Montag, 2^. Oktober 1954 Nr. 255 Erste; Blatt 184- Zahrgang lei mrni tel Der Ehrentag des deutschen Handwerks tel ine,! Tagen «... itel Die Botschaft des Führers und Reichskanzlers ilel *u« el en« ■ö; Alt1 Die feierliche Verpflichtung ioll die läm •leiben. s e n in Lohn und lionen von Arbeits änü 3rö6il mir mit den Worten: 3a, ich ge- Brauch sind Sie in Pflicht g e - sind ruc Reichsbankprüsident Dr. Schacht H Völkern begegnen, Höch st er Lei st u ade zen, und litite iolr Ai n0nrbwerks aus bem Reich, bie zum Teil in ihren lliidsmannschaftlichen Tratchten, zum Teil in Be- l|ni:5f[eibung erschienen waren. Das Vorspiel zu ben ipbifterfingern leitete bie Feier ein. Mchshandwettsmeister Schmidt üeirüßte bann bie Erschienenen unb fuhr fort: ' Zugleich mit uns sinb heute in mehr als 18 000 Jammlungen Betriebsführer unb Gefolgschaft bes Ificnbroerfs versammelt. Nahezu vier Millionen jficnbroerfsmeifter, Gesellen unb Lehrlinge haben p feierlich in allen Stäbten unb Kreisen bes Peches so wie hier zusammengefunben. Ich begrüße aöo alle, meine lieben Kameraben aus bem icmbwerk. Mein Gruß gilt ganz befonbers ben uns Erscheint täglich, außer Sonntags unb Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat im Bilb • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Der Nattonalsozialisrnus hat ben felbftänbig schaffenden verantwortungsbewuß- ten Menschen wieder in den Mittelpunkt ber Wirtschaft gestellt. Auf keinem Gebiet bes gewerblichen Lebens aber ist bie Zahl selbstänbig schaffen- ber unb barum vor Verantwortung gestellter Menschen so groß wie im hanbwerk. Auf Grund bes Gesetzes über ben vorläufigen Aufbau bes beutschen hanbwerks hat beshalb ber Reichswirtschaftsminister zunächst eine vorläufige Regelung für ben Aufbau bes beutschen hanbwerks auf ber Grunblage allgemeiner Pflichtinnungen unb bes Führergrunbsatzes getroffen. Die 3nnung bildet die Grundlage für den ganzen künftigen Aufbau des Handwerks. Des weiteren wurde die Errichtung von Kreishandwerkerschaften angeordnet und die handwerkliche Ehrengerichtsbarkeit geschaffen, die die bedeutsame Aufgabe hat, den Handwerkerstand von unzuverlässigen und unredlichen Elementen zu säubern und die moralische Grundlage des Handwerks zu erhalten und zu befestigen. Pflege des Gemeinschaftsgeistes, Wahrung der Stan- d e s e h r e, zu der in erster Linie die gute und preiswerte Bedienung des Kunden gehört, sowie die Fürsorge für einen aut ausgebildeten Nachwuchs sind die Hauptaufgaben, die den 3nnungen gestellt sind. Außer dieser organisatorischen Neugliederung hat die nationalsozialistische Regierung eine Reihe sehr wichtiger Maßnahmen getroffen, die dem Handwerk zugute gekommen sind. Es gehört hierher insbesondere das Verbot zur Errichtung neuer Einzelhandelsgeschäfte, was für das Handwerk deswegen bedeutsam ist, weil ein großer Teil aller handwerklichen Betriebe natürlicherweise im Nebenbetriebe auch Laden- gefchüfte führt; weiter auch die Bekämpfung der Schwarzarbeit, die unter dem Druck der wirtschaftlichen Not einen für das Handwerk Besorgnis erregenden Umfang angenommen hatte. Ferner ist die E x p a n s i o n s w i r t s ch a f t von Warenhäusern und Filialbetrieben unterbunden worden. Zu den wichtig- bti goldenen Kette des Handwerks, würdigte dann b:” Verdienste des Führers um die Einigung im hvndwerk, für die ihm der Dank des gesamten W!?/^en Volkes gewiß sei- Wir vom Handwerk, • Stabsleiters' ber PO. in treuer Hingebung zum |e schloß er, wollen in echt nationalsozialistischem Dienst am fianbmerf in Nilicht- T-ist unserem Führer helfen unb ein treues Glied । zjnd Sie gewillt, als deutscher Handwerker les Volk kennen zu lernen. und Erlaß Eröffnung des Trierer Philologentages der mit der man Ueberzeugung, klares Denken und Leistung heranbilde. , , v ,.r Kammerpräsident Vahldiek versprach darüber zu wachen, daß hier der Kameradschaftsgelst gehegt werde und Männer erzogen wurden, die den Innungen einen zuverlässigen und fähigen Führernachwuchs sichern. Anschließend besichtigten die Ehrengäste die Räume der Schule. Die Ein- gangshalle ist als Gedenkstätte für die Gefallenen des Weltkrieges und der jungen nationalsozialifti. schen Bewegung ausgestaltet. Zwei große Wandgemälde geben Zeugnis von dem Ringen unserer Feldgrauen in Feindesland und von dem Kampfe des jungen Deutschland um das Dritte Reich. Reben der Empfangshalle find im Parterre die Unterrichts- und Aufenthaltsräume untergebracht. Eine breite Treppe führt hinauf in den im ersten Stock untergebrachten Schlafraum. und allezeit." Keine Durchbrechung des Gtaatsjugendtages. Berlin, 27. Okt. c ei lt ’n 5) sn Ji en- JHI le ,er cz- IS' ies en on 5. Ei r. d- bei zünd nm in 51 He in> Qi ne mr u. eg! bet lind io« et :er« London, 29. Okt. (DNB. Funkspruch). _ Marine - Mitarbeiter „Morning Post" schreibt, er höre von gut unterrichteter Seite, daß die Vereinigten Staaten und Japan bei den Flottenbesprechungen die Möglichkeit eines Kompromisses in Erwägung ziehen. Es sei denkbar, daß die Japaner auf ihre Forderung nach völliger F l o t t e n g l e i ch h e i t verzichten und sich mit einer geringeren Erhöhung ihrer Gesamttonnage begnügen würden. Andererseits würden die Vereinigten Staaten sich vielleicht mit einer Verringerung der Tonnage und des Kalibers ihrer Großkampfschiffe abfinden. Die allgemeine Stim- eB mung sei gegenwärtig versöhnlicher als bei Beginn der Besprechungen am Dienstag voriger Woche. Oie Aufrüstung in Zahlen der Miiitärhaushalte. Washington, 29. Okt. (DNB. Funkspruch.) Zwei Mitglieder der Vereinigung für Außenpolitik haben einen Vergleich zwischen den Militär-, Marine und L u f t f a h r t h a u s h a l t e n mehrerer Staaten und den entsprechenden Zahlen aus dem Jahre 1913 aufgestellt. Hieraus ergibt sich eine allgemeine Zunahme der militärischen Ausgaben. Japan steht mit einer Erhöhung der Ausgaben um 338 v. H. a n der Spitze, dann folgen die Vereinigten Staaten mit 190,9, Großbritannien mit 48,8, Italien mit 26,3 und Frankreich mit 25,8 v. H. Zapans Antwort in dem Oelkonflikt. Tokio, 28. Okt. (DNB.) Das japanische Außenministerium veröffentlicht eine Erklärung, auf die von England und den Vereinigten Staaten eingelegten Proteste gegen die Einführung des Erdölmonopols in der Mandschurei. Es wird nicht bestritten, daß die südmandschurische Eisenbahn Gelder in der mandschurischen Erdölgesellschaft investiert habe und daß diese Gesellschaft in der Provinz Kwantung eine Erdölraffinerie errichtet habe. Japan sei nicht in der Lage, japanische Kapitalisten von der Anlegung ihrer Gelder in der mandschurischen Erdölgesellschaft abzuhalten. Auch sei Japan nicht in der Lage, die Mandschurei an der Einführung irgendwelcher Maßnahmen zur Erdölkontrolle zu hindern. Für die interessierten Kreise in England und Amerika wäre es ratsam, in unmittelbare Verhandlungen mit der mandschurischen Regierung einzutreten. Das Erdölgesetz sei nicht eine Verletzung des Grundsatzes der offenen Tür, da es keine Bevorzugung der Japaner gegenüber anderen Ausländern darstelle. Der Flottentag in den Vereinigten Staaten. „Amerika braucht eine starke Flotte." Washington, 27. Okt. (DNB.) Das Londoner Ringen zwischen Amerika und Japan um die Frage der Rüstungsgleichheit wird in der amerikanischen Presse mit dem Plan der japanischen Regierung in Verbindung gebracht, die Oel Vorräte in ÄLan- dschukuo und in Japan, die für Kriegsschiffe und Hilfskreuzer im Kriegsfälle verwendet werden müßten, zu monopolisieren und notfalls bei den fremden Oelfirmen zu beschlagnahmen. Man befürchtet, daß sich Japan tatsächlich auf einen künftigen Seekrieg im Stillen Ozean vorbereite. Unter diesen Umständen gewann der „Flotten- tag", den die amerikanische Kriegsflotte und die Nation alljährlich feierlich begehen, besondere Bedeutung. Der stellvertretende Chef des Admiralstabes, Konteradmiral T a u s s i g, betonte in einer Rundfunkrede, daß die Kriegsflotte nicht nur zur Verteidigung der Heimatgrenzen und des Panarna- fom ; M W bie* jonw bei not W c bi! mjJ Diirbi Jppt" W rt bei N d bet Nr‘ hm» erst- re-: Oie Radikalsozialisten bleiben Ooumergue treu. Herriots Erfolg auf dem Parteikongreh. Paris, 28. Okt. (DNB.) Der radikalsozialistische Parteitag von Nantes ist mit der e i n st i m m i - gen Annahme der P a r t e i e r k l ä r u n g am Sonntagmittag beendet worden. Der Parteivorsitzende H e r r i o t erklärte anschließend, daß die Entschließung ihrem Geiste gemäß von den radikalsozialistischen Ministern zur Durchführung gebracht werden wurde. Die Parteierklärung hebt hervor, daß der Radikalsozialismus trott gehässiger Angriffe seineStellung siegreich zu behaupten wisse. Die Erklärung nimmt die wesentlichen Punkte der Entschließung des Ausschusses, besonders in der Frage der Staatsreform, auf. Gegen jede Währungsentwertung wird eindeutig Stellung genommen. Zur Bekämpfung der Wirtschaftsnot fei ein großzügiges Programm öffentlicher Arbeiten aufzustellen, wobei aber die Provinz nicht zugunsten von Paris vernachlässigt werden dürfe. Die Partei bekennt sich zur Landesverteidigung und will namentlich das französische Kolonialreich zur Erfüllung der Sicherheitsaufgaben Frankreichs herangezogen wissen. Eine Verlängerung der Heeresdienstzeit müsse dagegen verhindert werden. Die europäische Lage sei angesichts der imperialistischen Anwandlungen zahlreicher Völker düster. Der Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund wird als ein Ergebnis der Politik Herriots besonders gebilligt. An der Verwirklichung einer fortschreitenden R ü st u n g s - Verminderung müsse weiterhin gearbeitet werden. Der Parteitag verlangt, daß in erster Linie eine Gesundung der Wirtschaft angestrebt werde durch Kürzung der Preisspanne zwischen der Erzeugung und dem Verbrauch, durch Schutz der französischen Arbeitskraft gegen das Eindringen ausländischer Arbeitnehmer, durch Verringerung der Zinsen und der auf den Grund und Boden, der Industrie und dem Handel drückenden L a st e n. Die Partei ist entschlossen, weiterhin die republikanischen Einrichtungen und das parlamentarische Regime zu verteidigen und bleibt ihren Ueberlieferungen, die die Staatsautorität in sich schließen, treu. Die Partei erklärt sich bereit zur Mitarbeit an jeder Derfassungsreform, die die Festigkeit der Regierung und ein besseres Arbeiten des Staates gewährleistet, will aber keine Maßnahmen dulden, die persönliche Macht- bestrebungen zum Schaden der republikanischen Freiheiten fördern sollten. Die Entschließung enthält eine Vertrauenskundgebung der Partei für ihren Vorsitzenden und für die Abgeordneten, die beauftragt werden, für das Proaramm, für die Entwaffnung der Kampfbünde und für die wachsame Verteidigung der bürgerlichen Freiheiten und des Friedens einzutreten. die Derufsausübung der Architekten erlassen worden, die das Staatsgrundgesetz für die deutsche Architekten bildet. Es wird nicht geduldet werden, daß einige wenige Architekten die Fülle der großen und größten Aufträge übernehmen, wenn sie nicht gleichzeitig ihre minderbeschäftigten und minderbemittelten Kollegen an der Arbeit beteiligen. Im übrigen ergeht an die deutschen Architekten erneut der Ruf, ihr ganzes Können in Len Dienst unseres wundervollen Volkes zu stellen. Zum Schluß wurde eine Kundgebung angenommen. in der die deutschen Architekten dem Präsidenten der Reichskulturkam- mer Reichsminister Dr. Goebbels, und dem Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste, Prof Ho enig, für den ihnen durch Erlaß und Genehmigung der Berufsabordnung für Architekten gegebenen Grundlage kulturellen Schaffens im Sinne einer neuen deutschen Baukultur danken und versichern, daß sie sich den gestellten Aufgaben im vollsten Pflichtbewußtsein widmen werden. Aus aller Welt. Enthüllung eines Ehrenmals für den Kreuzer „Emden". Zwanzig Jahre nach den ruhmvollen Kämpfen und dem Untergang des Kreuzers „Emden" wurde in der Patenstadt Emden ein Ehrenmal für den Kreuzer enthüllt. Die Feierlichkeiten begannen mit dem Einlaufen des vom Chef der Marineleitung zur Teilnahme entsandten neuen Kreuzers „Emden" Am Hafen waren zum Empfang des Kreuzers Abordnungen sämtlicher Organisationen angetreten. Oberbürgermeister Pg. Maas begab sich mit Vertretern der SA., SS.,' und der Kreislei- tung an Bord, wo er einen von der Bevölkerung gestifteten Schellenbaum für das Musikkorps des Kreuzers übergab. Der Kommandant des Kreuzers, Fregattenkapitän D ö n i tz, sprach der Stadt seinen Dank aus. Zur feierlichen Enthüllung der Gedenktafel für den berühmten Kreuzer der deutschen Marine erschien nach einer kurzen Begrüßung im alten Rathaus der Stadt, von dessen Balkon eine Heckflagge des Kreuzers wehte, auf dem Festplatz, geführt vom Chef der Marinestation der Nordsee Vizeadmiral Schulze und dem Oberbürgermeister der Stadt Emden,, die Witwe des Kommandanten der ersten „Emden", Frau von Mül» l e r. Inmitten einer Ehrenkompagnie des Kreuzers „Emden" waren hundert Kämpfer der ersten „Emden" angetreten, die der Einladung der Stadt zur Enthüllungsfeier gefolgt waren. Die Feier wurde eingeleitet durch einen Feldgottesdienst. Diplomingenieur Bergried enthüllte dann, wäh- renb das Musikkorps des Kreuzers das Lied vom guten Kameraden spielte, die Ehrentafel. Die Broncetafel, die an einem historischen Gebäude der Stadt angebracht ist, das seit vielen Jahren Garnison-, Bürger- und Polizeiwache aufnimmt, zeigt ein Relief der ruhmvoll untergegangenen „Emden". Darunter künden schlichte Worte von dem Heldenkampf des Kreuzers in der Mahnung: „Ruhmvolles Schiff, nimmer vergeß' Dein die Stadt, deren Namen Du trugst um den Erdball". Im Namen der Besatzung der alten Emden legte einer der Mitkämp- fer Oberleutnant zur See a. D. Prinz Franz Josef von Hohenzollern ein^n Kranz für den verstorbenen Kommandanten nieder. Der Kreuzer „Emden" verläßt am Montag die Stadt und nimmt die alten Kämpfer der „Emden" bis nach Wilhelmshaven mit. Hindenburg-Gedachlnis-Aussiellung Die Reichsleituntz der NS.-Kulturgemeinde, Abteilung Jugendgruppe, veranstaltet in Verbindung mit der Reichsjugendbücherei vom 28. Oktober bis 11. November im Preußenhaus in. Berlin eine Hindenburg-Gedächtnis-Aus st ellung, die von der Deutschen Bücherei in Leipzig zusam- mengefteüt worden ist. Die Ausstellung umfaßt in mehr als 3000 Titeln das gesamte deutschsprachige Schrifttum über das schicksalsvolle Leben des verstorbenen Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls. Die umfangreiche Ausstellung enthält u. a. das Original der Selbstbiographie Hindenburgs mit ausführlichen handschriftlichen Randbemerkungen sowie zahlreiche Original- triefe und handschriftliche Notizzettel Hindenburgs. Bei der Eröffnungsfeier gedachte der Reichsamtsleiter der NS.-Kulturgemeinde Dr. Walter Stang in einer kurzen Ansprache des echten deutschen Lebens und Waltens des großen Toten. Der Erfinder Hermann Ganswindt gestorben. Der Erfinder Hermann Ganswindt ist im Alter von 78 Jahren in Berlin-Schöneberg g e - ft o r b e n. Ganswindt, der bereits im Jahre 1883 ein Patent für ein lenkbares Luftschiff erhielt, mit dem er nach dem Mars zu fliegen beabsichtigte, hat um die Jahrhundertwende als Erfinder viel von sich reden gemacht. Neben feinen Luftschiffplänen beschäftigte er sich vor allem mit der Konstruktion eines Tretmotorrades und einer Tretmotordroschke, mit der er sogar einmal quer durch Berlin fuhr. Die Entwicklung der Technik ging dann über Ganswindt hinweg, so daß der Erfinder, der übrigens 21 Kinder hatte, immer mehr in Not geriet und bis zu feinem Tode mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Personenzug fährt in eine Schafherde. In der Nähe von Ballstädt an der Strecke Gotha —Langensalza (Thür.) ist ein Personenzug in eine Schafherde, die aus ihrer Hürde ausgebrochen war, hineingefahren. Etwa 60 Schafe wurden getötet. Der Zugverkehr wurde weiter nicht gestört. Nicole zur Ordnung gerufen. Der Schweizer Bundesrat tadelt eine Unterstützung des Saarseparatisten Matz Braun. Genf, 27. Okt. (DNB.) Die Presse veröffentlicht einen Brief des Präsidenten der schweizerischen Eidgenossenschaft Pilet-Goloz an den Präsidenten Les Genfer Staatsrates Nicole, der sich auf die Teilnahme des Marxisten Nicole an einem Propagandavortrag von Matz Braun über bie Saarfrage in Genf bezieht. Der Brief, den Pilet-Goloz im Namen des schweizerischen Bundesrates an Nicole gerichtet hat, lautet: Der „Travail" vom 13. Oktober (der „Travail" ist bas Organ Nicoles) veröffentlicht unter dem Titel „Matz Braun und L6on Nicole sprechen über die Saar und den Frieden" einen Artikel, der uns in ßrftaunen gesetzt hat. Wenn die darin enthaltene Mitteilung richtig ist, hätten Sie für Herrn Matz Braun die Rolle des Uedersetzers gespielt. Sie hätten eine „wirkungsvolle Zusammenfassung" der Worte des Hauptredners gemacht und hätten dabei Anlaß genommen, von der Ermordung des Königs von Südflawien und des Herrn Barthou in Ausdrücken zu sprechen, die b e i weitem bie Grenzen überschreiten, die einer Person mit R e g i e r u n g s v e r a n t - wortung erlaubt sind, was auch im übrigen Ihre politischen Ansichten sein mögen. (Nicole hatte sich bahin geäußert, baß Barthou die Kühnheit, sich neben einen Tyrannen zu setzen, mit seinem Leben hätte bezahlen müssen.) Sie hätten sich weiter in Ihrem persönlichen Namen über das Ergeb - n i s der Saarabftimmung in einer Weise geäußert, die sich schlecht mit der Zurückhaltung vereinbaren lasse, die j e de s Mitglied einer schweizerischen Regierung beobachten muß. Wir halten es für notwendig, Ihre Aufmerksamkeit auf den bedauerlichen Eindruck zu lenken, die diese Unvorsichtigkeiten in weiten Kreisen sowohl in der Schweiz wie im Ausland Hervorrufen, und auf die Schwierigkeiten internationaler Art, bie daraus für unser Land entstehen können. Sie würben ohne Zweifel wie wir der Ansicht fein, daß es nicht anginge, wenn eil fremder Staatsmann sich das Recht heraus- nehmen würde, sich in unsere inneren