungsproblem stand m seinem Anfang. lätte Baldwin gut angestanden, diesen veg Deutschlands in seinem Ehrenkampf » nationale Gleichberechtigung in seiner Be- für die gewiß auch von Deutschland bellgemeine politische Entwicklung zu würdi- o y d George hat mit seiner schonungs- mtschleierung des Angriffscharakters der chen Riesenrüstungen und der richtigen ung des nationalsozialistischen Deutschlands werk Europas gegen die Gefahr des afiati- olschewismus einiges von dem nachgeholt, rldwin „vergessen^ hatte. Statt dessen hat ervative Parteiführer Deutschland sanft er» doch wieder in den Schoß des Völkerbundes kehren, da feine geographische Lage Deutsch- s die Freundschaft mit seinen Nachbarn hin» Zaldwin scheint entgangen zu sein, daß ge- ' Erkenntnis dieser Lage das deutsch-polnische ten seine Entstehung verdankt und aus Grunde der Führer wieder und wieder mb auch nach dem Westen hin ausgestreckt mit Frankreich zu einer Verständigung zu . Die geographische Lage Deutschlands ist auch, die uns zwingt, inmitten einer hoch- »n Welt auf dem Grundsatz der Gleich- jung zu beharren und für uns die Heeres- ng und die Waffen zu fordern, die wir zur gung unserer Grenzen brauchen. Wir erkennen iglands Bemühungen an, den festgefahrenen des Abrüstungsproblems wieder ins Rollen gen, jede ernsthafte Initiative dazu wird ands aufrichtige Unterstützung finden, aber drüstungsgespräch beginnt für Deutschland o es einst abgebrochen worden ist, bei bet len Verwirklichung ber beutschen Gleich- jung. Das muß sich auch Herr Balbwin geil lassen. Bekanntmachung. Bttr. Zwangsorganisation im Gaststättengewerbe. Einem Ersuchen des Reichseinheitsoerbandes des Deutschen Gast- ittttengewerbes, Gau Hessen, folgend, bringen wir dessen nachstehende Anordnung zur allgemeinen Kenntnis. Die Bürgermeistereien werden n.ucht, die Interessenten auf die Meldepflicht hinzuweisen und den Mchseinheitsverband bei der Durchführung der Anordnung in jeder wife zu unterstützen. Gießen, ben 29. November 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Weber. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Paris, 1. Dez. (DNB.) Im Zeichen des ver- storbenen Außenministers Louis Barth o u begann vor mehr oder weniger leeren Bänken am Freitag um 21 Uhr d i e dritte Sitzung der Kammer, die dem Haushalt des Außenministeriums gewidmet ist. Nach ehrenden Worten des Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses der Kammer Bastide und des Außenministers Laval für Louis Barthou nahm die Kammer einstimmig das Gesetz an, durch das bestätigt wird, daß Barthou sich um das Vaterland verdient gemacht hat. ahme am Ostpakt erneuert iben stets behauptet, daß die Sicher- 3 u n ä cf) ft garantiert fein muh, die Einschränkung der Rüftun- ju gehen. Mangels jeder Garantie eines itigen Beistandes in einem verwirrten i mißtrauen die einen Völker den an- da sie nur auf ihre eigenen Kräfte i können. Deshalb müssen sie in der entwicklung ihrer Rüstungen das einzige ment für ihre Sicherheit suchen. Durch rfteUung eines weit genug ausgespannlen s von Kollektivpakten, die feier- iterzeichnet werden, kann man hoffen, den Rationen das Vertrauen wieder- ellen, das allein als die Vorbedingung 16 schönste menschliche Werk angesehen i muh, nämlich die internationale ändigung für die EinschrAn- und Begrenzung der Rüstungen, tern hat Baldwin vor dem englischen 15 die Beunruhigung bargelegt, die sein r den europäischen Frieden infolge der deutschen Aufrüstung in Mißachtung der hen Klauseln des Versailler Derttages fühlt, nvolle Staatsmann hat nichtsdestoweniger igen Maßnahmen genauer barlegen müssen, and ergreifen wird, um sich gegen die Geschützen. Gelegentlich der Beratung des hen Haushalts für das Kriegsministerium ■ ähnliche Aussprache stattgefunden. Sie rt alle Garantiemächte der europäischen . Reichskanzler Hitler hat erklärt, daß genblicklichen Grenzen Deutsch- ihm genügten. Um seine Militär- i rechtfertigen, yat er auf die Würde seines hingewiesen. Wie wird er morgen aber liche Rechtfertigung finden, wenn Deutsch- 5 niemand bedroht, sich weigert, seinen an der kollektiven Organisie- k ft 2 : C - 8 ' 3 * • o : Id’ W. $ O: 5 S2S- V ? 5 ' SO ■- f - l Ä V? 3 v Ä ft h Q. «5^. (Prt 1 p «2 2-SZ-o-: Z'ft 2 ? J. v. 5 ?»ie für Anfang der Woche vorgesehene Sitzung g.S f be Völkerbundsrats, auf deren Tagesord- nrig als einziger Punkt die S a a r a b ft i m • ni n g steht, mußte verschoben werden, da der Be- s § 1 0 2 35 3 3 3 2 5» 3 3 > ® § «Sä' M »fit w. 0^' '■d', SW i 2 f ; «t 3 5 Anordnung iiiber das Meldeverfahren bei der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe. (REV). :Auf Grund der Ziffer 2 der Anordnung des Herrn Reichswirtschafts- I niinifters vom 18. September 1934, betreffend Anmeldung zur Wirtin h'iftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe (Reichseinheitsver- xriib bes beutschen Gaststätten- unb Beherbergungsgewerbes) wirb fol- ?:be5 bestimmt: iDer Mirtschaftsgruppe werben alle Unternehmer unb Unternehmun- I' n (natürliche unb juristische Personen) angeschlossen, bie Schank- ober i! Icstwirtschaft ober bcibes gemeinsam betreiben. iSchankwirtschaft liegt vor, wenn ohne Rücksicht auf bie Betriebs- [ irm Speisen ober Getränke zum sofortigen Verzehr an Ort unb Stelle - ituerbsmäfjig abgegeben werben. M-S /TXa6»a*»am'W*»*a$aam M 4 Beilagen RM.1.95 M ■ Jk ■ ■ anzeigen von 70 mm Brette L.ne Illustrierte 9 K, 9^^ ■ ■ L W/ VwA V W 60 Rpf.,Platzvorschrift Zstellgebühr .. w -25 ■ ■ W ” ■ ^9 ▼ schwieriger Satz 25°/» mehr 5? „SÄ'SS LF V -V «-W W«.: kr olqe höherer Gewall M ee < < M Stellen-, Derems-, gemem» WZ- General-Anzeiger sm Gberhessen WW liess vrllck unbVerlag: vrühl'sche UnwerfttSlr-vuch- unb Steinbruderti «.Lange in Stehen. Schristleitung unb Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 M-ng-n?bschiMStaff-M khU Gastwirtschaft liegt vor, wenn ohne Rücksicht auf die Betriebsform Zimmer ober Betten zur vorübergehenben Beherbergung von Fremben gewerbsmäßig vermietet werden. Gast- oder Schankgewerbe ist eine solche Tätigkeit auch dann, wenn sie neben einem anderen Gewerbe (z. B. Industrie, Einzelhandel, ambulantes Gewerbe) ausgeübt wird. I. Meldepflicht. Meldepflichtig sind daher: Alle konzeffionspflichtigen Gast- und Schankwirtschaften; Beherbergungsbetriebe jeder Art, einschl. der nicht konzessionierten Fremdenpensionen und Fremdenheime; Bahnhofswirtschaften, Speisewagenbetriebe; Speisewirtschaften jeder Art; Kantinenbetriebe, auch soweit sie nicht konzessionspflichtig sind. Der Meldepflicht unterliegen nicht: Die im § 27 Absatz 1 des GaG. vom 28. April 1930 (RGBl. I S. 146) und dem Gesetz zur Aenderung des Gaststättengesetzes vom 9. Oktober 1934 (RGBl. I S. 113) von der Erlaubnispflicht ausgenommenen Betriebe mit Ausnahme der Bahnhofswirtschaften und der Speisewagenbetriebe. Unternehmer und Unternehmungen des Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes, die Einzelmitglieder des Reichseinheitsverbandes sind, sind von der Meldepflicht befreit. II. Meldeoerfahren. 1. Die Meldepflicht gemäß Abschnitt I wird durch Anmeldung bei den aus dem Meldestellenverzeichnis ersichtlichen Meldestellen erfüllt. Zur Anmeldung ist das bei den Meldestellen kostenlos erhältliche Meldeformular zu benutzen. Die Meldestellen können nach Bedarf Melde-Nebenstellen errichten, die in einem Melde-Nebenstellenverzeichnis von ihnen bekanntgegeben werden. 2. Die Meldefrist läuft bis zum 15. Dezember 1934. Die Anmeldungen sind innerhalb der vorbezeichneten Frist zu bewirken. Jeder meldepflichtige Betrieb ist nur einmal anzumelden. III. Meldegebühr. 1. Bei der Meldung ist von jedem meldepflichtigen Betriebe eine einmalige Meldegebühr in Höhe von 2 Mark zu entrichten. 2. Ueber die ordnungsgemäß erfolgte Anmeldung und Entrichtung der Meldegebühr erhält der Meldepflichtige für jeden meldepflichtigen Betrieb eine Quittung. IV. Verschiedenes. 1. Die Mitgliedschaft bei der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe ist durch die Anordnung des Herrn Reichswirtschaftsministers vom 18. September 1934 gemäß Ziffer 2 und 3 auch dann begründet, wenn keine Meldung erfolgt. Bei allen Mitgliedschaftspflichtigen entsteht die Beitragspflicht ab 1. Oktober 1934. Andererseits entstehen Betrieben, die sich vorsorglich anmelden, ohne dazu verpflichtet zu sein, dadurch keinerlei Verpflichtungen. In Zweifelsfällen wird daher dringend eine vorsorgliche Meldung empfohlen. 2. Die Angaben des Meldeformulars dienen lediglich statistischen Zwecken zur Organisation der Mirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe. I. A.: Döring, Verbandsgauverwalter. Gau Hessen. it® ?' === 03 &•) 23 l»-; fft 9-' 1 'M s* hS ft ” 7-: uo»2.3 5 ^ft Q »«- rnoo y: I 4? 2 । ft ft 'S 3 ~ 6( Vug S Ftr.’A ■ 5*3 »3 .if: ' rrlt des Dreierkomitees noch nicht vorlag. Nach Wellungen aus Rom darf man diese Lerzöge- rrg durchaus als ein gutes Zeichen dafür nehmen, di, unter der klug vermittelnden Leitung des D"ons Aloifi die Verhandlungen zwischen beut- fdit und französischen Sachverständigen über tech- ni'oe Einzelheiten der Volksabstimmung im Saar- jgcüet ein auch sachlich befriedigendes Ergebnis ya-en werden. Es wäre schon zu viel gesagt, wollte inm behaupten, daß mit dem Ministerwechsel am Biii d'Orsay ein anderer Wind aus Paris wehe. Ml r man hat doch den Eindruck, daß Laval, ter. die größere Schmiegsamkeit der jüngeren ©ueration mehr politische Möglichkeiten erlaubt, il: seinem greifen, in Vorstellungen und Vor- £ 6 öle 2.8 2 o □. 53 0 5 5 a a i’S'Ts - X xs rJ? Zs öcröü ga S.S *3 re ffi-iä -Jcr-Ä 3fre Z'ssp ! 3 a^o 61 r §«§§ e 8 D -3-t5 c 3 ra ,3Cfl LS 8 a 8 o 3 5 £2^2.3 3 3 y •es» — a p 3 5® L 5 5 ~ <3 3 2: o* 61 8Ä r a b3 $>S*a 3 Z5 v> 31 z L2 ? 8 8« H 2 53 Ul er»! S3^ o'co 5 35 2 •as 3 «p § 3 «»’sS* O rag rag g^s 2 Zk K e 3 3 e 5 P 3 ca 2.08 L° = B O 5°5 ^22,^ ■?3 §t§ 5 S 0 2 re LTZ^ ZL.K8 42.3 *«3’S = 3" 8 a® a d 2 8-8'6 « ~2 3 0 2 tp ■S*-0 5" cy a 3 3 o' a 3 VI 5 ^6 A^Z^p-VsÄ'p tL 61d 8 P ° S ** ** rv _ n *r\ __ 5© 2 3 8 61Ä 8 q •Ö 3 8 ħffZ ä a ass&sai&g 8 ö3° re 2 a 3ca-p 3 * Löa rs^ o V « 3 sa ä «u< a g e a 6) s.s^-es0- re -2:%*CflSo £45» 3 y 3 ~ 3 45» I s a CXPO o 45»3 g 2 61 rs S'cp §r g- |§ 3?o re 45» 2* P re rt- —• re V» 3 3 r< Ksa? ^*8 re a 2.S s 2. 8 0 2,8 "045»^ •*■ a- 5 ® £8 re — a « 2 ~ - S.8öö 2 C/^3 re 0-2^3. Q 2 8 y| p 3 2.3 3« 3 s» 3 3 o „2 ^ZTZ y ® 3 |a 3 O< Q ® B c^a 3 re. 8 »61 = ?qa 30- 55 -612. Bad g roa~@ a y fc3 Sfä 3e re g — 5 re o 61 a "*öo3 TZ st = 1.8 LS§Z 3 3 to 6I2 3 ft t35 ßg 3 3 p3 »=p h! •5 U^45» iS 2. a—♦* 2. 45» P: «HI 32? a.61 3 c • |a 5* gl y qr 3’^: Kg ?y 8:re 8 • Ä<9 -tSS-cP !P 2 61^_ = 3 3*»3 P’ * aaa 3 re 5 8Ä ö ~ p 2 aöo 3 Q 3§'§r re y> Ö3S§ = s»i§ 2 Gr, • ö d <8° 3 2. a-p 2 P >n P. 3 ° a2^ re " 8 3 y 3 Ö3§£ R-p 2 co o»n^.‘ c p . b 2 3 «a^s 3 y _.re 3a e 3 3 o P, o re — -5 ÄiWta 3 I TTHcatgre-tS ’ 1 3 P P "CT; Q: , re y 3s-.§§-^83 3 re a 2 ^3 Da 2 3 2.2.3 I» SrOTo* re CO 3 311 «D 2. 8^*2 « re § re" g-3- 3-kS 'a gp r a ca'Ä.ä " re re X - 61p 3 ^61 2 re Ö . ^2-^3 5. vT 3 3. 2 o 3~I ? «5?=.S$ 3»ts cp 3 cS 2' 2 S*" V> L 3 ö o* 3 § ®3 5 3 2. ad. 3 3 3 p « ^2.« ,-v Z.K-- 3-Zcp CP D 6 61a 6ia 9 2.0- rea^ag 0 ^533 aS 2 j n rvO — 3 d -a^a o" 5T a 3 2 tSCTa 8 re re 3 b: CT* a rl 3 §3 8^Z 6iq-^a3. p 2 re a 61 a-o «"öS re « re cp >3 ■ < 3 2 3 - 3 r 3 2 8 5 3 8 8 3 b v> !-y 8 p 3 p V» 8 p *3 8» 61 8 w> IS&"; I StilagkN- I eigner Z I « ! P? ! 8Ä b-' 1 von elNZ infolge 6ttitlPfl guter 5a«^ SnlNj r>£ lieft11" te«»l(e.' *<115 4,n rä: öe5 1)16 «Wngen ^diirchaur unter b Slloil |ci und fro Ae Einzell v ;,.-L'i e>n jifiben Hierbei W behaupt ÜÖuai b’Drjai Wer man 1 Wwm die 0 |@eneration Lols seinem mnteHen eim «Vorgänger, ^Weihen \ cniill, die au tt stehenden, ! Abstimmur n Vivendi M 1 Mge dies mstanMsch ! Man sind, I lid) eine 21 | sich über I binnen S | sehenswert 1 reich abzr I dieser nei I Feutschlan 1 (Beförbei | geleigt, im B namentlich H ie ja aud) ä liefern 3at) a »langt f)abt R suchen 5n ■ te (Boy, D U5fprad D eichskan 1 die I \tw'A de°> d 'MiMv Denn nun ieneralstai er Rückke verdächtig peulschens Delcidigui DueUsordi geordnete %at doch ; Bericht billigt u Derantw einen ne tiunbenei 8U Derrn großen 1 allein eir keich uni Europa i Berlin a Ken g, ßenomme einerfeits "NW Unb her ' Nötigung Jdö nebei keidte im | Woffer lppell an Hr bas § M. 280 Zweiter Blaff Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Freitag, 30. November (034 HunderiJahre modernes Athen! phantastische Entwicklung einer berühmten Stadt. Don unserem ständigen C. R -Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Athen, Ende November 1934. Hundert Jahre Athen? Ist das nicht ein Irrtum? Athen ist doch eine vieltausendjährige Stadt? Man denke an die Akropolis, an Perikles, Solon, Aspa- sia ...Und doch: Unser heutiges Athen, die Haupt- stadt des jetzigen Griechenland, das moderne Athen der Straßenbahnen, Automobile und asphaltierten Straßen der Theater, Kinos und des Fremdenverkehrs, ist erst hundert Jahre alt. Der eigentliche Vater dieses Athens ist — König Ludwig von Bayern, der seinem auf den griechischen Königsthron berufenen Sohne nahe- legte, Athen zu seiner Hauptstadt zu erwählen. So wurde es 1834 durch ein Königliches Dekret dazu ernannt. Heute fragt man sich erstaunt, ob es überhaupt möglich war, an eine andere Stadt in Griechenland zu denken, die würdig gewesen wäre, des neuen Griechenland Metropole zu werden, denn Athen ist doch ein alle anderen überstrahlender Name. Um diesen „Posten" bewarben sich damals übrigens auch Korinth, Aegina und Nau- p l i a. Die beiden letzteren waren sogar vorübergehend tatsächlich Sitz der ersten griechischen Regierungen. Das waren damals immerhin schon „Städte", während Athen noch ein elendes Dorf darstellte, zerrüttet und zerstört durch die über viele Jahre erstreckenden Freiheitskriege. Kaum daß Athen bewohnbare Häuser hatte, von Straßen gar nicht zu sprechen. Der Piräus, heute eine Stadt von nahezu 300 000 Einwohnern, war damals buchstäblich nicht vorhanden, ja, man hatte sogar seinen Namen vergessen und nannte es „Porto Leone" (Löwenhafen), wie es von den Italienern nach zwei Marmorlöwen, die von Moro- fini 1687 nach Venedig geschleppt wurden, getauft worden war. Heute freilich ist der Piräus fast eins mit Athen. 