278 Erster Vlatt 184. Jahrgang Mittwoch, 28.Rovember 1934 Clrfd-emt täglich, außer Siotritags und Feiertags Stetigen: Die Illustrierte Wittener Familienblätter Siejr at im Bild • Die Scholle WMatr-vezugspreir: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Llhn: Illusttierte „ 1.80 Zollgebühr.. „ —.25 Sind bei Nichterscheinen »in einzelnen Nummern iifo'ge höherer Gewalt jrrnsprechanschlüfse linitr Sammelnummer 2251 Slnfoirift für Drahtnach« >ichi-n: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: jjr wüßten, was sie ihren toten Kameraden Die ehemaligen Frontkämpfer, die wohl zu- ij wissen, was Krieg heißt, da sie alle jene Mituel über sich ergehen lassen. haben, haben hüte die Pflicht und das Recht, alle ihre Churchill fordert verstärkte Lustrüstung Englands. Berlin wird mttenWel. Berlin, 27. Rov. (DRV.) Der englische Botschafter Sir Eric Phipps sprach im Auswärtigen Amt vor und unterrichtete die Reichsregierung in freundschaftlicher Form über d i e Erklärungen, die die britische Regierung morgen im Unterhaus abzugeben gedenkt. Gleichzeitig hatte in London Sir John S i - mon mit dem deutschen Botschafter von hoesch eine Unterredung. Vor der Unlerhausaussprache. London, 28. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenpresse widmet der heutigen Unterhausaus- sprache über die Rüstungen viel Raum. Churchills Abänderungsantrag zur Antwortadresse auf die Thronrede, in dem eine Vermehrung der britischen Rüstungen, besonders in der Luft, gefordert wird, und der gestrige Besuch des britischen Botschafters in Berlin beim Reichsaußenminister, sowie die Zusammenkunft zwischen dem Staatssekretär oes Aeußern, Simon, und Botschafter von Hoesch lenken die allgemeine Aufmerksamkeit auf die deutsche W e h r l a g e. „Daily Herald" beschuldigt die britische Regierung, sie wolle diese Frage zum Vorwand für eine Verstärkung der britischen Rüstungen benutzen. Die Politik der Regierung widerspreche durchaus der Stimmung der britischen Oeffentlichkeit. Um das Flottenabkommen von Washington. Japan schlägt Frankreich und Italien gemeinsame Kündigung vor. , Tokio, 27. Nov. (DNB.) Außenminister Hirota empfing den französischen Geschäftsträger und den italienischen Botschafter, um ihnen den Vorschlag zu machen, sich der Kündigung des Washingtoner F l o 11 e n a b k o m m e n s durch Japan anzuschließen. Die beiden Diplomaten haben dem Außenminister' mitgeteilt, daß sie dieses Ersuchen sofort nach Rom bzw Paris weiterleiten werden. Amtlich wird in Tokio erklärt, daß die Kündigung des Washingtoner Flottenabkommens durch Japan eine politische Notwendigkeit fei, auf die es nicht verzichten könne. Da auch die Großmächte Frankreich und Italien den Vereinigten Staaten und Großbritannien hinsichtlich der Flottenstärke nicht gleichgestellt seien, halte die japanische Regierung eine g e - m e i n f a m e Aktion mit Frankreich und Italien zur Erlangung der Gleichberechtigung in der Flottenfrage für zweckmäßig. Frankreichs Lustriistlmg. Die besten schweren Wasserflugzeuge will die französische Marine haben. Paris, 27. Nov. (DNB.) Die französische Kammer verabschiedete den Haushalt der Kriegsmarine und des Luftfahrtministeriums. Kriegsmarineminister P i e t r i erklärte, große Anstrengungen müßten auf dem Gebiet der Marineluftfahrt gemacht werden. In der Oeffentlichkeit sei man der Auffassung, daß sich die Länder, die „mit der Aufrechterhaltung des Friedens betraut seien", die Arbeit teilen könnten und daß beispielsweise Frankreich nicht dazu berufen sei, eine starke Kriegsmarine zu unterhalten. Diese