Angelegenheiten einzumischen. Daher werden Sie auch zugeben, daß es, um sich gegebenenfalls gegen solche Einmischungen wenden zu können, wichtig ist, der Bedachtsamkeit treu zu bleiben, die schweizerische Regierungsvertreter sich immer zur Pflicht gemacht haben. Wir bedauern, in diesem Sinne demPräsidenten einer Kantons - Regierung schreiben zu müssen, und wir werden diesen Schritt mit der wünschenswerten Diskretion umgeben. Wir hoffen aber, daß Sie diesem Schritt in «rnftefter Weise Rechnung tragen wollen. bestehende Universität in Helsingfors eine Schop, f u n g nordischen, namentlich schwedischen G e i ft e s sei und deshalb in den Kreis der abendländischen Kultur hineingehöre. Durch Abschaffung der schwedischen Sprache würde nur das Finnische, ein europafremdes Idiom, übrigbleiben und die Universität würde der europäischen Geistesverwandtschaft entrissen werden. Zu dieser Eingabe schreibt die finnische Zeitung „Helsingin Sanomat", der Schritt der Hochschullehrer stelle eine unerhörte Einmischung in innere Fragen Finnlands dar, die nur zu einem noch engeren Zusammenschluß der Finnen führen werde. Die übrige finnische Presse übergeht vorläufig die verschiedenen Massenadressen mit Stillschweigen. Die Zeitung „Uusi Suomi" teilt mit, daß eine große finnische Gegenadresse in Vorbereitung sei. Belgiens Landesverteidigung. König Leopold mahnt zur Einigkeit. Brüssel, 29. Okt. (DNB.) Zur Erinnerung an den 20. Jahrestag der Schlacht an der Pser fand vor dem Schloß in Anwesenheit des Königs und der Königin eine Gedenkfeier statt, die mit einem Aufmarsch der Kriegsteilnehmer-Verbünde verbunden war. Der Feier wohnten fast sämtliche Minister, die Generalität, zahlreiche- Würdenträger sowie die Militärattaches Frankreichs, Englands und Italiens bei. König Leopold hielt eine Ansprache an die Frontkämpfer, in der er zu dem in der öffentlichen Meinung Belgiens heftig erörterten Frage Stellung nahm, ob die Landesverteidigung an den Grenzen oder im Innern des Landes zu organisieren sei. Der König betonte, daß das Militärprogramm, das in Angriff genommen worden ist, unverändert und g a n3 durchgeführt werde. In dem Augenblick, oa die Reihen der Frontkämpfer sich zusammenschließen, sind Polemiken über geheime Fragen der Landesverteidigung entfesselt worden, deren Fortsetzung vor dem In- und vor dem Ausland nicht ungefährlich ist. In dieser gefährlichen Verwirrung, die die Einheit des Vaterlandes erschüttern konnte, wendet sich der S t a a t s ch e f an die ganze Nation. Für einen Staat wie Belgien, dessen Gebiet die Reichweite der Kriegsmaschinen nicht überschreitet, bilden die Grenzbezrrke mit dem ganzen Lande eine Einheit. Um ihren Schutz zu verwirklichen, gibt es nur ein einziges einfaches und radikales Mittel: die Vermeidung des Krieges. Zu diesem Zweck muß man, fuhr der König fort, einen soliden militärischen Apparat unterhalten, der von großen natürlichen Hindernissen kräftig gestützt wird und dessen Widerstandsfähigkeit Respekt einflößt. Die Rede wurde von den Kriegsteilnehmern und der Menge durch stürmische Beifallskundgebungen unterbrochen. Am Schluß brach die Menge in begeisterte Hochrufe auf den König und die Königin aus. Oer Gchul- und Kirchenkampf in Mexiko. Mexiko-Stadt, 29. Okt. (DNB.) Vom Mittelbalkon des Nationalpalastes nahm der Präsident Rodriguez im Beisein der Mitglieder des Kabinetts den Vorbeimarsch von über 100 000 Arbeitern, Beamten, Lehrern und Lehrerinnen sowie zahlreicher Parlamentarier ab. Die Züge führten Transparente mit, auf denen nicht nur für die Einführung der Sozialistischen Schule Propaganda gemacht, sondern auch die Einführung des Sozialismus im allgemeinen verlangt wurde. Zahlreiche Plakate verlangten Proteste gegen die Haltung der katholischen Geistlichkeit und gegen die Reaktion. Auf einzelnen Transparenten wurde auch die Einführung des Kommunismus verlangt. Erzbischof D i a z leitete der Presse eine Erklärung zu. Er habe stets den Frieden des Vaterlandes gesucht und bemühe sich, jede Störung der Ordnung zu verhindern. Dafür sei er zu jedem Opfer bereit. — In In Mazatlan sind alle Kirchen geschlossen worden. Die Geistlichen wurden in Flugzeugen abtransportiert. In der Nähe der Hauptstadt fand eine Wallfahrt zur Guadalupe- Kirche statt, die von der Behörde genehmigt worden war. Die Gläubigen durften jedoch nur in 15er- Gruppen zur Kirche ziehen. Die Wallfahrt verlief ungestört. Lloyd George kündigt neue Enthüllungen über die britische Heerführung im Weltkrieg an. DNB. London, 28.Okt. Lloyd Georg-, der durch feine Enthüllungen im vierten Band feiner Kriegserinnerungen über die nutzlose Opferung von 400 000 britischen Soldaten, für die er den damaligen britischen Oberbefehlshaber, Lord H a i g, verantwortlich macht, Aufsehen und zum Teil Entrüstung, besonders in militärischen Kreisen, hervorgerufen hat, läßt jetzt im Sunday Chronicle erklären, daß das, was er über Haig gesagt hat, nichts fei tm Vergleich zu dem, was er Fanals sowie zur Sicherung des amerikanischen Außenhandels benötigt werde, sondern auch Amerikas außenpolitische Interessen unterstützen müsse, die ohne die starke Flotte als Hintergrund nie richtig Lurchgeführt werden konnten. Auch gegen Luftangriffe sei eine starke Flotte die beste Verteidigung, denn feindliche Bombenflugzeuge konnten ohne Zwischenstationen oder Mutterschiffe den weiten Weg mit ihrer schweren Bombenlast nicht zurücklegen. Die Flotte sei allein imstande, Liese Stationen oder Schiffe zu zerstören, hierzu brauche die amerikanische Flotte Linienschiffe und Flugzeugmutterschiffe. Wird London ein Kompromiß bringen? Wettervoraussage. Das nördliche Tief rückt über Skandinavien ab, doch fließt an seiner Rückseite kühle ozeanische Lust südwärts. Diese wird weiterhin Bewölkung und vereinzelt auch leichte Schauer verursachen, doch tritt zwischendurch Aufklaren ein. Jrn allgemeinen bleibt es ziemlich kühl. Aussichten für Dienstag: Wechselhaftes, teils bewölktes, teils aufklarendes Wetter, kühl, einzelne Schauer. Aussichten für Mittwoch: Ruhigeres, aber noch kein beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 28. Oktober: mittags 13,5 Grad Celsius, abends 10,3 Grad; am 29. Oktober: morgens 8 Grad. Maximum 14,5 Grad, Minimum 7,4 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Oktober: abends 10,3 Grad; am 29. Oktober: morgens 9,3 Grad Celsius. — Niederschläge 1,2 mm. — Sonnenscheindauer 0,7 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. in weiteren Bänden feiner Kriegserinnerungen über andere britische Generäle sagen werde. Lloyd George erklärte, Haig und Robertson hätten das britische Kabinett über die gesamte Aktion von Paeschendale getäuscht. Wenn die britische Führung bei Paeschendale schlecht gewesen sei, so sei sie während des darauffolgenden Frühjahres zur Zeit des großen deutschen Angriffes noch schlimmer gewesen. Der nächste Band werde die gesamte Geschichte des furchtbaren Rückzuges der Engländer schildern. Verfaffungskonstikt in Giam. Der König droht mit seiner Abdankung. Bangkok, 28. Okt. Der Sekretär des Königs erklärte, der König habe der Regierung mitgeteilt, daß er den Wunsch habe, abzudanken. Sonntag wurde mitgeteilt, daß die Abdankung noch nicht endgültig ist. Wenn die siamesische Regierung und die Nationalversammlung bereit sind, die Vorrechte des Königs in der Frage des Todesurteils anzuerkennen, so ist der König willens, weiterhin auf dem Thron zu verbleiben. Das siamesische Strafgesetzbuch enthält die Bestimmung, daß, wenn ein Gefangener zum Tode oder lebenslänglicher Gefängnisstrafe verurteilt wird, die Zustimmung des Königs eingeholt werden muß, bevor das Urteil vollstreckt werden kann. Die siamesische Regierung unter der Ministerpräsidentschaft Phya Dahols hat vor kurzem der Nationalversammlung ein Gesetz unterbreitet, das die obige Bestimmung des Strafgesetzbuches a b - ändert. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde von der Nationalversammlung angenommen. Der König hat es jedoch abgelehnt, diese Abänderung zu bewilligen, da er der Ansicht ist, daß in einer solchen wichtigen Frage, die eine Aenderung eines Landesbrauches bedeutet, der seit Urzeiten bestanden hat, das Volk seine Ansicht durch eine Volksbefragung oder Neuwahlen ausdrücken muß. Da die Forderung des Königs abgelehnt worden ist, ist er der Ansicht, daß er nicht länger fähig ist, als Verteidiger der Rechte und Freiheiten feines Volkes zu handeln und hält es daher für zwecklos, unter diesen Umständen auf dem Thron zu verbleiben. Kunst und Wissenschaft. Feierliche Eröffnung des „Theaters des Volkes" in München. Das Prinzregenttheater in München, das vor einiger Zeit von der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" erworben worden war und jetzt unter dem Namen „Theater des Volkes" weitergeführt wird, wurde mit einer Feftvorftellung des klastischen Schauspieles „Prinz von Homburg' von Heinrich von St l e i ft feierlich feiner Bestimmung übergeben. Zu dem Festakt hatte sich u. a. mit Vertretern der Staatsregierung der Stabsleiter der PO., Dr. Ley, eingefunden. Dr. Ley hielt vor der Aufführung eine Ansprache, die sich zu einem begeisterten Bekenntnis zu den ungeheueren Kulturschätzen unseres Volkes und zu den schöpferischen Kräften, die wir aus ihnen für unseren täglichen Kamps gewinnen müssen, gestaltete. Reichsdramaturg Dr. S ch l o e s s e r brachte in eindrucksvollen Worten die großen Ziele und Leistungen des Dritten Reiches in der volkstümlichen Belebung des Theaters zum Ausdruck. Jahreslagung des Bundes deutscher Architekten in München. Den Mittelpunkt der ersten Jahrestagung des Bundes deutscher Architekten in München bildete die Festoersammlung in der Technischen Hochschule, zu der sich Tausende von Berufsangehörigen eingefunden hatten. Der Vorsitzende des Bundes, Prof. L o e r ch e r, teilte in seiner Begrüßungsansprache mit, daß an den Reichskanzler sowie an Reichspropagandaminister Dr. Goebbels Dank- und Ergebenheitstelegramme abgesandt worden sind. Ministerialrat v. Keudell überbrachte die Grüße der Reichsregierung und des Präsidenten der Reichskulturkammer, Reichsminifters Dr. Goebbels In enger Zusammenarbeit mit der Reichskammer der bildenden Künste und ihrem Präsidenten Ho enig ist, wie der Redner ausführte, die Anordnung über den Schutz des Berufes und floret* I tf.' des er- An alle Volksgenossen des Kreises Gießen! Im Anschluß an diesen Dortrag, der von den Zuhörern mit ungeteiltem Interesse ausgenommen Redner u. a. aus, eine Schöpfung nordischen Geistes. Die Technik vergangener Jahrtausende sei versunken. Das Geistesprodukt des nordischen Menschen sei heute überall in der Welt in Anwendung. Die Technik sei nicht die „Schwarze Kunst", das Geheimnis einzelner, sondern Gemeingut aller. Das größte Hilfsmittel des Menschen sei die Elektrizität. Ueberall spreche die Elektrotechnik die entscheidende Sprache. Der Redner vermittelte in seinen weiteren Ausführungen einen Begriff vom Wesen der Elektrizität, in dem er zunächst an Hand der Meßtechnik und durch Vergleiche mit dem Wasser das Verständnis für Spannung und Stromstärke weckte. Er schilderte ferner die verschiedenen Arten des Stromes (Gleichstrom, Wechselstrom, Drehstrom) Oie Aermelstreifen der Konservendosen Verschiedenes I Perschins;- und » mittags abends „Wie Neu“ Bügelanstalt Gießen,Wolkeng. 23, Inh.: L. Pitz, Schneider Abschneide- maschinc fast neu, billig zu verkaufen. Sehr. aia Anzeigen-Attiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. 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Preisen sind sofort durch die Bereine beim Dtadttheater an« zusordern. mwd ZweckSBettm-fvogoer Schwarzarbeit können Arbeit« Ange- bote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Vorlage desGewerbenochweiies aufgenommen werden. Verlag besStebenerSlnzeiger« Sondervorstellung „Sanflcmarrf" SlMlMkl Gießen M4«u Trenst., 30. Okt. 20 bis 22.30 Uhr 5.Dienst.-Äbon. Opernvreise. Traviata. Over in 4 Auf- zllgeno.G.Berdi Amtliche Bekanntmachungen des Kreisamts Gchotten. Betr.: Sprengzeiten in den Steinbrüchen. Die Sprengzeiten in Steinbrüchen setzt das Kreis- amt ab 1. November l. I. wiö folgt fest: 6377C vormittags von 8—9 Uhr Diese Bücher können von jeder Buchhandlung bezogen werden Hugo Bermühler Verlag - Berlin-Lichterfelde Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tiei- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes mit Einführungstext von K. Gerhard und O. Wolff-----Leinen RM 4.80 Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K. O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben und ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. De eg en er, Universität Berlin Kartoniert RM. 3.90, gebunden RM. 4.80 Norderoog. Ein deutsches Vogelparadies. Natururkunden von den Halligen u. vom Wattenmeer v.P.F. Weckmann-Wittenburg. Mit 64 Kunstdrucktafeln. Broschiert RM. 3.-, gebunden RM 4.- H eimatsch utz und Heimatpf lege. Von Rektor Hermann Wille. Brosch. RM. 1.80, geb. RM 2.95 Naturschutz und Ingenieurwerk.VonDr.W. Lindner. Brosch. RM.2.-, geb. RM. 3.— Von der Schönheit der deutschen Heimat und von ihrer Erhaltung und Pflege berichten in Bild und Wort die folgenden reich bebilderten Bücher: 4. Für den Bezirk Ulrichstein. Freitag, 30. November 1934, nachmittags 3 , im Gemeinderatszimmer des Schulhauses in Ulrich- Jur. Repetitorien werden erteilt. Antrag. u.V. W. (6348O)a.G.A. Achtung! Alle Saar-Urlauber treffen sich bei W. Schmid Braustüb’l Wolkengasse 26 Dienstag, den 30. Oktober 1934, vormittags 10*/2 Uhr, versteigere ich in Allendorf/Lahn zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Mavier, iLchuellwaagc, 1 Kuh. Die Versteigerung sindet bestimmt statt. Zusammenkunft der Steigerer Bügermeifterei. esroD Moll _ Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 - Telefon 3239. Mittsttobe 30.1 „.„Wie Neu“| Ihren Anzug n a)16HeX| stein. Die minderbemittelten Körperbehinderten des Kreises werden hieraus hingewiesen mit dem Bemerken, daß die Beratungen unentgeltlich erfolgen. Das Wesen der Krüppelfürsorge ist Vorbeugung, Heilung und Berufsertüchtigung. Die produktive Krüppelfürsorge ist ein Zweig der Fürsorge, der erfolgreich mitarbeitet an der Erhaltung und Steigerung der Volksgesundheit, an der Verringerung der Zahl der Minderwertigen und Asozialen. Eine Vernachlässigung der vorbeugenden und heilenden Krüppelfürsorge geistig gesunder Krüppel würde ein Anwachsen der Kosten für Pflege- und Bewahrungs- bedürftige, eine Schwächung der Leistungsfähigkeit des Volkes bedeuten. Vom deutschen Weidwerk. Von Prof. Dr. Koepert. Broschiert RM. 2.50, gebunden RM. 3.50 Heimatschutz.V.E.Rudorff.Br.RM.2,-,gb.RM.3.- Naturdenkmäler aus der Vogelwelt Von v. Lucanus. Brosch. RM. 2.—, gebunden RM. 3.— Die deutsche Landschaft. Von E. L. Schellen- beig. Broschiert RM. 2.—, gebunden RM. 3- Naturschutz undForstwirtschaft.Von Forstmeister Feucht. Brosch. RM. 2.—, geb. RM. Z.- Naturschutz und Arbeitsschule. Von W Schoenichen... Brosch. RM. 2.50, geb. RM. 3.50 Die Kamera im Dienste der Natur. Von Dr. Effenberger Brosch. RM. 2.50, geb. RM. 3.50 Umgang mit Mutter Grün. Ein Sünden- und Sittenbuch von W. Schoenichen. Broschiert RM. 3.-. gebunden RM. 4.- Heimatmuseen. Wesen und Gestaltung. Von Dr. W. Schoenichen........Gebunden RM. 13.50 [Stellenangebote] Mädchen nicht unter 18 Jahren für 3/4 Tage gesucht.«^ Gntenbergstr.l9p Tüchtiges Mädchen für alle Hausarbeiten in ein. Studentenheim gesucht. Eintritt sofort. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gießener Anzeigers. <»»» KletneAnzetgen im Gießener Anzeiger werden von Tauienden beachtet und aele'>n. Verkäufe | Zu verkaufen: Regale, nieten, Hirne. Stühle, igtoBetSatelle- iaiegel, »5228 (Blasiatranl ßlfciifer 8379D I. A. Maurer, Saarländer Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei kr. 255 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)Montag. 29. Oktober 1954 Vom schöpferischen Handwerk * Dgl. Gießener Anzeiger vom 1., 8., 15. und 29. September, 6., 15. und 20. Oktober. Das Rohstoffproblem und die technische Forschung Bereitet den Boden für die Wiedererweckung einer echten Volkskunst! Don Oipl.-Ing. Dr. Wilhelm Bölter. VHP. Feuerfest aus deutschem Asbest. Lon Or. 3- Schwanke. Der Asbest ist uns der Inbegriff eines un verbrennbaren Stoffes. Die Hausfrau legt Asbestplatten unter ihre Kochtöpfe, um ein Anbrennen der Speisen zu verhindern. 