1834 gab es dort nur ein Haus aus Stein, die alte türkische Zollwache, die inzwischen ein griechischer Zöllner bezogen hatte. Alles weitere waren elende Fischerhütten. Der Verkehr von Athen zum Meere mußte auf Eseln und Kamelen erfolgen, die oft tief im Morast zu versinken drohten. Wagen, Karren und Droschken kannte man damals überhaupt noch nicht. Heute aber führt eine elektrische Schnellbahn mit fünf Minutenverkehr, die in Athen als Untergrundbahn läuft, nach dem Piräus und legt diese Strecke in etwa einer Viertel Stunde zurück. Als Hauptmann von P r e d l am 31. März 1834 in Athen zu Pferde von Nauklia ankam, um Quartier für 300 Bayern zu belegen, traf er in einer wundervollen Mondnacht ein und war bezaubert von den im lichten Silberscheine glänzenden Minaretten und Gebäuden, so daß er sich beruhigt schlafen legte. Am anderen Morgen aber erkannte Predl, daß das schöne Traumbild der Nacht wie eine Fata Morgana spurlos verschwunden war ... Der bayerische Offizier glaubte sich plötzlich in einen Trümmerhaufen versetzt, aher nicht in die künftige Hauptstadt Griechenlands. Man kann sich vorstellen, welche Mühen und Beschwerden es kostete, ein einigermaßen menschenwürdiges Unterkommen für die Söhne Deutschlands im sonnigen Athen zu finden. Und heute? Hochhäuser, prächtige Hotels, im modernen Stil, Villen mit allen Bequemlichkeiten, Straßen, Plätze, Parks und, mit Ausnahme des eigentlichen Kerns, eine säuberlich in Quadrate eingeteilte Stadt. Nur dort, wo einst das alte Athen war, sind die alten Winkel und engen Straßen noch als Zeugen aus der Türkenzeit stehen geblieben. Aber auch hier verschwinden die alten Häuser allmählich und werden, sehr zum Leidwesen der poetischen Seelen und der Romantiker, durch moderne Betonkästen ersetzt. Athen zählte 1834 gegen 8000 Einwohner und hate unter Einrechnung der selbständigen Vororte sicherlich eine Million Einwohner überschritten. Mit dem Königlichen Dekret vom 18. September 1834 wurde entgegen den Einsprüchen der politischen und militärischen Welt Athen zur Hauptstadt bestimmt und am 2. Dezember 1834 trat es in seine Rechte als Landeshauptstadt ein. Alles mußte von Anfang an begonnen werden. Es gab keine Häuser, um die fremden Gesandtschaften unterzubringen, und keinen Palast, ja nicht einmal ein den Ansprüchen eines königlichen Hofes genügendes Gebäude. Die königliche Wohnung mußte daher schnell und oberflächlich hergerichtet, die Wände ausgebessert, das ganze Gebäude, innen und außen, seiner neuen Bestimmung verwendbar eingerichtet und verschönert werden. Durch die Erhebung Athens zur Hauptstadt setzte auch etwas anderes ein: die Bodenspekulation. Die Bayern wollten aus Athen das Zentrum des befreiten Griechentums machen und es als ständige Hauptstadt einrichten. Doch der Hof war mehr für ein Provisorium, denn König Otto träumte bereits den „großen Traum" aller Griechen, in nicht allzu ferner Zeit seinen Thron in Byanz, in Konstantinopel aufzurichten. Die' ersten Stadtpläne stammten von den beiden Architekten K l e a n t h i s und Schaubert. Kleanthis war in den Freiheitskriegen von den Türken gefangen genommen worden; es gelang ihm aber, nach Deutschland zu entfliehen und in Berlin zu studieren. Hier lernte er den deutschen Architekten Schaubert kennen und beide wurden unzertrennliche Freunde. Dieser erste Stadtplan erfuhr später eine Umarbeitung durch den deutschen Architekten K l e n tz e , und noch heute bilden diese Pläne die Grundlage aller stadtbaulichen Planarbeiten. Die Nachricht von der Gründung der neuen griechischen Hauptstadt durcheilte schnell die europäische Presse und brachte schon damals zahlreiche Fremde nach Athen. Im Verlaufe von etwa 20 Jahren hatte sich die Einwohnerzahl Athens mehr als verfünffacht und zählte 1854 bereits 45 000 Einwohner. König Otto und besonders Königin Amalie arbeiteten mit Eifer an dem Aufbau Athens und sorgten vor allen Dingen für schöne öffentliche Bauten, die hauptsächlich reiche Auslandsgriechen durch reichliche Geldunterstützungen aufrichten ließen. 1837 bis 1840 wurde von dem Architekten G a e r t - ner mit Hilfe einer Anleihe König Ludwigs von Bayern das königliche Schloß errichtet, das heute die griechische Kammer und den Senat ausgenommen hat. Königin Amalie schuf einen großen und schönen Schloßpark, der noch jetzt als Nationalgarten den Athenern zur Erholung dient und der vornehmste und viel bewunderte Schmuck des heutigen Athens ist. Etwa gleichzeitig wurden auch die Universität, später die Sternwarte, Akademie und Nationalbibliothek, alles auf Kosten und Spenden reicher Griechen, erbaut. Die Akropolis, die 1834 mit Schmutz und Unrat übersät war, wurde von ihrer seit Tausenden von Jahren treu erfüllten Bestimmung, als Festung zu dienen, ihren militärischen Zwecken entzogen und als Burg der Kun st und Schönheit dem neuen Griechenland einverleibt und damit der gesamten Menschheit als kostbarster Schatz übergeben. Diese vornehme Arbeit übernahm der deutsche Archäologe Ludwig Roß, unterstützt von Schaubert und Hansen, die auch das kokette kleine Niketempelchen wieder aufrichteten, dessen Säulen und Marmor die Türken zum Bau einer Bastion verwandt hatten. 1862 unternahm eine königlichpreußische Kommission die Reinigung und teilweise Wiederherstellung des Erechteions und des Dionysiostheaters. Zu Beginn des Weltkrieges zählte Athen etwa 250 000 bis 300 000 Einwohner. 1909 erhielt es eine elektrische Straßenbahn, nachdem die alte Pserde- und Dampfbahn eingezogen war. Nach dem Kriege und speziell nach dem Einbruch der Flüchtlinge aus Kleinasien im Jahre 1922 entwickelte sich Athen mit amerikanischer Schnelligkeit. Eines der größten Werke des modernen Athen ist die neue Wasserversorgung durch den künstlichen Stausee bei Marathon, wodurch Athen nunmehr seit etwa 1930 genügend Wasser besitzt und dadurch auch für die Ausbreitung des bisher fo mangelnden frischen Grüns und der Anpflanzung von Bäumen und Gärten zu sorgen in der Lage ist. Athen erhielt auch einen von der Siemens-Bau-Union in Berlin erbauten schönen Untergrundbahnhof, der sich mit jedem Berliner (^-Bahnhof messen kann; ferner wurde durch die Firma Siemens & Halske eine griechische Telephongesellschaft gegründet und Athen mit einem modernen automatischen Telephon versehen. Zur Zeit plant man eine große Kanalisation der Stadt, das Straßennetz Athens wird verbessert, gerade jetzt wurde zwischen Stadtverwaltung und englischer Elektrizitätsgesellschaft ein Vertrag abgeschlossen, der eine neue und moderne Athener Straßenbeleuchtung vorsieht. Diese ließ bisher nämlich viel zu wünschen übrig. Das ist das neue Athen, das am 2. Dezember seinen 100. Geburtstag feiert: eine neue sonnige Hauptstadt in dem sympathischen Griechenland. Wir möchten der Stadt von Herzen ein weiteres gutes Gedeihen, Glück und Wohlstand im neuen Jahrhundert ihres Bestehens wünschen. ©.Jfxfport Sonntag: Lokalkamps M.-R.-IWO Im Kampf um die Punkte stehen sich am kommenden Sonntag im Rückspiel die Mannschaften der Spielvereinigung 1900 und des VfB.-Reichs- bahn gegenüber. Beide Vereine werden sehr bemüht sein, Mannschaftsaufstellungen herauszubringen, die Gewähr für eine geschlossene Leistung bieten. Das Vorspiel brachte eine Ueberraschung insofern, als damals die Spielvereinigung 1900 glatt und eindeutig siegte. Wie sich das Kraftverhältnis inzwischen entwickelt hat, ist schlecht zu sagen. Man erhofft ein faires und spannendes Spiel, das um so mehr zu erwarten sein sollte, als sich in beiden Mannschaften fähige Kräfte befinden. Die Mannschaftsaufstellungen werden erst heute abend endgültig geschehen. „FC.Teutoma" Watzenborn-Steinberg Am kommenden Sonntag beginnen in der Bezirksklasse der Gruppe Gießen-Dill die Spiele der Nachrunde. Watzenborn-Steinberg hat in Frohnhausen (Dillkreis) anzutreten. Die Aussichten sind hier nicht gerade die günstigsten, wenn man bedenkt, daß in Frohnhausen schon so manche Mannschaft eine Niederlage hinnehmen mußte. Selbst die sehr spielstarke Liga-Mannschaft der Spielvereinigung 1900 Gießen mußte in der Vorrunde Sieg und Punkte der Platzmannschaft belassen. Die Teutonen treten die Fahrt voraussichtlich in stärkster Aufstellung an, gilt es doch nun endlich für sie, zu beweisen, daß sie auch fernerhin der Bezirks- klasse angehören wollen. Sechs Verlustpunkte bei einem 3:5-Toroerhältnis der letzten Spiele haben selbstverständlich etwas deprimierend auf die Mannschaft eingewirkt, aber dennoch sollte ihr in der Nachrunde noch mancher Punkt zufallen. Folgende Mannschaft tritt voraussichtlich die Fahrt nach Frohnhausen an: E. Happel; O. Wehrum, O. Burger; E. Burger, H. Schmandt, H. Euler; K. Schäfer, R. Lang, H. Sarnes, L. Buß, O. Fett. Es ist dies zur Zeit wohl die stärkste Aufstellung der Teutonen und dürfte man mit dieser Elf den künftigen Punktekämpfen mit etwas mehr Hoffnung entgegensetzen. Leider war es in allen bisherigen Spielen den Teutonen nicht möglich, die Mannschaft in oben angeführter Aufstellung in den Kampf um die wertvollen Punkte zu schicken. Die 2. Mannschaft sowie die Jugendmannschaft sind spielfrei. Oie Spiele der Kreisklaffen im Bezirk Lahn-Oill. VfB. II — Grünberg (O. Rüspeler, Gleiberg); Heuchelheim — 1900 II (Volkmar, Wetzlar); Gro- ßen-Buseck — Krofdorf (Grote, Mainzlar); Leihgestern — Lich (Bücher, Gießen); Wieseck — Lollar (Witter, Wetzlar); Büblingshausen — Burgsolms (Post, Wieseck); Spfr. Wetzlar — Werdorf (H. Rüspeler, Gießen); Nauborn — Naunheim II (Kreiling, Gießen); Tgde. Wetzlar — Aßlar (Deis, Nauborn); Albshausen — Ulm (Küster, Berghau- sen); Holzhausen — Bissenberg II (Wolf, Allen- darf); Stockhausen — Leun (Zutt, Wetzlar); Steinbach — Allendorf (Niersbach, Wetzlar); Grünberg gegen Alten-Buseck (Sack, Heuchelheim); Londorf gegen Wißmar (Seitz, Heuchelheim); Treis gegen VfB. III (Weinandt, Leihgestern); Leun II gegen Bonbaden (Koob, Wetzlar); Oberndorf — Berghaufen (Keller, Naunheim); Ehringshausen gegen Wetzlar III (Birk, Naunheim); Fellingshausen gegen Frankenbach (Schnabel, Wieseck); Erda — Rodheim (Bender, Fellingshausen); Kinzenbach gegen Hohensolms (Schäfer, Heuchelheim). Jugend- und Schülerspiele. 1900 1. — Wieseck (Gerhardt, Steinbach); VfB. gegen Lich (Reufchling, Steinbach); Großen-Buseck gegen Daubringen (Albach, Grünberg); 1900 II gegen Leihgestern (Gerhardt, Steinbach); Lollar gegen Kinzenbach (Lotz, Launsbach); Alten-Buseck gegen Wißmar (Hillebrecht, Großen-Buseck); Aßlar gegen Nauborn (Dörr, Werdorf); Wetzlar — Spfr. Wetzlar (Dietzel, Wetzlar); Bisfenberg — Allendorf (Heinz, Stockhaufen); Stockhausen — Biskirchen (Schmidt, Bisfenberg); Leun — Holzhausen (Koob, Wetzlar); Waldgirmes — Tgde. Wetzlar (Hunger, Wetzlar); Werdorf — Albshausen (Kröner, Oberbiel); Oberndorf — Steindorf (Ott, Bonbaden); Spfr. Wetzlar — Nauborn (Trautmann, Büblingshausen). Simultanspiel im Schachklub Gießen. Jrn Hotel Hindenburg fanden sich am Mittwoch die Freunde des königlichen Spieles ein, um Zeuge bzw. Mitwirkende in einem interessanten Wettstreit zu sein. Der ehemalige deutsche Fernschachmeister R o g m a n n - Essen, ein noch junger Mann von 23 Jahren, weilte in Gießen zu Gast und lieferte den Mitgliedern des Schachklubs 1858 Gießen ein Simultanspiel. Der Abend wurde eingeleitet durch einen kurzen Vortrag über die Theorie des Schachspiels und einige spezielle Fragen der Schachtechnik. Sodann begab man sich zum Kampf an die Bretter. Rogmann-Esfe» sah sich 24 Partnern gegenüber, unter denen sich neben den Gießener Herren auch vier Herren der „Schachfreunde" Wetzlar befanden. Der Kampf dauerte etwa drei Stunden. Der Gast spielte sehr rasch und stellte damit seine Partner auf eine Leistungsprobe. Don den 24 Partien endeten 16 für Rogmann, vier Partieen endeten remis und vier Partien konnten von Gießener Herren gewonnen werden. Es gewannen die Herren Joch, Schäffer, Dürr und Wagner, remis spielten die Herren Schonebohm, Wil- h e l m i, K ö r b e ch e r und Stumpf. Der Kamps Das 3tt>eitafeWüt). Von Otto Briies. „Nah ist und schwer zu fassen der Gott!" Das i ist ein Satz aus einer Ode Hölderlins, des vom ! Rausch des Südens trunkenen Dichters; des helleni- I schon Mönches auch. So könnte denn dieses Wort i unter den meisten Altartafeln stehen, mit denen Ibie Maler des Mittelalters Gott und die Dreieinig- Ifeit darzustellen suchten; Gott, seine Engel und iHeiligen, die Menschen und den Teufel, der dazu- g gehörte. Denn es galt jedesmal, eine Hierarchie sicht- Öbar werden zu lassen, eine Rangordnung, in der über Schöpfer und alles Geschaffene, die beseelte und Die unbeseelte Natur ihre vorbestimmte Stufe hatten; uunb wie konnte dieses ganze sehr kühne und doch lsselbstverständliche Gebäude besser erscheinen als Lurch das geteilte Tafelbild, das sich langsam ent- isfaltende Gehäus! Auch dort, wo der Maler sich bescheidend nur seinen Ausschnitt aus der Heiligenwelt erwählte, Drang er darauf, ihn in das große Ganze ein« ßufügen; gerade die Demut bestimmte ihn, das Weltliche, in dem der Schöpfer sich offenbart hatte, Tom Heiligsten und dieses Heiligste vom Aller- cheiligsten zu scheiden; was sich in der kunstvollen Fuge der einzelnen Tafeln ausdrückte Aber was für einen Reichtum fetzte diese Haltung voraus! Der Genter Altar und der Kalmarer Bildschrein, viese Gipfelwerke frommer Malerei, sind nur durch öen Grad genialer Schau, nicht aber durch die Art von den mittleren und geringen Werken unterschieden; noch in dem bescheidensten Klappaltärchen, ldas ein Priester oder Laie in seinem Wohnzimmer vausstellte, lebt die vielfältig ordnende Majestät des ^mittelalterlichen Weltbildes. Von einem Zweitafelbild will ich erzählen, das wor mir steht; die Zwei ist minder geheimnisvoll Als die Drei; aber auch hier, wo zwei Bildhälften Pch entsprechen, kann das Geheimnis walten! Und iift es nicht so — das darf wohl nebenher und ohne besonderen Anspruch vermerkt werden —, daß unsere Zeit mehr mit der Zwei als mit der Drei zu j!un hat und darum nicht in das Gleichgewicht der Einander ausschließenden statt zugeorneten Kräfte Kommt? Nun, dieses Zweitafelbild vor mir ist, (gerade aufgeklappt, und welche Tafel die obere, -welche bie untere ist, das hat seinen Sinn und Fug. Das Bild zur Rechten — ein aufwühlender Zusammenklang von Grün und Rot. Das Grün nimmt, liier Hauptmasse nach, die linke Hälfte der Fläche, mimmt dazu noch den oberen Teil des rechten Bilderstreifens ein; abe^ »s ist in sich so vielfach unterteilt und gestuft, wie das nur ein Maler vermag, der dem ÄMld untrber Wiese alle ihre Geheimnisse abgelauscht hat. Es handelt sich um einen Laubwald, in dem die dunkle Eiche und die lichte Buche die großen konzertierenden Gruppen bilden. Auf einen Teil der Wiese fällt der Schatten des Waldes, sie ist dort samten, mehr blau als grün. Mit einem bezaubernd leichten Strich ist das Laub gemalt; von einem dieser echtbürtig deutschen, in Zeichnung und Umriß verliebten Maler, die trunken sind, wenn sie sich einmal dem Taumel der Farbe selig und ohne Vorbehalt überlassen. Nun zu dem roten Fleck! Es handelt sich um die Gestalt eines Menschen, der nicht im Anschauen dieser grünen Pracht verharrt, sondern der unter ber Gewalt so viel wachsenben, unerschöpflich sich erneuernden Lebens zusammenbricht; eines Menschen, der Buch und Schreibstift, die er mit sich führte, fortschleudert. Zwar stürzt dieser Mann vornüber zusammen, aber wir sehen noch eben sein Antlitz; es ist von einer dunklen Rune gezeichnet, dem Mal eines Schicksals, das nicht alle Menschen heimsucht. Noch mancherlei ist auf dieser Bildhälfte zu sehen: ein Fohlen, das vom lichten Teil der Wiese in das Samtblau hinüberstürmt, ein Reiher, der lichtweiß über die Wipfel streicht, viele