Nr. 228 Erstes Blatt 184. Jahrgang 5amstag/5omitag, 29./Z0. September 1954 Erlcheml täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richtens Anzeiger Giehen Postscheckkonto: ^ronffurf am Main Ilo86 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Unwerfilätsvuch- und Stcinörurfcrci R.Lange in Gießen. 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Der deutsche König Otto der Große hat in gefahrvollen Kämpfen das Werk seines Vaters Heinrich vollendet — er hat die selbstsüchtigen, widerspenstigen Herzöge niedergeworfen, — er hat d i e deutschen Stämme geeint. Eine unerhörte Macht steht ihm zu Gebote. Die Madjaren sind am Lech endgültig geschlagen, die bayerische Ostmark, das Land Oesterreich, ist wiederhergestellt, Markgraf Gero wehrt den Slawen. Die deutsche Volkskraft steht bereit, den Marsch nach Osten anzutreten und den einst leichtsinnig preisgegebenen Volksboden bis zur Memel und Weichsel, bis zur Leitha wiederzugewinnen. König Otto steht zu Magdeburg am mächtigen Elbstrom und ermißt seines Volkes Aufgabe im Osten. Ja, es hat eine Sendung zu er- füllen. Der Weltbaumeister hat ihm so viel schöpferische Kraft ins Blut gegeben. In den Deutschen ist ein unhemmbarer Drang zu schaffen und zu bauen. Die unermeßliche, die schrankenlose und gestaltlose Weite der östlichen Ebenen, die den slawischen Menschen sich zerdehnen läßt, soll er mit seinen Baugedanken erfüllen, er soll das Formlose formen, auf daß es sich zu freudigen Chören in Gottes lichte Welt erhebe, ragend emporstrebe. Das ist uraltes Recht in der Völkerwelt: Ein Land gehört jenem, der ihm die höchste Kultur gibt. Und das deutsche Volk ist in diesen ottonischen Tagen fähig, höchste Kultur zu geben. Der König wendet seinen Blick rückwärts, über die träumenden Lande hin, die sich bis an die Maas und die Schelde dehnen. Dort irgendwo ist der Sänger des Heliand durch die sächsischen Gaue geritten und hat dann in stiller Zelle gesonnen, geschaut und sein heiliges Lied geformt. Die junge Roswitha betet eben im wundersamem Bau der Stiftskirche von Gandersheim. Klänge find in ihr und Bilder; sie nimmt die Tat Shakespeares vorweg und die Goethes; aus alten, legendenhaften Stoffen formt sie geistliche Dramen voll unerhörter, kühner Bilder. Kunstreiche Schmiede hämmern im Land; bald wird Bischof Bernward die Bronzetüren zu Hildesheim gießen. Selbst der Jesuitenpater Stephan Beißel, sein Bio- graph, hat feststellen müssen, daß Bernward die hohe Kunst des Bronzegusses nicht aus Byzanz gewann, sondern wie man immer sagt, daß er vielmehr aus altsächsischer Ueberlieferung schöpfte. In St Gallen hat der junge Klosterschüler Ekkehard das Waltharilied geschrieben, das voll leuchtender Plastik ist. Der Geist waltet trächtig über dem deutschen Land und ist bereit, noch weite Räume mit ebenso köstlichen wie tiefgründigen Werken anzufüllen. Die Schicksalsfrage erhebt sich vor König Otto. In seine Hand ist es gegeben, diesem starken, jugend- frischen, vom Schöpferdrang erfüllten Volk d t e Räume zu erschließen, die ihm bestimmt sind und ihm damit das Kraftfeld für ein Jahrtausend zu sichern. Man kennt das Nordlicht, das sich magisch am nächtlichen Himmel erhebt. So bricht vor des Königs Auge am hellen Tage ein Südlicht auf, schimmernd, verführerisch — und es blendet ihn. Er greift nach der Krone der römischen Kaiser und tritt den Irrgang an, auf dem ihm zahllose Geschlechter folgen, die sich im Südland verbluten oder von seinen Fieberdunsten hingerafft werden. Otto hat die Schicksalsfrage falsch beantwortet und damit fein Volk um die ihm natürliche Ausgabe im Osten gebracht, es in Not, Wirren und endliche Ermattung gestoßen, aus denen es sich erst nach tausend Jahren erheben sollte. Heut endlich stehen wir wieder, wo 960 Otto der Große stand. Eine Durchbruchsschlacht von unerhörtem Ausmaß ist geschlagen. Die deutschen Stämme sind unter Ausschlachtung aller Hemmungen geeint, sie fügen sich freudig in freiem Willen zusammen, wie der Führer es will. Das frevle Wort, welches die Mainlinie aufreißen wollte, scheint uns unendlich fern, vom reißenden Strom des Geschehens fortgespült. Die Volkskraft, in tausend unseligen Jahren nicht gebrochen, harrt des neuen Einsatzes. Und doch ist unsere Lage vollkommen verschieden von der um 960. Es ist notwendig, das zu erkennen, damit wir nicht nur Schlachten, sondern den ganzen großen Kampf um die deutsche Zukunft gewinnen. Ich ziele nicht darauf, daß uns die Wehr und die Freiheit fehlen, daß der deutsche Volksboden zerstückelt wurde, ganze Stämme vom Volkskörper losgerissen sind. Darin liegen tödliche Gefahren, und doch vertrauen wir daraus, daß Adolf Hitler und die mit ihm in der Regierung stehen, sie meistern werden. Mein Amt iift es, von einer andern, nicht so offen liegenden, iaber nicht minder tödlichen Gefahr zu sprechen. !Das ist die Entfremdung der Deutschen ,;d o n dem Mutterboden, aus dessen Obern itnir wurden und unsere Kraft empfingen. Otto der 'Große hatte noch ein bäuerliches Volk hin- iter sich, das in all seiner unversiegbaren Kraft dann Jahrhunderte politischer Irrwege überdauerte; Adolf Eitler muß sich auf ein verstädtertes Volk mit allen Plötzlichkeiten und Unzuverlässigkeiten, die in solchem immer sind, stützen. Seinen Aeußerungen ist zu entnehmen, daß er die darin ruhende Gefahr erkennt. Er ruft nach dem Bauerntum, und das Steuer ist schon herumgeworfen. Bauerntum ist eine innere Haltung. Das wußte man nicht mehr. Bis in das letzte Dorf hinein verstädterte der Bauer. Sein Teil wurde aber nicht die Kultur der Stadt, sondern ihre Zivilisation — nicht das Drama und die Symphonie, sondern der Zirkus, die Operette, das Tingeltangel. Wir sehen Adols Hitlers Größe darin, daß er immer zu den Gründen geht. Er weiß, daß die Landwirtschaft gehoben werden muß; seine Regierung ist schon am Werk Aber er spricht vom Bauerntum und erkennt, daß Deutschland wieder den bäuer- phonie deutschen Geistes. Schau den „(Säemann* Hans Tomas an, und du wirst darum wissen. Der Bauer atmet aus der Tiefe, der Obern bet Scholle ist so stark in ihm, baß er eins mit i h r bleibt. Er weiß um ben Rhythmus ber Schöpfung unb lebt in ihm, bie Harmonie ber Sphären klingt um ihn, ber Blick hinter bie Dinge bleibt ihm bewahrt. Darum verweilt sein Geist, er kommt meist einen Schritt barnach. Wo aber ber anbere längst nach neuen schillernben Farben springt, steht er noch fest unb trinkt bas große Leuchten in sich. Die I u g e nb ist immer ben Ursprüngen nahe. Sie fühlte barum zuerst, baß bie Verstäbterung, bie um bie Jahrhundertwende bebrohlich würbe, sie verdorren müsse. Sie schuf sich ben Wanbervogel unb fanb in ihm zu ben Duellen ihres Wesens - sy MH lichen Menschen braucht, bamit seine Volkskraft bestehe. Es ist an uns, bie wir braufeen im Lanbe stehen, baß wir bazu unsere Kraft einsetzen. Aber es ist eine Verstänbigung mit ben Kulturträgern ber Stabt notroenbig. . Die Stabt als Lebens- unb Kulturform wirb unb muß bleiben, nicht bas aufgeblasene Millionenungeheuer, aber bie organisch gewachsene Klein- unb Großstabt In ihr gelangen Drama unb Symphonie zum Leben bilben sich bie Sammelpunkte von Kunst unb Wissenschaft. Durch bie angeschwollene Großstabt von heute aber hastet ber Asphaltmensch hin, der nicht mehr Wurzel schlägt; der Mensch mit dem flachen Atem der geschäftig und betriebsam ist, den das Interessante und die Sensation, das Flüchtige der Augenblick ansprechen, nicht das Dauernde, Besinnliche, Tiefgründige das man erst erschürfen muß — ber die Welt mit dem Auge des Autofahrers sieht mch nut dem des rastenden Fußgängers. Er hat me Zeit d n immer bedächtigen, um die Tiefen ringenden Bauern aruubören. Ehe er es will und weiß, liegt chm das Lächeln auf den Lippen. Dieser Verlockung -um Spott st der Städter schon früh in unserer Uttsq-schicht erlegen. So prächtig die Schwank- des tüchtigen Hans Sachs sonst smd die Ver- achtung des Bauern spricht sich unerträglich ,n ihnen aus Und doch braucht auch der Geistige tn ber Stabt den bäuerlichen Menschen, wenn er aus bem Atem ber Nation leben will. Der Bauer baut nicht nur bas Korn unb futtert bie milchspenbende Kuh. er zeugt nicht nur b,e ■TtachSmmen, ohne die Deutschland ausfterbcn muhte, er trägt auch seine eigene Weise in die Poly- zurück, die im bäuerlichen Lande sprudeln. Man mag heute über den Wandervogel die Achsel zucken, weil er nicht die große Drganifationsform fanb, er hat roieber ben Weg zu unveräußerbaren Werten deutschen Lebens gewiesen unb ist ein Aufbruch von geschichtlicher Bebeutung. Krieg, Umsturz unb ber burch sie ausgelöste Kampf Abolf Hitlers haben ber Jugenb vorbringliche Ausgaben gewiesen. Aber wenn wir jetzt bas beutsche Volk aus feinen tiefen Grünben neu bauen wollen, bann kann bie Jugenb ben Geist bes Wanbervogel als bas Zurückfin- ben zum Quell nicht entbehren. Es ist ursächlich bebingt, baß aus ihm ber neue Sieblungs- wille entstaub. Der Wanbervogel wäre eine Brücke, welche ber Stäbter immer zum bäuerlichen Menschen schlagen muß, bamit er nicht auf bem Asphalt oerborre. Dabei kommt es nicht auf Formen ber Organisation an, bie sich wanbeln bürfen, sondern auf bie Verwirklichung bes Gebankens. Auch bie höchsten Kulturformen ber Stabt werben nur vom Atem ber Gottheit durchrauscht bleiben, wenn bie ftarfen Kräfte bäuerlichen Seins ihnen immer roieber Zuströmen. Das Schicksal hat Abolf Hitler zum Baumeister bes britten Reiches bestellt. Ein ganzes Volk schaut in grenzenlosem Vertrauen auf ihn. Er tat als seinen Willen funb, baß ber beutsche Bauer roieber bie Grundlage völkischen L e - b e n s werbe, ber Bauer, nicht ber Lanbwirt. Das bauten wir Bauleute ihm. Gehen wir nun ans Werk, ben bäuerlichen Menschen zu schaffen! Es wirb tiefgreifenbe Umstellung erforbern bei allen, die für unser Volk verantwortlich sinb. Wilhelm Kotzde-Kottenrodt, GDS. Der Tag des Bauern. Im kembeutscheu Gau bes Weserlaubes, auf bem Bückeberg, finbet zum zweiten Male bas Erntedank- fest bes beutschen Volkes statt. Huuberttauseube werden dorthin eilen, um selbst Zeuge des feierlichen Staatsaktes zu sein, die Millionen in Stadt und Land werden die Feier am Rundfunk miterleben. Ein ganzes Volk wird mitbeteiligt am Fest des deutschen Bauern, das an die erste Stelle den Dank setzt für das göttliche Walten, das fleißiger Arbeit den Segen der Ernte gegeben hat. In Gutshöfen und Bauerndörfern, in Siedlungen und Kleingärt- neroereinen, in Kirchen und auf den Dorsplätzen finden sich an einem Tage alle Volksgenossen zusammen: Bauern, Landarbeiter, Gutsherren, Handwerker, Siedler, Frauen und Kinder. Ein grandioses Bild dankbarer durch Arbeit an der deutschen Scholle verbundener Volksgemeinschaft. Und wenn dann auf dem Bückeberg vor Hunderttausenden deutscher Bauern der Führer sprechen wird, werden diese deutschen Bauern in Treue und Anerkennung dem Führer danken, daß er sie, einen versinkenden Stand, wieder zur Scholle zurückführte, und ihrer Arbeit die gerechte Würdigung verlieh. Die Ernte des Jahres 1934 ist nicht einheitlich günstig ausgefallen. Hitze und Dürre hat viel Schweiß gekostet und besonders auf den leichten Böden der Ostprovinzen erhebliche Ausfälle verursacht. Der Staat aber hat das ©einige getan, um Notständen abzuhelfen. Er hat darüber hinaus durch das System des geordneten Marktes und der Preisregulierung dafür gesorgt, daß die mühevoll errungene Ernte nicht durch Preisschleuderei oder durch billige Auslands - Konkurrenz entwertet wurde. Reichsernährungsminister D a r r 6 hat Sicherheit und Ordnung der Preispolitik als die Voraussetzungen gekennzeichnet, die ein weiteres Absinken der Agrarwirtschaft und des Bauernstandes verhindert haben und weiter verhindern sollen. Dafür, daß der deutsche Verbraucher für manche Erzeugnisse einen etwas höheren Preis zahlt, als es der Weltmarktpreis ist, bleibt dem Bauern ein ausreichender Ertrag seiner Arbeit, dafür aber stellt dieser bie Ernährungsgrunblage unseres Volkes sicher unb wirb barüber hinaus ein kaufkräftiger Abnehmer gewerblicher Erzeugnisse. Diese Sicherung bes bäuerlichen Betriebes, ber unabhängig werben soll von Schwankungen ber Konjunktur, erhält im gegenwärtigen Augenblick noch eine befonbere natio« nalwirtschaftliche Bebeutung, ba bie Devisenlage ber Reichsbank bazu gezwungen hat, jede f r e m b e Einfuhr auf bas knappste Maß zu beschränken. Das Gesetz, das bie innere Bindung bes Bauern an bie Scholle ausspricht — bas Erbhofgesetz — spricht auch zum Stäbter: er sieht, baß bie Freiheit der Bauernarbeit nur durch strenge Hingabe einer ganzen Familie an den Hof gesichert wird. Mehr noch: Dies Gesetz lehrt jeden, dem die Unterordnung unter das Wohl ber Gemeinschaft kein leeres Wort ist, baß Schollenbesitz verpflichtet unb nicht unter wirtschaftlichen, sondern unter völkischen Gesichtspunkten steht. Feiert also ber Bauer bas Fest bes Erntebankes, so begeht bas ganze Volk ben Tag ber Scholle, als ber Quelle beutscher Kraft unb Einigkeit. Die Erhaltung bes Volkstums, besten Wurzeln im Bauern- lanbe liegen, bie Wieberherstellung ehrwürbiger Sitten unb Brauchtümer, bie Besserung ber Beziehungen zwischen Stäblern unb Landbewohnern, bas unb vieles mehr gehört zu ben hohen ethischen Werten bes Erntebanktages. Deutschland ist eine Werkstatt ber Arbeit von vielseitiger Gestalt. Unsere hochentwickelte Jnbustrie ist in Einfuhr unb Ausfuhr auf bie weite Welt angewiesen, unsere Han- delsschifse befahren bie Meere aller Zonen. In ber Entwicklung unserer Qualitätsarbeit liegt bie Gewähr, baß wir uns trotz aller Wiberstänbe feinbselig gestimmter Auslanbskreise niemals vom Weltmarkt werben abbrängen lassen. Die ©runblagen unserer Leistungsfähigkeit aber liegen boch im eigenen B o b e n. Der Mann am Schraubstock unb seine Hausfrau in ihrer Küche sollen nicht gezwungen sein, frembes Brot unb auslänbisches Fleisch zu beziehen. Ihre Kinber müssen lernen, baß es jenseits ber Städte gefunbe aber harte Bauernarbeit unb eine alte Bauernkultur gibt. Das Werk ber Sieblung soll Raum schaffen für neue Dörfer und Höfe. Der Städter aber mag lernen, daß es auch abseits der großen Verkehrsstraße stille landschaftliche Schönheiten in allen deutschen Gauen gibt, die ihn zu Rast und Erholung einlaben. Ein so mit Lanbschast unb Volkstum Derbunbenes Geschlecht wirb stark unb ersinbungsreich genug werben, um bie Ergebnisse unb Produkte feiner Laboratorien unb Werkstätten weit hinaus in bie Welt zu tragen, beutsche Waren gegen frembe Rohstoffe zu tauschen unb in zäher Arbeit bie Schranken bes Mißtrauens zu überroinben, bie gegen Deutschlanb noch aufgerichtet sinb. Stabt — unb Land — Hand in Hand, werden den Erntedanktag zum gemeinsamen Bekenntnis würdig gestalten! Und neu, hart und stählern wird sich der Kreis schließen, der ein Kreis der Kraft und des Lebens ist und der unseres Volkes Dasein auf immer begründet, der Kreis des neuen Verstehens und der neuen Gemeinschaft des ganzen Volkes. So erhärte sich aufs neue am Tag der Ernte der ewige Bund der Nation und begründe unseres Volkes Wurzel im Bauern, der unserer Erde treuester Sohn ist. Barthous nach Rom. Die neue Erklärung tete Beteiligung der «Lernen u nie nie mit der Bekräftiqunq der gemeinsamen Politik infolge der Gegensätze zwischen Rom und ® 9 Gegenüber Oesterreich schließe auch die Billigung a u s g e b l i e b e n sei. Im übrigen vermeidet die der prompten Maßnahmen des italienischen Re-iPresse den Hinweis, daß man sich^diesen sogen • gierungschefs nach der Tragödie vom 25. Juli ein. ten „Garantiepakt ursprünglich ganz anders vor. parisunterlieglderpuWpWose Varthous falsches Spiel widersetzt haben, so stören solche kleinen Mißtöne keine großen Geister. Litwinow fühlte sich vielmehr in der neuen Umgebung gleich so zu Hause, daß er schon bald nach seinem Antrittsdebüt mit einem Vorstoß in der Abrüstungssrage auf eigene Faust Politik zu machen begann. Das paßte indessen keineswegs in die Rechnung seiner west- Fünfzehn Jahre hindurch haben die 800 000 Saardeutschen fürwahr eiserne Disziplin gehalten. Sie haben eine Regierung erduldet, die, vom demokratischen Völkerbunde ernannt, unter Herrn Knox die Saarbevölkerung deshalb diffamiert, weil sie deutsch ist. Und die mit Hilfe von Emigranten und Provokateuren die Saarbevölkerung zu Unruhen hinreißen will. Das ist bezahlte Arbeit von Leuten, die an der Saar nichts zu tun haben, und es ist das Gegenteil doh Demokr..tie. Aber Frankreich will es, und Herr Knox gehorcht. Im Uebereinkommen zwischen Frankreich und Deutschland war beschlossen worden, daß eine Verst ä r k u n g d e r Saarpolizei für die Abstimmungstage vorgenommen werden könnte, allerdings müßte in erster Linie die Saarbevölkerung b e r ü ck s i ch t i gt werden. Es wäre doch erstaunlich, wenn sich im Saargebiet nicht Leute fänden, die Ordnung im eigenen Haus halten, aber Herr Knox, der wohl nicht genügend Emigranten auf- treiben kann, ist nach Genf gegangen und hat dort seinen Plan auf Vermehrung der Polizeikrafte vorgelegt und um die Unterstützung der Rationen gegenwärtig in Sofia — den entschlossenen Versuch, sich der drohenden Enkreisung durch Italien zu entziehen. Aus der anderen Seite ist U n g a r n ernstlich in Sorge, daß eine von Frankreich emsig geförderte Verständigung zwischen Italien und der Kleinen Entente, wenn sie trotz der in dem italienisch-südslawischen Verhältnis liegenden Schwierigkeiten zu- . lande kommen sollte, der ungarischen Revisionspolitik, die sich ja grade gegen die drei Mächte der Kleinen Entente richtet, mit Italien die stärkste Einer der Soldaten habe ihm erklärt: „Unser General sagte uns aus dem Paradeplatz von Bitsch: Die Lage im Saargebiet ist äußerst kritisch. Ihr mußt bereit sein, sofort auf Befehl dem Rufe Frankreichs zu folgen und nach Saarbrücken zu marschieren, um jeden Putsch zu unterdrücken. Jedermann muß bereit sein!" (!) Die Truppenübungen bestehen aus Gewaltmärschen. Die Leute ma- chen einen sehr ermüdeten Eindruck. Die Sanitätswagen waren voll mit Leuten, die sich die Füße wund gelaufen hatten. Vor einem Gasthaus sah der Korrespondent Rekruten in Zivilkleidung, die einen sehr niedergeschlagenen Eindruck machten und ihren letzten Tag der Freiheit mit Weintrinken begingen. gebeten. Die Schweiz hat erklärt, solche Reisläufer n i ch t zu stellen, da sie immerhin ihre Ration verträten, dagegen haben sich sofort Belgien, Italien und bezeichnenderweise auch Litauen bereiterklärt, jenes Land also, das wider Recht und Gesetz den Entdeutschungsfeldzug gegen das Memelland führt. Nebenbei bemerkt hat Herr Knox den Landesrat, also die verfassungsgemäße Organisation an der Saar, überhaupt nicht befragt, er schaltet ihn aus, weil der Landesrat mit vielen Anordnungen des deutschfeindlichen Herrn Knox nid) teinverstanden ist. Am letzten Taged er Genfer Verhandlungen hat nun der französische Außenminister B a r t h o u Ausführungen gemacht, die den Wunsch kaum verbergen, es möchte an der Saar zu Unruhen kommen. Er hat erklärt, für alle drei Fälle, also für die Rückkehr nach Deutschland, für den Fall, daß die Saardeutschen für Frankreich stimmen und für die Aufrechterhaltung des status quo, also Die Völkerbundsregierung, zeige Frankreich lebhaftes Interesse und es sei bereit, gemäß den Beschlüssen von 1924 und 1925 feine Truppen ms Die künftige Fortsetzung der gemeinsamen Politik gestellt habe, werde so ausdrücklich betont, daß kein Zweifel auf-1 kommen könne über die Bedeutung der Verpflichtung und der Italien daraus erwachsenden Aufgaben. Oesterre chistbe Enttäuschung. London, 29. Sept. (DRB.-Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter des „Daily Expreß", Pembroke Stephens, meldet aus Saarbrücken: Ein Besuch der Westgrenze des Saargebietes könne mit dem Ausdruck bezeichnet werden: „Krieg im Friede n". Tausende von französischen Soldaten bereiten sich dort aus „den Tag" vor*, an dem sie die Drohung des Außenmini- sters Barthou zur Tat machen könnten. Der Donner der französischen schweren Artillerie sei nachts in den Wäldern an der Grenze vernehmbar. Niemals seit dem Kriege hätten die Einwohner von Saarbrücken so heftiges Geschützfeuer gehört. Hunderte von Arbeitern seien damit beschäftigt, die neuen strategischen Straßen, die von Metz und Straßburg nach dem Herzen des Saargebietes führen, zu erweitern und auszubessern. Wagen mit französischen Offizieren und große Lastkraftwagen mit Sandsäcken für die Forts westlich des Saargebietes seien ständig unterwegs. Auf einer großen Wiese außerhalbd er Stadt Bitsch 15 Kilometer von der deutschen Grenze seien große Truppenmassen versammelt. Zu den vorhandenen Kasernen seien nock zuletzt Lager gekommen, die mit weiß uniformierten afrikanischen Truppen angefüllt seien. Er, der Berichterstatter, sei Dutzenden von Tanks begegnet, die an den Wegen im Schatteni»—. der Bäume hielten. In Rohrbach habe er einen schwere Mmengeschutze. Um Bitsch Eisenbahnzug voller französischer Soldaten passiert. > Befestigungen starker werden als Die von Verdun. Wien 28. Sept. (DNB.) In den Kommentaren der Presse über die Bekräftigung der Erklärung vom 17. Februar d. I. kommen überall Schwierig, teilen zum Ausdruck, die sich dieser Erklärung vor allem durch den Widerstand Sudslawiens entgegenstellten. Die Tatsache der Erklärung als solche wird mit Befriedigung zur Kenntnis genommen, wenngleich ein recht gedämpfter Ton m der Beurteilung des Ereignisses nicht zu verkennen ist. Der „Telegraph am Mittag" meint, daß die erwartete Beteiligung der Kleinen (Entente Wer ist eine Bedrohung des europäischen Friedens? Ein englischer Korrespondent berichtet über große Truppenkonzentrationen an der Grenze zwischen Frankreich und dem Saargebiet. Frankreichs Enttäuschung über die polnische Absage Oer Verfall des Völkerbunds. - polens eigene Wege. Schließlich sagt der Korrespondent noch, der französische General habe eine Lücke in den Grenzbefestigungen zwischen St. Avould und Bitsch südwestlich von Saarbrücken entdeckt. Große Scharen von Arbeitern, die in den Septem- berwochen wie Ameisen tätig seien, beschäftigten sich damit, daß Terrain zu ebnen und T u n - nels für unterirdische Befe st igun gen zu bauen. Eisenbahnlinien würden direkt in Die Hügel hineingebaut, um Dorthin Munition für schwere Geschütze beförDern zu können. Die noch nicht fertiggefteUten Befestigungen seien v o n S t a- chelDrahtverhauen umgeben. Zernentturen und Geschütztürme würden grün angestrichen. Es gebe drei Linien von Befestigungen, mit Maschinen- sgewehren, leichten Artillerieposten und Turme für schwere Minengeschütze. Um Bits ch wurden bie I Befestigungen stärker werden als Die von Verdun. reich werde damit dem Vorgehen Der faschistischen Regierung eine unzweideutige Billlaung gezollt und anerkannt, daß Mussolini mit feinem Vorgehen den gemeinsamen Wunsch der Westmachte erfüllt und im gemeinsamen Interesse gehandelt habe. Von diesen Mächten werde somit Italien Unterstützung zur Fortsetzung dieser Politik versprochen. Für Italien bilde das die Hauptbedeutung der Erklärung. Der „Corriere della Sera" schreibt, das erneute Interesse Frankreichs für Oesterreich und die vollkommene Solidarität mit Italien unter Ueberroin- dung einer anfänglichen Meinungsverschiedenheit, die von anderen geschaffen worden sei, erscheine als ein gutes Vorwort für die Reife Rückkehr aus (Senf. Die Pforten des Genfer Wahlgebäudes, das immer noch provisorisch die Völkerbundsversamm- 1 u n g beherbergt, haben sich wieder geschlossen und auch die Mitglieder des Völkerbundsrats sind schon am Kofferpacken, um dis Mitte November Genf den Rücken zu kehren. Ueber die Ergebnisse dieser zumindest an diplomatischem Kulissenspiel reichen Herbsttagung des Völkerbundes ist man nicht überall gleichmäßig zufrieden. Freilich, Herr Litwinow kann sich mit einiger Genugtuung Die Hände reiben. Dank der eifrigen Bemühungen seines Freundes Barthou, ist es ihm gelungen, für Sowjetrußland die Tür in den Völkerbund zu öffnen. Die Bolschewiken haben inmitten Der Vertreter einer bürgerlich-kapitalistischen Welt Platz genommen und wenn einige aufrechte, von den Friedens- und Unschuldsbeteuerungen der Moskauer Machthaber und ihrer Freunde nicht überzeugte Regierungen sich der gleichberechtigten und voraussetzungslosen Aufnahme des roten Rußland in Den Kreis Der Kulturnationen laut und entschieden Augenblick, wo es vor Dem Parlament über eine nicht gerade rosige außenpolitische Lage berichten muß, weniger denn je geneigt, irgendwelche Ver- pflichtungen auf Dem Kontinent zu übernehmen, die über Die bestehenDen hinausgehen. So ist das Scheitern der französischen Bemühungen um das Zustandekommen eines festurnnssenen Garantie- pakts in England unverhohlen begrüßt worden, und man geht wohl nicht fehl, wenn man Die Initiative für Die farblose Erklärung, mit Der Die Genfer Besprechungen endeten und die lediglich die Erklärung vom 17. Februar wiederholt, Dem englischen Delegierten zuschreibt, Der sich Damit.am besten aus einer für ihn peinlich werdenDen Lage herauswand. ' Barthous Blütenträume sind also in Genf nicpr gereift. Dem Aktivum des russischen Einzugs »» Den Völkerbund stehen in seinem politischen Kontobuch die Fehlschläge in den Paktplänen gegenuver. Seine Zähigkeit wird zwar nicht locker lassen, aver ein Ostpakt ohne Deutschland und Polen hat für den Frieden Europas seine Schrecken verloren uno ob ihm in Der österreichischen Frage in Rom 9^' lingen wird, was ihm in Genf versagt blieb, oars man nach den Erfahrungen dieser letzten Tage mir größter Ruhe abwarten. Heute sprechen engn|u)e Blätter schon von dem Gespenst der Isolierung Frankreichs, nachdem es Barthou nicht gelungen sei, die letzten Glieder einer Kette zu schmieden, oie Deutschland umgeben sollte. Wir sind uns bewuyr, daß die Welt um uns noch weit von der Emluy entfernt ist, daß eine Bündnispolitik im Stile oe Vorkriegsära das schwerste Hemmnis für e wahre Befriedung Europas ist. Wir sind aber a cy davon überzeugt, daß die klare und eindeutige der deutschen Außenpolitik den Grundsätzen em von gegenseitigem Verständnis geleiteten ** spräche von Volk zu Volk und eines achtungsvoll Neben- und Miteinanderlebens der europai|a) Nationen den Boden bereiten und allgemeine an erfennung verschaffen wird. gegen alle ist es mcyr verwunoer- daß man sich trotz Barthous eifriger Bemühungen in Genf über die Form der Garantie für Oesterreich nicht hat einigen können. Frankreich und die Kleine Entente wollten den Garantiepakt in den Mechanismus des Volker- bundes einbauen, um auf diese Weise Sicherungen gegen eine Wiederholung des italienischen Spaziergangs an die Tiroler Grenze zu schaffen. Wenn dabei gleichzeitig Deutschland ausgeschaltet wurde, so hätten Paris und Prag zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Italien will gerade das Der- hüten, um nicht Den neuen Freunden auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu fein. Es befürwortete deshalb eine nicht zu enge Bindung an den Völker- bund, um die Möglichkeit für Deutschlands Beitritt offen zu lassen. Wenn dabei in der italienischen Presse seit langem wieder einmal Worte von der Gleichberechtigung Deutschlands fallen, so nehmen wir dies mit beträchtlich kühleren Empfindungen zur Kenntnis, als einst, Denn wir wissen heute, daß sehr nüchterne Ueberlegungen über Die Zweckmäßigkeit des politischen Spiels mit mehreren Kugeln die Ursache zu solchen freundlicheren Betrachtungen sind. England schließlich stand von vornherein dem Garantieplan äußerst reserviert gegenüber. Das britische Kabinett ist heute, in dem Paris, 29.Sept. (DRB.-Funkspruch). Außen- i Minister B a r t h o u ist in den späten Abendstunden . des Freitags wieder in Paris eingetroffen. -Beim \ Verlassen des Bahnhofes erklärte er, er konnte nur - feiner Zufriedenheit über den Verlauf der . Tagung Ausdruck geben. „Echo de Pans bedauert 1 ebenso wie das „Journal" den langsamen Verfall und die Schwache der Genfer Einrichtungen. Diejenigen, die noch Vertrauen zu Genf hätten, seien durch den Beitritt Sowiet- rußlands ermutigt worden, obgleich sie hatten wissen müssen, daß Rußland nur deshalb nach Genf ge- kommen sei, weil die französische Reaierung diesen Beitritt zur Vorbedingung für die Annahme des Verteidigungspaktes gemacht habe. In Genf fei aber praktisch nichts geregelt worden. Der Völkerbund habe sich nicht mit der österreichischen Krise beschäftigt, die Sa ar frage sei ausschließlich zwischen Barthou, Aloisi und einem deutschen Vertreter besprochen worden. Gegenüber der polnischen Aufkündigung der Minderheitenverträge habe Genf zwar einen leisen Schrei aus- gestoßen, im übrigen aber nicht reagiert. 5 m oie memnung jemei u>^l- , Ser Völkerbund habe eben fei n Gefühl m ehr. liehen Freunde er verstieß gegen die Verabredung, Bolivien und Paraguay führten seit zwei Jahren dah über da ° h-ikle TH-ma dkr Abrüstung diesmal Krieg und in Sen arbeite man noch immer an in Genf nickt gesprochen werden dürfe — als ob den Ausfuhrungsbestirnmungen für eine Verstandi- e" überhaupt Äigere Dinge für den Völkerbund gung. In Anbetracht dieser Tatsachen müsse man gebe als sich um das Fiasko der Abrüstung und sich fragen, ob es überhaupt angebracht fe Den Das durch das schamlose völkerverhetzende Treiben O st p a k t, wenn er zustande komme, unter die der Rüstungsindustrie angefachte, den Weltfrieden Schirmherrschaft des Völkerbundes zu stellen, bedrohende ^ßettrüften der ohnehin schon schwer ge- Pariser Blätter befassen sich eingehend mit der rüsteten Staaten zu kümmern — gleichwohl Litwi- polnischen Antwortnote auf Die franzosisch-sowiet- iuHar”n deutlichen Ordnung-, russischen Ostpaktaarschtage. »Oeuvre . chre.bt man ruf und begnügte sich gehorsam damit, dah die habe sich zwar keinen besonderen Illusionen hinge- Dölkerbundsversammlung seinen Antrag zu den U-n^aber auch memal^geglaubt.^da^ d.es^Note Akten legte. gegen den ganzen Sicherheitsappa- Frankreichs Außenminister Louis Barthou rat wende, Der seit 15 Jahren aufgebaut worden wird bei feiner Rückkehr aus Genf ein weniger 1^. ^us der polnischen Note gehe deutlich der Wunsch freundliches Gesicht machen. Zwar ist es ihm gelun- uerDOr, nichts zu unternehmen, was Dem deutsch- gen, Sowjetrußlands Aufnahme in den Völkerbund ^Mischen Abkommen irgendwie hinderlich sein zu erzwingen, aber er wünscht nicht auf einem -oem ^nnte. Alle andern Fragen träten Daneben in Den stehen zu bleiben. Die Ergänzung durch den N o r D- Hintergrund. Es sei auch interessant, daß dieses ostpakt ist noch keineswegs unter Dach und Fach, Schriftstück Die neue polnische Politik gegenüber Der es sieht vielmehr so aus, als ob bie französisch- Tschechoslowakei, Ungarn und Oesterreick festlege, russische Bündnispolitik sich vollständig umonen- Gemeinsame Grenzen mit Ungarn tieren ober sich auf bie Mächte beschränken muß, ^en Don jeher Der Wunsch Polens gewesen, und es bie ohnehin schon, ober vielleicht besser gesagt, noch anzunehmen, daß gelegentlich des Besuches von im französischen Fahrwasser ben allein sicheren Kurs Gömbös in Warschau ein N i ch t a n g r i f f s - und für ihr politisches Schifflein zu finben glauben. Freundschaftsvertrag zwischen beiden Län- Barthous Ostpaktpläne waren abgestellt auf eine i>ßrn abgeschlossen werde. Frankreich werde Polen Ginglieberung Sowjetrußlanbs als Garantiemacht wahrscheinlich in allernächster Zeit fragen, welchen in ben Locarnovertrag einerseits unb Uebernahme Has französisch - polnische Bünd- einer Garantie ber russischen Westgrenze burd) n g {n neuen Schema Der polnischen Politik Frankreich anberseits. Deutschlanb unb Polen als ,einnehme. Barthou und Litwinow werben jetzt alle wichtigsten Teilhabern bes geplanten Akommens Anstrengungen machen, um die englische Oes- neben ber Kleinen Entente unb ben baltischen Rand- fentlichkeit bar üb er aufzuklären, daß Die pol- ftaaten war bie Rolle zugebacht, in jebem Falle ni^e Politik für die Aufrechterhaltung Des Frie- kriegerischer Verwicklungen (P o l e n in einem öen5 in Europa schädlich sei. Zusammen mit Den deutsch-französischen Konflikt für russische Truppen, baltischen Staaten, Der Tschechoslowakei und Ru- Deutschlanb in einer polnisch-russischen Ausein- wänien würden Frankreich und Sowjetrußlanb anbersetzung für französische Heere) bas Ausmar ch- Hann abwarten, bis sich Der Wahnsinnssturm, Der gebiet für frembe Kriegsvölker abzugeben. Deutsch- augenblicklich über Polen hinwegfege, gelegt habe, lanb hat bas abgelehnt mit bem Hinweis am $our" erklärt, daß bie Gesichtspunkte, bie Ranbe, baß es, solange ihm bie wehrpolitische Gleich- $"Icn in seiner Note vertrete, nicht ber 93 er- beredjtigung tatsächlich oorenthalten werbe, für n u n f t entbehrten. Polen ziehe zweiseitige irgenbwelche militärischen Unterstützungspakte über- Verträge vor. Eine Ibjährige Vergangenheit habe Haupt nicht in Frage komme. wr Genüge bewiesen, was Verträge unb Unb nun mußte Herr Barthou bie für ihn noch Pakte wert seien, unter die jeder seine Unter- betrüblichere Erfahrung machen, daß alle feine schrist setzte, weil er wisse, daß sie d o ch zu nichts persönlichen Ueberredungskünste in Warschau und f ü h r t e n. Da Deutschland an dem Dftpan mcht Genf auch auf den polnischen Bundesgenossen teilnehmen wolle, halte sich Polen ebenfalls fern, feinen Eindruck gemacht haben. Das junge Polen Es sei selbstverständlich, daß der Pakt nur dann Pilsudskis hat Selbstbewußtsein genug, seine Außen- einen Sinn habe, wenn Deutschland sich Politik ausschließlich nach polnischen Interessen zu daran beteilige. Barthou habe gehofft, von orientieren und auch dem Pariser Freunde dann Deutschland wenigstens Die Verpflichtung für eine einen Korb zu geben, wenn ihm bie von biesem vernünftige Politik (?) zu erhalten. Diese Hoffnung gestellten Zumutungen mit bem Wohl ber polnischen habe sich nicht erfüllt unb Damit sei b e r Pakt Nation unvereinbar zu sein bünken. Wenn bie fran« hinfällig ge wo r b e n. Polen stelle m seiner zösischen Blätter bie Antwort bes Obersten Beck Antwort lediglich diese Tatsache fest. richtig wiedergeben, so hat sich Polen der deutschen orflrtF# fifh Auffassung angeschlossen, die zweiseitige Ver- ^lUllCIl vlUUll JlU) flUJllvVvlL träge für die Sicherung des Friedens ausreichend Mailand, &. Sept. (DNB.) Die italienische und besser halt, als em unklares Gemengsel von Presse gibt der in Genf unterzeichneten Erklä - Machten in einem Bündnissystem, das militärische r? '1 n < . Unabhängigkeit O e st e r- Aktionen im Kriegsfälle, also Ausdehnung des Krie- . 6 1 weitgehende 2?us?egung. „Popolo ges nicht aber die Verhütung bes Krieges »um i7 seinem Genfe/ Bericht von Ziele hat. Dem entspricht auch bie polnische For-1 • r aHe befriebiaenben Einigung, berung, bas beutsch-polnische Abkommen in ben ge- @ie |teUe eine DoUe Anerkennung ber von Italien Ä^^en Pakt aufzunehmen, eine ^e Nuß für bie ^tfalteten Tätigkeit zugunsten ber österreichischen Franzosen, bie ganz zu Unrecht hinter diesem Ab- Unabhängigkeit bar unb zeige, baß in Zukunft bie Abi ZnZ6 ®?JUe3 Wi.d-rMch.° und°' der ch Ich Verpflichtungen linien einhalten müsse. Von Englund und Frank- zu übernehmen, so würbe bas bem gegenwärtigen gespannten Verhältnis Polens zu bieftm beiben und durchaus berechtigte Standpunkt wirD nirgends Nachbarn durchaus entsprechen. Zwischen Polen besser verstanden als in Deutschland, aber trotzdem und Litauen steht Wilna, zwischen den beiben dritten sich in Genf bie Vertreter von sechs frem- westslawischen Völkern Polen unb Tschechen ine ^n Mächten um ben Vorrang als „Beschützer" ber nach Prager Methobe brutale Behanblung ber angeblich gefährdeten Unabhängigkeit Oesterreichs. 