2)ie Stahlkassette, in der der Hausherr wichtige Geschäftspapiere bewahrt, hat eine Einlage von Asbeststreifen, um den Inhalt im Fall eines Wohnungsbrandes zu schützen oder auch unerwünschtem Besuch ein Aufschweißen der Kassette zu erschweren. Weit wichtiger sind aber die Aufgaben des Asbestes in derIndustrie. Hitzebeständig und -abweisend hat er a l s I s o l i e r m a t e r i a l z. B. für Dampfmaschinen, aber auch zur Herstellung feuerfester Wände im Hochbau und Schiffbau weite Verwendung gefunden. Dank seiner Fasernatur läßt er sich nicht nur zu Platten verarbeiten, sondern im Gemisch mit anderen Textilien verspinnen und ve r w e b e n. Wir verwenden Asbestfäden im Gasglühlicht, Asbest im Bremsbelag der Automobile; die meisten Arbeitsschutzmasken und -kleider und ebenso Spezialseuerwehranzüge bestehen zum großen Teil aus solchen feuerfesten, aber auch elastischen und verhältnismäßig leichten Asbestgeweben. Auch Theaterdekorationen werden vielfach aus Asbeststoff gefertigt. — Daß er nicht allein gegen Hitze, sondern auch gegen sehr viele Säuren unempfindlich ist, hat dem Asbest eine besondere Stellung in der chemischen Industrie eingetreten, und nicht zuletzt benötigt der Luftschutz und damit die Landesverteidigung große Mengen dieses eigenartigen Materials. So hatte Deutschland bereits in den verflossenen Jahren einen Eigenverbrauch an Rohasbest von jährlich ungefähr 150 000 Doppelzentner. Dieser Bedarf steigt zur Zeit steil an, weil unsere Industrie allgemein wieder stärker beschäftigt ist und größeren Rohstoffverbrauch hat, weil der Luftschutz in Deutschland doch erst im Aufbau steht und weil der Asbest als ein Faserstoff von äußerst wertvollen elastischen Eigenschaften günstig manchen Sor- III. Verständnis wecken! Es wird nun aber Zeit, daß wir an das Wort herantreten, das wir jetzt schon des öfteren — gewissermaßen als Beschwörungsformel — genannt haben: das „schöpferische Handwerk". Jedes Handwerk „schafft" etwas, aber darum ist es doch nicht „schöpferisch". Wir sprechen vom Schöpfer und rgeinen damit die Kraft, die aus dem Nichts ein Etwas erschafft, also ein noch nicht Da- gewesenes. Uebertragen auf das alltägliche Leben bedeutet es das Erfinden und Erschaffen nach neuen Formen, neuen Gedanken, neuer Ordnung. Die Ueberwindung des bekannten Schema F, die Ausrichtung auf ganz neue Zielpunkte, Reichtum der Gestaltung, mit einem Wort: ein sinnvoll Neues. Es ist ganz sicher, daß jeder Mensch gewisse handwerkliche Talente und künstlerische Anlagen besitzt. Der beste Beweis dafür ist der überraschende Reichtum an Fähigkeiten, der auf den Freizeitabenden des Arbeitsdienstes zutage getreten ist. Gleichzeitig kann es aber keinem Zweifel unterliegen, daß für jedes tüchtige Werk zum Talent die Hebung treten muß. Die erprobte Hand, das geübte Auge, der erfahrene Sinn des Meisters sind durch Talent und guten Willen allein nicht zu ersetzen. Wenn wir daher auch die Wiedererweckung häuslicher Handfertigkeiten herzlich willkommen heißen, so muß doch der Träger jener Aufgabe, der Heberwindung der Massenware durch eine persönliche Kunst, das berufliche Handwerk sein. Ah, da hören wir die Handwerker: „Das ist alles ganz schön und gut, aber dafür hat unsere Kundschaft weder das nötige Geld noch das nötige Verständnis." Der Einwand war zu erwarten. Es wäre auch fruchtlos, eine Forderung aufzustellen, ohne Wege zu ihrer Verwirklichung anzugeben. Eine alte Erfahrung sagt: was der Mensch ernstlich will — ernstlich groß geschrieben —, das erreicht er auch. „Die Sterne reißt's vom Himmel, dies eine Wort: ich will!" Demnach ist das Verständnis wichtiger als das Geld. Das Verständnis müssen wir zuerst wecken. Mit Schulunterricht und Vorträgen kommen wir noch nicht weit. Nebenbei gesagt, wer sollte diese Vorträtze halten? Handwerkskunst und Dortragstalent sind so häufig nicht gepaart, daß aus den Reihen des Handwerks freiwillige Hnterrichts- kräfte in genügender Anzahl gestellt werden könnten. Das Handwerk muß aber der Träger der Aktion sein, denn es handelt sich hier um sein ureigenstes Gebiet. Man macht auch immer wieder die Erfahrung, daß unterrichtende Dorträae mit Aufmerksamkeit gehört werden, daß sie indessen kaum imstande sind, die Verlagerung der Kaufkraft der Bevölkerung wesentlich zu beeinflussen. Da muß schon das Leben selbst den Lehrmeister spielen. Lebendiges Sehen, Selbermachen, das Beispiel des Nachbarn, das sind Momente, die stärker reizen und darum auch eher zum Ziele führen. Wir müssen vor allem wieder sehen lernen. Mit fatalistischer Gleichgültigkeit laufen wir heute an den entsetzlichsten Geschmacksverirrungen vorbei. Manchem kommt nicht einmal der Gedanke, daß hier etwas verzweifelt nach Abhilfe schreit. Es mag ihn anbrüllen, er ist taub, so taub wie jene Zeitgenossen, die beim Gequäke der Jazzband Kaffee tranken, so blind wie die Unglücklichen, die beifällig nickend von kubistischen Trostlosigkeiten standen. Wenn uns aber die Macht der Gewohnheit dazu führt, die größten Tollheiten gelassen hinzunehmen,, nun so müssen wir die Gewohnheit so oft durch-' brechen, bis der Bann sich löst und die Betäubung weicht. beginnt die eigentliche Lust am schönen Gegenstand. Darum liegt es im Interesse des Handwerks, diese Heimarbeit zu fördern. Sie kann ihm im Augenblick nicht viel nehmen, in Zukunft aber sehr viel geben. Notwendig ist aber, daß der Handwerker stets zugleich sein größeres Können am meisterhaften Werkstück zur Schau stellt. Der Schmied schmiede ein musterhaftes Geländer oder eine Gittertür vor seinem Haus. Der Tischler fertige eine meisterlichschöne Haustür. Der Maler streiche sein Haus in freundlichen Farben. Wäre es denn nicht widersinnig, wenn der, der andere Schönheit in Haus und Heim lehren will, das eigene vernachlässigt an einer Stelle, die seiner eigenen Kunst offensteht? Wenn aber zwei und drei dasselbe wollen wie hier der Schmied, der Tischler, der Maler, so ist es vernünftig und natürlich, daß sie sich die Erzeugnisse ihres Könnens gegenseitig früher zum Tausch anbieten, als sie dieses Können dem Kaufmann oder dem Beamten zur Verfügung stellen. Der Kaufmann wird das Beispiel seines Nachbarn Handwerker auf die Dauer nicht übersehen. Unb wenn er wirklich blind sein sollte: seine Frau ist es gewiß nicht! Danach können wir der Geldfrage nähertreten. (Fortsetzung folgt.) Wiederum ist es eine Erfahrung, daß, wer Schönes sah. Schlechteres nicht mehr mag. Als man Menschen im Bild den Prunk der Paläste zeigte, da griffen sie in heißem Drang nach der Flitterware, in dem Glauben, dadurch die Lücke ihrer vermeintlichen Armut zu füllen. Sie merkten nicht, daß sie nun erst wahrhaft arm wurden. Sollte man in ihnen durch Zurschaustellen wahrhaft schöner handwerklicher Erzeugnisse nicht den Wunsch nach wirklicher Kunst wecken können? Man sage doch nicht, daß sie's nicht verstehen würden: wenn aus deutschem Blute Künstler hervorgegangen sind, so muß Künstlertum im deutschen Blute liegen. Keiner ist so ganz arm daran. Aber weiter: das Sehen allein tut es nicht. Ein Ding wird uns erst dann so recht zu eigen, wenn wir es mit eigener Hand schaffen. Darum ist das Basteln im eigenen Haus oder in der eigenen Kameradschaft die beste Schulung überhaupt. Hier ten unserer Textilien beigemengt werden kann. Heber seinen Eigenverbrauch hinaus hat Deutschland einst auch eine leistungsfähige Asbestwaren- Fabrikation und einen weitreichenden Asbestwaren- Handel gepflegt. Beide liegen seit dem Weltkrieg völlig still; denn Deutschland hat zwar Asbest verarbeitet, mußte aber den Roh st off immer vom Ausland beziehen, da abbauwürdige Asbestgruben in Deutschland nicht gefunden werden konnten. Seit in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts große Asbestvorkommen in Kanada entdeckt wurden und damit der schon im Altertum bekannte Rohstoff erst richtig seinen Einzug in die Technik hielt, hat sich Kanada eine absolute Vormachtstellung am Asbestmarkt sichern können. Allein in der kanadischen Provinz Quebec waren im Jahre 1922 an 175 Millionen Goldmark in Asbestgruben investiert. Kanadas Produktion stellt heute ungefähr 75 v. H. der Welterzeugung dar. Neben ihm liefern nur noch Südafrika und Rußland Asbest in nennenswertem Umfang, die Asbestgruben der ganzen Welt sind zu einem Syndikat mit unbeschränkter Monopolstellung zusammengeschlossen. Dieses Syndikat beherrscht heute nicht nur die Produktion, sondern es hat durch Kontingentierung der Warenlieferungen auch einen maßgebenden Einfluß auf die Auswahl der Fabrikanten und auf die Preisbildung der Fertigwaren gewonnen. Z. B. konnten die Vereinigten Staaten im Jahre 1923 für 240 Millionen Mark Afbeftwaren ausführen, während Deutschland im gleichen (Jnflations-) Jahr mengenmäßig nur V230 davon ausführen konnte. Seit etwa fünf Jahren arbeiten nun zwei deutsche Forscher an der Synthese des Asbestes. Als Dr. Lüdke, Leipzig, damals mit dem Gedanken auftrat, Asbest künstlich herzustellen, fand er zunächst sehr wenig Zutrauen und so gut wie keine Unterstützung. Endlich bot ihm Professor Scheumann, Leipzig, in seinem mineralogischen Laboratorium Arbeitsmöglichkeit. Seit 1933 konnte Dr. Lüdke mit Unterstützung der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft seine Arbeiten zu Ende führen. Bereits auf der Tagung der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft 1932 teilte Professor Scheumann mit, daß ihnen eine erfte Synthese von „Hornblende", — dem Ausgangsprodukt des Asbest, — gelungen fei. In diesem Jahr berichtete Dr. Lüdke dem Mineralogenkongreß in Berlin, daß die Synthese einer ganzen Anzahl verschiedener Hornblenden vollendet ist. Geheimrat Wiegand erhält den Adlerschild. W Der Führer und Reichskanzler hat dem Geh. Reg.-Rat Dr. Wiegand in Berlin anläßlich seines 7 0. Geburtstages am 30. Oktober 1934 den Adlerschild oes Deutschen Reiches mit der Inschrift: „Theodor Wieaand, dem hochverdienten deutschen Archäologen^ verliehen und folgendes Schreiben an ihn gerichtet: „Sehr geehrter Herr Geheimrat! Zur Vollendung Ihres 70. Geburtstages spreche ich Ihnen herzliche Glückwünsche aus. An diesem Tage gedenkt das deutsche Volk der hervorragenden Verdienste, die Sie sich als Altertumsforscher und als langjähriger Leiter des Deutschen Archäologischen Instituts um die Wissenschaft erworben haben. Mit Stolz können Sie heute auf Ihr Lebenswerk zurückblicken, das durch die Schöpfung des Pergamonmuseums seine Krönung fand. Dem Danke, den das Vaterland Ihnen schuldet, verleihe ich Ausdruck, indem ich Ihnen die höchste Ehrung des Reiches, den Adler- schild, zuerkenne. Mit den besten Wünschen für Ihr weiteres Schaffen und Wohlergehen bin ich mit freundlichen Grüßen Ihr ergebener Adolf Hitle r." Durch sorgfältige Nachprüfung auch durch andere Forscher wurde mit den modernsten naturwissenschaftlichen Methoden festgestellt, daß diese synthetischen Hornblenden mit den natürlichen in den Eigenschaften vollkommen überein ft im- m e n. Konnten in der künstlichen Asbestherstellung auch noch nicht ebenso lange Fasern erzielt werden, wie sie die allerbesten Sorten des kanadischen Asbests zeigen, so entsprechen die deutschen Asbestfasern in der Länge und vor allem in der technischen Brauchbarkeit doch vollkommen den kanadischen Durchschnittsqualitäten. Don geradezu ausschlaggebender Wichtigkeit ist aber, daß Dr. Lüdke für seinen künstlichen Asbest einzig einheimische Rohstoffe benötigt, die so billig sind, daß sie dem deutschen Asbest auch den Zugang zum Weltmarkt sichern sollten. Da die Vorarbeiten zur Aufnahme der Fabrikation im Gange sind, haben wir die Gewißheit, daß hier nicht allein ein wissenschaftlich beachtliches Laboratoriumsprodukt gewonnen ist, sondern daß wir in sehr absehbarer Zeit mit der Verarbeitung des deutschen Asbest zu Fertigwaren rechnen können. Deutschland dankt somit der Forschung hier auf einem kleinen, aber wichtigen Roh- ftoffgebiet feine Unabhängigkeit — ganz abgesehen von der Exportmöglichkeit an Rohasbest und Asbestwaren, auf die wir auch bei veränderter Deoisenlage nicht wieder verzichten werden. Nicht zuletzt darf als Gewinn gebucht werden, daß die Wissenschaft hier der Arbeitsbeschaffung ein völlig neues Gebiet erschlossen hat. Pepina. Von Claus Back. Die kleinen Mädchen kommen aus der Schule. Schreiend und schuheklappernd stürzen sie aus dem Schultor, ein aufgewirbelter Schwarm. Er kreiselt herum, spritzt über den Fahrdamm. Wehe dem Auto- sahrer, der da hineingerät, die Augen gehen ihm über. Ein Grüppchen hält an der Seite, zappelt und kreischt eine Weile und sprüht dann auseinander. Ein Pünktchen geht allein nach Haus, rot leuchtet das Kleid in der Sonne. Christel hackt mit den Absätzen fest auf das Pflaster, als wollte sie Löcher in die Steine schlagen. Aber sie denkt nicht an Schuhe und Steine, sie überlegt und redet leise vor sich hin. Die Rechenaufgabe wird heute schnell gehen. Unb die deutsche Grammatik, die gräßliche ... ach, laß ich sein! Na ... dann wird es wohl drei ...? Ja, da wird es gehen! Also um drei ...! Ist denn der Puppenwagen in Ordnung? Die Klappgeschichte da an der Seite ist los ... och, das schadet nichts, ist ja schönes Wetter, man kann offen fahren ...! Aber wen nehme ich bloß mit ... wen nehme ich bloß ...? Fritzchen ist krank, und Line sieht so dumm aus! Man muß schon was Nettes mitnehmen, die anderen Mädel bringen sicher ihre schönsten Puppen angerollt ... heute nachmittag ... Ja ... und den kleinen Peter? Och nein ... der ist zu klein ... haha ... den sieht man Ja gar mcht ... Och! Jetzt weiß ich ... natürlich Pepina! Die ist zwar eigentlich keine Puppe ... aber dafür meine Beste! Meine süße, liebste Pepina! Pepina ... ad), ich freue mich so! Christel hopst im Polkaschritt weiter, singt: „Pepina, Pepina, du schönste aller Schönen!" Da ist Christel zu Hause. Sie ißt zu Mittag wenig und hastig, rutscht auf dem Stuhl herum, hat leuchtende Augen. „Nachher fahre ich Pepina spazieren ... na, die anderen werden ja staunen!" Pepina ist ein Bär. Sie hat ein wunderschönes dunkelblondes Fell, ei, so weich! Und ihr Körper ist kein harter Puppenbalg, sondern nachgiebig. Man kann überall Täler in Bauch und Arme und Beine drücken. Und Pepina hat kein starres Puppengesicht. Nein, sie kann richtig lachen und meinen, mal sieht sie frech aus, dann wieder lieb. Und oft macht sie Schnuten, wie Christel auch! Die dicken Pfoten kann man richtig in die Hand nehmen, Puppen aber kann man nur mit der Fingerspitze guten Tag sagen. Die Rechenaufgabe ist vergessen. Pepina muß angezogen werden. Erst mal waschen! „Mai möi", schreit Pepina, „dös olle Wösser!" Zu komisch bist du, Pepina, mit deiner ulkigen Sprache! „Na, nun aber artig! Du sollst doch schön aussehen! ... Hast du mich lieb, Pepina?" „Jöh, furchböhr lieb! ... Oeh, Küßchen! ... Au, nid) so kniepen!" „Aber Pepina, stell dich doch nicht so an ... mußt doch ein reines Hemd haben ...! Nun eine Hose ... ach, alle dreckig ... da mußt du eine von Line kriegen ..." „Näh, mög ich nid) ... will ich nid)!" „Quatsch, wirst gar nicht gefragt ... sieh mal, sie paßt ja wunderbar! So ... jetzt das rote Kleid, damit wir schön zusammen aussehen ... komm, Arme hoch!" „Mäh, öih, emememm ... näh, dös dicke Zeug ... is doch Sommer!" Klaps, klatsch! Großes Geschrei! „Pfui ... ungezogen! Kommst nicht mit ...! Willst du jetzt ganz artig sein?" „Hm ... m—m—m ..." „So! Schuhe haben wir nicht für die Riesenfüße! Nun sieh dich mal im Spiegel an ... bist du nicht fein? ... Ja, die werden alle gucken! ... Komm, leg dich brav lang! Jetzt fahren wir spazieren!" Rm bum, dum bum, poltert der Puppenwagen die Treppe hinunter. „Ach, ist das mühsam!" Bum bullum, rum! Oh, wie hell ist die Straße, wie warm scheint die Sonne! Bunt schillern die Wimpern vor Christels zu- gekniffenen Augen, lautlos laufen die Gummiräder. Nur eine Feder quietscht leise, ganz hoch, silberhell. Pepina liegt im Wagen wie ein glückliches Lächeln, froh blicken ihre schwarzen Aeuglein empor zum Himmel. Da kommt eine Rotte von wilden Jungen um die Ecke, mit heiserem Geschrei. Christel erschrickt. Sie werden wohl vorbeilaufen da drüben! Aber schon hat sie einer entdeckt. „Ooch", schreit er und kommt herangesprungen, die anderen hinter ihm her. „Hoo—ch ... die hot 'n Deddybär in'^Buppen- woochen ... aah — haha ... guckt nur ..." „Un die gelbe Fresse, die dar Hot ... hoho — achah ...!" Sie springen um Christel und den Puppenwagen herum, schleudern die Arme, heulen und lärmen ohrenzerreißend. Wie ein Regen von schwarzen Felsblöcken poltert das gellende Lachen auf Christel herunter. Und immer mehr Jungen sammeln sich an und lachen ... lachen, als sollten die Hälse platzen. Christel stößt das Herz. Sie sieht Fratzen, aufgerissene Mäuler und tödliches Armefuchteln. Eine kleine Schwäche in den Knien, dann krampft sich die Oberlippe zusammen, und lautes Weinen bricht aus Christels hellen Augen. Es ist nur ein winziges Seufzen in all dem Geschrei. Sie wendet um, zieht den Wagen hinter sich her ... und sie rennt, rennt mit blinden Augen und mit schrecklich geschütteltem Körper. Sie rennt, von der Welt zu verschwinden ... oh, nur nicht mehr gesehen werden! Der Torweg reckt seine Hand über sie aus, der Wagen schleudert. Christel reißt Pepina heraus und stürmt die Treppe hinauf. Aber am mittleren Treppenabsatz hockt sie sich hin, sie will jetzt von niemandem gesehen werden! Der Torweg reckt seine Hand über sie aus, der Wagen schleudert. Christel reißt Pepina heraus und stürmt die Treppe hinauf. Aber am mittleren Treppenabsatz hockt sie sich hin, sie will jetzt von niemanden gesehen werden! Christel nimmt Pepina auf den Schoß und drückt das Gesicht mit der spitzen Nase fest an ihre Brust. Pepinas runder Kopf wird naß und dunkel, und mit den Lippen streichelt Christel über die weichen Haare. „Arme, arme süße Pepina! ... Ach, hoffentlich bleibst du am Leben!" Schluchzen weht das Treppenhaus hinauf. Kommt es von Christel oder von Pepina ...? Es find wohl beide, die zusammen meinen im gleichen Herzschlag. Oer Taucher. In den Jugendjahren unserer Marine, so um 1867 herum, lag der Radaviso „Loreley" mit beschädigtem Ruder im Emdener Hafen. Genaueres konnte nur durch einen Taucher festgestellt werden. Die Hafenbehörde hatte dergleichen nicht zur Verfügung. Mit viel Schreiberei und Umftänöen gelangte der Aviso schließlich in Besitz einer Taucherausrüstung, und nun kommandierte „der Olle" ein- fach einen seiner Leute, das schwierige Amt zu übernehmen. Hinrick, der biedere Holsteiner, steigt also vor versammelter Crew in die Gummihülle, bekommt den Helm übergestülpt und dann begibt er sich auf die in die Tiefe führende Strickleiter. Mit Mühe halten ihn die anderen zurück: das Frontglas ist ja noch nicht eingeschraubt. Wie sie es nun einsetzen, protestiert Hinrick energisch, endlich aber gelingt es, ihm klar zu machen, daß es ohne das Glas nicht ginge, da er sonst ertrinken würde. Na schön — gemacht! Hinrick begibt sich erneut auf die Reife und verschwindet unter der Oberfläche. Zwei, drei Minuten später wird heftig an der Signalleine gerissen. Um Gotteswillen! Zwanzig Fäuste packen zu und winden mit äußerster Fahrt den Taucher an Bord. Das Frontglas wird abgenommen. „Hinrick, wat is los?" „Ich hew't glieks feggt", schimpft Hinrick aus feiner Höhle heraus, „ick hew't jo glieks feggt, ick wull bat Glas nid) hebben. Wenn ick unner Wo ater tofoaten full, dann mött ick inne Händ spucken un dann spuck ick gegen bat oerbammte Glas." Peter