•.•‘»’M«’’ »yu Nr. 150 Erstes Blatt Samstag. 30. Zuni 1954 184. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer ä Annahme von Anzeige» Sonntags und Feiertags W M ™ für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte 1 Ä Ik A Ak A ▲▲ ■ A A A Ak Jk ^A AA bis8'/,Uhr des Vormittags SM ©tcnciicr JiKCiacr MM >V 11VIWV V V* 111V 1>IV > sw« von einzelnen Nummern Ermahigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins«, gemein- MWL Genera -Anzeiger für Oberhessen WWW Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. 8r rengaria", haben wegen der Nebelbildung über dem Hafen von Neuyork Verspätungen bis zu zwölf Stunden. Wie den Wetterberichten zu entnehmen ist. muß man mit einem Anhalten der Hitze rechnen. Wettervoraussage. Der hohe Druck hat sich über den britischen In- fein weiter verstärkt, während über Schweden infolge sehr hoher Temperaturen eine Störung zur Entwicklung kommt. Bei der herrschenden Druckverteilung erhalten wir Zufuhr kühlerer Luft aus nördlichen Breiten, die beim Zusammentreffen mit der stark erwärmten kontinentalen Luft stellenweise Anlaß zu Gewitterstörungen geben wird. Im großen ganzen wird aber der hohe Druck das Wetter sommerlich warm gestalten. Aussichten für Sonntag: Teils heiter, teils Bewölkungsaufzug, schwül, Neigung zu Gewitterstörungen. Lufttemperaturen am 29. Juni: mittags 23,2 Grad Celsius, abends 19,1 Grad; am 30. Juni: morgens 19,5 Grad. Maximum 23,9 Grad, Minimum 15,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Juni: abends 20,5 Grad; am 30. Juni: morgens 17,6 Grad Celsius. — Niederschläge 3,7 mm. — Sonnenscheindauer 3,5 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verant» wörtlich für Politik und Feuilleton: 3.23.: Ernst Blumschein, für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts» Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. 1^7 Weisse und S gesunde Zähne klein final sind, das unte trän beste Ba Aul als 1 ausg bleib Krie der es । die Flu mu| in Fra Nich und bege Unte Grc iM ganz trage 23 ö ( mehr Prot kann einer Dien OWMv -Tapeten ., . Ouolitüt burd) VvetsEV-tgtett 3893A Nicht der Preis allein Ihre Verlobung geben bekannt Gießen, im Iuni 1934. 03319 Ihre Vermahlung zeigen an Willy Schmidt Cafe-Restaurant Bürgerhof «Simm Else Schmidt, geb. potyka 36880 Wohnung Klinikstraße 16 I. Neustadt 40. an Bek.u.Priv.! Auch „Ladenbesitzer“ I UUJl. UOI7O1V au u vn.u.1 u V nuvu F. Kuno Borst melden sich unter M 9088 an Anzeigen- Johannesstr. 111 gesellschaft m. b. H., Frankfurtmain 38C2v 03310 Wir haben uns verlobt! Gießen (Am Kugelberg 51), 1. 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Was an internationaler Brunnenvergif- t u n g zur Zeit von der französischen Presse geleistetwird, findet in der Geschichte der jüngsten Vergangenheit nicht seinesgleichen. Dabei wird die französische Presse von gewissen Zeitungen des kleinen Verbandes unterstützt, wobei nicht nur die finanziellen 'Zusammenhänge deutlich erkennbar sind. Diese Brunnenvergiftung richtet sich gegen das neue Deutschland, dem „Gewaltpläne" unterschoben werden, die aber nur in den fieberkranken Hirnen der französischen Zeitungsschreiber bestehen. Nun ist es sicher kein Zufall, sondern das zwangsläufige Ergebnis, daß die B a l k a n r e i s e Varthous wie ein Signal zur allgemeinen Aufrüstung gewirkt hat. England will mehr als eine Milliarde Mark für zusätzliche Rüstungen ausgeben, Frankreich will dahinter nicht Zurückbleiben, denn es will ebenso wie England seine Kriegsflotte ausbauen, wozu als Ergänzung noch der Ausbau der Luftwaffe kommt. Frankreich hat es offenbar eilig, denn es sind französische Blätter, die zu melden wissen, daß am 15. Juli deutsche Flugzeuggeschwader Paris angreifen wollen!!! Wie muß die französische Angriffstechnik in der Luft entwickelt worden sein, wenn es Franzosen gibt, die es für möglich halten, aus dem Nichts heraus große Bombengeschwader auszurüsten und loszulassen. Ist das aber nicht der Fall, dann begeht die französische Regierung eine schwere Unterlassung, wenn sie diese abscheulichen Greuelmärchen ruhig zuläßt, zumal sie wissen muß, daß diese Greuelmärchen ihren Weg um den ganzen Erdball finden. Soll das etwa dazu beitragen, das gegenseitige Vertrauen der Völker zu befestigen, zumal dieses Vertrauen mehr als notwendig ist, um das deutsche Transfer- Problem zu lösen. Gleichzeitig wird aber auch bekannt, daß Frankreich der Regierung in Bukarest einen Rüstungskredit bewilligen will, damit Rumänien zu Lande und in der Luft weiter aufrüsten kann. Das alles geschieht im Zeichen der Versailler Politik, das alles ist aber auch eine Bestätigung dafür, daß die Versailler Politik Europa nicht befriedigen kann und wird. Wie die „Gewaltpläne des neuen Deutschland" beschaffen sind, das ist freilich nicht aus den Greuel- Märchen der fieberkranken französischen Presse zu ersehen, sondern aus griffesten Tatsachen. Wenn in Danzig durch die Verständigung mit Polen eine der gefährlichsten Reibungsflächen der Versailler Politik abgebaut, wird, so paßt das gewiß nicht in das französische Gewaltsystem, aber es ist ein Beweis dafür, daß das neue Deutschland mit allen Völkern in Frieden leben will. Ohne die nationale Erhebung in Deutschland hätte es keine Verständigung zwischen Danzig und Polen gegeben, denn die Männer, die Danzig heute regieren, sind geistes- und blutsverwandt mit den Führern des neuen Deutschland. Die Verständigung zwischen Danzig und Polen hat der Befriedung Europas hundertmal mehr aegeben, als die Taktik Frankreichs in Sachen der Abrüstung. Es ist ein Ausfluß des bösen Gewissens, wenn die öffentliche Meinung in Frankreich den Abbau der Reibungsflächen zwischen Deutschland und Polen zu verdächtigen sucht, denn Europa soll nicht wissen und erleben, daß außerhalb der Versailler Politik eine Befriedung Europas möglich ist. Der Führer hat mehr als einmal offen erklärt, daß nach Bereinigung der Saarfrage einer Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich nichts im Wege stünde, was noch ergänzt wurde durch das Angebot, bis zum letzen Mann und bis zum letzten Maschinengewehr abzurüsten. Frankreich ist diesem Angebot ausgewichen, indem es mit der Miene des Biedermannes versicherte, es wolle keine unmittelbaren Verhandlungen mit Deutschland, weil das ein Treubruch gegen die Verbündeten und Vasallen sei. Aber dies Frankreich, das so auf Treue pochte, bereitete zu gleicher Zeit das B ü nd n i s s y st e m vor, das nur Länder einbezog, die aus irgendwelchen Gründen bereit sind, die Versailler Politik Frankreichs zu unterstützen. Frankreich hat bei der Einleitung und Durchführung dieses Bündnissystems weder Die Hamburger Alte Garde in Berlin. Der Einmarsch der alten Parteikämpser der Hamburger SA., tue am 18. Ium m Starke von 190 Mann ihren Marsch nach der Reichshauptstadt angetreten haben, durch das Brandenburger Tor in Berlin. - W ■ Der Führer in Essen. W L4 - MF j M -' % / -__ Oben: Adolf Hitler bei der Trauung des Gauleiters Staatsrates Terboven in der Münfterkirche zu Essen. — Unten: Der Führer in Begleitung von Herrn Krupp von Bohlen undHalbach (rechts) und des Professors G o e r e n z (links), des Mitgliedes des Direktoriums der Friedrich Krupp AG., beim Rundgang durch die Krupp-Werke. England noch Italien befragt oder unterrichtet, sondern vollendete Tatsachen geschaffen, um beide Länder zu überrumpeln. Das ist auch scheinbar gelungen, denn England rüstet auf, weil es nicht weiß, wohin die Reise geht, zumal das unterirdische Grollen im nahen und fernen Osten immer stärker und heftiger wird. Aber wenn England aufrüstet, wenn die gelbe englische Presse die französischen Greuelmärchen aufgreift, so ist die Rückwirkung gerade das, was Frankreich braucht. Frankreich spielt nicht nur mit dem Feuer, es bemüht sich sogar, die Reibungsflächen in Brand zu setzen, die die Versailler Politik überall in Europa aufgerichtet hat. Wer ist heute der Friedens st örer in Europa? Ist es das neue Deutschland, das alle Kraft des Hirns und des Herzens dafür eingesetzt hat, die Krisenopfer wieder in Arbeit und Brot zu bringen? Für diese Leistung, die an sich schon geeignet war und ist, die internationale Wirtschaftskrise überwinden zu helfen, ist das neue Deutschland getadelt worden, weil gewisse ausländische Gläubiger fürchten, dadurch vorübergehend ohne Zinsen au bleiben. Die Summen, die dabei in Frage kommen, sind verschwindend gering im Verhältnis zu den Summen, die für die Aufrüstung eingesetzt werden, ganz abgesehen davon, daß durch die völlige Erschütterung des gegenseitigen Vertrauens die internationale Wirtschaft vor die Hunde gehen muß. Als die deutsche Regierung im März den Haushaltsvoranschlag für 1934/35 veröffentlichte, in dem auch die ganz geringe Erhöhung des Wehrhaushaltes enthalten war, gab es in einem Teil der ausländischen Presse einen ungeheuren Lärm. Es wurde in der Wilhelmstraße angefragt, wieso und weshalb, obschon zu dieser Anfrage durch den Versailler Unfriedensvertrag kein Recht gegeben worden war. Die deutsche Regierung könnte mit ebenso gutem Recht in London und Paris anfragen, warum und weshalb für die Aufrüstung zu Lande und in der Luft einige Milliarden Mark ausgegeben werden sollen. Das neue Deutschland hat Beweise seines Friedenswillens mehr als einmal gegeben, nicht nur durch Worte, sondern durch Taten. Wenn der Austritt aus dem Völkerbund sowie das Verlassen der Abrüstungstagung als Beweis gegen die Friedensliebe des neuen Deutschland gelten soll, so wird das widerlegt dadurch, daß der englische Außenminister Sir John Simon alles das als Fehler anerkannt hat, was am 14. Oktober 1933 unmittelbar zum Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund führte. Die öffentliche Meinung in England, die die Aufrüstung heute unterstützt, wird sehr bald in die Lage kommen, auch diesen Rückfall in die Versailler Politik als „So nimm denn meine Hande.." Von Ilse Schmidt Wissendorff. In den Berichten über die Beisetzungsfeierlichkeit Karin Görings in deutscher Erde heißt es: „... zum Schluß erklang der bekannte Choral: So nimm denn meine Hände ..." Ich sprach im Geiste die mir so vertrauten Worte nach, und die Erinnerungen flogen zurück in eine ferne .Vergangenheit. Es gibt wohl kaum einen Menschen in Deutschland, der diesen Choral nicht kennt; wer aber von den vielen weiß, wie er entstand und wo er entstand? Ich glaube nicht, daß in ganz Deutschland sich viele finden werden, die darüber erzählen können, und die etwas von Julie von Hausmann, der Dich' terin der schlichten frommen Worte wissen, denn sie wurden nicht in Deutschland geschrieben. Ich habe die Geschichte oft von meinem Vater gehört, und so hat sie mein Gedächtnis aufbewahrt: Es mar in St Petersburg, der Hauptstadt des alten zaristischen Rußlands. In der Furschtadtskaja einer der Straßen des Diplomatenviertels, steht die deutsch-evangelische St Annenkirche, umgeben von den zahlreichen schönen Gebäuden einer der fünf großen deutschen Kirchenschulen, der St. Annenschule.. Gerade letztere genießt einen besonderen Ruf als vorbildliche Studien- und Erziehungsanstalt, und in ihren verschiedenen Abteilungen werden ungefähr 3000 Schuler unb Schülerinnen unterrichtet. Das Madchengymnasium unterstand damals, es war in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, der Leitung des von den Schülerinnen besonders herzlich verehrten Fräuleins Karoline v o n H a u s m a n n. Der Geburtstag der Vorsteherin stand wieder vor der Tür, und aue alljährlich sollte ein doppelt besetztes Quartett am Morgen vor Schulbeginn den Tag durch einen Gesangs- vortraq festlich einleiten. Die kleine Schar hatte wochenlang eifrig beratschlagt war aber zul keinem Resultat gekommen, dabei ruckte der Tag bedrohlich heran Die Verlegenheit war groß. Da konnte nur "ÄS her Vorsteher und leitete das kleine, der Schule angegliederte Internat für auswärtige Schülerinnen, war Helferin und Vertraute, der rettende Engel, der für jetie Jugendnot einen Ausweg wußte ... In der große Frühstückspause wurde sie stürmisch umringt: "Fraulein Julie, Sie müssen uns ein wunderschönes Gedicht zum Geburtstag Ihrer Schwester machen, das wir dann nach einer bekannten Melodie singen ko - nen. Wir finden keins, das schön genug wäre uno das nicht schon so sehr oft gesungen worden ift, mie »Das ist der Tag des Herrn* oder »Lobe den Herrn, meine Seele*," Julie von H a u s m a n n s gutes Gesicht lächelte unter dem schwarzen Spitzenhäubchen, das sie stets zu tragen pflegte. „Kinder, Ihr kommt ein wenig spät, und ob mir nun noch etwas einfällt, weiß ich nicht. Aber Euch zu Liebe will ich heute länger aufbleiben und will es versuchen. Morgen wollen mir dann sehen, ob es geraten ist und Ihr was damit anfangen könnt. Denn eine richtige Dichterin bin ich doch gar nicht." Am nächsten Morgen standen acht Mädels schon eine Viertelstunde vor Schulbeginn an der kleinen Tür, die vom langen Korridor aus direkt in Fräulein Julies Zimmer führte, und klopften erwartungsvoll. Ein stündliches „Herein!" antwortete. Schon beim Aufgehen der Tür sahen die neugierigen Augen auf dem Schreibtisch ein weißes, mit Fräulein Julies zierlicher Handschrift bedecktes Blatt. Wortlos reichte sie es der Aeltesten der kleinen Gruppe, und die las: „So nimm denn meine Hände und führe mich, bis an mein selig Ende und ewiglich." Die Mädchen lauschten den fünf Versen. „Das ist schön", sagten sie mit tiefem Aufatmen, „wunderschön, aber dazu müßten wir auch eine neue Melodie haben ... Wie kommen wir zu der?" Fräulein Julie dachte einen Augenblick nach ... Habe mir nicht heute Mufikinspektion? Musikdirektor W i s s e n d o r f f ;ft doch ein alter Freund von uns, vielleicht komponiert er das Gedicht für meine Schwester." Und schon am nächsten Morgen war die erste Probe. Mein Vater hatte in wenigen Stunden eine wundervolle, kantatenartige Komposition geschrie- den ... eine Solostimme führte, ein kleiner Chor verzweigte sich fugenartig zu der Begleitung von Cello, Geige und Harmonium ... Zweimal am Tage wurde unermüdlich geprobt, und zehn Tage später, am 14. Oktober, als Fräulein von Hausmann die große Aula der Mädchenschule betrat, klangen ihr zum ersten Male vom lorbeergeschmückten Podium jene Worte entgegen, die heute in allen deutschen evangelischen Kirchen Heimatrecht gefunden haben.....So nimm denn meine Hände und führe mich ..." Im Sommer 1902 während eines Ferienaufenthaltes in dem kleinen estnischen Seebad Wösso, unweit der alten deutschen Hansestadt Reval, verstarb Julie von Hausmann. Im Jahre 1912 habe ich an ihrem schlichten einsamen Grabe gestanden. Sechs Werst von Wösso entfernt, an einer stillen Meerbucht, mitten im Rauschen herrlicher Walder liegen eine Kirche und ein Friedhof. Esko heißt der Kirchenplatz. Die weißgetünchte, aus Feldsteinen erbaute Kirche diente in alten stürmischen Zelten wohl auch der Verteidigung, denn ihr Turm werft Schießscharten und kleine Befestigungen auf. Viele der Gräber sind eingesunken und wild überwachsen, die Kreuze zerfallen ... dort namenlose Gräber am gespülter Seemannsleichen ... fremdsprachige, estnische Aufschriften . . ich suche weiter. Dort, wo der Friedhof in tiefem Winkel in den Wald hinein- schneidet ... zärtlich in leisem Winde spielende Birkenzweige hängen über die Mauer ... da leuchtet ein weißes Marmorkreuz ... Julie von Hausmann ... und darunter die Worte „So nimm denn meine Hände". Keines Menschen Hand hatte den Hügel gepflegt, welkes Laub, alte Tannenkränze bedeckten ihn mit trauriger Decke. Wer wußte denn um dieses Grad und um den schlichten gütigen Menschen, der unter seinem Kreuze ruhte? Ich säuberte den Hügel, pflanzte linea borealis, die ich aus dem Walde holte, darauf und legte den mitgebrachten Jrnrnor- tellenkranz bewegten Herzens um das leuchtende weiße Kreuz. Und habe den weltverlorenen stillen Platz nie wiedergesehen. Seltsame Brautwerbungen So sehr sich auch die Liebe bei den Menschen aller Völker gleichen mag, so sind doch die Formen, in denen sie bezeigt wird, und vor allem die Art der Liebeswerbung sehr verschieden. Da sie zumeist eng mit Gebräuchen verbunden sind, deren Ursprung heute vielfach vergessen ist, muten uns manche der überlieferten Gewohnheiten und Sitten seltsam an. Bei den ungarischen Zigeunern ist folgendes Zeremoniell vorgeschrieben, das von den Werbern streng eingehalten werden muß: man bedient sich nicht schriftlicher Liebesbezeugungen, sondern Kuchen werden als „Liebesbriefe" gebraucht, und zwar wird eine Münze in den Kuchen eingebacken, der bei der ersten Gelegenheit der Begün- ftigten zugeschleudert wird. Das Behalten der Münze wird als „Annahme" angesehen, die ungestüme Zurückweisung als Fingerzeig, daß die „Aufmerksamkeiten" unerwünscht sind. Die ganze Liebeswerbung erfordert also, mindestens was diese Gebräuche angeht, keinerlei Beredsamkeit von feiten des Liebhabers. In den verschiedensten Ländern und Zonen der Erde genügt sogar nur der Beweis der Körperkraft durch den Werbenden. So ist der Brautraub die Urform der Heirat, und heute noch muß bei vielen Negerstämmen der Bräutigam die Braut stehlen. Dieser Brauch wird trotz seines nur noch symbolischen Gepräges mit großem Ernst durchgeführt; die auf so handfeste Weise Umworbene leistet häufig, wenn sie innerlich auch einverstanden ist, den heftigsten Widerstand. Bei den Araberstämmen der arabischen Wüste um den Sinai versucht der Liebhaber die Auserwählte zu überfallen, während sie ihres Vaters Herden weidet. Sie bewirft ihn mit Steinen und Stöcken, und wenn es ihr gelingt, ihn zu verwunden, erlangt sie hohes Ansehen unter ihren Stammesgenossen. Wird sie jedoch in ihres Vaters Zelt getrieben, so hat der Liebende gesiegt und das Verlöbnis wird verkündet. Der Eskimo ging ohne viel Federlesens zu der Behausung seiner Geliebten, ergriff sie an ihrem langen starken Haar und an ihren Pelzkleidern und zog sie in sein Zelt. Mehr Poesie liegt zweifellos in der Werbung der Pa Nftdos, eines der vielen birmanisch-tartarischen Völker, die ganz ohne Worte, nur mit den Tönen der Musik um ihre Frauen werben. Am ersten Wintertage findet ein großes Fest statt, zu dem alle heiratsfähigen Mädchen zusammenkommen und die Musik anhören, die von den unter dem „Wunschbaum" sitzenden Junggesellen gemacht wird, wobei jeder auf seinem Lieblingsinstrument spielt. Wenn das geliebte Mädchen vorbeigeht, spielt der Jüngling lauter und gefühlvoller. Hört das Mädchen ihn nicht an und geht weiter, so weiß er, daß sie ihy nicht haben will; tritt sie aber zu ihm und legt ihm eine Blum« auf das Instrument, so springt er auf, faßt sie an der Hand, wobei er sich in acht nimmt, die Blume nicht fallen zu lassen, und sie wandern in die vom Mond erleuchteten Wälder. Ein merkwürdige? Brauch findet sich bei den Dayaks von Borneo Wenn hier ein junger Mann um das Mädchen seines Herzens freien möchte, hilft er ihr ritterlich bet dem schwersten Teil ihrer täglichen Arbeit. Lächelt sie ihn an, so merkt er sich das wohl, aber antwortet nicht sofort, sondern erwartet die nächste dunkle Nacht. Dann stiehlt er sich zu ihrem Hause und weckt sie, wenn sie schlafend neben ihren Eltern liegt. Geben die Eltern ihre Zustimmung, so bezeugen sie dies dadurch, daß sie sich nicht rühren und weiterschlafen oder doch so tun, als ob sie den Eindringling nicht merkten. Nimmt das Mädchen an. so steht es auf und nimmt den von dem Manne gebrachten Betel und die Süßigkeiten. Das besiegelt ihr Verlöbnis, und der Bräutigam verläßt sie, leise wie er kam, ohne zu sprechen oder angesprochen zu werden. Wenn der Japaner seine Liebe bekennen will, so wirft er noch heute in manchen Gegenden des Landes einen Strauß blaßer Pflaumenblütenknospen in die Sänfte der Angebeteten, wenn sie diese besteigt, um zur Hochzeit einer Freundin getragen zu werden. Wirft sie die Blumen mit leid)ter Gebärde wieder hinaus, so ist aud) der Bewerber verworfen, steckt sie aber feine Blumen in ihren Gürtel, nimmt sie die Bewerbung des Freiers an. einen groben Fehler zu erkennen. Es ist bestimmt auch Frankri nichts damit, durch die Aufrüstung auf dem anderen von flüchtige Ufer das deutsche Volk in Unruhe und Verwirrung haben vorschi Vor 50 Zähren: Togo wird deutsch! Gebt deutschen Kindern Landerholung ,1. Wir, die Unterzeichneten, Koni, finge von Little 2. 3. und die Annexion Wir erflehen Hilfe 4. 5. Nachdruck verboten! 18 Fortsetzung. er ein. der Blind vor halb bewußtlos, das Schriftstück, das Liewen er: Zeilen las: Hahn kräht nach dir — ich habe dich völlig in Hand. Also nimm Vernunft an!" Nun sehen die Engländer ihre Zeit gekommen und drohen den Eingeborenen mit der Wegnahme ihres Landes, falls sie die deutschen Kaufleute nicht innerhalb von vier Wochen aus dem Lande jagten! tragen, wenn Ihr die Plakette mit der Inschrift „Kinder aufs Land" erwerbt. Müttern und Kindern die Freude — euch die Ehre. schon: „Sie wissen nun, Edele, was gespielt wird! Ich habe Sie ganz in und die Annexion zu verhindern. von Eurer Majestät, da wir UNS ganz und gar unter Ihren Schutz gestellt aal findet. „ , , missar, schon jetzt todkrank, zu einer gütlichen Eini- Was mein einst war... Vornan von Klothilde von Gtegmann. