Nr. 24 Erstes Blatt 1H Jahrgang Montag, 29. Januar (934 Gießener Anzeiger Englands Erklärung znr Abrüstungssrage ie Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text, anzeigen von 70 mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Fannlienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm Rede sein. Deutschlands Anspruch aus sofortigen Besitz aller defensiven Waffen werde grundsätzlich zugestanden werden, man werde aber durch Verhandlungen die Zahl dieser Waffen für Deutschland verhältnismäßig niedriger zu halten bemüht sein, als für feine Nachbarn. Das Höchstkaliber der defensiven Artillerie soll von 15 auf 12,2 oder gar 10 Zentimeter herabgesetzt und die offensiven Waffen der anderen Mächte im Laufe einer Reihe von Jahren zerstört werden. Diese Periode werde vielleicht mehr als drei Jahre ausmachen. Dafür werde aber die Zerstörung sofort beginnen. Unter diesen Umständen würde das System der periodischen und automatischen Untersuchung durch eine internationale Körperschaft sofort auf alle Vertragsteilnehmer Anwendung finden und infolgedessen keine Zurücksetzung Deutschlands bedeuten. Auch „Daily Telegraph" hält es nicht für wahrscheinlich, daß Außenminister Simon heute die Abänderungen in dem Macdonald-Plan, durch die die britische Regierung die Kluft zwischen Deutschland und Frankreich zu überbrücken hofft, genau bezeichnen werde. In diesem abgeänderten Plan ten, die aber in einem modernen Kulturstaat vollkommen fehl am Ort sind. Das ist Moralin statt Moral, und die dafür eintreten, sind von allen guten Geistern verlassen. Aber sie sollen sich wenigstens nicht vor der Oeffentlichkeit hinstellen unter Berufung auf uns; denn wir wollen mit ihnen und ihrer muffigen Lebensauffassung nichts zu tun haben. Beispiel: In einer größeren mitteldeutschen Stadt soll ein Reklameplakat für eine Seidenfirma angeklebt werden; das Plakat zeigt eine frische, reizende Mädchengestalt, die in ihrer Hand ein Waschmittelpaket hält. Ein Moralritter, dem leider des Recht zusteht, über dieses Plakat zu entscheiden, verbietet seinen Anschlag mit der Begründung, es verletze bas sittliche Empfinden der Bevölkerung, zumal die dargestellte Frauensperson das Seifenpaket an einer Stelle halte, „die aus Schicklichkeits- gründen nicht näher gekennzeichnet werden könne". Wer ist hier moralisch? Der Verbieter, der die Ausdünstungen feiner schmierigen Phantasie auch bei anderen Menschen vermutet, ober bas beutsche Volk unb bie nationalsozialistische Bewegung, bie sich mit Recht über ein berart blamables Vorgehen empören unb es ablehnen? Bei näherem Zusehen stellt sich heraus, baß biefer löbliche Zeitgenosse erst brei Monate nach unserer Machtübernahme fein Herz für ben Nationalsozialismus entbecfte, was ihn ieboch nicht binberte, fein Verbot im Namen bes Nationalsozialismus zu erlassen. Das geht so weit, baß biefe Kumpanei von Sittenrichtern nicht einmal vor ben Bezirken bes rein Privaten halt macht. Sie möchten am liebsten in Stabt unb Lanb Keuschheits- kommissionen einsetzen, bie bie Aufgabe hätten, das Ehe- unb Liebesleben von Müller unb Schulze zu überwachen. <5ie' würben zwar, wie es in ber bekannten Operette heißt, bas Küssen nicht abschaffen, weil bas eine viel zu beliebte Beschäftigung ist, aber sie mürben immerhin, wenn es nach ihnen ginge, bas nationalsozialistische Deutschlanb in eineE i n- öbe von Muff unb Muckertum verwandeln, in ber Denunziationen, Bettschnüffelei und Erpressung an der Tagesordnung wären. Dieselben Moralpächter treten häufig an bie vorgesetzten Behörben mit bem Ansinnen heran, Filme, Theaterstücke, Opern unb Operetten zu verbieten, weil darin Tänzerinnen, Bühnenstars usw. auftreten, die angeblich die schlimmste Gefährdung ber öffentlichen Sittlichkeit darstellen. Käme man ihrem Verlangen nach, bann sähen wir bald nur noch alte Jungfern unb Bet-Tanten weiblichen unb männlichen Geschlechtes über die Leinwand unb über die Bretter schreiten. Die Theater ständen leer, weil ja das Publikum in ihnen im allgemeinen nicht das zu finden hofft, was es in den Kirchen ober Bethäusern ucht Man verschone uns beshalb mit diesem heuchlerischen Getue, hinter dem keine echte, starke Lebensauffassung und auch keine ehrliche Moral steht Es ist meistens nur ber Wiberstanb ber im Leben zu kurz Gekommenen gegen bas Leben. Der wird das ewige Leben und seine Gesetze nicht aufheben, höch- 'tens sie hinter eine Breiwand von verächtlicher Heuchelei unb lügnerischer Trüberie zurücktreten lassen. Zweitens: Die deutsche Frau geht nicht allein aus, sie sitzt nicht allein im Restaurant, sich fahrt nicht ohne Anstandsdame mit einem Jüngling ober gar mit einem SA -Mann auf bie Sonntags- nachmittagstour, sie raucht nicht, sie trinkt nicht, sie putzt sich nicht und macht sich nicht schör^ kurz und und die Spannung im Fernen Osten Eine drastische Warnung Stalins an Japan. . Ehautemps hatte am 27. November 1933 als Nachfolger des Uebergangsfabinetts Sarraut bie Regierung übernommen. Er versuchte zunächst, die Grundlage seiner Regierung durch Hineinnahme von Vertretern des Zentrums und ber sogenannten Neusozialisten zu erweitern. Diese Absicht scheiterte an grundsätzlichen Gegensätzen zwischen diesen beiden Flügeln. So stellte sich Ehautemps am 2. Dezember mit einem f a ft rein radikalsozialistischen Kabinett der Kammer vor. Gleichzeitig brachte er eine neue Finanzvorlage ein Es war ihm beschieden, im Laufe der Verhandlungswochen in der Kammer und im Senat einen Erfolg zu erzielen, der seinen Vorgängern versagt geblieben war. Die Regierung konnte Frankreich eine von beiden Kammern verabschiedete Finanzvorlage auf den Weihnachtstisch legen, die den Fehlbetrag im Haushaltsplan um 4 Milliarden Francs verringerte. In diesem Zusammenhang erhielt die Regierung Ehautemps die Ermächtigung für eine 10-Milliarden-Anleihe. Ein entscheidender Schritt war getan. Aber noch stand die Verabschiedung bes Haushaltsplanes 1934 bevor. Die Regierung Ehautemps hätte also im Januar auch ohne ben Stavisky-Skanbal eine neue Kraftprobe bestehen müssen. Herriot und Daladier im Vordergrund. P a r i s , 29. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Presse neigt ber Auffassung zu, baß roeber Senatspräsident Jeanneney noch Kammerpräsident B 0 u i s s 0 n für die Bildung des neuen Kabinetts in Frage kommen. Jeanneney fei zu alt und Bouiffon ein eingefleischter Sozialist. Mit feiner Betreuung könnten parteipolitische Fragen, die man doch gerade ausschalten wolle, erst recht aufgeworfen werden, um so mehr als dann die Frage der B e - f e i I i g u n g der Sozialisten an der Regierung akut würde. Aus diesen und anderen Gründen hält man die Berufung Herri a ls o der Daparis, 27. 3an. (DNB.) Justizminister Rayna l d y hat dem Ministerpräsidenten sein Rücktrittsschreiben überreicht. Ehautemps hat den Rücktritt angenommen. Das französische Kabinett hat darauf beschlossen zurückzutreten. Der Präsident der Republik hat den Rücktritt angenommen. Beim verlassen des Elysee erklärte C h ante m p s : Der Präsident der Republik hat ber Regierung für ihre Bemühungen namentlich bei ber Beratung des Staatshaushaltes seine Anerkennung ausgesprochen. Unter Hinweis auf die Mehrheit, die mein Kabinett stets im Senat und in der Kammer erhielt, hat der Präsident mich gebeten, die neue Regierung zu bilden. Ich konnte seinem Wunsch aber nicht nachkommen. Der Präsident der Republik wird unverzüglich die Besprechungen zur Lösung der Krise beginnen. Der Präsident der Republik Lebrun hat telephonisch dem ehemaligen Präsidenten der Republik Doumergue, der dem Parlament zur Zeit nicht mehr angehört, auf seinem Landsitz in Tonrnefenille die Kabinettsbildung angetragen. Doumergue hat dieses Angebot nicht angenommen, und zwar mit der Begründung, daß er infolge seines hohen Alters nicht mehr in der Lage sei, ein so schweres Amt zu Übernehmen. Man nimmt an, daß Lebrun nach der abschlägigen Antwort Doumergues zunächst den Senatspräsidenten Jeanneney und, falls dieser ablehnt, den (sozialistischen) Kammerpräsidenten Bouiffon mit der Kabinettsbildung betrauen wird. Sollten beide ablehnen, so würde der Präsident der Republik alsdann einen Senator oder Abgeordneten berufen, und für diesen Fall bleiben die Namen h e r r i 0t und Daladier im Vordergründe. Mit einem ausführlichen Gedankenaustausch mit den Abgeordneten Louis Marin, Laval und zuletzt mit Linier, dem Vorsitzenden der Republikanischen Linken des Senats, hat der Präsident I der Republik die Reihe der Sonntagsbesprechungen abgeschlossen. Senator Linier erklärte beim Verlassen des Ely- fee, die erste Aufgabe der neuen Regierung müsse darin bestehen, genügend Autorität zur Beseitigung der ungesunden Atmosphäre zu beweisen, die das Parlament und das Land ergriffen habe. Die öffentliche Meinung lege weniger Wert auf die politische Einstellung der künftigen Minister als auf ihre moralischen Qualitäten. Ein erweitertes Kabinett sei zu wünschen, damit alle an der Gesundung Mitarbeiten könnten, um den bedauerlichen Zustand, in dem das Land sich befinde, zu beseitigen. Wenn der Ehef der Regierung zehn energische, erfahrene Männer aussucht, die die Rahmen der Parteien brechen, und wenn er Vollmachten fordere und rasch und durchgreifend handele, dann werde er das Geschwür bald beseitigen, ein Geschwür, das Frankreich vor der Welt entehre. Er werde auf diese Weise eine der letzten freien Demokratien, die noch bestehe, retten. jeden Schlag mit einem Gegenschlag zu beantworten. Wer ben Frieben will unb Geschäftsbeziehungen mit uns anzuvahnen sucht, wirb stets bei uns Unterstützung finben. Diejenigen aber, bie es versuchen wollen, uns zu überfallen, werben einen Denkzettel bekommen, baß sie j e b e L u st verlieren werden, ihre Schweineschnauze noch einmal in ben Sowjetgemüsegarten zu st ecken. Stalin streifte bann noch kurz bie Beziehungen Zu Deutschland, wobei er behauptete, daß in Deutschland angeblich sowjetfeindliche Kräfte am Werke feien. Die Sowjetunion jedoch trete 'dennoch für die Aufrechterhaltung ber freunbschaftlichen Beziehungen zu Deutschland ein. Verdoppelung der amerikanischen Luflstreittraste Washington, 27. Jan. (DNB.) Der amerikanische Kriegsminister hat einen neuen Fünf- jahresplan für ben Ausbau ber Luftstreitkräfte bes Landheeres bekannt gegeben. Der Plan fall alsbalb ben Militärausschüssen ber beiben Häuser unterbreitet werben. Die bisherige Sollstärke von 1800 Flugzeugen soll um 1000 vermehrt werben. Die burchschnittlichen K 0 st e n für jebes neue Flugzeug werben mit 40 000 Dollars angegeben. Weiter ist bie B i l b u n g eines f [i e= genben„Hauptquartier-Gefchwabers" beabsichtigt, bas aus 900 Flugzeugen bestehen soll. Diese Flugzeuge werben bem Generalstab unmittelbar zur Verfügung stehen unb sowohl in Derbinbung mit ben Lanb- ober Seestreitkräften, als auch für befonbere Luftaufträge verwenbet werden. Das Gefchwaber soll ferner bann eingesetzt werben, wenn ein 21 n g r i f f a u f e i n e ß a n'b e s= grenze eine konzentrierte Abwehrmaßnahme not- wenbig macht. Nach ben Angaben bes Kriegsamtes wirb Amerika hiermit bas größte Luftae- schwaber ber Welt haben. gegengesetzten Seite gegen ben Autobus stemmte. Der Opernplatz war von hellen Scheinwerfern beleuchtet unb von einer starken Abteilung ber Polizei besetzt. Hinter ber Oper waren mehrere Abteilungen ber Feuerwehr aufmarschiert, befonbers große Wasserspritzen stehen einsatzbereit. Das starke Polizeiaufgebot tonte sich der gewaltigen Menschenmassen unter Führung van Camelots du Roi, die vom Operplatz her bie Hauptabern ber Stabt herunterzogen, kaum erwehren. Sie mußte sich damit begnügen, ber Menge zu folgen unb sie in bie Nebenstraße abzudrängen. Der Opernplatz selbst ist vollkommen abgesperrt. Der Verkehr wird umgeleitet. Aus ber Menge ertönten fortwährend Rufe: Vive le Roi! Nieder mit ber Republik! Bei ben Kundgebungen haben sich einige amüsante Zwischenfälle zugetragen. Ein junger Mann schlug einen Feuermelder ein. Einige Augenblicke später erschienen zwei Feuerwehrwagen und machten alles für bie Löscharbeiten bereit. Als ben Schläuchen bie ersten Strahlen zu entspringen begannen, würben sie von der schaulustigen Menge zerschnitten, so daß unter allgemeinem Gelächter sich wahre Wasserwogen über bie Menge ergossen. An einer anberen Stelle entlebigte sich ein älterer Mann, bem es nicht an Humor zu fehlen schien, seiner sämtlichen Kleiber und versuchte splitternackt die Menge anzufeuern mit den Worten: „Das haben bie Regierung unb bie Steuerbehörben aus mir gemacht." Der Galgenvogel hatte zwar bie Lacher auf seiner Seite, mußte aber ber Polizei auf bie Wache folgen. scheu Augenblick ohne Führer ist. Die Hauptsache für Englanb ist es jeboch, baß sich bie britischen Minister auf eine unabhängige Erklärung geeinigt haben, in ber sie ihre Haltung zur Abrüstungskonferenz umreißen, unb zwar in einer Form, bie bem Urteil ber Welt unterbreitet werben kann. Die Erklärung wirb am Montag nicht veröffentlicht werben. Man' ist sich klar barüber, baß sie eigentlich eine Antwort auf Fragen ber beut- schen Regierung barstellt. Die Höflichkeit erforbert es beshalb, ber beutschen Regierung Zeit zur Prüfung bes Schriftstückes zu lassen. Auch ben anberen Mächten, bie an ben letzten biplo- matischen Besprechungen über bie Abrüstungsfrage beteiligt waren, also Frankreich unb Italien, wirb natürlich bas Dokument bekannt gegeben werben. Moral oder Moralin? Von Dr. Zoseph Goebbels, Michsminister für Volksaufklärung und Propaganda. Jebe Revolution hat ihre Unarten. Auch bie unsere. Das ist an sich nicht schlimm, benn sie gleichen sich meistens von selbst aus ober werden mit ber Zeit roieber ausgeglichen. Entscheibend bleibt nur, baß die Verantwortlichen ein wachsames Auge darüber halten unb aus Furcht vor ber Oeffentlichkeit nicht schweigen, wo reben am Platze wäre. Es ist ganz selbstverstänblich, daß eine historische Umwälzung größten Ausmaßes, bie in der Revolution eingeschlossen liegt, neben den ungeheuren Werten, bie sie zeitigt, auch eine Unmenge von Abfall zu Tage förbert. Das wird nur gefährlich, wenn ber Abfall liegen bleibt, sich verhärtet, unb bann bas gefunbe, organische Entwicklungsleben ber Revolution hemmt unb einengt. Es ist heute an ber Zeit, ein paar biefer Unarten, bie aiyf) beim nationalsozialistischen Umbruch in bie Erscheinung getreten sind, in das Helle Licht ber öffentlichen Beobachtung hineinzurücken und mitleidlos unter die Lupe einer kritischen Betrachtung zu nehmen. Das erscheint um so notwendiger, als sonst bie Gefahr besteht, baß ber Stil unb bie Lebensformen unsere Revolution auf bie Dauer langsam entarten unb ber Nachwelt ein Bilb unseres Seins und Wollens übermitteln, bas in keiner Weise nationalsozialistischer Ueberzeugung unb Anschauung entspricht. Erstens: Es hat sich im öffentlichen Leben vielfach ber Unfug herausgebilbet, burch öffentliches Reglement nicht nur, wie es richtig und geboten erscheint, bie großen, sittlichen Grunbgesetze unseres nationalen Lebens zu bestimmen unb festzulegen, sonbern barüber hinaus auch noch im einzelnen "ben privaten Menschen ben Kobex seiner rein persönlichen Auffassungen vorzuschreiben. Das führt auf bie Dauer zu einer Sittenriecherei, bie alles anbere als nationalsozialistisch ist. Naturfkemde Menschen, bie entroeber ein Leben schon hinter sich ober nicht oerbienen, baß sie noch eins vor sich haben, machen im Namen unserer Revolution in Moral. Diese Art von Moral hat oft mit wahrer Sittlichkeit nicht viel zu tun. Sie stellt ethische Gesetze auf, bie vielleicht bas Gemeinschaftsleben in einem Nonnenkloster zur Not regeln kann- Die Negierungskrisis in Frankreich. Nach dem Rücktritt des Kabinetts Ehautemps.