Purzelbaum. öocbfcbnlnodincbten. Geh. Rat Prof. Dr. Abolf Erman, ber berühmte Aegyptologe ber Universität Berlin, Ritter ber Friebensklasse bes Drbens Pour le merite, oollenbet am 31. Oktober bas 8 0. Lebensjahr. Er ist in Berlin als Sproß einer alten Gelehrtenfamilie geboren. Sein Vater, Professor Abolf Erman, war Schüler unb Schwiegersohn bes berühmten Berliner Astronomen Friebrich Wilhelm B e s s e l. Von 1892 bis 1923 hat Erman ber Berliner Universität angehört. Sein Schaffensgebiet, Altägyptens Geschichte unb Kulturgeschichte, hat er in zahlreichen Schriften von grunblegenber Bebeutung behanbelt. Ein erstaunlich mühseliges, aber ebenso ertragreiches Werk ist sein großes ägyptisches Wörterbuch, an bem er über 30 Jahre lang gearbeitet hat. Von seinen übrigen Arbeiten seien hier genannt: „Aegypten unb ägyptisches Leben im Altertum"; „Bruchstücke koptischer Volksliteraur"; „Zaubersprüche für Mutter unb Kinb"; „Die ägyptische Religion"; „Aegyp- tische Grammatik" unb „Die Hieroglyphen". — Zu feinem 75. Geburtstage ließ Erman eine umfangreiche Selbstbiographie „Mein Werben unb mein Wirken" erscheinen, bie interessante Einblicke in bas Geistesleben Berlins feit ber Mitte bes vergangenen Jahrhunberts gewährt. Eine orbentliche Professur für bayrische Vor- und Frühgeschichte wirb an ber Universität München errichtet. In ben Aufgabenkreis ber neuen Professur werben auch Bobenfunbe miteingeschlossen. Das ganze Lanb soll von einem bichten Netz von ausgebilbeten Vertrauensleuten überzogen werben, bamit in ber Allgemeinheit bas Verständnis für ben Wert von Bobenfunben geweckt wirb unb keine wertvollen Schätze mehr burch Unachtsamkeit verlorengehen. ■ ;--/.nnnn/v» Wirtschaft daß er unentwegt hin- „llM .,WVI|V..... _________lon nach Paris und umgekehrt, um seinen vielen Kundinnen gerecht zu Reichsstatchalter Sprenger weiht das Wormser Festspielhaus reichen. Viele dieser Kostüme sind wahre Museum-, stücke. Besonders fallen einem sechs davon auf. Das eine ist das K l e i d d e r l e tz t e n Z a r r n gewesen ein anderes ist von der berühmtesten englischen Schauspielerin, Ellen Terrn, getragen worden; auch ist das Originalkostum des großen englischen Tragöden Herbert Irving, in dem er den Shy- lock spielte, zu bewundern. Es gab aber auch viel zu lachen bei Willie Clarkson. Unter vielen anderen Anekdoten existiert eine, die in ganz England schallendes Gelachter hervor- A rufen n-imlich die Geschichte von dem chumo- rjten Vere Col, der sich, als gerade der Sultan in London weilte, °°n Clarkson so t”mQ'}= dein ließ, daß er dem Sultan sprechend ähnlich sah. Dann fuhr er zur Universität Cambridge hinaus da er gehört hatte, daß der Sultan die Universität in den nächsten Tagen besuchen wollte. Als er seinem Wagen entstieg, begrüßte ihn der Leiter von Willie Clarkson ging in Paris zur Schule, als ganz plötzlich seine Mutter starb und ihn mit seinen 12 Jahren mutterseelenallein und der großen Welt zurückließ. Aber es dauerte nicht lange — und er hatte bereits einen Namen, machte Karriere und wurde bekannt. Noch nicht ganz 14 Jahre alt, frisierte er bereits die große P a t t i und andere Primadonnen des Covent Garden in London nut einer solchen Geschicklichkeit, daß und Herreisen mußte, von Londi London, im Oktober. Willie Clarkson, der „wichtigste" Mann Londons und Paris, ist nicht mehr. Der genialste Perückenmacher, der Mann, der Könige, Königinnen, Schauspieler, Grafen und Gräfinnen — den ganzen Hochadel frisierte und anzog, ist plötzlich in seinem Laden in der Warwoud Street in London g e ft o r b e n. Inmitten der Perücken und Kostüme, an der Stelle, da er Hunderte und Hunderte von berühmten „Köpfen" unter seinen Händen gehabt hat, ist er dahingegangen. 65 Jahre alt ist er nur geworden, einer der berühmtesten Männer, die London besaß. W o r m s, 28. DEL (LPD.) Nach nicht ganz einjähriger Bauzeit konnte der Bau des Stad tuchen Festspielhauses in Worms soweit fertiggestellt werden, daß er am heutigen Sonntag emgeweiht werden konnte. Worms hat durch den Wiederaufbau eine der größten und modernsten Bühnen Deutschlands erhalten. Neben dem Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger nahmen als Vertreter des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, der Präsident der Reichstheaterkammer, Ministerialrat Otto Laubin- ger, und der Hessische Staatsminister Jung an der Morgenfeier teil. Das Haus war dicht besetzt. Der feierliche Akt wurde eingeleitet mit einem Musikvortrag des großen Orchesters des Mainzer Stadttheaters. Dann ging ein von Staatskommissar Dr. Jllert verfaßtes Spiel „Weihe des Hauses" in Szene, das tiefen Eindruck hinterließ. Es zeigte den Zug der Toten aus der vieltausendjährigen Geschichte der Stadt Worms. Der kommissarische Oberbürgermeister der Stadt Worms, Bartholomäus, hielt die Begrüßungsansprache und betonte, daß der Opfersinn der Wormser Bürgerschaft einen herrlichen Bau errichtet habe, der sich stolz und bewußt neben die Oer Mann der tausend Masken Einer der populärsten Männer von London ist gestorben. 142,50 knapp behauptet, Deutsche Erdöl gaben 0,50 v. H. nach. Montanwerte lagen nahezu unverändert, nur Harpener und Rheinstnhl gaben um je 0,50 v. H. nach. Am Elektromarkt gingen AEG. um 0,13 v. H., Gesfürel um 0,50 v. H., Schuckert um 0,25 v. H. zurück, während Bekula 0,13 v. H. höher lagen. Bankaktien lagen schwächer, fo Reichsbank und Bank für Brauindustrie um je 1 v. H. Im einzelnen eröffneten Westdeutsche Kaufhof 0,40 v. H., Hapag 0,13 v. H. höher, Bemberg 0,25 v. H. niedriger, Dt. Linoleum behauptet. Am Rentenmarkt erhielt sich angesichts der am 3. Dezember stattfindenden Auslosung für Altbesitz weiter einiges Interesse mit vlus 0,25 v. H. Spate Reichsschuldbuchforderungen lagen behauptet, wogegen Gemeinde-Umschuldung und Reichsmark-Anleihen um etwa 0,13 bis 0,25 v. H. abbrockelten. Im Verlaufe hielt die Gefchäftsstille auf allen Marktgebieten an, die Kurse laaen aber gegen den Anfang kaum verändert. Einzelne Tarifwerte, wie Bekula, Lahmeyer und Elektr. Lieferungen, waren jedoch etwas angeboten und etwa 0,50 v. H. fchwä-. eher. Anderseits zogen Schuckert um 1 v. H. auf 93,25 v. H. an. Niedriger notierten u. a. Nordd. Llond (—0,40 v. H.), AG. für Verkehrswesen (— 0,75 v. H.), Kunstseide Aku (— 0,50 v. H.). Sehr schwach lagen Rhein. Braunkohlen mit 224,50 bis 220,50 (226). Am Rentenmarkt waren Altbesitz später angeboten und mit 104,40 v. H. Brief 0,25 v. H. niedriger, die übrigen variablen Werte blieben bei kleinsten Umsätzen behauptet. Der Pfandbriefmarkt zeigte auf .der ganzen Linie unveränderte Kurse, Preuß. Landesbrief-Anstalt waren weiter gesucht und mürben mangels entsprechenden Angebots überwiegend gestrichen Geld notiert. Stadtanleihen waren gefragt und bis 0,65 v. H. fester. Von Reichsanleihen konnten sich 6prozentlge Dollarschatzanweisungen weiter erholen. Industrie-Obligationen lagen still. größten Theater Deutschlands stellen könne. Sein Dank galt allen, die dazu beitrugen, daß das gemeinsame Werk gelingen konnte. Reichsstatthalter Sprenger hielt die Weiherede, wobei er daran erinnerte, daß Worms im Gau Hessen-Nassau stets der südwestlichste Pfeiler gewesen sei, ein Brennpunkt, wie kaum eine andere Stadt, lieber seine große, vieltausendjährige Geschichte hinaus solle es bleiben die deutscheste der deutschen Städte, der Eckpfeiler am Rhein, der Eckpfeiler deutscher Kultur und ein Träger deutschen Kulturlebens. Nachdem der Reichsstatthalter das Haus geweiht hatte, überbrachte Ministerialrat Laubinger die Grüße des Reichsministers für Volkaufklärung und Prgpaganda und teilte mit, daß der Minister für das Wormser Theater 25 000 Mark zur Verfügung gestellt habe. Mit herzlichem und dankbarem Beifall nahmen die Besucher von dieser erfreulichen Mitteilung Kenntnis. Die Feier klang aus mit einem Sieg-Heil auf Volk und Führer und dem Gesang des Deutfchland- und Horst-Wessel-Liedes. Abends fand eine Festaufführung der „Meistersinger von Nürnberg" als Gastspiel oes Mainzer Stadttheaters statt. Frankfurter Börse. Frankfurter Börse sehr ruhig. Frankfurt a.M., 27.Okt. Auch zum Wochen- schluß verkehrte die Wertpapierbörse in außerordentlich stiller Haltung. Der Mangel an besonderen Anregungen und vor allem die nur minimale Beteiligung der Privatkundschaft am Börsengeschäft ist für die starke Zurückhaltung der Kulisse ebenso wie der Ultimo in erster Linie maßgebend. Eine ausgesprochene Tendenz war auch heute nicht vorhanden, doch ist die starke Widerstandskraft bemerkenswert. Die Kurse zeigten gegenüber der Abendbörse nur sehr kleine Veränderungen. Lediglich Lahmeyer- Aktien gingen um 1,13 v. H. auf 117,90 v. H. zuruck, offenbar eine Folge der allzu raschen Erholung. Von chemischen Werten lagen JG.-Farben mit werden. Mit 20 Jahren wurde er von der K o n l g t n Viktoria von England aufgefordert, die historischen Kostüme und Perücken zu erneuern, die zur alljährlichen Uniform- und Kostümschau im Schloße Dalmoral benötigt wurden. Bald wurde er dann der bevorzugteste Kostüm- und Perückenmacher des englischen Königshofes, und es dauerte nicht mehr lange, da konme man auch schon in der Zeitunas- spalte „Was gibt es Neues am englischen Hof die Notiz lesen: „Herr Clarksen ist mit seinen Perücken und Kostümen angekommen." An Abenden, an denen große Festlichkeiten stattfanden, konnte man beobachten, daß em Wagen vom Buckingham Palace ins York House, vom Kensington Palais ins Marlborough House fuhr, daß diesem Wagen ein Mann vorsichtig mit vielen Tüten und Paketen entstieg, um dann eilends m den Schlössern zu verschwinden. Das war Clarkson mit den Kostümen für die Maskenbälle und den Kleidern und Frisuren für die Hof- und Gesell- fchaftsbälle. Er frisierte, rasierte — verschönte unter anderen den Exkaiser, die Könige Eduard VII. und Georg V. von England und die Prinzessin Ena, die später einmal Königin von Spanien war. Er war es, der beinahe alle Verkleidungen für die berühmten Kostüm- und Maskenbälle im Covent Garden des Londons der Vorkriegszeit beschaffte. Dort war es auch, wo Clarkson den größten Erfolg feiner ganzen Karriere erleben durste. Er hatte einen seiner Kunden in ein Kostüm gesteckt, das er den „Fauteuil" nannte. Mit einem Wort, der Mann war zum Stuhl geworden. Das originelle Kostüm, das ganz aus Seide war, gewann den ersten Preis. Doch der Träger wurde bald so müde auf diesem Ball, daß er am liebsten gestorben wäre — denn immerzu setzten sich Leute auf ihn ... aus Versehen natürlich, denn er sah einem Stuhl zum Verwechseln ähnlich... Es gibt wohl kaum einen Schauspieler, der sich nicht von Herrn Clarkson anziehen, schminken und frisieren ließ. Sein Laden in der Warwoud Street sieht aus wie ein richtiges Museum, soviel Erinnerungsstücke liegen und hängen dort herum. Man sieht Bilder mit persönlichen Widmungen von Sarah Bernhardt, von der Düse, von Ir.- Ding und Herbert Tree und vielen anderen großen Tragödien der Vor- und Nachkriegszeit. Aber nicht nur Könige, Königinnen und die Beherrscher der Bretter, die die Welt bedeuten, sind in feinen Salon gekommen, um seine Geschicklichkeit als Maskenbildner in Anspruch zu nehmen, nein, auch viele Verbrecher waren bei ihm! Berühmt geworden ist dieser Fall: der Mörder Charles Peace ließ sich von Clarkson so verwandeln, daß die Polizei ihn nicht erwischen konnte. Natürlich kamen diese „feinen" Herren nicht mit dem Originalanliegen, sondern zogen es vor, auch hier zu fügen und von Bällen zu erzählen, die dann nie stattgefunden haben. Doch auch Die größte Konkurrenz dieser „feinen" Herren, nämlich unendlich viele berühmte Kriminalisten und Detektive, sind in den Salon gegangen, um dort ein wenig ihr Aeuße- res verändern zu lassen. Nicht selten kam es vor, daß ein forscher junger Mann, Detektiv von Scotland P a r d, in den Laden in der Warwoud Street hineinging — aber ein altes Mütterchen mieden den Salon verlieh. In den Riesenräumen seines Salons in der Warwoud Street hat Willie Clarkson eine der schönsten und wertvollsten Kostüm -, Uniform- unb Waffenfammlungen gehabt, die bis zum Zeitalter von William dem Eroberer zurück- Cambridge ehrfurchtsvoll, viele Reden wurden geschwungen, der falsche Sultan wurde überall umher geführt, die Schüler brachen in begeisterte Hochrufe ;vranliun a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- Schlußkurs Schluß!, mittag- bör'e Datum 26-10- 27-10- 26-10. 27-10- Mansfelder Bergbau.........O Kvkswerke..................O Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen .....10 Rheinstahl..................0 Vereinigte Stahlwerke........0 Otavt Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 48 226 90,5 13 116,25 116 155 79 48 220,5 90,25 40,75 13 116,13 115,25 155 79 95,5 47,9 225,5 90,5 41 12,65 116 116 155,13 78,75 96 48 220 90,5 41 12,65 115,13 115 155,13 S ran nun a. Di. n,i Schlußkurs Schlußk. Abend- btrfe Schlußkurs Schluß!. Mittag- bbnse Datum 26 10. | 27-10- | 26 10. 27-10- AmNichc .Notierung Amtliche Jlotierung ($eiD Geld Srie Buenos Aire 0,643 0,647 0,642 0,646 Brüssel ..... iMo de Jan. 58,17 58,29 58,17 58,29 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,07 55,19 55,04 55,16 Danzig..... London ..... 81.10 12,335 81,26 12,365 81,10 12,325 81.26 12,355 HeljingsorS.. Paris ...... 5,445 5,455 5,445 5,455 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 168,30 168,64 168,25 168.59 Italien..... 21,45 21,49 21,45 21,49 Japan ...... 0,713 0,715 0,713 0.715 Jugoslawien 5,694 61,97 5,706 5,694 5,708 Calo..... : 62,09 61,94 62,06 Wien....... 18.95 49,05 48,95 49.05 Lissabon .... 11,195 11.215 11,19 11,21 Stockholm... 63,60 63,72 63,57 63,69 Schweiz .... 81,05 81,21 81,01 81,17 Spanien.... 33,97 34,03 34,00 34.06 Prag....... 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest ... — — Neuyor! ... 2,482 2,486 2,487 2,491 Lerlin,27-Oktober | Meld ärl? Amerilanifche Roten.............. 2,439 2,459 Belgische Noten.................. 58,01 58,25 Dänische Noten ................. 54,89 55,11 Englische Noten ................. 12,29 12,33 Französische Noten............... 16,34 16.40 Holländische Noten............... 167,83 168,51 Italienische Noten................ 21,23 21,31 Norwegische Noten .............. 61,78 62.02 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 63,40 63,66 Schweizer Noten................. 80,83 81,15 Spanische Noten................. Ungarische Noten ................ 33,86 34,00 % 3t Be ru M wi oerm ju & Dle> „r Wchl gelegt Wild foerfW faujlei deutsch der SB1 Db langja ivar ö Mögli niebri Fleisc! bare Vo 25. L Ladei dem lid)te Mm der' zirk Ladl fürs inn pre tun han Lar jeiti georl zeichr tnrctf W ein uni sür Wl auf Welt Nanic herzli, >e all des D tomnu W01 der f kehren [inb Mo; sondi mite. Amtsverkündigungsblatt für die provinzLaldirektiorr Oberheffen und für das Kreisamt Gießen Nr. SS Erscheint Dienstag und Freitag. 30. Ofto6CV Nur durch die Post zu beziehen. "1934 Jnhalsübersicht: Die Bildung der Fleisch- und Wurstpreise. — Verordnung das Gaststättengesetz betreffend. — Das Gesetz über das Schlachten von Tieren. i i f r It a d it ch m in m le ’n ge •Ä* r« Er er id ni * e e i b in |L 113 113 :g? tet )d« l*1 rn- ach’ M 16 19 ,ü ■ ,11 Bekanntmachung. Betr.: Die Bildung der Fleisch- und Wurstpreise. ~ ^en letzten Tagen ist eine fühlbare Beunruhigung in der Bevölke- runa wegen der Bildung der Fleisch- und Wurstpreise eingetreten. Zur Aufklärung der Bevölkerung habe ich daher veranlaßt, daß der nunmehr kraft Reichsgesetzgebung für die Bildung der Fleijch- und Wurstpreije verantwortliche Bezirksbeauftragte für die Schlachlviehverwertung in Hessen zu der Neuregelung ausführlich Stellung nimmt. Diefe Stellungnahme lautet: „Der Verkaufserlös der Landwirtschaft aus Schlachtvieh hat vor der Machtübernahme durch die nationalsozialistische Regierung derartig niedrig gelegen, daß der weitaus größte Teil aller bäuerlichen Betriebe an den Rand ihrer Existenz gekommen war. Die geltenden Preise für Schlachtvieh deckten in den meisten Fällen nicht mehr die Produktionskosten eines verkauften Tieres, geschweige denn die Aufwendungen an Arbeit. Sollte die deutsche Volkswirtschaft wieder gesunden, so müßte hier eine Angleichung der Verkaufspreise ein die Erzeugungskosten erfolgen. Die nationalsozialistische Regierung hat daher in planvoller Weise eine langsame und stetige Besserung der Schlachtviehpreise angestrebt. Hierbei war der oberste Grundsatz, daß eine Steigerung der Verkaufspreise nach Möglichkeit zu vermeiden war. Nur dort, wo bereits auf Grund der niedrigen Einkaufspreise auch die Ladenverkaufspreise für fleisch und Fleischwaren gesenkt worden waren, müßte eine Angleichung an vertretbare Ladenverkaufspreise erfolgen. Von feiten des Hessischen Ministeriums wurden mit Wirkung vom 25. Oktober 1933 für Fleisch- und Wurstwaren Preise festgelegt. Diese Ladenverkaufspreise waren auf einem Lebendgewichtpreis aufgebaut, der dem Bauer zur damaligen Zeit zum Teil keine ausreichende Lxiftenzmog- lichkeit beließ. Die Preisanordnung ist demzufolge von dem Hessischen Ministerium mit Wirkung vom 7. Oktober 1934 aufgehoben worden. Mit der Aushebung der Höchstpreisanordnung muhte selbstverständlich im Bezirk Hessen dafür gesorgt werden, daß nichtvertretbare Erhöhungen der Ladenpreise vermieden werden. Der Bezirksbeauftragte des Reichskommis- sars für die Vieh-, Milch- und Fettwirtschaft hat demzufolge der Landesinnung der Metzger genaue Vorschriften über die zu fordernden Höchstpreise gegeben, die sich wie folgt gliedern: Schweinefleisch la Qualität (Bratenfleisch) mit Knochen Höchstpreise auf dem Lande RM. .90 Schweinefleisch la Qualität (Bratenfleisch) mit Knochen Höchstpreise in der Stadt RM. —,95 Ochsensleisch, la Qualität mit Knochen, Höchstpreise auf dem Lande NM. ,75 Ochsenfleisch la Qualität mit Knochen, Höchstpreise in der Stadt RM. —,80 Kalbfleisch la Qualität, mit Knochen, zum Braten Höchstpreise auf dem Lande RM. ,85 Kalbfleisch la Qualität, mit