Ur. 279 Erster Blatt I8|. Jahrgang Donnerstag, 29. November M4 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. 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Diesen drei Grundsätzen fügten sie einen Zusatz bei, daß nämlich die Srcher- !llottenoerhandlungen, bei denen der Engländer ein- ial den Amerikaner, ein anderes Mal den Japaner sieundschaftlich-drohend unterhakt und wo von einer i-eeherrschaft herzlich wenig zu spüren ist. Gleich- l^wicht in Europa? Wir sehen nur Ermunterungen in Frankreich, durch den Einmarsch von Truppen in ins Saargebict die „balance of Power“, das Gleich- e-wicht der Mächte, noch mehr zu stören. Verteidi- jimg der Grenzen und Verbindungswege des britishen Weltreiches? Wir sehen nur ein allmähliches ^rückweichen vor Japan, für das der immer wieder r rzögerte oder doch wenigstens lasch betriebene Slusbau der Befestigungen von Singapore bezeich- tlünd ist. Die Engländer mögen uns nicht mißverstehen: Mr haben gewiß den Wunsch, die Gründe zu m k e n n e n , von denen sich ihre Außenpolitik leiten lsßt, wie es ja geradezu eine deutsche Schwäche ist, olles Fremde zu verstehen und zu begreifen. Aber nenn uns, wie es auch der gescheite und weltoffene lxirold Nicolson tut, vorgeworfen wird, daß wir nor dem Kriege diese drei Hauptziele der britischen Außenpolitik nicht erkannt und dadurch das to itische Weltreich in seinen Grundfesten bedroht hätten, so fehlt uns — nicht durch unsere Schuld! — Derhaupt jedes Organ für eine Erkenntnis, für die !se tatsächlichen Voraussetzungen einfach nicht mehr vorhanden find, weil sie im Weltkriege ver - 1)0ren gingen. Wir begreifen allenfalls den Wunsch der Englän- hr, in irgendeiner Form zu diesen Voraussetzungen MÜckkehren zu wollen, aber wir halten den Weg str verhängnisvoll, den England zu diesem Zweck twgeschlagen hat. Denn selbst wenn wir die Frage mch der Seeherrschaft und nach der Sicherung des Reiches offen lassen, so ist die Gewährleistung und Lmfrechterhaltung des europäischen Gleichgewichtes k ich so problematisch geworden, daß sie in Wirklichem überhaupt nicht mehr besteht. Entzieht man in- djssen dem Gebäude der britischen Außenpolitik t$fen einen Pfeiler, so muß es, mögen die beiden o.iöeren noch so fest sein, zusammenbrechen. Denn d-x Behauptung des Gleichgewichtes in Europa ist irtb bleibt unvereinbar mit einer Politik, die die lenzen Englands, nach den Worten Baldwins, nsm Kanal an b e n Rhein verlegt. Was hat jc»ließlich, so fragen mir Deutschen, die wir uns airn eines Besseren belehren lassen, das europäische Gleichgewicht auch nur mit dem Gedanken zu tun, englische Luftstützpunkte mit entsprechenden Htanfs auf französischem und belgi- (3 em Boden zu errichten Wir fragen ... und Sngland kommt uns mit (Erinnerungen aus dem Dirigen Jahrhundert, die wir für wahr nehmen |tl(en. XEs gibt ein bekanntes Wort Bismarcks, daß das butsche Volk dem englischen trotz allen Enttäuschun- H.-n noch stets die größten Sympathien entgegen- gebracht habe und entaeqenbringe. Diese Feststellung bis Altreichskanzlers ist zweifellos zutreffend. Selbst n,ch dem Weltkriege hegte das deutsche Volk in i’rßug auf England Erwartungen, die — non einer flmiffen Sympathie getragen, mehr enttäuscht als rfüKt wurden. Die Aera non Locarno trug । schließlich erheblich dazu bei, dem diplomatischen Meinungsaustausch zwischen Berlin und London a:ch in der deutschen Dolksstimmung einen freund- ! üchen Widerhall zu verschaffen. Man war eben damals in weiten Kreisen des deutschen Volkes Über- iivt, in England d e n „ehrlichen Makler" zu je'-en trotz dem Fehlen der Voraussetzungen, die nach nMcher Meinung zu den Grundsätzen britischer Außenpolitik gehören. Und in der Tat war ja Locarno ein Versuch, Dinn auch ein schwacher, so etwas wie ein eurömisches f leichgewicht wieder herzustellen, diutschland wußte, was es von England erwarten tonnte und was nicht. Seitdem hat sich, nicht nur n Deutschland, vielerlei geändert, nichts aber an )e" grundsätzlichen Bedeutung der Locarnooerträge! -mtschland ist gewillt und entschlossen — das hat ter Führer und Reichskanzler unzweideutig zum hsbruef gebracht — an Locarno festzuhal - lern. Die Verträge vom November 1925 enthalten !tine „clausula rebus sic stantibus'', Leine Dor- Oie Rüfiungsdebatte im englischen Llnierhaus. Churchills „Enthüllungen".— Die angebliche deutsche Gefahr als Motor für englische Aufrüstung.—Lloyd George zum friedensbedrohenden Charakter der französischen Rüstungen Baldwin erklärte für bie Regierung: Die ganze Frage berühre nicht nur Großbritannien und feine Verteidigungsmittel, sondern ganz Europa. Aber sogar jetzt, wo die Dinge so schwarz erschienen, habe er nicht bie Hoffnung auf eine Rüstungs- beschränkung irgenbetner Art aufge« g.e b e n. Er wolle nichts sagen, um bie Annäherung zu erschweren, die aus dieser Aussprache folgen konnte, und er hoffe, daß Deutschland, wenn es die Rede lese, jedes Wort von dem, was er gesagt habe, lese und die Rede nach ihrem Geist beurteile, ohne einzelne Worte herauszunehmen. Gedämpftere Töne von der Regiemngsbank. Es waren im Januar erst zwölf Monate her, daß' das augenblickliche Regime in Deutschland zur Macht gelangte. Ich werde dieses Regime nicht kritisieren, aber das notwendige Ergebnis einer Revolution ist, daß ein Diktator oder jemand, der an der Stelle eines Diktators steht, zur Macht gelangt, und es ist bekanntermaßen schwieriger, Fühlung mit einem Diktator zu erhalten, als mit einer demokratischen Regierung. Das ist das eine Ergebnis. Zweitens bringt eine Revolution eine Anzahl neuer Männer zur Macht, die nicht die Erfahrung haben, für ihr Land auswärtige Angelegenheiten zu behandeln, und deren Persönlichkeit den Staatsmännern anderer Länder nicht bekannt ist. Man b r a u ch t Z e i t, um über diese Schwierigkeiten Hinwegzukommen und die Fühlung w i e d e r h e r z u st e l l e n, die seit vielen Jahren hoffnungsvoll auf Deutschland gewirkt hat. Das, was in Europa wahrend der letzten Jahre geschehen ist, mag der Beweis für bas fein, was ich eben gesagt habe. Im Januar kam das neue Regime zur Macht, und schon der nächste Monat erlebte die Stärkung der Kleinen (Entente, bie als erster Teil Europas auf die neue Lage antwortete. Nicht viel später sehen wir die großen Erschütterungen in Oe st erreich, zum großen Teil infolge der Nazi-Propaganda. Im Oktober zog sich Deutschland vom Völkerbund und der Abrüstungskonferenz zurück. In einem Augenblick, wo wir berechtigte Hoffnungen hatten, etwas Wesentlicheres zu erreichen, als seit vielen Jahren. Die Zusammenarbeit unter den europäischen Nationen wurde damit vorläufig zerschlagen. Dieses Jahr haben wir sogar Zeichen von Nervosität in den Ländern gesehen, die nicht direkt von den Ereignissen berührt wurden, nämlich in der Schweiz und in Skandinavien. Man hat gesehen, wie in Frankreich Kredite behandelt und vorgeschlagen werden, um die Festungswerke im Norden zu vermehren und um in vielfacher Weise die Luftstreitkräfte aufzurüsten und Ausrüstung und Munition zu beschaffen. Man hat auf der anderen Seite der Alpen Italien durch die Rückwirkungen der Nazi-Propaganda in Oesterreich beunruhigt gesehen, und man hörte eine Rede vom Duce selbst, die, wenn sie wörtlich aufgefaßt würde, sehr beunruhigend gewesen wäre. Polen schloß einen Nichtangriffspakt mit Deutschland ab, der bald auf die Einführung des neuen Regimes folgte, und Deutschland verwarf den russischen Vorschlag für eine Garantie — eine deutsch-polnische Garantie — der baltischen Staaten. Rußland ist ein Land, das durch seine natürliche Lage mehr Sicherheit besitzt als irgendjemand in Europa. Trotzdem kann man sehen, daß Rußland, das vielleicht einige Besorgnis im Fernen Osten empfindet, zu gleicher Zeit sich darüber beunruhigt, was vielleicht an seiner Westgrenze im Gange sein könne, und es hat eine gewisse A n - näherung Rußlands an Frankreich stattgefunden. Es sind Besprechungen mit Frankreich erfolgt, von denen — dafür leiste ich Gewähr — keine stattgefunden hätte, wenn nicht Deutschland den Völkerbund verlassen hätte und wenn nicht die Handlungen Deutschlands mit Bezug auf seine Rüstungen von diesem Zeitpunkt an in ein Geheimnis gehüllt gewesen wären. Dies führte zum Vorschlag für den Pakt gegenseitiger Unterstützung in O st eu r o p a, den wir warm befürworten und dabei anregten, ihn mehr in Heber- einftimmung mit Locarno zu bringen und ihn allgemein für die Teilnehmer annehmbarer zu gestalten. Dies ist fehlgeschlagen. Als natürliches Ergebnis einer fast zweijährigen Herrschaft dieses Regimes in Mitteleuropa hat sich ein Zustand nervöser Besorgnis ergeben, der sich von einem Land nach dem anderen ausbreitet und ein böses Vorzeichen für den Frieden Europas dar- stellt. Baldwin bemerkte, er werde eine Anzahl von Zahlen angeben, aber infolge der Tatsache, daß Deutschland ein „dunkler Kontinent" sei, könne er keine Gewähr für die Ziffern übernehmen. Lhmchills Zahlen sind übertrieben. Baldwin erklärt, es bestehe kein Grund für eine Panikstimmung. Baldwin fuhr fort: Die Gerüchte, die über die Neubildung des deutschen Heeres verbreitet waren, sind auf die Tatsache begründet, daß Deutschland im Begriff ist, fein langfristiges Dienstheer von 100000 Mann in ein kurzfristiges Friedensheer v o.n 300 000 Mann ürn- z u w a n d e l n. Dies war die Forderung, die von Deutschland zu der Zeit, als es die Abrüstungskonferenz verließ, zuerst gestellt wurde. Baldwin erklärte dann: Die Deutschen schafften sich eine Luftstreit- macht; er glaube jedoch, daß die meisten der Berichte in der englischen Presse stark übertrieben seien. Es gebe im gegenwärtigen Augenblick keinen Grund für unangebrachte Besorgnisse und noch weniger für Panik. Weder England noch irgend jemand in Europa stehe augenblicklich vor irgendeiner unmittelbaren Bedrohung. Es herrsche kein tatsächlicher Notzustand, aber Großbritannien müsse vorausschauen. Die Zahl der deutschen Militärflugzeuge beziffere sich auf 600. Die höchste Ziffer, die von einer guten Quelle genannt worden sei, betrage 1000. Wahrscheinlich bewegt sich die tatsächliche Ziffer zwischen diesen beiden Zahlen. Es bestehe kein Zweifel, daß während der letzten sechs Monate die Leistungsfähigkeit der deutschen Luftindustrie stark erhöht worden sei. Baldwin stellte nachdrücklich in Abrede, daß Großbritannien allgemein in der Luft nachhinke. Es treffe nicht zu, daß sich Deutschland rasch dem Stande Großbritanniens nähere. Deutschland befasse sich tatsächlich aktiv mit der Herstellung von Militärflugzeugen, aber feine wirkliche Stärke betrage nicht 50 o. H. der heutigen Stärke Großbritanniens. „Die britische Regierung", so hob Baldwin hervor, „ist entschlossen, unter keinen Bedingungen irgendeine Unterlegenheit in Bezug auf irgendeine Streitkraft hinzunehmen." Nachdem Baldwin die Frage der zivilen Luftfahrt behandelt hatte, fuhr er fort, es sei feine Überzeugung, daß auch Deutschland diese Besorgnis nicht unbekannt sei. Deutschland hänge bei seiner geographischen Lage sehr von der Freundschaft und den Handelsbeziehungen mit feinen Nachbarn ab. Wann werde der Tag kommen, wo Deutschland dies erkennen werde? Solange Deutschland sich zurück- halte und keine unmittelbare Verbindung mit London, 28. Nov. (DNB.) Das Unterhaus war am Mittwoch in Erwartung der großen Aussprache über Churchills Antrag auf Erhöhung der britischen ßuftftreitträfte dicht besetzt. Churchill begann seine Darlegungen mit der Feststellung, daß er einen Krieg nicht für unmittelbar bevor stehend oder unvermeidlich erachte. Aber es scheine ihm sehr schwierig, die Schlußfolgerung zu umgehen, daß Großbritannien unverzüglich für seine Sicherheit sorgen müsse, weil dies andernfalls bald außerhalb seiner Macht liegen würde. Die große neue Tatsache, daß Deutschland wieder a u f r ü ft e, dränge fast alles in den Hintergrund. Die Fabriken Deutschlands arbeiteten eigentlich unter Kriegsumständen. Deutschland rüste auf zu Land, in gewissem Maße zur See, und was Großbritannien am meisten berühre, i n d e r L u f t. Die furchtbarste Art des Luftangriffs sei die Brandbombe. Eine Woche oder zehn Tage nachhaltiger Bombenangriffe auf London würden 30 000 oder 40 000 Menschen töten oder verstümmeln, und in kurzer Zeit würden drei oder vier Millionen Menschen aufs Land hinausgetrieben werden. Jeder Teil des Landes befinde sich fast innerhalb Reichweite eines Luftangriffes. Es sei so gut wie zwecklos, wenn man plane, die britischen Arsenale und Fabriken nach der Westküste zu verlegen. Man müsse dieser Gefahr dort, wo man stehe, gegenübertreten und könne sich nicht von ihr wegbewegen. Die einzige praktische und sichere Verteidigung sei, dem Feind ebensoviel Schaden z u - z u f ü g e n, wie er England zufügen könne. Wenn dies erreicht werden könne, was bedeuten demgegenüber 50 oder 100 Millionen Sterling, Großbritannien müßte jetzt beschließen, koste es was es wolle, in den nächsten zehn Jahren eineLuftstreitmacht zu u n t e rh alten, die wesentlich stärker ist, alsdie Deutschlands. Es würde ein großes Verbrechen gegen den Staat fein, wenn irgendeine britische Regierung es zulassen würde, daß die Stärke der britischen Luftstreitkräfte unter die der deutschen falle. Churchill streifte dann die Frage, ob es nützlich sei, durch den Völkerbund die Schaffung von Schutzvorposten auf dem Kontinent zu betreiben. Es bestehe kein Grund zu der Annahme, daß Deutschland Großbritannien angrei- f e n würde. Das deutsche Volk habe sehr freundschaftliche Gefühle gegenüber England. Aber es könnte bald in der Macht der deutschen Regierung liegen, dies zu tun, wenn Großbritannien nicht handele. Alles was bei der Organisation der deutschen Regierung notwendig sei, um ohne Ankündigung einen Angriff vom Stapel zu lassen, sei der Beschluß einer Handvoll Männer. Es sei eine Gefahr für ganz Europa, daß England sich in dieser Stellung befinde. Die Gefahr würde Großbritannien in sehr kurzer Zeit heimsuchen, wenn es nicht sofort handele. Das Geheimnis der deutschen Rü st ungen müsse geklärt werden. Deutschland rüste in Verletzung des Vertrages auf. Heute habe Deutschland seine militärischen Luftstreitkräfte mit den notwendigen Ergänzungsdiensten auf dem Erdboden, mit Reserven und ausgebildetem Personal und Material. Dies alles warte nur auf einen Befehl, um zufammengefaßt zu werden. Diese ungesetzlichen Luftstreitkräfte erreichten rasch denselben Stand wie die britischen. Nächstes Jahr um dieselbe Zeit würden, wenn Deutschland und Großbritannien sich an ihre Programme halten, die deutschen militärischen Streitkräfte m i n d e - ft e n s s o ft art sein, wie die britischen. Ende des Jahres 1936 werde die deutsche Militär-Luftstreitkraft f a ft 5 0 v. H. ft ä r f e r sein und im Jahre 1937 bie doppelte Stärke der großbritannischen erreicht haben. Deutschlands Zivilslugzeuge könnten leicht umgewandelt werden, während die Großbritanniens für Kriegszwecke wertlos feien. Die verschleppende Politik der britischen Regierung auch nur einige Monate fortzusetzen, würde bedeuten, Großbritannien der Macht zu berauben, je die deutschen Anstregungen zu überflügeln. — Churchill erntete lauten Beifall vonseiten der Regierungsbänke. behatte für den Fall einer Aenderung der politischen Lage, auf Grund deren eine der beteiligten Mächte sich ihren feierlichen Verpflichtungen entziehen kann. Sie garantieren den durch das Versailler Diktat festgelegten Status im Rheinland und im Saargebiet. Sie verpflichten England sowie Italien, im Falle eines Angriffs auf der Seite des Angegriffenen zu stehen. Sie haben aber keinerlei Beziehung zu den Problemen, die beispielsweise in der Abrüstungsfrage zwischen Deutschland und Frankreich zu losen sind. In gewissen englischen Militärkreisen scheint man indessen der merkwürdigen Ansicht zu sein, daß die deutsche Forderung nach Gleichberechtigung automatisch die Bestimmungen der Locarnooerträge ausgelöst habe und deshalb die britische Luftflotte verpflichte, ihre Bombenflugzeuge auf französischem Boden zu stationieren. Seit wann aber befindet sich das Foreign Office im Schlepptau des War Office? Nun ja, London und Paris haben dementiert und legen Wert auf die Feststellung, daß die Veröffentlichungen des „Paris Midi" über die Anlage von britischen Flottenstützpunkten nicht zutreffend feien. Wir wollen an der formellen Richtigkeit dieser Dementis gar nicht zweifeln; aber bas bedeutet doch nicht, daß gar k e i n e A breden zwischen London und Paris über die Nützlichkeit und Möglichkeit von britischen Flottenstützpunkten in Frankreich und Belgien bestehen. Jebensalls ist es auffällig, daß in dem Augenblick, da der „Paris Midi" aus der Schule plaudert, bie belgische Regierung eine „finanzielle" Krise inszeniert und zurücktritt. Wie dem auch sei — man apostrophiert in Frankreich und England so gern den „G e i st von Locarno" und wirft uns vor, diesen Geist durch alle möglichen Maßregeln und Kundgebungen „verwirrt" zu haben. Wir halten diese Geisterbeschwörung für — gelinbe gesagt — altmodisch; aber wenn damit dem europäischen Frieden gedient wird, so fragen wir gern: Dient es dem Frieden, daß englische Generalstäbler auf der Karte Nordfrankreichs und Belgiens die Dörfer ankreuzen, die sich für die Anlage von Lufthäfen am besten eignen? Dient es dem Frieden, wenn auf Wink des Foreign Office der französische Generalstab Truppen an die Grenze des Saargebietes einmarschbereit aufstellt? Ist das der „Geist von Locarno"L I Heute antworten uns die Engländer, volkstümlich gesprochen: „Der Brei wird nie so heiß gegessen, wie er angerührt wird". Das wollen mir ihnen gern glauben. Damit aber machen sie uns den Brei nicht schmackhafter. Die gesamte Frage ist viel e r n ft e r und grundsätzlicher, als es die Engländer wahr haben wollen. Man kann nicht in London behaupten, dies und dies sind die Hauptziele unserer Außenpolittk, und gleichzeitig das Gegenteil von dem tun, was diese Hauptziele dem Sinne nach fordern. Man kann nicht, wie es die „Times" tut, theoretisch fordern, daß von Deutschland der Makel ungleichen Rechts genommen wird, und gleich, zeitig die Gewährung der Gleichberechtigung oon den Wohlwollen Frankreichs abhängig machen oder erklären, daß Englands Sicherheit am Rhein beginnt. Wir Deutschen haben das Wort Ernst Moritz Arndts, daß der Rhein Deutschlands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze ist, keineswegs vergessen. Lloyd George hat 1919 und Lord Curzon 1923 Wert darauf gelegt, daß dieses Wort zu Recht bestehe. Soll, was 1919 und 1923 galt, heute keinen Sinn mehr haben? anderen Staatsmännern In Europa habe, werde mehr und mehr der Argwohn wachsen und es könne fein, daß auch Deutschlands eigene Schwierigkeiten immer weiter wachsen werden. Baldwin schloß: Ich hoffe, daß diese Aussprache, die mit einem aufrichtigen und berechtigten Wunsch eingeleitel worden ist, die Wahrheit in Europa kennenzulernen, größere und bessere Folgen haben wird als irgend jemand von uns für möglich gehalten hat. Vielleicht ist dadurch Gelegenheit für einen ersten S chritt geschaffen worden, von neuem die Nationen Europas zufammenzubringen und vielleicht wird, nachdem man aus der Verschlechterung der Lage Europas in den letzten zwei Jahren etwas gelernt hat, die Stimme der Weisheit und des Friedens sich doch noch geltend machen. Der Abgeordnete Morgan Jones, der für die Arbeiteroppofition das Wort ergriff, bemerkte, die Leute, die für die Kriegsstimmung verantwortlich seien, seien die Regierung und ihre Anhänger. Er glaube nicht, daß man eine Einigung Europas erreichen könne durch ein System von Bündnissen großer Mächte, die gegeneinander rüsten, wie sie dies in den Tagen vor dem Weltkrieg taten. Das junge Deutschland sei ermutigt worden, auf die Philosophie der Gewalt zurückzugreifen, „weil wir unser eigenes Wort nicht gehalten haben". Lloyd George dankte dann Baldwin für die „sehr klare und beruhigende Erklärung über die von der Regierung unternommenen Schritte". Dom militärischen Stand- punkt bestehe kein Zweifel, daß Deutschland unendlich stärker für seine Verteidigung sei als vor einem Jahre. Frankreich zum Mall bis auf die Zähne gerüstet Oie deutschen Rüstungen haben reinen Verteidigungscharakter. Aber es sei ein großer Unterschied zwischen einem Heer, das vorbereitet für die Verteidigung sei, und einem Heer, das aus den eigenen Befestigungen in ein anderes Land einbrechen könne. Lloyd George erklärte: „Ich habe keinen Aweifel, daß Deutschland in einer starken Stellung ist, wenn es angegriffen wird. Aber es ist etwas anderes, wenn man glauben wollte, daß Deutschland die mächtigen Festungen durchbrechen könnte, die die Franzosen errichtet haben, Festungen, die, wenn sie im Jahre 1914 vorhanden gewesen wären, bedeutet hätten, daß man niemals verwüstete Gebiete erlebt hätte." Es gebe, fuhr Lloyd George fort, keine Beweise irgendwelcher Art, daß Deutschland schwere Geschütze hergesiellt habe. Deutschland brauche sehr lange Zeit, Ausrüstungen dieser Art herzusiellen. Man brauche sich nur den deutschen haushalt anzusehen. Er betrage weniger als die Hälfte des französischen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Deutschland uns mutwillig angreift. Um was zu gewinnen? Was die Geheimtuerei anbetrifft, so bemerkte Lloyd George weiter, glaube ich, daß es unendlich besser sein würde, wenn Deutschland ausdrücklich mitteilt, was es ausgibt, und uns dies wissen läßt. In Kriegszeiten zählen vor allem die Reserven jedes Landes. Frankreich hat über vier Millionen ausgebildeter Männer in Reserve, jeder bereit mit einem Gewehr — und es besitzt alles, was ihm ermöglichen würde, ein Heer von Millionen ins Feld zu stellen. Frankreich ist im gegenwärtigen Augenblick für einen großen Krieg besser ausgerüstet, als es im Jahre 1914 war. Nach unerhört scharfen Angriffen gegen die nationalsozialistische deutsche Regierung betonte Lloyd George: „Inzwischen laßt uns Deutschland klarmachen, daß wir beabsichtigen, seine Beschwerden in billiger und unparteiischer Weise zu erwägen. Ihnen ist feierlich von den Unterzeichnern des Vertrages von Versailles versprochen worden, daß, wenn sie abrüsten, die anderen n a ch f o l g e n werden. So lautete das Versprechen. 