- Der Präsident aus der Suche nach dem starken Mann. I a b i e r s für wahrscheinlich. Der „Matin" behauptet, bie Chancen Da 1 abiers seien am Sonntag gestiegen, weil Herriot bei bem letzten Wahlkampf eine zu einflußreiche Rolle gespielt habe. Man verlangt aber einen neuen Mann, ber völlig u n b e l a ft e t sein soll. Diese Voraussetzung würbe Dalabier erfüllen. Ueberbies genieße er allenthalben Sympathien und sei energisch. Schließlich habe er sich schon bereit erklärt, ohne Rücksicht auf parteipolitische Erwägungen eine bis weit nach rechts ausgreifende Regierung zu bilden. Immer wieder Straßenkundgebungen. „Vive le roil Nieder mit der Republik." Paris, 28. Jan. (DNB.) Arn Samstagabend find die großen Boulevards erneut ber Schauplatz großer Kunbgebungen gewesen. Eine unübersehbare Menschenmenge wogte zwischen bem Boulevarb Haußmann unb bem Opernplatz auf und ab. Immer wieder kam es zu Zusammenstößen mit ber Polizei, bie stellenweise nicht mehr ausreichte, bie Demonstranten, bie außerordentlich erregt waren, in Schach zu halten. Zahlreiche Verhaftungen haben bas Bilb nicht geänbert. Die wibersprechenbsten Rufe wurden aus ber brobelnben Masse laut, halb für ben Kommunismus, halb f ü r bie Monarchie. Die Polizei konnte im letzten Augenblick verhindern, daß die Menge einen Autobus umwarf, in bem sich eine Polizeiabteilung auf ber ent= Moskau, 28. Jan. (DNB.) Auf ber 17. Tagung ber Kommunistischen Partei der Sowjetunion hielt Stalin als Generalsekretär der Partei eine mehr- ftünbige Rede über bie innen- unb außenpolitische Lage. Nach einem Ueberblirf über bie Entwicklung ber Weltwirtschaftskrise entwickelte Stalin bis ins Einzelne bie bekannten sowjetrussischen Wirtschaftstheorien. Die gesamte Weltwirtschaftskrise in Europa, Asien unb ben Vereinigten Staaten habe gezeigt, wie krank bie kapitalistische Wirtschaft sei. Die Belebung, bie man in ber zweiten Hälfte bes Jahres 1933 habe feststellen können, sei, so behauptete Stalin, auf eine Steigerung ber Rüstun - gen zurückzuführen. Stalin betonte den Wunsch ber Sowjetregierung, unbedingt die Friedensbe- ziehungen zu ber ganzen Welt aufrechtzuerhalten, obwohl es Mächte gebe, bie einen Konflikt mitberSowjetunionprovozieren wollten. Durch Wieberaufnahme ber Beziehungen zu Amerika sei für eine fruchtbringenbe Zusammenarbeit bie Grunblage geschaffen worben. Die Beziehungen zu I a p a n oerbienten bie größte Aufmerksamkeit. Die japanische Ablehnung, mit ber Sowjetunion einen Nichtangriffspakt abzuschließen, fei ein feinbfeiiger 21 f t gewesen. Das gleiche gelte von den Verhandlungen über bie chinesische Ostbahn. Japanische Agenten begingen unglaubliche Dinge gegenüber sowjetrussischen Angestellten unb verletzten dauernd bie Gesetze auf ber chinesischen Ostbahn. Ein Teil der japanischen Militärpartei rufe offen zur Besitzergreifung der russischen Küstengebiete auf unb bie japanische Negierung halte es nicht einmal für notroenbig, sie zur Drbnung zu rufen. Wir wollen ben Frieden, betonte Stalin, unb wir sind zu allen Maßnahmen bereit, um eine normale Situation herbeizuführen. Wir können aber in dieser "Richtung nichts mehr tun. Wir müssen das Land vor Ueberraschungen schützen und auf einen Angriff gefaßt fein. Wir fürchten uns nicht vor Drohungen und wir find bereit, Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt _ — General-Anzeiger für Oberhessen Postscheckkonto: 1 Sranffnrt am Main 11686 Druck und Verlag: vruhl'sche Univerfitatsvuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 London, 29. Jan. (DNB.-Fünkspruch.) „Times" schreibt: Die Abrüstungsfrage hat ein endgültiges Stadium erreicht, mit dem die britische Politik direkt zu tun hat. Es ist erfreulich, daß gerade :' t1 ^as Deutschland Adolf Hitlers durch Abschluß des Abkommens mit Polen Be- v , _______ ___ ___a........... ...... weife feines wahren Wunsches nach werde' v 0 n keiner Probezeit mehr ^d i e Frieden gegeben hat. Unerfreulich ist es, daß *" r ' ~ "" 1 ........ Frankreich wieder einmal in einem kriti - Vauernüllu die Wurzel der Dolkskrast Der Ginn der Berliner Ausstellung. )en Lebensstil ringen, so müssen wir zu den schai sprudelnden Quellen dieser altgermanischen dem ‘ zurückfinden. Es geht uns darum, endlich I geze Kultur Völlige Verschmelzung des Kernstahlhelms mit der GA. München, 27. Jan. (DRV.) Die Oberste SA.- Führung gibt im „Völkischen Beobachter" bekannt, daß d e r b i s h e r noch in der S A.-R. I weiterbe stehende kernsiahlhelm mit der SA. völlig verschmolzen wird und unter den Befehl des SA.-Gruppenführers tritt, in dessen Bereich die SA.-R. I-Einheiten liegen. Hand in Hand mit dieser organisatorischen Maßnahme legt der bisherige Kernstahlhelm den feldgrauen Rock ab. Sämtliche SA.-Gliederungen tragen nunmehr künftig einheitlich das braune Ehrenkleid. gut, sie tut alles, um die böse Begehrlichkeit des Mannes in ihrer Schranken zurückzuweisen. So ungefähr stellt der kleine Moralin-Moritz kch die deutsche Frau vor, und wehe, wenn so ein armes, weibliches Wesen, das vor lauter Schicklichkeitsgesetzen nicht mehr aus noch ein weiß, das Unglück hat, aus Unkenntnis oder sündiger Lust eines davon zu übertreten. Es versteht sich am Rande, da die deutsche Frau keinen Bubikopf trägt; das tun nur Jüdinnen und sonstiges verächtliches Gezeug. Berlin, 27. Jan. (DNB.) In den Ausstellungshallen am Kaiserdamm wurde die „Grüne Woche Berlin 1934", die Dreisschau deutschen Bauerntums, in Anwesenheit zahlreicher Reichsminister und Vertreter des Diplomatischen Korps eröffnet. Der Festakt fand in der Ehrenhalle der Ausstellungshalle I statt, von deren Stirnband ein großes Bild des Führers grüßte. Vor diesem Bild stand ein riesiger Pflug, das Wahrzeichen deutschen Bauernfleißes. Ueber dem Bild stand in großen Lettern das Leitwort der Ausstellung: „Blut und Boden sind die Grundlagen der deutschen Zukunft". Reichsmimster R. W. Sarr£ Stadt gelten. Ueber allem aber steht die Erkennt» nis: Dieses Zurückfinben zu der Urquelle unseres völkischen Daseins, befreit von dem volkszerstörenden Liberalismus, verdanken wir nur einem Manne: unserem Führer und Kanzler Adolf Hitler! Ich eröffne hiermit die „Grüne Woche Berlin 1934", die erste im nationalsozialistischen Deutschland mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unser deutsches Vaterland und unseren Führer Adolf Hitler! §2. Der Landesbischof ist berechtigt, den evangelische n Oberkirchenrat und den ihm nach- geordneten Stellen der allgemeinen kirchlichen 23er- roaltung Weisungen zu erteilen. 8 3. Auf das Verhältnis des Bischofs zum Konfi» tonum der Klrchenprovinz findet § 2 entsprechende Anwendung. § 4. Ent gegen stehende Bestimmungen der Verfassung der Evangelischen Kirche der Altpreußi- Men Union bleiben für die Geltungsdauer dieser Verordnung außer Anwendung. Die pres- byterial-synodale Ordnung der kirchlichen Selbstver» waltungsverbände bleibt unberührt. Dazu erfahrt die Kreuzzeitung von Stahlhelm- seite, daß ausführliche Befehle für die nächsten Tage erwartet werden. Der Inhalt dürfte etwa der folgende sein: Die bisherigen Reserve-Formationen der SA. und SA.-Reserve I (Stahlhelm) werden zu einer einheitlichen SAR. I, die völlig im Verband der gesamten SA. steht, zusammengefaßt. Die Mitglieder der bisherigen SAR. I (Der Stahlhelm) bleiben mithin Mitglied d e s Stahlhelmbundes der Frontsoldaten. Dieser Bund bleibt in Anerkennung seiner Verdienste nach dem Willen des Führers und des Stabschefs mit feinem sozialen Apparat, mit seinen finanztechnischen Einrichtungen, mit seiner Presse usw. unter Führung seines Gründers, des Reichsarbeitsministers Franz Seldte, erhalten. Jeder Stahlhelmkamerad, der aus beruflichen oder körperlichen Gründen eine aktive Tätigtet in der SA. - Reserve nicht ausüben kann . hat also die Möglichkeit, als Mitglied einer Ortsgruppe des Stahlhelm auch weiterhin der nationalsozialistischen Bewegung verbunden zu bleiben. „Sehr geehrter Herr General! 2UU Ihrer Ab- fidjf, von dem Amte des Vundesführers des Deutschen Reichskriegerbundes kyffhäuser zu- rückzutreten, erkläre ich mich in Würdigung der mir vorgetragenen Gründe einverstanden. Bei 2hrem Ausscheiden aus diesem Amte gedenke ichder wertvollen vaterländischen A r b e i t, die Sie in Ihrer langjährigen Tätigkeit als Führer des kyffhäuserbundes geleistet haben und spreche Ihnen hierfür herzlichen Dank und aufrichtige Anerkennung aus. In alter Kameradschaft verbleibe ich mit freundlichen Grüßen Ihr ergebener gez.: von Hindenburg." Die heute in Berlin zusammengekommenen Landesführer des Kyffhäuserbundes haben einstimmig den O b e r st l a n d e s f ü h r e r der SA. - R. Il, Oberst a. D. Reinhard, gebeten, die Füh - r u n g des Kyffhäuserbundes zu übernehmen. Der Oberstlandesführer erklärte sich bereit, die Rührung zu übernehmen und sicherte zu, den Kyffhäufer- bund in feinem Bestände zu erhalten. Zwischenfälle bei einer Kaisergeburtsiagsfeier. Berlin, 27. Jan. (DNB.) Von zuständi. ger Seite wird mitgeteilt: Arn Freitagabend veranstalteten die Offiziersverbände in Berlin anläßlich des Geburtstages des früheren Kaisers einen Festabend in den gesamten heißt eine Sonderschau, auf -der die verschiedenen Rassen durch typische Köpfe und die rassische Verteilung in Europa vorgeführt werden. Die Landflucht des Bauern, seine Gewöhnung an die Stadt, der Erbhof, die Bedrohung des deutschen Ostens: das zieht alles in leicht verständlichen Bildern, Tafeln und Lehrmaterial an dem Beschauer vorüber, der, also vorbereitet, vor das Problem der „Neubildung deutschen Bauer n t u m s" gestellt wird. Sehr lehrreich sind hier die Luftbildaufnahmen von Hofen und Dörfern, die die städtisch erdachten und ausgeführten Siedlungen den bodenverbundenen Bauernhöfen gegenüberstellen. Die Abteilung „Bauer u n d M a r k t" zeigt den Erfolg der nationalsozialistischen Maßnahmen, die dem Bauern einen möglichst gleichmäßigen und sicheren Preis für seine Erzeugnisse gewährleisten, so daß er von Marktschwankungen nahezu unabhängig wird. An diese grundlegenden Sonder- ^inen schließt sich der Vorführungsraum an, in iem der Film „B lut u n d B o d e n" allstündlich l, endlich I gezeigt werden wird, der erste richtungweisende Film und die Sachverständigenbeiräte stellen soll, die das Gesetz der nationalen Arbeit vorsieht. Die Deutsche Arbeitsfront überwacht scharf, daß für die Beisitzer der sozialen Ehrengerichte nur solche Vorschläge zustande kommen, die im Per^nenkreis tatsächliche Nationalsozialisten umfassen. i)enn nur aus der nationalsozialistischen Gesinnung kann na- tlonalsozlalistisches Handeln entspringen. Da natio- nalsozialistlsches Handeln als vernünftig fchlechtffin zu bezeichnen ist, haben die Betreffenden natürlich das Vertrauen und damit die hohe Achtung aller derjenigen, die sie zu vertreten haben. FührerivechfelimKMäuferbund Oberst Reinhard als Nachfolger Generals von Horn Bundesführer. Berlin, 27.Jan. Reichspräsident von Hindenburg, der Schirmherr des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser, hat den Rück- t r i t t des Kyffhäufer-Bundesführers, General der Artillerie a. D. v o n S) o r n , genehmigt. General uon Horn führte seit sieben Jahren den Kyffhäuser- bund und es ist ihm gelungen, diese große Einheit ehemaliger Soldaten geschlossen dem Volkskanzler des neuen Deutschen Reiches, Adolf Hitler, zu unterstellen. Der Reichspräsident hat an General v.Horn folgendes Handschreiben gerichtet: Eine Lteberschau. Von unserer berliner Schriffleiiung. Die „Grüne Woche", die erste, die im nationalsozialistischen Deutschland eröffnet wird, ist von frü- Heren Veranstaltungen wesentlich unterschieden: zum ersten Male werden hier Lebensprobleme des deutschen Bauerntums ausstellungsmäßig erfaßt und eindringlich oorgeführt. Schon Oie Ehrenhalle weist verbindend auf das neue Deutschland und auf den neuen Sinn der „Grünen Woche" hin: im Hintergrund des riesigen Raums, der ganz in Rot und Weiß gehalten ist, erhebt sich bis an die Decke nr6—3i 3a.s Qrossformat verlängert detvCjenuss!" MIT BILDERN: WIE DIE ANDEREN GEROSTET SIND!... TROTZ VERTRAGLICHER ABROSTUNGSPFLICHT. ORIENTALISCHE CIGARETTEN COMPAGNIE .VOS MA" G. M. B. H. BREMEN Bekanntmachung. Die Dienffräume des Arbeitsamts Gießen, £iebiq- straße 16 (Alte Klinik) find wegen Umzugs am 1. Februar 1934 geschlossen. Ab 2. Februar 1934 befinden ßch die bisher in der Liebigstraße 16 gelegenen Dienstraume in ber Bahnhofstraße 90/92 (haus Schwarz). Mit bem gleichen Zeitpunkt werben bis auf weiteres die Sprechstunden in allen Versicherungsangelegenheiten auf Donnerstags, vormittags 8 bis 13 Uhr, festgesetzt. Außerhalb dieser Zeit findet keine Abfertigung statt. 575D Arbeitsamt Gießen, Bekanntmachung. Der vorn Gemeinderat beratene und genehmigte Voranschlag der Gemeinde Watzenborn-Steinberg, nprm^rn1 « ab ocht Tage lang auf hiesiger Bür- 2-Iü^terei offen, und können Einwendungen wäh- rend d.eser Zeit dortselbst geltend gemacht werden. mäX^H UmIa9ue ?rI)oben' wozu auch die Aus- m to beigutra9en haben. 584D Watzenborn-Steinberg, ben 27. Januar 1934 hessische Bürgermeisterei: .Schäfer Ala Anzeigen MengesellWsi Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften Sieben. SWskMN. 7 Verkäufe Große, gut erb. Barren 0486 u. Sprunggestell sowie gr., schöne Hundehütte mit Dovvelwand,gr. Fahrradkasten, Badebütte und Badeos.sürHolz- feuerung z. verk. Zu erfr. i. d. Geschähst. d.G.A. Einige gebr., gut erhaltene Seien darunter ein moderner, fast neuer amerik. Taucr- brcner($unter& NuhNr.222)und ein kl. Gasofen, zu verkauf. 67?d Neuenweg 33. Vereine VWA.’ Mittwoch, 31.1. abends 8.15 Uhr nn DHV-Hauw Lonystraße 18 zeigen wir den Kochlehrühn: KücheDgeheininiise SkMWlkl Gießen 64sD Dienstag, 30.1., 20—22,45 Uhr: 17. Dienstag- Abonnement Gewöhnt. Preise Alle geg. Einen - Einer t Alle. Schauspiel in 4 Akten von For« stev-Burggraf. Ur. 24 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 29. Januar 1934 Aus der Provmzialhauptstadt. Morgen flaggen heraus! Am morgigen ersten Jahrestag des historischen 30. Januar flaggen alle Behörden, die üffent- lichen Gebäude als äußeres Zeichen der Dankbarkeit und der Treue zum Führer. Ls muß als selbstverständlich angesehen werden, daß morgen die Flaggen des Dritten Reiches auch a n s ä m t t i ch e n Privathäusern gezeigt werden, um damit zu bekunden, daß sich das ganze deutsche Volk einig und eng verbunden weiß mit seinem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Deshalb morgen Flaggen heraus! Würdige Feiern in den Schulen. Die Minifterialabteilung für Bildungswefen hat an sämtliche hessischen Schulen folgenden Erlaß gerichtet: Am 30. Januar 1933, 11 Uhr, legte der Reichs- Präsident von Hindenburg die Führung der deutschen Geschicke in die Hand Adolf Hitlers. Deutschland gehörte von nun an wieder den Deutschen. In einem 14jährigen erbitterten Kampf hat der Nationalsozialismus die inneren Feinde niedergerungen. Deutschland war in seiner Jugend neu erstanden. Der Einigung der deutschen Stämme vom 18. Januar 1871 folgte die Einigung des gan« zen Volkes in seinen Ständen und Berufen. Der Führer des jungen Deutschland reichte dem greisen Feldmarschall die Hand. Adolf Hitler verband »damit Tradition und Zukunftsglauben. Hoffnung, Kraftbewußtsein und Stolz erfüllten wieder unser Volk und müssen für alle Zeiten erhalten bleiben. Zur Erinnerung an diesen Tag des Aufbruchs unserer Nation und aus Dankbarkeit zum Führer veranstalten sämtliche Schulen in der großen historischen Stunde würdige Feiern. gez. Ringshause n." Gedenkfeier der Studentenschaft. Die Gießener Studentenschaft versammelt sich am Dienstag um 11.30 Uhr in der Neuen Aula zu einer Gedenkfeier, bei der auch die Standartenkapelle Mitwirken wird. Um 13.45 Uhr folgt ein Ausmarsch nach dem Gleiberg, wo man die Rede des Führers durch den Rundfunk hören will. Dankgottesdienste. Einer Verfügung des Reichsbischofs folgend, hat das Landeskirchenamt angeordnet, daß Dienstag, 3 0 Januar, Abendgottesdienste anläßlich des Jahrestages der Uebernahme der Kanzlerschaft durch Adolf Hitler stattfinden. Die Oberst Beck, der polnische Außenminister, mit dem das Verständigungs-Abkommen zwischen Deutschland und Polen abgeschlossen wurde. M- : *W- !Schäserhunde werben für die Winterhilfe.... MW 'M *-• • M • 1 Aufstellung auf Oswaldsgarten. — Am gestrigen Sonntag mittag ließ die Winterhilfe eine nicht alltägliche Werbung für ihren guten Zweck in unserer Stadt vornehmen. In Gemeinschaft mit dem Verein für deutsche Schäferhunde, anderen gleichgerichteten Vereinen, Hundebesitzern, der Reichswehr und der Sanitätskolonne organisierte sie einen Werbeumzug, der gegen 13 Uhr vom Oswaldsgarten aus abmarschierte, durch zahlreiche Straßen der Stadt in allen Vierteln (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießens ging und auf Oswaldsgarten endete. An der Spitze des Zuges schritten 4 Fanfarenbläser vom Jungvolk, dann folgte ein Schäfer mit einer Schafherde, weitere Schäfer und hierauf die Gruppen der Hunde, insgesamt 92 Tiere, die in ihrer Eigenschaft als Herdenhund, Sanitätshund, Meldehund und Blindenführer gezeigt wurden. Während des etwa zweistündigen Marsches wurde von Begleitern für das Winterhilfswerk gesammelt. Gottesdienste sind als D a n k g o t t e s d i e n st e für den erfolgreichen Verlauf der nationalen Erhebung zu gestalten. In größeren Gemeinden und Städten können die Gottesdienste gegebenenfalls auch in einer Hauptkirche zusammengelegt werden. Ferner ordnet das Landeskirchenamt entsprechend dem Flaggenerlaß des hessischen Staatsministeriums an, daß zum 30. Januar sämtliche