bunte Blumen im Gras und der Ansatz einer Holzbrücke hinten im Wald, wo ein Bach in die Senke ein- treten muß; aber keine dieser Einzelheiten wiegt so viel, daß sie von der Orgelflut des Grüns und von der Gestalt des Mannes ablenken könnte. Das Bild zur Linken — ein kaum zu entwirrendes Gewebe von Grau, Braun und Schwarz; mit einem starken Ockerfleck, der ungefähr dort liegt, wo auf der anderen Bildhälfte die rote Flamme, die Menschen- si^nrnle brennt. Der Blick rennt immer wieder gegen diese Wand an, zerrt immer wieder an dem Geflecht, um die sinngebenden Einzelheiten herauszureißen. Es vergeht eine ganze Weile, bis er es vermag. Ist es eine Zelle, ein Kerker, eine Wand aus Zement oder Schiefer? Allmählich entschleiert sich das Rätsel. Ein Mann sitzt an einem Tisch; ein paar Bücher liegen aufgeschlagen vor ihm; und vor ihm die Seite einer Handschrift, in die er Zug um Zug seine Worte schreibt. An dem hohen Wuchs, an der Rune auf ber Stirne erkennen mir, daß es derselbe Mann ist, der, von dem Sausen und Brausen der Waldwipfel ergriffen, im flammend roten Kleid zusammenbrach; nun trägt er kein festliches Gewand mehr, der purpurne Mantel ist abgefallen, jetzt ist sein Kleid aschgrau, und das einzige Licht um ihn ist jener Ockersleck. Alle Lockung der Welt ist abgetan; er hört nicht mefjr die Vögel, den Bach nicht mehr, das Wiehern des Fohlens bringt nicht an sein Ohr; es sei benn, baß er sie in sich trüge. Und das ist benn wohl der Sinn des Bildes: Was bedarf der Mensch, der von seiner Aufgabe ergriffen ist, anders als den kleinen Raum feiner Arbeit? Hier, mitten im Braunen und Grauen, ist er sich selbst überlassen, kein bemütiges Geschöpf, das im heiligen Ansturm ber Lebensmächte zusammenbricht; hier ist er, in einem einzigen gern altgen Wahnwitz, der Schöpfer, der seine eigene Welt erschafft — oder doch sie der nun von ihm verlassenen Welt nachschafft, bie die beste bleibt, weil sie die einzige vorhandene Welt ist. Diesem Maler, diesem reinen Bildwerk kann ich mich getrost anvertrauen; denn er hat jeder der Tafeln den Rang angewiesen, der ihr zukommt. Die Tafel in Braun und Grau — das ist die, die sich abheben und zurückklappen läßt. Die Tafel in Grün und Rot — bas ist die, die fest auf der Wand sitzt; das Allerheiligste, das innerste Geheimnis. Es sollte nicht mehr notwendig sein, die Mahnung dieses Zweitafelbildes noch zu verdeutlichen; wozu wäre eine Arbeit nütze, die nicht an den Quellen des Lebens im Orgelbrausen der Wälder empfangen ist? Alles, was jene Dauer haben soll, die überhaupt dem Werk der Menschenhände verliehen wird, alles das will in der kurzen Arbeitszelle durchgeführt und vollendet fein; aber nichts lohnt die mühevollste Arbeit, was nicht in der dafür bestimmten Stunde empfangen ward. Die Gnade ist selten — aber was vollbrächte der Mensch ohne Gnade? Es gibt genug Arbeit an Tag und Stunde, die einfach und ohne Anspruch getan fein will und ab geleistet werden muß, und es ist darum noch lange keine verächtliche Arbeit; aber was von Gewicht ist, das kam leise im Wehen des Windes, im Rauschen der Wipfel. Wer der Maler dieses Bildes ist? Ich kann nicht malen, ich möchte es nicht einmal. Es in Auftrag geben können, das möchte ich wohl. Hochzeit im Busch. Der Vorwurf, daß er um Geld heirate, wird dem Neger in Jnnerafrika, der noch auf Ueberüeferung und Sitte hält, nicht gemacht werden können, denn dort muß sich der heiratslustige Jüngling seine Frau noch kaufen. Wird einem Neger eine Frau zuteil, ohne daß er den durch Gewohnheit festgesetzten Kaufpreis entrichten muß, so wird er glauben, sie sei gar nicht fein eigen, und sie selber wird ihn mit unverhohlener Verachtung behandeln. Hat sich ein junger Krieger des Wamoschi-Stammes, dessen Wohnsitze in der Nähe des schneebedeckten Kilimandscharo liegen, ein Mädchen auserwählt, so schleicht er sich in ihre Nähe, wenn sie arbeitet, und wirst ihr scheue Blicke zu. Blickt sie gelegentlich auch auf ihn, dann ist das ein günstiges Zeichen, daß sie ihn erhören will, und er darf es dann wagen, einen Verwandten oder Freund zu senden, der dem Vater von feinem Herzenswunsch Mitteilung macht. Der zukünftige Schwiegerpapa wird mit Würde antworten: „Ich kann mich auf nichts einlassen, bevor du nicht Kühe gebracht hast und Ziegen." Diese Geschenke befriedigen aber gewöhnlich seine Ansprüche noch nicht; er verlangt mehr, und es dauert noch lange, ehe das Palaver, das Festmahl, beginnt, bei dem der eigentliche Preis der Frau besprochen wird. Ist der geschäftliche Teil der Verlobung beendet, dann schickt der Jüngling seine besten Freunde aus, die ihm die Geliebte, wenn sie früh am Morgen aus dem Haufe tritt, „einfangen" und zuführen. Das Mädchen wehrt sich und schreit, aber endlich gibt sie nach und wird nun im Triumph nach dem Haus der Schwiegermutter geführt, wo sie als Gast einen Monat lang bleiben muß. Für hie Nahrung sorgt der Bräutigam, und er darf dabei nicht knauserig fein, denn nur wenn sie am Ende dieser Wartezeit rund und wohlgenährt ist, gilt er als ein guter Ehegatte. Ist sie mager und dürr, so muß er als ihrer unwürdig noch im letzten Augenblick auf das ersehnte Glück verzichten. Ist die Heiratszeremonie vorüber, dann trägt die junge Frau voll stolz die Glocken an ihren Beinen, die das Privileg der Verheirateten find und im Ohre der Warn« bofchidamen das lieblichste Getön bedeuten. Bei anderen Stämmen sendet der Werbende dem Mädchen Tabakskuchen oder wilden Honig zu, um ihr feine Neigung zu bezeigen. Aber die schwarze Schöne wird sich solchen Anspielungen gegenüber immer spröde verhalten, ja, sie muß dem Werber sogar, wenn sie den guten Ton wahren will, zuerst einen unzweideutigen Korb geben und nur gezwungen darf sie in die Verbindung willigen. Kühe und Ziegen sind das einzige, was ihren stolzen Sinn gewinnt, und auch noch im glücklichen Eheleben wird sie ihn gern erinnern, wie lange sie sich gesträubt hat, und wie hoch der Kaufpreis gewesen ist. Bei den Wasagarras geht sogar die demütige Werbung des Mannes so weit, daß er sich ein Mädchen zur Frau erwählt, das noch gar nicht geboren ist. Um jeden Nebenbuhler bei der Schönen, die erst das Licht der Welt erblicken soll, schon im Voraus auszustechen, bietet er sich den Eltern als Knecht an. Geduldig tut er seine Arbeit, die Geburt der zukünftigen Gattin erwartend, und ist das Kind ein Knabe, so verläßt er traurig, aber gefaßt, den Hof. Liegt dagegen ein Mädchen in der Wiege, dann wird sein Arbeitseifer um so größer und freudiger. Der Kleinen flüstert die Mutter, bevor sie noch sprechen kann, fchon ins Ohr, daß der große Mann dort dereinst ihr Gemahl werden wird, und ist sie etwas größer, bann springt sie ihm freudig entgegen, wenn er von der Arbeit zurück- kehrt und trägt ihm den Speer ins Haus. Ist sie herangewachsen, dann zahlt der Mann den beschei- denen Preis von fünf Ziegen und darf nun endlich die Hochzeit feiern. Die Zeit -er Fahrten ist vorüber ? Llnd jeht Nie ne was zur Einrichtung notwendig ist. Volksgenossen, l Sie Innung! am Wirtschaft heutige Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. BL Franuuri a. JJl. Berlin Mrfe Geld 28-11 29-lb 27,25 27,5 I 75 I 74,5 I M -I 75,5 von 1911 lagdadbahn-Anieihe Serie t 5 o.i). 4 o. Dividende an. — Die hinter den Papieren o| 0 0 o 0 6 , 7 10 81 99 56,25 99,5 30,75 77 92,5 67,75 69 71,75 147 27,5 22 30,25 75,25 92,5 67 68,5 71,5 147 7 9 0 0 0 133,5 206 87,75 37,5 80 74,25 108 135 54,75 131-5 45,75 62,5 46 6b5 31,9 199 159 130,75 78 46,13 212,5 88,25 39,25 11,25 107 106 151 133,5 88 93,5 79,5 78 93,5 46,13 214 88,25 39,25 11,25 107,5 104,5 152 30 75 92,65 67 68,1 71,5 146,25 26 139,5 94,75 116 68,75 104,9 98 90,5 138 107 116,5 70,75 71,25 100,65 51,5 132,5 44,75 61,75 116,75 44,25 60.75 85 30,9 190,5 158 130,25 27,5 139,65 96,25 120,5 71,5 107,25 99 93,5 139,5 108,5 27,9 23,5 30,75 77 92,5 67,5 69 71,75 147,25 101,25 55 132 45,75 63 117,25 46 61,5 86,75 31,75 198,5 159,75 130,9 27,4 139,75 97,5 120,75 72,25 106,5 99 93,5 140,75 109,25 83 100,25 58,13 103,25 74.25 150 117 72-5 73*25 135,13 206 90 38 81,25 A.E.G. Bekula 83 101,25 58,25 103 150 116,75 72,75 73 aufsetzt und fohlte Ausmaß der Umsätze klein blieb. Lediglich einige Spezialpapiere wurden lebhafter umgesetzt. So zum Beispiel Farbenindustrie mit 51 133 45 62 44,5 60,5 30,5 190,5 157,75 130 ^4s 58J5 55,39 12,40 16,40 168,30 21,18 62,34 Elektr. LieferungSgelellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 6 Felten & Guilleaume 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........6 63,99 80.69 33,97 Datum 0 .......0 0 10 .......0 0 .......0 6 .......6 .....7V2 77,5 44,5 210 86,5 37,5 11 106 104,75 151 Buenos Aire- Brüssel Rio de Jan. . Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Heljingfors.. Paris ...... Holland .... Italien Japan ...... Jugoslawien Oslo : Wien Lissabon.... Stockholm... Schwei- .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Reuyork... 77,5 92,25 44,5 210 86,5 38 11 106,25 104,25 151 134,75 90,5 95 81 26 139,5 95,25 116 69,5 104,9 91 138,25 107,75 81,75 98,65 56,13 99,25 73,75 116,75 71,25 71,5 4% Oesierretchifche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 Frankfurt a. M., 29. Nov. Die , „ Mittagsbörse eröffnete mit weiterer Erholung. Die Grundstimmung war allgemein leicht befestigt. Die Meinung hat sich in außenpolitischer Hinsicht nach der englischen Unterhausdebatte weiter etwas gebessert. Innerhalb der Kulisse zeigte sich erstmals seit etlichen Tagen etwas mehr Unternehmungslust, zumal der Ultimo als ohne Schwierigkeiten überwunden gilt. Seitens der Kundschaft hat sich das Kaufinteresse noch nicht nennenswert gehoben, so daß trotz einer gewissen Geschäftsbelebung das ab» —0,632* 58,29 0,206 3,053 55," 81,ff 12,0 51 164 168,» 21,3* 0,724 5,706 62,38 49,05 11,28 64,02 80.71 34,03 10,395 2,492 I. ®. Farben-Industrie Schetdeanstalt........ Goldschmidt Rütgers werke Melallgesellschaft Philipp Hol,mann . ... Zementwerk Heidelberg Cementwer! Karlstadt.. SchuckertL Co. ... Siemens L Halske. LahmeyerLCo. .. *y2% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe----- 4% Türkische Bagdadbahi 180 1 M Mansselder Bergbau .. Kokswerke ........... Pbonix Bergbau...... Ryetntsche Braunkohlen Rheinstahl........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth Von der Hitler-Jugend, Gebiet 13 Hessen-Nassau, wird uns geschrieben: Herbstwind raschelt im toten Laub. Letzte Sonnenstrahlen fallen zwischen den kahlen Stämmen hindurch und zeichnen dunstige Lichtstreifen in den Wald, lieber uns krächzen Raben. Sie fliegen mit klatschenden Flügelschlagen hin über den leeren Acker. Dort hinter den Häusern der Stadt verschwindet die Sonne. Es ist die Sonne, die uns Hoffnung und Wärme gab; es ist die Sonne, die uns im Sommer bei Spiel und Sport und auf unseren Fahrten sah. Jetzt wird es kalt; der Waldboden duftet feucht. Auf gefällten Stämmen kauern Pimpfe. Sie sprechen vom Sommer; Fahrtenerinnerungen. — Wißt Ihr noch, damals als der Sturm ums Zelt fegte, als der Regen im Blätterdach rauschte und auf das Zeltleinen prasselte, damals lagen wir geborgen und lauschten der Natur. Aber was soll jeht sein, wenn wir unsere Heimabende halten wollen und kein Raum zur Verfügung steht? Wenn in ernster Schulung wir unseren Blick nach innen lenken und wir die Vergangenheit und Geschichte erleben, die Brücke ist zwischen dem alten und jungen Geschlecht, und wenn unsere junge Gemeinschaft uns zu Kameraden für Zeit und Zukunft zusammenschließt? Dann brauchen wir ein Heim, das uns Schutz gibt, das wir „unser" nennen können. Nur dann können wir an unsere Aufgaben Herangehen. Wir suchen einen Raum, den wir uns zum heim ausgestalten können. 133,75 bis 134,25 (133,50). Auch einige Elektropapiere fanden stärkere Beachtung, insbesondere Schuckert mit plus 2,25 v. H. Daneben gewannen Gesfürel, Lahmeyer und Rheag je 1 v. H. und AEG. 0,65 v. H. Für Montanwerte war das Geschäft bei durchschnittlichen Kurserhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. weniger lebhaft, etwas mehr befestigt waren Harpener mit plus 2 v. H. Von sonstigen Werten wäre Kunstseide AKU. um weitere 1,25 v. H. erholt, ferner Süddeutsche Zucker um 3,75 v. H. Schiffahrtswerte erhöhten sich um 0,25 v. H., AG. für Verkehrswesen um 1 v. H. Auf den übrigen Marktgebieten kamen erste Kurse nur spärlich zustande. Der Rentenmarkt lag verhältnismäßig ruhig. Trotz der bevorstehenden Ziehung war die Altbesitzanleihe mit 104 v. H. vernachlässigt, späte Schuld- buchforderungen mit 96,50 und Reichsbahn-VA. mit 114,65 lagen unverändert. Kommunal-Umschul- dung zogen 0,13 v. H. und Zinsvergütungsscheine bei lebhafterer Nachfrage um 10 Pfennig an. Auch Stahlverein-Bonds waren mit etwa 87,25 (86,50) gesucht. Im Verlaufe war die Börse ausgesprochen fest und die Umsatztätigkeit zeigte eine beachtliche Belebung. Im Durchschnitt ergaben sich nochmalige Besserungen um 0,50 bis 1 v. H. Farbenindustrie stiegen auf 135, Schuckert auf 93,50, Kunstseide AKU. auf 53,50, Rheinische Braunkohlen von 211 auf 212 (210) und Licht und Kraft um 3 v. H. auf 119. Ferner gewannen Deutsche Erdöl 1,65 v. H., Conti Linoleum Zürich 1,75 v. H., Reichsbank 1 d. H., Buderus 1,75 v. H., Stahlverein 1 v. H. und Mannesmann 1 v. H. Etwas leichter waren Süd- deutscher Zucker mit 180 (180,75). Am Rentenmarkt waren die variablen Anleihen ebenfalls etwas erhöht, auch Altbesitz zogen 0,25 v. H. an. Am Pfandbriefmarkt zeigte sich etwas Nachfrage, die Kurse waren aber meist unverändert, nur Preußische Landespfandbriefanstalt waren 0,50 bis 0,75 v. H. höher gesucht. Für Stadtanleihen bestand ebenfalls Kaufmeinung, so daß Befestigungen bis zu 0,75 v. H. eintraten. Staatsanleihen lagen demgegenüber still. Von fremden Werten waren Anatolier mit 30,75 bis 31,75 nach 30 kräftig erhöht. — Tagesgeld war weiter gefragt und wurde auf 4 v. H. (3,75 v. H.) festgesetzt. Abenövörse: weiter fest. Auch an der Abendbörse blieb die Stimmung fest, die Kurse zeigten im Vergleich zum Berliner Schluß meist weitere Erhöhungen um durchschnittlich 0,25 bis 0,50 v. H., wenn auch die Entwicklung nicht ganz einheitlich war. Das Geschäft war nicht mehr so lebhaft wie im Mittagsverkehr, da sich die Kulisse etwas weniger lebhaft daran beteiligte. Don Elektrowerten traten Gesfürel und AEG. etwas mehr hervor, Montanwerte blieben zumeist unverändert. Farbenindustrie lagen bei kleinen Umsätzen 0,40 v/H. fester. Am Rentenmarkt zeigte sich verstärkte Nachfrage Das Handball-Länderspiel Deutschland — Ungarn wurde vom Fachamtsleiter Herrmann für den 9. Dezember nach Darmstadt vergeben. Der Länder- ertvolle Aufklärung gab. i kämpf wird voraussichtlich auf dem Stadion Der Nachmittag des reichbesetzten Arbeitstages I Böllenfalltor ausgetragen. uT Lr unterstützt die A-b°ü der Jugend: finden kein Heim! Ueberall werben wir kühl und | (öebi Heime! Bauern, sammelt gebrauchtes Bindegarn! Dom Zeitungsdienst des Reichsnährstandes wird uns mitgeteilt: Wie allgemein bekannt