Auffassung sei jedoch irrig; denn weitentfernt von jeder kriegerischen Neigung brauche ein Land wie Frankreich eine starke Kriegsmarine. Die französische Kriegsmarine werde bald über d i e besten schweren Wasserflugzeuge v e r f ü g e ns Der Flugzeugträger „Bearn" werde mit Apparaten ausgerüstet werden, die weit mehr als 300 Stundenkilometer entwickeln könnten. Lustfahrtminister General Denain führte u. a. aus, daß die „I n f l a t i o n" der französischen Flugzeugindustrie durch einen immer stärkeren Zusammenschluß behoben würde; etwa neun Zehntel der Industrie seien bereits zusammen- geschlossen worden. Wenn sie in ihrer jetzigen Form nichts leiste, so werde man sie zur Ordnung rufen und andere Firmen unterstützen. Die In- dustriemobilmachung habe eine Aenbe- rung erfahren. Bisher habe man große Lager fertigen Materials unterhalten, um die Umstellung der Industrie im Kriegsfälle abwarten zu können. Daher komme es, daß Frankreich über ein außerordentlich umfangreiches Material verfüge, das aber zum größten Teil veral* t e t sei. Nach dem Dreijahresplan werde jetzt e i n Drittel des Materials erneuert, die beiden anderen Drittel sollen später durch noch modernere Modelle ersetzt werden. Frankreichs Fühler im Güdosten. Oie pariser Besprechungen TituleScuS und Tewfik Rüschty Beys. Paris, 28. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Die diplomatischen Besprechungen zwischen T i t u I e s c u und Tewfik Rüschty Bey werden mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Bon unterrichteter Seite wird betont, daß der O st p a k t p l a n in Verbindung mit der französisch-russischen Annäherung im Mittelpunkt der Besprechungen stehe. Nach dem gemeinsamen Essen am Quai d'Orsay hatte Titu- lescu eine Unterredung mit dem sowjetrussischen Geschäftsträger Rosenberg, der auch mit Außenminister Laval verhandelte. Ferner hatten Ministerpräsident F l a n d i n und T i t u l e s c u eine einstündige Besprechung. Tewfik Rüschty Bey wird den Meinungsaustausch mit den französischen Ministern fortsetzen. Die engen zwischen der Türkei und Sowjetrußland bestehenden Beziehungen und das Interesse, das der türkische Außenminister am Eintritt Sowjetruhlands in den Völkerbund äußerte, zeigen klar, in welcher Richtung sich der Meinungsaustausch bewege. Der „Temps" warnt vor den Gerüchten, wonach die Anwesenheit des türkischen Außen- ministers in Paris dem Abschluß eines französisch-türkischen Paktes diene. Die Pariser Besprechungen hätten eine sehr viel breitere Grundlage und gelten einmal dem südslawischen Schritt beim Völkerbund, dann aber auch den Ostpaktfragen. Der südslawische Schritt sei leider durch die Haltung Italiens, das Ungarn den Rücken stärke, sehr verwickelt worden. Frankreich könne aber unmöglich ab« seits stehen, denn abgesehen von den Beziehungen zu Belgrad sei der südslawische König auf französischem Boden ermordet worden. Es fei zu befürchten, daß die Genfer Aussprache einen ziemlich gefährlichen politischen Charakter annehmen werde. Der italienische Schritt müsse sich in Budapest im Sinne einer B e - r u I) i g u n g geltend machen. Frankreich, Rumänien und die Tschechoslowakei seien unentwegt bemüht, ihren beruhigenden Einfluß in Belgrad geltend zu machen. — Die „Information" dementiert ebenfalls die Gerüchte von dem Abschluß eines französisch- türkischen Paktes. Der Besuch des türkischen Außenministers gelte der Vorbereitung eines Mittelmeerpaktes, an dem zwar Frankreich und die Türkei beteiligt sein sollen, dem aber außerdem Südslawien und Italien beitreten