evangelischen Kirchen in Hessen neben den Kirchenfahnen mit den Reichsfahnen zu flaggen haben. Gegebenenfalls sind diese, wo nicht vorhanden, zu beschaffen. Der Dankgottesdienst in Gießen findet um 20 Uhr in der Johanneskirche statt. Deutscher Gruh im Schriftverkehr. Der hessische Staatsminister hat alle unterstellten Behörden angewiesen, im innerdeutschen Schriftverkehr in Fällen, in denen bisher am Schluß besondere Höflichkeitsformeln üblich waren, die Worte „heil Hitler" anzuwenden. Die Kreisämter werden beauftragt, den Gemeindebehörden entsprechende Weisung zu erteilen. Ein Erlaß des hessischen Staatsministers über den Neichsnährftond. Der hessische Staatsminister macht sämtliche unterstellten Behörden auf ein Rundschreiben des Herrn Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft aufmerksam, in dem es heißt: Von den Landes- und Kreisbauernführern gehen mir täglich Beschwerden zu, aus denen zu ersehen ist, daß die Behörden draußen im Land über Wesen und Aufbau des Reichsnährstandes sich nicht im klaren sind. Um im Lande die erforderliche Beruhigung zu schaffen und um ein reibungsloses Zusammenarbeiten der Behörden mit den Dienststellen des Reichsnährstandes zu gewährleisten, bitte ich in einer Rundverfüaung die Behörden darauf hinzuweisen, daß der Reichsnährstand die gesetzliche Vertretung der deutschen Bauernschaft und der d e u t s ch e n Landwirtschaft, einschl. der landwirtschaftlichen Genossenschaften, des Landhandels und der Be- und Verarbeiter l a nd w i r t fch a f t l i ch e p Erzeugnisse i st, der unter der'Führung des vom Reichskanzler ernannten Reichsbauernführers steht. Der Reichsbauernführer hat die Landesbauernführer, Kreisbauernführer und sonstigen örtlichen Organe des Reichsnährstandes ernannt. Die Befugnisse dieser Organe beruhen demnach auf einer r e i ch s - rechtlichen Regelung, so daß jeder Versuch, diese Organe in ihrer Arbeit zu hemmen oder zu stören, als Verstoß gegen ein erlassenes Reichsgesetz anzusehen ist. Pflicht aller Behörden ist es vielmehr, die Organe des Reichsnährstandes in jeder Weife in ihrer Arbeit zu fördern und zu u n t e r ft ü tz e n. Der Schutz der nationalen Symbole. Das Staatspresseamt teilt mit: Vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda werden demnächst einheitliche Richtlinien für die Handhabung des Gesetzes zum Schutze der nationalen Symbole ergehen. Zur Unterrichtung und zur Vermeidung von Nachteilen des Gewerbetreibenden fei schon jetzt auf folgendes aufmerksam gemacht: 1. Bildet der Gegenstand selbst das Symbol, so ist eine Verwendung und Verbreitung dann zulässig, wenn er ein Erzeugnis der bildenden Kunst oder des Kunstgewerbes ist, z. B. Bilder und Plaketten führender Persönlichkeiten, Hakenkreuze an Nadeln oder Halsketten, SA.-Figuren. 2. Wird das Symbol an dem Gegenstand oder in Verbindung mit ihm dargestellt, so ist seine Verwendung nur dann zulässig, wenn der Gegenstand selbst oder seine Bestimmung eine innere Beziehung zu dem Symbol hat. Nicht zulässig ist die Verwendung des Symbols insbesondere, wenn dieses in der Absicht angebracht ist, den Gegenstand zu schmillken, zu verzieren, oder seine Absatzfähigkeit zu steigern, z. B. das Hakenkreuz oder die deutschen Farben auf Kinderspielbällen, Sparbüchsen, Papier, Manschettenknöpfen, Schokoladen- und Tabakpackungen. 3. In allen Fällen der Ziffer 1 und 2 ist die Verwendung des Symbols unzulässig, wenn dessen Ausführungen minderwertig oder mit entstellendem Beiwerk versehen ist, z. B. bei künstlerisch minderwertigen Bildnissen, bei selbstleuchtenden Hakenkreuzen. SG bläst zum Gammeln gegen Hunger und Kälte am 4. Februar 1934 in der Volks« halle zu Gießen. Eintrittskarten zu 5V Pf sind zu haben bei den Orlsgruppenleitern der NSDAP., im NS.-Buchladen, Sellersweg, in der Geschäftsstelle des „Gießener Anzeigers", in der Geschäftsstelle der „Oberhessischen Tageszeitung". OieErhebung desDrandversicherungs- beitragö für 1933 in Hessen. Die Hessische Brandversicherungskammer gibt bekannt: Zur Deckung der Ausgaben der Brandver- sicherungskaffe für das Jahr 1933 ist mit Genehmigung der Minifterialabteilung Ib (Innere Verwaltung) des Hessischen Staatsministeriums vom 5. Januar 1934 auf je 100 M k. Umlagekapi- tal ein Betrag von SVa Pfennig umzuschlagen und in einem Ziele bis zum 15. Februar 1934 zu erheben. Als Mindestbeitrag für eine Hof- reite sind 75 Pf. zu zahlen. Die für die hessischen Staatssteuern geltenden Vorschriften über Verzugszinsen finden auf die Brandversicherungsbeiträge entsprechende Anwendung. Die Erhebung von Verzugszinsen erfolgt ab 1. April 1934. Mit der Unverfälschtheit der inneren Hingebung Gießener Konzertverein Liederabend Lore Fischer. da muß es einen wundern, daß eine «sängerin selbst von der Bedeutung wie Lore Fischer ihre prächtigen Gaben nicht voll sich auswirken lassen kann, weil das Stimmorgan noch nicht gänzlich frei von beengendem Muskelzwang arbeitet; denn so schön ihr Organ in Mittellage und Tiefe veranlagt ist und auch klingt, so zeigt das Piano der Höhe, wo die Volksliedern: „Jungfräulein, soll ich mit euch gehen", „Mein Mädel hat einen Rosenmund" und „Es wohnt ein Fiedler zu Frankfurt am Main". Lagen und im großen Bogen vermag sie ausladend von innerem Erleben Kunde zu geben wie etwa in Schuberts „Dem Unendlichen" („Gott ist es, den ihr preist"); diese Stelle klang überwältigend. Mit dem weiteren Reifen der Persönlichkeit und den Erfahrungen inneren Menschentums werden der Sängerin die Mittel in die Hand gegeben sein, im Lied den Hörer auf die letzten Seelengründe schauen zu lassen; denn sie ist, wie schon oben bemerkt, keine Künstlerin, die nur verstandesmäßig singt, sondern die ihr persönliches Innenleben im Liede voll ausschwingen läßt. Dafür spricht schon allein die Vortragsfolge, die nur reine Lyrik von Schubert, Schumann und Brahms umschloß. Bei Schubert gab sie ungekünstelt inniges Stimmungsleben, das sich oft zu beträchtlichen Höhepunkten aufweitete. Gesänge wie die „Feldeinsamkeit" und „Die Mainacht" von Brahms ließ sie in Vollbesitz ihrer künstlerischen Nachschaffenskräfte sich entfalten, erfüllt vom Jm- Gesanqskünstlern. ~. r , , Von Natur aus sind Lore Fische r große, ja ungewöhnliche Stimmittel verliehen, die sich bei ihr mit einer starken musikalischen Intelligenz verbinden. Allem Anschein nach steht die Sängerin erst am Anfang einer ihr aus vollem Herzen zu wünschenden großen Künstlerlaufbahn. Das klangliche Bild, das'man bei einer Sängerin im Konzertsaal gewinnt, läßt viele Einzelzüge intensiver hervortreten, als man sie sonst tm Kreise ^eler Mit- Jn^ einer Zeit, wo man durch Gymnastik und Svort sich allenthalben bemüht, die Muskelfunktion i aufzulockern, um sie dann willensgemaß bis zumj Letzten zu beherrschen And sich dienstbar zu machen, Die günstigen Eindrücke, die man von Lore Fischer aus Stuttgart als Oratorien-Altistin gelegentlich ihrer Mitwirkung im „Weihnachtsorato- uuu; «mgi, ^191 uus -pianu uer jjuye, wo uie rium" gewinnen mußte, ließen für ihr Erscheinen Ansatzpunkte für ein weiteres Tonstudium zu liegen im Konzertsaal besonders hochgespannte Erwartun- , haben. Dann wird es ihr sicher gelingen, im gesamten zu. Zieht man dabei noch in Betracht, daß die | ten Stimmumfang eine schmiegsame, samtweich ........... .....schwingende, dunkel klingende mezza voce zu erreichen. Im Forte strömt ihre Stimme in allen gen zu. Zieht man dabei noch m Betrag)!, oag uie Zahl der befähigten Altistinnen unter den Podiumskünstlerinnen nicht sonderlich hoch ist, so wird man um so bejahender eine von Natur aus schöne und glücklich veranlagte Stimme begrüßen. Zumal für den Liedgesang erwünscht sich mancher unserer Komponisten den dunkelglutigen pustostn Klang des Altes, der die melodische Linie plastisch und einpräfam zu ziehen ipeiß. Demgegenüber würde gegebenenfalls der Stimmbildner zu erhärten wissen, daß gerade die organische Durchbildung einer Altstimme zu den schwierigsten Problemen seines Faches gehört. Der Aufbau einer solchen kann nur individuell durchgeführt werden, nicht nur auf Grund von Bühnen- bzw. Podiumserfahrungen. So wird man nur selten eine Stimme antressen, deren persönliche Problematik restlos gelöst erscheint. Und das sind dann die „Großen" unter unseren Gießener Gtavttheater. 2. Konzert: Mozart-Abend. Daß das zweite Konzert des Stadttheater-Orche- sters ausschließlich Werken von Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet war, dem muß man unbedingt zustimmen; denn das Bestreben der heutigen Zeit, die Kulturgüter deutscher Musik weiten Kreisen zu erschließen, wird in dem Schaffen Mozarts immer eine sichere Stütze finden. Die Ursprünglichkeit seiner Tonsprache, frei von Pose und Phrase, wird jedem zum Eingangstor für das Erfassen eines musikalischen Vorgangs werden können. Mozart hören und innerlich erleben, wird immer die beste Schulung und Uebung des musikalischen Verständnisses sein und bleiben, weil die natürliche Herzlichkeit und Empfindungsechtheit sich bei ihm in gleichmäßigem Fluß mit ausgeglichener Formung bindet. Im Hinblick auf die zahlenmäßige Zusammensetzung des Stadttheaker-Orchesters lagen Mozarts Orchester-Werke greifbar nahe; denn das Verhältnis zwischen Streichern und Bläsern, das wir meist nach dem Erleben des Wagner-Orchesters zu beurteilen geneigt sind, nähert sich in der kleineren Besetzung eher dem ursprünglichen Klangbilde. Sind dann die Holzbläser den oftmals diffizilen Anforderungen Mozarts gewachsen wie im vorliegenden Falle, so kann man getrost sich an ein solches Programm heranwagen, wie es der letzte Abend bot. Nichts spricht so für das ehrliche musikalische Streben dieser Vereinigung, daß im Vergleich zur vorigen Aufführung der Orchesterklang beträchtlich an Ausgleich und an Sättigung der Klangfarbe gewonnen hat. Man hatte stets den Eindruck eines frischen, freudigen Musizierens, das von der Gewis-. senhaftigkeit und Verantwortung dem Werke gegenüber getragen wurde. Mochte auch Kapellmeister Fritz Cuje in seiner Auffassung richtunggebend von dem sinnlichen Klangerleben bestimmt worden sein (bei vielen Mozartschen Sätzen ist das auch angemessen), so wäre doch in Zukunft anzustreben, über das Klangbild hinaus die Durchgestaltung auf die geistigen Hintergründe des Schaffenden vorstoßen zu lassen. Dann wird es sich auch ermöglichen, einen Satz wie das Andante cantabile in der Symphonie mit dem breiten tragendem Atem des Lebensnahen zu erfüllen. Drei Werke der Vortragsfolge gehörten der reifsten Schaffensperiode für die einzelnen Gattungen an, des Meisters letzte Symphonie: Die Ju- Ipiter-Symphonie mit der großen Schlußfuge; fein letztes Konzert, das Klarinetten - Konzert und die Ouvertüre zu seiner letzten Oper puls starker Gefühlsgebundenheit. Mit der Geschlossenheit der Auffassung und der Verinnerlichung des Durchlebens ließ Lore Fischer Schumanns Lieder-Zyklus „Frauenliebe und Leben" rrpron ni=» man ne iunu -...... , als das Schicksal des liebenden Weibes am Hörer wirkenden beobachten kann. So mußte das Organ vorüberziehen. Da erwachten Töne voll überfließen- pnrp i f * e r 5 in der Aula viel unmittelbarer zu ! der beglückter Empfindung, voll Leidenschaft und den Hörern sprechen noch dazu, wo der Liedgesang frommer Hingebung, voll Lebensmut und alucklichem in die Werkstatt vortraqlicher Kleinarbeit schauen Erzittern, voll bittrer wehmutsvoller Klage. Hier LD hn fm? man nun feststellen, daß sich die j wurden Ansätze erkennbar, die für die weitere Ent- Kun'stlerin auffallend frei hält von Podiumspose 1 Wicklung Lore Fischers hoffnungvollste Aussichten er- und vonallem Nur-Einstudierten. Diese naturhafte öffnen. _ . k Ursvrünalichk^t ihres Vortrags hat zweifellos stark. Mit der Unverfälschtheit der inneren Hingebung rnpminnPnhT an fid)- denn glücklicherweise hat sich an ihre Aufgabe gewann sie alle Hörer für sich bei "den meisten unserer Konzertbesucher! nicht endenwollender Beifall ries sie und .hren danon tr oebnlten Werspitzte und überzüchtinte Bor- Partner am Flüge,. Prosessor Dr Stefan Tem es- iraa-zkiiltur^ mst der wirklichen künstlerischen Leistung v a r y, der sie in ihrem musikalischen Wollen m * ^identifizieren Künstlertum und Persönlichkeit feinsinnigem Mitgehen nachschaffend unterstützte, allzu enq aneinander, das zeigt sich evident immer wieder auf das Podium zuruck. Mit Herz- hpimCSänaer dessen Stimme als Kundungsmittel Hastigkeit dankte sie durch die Zugabe von drei beim Sanger, oeye.. ” MnrPtdiohprn- 5Mnafräule n. soll ich mit euch gehen , „Die Zauberflöte". Ein heiteres Zwischenspiel aus der Salzburger Zeit ist die Serenade für zwei kleine Orchester. Hier tritt uns ein launiges Bild aus galanter Zeit entgegen; eine jener damals üblichen Ständchenmusiken. Ganz aus dieser Einstellung heraus wurde dieses Merkchen mit feinem Geschmack vorgetragen, stilgemäß in der dezenten Art kammermusikalischen Musizierens. Der konzertierenden Streichergruppe hätte man noch mehr solistische Herzhaftigkeit wünschen mögen; denn ihr überaus sauberes Können verlor sich etwas im großen Raume. Das Konzert für Klarinette und Orchester in A=2)ur weist in die geistige Nähe des bekannten Klarinetten-Quintetts; beide Kompositionen sind dem Klarinettisten Stadler zugeeignet; die Mittelsätze in beiden erscheinen thematisch sehr verwandt. Mit ganz besonderer Liebe spürt Mozart hier den klanglichen Möglichkeiten der Klarinette nach; reizvoll nützt er die verschiedenen Registerlagen des Instruments aus; er erschließt instrumentales Neuland, Figurationen, rankende Passagen und den vielen Ausdrucksmöglichkeiten in den dynamischen Graden des Tones. Heinrich Grau nahm sich des Soloparts mit besonderer Hingabe an. Sxin Ton zeugt von sympathischer Weichheit und innerlichem Mitgehen in allen Stufen der Modulationsfähigkeit. Seine Passagen waren sorgsam ausgeglichen und phrasiert; das Figurenwerk rollte; rund waren die Trillerketten, schwingend sein Ton im Portamento. Man kann ein Orchester, das solche fähigen Kräfte zu seinen Mitarbeitern zählt, nur beglückwünschen. Die Tutti-Sätze des begleitenden Orchesters waren, namentlich im Adagio, dynamisch und thematisch fein abgestimmt. Am Eingang des Abends stand die Zauberflöten- Ouvertüre mit ihrem klanglichen Glanz der Anfangsakkorde; das Adagio war durchweht von den weihevollen Schauern; das Allegro zeugte von besonderer Klarheit im Figurenwerk, vornehmlich bei den Holzbläsern. Mit der Jupiter-Svmphonie hatte sich das Orchester eine sehr hohe Aufgabe gestellt, die es durchaus in einwandfreier Weife bewältigte; Lebens- bejahung im Allegro vivace, Kantabilität im Andante. Dis Finale ist ein Denkmal reifsten kontra- punktischen Könnens Mozarts, das über die fatz- technische Meisterschaft hinaus höchsten musikalischen Ausdruckszielen zustrebt. Dieser Satz wurde in seiner thematischen Verwobenheit klar durchleuchtet und in seinen Steigerungen lebensvoll wiedergegeben. Zu bedauern war der verhältnismäßig geringe Besuch der beachtenswerten Veranstaltung. Dr. H. Immer noch große Gewinnmöglichkeiten in der WHW.-Lotterie! Bei Beginn der Lotterie des Winkerhilfswerks ist eine irreführende Notiz durch die Presse gegangen. Darin hieß es, daß nur drei Hauptgewinne aus- gefpielt werden. Das ist falsch. Die Lotterie wird in dreißig Serien gespielt. Auf jede Serie entfallen: 1 Hauptgewinn zu RTN. 5000.— 2 Hauptgewinne zu „ 2000.— 10 Gewinne zu „ 500.— ,51 Gewinne zu „ 100.— Ferner werden in jeder Serie noch zahlreiche kleinere Gewinne gespielt. Außer diesen Gewinnen, die sofort ausgezahlt werden, wird am 1. März für jede Serie eine Prämie von 5000 Mark ausgelost. Deshalb kann auf jede gezogene Niete immer noch diese Prämie gewonnen werden. Es braucht sich also niemand entmutigen zu lassen, wenn gemeldet wird, baß Hauptgewinne gezogen worden sind. Jede der dreißig Serien umfaßt bekanntlich 1 Million Lose. In jeder Serie sind 150 000 Gewinne und 1 Prämie enthalten. E s lohnt sich also immer noch, 50 Pfennige für die Möglichkeit eines Gewinnes aufzuwenden. WinterhUfswerk. Kreisführung Gießen. Betr.: Schulungskursus der Amtswalter der NS.-Bolkswohlfahrt. Der zweite der vier Schulungsabende der Amtswalter der NS.