14 Jahre lang haben sie auf die Einhaltung gewartet. Sie hatten eine aufeinanderfolgende Reihe der friedlichsten Minister der Welt. Sie ersuchten dringend die Großmächte, zu beginnen, ihr Versprechen einzuhalten, erhielten als Antwort aber eine Reihe von Pakten, die den Krieg verdammen. Inzwischen hat jedes Land außer Großbritannien seine Rüstungen, Geschütze und Reserven erhöht. Geld wurde an Deutschlands Nachbarn verliehen, um mächtige Heere an seiner Grenze aufzubauen. Wie kann man überrascht sein, daß die Deutschen schließlich zur Revolution gegen das getrieben wurden, was sie als chronische Enttäuschung ansahen? Deutschland das europäische Bollwerk gegen den Bolschewismus. „Das kommunistische Rußland hält Wache Über ein heftig antikommunistisches Deutschlandl Ich sage voraus, daß in einer sehr kurzen Zeit — vielleicht in ein, vielleicht in zwei Jahren — die konservativen Elemente in England a u f Deutschland als ein Bollwerk gegen den Kommunismus in Europa blicken werden. Denn Deutschland vor dem Kommunismus niederbricht und der Kommunismus Deutschland ergreift, so wird Europa folgen, weil die Deutschen ihn am besten bewerkstelligen würden. Ihr werdet Deutschland als euren Freund begrüßen. Ich bitte die Regierung, zu erwägen, ob nicht eine weitere Möglichkeit besteht, zu versuchen, die Machte in Europa zu überreden, ihre Zusage und ihr feierliches Versprechen, abzurüsten, wenn Deutschland dies tut, neu zu erwägen. Ihr werdet nicht Frieden in Europa haben, bis ihr das tut. Das konservative Mitglied Lord W i n t e r t o n , eines der Mitglieder, die Churchills Abänderungsantrag unterstützen, erklärte, die Hauptbeschwerde Deutschlands sei der Versailler Vertrag. Es sei unsinnig, dem Unterhaus vorzureden, daß Abrüstung die einzige Frage sei, die Deutschland verärgert. Zwischen Europa und dem Frieden ständen die im Jahre 1919 niedergelegten Bedingungen. „Wir stellen", bemerkte Winterton, „jede Absicht der Feindseligkeit gegenüber Deutschland in Abrede. Wir bewundern seine Männlichkeit und seine Entschlossenheit sowie die Art, in der es während all' dieser Jahre der Peinigung weiterhin seinen nationalen Geist aufrechterhalten hat. Aber ebenso gut sagen wir, daß wir nicht wünschen, den mächtigsten unserer früheren Feinde genau so stark, wie wir es sind, in der Luft zu sehen, solange er vorsätzlich den Völkerbund verlassen und das sogenannte kollektive Friedenssystem beiseitegeschoben hat." Winterton fuhr fort, Informationen feien in Frankreich ausgegeben worden, wonach Grund zu der Annahme bestehe, daß das deutsche Kurzdien st Heer von 300 000 Mann in 21 ziemlich gut ausgerüstete Divisionen eingeteilt sei. Lloyd George irre sich, wenn er denke, daß dies Heer nicht eine große Menge Geschütze, auch 15-Zen- timeter-Geschütze, besitze. Hierauf fragte Lloyd George, ob Simon eine Information über die schwere Artillerie und die 15-Zentimeter-Geschütze geben könne. Churchill verlangte Informationen über das deutsche Heer. — Simon erwiderte, das Friedenskurzdienst- heer von 300 000 Mann werde in 21 Divisionen organisiert, wie er annehme, zusammen mit mechanisierten Formationen und Kavallerie. Er wisse nichts über die Ausrüstung mit 15-Zentimeter- Geschützen. Der Staatssekretär des Aeußeren Sir John Simon der die Aussprache beendete, beantwortete einige Fragen. Die Rede Baldwins fei dem deutschen Reichskanzler, Frankreich, Italien und den Vereinigten Staat en mit vollen Erläuterungen m i t g e t e i l t worden, weil es sich nicht um eine englisch-deutsche Frage, sondern um eine W e l t f r a g e handele. Durch dieses Verfahren habe die Regierung geholfen, einen Teil der Besorgnis, des Argwohns und her Uebertreibung, die bestanden hätten, zu beheben. Wenn wir eine Vereinbarung erzielen können, so würden wir gern eine vereinbarte Abrüstung auf einem niedrigen Stand sehen. Wenn wir nicht ein unerreichbares Ideal erreichen können, so müssen wir suchen, eine Vereinbarung zum niedrig st en Stand, zu dem sie erreicht werden kann, zu erzielen. Wir erklären von neuem, daß wir für geregelte Beschränkung sind im Gegensatz zu Wettbewerb und ungeregelten Rüstungen. Wir ersuchen das Haus, uns zu helfen, für Europa eine Politik des Friedens zu fördern, die nicht auf die Vorschriften der Nachkriegsperiode gegründet ist, sondern eine neue Bemühung darstellt, den Frieden in der Welt zu errichten." Der Abänderungsantrag der Arbeiterpartei zu Churchills Abänderungsantrag zur Antwortadresse auf die Thronrede wurde mit 276 gegen 35 Stimmen a b - gelehnt. Churchill zog hierauf feinen Abänderungsantrag zurück. Die Antwortadrefse selbst wurde daraufhin gebilligt Das Echo der englischen presse. London, 29. Nov. (DNB.) „Time s" unterstreicht Baldwins Ausführungen über Revolutionen und Diktaturen: Der Diktator ist beinahe unvermeidlich bei Männern, die in der diplomatischen Ueberlieferung unerfahren sind und die Staatsmänner anderer Länder nicht kennen. Seine privaten Sendboten können diesen Mangel nicht in kurzer Zeit abstellen. Es wird natürlich alles darauf ankommen, ob der Reichskanzler seinen Wunsch beweist, die ihm zukommende Rolle in einem Kol- lektivsystem zu spielen. Zweifellos ist, vom deut- schen Gesichtspunkt aus betrachtet, die notwendige Vorbedingung dieser Rückkehr in die Gemeinschaft der Nationen die Anerkennung der deutschen Gleichheit in irgendeiner praktischen Art und Weise. Das Blatt pflichtet Lloyd Georges Aeuherun- gen über die Sinnlosigkeit eines deutsch-französischen Wettrüstens bei und schließt: Was ist geeignet, dieser zwecklosen, fieberhaften und herausfordernden Re- benbuhlerfchaft ein Ende zu machen? Sicher wird ihr zum ersten 2Ual Einhalt getan werden, wenn wir wagen, um die Worte des Generals Smuts zu gebrauchen, Deutschland völlige Gleichberechtigung der Rechtsstellung mit feinen Gefähr- ten „offen, freimütig und ohne Vorbehalt" zuzuerkennen. Dann kann ein neuer Anfang gemacht werden. „Daily Telegraph" (Konservativ) drückt die Hoffnung aus, daß Deutschland „in seinem eigenen Interesse" dem von Baldwin gegebenen Wink Folge leisten und seiner Politik der Vereinsamung ein Ende machen werde. „M o r n i n g Po ft" (ultra- konservativ) sagt, daß Deutschland vielleicht keine bösen Absichten gegenüber England habe. Aber die Politik der deutschen Regierung erweckte den Wunsch, alle vernünftigen Vorsichtsmaßregeln gegen unerfreuliche Ueberraschungen zu ergreifen. Das Arbeiterblatt „Daily H e r a l d" wirst der Regierung vor, daß sie eine Panikstimmung zu oerbreiten suchte und daß „ber vorsätzlich maßvolle Ton" Baldwins dazu bestimmt gewesen sei, die Kri- senstimmung au verstärken. Es sei bezeichnend, daß Churchill die Antwort der Regierung so befriedigend gefunden habe, daß er feinen Abänderungsantrag Aurückzog. Der liberale „News C h r o n i c I e" hat gegen eine bescheidene Perstärkung der britischen Streitmächte nichts einzuwenden, beklagt aber, daß Baldwin kein Zeichen für eine Aenderung der Rüstungspolitik Der Regierung gegeben habe. Das Blatt bedauert, daß England sich niemals mit voller Kraft für ein kollektives Sicherheitssystem eingesetzt und keine wesentliche Verminderung der Rüstung herbeigeführt habe. „Daily M a i r (Rother- mere) ist, wie zu erwarten war, tief enttäuscht über das „Tändeln und Zaudern" der Regierung. Das Blatt pflichtet Churchills Worten durchaus bei, daß Deutschland reich an militärischen lieber« raschungen sei und erklärte, die Haltung des schlaf- mützigen Kabinetts von alten Träumern bringe England in große Gefahr. Unzufriedenheit in Paris. Paris, 29. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Die Debatte im englischen Unterhaus über die deutschen Rüstungen findet in der Pariser Presse starken Widerhall. Die meisten Blätter sind zwar zufrieden mit dem scharfen Ton, den Churchill angeschlagen hat, aber anscheinend wenig befriedigt von den Erklärungen Baldwins und Simons. Der Londoner Havas-Berichterstatter hebt hervor, daß man in englischen Kreisen eine gewisse Ueberraschung über den Unterschied über den Ton und im Inhalt zwischen den Reden Baldwins und Simons nicht verheimliche und dem eine bestimmte Absicht zuschreibe. Durch den Hinweis auf die militärischen Hilfsquellen Englands habe Baldwin das Unterhaus beruhigen und vor dem Ausland sein Vertrauen zum Ausdruck bringen wollen. Gleichzeitig aber hätte der Leitsatz seiner Ausführungen und noch viel eindeutiger die Worte Simons den Zweck gehabt Deutschland zu verstehen zu geben, daß eine Tür für die PerHandlungen auf der Grundlage der Eindeutigkeit und Klarheit offen bleibe. Der „F i g a r o" fragt, was die Ankündigung eines Vorschlages Deutschlands bezüglich der Rüstungen besagen solle. Handele es sich etwa um den Beginn von Verhandlungen? Hier zeige sich die schwache Seite Englands. Man mache Hitler das Spiel leicht. — Das „Journal" erklärt, Baldwin habe beinahe eine deutsche Mitteilung, die nicht zu verbreiten geeignet sei, angekündigt. Das sei eine seltsame Schlußfolgerung aus einet flagranten Verletzung der Verpflichtungen. Der „Excelsior" und „Le Jour" wollen in sämtliche» Reden ausschließlich eine Warnung an die AdreA Deutschlands erblicken. Der Eindruck in Warschau. Warschau, 29. Nov. (DNB. Funkspruch.) der halbamtlichen „Gazeta P o l s k a" heißt es: Die ruhige, vertrauensvolle und optimistische Redr Baldwins zeige, daß die englische Regierung gegen, über Deutschland nicht d i e Befürchtungen teile, durch die die letzte Debatte in der französi, scheu Kammer gekennzeichnet gewesen fei. Im Zu. fammenhang mit den englischen diplomatischen Schritten in Berlin könne man aus Baldwins Red, folgern, daß England in der gegenwärtigen Krise die Rolle des Vermittlers zwischen Paris uni Berlin übernehmen wolle. „Kurjer Warszawska" schreibt, (England unternehme eine neue Anstrengung, um Deutsch, land in die internationale Zusammenarbeit zurück, zuführen und sei bereit, dafür den Preis bei praktischen Anerkennung der bis, herigen deutschen Rü st ungen zu zahlen Die Ausführungen Paldwins hätten sich durch wi gewöhnliche Ruhe und Ueberlegung scharf abge. hoben von den panikartigen Reden in der franzö fischen Kammer. Der erste Eindruck der Erklärun. gen Baldwins erlaube die Folgerung, daß ei Deutschland die Rückkehr nach Genf ohne P r e st i g e v e r l u st öffnen wolle, nämlich nach Erreichung des Zieles, dessentwegen Deutschland aus der Abrüstungskonferenz und aus dem Pötter bunt) ausgeschieden sei. Baldwin schaffe eine neu« Situation, deren Entwicklung gleichermaßen von Berlin wie von Paris abhänge. Der englische Schritt in Berlin weise daraus hin, daß der Boden für eine Einladung Deutschlands zur Rückkehr in die internationale Zusammenarbeit bereits oorbr reitet fei; es fei zu erwarten, daß Berlin von dieser Einladung Gebrauch mache» werde. In Paris aber erschwere der Mangel einer e n t s ch e i d e n e n Haltung gegenüber den deutschen Rüstungen das Urteil über die Entscheidung, die die französische Regierung in dieser neuen Situation treffen werde. Es scheine jedoch, daß Laval unter dem Drucke Englands eher bereit sein werde als sein Vorgänger, und daß also ähnlich wie England auch Frankreich sich mit der Tatsache der deutschen Rüstungen ab« finden werde. Oer neue Danziger Genaispräsideni. Danzig, 28. Nov. (DNB.) Der Danziger Volks- tag trat zusammen, um den Nachfolger des zurückgetretenen Senatspräfidenten Dr. Rausch- ning zu wählen. Zum Senatspräsidenten muroe mit 41 Stimmen der NSDAP, bei zwei Stimmenthaltungen der bisherige Senatsvizepräsident und Innensenator Artur Karl Greiser gewählt. Die übrigen 29 Abgeordneten der Oppositionsparteien beteiligten sich nicht an der Abstimmung. Der Landesbauernführer Lothar R e 11 e 1 s k y wurde zum unbesoldeten Senator gewählt. Beide nahmen die Wahl an. Die nationalsozialistische Mehrheit des Danziger Parlaments brachte auf den neuen Senatspräsidenten und den Senator Rettelsky ein dreifaches Siegheil aus. Senatspräsident ©reifer wird neben der bisher schon von ihm geleiteten Abteilung des Innern auch die Führung der auswärtigen Angelegenheiten Danzigs übernehmen. Der neue Senatspräsident sprach seinem Vorgänger für die zum Nutzen des deutschen Danzigs geleistete schwere Arbeit den Dank des Senates aus. Senatspräsident Greiser erinnerte an die bis- Ijeripen großen Leistungen der nationalsozialistischen Regierung auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffuna, der Entschuldung, der Sicherung von Ruhe und Ordnung sowie insbesondere der politischen Befriedung mit der Nachbarrepublik Polen. An der bisherigen Einstellung gegenüber Polen werde sich nichts ändern. Die vom Nationalsozialismus getragene Danziger Regieruna werde noch eine weitere Vervollkommnung dieser wechselseitigen Beziehungen anstreben. Der neue Danziger Senatspräsident Artur Karl Greiser gehörte bereits seit der Machtübernahme am 20. Juni 1933 der Danziger Regierung als Senatsvizepräsident und Innensenator an. Er ist außerdem SS. - Oberführer, Fliegerkommandant bei der Fliegerlandesgruppe Danzig und stellvertretender Gauleiter der NSDAP. 3 Als Innensenator hat er sich insbesondere tun die Neuorganisation der Danziger Polizei große Verdienste erworben. Auch «i dar erfolgreichen Anbahnung der Verstau diu gung mit Polen ist Greiser nicht unbeteiligt Zusammen mit dem bisherigen SenatspräsideM r. Rauschning trat er im Juli 1933 jene Rc//i nach Warschau an, die Ausacmgspunkt füitaä große Werk einer ehrlichen Derständiguna zwishn Deutschtum und Polentum wurde. Greiser wuibt 1897 im Posenschen geboren. Bei Ausbruch des Krieges ging er zunächst als Freiwilliger zur Ma» rine und später zur Seefliegerei, wo er sich durch hervorragende Tapferkeit das Eiserne Kreuz 1. Klasse erwarb. Um den Ausbau der nationalsozialistischen Bewegung in Danzig hat sich Greiser insbesondere als Gaugeschäftsführer in der Kämpf' zeit große Verdienste erworben. Güdsiawiens Denkschrift zum Marseiller Königsmord dem Völkerbund überreicht. Gens, 28.Nov. (DNB.) Die südslawische Denkschrift, die dem Generalsekretär des Völkerbundes überreizt wurde, geht nach einer ausführlichen geschichtlichen Einleitung zu der eigentlichen Frage der Verantwortung für den Marseiller Anschlag über. Die Frage der Verantwortlichkeit werde durch drei Tatsachen geklärt: 1. Die Auswahl der Verbrecher sei auf ungarischem Boden unter den Terroristen getroffen worden, die in besonderen Lagern lange und sorgfältig für die Ausführung derartiger Handlungen vorbereitet worden seien; 2. Die Verschwörer hätten das ungarische Gebiet unbehindert mit ungarischen Pässen verlassen ; 3. Der Marseiller Anschlag sei die Auswirkung der Terroristenaktionen, die jahrelang auf ungarischem Gebiet geleitet und unterstützt worden seien. Der ungarischen Regierung wird zum Vorwurf gemacht, daß sie trotz wiederholter Beschwerden keine wirksamen Maßnahmen gegen die Terroristen getroffen habe. Dank der Duldung durch die ungarische Regierung und die Unter» tützung der Behörden habe eine wahre Verbrecher- chule entstehen können. In diesem Terroristen- eminat hätten die Organisatoren des Anschlages legen König Alexander die ausführenden Organe hrer Untat gesucht und ausgewählt. In Nagy Kanisza fei eine Art Auslosung vorgenommen worden, um die drei Vollstrecker des Anschlages zu wählen. Die drei Verbrecher hätten Nagy Kanisza mit ungarischen Pässen verlaßen. Der Befehl zuk Ausreise nach Frankreich mit ungarischen Pässen, die Eisenbahnfahrkarten und das notwendige Geld seien von dem in Budapest wohnenden Führer dek Organisation überbracht worden. Trotz der wieder» holten Versprechungen der ungarischen Regierung, daß die Terroristen unter Aussicht gestellt werden, hätten die Vorbereitungen des Anschlages und die Ausreise der Verbrecher ohne jy* Schwierigkeit erfolgen können. Die Der-^ wortung der ungarischen Regierung werde bf ders verschärft durch die Tatsache, daß ihr bie Wesenheit des Attentäters Mijo Kraly gemelbjj und feine Auslieferung verlangt wurde, feine Verhaftung fei aber hartnäckig ab gelct)”1 worden. Die Denkschrift schließt: Das Marseiller Verbrechen ist die natürliche Auswirkung einer feit langem im Auslande organisierten und genährten Der» schwörerbande gegen Südslawien. Die Behörden eines einzelnen Staates stehen einer derartigen terroristischen Organisation ohnmächtig gegenüber, und ohne internationale Zusammen arbeit ist die Bekämpfung dieser besonders g fährlichen Form der internationalen Krimmalu unmöglich. Die ungarische Regierung, an o die südslawische Regierung sich so oft gewandt ya » um ihre Mitwirkung zur Perhinderung dieser u triebe zu erlangen, hat keine wirksamen Maßnaym treffen wollen. Ihrer Haltung ist es zuzuschret daß die seit längerer Zeit gegen Südslawttn 9 richteten terroristischen Aktionen zu dem MaN Verbrechen führen konnten. Die ungarische 3t 9 rung hat damit eine schwere Verantwortung nommen, und die südslawische Regierung hau w 1 R-gim ■ kW irgendeinen nur für du Ebenso muh gen die offe slawischen 3 Behörde schen Emig ungarischen rische W DeschuldiP Dann h MchMngl etwas am ien, was falls ge Vewegum Unterst Soweit di tigkeit sie mit gegang tnegung h ber gegeni den. Ts if garifche St sich nicht tionäre 'Bet Mitteln übe Hot ihre am hechelt, bie {tannene ist nichts anl Wien ungarische s alle Terra südslawisch, reinem Ge Welt, um \ Helt zu be L- Gens'' Men Abo Wischer, herausgege' haltenen / ?ückg-w rein P”111'1' iÄZ sä 40 kroatische W sei ^'sen. $ie Mr ben t'jil durch di< jungen füllt. M Hertz Reltz Prag kanede Sitzung ber die i nieder rlugenbln putschen Akademis, benträger tz-bt zügle diese feie: faxten P gen aller Und Dekan Ausdruck l ^ige En: !?en !ßerh Aschen U; ?rQ^r beui ihrer & ?e..u* zu tu Qu fr »» tz K wüßte Puntt S wesen, 5 '*>1 'N. «Ä» hetuö 8 i Seiest "ath$en i i"1 L,^ , J® Je* art)«itjUt '°n $rei, °er ü fiVx“ * R durch. I Warf Qt ? der fr? der Erklär ft ®en oi nämlich i- J Deutsch,- Z dem W lfe eme n? HWerm°i L^er r Rü-kkch bereits do? Berlin E. lch Mach, hwere h 1 n Hali,, n lag Urteil ä RegierW de- Es fit We (Engi? in VorgU >uch Frank tüftungen i sbefondm Danz 'ben. Hut ich/ wibtiiihjl -natsM 33 jene $ ispuntt fi ©reifet । Ausbiß illigerL io er P Eiferne ■ j der ntB hat M J in ber fr ft» Tt» Der 8Ä arische»/ l0troM den rotz chenA mW j des ^1- ■ oh"k. n. Die / ri werde Lß-L rA tür ihre vornehmste internationale Pflicht, diese Zerantwortung vor dem höchsten Organ der Völker- Imndsgemeinfchaft zur Anzeige zu bringen. Ungarn weist die südslawischen Veschuldigungen zurück. Genf, 29. Nov. (DNB.) Der Führer der unga- chchen Abordnung Tibor Eckhart hat zu der süd- lawischen Denkschrift eine Gegenerklärung derausgegeben, in der die in dieser Denkschrift enthaltenen Behauptungen aufs Schärfste zu- lück gewiesen werden. Die Erklärung betont, tafc es der südslawischen Regierung lediglich auf dne beabsichtigte Diffamierung Ungarns zu raein politischen Zwecken ankomme. Der Mörder sei !in Ungarn vollkommen unbekannt und rote dort niemals gewohnt. Richtig lei, daß I rei der Verschworenen vor dem Atten- !,atin Ungar n gewohnt haben. Andere Per- ünlichkeiten gleicher Art seien aber aus anderen Ländern gekommen, und die Verschwörung selbst t*i außerhalb Ungarns geplant worden. ; ngarn habe seit dem letzten Frühjahr die nötigen Maßnahmen ergriffen, um zu verblassen, daß die südslawischen Emigranten Janka l uszta verlassen. Im übrigen sei Janka Puszta kein bager, sondern eine bescheidene Farm, die 30 oder 0 kroatische Emigranten beherbergt habe. Das lanze sei eine private Angelegenheit ,-^wesen. Die Räumung von Janka Puszta sei am I Oktober bendet gewesen. Die ungarische Regierung hbe durch die Auflösung des „Lagers" die F o r - her u n g e n Südslawiens vollständig e r- (üUt. Dann heißt es weiter: Ich protestiere auf das kmergischste gegen alle Anspielungen der südslawi- sven Regierung, in denen offiziellen unga- n.schen Persönlichkeiten oder Offizie- 12 n der ungarischen Armee eine Rolle rgeroiefen wird oder Absichten, die sie für das Attentat selbst verantwortlich machen oder für lZendeinen anderen Terroristenanschlag oder auch wr für die verabscheuenswüvdige Verschwörung. Senso muß ich energisch Verwahrung einlegen ge- c n die offensichtlich bösartiae Anspielung der süd- suwischen Regierung, wonach die ungarischen 1 ehörden die Ziele und Methoden der terroristi- h-en Emigranten gekannt hätten, die sich auf mg arisch em Boden befanden, und wonach die unga- i che Regierung in ihrer Rote vom 26. April diese Beschuldigung selbst zugestanden hätte. Dann heißt es u. a. weiter: Die südslawischen slüchtlinge haben niemals von feiten Ungarns aoas anderes als ein einfaches Asyl erhal- in, was alle ander en Länder ihnen eben« ha H s gewährt hätten. Die revolutionäre kroatische Isewegung hat niemals eine finanzielle Unterstützung von ungarischer Seite erhalten, tioroeit diese Emigranten eine strafbare T ä - I gkeit betrieben, sind die Behörden stets gegen f mit unnachsichtiger Strenge vor- ji2 g a n g e n. Die revolutionäre kroatische Bergung kann in keinerlei politische Beziehung zu dir gegenwärtigen Politik Ungarns gebracht wer- dm. Es ist eine bekannte Tatsache, daß das un- oi rische Streben nach einer friedlichen Revision sitz nid)t auf Kroatien bezieht. Diese revolu- ti näre Bewegung, die mit legalen oder illegalen Mitein überall betrieben wird, wo Kroaten leben, h.tt ihre ausschließliche Quelle in einer Unzufrie- dlnheit, die aus der inneren Lage Süd - sl>a Wiens kommt. Das Marseiller Verbrechen i| nichts anderes als die natürliche Folge einer L rschwörung, die im Innern von Südsla - lliien selb st angezettelt worden ist. Die ungarische Ration und ihre Regierung verurteilen alüe Terrorakte, lehnen die Verleumdungen der siDslawischen Denkschrift ab und stellen sich mit rinem Gewissen vor die Öffentlichkeit der ganzen Lielt, um ihre Ehre zu verteidigen und die Wahrst zu beweisen. Der prager Ltniversiiäis- skandal. Rektor und Dekane legen ihre Aemter nieder. SP rag, 28.Rov. (DRB.) Rektor und De« k i n e der Prager deutschen Universität haben in der ksitzung des Akademischen Senats vom 28. November die Erklärung abgegeben, daß sie ihr Amt nieberlegen, um damit einen bedeutsamen tliugenblick in der vielhundertjährigen Geschichte der hatschen Universität zu Prag zu kennzeichnen. Der ^'ademische Senat spricht den zurücktretenden Würdenträgern das vollste Vertrauen aus. Er aiot zugleich der sicheren Erwartung Ausdruck, daß o efe feierliche Dertrauenskundgebung bei der gesamten Professoren- und Studentenschaft Wider- b:a 11 f i n b e n und daß es den vereinten Bemühungen aller Unioersitätskreise gelingen werde, Rektor irib Dekane zur Zurücknahme ihres Entschlus- leü zu bewegen. Rektor und Dekane dankten für den Üiisdruck des Vertrauens, behielten sich eine end- Mige Entscheidung vor und ersuchten ihre gesetzten Vertreter, vorläufig die Geschäfte der Prager Rutschen Universität weiterzuführen. In Kreisen der s'ager deutschen Studenten wurde die Absicht laut, di? ihrer Insignien beraubten deutschen Universität n -u e zu widmen. Um dem Ernst und der Not der I Mit Ausdruck zu verleihen, soll eine Rektors- litte aus Eisen und ein Zepter aus kichenholz angefertigt werden, die bas Dahm des 2 6. November 1934 tragen. Die Dittel werden die deutschen Studenten aus- jc.ließlich in ihren Reihen aufbringen. Im Abgeordnetenhaus brachte der deutsche chnst- Asoziale Abgeordnete Dr. Luschka als Beauf- hiigter der gesamten deutschen Opposition die Um« OTfitätsangelegenbeit zur Sprache. Die Regierung W wissen müssen, daß der Erlaß zur Uebergabe b'r Insignien ein erneuter Anlaß zu Stö- ringen des Friedens im Lande werden trifcte. Gerade jetzt sei dies der ungünstigste Zeit- pr.ntt zur Inszenierung des Insignienstreites ge- chsen. Gerade jetzt hätten sich d i e Deutschen lückenlos in Anerkennung geschichtlicher Tatsachen zum Staat bekannt. Sie hofften, für ihre Loyalität gerade auf kulturellem Gebiet Entge - genkommen zu finden und haben eine Enttäuschung erlitten. Im Universitätsgesetz von 1920 seien auch manche Bestimmungen zugun ° st en der Deutschen enthalten, die jedoch noch nicht durchgeführt worden seien. Der Abgeordnete schloß wörtlich: „Wir verlangen Sicher- heit und behördlichen Schutz für die deutsche Universität. Wir wollen die ganze Angelegenheit würdig behandeln. Es handett sich für uns nicht um eine Prestigefrage, sondern um ein lebenswichtiges kulturelles Interesse des gesamten Sudetendeutschtums." Weitere Protestkundgebungen in deutschen Universitätsstädten. Berlin, 28. Rov. (DNB.) Die Studierenden der Technischen Hochschule Berlin- Charlottenburg versammelten sich zu einer Protestkundgebung gegen die Prager Ausschreitungen. Aus allen Hörsälen und Seminaren ftrömten Studenten, Professoren und Hochschulbeamte in den riesigen Lichthof. Sprechchöre gaben unter dem stürmischen Beifall der Studierenden ihrer Empörung über die Prager Vorfälle Ausdruck. Der Studentenschafts ührer wies darauf hin, daß seit sechs Jahrhunderten deutsches Kulturgut und deutsche Wissenschaft in der Tschechoslowakei verkündet werden und hervorragende deutsche Wissenschaftler an der deutschen Universität Prag arbeiten. Heute könnten es sich kleinliche Elemente nicht verkneifen, alle Regungen des deutschen Geistes abzudrosseln. Mit großem Beifall wurde der Rektor, SA.-Oberführer Prof. v. Arnim, begrüßt, der die Studentenschaft zur Disziplin ermahnte und unter stürmischen Beifallskundgebungen verkündete, daß zum Protest gegen die Prager Vorfälle die Vorlesungen an diesem Tage ausfiel en. In mustergültiger Ordnung formierten sich darauf die Studenten, um durch Den Tiergarten zur tschechischen Gesandtschaft zu ziehen. Nationalsozialisttsche Kampflieder und Sprechchöre begleiteten den Marsch. Auf mitgeführten Transparenten sah man Inschriften und Kampfrufe, die der Empörung der Studentenschaft Ausdruck gaben. — Aehnliche Kundgebungen fanden auch in Frankfurt, Heidelberg und München statt. „OerWille derGaarbewohner ist Gesetz." Die „Stainpa" zur Saar-Abstimmung. Mailand, 29. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die „Starnpa" schreibt: Für die Saar muß alles m i t Klarblick und Gerechtigkeit vorbereitet werden. Der Abstimmungstag muß wirklich das Ende eines krankhaft gespannten Zu- st a n d e s an der Rheingrenze bedeuten. Der Dreierausschuß arbeitet seit Wochen unter dem Vorsitz von Baron Aloisi daran, um dieses Ziel zu erreichen. Bemerkenswert ist, welches Ansehen dieser Ausschuß bei den streitenden Parteien genießt. Man müsse wünschen und sich bemühen, damit seine Schlußfolgerungen das gleiche Vertrauen erlangen und keine Schatten hinterlassen. Der Wille der Saarbewohner i st Gesetz. Die vertraglichen Bestimmungen müssen beachtet werden. Wenn ihre Anpassung an die Zeit nötig ist, muß die Gerechtigkeit jeden einseitigen Druck überwinden. Wenn am Tage nach dem 13 Januar das Schicksal des Saarbeckens ohne Nachwirkungen entschieden ist, wird Europa aufatmen. Die Zusammenarbeit der ostasiatischen Nächte. Tschiangkeischek über das Verhältnis Chinas zu Japan. Schanghai, 28. Nov. (DNB.) In einer Unterredung, die der chinesische Generalismus Tschiangkaifchek einem Vertreter der Osaka Mainichi Shimbun gewährte, betonte der Marschall, China und Japan seien Schwesternationen, deren Beziehungen auf Gerechtigkeit und guten Willen begründet sein sollten. Eine Verzögerung der chinesisch-japanischen Zusammenarbeit durch ein weiteres Anwachsen der militärischen und wirtschaftlichen Einflüsse anderer Mächte in China sei nicht zu befürchten, da sowohl Amerika wie die europäischen Staaten sich einer Ausdehnung ihres Einflusses entfiel« t e n. Eine Lösung für das chinesisch-japanische Verhältnis könne auf der Grundlage gegenseitiger Achtung und gegenfeitgen Vertrauens durchaus gefunden werden. Dabei liege der Schlüssel der Lage völlig in den Händen Japans. Die Verwirklichung der allasiatischen Lehre, der Gleichberechtigung und gegenseitiger Zusammenarbeit werde sich niemand in China widersetzen. Amerika zum Wettrüsten mit Japan bereit. Neuyork, 28. Nov. (DNB.) Eine Erklärung des Vorsitzenden des Flottenausschusses im Unterhaus, S i m s o n, sagt, daß die Vereinigten Staaten auf drei japanische Kriegsschiffe fünf amerikanische bauen würden, falls die Kündigung des Flottenpaktes durch Japan tatsächlich erfolgt. Simfon fügte hinzu: Der Weltkrieg hat bewiesen, daß die Kosten militärischer Rüstungen unendlich gering sind gegenüber den Kosten eines wirklichen Krieges. Die Vereinigten Staaten könnten Japan keine Flottengleichheit zugestehen, selbst wenn die Washingtoner und Londoner Verträge darüber zugrunde gehen sollten. Die englische Prinzenhochzeit. Heute heiraten Prinz Georg und Prinzessin Marina in London. London am Hochzeitsmorgen. London, 29. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Heute vormittag wird in der Westminster-Abtei die Vermählung des vierten Sohnes des englischen Königspaares, des Herzogs von Kent, mit der griechischen Prinzessin Marina vollzogen werden. Der Nebel, der London mehrere Tage einhüllte, hat sich verzogen. Nur ein leichter Dunst liegt über der Themse. Die Wettervorhersage kündigte leidlich gutes Wetter an. Bereits kurz vor Tt. & MM Die Geschenke zur Vermählung desHerzogsvon Kent mit der Prinzessin Marina von Griechenland, die aus allen Teilen der Welt in London zusammengekommen sind, wurden im St.-James-Pa- last ausgestellt. Dort durften sie von Vertretern der Preffe besichtigt werden, die, wie unser Bild zeigt, sich genaue Aufzeichnungen über die einzelnen Gegenstände machten. 1 Uhr nachts erschienen gegenüber der Westminster- abtei und in Whitehall, Der Straße des Regierungsviertels, eine Anzahl Frauen, die sich Plätze als Zuschauer sichern wollten. Sie waren in dicke Decken gehüllt und vertrieben sich die Zeit mit Stricken und Lesen im Schein der Straßenlampen. Auch die Straßenhändler, die in der Hauptsache kleine Fahnen und sonstige Erinnerungszeichen verkaufen, gingen bereits zu nächtlicher Stunde „in Stellung". Oie Glückwünsche des Führers. Der Führer, und Reichskanzler hat Ihren Majestä- ten dem König und der Königin von England zur Vermählung des Herzogs von Kent mit der Prinzessin Marina von Griechenland telegraphisch seine aufrichtigsten Glückwünsche ausgesprochen. Der Führer und Reichskanzler hat ebenso dem jungen Paar selbst telegraphisch seine herzlichen Glück- und Segenswünsche übermittel. Was eine Prinzenhochzeit kostet. Wenn diese Zeilen erscheinen, wird die größte Sensation, die London seit langen Jahren gesehen hat, ihr Ende genommen haben: unter der Anteilnahme ganz Englands werden Prinz Georg von England und Prinzessin Marina von Griechenland endlich Mann und Frau geworden sein, und die rasenden Reporter werden sich für ihre Stifte und Kameras andere Objekte suchen müssen — unter tiefem Bedauern übrigens, denn einen so dankbaren Stoff werden sie so leicht nicht wiederfinden. Am meisten interessiert zur Zeit den Engländer noch die Frage, wer denn eigentlich die immensen Kosten der Hochzeit bezahlt? Nun: keineswegs der angehende Ehemann, sondern die königliche Schatulle. Prinz Georg wäre dazu gar nicht in der Lage, denn seine Bezüge stellten sich bisher fürs Jahr auf ungefähr hundertfünfzigtaufend Mark. Allerdings bedeutet die Heirat nebenbei auch noch eine gewaltige 23 e r b eifer u n g feines Einkommens; sogleich nach der Trauung erhöht es sich nämlich auf dreihundert- fünfundsiebziatausend Mark, und für jedes Kind, das dieser Ehe entsprießen wird, erhält er jährlich einen weiteren Zuschuß von ungefähr hunderttausend Mark. Davon läßt sich eigentlich schon leben... Dieses finanzielle Drum und Dran der Hochzeit ist gerade dem Durchschnittsengländer ungeheuer wichtig. Mit Spannung vernimmt er, daß sich Prinz Georg einen H o ch z e i t s r e i s e a n z u g hat machen lassen, der eine extra für ihn entworfene Farbe zeigt und nicht weniger als taufend Mark kostet. Seine ganze Reifeaussteuer hat die Summe von zwanzigtaufend Mark erfordert. Was die Hochzeit selbst verschlang, ist vorerst noch gar nicht abzusehen; fest steht nur, daß sie ein gewaltiges Loch in die königliche Schatulle gerissen haben muß. Immerhin ist diese Hochzeit ein gutes Ge- schäft für zahllose Unternehmer gewesen. Glück- lich sind vor allem die Bewohner der Häuser daran gewesen, die den Weg des Brautzugs vom Buckingham-Palast zur Westminster-Abbey säumen. Hier ist jeder Fensterplatz für die erstaunliche Summe von zweitausend Mark vermietet worden! In der Nähe der Kirche errichteten geschäftstüchtige Unternehmer Tribünen; der Platz kostete zweihundert Mark. Im Verhältnis zu diesen Summen sind die Plätze in der Kirche selbst, die schon Wochen vorher ausverkauft waren, billig gewesen — sie kosteten nämlich „nur" fünfzig Mark, und die Gelder aus diesem Verkauf flössen den verschiedensten Wohltätigkeitseinrichtungen Englands zu. Die Hochzeit ist überhaupt in großzügigster Form sozialen Zwecken dienstbar gemacht worden. Vor allem hat das Brautpaar gebeten, ihm alle geplanten nationalen Geschenke lediglich in Form von Spenden für Kranke und Arme machen zu wollen. Diese Bitte hat feine Beliebtheit noch gesteigert. Aber wer ist der reichste Schwieger« vater der Welt? Es ist ein Irrtum, anzunehmen, der König Georg V. von England, der Schwiegervater der griechischen Prinzessin Marina, sei der reichste Schwiegervater Der Welt, Das ist vielmehr Der Nizam von HaiDarabaD in Indien, also ein Untertan Des Kaisers von InDien. Man kennt Den ungeheuren Reichtum Der inDischen Nabobs an Juwelen, aber seiner von ihnen kann sich mit Dem Nizarn von HaiDarabaD auch nur annähernd messen. Seine Schatzkammern befinben fick irgenDroo in Der Nähe feiner ResiDenz, Doch noch nie hat ein Europäer Den Blick in sie tun können. Die Vorfahren Des jetzigenNizams haben keine Gelegenheit, Die Schatzkammern mit Den kostbarsten Juwelen zu füllen, vorübergehen lassen, und diese Tradition wird streng bewahrt. Außer Dem Besitzer dieser Schätze wissen nur die Schatzwächter den Weg in Die Kammern und Den Wert Der ihnen anoertrauten Schätze. Noch nie hat einer von ihnen über sie auch nur Das Geringste verraten. Fühlt ein Schatzwächter sein EnDe nahen, bann teilt er fein Geheimnis feinem Sohn mit. Der Dann Das Amt übernimmt. So roirb schon feit Generationen verfahren. Die beiben Töchter bes Nizams werben in Kürze heiraten. Ihre zukünftigen Gatten sinb bie Söhne bes Nabob Muzaffar Jung Bahabbur, bie in Englanb ftubiert haben, jetzt aber triebet bie Lebensweise und Tracht ihrer Ahnen übernommen haben. Dor Der Hochzeit roerDen Die Töchter in Die Schatzkammern ihres Vaters geführt, wo sie nach Belieben sich Den schönsten Schmuck aussucben Dürfen. IeDer Verwanbte des Nizams, dem Diese Gunst gewährt wird, wird mit verbundenen Augen durch die langen Gänge geführt, bis Die Schatzkammer erreicht ist. Hat Der oDer Die Glückliche Die Wahl getroffen, Dann roerDen Die Kostbarkeiten von Dem Oberschatzmeister verbucht, Denn Die Juwelen sind nur auf Lebenszeit ausgeliehen. Sobald ein Besitzer dieser Juwelen stirbt, meldet sich der Oberschahmeister bei den Hinterbliebenen, um bie ausgeliehenen Juwelen roieber in Verwahrsam zu nehmen. Auf biefe Weise wirb ber Reichtum ber Nabobs von Geschlecht zu Geschlecht nicht nur erhalten, fonbern burch Zukauf noch vermehrt. Die zukünftigen Schwiegersöhne sinb ben Töchtern bes Nazim von Haibarabab schon in ihrer ersten Le- bensftunbe bestimmt worben, sie haben sie bis heute noch nicht gesehen; erst auf ber Hochzeit werben sie beurteilen können, ob bie Schönheit ihrer Frauen ber Pracht ihres kostbaren Schmuckes entspricht. Oer Präsident von Bolivien im Kriegsgebiet gefangen genommen. London, 28. Nov. (DNB.) Reuter meldet aus Neuyork: Der Präsident von Bolivien, Salamanca, wurde von Truppen in der Gegend von Chaco Boreal gefangengenommen. Salamanca hatte sich ins ^Haco-Gebiet begeben, um wegen ber kürzlichen Nieberlage ber bolivianischen Armee gegen bie Paraguayaner einen Wechsel im Obertommanbo ber Armee vvrzunehmen. Nach einer weiteren Reuter- melbung mürben im Chacogebiet außer bem Präsi» benten Salamanca auch ber neugewählte Präsibent Tamayo unb zwei Töchter Salamancas sowie ber Kriegsmini st er gefangengenommen. — In Santiago be Chile verlautet, baß ber von ben Paraguyaern gefangene Präsibent Boliviens abgedankt hat. Vizepräsident T e j a d a soll die Macht übernommen unb eine nationale Regierung gebt!bet haben, bie bie Führer sämtlicher Parteien umfaßt. Obergebietsführer Stellrecht gibt den neuen Schulungsplan der HI. bekannt. Obergebietsführer S t e 11 r e ch t verkünbete in ber „Stunbe ber jungen Nation" ben neuen Schulungsplan ber H I. unb führte u. a. aus: „Mit bem heutigen Tage wirb bte zweite Schulungsreihe ber Hitler-Jugenb eröffnet. Die erste Reihe hat euch ben Weg bes beutschen Volkes gezeigt. Die neue Schulung führt euch in bie großen Grundgebanken bes Nationalsozialismus ein, legt sie klar vor euch aus unb vertieft euer Denken. Wir werben roieber anknüpfen an bie Alt- oorberen, weil wir von ihnen zu uns eine neue klare Beziehung sehen, unb weil wir nichts sinb ohne sie. Wir werben euch bie beiben großen Wege ber beutschen Politik aufzeichnen, ben Weg ber Kaiser nach bem ©üben unb ben Weg bes beutschen Volkes nach bem leeren Raum im Osten. Ihr roerbet es schwer haben, an Tugenben ber Generation gleichzukommen, bie ben größten Krieg ber Welt burchstritten hat unb bie stark genug war, auch noch die größte Revolution durchzukämpfen, die je in Deutschland gewesen ist. Aber ihr werdet, wenn ihr noch härter, noch mutiger, noch disziplinierter seid, die sein, die vollenden dürfen. Oder aber, von euch wird man nach Jahrhunderten noch sagen, daß ihr zu schwach gewesen seid, Deutschland vollends auf den Gipfel seines staatlichen Seins zu führen, nachdem es kurz vor der Vollendung stand." Im Anschluß an diese Ausführungen entwickelte Obergebietsführer S t e l l r e ch t das Programm für die kommenden Monate. Obergebietsführer Stellrecht schloß seine Rede mit der Aufforderung, die Schulungsarbeit als Arbeit für ein zukünftiges, besseres Deutschland aufzufassen. Erleichterung für die Einstellung von Landhelfern. Berlin, 28. Roo. (DRB.) Um einen verstärkten Einsatz von Landhelfern besonders in den Wintermonaten zu ermöglichen, hat der Präsident der Reichsanstalt erhebliche Erleichterungen eingeführt. Durch den neuen Erlaß ist u. a. die G r ö ß e der Bauernbetriebe, als Aufnahmebetriebe für Landhelfer, erhöht worden. Ferner wird der Person e n k r e i s der zur Landhilfe zugelassenen Jugendlichen erheblich erweitert. Die Weitergewährung der Beihilfe bis zu zwölf Monaten ist schon dann zulässig, wenn beispielsweise nach sechsmonatiger Förderung ein weiterer Arbeitsvertrag für 6 Monate abgeschlossen wird. Einrichtung von personenkrastfahriinien. Berlin, 28. Roo. (DRB.) In letzter Zeit mehren sich die Fälle, in denen sich Omnibusbesitzer zu Interessengemeinschaften zusammenschließen, um unter gegenseitiger Unterstützung die Beförderung von Personen zwischen bestimmten Punkten regelmäßig zu betreiben. Sie werben nicht selbst für diesen Verkehr, sondern bedienen sich hierzu anderer Firmen, insbesondere Reisebüros, die auch den'gesamten Fahrkartenverkauf übernehmen. Der R e i ch s - verkehrsmini st er hat entschieden, daß es sich hierbei um einen Kraftfahrlinienoerkehr handelt, I zu dessen Einrichtung eine besondere staat- liche Genehmigung erforderlich ist. Es liegt deshalb im eigenen Interesse des Unternehmers, sich vor der Anschaffung eines Kraftomnibusses darüber zu vergewissern, ob er den geplanten Verkehr auch ausführen kann. Gegen unberechtigte Mietpreissteigerungen. Berlin, 28. Rov. (DRB.) Beim Reichskommissar für Preisüberwachung Dr. Goerdeler sind Beschwerden darüber eingelaufen, daß in Orten, in denen ein starker Zuzug stattgefunden hat, starke M i e t p r e i s st ei gern n g e n vorgenommen seien. Der Reichskommissar hat daraufhin mit dem Zentralverband deuscher Haus- und Grundbesitzervereine Fühlung genommen und die Zusicherung erhalten, daß diese Mißstände sofort abgestellt werden würden. Die obersten Landesbehörden sind gebeten worden, in derartigen Gemeinden unter Zuhilfenahme der Unterorganisationen des Verbandes unverzüglich feit dem 1.4.d.J. vorgekommene unberechtigte Mietpreissteigerungen sofort zu beseitigen. Sollte dieses auf die Einsicht, das Verantwortungsgefühl und die nationale Disziplin aller Beteiligten abgestellte Verfahren nicht zum Ziele führen, so ist den obersten Landesbehörden der Erlaß einer Ermächtigung zugesichert worden, die ihnen die erforderlichen rechtlichen Handhaben bietet. Es ist aber zu erwarten, daß es solcher Ermächtigungen nicht erst bedarf, sondern daß sich alle Beteiligten klar sind, daß der gegenwärtige Zustand der Miet- preisbildung seinerzeit nach schweren wirtschaftlichen Kämpfen und Enttäuschungen errungen ist und daher nicht durch wucherische Disziplinlosigkeit aufs Spiel gesetzt werden darf. Eine gemeine Fälschung. München, 28. Rov. (DRB.) Die Reichspressestelle der NSDAP, gibt bekannt: In einigen Emigrantenblättern findet sich der Abruck eines Rundschreibens, welches angeblich vom Schatzamt der NSDAP, an die Gauamtsleiter ergangen sein soll. In diesem angeblichen Rundschreiben soll die NSDAP, verlangt haben, daß die Grundstücke und Gebäudekomplexe der in den Gaubezirken sich befindenden Ordens - und Missionsgeselllschaften beider Konfessionen genauestens zu vermessen seien. — Im Einvernehmen mit dem Reichsschatzmeister der NSDAP, wird festgestellt, daß weder ein solches, noch ein ähnliches Rundschreiben jemals ergangen ist. Dieser Fall zeigt neuerdings, mit welchen Mitteln die Emigrantenpresse ihren Kampf gegen den Nationalsozialismus führt. Es wird hiermit ausdrücklich erklärt, daß das angebliche Rundschreiben eine gemeine Fälschung darstellt. Aus aller Welt. Der Emigrant Egon Erwin Kisch zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der berüchtigte Emigranten-Schriftsteller Egon Erwin Kisch wurde zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er trotz Landungsverbots als unerwünschter Ausländer australischen Boden betreten hatte. Nach Verbüßung seiner Gefängnisstrafe hat Kisch sofortige Ausweisung zu gewärtigen. „Persische Straße" in Berlin. Im Norden Berlins fand die feierliche Umbenennung des größten Teiles der Exerzierstraße in „Persische Straße" statt. An der Feier nahmen neben dem persischen Gesandten und der persischen Kolonie Vertreter des Auswärtigen Amtes teil. Oberbürgermeister Dr. S a h m wies in seiner Ansprache darauf hin, daß die Reichsregierung auf freundschaftliche Beziehungen zu Persien den allergrößten Wert lege. Die Reichshauptstadt wolle mit der Straßenumbenennung zugleich auch ihrer Bewunderung dafür Ausdruck geben, was Persiens Kaiser für sein Land geleistet habe. Der persische Gesandte, Abolghassem Khan Nadjm, dankte in herzlichen Worten für die Ehrung und betonte, daß die Einweihung dieser Straße vom ganzen persischen Volke als ein Zeichen 'der täglich wachsenden freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern begrüßt werde. Der Gesandte betonte, daß das heutige Persien unter der Führung eines großen Mannes in vieler Hinsicht dem Deutschen Reiche ähnlich sei, das einen ruhmreichen Führer besitze, der sich für den Aufstieg und die Größe seines Landes aufopfere. Das Leipziger Schlageterhaus erstes anerkanntes Kameradschaftshaus. Im Rahmen eines Besuches, den der Reichsführer des NS.-Studentenbundes, Reichsamtsleiter D e - r i ch s w e i l e r, der Leipziger Studentschaft abstattete, hielt er einen Appell über die Mannschaft des Kameradschaftshauses „Schlageter" ab. Hierbei betonte er erneut die Wichtigkeit der Kameradschaftshauserziehung und erklärte: „Das Leipziger Kameradschaftshaus „Schlageter" wird hiermit unter Führung des ersten Kameradschaftshausführers, Sturmführer Zimmermann, als bisher einziges und erstes Kameradschaftshaus des NS.-Studentenbundes der NSDAP, in ganz Deutschland anerkannt. Ihr seid die Mannschaft, nach der ich die studentische Erziehungsarbeit aufrichten will. Sturmführer Zimmermann ist Freikorpskämpfer und ein Freund Albert Leo Schla- geters". Exemplarische Bestrafung einer gemeingefährlichen Wiläererbande. Eine Wildererbande, die das ganze Jagdrevier von Cochem an der Mosel unsicher machte, hatte sich vor der Großen Strafkammer in Koblenz zu verantworten. Die Angeklagten — Einwohner aus Cochem — hatten die Wilddieberei bandenweise begangen und das Wild nicht nur mit Schußwaffen, sondern auch mit Schlingen erlegt. Einen Teil der Waffen hatten die Burschen gestohlen oder unberechtigt erworben. Die Wilddiebe hatten weiter zahlreiche Einbrüche verübt, wobei ihnen nuch erhebliche Mengen Lebensmittel in die Hände gefallen sind. In der Verhandlung waren die Angeklagten in der Hauptsache geständig, schoben sich aber gegenseitig die Schuld zu. Mit Rücksicht auf die Gemeingefährlichkeit der Straftaten wurde der Hauptangeklagte zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt, während die übrigen Wilderer mit Gefängnisstrafen von acht Monaten bis zu zwei Jahren davon- kamen. Dreister Raubüberfall in Kempten. Ein verwegener Raubüberfall wurde von zwei Burschen in Kempten (Allgäu) verübt. Dort betrat ein fremder Mann ein Kaffeegeschäft und rief: „Geld oder ich schieße!" Er eilte auf die Verkäuferin zu, die nur mit einem Lehrmädchen im Laden war, versetzte ihr einen starken Schlag und gab einen Schuß auf sie ab. Die Verkäuferin wurde aber nicht verletzt. Darauf riß der Räuber aus der Kasse Silbergeld im Betrage von 50 bis 60 Mark, worauf er die Flucht ergriff. Ans die Verkäuferin, die ihm dann folgte, gab er einen zweiten Schuß ab. Den in der Richtung Freudenberg davoneilenden Räuber verfolgten mehrere Vorübergehende; auch auf seine Verfolger feuerte der Räuber zwei Schüsse ab. In Freudenberg sprang er in ein Auto, das augenblicklich losfuhr. Es handelt sich um zwei Sträf. linge, die aus der Gefangenenanstalt Hohenasperg bei Ludwigsburg entflohen waren. Das Auto schei« nen sie gestohlen zu haben. Zehn Jahre Gefängnis im Brüning-Prozeh beantragt. Im Brüning-Prozeß in Köln stellte Staatsanwaltschaftsrat Thomas den Strafantrag. Er beantragte gegen den ehemalig^ Bankdirektor Dr. Brüning wegen fort, gesetzter Untreue, wegen Betruges in sechs Fäl. len in Tateinheit mit Unterschlagung, ferner wegen Betruges und Unterschlagung im Falle der Stadt Köln und wegen Vergehens gegen die Konkursordnung die zulässige Höchststrafe von insgesamt zehn Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust. Drahtseilbahnunglück bei Neapel. — Sieben Tote, neun Verletzte. Bei Neapel ereignete sich ein schweres Draht, seilbahnun glück. Der Führerwagen einer Drahtseilbahn stieß an einen Pfeiler und stürzte ab. Vier Personen waren sofort t o t und 12 wurden verletzt. Von letzteren sind später drei a e st o r - den, so daß im ganzen sieben Tote bei oem Unglück zu beklagen sind. Wettervoraussage. Während an der Küste von einem mit seinem Kern im Weißen-Meer-Gebiet liegenden Tiefdruckwirbel kältere polarmaritime Luftmassen über Skandinavien nach Osteuropa einströmen, yat sich über Deutschland der seither bestehende Witterungscharakter noch wenig verändert. Es herrscht fast allgemein Nebel oder Hochnebel und verhältnismäßig mildes Wetter, nur im Süden werden Nachtfröste beob- achtet. Das Hochgebirge hat schönes und auß-r- ordentlich warmes Wetter. Eine rasche Witterungsumgestaltung ist noch nicht wahrscheinlich, doch kann mit einer langsamen Abkühlung gerechnet werden. Aussichten für Freitag: Vielfach Nebel oder Hochnebel mit zeitweilig geringfügigem Regen, im ganzen etwas kühler, schwache Luftbewegung. Lufttemperaturen am 28. November: mittags 6,1 Grad Celsius, abends 5,1 Grad; am 29. No- vember: morgens 4,8 Grad, Maximum 6,1 Grad, Minimum 4,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. November: abends 4,6 Grad; am 29. November: morgens 4,7 Grad. Hauptschriftleiler: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerck R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2.3utt 1934 gültig. Was Sie suchen in bietet Ihnen 7005 0 Gze/jen. SPEZ/AL - WOLLTE 5 CH&F T jetzt 4eltcisn>c6 52 Schwaab’sWeinstuben und Bergschenke yoHoklinnP NeilsHKrast, Gießen HlU l£ VI Uli |jp V Marburger Str. 68, Tel. 2748/49 Tischbestellung 2725. 69860 2748/49 Stadt Mainz 6994D schäftsstelle Lonystraße 18. 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Settidinften Gießen/Schulstraße? ltt.279 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesien) Donnerstag, 29. November 193^ Die Frauen helfen dem Winterhilfswerk. Im Rahmen des Winterhilfswerkes 1934/35, zu dem die NS.