sollten. Flandins wirtschaftliche Reformpläne. Gesundung des Binnenmarkts. — Wiederbelebung des Außenhandels. — Förderung der Privatinitiative. — Gegen das Kriegsgerede. Paris, 27. Nov. (DNB.) Ministerpräsident F l a n b i n sprach vor der französischen Wirtschafts- und Industrievereinigung über die allgemeine Wirtschaftskrise und die Mittel zu ihrer Behebung. Er glaube, daß für Frankreich d i e Erzeugung dem Verbrauch angepaßt werden müsse. Diese Anpassung hätte sich automatisch vollzogen, wenn das Räderwerk der Wirtschaftsgesetze nicht eingerostet wäre. Deshalb wünsche er auch die Rückkehr zum freien Handel. Die Lähmung des Außenhandels durch unnormale Zölle usw. laufe den Interessen aller Erzeuger zuwider. Denn das Leben zahlreicher Verbraucher in Frankreich hänge von den Löhnen und Gewinnen ab, die auf ausländischen Märkten erzielt würden. Denn es handle sich darum, Käufer zu finden, das sei nicht leicht. Immerhin müsse eine solche Wiederbelebung erstrebt werden. Er sehe sehr wohl, was die k a p i- talistischen Spekulanten von der Frankenentwertung und die a n t i k a p i t a l i st i s ch e n Revolutionäre von der Deflation erhofften, und er bekämpfe d i e einen wie die anderen. Er halte es für sehr wohl möglich, zunächst d e n i n n e r en Markt ins Gleichgewicht zu bringen und dann die Wiederbelebung des Außenhandels durchzuführen. Eine strenge Regelung des Getreide - und Weinbaues müsse Frankreich in Zukunft von schlechtem Getreide und schlechtem Wein befreien. Zur Gesundung der Industrie werde eine Krisengesetzgebung, 11 eherein f ü n ft e zwischen den Erzeugern zwecks Regelung der Produktion zur Pflicht machen. Das Vorrecht des Handarbeiters werde weiter ausgebaut. Er hoffe, daß aus der Reichskonferenz ein großer Kolo- nialplan hervorgehe. Zum Schutze des Sparers werde man den Skandalen der Liquidierungen und Bankrotte ein Ende machen. Alle diese Pläne könnten aber nur verwirklicht werden, wenn man a u f t) ö r e, durch dauernde Beunruhigung die Privatinitiative zu lähmen. Don 80 Milliarden Franken Notenumlauf würden augenblicklich 40 Milliarden zurückgehalten. Der äußere Friede werde nicht gefährdet sein, solange man sich im Innern nicht zersplittere. Die Regierung sei glücklicherweise stark genug, um den inneren Frieden zu wahren. Sie habe nichts von den Staatsreformplänen aufgegeben, aber es handele sich zunächst einmal um wichtigere Aufgaben. Kräfte dem Aufbau des Friedens zu widmen. Aller Haß, der durch einen zweiundfünfzigmonatigen beispiellosen Krieg aufgehäuft ist, muß verschwinden. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den französischen und deutschen Frontsoldaten und noch mehr eine Verständigung Zwischen den beiden Ländern würde dem Frieden dienen, dessen Hüter wir sein wollen. Eine solche Arbeit würde uns sicher vor einer neuen Not bewahren." Ein anderer Führer — I. G. — sagte mir, wenn es noch eine Möglichkeit gebe, daß unsere beiden Völker, die durch Presse und Politik auseinandergetrieben seien, wieder zusammenkommen, dann könne es nur auf d e r Ebene des Frontfolda- tentums geschehen, des Frontsoldatentums, in dem die ganze Liebe für das angestammte Vaterland lebt, in dem der ganze Stolz feiner Nation lebendig ist. Er wollte damit zum Ausdruck bringen, daß er gegen die international und pazifistisch eingestellten Verbände ist. Aber gerade, weil sein Leben von dieser Liebe bestimmt wird, kann er nur b e n wirklichen Frieden wollen und auch garantieren. Er, als Franzose, müsse um dieses Zieles willen es ablehnen, mit einem Verbände zu