Knochen, zum Braten, Höchstpreise in der Stadt RM. ,90 Diese Preise stellen Höchstpreise dar und muß Fleisch aus Schlachtungen geringerer Qualität entsprechend niedriger gehalten werden. Um hier die notwendigen Vergleichsmöglichkeiten zu haben, ist gleichzeitig von der Bezirksoereinigung für Schlachtviehverwertung Hessen an- aeordnet worden, daß mit Wirkung vom 1. November 1934 der Kennzeichnungszwang in den Verkaufsläden der Metzger für Fleischwaren durchzuführen ist. Es muß also in Zukunft der Ladenfleischer deutlich sichtbar angeben, ob es sich um I. Qualität Ochsenfleisch oder um II., um I. Qualität Schweinefleisch oder um II. Qualität handelt usw. Für die Kontrolle dieser Anordnung sind die Kreis- oder Landratsämter bzw. ihre Nachgeordneten Organe beauftragt. Gleichzeitig ist angeordnet worden, daß die Ladenverkaufspreise für einfache Blut- und Leberwurst auf dem Lande pro Pfund 0,75 RNc. und in der Stadt 0,80 RM. nicht übersteigen dürfen. Preisfestsetzungen für die übrigen Wurstwaren dürften zwecklos sein, da die Qualitäten der Wurstwaren je nach den Wünschen der Kundschaft von Seiten der Metzger außerordentlich verschieden hergestellt werden. Mit der Aufhebung der Höchstpreisanordnung vom 25. Oktober 1933 sind sich alle beteiligten Stellen darüber im klaren gewesen, daß nach Möglichkeit eine Preissteigerung derjenigen Fleischqualitäten, die ganz besonders von Seiten der minderbemittelten Bevölkerung gekauft werden, unter allen Umständen zu vermeiden sind. Der Bezirksbeauftragte der Schlachtviehverwertung Hessen/ Nach den vorstehenden Erklärungen des Bezirksbeauftragten haben die Kreisämter die Weisung, die Durchführung der neuen Preisbildung aufs peinlichste zu überwachen. Gemäß dem Wortlaut der Bekanntmachung des Bezirksbeauftragten bezieht sich die erfolgte Höchstpreisfestsetzung nur auf la Qualitäten. Aus dieser Regelung geht einwandfrei hervor, daß der Verkauf der für den allgemeinen Verbraucher wichtigen Durchschnittsware nicht zu diesen Höchstpreisen erfolgen darf, vielmehr muh sich die Preisgestaltung bezüglich dieser Durchschnittsqualität auf einer entsprechend niedrigeren höhe halten. Dadurch ist die Gewähr dafür geboten, daß nicht ein schematischer und einheitlicher Verkauf aller Fleischsorten zu dem Höchstpreis erfolgt. Die Preisüberwachungsstelle wird mit aller Konsequenz im Einvernehmen mit dem Bezirksbeauftragten dafür sorgen, daß die Durchschnittsware dem Verbraucher im wesentlichen zu den gleichen Preisen wie bisher zur Verfügung stehen wird. Sofern sich hier Mißbräuche Herausstellen sollten, etwa dahingehend, daß die nötige Menge an Durchschnittsware künstlich nicht zur Verfügung gestellt wird oder künstlich als nicht vorhanden vorgetäuscht wird, werde ich die schärfsten Maßnahmen gegen die ergreifen, die den Verbrauchern die Möglichkeit nehmen, ihr Fleisch und ihre Wurst für den täglichen Lebensbedarf zu einem tragbaren Preis zu erwerben. Um die obigen Grundsätze der neuen Preisgestaltung durchzuführen, habe ich daneben noch folgende Anordnungen getroffen: 1. Die Kreisämter und Polizeidirektionen werden mit sofortiger Wirkung angewiesen, die strikteste Durchführung der Einführung der Qualitätsbezeichnungen, die der Bezirksbeauftragte mit Wirkung vom T. November 1934 verfügt hat, zu überwachen. 2. Die Kreisveterinärämter erhalten die Anweisung, die anzubringenden Qualitätsbezeichnungen auf die Richtigkeit hin laufend zu überprüfen. Stellen sich anläßlich dieser Ueberwachung Verfehlungen heraus, so bietet das Gesetz die schärfsten Mittel, um solchen Schädlingen an dem Volksganzen ihr Handwerk zu legen. Ich bin auch bereit, die äußerste Konsequenz zu ziehen und zur Geschäftsschließung neben der Zuführung zu dem ordentlichen Strafrichter zu schreiten. Gez.: Jung, Staatsminister. Betr.: Wie oben. An die Ortspolizeibehörden und die Gendarmeriestationen des Kreises. Auf obige Bekanntmachung des Hessischen Staatsministers weisen wir Sie hin und beauftragen Sie, die Durchführung streng zu überwachen insbesondere in der Richtung, daß ab 1. November 1934 1. die Fleischwaren in den Verkaufsläden der Metzgereien nach Qualitäten gekennzeichnet werden, 2. genügend Fleich und Wurstwaren zu billigeren als den oben angegebenen Höchstpreisen in den Metzgereien feilgehalten werden oder mit anderen Worten, daß Durchschnittswaren im wesentlichen zu den gleichen Preisen wie bisher den Verbrauchern zur Verfügung stehen. Sollten Verfehlungen zu Ihrer Kenntnis kommen, so wollen Sie uns umgehend berichten. Gießen, den 25. Oktober 1934. Kreisamt Gießen. J.V.: Weber. Verordnung das Gaststättengeseh betreffend. Vom 22. Oktober 1934. Auf Grund des § 21 Abs. 2 des Gaststättengesetzes vom 28. April 1930 (Reichsgesetzblatt I, S. 146) in der Fassung des Gesetzes vom 9. Okt. 1934 (Reichsgesetzblatt I, S. 913) wird hiermit verordnet: § 1. Vom Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung an dürfen während eines Zeitraumes von drei Jahren im Volksstaat Hessen Erlaubnisse für neu zu errichtende Gast- und Schankwirtschaften jeder Art grundsätzlich nicht erteilt werden. _ , , . Ausnahmen dürfen nur in ganz besonders gelagerten Fallen von den Kreisämtern zugelassen werden. § 2. Diese Verordnung tritt am heutigen Tage in Kraft. Darmstadt, den 22. Oktober 1934. Der Staatsminister: Jung. wuiu«; vci -vw_> gelungen. Die Saarländer sangen begeistert mit. Ein Sprecher der Saarländer hielt sodann eine kurze Ansprache, in der er im Namen aller Volksgenossen von der Saar für die herzliche Aufnahme dankte. Er betonte u. a., daß sie alle, die hierhergekommen seien, um einen Teil des Mutterlandes kennenzulernen, auch zu Fuß gekommen wären, wenn ihnen die Regierungskommission die Eisenbahnfahrt verboten hätte. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie gestärkt zurück- kehren möchten für den Kampf in den nächsten toaar. Die Stadt Gießen, so führte er u. a. aus, begrüße die Saarländer mit einem kräftigen „Sieg- Heil" und heiße die Gäste auf das herzlichste willkommen. Gleichzeitig übermittle er die Grüße des durch anderweitige dienstliche Inanspruchnahme am Erscheinen verhinderten Kreisleiters. Er freue sich, daß die Volksgenossen von der Saar die Gelegenheit wahrnahmen, ihr deutsches Vaterland kennenzulernen. Sie, die Gäste, würden alle fühlen und empfinden, daß das Herz des ganzen deutschen Volkes mit ihnen schlage. Die Augen Deutschlands seien nach der Saar gerichtet. Der feierliche Empfang durch Oberbürgermeister Ritter auf dem Landgraf-Philipp-Platz; am Rednerpult Oberbürgermeister Ritter bei seiner Ansprache an die vor dem Rednerpult versammelten Brüder und Schwestern von der Saar. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) ' zz ' • ...V ..... .Z'ZZ'/yV: '• V, ■ -z/, fV r - ■ pF/ /z z < I ■ z . ‘ZZ teurerer uer ’4>anei uno iqrer vyueueiunyeii, jcl= ner die Vertreter der Behörden und den Vertreter der Handwerkskammer Darmstadt, Syndikus Dr. Reif, sowie die überaus große Versammlung willkommen hieß. Er gab seiner besonderen Genugtuung darüber Ausdruck, daß die Partei, die Behörden und die Handwerkskammer auch bei dieser Gelegenheit wieder ihre enge Verbundenheit mit dem Handwerk bekundeten. Weiter betonte er, daß man sich in dieser festlichen Stunde der Tatsache erinnern müsse, daß man diese Möglichkeit zur Feier des Handwerks nur einem Manne zu danken habe, unserem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, der dem Handwerk wieder Ziel und Richtung gegeben habe und den Befehl erteilte, das Handwerk in seinen Berufsorganisationen neu zu organisieren und zu gliedern. Allen Gegnern dieser Berufsorganisation in den eigenen Reihen und auch außerhalb der Organisation müsse mit Nachdruck gesagt werden: „Unsere Organisation steht und wird stehen bleiben!“ Der Führer habe durch seine Unterschrift unter das Gesetz anerkannt, daß es notwendig sei, dem Handwerk eine einheitliche Führung und einheitliche Richtung zu geben Weiter bat der Redner die Behörden, dem Handwerk allezeit Verständnis für seine Nöte und Wünsche entgegenzubringen und ihm stets die gebührende Anerkennung zuteil werden zu lassen. Sodann gab der Redner dem Stolze des Handwerks auf feine in den Zünften begründete Tradition Ausdruck, ebenso wies er mit Genugtuung darauf hin, daß aus dem Handwerk zahlreiche große Männer unseres Volkes hervorgegangen seien. Wie es damals zur Zeit der ehrwürdigen Zünfte war, so müsse es mit dem Handwerk auch in Zukunft wieder sein. Das Handwerk müsse aus sich selbst heraus gesunden. Es dürfe nicht etwa auf ein Wunder, oder auf die Hilfe von oben warten. Mit stolzer Zuversicht könne es jetzt wieder in die Zukunft blicken und mit Hilfe und unter der Führung des Führers und Dolkskanzlers Adolf Hitler wieder aufbauen. Montag, 29. Oktober 1934 wollen wir Deutschland lieben, im fana- Glauben an die Kraft seines Volkes, ttn Geiste werde auch die Jugend erzogen. lle hoffen, daß sich unsere Kameraden an aar in einem halben Jahre wieder im Ischen Vaterlande wohlsühlen werden, erlanbsoerräter aber, die sich in Scharen Baargebiet gedrängt haben, die das Saar- "aten wollen, würden bald aus dem Lande 'in. Mit einheitlichem Willen werden mir wir deutschen Blutes sind, in eine bessere schreiten. reifadjem „Sieg-Heil" auf die deutsche Saar, Führer und das deutsche Vaterland beschloß zermeister Ritter seine begeisternde An- iem gemeinsam gesungenen Saarlied und Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel- and die Kundgebung ihren Abschluß. Die Volksgenossen von der Saar wurden n den Amtsleitern der PO. in Obhut ge- unb in ihre Quartiere gebracht. en Gästen, die sich in unserer Stadt ein« haben, handelt es sich durchweg um er» Volksgenossen. In der Hauptsache sind es in allen Altersklassen. Auch einige Frauen ei, ja, selbst ein altes Mütterlein hatte es : nehmen lassen, die Reise in das deutsche d zu unternehmen. rrks in Gießen. ießend verlas Kreishandwerksmeister e r den zum gestrigen Tage ergangenen )es Reichshandwerksmeisters Schmidt. if hörte die Versammlung die Uebertragung jrucksoollen Handwerksfeier von Brannan deren Schluß die Versammelten mit Be- g in die Huldigung für den Führer und izler Adolf Hitler einstimmten. andwerksmeister S t ü h l e r schloß die ung mit einer kurzen Ansprache, in der er >, die Gedanken und den Geist der soeben Feier in Braunschweig willig in sich auf- n und stets wachzuhalten. Jeder Handwer« e anerkennen, daß die Führung des Rei- । der Reichsstand des deutschen fjahbroerJs von rechts nach links: rechts (sitzend) i f, nach links stehend Kreishandwerks, Himmel, im Vordergrund links der en Steinhäuser, bei der Ausgabe : Photo-Pfaff.) Beste für das Handwerk erstreben, auch r Wollen und ihr Ziel heute manchmal noch i allen Volksgenossen erfaßt würden. ie ileberreichung der Merster- und Gesellenbriefe am Nachmittag wurde von Kreishandwerksmeister S t ü h l e r mit Grußworten an die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Behörden, der Handwerkskammer, der Industrie- und Handwerkskammer Gießen, sowie an die Meister und an die große Versammlung eröffnet. Hierauf hielt der Kre Samtsleiter der NG.-Hago Schimmel eine Ansprache, in der er einleitend an den starken Eindruck der am Vormittag gehörten Uebertragung von Braunschweig erinnerte, sodann auf die Bedeutung des Tages hinwies und an die anderen großen Feiertage im neuen Deutschland erinnerte, den Tag des deutschen Bauern und den 1. Mai als Tag der Arbeit. Er lenkte hierauf die Gedanken feiner Zuhörer zurück auf die Verhältnisse in Deutschland vor zwei Jahren und auf die damaligen Zustände der Zerrissenheit unseres Volkes, der Zersplitterung in vielerlei Parteien und Gruppen, der volksfeindlichen Herrschaft des Marxismus und des Liberalismus, durch die ein Stand gegen den anderen gehetzt worden sei. An diese Zeit vor zwei Jahren und an die Frage, was geworden wäre aus Deutschland, wenn Adolf Hitler nicht gekommen wäre, müsse immer wieder erinnert werden. Durch das gewaltige Werk dieses einen Mannes, der den Glauben an fein deutsches Volk nie verloren habe, sei unser Volk wieder geeint und in sich geschlossen worden. heute stehe das deutsche Volk dank der gewaltigen Leistung Adolf Hitlers in einer geschlossenen Front da. Es habe sich freigemacht von dem Einfluß fremdrassiger Menschen, die aus der Zerrissenheit Deutschlands nur für sich Vorteile zogen. Adolf Hitler habe uns gezeigt, was für die deutsche Zukunft notwendig sei. Die Herrschaft jener fremden Rasse müsse rücksichtslos ausgeschaltet bleiben, wenn wir in unserem eigenen Lande wieder erstarken und gesunden wollten. (Starker Beifall.) Der Redner wies weiter auf die Beseitigung des Klassenkampfes und des Standesdünkels und auf den dafür in Deutschland herrschenden Geist der Volks gg- Oer Mann de Einer der populärsten I London, im Oktol Willie Clarkson, der „wichtigste" Mann dons und Paris, ist nicht mehr. Der genialsti rückenmacher, der Mann, der Könige, Königi Schauspieler, Grafen und Gräfinnen — den zen Hochadel frisierte und anzog, ist plötzli, seinem Laden in der Warwoud Street in Li gestorben. Inmitten der Perücken und Kos an der Stelle, da er Hunderte und Hundert, berühmten „Köpfen" unter seinen Händen x hat, ist er dahingegangen. 65 Jahre alt ist e geworden, einer der berühmtesten Männer London besaß. Willie Clarkson ging in Paris zur Schul- ganz plötzlich seine Mutter starb und ihn m neu 12 Jahren mutterseelenallein und der g Welt zurücklieh. Aber es dauerte nicht lange - er hatte bereits einen Namen, machte Karrier wurde bekannt. Noch nicht ganz 14 Jahre al fierte er bereits die große P a t t i und ( Primadonnen des Covent Garden in Londo einer solchen Geschicklichkeit, daß er unentweg und Herreisen mußte, von London nach Pari umgekehrt, um seinen vielen Kundinnen gere werden. Mit 20 Jahren wurde er von der Kon Viktoria von England aufgefordert, die rischen Kostüme und Perücken zu erneuern, d alljährlichen Uniform- und Kostümschau im fc Balmoral benötigt wurden. Bald wurde er der bevorzugteste Kostüm- und Perückenmachenglischen Königshofes, und es dauerte nicht lange, da konnte man auch schon in der Hei K„Was gibt es Neues am englischen Ho le(en: „Herr Clarks-n ist mit feinen Pe und Kostümen angekommen." An Abenden, an denen große Festlichkeiten fanden, konnte man beobachten, daß em -i vom Buckingham Palace ins York House, Kensington Palais ins Marlborough House daß diesem Wagen ein Mann vorsichtig mit Tüten und Paketen entstieg, um dann eiler den Schlössern zu verschwinden. Das war Cl mit den Kostümen für die Maskenballe un Kleidern und Frisuren für die Hof- und < schaftsbälle. Er frisierte, rasierte — verschönte unter ai den Exkaiser, die Könige Eduard VII Georg V. von England und die Prinzessin die später einmal Königin von Spanien rot war es, der beinahe alle Verkleidungen st berühmten Kostüm- und Maskenballe im ( Garden des Londons der Vorkriegszeit bes< Dort war es auch, wo Clarkson den größten seiner ganzen Karriere erleben durfte. Er einen seiner Kunden in ein Kostüm gesteckt, den „Fauteuil" nannte. Mit einem Wor Mann war zum Stuhl geworden. Das ori Kostüm, das ganz aus Seide war, gewan ersten Preis. Dock) der Träger wurde bald so auf diesem Ball, daß er am liebsten gestorber — denn immerzu setzten sich Leute auf ihn . Versehen natürlich, denn er sah einem Stich Verwechseln ähnlich... Es gibt wohl kaum einen Schauspieler, o nicht von Herrn Clarkson anziehen, schminke frisieren ließ. Sein Laden in der Warwoud sieht aus wie ein richtiges Museum, soviel nerungsstücke liegen und hängen dort herum sieht Bilder mit persönlichen Widmungen vo rah Bernhardt, von der D u s e, vor Ding und Herbert Tree und vielen a großen Tragödien der Vor- und Nachkriegsze Aber nicht nur Könige, Königinnen und d Herrscher der Bretter, die die Welt bedeuten, seinen Salon gekommen, um seine Geschick als Maskenbildner in Anspruch zu nehmen auch viele Verbrecher waren bei ihm! Berühmt geworden ist dieser Fall: der 9 Charles Peace ließ sich von Clarkson so n dein, daß die Polizei ihn nicht erwischen Natürlich kamen diese „feinen" Herren nie dem Originalanliegen, sondern zogen es voi hier zu lügen und von Bällen zu erzählen, di nie stattgefunden haben. Doch auch die größt kurrenz dieser „feinen" Herren, nämlich ur viele berühmte Kriminalisten und Detektive, den Salon gegangen, um dort ein wenig ihr res verändern zu lassen. Nicht selten kam - daß ein forscher junger Mann, Detektiv von ( land Pard, in den Laden in der Wi Street hineinging — aber ein altes Mütterch... den den Salon verlieh. In den Riesenräumen seines Salons in der Warwoud Street hat Willie Clarkson eine der schönsten und wertvollsten Kostüm-, Uniform- und Waffensammlungen gehabt, die bis zum Zeitalter von William dem Eroberer zurück- Bekanntmachung. Betr.: Das Gesetz über das Schlachten von Tieren. Vom 21. April 1933. Nach 5 1 des Gesetzes über das Schlachten von Tieren, vom 21. April 1933 sind warmblütige Tiere beim Schlachten v o r der Blutentziehung ,u betäuben Der § 4 der Verordnung über das Schlachten von Tieren, vom 21. April 1933, besagt, daß mit derBlutentziehung erst nach vor- anqeqangener Betäubung begonnen werden darf. Die Be aubung ann nach 8 6 dieser Verordnung neben anderem auch mittels elektrischen Stromes erfolgen unter der Voraussetzung, daß dazu in der Praxis erprobte und bewährte Apparate verwendet werden. Diese Apparate müssen so eingerichtet sein, daß Unfälle durch Berührung stromführender Teile nicht Vorkommen können. Sie dürfen nur durch unterwiesenes Personal gehandhabt werden. Die Art und Methode der Blutentziehung nach erfolgter Betäubung bleibt dem Ermessen des Schlachtenden überlassen. Das Hessische Staatsministerium (Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege) hat hierzu Folgendes angeordnet: Die Erlaubnis zur Aufstellung solcher Apparate zur elektrischen Betäubung von Großvieh und Kälbern bedarf jedesmal ministerieller Genehmigung. Letztere wird nur erteilt für öffentliche Schlachthäuser, die unter einer geregelten veterinärpolizeilichen bzw. tierärztlichen Aufsicht stehen. Die elektrische Betäubung von Großvieh und Kälbern darf nur durch einen besonders unterwiesenen Schlachthofangestellten in Gegenwart eines tierärztlichen Beschauers vorgenommen werden. Die Verwendung elektrischer Betäubungsapparate für Großvieh und Kälber in den Einzelmetzgereien der Gemeinden ohne Schlachthauszwang ist verboten. Gießen, den 29. Oktober 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Webe r. An die Polizeidirektion Gießen, die Ortspolizeibehörden und die Gendarmerie-Stationen des Kreises. Auf vorstehende Bekanntmachung weisen wir Sie hin und beauftragen Sie, die Befolgung der Vorschriften zu überwachen. Den Bürgermeistereien empfehlen wir, die Bekanntmachung in ortsüblicher Weise zu veröffentlichen. Gießen, den 29. Oktober 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Weber. Druck der Drübl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen. kenswert. Die Kurse zeigten gegenüber der Abendbörse nur sehr kleine Veränderungen. Lediglich Lahmeyer- Aktien gingen um 1,13 v. H. auf 117,90 v. H. zurück, offenbar eine Folge der allzu raschen Erholung. Von chemischen Werten lagen JG.