ist, werden für die Herstellung von Bindegarnen, die in der Hauptsache für Bindemäher und Strohpressen verwendet werden, ausländische Rohstoffe gebraucht. Wenn auch für das nächste Jahr durchaus keine Besorgnisse bestehen, daß ein Mangel an Rohstoffen hierfür eintritt, so ist es doch notwendig, mit dem Bindegarn so sparsam wie möglich umzugehen. Schon seit vielen Jahren werden von den sparsamen Bauern die gebrauchten Bindegarnenden nicht fortgeworfen, sondern gesammelt und allen möglichen Verwendungszwecken im eigenen Betrieb, wie Zubinden von Säcken, Herstellen von Kälberstricken usw., zugeführt. Vielfach sind die Bindegarnenden auch von kleineren Seilereien aufgekauft und zur Herstellung von Stricken verwendet worden. Um den Devisenverbrauch für die Einfuhr von Bindegarnrohmaterial möglichst herabzusetzen, sind Versuche durchgeführt worden, gebrauchte Bindegarnenden zu entknoten und erneut zu Bindegarn zu verspinnen. Diese Versuche haben $u Überraschend günstigen Ergebnissen geführt. Die Festigkeit lag bei gleicher Garnstärke sogar etwas über der geforderten Festigkeit von neuem Bindegarn. Auch die übrigen Eigenschaften des aus Abfällen hergestellten Bindegarns zeigten im Vergleich zu neuem Bindegarn in keiner Weise nachteilige Eigenschaften. Leider ist es heute noch nicht möglich, anzugeben, welcher Preis für die gesammelten Bindegarnenden erstattet bzw. um welchen Betrag neues Bindegarn bei der Einlieferung von altern verbilligt werden kann. Um aber unnötige Verluste zu verhindern, wird schon heute die ge-famte Bauernschaft gebeten, das Bindegarn nicht wegzuwerfen, sondern möglichst geordnet zu sammeln und an einer trockenen Stelle zu lagern. Das gesammelte Bindegarn verliert erheblich an Wert, wenn es vollkommen unspöttisch abgewiesen. Ich suche nicht mehr; ist ja auch ganz klar, die Alten wollen uns eben nicht verstehen und werden uns nie verstehen. Sollt zu Hause bleiben, habt ja dort ein Heim, sagt mir einer. Quatsch ich such' nicht mehr, hat keinen Zweck!" „Mensch, wirf die Flinte nicht ins Korn. Wird schon werden, wir suchen und suchen. Die Alten sind ja nicht alle so, wie der, von dem Du eben erzähltest. Du darfst nicht so schwarz sehen. Diele wissen unsere Arbeit zu schätzen und bekennen sich zur Jugend, und die anderen werden wir durch unsere Haltung auch von unserer Arbeit und von unseren Aufgaben überzeugen. Wir werden ihnen immer wieder zeigen, daß wir niemand enttäuschen, der auf uns und die Zukunft hofft. Dann müssen doch schließlich alle unsere Berechtigung anerkennen und unsere Arbeit unterstützen. Du darfst nicht gleich allen den guten Willen absprechen. Wer flui Jugend steht und wer mithelfen will an der Zuj fünft unseres Volkes und Staates, der gibt uns1, auch einen Raum für unseren Iungzug. Drum los, versuchen wir es nochmals. Ich glaube, man wird uns einen Raum geben!" 3a, Volksgenossen, enttäuscht die Jungens nicht; gebt ihnen irgend einen leeren Raum. So viele Gebäude stehen leer; leere Räume in Hinterhäusern und Anbauten, Verwaltungsräume alter Fabriken. Die Jungen werden wissen, sich den Raum zum heim umzugestalten. Mit Begeisterung werden sie arbeiten, basteln, malen und anstreichen und alles zusammenschleppen, begann mtt einer sehr eindrucksvollen Totenge- bentfeier, die der Kreisdietwart des Reichsbundes für Leibesübungen, Lehrer Schwickert - Nie- der-Mörlen, leitete. Die weiteren Verhandlungen befaßten sich dann mit dem Jahresarbeitsplan 1935 und mit den Winterhilfsspielen, die am kommenden Sonntag im gesamten Kreisgebiet stattfinden. Kegler-Wettkämpfe zu Gunsten des Winterhilfswerks. Auch in diesem Winter soll niemand hungern und frieren. Mit dieser Mahnung hat unser Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zum Winterhilfswerk 1934/35 aufgerufen. Die große soziale Tat des Vorjahres soll Anreiz genug, aber auch Pflicht für dieses Jahr fein. Es gilt, den notleidenden Volksgenossen zu helfen und den Armen zu zeigen, daß auch die Kegler bereit find, sie vor dem Schlimmsten zu bewahren. Die deutschen Sportverbände betrachten es daher als ihre Ehrenpflicht, auch in diesem Winter ihr gutes Teil zum Gelingen des Winterhilfswerkes 1934/35 beizutragen. Der besondere Aufruf des Reichssportführers von Tfchammer und Osten ist für uns Sportler daher Verpflichtung. Der Deutsche Keglerbund hat nun für Sonntag, 2. Dezember 1934, Kämpfe ausgeschrieben, deren Startgelder restlos dem Winterhilfswerk zugeführt werden. Der Ortsvereingungsführer ruft daher alle Kegler auf, ob Sport- oder Gesellschaftskegler, sich an diesen Kämpfen zu beteiligen. Die Sieger erhalten vom DKB. eigens für diesen Zweck geschaffene Ehrendiplome überreicht. Es wird somit hier ein doppelter Zweck erfüllt, einmal, sich in friedlichem Wettkampf zu messen, gleichzeitig aber auch dadurch befriedigt zu sein, sein Scherflein zum Winterhilfswerk beigetragen zu haben. Die Kämpfe werden getrennt gewertet, und zwar für Kegler, die dem D^B. angehören, und für die Nichtorganisierten Kegler. Die Kämpfe finden im Keglerheim in Alten-Buseck statt. Nach Schluß der Kämpfe wird sofort die Siegerverkündigung abgehalten. Es wird an die Opferbereitschaft der Kegler appelliert, durch ihre Teilnahme an den Kämpfen mitzuhelfen, das große Werk unseres Führers zum Siege zu führen. Handball Deutschland - Ungarn in Darmstadt. geordnet und an nicht völlig trockenen Stellen bewahrt wird. Langeinwirkende Feuchtigkeit die Festigkeit der Faser außerordentlich herab macht das Material für die Wiederverwendung nahm einen sehr anregenden Verkauf. Auf die del diesem Simultanspiel von seinen Mitgliedern erzielten Erfolge kann der Schachklub Gießen stolz sein. Ans der Schneelaufriege des Turnvereins v. 1846. Noch scheint es einige Zeit zu dauern bis der erste führige Schnee hier oder auf dem Hoherods- kopf fällt. Diese Tage will die Riege benutzen, um insbesondere die Anfänger mit dem Wissenswertesten im Brettereinkauf, -pflege und dergleichen oer- traut zu machen. Gleichzeitig sollen in einem Licht- bildervortrag die Anfangsgründe des Lausens dar- gestellt werden, um anschließend auf Brettern in Trockenübungen verarbeitet zu werden. Der erste Uebungsabend dieser Art findet am morgigen Samstag statt. (Man beachte die heutige Anzeige.) Meder „Runb um Schotten^. Das Motorsport-Programm Südwestdeutschlands bringt 1935 zwei Veranstaltungen, die 1934 nicht ausgetragen wurden. So findet am 8. Juli wieder das Motorradrennen „Rund um Schotten" statt. Die Straße wurde neu gebaut, die Streckenlänge beträgt 17,6 Kilometer, die Höhendifferenz 330 Meter. Ebenfalls neu ausgetragen wird das Wiesbadener Automobil-Turnier, das aber statt Schönheitskonkurrenzen Geschicklichkeitsprüfungen am Steilhang, im Gelände und Straßenrennen vorsieht. Das Hauptereignis wird wieder das Feldberg- rennen sein. Kreisspieltag des Turnkreises Wetterau-Dogelsberg. Bei gutem Besuch aus dem gesamten Kreisgebiet trat am Sonntag in Friedberg der Kreisspieltag des Turnkreises Wetterau-Vogelsberg unter Leitung von Kreisspielwart Langsdorf - Bad-Nauheim zusammen. Der Vormittag war ausgefüllt mit der Berichterstattung, an die sich eine rege Aussprache schloß. Als Obleute der verschiedenen Spielarten berichteten: Werner Trapp-Friedberg über die Sommerspiele, Lehrer Wagner- Wohnbach über die Jugendspiele, Langsdorf - Bad-Nauheim, lieber das Schiedsrichterwesen sprachen Heinrich K l i n k e r f u ß - Bad-Nauheim für die Wetterau- Gruppe und Karl R ü b - Merkenfritz für die Vogelsberg-Gruppe. Einen wesentlichen Teil der Verhandlungen nahm die Besprechung der Neuorganisation im Handball (Fachamt 4) in Anspruch, worüber der Kreisfachamtsleiter im Reichsbund für Leibesübungen Langsdorf- Bad-Nauheim, wertvolle Aufklärung gab. w li Urheberrechte 3 3ort|eßun : Ob mir dir "W Gütiger? ' Entscheidung' im halbes Ki 11 hl/8 °^sprc Wen, daß sj « nur w,e eine '1ie'"e örtlich c Lange lag; f5 war eir § Inster d Moski kFannt mar, ma'x'cini »in»/ Dadurch,, > •»Jjyw ■ «wS 0en^ 2* -'S '"Vate^ tytoeren t ! : EÄ I Hm? i tt«X ■ RS i ÄerCJe? °'L'L 28-November Amtliche Notierung Seid | Brie- Hamburg-Amerika-Paket O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Hansa-Dainpfschiff...........O Norddeutscher Lloyd O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Pilvat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank o Reichsbank ................ 12 für Altbesitzanleihe, die heute vor der Ziehung letztmals notiert wurde; Keine Stücke waren be» sonders gesucht. Interesse erhielt sich bei weiter anziehendem Kurs für Zinsvergütungsscheine, auch Kommunal-Umschuldung und späte Schuldbuchforderungen wurden beachtet. Auslandswerte lagen ruhig und nach der kräftigen Erhöhung wieder eher leichter. So AKU. mit 55 bis 54,75, 4 v. H. Schweizer Bundesbahn mit 164,75 (165,50) und 3,50 do. mit 155 (157). Auch IG. Chemie-Basel blieben nur knapp behauptet. U. a. notierten: Altbesitz 104,75 bis 105, 6 v.H. Stahlverein 87,13, Schutzgebietsanleihe 9,60, 6 v.h. Stadt Frankfurt von 1926 (roertbeft.) 86,50, Commerzbank 67,75, Reichsbank 147, Gelsenkirchen 58,25, Harpener 103, Mannesmann 73, Phönix 46,13, Rheinstahl 88,25, Stahloerein 39,25, AKU. 55 bis 54,75, AEG. 27,50, IG. Chemie volle 148,25, leert 119,50, Daimler 46, Scheideanstalt 206, Licht 8t Kraft 120,50, IG. Farben 135,13, Gesfürel 106,75 bis 107,25, Schuckert 93,50, Zellstoff Waldhof 45,75, Reichsbahn-Vorzugsaktien 114,75, AG. für Verkehr 77, Hapag 27,50. Lloyd 30,75. Frankfurter Schlachtviehniarkt. F r a n k f u r t a. M., 29. Nov. Auftrieb: Rinder 26 (gegen 43 am letzten Donnerstagsmarkt), davon 18 Ochsen, 8 Kühe. Direkt» zum Schlachthof zugeführt wurden 2 Bullen und 2 Kühe. Kälber 1303 (575), Schafe 197 (152), Schweine 400 (214). Notiert rourbe pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber al 49 bis 52, b) 35 bis 45, c) 29 bis 34, d) 20 bis 28. Lämmer und Hämmel b2) Weidemasthämmel 34 bis 35, c) mittlere 30 bis 33, d) geringere 24 bis 29. Schafe e) beste 30 bis 32, f) mittlere 25 bis 29, g) geringe 18 bis 24. Schweine al) 53, a2) 52 bis 53, b) 50 bis 53, c) 50 bis 53, d) 48 bis 52, e), f), gl) und g2) nicht notiert. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagmartt gaben gute Kälber 3 bis 5, mitt- lere und geringe Kälber bis zu 7 Mark nach. Hämmel gingen um 1 bis 2 Mark zurück, für geringe Schafe zogen die Preise leicht an, für Schweine blieben sie unverändert. Marktoerlauf: Kälber sehr schleppend, geräumt. Hämmel und Schafe ruhig, in Schafen etwas Ueberstand (8 Stück). Schweine W sam, nahezu ausverkauft (8 Stück Ueberstand). Ist Rindern, die nicht notiert wurden, verblieb tin Ueberstand von 16 Stück, davon 11 Ochsen unb 5 Kühe. Großhandelspreise für Fleisch uno für Fettwaren: Beschickung des Fleischgrob' marftes: 1042 Viertel Rindfleisch, 119 ganze Kälber, 26 ganze Hämmel, 776 Schweinehälften, 1 Kleinvieh. Preise pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsen« fleisch b) 58 biß 62. Bullenfleisch b) 54 bis 56. Kuh' fleisch b) 42 bis 48, c) 28 bis 38. Färsenfleisch b) 58 bis 62. Kalbfleisch c) 66 bis 72, d) 58 bis 64. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 72 bis 75. Roher Speck hies. Schlachtung unter 7 Zentimeter 80 bis 83, Flomen 90. Marktverlauf: ruhig. !; Nachdem d Hi «n eigenen i H und mit Jena, laut G iuiutschen Hani Hrovinz - ^rastsahr Minierende IWe Leid zu Lhielt einen bei !l Ausgestaltung pimeifter und l rbzw. sr-tzch Li blauen Arbeit! j W(feier wurde r '.'Teiles des S j ! 1 Unter den K ifirper" mürbe ;dks Obermeister ' Hielt ihre Huf, 1 Mjen im Bon Kmchan i ittw die On 11 bij Erschienenen tieeol er dem Le t nn| tx M \tvM iw bei Mer :Ärt durchgeW «hebstriMs ar Gebräuche kenn ^Menden d rmies die Voll üwerksineister, t ' sei, am Wied, 29.November sämtliche Dotierung Schultheis Patzenhoser 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhos 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren ........ 0 Deutsche Linoleum........... 0 Lrenstetn L Koppel..........0 Leonhard Tietz 0 Chade......................10 Aceumulatoren-Fabrü 0 Contt-Summt...............0 BuderuS ........0 Deutsche Stbßl 4 Gelsenkirchen« 0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. v Ilse Bergbau ...............€ Ilse Bergbau Genüsse 6 Klöünerwerke .......... 0 ManneLmann-Rshreu ....... 0 unbrauchbar. Das Sammeln von Bindegarn und seine richtige Aufbewahrung ist eine nationale Pflicht, der sich kein Bauer entziehen darf. Der Abruf des gesammelten Garnes erfolgt, sobald die Verhandlungen mit der Bindegarnindustrie zum Abschluß gelangt sind. Eieraufkauf nur nach Gewicht! In fast allen Bezirken des Reiches wurde fest- gestellt, daß Eieraufkäufer, entgegen den bestehenden Vorschriften, Eier nach Stück aufkaufen. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß jeder zum Eieraufkauf zugelassene Händler nach Gewicht aufkaufen und bezahlen muß und zu diesem Zwecke eine geeignete Waage zu benutzen hat. In kürzester Zeit werden umfangreiche Kontrollen innerhalb der einzelnen Bezirke der Eierverwertungsverbände durchgeführt. Verstöße gegen die bestehenden Vorschriften für den Eieraufkiuf werden mit erheblichen Strafen belegt und können den Entzug des Uebernahmescheines zur Folge haben. Frankfurter Börse. Ittitfagsbörfe: im Verlaufe fest. turs 28-11 börse 29-11 - Datum 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 6% ebem.7% Tt.Reichsanl.v. 1929 bVi% Poung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehern.8% Hess. Bolksstaat 1929 srückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold M. 13.................. 6U% Hess. LandeS-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSIos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Seck 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6y2% ehem. 4-/,% Franks. Hyp.- Vank-Liqu.-Pfandbckse....... 5%% ehem. iyt% Rheinische Hyp.-Bank'Liou.-Goldpfe 6% ehem. 8% Pr. Landespfand- brietanstalt, Pfandbriefe R. 10 6% ehem. 7% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutfch. Verrechnungskurs.. Gritzner ...... 01 26 1 26 I Moinkraftwerke Höchst a.M>... Sl 78,75 1 79 1 Süddeutsch« Zuck« Lj IZ7 I 1801 .vranfiur. u. 2)1. Berlin Schlußkurs Gchiußl. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 28-11 29 11 - 28-11 29-11- 4% desgl. Eene 11 ............. _ _ - —— 6% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 4 4,1 4,2 4,15 S-/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,7 6,7 6,75 6,75 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3,7 3,75 3,85 3,85 2 y*% Anatolier ............... 30 31,75 50,4 31,65 Hranktun a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß« turs Schlußk. Mittag- börse 28-11- | 29-11- 28-11 29 11 0,628 0,632 0,628 58.17 58,29 58,17 0,204 0,206 0,204 3,047 3,053 3,047 55,24 55,36 55,32 81,04 81,20 81,04 12,375 12,405 12,395 5,465 5,475 5,47 16,38 16,42 16,38 167.93 168,27 168,04 21,30 21,34 21,30 0,722 0,724 0,722 5,694 5,706 5,694 62,16 62,28 62,26 48,95 49,05 48,95 11,25 11,27 11,26 63.80 63,92 63,90 80 50 80,66 80,55 33,97 34-03 33,97 10,375 10,395 10,375 2,485 2,489 2,488 Banknoten. 