75000 Köpfe starken polnischen Minderheit Soweit dieser Plan lediglich eine Hilfsaktion zur im tschechischen Mähren. Sie hat bislang Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Regimes in auch stets Polens Anschluß an die Kleine Entente Oesterreich ist, ist er natürlich höchst anfechtbar, weil verhindert und in letzter Zeit sogar eineAnnaherung er eine Einmischung in innerösterreichische Verhält- Polens an Ungarn, die durch die Ausdehnung niffe darstellt, Denn wenn man schon von der des neubegründeten tschechisch-slowakischen Staates Selbständigkeit Oesterreichs redet, so ist Form unb weit über seine natürlichen geopolitischen unb ethno- Kurs der Regierung eine Frage, über die Das öfter- politischen Grenzen hinaus am meisten geschädigte reichische Volk selbst allein unb ausschließlich zu ent- Nation unb baher auch seinen erbittertsten Gegner, scheiden hat. Daher auch Polens strikte Ablehnung, für irgend Aber Darum allein geht es bei Dem Garantieplan eine Mächtegruppe im Donauraum Partei zu für Oesterreich nicht mehr. Die Distanzierung Des ergreifen. Das ist eine Deutliche Abfuhr nicht nur österreichischen Bundeskanzlers von diesen Plänen für Barthous Ostpaktpläne, zu Deren Verwirklichung zeigte es schon. Der italienische Aufmarsch an der er sich nun notgedrungen mit der Kleinen Entente österreichischen Grenze nach Den Ereignissen Des behelfen muß, als auch für Das italienisch-französische Juli und die Anlehnung Des Wiener Kabinetts an Spiel um Oesterreich, an Dem Polen uninteressiert Rom hatten in Den übrigen Nachbarstaaten Oester- bleibt. Polen wünscht jeher frieDenftörenben Korn- reichs ein Echo geweckt, aus bem Die Sorge sprach, bination fernzubleiben unb auf eigenen Füßen ben Oesterreichs Unabhängigkeit weit eher gegen Weg zu gehen, ben ihm seine nationalen Inter- seinen Beschützer als gegen Deutschlanb ver- essen vorschreiben. Das ist eine politische Linie, zu teidigt werden müsse. Italiens so ungemein nachher man bie Warschauer Regierung nur beglück- drücklich angemeldeter Anspruch, ber einzige wünschen kann. Protektor Oesterreichs zu sein, hat in Prag zu So wenig wie Frankreichs Ostpaktpläne vorgetrie- der Ueberlegung geführt, daß man Oesterreichs Hüben werden konnten, so wenig ist es Barthou ge- abhängigkeit niemals so verstanden wissen wollte, hingen, über eine Garantie für Oe st erreich daß sie eine verzweifelte Ähnlichkeit mit ber alba- zwischen den interessierten Staaten, soweit sie in nischen bekomme. Unb noch hellhöriger würbe man Genf vertreten waren, eine Einigung zu erzielen, in Belgrab. Sübslawien sah sich schon durch Der österreichische Bundeskanzler S ch u s ch n i a g eine italienische Interessensphäre in Oesterreich in hat Wert auf die Feststellung gelegt, daß Die An- eine gefährliche Zange genommen und mußte gleich- regung zu einer internationalen Garantie Der Un» zeitig mit Befremden feststellen, daß es bei feinem abhängigkeit Oesterreichs nicht von ihm ausge- großen Verbündeten in Paris für feine Sorgen gangen sei, er hat sogar Verwahrung Dagegen ein- taube Ohren fand, Da Die französische Politik grade gelegt, Daß die österreichische Frage ein internatio- im Begriff ist, einen umfassenden Ausgleich mit Jta- nales Problem sei, das man durch ein Abkommen lien zu suchen, Bemühungen, Die durch die Klagen ohne die Hinzuziehung Oesterreichs selber behandeln aus Belgrad nur gestört werden könnten. Südsla- könne. Oesterreich Dürfte nicht zu einem Objekt der Wien macht nun durch eine direkte Verständigung großen Politik gemacht werden. Dieser selbstbewußte > mit B u 1 g a r i e n — das serbische Königspaar weilt Stütze entziehen müßte. . So ist aus der Garantie für die Unabhängigkeit Oesterreichs mit einem Schlage ein Kampf um neue Kombinationen und um Den vorherrschenden Einfluß im Donaubecken geworden. Bei diesem Mißtrauen aller gegen alle ist es nicht verwunder- ..... y. . . . «x Be- Polen löst sich von -er Kontrolle -es Völkerbun-s. Feierlicher Empfang des polnischen Außenministers Beck in Warschau. Saargebiet einrücken zu lassen, wenn es besondere Verantwortlichkeiten", zu denen es immer bereit sei, tragen müsse. Herr Barthou vergißt aber, daß dieser Fall einmal aus der Saarbevölkerung heraus nicht gegeben wird und daß der Beschluß damals nicht die französischen Truppen nannte, ferner daß er sich nur für den Fall der Unruhen im damals besetzten Rheinland bezog. Aber Herr Barthou will gerade, daß es zu Unruhen käme, und die Saarbevölkerung wacht daher von selbst, daß der französische Wunsch keine Erfüllung findet. Schließlich hat Herr Barthou noch die Frage der Regelung nach der S a a r a b st i m m u n g angeschnitten. Abgesehen davon, daß sie im Versailler Friedensdiktat bis in alle Einzelheiten vorgeschrieben ist, kann man doch unmöglich für den Fall, daß die Saar zu Deutschland kommt, heute schon Bestimmungen aufstellen, mit der Sicherung, erst müsse Deutschland erfüllen, und dann käme die Saar zu Deutschland. In Genf hat man sich deshalb auch mit dieser Barthouschen Auslegung nicht befreunden tonnen, denn es ist klar, daß die A b st i m ° m u n g über die Zugehörigkeit des Landes entscheidet und nichts anderes. AbMIuß der srmMchen Serbstmanöver. Paris, 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die großen Manöver in her Gegend von Mourmelon ^Departement Marne), die am Mittwoch begonnen haben, sind am Freitag abgeschlossen worden. Das Urteil ber Schiedsrichter steht noch aus. Man weist aber auf die vorzügliche Haltung der Reservisten hin, die den aktiven Truppen nicht nachgestanden hätten. Auch die Befürchtungen, daß die Zersetzungsarbeit der Marxisten und Kommunisten die Moral der Reservisten beeinflußt habe, sollen sich nicht verwirklicht haben. General W e y - gant) und der Chef des Großen Generalstabes, Gamelin, haben dem letzten Abschnitt der Manöver beigewohnt. General Pretlat, der in seiner Eigenschaft als Mitglied des Obersten Kriegsrats ebenfalls an dem Manöver teilgenommen hat, erklärte, daß die Reservisten, wenn sie noch zehn Tage unter Waffen stünden, einen ebenso großen Kampfwert hätten, wie d i e a k t i - ven Truppen. Auf alle Fälle könne der Versuch als erfreulich bezeichnet werden. „Echo de Paris" sucht seinerseits einige Schlußfolgerungen zu ziehen und stellt dabei fest, daß die Reserveoffiziere, die die Kurse an der Kriegsschule besuchten, den anderen weit überlegen seien. Bei den Leutnants habe man feststellen müssen, daß es ihnen an der notwendigen Autorität fehle. Sie seien nicht gewohnt, zu befehlen. Die Mannschaften hätten jedoch durchweg einen vorzüglichenEin druck gemacht. England sucht nach Gründen für seine Ausrüstung. DNB. London, 28. Sept. Im Daily Telegraph, der den Kreisen um den Kriegsminister nahesteht, erscheint ein beachtenswerter Artikel über die Rüstungspläne der drei britischen Wehrmlnisterien. Der bisherigen britischen Rüstungspolitik, so heißt es in dem Artikel, habe die Annahme zugrunde gelegen, daß in absehbarer Zeit mit einem Krieg in Europa nicht zu rechnen sei. Diese Annahme besitze heute keine Geltung mehr. Im Kabinett stehe jetzt ein entscheidender Kampf bevor, zwischen den Anhängern der Bildung einer starken Ex- peditionsstreitmacht und den Gegnern eines solchen Planes. Das Kabinett sei dringend aufgefordert worden, neue Heeresausgaben zu bewilligen in einem Umfange, der es England ermöglichen würde, unter Umständen eine Expeditionsstreitmacht von sechs Divisionen über das Meer zu schicken. Man glaube, daß der Reichsver- teidigungsausschuß diese Forderung als berechtigt anerkennen werde. Doch lägen noch keine Kabinettsbeschlüsse hierüber vor und die Minister seien dagegen, die Heeresbeschlüsse des nächsten Jahres auf Erwägunaen zu gründen, die zu dieser Forderung Anlaß gaben. Diese Erwägungen rechneten mit der möglichen Gefährdung Englands durch einen Feind, der sich auf belgisch-holländischem Gebiet festgesetzt habe. Sparprogramm -es belgischen Kabinetts. Auch Kürzung der Heeresausgaben. Brüssel, 28. Sept. (DNB.) Die Lage des Kabinetts Broqueville war infolge von Unstimmigkeiten zwischen einigen Regierungsmitgliedern kritisch geworden. Der Finanzminister Sap, der mit seinen Forderungen nach scharfer Drosselung der Ausgaben auf den größten Widerstand bei einigen Ministern, insbesondere aber bei dem Kriegsminister Deveze, gestoßen ist, wurde nach einer Aussprache mit dem Ministerpräsidenten Grafen Broqueville vom König empfangen. Sap, der dem flämischen Flügel der katholischen Partei angehört, beabsichtigt zurückzutreten. Bekanntlich regiert das Kabinett Broqueville augenblicklich mit Sondervollmachten, die ihm Kammer und Senat im Juli zugebilligt haben. Es besteht kaum ein Zweifel, daß die Sondervollmachten hinfällig würden, wenn in der Zusammensetzung des augenblicklichen Kabinetts Veränderungen eintreten sollten. Im Kabinettsrat am Freitagabend haben sich sämtliche Minister nach mehrstündigen Beratungen darauf geeinigt, durch u mfassende Spar- Warschau, 29. Sevt. (DNB. Funkspruch.) Die halbamtliche „Gazeta Volska" hebt als wichtigstes Ereignis der Genfer Aussprache für Polen d i e Erledigung der Minderheitenfrage hervor. Durch die Ablehnung der Ausdehnung des Minderheitenschutzes auf alle Staaten sei die Becks che Erklärung in Kraft getreten, daß Polen sich nicht mehr durch die Kontrollrechte des Völkerbundes auf Grund des Minderheitenschutzvertrages verpflichtet fühle. Polen habe der Welt zwei Möglichkeiten gestellt: Entweder Minderheitenschutz in allen Staaten, oder Ablehnung der Mitarbeit am Minderheitenschutz in Polen. Die polnische Haltung lei völlig klar und einfach: Polen lehne dieDurcy- führung einiger Beschlüsse ab, die auf Grund des Minderheitenschutzvertrages gefaßt würden. Das müsse ausdrücklich gesagt werden, damit niemand überrascht werde. Der polnische Außen- London, 29. Sept (DNB.) 3n der Nähe von Warrington (Warwickshire) ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück. Am Freitag kurz nach 21 Uhr rannte der Schnellzug London — Fleetwood von hinten in einen von Warrington nach Wigan fahrenden Lokalzug hinein, der sich gerade in Bewegung gesetzt hatte. Die Schnellzugslokomotive warf den Triebwagen des Lokalzuges, der sich hinten befand, um und begrub ihn unter sich. Wan glaubt, daß der Zugführer des Schnellzuges den Tod gefunden hat. Der Heizer wurde verletzt. Die meisten Toten und Verletzten waren Insassen des vordersten Wagens des Schnellzuges, der teilweise eingedrückt wurde. Von den Insassen des Lokalzuges wurde nur der Zugführer verletzt, der einen Bruch des Schulterblattes erlitt. Nach dem Zusammenstoß riß sich der maßnahmen auf allen Gebieten das Gleichgewicht im Staatshaushalt für 1935 herzustel- len. Es wurde vereinbart, daß jedes Ministerium bis zum 15.Oktober dem Finanzminister entsprechende Vorschläge unterbreiten soll. Unter diesen Umständen hat der Finanzminister sich entschlossen weiter in seinem Amte zu bleiben. Kriegsminister Deveze, der noch am Mittwoch in der Presse erklärt hatte, daß die Heeresausgaben keine Einschränkungen vertrügen, hat am Freitagabend sich bereiterklärt, auf 44 Millionen Franken im ordentlichen Haushalt des Landesverteidigungs- Ministeriums zu verzichten und von dem Sonderkredit, den das Parlament im vorigen Jahre für das Jahr 1935 zur Verfügung gestellt hat, 100 Millionen für das Jahr 1936 z u r ü ck z u st e l l e n. Ferner hat Deveze sich damit einverstanden erklärt, die Personalausgaben seines Ministeriums denselben Einschränkungen zu unterwerfen, die für die übrigen Staatsbeamten beschlossen werden. Friedensreden und Waffengeschüste in Genf. London, 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) „Daily Mail" meldet aus Genf: Gleichzeitig mit den letzten diplomatischen Besprechungen über einen neuen Friedenspakt seien Verhandlungen über Bestellungen von Rüstungsmaterial in großem Umfange zwischen den Vertretern einer britischen Rüstungsfirma und den Delegierten eines Donau ft aates geführt worden. Das betreffende Land wird von dem Blatt nicht genannt. Es sagt nur, daß es von der neuen deutschen Politik besonders nahe berührt werde und beschlossen habe, große Opfer zu bringen, um jeder Gefahr, die sich aus dem neuerwachten „Drang nach dem Osten" ergebe, begegnen zu kön- neu. Mar eine Maffenvergistung von Offizieren in Bukarest geplant? DNB. Bukarest, 28. Sept. Die Freitagblätter bringen aufsehenerregende Mitteilungen über eine noch reichlich geheimnisvolle Angelegenheit. Danach war offensichtlich geplant gewesen, a l le i m Offizierskasino von Bukarest s p eisenden Offiziere zu vergiften Der frühere Pächter des Kasinos soll versucht haben, den Bibliothekar des Kasinos dafür zu gewinnen, sämtlichen Speisen, die an einem bestimmten Tage den Offizieren vorgesetzt werden sollten, S t r y ch - nin beizumischen. Der Bibliothekar habe jedoch selbst beim Militärgericht Anzeige erstattet. Dieses habe dann den Bibliothekar aufgefordert, die Verhandlungen mit dem -^mtifter weiterzuführen, bis sie angeblich so weit gediehen waren, daß die Verhaftung m dem Augenblick erfolgen konnte, als der Bibliothekar d a s Gift erhalten sollte, lieber die Beweggründe für diesen verbrecherischen Plan ist man sich bisher noch nicht im Klaren. Minister habe den Gefühlen und Beschlüssen Polens männlich und stark in Genf Ausdruck verliehen. Die Unwiderruflichkeit dieser Beschlüsse mühten alle ehrlichen Leute in der Welt verstehen. Außenminister B e ck, der am Sonntag über Wien in Warschau eintrifft, wird auf allen Bahnhöfen innerhalb Polens, auf denen der Zug hält, von der Bevölkerung feierlich begrüßt werden. Ein besonderer Massenempfana findet in Warschau statt. Nicht nur der Verb and der L e - gionäre, sondern alle anderen großen Verbände fordern die Bürger auf, vor dem Hauptbahnhof zu erscheinen und Beck zu begrüßen. In den Aufrufen heißt es, Polen gebe allen Bürgern gleiche Rechte, habe aber nicht umsonst die Einmischung dritter Personen in seine inneren Angelegenheiten a b g e l e h n t und damit die letzte Spur der politischen Abhängigkeit entfernt. Lokalzug von dem Triebwagen los und lief ungefähr hundert Meter auf dem Gleis entlang. Dann geriet einer der Wagen in Brand. Doch konnte der Zugleiter das Feuer sofort löschen, und alle Insassen konnten sich unversehrt retten. Hm 1.20 Uhr waren die Rettungsmannschaften noch damit beschäftigt, Tote und Verletzte zu bergen. Die Angaben über die Zahl der Opfer schwanken noch. Nach den letzten Meldungen sind acht oder neun Personen getötet und 20 bis 25 verletzt worden. Es handelt sich um das zweife schwere Unglück, das sich in diesem Jahre auf britischen Eisenbahnen ereignet hat. Am 6. September war in der Nähe von Glasgow ein Zusammenstoß zwischen zwei Zügen erfolgt, bei dem neun Personen getötet und 30 verletzt wurden. Dank an den Bauern. Ein Aufruf zum Erntedanktag. DNB. Berlin, 28. Sept. Reichspropagandaminister Dr. Goebbels und der Reichsernährungsminister R. W. Darre haben folgenden Aufruf zum Erntedanktag erlassen: Der deutsche Erntedanktag soll der Ehrentag des deutschen Landvolkes sein. 3n einem arbeitsreichen 3ahre hat der Bauer für das tägliche Brot des deutschen Volkes gesorgt; seiner Mühe und feinem Fleiß ist es zu danken, wenn wir auch im kommenden Winter vor Ernährungssorgen bewahrt bleiben. An dem Ehrentag des Bauern fühlen sich die Männer und Frauen der Städte mit dem Landvolk besonders verbunden. Sie wissen, daß im nationalsozialistischen Staat der Segen des Bauernfleißes auch ihnen 3 um Segen gereicht, daß die Sorgen des Bauern ihre Sorgen sind, und daß alle schaffenden Stände des deutschen Volkes sich nur gemeinsam den Weg zum Wiederaufstieg erkämpfen können. Mit der Feier des deutschen Ernle- danktages danken wir alle dem Bauern als dem Urstande und Vlutsquell unseres Volkes, dem Hüter unserer heiligen Heimaterde. Ausländische Missionschefs auf dem Bückeberg. B e r l i n, 28. Sept. (DNB.) Folgende MMons- chefs werden zum Teil in Begleitung ihrer Gemahlinnen am 30. September als Ehrengäste des Herrn Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda an der feierlichen Begehung des Erntedankfestes auf dem Bückeberg teilnehmen: Der türkische Botschafter, der Gesandte von Venezuela, der bolivianische Gesandte, der Königlich belgische Gesandte und Gräfin de Kerkhove de Denterghen, der Königlich rumänische Gesandte mit dem Königlich rumänischen Minister Manolescu-Strunga, der tschechoslowakische Gesandte und Frau Mastny, der argentinische Gesandte und Frau de Labougle, der österreichische Gesandte, der Königlich ungarische Gesandte, der griechische Gesandte und Frau Rizo-Rangabe, der polnische Gesandte, der brasilianische Gesandte und Frau de Araujo Jorge, der columbianische Gesandte und Frau de Obregon, der chinesische Gesandte und Frau Liu, der Kaiserlich persische Gesandte, der e st n i s ch e Gesandte und Frau Akel, der mexikanische Gesandte und Frau de Ortiz, der Gesandte von Haiti und Frau Fouchard, der Königlich italienische Geschäftsträger, der Kaiserlich japanische Geschäftsträger, der Königlich afghanische Geschäftsträger, der cuba- nische Geschäftsträger, der Geschäftsträger von Nicaragua, der Königlich jugoslawische Geschäftsträger, der litauische Geschäftsträger und Frau Dymsa, der Königlich bulgarische Geschäftsträger und Frau Daphmoff, der chilenische Geschäftsträger und der finnische Geschäftsträger. Die Diplomaten verlassen Berlin in einem Sonderzug, dem Salon- und Speisewagen beigegeben sind, am Sonntagoormittag und kehren am gleichen Tage abends nach Berlin zurück. Die fremden Ehrengäste werden begleitet vom Chef des Protokolls Gesandten Graf von Bafsewitz und von Legationssekretär von Mumm. Als Vertreter des Reichsministers für Dolksausklärung und Propaganda nimmt Ministerialrat Ott an der Fahrt teil. Die Schaufensterdekorationen am Erntedanktag. Berlin, 26. Sept. (DNB.) Um alle Irrtümer auszuschalten, wird nochmals folgendes bekanntgegeben: Der Leitgedanke für die Schaufensterbekvrativnen anläßlich des Erntedanktages soll die Verbundenheit von Stadt und Land fein. Insbesondere soll an diesem Tage der Dank des Städters an Den landschaffenden Volksgenossen zum Ausdruck gelangen. In geschmackvoller Form sollen die Erzeugnisse oder Symbole des deutschen Bauern ihre Würdigung finden. Erwünscht sind dabei u. a. Hinweise auf di e Zusammenarbeit der einzelnen Wirtschaftsgruppen mit der Landwirtschaft im Rahmen des nativnalsvzia- liftischen Wiederaufbaues. Besonderer Wert ist auch auf die Ausschmückungen der Geschäfte zu legen, die in den Anmarschstraßen für die Festzüge liegen. In den Dekorattonen sollen frische Blumen, Kornähren, Erntedankbänber u. dgl. Verwendung finden. Wo dies aus technischen Gründen nicht möglich ist, wird die Anwendung von künstlichen Blumen zuaelassen. Unbedingt a b z u s e h e n ist von der Anbringung von Bildern und Büsten der national- sozialistischen Führer und von allen deko- rativen Hilfsmitteln, die das Gebiet des nationalen Kitsches streifen. Die evangelischen Kirchenfahnen sind die Nationalflaggen. Berlin, 28. Sevt. Vom Deutschen Nach« richtenbüro wird mitgeteilt: Durch § 4 des Kir- chengesetzes vom 9. August 1934 über die Beflaggung von Kirchen und kirchlichen Gebäuden ist die evangelische Kirchenfahne ab ge- schafft worden. Diese Anordnung wird vielfach einer Kritik unterzogen, da die Gründe über die Abschaffung weithin unbekannt sind. Es ist deshalb folgendes festzustellen: Das oben genannte Gesetz über die Beflaggung von Kirchen und kirchlichen Gebäuden wurde von der Nationalsynode einstimmig angenommen, also einschließlich der Stimme der Opposition. Die Kirchenbundesflagge (violettes Kreuz im weißen Felde), die die einzelnen Landeskirchen seinerzeit als Kirchenflaggen einführten, wurde e r ft im Dezember 1926 geschaffen, und zwar lediglich, um zu verhindern, daß die Kirchen in den damaligen Flaggen st reit verwickelt wurden, was geschehen wäre, wenn sie entweder schwarz-weiß-rot oder gezwungenermaßen schwarz- rot-gold geflaggt hätten. Es handelte sich damals um eine sehr umstrittene, von vielen als unevangelisch empfundene reine Zweckmäßigkeitsmaßnahme. Vor dem Jahre 1926 hat es in den evan- gelischen Kirchen keine Kirchenfcchne gegeben. Der Grund, der für die Einführung der Kirchenfahne maßgeblich war, besteht seit der Erhebung des deutschen Volkes im Januar 1933 nicht mehr; auch sonstige stichhaltige Gründe für ihre Beibehaltung fielen fort. Nur die Flaggen des Reiches werden daher in Zukunft, ebenso wie in früheren Zeiten, auf den Kirchen und kirchlichen Gebäuden gezeigt werden als Ausdruck der engen Verbundenheit der evangelischen Kirche mit dem im Dritten Reich geeinten deutschen Volk. Wettervoraussage. An der Vorderseite des festländischen Hochdruckgebiets bringt fortgesetzt warme Luft aus südlichen Breiten vor, so daß tagsüber die Temperaturen stellenweise sommerliche Werte erreichen. So zeigte schon heute morgen am Niederrhein das Thermometer bis zu 20 Grad Celsius an. Infolge der starken Erwärmung schieben sich Ausläufer des nordwestlichen Druckfallgebiets wieder weiter östlich vor und veranlassen stellenweise Bewölkung, doch dürfte in unserem Gebiet die Schönwetterlage vorerst noch erhalten bleiben. Aussichten für Sonntag: Stellenweife Morgennebel, tagsüber heiter, zeitweise auch leicht dunstig ober wolkig, warm unb trocken. Aussichten für Montag: Noch keine wesentliche Aenberung. Lufttemperaturen am 28. September: mittags 24,3 Grad Celsius, abends 13,4 Grad; am 29. September: morgens 11,3 Grad. Maximum 24,6 Grab, Minimum 10,0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. September: 16,4 Grad; am 29. September: morgens 13,9 Grab Celsius. — Sonnenscheindauer 6,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100, Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Schweres Eisenbahnunglück in Englan- Zugzusammenstoß bei Warrington. — Bisher 8 Tote, 20 Verletzte. 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An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Um zu übersehen, in welchem Umfang unb in welcher Art Turnhallen, Schulräume und dergleichen von obengenannten Organisationen benützt werden und für diese Verhältnisse eine einheitliche Regelung zu treffen, ist bis zum 10. Oktober 1934 zu berichten: 1. Welche schulischen Räume werden benützt? 2. Von welchen Organisationen? 3. Werden Benutzungsgebühren verlangt? In welcher Höhe? , 4. Wie erfolgt die Regelung für Lichtverbrauch, Heizung und Reinigung? 5. Werden besondere Gebühren an den Hausmeister und dergleichen gezahlt? In welcher Höhe? Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertesWissen erhöhte Freudean den vielfältigen Schönheiten der Natur. 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Betr.: Die Feier des Deutschen Erntedanktages am 30. September 1934. dddöu Nach Anordnung des Reichsministers der Finanzen find Veranstaltungen, die am 30. d. M. aus Anlaß des Erntedanktages und zu Ehren der deut chen Bauernschaft unternommen werden, von der Vergnügungssteuer freizustellen, soweit sie sich tm Rahmen des von den zuständigen Stellen bekanntgegebenen Programms halten. Don der Vergnügungssteuer sind damit diejenigen Veranstaltungen freizustellen, die a) am 30. September 1934, b) aus Anlaß des Deutschen Erntedanktages, c) zu Ehren der deutschen Bauernschaft unternommen werden und d) sich im Rahmen des von den zuständigen Stellen bekanntgegebenen Programms (vgl. Darmstadter Zeitung Nr. 218 vom 18. d. M.) halten. Alle vier Merkmale müssen Zusammentreffen, um die Freistellung zu bewirken. Nicht Vergnügung^ steuerfrei sind hiernach Veranstaltungen, die auch dann stattgefunden hätten, wenn der 30. September nicht zum Erntedanktag bestimmt worden wäre (z. B. Kirchweihfeste und dergleichen). In gleichem Umfange hat das Hessische Staatsministerium Ministerialabteilung Ib (Innere Verwaltung) auf Grund des Art. 10 des Hess. Urkundenstempelgesetzes Veranstaltungen, die am 30. September 1934 aus Anlaß des Deutschen Erntedanktages und zu Ehren der deutschen Bauernschaft unternommen werden und sich im Rahmen des von ' den zuständigen Stellen bekanntgegebenen Pro- 2 Nm» i. gut. Geschäftslage, sev. Ging., Seltersweg 851, zu oerm. [Q4672 ©luntfoliöeöotöe» I oerst.erstkl.begutachtet u.anerk. I _ iftu.d.sehrv.Nutzeu.dah.auche. , 1 MMnkMnieiiaLtzL"1 I Herren o. Dam. vergeb, wir die I 1 Leitung ein. Bez. a. eig. ^techm I K.eig.Reifetgkt. Bew.( a.Nicht- i I kauft. )d.-6 800bar nachwels.k, I । richt.Ang. unt. 5638v a. d. G.A. . b•\(2,60 Vertreter gesucht für Detail-Geschäfte (Schokolade- u. Zuckerwaren) Beitit: Ziehen Biedenkopf nur gut eingeführte Herren wollen sich melden! Schokolade- u.Zuckerwarenfabr. NeiULWeber,Frankfurt a.M. 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September (934 pacelli fährt zum Eucharistischen Kongreß MM W Kardinalstaatssekretär P a c e l l i in Genua auf der Fahrt zum Hafen, wo er sich nach Buenos Aires einschiffte, um an dem dortigen Eucharistischen Kongreß teilzunehmen. Ein Konzentrationslager für streikende Textilarbeiter in LlGA. «< /?-„ '«< x 400Lahre Lutherbibel! Don Professor D. Schöttler, Generalsuperiniendent i. X Die Anfangsbuchstaben in der ersten Lutherbibel, wie sie im Jahre 1534 bei dem Wittenberger Buchdrucker Hans Lufft ersckienen ist, dünken uns gewaltig, ja überwältigend. Und wie die Schrift, so ist auch der Geist, aus dem die Bibel, das Buch der Bücher, geflossen ist! Denn so sagt von ihr ein Sachverständiger, der selbst an diesem Buche mit- aearbeitet, ja mit geschaffen hat, nämlich der Apostel Petrus: „Diese Schrift ist nicht aus menschlichem Willen hervorgegangen, sondern die heiligen Gottesmänner haben gerodet, getrieben durch heiligen Geist!" Und gewaltig wie der Geist, der sie schuf, ist auch der Geist gewesen, der sie uns verdeutschte: der Geist Dr. Martin Luthers. Als sie erschien, lautete ihr Titel: „Biblia, das ist die gantze Heilige Schrifft Deudsch, Wittenberg 1534." Diese Heilsbotschaft ist nun seit vierhundert Jahren durch unser Volk gegangen und hat die Bibel zu dem gemacht, was sie geworden ist und was sie bleiben soll bis an das Ende der Tage: ein Lebensbuch des deutschen Volkes, ein Kampfbuch des deutschen Geistes und ein Heimatbuch der deutschen Seele! Das Leben eines Menschen fängt eigentlich erst an, wenn er zu sprechen anfängt. Vorher 'ist er wohl da, er existiert als Lebewesen, aber er lebt nicht als Mensch, deny er steht mit seinesgleichen nicht in der Verbindung, die den Menschen vor allen andern auszeichnet: das ist seine Sprache! Mit der Sprache wird er erst Mensch! An der Sprache wächst und entwickelt sich sein Geist; durch die Sprache schafft er sich eine Welt, die über Raum und Zeit hinausreicht und in der es Werte gibt, die nicht auf dem Markt zu Verkauf stehen. So geht's mit dem einzelnen Menschen. So ist es auch mit einem Volk. Es wird durch seine Volks- spräche! Seine geistige Kraft, ja seine ganze innere Eigenart entfaltet sich erst dann, wenn es sich eine Sprache schafft, die allen gehört und für alle verständlich ist. Sie darf nicht nur in verschiedenen Mundarten vorhanden sein, sondern muß über alle Stammesgrenzen hinaus das ganze Volk umfassen und zu einem lebendigen Ganzen zusammenschließen. Diesen Dienst hat unserm Volke die Lutherbibel geleistet; aus der Bibel heraus ist die deutsche Sprache geboren! Denn eine Sprache kann man nicht machen; sie ist etwas Lebendiges; alles was lebt, muß geboren werden. Und diese Geburtsstunde schlug, als der große Reformator seinem Volk 1534 die deutsche Bibel schenkte. Schon zwölf Jahre vorher hatte er dazu den Anfang gemacht, als er von der Wartburg das neue T e st a m e n t, das er griechisch mit nach Worms genommen, als deutsches Buch wieder mit heimbrachte. Damit hatte er dem deutschen Volk die Zunge gelöst. 1523 lehrte er sie singen mit dem deutschen Kirchenlied; 1528 lehrte er sie beten mit dem deutschen Katechismus, und das Jahr 1534 setzte seinem Werke die Krone auf in der deutschen Bibel. Denn sie wurde das unvergleichliche, unvergängliche Lehrbuch für die Meisterschule, in die alle großen Deutschen gegangen sind. In Luthers Sprache hat Paul Gerhardt gedichtet, hat Aug. Herm. Francke die deutsche Jugend erzogen. Zu Luthers Worten hat der „fünfte Evangelist" I. S. Bach seine unsterblichen Weisen geschaffen und der große Weltweise Immanuel Kant seine tiefen Gedanken gekleidet. In Luthers Spuren sind alle die großen Dichterfürsten Herder, Lessing, Klopstock, Goethe und Schiller gewandelt, denen wir die Blüte deutschen Geisteslebens verdanken. Aus Luthers Bibel haben die großen Befreier Stein, Arndt, Schleiermacher und Fichte für sich und ihr Volk die Kraft geschöpft, die das Joch des fremden Eroberers zerbrach und ihn zu Boden stürzte. Von Luthers Bibel hat sich der große Kanzler und Gründer des deutschen Reiches deutscher Nation, der Fürst Bismarck, täglich die Richtung geben lassen, in der er selbst ging und in der er das deutsche Volk führte. Mit Luthers Bibel ist der große Schlachtendenker M o l t k e dreimal in den Krieg gezogen. Luthers Bibel ist dem unvergeßlichen „Vater des Vaterlandes" Hindenburg die tägliche Begleiterin gewesen. Und was Deutschlands Retter, unser Kanzler und Führer, unserm Volke geschenkt hat, ist es nicht in Luthers Sprache gerecht, aus Luthers Geist geboren, nach Luthers Losung gehandelt: „Für meine Deutschen bin ich geboren, ihnen will ich dienen!" Wer Augen hat und sehen will, der muß es zugeben: Das Lutherbuch von 1534 ist und bleibt das Lebensbuch des deutschen Volkes! Aber die Bibel ist nicht allein der Boden, auf dem wir stehen, die Quelle, aus der wir schöpfen, sondern auch die Waffe, mit der wir kämpfen: Die Bibel ist das Kampfbuch des deutschen Geistes! Als vor zwanzig Jahren unsere Streiter hinauszogen in den gewaltigen Krieg, da erschien ein Büchlein unter dem Titel: „Das Schwert des Geistes!" Es war ein Bibelauszug, der alles das enthielt, was ein deutscher Mann nötig hat im Kampf gegen alle Feinde, auch gegen den letzten, den Tod! Und es dauerte nicht lange, da wurde von allen Seiten nach diesem Büchlein gegriffen. Es war so klein und leicht, daß es in jede Tasche ging, und so ist es denn unfern tapferen Streitern ein treuer Genosse geblieben und auf allen Wegen mit ihnen gegangen, auch auf dem letzten, wie mir so mancher Vater geschrieben hat: „Unter dem, was mir mein fürs Vaterland in den Tod gegangener Sohn hinterlassen hat, fand sich auch „Das Schwert des Geistes!" Und mancher hat hinzugosetzt: „Was ihm dies Büchlein gewesen ist, das soll es mir nun auch werden: Ein treuer Begleiter fürs Leben und Sterben!" „Das Schwert des Geistes? — welch merkwürdiger Name'." — so wird mancher denken. Der soll es wissen: Dieser Name stammt von dem größten Kämpfer für Jesu Sache, der je über diese Erde gegangen ist, vom Apostel Paulus. Er ruft den Christen in Ephesus zu: Ergreift „das Schwert des Geistes, das Wort Gottes!" Er wußte wohl, warum er das schrieb. War er doch mit dieser Waffe hinausgezogen, um die Welt zu erobern für den, der von sich sagen konnte: „Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit Zeugnis ablegen soll!" Und die Wahrheit ist immer und überall die schärfste Waffe, die es gibt! Wo die Wahrheit hinkommt, da muß der Irrtum verschwinden und muß die Lüge schweigen. Geradeso wie das Licht überall, wo es hinkommt, nicht nur alles Dunkel vertreibt, sondern auch alle die Todeskeime vernichtet, die im Finstern ihr Wesen treiben, aber im Sonnenschein zugrunde gehen! Diese wunderbare Kraft ist dem Worte Gottes verliehen, denn in ihm tritt uns ja der Einzige entgegen, von dem der Jünger, der ihm am nächsten stand, sagen konnte: „Es war das wahrhaftige Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen!" — Das war die Erfahrung, die er gemacht hatte, und die Paul Gerhardt bestätigt mit seinem Jubelliede: Ich lag in tiefer Todesnacht — Du wurdest meine Sonne! In diese Sonne hat Luther einst sich und sein Volk hineingestellt, als er ihm die Bibel gab. Durch diese Sonne ist über der ganzen Menschheit ein neuer Frühling aufgegangen; durch diese Sonne kann allein das Dunkel, in dem wir jetzt wandeln, wieder vertrieben werden, und darum du deutscher Mensch, du deutsches Volk, du deutsche Nation an allen Enden der Erde: Hinein in die Sonne! Dann werden die Schatten schwinden und die Wolken weichen, dann wirst du einstimmen können in den alten und doch ewigen neuen Sang: „Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ!", dann wird dir diese Sonne zum Siege verhelfen! — Das ist keine neue Weisheit, sondern uralte Wahrheit, die unsre Väter seit 400 Jahren erprobt haben. Darum sorgten sie dafür, daß jedes Haus, was sie bauten, ein „Haus in der Sonne" wurde! — mit andern Worten: Sie machten die Bibel zum Haus- unb Heimatbuch! Sie sorgten dafür, daß jeder Tag anfing mit einem „Morgenglanz der Ewigkeit!" und mit der Gewißheit schloß: „Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint". So ist Luthers Bibel das „Hausbuch der deutschen Familie", ja das Heimatbuch der deutschen Seele geworden So ist die schlichte,, echte deutsche Haus- frömmigfeit entstanden, die jedem Hausvater die Würde zurückgab, die ihm schon in der germanischen Urzeit gehörte: Für die Seinen der Hauspriester zu sein, der sie nicht nur leiblich Derforgte, sondern auch ihre Seele nährte. Wie ihm diese Wurde verloren ging, soll uns heute nicht kümmern. Aber wie wir sie wiedergewinnen können, ja wiedergewinnen müssen, das will uns JB’beltag in Herz und Gewissen schreiben mit den fünf Worten: „Schlag täglich deine Bibel auf! Fragst du: „Wo foU id) sie ausichlagen?" dann gibt es für dich einen guten fRat: Nimm die Festgabe, die zum Bibel age dem deutschen Volke geschenkt wird: „Gottes Wort deutsch!" Nimm und lies! Lies für dich das Büchlein durch von Anfang bis zu Ende! Lies mit den Deinen jeden Tag den Abschnitt, der unter Lesetafel angegeben ist! Lies ihn mit Andacht, und dann falte darüber zu einem Gebetsvers, wie er dir gerade das Herz bewegt, und zu einem gemeinsamen „Vaterunser!" die Hände. - Sei gewiß, dann wird die Bibel dir und deinem Hause und deinen Volks- aenossen wieder das werden, was sie sein und blei- Ä ein Lebensbuch des deutschen Volkes' Ein Kampfbuch des deutschen Geistes! Ein Heimatbuch der deutschen Seele! Das Karbeniragen. Berlin, 27. Sept. Die Korrespondenz „Großdeutscher Pressedienst" meldet: „Nach einer Mitteilung der Gaupressestelle der NSDAP. Gau Pommern verlieh die Deutsche Landsmannschaft, einer der größten deutschen Farbenverbände, dem Oberpräsidenten und Gauleiter Schwede (Stettin) ihr Ehrenband. Gauleiter Schwede nahm die Auszeichnung an und erklärte dabei, daß er niemals das Band annehmen würde, wenn er jene falsche Meinung sich zu eigen gemacht hätte, daß das Farbentragen der Studenten im Dritten Reiche keine Berechtigung mehr habe. Gerade der Nationalsozialismus lehne marxistische Gleichmacherei ab; er freue sich über jede gesunde Eigen- art und Pflege guter alter Tradition, weil es keine Zukunft ohne Vergangenheit gäbe und erst das Bewußsein jedes Menschen, Glied einer großen Kette zu sein, ein wirkliches Verantwortungsgefühl heroorbrachte. Wenn der Nationalsozialismus aus diesem Grunde, aus dem Gefühl für echte Tradition, alte Volksfitten und Trachten belebe, wenn er sich um die : Wiedereinführung von Bräuchen bemühe, dann । könne er bas Farbentragen nie und n i m- mer als unnationalsozialistisch a b - i l e h n e n. Diese eindeutige Erklärung eines der be= ! währtesten Kämpfer der NSDAP, zu dem angeschnittenen Fragenkomplex verdient die stärkste Beachtung." Die Ausgebooteien. Auslassungen des „Angriff". Berlin, 28. Sept. (Priv.-Tel.) Im „Angriff" stellt Hauptschriftleiter Schwarz van Berk in einem Artikel „Die A u s g e b o o t e t e n" dem Begriff der Amnestie von Staats wegen den Frie- j densschluß im Volke selbst, die „Amnestie auch unten" gegenüber. Der Verfasser schreibt u. a.: „Amnestie — auch unten? das heißt, daß wir als unbestreitbare Sieger der Revolution, nachdem die Verführer der Massen geflohen oder sichergestellt wurden, mit allen Volksgenossen einen neuen Z u st a n d herbeiführen. Wir müssen fähig sein, einen Schlußstrich unter Dinge zu ziehen, die hinter uns liegen. Der Verfasser schreibt dann von । ausgebooteten politischen Menschen, die keinen Anschluß mehr finden können, obwohl sie den Staat 1 nicht hassen. „Woran liegt das? Es liegt nicht am Führer und nicht an der Idee und nicht am Programm und auch nicht an der Lohntüte. Es liegt ganz einfach daran, daß diese Menschen im engen Bezirk ihres Lebens noch immer zu sehr zu spüren bekommen, daß sie bis zum 30. Januar falsch gegangen sind. Wenn es einigen von ihnen, die arbeitslos wurden, so geht, daß sie bei den Neueinstellungen eines Werks in der Reihe der Arbeitsuchenden ausgemustert werden und der Dertrauens- rat sagt: „Die früheren SPD.-Männer kommen nicht in Frage!" und statt ihrer solche genommen werden, die erst nach der Revolution in die SA. gingen, — ist es da nicht verständlich, daß sie sich als Deklassierte vorkommen? — Das liegt nicht im Sinne des Führers, nicht im Sinne der Arbeitsfront, aber es kommt vor, weil irgendeine kleine, eingefleischte Feindschaft zwischen Männern noch nicht ausgeräumt ist, die nicht die Größe aufgebracht haben, genau so die Hand zur Versöhnung auszustrecken, wie der Führer es tat. Wir müssen uns an etwas Neues gewöhnen: Der letzte Vertrauensmann des Betriebes, der letzte SA.