Nr. 100 Erstes vlatt Jahrgang ZO.April/l.MaUYZH Gietzener Anzeiger Ehret die Arbeit und achtet den Arbeiter! eger am 1. trben sollen. wei Wir von Heinrich Lersch. ZUM der Wir Werkleute als' sind allen Werks Fundament: (Hochofen brennt- Auf unseren Leibern stehn die Maschinen, auf unseren Leibern der auch unsere Seelen zwingen wir in Hebel und WalzenRäder und Achsen, darum kann sie nicht mit steilen Säumen in Gottes Himmel wachsen. Wir Werkleute all' tragen unter dem blauen Tuch wie wir eine Seele, die weint und jubelt unter Segen und Fluch, und neben dem lauten Leben ein Menschsein mit allen Gefühlen, in Liebe und Frühling, in Armut und Not, Erde und Himmel wühlen. Wir Werkleute all', wir alte und junge, wir Manner und Frau'n die wir nur Flammen, Gluten, Massen und Kräfte schau'n, wir, die wir die Flammen, Gluten und Kräfte bezwingen: hört unsere Fauste das Lied der Arbeit singen. Wir Werkleute all' hüten Gottes Erde und machen sie untertan- dorum ist Gott uns gnädig, wenn wir im Tod uns ihm nahn. Llndzerbrach'dieseErde,sodertenausdenSpaltendesErdkernsFlammen, Wir Werkleute all, wir schmiedeten sie wieder mit stählernen Wngen aus Trägern und Schienen zusammen. Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8^/zUhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm erkleute all' Irontgeist der Arbeit. Bon Ernst Keienburg. * Gott weiß, daß die Heimgekehrten ehrlichen und starken Willens waren, mit der Hingabe, die sie im Felde gelernt hatten, ganz und gar in Arbeit ein« zutauchen. Das war etwas, was Rettung versprach, in dem großen Niederbruch, das war eine frontale Aufgabe für die Kämpfer von Spaten und Gewehr, es war ja so viel nachzuholen und Neues zu beginnen, so viel zu verwirklichen, was draußen vor dem Drahtverhau in einsamen Nächten schon scheuer Vorsatz geworden war. Nicht Arbeitsflucht, sondern Arbeitshunger kennzeichnet diese seelische Verfassung der Heimkehrenden. Es war ein Rausch und ein Fieber, wie es den Siedler erfassen mag, wenn er zum ersten Male den Spaten in eigenen Grund läßt, und da war kein Unterschied zwischen den Werktätigen von Stirn und Faust. Graue Gestalten mit ernsten, altgewordenen Gesichtern übervölkerten die Hörsäle. (Wie stachen sie doch ab gegen die Jungen und dennoch semesterweit Dorausgeeilten.'), graues Tuch war Arbeitskleid in Fabriken, Werk» tätten und Kontoren, die graue Feldbluse, noch ledig von dem ätzenden Kreideschlamm der Cham« pagne, hing dem Pflüger um die verschwitzten Schultern. Front zum Feinde, so hatte die Parole kann, Arbeit gefunden haben wird. Und damit den Platz, den er mit dem Gefühl ausfüllen darf, daß er hier seinem Volke unentbehrlich sei. Wie Glockenläuten tönt dieses Wort: Arbeit über dem Leben des deutschen Volkes; dieses Wort, dessen Zauber alle arbeitenden Deutschen zu einer unzerstörbaren Gemeinschaft zusammenzwingt, und dessen Klang besser als alles andere aller Welt zu künden vermag, daß das deutsche Volk und ihm voran fein Führer nichts will als den Frieden der Arbeit. Adolf Hitler sprach in Nürnberg das Wort, daß wir es nicht nötig hätten, auf krie- aerische Rache zu sinnen, da auch im verlorenen Kriege niemand uns unsere Waffenehre zu nehmen vermochte. Arbeiten unb au f bauen will das deutsche Volk; und es fordert, daß man ihm diesen Willen glaube, in dessen Erfüllung es allein die Friedenswerke schaffen kann, ohne die eine dauernde Befriedung Europas, ja, der ganzen Welt, niemals wieder Mitträger der Volksgemeinschaft geworden, wie Schuppen war es ihm unter der Führung Hitlers von den Augen gefallen, daß er die Sinnlosigkeit undeutscher Ideologien einsah, deren frevle Leitsätze ihn gegen sein eigenes Volk hatten auf» «>llen; und er erlebte sich mit einem als beut» ensch unb mit feiner Arbeit als einen notwendigen Teil des Ganzen. — Dann kam der Tag des Bauern und der Tag des Handwerkers und der Tag der Kunst und immer war es das gleiche, in der Tiefe aufwühlende Erlebnis: dieses Reich baut sich nach dem Willen seines Führers auf u m den Kern des Wertes und der Ehre deutscher Arbeit. Und auch das ist bezeichnend: während sich die Völker rings um uns gegenseitig zu übertrumpfen suchen in wahnsinnigen Rüstungen auf künftige Kriege, schlägt Deutschland Schlachten des Friedens; hat sich das deutsche Volk in einen grandiosen Kampf gegen die, jede Volksgemeinschaft gefährdende Arbeitslosigkeit begeben. Unb die deutsche Jugend? Sie marschiert in grauen Kolonnen mit geschultertem Spaten, mit geschwungener Hacke, Werke des Friedens zu tun; auch hier ist es die Jugend des ganzen Volkes, die sich zum Dienst an der Arbeit in den Lagern, Zellen der Volksgemeinschaft, zusammenfindet. Der junge Ba 1», der junge Arbeitersohn, der junge Akademiker: im Zeichen der Arbeit sind sie eines Volkes Söhne ohne Unterschied von Herkunft und Besitz. Wo gegenwärtig gekämpft wird bei uns, ist es überall ein Ringen um Lebenswerte im Zeichen der Arbeit; ein Ringen um gesteigerte Leistung, das war auch der Sinn des hinter uns liegenden Berufswettkampfes der deutschen Jugend, dessen Sieger am 1. Mai vor dem ganzen Volke geehrt lieber dem Begriff der Arbeit steht ein neuer einn. Die Künder einer materialistischen Weltanschauung hatten sie als eine „Ware" schlechthin er« Härt, die sich — wie jede andere — nach Angebot unb Nachfrage regelt. Ihre unsichtbaren Zusammenhänge mit Volk unb Gemeinschaft, mit dem inne« ren Glück der Menschen unb alle dem, was durch Zahlen nicht erfaßbar ist, wurde entweder nicht gewußt ober geleugnet. Die Fragen: wofür der Mensch arbeitet unb aus welchem Geiste heraus, waren bem Internationalismus ebenso unbequem wie sie der ,,Jeder-für-sich"-Lehre bes Liberalismus nebensächlich erschienen. Es würde sich alles „mechanisch" und „automatisch" regeln. Da waren die riesenhaften Maschinerien der Wirtschaft, die sich aufs Haar glichen in allen Ländern, da waren Statistiken und trügerische Zahlenkünste, und am Ende war ieber, der sich in ihre tödliche Präzision einspannte, nichts anderes als eine kleine Maschine Wir haben es grausam am eigenen Leibe erfahren, wohin eine solche, rein mechanische Anschauung von dem Wesen der Arbeit führen muß. Immer stockender wurden die Pulse der Wirtschaftsmaschine, Spinnen nisteten in Schwungrädern, die Not der Werktätigen, die Flutmarke der Arbeitslosigkeit, stieg in genauem Zusammenhang mit der Flut der Schlagworte unb Lohnkämpfe. Darüber rourba nicht nur jebe politische Ahnung von Zusammengehörigkeit verschüttet, sonbern auch jegliche Werk« freube, jebes persönliche Empfinden für das Wesen und den Segen der Arbeit. Eine Welle von Verrohung setzte ein unb riß viele hin. In platten Gassenhauern würbe bas Lob der Arbeitslosigkeit gesungen. Anderen wiederum schuf die Not Besinnung. Sie grübelten, wie sie sich beschäftigen sollten. Nur nicht untätig sitzen, ein lebender Mensch im toten Winkel sein! Es schien, daß ein Gesetz in ihnen erwacht war, das scheinbar zwecklos unb ohne äußeren Antrieb wirkte: Arbeit aus Gewissenszwang, aus einer Art Religion. Viele spürten, daß Arbeiten im Sinn des Lebens beschlossen liegt, unb sie bemühten sich, auf irgend eine — oft noch fo spielerische Art — tätig zu sein, nur um sich nicht ganz nutzlos unb unfruchtbar zu fühlen unb nicht ganz unb endgültig aus ber Gemeinschaft ber Werk- tätigen ausgeschlossen zu fein. Vielleicht würben sie eines Tages in bas aktive Heer ber Arbeitenben einrücken bürfenl Wie würben sie bann mit an« geflauten Kräften auf ben vorbersten Schanzen ber Arbeit stehen! Der Frontgeist ber Arbeit wuchs stumm unb mächtig in ihnen. Wir, bie wir unter bem Kriegserlebnis geftanben haben, verstehen unmittelbar, was unter biefem „Frontgeist ber Arbeit" zu verstehen ist. Nicht ohne tieferen Grund sagten wir braußen vor unüber« winblich scheinenben Aufgaben: wir werben es chon „schaffen"! Der Felbzug erschien bem deutschen Solbaten, ber aus einer Heimat ber Arbeit und der Sitte kam, keineswegs als ein lockenbes Abenteuer, wie er einem Kanabier ober einem Australier erschienen fein mag. (Unb nichts ist törichter, als von „alten Lanbsknechten" zu sprechen.) Der Krieg war für uns eine verteufelt ernste Sache, er war eine große Arbeit, bie für Volk unb Heimat zu leisten war. Jebe Arbeit aber beruht auf ber Achtung vor bem Geschaffenen. Es war uns bitter, anzufehen, wie blühenbe Dörfer in Flammen aufgingen, wie bas Giftgas in ben Rog- gen schlug, wie der Leib des Ackers von Granaten zerrissen wurde. Ungern hat man feine Hand an Dinge gelegt, die einst eine Arbeitshand zum Nutzen der Menschen geformt hatte. Die Scheu vor der Heiligkeit der Arbeit starb auch in den wüstesten Kriegsmonaten im deutschen Soldaten nicht aus. Ja, sobald es Zeit unb Ruhe gestattete, regte sich allerorts bei der Truppe bie Freube am Schaffen unb Hanbwerken, bie bes beut« scheu Menschen kulturelles Erbteil ist. Was würbe nicht gezimmert unb gebastelt! Mancher Unterstand war ein kleines Ausstellungsstück, und bie Brocken ber Ausbläser nebst Führungsring mußten bazu herhalten, bie kunstfertigen Hänbe — die vom Krieg gewissermaßen nun beurlaubt waren, — zu beschäftigen und die Bilder des Grauens durch die Gesichte der friedfertigen Arbeit zu verdrängen. Um diese Morgenstunde sind die Talbahnen dicht besetzt: ratternd und klingelnd schleifen sie abwärts vorbei an Kiefernwäldern, Sandgruben, Steinbrüchen ... Schon tauchen bie riesigen Schlote auf. Die Bahn borniert über eine Brücke. Das Jnbustrie- gelänbe ist erreicht. Dort fluten bereits Taufenbe in die großen Tore: Arbeiter und Angestellte, werktätige Mädchen und Frauen mit Taschen, Rucksäcken, Eßtöpfen und Kaffeeflaschen. Stimmen schwirren; manchmal ein Lachen, hastig heroorgewürgt. Viele Beine, schnelle Berne. Das Regiment der Arbeit marschiert ... Trupp auf Trupp tappen durch Gänge, über Höfe, verteilen sich ... Gebäude an Gebäude, kilometerweit: Möbel- und Waggonfabriken, Bekleidungswerkstätten, Karosseriebau, Zigarettenfabrik, Sportartikelfabrik, Papierverwertungs-A.-G., Motorenwerke, Gußstahlhütten ... Hört! die Sirenen. Hier werden Eisenstangen abgeladen. Die Männer haben ihre Hände mit Lappen umwickelt. »Eins — und zwei!" Wieder klirrt eine Eifenstange auf den Haufen. »Eins — unb —!" Krach!! Akkord. Kreisende Kräne, an denen wuchtige Lasten hängen, ragen gebieterisch in den blaßblauen Morgenhimmel. Glänzende Schienen, auf denen Loren rollen ü . Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monat$:Be$ugspret$: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt MM General-Anzeiger für Oberheffen Postscheckkonto: 1 * ' ' zranliurt °m Main 116«, Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfilätL-Such- und Steindruckerei ».Lange in Sieben. Schristleitung und S-schästrftelle: Schulftratze 7 Eine Rangierlokomotive pfeift, dampft und zischt. Hier brodelt ein Riesenkessel Teer. Ein hemdsärmeliger Geselle stokert im Feuer, so daß bie Funken stieben. Morgen ist Lohntag. Juchhei! Kraftwagen mit Ziegelsteinen beloben holpern längs ... In ber nächsten Fabrikstraße werben Bretter und Bohlen gestapelt. Ein kahlköckfiger Herkules, Notizbuch in ber mächtigen Pranke, führt die Aufsicht. Straßen rechts, Straßen links, Höfe, Hallen, Lager, Kantinen unb Kesselanlagen, Plätze. Allerorten Tätigkeit. Blaublusige Arbeiter traben hier unb — borthin ... Schmibt IV zieht im Laufen bie Hofen höher, fpeit wacker aus. Ein blinkenbes Auto zirkelt burch bie Einfahrt Direktor Z. Der stramme Portier salutiert. Seht! wie bie Schornsteine qualmen. Dampfhämmer dröhnen und schlittern! Kolben stampfen! Räder flügeln ... Treibriemen klatschen ... Motoren summen ... In den Büros kritzeln Federn, knattern Schreib- apparate, rasseln Telephone. Türen gehen auf und Zu ... Weiße Kittel eilen ... Bebrillte Zeichner stehen über Entwürfe gebeugt. Lehrlinge denken schon ans Mittagessen. Werkmeister kontrollieren. Hände und Maschinen regen sich. Hunderttausend! Eherne Arbett: Gewaltiges Lied! Triumph der Arbeit! Bon Robert Gehrke. Volk der Arbeit. Don Hellmuth Langenbucher. Es ist mit eine der genialsten, weltgefchachtlichen Atem in sich tragenden Ideen unseres Führers, daß er in den Mittelpunkt des Aufbaus des Dritten Reichs ben Begriff, ben Wert: Arbeit stellte, tfur ben ungeheuren Ernst biefer Tatsache gibt es SU)ei Symbole von einer Einbringlichkeit, bie auch bann unvergeßlich wäre, wenn ihnen ein nur einmaliges, nicht bauernb sich wieberholenbes Geschehen zugrunde läge. Diese beiden Symbole sind: bas Arbeitsfest bes 1. Mai mit jenem erareifenbem Bilb vom 10. November 1933, bas den Führer bei Siemens inmitten einer Gruppe von Arbeitern, Hellen, sehnigen Gestalten und leuchtenden Gesichtem zeigt. lieber diesem Bild aber, das in der Tat erneuertes Deutschland augenfällig zum Ausdruck bringt, schwebt unhörbar das Wort, bas Millionen deutscher Arbeiterherzen für immer eingeprägt bleiben wirb, das Wort des Führers, daß er aus ihrem Stande hervorgegangen sei und daß er sich ft e t s als Siner ber ihren fühlen werde. Um noch einen Augenblick dabei zu verweilen: Dieses Bild ist nicht ber zufällig auf einer photographischen Platte festgehaltene Eindruck eines flüchtigen Augenblickes, es ist gleichsam ein Denkmal, dessen in ihm gebildeten Geschehen im Leben und im Herzen des Volkes täglich, stündlich