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.) Umsonst. Die Häuptlinge stellen sich jetzt auch offen den Briten gegenüber, völlig unter den Schutz der deutschen Regierung. Am 2. Juli 1884 erscheint auf der Reede das Kanonenboot „M ö w e" mit dem katferlichen Kommissar Dr. Nachtigal an Bord, der von Bismarck zu diesem Posten bestellt worden ist. Nachtigal kennt Afrika wie kaum ein anderer Mensch. Jahre hindurch streifte er auf feinen Expeditionen durch den ganzen Sudan, kennt Tunis ebensogut wie die Eingeborenen, spricht mehr als ein Dutzend Araber- und Negerdialekte und erkennt, völlig objektiv, nach einem kurzen Palaver am 3. Juli, daß das Recht in allen diesen widerwärtigen Streitfragen um Titel und Zollabgaben auf deutscher Seite ftebt. Lawson, der inzwischen längst freigegeben worden ist, verweigert aber seine Zustimmung zu den Ergebnissen, die Nach- ttgal findet. Vergebens fucht der deutsche Korn- „Meine liebe Tochter! Hierdurch bekenne ich vor Dir, daß ich Herrn von Liewen eine Summe von fünfhunderttausend Kronen schulde, die ich beim Falschspiel an ihn verloren habe. Ich bin nicht imstande, diese Summe zu zahlen, und Herr von Liewen ist berechtigt, mich ins Gefängnis zu bringen und von Schloß Swanebloe zu vertreiben. Du, mein geliebtes Kind, wärest damit gleich mir dem bittersten Elend ausgesetzt. Liewen hat sich bereit erklärt, zu schweigen sowie auf die Einlösung dieser Schuld zu verzichten, wenn ich ihm Deine Hand verspreche, sowie Du Dein siebzehntes Lebensjahr erreicht hast. Sofern ich Dann nicht mehr lebe, bitte ich Dich, meine Tochter, mein Versprechen an Herrn von Liewen einzulösen, damit nicht Schande über unseren alten Namen kommt. In Liebe Dein Vater." Mit leidverzerrtem Gesicht hatte Edele dieses Schreiben gelesen. Kein Zweifel war an seiner Echtheit; sie hatte die Handschrift des Baters noch gut im Gedächtnis. Nun war alles aus. Ihr Vater war ein Falschspieler — sie las es ja mit ihren eigenen Augen, dies Geständnis seiner Schande. Liewen hatte es bisher bewahrt. Aber — wenn ic sich seinem Willen widersetzte, dann würde vieleicht alle Welt erfahren, daß Baron von Glyn, der Nachkomme des alten adligen Geschlechts, das eit Jahrhunderten zu den ersten in Norwegen gehörte, ein Betrüger und Falschspieler gewesen war. Sie warf einen scheuen Blick auf das Gesicht Liewens; er war nicht der Mann, jemanden zu schonen, der ihm entgegen war. Wie um ihre geheimen Gedanken zu bestätigen, sprach auch Liewen Tränen und Angst unterschrieb sie, )9, das Schriftstück, das Liewen ihr Dieser Gedanke gab ihm etwas Ruhe. Er ging durch den Saal zurück und warf einen Blick auf den Platz, auf dem Edele vorhin gesessen hatte. Er war leer. — Nun, anderntags würde er sie lichen Regierung gestellt worden ist, von Erfolg begleitet. Bismarck gibt seine ablehnende Haltung der Kolonialfrage gegenüber auf. Weite (Gebiete in Südwestafrika und Oftafrika werden durch Verträge mit den (Eingeborenen erworben. Damit ist Deutschland als gleichberechtigter Partner an die Seite Englands und Frankreichs getreten, ist vollgültige Weltmacht geworden! In harter Arbeit gingen Deutsche In den folgenden Jahren daran, den Wert der Kolonien zu steigern, ohne die Erträgnisse der Eingeborenen da- bei zu schmälern. In England und Frankreich fanden sich berufene Stimmen, die ihre Regierungen aufforderten, nach dem Muster der Deutschen zu fofonrfieren. _ v Da kam der Weltkrieg und fein schmähliches Ende. Die Alliierten trafen sich in Paris, um „Recht zu sprechen. Sie wären verpflichtet gewesen, sich an die Wilsonschen Punkte zu halten, darunter auch an jenen Punkt 5, in dem es heißt: „feine freie, weitherzige und unbedingt unparteiliche Schlichtung aller kolonialen Ansprüche, die auf einer genauen Beachtung des Grundsatzes fußt, daß bei der Entscheidung aller derartigen Souverä- nitätsfragen die Interessen der betroffenen Bevölkerung ein ebensolches Gewicht haben müssen, wie die berechtigten Forderungen der Regierung, deren Rechtsanspruch bestimmt werden soll..." Wir kennen das Ende: den „Friedensvertrag . Was wird die Zukunft bringen? haben. Wir bitten demütig um schnelle Maßnahmen. Gez.: König Aiaufchi Aghanor von Little Popo und Grigi, Gaboceer Quadjovi, Pedro Quadso ufw." Das deutsche Hilfswerk „Mutter und Kind" wird am 30. Juni und am 1. Juli mit einer großen Sammelaktion an die Öffentlichkeit treten. Es gilt, möglichst vielen deutschen Kindern Ferienaufenthalt zu verschaffen. Früher machte man es sich leichter, ein Hilfswerk durchzuführen. Die Regierung hätte einen neuen Steuer- satz verordnet, das Allemötigfte wäre den deutschen Kindern zugute gekommen, der größte Teil des eingenommenen Geldes aber wäre in andere Ta chen geflossen. Wir kennen diese vergangenen Zustande sehr genau. Dieses Mittel, Geld für un ere bedürftigen Mütter und Kinder aufzutreiben, gibt es heute nicht mehr! Jeder deutsche Volksgenosse ist sich heute be- wuht geworden, daß es nichts höheres und Besseres geben kann, als unseren Müttern und Kindern zu helfen Deutsche Mütter, deren ganzes Handeln, Denken und Fühlen ihren Kindern gilt, durften früher nur mit größter Besorgnis an ihre Zukunft und an die ihrer Kinder denken. Oft war es so, daß die Mutter früh zur Arbeit ging, die eigentlich dem Familienvater zustand, spät abends totmüde nach Hause kam, während der arbeitslose Vater alle nötigen Hausarbeiten zu verrichten hatte. Die Folge war dauernder Unjrieben in der Fami- lie, jeder haderte mit dem Schicksal, das so böses Spiel mit der Veranlagung und Bestimmung der Geschlechter trieb. Die Kinder fühlten sich verlassen, und wie dringend hätten sie doch die Mutterliebe gebraucht. Das sonnige Kinderlachen verschwand allmählich ganz und gar aus ihrem Gesichtchen. Wie ernst und verhärmt prägten sich die kleinen Gesichtszuge. Und niemand konnte sich um sie küm- mern. Der Vater war voller Sorgen, seine Gedanken galten nur seiner Arbeit, die er hoffte, bald wieder zu erhalten. Die Mutter, die von früh bis abends arbeiten mußte, war zu müde, um sich mit der nötigen Sorgfalt ihren Kindern widmen zu können. So beherrschte die ganze Familie eine hoffnungsarme freudlose Stimmung. Wohl sind die Folgen dieser Zeiten auch größtenteils verschwunden, aber ihre Spuren sind zurückgeblieben, diese heißt es jetzt völlig auszulöschen. Ihr, deutsche Volksgenossen, könnt alle dazu bel- bas Ihr Vater mir einst gegeben hat. Sie sind zwar noch nicht siebzehn Jahre, aber als Ihr Vormund werde ich den Dispens zu unserer baldigen Heirat unschwer bekommen, um so mehr, als ich nachweisen kann" —hier lächelte er höhnisch —, „wie gut ich meine Pflichten als Vormund für Sie erfüllt habe. Sie werden mir also jetzt schriftlich Ihr Einverständnis Heben, daß Sie in eine baldige Heirat mit mir elntöiUlgen — verstanden?" Er ging ins Nebenzimmer und schob Edele einen Bogen und Feder hin. „Nein, nein! flüsterte sie schaudernd. „Ich kann nicht, ich liebe Sie ja nicht/ „Lieben Sie vielleicht diesen jungen Lassen, Ihren Jugendfreund?" fragte er drohend. „Ich weih es nicht!" flüsterte sie. „Ich weiß das doch alles nicht, ich bin doch noch so jung, ich möchte nur frei sein — und einmal glücklich.^ Sie sagte es mit einem so rührenden Ausdruck, die schönen Augen wie ein flehendes Kind zu Liewen erhebend, daß der tn seinem vereisten gung zu gelangen. Lawson weigert sich standhaft. Da faßt er endlich den Entschluß, den die Neger bereits seit langem forderten: am nächsten Tag dampft die „Möwe" die Küste entlang, erreicht am 5. Juli Bageida, wo unter Salutschießen und Trommelwirbeln die deutschen Farben ft eigen ! Am 6. Juli erfolgt die Flaggenhifsung auch in Lorn e. Die „Möwe" kehrt zurück nach Klein- Popo Lawson ist sehr kleinlaut geworden und verspricht, den ansässigen deutschen Kaufleuten plötz- lich allen nur denkbaren Schutz angedeihen zu taffen. Nachtigal ist befriedigt, muß aber sofort wieder an Bord, um nach Kamerun zu eilen, wo, zuverlässigen Nachrichten zufolge, die Engländer den Union-Jack zu hissen beabsichtigen. Eine tolle Wettfahrt zwischen der „Möwe" und dem Kanonenboot „Towaro des englischen Konsuls Hewett beginnt. Eine Wettfahrt um Grund und Boden von Karne- run. Die „Möwe" ist schneller — d i e deutsche Flagge ist die erste auf den Kamerun- bergen — nur Dr. Nachtigal hat nichts mehr von feinem Siege. Sterbend betritt er die Planken der „Möwe", um bald darauf einem schweren Nie- ren- und Herzleiden zu erliegen. Deutschland verliert in diesem Menschen nicht nur einen Beamten von seltener Pflichterfüllung, sondern vor allem einen Afrikaforscher von Weltrang ... In Togo aber werden die kaufmännischen Unternehmungen der deutschen Ansiedler nun, da das Land eindeutig unter den Schutz der kaiser- Gebiet ausgerufen worden ist und die Streitigkeiten wegen der Zollabgaben ihren Höhepunkt erreicht haben. Die deutschen Kaufleute klagen dem Kommandanten des Schiffes, Stubenrauch, ihr Leid. Der Kapitän lädt die schwarzen Häuptlinge zu einem großen „Palaver" an Bord seines Schiffes und stellt fest, daß die vor einigen Jahren mit den Negern geschlossenen Verträge zu Recht bestehen und eine Abgabenpflicht Lawson gegenüber nicht besteht. Kaum aber hat das Schiff die Reede verlassen, brechen die Zwistigkeiten, von der Lawson- Partei genährt, erneut aus. Der Kommandant, durch einen reitenden Boten benachrichtigt, wendet sein Schiff und nimmt die Rädelsführer, darunter auch die beiden Lawson, als Geiseln an Bord und dampft nach Deutschland ab. Die Geiseln haben es sehr gut, werden in Wilhelmshaven neu eingekleidet, Dann nach Berlin gebracht und spazieren geführt, um nach etwa zehn Tagen Aufenthalt wieder ein- geschifft und auf dem Kriegsschiff S. M. S. „M ö o e" ihrer Heimat entgegengebracht zu werden. Das rasche Handeln der deutschen Marine hatte großen Eindruck auf die Negerhäuptlinge gemacht, die sich in der Zwischenzeit an einen Deutschen wandten, um ihr Gesuch an den deutschen Kaiser übersetzen au lassen. Es lohnt lich, diese Eingabe wörtlich wiederzugeben: habe bis heute geschwiegen und Ruhe gelassen. Nun aber scheint es mir Zeit zu sein, die Einlösung des Versprechens zu fordern, hin. Herrisch besohl eCefon Sie!" tzd.'le riß sich gewaltsam zusammen, ihre Augen weiteten sich in furchtbarem Schrecken, als sie die hingelegt hatte. „So i' sagte er, indem er es sorgfältig in feiner Brieftasche barg, in gänzlich verändertem Ton. „Und nun ist es Zeit, daß du zur Ruhe kommst. Habe keine Sorge, nichts geschieht dir. Ich reise heute Nacht noch ab und komme zurück, wenn alle Formalitäten für unsere Heirat getroffen find. Du kannst dich hier unter der Obhut von Mademoiselle Celia erholen. Die Gegend ist schön, und du kannst sie von eurer Loggia aus genießen. Aus dem Hause kann ich dich leider nicht lassen. Ehe du meine Frau bist, möchte ich solche Begegnungen wie mit diesem jungen Dummkopf vermieden wissen. Sowie mir geheiratet haben, steht dir an meiner Seite die Welt offen." Er wollte sich Ihr nähern, aber sie wich schaudernd zurück. Da lächelte er höhnisch. „Nun — aus Beweise meiner Neigung scheinst du keinen Wert zu legen, mir um so lieber, so brauchen wir keine Komödie zu spielen/ Er nickte ihr zu und ging aus dem Zimmer. In heißen Tränen blieb (Joele zurück. Leise öffnete sich wieder die Tür. Edele schrak auf — kam Dieser furchtbare Mensch, dem sie ausgeliefert war, noch einmal zurück? Es war aber nur Mademoiselle Celia, die mit einem bleichen und verweinten Gesicht hereintrat. „Liebe kleine Edele", flüsterte sie und sah sich scheu um, „Ich habe eben mit Monsieur eine furcht- ihr zu lassen. Wir bitten Eure Majestät, uns zu schützen, Wiedersehen. Mit diesen Gedanken schlief Was sich inzwischen ereignete, wußte er nicht. Er ahnte nicht, daß Liewen die vollkommen willenlose Edele und die vor Schreck halb bewußtlose Mademoiselle Celia hinaufgeführt hatte in ihre Zimmer, Daß ein hastiges Packen begann und schon bei Morgengrauen der Tourenwagen Liewens mit den vollgepackten, eingebauten Koffern davonfuhr — über Die Grenze, hinein in die weite Welt. bare Szene Ihretwegen gehabt, weil ich nicht besser aufgepaht habe — und Sie mit diesem jungen Menschen zusammenkommen ließ!" (Ebeles Tränen waren versiegt, grenzenlos müde war sie nur. Und müde sagte sie: „Aber Sie können doch nicht das geringste dafür, Mademoiselle! Sie konnten doch nicht wissen, daß Malte mein Jugendfreund ist. Wie kann Herr von Liewen Sie dafür verantwortlich machen, das ist doch ungerecht." Celia lachte bitter auf, verstummte aber sofort und sah sich wieder ängstlich um: „Ungerecht!" flüsterte sie. „Was geht es denn um Recht oder Unrecht?! Er will feinen Willen durchfetzen; er fetzt ihn durch — immer, immer. Glauben Sie mir, Kindchen, es hat keinen Zweck, etwas dagegen zu versuchen. Dieser Mann ift au allem entschlossen, wenn man sich nicht unterwirft. Seien Sie klug und reizen Sie ihn nicht! Wir sind in seiner Hand. Und seien Sie mir nicht böse, wenn ich Sie streng überwache; er bringt mich um, wenn wieder etwas vorkommt." Ihre Augen hatten einen vor Angst fast irren Ausdruck — und diese Angst verstärkte Edeles Entsetzen. „Woher kennen Sie ihn Denn überhaupt, Mademoiselle?" fragte sie ebenso leise. „Und was hat er Ihnen getan, daß Sie so sprechen?" Celia sah Edele mit einem Blick tiefen Grams an: „Was er mir getan hat, Sie törichtes Kind — dasselbe, was er Ihnen tun wird, wenn Sie sich nicht fügen! Mein Leben hat er mir Aerftört — Aber als hätte sie schon zu viel gesagt, ergriff sie stumm Edele und führte sie hinein in das nebenan gelegene Schlafzimmer. Fünfzehntes Kapitel. Der Polizeikommiffar in Baden • Baden machte ein ungläubiges Gesicht, als Malte frühmorgens hereingestürzt kam und ihm seinen Verdacht gegen Liewen in aufgeregten Worten schilderte. „Einen Augenblick, bitte!" beruhigte er den jungen Menschen und ließ sich mit verschiedenen Telephonnummern verbinden, mit Denen er längere Gespräche führte. „Ja — also, Herr Blomberg, das sieht nicht sehr günstig aus. lieber diesen Herrn von Liewen ist hier nichts Ungünstiges bekannt. Er hat einen ordnungsmäßigen Paß. Diese junge Dame, die sein Mündel sein soll, und die französische Begleiterin desgleichen. Wenn er eine Verbindung zwischen Ihnen und dieser jungen norwegischen Dame nicht wünscht — nun, so können Sie nichts machen, solange er Vormund ist. Jedenfalls ift für uns keine Möglichkeit zum Einschreiten gegeben." „Aber er hat irgend etwas Furchtbares mit Edele vor!" Malte kannte seine eigene Stimme nicht mehr, sie klang laut und heiser. „Begreifen Sie nicht, Herr Kommissars" (Serif. folgte Herzen zum ersten Male wieder seit vielen, vielen Jahren etwas wie eine weiche Regung verspürte. Aber er schüttelte diese Regung sogleich wieder ab — zum Teufel würde er sich dadurch aus dem Konzept bringen lassen? Für ihn gab es nur eins: Geld zusammenraffen, immer mehr Geld. Wenn er selbst einmal für sich genug gehabt hätte: die Leute, die noch an anderen Orten für ihn arbeiteten, sie wurden auch täglich gieriger — und liehen ihn nicht mehr aus den Fingern. Diese kleine Edele muhte ein Lockvogel werden wie kaum eine Frau vorher. Mit einem bannenden Blick sah er jetzt in Edeles angstvoll abirrende Augen: „Sieh mich an!" sagte er. „Wenn du vernünftig bist, wirst du das alles haben, was du Freiheit und Glück nennst. Du wirst die ganze Welt sehen, schöne Kleider haben, Schmuck, Luxus, was sich so ein kleines Mädchen wünschen kann. Wenn du gehorsam und klug bist, wird dein Leben schöner werden. Also — nun unterschreibe!" Sie sah ihn an, aus ihren Augen stürzten Die Tränen, sie schüttelte stumm Den Kopf. Da rlh er ihre HanD heran, bog sie auf, Dah sie auffdjrie, unb zwang ihr Die FeDer in Die HanD. „Genug Der Narrenpossen — nimm Dich in acht! Du kennst mich noch nicht. Wenn Du Dich gegen meinen Willen auflehnft, verschwinDest Du; fein In Diesen Tagen, Da Die Erinnerung an Das schmachvolle Versailler FrleDensDlktat mieber (ebenDlg wurDe, gewinnen auch Die kolonialen Fragen für Die Deutsche Öffentlichkeit erhöhte Bebeutuna. Vor 50 Jahren wurDe in fremben Ländern die beutfthe Flagge gehißt. Deutscher Fleiß unb beutsche Tüchtigkeit schenkten ber Welt unermeßliche Kulturwerte. Ein sinnloser „Frlebensoertrag" hat uns bie Kolonien geraubt. Es wirb unsere Leser interessieren, aus Anlaß bleses bebeutsamen Jubiläums in bie spannenben unb aufregenden Vorgänge, bie sich vor 50 Jahren in Afrika abfpielten, Einblick zu nehmen. D- $^b. Ein nlebriger, mit Palmen unb unbunhbrlng- lichem Gestrüpp bewachsener Landstreifen. Das ist die Flachküste, S k l a v e n k ü st e genannt. Don ihr bildet Togo einen Teil. Dor rund einem halben Jahrtausend, 1471 bereits, erreichten die Portugiesen Oberguinea, bauten in zehn Jahren ein Fort, Eimlna, unb begannen Dann im Jahre 1517 mit regelmäßiger Sklaoenaussuhr, um 1624 von Den Hollönbern vertrieben zu werben. EnglänDer unD Dänen gesellten sich Dazu unD auch BranDen- bürg war interessiert. Alle Diese NieDerlassungen lagen westlich Der Togoküste. Immer war ber ..Hauptausfuhrartikel" Der schwarze Mann, Der Ne- ger, Den man in ganzen Schiffslabungen verfrachtete unb — vor allem in Amerika — einem grauenvollen Leben entgegenführte. Zu Beginn bes 19. Jahrhunberts erst würbe ber Sklavenhanbel von Englönbern unb Dänen verboten — gleich barauf war Der Wert Dieser Kolonien Derart gesunken, Daß Die HollänDer unD Dänen ihre Besitzungen an Eng- lanD verkauften. In Oberguinea, Kotonu unD Porto Novo hatten sich inzwischen Franzosen festgesetzt. Togo war herrenlos geblieben ... Man schrieb Das Jahr 1880, als Deutsche Kaufleute, um die hohen Einfuhrzölle Durch EnglanD an Der GolDküfte zu oermelben, Die ersten Faktoreien an Der Togoküste grünDeten. Gegen ein Jahresgehalt In Waren gestattete Ihnen Der Häuptling KwaDjowl HanDelssrelheit. Diese Neuregelung mußte Den britischen ZollbehörDen, Denen DaDurch wichtige Einnahmen verloren gingen, ein Dorn im Auge sein. Die unabhängigen Häuptlinge, Die alle ihren Anteil vom „Jahresgehalt" erhielten, hatten fein Interesse an Den englischen BehörDen, Die schließlich versuchten, Durch Zwietracht, Die sie zwischen Der eingeborenen Bevölkerung unb ben nicht- englischen Kaufleuten säten, bie Hanbelsnleber- Innungen ber Deutschen zum Bankrott zu bringen. Intrigen aller Art entftanben, bis bie beutschen Kaufleute schließlich gezwungen waren, sich hilfesuchend an bas Deutsche Reich zu roenben, bas sich halb barauf auch mit blcfen Verhältnissen an Afrl- kas Westküste beschäftigte. Enbe Januar 1884 erscheint auf ber Reebe von Klein-Popo (ein aus dem Portugiesischen übernommener Name) ein beutsches Kriegsschiff, S. M. S. „Sophie" unb überbringt Den Entschluß Der kaiserlichen Regierung, eine Dauernde kommissarische Vertretung ber beutschen Interessen an ber westafrikanischen Küste einzurich- ten unb ebenso bauernb Kriegsschiffe zu stationieren. Der Demnächst einzusetzenDe Kommissar soll vor allem Verträge mit Den Negerhäuptlingen abschließen. Das Deutsche Schiss ruft eine ungeheure Erregung hervor, weil inzwischen ein (EnglänDer, G A. Lawson, von feinem Verwanbten William Lawson unterstützt, zum „König" geraDe in Diesem |u setzen. Denn Das Deutsche Volk rolrD geraDe angesichts Dieser Gefahr so einig unD g e schlossen bleiben wie niemals zuvor. Das wir (EDclc saß stumm unD halb ohnmächtig in Der Ecke Des großen Wagens, Der mit Der Geschwlnbig- feit eines v-Zuges Dahinbrauste. Ihr Kopf war schwer von allem, was aus sie eingestürmt war: von Dem mangelnden Schlaf unb ber Angst vor bem, was kommen würbe, ber Trennung von Malte. Liewen saß stumm in feiner Ecke, unb Mabemolselle Celia war enbllch eingeschlummert. Der Morgen lag grau unb mit einem bünnen, zähen Regen über bem Lanbe ba, als ber Wagen Die letzten Kurven zu einer kleinen Bergstabt bin* aufklomm. Ebelq erkannte in bem Dämmer keine Namensschilder — sie sah nur tief unten einen kleinen See liegen, von Bergen eingeschlossen. Es war kalt, sie mußten sehr hoch sein. Als sie ausstiegen, sah sie, baß sie in einem kleinen Tiroler Orte waren unb alsbalb vor einem kleinen Hanse hielten. Liewen schien hier bekannt zu sein. Ein Diener von fremblänblschen Aussehen eilte unter tiefen Verbeugungen herbei. Liewen sprach ein paar Worte in einer fremben Sprache, Dann hob er EDele aus Dem Wagen unD weckte Celia. (Er hielt (EDele fest wie eine Gefangene unD führte sie Die Treppen hinauf über einen schmalen Gan; in ein kleines, behaglich eingerichtetes Zimmer ml bunten Bauernmöbeln. „Setzen Sie sich", sagte er schroff, „unb nehmen Sie Ihre Gebanken zusammen — ich habe mit Ihnen $u reben! Vorher aber möchte Ich Ihnen biss §r schob (Ebele einen Stuhl hin, holte aus feiner Brieftasche ein Schriftstück unb legte es vor Ebele _ -- • - ^ten, König unb Häuptlinge von Little Popo unb Grigi, bringen (Eurer Maiestät unseren besten Dank für ben zur Aufrechterhaltung bes Friebens in unserem Lanbe geleisteten Belstanb. fes würbe hier keinerlei Gefahr ober Beun- ruhlguna entstehen, wenn bie englische Regierung sich ber Einmischung enthalten unb sich nicht um unsere Angelegenheiten bekümmern wollte, indem sie Verlangen nach unserem Lanbe trägt, welches wir (ein Verlangen haben, auch Frankreich erfahren, dessen Staatsmänner sich ..... ,en Landesverrätern gegen Barzahlung ....._,_)roinbeln lassen, bas beutsche Volk könne burch solche abscheulichen Manöver roleber einmal ge- gespalten unb zerrissen werben. Die Zelten wirb finb für immer vorbei. Spendet für das Pilfswerk Mutter und Lind Es geht um die Zutunfi unseres Volkes S.jfxfportf