-Volkswohlfahrt findet am heutigen Montag, den 2 9. Januar, um 19.30 Uhr im Hause der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße, statt. Es spricht über das Thema: „Durchführung der Ersatzansprüche" Verwaltungsobersekretär Rahn vom Wohlfahrtsamt Gießen. Ich bitte die Orts- gruppenwalter, etwas früher erscheinen zu wollen, da die Kohlen-, sowie die Lebensmittelgutscheine zur Austeilung gelangen. Heil Hitler! Gez.: M o h a u p t, Kreisgeschäftsführer des WHW. Pfundsammlung in i)er Ortsgruppe Gießen-Ost. Dienstag, 30. Januar, nachmittags, findet in der Ortsgruppe Gießen-Ost für das W i n t e r h i l f s - werf die schon früher angekündigte Pfund- s a m m l u n g durch HI. mit Fahrzeugen der Reichswehr statt. Hornsignale machen darauf aufmerksam. Jedem Volksgenossen ist Gelegenheit gegeben, durch Spenden von Lebensmitteln in Pfundpäckchen dem Führer für seine ungeheueren Leistungen im ersten Jahr seiner Führung zu danken. Drum Volksgenossen opfert u n b f ö r- dert damit das Werk des Führers. Schneider, Ortsgruppenwalter. Amt für Beamte der NSDAP, Kreis Gießen. Die Schulungsabende für bie Beamten, veranstaltet vom Amt für Beamte, fallen bis auf weiteres aus, auch der bereits für den 29. d. M. festgesetzte. J.V.: Ulrich. Deutsche Arbeitsfront, Deutscher Arbeilerverband der öffentlichen Betriebe. Am Sonntag, 4. Februar, veranstaltet die Fachgruppe Friseure der Deutschen Arbeitsfront in der Loge Frankfurt in Frankfurt a. M., Efchers- heimer Landstraße 27, ein erstes großes Modefrisieren, bei welcher Gelegenheit die neuesten Frisuren und Modelinien in künstlerischer Vollendung gezeigt werden. Verbunden damit ist die Austragung der F a ch s ch a f t s m e i st e r s ch a f t im Frisieren. Hervorragende Damenfriseure wirken bei dieser Veranstaltung mit und werden beweisen, daß die Frankfurter Friseure Spitzenleistungen zu vollbringen imstande sind. Sämtliche Volksgenossen, welche sich für diese Veranstaltung interessieren, sind herzlich eingeladen. Da in Gießen die fachliche Schulung schon längere Zeit im Gange ist, erwarten wir, daß jedes Mitglied der Deutschen Arbeitsfront an dieser Veranstaltung nach Möglichkeit teilnimmt. Heil Hitler! Deutsche Arbeitsfront, Deutscher A r b e i t e r v e r b a n d der öffentlichen Betriebe, Verbandskreis l e i t u n g G i e ß e n. Gez.: W e h r u m. Deutsches Jungvolk in der Hitler- Zugend. An die Lieferanten der Reichszeugmeisterei. Wiederholt haben wir die Feststellung machen mutzen, daß entgegen den Anordnungen der Reichs- geugmeifterei Uniformteile für das Jungvolk verkauft wurden, die nicht der Vorschrift der Reichsjugendführung entsprachen. Rach der endgültigen Festlegung der Jungvolk- uniformen mochte ich vor allen Dingen darauf aufmerksam machen, daß die Jungenschaftsbluse etwas verändert wurde und in blauer Farbe hergestellt Auch die Koppelschlösser erscheinen in neuer Form: Schloß verchromt mit gelber Sigrune. Äch hoffe, daß dieser Hinweis genügt, in Zukunft alle Schwierigkeiten zu beheben. Sollten trotzdem Zweifel in irgendeiner Form bestehen, .so empfehle ich die von der Reichsjugendführung herausgegebe- nen Uniformtafeln für HI., DJ. und BdM. Diese sind zu beziehen durch den Oberbann IV/13 der Hitlerjugend, Oberhessen. Heil Hitler! Der Führer des Oberjungbannes IV: m. d. F. b. Gez.: Hermann Philippi. Die Reichszuschüffe für Znstand- sehungsarbeiten und Umbauten. Das Staatspreffearnt teilt mit: Es wird darauf hingewiesen, daß bei Anträgen auf Gewährung eines Zuschusses, die später als am 31. Januar 1934 gestellt werden, mit den Arbeiten erst begonnen werden darf, wenn ein Vorbescheid erteilt ist. Anträge sind in den Städten an die Bürgermeistereien, in den Landgemeinden an das zuständige staatliche Hochbauamt zu richten. Anträge, die' an andere Stellen gerichtet werden, sind zwecklos. Namentlich können Anträge, die beim Reichsarbeitsminifterium oder bei dem hessischen Staatsminifterium eingehen, nicht in Behandlung genommen werden. *2Aor?dti^en — Tageskalender für Montag. Stadt- theater, 20 bis 22.30 Uhr, „Der Herr Senator". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Page vom Dal- masse-Hotel". — Saal der Christlichen Versammlung, 20.15 Uhr, Evangelisationsvortrag. — Kreisleitung Gießen, 19 Uhr, Hotel Viktoria, wichtige Besprechung der Funkwarte. — Ortsgruppe Gießen- Rord, 20.30 Uhr, „Aquarium", Amtswaltersitzung. — Aus dem Stadttheaterbüro. Morgen, Dienstag, das Schauspiel „Alle gegen Einen — Einer für Alle" von Förster-Burggraf. (Siehe heutige Anzeige.) — Die Deutsche Bühne veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil den Spielplan für Februar, sowie die Zeiten der Kartenausgabe. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. — Der VWA. (Verband der weiblichen A n g e st e 111 e n) lädt im heutigen Anzeigenteil zu einem Ortsgruppenabend für Mittwoch mit Vortrag über „Neuzeitliche Ernährung" und Vorführung eines Kochlehrfilms ein. Siehe Anzeige. Jubilar-Ehrung in der Gießener Nudergefettschast 1877. Am Samstagabend versammelte sich im Bootshaus der Gießener Rudergesellfchaft 1877 ein größerer Kreis von älteren und jüngeren Mitgliedern, um anläßlich der Vollendung eines weiteren Jahres des Bestehens der GRG. gemeinsam Rückschau zu halten auf das verflossene Vereinsjahr und bei dieser Gelegenheit die Ehrung langjähriger verdienstvoller Mitglieder vorzunehmen. Der Vereinsführer Kaufmann Hoch stä11er wies in einer Ansprache zunächst kurz auf die erfreulichen Erfolge der Rennmannschaften der GRG. im verflossenen Jahre und damit auf den befriedigenden Verlauf des Vereinsjahres hin, gedachte sodann mit herzlichen Worten des hocherfreulichen nationalen Umbruchs im Verlaufe des vorigen Jahres und huldigte dankbar und in aufrichtiger Verbundenheit namens der GRG. dem Ehrenmitglied der Gießener Rudergesellfchaft Generalfeldmarschall Reichspräsident von Hindenburg und dem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, dem die GRG. stets in Treue folgen werde. Das Treugelöbnis brachte die Versammlung mit dreimaligen begeisterten Sieg-Heil-Rufen auf den Feldmarfchall von Hindenburg und auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler zum Ausdruck. Anschließend wurde gemeinsam der erste Vers des Deutschlandliedes und der erste Vers des Horft- Weffel-Liedes gesungen. Im zweiten Teile seiner Ansprache beschäftigte sich der Vereinsführer vor allem mit der rudersportlichen Tätigkeit der GRG. im verflossenen Jahre, wobei er mit Genugtuung auf die Beteiligung der Achter-Mannschaft des Vereins an den Deutschen Rudermeisterschaften in Breslau hinwies und dabei u. a. die Mitteilung machte, daß nach einer privaten Information, deren amtliche Bestätigung ihm allerdings noch nicht zu- gegangen fei, das hervorragende sportliche Auftreten der Achter-Mannschaft des Vereins dahin geführt Habe, den Achter der GRG. zum Verbandsachter zu erklären, der dann an den AusfcheiÜungskämpfen ÖJ1.1’. Olnrnpiabe 1936 in Berlin teilnehmen werde. Diese Mitteilung wurde allgemein mit großer Genugtuung vermerkt. Nachdem der Vereinsführer noch besonders den früheren Deutschen Nudermeister Mitglied Rübsamen unter dem Beifall der Versammlung begrüßt hatte, nahm er die Ehrung der Jubilare vor. Es handelte sich dabei um folgende sechs Mitglieder: Gustav Petri, Fritz Kühne, Johannes Hammermann, Willy Jnderthal, Dr. Teipel und Willy R o l o f f. Die erstgenann- r Jllnf ^.erretJ erhielten für ihre 25jährige Mitgliedschaft je die silberne Vereinsnadel, während Herr Roloff, der beim Jubiläum der GRG. bereits mit der Goldenen Vereinsnadel ausgezeichnet wurde, jetzt ein Ehrendiplom erhielt. Die Versammlung ehrte die Jubilare mit dem dreimaligen Ruderer-Gruß Hipp hipp, hurra! Den Dank der Jubilare brachte Herr Roloff mit herzlichen Worten zum ziusorucr. Im weiteren Verlaufe des Abends hielt das Vor- standsmitglied Direktor W. C. Berg namens der Werbekommission der GRG. eine Ansprache, in der er auf die große Bedeutung des Rudersports für die körperliche Ertüchtigung der deutschen Jugend und ?'“J™* ®uf d^hohe Aufgabe der Gießener Rudergesellschaft im Rahmen unserer Stadt hinwies. Er be- tonte dabei, daß diese Aufgabe nur dann in aus- " Maße erfüllt werden könne, wenn die Än Mitgliederbestand den notwendigen Rückhalt und die erforderliche Stärkung habe. Mehr denn je zuvor sei es künftig erforderlich, daß die rudersportliche Arbeit des Vereins und damit die Mitarbeit an der körperlichen Ausbildung der Jugend durch den Rudersport sich auf eine möglichst breite Basis der Mitgliedschaft stütze. Aufgabe aller Mitglieder der GRG. fei es daher, nicht nur mit aller Bereitwilligkeit zur Mithilfe an den großen Aufgaben des Vereins weiterhin Mitglied zu fein, sondern darüber hinaus auch in der Bürgerschaft dafür zu sorgen, das die Gießener Rudergesellfchaft durch den Zugang neuer Mitglieder immer mehr gestärkt werde. Der übrige Verlauf des Abends mar der kameradschaftlichen Geselligkeit gewidmet, die in bester Harmonie beim gemeinsamen Gesang von Liedern und Unterhaltung verlief. Dabei würde auch des Winterhilfswerkes gedacht, für das eine Sammlung vorgenommen wurde. Falsche 10- und LO-KM.-Scheine im Verkehr. In der Presse ist wiederholt auf den Umlauf von falschen lO-RM.-Scheinen, Ausgabe vom 11. Oktober 1924, hingewiesen worden, die, obgleich als Fälschung leicht erkennbar, immer wieder im Zahlungsverkehr auftauchen, ohne daß es bisher gelungen ist, den Hersteller oder Vertreiber dingfest zu machen. Auch in den letzten Tagen sind wieder einige dieser Falschfcheine in Frankfurt a. M. an- gehalten worden. Es handelt sich dabei um die erste Ausgabe von 10-RM.-Scheinen, die mit dem 31. Januar 1934 ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel verlieren. Schon seit Jahren ist diese Serie von Geldscheinen nur noch in ganz geringer Zahl im Verkehr. Bei der Annahme von 10-RM.-Scheinen ist ein besonderes Augenmerk auf zerrissene und wieder zusammengeklebte zu richten. Das Wasserzeichen ist fast ausnahmslos nur in dem unbedruckten Teil neben dem Kopfbild sichtbar. Die Pflanzenfasern fehlen. In den Nummern der Scheine sind regelmäßig die Zahlen 1, 2, 3, 4, 5, 8 und 9 in verschiedener Zusammenstellung enthalten. Die einzelnen Zahlen fallen besonders durch ihre schlechte Nachbildung zueinander auf. Die einzelnen Farben der Ornamente auf der Rückseite stehen ungleichmäßig und schlecht passend übereinander gedrückt. Auch von den Noten zu 20 RM. der 1. Ausgabe vom 11. Oktober 1924 sind wieder einige Stücke im Verkehr beobachtet worden, die besonders an dem verschwommenen weiblichen Kopfbild bei einiger Aufmerksamkeit erkennbar sind. Das nachgeahmte Wasserzeichen erscheint hellbraun und hebt sich besonders scharf ab, während bei den echten Scheinen die Umrisse weicher und verschwommener sind. Das Publikum wird auf diese Fälschungen erneut aufmerksam gemacht und darauf hingewiefen, daß die Reichsbank in jedem Falle, in dem es zur Ermittlung der Fälfcherwerkstätte kommt, eine Belohnung bis zu 3000 RM. zahlt. Die Heimarbeit in Hessen. In Hessen ist die Zahl der in der Heimarbeit Beschäftigten (ohne Frauen und Kinder) von 4172 (1928) auf 3740 (1932) im selben Verhältnis wie in der gesamten Wirtschaft zurückgegangen. Die Abnahme ist also nicht etwa typisch für Heimarbeit, sondern war eine Folge der allgemeinen Wirtschaftskrise. Am stärksten waren die Heimarbeiter vertreten in Starkenburg (2937), gegen Rheinhessen (500) bzw. Oberhessen (300). An erster Stelle steht das Textilgewerbe mit 1573 Heimarbeitern, von denen 1037 in der Wäschekonfektion und Kleiderherstellung und 536 mit der Herstellung von Woll-, Wirk- und Phantasiewaren beschäftigt sind. Das Textilgewerbe verteilt sich auf alle drei Provinzen. Die Lederwarenindustrie mit dem Sitze in Offenbach, zugleich dem Zentrum dieser Industrie für ganz Deutschland, ist mit 1600 Heimarbeitern gegen 3816 Lederarbeitern überhaupt — die Leder- wareninöuftrie arbeitet fast ohne Maschinen — zugleich eine der wichtigsten Hessens. Offenbach hat 260 Lederwarenbetriebe. Die Diamantfchleiferei mit etwa 100 Arbeitern und dem wirtschaftlichen Zentrum Hanau erstreckt sich bis in den Kreis Erbach. Es wird fast nur in Kommission geschliffen, d. h. der Großhändler, der seinen Sitz in Hanau ober Amsterdam hat, liefert die Diamanten und bekommt sie geschliffen gegen Lohn zurück. Die Zigarrenheimindustrie (200 Arbeiter) ist um Offenbach (Groß- und Klein-Steinheim, Krotzenburg, Seligenstadt usw.) und in Oberhes ° s e n verbreitet. In der Elfenbein - und Beinindustrie, die etwa 50 Arbeiter beschäftigt und im Kreise Erbach ihren Sitz hat, sind die Verhältnisse etwas unklar, weil vielfach der Arbeiter zum Zwischenmeister wird und seinerseits die Arbeit in Auftrag gibt bzw. selbst eine Werkstatt eröffnet und Arbeiter einstellt. Dann ist er nämlich selbständiger Unternehmer geworden. Vielfach sind hier die Grenzen verwischt. Die Entwicklung geht zum Werkstattbetrieb, weil der ursprüngliche Arbeitgeber und Arbeitnehmer natürlich den Zwischenmeister und damit den Zwischenverdienst auszuschalten sucht. In der Verbesserung der Lage der Heimarbeiter liegt wohl eines der dankbarsten Betätigungsfelder für die neuzeitliche Siedlungspolitik, und zwar käme für die Heimarbeiter die Werk- oder Kurz- arbeiterfieblung in Betracht. Man würde ihm zwei bis drei Morgen Land mit Haus und Kleinviehstall zuteilen, wodurch in wirtschaftlichen Krisenzeiten der Lebensunterhalt für ihn und seine Familie gewährleistet wäre. Aber auch der Ent- proletarifierung der Großstädte wäre auf demselben Wege näherzukommen, indem man die Betriebsarbeiter, soweit dies, wie z. B. in der Offenbacher Lederindustrie, die die Eigenart des Produktionsvorgangs zuläßt, auf dem Lande ansiedelt, wo sie neben ihrer siedlerischen Tätigkeit die ihnen vom Unternehmer verschafften Rohmaterialien zur Fertigware verarbeiten, die sie gegen Lohn an den Betrieb zurückliefern. Durch diese Anwendung siedlungspoli- tischer Grundsätze auf die Heimarbeit ergeben sich auch für unsere Heimat große Möglichkeiten. * ** Vorlesungen eines Gießener Gelehrten in Frankfurt. Der außerplanmäßige außerordentliche Professor und Oberarzt an der Universitäts-Hautklinik Gießen Dr. Walter Schultze hat von dem preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung den Auftrag erhalten, an der Universität Frankfurt a. M. das Fach der Dermatologie in theoretischen und klinischen Vorlesungen für den Rest des gegenwärtigen Wintersemesters zu vertreten. ** Z u Erbhofrichtern ernannt. Wie das Personalamt mitteilt, wurden auf Grund des Reichs- erbhofgefetzes zu Erbhofrichtern beim Erbhofgericht in Darmstadt ernannt: Eduard Scharch in Windhaufen (Kr. Alsfeld), Beigeordneter Heinrich Diehl in Münzenberg (Kr. Friedberg), Jakob Eugen Fischer in Flomborn (Rheinhessen), Bürgermeister Adam Jakob Weyrauch in Obermossau (Kreis Erbach im Odenwald). Zu stellvertretenden Erbhof- richtern wurden ernannt: Wolfram von garnier in Echzell, G. Magfam in Groß-Umstadt und Ludwig Zimmermann II. in Esselborn (Kreis Alzey). **Diß Di en st räume des Arbeitsamts Gießen in der Alten Klinik werden am 1. Februar nach der Bahnhofstraße 90/92 (Haus Schwarz) verlegt. Aus diesem Anlaß bleiben die Diensträume in der Alten Klinik am 1. Februar geschlossen. Man beachte die heutige Bekannt- machung. Sitzung des Darmstädter Eondergerichts. LPD. Darmstadt, 26. Jan. Var dem Straf- enat des Oberlandesgerichts standen heute fünf Kommunisten aus Bingen wegen Vorbereitung Zum Hochverrat. Der 34jährige Arbeiter und Führer der KPD. in Bingen Georg Reichardt, der sich kommunistische Flugblätter aus Frankfurt a. M. geholt hatte und sie mit anderen in Bingen verteilte, wurde zu drei Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Reichardt hatte auch seinerzeit beim Separatistenaufstand eine führende Rolle gespielt und war einige Stunden Oberkommandant von Schwabenhain. Der Arbeiter Ernst Klemm, Führer der KPD. in Sprendlingen (Rheinhessen), erhielt ein Jahr echs Monate G e f ä n g n i 5 ; die gleiche Strafe wurde auch über die Leiterin der Roten Hilfe in Bingen Frau Susanne Heller und den Metzger Franz Hoeser verhängt. Ein Jahr drei Monate erhielt der Schiffer Franz Schäfer. Tabakschmuggler vor Gericht. LPD. Darmstadt, 26. Jan. In einer viel- tünbigen Sitzung verhandelte heute das Bezirkschöffengericht gegen sechs Schmuggler, die an der Saargrenze bei Ober-Aubach einen gro- ;en Tabakschmuggel betrieben hatten. Einer der Angeklagten war in Lampertheim fest- genommen worben, unb man fanb in feinem Auto auch kommunistische Zeitschriften het- zerischen Inhalts. Das Gericht verhängte olgenbe Strafen: Der Autoschlosser Hans Nau- mann aus Neunkirchen erhielt wegen fortgesetzten Tabakschmuggels unb Vergehens gegen die Zoll- und Steuergesetze eine Geldstrafe oon 25000 Mark und ein Jahr Gefängnis, der Tün- cher Bernhard H e r l e wegen Bandenfchmuggels 11000 Mark Geld strafe, ein Jahr drei Monate Gefängnis und Wertersatz oon 2300 Mark, der Dachdecker Philipp Heiser 3000 Dlarf Geldstrafe, zehn Monate Gefängnis und Wertersatz von 700 Mark, Karl Borger aus Pfungstadt 3000 Mark Geld- träfe, ein Jahr und drei Monate G e -- a n g n i s und Wertersatz von 3000 Mark, Georg Hllsheimer 3000 Mark Geldstrafe, vier Monate Gefängnis unb Wertersatz oon 400 Mark, ber Kaufmann Philipp Fückel aus Nieber-Ramstabt 1 2 000 Mark Gelb strafe inb zwei Mo nate Gefängnis. Die Unter- uchungshaft wirb ben Angeklagten nicht angerech- net, ba sie burch ihr fortgesetztes Leugnen bie Unter» uchungshaft in bie Länge gezogen haben. Verbotene Werbung. LPD. W e tz a r, 28. Jan. Das Schöffengericht Wetzlar verurteilte ben Erwin W. aus Wetzlar wegen unberechtigten Tragens ber NSBO.