-Farben mit Landesbrief-Anstalt waren weiter gesucht und wurden mangels entsprechenden Angebots überwiegend gestrichen Geld notiert. Stadtanleihen waren gefragt und bis 0,65 v. H. fester. Von Reichsanleihen konnten sich 6prozentige Dollarschatzanweisungen weiter erholen. Industrie-Obligationen lagen still. richten aus oem -venoeoezirr. zz.au: Miauiei=a/iuiu. 23: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Sprcarftunven ?cr Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6°„ c!)cm.7% Dt.Reichsanl. v. 1929 6'Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. Deögl. ohne Auslos -Rechte...... 6% ehern.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold M. IS.................. 6*/i% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liaut......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Ausloj.-Rechten ............. Deutsche Komin. Eammelabl. Anleihe Gerte 1 inttAuvlos.-Rechten 6% ehe in. 8% Franks. Hyv.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 W/o ehern. 4Yt% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriese ey,% ehern. 4&% Rheinische Hyp.-Aank-Ltau.-Goldpfe. ... 6% ehern. 8% Pr. Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespfand- briesanstalt, Psandbrtese R. 10 Eteuergutsch. Verrechnungskurs.. 95,9 94,4 104,4 96 93 93,5 101,13 93 92,75 93,75 94,5 94,75 101,9 *% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ...... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4';% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l.............. 29,5 1,3 7,6 7 7,13 13,5 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuietzt beichiosfenen Diaidende an. - hieichsdankdistont 4 S)„ Lombardzinsfuß 5 r>. S). «SM börse 26-10- j 27-10. Datum 26-10. 27-10. 27-10- Datum 26 10- 79 96 96 96,13 94,5 95 95 104,25 104,25 104 96 96,25 96 93,25 93 93,5 142,65 142,5 101 101,13 101,25 92,75 93 Philipp Holzmann....... ol Zementwerk Heidelberg o| Cementwerk Karlstadt.........0, 78 77,5 92,75 93 132 2,491 93,9 94,75 94 94 94,75 94,75 94,75 101,9 102 102 33,5 132,25 13,5 29,9 30 26 10- | 27-10. 49,25 59,75 33,13 211,5 48 226 90,5 48,5 59,75 o 0 0 0 0 7 0 0 0 , 0 .10 , 0 , 0 61,25 134 48 65,5 90 97,9 90 97,5 83,5 54,89 12,29 16,34 167,83 21,23 61.78 63,40 80,83 33,86 12,33 16,40 168,51 21,31 62,02 S G 0 (I 63,66 81,15 34,00 160 132,25 79 95,5 47,9 225,5 90,5 41 12,65 116 116 155,13 109,75 61,13 134,25 48,25 65,4 121 48,65 60 88,65 32,65 211 162 132,13 142,5 212.5 90 39,13 84 78,75 96 48 220 90,5 41 12,65 115,13 115 155,13 109,75 61,25 134 48 65,9 120,65 49,13 60 89,25 33,13 210 156,5 132 142,65 212,5 90,25 39 84,25 13 116,25 116 155 48 220,5 90,25 40,75 13 116,13 115,25 155 60,75 133,75 48 65,5 I. G. Farben-Jnbusirte Gcheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgelellkchaft 187,281 186 Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten.... Ungarische Noten......... ...... . O . 0 . 0 10 . 0 >. 0 . 0 . 6 ,. 5 1V2 58,29 0,206 3,053 55,16 81.26 12,355 5,455 16,42 168,59 21,49 0,715 5,706 62,06 49,05 11,21 63,69 81,17 34,06 10,395 29,9 1,35 7,9 7,3 7,3 13,65 ;?ranriun a.M. | Berlin Mansselder Bergbau .. Kvks.verke........... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl........... Vereinigte Stahlwerke. Ltavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth Devifenmarki Berlin — Frankfurt a. 2H. 29,5 1,3 8,13 7,6 7,6 13,6 29 1,3 7,4 7,25 77,75 I 115 114,75 132 I — Schultheis Payenhvfer Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldbof ....... Zellstoff Aschaffenburg .... Dessauer GaS............. Daimler Motoren . Deutsche Linoleum . Orenstein & Koppel . Leonhard Tietz............ Chade.................... Accnmulatoren-Fabrik...... Conti-Gummt Gdiluß* ^ Brüssel----- Rio de Jan. Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Heljingsors.. Paris ...... Holland ... Italien Iavan ...... Jugoslawien Oslo : Wien Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork... Gritzner 01 29,75 I 29,75 I Mainkrastwerke Höchst a.M-.. 4l 83 83,25 I Süddeutscher Zucker.........8| 186,5 1 186,5 | -.itimiur <.. jjI. Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abend« börse Schluß« kurü Schluß! Mittag. börse Datum 26.10- 27-10. 26-10- 27-10- 4% desgl. Lene 11 ............. — — — — 5% Rumän. vereint). Rente v. 1903 4,5 4,5 — — 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l9i3 6,5 6,5 6,75 6,6 4% Rumänische vereinh. Rente 4,05 4,025 4 4 2%% Anatolier ............... — 34,75 34,5 34,5 Hamburg-Amertka-Paket .....O 28 28,13 28,25 28,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O — — 2 25 Hansa-Danipfschisf...........O — — * Norddeutscher Lloyd .........O 30,65 30,5 30,5 30,5 A.G. für Verkehrswesen Akt. -. O 81 80,5 79,5 80 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 95,5 95,5 96 96 (Commerz, und Prival-Bank ... 0 72 71,75 72,25 72 Deutsche Bank und Disconto. 74,75 74,5 74,75 GeseUschasl................O 74,5 Dresdner Bank....... O 76,75 76, /b 76,25 76,75 Reichsbank ............. 12 145 144 144,13 144 A.E.G......................O Bekula.......... O 28,5 141,75 28,4 140 28,4 141,9 28 140,75 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 102,5 101,75 102 101,75 Licht und Kraft ........6 117 117 117 ! 116,75 Felten L Guilleaume......... O 75,5 75 75 75,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 111,5 111,25 111,13 111,13 Rheinische Elektrizität ........5 101 — 101 99 Schultert L Co...............5 92,25 93,25 92,9 93 SiemensLHalske........ 7 139,65 140 140,25 139,5 LahmeyerLLo.............10 119 117,9 118,5 117 Buderus ...................O Deutsche Erdöl ..............4 85,4 104,75 85,65 104,65 85 104,5 85,25 104 Gelsenkirchener.............. C 61,75 I 61,75 61,5 61,9 Harpener................... O — 105,5 106,13 105,5 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 — 76,6b 150 77 Ilse Bergbau ...... 6 —— —— 148 Ilse Bergbau Genüsse........6 120,25 119,6 120,65 119 Klöcknerwerke.......... C 75,9 76,5 76 76,5 Mannesmann-Röhren........ 0 75,5 75,75 75,5 75,25 Franttun a. JJ1. Berlin Schluß» !urd Schluß!. Abendbörse Schluß« turs Schluß!. Mlttag- börse 26- Oktober 27-Oktober Amtliche Jloherung Geld | Lrie> Amtliche Notierung Geld | 25rie 0,643 0,647 0,642 58,17 58,29 58,17 0,204 0,206 0,204 3,047 3,053 3,047 55,07 55,19 55,04 81,10 81.26 81,10 12,335 12,365 12,325 5,445 5,455 5,445 16,38 16,42 16,38 168,30 168,64 168,25 21.45 21,49 21,45 0,713 0,715 0,713 5,694 5,706 5,694 61,97 62,09 61,94 48,95 49,05 48,95 11,195 11.215 11,19 63,60 63,72 63,57 81,05 81,21 81,01 33,97 34,03 34,00 10,375 10,395 10,375 — 2,482 2,486 2,487 Banknoten. Lerlin,27-Oktober | Geld 25riet J Amerikanlfche Noten.............. Belgische Noten.................. 2,439 58,01 2,459 58,25 m. 253 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheilen)Montag, 29. Oktober 1934 Saardeutsche Volksgenossen in Gießen willkommen! 'S 4 ■ Des Saarlands Sache fei unser aller Sache. Sie könnten wahrnehmen, was in unserem deutschen Vaterlande für eine Wandlung vor sich gegangen sei. Er (Redner) habe im ehemaligen besetzten Gebiet die Leiden mit am eigenen Leibe verspüren, die feindliche Macht fühlen müssen, die dem Saaroolk täglich nahe seien. Er wisse, mit wem das Saarvolk zu kämpfen habe und bewundere immer wieder die Kaltblütigkeit und die Ruhe, mit der das Saarvolk allen Gefahren in die Äugen sehe. Er habe das gleiche Leid erleben müssen im besetzten Gebiet, ein Leid, das noch vertieft gewesen sei durch eine Regierung in Deutschland, die dem Feinde in die Hände arbeitete und den Bedrückten keine Stütze bedeutete. Heute sei das anders! hinter den Saardeutschen stehe der einheitliche Wille des ganzen deutschen Volkes, stehe ein geschlossenes Volk, das mit Wut und Kraft fein Geschick und auch das Geschick des Saargebietes in die Hand nehme. Dieses deutsche Volk lasse sich keine Vorschriften mehr machen. Es fei geeint. Die Zerrissenheit sei überwunden. Es gebe nur noch eine Partei, die nichts anderes zu tun habe als bem Volke z u dienen. Mit der einheitlichen Führung unseres Volkes werde auch der letzte Schatten beseitigt, der unser Volk bedrücken könne. Dem Saarland werde das bereitet werden, was wir heute selbst erlebten; die Liebe, die uns geworden sei, solle auch den Saardeutschen werden. Mit aller Kraft unseres Herzens wollen wir Deutschland lieben, im fanatischen Glauben an die Kraft seines Volkes, im gleichen Geiste werde auch die Jugend erzogen. Wir alle hoffen, daß sich unsere Kameraden an der Saar in einem halben Jahre wieder im deutschen Vaterlande wohlfühlen werden. Die Daterlandsverräter aber, die sich in Scharen in das Saargebiet gedrängt haben, die das Saar» volk verraten wollen, würden bald aus dem Lande gejagt fein. Mit einheitlichem Willen werden wir alle, die wir deutschen Blutes sind, in eine bessere Zukunft schreiten. Mit dreifachem „Sieg-Heil" auf die deutsche Saar, auf den Führer und das deutsche Vaterland beschloß Oberbürgermeister Ritter seine begeisternde Ansprache. Mit dem gemeinsam gesungenen Saarlied und mit dem Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel- Liedes fand die Kundgebung ihren Abschluß. Die deutschen Volksgenossen von der Saar wurden dann von den Amtsleitern der PO. in Obhut genommen und in ihre Quartiere gebracht. Bei den Gästen, die sich in unserer Stadt ein- gefunden haben, handelt es sich durchweg um erwachsene Volksgenossen. In der Hauptsache sind es Männer in allen Altersklassen. Auch einige Frauen sind dabei, ja, selbst ein altes Mütterlein hatte es sich nicht nehmen lassen, die Reise in das deutsche Vaterland zu unternehmen. Der Tag des Handwerks in Gießen. Die Volksgenossen von der Saar beim Verlassen des Gießener Bahnhofsgebäudes. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) die Hof, ein und nahmen auf dem Vorplatz Aufstellung. Die Einwohnerschaft nahm ebenfalls an dem Emp- Wochen. Er schloß mit einem Bekenntnis zu Führer und Vaterland. Verwattungsinspektor Henschel als Vertreter des hiesigen Saarvereins hielt ebenfalls eine kurze Ansprache und wies darauf hin, daß uns nun nur noch 11 Wochen, genau 78 Tage, fang regen Anteil. Auf großen Leinwandflächen leuchteten in klarer Schrift die Worte: „D 1 ' Abschluß. Der Einmarsch in die Stadt. Unter Vorantritt des Musikzuges der Standarte 116, dem unmittelbar die 80 Saardeutschen und dann die Formationen der Partei folgten, bewegte sich ein stattlicher Zug durch die Bahnhofstraße, Lie- bigstraße, den Seltersweg, über den Kreuzplatz, durch die Sonnen- und Schulstraße, den Kirchenplatz durch die Walltorstraße und die Braugasse zum Landgraf-Philipp-Platz. Aus vielen Fenstern grüßten die Volksgenossen unserer Stadt, eine stattliche Menschenmenge begleitete die Gäste. Oer Empfang durch die Stadtverwaltung. b e r, für Auf dem Landgraf-Philipp-Platz hatten sich ebenfalls viele Volksgenossen eingefunden, um an der Kundgebung teilzunehmen. Als Vertreter der Stadt Gießen und des Kreisleiters war Oberbürgermeister Ritter, für den Kreis und die Provinz war Oberregierungsrat Dr. Schön hals, für die SA. Standartenführer Lutt.er und Standartenadjutant M ü n k e r, für die SS. Standartenführer I a k o - Polizei Polizeidirektor Heine erschienen. Nachdem die Saarländer angekommen waren, PO., SA., SS., HI., JV., IM. und BDM. Aufstellung genommen und die Bevölkerung den Kreis dicht geschlossen hatte, hielt Oberbürgermeister Ritter die Saar immerdar" und „W i l l k o m m e n in euerem Mutterland". Mit einiger Verspätung traf der Zug von Frankfurt her im Bahnhof ein. Die Wagen trugen breite Schriftbänder, auf denen das Bekenntnis der Saar- deutschen zu ihrem Mutterlands ausgesprochen war. Der Zug war stark besetzt. Er brachte neben den 80 Männern und Frauen, die in Gießen bleiben, auch Saardeutsche, die die Reise nach Wetzlar (etwa 60 Mann) und nach Alsfeld (etwa 30 Personen) fortsetzten. Ein großer Teil derer, die im Sonderzug die Reise, in das deutsche Vaterland unternommen hatten, war bereits in Frankfurt ausgestiegen. Als die Brüder und Schwestern sich vom Bahnsteig zum Bahnhofvorplatz begaben, wurde ihnen sogleich ein herzlicher Empfang zuteil. Der Musikzug der Standarte 116 spielte einen schneidigen Marsch und Mitglieder Gießener Gesangvereine erfreuten unter der Leitung von Musiklehrer Blaß mit dem Chor: „Nun schweige mir jeder von seinem Leid". Der Kreieamtsleiter der NS -Voltswohlfahrt, pg. Klöh hieß die Gäste von der Saar herzlich willkommen. Er sprach von dem neuen Deutschland, das sie nun kennenlernen sollten, um sich davon überzeugen zu können, daß alles, was die Emigrantenpresse über unser Vaterland verbreitet habe, schamlose Lüge fei. Er sprach weiter von der neuen Ordnung in unserem Vaterland, von dem neuen Geiste, der unter den Volksgenossen herrsche und schloß seine Am Samstagmittag stand unsere Stadt im Zeichen eines denkwürdigen Ereignisses. In der Bahnhofstraße, in der Liebigstraße und in der Frankfurter Straße waren zum Empfang von 80 Volksgenossen von der Saar Fahnenmasten ausgestellt, in vielen Straßen waren die Häuser beflaggt, und die Bürgerschaft tat dadurch . ... . .. - kund, daß sie sich den Gästen eng verbunden fühlt, von der Abstimmung trennen. Es fei ferne Frage, Amtswalter der PO. marschierten, voran einige 4 hip ^nnrhpntfrhpn emtin imh aOetn ihrem .fier- Ortsgruppen-Fahnen, zum Bahnhof. Ein Sturm der SA., der Musikzug der Standarte 116, eine Abteilung SS., Hitler-Jugend, Jungvolk, Jungmädel und BDM. fanden sich ebenfalls am Bahn- daß die Saardeutschen einzig und allein ihrem Herzen und ihrem Blute folgten, wenn sie an jenem bedeutungsvollen Tage der Abstimmung zur Wahlurne schritten. An sich sei es eine Schmach und eine Beleidigung, daß das Saarland zur Abstimmung gezwungen werde. Er sprach zum Schlüsse Dank aus für die freundliche Äufnahme der Saar- „ ..... deutschen und brachte dann ein dreifaches „Sieg- Deutsch Heil!" auf Führer und Vaterland aus. Mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Deutschlandliedes fand die kürze Begrüßung am Bahnhof ihren kurze Ansprache mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Mann, den Führer Adolf Hitler, dem wir das alles verdanken. Im Anschluß daran wurde der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Die Saarländer sangen begeistert mit. Ein Sprecher der Saarländer hielt sodann eine kurze Ansprache, in der er im Namen aller Volksgenossen von der Saar für die herzliche Aufnahme dankte. Er betonte u. a., daß sie alle, die hierhergekommen feien, um einen Teil des Mutterlandes kennenzulernen, auch zu Fuß gekommen wären, wenn ihnen die Regierungskommission die Eisenbahnfahrt verboten hätte. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie gestärkt zurück- kehren möchten für den Kampf in den nächsten in Vertretung des dienstlich am Erscheinen verhinderten Kreisleiters Pg. ÄIo ft ermann eine Ansprache an die Brüder und Schwestern von der Saar. Die Stadt Gießen, so führte er u. a. aus, begrüße die Saarländer mit einem kräftigen „Sieg- Heil" und heiße die Gäste auf das herzlichste willkommen. Gleichzeitig übermittle er die Grüße des durch anderweitige dienstliche Inanspruchnahme am Erscheinen verhinderten Kreisleiters. Er freue sich, daß die Volksgenossen von der Saar die Gelegenheit wahrnahmen, ihr deutsches Vaterland kennenzulernen. Sie, die Gäste, würden alle fühlen und empfinden, daß das Herz des ganzen deutschen Volkes mit ihnen schlage. Die Augen Deutschlands seien nach der Saar gerichtet. Der feierliche Empfang durch Oberbürgermeister Ritter auf dem Landgraf-Philipp-Platz; am Rednerpult Oberbürgermeister Ritter bei seiner Ansprache an die vor dem Rednerpult versammelten Brüder und Schwestern von der Saar. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) i b < >: - ,„.v ' j , I! * ■■■ Im Rahmen des Tags des deutschen Handwerks, der gestern überall im deutschen Vaterlande feierlich begangen wurde, fanden auch in Gießen zwei Veranstaltungen statt, die einen eindrucksvollen Verlaus nahmen. Vormittags vereinigte die Handwerker-Pflichtversammlung des Kreises Gießen viele Meister, Gesellen und Lehrlinge im Saale der „Lie- bigshöhe", nachmittags fand dort die feierliche , Ueberreichung der Gesellen- und Meisterbriefe an । bie Prüflinge aus ber Provinz Oberhesfen statt. Bei i beiben Feiern war ber große Saal ber „Liebigs- höhe" bis zum letzten Platze besetzt, vormittags mußten sogar viele Volksgenossen mieber umkehren, weil im Saale beim besten Willen kein Platz mehr zu bekommen war. Anschließenb verlas Kreishanbwerksmeister S t ü h l e r ben zum gestrigen Tage ergangenen Aufruf bes Reichshanbwerksmeisters Schmidt. Hierauf hörte bie Versammlung bie Übertragung ber einbrucksoollen Handwerksfeier von Braunschweig, an deren Schluß die Versammelten mit Begeisterung in die Huldigung für den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler einstimmten. Kreishandwerksmeister S t ü h l e r schloß die Kundgebung mit einer kurzen Ansprache, in der er ermahnte, die Gedanken und den Geist der soeben gehörten Feier in Braunschweig willig in sich aufzunehmen und stets wachzuhalten. Jeder Handwerker müsse anerkennen, daß die Führung des Reiches und der Reichsstand des deutschen Handwerk- Bet der Verteilung der Meister- und Gesellenbriefe; von rechts nach links: rechts (sitzend) der Syndikus der Handwerkskammer Darmstadt Dr. R e i f, nach links stehend Kreishanbwerksmeister S t ü h l e r , Kreisamtsleiter ber NS.