I. Gau-Marathon-Meisterschast in Gießen. Der Gau XII, Nordhessen, hat die Durchführung seiner 1. Marathon-Meisterschaft der S p i e l o e r - einigung 1900 Gießen übertragen. Damit ist den Gießener Sportinteressenten Gelegenheit geboten, einen sportlichen Wettkampf außergewöhnlicher Art zu beobachten und zu erleben. Sportlich trainierte Menschen laufen 42,200 Kilometer! Eine gewaltige Prüfung menschlicher Organe und spart- liehen Willens. Ausdauer und nochmals Ausdauer, sei die nun von Natur verliehen oder in jahrelangem hartem Training erworben, ist die Voraussetzung für eine derartige Leistung. Keine gesundheitliche Schädigung, sondern jugendliche Frische, bis oft ins hohe Alter, bringt die Pflege derartiger Ausdauerübungen. Dafür find eine ganze Anzahl aktiver Marathonläufer, die das vierzigste Lebensjahr schon lange überschritten haben, Beweis. Neun Läufer werden sich am kommenden Sonntag in Gießen auf der Strecke Gießen (Schneise 1) — Hausen — Garbenteich — Lich — Eberstadt und zurück (Wendepunkt gegenüber der Münzenburg) der schweren Prüfung unterziehen. Es haben Meldung abgegeben: B e n d i ck , VfB. Friedberg: Herrmann, Kurhessen Marburg; Schranke!, VfB Diez a. d. L.; R o d d a y , VfB. Diez a. d. L.; Fohr, VfB. Diez a. d. L.; Berndt, Sportverein Niederlahnstein; G o ß m a n n , Weilburger Fußhallverein; Beck, Spielvereinigung 1900 Gießen; Faulseit, Spielvereinigung 1900 Gießen. Gerhardt (1900) nimmt auf Anordnung des Reichssportführers, neben anderen bekannten Läufern aus dem Reich, am Berliner Marathonlauf teil, der der Ermittlung der Mannschaft für die Länderkämpfe dienen soll. Erster Anwärter auf die Gaumeisterschaft sind Herrmann und Schranke!. Der ehemalige Heeresmeister Herrmann hat bereits früher schon Die Spiele der K r e i s k l a s s e II waren bereits rüher abgeschlossen. Aufsteigender Verein ist hier )er Tv. Holzheim, der ungeschlagen die Spiele erledigte. Eine Mannschaft, und zwar die 2. von 1900 Gießen trat aus unbekannten Gründen schon frühzeitig zurück, so daß das Ende nur noch zwilchen Holzheim und der etwas mit Pech kämpfenden Mannschaft des Tv. Lang-Göns lag. Holzheim vermochte in den beiden entscheidenden Treffen jeweils knapper Sieger zu werden und stellt auch wohl die beständigste Elf der Aufstiegbewerber dar. Die Mannschaft wird in der Kreisklasse I sicher einen achtbaren Gegner abgeben, lieber das Spiel Ruttershausen—Holzheim wurden die beiden Punkte der Holzheimer Mannschaft zugesprochen, so daß die Schlußtabelle folgendes Aussehen hat: gern. verl. Tore P. To. Holzheim 6 0 38:14 12:0 Tv. Lang-Göns 4 2 32:19 8:4 Togg. Ruttershausen 1 5 27:48 2:10 Tv. Dorlar 1 5 18:34 2:10 Großer Erfolg eines Gießener Radfahrers. Bei dem Rennen „Rund um Frankfurt" konnte üuch ein Gießener Radfahrer mit einem schönen Sieg aufwarten. In der Klasse C startete der sehr befähigte Straßen-Fahrer Preis vom Radklub „Germania" 1899 Gießen und konnte gegen 25 Konkurrenten den ersten Preis erringen. Die Strecke führte über 90 Kilometer, die er in der Zeit von 2:42,31 Stunden zurücklegte. Der Erfolg ist um so beachtlicher, als sich Preis kurz vor dem Ziele noch in der Richtung irrte, aber trotzdem wieder Anschluß an die Spitzengruppe gewinnen konnte. Im Endspurt war das Feld noch 25 Mann stark, das aber von dem Gießener überholt wurde. Mit etwa 8 Längen ging Preis vor seinen Mitbewerbern um den Sieg durch das Ziel. Der Radklub „Germania" kann auf fein Mitglied mit Recht stolz sein. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Am vergangenen Sonntag war die Jugendmannschaft des VfR. Butzbach in Leihgestern zu Gast und gewann, in dieser Höhe nicht ganz verdient, mit 5:2 Toren. Bei den Leihgesterner versagte der Torhüter. Auch ließ die Stürmerreihe an Schußoermögen zu wünschen übrig. Die Schülermannschaft schlug vor diesem Spiel die Schülermannschaft des VfR. Butzbach mit 8:0. Oer Verbandsachier der GRG. im Training... einmal einen Marathonlauf in Gießen absolviert. Die übrigen Läufer sind alte Langstreckler, deren nachlassende Schnelligkeit sie auf die ganz lange Strecke verweist. Vielleicht findet I. B e ck von der Spielvereinigung bei diesem Wettkampf seinen Lohn für jahrelange fleißige Trainingsarbeit. F a u l s e 11 (1900) wird sich erstmalig an eine derartig lange Strecke heranwagen, wobei ihm seine natürliche Ausdauer zustatten kommt. Berndt und R o d d a y sind alte Kämpen der Landstraße, die schon manchen Kilometer durchlaufen haben und sich nicht so schnell geschlagen geben werden. Der Start ist morgens um 7 Uhr auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900. Mit der Rückkehr der Läufer kann gegen 10 Uhr gerechnet werden. Leichtathletische Meisterschaften der Universität Gießen. Am vergangenen Mittwoch, nachmittags, fanden die Dorkämpfe für die alljährlich im Rahmen des Universitäts - Stifungsfestes stattfindenden leichtathletischen Meisterschaften statt. Die Beteiligung der Studenten und Studentinnen war den Verhältnissen entsprechend gut Nach den Ergebnissen der Dorkämpfe sind für die Entscheidungen, die am heutigen Samstagnachmittag auf dem Universitäts- Sportplatz stattfinden, spannende Kämpfe und gute Leistungen zu erwarten. In Verbindung damit wird der alljährliche Hochschul-Wettkampf Marburg — Gießen durchgeführt, der sich auf 100-Meter-Lauf, Weit- und Hochsprung, Kugelstoßen und Speerwurf erstreckt. Das Programm der Veranstaltung wird noch durch einige Vorführungen des Turnlehrer- kurses der Universität ergänzt. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. Auf Einladung des Sportvereins 09 Corbach beteiligt sich die Spielvereinigung mit einer kleinen Mannschaft an den dortigen Jubiläums-Wettkämpfen. Der rührige Verein hat sich fast die gesamte westdeutsche Elite aus Duisburg, Düsseldorf, Köln usw. verpflichtet, so daß mit guten Ergebnissen gerechnet werden darf. Die 1900er stützen sich in erster Linie auf ihre Werfer Kilo und Gugel und die Mittelstreckler Bepperling, Peters und B a u m st i e g e r. Bei der guten Form aller Gießener ist ein gutes Abfchneiden zu erwarten. Luh bei nationalen Wettkämpfen in Arheilgen. Der Leichtathlet Luh (VfB.-R.) startet am mar- glgen Sonntag bei den großen Nationalen der Sportvereinigung 04 Arheilgen bei Darmstadt. Er bestreitet den Dreikampf, bestehend aus 100-Meter- Lauf, Kugelstoßen und Weitsprung. Ferner nimmt er am Kugelstoßen und am Weitsprung der Klasse I teil. Er trifft auf beste süddeutsche Klasse. Handball im Gau XII der OT. Abschluß der Aufsliegspiele. Die Spiele in der K r e i s k l a s s e I sind am ver- gangenen Sonntag mit dem Spiel in Lützellinden zwischen den Platzbesitzern und dem Tv. Krofdorf zu Ende geführt worden. Nachdem in dieser Gruppe zunächst fünf Mannschaften spielten und im Laufe der letzten Spielsonntage die beiden Mannschaften von Allendorf ander Lumda'und Katzenfurt abtraten, lag Die Entscheidung nur noch zwischen Lützellinden, Krofdorf und Garbenteich. In den ersten Spielen war die Lage zuerst etwas unklar, um so mehr trat später die bessere Spielweise des nunmehr aufteigenben To. Lützellinden hervor. Die Mannschaft gewann ihre beiden letzten Kämpfe auf eigenem Platz mit überaus deutlichen Resultaten und sollte in der Bezirksklasse als jüngste Mannschaft trotzdem eine gute Klinge imstande zu führen sein. Nachstehend die Schluß- tabelle: Tv. Lützellinden Tv. Garbenteich Tv. Krofdorf gern. verl. Tore 3 1 34:17 2 2 20:26 I 3 21:32 P 6:2 4:4 2:6 Im täglichen Training ist die Mannschaft der Gießener Rudergesellschaft bemüht, ihre Form ständig zu verbessern. Allabendlich sind die Ruderer im Achter auf der Strecke. — Unsere Bilder geben einen Einblick in diese Trainingsarbeit. Links oben: Die Mannschaft, von links nach rechts: Loh (Steuermann), Karl T i m p e (l./JR. 15), Georg Hartmann, Willy Becker, Kurt Georgi, Helmuth Noll, Eugen Euteneuer, Werner Flimm, Fritz Weinhold, ganz rechts der Trainer der Mannschaft Kurt B r a h m. — Rechts oben: Die Mannschaft auf der landschaftlich wunderschönen Strecke; Ruderlehrer Br ahm gibt vom Motorboot aus durch das Megaphon ständige Anweisungen zur Schulung der Mannschaft. — Die Bilder der unteren Reihe zeigen einzelne Phasen aus dem Training. Stärkste Körperbeherrschung und genaueste Zusammenarbeit sind erste Voraussetzungen für den Erfolg. Zllgend-Opsertag im Gau XII des DIV. Der morgige Sonntag ist als Jugend-Opfertag dem Hilfswerk an der Jugendertüchtigung gewidmet. Der Deutsche Fußballbund hat für sein gesamtes Gebiet und somit auch für den Gau XII angeordnet, daß sich sämtliche aktiven Mannschaften an diesem Sonntag in den Dienst der Jugendsache stellen und Spiele austragen, deren finanzieller Ertrag der Ausbildung der Jugend im Deutschen Fußballbund zugute kommen soll. Der 1. Juli- Sonntag ist der Abschluß der Spielsaison 1933/34 und in dieser Form des Opfertages gleichzeitig ein recht glücklicher Abschluß. Der Sonntag soll auch der Werbung für die Jugend gelten, das Publikum soll sein Interesse in stärkerem Maße der Jugend zuwenden, die an diesem ihrem Tage natürlich auch mit Spielen vor den Zuschauer treten wird. Gleichzeitig soll der Nachwuchs für die Vereine geworben werden. Der Tag soll ferner dazu beitragen, das Kameradschaftsund Zusammengehörigkeitsgefühl der Jugendlichen unter sich zu stärken, nicht zuletzt sollen aber auch die Vereine sichtbar zum Ausdruck bringen, daß sie sich ernsthaft um die körperliche Ertüchtigung der Jugend bemühen. Um für die Jugendarbeit die notwendigen geldlichen Mittel aufzubringen, sind für den morgigen Sonntag viele Spiele angesetzt, die zum Teil recht interessante Begegnungen bringen werden. In den größeren Städten unseres Gaugebietes sind folgende Spiele vorgesehen: Fulda: Borussia Fulda — Germania Hersfeld; Wirges: Kasseler Stadtmannschaft — Kreismannschaft Westerwald; Friedberg: VfB. Friedberg — Sv. Bad-Nauheim; Hanau: Hanau 93 — Langenselbold; Marburg: VfB. Kurhessen — Germania Marburg; Gießen: VfB. Gießen — 1900 Gießen; Bebra: Hessen Hersfeld — Bebra-Rotenburg. In unserer engeren Fußballgemeinde interessiert besonders die zweite Auflage des Lokalkampfes der beiden hiesigen Gießener Mannschaften. VfB.-Reichsbahn I. - Gp.-Dg.l900l. Die Begegnung vor 14 Tagen endete mit einem glatten 4:1-Sieg der Spieloereinigung 1900. Das Ergebnis überraschte. Man hatte von den Grünweißen etwas mehr erwartet. Vor allem hat sich gerade in jenem Spiel gezeigt, daß sich die Mannschaft nicht allein auf die Verteidigung verlassen darf. Wie der bevorstehende Kampf ausgehen wird, ist deshalb nicht etwa mit Sicherheit zu sagen, weil vielleicht die Papierform für die Blauweißen spricht. Man gibt zwar den 1900ern einige Chancen mehr, auch wenn sie auf dem Platze des Gegners anzutreten haben, ein Sieg ist aber noch lange nicht errungen. Vielmehr werden sich die Grünweißen um so mehr anstrengen, als sie doch eine recht fühlbare Scharte auszuwetzen haben. Man sollte einen fairen Kampf erwarten dürfen. Dies um so mehr, als es ja nicht um Punkte geht, sondern um das sportliche Ansehen, das ja immer durch ein weniger schönes Spiel mehr geschädigt wird, als durch eine Niederlage. Nicht das Ergebnis entscheidet, sondern das ,Wie?" und „Warum?" des bie- ges oder der Niederlage! Von den Begegnungen t n unserem Kreise seien folgende Spiele erwähnt: DieZugendopferspiele in Oberheffen. Spielvereinigung 1900 Gießen I. — VfB. Friedberg I. Die Spielvereinigung 1900 Gießen hat bereits für Samstagabend, 30. Juni, einen Privatspielabschluß mit dem VfB. Friedberg getätigt. Das Spiel findet in Friedberg statt. Die Gießener fahren voraussichtlich in stärkster Besetzung. Die Blauweißen werden in Friedberg vor eine schwere Aufgabe gestellt werden, denn bekanntlich spielt der Gastgeber technisch den besten Fußball in Nordhessen und hat dies auch bewiesen. Zum Schluß der Meisterschaftsspiele 1933/34 nahm Friedberg in der Gauliga Nordhessen den zweiten Tabellenplatz hinter Borussia Fulda ein. 1900 Gießen wird also gegen den Gastgeber aus der höheren Spielklasse einen sehr schweren Stand haben Der Gießener Elf ist zu empfehlen, auf dem Spielfelde mehr Ruhe zu bewahren. Heuchelheim I. — Wieseck I. Anläßlich des Jugendopfertages empfängt die hiesige erste Mannschaft die gleiche von Wieseck. Die Gäste stellen z. Z. eine äußerst schnelle Elf und einen nicht zu unterschätzenden Gegner dar. Die Hiesigen spielen immer wieder mit Ersatz. Der Ausgang des Spieles ist nicht vorherzusagen. Die erste Jugend- mannfchaft spielt in Wetzlar gegen die gleiche von 05. „leutonia“ Watzenborn-Steinberg I. — Spieloereinigung Leihgestern I. Am morgigen Sonntag finden in ganz Deutschland Jugendopferspiele statt. In Watzenborn-Steinberg findet bas vom Kreisführer angesetzte Spiel Umstände halber bereits am Samstagabend statt. In diesem Spiel treffen zwei alte Rivalen aufeinander. Lange Zeit waren beide Mannschaften Derbandsspielgegner und lieferten sich immer fesselnde Kämpfe. Durch das Aufrücken der Einheimischen in die Bezirksklasse war im letzten Jahr keine Gelegenheit mehr geboten, die gegenseitige Spielstärke festzustellen. Man rechnet mit einem Sieg der Einheimischen. Die Gäste, die in letzter Zeit eine Formverbesserung zeigten, könnten aber ebensogut für eine Überraschung sorgen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Eine Anregung an das Postamt. Bisher waren an den Briefkästen am Hauptpostamt und an dem Bahnhof (links neben dem Eingang) Tafeln mit der Abfahrtszeit der Züge die Poft mitführen angebracht. Das war eine anerkennenswerte Maßnahme, da der Absender eiliger Postsachen seine Briefschaften dort einwerfen konnte, wo es am zweckmäßigsten war. In letzter Minute konnte er oft mittels Bahnsteigkarte noch zum Zug gehen. Das Fehlen der Angaben erschwert dieses Vorhaben. Es liegt im Interesse des „Dienstes am Kunden" diese Tafeln, die seit dem neuen Fahrplan vom Mai nicht wieder angebracht wurden, anzubringen. Briefkasten Oer Redaktion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 100 L. Sch. Für die von Ihnen im Jahre 1915 gezeichnete Kriegsanleihe müssen Sie von der in Frage stehenden Sparkasse eine Quittung und nach Erwerb der Kriegsanleihestücke diese selbst erhalten haben. Nachdem die Kriegsanleihepapiere ordnungsgemäß zur Aufwertung angemeldet und an die Sparkasse zurückgekommen sind, müssen Sie entweder die Papiere selbst oder eine Bescheinigung der Sparkasse des Inhalts haben, daß die aufgewerteten Papiere bei der Sparkasse im Sammeldepot liegen; im letzteren Fall muß Ihnen ein Auslieferungsschein seitens der Sparkasse zugestellt worden sein. Auf Vorlage des Auslieferungsscheins ist die Sparkasse verpflichtet, die aufgewertete Kriegsanleihe an Sie herauszugeben; tut sie dies nicht freiwillig, können Sie auf Herausgabe vor den ordentlichen Gerichten klagen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Wfctf Stocht Stein stoßfrei mit uprau ÜBERBAUEN REIFER 03302 Heuchelheim, den 30. Juni 1934. 033 06 tfi UJAGENER&SCHLOTELg ZEIL 109 FRANKFURT AM MAIN * Bade-Artikel! DER VORSTAND. 3865 D 0 4 Bergisches KraHtuttertrcrk 6. m. h. H.» Düsseldorf.Hafen Beachten Sie meine Ausstellung Mäusburg im Hause C.Berg 3907 A TEPPICHE Läufer Heinrich Hochstätter Tierzuchtamt Gießen. 3869 D Am Brand 3892 A 03323 Seltersweg 20 3855 A !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! 23 /6 A Photo 38B0A Kreuzplatz9 für Personen- und Lastwagen Groß-Garage am Aulweg iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei BrUhl, Schulstr.7 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII gum Auftrieb kommen 30 vorbesichtigte Fleckviehbullen, die bei strengster Auswahl für die Versteigerung zugelassen wurden. Beste Gelegenheit für Hochzüchter und Gemeinden mit Hochzucht, wertvolle, vererbungstreue Datertiere zu erwerben. Beginn der Prämiierung 91/2 Uhr, der Versteigerung um 11 Uhr. 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Juli 1934, in Londorf um 2 Uhr nachmittags. Für die Orte des Vufeckertals: Dienstag, den 10. Juli 1934, in Reiskirchen um 9 Uhr vormittags. . Für Giesien und Umgegend: Dienstag, den 10. Juli 1934, in Giesien (am „Rheinischen Hof"), 12% Uhr mittags. Für Schiffenberg und Umgegend: Dienstag, den 10. Juli 1934, in Garbenteich, 2 Uhr nachmittags. Die Pferde sind ausgespannt und ohne Geschirr vorzuführen. Die nicht vorgeführten Tiere werden auf Kosten der Besitzer besichtigt. Grünberg (Hessen), den 30. Juni 1934. Schäfer, Direktor. Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen sagten wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Elisabeth Rinn, geb. Schröder, and Kinder. Heuchelheim, den 30. Juni 1934. Älice Fiauenferem v. Roten Kreuz Einladung zur Mitglieder-Versammlung am Mittwoch, dem 4. Juli, nachmittags 2l/2 Uhr im Hörsaal der Medizinischen Klink: Jahresbericht. Vortrag von Herrn Prof. Dr. Bohnenkamp. Vortrag von Herrn Privatdozent Dr. Schliephake. Liegeftühle Rohrmöbel, (Sartenschirme Korbwaren aller Art kauft man nur im KorbwarenhausHenkel Sonnenstraße 18. 03298 Ul Weiß- h. Graustückkalk I Graiisackkalk in Papier- • sacken, Düngemarkenkalk in Papiersäcken prompt u. billigst mit eigen. Lastwagen frei Hof od. Baustelle liefert Oberhessisclies Kalkwerk Gr.-LimleD bei Gießen, Fernrn!: Gießen 4M7. I Aufarbeiten von Polstermöbel Frdr.Teipel 16 Markt 16 OeHentl. Handels- lehranst. Gießen, Liebigstr. 16 (Alte Klinik), Tel. 2480 Gründlichste Ausbildung f. Wirtschaft u. Verwaltung, neue Kurse am l.Okt. 1934. Anmeldung.(bis 15. Sept.) und Auskunft täglich ü. 8—12 Ubr.Zgsgv Darlehen 03306 v. 300-30 000 Mk. Bed.n. kostenlose Ansk. Heinrich Buchtaleck.Groß.1 Buseck,Zeilstr.41 3000 Mark gea. gute Sicherheit, evtl. I. Hypothek, auf neuerbautes Zweifamilienh. aes. NurSelbstgeber. Schr.Ang. unter 03325 a.d.G.A. 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Anläßlich des Besuchs des Führers der SA.- Reserve, Obersturmführer Sarnes, und als Abschluß des Dienstes vor dem Ferienmonat Juli unternahm die Gießener SA. - Reserve unter dem Kommando des Sturmbannführers Soldan am gestrigen Freitagabend einen Marsch durch Gießen. Die Stürme des Sturmbannes marschierten, an der Spitze den Spielmannszug und die SA.-Reserve-Kapelle, durch den Seltersweg, Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Neuenweg, Neuen Bäue, Hindenburgwall, Sencken- bergstraße, Landgraf-Philipp-Platz, Sonnenstraße, Kreuzplatz zum Seltersweg zurück. Hier nahm Standartenführer Sarnes den von Sturmbannführer Soldan geführten Vorbeimarsch des Gießener Reserve-Sturmbanns ab. Eine große Menschenmenge begleitete Sie SA.