96,25 96,13 96,4 96,5 —— —- — — 96,4 96,4 96,25 96,25 104 105 104,1 104,5 — — — — 96,25 96,25 96,25 96,25 93 93 93 — — — — — — — — — 101,25 101,5 101,13 101,25 92,75 92,75 92,75 93,25 92,75 92,75 — — 93,5 93,4 — — 93,75 93,75 94,13 94,13 94,75 95,25 — 95,25 — _ — — 103,2 103,2 103,2 103-2 24 24,5 24 1,05 1,05 — — 6,85 6,75 6,8 6,5 7 6,25 6,25 6,65 6,4 6,4 6,25 — 11,25 11,75 11 11,25 — — — - - — - Ler1in,29.11ovembcr Geld Ameritaniiche Violen.............. 2,44 Belgische Roten.................. 57,91 Dänische Noten ................ 55,17 Englische Noten ................. 12,36 Holländische Noten............... Italienische Noten................ 16,34 167,62 21,08 Norwegische Noten .............. 62,10 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 63,73 Schweizer Noten................. 80,37 Spanische Noten................. 33,83 Ungarische Note» •.•••••••••••*•• Als Friedrich Borgloh sich nach drei Jahren nach Europa einschiffte, war er ein berühmter Mann. Er stand an Bord der „Mayflower", die ihn nach Europa bringen sollte. Sinnend schaute er noch einmal zurück nach der Küste des Landes, das er nun für immer verlassen sollte. Es war ihm zur zweiten Heimat geworden. Er liebte es mit der samtigen Dunkelheit seiner Nächte. Dem Sternenhimmel, der wie von tausend Diamanten bestickt war. Mit dem geheimnisvollen Leben Tausender von Schmetterlingen und Insekten. Er liebte es trotz seiner Tücken und Gefahren. Dieses Land, es erforderte Männer, Wagemut und Kühnheit. Wie würde es drüben in Europa wieder sein? Eng, verworen und konventionell. Aber wie es auch war — drüben war Eva van Koster. „Eva ..." Er sprach es vor sich hin, ganz leise und versonnen. Und noch einmal: „ Eva, kleine Eva Der Name schon allein war etwas, was wie eine Zärtlichkeit war. Wie einsam hatte er gelebt! Bis er hier auf das Schiff kam, hatte er kaum eine weiße Frau mehr gesehen. Und auch jetzt ging er an allen fremd und wie blicklos vorüber. Bor seinem Geiste stand noch ein zartes Mädchengesicht mit blauen Augen. Ein scheuer Mund. Ein süßes Oval rosiger Wangen, umrahmt von dem lichten Gespinst des goldblonden Haares. Immer wieder mühte er sich, sich Eva in Erinnerung zu rufen. Aber es war alles unbestimmt. Es lagen ja auch drei lange Jahre dazwischen. Doch dies Unbestimmte vergrößerte die Erwartung. Eva van Koster war der einzige Mensch, der ihn nach drüben zog. Sie war ihm wie ein Vermächtnis des teuren Toten. Freude und Bangen waren in ihm, dachte er an das Wiedersehen. 3. Kapitel. Das Schiff zog seinen Weg. Die Küsten Afrikas gingen an Friedrich Borgloh vorüber. Palmen, Walder, Dickicht, aus dem seltsame Vögel herauskreischten, Riesenbaumstämme, von Lianen und Orchideen umzogen. Dann wieder öde Sandstrecken, auf denen nichts wuchs als ein paar stachlige Zwergbüsche. Und wieder Himmel und Wasser bis zum Horizont. Braune Menschen ruderten in schlanken Booten, winkten herüber zu dem Schiff. Dann Häfen, bunt und lärmend. Schiffssirenen heulten. Händler mit seltsamen Waffen, korbgeflochtenen Matten, mit bunten Seidenschals, Steinen und tausenderlei fremdartigen Zierat kamen an Bord. Es gab ein Feilschen, Handeln, Lachen und Kreischen, wenn sich die europäischen Passagiere mit den Eingeborenen verständigen wollten. Ein paarmal ging man an Land. Dann saß Friedrich Borgloh auf schattigen Hotelterrassen in tiefen Korbsesseln, einen amerikanischen ice drink vor sich, und hatte ein Vorgefühl von Europa. Es wurde futter. Die Glut der Tropen blieb zurück. Man näherte sich der gemäßigten Zone. Es war Mai, als Friedrich Borgloh den europäischen Kontinent wie einen schmalen Streifen vor sich sah. Er ging in Marseille an Land. Unter anderen Umständen hätte es ihn gelockt, die bunte Hafenstadt mit ihren Geheimnissen, ihrem malerischen Schmuck und ihrer südlichen Buntheit näher kennenzulernen. Jetzt aber hatte er nur einen Gedanken: Eva. Von Marseille aus nahm er einen englischen Dampfer nach Southampton. Es war der 15. Mai, als er in England landete. London hatte sich, wie zu Ehren seiner Ankunft, in das lichteste Frühlings- grün gehüllt. Der englische Nebel, sonst ein Begleiter dieser Frühlingstage, war gewichen. Weich und blau spannte sich die Luft über den Villen- vorort, in dem das Haus van Kosters stand. Friedrich Borgloh hatte seine Ankunft von London aus angemeldet. Nun stand er am Fenster des kleinen Lokalzuges und spähte mit sehnsüchtigen Augen hinaus. Jetzt kam der große öffentliche Park. Nun die kleine Brücke. Und nun sah man schon die Station. Auf dem sonnenhellen Bahnsteig' standen mehrere Menschen. Aber so sehr er auch Ausschau hielt, es war niemand darunter, der eine Aehnlichkeit mit Eva van Koster hatte. Er stieg aus und sah sich suchend um. Da kam ein älterer Herr auf ihn zu. Er war sehr groß, sehr hager, hatte dichte, buschige Brauen, unter denen ein Paar scharfe, schwarze Augen funkelten. Sein Gesicht war etwas verkniffen. „Mister Borgloh?" fragte er, zu Friedrich gewandt. „Jawohl, der bin ich." Das verkniffene Gesicht des älteren Herrn verzog sich liebenswürdig: „Willkommen bei uns, Mister Borgloh." Er streckte Friedrich eine magere, etwas kalte Hand entgegen. „Ich bin John Parkins. Wie geht es Ihnen? Ich freue mich, Sie hier zu sehen." „Sehr freundlich von Ihnen, Mister Parkins", sagte Friedrich etwas befangen, „daß Sie mich selbst abholen. Ich hatte allerdings gehofft ..." „Oh, Sie meinen, daß Eva Sie hätte abholen sollen. Sie sollte es auch, aber sie war so tief bewegt durch den Gedanken Ihrer Rückkehr. Sie fürchtete, ihre Fassung zu verlieren. Die Erinnerung an ihren lieben Vater überwältigt sie oft noch sehr stark. Und nun das Wiedersehen mit Ihnen, der Eva unter ganz anderen Umständen verlassen hat! Sie fürchtete, hier auf dem Bahnsteig ihre Fassung zu verlieren. So hat meine Frau ihr geraten, zu Hause zu bleiben. Ich soll Ihnen die herzlichsten Grüße von Eva bringen." Friedrich Borgloh kam gar nicht dazu, etwas zu sagen. Parkins überschüttete ihn sofort mit einer Flut von Worten. Er geleitete ihn zum Wagen, einem wunderbaren schweren Reiseauto. (Fortsetzung folgt!) r 280 Drittes Blatt Eichener AnzeigerlEeneral-Anzeiger für Oberhessen) Hreiiag, ^0. November 1954 Die feierliche Verpflichtung der Jungmeister durch den Innungs-Obermeister. । 2s JNnungslade mit den Wahrzeichen der Innung, zur Verpflichtung der Jungmeister feierlich aufgestellt. scheine, t vchuldblch l9ens NH. n- So viel, in h'Nln. un95täumi wissen, sich lallen. 1 basteln, J Mtsgenolte der ZiehN 'e öaren t h bei die Einführung der Iungm?ister. Der Obermeister nahm den neun Jungmeistern, nachdem kundgetan war, daß sie um bu Aufnahme als Zunftmeister gebeten hatten, das Gelöbnis ab, mit ganzer Kraft sich ihrer Handwerkskunst zu widmen und treu dem Obermeister, dem Handwerk und Adolf Hitler zu folgen Im Chor gaben sie die Antwort, während die Musik „Verachtet mir das Handwerk nicht" spielte. Zur Freisprechung der Junggesellen, 16 an der Zahl, scharten sich diese um die Zunft- lade. Nach Rede und Gegenrede und dem Gesellentrunk sprach der Altgeselle den Glückwunsch zum Gesellenstande aus.Obermeister Aß mann betonte, daß alle ihre Schuldigkeit getan hätten, Jungmeister sowohl wie Junggesellen. Den beiden Jungmeistern, die die Zunftlade und den Gong der Innung gestiftet, übergab der Obermeister Geschenke im Namen der Innung. Den Dank der Jungmeister übermittelte Jungmeister Willi Appel (Gießen), der im besonderen auf die mißliche Lage des Kraftfahrzeughandwerks im marxistisch-liberalistifchen System hinwies, wo alles darniederlag, während heute durch die nationalsozialistische Regierung auch diesem Handwerk durch tatkräftige Förderung wieder auf die Beine geholfen werden soll. Seine Ausführungen endeten mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Das Schlußwort sprach der Kreishandwerk s m e i st e r , der Jungmeistern und Jung- gehilfen herzliche Glückwünsche übermittelte und sie auf ihre berufsständischen Aufgaben hinwies. Jeder einzelne habe durch Qualitätsarbeit und Leistung zu beweisen, daß er mithelfen wolle, die großen Aufgaben für Volk und Vaterland zu meistern und alles däranzusetzen, um dem Handwerk und dem Führer Ehre zu bereiten. Ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf Volk und Vaterland und unseren Führer Adolf Hitler schloß die einfache, aber würdige Feier. Ae neue Innung des Krasisahrzenghandwerks. Erie Pflichtversammlung. — Gin neuer Landesverband und Reichsverband ' für das Krastfahrzeughandwerk J't'rW Mit i«. >°td-n g* ' «nltäuö la"n Merten,,, b«l|t ms Set 3 Qn bet t ler gibt 2 fi- Drum | e- man to X’i s. tz, 'w Du, arbeiten, und daß mit Kritisieren und Nörgeln und Beiseitestehen nichts getan sei. Was für die Gesamt, heit des Staates gelte, gelte für den Handwerkerstand im gleichen Sinne. Der Führer habe uns durch die Gesetzgebung lediglich den Rahmen zum kommenden Ständestaat gegeben, den Inhalt müßten wir uns alle selber geben. Deshalb bestehe für uns die doppelt? Ausgabe, die eigene Person in den Hintergrund zu stellen, und alle Kräfte einzuspannen zum Wohle der Gesamtheit, dann werde und müsse es möglich sein, bleibende Werte zu schaffen, die im Interesse des Handwerks und des Vaterlandes notwendig feien. Voraussetzung hierfür sei jedoch ein gut geschultes, durchgebildetes und diszipliniertes Handwerk. Wenn wir in der Ferne die Gliederung des Ständestaates sähen, so wüßten wir, daß zunächst einmal jeder Stand in sich fest gegliedert und organisiert werden müsse und sich mit den berufsständischen Aufgaben vertraut mache. Dazu gehöre aber auch, daß wir guten Willens sind, alle persönlichen Interessen zurückzustellen und alle Fragen nur vom Gesichtspunkt der Allgemeinheit, auch innerhalb der Innungen, betrachten. Der Kreishandwerksmeister widmete, im Hinblick auf den Totensonntag, den Helden des Weltkrieges und den im Kampf um das Dritte Reich gefallenen Kameraden treffende Gedenkworte und stellte sie allen Anwesenden als Vorbild hin. Die Versammlung erhob sich von ihren Plätzen, und die Musik spielte das Lied vom guten Kameraden. Im Auftrage des Präsidenten der Handwerkskammer Darmstadt überbrachte Pg. S t ü h l e r dessen Wünsche und Grüße und betonte weiter, wir wollen uns verpflichten, durch Disziplin und Selbst- Nchdern das Kraftfahrzeughandwerk durch iitni eigenen Reichsfachverband selbständig ge- nciijt und mit allen Rechten und Pflichten der Jn- ’Wljig laut Gesetz zum vorläufigen Aufbau des zücht das Handwerk zu fördern und ihm zu dienen. Das Handwerk in unserem engeren Kreise (Gießen) habe bewiesen und werde es auch w'eiter beweisen, daß es treu und aufrichtig zum Führer steht. In diesem Sinne verpflichtete er über die Jn- nungslade hinweg den Obermeister Ernst A ß - mann, mit dem Wunsche, daß dieser treu und redlich alle Zeit seine Pflicht tue, wie sie der Führer von jedem deutschen Manne, der es mit seinen Aufgaben ernst meint, fordert. Obermeister Ernst Aßmann übernahm nunmehr den Vorsitz. Er dankte für das Vertrauen und versprach, seine ganze Kraft einzusetzen für das Handwerk und für unser geliebtes Vaterland. Der Obermeister verpflichtete nunmehr in gleicher Weise seinen Innungs-Beirat durch Handschlag. Diese versprachen ebenfalls treu und redlich ihm zur Seite zu stehen. Es sind stellvertretender Obermeister Otto P r e n z e l l (Nidda), Schriftführer Otto Neils (Gießen), Kassenwart Adam Kircher (Gießen), Lehrlingswart Willi Letsch (Gießen), Gesellenwart H. Mohr (Klein-Linden), ferner die Beauftragten für den Bezirk Friedberg Bezirksmeister Ernst R o d i u s (Butzbach), Büdingen: Bezirksmeister Otto Pr en zell (Nidda), Schotten: August Jägle (Schotten), Alsfeld: Bezirksmeister Franz Müller (Alsfeld), Lauterbach: Bezirksmeister F. W. Möller (Lauterbach), sowie die Fachobmänner: für Fahrlehrer Heinrich Appel (Gießen), für Auto - Elektriker Ludwig Feltzer (Gießen), für Vukaniseure Mono (Gießen), für Zylinderschleifer Kraft (Gießen). Dann mürben einige Innungs-Angelegenheiten bekanntgemacht, sowie Fragen ber Organisation, bes Lehrlingsurlaubs, ber Lehrlingsvergütung, ber Lehrftellenbesetzung, über bie Berufsberatung unb oerschiebenes mehr. Wichtig zu hören war es, baß bas Kraftfahrzeughandwerk zum selbftänbigen Beruf erhoben unb bie jahrelangen Wünsche nunmehr in Erfüllung gegangen find. Nach Schaffung bes Reichsfachverbanbes ist nunmehr auch ber Landesfachverband gebilbet worben mit bem Sitz in Gießen. Nach einer Mufikfolge begann nbesbaljn -icutfcen Hcwbwerks, ausgestattet war, hielt bie 5 (157). UM i n 3 8 Innung Ober Hessen bes > behaMN "Q t s a h r z e u g h a n b w e r k s ihre erste kon- $ 105,6j"tit!iiii-rnbe Jnnungsversammlung am Samstag im e 9,60,6-6:i-:d!-eib zu Gießen ab Diese Veranstaltung er- > 86,50 1 nen besonders würbigen Rahmen burch ihre nkitche^Au^ssltaltung nach zünftigem Brauch. Der Ober- Phönix unb die neu einzuführenden Jungmeister AM A bgch. fr^izusprechenden Junggehilfen waren im » 14825 blajue Arbeitsanzug (Arbeitskittel) erschienen. Die 206 ^rrourbe von musikalischen Darbietungen eines KMMv. öes SA -Musikzuges umrahmt MM5,. den Klängen des Vorspieles „Die Meister- wurde die Zunftlade unter Führung ies* Oermeisters in den Saal eingebracht, und er- uest chre Aufstellung zwischen zwei brennenden ttl t’ctfyr im Vordergrund des Saales. mw ^eishandwerksmeister Stühlen 2 '.e die Jnnungsversammlung und begrüßte kichienenen aufs herzlichste. Besonderen Gruß i. i Mn tj oh er dem Vertreter der NSDAP., Pg. Haas, . lri^ e 9ab seiner Genugtuung Ausdruck, daß ge- 7JM.J abttii dieser Versammlung, die als erste in dieser ,Q) Mm i^irchgeführt würde, ein Vertreter des Ho- Ö igws anwesend sei, um die alten Zunft- r ? 'je&rr iJlje kennenzulernen. Weiter begrüßte er den ^.^.M?üch!tsifinden der Meisterprüfungskommission. Er ) i crl)D‘®r i'ie Volksgenossen, insbesondere alle Hand- 11 e*' Zister, darauf hin, daß jeder einzelne berufen S" d‘l Wiederaufbau unseres Vaterlandes mitzu- bi mit1 1 i i! l i i,628 8,17 1,204 1,047 15,32 11,04 1,395 5,47 16,38 ,8,04 J,30 ,722 j,694 52,2 18, 11,26 30, fhirl er nF1' doch einst ihr Vertrauter gewesen, mit dem ‘ 5!^ WHdjt war es doch so, daß die Entfernung SblT^ein^ griffe Scheu in ihr hervorgerufen hatte. Sie ___________ । fein Kind mehr. Sie wuchs zum Weibe A Winnis M to. SchweiN Vornan von Rainer Helden ^verblic! UrWZrrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 11 Ochsen 3. !H»ksetzung. Nachdruck verboten! £ Di )oir dir diesen letzten Wunsch erfüllen fönnen, Fleisch du q Seiger?, dachte Friedrich Borgloh. Nun, die ies FleiREnäH lidung steht nicht bei mir Eva ist jetzt noch 9 gnn^einH |cäbes Kind Aber wenn sie sich entwickelt, wie ilsten, l^sie >'I-iWersprach, so fönnte ich mir sehr wohl vor- üJlarl: r'stelle daß sie mir ans Herz wachsen fönnte, nicht 54 bis 56.