-Führer und Amtsleiter müssen in ihrem täglichen Umgang mit Menschen bedenken, daß der Marxismus nur eine Episode in der Geschichte unseres Volkes gewesen ist und daß nicht Generationen deswegen verfeindet bleiben können, weil ein Teil der Massen dieser Episode anheimfiel. Es kommt auf den Friedensschluß unten im Volke an!" Rücktritt Zelenys als Stellvertreter des Reichshandwerksführers. Berlin, 28. Sept. (DNB.) Im Vollzüge der Neuordnung und des Aufbaues des deutschen Handwerks hat Pg. Karl Z e l e n y im engsten Einvernehmen mit dem Reichshandwerksführer diesem sein Amt als Stellvertreter des Reichshandwerksführexs zur Verfügung gestellt. In einem besonderen Schreiben hat der Reichshandwerksführer dem Pg. Zeleny seinen Dank für die von ihm geleistete Arbeit im Dienste des deutschen Handwerks ausgesprochen und ihn gleichzeitig in den Führerrat des Reichsstandes des deutschen Handwerks berufen. Der Reichswirtschaftsminister hat Pg. Zeleny in den Handwerkerbeirat beim Reichswirtschaftsministerium als Mitglied bestellt. Einziehung von Beitrügen für die Deutsche Arbeitsfront. Berlin, 28. Sept. (DNB.) Im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister teilt der Reichsarbeitsminister mit: Einzelne Betriebe haben sich bereiterklärt, die Beiträge der Mitglieder der Gefolgschaft für die Deutsche Arbeitsfront durch die Betriebsbüros mit einzuziehen. Diese Bereitwilligkeit wird begrüßt, da sie zweifellos den auch im Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit begründeten Gedanken der Betriebsgemeinschaft zu fördern geeignet ist. Die übrigen Führer der Betriebe werden gebeten, zu prüfen, ob sie in der Lage sind, aus freiem Entschluß diesen Vorbildern zu folgen und die verhältnismäßig geringen Mühen und Kosten, die mit der betrieblichen Einziehung der freiwilligen Beiträge verbunden sind, auf sich zu nehmen. Oie Eröffnung des Deutschen Binnenschiffahrtstages. Unter dem Ehrenvorsitz des Reichsverkehrsmini' sters Freiherrn von Elz-Rübenach fand in Breslau die 63. Ordentliche Hauptversammlung des Zentralvereins für deutsche Binnenschiffahrt e. V. als Deutscher Sinnen- schiffahrtstag 1934 statt. Nach oorangegangener geschäftlicher Mitgliederversammlung eröffnete Generaldirektor Dr. h. c. Welker (Duisburg) den Sinnenschiffahrtstag. Anschließend an die Rede des Oberpräsidenten und Gauleiters Brückner hielt Staatssekretär König vom Reichsverkehrsministerium einen Vortrag über das Thema „Verkehrspolitische Fürsorge für die Grenzgebiete". Die Ser- kehrsverwaltungen haben in erster Linie für den Absatz des Ueberfchusses zu sorgen und die Marktferne zu überwinden, unter der alle Grenzbezirke gleichmäßig leiden. Die Reichsbahn hat diesem Moment weitgehend Rechnung getragen. Entscheidend ist für Schlesien d i e große Verkehrs- strahe der Oder. Soll das unmittelbar an der Grenze gelegene Kohlengebiet Oberschlest e n s auf die Dauer wettbewerbsfähig bleiben, jo bedarf es eines vollwertigen Anschlusses an die Oder, und dieser kann nur durch einen Kanal sichergestellt werden. Der Führer und Reichskanzler hat die Bedeutung der neuen Schiffahrtsstraße dadurch hervorgehoben, daß er dem Kanal feinen Namen „Adolf-Hitler-Kan al" zu geben erlaubt hat. Die nationalsozialistische Regierung hat weiter im Tal der Malapane ein Staubecken in Angriff genommen, das die Wasserführung der Oder an- reichern und das Staubecken von Ottmachau wirksam ergänzen soll. Sie hat endlich die Oderoerlegung bei Ratibor begonnen und wird damit einen Jahrzehnte alten Wunsch dieser äußersten Grenzstadt erfüllen. Die Entscheidungen über große Wasserstraßenbauten können nicht allein nach wirtschaftlich-logischen Maßstäben getroffen werden. Aus diesen Gedanken der staatspolitischen Bedeutung großer Wasserstraßen und Kanäle heraus vertrete ich auch den Standpunkt, daß wir uns dem Bau eines Oder- Donau-Kanals gegenüber nicht ablehnend verhalten sollten. Wenn die Tschechoslowakei ihn in Angriff nehmen sollte, müßten wir uns mit dem Abschnitt von Cosel bis zur Grenze an diesem Bau beteiligen. Den Schluß der Kundgebung bildete die Vorführung eines eindrucksvollen Tonfilmes, der die Oder in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für den schlesischen Raum, für den ganzen deutschen Osten und nach Verwirklichung des geplanten Oder- Donau-Kanales in ihrer internationalen Bedeutung zeigt. Am Freitag nachmittag fanden Ausfchuß- sitzungen statt und am Samstag nimmt die Tagung ihre Fortsetzung mit einer Besichtigung der Breslauer Schiffahrtsanlagen sowie mit einer Besichtigung des Ottmachauer Staubeckens. Ein asiatischer Pakt? Paris, 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Havasmeldung aus Stambul soll man sich in türkischen Regierungskreisen mit der Absicht tragen, zwischen der Türkei, Afghanistan und Persien einen sog. asiatischen Pakt abzuschließen. Die Reise des türkischen Generals Fahretti Pascha nach Persien, um einen persisch-afghanischen Streit zu schlichten, werde sicherlich dazu benutzt werden, um in dieser Beziehung Verhandlungen einzuleiten Gerüchtweise verlaute, daß man in englischen Kreisen einem solchen Pakt ablehnend gegenüberstehe. Blatt den skandinavischen Ländern hat nur Aus aller Welt sind. Von eingereicht. Großfeuer vernichtet zwei Anwesen. In der Gemeinde Knüll (Bezirk Kassel) brach beim Dreschen in der Scheune des Landwirts Johann GlänzerFeuer aus, das sich infolge des starken Windes sehr schnell ausbreitete. Die Scheune mit den Erntevorräten wurde völlig vernichtet. Aus dem Wohnhaus und den Stallungen, die ebenfalls von den Flammen ergriffen worden waren, konnte nur ein geringer Teil des Inventars und des Viehs gerettet werden. Beide Gebäude wurden gleichfalls völlig eingeäschert. Durch Funkenflug gerieten auch die Gebäude des benachbarten Anwesens des Landwirts Johann Schwalm m Brand. Hier wurden Stallungen und Scheunen eingeäschert, vom Wohnhaus konnte nur das Erd- geschah gerettet werden. Die Löscharbeiten gestalteten sich besonders schwierig, weil zur Zeit m Knüll starker Wassermangel herrscht. Lin Frauenmörder zum Tode verurteilt. Von Dr. £. Llbbelohde, Professor an der Technischen Hochschule Berlin, Vorsitzendem der Deutschen Gesellschaft für Mmeralolsorschung. Autarkie-Bestrebungen in -er internationalen Autoindustrie Der Kohle-Motor. Am besten wäre es natürlich, wenn man Kohle unmittelbar im Motor verbrennen würde, * Dgl. Gießener Anzeiger vom 1-, 8» und 16. September. möchte, daß man seiner Mutter nach Deutschland schreibe, daß er unschuldig sei. Fisch habe ihm niemals die leiseste Andeutung davon gemacht, daß er irgendwie in die Entführungsangelegenheit verwickelt fei. Er selbst, so erklärte Hauptmann weiter, habe nicht gewußt, daß das Geld Lösegeld gewesen sei. Dor der Entführung habe er Dr. Coden nicht gekannt. Er habe auch Anfang des Jahres 1932 keine Beinverletzung erlitten. Das Baby Lind- berghs habe er weder tot noch lebendig gesehen. Im übrigen werde er im Gefängnis sehr freundlich behandelt. Auch der zweite Tote im Schnellzug Ventimiglia—Paris war ein Mörder. Die amtliche Untersuchung der nächtlichen Blut- tat im Schnellzug Ventimiglia—Paris ergab, wie bereits gemeldet, die Feststellung, daß der Mörder „Alibert", der sich nach vollbrachter Tat das Leben nahm, der langgesuchte Verbrecher Ziffer sei, der vor zehn Jahren seine Schwägerin ermordet hatte; die Nachforschungen haben inzwischen zu einer zweiten aufsehenerregenden Entdeckung geführt: auch das Opfer „Aliberts" ein gewisser Betlamini, ist ein seit Jahren gesuchter Mörder. Betlamini hatte im Oktober 1923 in einem Walde bei Brüssel seine Geliebte ermordet und war seitdem spurlos verschwunden. , Der millionste Fluggast der Lufthansa in Vertin. veranlassen. r, . Bemerkenswert ist, daß sogar Jugoslawien eine eigene Automobilfabrik bauen will, um sich von der ausländischen Kraftwageneinfuhr unabhängig zu machen. Die jugoslawische Regierung hat bereits vor einem halben Jahre mit einer französischen Firma einen Vertrag abgeschlossen, der diese verpflichtet, in I u g o s l a w i e n e i n e 2l ut om o- bilfabrik z u bauen, die Wahrlich 800 Kraftwagen herzustellen vermag. Selbst wenn es sich dabei zunächst nur um ein Montagewerk handelt, das französische Automobile zusammenbaut, ist dieses Projekt charakteristisch genug für die wachsenden Autarkiebestrebungen auf dem Gebiete der Auto- mobilindustrie. Uebrigens plant auch die deutsche Auto-Union, wie es heißt, die Errichtung einer Montagewerkstätte in Jugoslawien. Angesichts der weit verbreiteten Tendenz, den Bedarf an Kraftwagen möglichst im eigenen Lande und durch inländische ober auch nur im Jnlande zusammengestellte Erzeugnisse zu decken, ist die Tat- ache, daß die deutsche Automobilindustrie in letzter Zeit ihre Ausfuhr erheblich st e i- gern konnte, um so mehr zu würdigen. Deutsch- | land hat in den ersten sieben M>.'naten des laufenden Jahres 8243 Personen- und Lastkraftwagen exportiert. Das sind 4 1 5 W a g en mehr als in dem gleichen Zeitabschnitt des Vorjahres. Der Wert des deutschen Automobilexportes ist trotz des Sinkens der Preise und der zunehmenden Bevorzugung des Kleinwagens von 16,4 auf 17,4 Millionen Mk. gestiegen. Die Hauptbezugsländer sind Spanien, die Schweiz und Belgien. In Anbetracht der besonderen Schwierigkeiten, die die fast überall fest- . zustellenden Autarkiebestrebungen dem Automobil- : export bereiten, ist der Erfolg, den die deutsche Kraftwagenindustrie in diesem Jahre im Ausland- • geschäft errungen hat, hoch zu veranschlagen. Das Rohstoffproblem und die iechnische Forschung Treibstoffe aus deutschem Boden. wie es schon der Erfinder des Dieselmotors, Dr. Diesel, vor Dezennien angestrebt hat. Von feinem früheren Assistenten Pawlikowskl ist dieser Motor inzwischen so weit vervollkommnet, daß er sich schon durchgesetzt haben wurde, wenn die in Kohlen enthaltene Asche nicht bisher noch immer die Maschinen zu schnell verschleißt haben- wurde, eine Schwierigkeit, die mir aber binnen kurzem zu "ÄÄl ist n°ch d°r, mit d°n fonft im Entzündungsmotor schwer verwendbaren Schwerölen Wasserdampf zu erzeugen und Dampfmaschinen oder Dampfturbinen an die Stelle der Motoren zu setzen. Endlich kann man noch Gase, das heißt Erdoder Leuchtgas, sowie solche, die in Kokereien, Hydrier- und Spaltanlagen anfallen, unter pobem Druck in Stahlflaschen einfüllen und dann in Fahrzeugmotoren verwenden. Für diese Antriebsart sind schon nicht nur in Deutschland, sondern auch m England und Amerika Gastank st eklen eingerichtet worden. Alles zusammen ergibt, noch so viele weitere Möglichkeiten, daß wir sagen dürfen, wir können aus einheimischen Rohstoffen nicht nur den Ansprache, die auch vom Rundfunk übernommen wurde, wies Direktor Wronsky auf diese im Luftverkehr bisher einzig dastehende'Beförderungszahl hin. Der gefeierte Fluggast erzählte, er sei em alter Freund der Fliegerei und schon im Jahre 191U zum ersten Male geflogen. — Seit dem 1. April 1926 bis heute haben die Flugzeuge der Deutschen Lufthansa 280 Millionen Fluggast-Kilometer zuruck- gelegt Es wurden 5860 Tonnen Gepäck, 9250 Tonnen Fracht und 2740 Tonnen Post befördert. Malvys Sohn verklagt die »Action $ranit- gemäßen Motorisierung Deutschlands gab, waren auch schon Schritte eingeleitet worden, um die Treibstoff - und Schmierolerzeu- g u n g und auch die I n l a n d p r o d u k t i o n a n schwarzen Wegebau st offen (Asphalt und leer) sicher zu steigern, denn es wäre nur eine halbe Maßnahme gewesen, wenn wir die Motors fierung vorangetrieben hätten, ohne gleichzeitig auch die Betriebsstoffe sicherzustellen; mußten wir doch bisher etwa drei Viertel unseres M.- neralölbedarfs vom Auslande beziehen, was eine schwere Belastung bedeutet. Mowrtreib- nüttel, Schmieröle usw. müssen also in verstärktem Maße im Jnlande und aus einheimischen -nohstonen gewonnen werden und können es auch, dank hervorragender Mitarbeit deutscher Forscher und Tecy- Jn Altenburg (Thüringen) verurteilte das Schwurgericht dem Anträge des Staatsanwaltes folgend den 24jährigen Walter Kaiser wegen vorsatz- lichen Mordes zum Tode und lebenslänglichem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Außerdem wurde der wegen verschiedener Verfehlungen vorbestrafte Angeklagte wegen Diebstahls, Unterschw- qung usw. zu zwölf Jahren Zuchthaus und sechs Jahren Ehrverlust verurteilt. Kaiser hatte am 10. Oktober v. I. in Altenburg eine Zigarrenarbei- tertn in ihrer Wohnung erwürgt. Der Krösus von El Salvador gestorben. Einer der reichsten Männer El Salvadors, der Italiener Mauricio Meardi, der seit 55 Jahren hier ansässig ist, ist gestorben. Durch sein Kapital, das man auf 40 Millionen Colones (etwa 80 Millionen Mark) schätzt, wurde fast die gesamte Kaffeernte Ostsalvadors und ihre Ausfuhr finanziert. Der Mearbi-Konzern umfaßt runb 50 Unternehmen, darunter Fabriken, Banken, Elektrizitätswerke, Kinos und Apotheken. Heue Hitzewelle in England. Uefier England ist mehrere Tage nach Herbst- anfang eine neue Hitzewelle heremgcbrochen. Am Anfang der Woche zeigte das Thermometer etwas über 26 Grad Celsius und am Samstag früh I Uhr herrschte noch eine Temperatur von 20,5 Grad Celsius Die Schwimmbäder in London und Umgebung erfreuten sich infolgedessen eines unerwartet leb- haften Besuches. Wir können mit Befriedigung feststellen, daß d e Jnlanderzeugung schon z u g e n o m m e n bat. xne Erdölförderung ist nämlich durch eine Anzahl gluck lieber Funde im Nienhagener Gebiet angestiegen, die Hydrierung von Braunkohle und Teeren im Leunawerk der JG.-Farbenindustrie soll weiter er- heblich gesteigert werden; die sonstigen Posten sin auch schon °?woo erhöht. Zulommengenommen 's unsere eigene Erzeugung von etwa 25 vH. schon aus etwa 40 v.H. unseres bisherigen Bedarfs gestieyen. Eine weitere beträchtliche Steigerung ist m oQ lieh Zunächst werden wir die Erdolforoe ung noch in gewissem Umfange steigern tonnen qu dem Zweck hat auch die Regierung den Bohr- unternehmern für Aufschlußbohrungen Darlehen zur Verfügung gestellt, so daß man mit ARauf dieses Jahres schon einen besseren Ueberblick uuer die Erdölvorkommen Deutschlands haben wird Daß sie unseren ganzen Bedarf decken konnten, ist f lief) kaum anzunehmen, denn ein «Elches Land ist Deutschland nun einmal nicht. Aber reich stno wir an Kohle und überreich, viel reicher als alle europäischen Länder an Braunkohle und diese ist es auch, aus ber mir unseren Bedarf an Mineralölen usw. hauptsächlich erzeugen werben. f° (Segen ben Plan, bie Schwelerei so stark zu vergrößern, würbe öfters eingeroenbet, baß sie an dern dabei entstehenden Koks scheitern wurde. Darm lag früher tatsächlich eine Schwierigkeit, denn Die Hauptmenge ber Nebenprobukte beim Schwelen macht ber Koks aus, unb wenn man biefen nich unterbringen kann, so kann man natürlich mch schwelen. Diese Schwierigkeit ist aber burch Wissen- chaft unb Technik heute vollkommen uberrounben. Man hatnämlich gelernt, ben früher fast nur in besonberen Hausbranböfen oerroenbbaren fogenannten Grudekoks" auf inbuftrieüen Wanderrosten ober auch als Kohlenstaub zu verfeuern Darüber hinaus kann man aber neuerdings auch Schwelkoks in großen Stücken oder Briketts erzeugen, die an- ftanbslos in der Industrie unb als Hausbrand ver- roenbet werben. Es wirb also in Zukunft Schwel- koks in zunehmenbem Ausmaße an bie Stelle roher Braunkohle unb Braunkohlenbriketts treten unb infolge seiner vortrefflichen Entflammbarkeit und größeren Wärmeentwicklung gern verwendet werden. Oel aus Kokereigas Beu;»» durch Braunkohie-»Aerschwe1ung". Aus Braunkohle gewinnt man schon jetzt durch Berichwelen" Mineralöle, aber nur in einer Menge, die gering ist im Vergleich zu der, bie man gewinnen könnte, denn nur etwa 8 vH. der g förderten schwelwürdigen Braunkohle schwelt man bisher Würde man aber alle solche Braunkohle schwelen, so würde man rund 2,5 Schwelteer erhalten, aus dem man durch Destillieren uni) Spalten rund 1,3 Millionen Tonnen Treibmittel unb burch Hybrieren bes dabei anfaUenben Heizöl unb Pech entljaltenben Rückstcmbes noch weitere 750 000 Tonnen. Wir müssen ferner annehmen, daß die technischen Verfahren noch vervollkommnet werden, so daß bald noch eine größere Menge der jährlich sowie o geforderten Braunkohle als schwelwürdig angesehen werden kann, so daß daraus dann noch weitere Mengen Treibmittel gewonnen werben unb Spiritus aus Abfallholz. 11 Würbe man auch noch schwelwürdige Stein- । kohle schwelen, anstatt sie wie heute unmittelbar »u verbrennen, so würbe man weitere große Mengen Schwelteer unb baraus wieber Treibstoffe gewinnen. Bekanntlich kann man nach ben im Leunawerk angemanbten Verfahren ber JG.-Farbenindu- ftrie Kohle auch u n m i 11 e l b a r d u r ch H y b r < e- ren, bas heißt Wasserstoff-Anlagerung, in Kohlenwasserstoffe (Mineralöle) ummanbeln, unb biefes Verfahren ist auft als Ergänzung beim Schwelen in größtem Maße notroenbig, um die Rückstände der Felder aufzuarbeiten, soweit man sie nicht durch Spalten in anderer Weise verarbeitet. Durch die bisher beschriebenen Verfahren und durch das Verfahren der Jnnenabsaugung, mit dem man bei der Hochtemperatur-Entgasung von Steinkohle die Ausbeute etwas vermehren kann, können wir nicht nur unseren Bedarf von heute vollständig decken, sondern schon mehr, so daß wir auch für den steigenden Bedarf (infolge der steigenden Motorisierung) uns vorbereiten können. Aber mit unseren Möglichkeiten sind wir auch dann noch lange nicht am Ende: Wir können nämlich aus Wassergas ober durch Wärmebehanblung von Kokereigasen Mineralöl erzeugen. Wir könnten enblich auch noch einen anbe- ren flü figen Treibstoff, nämlich Spiritus in großen Mengen aus A b f a 11 h o l z ober aus Abfall-Lauge ber Zellstoff-Fabriken Herstellen. In Zukunft werben wir vielleicht auch mehr zu gasförmigen unb festen Treibstoffen an Stelle von flüssigen übergehen. Mit bem neuen stückigen Schwel- koks kann man Motoren antreiben, wenn man ihn in Generatoren oergaft unb bas Gas bem Motor zuführt, was heute schon in mobilen Generatoren auf Automobilen geschieht. Stückiger Schwelkoks eignet sich hierzu noch besser als das schon jetzt vielfach für diesen Zweck verwendete Holz, weil es keinen Teer gibt und die umständliche Reinigung des Gases unnötig macht. habt hätte, um ihn noch mehr zuzuspitzen. Hauptmann soll in Zukunft mit Papplöffeln von Papptellern essen. Seine Zelle werde In Zukunft völlig isoliert werden. Hauptmann werde von einem besonderen Wärter bewacht werden. Pressevertreter haben Hauptmann durch seinen Anwalt Fawcett 12 Fragen übermitteln lassen. Wie den Antworten zu entnehmen ist, bleibt Hauptmann dabei, daß er in jeder Hinsicht unschuldig sei. Er habe auch keine Ervressung begangen. Er sei fest überzeugt, daß er freigesxrochen werde, Er heutigen, sondern auch ben Zukünftigen Bebarf decken, fobalb die beutsche Mineralolinbustrie entsprechend ausgebaut sein wird. Uebrigens wird unser Bedarf nicht etwa so stark steigen wie die Motoren- zahl, weil die neueren Maschinen ben S t off besser ausnutzen als bie alten. Das gleiche gilt auch für bie Schmieröle, bie man zubem im größeren Maße als bisher als Altole sammeln unb wieber gebrauchsfähig Herstellen wirb. Rohöl ist -er billigste Rohstoff. Zum Schluffe haben mir noch darauf hinzuweisen, baß es zweckmäßig sein wird, wenn wir auch den von Frankreich, Italien und anderen ebenfalls Nicht genügend Erdöl fördernden Ländern betretenen Weg gehen, indem wir, wenn auch in geringem Ausmaß, im Inland Raffinerien öur Verarbei- l u n g von e i n g e f ü b r t em ausländischem rohem Erdöl errichten. Denn kein anderes Mineralöl ist so billig, wie das aus r^em Erdöl, zudem ist Erdöl jetzt auch noch in absechbarer Zeit fast bie einzige Quelle für Schmieröl. Was aber bie Preise unserer Eigenprobukte anlangt, so müssen wir uns überhaupt von bem betriebswirtschaftlichen Kostenbegriff freimachen unb ben v o l k s wir i - s ch a f t l i ch e n Koftenbegriff an bie Stelle setzen. Unb enblich barf ich als Technologe noch bemerken: Noch niemals hat bie chemische Großinbustrie sich mit einer Großprobuktion beschäftigt, ohne daß die Preise halb sanken, unb so wird es auch hier sein!" Die Deutsche Lu thansa, die am 1. April 1926 ihren Verkehr aufnahm, hat am 27. September 1934 als erste Luftverkehrsgesellschaft der Erde den millionsten Flugschein ausgestellt. Der mil° l i o n ft e Fluggast, Geschäftsführer Wilhelm Sensburg (München), flog am Freitag von München nach Berlin. Bei der Ankunft in Berlin begrüßte ihn Direktor Wronsky und überreichte ihm eins Ermnerungsurkunde. In einer kurzen Schweden eine Autornobilindustvie von einiger Bedeutung. Aber auch diese widmete sich bisher hauptsächlich bem Bau von Lastwagen unb Omnibussen. Im Jahre 1932 mürben in Schweben erst 500 Personenkraftwagen hergestellt, von denen em nicht unerheblicher Teil nach Dänemark, Norwegen unb Finnlanb exportiert würbe. Aber Schweben macht jetzt große Anstrengungen, seine Automobll- probuktion unb seinen Automobilexport erheblich zu steigern. In Dänemark besteht nur eine Lastkraftwagenfabrik, baneben aber arbeiten hier recht be- beutenbe Montagebetriebe amerikanischer Automobilkonzerne. Sie beliefern Norbeuropa unb auch große Teile von Osteuropa. . In Polen gibt es eine ziemlich kleine staatliche Lastkraftwagenfabrik sowie Montagewerkstätten der italienischen Fiatwerke und einer schweizerischen Lastautofabrik. Neuerdings bezieht aber die genannte staatliche ßaftroagenfabrif Automobilteile von ben Fiatwerken unb stellt sie in bem eigenen Montagewerk zu fertigen Automobilen zusammen. Daneben bemüht sich die polnische Regierung, be- beutenbe auslänbische Automobilfabriken zur Errichtung weiterer Montagewerkstätten in Polen zu Roch immer feine Klarheit im Fall Lindbergh. Hauptmann unter strenger Bewachung. In ber Linbbergh-Angelegenheit hat ber Anwalt Hauptmanns, Fawcett, mitgeteilt, baß er Hauptmann von einem Psychiater,, u n - tersuchen lassen werbe. Die Grünbe für biefe Untersuchung könne er aber nicht angeben. Auf ber Ostseite Neuyorks, wo ein Teil bes Löse- aelbes in Umlauf gefetzt worben war, ist ein Mann festgenommen worben, ber bem Untersuchungsrichter vorgeführt werben sott, lieber bie Persönlichkeit bes Festgenommenen ist nichts bekannt gegeben worben. Im Gefängnis fall Hauptmann einen Eßlöffel in vier Teile zerbrochen haben. Einen ber Teile soll er burch Reiben gegen bie Stahlbettstelle zugespitzt haben. Die Löffelteile würben in einem Versteck aufgefunben. Als ein Gefängniswärter Hauptmann nach bem Löffel fragte, erklärte Hauptmann, er wisse nicht, wo ber Löffel geblieben fei. Erst nach langwierigen Bemühungen konnte der Löffel gefunden werden. Der Löffelstiel war zu einem Haken gebogen worben. Nach Aussagen von Gefängniswärtern hätte dieser Haken gut als Waffe gebraucht werden können, falls Hauptmann Zeit gewiesen. Geschäftliche Mitteilungen. (Ohne Verantwortung ber Schriftleitung.) Der langjährige Pächter der früheren Großherzo^ lichen Hessischen, später staatlichen Burg Staufen^ berg, Ludwig Bierau von Lollar, hat dw ^cht Schankwirtschaft „Zum Gambrrnus , Wehstem^ | Nr. 10, am Lindenplatz in Gießen von der W w Philipp Hofmann käuflich erworben. Diese y gelegene Gaststätte ist in allen Raumen neu 1)« gerichtet worben unb bietet den Gästen c Aufenthalt. Eine größere Anzahl Fremdenzimm^ sind für bleibcnbe @yte zu Wohn, unb P-nf E räumen eingerichtet. Weiteres stehe m Der y Anzeige. Die Zahl der Länder, die eine eigene Automobil- ( Industrie von Bedeutung besitzen, war bis vor kur- - zem verhältnismäßig klein. Neben Deutschland, 1 wo Daimler und Benz den Kraftwagen erfunden l und die Automobilindustrie zu hoher Blüte gebracht . haben, sind hier vor allem die Vereinigten Staaten, Italien, Frankreich und England zu nennen. Je mehr sich aber die Motorisierung von Verkehr und Wirtschaft über die ganze Welt ausbreitete, desto stärker machte sich in fast allen Ländern bas Bestreben geltenb, eigene nationale Automobilindustrien aufzubauen. Die gegen-, wärtigen Störungen und Reibungen im weltwirtschaftlichen Warenaustausch, die durch Absperr- maßnahmen aller Art, Einfuhrbeschränkungen, Devisenbewirtschaftung usw. verursacht worden sind, kommen diesem Bestreben natürlich sehr zu Hilf^ So gibt es heute eine ganze Reihe von Ländern, die sich in den letzten Jahren entweder schon eine eigene Automobilindustrie aufgebaut haben und diese mit allen Mitteln großzupäppeln versuchen, ober die zum mindesten bie künstliche Schaffung einer einheimischen Automobilindustrie planen. Wo aber bas noch nicht genügenb aussichtsvoll zu fein scheint, bemüht man sich wenigstens, die Automobilindustrien anderer Länder zur Errichtung von Montagewerk st ätten in dem Importland zu veranlassen, damit die Zusammenstellung der ausländischen Automobilteile zu fertigen Kraftwagen durch einheimische Arbeiter erfolgt. Die größten Anstrengungen, sich eine eigene Automobilindustrie großzuziehen, machen zweifellos die Japaner. Und mit ihrer Zähigkeit haben sie natürlich auch schon bedeutende Erfolge erzielt. Im Jahre 1931 wurden in Japan erst 531 Kraftwa- gerf gebaut und zwar ausschl. Lastwagen. Aber i. v. Jahre sind die drei großen Japanischen Auto- mobilsavriken, die damals bestanden haben, zu einer Dachgesellschaft zusammengeschlossen worben, unb biefe betreibt nun mit großen staatlichen Untertützungen eifrig ben Kraftwagenbau. Die Japaner begnügen sich aber keineswegs mit ber Eroberung bes inlänbifcfjen Marktes, ber von Den großen amerikanischen Automobil-Weltkonzernen General - Motors unb Forb oroie ihren japanischen Montagebetrieben noch mmer ziemlich stark beherrscht wirb, sonbern sie bemühen sich in erster Linie um ben Export, ben sie durch billigste Dumpingpreise forcieren.! Auherbem bauen bie Japaner in größtem Umfange Kraftwagen für Heeres- unb Kriegszwecke. Die Schweiz stellt bis jetzt nur Lastkraftwagen im eigenen Lanbe her. Aber sie zwingt durch hohe Einfuhrzölle die ausländischen Automobilfabriken zum Bau schweizerischer Montagewerkstätten, bie meist an schweizerische ßaftroagenfabrifen ange- gliebert werben. Früher ober später wirb wohl auch bie Schweiz nicht ohne eine eigene Personen- kraftwagenfabrik bleiven wollen, obwohl bie Absatzmöglichkeiten in bem kleinen Lanbe eng begrenzt er 10 ril ?n r. n« ife* '1)1 au|. ten obn i ons« 3 e n das na* 3o. - des leune । Itet i eben« aren, und urben inten« 'arten m in । eunen Erb« gestal« Nt in braun olgenb orfäh. llidjem lerbem n vor« irfdjla- dich e an narteb L rs, te SB-’ amU ihre inyrn n'fen, len. Herbst- n. Im ’ ilM AVi leö'M :t leb’ । btt fc1 K t8tj» QÄavor Tbl M tonU ,g Ä %it ip 0 W! Zoll U» be-; en! ib»» bens? ißt®* itfttW in W grli. itfl ®0 yflb , r* Il( «""l tn nLt)^ Nr. 228 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderheffen) Samstag, 29. September 1934 Aus der Provinzialhauptstadt. Deutscher Erntetag. Von Wilhelm Seemann, Pfarrer in Schwickartshausen, Oderhessen. „Nunmehr stehen wir am Ende eines durch Saat und Ernte begrenzten Zeitlaufes.-" Der deutsche Erntetag soll das Bewußtsein der Blutsverbundenheit des ganzen deutschen Volkes mit dem Bauerntum zum Ausdruck bringen. Man könnte ja den schweren Schicksalsgang unserer Nation 'm den letzten zwei Jahrzehnten im Gange der größten deutschen Dichtung, in der Tragödie Faust und an ihrem Helden abgebildet sehen. Eine Wissenschaft, von Gott gelöst, ein Sinnenleben, los von Gott, durch alle diese Tiefen und Irrgärten sind wir hindurchgewandert, fernab von der Linie unserer Sendung. Nun suchen wir wieder nach den „Müttern alles Lebens", nach den Wurzeln unseres Seins. Nun ist wieder die Verantwortung auf» «ewacht für die „vielen Millionen" und für den Lebensboden, der sie trägt. Der neue Sinn deutscher Schicksalsleitung senkt seine Wurzeln wieder tief lhinein in die deutsche Erde. Damit kommt ein 'Stand immer wieder zu verdienten Ehren, der bodenständig mit der Scholle ringt und mit schal- fsendcr Hand in schweigsamer Treue den Volks- Nenossen darbringt, was sie zum Leben bedürfen: der deutsche Bauer. Ein Volk ist hellsichtig geworden für die Wurzelschicht seines Bestandes, es will wieder leben von „Brot und Bronnen", aus „Blut und Boden". Es trägt instinktiv das große Wissen in sich, daß hier sich Wege öffnen gu neuer segensvoller Volksverbundenheit. Wenn in einem uralten Brauch beim Getreidebinden auf dem abgemähten Feld der Besitzer mit Aehren und Blumen am Arm „gebunden" wurde, po liegt dieser uralten Sitte zweifellos ein Bekenntnis zugrunde, das Bekenntnis der Verbundenheit in Arbeit und Ertrag, in Mühsal und Freude zwischen Herrn und Gesinde, wie denn auch vorzeiten im bäuerlichen Haushalt — bis heute ist bas vielfach im Vogelsberg und in der Wetterau Der Fall — Knechte und Mägde zum Brotgefinde gehörten und mit der Bauernfamilie die „Kumpan- Schaft" (cum —mit, panis=l8rot) einer patriarchaischen Tischgemeinschaft bildeten. Die Arbeit an der Scholle hat bindende Kraft. Das ist der Sinn des »eutschen Erntetages, der wieder zum gemeinsamen Gedankengut des'Volksganzen werden muß. Freilich läßt sich ein solcher Gedanke nicht einfach durch Propaganda von heut auf morgen in Gefinnungs- gut wandeln. Denn Sitte ist Ausdrucks- orm gemeinsamen Glaubens. Gott »chenke unserm Volk das Auferftehen einer boden- ttänbigen Frömmigkeit, einer Gläubigkeit, in >ier Heimat ein Stück anvertrautes Lanb, in ber Blutsverbunbenheit eine göttliche Mission unb in leer Werkgemeinschaft einen Gottesbienft erkennt. Die großen Symbolhanblungen bes Neuen Testaments, bas Speisungswunber bes Heilanbs an ben Tausenben unb seine letzte Tischgemeinschaft mit :oen Jüngern, müssen wieber im beutschen Volk Gestalt unb Lebengewinnen, auf baß es durch die Doppelerkenntnis wieder glücklich und gesegnet werde: Gott gibt das Brot des Lebens — und Thriftus ist das Brot des Lebens. Jedes Erntefeld «ehrt uns ja, daß wir die Abhängigen sind, auf seine segnende Gnade angewiesen, und daß wir loennod) gesegnet werden „ohn all unser Verdienst and Würdigkeit". Wir sind die Empfangenden, wenn much als solche, die arbeiten müssen im Schweiße Ihres Angesichtes. Es ist uns vergönnt, „nicht sicher iroar, doch tätig frei zu wohnen". Nicht sicher zwar, — unser Nährstand wußte ein Lied zu singen von loer quälenden Unruhe seiner Arbeit, von der Unsicherheit seiner Existenz all die Jahre hindurch. Ss liegt viel heldisches Ausharren im Kampf des Bauern um die eigene Scholle und um die Lebens- '.notwendigkeit für ein ganzes Volk, wenn Unvernunft menschlicher Maßnahmen und landfremde Berftändnislofigkeit immer wieder treueste Arbeit ertraglos bleiben ließen, wenn die schwarze Fahne beer Not manchen, der sie aufreckte, ins Zuchthaus wies. Bis endlich das große Erwachen durch Deutschland ging, das nicht mehr geglaubte Wunder einer Wolkwerdung aus einem leidenschaftlichen Einheitswillen heraus Wirklichkeit wurde und Gott in deut- :chen Landen den Mann erweckte, der mit harten Hammerschlägen diese Einheit geschaffen und diesen Bruderbund gefestigt hat. Ist es eigentlich Zufall, :>aß Gott die Ernte dieses Jahres trotz anfänglicher Befürchtungen wegen der Dürre noch ganz besonders gesegnet hat mit Frucht und Gedeihen? Scheint $5 nicht vielmehr Antwort an unser Volk, das wieder nach Gott fragen will, sich wieder zum Kruderschaftsgedanken bekennt? Unser Erntelank dem allmächtigen Gott, der uns rhalt en hat zwei Notjahrzehnte hin- urch, dem Führer, der durchgegriffen at, und dem Bauern, der durchge- aalten hat. — Segen ist Verpflichtung. „Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen." Immer noch gibt I -s ein Heer der Ernte- und Erwerbslosen. Mit Riesenkräften und ungeheurem Opfereinsatz ist der ikampf gegen Arbeitslosigkeit und Elend aufge- $ kommen. Das Winterhilfswerk erwartet von uns ' illsbald erneut den Einsatz unserer ganzen Persön- isichkeit; es erwartet praktisches Christen- iium, nicht nur der Worte und der Zungen, son- Isern der Tat und der Wahrheit. Erntedankfestglocken klingen und werben durch bas deutsche Land. Sie hallen dahin über das festliche Gewoge und die feiernden Umzüge dieses Erntetages deutschen Bauerntums. Alte Trachten, Bräuche und Lieder fingen und sagen wieder von । !'em alten, segnenden Dreiklang: Gott — Erde — Mensch. Aufwärts die Herzen zu dankender Anbetung, bereit die Hände zu dankendem Dienst! Möge unserm Volk eine neue Gottesschau be- Hieden sein, die des Schöpfers Güte in feinen Baden erkennt und des Vaters segnenden Willen erfüllt an den ärmeren Brüdern, daß Gott und Bolt sich finden auf allen Arbeits- und Erntefeldern! Sammlung ffür das auslanddeutsche Schulwesen. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultes, Kunst und Volkstum hat an die Direktionen itr höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichts- enstalten und an die Kreis- und Stadtschulämter I'.'lqende Verfügung gerichtet: ' Der Reichsschatzmeister der NSDAP, hat als Bevollmächtigter des Stellvertreters des Führers die Sammlung für das Hilfswerk des auslandsdeutschen Schulwesens im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen genehmigt. Mit der Durchführung der Sammlung werden die Schulen beauftragt. Die Leitung der Sammlung hat der VDA. übernommen, der mit unserer Genehmigung die notwendigen Richtlinien geben wird. Wir erwarten, daß die Schulen sich ganz in den Dienst des Hilfswertes für das Auslandsschulwesen stellen. Die Losung heißt wieder: Die deutsche Schule im Reich für die deutsche Schule im Ausland! Dank! Wenn die abgelaufenen Wochen der verstärkten Werbung der Deutschen Fliegerei eine große Anzahl von Volksgenossen neu zugeführt haben, die den Wert der Fliegerei im Aufbau der Nation erkannte, so mögen diese Volksgenossen wissen, daß sie mit ihrem Bekenntnis zur Fliegerei nicht nur eine nationalsozialistische Tat zum Ausdruck brin- ber Beginn ber Polizeistunde auf Antrag ge- bührenfrei bis auf 5 Uhr vormittags festgesetzt werden. Auf Veranstaltungen, bei welchen die obigen Bedingungen nicht erfüllt sind, findet diese Regelung keine Anwendung. Infolgedessen sind z. B. Veranstaltungen, die auch stattgefunden hätten, wenn der 30. September 1934 nicht zum Deutschen Erntedanktag bestimmt worden wäre, erlaubnis- pflichtig und unterliegen der üblichen Polizeistunde. OierückständigenBeitrcige für dieOAF. Die Deutsche Arbeitsfront teilt mit: Durch die Umorganisation sind eine Anzahl DAF.-Mitglieder mit ihren Beiträgen rückständig. Obwohl der Beitrag zur DAF. eine Bringeschuld ist, wollen wir auf eine einmalige Zahlung bei den einzelnen aufgelaufenen Rückständen verzichten. Da der Finanzapparat nunmehr nach den neuen Richtlinien bis Dr. med. Szubinski f. Gestern morgen ist nach kurzem Krankenlager der in Gießen und Umgegend weithin bekannte Chirurg des Evangelischen Schwesternhauses in Gießen Dr. med. Szubinski im 60. Lebensjahre verstorben. Sein Ableben wird überall, insbesondere bei seinen früheren Patienten, herzliche Anteilnahme auslösen. Dr. Szubinski wurde am 3. Februar 1875 in Berlin geboren. Er studierte in München, Berlin und in Göttingen, wo er im Jahre 1900 Assistent war. Im Jahre 1902 trat er beim Militär ein; er war Assistenzarzt beim Jnf.-Rgt. 95 in Gotha. 1908 und 1909 war er zu weiterer Ausbildung als Chirurg in Berlin, anschließend wirkte er als Stabsarzt bei den 14. Jägern in Kalmar (Elsaß), wo er eine große Chirurgische Station im Lazarett zu versehen hatte. Im April 1914 kam er nach Gießen als Bataillonsarzt im Jnf.