-Reserve auf ihrem Marsch und wohnte auch mit großem Interesse dem Vorbeimarsch bei. Daten für Sonntag, 1.Juli. 1646: der Philosoph Gottfried Wilhelm von Leib- nitz in Leipzig geboren (gestorben 1716); — 1742: der Satiriker Georg Christoph Lichtenberg in Ober- ramstadt geboren (gestorben 1799); — 1881: der Philosoph Hermann Lotze in Berlin gestorben (geboren 1817); — 1890: Unterzeichnung des „Sansibar-Vertrages" zwischen Deutschland und England (Helgoland wieder deutsch, Grenzen Deutschostafrikas festgelegt); — 1895: R. Walther Darree, Reichsernährungsminister, geboren. Hirschfieber. (AueIagd-Grinnerung von Egon vonKapherr. War das schön, dort oben auf der Berghalde mit der wunderbaren Blumenschlucht nebenbei und der grünen Matte, die man zum zweiten Male noch nicht gemäht hatte! Drüben die blauen Wellen des oberschlesischen Berglandes der preußischen Seite, unten das hübsche, saubere Kirchdorf, mit den rund- kuppeligen Doppeltürmen und den Reihen roter Dächer, hinten herum der tiefdunkle Fichten- und Weißtannenwald, und ein kleiner Blick ins böhmische Land hinein, in dies Gewimmel von Hügeln mit bunten Ackerstreifen oder dunklen Wäldern, mit den weißrot blinkenden deutschböhmischen Dörfern. Den Bock — grab’ mittelgut war er, den ich um die Mittagszeit zufällig schoß, hat der Franz'l mitgenommen, der brave Steirer, der hier als Hauptjäger beim Baron fungiert, und trug ihn „abi", denn die Frau Baronin hat befohlen, der Franz'l soll nur ja gleich mit dem Bock kommen, wenn einer geschossen wird, denn morgen kommen Gäste aus Wien, und dann muß man ein Kälbernes holen vom Städtchen, wenn kein Bock — usw.... Die alte, gute Büchsflinte — damals noch neu und hochmodern, mit Selbstspannerschloß, 11 Millimeter Kugelrohr und Würgebohrungslauf Kaliber 16 auf den Knien, sitze ich da auf einem, dicken Weiß- tannenftumpen am Wiesenrande und sinniere so vor mich hin, scheuche eine Fliege und noch eine, sehe die Sonne sinken hinter dem langen Berge im Weste*, fr ?ue mich, daß das Abendläuten vom Tal traulich himmelt, und wie vom Land dahinten ferne Glocken antworten, und schaue zu, wie auf der Chaussee Wagen rollen, staubwirbelnd tief, tief, da unten, und am Schlagbaum halt machen, denn dort ist das winzige Mauthäuschen. Es hört sich so schön weit, so klar, in der Spat- fommerluft am Abend. — Drosselschwatzen ist zu vernehmen, in der Ferne schreckt ein Reh, über dem Tal pumpt ein Bussard schwerfällig zum Walde, ein Nußhäher turnt noch in den Randfichten am Hau wo der Seidelbast und das Springkraut wachsen, und in den Ebereschen zwitschern noch ein paar Krammetvögel, die sicherlich schon vom fernen Norden tarnen. Das Licht wird rot und golden, die Lämmerchen am Himmel sind kupfergelb und rosig, und im Talgrund am Bach da unten zeigt sich dünner Nebel. Gar schön ist solch Abend im Gebirge. Da links hinter dem schmalen Hau ist hohes Holz. Schöne Tannen, Fichten, wenige eingesprengte Kiefern. Aber — da steht etwas Dunkelgraurotes ... Und zieht leise näher zum Hau zu. — Was ist denn das? Für einen Rehbock ein gut Teil zu stark, aber doch nicht so massig wie unser norddeutsches Wild. Natürlich — ein Stück Rotwild, ein — Hirsch sogar und fein schlechter! Der blaue Zigarettenrauch zieht abwärts, der Hangwiese zu — der Hirsch ist aufwärts von mir, verhasst jetzt zwischen den Fichten, äugt nach hinten. Der Baron hat mich „zur Jagd" eingeladen, denke ich, nicht gerade auf den Hirsch. Und Schonzeit ist's längst nicht mehr für den Geweihten... Weshalb also nicht? Jung war ich damals, und Jugend ist fix bei der Hand. — So — achtzig Schritt können's jetzt fein — der Hirsch steht ganz breit. Wie doch die Büchsflinte in der Hand wackelt! Aber es muß gehen — das Licht ist noch gut. Bauz! Ist das Blei draußen. Rauch — keine Sicht. Gepolter, Gerumpel. Stille. Und Hähergekreisch. Hm... Die Kugel hat der Hirsch. Und allzu weit wird er nicht gekommen sein, denke ich und — mir ist doch nicht ganz wohl zumute. Eine Beruhigungszigarette muß ich mir doch anstecken. Ich merk's am Tatterich: nachträgliches Hirschfieber — gepaart mit schlechtem Gewissen... I*)a ist — wie aus dem Boden gewachsen — der Steirer neben mir: „Ha'm S' g'schoss'n ...?" „Ja... hm. Auf einen... „Sakradix — nu’ is' g'feit!" Und nun erfahre ich, daß der Wald da „aerarisch-siska- lisch" ist. Es war schon stark dämmerig. Der Franz'l schaute ringsum, schnubberte wie ein Bergfuchs, meinte, die Luft sei rein. „Schau'n ma beileifig nach!" Büchse, Stutzen legen wir ab, gehen zum Anschuß. Der ist leicht zu finden: tüchtige Ausriffe, bann blasiger Schweiß. Und — keine fünfzig Schritt weiter der Hirsch — ein ungerader Zwölfer! „Wer'n ma scho' fchafs'n..." Der Franz'l geht noch mal Umschau halten, kommt zurück: „feit a nix". Dreimal bekreuzt sich der Jäger. Und bann ziehen wir ben Hirsch auf ben Hau. Brechen ihn sauber auf, verscharren ben Aufbruch, verwischen bic Spuren. Dann schleppen wir keuchend den Hirsch weiter. Ich lege mich auf die Lauer — der Franz'l zerwirkt den Hirsch. Schwacher Abendschein, ausgehender Mond. Endlich sind wir fertig. Das sauber ausgeschlagene Geweih, die Leber nehmen wir mit — den Rest will Franz'l morgen in aller Frühe holen. Anderen Morgens fuhr ich heim. Am Mathause vorüber, wo der Schlagbaum ist. „Nix zu verzollen" hatte ich ja, und Geweihe sind auch in Preußen Aus der Proviuzialhaupistadi. Wandern und Schauen. Die Sonnwendfeiern sind vorbei. Es waren Feste der Freude, des Reichtums. Das Jahr steht auf der Höhe. Noch ist nicht Erntezeit. Aber ringsum schwillt und reift es. Die ersten Gräser sielen unter dem Schnitt der Sensen. Hier und da bringt noch Heuduft von den Bergwiesen zu uns. Aber ein junges Grün wird von der Sonne aus dem Boden gelockt. Bald werden die Blumen wieder auf den Wiesen blühen. Eine reiche Fülle hält die Welt umfangen. Wohin das Auge schaut, wird es erquickt, und des Dichters wundervolle Verse fallen uns ein: Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, von dem goldnen Ueberfluß der Welt! Uralte Sehnsucht nach der Ferne packt uns. Ging es unfern Vorfahren nicht ebenso? Sind sie nicht auch hinaus in die weite Welt gezogen, erfüllt von ewiger Sehnsucht? Und wer deutsch fühlt, wer sein Vaterland kennen und lieben will, der muß es sich erwandern; denn Wandern ist Sehnsucht nach Befreiung, ist Entdeckerfreude und Hingabe. Das weite deutsche Land wartet auf uns. Wir meiden die geraden Straßen, wir suchen die gewundenen Fußpfade. Gibt es doch kaum eine Waldstraße, die nicht zu beiden Seiten kleine, schmale, geheimnisvolle Pfädchen hat! Manchmal ist es nur eine Spur im Gras, eine enge Lichtung im Niederwald ober auch nur ein schmaler Rain am Walbesrand. Das Wanbern auf diesen moosbewachsenen Pfaden, umrauscht von den hohen schattigen Bäumen und umgeben vom ganzen Zauber des Waldes, ist das Schönste zur heißen Sommerzeit. Manchmal zwitschert ein Vogel in den Zweigen, manchmal knistert ein dürres Äestchen. Dann wieder das große Schweigen. Durch Baumlücken sehen wir die Wiesen im Sonnenglanz liegen, Schmetterlinge schweben darüber und schaukeln sich im Tanz. An den Blüten der Hecken summen die Bienen. Es sind Stunden der Erholung, des Sich-selbst- sindens. Wir wandern, und wir schauen. Und dann stehen wir staunend still. Vor uns leuchtet ein Rosenstrauch, tief im Schatten der Bäume wachsend. Denn eben erst sind seine zarten Blüten aufgebrochen. Ueberreid) mit Blüten bedeckt neigt sich der Strauch zur Erde und trägt in Demut die duftende Fülle von Schönheit und Sommerfegen. Kann man da nicht Stunden stehen, um immer wieder hinzuschauen und den Wohlgeruch einzuatmen? Wir sehen die Bienen, die sich wie berauscht in die goldgelben Staubsäckchen stürzen und den Honig sammeln. Und beim Zu- und Abstiegen hängt sich der Blütenstaub wie ein kleines Päckchen an die Hinterfüße. Sie tragen ihn heim, sie brauchen ihn ebenso wie den süßen Honig. Die jungen Lebewesen in den Zellen daheim wollen gefüttert sein, und es gibt sicherlich keine edlere Speise als Honig vermischt mit Blütenmehl. Doch horch! Jetzt meldet sich der Kuckuck. Wir heben unfern Kopf und schauen nach oben, zählen unbewußt die einzelnen Rufe und denken an unsere Jugendzeit. Manchmal ruft der Schalk ununterbrochen, dann wieder, wenn wir zählen wollen, wie lange wir noch zu leben haben, nur ein- ober zweimal. Leise gehen wir weiter, um den scheuen Vogel zu sehen. Selten haben wir das Glück. Wer aber allein wandert, wer immer wieder Zeit hat —* und welcher rechte Wanderer hat das nicht? — ‘ber erblickt auch ben Kuckuck, unb wenn er Glück hat, auch fein Weibchen. Keine tiefere Ruhe unb Versunkenheit gibt es als die in ber Mittagszeit. Nur einige Grashüpfer springen über uns weg, bis Schnecke kriecht unb trägt ihr Haus auf ihrer Silberspur, ein Reh äugt scheu durch das Dickicht, ein leises Vogellied ertönt irgendwo. Bald legen sich aber lange Schatten auf die Wiesen, golden färbt sich der Himmel. Die Sommernacht mit ihrem Zauber hält uns gefangen. Aber auch jetzt noch wandern wir weiter in ber geheimnisvollen Zeit. Wir lauschen unb schauen. zollfrei. Mit Geweih, Büchse unb schlechtem Gewissen ging's über bie Grenze. Gesagt hatte man mir nichts im Schloß, bewahre. Herausgekommen ist auch nichts. Nur — eingelaben hat man mich nicht roieber... Adams Ahnen. Unsere Kenntnis von ber frühesten Geschichte bes Menschen in einer Epoche, bte wohl eine Million Jahre zurückreicht, ist im letzten Jahrzehnt durch wichtige Funde in Europa, China und Afrika außerordentlich bereichert worden. Vielleicht am be- beutfamften dürften die Entdeckungen fein, die der junge englische Anthropologe Dr. L. S. B. Leakey — z. T. gemeinsam mit dem Berliner Paläontologen Prof. Hans Reck — in Ostasrika gemacht hat. Leakey wurde auf dieses bisher nur stellenweise durchforschte Gebiet durch die deutschen Fasst- lienfunbe in Deutsch-Ostafrika vor bem Kriege gelenkt, und da er in der Kenia-Kolonie geboren und ausgewachsen war, so wandte er sich der Erforschung seiner Heimat zu und setzte die Entsendung mehrerer archäologischer Expeditionen nach Ostafrika durch. Die erste Expedition, die 1926 auszog, gestaltete sich so vielversprechend, daß schon 1928 eine zweite stattfand, die noch erfolgreicher war. Kaum jemals hatte vorher eine mit so geringen Mitteln ausgeftattete Unternehmung eine so reiche Ernte an wissenschaftlichen Tatsachen heimgebracht. Die berühmteste dieser Expeditionen sollte aber die dritte werden, die 1931 aufbrach. Sie zeitigte zwei Entdeckungen von ganz besonderer Bedeutung, die eine in dem wasserlosen „Hinterland" des Tanganjika- Gebietes, die andere in dem von Moskitos verseuchten Teil der Kenia-Kolonie, der sich nach dem Dic- toria-See erstreckt. Hier stieß Leakey auf „Adams Ahnen", die ältesten Menschen, von deren Kultur man eine gewisse Vorstellung gewinnen kann. Die Bedeutung dieser Funde hat der Gelehrte jetzt in einem Buch dargestellt, dem er den Titel „Adams Ahnen" gegeben hat. Im Tanganjika-Gebiet fand er Beweise dafür, daß Ostafrika von Vertretern der Gattung Homo sapiens bereits in der sog. Pleistozän-Epoche bewohnt war, also in der letzten Phase der Erdgeschichte, der man nach der heute herrschenden Annahme des amerikanischen Prähistorikers Prof. Osborn eine Dauer von einer Million Jahren zuerkennt. In geologischen Schichten, die aus dem Anfang ber Pleistozän-Zeit stammen, stieß Dr. Leakey auf roh gearbeitete Steinwerkzeuge, unb er konnte in ben zeitlich barauf folgenben Schichten Laß beine Augen offen fein, geschloffen beinen Munb, unb wanble still, so werben bir geheime Dinge (unb. Hermann Löns. Darum noch einmal: Hinaus zu ben blühenben Wiesen, hinauf auf bie stolzen Berge, hinein in bie rauschenben Wälber! Wg. Ferienbefehl. SA.-Kameraden! Der kommenbe Monat Juli ist nach bem Willen bes Stabschefs zum Urlaubsmonat für bie gesamte SA. bestimmt. Ich weiß, bah ihr alle diese Erholungszeit ver- bient habt. Kein Appell, kein Marsch, keine Anstrengung ist euch zu viel gewesen. In stillem, unermüdlichem Pflichteifer habt ihr Tag für Tag bewiesen, dah ihr in jedem Augenblick, wo man eurer bedarf, zur Stelle seid. Ich ordne hiermit an, dah wahrend des Ur« laubsmonats jeder SA. - Dienst zu ruhen Hal. Für einige unbedingt notwendige Veranstaltungen und Dienstanforderungen ist zum Ausgleich der Urlaub um eine entsprechende Anzahl Urlaubstage zu Anfang August zu verlängern. So soll der Monat Juli auch wirklich euch allen die Ausspannung und die Erholung bringen, deren ihr bedürft, um am 1. August im alten revolutionären SA.-Geist mit neuen Kräften bis auf den letzten Mann wieder antreten zu können. Und so sollen auch die Tage des Urlaubs damit unter dem Leitgedanken stehen: Alles für Deutschland! Alles für den F ührer! Der Führer der Gruppe Hessen: gez. A. h. B e ck e r l e, Gruppenführer. Hissung der Reichskolonialflagge in Gießen. Anläßlich ber feierlichen Eröffnung ber Kolonialausstellung in Köln am 1. Juli 1934, bie bas Bekenntnis des beutschen Volkes zur Wiebererlangung von Kolonialbesitz barstellt, wirb am morgigen Sonntag, 1. Juli 1934, 11.30 Uhr, von ber Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung bie Hissung ber Reichskolonialflagge vor bem Vereins- heim Sippe!, Neustabt, vorgenommen. Die Flagge selbst zeigt bas Zeichen ber Orbensritter, schwarzes Kreuz auf Hellem Feld unb in ber oberen Ecke bas Kreuz bes ©übens auf rotem Untergrund. Sie versinnbildlicht somit bie Derdunbenheit beut- scher Ostraumpolitik mit unseren geraubten Schutzgebieten über See. Nach ber Hissung finbet eine Besichtigung bes Vereinsheims unb ber barin be- finblichen Gemälbe statt, zu ber jebermann herzlich eingelaben ist. Die Gießener Bevölkerung wirb ersucht, zu dieser Flaggenhissung recht zahlreich zu erscheinen, um hierdurch der Forderung nach Zurückgabe unserer geraubten Schutzgebiete Nachdruck zu verleihen. Ausländische Studierende unserer Universität besuchen deutsche Betriebe und Städte. Am letzten Wochenende unternahmen bie an ber Universität Gießen ftubierenben Auslänber auf Einlabung des Außenamtes der Gießener Studentenschaft eine Fahrt ins Rhein-Maingebiet. Ungefähr die Entwicklung ber menschlichen Fähigkeit in ber Gestaltung seiner Werkzeuge ziemlich lückenlos verfolgen. Niemals vorher war eine so vollstänbige und so reichhaltige Uebersicht über bie Technik ber frühesten Menschen an irgenbeinem Teil ber Erbe aufgefunden worben. Leakey hat sich mit biefer fort- schreitenben Technik ber Werkzeug-Bearbeitung auf bas eingehenbste beschäftigt unb ganz neue Gesichtspunkte für bie Erforschung ber Kulturanfänge aufgestellt. Aber was nützten schließlich alle biefe reichen Funbe, wenn man nicht wußte, von was für einem Wesen sie geschaffen worben waren? Währenb er in ben Pleistozän-Schichten von Tanganjika nicht auf bie geringste Spur von Menschen gestoßen war. hatte Leakey in ben tiefer gelegenen Gebieten im Osten bes Victoria-Sees größeres Glück. Die Schichten, bie er hier ausgrub, enthielten Funbe, bie zeitlich mit benen übereinstimmten, bie er in Tanganjika erforscht hatte. Er stellte in ihnen bieselben Kulturen fest, aber biesmal waren auch Fossilien von Menschen- unb Tierknochen erhalten. In ber ältesten Schicht zu Kanam stieß er auf ben Teil eines foffiüen Unterkiefers, ber zweifellos menschlich war, unb entbeckte bannt „ben ältesten bisher gehobenen echten Ahnen des modernen Menschen". Doch damit war sein Glück noch nicht erschöpft; er legte zu Kanjera in Schichten der mittleren Pleistozän-Zeit Teile zweier Menschenschädel frei, bie sehr frühen Vertretern ber Gattung Homo sapiens ange- horten. Leakey dehanbelt biefe Funbe in ihren Beziehungen zu ben Entbeckungen von menschlichen ober menschen-ähnlichen Ueberreften aus berselben Zeit in Java, bei Peking unb in Piltbvwn. Danach ist ber Homo sapiens ober wenigstens ein Vorfahr bes heutigen Menschen in viel älteren Schichten festgestellt, als man bisher geglaubt hat, unb in enge Beziehungen zu ber ältesten Steinzeit-Kultur gebracht worben, so baß er als Schöpfer biefer Kulturen gelten kann. Es besteht bie Wahrscheinlichkeit, baß schon vor einer Million Jahren verschie- bene Rassen unb Arten bes Menschen existierten, unb man barf hoffen, baß „ein echter Menschenähnlicher gemeinsamer Ahne ber verschobenen Menschenrassen" im Miozän ober noch früher gefunben werben wirb. Der englische Paläontologe Sir Arthur Keith vermutet in ben Funben von Kanjera bie frühesten Angehörigen ber Negerrasse, so baß man schon in biefer Urzeit bie Menschenart in Afrika heimisch finbet, von ber es noch heute bewohnt wird. C. K. ist und bleibt der GieSener Anzeiger das bis- aus griff genommen. amtentaa in Frankfurt a. M. itatttmöen r Etwa eine Viertel Million deutscher Beamten allen Teilen des Reiches werden sich an der historischen Stätte, von der die nationalsozilistifche Beamtenbewegung ihren siegreichen Anfang nahm, zusammenfinden. Die Vorbereitungen zu dieser Leitung der PO. der NSDAP, und Führer des Reichsbundes der deutschen Beamten, Hermann Neef, in Frankfurt a. M. unter stürmischem Beifall mit, daß zum ersten Male, vo^r aussichtlich am 12. August 1934, ein deutscher B e - in Frankfurt a. M. stattfinden wird. Auf einer Arbeitstagung der Leiter des Amtes für Beamte bei den Gauen und der Abteilungsleiter und Unterabteilungsleiter des Amtes für Beamte teilte der Leiter des Amtes für Beamte der obersten ist, von Tausenden geschäht, seit Urväterzeiten der Gießener Anzeiger mit seinen wertvollen, von eigener Schrifileitung bearbeiteten, in eigenem Betrieb hergestellten Heimatbeilagen: »Gießener Familienblätter", äußerst sorgfältig gewählte, der Unterhaltung und Belehrung dienende deutsche Geisteskost, »Heimat im Bild", der heimatlichen Landschaft, ihrem Volkstum, ihrer Kunst und Kultur in Bild und Wort gewidmet, „£>ie Scholle", von Kennern der Heimaterde für die Land- wirtschaft und Gartenbau treibende Bevölkerung bearbeitet, »Die Illustrierte", zu wahlfreiem Bezug gemeinschaftlich mit anderen deutschen Heimatblättern von Ansehen herausgegeben. Das alles ist im Laufe von vielen Iahrzehnten zu einem im heimatlichenVolkstumtief eingewurzelten Begriffgeworden, es 4,8 Pf., die Vergütung pro Fettprozent wie her 2 Pfennig." Erster Deutscher Beamtentag im August in Frankfurt a. M. Die Jeittms dev Seimal die Jettuns der Familie die Jettuns der Geschäftswelt aufgabe zu sprechen, die vor allem auch darin liege, Menschen umzuformen, die bisher das eigene Wohl dem Wohl des Ganzen voranstellten. Das aus achtzehn Fachgruppen bestehende gewaltige Gebilde der DAF. müsse bis zum Herbst fix und fertig dastehen, um allen Aufgaben gerecht werden zu rönnen. Nachdem der Redner noch kurz die Aufgaben der Betriebsführer und der Betriebsgefolgschaftsmänner streifte und die Organisation der NSBO. und NS.-Hago berührt hatte, schloß er mit der Versicherung, daß die DAF. alles tun werde, damit der letzte Arbeiter sagen könne, ich bin glücklich und stolz, mich Deutscher nennen zu können. Die Sängeroereinigung brachte noch zwei Chöre, u. a. „Deutsch ist die Saar immerdar", zum Vortrag. Für ihre wirkungsvolle Mitwirkung wurde ihr Dank ausgesprochen. Pg. Betz richtete noch einmal kurze aufklärende Worte über die Organisation „Kraft durch Freude" an die Versammelten. ** Preuß. Südd. Klassenlotterie. Die Lose der 4. Klasse der laufenden Lotterie müssen laut heutiger Anzeige bis zum 4. Juli eingelöst werden. ,,. . ** Achtet aus Insektenstiche! Die Gefährlichkeit der Insektenstiche, denen man in der wärmeren Jahreszeit wieder ausgesetzt ist, scheint noch immer nicht genügend bekannt zu sein. Die Insekten, die sich auf unsere Haut setzen, nähren sich nicht nur von den Säften lebender, sondern auch toter Tiere, saugen also gelegentlich sogenanntes Leichengift; durch die Insektenstiche kann derartiges Gift auf den Menschen übertragen werden, was auch schon der Tod der Betroffenen zur Folge hatte. Zunächst hilft als bestes Mittel ©ahmafgeift den man sofort in die Wunde reibt. Es empfiehlt sich daher, auf Spaziergängen und Wanderungen, stets ein Fläschchen Salmiakgeist bei sich zu tragen. Treten nach Insektenstichen starke Schwellungen auf, dann ziehe man sofort den Arzt zu Rate. Oderheffe». Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront in Wieseck. X Wieseck, 29. Juni. Im Saal von Gastwirt Heinrich Braun hielt gestern die Ortsgruppe der Deutschen Arbeitsfront eine große Kundgebung ab, die gut besucht war. Nach kurzen Bearühungswor- ten des Ortsgruppenleiters der NSBO., Pg. Ernst Jung, eröffnete die Sängervereinigung unter der Leitung ihres Dirigenten Phil. Groh die Kund- aebung mit zwei Liedern. Zum Gedenken an die 15jährige Wiederkehr der Unterzeichnung des Der- sailler Schandfriedens erhoben sich die Besucher um den Bürger als einen Menschen sah, der, genau dasselbe als er, sich mit Geringschätzung und Verachtung von ihm wandte. Hier mußte er sich gegen die damit verbundenen Eingriffe in feine Lebensweise zur Wehr setzen. Nie waren die Millionen der Arbeiter Marxisten, weil sie etwa das Buch oder die Lehre von Marx gelesen hatten, sondern weil jie durch die Sünde des Unternehmertums ihre Lebensrechte genommen bekamen. Bezeichnend sei es, fuhr der Redner fort, daß die erste Forderung der organisierten Arbeiterschaft die Anerkennung seiner Ehre war und nicht etwa Geld und Lohnerhöhung. Das Vorkriegsbürgertum hatte also In üblicher Weise schloß sodann Pg. I u n g die ein- drucksvolle Kundgebung. Ein Kind vom Blitz erschlagen • Ettingshausen, 30. Juni. Gestern nach- mittag gegen 16.30 Uhr zog über unserem Orte ein kurzes, aber sehr schweres ©eroitter herauf, das mit Hagelschlag verbunden war. Das Unwetter hat bedauerlicherweise ein Todesopfer gefordert. Der 10jährige und einzige Sohn Bau! des Landwirts Philipp A l b a ch von hier befand sich mit feiner Mutter und seiner Großmutter bei der Arbeit auf dem Felde. Wahrend die beiden Frauen beim Herannahen des Unwetters zu Fuße nach Hause gingen, fuhr der Knabe auf dem Wagen, der mit zwei Kühe bespannt war, zuruck. Auf der Heimfahrt schlug der Blitz m das Fuhrwerk und tötete den Knaben, sowie die beiden Kühe auf der Stelle. JDer jo- ort herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod des bedauernswerten Kindes feststellen. Den Eltern wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Landkreis Gtetzen. * Alten - Bu°seck, 29. Juni. Der 25jährige Autoschlosser Wilhelm Leidner von hier stieß sich bei seiner Arbeit einen starken Stahlsplitter in die Hand, sodaß er sofort in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. Großen-Linden, 29. Juni. Frau Chri- firne Menges, geb. Menges, begeht am morgigen Sonntag, 1. Juli, in voller körperlicher und geistiger Frische ihren 77. Geburtstag. * Leihgestern, 29. Juni. Am Tag der Som- mersonnwende fanden in unserer Schule die Reichsjungendwettkämpfe statt. Am fru- hen Morgen versammelte sich die Schuljugend an der Neuen Schule und zog in festlichem Zuge zum Sportplatz an der Rindsmühle. Dort angekommen hielt Rektor Lotz eine Ansprache, in der er im besonderen auf die Bedeutung des Jugendtages im neuen Deutschland hinwies. Alsdann traten die oberen Schulklassen mit 95 Schülern in zwei Alters- klassen zu den vorgeschriebenen Wettkämpfen an, während sich die jüngere Schuljugend mit Spiel und Gesang die Zeit vertrieb. Mit den gebotenen Leistungen konnte man sehr zufrieden fein, erreichte doch in beiden Altersklassen die Hälfte der Teilnehmer mindestens 40 Punkte. Als Sieger (die drei besten) gingen hervor: 1. Altersklasse Knaben: Ewald Martini 64 P.; Emil Velten 55 P.: Karl Eisenbeis 52 P. Mädchen: Luise Winter 61 P.; Margret Sikora 59 P.; Else Martini 51 P. 2. Altersklasse Knaben: Robert Jung 71 P.; Walter Harnisch 61 P.; Artur Will und Hem- rich Velten je 60 P. Mädchen: Elli Schäfer 59 P.; Frieda Schäfer 57 P.; Toni Heß 54 Punkte. Nach Beendigung der Wettkämpfe erhielt jedes Schulkind seine von der Gemeindeverwaltung gestiftete Brezel. * Watzenborn-Steinberg, 30.Juni. Unterem Bericht über die Feier der Heimatvereinigung Schiffenberg in der Ausgabe vom 19. Juni ist nach- zuttagen, daß die gesanglichen Darbietungen nicht vom Männergesangverein „Sängerkreis", sondern vom Gesangverein „Germania" Watzenborn-Stein- berg ausgeführt wurden. (D Gröningen, 29. Juni. Im Rahmen des von der Reichsregierung veranstalteten Propagandafeldzuges gegen das Miesmacher- und Nörglertum fand am Donnerstagabend im Saale der Wirtschaft Becker eine Kundgebung statt, die von den Parteimitgliedern der Ortsgruppe der NSDAP, und deren Gliederungen außerordentlich stark besucht war. In seiner Begrüßungsansprache gedachte Ortsgruppenleiter Hofmann der jüngst ermordeten Nationalfozialisten. Die Versammlung ehrte die 23er- ftorbenen durch Erheben von den Plätzen. Alsdann hielt Pg. Bartholomaus» Gießen eine längere Rede, in der er sich gegen das volkszersetzende Treiben der Nörgler und Miesmacher wandte. Durch eine Versammlungswelle von unerhörtem Ausmaße sei das ganze deutsche Volk noch einmal über die Aufbauarbeit und das Aufbauwerk der Nationalsozialisten orientiert worden. Wer jetzt am Schlüsse des Propaganda- und Aufklärungsfeldzuges immer noch zu den ewig Gestrigen gehören würde, müßte die Folgen in unerbittlicher Strenge tragen. Die anschaulichen Darlegungen des Referenten fanden gro- 1 feen Beifall, den Ortsgruppenleiter H o f m a n n in ' seiner Schlufeansprache in Worte kleidete. Im An- 1 schlufe an die Versammlung fand eine Sitzung der Gießener Wocheirirrarktpreise. * Giefeen, 30. Juni. Auf dem heuttgen Wochenmarkt kosteten: Süferahmdutter, das Pfund 1,40 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,30 bis 1,35, Matte 20 Pf- Käse, das Stück 4 bis 10, Eier Klasse S 10'/-, Klasse A 10, Klasse B 9'/-, Klasse C 9, Klasse O 8, ungestempelte 7'/-, Wirsing, das Pfund 15, Weißkraut 15, Gelbe Rüben, Bund 10, Rote Rüben, das Pfund 10, Spinat 15 bis 20, Bohnen (grün) 25 bis 30, (gelb) 25 bis 30, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 30 bis 35, Zwiebeln 15, Rhabarber 8, Kartoffeln (alte), das Pfund 5 Pf., der Zentner 4,80 bis 5 Mark neue, das Pfund 10 bis 15 Pf., Himbeeren 40 bis 50, Kirschen 20 bis 25, Heidelbeeren 20 bis 30, Stachelbeeren 15 bis 20, Johannisbeeren 15 bis 25, Erdbeeren 50, junge Hähne 70 bis 100, Suppenhühner 60 bis 80, Tauben, das Stück 50 bis 70, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurken 25 bis 30, Oberkohlrabi 8 bis 10, Suppengrünes 5, Rettich 5 bis 10, Sellerie 25, Radieschen, Bund 10 Pf. Bornottzen. — Tageskalender für Samstag: Deutsche Arbeitsfront, 20 Uhr, Turnhalle am Os- waldsgarten, Versammlung; Redner Pg. Dr. Nuß (Berlin). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Lied vom Glück". — Waldeslust, Stimmungskonzert. — Tageskalender für Sonntag: NSDAP., Amt für Dolkswohlfahrt, Fachgruppen für das Schutz- und Dienstgebrauchshundewesen, Sportplatz der Spielvereinigung 190Ö, 14.30 Uhr, Werbevorführung zugunsten der NSV. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Lied vom Gluck . — Bergschenke, 20.15 Uhr: Brillant - Feuerwerk, Gartenkonzert. — Waldeslust, Tanzmusik. Der Beauftragte des Milchversorgungsverbandes Rhein-Main, Birkenholz, hat an sämtliche Molkereien und Molkereigenossenschaften im 23er- bandsgebiet des Milchversorgungsverbandes Rhein- Main folgendes Rundschreiben gerichtet: „Wie ich feststellen mußte, haben sich verschiedene Molkereien nicht an die Preise der Anordnung des Milchversorgungsverbandes gehalten. Ich sehe mich daher gezwungen, Revisoren einzusetzen und eine Nachprüfung der einzelnen Betriebe bezüglich der ausbezahlten Milchgelder und der Verwendung der zu treuen Händen überwiesenen Werkmilchstützun- gen zu veranlassen. Von denjenigen Privat- und Genossenschaftsmolkereien, die die vorgeschriebenen Preise nicht bezahlt haben sollten, werde ich unbedingt Nachzahlung der den Erzeugern vorenthaltenen Milchgelder verlangen. Insbesondere behalte ich mir vor, die Lieferanten der einzelnen Molkereien von den Ergebnissen der Revisionen in Kenntnis zu setzen. Ich mache nochmals darauf aufmerksam, dah vom 21. August 1933 bis 30. April 1934 der Werkmilchpreis auf 11,5 Pf. bet Bezahlung nach Liter festgesetzt war. Bei Bezahlung nach Fettgehalt waren 5 Pf. Grundpreis und 2 Pf. pro Fettprozent in Anrechnung zu bringen. Ab 1. Mai 1934 beträgt der Werkmilchpreis bei Bezahlung nach Fettgehalt eine Minute still von ihren Plätzen. Kreisamtsleiter Betz sprach hierauf in etwa zweistündigen Aus- ührungen über Zweck, Ziel und zukünftige Bedeutung der Deutschen Arbeitsfront und setzte an den Beginn seiner Rede die Anfänge der modernen Arbeiterbewegung. Als vor etwa 80 Jahren aus dem reinen Agrarstaat Deutschland ein Industriestaat wurde mit seinen Millionen Arbeitern, kam die Zeit, wo diese sich die Frage vorlegen mufeten, ob auch der Arbeiter sich zusammenschließen solle gegen die sich immer mehr ausbreitenbe Macht des Unternehmertums. Als er es tat, ergriff der Jude sofort die Gelegenheit und riß unter der falschen Parole „Kampf gegen den Kapitalismus" die Führung an sich und wurde damit zum Schutzherr der Unterdrücker, der von ihm geführten Arbeiterschaft. Er konnte dies um so mehr, als der Arbeiter rings- Amtswalter statt. > Holzheim, 28. Juni. Die Gemeinden Holzheim und Dorf-Gill feiern am Mittwoch, 4. Juli, ihr diesjähriges M i s f i o n s f e st in Holzheim. Als Festredner werden die Herren Pfarrer Köhler (Darmstadt), Rohrbach (Frankfurt), C h r i st i a n (Gambach) und Missionar Theis (Lüdenscheid) sprechen. Propst Knodt (Gießen) hat auch sein Erscheinen zugesagt. Der Holzheimer Posaunenchor und der Gemischte Chor werden unter der bewährten Leitung ihres Dirigenten Wilh. Engel durch Vorträge die Festteilnehmer erfreuen. * Nieder-Bessingen, 30. Juni. Frau Katharina Schröder, geb. Appel, kann am morgigen Sonntag, 1. Juli, das Jubiläum einer 50jährigen Tätigkeit als Heb amme feiern. § Aus der nördlichen Wetterau, 29. Juni. Die ergiebigen Niederschläge der letzten Tage haben den gesamten Feld- und Gartengewächsen ein frisches Aussehen verliehen, lieber 25 Zentimeter tief ist der Regen im Erdboden eingedrungen und ist der nock nicht abgestorbenen Frucht sowohl als auch den Kartoffeln, Dickwurz und vor allem den Kleeäckern von großem Nutzen. Die gleichsam wie versengt erscheinenden Wiesengründe haben schon über Nacht ein frisches Aussehen erhalten. Ganz besonders kamen die Niederschläge den Obstväumen und Obststräuchern aller Art zustatten. Nun steht ihnen die notwendige Feuchtigkeit zur Verfügung, um die noch an ihnen verbliebenen Früchte weiter entwickeln und zur Reife bringen zu können. Die Bienenstöcke konnten sich infolge der warmen sonnigen Witterung sehr gut entwickeln. Obwohl die Schwarmtätigkeit groß war, konnte bis jetzt überall eine zufriedenstellende Honigernte erzielt werden. Der Bienenhonig weist gerade in diesem Jahre eine hervorragende Qualität auf. Die Wintergerste ist herangereift und überall schreitet man zum Schnitt. Obgleich sie in der Länge der Halme nicht ganz an die des Vorjahres heranreicht, ist die Entwicklung der Aehren als gut zu bezeichnen. Kreis Friedberg. + Butzbach, 29. Juni. Als heute morgen der Hilfsarbeiter Reinhard Müller auf feiner Arbeitsstätte sich zur Arbeit umkleiden wollte, erlitt er plötzlich einen Ohnmachtsanfall. Ein darauf folgender Herzschlag führte seinen Tod herbei. — Der Alice - Fr auenoerei n vom Roten Kreuz hält am Mittwoch, 4. Juli, 14.30 Uhr, im Hörsaal der Medizinischen Klinik seine Mit- glieder-Versammlung ab. Neben dem Jahresbericht sind Vorträge von Professor Dr. Bohnenkamp und Privatdozent Dr. S ch l i e p h a k e vorgesehen. (Siehe heutige Anzeige!) ** Schwerer Verkehrsunfall. Gestern nachmittag ereignete sich in der Gnauthstraße ein schwerer Derkehrsunfall. Der 24jährige Schlosser Ernst Felder von Grofeen-Linden, der sich auf feinem Fahrrad unterwegs befand, wurde von einem Kraftwagen angefahren und kam dabei so schwer zu Fall, daß er einen Oberschenkel-, einen Unterschenkel-, einen Schlüsselbeinbruch und außerdem Rippenbrüche erlitt. Der bedauernswerte Mann mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz sofort in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Die Ursache des Unfalls konnte noch nicht völlig geklärt werden. ** Tagung des O b e r h e s s i s ch e n Schwurgerichts. Am Montag, Dienstag und Mittwoch nächster Woche hält das Oberhessische Schwurgericht in Gießen Sitzungen ab. Am Montag wird über eine Anklage wegen gewerbsmäßiger Abtreibung verhandelt, am Dienstag steht ein Prozeß wegen Totschlags an, am Mittwoch folgt ein Prozeß wegen Meineids. ♦* Das Museum im Alten und im 91 e u e n Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Sonntagsrückfahrkarten zu dem Sängerfest in Grünberg. Zu dem am heutigen Samstag und morgigen Sonntag in Grünberg stattfindenden großen Sängerfest werden von den Bahnhöfen der Strecken Gießen —Grünberg, Lollar—Londorf—Grünberg, Kirchhain—Burg- und Nieder-Gemünden, Dillenburg—Gießen, Weilburg- Wetzlar, Friedberg—Gießen, Hungen—Mücke, Hungen-Gießen, Alsfeld—Grünberg und Kirchhain- Gießen Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben. Die Karten haben normale Gültigkeitsdauer (Samstag 12 Uhr bis Montag 12 Uhr). ** Der Grünberger Pferdeverfiche- rungs-Verein gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß am Donnerstag, 5. Juli, und am Dienstag, 10. Juli, für die verschiedenen Orte der Rabenau, des Buseckertales, des Gebietes Gießen sowie Schiffenberg und Umgebung Besichtigungen und Neuaufnahmen von Pferden stattfinden. Es sei besonders darauf hingewiesen. 24 Teilnehmer fuhren zunächst nach Rüsselsheim, wo die Opelwerke besichtigt wurden. Unter Führung eines Angestellten der Opelwerke konnten die Ausländer auf einem über zwei Stunden dauernden Rundgang durch die einzelnen Betriebe die größte Autofabrik Deutschlands kennenlernen. Von Rüsselsheim ging es nach Mainz. Hier war Gelegenheit geboten, die verschiedenen Sehenswürdigkeiten der schönen Rheinstadt zu besichtigen. Nach dem Mittagessen fuhren die Ausländer weiter nach Wiesbaden, wo sie von einem Vertreter der Kurstadt empfangen wurden. Nach einem Rundgang durch das herrliche Wiesbaden trafen sich die Studenten in dem anläßlich des Blumenfestes festlich geschmückten Kurhaus, wo sie Zeugen echt rheinischer Fröhlichkeit sein konnten. Nur allzu rasch vergingen die schönen Stunden und bald mußte an den Aufbruch gedacht werden. Voll Freude über das Gesehene kehrten die Ausländer nach Gießen zurück. Besonders sei an dieser Stelle Herrn cand. med. vet. Ludo Gundelach gedankt, der es glänzend versteht, solche Fahrten zu organisieren. I^eichSbund Volkstum und Heimat. Ortering Gießen. Arn morgigen Sonntag, 1. Juli, botanischer Ausflug auf den Hangelstein unter Führung von Univ.-Professor Dr. Fun k. Treffpunkt am Wie- secker Friedhof um 8.20 Uhr vormittags. Rückkunft gegen Mittag Gäste willkommen. Polizeibericht Jugendlicher Fahrraddieb ermittelt. In den letzten Tagen konnten hier sieben Fahrraddiebstähle aufgeklärt und die Fahrräder an die Geschädigten zurückgegeben werden. Als Täter wurde ein 12jähriger Schüler der Pestalozzischule ermittelt. Der jugendliche Dieb hat ein Fahrrad > verkauft und die übrigen, nachdem er sie einige Tage gefahren hatte, wahllos auf den Straßen und Winkeln stehen lassen. Diebstähle. Gestohlen wurden am Nahrungsberg von einer Baustelle zwei Sturmlaternen, in der Neustadt von einem Drückkarren ein Karton Margarine und eine Anzahl Kakteen, die in verschiedenen Stadtteilen vor Fenstern ausgestellt waren. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizeistelle. (Eigentümer gesucht. Bei der hiesigen Polizeidirektion ist ein älterer, zweirädriger Karren sichergestellt. Personen, die Eigentumsrechte geltend machen können, werden ersucht, sich bei der Kriminalpolizeistelle zu melden. Sim 44. unölS. Juli Tag der deutschen Hosen! Am 14. und 15. Juli werden von den deutschen Gärtnern der NS.-Volkswohlfahrt 20 Millionen lebende Rosen zur Verfügung gestellt und an alle hilfsbereiten Volksgenossen verkauft werden. Die Rosen werden mit einer Anstecknadel und einem Seidenband zum Preise von 20 Pf. im Straßen- und Hausverkauf vertrieben. Der Reingewinn dieser Aktion dient restlos zur Finanzierung der Mütterschulung des deutschen Frauenwerks und des Hilfswerks „Mutter und Kind". Durch eine völlig neuartige Propaganda wird erreicht werden, daß es am 14. und 15. Juli 1934 keinen Volksgenossen geben wird, der nicht eine deutsche Rose trägt. In diesem Zusammenhang wird schon heute auf einen Aufruf, der in den ersten Julitagen erscheinen wird, hingewiesen. Letzte Mahnung! Das Gaupresseamt teilt mit: Artisten, Variete-, Theater-, Kabarett- und Zirkusdirektoren, Singspiel- Hallenbesitzer, Schausteller mit artistischen Darbietungen, Puppenspieler und. Artistenvermittler! Bis zum 3 0. Juni 1 934 muß die Anmeldung in den Reichsverband der Deutschen Artistik e. 23. erfolgt sein und damit gleichzeitig die Zugehörigkeit zur Reichstheaterkammer. Die Ausübung der Tätigkeit bedingt die Zugehörigkeit zum RDA. Alle, die im RDA. aufgenommen find, gehören zur Deutschen Arbeitsfront, auch wenn sie vorher der Deutschen Arbeitsfront nicht angehörten. Die Anmeldung erfolgt an den Reichsverband der Deutschen Artistik e. 23., Berlin NW. 7, Schiffbauerdamm 15. Am 1. Juli 1934 i st e 5 zu spät! Ordnungsmäßige Milchpreise! Bei Magen Beschwerden u Sodbrennen Bullrich-Salz TabLlOPfg. ** Zuchtviehversteigerung in Alsfeld. Das Tierzuchtamt Gießen macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß am Montag, 9. Juli, in Alsfeld eine Zuchtviehversteigerung xuiunuiic»p«w„. .........—u- stattsindet, zu der etwa 30 vorbesichtigte Fleckvieh- arofeen Beamtenkundgebung werden sofort in An- bullen zum Auftrieb gelangen werden. Der 23er- « .P ------- ' fteigerung wird eine Prämiierung vorausgehen. kein Recht, sich darüber zu erregen, wenn der Arbeiter, der sich selbst als Prolet bezeichnete, den Rus anstimmte, er kenne kein Vaterland, das Deutschland heiße. Mit Recht lehnte er mitleidsvolle Wohltätigkeitsveranstaltungen usw. als entehrend und unwürdig ab. Dann kam Pg. Betz, ausgehend von der Uebernahme der Gewerkschaften are 2 Mai 1933 zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit und der Organisation der DÄF. auf die Zukünfte- Muller ffanb in den fünfziger Jahren und hinterläßt eine Witwe mit zwei unmündigen Kindern. Kreis Schotten. □ Laubach, 29. Juni. Bei der am Mittwoch vorgenommenen Polizeijagd auf Wildschweine gelang es, im Distrikt „Silbach" der Waldgemarkung Laubacher Wald III 5 Schwarzkittel zur Strecke zu bringen. Die glücklichen Schützen waren Friedrich Rudolf Stotz (2), Oberförster Ostheim, K. Hufnagel (Schotten) und Förster Büttner (Einartshausen). * Lardenbach, 29. Juni. Die Reichs- fugend - Wettkämpfe für die Schulen Freienseen, Groß-Eichen, Lardenbach und Sellnrod wurden am Samstag in unserem Orte ausgetragen. Don 180 Teilnehmern siegten 54 Kinder. Trotz der nicht gerade leichten Bedingungen wurden recht gute Leistungen erzielt. Die Ergebnisse: (F - Freienseen, GE = Groß-Eichen, L = Lardenbach, S = Sellnrod): Knaben: 1. Altersklasse 1922/23: K. Hofmann (F) 53 P.; Albert Peter (GE) 52; Gustav Geiß (GE) 51; Karl Schombert (GE) 50; Ernst Günther (F) 50; Hch. Schombert (GE) 47; Karl Keller (S) 47; Walter Sauer (F) 46; Karl Jung (F) 46; Bernhard Möll (F) 44; Hch. Keller (ß) 43; Emil Walter (F) 43; Albert Schombert (®) 42; H. Knöß (F) 42; Hch. Schleuning (F) Hch. Bröscher (F) 41; Erich Funk (GE) 40; Ernst Maurer (L) 40; Karl Blum (L) 40 Punkte. 2. Altersklasse 1920/21: E. Schombert (GE) 56; E. Mölcher (L) 56; E. Keller (L) 56; A. Rienow (F) 47; E. Reinhardt (GE) 45; L. Frei (S) 45; E. Keller (F) 45; R. Jung (F) 45; K. Merz (GE) 44; K. Schleuning (S) 44; K. Faust (GE) 41; A. Müller (L) 40 Punkte. — Mädchen: 1. Altersklasse 1922/23: E. Jung (F) 58; Frieda Sauer (F) 54; Henni Rienow (F) 51; H. Keil (L) 49; E. Peter (L) <8; H. Keil (S) 48; M. Sauer (F) 47; A. Kratz (L) 45; E. Lein (L) 44; G. Dietz (S) 44; M. Müller (L) 41; E. Dietrich (L) 41 P. 2. Altersklasse 1920/21: Frieda Bachmann (F) 49; L. Röhrig (S) 49; F. Merz (S) 49; L. Müller (GE) 47; P. Sann (GE) 46; Tilli Tröller (L) 45; f). Greif (GE) 44; T. Peter (GE) 43; H. Müller (S) 42; M. Rühl (L) 41; M. Peter (GE) 40 P. # Ober-Seibertenrod, 29. Juni. Gestern sand hier eine Kirschenversteigerung an der Straße nach Bobenhausen statt. Je nach Behang erzielten die Bäume einen Preis von 2 bis 10 Mk. Das Pfund stellte sich auf zirka 8 Pf. auf dem Baum. Kreis Alsfeld. ch Rieder-Gemünden, 29.Juni. Die Schulen des Bezirks Rieder-Gemünden tru- oen ihre turnerischen Wettkämpfe auf dem schön gelegenen Sportplatz unseres Nachbardorfes Burg-Gemünden aus. Die in unserem Bezirk erzielten Leistungen waren durchschnittlich sehr gut. Es sei bemerkt, daß Mitglieder des Turnvereins Burg-Gemünden und Leute des Freiwilligen Arbeitsdienstes Burg-Gemünden entgegenkommenderweise bei der Durchführung der Kämpfe den Lehrern halfen. Die Ergebnisse der Wettkämpfe waren folgende: Mehr als 40 Punkte errangen und wurden dadurch Sieger: Burg-Gemünden mit 43 Schülern 12 Sieger (28 v. H.); Rieder-Gemünden mit 18 Schülern 7 Sieger (39 v. H.); Bleidenrod mit 12 Schülern 1 Sieger (8 v. H.). — Einzelsieger wurden: In der 1. Altersklasse, Knaben (5. und 6. Schuljahr): 1. W. Hartmann, Bleidenrod, 48 Punkte; 2. A. Satin, Burg-Gem., 45 P.; 3. E. Diehl, Rieder- Gem. und O. Stein, Burg-Gem., 43 P.; 4. K. Hartmann und K. Weicker, Rieder-Gem., 42 P.; 5. E. Schreiner, Rieder-Gem., und H. Wenzel, Burg- Gem., 40 P. M ä d ch e n : 1. I. Ruckelshauß, Burg- Gem., 43 P.; 2. E. Kehr und M. Ruckelshauß, Burg-Gem., 41 P. — In der 2. A l t e r s k l a s f e, Knaben (7. und 8.Schuljahr): 1. F. Philipp, Burg-Gem., 53 P.; 2. R. Fleischhauer, Burg-Gem., 50 P.; 3. Aug. Friedrich, Rieder-Gem., 47 P.; 4. H. Diegel, Burg-Gem., 42 P. Mädchen: 1. Hedwig Becker, Rieder-Gem., 53 P.; 2. Hilde Werner, Burg-Gem., 52 P.; 3. Elfriede Bätz, Rieder- Gem., 49 P.; 4. E. Grün, Burg-Gem., 45 P.; L. Schwarz, Biedenkopf (z. Zt. Burg-Gem.), 44 P. Im Gesamtdurchschnitt erzielten: Burg- Gemünden 35,12 Punkte, Rieder-Gemünden 34,21 Punkte, Bleidenrod 28,08 Punkte. Preußen. Kreis Wetzlar. * Fellingshausen^ 30. Juni. Die 62jährige Frau Katharina Wagner von hier erlitt durch einen unglücklichen Sturz innere Berletzun- ae n und mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. * Hohensolms, 29. Juni. Der 19jährige Heinrich Böcker von hier stürzte so unglücklich, daß er sich einen Fuß brach und in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. * Hasfelborn, 30. Juni. Der 45 Jahre alte Landwirt Adolf H a u b von hier erlitt dieser Tage an der Kreissäge einen Unfall. Er geriet mit einer Hand an die Säge und mußte s ch w e r v e r - letzt in die Chirurgische Klinik nach Gießen überführt werden. Aus aller Wett. Ein estländischer Motorfischkutter, der mit einer Name und Nationalität des Dampfers konnten be- der des ist. Wie die Nachforschungen ergeben haben, kommen als Täter wahrscheinlich zwei Männer im Alter von 35 bis 38 Jahren in Frage. Bankdirektor Schurig hatte am Donnerstag vergangener Woche von Bad Grund aus frühmorgens eine Wanderung nach dem Brocken unternommen und wollte von dort aus nach Wernigerode weiter wandern. Das letzte Lebenszeichen von ihm war eine Postkarte vom Brocken. Unregelmäßigkeiten beim Bunzlauer Bankverein. Jnschuhhaftnahme eines Direktors. Sachschaden ist außerordentlich groß. Mehrere tausend Stück Groß- und Kleinvieh sind in den Fluten umgekommen. Rach den neuesten Meldungen haben die schweren Unwetter zahlreiche Todesopfer gefordert. Sieben Personen wurden durch Blitzschlag getötet, drei Personen starben den Tod des Ertrinkens. Im Kreise Plewna ist zahlreiches Vieh ertrunken. Durch Blitzschlag sind viele Anwesen in Brand gefetzt worden. Der Staatsgouverneur von Rord-Dakota wegen Betruges verurteilt. Das Bundesgericht des Staates Nord-Dakota in Fargo verurteilte den Staatsgouverneur Langer wegen Betruges an der Bundesregierung zu anderthalb Jahren Gefängnis und 10 000 Dollar Geldstrafe. Langer hatte zusammen mit vier Partei- freunden Wohlfahrtsunterstützungsgelder einbehalten und für die Geschäftsführung seiner Partei- zeitung „The Leader" verwendet. Estländischer Fischkutter gerammt. — Sechs Tote. wacht wird, unterziehen auf Anordnung Staatsanwaltschaft Sachverständige die Bücher Bunzlauer Bankvereins eingehender Prüfung. Unwetter in Oberitalien. Auch in Oberitalien ist nach anhaltender Hitze der ersehnte Regen eingetroffen' In Triest hat ein Wolkenbruch ganze Straßenzüge unter Wasser gesetzt, das auch in die Geschäfte eindrang und Verkehrsstörungen verursachte. Ueberschwemmungen werden ferner aus der Provinz Mantua gemeldet, wo durch Hagelschlag auch die Ernte beschädigt wurde. Schwere Unwetter über Rordbulgarien. nerstaa nachmittag Direktor Baresel auf Anord- \ fa"f- nung der Staatspolizeistelle in Liegnitz in feiner f™: , 2ie. , . •• . Wohnung in Schutzhaft genommen. Insbesondere. Meßen, daß der Kutter beim Zusammenstoß buch- wird dem Direktor Bilanzverschleierung und gewinn-! siabllch in zwei Teile zerschnitten worden war. . ffi.txüu.r.-.i........ ..... n. ri l an ?