>urfirae eine geliebte fleine Schwester, sondern wie Färsenslei'einÜezärtlich geliebte Frau! d) 58 dii Upjtö.e lag er in dieser Nacht wach. linefleisch ! GE; mar ein warmer, schwüler Abend. Er hatte } unter i ’ biejl fünfter des Bungalows weit offen. Um den »etlflUf: ß)ci:i|:i Mosfitoschleier, der über das ganze Bett ^*****9efl-l*-n i tindurchzudringen. Er lag eingehüllt in diese we lch Wolke, wie in einem süßen Traum. Wachend träfe? er von Eva. Warum schrieb sie ihm nicht? !ser Tod des Vaters sie so tief getroffen? Aber heriw. Wer mochte wissen, was sich in der Mäd- l ch efln -e se abspielte. Vielleicht sah sie in ihm nun ^niclfe.ehr den älteren Freund, den Stellvertreter i'beek Beters. Vielleicht sah sie in ihm den Mann, der Itihrß vm Vater bestimmt war. Daher ihr Schweigen, li J Si satte ihr auf das Testament hin einen Bries I? gePfeben, ganz zart, nur von der Sorge für ihr l. etgsteie Ergehen biftiert: \ pie liebevolle Großmut Ihres Vaters, meine lliv Eva, rührt mich tief. Ich sehe darin vor ciü einen Beweis feines Vertrauens zu mir. Cffnben Sie mir, ich denfe mit inniger Liebe en Ähren Vater zurück. Er war auch mir wie e rii :3ater geworden. Ohne ihn wäre ich nach den f|ctaren Schicksalsschlägen, die mich getroffen, e ch unglücklicher, einsamer Mensch geworden. Ihr £&cr gab mir Güte, Freundschaft. Er gab mir € ei? rgeim. Er gab mir in Ihnen eine liebe, fleine (eir.iefter. Ueberiaffen wir alles Weitere der Zu- ife Ihr lieber Vater hat das Beste für uns dj SM®* Börsenverein und von den Obleuten der Fachschaft Leihbüchereien unter dem 20. 4. 34 (1. Dtsch. Bchh. 1934 Nr. 37 und 47; Ztschr. d. Leihbücherei 1934, Nr. 4) festgesetzten Mindestgebühren sind für jeden Inhaber einer Leihbücherei verbindlich. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen .ziehen Ordnungsstrafen nach sich und können im Wiederholungsfälle zum Ausschluß aus der Reichs- chrifttumskammer gemäß § 10 der genannten Verordnung führen. Pfundpäckchen-Sammlung der Ortsgruppe Gießen-Ost. Montag und Dienstag, 3. und 4. Dezember, wird durch die Frauenschaft die Pfundpäckchensammlung in Lebensmitteln für den Monat Dezember durchgeführt. Um für jede Spende eine Quittung erteilen zu können, wird gebeten, den Inhalt der Päckchen durch Aufschrift auf die Umhüllung kenntlich zu machen. Reichsbund Volkstum und Heimat. Samstag, 1. Dezember, 20,15 Uhr, Heimatabend im Caf4 Leib. Herr Ministerialrat Ringshausen wird sprechen. Es wirken mit: der oberhessische Heimatdichter Georg Heß, die Trachtengruppe Erksdorf, der Bauersche Gesangverein und ein Mädchenchor der Schillerschule. Eintritt für Mitglieder und ihre Angehörige je 20 Pf., Nichtmitglieder 50 Pf. Saalöffnung 19.45 Uhr. Reichsberufsgruppen der Angestellten Diejenigen Firmen, die diesen Bestimmungen nicht entsprechen, sind aufzulösen. Bis dahin sind die Bestimmungen der Fachvereine zu beachten. Jede Abweichung von den Bestimmungen hat vorzeitige Schließung zur Folge. o Die vom Börsenverein und der Fachschaft „Leihbücherei" vereinbarten Mindestleihgebühren treten ofort in Kraft und sind gut sichtbar in den Ge- chäften anzubringen. Die Gebühren der Leihbüchereien. Der Präsident der Reichsschrifttumskammer gibt bekannt: Zur Sicherung der Kulturaufgaben des Leihbüchereigewerbes ordne ich auf Grund des § 25 der ersten Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes vom 1. 11. 33 (RGBl. 1933, Bl. 1, S. HKH.) hierdurch folgendes an: Die von den Vertretern der Leihbüchereien im Prof. S e s f 0 u s trat am 27. Januar 1912 die Ausreise nach der im Jahre 1900 unter die deutsche Flagge gestellten Kolonie Samoa in der Südsee an. Er hatte dort im Auftrage der Regierung als landwirtschaftlicher Sachverständiger zu wirken, um bei der Erschließung der wirtschaftlichen Quellen der Kolonie zum Nutzen der eingeborenen Bevölkerung zu helfen und zugleich den Interessen der kolonialen Verwaltung förderlich zu sein. Der Vortragende machte zunächst, an Hand von Kartenmaterial, mit der geographischen Lage und den Bodenformationen der Kolonie bekannt und teilte in diesem Zusammenhänge mit, daß Samoa in unserer deutschen Kolonialwirtschaft ein wertvoller Posten war, denn die Kolonie habe nicht nur keinerlei Zuschuß vom Reiche erforderlich gemacht, ondern sich selbst getragen und obendrein noch leberschüsse an das Reich abgeführt. Das Land ei wirtschaftlich außerordentlich fruchtbar und von großer landschaftlicher Schönheit. Der Hauptanbau der Kolonie umfaßt die Kokospalme, Kakaobäume, Kautschuk und Ananas. Sonst ist auf Samoa ziemliche Armut der Flora und der Fauna zu ver- leichnen, die einzigen einheimischen Tiere sind liegende Füchse und Fledermäuse, alle übrigen Tierarten sind von den Europäern eingeführt worden. Dagegen hat das Meer einen ungeheuren Reichtum an Fischen aller Art, so daß die als gute Fischer bekannten Samoaner reiche Fanggründe besitzen. Das Klima ist nach der Schilderung des Vortragenden als gesund für Europäer anzusehen. Die Insel hat als Land vulkanischen Ursprungs oft Erdbeben zu verzeichnen, die aber während der Anwesenheit des Vortragenden in der Kolonie keinen Schaden anrichteten. Die eingeborene Bevölkerung gehört seit vielen Jahrzehnten dem Christentum an, deutsche und englische Missionen leisten dort an dem Samoanervolke eifrige Arbeit. Trotzdem ist der Aberglaube unter den (Eingeborenen noch sehr verbreitet. Der kulturelle Stand der Eingeborenen liegt nach den Schilderungen des Redners weit über dem Niveau anderer eingeborenen Völker in den Kolonien. Als besonders bemerkenswert ist hervorzuheben, daß die Samoaner mit größter Strenge auf Reinhaltung der Sippen, 1 Kolonialtätigkeit haben könne. Der Vortrag rourb| der Dorfschaften und der Häuptlingsschaften sehen,!mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Oer Blutdruck. Von Or. med. Gert Losch. Es ist noch nicht allzu lange her, daß der Arzt instandgesetzt wurde, ohne große Schwierigkeiten in der Sprechstunde mit Hilfe eines kleinen Apparates den Blutdruck seiner Kranken zu messen. Eine Gummimanschette wird um den Arm gelegt, durch ein kleines Gebläse wird Luft in den Gummiring getrieben, und man kann an einem Manometer ablesen, welcher Druck erforderlich ist, um den Puls zum Verschwinden zu bringen. Dieses nützliche Instrument hat sich als sehr wichtig erwiesen bei der Beurteilung der verschiedensten Kreislaufstörungen, aber die Höhe des Blutdrucks hat, wie es bei halb verstandenen Vorgängen so häufig ist, im Bewußtsein des Patienten oft allerhand Unheil angerichtet. Es gibt schon ganze Kategorien von Menschen, die den Arzt ängstlich nach der Höhe des Blutdrucks fragen, so oft sie ihn aufsuchen und die sich ganz phantastische Vorstellungen davon machen, wenn er um 10 oder 20 Punkte gestiegen ober gesunken ist. Die Messung des Blutdrucks ist eine wichtige untersuchungstechnische Hilfsmaßnahme, die nur der Arzt sinngemäß verwerten kann, und auch der Arzt nur dann, wenn er den Blutdruck in Beziehung setzt zu dem Untersuchungsergebnis des ganzen Menschen. Die Höhe des Blutdrucks schwankt bei derselben Person oft außerordentlich. Sie ist abhängig von der Nahrungsaufnahme, von körperlichen Anstrengungen, von der Ruhe, von seelischen Erregungen. Schon die Angst, daß der Blutdruck zu hoch sein könnte, ist imstande, ihn vorübergehend wesentlich zu erhöhen. Außerdem wissen die wenigsten, daß ein langsames Ansteigen des Blutdrucks bei älteren Menschen etwas durchaus Natürliches und Normales ist. Man rechnet im allgemeinen 100 plus die Anzahl der Lebensjahre, so daß ein 6Ojähriger einen Blutdruck von 160 haben darf, eine Zahl, die für einen jungen Menschen entschieden zu hoch wäre, für ihn aber kein Anlaß zu irgendwelchen Bedenken ±1 Cafe- ®ärj ließen, > den Remter «eia. ist. । Die Erhöhung des Blutdrucks ist ein Zeichen ■ dafür, daß das Gefäßsystem einer erhöhten Sean- : spruchung unterworfen ist, die die verschiedensten, nur durch sorgfältige Untersuchungen zu ermitteln- den Ursachen haben kann. Je nach diesen Ursachen wird der Arzt seine Maßnahmen treffen, die vor allem darauf abzielen werden, die Ursache nach Möglichkeit zu beseitigen und eine übermäßige Belastung der Blutgefäße zu verhindern. Die alten Aerzte haben zweifellos aus einem richtigen Gefühl heraus so viel von Aderlässen gehalten, wenn sie auch manchmal des Guten zu viel getan haben. Der Aderlaß spielt auch heute wieder bei der Bekämpfung des hohen Blutdrucks eine wichtige Rolle neben den anderen diätetischen Maßnahmen. Vor allem wird es hier darauf ankommen, die Flüssiakeitszufuhr auf ein vernünftiges Maß zu beschranken. Ein überanstrengter Kreislauf verträgt es nicht, daß ihm, wie so oft zum Beispiel bei starken Biertrinkern, unvernünftig große Flüsfig- feitsmengtn zugefühlt werden. Auch Die berühmten Gefäßgifte Nikotin und Koffein werden fast stets bei Hochdruck dem Machtspruch des Arztes weichen müssen. Dies wird um so leichter und ohne Opfer gewohnter Alltagsgenüsse geschehen können, wenn sich der Kranke dazu bekehren läßt, nikotinarme oder nikotinfreie Tabakssorten zu rauchen und koffeinfreien Kaffee zu trinken, die beide den Genuß schon deshalb nicht beeinträchtigen, weil ihnen ja nur das an sich geschmacklose und geruchlose Gift genommen ist, während die den eigentlichen Genuß vermittelnden Stoffe in ihrer vollen Leistungsfähigkeit geblieben sind. Wesentlich ist es, daß der hohe Blutdruck für den Menschen nicht zum Schreckgespenst wird, das ihm Schlaf- und Lebensfreude raubt. Nur wenige kleine diätetische Kunstgriffe genügen oft, um die Gefahren, die hier bei unvernünftigem Leben entstehen können, im Keime zu ersticken. Hilf Freude spenden! Vom Winterhilfswerk 1934/35, Gau Hessen- Nassau, wird uns geschrieben: Tagtäglich häufen sich die Stöße der Wunschzettel auf den Tischen der Amtswalter und geoen beredtes Zeugnis von der Not, die es noch bei vielen unserer Volksgenossen zu lindern gilt Einen gerade mit einem solchen Packen Weihnachtsboten vorbeihastenden Helfer hielt ich einen Augenblick an, um mich nach dem Fortgang der Weihnachtsvorbereitungen und den Weihnachtswünschen zu erkundigen. Wortlos zog er aus der großen Menge einen Zettel wahllos heraus und reichte ihn mir. „Etwas Kinderwäsche" stand dort und füllte kaum die für die Wünsche freigelassene Zeile. Doch welch glühende Bitte stand hinter diesen knappen Worten. Unser Helfer wußte darum: Ein junges Ehepaar; er, seit Jahren arbeitslos, und sie warten nun in der Weihnachtszeit auf ihr erstes Kind. Und weiter hörte ich von der Hoffnung, mit der eine kinderreiche Familie auf das Weihnachtspäckchen wartet. Die Eltern haben kein Geld, um ihrem Aeltesten warme Unterwäsche zu kaufen, und die beiden Kleinsten brauchen so notwendig ein warmes Mäntelchen. Verlegen ob ihres Wunsches brachte die Mutter ihr Anliegen vor, und nur aus ihrem bedauernden Seitenblick auf die Kleinen, deren glänzende Augen ihr Wissen um die Geheimnisse des Christkindchen verrieten, las der Helfer, daß sie nicht noch um ein kleines Spielzeug bitten zu dürfen glaubte. Aber er hatte es doch bemerkt und wird alles tun, um den Kleinen ihren Weihnachtsglauben zu erhalten. Und so ist es mit all den vielen Zettelchen, wie mir der nach dem kurzen Aufenthalt davoneilende Helfer versichert. Jeder birgt eine Weihnachtshoffnung und einen Weihnachtsglauben, den du als wahrer Volksgenosse berufen bist zu erfüllen und den du unter keinen Umständen enttäuschen darfst! Fachschaft Leihbücherei. Sofortige Anmeldepflicht. tag, 16. Dezember, 15 Uhr, im Kaufm. Vereinshaus, Gießen, Wernerwall, statt. Es spricht Pg. Timm (Frankfurt a. M.) über „Von der liberalistischen zur nationalsozialistischen Wirtschaft". Berufliche Bildungsmaßnahmen im Winter 1934/35. Die Industrie- und Handelskammer Gießen weift darauf hin, daß im Frühjahr 1935 viele Arbeitskräfte bei den Industrie- und Handelsfirmen zur Einstellung gelangen werden, zumal der Arbeitsplatzaustausch einen steigenden Bedarf an qualifizierten Facharbeitern aller Berufsgruppen verursachen wird. Die zur Verfügung stehenden und beim Arbeitsamt gemeldeten Arbeitsuchenden bedürfen jedoch, sollen sie für die Frühjahrsvermittlung in Frage kommen, in den meisten Fällen einer beruflichen Fortbildung bzw. Umschulung. Nur verhältnismäßig wenige werden von dem Arbeitsamt in größere, zur Fortbildung von Fachkräften geeignete Betriebe, die diese Arbeitskräfte auch voraussichtlich im Frühjahr benötigen, eingeroiefen werden können. Dem verbleibenden größeren Teil der Arbeitsuchenden wird dringend empfohlen, zur Erhaltung und Hebung des Berufsniveaus von den eingerichteten Schulungskursen der Reichsberufsgruppen in der Deutschen Arbeitsfront Gebrauch zu machen. Wir bitten Industrie und Handel, die Maßnahmen des Arbeitsamtes und der Deutschen Arbeitsfront aufs Nachhaltigste zu unterstützen. Bauern aus der deutschen Sprachinsel Gottschee in Deutschland. Die Pressestelle der Studentenschaft teilt uns folgendes nut: Aus der über 600 Jahre alten deutschen Volkstuminsel Gottschee in Jugoslawien, die etwa 70 km südöstlich von Laibach mitten im Karst liegt, sind in diesem Winter eine große Anzahl von Bauern über Deutschland verteilt, einer von ihnen ist auch in unserer Stadt und trägt zu seiner Kennzeichnung ein rotes Halstuch und eine weiße Armbinde mit der Aufschrift: „Auslandsdeutscher aus Gottschee." Sie haben eine uralte Sitte wieder aufgegriffen: Am Abend sieht man ihn seit einigen Tagen mit einem großen Kord in den Lokalen herumziehen; darin hält er Süßigkeiten und Früchte bereit. Er bietet den Gästen an, ein Spielchen zu wagen. In einem Säckchen hat er Nummern von 1 bis 100. Nun darf der Spieler wählen: wenn er „gerade" spielt so gewinnt er, wenn er eine gerade Nummer aus dem Beutel zieht, spielt er „tief", so muß er eine Nummer unter 45 ziehen, um etwas von den Schätzen, die der Hausierer in seinem Korb mit sich führt zu bekommen. Viele derartige Spiele schlägt der Hausierer vor. Der Einsatz für ein Spielchen beträgt 10 bis 20 Pfennig. Für uns Deutsche ist die Erhaltung des uralten deutschen Kulturlandes und -Volkes eine selbstverständliche Pflicht und ein volksdeutsches Gebot. Die Gottscheer sprechen bis heute eine höchst eigentümliche deutsche Mundart, die noch stark mittelhochdeutschen Charakter hat, sie haben sich ihren deutschen Sinn über all die Jahrhunderte bewahrt. Ihr dürrer Heimatboden gibt nicht so viel her, daß sie ihre Familien davon ernähren können. Darum ziehen sie im Winter ins deutsche Mutterland, um dort ihr Brot zu verdienen. Die Gottscheer Bauern wollen sich nicht unterkrie- , gen lassen. Helfen wir ihnen dazu, indem wir den ■ Hausierer bei seiner Arbeit in unserer Stadt unter» Uhr, „Die Braut von Messina". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Der verlorene Sohn". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg, „Der Reiter von Arkansas". — Gießener Wohnungsbau-Genossenschaft, 20 Uhr, Cafe Leib, Generalversammlung. — VHC., 20.30 Uhr, Monatsversammlung mit Lichtbildervvrtrag über „Deutsche Bienenzucht und Leden und Treiben im Bienenvolk" von G. Bodenbender. — Fröbel- feminar, 20 Uhr, Kindergartensaal, Walltorstr. 