neu geschieht. Denn immer wird es fo sein, daß Adolf Hiller, aus keinem an- bem Motiv heraus als aus innerstem Herzensbedürfnis, einen deutschen Arbeiter, der im Ehren- geroanb seiner Arbeitskleidung vor ihm steht, die Hand auf die Schulter legen wird; daß er einem deutschen Bauern die harte schwielige Rechte, die eben noch ben Pflug durch den Acker führte, schütteln wirb; immer wieder wird er den Spaten ergreifen, um ben ersten Stich zu tun zu einem Großwerk beutscher Arbeit. Unb bas andere Symbol: Der 1. Mai. Vor ein paar Jahren, ba verhetzte deutsche Arbeiter noch an ben Sinn eines „Roten Weltfeiertages" glaubten, baute man an diesem Tage Barri- toben unb schoß von ihnen aus auf deutsche Menschen unb nun? Man rottete, wie viele es erwartet haben mochten, die Maifeier nicht aus, man erfüllte sie mit einem deutschen Sinn unb gab sie dem deutschen Arbeiter, jeden Standes unb Berufes als nationalen Feiertag zurück. Jahrzehnte lang war an diesem Tag ber Weltöffentlichkeit bie innere Zerrissenheit bes deutschen Volkes, seine Aufspaltung in Klassen, bie sich zu hassen meinten, weil sie nichts voneinander wußten, häßlich und beschämend demonstriert worden. Bis im Vorjahre das Wunder geschah, daß der gleiche Tag in allen deutschen Städten und Dörfern, im ganzen deutschen Volk ein überwältigendes Bild ber inneren Geschlossenheit dieses Volkes, aller feiner Stände unb Berufe zeigte. Man marschierte, aber man marschierte nicht gegeneinander, sondern m i t und für einander; der Arbeiter hob nicht die Faust gegen den Unternehmer unb ber Unternehmer rief nicht das Bereitschaftskommanbo gegen ben Arbeiter. Unternehmer unb Arbeiter vereinten sich im ganzen Volk zu einem einmütigen Bekenntnis zur gemeinsamen Arbeit für das neue Deutschland; für das Deutschland Adolf Hitlers, ber, wie einst Friebrich ber Große ben ersten Diener seines Staates sich nannte, ben Ehrennamen des ersten Arbeiters feines Volkes tragen wird unb trägt. Und wo sonst gröhlende Haufen irregeleiteter Menschen unter undeuischen Symbolen durch die Straßen zogen, da ward am ersten Mai 1933 und nach ihm immer an diesem Tag jenes Bekenntnis gekrönt durch den die ganze Welt in atemloses Staunen versetzenden fast märchenhaft disziplinierten Millionenaufmarsch der deutschen Arbeiter auf dem Tempelhofer Feld. Tempelhofer Feld aber war an diesem Tag und an diesem Abend überall in Deutschland in ber größten Stadt und im kleinsten Flecken. Der Arbeiter^ ber zum stumpfen freub» losen Lohnempfänger erniedrigt gewesen, war nun Jeden Deutschen erfüllt heute mit stillem Glück oder brausendem Jubel das Gefühl vom Wert und von der Ehre ber Arbeit, bie er auf bem Platze tut, auf dem er im organischen Gefüge des Volkes gestellt ist; Millionen schon hoffnungslos Gewordener haben über dieses Wort: Arbeit, das für sie wieder leuchtende Wirklichkeit geworden ist, in bie Volksgemeinschaft zurückgefunden; unb iy Millionen anderer, noch Wartender hat es ein Licht ber gewissen Hoffnung angezünbet, benn sie glauben es nun: immer und immer wieder wird ber Führer zum Kampf gegen die Arbeitslosigkeit rufen unb —“ bedingungslosen Einsatz in diesen Kampf, bis. «ejrieoung uurop< letzte Deutsche, der arbeiten will unb arbeiten, möglich sein wird. gelautet — Front zur Arbeit, so hieß sie nun. Und wieder hieß es auch, bei aller Verdunkelung der politischen Umstände: wir werden es schon schaffen! Die Passion brach an, und mit ihr eine Passion der Arbeit. Es kam die Zeit, wo eine hysterische und undeutsche Geschäftemacherei, genährt durch Unfrieden und Währungsverfall, das reine Bild der Arbeit verzerrte und durchlöcherte. Das war nun nicht Kampf, sondern Krampf. Wo blieb der Sinn der Arbeit, wenn ein Schieber durch e i n Telephongespräch mehr verdiente als ein anderer durch hundert Tagewerke ehrlicher Arbeit! In den Frontmenschen bäumte sich etwas gegen solchen Aberwitz. Die Freude an der Arbeit wurde schal und machte einem verbissenen Pflichtgefühl Platz. Man konnte nicht gegen einen Find ringen, den man nicht sah. Man konnte nicht in eine Zukunft hineinschuften, an die man nicht glaubte. Vielleicht konnte man nicht einmal reinen Gewissens beten: „Unsere tägliche Arbeit gib uns heute", wenn ungezählte Kameraden der alten Front, mit denen man geschanzt und gewuchtet, gehungert und gestürmt hatte, mit leeren Händen dasaßen, verbittert und verzweifelt vom täglichen Einerlei der erfolglosen Arbeitssuche, ja vom Bettel um Arbeit. Es war das die Zeit, w o g r ö ß e r e s als der Feldzug verloren zu gehen schien: die Nation. Denn — aus einem verlorenen Kriege mag sich ein durch Tradition wehrhaftes -Volk wieder erheben, um es aber aus dem Verfall seiner sittlichen Güter wieder emporzureißen, — dazu bedarf es eines Wunders. Bedenken wir diesen Abgrund, an dem wir geschwebt haben — als Volk der Arbeitsideale — bedenken wir den kraftvollen und schnellen Emporriß, der uns in traumhafter Nähe widerfuhr, so müssen wir wohl an ein Wunder glauben. Und da alle Wunde im Grunde schlickt sind, erscheint uns nun, wo ein zielstrebiger Wille den Frontgeist deutscher Arbeit wieder nach vorn führt, alles klar und eindeutig. Wir spüren, es mußte so kommen, wenn überhaupt ein gerechter Sinn über dem Schicksal der Völker waltet. Diese Einsicht erfüllt uns mit hoher Freude und zugleich mit kameradschaftlicher Beglückung. Denn die das Frontgefühl zur Arbeit weckten und den Werktätigen zum Sammeln bliesen — das sind die nämlichen Geister, die gleich uns, einst schon hinter den Feuerwänden des Krieges, das Sehnsuchtsbild der Arbeit in sich trugen. Sie wußten um das Gesetz: Front zur Arbeit — Front zur Nation! Dieser Glaube gab ihnen die Kraft, den materialistischen Arbeitsbegriff zu stürzen, der die Götzenmaske des schrankenlosen Eigennutzes vor dem Gesicht trägt, und die Arbeit wieder zu jener Beseeltheit und Weihe emporzuführen, die sie zu einer nationalen Leistung und zur wahren Religion des Alltags macht. Oer 1. Mai. Betrifft: Vereidigung der Mitglieder des Bertrauensrates am 1. Mai. Meine Verfügung vom 28. April 1934 belr. Vereidigung der Mitglieder des Vertrauensrates wird dahingehend abgeändert, daß dort, wo technische oder sonstige Schwierigkeiten für die Vereidigung am 1. Mai nicht b e - steh en, die Vereidigung am 1. M ai in feierlicher Form slaktfinden kann. Für die Betriebe, wo das nicht möglich ist, wird generelle Genehmigung für die Vereidigung a m 2. M a i erteilt. gez. Dr. £ ü e r, Treuhänder der Arbeit. Weitere Anweisungen für den 1. Ma«. Die Landesstelle Hessen-Nassau des Reichspropagandaministeriums weist nochmals darauf hin, daß der Spaten st ich zum er st en Thingplatz auf der Lorelei am 3 0. April, 21 Uhr, durch den Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger stattfindet. Das R e i ch s p o st m i n i st e r i u m hat die Reichspostdirektion ermächtigt, am 1. Mai die P o st- zustellung ausfallen zu lassen. Dadurch ist auch den im Zustelldienst beschäftigten Angehörigen der Deutschen Reichspost die Möglichkeit geboten, sich an den nationalen Feiern zu beteiligen. Das Deutsche Nachrichtenbüro berichtigt seine Meldung über das amtliche Programm der Veranstaltungen am 1. Mai dahin, daß es unter 3. richtig heißen muß: 12 Uhr: Empfang der Arbeite rabordnungen aus dem Reich in der Reichskanzlei. Reichsminister Dr. Goebbels und der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Stabsleiter der PO. Dr. Robert L e y, ft e l l e n d i e Arbeiter dem Führer vor. Die Arbeiter sammeln sich bis 11.30 Uhr auf dem Pariser Platz und fahren von da geschlossen zur Reichskanzlei. Oie Wehrmacht am Tage der nationalen Arbeit. „Berlin,28.April. (DNB.) Entsprechend einer Anweisung des Reichswehrministers wird sich die Wehrmacht am Tag der Nationalen Arbeit mit allen verfügbaren Kräften in den Dienst der großen Sache stellen. Bereits die Jugendkundkundgebung auf dem Brocken in der Nacht zum 1. Mai leitet eine Batterie des Relchsheeres mit einem Salut von 21 Schuß feierlich ein. Bei dem Staatsakt auf dem Tempelhofer Feld nimmt ein Batail- I o n der aus Soldaten aller deutschen Gaue zusammengesetzten Wachtruppe gegenüber der Rednertribüne Aufstellung. Fünf Musikkorps unter Leitung des Heeresmusikinspizienten Prof Schmidt beteiligen sich. Der Reichswehrminister sowie zahlreiche höhere Offiziere werden anwesend sein. Auch bei der Abendkundgebung im Lustgarten wird die Wachtruppe teilnehmen. In D r e s - d e n wird am 1. Mai durch das Pionierbataillon 4 eine Pontonbrücke über die Elbe gebaut werden. In Stettin werden 150 000 Zuschauer dem Schauspiel eines Jnfanteriegefechts mit Vorführung einer Batterie und einer Kraftradstützpunktkompanie beiwohnen können. Kundgebung des Aeichsverbandes Deutscher Schriftsteller Gau Hessen „Die im Reichsoerband Deutscher Schriftsteller vereinigten geistigen Arbeiter grüßen in herzlicher Freundschaft am 1. Mai die Männer und Frauen der deutschen Arbeit. Der Dichter wie der Arbeiter der Faust schafft für das ganze Volk. Ihrs Werke dienen der Gesamtheit. Die deutschen Dichter und Schriftsteller marschieren mit ihren werktätigen Brüdern und Schwestern in Stadt und Land und einen sich mit ihnen in dem Ruf Deutsche aller Stände, vereinigt Euch!" Fest der Freude und Zuversicht. Der Maitag im altdeutschen Brauchtum. Die Feiern zum Tage der nationalen Arbeit sollen als allgemeines Volksfest gefeiert werden, wie es von jeher von den deutschen Stämmen und Ständen im Mai Sitte gewesen ist. Zum besseren Verständnis des Brauchtums, das dabei bei der GestaltungdesMaifeftes vom neuen Reich wieder ausgenommen werden soll, gibt da s Reichsamt Volkstum und Heimat folgende Erläuterung: Das Brauchtum des Volkes hat seinen Höhepunkt im Mai. Schon immer wurde die Maienzeit festlich begangen, um der überströmenden Freude an dem wiedererwachenden Leben der Natur Ausdruck zu geben. Bald wurde das Maifest am 1. Mai, bald am ersten Maisonntag begangen. Trotz vieler landschaftlicher Verschiedenheiten im einzelnen hat es sich aber stets mit einer Fülle altüberlieferten Brauchtums in allen Gauen unseres Vaterlandes erhalten. Uralte Volksbräuche verbanden sich mit dem kirchlichen Pfingstfest; der Charakter des Tages als Tag des sich im Frühling ewig verjüngenden Lebens, als Tag der Freude und Zuversicht kam aber immer unmittelbar oder in allerlei sinnbildlichen Darstellungen zum Ausdruck. Wie fast alle heidnischen Feste unserer Vorzeit in der Nacht ihren Anfang nahmen, so feiert man auch heute noch vielfach die Mainacht oder Walpurgisnacht als Vorfeier des Maitages. Die Bräuche der Mainacht mit Späßen und Ausgelassenheiten geben sich oft noch als ein Austreiben der Wintergeister zu erkennen. Wo die Mainacht nicht mehr gefeiert wird, steht häufig ein sinnbildlicher Kampf zwischen Winter und Sommer im Mittelpunkt des Maifestes. Tänze und Reigen gruppieren sich darum herum; Reiter und Kampsspiele, festliche Umzüge und Flurgänge schließen sich an; und eine ungezählte Fülle immer neuer und bodenständiger Bräuche hat sich in Verbindung mit dem Mai tag in unserem Volkstum erhalten. Fahnenschwingen und Wettläufe, der Sommertagszug und das Frühlingsschiff, das Maibad, der fegenbringende Schlag mit der Lebensrute, der Brauch des „Mailehen", einer Versteigerung der Mädchen eines Dorfes unter die Burschen, sind nur wenige Beispiele aus dem Reichtum der volkstümlichen und heute noch lebendigen Ueberlieferung. So unterschiedlich und arteigen aber im einzelnen diese Bräuche auch in den verschiedenen Gegenden unseres Vaterlandes sein mögen: zweierlei ist ihnen fast immer gemeinsam. An der Ostseeküste so gut wie im Südwesten, in Mitteldeutschland ebenso wie in Süddeutschland — überall finden wir am Maitag d ie Mai königin oder Maibraut, die oft den Maikönig ober Maigrafen an ihrer Seite ober in ihrem (Befolge mit sich führt. Wieberum aber knüpfen sich bie verschiedenartigsten Gebräuche an bie Gestalt ber Maikönigin. Balb erscheint sie als „Pingstebrut" mit Kranz unb Schleier in ber Mitte estlich geschmückter Mäbchen, balb hat sie brei Jungrauen in ihrem (Befolge, balb bie Mannschaft des Maikönigs; bisweilen wirb sie von einem Burschen bargestellt, bisweilen aber stellen auch zwei vermummte unb nicht genannte Mäbchen bas Mai- Brautpaar bar, bas sich nach einem Umzug burchs Dorf in einer Laube versteckt, worauf bie übrigen Mäbchen bes Dorfes mit oerbunbenen Augen bas „Brautpaar im Grünen" suchen müssen. Ja, wir finben sogar noch ben Brauch, zum Maifest brei Maiköniginnen zu wählen, unb ihre Dreizahl erinnert uns lebhaft an bie brei Schicksalsschwestern ber Nomen, die im Glauben unserer Vorfahren eine so große Rolle gespielt haben. Und neben der Maibraut ist es vor allem der M a i b a u m, der überall im Mittelpunkt des Mai- festes steht. Abermals werden wir an ältesten Volksglauben unserer Ahnen erinnert, die den Baum als Sinnbild des Lebens hoch verehrten; wir denken an die mythische Ueberlieferung von der W e 11 e s ch e, an weit verbreitete Baumkulte im alten Germanien und denken endlich daran, daß ehemals der Baum im Mittelpunkt fast aller großen Feste des Jahreslauf stand als Festzeichen und Mittelpunkt der Feier. Nur der Weihnachtsbaum und ber Maibaum haben sich bis heute allgemeingebräuchlich erhalten, unb wir betrachten sie mit