-Frauenfchaft Gießen ihre Mitglieder und darüber hinaus alle interessierten Frauen auf- gefordert hat, fand gestern abend im CafL Leib eine überaus gutbesuchte Kundgebung statt. Der Saal prangte in reichem Girlandenschmuck und schien symbolisch auf den Zusammenschluß aller — dem großen deutschen Frauenwerk zu ersprießlicher Aufbauarbeit — vereinigten Frauenoerbände hinzuweisen. In ihrer Einführungsrede richtete die stellvertretende Kreisfrauenschaftsleiterin $rau Wrede herzliche Begrühungsworte an die zahlreich Er- schinenen und dankte ganz besonders der Rednerin des Abends, Gaufrauenschaftsleiterin Frau B r i n k h o f f, die sich trotz größter Inanspruch- nähme wieder einmal in vorbildlicher, selbstloser Weise zur Verfügung gestellt hatte. Sie wies darauf hin, daß der überaus starke Besuch sie besonders freue, weil er ein lebhaftes Interesse an der guten Sache zeige und dadurch die Möglichkeit gegeben sei, immer neue Frauen zu gemeinsamer Zusammenarbeit für des Volkes und des Vaterlandes Wohlergehen zu gewinnen. Rach der Begrüßungsansprache wurde vyn den Pg. Weyl, Luley und den Frauen Zimmer und Weyl in vollendetem Zusammenspiel eine alte Telemannsche Kantate aus dem 17. Jahrhundert vorgetragen. Mahnend und eindringlich klangen dazwischen in Frau W e y l s gutgepflegtem Alt die Worte: „Ihr, Völker, hört, wie Gott aufs neue spricht: „Es werde Licht!" In wirkungsvollem Wechsel folgte daraus die kleine Novelle „Winternacht" von Ina Seidel, von Frau Güngerich in fein empfundener und ergreifender Weife vorgetragen. Nach freudigen Beifallskundgebungen ergriff sodann Frau Brinkhoff das Wort. Von dem zur Zeit überall in deutschen Gauen und auch hier in Gießen an allen Anschlagsäulen befindlichen Bilde ausgehend, das zwei in bitterer Not befindliche, abgehärmte Menschen darstellt, eine Mutter mit ihremKinde, und 'zwei sich ihnen entgegenstreckende Hände zeigt, gab die Rednerin in ihren schlichten, klaren, zielweisenden Ausführungen Aufschluß über den tieferen Sinn dieser Bildwiedergabe. So, wie sich diesen zwei Menschen helfende Hände entgegenstrecken, so soll erneut, auf eindringlichen Wunsch unseres Führers, all denen geholfen werden, die von innerer und äußerer Not betroffen sind. TUben der materiellen Hilfe für die wirtschaftlich Bedrängten soll eine Brücke auch zu denen geschlagen werden, die noch nicht vom Geiste unserer neuen Zeit und der Opferbreitschaft für unser Volk durchdrungen und daher auch noch nicht von der felsenfesten Hoffnung beseelt sind, daß wir Frauen der Jetztzeit alle zusammen den gemeinsamen Willen haben müssen, im Sinne unseres Führers unseren ärmeren Volksgenossen zu helfen und beizuflehen., Nach den Worten unseres Führers: „Jeder muß sich verantwortlich fühlen für den, der neben ihm steht", müssen wir in vollstem Pflichtbewußtsein stets helfend und opferbereit dastehcn. So wie wir Frauen schon damals während des großen Völker- ringens, als unsere Männer und Brüder, das Vaterland schützend, an der Grenze standen, Opfergeist und echte Volksgemeinschaft gezeigt und gepflegt haben, so müssen wir uns auch heute wieder mit festem, eisernen Witten zu geschlossenem Handeln vereinigen, um die auf uns wartende riesengroße Arbeit des Wintevhilfswerks durchführen zu können. Wenn jede von uns an ihrem platze fleht, so wie es der Führer wünscht, dann muß die große Not und das Gespenst der Arbeitslosigkeit ein für allemat verschwinden. Nich durch blasse Theorie oder Nörgeleien kann dies erreicht werden, sondern allein durch den Zusammenschluß aller Frauen und Volksgenossen zu gemeinsamer Arbeit. „Wer sein Volk und Vaterland liebt, zeigt es durch die Opfer, die er für es bringt!" sagt unser Führer. Im Hinblick auf die Zukunft unserer Kinder und mit Gottes gnädigem Beistand, der uniferm Volke in ieiner tiefsten Not den Führer gab, sei es unsere heilige Pflicht, uns restlos für das Gelingen des großen Winterhilfswerks einzusetzen zum Segen für Volk und Vaterland. Nach diesen beherzigenswerten Worten und dem von Frau Wrede ausgesprochenen Wunsche, daß sie offene Ohren und willige Herzen finden mögen, brachten die Besucherinnen ein dreifaches Sieg-Heil auf unfern Führer aus und sangen anschließend den zweiten Vers des Deutschland-Liedes. Aus der Provinzialhauptstadt. Das Weihnachtsgeschäft. Die alten und oft wiederholten, immer mit zureichenden Gründen belegten und dennoch kaum ausgeführten Mahnungen, rechtzeitig zu kaufen, weil man nicht nur seine Käufe über- legen kann, sondern auch dem Verkäufer die Qual erspart, im letzten Augenblick mit ungeheurer An- spannung schnellstens zu arbeiten, sind vor Weih- nachten gewiß am Platze. Aber die deutsche Hausfrau, der Mann, dessen Lohn nicht immer in zureichendem Maße ausgezahlt wird, kann zumeist trotz schärfster Sparsamkeit nicht immer so zeitig einfaufen, um diesen idealen Wünschen nachzukom- men. Somit bleiben der Kupferne, der Silberne und der Goldene Sonntag notwendige Einrichtungen und für den größten Teil des deutschen Volkes die Haupteinkaufstage. Daß Geben seliger als Nehmen ist, bedeutet aber auch einen ökonomischen Faktor, und auf das Weihnachtsgeschäft selbst sind die Erwartungen der ganzen Wirtschaft gerichtet. Immerhin lasten sich drei Typen der Käufer unterscheiden: Der erste überlegt erst dann, wenn er kauft oder — gekauft hat. Der zweite wird vom Sehen angereizt; er stellt immerhin eine gehobe- nere Schicht des Käufers dar. Der dritte überlegt daheim, was fein Geldbeutel vermag und wie er seine Lieben beschenkt, und diese Gruppe ist vielleicht die beste, denn abgesehen vom Nutzeffekt eines solchen Vordenkens erspart man auf diese Weise dem Verkäufer einen großen Teil Arbeit. Es scheint, als ob unter dem Zwange der Not und Sparsamkeit diese Schicht der Käufer im Wachsen begriffen ist. Wenigstens berichten übereinstimmend - die Geschäftsleute, daß die Deckung des Bedarfs und der Wünsche heute sorgfältiger als in den Iah- i ren erfolgt, in denen wir dick drin saßen. Wenn I auch nicht alle Käufe sich auf einen größeren Zeitraum verteilen, so sind doch die Vorsichtigen, die auswählen unb sichten, zahlreicher geworden. Und sie kaufen Qualttätswäre! Schon in den letzten fahren war die Weiche vom Tand zum wertvollen Stück zu beobachten, und in diesem Jahre ist diese Wende verstärkt worden durch die immer wieder • eingehämmerte Mahnung, daß Qualitätsarbeit wertvoller ist, als Ramsch. Es begann mit kleinen Dingen. Wenn z. B. das Gold der Ostsee, der Bern- ' stein, wieder populär geworden ist, so ist das nicht nur eine Modesache, sondern unwillkürlich verbindet der Schenkende und der Beschenkte mit dem «Stück Bernstein auch ein Seelisches. Und wenn die Mahnung, nur lichtechte Stoffe zu kaufen oder Möbel aus deutschem Holz zu bevorzugen oder i deutsches Porzellan und die Erzeugnisse deutscher 'Volkskunst und deutscher Handfertigkeit auf frucht- I baren Boden fiel, so liegt darin doch eine Umkehr ibes Geschmacks unb eine Veredelung des Schenkens. 'Schenken an und für sich ist ein Luxus, aber es igibt einen verfeinerten Luxus, der für jedes nicht Im Materiellen allein beharrende Gemüt lebensnotwendig ist. Und daß wir gewissermaßen prak- itischen Luxus uns erlauben, dazu zwingt schon die Not und die Notwendigkeit, die immer die Mutter ides Weltalls gewesen ist. Man kann in der Geschäftswelt deutlich den Zug zum Schönen auch in einfachen Dingen Der- fpüren. Der deutsche Einzelhändler hat sich nicht nur den Bedürfnissen der Käuferschicht angepaßt, sondern durch sorgfältige Auswahl und Sinn für [ Schönheit ihr auch das Gesetz des Kaufens bestimmt. Es kommt heute, wie jeder Gefchäftsmann weiß, nicht darauf an, daß einmalige große Umsätze erzielt werden, sondern der Käufer gewissermaßen zu „seinem" Kaufmann kommt und sich beraten läßt. Aus parteiamtticheuBekanntmachungen In der Ortsgruppe G i e ß e n - O st findet am morgigen Freitag, 20.30 Uhr, in der „Stadt Lich" Zellenabend für die Zellen 2 und 3 (An der Kaserne, Kugelberg, Friedensstraße, Kaiserallee 28 bis Ende, Grünberger Straße, Rödgener Straße, Flughafen, Heyerweg, Eichgärten, Schlageterstraße, Wolfstraße 1 bis 18, Alter Rödger Weg) mit Licht- । bilder-Vortrag über „Altgermanisches Bauerntum" statt. Die Ortsgruppe Gießen-Süd veranstaltet am kommenden Montag, 20.30 Uhr, im Studentenheim, Leihgesterner Weg, einen öffentlichen Schulungsabend, bei dem Pg. Ewald über „Brennende deutsche Wirtschaftsfragen" sprechen wird. Alle Volksgenossen sind dazu eingeladen. 7K5.=£ef«rerbunl>, Äießen. Geschichtliche Fachschaft. Freitag, 30. November, 17 Uhr, im Seminar- zimmer der Oberrealschule. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Achtung Wintersportler, Urlaubsfahrer! Acht Tage in das Erzgebirge für nur 3 3 Mark einfchl. Fahrt, Verpflegung und Unterkunft. Vom 2 5. Dezember bis 2. Janu ar. Das Erzgebirge ist bekannt als ein vorzügliches Gebiet für Wintersport und durch seinen Wald- reichtum für schöne Spaziergänge in den Winterwäldern geeignet. Sowohl der Wintersportler, wie auch der Urlauber wird reichlich auf seine Kosten kommen. Die Abfahrt ab Frankfurt a. M. erfolgt am 25. Dezember abends. Die Rückfahrt beginnt am 1. Januar nachmittags. Am Spätnachmittag ist ein mehrstündiger Aufenthalt in Chemnitz vorgesehen. Die Weiterfahrt erfolgt nach dem gemeinsamen Abendbrot. Ankunft in Frankfurt am 2. Januar früh. Anmeldungen werden bis zum 6. Dezember auf der Geschäftsstelle der NSG. „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, Zimmer 10, entgegengenommen. Heimatabend des Reichsbunds Volkstum und Heimat. Man schreibt uns: Ein besonderes Erlebnis verspricht der Heimatabend am Samstag, 1. Dezember, 20.15 Uhr, im Cafö Leib, für alle Heimatfreunde in unserer Stadt und Umgegend zu werden. Die Verbundenheit von Stadt und Land, materiell schon so oft bewiesen in der Arbeit des WHW. und der NSV., findet ihren ideellen Ausdruck bei diesem Heimatabend in der Mitwirkung der E r k s d o rf e r Trachtengruppe/ die ja auch beim Reichsparteitag in Nürnberg die lobende Anerkennung des Führers gefunden hat. In Liedern zur Laute und alten Volkstänzen werden die Erksdorfer Proben aus dem Schatz bodenständigen Volks- und Brauchtums bieten. „Stadt und Land — Hand in Hand" wird auch wieder das Leitmotiv der mundartlichen Darbietungen unseres oberhessischen Heimatdichters Georg Heß (ein. Der Bauerschc Gesangverein wird alte Volkslieder aus dem Lochheimer Liederbuch fingen und den Abend mit vaterländischen Chören aus- klingen lassen. Die Mädchenoberklasse 1c der Schiller sch ule wird mit schlichten Volksweisen aufwarten. Keine Versammlung in diesen Tagen, da nicht unserer Brüder an der Saar gedacht wird! Ein Sprechchor der Schillerschule, ein Gedichtvorti ag eines Saarkindes unb der Bongardsche Chor „Glück auf! Der Saar!" werden unsere Verbundenheit mit den Saardeutschen zum Ausdruck bringen. Erfreulicherweise hat der Leiter der Landschaft Nheinfranken — Nassau — Hessen im RDH., Herr Mi usterialrat Ningshausen, sein Erscheinen in Aussicht gestellt, er wird die Ansprache übernehmen. Nach alledem verspricht der Abend ein voller Erfolg für die Heimat- und Volkstumsarbeit zu werden. Der „Wunschzettel" für den Weihnachtsmann. In diesen Tagen herrscht bei den amtlichen Stellen des Winterhilfswerkes wieder eifrigste Tätigkeit bis spät in die Nacht hinein. Eine erhöhte Zahl freiwilliger Helfer ist am Werk, um die größte bisher dagewesene Weihnachtsbescherung des Deutschen Volkes auszurichten. Dieses Jahr gilt es nämlich wirklich das Christkind bei seiner Vorbereitung des Weihnachtsfestes zu entlasten. Die Weihnachtsgaben sollen diesmal nicht mehr, wie bisher, in einen großen Topf geworfen werden, aus dem jeder bedachte Volksgenosse ein vom Zufall bestimmtes, für ihn mehr oder weniger brauchbares Päckchen erhielt. Jeder, der hierzu in der Lage ist, soll vielmehr einer ihm mit Namen bekannten Familie eine richtige Weihnachtsfreude dadurch bereiten, daß er versucht, ihre Wünsche zu verwirklichen. Jedoch kommt cs nicht darauf an, daß du auf Grund deines besonders gut gefüllten Geldbeutels tatsächlich in der Lage bist, die ausgesprochenen Wünsche restlos zu erfüllen. Du mußt nur aus vollstem Herzen geben und mit allen deinen Kräften Freude bereiten wollen, fo wird auch deine kleinere Gabe dankbaren Widerhall in dem durch deine Hilfe gefestigteren Zusammengehörigkeitsgefühl aller finden. Deine eigene Weihnachtsfreude wird um so größer sein, weil du diesmal weißt, wie sehr die Augen des Beschenkten am Weihnachtsabend leuchten werden, wenn er das Paket öffnet und feine doch gewiß so bescheidenen Wünsche erfüllt sieht. Daran denke, wenn zu dir in den nächsten Tagen der Vorbote des Weihnachtsfestes mit einem „Wunschzettel" des Winterhilfswerkes kommt, um dir Gelegenheit zu geben, einem von der Härte des Schicksals noch unschuldig verfolgten Volksgenossen ein helles und frohes Weihnachtsfest zu bereiten. Tagung des Oberhessischen Schwurgerichts. Am Dienstag und Mittwoch, 11. und 12. Dezember, wird das Oberhessische Schwurgericht unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Heid in Gießen zu einer Sitzung zusammentreten. Zur Verhandlung kommen eine Anklage wegen schwerer Körperletzung mit tödlichem Ausgang und eine Anklage wegen Mordes. Die Anklage vertreten die Staatsanwälte Dr. Hofmann bzw. Dr. Fink e. Vornotizen. — Tageskalender f ü r Donnerstag. NSBDT., 20.30 Uhr, Caf6 Ebel, Lichtbilder-Vor- trag von Pg. Heß über „Mit Lettow-Vorbeck in Deutsch-Ostafrika". — Hitler-Jugend, Bann 116, Sozialamt, BDM. und Arbeitsamt Gießen, 20 Uhr, Turnhalle Goetheschule, Vortragsabend (Elternabend). — Stadttheater, 20 bis 22.15 Uhr: „Die Braut von Messina" (Vorstellung der NS.-Kultur- gemeinbe, Ring Deutsche Bühne). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der verlorene Sohn". — Astoria- „Der verlorene Gohn." Lichtspielhaus. Bisher ist Luis Trenker, soweit wir uns erinnern können, nur ein einziges Mal von der gewohnten Linie seiner Filme abgewichen, das war in dem historischen Schauspiel „Der Rebell", das :wir vor längerer Zeit auch hier gesehen haben. :Der neue Film nun, der das alte biblische Motiv ,auf seine Weise gestaltet, beginnt wie zahlreiche .andere Bergfilme, die Trenkers Namen bekannt gemacht haben; es ist die gewohnte Umwelt, die Ibekannte Alpenlandschaft, die festen Bauerngesich- iter, Wald, Berg, Gletscher, Skirennen, Lawinen- |jlur3 — alles, was wir schon früher in Trenkers filmen sahen; aber dann kommt ein ganz neues Motiv herein, das auch von der Kamera bildmäßig mnb plastisch-eindrucksvoll erfaßt wird: die Hoch- «lpenszenerie wird überblendet von dem steinernen Wolkenkratzergebirge Neuyorks —, und damit sind idie beiden großen Schauplätze in ihrer polaren «Gegensätzlichkeit kontrastreich genug ins Bild «gerückt. * Der Holzhauer und Bergführer Tonio Feuer- finger wird eines Tages von der Sehnsucht nach Abenteuern und weiter Welt erfaßt; das fflingt unwahrscheinlicher als neulich bei dem Bankbeamten Kobin, zum mindesten merf- iwürdig, da der Tonio daheim ein liebes Madel Ibat, das nur darauf wartet, seine Frau zu werden. »Aber es mag immerhin einmal Vorkommen. Ein 'reicher Amerikaner, dem Tonio auf einer verum «glückten Bergtour die einzige Tochter aus der La- iroine gerettet hat, ebnet ihm den Weg nach drüben. »Aber drüben, in Neuyork, erlebt Tonio nur, was Ischon Tausende vor ihm erlebt haben Es beginnt »damit, daß man ihm auf seiner Suche nach einem «Erwerb kühl erklärt, Amerika habe bereits acht »Millionen Arbeitslose; unb es enbet mit Hunger mnb Heimweh, mit gestohlenem Brot und einem Teller Suppe bei der Heilsarmee. Gerade dieser zweite Teil des Films ist in feiner nüchternen und ungeschminkten Realistik, auch in der bildmäßigen Erfassung des großen optischen Motivs Neuyork sehr gelungen; und eben deswegen wirkt der Umschwung, Tonios Rettung Lurch feine ganz unvermutet wieder auftauchenden □merifanlfcben (Bonner, einigermaßen romanhaft. Die.junge Miß Lilian, die Tonio damals aus der Lawine geborgen hat. hat sich sogar richtig und ernsthaft in ihn verliebt, und es riecht schon bedenklich nach einem süßsauren happy end im wohlsituierten Hause von Mister Williams, da besinnt sich Tonio, getroffen vom zufälligen Anblick einer heimatlichen Schnitzerei, die der Panker sich aus den bayerischen Bergen mitgebracht hat —: er läßt Lilian, läßt Neuyork, ein neues Leben und eine wahrscheinlich nicht schlecht bezahlte Position, unb kehrt nach Deutschlanb zurück, als verlorener Sohn, getreu bem Spruch bes alten Lehrers baheim, auf 1 besten Globus er feine Reise in bie Welt begann: wer nie fortkommt, kommt nie heim. Er erfährt es an sich: hier finb die starken Wurzeln deiner Kraft, hier ist die Gemeinschaft, in die du hineingehörst, hier ist dein Dorf, dein Wald, dein Berg, und hier hat all die Zeit über dein Mädchen treulich auf dich gewartet. Dies Ganze ist Trenkers eigene Arbeit, er hat den Film zu wesentlichen Teilen allein gemacht; er schrieb das Manuskript und das Drehbuch, er führte Regie, er spielte die Hauptrolle. Einige Schwächen des Buches wurden schon gestreift, unb es scheint uns auch, als ob Trenker nicht recht zu Enbe gekommen sei: ber Schlußteil, ber ja kaum eine Ueberraschung bringen konnte, wirkt im Verhältnis zum Ganzen zu breit. Die ansehnliche Leistung ber Regie (unb ber 1 Kameraleute!) würbe ebenfalls bereits erwähnt; ! auch bas Skirennen, bie Lawine, bas Furioso eines ' echt amerikanischen Boxkampfes, in ben ber Be- | schauer förmlich hineingerissen wirb, unb enblich "'ich bi" bilbmäßiae Formung bes heimatlichen Rauhnacht-Zaubers sind sachlich überzeugend und technisch sehr geschickt bewältigt. * Ebenso überzeugend (wenn man von den ange- । deuteten Einwänden absehen will) bie barstetterische I Leistung Trenkers, bie burch ihre unoerborbene Natürlichkeit unb Einfachheit besticht unb mit spar- {amen Mitteln bas ausbrürft, was zu sagen ist. Neben ihm, in ber Rolle ber Barbl, sieht man Maria A n b e rg a st, ber mir im Film noch nicht begegnet finb: auch ganz einfach, natürlich unb Herz- lich, eine anbere, süblicher beheimatete Solveig, bie für ihre Treue rechtschaffen belohnt wirb, denn Tonio kommt nicht zu spät wie der verlorene Sohn Peer Gynt. — Von den übrigen: Marian Marsh (Lilian), Berti Schultes (von der Tegernseer Thoma-Bühne), Iimmie Fox, Paul Henckels, der als Rheinländer mit Dem Dialekt einige Mühe । hat, und Schröder-Schrom. Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. Das Beiprogramm zeigt u. a. in einem interessanten Kulturfilm die Technik des Kupferstiches und der Radierung, ferner einen Vorspann zu dem Aafa-Film „Schön ist jeder Tag, den du mir schenkst, Marie Luise". —r— Unveröffentlichte Liebesbriefe Napoleons Demnächst wird in dem bekannten Auktionshaus Sothebys in London eine Sammlung von insgesamt 318 Briefen Napoleons zum Verkauf gelangen, die der Korse an seine Frau Marie-Luise in der Zeit vom 23. Februar 1810 bis zum 28. August 1814 geschrieben hat, und von denen bisher keiner zur Veröffentlichung gelangt ist. Der Verkäufer scheint ein österreichischer Adliger zu fein. Die Briefe, die den Kaiser als Liebyaber unb Gatten zeigen, zerfallen in mehrere Gruppen. Von befon- berem Interesse finb bie im Februar unb März des Jahres 1810 verfaßten, also in einer Zeit, als Napoleon seine künftige Gemahlin überhaupt noch nicht gesehen hatte. Aus den Zeilen verrät sich deutlich fein Bemühen, das Herz der habsburgischen Kaisertochter zu gewinnen. Beteuerungen leidenschaftlichster Verehrung wechseln mit Ausdrücken der Ungeduld und des Verlangens. Die zweite Gruppe der Briefe ist zwischen dem 16. unb bem 30. Mai 1810 entstauben, und zwar während einer Reise des Kaisers durch die Niederlande. Bemerkenswerter sind wiederum die Briefe aus dem Jahre 1812 während des russischen Feldzuges. Der erste trägt das Datum des 29. Mai, an dem Napoleon feine Frau verließ, um zur Großen Armee zu stoßen; und der letzte ist am 5. Dezember des gleichen Jahres geschrieben worden, an dem der geschlagene Korse mit feiner Armee nach Frankreich zurückeilte. Während dieser wildbewegten Tage hat Napoleon 112 Briefe an Marie-Luise gerichtet; die meisten bestehen nur aus ein paar Zeilen. In den ersten beteuert er immer wieder seine Liebe und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Trennung nur kurz fein werde. In einer dieser Botschaften an die Kaiserin der Franzosen heißt es: „Du weißt, wie sehr ich Dich liebe. Ich muß wissen, daß es Dir gut geht und daß Du Dich glücklich fühlst. Auf Wie- berfehn, meine Liebe, unb taufenb Küste." Die meisten Briefe enben mit dem Satz: „Gib dem König von Rom einen Kuß von mir. In einigen Zeilen vom Schlachtfeld von Borodino spricht er von einem gewaltigen Sieg und der Gefangennahme von 30 000 Feinden. Einige Tage später, nämlich am 16. Dezember, erhält Marie-Luise eine Beschreibung der Pracht Moskaus „mit feinen taufend Palästen", und ein wenig später berichtet Napoleon von bem Feuer unb von der furchtbaren Katastrophe, die dieses Unglück für Rußland bedeute, ohne jedoch die vernichtenden Folgen für die französische Armee auch nur mit einem Wort zu erwähnen. Am 19. Oktober teilt der Kaiser mit, daß die Armee ihre Winterquartiere beziehen werde und daß er hoffe, feine Gemahlin in Polen wiederzusehen. Während des eiligen Rückzuges erfährt Marie-Luise mit keinem Wort von ber Nieberlage ber Armee. Die einzige Sorge bes Kaisers scheint zu fein, daß die Russen seine Briefe an die Gattin abfangen könnten. Bisweilen sind einige Empfehlungen an „Papa Franz", dem Kaiser von Oesterreich zu lesen, auf dessen Intervention Napoleon durch die Vermittlung der Tochter vergebliche Hoffnungen gesetzt hatte. Die 54 Briefe aus der Zeit vom Februar unb vom März 1814 finb bitterer. Der Kaiser versicherte zwar, baß „bie Dinge gut stehen, unb baß es mit Gottes Hilfe noch bester gehen werbe." Aber schon am 31. März teilt er ben Fall von Paris mit unb Anfang April ermuntert er Marie-Luise tapfer unb stark zu sein, unb versichert ihr seine Anteilnahme an bem Unglück. Zehn Tage später ist ber geschlagene Franzosen- kaiser von Fontainebleau auf bem Wege zur Küste. Der letzte Brief biefer interessanten Sammlung trägt bas Datum bes 23. August 1814 unb ist von Elba geschrieben worben „in einer Einsieblerklause oberhalb ber See in ber Mitte eines Kastanien- wälbchens"; er schließt mit ben Worten: „Ich habe Sehnsucht, Dich unb meinen Sohn zu sehen." Hochschulnachrichten. Professor Dr. Kurt Felix von der Universität München ilt mit Wirkung vom 1.November n» zum ordentlichen Professor der Vegetativen Physic- logie sowie zum Direktor des Universitätsinstiiutr für Vegetative Physiologie an der Universität Frankfurt ernannt worden. Er hat seine Lehrtätigkeit bereits ausgenommen. Professor Dr. Emil Küster ist zum ordentlichen Professor für Hygiene und Bakteriologie in ber Medizinischen Fakultät der Universität Frankfurt unb zum Direktor bes Stäbtischen Hygienischen Universitätsinstituts als Nachfolger des ent- pflichteten Geh. Medizinalrats Prof. Dr. Neiße» ernannt worden. Professor Küster wirkte bisher als nichtbeamteter außerordentlicher Professor in Frank- furt. , it birgt. f^n^rbknhb» e Ä H?Uin bhLi?f2nttähiVnZ1hL wertig anzusehen war und dem geforderten Der- funDen habe. Schon allein deshalb verdient es Der . .r“ , U:J « - Aw nro trftlt ^Hrt|ung«L Zfidcaprrto 50 pfg. dr. Hugust © etter, Bielefeld ward. Weitere Reihersiedlungen in unserer engeren Heimat standen an der B a d e,n b u r g bei G i e, ßen, wo auch ein Teil der bei Lang-Göns ihre, Niststellen beraubten Tiere vorübergehend eine neu« Zuflucht fand. Diese im Gießener Becken liegenden amen Gebirgsforsten haben sich auch noch am läng, ten die Reiher als regelmäßige Gäste gehalten, und )er Gederner See, sowie die Mooser Teiche zählen sie heute noch zu ihren Besuchern, heute bestehen int Gau Hessen-Nassau nur noch zwei Reiherkolonien, und zwar eine recht stark besiedelte an der Werra im Kurhessischen und auf dem hessischen Naturschutz, gebiet Kühkopf, dessen Altrheingelände von etwa 60 horsten bevölkert wird und darüber hinaus noch eine weitere Reihe seltener und seltenster Vögel schon viel gesündigt worden, und nur wenige Orte sind es da, die den Reiher Reiher-Besuch bei Gießen Don Karl Rudolf Fischer, Gießen. einmal festgestellt und beschrieben in der netten Schrift „Detektivstudien in Der Vvgelwelt" (erschie- nen in der Frankh'schen Verlagsbuchhandlung in forderliche Kredit in höhe von 600 RM. bewilligt. In den neuhergerichteten Räumen des ehemals Fabrikzwecken dienenden Gebäudes werden vom April ab etwa 50 Beamte zur Durchführung der in dem Kreise Alsfeld beschlossenen Feldbereini- Siadtvorstandssttzung in Alsfeld. I (H Alsfeld, 28. Nov. In der jüngsten Sitzung! des Stadtvorstandes beschäftigte man f1^ mit der Instandsetzung des Felddereini g u n g s a m t e s in der Hersfelder Straße. In dem völlig umgebauten und mit einer Zentralheizung versehenen Gebäude erwies sich nachträglich die Entwässerung des Heizkellers als notwendig. Der hierüber vom Stadtbauamt vorgelegte Voranschlag eines Kanals wurde genehmigt und der dafür er- auch wieder recht nützlich zu fein. Ist er doch gerade jeht im Herbst und an den Wintertagen, an denen alle Gewässer zugefroren sind, einer der leidenschaftlichsten Mäusevertilger, besonders auf den abgeernte- ten Aeckern und Wissen, wodurch er den Schaden, den er verursacht, auf der anderen Seite wieder gut- macht. So hat überzeugend F l o e r i d e, der kürzlich verstorbene Altmeister der deutschen Ornithologie, auf die Grohvögel und treffen auf ein richtiges Geschwader des großen grauen Reihers. Ja, der Reiher hat Zugzeit jetzt, es sind seine Tage im Herbst, kurz bevor es wintert, und er, der heimlichste von allen, wird nun ein wenig leutseliger wie sonst und läßt sich wenigstens aus der Ferne sehen. So sind die Tiere auch hierher gekommen, die letzte Nacht, Gott weiß, von wo sie sich nach hier verflogen haben. Doch hat ihnen ihr richtiger Instinkt und ihr ungemein scharfes Auge, vielleicht aber auch das Erinnerungsvermögen einiger alter Tiere Regenwürmer, Mäuse und Ratten, kurz, ihm ist so —.---- w , .... ziemlich alles recht. Staates aus der im Jahre 1921 erfolgten Real- Es ist eine arundverkehrte Ansicht, wenn das Volk teilung des früheren gemeinschaftlichen Waldes glaubt, der Reiher ernähre sich ausschließlich und Homberg nunmehr von hessischen Staatsminister ge- allein vom Fischfang, habe darob als schädlich zu nehmigt worden ist. Die Abtragung der Schuld gelten und müsse deshalb ausgerottet werden. Im j wurde der Stadt in jährlichen Raten von 1000 RM. Gegenteil, auf der anderen Seite vermag er sogar > gestattet. 