- Uniform unb bes Hoheitszeichens bei ber Werbung für Zeitungen und Zeit- ch r i f t e n zu einer Gefängnisstrafe oon chs Monaten. Auch nach dem Werbeverbot des Stellvertreters des Führers trieb ber Verurteilte eine Methobe weiter. Er fuhr mit feinem Kraftwagen in Zivil aus ber Stabt heraus unb zog sich draußen um, ehe er in ben ßanborten feine Tätigkeit begann. Auch bie Warnung ber Wetzlarer Kreisleitung hatte er in ben Winb geschlagen. Bei ber Prüfung feiner politischen Vergangenheit ergab sich, daß er im Sommer 1932 einen holländischen Kommuni st en in seiner Wohnung beherbergt hatte. Nach feiner Anmeldung in die NSBO. im April 1933 erhielt er nur eine vorläufige Mitgliedskarte, bie ihn nicht zum Tragen eines Ab- Zeichens ober der Uniform berechtigte. Bit ältefte Oeimatzeitung Oberhessens und des Bahngebietes ist der Gießener Anzeiger in seinem 184.Zahrgang Das gute Llnterhatttmssvlatt ist die Montags und Freitags erscheinende Beilage „Gießener Familienblätter" Die wertvolle Bildbeilage ist die eigens für das Heimatgebiet bearbeitete Donnerstagsgabe „Heimat im Bild" Der sachverständige Ratgeber für Landwirtschaft, Gartenbau und Vieh- zücht ist die Dienstagsbeklage „Oie Scholle" Die wahlfreie Wochenschrift ist„OieZllustrierte des GießenerAnzeigers" als billigste Bilderbeilage zum Wochenende Als Kundschafter hinter feindlichen Fronten Herbert Volck und seine nationale Sendung. Dem Vortrag von Herbert V o l ck, des Kämpfers um Freiheit und Ehre, sah man mit größtem Interesse entgegen. Die Neue Aula der Universität war daher gestern abend zu dem von der Gießener Studentenschaft und dem Goethebund veranstalteten Vortragsabend bis auf den letzten Platz besetzt. Der Hochschulgruppenführer Edler von Graeve hieß die Teilnehmer, insbesondere aber Herbert Volck, willkommen. In wenigen Worten kennzeichnete er die Person des Redners und sein historisches Wirken im Dienst des Vaterlandes. Dann sprach Herbert Volck: Der Soldat habe die Aufgabe, durch die Tat vorbildlich zu sein, seine Pflicht zu erfüllen. Wer an der Front gewesen sei, wisse, was das Wort „Tuchfühlung mit den Kameraden", bedeute. Wie ganz anders sei es, wenn der einzelne ganz auf sich selbst angwiesen sei. Zu jenen einzelnen gehörten die Kundschafter. Sie seien nie Personen an sich, sondern nur Geheimzejchen, Nummern. Um den Kundschafter, der in Feindeshand fiel, hätten sich Diplomatie und Generalstab selten gekümmert. Der Kundschafter sei Funktionär der Nation, im Glauben an Volk und Vaterland. Das Geschick der Völker sei oftmals abhängig von Kleinigkeiten, von Zufälligkeiten und vom Gelingen eines Kundschafterdienstes. Ein Beispiel: Wäre es einem Kundschafter gelungen, zu rechter Zeit der deutschen Heeresleitung von der Meuterei 21 französischer Divisionen nach einer verlorenen Offensive (unter Nivelle) Kenntnis zu geben, so daß nachgestoßen werden konnte, so hätte das die Entscheidung des Krieges für Deutschland bedeuten können. Im positiven Sinne habe sich Kundschafterdienst im Fall von Kowno ausgewirkt. Oft bediene man sich der Frau. So habe man eine mit neutralen Papieren ausgestattete Frau 17 mal passieren lassen müssen, obwohl dringender Verdacht der Spionage bestand. Bis eines Tages der Schoßhund dieser Spionin mit einem Auge auf einen plötzlich durch die Fenster der Grenzstation brechenden Sonnenstrahl nicht reagierte. Hinter dem künstlichen Auge des Hundes befanden sich auf einem Seidenband wichtige Nachrichten ausgezeichnet. Der Gegner habe sich besonders in der Nachkriegszeit mit Erfolg in der Werkspionage betätigt. Rußland habe ein ausgezeichnetes Spionagesystem. Aus eigener Erfahrung berichtete der Redner sodann von dem Wirken des englischen Kundschafters Oberst Lawrence, der 1913 als Student nach „hethy- chen Königsgräbern suchte und — einen Kurdenauf- tand gegen den Bau der deutschen Bagdadbahn ent- esselte. Vas sei ihm schon 1914 gelungen. Englands Pläne liefen darauf hinaus, Deutschlands Westfront zu chwächen, den beabsichtigten „Heiligen Krieg" zu chwächen. den Beabsichtigten „Heiligen Krieg" zu entfesseln, sei Lawrence allerdings nicht gelungen. Oberst Lawrence habe den Deutschen den großen Erfolg gegen die Engländer im Orient genommen. Aman-Ullahs Reise durch Deutschland habe den Engländern Gelegenheit gegeben, Lawrence in Afghanistan einzusetzen, so daß Aman Ullah sein Land als König nicht wiedersah. In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner skizzenhaft seine Erlebnisse hinter der russi- schen Front, die Gefangenschaft, die Flucht, die abermalige Gefangenschaft, die schwierige Lage, in der er gewesen sei, als man in ihm einen Brückensprenger vermutete, er sprach von der Zusammenarbeit mH Sr. Reis, dem hervorragenden österreichischen Spion, von mißlungener Flucht, von seinem Ausbruch aus dem Gefängnis in Omsk. Er erzählte von einer deutschen Frau in Moskau, die durch Mut und Geschicklichkeit 210 deutsche Soldaten befreien und wieder an die deutsche Front zurückbringen half. In unerhört spannenden Schilderungen sprach der Vortragende weiter von seinem Plane, etwas für Deutschland zu tun, Deutschland eine neue Raumrichtung zu geben, Rußland das Kaukasusgebiet zu nehmen, Rußland abzusperren von dem Oel- gebiet um Baku und dadurch das Riesenreich motorisch lahmlegen zu helfen. Deutschland sollte gleichzeitig einen verkürzten Orientweg erhalten. Im Kaukasus habe er, als „Offizier Hindenburg" große Achtung genießend, eine viertel Million Kaukasier gegen Rußland aufgebracht, deren Einsatz aber durch den Waffenstillstand Türkei-Rußland unmöglich gemacht wurde. Er habe fliehen müssen, durch Persien, durch Kurdistan und riesige Entfernungen ZU Fuß zurücklegen müssen, bis er schließlich in Palästina landete, Enver Pascha Bericht erstattete, schließlich in das deutsche Hauptquartier berufen worden sei, vor Hindenburg und Ludendorff Vortrag hielt und als Folge dessen die Besetzung des Kaukasus beschlossen worden sei. Man hörte noch von Eindrücken in der Wilhelmstraße (Kriegsrohstoffabteilung), in der gegen den Generalstab gearbeitet worden sei, von seinem abermaligen Einsatz auf östlichstem Vorposten im Kaukasus, und seiner Rückkehr, bei der ihm auf stürmischer Fahrt durch das Schwarze Meer gesagt worden sei, daß in Deutschland russische Zustände herrschten. Mit - wenigen Worten kennzeichnete Herbert Volck sein Wirken als Freikorpsführer in Lüneburg und im Baltikum. Die Front fei es gewesen, so schloß er, die das neue Deutschland mit schaffen half. Fronterleben habe das deutsche Schicksal gestaltet. Aus dem sol- tischen und aus dem kategorischen Imperativ der Pflichterfüllung heraus werde deutsches Geschick auch in Zukunft geschmiedet. Stürmischer, anhaltender Beifall dankte dem Redner. Edler von Graeve beschloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil?" auf den Führer den unvergeßlichen Vortragsabend. Fußball-Lokalkampf ausgefallen ... Der für den gestrigen Sonntag vorgesehene Fußball-Lokalkampf der Spielvereinigung 1900 gegen VfB. mußte ausfallen. Der Schiedsrichter erklärte die Platzoerhältnisse als für zu schlecht. Es hatten sich sehr viele Zuschauer eingefunden, die sich mit dem Rest der zweiten Halbzeit des Spieles der zweiten Mannschaften begnügen mußten. 1900 II. — VfB. II 6:2. Das Spiel auf dem Platz der Spielvereinigung endete mit einem Sieg der Blauweißen. Wir berichten noch darüber. VfV. III. — 1900 III. 1:1. Die Bodenbeschaffenheit des Platzes stellte an die beiden Mannschaften die höchsten Anforderungen und ließ ein technisches Spiel nicht aufkommen. Die Gäste waren in der ersten Halbzeit tonangebend, ohne zu zählbaren Erfolgen zu kommen. Die zweite Halbzeit sah die Platzbesitzer im Angriff aber Brambach war nur durch einen Elfmeter zu schlagen. Der Schlußpfiff des Schiedsrichters trennte zwei gleichwertige Gegner. . Das Schülerspiel mußte wegen Nichterscheinens des Schiedsrichters ausfallen. Das Spiel der Jugendmannschaft wurde abgesagt. Weitere Fußballgebnisse der Bezirksklasse. Das Spiel des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg gegen Bad-Nauheim, das auf dem Platz von Bad-Nauheim ausgetragen wurde, endete mit einer Niederlage von 7:1 Toren für Watzenborn-Steinberg. Lollar mußte auf eigenem Platz von Ockershausen eine Niederlage von 2:5 Toren hinnehmen. Nur ein Fußballspiel im GauNordheffen Der Gau Nordhessen hat in diesem Winter nut seinen Gauligapflichtspielen nur wenig Glück. Es vergeht kaum ein Sonntag, an dem nicht die Holste oder gar alle angesetzten Spiele infolge der schlechten Wetter- und Bodenverhältnisse ausfallen müssen. Auch an diesem Sonntag konnte nur ein Spiel ausgetragen werden. Das einzige Spiel des Tages, Kurhessen Kassel — Hanau 93, endete mit einer kleinen Ueberraschung. Die Hanauer verstanden es nämlich nicht, ihre Spitzenposition durch einen L?ieg über die Kurhessen zu festigen. Sie verloren durch taktische Fehler knapp mit 2:3 Toren, nachdem sie bei der Pause noch mit 2:1 vorne gelegen hat^n. Dadurch sind die Meisterschaftsaussichten von Borussia Fulda wieder ganz erheblich gestiegen. Fußball in Bayern. In Bayern hat der FC. Schweinfurt die Tabellen- stihrung an München 60 abtreten muffen, die Nord- bayern wurden in München von Wacker 4:3_ (2.2) geschlagen. München 60 -rzwlte dagegen not 10 000 Zuschauern gegen den 1. S®- Nürnberg ™ dn 0:0. Sn diesem Spiel waren beide Sturmes reihen zu nervös. Weiter verbessert haben sich d e Münchener Bayern, die in der «"en Hochburg ° - Svva Fürth 3:1 schlugen. Ueberraschend kam oie 1:3-Niederlage, die Schwaben Augsburg zu Hause gegen den schwachen FC. München erlit. Fußball im Gau XIII. Im Gau Südwest hatten am Sonntag alle Spiele unter den schlechten Platzverhältnissen zu leidem Das Treffen zwischen SV. Wiesbaden und Worrn^a Worms wurde beim Stande von 2:2 nach 52 Sp e- Minuten sogar abgebrochen, weil der P tz G mehr bespielbar war. In der Tabelle hat sich mcht viel verändert, da die beiden Tabellenersten unentschiedene Resultate erzielten und die nachfolgenden Mannschaften entweder ohne Spiel oder ohne Erfolg blieben. Die führenden Offenbacher Kickers erreichten in Worms gegen AO. nur ein 2:2 und der FK. Pirmasens spielte beim „pfälzischen Derby" in Kaiserslautern 1:1 (0:0). 8000 Zuschauer sahen die- ! ses Spiel. Unglücklich kämpften wieder die beiden Frankfurter Mannschaften. Die Eintracht verlor — mit Ersatz und Verletzten spielend — in Saarbrücken 0:2 und der FSV. wurde in Neunkirchen 5:3 geschlagen. Handball wird selbständig. Line Fachsäule „Handball" im Reichsbund für Leibesübungen. Es sind Bestrebungen im Gange, dem Handballsport, dessen Volkstümlichkeit noch ständig im Wachsen begriffen ist und der zahlenmäßig eine ungeheure Ausdehnung gewonnen hat, eine eigene Verwaltung zu geben. Voraussichtlich wird dem Reichsbund für Leibesübungen, der am 30. Januar vom Reichssportführer von Tschammer und Osten proklamiert wird, eine neue Fachsäule „Handball" angehören. Entscheidungen bei den deutschen Hallentennismeisterschasten. Bei den Deutschen Hallen-Tennismeisterschaften in Bremen fielen am Sonntag einige Entscheidungen. Im Herren-Einzel schlug der Deutsche Meister Gottfried v. Cramm den Franzosen Landry 6:1, 2:6, 4:6, 6:4, 6:2. Die Meisterschaft im Damen-Ein- zel fiel an Hilde Krahwinkel-Sperling durch einen 2:6, 6:1, 6:2-Sieg über Frau Schorn- burgk. Im Herren-Doppel siegten die Schweden Oestberg-Schröder über Dr. Dessart-Menzel 6:1, 6:1, 1:6, 6:2, im Gemischten Doppel fiel der Sieg an Frau Sperling-v. Cramm, die Frl. Buß-Oestberg leicht 6:3, 6:0 abfertigten. „preis der nationalsozialistischen Erhebung." Das Berliner Reil-Turnier. Das große internationale Berliner Reit- und Fahrturnier fand am Samstag mit dem Beginn der Vielseitigkeitsprüfung um den „Preis der nationalsozialistischen Erhebung" seinen ersten Höhepunkt. 49 Teilnehmer hatten sich zur Schnelligkeitsund Geschicklichkeits-Prüfung eingefunden, die mit ihren 20 leichten Sprüngen und ihrem eigenartigen Kurs hohe Anforderungen an Reiter und Material stellte. Sieger wurde Rittmeister von Jena auf „Herrscher" in 3:54,8 vor „Eilfracht" unter von Berendorf-Goßlar und „Sachsenwald" (Axel Holst) für den 2000 Meter langen jagdmäßigen Kurs. Heereswaldlaufmeisterschast am 8. April Die 5. Waldlaufmeisterschaft des Reichsheeres wird am 8. April 1934 in Windorf durchgefuhrt, und zwar durch den Lehrgang für Leibesübungen. Die Länge der Laufstrecke beträgt etwa 10 Kilometer. Es ist ein Mannschaftslauf und ein Einzellauf vorgesehen. Ueber die Beteiligung an der deutschen Waldlaufmeisterschaft am 22. April 1934 durch die Reichswehr wird nach dem Ergebnis der Heeres- meifterschaft entschieden. Deutscher Vierer-Bob „Olympia" Weltmeister. In der am Wochenende auf der Rießerseebahn bei Garmisch zum Austrag gelangtenl Diererbob- I Weltmeisterschaft brachte der deutsche Bob „Olympia" dem nationalsozialistischen Deutschland den I Weltmeistertitel ein. Die Deulschen Winlerkampfspiele sind eröffnet. Äi Links: Reichssportführer von Tschammer und Osten im Gespräch mit dem bewährten Deutschen Skimeister Gustl Müller. — Rechts: Willi Bogner (Traunstein) gewann den 18-Kilometer-Langlauf. Am Wochenende wurden die 4. Deutschen Winterkampfspiele, die im Harz in Braunlage-Schierke zur Abwicklung kommen, durch den Reichssvortführer von Tschammer und Osten in Anwesenheit des braunschweigischen Ministerpräsidenten Klag- g e s und zahlreicher weiterer Ehrengäste feierlich eröffnet. Schon im Laufe des Donnerstags waren aus allen Teilen des Reichs, die an den Kampfspielen beteiligten Mannschaften eingetroffen. Schlesiens Skiläufer haben die technischen Anlagen bereits in Augenschein genommen und äußerten sich sehr lobend über alles Gesehene. An den verschiedensten Uebungsplähen herrscht schon reger Trainingsbetrieb. Die Sprungschanze und der Slalomhang sind bereits zahlreiche Male praktisch erprobt worden. Am Nachmittag traf dann der Reichssportführer mit seinem Gefolge in der Feststadt ein. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Kampfspiele ein erfolgversprechender Auftakt für die 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Spiele sein mögen. Weiter sprach der Reichssportführer der Presse seinen Dank für ihre uneigennützige Unterstützung des großen Werkes aus. Wit einem Riesen-Fackelzug, an dem die, gesamte SA., SS. und Bevölkerung der Orte beteiligt war, erfolgte am Abend dann die feierliche Eröffnung der Kampfspiele. Im festlich geschmückten Schulhof hielt der Reichssportführer im Licht zahlreicher Fackeln die Eröffnungsansprache. Der Reichssportführer sagte, er freue sich über das ungeheuer große Meldeergebnis und den großen Widerhall, den sein Aufruf in der deutschen Wintersportgemeinde gefunden habe. Er forderte die Aktiven auf, mit Ernst an die Aufgaben, die ihnen gestellt seien, heranzugehen, denn die Besten sollen ausgewählt werden für die Teilnahme an den Weltspielen. Ganz besonders herzlich begrüßte Herr von Tschammer und O st e n unsere Brüder aus dem bedrohten Osten, der Freien Stadt Danzig. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer, dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied schloß der Reichssportführer seine oft von Beifall unterbrochenen Ausführungen. Dann erklärte er die 4. Deutschen Winterkampfspiele für eröffnet. Die ersten Wettkämpfe. Der erste sportliche Wettbewerb war der 18- Kilometer-Langlauf, zu dem 3 0 0 Teilnehmer am Start erschienen. Pünktlich um 9 Uhr erfolgte der erste Start, und von da ab gingen die Läufer in Abständen von einer halben Minute über die Strecke. Diese war bei schönem Wetter nicht allzu schwierig, zumal die Sonne den etwas vereisten Schnee bald „firnig" machte. Beim ersten Drittel der Läufer erzielte der Breslauer L e u p o l d mit 1:12:44 Std. die beste Zeit, und man sah ihn bereits als Sieger an, jedoch wurde seine Leistung später von Willi Bogner-Traunstein mit 1:10,59 und dem überraschend gut laufenden jungen Josef Schreiber aus Aschau im Erzgebirge mit 1:12,19 unterboten. Der junge Anton Eisgruber aus Partenkirchen hatte Skibruch und mußte sich mit Ersatzbrettern abquälen, dennoch erreichte er die gute Zeit von 1:16,00 und belegte damit in der Klasse II den ersten Platz. Am Nachmittag wurde auf einer 450 Meter langen Bahn auf dem Nordhanq des Winterberges bei Schierke mit einer Höhendifferenz von 150 Meter der Slalomlauf der Damen ausgetragen. Hier dominierten erwartungsgemäß die Vertreterinnen des Schwarzwaldes. Frl. Christel Cranz- Freiburg legte den ersten Lauf trotz eines Sturzes in 1:05,7 Min. zurück und erreichte im zweiten Gang mit 1:00,4 die beste Zeit des Tages. Mit der Gesamtzeit von 2:06,1 Min. wurde sie Kampfspielsiegerin vor Frau Denz-Freiburg mit 2 09,2 und Frau Rabe-Braunschweig mit 2:30,3 Min. Willy Bogner Kombinations-Sieger. Die skisportlichen Wettbewerbe der 4. Deutschen Winterkampfspiele wurden am Sonntag mit den Sprungläufen abgeschlossen. Neben dem großen Spezialsprunglauf wurde auch der Sprunglauf zur Kombination ausgetragen, der am Samstag dem Schneegestöber zum Opfer gefallen war. Das Wetter war zwar am Sonntag in Braunlage/Schierke auch nicht viel besser, man entschloß sich aber doch, die Läufe stattfinden zu lassen. 20 000 Menschen hatten sich an der Wurmbergschanze eingefunden, um die Elite der deutschen Skisportler springen zu sehen. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich auch der Reichssportführer von Tschammer und Osten, der braunschweigische Ministerpräsident Klagges und Herzog Adolf von Braunschweig. Die Schanze selbst befand sich in ausgezeichneter Verfassung. Unter der Leitung von Gustl Müller- Bayrischzell hatten sich bayerische Spezialisten darangemacht, die Schanze sprunafertig zu machen. Das ist auch vollauf gelungen. Leider trübte der große Schneefall stark die Sicht, so daß vor allem die Springer sehr vorsichtig handeln mußten. Es zeugt daher von der außerordentlich guten Durchbildung unserer Läufer, daß ausgezeichnete Leistungen bei meist gestandenen Sprüngen geboten wurden. Sieger des großen Spezial- Sprunglaufes wurde der Münchener Dietl mit Sprüngen von 47 und 44,5 Meter. Im Sprunglauf zur Kombination holte sich Willi Bogner- Traunstein mit prachtvollen Sprüngen von 40 und 39 Meter den Titel Deutscher Winterkampfspielmeister im zusammengesetzten Lauf. Die beste Leistung in diesem Lauf bot Walter Glaß- Klingenthal, der auf 45,5 und 43 Meter kam. Die Ergebnisse: Spezial-Sprunglauf: Klasse I: 1. Karl Dietl-München, Note 221,5 (47, 44,5 Meter), 2. Walter Glaß-Klingenthal 215,2 (45, 43,5 Meter), 3. Mei- nel-Aschberg 212,5 (43, 43 Meter), 4. Stoll-Berchtesgaden 210,7 (43,5, 42,5 Meter), 5. Meyer-Braunlage 210,5 (44, 43 Meter). Klasse II: 1. Oskar Winkel-Brückeberg 188 (36, 41,50 Meter). Jungmannen: 1. H. Marr-Oberhof 201 (33,5, 36 Meter). Kombination (Lang- und Sprunglauf): 1. Willi Bogner-Traunstein, Note 434, 2. W. Glaß-Klingenthal 425, 3. O. Stoll-Berchtesgaden 412, 4. Gustl Müller-Bayrischzell 405,4, 5. H. Leupold-Breslau 405,2,. 6. Meinel-Aschberg 397, Heinz Aermel-Brückeberg 390,4. / / / 1: Die junge Freiburger Skimeisterin Christel Cranz wurde Siegerin im Slalomlauf, der auf dem Winterberg bei Schierke ausgetragen wurde. Auftakt im Eishockey. Ebenfalls am Sonntag wurde mit den Spielen um die Kampfspiel- und Deutsche Eishockey-Meisterschaft begonnen. Die sieben Vorrundenspiele brachten die erwarteten Favoritensiege und teilweise in nicht zu geringer Höhe. Besonders die beiden bayerischen Spitzenmannschaften, Riessersee und Füssen, taten hier des Guten beinahe etwas zuviel. Riessersee fertigte den SV. Braunlage/Schierke mit 21:0 ab und Füssen gab dem Altonaer Schlittschuhläufer-Verein mit 10:0 das Nachsehen. Ausgezeichnet hielt sich der SC. ForsthausstraßeFrankfurta. M., der den Bob-Club Erfurt mit 6:0 besiegte. Sonja Henie unerreicht. Die Europa-Kunstlaufmeisterschaften nahmen am Sonntag in Prag mit den Pflichtübungen ihren Anfang. Wie erwartet, zeigte die norwegische Titelverteidigerin Sonja Henie einmal mehr ihr großes Können. Sie distanzierte ihre Gegnerinnen und hat sich bereits am ersten Tage einen beträchtlichen Vorsprung vor ihren neun Mitbewerberinnen verschafft. Die junge Amerikanerin Megan Taylor und dis Wienerin Liselotte Landsbeck liegen ihr am nächsten. Spreünrunoen Der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Oberhessen. Oberhessischer Schäfertag in Laubach. □ ßaubad), 27.Jan. Die Vorbereitungen zu dem am 4. Februar in unserem Städtchen stattfindenden oberhessischen Schäfertag sind in vollem Gange. Am Vormittag ist eine Jahresversammlung vorgesehen, bei der neben der Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten auch belehrende Vorträge gehalten werden. Bei dem großen Fest- Z u g am Nachmittag werden in zahlreichen Schaunummern die wirtschaftliche Bedeutung der Schafzucht und das Schäferleben, sowie Abschnitte aus dem ländlichen Volksleben gezeigt. Sämtliche Laubacher Vereine sowie das Mädelarbeitslager haben ihre Mitwirkung zugesagt. Anschließend werden bei dem traditionellen Schäferlauf in der Schloßgartenallee der Schäferkönig und die -königin ermittelt. Mit einer Abendunterhaltung findet das volkstümliche Fest fein Ende. Lanokreis Gießen. # O b bornhofen,27. Jan. Vor einigen Tagen fand im hiesigen Gemeindewald die Brennholz- versteigerung statt. Es wurden bezahlt für Buchen-Scheitholz 8 bis 9, für Buchen-Knüppel 5 bis 6,50, für Eichen-Knüppel 4 bis 4,50 Mark. Buchen-Stöcke 3,50 bis 4,50, Buchen-Reifer 3 bis 4, Eichen-Reifer 1 bis 2 Mk. pro Raummeter. — Bei der für das Winterhilfswerk durchgeführten Speck - und Wurftfammlung wurden in unserer Gemeinde 59,40 Pfund Wurst und 31,20 Pfund Speck aufgebracht und an die Ortsgruppenleitung Trais-Horloff abgeliefert. Der Verkauf der Winterhilfsplaketten am vergangenen Sonntag brachte einen Ertrag von 12,30 Mark. Kreis Schotten. □ Laubach , 27. Jan. Im Rathaussaale fand dieser Tage eine Sitzung derK irchengemeinde- vertretung statt. Der Vorsitzende, Pfarrer Kornmann, gedachte zunächst des kürzlich verstorbenen Mitgliedes Re-ichsbahnasfiftent K. Koch und gab dann einen eingehenden Bericht über den religiös-sittlichen Zustand in der Gemeinde aus dem Jahre 1933. Anschließend wurde das neueintretende Mitglied Karl Kopp verpflichtet ebenso wurden sämtliche seitherigen Mitglieder auf die Verfassung der großhessischen Kirche und der evangelischen Reichs- kirche durch Handschlag verpflichtet. Der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1934 wird demnächst aufge-1 stellt. — Bei der jüngsten städtischen Brennholz- versteigerung kamen etwa 600 Raummeter Buchenscheit, 360 Raummeter Buchenknüppel und 50 Raummeter Buchenstöcke zum Ausgebot. Die Nachfrage war rege, zumal auch aus der näheren Umgebung viele Steigerer erschienen waren. Es wurden folgende Durchschnittspreise, die weit über den vorjährigen liegen, erzielt: Buchenscheiter 1. Kl. 7 Mark, Buchenknüppel je Raummeter 5 Mark und Buchenstöcke ebenfalls 5 Mark. § Ulrichstein, 27. Jan. Dieser Tage fand die Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe des V H C. statt, in der der Wanderplan für das Jahr 1934 festgelegt wurde. Weiterhin wurde die Ehrung der eifrigsten Wanderer des letzten Wanderjahres besprochen. Der Dereinsführer soll zum 13. Male das Ehrenzeichen erhalten. Außer ihm werden noch drei Herren und fünf Damen ausgezeichnet. l G e d e r n , 26. Jan. In der hiesigen Turnhalle fand dieser Tage die Jahreshauptversammlung der NSDAP., Ortsgruppe Gedern, statt. Damit war die Weihe der neuen Fahne der Ortsgruppe verbunden Ein Teil der Sturmbannkapelle IV/466 umrahmte die Veranstaltung mit musikalischen Darbietungen. Zu Beginn wurde der Toten der Bewegung gedacht und stehend das Lied vom guten Kameraden gesungen. Nachdem der Tätigkeitsbericht verlesen war, wurde der Kassenbericht bekanntgegeben und dem Kassenwart Entlastung erteilt. Die Weihe der neuen Ortsgruppenfahne nahm für den am Erscheinen verhinderten Kreislelter Kromm (Schotten) der stellv. Kreisleiter Dr. M e u e r (Schotten) vor. Nach einer packenden Ansprache übergab er die Fahne ihrer Bestimmüng. Begeistert wurde hierauf das Horst-Wessel-Lied gesungen. Zum Fahnenträger wurde Blockwart Hermann Lauben st ein ernannt. Nachdem Ortsgruppenleiter Klein noch über Außen- und Innenpolitik, sowie über verschiedene neue Gesetze und über das Wesen des Nationalsozialismus gesprochen hatte, ermahnte er alle Parteigenossen, regelmäßig die Schulungskurse zu besuchen. Jeder Parteigenosse und SA,-Mann müsse ein Propagandist der natio^ nalsozialistischen Bewegung werden. Das Gelöbnis unverbrüchlicher Treue zu Führer und Staat wurde bekräftigt durch ein dreifaches „Sieg-Heil!" Mit dem Deutschland-Lied wurde der weihevolle Abend geschlossen. Preußen. Presbyter-Tagung in Dutenhofen । O Dutenhofen, 27. Jan. Im „Jagdschlößchen" zu Dutenhofen wurde dieser Tage die Winterkonferenz der Presbyter der Synode Wetzlar abgehalten. Die Tagung war sehr gut besucht. Synodalassessor Pfarrer Schmidt- Wetzlar leitete die Konferenz und wies besonders auf den Sinn der Versammlung hin. Missionsinspektor D r i e ß l e r von der Rheinischen Mission beschäftigte sich dann in einem IVsstündigen Vortrag mit einer Fülle der Fragen und Probleme des deutschen evangelischen Missionswer- k e s, insbesondere auch der Rheinischen Mission. Er betonte besonders, daß die Einnahmen der Rheinischen Mission so sehr zurückgegangen seien, daß man ernstlich daran denken müsse, das Seminar zux Ausbildung junger Missionare zu schließen und ein oder zwei Missionsgebiete an ausländische Missionsgesellschaften abzutreten. Bei aller Aufopferung für den eigenen Volksaenossen dürfe in der Bevölkerung der Gedanke der Mission nicht vernachlässigt werden, wenn die Christenheit im Sinne Jesu Christi wirken wolle. Die deutschen evangelischen Missionen werden sich weiterhin nicht mehr als Ordensgesellschaften neben der Kirche halten können, es müsse vielmehr eine größere Basis gewonnen werden; die Kirche, die sich derVerpflichtungzumMissionswerk inhöherem Maße als bisher bewußt werden müsse, müsse die Mission übernehmen. Der Redner entwickelte eine Reihe von Vorschlägen zur Lösung der aufgetauchten Probleme und in einer regen Aussprache wurden alle Für und Wider erwogen. Man war sich darin einig, daß es richtig und nötig sei, die Mission und die geläuterte lebendige Kirche des Evangeliums in eine organische Verbindung zu bringen. Dies zum Segen beider. Missionsinspektor D r i e ß l e r forderte in seinem Schlußwort die Zusammenfassung der gegenwärtig bestehenden 28 Missionsanstalten zu etwa 8 Missionsanstalten, um größere Einheitlichkeit und sparsamere Wirtschaft zu erreichen. Einweihung der HZ.-Gebietsführerschule Hessen-Nassau. LPD. Nieder-Walluf, 28.3an. Unter ftar- ker Anteilnahme wurde am Samstag die hier in der Villa Hagedorn untergebrachte Hitler- Jugend-Gebietsführerschule Hessen- Nassau durch den Gebietsführer Kramer ihrer idealen Bestimmung übergeben. Gebietsführer Kramer feierte das Andenken des am 26. Februar 1933 gefallenen Hitlerjungen Christian Crößmann, dessen Name der Schule durch den Reichsjugendführer verliehen worden ist. Für den Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sprach Oberbannführer S t ö h r , für den Regierungspräsidenten Landrat P i s ch e l. Den Willkommengruß des Rheingaukreises entbot Landrat K r e m m e r. In der Schule lassen die Oberbanne Frankfurt am Main, Limburg, Oberhessen, Starkenburg und Rheinpfalz ihre Unterbann- und Gesolgschafts- führer mit den Dingen vertraut machen, die ein rechter Jugendführer kennen muß. Leiter der Schule ist Unterbannführer Fritz Handwerk. Weiterer Sieg im Kampf gegen Hunger und Kälte. Zur Belohnung der in die Hunderttausende von Zentnern gehenden Lieferungen von Kartoffeln und Brotgetreide durch den Landesbauernstand Hessen- Nassau hat das Winterhilfswerk Hessen- Nassau sich entschlossen, mehrere 100 000 Dosen Rindfleischkonserven durch das einheimische und einschlägige Gewerbe (Fleischindustrie) innerhalb der nächsten vier Wochen herstellen zu lassen. Es werden rund 500 Stück Großvieh aus dem FrankfurterMarkther ausgenommen. Dadurch wird der Großviehmarkt entlastet und eine Besserung der Lebendviehpreise herbeigeführt, die sich bekanntlich seit mehr als drei Jahren auf einer für den Bauernstand völlig unzu- Teichenden Höhe bewegen. Bereits um die Jahreswende hatten das Metzgerhandwerk und der Lebensmittelhandel größere Mengen von Fett an die bedürftige Bevölkerung im Auftrage des Winterhilfswerkes verausgabt, wodurch die Schweineerzeugung und das einschlägige Handwerk und Gewerbe eine günstige Belebung erfahren hatten. Die oben genannte Maßnahme beschränkt sich auf die Besserung der Rindfleifchversvrgung. Für die Herstellung der Rindfleischkonserven dürfen n u r solche Tiere geschlachtet werden, die im Bezirk des Winterhilfswerkes Hessen-Nassau gehalten worden sind. Zahlreiche gewerbliche Arbeiter finden in der einheimischen Fleischindustrie Beschäftigung, einer Industrie, die hohe Qualitätsleistungen schon seit Jahren hervorbringt (Frankfurter Würstchen und sonstige Fleischkonserven) und deren Absatz im In- und Ausland in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Es wäre zu wünschen, wenn auch in den übrigen Teilen des Reiches diese Maßnahmen beispielgebend wirken zum Segen unserer deutschen Volkswirtschaft und als Beweis engster Schicksalsverbundenheit aller Berufsstände. Tragisches Ende einer Verlobung. LPD. F r a n k f u r t a. M. - H ö ch st, 27. Jan. In den ersten Morgenstunden des Samstag spielte sich am Bahnhof des benachbarten Oberliederbach eine blutige Tragödie ab. Die 22jährige Gertrude S e e l i g aus Oberliederbach hatte ihr Verlöbnis mit dem 25jährigen Schuhmacher N i ck aus Vilbel gelöst. Das führte öfters zu einer Aussprache zwischen den beiden jungen Leuten, ohne daß sich das Mädchen jedoch dazu bereden ließ, das Verhältnis wieder aufzunehmen. N i ck stieß verschiedentlich Drohungen aus, so daß das Mädchen sich nur in Begleitung ihres Vaters zur Arbeitsstätte begab. Als heute morgen der Vater feine Tochter wieder bis kurz vor den Bahnhof Oberliederbach gebracht und den Rückweg angetreten hatte, sprang der abgewiesene Nick aus einem Versteck hervor und schoß die Seelig mit einer Pistole nieder. Die Kugel drang dem Mädchen ins Herz und führte den sofortigen Tod herbei. Der Täter richtete dann die Waffe gegen sich selbst und brachte sich einen tödlichen Schuß in die Schläfe bei. Vtrcie Wetzlar * K r o f d orf, 26. Jan. Der 26jährige Arbeiter Wilhelm Michel von hier erlitt gestern bei seiner Arbeit im Sägewerk des Tonwerkes Abendstern einen Unfall. Dem bedauernswerten Manne flog ein Stück Holz gegen den Leib, so daß er anscheinend innere Verletzungen erlitt. Außerdem hat er eine Verletzung an einer Hand davongetragen. Er mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. "Y" Kinzenbach, 26. Jan. Einen in allen Teilen wohlgelungenen Werbeabend veranstaltete die hiesige Feuerwehr. An der Veranstaltung beteiligten sich sämtliche Ortsvereine. Der Abend brachte zunächst zwei vom Gesangverein „Fortuna" vorgetragene Chöre. Die Mannschaft des Gastgebers zeigte dann die Arbeit der Wehr in Form von Freiübungen (Trockenübungen) unter Leitung ihres Hauptmannes Hch Brück, die starken Beifall her- vorriefen. Eine Riege des Turnvereins „Gut Heil" stellte sich durch einige Hebungen am Barren in den Dienst der guten Sache. Der Abend war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. > Rodheim a. d. B., 27. Jan Zu einer erhebenden Feierstunde für alle Beteiligten gestaltete sich die dieser Tage durchgeführte Verpflichtung der ersten Mitglieder und Ausgabe der Mitgliedsaus- O- V) & weise der NS.