-Hago Schimmel, im Vorbergrunb links der Vorsitzenbe ber Meisterprüfungskommission für Oberhesfen Steinhäuser, bei ber Ausgabe ber Meisterbriefe. — (Ausnahme: Photo-Pfaff.) Die Hanbwer k e r - P f l i ch t v e r fammlung am Vormittag würbe von Kreishandwertsmeister Stühler mit einer Ansprache eröffnet, in ber er zunächst bie Vertreter ber Partei unb ihrer Glieberungen, ferner bie Vertreter ber Behörben unb ben Vertreter ber Hanbwerkskarnmer Darmstabt, Synbikus Dr. Reif, sowie bie überaus große Versammlung willkommen hieß. Er gab seiner besonberen Genugtuung barüber Ausbruck, baß bie Partei, bie Behörden unb bie Hanbwerkskarnmer auch bei biefer Gelegenheit mieber ihre enge Verbunbenheit mit bem Hanbwerk befunbeten. Weiter betonte er, baß man sich in biefer festlichen Stunbe ber Tatsache erinnern müsse, baß man biefe Möglichkeit zur Feier bes Hanbwerks nur einem Manne zu banken habe, unserem Führer unb Dolkskanzler Abolf Hitler, ber bem Hanbwerk mieber Ziel unb Richtung gegeben habe unb ben Befehl erteilte, bas Hanbmerk in seinen Berufsorganisationen neu zu organisieren unb zu gliebern. Allen Gegnern biefer Berufsorganisation in ben eigenen Reihen unb auch außerhalb ber Organisation müsse mit Nachbruck gesagt werben: „Unsere Organisation steht und wird stehen bleiben!" Der Führer habe durch feine Unterschrift unter bas Gesetz anerkannt, daß es notwendig sei, dem Handwerk eine einheitliche Führung und einheitliche Richtung zu geben Weiter bat der Redner die Behörden, dem Handwerk allezeit Verständnis für feine Nöte und Wünsche entgegenzubringen unb ihm stets bie gebüh- renbe Anerkennung zuteil werben zu lassen. Sobann gab ber Rebner bem Stolze bes Hanbwerks auf feine in ben Zünften begrünbete Trabition Ausbruck, ebenso wies er mit Genugtuung barauf hin, baß aus bem Hanbwerk zahlreiche große Männer unseres Volkes hervorgegangen feien. Wie es ba- mals zur Zeit ber ehrwürbigen Zünfte war, so müsse es mit bem Hanbwerk auch in Zukunft wie- ber fein. Das Handwerk müsse aus sich selbst heraus gesunden. Es dürfe nicht etwa auf ein Wunder, oder auf bie Hilfe von oben warten. Mit stolzer Zuversicht könne es jetzt wieder in die Zukunft blicken und mit Hilfe und unter der Führung bes Führers unb Dolkskanzlers Abolf Hitler mieber aufbauen. nur bas Beste für bas Hanbwerk erstreben, auch wenn ihr Wollen unb ihr Ziel heute manchmal noch nicht von allen Volksgenossen erfaßt würben. Die Ueberreichung der Merster- und Gesellenbriefe am Nachmittag würbe von Kreishanbwerksmeister S t ü h l e r mit Grußworten an bie Vertreter ber Partei unb ihrer Glieberungen, ber Behörben, ber Hanbwerkskarnmer, ber Jnbustrie- unb Hanbwerks- fammer Gießen, sowie an bie Meister unb an bie große Versammlung eröffnet. Hierauf hielt ber Kre Samtsleiter der NS.-Hago Schimmel eine Ansprache, in ber er einleitenb an ben starken Einbruck ber am Vormittag gehörten Uebertragung von Braunschweig erinnerte, sobann auf bie Be- beutung bes Tages hinwies unb an bie anberen großen Feiertage im neuen Deutschlanb erinnerte, ben Tag bes beutfchen Bauern unb ben 1. Mai als Tag ber Arbeit. Er lenkte hierauf bie Gebauten feiner Zuhörer zurück auf die Verhältnisse in Deutschland vor zwei Jahren und auf die damaligen Zustände der Zerrissenheit unseres Volkes, ber Zersplitterung in vielerlei Parteien unb Gruppen, ber volksfeinblichen Herrschaft bes Marxismus unb bes Liberalismus, burch bie ein Stanb gegen ben anberen gehetzt worben fei. An biefe Zeit vor zwei Jahren unb an bie Frage, was geworben wäre aus Deutschlanb, wenn Abolf Hitler nicht gekommen wäre, müsse immer mieber erinnert werben. Durch bas gewaltige Werk biefes einen Mannes, ber ben Glauben an sein beutsches Volk nie verloren habe, sei unser Volk mieber geeint unb in sich geschlossen roorben. heute stehe das deutsche Volk dank der gewaltigen Leistung Adolf Hitlers in einer geschlossenen Front da. Es habe sich freigemacht von bem Einfluß fremb- rassiger Menschen, bie aus ber Zerrissenheit Deutsch- lanbs nur für sich Vorteile zogen. Abolf Hitler habe uns gezeigt, was für bie beutsche Zukunft notroenbig fei. Die Herrschaft jener fremben Rasse müsse rücksichtslos ausgeschaltet bleiben, rnenn mir in unserem eigenen Lanbe mieber erstarken unb gefunben rnollten. (Starker Beifall.) Der Rebner mies roeiter auf bie Beseitigung bes Klassenkampfes unb bes Stanbesbünkels unb auf ben bafür in Deutschlanb herrschenben Geist der Volks gs- gung des Stempelgeschasts yJia|d)inen laufen, mu solche Sendungen besonders noch mit der Hand Katzenfurt in un- aus len ii3e — Krüge ict) heute be» Festesten auf elisabethanische Art. rühmen, roohi die originellste Einladung für diesen Winter erlassen zu haben. Christus in der Kelter Das Wein-Museum in Trier. Von Dr. Heddy Neumeister. 17. November für den Kraftfahrzeug- und Fuhrwerksverkehr polizeilich gesperrt. Die Umleitung erfolgt für Fahrzeuge bis zu drei Tonnen über die Landstraße Katzenfurt—Edingen und für solche über drei Tonnen über Sinn—Fleisbach—Edingen. Augustinerklosters (daher die Kirche) ist, gedanken- voll. Man geht durch Höfe und Hinterhäuser, steht unversehens vor einer wunderschönen klassizistischen Fassade mit sanftem flachen Giebel — ein Werk Schinkels wahrscheinlich — dies alles sind noch ehemalige Klostergebäude, das Frauenhaus, das Männerhaus. Viele Kleinwohnungen wurden daraus gemacht, Wäsche flattert, da singen Kinder. Es ist durchaus möglich, daß sie jenes alte Lied „Dom geistlichen Mai" singen, in dem beschrieben wird, wie man einst an der Mosel sich den Himmel dachte, nämlich als ein großes Weingelage: „— der Heiliggeist ist Schenke Maria ist die Schaffnerin —" die Rheinhessische Normalerziehung schon versöhn- licher. Es handelt sich hier, wie man sieht, um die pädagogischen Grundsätze, nach denen oie Rebe am Stock gezogen wird. — Ein Musterkelterhaus und ein Musterkeller sind zu sehen. Doch die Kultur der Traube ist mehr als die Arbeit, Gewinn oder Verlust eines einzelnen, sie ist längst ein wichtiges Glied der gesamten Volkswirtschaft. Interessante Tabellen und Anschauungsmaterial. In Amerika — wer weiß das? — wird etwa zehn Mal so viel Wein gezogen als in Deutschland. Wichtig wurde die amerikanische Rebe für den deutschen Weinbau: in den Fahren 1925 bis 1927 wurde sie allgemein als Unterlagsrebe eingeführt, da sie gegen den ärgsten Schädling der Rebe, die Reblaus, immun ist: auf sie wurden bann die alten Flaschen-, die Kork-, die Kapsel-, die Flaschenschild, »iastens inbuftne; merkwürdig konservativ, altmodi ch-ver- wecken schnörkelt erscheinen die Muster der Etiketten, als ' habe es nie eine moderne Gebrauchsgraphik gegeben.! Letzter Einsendungstermin: Sonntag, 4. November Äis zum Sonntag, 4. November, müssen die Antworten auf unsere Preisfrage „Wer hat das Halsband gestohlen?" bei der Schristleitung des Gießener Anzeigers, Gießen, Schulstraße 7-9, eingelaufen sein. Später eingehende Antworten scheiden aus. Antworten ohne die letzte Äezugsquittung sind ungültig.- Noch eine Woche haben Sie Zeit, sich zu entscheiden. Die Lösung und die Preisträger werden etwa acht Tage nach dem letzten (Linsendungstermin betanntgegeben. Gleichzeitig mit dem (Ergebnis erscheint der Schluß unseres Romans „Das Halsband" in den Familienblättern. Sie können sich dann selbst davon überzeugen, ob Sie richtig geantwortet haben ~ auf unsere Preisfrage Wer hat das Halsband gestohlen? und eindringlich, klar tritt stets das Wesentliche her- vor, denn sie führen ein in die Gedankenwelt und in die politische Wirklichkeit des Nationalsozialist mus, sie helfen Ursache, Weg und Ziel der Bewegung verstehen und wollen schließlich zu tätiger Mitarbeit am Neubau des Reiches anregen. Freizeitgestaltung nur durch die 71SS. „Krast durch Freude". LPD. Die Deutsche Arbeitsfront teilt mit: Es wird hiermit bekanntgegeben, daß die Freizeitgestaltung für die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront und der angeschlossenen Gliederungen ausschließlich durch die NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" erfolgt. Die Reichsbetriebsgemeinschaften find nicht berechtigt, Veranstaltungen, die in das Aufgabengebiet der NSG. „Kraft durch Freude" fallen, durchzuführen.- Freimarken richtig aufkleben! Von der Pressestelle der Reichspostdirektion wird Betriebsappell in den Kliniken. Am Samstagnachmittag fand im Garten der Me- dizinischen Klinik als Auftakt zu den großen Dank- Kundgebungen der Deutschen Arbeitsfront für den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler der erste Betriebsappell statt. Es nahmen daran das gesamte Personal, die Schwestern, Aerzte und Professoren teil. Zuerst schilderte der stellvertretende Betriebs- sichrer Professor Dr. Jeh Zweck und Ziele der Deutschen Arbeitsfront. Sodann nahm der stellver- tretende Betriebs-Gemeinschaftswalter Georg das Wort, um die Ausführungen des Vorredners zu ergänzen; er verwies namentlich auf die Pflichten der Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront dem Führer und dem deutschen Volke gegenüber. Die Betriebskundgebung gipfelte in einem Treubekennt- nis der Teilnehmer auf unseren Führer und in dem beifällig aufgenommenen dreifachen „Sieg- Heil!" ‘ edlen deutschen Sorten aufgepropft. Wichtige Probleme; der Ausbau des Wegenetzes und die Zusammenlegung dieses, wie überall im. Rheinland so natürlich auch hier, durch die rheinische Erbteilung überaus zersplitterten landwirtschaftlichen Besitzes. Darstellungen der beispielhaften, kulturför-! dernden Arbeit der Domänen, der Weinbauschulen,! der wissenschaftlichen Institute. Ein ganzes ßabora-: torium veranschaulicht, was alles zur Behandlung der Traube bis zum fertigen Wein gehört. Zuletzt die Hilfsindustrien des Weinbaues: die Gläser- und. plastische Darstellung eines ganzen Moselweinschiffes mit Faß, Ruderern und Steuermann enthält — das riesige Grabmal, das ganz aus einem großen, wundervoll malerisch aufgetürmten Berg von Amphoren (Krügen) besteht — Einzeldarstellungen von Weinkauf und Weinhandel, von Weintrinkern mit dem schöngeschwungenen spitzen Trinkhorn. Eine Versammlung uralter, ruhig und harmonisch ausgebildeter Gefäße: riesige spitze römische Amphoren, die nicht standen, sondern in einem Fuß binnen — dunkelblaue Glaskannen, schillernde Gläschc- der Kölner Glashütte aus dem 3. und 4. Jahrhundert nach Ehr. — breite zweihenkelige Becher, recht zum Schlürfen, ein Weinsieb gus Bronze — Krüge und Töpfe aus der altrömischen, noch heute bestehenden Keramikerwerkstatt in Speicher bei Trier — ein wenig steif zylindrisch oder viereckig geformte Weinfläschchen aus dem 4. Jahrhundert, Verfall der römischen, Beginn der jungen, noch ungelenken, germanischen Kultur kündigt sich zugleich in ihnen an. Trierer Becher und Krüge, schwarz, farblos, bunt, häufig mit der lapidaren Aufschrift: „Gib Um Damit beginnt es: mit jenem Altarbild ..... Ediger an der Mosel, das die schmerzlich-schöne Vision des Christus in der Kelter zeigt, wohl die merk- würdiaste Abfassung des Martyriums Christi, die man kennt. Die Breite des Bildes füllt die Darstellung der mächtigen, urtümlichen Spindelkelter, wie sie noch bis in bas vorige Jahrhundert an der Mosel im Gebrauch waren: ein viereckiger, steinerner Bottich, in dessen Mitte eine Holzspindel aufragt; langsam schraubt sich an dieser Spindel eine Holzplatte in den Bottich hinein, die Trauben pressend, deren Saft an den Seitenkanälen des Bottichs hinausläuft. So, in diese primitive Presse gestellt, erscheint hier Christus, nackt und elend und gebückt unter der Last seines Kreuzes, das hier die Stelle der pressenden Platte vertritt — schon strömt das Blut aus seinen Wunden und fließt vermischt mit dem Saft der Trauben, in die Gesäße der Menschen. So einfach und naiv auf sein kleines menschliches Dasein, auf Ernte und Gewinn mitbezogen, sah der Weinbauer von der Mosel das Selbstopfer Christi, hineingestellt in den Alltag seines kleinen Lebens, und zugleich bindet er damit dieses enge Leben mit einer Weite und Freiheit der Gesinnung, die uns vielfach abhanden gekommen ist, dicht und sofern man ganz stillgetreu sein will. Wenn aus diesem Gebiet also einige Zugeständnisse an die heutige Zeit gemacht werden, so soll das Mahl selbst dafür um so echter und unverfälschter sein. Kartoffeln wird es feine geben, denn sie wurden damals noch mit Mißtrauen und Verachtung abge* wiesen, dafür aber wird man pro Person ein Dutzend Wachteln und Lerchen und zwei Wildpasteten verspeisen dürfen, dazu Torte, Pfefferkuchen und kleine Pfannkuchen. Diese Speisekarte läßt sich wohl hören, aber ob die Speisen den verwöhnten Gästen munden werden, zudem man alle Mahlzev stempelt werden. Dadurch wird der Betrieb nötig erschwert. Die Post bittet daher, die Marken tets auf' die oorgeschriebene Stelle des Briefum- chlags — obere rechte Ecke der Anschrift f e i t e — zu kleben und die Gebühr aus Lich versetzt. ♦» Blutige Schlägerei. In der Nacht zum Sonntag kam es zwischen Einwohnern des Wohn- Viertels An der Kläranlage zu einem Streit, der in eine blutige Schlägerei ausartete. Dabei wurde ein Mann durch einen Stich in den Kopf so erheblich verletzt, daß er noch am Abend in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte, während ein anderer eine Stichverletzung im Arm davontrug und ebenfalls gezwungen war, gestern morgen ine Hilfe der Klinik in Anspruch zu nehmen. ** Straßensperre im Kreise Wetzlar. Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird die Wegstrecke innerhalb der Gemarkung Katzenfurt im Zuge des Landweges Edingen-^- ' der Zeit vom 29. Oktober bis den Kraftfahrzeug- und Fuhr- einem künstlerisch ausgeführten Diplom. Damit war die offizielle Feier geschloffen. Frohe Unterhaltung und Tanz hielten dann die Jung-Meister, Junggesellen und Lehrmeister noch bis zum Abgang ihrer Züge gemütlich beisammen. Aus der proviuzialhaupistadt. Oie,7!S-Briefe" als Unterrichtsmaterial in Hessen. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen des Hessischen Staatsministeriums hat in einer Verfügung die Schulungsblätter der NSDAP, im Rhein-Maingebiet „NS.-Briefe" als zusätzliches Unterrichtsmaterial für die Oberklafsen der Volks- und Höheren Schulen, sowie für alle Klassen der Berufs- und Fachschulen genehmigt und empfohlen. In einem Gutachten heißt es u. a.: Die „NS.- Briefe" unternehmen es, zu jedem zu sprechen, der sich mit dem Werden und dem Wollen des neuen Staates auseinandersetzen will. Sie bringen neben größeren Aussätzen eine Fülle von Tatsachenmaterial als Grundlage zur Beschäftigung mit allen Fragen, die jeden Volksgenossen angehen. Es gibt kein Gebiet mehr, das den einen oder anderen nicht interessiert. Die Sprache der „NS.-Briefe" ist knapp unaufhörlich fest an das himmlische. Es bildet dieses eigenartige Altarbild den Auftakt der Sammlungen des Trierer Weinmuseums, die, einzig in ihrer Art, viel mehr sind als nur eine Versammlung kurioser Dinge für Kenner und Liebhaber des Weins, sondern zugleich ein Stück — und ein recht beispielhaftes — der langen kulturgesättigten Geschichte dieser Landschaft und die- str Stadt. Auch beim Mein begann es mit den Römern. Römische Friese, Mosaiken, (Brabmäler mit der Darstellung der Weinlese — da wird die Traube mit dem kurzen krummen Winzermesser vom Stock geschnitten — nicht anders als heute. Bilder großer aufgefundener Weinlager, in breiten flachen Krügen, Dolien genannt, füllten sie noch die Keller fetzt ausgegrabener römischer Häuser. Neumagen an der Mosel, dessen Unzahl riesiger römischer Grabmale sich auf merkwürdige Weise erhalten hat — da sie die Nachwelt, ohne sie zu zerstören, benutzte, um ihre mittelalterliche Stadtmauer Damit zu befestigen — trug das meiste zu dieser Kulturgeschichte des Weines bei: das große, weit über mannshohe, quaderförmige Grabmal, das dis verdünnten!" Trauriger Abstieg von den einfachen ausgewogenen Gefäßen der ältesten Zelt, noch des Mittelalters, noch des Biedermeier — ein paar sanfte zarte Gläser mit blassem stumpfem einfachem Schliff — bis zu den abnormen, überladenen und häßlichen Dingen, die im 19. Jahrhundert die Industrie an ihrer Stelle herstellte: jene mit Inschriften und Ornamenten sinnlos überladenen Krüge die schweren, glitzernden Kristallgläser, In denen der Wein seine sanfte Farbe verlor, die schreiend bunten Romer. Viel beruhigender, sich dann dem Tatsächlichen zuzuwenden, der schweren und mühsamen Arbeit, Die der Weinbau, wie jeder Landbau, erfordert. Hübsch sind die alten einfachen Geräte, mit denen man jahrhundertelang und zum Teil noch heute i die Rebe schnitt, den Boden lockerte, Rippe, Pflug und die Hotte, der uralte spitze, bei der Ernte ge-; brauchte Rückentragkorb. Etwas von sanftem Sie-: dermeierllcht umglänzt noch die — bis 1910 gebrauchen — altmodischen Fanggeräte, mit denen man den Traubenwicklermotten zu Leibe ging: Fanglampen, Fangbecher, die man mit Apfelwein füllte, und Klebfächer. Altertümliche Handschwefler, Spundlochbohrer, hölzerne Weinschläuche, immer noch Biedermeierluft. Dann die ersten, einfachen, noch handbetriebenen Maschinen: eine Trauben- müyle, eine Korkmaschine, eine Reisbiegmaschine. Ein Raum ist der Erziehung der Rebe gewidmet, es heißt wirklich so. Es gibt eine Winkelerziehung, eine Pfahlerziehung, eine Drahterziehung und eine Pfahlbrahterziehung. Es klingt sehr hart. Da scheint Daten für Dienstag, 30.Oktober. 