Ehrfurcht als altüberliefertes Erbgut unseres Volksglaubens, der die Jahrtausende überdauert hat. Ist als Weihnachtsbaum die Tanne allgemein üblich, so wird als Maibaum die Birke bevorzugt, aber neben ihr finden wir abermals d i e Tanne im Maibrauch. Befindet sich im Dorf eine Dorflinöe, fo wird sie wohl bisweilen als Maibaum festlich aeschmückl mit bunten Bändern und Fahnen. Während das durchweg Sache ber Mägde ist, fo fällt ben Burschen bas Amt zu, den Maibaum zu schlagen unb einzuholen, wenn eine Birke ober Tanne als Festzeichen aus bem Walb geholt wirb. Oft finbet bas Fällen des M a i - b a u m e s bei der Nacht und in aller Heimlichkeit statt. Bis zum ersten Sonnenstrahl des Maitages bleibt eine Wache bei dem feierlich errichteten Maibaum zurück, unb am Festtage selber spielt sich das bunte Leben unb Treiben ber festlichen Gebräuche um ihn herum ab. Bald prangt ber Maibaum im frischen Grün, balb werben ihm bis auf ben Wipfel alle Aeste und Zweige abgeschlagen und der geschälte Stamm mit Kränzen, Bändern und Fähnchen geschmückt, ober auch Sense unb Flegel, Harke unb Mistgabe als Zeichen ber bäuerlichen Arbeit, die Zeichen der Handwerkergilden und Zünfte als Werkzeichen ihrer Tätigkeit an ihm angebracht. So hat sich schon früh mit dem Fest des Frühlings und ber ßebensfreube bas Fest ber Arbeit verknüpft, als bas wir heute ben Maitag in be- fonberem Sinne begehen. Neben bem Dorfmaibaum schmückt der Bursche feiner Liebsten, bie Mägbe ben Dorfburschen ben Maibaum. In ähnlicher Weise wird der Ehrenmai. bäum dem Dorfvorsteher oder Bürgermeister oder sonst einem hohen Herrn gesetzt; ober es finbet sich bie Sitte, ihn bem zuletzt verheirateten Paar barzubringen, vor besten Fenster er stehen bleibt, bis bas erste Kinb geboren wirb. Immer sehen wir, wie sich Hoffnung auf Segen und Fruchtbarkeit, auf Lebenskraft und Lebensfülle, und damit endlich auch auf Schaffenskraft und Gedeihen der Arbeit mit diesem Symbol verknüpft. Nur wer im täglichen Schaffen und Wirken mit dem Ablauf der Zeit Schritt gehalten hat, soll am Maifest der Freude teilnehmen: bem Bauern, ber am Maitag seinen Acker noch nicht umgegraben unb seinen Garten noch nicht bestellt hat, wirb bie „Schanbmaie" vor bie Tür ober aufs Dach gesetzt! Wenn in biesem Jahre nach altem Brauch an allen Orten unseres Vaterlandes bie Maienkönigin ihren Umzug hält unb um ben festlich errichteten Maibaum sich frohes Festtreiben entwickelt, wollen wir auch fries Maifest als ein Fest ber Zuversicht auf das Gedeihen der deutschen Arbeit feiern! Geleitworte für den Feiertag des 1. Mai. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Äudols Heß: Zum zweitenmal begehen wir den Ehrentag der deutschen Arbeit. Der 1. Mai istderTagdes schaffenden deutschen Menschen überhaupt und somit der höchste nationale Feiertag des deutschen Volkes! Wir Nationalsozialisten haben — im Vollzug des Willens Adolf Hitlers — dem deutschen Arbeiter jeden Schaffensgebietes und damit Deutschland diesen Tag errungen durch Opfer unb Kampf. So wie einst ber 1. Mai burch ben Streit ber Jnteressentengruppen symbolisch war für bie Zerrissenheit bes Volkes — so ist er heute als Tag ber Gemeinschaft symbolisch für bie burch uns geschaffene Einheit bieses Volkes. Im Zeichen ber Gemeinschaft würbe biefer Tag Sinnbild des Nationalsozialismus. Die Partei schuf diesen Tag — die Partei muß wachen, daß er im Lauf der Zeiten nicht in feinem Sinne verfälscht werde. Das Erinnern an die Opfer, denen die Bewegung ihr Werden verdankt, stärke den Willen, diesen Tag rein im Geist der alten Kämpfer zu erhalten! Dieses Wollen umschließt die Gemeinschaft aller Schaffenden. Stets soll das Bewußtsein aufrecht erhalten bleiben, daß der Handarbeiter nichts vermag ohne den Geistesarbeiter, der Geistesarbeiter nichts ohne den Handarbeiter. Dem Schaffen des Eisenarbeiters gibt erst das Wirken des Forschers, des Konstrukteurs, des Kaufmanns die Grundlage. Deren Wirken wiederum ist sinnlos, wenn nicht der Eisenarbeiter die Ergebnisse ihres Denkens und Planens Gestalt werden läßt. Wir wollen nicht nach alten Vorurteilen wägen, westen Schaffen wertvoller sein könnte für bie Gesamtheit, fonbern Jeben achten, ber seine Pflicht tut für bie Gemeinschaft. Wir ehren ben Grübler, ber einsam schafft, wie ben Kampfer, der im Getriebe des Tages sichtbar steht. Wir ehren den Bauern, des Brot wir essen, wir ehren den Künstler, der um bas Schöne sich müht. Wir ehren bie Mutter an der Wiege, ehren der Frauen stilles Wirken an der Nation. Ohne Beziehung zum Ganzen ist alles Schaffen fruchtlos: Daseinsrecht sichert erst die Gemeinschaft. Die sinnvolle Gemeinschaftsarbeit aller ist in ihrem Ergebnis die Leistung der Nation — sie ist zugleich Deutschlands Beitrag zum Kulturgut ber Weit' Der 1. Mai ist ber Tag ber Ehre für Alle, bie ihre Pflicht tun an ber Gemeinschaft bes beutfehen Volkes! 1 1 Stabschef der SA. Reichs- minister Ernst Röhm: Zum zweiten Male feiert der deutsche Arbeiter im nationalsozialistischen Deutschlanb. Adolf Hitler hat diesen Tag, der unter dem mar- xistischen System im Zeichen unseligen Klassenkampfes stand, zum Feiertag des geeinten deutschen Volkes erklärt. Den alten Rümpfet n in euren Reihen verdankt das deutsche Volk in erster Linie, daß es diesen Tag festlich begehen kann. Der deutsche Arbeiter hat d u r ch die SA. und in der SA. wieder an Deutschland glauben gelernt. Und weil er wieder an Deutschland glaubte, trug er die Sturmfahnen der nationalsozialistischen Revolution zum Siege. Das neue Deutschland wäre nicht ohne die selbstlose Einsatz- unb Hingabebereitschaft ber deutschen schaffenden Menschen aller Stände unb Berufe. Deshalb wird die SA. unnachsichtlich darüber wachen, daß nichts und niemand den deutschen Arbeiter wieder vom Vaterlande losreißt, daß Deutschland für immer nationalistisch und sozialistisch sein und bleiben wird! Es lebe ber Führer bes nationalsozialistischen Deutschlands! Es lebe die nationalsozialistische Revolution! Reichsminister fürpropaganda und Dolksaufklärung Or. Goebbels: Am I.Mai demonstrieren wir für Arbeit und Brot, Freiheit unb Ehre. Das sind Ziele, die die ganze Nation angehen und aufs Tiefste berühren. Darum marschiert auch das deutsche Volk dafür einig und geschloffen hinter seinem Führer mit. Reichswirtschastsmiuister Or. Schmitt: Der Tag der Nationalen Arbeit ist eine gewaltige Kundgebung ber innigen Verbundenheit zwischen Staatsführung und allen schaffenden Volksgenossen. Re- gierung und Volk sind an diesem Tage zu einem großen Feste vereint, um mit ihm den Mann der Arbeit, der Stirn und der Faust zu ehren. In dieser innigen Verbundenheit zwischen Staatsführung, Wirtschaftsführung, Hand- unb Kopfarbeit vollenbet sich m anschaulicher Weise ber hohe Gebaute bes beutschen Sozialismus, der das Dritte Reich erfüllt. Reichsarbeitsminister Franz Seldte: Unter den Bannern der nationalen Erhebung, dem Ruf des Führers folgend, tritt bie deutsche Millionenarmee der Arbeit an zur Feier des 1. Mai. Sie hat ein Recht zu dieser Feier. In einer gigantischen, von ber ganzen Nation getragenen Kraftanstrengung haben wir ben Albbruck der Arbeitslosigkeit, unter dem noch vor einem Jahr Volk und Reich zu ersticken drohten, von uns abgewälzt und 3V< Millionen Arbeitsplätze dem schaffenden deutschen Menschen zurückerobert. Ein Jahr lang haben wir die Arbeit durch Ta- t e n geehrt, einen Tag lang dürfen wir uns daher auch in stolzer und dankbarer Freude und mit dem Gelöbnis, die Arbeitsschlacht bis zum siegreichen Ende durchzukämpfen, zu ihrer Feie? vereinigen: Ehret die Arbeit! Noch wichtiger als die Arbeit ist der Mensch, der sie leistet. Ich grüße zum Feiertag der Arbeit den schaffenden deutschen Menschen, den deutschen Arbeiter. Den deutschen Arbeiter, an welcher Stelle er im Lebenskämpfe steht — ob auf dem Acker ober in ber Schreibstube, in ber Werkstatt ober auf dem Katheder, ob als Betriebsführer ober Gefolgsmann. Denn bas nationalsozialistische Deutschland achtet und würdigt jeden schaffenden Deutschen, der iivfeinem Bereiche, sei er groß ober klein, seine Pflicht erfüllt. Der 1. Mai, früher bas unheilvolle Symbol ber Klassenzerrissenheit, wird durch die freudige Teilnahme ber Volksgenossen aller Stänbe unb Berufe zum überzeugenben Ausdruck der Volksgemeinschaft, die aus dem Durchbruch der nationalen Revolution erstanden ist. Mit dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit sind die Grundlagen einer Arbeitsverfassung gegeben, in der sich die neugewonnenen Werte, bie Kraft echter Führerschaft, die Verbundenheit aller Volksgenossen und die Achtung vor jeder ehrlichen Arbeit, segensreich auswirken können und werden. In der feierlichen Verpflichtung der Vertrauensräte erblicke ich einen historischen Akt, der Zeugnis dafür ablegen soll, daß die Ordnung des sozialen Lebens in Deutschland von nun an nicht mehr durch die Ergebnisse eines erbitterten gegenseitigen Klassenkampfes bestimmt werden, sondern aus bem gegenseitigen Vertrauen unb der gegenseitigen Achtung der Volksgenossen erwachsen wird. Die Losung des 1. Mai wird also erst vollständig, wenn wir 3U dem „Ehret die Arbeit!" hinzufügen: Achtet den Arbeiter! Im Zeichen dieser Worte Adolf Hitlers wird das neue Deutschland unter Führung seines ehrwürdigen Reichspräsidenten und des Volkskanzlers, im friedlichen Kampfe siegreich weiter- und vvrwärtsschreiten. Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk: Die trennenden Schranken van Partei und Klaffe, Besitz und Stand sind gefallen. Ein unter der Idee wahrer Volksgemeinschaft geeinigtes Volk feiert am 1. Mai das gemeinsame Fest seines nationalen Feiertags. Diese Einigkeit legt jedem Deutschen die Pflicht und Verantwortung auf, alle Kraft ein» Zusehen, nicht zu ruhen noch zu rasten, bis der letzte Volksgenosse in Arbeit und Brot gebracht ist. Sie gibt die beste Gewähr, baß wir in ber erneut aufgenommenen Arbeitsschlacht Sieger fein werden. Reichsinnenminister Or. Frick: Der Tag der deutschen Arbeit ist der Feiertag der Nation. An diesem Tage marschieren die Arbeiter der Stirn und der Faust unb bas ganze schaffenbe beutsche Volk im Gleichschritt bie gemeinsame Straße. Nicht mehr selbstzerfleischenbem Klassenkampf unb Klassenhaß gehört biefer Tag! Alle fühlen sich nur als gleichwertige ©lieber eines Volkes, geeint burch ben Abel ber Arbeit. An diesem Tage danken wir dem Manne, der die große geistige Wendung im deutschen Volke heraufführte, der der Führer im Kampfe war und der Führer in die Zukunft ist: Heil Adolf Hitler! Reichsaußenminister Freiherr von Neurath: In der Heimat wie im Ausland feiern heute die Deutschen einträchtig ohne Unterschied des Standes zum ersten Mal das Fest der Arbeit als ihren Nationalfeiertag. Das deutsche Volk stellt damit der Welt sinnfällig vor Augen, baß es als Funbament bes neuen Reiches bie frieblidje Arbeit feiner Volksgenossen betrachtet. Don jeher waren Arbeit, Fleiß und Zuverlässigkeit mit dem Begriff des Deutschtums verbunden. Selbst in den Jahren politischer Ohnmacht haben Wunderwerke deutscher Technik, von deutschen Ingenieuren erdacht und deutschen Arbeitern ausgeführt, in der Luft und auf den Ozeanen dem Ausland vor Augen geführt, daß Deutschland trotz seiner Niederlage im Weltkriege noch lebte. Diese Leistungen sind nicht von einem internationalen Proletariat vollbracht worden, sondern aus deutschem Blut und Boden erwachsen. Aus den Sonderleistungen des deutschen Arbeiters ist das deutsche Nationalbewußtsein wieder erstanden, auf dem heute die politische Einheit des deutschen Volkes kraftvoller als jemals neu gebildet ist. Ich bin stolz darauf, dem Ausland gegenüber eine deutsche Nation vertreten zu können, die auf der Grundlage ihrer Arbeitsleistung die gleiche Stellung in der Welt beanspruchen darf wie jedes andere Volk. Oer Reichsinnenminister ordnet scharfe Bekämpfung des Oenunziantentums an. B e 11 i n , 28. April. (DNB.) 3n letzter Zeil mehren sich wieder die Fälle verwerflichen Denunziantentums. Die Nachprüfung der bei den Polizeibehörden wegen angeblich staatsfeindlicher Aeußerungen erstatteten Anzeigen ergibt sehr oft, daß die Anzeigen ausschließlich persönlichen Streitigkeiten entspringen und daß es sich um Aeußerungen handelt, die teilweise viele Monate zurückliegen. Namentlich werden bei hausstreikigkeiten die Gegner oft politisch verdächtigt. Der Reichsminifler des Innern hat daher die Landesregierungen ersucht, den Polizeibehörden erneut eine scharfe Bekämpfung dieses Denunziantentums zur Pflicht zu machen. Die Neufassung des § 164 des Strafgesetzbuches durch das Gesetz vom 26. Mai 1933 gibt die Möglichkeit, mit hohen Gefängnis st rasen gegen die des nationalsozialistischen Staates u n w ürdige Erscheinung leichtfertiger Angebereien wirksam vorzugehen. Verbot der Werbetätigkeit tvirschast- licher Verbände. Berlin, 29. April (DNB.) Der Führer ber Wirtschaft, Keßler, hat folgendes angeordnet: Dorn 1. Mai 1934 an bedürfen alle organisatorischen Maßnahmen, insbesondere Neugrünoungen, Auslösungen, Umgliederungen, Satzungsänderungen, Ausdehnungen oder Einschränkungen des sachlichen oder räumlichen Arbeitsgebietes, Maßnahmen ober Vereinbarungen, ber,epi Auswirkung über den Zei^, raum der nächsten Monate hinausgeht, der Zu - stimmung desjenigen der