-Rgt. 116. Den Krieg machte er als Chirurg an einem Feldlazarett mit, feine Kriegsdienste wurden durch Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. und 1. Klasse ausgezeichnet. Nach dem Kriege wirkte er einige Jahre als Regierungs-Medizinalrat beim Versorgungsamt Gießen, daneben widmete er sich der ärztlichen Praxis. Er nahm dann seinen Abschied als Beamter und versah nur noch seine Praxis als Facharzt für Chirurgie. Nach dem Tode von Dr. med. Richter wurde Dr. Szubinski im Januar 1922 zum Chirurgen im Evangelischen Schwesternhaus bestellt. Hier war es ihm vergönnt, eine außerordentlich segensreiche und dankbar anerkannte Tätigkeit zu entfalten. Seins geschickte ärztliche Hand und -sein reiches Fachwissen, gepaart mit großer menschlicher Güte machten ihn zu einem Helfer ber Kranken, wie er edler und vorbildlicher nicht gedacht werden kann. Er ließ den Patienten nicht nur sein Können als Arzt zuteil werden, sondern war darüber hinaus allezeit bestrebt, als warmherzig mitfühlender Mensch auch seelisch sich der ihm anvertrauten Kranken anzunehmen, ihnen bei ihren Sorgen und Wünschen ratend und fördernd beizustehen und sie durch gütigen Zuspruch und menschliche Freundlichkeit aufzurichten. Er war immer Arzt im besten Sinne des Wortes, zugleich auch Seelenarzt, der seine Aufgaben darin erblickte, nicht nur eine ärztliche, sondern auch eine ?whe menschliche Mission an seinen Patienten er- üllen zu müssen. Dabei war er in vielen Fällen gegenüber Kranken in wirtschaftlich schwerer Loge von mustergültiger Selbstlosigkeit, die ihn veranlaßte, sein ärztliches Können den leidenden Mitmenschen lediglich um der Hilfeleistung selbst willen angedeihen zu lassen und seinen einzigen Lohn darin zu erblicken, daß der Patient wieder zur vollen Gesundheit zurückgebracht wurde. In der Ausübung seines Berufes kannte er keine Rücksichtnahme auf sich, selbst ober auf persönliche Wünsche und Annehmlichkeiten, er ging vielmehr völlig in seiner ärztlichen Pflichterfüllung auf und opferte dabei auch persönliche Bedürfnisse zur Ausspannung und Erholung vorbehaltlos dem Dienst an seinen Kranken. Im Verkehr mit seinen Kollegen, Mitarbeitern und der Bevölkerung war er stets ein Mensch von offenem, charaktervollem, liebenswürdigem, bescheidenem unb stets hilfsbereitem Wesen, der sich dadurch größte persönliche Wertschätzung erwarb. Neben seiner ärztlichen Kunst zeichnete ihn große Liebe und starke Begabung zur Malerei und zur Musik aus. Die wenige freie Zeit, die er sich bei seinem anstrengenden Wirken gönnte, war vor allem der Malkunst und der Musik gewidmet. Don seiner Hand sind zahlreiche Gemälde entstanden, die zum Teil auch das Evangelische Schwesternhaus und das Kameradschaftshaus des NSDFB. (Stahlhelm) schmücken. Seine Liebe zur Musik machte ihn zu einem sehr geschätzten Mitarbeiter des Gießener Konzertoereins, in dessen Rahmen er lebhaften Anteil am Gießener Musikleben nahm, das er unermüdlich und selbstlos förderte. Seit längerer Zeit gehörte er dem Vorstand des Konzertvereins als Schriftführer an, der in aufopferndster Weise die ideellen Interessen des Vereins und damit den Dienst an der Kunst förderte. Dem Heimgegangenen, der während feines Wirkens als Arzt und Künstler den Menschen vielseitige Hilfe und große Güte zuteil werden ließ, wirb allezeit über das Grab hinaus ein dankbares Gedenken sicher fein. In der Geschichte der Stadt Gießen und insbesondere bei der Aerzteschast wird sein Name immer an hervorragender Stelle verzeichnet bleiben. Deutsche Arbeitsfront. Amlswallerappell. Der Amtswalterappell der Deutschen Arbeitsfront für die Orte Gießen, Wiefeck, Heuchelheim, Klein- Linden findet am Samstag, 29. September, in Gießen, abends 8 Uhr, im Cafe Leib, Walltorstraße. Sämtliche Amtswalter der obengenannten Orte haben daran teilzunehmen. ProvinzialsuSschuß-Sitzung. Unter dem Vorsitz von Kreisbirektor Kloster- mann tagte gestern vormittag ber Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen als Verwaltungs- gerichshof. Als erster Punkt stand ein Antrag des Inhabers ber Krvnendrogerie in Grünberg, Karl Schott, zur Verhandlung. Der Antragsteller erbat die Erteilung der Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein in seinem von der Bahnhofstraße in die Unter- gaffe zu Nieder-Ohmen verlegten Filialgeschäft. Das Kreisamt Alsfelb hatte sich gegen die Erteilung der Konzession ausgesprochen. Der Antragsteller hatte gegen ben Bescheid des Kreisamtes Alsfeld Einspruch erhoben. Das Gericht gab dem Antrag des Klägers statt. Der Provinzialausschuß hatte sich sodann mit ber Klage ber Besitzerin des Hauses Horst - Wessel - Wall 56 in Gießen, Fräulein Erna Beyer, gegen bie Stabt Gießen wegen Heranziehung zu Müllabfuhrgebühren zu beschäftigen. Das Hinterhaus des Anwesens Horst-Wessel-Wall 56 war durch die Stabtverwaltung im Mieteinkommen mit einem Betrag von 1996 Mark Friedensmiete eingeschätzt worden, während die Hausbesitzerin nur einen Betrag von 1080 Mark als Mieteinkommen in Anrechnung gebracht sehen wollte und als den tatsächlichen Verhältnissen entsprechend hielt. Da sich der Betrag für die Müllabfuhr aus dem Satz der Friedens- miete errechnet, fühlte sich die Hausbesitzerin über Gebühr durch die Müllabfuhr belastet und klagte deshalb gegen bie Festsetzung der Friedensmiete durch die Stadtverwaltung. Nach eingehender Darlegung aller Einzelheiten durch den Vertreter bet Klägerin, wie auch durch ben Vertreter der Stadtverwaltung, insbesondere über bie Miethöhe für eine von der Stadtverwaltung mit einem Kostenaufwand von 714 Mark ausgebaute Wohckllng im Dachgeschoß des Hinterhauses, wie auch über dstz I HWW - .. V Wv, * ’ V z K. Am, Montag, dem 1. Oktober, beginnt in den Gießener Famikienblättern ein neuer Vornan: eine ganz ungewöhnlich spannende und aufregende Geschichte, die ohne Zweifel alle unsere Leserinnen und Leser brennend interessieren wird- sie heißt GEbaud" von Frank I. Braun und behandelt die Zagd nach einem sehr wertvollen perlenschmuck, der eines bösen Abends auf unerklärliche Weise spurlos verschwindet.Zm Laufe der Ereignisse geraten fast alle handelnden Personen in Verdacht. Das große Rätselraten beginnt. Zn jedem Kapitel taucht ein neues Fragezeichen oder eine neue üeberraschung auf. Wer den Voman liest, muß mitraten oder mitsuchen - ob er will oder nicht. Um dem krimina- listischen Scharfblick unserer Leser besonderen Nachdruck und Anreizen geben, verbinden wir diese Ankündigung mit einer * OreLsßrage: Wer W dev DLeh? Zeder soll die Person bezeichnen, die er für den Täter (oder die Täterin?) hält. Wer glaubt, daß er den Dieb gefunden hat, schreibe sofort an die Schristleitung des Gießener Anzeigers, Gießen, Schulstraße Nr. 7/9. Fragen werden nicht beantwortet. Aber Sie werden demnächst wieder etwas von der Angelegenheit hören. Die Antworten sollen die Aufschrift „Preisfrage" tragen und brauchen nur die Worte zu enthalten: Der Dieb ist.."., und den Namen der Nomanfigur. Außerdem Namen, Anschrift und Bezugsquittu'ng des Einsenders. über den Aufbau der Deutschen Arbeitsfront, * ** Arbeitsjubiläum bei der Firma H. Sch affst aedt G. m. b. H. Am Montag, dem 1. Oktober, kann Herr Gustav I ö r d e n s auf eine 25jährige Tätigkeit im Hause Schaffstaedt zuruck- blicken. Wenn auch — so berichtet man uns — mit Rücksicht auf die Zeitverhältnisse wohl von einer größeren Feier Abstand genommen wird, so werden es sich die Geschäftsführung und die Arbeitskameraden nicht nehmen lassen, Herrn Jördens als äußeres Zeichen der Verbundenheit nut entsprechenden Geschenken zu erfreuen. — Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß in dem fast 100 Jahre bestehenden Betrieb der Firma Schaffstaedt bei einer Belegschaftsstärke von 150 Arbeitern und Angestellten sich nunmehr 30 Jubilare befinden, darunter ein Betriebsangehöriger mit über 50jahnger, vier mit über 35jähriger und 25 mit über 25jähnger Tätigkeit. Diese Tatsache darf wohl als ein Zeichen des guten Zusammenarbeitens zwischen Betriebsführung und Gefolgschaft gewertet werden. ** Mieterjubiläum. Am nächsten Montag, 1. Oktober, wohnt Herr Karl Grün, Rangiermeister i.R., 30 Jahre im Hause Bruchstraße 11. Am 1. Mai 1906 erwarb Herr Dachdeckermeister Kraus köpf dieses Anwesen käuflich, beide wohnen fchon über 28 Jahre zusammen. Das langjährige Mietsverhältnis ist ein Zeichen guten Einvernehmens zwischen beiden Familien. Beide sind auch schon mehrere Jahrzehnte Bezieher des „Gießener Anzeigers". ** Goldene Hochzeit. Der Schriftsteller Hermann K i e h n e und Frau, Friedrichstraße 57 I, feiern am morgigen Sonntag, 30. September, das Fest der goldenen Hochzeit. ** Eine Zweiundachtzigjährige. Frau Marie Walter Wwe., Kaplansgaffe 25, kann am heutigen Samstag, 29. September, ihren 82. Geburtstag feiern. Die Jubilarin ist feit 1. Juni 1875, also seit 59 Jahren, treue Abonnentin des „Gießener Anzeigers". **2 5 Jahre Stoffhaus Bernard & Sohn. Eine angesehene Firma unserer Stadt, das Staff-Spezialhaus Bernard & Sohn kann am übermorgigen 1. Oktober auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich die Firma zu einem Unternehmen, das in weiten Kreisen unserer Stadt und darüber hinaus besten Ruf besitzt. Das Geschäft wurde ursprünglich als ein Stoff-Etagengeschäft in einem Hause in der Bismarckstraße betrieben. Die Jahre des Weltkrieges konnte die Firma dank des Vertrauens ihrer Kundschaft gut überstehen. Ihre Entwicklung nahm nach dem Kriege stetigen Fortgang, und bald erwiesen sich die Räume des Hauses in der Bismarckstraße zu klein, so daß man sich zu einer Verlegung des Geschäftes entschließen mußte. Im Hause Plockstraße Nr. 16 fanden sich geeignete Räumlichkeiten, die unter Hinzunahme der Parterreräume des Nachbarhauses Nr. 14 erweitert wurden. Die auch in den Abendstunden gut beleuchteten Verkaufsräume, in denen die Kundschaft heute bedient wird, zeichnen sich durch zweckmäßige Gestaltung aus. In klar getrennten Abteilungen sind die einzelnen Stoffarten untergebracht, und hier wiederum so, daß mit einem einzigen Blick die vorhandenen Bestände zu übersehen sind, wodurch schon die Auswahl außerordentlich erleichtert wird. Ein umfangreiches Lager ist ebenfalls vorhanden. Die Firma kann mit Genugtuung auf ihre bisherige Entwicklung zurückblicken und mit sicherlich ebenso großer Zuversicht der Zukunft entgegensehen. Die Grundsätze der Geschäftsführung, die dem Unternehmen das Vertrauen der Kundschaft erwarben, dürften sich auch in Zukunft ? Lich, 29. Sept. Nach einer Veröffentlichung des Ortsgruppenleiters der NSDAP, wird der Tag des deutschen Bauern am morgiaen Sonntag in würdiger Weise im Rahmen der hiesigen Ortsgruppe durchgeführt. Die Rundfunkübertragung der Nationalfeier am Bückeberg mit der Rede des Führers erfolgt in der Turnhalle, der anschließend Konzert, Volksfest und Tanz folgt, ebenso findet abends in den übrigen Lokalen der Stabt Volksfest und Tanz statt. Der Festzug stellt sich um 14 Uhr am Bahnhofsplatz auf und marschiert um 14.15 Uhr durch die Stadt. In den Festzug werden Gruppen und Festwagen eingereiht, denen der Sinn des Erntedanktages zugrunde gelegt fein wird. — Begünstigt durch das außerordentlich schöne Herbstwetter geht die Kartoffelernte in unserer Gemarkung ihrem Ende entgegen. Infolge der im Spätsommer einsetzenden Regenperiode ist fast überall eine besonders ergiebige Ernte festzustellen. Ebenso ist die Güte der Kartoffeln in diesem Jahr hervorragend. Von der hiesigen Orts- bauernschaft wurde der Verkaufspreis für gelb- fleischige Speisekartoffeln auf 3,50 RM. für den Zentner frei Keller festgesetzt. Kreis Friedberg. pb. B u tz b a ch, 27. Sept. Die hiesige Schützen- gesellschaft von 1410 hielt am Sonntag anläßlich der 50. Wiederkehr der Zeit der Erbauung der S ch ü tz e n h a l l e am Schrenzer ein Jubiläumspreisschießen auf ihren Ständen ab, das sich eines guten Besuches erfreute. Es wurde auf 100 Meter mit Wehrmannsbüchse und Mietwert des gesamten Hinterhauses in der Gegenüberstellung des Mieteinkommens in den Dorkriegs- \ jähren und in der Gegenwart fällte das Gericht folgendes Urteil: Die Klage wird als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen. . ‘ Ein weiterer Fall betraf die Erteilung einer i Konzession für den Betrieb einer Gastwirtschaft in \ Heimertshausen. Der Klage des Antragstellers ge- 5 gen den Bescheid des Kreisamtes Alsfeld wurde . stattgegeben. Zuchtviehversteigerung in Lauterbach. Das Tierzuchtamt Gießen veranstaltet am Mitt- ; woch, 10. Oktober, in Lauterbach eine Zuchtviehversteigerung, zu der 40 vorbesichtigte Bullen des hessischen Fleckviehs zum Auftrieb kommen werden. Der Versteigerung wird eine Prämiierung vorausgehen. Auf die heutige Anzeige sei hm- geroiefen. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 29. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische 9 bis 11, (inländische, Kühlhaus) 9 bis 11, Wirsing (grün), das Pfund 12 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Ruben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 15 bis 20, Unterkohlrabi 10, Erbsen 30 bis 35, Rosenkohl 30, Feldsalat 60 bis 80, Tomaten 10, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Kürbis 5 bis 8, Pilze 30 bis 35, Kartoffeln, das Pfund 4 /- Pf-, der Zentner 4 Mark, Pfirsiche das Pfund 15 bis 20, Preiselbeeren 30 bis 35, Aepfel 6 bis 15, Birnen 8 bis 15, Zwetschen 8 bis 10, junge Hahne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 70, Ganse 80 bij 85, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stuck 50 dis 60, Nüsse, das Pfund 25 bis 45, Blumenkoh, das Stück 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Salatgurfen 10 bis 20, Einmachgurken, 100 Stuck 0,80 bis 1,30 Mark, Endivien 5 bis 15 Pf., Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, Bündel 10 Pf., Aepfel, der Zentner 8 bis 12 Mark. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Charleys Tante . - Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die Fabel von King-Kong^. - „Rheingold", 20 Uhr, Konzert. _ Tageskalender für Sonntag: Licht- fpielhaus, Bahnhofstraße: „Charleys Tante". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die Fabel von Kina-Kong". — 20.30 Uhr, Saal der Landeskirch- lichen Gemeinschaft, Dolks-Missions-Vortrag. — „Liebigshöhe", 20 Uhr, Tanz anläßlich des Erntedankfestes. t , — Eröffnungsabend der Berufs- bildungsarbeit der DA. Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Angestelltenschaft eröffnet am kommenden Montag, 1. Oktober, in feierlicher Form ihre Berufsbildungsarbeit 1934/35. Die Feier findet im Cafe Leib statt. (Siehe heutige Anzeige!) Kreis Schotten. □ Laubach, 28. Sept. Mitte Oktober finM hier eine Lokalob st schau des Bezirk; L a u b a ch statt, an deren Beschickung sich die te zehn Gemeinden (Altenhain, Babenhausen II, Freien- [een, Gonterskirchen, Groß-Eichen, Höckersdorf, Klei'» Eichen, Lardenbach, Laubach, Ruppertsburg, Selin« rod, Solms-Ilsdorf und Wetterfeld) beteiligen. Neben der Ortsschau soll auch der Verkauf von Obst vermittelt werden. Leiter der Ausstellung ist Ar- zirksobmann Lehrer D e b u s (Ruppertsburg). D Ausstellungsprogramm wurde von Obstbau-JnfpektF Metternich (Büdingen) festgelegt. Kreis Alsfeld. # Ober-Ohmen, 26. Sept. Gestern murli das Obst an der Ohmstraße und an der Strafe nach Ermenrod versteigert. Die Bäume zeigt.n durchweg einen guten Behang, es wurden auch dementsprechende Preise erzielt. Der Korb TafeläM stellte sich im Durchschnitt am Baum auf 3 Monk. Die an der Strecke Ruppertenrod—Ober-Ohmsn zum Ausgebot gelangten Birnen erbrachten ebenfalls recht befriedigende Preise. Je nach BehW } wurden pro Baum 2 bis 10 Mark geboten. G Aus dem oberen Ohmtal, 26. SG Wenn man eine allgemeine Erntebilanz für dies«; j Jahr zieht, so kommt man für unser Tal zu folgst 1 den Ergebnissen: Die Heuernte muß als W\ ungenügend angesprochen werden. Bei der treibeernte ist im Durchschnitt gleichfalls ja Oberhessen. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 28. Sept. Entsprechend ihrer Bedeutung wurde hier auf die Durchführung der Feuerschutzwoche besonderer Wert gelegt. Die Freiwillige Feuerwehr, unter Leitung ihres ersten Kommandanten Fritz Müller, hatte sich für die ganze Woche in den Dienst der guten Sache gestellt. In Sprechchören wurde die Einwohnerschaft am Montagabend auf die Bedeutung des Feuerschutzwesens hingewiesen. Dienstag nacht und Donnerstag abend konnte sich die Einwohnerschaft bei den durchgeführten Brandangriffen von der Schlagfertigkeit unserer Wehr überzeugen. Am Samstagabend wurde in der Gastwirtschaft „Zur Burg" durch Feuerwehrtruppführer Friedrich Holle r in einem Film die Bedeutung des Feuerlösch- schutzwesens vor Augen geführt. Bei dem anschließenden gemütlichen Beisammensein hielten Bürgermeister Fischer, Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann, erster Kommandant Fritz Müller und zweiter Kommandant Wilhelm Lenz der Bedeutung der Feuerschutzwoche angepahte Ansprachen. Am Sonntag sand gemeinsamer Kirchgang für die Feuerwehr statt. Mittags folgte die letzte Hebung auf dem Platz vor dem Spritzenhaus. Hier zeigte die Wehr in verschiedenartigen Hebungen, daß sie in allen Lagen ihre Schuldigkeit zu tun bereit ist. Die Feuerschutzwoche erbrachte aber auch den Beweis, wie nötig die Mitarbeit aller Einwohner an der sozialen Einrichtung der Feuerwehr ist. ! Reiskirchen, 27. Sept. Im Rahmen der der Burgersteuer. Es sei besonders daraus ausmerk- N^utz^holzversteigerunaen der Stadt Gießen. Bei der gestrigen Nutzholzoersteigerung der Stadt Gießen wurden folgende Durchschnittserlöse erzielt: Fichtenlangholz N a 11 m. pro Festmeter, N Ib 14,40 Mk., N l a 19,60 Mk N 11b 25 Mk., N Illa 25 Mk. Kiefernlangholz ^ Ib 12^40 Mk je Festmeter, N Ila 12,30 Mk., Nllb 15,20 Mk., N Illa 22,30 Mk. N IHb 26,20 Mk, K.-f-rnanschmt Alllb 29 Mk.; Kiefernlanggrubenholz 11,20 Mk. je Festmeter; Fichtenpapierholz 1. bis 3. Klasse 8 Mk. je Raummeter. , ** D i e Wochenmarkt-Verkaufszeit beginnt, wie aus einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil hervorgeht vom Dienstag, 2. Oktober, ab um 8 Hhr und endet um 14 Uhr. ** D i e Spendenscheine für das H i l f s- werk „Mutter und Kind''. Laut Schreiben des Reichsfchatzrneisters der Nationalsoziallftlfchen Deutschen Arbeiterpartei vom 24. August 1934 ist gegen den Vertrieb von Spendenschemen für das Hilfswerk „Mutter und Kind" durch Werbeschreiben nichts einzuwenden. Diese Art des Vertriebes fällt nicht unter das Sammelverbot nach Gesetz vom 3. Juli 1934. Auf Anweisung des Reichsschatzmeisters ist jedoch strengstens darauf zu achten, daß dieser Vertrieb von Spendenscheinen nicht von Haus zu Haus, auf öffentlichen Straßen und Plätzen, in Gast- ober Vergnügungsstätten ober an sonstigen öffentlichen Orten vorgenommen -kNi. (Cnnnfnn mgr für die gesamte Wehr saus 50 Meter mit Kleinkaliberbuchse geschoffen, in Alarmbereitschaft angesetzt. Der Vormittag sah bie Serien zu je brei Schuß, auf bie (Belbpreife gut Aeiwwig- W-hr geschlossen am Kirchgang t-ilneh. Verteilung kamen Auherdem wurden dre,i Ehren, men Am Nachmittag sand ein W e r d e m a r s ch scheiden ausgeschassen, für die wertvolle Ehrenpreise tatt' Mch tarn Antteten der Pslichtseuerwehr er- gestiftet worden waren. Die besten Erfolge erzielten: tönte plöhlich^Feueralarm, der die ckehr schleunigst 100 Meter (Serie zu dre, SchuhsÄarl R-.ch- an die Brandstelle rief. Die nun folgende Hebung jun, mit 32 Ringen, Dabhau mit 32 Ringen nahm e^en in eresfan en Verlauf und bewies die und Eckhardt Samesreuther mit 31 Ringen; gute"Ausbildung der^Wehr. In einer Kundge- auf 50 Meter (Serie) Georg Mathaus mit b u n aivräch der 1. Brandmeister Pg, tzch. Damm 34 Ringen, Bachmann, E. Lust Gg tz en k e l< über flbie Bedeutung der Feuerschutzwoche. Zum mann mit je 32 Ringen. Die Ehrenschechen er. Schluß sprach noch der Bürgermeister und 2. Brand- hielten: 100 Meter ausgelegt 1-Schuß mit 12 Rm- meister Pg L a u n spach über die großen ideellen gen R. Eich (Eberstadt bei L.ch), SO-Meter-Ehren. ?iete der Wehren Sein Dank galt dem Führer scheibe: 1. Schuß mit 11 Ringen Gorgtz en kel. Adolf tzitler als dem Protektor der Feuerschutz, mann (Butzbach), 50 ° Meter-SA.- Ehrenscheibe: wache Damit sand die Feuerschutzwoche ihr Ende. 1. Schuh mit 12 Ringen Georg Mathaus woche. I>amu Illnu uie u ) o - s ., (Butzbach). Am Montag fand das Ausschießen der a /d?r° D Ä J L 'mb 'e^.°rn be Ko n^ntür Erstatt. E-U enbet worben. Wahrend Die «trage oomziusga y i wiürhp bes ersten Ritters errano Reiskirchen über Lindenstruth b.s an d,° Queck- Fr>^ck ° d.eWurde' die d« börner Abfahrt °lphaltiert wurde, ist, durch die ^bnkan^R^ch ( sü(f)e( Die Ehrew Ortsdurchfahrt gepflastert worden. Die Arbeiten S °^u 100 Meter Fabrikat Lrnommem bk z?ttwe°ifRbkr 4o' V^sgenL Sa m ° s r?u t h e r, auf 175 Meter Kaufmann k beschäftigen konnte. Durch bie Neuherrichtung bes Jiern. Profils ist an vielen Stellen bie Straße hoher als bie Höfe, bie zum größten Teil gepflastert sind, geworben. Hier macht es sich notroenbig, biefe um- zupflastern unb höher zu legen. * Hgrbach, 28. Sept. Gestern abend würben die Mitglieber ber NS. - F r a u e n s ch a f t e n von Harbach unb Hattenrob verpflichtet. Die Feier fanb im Schulsaale statt. Sie war von ent» sprechenben Musikstücken, Liebern unb Gebichten umrahmt. Die Führerin ber Harbacher Frauenschaft, Frau Decher, richtete beherzigenswerte Worte an bewähren. *♦ Zahlungsanmahnung. Die Stabttaffe Gießen erinnert in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil an bie Bezahlung ber Wohnungsmieten aus stäbtischen Häusern (für August), des Schulgelbes für bie Stubienanstalt (August), ber a.-------- ,-e- „ zweiten Rate der Hundesteuer unb der dritten Rate Chancen aus, das Feuer wirksam zu bekämpfen. UHU ÖIUUI isilliniiuiliwv. V“ --„ ------------lv. . — , , , V von dem Redner die Verpflichtung der Frauen- die der K 0 h l a r t e n ungenügend, schäst-mllglieder porgenommem Mit dem tzorst. ll. W ° t t s ° a f e n, 26. Sept. Im Anschluß.an k Wessel-Lied fand bie schöne Feier ihr Enbe. Sie Feuerschutzwoche bürste es ^r unsere Gerne war ein tiefes Erlebnis und zugleich ein Ansporn wichtig fein, die Frage der W af f e_r4 ' ttun«. ,ur tatkräftigen Mitarbeit am Aufbau des Dritten anlage erneut aufzuwerfen. Die Halste oer u Reiches. wohner muß das Wasser noch tm unteren T ßid), 28. Sept? Noch selten war die pri- holen. Bei einem Brandunglück kann dieser Mo - vate Bautätigkeit in unserer Stabt so ge- zu einer Katastrophe für bie Bewohner bes gaj^ ring, wie in di-s-m Jahre. Es wurden nur zwei'---------— TOnIf»felM Wohnhäuser errichtet, und zwar eins in ber verlängerten Bahnhofstraße unb eins in ber Amts- ger'ichtsstraße. Nebenbei wurden noch mehrere kleinere Umbauten an Wohnhäusern, landwirtschaftlich und gewerblich eingerichteten Gebäuden vorgenommen. Ferner wurde in der verlängerten Bahnhofstraße durch eine Maschinenfabrik eine große Schreinerei erbaut, die bis zum nächsten Jahr ihrer Bestimmung übergeben werden kann. bedeutender Minderertrag zu verbuchen, der siih beim Stroh sowie bei den ■ Körnern bemerfbcJ macht. Als einzige ©etreibeart, bei ber stellenweiir ber Ausfall geringer war, ist ber Roggen zu nennen Die Grummeternte hielt biesmal ber VW) Heuernte bie Waage. Die abgeernteten Wiesm konnten den Anforderungen als Weideland w genügen. Befriedigendere Ergebnisse brachte a'! । D b ft e r n t e. Hier sind es vor allen Dingen di- Anwesenden. Dann hielt Pfarrer Draut von Men, di- -inen guten Ertrag lieferten A-pf-l Lich eine zu Herzen gehende Ansprache, m wel- Birnen aaben ebenfalls eine gute Mitte ernte. M eher er dieO Pflichten der Frau gegenüber Familie Kartoffelernte kann als gut angefchen « und Staat kennzeichnete. Im Anschluß daran wurde den. Die R u n k e l r ü b e n e r n t e ist befriedig ink Der grüne Knollenblätterpilz lintz OerGemeindeförster alsWiwdieb burz Mi> der Altenkir, dfrfij Zufrie. (ober k M«N, ,, , , , nfmObi - Helhelheim abmarschiert. Nach dem Eintreffen neh- ne wir an dem dortigen Festzug teil und hören in unchließend geschlossen die Rede des Führers an. JLj !Ra:o Beendigung der Führerrede ist offizieller lEdjitft der Feier, das weitere Programm wird in LPD. Altenkirchen (Kr. Wetzlar), 28. Sept. Zu der gestern schon kurz gemeldeten Verhaftung des Altenkirchener Gemeindeförsters Müller erfahren wir noch folgendes über die Vorgeschichte der Entlarvung des Wilddiebes. Seit einigen Jahren schon hegten die Pächter der Gemeindejagd von Altenkirchen den Verdacht, daß in ihrem Revier regelmäßig gewildert würde. Ihre Auffassung fanden sie auch immer wieder durch die Auffindung von verludertem Wild bestätigt. Das Rätsel schien unlösbar, wenn auch in der Gemeinde Stimmen auftauchten, die den oder die Täter kennen wollten. Es wagte jedoch niemand, bei der zuständigen Behörde eine Anzeige zu erstatten. Der Gemeindeförster von Attenkirchen, zu dessen Bezirk noch einige andere Gemeinden gehören, war von den Pächtern zum Jagdhüler bestellt worden; er besaß außerdem bis vor kurzem das Jagdrecht an der Bellersdorfer Jagd mit einigen Mitpächtern zusammen. gemeinsamer Rückmarsch nicht vorgesehen, so daß die Gießener Volksgenossen am Abend nach Belieben die Heimkehr nach Gießen antreten können. wie sie der . halt gebieten sollten. Im Benehmen mit dem Wetzlarer Kreisjägermeister Dr. H e n s o l d t wandten sie sich schließlich an das Ermittlungsdezernat für Wilddiebsachen bei der Deutschen Jägerschaft in Berlin. Von dieser Stelle wurde der Ermittlungskommissar Wilhelm Häußler, ein früherer Mitarbeiter des bekannten Berliner Kriminalrats Buß- ier tlich gemacht. Bei der Aufstellung werden die I^urrtierscheine für das Abendessen ausgegeben, freuen und Kinder nehmen am Marsche nicht teil, üüdiese ist Gelegenheit gegeben, mit der Bieberdorf, mit der Aufklärung des Falles betraut. Häußler reiste nach Altenkirchen, mietete sich in einer Gastwirtschaft als erholungsuchender F l e i s ch e r m e i st e r aus Berlin ein und begann nach den Spuren der Wilddiebe zu suchen. Sein Verdacht nahm bald in einer bestimmten Richtung greifbare Formen an. Er war bei seinem Aufenthalt in dem kleinen Ort natürlich auch mit dem Förster bekannt geworden. Sie befreundeten sich anscheinend, denn nach kurzer Zett siedelte der „Berliner Fleischer- meiffer“ als Gast in das Forsthaus über. Infolge des Berufes seines Gastes kamen dem För- knollenblätkerpilz wächst im Laubwald, besonders unter Eichen. Eine Verwechslung des grünen Knollenblätterpilzes z. B. mit dem Champignon, dem Grünling oder mit grünen Täublingen kann nur durch gröblichen Leichtsinn entstehen. Der Champignon ist leicht an den anfangs rosa, zuletzt dunkel- schokoladebraun werdenden Blättern auf der Hutunterseite zu erkennen. Eine knollige Scheide am Stielgrund fehlt ihm; der Geruch der Cyam- pignonarten ist angenehm würzig, öfters anisartig. Der im Kiefernwald vorkommende Grünling ist sofort erkenntlich an seiner mehr oder weniger gelben Farben in allen Teilen; knollige Scheide und Ring fehlen ihm gänzlich. Nach dem Bericht der medizinischen Fachkommission der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde kann eine Gabelspihe voll vom grünen Knollenblätterschwamm den Tod herbeiführen. Die Gefährlichkeit ist deshalb so außerordentlich, weil die Giftwirkung sich erst nach sechs bis vierzig Stunden, meist mit Erbrechen und Durchfall, äußert. Bei den geringsten Anzeichen einer Pilzvergiftung sollte man für sofortige gründliche Entleerung von Blagen und Darm durch Vrech- und Abführmittel sorgen, wie auch für sofortige ärztliche Hilfe. Man hüte sich vor allen ähnlichen Pilzen, die eine Knollenscheide am Stielgrund besitzen. Es gibt bei uns noch eine ganze Reihe von anderen Knollenblätterpilzarten, die zum Teil ebenfalls sehr giftig sind (Fliegenpilz, Pantherpilz usw.). üe Ereignisse des Ä. Mal 1933 und betonte, daß ierrits heute der deutsche Arbeiter zu 99 v. H. inner- der Deutschen Arbeitsfront stehe. Nachdem er iL Wirken unk) Wollen der DAF. dargelegt hni e schloß er seinem Vortrag mit einem dreifachen Seg-Heil!" auf den)Führer Adolf Hitler. Gemein- L, wurde dann dcis Horst-Wessel-Lied gesungen. rc Ortswalter der s DAF., Pg. H. Gail, dankte b i Kreiswalter fün seine umfassenden Ausführun- RCI und beschloß dhn Abend mit einer Reihe ge- Mtlicher Mitteilungen. r. Kirtorf, 28. Sept. Dieser Tage fand hier Oie Gießener Erniedankfestfeier Gemeinsame Feierstunden mit den Volksgenossen auf dem Lande. »fei eise J ’eiW fiet*. Jungen. OPEL WOCHE Wir veranstalten vom 29. Sept, bis 7. Oki. eine SONDERSCHAU MIT PROBEFAHRTEN für Opel -Personenwagen, Lieferwagen und Blitz Schnell-Lastwagen. - Nützen Sie die Möglichkeit, die bewährten Opel-Erzeugnisse zu prüfen, sie zu erproben und sich so Ihr eigenes Urteil zu bilden. MoiorwagenVerkaufsgesellschaft m.b.H. / Frankfurter Str. 52-56 / Telephon 2847 i ch iten. „ 26. t ij sür ! °l zu W u'tz als : ei bir 11# hen, fr; itde: .. Die Kenntnis dieses gefährlichen Giftpilzes ist leider noch viel zu wenig verbreitet, was durch die alljährlich wiederkehrenoen Pilzvergiftungen bewiesen wird. Der grüne Knollenblätterpilz ist dabei der Hauptübeltäter. Auf sein Schuldkonto sind die meisten tödlich ausgehenden Pilz- oergiftungen zu verbuchen, in manchen Jahren ungefähr 100 Todesfälle in Deutschland. Sein Hut ist gelblich bis grünlich, meist etwas faserig geflammt; er kann aber auch ganz weißlich vorkommen und somit Anlaß geben zu einer leichtsinnigen Verwechslung mit dem Champignon. Blätter. Fleisch und Stiel des Knollenblätterschwammes sind weißlich. Der Stiel ist zuweilen etwas gelblich-grün getönt. Das wichtigste Merkmal des Knollenblätterpilzes ist der Knollen am Stietgrund, oft allerdings ganz unsichtbar, weil er mehr oder weniger in den Boden eingesenkt ist. Die weißlichen hautfehen am Rande des Knollens umschließen in der Jugend den ganzen Pilz. Diese Jugend- formen des Knollenblätterpilzes find ganz weih und kommen ähnlich wie Boviste aus dem Boden. In feinem oberen Teil trägt der Stiel einen herabhängenden weihen Ring, welcher als Schleier die Blätter in der Jugend schützend überspannt. Der ganze Pilz wird gewöhnlich ungefähr 10 bis 12 Zentimeter breit und ebenso hoch. Der Geruch dieses gefährlichsten Giftpilzes ist honigartig sühtlch, bisweilen widerlich süh- lich, aber nicht unangenehm kartoffelkeimartig, wie das meistens angegeben wird. Der grüne ich bi : in Il.fcr gbon’,1 airchn zu fahren, bzw. gehen Frauen und Kinder y les-ndert und treffen sich mit den männlichen Volks- ie^-ssen in Heuchelheim. Mit Musik wird nach Heichelheim bekanntgegeben. Der Rückmarsch erfolgt Iesci.lossen um 24 Uhr ab Turnhalle Heuchelheim. -ei stverständlich können Frauen und Kinder schon •il’$r in Heuchelheim aufbrechen, auch ist wiederum iehgenheit geboten, die Biebertalbahn zu benutzen. Ürichträgliche Ausgabe von Quartierscheine für lbmdessen ist in der Turnhalle Heuchelheim zu hm Sonntag, 30. September 1934, feiern wir das .. . Lrrtedankfest zusammen mit der Landbevölkerung Grunfu: )e] rt- fr Ortsgruppe Heuchelheim. n her i e, uni! Sie männlichen Volksgenossen treffen sich um iaren. 0 Uhr in der Steinstraße 1 bis 50. Es wird >elenweise angetreten in der Reihenfolge Im.s 7. Die einzelnen Zellen sind durch Schilder y- ftr'iWi V' Ortsgruppe Gießen-Aord der ÄSDAp. An alle Volksgenossen der OG. Giehen-Nord. Betr.: Erntedankfest am 3 0. September 193 4. und Hecken und auch ziemlich gleichwertiger Boden vorhanden sind. — Bei der Obstoersteige- r u n g an den Provinzialstraßen wurde für den Korb Obst durchschnittlich 2 Mark am Baum ge= boten. — Gestern fand in der Arbeiterkolonie Neu- Ul r i ch st e i n die diesjährige Obstversteige- r u n g statt. Etwa 140 Bäume mit durchschnittlich gutem Behang gelangten zum Ausgebot. Durchschnittlich wurde pro Korb Tafelobst 2,50 Mark, Wirtschaftsobst 1,50 Mark und Kelterobst 0,80 Mark am Baum geboten. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 28. September. Im Kreisorte Freiensteinau ereignete sich ein tragischer Unglücks fall. Während der Landwirt Bien zu abendlicher Stunde im dunklen Stalle mit der Mistgabel arbeitete, trat, ohne daß er es bemerkte, sein fünfjähriges Töchterchen zu ihm. Als er gerade mit der Mistgabel ausholen wollte, traf er unglücklicher Weise das Kind mit einem der Zinken unterhalb des Auges so schwer, daß d i e Gabelspitze bis zum Gehirn vordrang und das Kind schwer verletzte. Das bedauernswerte Mädchen mußte sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden, wo es sehr schwer darniederliegt. Er niir Zu fein, k. fr Die ftt uch in! ftefoi den Euer je r findet J ftiejenei? rten 1 Gis wird erwartet, daß sich sämtliche Parteigenosse die Mitglieder aller Parteigliederungen und l urlber hinaus alle Volksgenossen an der Feier ! ? et lügen. Sonderzüge Wer Viebertalbahn mit Sonntagsfahrkarten. dVießen 13.20 Uhr ab Heuchelheim 17.07 Uhr 14.50 „ 18.52 „ 15.30 „ 21.07 „ 22.30 „ vganisalionsplan der Ortsgruppe Gießen-Nord. ^elle 1: Auf der Bach, Kirchenplatz, Kirchstraße, tWciiengaffe, Schulstraße, Sonnenstraße, Wetzftein- anstaltuna versehen Musiker der Gießener Reichs- wehrkapelle. An der Feier nehmen auch Abteilungen der HI. mit Spielmannszug, der SA. und des "' - r-' i von SA. und HI. ist ein Da auch seine Tätigkeit nicht zu der Aufklärung der Wilddiebereien führen konnte, wußten die Pächter ' -ebener Jagd schließlich keinen Rat mehr, Verminderung des Wildbestandes Ein- ster auch gar keine Bedenken, wenn sich der „Fleisehermeister" für Wildbret interessierte; anderes Fleisch hatte er ja selbst zur Genüge. Das bewiesen die aut ausgestatteten Pakete, die aus der Berliner Fleischerei ankamen. Der Gast fand auch Gefallen an der Jagd und wurde öfter ins Revier mitgenommen, wo in seiner Gegenwart gejagdt und Wild erlegt wurde. Von Schonzeiten hatte er offenbar keine Ahnung, zumindest kümmerte er sich nicht darum. Nach etwa achtwöchigem Aufenthalt in Altenkirchen, der nur von Ermittlungsfahrten in andere Gegenden unterbrochen war, hatte der Beamte allmählich so viel Belastungsmaterial zusammengetragen, daß es zum Einschreiten gegen die grobe Pflichtverletzung des Försters ausreichte. Häußler legte das Ergebnis feiner Ermittlungen dem Kreisjägermeister vor, der den Landrat unterrichtete. Dabei wurden noch zahlreiche Beweise für die Richtigkeit der Beschuldigung der Wilddieberei gefunden; u. a. hingen im Keller zwei Hasen, die trotz der bestehenden Schönheit geschossen worden waren, und eine Rehgeiß, die erst nach Mitte Oktober hätte geschossen werden dürfen. Die erlegten Stücke stammen nach den eigenen Angaben des Försters zum Teil aus feinem früheren Jagdbezirk in Bellersdorf und dem ihm zur Pflege und Behütung vor Wilddieben anvertrauten Altenkirchener Revier. Da infolge der Ermittlungen von Häußler auch Mitglieder der Familie belastet erschienen, erstreckte sich die Untersuchung auch auf diese. Jetzt wurden der Vater, wie bereits gemeldet, seine drei Söhne und eine Tochter verhaftet und zur polizeilichen Vernehmung ins Landratsamt nach Wetzlar gebracht. Nach dem Verhör konnten die Tochter und ein Sohn entlassen werden, während der Vater und die beiden anderen Söhne ins Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert wurden. Am Donnerstag erfolgte schließlich ihre abermalige Vernehmung durch den Untersuchungsrichter, der auch ihre Entlassung anordnete, da alle drei in vollem Umfang geständig sind und weder Fluchtverdacht noch Verdunkelungsgefahr vorliegen. c des l fk . DaM ||l| heiter« ssrap • igieruitT ireitcn. Sept.