59, Weihnachtsmusik und Vortrag. — Rekchskammer der bildenden Künste, Gruppe Gießen, Turmhaus am Brand, 16 bis 18 Uhr, Weihnachtsausstellung. — Stadttheater Gießen. Als Vorstellung im Freitag-Abonnement kommt heute unter der Spielleitung von Intendant Hanns König das Trauerspiel: „Die Braut von Messina" von Schiller zur Aufführung; Ende 22.15 Uhr. — Die NS-Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil den Spielplan für Dezember und außer- dem die Zeiten der Kartenausgabe. Auf die Anzeige ei besonders aufmerksam gemacht. um dadurch ihre Stammesart vor dem Nieder^ zu bewahren. Die schwere Arbeit des ßebensunui, Halts wird von dem Manne geleistet, während bh Frau die häuslichen Obliegenheiten und die & treuung der Kinder zu besorgen hat. Neben bei Samoanern befinden sich Chinesen auf der IM die als Kulis für die Arbeiten in den Pflanzung« und in den Häusern der Europäer verwandt werben An Hand guter Lichtbilder aus allen ©ebietei des Lebens und Schaffens in dieser ehemals beul- schen Kolonie gab der Vortragende ein aufoerorbe» lich fesselndes und eindrucksvolles Bild von fr wirtschaftlichen Bedeutung der Insel und von br, weitreichenden Möglichkeiten, die dort für unfe deutsches Vaterland vorhanden waren, zugkH wurde dadurch der starke Verlust offenbar, den wir durch den Raub dieser schönen Kolonie währcnL des Krieges unter Bruch des Völkerrechts erlitten haben. Die Vorgänge bei diesem Raub schilbertk der Redner in sachlicher Weise, frei von jeglichem Haß, aber voll Bitterkeit über das schmähliche Verbrechen gegen die europäische Zivilisation, das hort begangen wurde. Die Neuseeländer, die diesen von den Feindbundmächten veranlaßten Gewaltstreich ausführten, haben dabei sogar die elementaren Erfordernisse der Ritterlichkeit gegenüber einem völlig unbefestigten und nicht verteidigten Platz außer acht gelassen, ebenso wie sie den Gouverneur und die deutschen Beamten bei der Gefangennahme und beim Abtransport im September 1914 in schmählichster Weise behandelten und die Deutschen der Kolonie in den Augen der eingeborenen Bevölkerung mit allen Mitteln herabzusetzen ten. Trotzdem war und blieb die Sympathie ber Eingeborenen auf der Seite der Deutschen, roet die samoanische Bevölkerung erkannte und wuhk daß sie unter der deutschen Verwaltung gut ausge hoben war und ihre Belange in allen Teilen nci erfüllt sah. Am Schluffe feines nahezu zweistündigen M träges, der eine lebendige und in hohem Mch fesselnde Erzählung unter Beifügung einer große.! Reihe von Bildern war, unterstrich der Redner noch einmal die starke Bedeutung des Kolonialbesitzes h/r unser deutsches Volk, und er gab dabei der M- nung Ausdruck, daß es unserem Führer und 5W kanzler Adolf Hitler gelingen mochte, auch auf diesem Gebiete dem deutschen Volke wieder zu lei- nem Recht zu verhelfen, damit die Zeit roiebertehn, in der die Früchte der Kolonien unter deutsch«' Bei dem gestrigen Vortragsabend der Gesellschaft ür Erd- und Völkerkunde In der Neuen Aula bereitete der Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts unserer Universität Prof. Dr. S e s f 0 u s den außerordentlich zahlreichen Besuchern einen wertvollen geistigen. Gewinn durch seinen Vortrag über das Thema „Als landwirtschaftlicher Sachverständiger vor und während des Krieges im deutschen Schutzgebiet Samoa". Klimas zu leiden. Allerdings waren die DiMen den Engländern in vieler Hinsicht überlegen, btnn sie kannten das Land und die Leute. Die Kriegs- erflärung war für die Deutschen in den Kolonien keine Ueberrafchung. Die Situation war, vom hon- delspolitischen her gefet>en, sichtlich gespannt. Ter Redner schilderte dann seine Arbeit zu Beginn M Krieges, wo er damit beschäftigt war, (Eingeborenen1 truppen einzuziehen. Die Askaris stellten sich zur Verfügung und waren eine recht brauch^' i Truppe. Die Europäer wurden, wie in der HeinU ebenfalls sofort eingezogen. Der Engländer grl zuerst, wie es auch Lettow-Dorbeck vorausgejM hat, von Tanga aus an. Es konnten feiner UwJ‘ macht aber nur einige Kompanien entgegenge> werden. Die (Eingeborenen stellten damals noch -? Frage, ob sie auf Weiße schießen dürften. Man V es ihnen erlauben müssen. Das Ansehen der n>eW Rasse geriet dadurch aber sehr in Gefahr. Der M l so betonte der Vortragende, hätte schon aus b>eH | Grunde nicht in die Kolonien getragen werbe dürfen. 4 In weiteren interessanten Schilderungen der Vortragende von den Bemühungen der U>8 länder um Dar-es-salam, die zwar dort an der , nicht landeten, aber die Stadt beschossen und 1* sehe Schiffe zerstörten. Den Deutschen selbst | kaum Waffen zur Verfügung. Artillerie schlechterdings nur in Atrappen. Ein dem aber nichts auszurichten war, war DorP^ Geraume Zeit weilte Pg. Heß dann in Tabora- ihm die Eingeborenengerichtsbarkeit übettw wurde. Bei Tabora hat es viele Kämpfe Wva, (Erft nach großem Widerstand wurde die Skw' gegeben. Eine ungeheure Strapaze war Iur Deutschen, wie für die (Eingeborenen — nü(j Kinder zogen mit — der nun folgende Süden. Es gab immer nur Wild, das auf dem ( geschossen wurde, am Abend mußte man un«l" . Umständen an Wasserlöchern sein. Endlos die Märsche in der Steppe. Die Not wurde erst dann etwas gelindert, wenn man ous en« . Magazine traf, die mit allen möglichen bestes— iiiii gegen spröde Hau | j|' IS . er Engländer, von seinen Aufenthalten in -nur Wer kamemdschafisabend im W.S. 1934/35 des Kameradschastshauses der Gießener LlniverM Itfation, i MLnisvvlles Entgegenkommen. Die! Jugend fuchl Heime! Daran mangelt es leiderstoffe als Weihnachtsgeschenk kaufen Sie 7026 A preiswert beim Webereifachmann Äe Richter, Gießen, Seitersweg 7i im 05682 F Kleidung für alle Berufe und alle Größen bis Leibweite132 Gehpelze — Stoffe - Maßschneiderei 7027 A Verkaufsstelle Gießen Markt Nr. 22 tff ffutonj des roetd eingebor lbzuseher. t CmM ’ WM. # unh ton r, die bis ten l'sabe«, i n DoUet • n ist J Wrs De- zweite Elternabend der HI. und des BdM., der s'meinfam mit dem Arbeitsamt gestern in der GöetLschule veranstaltet wurde, war wiederum gut bchuttt. Nachdem eine Gruppe der HI. zum Ein- gomaldas Lied von der Arbeit „Es pfeift von allen D8ich"n" gesungen hatte, begrüßte der SoziaIreferent der Bannleitung der HI. Becker dwC ern und die Jugend. Er sagte u.a.: Es ist ein Z^chn der neuen Zeit, daß die Jugend überall mit- hi vt wo es gilt, den neuen Menschen zu schaffen. $oi dem Jungen, der sich zur HI. bekennt, remngen wir, daß er sich ganz der HI. ver- chi ibt und überall im Leben, auf der Straße oii am Arbeitsplatz handelt im Geiste des Führers. D-Lhei hat die Jugend die Verpflichtung übernom- m-iit/iir die Jungen und Mädels zu sorgen, auf soMrn Gebiet und in by: Berufsausbildung. Des- wa^e^hat die HI. einen Millionenwettkampf, wie @emeWti6enö (ter MUWeimiM Sonntag, den 2.Dezember 1934 (1.Advent), abends 7%llhr im EasLLeib .AO auch die Stellung der Frau ganz unter den Begriff des Dienstes am Volke gestellt. Unter diesem Gesichtspunkt erläuterte die Rednerin die Stellung und Aufgabe des jungen Mädchens und der Frau im Berufe, wie sie es schon im ersten Elternabend (siehe Bericht in Nr. 277 des Gießener Anzeigers vom 27. d. M.) getan hat. Das Mädchen soll, so schloß Frl. Dr. Haussig, seine weibliche Eigenart bewußt pflegen und erhalten in jeder Lebenslage, erst recht im Beruf der Frau ist eine größere Verantwortung übertragen als dem Manne, und sie hat aus ihren menschlich-sittlichen Kräften den Beweis zu erbringen, daß sie sich als ganzer Mensch bewährt zum Wohle der Gemeinschaft und des Volkes. Das gemeinsam gesungene Lied der HI. und ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler und auf den Reichsjugendführer beschlossen den Abend. Mort|nl Samstag, den 1. Dezember Schlachtfest! Ab H.I Jin- Wellfleisch mit Kraut.00*89 HemnnNiebergall verschiedenen Hospitälern in Afrika und in Vorderindien, von der Behandlung, wie sie ihm da und dort zuteil wurde und von der endlichen Heimkehr. Er beschloß seinen Vortrag mit einigen grundsätzlichen Gedanken über die wirtschaftliche und bevölkerungspolitische Bedeutung der Kolonien für unser Volk und Vaterland. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer fand der anregende Abend seinen Abschluß. Stadt-Kaffee T jlxh nachmitt, und abends K onzert und Tanz iren dir ht überlaute. t. i in on nw: lich E >eit 3U*' M - ft** e rechl wie in j] >r -beck inten \f ien * ?n i dürst^ Gesah^ le ft*? i getB childe^. liihunge" rborto" tschen F Wf Sin 51U9 >onn l" 5 erteil le WS iN $ wen i jfiW Am Mittwochabend hatten sich auf Einladung des Kameradschastshauses der Gießener Studentenschaft zahlreiche Dozenten und Studenten in der Tageshalle des Gießener Studentenhauses versammelt, um zusammen mit den Kameraden des Kameradschaftshauses die 'Semestereröffnung und den er st en Kameradschastsabend zu begehen. U. a. bemerkte man den Rektor der Landes- unioersität Professor Dr. Pfähler, einen Vertreter der Wehrmacht und von der SA. Sturmbannführer Arndt. Zu Beginn marschierte das Kameradschaftshaus geschloffen ein. Mit dem Liede „Kamraden, die Trompete ruft" wurde der Abend eingeleitet. Nach einem Vorspruch ergriff der Führer des Gießener Kameradschastshauses Pg. P a l l m a n n das Wort zur Begrüßung und führte, nachdem er feinen Dank im Namen der Kameraden an alle Versammelten für ihr Erscheinen ausgedrückt hatte, ungefähr folgendes aus: Durch das zahlreiche Erscheinen hätten 8ie Gäste bekundet, daß, ihnen an dem Werden eines neuen Stiles, einer neuen Erziehung mehr gelegen ist, als daß man sich nur mit den Lippen dazu bekenne, lieber die Kameradschaft, die auch an einem solchen Abend gepflegt werden solle, könne man nicht reden, man könne sie nur erleben. Wenn an diesem ersten Abend an die Gefallenen des großen Krieges und tter gefallenen Kameraden vom 9. November insbesondere gedacht werden soll, so sei dies mit Absicht geschehen. Möge der Geist derer von „Langemarck" und der Gefallenen in München in unserer Mitte sein, die mit ihrem Blute für das eingetreten sind, was der eine Hingabe, der andere Treue, der dritte Arbeit nenne. Es fei hohe Zeit, daß die „hohen Schulen" um die neuen Aufgaben kämpften, um wieder die hohen Schulen der ganzen Nation zu werden. Möge dieser Geist von Langemarck und München unter uns weilen. Nach dem gemeinsamen Liede „Morgen marschieren wir in Feindesland" trug ein Kamerad des Kameradschaftshauses „Langemarck" von Wolf Justin Hartmann vor: „Langemarck hieß es damals, Langemarck heißt es noch heute, Langemarck wird es heißen, solange eine deutsche Jugend bereit leicht verständlichen Gedanken- Seine Arbeit wird höher bewertet als die an- « den Begriff „Beruf" klar. Dabei sprach er 1 dere, denn jegliche Arbeit hat die gleiche Dich- KOHLER Gießen, Seltersweg 17 Oberhessens größtes Spezial-Haus «Kl*0 llllllllllllllllllllllllllllll Aveck-Belckmpfungoer Schwarzarbeit können Slrbett«.Aage. boU von Handwerkern aor mit Namensnennung u. unter Vorlage öesSewerbeuachweiies ausgenommen werden. Verlag vesSiei>euerAn,eigers llllllllllllllllllllllllllllll Gegen spröde, aufgesprungene Haut: 8844a »Eldro« Glycerin-Milch Flasche 40 Pf. DrogerieElges Seltersweg 68a i Morgen Samstag 70320 Mellum von drei Motiven, dem religiösen Motiv, bei dem der einzelne sich von feinem Glauben angesprochen, d. h. berufen fühlt, von dem sozialen ober dem Herrenmotiv, da ein wirtschaftlich Stärkerer eine Arbeitsteilung vornimmt und einen anderen zur Arbeit beruft, und schließlich von dem psychologischen Motiv, da der Mensch aus feiner leidlichen und seelischen Bestimmung heraus sich dem Berufe widmet. Heute herrscht die leib-seelische Eigenart vor, die außerdem gefördert wird durch die Erfordernisse des deutschen Wirtschaftslebens. Diese besonderen wirtschaftlichen Verhältnisse erfordern einen Ausgleich zwischen den Anforderungen, die der einzelne auf Grund feiner Begabung stellt, und die die Gemeinschaft auf Grund einer bestimmten wirtschaftlichen Lage erhebt. Bei der Berufswahl müssen wir brechen mit der Auffassung vom Milieu, daß Begabung durch Training geschaffen werden kann. Begabung ist angeboren. Die Eltern müssen die körperlich-seelische Beschaffenheit ihrer Kinder wissen und bei der Berufswahl in Betracht ziehen. Es darf nicht fein, ohne Voraussetzungen zu einigen bevorzugten Berufen zu drängen. Deutschland braucht Kräfte für alle Berufe.Die Ansprüche des Einzelmenschen haben vor dem Gemeinschaftsgedanken zurückzustehen. So wird die Berufswahl Prüfstein für die nationalsozialistische Gesinnung. Beruf ist nicht Bestiedigung einer Lust, Freude, wohliges Empfinden im Sinne eigensüchtiger Absichten, sondern Pflichterfüllung, Aufgabe, Zuverlässigkeit, Dienst an der Gemeinschaft am Volke. Die Jungen sangen das zünftige Wandervogellied von ehemals: „Weit laßt die Fahnen wehen!" Dann sprach die Berufsberaterin Frl. Or. Haussig vom neuen Arbeitsethos, da die Arbeit nicht mehr Privatangelegenheit ist, nicht allein aus wirtschaftlichen Gründen getan wird und auch nicht mehr Angelegenheit einzelner Interessengruppen, sondern Grundlage des Staates, des Dolkswohls und der nationalen Ordnung geworden ist. Durch die Neuordnung gewinnt auch der mechanische Arbeitsprozeß wieder Bedeutung, weil der Mensch wieder in den Mittelpunkt alles Geschehens und der Arbeit gestellt ist. Seine sittliche Haltung prägt der Arbeit den Stempel auf, denn die Menschen arbeiten nicht mehr als einzelne, sondern als Glieder eines Volkes. ligkett, weil sie dem Gedanken der Gesamtversorgung der Nation dient und Dienst an der Gemeinschaft darstellt. Die Arbeit hat ihre Ehre von dem Nationalsozialismus erhalten. Dieser hat den alten Begriff des Dienstes zu neuem Ansehen gebracht. Dienst drückt eine bestimmte innere Haltung, ein Treue Verhältnis, Pflichterfüllung und innere Verpflichtung an das Gemeinsame, die Gemeinschaft aus. Dieser Begriff geht heute durch alle Organisationen des Volkes, er soll die neue Bindung an die Gemeinschaft schaffen helfen. Er bedeutet keine Einengung, Begrenzung der persönlichen Freiheit, sondern eine bessere Erfassung jedes Einzelnen, eine größere Erfüllung seines Lebens. Das bedeutet eine Wandlung insofern, als wir das Volk in eine neue Gemeinschaft formen. In dieser Gemeinschaft ist noei liemale in der Welt, veranstaltet, eine zusätz- . - - liM Aerufsschulung begonnen, um die Berufs- für lefrtilurgen zu bessern und auf eine Höhe zu bringen, .„en, tbainit der deutsche Qualitätsarbeiter wieder der ttenbar, crfl^ ;cr Welt wird. IferrcthH hat die Jugend in der HI. oder im BDM., ® r als« innerhalb der Gemeinschaft, bei den Hebungen “J '■ unii im Heimabend die Möglichkeit, die praktischen rxJvJ Eignungen und Fähigkeiten heroorzutun. Die HI. 