vom Reichswirtschaftsminister bestellten zwölf Hauptgruppen- f ü h r e r, in dessen Arbeitsgebiet die Tätigkeit des betreffenden wirtschaftlichen Verbandes fällt. Jede Werbeoersammlung und Werbetätigkeit wirtschaftlicher Verbände hat bis auf weiteres völlig zu unterbleiben. Soweit mehrere Organisationen nebeneinander au gleichem, ähnlichem oder sachlich benachbartem Arbeitsgebiet bestehen, haben sie bis zur endgültigen Neuregelung zusammenzuarbeiten sowie gegenseitige Angriffe und alle sonstigen Maßnahmen zu unterlassen, die auf eine Beeinträchtigung der sachlichen Arbeit oder des gegenwärtigen Mitgliederstandes einer anderen Organisation hinauslaufen. Das Vermögen des Emigranten Mel beschlagnahmt. Das Slaatspresseamt teilt mit: Durch Verfügung des hessischen Staatspolizei a m t e s wurde das gesamte in Deutschland befindliche Vermögen des früheren B ü r - germeisters von Alichelstadt und Oberreg i e r u n g s r a t s beim Kreisamt Gieße n, h e i n r i ch R i h e l, der vor kurzem auf Veranlassung der Regierungskommission des Saargebieles zum Leiter des saarländischen Kriminalwesens in Saarbrücken ernannt wurde, beschlagnahmt und zugunsten des Landes Hessen eingezogen. Jeder einzelne, der von irgendwelchen Vermögenswerten des Rihel in Deutschland, insbesondere ausstehende Forderungen, Versicherungsansprüchen, Banf- und Sparguthaben Kenntnis hat, wird aufgefordert, dies unverzüglich dem hessischen Staats- polizeiamt in Darmstadt, Wilhelm-Gläs- sing-Straße 21, mitzutei len. Wer derartige Vermögenswerte verschweigt, erklärt sich mit dem Tun dieses Volksfeindes solidarisch, stellt sich außerhalb der Volksgemeinschaft und wird bei Bekanntwerden in entsprechender Form zurRechen- schaft gezogen werden. „Gewissensfreiheit" im Saargebiet. Die Negierungskommission löst Bereinigung der Polizeibeamten auf. Saarbrücken, 28. April. (WK.s Die Regierungskommission hat unter Berufung auf Art. 27 des Beamtenstatuts die Auflösung der Vereinigung der P o l iz e i b e a m t e n Saarbrückens beschlossen, zwei Vorstandsmitglieder der Vereinigung vom Amt suspendiert und gegen sie ein Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Dienstentlassung eingeleitet. „Um die Disziplin innerhalb der staatlichen Polizei in Saarbrücken wiederherzustellen", so fährt die Auslassung der Regierungskommission fort, „sind weitere Maßnahmen ergriffen bzw. in Aussicht genommen." Begründet wird diese erstaunliche Maßnahme mit der Entschließung, die die Vereinigung der Polizeibeamten Saarbrückens am 19. April gefaßt hat und in der die E n t l a s f u n g der von der Regierungskommission in der letzten Zeit eingestellten Polizeibeamten (marxistische Emigranten) gefordert, sowie gegen andere Absichten der Regierungskommission Stellung genommen worden war. Es sei auffällig, daß der Reichssender Berlin bereits am 21. April diese Entschließung der Oeffentlichkeit habe mitteilen können und daß der Leitartikel der saarländischen Tageszeitung „Deutsche Front" vom 25. April mit der von dem Vorsitzenden der Vereinigung der Polizeibeamten gehaltenen Rede sinngemäß und wörtlich übereinstimme! Die Regierungskommission sieht in dem Verhalten der Vereinigung der Polizeibeamten einen Verstoß gegen § 29 des Beamtenstatuts vom 29. Juli 1920, der „die Verfolgung politischer Ziele durch eine solche Beamtenoereinigung ausdrücklich verbiete." Keine Doppelmitglievschast zwischen Deutscher Arbeitsfront und konfessionellen Berufsverbänden. Berlin, 28. April (DNB.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront gibt folgende Anordnung bekannt: Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß Mitglieder anderweitiger Berufs- unb. Standesorganisationen, insbesondere auch von konfessionellen Arbeiter- und Gesell e n v e r e i n e n, nicht Mitglied der Deutschen Arbeitsfront sein können. Wo Doppelmitgliedschaft bei der Deutschen Arbeitsfront und einem der obengenannten Vereine besteht, ist die Mitgliedschaft zur Deutschen Arbeitsfront sofort zu löschen. Begründung: Das Gesetz zur .Dränung der Nationalen Arbeit will die Betriebsgemeinschaft gestalten. Diese wird nicht erreicht, wenn durch anderweitige Standes- und Berufsorganisationen, insbesondere konfessionelle Arbeiter- und Gesellenvereine, die, wie beobachtet wurde, schon wieder das Sammelbecken für ehemalige Gewerkschaftssekretäre bilden, die Be- triebsgemeinschgft aufgespaltet wird. Gerade auch die Aufspaltung nach Konfessionen ist für eine Betriebsgemeinschaft widersinnig. Eine derartige Aufspaltung muß auf die Dauer zu Zwietracht in den Betrieben führen und steht damit dem Sinne des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit entgegen. Zugehörigkeit jedoch zu anderen konfessionellen kirchlichen Organisationen und Verbänden, die ausschließlich religiösen, kulturellen und charitatlven Zwecken dienen, ist selbstverständlich auch für Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront gestattet und gilt nicht als Doppel- mitgliedschaft im vorstehenden Sinne. (Gez.) Dr. Robert Ley. Kleine politische Nachrichten. Im neuen spanischen Kabinett ist Ministerpräsident Ricardo Samper (radikal) und Außen- Mlnifter PitaRomero (unabhängig). Mit neuen Männern wurde lediglich das Präsidium, das Justizministerium, das Unterrichtsministerium und das Industrie- und Handelsministerium besetzt, das bisher der neuernannte Ministerpräsident innehatte. Die übrigen neun Ministerien sind von denselben Männern besetzt, wie im zurückgetretenen Kabinett Lerroux. Das neue Kabinett gleicht also völlig dem zurückgetretenen. Das Erscheinen der „Kölnischen Volkszeitung" ist für die Zeit vom 29. April bis 7. Mai 1934 einschließlich verboten worden. Oer deutsche Ordenöstaat. Herzog und Gefolgschaft.—Autorität und Volksnahe.—Oie Sicherstellung der Kontinuität des Staates. An historischer Stätte. M a r i e n. b u r g, 29. April (DNB.) Die Ordensstadt Marienburg stand am Sonntag im Zeichen des Besuchs des Reichsleiters Alfred Rosen- b e r g. Die ganze Stadt trug reichen Flaggenschmuck, eine große Menschenmenge begrüßte Rosenberg, den Gauleiter Koch begleitete, auf der Fahrt durch das Ermland. Im Rathaus von Marienburg wurde Reichsleiter Rosenberg von dem Oberbürgermeister Dr. Leser mit einer Ansprache begrüßt, der daran erinnerte, daß vor 700 Jahren von dieser Burg aus ein Staat regiert worden sei im gleichen Geiste der Gemeinschaft, der heute wieder lebendig geworden sei. Alfred Rosenberg hob in seiner Erwiderung hervor, daß die beiden herrlichen und symbolischen deutschen Gebäude, die Potsdamer Garnisonkirche und die Marienburg, in Vergangenheit und Zukunft zusammengehörten. In der von Kerzen erleuchteten Halle der Ordensburg eröffnete Dberpräfibent Koch die Kundgebung mit einer Ansprache, in der er hervorhob, baß bas oft- unb westpreußische Volk sich, seiner historischen Mission bewußt sei. Die Steine biefer Burg seien nicht nur Historie zum Anschauen, fonbern Ausdruck ewiger beutscher Sehnsucht unb Vorbilb für bie fommenbe Arbeit. Das Gesicht bes beutschen Volkes müsse wieber nach Ost en geroenbet werben. Denn ber deutsche Osten stehe nicht am Ende, sondern am Anfang einer neuen deutschen Geschichte. Im Geiste dieser Burg solle das deutsche Volk seine Aufgabe erfüllen. Alfred Rosenberg hielt dann einen grundlegenden Vortrag. Eine grundlegende Rede Alfred Rosenbergs. Der Ausbau des deutschen Ordensstaates der Gegenwart. Marienburg, 29. April. (DNB.) Der Beauftragte des Führers für bie weltanschauliche Erziehung ber NSDAP., Alsreb Rosenberg, sprach am Sonntag im Festremter ber Marienburg über das Thema „Der deutsche Ordens st aa t". Alfred Rosenberg zeigte zunächst bie Entwicklung des deutschen Ordens auf und gedachte ber Männer wie Friebrich II. ber hohenstaufer, Hermann von Salza, Hermann Balk, Luther von Braunschweig unb Heinrich von Plauen, bie bem beutschen Or- bensstaat sein Gepräge verliehen hatten. Alfreb Rosenberg kristallisierte bann aus ber beutsch-preußischen Geschichte bas tragenbe Element heraus, bas unser Vaterlanb zu seiner Größe geführt hat. Es hanbelt sich um ben B e - griff bes Herzogs unb feiner Gefolgschaft. Ueberaü, wo biefes Verhältnis kbenbig gewesen sei, überall, wo ein persönlicher Eid unb ein Pflichtverhältnis bestauben habe, sei Deutschland st a r k gewesen; wo aber eine abftrafte Theorie zu herrschen begonnen habe, da sei Deutschland innerlich zermürbt gewesen. Aus ber Stärke biefes Treueverhältnisses, bas Herzog unb Mannschaft für immer auf bem Schlachtfeld unb im Frieben zusammen gebunben habe, sei Branbenburg entstauben. Dieser Gruubsatz sei später bas tragenbe Element gewesen, bas Friebrich ben Großen mit seinen Offizieren zusammengefchlosfeu habe. Das persönlich aufgefaßle Verhältnis des beuf- fchen Solbalen zum Generalfelbmarfchall von h i u b e n b u r g sei mit bas Geheimnis ber großen Erfolge bes beutschen Heeres gewesen. „In ihm lag auch bas Geheimnis verborgen, baß Deutschlanb nach bem Verrat bes 9. November 1918 nicht zufammenbrach, weil bie heute schon mythische Gestalt hinbenburgs mit ihrer ganzen Kraft seelischer Anziehung — vielleicht sich selbst unbewußt — hinüberleitete in eine anbere Zeit, ba sie abgelöst werben konnte burch einen neuen jungen Herzog, ben wir heute unseren Führer nennen.“ Zum herzoggebanken, so fuhr bann Rosenberg fort, trete als Fortführung unb Ergänzung bas Prinzip bes Orbens. In ber Erkenntnis, baß bie Frage vöu Monarchie unb Republik zweitrangig war gegenüber ber großen Aufgabe, ben Marxismus mit allen feinen Abarten zu zerbrechen, wurde die ganze Kraft ber national« ozialistifchen Bewegung auf wenige Ziele eingestellt. Außerhalb ber alten Begriffe von Monarchie unb Republik wächst Deutschlanb hinein in eine ganz neue Form, bie wir heute in ber Marienburg zugleich als uralt empfinben, in bie Form eines beutschen Drbensftaates. Unb bas bebeutet, baß bie nationalsozialistische Bewegung entschlossen ist, aus ber Gesamtheit ber 70 Millionen einen Kern von Menschen auszulesen unb zusammenzu- fügen, ber bie besondere Aufgabe ber Staatsführung übertragen erhält, besten Mit- glieber in bie Gebauten einer organischen Politik von Jugenb an hineinwachsen, sich in ber Form ber politischen Partei erproben, bann gemeinsam bas anstreben, was unverrückbares Ziel ber Gesamtheit bleiben muh: Autorität unb volksnähe als i b e n t i s ch zu empfinben unb Leben unb Staat bemgemäh zu gestalten. Der Führer des nationalsozialistischen Orbens, ber zugleich Führer bes Deutschen Reiches ist, muß zwar b i e Autorität unerschütterlich wahren, aber i m lebenbigsten Blutzusammenhang stehen nicht nur mit ben Beamten ber Partei unb des Staates, sondern mit alten jenen Millionen, bie sich um S A., SS. unb Hiller-Jugenb unb alle der Bewegung angeschlossenen Berbänbe scharen. Der nationalsozialistische Staat ist also, wenn man alte Begriffe für bie Bezeichnung feines Aufbaues oerroenben will, eine Monarchie auf re- publikanischer Grunblage. Autorität ohne Eäsarisrnus, Volksverbundenheit ohne chaotische Demokratie, blutvolles Leben anstatt tötender Hierarchie, das sind die Losungen, die Voraussetzungen kommender Staatsgestaltung, eine Vorbereitung dafür, was wir Nationalsozialisten den Ordensstaat ber Bewegung nennen werben.“ Der Rebner ging bann auf die Idee von ber Kontinuität bes Staates ein, ein Prinzip, bas sich am klarsten in dem Worte erweise: Der König ist tot, es lebe der König. „Das ist auch das Wesen, nach bem ber nationalsozialistische Drben, ber eben im Begriffe ist, Staat zu werben, hanbeln wird. Wir werben Abolf Hitler in keiner Weise vorgreifen, unb nur er wirb zu entscheiben haben, ob bas Orbensprinzip unserer Zeit ben Anfang nehmen wird in der Form, d ah der Führer des deutschen Ordens schon zu Lebzeiten seinen Stellvertreter b e st i m m t, und dieser dann immer selbsttätig nach Ableben des Führers an feine Stelle tritt oder ob der Führer testamentarisch einen wenn auch autoritären Vorschlag hinterläßt und der Ordensrat denkommendenFührerdann wählt. Der Beschluß, eine Form für immer zu finden, liegt nur beim Führer allein, und die kommende Zeit wird dann für alle Jahrhunderte die Durchsetzung dieses einmal gefaßten Beschlusses als ihre Pflicht aufzufassen haben.