-Frauenschaft. Die Ortsgruppe war am 2. November v. I. durch die jetzige Führerin, Lehrerin Witwe Anna E i n tz ins Leben gerufen worden. Der Tagungsraum — der Zeichensaal in der hiesigen Volksschule — war von schöpferischer Hand sehr geschmackvoll und sinnig mit Blumen, Fahnen, dem Bilde des Führers und dem neuen Wimpel der Frauenschaftsgruppe geschmückt worden. Die feierliche Verpflichtung der gleich bei der Gründung der Frauenschaft eingetretenen Mitglieder nahm Frau Lehrerin E i n tz vor. Nach einer Ansprache, die die Bedeutung des 18. und 30. Januar gerade für die deutsche Frau und Mutter hervorhob, und dem Gesang des Deutschlandliedes traten die einzelnen zu verpflichtenden Frauen an einen blumengeschmückten und in magischen Kerzenschein gehüllten Tisch, nahmen aus der Hand der Führerin der Frauenschaft ihre-Mitgliedskarte entgegen und gelobten unter Handschlag dem Führer unverbrüchliche Treue. Dabei verlas die Leiterin für jede der Frauen einen ihrer Karte beigegebenen Kernfpruch aus dem reichen Schatzkästlein unserer deutschen Dichter und Denker. Die erste Strophe des Horst- Wesfel-Liedes beschloß die kurze Feierstunde. Die Ortsgruppe zählt bereits über 50 Mitglieder. Die Pflichtabende werden pünktlich und vollzählig besucht, auch die freiwilligen Nähabende erfreuen sich großer Beliebtheit. p. Bieber, 27. Jan. Die Staatsförsterei hielt dieser Tage ihre erste Holzversteigerung ab. Eichenscheite kosteten durchschnittlich 10 Mark, Eichenknüppel 8 Mark, Buchenscheite 14 Mark, Buchenknüppel 9 Mark. Nadelholzscheite wurden zu 9 Mark verkauft. Die Preise verstanden sich jeweils für 2 Raummeter. Die Holzpreise liegen höher als im Vorjahre. * A tz b a ch , 29. Jan. Am Samstag verunglückte bei der Arbeit der 23 Jahre alte Maurer Wilhelm V i e h m a n n von hier. Mit einem Knöchelbruch des rechten Beines mußte der bedauernswerte Mann der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden. I Lichtspielhaus Gießen Heute Montag bis Mittwoch, 31. Januar: Dolly Haas, Harry Liedtke Hans Junkermann, Trude Hesterberg in dem neuen Terra-Film: Der Page vom Flalmasse-Hotel IDas entzück. Abenteuer eines Hotelpagen Im Beiprogramm: Der Held der Steppe *“*» *■ Kulturfilm 672c und Ufa-Ton-Woche Reichszuschüsse nur bis 31. März! 559 A Fragen Sie Abermann, Diensten, den 30 «Januar. 14 W versteinere ich im Löwen, Neuenweg 2S, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung: Haus-, Laden-, Büromöbel aller Art, 1 Friseur-Ladeneinrichtung, Ladenkassen,Schuhe a.A.,Schreib- 1 Bohr-, 1 Roto- und 1 Nähmaschine, Radios, Kassenschränke, 1 Bandschleifmaschine mit Motor, Schirme, Klaviere, 1 Pritschenmagen, Lorbeerbäume, 1 augenärztliches Instrument, 1 Schleifbank, iChamponieravvarat,Badeöfen, Lupen, 1 Märklin-Modell, 1 Dampfmaschine, Stosse, 17 Bde. Brockbaus. lAuto, 1 Staubsauger, lMuldenkivvwaage,lDrückkarren. titbacmatm 573 D Gerichtsvollzieher f. 21., Gießen Walltorstraße 48, Telefon 3108. I Vermietungen | Sch. mbl. Zimm. m.sev.Eing. sof. od.sp.z.v. B.err. Bahnhofftr.631. Wv raum mit Äüro per 1. April zu vermieten. 0481 Schanzenstr.6 Mietgesuchej fär 50 Mark monatlich sucht kleine, ruh. Familie entspr., schöne 3-Zimra.-Wohnung )UM 1. März ob. water. Schriftl. ÄMbote unter o80D a. d. Gieß. Stellenangebote! Folien Hirni erzielen Leute ied. Standes durch Ueber- nahme mein. Vertretung. Muster kosten!. RndolfKlöckner Erbach, ©eiter» mald. 574V H'ÖCHSTOEWINN An die von IWWllll Stellenangeboten Verschiedenes"! 2 mal wöchent» lieh gesucht. Schriftl. Ang. u. 0482 a. d. G. A. illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiu neuliche Bühne Svielvlan für Februar: Donnerstag,8.2. Alle gegen Einen Einer für Alle. Samtag, 10. 2. Alle gegen Einen Einer für Alle. Donnerstg.22.2. Arbeit! Dienst! Pflicht! 571D Samstag, 23. 2. Julius Cäsar. Kartenausgabe: Donnerstag- Mitglieder am Donnerstag,! 2. Samstag-Mitgl. amSamstag,3.2. jeweilsl6 19Uhr q.d.Theaterkasse Aufgewecktes 18-20jähriges Mädchen zur Mithilfe im Haushalt und Geschäft gesucht. Schriftl. Angebote unt. 576D an den Gießen. Anzeig, Gesundes Mädchen nicht unt. 20 I., zum l.Febr. ges. Richard Horz, „Hessischer Hof" Grünberg. 582D ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ VergessenSie bitte nicht, in Ihren Stelienange- boten anzugeb en daSAl- ter, iue Eigenschaften u. Erfahrungen, die Sie verlüngen.Siee sparen adurcy Oen Arbeit Su cbenden unnötige und ür viele nur schwer trag- bare Fohrtausla'-en u. Zeitverluste. Oie Stellen Suchenden benött- gen auch die ihren Se- werbungenbeigef gten Lichtbilb.usw.dringenb; cs wird ihnen sonst die Möglichkeit genommen, sich auf andereAngcbote zu melden. Deshalb emp- fiehll sich in allen Zöllen schnellste Rücksen- düng nicht benö- tigter ÄewerbungS- unterlagen u. dgl. Junger 0flU5üutfffle 17 I. alt, welcher einleichtesFuhr- werk bedienen kann, sofort gesucht. 0483 Färberei Groon Marburg.Str.40 Ordentl., fleißig, flaishurscbe zum sof. Eintritt gesucht. 583D Hotel Köhler Horst-Wessel-Wall 35 Nr. 24 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Montag, 7y.)anuar 1934 Bild von der,, Grünen Woche Eine Gedenkpostkmle zum 30. Januar - 8g .Äi Blick in eine der großen Ausstellungshallen mit landwirtschaftlichen Maschinen. 01 Erst zeigte die eigene Kapelle, was sie konnte. / Aus Anlaß der Wiederkehr des Tages, an dem der Reichspräsident Adolf Hitler als Reichskanzler berief, hat die Reichspost eine Gedenk-Postkarte herausgebracht. endlich die neu entstehende maschinelle Fabrikindustrie, die die hier gebotenen Möglichkeiten auswertete und so das Wirtschaftsleben auf eine neue Grundlage stellte. Gerade im rechten Augenblick traten die drei Faktoren fast gleichzeitig in Wirksamkeit. Von da an setzte dann ein ungeheurer Aufschwung des deutschen Wirtschaftslebens ein. Aber diese Gestaltung der wirtschaftlichen Einheit war nur ein, allerdings ungeheuer wichtiger Schritt auf dem Wege zur Bildung eines einigen deutschen Reiches und deutschen Volkes. Man ist kein Anhänger einer materialistischen Geschichtsauffassung, wenn man wie Goethe in einem Gespräch mit Eckermann im Jahre 1828 auf die Bedeutung der Wegräumung jener Hindernisse binweist, die bisher der wirtschaftlichen, völkischen und staatlichen Einigung im Wege schufen, das in der Feuerprobe des Weltkrieges Leistungen, zu denen kein anderer Staat, fähig gewesen wäre, vollbrachte und seine Existenz auch gegen die ungeheure Uebermacht zu retten vermochte. haben. In einem Nachwort, zu dem er sich die Zustim- kanten, unter den obwaltenden Zollverhältnissen zu bestehen, auseinander und wies dabei auf die blühende preußische Industrie hin. Pfarrer Frank griff das lebhaft auf und erklärte, da müsse eben eine eindringliche Vorstellung wegen einer Zolleini- gung mit Preußen der Regierung (in Darmstadt) gemacht werden, und als Beyer bedenklich wurde wegen des Abfassens, erbot sich Pfarrer Frank sofort zu dieser Arbeit. Franks Denkschrift, die nicht von ihm, sondern von Beyer und zwei anderen Freienseener unterzeichnet wurde, war an den Finanzminister von Hoffmann gerichtet, der sie an den Staatsminister du Thil weitergab. Allem Anschein nach sah daraufhin die Regierung von den geplanten Zolloerträgen mit den süddeutschen Staaten ab und entschloß sich, lieber eine Zolleinigung mit Preußen in die Wege zu leiten. Die privaten Quellen Schneiders finden eine ausgezeichnete Ergänzung in Treitfchkes „Geschichte des 19. Jahrhunderts". wo es — in den späteren Auflagen — im 3. Band heißt: Man war sich in Darmstadt darüber einig, „daß der Staat in seiner vereinsamten Stellung nicht bleiben könne; die Kammer sprach die Erwartung aus, „daß irgendein Zollverein zu Stande komme und gab der Regierung freie Hand. Großen Eindruck machte auf den Minister eine von dem Fabrikanten Bayer im Dogelsberge eingereichte, von Pfarrer Frank verfaßte Denkschrift, die sorgfältig nachzuweisen suchte, daß der Warenzug des Landes überwiegend durch Preußen gehe. ... Immer klarer wird du Thil die Erkenntnis, daß nur der Beitritt zum preußischen Zollsystem noch retten könne". Nach alle dem war es eine dankenswerte Aufgabe für den Vortragenden — und Prof. Mayer drückte das auch in feinem Schlußwort aus — die Verdienste unseres oberhessischen Landsmannes Georg Frank ans Licht gestellt zu haben. Damit fand die Jahrhundertfeier des Deutschen Zollvereins, die der Oberhessische Geschichtsoerein veranstaltet hak, einen würdigen, auf die Heimat abgestimmten Schluß. Die zahlreichen Zuhörer kargten nicht mit ihrem Beifall. Macht Euch und anderen Freude durch Uebernahme einer Winterhilfs-patenschast! eigerung ch 10 Mark, 4 Mark, Bu- wurden zu 9 sich jeweils en hoher als ig oerun* alte Maurer >inem Kuö» hte 6er be» n Klinik m Dieser Traum ist von Bismarck verwirklicht worden, aber den vollen Abschluß fand diese Entwick- ruppe war i Führerin, en gerufen chensaal in höpferischer it Blumen, dem neuen ickt worden. der Grün- Mitglieder i einer An- 30. Januar [ hervorhob, - traten die i einen blu- zenschein ge« ler Führerin ntgegen und unverbrüch- für jede der i Kernspruch T öeutschm des Horst- stunde. Die glieder. Die »llzählig be- ersteuen sich Prof Dr. Theodor Mayer dankte dann zunächst dem Vorredner und veranschaulichte weiterhin an Hand einiger Lichtbildkarten die Zerrissenheit des damaligen Deutschlands und die eigenartige Verteilung der preußischen Länder und. der sonstigen deutschen Staaten, die auf eine Zu-. sammenfassung drängte. In seiner Darstellung der । wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland nach den Befreiungskriegen wies der Redner zuerst auf die überragende wirtschaftliche Stellung Deutschlands im 16. Jahrhundert hin, die aber dann infolge der unglücklichen politischen Verhältnisse in den folgenden Jahrhunderten völlig niederbrach. Die napoleonischen Kriege brachten unendliches Elend über Deutschland, das durch lange Zeit Kriegsschauplatz gewesen war. Die durch die Kontinentalsperre hervorgerufene Blüte mancher Zweige der Wirtschaft war nur Scheinblüte. Denn nachdem der Handel mit England wieder eröffnet war, brach die unter dem Schutze der Kontinentalsperre entstandene deutsche Industrie infolge der heftigen Konkurrenz der weit fortgeschrittenen englischen Fabrikindustrie zusammen Die schwere Agrarkrise im 2. und 3. Jahrzehnt schlug der deutschen Wirtschaft schwere Wunden und zwang Tausende zur Auswanderung. In dieser schwierigen Lage stand das deutsche Volk hilflos da, denn sein Staatensystem war nicht geeignet, einen wirtschaftspolitischen Kampf zu führen. Erst das preußische Zollgesetz von 1818 brachte hier einen Wandel und leitete über zu einer zollpolitischen Vereinigung der deutschen Staaten. Drei Dinge sind es hauptsächlich gewesen, die in wirtschaftlicher Hinsicht die weitere Entwicklung Deutschlands bestimmt haben: der Zollverein, der Deutschland zu einer wirtschaftspolitischen Einheit gemacht hat, der Bau der Eisenbahnen, der alle Teile Deutschlands zu einer verkehrsmäßigen Einheit verband und einen einheitlichen Markt vorbereitete, so daß jetzt ganz neue Grundlagen und Voraussetzungen für die Güterproduktion entstanden und mung der Versammlung erbat, sprach Lehrer Schneider-Lich über die Rolle, die der damalige Freienseener Pfarrer Georg Frank für den Abschluß des Preußisch- Hessischen Zollvertrags gespielt hat. 100Jahre deutscher Zollverein Gedenkfeier im Oberhessischen Geschichtsverein. - Eine Denkschrift aus Freienseen. Freizeitgestaltung im Arbeitslager. „Premiere" in Fahlenberg. — Erster Reichslehrgang für Schauspieler beendet. Von Max Lenz. buntes Programm, das begeistert aufgenommen wurde. Vielseitigkeit unter dem Gesichtspunkt: Heiterkeit und Vergnügen. Das war echte Volkskunst: Schauspieler und Zuhörer wurden eins. Eine Beifallssalve löste die andere ab, selbst eine „Ehrenrakete" stieg auf. Die Kalkberger können mit dem Erfolg zufrieden sein. Es wurden Lieder gebracht; eine lustige Wasserpantomime vorgeführt; ein Filmdrama ohne Film: „Der Mord auf der Wendeltreppe"; ein Stegreifspiel, eine freie Nachahmung von „Charleys Tante"; und eine neue Tanzart, genannt englischer Morristanz, mit schottischem Einschlag; zwischendurch die lustige Ansage des Führers Plachetta und seines famosen Helfers Teß- mers. Beide verstanden es ausgezeichnet, Stimmung unter den Jungen zu verbreiten. Jeder soll mrimachen. Das war wahre Volksgemeinschaft. Schwer zu erkennen, wer Theologe, wer angehender Lehrer, Schauspieler, Bauernbursche und einfacher Arbeiter war. Alle wurden in den Bann gezogen —■ und werden es noch mehr werden, wenn die Mitwirkenden des ersten Lehrgangs in den Arbeitslagern selbst neue Gruppen heranbilden werden. Jeder Der Oberhessische Geschichtsverein veranstaltete im Rahmen seines Winterprogramms eine Jahrhundertfeier der Errichtung des Deutschen Zollvereins. Als erster Redner sprach prof. Or. Roloff über die Geschichte des Zollvereins und betonte die hervorragende Rolle, die Hessen-Darmstadt bei der wirtschaftlichen Einigung Deutschlands gespielt hat. Der Vortragende führte aus, daß der Deutsche Zollverein, die wirtschaftliche Einigung aller nichtösterreichisch-deutschen Staaten, den spezifisch-preußischen Bedürfnissen seine Entstehung verdankte. Das durch den Wiener Kongreß geschaffene Preußen bildete kein einheitliches Gebiet, sondern war durch mehrere Mittel- und Kleinstaaten zerrissen, so daß es, um ein einheitliches Wirtschaftsgebiet bilden zu können, nach der zollpolitischen Vereinigung mit diesen Zwischengrößen streben mußte. Allmählich erwuchs hieraus von selbst das Bestreben, die wirtschaftliche Gemeinschaft auf alle deutsche Staaten auszudehnen und mit der wirtschaftlichen eine enge politische Verbindung zu schaffen. Von der deutschen Bundesregierung war in dieser Hinsicht keine Initiative zu erwarten. Nachdem Preußen im Jahre 1818 zuerst von allen europäischen Staaten eine neue Zollpolitik, die mit den merkantilistischen Grundsätzen des 18 Jahrhunderts brach und einen freieren Verkehr nach innen und außen begünstigte, einqeführt hatte, gelang es ihm, zunächst einige Kleinstaaten und im Jahre 1828 Hessen-Darmstadt zum Anschluß zu bestimmen. Hessen litt im kleinen an denselben wirtschaftlichen Uebelständen wie Preußen, durch die gemeinsame Zollpolitik mit Preußen konnte ihnen abgeholfen werden. Der Vortragende zeigte, daß manche Bedenken hüben und drüben überwunden werden mußten — in Hessen die Furcht vor einer Mediatisierung durch den übermächtigen Nachbar - aber daß das Prinzip, nach Vergrößerung des Wirtschaftskörpers zu streben, alle Hindernisse überwand. Dieser Gedanke drang allmählich auch in den anderen Mittelstaaten durch, obgleich sowohl die süddeutschen, wie die nord- und mitteldeutschen Mittelstaaten eigne Wirtschaftsbunde zu schaffen versucht hatten. Die natürliche Anziehungskraft des großen preußisch-hessischen Gebietes und seine fruchtbare freie Handelspolitik machte sich geltend, so daß am 1. Januar 1834 ein Gebiet von über 7000 Quadratmeilen von der Ostsee bis zu den Alpen zollpolitisch geeinigt war. Die von den Begründern des Zollvereinsgedankens. — Klewi tz Bülow, Motz, Eichhorn u a. — gehegte Hoffnung, daß aus der wirtschaftlichen eine poll- Die Leute aus Kalkberge gingen am frühen Nachmittag los. Fahlenberg, außerhalb Berlins gelegen, 25 Minuten von der nächsten Fährverbindung entfernt, scheint, im Dunkeln wenigstens, nur aus dem Lager zu bestehen. Ein paar Baracken, ein großer einfacher Unterhaltungs- und Eßsaal, jetzt zum Theatersaal- oder besser zum Spielraum geworden. Auf ein Podium wurde verzichtet. Den ganzen Tag über war man schon in großer Erwartung. Vormittags hatte man noch am Gosse- ner Kanal gebaut Nachmittags wurde alles besonders sorgfältig gesäubert: man wollte doch vor den Gästen aus dem anderen Lager einen guten Eindruck machen. Endlich war es so weit. Es war die Stunde für eine richtige „Premiere": 8.30 Uhr. lieber zweihundert junge Burschen zwischen 18 und 25 Jahren füllten die „Parkettreihen". Ein Ruf „Achtung": der Führer, Oberfeldmeister Ludwig, trat ein, zusammen mit dem Führer des Kalkberger Lagers, Plachetta, einem ehemaligen Intendanten aus Ostpreußen, der als Verfasser 'vieler Laienspiele bekannt ist. Befehl zum Rühren: damit war der Form Genüge getan. Die Führer setzten sich zwischen die Mannschaften, es war jetzt einer so viel wie der andere: Kamerad! Vie „Premiere". schlÄnb; Demfebüber <*Jreö; . ;o. r , „Nicht wie einer seine Arbeit tut, kennzeichnet seine Persönlichkeit, sondern wie er seine freie Zeit ausfüllt." Hermann Bürte. Ein neuer 2$eriü. Seit etwa zwei Wochen gibt es innerhalb des Arbeitsdienstes ein Lager mit einem besonderen Einschlag: in Kalkberg bei Berlin hat man jetzt Schauspieler und solche Leute, die sich als Helfer für die künstlerische Freizeitgestaltung in den Arbeitslagern eignen, zu- jammengetan und auf ihre neuen Obliegenheiten vorbereitet. Es ist dies das einzige Lager dieser Art in ganz Deutschland. In den nächsten Tagen ist der erste Reichs-Lehrgang abgeschlossen; dann wixd die Schar aufgelöst und auf die verschiedenen Arbeitslager in allen deutschen Gauen verteilt, um dort im Sinne der ihnen übertragenen künstlerischen Aufgaben weiterzuwirken. Dieser Tage fand sozusagen die erste Probe aufs Exempel statt: in einem Arbeitslager außerhalb i Berlins sollten die Anwärter auf den Freizeitgestalter-Beruf einmal zeigen, wie weit sie das Gewerbe auch in die Tat umzusetzen vermögen. Premiere in Fahlenberg; ein Versuch im Stillen. Keine große Aufmachung, unter den Besuchern, wie besonders betont wurde, kein „Prominenter , kein Bkhördenvertreter. Zwei Arbeitslager-Mannschaften tarnen zusammen: die einen, bereit zu geben, was in ihren Kräften stand, die andern, in fid) auf311 - nehmen und, wie ein Truppführer bemerkte, die Saat in sich keimen zu lassen. Zweihundert sollten es sein. Eigentlich wollte man damit schon im Herbst beginnen, und zwar gleich in großem Umfang. Zweihundert erwerbslose Bühnenangehonge wurden zur Meldung aufqefordert. Viele folgten dem f. sh nur wenige erwiesen sich als geeignet, ^wa dreißig wurden vorerst ausgesucht. Die übrigen hatten meist aeglaubt, sie sollten als fahrende Künstler von einem Lager zum anderen reisen, im u.