«______v vf?nmp imn MZrtfinnniitnf no« Tinmnrprcs rnnnfon süchtige Geschäftsführung zur Last gelegt. Während Direktor Baresel in seiner Wohnung polizeilich Ein vankdirektor aus Osnabrück tot aufgefunden.! Garnisonstadt eingesekt wurden, die Notdämme er« Bankdirektor Hugo Schurig von der Filiale richteten, konnte der Ueberschwemmung Einhalt ge- einer Großbank in Osnabrück, der seit Donnerstag! boten und größeres Unglück verhütet werden. Der nistt festgestellt werden. Harriman zu 4% Jahren Gefängnis verurteilt. I. W. Harriman, der frühere Leiter der Harriman-Nationalbank, der vor einer Woche für schuldig befunden worden war, die Geschäftsbücher gefälscht und die Bankkapitalien in unerlaubter Weise verwendet zu haben, ist zu 4V2 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Rekorddreiecksfahrt eines Briefes. — 25 000 km in 19 Tagen. In der Postbeförderung Neuyork—Südamerika— Europa—Neuyork ist nach einer bei der Hamburg- Amerika-Linie vorliegenden Meldung ein Rekord erreicht worden: ein Brief, der in Neuyork aufge- voriger Woche vermißt wird, ist nach einer Woche, am Donnerstagabend, in der Nähe des Frankenbergsteines (Harz) tot aufgefunben worden. Die Leiche wies eine Schußwunde auf. In der -Brieftasche Schurigs fehlten 300 RM. Man vermutet, daß die Tat bereits am 21. Juni verübt worden Im Bunzlauer Bankverein sind Unregelmäßigkeiten größeren Umfanges vorgekommen, die bereits durch BAschluh der Generalversammlung zur Entlassung von drei Vorstandsmitgliedern geführt haben. Nachdem die Generalversammlung schon die Entlassung des Direktors Baresel, sowie der bei», - . ■ -vn , > ----- - . den geschäftssllhrenden Vorstandsmitqlieder Schulze SM°dung nach Stockholm unterwegs war, ift bei und Zowada beschlossen hatte, wurde am Don-! Odinsholm von einem Dompftr gerammt worden nerstaa nachmittag Direktor Barssel auf Anord.! und fant. Die sechskopsige Besatzung ist ertrun- nunq der Staatspolizeistelle in Liegnitz in seiner ken Die ausgesischten Wrackstucke lassen daraus lieber Nordbulgarien gingen im Laufe des Donnerstag schwere Unwetter nieder, die große Verwüstungen anrichteten. Besonders schwer wurde die Ortschaft Braschlanitza heimgesucht, die durch Wolkenbrüche vollständig unter PZasser gesetzt wurde. Sechs Häuser brachen zusammen. Die meisten übrigen Wohn- und Stallgebäude erlitten schwere Schäden. Die Dorfbevölkerung, deren sich eine ungeheure Panik bemächtigt hatte, war auf die Dächer geflüchtet, da das Wasser stellenweise über drei Meter hoch stand. Ein älterer Mann, der sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte, kam in den Fluten um. Erst als Pioniere aus der nahen geben wurde, legte auf einer „Dreiecksfahrt" in 19 Tagen 25 000 Kilometer zurück. Er wurde von Neuyork in einem amerikanischen Flugzeug nach Pernambuco befördert und von dort mit dem Luftschiff „Graf Zeppelin" nach Friedrichshafen weitergeleitet. Von Friedrichshafen ging er auf dem Luftpostwege nach Cherbourg, wo er einem deutschen Schnelldampfer übergeben wurde. Am 19. Tage nach der Ausgabe wurde er in Neuyork zugestellt. Mit diesem Rekord hat der Umschlag des Briefes einen postalischen Seltenheitswert erhalten. Er befindet sich im Besitz eines amerikanischen Briefmarkensammlers. Großfeuer durch Blitzschlag. LPD. Frankfurt a. M., 29. Juni. Heber Frankfurt ging heute nachmittag ein schweres Gewitter, das von einem Wolkenbruch begleitet war, nieder. In nicht weniger als 15 0 Fällen wurde die Feuerwehr zu Hilfeleistungen wegen Wasserschaden alarmiert. In den Straßen herrschte an manchen Stellen eine solche Ueberschwemmung, daß der ^Verkehr eine Zeitlang stockte. In Frankfurt- Griesheim geriet durch Blitzschlag kurz vor fünf Uhr eine Scheuer in Brand. Die Feuerwehr, die sofort zur Stelle war, bekämpfte den Brand mit fünf Rohren. Trotz vierstündiger Bemühungen gelang es nicht, des Feuers Herr zu werden. Die Scheuer brannte bis auf den Grund ab. Der Sachschaden ist erheblich. Amtsgericht Gießen. Ein Bediensteter im Hos Kolnhausen bei Lich wurde zu einer © e I b ft r a f e von 3 Mark verurteilt, die im Falle der Uneinbringlichkeit mit einem Tag Haft zu verbüßen ist. Der Angeklagte unterließ es, glühende Asche in einem verschließbaren Gefäß unterzubringen. Dadurch wurde ein Dachstuhlbrand verursacht. Ein Kraftfahrer aus Gießen soll mit einem Postauto aus einer Hofeinfahrt herausgefahren und dabei durch Nichtbeachtung des Vorfahrtsrecht niit einem daherkommenden Auto zusammengestoßen sein. Die Beweisaufnahme ergab jedoch, daß der Angeklagte mit ganz geringer Geschwindigkeit fuhr und auch schon auf der Mitte der Straße war, als sich der Zusammenstoß ereignete. Er wurde frei- gesprochen. Wegen Körperverletzung wurden zwei Gießener Einwohner zu vier Wochen Gefängnis bzw. zu 25 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Angeklagten mißhandelten an Silvester einen jungen Mann durch Ohrfeigen. Rundfunkprogramm. Samstag, 30. Juni. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. Aus deutscher Frühzeit. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. Kunstpfeifer und Jodler. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Fröhliches Wochenend. 15.10: Lernt morsen! 15.45: Quer durch die Wirtschaft. 16: Bunter Nachmittag. Kleines Fimk- orchester. 18: Ausschnitte aus der Westmark-Bauern- kundgebung auf dem Donnersberg (Kirchheimbolanden). 18.35: Stegreifsendung. 19: Volksmusik. 19.45: Tagesbericht vom Turnierplatz über das Aachener Reitturnier. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: Einführung in „Mona Lisa", von Max v. Schillings. Es spricht: Hans Rosbaud. 20.30: Aus der Pfalzoper Kaiserslautern: Mona Lisa. Oper in zwei Akten. 23: Nachtkonzert. 23 bis 2: Nachtmusik. Sonntag, 1. Juli. 6.15 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Morgengymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Feierstunde der Schaffenden. 10.15: Bekenntnisse deutschen Geistes. Chamberlain — Wagner — Schiller. 10.30: Stunde des Chorgesangs. 11.15: Gedichte von Richard Dillinger. 11.30: Von Leipzig: Falsche Welt, dir trau ich nicht. Solokantate von Joh. Seb. Bach. 12: Von Stuttgart: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 13: Mittagskonzert. 14: Kasperlstunde. 15: Zehnminutendienst für die Landwirtschaft. 15.10: Stunde des Landes. 15.40: Humor auf Schallplatten. 16: Nachmittagskonzert. Funkbericht vom Großen Preis des ACF., Frankreich. 18: „Afrika". Von Rudolf Michel. 18.20: Friedemann Bach. Ein Hörbild. 19.20: Fröhliches Zwischenspiel. 19.45: Dom Rhein- ftabion Düsseldorf: Wasserballspiel Deutschland — Holland. 20: Sportbericht. 20.15: Reichssendung: Kolonial-Gedenktag. Der deutsche Gedanke in der Welt. Hörfolge. 21.15: Unterhaltungskonzert. 22: Kleine Unterhaltung. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen ... 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Aus deutschen Volksopern II. Zar und Zimmermann. Von Albert Lortzing. 24 bis 2: Vertraute Klänge. Montag, 2. Juli. 5.50 Uhr: Gymnastik. 6.15: Gymnastik. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert. 14.40: Stunde des Liedes. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Soldaten ohne Befehl. Vortrag von W. Richter. 17.45: Buffo-Arien. 18: Stunde der Jugend. 18.25: Französischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht! 19: Dom Alten Fritz bis zu Bismarck. Eine Stunde Anekdoten, Soldatenlieder und Märsche. 20: Nachrichten. 20.10: Leichte Kammermusik. 21: Ursendung: „Der Spielmann". Ein Singspiel für große und kleine Kinder. Musik oon Erich Ade. Text von Else Holle-Hellmund. 22: Kleine Unterhaltung. 22.20: Nachrichten. 22.30: Vom Deutschlandsender: Dr. Karl Ritter von Halt spricht über Deutschlands Stellung im internationalen Sport. Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 1. Juli. 5. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Sucker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus« gemeinde; 9.30: Pfarrvikar Balz; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrvikar Balz. — Johannestirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannes- gemeinöe; 9.30: Pfr. Müller; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Müller; 20: Mifsionsstunde im Johannesfaal; Missionar Walther. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Sucker; zugleich Christen- lehre für die neukonfirmierten Knaben der Luther- gemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Sucker. — Pelruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; Christenlehre für die neutonfirmierten Knaben der Petrusgemeinde. — Saal der Renen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Wiefeck. 9.30: Hauptgottesdienst; 10.45: Kinderkirche; 16: Bibelstunde (Missionar Walther, Gießen). — Alken-Vuseck. 10: Gottesdienst; 13: Christenlehre. — Steinbach. 10: Gottesdienst und Christenlehre; Kollekte. — Albach. 8.30: Gottesdienst und Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche (Obere Abteilung); 13: Kinderkirche (Untere Abteilung). — Kirchberg. 10: Gottesdienst; Christenlehre für die weibliche Jugend. — Daubrin- gen. 13.30: Gottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13: Pfr. Steiner (Hausen). — Garbenteich. 11: Gottesdienst. — hausen. 9.30: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stifts- dechant Kahn; hl. Abendmahl; 12.45: Kindergottesdienst. — Rieder-Vessingen. 14: Stiftsdechant Kahn. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 14.15: Hauptgottesdienst.— Virklar. 13: Gottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 11.15: Gottesdienst. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst; 11.10: Christenlehre. — Lehr- bach. 12.30: Hauptgottesdienst. — Erbenhausen. 14: Hauptgottesdienst. — Kirtorf. 14: Kindergottes dienst; 16: Traugottesdienst; 19.30: Hauptgottesdienst; 20.40: Christenlehre. Katholische Gemeinden. Samstag, den 30. Juni. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den l.Juli. 6. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Kredigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 4. Juli. Hungen. 6.30 Uhr: Messe. Freitag, den 6. Juli. Gießen. 6.45 Uhr: Segensamt. — Lich. 6.15. Segensamt. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. Geyer, Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. Buchinger. Apotheke: Engelapotheke. 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Amts- Die Satzung der Jn- Die Innung ist eine öffentlichen Rechts. den wie 1. 2. 3. 4. 5. an die Entschuldungsstellen bzw. an bje gerichte. ist, welche Vorbildung die Lehrlinge haben und welche Lehrlinge für die Handtungsgehilsenprüfung in Frage kommen. Es sollen also in Zukunft dem Einzelhandelsamt entsprechende Angaben gemacht werden, die es u. a. auch ermöglichen, festzustellen, ob der Lehrling als Handlungsgehilfe im Beruf bleibt und ob er in dem Betrieb, in dem er gelernt hat, auch als Gehilfe weiterbeschäftigt wird. Aus alledem ist erfreulicherweise zu erkennen, datz gerade auch der Einzelhandel der Ausbildungsfrage großes Interesse entgegenbringt. gemeinen um eine Landwirtschaft mit Gastwirtschaft, Mühlen, Handwerk, Fuhrunternehmen, Lohndrescherei und Sägewerk. Die Frage, ob ein Doppelbetrieb auch dann unter die Bestimmungen des Schuldenregelungsgesetzes fällt, wenn neben einem oder mehreren landwi tfchaftlichen Betrieben ein oder mehrere nichtlandwirtschaftliche Betriebe bestehen, wird auch danach zu entscheiden sein, ob der landwirtschaftliche Betrieb überwiegt. Da die landwirtschaftlichen Siedlungsbetriebe besonders angeordnete Erleichterungen genießen, braucht das Schuldenregelungsgesetz (§ 106) auf sie keine Anwendung zu finden. Das Entschuldungsoer- Richtlinien zur landwirtschastlichen Schuldenregelung. und Warenkunde besitzen. Hier wird also die Hauptarbeit auf dem Gebiete der Lehrerausbildung zu leisten sein. nung hat u. a. Bestimmung zu treffen über Namen, Sitz und Bezirk der Innung, über ihre Auf- Haushaltsplan nicht vorgesehen sind. örperschaft des über die Abänderung der Satzung, a) den Erwerb, die Veräußerung oder dingliche Belastung von Grundstücken, b) die Veräußerung von Gegenständen, die einen geschichtlichen, wissenschaftlichen oder Kunstwert haben, c) die Aufnahme von Anleihen, die Genehmigung der Jahresrechnung, die Feststellung des Haushaltsplanes, die Genehmigung von Ausgaben, die im Die Organisationsgliederung im deutschen Handwerk. Nach dem Schuldenregelungsgesetz werden Nebenbetriebe von der Entschuldung mit erfaßt. Der triebe werden Viehmästereien und Abmelkställe zu gelten haben, wenn die Futtermittel überwiegend käuflich erworben werden; für Geflügelfarmen ist außerdem noch das Fehlen einer angemessenen Fläche von Weide und Auslaufland entscheidend. Grundsätzlich wird ein landwirtschaftlicher Betrieb immer dann vorliegen, wenn es sich um einen Erbhof handelt, oder wenn bezüglich des Gesamtbetrie- bes die Vorschriften des landwirtschaftlichen Vollstreckungsschutzes und die Zinserleichterungen für den landwirtschaftlichen Real- oder Auslandskredit Anwendung finden. Die Zugehörigkeit des Betriebsinhabers zürn Reichsnährstand ist allein kein Merkmal für das Vorliegen eines landw'rtschgftlichen Betriebes. kleinere Flächeneinheit noch als landwirtschaftlicher Betrieb im Sinne des Schuldenregelungsgesetzes angesprochen werden, während vielfach ein Betrieb von mehr als 0,5 Hektar die Erfordernisse des landwirtschaftlichen Betriebes nicht mehr erfüllt. Zu dem landwirtschaftlichen Betrieb im engeren Sinne gehören die Betriebe mit Acker-, Wiesen-, Wein-, Hopfen-, Tabak-, Feldgemüse- und Obstbau, sowie die Imkereien, Fischzuchtbetriebe und Teichwirtschaften. Für die forstwirtschaftlichen Betriebe ergibt sich nach dem Schuldenregelungsgesetz das gleiche Verfahren, wie für die landwirtschaftlichen Betriebe im engeren Sinne. Innerhalb des Verfahrens unterscheiden sich die gärtnerischen Betriebe von den land- und forstwirtschaftlichen insofern, als die Gartenbaukredit-AG. zur Entschuldungsstelle bestellt werden kann. Als nichtlandwirtschaftliche Be- Nach dem Schuldenregelungsgeseb vom 1. Juni 1933 werden bekanntlich die Inhaber eines landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder gärtnerischen Betriebes entschuldet. Eine gewisse Schwierigkeit bestand für die Amtsgerichte darin, daß der Begriff des landwirtschaftlichen Betriebes bisher nie eindeutig definiert worden ist, so daß bei den sogenannten Grenzfällen eine gewisse Auslegungsfreiheit für den Richter nicht zu vermeiden blieb. Diese Schwierigkeit ist durch die Richtlinien zur landwirtschaftlichen Schuldenregelung vom 13. Juni 1934 (veröffentlicht in „Amtliche Mitteilungen in Entschuldungssachen", Heft 66 vom 16. Juni 1934) par nicht ganz beseitigt, jedoch erheblich abgemildert worden. gaben, die Zahl der Mitglieder des Jnnungsbeirats und des Gefellenbeirats, den Obermeister und die Jnnungswarte und über die Zugehörigkeit zu einem oder mehreren Bezirksfachverbäuden. Die stimmberechtigten Mitglieder der Jnnungsversammlung müssen das 21. Lebensjahr vollendet haben. Bestellbar zum Jnnungswart usw. sind nur Personen zwischen dem 24. und 65. Lebensjahr. Die Aufsicht über die Innungen führt die Handwerkskammer. Auch die von der Innung unterhaltenen Anstalten und Einrichtungen unterliegen der Aufsicht der Handwerkskammer. Die Handwerkskammer kann Ordnungsstrafen bis zu 1000 Reichsmark verhängen. Auch der Obermeister ist befugt, Warnung, Verweis oder Geldstrafe bis zu 100 Mark zu verfügen. Die Geldstrafen fließen in die Kasse der Innung. Die Handwerkskammer hat auch das Recht, ein oder mehrere Handwerkszweige aus der Innung auszuscheiden, wenn 1. für den ausscheidenden Bezirk oder Handwerkszweig eine neue Innung errichtet wird, oder 2. der ausscheidende Bezirk oder Handwerkszweig einer anderen Innung zugewiesen wird. Die vermögensrechtliche Auseinandersetzung regelt die Handwerkskammer endgültig. Ein Konkursverfahren über das Vermögen der Innung findet nicht statt. Eine Ueberschuldung hat der Obermeister der Handwerkskammer sofort anzuzeigen, die unverzüglich die Verhandlung mit den Gläubigern aufnimmt. Durch diese Bestimmungen, die für die Innungen und sinngemäß für die entsprechende obere Instanz der Kreishandwerkerschaften maßgebend sind, wird der Charakter der Innungen und Kreis- handwerkerschaften als Körperschaften des öffentlichen Rechts klargestellt. Die Kreishandwerkerschaft hat noch als besondere Aufgabe die gemeinschaftlichen Belange der ihr angeschlossenen Innungen wahrzunehmen. Die Satzung kann bestimmen, daß sie auf Anfordern der ihr angeschlossenen Innungen deren Geschäftsführung zu übernehmen hat. Die Kreishandwerkerschaft wirkt bei Verwaltungsmaßnahmen örtlicher Behörden mit, soweit sich diese mit Handwerksfragen befassen. Sie hält die Fühlung zu anderen Berufsgruppen im Bezirk aufrecht und erteilt Gutachten und Auskünfte an Behörden und handwerkerliche Körperschaften. Schließlich erledigt die Kreishandwerkerschaft alle Aufgaben, die ihr von der Handwerkskammer übertragen sind. Es ist möglich, daß die Handwerkskammer die Kreishandwerkerschaft für deren Bezirk mit den Aufaaben einer örtlichen Verwaltungsstelle allgemein beauftragt. In der ersten Durchführungsverordnung wird die Ehrengerichtsbarkeit besonders geregelt. Bemerkenswert ist weiter noch, daß für die Innungen der Bäcker, Konditoren, Müller und Schlächter in § 54 besondere Bestimmungen erlassen werden, wonach die Bestellung und Abberufung der Obermeister dieser Innung durch die Handwerkskammer der Zustimmung des Reichsbauernführers bedarf. Diese Bestimmung erklärt sich aus der marktpolitischen Zugehörigkeit dieser Berufe zum Reichsnährstand. Die Vorschriften über die Mitgliederversammlung, über den Vorsitzenden und seine Bestellung und über die Satzung der Kreishandwerkerschaften sind sinngemäß ebenso geregelt, wie in der unteren Glie- deruna bei den Innungen. Die Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft besteht aus den Obermeistern der angeschlossenen Innungen. Der Vorsitzende der Kreishandwerkerschaft, also der Kreishandwerksführer, wird von der Handwerkskammer ernannt; die Bestellung er- foltzt auf Widerruf. Ihm steht ein Beirat zur Sekte, dessen Mitglieder er aus den Obermeistern der abgeschlossenen Innungen ernennt. Die Zahl der Beiratsmitglieder wird durch die Satzung geregelt. Ihre Amtsdauer beträgt ein Jahr. Die Satzung hat zu bestimmen, nach welcher Maßgabe die Beiträge der Innungen zu leisten sind. Im Aufbau der Innungen heißt es entsprechend sinngemäß, daß die Mitglieder der Innung die Jnnungsversammlung bilden. Die Innung wird von dem Obermeister geführt. Der Obermeister führt die gesamten Geschäfte der Innung und erledigt ihre sämtlichen Aufgaben. Bei grundsätzlich wichtigen Aufgaben hat der Obermeister den Innungsbeirat um seine Meinung zu befragen. Er ist jedoch an dessen Gutachten nicht gebunden. Der Obermeister hat auch unter Beachtung der Bestimmungen der Satzung Mitglieder des Innungsbeirats mit der Wahrnehmung von Innungsämtern zu beauftragen. Es sind dies die sog. Innungs- warte. Es muß immer ein Stellvertreter, ein Kassenführer und ein Lehrlingswart gestellt werden. Die Amtsdauer der Innungswarte beträgt ein Jahr. Der Jnnungsversammlung bleibt die Beschlußfassung vorbehalten: Die Berufsausbildung beim Sandwerk und Einzelhandel Die Frage der Berufsausbildung des Nachwuchses ist für alle Wirtschaftszweige von großer Bedeutung. Das gilt in besonders hohem Maße vom Handwerk und vom Einzelhandel, weil es sich bei beiden um Stände handelt, die sich auch in der liberalistischen Epoche ein gewisses ständisches Eigenleben bewahrt haben, das z. B. im Handwerk im Lehrvertrag und in der Meisterprüfung bis zuletzt ihren stärksten und umkämpftesten Ausdruck fand. Marxisten und Liberalisten haben sich vergeblich bemüht, diese letzten Reste einer früheren gesunden ständischen Ordnung zu beseitigen. Es kann gleich hier eingeschaltet werden, daß es eines der größten Verdienste des Nationalsozialismus für das Handwerk ist, daß durch die neue Gesetzgebung Lehrvertrag und Meisterprüfung nicht nur gesichert, sondern vervollkommnet worden sind. Das Handwerk war sich lange klar darüber, daß es seine Stellung im Wirtschaftsleben nur behaupten könne, wenn diese Einrichtungen erhalten blieben. Man wußte aber auch, daß das nur möglich sein würde, wenn das marxistisch-liberalistische Wirtschaftsdenken sehr bald durch nationalsozialistisches Gedankengut ersetzt würde. Das Wirtschaftsleben im ständischen Staat ist auf die Dauer ohne eine geregelte und sachgemäße Berufsausbildung undenkbar. Gerade der Reichsberufsweckkampf, der vor kurzem beendigt worden ist und an dem sich das Handwerk stark beteiligt hat, hat bewiesen, wie wichtig die fachliche und berufliche Ausbildung für den Lehrling ist und wie ernst ein Hand-in-Hand-Ar- beiten zwischen der praktischen und der theoretischen Ausbildung genommen werden muß. Gewisse Mängel, die sich hier herausgestellt haben, zeigen sehr deutlich, daß die Berufs- und Fachschulen die Verbindung mit dem Handwerksbetrieb nicht verlieren dürfen, wenn die Gesamtausbildung des Lehrlings einen erfolgreichen Abschluß finden soll. Für die zukünftige Berufsausbildung ist bisher noch keine klare Abgrenzung der Aufgaben der künftigen zuständigen obersten Instanzen erfolgt. Das Handwerk hat den begreiflichen Wunsch, daß das Schulwesen des Handwerks dem Reichswirtschaftsminister unterstellt wird. Gerade durch eine enge Angliederung an das Reichswirtschaftsministerium wird eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis bei der Ausbildung des Nachwuchses am sichersten und besten gewährleistet. Es ist deshalb besonders begrüßt worden, daß im Februar d. I. der Reichswirtschaftsminister erklärt hat, daß das Berufs- und Fachschulwesen seinem Ministerium unterstehe. Inzwischen wurde bei der Umbildung des preußischen Kultusministeriums in ein Reichsministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung bei der Umgrenzung des Aufgabengebietes gesagt, daß das gewerbliche Berufs- und Fachschulwesen diesem Ministerium zur Betreuung übergeben werden müsse. In diesen beiden Erklärungen ist an und für sich kein Widerspruch zu sehen, da selbstverständlich die rein pädagogischen Grundlagen des Fach- und Berufsschulwesens vom Reichsministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung richtunggebend bestimmt werden. Man muß sich aber vor Augen halten, daß das Ziel der Berufsausbildung der Handwerkslehrlinge nur in Verbindung mit der praktischen Betätigung des Handwerkslehrlings gefunden werden kann. Dazu wird es auch notwendig fein, daß die Lehrerschaft einen stärkeren Einblick in den praktischen Betrieb des Handwerksmeisters bekommt, damit wir von der früheren reinen Fortbildungsschule allmählich zu wirklichen Fach- und Berufsschulen, die ihrer Aufgabe gewachsen sind, gelangen. Daneben wird natürlich die Reichsjugendführung auf die gesamte Gestaltung der Berufsausbildung einen entscheidenden Einfluß gewinnen. Es ist von dieser Seite wiederholt darauf hingewiesen worden, daß gerade auch der junge Lehrling bis zu seinem 20. Lebensjahr mehr als bisher im Gemeinschaftsgeist erzogen werden müsse. Notwendig wird es auch fein, daß dem Lehrling eine gewiss« Ferienzeit zur Verfügung steht, an der es bisher, im Gegensatz z. B. zu den akademischen Berufen, mehr oder weniger stark gefehlt hat. Alle diese Fragen werden durch das kommende Berufsausbildungsgesetz grundsätzlich geregelt werden. Hier wird auch die Frage der Freizeit des Lehrlings und des Jungarbeiters gelöst werden. Die schwere körperliche Arbeit, die häufig die jugendlichen Lehrlinge zu leisten haben, die Gefahr von Berufskrankheiten, die in mandjen Betrieben groß ist, verlangen geradezu eine auskömmliche Freizeit, die den Ferien Fristversäumnis und Nachsichtgewährung im Stenerrechtsmittelverfahren. In diesen Tagen sind den Steuerpflichtigen die Umsatz- und Einkommensteuerbescheide für das Jahr 1933 zugegangen bzw. sie gehen ihnen noch zu. Gegen die "Steuerfestsetzung steht dem Steuerpflichtigen der Einspruch an das Finanzamt zu. Der Einspruch kann bei dem Finanzamt schriftlich ein- gereicht oder zu Protokoll erklärt werden. Dies kann nur bis zum Ablauf eines Monats geschehen, gerechnet vom Ende des Tages ab, an dem der Steuerbescheid dem Steuerpflichtigen bekanntgegeben worden ist. Statt des Einspruchs kann der Steuerpflichtige Berufung einlegen, wenn der Vorsteher des Finanzamts seine Einwilligung hierzu bis zum Ablauf eines Monats (von der Einlegung des Rechtsmittels ab gerechnet) erklärt. Wenn der Vorsteher des Finanzamts feine Einwilligung nicht rechtzeitig erteilt, fo ist das eingelegte Rechtsmittel als Einspruch zu behandeln. Einen Steuerbescheid kann der Steuerpflichtige nur deshalb anfechten, weil er sich entweder durch die Höhe der festgesetzten Steuer oder dadurch beschwert fühlt, daß die Steuerpflicht bejaht worden ist. Liegen einem Steuerbescheid Feststellungen zugrunde, die in einem besonderen Feststellungsbescheide getroffen sind, fo kann der Steuerbescheid nicht mit der Begründung angefochten werden, daß die in dem Feststellungsbescheide getroffenen Feststellungen unzutreffend seien. Dieser Einwand kann nur gegen den Feststellungsbescheid erhoben werden, und zwar innerhalb der Rechtsmittelfrist für diesen Bescheid. Die Steuerbehörden sind immer wieder gezwungen, eingelegte Rechtsmittel nach § 252 AO. als unzulässig zu verwerfen, da sie nicht fristgerecht ein- gegangen sind. Im Steuerrecht können Fristen, zur Einreichung von Erklärungen und Fristen, die von Steuerbehörden gesetzt sind, verlängert werden. Dies gilt aber nicht von Ausschlußfristen. Fristen zur Einlegung eines Rechtsmittels sind jedoch Ausschlußfristen. Wenn somit auch eine Fristerstreckung zur Einlegung eines Rechtsmittels unmöglich ist, bietet doch in gewissen Ausnahmefällen die Vorschrift des § 86 AO. die Möglichkeit, die Rechtsfolgen einer verspäteten Rechtsmitteleinlegung zu .beseitigen. Nach dieser gesetzlichen Bestimmung kann, wer ohne jein Verschulden verhindert war, die Rechtsmittelsrist einzuhalten, Nachsicht wegen Versäumung der Frist beantragen. Die Nachsicht ersetzt die übliche, schwerfällige Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Sie setzt keine Verhinderung durch höhere Gewalt, sondern nur schuldloses Versäumen der Frist voraus und kann u. U. ohne Antrag erteilt werden. Das Verschulden eines geseg- lichen Vertreters oder eines Bevollmächtigten steht dem eigenen Verschulden gleich. Der Antrag auf Nachsichtgewährung ist innerhalb zweier Wochen (Ausschlußfrist) nach Ablauf des Tages zu stellen, an dem der Antrag zuerst gestellt werden konnte: dabei sind die Tatsachen, die den Antrag begründen sollen, anzuführen und glaubhaft zu machen. Die Einlegung des versäumten Rechtsmittels ift innerhalb dieser Frist nachzuholen. Nach Ablauf eines Eklhres, von dem Ende der versäumten Frist an gerechnet, kann die Nachsicht nicht mehr begehrt oder ohne Antrag bewilligt werden. Die Nachsicht kommt erst in Frage, wenn die anzufechtende Entscheidung bereits Rechtskraft erlangt hat. Sie be* zweckt, die Beseitigung der Folgen einer Verspätung für den Steuerpflichtigen möglichst zu erleichtern. fahren kann daher nicht eröffnet werden: für Siedlungsunternehmen im Sinne des Reichsfiedlungs- aesetzes, für Dritte, die das Grundstück erworben haben, um es aufzuteilen und weiter zu veräußern, und Inhaber von Siedlerstellen im Sinne des Reichssiedlungsgesetzes. Nicht als Inhaber von Siedlerstellen gelten Anliegersiedler, Inhaber von Landarbeitereigenheimen und Inhaber von Reichsheimstätten im Sinne des Reichsheimstättengesetzes. Teil II der Richtlinien gibt Einzelanweisungen der höheren Schüler und der Jungakademikerschaft, die meistens im selben Alter stehen, wie der Lehrling und der Jungarbeiter, in irgendeiner Weise angeglichen wird. Auf jeden Fall scheint es sicher xu sein, das fünf bis zehn Tage Urlaub, wie sie heute meistens für den Lehrling gewährt werden, keine ausreichende Freizeit darstellen. Interessant ist auch noch, daß heute selbst die beruflichen Vertretungen des Handwerks die Zahlung eines Lehrgeldes für unzeitgemäß halten und in Uebereinstimmung mit der deutschen Arbeitsfront die Forderung erheben, daß bei der Einstellung von Lehrlingen in Zukunft die Forderung eines Lehr- gelbes unterbleibt. Ein entsprechendes Ersuchen hat vor kurzem erst die Oberpfälzische Handwerkskam- mer an alle Handwerks- und Gewerbebetrieb« gerichtet. Für die zukünftige Berufsausbildung des Handwerks wird also einmal das kommende Berufsaus- bildungsgesetz maßgebend fein und dann die Ab- grenzung der Zuständigkeiten im Reichswirtschafts- und Reichskultusministerium, bei der allgemein erwartet wird, daß eine Entscheidung fällt, die die praktische Seite der Ausbildung und das Zusammenarbeiten von Fachschule und Handwerksbetrieb gewährleistet. Für den Einzelhandel liegen die Dinge vielfach ähnlich, wenn auch die Ausbildung des kaufmännischen Lehrlings in den kaufmännischen Berufsschulen heute meistens noch weit weniger mit der Praxis, besonders soweit der Einzelhandel in Frage steht, in Einklang gebracht worden ist, als beim Handwerk. Der theoretische Fortbildungsunterricht ist meistens heute noch ein Kontor-Unterricht, der für die Lehrlinge des Einzelhandels keineswegs ausreicht. Es muß dazu di« Derkaufskunde und die Warenkunde treten, die natürlich nur bann mit Erfolg an ben kaufmännischen Berufsschulen ein« geführt werben kann, wenn auch das Lehrpersonal in entsprechender Weise vorgebildet und mit der Praxis in Berührung gebracht wird. Da ist es ein Mangel, daß mit Ausnahme der Universität Köln fast alle Handels-Hochschulen und Universitäten bis heute keine Lehrstühle für Derkaufslehre Durch die jetzt verkündete 1. Verordnung über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks auf Grund des Gesetzes vom 29. November 1933 wird die zukünftige Organisatidnsgliede- rung im deutschen Handwerk abgeschlossen. Nachdem schon im Januar der Reichs- handwerksführer und sein Stellvertreter und im Mai die 13 Landeshandwerksführer ernannt waren, erhalten durch diese Verordnung die unteren Gliederungen des Handwerks Inhalt und Abgrenzung ihrer Befugnisse. Während die Bestimmungen über die Innungen schon früher im wesentlichen bekannt Geworden sind, erfährt man jetzt etwas über die reishandwerkerschaften und die künftigen Beziehungen der Handwerkskammern zu den Kreishandwerkerschaften und Innungen. In der Gliederung steht der Reichshandwerkssührer an der Spitze, es folgen die Landeshandwerksführer, die Handwerkskammern, die Kreishandwerkerschaf- ten und die Innungen. Die Kreishandwerkerschaften schließen also die Kette im organisatorischen Aufbau, in dem sie die unterste Form der Gliederung, nämlich die Innungen, bezirksweise zusammenfassen und dadurch die natürliche Verbindung über die Handwerkskammern zu den Landeshandwerksführern Herstellen. Es heißt in § 56: „Die Handwerkerinnungen, die innerhalb eines von der Handwerkskammer bestimmten Bezirks ihren Sitz haben, werden durch die Handwerkskammer zu einer Kreishandwerkerschaft zusammengeschlossen. Die Bezirke sollen sich mit den Bezirken von Stadt- oder Landkreisen decken." Aus dieser Bestimmung geht zunächst sehr deutlich hervor, daß die Handwerkskammern in Zukunft eine sehr bedeutsame Stellung im Organisationsbau des Handwerks einnehmen werden. Die Einrichtung der Handwerkskammern, die früher vielfach sehr stark umstritten war, hat also dadurch nachträglich eine Bestätigung erfahren. Man kann sogar davon sprechen, daß das Aufgabengebiet der Handwerkskammer wesentlich vergrößert wird, da sie in Zukunft ein sehr weitgehendes Aufsichtsrecht über die unteren Gliederungen des Handwerks ausüben werden. Die Handwerkskammern bilden also mit den Kreishandwerkerschaften das wichtige mittlere Verbindungsglied zwischen den obersten Führersck 'f*en und den Innungen. Eine klare Begriffsbestimmung des landwirtschaftlichen Betriebes derart, daß Zipeifelssälle im einzel- -.....-- --- . ,■ nen unbedingt vermieden werden, gibt es nicht. Nebenbetrieb setzt naturgemäß einen Hauptbetrieb Was bei einer bestimmten Bodenklasse oder Be- voraus; er hat die Aufgabe, dem Hauptbetrieb zu triebsform noch als landwirtschaftlicher Betrieb geb dienen, ihn zu fördern und seine Ertragnisse zu er- ten kann, mag unter andersgearteten Verhältnissen höhen. Die sekundäre Bedeutung gegenüber dem nicht mehr als landwirtschaftlicher Betrieb ange- Hauptbetrieb und eine enge Verpflichtung mit ihm prochen werden können. In gewissen Grenzfällen,! vorausgesetzt, werden in erster Linie hierunter zu die jedoch durch die erwähnten Richtlinien gegen-rechnen sein: Brennereien, Molkereien, Sämereien, über dem bisherigen Zustand verringert worden Zuckerfabriken, Stärkefabriken, Korbflechtereien, sind, wird immer noch die richterliche Entscheidung Maschinenschlossereien, Schmieden, Stellmachereien, letzte Spruchstelle darüber sein, ob der Betrieb noch Ziegeleien, Kalkbrennereien, Steinbruche, Betriebe als landwirtschaftlicher Betrieb angesehen werden zur Gewinnung von Torf, Kies, Sand, Lehm, Ton kann, oder nicht. 1 und Porzellanerde. Hauptmerkmal landwirtschaftlichen Betriebes ift | Ebenso unter der Voraussetzung, daß der landentsprechend seiner Eigenschaft als Unternehmen der wirtschaftliche Teil gegenüber dem mchtlandwirt- Urerzeugunq die Nutzung des Bodens, sowie die schaftlichen Teil überwiegt, d. h. daß der Betriebs- Pflege und Aufzucht von Pflanzen und Vieh. Hinzu-Inhaber seinen Lebensunterhalt in der Hauptsache kommt eine, den wirtschaftlichen Grundsätzen der aus dem landwirtschaftlichen Teil des Betriebes be- Landwirtschaft entsprechende planmäßige Wirtschafts- streitet, fallen gemischte Betriebe unter das Schulführung mit dem Zwecke, dem Lebensunterhalte des denregelungsgesetz. Hierbei handelt es sich im all- Besitzers und seiner Familie wesentlich zu bienen; I eine selbständige Ackernahrung ist dabei im Gegensatz zum Reichserbhofgesetz nicht unbedingtes Erfordernis. Im allgemeinen wird die untere Flächengröße eines landwirtschaftlichen Betriebes bei 0,5 Hektar liegen, doch kann auch diese Begrenzung nicht als starr angesehen werden; z. B. bei Wein-, Obst- und Gemüsebau, sowie bei gärtnerischen und anderen Sonderbetrieben kann gegebenenfalls eine Interessant ist, daß die Berliner Industrie- und Handelskammer durch ihr Einzelhandelsamt eine Lehrlingsrolle für den Einzelhandel eingesührt hat. Die Industrie- und, Handelskammer hat die hohe Bedeutung der Ausbildung und Fortbildung des Einzelhandelsnachwuchses erkannt und will durch die Lehrlingsrolle feststellen, wieviel Lehrlinge in Einzelhandelsgeschäften ausgebildet werden, groß der Zuwachs und Abgang an Lehrlingen Frist von der Möglichkeit der Ab- Gebrauch macht (Urteil vom 22. 4. 1927). Auch wer eine Rechtsmittelschrift als gc- wöhnlichen Brief absendet, handelt nach dem Urteil vom 4. 9. 1929 nicht schuldhaft. Die beim der Auflieferung zu überzeugen. Nachsicht kann Wirtschaft innerhalb der holung keinen ein- der emgeireiene Maujiruiiiieiyeiuny. vw beachtlich bei der Gruppe der unter 40 Stunden wöchentlich Beschäftigten, also jener Arbeiter, deren Verdienste infolge der Kurzarbeit von unter 40 Stunden erfahrungsgemäß nur wenig über den Einkommenssätzen der unterstützten Erwerbslosen liegen. Gerade die starke Verminderung dieser Gruppe, die um etwa 30 v. H. zurückgegangen ist, bedeutet eine Kaufkraftsteigerung von besonderem wirtschaftlichen und sozialen Wert. Denn durch die Kaufkraftsteinerung wird für den Arbeiter die Möglichkeit geschaffen, einen über den direkten Lebensbedarf hinausgehenden zusätzlichen Bedarf zu decken, so daß also hier eine Kaufkraftsteigerung erfolgt, die dem Absatz nicht unbedingt lebenswichtiger Er- wenn er infolge eines Verschuldens der Ersatzperson erst nach Ablauf der Rechtsmittelfrist von der Zustellung Kenntnis bekommen hat. Diese Frage ist nur für den Fall zu verneinen, daß dem Steuer- dieser Seite zum Zwecke der Geldbeschaffung für den chalbjahresultimo Verkäufe. I. G Farben holten ihren geringfügigen Anfangsverlust von 0,25 d. S). wieder auf, Scheideanstalt lagen 0,50 v. H. fester, dagegen Deutsche Erdöl 0,75 v. H. leichter. Am Elektromarkt waren Tarifwerte zumeist etwas prämiierungsergebniffe auf dem ersten judensreien Markt in Lang-Göns Zeugnisse zugute kommt. * * Weitere Belegschaftsvermehrung bei Opel. Bei der Adam Opel AG. beträgt zur Zeit die Belegschaft 16 700 Arbeiter und 1400 An- Frankfurter Abendbörse. Die letzte Abendbörse vor dem Monats- und Halbjahresultimo wies eine freundliche Grundstimmung auf. Günstig kommentiert ward der erneut bekundete Wille zum Außenhandel, welcher auf der Handelskammertagung geäußert wurde. Ferner blieben die Abschlußberichte von der Salzdetfurth. Gruppe nicht ohne Einfluß, die allerdings bei der vorherrschenden Orderlosigkeit sich kursmäßig nicht auswirken konnten. Das Geschäft war äußerst minimal und das Kursniveau lag trotzdem allgemein eine Kleinigkeit freundlicher, zumal die Glatt- stellungen als beendet betrachtet werden. Renten ebenfalls still und etwa behauptet, lediglich Reichsmark-Obligationen hatten einiges Interesse und lagen bis zu 0,40 v. H. gebessert. Der Verlauf war kaum verändert, Farben blieben mit 149,40 nach vorübergehend 149,25 gut gehalten. Gesfürel zogen 0,25 v.H., Klöckner 0,90 v. H. und Rheinstahl 1,13 o. H. an. Sonst erfolgten nur minimale Schwankungen nach beiden Seiten. Altbesitz 95, Dedibank 62,75, Reichsbank 153,50, Gelsenkirchen 59,25. Allgäuer Buttern,arkt. Kempten, 29. Juni. Deutsche Markenbutter (Tonnenware) 124 (123), deutsche Allgäuer feine Molkereibutter 120 (120), deutsche (Allgäuer) Mol- kereibutter 117 (117), deutsche (Allgäuer) Landbutter einschließlich Vorbruchbutter entsprechend niedriger. Die Preise sind Verkaufspreise ab Station des Versandortes einschließlich Verpackung je ein Zentner. v.H., für die ein besonderer Grund nicht vorlag. Daimler und AKU. büßten je 0,65 o. H. ein. Am Rentenmarkt war das Geschäft gleichfalls recht still, Altbesitz zogen um 0,40 v.H. an, während Reichsbahn-Vorzugsaktien, Stahlvereinbonds, Reichsschuldbuchforderungen geringfügig nachgaben. Von Auslandsrenten waren .Gulden- Russen mit 0,90 nach 0,60 stärker befestigt, Ungarn- Goldrente blieben mit 7,50 v. H. behauptet. Im Verlaufe änderte sich an der uneinheitlichen Kursgestaltung nur wenig, da die zweiten Kurse in der Mehrzahl weiter nach unten tendierten. So lagen Gesfürel erneut 0,75 v. H. und Bem- berg ebenfalls 0,75 v.H. schwächer. Andererseits verzeichneten Rhein. Braunkohlen, Licht & Kraft und Gelsenkirchen Besserungen von 0,50 bis 1,50 v. H. Im Übrigen blieben die Anfangskurse gut gehalten. Von Deutschen Anleihen zagen Altbesitz erneut um 0,25 v. H. an, während Stahlbonds mit 77 v. H. nur knapp behauptet waren. Am Pfandbriefmarkt herrschte ruhiges Geschäft', Goldpfandbriefe lagen mit Ausnahme der Rheinischen Serien behauptet. Liquidationen und Stadtanleihen eher bis 0,50 v.H. fester. Staatsanleihen unverändert. Am Geldmarkt zeigte sich etwas Nachfrage, der Satz für Tagesgeld wurde um 0,25 auf 3,75 v.H. erhöht. Der Kassamarkt lag uneinheitlich, verschiedentlich erfolgten Minus-Minus-Zeichen, so für Seil-Wolff und Moenus; andererseits mit Plus-Plus-Notiz kamen Zellstoff Memel zur Kenn- zeichnung. x gebessert, so Gesfürel und Bekula bis 0,50 o. H., Lahmeyer dagegen auf die vagen Dioidenden- gerüchte nochmals 3 v.H. schwächer. Montanwerte bröckelten überwiegend ab, nur Mansfeld in Nachwirkung der Beschlüsse noch 0,25 v. H. höher, auch Klöckner um 0,65 v.H. gebessert, andererseits Gelsenkirchen um 0,90 v. H., Mannesmann um 0,50 v. H.. Rheinstahl um 1 v.H. und Ilse Genüsse um 0,50 o. H ermäßigt. Schiffahrtsweite ohne Umsatz. Am Zellstoffmarkte bröckelten Waldhof auf die ungeklärten Bilanzbeschlüsse 0,75 v. H. ab, Aschaffenburger dagegen eine Kleinigkeit (+ 0,50 o. H.) fefter. Stärker rückgängig waren Conti Gummi um 2,50 Ehr. Schäfer I., Grüningen, 2., Karl Schäfer Wwe., Grüningen, 2., Karl Nathes, Lich. 2. Niederungsvieh: Klasse 2 (gedeckte Rinder): Konrad Anton Wagner, Lang-Göns; Klasse 3 (Kühe mit 1 bis 3 Kälbern): Wilhelm Weil Hl. Wwe., Lana-Göns, Konrad Anton Wagner, Lang-Göns 1., Johann Heinrich Hildebrandt, Nieder-Weisel 2.; Klasse 4 (ältere Kühe): Wilh. Weil III. Wwe., Lang-Göns 1., Georg Bill, Nieder- Weisel 2., Konrad Anton Waaner, Lang-Göns 2. Rotvieh (Vogelsberger Rasse): Klasse la (Bullen über 12 Monate): Gemeinde Großen-Lin- den 1., Anton Viehmann, Hochelheim 2., Gemeinde Hörnsheim 2.; Klasse 1b (Bullen bis 12 Monate): Georg Volk, Hörnsheim la, Wilhelm Bepler, Hörnsheim lb, Johann Anton Walter Schwarz, Hörnsheim 2a, Heinrich Hofmann I., Hörnsheim 2b; Klasse 2 (tragende Rinder): Johann Heinrich Weber Wwe., Hochelheim 1., Wilhelm Ludwig, Hörnsheim 1., Georg Bepler, Hörnsheim 1., O. Schneider, Hörnsheim zwei 2., K. Müller IV.,^Lang- Göns 2., Wilhelm Hofmann I., Großen»Lni^?. 2., Ernst Pein, Nieder-Bessingen 2., Heinrich Hofmann I., Hörnsheim 2., Heinrich Müller V., Lang- Göns zwei 2.; Klaffe 3 (Kühe mit 1 bis 3 Kälbern): Johann Schäfer, Hörnsheim E., Karl Ke- blowski, Nieder-Bessingen E., Friedrich Ludwig, Prinz zu Solms-Lich 2., Heinrich Müller V., Lang- Göns 2., Karl Müller IV., Lang-Göns 2., Wilh. Bepler, Hörnsheim 2., Anton Müller IV., Hörnsheim 2., Klasse 4 (ältere Kühe): Wilhelm Bepler, Hörnsheim E., Ludwig, Prinz zu Solms-Lich E., Karl Müller IV., Lang-Göns 1., Georg Bepler, Hörnsheim 1., Johann Anton Walter Schwarz, Hörnsheim 2., O. Hirrkler, Hörnsheim 2., Heinrich Hofmann, Hörnsheim 2.; Familien: Ludwig, Prinz zu Solms-Lich E., Gemeinde Hörnsheim E., Gemeinde Nieder-Bessingen 2a., Gemeinde Lang- Göns 2b., Wilhelm Bepler, Hörnsheim 2., Karl Keblowfki, Nieder-Bessingen 2., Heinrich Hofmann, Hörnsheim 2., O. Heß, Lang-Göns 3. C. Schweine. Edelschweine: Klasse la (Eber über 8 Monate): Karl Luh la., Alb. Brückel lb., Schweine- zuchtverein Lang-Göns 2.; Klasse 1 b (Eber unter 8 Monate): A. Brückel 1., 2a., W. Ludwig Luh 2b., 2c.; Klasse 2 (tragende Sauen): Karl Luh 1., Wilhelm Ludwig Luh 2a., 2b.; Klasse 3 (ältere Sauen): Eugen Weber E., la., Wilhelm Luh E., lb., Wilhelm Ludwig Luh 2a., Karl Luh 2b.; Klasse 4 (Familien): Karl Luh 1., Schweinezucht- Verein Lang-Göns 2.; Veredelte Landschweine: Klasse la (Eber über 8 Monate): K. Äelten II. zwei 1., K. Wenzel 2a., Job. Volk, Hörnsheim 2., Klasse lb (Eber unter 8 Monate): Joh. Volk, Hörnsheim 1., Wilhelm August Rompf II. 2.; Klasse 2 (tragende Erstlingssauen): K. Velten II. 1., Wilhelm Ludwig, Hörnsheim 2., Wilh. Wentzel 2., K. Müller IV. 2.; Klasse 3 (ältere Zuchtsauen): W. Ludwig, Hörnsheim 1., K. Velten II. lb., Wilh. ■ Konrad Brückel 2., Wilhelm Görlach 2., Wilhelm August Rompf II., 2.; Klalle 4 (Sammlungen): . Schweinezuchtgenossenschaft Lang-Göns E., 1. (Die Schweinezüchter, bei denen die Ortsangabe fehlt, , find alle aus Lang-Göns). auch wegen entschuldbaren Rechtsirrtums gewährt hui ,ui um uv“. ou vuD . werden. So kann z. B. nach dem Urteil vom 21. 