“ Im letzten Teil seiner Rede erörterte Rosenberg dann noch bie kultische G e st a 11 u n g ber Weltanschauung. Die Musik der nationalsozialistischen Bewegung ist schon heute aufheroischeKlänge eingestellt, iyr Rhythmus begleitet jeden Ausmarsch ber SA., jebe Kundgebung unserer Jugenb, und mit ihnen gehen die alten wiedererstandenen beutschen Dolkslieber ihren Gang, Tonbichtungen unserer großen Meister werben wieber lebendig in ewiger Jugenbkraft, nun bie Krankheit eines verzerrten seelischen Empfindens überwunden erscheint. Und bie Welt des Auges, sie hat uns vielleicht noch mehr ergriffen, denn vor unfern Augen da flattern in endloser Zahl immer wieder bie Stan» barten mit unseren Symbolen vorüber, und mit diesen Standarten und Fahnen verknüpfen sich immer wieder Die Erinnerungen an die große Zeit der ersten Kämpfe, die Opfer, die für diese ehrwürdigen Zeichen gebracht worden sind, und die Erinnerungsseiern an den Gräbern unserer Dahingegangenen, an denen diese Fahnen sich tausendmal senken, hier verbinden sich die Toten des großen Kieges mit ben Opfern unterer S A., gemeinsam denken wir aber auch aller jener, bie einstmals in allen Kämpfen ber Vergangenheit für die Verteibigung bes beutschen Wesens gefallen sind. Die Standarten mit dem preußischen Adler, sie flattern mit bem Hakenkreuz in einer Front, unb ber Aufmarsch biefer Standarten und Fahnen bildet die erste Grundlage für die kultische Gestaltung des kommenden deutschen Lebens. Die Grundzöge der österreichischen Versaffnng. Wien, 30. April. (DNB. Funkspruch.) Die neue Österreichische Bundesverfassung weist folgende Grundzüge auf: Gebildet werden vier beratende Körperschaften: a) ber Staatsrat, ber 40 bis 50 Mitglieber zählt, bie ber Bunbespräsibent auf bie Dauer von zehn Jahren ernennt, b) ber B u n b e s k u 11 u r r a t (30 bis 40 Mitglieber). Seine Mitglieber werben aus den Kreisen der Religionsgemeinschaften, des Schulwesens, ber Kunst unb ber Wissenschaft ent- fanbt. c) ber Bunbeswirtschaftsrat (70 bis 80 Mitglieber), besten Mitglieber aus ben wirtschaftlichen Berufsstänben zu entfenben finb, d) ber ß ä n b e r r a t: je zwei Mitglieber aus jebem Lanb unb aus ber bunbesunmittelbaren Stabt Wien. Aus Mitgliebern biefer vier be- ratenben Körperschaften wirb bie befchließenbe Körperschaft gebilbet, bie Bunbestag heißt. Die Gesetzesinitiative ist allein bei ber Regierung. Wenn bie Regierung ein Gesetz erlassen will, so wird sie ihren Entwurf ben vier beratenben Körperschaften zur Begutachtung geben. Der Bunbestag kann eine Vorlage nur annehmen ober verwerfen. Eine Ausnahme bilbet ber haushalt, ber nicht erst ben beratenben Körperschaften übergeben, fonbern bireft im Bunbestag eingebracht wirb'. Er kann bort Beränberungen erfahren, um schließlich burch Beschluß in Kraft gefetzt zu werben. Eine Volksabstimmung kann nur in zwei Fällen ftattfinben: a) wenn bie Bunbesregierung b e - schließt, eine vom Bunbestag abgelehnte G e - jetzesvorlage einer Volksabstimmung zu unterziehen; b) wenn bie Bunbesregierung b e - schließt, ein bestimmtes Problem zur Ent- scheibung vorzulegen. Die Einrichtung bes Bunbespräsibenten wirb beibehalten. Er ernennt bie Regierung unb beruft sie ab. Am bunbesftaatli ch e n Charakter Oesterreichs hält bie neue Verfassung fest. Das kommt in ber Einrichtung bes Länberrates zum Ausbruck, insbesonbere aber barin, baß auch in Zukunft jebes Lanb seinen ß a n b t a g haben wirb. Die ßanbtage werben stänbisch aufgebaut. Die Gemeinbevertretung wirb ähnlich aufgebaut. Nach ber neuen Verfassung wirb es möglich sein, baß sich Gemeinbever- b ä n b e z u b e ft immten Zwecken bilben. Die Bunbesregierung bekommt bas Recht, unter gewissen Voraussetzungen im Vervrbnungs- wege Gesetze zu erlassen. Der Bunbespräsibent wirb beim Notstanb bes Staates im Wege solcher Verorbnungen sogar Teile ber Verfassung ä n b e r n können. Für bie Einhaltung ber Verfassung unb ber Gesetze seitens ber Verwaltungs- behörben sorgt ein Gericht, bas an bie Stelle bes Verwaltungs- unb Verfassungsgerichtshofes tritt. Oie Umbildung des Kabinetts Oollfuß. Starhemberg Vizekanzler und Oberster Sportführer. Wien, 28. April. (DNB.) Die Umbildung ber Regierung wirb erst zum 1. Mai bekannt- gegeben werden. Der Bundesführer ber heimweh- ren Starhemberg tritt als Vizekanzler ohne Geschäftsbereich in das Kabinett ein. Er soll auch zum Ober st en Sportführer ernannt werden. Ferner wird damit gerechnet, daß der Vize- konzler Fey zum Minister für bas Si - che r h eitswesen ernannt wird. Der Bundespräsident wird auf Grund der Ermächtigung des Nationalrates die feierliche Ratifizierung des Konkordats am Montag um Mitternacht gemeinsam mit dem päpstlichen Nuntius vornehmen. Das Konkordat tritt gleichzeitig mit der Verfassung am 1. Mai in Kraft. Interessante Stichwahlen in Frankreich. Wahlsieg des nationalen Blocks. — Schwere Unruhen nach Verkündung des Wahlresultats. Paris, 30. April. (DNB. Funkspruch.) Am Sonntag fanden in Frankreich zwei Stichwahlen für Kammersitze statt. In Paris wurde mit großer Mehrheit der Kandidat der Republikanischen Vereinigung Cousin gewählt. — Viel umstrittener waren die Wahlen in Montes bei Paris, wo der Abgeordnete B e r g e r y , der früher ber Rabikalfozialistifchen Partei angehörte unb bann weiter nach links ging, freiwillig fein Mandat niedergelegt hatte, um sich aufs neue zur Wahl zu stellen und damit nachzuweisen, daß die Volksvertretung noch mit der Einstellung bes Volkes übereinstimme. Infolge dieser Vorgeschichte hatte man der Wahl in Montes große Bedeutung beigemessen. Die Aussichten Bergerys waren gesunken, als ber Generalsekretär ber Radikalsvziolistischen Partei Milhaub in der „Ere nouvelle" gegen seinen ehemaligen Parteigenossen Stellung nahm; der Haupt- gegner Bergerys, Sorret, der sich als Kandidat der nationalen Einigung bezeichnete, ging aus der Stichwahl mit 8788 Stimmen siegreich hervor und wurde zum Abgeordneten von Mantes gewählt, während Bergery 8489 Stimmen erhielt. Die Wahlbeteiligung war außerordentlich groß. Von 19189 Stimmberechtigten haben sich 17 561 an ber Wahl beteiligt. Der größte Teil ber Pariser Morgen- presse begrüßt bie Wahl Garrets als einen Erfolg des gesunden Menschenverstandes über die zerstörende Kraft des Neu- bolfchewismus. Die Blätter stellen das Wahlergebnis als einen Sieg der nationalen Einigung hin und sehen in ihm ben Auftakt für eine grünbliche Umroanblung ber politischen Auffassung bes ganzen ßanbes. Der Marxist Läon Blum urteilt im „Populaire" natürlich anbers. Er erklärt, wenn es Bergery trotz ber ungünstigen Bebingungen, unter benen er ben Kampf ausgenommen habe, gelungen sei, f a st bie Hälfte ber Wähler auf sich zu vereinigen, könne man baraus lebiglich schließen, baß bie Opposition gegen ben nationalen Block sehr stark sei. Wenn bie Regierung unb bie Reaktion bas Wahlergebnis wirklich als einen nationalen Erfolg betrachteten unb baraus bie Schlußfolgerung zögen, baß sich bas ganze ßanb hinter ben nationalen Block stelle, bürsten sie bei ben Wahlen von Mantes nicht Halt machen, fonbern allgemeine Neuwahlen ausschreiben. Schwere Tumulte in Montes Internationale und Marseillaise gegeneinander. Paris, 30. April. (DNB. Funkspr.) In Mantes kam es im Anschluß an bie Verkünbung bes Wahlergebnisses zu sehr heftigen Zusammenstößen. Die Anhänger Bergerys zogen gegen 20 Uhr unter bem Gesang ber Internationale durch die Straßen. Schließlich versuchten sie das Hotel, wo S ar r e t und seine Freunde, u. a. auch der Abg. Franklin-Bouillon, ihr Hauptquartier aufge- schlagen hatten, zu stürmen. Der Hotelbesitzer hatte vorsichtshalber die eisernen Gitter schlie- ß e n lassen. Die Polizei war zeitweise gegenüber den Demonstranten machtlos, Fensterscheiben wurden eingeschlagen und genau so wie im Februar in Paris di e eisernen Gitter von Bäumen entfernt und in kleine Stücke geschlagen, als Wurfgeschosse gegen bie Polizei benutzt. Franklin-Bouillon und seine Freunde verließen schließlich, gefolgt von mehreren hundert Anhängern, das Hotel und begaben sich zum Kriegerdenkmal, wo sie einen Kranz niederlegten. Auf der einen Seite standen die Anhänger Bergerys und sangen die Internationale, auf der anderen die Freunde Sarrets, die die Marseillaise anstimmten. Eine starke Polizeikette trennte die Parteien. Kurz vor Mitternacht versuchten K o m m u n i ft e n mit zwei schweren ßastwagen, die sie als eine Art Tank benutzen wollten, ein Kaffeehaus zu stürmen, in dem sich der Polizeihauptmann und mehrere Anhänger Sarrets aufhielten. Die Polizei konnte jedoch die beiden Kraft- Frfthlingsluft macht müde! Jetzt im Frühling hört man viele Menschen über Mattigkeit und Unlust Hagen. Das ist keine Einbildung: der Frühling macht oft wirklich müde. Auch die Haut tft abgespannt — sie mutz sich nach dem Winter erst erholen. Deshalb wird ihr bewutzte Pflege mit Leokrem jetzt besonders gut tun, denn Leokrem enthält ja Sonnen- Vitamin und Lecithin! Leokrem macht die Haut wieder sammetweich, zart und elastisch. Dosen sind schon von 22 Pf. ab in allen Geschäften, die Chlorodont führen, erhältlich. wagen noch km letzten Augenblick zum Stehen bringen. Bis in die späten Nachtstunden war die ganze Stadt in eine Art Belagerungszustand versetzt. Erst als Polizeioer st ärkungen aus Versailles und aus Paris eintrafen, gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. Die Polizeiverstärkungen trafen erst ein, nachdem sich Franklin-Bouillon in sehr scharfer Form an den Präfekten des Departements und später a n d a s Innenmini st erium gewandt und auf den Ernst der Lage hingewiesen hatte. Polizeipatrouillen durchzogen bis in die frühen Morgenstunden die Straßen. Der Kraftwagenverkehr, der wegen der Unruhen ganz eingestellt werden mußte, konnte erst gegen drei Uhr früh wieder ausgenommen werden. 20 Polizeibeamte wurden durch Steine und Eisenstücke mehr oder weniger schwer verletzt. Saalschlacht in Rouen. Paris, 30. April. (DNB. Funkspruch.) In Rouen kam es während einer politischen Versammlung, die von dem radikalsozialistischen Abgeordneten Mendes-France einberufen worden war, zu heftigen Zwischenfällen, die schließlich in eine wahre Saal'schlacht ausartete. Etwa 10 0 0 Bauern und ehemalige Frontkämpfer machten den Abg. Mendes für die augenblickliche Krise mitverantwortlich. Als die Anhänger Mendes' gegen den Vizepräsidenten d^r nationalen Frontkäm'pferver- einigung tätlich vorgingen, kam es zum Kampf, der fast zwei Stunden dauerte. Der Abg. Mendes mußte schließlich unter dem Schutze der Polizei in Sicherheit gebracht werden. Eine Oeuischlandfahrt polnischer Journalisten. Auf Einladung des Automobilklubs von Deutschland (AoD.) bereisen zwölf f ü h - rende polnische Journalisten Deutschland. Die Gäste trafen Samstag von Warschau kommend mit dem Flugzeug in Berlin ein. Der Automobilklub von Deutschland hatte die Iournalisten- gruppe zu einem Empfang in seine Klubräume geladen. An der Veranstaltung, die dem gegenseitigen Kennenlernen diente, nahmen führende Persönlichkeiten von beiden Seiten teil. So bemerkte man u. a. den polnischen Gesandten in Berlin Li p s k i, den Kommandanten von Berlin Generalmajor Schaumburg, Vizeadmiral Dr. h. c. Groos vom Reichswehrministerium, Ministerialdirektor Dr. Brandenburg vom Reichsverkehrsministerium, Ministerialrat Dr. Jahnke vom Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda, sowie eine Anzahl deutscher Journalisten. Im Verlauf des Abends ergab sich eine herzliche Aussprache und Unterhaltung über das deutsch-polnische Verhältnis, die — umrahmt von den Nationalhymnen beider Länder — ihren Niederschlag fanden in einer Ansprache des Vizepräsidenten des AvD. und einer Antwort des Chefredakteurs Swie- cicki als Sprecher der polnischen Iournalistenab- ordnung. auswirkt. SA. und Giahlhelm. Eine Rede des Reichsministers Seldte. Halle, 29. April. (DNB.) Reichsarbeitsminister Seldte sprach auf einer Feier, die der Stahlhelm zu Ehren von 155 halleschen Frontkämpfern veranstaltete, die dem Stahlhelm seit 1919 angehören. Der Minister erklärte u. a., er nehme keinen Augenblick der nationalsozialistischen Bewegung übel, wenn sie den T o t a l i t ä t s a n s p r u ch erhebe, den jede wirkliche Bewegung erheben müsse. Der Nationalsozialismus könne diesen Anspruch erheben mit dem Recht des Stärkeren und des Siegers. Kräfte, die in gleicher Richtung wirken, wie jene Bewegung, haben d i e Pflicht, sich anzuschließen, damit sie sich nicht in gegenseitigem Widerstände verbrauchen. In einer Reichsführertagung des Stahlhelms werde er am kommenden Samstag die Parole ausgeben: Es gibt keinen Kampf zwischen SA. und Stahlhelm, es gibt nur innige Zusammenarbeit ohne Vorbehalte. Der wehrfähige Stahlhelm werde in der SA.