^.l^en h $ fun Leben führen und brauchten nichts anderes zu tun als zu schauspielern ... ^heMniebuna Das lag nicht im Sinne der kusgeZückt: der F^Lt-Spiell'etter darf seine kün^ bTen sMEwird" w°nV°uch n°turg°mSH nicht im gleichen Matze, genau so b^chaftlgt^ww^^ Im ersten Lehrgang könnt man danach mcht i*rlDsr'*Urtf,fU^hrm künsflerischen Arbeiten oertraut schließlich mit ihren kunstler ln> biesma( QU(f) be= gemacht: daher war der ^.eh g bildet. In Zukunft re-ts m e,nem knappen -°n lassen, um wird man sich aber Doppeu 1 können beiden Pflichten gerecht werden zu können. Ein „nusverkausies Sous . ?°h^'ZiL,^eit'bewäE W mal wb-hent' Gesundes ihriges bttt Mt und Ge- iti Angebote 1. «n.i'pia. **s* t-SiJ ainlaO'Auen liegeKllle. aut M HS? t»f .Aßt** m ffl Kckmidt. bisher Handwerkskammer- Auf Grund des in fleißiger Arbeit zusammengetragenen Materials konnte der Vortragende darlegen, daß gerade dieser in Lich geborene Pfarrer Frank es war, der durch eine Denkschrift bje Regierung auf die Vorteile aufmerksam gemacht hat, die besonders für Oberhessen in einer Zvllvereini- tische Einigung folgen werde, erfüllte sich freilich nicht, aber der Zollverein bewirkte, daß die Idee Staaten nKlofÄ und Preußen1 gung Hessen-Darmstadts'mit Preußen lägen!• JW notgeörungen au^ in der Reaktionszeit auf denkend die bekannte Gelehrtenkommistion^ heißt es m Bahnen einer tatsächlichen Einheitspolitik festhielt. einem von Schneider zitierten Brief, „zur Be- sniirf rmt h-o apit hpt Erttilluna ratung einer Zolleinigung der suddeut chen Staaten durch Bismarckzeigte de Vortrgenbe 2 öi (auf Kosten der süddeutschen Fabrikanten) in Stutt- wirflchaMchenund^p liti chen Strömungen in der 8°rt tagte (1827), setzte der alte Fabrikant Beyer Nation auf die Einheit hindrängten und das Reich Ün Freienseen) einmal dem damaligen Pfarrer irhiifpn hnc; m her fteuerorobe des Weltkrieges 8 raNk die- Unmöglichkeit für die höflichen Fabri- menn man die einaeschlaaene Rich-' lung erst mit der Errichtung"des Dritten Reiches. . tprnerfnSai ’unb^noch1 ^meb r bu r duj earbeitet Wir dürfen aber heute mit Dank und Stolz jener na $b em ie^ ßeitun*g fann Männer.gebenken, die vor 100 Weri bk> gnm£ tol|l „t.yu; U1C .........bloß die Anregung geben: die Ausführung hangttagen für diese herrliche Entwicklung geschaff n Dann kamen bie Kalkberger an die Reihe. Zweiein- von den Fähigkeiten eines leben einzelnen ab. Und halb Stunben ging es pausenlos bahin: eine Vor- baß jeder in. seinem Kreis bestrebt sein wird, sein stellung, die keine Langeweile aufkommen ließ: ein! Bestes zu zeigen: wer will daran zweifeln? kann mitmachen. Der Führer Plachetta versichert, daß in Zu- ' - bie 8°st°nd°n sind, denn diese Ta. war in Wirklichkeit weitere ^Üs dem Praaramm Die Jungens wallen das Ergebnis des deutschen Valksgesühles und des und sie sallen^es;"si° wollen ^Unterhaltung Wunsches -in einheitliches Band um das ganze - und dann sollen sie hauptsächlich iRe^.i“n t 3i» nnn^mnrrf nermlrkllckt mar. werden von allen dummen Gedanken und allem Wirtschaft Buntes Allerlei vranffun a. Dl. Berlin Srannur a. jji Bern Devisenmarkt Berlin — $ranffurl a M hird bön, 26.1. | 27-1. 26.1. 27-1. 26-1. 27.1. 26.1- | 27-b 10. 195,75 o 66,75 Die hinter den *| 28,5 45 o 0 0 0 0 4 0 0 0 12 85,5 37,5 11,25 109 110,5 142,75 124,9 167 48,13 51,75 66,5 29,5 45,75 196,25 86,65 38,13 11,75 110 145 125,75 170 51,25 51,9 68,5 67,5 83,75 98 125 48,25 51,4 66,75 28,75 86,75 44,9 196,5 85,75 38,25 11,25 109 110 143,5 125,75 52,13 52,5 69 92,5 42,5 43,5 47,4 35,25 112 40,5 47,25 60,75 16,65 150 176 153,5 0 4 0 0 0 6 6 29,5 87,25 45,25 196 6,75 38 11,75 109,75 110 145 20,9 193 42,5 42,75 45 35 39 46,75 16 150 175,25 151,25 93,25 43 43,13 45,13 35 111,9 38,75 47,25 58,5 16,25 150 174,75 151,25 A.E.S. . Bekula. Hamburg-Amerlka-Pakei Hamburg-Südam. Dampfschiff Hansci-Tampfschiff . Lloyd g.®. für Perfehriroefen Akt. . berliner Handelsgesellschaft . Kommerz, unv Brioat-Bank . ®mtfAecJ8.anf und Disconto- Gesellschaft ..... Dresdner Bant Reichsbant ....... Watzenborn-Steinberg. 20 Uhr: Ev. Kirchl. Frauenverein. — Bettenhausen. 18.30: Dankgottesdienst zur einjährigen Kanzlerschaft des Führers. — Langsdorf. 20: Dankgottesdienst zur einjährigen Kanzlerschaft des Führers. — Hungen. 20: Gottesdienst zur ersten Jahresfeier der Wende zum Dritten Reich. — Langd. 18: Gottesdienst zur ersten Jahresfeier der Wende zum Dritten Reich. — Großen-Buseck. 20: Gottesdienst. — Oppenrod. 19: Gottesdienst. — Garbenteich. 19: Gottesdienst. — Hausen. 20.15: Gottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 20: Dankgottes- lis, der damit diese Würde sich zum viertenmal eroberte. Daß Abbott erklärte, er sei heiser gewesen, nützte ihm nichts. Die Wettkämpfer müssen einen Text von 100 Worten, der mit „God save the King" endet, in einer bestimmten Tonart und mit dem nötigen Pathos so vortragen, daß er weithin vernehmbar ist. Wie ernst es die Preisrichter nehmen, geht daraus hervor, daß die vier, die diesmal in engeren Wettbewerb kamen, nicht weniger als dreimal den Text deklamieren mußten, bevor die endgültige Entscheidung erfolgte. Anglis ist besonders stolz darauf, den Titel errungen zu haben, weil der Stand des Stadtausrufers von Marlborough bis aufs Jahr 1204 zurückverfolgt werden kann und die Wettkämpfe von dem großen Jahrmarkt der Stadt, bei dem sich viele Ausrufer zu versammeln pflegten, ihren Ausgang genommen haben. I. <8. Farden.Invustrte ScheideanstaU........ Goldschmidt Rülgerswerke ... Metallgesellschaft 66,5 I 83 98 | töuoerui Deutsche Erdöl Gelsenkirchener 19,25 6,3 5,55 5,65 5,5 5,6 Mansselver Bergbau .. Kokswerke Phönix Bergbau .... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Bereinigle Stahlwerke. Otavi Minen Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth 42,25 43,13 47,75 35,25 40,5 47,25 16,75 150,5 176 152,5 19,9 0,85 6,25 5,6 5,5 6,9 5,5 Belgische Noten Dänische Noten ...... .... Englische Noten Französische Noten .. Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, d 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten ........... Schweizer Noten Spanische Noten Ungarisch« Llotr» ............... 20 6,1 5,8 5,5 6,8 5,6 5,65 Datum EFä .......o’ 5,65 5,6 5,9 L- * Noch kein Inkrafttreten der Einheitskondition in der Textilindustrie. Gegenüber vielfach zutage getretenen Auffassunaen muß eindeutig festgestellt werden, daß die neue Einheitskondition der Textil- und Bekleidungsindustrie bisher noch nicht in Wirksamkeit getreten ist. Ihre Inkraftsetzung durch die beteiligten Spitzenverbände ist vielmehr erst für Mitte Februar in Aussicht genommen. Es ist selbstverständlich, daß die neue Einheitskondition erst mit ihrer Inkraftsetzung zur An- Wendung gelangen kann. Für alle vor ihrer Inkraftsetzung getätigten Abschlüsse gelten daher, wie der „Konfektionär" mitteilt, nach wie vor die bi«, her üblichen bzw. vereinbarten Geschäftsbedingun- gen. ^fr.fängerung der Z i n s v e r b i l l i- z^ugf ur Meliorationsdarlehen. Mit Nucksicht daraus, daß die beginnende Besserung der rlC-?/r Landwirtschaft noch nicht so weit'fort- geschritten ist, daß die Zinsverbilligung für Bodenverbesserungsdarlehen eingestellt und den Schuldnern rÜL*9'zww- X 20 1 20,51 69,75 1 — 191,25 190 Harpener Voesch Eisen—Köln-Neuessen *' älse Bergbau Ilie Bergbau Genüsse .""*.*** Klöiknerwerke ..... ' 0 Mannes mano-Röbrrao Leipziger Frühjahrsmesse 1934. Die Industrie- und Handelskammer Gießen macht darauf aufmerksam, daß auch dieses Jahr wieder Sonderzüge nach Leipzig fahren werden, und daß auch andere weitgehende Preisermäßigungen für die Reise mit fahrplanmäßigen Zügen den Besuchern und Ausstellern der Messe gewährt werden. Diese Messe wird die erste sein, die im nationalsozialistischen Deutschland als Schaufenster der deutschen Wirtschaft dem In- und Auslande erwünschte Gelegenheit gibt, Neuerungen auf allen Gebieten kennenzulernen und sich von der Qualität deutscher Erzeugnisse ein Bild zu machen. In einer Kundgebung, die vor einigen Tagen am Sitz des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag stattfand, hat der Präsident des Leipziger Messeamts den anwesenden Vertretern der Wirtschaft nahe gelegt, von dieser ersten großen Frühjahrsmesse besonderen Gebrauch zu machen, da mit einem starken Besuch ausländischer Interessenten gerechnet werden kann. Auch unter dem Gesichtswinkel der Arbeitsbeschaffung wird diese Messe vielen wertvolle Anregungen und andere wichtige Aufschlüsse erteilen können, die nur bei einem persönlichen Besuch dieser großen Frühjahrsschau deutscher Wirtschaft an Ort und Stelle gewonnen werden können. Oie Lahnschiffahrt 1933 höher als 193". Nach den jetzt vorliegenden Feststellungen wurden auf der kanalisierten Lahn 1933 insgesamt 86 811 Tonnen verfrachtet, gegenüber 84 072 Tonnen in 1932. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Schiffahrt im Dezember 1933 infolge Vereisung der Lahn vollkommen ruhen mußte. Die Steigerung ist vor allem im Bergverkehr erzielt worden, der sich mehr und mehr durchsetzt. Die Frachtsteigerung läßt ebenfalls die zunehmende Wirtschaftsbelebung an der Lahn erkennen. Belebung der Kalkinduffrie im Lahngebiet. Die Dezemberkälte brachte der für das mittlere Lahngebiet wichtigen Industrie der Steine und Erden einen starken Produktionsausfall. In den letzten Tagen haben die Werke indessen einen erfreulichen Auftragszugang zu verzeichnen, so daß Hoffnung besteht, den Ausfall wettzumachen. Insbesondere ist die Nachfrage nach Kalk für Bau- und Düngezwecke recht stark. Einzelne Werke konnten weitere Kalköfen in Brand setzen und Arbeiter einstellen. Die Aussichten für die nächsten Monate werden sehr günstig beurteilt. Man erwartet umfangreiche Arbeitsbeschaffungsaufträge, die es der Kalkindustrie gestatten, ihrerseits in erheblichem Maße zur Arbeitsbeschaffung beizutragen. Wird der Lahnbergbau wieder zur Blüte kommen? Das Lahntal und feine Seitentäler sind reich an den mannigfachsten Erzen. Sie wurden früher in zahlreichen Gruben abgebaut. Die Konkurrenz von schwedischem und anderem Auslandserz brachte die Gruben nach und nach zum Erliegen. Noch heute besitzen die meisten großen Werke der Montanindustrie Deutschlands im Lahngebiet stilliegende Gruben oder bisher nicht ausgenutzte Mutungsrechte. Unter dem Einfluß einer neuen Wirtschaftsgesinnung scheint man sich auch wieder dieses Besitzes zu erinnern und seiner Nutzbarmachung näherzutreten. Jedenfalls bestehen ernste Absichten, an verschiedenen Stellen des Lahngebiets wieder mit dem Abbau von Braunstein, Phosphorit und vor allem auch Schwefelkies zu beginnen. Damit würde der Arbeitslosigkeit im Lahntal in außerordentlichem Maß entgegengewirkt und wertvolle Schätze deutscher Erde nutzbar gemacht werden. Oer Altar im Salzbergwerk. Streift man in den langen Galerien des großen Salzbergwerkes von Akna Slatina, einer kleinen Grenzstadt zwischen Ruthenien und Rumänien, umher, so steht man in einer stillen Ecke plötzlich vor einem kleinen Altar. Dieser ist bescheiden genug: eine einfache Tischplatte auf einem plumpen Gestell, aber mit einem feinen, mit Bauernstickerei reichgeschmückten Leinentuch bedeckt: darauf stehen einige billige Messing-Leuchter und Schalen rings um die grob geschnitzte Holzfigur der Madonna mit dem Kind. Liebevolle Hände haben diese Gaststätte tief unter der Erde mit reichem Blumenschmuck umgeben. Doch die besondere Weihe und Schönheit erhält der Altar durch seine Umgebung. Gewaltige Mauern von glitzerndem Salz, die ihre Spitzbogen hoch in die Dunkelheit wölben, bilden den Hintergrund. Starke elektrische Lampen überfluten diese Wände mit einem zauberhaften Licht, und wenn jedes Kristall des Salzfelsens die Strahlen auffängt und zurückwirft, dann gleißt und funkelt, glüht und leuchtet das Ganze in einem blendenden Schimmer. Wenn man sich inmitten dieser Märchenpracht seiner Andacht überläßt, dann hört man beständig wie eine rhythmische Begleitung, die bald sich zu hohett Tönen aufschwingt, bald in einem dunklen Gemurmel verebbt, das Klirren und Knattern der Bergwerksarbeit. Den ganzen Tag über wird die Ruhe des kleinen Heiligtums durch diese ferne gedämpfte Musik der Bergleute seltsam akzentuiert. Ab und zu schleicht ein Bergmann herein, gekleidet in weiße Hosen und eine lockere Bluse, nimmt seinen breitkrempigen Hut ab und legt mit einer ungelenken Verbeugung eine frische Rose in die Hand des heiligen Kindes, kniet nieder und sagt laut seine Gebete, um sich dann wieder zu seiner schweren Arbeit zu erheben. Jeden Morgen und Abend, beim Beginn und beim Ende der Arbeit, ist der kleine Altar dicht umdrängt, und alltäglich bringen die harten schwieligen Hände frische Blumen, die dem unterirdischen Heiligtum einen unverwelklichen Anhauch lebendiger Liebe verleihen. Das Marathon her Ausrufer. Schultheis Payenhofer 0 2llu ('Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg o Hell stoss Waldhof o Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas ............ 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 0 Orenstetn & Koppel 0 Leonhard Tietz o !hade ..................io Attumulatoren-Fabrik 0 lontWBnmmt .............. 0 Wie alljährlich hat auch diesmal der Wettbewerb der Stadt-Ausrufer von England in dem sonst so stillen kleinen Badeort Lyme Regis einen ebenso lauten wie glänzenden Verlauf genommen. Dieses „Marathon", das viele Besucher anzieht und diesmal von etwa 3000 Personen bewundert wurde, ist ein merkwürdiger Ueberrest jener alten Sitten und Bräuche, die sich im modernen England hartnäckig am Leben erhalten. Die Zeit der Ausrufer, die in malerischer Tracht mit Trommeln oder großen Glocken durch die Straßen zogen, um die amtlichen Kundgebungen und sonstigen Nachrichten bekanntzumachen, ist in unserer Epoche der Zeitungen und des Rundfunks endgültig vorbei. Aber in England gibt es noch immer diesen Beruf, der mit der alten Würde und Lungenkraft ausgeübt wird. Wie in den Tagen von Dickens wandern die Ausrufer in ihren Uniformen ober wenigstens in langem Rock und hohem Hut herum, und die kleinen Städte sind stolz auf die Stimm-Leistungen ihrer Beamten. Aus allen Teilen des Landes kommen die Ausrufer nun nach Lyme Regis zusammen, um die Stärke ihrer Organe und die Deutlichkeit ihrer Aussprache miteinander zu messen. Diesmal waren zwölf Bewerber um die Ausrufer-Meisterschaft versammelt, die mit ihren Glocken und ihren Rufen einen gewaltigen Spektakel hervorriefen. Der bisherige Champion W. Abbott, der den Titel drei Jahre lang gehalten hat, unterlag dem Ausrufer von Marlborough Ang- dienst. Ttttzne,.................... ol 201 Mainkaftwerfe Höchst a.M.... 4 69,75 i Süddeutscher Zuck« . ej 190,5 I Kl'fcblifkp Tlocbricbten. Evangelische Gemeinden. Montag, den 29. Januar. Heuchelheim. 20 Uhr: Beginn der Volksmissions- woche durch Pfr. Röhricht (Darmstadt), Direktor des Landesoereins für Innere Mission. — Wahenborn- Sleinberg. 20: Ev. Mädchenbund. Dienstag, den 30. Januar. *% Delterretdjilthe Oolbrente. 4,20% Oesterreicyifche Silberrente 4% Ungarische Goldrenle 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 414% desgl. von 1913 5% abgest Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I..................... zugemutet werden könnte, den vollen Zinssatz für die von ihnen in stüheren Jahren aufgenommenen, hochverzinslichen Meliorationskredite aus eigenen Mitteln zu tragen, hat der Reichsernährungsmini, ster die im Haushaltjahr 1934 (1. April 1934 bis 31. März 1935) ablaufende Zinsverbilligung des Reiches für Bodenverbefferungsdarlehen allgemein, ohne daß es besonderer Anträge für den Einzelfall bedarf, um ein weiteres Jahr verlängert. Die Verlängerung gilt laut NS.-Landpaft sowohl für die einfache (fünfjährige) wie auch für die verstärkte Zinsverbilligung. Frankfurter Börse. Frankfurter Börse fest. Frankfurt a. M., 27. Jan. Die Wochenschluß- börse lag fest und hatte relativ lebhaftes Geschäft. Das Zustandekommen der Vereinbarung