* |ePb< iW ale Ä O । ielt jU lp4R SON EN WAGEN- OPEL DER ZUVERLÄSSIGE • NUTZFAHRZEUGE: BLITZ SCHNELL-LASTWAGEN ?nkel, ben etl । ,,, । , . , — , z )’nh< dieV e r ft e i g e r u n g d e s Obstes an den Pro- ■jfj, *• i.. rt/iW CSg. mnrhon für 5TQ«rH/+»nffcnf»r+ «K !e^t> 3 e 11 e 5: Marburger Straße, Bückingstraße, Am Rooberg, Friedhofsallee, Cranachstraße, Am Wingert, Wiefecker Weg, Feuerbachstraße, Thomasstraße, Menzelstraße. Zelle 6: Gabelsbergerstr., Hammstraße, Lahn- straße, Zu den Mühlen, Bootshausstr., Wißmarer Weg, Rodheimer Straße, Schlachthofstraße, Hinter den Schießgärten, Krofdorfer Straße, Gleiberger Weg, An der Hardt, Schützenstraße. Zelle 7: Wernerwall 1 bis 35, Steinstraße 1 bis 61, Dammstraße, Schillerstraße, Im Gartfeld, Weserstraße. Heil Hitler! Thomas, Ortsgruppenleiter. Ortsgruppe Gießen-Ofl. Die Erntedankfestfeier wird von der Ortsgruppe G i e ß e n - O st gemeinsam mit den Volksgenossen von Steinbach begangen. Um 12.45 Uhr marschieren die Gießener Volksgenossen ab. Nach einem Festzug durch das Dorf zum Festplatz werden dort mancherlei unterhaltende Darbietungen folgen, bis schließlich die Rede des Führers durch Gemeinschaftsempfang gehört wird. Am Abend ist Gelegenheit zum Tanz geboten. Zum Empfang ihrer Gäste aus Gießen haben die Volksgenossen in Steinbach sich bestens gerüstet. Die Reichspost hat für die Fahrt nach Steinbach einen Omnibus eingesetzt, der um 12.30 Uhr vom Bahnhof abfahren und am Lud- wigsplatz, wie auch an der „Stadt Lich" (Licher Straße) halten wird, um eventuell weitere Fahrgäste aufzunehmen. Ortsgruppe Gießeu-Süd. Das Erntedankfest am kommenden Sonntag wird von der Ortsgruppe Gießen-Süd in Leihgestern gemeinsam mit den dortigen Volksgenossen gefeiert. Alle im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnenden Volksgenossen werden bei dieser Feier mit Bestimmtheit erwartet. Die politischen Leiter der Ortsgruppe treten um 11.45 Uhr in Uniform an der Gummifabrik Poppe zum Marsch nach Leihgestern an. Marschlustige Volks- aenossen können sich anschließen. Wer die Bahn oenutzen will, fährt mit dem Zug 12.41 Uhr nach Großen-Linden und meldet sich zwecks Erlangung einer Fahrpreisermäßigung am heutigen Freitag von 16 bis 19 Uhr in der Geschäftsstelle der Ortsgruppe, Crednerstraße 24, unter Zahlung des Fahrpreises. Die Volksgenossen in Leihgestern haben für den Empfang der Gießener Gäste gut vorgesorgt. Auf dem Festplatz werden Zelte, Tische und Bänke zur Aufnahme der Besucher vorhanden sein. Nachmittags wird aus Feldküchen Kaffee dargereicht, zu dem die Volksgenossinnen von Leihgestern wieder, wie im vorigen Jahre, mit Kuchen aufwarten werden. Mancherlei gesellige Darbietungen, darunter ein von dem Heimatdichter Georg Heß (Leihgestern) verfaßtes Heimatspiel, werden die Festgemeinde unterhalten, bis die Stunde der Uebertragung der Rede des Führers vom imüalstrahen statt. Es wurden für Wirtschaftsobst 1,5 bis 2,60 Mark erzielt, Tafelobst kostete 3 bis -UH . / Nark pro Korb. Auch für Birnen wurden be- se ei;;, (riiDigenbe Preise gezahlt. Appenrod, 28. Sept. Die Feldberei- 's en? Übungsarbeiten sind hier zur Zeit in vollem i die! (graae. Nachdem die Parzellenvermessung vor eini- •e Chi. gei Zeit durchgeführt war, ist die Feldbereinigungs- üabtil: kouinission seit gestern mit den Bonitierungsarbei- mann lei beschäftigt. Die Zuteilung der neuen Stucke soll hei-its im Winter 1935/36 erfolgen. Im Gegensatz hinderen Gemarkungen ist die hiesige Gemarkung om i , intern leichter zu bereinigen, weil wenig Berge WeH \ (trete, Wetzsteingasse. & 11 e 2: Brandgasse, Brandplatz, Hundsgasse, iSiLgleiberg, Kaplaneigasse, Lindengasse, Lindenplatz, IM^Bäue, Marktlaubenstraße, Walltorstraße 1 bis JJJT« lU^-chloßgasse, Zozelsgasse. fas He 3; Hitlerwall, Gutfleischstraße, Wiesen- £i Ikte, Zeppelinstraße, Diezstraße, Senckenbergstr., L 'mit Äpiograf - Philipp - Platz, Landgrafenstraße, Brau- Walltorstraße 15 bis Ende. W frZ-e II e 4: Asterweg, Steinstraße 62 bis Ende, w! «Shbttstraße, Wernerwall 36 bis Ende. Ederstraße. r W j " [Ml ilftei*: ,iefer Buckeberg gekommen sein wird. Die Rede des Führers wird durch Gemeinschaftsempfang angehört. Für das Abendessen werden Quartierkarten gen der HI. mit Spieli ausgegeben, in deren Besitz die Gießener Besucher BDM. teil. Abgesehen Gäste der Leihgesterner Volksgenossen sind. Nach----:-r----tÄ---e-----r- dem Abendessen wird Gelegenheit zum Tanze gegeben sein. Den musikalischen Teil der ganzen Der- Nachdruck verboten! 1. Fortsetzung. „Wiedersehen!" Die Frau blickte mißtrauisch hinter dem jungen Mädchen her. Dann ging sie schnell hinein in die warme Stube, wo ihre zwei pausbäckigen Buben Habseligkeiten befanden. Jetzt konnte sie aber diese Last kaum noch tragen. Und nun wurde es auch schon dunkel um sie. Und sie hatte noch ein ganzes Stück durch den Wald zu ‘ laufen. Käthe war durchaus nicht furchtsam. Aber in einer unbekannten Gegend ganz allein in der Dunkelheit durch den Wald gehen, das brachte doch ein angstvolles Gefühl in ihr auf. Aber dann dachte sie: Der liebe Gott ist immer bei mir! Und sie schritt weiter. Immer weiter — und kam in das große Dorf. Hohe, neue Häuser standen gleich zu Anfang — eine ganze Reihe. Und es sah auch sonst sehr gepflegt aus. Käthe sah es trotz der Dunkelheit im Schein der Laternen. Sie fragte eine freundliche Frau nach dem Weg zum Bahnhof und erhielt Bescheid, daß der nächste Querweg dahinführe. So an fünf Minuten noch! Käthe Randolf war froh. Und sie spürte einen furchtbaren Hunger. Ob sie sich etwas zu essen kaufte, wenn sie etwa lange auf den Zug warten mußte? Auf den Zug, der sie in die Hauptstadt, nach Berlin bringen sollte!? Nein! Es war doch vielleicht besser, sie wartete noch mit einer Geldausgabe. Auch mußte sie erst wissen, wieviel die Fahrt kosten würde. Wenn sie noch ein paar trockene Brötchen erstand, dann würde sie es aushalten. Und Käthe kaufte dicht am Bahnhof in einem Bäckerladen noch ein paar Semmeln, und sie war ganz glücklich, als sie die Uhr sehen konnte, die über der Tür hing. Zehn Minuten nach 17 Uhr war es! „Wissen Sie vielleicht, wann der nächste Zug nach Berlin geht, Frau Meisterin?" fragte sie leise. Ein Blick nach der Uhr, die eingebettet in Fettpolster am Handgelenk der Frau saß. Dann kam die Antwort — ölig, langgezogen: „Ja, in einer halben Stunde!" „Ich danke Ihnen sehr — ich bin hier fremd. Auf Wiedersehen!" Und so fuhr sie nach Berlin. Fuhr voller Hoffnungen und voll von grenzenlosem Vertrauen in die große unbekannte Stadt, die ihr Arbeit und Brot schenken würde. Und sie hatte keine Ahnung, daß es dort schon viele Tausende von Menschen gab, die auch schon lange auf Arbeit warteten und auch hungerten. In einer Art wohligem Dämmerzustand fuhr sie dahin. Und dann war sie wohl gar ein bißchen eingeschlafen, denn eine gutmütige Stimme klang: „Heda, Fräuleinchen, die Fahrkarte, bitte! Dann können Sie ja weiterschlafen." Und Käthe reichte ganz verlegen die Fahrkarte hin, die sie bisher krampfhaft in der Hand gehalten hatte. Auf der nächsten Station stiegen zwei Herren ein. Ein großer, dunkler, und ein schlanker, blonder. Der Blonde lachte laut auf, ließ sich auf die Bank fallen, sagte: „Uff! Der Tante Bredow und ihren schnatternden Töchtern wären wir entwischt. Puh — das hätte ja zu allem andern Pech noch gefehlt! Meinst du nicht, mein lieber Arndt?" Der Große, Dunkle lachte nicht. Er sagte nur mißmutig: „Was du da wieder angestellt hast! Frau von Bredow hat uns sicher gesehen." „Bestimmt hat sie das! Aber in der dritten Klasse vermutet sie uns nicht. Sie wird glauben, sie hat Gespenster gesehen. Das hätte ja noch gefehlt! Seit drei Jahren macht sie Jagd auf mich, und immer wieder bin ich ihr entwischt. Ich will nun mal nicht in die Familie. Lieber laß ich mich totschlagen." „Udo!" Der Ruf sollte den Blonden warnen, denn man war doch schließlich nicht allein im Abteil. Der lachte aber noch immer vergnügt, hatte längst das kleine ängstliche, armselige Geschöpfchen in der Ecke geWeihnachtsschnitzereien machten. Käthe aber ging zum Bahnhof. Jetzt spürte sie die schmerzenden Füße kaum noch. Sie würde sich in der Bahnhofshalle schön ausruhen, und dann wurde sie im warmen Wagen sitzen. Und vielleicht würde sie sogar ein bißchen schlafen können. Und sie saß dann still in der Wartehalle und aß " d eine Bauersfrau sah ihr ganz | erstaunt zu, wie die trockenen Semmeln so schmecken konnten. Aber sie dachte gar nicht daran, dem Mädel- chen ein Stück Wurst zu schenken, und sie hatte doch so viele schöne Würste in ihrem Tragkorb, der prall gefüllt vor ihr stand. Dann wurde der Schalter geöffnet, und Käthe erstand ihre Fahrkarte. Sie war ja ein bißchen zusammengefahren, als sie den Preis hörte, aber dann war sie doch froh, im Besitz der Karte zu sein. Ski« M MM Vornan von Gert Gothberg Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). Käthe lief viele, viele Stunden. Dann war sie aber zum Umfallen müde, und sie hatte dann auch. un^ [je saß dann noch die Entfernung bis zum nächsten Ort unter-1 jhre Semmeln. Und schätzt. Eine Uhr besaß sie nicht. Die^urmuhren der | erstaunt au, wie die verschiedenen Ortschaften waren bisher immer maßgebend für sie gewesen bei dieser weiten, herrlichen Wanderung. Der Koffer war auf einmal so schwer. Unendlich schwer war er. Und es war doch noch immer der Koffer, den sie heute früh mit auf die Reise genommen hatte, und in dem sich ihre wenigen streift und dachte nun gar nicht daran, sich zusammenzunehmen. Die Herren setzten sich, und der große Dunkle musterte unauffällig das feine, schmale Gesicht des Mädchens. Und dann wandte er sich ab. Fast lag es wie ein stilles Bedauern um seinen Mund. Udo von Bodenstein erzählte vom letzten Pferde- „Jock'ei Molander war einfach fabelhaft. Na, Stall Windstorp hält den fest, das ist sicher. Der Kerl muß gut verdienen. Na, ja — muß er! Kann sich eben doch eines Tages sein Genick brechen. Diese Aussicht hat er wenigstens vor jedem Rennen." Arndt von Berken schien das Gespräch auch zu behagen. Pferde — das interessierte ihn immer. Und die Herren plauderten. Käthe aber tat, als ob sie schliefe. Aber sie hörte jedes Wort. Sie hörte jedoch hauptsächlich bie tiefe Stimme des hochgewachsenen Herrn, der so sachlich und kurz von verschiedenen Pferden sprach. Es gab Fachausdrücke, die sie nicht verstand. Und auch gar nicht verstehen wollte. Sie wollte nur diese Stimme hören, die unsagbar beruhigend wirkte. Schützend klang diese tiefe, schöne Männerstimme. Und Käthe wußte nicht, daß der Blick des Herrn immer wieder ab und zu auf ihr ruhte, und daß er auch mit leisem Bedauern das dünne Mäntelchen streifte, das da neben dem Mädchen hing. Die Herren fuhren auch nach Berlin. Käthe entnahm es dem Gespräch. Sie hörte jetzt auch genau hin. Denn vielleicht konnte sie ein bißchen aus dem Gespräch lernen, soweit es Berlin anbetraf. Sie war doch gar so unbekannt und fremd. Aber die Herren sprachen vom Hotel „Kaiserhof", und da dachte Käthe, daß sie in einem solchen vornehmen Hotel niemals wohnen konnte. Sie hatte doch nur einige Mark bei sich. Der blonde Herr beugte sich auf jeder Station hinaus. Dann kam er wieder mit enttäuschtem Gesicht zurück. Einmal sagte er: „Die Tante Bredow scheint wirklich mit sämtlichen fünf Töchtern nach Berlin zu fahren. Und ich hatte mich der Täuschung hingegeben, daß sie einen ihrer gefürchteten Besuche in einer der einige Stationen von ihrem Gute entfernt wohnenden Familien machen wolle. Wie sollen wir denn in Berlin aus dem Zug kommen? Sie stellt uns ja — und wir werden sie nicht mehr los. Du wirst sehen, Arndt, die werden wir nicht wieder los. Und nun hab' ich ausgerechnet dich im Schlepptau! Dich! Sie hat mir längst in den Ohren gelegen, dich mit nach Bredow zu bringen. Immer hab' ich's abgelehnt mit der sachlichen, wahrheitsgemäßen Begründung, daß du dich nirgends hinschleppen läßt. Sie war schwer verschnupft. Sie kennt deine finanziellen Verhältnisse genau, und nun kannst du dir denken, wie da einer Mutter, die fünf Töchter zu versorgen hat, zumute ist. Aber du nimmst ja doch keine von den Mädels. Wenn nicht mal mir eine imponiert! Die sind mir alle viel zu robust. Ich liebe etwas Feines, Zartes, Liebes, was man maßlos v,erwöhnen und vech t- scheln 'kann. Nicht solche selbstsichere und rob» l Trampel!" ‘ , „Udo!" ! Der wippte vergnügt auf der harten Bank und nieder. Dann sagte er: „Laß mich doch! Du ninsimst die Bredows stimmt nicht. Du mit deinem^ verwöhnten Geschn, Ob nicht schon ein Damenschuh dich meilenweit f( treiben könnte! Ich weiß doch Bescheid! Wenn! Schuh nicht klein und elegant ist." Ein kleiner Fuß im groben, hohen Schnürsties chen kroch ganz an die Bank, auf der seine Besitze saß. Käthe Randolf wurde immer kleiner, schny in ihrer Ecke. Und krampfhaft hielt sie die 2fa geschlossen. Sie sollten weiterhin denken, daß' ganz fest schlafe. Und der Zug brauste durch die Nacht. Dielle, kam schon bald Berlin. Dann würden die fier aussteigen. Licht und Frohlaune würden sie umgei — und ein verlassenes Menschenkind würde < auf dem Bahnsteig stehen, würde nicht wissen, wo- es sich zuerst wenden solle. Und sie, Käthe Ran-r würde nie wieder die schöne, tiefe Stimme Ijöm die sich wie ein warmes Trostwort in ihr senkte. Wenn doch die Fahrt nach Berlin noch recht lon, dauern würde! Noch recht, recht lange! „Wie lange hast du dir eigentlich Urlaub gen^ men, lieber Arndt?" Udo von Bodenstein fragte es und besah interessiert des Freundes eleganten grauen Sei!» binder, der ihm ausnehmend gefiel. „Urlaub? Gar keinen! Ich bleibe, solange esq gefällt. Jetzt im Winter kann ich ja sehr gute kommen, und Brigitte macht ja alles nach meng Wunsch. Die wird mit der ganzen Bande frat, fertig." Er ist verheiratet!, dachte Käthe: eine große T--:, rigkeit war in ihr. Aber sie wußte das viell^ nicht einmal. Sie wußte nur, daß diese Fahrt ha» lich war, weil der hochgewachsene Fremde mitJmi schönen, tiefen Stimme da war. Und was für gcc-, durchdringende Augen er hatte! Wenn sie ihnkh noch einmal genau ansehen könnte! Ob sie es wM> Käthe öffnete die Augen — und sah mitten birst in die großen, dunklen, durchdringenden Mämm äugen, die ihr bis in bie Seele drangen. Erschaum) schloß sie die ihren wieder. Arndt von Berken aber starrte plötzlich finfttr r Boden. Udo von Bodenstein griff nach dem Handkosft aus braunem Juchten. „In fünf Minuten sind wir auf dem AniM Bahnhof. Und dann raus und durch die Spem wenn wir nicht doch noch der Tante Bredow in I ausgebreiteten Arme laufen wollen." (Fortsetzung folgt!) Haupt-Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6 Tel. Nr. 3868. Schriften kostenlos IBei Nieren-, Blasen-und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker Frequenz 1 9 3 3: 17200 Mr geben hiermit unsere Vermählung bekannt Adolf Grämlich und Frau Fmchen, geb. Hofmann Gießen Modheimer Str. 49), den 30. September 1934 ____________________________________________________________________________04650 Heinrich Grau Linny Grau, geb. Fißler Vermählte Neustadt 13 Lessingstraße 5 Gießen, den 30. 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September 1934 h iv >' '.. < ■ • ■ . ■ -EM f K Reicher Segen füllt die Säcke. Wer jetzt über Land gehen kann, vielleicht Tage eines späten Urlaubs genießen darf und über die Berge und durch die Täler unserer oberhessischen Heimat streift, dem muß das Land wie verzaubert erscheinen. Das Licht der Sonne liegt in weichem Glanze über Wäldern und Feldern — die Bäume des Laubwaldes beginnen sich zu verfärben, und wenn sie auch noch nicht im goldverbrämten Farbenkleid des späten Herbstes prangen, so lassen sie doch schon ahnen, daß die Natur zur Ruhe zu rüsten beginnt. Die ersten dürren Blätter rascheln zu Füßen. Im Walde ist überall tiefe Stille. Anders auf den Feldern. Nicht etwa, daß es da übermäßig laut herginge — nein! — aber viel Leben herrscht in diesen Tagen auf allen Aeckern, denn die Zeit der Kartoffelernte ist gekommen und damit eine Zeit, in der Bauer und Bäuerin, Knecht und Magd, die Großeltern oft und die Kinder den ganzen Tag über im Felde sind und hart arbeiten müssen. Der Bauer ist sich dessen bewußt, daß er sich — gegenüber dem Städter — als sein eigener Herr auf eigenem Grund und Boden betrachten darf. Mancher Städter wird ihn darum vielleicht beneiden. Sicherlich aber wird der Spaziergänger den Landmann nicht beneiden, wenn er sieht, wie gerade jetzt auf den Feldern körperlich schwer gearbeitet werden muß, um die Ernte einzubringen, für die der Bauer im Sommer so viel bangen mußte. Die größte Sorge' ist nun aber vorbei, denn die Ernte ist in vielen Teilen unseres oberhessischen Landes besser, ja mancherorts sogar mengenmäßig sehr gut ausgefallen, so daß der Bauer mit einer gewissen Freude am Werke ist. Kartoffelernten ist ein schlichte Arbeit. Alt und jung, meist die ganze Familie, soweit sie der körperlichen Arbeit gewachsen ist, arbeitet in einer Reihe nebeneinander. Jedermann hat den Karst in der Hand, der zunächst vorsichtig hinter dem einzelnen Kartoffelstock angesetzt und dann leicht durchgezogen wird (damit die Knollen nicht verletzt werden). Der Stock wird ausgerissen, und schon rollen die erdfeuchten Knollen in die Furche. Die Bauern gehen dabei nicht alle gleichmäßig vor. Wohl die meisten unserer Bauern arbeiten mit dem Karst und mit der Hand; auf größeren Höfen jedoch hat die Kartoffelerntemaschine längst Eingang gefunden. Wieder andere Landwirte stürzen die .Kartoffelfurche mit dem Pflug. Auf feuchten Böden werden die Kartoffeln meist noch etwas liegen geilassen; die Sonne hilft in diesen Tagen rasch trocknen. Vielfach werden die Kartoffeln auch gleich in 'Säcke gefüllt, und hinter den Arbeitenden entsteht idann jene typische Sackreihe, die dem Beobachter 'schon von weitem verrät, daß die Kartoffeln ge- । erntet werden. Gegen Abend sährt dann der kurze, > gedrungene Wagen an, und es wird aufgeladen. ! Das gibt oftmals schwere Fuhren, und die Räder i knarren tn den Achsen. Der Bauer und seine Helfer sind gewohnt, kräftig i zuzugreifen, wenn Erntearbeit zu leisten ist. Der !Tag beginnt dann sehr früh und endet spat. Wqh- Den ganzen Tag bücken — harte Arbeit auf dem Kartoffelfeld. OieLagb im Oktober Hirsches zu Ende geht, tritt das Damwild tn Die Brunft. Am 1. Oktober beginnt -in Hessen bie Schußzeit für weibliches Rehwild, in Preußen am 16. Oktober. Es wird hoffentlich in diesem Jahre zum letzten Male sein, daß diese dauernd Verwirrung schaffenden verschiedenen Schußzeiten bestehen. Wenn am 1. April die Jagdgesetzgebung der Lander aufhört, werden die Jäger endlich die gleichen Schußzeiten haben, für die sie schon so lange kämpfen. Zum ersten Male erfolgt in diesem Jahre der Abschuß nach einem bestimmten, vorgeschriebenen Der edle Hirsch, der König des deutschen Waldes, hat seine hohe Zeit. Das Schreien der Hirsche in kalter Herbstnacht ist Musik für das Jägerohr. Der Abschuß erstreckt sich in diesem Jahre fast ausschließlich auf „Abschußhirsche", deren Erhaltung nicht im Interesse des Wildstandes liegt. Dem Abschuß von Kahlwild, der am 16. Oktober beginnt, ist seitens der Jagdbehörden besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden. Die Frage der Erhaltung eines gewissen Rotwildstandes in unseren Wäldern bei möglichst geringem Feld- und Waldschaden hängt aufs engste mit einem ausreichenden Abschuß von Kahlwild zusammen. Ein gesunder Bestand an guten Hirschen, an denen der Weidmann seine Freude hat, ist das Ziel der neuen jagdlichen Gesetzgebung, nicht die Heranzucht großer Bestände von Kahlwild. m Wenn gegen Monatsmitte die Brunft des Rothirsches zu Ende geht, tritt das Damwild tn die „Heut will ich suchen, morgen aehts ans Treiben, Und übermorgen winkt der Vogelherd, O könnt es Herbst im ganzen Jahre bleiben, Dann hätt' ich alles, was mein Herz begehrt." Der Herbst beginnt, die Hauptjagdzeit des Jahres steht vor der Tür. Plan. Kugelschuß und Planabschuß, dabei zahlenmäßige Festlegung auf eine bestimmte, dem Bestand angepaßte Abschußzahl, der Erfolg noch nicht zweier Jayl'e, der Wunsch vieler weidgerechter Jäger, um den sie gerade in Hessen vergeblich zu kämpfen schienen. Die Zeit der Rehschlachten, des Ausschindens der Jagden im letzten Pachtjahr, der hemmungslosen Grenzjägerei sind vorüber. Wem es nicht gefällt, der mag der Jagd den Rücken kehren. Gewarnt seien die, welche glauben, heimlich sündigen zu können. Es sind bereits Jagdscheine entzogen und ihre Inhaber damit aus dem Kreise der deutschen Jägerei ausgeschlossen worden. Auch beim Rehwildabschuß geht in vielen unserer Reviere das Bestreben derjenigen Dienststelle, die den Abschuß festsetzte, dahin, den Bestand an Ricken herabzusetzen und den an Böcken zu heben. Die Sucht danach, möglichst viel an die Wand zu hängen, hat zu einem übertriebenen Bockabschuß geführt, während sich die Ricken der Mißachtung vieler Schützen erfreuten. Die Folge sind Bestände mit völlig falschem Geschlechtsverhältnis. Weiter hat es dazu geführt, daß in manchen Revieren Bestände vorhanden . find, die aus Gründen des Waldbaues verringert werden müssen. Es wird daher erwartet, daß der festgesetzte Abschuß tatsächlich durchgeführt wird. Wer einmal damit begonnen hat, im herbstlichen Wald dem schwachen Kitz, der alten Ricke ahne Kitz eine saubere Kugel anzutragen, der wird, wenn er wirklich Jäger ist, auch daran bald Freude haben und seinen Stolz darin suchen, seinen Abschuß ohne Fehler und ohne verludertes ober krankes Wild durchzuführen. Am 1. Oktober beginnt in Preußen die Schußzeit des Hafen. Hessen läßt dem braven Mümmelmann noch bis 16. Oktober Ruhe. Die Hasenstrecke Die gefüllten Säcke warten auf den Wagen ... wird dieses Jahr sicherlich gut werden. Gewarnt sei vor dem Unfug, größere Mengen Hasen schon in den nächsten 2 bis 3 Wochen abzuschießen. Der Berliner Wildhandel hat im Vorjahre schließlich die Abnahme der „Häschen" verweigert, weil sie noch nicht zu verwerten waren. Das ist Versündigung am Volksvermögen. Der Abschuß des Niederwildes ist zahlenmäßig nicht geregelt. Es sieht aber das Gesetz vor, daß er dann eingeschränkt oder gar eingestellt werden kann, wenn der Revierinhaber die Jagd übermäßig und damit unwaidmännisch ausübt. Diese Einschränkung kann und soll vor allem auf das Folgejahr übertragen werden. Zu solch un- waidmännischem Jagen zählt es, wenn fortgesetzt die Suchjagd auf Hasen ausgeübt wird, wenn gar dann noch eine Treibjagd folgt, wenn dasselbe Revier mehrmals getrieben wird, ober wenn der Hasenabschuß vorwiegend auf dem Anstand, mög» lichst noch am Walde des Nachbarn, sich abspielt. Derartige, an dieser Stelle schon immer angeprangerte Dinge müssen aufhören, wenn das Weidwerk so betrieben werden soll, wie die nationalsozialistische Auffassung von der Stellung des Jägers zum Wilde es verlangt. Die Hühnerjagd kann noch ausgeübt werden. Ihr Ausfall entsprach so wenig den Erwartungen, daß es besser wäre, den noch vorhandenen Bestand zu hegen. Am 1. Oktober beginnt auch die Jagd auf den Fasan. Im Gegensatz zum Huhn scheint der Fasan den Sommer besser überstanden zu haben. Die Revierinhaber, in deren Reviere durch den Verein „Hubertus" Fasanen ausgesetzt wurden, wissen sehr Erfreuliches zu melden. Auch in anderen Revieren hat der bunte Vogel sich eingestellt. Das Mindeste, was nun von jedem Jäger verlangt werden sollte, ist zunächst noch grundsätzliche Schonung der Hennen und Fütterung. Wer dagegen verstoßt, gehört an den Pranger, denn er handelt nur zu seinem Eigennutz. Das gilt vor allem für diejenigen, die noch nie etwas für die Einbürgerung und Erhaltung des schönen Wildes getan haben. Sie säen nicht, aber sie ernten meist um so gründlicher. Die Waldschnepfe ist auf dem Zuge nach Süden, gegen die im Frühjahr verpönte Suchjagd ist jetzt nichts einzuwenden. Auch die Enten sind auf dem Zuge. Die Erpel tragen wieder ihr Prachtgefieder. Das sollte dem Weidmann Veranlassung geben, die Ente zu schonen und nur Erpel zu schießen. Denn der Entenbestand hat in diesem Jahre nach vielseitigen Meldungen unter dem Austrocknen der Gewässer wieder stark gelitten. Grimbart, der Dachs, ist feist. Wo er gegraben werden soll, beginnt man bald. Sein Bestand ist in unseren heimischen Revieren meist so, baß einer unbebingten, völligen Schonung nicht bas Wort gerebet werden kann. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, daß die Verwendung jeglicher Tellereisen durch das Reichsjagdgesetz bei Androhung empfindlicher Bestrafung verboten worden ist. In sehr vielen Revieren war Kartoffelernte auf heimatlichen Feldern. Von den Flammen geht — man wird sich als | Junge nur selten darüber klar — ein fast dämonischer Zwang aus. Man muß sich der eigenen Jugend entsinnen, um zu wissen, wie man in die Flammen starrte und das geschäftig züngelnde Element mit den Augen und mit offenen Sinnen verfolgte. Mit welch differenzierten Gefühlen stand man doch als Junge vor der hemmungslosen Gewalt des Feuers. Und vielen Erwachsenen geht es nicht viel anders noch heute. Manche Kartoffel, in rascher Nachlese in den Furchen gefunden, wandert in das Feuer und wird später mit schwarzverkohlter Schale, geröstet, mit großer Geschicklichkeit und aller Vorsicht wieder aus der glühenden Asche gelotst. Geröstete Kartoffeln aus dem Kartoffelfeuer auf dem Feld können besser । schmecken als der beste Braten. — Erst wenn die Sonne hinter den Hügeln verschwun-1 den ist und der Abend hereinbricht, wenn es kühler wird und die Feuer kleiner und kleiner flackern, i um schließlich ganz zu verlöschen, wird es stiller auf den Feldern. In den Dörfern werden bann die schweren Säcke abgeladen, und wenn das Vieh und das Haus versehen sind, dann erst finden der Bauer und feine Angehörigen, finden Knecht und Magd die wohlverdiente Ruhe ... rend in den letzten Furchen noch gejätet und gehackt wird, stehen schon wieder Pflug und Egge bereit. So ist die Zeit der Kartoffelernte für den Bauern immer harte Zeit der Arbeit, der Erfüllung, aber auch des verdienten Lohnes. Nur eine Frage wird im Geiste immer wieder erwogen: „Wie werden sich die diesjährigen Kartoffeln auf dem Lager halten!?" Eine sehr wichtige Frage! — Die Kartoffelernte hat aber auch eine romantische Seite. Zwar die Alten sehen nüchterner, die Jugend aber ist, wie Jugend zu jeder Zeit, mit Begeisterung beim Kartoffelfeuer. Lange Rauchfahnen, von der kühleren abendlichen Luft dicht am Boden gehalten, wehen über das Land. Der herbe Geruch ist überall spürbar. Ja, selbst im Walde mischt er sich mit dem Duft der Tannen und Fichten. Ei.y rechter Junge wird am Kartoffelfeuer nicht fehlen. Die Mädchen interessiert das nach einer alten Erfahrung weniger. Kartoffelkraut verbrennen ist auch eine ausgesprochene Jungensarbeit. Da schleppen sie denn das Kraut herbei, und wenn der Haufen hoch genug ist, dann wird er — schönster Augenblick — in Brand gesteckt. Weißer und gelblicher Qualm steigt in dichten Schwaden auf, und je größer der Qualm ist, desto größer ist die Freude der Jungens. Die Jugend umlagert das Kartoffelfeuer. •• Heimkehr am fpütea Abends L». ihre Verwendung selther üblich. Es wird den Revierinhabern angeraten, ihr Aufsichtspersonal ausdrücklich auf die Bestimmung des Gesetzes hinzuweisen, damit beiden Teilen Unannehmlichkeiten er- spart bleiben. Der Mäusebussard hat vom 1.Oktober an Schußzeit. Diese sollte aber so aufgefaßt werden, daß nur solche Stücke abgeschossen werden, die besondere Hinneigung zu Hühner- und Fasanenfütte- rungen zeigen. Sonst ist ein Abschuß, der unter anderen Umständen verständlich sein könnte, tn diesem mäusereichen Jahr kaum zu vertreten. Vertrauensvoller wie sonst meist, kann der Jager dieses Mal dem Winter entgegensetzen, denn die Eichen tragen reiche Mast. Was aber trotzdem vor allem sofort geschehen muß, wenn es seither unterblieb, ist die Anlage oder Beschickung der Fasanen- sütt-rung-n. Hubertus. Das neue Gtraßenverkehrsrecht. Am 1.Oktober 1934 tritt die neue Reichsstraßenverkehrsordnung in Kraft. Damit wird der verwirrenden Vielheit von Vorschriften, die auf dem Gebiete des Verkehrswesens bestanden und gerade hier besonders drückend empfunden wurden, ein Ende bereitet, und an Stelle dieser Rechtszersplitterung tritt eine einheitliche Regelung für das gesamte Reichsgebiet. Landesrechtliche Vorschriften über den Straßenverkehr treten außer Kraft, und auch in Zukunft sind landesrechtliche Sondervorschriften auf diesem Gebiet nur in ganz beschränktem Umfang möglich, „soweit die Reichsstrahenverkehrsord- nung oder die zu ihrer Ausführung erlassenen Anweisungen es zulassen". Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß von der an sich schon verhältnismäßig geringen Möglichkeit, solche Sonderregelungen zu treffen, nur in Ausnahmefällen, wo es durch besondere örtliche Verhältnisse notwendig ist, Gebrauch gemacht und so die Einheitlichkeit des neuen Straßenverkehrsrechts nicht beeinträchtigt wird. Eine weitere und besonders bedeutsame Vereinheitlichung des Verkehrsrechts liegt darin begründet, daß die nunmehr geltenden Vorschriften über das Verhalten im Verkehr für alle Verkehrsteilnehmer gleichmäßig gelten. Die seither hinsichtlich der Anforderungen an das Verhalten im Verkehr übliche Unterscheidung zwischen Kraftfahrzeugführern einerseits und den übrigen Verkehrsteilnehmern anderseits ist weggefallen, und es ist demgemäß die Kraftfahrzeugverkehrsverordnung nebst einigen weiteren Verordnungen mit Wirkung vom 30. September l.J. außer Kraft gesetzt. Der schon seit langem erhobenen Forderung der Kraftfahrer, daß für alle Verkehrsteilnehmer gleiche Pflich- t e n bestehen sollen, ist damit Rechnung getragen. Im Uebrigen will die neue Straßenverkehrsordnung, wie aus dem dem Gesetzestext beigefügten Vorwort hervorgeht, eine einfache und großzügige Regelung des Verkehrs geben, eine Regelung, die der namentlich durch die Entwicklung des Kraftfahrzeugs hervorgerufenen Wandlung des Straßenverkehrs gerecht wird und dem technischen Fortschritt dient. Sie will „das Verhalten im Verkehr und die Verkehrsbewegung regeln, ohne durch unübersehbare und doch für die Vielfältigkeit des Lebens niemals ausreichende Einzelvorschriften den Verkehr zu hemmen und einzuengen". Wie sehr ihr dies gelungen ist, zeigt eine Betrachtung der Vorschriften über das Verhalten im Verkehr. die an dieser Stelle wohl allgemeinerem Interesse begegnen und daher einer näheren Betrachtung unterzogen werden sollen. In wenigen Einzelbestimmungen mit einfacher, sedem verständlicher Sprache Notwendige gesagt. Als Grundregel ist i i § 25 bestimmt: „Jeder Teilnehmer am öffentlichen Verkehr hat sich so zu verhalten, daß er keinen anderen schädigt oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt". Im Folgenden sind dann noch die für jede Verkehrsregelung unbedingt nötigen Anordnungen getroffen. Hinsichtlich des Ausweichens, des Einbiegens in andere Straßen und des Ueberholens ist es im Wesentlichen bei der seitherigen Regelung (rechts ausweichen und links überholen, einbiegen nach rechts in kurzem, nach links in weitem Bogen, usw.) verblieben. Reu ist, daß eine Verpflichtung, die äußerste rechte Seite des Weges einzuhalten, nur noch für unübersichtliche Strecken gilt. Neu ist ferner, daß beim Ueberholen der E i n - geholte verpflichtet ist, zu erkennen zu geben, daß er bereit ist, sich überholen zu lassen, z.V. durch entsprechendes Winken mit dem Arm. Den von Seiten der Kraftfahrer gegenüber der letzteren Vorschrift geäußerten Bedenken, daß dadurch eine weitere, namentlich bei lebhaftem Verkehr fühlbare Belastung des Kraftfahrers erfolge, wird man entgegenhalten müssen, daß dieser Vorschrift auch durch entsprechendes Verhalten, z. B. deutliches Platzmachen oder Minderung der Geschwindigkeit, Genüge geleistet werden durfte. Eine Umgestaltung hat vor allem das Vorfahrtsrecht erfahren. Zwar besteht auch jetzt noch der Grundsatz, daß an Kreuzungen und Einmündungen bevorrechtigt ist, wer von rechts kommt. Es ist aber eine ganz wesentliche Ein- schränkung dieses Grundsatzes insofern gemacht, als Kraftfahrzeuge und durch INaschinenkraft ange- triebene Schienenfahrzeuge die vorfahrt vor anderen Verkehrteilnehmern haben. Diese beiden Arten von Fahrzeugen genießen also hinsichtlich des Vorfahrtsrechts eine Bevorzugung vor allen anderen Verkehrsteilnehmern; und wohl mit Recht, denn es ist den übrigen, langsamer sich fortbewegenden Verkehrsteilnehmern (Fuhrwerke, Radfahrer usw.) eine Rücksichtnahme auf die größere Schnelligkeit der Kraft- und Schienenfahrzeuge durchaus zuzumuten. Außerdem ist die Unterscheidung zwischen Hauptverkehrswegen und Wegen anderer Ordnung weggefallen. Allerdings kann durch besondere amtliche Verkehrszeichen eine andere Regelung getroffen werden, und es können so bestimmte Straßen, für die Vorfahrt gelten soll, als solche bezeichnet werden. Hierzu dürften noch Durchführungsbestimmungen zu erwarten sein. Besonders zu beachten ist, daß die eben erwähnten Vorschriften über das Vorfahrtsrecht nicht am 1. Oktober l. I. in Kraft treten, sondern erst am 1. Januar 19 3 5. In den folgenden Vorschriften sind über die Verpflichtung, eine Richtungsänderung oder ein Anhalten den übrigen Verkehrsteilnehmern vorher anzuzeigen, über die amtlichen Verkehrszeichen und die Zeichengebung der Polizeibeamten, über die Beleuchtung der Fahrzeuge bei Dunkelheit und starkem Rebel, sowie schließlich über die Ladung von Fahrzeugen Bestimmungen getroffen, die im Wesentlichen dem seitherigen Rechtszustand entsprechen. Vemerkenswerl ist an dieser Stelle, daß nunmehr auch für geschlossene Abteilungen bei Dunkelheit oder starkem Rebel eine Veleuch- tungspflicht besteht, wenn sie nicht durch andere Lichtquellen ausreichend beleuchtet sind. Ausfallen wird, daß in der neuen Verkehrsordnung, im Gegensatz zu der nunmehr außer Kraft tretenden Kraftfahrzeugverkehrsordnung, keinerlei Bestimmungen enthalten sind über H ö ch st g e - schwindigkeiten. Eine Festsetzung solcher Höchstgeschwindigkeiten konnte aber mit Rücksicht auf die oben wiedergegebene Grundregel des § 25 der Verkehrsordnung entbehrt werden, aus welcher u. a. sich auch ergibt, daß nur mit solcher Geschwindigkeit gefahren werden darf, daß der Fahrer immer in der Lage bleibt, den Verpflichtungen, die ihm die Rücksichtnahme auf die übrigen Verkehrsteilnehmer auferlegt, nachzukommen und eine Schädigung oder Gefährdung derselben zu vermeiden. Notfalls können durch Polizeiverordnungen hier Einschränkungen gemacht werden. Den eben erörterten Vorschriften über das Verhalten im Verkehr sind solche über die Zulassung zum Verkehr vorangestellt, und zwar sowohl hinsichtlich der Per- onen, als auch der Fahrzeuge. Hervorzuheben ist hier, daß den Verwaltungsbehörden die Möglichkeit eingeräumt ist, Personen, die sich als ungeeignet zum Führen von Fahrzeugen ober Tieren erwiesen haben, die Führung zu entziehen, oder ihnen die notwendigen Bedingungen aufzuerlegen. Festgehalten ist für die Führung von Kraftfahrzeugen, ausgenommen solche bis zu 20 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit und bis zu 200 Kubikzentimeter Hubraum, die führerscheinfrei geblieben sind, an dem Erfordernis der Erwirkung der Fahr- erlaubnis, die nach entsprechender Prüfung erteilt wird. Geblieben ist auch die für die Führer Wer ist Kieseier? Diese Frage hört man im Hinblick auf den Großslugtag in Gießen am 7. Oktober jetzt immer häufiger. Wer Fiefeler ist und was er bedeutet, wird in der nächsten Woche in der Presse zu lesen fein. von führerscheinfreten Kraftfahrzeugen bestehende Verpflichtung, einen amtlichen Personalausweis mitzuführen. Im Folgenden sind dann für Fahrzeuge aller Art, also auch für Fuhrwerke, Fahrräder, Handwagen usw., Anordnungen über deren technische Beschaffenheit und Ausrüstung getroffen, ausgehend von dem Grundsatz, daß die Fahrzeuge „leicht lenkbar und so gebaut sein müssen, daß ihr verkehrsüblicher Betrieb niemanden schädigt, oder mehr als unvermeidbar behindert ober belästigt". Sie stellen eine übersichtliche Neuorbnung unb Ergänzung ber seither in mannigfachen lanbesrechtlichen Verorb- nungen enthaltenen Einzelvorschriften bar. Ein Eingehen auf biefe Bestimmungen im Einzelnen würbe hier zu weit führen. Auch bie unumgänglich notwenbigen befonberen Vorschriften über bie Beschaffenheit unb Ausrüstung ber Kraftfahrzeuge finb im Vergleich zu ber seitherigen Regelung wesentlich vereinfacht unb übersichtlicher gestaltet, ohne baß babei wesentliche Aenberungen vorgesehen finb. Festgehalten ist insbesonbere an bem Erforbernis einer befonberen behörblichen Betriebserlaubnis (Zulassung). Schließlich ist in dem Abschnitt über die ^ Zulassung zum Verkehr auch eine Vorschrift i iber Tiere ausgenommen. Sie müssen von eitlem zuverlässigen Führer betreut fein, und es dürfen nur im Verkehr geeignete Tiere vjer- wendung finden. Die Verwendung ungeeigneter Tiere kann die Polizeibehörde untersagens Aus den S ch l u ß b e st i m m u n g e n ist z'?i er* wähnen, daß für bestimmte Fälle, namentlich hm- sichtlich ber Beschaffenheit unb Ausrüstung ber Fahrzeuge, Ausnahmen von ben Vorschriften! bet Verkehrsorbnung burch bie höheren 23 er mal tum gs« behörben genehmigt werben können. Der Mehrmacht, Polizei unb Feuerwehr ist allgemein Befreiung von ben Vorschriften ber Verkehrsorbnung gewährt, soweit es zur Erfüllung ihrer hoheitlichen Aufgaben erforberlich ist. Geschlossene Verbände der Wehrmacht, der Polizei, der RSDAP. und ihrer Untergliederungen, Leichenzüge und Prozessionen dürfen nur durch Fahrzeuge im Feuerwehrdienst unterbrochen oder gehemmt werden. Reu eingeführt ist der Begriff der „Wegerechtsfahrzeuge". Ls handelt sich dabei um Fahrzeuge, die zur Erfüllung öffentlicher oder dem Gemeinwohl dienender Aufgaben freie Bahn brauchen und als solche kenntlich sind; ihnen ist von allen Verkehrsteilnehmern Platz zu machen. Soweit notwendig, können die Polizei- unb 23er* waltungsbehörben für bestimmte Straßen ein Verbot ober eine Beschränkung bes Verkehrs ober be< ftimmter Verkehrsarten anorbnen. Schließlich enthalten die Schlußbestimmungen noch eine Strafvorschrift, wonach Zuwiderhandlungen gegen Vorschriften der Reichsstraßenverkehrsordnung oder ihrer Ausführungsbestimmungen mit Geldstrafe bis zu 150 Mark, oder mit Haft geahndet werden. Im Rahmen dieser Besprechung ist es natürlich nicht möglich, auf alle Einzelheiten der Verkehrs» ordnung einzugehen. Zweck dieser Ausführungen soll vielmehr sein, auf den nunmehrigen Rechts» zustand hinzuweisen unb einen Ueberblick über bie neuen