verhandeln, der nicht auf diesem Boden stehe. In dem deutschen Frontsoldaten-Bund sehe er diese Liebe, und so hoffe er auch, daß bald eine Möglichkeit geschaffen werde, wo beide sich Auge in Auge sehen, um sich das sagen zu können, was unbedingt gesagt werden müsse. Es müsse über die trennende Mauer zwischen uns hinweg offen, ja „brutal" gesprochen werden? Wenn so die Probleme angepackt würden, so könne man zu einer Klärung der strittigen Fragen kommen. Zusammenfassend kann mit aller nötigen Reserve gesagt werden: In Frankreich beginnt die Stimme der Einsicht Boden zu gewinnen. Entscheiden werden sich die Dinge zwischen uns und den Franzosen in der Haltung zueinander. Je mehr wir als Nation und Volk zusammenwachsen, je mehr wir uns in der eigenen Achtung innerer und äußerer Ehre durchringen, desto eher wird auch das Wort des Verstehens gefunden werden. Die Richtung dieses Kampfes hat der Führer angegeben, Rudolf Heß in feiner Rede in Königsberg formuliert und Franz Seihte am Tage der Erinnerung des Kriegsbeginns für uns als Marschbefehl ausgegeben." „Warum wir nach Deutschland gingen". Die Deutschlandreise der Frontkämpfer. Paris, 28. Nov. (DNB. Funksppuch.) Die Abgeordneten G o y und Stadtrat M o n n i e r werden am Freitag über das Thema sprechen: „W a r u m mir nach Deutschland gegangen sind. Unsere Unterredung mit Hitler." Als gegnerische Reoner sind die Abgeordneten Franklin Bouil- l o n und Caftagne geladen worden. Anschließend findet eine Aussprache zwischen dem Aog. Sca- p i n i, Oberst Picot, dem Vorsitzenden der Vereinigung gesichtsverletzter Frontkämpfer, General Puderoux und anderen über die Fragen statt: „Hatten Goy und Monnier recht ober unrecht, mit Hitler zu sprechen? WillDeutschlanbKrieg ober Frieden? Können die französischen und die deutschen Frontkämpfer den Frieden erzwingen?" Für eine Aussprache mit Hitler. Nach dem13.Januar istderrechteAugenblick Genf, 27. Rov. (DRB.) Die „Tribüne de Geneve" veröffentlicht eine Unterredung mit dem französischen Senator de I o u v enel. der für den Versuch einer ehrlichen Verständigung mit Hitler eintritt. Auch in der Saarfrage sei er Anhänger einer direkten deutsch - französischen Aussprache. Frankreich habe nur ein Interesse: Die Sicherung der Abstimmungssrei- heit. Im übrigen sei es an der Saarfrage nicht interessiert, Er betrachte die Saarfrage vom rein wirtschaftlichen Standpunkt aus. Er sei der Ansicht, daß man Hitlers Friedenserklärungen glauben könne, da der Frieden auch in Deutschlands Interesse liege. Hitler kenne die Psychologie seines Volkes. Denn er also so oft das Dort Frieden gebrauche, so gewöhne er sein Volk an diese Politik. Was Hitler sage und tue, verpflichte sein Volk. Es komme darauf an» die Verhandlungsmethode zu finden. Im übrigen wünsche niemand einen Krieg, davon sei er überzeugt. Außp" Minister Laval sei sehr vernünftig und habe früher mit Brüning verhandelt, yilllllMi er seine Verhandlungen nicht m i t sehen? Da Hitler erklärt habe, gebnis der Saarabstimmung achten rJH man schon sehr bald ein Urteil übe;^ . tigkeit gewinnen können. Rach ber 'O/M müsse man den psychologisch ’ f vv dige Gesinnung, die Teilnahme an der Kultur, das Schauen der Schönheiten unseres Vaterlandes, die Gestaltung Les Arbeitsplatzes, die Erhaltung der Spannkraft Les Körpers, die Erweckung eines neuen Volks- und Brauchtumes und vieles andere mehr. Die Arbeitsfront ist der Exerzierplatz, auf dem täglich die Gemeinschaft geübt wird, und „Kraft durch Freude" ist das Reglement, nach Lem wir'exerzieren. Heute ist Lie Gemeinschaft