'El kamt: lese Feststellungen der Berufsberatung mit- teiß’tiimb hilft dadurch wesentlich zur Förderung tCafö-Restaurant 7021 d £3iir£erli of ! । rußen, Plockstraße 5 Frc* k g, den 80. November 1934: Ab ii । habend der Kapelle Beinz Nicolei Ab II.D; zember: Neue Kapelle M elanie Berti Kaih^rt täglich nachmitt, un abends. — Stimmung! tit Lauterbach kicher Straße 55 05690 lai, den 1. Desember, abends Irtzelsuppe Rftli Germania Albi. Dezember 1934 stielt der beliebte Geiger Saxophonist und Sänger Mx Schöneweis ! iius Borkum-Riff (Bonboniere) null seinen Solisten Cubano schaulick, ertüchtigt ihn körperlich und be- Irciit ^n in sozialer Hinsicht, z. B. durch die stän- digi! rrztliche Kontrolle des Gesundheitszustandes . . ufm isazu erbittet die HI. die Unterstützung der 'Beim Eltrri wenn z. B. einmal der Dienst länger als r(Man» bte h ~ ;........ ’ptember.' vsAöLnisvolles Entgegenkommen. inb bie. -118V iitrhf imrl Unrein mnnrtpff P6 Berufsberater Dr. Wagenbach «W* t"?* bann in ing einer; 9 bet M ~ 7 runiaMitteln ausgerüstet waren. So gab es in WtuJnrl steier Abwechslung gute und böse Tage. Unfeinen weiteren Schilderungen sprach der Red- v'Se? on seinen schweren Krankheiten und von den Mnen Möglichkeiten einer HeUung, von dem ??>iniS ' SM0l>agekommando, das er als kranker Mann be- xq)', nd schließlich von seiner Gefangennahme zu- faiiitium mit vielen anderen Deutschen. Pg. Heß erMte dann von seinen Erlebnissen als Gefange- Mitwirkende: Frl. D. v. d. Heydt (Sopran), Herr H. Dietrich (Tenor), Herr H. Simon (Klavier). — Das Schättler-Quartett. — Die Choralvereinigung der Stadtkirche. - Die Spiel- schar der Matthäusgemeinde. - Ansprache: Studienrat Pfarrer Reinhardt Gintriff frei! 7028d Eintritt frei! Die Gemeinde wird herzlich eingeladen. Programme am Eingang in den Saal Der Mrchenvorstand — Die Männer- und Krauenvereinigung II WERBE ÄSHf Herren-U ster Herren-Paletots Straßen-Anzüge Sport-Anzüge Tanz-Anzüge usw. Loden-Mäntel Gabardm-Mäntel Lederol-Mänte Gummi Mänte Windjacken usw. Hausjoppen Lodenjoppen K etterwesten Knickerbocker Knaben-Kleidung usw. Zum Fest der Freude schenkt man am besten Dinge, die Leib und Seele Zusammenhalten und Wohlbehagen ausstromen und diese finden Sie bei Köhler in einer großstädtischen Auswahl und zu volkstümlichen Preisen •■'M Oberheffen. 25 Jahre Bürgermeister der Stadt Alsfeld. Am morgigen 1. Dezember 1934 kann der Bür - oermeister der Stadt Alsfeld, Dr. Karl Völsing, auf ein Vierteljahrhundert seines Wirkens als Berufsbürgermeister von Alsfeld zurückblicken. Bürgermeister Dr. Bö Ising, ein Sohn Oberhessens, steht im 57. Lebensjahre. Er besuchte das Gymnasium zu Gießen, studierte Jura und bestand im Frühjahr 1904 das juristische Staatsexamen. 2m Fahre 1902 promovierte er zum Dr. jur. Vom 1. April 1905 bis 1. Dezember 1909 war er Gerichtsassessor an den Amtsgerichten in Lorsch, Fürth und Alsfeld. Seit 1. Dezember 1909 steht er als Berufsbürgermeister an der Spitze der Stadt Alsfeld. Unter seiner Führung hat sich die Stadt in gedeihlicher Weise entwickelt. Dr. Völsing war dem Alsfelder Gemeinwesen stets ein sorgsamer, treuer und weitblickender Sachwalter, der als vornehmste Richtschnur seines Wirkens nur immer die Ver- vflichtnng kannte, in enger Zusammenarbeit mit den berufenen Männern der Alsfelder Bürgerschaft dem Wohle seiner Stadt und ihrer Bevölkerung zu dienen, soweit das seinen Kräften und Möglichkeiten gegeben war. Dabei blieb er allezeit ein Mann, der nicht in der Derwaltungsbürokratie haftete, sondern in stetem, frischen Mitmarschieren an der Spitze feiner Stadt alles daran setzte, die Schwierigkeiten in bestmöglicher Weise zu meistern, die die Zeitverhältnisse der Kriegsjahre und vor allem die Nachkriegszeit mit sich brachten. Während seiner Amtszeit wurde die allgemeine Kanalisation der Stadt Alsfeld bis auf einige Außenstraßen durchgeführt, der stattliche Neubau der Volksschule, das neue Postgebäude auf dem Ludwigsplatz, das moderne Schwimmbad und die Alsfelder Festhalle auf dem Lindenplatz errichtet. Mit besonderer Liebe und mit feinem Verständnis für den großen Wert der Pflege des Heimatgedankens ließ er sich allezeit die Verschönerung des Stadtbildes der altehrwürdigen Stadt Alsfeld und die Verbesserung ihrer Anlagen angelegen sein. Dank seiner eifrigen Fürsorge macht das Bild der Stadt mit den instandgesetzten Straßen und den vielen reizvollen altertümlichen Gebäuden heute einen sehr guten Eindruck. Besonderes Interesse brachte er auch stets der Pflege der Kunst entgegen. Regelmäßige Gastspiele des Gießener Stadttheaters während der Wintermonate der letzten Jahre waren zum großen Teile seinen Bemühungen zu danken. Seine hingebungsvolle Dienstbereitschaft und seine schlichte, auf solider Grundlage aufgebaute untadelige Führung der Verwaltung verschafften ihm volles Vertrauen in der Staat Alsfeld, so daß er wiederholt für sein Amt wiedergewählt wurde. Dadurch sicherte sich Alsfeld für die Leitung seiner Geschäfte die Kraft eines Mannes, der erfüllt ist von den besten Grundsätzen des guten deutschen Beamtentums und der diese Grundsätze in seinem Wirken immer zum Ausgangspunkt seiner Entschlüsse machte. Neben seiner Bürgermeistertätigkeit war Dr. Döl- s i n g früher auch als Mitglied des Kreistages und des Kreisausschusses für den Kreis Alsfeld tätig, ferner widmete er seine Kraft in früheren Jahren her Gewerbeschule und der Bezirkssparkasse als Vorsitzender des Aufsichtsrats, lieber feine engere Heimat hinaus war er im Verkehrsbund Oberhessen, seit dessen Gründung Ende 1927 bis zur Ueber- leitung in den Landesverkehrsoerband Rhein-Main im Frühjahr 1933, als zweiter Bundesvorsitzender mit Eifer und Umsicht tätig. Hier galt sein Wirken der Wahrnehmung der Gesamtinteressen unserer Provinz auf dem Gebiete der Fremdenoer- kehrswerbung, der Fahrplanfragen und vieler anderer Dinge, die der Hebung, des Fremdenverkehrs zum Nutzen der Provinz Oberhessen dienlich waren. Sein allezeit selbstloses Wirken widmete er im Rahmen des Verkehrsbundes Oberhessen ganz besonders der Schaffung der im Jahre 1932 vom Verkehrsbund herausgebrachten Reliefkarte Oberhessen mit Vogelsberg, für die er sich als Vorsitzender der Reliefkartenkommission in vielen Arbeitssitzungen und Verhandlungen eifrig bemühte mit dem Ergebnis, daß in dieser Karte ein ausgezeichnetes Werbemittel für unsere oberhessische Heimat geschaffen wurde. Weiterhin war er in dem früheren Hessischen Landgemeindetag, der organisatorischen Zusammenfassung der hessischen Städte und Landorte, in uneigennütziger Weise für die Volksgesamtheit tätig. Seine große Arbeitskraft und sein reiches Wissen widmet Dr. Völsing gegenwärtig in ehrenamtlicher Tätigkeit neben seinen Bürgermeistergeschäften noch der Erfüllung weiterreichender Aufgaben. Vom Deutschen Gemeindetag in Berlin wurde er zum Mitglied des Vorstandes der Landesdienststelle Hessen/Hessen-Nassau des Deutschen Gemeindetags berufen, ferner ist er Kreisobmann der Kreisabteilung Alsfeld im Deutschen Gemeindetag. Sein stark ausgeprägtes Verständnis für die dringlichen Aufgaben der sozialen Fürsorge kann er jetzt als Ortsgruppenamtsleiter der NSV. der Stadt Alsfeld durch segenbringende Mitarbeit in die Tat umsetzen. Dadurch ist ihm Gelegenheit gegeben, seine enge Volksverbundenheit, die ihn schon seit langen Jahren als Führer der Ortsgruppe Alsfeld des Vogelsberger Höhenclubs und Vorstandsmitglied des Gefamt-VHC. auszeichnete, erneut unter Beweis zu stellen. Dieses Wirken zum Besten der hilfsbedürftigen Volksgenossen, das einem der Grundzüge seines menschenfreundlichen Wesens entspricht, wird ihn mit den Volksgenossen in Stadt und Kreis Alsfeld noch stärker als bisher verbinden, dem cbarakternollen und allezeit aufrechten deutschen Manne selbst aber zur Freude und inneren Genugtuung gereichen. Landkreis Gießen. I Lollar, 28. Nov. Das einjährige Bestehen der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wurde hier durch eine Feier in der Gastwirtschaft ,Zur Germania" begangen. Nachdem die Versammlung die Uebertragung von Berlin gehört hatte, begrüßte der Ortsgruppenführer Pg. Boßhammer die Besucher. Musikvorträge des SA.-Musikzuges (Musikzugführer Deines), Reigen der NS.-Frauenschaft und Gesänge der „Sängeroereinigung" (Dirigent Meyer) sowie des Männer- und gemischten Chores des Turn- und Gesangvereins (Dirigent Eberle) füllten in schönster Weise den Abend aus. Zum Schlüsse konnte noch das Tanzbein geschwungen werden. § Mainzlar, 29. Nov. Am vergangenen Sonntag wurde von Einwohnern unseres Ortes gegen 16 Uhr in der Luft ein sonderbarer großer Vogel bemerkt, umschwirrt von kleineren Vögeln. Die Flugrichtung war etwa Treis a. d. Lda.—Lollar. Anscheinend handelt es sich hier um den in der gestrigen Ausgabe aus Ruttershausen gemeldeten, dort auf der Lahn gefangenen Schwan. (D Grün-ingen, 29. Nov. Heute tonnte h Ortsgruppe der NSDAP. Grüningen mit hen len Dorf-Gill und Eberstadt auf der Station in Gill die Kartoffelfpenben für das Wn t e r h i l f s w e r k zur Verladung bringen. (Es beten Grüningen 280 Zentner, Dorf-Gill 250 ner und Eberstadt 350 Zentner. Die Sendung ^r., nach Wiesbaden und wird dort an hilfsbedu^, Volksgenossen verteilt werden. ch Dorf-Gill, 29. Nov. Heute mittag schierte Lehrer Jung mit den hiesigen Schulkind nach der Station Hof-Gill, um dort die Wagen den Kartoffelspenden für das W i nl>i, h i l f s w e r k mit Tarfnengrün zu schmücken lni mit passenden Sprüchen und Versen zu nerje)e[. die die Verbundenheit von Stadt und Land Ausdruck bringen sollten. So konnte man u. a. „Stadt und Land — Hand in Hand" oder auch humoristischer Art wie: „Kartoffelbrei und Saif-, kraut, stoppt die Haut und fueiret naut". Die düng, die nach Wiesbaden gehen wird, soll wi^ ein Beweis dafür fein, wie nur durch die Zuitz, menarbeit von Stadt und Land die wahre Atz' gemeinschaft geschaffen werden kann. Kreis Bübingen. * Wenings, 30. Nov. Die Ehefrau unf Altbürgermeisters, Frau Charlotte Schmidts vor einigen Tagen durch einen Verkehrsunfall s^ zu Schaden kam, ist gestern nachmittag den Folz der erlittenen Verletzungen erlegen. iXunöfunfprogramm. Samstag, 1. Dezember. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. kh Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 7: Früh!, zert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 9: Tausend^ 9.15: Konzert. 10: Nachrichten. 11.45: Sozial^ 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachricht 13.10: Nachrichten aus ifem Sendebezirk. 13} Mittagskonzert II. Da wackelt der Antennen 14.15: Nachrichten. 14.30: Quer durch die $■, schäft. 15: Jugendstunde. 16: Nachmittagskoiu- Inventur bei Schall und Platt. 18: Stimme Grenze. 18.25: Stegreissendung. 18.45: Unterst tungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachricht 20.05: Saar-Umschau. 20.15: Lachend durch land. 22.30: Nachrichten. 22.45: Nachrichten 3 dem Sendebezirk. 23: Tanzfunk. 24 bis 2: N«, musik. Für kalte Tage zur rechten Zeit! Statt Karten. Unterwäsche Großes 1.40, 5.75, 7.50, 8.25 05638 3.95, 6.75, 9.75 . 5.25, 6.50, 9.75 Statt Karten. Ihre Verlobung geben bekannt 0.78, 0.95, 1.35, III 1.75, 2.45, 3.90, 5.50 mit Vollachsel für Knaben, in hübschen Ausführungen . 5.25, 6.90, 9.90 Paar 1.95, 2.25, 11« seide plattiert Paar 0.65, 0.85,1.25 05686 Damenstrdmpfe, Kunstseide plattiert, der Strapaze Paar 0.95,1.00,1.25, 111 mit großer Stulpe, reine Wolle .... Paar 1.40,1.65, 2.50 Paar 0.35,0.45, Ml Paar 1.65 Paar 3.90, 4.90, 5.90 Paar 4.90, 5.90, 6.90 Gießen, Marktstraße 4-8 TP Telephon 2456 0000 D QUALITÄTEN HAUS DER GUTEN Verlangen Sie heute noch unverbindlichen u.kostenlosen Änderungsvorschlag Herren-Normalhosen solide wollgemischte Qual., Größe 5 1.40, 2.25, 2.50, ft! Einsatzhemden, meine guten Standardqualitäten 1.55, echt Mako 2.50, 2fäd. Mako 54 Damenhemdchen, meine bewährten Mako-Qualität Herren-Normaljacken wollgemischt............ Strumpf..................... Damenunterziehstrümpfe in guten Qualitäten.......... sehen Ausführungen......... Damen Strickhandschuhe Herren-Strickhandschuhe gute, warme Qualität......... Damen-Lederhandschuhe Nappa, mit molligem Futter.... Herren-Nappahandschuhe warm gefüttert. Gießen Goethestraße 68 Gießen Günthersgraben 8 HEINI VETTER Möbelhaus -Innenarchitektur Gießen, WlesenstraDe 6 Kinderschlüpfer, Kunstseide, warm gefüttert, Gr. 30 0.65 jede weitere Größe 0.10 mehr Damenhaferlsöckchen, reine Wolle, z. T. mit hübsch farbigen Rändern.................Paar 0.75, O.BMfl „4488", der doppelfädige Kunstseidenstrumpf, besonnen- solide und doch elegant. PimW Damen - Strickschlüpfer, reine Wolle, mit Zeppie* Zwickel.......................Größe 42 1.85, 2.75,UH Öbifb Fourier Karl Lust General-Vertreter des Gerling-Konzerns Ihre Verlobung geben bekannt Grete Sommerlad, canb. med. Or. med. Horst Adler z. Z. Gonsenheim bei Mainz, Friedrichstraße 16 im Dezember 1934. Damenstrümpfe Damenstrümpfe, gute reine Wolle, oder Wolle m. Kurf Wollwaren Pulloverwesten in modernen Formen und Farben . Damenpullover reine Wolle, kleidsame Formen... Herrenwesten solide, tragfähige Qualitäten ..... Kinderwesten und -pullover in großer Auswahl............... Strickanzüge Sie sparen Geld, wenn Sie ältere Möbel neuzeitlich umarbeiten lassen Handschuhe Kinder-Strickhandschuhe, solide Qualitäten, in hüb- Kombioalorterwe'leD mit Kolestral - Packungen sind auf diesem Gebiete 70,6d unübertroffen in guter Haltbarkeit und Schönheit. Kein Preisaufschlag Salon Gath Bahnhofstraße 62, Ecke Grabenstrahe der Berufsgenossenec . empfehle ich für Fabriken, werken, Private Verband-Kästen j* Verband-Schrän# Auch sachgemäße preiswert und gewissen Vairpla- beste Wohnlage, SüdoierM: verkaufen. Schriftliche W unt.7036D an den Gießen.^' Jetzt warme preiswerte Unieneiiüe Damen-Hemdchen 7012 A Mako und fein gestrickt Mk. 0.95, 0.75, 0.60, 0.35 Damen-Unterjacken mit langem Arm, */* Arm u. Träger Mk. 1.20, 1.—, 0.75 Damen-Hemdhosen mit Träger und Achselschluß. 5 Knopf-Form. Mk. 1.90, 1.70, 1.50, 1.25, 1.20 Herrenhosen in Mako, Wolle gemischt und Plüschfutter . . . Mk. 2.95, 2.45, 1.95, 1.65, 1.30 Kinder-Leib- und Seelhosen in Normal und Plüschfutter, Gr.60 Mk. 1.30, 1.20, 1.10 M. 6. Grode Frankfurter Strafte. Vermählungs-Anzeigen liefert Brühl’sche Druckerei Familiendrueksachen Verlobungsanzeigen VermÄhlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 | Verkäufe" Billig inueMeu Standmikroskov bis 130fache Vergrößerung, Rollfilmkamera 4,5 x6 cm, Zeiß- Ikonette. 17022 V Liebigstr. 93II. Gas- und elektr. Lampen neu, ver Stuck 5 - RM. zu verk. Lndwigstr. 40 Sehr gut erhalt. Herrcnanzüge und Mäntel Größe44 billig zu verkaufen, osces Ludwigstr. 40 I. | Kaufgesuche~| Gartenhütle auch Bauhütte od. kleinere Halle zu kauf, gesucht. Schr. Ang. mit Preis u. 7053 D a. d. Gieß. Anz. Bieöermelet- selrM zu kauf, gesucht. Schr. Ang. unt. 05683 a.d.G.A. ck. w GV>C euktaiL Für die Weihnachtspakete des W.H.W. meiner Kleidung - - aber auch 7052 A Qualität und Verarbeitung stehen auf gleich hoher Stufe. Für zuverlässige Preisgestaltung bürgt mein Namel Mäntel oder Anzüge 29- 35- 39- 47- 55- 68- u. höher