8 Monaten, gegen Margarethe Thime auf a ch t Monate Gefängnis. Gegen Gerhard Thime wurde das Verfahren nach Maßgabe des Amnestiegesetzes vom 7. August 1934 eingestellt, da eine höhere Strafe als 6 Monate Gefängnis nicht zu erwarten war. . Der schon 26mal vorbestrafte Kurt Weiß- schnür aus Königsberg wurde unter Einbeziehung einer in Frankfurt an der Oder zu verbüßenden Strafe zu einer Gesamtstrafe vonlJahr6Mo- naten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte, der nach dem Gutachten des Sachverständigen als vermindert zurechnungsfähig anzusehen ist, ist von einem Wanderdrang besessen und treibt sich in der Welt herum. Dabei kam er auch nach Bingen und Groß-Gerau, mietete sich trotz seiner Mittellosigkeit ein und verschwand nach einiger Zeit, ohne seine Schuld zu begleichen. Gemäß § 42b RStGB. wurde die Unterbringung des Angeklagten in eine heil- und Pflegeanstalt angeordnet. Vor den Schranken des Gerichts stand weiter der schon vielfach vorbestrafte K. W. aus Gießen, dem die Anklage fortgesetzten Einbruchsdiebstahl zum Vorwurf machte. Der Angeklagte, der unmittelbar neben einer Kohlenhandlung wohnt, stieg nachts aus seinem Fenster in den benachbarten Hof ein und entwendete mehrmals in kleineren und größeren Mengen Kohlen. In Anbetracht seines ungebührlichen Verhaltens vor Gericht ging dieses über den Antrag des Staatsanwalt — ein Jahr acht Monate — hinaus und erkannte auf ein Jahr zehn Monate Gefängnis. dort oben im Mondschein gesagt, daß hier in diesen feuchten Gründen und Abwässergräben, in denen billige Weißfische, dürftige Gründlinge, magere Ell- ritzen und anderes geringes Kroppzeug haust, der Tisch für sie gedeckt ist und daß darüber auf dem durch Schafhut kurz gehaltenen Rollgelände eine Unzahl von Mäusen aller Art ein üppiges Dasein lebt und kleines Getier in hülle und Fülle hier Für eine Theatervorstellung des Frankfurter Künstlertheaters Rhein-Main im Rahmen der NS.-Kulturgemeinde wurde ein Spielhonorar von 325 RM. bewilligt. Zur Aufführung gelangt „Turandot" von Schiller. Das aus der Holzernte 1935 anfallende Kiefernschwellenholz wurde der Firma Sondermann und Bücking in Alsfeld zu 60 v. h. des Landesgrundpreises, gemäß den staatlichen Bedingungen und der hierin vorgesehenen Sicherheiten, überlassen. Der Kaufvertrag wurde genehmigt. Für die Einrichtung desArbeitsdienst- lagere ist die Erweiterung der Revierkrankenstube erforderlich geworden. Die hierfür erforderlichen Mittel zur Anschaffung von zehn neuen Betten wurden bewilligt. Ferner wurde ein Betrag von 500 RM. für Unterhaltung des Arbeitsdienstlagergebäudes genehmigt. Der von dem hessischen Staat angeforderte Zuschuß in höhe von 6 RM. für jeden Schüler zu Den versönlichen ft o ft e n der Berufsschule wurde bewilligt. Für das Rechnungsjahr 1934 kommt hierfür ein Betrag von 1044 RM. in Betracht. Die Neuvergebung der Straßenrei- n i g u n g, soweit Die Stadt als Anlieger in Frage kommt, erfolgte an August Schuchardt zum Preise von 80 RM. pro Monat. Auf ein Gesuch der Hitlerjugend wurde dieser zur A u s g e ft a 11 u n g ihres Heimes ein einmaliger Betrag von 50 RM. bewilligt. Unter Mitteilungen gab Der Vorsitzende bekannt, daß die von der Stadt mit der Forst- und gehegt und durch strenge Verordnungen geschützt, ja sogar künstlich gezüchtet, wie uns Landau berichtet hat. In eigens dazu hergerichteten Reiherhäusern wurde damals die Heranzucht der Delzvögel betrieben. Zu diesem Zwecke hatte man einen Oberfallen- meister bestellt, Der für Die gesamten Belange der aus der Glanzzeit des Rittertumes stammenden Jagdweise mit Dem Federspiel verantwortlich war. Als im Jahre 1785 in Hessen die Beize aufgehoben wurde, blieb das Reiherschutzgesetz vorläufig noch weitere zehn Jahre in Kraft, bis ein ganz Schlauer dahinterkam, daß die Reiher draußen in der Natur schädlich seien, und die Obrigkeit auf das Betreiben der Fischereigerechten, auf Beschwerden und Dorstel. hingen aller möglichen Nützlichkeitsapostel den Raubzeugoerruf über den Reiher aussprach und ihn gegen Schußprämien abschießen ließ. Daher oer. mochten sich nur wenige Kolonien ins vorige Jahr, hundert hinüberzuretten, eine Der letzten war die bei Lang-Göns, die über dreißig horste umfaßte und 1883 durch das zuständige Forstamt vernichtet Lichtspiele, Seltersweg: „Der Reiter von Arkansas". — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, 20.15 Uhr, Neue Aula der Universität, Vortrag mit Lichtbildern von Prof. Dr. S e s s o u s über „Als land- wirtschaftlicher Sachverständiger vor und während des Krieges im deutschen Schutzgebiet Samoa". — Reichskammer der bildenden Künste, Gruppe Gießen, Turmhaus am Brand, 16 bis 18 Uhr, Weihnachts-Ausstellung. — Stadttheater Gießen. Als Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne heute abend das Trauerspiel „Die Braut von Mes- fina" von Schiller unter der Spielleitung Des Intendanten. — Der Goethe-Bund teilt uns mit: Am kommenden Montag spricht im Rahmen des vom Goethe-Bund veranstalteten Vortragszyklus „Kulturpolitische Gegenwartsfragen" Rechtsanwalt Professor Dr. Friedrich Grimm, Der bekannte Strafverteidiger aus den Ruhrprozessen, über das Thema: „Der Abstimmungskampf an der Saar". Professor Grimm hat neuerdings durch sein Werk „Frankreich an der Saar", in dem er die Wahr- heit über die Frage der Zugehörigkeit des Saar- Gießen verhaftet, als er hier versuchte, sich bei Reiherstände hatten ihr eigentliches Jagdgebiet natur, hiesigen Frau einzumieten, obwohl er nie ■ gemäß im Lahntal, dehnten aber ihre Streiszüg, dachte, seinen daraus entstehenden Zahlungs- bis an die Forellenbäche des Vogelsberges aus, die chtungen nachzukommen. Das Gericht Der* ie in halbstündigem Fluge erreichten. In diesen ein. Der Bodennebel liegt dicht über dem Platz. Kein Pferbesprung weit ist zu sehen. Kein Laut durchdringt die Weite, noch nicht einmal das gelbe Auto Der Post, Die einmal am Tage hierher gefahren kommt. Zwar schien es gegen Mittag so, als wollte ich der Schleier lichten, doch kamen gleich wieder neue Nebelbänke aus dem Bachgrund herauf und lasteten sich naßkalt und schwer über den Boden. Als der Mond voll steht und blank über Den WaldranD leuchtet, härt man Stimmen in Der Luft. Merkwürdige Stimmen. Erst ganz fern wie Dorf- geräusch, ein ganzes Gewirr von Lauten, nur, daß man deutlich fühlt, es kommt aus der Luft, bann hörte es sich an wie das unterbrochene Aechzen hart- klotziger Bremsen an einem schwerbeladenen Wagen, nur vielstimmig und von verschiedenen Richtungen zugleich, dann wieder meint man Trompetentone zu hören, kurz abgebrochen beim ersten Stoß, dann wieder scheinen es nur Pfiffe, fremdartige Signale, Rufen oder Geschrei zu sein. Die Nachtluft ist lebendig geworden, es spukt in Der Luit, unD Die Unbestimmbarkeit der Töne ist zum Gruseln. Mehrmals hebt diese Gespensterlitanei an, bald zur Linken, bald zur Rechten, bald weit hinten, bald ganz vorne, einmal lauter, einmal gedämpft, bann aufgeregt und hastig, endlich abgeebbt und gedehnt. Dann aber bricht und prasselt es in den Baumkronen, rumort noch eine Zeitlang darin herum, und dann ist Ruhe im Gelände und nur gelegentlich lärmt eine Bahn von weither oder eine Glocke wird wach. Irgendwo ist immer was. Man weiß nur nicht wo. Am nächsten Morgen fesselt ein Fliegör mit seinem schnittigen Flugzeug unseren interessierten Blick. Während er in elegantem Flug feine Bahn durch die Luft zieht, werfen sich plötzlich zwei, vier, zehn, zwanzig riesengroße Vögel mit weitklasfternden Schwingen zu gleicher Zeit in die Luft, wirbeln durcheinander mit Geschrei und Geflatter, suchen Höhe zu gewinnen und vom Ort zu kommen, aber da ist der silberne Vogel schon vorübergebraust und schwimmt bereits als kleiner hauchdünner Strich am Horizont davon. Die Tiere beruhigen sich wieder, kommen zurück, tun fast so, als hätten sie sich geirrt ober als hätte sie ein Spuk genarrt, kreisen sich über ihrem alten Felb wieder ein, schwenken abwärts und gehen weit unten im flachen Gelände wieder nieder. Mit dem großen Glas richten wir unseren Blick heckt. Eulen und Käuze, Füchse und Dächse, Krähen und Igel, sie alle fanden schon immer hier reichlichen Fraß. Und so beschloß das Geschwader, für die Dauer des Durchzuges hier zu rasten. Die Maschinen, die ab und zu auf ihren Fernflügen zur Landung draußen ansetzen, scheinen ihnen sehr bald geläufig geworden zu fein und sie nicht weiter zu beunruhigen, denn sie fliegen kaum nennenswert weit weg, wenn eine landet oder startet. Den ganzen Tag über stehen die Reiher bann strack wie ein Stock, hochbeinig unb hölzern, mit eingezogenem Halse, schier so zu schauen, als ob sie bucklig wären. So warten sie, auf einem ober beiden Beinen stehend im seichten Standwasser der Gräben und Rinnsale, stundenlang auf einem Fleck gebannt, bis die bernsteingelben Seher ein Fischchen ober eine fette Wühlmaus entdeckt haben. Wie em Blitz zuckt bann ber S-förmig gebogene Hals mit bem messerscharfen, Lanzenspitzen Storchen- schnabel ins Wasser, und ehe sichs das Tier versieht, schnickt der Reiher den Kopf in die Luft, sperrt die klammerharten Schnabelhälften auf und läßt die Beute in Den Rachen fallen. Der Kehlkopfsack, ber Kropf, ist so groß, baß er gar nicht mehr zu schlucken braucht. Die weiten Wiesenflächen Dagegen pürscht er langsam entlang, mit jenem schleichenden, für alle Tiere charakteristischen Gangwerk, vorsichtig Schritt vor Schritt fegend, dabei alle Augenblicke Die Umgebung scharf ab musternd, und nimmt alles auf, dessen er nur habhaft werben kann und das nur irgendwie genießbar ist: Frösche, Libellenlaroen, Wasserkäfer,' gebietes zu Deutschland in klaren Ausführungen darlegt, besondere Beachtung gefunden. So ist zu erwarten, daß diesem Vortragsabend auch in unserer Stadt allseitiges Interesse entgegengebracht wird. (Siehe heutige Anzeige.) — Ein altdeutsches Krippenspiel wird die Frauengruppe des VDA. am kommenden Sonntag und am Donnerstag nächster Woche im Katholischen Dereinshaus zugunsten der Volksdeutschen Winterhilfe des VDA. zur Aufführung bringen. Als Hüter und Wahrer deutschen Kulturgutes in aller Welt glaubt ber VDA. unsere Volksgenossen im Laube nicht besser an die Brüber unb Schwestern draußen und an ihre große Not erinnern zu können, als durch die Aufführung dieses Stückes alter deutscher Volksdichtung. Eine große Schar von Kindern und Jugendlichen aus allen Kreisen unserer Stadt hat sich in den Dienst der Sache gestellt. (Siehe heutige Anzeige.) Gießener Dochenmarklpreise. * Gießen, 29. Nov. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, bas Pfunb 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,45, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische) 10 bis 13, (inländische, Kühlhaus) 10 bis 13, Wirsing (grün), das Pfund 6 bis 8, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 40 bis 70, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 25 vis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., Birnen 6 bis 10, Nüsse 40 bis 50, Honig 40 bis 45, junge Hähne 85 bis 90, Suppenhühner 70 bis 75, Gänse 65 bis 75, Enten 85, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10. * ** Justizpersonalien. Ernannt wurden an Stelle des verstorbenen Amtsgerichtsrats Dr. Mahr Der Landgerichtsrat Stimmet in Darmstadt und an Stelle des durch Ruhestandsversetzung ausgeschiedenen Amtsgerichtsrats Dr. Willenbücher Der Amtsgerichtsrat Böhm in Friedberg zu stellvertretenden Migliedem des Disziplinarsenats für Die Zeit bis zum 31. Dezember 1936 einschließlich. ** Werbung durch Automaten. Der Werberat der Deutschen Wirtschaft weist darauf hin, daß bei der Beschriftung von Warenautomaten, die zur Aufstellung vor den Einzelhandelsgeschäften bestimmt sind, mit der Wirtschaftswerbung die Bestimmungen des Werberats der Deutschen Wirtschaft (9. Bekanntmachung vom 1. Juni 1934, RA. Nr. 125) zu beachten sind. Danach Dürfen Werbeautomaten nur die Werbung für solche Waren tragen, Die durch Den Automaten verkauft werden, oder aber mit einer Werbung für das Geschäft des Besitzers des Warenautomaten versehen sind. ** Volkshalle • Verein Gießen. In unserem heutigen Anzeigenteil werden die Mit- Slieber des Volkshalle-Dereins zur ordentlichen llitglieberversammluna am Donnerstag, 6. Dezember, im Sitzungssaal des Stadthauses, Bergstraße, eingeladen. Näheres in der Anzeige. ** Derkehrsunfall. In der vergangenen Nacht ereignete sich in ber Senckenbergstraße ein Verkehrsunfall. Ein Motorrabfahrer kam mit feiner Maschine zu Fall. Der Lenker selbst erlitt keinerlei Verletzungen, bie Beifahrerin jedoch, Frau Stein aus Garbenteich, erlitt eine Verletzung am rechten Arm und mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne in bie Chirurgische Klinik gebracht werden. Gchöfsenaerichi Gieren. Wegen Einbruchsdiebstahls wurde ber W. W. aus Gießen unter Anrechnung von 2 Monaten Untersuchungshaft zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte stieg gemeinschaftlich mit einem Jugenblichen, der bereits vom Jugenbgericht abgeurteilt würbe, in Rockenberg in einen Fruchtdo- Den ein unb entwenbete 2 Zentner Weiten. Strafmin- Dernb wirkte die Tatsache, daß das Diebesgut wieder sichergestellt werden konnte und der Angeklagte keinerlei Vorteil hatte. Der Vertreter Der Anklage stellte einen entsprechenden Strafantrag. Sodann befaßte sich Das Gericht mit Dem Heinrich Thime, Dessen Ehefrau Margarethe und bem Gerhard Thime, wegen Diebstahls. Der Haupt- angeklagte Heinrich Thime betrieb in Frankfurt eine Metzgerei. Da er über kein Betriebskapital verfügte und kein Vieh kaufen konnte, verlegte er sich darauf, zusammen mit den beiden anderen Angeklagten seinen Diehbedarf auf strafbare Weise zu decken, indem sie mit einem Auto nachts zu den umliegenden Dörfern fuhren, das fremde Pish stahlen unb es direkt auf der Weide schlachteten, um das Fleisch in Frankfurt zu verkaufen. In Anbetracht der Notlage Der Angeklagten unD Der Tatsacke, daß sämtliche Angeklaaten noch nicht ooraeftraft sind, erkannte das Gericht gegen Heinrich Thime unter Anrechnung von 11 Monaten Untersuchungshaft auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr Wegen mehrfachen Betrugs wurde der August Rofenplänter aus Göttingen zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis verur- teilt. Nach Strafverbüßung in der Zellenstrafanstalt Freiendiez begab sich ber Angeklagte am 20. Jan. 1934 nach Kassel. Dort mietete er sich ein Zimmer und kam auch zunächst seinen Mietzinsverpflichtungen nach. Als er noch einen Betrag von 10 Mark zu zahlen hatte, verschwanb er, ohne ben Restbetrag zu begleichen. Er fuhr bann weiter nach Hannover. Dort gelang es ihm, von ihm bekannten Geschäftsleuten unter Vorspiegelung falscher Tat- fachen, bah er sie bemnächst mit Antiquitäten beliefere, etwa 30 Mark Vorschuß zu erhalten. Auch biesen Betrag zahlte er nicht zurück. Ebenso strafbar machte sich ber Angeklagte in Braunschweig, wo er sich in einer Anzeige als Käufer alter Möbel ausgab. Auf diese Weise gelang es ihm, eine Frau zur Hergabe eines wertvollen Möbelstücks zu veranlassen, das er weiterverkaufte, ohne ber Geschädigten eine Gegenleistung zu bringen. Nachdem der Angeklagte auch in Bad Harzburg sich des Betruges schuldig gemacht hatte, indem er sich in eine Pension einmietete und Die Wirtin zur Hergabe eines Geldbetrages zwecks angeblicher Einlösung seines Gepäckes veranlaßte, wurde er in Wieseck, 29. Nov. Gestern abend fand eine fkh Sitzung des Gemeinderats statt, in der die .Holzsubmission wie folgt genehmigt wurde: Den Zuschlag erhielt nach bem Vorschlag des Forstamtes die Firma Eugen Dürr & Co. für Kiefernstammholz zu 74,5 v. H., B. Nuhn (Lollar) für Kieferngrubenholz zu 67 v. H., bie Firma Martin Abermann für Fichtenstammholz zu 65,7 v. H. Das Reinigen ber Wiesengräben ber Gemeinde soll für bie Folge burch Wohlfahrtsempfänger ausaeM werben. Das Gesuch des Willi Weller um Utbtt« lasiung eines Stückes Lanb würbe zurückgeM. Dem Gesuche bes Heinrich Hildebrand um GM ber Kanalgebühren würbe für biesen einen Fall entsprochen. Einern Gesuch der Anna Müller, geb. Schäfer, um Erlaubnis zum Betriebe einer Schank« wirtschaft wurde zugestimmt. Der Beitritt Der Ge« meinde zum VDA. wurde beschlossen, die Gemeinde verpflichtet sich, einen jährlichen Beitrag von zehn Mark zu leisten. Die vom Lehrerkollegium Wieseck nachgesuchte Herabsetzung ber Pacht für das Schul- gut wurde genehmigt, sie beträgt für bie Folge 25 Mark. Zu zwei Entschuldungsverfahren genehmigte Die Gemeinde einen Nachlaß von 25 o. h. ihrer eigenen Forderungen. wg. Grohen-Buseck, 28. Nov. Die hiesige Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes hielt dieser Tage in ber Wirtschaft „Zum Schwan eine Mitglieberversammlung ab. Der Ortsamtsleiter Lehrer Osterhelb begrüßte bie Mitglieber. Orts« gruppenamtsleiter Dr. Haa s, Alten-Buseck, sprach dann in längeren Ausführungen über Organisation^ LPD. D a r m ft a b t, 28. Nov. Die Preisüber- wachungsstelle des Hessischen Staatsministeriums hat die Metzgerei Franz Weckerle in Darmstadt, Arheilgerstraße 6, auf Die Dauer von dreiTagen In dem früheren Elektrizitätswerksgebäude, das an die Fa. Gg. Dietrich Bücking _ vermietet ist, erwies sich die Anbringung von Ober- lfmrUx?lDermDPei\ einl?ek- Q *iGr v \erC lichtem als notwendig. Die Lieferung wurde dem Mondschein gesagt, daß hier in diesen Sack mit einem Menschenschädel und ige'verschiedenen Knochen gefunben. ler hr Schädel ist ohne Schädeldecke unb trägt auf bet ib- Stirn eine lateinische Aufschrift, von der nur „13. Oktober 1832" deutlich zu lesen ist. Er ist mit Draht achmännisch zusammengehalten. In bem Sack be- anben sich noch solgenbe Knochen, die von Der- O.Jl.-'SvOTt löt Freude" das einjährig« Bestehen dieser itung der DAF. in festlicher Weise. In der Waldgirmes 425, Launsbach lar 404, marsch der Fahnen hieß der Ortsgruppenwalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Karl Schwab, die DIE DEUTSCHE WELTMARKE von aus Erschienenen herzlich willkommen. Dann lauschte alles gespannt der uebertragung der Feier in Ber- lin. Nach der Uebertragung sprach $g. Schwab 429,5 Punkte. Herr Erb (Gießen) richtete dann noch ermahnende Worte an alle Anwesende und brachte ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland aus. lischen Verlauf. + Treis a. d. L d a., 28. Nov. Wie alljährlich N. r Nch. ad) müh; löbel; unben. 'ägt aii her nin. ist miiti: im i M oer« Milten, ein regier lhen, M jentelan^ llr bür1*. te ?/s Nahir Kreis Alsfeld. N. Flensungen, 28. Nov. Im Saale Rudolf Reitz fand gestern eine Veranstaltung ' Preich isterim-i i SarmfL reiSoji i ßebenr; als mitit rberlen & Der Skilaus an der tlniversiiäl Gießen. Franz Loh, DSV-Lehrwari, Assistent am Institut für Leibesübungen der Universität. fanb ck n ber bit . Ä warbt: M bes $ie* i \W> iirmM 5,7 o.M einbe ?r aueg t um 11 zurückg' ab um k n einen Müller. ! einer iltriti bt> die Qe®1 ragDü" ' egium $ ür bas v Ür die f fahrt"/ von 2a ■ 3. Die: Rum A-' octsE itgliM; «SuseL; Drgon> gend einzulegen. Eins müsse freilich verlangt werden: Unbedingte Zucht und pünktlicher Schluß der Spinnstuben. Bei den langen Winterabenden könne man schon um 7 oder 8 Uhr beginnen, um 11 Uhr sei unter allen Umständen Schluß zu machen. Ausschreitungen dürften nicht Vorkommen. einen Bericht über die Mitgliederbewegung, vis recht erfreulich sei. Der Kassenbericht wurde eben falls erstattet, der Riegenführer Pfeiffer berichtete über die Tätigkeit und den Besuch in den Turnstunden. Er stellte mit Freude fest, daß Turner und Turnerinnen bemüht seien, würdige Mitglieder der DT. zu sein. Es wurde im weiteren Verlaus der Versammlung erwogen, zusammen mit dem Gesangverein eine Veranstaltung zugunsten des Winterhilfswerkes durchzuführen. Mit dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel- Liedes und mit dreimaligem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland wurde die Versammlung geschlossen. Jägerhaus zur alleinigen Benützung zur Verfügung. Am ersten Sonntag des Februar werden all- jährlich vom Institut für Leibesübungen die Ski- wetttämpfe zwischen den Hochschulen Marburg, Frankfurt, Heidelberg, Mannheim, Darmstadt und Gießen durchgeführt und die stetig wachsende Beteiligungsziffer zeugt für die sportliche Qualität und die einwandfreie Durchführung der Wettkämpfe. In jedem Frühjahr findet zu Ende des Winter- Semesters ein 14tägiger Hochgebirgs-Skikurs statt, der die Teilnehmer in die Schönheit der winterlichen Berge führt. In der Fahrt im alpinen Gelände findet der Skilauf seine Krönung. Hier erwarten uns der ideale Schnee, die langen Abfahrten, die Gipfelstunden voll Sonne und wunschlosen Glücks unter dem blauen Hstnmel. Wer einmal im Frühjahr einige Wochen im Hochgebirge verbracht hat, den zieht es Jahr für Jahr wieder hinunter in die weiße sonnenüberstrahlte Schönheit ber Berge. Von einem solchen Hochgebirgskurs der Universität sei hier noch einiges erzählt: Als wir damals vor zwei Jahren in die Alpen fuhren, war wenig von Schnee und Sonne zu sehen. Es regnete in Frankfurt und es regnete in Stuttgart und als wir in Bludenz ankamen, hatte sich das Wetter immer noch nicht geändert. Als Standauartier hatten wir in jenem Jahre die Schwaoenhütte der Sektion Schwaben des DÖAV. gewühlt. Sie steht im Vor-Rhätikon auf dem Tschengla. Am Abend unserer Ankunft stiegen wir als große Pessimisten hinauf nach der Hütte und jeder glaubte, daß diesmal der Kurs bestimmt ins Wasser fiele. Unfete Laune wurde schon erheblich bester, als uns oben am Schwabenhaus die Hüttenmutter Theres mit einem herzhaften „Heil und Sieg! Sieg und Heil, meine teuren Geliebten!" begrüßte. Dies und mehr noch das darauffolgende Abendessen ließen uns leicht die Verbindung zu dieser einzigartigen Hüttenwirtin finden. Kein Teilnehmer des Tschengla-Kurses wird je die „Kaiserin Maria Theresia'auf Tschengla" im Volks- mund und von uns einfach „Theres" genannt, vergessen. Hatte es bei der Hinfahrt noch geregnet, so fing es in der Nacht an zu schneien und gleich am ersten Tag begannen wir auf Tschengla in wunderbarem Pulver. In den einzelnen Riegen ging es an das Heben, um das skiläuferische Können zu vervollkommnen, was im Verlauf der 14 Tage den meisten in recht befriedigendem Ausmaß gelang. Das Heben am Hang, das wir am Vor- und Nachmittag mit je drei Stunden eifrig betrieben, wurde durch viele schöne Touren unterbrochen. Skifahrten in strahlender Sonne mit den Abfahrten in wundervollem Pulverschnee stehen unvergeßlich in unserer Erinnerung. Die schönste Tour für uns alle war die Fahrt zum Amatschon-Joch. Ein langer Anmarsch, ein mühsamer Aufstieg über steile Lawinenhänge, ein schwerer, Eiskristalle führender Sturm machten uns die Durchführung sehr schwer. feit, i, S- K Ä QixAr, rSS "bett' 11 N “W, 'S»; °°rige sj 1e UNtz nt verilih Mii h°n9 eine h(: gebiet naft ° Str,itz 8es nur,; Hiejen r am hi Malten,; ^>che M '.bestehen. Mkolvnjx r der $ir ■ Naturstz von ehr hinaus nt enster U lin. Nach der Uebertragung sprach noch einige Worte und wünschte zum Schluß seiner Ausführungen allen Anwesenden für den Abend noch recht viel Kraft durch Freude. Bei Konzert der Kapelle der freiwilligen Feuerwehr Lich, fröhlichem Die Ausführungen wurden — wie erwähnt — mit Ä Freude ausgenommen. Anschließend sang die nmlung das Saarlied. lanx und Unterhaltung hielten dann noch alle Anwesenden bis in die späten Abendstunden kameradschaftlich beisammen. 7) Lich, 28. Nov. Wie rn vielen anderen Orten unseres Vaterlandes, beging auch die hiesige Ortsgruppe der NS. -Gemeinschaft rast Anlaß des einjährigen Bestehens der N S. - G e - metnschaft „Kraft durch Freude" statt. Nach der Radioübertragung warteten die Mädchen des BdM. mit einigen Volkstänzen auf und ernteten dafür reichen Beifall. —— Deckenbach, 27. Nov. Der Totensonntag wurde in unserer Gemeinde zunächst mit einem Gottesdienst begangen, der sehr gut besucht war. Pfarrer Wolf predigte und ging dabei auf Sinn und Bedeutung des Totensonntags ein. Nach dem Gottesdienst versammelten sich der Gesangverein und der Kriegerverein mit ihren Fahnen, ferner die übrigen Einwohner. Gemeinsam begab man sich zum Gefallenen-Ehrenmal auf dem Friedhof. Für reichliche Schmückung des Ehrenmals war durch Frauen und Mädchen gesorgt worden. Nach der Ansprache des Ortsgeistlichen brachte der Ge- sangoerem „Eintracht" das Lied „Wie ruhig ist der Toten Schlummer" zu Gehör. Der Vorsitzende des Kriegervereins legte mit einer kurzen Gedächtnis- ansprache einen Kranz nieder. Mit einem weiteren Liede beschloß der Gesangverein „Eintracht" die würdige Feier. £ Groß-Felda, 28. Nov. Im hiesigen Steinbruch herrscht seit einiger Zeit Hochbetrieb. Für die Chaussierung der Straße am Göringer Berg sind mehrere hundert Kubikmeter Kleinschlag und Schotter notwendig, deren Lieferung dem hiesigen Steinbruch aufgetragen wurde. Don morgens früh bis in die Dunkelyeit hinein fahren die Lastwagen, von einem „Bulldoga" gezogen, hin und her. Um den Abbau der Sterne zu beschleunigen, werden Sprengungen vorgenommen. Unsere Ortsstraßen leiden allerdings sehr Not. Für unsere Dorsjugend gibt es viel zu sehen, besonders wenn die Wagen an dem steilen Berg an der „Moos" hängen bleiben. Durch diesen Auftrag ist unsere Gemeinde frei von Arbeitslosen. 