-Reserve I so viel Dienst tun, als er machen könne. Die anderen Aus all Nachklänge zum Mastershausener Mordprozeß. Wie die „Nürnberger Zeitung" aus Schweinfurt meldet, wird der Staatsanwalt gegen das freisprechende Urteil im Waltershausener Mordprozeß keine Revision anmelden. Auch sei gegen Frau W e r t h e r ein Strafverfahren nicht anhängig gemacht worden. Das allgemeine Interesse der Oeffenüichkeit an dem Waltershausener Mordprozeß hat ein gemeingefährlicher Betrüger für seine Zwecke ausgenutzt. In letzter Zeit trat in Berlin ein Mann auf, der sich jungen Mädchen im Alter von 17 bis 20 Jahren näherte und sich dabei für den Verteidiger des Angeklagten Liebig, Rechtsanwalt Dr. D e e a, ausgab. Es ist ihm gelungen, mehrere junge Mädchen zur Flucht aus dem Elternhaus zu bewegen. Nachdem er dann feine Opfer in der ab* scheulichsten Weise ausgebeutet hatte, ließ er sie völlig mittellos zurück und verschwand, um nach einer neuen Beute Ausschau zu halten. Die Kriminalpolizei ist bemüht, dem Gauner baldmöglichst sein unsauberes Handwerk zu legen. Die elfte Partie im Schachweltmeisterschaftskampf. Der Wettkampfabschnitt Stuttgart der Schach- weltmei st erschaft wurde mit der elften Partie begonnen. Es zeigte sich, daß der Weltmeister ernste Absicht hat, die vorausgegangene Niederlage wieder gutzumachen. Er legte die Partie, in der er sich holländisch verteidigte, auf Biegen und Brechen an, und nachdem im Mittelspiel Bogoljubow im Vorteil gewesen war, gelang es dem Weltmeister, sich aus seiner beängstigenden Lage zu befreien und einen Königsangriff einzuleiten. Der deutsche Meister konnte sich nur durch Damentausch in ein Feldspiel retten, das jedenfalls verlorengeht. Schwere Wolkenbrüche in Berlin und Schlesien. Am Spätabend des Sonntag wurden die Reichs- hauptstabt und ihre Umgebung von mehreren G e - wittern, die mit schweren Wolkenbrüchen und H a g e l s ch l a g verbunden waren, heimgesucht. Gegen 23 Uhr hatten die Wolkenbrüche in Berlin ihren Höhepunkt erreicht. Das Wasser konnte auf den Straßen nicht abfließen und trat stellenweise über die Bürgersteige. Die Feuerwehr wurde bis 1 Uhr etwa 200mal arlarmiert und mußte Keller auspumpen. Stellenweise kam der Straßenbahnverkehr ins Stocken. Auf den Bahnhöfen drängten sich die Massen der Ausflügler, die von dem Unwetter überrascht wurden. * In der neunten Abendstunde des Sonntags ging über dem Ort Neuendorf-Liebenthal (Kreis Löwenberg), ein ungeheures Hagelunwetter nieder. Die gewaltigen Wassermassen des Wolkenbruches ließen den sonst drei Meter breiten Dorfbach innerhalb kürzester Zeit aus dem Bett treten, so daß weite Flächen von Wiesen und bestelltem Ackerland unter Wasser stehen. Da die erst vor kurzer Zeit angebrachten Uferbefestigungen des werden im Unterstand der affen Ortsgruppen ehrlich sich mit dem Ideengut des nationalsozialistischen Deutschland auseinandersetzen. SA. und Stahlhelm kennen keine W e sens - und keine Gradunterschiede. Sie fügen s i ch zusammen zu einem Ganzen, genau so, wie sich in der NSDAP, die vielen Gliederungen der Arbeitsfront, der PO., der Wehrverbände usw. zusammen- fügen zum Ganzen. Wenn auch der Stahlhelm Wege und Methoden habe ändern müssen, fein Ziel sei immer das Gleiche gewesen. Wenn dieses Ziel heute nicht mehr an fernen Ufern stehe, so sei das der Erfolg der nationalsozialistischen Revolution. ?r Welt. Baches durch die Gewalt des Wassers fortgerissen worden sind und sich an den Brücken flauen, sind viele Häuser in erhöhtem Maße gefährdet. Die Dorfstraße ist bis dicht vor Löwenberg bis zu einem Meter Höhe überschwemmt. Die bis taubeneigroßen Schlossen richteten gleichfalls großen Schaden an. Das Löwenberger Abeitsdienstlager sowie die SA. leisteten erste Hilfe. Der Schaden läßt sich zur Zeit noch nicht übersehen. Auch in der Stadt Greiffenberg trat der Oelse-Bach über feine Ufer und richtete schwere Ueberschwemmungen an. In zahlreichen Häusern mußten die unteren Stockwerke geräumt werden. Die Wassermassen haben, außer an Häusern, in den vielen frisch angepflanzten großen Gartenanlagen erheblichen Schaden angerichtet. Riesiger Waldbrand in Rumänien. Wie die amtliche Telegraphenagentur Rador aus Bukarest meldet, wütet an den Südhängen der Karpathen bei Targoviste ein riesiger Wald- brand, der bereits eine Fläche von 12 Quadratkilometern Wald vernichtet hat. Das Feuer breitete sich mit rissiger Schnelligkeit besonders in Richtung Sinaia aus. Der Feuerschein ist bis weit nach Altrumänien zu sehen. Opfer an Menschenleben sind der Agentur Rador zufolge nicht zu beklagen. Hinrichtung eines gefürchteten Verbrechers in Marseille. In Marseille wurde eines der gefürchtetsten Mitglieder der Marseiller Unterwelt, M a u c u e r vorn Pariser Scharfrichter hingerichtet. Maucuer hatte im Oktober 1931 einen Raubüberfall auf ein Marseiller Postbüro verübt, wobei drei Postbeamte getötet worden waren. Der Polizei gelang es e r st n a ch z w e i I a h r e n, die Täter au verhaften, von denen zwei zu lebenslänglicher Zwangsarbeit und die beiden anderen, Maucuer und Ioulia, zum Tode verurteilt wurden. Das Todesurteil gegen Ioulia wurde in lebenslängliche Zwangsarbeit umgewandelt, da der Verurteilte sich im Heer während des Krieges besonders ausgezeichnet hat. Drei Sträflinge aus einem amerikanischen Gefängnis ausgebrochen. In Columbus (Ohio) überwältigten im Gefängnis drei Sträflinge, die sich auf noch ungeklärte Weife Revolver verschafft hatten, einen Wächter und kletterten über die Gefängnismauer. Im Freien bemächtigten sie sich eines Kraftwagens und fuhren in der Richtung auf Marysoille davon. Unterwegs tauschten sie den gestohlenen Wagen gegen einen anderen um, um die Verfolgung zu erschweren. Das Urteil gegen die Offiziere der „Sieben Provinzen". Meldungen aus Soerabaja (Java) zufolge hat der Marinekriegsrat fein Urteil in dem Strafverfahren bekanntgegeben, das gegen das Offizierskorps des Panzerkreuzers „Sieben Provin- z e n" wegen Begünstigung der auf diesem Schiff seinerzett ausgebrochenen Meuterei eingeleitet worden war. Der an Bord befindliche älteste Offizier, Oberleutnant zur See Fels, erhielt ein Jahr Gefängnis, die übrigen Angeklagten wurden ebenfalls zu Gefängnisstrafen, und zwar zwischen sechs Monaten und drei Tagen verurteilt. Der Militärstaatsanwalt hatte wesentlich höhere Strafen beantragt. Sechs Offizieren wurde die Eignung zur weiteren Verwendung in der Wehrmacht aberkannt. — In der Urteilsbegründung heißt es, daß es dis Angeklagten versäumt hätten, durch Ergreifen geeigneter Maßnahmen, nötigenfalls unter Waffengebrauch, entweder die Meuterei zum Scheitern zu bringen oder sich später der Befehlsgewalt über das Schiff wieder zu bemächtigen. Nur wenige Offiziere hätten den Willen zum Einschreiten bekundet, seien von ihrem Vorhaben aber durch ihre Kameraden wieder abgebracht worden. Frankfurter Pilot in der Schweiz abgestürzt. Seine Frau getötet. Wie die Schweizerische Depeschenagentur meldet, ist ein mit zwei Personen besetztes Prioatslugzeug kurz nach dem Start vom Baseler Flugplatz wohl infolge Ueberziehens des Apparates, adge stürzt. Der Pilot E h r h a r d aus Frankfurt a. M. trug Knochenbrüche davon und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Seine Frau starb kurz nach dem Absturz an den erlittenen schweren Verletzungen. Abenteuerliche Flucht übet den Mississippi. Die stets freiheitsdurstigen Gangster der Vereinigten Staaten wenden entschieden recht ungewöhnliche Mittel zu ihrer Flucht an. So ist das Haupt einer Gangsterbande, Randon Norvel, wie aus Chester im Staate Illinois gemeldet wird, aus der Strafanstalt mit einem Genossen entkommen, indem er durch d i e Kanalisation, die in den Mississippi mündet, gekrochen ist. Randon Not- val hatte im Oktober vergangenen Jahres einen sehr bekannten Bankier entführt. Noroal wurde auf der anderen Seite des Flusses noch mit Sträflingskleidung gesehen. Die beiden Flüchtlinge konnten mit einem Kahn das andere Ufer des Flusses erreichen, bevor noch ihr Entweichen in der Strafanstalt bemerkt wurde. Wettervoraussage. An der Südseite des Hochdruckrückens, der sich von den britischen Inseln nach Finnland erstreckt, herrschen in Deutschland meist östliche Winde, die stark erwärmte kontinentale Luftmassen heranführen. Das Wetter gestaltet sich daher recht warm, nach vorübergehender Bewölkung wird der Himmel sich aufheitern, doch ist auch stellenweise mit Neigung zu lokalen Gewitterstörungen zu rechnen. Aussichten für Dienstag: Teils aufheiternd, teils wolkig, tagsüber warm und vorwiegend trocken, stellenweise aber Gewitterneigung. Aussichten für Mittwoch: Weiterhin warmes Wetter mit Neigung zu lokalen Gewitterstörungen. Lufttemperaturen am 29. April: mittags 21,7 Grad Celsius, abends 15,4 Grad; am 30. Avril: morgens 14,7 Grad. Maximum 22,3 Grad, Minimum 8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. April: abends 16,6 Grad; am 30. April: morgens 13,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 11% Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. Ul. 34: 11 550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. !61QD 02296 Mai = elektrische Küche --- llllllllllllllllllllllllllllll 1 :v Alleinverkauf Niederhaafen&Co. Bahnhofstraße 6e6enöb. Hotel Schütz | Vermietungen [ Büro unö fuget mitGarageRod- Für die erwiesene Anteilnahme beim Heimgange unsrer lieben Entschafenen Frau Luise Rupp Wwe. geb. Vogel sagen wir auf diesem Wege unsren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen Gießen, den 30. April 1934. Fahrb. mittelst. Mnderbettchen (weife) sehr gut erhalten, 02290 1 Heizsonne, gebrauch, grofeer Küchenherd, (roeifeemaill.)m. Gas fomb. 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Am 1.5.34 An- treten d.F-abnen- gruppen um 13.15 Uhr auf dem Kreuzplatz. Anmarsch nach Marschvlan.2«ogv Möglichst blauer Anzug, blaue Mutze. Heute abend 3fll4p Bootshaus. SksWealn (Siefoett 2586D Dienstag, 1.5. u. Mittwoch, 2.5. Geschlossen. I.MAI „Tafi der Arbeit" TANZ im 2615 d Stadt-Kaffee Täglich droht Gefahr! „Schadenverhütung" ist die neue Parole des Amtes für Volks- Wohlfahrt bei der Obersten Leitung der P. O. Schäden aller Art sollen verhütet werden, Schäden an Gesundheit und Leben, an Leib und Seele, an Eigentum und Werten. Die wenigsten ahnen, daß Milliardenwerte alljährlich unserer Volkswirtschaft Jahr um Jahr sinnlos verloren gehen, die bei richtiger Sorgfalt und vernünftigem Wissen von der Vermeidbarkeit solcher Verluste erhalten blieben. Wir sind ein armes Volk und tonnen uns solchen Luxus, solche sträfliche Verschwendung nicht leistem Im nationalsozialistischen Staat ist Schadenoerhütung Pflicht für jedermann, Pflicht vor allem für die in verantwortlichen und führenden Stellungen des Wirtschaftslebens stehenden Volksgenossen. Es geht aber nicht nur um Sachwerte, es geht um Menschen und Volksgenossen! Es sind gerade die Besten, die Wertvollsten, die am meisten gefährdet sind. So wie im Kriege die Hoch- und Höchstwertigen überdurchschnittlich fielen, so sind in der Arbeitsschlacht, im täglichen Lebenskampf die Mutigen, Kühnen, Fleißigen, Rührigen, die Opferwilligen und Einsatzbereiten in vorderster Kampffront. Sie zählen überwiegend zu den Opfern der Unfälle in Verkehr, im Betrieb, hn Privatleben, zu den Opfern von Brand- und anderen Katastrophen, beim Sport, bei Lebensrettungsversuchen. Diese Verluste, Großkampftagen des Weltkrieges vergleichbar sind großenteils vermeidbar. Voraussetzung dafür ist Disziplin ' Das Amt für Volkswohlfahrt ruft alle auf zur Gefolgschaft, aur Mit- arbeit: SchadeLverhütuag ist Ptlichtl Nr.M Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) 50. April/l. Mi 1954 Ser Feslplatz auf dem Trieb zum 1. Mai. NATIONALEN AßlCiT » in ö I ESSLN — > ! v t v; vv _ LEST PLATZ roc dfh TAö’dw MK Das Festplatzgelände auf dem Trieb unterhalb vom Eulenkopf. Die drei Pfeile zeigen den Festplatz an, der schmale weiße Strich macht den Standort der Aufbauten kenntlich. Unter der Oberleitung des Kreispropagandaleiters Schmelz von der Kreisleitung der NSDAP, ist seit einigen Tagen auf dem Hinteren Trieb in dem Waldwinkel links vom Eulenkopf eifrig an der Herrichtung des F e ft p l a tz e s für den Tag der nationalen Arbeit, den 1 Mai, gearbeitet worden. Das Stadtbauamt hat dort hohe Gerüste aufgebaut und eine Rednerbühne davor geschaffen, ferner rund 70 Fahnenmasten errichtet und für etwa 400 Schwerkriegsbeschädigte und Opfer der Arbeit Sitzgelegenheit hergerichtet. Die Rednerbühne steht vor den großen Aufbauten, die rechts und links je drei riesige Hakenkreuzfahnen von je 10 Meter Höhe und 4 Meter Breite tragen, während sich in der Mitte der noch größere Aufbau für das Hoheitszeichen der Bewegung einfügt. Das ganze bot schon während des Aufbaues, den wir am Samstagnachmittag in Augenschein nahmen, ein eindrucksvolles und farbenprächtiges Bild, das durch den dunkelgrünen Hintergrund des Waldes wirkungsvoll belebt wurde. In weitem Kreis sind, von dem Zentralpunkt der Aufbauten ausgehend, rund 70 Hakenkreuzfahnen an hohen Masten angebracht, die dem für etwa 15 000 Menschen berechneten Fe st platz einen schönen Nahmen geben. Auf dem Platze werden 15 Stände für Erfrischungsgelegenheiten geschaffen, so daß auch für das leibliche Wohl der Festteilnehmer ausreichend gesorgt ist. Die Reden werden durch umfangreiche Mikrophonanlagen nach allen Teilen des Festplatzes gut hörbar übertragen, so daß jeder einzelne Volksgenosse dem Verlauf des Festes ohne Beeinträchtigung folgen kann. Für die am Festzug nicht teilnehmenden Volksgenossen ist unmittelbar an den Festplatz anschließend ebenfalls reichlich Raum zur Aufstellung, oder zur Lagerung auf dem weiten Platz vorhanden. Parkplatz für Kraftfahrzeuge ist vor der Volkshalle. Alles in allem ist zu sagen, daß die Herrichtung des Festplatzes nach großzügigen Gesichtspunkten in wirkungsvollster Weise zur Tat wird und zweifellos die wohlverdiente Anerkennung aller Festteilnehmer finden wird. Die Ausbauten auf dem Festplatz. — In der Mitte das Gerüst für das Hoheitszeichen. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) SW Kennst Du unseren Gau? Zur Ausstellung „Unser Gau in Landschaft. Volk und Arbeit-. Kennst du unseren Gau Hessen? Weißt du, wie vielgestaltig die Landschaften unseres Gaues sind? Bist Du schon einmal durch unseren Gau gewandert und hast selbst erlebt, wie verschieden seine Menschen in ihren Ausdrucksformen, in ihrem Volkstum und in ihrer Arbeit sind? Du hast das noch nicht gemacht? Dann komme in die Ausstellung „Unser Gau in Landschaft, Volk und Arbeit", die am 2. Mai in den Frankfurter Römerhallen eröffnet wird. Eine Stätte alter deutscher Kultur ist unser Gau; er darf stolz sein auf seine Vergangenheit. Nicht weniger ist er aber heute auch eine Stätte schaffender Arbeit und wird darum auch in Zukunft seinen Platz mit Ehre bewahren. Heute ist es vielfach deine Pflicht, unseren Gau Hessen wirklich kennenzulernen, denn er ist deine Heimat, in der du an deinem Platze schaffst. Wie kannst du aber am Aufbau des Dritten Reiches mitschaffen, wenn du nicht einmal weißt, was deine Heimat birgt und was sie leistet. Wenn du Deutschland wirklich kennen lernen willst, dann beginne bei deiner Heimat, denn nur über die Heimat geht der Weg zu Deutschland. Darum: Komme in die Ausstellung in den Frankfurter Römerhallen und schau dir „unseren Gau in Landschaft, Volk und Arbeit" an. Geheimer Oberkonsistorialrat Franz Mercks. LPD. D a r m st a d t, 29. April. In Auerbach, wo er seinen Ruhestand verbrachte, st a r b im 72. Lebensjahr der Geheime Oberkonsistorialrat Franz Merck. Franz Merck war nach Vollendung seiner juristischen Studien seit 1886 ein Jahr Referendar im Elsaß, dann ab Herbst 1887 bei verschiedenen hessischen Behörden tätig. Im Oktober 1893 wurde er Kreisamtmann in Büdingen, im Juni 1898 Kreisamtmann in Friedberg. Im Mai 1899 trat er in den kirchlichen Dienst über und wurde 1901 Oberkonsistorialrat. Im leitenden Dienst der Landeskirche ist er bis 1927, bis zu seinem Uebertritt in den Ruhestand, gewesen. Gauischfeier der Buchdrucker. Betriebsführer R. Lange (Gießen) bei seiner Ansprache. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Betriebsleiter Neuhofer (Gießen) bei der Preisoerteilung. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Am Samstagnachmittag ließen die Buchdrucker Oberhessens den altehrwürdigen Zunftbrauch des Gautschens, d. h. der feucht-fröhlichen Lossprechung der ausgelernten Lehrlinge zu Gehilfen wieder aufleben. Die feuchte und namentlich für die Zuschauer sehr humorvolle Angelegenheit ging diesmal im Hofe des Betriebsgebäudes der Brühl'fchen Univer- fitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange vor sich. Die Feierstätte war mit den Fahnen des Dritten Reiches, frischem Grün und der Büste des Altmeisters Gutenberg über dem mit den Buchdruckerfarben umkleideten Rednerpult schön hergerichtet. Neben den Jüngern der schwarzen Kunst hatten sich auch zahlreiche Zuschauer aus anderen Schaffenskreisen eingefunden. Buchdruckereibesitzer und Verleger R. Lange eröffnete die Gautschfeier mit einer kurzen Ansprache, in der er auf die großen und erfolgreichen Bemühungen der Reichsregierung zur Bekämpfung der gesetzt, wer aber wasserscheu war und seine Abneigung gegen die rückwärtige Befeuchtung durch Sträuben zum Ausdruck brachte, der hatte es mit den Packern sofort verdorben. Mit unbarmherziger Kraft faßten sie ihn an Armen und Beinen, setzten ihn erst dreimal auf die nassen Schwämme und dann zur Strafe noch einmal tüchtig in die Bütt hinein. Triefend entstiegen dann die gründlich Gewässerten unter dem Jubel der Zuschauer der Bütt, babei aber selbst über das ganze Gesicht lachend ob der glücklich bestandenen Wassertaufe gemäß dem Gebot des Altmeisters Gutenberg. Wiederholt walteten die Packer des „vereidigten Gautschmeisters" auf diese Weise ihres Amtes, wobei sie es gelegentlich auch nicht daran fehlen ließen, ihre „Opfer" noch mit einigen tüchtigen Schwammgüssen von oben und von der Seite her zu befeuchten. Mancher „begossene Pudel" sah sich nach der Taufe reichlich bewässert wieder und begrüßte V: I * jhfc' Beim Gautschen. — Ein „Opfer" der Packer entsteigt unter dem Jubel der Zuschauer triefend naß der Bütt; rechts und links auf den Kisten die Schwämme. — (Aufnahme Photo-Pfaff.) Arbeitslosigkeit hinwies, ferner die Veranstaltung des Reichsberufswettkampfes und die damit verbundene Betonung des Gedankens der höchsten beruflichen Leistung erwähnte. Gerade diesen Gedanken der höchsten beruflichen Leistungsstärke legte er in seinen weiteren Worten dem jungen Nachwuchs im Buchdruckergewerbe besonders eindringlich ans Herz. Sodann wies er auf den tiefen Sinn der feierlichen Erhebung des Lehrlings zum Gehilfen durch den Brauch der Gautschfeier hin und ermahnte die jungen Menschen, sich auf ihrem ferneren Lebenswege immer voll verantwortlich zu fühlen für ihr Arbeiten und Wirken. Betriebsleiter Neuhofer gab hierauf die Ergebnisse des Reichsberufswettkampfes im graphischen Gewerbe bekannt und überreichte den erfolgreichen Prüflingen die von den Betriebsführern und den Fachorganisationen für die besten Prüfungsarbeiten gestifteten Ehrenpreise. Betriebszellenobmann Thierfeldt brachte in einer kurzen Ansprache die Grüße des deutschen Arbeiterverbandes des graphischen Gewerbes, Ortsleitung Gießen, zum Ausdruck, erinnerte die jungen Gehilfen an die Arbeit ihrer vierjährigen Lehrzeit und an die Verpflichtung, die Kunst des Altmeisters Gutenberg weiterhin pfleglich zu behandeln und sich selbst darin unablässig weiterzubilden, damit die vollendetste Leistung zum Nutzen der Gesamtheit aus der Arbeit jedes einzelnen Fachkameraden zustande komme. Zum Schlüsse wies er die Jungmannschaft auf den hohen Gehalt der wiedererweckten Standesehre hin. Hierauf nahm der „vereidigte Gautschmeister" Karl L i n d e n st r u t h das Regiment in die Hand. Er beorderte seine „Packer", die mit griffbereiten Fäusten und vergnügt schmunzelnd schon an den großen Wasserbütten bereitstanden, mit wahrer Wollust die Schwämme bis zum letzten Tröpfchen Wasser herrichteten und dann ihre „Opfer in die Kur nahmen. Diese „Opfer" waren die jungen Gehilfen, die nun mit aller Gründlichkeit und unter großem Hallo gegautscht wurden. Wer sich ohne Sträuben in sein nasses Schicksal ergab, wurde lediglich mit der Kehrseite auf die prall getränkten Schwämme in feierlichem Rhythmus dreimal auf-' gern die am Ende der Zeremonie gebotene Gelegenheit, sich im Betriebsgebäude erst einmal umzuziehen. Nach etwa halb.stündiger Gautscherei wurde der feierliche Akt beschlossen. Anschließend ging es in geschlossenem Zuge unter Vorantritt von Spielleuten nach Annerod, wo im Gasthaus von Wallbott der ebenfalls sehr feuchtfröhliche Abschluß der Gautschfeier folgte. Hier wurde allerdings nicht äußerlich und auch nicht mit Wasser gegautscht, hier ging die Befeuchtung mit dem Tranke des Gambrinus und mit dem Die Gießener Reichswehr mit dem neuen Hoheitszeichen am Stahlhelm, — (Aufnahme; Wot-W« sollen Zeigt am H.Mai 1S34, wiederum der ganzen Wett den einheitlichen, uchemmbaren ufstiegs - bag morl bcm B°nn|chulung-leiter Walt, mitten des deutschen Dolles! Zeigt, daß das gesamte schaffende Do.k hinter dem Führer steh D°- deutsche .m »«gang,n t V±Ä±? a!n^^ en De» DeuTjujvn -yviie»j vup »viu ■ 1 1 11 _ , kA»u,AA Darum Hokenkreuzfohnen heraus, denn sie sind das Zeichen des Führers. Jede deutsche brachte, bewies die große Menge Gießener Bürger. ' . v. «n*. htur itrth hrt Nachdruck verboten! 29. Fortsetzung. (Fortsetzung foLM S)ie echte und die falsche ^Doralies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, -alle (6.) Kopf. „Sie haben gar nicht die geringste Aehnlichkeit mit der anderen, und es gehört doch viel Mut dazu, das zu wagen, was die andere gewagt." Man hatte sich gesetzt. „Uebrigens traf ich die andere einen Tag vor Heiligabend in einem Warenhause der Leipziger Straße und sprach sie sogar. Doch ihren Namen weiß ich nicht." Doralies horchte auf. Davon hatte ihr Regina ja kein Sterbenswörtchen geschrieben. Aber sie schrieb überhaupt sehr wenig, und schon seit kurz Doralies schüttelte ihre Befangenheit ab: „Ja, gnädige Frau, es tut mir leid, aber ich wußte mir damals nicht anders zu helfen. Ich wollte und mußte damals daheimbleiben. Um das zu erreichen, war mir jedes Mittel recht. Seien Sie mir, bitte, nicht mehr böse. Und wenn ich Sie weiter bitten darf: Seien Sie auch der anderen nicht mehr böse, die mir so brav geholfen hat." Frau von Stübnitz reichte ihr nach kurzem Ueber- legen die Hand. „Ihnen, Doralies, will ich rasch und gern verzeihen; schon deshalb, weil sie die Tochter meines alten Jugendfreundes sind. Aber der anderen — nein, der anderen, der falschen Doralies, vergebe ich nicht." Sie machte eine einladende Handbewegung. „Bitte, nehmen Sie Platz, lieber Fritz, und Sie, Doralies, natürlich auch." Sie sah Doralies noch immer an, schüttelte den sie nicht in die heutige Zeit passen, daß sie eigentlich, gleich den Mützen, die dem Feuer übergeben wurden, durch das Feuer der Läuterung gehen Wolfram an. Sie reichte ihm die Hand, die er küßte. „Also wieder einmal in Berlin", lächelte sie. „Letztes Mal mußtest du leider, kaum hier angekommen, schon wieder abreisen." Wieder traf ihr Blick Doralies, die ganz still dastand, und die sich unter dem Blick gar nicht besonders wohlfühlte. Fritz Wolfram lächelte: „Das ist Doralies, liebe Edda'. Sie möchte dir sagen, wie leid es ihr tut, daß du ihretwegen Aerger und Aufregung gehabt." Tausende gaben ihr 23(uf/ Hunderte gaben ihr Leben im Kampf um das Dritte Reich und für ihren Führer, sie retteten damit unser Vaterland vor dem Abgrund. Die schuhstassel (SS.) verlangt von dir n#ir ein kleines Opfer: Werde förderndes Mitglied. Anmeldung auf der Dienststelle des SS.-Sturm- banns IV/33 Gießen (Polizeiamt), Landgraf- Phstipp-Plah oder bei jedem SS.-lHann. Der Mindestbettrag beträgt 1 Mark, der Beitragsfreudigkeit sind natürlich nach oben keine Grenzen gefetzt. dert sich umgehend für diesen Abend ein Lokal feff zu bestellen, damit die Wirte die nötigen Vorbereitungen treffen können. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Lugendkundgebung am Morgen des 1. Mai. 2in der Kundgebung in Gießen sind zur Teilnahme verpflichtet: 1. Der Unterbann 1/116 der HI. 2. Stamm Welfen und Stamm Geusen des DD- 1 3. Der Ring Gießen des DBM. und der 3ung- Oswaldsgarten. 15.30 Uhr: Beginn der Kundgebung auf dem Fe st platz auf dem Trieb. Ls spricht der Kreisleiter Pg. Kloster- mann. 16.00 Uhr: Übertragung der Feier auf dem Tempelhoferfeld mit der Rede des Führers. Für Sitzgelegenheiten für die Schwerkriegsbeschädigten und die Opfer der Arbeit auf dem Feslplah ist gesorgt. Ebenso für Lr- frischungen aller Art. Abends: Volksfest in allen Lokalen der Stadt. Alle Betrieb und alle Arbeitsgemeinschaften werden nochmals aufgefor- ihr erhalten. Sie hatte sich aber vorgenommen, Regina in Montag, 30. April. 16.00 Uhr: Am Montag spätestens um 16 Uhr sind die Fahnen gehißt. Jede deutsche Familie zeigt mindestens eine Hakenkreuzfahne. 18.30 Uhr: Konzert der Reichswehr-Kapelle und der Gießener Gesangvereine am Liebigdenkmal. Ordnungsdienst übernimmt die 55., Absperrung des freien Platzes neben dem Denkmal für die Kapelle. 21.30 Uhr: w a l p u r g i s n a ch t f e i e r auf dem Gleiberg, veranstaltet von der „Kraft durch Freude" und dem Lager der Studentenschaft auf dem Gleiberg. Volkslieder, Volkstänze, Walpurgisfeuer mit Feuerrede. Dienstag, I.Mai. 700—8.00 Uhr: Wecken in der 5 ladt durch die 5chuljugend. Jede 5chule stellt mindestens einen Chor, die in dieser Zeit an verschiedenen Stellen der Stadt deutsche Frühlingslieder singen. 8.45 Uhr: Alle Schulen, einschließlich der Mittel-, höheren, Fach- und Berufsschulen, sind um Punkt 8.45 Uhr auf dem Feslplah auf dem Trieb angetreten. Um 9 Uhr beginnt d i e Uebertragnng der Feier der Berliner Schuljugend aus Berlin. Der den unerwarteten Besuch, noch ein wenig Toilette und betrat Empfangszimmer, in dem Fritz Wolfram und seine Tochter warteten. Ihr erster Blick traf neugierig und scharf prüfend Doralies, dann erst sah sie Fritz teilte das Wort dem Bannlchulungsleiter Walter TrBmmelbein. Dieser sagte etwa folgendes: Freiheit wenn sie einmal verloren ging, muß wieder erkämpft werden. Diese Freiheit aber tann man nicht nur durch Reden und durch Arbeit er. rinqen, diese Freiheit kann nur durch unerbittlichen Kamps erworben werden. Taten aber kann nur ein einiges Volk vollbrinaen. Die Geschichte be» weist uns, daß sich Deutschland, und mag auch fori die Zahl der Nichtorganisierten sesizustellen und ihnen mit,»teilen, dah sie um Punkt « Uhr in bet Schule anzutreten haben. Ton dort werden sie von einem Beauftragten der 93. zum Sammelplatz ge- füfyrt. Dazu gehören auch die Nichtorganisierten auswärtigen Schüler. Der Unlcrbann 1/116 der 93, das ganze 3nng. 00lt und der BBTi. (die unter 1 bis 3 ausgezahlten) find um punkt 7.30 Uhr auf dem Osroalbsgatfen angetreten. Alle anderen Erlasse und Befehle werden fowe.l sie sich mit dieser endgültigen Regelung schneiden, aufgehoben. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Häuser, Bannführer 116 der HI. Hasenzahl, Standortführer des DJ. Volksgemeinschaft aller Deutschen in der uns der 1 Wille des Führers von Tag zu Tag enger zusammenschließe Einmal Meister zu merben, musst jeder einzelne der jungen Gehilfen sich zumi Ziele setzen, dem er mit aller Kraft und Fähigkeit zu- streben müsse. Das sei er dem großen Vorbild der deutschen Arbeit, dem Führer unseres Volkes Adolf Her schuldig. Mit herzlichen Wunfchen für ihr weiteres Fortkommen überreichte der Rednex dann den jungen Gehilfen die Gehilfenzeugnisse der Hand- Draußen auf der Straße machte Doralies ganz laut: „Uff! Das wäre erledigt! Deine Jugendfreundin gefällt mir ganz und gar nicht, und ich freue mich, daß ich damals nicht zu ihr gegangen. Ich bin ganz außer mir über das, was sie Regina entgegengeworfen hat." Sie ahnte, was der Vater sagen wollte, und kam ihm zuvor. „Ihr begreift ja immer noch nicht richtig, warum Regina das tat — und ich hab doch drinnen wieder die Grunde erklärt.