Vorschriften zu geben. Es kann jebem nur empfohlen werben, selbst bie für wenige Pfennige zu erstehenbe Verkehrsorbnung zur Hanb zu nehmen unb sich über ben Inhalt ber für ihn in Betracht fommenben Vorschriften zu unterrichten. Schon aus bem hier Mitgeteilten wirb man aber ben b e- beutfamen Fortschritt, ber burch bie Reichs» straßenverkehrsorbnung im Sinne einer einheitlichen unb großzügigen Verkehrsregelung gemacht ist, erkennen können. Personenstandsaufnahme und Einheitsbewertung Zum Zwecke ber Feststellung des Familienstandes ber Steuerpflichtigen, sowie zur Ausstellung ber Steuerkarten findet in ber Regel alljährlich nach bem Stande vorn 10. Oktober eine Aufnahme bes Personenstandes und der Betriebe statt. Der Reichsminister ber Finanzen orbnet im Einvernehmen mit ben in Frage kommenden Landesbehörden an, ob unb in welchen Bezirken von einer Personenstands- unb Betriebsaufnahme abzusehen ist. Die Personenstands- und Vetriebsaufnahme ist in ber Regel von ben Gemeindebehörden vorzunehmen. Die Haus- unb Grundbesitzer, Haushaltungsvor- ftcinbe und Betriebsinhaber, sowie ihre Vertreter sind zur Mitwirkung bei der Personen st anbs- und Betriebsaufnahme verpflichtet. Die Haus- und Grundbesitzer, auf deren Grundstücken sich Wohnungen, gewerbliche Vetriebsstätten, Lagerräume, Büros, Behörden, Verwaltungen usw. befinden, oder ihre Vertreter erhalten von der Ge- meindebehövde Vordrucke für Haushaltungslisten, Betriebsblätter unb Hauslisten. Sie haben die Haushaltungslisten unb Betriebsblätter an bie Haushaltungsvorstände und Betriebsinhaber zur Ausfüllung weiterzugeben. Sinb in einer gemeinsamen Wohnung mehrere Familien mit eigener Hauswirtschaft untergebracht, so ist jeder Familien- oorftanb als Haushaltnngsvorstand anzusehen unb ihm eine Haushaltungsliste zur Ausfüllung zu übergeben. Die Haushaltungslisten unb Betriebsblätter finb nach Ausfüllung dem Haus- ober Grundbesitzer ober seinem Vertreter zurückzugeben. Dieser hat auf Grunb der Listen die Hausliste auszufüllen und sämtliche Listen ber Gemeindebehörbe zurückzureichen. Für einzelne Gemeinden können die Präsidenten ber Lcmbesfinanzämter bestimmen, daß die Vornahme einer besonderen Personenstandsaufnahme unterbleibt. So wirb z. B. für Gießen, Großen» Buseck, Großen-Linden, Heuchelheim, Klein-Linden, Lollar, Watzenborn-Steinberg unb Wies eck in diesem Jahre keine Personenstandsaufnahme durchgeführt. Ebenso fällt bie Personenstandsaufnahme fort in ben Orten Bad-Raubeim, Butzbach, Friedberg, Ober-Mörlen, Vilbel, Lich, Lauterbach, Schlitz unb in sämtlichen Gemeinden des Finanzamtsbezirks Nidda. Der diesjährigen Personenstands- unb Betriebsaufnahme ist insofern besonbere Bedeutung beizumessen, als mit ihr gleichzeitig bie Beschaffung ber Unterlagen für bie zum 1. Januar 1935 burchzu- führenbe Einheitsbewertung bes Grundvermögens verbunden wird. Die Hausliste soll für bie Zwecke ber Einheitsbewertung des bebauten Grundbesitzes mitverwertet werden. Eine solche Regelung liegt im Interesse sowohl ber Steuerpflichtigen, als auch ber Behörden. Der Steuerpflichtige erspart hierdurch bie nochmalige Aufstellung des Verzeichnisses ber Wohn- und Betriebsräume (Meter), bie er bisher bei Abgabe ber Vermögenserklärung in einem Anhang bzw. nach einem besonderen Ehre der deutschen Bauernfrau! Zum Tage des deutschen Bauern. Don Johannes Heinrich Braach. Schwebt deine Seele um mich, Mutter meines Vaters? Bist du aus bem Grabe gestiegen, um unsichtbar neben mir zu stehen, ba ich biefen Artikel schreibe? Ich habe bich nie gekannt. Wenn ich als Gymnasiast ober als Stubent in ber Heimat meiner Ahnen weilte unb mit den Bauern hinter bem Pfluge ging, mit ihnen bie Senfe führte ober mit ber Sichel in bie gelbe Fülle bes Kornes fuhr, wenn ich Sonntags mit deinen Söhnen durch bie Felber schritt, um zu sehen, wie bie Aehren standen, ober wenn ich bes Abenbs nach bem Essen bie Psalmen aue ber Bibel las, bie bu früher vorzusprechen pflegtest, so warst bu nie babei. Du warst schon fortgewandert, lebtest schon in jenem Reich, in dem die Menschheit ausruhen kann von schweren und von heiteren Stunden. Ich habe dich nie gesehen. Aber immer, wenn ich Bauernfrauen bei ihrer Arbeit erblicke, ist es mir, als ob Worte von beinern Munbe burch mein Herz flössen, anerken- nenbe Worte für bie Anstrengung jener Schafferinnen, bie bas Ihre bazu tun, ben Boben fruchtbar zu machen, ihm Halme und Körner zu entlocken. O, ihr Frauen ber Stabt, o, ihr Mäbchen, was wißt ihr von bem Leben ber Gefährtinnen, bie bort groß werben, wo sich ein bäuerlicher Besitz an ben anberen reiht, unb wo es heißt, bie harte Scholle ber Erbe zu brechen unb ihm Samen anzuvertrauen? Ich kenne in ben Wohnstätten innerhalb biefer Welt von Fabriken und Hütten, innerhalb bes lauten Treibens von Geschäften vollenbete Arbeitsgemeinschaften zwischen Mann unb Weib. Ich achte jebe Frau, bie sparsam bem Haushalt vor- steht, Kinber erzieht, emsig bestrebt ist, bie Sorgen bes Mannes zu teilen ober in seinem Betrieb zu helfen. Ick ehre jebe Frau, bie sich selbstänbig unb ohne Hilfe burch bas Leben schlägt unb kämpft, um bie harten Bebürfnisse bes Tages stillen zu können. Aber — wo lebt biefe Zufammengeschlossen- beit wie sie in jebem einzelnen Bauernhause vor- hanben ist? Wo wirb von ber Frau biefe Unmenge von körperlicher Kraft, unendlicher Ausdauer unb nimmermüber Schaffensfreube verlangt? Wann bür- fen sich bie Körper ber Bauernfrauen ausruhen? Wenn bas ehrwürbig gehaltene Gesetz bes sonntäglichen Kirchganges über ihnen steht unb sie im Gotteshause auf ber Bank sitzen, wenn sie krank finb, wenn sie nach ber Pflicht bes Mutterwerbens vier ober fünf Tage im Bett liegen, ober wenn im Winter bie Schneebecke so hoch ist, baß jebe Arbeit in Hof unb Scheune nutzlos erscheint. Dann, wenn enblich ein wenig Beharrlichkeit in bie niebrigen Zimmer einzieht unb bie Frauen bes Abenbs mit ungen Mäbchen zum Kränzchen ober in bie Lichttuben gehen bürfen, bann ist es ben Bäuerinnen erlaubt, bie immer fleißigen Hänbe in ben Schoß zu legen. Sonst gibt es roeber Mübigkeit noch eine Pause im Arbeiten. Immer nur arbeiten. Für bie Bauernfrauen gibt es nichts anberes als: zu schaffen. Schreitet mit mir in einen Hof. Die Uhr bes ommerlichen Tages zeigt noch nicht bie vierte Stunbe an. Man ahnt erst ben Morgen, bie Sonne ist noch nicht aus ben Dunstschwaben bes Ostens gestiegen. Aber schon wirb es lebenbig. Schlürsenbe Schritte tönen über bas Pflaster. Bäuerinnen gehen mit Eimern unb Kannen um, schüren bas Feuer an, laufen zum Stall, besorgen bas Vieh unb räumen in den Schlafgemächern auf. Zwei Stunden später eilen ihre oorgebeugten Leiber bie Felb- roege hinaus, ben Männern nach. Die Linke trägt Rechen unb Sense, bie Rechte schleppt Frühstückskörbe. Es gilt Heu zu mähen ober bas geschnittene Gras zu roenben unb zu häufeln. Der Tag schickt eine Stunde ber anberen nach. Unbarmherzig brennt bie Sonne vom Himmel herab. Kein Baum spen- bet Schatten, kein Busch kühlenbe Labsal. Aber fort unb fort heißt es, aushalten unb bie Zähne zusammenbeihen. Für sehr viele Sommerfrischler bietet bas Bestellen ber Wiesen unb Felder einen gewissen Reiz, sie wähnen, baß biefe Beschäftigung einem einzigen Vergnüaen gleichkomme. O, ihr Toren. Wer bas Heumachen Wochen hinburch mitmachen müßte, vom frühen Morgen bis zum späten Abenb, ber würbe sich abroenben von bem Gedanken einer leichten unb frohen Tätigkeit. Die Hänbe werben klamm, bie Finger schmerzen vom ewigen Griff um bie Sense, unb bie Rücken finb erfüllt von Pein. Unb boch, biefe Tätigkeit ist mit bie leichteste. Schwerer, viel schwerer ist ber Dienst mit ber Hacke, bie' Hereinbringung von Walbholz, bas langsame Vorsckreiten im reifen Korn unb bas mühselige Sicheln gelber Halme, bie bie Röcke mit Spließen überschütten unb ben Gaumen austrocknen, als ob man unter ben tropischen Gesetzen ber Wüste stände. Du, Stäbterin, bie bu zu beinern Mittagstisch Kartoffeln schälst unb sie beinen Kinbern vorsetzt, weißt bu, baß jebe einzelne Kartoffel ausgegraben unb baß sich für je fünf ober sechs biefer Hackfrüchte gebückt werben mußte? Wie haben sich bie Bäuerinnen an btefem Aufgeben beteiligt. Wie taufenbmal waren sie gezwungen, sich im Laufe eines Herbstes zur Erbe zu beugen, um zu suchen unb einzusammeln. Unb boch: Felbbestellung ist nicht bie Erschöpfung ihrer felbgefteüten Aufgabe. Zu Hause warten Kin- ber auf Pflege, bie Kleiber bes Mannes wollen geflickt unb gereinigt, bas Vieh gemolken unb bie Wirtschaft besorgt sein. Vierunbzwanzig Stunben zählt ber Tag. Wenn man ben Durchschnitt zählt, ben eine Bauernfrau im rastlosen Wirken steht, so wirb man minbeftens auf breizehn bis fünfzehn Stunben kommen. Wenn biefe Spanne überhaupt ausreidjenb ist. Es gibt kein Geschlecht, bas ben Segen bes Schaffens so empfinbet, wie bie Bauernfrau. Es gibt aber auch kein Weib, bas sich mit fo großer Inbrunst feiner Pflicht hingibt, wie gerabe biefe Frau. Darum ehrt bie schlichte, bie natürliche, bie einfache Frau vom ßanbe, habt Ehrfurcht vor ihr unb vor ihrem Werk. Seht mit Bewunberung unb Anerkennung zu ihr hin. Kennt sie Theater, Kino, Erholung, Erquickung? Das laute Leben eilt an ihr vorbei, sie hat keinen Sinn bafür. Sie bleibt wie sie war: sparsam unb reblich, beutsch unb heimat- treu, offen unb unermüblid) in ber Aufopferung für ihr Haus. Ein auserkorenes Wesen ber äußersten Zähigkeit unb Tüchtigkeit. Gruß aus Hessen. Als einen „Gruß aus Hessen" veröffentlicht jetzt ber N. G. Elwertsche Verlag in Marburg zehn Trachtenbiiber aus ber Marburger Gegenb, in ben 1890er Jahren von Otto Ubbelohbe gezeichnet. — (374) — Damals bienten sie als Vorlage für Postkarten, jetzt liegen sie in Originalgröße etwa 24 mal 19 Zentimeter vor unb wesi*n bie ganze Feinheit ber Feberzeichnungen Ubbelohbes mit ber von ihm so meisterhaft erzielten Lichtfülle auf. Diese Trachtenbiiber zeigen, welche Veränderungen mittlerweile bie Trachten burchgemacht haben — manche, wie bie bes Hinterlanbes, sinb bei ber jungen Generation leiber so gut wie völlig verschwunben — ba sieht man z. B. noch ben großen buntge- nähten unb gestickten sog. Schleier der Marburger Tracht, an besten Stelle jetzt bie meist silbergestickten Stülpchen ober Kappen getragen werben — wenn biefe überhaupt noch aufgesetzt werben. Es ist außerorbentlich zu bebauern, bah biefes Haupt- unb Zierstück mehr unb mehr abzukommen scheint unb nur noch bei ganz festlichen Gelegenheiten getragen wirb. Auch die „Betzel" ber Schwälmenn- nen war bamals noch größer. Der ausgezeichnete Kenner unb Sammler ber hessischen Trachten Emil Wessel hat einen erläuternden Text zu bem Heft geschrieben, bas ber Verlag in bekannter Güte ausgestattet hat. Der Preis von 1,80 Mark ist mäßig zu nennen. v. B. Zeitschriften. Angesichts ber Tatsache, baß sich heute woHl fast in jebem Haus ein Rabioapparat befindet, 7rJIet5 bereit ist, Belehrung, Freube unb Unterhaltung aus bem Aether zu schöpfen, wird die von Dem Verlag I. I. Weber, Leipzig, herausgegebene Rundfunk - Sondernummer der „3* uJtrirAe? Zeitung" lebhaftes Interesse erroeaen. Rach einem einleitenden Aufsatz über Die kulturellen Ziele des modernen Rundfunks wird der Leser in die Welt der technischen Wunder des Radios em- geführt. Gr hört nom Rundfunk auf Kurzwellen, von ben Runbfunkstörungen unb ihrer Beseitigung. Er macht nähere Bekanntschaft- mit Den neuen Rabio-Empfangsgeräten. enthüllt sich ihm auch bas zur Zeit größte 2Vunber: bas Fernsehen — vor kurzem noch eine Utopie, in naher Zukunft wahrscheinlich eine Alltäglichkeit, welche bie Menschen so selbstverstanblich hinnehmen wer' ben wie heute schon ben Tonempfang. An Hand eines reichen Bildmaterials werben alle technischen Ausführungen leicht verstänblich. ßodyfcbulnocbricbfeiL In Berlin verstarb im 76. Lebensjahre ber Historiker Geh. Hofrat Professor Dr. Johannes Kromayer. Der Gelehrte, ber früher in Stratz- burg, Czernowitz unb Leipzig wirkte, hat eine Reihe bebeutenber Arbeiten auf bem Gebiete ber alten Geschichte geliefert; wir nennen vor allem bie große Darstellung „Antike Schlachtfelber", ferner „Roms Kampf um bie Weltherrschaft" unb ben „Schlack tenatlas zur antiken Kriegsgeschichte". Professor Dr. Erwin F u e s, Ordinarius für theoretische Physik an der Technischen Hochschule Ha n * nover, erhielt einen Ruf an die Universitär Breslau. Professor Dr. Wilhelm Vleugels, Ordinarius für Nationalökonomie an ber Universität ^Dnigs* berg, hat einen Ruf auf den nationalökonomstcken Lehrstuhl an ber Universität Bonn als Nachfolger von Professor Joseph Alois Schumpeter angenommen. Vordrucke zu machen hatte. Für die Finanzämter fällt durch die Verwertung der Hauslisten die Versendung besonderer Vordrucke fort. Fernerhin wird durch diese Regelung für die Einheitsbewertung 1935 mehr Zeit gewonnen und hierdurch eine einwandfreie Bewertung gesichert. Dies ist insbesondere deshalb erwünscht, weil die Einheitswerte 1935 der Grundsteuer aller Länder und Gemeinden zugrunde gelegt werden sollen. Die Einheitswerte 1935 werden somit eine sehr große Bedeutung erlangen. ,Neb-n den Hauslisten sind daher auch noch besondere Fragebogen auszufüllen. In diesen Fragebogen wird eine genaue Beschreibung des Grundstücks gefordert. Außer dem Baujahr find die Art der Bebauung, die Ausstattung der einzelnen Räume, die vorgenommenen Umbauten, Verbesserungen und größeren Instandsetzungen der letzten vier Jahre, die Grundstücksgröße, sowie die hypothekarischen Belastungen und dergleichen anzugeben. Diese Fragebogen sind bis spätestens 30.Oktober 1934 an das Finanzamt, in dessen Bezirk das Grundstück belegen ist, abzugeben. Dagegen sind die H a u s l i st e n, zusammen mit den Haushaltungslisten, und den Betriebsblättern bis spätestens 12. Oktober 1934 bei der Gemeindebehörde abzugeben. In den Gemeinden, in denen die Durchführung der Personenstands- und Betriebsaufnahme 1934 unterbleibt, erhalten die Hauseigentümer von bgn Belegenheitsfinanzämtern zur Feststellung des Em- heitswertes für jedes bebaute Grundstück zwei besondere Fragebogen (Mietnachweisung, die der Hausliste entspricht, und Baubeschreibung) zugesandt. Sie sind bis zum 30. Oktober 1934 an die Finanzämter zurückzugeben. Während die Hausliste in den Gemeinden, in denen eine Personenstands- oufnahme stattfindet, vom Gemeindevorstand sämtlichen Eigentümern bebauten Grundbesitzes zugesandt wird, gleichviel, ob sich der Besitz als Grundvermögen im Sinne des Reichsbewertunasgesetzes darstellt, oder zum landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder gärtnerischen Vermögen gehört, wird die Mietnachweisung mit Baubeschreibung in denjenigen Gemeinden, in denen eine Personen- standsaufnahme nicht stattfindet, vom Belegenheitsfinanzamt nur den Eigentümern von bebautem Grunobesitz zugosandt, wenn dieser zum Grundvermögen gehört. Die Abgabe sowohl der Mietnachweisungen, als auch der Hauslisten und Baube- \ fchreibungen kann erforderlichenfalls von den Finanzämtern nach den Vorschriften der Reichsabgabenordnung erzwungen werden, da die Mietnachweisungen ebenso wie die Hauslisten als Steuererklärungen gelten. Auch sind unrichtige und unvollständige Angaben strafbar. Die Mietnachweisungen bzw. Hauslisten sind von den Haus- oder Grundbesitzern, seinen zur Abgabe von Steuererklärungen Bevollmächtigten oder seinen gesetzlichen Vertretern nach dem Stande vom 10. Oktober 1934 aufzustellen. In die Mietnach- wchungen bzw. Hausllsten sind Amtliche Haushaltungen und Betriebe des Grundstücks einzutragen. Auch leerstehende, oder zur Zeit ungenutzte Raume müssen aufgeführt werden. Die Mietnachweisung ist für jeden einzelnen Mietfall, also für jede selbständige Einzelwohnung bzw. für jeden einzelnen Betrieb auszufüllen. In den Fällen, in denen ein Laden mit zugehöriger Wohnung vermietet ist oder vom Eigentümer genutzt wird, sind die Angaben über die Jahresrohmiete für die Wohnung in Abteilung I (Wohnräume, bzw. Haushaltungen), die Angaben über die Jahresrohmiete für den Laden, in dem ein Gewerbebetrieb ausgeübt wird, in Abteilung II (Betriebe) einzutragen. Als Jahresrohmiete kommt die vom Mieter für das Kalenderjahr 1933 nach dem am 10. Oktober 1934 geltenden Vertrag oder nach der nach den gesetzlichen Bestimmungen zu entrichtenden Miete in Betracht. Miet- auställe, insbesondere auch gestundete oder niedergeschlagene Sondergebäude - Steuerbeträge, dürfen nicht abgezogen werden. Soweit Nutzung durch den Eigentümer in Frage kommt, sind die Angaben gegebenenfalls nach gleichartigen oder ähnlichen Räumen zu schätzen. Eine Schatzung der Miete ist auch dann vorzunehmen, wenn das Grundstück einem anderen unentgeltlich oder mit Rücksicht auf persönliche, insbesondere verwandtschaftliche oder wirtschaftliche Beziehungen zu einem Entgelt überlassen ist, das um mehr als 20 v. H. hinter dem üblichen Mietzins zurückbleibt. Die Schätzung der Miete in vorstehendem Sinne kommt auch bei leerstehenden oder zur Zeit ungenutzten bzw. nur zu vorübergehendem Gebrauch überlassenen Räumen in Betracht. Steht bei Abgabe der Mietnachweisung bereits fest, daß sich die -Jahresrohmiete mit Wirkung vom 1. Januar 1935 oder von einem früheren Zeitpunkt ab ändern wird, so ist außer der am 10. Oktober 1934 geltenden Miete (eingeklammert) auch die neue Jahresrohmiete einzutragen. Wird nach dem 10. Oktober 1934 eine Mietänderung oder die Vermietung leerstehender Räume mit Wirkung vom 1. Januar 1935 oder von einem früheren Zeitpunkt ab vereinbart, so hat der Hauseigentümer dies unverzüglich dem für die Bewertung des Grundstücks zuständigen Finanzamt mitzuteilen. Mietänderungen, die erst nach dem 1. Januar 1935 wirksam werden, sind weder zu berücksichtigen, noch mitzuteilen. Wenn bei einem Grundstück hinsichtlich des baulichen Zustandes, des Alters, oder der Einrichtung des Gebäudes, der Belastung mit Sondergebäudesteuer (Hauszinssteuer), der Lage oder der Art der Bebauung (z. B. Fachwerkbau, wo Massivbau gemeinüblich ist oder umgekehrt, Zugehörigkeit größerer unbebauter Flächen, wo solche Flächen normalerweise fehlen) Umstände vorliegen, die von den bei Grundstücken dieser Art und Gegend üblichen Verhältnissen wesentlich abweichen, oder wenn bei dem Grundstück Schadensgefahren, z. B. Hochwasser-, Rauch-, Berg- oder Erschütterungsschäden vorliegen, die bei den übrigen Gebäuden ^dieser Art und dem betreffenden Ortsteil nicht vorliegen, so sind diese Tatsachen unter Bemerkungen oder in einer besonderen Anlage aufzuführen, sofern aus den genannten Gründen keine niedrigere oder höhere Miete als bei Grundstücken dieser Art und Gegend.üblich erzielt wird. Deutscher Werkstoff beim deutschen Ausbau. Von Werner Lenz. Die nationalsozialistische Regierung hat einen neuen Tragpfeiler von Wucht und Wirkung in ihr Aufbauwerk eingefügt. Zur Ersparung von Devisen und zu erweiterter Arbeitsbeschaffung für deutsche Werkleute ist angeordnet worden, daß anstatt Kupfer, Nickel und anderer Metalle, deren Einfuhr unseren Haushalt belasten, in einer Fülle gesetzlich aufgezählter Fälle nur noch der deutsche Werkstoff Aluminium zu verwenden ist. Nicht etwa ein Ersatzstoff ist dieses Leichtmetall mit seinen unendlichen Verwendungsmöglichkeiten, sondern ein gleichwertiges und oft gar üoerwertiges Material des technischen und hauswirtschaftlichen Bedarfes. Vom Blitzableiter zur Freileitung, von Gittern und Geländern bis zu Helzungs- und Lüftungsantagen, von Schanktischen, Kleiderablagen und Vadeeinrichlungen bis zum Dachbelag und zum Türschild rückt das Aluminium nun durch behördliche Verfügung an die Stelle von teueren Metallen, die nicht oder kaum im deutschen Boden „wachsen". Das Aluminiumerz aber, die A l u m i n l u m e r d e, wird mannigfach in unserem Vaterlande gefördert. Und selbst wo sie eingeführt wird, belastet uns das aus ihr gewonnene Metall mit nur 7 v. H. der Beschaffungskosten durch Geldausgaben an das Ausland! Die übrigen 93 v. H. der Gestehungskosten kommen deutschen Arbeitern zugute. Und ein wie wichtiger „Arbeitgeber" das Aluminium ist, kann man weiter aus der Tatsache ablesen, daß zur Herstellung einer Tonne Hütten-Aluminium volle 420 Arbeitsstunden nötig sind. Die Entwicklungsmöglichkeit der Aluminium-Industrie ist unabsehbar; gelang es doch erst vor 100 Jahren dem berühmten deutschen Forscher Friedrich Wöhler, metallisches Aluminium herzustellen. Und die technisch-handeksmaßige Verwertung ist erst — zunächst bei hohen Gestehungspreisen — rund 40 Jahre alt. Mit steigender Herstellung verbilligte sich die Aluminiumware Natürlich, und auch wer heute statt der allergeringsten Billigfabrikate stabile Güteware kauft, kann mit diesen Preisen gegenüber mancher anderen weniger ausdauernden und brauchbaren Ware höchst zufrieden sein. Gerade die Dauerhafligkeik, Roslfreiheit, Leichtigkeit und Feste haben dem Aluminium seine Beliebtheit beim verarbeitenden Techniker — man denke an Flugzeugbau, Architektur, Installation, Elektrizität u. a. — sowie im haushalte gesichert. Leichte Reinigung und gefälliges Aussehen lassen Aluminium, das deutsche Leicht- helft Helsen! Werdet Mitglied der Technischen Rothilset metall, nicht nur zum Kochtopf, zum Türgriff, zum TNäbelbeschlag, selbst zum Wandbelag und zum Autokennschild geeignet erscheinen, sondern auch zu kunstgewerblichen Erzeugnissen von der schlicht-schönen Aschenschale an bis zur figürlichen Vildnerel. Besonders werden große Haushaltsgegenstände, wie Schirmständer, Spiegel und Tisch, sowie für den Bedarf von Ladengeschäften benötigte Ausstattungsgegenstände deshalb so gern aus Aluminium hergestellt gewählt, weil sie leicht umstellbar und, im Gegensatz zu manchem anderen Werkstoff, gegen unschöne Griffspuren unempfindlich sind. Im übrigen ergeht gerade jetzt wieder eine Mahnung, die laut Milchgesetz verbotene Verwendung der schädlichen verzinkten Milchgefäße endlich im Interesse der Volksgesundheit gänzlich einzustellen. Wie dankbar wird das Pferd des Milchmannes sein, wenn es seine „Ziehfracht" durch die Aluminiumkanne wesentlich erleichtert sieht. Es wird Mode und Brauch für den aufbauwilligen Deutschen werden, das von der Regierung empfohlene deutsche Leichtmetall, das Aluminium, in allen seinen Anwendungsmöglichkeiten zugunsten der deutschen Nationalwirtschaft zu verwenden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. । Mit einem Griff zaubert Ihnen der Schaub Ball 55 die Sender Europas. ' und Kurzwellenstationen der ganzen Welt In Ihr Heim. Elektrodyn. 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Dann ^^3 vOOriC f v kommt der Tag, wo er zum alten Eisen zu gehören scheint, weil er zu teuer arbeitet und auch in der Geschwindigkeit nicht mehr mitkommt. Es gab eine Zeit, wo man den übriggebliebenen Wert zerschlagen hatte. Oie Zeit des Aufbruchs hat oen besseren Weg gefunden, ihn nutzbar zu machen. Durch „Dorschuhen" kann man zugleich die Geschwindigkeit erhöhen, für eine große Z^hl Passagiere Daum gewinnen und obendrein an Brennstoff sparen. Mit solch einem Schiff ist die deutsche Wirtschaft zu vergleichen. Es kommt jetzt darauf an, Hilfskräfte zu finden und Erfindungskraft und -geist einzusehen, damit alles ausgenutzt wird. Oer neue Staat hat schon viel getan. Er zeigt den Weg. Aber es bleibt für jeden einzelnen zur Erfüllung seiner Pflicht genug zu tun übrig. Für den Kaufmann und Fabrikanten im besonderen heißt es, nicht nur Ware zu erzeugen, sondern auch dafür zu sorgen, daß sie ihren Weg zum Käufer findet. Kunden lebendig machen — werben —, das ist für ihn die Losung des Tages! Und der Erfahrene unter ihnen vertraut seine Werbung dem bewährten Helfer an. Er wählt die Anzeige in der Tageszeitung. Sie kommt in jedes Haus, in jede Familie. Sie ist die Brücke zwischen Käufer und Verkäufer. Sie hilft zu ihrem Teil mit, den notwendigen Blutumlauf der deutschen Wirtschaft zu erhöhen und sie wieder so kraftvoll zu machen, daß sie jedem Ansturm gewachsen ist- und wenn ein Werbemittel dazu hilft, dann ist es die Zeitungsanzeige. Wirklich: nr; 228 Wlstez Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Zamrtag, 29. September 1954 Der Generalstab vor dem Kriege. Don Max von den Bergh, Generalmajor a O. Der deutsche Generalstab ist mit Recht die geistige Zentrale des deutschen Heeres genannt worden. In ihm vereinigten sich nach strenger Auslese die besten Köpfe aus allen Truppengattungen. Der Verfasser, einer der gründlichsten Kenner der deutschen Dor- kriegsarmee, gibt in seinem im Sanssouci- Verlag in Berlin erschienenen Buch „Das deutsche Heer vor de in Weltkriege" eine aufschlußreiche Schilderung über Aufbau und Bedeutung dieser großartigen Organisation. Die Aufgabe des Generalstabes war es, die von der Heeresverwaltung aufgestellten, ausgerüsteten und mobilgemachten Streitkräfte des Landes gegen den Feind zu verwenden. Zur Erfüllung dieser Aufgabe mußte die Tätigkeit des Generalstabes vorbereitend sein — vor dem Kriege — sowie ausübend, und zwar mit dem Augenblick einseßend, in dem die Mobilmachung jedes einzelnen Truppenteils vollendet war. Entsprechend dieser doppelten Wirksamkeit gliederte sich der preußische Generalstab in den „Großen General- st a b", der die Unterlagen für die Kriegsführung zu schaffen hattö, und den „Truppengeneral- st a b ", den verantwortlichen Gehilfen der höheren Truppenführung. An der Spitze des gesamten Generalstabes stand der „Chef des General- stabes der Arme e", der beide Aufgaben in sich vereinigte, indem er Aufmarsch und Operationsplan des deutschen Heeres vorbereitete und im Kriege dessen Führung übernahm. Der Chef des Generalstabes war nur dem Kaiser untergeordnet und hatte bei ihm unmittelbaren Vortrag. Dies war nicht immer gewesen. Allerdings wurde ihm nach den Befreiungskriegen im Jahre 1821 eine gewisse Selbständigkeit zuqebilligt: er blieb aber bis zum Beginn des österreichischen Feldzuges in mancher Hinsicht noch vom Kriegsministerium abhängig. Erst die überragende Persönlichkeit des Grafen Moltke gewann dem Generalstabe seine völlige Selbständigkeit und erbrachte — auch für die weiteste Oeffentlichkeit erkennbar — den Beweis für die innere Berechtigung hierzu durch den Tag von Königgrätz. Der spätere große Nachfolger Moltkes, Graf Schliessen, drückte diesen Gedanken in seiner Abschiedsrede an die Generalstabsoffiziere im Jahre 1905 durch die Worte aus, er fei einer Stellung für würdig befunden worden, „die vor vierzig Jahren freilich noch nichts war, die aber seit dem 3. Juli 1866 d i e ehrenvoll st e der Welt ist." Bei derselben Gelegenheit sprach er davon, daß die Armee vielfach den Anfeindungen des Auslandes ausgesetzt sei, daß sich aber keiner im Auslande an den Generalstab heranwage. Man muß ihn glücklich preisen, daß er den schwarzen Tag nicht erlebt hat, an dem unsere Feinde nach der Auflösung der stolzen deutschen Armee sich endlich auch an den gefürchteten und gehaßten Generalstab „heranwagten". Daß die Sieger in dem angeblichen „Friedensvertrag" nunmehr auch die Auflösung des Großen General st abes erzwangen und seine Wiederaufstellung ausdrücklich für alle Zeiten verboten, war eine unfreiwillige Anerkenung aus Feindesmund, die ihm für immer zur hohen Ehre gereichen wird. Der Große Generalstab in dem roten Gebäude am Königsplatz in Berlin, das allgemein in der Armee „die große Bude" genannt wurde, hatte sich im Laufe der Zeit zu einer umfangreichen Behörde ausgewachsen. Dem Chef unterstanden sechs Generäle als Oberguartiermeister und — außer einer Zentralabteilung für die persönlichen Angelegenheiten des Generalstabes — fünfzehn Fachabteilungen, deren Chefs im Range eines Regimentskommandeurs standen. Besuch in einem Schwadronsstall her Reichswehr. Wer heutzutage gemächlich durch die Ställe einer berittenen Truppe schlendert, der hat bei oberflächlicher Betrachtung im ersten Augenblick den Eindruck, als wäre im Grunde alles so geblieben wie in den Zeiten der alten Armee — ein endlos langer heller Raum, durch dessen Mitte ein ebenso endlos langer Gang führt. Rechts und links davon stehen mit dem Kopf zur Wand d i e Pferde vor mehr oder minder vollen Raufen. Jedes Tier ist vom anderen getrennt durch den sogenannten Flankierbaum, von dem, wenn ein „Schläger" unter den Pferden ist, Bastmatten nie- derhängen. Im ersten Stallabschnitt sieht an d i e jungen Remonten, dann kommen die eigentlichen Dien st pferde und ganz hinten sind die Offizierspferde untergebracht, zum Teil in sauberen, Bewegungsfreiheit gewährenden Boxen, soweit die Belegung eine solche bessere Unterbrin- gungsmöglichkeit für wertvollere Pferde zuläßt. In der Beziehung ist alles beim alten geblieben. In anderer Hinsicht aber hat sich münches geändert, bedingt durch Kriegserfahrung oder durch Notwendigkeit zur Anpassung an die fortschreitende Zeit. Die wesentlichste Veränderung gegenüber dem ..früher" wäre die Tatsache, daß es eine Trennung der Reiterei in leichte und schwere Kavallerie nicht mehr gibt. Man hat erkannt, daß ein Pferd mittelschweren Schlages die beste Eignung für den Truppendienst besitzt. Diese Erkenntnis führte zur Heranzüchtung eines „E i n h e i t s p f e r d e s". Am besten soll sich „der O st p r e u ß e" bewährt haben. Seine Rasse fällt hauptsächlich in die Kasernenstallungen. Das ostpreußische Pferd ist vorbildlich im Bau, widerstandsfähig, hart, ausdauernd und verhältnismäßig anspruchslos. Im Fell sind alle Farben zugelassen, vom Rappen über den Braunen hinüber zum Fuchs. Nur Schimmel, die in der Vorkriegszeit wundervolle Paradepferde abgaben, sich aber im Kriege als zu gute Zielscheiben erwiesen, sind nicht mehr vorhanden im Reichswehrheer. Neu gegen früher ist auch, daß die Schwadronen nur noch solche Remonten erhalten, die über einen guten Stammbaum verfüg Die „Depots" kaufen kein Tier, das nicht „en getragen" ist. Auslän- ' bische Pferde, die früher in beachtlichem Maße vor- Händen waren, sieht man nicht mehr in den Stallungen der Reiter-Regimenter. Das Reichsheer unterstützt hier mit Vorsatz gesunde Autarkiebestrebun- Wehr und Waffen. Von ihnen bildeten die erste, dritte und neunte Abteilung die sog. „Sprachabteilunge n", weil man in ihnen Die Kenntnis von Fremdsprachen verlangte. Die erste wurde die russische Abteilung genannt, da sie sich vorzugsweise mit Rußland, allerdings auch mit den Balkanstaaten und den ostasiatischen Ländern beschäftigte; die dritte hieß entsprechend die französische Abteilung, wegen der Bearbeitung hauptsächlich von Frankreich sowie der anderen westlichen Länder, während endlich die neunte Abteilung ihre Tätigkeit auf O e st e r r e i ch und die Mittelmeerlünder erstreckte. Ein Sondergebiet bei der Erforschung der militärischen Einrichtungen der fremden Länder hatten die vierte und siebente Abteilung, denen die Bearbeitung der französischen bzw. russischen Festungen oblag. Sie hatten auch Angriffsentmürse gegen die einzelnen Festungen vorzubereiten und sich mit den örtlichen Verhältnissen des betreffenden Landes im Sinne eines etwaigen späteren Kriegsschauplatzes zu beschäftigen. Die zweite war die Aufmarschabteilung, ihre gewichtige Bedeutung schon im Namen ausdrückend. Nach ihren Anweisungen bearbeitete die Eisenbahnabteilung alljährlich die Mobil- machungs- und Aufmarschtransportc von neuem. Diese Arbeit schwoll im Winterhalbjahr derartig an, daß sie nur durch eine starke Vermehrung der Arbeitskräfte und ausgedehnte Nachtarbeit bewältigt werden konnte; denn die Durchführung der unzähligen Eisenbahntransporte auf bildlichen Fahrplänen durch mehrere Eisenbahnbezirke hindurch machte es erforderlich, daß alles reibungslos ineinandergriff, ohne daß die geringste Verzögerung in der Bearbeitung der Anschlüsse geduldet werden konnte. Während die fünfte und achte Abteilung sich den Ausbildungsfragen besonders für Generalstab und Kriegsakademie widmeten, hatte die sechste Abteilung wiederum ein ausgesprochenes Sondergebiet, nämlich die Anlage, Durchführung und spätere Auswertung der K a i s e r m a n ö v e r. Ferner gab cs noch zwei kriegsgeschichtliche Abteilungen, die den militärischen Verlauf der früheren Kriege erforschten und die Ergebnisse in streng wissenschaftlicher Form veröffentlichten. Die Lande s a u f n a h m e endlich diente mit ihrer topographischen, trigonometrischen und kartographischen Abteilung der Vermessung des Landes und der Herstellung und Herausgabe der Generalstabskarten. Dieser kurze Ueberblick gibt schon eine Vorstellung von dem umfangreichen, mannigfaltigen und wichtigen Arbeitsgebiet des Großen Generalstabs, es erforderte Mitarbeiter nicht nur von unermüdlicher und hingebender Schaffensfreudigkeit, sondern auch von Verschwiegenheit und dienstlichem Taktgefühl. Zur Bewältigung der dem Generalstab gestellten Aufgaben befanden sich bei seinen Abteilungen annähernd hundert Generalstabsoffiziere (Stabsoffiziere und Hauptleute), denen meist als Sektionschef bestimmt umriffene Gebiete zugeteilt waren, und einhundertdreißig bis einhundertvierzig kommandierende Oberleutnants aus allen Waffengattungen. Diese Oberleutnants waren besonders befähigte und ausgesuchte Offiziere, die durch ihre Leistungen auf der Kriegsakademie oder auf Generalstabsreisen ihre Eignung nachgewiesen hatten. Von ihnen konnte schon rein zahlenmäßig nur ein Bruchteil — meist nach zweijährigem Kommando — das ersehnte Ziel, die Versetzung in den General- stab, erreichen. Bis dahin hatte also schon eine dreifache, st r e n g e Auslese unter ihnen stattgefunden, nämlich in der Aufnahmeprüfung zur Kriegsakademie, in der Schlußprüfung auf dieser und durch die Bewährung beim Kommando zum Generalstnb. Es ist begreiflich, daß diese jahrelange Auslese, wie sie in dieser Schärfe wohl kaum in einem anderen Stande vorkam, einen Wettbewerb Hervorrufen mußtet der alle körperlichen und seelisch enKräfte des Einzelnen aufs höchste an spannte, der aber — und dies sei besonders betont! — stets in vornehmer, kameradschaftlicher Form geführt wurde; jedenfalls standen die Mittel und Wege dieses Wettbewerbs jedem nach seinen Fähigkeiten und seinem dienstlichen Eifer offen. Kriegsprognose im Kernen Osten. Von Erhard Wegeli, Oberstleutnant a. O. Die Konfliktstoffe zwischen Japan und Rußland in der Mandschurei beschränken sich nicht auf die Ostchinabahn, die soeben durch den Verkauf der russischen Anteile an Mandschukuo als Streitobjekt ausgeschieden ist. Der Ausbruch einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen beiden Mächten liegt auch heute noch durchaus im Bereich der Möglichkeit. Daß die beiden Gegner dazu rüsten und auch die politischen Karten so mischen, daß sie sich die nötigen Trümpfe für das ernste Spiel sichern, wissen wir. In politischer Hinsicht ist ja der Entritt der Sowjetunion in den ihr wesensfremden Völkerbund und ihre Förderung der Ostpaktpläne nicht anders zu erklären als die Absicht, sich für den drohenden Waffen gang im fernen Osten nach Westen frei zu halten. Was die militärischen Rüstungen betrifft, so ist die zahlenmäßige Ueberlegenheitderroten Armee an a ungebildeten Mannschaften und Reserven gegenüber dem japanischen Heere außerordentlich hoch. Es fragt sich nur, ob es der Sowjetunion möglich sein würde, auf dem voraussichtlichen Kriegsschauplatz auch eine relative Ueberlegenheit an Zahl aufzu stellen und zu erhalten. Der russisch-japanische Krieg von 1904/05 endete für die Russen mit einer Niederlage, da es ihnen, abgesehen von der Unfähigkeit ihrer Führer, nicht möglich war, so überlegene Streitkräfte nach der Mandschurei zu befördern und mit Nachschub aller Art zu versehen, daß dadurch die qualitative Ueberleaenheit der Japaner aufgehoben worden wäre. Wir müssen uns aber davor hüten, die damaligen Verhältnisse den jetzigen zugrunde zu legen. Einerseits litt der Nachschub während des größten Teiles des Krieges von 1904/05 darunter, daß die sibirische Bahn an der Bai- kalstrecke erst gegen Ende des Krieges fertiggestellt wurde, wäyrend sie jetzt eingleisig durchgehend bis Wladiwostok, zweigleisig auf etwa zwei Drittel der Strecke fertiggestellt ist. Die Russen arbeiten fieberhaft an dem Ausbau des zweiten Gleises für den Rest der Bahnlinie, haben aber an der Baikalumgehungsstrecke große Schwierigkeiten roc- gen der dort erforderlichen zahlreichen Kunstbauten zu überwinden. Andererseits wird aber auch nach Herstellung des durchgehenden zweiten Gleises die eine Bahnlinie nicht a u s r e i ch e n, um eine den Japanern zahlenmäßig auch nur gleiche, geschweige denn überlegene Truppenmacht aus Europa nach der mandschurischen Grenze zu befördern und ihr den erforderlichen Nachschub zu sichern. In letzterer Hinsicht sind ja die Anforderungen an die rückwärtigen Verbindungen seit 1905 durch die Entwicklung des Kriegsmaterials um das Vielfache gestiegen. Man schätzt, daß die Japaner mit ihren vielseitigeren und kürzeren Verbindunaen etwa ein Heer von eine Million Köpfen mit dem erforderlichen Kriegsmaterial nach der Mandschurei befördern und mit Nachschub versehen können. Jedoch gen. Dies kann um so unbedenklicher geschehen, weil auf den im letzten Jahrzehnt beschickten Turnieren unwiderlegbar erwiesen wurde, daß unser deutsches Soldatenpferd den von fremdländischen Offizieren in den „Parcour" geführten Pferden keineswegs n a ch st e h t. Ueberragende Erfolge deutscher Reiteroffiziere haben sogar erreicht, daß letzthin die italienische Heeresverwaltung einen größeren Bestand an Trakehner Pferden für die eigene Reiterei gekauft hat. Wenn man in der Mittagsstunde durch einen Schwadronsstall geht, gewinnt man folgenden Eindruck: es ist ausgesucht sauber in den Ställen. Wo einmal ein Pferdehuf ein paar Strohhalme auf den Weg geschleudert hat, werden sie von der Stallwache sofort zusammengefegt. Die Strohschüt- ten sind hoch und weich, Mannschaften putzen an Zaum- und Sattelzeug, und des Futtermeisters geschultes Auge wacht, daß jedes Tier unbedingt sein Recht bekommt. Nebenbei gesagt: es wird heutzutage besser gefüttert, als in den Jahren, die dem Krieg voraufgingen. Täglich stehen jedem Pferd zehn Pfund Hafer zu. Es hat sich da eine Fütterungsart herausgebildet, die man geradezu als „individuell" bezeichnen kann. Vereinzelt deuten über diesem oder jenem Stande befestigte farbige Täfelchen dem Kundigen an, daß und wie dort je- weils gefüttert werden muß mit gequetschtem Hafer, Melasse, Zulagen usw. Die kalkweißen Stallwände sind stellenweise geschmückt mit Sprüchen, in denen der Wesenszug deutscher Wehrauffassung und die Härte preußischen Soldatentums zum Ausdruck kommen. Da liest man z. B. im langen Stall: „Nicht die Größe einer Armee ist wichtig, sondern ihr innerer Wert!' An anderem Ort sieht man blau schwarze Wappenschilder, welche die Zahl „b m sich tragen. Diese Malerei weist darauf hm, daß die Schwadron die Tradition der 6. Dragoner (Mainz) hinüberträgt in eine soldatisch bessere Zeit, die kom- ^Äuch's^onst hat sich manches geändert yegen früher So trägt die Mannschaft auf graugrünen Sommerröcken (aus Moleskin) jetzt Schulterklappen was man ebedem nicht kannte. Auch der Sabel ist üicht mehr der, den die alte Kavallerie trug. Man bat den schweren gebogenen Artillerie-Sabel ein- Nührt D^ Lanze wurde bereits im Jahre 1927 abaeichafft Als Waffe hat die Reiterei den Ka- r ab in er „98 d", das lange Jnfcmteriegewehr mit Äarabinerriemen und gebogenem Kammerstengel. Auf dem Marsch wird es am Pferde getragen in besonderer „Tragevorrichtung". Lauf im Gegensatz zu früher nach oben. Doch sprechen wir wieder von den Pferden. Die jungen Remonten stehen gesondert im Stall der Schwadron. Die Tiere sind jetzt durchweg fünfjährig. Alle früheren einheitlichen Namen, die mit dem Buchstaben „N" beginnen: „Nußknacker" liest man da auf schwarzer Tafel ... „Nabob", „Nibelung". Obwohl die Tiere im Ausbildungsdienst scharf herangenommen werden, sind sie gut im Futter. Man hat seine Helle Freude an den vollen Kruppen. Erst übers Jahr werden die Tiere aus dem Schuldienst entlassen und in die Schwadron eingereiht In den Schwadronsschmieden wird auf guten Beschlag und beste Hufpflege gesehen. Recht lehrreich ist die Besichtigung des Krankenstalles, der gegenüber den „Pferdelazaretten" der Vorkriegszeit hinsichtlich seines Ausmaßes und auch im Hinblick auf eine treffliche Ausrüstung schon einen Fortschritt darstellt. Hier schafft und wirkt der Stabsveterinär. Im hellen Raum befindet sich die Operationsmatratze. Ein Arzneizimmer birgt Medikamente aller Art, Heizsonne, ja sogar Höhensonne ist vorhanden. Gut gedeckte Reitbahnen, nach zeitgemäßen Grundsätzen gebaut, gewährleisten eine Durchführung des Neitunterrichtes auch bei schlechtem Wetter und im Winter. W. R. Die Bedeutung desÄauernstands für die Landesverteidigung. Die Aufgaben einer Landesverteidigung sind nicht ausschließlich militärische, ja man kann sogar sagen, daß Die zivilen Maßnahmen erst die Voraussetzung für den glücklichen Ausgang eines Krieges schaffen. Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Aufsatz der englischen Zeitschrift „The Anny Navi; and Air Force Gazette", die für uns Deutsche deshalb von besonderem Interesse ist, weil die dem Aufsatz zugrunde liegende Tatsache, daß sowohl England wie auch Deutschland in die Gefahr geraten können, ausgehungert zu werden, dieselbe ist, England durch eine Blockade, Deutschland durch Den umschließenden eisernen Ring feindlicher Heere und Seestreitkräfte. Durch den U-Bootkrieg im Jahre 1917 zog für England die Gefahr herauf, ausgehungert zu wer- den, zumal die Lebensmittelvorräte in Großbritannien nicht mehr als eineinhalb Monat ausreichten. Angesichts des Gespenstes einer Hungersnot ent- muß man für den Kampf hiervon wohl c4n gutes Viertel als Rückendeckung gegen China, als Bahnschutz und für Sicherung der Etappen abziehen. Ihn nun gegen die schätzungsweise für den Kampf bleibenden dreiviertel Million Japaner einigermaßen sichere Siegesaussichten zu haben, müßten wohl d i e R ussen mit mindestens 50 v. H. Ueberlegenheit auftreten, also ein Heer von annähernd ciiieiniiiertcl Million im Kriegsgebiet unterhalten. Diese Ueberlegenheit ist schon wegen der Schmierigkeit, Verluste bei dem langen Transportweg rechtzeitig auszugleichen, erforderlich. Aus dem europäischen Rußland kann aber auf der einen Bahnlinie kaum d i e H ä l f t e davon heranbefördert und unterhalten werden. Ein Teil könnte vielleicht aus Westsibirien hinzukommen. Es fragt sich nun, ob in Ostsibirien genügend Kräfte schon i m F r i e d e n stehen und im Kriegsfälle verwendungsbereit find, um den Fehlbetrag auszugleichen. Zweifellos haben die Russen bereits jetzt an der Transbaikalstrecke der sibirischen Bahn sehr beträchtliche Truppen massiert. Wir möchten aber bezweifeln, ob es mehr als 200 000 Mann find, was sich ungefähr mit einer japanischen Schätzung von 20 bis 25 Divisionen decken würde. Das wäre aber nicht genug, um zusammen mit den aus Europa und Westsibirien anzutransportierenden Truppen eine sichere zahlenmäßige Ueberlegenheit gegen die Japaner bereitzustellen. Der sehr tatkräftige Führer der ostfibirischen roten Armee, Blücher, trifft alle Maßnahmen, um seine Truppen bezüglich Kriegsmaterial und Verpflegung vom euro- päiscyen Rußland möglichst unabhängig zu machen. In der Tat sollen an verschiedenen Orten an der Transbaikalstrecke der sibirischen Bahn kriegsindu- strielle Werke entstanden sein. Auch soll die Landwirtschaft mit allen Mitteln gefördert werden. Das würde im Laufe der Zeit eine fühlbare Entlastung der sibirischen Bahn für Kriegstransporte bedeuten. Im Uebrigen hat die Sowjetunion auf Anregung Blüchers ausgedehnte Befestigungsanlagen im sibirisch-mandschurischen Grenzgebiet, besonders an den Flüssen Amur und Sungari anaelegt und Wladiwostok zu einem Wasfenplatz e r ft e n Ranges ausgebaut, so daß die Japaner bei Verlegung des Kriegsschauplatzes auf sibirisches Gebiet sich auf starken Kräfteverbrauch gefaßt machen müßten, um diese Befestigungsanlagen zu überwinden. Es scheint auch fraglich, ob ihre rückwärtigen Verbindungen genügend leistungsfähig für die Heranschaffung des dafür erforderlichen erheblichen Kriegsmaterials sein würden. Was nun die materielle Rüstung der beiden Mächte betrifft, so glauben mir, daß darin keine wesentlichen Unterschiede bestehen dürften. Es wäre ein großer Irrtum anzunehmen, daß die rote Armee materiell rückständig sei, etwa so wie es das russische Heer im Weltkriege in gewissem Grade war. Im Gegenteil, wir können voraussetzen, daß sie in der Zahl der schweren Ge- schütze, Maschinengewehre, Kampfwagen und sonstigen Waffen nebst Munitionsversorgung dem ja- panischen Heere mindestens gewachsen ist. In der Zahl der Flugzeuge wird den Russen sogar eine fast doppelte Ueberlegenheit zugesprochen. Es fragt sich nur, ob die Transportverhältnisse den Russen gestatten, genügend Kriegsmate- rial auf den voraussichtlichen Kriegsschauplatz zu schaffen und hierzu möchten wir ein starkes Frage- zeigen machen. Der überaus mangelhafte Betrieb auf den russischen Bahnen ist kein Geheimnis. Wie sollen sie den bis aufs äußerste gesteigerten Kriegsbetrieb leisten? Allerdings werden auch die Japaner nicht in der Lage fein, solche Kriegsmaterialmassen in das voraussichtliche Kriegsgebiet zu schaffen, daß sie einen Materialkrieg in Ausmaßen führen könnten, wie wir es in der letzten Zeit des Weltkvieges gewohnt waren. Jedenfalls aber möchten wir ihnen hierin bis auf Weiteres bessere Aussichten zusprechen als den Russen. In einem sehr wichtigen Punkt dürfte allerdings schlossen sich damals die Engländer zu einer dritten Schlacht bei Ppern, die bezweckte, durch Fortnahme der deutschen U-Boothäfen in Belgien den Handelskrieg im Kanal zu erleichtern. Die Erwägungen, die in Dem vorliegenden Aufsatz daraufhin angestellt werden, stellen zunächst fest, daß kein militärischer Sachverständiger eine gewaltsame Landung aus den britischen Inseln für möglich hält. Die Hauptsache sei, daß die Bedürfnisse der Landesverteidigung richtig erkannt würden. Wäre das im Weltkrieg der Fall gewesen, dann wäre jene Offensive in Flandern, die einschließlich der Schlacht von Cambrai den Engländern Verluste in einer Gesamtzahl von 394 645 Mann gekostet hatte, nicht notwendig gewesen. Dom Standpunkt des Staatsmannes aus, so betont der Verfasser, sei die Frage der Landesverteidigung weniger eine Frage der Waffenentscheidung, er habe für b i e Erhaltung des Volkslebens und damit für die Sicherung hinreichender Mengen von Lebensrnitteln zu sorgen. Für Deutschland lagen die Dinge ähnlich, allerdings hing die Abwendung der Gefahr einer unerträglich werdenden Lebensmittelknappheit sowie eine solche kriegsnotwendiger Rohstoffe von einer Waffenentscheidung zugunsten Deutschlands ab. Insofern war und wird Englands Lage uns gegenüber immer die bessere sein. Immerhin ist es beachtenswert, daß aus den Erfahrungen des Weltkrieges heraus auch England die Bedeutung einer gesicherten Volksernährung im Kriegsfall aus eigenerKraft erkannt hat. Ob die Ansicht richtig ist, daß England heute in einer größeren Gefahr schwebt, ausgehungert zu werden, als 1917, mag dahingestellt bleiben. Aber die Behauptung kann zutreffen, datz auf den britischen Inseln der gesamte Bedarf des Landes an Fleisch, (Betreibe unb Molkereiprobukten s e l b st erzeug t werben kann. Durchgreifende Maßnahmen ber britischen Regierung vermißt ber Verfasser, unb er spricht offen aus, baß Großbritannien seine Guts- besitzer an ben Bettelstab gebracht, seinen Bauern» stanb zerstört unb viel Laub habe brachliegen lassen. Unter Hinweis auf bie lanbwirtschaftliche Sieb- lung unb bie Schaffung kleinen Eigenhesitzes i n Deutschland, wirb auch für Großbritannien ein kräftiger, wirtschaftlich gesunber B a u e r n ft a n b geforbert. Ob bie liberalistisch eingestellten Englänber so tief einschneibenbe gesetzgeberische Maßnahmen zur Erhaltung eines gesun- ben Bauemstanbes treffen werben, wie Abalf Hitler, bas kann wohl einstweilen bezweifelt werben. Ka... Wirtschaft Kilometer von — Frankfurt a. 211. Devisenmarkt Berlin Äerlm ■Jramiurt a. -U(. •Benin jrantiun u. JJ(. «KP- Iurg börse «M- X& kurs b^se 'urS w Z«, Schluß. NZ 'urs börse hörse 27-9. 27.9. | 28.9. | 27-9. 27-9. 28-9. 95,4 97,75 97,7 101,1 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 I 28,75 I 77.75 I 1921 8 8 93,5 91 95,25 93,25 97,75 93-75 91,5 90,85 101,1 92 94 91,5 0 0 48,5 241 92 41,75 13,75 94,75 93,4 97,75 94 91,5 90,5 SchlickertLCo. ... Siemens L Halske. Lahmeyer L Go. .. . 6 , 7 10 6 6 0 0 28,65 79,5 96 66,75 71,5 74,5 148,25 28,4 146-65 101,5 119,25 77,5 109,75 103 94,75 146,5 123,4 86,75 113,5 61,75 104,5 •I 78,75 48,5 239 91,5 41 13,75 154 144,75 221 95.5 42,13 91,5 83 119 134 113,5 64,25 132,5 49,25 70 126 50,75 59 91,75 33,25 221 178 130,9 29,75 192 2,434 58,18 54,86 12-29 16,44 169,23 21,34 61-78 63,37 81,42 34,05 2,454 58,42 55,08 12-33 16,50 169-91 21,42 62,02 o ■i o (i 28,5 81 96 66,5 71 74,75 150,25 126,5 80,5 77,5 28,4 146,5 100,9 119,25 78 109,4 102,5 94,5 147 123,9 86,9 113,13 62 104,75 78,25 126,5 80,25 75,25 30,4 146,5 101-5 119,9 79,75 110,65 104 96 149,5 126 87,5 113 62,4 106,25 78 126 80,25 77,25 63,65 66 49,5 69,5 50,9 59,25 33,75 221 178 131,5 29,9 80 192 125,75 80 75,25 30,4 146,75 102 120 79,5 110,75 104 95,75 149,5 123,5 86,9 113,5 63 106,25 4,95 7,7 4,35 39,25 25,5 27 28,25 81,25 96,25 66,5 71 74,75 149,13 63,75 66,25 48,25 69,75 50,25 56 32 220,25 130,75 63,63 81,74 34,19 A.E.G. Bekuia eindeutigen Urteil gelangen. Vorteilen auf der einen Seite stehen Nachteile auf der anderen gegenüber. Für beide Teile ist schwerlich die Möglichkeit vorhanden, ihre Gegner so niederzuwerfen, daß er Frieden um jeden Preis schließen muß. Japan ist als Jn- selreich für die Russen unangreifbar und ande- rerseits würde die riesige Ausdehnung von Sibirien die Japaner an der vollen Ausnutzung 4% Oesterreichtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreicyische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4'/,% besgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1..................... militärischer Erfolge gegen die Russen hindern. Wir möchten glauben, daß sich die beiderseitigen Regierungen ähnliche Gedanken machen und daher vorläufig entscheidende Schritte, die zum Kriege führen müßten, scheuen. Beide rüsten mit aller Kraft, scheinen aber abwarten zu wollen, bis ihnen eine günstige politische Konstellation bessere Erfolgsmog- lichkeiten bietet als die jetzige Lage. 93 93 101,75 32 1,3 7,7 7,2 7,4 14,13 100,9 91,75 91,75 91 92 93 93 101,75 32 1,25 8 7,2 7,25 13,9 tendierten. Fremde Werte lagen ziemlich still und nach den letzten Steigerungen meist nur knapp gehalten. Valutapapiere zeigten heute nur wenig Veränderung. . v Tagesgeld blieb zu 3,75 v. H. unverändert. . Frankfurter Börse. rNillagsbörfe: fest. Frankfurt a. M., 28. Sept. Die Börse verkehrte auf der ganzen Linie in fester Haltung und hatte erstmals nach der langen Geschäftsstille wieder beachtliche Umsätze aufzuweisen. Man verwies auf die Ueberwindung des Ultimos, wodurch sowohl Kundschaft, als auch Kulisse im Hinblick auf das Anlagebedürfnis nach dem Quartals-Ultimo zu Verkäufen angeregt wurden. Die feste Haltung erhielt daneben aus der Wirtschaft wieder eine kräftige Stütze, insbesondere fand die weitere Erhöhung der Einzelhandelsumsätze, sowie der bisher günstige Geschäftsverlauf bei der Dresdner Bank starke Beachtung. Für den Elektromarkt regte offenbar der Sanierungsbericht der Preußischen Elektrizitäts-AG. (Preag) an, der eine starke Steigerung der Stromerzeugung- und Abgabe feststellt. Besonders Felten 5,2 7,75 4,45 38,9 25,5 25,25 28,5 79,25 96 66,75 71 74,5 147,75 93 93 101,75 31,25 1,3 7,75 7,15 7,25 14 28-9- 8* 4,95 7,5 4,4 38,75 25,5 Datum TTTTTTö .......0 0 io .......o .......0 .......0 6 6 .....iy2 7 .......9 0 0 0 100,25 91,75 91,75 90,75 92 93 93 101,75 31,5 7,6 7,2 7,25 13,75 Elektr. Lteferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 6 Felten & Guilleaume 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........6 Preußen. Kreis Wetzlar 0 Großrechtenbach, 27. Sept. In der jüngsten Gemeinderatssitzung befaßte man sich mit dem Bau einer Wasserleitung bzw. nut der Quellenfassung für diesen Zweck. Die Wasserleitung im Orte ist zwar schon gebaut, die Quellfassung und die Zuleitung fehlen aber noch. Diesen soll jetzt nähergetreten werden. Es wurde zunächst eine Ortsbesichtigung vorgenommen. Man kam zu dem Entschluß, die Quellen im Weidgraben, Glocken- brunnen und im Distrikt Füll fassen zu lassen. Mit den Arbeiten soll bald begonnen werden, -vas Landesarbeitsamt hat das Projekt arbeit anerkannt. Die Kosten belaufensich fl j 5900 Mark; die in Aussicht gestellte staatliche tfor derung beträgt etwa 2500 Mark. , BuderuS Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener..... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 112,5 64 133 48 69,5 124,5 50,13 56 89,5 32,25 221 130,65 I -I I 1921 schlagen. , Betrachten wir endlich zwei der wichtigsten Komponenten des Krieges: Führung und Moral des Heeres. Daß beides im japanischen Heere auf voller Höhe steht, ist ohne weiteres anzunehmen, allerdings mit der Einschränkung, daß man im Frieden nie wissen kann, ob ein Land einen Feldherrn ersten Ranges besitzt. Wie die Verhältnisse in der roten Armee sind, kann nur der Ernstfall zeigen, insbesondere ist es ganz ungewiß, ob der Rotarmist moralisch höher steht, als der zaristische Soldat im Weltkriege. Von den Truppen im europäischen Rußland sind als unbedingt zuverlässig nur die rein russischen Truppenteile zu betrachten und auch bei diesen kann es nicht als sicher angenommen werden, ob die aus der geplagten bäurischen Bevölkerung stammende Mehrheit des Ersatzes sich mit Begeisterung für die Interessen der Sowjets im fernen Osten schlagen würde, lieber die Stellung der sibirischen Bevölkerung und der aus ihnen gebildeten Truppenteile zu den bolschewistischen „Idealen" sind die Meinungen sehr geteilt. Für die Ausbildung von Führern aller Grade geschieht in der Sowjetunion viel. Uns scheint es aber für die Bewertung der russischen Offiziere bedenklich, daß ihre Auswahl in erster Linie nach innerpolitischen Gesichts punkten erfolgt, die militärische Begabung also nicht entscheidend ist. Ob Rußland in einem Zukunftskriege einen gottbegnadeten Feldherrn haben wird, der aller Schwierigkeiten Herr wird, wer will das weissagen? Im Allgemeinen weist der russische Nationalcharakter nicht die Eigenschaften auf, die das wahre Feldherrntum begründen, und recht selten sind in der russischen Kriegsgeschichte die Männer, die man als Feldherrn von Rang oder auch nur als tüchtige Generäle ansehen kann. Wenn wir die militärischen Aussichten der beiden Mächte in einem demnächstigen Kriege in ihrer Gesamtheit betrachten, so können wir nicht zu einem 28.9 79" 100 48,5 240 92 41,75 13,4 123 122,5 153,25 144,65 95,5 42,13 91 I 82,75 27-9. 8* 5,15 7,5 4,6 38,75 25,5 Wmeritani)d)e Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten .. Norwegische Noten .............’• Deutsch Oesterrc. , ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten .............. Schweizer Noten................. Spanische Noten Ungarische Note« Ilie Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke Mannesman n-Röhren Mansselder Bergbau ... Kokswerke........... Phönix Bergbau....... Rheinische Braunkohlen Ryeinstahl............ Vereinigte Stahlwerke.. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth I. G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt........ Goldschmidt ......... Rütgerswerke........ Metallgesellschaft...... Philipp Holzmann . . .. Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 28. Sept. Die Gemüse- zufuhren blieben im allgemeinen stark, insbesondere von Blumenkohl, Spinat und alle Kohlgemüse. Für Tomaten hat das Angebot bei gebesserter Nachfrage und erhöhten Preisen nachgelassen. Im übrigen waren die Preise bei schleppendem Ge- schäft kaum verändert. Es notierten: Blumenkohl 10 bis 35, Buschbohnen 6 bis 8, Stangenbohnen 10 bis 12, Eskarol 5 bis 8, Gewürze!, Bündel, 20 bis 30, Salatgurken 3 bis 10, Karotten 4 bis 5, Kartoffeln, gelbe, per 50 Kilogramm 340 bis 360, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 5 bis 10, Meerrettich 35 bis 40, Pfifferlinge 35, Rote Rüben 4 bis 5, Rotkraut 4 bis 5, Sellerie je nach Große Stuck 8 bis 20, Spinat 3 bis 5, Tomaten I 5 bis 7, II-3 bis 4, Weißkraut 2% bis 3%, Wirsing, spitz, 4 bis 5%, rund 3 bis 4, Zwiebeln 580 bis 600 per 50 Kilogramm. t Auch am Obstmarkt blieb das Angebot außer Zwetschen sehr reichlich. Allgemein beobachtet man aber eine bessere Sortierung der gangbarsten Sorten. Für gute Ware ist die Nachfrage bei höheren Preisen lebhafter, während minderwertige Fruchte unverkäuflich sind. Es notierten u. a.: Aepsel 1 10 bis 14, II 7 bis 9, Goldparmäne 10 bis 14, Herberth Reinette 7 bis 10, Birnen I 10 bis 14, II 6 bis 8, Kochbirnen 3 bis 4, Dr. Lucius I 9 bis 14, Mollebusch 7 bis 10, Erdnüsse 18 bis 20, Feigen 9 bis 9V4, Haselnüsse 28 bis 30 ital., Kastanien 14 bis 18, Pfirsiche 5 bis 10, Preiselbeeren 20 bis 28 Finnl., 28 bis 30 Schwed., Quitten 4 Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 28. Sept. Im Buttergeschäft hat sich das Geschäft wieder etwas belebt, wobei die nunmehr kühlere Witterung von Einfluß ist. Das Angebot in deutscher, frischer Butter ist ziemlich knapp, so daß die angelieferten Mengen bei relativ guten Preisen glatt geräumt werden. Teilweise mußte zur Befriedigung der Nachfrage aus Kühlhaus- und Auslandbutter zurückgegriffen werden. In Erwartung einer weiteren Belebung nach dem Ultimo nahm auch der Einzelhandel an den Eindeckungen lebhafteren Anteil. Es notierten in RM. pro 50 im Großhandel an den Kleinhandel: Deutsche Markenbutter 145 ins 148, feine deutsche Molkereibutter 143, deutsche Molkereibutter 140, Landbutter 120 bis 130. Holländische Markenbutter 145, andere ausländische Butter 140 bis 145. Frankfurter Eiermarkt. Das Handwerk im dritten Vierteljahr 1934. Wie der Reichsstand des deutschen Handwerks mitteilt, war die Gesamtlage des Handwerks im dritten Vierteljahr 1934 nicht wesentlich anders als in den vorhergehenden Monaten. Die Beschäftigung war im allgemeinen bedeutend besser, als in der gleichen Dorjahrszeit. Besonders gut war die Lage in den Zweigen, denen die ArbeUsbeschaffungs- maßnahmen der Reichsregierung unmittelbar zugute tarnen, so im Bauhandwerk. Im übrigen Handwerk setzte sich die Konjunkturbesserung nur langsam durch, Handwerkszweige, die für kulturellen Bedarf und persönlichen Geschmack arbeiten, waren noch unzureichend beschäftigt. Das für die Landwirtschaft arbeitende Handwerk hatte in den Sommermonaten stärker zu tun, es hat aber noch unter den Auswirkungen der landwirtschaftlichen Schuldenreglung zu leiden. Soweit Preissteigerungen bei den Rohstoffen eintraten, mußte das Handwerk sie gewöhnlich selbst tragen, was nach wie vor zu Sorgen Anlaß gab. Die Rohstoffversorgung des Handwerks war im allgemeinen ausreichend. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Auch in her letzten Septemberwoche blieb das Geschäft am Frankfurter Getreidegroßmarkt, soweit es Körnerfrüchte betraf, recht still. Die Ursachen hierfür sind weiterhin die gleichen: schwaches Mehl- aeschäft, daher nur minimale Kaufmeinung der Mühlen, zum andern die Tatsache, daß die Mühlen, besonders die Großmühlen, infolge der im Frühjahr und Sommer vorgenommenen ziemlich großen Käufe mangels geeigneter Lagermöglichkeiten in ihrer Einlagerungsmöglichkeit behindert find. Gegen Ende der Woche hat sich das Angebot zen aus der Landwirtschaft merklich verringert, da man die im kommenden Monat höheren mit 6,50 (6,40) v. H. Im Verlaufe wurde das Geschäft allgemein etwas ruhiger, die Grundstimmung blieb aber trotz kleiner Abbröckelungen infolge von Gewinnsicherungen fest. Ziemlich lebhaft blieben AG. für Verkehrswesen (erneut plus 1 v. H.), auch Mannesmann und Farbenindustrie hatten bei gut behaupteten Kursen noch Nachfrage. Die später notierten Werte zeigten Befestigungen bis zu 1 v.H. darüber hinaus setzten Westdeutsche Kaufhof ihre Steigerung um 1,25 auf 33,25 bis 33,50 v. H. fort. Der Rentenmarkt hatte ebenfalls ruhigeres Geschäft, aber gut behauptete Kurse. Genußrechte lagen unsicher und unterlagen starken Schwankungen. Genußrechte von Gesellschaften mit 4 bis 6 v. H. Dividende hielten sich zumeist zwischen 65 und 75 v.H. Goldpfandbriese lagen meist unverändert, Kommu- nal-Obligationen überwiegend fester, während Liqui- bationspfanbbriefe unb Stabtanleihen uneinheitlich lagen zunächst meist unveränbert, später ergaben sich aber Abschwächungen um burchschnittlich 1 bis 2 v. H. unb teilweise auch mehr. Frembe Werte lagen still, Mexikaner behauptet, neue Türken im Freiverkehr etwas fester, Schweizer Dunbesbahn-An- leihen abbröckelnb. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 97,75, 6 v. H. Frankfurter Hypotheken-Bank Golb R 1 bis 4 91,75, 5 v. H. innere Mexikaner 6,50, 5 v. H. äußere Golb 13,75, 4 v.H. Schweizer Bunbesbahn 196,75, 3,50 v.H. 183, Buberus 87,25, Gelsenkirchen 63, Harpener 106,25, Klöckner 80,50, Mannesmann 77,50, Rheinstahl 92, Stahlverein 41,75, AKU. 63,65, AEG. 30,40, Bekula 146,75, Chabe A 214, Daimler 50,90, Scheibeanstalt 221, Deutsche Linoleum 59,25, Licht unb Kraft 120, IG. Farben 144,75, Elektr. Lieferungen 101,75 bis 102, Gesiurel 110,75, Holzmann 83, Junghans 62, Rheag 104, Schuckert 95,75, Siemens 149,50, Aschaffenburger Zell 69,50, AG. für Verkehrswesen 81, Hapag 25,50, Norbbeutscher i Lloyb 28,50. 6000 Kilometer bei Verlegung ber Flugbasis Manbschurei, aber einem solchen von 9000 Kil von ber Flugbasis auf ben japanischen Inseln entspricht. Dieser ist für Bombenflugzeuge viel zu groß. Im übrigen aber bietet bas bünn bevölkerte Ostsibirien keine lohnenben Angriffsobjekte für Bom- bengeschwaber. Erp ber Ernstfall wirb zeigen können, ob Luftangriffe auf Wohn- unb Jndustriezen- tren imftanbe finb, kriegsentscheibenb zu wirken. Bis bahin wirb man in ber Abschätzung ber militärischen Lage in biefer Hinsicht vorsichtig sein müssen. Immerhin scheint uns hier ein Aktivum für Rußlanb in Rechnung zu stellen zu sein, währenb wir in ben Aussichten für bie Lanbkämpfe Japan größere Erfolgsmöglichkeiten zusprechen möchten. Was nun bie Lage zur See betrifft, so ist hierin bie Ueberlegenheit Japans so überwältigenb, baß sich bie Russen auf einen offenen Kampf nicht einlassen können. Auch an II - B o o - ten besitzen bie Russen vorläufig so wenige, baß sie ben japanischen Handel ober Truppentransport nicht nennenswert beeinträchtigen können. Damit ist aber für bie Sowjetunion bie Lage sehr erschwert, benn um Japan auf bie Knie zu zwingen, muß man bas Jnselreich zur See entscheibenb Frankfurt a.M., 28.Sept. Angesichts bes in diese Woche faUenben Monatswechsels entwickelte sich im Frankfurter Eiergroßhanbel nur minimales Geschäft. Späterhin würbe es etwas lebhafter, ba ber Einzelhanbel in seinen Käufen weniger zurück- haltenb als seither war. Deutsche Eier in frischer Ware finb nur knapp angeboten unb bleiben stark gesucht, bie Zuteilungen ber Verteilungsstellen bleiben aber klein. In verstärktem Umfange kommen schon Kühlhauseier an ben Markt. Auslandeier werben in genügenben Mengen offeriert, aber weniger gern gekauft, ausgenommen die Spitzenqualitäten von Holländern und Flandern. Die bereits am Wochenanfang höheren Preise zeigten heute keine Veränderung. Es notierten als Verkaufspreise des Großhandels an den Kleinhandel tn Pfennig pro Stück frei Frankfurt a.M.: Deutsche Markeneier, Klasse S 11% bis 12, Klasse A 11 bis 11X, Klasse B 10% bis 10%, Klasse C 9% bis 10, Klasse D 9% bis 9%. Holländer, Flandern unb Dänen, Klasse S 11% bis 11%, Klasse A 11, Klasse B 10%, Klasse C 10. Bulgaren und Rumänen 9% bis 9%. Jugoslawen, Klasse B 9%, Klasse C 9%. Mainzer Getreidernartt. Mainz, 28. Sept. Bei ruhiger Allgemeintenbenz notierten (Großhandelspreise je 100 kg loco Mainz) in RM.: Weizen 20,60, Roggen 16,60, Hafer 16 ab Station, Braugerste 19,25 bis 20, Jnbustriegerste 18,75, Malzkeime 15,50 bis 16, Weizenkleie 10,50 (Mühlenpreis), Roggenkleie 9,72 (Mühlenpreis), Weizenfuttermehl 12,90, Biertreber 17,25, Sojaschrot 12,80 ab süddeutsche Fabrikstation. Festpreise ab wartet. Roggen, der an sich schon wesentlich knapper offeriert wurde, war zuletzt kaum angeboten. Ein Mangel zeigte sich indessen nicht. Für Brau - und Jndu st rieg erste blieben die Anlieferungen mehr als ausreichend, und nur bei kleinen Preiskonzessionen nach unten konnten einige Abschlüsse verzeichnet werden. Das M e h l g e s ch ä f t stockt zur Zeit fast vollkommen. Auch für spätere Lieferung zeigte sich kaum Nachfrage. Soweit noch Mehle zu ben alten Ausmahlungen zu haben waren, wurden sie gut verkauft und auch etwas höhere Preise bewilligt. Am Futtermittelmarkt war bas Geschäft etwas lebhafter, es könnte noch besser sein, wären bie Angebote nur einigermaßen mit der starken Nachfrage in Einklang zu bringen. In Kleie und Nach mehlen ist ber Anfall burch das schwache Mehlgeschäft sehr gering, während in ölhaltigen Futtermitteln die Mühlen nur kleinste Mengen zuteilen können. Daneben sind Trockenschnitzel stark begehrt, aber greifbare Ware liegt nicht vor. Auch für die neue Kampagne wird nicht offeriert, zumal die Produzenten erst die zu erwartende Festpreisregelung abwarten wollen. Zur Erleichterung der Futtermittelversorgung sollen bis zum 31. März n. I. die Einfuhrzölle erheblich gesenkt werden. Wo die Einfuhr völlig zollfrei wird, ist aber eine Importgenehmigung erforderlich, die hauptsächlich au dem Wege des Warenaustausches zu bewerkstelligen sein wird. Von Rauhfuttermitteln zeigte sich bei anziehenden Preisen lebhafte Nachfrage für Stroh. 27-9. 78,9 99,75 47,75 239,5 91,75 41 13,5 122 153 144,25 94,25 41,75 90 Me Lage für Japan ungünstig sein: hi ber ® e • < fährdung durch Luftangriffe. Das äußerst dicht bevölkerte Land mit seinen eingebauten Großstädten und Industriezentren wie Tokio, Yokohama, Kioto, Osaka bietet natürlich eine für : Bombengeschwader ideale Angriffsfläche. Die Ent- 1 fernung von der russisch-sibirischen Hauptflugbasis : Wladiwostok bis zu den japanischen Hauptstädten 1 beträgt im Durchschnitt nur rund 1200 Kilometer, mit Rückflug also 2400 Kilometer oder im ungünstigen Falle, bei etwa erforderlichen erheblichen Umwegen — zum Ausweichen vor Luftangriffen von Kampfgeschwadern oder vor Schlechtwetterzonen — etwa 2600 bis 2700 Kilometer. Für moderne Großflugzeuge ist ein solcher Aktionsradius nicht zu groß, wenn auch die Bombenflugzeuge die Bombenzahl zugunsten der Mitnahme von Betriebsstoff etwas einfchränken müßten. Von den besonders gefährlichen und dabei leichten Brandbomben könnten jedenfalls genügende Mengen mitgeführt werden, um ausgedehnte Feuerbrünste zu verursachen. Die । Sowjetunion soll nach japanischen Angaben schon | jetzt 600 Flugzeuge, darunter 200 schwere Bomber um Wladiwostok versammelt haben. Es würde ihr ein leichtes sein, diese Luftflotte aus dem europäischen Rußland auf dem Luftwege in wenigen Tagen erheblich zu verstärken. Dagegen ist Japan nicht in der Lage, seinen voraussichtlichen Gegner durch ßuftanariffe wesentlich zu schädigen. Gewiß kann es Wladiwostok aus Der Lust angreifen, zumal da es in der Lage ist, durch Heranschieben von Flugzeugträgern und -mutterschiffen die Flugstrecke kurz zu halten. Aber mit Wladiwostok wird kein Lebensnerv der Russen getroffen, denn das Hauptrüstungszentrum für die sibirischen Truppen befindet sich in Kusnjetz Mich Tomsk, etwa 4500 Kilometer, von den japanischen Inseln und etwa 3000 Kilometer von Mukden und Kirin entfernt, was einem Aktionsradius von mindestens 6000 Kilometer bei Verleauna der Flugbasis in die Schultheis Patzenhofer 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas...............7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 0 Orenstein & Koppel 0 Leonhard Tietz..............0 Chade......................10 Accumulatoren-Fabrtk 0 Conti-Gumnu...............0 Grihner o| Mainkraftwerke Höchst a.M...« 4 Süddeutscher Zucker..... Abendbörse: freundlich. Die Abendbörse hatte im Vergleich zum Mittagsverkehr zwar verringerte Umsätze, die Stimmung blieb aber fest. Kleinen Kundschaftskäufen schloß sich auch die Kulisse an, so daß die zumeist festen Berliner Schlußkurse noch leicht überschritten wurden, zumindest jedoch gut behauptet waren. Montan- und Elektroaktien traten etwas hervor, Farbenindustrie waren ebenfalls wieder beachtet, ander- eits gaben Kunstseide AKU. etwas nach. Im Verlaufe blieb das Geschäft bei unveränderten Kursen klein. Am Kassamarkt waren Gebr. Adt weiter gesucht; die Taxe stellte sich auf 58 (55) v. H. Am Rentenmarkt fanden späte Reichsschuldbuchorderungen und Kommunal-Umschuldung einiges Interesse zu Mittagskursen, Altbesitz lagen still, ebenso Pfandbriefe und Stadtanleihen. Genußrechte hatten einen wesentlich ruhigeren Markt; die Kurse mit plus 2,50 v.H. lagen fest, auch Siemens mit 1,75 v. H., AEG. mit 1,13 v. H. und Gesfürel mit 1,25 v. H. Steigerung ragten über die Durchschnittsbefestigungen von 0,50 bis 1 v. H. hinaus. Lebhafter waren am Chemiemarkt Farbenindustrie mit 145 bis 145,50 (144,25), auch Scheideanstalt mit unverändert 221,50 wurden reger umgesetzt, Metallgesellschaft gewannen 1 v. H. Am Montanmarkt traten besonders Mannesmann mit 75,75 bis 77 (75,25) stark hervor, doch zeigten auch die übrigen Bergwerksaktien Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Fest eröffneten außerdem Reichsbankanteile (plus 2 v. H.), Holzmann (plus 1 v. H.), Gebr. Junghans (plus 1,50 v. H.). Lebhafter waren ferner AG. für Verkehrswesen (plus 0,75 v. H.), sonst setzten u. a. ein: AKU. 0,40 v. H., Hapag 0,13 v. H., Cement Heidelberg 0,50 v. H., Hanfwerke Füssen 0,50 v. H., Zell- stofswerte 0,25 bis 0,50 v. H. fester, nur Nordd. Lloyd 0,40 v. H. leichter. Einen sehr breiten Markt nahmen die schon an der gestrigen Abendbörse stark hervorgetretenen industriellen Genußrechte auf die bekannte Neuregelung ein, die neuerlich Gewinne von etwa 5 bis 10 v. H. erzielten und seit gestern Mittag somit ihren Nominalwert um bis zu 20 v. H. erhöht haben. Das Geschäft war teilweise sehr lebhaft. Auch der übrige Rentenmarkt lag freundlich, wobei Altbesitz und Kommunal-Umschuldung mit je plus 0,25 v. H. lebhafter umgesetzt wurden. Von fremden Werten eröffneten 5 v. H. Silbermexikaner börse 28-9. Schlußl. Mittag- ' börse 28-9- Datum 4% besgl. Serie II ............. 5% Numan, veretnh. Rente v. 1903 4'/rA>Rumän.vereinh.Rentev.l918 4% Rumänische veretnh. Rente .. 2 y4% Anatolier............... Hamburg-Amcrila-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschtff...........0 Norddeutscher Lloyd 0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Prioal-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank 0 Retchsbank ................12 '.yranliurt a.M. | Berlin 153 144,25 221,5 94,5 41,75 90,5 81 I 117,5 133 I Datum 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 6% ehem.7% Tt.Reichsanl.v. 1929 6*/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös^Schuld mit Auslos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6%% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ltant......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Baiik Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 16 unkündbar 6IS 1936 6%% ehem. 4>/r% Franks. Hyp.- Bank-Ltqu.-Psandbrtefe....... 5’/2% ehem. 4>/r% Rheinische Hyp.-Bank-Ltau.-Goldpse 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Lteuergutsch. Verrechnungskurs.. 6fSr Nend. 27-September 28-September__ Amtliche G>elb Notierung । Srio Amtliche Notierung Geld | Brie Buenos Aires Brüssel..... Rio de Jan. . Sofia ....:. Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Iavan ...... Jugoslawien Oslo.....: Men....... 0,644 58,545 0,204 3,047 54,91 81,77 12,295 5,43 16,50 169,73 21,48 0-733 5,714 61,81 48,95 11,16 63,42 81,67 34,22 10-425 2-482 0,648 58,665 0,206 3,053 55,01 81,93 12,325 5,44 16,54 170,07 21,52 0,735 5,726 61,93 49,05 11,18 63,54 81,83 34-28 10,445 2,486 Bantnoten 0,649 58,34 0,204 3,047 55,01 81,67 12-325 5,44 16,48 169,65 21,46 0,725 5,714 61,94 48,95 11,18 63,54 81,60 34,19 10-415 2-482 0,653 58,46 0,206 3,053 55,13 81,83 12,355 5,45 16,52 169,99 21-50 0,727 5,726 62,06 49,05 11,20 63,66 81,76 34,25 10,435 2-486 TKiet Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanten.... Budapest ... Neuyork... Nr. 228 Sechstes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Samstag, 29. September 1934 Haltet die Treue Eurem heimischen Theater! Dem Gießener Gtadttheater zum Geleit. Reichsstatthaller Sprenger: Das deutsche Theater muß eine Pflegestätte deutscher Kultur wieder werden, sein und bleiben. Das erwartet das deutsche Volk im Nationalsozialistischen Staate von seinen Theater-Leitern. Das deutsche Volk muß aber auch den Theater- Leitern die Möglichkeit geben, diesem hohen Zwecke zu dienen. Die Volksgenossen Gießens und seiner näheren und weiteren Umgebung müssen daher alles daran setzen, das Theater zu halten und zu stützen. Der jährliche Mietplatz ist die beste Unterstützung. Helft also zusammen, damit das Gießener Stadttheater das sein kann, was wir vom deutschen Theater verlangen. Gaupropagandaleiter Mütter-Scheid: Das Theater war einst der Mittelpunkt des geistigen Lebens; hier wurde um „der Menschheit große Gegenstände" gerungen. Und wenn wir Nationalsozialisten vor der Machtübernahme so oft scharfe Angriffe gegen das Theater richteten, so nur deshalb, weil wir sahen, wie unter der Führung von Juden das Theater mißbraucht wurde im Dienste jüdisch-marxistischer Volkszersetzung. Ich will hier nur an eines der erfolgreichsten Stücke erinnern: Lampels „Revolte im Erziehungsheim", in dem in geradezu raffinierter Weife alle'Zusammenhänge so gedeutet wurden, daß nur der Kommunismus als vernünftige Lösung erschien. Das Stück war so wirksam, daß selbst die Zuschauer, die bei einem Sieg des Kommunismus mit vernichtet worden wären, von dem Rausch der Begeisterung mit ergriffen wurden und sich an den elementaren Ovationen beteiligten. — In anderen Stücken wurden systematisch alle für uns gültigen Begriffe zernagt. Eine gefährlicher Sumpf breitete sich auf der Bühne aus. Dies alles war deshalb so gefährlich, weil es keine wirkungsvollere Ueberzeugungsmöglichkeit gibt, als die des Theaters. Das Theater hat die Kraft, hinabzuziehen in den Sumpf, aber es hat auch die Kraft, hinaufzutreiben auf Höhen in Licht und Klarheit. Im Dritten Reich soll das Theater nicht nur die Bedeutung wiedererlangen, die es einst zur Zeit der Griechen, zur Zeit Shakespeares und bei uns zur Zeit Lessings, Goethes und Schillers hatte, seine Bedeutung soll darüber hinaus noch gesteigert werden. So wie die Massen in unsere politischen Versammlungen strömten, so wird das Theater wieder überfüllt sein, wenn die nationalsozialistischen Dichter da sein werden. Und sie werden kommen. Die alles umfassende und erfassende nationalsozialistische Weltanschauung wird sich einst in ungeheurer Kraft in Bühnenwerken ausdrücken; nicht so, daß Schauspieler etwa nationalsozialistische Leitartikel vortragen, sondern vielmehr so, daß alle Zusammenhänge in unserem Volk und in der Welt im großen und kleinen von den neuen Dichtem gedeutet werden. Machtvolle und belebende geistige und seelische Ströme werden dann von der Bühne ihren Lauf nehmen. Mancher wird sagen: „Das ist schön. Wenn es soweit ist, komme ich selbstverständlich auch." Wie viele gibt es, die heute sagen: „Hätte ich den Hitler doch nur früher schon beachtet und wäre ich doch nur früher in die Bewegung gekommen!" Auch zu kommen, wenn andere den Kampf gekämpft und den Sieg errungen haben, ist leicht und billig. Wer es versäumt hat, an der großen politischen Entwicklung tätig mitzuwirken, versäume es nicht, rechtzeitig Anteil zu nehmen an der künstlerischen. Wir werden das Theater bekommen, was wir haben wollen. Deshalb ergeht der Ruf an alle, die nicht geistig und seelisch unterentwickelt oder gar taub sind: „Helft mit, das Theater des Dritten Reiches schaffen!" Kreisdirektor und Kreisleiter Klostermann: Wenn Lern Führer im Rahmen der Erziehungsarbeit am deutschen Volke die kulturellen Belange auf allen Gebieten besonders am Herzen liegen, dann ist es Pflicht der Bevölkerung, an diesem Aufbau mitzuarbeiten. Du hilfst, deutscher Volksgenosse, wenn du der Theaterverwaltung die Möglichkeit gibst, nicht nur vorhandenes KuUurgut zu pflegen, sondern auch in bfe Lage versetzt, jungen aufstrebenden Künstlern Gelegenheit zu geben, ihre Gedanken und Ideen in die breite Masse des Volkes zu tragen. Dann hilfst auch du am Aufbau der Nation. Oberbürg'.rmersier ZRther: Das Gießener Stadttheater, als Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns errichtet, muß im neuen Staate dein deutschen Kulturleben vorbildlich dienen. Durch Gemeinsinn und enge Volksverbundenheit getragen, wollen wir unablässig bemüht sein, gemeinsam die deutsche Kunst zu stärken und zu stützen. Jeder einzelne Bürger muß sich mit dieser der ganzen Gießener Bevölkerung gehörenden Kulturstätte verbunden fühlen und bereit sein, zur Fortentwicklung nach seinen Kräften mitzuwirken. Ich bitte darum, daß alle Kreise der Bevölkerung die Stadtverwaltung in ihrem Bestreben unterstützen und die Leistungen unserer Künstler durch regelmäßigen Besuch des Theaters anerkennen. Durch Unterstützung deutscher Kultur und deutscher Kunst vorwärts in eine bessere Zukunft! St.-Gau-Kulimwart Dethge: Unsere so ungeheuere Gegenwart, Krieg und Nach- kriegserschütterungen des gesamtes Erdkreises heischen ihre Gestaltung. Presse, Rundfunk, Film — sie alle sind Barometer der Zeit — aber das empfindlichste und darum kostbarste und zuverlässigste Instrument ist die Schaubühne; beim dieses Barometer hat den empfindlichsten Aufnahme- und Wie- dergabeapparat, den wir kennen, solange die Welt steht: das Herz und das seherische Auge des ge- stattenden Dichters. Wer den Spiegel seiner Zeit erblicken, wer auch manchmal selbst zwischen den Zeilen lesen lernen will, und wer gar all diese Belehrung, Erhebung und Bereicherung auf dem Wege scheinbar harmloser Unterhaltung sich verschaffen will, der helfe mit am Aufbau dieses kostbarsten Instrumentes — am Aufbau der Schaubühne seiner Nation, die von uns noch zeugen wird, wenn unsere Leiber längst verfallen sind. Oberregierungsrat Dr. Schönhals: Das deutsche Volk will in seinem Theater eine Stätte sehen, die ihm mit wahrer, echter, aus deutscher Gemütstiefe geborenen Kunst Stunden der Erbauung bereitet und es mit Dichter und Darsteller zu einer inneren Erlebnisgemeinschaft zusammenführt. Auch das Stadttheater Gießen ist dazu berufen, an der künstlerisch kulturellen Erneuerung, die die Schaffung des deutschen Nationaltheaters zum Ziele hat, mitzuarbeiten. Mögen auch in der kommenden Spielzeit alle Kreise der Bevölkerung durch aktive Anteilnahme diesen Gedanken tragen und mitgestalten helfen und durch regen Besuch lebendigen Anteil nehmen an der Aufwärtsentwicklung unserer Theaterkunst. Professor D. Heinrich Dornkamm, Rektor der Landesuniversität: Universität und Theater, die Stätte der schmucklosen Lehre und der Raum der bewegten Phan- tasie, dürfen sich glücklich preisen, wenn sie in einer Stadt zusammengeführt werden. Sie reden von dem gleichen Leben, die eine gerichtet auf Ueber- zeugung und Einsicht, das andere auf Vergegenwärtigung alles Menschlichen und Ueberwältigung des Empfindens. Beide sind der gleichen Stunde des Volkes unterworfen und erhalten ihre tiefsten Kräfte von ihm. Wir haben in Deutschland eine hohe Schauspielkunst, aber wenige Dichter; wir haben eine hochbefähigte, methodensichere Wissenschaft, aber wenige schöpferische Gestalter. Es gab Zeiten, in denen beides anders war. Wir erhoffen von der unser Volk durchpulsenden Bewegung, daß sie mächtige und ursprüngliche Kräfte erwecken wird. Dazu müssen aber die Stätten der deutschen Kultur in gegenseitiger Verantwortung verbunden sein. Das Theater muß sich seiner erzieherischen Aufgabe, die in einer Universitätsstadt einen besonderen Raum hat, bewußt bleiben. Und die Universität muß dem Theater geistige Kräfte und tatkräftige Unterstützung zuführen. Darum rufe ich zu einer festen Gemeinschaft zwischen dem Theater und allen Gliedern der Universität, Dozenten, Beamten und Studenten auf. Amtsleiter Heß: Das Theater als Pflegestätte deutscher Kunst und Wahrerin deutschen Volkstums deutet die Gegenwart, hütet die Vergangenheit und trägt so bei zur Bildung des Charakters. Es ist Pflicht jedes guten Deutschen, das Theater zu unterstützen und mitzuhelfen an dem kulturellen Aufbauwerk unseres großen Führers. Kreisamtsleiter der 7!S-Hago Schimmel: In diesen Tagen wirbt das Stadttheater Gießen um Besucher für die Spielzeit 1934/35. Ich bitte daher den gesamten gewerblichen Mittelstand (Handel, Handwerk und Gewerbe) auf das bestmöglichste, den Gedanken der Reichsreaierung — die Pflege der deutschen Kunst — durch den Besuch des Stadttheaters Gießen in die Tat umsetzen zu helfen, damit gerade heute mehr als je das Theater Gemeingut des ganzen Volkes wird. Dr. Ruckelshausen Deutsche Bühne: Theater ist die Kulturart, welche am tiefsten und nachhaltigsten den Volksgenossen ergreift. Denn das Leben selbst, das uns alle angeht, wird auf der Bühne von lebensvollen Schauspielern dargestellt. Die Lebensfreude des Lustspiels beschwingt auch uns, und durch das vaterländische Schauspiel werden Geschichte wie künftiges Schicksal unseres Volkes offenbar. Echt deutsche Weltanschauung und Lebensauffassung werden durch deutsches Theater in uns geweckt und vertieft. Dem Theater fernbleiben hieße daher, keinen Willen zur deutschen Kultur wie Kunst haben. Karl Christ kreiswarl der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude". Als ein Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns wurde das Gießener Stadttheater gebaut, als ein Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns steht es nun Jahrzehnte hindurch und gab vielen Volksgenossen im Kreise Gießen Kraft und Freude. Dieses Gießener Stadttheater ist eines der schönsten im Reich. Man frage nur einmal die Fremden, die das Theater besuchen, oder man ziehe selbst Vergleiche mit anderen Theatern in anderen Städten — immer wird man hören oder selbst feststellen können, daß unser Gießener Stadttheater eine seltene Geschlossenheit zeigt, daß von ihm ein Hauch ausgeht, der einem schon beim Betreten des Vorraums in der Ahnung kommender freudiger und erhebender Stunden das Herz höher schlagen läßt. Diefes Haus bürgerlichen Gemeinsinns ist ein Theater des Volkes, und seine Erhaltung und sein weiterer Ausbau liegt der NS.-Gemein« schäft „Kraft durch Freude" im Kreise Gießen be« sonders am Herzen. Ein Theater des Volkes! Nicht ein Theater der wenigen, die es „sich leisten können"« sondern das Theater aller. Im Reiche des Volkskanzlers ist das ja auch gap nicht anders möglich. Alles, was das Volk bewegt« Liebe und Treue, dramatisches Geschehen und ro« mantisches Erlebnis, tiefstes Leid und fröhlichste Ausgelassenheit — alles dies erscheint in vollendeter künstlerischer Wiedergabe vor diesem Forum des Volkes. Die Herzen aller, denn gute Kunst ergreift jeden, werden bewegt, mitgerissen, aufgerichtet und gewinnen Kraft durch Freude. Das Gießener Theater ist für die NS.-Gemein- schäft „Kraft durch Freude" der Mittelpunkt in dek Wiedergabe bester deutscher Kunst im Kreise Gießen und darüber hinaus. Deshalb: Jeder Volksgenosse aus Stadt und Kreis Gießen sollte wenigstens einmal im Winter im Stadttheater gewesen sein. Es darf und braucht keiner zu denken, daß er da nicht hingehöre — jeder hat als Glied unseres sauberen und herrlichen Volkes ein Anrecht darauf. Die NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im Verein mit der NS.-Kulturgemeinde wird es möglich machen« daß jeder Volksgenosse das Theater besuchen kann« SS-Sturmbannführer Zakober: Es ist das Privileg des Künstlers, die feinsten geistigen Strömungen und. Richtungen zu ahnen, zu fühlen und zum Ausdruck zu bringen. Künstlerisches Schaffen aber findet eindringlichste Darstellung im Theater und in der Musik. Durch regen Theaterbesuch werden typisch deutsches Künstlertum gefördert, so die Quellen deutschen Wesens geöffnet und — was wesentlich ist —* aus ihnen geschöpft. Stellvertr. Führer der Studentenschaft Hans Fritz Schuster: „Kommilitonen! Zur „Universitas“ gehört auch das Theater, deshalb helft durch eueren Besuch mit, es zu erhalten und zu fördern!" Rundfunkprogramm Sonntag, 30. September. 6.15 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25k Gymnastik. 8.45: Choralälasen. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein „Waldlust und Gartenfreude". Zum Erntedankfest. 10.15$ Chorgesang. 11: Heinz Steguweit liest heitere Kurzgeschichten. 12: Reichssendung: Deutscher Erntedanktag 1934. 13: Reichssendung: Deutscher Erntedanktag 1934. 15: Reichsjendung: Deutscher Erntedanktag 1934. 17.30: Von Köln: Alte Bauerntänze und Bauernlleder. 18.30: Kammermusik. 19.30: Der Zeitfunk bringt den Sportspiegel des Sonntags. 20 bis 2: Deutscher Erntedanktag 1934. Montag, 1. Oktober: 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30$ Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 9: Werbeoeranstaltung für das Stadttheater Trier. 9.20: „Alte Sonate — Lieder für Alt". 10: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert IL 14.15: Nachrichten. 14.30 Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderstunde: Jetzt basteln wir! 15.30: „... trotzdem lachen!" Zwiegespräch über heitere Romane. 15.45: Studenten von heute. 16: Nachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters^ 18: Stunde der Jugend: Unsere Mädels beim Sport! 18.15 Uhr: Dichter am Bodensee: Wilhelm Schäfer. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht! Soziales Funkbild. 20: Nachrichten« 20.10: Saar-Umschau. 20.30: Orchesterkonzert. 21.30t Gesicht einer Straße. Hörfolge. 22: Nachrichten« Geschichten beim Zagdsrühstück. Baltische (Erinnerungen von Herbert v. Hoerner, GOS. Der alte Baron H. war berühmt als Schütze, aber zugleich berüchtigt, wegen feiner unbändigen Schießlust, vor der selbst die Elchkuh nicht sicher war. Nun war da einmal Treibjagd angesagt bei seinem Gutsnachbarn, dem jungen Baron B., der sich selbst für einen sehr feinen Jäger hielt und es besonders auf die Schonung feines Rehstandes abgesehen hatte. Ricken durften bei ihm, das ganze Jahr über, nicht geschossen werden. Zur Treibjagd hatte er, wohl ober übel, auch seinen alten Nachbarn einladen müssen, aber wohl war ihm dabei nicht — wegen der Ricken. So ging er also vor Beginn der Jagd auf den Alten zu und bat ihn: „Nicht wahr, mein lieber Baron H., Sie sind so gut und schonen mir meine Ricken. Das ist sozusagen Bedingung." Das war wohl deutlich genug. Die Antwort wurde in den Bart geknurrt: „Selbstverständlich!" — Aber niemand glaubte so recht an dies Versprechen. Die Treibjagd war im Gange. Der alte Baron H. stand auf dem ihm angewiesenen Platz. Als nächster Schütze, zu seiner Bewachung, hatte sich der junge Jagdherr selber hingestellt. Da entwickeln sich aus dem Treiben heraus zwei Nehe. Die Ricke voraus, der Bock hinterher, ein prachtvolles Paar. Gerade auf den Alten zu. Was wird nun geschehen? Werden nicht gleich zwei Schüsse knallen? — Die „Doublette!" — Dem Jagdherrn zittert fchon das Herz um die Ricke. Aber nein, es fällt nur e i n Schuß. Der Bock liegt. Die trauernde Witwe geht in langen Sätzen davon. Freudestrahlend, und so, als hätte er ihm etwas abzubitten, geht nach Beendigung des Treibens der junge Jagdherr auf feinen alten Gast zu und dankt ihm mit bewegten Worten, daß er die Ricke „durchgelassen" hat. „Ich weiß, welche Ueberroinbung es Sie gekostet hat", sagt er. Der Alte läßt, leise fnurrenb, bie Anerkennung feiner Tugenb über sich ergehen. Aber nachher, beim Frühstück, ist er verstimmt. Er mag keinen Schnaps mehr trinken, er mag auch keinen Speckkuchen mehr essen. Er steht am Fenster, ber fröhlichen Gesellschaft ben Rücken menbenb, unb trommelt an bie Scheiben. Unb bazu murmelt'er etwas. Was hat er nur? Einer ber fröhlich am Tische Schrnausenben steht auf unb geht zu bem Alten hin. Der trommelt immer mit zwei Fingern an bie Scheiben unb murmelt bazu im Takt': „Ich bin ein Aas, ich bin ein Aas, ich bin ein Aas." „Aber Herzensmensch, was ist bir?" Da breht er sich um unb schreit, baß alle es hören: „Na ja, aus bie Ricke klatschte mir boch ab!" — Das heißt: Die eine Patrone seiner Doppelbüchse hatte, ber Ricke zum Heil, versagt. * Baron H. hat sich, nach langen Erwägungen unb emsigem Suchen in bitten Katalogen, aus Deutsch- lanb ein Gewehr kommen lassen; bas Neueste, bas Beste, bas Teuerste. Eine Schrotflinte ist es, Doppellauf, ber Schaft mit Schnitzereien verziert, der bunkle Stahl mit Silber ausgelegt. — „Zum Küssen schön!" „Unb wie sie schießt", versichert er. Aber eigentlich hat er sie noch gar nicht so richtig ausprobiert. Es ist Treibjagb im Walbe, bas Gelänbe unübersichtlich. Die Schneise auf ber bie Schützen stehen, ist feine klare Linie. Durch Mooshumpel unb niebriges Gestrüpp behinbert, sieht man kaum zum nächsten Schützen. ~ Da will ein Hase, aus bem Treiben fommenb, zwischen ben Jägern burch. Baron H. schießt, unb ber Nachbarschütze schreit auf. Vom Hasen ist nichts mehr zu sehen. „Was ist benn los?" „ „Sie haben mir in bie Beine geschoßen. Große Entschulbigung. — Unb ber Angeschossene tröstet halb ben unglücklichen Schutzen, ber ganz verzweifelt ist. .,, ., „Aber Sie sehen ja, es ist gar nicht schlimm. Gottlob, baß ich meine Wasserstiefel anhab. Da geht so leicht nichts burch. Ein.paar blaue Flecken auf ber Wabe. Aber bas macht boch nichts." Die Jagb geht weiter. Zum Frühstück versammelt sich alles im Hause bes Buschwächters. Die Stimmung ist ausgezeichnet, unb um bas Gemüt bes alten Herrn zu schonen, spricht niemanb mehr von bem kleinen Mißgeschick. Aber ihm ist bie Laune oerborben. Mürrisch sitzt er ba unter ben Fröhlichen unb spricht kein Wort Bis schließlich wieber ber Angeschossene bas Wort an ihn richtet: Er möge boch bie Sache nicht so tragisch nehmen. ____ , Kann jebem mal passieren. Unb sehen Sie boch her Die Schrote finb ja gar nicht burchgegangen." Da bricht er aus: „Das ist's ja eben! Dies Suber von einer Flinte! Zweihunbert Rubel hab ich bafür bezahlt unb jetzt schießt sie nicht mal auf achtzig Schritt burch Stiefelleber!" Wieber ist Jagb. Unb wieber hat man sich zum Jagbfrühstück versammelt im Hause bes Buschwächters, in besten Revier getrieben würbe. Aber warum hat benn wieber ber alte H. sich abseits gesetzt, fernab von Heringspfännchen, Kom- morgenroieber unb Strickbeersaft, fernab allem Schnapse? Er hat sich einen Stuhl ans Fenster gerückt. Dort sitzt er, ein Bein übers anbre geschlagen, hält ein Buch in ber Hanb auf bem Knie unb lieft. „Er lieft!" — Als man auf biefen Vorgang aufmerksam würbe, bleiben zwischen Pomeranzen unb Speckkuchen bie Münber offen stehen, unb bas Gespräch verstummt. Es ist, als beobachte man etwas noch nie Dagewesenes. Wer hätte auch jemals schon ben alten H. lesen gesehen?! — Sein Buch ist Walb unb Felb. Die Schrift, beren Kunbiger er ist, bas ist bie Spur bes Wilbes im Schnee. „Seht boch ben Bücherwurm!" sagt einer ber Erstaunten. Unb ein anbrer spöttelt: „Kann er benn überhaupt lesen?" Der Alte ist so vertieft in bas Buch auf feinen Knien, baß er meber bie Stille, bie plötzlich entstauben ist, wahrnimmt, noch bie Bemerkungen, bie über ihn fallen, hört. Ein Neugieriger ist leise hinter ihn getreten, unb blickt ihm über bie Schulter, um zu sehen, was bas für ein Buch fei, bas ben, ber sonst nicht Bücher lieft, fo sehr zu fesseln vermag, baß er barüber aus bem Kreise feiner Freunbe wie in eine anbre Welt entrückt erscheint. Ein beutsches Buch ist es, burch irgenbeinen Zufall in bas Haus bes lettischen Walbhüters ver- fchlagen. Schon möchte ber Neugierige nach bem Titel bes Buches fragen. Aber ba gibt auch fchon ber ßefenbe bie Antwort. Er schlägt sich mit Hanb unb Buch aufs Bein, baß es klatscht, lacht ein lautes „Haha!" unb ruft begeistert: „Aber biefer Leberstrumpf ist boch ein verfluchter Kerl!" Die Schulmeister des Komponisten. Bei einem Besuch im Hause eines Musikfreunbes fanb Mozart Gefallen an bem zwölfjährigen, fpäter berühmt geworbenen Sohn, ber sehr brav Klavier spielte. Der Kleine sagte ihm, er mochte auch gern schon komponieren unb wie man bas anfange. „Wie man bas anfängt?" lachte ber Meister. „Gar nicht!" — „Aber etwas muß man boch bazu tun?" — „Bewahre! Nur abwarten!" — „Sie haben boch schon komponiert, als Sie noch viel kleiner als ich waren r — »Freilich hab ich das!" meinte Mozart. „Aber eines habe ich nicht getanf nach einem Rezept gefragt! Man muß es in sich haben. Wenn man bas hat, bann brückts und quälts einen. Dann muß man es machen, unb man machts auch frei unb fragt nicht brum!" Unb als ber Knabe traurig meinte: „Aber es muß boch ein Buch geben, woraus man es lernen kann", er« miberte Mozart: „Schau, mein Junge! Das ist wieber nichts! Hier, hier unb hier!" Er zeigte auf Ohr, Kopf unb Herz. „Hier ist alle Weisheit! Wie's bie brei Lehrer haben wollen, so kann man’s getrost hinschreiben! Der vierte Schulmeister finbet sich hinterher ganz von selber!" Kunst und Wissenschaft. Jbeenwellbewerb für INosaikenlwürfe. Der Jbeenwettbewerb für bie Erlangung von Entwürfen zur Ausführung in Mosaik im neuerbauten Kongreß-Saal bes Deutschen Museums in München hat nach feinem Bekanntwerben in ber Tagespresse nachhaltiges Interesse in ben Kreisen bilbenber Künstler gefunben. Der Große bes Wettbewerbs entsprechend finb auch bie Preise bemessen worben. Insgesamt kommt ein Betrag von 50 000 RM. zur Verteilung. Der erste Preis ist mit 5000 RM., vier zweite Preise finb zu 2500 RM. ausgesetzt. Ferner finb jehn Preise zu je 1000 RM^ unb 50 Ankäufe im Betrag von je 500 RM. vor« gesehen. Zur Teilnahme berechtigt' finb alle Mit- glieber bes Bunbes Deutscher Maler unb Graphiker e. V., bem zustänbigen Fachverbanb in ber Reichs« fammer ber bUbenben Künste. Wie aus ben bisherigen Anforderungen ber Unterlagen zu schließen ist« scheint bie Beteiligung erfreulicherweise sehr rege zu werben. Dreißig Lehrstühle an französischen Universitäten eingefpart. Das Unterrichtsministerium in Paris hat an ben französischen Universitäten breißig Lehrstühle aufgehoben. In Paris kommen zehn in Fortfall, so bei ber philosophischen Fakultät der Lehrstuhl für griechische Poesie, byzantinische Geschichte und Geschichte der französischen Sprache, an der juristischen Fakultät die Lehrstühle für Zivilprozeß, recht und Pa^rdektenlehre, an der medizinischen Fakultät die für innere Pathologie und medizinisch, chirurgische Anatomie, an der naturwissenschaftlicyen Fakultät bie für Elektrotechnik, organische Chemie und Botanik. Es handelt sich um Einsparungen, durch die, wie das Unterrichtsministerium erklärt, bie Studierenden nicht zu kurz kommen werden, da bie betreffenben Unterrichtszweige auf andere Lehrstühle übergehe^ i MM ■/ - .ux"-Jtalien 843,1 Kilometer:: g^Äut°chiand"-Deutschland Kilometer. _ , Kurze Gportnoüzen. fians Stuck geht als Favorit in W Rennen auf dem Masaryk-Ring bei Brunn M hpuHrfie Meisterfahrer konnte bereits im Trauung den'bk-h-r °°n dem Franzosen Chiron gehalten" Rundenrekord von 14:24.8 auf 14:09 Minuten ver bessern. * SA-Sturm 10/2 Berlin gewann auch d>- zehnte Etappe der großen SA.-Radfernfahtt, oi von Schweinfurt über 163,2 Kilometer nach Rudel stadt führte, in der Zeit von 6:10 Stunden. Zweiter wurde die Standarte 168 Offenbach vor 12/11 Breslau. Auch im Gesamtergebnis konnte der- »g reiche Sturm vor Offenbach und 10/3 Berlin semen Vorsprung weiter befestigen. * Di, deutschen Tennisspieler, die ein Turnier in Meran teilnahmen, konnten auch aiu Freitag schöne Erfolge erringen. Im Herrenem^ schlug Henkel den Italiener Quintavalle 6:1, und Denker siegte über Migone 7:5, 6:4. Im 2) pel kamen Denker-Lund über Cerati-Catalano 6- 5:7, 6:2 eine Runde weiter. Im offenen Dam en, einzel trugen Frl. Sander, Frau Fnedleben। f Frl. Ullstein weitere Siege davon. Im ^oiiz°P - der Damen konnte sich nur Frl. Horn durch e i 6:1-, 6:1-Sieg über Frl. Manzutto m die nacyjr Am Donnerstag hielt der Gießener Radfahrverein von 1885 feine diesjährige Jahreshauptversammlung im Dereinslokal „Hessischer Hof" ab. Der Führer des Vereins Hauck gedachte zunächst des in diesem Jahre verschiedenen Ehrenmitgliedes, Herrn Th. Loos, zu dessen Gedenken sich die Anwesenden von den Plätzen erhoben. Sodann gab ber Vereinsführer einen Bericht über das abgelaufene Sportjahr. Diesem Bericht schlossen sich die Berichte der Fahrwarte Deibel, Keßler und Damm an, aus denen deutlich zu ersehen war, daß der GRD. v. 1885 in dem ersten Jahre des Bestehens des Deutschen Radfahrer-Perbandes fein Möglichstes getan hat, um an der Ertüchtigung unserer Jugend mitzuarbeiten. Der Verein war in diesem Jahre erstmalig wieder mit Bahnrennen an die Oeffentlichkeit getreten und der Besuch der 23er- anftaltungen bewies, daß der Radsport auch in Gießen noch viele Anhänger besitzt. Weiter ver- Runde einspielen. „Im Nebel ruhet noch die Welt, Noch träumen Wald und Wiesen, Bald siehst du, wenn der Schleier fallt, Den blauen Himmel unverstellt, Herbstkräftig die gedämpfte Welt In warmem Golde fließen. In der zwölften römischen Elegie erzählt Goethe vom Ursprung der eleusinischen Mysterien „ ..daß Demeter, die große, Sich gefällig einmal auch einem Helden bequemt. Als sie Jasion einst, dem rüstigen Komg^ der Ihres unsterblichen Leibes holdes ^^^gene Da war Kreta beglückt! Das Hochzeitsbette der Göttin Schwoll von Aehren, unb reich drückte den Acker ' bie öaat. Wie viele Körner mahlt Die Not des Alltags tot zu Mehl und Brot, Wie wenige gehn aus dieser Zeit Zur Ewigkeit den stolzen Gang, Aus tausend Keimen hoffnungsvoll — wie wenige gehn zur Ewigkeit!" Es gab eine Zeit, da Tausende im deutschen Land darbten und bitter wurden und voller Haß gegen bie wenigen Bevorzugten, die da hatten. Aus solcher Stimmung ist einst Richard D e h m e 1 s bichterisch außerordentlich starkes Lied „Mahle, Mühle, mahle!" entstanden. Nun aber bricht die Zeit des Brudertums an, und auf sie mögen wir zukunftsgläubig bie tiefen sozialen Worte anroenben, die Heinrich Sohnrey dem alten Ackerknecht in den Mund legt: Dreißigmal schon pflügt ich diesen Acker Schnitt in Furchen ihn wie's Brot in Scheiben, Unb die Würmer krochen in den Furchen, Daß die Krähen all sich sätt'gen konnten, Wenn sie in der Morgenfrüh sich sonnten. Dreißig Jahre! Millionen fitzen froh zu Tische, In den Korbern liegen blanke Brote, (Alle Menschen haben satt zu essen. Segne es, Gott, den Großen wie den Kleinen Und laß deine Sonn' uns weiter scheinen. Dreißig Jahre! Kirchliche Nachrichten wegung in Oesterreich. — Klein-Linden. 9: Fest- 1 W^D J|L-, Der gute, billige und bequeme Brenns Hei Z*j^n>l hatte I tB^Vein Rauch,kein Puß, keine Schlacken WiIV 0 B B ä9 ® 5628V Heinrich NolL Gießen (Mäusburg 7), den 28. September 1934. Herr Dr. Alfred Szubinski 5569 D M 5677 D Gießen, im September 1934. 04685 Statt Karten. Unsere gute Mutter Frau Anna Hoffmann, geb. Ihring ist Montag, den 24. September, infolge eines Schlaganfalls sanft entschlafen. Arheilgen, im September 1934. 5614 D 6087D Ein gutet Schlaf feinem r ersten öurben. Legler, Hlndenbnrgwall B Bnchacker, Neuen Bäne 11 Flimm, Walltorstraße 63 cue- wie Untaee wieder vnacken ■ Jeder, der die Vorzüge derBleyle-Klei- dung einmal kennen gelernt hat,bleibt dieser Marke unbedingt treu. Machen Sie die Probe: Auch Sie werden mit „Bleyle“ bestimmt zufrieden sein. Verlangen Sie bitte den Bleyle-Katalog. Werbe-Drucksachen liefert BrUhl'sche Druckerei unerwartet rasch einem Herzschlag erlegen. - Vorbildlich als Arzt, wie als Mensch, hat er die wärmste Hochachtung seiner Kollegen besessen, die nun in tiefer Erschütterung sein Ableben betrauern. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Kath. Petersen und Kinder. Für die vielen Beweise wohltuender Anteilnahme beim Heimgang unserer Heben Entschlafenen sage ich namens der Hinterbliebenen herzlichen Dank. Ein schwerer Verlust hat unsere Aerzteschaft betroffen. - Am 28. September ist unser verehrter Kollege Ziehung 1. Klasse 19. und 20. Oktober Lose zu haben bei den Staatlichen-Lotterie-Elnnahmen Im Namen der trauernden Familie: Marie Hoffmann, Lehrerin i. R. G!£SSEN*MÄÜMUR Glö 5531 A in 50. de be. rbeiten b noch Welt, senden loß die gcheil" 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. Geyer, Frl. Dr. Gürtler. Zahnarzt: Dr. Buchinger. Apotheke: Pelikanapotheke. I.M Die Einäscherung fand in der Stille statt, — Wir bitten von Beileidsbezeugungen abzusehen. Im Namen der kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands, Bezirk Gießen und des Wirtschaftlichen Verbandes der Aerzte für die Provinz Oberhessen, E. V. Dr. Kranz. Evangelische Gemeinden. 1 Sonntag, den 30. September. 18. nach Trinitatis. Lrnledankfest. Stadlkirche. 8 Uhr: Fällt aus; 9.30: Pfr. Sucker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfarrer Sucker. — Johanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11: Kinde r-- neit IQf. )eit er. mif W Ulf iirlt lenk. MMi kann abgefahren werden. [04676 Ludwigstraße40 t W; np<:. ’S W{.‘ । Schl' ml# preufi.-Südv Staatslotterie Ezmark V ni de« adier, or einic: bemj» chen,Jr ’ >m . Ptt!-' ^elflit? auf y■ gszef- > qlail- llgz"i. Baunistilck von 2 Morgen, sowie einige Aecker Nähe Aul- weg-Wartweg z. verpachten. 0471s Steuen Baue 23. Für sehr gute Kavitalsanlage MM. gesucht. Schr. Ang. unt. 5674Da.d.G.A. Düchertisch. — Aus der im Bärenreiter-Verlag zu Kassel erscheinenden Reihe „Deutsche Volkstänze" liegen uns die Doppelhefte 9/10 und 11/12 der „Hessischen Volkstänze" vor: Tanzweisen aus Hessen, gesammelt, mit Tanzbeschreibungen versehen und mit Unterstützung des Referenten für Jugendpflege im Hessischen Kultusministerium, Schulrat H a s s i n - g e r, herausgegeben von Hans v. d. A u. — (225) — Die dankenswerte Sammlung, z. T. schon auf dem Aussterbeetat stehenden Volkstanz gutes unserer engeren Heimat enthält u. a. so charakteristische Stücke wie den „Lauterbacher", die Watzenborner Nationalhymne", „Die Möller", „Ich schmäiß d'r ean di Ripp", den „Ödenwälder Dreher", den „Schwül- mer",den„G'schwinne", den „Schwälmer Kehraus", den „Eckenfeger", die „Vogelsberger Polka" und den „Kisse-Tanz". Eine Sammlung der z. T. sehr alten Texte und Weisen ist grade in heutiger Zeit lebhaft zu begrüßen. — „Fußball-Fibel." Soeben erschien im Selbstverlag des Deutschen Fußball-Bundes ein neues Fußball-Lehrbuch, die von Ernst F u h r y geschriebene „Fußball-Fibel". Rechtzeitig zum Beginn der neuen Spielzeit erscheint die von Ernst Fuhry im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes geschriebene „Fußball-Fibel", die sich ohne Zweifel bei allen Spielern dieses Volkssports rasch einbürgern und beim Training bald unentbehrlich sein wird. Wenn sie auch nur das Notwendigste enthält, birgt es ooch eine große Fülle der wertvollsten und wichtigsten Anweisungen und Anleitungen, klar und einleuchtend dargestellt und unterstützt in seiner Eindringlichkeit durch eine Reihe der besten Bilder. Blumenkrippen u.-$läHiler Rohrmöbel, Wüschet ruhen, Erstlingskörbe, sowie sämtL Korbwaren. omi Größte Auswahl bei niedr.Preisen Ko rbwaren hau sPh. Henkel Sonnenstraße 18. Gegründet 1876 sbach ereilt re eine uch das Haltet. 1 sich das nde ta n. Auch 1 Lollar, 1 murin muton n heften Die &i- . Es ir> 1 Mi AM w* r), tat 1, mit st Launs« kirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Missionar Walther. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfarrer Anthes. — Petruskapelle. 9.30: Pfarrvikar Balz; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde, Pfarrvikar Balz. — Wiefeck. 9.30: Festgottesdienst (Chorschule), Kollekte; 10.45: Kinderkirche. — Alten- Vuseck. 10: Erntedankfestgottesdienst, Kollekte. — Trohe. 8: Erntedankfestgottesdienst. — Großen- Buseck. 10: Festgottesdienst (Posaunenchor, Kollekte). — Oppenrod. 8.30: Festgottesdienst (Kollekte). — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst in der Turnhalle unter Mitwirkung des Kirchenchors und der beiden obersten Schulklalfen, Kollekte; 11.15: Abschlußfeier der Christenlehre in der Kirche; 13: Kindergottesdienst für beide Abteilungen. — Kirchberg. 9: Gottesdienst für die Gemeinden Lollar und Ruttershausen, Erntedankfestkollekte; 10: Gottesdienst für die Gemeinden Daub ringen, Mainzlar, Staufenberg, Erntedankfestkollekte. — Treis a. d. Lda. 10: Erntedankfestgottesdienst, Kollekte für die evangelische Be- Statt Karten! Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden und allen, die ihm das letzte Geleit gaben, herzlichen Dank Besonders danken wir der Schwester Mathilde für alles Gute während der Krankheit sowie dem Herrn Pfarrer Ausfeld für seine trostreichen Worte. gottesdienst; 10: Kindergottesdienst. — Tvahenborn- Sleinberg. 10.30: Hauvtgottesdienst (Kirchen- und Posaunenchor, Kollekte); 11.30: Kinderkirche. — Albach. 9: Gottesdienst, Kollekte. — Steinbach. 10.30: Gottesdienst, Kollekte. — Lich. 9.30: Stifts- dechant Kahn (Chorschule, Kirchenchor, Kollekte); 11: Kindergottesdienst. — Garbenteich. 11: Gottesdienst. — Haufen. 9.30: Gottesdienst, Mitwirkung des Frauenchors. — Bettenhausen. 9.30: Festgottesdienst, Kollekte. — Langsdorf. 11: Festgottesdienst, Kollekte. — Hungen. 9.45: Erntedankfestgottesdienst. — Langd. 11.30: Erntedankfestgottesdienst. — Harbach. 8: Erntedankfestgottesdienst, Kollekte. — Beits- berg. 9.15: Erntedankfestgottesdienst, Kollekte. — Wirberg. 10.45: Erntedankfestgottesdienst, Kollekte. — Beltershain. 12.30: Erntedankfestgottesdienst, Kollekte. — Kirtorf. 10: Festgottesdienst mit Kinder- rit ßrüiW & in )tllW u !’ r ch m1’1'1 jii»1' cü/if[ n1 riebb einen sorb. Ser. dem : ,n ge. I vor. mürbe r ge. Igenbe er 5ß, nfahr. rstand rtaus. ist für jeden eine wunderbare Kräftigung. Warum aber können Sie nachts nicht schlafen, worum fühlen Sie sich matt und elend? Weil Ihre Nerven versagen. jfe? Doppelherz macht die Nerven widerstandsfe- wwll hig u.erhält sie gesund. Bei Schlaflosigkeit, Nervenschwäche, Erschöpftsein und sonstigen Schwächezuständen gibt es kein besseres Kräftigungsmittel als Doppelherz. Flasche 1,95 RM, 3,70 RM, 4,65 RM, Doppelherz-Dragees 1,50 RM. Zu haben in den nachstehenden Drogerien: C. Seibel, Frankf. Str., 0. Winterhoff, Kreuzplatz 9/10. Griinberg: Karl Schott u. sämtl. Filialen. Laubach: Solms-Laubacher Drogerie K. Klein. 62iav 4tk'^ 05 ök M’j Mistwoch und Freitag um 20 Uhr, Dienstag, Donnerstag und Samstag um 18 Uhr. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, 1. Oktober. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, 3. Oktober. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Donnerstag, 4. Oktober. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte. Freitag, 5. Oktober. Gießen. 7.30 Uhr: Segensaml. Lich. 6.15 Uhr: Segensmesse. Neuapostolische Gemeinden Gießen. Händelstraße 1 und Ederstraße 13. Erntedankfest-Gottesdienst: Sonntag: 9.30 Uhr. Mittwoch: 20.30 Uhr. Oefsentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst gottesdienst zusammen: Studienrat Dekan Dr. Unverzagt, Gießen (Posaunenchor). — Ober-Gleen. 8.45: Festgottesdienst mit Kindergottesdienst zusammen: Pfarrer Hemmes, Lehrbach (Kirchenchor). katholische Gemeinden. Samstag, den 29. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 30. September. 19. Sonntag nach Pfingsten. Erntedankfest. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht, Rosenkranzandacht, Montag, Ißuneü' 2« ÄlMlWß abzugeb. Bestell. erv.wirv.Postk. Damplsägewerk Lollar B. Nuhn fi.G., Lollar, Hartbrennholz ä Wagen 5 Mk^ Anmachholz ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mk. frei Keller. 5524D J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb.Str.24. 26jä6r.Mann bElfcly L73mgr., in sich. Stellung, sucht nett. Mädel kennen zu lernen zwecks baldiger Heirat Schr. Ang. unt. 5620Da.d.G.A, im 60. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Else Szubinski. Beuern, Nierstein a. Rh., Altenschlirf, am 27. September 1934. Gießen, den 28. September 1934. 5646 D 5653 D Die Beerdigung findet am Montag, dem 1. Oktober, nachmittags 3 Uhr, in Beuern statt. Heute früh verschied unerwartet nach ganz kurzer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater Auf Wunsch dßs Verstorbenen findet die Trauerfeier in der Stille statt. - Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Dr. med. Alfred Szubinski Oberstabsarzt und Reg.-Medizinalrat a. D. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine gute Frau, unsere liebe Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Elvire Schmidt, geb. Schuster nach schwerer Operation im Alter von 35 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen In tiefer Trauer 1 Gustav Schmidt, Pfarrer und vier Kinder. Kleiderstoffe ... 3.90,2.90 ca. 90 cm breit fertig UND mass Es geht zum Winter CARLNOWACK GIESSEN SELTERSWEG 81 5642 A wir zeigen es Ihnen gern 5639A AuftriebLzeit: 71/, bis 8'/, Ubr vormittags. Irische fielen 5611 A Edgar Bomnann • Gielsen Büro Kirchner cdefta wirbt fürlandwirtschaftliche Produkte 20-22 H Weizenmehl .a 36^1 .a 19,5) Graupen. Neue Linsen / Neue Brbsen / Neue Bohnen 5621 A Gier-Nudeln, lose . 35-42 (Zier-Suppennudeln .. 35 A Germanen, Oranier, Cora, Eli- ga-, Petring- sowie Eschöfen (Orig. Musgraves) Kramer-Oefen verarbeite nur Volz-Stoffe. 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