8-lrb, zu behalten. £ Steinbach, 28. Nov. Am Totensest fanb her ein Gottesdienst statt, in dem der Gesangver- n n „Eintracht" unter Leitung seines Dirigenten 6e o m m e r • Watzenborn-Steinberg zwei Chöre jung. Die Namen der im verflossenen Kirchenjahre erstorbenen Gemeindeglieder wurden verlesen. Es siaren 13 Gemeindeglieder verstorben, 7 Männer, Frauen und ein Mädchen von 12 Jahren. In lllbach fanb ebenfalls ein Gebächtnisgottesdienst jatt, hier waren 11 Gemeindeglieder verstorben, »runter zwei Kinder. In beiden Gottesdiensten :ourbe auch ber Opfer bes Weltkrieges gebacht. tu. Lang-Göns, 28. Nov. Im Rahmen des Dinterhilfswerkes wurden von der hiesi- ;wn Bauernschaft über 5 0 0 Zentner Speise- ! Kartoffeln für notleidende Volksgenossen getriftet. Sie wurden verladen und gingen nach Frankfurt a. M. — Die Pflasterarbeiten ter Zufahrten zu den einzelnen Bauernhöfen in den Hauptdurchgangsstraßen sind nun beendet, nadjbem die Hauptarbeit, die Pflasterung der Straßen, vor einigen Wochen erledigt worden war. •»ie Fußsteige wurden ebenfalls neu hergestellt und rtit Basaltkleinschlag überdeckt. Die Hauptstraßen toben nun ein äußerst sauberes und freundliches i usfehen. Vielleicht ist es möglich, im Laufe ber tochsten Jahre auch bie übrigen Straßen mit einem tnuerbaften Pflaster zu versehen. — Seit etwa riei Wochen sind in bem hiesigen Gemeinbewalb e Holzhauerarbeiten im Gang. Zahl- litiche Volksgenossen können hierbei ihr Brot oer- Lenen, so baß wir zur Zeit fast gar keine (Er- t erbstofen haben. s. Lang-Göns, 28. Nov. Zum Jahrestag ber NS.-Gemeinschaft ,3t raff durch ( r e u b e" war von der hiesigen Ortsgruppe für eine Feier in der Turnhalle eingeladen worden. 3ier Einladung waren zahlreiche Oemeinbemitalie- bi*r gefolgt. Im ersten Teile des Abends lauschten he Zuhörer ber Uebertragung ber Reden des Üieichsministers Dr. Goebbels, des Stellvertreters bis Führers Rudolf Heß und bes Leiters der NSBO, Dr. Sei). Sodann begrüßte ber Drtsmart Heinrich Faber bie Versammelten unb dankte für len guten Besuch. Er verwies kurz auf die gehörten ''.eben und gab noch bekannt, baß auch in ber hie- taten ©emeinbe Sparkarten und Marken für die ragen und über die jetzt einsetzende Propaganda n der hiesigen Ortsgruppe. An dem im Lanuar [«ginnenden Schulungskursus werden einige Mit [lieber teilnehmen. — Dieser Xaae wurden auf bem riesigen Bahnhof die letzten Kartoffeln für das Dinterhilfswerk verladen. Das Gesamtergebnis betrug 517,40 Zentner. (Oppenrod 90, Burthardsfel- len 119 und Grohen-Duseck 308 Zentner.) — Im 6chulhaus auf dem Tal fanb em lehrreicher Licht- I iloeroortrag über Kaninchen- unb Geflü - * wg.U G r ohe n .Buseck, 28. Nov. Jrn festlich : eschmückten Saale der Gastwirtschaft „Zum kühlen Ärunbe" fanb gestern aus Anlaß bes einjährigen Wirkens ber NSG. „Kraft burch Freude" liine Veranstaltung statt. Zunächst hörte man bie Debertraqung der Feier m Berlin. Zur Ausgestal- -nmg der Feier trug bie SA.-Kapelle mit schneidiger Musik bei. Der Führer ber hiesigen NSG. „Kraft uurch Freude" sprach im Verlaufe bes Abends über iiie Aufgaben ber Organisation unb bie bereits erretten Erfolge. Er wies ferner auf bie Reisespar- lasse hin und auf einen Bunten Abenb, der am Samstag, 8. Dezember, ftattfinben werbe. Die reft- Ichen Stunden bes Abenbs verbrachte man in ge- j: Higer Unterhaltung. § Mainzlar, 28. Nov. Auch in unserem [Dorfe fanb gestern anläßlich bes Jahrestages ;er NS. -Gemeinschaft „Kraft burch K r e u b e" im Saale bes Gastwirtes Müller am Jahnhof eine kleine Feier statt. Zunächst würbe l«n Runbfunkreben von Dr. Goebbels, des Stell- Oie Spiele um dieZugendmeisterschast. Spielansehungen für Sonntag, 2. November. 1900 Gießen 1. Jugend — Wieseck; VfB.-Reichsbahn Gießen 1. Jugend — Lich; Großen-Buseck gegen Daubringen; 1900 Gießen 2. Jugend — Leihgestern; Nieder-Ohmen — Treis (Lumda); Lollar gegen Kinzenbach, Alten-Buseck — Wißmar (Kreis Wetzlar). 1900 Gießen 1. Jugend wird sich sehr anstrengen müssen, um gegen bie spielstarke Jugendmannschaft des Tv. Wieseck zu bestehen; denn besonders die Wiesecker Verteidigung ist gut besetzt. Allerdings hat 1900 Gießen den Platzvorteil, bie Mannschaft ist stets geschlossen unb ber Kampfgeist der jungen Elf ist 3U rühmen. DfB.-Reichsbahn Gießen 1. Jugend ha in Lich einen Gegner, gegen den bestimmt nicht leicht zu gewinnen ist. Lich befindet sich in aufstrebender Form, bie Früchte einer jahrelangen Jugendarbeit. In Großen-Buseck dürfte es einen knappen Sieg geben, Vollbringen hat nicht die Spielerfahrung wie bie Jungens vom Busecker Tal. Leihgestern tritt gegen 1900 Gießen 2. Jugend an; bas Vorspiel gewann Lechgestern, der Gegner war allerdings nicht vollzählig zur Stelle. Der Ausgang ist ungewiß, 1900 hat Verstärkung erhallen. Nieder- Ohmen trägt das zweite Pflichtspiel aus, das Vorspiel gegen Treis (Lumda) ging knapp verloren. Ob es Treis (Lumda) im Rückspiel gelingen wird, bie Platzmannschaft Nieder-Ohmen zu schlagen, ist unwahrscheinlich. Lollar tritt gegen Kinzenbach zum erstenmal auf den Plan. Heber die Spielstärke der Jugendelf von Lollar ist noch nichts bekannt geworden. Das gleiche gilt von Alten-Buseck, deren neugegrünbete Jugendmannschaft ebenfalls ihr erstes Spiel liefert. Lippert im Spiel (Sau Ilordheffen-Mitte Der 1900er Lippert hat über fein Wirken in ber Mannschaft bes Gaues Norbhessen, im Spiel gegen den Gau Mitte in ber Sportpresse bes Reiches lebhafte Anerkenung erfahren. So schribt u. a. der „Kickers": „Don vier sehr guten Verteidigern war der linke nordhessische, Lippert mit Abstand ber beste, wie er überhaupt ber beste Felbspieler war. Hier reift ein Talent in aller Stille. Dorbilblich erstklassig das Kopfspiel, ber weite Schlag, bas rasche Dazwischenfahren. Nur auf ihn ist es zurückzuführen, bah ber an sich nicht schlechte Flügel bes Gaues Mitte sich nach ber Pause nicht mehr durchsetzen konnte." Kunstturnwetttampf Lollar - Waldgirmes - Launsbach. in Launsbach. Arn vergangenen Samstag fanb in Launsbach unter der Leitung von Turnwari Erb (Gießen) ein Kunstturnwettkampf zwischen den Turnvereinen statt. Als Schiedsrichter waren die Herren Müller (Gießen) und Leih (Krofdorf) anwesend. Geturnt wurde an Barren, Pferd, Reck und Freiübung. Waldgirmes unb Launsbach turnten mit acht Mann, Lollar nur mit sieben. Am Schluß «würbe dann von Waldgirmes unb Launsbach bie Volksgenossen ausgegeben werden, die gewillt ftnb, im nächsten Jahre an den Fahrten und Reisen ber NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" teilzuneh- men. Gute Tanzmusik unserer M o t o r - SA.- Kapelle schuf die rechte Stimmung für den unterhaltenden Test des Abends. Die Jugend war sehr stark vertreten, und so gab es beim Tanze ein ziemliches Gedränge. In einer Pause sprach Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Karl Wenzel unb erwähnte noch einmal die hohen Ziele, die durch bie NS.-Gemeinschaft „Äraft burch Freube" erreicht worden feien. Was wir in Deutschland in dieser Beziehung geschaffen hätten, stehe einzig in der Welt da. Jeder Arbeiter solle in seiner Ur- laubszeit unser schönes Vaterland kennenlernen, jeder solle sich auch freuen. Weiter gab Bürgermeister Wenzel bekannt, daß man nun in Lang- Göns beschlossen habe, vom Mittwoch, also heute, ab für unsere Jugend wieder Spinn st üben einzurichten. Diese Mitteilung wurde von der anwesenden Jugend mit brausendem Beifall begrüßt. Der „Gießener Anzeiger" hatte ja auch in seiner jüngsten Montag-Nummer den Aufruf der Jugend (von Wilhelm Bopf) veröffentlicht, in dem gefordert wurde, wieder an die Einrichtung von Spinnstuben zu denken. Sürgermeifter Wenzel sprach darüber, daß es der Wille der Regierung sei, daß sich die Jugend freuen solle, und aus diesem Grunde solle auch wieder die gute alte Ziehharmonika in ihr Recht eingesetzt wer- den in den Spinnstuben. Es sei weiter beabsichtigt, unentgeltliche Tanzabende für die Ju- Es gibt keine andere Sportart, die in den letzten Jahren volkstümlicher geworden wäre, als ber Skilauf. Wintersport-Werbeveranstaltungen unb gute Ski-Filme haben weiten Kreisen einen Einblick in bie Schönheit bes Skilaufs unb ber winterlichen Lanbschaft vermittelt. Besonbers ist es bie Jugend, die sich dieser Sportart zugewanbt hat. Sie hat mit natürlichem Instinkt herausgefunben, wo wahre Schönheit, tiefes Erleben unb reiner Genuß verborgen liegt. Wie kaum eine andere Leibesübung ist der Skilauf dazu angetan, bie Entwicklung bes Menschen zur harmonischen, lanb- schafts- unb volksverbunbenen Persönlichkeit zu förbern. Er führt uns aus dem Dunst ber Stäbte hinaus in bie weiße Natur, erschließt uns die Heimat im Winterkleid unb bringt uns mit ihr in engste Verbindung. Die sportliche Betätigung in der reinen Lust vereinigt sich mit dem Genuß wundervoller Naturschönheit. Erhält so die Persönlichkeit jedes Einzelnen hervorragende Förderung, so kommt bas skiläuferische Erleben erst in ber Gemeinschaft zu seiner letzten Erfüllung. Das gemeinsame Erleben unb Bewunbern ber Natur, bie gemeinsame Fahrt, Tage voll Freube unb Schönheit, die gemeinsam überstandene Gefahr, zünftige Abende auf einsamen Hütten führen die Menschen zueinander und ketten sie fester zusammen, helfen so den Menschen unserer Zeit, den Kameraden, zu formen. In dem umfangreichen Arbeitsgebiet bes Institutes für Leibesübungen unserer Lanbes-Uni- versität nimmt ber Skilauf einen sicheren Platz ein. Alle Arbeit auf biefem Gebiet sieht ihr Ziel darin, möglichst viele Studenten für den weißen Sport zu gewinnen, ihnen die Ausübung unter günstigsten umständen zu ermöglichen unb bie im Skilauf ruhenben menschenformenben Kräfte für sie frei zu machen. Zur Lösung dieser Ausgabe hat bas Institut für Leibesübungen eine ganze Reihe von Einrichtungen geschaffen, von benen zunächst ber Trocken-Skikurs erwähnt fei, ber in ben ersten Wochen jebes Winter-Semesters burchgesührt wirb. Um nun auch Kameraden, die keine eigenen Skier besitzen, dennoch bie Ausübung des Sportes zu ermöglichen, besteht ein Skiverleih, ber ben Stubenten die Möglichkeit gibt, sich für eine geringe Gebühr Skier zu entleihen. Ist bann ber Winter mit seinem weißen Mantel gekommen, bann geht es zum Skilauf in ben Vogelsberg, ber eines der ältesten Ski-Gebiete in Deutfchlanb ist. Der Vogelsberg gilt als eines ber schneesichersten unb beliebtesten Ski-Gebiete Mittelbeutschlanbs. So veranstaltet bas Institut für Leibesübungen Samstag-Sonntag-Kurse auf bem Hoherodskopf, an benen stets eine große Anzahl von (Stubenten teUnimmt. Auch bie Kurse in ben Weihnachtsferien erfreuen sich großer Beliebtheit. In früheren Wintern genossen wir bie Gastfteunbschast bes VHC.- Hauses, in besten Räumen wir immer mehr ober minder bequeme Unterkunft fanden. Dann stand uns drei Winter lang bas bem VHC. gehörige Scß&nJ&J Für welchen von beiden Sie sich auch entscheiden: Der wunderbare Vollklang dieser Empfänger macht Ihnen [edenTag zum Fest. Einschi. Rohren und KurzwellenteiLTELEFUNKEN^RurierccRMIS^-bzw.läZ^TELEFUNKIN- »IMflterfuptf* RM284,-brw. 289,-> Auch gegenTeilzahlung erhältlich. :ertreters bes Führers unb Dr. Leys gelauscht, t Lnschliehenb blieben bie Arbeitskameraden noch, werden irrige Zeit gemütlich beisammen. Der Abend, der * lurd) Musik unb Singen von Volksliedern Der» chönt wurde, nahm in allen Teilen einen harmo- Tanz, gemeintem gelungenen Volksliedern, einigen Reigen usw. verbrachten die Teilnehmer noch einige schöne Stunden in schönster Kameradschaft und Volksgemeinschaft. <3 Obbornhofen, 28. Nov. Die Wiederkehr des Gründungstages des Feierabendwerkes der Deutschen Arbeitsftont, ber NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freube" würbe von ber hiesigen Ortsgruppe ber Deutschen Arbeitsfront im Saale bes Erich Henzel roürbig gefeiert Ortsgruppenleiter Loos (Bellersheim) begrüßte bie Besucher und sprach kurz über ben Segen bes von unferm Führer für ben deutschen Arbeiter geschaffenen Feier- abeNdwerkes „Kraft durch Freude". Nachdem die Hebertragungen aus Berlin beendet waren, ging man zum gemütlichen Teil über. Bei Musik, Tanz und fröhlichem Beisammensein verbrachte man den Rest des Abends. Ilinb auch dieses Jahr am Nachmittag des Toten- d n n t a g s eine gottesdienstliche Feier mit Ansprache des Pfarrers auf dem Friedhöfe statt, die f hr gut besucht war. Der Schülerchor unter Leitung ion Lehrer Walter trug zwei Choräle, ber Ge» i lingoerein „Lieberkranz" unter fteÜDertretenber beitung von Heinrich Benber zwei Grabgesäng« . lor. Der Posaunenchor begleitete die Gemeinde- ßfänge unb ehrte bas Andenken an die Gefallenen Iss Weltkrieges durch die Darbietung einer Der- bmung bes Liedes „Für uns". Im Vormittags- I pttesbienft würbe eine Kollekte zur Erhöhung des ! avitals für ein Gefallenendenkmal in j unserer Gemeinde erhoben. Rüddingshausen, 28. Nov. Ein ernster - jung ihr reges Interesse an der NS.-Gemeinschaft nf all passierte bem Arbeiter Ludwig D ietz von „Kraft durch Freube" bewiesen. Nach dem Ein- lier, ber bei dem Sägewerk Wihner in Londorf " • “ ' '' ‘ ‘ ~ ■ l-rschästigt ist. Er verlor beim Holzschneiben^ m ber Kreissäge brei Finger ber Iln- Im n Hanb. Den Zeigefinger, ber ebenfalls Der- öümmelt ist, hofft man erhalten zu können. — Am rionntagabenb würbe hier in ber Kirche ein I i ichtbilbervortrag über China gehalten, ion einem Missionar, ber Jahrzehnte in diesem hanbe tätig war. Die sehr interessanten Darbletun- <-n fanben eine große Anzahl Zuhörer. Durch Er- tebung oon Eintrittsgeld und Verkauf oon Schriften; bnnten etwa 40 Mk. der Mission überwiesen roer-1 l-n. — In ber Wirtschaft Theiß fand gestern abenb täte Versammlung ber Mitglieder der hiesigen ^kilchgenossenschast statt. Tagesordnung rar „Aussprache über Milchlieferung." Don der Llolkereiaenossenschast Zeilshausen war oorgesehen, diß Rüddingshausen bie Milch nach dort liefere nb jeder Lieferant dort Mitglied werde. Es wurde ti ber Versammlung beschlossen, ben Anschluß an liolzhausen, wohin seit langem bie Milch geliefert geschmückten Turnhall« hatten sich neben den Mit- Punktzahl bes schlechtesten Turners in Abzua ge- gliedern ber Partei unb deren Gliederungen zahl- bracht.^Das^Ergebnis lautete am Schluß: ßol- reiche Besucher aus allen Kreisen ber Bevölkerung ' "" unserer St-adt unb ber näheren Umgebung einge- funben, bie durch die Teilnahme an ber Veranstal- Interesse an ber NS.-Gemeinschaft Kreis Schotten. • Ober-Seemen, 28. Nov. Am Sonntag fanb im Saale von Johannes Kneipp II. die Jahreshauptversammlung bes Turn- unb Sportvereins 1 9 33 Ober-Seemen statt. Die gutbesuchte Versammlung würbe mit einem Lied eingeleitet. Vor bem Eintritt in bie Tagesorbnung widmete ber Dereinsführer Lehrer Becker ber erst kürzlich plötzlich burch ben Tob aus ben Reihen bes Vereins abberufenen Turnerin Frieba Faßbinder einen Nachruf. Schriftführer Lapp verlas die Protokolle vom Grünbungstage bis zur Jahreshauptversammlung. Lehrer Becker gab s aber wir kamen doch hinauf und nach den überstandenen Gefahren war die Freude über das Erreichte um so größer. Bei der Abfahrt jagte uns der Sturm die Hänge hinnnter, und als wir die Skier schließlich über aufgeaperte Hänge in das Brandener Tal hinunter trugen, wirkten sie wie Segel und nur mit Mühe ließen sie sich festhalten. Am Spätnachmittag, als die anderen sich schon um uns sorgten, kamen wir glücklich und froh über den wundervollen Tag voll Kampf und Erleben, wenn auch reichlich müde, wieder nach Tschengla. Theres sorgte mit einem sehr gehaltvollen Essen für eine gründliche Aufmunterung der Lebensgeister. Wenn eine so große Zahl junger Menschen zusammen ist, läßt es sich denken, daß es an dem nötigen Betrieb nicht fehlte. Eine Nachmittagspause ist an und für sich zur Ruhe da, aber trotzdem wurden zu dieser Zeit erbitterte Handball- und Faustball-Wettspiele im Schnee ausgetragen und manches scharfe Schneeballduell durchgeführt. Abends saßen wir meist in der Hütte zusammen, erzählten, sangen und spielten und trieben manchen „Fez". Mitternächtliches Geläute von fm Mädchenzimmer angebrachten Kuhglocken,' ausge- ftopfte Schlafanzüge am Fahnenmast, zugenähte Skihosen, mitten in der Nacht aus dem Bett fallende Kursteilnehmer und Brausebäder in der Holzwand zeugten von der Betriebsamkeit der Hüttengeister. Ein einzigartiger Hüttenabend beschloß den Kurs. Die einzelnen Riegen brachten mehr oder minder künstlerische Darbietungen. In einem Schnadahüpfl-Singen, das beinahe zwei Stunden gedauert haben soll, wurde der Kurs, seine Teilnehmer mit ihren Stärken und Schwächen, das ganze Drum und Dran besungen. Als die Bahn uns am nächsten Tag wieder in die Heimat führte, schieden wir nur schwer von der liebgewonnenen Schwabenhütte. Der Skikurs ist schon lange vorüber, aber in unserer Erinnerung lebt er in seiner Schönheit fort, und wenn wir Teilnehmer uns ab und zu einmal Wiedersehen, so gedenken wir der Tage der frohen Ski-Kameradschaft auf Tschengla. Handball-Ausivahispiele für das Mniechilsswerk 3m Gau XII (Kreis Lahn-Dill). hörnsheim-hochelheim — Gießen komb. B. in Hochelheim. Die Paarung ist recht interessant. Die Platzmannschaft dürfte hier durch das gute Spielermaterial, das beide Mannschaften aufzuweisen haben, in der Lage sein, der zusammengesetzten Elf der Gäste aus Gießen, eine zum mindesten ebenbürtige Partie zu liefern. Lützellinden — Gießen fomb. A. Hier steht Bezirksklasse gegen Gau- und Bezirksklasse komb., so daß schon für ein technisch gutes Spiel Gewähr geboten ist. Wer hier nun das bessere Ende für sich haben wird, erscheint fraglich. Lützellinden kann man auf Grund des eingespielten Mannschaftsgefüges ein Plus einräumen, man muß aber auch ebenso gut annehmen, daß in der Mannschaft, in der Gauklassespieler stehen, so gute Leistungen zu erzielen sind, die zu einem Sieg für die Gäste ausreichen müßten. Garbenteich-Hausen — Albach-Lich in Garbenleich. Das bessere Spielermaterial haben sicherlich die Gäste. Ob es ihnen aber gelingt, gegen die gut eingespielte Kombination der Platzmannschaft zu gewinnen, erscheint sehr fraglich. Ahbach-Dutenhofen — Münchholzhausen in Ahbach. Trotzdem Münchholzhausen am Sonntag gegen die komplette Mannschaft von Dutenhofen eine Niederlage hinnehmen mußte, sollte sie in diesem Kampf aufgrund des Mannschaftsganzen in der Lage sein, den Gegner zur Hergabe seines ganzen Können zu zwingen. Ob allerdings ein Sieg möglich ist, hängt von dem Spiel des Gegners ab, der, wenn sich die Mannschaft zusammenfindet, aller« dings schwer fallen dürfte. Wir erwarten einen offenen Kampf mit ungewissem Ausgang. Lang-Göns — hörnsheim-hochelheim II. Hier sollte ein Sieg der Platzmannschaft zu erwarten sein, falls die Mannschaft zu kämpfen versteht. Die Kombination der beiden Nachbarn wird aber sicher den Gegner zum Aeußersten zwingen und ein ziemlich offenes Spiel die Folge sein lassen. Holzheim — GrLningen. Die Platzmannschaft in vollständiger Aufstellung sollte einen sicheren Sieg landen, zumal das Können der Mannschaft eine Klasse höher liegt. Die Gäste werden auf ein einigermaßen gutes Abschneiden bedacht sein. Launsbach-Krofdorf — Heuchelheim in Krofdorf. Heuchelheim trifft in Krofdorf auf einen bestimmt gleichwertigen Gegner und wird sich dessen auch bewußt sein, daß nur ein Sieg bei wirklich guten Leistungen mit nach Hause zu nehmen ist. Die Kombination stellt durch das gute Spielermäterial, welches auf beiden Seiten vorhanden ist, eine schwer zu bezwingende Einheit dar. Ruttershausen-Wißmar — Lollar-Staufenberg. Man kann dieses Spiel in Ruttershausen auch einen großen Lokalkampf nennen. Die besten Aussichten haben hier die Erstgenannten, die einen sicheren Sieg erreichen sollten. Romrod-Durggemünden — Alsfeld in Alsfeld. Auch hier sind die Kombinierten im Vorteil durch das wesentlich bessere Spielermaterial, dessen lieber« gewicht den Vorteil der Platzmannschaft, durch das eigene Gelände bedingt, mehr als ausgleichen sollte. Groß-Rechlenbach-Dornholzhaufen — Io. Wetzlar I. Gauklasse steht hier der ersten Kreisklasse gegenüber. Schon allein klassenmäßig müßte hier ein Sieg für die Gäste herausspringen. Wie falsch aber diese Einstellung bzw. Beurteilung auf dem Papier ist, hat schon manches Spiel solcher Begegnungen bewiesen. Jedenfalls wird die Kombination der Kreisklassenmannschaft vor eine unlösbar scheinende Aufgabe gestellt. Die Mannschaft wird durch Eifer und Kampfeswillen versuchen müssen, dem Gegner die Stirn zu bieten. Ein Sieg Wetzlars sollte elaend lich außer Frage stehen. Wetzlar 05-Io. Wetzlar II — Dorlar in Dorlar. Dorlar roirt) zu Hause den Beweis erbringen müs. sen, ob die letzten Erfolge der Mannschaft regulär waren. Wetzlar wird sicher, was die Kampfkraft an- belangt, die stärkere Mannschaft sein, ob diese ab ec ausreicht, die auf eigenem Platz schwer zu schl^ gende Mannschaft der Gastgeber zu bezwingen, muh erwiesen werden. Garbenheim-Nauborn — Wetzlar-Niedergirmes komb. in Garbenheim. Eine offene Sache spielt sich in Garbenheim ah Man hält aber eher die Gäste für die bessere Mann, schäft, als die Zusammenstellung der'Landvereine, Da es sich bei den Spielen um Auswahl-Begeo. nungen handelt, deren Erlös dem Winterhilfswetl zufließt, erhofft man einen guten Besuch. Es finj keine Spiele, bei denen der Kampf um die Punkie geht, sondern in gewisser Hinsicht dienen diese idealen Gedanken: der sozialen Einrichtung des Winterhilfswerkes und einer W ez, bungfürdendeutschenHanddallspoii Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 3. in kl. Mit der hinter dem Schadensstiftei stehenden Versicherungsgesellschaft haben Sie nicht; zu tun, so daß Sie sich lediglich an den Täter selbst halten müssen. Leistet dieser den gewünschten Schadensersatz nicht, so müssen Sie gegen ihn, nicht etwa gegen die hinter ihm stehende Versicherung, gesellschaft klagbar vorgehen. Sie brauchen al|o auch nicht abzuwarten, bis sich die Versicherung;, gesellschaft entschieden hat, ob sie für ihren Der« skcherungsnehmer Ersatz leisten will oder nicht. Großen-Linden. Nach § 1258 der Reichsversiche. rungsordnung wird die Waisenrente aus der 3n- validenversicherung bis zum vollendeten 15. Lebens- jahre gezahlt. Eine Zahlung der Waisenrente über diesen Zeitpunkt hinaus kommt auch dann nicht in Frage, wenn sich die Waise in Berufsausbildung Rödgen (Gießener Straße 9), Gießen, den 29. November 1934. 05679 05672 Die Beerdigung findet am Samstag, dem 1. Dezember, nachmittags %2 Uhr statt. Die Beerdigung findet Freitag, 30. November, nachmittags 2 Uhr statt- __ 6989 n Die trauernden Hinterbliebenen. Annerod, Mainzlar, Gießen, Aßlar, den 28. November 1934. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Mittwochmorgen meine liebe Frau, die treue Mutter ihres Kindes, unsere herzensgute Tochter und Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin, Gote und Tante Anna Luise Schepers, geb. Gräf von einem schweren, mit großer Geduld ertragenen Leiden, im Alter von 34 Jahren, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Wilhelm Schepers und Kind Familie Philipp Gräf Familie Gerhard Schepers Reiskirchen, Gießen, den 28. November 1934. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 30. November, nachmittags um 2 Uhr statt. 1 Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief sanft heute morgen IO1/, Uhr unsere liebe Schwester, Tante und Gote Philippine Bück Krankenschwester a. D. nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 67 Jahren Tie Lorgnette, gnädige Frau, bei Magnus auszuwählen ist ein Erlebnis! Sie finden die schönstenu.modernsten Mo- delle, kleine Kunstwerke aus d. verschiedensten Feinmetallen, schon ab NM. 4,50. Sie werden bestens beraten und bedient b. Optiker Magnus Seltersweg 33. Astoria - Lichtspiel e Heute Donnerstag bis Sonntag: Der Reiter | I von Arkansas Ein spannender Ab en teurer film ■■ aus dem wilden Westen 6M4a B Großes Beiprogramm u. 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Brück Wilhelm Balser Marie Balser Wwe., geb. Brück Marie Becker Wwe., geb. Sehrt TORPEDO nur BM. 188.