^ Ihr Vater lachte: „Ich habe bestimmt tapiert. Sie gingen ziellos weiter, und Fritz Wolfram erzählte feiner Tochter von Peter Konstantin, der damals bei ihm im Hotel gewesen und erklärt hatte, er liebe sie, die er für Doralies Wolfram gehalten. Er schloß empört: „Wie wir jetzt von Frau von Stübnitz hörten, war dieser Doktor Konstantin aber bei ihrer Begegnung mit Regina im Warenhaus dabei. Ich verstehe nur nicht, wie er, wenn er das Mädel wirklich liebt, dulden konnte, daß sie so behandelt wurde." Doralies nickte befriedigt und sah ihn Wohlständen. Erst empfand sie ganz unbändig starke Freude, weil sie gerade jetzt solche Sehnsucht nach einem Menschen hatte, dem sie ihr Herz ausschütten konnte, aber gleich darauf fühlte sie, wie Angst sie überkam. Der Vater von Doralies war ja auch gekommen, das war befremdend. Frau von Stabnitz mußt- > mit dem überraschenden Besuch zusammen- genommen." Frau von Stübnitz erhob sich. „Fräulein Wolfram, Ihnen steht wohl am wenig- ten eine Kritik zu. Nach meiner Ansicht ist diese Regina Graven bedeutend mehr zu verurteilen als Sie! jedenfalls war mein Benehmen ihr gegenüber vollständig richtig, eher noch zu milde. Was glauben Sie, wie viele Peinlichkeiten es mir fchon bereitet hat und zuweilen noch bereiten wird, wenn ich gelegentlich von Bekannten nach Doralies Wolfram gefragt werden sollte? Der hat es natürlich in den Kram gepaßt, ein Weilchen gut und bequem bei mir zu leben, als sie ohne Stellung war." Fritz Wolfram erhob sich auch. „Verzeihung, Edda, ich möchte durchaus nicht, daß du durch unseren Besuch weiter an etwas für dich besonders Aergerliches erinnert werden sollst, und ich glaube, es ist besser, wenn wir jetzt aufbrechen." Frau von Stabnitz sah ihn etwas gekränkt an, erwiderte nur: „Wir können ja von erfreulicheren Dingen reden." Er lächelte: „Wir müssen sowieso fort. Aber ich bitte dich zuvor nochmals um Verzeihung für die Torheit meiner Tochter." „Rebensaft vom Aeppelbaum, dem Aepfelwein, in noch gründlicherer Weise vor sich als am Nachmittag bei dem „Tropfen aus Queckborn . Don An- ianq an herrschte bei dieser Feier die fröhlichste fetimmung in echt kameradschaftlicher Verbundenheit am gemeinsamen Werk der schwarzen Kunst. An dieser Feier nahmen, wie auch am Nachmittag, Vertreter der NSBO. und anderer Fachorgamsa- tionen teil. Im ersten Teile des Abends wandte sich der Vorsitzende des Unterfachausschusses für das Lehrlingswesen im Buchdruckgewerbe der Pro- vinz Oberhessen, Geschäftsführer Beck (Gießen), in einer Ansprache an die Jungmannschaft, sprach die Lehrlinge von ihrer Lehrlingsverpflichtung los und erhob sie damit in den Stand der Gehttstn. Nachdrücklich wies er sie auf das im Dritten Reich ganz befonders betonte neue Berufsethos hin/bas für jeden schaffenden Deutschen nur eine Wertung gelten läßt: seine Stiftung. Jeder habe fein ganzes Können einzusetzen für die große Familie soll mindestens eine Hakenkreuzfahne zeigen. Schmück! Eure Häuser, stell« Blumen an die Fenster! Heil Hitler! Bürgermeisterei Gießen. Z. D.: Bartholomäus. Programm für den l.Mai, den Tag der nationalen Arbeit in Gießen. müßten. , ... , Vor dem alten Schloß bildeten die lunaen Soldaten ein Viereck. Eine beträchtliche Zahl blauer, roter und grüner Mützen häufte sich m der Mitte des Platzes. , Der Musikzug der HI., der übrigens eine sehr gute Probe seines nunmehr gesteigerten Könnens gab, begann die Kundgebung mit einem schneidigen Marsch. Ein Gedicht sprach von dem nationalen Sozialismus. Es brauste über den Platz das Lied der geknechteten und sich freimachenden Bauern, m dem es heißt: „Ja Gnade dir Gott, du Ritterschaft, der Bauer stand auf im Lande!" Unterbannführer S. C l a r i u s sprach in kurzen Worten über den Sinn der Verbrennung und er- karn noch dazu, daß sie gerade arbeitslos war. Der Notar, bei dem sie angestellt gewesen, hatte sie entlassen. Sie war nun ein ganz armes Ding und hoffte, wenn sie erst einmal in Berlin wäre, fände sich dort vielleicht eher eine Stellung für sie als in Mooshausen. Wir gingen doch von der Voraussetzung aus, daß du nach Afrika reistest, lieber Vati! Da wärst du ein Vierteljahr weggeblieben, und inzwischen gedachten wir alles so zu ordnen, daß wenigstens zunächst nichts herauskäme. Gina saß beschäftigungslos in Mooshausen, und nun fand sich plötzlich Gelegenheit, umsonst nach Berlin zu kommen, heraus aus dem Stumpfsinn des Alltags. Und vor allem, das wiederhole ich, wollte sie mir helfen. Ich aber mußte Lutz wiedersehen — ich mußte! Ich meinte vor ihr; sie wurde schwach, und so geriet sie in alles das hinein, wofür sie ihr jetzt mit der Polizei drohten, gnädige Frau. Recht haben Sie, hunderttausend Menschen werden Ihnen recht geben, aber andere hunderttausend nicht. Und zu denen gehöre ich. Ich sage Ihnen, Sie hätten, nachdem Sie die volle Wahrheit erfahren, ein bißchen Verstehen und Verzeihen aufbringen müssen." Sie zuckte die Achseln. „Wenn man Ihnen das, was wir beide getan, Gina und ich, in einem Theater als Lustspiel vorgeführt hätte, würden Sie gelacht und Beifall geklatscht haben. Klug wäre es ge- wesen, Sie hätten unseren Streich, oder meinetwegen unsere Frechheit, auch mit Lachen auf« werkskammer. .,. Der „vereidigte Gautschmeister Linden ft r u t h händigte ihnen anschließend die nach den ttaditio- nellen formen geschaffenen humorvollen Gautschbriefe als Dokument der bestandenen Gautsche aus.. miesien. Der weitere Verlauf des feuchtfröhlich^ ^ftam- 9 ö ln ^n obengenannten 3ugenb- menseins brachte noch gute arbeitskameradschaf ch ' „ t^r NSDAP. Organisierten werden Geselligkeit, der sich einzelne nut reichlicher Ausdauer Organisationen ber p. v y ' . sogar bis zum anderen Morgen gewidmet haben von den Schulen erfaßt. Jeder Schulleiter yar |o wollend an. „Hast sehr vernünftige Ansichten, Fntzchen! Deshalb darfst du auch mittommen zu Regina. Ich habe nämlich ihre Adresse; sie ist Sekretärin bet einem Landgerichtsdirektor a. D., der fachschnft- stellerisch tätig ist. Sei gut, Vati, wollen gleich zu ihr fahren. Ihr Ches wird uns sicher gestatten, sie zu begrüßen. Sie schrieb mir, er fei em lieber alter Herr." t . Der Besuch bei Edda Stäbnitz, den er sich etaent- lich ganz anders vorgestellt, hatte Fritz Wolfram etwas die gute Laune verdorben, dennoch gab er den Bitten seiner Tochter nach. Er kannte Regina Graven, hatte sie aber nur selten und flüchtig gesprochen. Dadurch, daß sie früh eine Stellung hatte antreten müssen, kam sie wenig ins Schlößchen, und wenn, dann huschte sie gleich zu Doralies hinaus. Regina saß im Arbeitszimmer des Verstorbenen am Schreibtisch. Sie hörte die Klingel am (Bartentor und dachte mit einem ihr selbst unverständlichen Frvhgefühl: vielleicht kommt Holm. Er war nun seit Tagen nicht hier gewesen, und seine Gegenwart fehlte ihr schon sehr, obwohl sie das nicht zugeben wollte. Sie wandte den Kopf und schaute durch das Fenster hinaus. Im nächsten Augenblick fielen ihr die Notizzettel aus der Hand, die sie gerade ordnete, und sie sprang auf, öffnete weit das Fenster, um sich zu überzeugen. Sie irrte sich nicht, und es war wirklich Doralies mit ihrem Vater, die da draußen noch so sehr der Himmel verdunkelt gerne en fern, immer freigemacht hat, wenn es einig zusammenstand. Die deutsche Jugend war in Gruppen und Grüppchen zersplittert. Es herrschte der Standes- dünkel. W i r werden nicht eher ruhen, bis wir diesen Geist vertilgt haben. Und so gilt unser Kamps auch heute noch den Zeugen einer vergangenen Zeit. Einst wird der Tag kommen, da Deutschland das Reich der nationalen Ehre und sozialistischen Gerechtigkeit darstellt." Die Flammen loderten auf. Und aus Mutzen, herrlich und schon anzusehen, wurde Asche! „Vorwärts, vorwärts", das Lied der HI., brauste über den weiten Platz. ARü. Bann 116, Gießen. einer Einheit geworden. Aus Klassen, Standen u Berufen ist das einige Volk gewachsen. Dieses neue Volk kennt keine Unterschiede mehr öwsichen arm und reich, es weiß nichts von einer Kluft zwischen dem geistig und körperlich Schaffenden. Alles, wa der emzelne heute arbeitet, gilt ber Gemeinschaft Und nur wenn aus jener Arbeit die Nutzen zieht, hat sie Bedeutung und emen Wert. Die8 Zeiten, da der Marxismus m Deutschland herrschte, da das Volk dem Untergänge zuttieb sind । für ewig vorüber. Was sich bis heute^das deutsche Volk erworben hat, das wird fern Gut für alle Zeiten bleiben. Wenn wir heute von ber D o l k s gemeinschaft reden, so sind mir uns immer bellen bewußt, daß SA und YJ. I°hr°l°ng um biefe Einheit gekämpft Haden. Sie S)3. W m Öen vergangenen Jahren immer mit der Kraft ihres Aestplah liegt am äußersten Ranbe bes Resolutionä? OeifT Triebs links vom Wege nach dem Flughafen. _ fft wohl die Einheit unseres Volkes ge- 11.30 Uhr: Alle Hausfrauen haben dafür zu sor- Aber ihren revolutionären Geist wird die gen, dah um diese Zett das Mittagessen immer in sich tragen. Und sie muß revolutionär beendet ist. bleiben, um jene letzten Spuren einer vergangenen 11.45-12.30 Uhr: Tereibigung ber »--Zeit E Deutschland h°-°u-»P"b°n. gefolgschaft spricht der Betriebszellenobmann. übergeben. Welches Verständnis die Gießener Die Vereidigung muß unter allen Umständen Bevölkerung dieser feierlichen Handlung entgegen- um 12.30 Uhr beendet sein. Anschließend brachte, bewies die große Menge Gießener Burger. Abmarsch nach den Sammelplätzen. Nähere- Mag es unter den Zuschauern auch hier und da -m Ausstellung-, °nd Auftnarschplan. «en ^eben^en, d^da-Hande^der M 14.00 Uhr: Abmarsch b-- S-stzug-, ^"icht in'die heutige Zeit paffen, baß sie eigent- Ohne sich mit Doralies vorher schriftlich ober telephonisch anzumelden, klingelte Fritz Wolfram eines Vormittags an dem Hause, das einer der berühmtesten Verteidiger Berlins bewohnte. Frau von Stäbnitz war etwas verwundert über den unerwarteten Besuch, aber sie machte schnell dann das Berlin aufzusuchen, mußte nur Gelegenheit finden, I i dem Vater für ein paar Stunden zu entwischen. ! Sie wußte ja den Aufenthalt der Freundin, der sie |« gern einmal die Hand gedrückt hätte für ihren I großen Freundschaftsdienst. Sie fragte etwas erreat: „Und was war das nun, gnädige Frau, als sie die andere trafen und sprachen?" , . _ Frau von Stäbnitz hatte plötzlich em Zornes- fältchen auf der Stirn und erzählte mit förmlicher Genugtuung sehr ausführlich, wie das Zusammentreffen verlaufen, wiederholte fast wortgetreu, was sie zu Regina gesagt. . Doralies empfand die Demütigung, die Regina zugefügt worden, voll und ganz. Sie war empört. Ihre Augen blitzten angriffslustig, aber sie schwieg noch, von dem warnenden Blick des Vaters beherrscht. Fritz Wolfram fragte ein wenig betont: „Gingst du nicht vielleicht ein bißchen zu hart gegen die falsche Doralies vor, liebe Freundin? Eigentlich war es, trotz aller Dreistigkeit, doch ein Streich, den Freundschaft geboren." .. , Frau von Stäbnitz schüttelte ärgerlich den Kopf. „So sehr mir auch das Mädel gefallen hat, solange ich nichts von dem Schwindel ahnte, so un- sympathisch ist sie mir geworden, seit ich Bescheid weiß. Kein Mensch kann aus seiner Natur heraus Ich bin so. Versetze dich nur in meine Lage und bedenke, daß die dreiste Person, nachdem sie hier fort war, Fräulein Hoff gegenüber noch immer als Doralies Wolfram aufgetreten ist. Wie vielen Leuten habe ich sie, als ich selbst sie noch dafür hielt so vorgestellt! Das konnte, wenn sie wieder jemand von meinen Bekannten begegnet wäre, die größten Mißverständnisse und Schwierigkeiten für Mich er- geben. Das mußte ich ein für allemal gleich unter- binden." Doralies vermochte nicht länger zu schweigen. „Recht mögen Sie, von Ihrem Standpunkt aus, haben, gnädige Frau. Aber Sie hätten das auch anders unterbinden können, weniger scharf und chroff. Es wäre auch gegangen. Im übrigen glauben Sie an eine Gefahr, die gar nicht bestand. Die andere dachte nicht daran, meinen Namen weiter zu benützen; sie war froh, ihn los zu fein. Regina Graven hat mir einen ganz großen Freundschaftsdienst erwiesen, und es tut mir weh, daß sie 3u allem Aerger und Kummer, den sie deshalb vereits gehabt, auch noch eine solche Demütigung einstecken mußte." Sie erschrak sehr. Nun hatte sie in ihrem Eifer ja doch den Namen genannt, den sie vor Frau von Stäbnitz und ihrem Vater hatte verschweigen wollen. „Regina Graven war die andere? Nie wäre ich darauf verfallen. Ihr hätte ich dergleichen nicht zuaetraut." Doralies sah jetzt keine Schranken mehr, nachdem sie das Geheimnis, ohne es zu wollen, gelüftet. Sie sprang auf. vw __r. _____o,___, j ,La, Regina Graven hat mir den Dienst erwiesen, vor Weihnachten hatte sie keine Nachricht mehr von aber ich betone: Gewehrt hat sie sich gegen meinen ' ' Plan mit allen Kräften. Doch ich habe nicht nach« gelaßen, habe gemeint, bis sie sich fügte. Ein wenig Doralies hatte die Lippen fest aufeinanbergeprefct; sie brachte hier kein Wort mehr darüber hervor. Wieder küßte Fritz Wolfram die Hand seiner Jugendliebe, aber ihm war es, als sei nun der letzte Hauch verflogen von dem zarten Dust des Einst. Ihm gefiel die Art, wie Edda von Stäbnitz, — die ganze Sache ansah, gar nicht. Er neigte, ob- irgendwie wohl er bas Geschehene verurteilte, doch mehr der! hängen. Auftassung von Doralies zu». 1 rt-nEiDo&ctt Aiir Wr.