1864: Wiener Friede: Dänemark tritt Schleswig- Holstein und Lauenburg an Oesterreich und Preußen ob; __ 1868: Der Maler Angelo Jank in München geboren - — 1910: Henri Dunant, der Begründer des Roten Kreuzes, zu Heiden in der Schweiz gestorben (geboren 1828); — 1933: Eröffnung des Werberats der deutschen Wirtschaft. Vornolizen. — Tageskalender für Montag. NS.. Frauenschaft Gießen-Nord: 20.30 Uhr, Cofö Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Madame Butterfly". — Graf Luckner erzählt VDA.. Ortsgruppe Gießen veranstaltet am Mittwoch, dem 31. Oktober, in der Neuen Aula der Universität einen Vortragsabend. Graf Luckner, der bekannte Seefahrer, erzählt aus dem Leben des „Seeteufels . Auf me heutige Anzeige fei besonders hingewiefen. ♦ ** Ein Fünsundachtzigjähriger Der Glasermeister Melchior Wadenpfuhl, Hitler- wall 19, kann am morgigen Dienstag in körperlicher und geistiger Frische seinen 85. Geburtstag feiern. ** Silberne Hochzeit. Arn morgigen Dienstag, 30. Oktober, feiern die Eheleute Karl Seibert und Frau Marle-Luife, geb. Zinnkann, Leihgesterner Weg 19 wohnhaft, das Fest der Silbernen Hochzeit. Gleichzeitig kann Herr Seihe r t am 1. November 1934 auf fein 25jähriges Dienstjubiläum bei der Stadt Gießen zurückblicken. ** Gendarmeriepersonalie. An Stelle des von Lich nach Herchenhain versetzten Gendarmeriehauptwachtmeisters Jung wurde Gendarme- riehauptwachtmeister Schäfer von Butzbach nach Ein Ereignis besonderer Art wird das Festessen sein, das eine bekannte Dame der englischen Gesellschaft, Lady Newnes, demnächst in London ihren Gästen vorsetzen läßt. Es werden nämlich feine Speisen bargeboten, wie sie unserem heutigen Geschmack entsprechen, sondern es wird ein Festmahl aufgetragen werden, wie es vor drei Jahrhunderten höchstes Wohlgefallen erregte. Zunächst hatte Lady Newnes die Absicht, auch die Tischsitten aus dem elisabethanischen Zeitalter we- an diesem Abend zu neuem Leben zu erwecken, aber die Gastgeberin vermutet, wohl nut Recht, daß es den vornehmen Gästen dock; etwas zu unbequem wäre, sich ohne Gabeln zu bedienen und die Mahlzeit allein mit dem Löffel unter Bei- ... 1 Hilfe eines Stückchens Brot als „Schieber" vom ch die hohen Teller zum Munde zu befördern; auch hat sie Be- Kapelle, wie, denken, die Speisen auf hölzernen Platten und 'zinnernen Tellern vorzusetzen, die zudem nach den einzelnen Gängen nicht gewechselt werden dürfen. möglichst wenig Freimarken zusammenzusetzen. Das erleichtert der Post die Arbeit und fördert die pünktliche Absendung oer Briefe. mein schäft, der innigen Verbundenheit aller Stände hin. Gegen diese Gemeinschaft der Deutschen werde vom Ausland her, auch wieder unter dem Einfluß jener fremden Rasse, gehetzt und zum Wirtschaftskampf aufgerufen. Ls fei klar, daß das deutsche Volk auch diesen Kampf bestehen werde, wenn es fest Zusammenhalte und in unverbrüchlichem Glauben unserem großen Führer folge, so wie er stets feft- stand und immer den Glauben an fein deut- sches Volk hatte. (Beifall.) Diesen Kampf werde das deutsche Volk bestehen, weil es wisse, wie stark Deutschland durch die Einigkeit seines Volkes geworden fei. Welter ermahnte der Redner die Handwerksmeister, auch innerhalb des Handwerks fest zusammenzustehen. Kein Stand könne ohne den anderen leben, jeder Stand sei mit dem anderen unlöslich verbunden, einer müsse auf den anderen Rücksicht nehmen. Jeder Handwerker müsse in dem anderen Handwerksmeister nicht den Konkurrenten, sondern in erster Linie immer den Handwerkskollegen sehen. (Starker Beifall.) Das Handwerk dürfe nicht vergessen, daß es wieder wie früher dayin kommen müsse, nur durch Qualitätsarbeit vorwärts zu kommen. In stärkstem Pflichtbewußtsein müsse die Jugend erzogen werden, im Geiste Adolf H i t ler s und in engem Vertrautsein mit der nationalsozialistlschen Idee. Es sei die Pflicht der Handwerksmeister, nicht etwa nur Lehrlinge am lausenden Band auszubu- den, sondern aus den jungen Menschen w e r t volle deutsche Handwerker zu machen und dadurch beizutragen zur Wiedererstehung des ehrbaren deutschen Handwerks. Das Handwerk muffe sich dabei immer das Vorbild unseres großen Führers Adolf H i t l e r zum Beispiel nehmen und den Nachwuchs in seinem Sinne erziehen in dem Glauben: ein Gott, ein Führer, ein Vaterland. (Langanhai- tenber starker Beifall.) ©er Syndikus der Handwerkskammer Or. Keif-Darmstadt überbrachte hierauf die Grüße des Präsidenten der Handwerkskammer und des hessischen Handwerks. Er betonte u. a., die Jungmeister und Junggesellen müßten sich immer bewußt sein, daß das Hand- werk jetzt in unserer deutschen Volksgemeinschaft den Platz wieder einnehme, der ihm zukomme. Wei- ter betonte er, daß an diesem Tage der Feier des Handwerks besonderer Anlaß bestehe, unserem Fuh- rer Adolf Hitler erneut zu danken für feine große Tat, durch die es erst möglich geworden sei, weiter für das deutsche Volk zu schaffen und zu wirken. Der Redner wies dann auf die stolze Tradition des Handwerks hin und unterstrich dabei die Notwendigkeit, im Handwerk stets das Zusammengehörigkeitsgefühl wachzuhalten und es an den jungen Nachwuchs weiterzugeben. Mit herzlichen Glückwünschen an die jungen Meister und Gesellen schloß der Redner seine Ansprache. Hierauf wurden die Meister- und Gesellenbriefe an die jungen Meister und Gesellen verteilt, wobei jeder Empfänger auch ein von Dem Präsidenten der Handwerkskammer Darmstadt Fritz Müller geschriebenes Buch „Nationalsozialistische Revolution im Handwerk" erhielt. Die Aushändigung der 380 Meisterbriefe nahm geraume Zelt in Anspruch. Nach einer durch ein Musikstück verkürzten Pause, nahm Kreishandwerksmeister Stühler in feierlicher Welse die Freisprechung der Junggesellen und Junggesellinnen vor. Namens der Handwerkskammer ■ Nebenstelle und der Handelskammer richtete er einige beherzigenswerte Worte an sie. Er sagte: Wenn Sie nun hinausgehen in den Kampf des Alltags und des Lebens, wenn Sie in Ihrer Arbeitsstelle noch kurze Zeit bleiben ober Ihren Arbeitsplatz wechseln, so denken Sie an eins und beherzigen Sie es Tag um Tag, daß Sie nun noch lange nicht die fertigen Jungmänner ober Jungfrauen sind, die Sie zu Jein glauben. Wir Weiteren wissen es besser, und besonders wir müssen jeden Tag neue Eindrücke und neue Erfahrungen aufnehmen. An jeder Arbelts- ftätte sind die Gepflogenheiten andere. Wir müssen darum von jedem älteren Gesellen oder Meister uns belehren lassen und immer und jeden Tag neu lernen Wir wollen dienen dem Berufsstande und dem geliebten Daterlande. Das können wir nur in- dem wir an uns selber arbeiten, uns unterordnen und dienen lernen, damit wir spater auch einmal führen können. Nur derjenige wird vorwärts- kom- men, sich behaupten und eine Stelle sichern tonnen, der sich einzufügen versteht m den Betrieb, in den ^Bevor^ich Sie nun losspreche, habe ich noch fol- gende Fragen an Sie zu richten: Nachdem Ihr t>or bet ^rufungstommiffion theo- retisch und praktisch gezeigt habt, daß Ihr reis seid, um künstighin als Gehilfen zu arbeiten, werde ich Euch nun, nachdem Ihr folgendes Gelöbnis bejaht habt, freisprechen: Ich frage Euch: Wollt Ihr Euch künftighin als Gehilfen allezeit bemühen überall durch Treue, Fleiß und Gehorsam Eurem Berufsstand Ehre zu bereiten? Wollt Ihr allezeit bemüht sein, gute Volksgenossen und Deutsche zu sein, wo Ihr auch steht? Wollt Ihr allezeit bemüht sein, Eurem Führer die Treue zu halten in Zucht und Ordnung? So bekräftigt das, indem ihr sprecht: ,^Ja, wir geloben es." Die Junggesellen und Junggesellinnen sprachen stehend das Gelöbnis aus. Kreishandwerksmeister Stühler sprach sie bann frei zu Gesellen. Die äußere Bestätigung dafür erhielt jeder einzelne in einem Gesellenbrief in Paßform und in Oberheffen. Derkehrsunfall bei Lich * Lich, 28. Okt. Gestern zwischen 17 und 18 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Nieder-Bessingen— Lich ein Verkehrs Unfall. Dort streifte der Kraftwagenführer K n ö ß von Lich beim Ausweichen den Wagen des ihm entgegenkommenden Pferdefuhrwerks des Landwirts Sehrt von Ober-Bessingen. Dadurch verlor Knöß die Herr- chaft über den Kraftwagen, der die Bö- chung der Landstraße hinabfuhr und um- türzte. Knöß und fein Beifahrer wurden verletzt und mußten in das Städtische Krankenhaus 3U Lich gebracht werden. Der Wagen wurde beschädigt. Den Pferden und dem Landwirt Sehrt ist zum Glück nichts passiert. TS Jahre Oberrealschule Alsfeld. § Alsfeld, 27. Okt. Hier fand in dem neuhergerichteten Singsaale der Oberrealschule eine schllcyte Erinnerungsfeier anläßlich des 2 5 j ä h r i - gen Bestehens der OberrealfchUle statt, zu der sich eine Anzahl geladener Gäste, u. a. der Stadtoorstand, das Lehrerkollegium und der Vorstand des Vereins ehemaliger Oberrealschüler, ein« gefunden hatte. Oberstudiendirektor Dr. Hainer wies in seiner Ansprache einleitend darauf hin, daß am 24. Oktober 1909 bas neue Oberrealschulgebäube seiner Bestimmung übergeben worden sei. Mit der Errichtung dieses modernen Schulbaues habe sich die Unversehens öffnet sich eine schwere alte Tür,' und man steht, nach so vielen Sälen, in einer kiel-, nen Kapelle. Zart fällt bas Licht buru, ' spitzbogigen blassen Fenster. Eine alte Kapelle, wie so viele in Trier, längst nicht mehr zu Kirche unb Kultus bestimmt, sondern um in dies Museum ein- bezogen. Mächtig und urwelthast wird der gotische Kirchenraum ausgefüllt durch eine alte Baumkel- ter, ungeheures, schwer bewegliches Gerät aus groben schweren Stämmen: in ihnen wurde noch früher, ehe man (im 18. Jahrhundert etwa) die handlichere Spindelkelter erfand, die Traube gekeltert. Auch Spindelkeltern und eine primitive Apfelmühle stehen in dem gleichen Kirchenraum — ein ganzes Mittelalter wogt um diese alten Dinge samt der Kirche: schwere Arbeit, wildes Fest, Unglück und Frömmigkeit. Da ist er wieder, jener Sinn, der wie in dem Bilde von Ehristus unb der Kelter — unb ö««m ™ — man begegnet ihm noch heute überall in bi es er ten reichlich pfeffern unb würzen muß, bleibt noch Landschaft — das Jrbische und das Himmlische mit dahin gestellt. Jedenfalls kann sich Lady Newnes Gleichmut in Eins zusmnmenfaßt. ,......— v rM v Man verläßt das Museum, bas in Wirklichkeit ! der bezaubernde frühklassizifttsche Bau eines alten " ■- mitgeteilt: Die Freimarken bürfen sich nicht an beliebiger Stelle bes Briefumschlags befinben, wie bies die Versenber nach vielfachen Wahrnehmungen anzunehmen scheinen, sonoern finb, wie bie Postordnung ausdrücklich vorschreibt, in der oberen red)« ten Ecke der A u f s ch r i f t s e i t e aufzukleben. Diese Stelle ist dafür am geeignetsten. Denn auf ihr wird der Aufgabestempel abgedruckt, der gleichzeitig die Freimarken entwerten soll. Befinden sich die Marken an anderer Stelle, so sind mehrere Stempelabdrucke erforderlich; wo zur Beschleunigung des Stempelgefchäfts Maschinen laufen, müssen solche Sendungen besonders noch mit der Hand ge» Stadt Alsfeld ein würdiges Denkmal gefetzt. Es fei Pflicht, aller derer in Dankbarkeit zu gedenken, die an dem Zustandekommen des Werks damals mitgewirkt hätten, insbesondere des damaligen Leiters -er Anstalt, Geh Schulrat Professor Dr. Pitz, und der Stadtoertretung. Dr. 5) a i n e r gab dann einen interessanten Ueberblick über die Geschichte und Entwicklung der im Jahre 1861 gegründeten Alsfelder Realschule, die im Jahre 1936 auf ihr 75jäh- riges Bestehen zurückblicken kann. Es war daraus zu entnehmen, daß die Schule eine stetige Aufwärtsentwicklung genommen hat und für die Stadt Alsfeld heute von großer Bedeutung geworden ist. Seit ihrem Bestehen sind insgesamt 3305 Schüler durch die Anstalt gegangen In seinen weiteren Ausführungen befaßte sich der Redner mit den neuen Zielen der höheren Schulen im nationalsozialistischen Staat, die in ihren Lehrplänen eine völlige Umänderung und eine grundlegende Aende- rung dahin erfahren haben, daß neben dem posi- tiven Wissen die Charakterbildung eine der wichtigsten Aufgaben der Schule im neuen Staate ist, deren oberstes Ziel die Heranbildung der Jugend für Staat und Volk im Geiste Adolf Hitlers sei. Mit der Ansprache wurde eine würdige Ehrung der im Weltkriege gefallenen drei Lehrer und dreizehn Schüler der Anstalt verbunden, die einen tiefen Eindruck hinterließ. Die schlichte, aber würdige Feier wurde durch Kammermusik- und Gesangsvorträge ehemaliger Schüler der Anstalt unter Leitung von Oberreallehrer Dotter in stimmungsvoller Weise umrahmt. Mit einem Treugelöbnis und einem dreifachen Sieg-Heil für den Führer und Kanzler des deut- schen Volkes schloß Direktor Dr. Hainer die eindrucksvolle Veranstaltung. Anschließend fand im Hotel „Deutsches Haus" ein Beisammensein statt. Landkreis Gießen. für Heiz-Oefen u. Zentral-Helzungen billig bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten einem 98-Kubikzentlmeter-DKW.-Rade in der 125» Kubikzentimeter-Klasse erzielten, sind vier weitere für die gleiche Klasse hinzugekommen. Der Engländer H. R. Nash erzielte auf der Brooklandsbahn mit einer 123 Kubikzentimeter New Imperial folgende Bestleistungen: Fliegender Start 5 Kilometer 103,318 Stundenkilometer; 5 Meilen 102,997 Stundenkilometer, stehender Start: 10 Kilometer 102,401 Stundenkilometer, 10 Meilen 102,272 Stun- denkilometer. Caracciolo fährt 320 Kilometer. Rudolf Caracciola erreichte auf der Rennstrecke von Gyon bei Budapest mit seinem neuen Mer- cedes-Benz-Rennwagen bei einem Rekordversuch über einen Kilometer mit fliegendem Start eine Höchstgeschwindigkeit von 320 ©tunbenfilometern. Ernst Henne fuhr auf einer 1000 Kubikzentimeter Beiwagen-Maschine neue Weltrekorde über den Kilometer und die Meile (207,852 bzw. 207,395 Stundenkilometer). Auf der Solomaschine übertraf der Münchener seine eigenen Weltrekorde über einen Kilometer und eine Meile. Außerordentliche Mitgliederversammlung im MTV. Gießen Nordhessen — Baden 6:21. Km den deutschen Handball-Pokal. — Großkampf in Gießen Der Männerturnverein Gießen hielt eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab, ‘ q geworden war, da der seitherige Wolfgang Lotze, infolge seiner Der- I Diät-, Kur- und Gesundheitsbrot TUALA-Weizenbrot mit u. ohne Salz, ca. 2 Pfd. 55 Pf. Nicht blähend, nicht stopfend, leicht verdau!., gut. Geschmack. Alleinverkauf in Gießen: Diät-Reform haus Kreuzplatz 5 6371d Ruf 2130. Liebewdrama ans dem Lande der Kirschblüte in deutscher Sprache Die Presse schreibt: Film-Journal: . . lebhaften Beifall ... die große Darstellungskunst der Sidney und die ebenbürtigen Leistungen ihrer Partner, sowie der ungewöhnlich geschmackvolle Rahmen, in den das Ganze gestellt ist. schaffen die Vorbedingungen für einen überdurchschnittlichen Erfolg... B. Z. am Mittag: Sylvia Sidney ... gibt eine einzige große Steigerung ... das vergißt man nicht. j . meisterhaft die deutsche Nachsynchronisierung . . . viel Applaus. Daxu großex Beiprogramm und Üla-Ton- Woche 6373 A Auf dem Wege zum Gottesdienst in den Tod Marburg, 28.Okt. (LPD.) Ein folgenschwerer Derkehrsunfall, der den Tod eines Menschen zur Folge hatte, ereignete sich Sonntag vormittag in der Frankfurter Straße. Als sich Pastor Koh- l e r vom Gemeinschaftsdiakonieverband von seiner Wohnung in der Moltkestraße mit seinem Motorrad zur Abhaltung eines Gottesdienstes begeben wollte, wurde er beim Einbiegen in die Frankfurter Straße von einem Auto erfaßt und etwa 20 Meter weit mitgeschleift. Er trug schwere Kopfwunden und Knochenbrüche davon, an deren Folgen er nach wenigen Minuten an der Unglücksstätte verstarb. Kreis Wetzlar. <£ Rodheim a. d. Bieber, 27. Okt. Am Donnerstag Deranftanete die Gaufilmstekle Frankfurt a. M. hier einen Filmabend im Bender- schen Saale, der — nach dem Werte des gezeigten Filmes gemessen — verhältnismäßig schlecht besucht war. Es kam das große, nach der gleichnamigen Stormschen Novelle gedrehte Filmwerk „Der Schimmelreiter" zur Vorführung. Für die meisten unserer Landleute, die die Majestät des Meeres, aber auch die Riesengewalt des „Blanken Hans" nicht direkt kennengelernt haben, muß dieses vorzüglich regis- sierte Filmwerk zu einem großen Erlebnis geworden sein. So erging es auch den aufmerksam lauschenden Schulkindern der Schulen Fellingshausen, Bieber und Rodheim, für die nachmittags eine Sondervorführung veranstaltet wurde. Rest. Zum Andres Auerhahn 05227 Morgen Dienstag Aquarium Walltorstraße 6j78 l Morgen Dienstag: Metzelsuppe iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiimiiiiiiii Der Platz der Spielvereinigung war gestern nachmittag das Ziel vieler Freunde des Sportes aus Gießen und aus weiter Umgebung. Etwa 2000 Zuschauer hatten sich eingefunden, um den Handball- Gaukampf der Auswahlmannschaften der Gaue Baden und Nordhessen zu erleben. Leider gab es nicht allzuviel zu erleben! Das Spiel war — das Er^bnis läßt dies auch sofort wissen — fast eine Enttäuschung. Es war eine einseitige Angelegenheit. Die Nordhessen wurden völlig überrannt. Es wäre müßig, an der Mannschaftsaufstellung zu kritisieren. Die Leistung einer Mannschaft, die sich aus den Spielern von sechs verschiedenen Vereinen zusammensetzt, aus Spielern, die sich gegenseitig fast nicht kennen, ist nie im Voraus abzusehen. Das gilt sowohl nach der negativen, wie nach der positiven Seite. Die Nordhessen fanden sich während des ganzen Spieles. überhaupt nicht, und die Badenser, deren Mannschaft sich ebenfalls aus mehreren Vereinen (4) rekrutierte, arbeitete in jeder Phase des Spieles glänzend zusammen. Andererseits besteht kein Zweifel darüber, daß die Mannschaft aus den badischen Vereinen das bessere Spielermaterial zur Verfügung Bücherfürden Naturfreund und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm. Von K.O.Bartels 164Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. 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