2. | pflichtigen selbst ein Verschulden zur Last fällt. 1922 ein Verschulden schon dann verneint werden,1 -------- + Lang-Göns, 29. Juni. Nachstehend geben wir die hauptsächlichsten Preisträger (insbesondere die Preisträger von Ehrenpreisen, 1. und 2. Preisen) bei den aus Anlaß des ersten judenfreien Marktes in unserem Orte durchgeführten Prämiierungen wieder: A. Pferde. Belgier: Klaffe 2 (3jährige Fohlen): Wilhelm Wagner, Kirch-Göns, E., Heinrich Blecher, Lang- Göns, 2., Jakob Häuser, Nieder-Weisel, 2.; Klasse3 (Zuchtstuten): Wilhelm Konrad Müller, Griedel, E., Heinrich Dreut II., Griedel, E. und 1., Georg Philipp Krausgrill, Nieder-Weisel, 1., Jakob Krausgrill, Nieder-Weisel, 2., Christ. Hildebrand, Nieder- Weisel, 2., Georg Häuser VIII., Nieder-Weisel, 2., Wilhelm Wagner II., Nieder-Weisel, 2.; Klasse 4 (Familien): Heinrich Dreut II., Griedel, E., Wilhelm Wagner II., Kirch-Göns, 1., Jakob Krausgrill, Nieder-Weisel, 2. Oldenburger: Klasse 1 (zweijährige Fohlen): K. Burk, Trais-Münzenberg, 2.; Klasse 2 (3jährige Fohlen): Georg Hildebrandt VI., Nieder- Weisel, 2., Ludwig Heinrich Dreut, Griedel 2.; Klasse 3a (gedeckte Stuten): Walter Weber, Ober- Hörgern, E., August Müller, Ostheim, 1., Heinrich Seipp, Trais-Münzenberg, 1., Otto Metzger, Münze nbekg, 2., Konrad Wilh. Wagner, Lang-Göns, 2.; Klasse 3b (Stuten mit Saugfohlen): Karl Burk, Trais-Münzenderg, E., Heinrich Ludwig Dreut, Griedel, 1., Georg Heinrich Bender, Dorf-Gill, 1., Eugen Dietz, Griedel, 2.; Klasse 4 (Zuchtstuten mit Nachkommen): K. Burk, Trais-Münzenberg, E. und 1., Georg Heinrich Bender, Dorf-Gill, 2a, Eugen Dietz, Griedel, 2b. B. Rindvieh. Fleckvieh: Klasse la (Bullen über 1 Jahr): Gemeinde Kirch-Göns, 2.; Klasse 2 (tragende Rinder): Eugen Weil, Ober-Hörgern, E., Wilhelm Wörner, Ostheim, E., Bürgermeister Müller, Ober- Hörgern, 1., Wilhelm Jung, Leihgestern, 1., Karl Nathes, Lich, 1., Georg Ehr. Häuser, Nieder-Weisel, zwei 2., Joh. Heinrich Adami, Nieder-Weisel, 2., Chr. Schäfer I., Grüningen, 2., Heinrich Fay III., Grüningen, 2., Karl Engel, Grüningen, 2., Chr. Leidig, Grüningen, 2., Ernst MarsteUer, Grüningen, 2., Heinrich Zeiß, Lang-Göns, 2., Fr. K. Schäfer' Wwe., Grüningen, 2.; Klasse 3 (Kühe bis 3 Kälber): Peter Bill II., Nieder-Weisel, E. und 1., Joh. Heinrich Adami, Nieder-Weisel, E. und 2., Fr. K. Schäfer Wwe., Grüningen, 1., Hermann Wedemann, Eberstadt, 1., Karl Nathes, Lich, 2., Karl Faber II., Leihgestern, 2., Wilhelm Lotz, Ober- Hörgern, 2., Fr. Fauerbach, Eberstadt, 2., Georg Nuppel, Nieder-Weisel, zwei 2.; Klasse 4 (ältere Kühe): Karl Mack, Nieder-Weisel, E. und 2., Fr. Fauerbach, Eberstadt, E., Bürgermeister Müller, Ober-Hörgern, 1., Jakob Bill, Nieder-Weisel, 1., Karl Faber II., Leihgestern, 2., Wilhelm Wörner, Ostheim, 2., Philipp Haub, Nieder-Weisel, 2.; Familien : Wilhelm Bingel, Grüningen, E. (der Landesbauernschaft), Joh. Heinrich Adami II., Nieder-Weisel, E. (der Gemeinde Lang-Göns), Fr. Fauerbach, Eberstadt, 1., Heinrich Karl Mack, Nieder-Weisel, 1., Ernst Marsteller, Grüningen, 2., wenn der Rechtsmittelführer aus Rechtsirrtum glaubte, daß er nicht zur Einlegung eines Rechtsmittels berechtigt sei, oder daß durch die Einleaung des Rechtsmittels durch den Gesamtschuldner seine Rechte gewahrt würden, zumal in dem dort behandelten Falle der Gesamtschuldner die Steuer durch Vertrag übernommen hatte. Hierbei haben die Rechtsmittelbehörden davon auszugehen, daß die den Steuerbehörden geläufige Rechtslage, wonach die Vereinbarungen der Beteiligten über die Steuertragung dem Reich gegenüber keine Wirkung hat, den Beteiligten keineswegs bekannt oder auch nur verständlich zu sein braucht. Längere Abwesenheit auf Geschäftsreisen ist bei Gewerbetreibenden kein Grund zur Nachsichtgewährung. Es darf verlangt werden, daß der Steuerpflichtige für die Besorgung der Steuersachen mindestens die gleiche Sorgfalt aufwendet, als für die Verrichtung seiner Berufsgeschäfte. Ist die Zustellung eines Bescheides nicht an den Empfänger selbst erfolgt, sondern an eine Ersatzperson, so schließt ein Verschulden dieser Ersatzperson die Gewährung von Nachsicht nicht aus, sondern vermag sie im Gegenteil zu begründen. Die Zustellung eines Bescheides gilt wohl mit der Uebergabe an die Ersatzperson (z. B. an einen Angestellten oder Verwandten des Empfängers) gegenüber demjenigen, dem zuzustellen ist, als bewirkt. Das hat aber mit der anderen Frage nichts zu tun, ob dem Steuerpflichtigen Nachsicht gewährt werden kann, Jedoch darf nach einem Urteil des Reichsfinanzhofes dieser Gesichtspunkt nicht so weit ausgelegt werden, daß hierzu jede Entschuldigung ausreicht, die in auch nur einigermaßen begründeter Form oorge- bracht wird, denn sonst würde die Zustellung, ein für die formelle Grundlage der Steueransprüche wesentlicher Vorgang, eines großen Teils ihrer Bedeutung entkleidet und eine für die öffentliche Dienstführung schwer erträgliche Unsicherheit erzeugt werden. Wenn eine schuldlose Verhinderung an der Wahrung der Frist anzunehmen ist, kann vielmehr nur unter Würdigung aller tatsächlichen Umstände entschieden werden, die im Einzelfalle das Verhalten des die Nachsicht Begehrenden gegenüber dem Formalakt der Zustellung bedingen. Im allgemeinen ist nicht unschuldig an der Versäumung einer Frist, wer mit der Absendung eines Schriftstückes ohne Grund bis kurz vor Ablauf der Frist wartet. Geht jedoch das zur Wahrung einer Frist dienende Schriftstück so zeitig bei dem Ankunftspostamt ein, daß noch vor Ablauf der Frist für die empfangende Behörde die Möglichkeit der Abholung besteht, so bildet es kein Verschulden des Absenders, wenn die Behörde ihre Post sonst abholt, jedoch Frankfurt a. M., 29. Juni. Die letzte Mittagsbörse dieser Woche fehle in knapp behaupteter Tendenz ein. Das Geschäft konnte sich infolge der Ultimobereinigung und des katholischen Feiertages nicht recht entwickeln. Günstige Beurteilung fanden die begonnenen Transferbesprechungen mit England, ferner die Russenaufträge und die Bilanzvorlagen aus der Salzdetfurth-Gruppe und der Mans- felder Bergwerk AG. Von der Kundschaft lagen nur Verlängerung der Einzelhandelssperre Das Reichswirtschaftsministerium teilt mit: Im Reichsgesetzblatt ist ein Gesetz zur Aenderung des Gesetzes zum Schutze des Einzelhandels veröffentlicht, durch das die Sperre für die Errichtung neuer Einzelhandelsverkaufsstellen bis zum 1. Januar 1935 verlängert wird. Das Gesetz enthält außerdem eine Aenderung, nach der Verlegungen von Einzelhandelsverkaufsstellen künftig nur dann ohne besondere Genehmigung zulässia find, wenn die Verkaufsstelle in den bisherigen Räumen von dem Inhaber mindestens ein Jahr betrieben worden ist und die neuen Verkaufsräume nicht mehr als Vio größer als die bisherigen find. Eine weitere Auflockerung der Sperre, die nach den bisherigen Erfahrungen zugunsten des kaufmännischen Nachwuchses und des Hausbesitzers erforderlich ist, wird in Gestalt einer Aenderung der Durchführungsverordnung zum Einzelhandelsschutzgesetz vom 28. November 1933 in Kürze zu erwarten sein. Kurzarbeit erheblich zurückgegangen. Erfreuliche Kaufkraststeigerung Wie aus Erhebungen der Deutschen Arbeitsfront heroorgeht, ist seit Anfang dieses Jahres eine beträchtliche Verringerung der Kurzarbeit eingetreten. Während Ende Januar von den durch die Berichterstattung der Arbeitsfront über die Arbeitszeit erfaßten Mitgliedern insgesamt 44,2 v. H. mit einer Arbeitszeit von mehr als 48 Stunden wöchentlich beschäftigt waren, stieg der Anteil der über 48 Stunden Beschäftigten auf 50,1 v. H. Ende April des Jahres. Dagegen verminderte sich die Zahl der unter 40 Stunden wöchentlich Beschäftigten von 15,7 v. H. Ende Januar auf 11,1 v. H. Ende April 1934. Aus der Entwicklung dieser beiden Gruppen der beschäftigten Arbeiter lassen sich beachtenswerte Rückschlüsse auf die Kaufkraftentwicklung der Beschäftigten ziehen. Ganz allgemein zeigt die Erhebung der Deutschen Arbeitsfront über die Arbeitszeitentwicklung zunächst eine Zunahme der be- zahlten Arbeitszeit und eine entsprechende, dadurch selber Bergwerk---- einqetretene Sauftraftfteigerung. Diefe ist vor allem spärliche Orders vor. teilweise erfolgten auch von . t 1 1 .*c\ I mm hör Gpldbpscbassuna für geschriebenen Brief erfolgende Beurkundung Auflieferung bildet nur ein besonders wirksames Beweismittel, um die Behörde von der Tatsache gestellte. (Ec ist beabsichtigt, in den nächsten Wochen weitere 1000 bis 1500 Arbeiter neu einzustellen. Die Tagesproduktion beträgt im Durchschnitt 350 Wagen. Es wird in allen Abteilungen voll in der Sechstagewoche, zeitweise in drei Schichten, gearbeitet. Neben der Erhöhung des Jnlandabsatzes liegt vor allem auch eine bemerkenswerte Steigerung der Ausfuhr vor. * Umtauschangebot für d i e Siemens- Dollar-Anleihe. Die Siemens & Halske AG. und die Siemens-Schuckert-Werke AG. veröffentlichen ein Angebot an die inländischen Inhaber ihrer gemeinsamen 6/4-v. H.-Dollar-Anleihe von 1926, wonach sie entsprechend der bisherigen Uebung für einen Dollar 3 RM. Schuldverschreibungen anbieten. Der Zinssatz der neuen Reichsmarkschuldverschreibung ist auf 4% v. H. festgesetzt, während bisher üblicherweise 6^-v. H.-Dollar-Schuldverschreibungen in 4X-v. H.-Reichsmark-Schuldverschreibungen getauscht wurden. Die Herabsetzung um V* v. H. ist entsprechend dem zwischenzeitlich weiter gesenkten Zinsniveau auf Anordnung der zuständigen Behörde erfolgt. * Aus der Frankfurter Konfektion. Eine Veränderung in der Gruppe der Frankfurter Spezialgeschäfte für Damenbekleidung und Pelzwaren ist der Zusammenschluß der beiden großen Unternehmen dieser Branche, der Firma Waae- ner ft Sch 1 ötel und D. Cohn jr. A.-G., Zeil 109. Beide Unternehmen werden als geschlossenes Ganze nach innen und außen unter der Firma Sßagener & Schlötel A.-G., Frankfurt a. M., geführt. frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. fronklun a. M Gelb Brie Brie Gell' 28.6- 29.6 Datum 29. h 2h.6 0 153,5 Banknoten. Berlin, 29-Juni 10 0 0 den 32,5 62 5 6 0 0 0 65,22 81,29 34,18 o 0 12 0 0 0 0 0 Schluß» lurS 25,25 25,5 65,48 81,61 34,32 Schluß!. Abend» börjc 6,85 3,85 35 23,65 143 80,25 107,75 66,25 107,13 100,25 92,25 149,25 119 75,4 119,5 59,65 105,75 73,65 170,5 129,25 71 64,13 4% Serie il 6% flhimän. oereinh. Rente v. 1903 S^,%Rumän.vereinh.Reniev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente ay*% HnatoHer Vamouifl-’21nirnta-'L Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork... Berlin Schluß. Mittag» bürsr 28-Juni Amtliche Notierung <9.Juni Amtliche Notierung __________________________________________________I Franktun a. 2J1 Berlin Schluß» turS Schluß'. Abend- börfe Schluß» hx» Schlußk Minag- bürfe Datum ?8.6 29-6 28-6. 29-6 Mansselder Bergbau .. ...... 0 78 — 78,75 77,13 Kokswerke ...... 0 — — 93,5 93,13 Phönix Bergbau 47,25 46,75 47,13 46,25 Rheinische Braunkohlen ..... 10 233,25 235 233,5 235 Rheinslahl ...... 0 96,75 95,75 97 94,9 Bereinigte Stahlwerke. ......0 10,25 40,5 40,25 40,25 Olavi Minen .......0 14,5 14,75 14,5 15 Kaliwerke Aschersleben. ...... 6 —— 128 127,5 128,75 Kaliwerke Westeregeln . ....... 5 127,5 127 128,25 128 Kaliwerke Salzveilurtb ... 7¥, 172 — 172 172 I. G- Farven-Ja ou,me ....... 7 149 149,4 149,4 149,25 Scheideanstalt........ ....... 9 808 207,5 — — Goldschmidt ........ .......0 69 69 68,4 68,5 RülgerSwerke ........ .......0 8,75 39 38 39,4 Metallgelellschoft...... ....... 0 — 87,75 86,5 85,5 PhtltpV Holzmann .......0 61,5 60,75 62 61 Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt ......0 ....... 0 108 25,5 108,5 126,25 - - Schultheis Pakenhoter ...... 0 — — 112,75 113 ölku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 >3,65 61,9 63,9 62 Bemberg Hellstoss Waldhos ... ...... 0 ....... 0 98,25 51,5 68 50 69 50,75 67,5 49,75 Zellstoff Aschassenburg ....... 0 53,75 54,25 54,25 54 Dessauer GaS ....... 7 — 134,25 134,5 Daimler Motoren .... ....... 0 ‘9,65 48,5 62,25 49,75 48,75 Deutsche Linoleum ... ....... 0 — 62,75 62,5 Orenstein L Koppel ... ....... 0 — — 66 64,5 Leonhard Tietz .......0 20 19,5 19,65 19,25 jshade..... ......... .......IC — 184 184,75 — Äau m ul atoren» Fabrik .......0 195 — 193,75 190,25 Lontt-Gumml ..... .......0 134 131,65 134 132,5 Grtt,ner............. .......0 1 - 1 20,75 Mainkr-rstwerke Höchst a.wU.. 4 72,25 1 — — Süddeutscher Zucker .. .......8 1 177,95 1 179 1 180 180 Frankturi a. .Ul 1 Berlin Schluß» kurS Schluß^ Abend-1 börfe 1 Schluß» turs Schlußk Mittag- Datum '8-6 29-6 28.6 [29.6 |% Deutsche Reichsanleihe v 1927 4% ehem.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 6Vi% Doung-Anleihe von 1930 93,75 99,8 10.75 93,5 99,9 90,5 93,75 99,75 90,25 93,65 99,8 90,13 Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mit 94,4 95 94,5 95 AuSlos.-Rechten Desgl. ohne AuSlol.-Rechte ..... 6% eljem.8% Hess. BolkSstaat 1929 trückzahlb. 102%) • 90 90,5 89,25 90 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 89 89,25 — — 6y,% Hess LandeS-Hyvotheken- bank Darmstadt Ltoui 88 87,25 - — Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten 95 — - — Deutsche Komm. Sammelabl. An- 94,75 leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 88,5 88,5 - — »% ehem. 7% Frank, Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 18,25 88,25 — 88,5 6yL% ehem. 4/j% Franks HyP.- Bank.Ltqu.»Bfandbriese 87,65 87,9 - — 6y,% ehem V/>% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpse 69 89 — - 6% ehem. 8% Pr. LandeSpfand» briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 91,5 91,5 6% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- briefanstalt. Pfandbriefe R. 10 92,5 92,5 101.1 101,1 Lteuergutsch Verrechnungskurs 101,1 101,1 4% Oesterreichtsche Goldrente — — — 4,20% Oesterreichtsche SUberrente 1,1 7,5 7,45 7,13 7,2 7J 6,95 7,2 8,4 4% Ungarische Goldrente...... 7,5 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 7 4Vr% desgl. von 1913 ....... 7 ,7,13 6% abgest. Goldmexikaner von 99 8 8 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkisch« Bogdadbahn-Anleihe Mel................... 7,65 7,65 7.75 7,6 - — 0,603 0,607 0,600 0,604 58,57 58,69 58,57 58,69 0,189 0,191 0,184 0,186 3,047 3,053 3,047 3,053 56,54 50,66 56,64 56,76 81,97 81,83 81,67 81,83 ■2,655 12,685 12,685 12,715 5,594 5,606 5,609 5,621 16,50 16,54 16,50 16,54 169,73 170,07 169,73 170,07 21,53 21,57 21,56 21,60 0,749 0,751 0,749 0,751 5,664 5,676 5,664 5,676 63,59 63,71 63,74 63,86 48,45 48,55 48,45 48,55 11,52 11,54 11,55 11,57 65,23 65,37 65,38 65,52 81,48 81,64 81,47 81,63 34,29 34,35 34,32 34,38 10,44 10,46 10,44 10,46 2,508 2,514 2,511 2,517 7,8 7,75 — 4,3 4,4 4,45 — 6,75 6,8 ,9 3,9 3.85 35 35 35 27,25 26,25 27 — — 24,13 32,75" 32,25 32,9 63,75 62,5 '3,75 89 38,75 89 57,5 57 57,5 63,25 62,75 63,25 65,75 65,75 65,75 1=4 153,5 154.25 24 23,65 23,65 141,65 142,5 141,65 82,25 80 81,75 109 108 109 67,5 67 67,5 107,25 107,25 107 ’01,5 100,5 101,25 92 91,75 92,13 150 147 150 122 119 122 76,4 75,5 76,65 120,25 119,25 119.75 60 59,25 60 07 — 107 — 74,5 174 170,5 174 130,25 129 129,25 71 71,9 71,25 65,13 64 64,75 Blut unüBoüen TlelaflebrennmltB (Xattoffelf[o*eafBbtita, MaKflärllehersteLtr TeWftärkeberfleta ReichSnährstandSungehörige Betriebe, die Mitglieder 3. Derlia, den 25. Brochmond (3uni) 19M £ ört Relchsverbrmbes der Deutscher» Slltzwarrv-GrohhLabler r. D., 2toHn 01M, £lnlcnftraf$e 139/140. flnO ober sich Dori bereits yfin Reichsnährstand oo-eyrridri. hüben ober die »rolle ber Bäcker. Schlächter, OllvÜer ober Äonöitorro Der ReichSbauemführer: ge-,: R. Walther DarrS sind von einer veUerNchen Anmeldung zum Reichsnährstand, ReichShauptabteilung IV, befreit. Die Anmeldung bei irgendeiner anderen Berufs- oder GtandeSvertretung oder bei einem anderen Verband oder Verein als den oben angeführten gilt nicht als Anmeldung beim Reichsnährstand, Reichshauptabteilung rv. 1. Ort Deutschen LondhoodeiS-DundeS 6 7)v Äerstv DD 7. ORtttdftrtiSt 2/<, 2. ber Wfrtschostsichen Drrrinigung ört Doggen- anö Wei-enmühjen» Bersin DD 7, Herwoon-chbring-Strotze 29, --------•--* — des Reichsverboodes Deutscher Obst-, Gemüse- u. LebeuSmUtethäadler e. Berlin E2, 3. In die tzanbwerwt Rene Fei ebr ich strotze 73, eingetragen siub. SffeMche Aufforderung zur Anmeldung ber Betriebe 6M Landhandels und der Betriebe, die landwirtschaftliche Erzeugnisse be- und verarbeiten, bei den zuständigen Dienststellen des Reichsnährstandes. untn Bnuooohme auf 58 t, 9 6m ffiefr»« Ober 6r1tanM unO Tttafenafimm »ur TRatfl- an» prtUregetang für lm»WINschafMch« «ntugnlff» Dom 13.9.1033 (RrichonährsianSsgesey) - RGBl. I G. 626 — und auf dir 3. Verordnung über den öodäufigen Aufbau des Reichsnährstandes vom 16. 2.1934 — RGBl. I ©. 100 — fcrtere ich die Zsihaber der Betriebe, bei berieft Lanbhcmbel and Be- and Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Sinne des H 4 Rr. 4 der 1. Dewrdnung Über den vorläufigen QH/bou des ReichsnÜhrftarides twrt 8'12.1933 - RGBl, l S. 1060 und § 1 der 3. Verordnung über den OorlOUflgeft Aufbau des Reichsnährstandes - vorliegt, out sich bei ihrer -Ustöndigen Kreisbauernschast unter Benutzung eines beim Ortsbaueruführer erhülMcheu DordrmkeS bis zum 15. Emling (August) 1934 zu melden. Diese Aufforderung ergeht nur einmal. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft kann gernütz Hy des ReichSnührftondgesetzeS vom 13. 1933 bestimmen, datz die Richtbefolgung dieser Aufforderung mH Gefängnis und mit (Selbfträfe bis zu 100000 ReichSmatt oder mH etnrt dieser Strafen geahndet, und datz autzerdem die Fortführung des Betriebes untersagt Werden kann, wem, Wegen Jiichchefolgung rechtskräftig auf Strafe rrtanat worden ist Anmeldepflichtig sind Tgtulin BBb Makler: CxtBKyulxrfektlfii) s. Fischwirtschaft. 1394m 7. Fett- Und Milchwirtschaft. 2. Diehwirtschoft. Obffbanbet (elnschl. SSdfn>chldanb«l) S. Brauwirtschaft.v Äuckerwirtschaft. 3n4ftbck« raffinerien e. brr^L) 8. Lebens- und Genutzmittel. I SchaomweiufabrUkeB bU OH ata SM. > «. Ba«W QktaoH 'S». tasMS 64flt- unb ^otrmlerwtrk« fahrbar» Holzlchneidertl«» 'aigHunblibcrtitB tanbwirtschofMcher Erzeugnisse handwert- kicher, gewerblicher und industrieller 2Irt: 9lat)- onb ®rrnnboljbänbtt Clnbool ooa Ästbrntlbto. QHfrai nab Schuf Ufa 6t- JfUfltt flankt! all 'Blnmm tmh IlersK Lachern. Wethaachtt- Wmnco. 64«ndrrriS8 sah bgL Handel mW landwietschaslllchen ttrjeugniflen and land- wirtschaftlichen Tebarf«f!of|en (alt Dflngcmifftla. Bindegarn, Göthen, Zorlftren, 'Beljsüüdp, SchädUnA«- ; beMmpfoog« Bütteln unb bergt) b) folgende be- r • verarbeitende Betriebe landwirtschaftlich.. Erzeugnisse handwerf- licher, gewerblicher und WLustrieÜer Art: MUchhandat («5 alt Cobe«. Nesi», ®t»crbU4x 9Re(k«aM Handel mil lonftiata Trn*m«gnlffeB Äaftin- unb •TUl*<0*afelrwhhtii<8> ^ItildxrtTakllabrikeB ®robld>lälitdra 64>lad)ltrtim (auch Rotzschlschlenlen a Aonslchslchln) DormdeardellengsdeW«*« (®er»|tide«fd«K. ®erw- potzerelen) Gewerblich« ÄSybdeln Gewerblich« «f Handel mit XtU, Honlgkocheo a. bttgl Lebknchni a) folgende Handelsbetriebe wobei ott Haadel gMh Groß-. MM.l-, Mett-, at]tnf«Hfabrihea MargarttesabrtteB _ _ _ _ _ _ Bll. gewerblichen Betriebe m fieMaH ob «•- elannafl Herrscher Ole wnb stell«, louxit bas be- menfchiichen oder flerij*» ^radbeirag M«n1 ein Ol...fibl«w; ölfabtiben. TalgfiJ>ereien. Tal^chraelien. Schmaljsiederelet. Hersteller opn anUralera Schweina- schoiaU (7l«hal Lord). Lv-hLtt«^ 8NB ata Alt Beisreiwigwngsbe trieb« Beispvllet- trab ' V sfchLwtllhten Flachsttstetelen Belniganssd« trieb« fllr Felds WB« n> Sllffaaftllchtt Hew- unb 6tr»dprrst«reien HSckselschneibereien . Gewerblich« eagethllwse, M tttkeOBH tabvM- jchafilicher Erzeagnlfs« Getreide handel Hülsensruchlhanbel (mit Handel mit Erbsen. Safes. Bohnen. Wicken, Pelnschken, enpinen usw.) rrntterinltlelhanbel (Z. B. NrastfutterniHtelhanbel, Handel mit Full«rgetreid« wie Mai«. Dari unb bflL, Handel mit Adsallflosfrn and Rückständen ber Mlltzlew wie filtlt, Schrot nfw, der Öl- trab Reismühlen wie Leinkuchen afw^ ber Draaereten. Brennereien wnb Tiah- fobribtn wie Biertreber nsw, der Zuckerfadrikea wie Melast« asw.s Handel mit Erzengnlfleri ber llarloffeltrockaaagsfabrlbew Handel mil Geflügel- wnb Geslügelmifchfatter. mll Mlfch- fufler für Schweine, Groh- and Xleliroitb aller Brl Handel mit gatlerbalk, Fleifch-, Fisch- wnb Tirrwehl • and dergL oratchsniler wnb Foaragehandel 5ldrtoftrlhondel Handel mil Bäben- and Warzelfrllchlen Handel mit Samen txnb Saaten (Rap«, RLbsamen. CtU- |aat. Hanffaat) Einkauf von deutschem Flach« and Haas btto Erzeuger Handel mit Stalldnna Gewerblich« Lohndrefcher and Ccbnpffigtr Handel mit Erzeugnisten der Mehl-, Schäl- trab Grl«h- müblen (rlnfchl. Böckertiabaus«genostealchaft«n) Ärishandel Rettslllrdehaabel llortosselslockentzanbel Handel mll «tartoHelfUta BBb «arioftelsUrbeMehl Weizenflärkehandel Fenchtftärkehonde! Handel mil 6tär*«jwdwf sGlalws«), BttaePa» «»b ÄOibr ans federn Rohstoff llarlofs«lfagvhanb«l Handel mit Pudblngmehl wnb Duddlngpnlv« BBb (tapv gen 6Uibeb«i»ebB eto sedew Aahstoft 2. Wirtschaft mit AckerbaueszeagMev Mehlmühlen TI alb Brauereien aller Trf Bill mtb »bet blftlt DllhttS Malisabrckew wnb Mälzereien aller 9d Hrsrfadrillen eta^W