- sction für 7010D 7.90 monatlich Alleinverkauf Niedestaeo&Co. Bahnhofstrabe 6e6encb. Hotel Schfitz Verkäufe "] itMrtea mit Brunnen, Obstbäumen im Alten Feld geg. Barzahlung zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 05674 an d. Gieß. Anz. Acker im Alten Feld m. 12Obstbäum^ für 2 Gärten geeignet, ganz ob. getrennt, zu verkaufen. Näheres A.Becker,Kepler- straBefl, Te!.38O4. Klein. Herd und Ofen zu verkauf, ose-s Walltorstr. 4vt. | Kaufgesuche | Emtüriger Kleiderschrank zu kauf, gesucht. Schr.Angeb.unt. 05673 a.d.G.A. Verschiedenes iul. Verdiens findet Herr oder Dame, die sich mit 1000 bis 1500 Atarka.Handelsgeschäft beteilig. Schriftl. Angeb. unt. 6999D an d. Gießen. Anzeig. Näherin zum Nähen und Flicken ins Haus ae,u$UtÄ VolkShalle Verein e. V. Gießen. Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung auf Donnerstag, den 6. Dezember 1934, 16 Uhr, im Sitzungssaal des Stadthauses, Bergstraße Nr. 20. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 1933. 2. Rechnungsabschluß über das Geschäftsjahr 1933. 3. Auslosung von Anteilscheinen gemäß § 6 der Satzung. 4. Wahl des Vorstandes. 5. Bestimmung zweier Rechnungsprüfer für die Rechnung des Jahres 1934. 6. Verschiedenes. Die Teilnahme an der Mitgliederversammlung ist nur gestattet gegen Vorzeigung der Anteilscheine am Eingang zum Sitzungssaal. 6990D Gießen, den 28. November 1934. Der Vorstand: Dr. Hamm. teile Deine UJeihnacMsfreube durch ein ricbcsgöbonpahet für das löinfcrhilfsioerh der Stadt«. Oie Stadt Lich verlaust im Wege der öffentlichen Submission in 5 Losen zirka 1650 fm Zichtenlangholz, la» bis 4a-Klasse, und in 2 Losen zirka 140 fm Kiefernlangholz, 2a« bis 4a«K1asse. Gute Abfuhr« und Verlademöglichkeit. Oie Submission findet am 12. Dezember 1934, vormittags 11 Llhr, im Rathaus zu Lich statt. Oie Unterlagen (Los« und Klaffen« einteilung und Bedingungen) können von den Interessenten kostenlos bei der Bürgermeisterei Lich angefordert werden. Lich, den 29. November 1934. Bürgermeisterei Lich. Geil. Amtliche Bekanntmachungen des Kreisamts Gießen. Betr.: Die Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft zur Entwässerung in den Fluren 2,4, 5, 6 der Gemarkung Alten-Buseck und Flur 9 der Gemarkung Wieseck. 70010 Nachdem zur Ausführung von Entwässerungsanlagen in den Fluren 2, 4, 5, 6 der Gemarkt^ Alten-Buseck und Flur 9 der Gemarkung öiefei Antrag auf Bildung einer öffentlichen Wasser- genossenschaft gestellt worden ist und die W« lung 1/e (Landwirtschaft) des Hessischen Staatsmm« steriums die Einleitung des Verfahrens zur Bildung der öffentlichen Wassergenossenschaft angeordnet hat, wird hiermit bekanntgegeben, daß die Borarbeiten hierzu vom Donnerstag, dem 20. Dezember 1934, bis Mittwoch, dem 2. Januar 1935, einschließlich, auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei Alten-Buseck zur Einsicht sämtlicher Grundeigentümer, deren Grund- stücke in die zu verbessernde Fläche fallen, offen« liegen. Die Grundeigentümer werden zur Versammlung und Beschlußfassung sowie zur Wahl ihrer Vcrtrosr für das weitere Verfahren auf Mittwoch, den 16. Januar 1935, vormittags 9 Uhr, in den Saal bei Wirtschaft Rühl zu Alten-Buseck geladen unter An- drohung des Rechtsnachteils, daß die Nichterscheinen- den sowie die Nichtabstimmenden als dem beantragten Unternehmen beistimmend, mit der Wahl der Vertreter einverstanden angesehen und mit ihren Einwendungen gegen die Art der Ausführung später nicht mehr gehört werden. Gleichzeitig werden die Grundeigentümer und Wassernutzungsberechtigten, welche an dem Unternehmen nicht unmittelbar beteiligt erscheinen, auf- gefordert, etwaige Einwendungen gegen das Unternehmen in der vorerwähnten Tagfahrt geltend ju machen, widrigenfalls die Einwendungen nach > lauf der Frist nicht mehr berücksichtigt werden und nur noch privatrechtliche EntschädigungsaiMche gegenüber dem Unternehmen geltend gemacht Ml- den können. Betr.: Die Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft zur Entwässerung in den Fluren 6,7 und 8 der Gemarkung Bersrod. Nachdem zur Ausführung von Entwässerungsanlagen in den Fluren 6, 7 und 8 der Gemarkung Bersrod Antrag auf Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft gestellt worden ist und die Ab- teilung 1/e (Landwirtschaft) des Hessischen Staatsministeriums die Einleitung des Verfahrens zur Bildung der öffentlichen Wassergenossenschaft angeordnet hat, wird hiermit bekanntgegeben, daß dir Vorarbeiten hierzu vom Dienstag, dem 18., bis Montag, dem 31. Dezember 1934, einschließlich, auf dein Amtszimmer der Bürgermeisterei Bersrod zur Einsicht sämtlicher Grundeigentümer, deren Grundstücke in die zu verbessernde Fläche fallen, offenliegen. Die Grundeigentümer werden zur Versammlung und Beschlußfassung sowie zur Wahl ihrer Vertreter für das weitere Verfahren auf Mittwoch, den 9. Januar 1935, vormittags 9 Uhr, in den Saal Wirtschaft Becker zu Bersrod geladen, unter Androhung des Rechtsnachteils, daß die Nichterscheinen- den sowie die Nichtabstimmenden als dem beantrag' n Unternehmen beistimmend, mit der Wahl W Vertreter einverstanden angesehen und mit i(rf/l1 inroenbungen gegen die Art der Ausführung jr'f ..icht mehr gehört werden. Gleichzeitig werden die Grundeigentümer Wassernutzungsberechtigten, welche an dem UnW* nehmen nicht unmittelbar beteiligt erscheinen, aus- gefordert, etwaige Einwendungen gegen das Unternehmen in der vorerwähnten Tagfahrt geltend 3U machen, widrigenfalls die Einwendungen nach Ablauf der Frist nicht mehr berücksichtigt werden und nur noch privatrechtliche Entschädigungsansprüche gegenüber dem Unternehmen geltend gemacht werden können. Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift. Oberelchtlich angeordnet und eorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe. Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und prelewert durch Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 Aufgebot. Das Einlagebuch unserer Kaffer Nr. 947 Lina Schneider, Flsdorl, ist angeblich in Verlust geraten. Gemäß § 39 unserer Satzung find etwaige Ansprüche an bie ^n läge innerhalb drei Monaten v unserer Kasse Seltend zu maäi widrigenfalls bas EmlagAu» N" kraftlos erklärt und die Auszahlung der Einlage verfügt wird. emv Grünberg, 28. November in» Bezirks svarkrrsse Grimberg Nr. 279 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag. 29. November 1954 Besuch im SpielzeugSMchen Sonneberg. Paradies für Kinderherzen. — Von L50jährigen Nußknackern nnd riesengroßen Hampelmännern... Mit über 20 000 Einwohnern wird Sonne- berg in Thüringen kaum als „Städtchen" gelten wollen. Aber wir haben uns den Ort, wo Spielzeuge für Kinder der ganzen Welt hergestellt werden, nun einmal als Städtchen vorgestellt, und so bezeichnen wir Sonneberg nicht anders als mit dieser Koseform — obwohl der erste Schritt aus dem Bahnhof unsere Hoffnung enttäuscht. Da erheben sich Riesenbauten rund um den großstädtisch wirkenden, asphaltierten, mit Verkehrsinseln bestreuten Bahnhofsvorplatz. Ein neues Rathaus, mit Säulenvorbau, ein großzügiger Krankenkassenneubau, ein neuzeitliches Postamt und ein vier- bis fünfstöckiges Verwaltungsgebäude einer großen Firma. Das ist Sonneberg —? Nein, die Stadt beginnt erst hinter diesem Platz. Da steht eine winzige Bude am Weg; Rauch schwingt sich aus ihr auf. Ein verhuzeltes Weiblein steht da drin und brät die Thüringer R o ft- b r a t w ü r st e , wie sie auf allen Straßen, in allen Städten Thüringens feilgehalten werden. Gegenüber schwingt der Rauch und Duft einer anderen Bratwurströstbude. Das ist Sonneberg! Die Hauptstraße der thüringischen Stadt steigt gegen die Berge an. Grüne Waldhügel umragen die Stadt und lugen anscheinend neugierig in die karge Enge der Wohnbezirke. Es ist keine reiche Stadt, wie es der Bahnhofsplatz vortäuschen will; eher eine fleißige, rührige Stadt, schaffens- und bastelfroh. Alles ist neu und strengaesichtig, ohne altertümliche Traulichkeit thüringischer Kleinstädte. Der Brand von 1840 hat das Alte zerstört. Schon im Jahre 1317 bestand hier in 405 Meter Höhe, am Muppberg, das „Städtlein zu Röten", das seit etwa 1400 den Namen Sunnenberg nach der auf dem Schloßberg liegenden Burg führte. Das Schloß indessen verfiel im 17. Jahrhundert, und fast jede Spur von ihm und dem dort herrschenden Dynastengeschlecht derer von Meran verlor sich. Seit im 18. Jahrhundert Sonneberg an Meiningen gefallen war, lebte die Spielzeugherstellung in dieser nach Süden voll sich öffnenden Thüringen- landschaft, dem alten „Meininger Oberland", auf. Das Deutsche Spielzeug-Museum hält die Erinnerung daran wach und kündet von der Bastel- und Erfindungsfreude der Sonneberger, von ihrem löblichen Beginnen, Kinderherzen durch Oben links: Die Fabrikation von Weihnachtsmännern; daneben: Ein Sonneberger Nußknacker. — Unten links: Der Weihnachtsmann auf Skiern; daneben: Puppen werden für ihre Reife unter den Weihnachtsbaum ausgestattet. NW <• Y: 8 Wk reizendes und absonderliches, hübsches und fesselndes Spielzeug höher schlagen zu lassen. ♦ In den Räumen der Staatlichen Industrieschule und der Kunstgewerblichen Fachschule beansprucht diese Spielzeugsammlung unsere Aufmerksamkeit beim Besuch der deutschen Spielwarenstadt Sonneberg. Rund 100 Spielwarenfabriken stellten vor dem Weltkrieg für 40 Millionen Mark Spielwaren her, die Hälfte der gesamtdeutschen Herstellung; und die ganze Welt erhielt Sonneburger Puppen, H o l z s p i e l f i g u r e n, Nußknacker, Holztiere, Krippen, Masken und Larven, Scherzartikel. Kulturgeschichtlich und völkerkundlich, erziehungswissenschaftlich, handelswissenschaftlich und heimatkundlich wird hier Unterricht durch die verwirrende Menge Spielzeug erteilt. Ein geringfügiger Gegenstand, oft nur im Wert von Pfennigen, dazu bestimmt, die Kinder zu erfreuen und zu beschäftigen, spielt hier die Rolle eines Welthandelsgegenstandes, ist Erziehungsmittel und gibt Kunde von verschollener und derzeitiger Kultur, von den Aegyptern bis zu den Japanern und von russischen Kriegsgefangenen zu Erzgebirglern, Thüringern und Nürnbergern. Die ältesten Sammlungsstücke Sonneberger Spielzeuge stammen vom Jahre 1700, Nußknacker, einfache Holzfiguren, oft mit Glöckchen, sogenannte „klingende Sachen", darunter Spielzeuge, die uns „modern" anmuten, wie die Holz- aliederschlangen, mit denen die Kinder heute, nach fast 250 Jahren, wieder bereitwillig und eifrig spielen. Da sind Tiere jeder Art, manche stimm- betzabt: Muh macht die Kuh, der Hahn kräht Kikeriki, die Henne gackert. Puppen rufen Mama oder ihren Namen: Anna, Lotte usw. Puppenstuben und Puppenstubengerät, Pappspielzeug, Menagerien mit unzähligen Tierfigürchen, Pferd und Wagen, bewegliches Spielzeug jeder Art. — Kinderaugen brennen vor Verlangen in dieser Spielzeugschau, und Kindererinnerungen wachen in Erwachsenen auf. Wer durch dieses Museum geht, hat keine Eile und Hast. Und die 15 000 bis 16 000 Besucher im Jahr nehmen bestimmt ein paar lichte Freudenaugenblicke von hier in der Erinnerung mit fort. ♦ Absonderliche Museumsgegenstände in dieser Schau der Spielwaren sind ein viereinhalb Meter hoher Hampelmann von 1858, der bei einem Festzug getragen wurde, weiterhin kunstgewerbliche Puppen als Ergänzung der Schau der „Sonneburger Puppen" — eine verwirrende Ansammlung holdseliger Puppengesichter, dargestellt im Entwicklungsgang der Puppen mit allen den wechselnden Moden der „großen Leute" von 1700 bis zur Jetztzeit, die Riesengestalt von Gulliver von Papiermaches, die auf Weltausstellungen ausgestellt war, die ehrwürdigen Spielzeuge einer vorchristlichen Zeit, endlich die Sammlung von Schiffen als Spielzeuge, und zwar Schiffe jeder erdenklichen Art. Oh, wie die Junaen da fest die Hände der Erwachsenen pressen und nicht weichen wollen, wie vorher die Mädchen bei den Puppen festgebannt standen — Knallbuntes Glasspielzeug als Gegensatz zu den primitiven Spielzeuggeräten der Eskimos, Jndia- ner, Inder, Russen usw. und das Ergebnis eines Preisausschreibens „Wie kleide ich meine Puppe", mit den hübschesten und den geschmacklosesten Einfällen (Puppe und Kleid aus Briefmarken oder aus Zigarrenbandern) wird sorgsam in der kundigen Führung gezeigt. Jedes Stück erfährt liebevolle Erklärung. Es ist ein Schwelgen und Erinnern; jedes Spielzeug greift an unser Herz. * Der Stellvertreter des Führers spricht bei der Jahresfeier der NS.-Gemoinschaft „Kraft durch Freude" vor der Belegschaft der Berliner AEG. A A. . TV' äjr g K ***** Der Weltmarkt ist auch für dieses künstlerische Erzeugnis Thüringens eng geworden; überall sind Grenzsperren, um den holdseligen Puppengesichtern, den Holzfiguren, Larven und Holzschiffen den Eintritt zu verwehren. Aber das Riesenprunkstück der Schau, das Abschlußstück von sieben Meter Tiefe und zwölf Meter Breite: die „Thüringer Kirmes" mit über hundert verschiedenartigen Volkstypen auf einem giebelhäuserumragten Marktplatz, mit drehbaren Karussels, Schießbude mit knallenden Gewehren, Obstverkaufsstand usw. —? Diese große Sammelgruppe darf mit Recht sagen: Wer macht uns dies nach? Uns könnt' ihr auf die Dauer nicht susfchließen. Kinderherzen ersehnen Sonneberger Spielzeug. -ge- Daten für Donnerstag, 29. November. 1780: die Kaiserin Ma via Theresia in Wien gestorben (geboren 1717); — 1802: der Dichter Wilhelm Hauff in Stuttgart geboren (gestorben 1827); — 1839: der Dichter Ludwig Anzengruber in Wien geboren (gestorben 1889); — 1844: der Novellist Timm Kröger in Haale in Holstein geboren (gestorben 1918). $05 Willis Bill ßöll. Roman von Rainer Melden. Mrheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 2. Fortsetzung Nachdruck verboten, Plötzlich kam es ihm zum Bewußtsein, daß dieses kleine vierzehnjährige Mädchen langsam heranreifte w einem erwachsenen Menschen. Bisher war sie chm immer nur ein Kind gewesen. Und nun erst empfand er, was diese drei Jahre der Trennung -usmachen würden. Wenn er nach drei Jahren wiederkehrte, würde er kein Kind mehr finden, sondern ein junges Mädchen, das vielleicht schon von Männern begehrt wurde. Warum empfand er bei (liefern Gedanken einen solchen Schreck? Was war ss, das ihn jetzt, ohne daß er es wollte, Evas Arm 'sfter an sich drücken ließ? Es schien ihm beinah unmöglich, sich von ihr zu trennen. Ihr liebes, zar- tes Gesichtchen nicht mehr zu sehen. Ihre helle, 'Düfte Stimme nicht mehr zu hören. Ihre ver- i-auensvollen, schwärmerischen Augen nicht mehr Nagend die seinen suchen zu sehen. Fast gegen seinen Willen drängte sich die Frage über seine Lippen: „Hvo, werden Sie mich nicht vergessen? Werden Göie immer daran denken, daß kein Bruder es bes- f r mit Ihnen meinen kann als ich? Daß Sie keinen ksseren Freund auf der Welt haben als mich?" „Daran werde ich immer denken!" sagte Eva van liöfter leise und fügte hinzu: „Und Sie, Friedrich, werden Sie mich auch nicht vergessen?" „Solange ich lebe, nicht, kleine Eva!" Seine Stimme klang so warm und so voll ernsten versprechens, daß Evas trauriges Gesichtchen von ciinem ersten Lächeln erhellt wurde. Sie seufzte auf wie ein Kind, das von einer Wweren ^Angst befreit ist. „üb!, dann ist es ja gut!" sagte sie ganz leise. ,2)ann will ich auch tapfer sein!" Dieses tapfere und rührende Lächeln war das c 'J®as Friedrich Borgloh von Eva van Koster f:ih. Als der Zug schon längst rauchend und rat» tirnb den Bahnhof von Charing Croß verlassen tatte, als er durch die Vorstädte Londons dem ftafen von Southampton entgegensauste, hatte [uriebricf) Borgloh die ganze Umwelt um sich herum vergessen. Vor seinen Augen stand immer noch bies zarte, liebliche Lächeln der jungen Eva van SDfter. Friedrich Borgloh arbeitete bereits ein halbes 2-llhr an seiner neuen Forschungsstätte mitten in t)m Urwäldern des Blauen Nils. Seine Berichte, t>2 er van Koster gab, waren hoffnungsvoll. Es ttDr gelungen, in einem kleinen Distrikt das ge- strchtete Sumpffieber durch die neuen Einspritzungen zu bessern. Ein Zeichen, daß man bei der Entdeckung des Bazillus auf richtigem Wege war. Friedrich Borgloh vermißte es sehr, mit feinem verehrten Lehrer und gütigen Freunde nicht mehr in dem regen Gedankenaustausch wie früher stehen zu können. Die Briefe hier aus Zentralafrika bis nach London reisten Wochen; bis eine Antwort van Kosters kam, war Friedrich Borgloh in seinen Forschungen schon wieder ein ganzes Stück weiter. Ueberdies kamen diese Antworten auch nur sehr spärlich. Van Koster schrieb Borgloh, daß sein Gesundheitszustand noch viel zu wünschen übrig lasse. Er habe sich nach der letzten Grippe nicht mehr so recht erholt. Das Herz mache ihm viel zu schaffen. Wirklich machten auch die Hände van Kosters einen zitterigen und müden Eindruck. Auch die Briefe der kleinen Eva van Koster, die getreulich jedem wissenschaftlichen Schreiben des Vaters beigefügt waren, klangen ängstlich. Sie schrieb: „Wären Sie doch nur hier, lieber Friedrich. Mir ist das Herz oft so schwer. Der Vater sieht so müde aus. Er nimmt sich zwar mit seiner bekannten Energie zusammen. Aber mich täuscht er über seinen wahren Zustand nicht hinweg. Es geht mit seinen Kräften bergab. Würde er sich mefyr schonen, so würde er vielleicht frischer sein. Aber er ist von einem Arbeitseifer besessen, der durch nichts zu hemmen ist. Ich habe manchmal das Gefühl, als wolle er mit aller Kraft feine Arbeiten vollenden. Als säße ihm irgendeine Angst in der Seele. Wären Sie doch nur hier, damit ich mich mit 31)nen aussprechen könnte! Zwar habe ich ja nun öie Verwandten Parkins. Ader, lieber Friedrich, id) kann mir nicht helfen, Sie sind mir mehr als diese Verwandten. Doch was hilft das Klagen? Sie sind nicht da, und so muß ich eben mit mir allein fertig werden. Leben Sie wohl. Bleiben Sie gesund und denken Sie mitunter an Ihre kleine Schwester Eva van Koster." Diese kleinen Briefe, auf der Schreibmaschine sauber und sorgfältig getippt, waren wie ein Heilig- tum für Friedrich. Er las sie in seiner Einsamkeit immer wieder. Und dann erstand vor ihm das süße Mädchengesicht mit den schwärmerischen blauen Auaen, dem feinen, lächelnden Mund undeutlich wieder. Er versuchte ganz stark, sich die kleine Eva in die Erinnerung zurückzurufen. Aber die vielen Wochen, die Monate, die sich zwischen ihn und Eva gelegt, ließen ihr Bild in ihm doch etwas undeutlicher werden. Die paar Amateurbildchen, die sie ihm auf seine Bitte beigelegt, waren unscharf. Zu einem.Photographen, schrieb sie, könne sie nicht, denn sie fahre gar nicht mehr nach London hinein. Sie wolle den Vater auch keine Minute allein lassen. Die Sorge um van Koster und der Wunsch, der kleinen Eva in dieser Zeit eine wirkliche Stütze zu 1 fein, waren der einzige Schatten in Friedrich Borglohs Leben hier. Denn sonst war sein Dasein hier, ganz wie ein Mann und ein Forscher es sich wünschen konnte. Er arbeitete mit dem jungen Doktor Burns aufs glücklichste zusammen. Die Träger und Diener, alles Eingeborene, waren treue und sanfte Menschen, die auf jeden Wink gehorchten. Das Leben in der großen Einsamkeit der Urwälder, primitiv und abenteuerlich, erinnerte Borgloh an die Sehnsucht seiner Knabenjahre. Dazu der Fortschritt in seiner Arbeit. Es gab nichts zu wünschen. Nur der Gedanke an van Koster und Eva erfüllte ihn mit Sorgen. Ein Jahr war Friedrich Borgloh nun unten in dem exotischen Lande. Da erhielt er die Nachricht von dem Tode des alten Professors van Koster. Und zwar kam diese Nachricht nicht von Eva direkt, sondern von Mister John Parkins, dem Verwandten van Kosters. Parkins schrieb: „Sehr geehrter Herr Borgloh! Ich erfülle hiermit die traurige Pflicht, Ihnen von dem gestern erfolgten Ableben meines lieben Verwandten Hendrijk van Koster Nachricht zu geben. Wie Sie wohl aus den Briefen unserer Nichte Eva van Koster ersehen haben, ist unser Vetter Hendrijk seit Monaten von einer zunehmenden Schwäche befallen gewesen. Diese Schwäche des Herzens hat nun zum Tode geführt. Hendrijk ist in der vorigen Nacht sanft entschlafen. Eva selbst ist durch den Verlust des Vaters so erschüttert und elend, daß sie Ihnen nicht selbst schreiben kann. Der Arzt rät, sie möglichst bald nach dem Leichenbegängnis zur Erholung nach dem Süden zu schicken. Meine Frau wird Eva begleiten. Sollten noch irgendwelche beruflichen Dinge aus der Hinterlassenschaft des armen Hendrijk zu klären jein, so dürfen wir wohl auf Ihre geneigte Hilfe rechnen. Eva läßt Sie herzlich grüßen. Sie wird Ihnen schreiben, sobald sie kann. In tiefer Trauer Ihr John Parkins." Tief erschüttert las Friedrich Borgloh diesen Brief. Es hatte sechs Wochen gedauert, bis er ihn erreicht hatte. Nun war der väterliche Freund schon längst unter der Erde, und er, Friedrich, hatte nichts geahnt. Er hatte Eva in den schweren Tagen nicht zur Seite stehen können, hatte nicht ihre Hand halten können, als sie am Grabe ihres Vaters weinte. Er verwünschte die Entfernung, die ihn von ihr trennte. Wo mochte sie jetzt sein? Vermutlich schon längst abgereift. Wie mochte es ihr gehen? Ob sie ihm schreiben würde? Er war von einer starken Unruhe erfaßt, die sogar seinen Schmerz verdrängte. Am liebsten hätte er die Arbeiten abgebrochen und wäre sofort nach England zurückgekehrt. Aber daran war nicht zu denken. Die Forschungsgelder waren von der Universität Oxford und dem Tropeninstitut für seine Reise extra bewilligt worden. Es wäre Pflichtoersäumnis gewesen, hätte er um persönlicher Dinge willen seine Arbeiten hier abgebrochen. Auch war er viel zu sehr leidenschaftlicher Forscher, als daß er so etwas hätte tun können. Er mußte also warten und hoffen, daß Eva ihm sehr bald schreiben würde. Doch er wartete vergebens. Von Eva kam kein Lebenszeichen. Dagegen kam vier Wochen nach der Todesnachricht durch Parkins ein Schreiben mit dem Siegel des englischen Gerichts in London. Friedrich Borgloh öffnete es ahnungslos. Es war die Abschrift des Testaments, das Professor van Koster hinterlassen hatte. Das Testament lautete: „Hiermit lege ich vor dem Notar Mister Stern« son meinen lebten Willen nieder. Falls ich vor der Volljährigkeit meiner geliebten Tochter Eva sterben sollte, ernenne ich meinen Verwandten John Parkins zu Evas Vormund. Parkins erhält als Erziehungsgeld für Eva die Hälfte der Zinsen meines Vermögens. Diese Zinsen betragen jährlich 1000 Pfund Sterling. Die Hälfte meines Vermögens, im Betrage von 50 000 Pfund Sterling, erhält Eva am Tage ihrer Volljährigkeit ausgezahlt. Solange untersteht das Vermögen der Verwaltung Parkins, der es bestens anlegen soll, und dem ich es zu treuen Händen übergebe. Die andere Hälfte meines Vermögens erhält mein junger Freund und Mitarbeiter Friedrich Borgloh, sofern er meine Tochter Eva später heiratet. Diese Heirat zwischen Eva und Friedrich Borgloh ist mein heißester Wunsch. Ich lege es meiner Tochter Eva ans Herz, sofern Friedrich Borgloh sie um ihre Hand bittet, einzuwilligen. Friedrich Borglohs Charakter bürgt mir dafür, daß mein geliebtes Kind an feiner Seite geborgen wäre, als wenn ich selbst meine Hand über sie hielte. Kommt eine Heirat zwischen Friedrich Borgloh und meiner Tochter Eva nicht zustande, so hat mein Vetter Parkins aus dem Vermögen meiner Tochter Friedrich Borgloh eine einmalige Summe von 50 000 Mark am Tage von Evas Volljährigkeit auszuzahlen. Dieser Betrag soll es Friedrich Borgloh ermöglichen, sich eine eigene Existenz als Forscher zu schaffen, sofern er bis dahin nicht schon durch seine eigene Tüchtigkeit soweit gekommen ist. Meine freundschaftlichen Gedanken begleiten ihn in seine Zukunft. Mein einziger Wunsch aber ist es, daß Eva und Friedrich Borgloh sich zusammenfinden mögen. London, den...... Hendrijk van Koster." Tief erschüttert las Friedrich Borgloh den letzten Willen des verehrten Lehrers und Freundes. Das Testament war kurz nach Friedrichs Abreise aufgesetzt. Offenbar frisch unter dem Eindruck der ernsten Erkrankung van Kosters. Das ganze Wesen van Kosters sprach aus diesem Testament: feine liebe« volle Sorge für Eva, feine Freundschaft für Friedrich, feine Fürsorge für seine wissenschaftliche Zu- Jimft Y- (Fortsetzung folgt!) Wirtschaft Preußen gefragt und 20 Pfennig fester, im übrigen blieben die variablen Papiere unverändert. Am Pfandbriefmarkt traten nur geringe Veränderungen ein, Li- quidationspfandbriefe lagen z.T. etwas fester. Stadtanleihen notierten bei kleinen Abweichungen un- einheitlich. Fremde Werte lagen ruhig, aber meist etwas gebessert, nur Oesterr. SchaKrente mären Angeboten. Schweiz. Bundesbahn-Anleihen blieben auf der kräftig erholten Basis der Abendbörse nahezu unverändert. Tagesgeld war zum bevorstehenden Ultimo ge- ftagt und wurde auf 3,75 (3,50) v. H. erhöht. Abendbörse: Behauptet. An der Abendbörse herrschte auf allen Marktgebieten weitgehendste Zurückhaltung, die man einmal mit dem Fehlen von Kundenausträgen, zum anderen mit der englischen Unterhausdebatte motivierte. Bei gegen den Berliner Schluß zwar unein- heitlichen, aber doch wenig veränderten Kursen war das Geschäft sehr klein. Der günstiae Abschluß der Deutschen Gasolin AG. blieb auf die Farben-Aktie ohne Einfluß. Auch am Rentenmarkt war die Geschäftstätigkeit eng begrenzt, weiteres Kaufinteresse bestand aber für Zinsvergütungsscheine. Dagegen waren Altbesitzanleihe angeboten und nur knapp gehalten, im übrigen ergaben sich keine Aenderungen von Belang. Bon Auslandswerten notierten AKU. 0,50 v. H. leichter, wogegen 4 v. H. Schweizer Bundesbahn mit 158 um 4 v. H. und 3,5 v. H. Jura-Simplon mit 139 um 3 v.H. anzogen, auch die übrigen Schweizer Werte wie Chade und IG. Chemie-Basel lagen etwas fester. Ferner waren Ungarische Goldanleihe mit 6,75 bis 6,85 leicht befestigt. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 104, 6 v. H. Stahl-- verein 86,75, 5 v. S). innere Mexikaner 4,65, 4,5 v. S). Irrigation 8,40, Reichsbank 146,25, Gelsenkirchen 56,25, Harpener 99,50, Kali Aschersleben 106, Phönix 44,50, Rheinstahl 86,50, Stahlverein 37,50, AKU. 51, Betula 139,50, Chade A—C 190,50, x Jur Sicherung der einheimischen Obstverwertung. LPD. Es ist nur wenigen bekannt, daß die ganzen Jahre her auf Grund einer geschickten Ausnutzung der Zollbestimmungen ganz erhebliche Mengen von Konservenobst nach Deutschland eingeführt wurden, ohne daß der eigentlich in Frage kommende Zoll zu bezahlen war. Rach Tarif Nr. 219 des deutschen Zolltarifs ruht auf Nahrungs- und Genuhmitteln aller Art, die in luftdicht verschlossenen Behältnissen enthalten sind, ein Zollsatz von 75 RM. je Doppelzentner. Die Exporteure um- gingen diesen Zollsatz in der Weise, daß die Konservendosen kurz vor dem Uebergang über die Grenze durchlocht wurden und infolgedessen nicht als luftdicht verschlossen galten. Einzelne Obstarten, wie beispielsweise eingemachte Aprikosen, kamen dann zu einem Zollsatz von 5 RM. statt 75 RM. nach Deutschland herein. Sobald die Ware über der Grenze war, wurde sie entweder wieder mechanisch verschlossen, oder der Büchseninhalt wurde sofort $u Marmeladen, Konfitüren usw. verarbeitet. Die Firmen, welche diese billigen Obstmengen bezogen, waren dann in der Lage, die übrigen Fabriken, welche in der Hauptsache Jnlandobst verarbeiteten, im Preis derart zu unterbieten, daß diese auf ihren Beständen sitzen blieben. Durch eine Verordnung betr. Zolländerungen, veröffentlicht im „Deutschen Reichsanzeiger" vom 14. November 1934, wurde nun u. a. bestimmt, daß in Blechbehältnissen eingehende Nahrungs- und Genußmittel auch dann in voller Höhe zu verzollen sind, wenn der luftdichte Verschluß der Behältnisse durch Anbringen von Löchern beseitigt worden ist. Es steht zu hoffen, daß auf Grund dieser Zolländerungen größere Mengen einheimischen Obstes im kommenden Jahr in unseren Konservenfabriken verarbeitet werden können. Die Konservenfabriken im Bereich der Landesbauernschaft Hessen - Nassau hatten schon seit längeren Jahren gegen diesen Mißstand vergeblich ang'ekämpft und werden in Zukunft in ihrem Absatz nicht meyr geschädigt werden. Frankfurter Börse. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. Nov. Am Getreidegroßmarkt blieb das Geschäft sehr still. In den Ange- botsverhältnissen für Getreide und Futtermittel ist noch keine Wendung zum Besseren eingetreten, während bfe Nachfrage allenthalben stark bleibt. In Roggen, Hafer und Futtergerste fehlt Offertenmaterial fast gänzlich. Kraftfuttermittel sind nicht angeboten, da seitens der Oelmühlen bisher keine Zuteilungen erfolgt sind. Auch in Mühlenabfällen bleibt das Angebot infolge des schwachen Mehl- geschäfts unzureichend. Die Preise waren gegen den Montag unverändert. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W IX 202, W XIII 206, W XVI 210, Roggen R IX 162, R XIII 166, R XV 170, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futteraerste G IX 164, G XI 167, G XII 169, Hafer H XIII 162, H XIV 164, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200. Weizenmehl W XIII und W XVI 27,15, Roggenmehl R XIII 23,60, R XV 24. Weizennachmehl 16,50, Weizenfuttermehl 12,75, Weizenkleie W XIII 10,50, W XVI 10,71, Roggenkleie R XIII 9,72, R XV 9,96, alles Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Soyaschrot mit Monopolzu- schlag (m. M.) 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50 alles Fabrikpreise ab süd- deutscher Fabrikstation. Treber und Trockenschnitzel gestrichen. Heu südd. 11, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 4,50 bis 4,70. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 26 Rinder (18 Ochsen, 8 Kühe), 1303 Kälber, 197 Schafe, 400 Schweine. Es kosteten: Kälber 22 bis 54 Mark, Hämmel 26 bis 36, Schafe 15 bis 29, Schweine 48 bis 53 Mark. — MarktverlauftKälber, Hämmel und Schafe ruhig, Schweine mittelmäßig dis ruhig. rNttlagsbörse: Still, aber fteundttch. Frankfurt a. M., 28. Rov. Die Mittagsbörse zeigte im Anschluß an den Abendbörsenverkehr eine freundliche Haltung. Die kräftige Erholung der Auslandswerte als Folge einer Dementierung der Gerüchte, die von einer angeblick) bevorstehenden Beschlagnahme dieser Werte wissen wollten, hat auch auf den Markt der Jnlandswerte beruhigend gewirkt. Die Auftragserteilung der Privatkundschaft blieb allerdings sehr klein, so daß auch die Umsatztätigkeit weiterhin auf ein Minimum beschränkt war, iumal sich die Kulisse nur in kleinem Maße am Ge- chäft beteiligte. Günstige Jndustrieabschlüsse gaben >er Börse ebenso wie die weiter günstige Entwicklung der Steuereinnahmen und die starke Steigerung der Einzelhandelsumsätze einige Anregung. Der Ultimo machte keinen Einfluß mehr, um so mehr, als auch keine nennenswerten Positionen bestanden haben. Die ersten Kurse lagen durchschnittlich um 0,25 bis 0,50 v. H. über der schon gebesserten Abendbörse. Don chemischen Werten waren Farbenindustrie und Scheideanstalt allerdings nur knapp behauptet. Elek- troaktien erhöhten sich zumeist von 0,25 bis 0,50 v. H., nur Gesfürel ließen 0,25 v. H. nach. Der Montanmarkt verkehrte durchweg etwas fester, besonders für Gelsenkirchen mit plus 1,13 v. H., da- neben gewannen Klöckner und Stahlverein je 0,75 v. H., Mannesmann und Phönix je 0,50 v. H. und Harpener 0,25 o. H. Don sonstigen Werten konnten sich Deutsche Linoleum, Westdeutsche Kaufhof und Reichsbankanteile um je 0,75 v. H. erhöhen, ferner lagen Schiffahrtsaktien bis 0,50 v. H. freundlicher. Bank für Brauindustrie und Daimler-Motoren lagen unverändert. Don Auslandswerten waren Aku um weitere 1 v. H., Chade um 1 Mark und Anatolier Eisenbahn um 1,25 v. H. erholt. Der Rentenmarkt lag zwar ebenfalls fteundlich, hatte aber auch nur kleines Geschäft. Stahlverein- Bonds gewannen 0,40 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,25 v. H., Kommunal-Umschuldung 0,13 v. H., Reichsaltbesitz und Zinsvergütungsscheine blieben behauptet. Rach den ersten Kursen ergaben sich infolge der starken Geschäftsstille zunächst vielfach leichte Rückgänge um 0,25 bis 0,40 v. H. Später trat jedoch wieder etwas Nachfrage auf und die Rückgänge konnten wieder ausgeglichen werden, teilweise ergaben sich darüber hinaus leichte Befestigungen, insbesondere bei Farbenindustrie 133,65 bis 133,25 bis 134,25. Die später zur Nottz gekommenen Werte lagen zumeist um 0,25 bis 0,50 v. H. freundlicher, schwächer waren aber Rhein. Braunkohlen 210 (212), Feinmechanik Setter 52,65 (53,65) und Zement Heidelberg 108 (108,25). Am Rentenmarkt waren Zinsoergütungsscheine Appell der Saarabstimmungsberechliglen. LPD. Frankfurt a. M., 28. Nov. Die Landesgruppe Hessen und Hessen-Nasiau des Bundes der Saarvereine veranstaltet Sonntag, 9. Dezember, 16.30 Uhr, im Hippodrom in Frankfurt am Main einen Appell ihrer Abstim- mungsberechtigten und verbindet damit eine Saar-Treuekundgebung. Es werden sprechen Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger, Landeskirchenrat D ü r r f e l d (Bad Pyrmont, ein aeborener Saarländer) und Postamtmann Hugo A n s ch ü tz. Die Bevölkerung von Hessen und Hessen- Nassau wird durch zahlreichen Besuch der Kundgebung ihre Verbundenheit mit den Saar-Abstimmungsberechtigten und damit mit dem deutschen Saargebiet bekunden. Eintrittspreis 0,30 Mark. Karten sind im Vorverkauf in der Schreibwarenhandlung Pauly, Frankfurt a. M., Liebfrauenberg 33, zu haben. Zn einem Jahr fast 16000 Verkehrssünder bestraft. LPD. Frankfurt a. M., 28. Nov. In einer Bekanntmachung des Frankfurter Dolizeipräfidenten, in der zur größten Disziplin unb Selbstzucht der einzelnen Verkehrsteilnehmer ermahnt wird, damit die immer noch in erschreckender Zahl sich ereignenden Verkehrsunfälle vermindert werben, wird festgestellt, daß in der Zeit vom 1. Oktober 1933 bis zum 3 0. September 1934 wegen Übertretung der Verkehrsvorschriften bestraft wurden: 5150 Kraftfahrzeugführer, 321 Fuhrleute, 9896 Radfahrer und 272 Fußgänger. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Kraftfahrzeugen zugewandt, die burch unnötigen Motorenlärm unb belästigende Rauchentwicklung auffielen. Gleichzeitig wurde der Zustand der Kennzeichen und ihre Beleuchtung einer Kontrolle unterzogen. Seit dem 20. September 1934 wurden 2717 Kraftfahrzeuge nickt in Ordnung befunden und ihre Besitzer veranlaßt, ihr Fahrzeug nach Beseitigung der Mängel der Polizei zur Nachkontrolle vorzufuhren. 145 Fahrzeuge mußten durch besondere Verfügung außer Betrieb gesetzt werden, d. h. es mußte die Zulassungsbescheinigung eingezogen und der Stempel auf dem Kennzeichen gelöscht werden, weil die Besitzer der Ausforberung, das Fahrzeug zur Nachkontrolle vorzuführen, nicht nachgekommen waren, oder weil die Mängel trotz Vorführung nicht beseitigt waren. 218 Kraftfahrer wurden außerdem noch polizeilich bestraft, weil ihr Fahrzeug nicht den Anforderungen der Kraftfahrzeugverkehrsordnung entsprach. Kreis Vehlar. (D Krofdorf-Gleiberg, 28.Novbr. Die Zahl der am Totensonntag im Gottesdienst verlesenen Toten unserer Kirchengemeinde im abgelaufenen Kirchenjahr beträgt 20 (im Vorjahre 15). Davon erreichten 15 ein Alter über 60 Jahre, drei ein Alter von über 50 Jahren und zwei darunter. Die freireligiöse Gemeinde verlor durch den Tod vier ihrer Mitglieder. — Augenblicklich herrscht in unserem Ort eine außergewöhnlich hohe Sterblichkeitsziffer, starben doch innerhalb weniger Tage fünf ältere Einwohner. — Unter den Kindern herrschte in letzter Zeit in starkem Maße der Mumps; die Krankheit verlief bis jetzt ohne ernstliche Folgen. Kreis Biedenkopf. 8 Gladenbach, 28. Nov. Am hiesigen Bahn- Hof wurden dieser Tage die von der Bauernschaft für das Winterhilfswerk gesammelten Kartoffeln verladen und nach Wiesbaden verfrachtet. In den einzelnen Orten wurden folgende Mengen gesammelt: Gladenbach 421/» Zentner, Kehlnbach 22V-, Bellnhausen 40,70, Diedenhausen 52, Sinkers- Hausen 72, Mornshausen a. S. 82, Erdhausen 63, Frohnhausen b. Gl. 36, Friebertshausen 55, Rüchen- bad) 62, Damshausen 80, Holzhausen b. Gl. 401/a, Runzhausen 30 und Rachelshausen 20 Zentner. Es konnten insgesamt 675,20 Zentner Kartoffeln zum Versand kommen. Die Waggons waren schön geschmückt. — Aus Anlaß der Jahrseier der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wurde auch in unserem Orte eine Feier ab gehalten, die im Saale Elshäuser stattfand. Man hörte zunächst die Uebertragung von Berlin; den unterhaltenden Teil bestritt die Ortsgruppe. Rundfunkprogramm. Freitag, 30. November: 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45; Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 9.10: Nachrichten. 9.20: Othmar Schoeck, ein alemannischer Komponist. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 11.45: Soziakdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15. Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Nachmittagskonzert. 17.40: Kleine Tanzmusik. 18: Jugendfunk. Soldaten- und Seemannslieder. 18.15: „Mit erhobenem Zeigefinger." Kleine Mahnung und Plauderei. 18.25: Der National- Charakter im Spiegel der Kunst. Ein Gespräch. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19: Ueber den Dächern. 19.30 Unterhaltungskonzert. 19.50: Politischer Kurz, bericht. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. Lachende Poeterey. 21: Tanzmusik. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15; Saarländer sprechen. 22.30: Der Zeitfunk bringt die Sportschau. 23: Menschen und Landschaft. 24: Nachtkonzert. 1 bis 2: Kammermusik. Büchertisch. — Famile / Rasse / Volk. Grundlagen und Aufgaben der Dolkssippenforschung. Don Dr. H. Banniza von Bazan. 74 Seiten. 2 RM. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Ser« lin. 1934 — (482) — Die Familienkunde zählt in engem Zusammenhänge mit der Vererbungslehre und der Rassenkunde zu den lebendigen Wissenschaften des Dritten Reiches. Durch die Familie gehört der einzelne dem Volke an, die Familie ist die Trägerin und Wahrerin des rassischen Erbgutes, das Familienbewußtsein ist die wirkende Macht, die zu höchster Leistung, zu höchster Verantwortung vor dem Volksganzen anspornt. Von diesen Grundgedanken aus begleitet der Verfasser den mühsamen Weg des Sippenforschers durch Personenstands- akten, Kirchenbücher und Archivbestände bis zum bäuerlichen Ursprung seines Erbstammes, deutet er die Familienkunde als Weistum von Blut unb Boden. — Heinrich Hanselmann: Sorgen« kinder daheim und in der Schule. Heil« Pädagogik im Ueberblick für Eltern und Lehrer. 160 Seiten. Mit 19 Abbildungen. In Leinen Fr. 3,00, 2,40 Mk. Rotapfel-Verlag, Erlenbach bei Zürich unb Leipzig. —(475)— Hanselmann gibt in leichtoer« stündlicher Form Ratschläge und Anleitung für die Behandlung entwicklungsgehemmter Kinder unb Jugendlicher. Er möchte mithelfen zu einem besseren Umgang mit solchen Kindern, namentlich auch mit jenen, die „nur" als eigenartig, merkwürdig, verschlossen, verstockt, eigensinnig, boshaft, faul, frech, lügnerisch, diebisch erscheinen — Kurt Eggers: Hutten. Roman eines Deutschen. Im Propyläen-Verlag, Berlin. Preis 4,80 Mk. — (433) — Es ist nicht die einzige Aufgabe des Verlegers, die reifen Früchte vom Baume der Literatur zu pflücken. Vielleicht sogar wichttaer ist die Pflege dessen, was noch im Werben begriffen ist, was nut dem Ungestüm der Jugend zur Ent« Wicklung drängt. Sturm und Drang ist auch der „Hutten"-Roman. Eggers faszinierte die Figur des Mannes Hutten, der, ebenso schwärmend wie kämp« send, fein kurzes und stürmisches Leden hindurch dem Ideal des reinen und starken Deutschtums nachjagte. Der sich zu Beginn des sechzehnten Jahr« hunderts vom Latain, der Sprache der „Gebildeten" abwandte und feine Kampfschriften unb Pamphlete in einem jedermann verständlichen Deutsch abfaßt. Mancher vielleicht wird einnwi- den, daß dieses oder jenes Urteil über Mengen und Zustände der Hutten-Zeit ungerecht und oyne Maß sei. Aber Maßlosigkeit ist das ewige Vorrecht der Jugend, weil sich erst aus ihr der Sinn für Maß und Form organisch zu entwickeln vermag. — Volckmanns Baupläne flugfähiger Flugmodelle, 11. Bauplan: S ch n e l l f l u g z e u g - Modell H S 55 von H.F.A. Schelhasse, mit textlHen Erläuterungen und drei Photos. Preis 1,20 RM. Verlag C. I. E. Volckmann Nachf. G.m.d.H., Berlin- Charlottenburg 2. — (432) — Der Verlag Volck- mann bringt im Auftrage des Deutschen Luftsport- Verbandes in der Sammlung „Volckmanns Baupläne flugfähiger Flugmodelle^ einen neuen Bau« plan für ein leicht herzustellendes Modell heraus, das bemannten Schnellflugzeugen ähnelt. Die Maschine zeigt verblüffende Flugeigenschaften. Das Modell erreicht bei Einbau eines Getriebes eine Streckenleistung von 450 Meter. Die guten Eigen« schäften in bezug auf Stabilität und die verwendete Verstell-Luftschraube ermöglichen es, je nach Wunsch Strecken-, Steig-, Kunstflüge und sogar auch Schleppflüge mit einem angehängten Segelflugmodell, das sich in der Luft selbsttätig ausklinkt, auszuführen. —- AuerbachsDeutscherKinderkalen- der 1935 53. Jahrgang 1935. Herausgegeben von 1 Dr. Adolf Holst. Verlag von Auerbachs Deutschem Kinder-Kalender, Leipzig CI. — (462). — Str neue Jahrgang ist ein Spiegel des Lebens unftrtt Jugend von heute, wie z. B. in den prächtigen trägen der Iungvolk-Führer Hans Böer und Les Schall ober der Erzählung „Traute!", einer fpan* nenben Jungmäbel-Geschichte einer bekannten BbM.-Führerin. Erzählungen, Märchen, Gedichte, Rätsel, Scherzfragen usw enthält er auch biesmtn roieber in Fülle neben zahlreichen schwarzen und bunten Bilbern, einem luftigen Theaterstück zum Selbstaufführen unb einer bunten Spielbeilage: „Der Schatz im Silbersee", bie nach ber gleich' namigen berühmten Reiseerzählung Karl Mays ge» schaffen würbe. Daß auch Mätzchen Mohr, ber unverbesserliche Lausbub, roieber mit seinen neuesten Streichen unb urfibekn Zeichnungen babei ist, versteht sich. Der Auerbach kostet 1.80 Mark. Devisenmark! Berlin — Frankfurt a.M Berlin Aranhur. u. jJl. Schluß- §0' Schluß- furd YÄ. furd börse Datum 27-11 28 11 • 27,25 27,4 27,25 o 2,485 Banknoten. 24 o Ilse Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ....... MaoneSmann-Rbbrr» Ö| N,|5 6,25 10,5 90 138 106 27,5 22 o o 0 o 0 e 6 0 116,75 71,25 30,25 75,25 92,5 67 81,75 98,65 56,13 99,25 73,75 68,5 71,5 147 69 71,5 146 69 71,5 146 24 1,15 6,25 116,5 70,75 n,86 29,65 74 92,5 67 30 75 92,65 67 81 99 56,25 99,5 4% desgi. Lene II ............. 5% Ruman. vereinh. Rente v. 1903 4'/,9i>RumSn.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. SV.8L Anatolier ............... 4 6,75 3,75 29 68,8 71,o 146,25 26 139,5 95,25 116 69,5 104,9 80 98,25 55 99,25 Buenos Atrer Brüssel Rio de Jan. . Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingfors.. Paris ...... Holland .... Italien Japan ...... Jugoslawien Oslo : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyorl... 91 138,25 107,75 144,75 116,75 70 26 139,25 93.25 115,13 68 104,25 99 90,25 137,5 108 63,63 80,32 33,83 24 1,15 6,5 6,25 6,65 11 80,25 98,5 55,13 99,4 72,75 145 115,75 70,25 IM6 24 1,05 6,85 6,25 6,4 11,25 6,8 6,5 6,25 11 29,5 74 93 67 26 139,5 94,75 116 68,75 104,9 98 90.5 138 107 27-11 8" 4,2 6,65 3,8 29,25 4 6,7 3,7 30 Deutsche Bant und Dtsconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank o Reichsbank ...... 12 25,75 139,25 93 115,5 68 104 4,2 6,75 3,85 50,4 Serttn,28-Aovember________ Ameritaittiche Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ........... Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten................. Ungarische Not« —— T457 58,15 55,31 12,38 16,40 163,10 21,16 62,24 63,89 80,64 33,97 Buderus Deutsche OtbM Gelsenkirchener ........0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuesse« .. 0 Hamburg-Ämertka-Paket Hamburg-Südam. Dampfschiff . Hansa-Dampfschtff........... Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Dte hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zuletzt befch loffenen Dioibenbe an. — Reichsdankbiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. *% Oesterrelchtsche Goldrenre.... *,20% Oesterretchische Silberrente *% Ungarische Goldrente....... *% Ungarische StaalSrente v. 1910 *Vi% desgl. von 1918 ......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 *% Türkische Zollanlethe von 1911 ®08t,abbfl^n’ianle^e Gelb 2,437 57,91 55,09 12,34 16,34 167,51 21,08 62,00 Geld 0,628 58,17 0,204 3,047 55,24 81,04 12,375 5,465 16,38 167 93 21,30 0.722 5,694 62,16 48,95 11,25 63,80 80 50 33,97 10,375 - 0,632 58,29 0,208 3,053 55,3$ 81,2* 12, 5,0 16.« 168,27 21-3} 0,72} 5,706 62,28 49,05 11,27 63,92 80,66 34 03 10,395 2,489 Schlußk. Miiiag- börse 28.11. iümihchf Jioheruno A.S.G....................... Bekula o Elektr.Lieferungsgefellschast... 6 Licht und Kraft ............6 Felten & Guilleaume 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Schuckerr L Co...............6 Siemens L Halske Lahmeyer L Eo.............10 Fram'ur. a. 2)1. 2)ern . Schluß- furt Schluß!. Abend- bSrsc Schluß- turs Schlußk. Mittag, börse Datum 27-11 28 11 27-11 28-11- 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 96 96,25 96,4 96,4 6% ebem.7% Dt.RetchSanl.v. 1929 — — — — 6Yi% Boung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Abldl.-Schuld mit 96,25 96,4 96,5 96,25 Auslos.-Rechten ............. 104,5 104 104,5 104,1 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% el)ein.8°/„ Hess. BolkSstaat 1929 — (rückzahlb. 102%) ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt 96,25 96,25 96,25 96,25 Gold M. 18.................. 6y?% Hess. LandeS-Hypotheken- bank Darmstadt Liout......... Oberhessen Provtnz-Anleihe mü 93 93 93 93 93 — — — Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Cammelabl. An- 105,25 — — — leihe Serie 1 mit Auölos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank 100,75 101,25 101,13 101,13 92,75 92,75 — 92,75 Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 92,75 92,75 5)4% ehem. 47i% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe...... 67i% -bem 47t% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. 6% ehem. 8% Pr. Landespfand- 93,25 93,5 - — 94 93,75 94 94,13 briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. 94,75 94,75 94,75 — briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 94,75 - 94,75 _ Steuergutsch. Berrechnungskur« 103,2 103,2 103,2 103,2 Franlsuri a. M. Serlin Schluß- hir< Schluß!. Abend« börse Schluß- turs Schluß«. Miltag- böric Votum 27-11 28-11 27-11 28-11 Mansfelder Bergbau......... 0 — 77,5 76,75 77,5 Kokswerke .................. 0 —— — 91,5 92,25 Phönix Bergbau............. Rheinische Braunkohlen ..... 0 43,75 44,5 44 44,5 10 212 210 212 210 Rheinstahl .................. 0 86,75 86,5 37,5 87 86,5 Bereinigte Stahlwerke........ Otavt Minen .............. 0 — 37,25 38 0 11,75 11 11 11 Kaliwerke Asch-rsleben........ 6 106 106 106,5 106 25 Kaliwerke Westeregeln 6 104,75 105 104,25 Kaliwerke Salzdetfurth ..... iy2 151 151 151,5 151 I. ®. Farben-Industrte....... 7 133,75 133,5 133,5 133,5 Scheideanstalt............... 9 206 206 — — Goldschmidt ................ 0 86.75 87,75 87,25 88 RütgerSwerke ............... 0 36,5 37,5 91,25 93,5 Metällgesellschaft............. 0 80 80 79,5 79,5 Philipp Holzmann........... Zementwerk Heidelberg ...... Cementwerk Karlstadt......... o 73,75 74,25 73,75 74,5 0 108,25 108 0 135 135 — Schultheis Patzenhofer ....... 0 _ _ 97,65 100,65 Aku cAllgemeine Kunstseide) .. 0 50,25 51 51 51,5 Bemberg................... 0 134,5 133 134,25 132,5 Zellstoff Waldhof ............ 0 43,75 45 44,5 44,75 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 60 62 60,75 61,75 Dessauer Gas ............... 7 —— — 116,65 116,75 Daimler Motoren............ 0 44,25 44,5 44,5 44,25 Deutsche Linoleum........... 0 59,75 60,5 60 60.75 Orenstein & Koppel.......... 0 — — 83,5 85 Leonhard Tietz .............. 0 29,75 30,5 30 30,9 Chade ...................... 10 189 190,5 188 190,5 Aau m u l atoren-FabrK........ 0 157 157,75 158 158 Eonti-Gummi............... 0 130,25 130 130,5 130,25 Gritzner.................... 0 26,5 26 26 Matnkraftwerke Höchst O.97L... 4 78 78,75 - tvitbbeutsch« Zucker.m»wm« 8 IlKrH M 1 IW 18D 27-November Amtliche Notierung Geld ?rie' 0,628 0,632 58,17 58,29 0,204 0,206 3,047 3,053 55,37 55,49 81,04 81,20 12,40 12,43 5,475 5,485 16,38 16,42 167,97 168,31 21,30 21,34 0,724 0,726 5,694 5,706 62,31 62,43 48,95 49,05 11,27 11,29 63,96 64,08 80,47 80,63 33,97 34,03 10,375 10,395 — 2,488 2,492 moito'5 Mit 4®1 Dl)««30” ouftelg“ U * von ein2 infolge zerns! unter 5^ Ansch< richten ' pell1 Äon Mchdruck, per Rückti ffaltach M Ph°e fK in Aec 0 messen rollen: Ei cgYpUsck 1930 war ia& die gr kann, daß e repräsentier LMptteil d letzten Aul fiaupttrunv trägesn zukünftiger verlöre König dur inrüdgab König ligung | M gefah ägyptisch« nicht wu tragspart könnte. D arabischen | hängigkei ohnehin | feines falb. Dewequnc bie gtnifcf । lalfenen L > fache aus , I oiefes politi Iftitufion bei Regime, eigentlich nu fehlte im Pc ', & ist uffe- j aus Mr *5 ’ in Aegyptri Mischen C wendige 5 I ser Aersucl | den. Schoi I N Ober1 I Ministers) jurüdtret vnd einsl : dibbel rung bei ! borgen t Kabinett i tens । Ueberqat I endquftjc Signal f Palme st I Unb aus I hcrauszu I Zunäch ] ragenden I ?on ihm | w der Tc ^.r Regn I Tätigt s gegenüber JKnbeiner b.nngen L Weirfjt e Ugland 5,ffar nach "ne neue ?,Q! Uehalü Bk re>bungs(os sfe schliche [ »Qr unb be wreiqn fit PK gV'Xe Ä* bie V °n d'7ch° , «r. d°Mi des br9,Jter *Ss