der Arbeitsfront fest und unerschütterlich in Len Herzen der Menschen und in Len Betrieben verankert. Die Menschen leben nach dem neuen Gesetz der Gemeinschaft, als ob es nie anders gewesen sei, während „Kraft durch Freude" mit seinen durchschlagenden Erfolgen für Las deutsche Volk ein unumstößlicher Begriff geworden ist. Das ist ein Wunder und war nur mög- lich, weil Adolf Hitler so tief im Volke lebt und deshalb seine Seele so genau kennt wie kein anderer. Dr. Ley zählte sodann einen Teil der Erfolge des ersten Jahres „Kraft durch Freude" kurz auf. Insgesamt 2168 032 Arbeiter wurden auf Reisen geschickt, davon 1,75 Millionen auf Urlaubsreifen von 7 bis 10 Tagen. Für die Beförderung dieser Volksgenossen waren rund 36 000 Eisenbahnwagen erforderlich. Reiht man diese Waggons aneinander, so ergibt sich ein riesiger KdF.-Sonderzug, bei dem die Lokomotive in Berlin und der letzte Wagen in Breslau stehen würde. Die Gesamtzahl der von den KdF.-Urlauberzügen gefahrenen Kilometer ergibt eine Strecke, die den 19fachen Erdumfang ausmacht. Bei sämtlichen Urlauberzügen wurden rund 40 Millionen Mark umgesetzt. Davon erhielt die Reichsbahn allein eine zusätzliche Einnahme von rund 7 Millionen RM. Richt weniger als rund 80 000 Volksgenossen aus allen Teilen Deutschlands fuhren auf eigenen Dampfern zu den norwegischen Fjorden oder an die englische Küste. Die nächstjährigen Pläne des Amtes „Reifen, Wandern und Urlaub" beabsichtigen eine Verdoppelung und Verdreifachung des diesjährigen Programms. .Richt weniger als 3 bis 4 Millionen Urlaubern solle ein Urlaub- oder Der Chor der Berliner Verkehrs- g e s e l l s ch a f t sang das von seinem Leiter komponierte Lied „A r b e i t i st G l ü cf". Der Sprechchor des Arbeitsdienstes brachte wundervoll eindringlich zwei Rezitationen zum Vortrag. Dann gab Reichsorganisationsleiter Dr. Ley seinen Rechenschaftsbericht, in Lem er u. a. folgendes ausführte: Das Leben ist nicht allein eine nackte Magenfrage, ein Lohn- oder gar Dividendenproblem, sondern wir haben gelernt, und das Volk hat es begriffen: Zum Leben gehört eine Summe von anderen Dingen, die anftän- 0L £cf) verkündet das Programm des nächsten wahres einmal ein Staat und eine Wirtschaft Übernehmen mußte, die am Zusammenbruch standen. Wenn wir aber schon materiell dem deutschen Arbeiter noch nicht all' das geben können, was wir wollen, so muß man uns zubilligen, daß wir uns wenigstens redlich bemühen, ihm seelisch sein Leben zu erleichtern. Daß aber der deutsche Arbeiter sein ost noch so schweres Los so trägt, wie er es trägt, daß er, obwohl seine Hoffnungen noch längst nicht alle erfüllt werden konnten, in unerhörter Treue zum neuen Staat steht und für diesen Staat arbeitet, dafür danken wir ihm von ganzem Herzen. (Starker Beifall.) Wir wollen auch diesen Tag nicht vorübergehen lassen, ohne den schassenden Menschen der anderen Völker, denen jetzt so böswillig ost das Wort vom drohenden Krieg zugerufen wird zu sagen: Dir Deutschen, wir deutschen Arbeiter, wir deutsche Nationalsozialisten, und das sind wir Deutsche überhaupt, wir wollen so wenig den Krieg wie alle anderen Menschen, die ihn kennen und die arbeiten wollen zum Wohle ihres Volkes. (Stürmischer Beifall.) Wir sehnen uns nicht nach Krieg, und wir brauchen ihn nicht zur Wiederherstellung unserer Ehre: denn unsere Ehre hat der Führer wiederhergestellt. (Erneute, lang anhaltende Beifallskundgebungen.) Wir wollen In Ehre und Frieden unserer Arbeit nachgehen. Wir wollen nichts anderes als schaffen für das Wohl unserer Ration und ihrer Kinder. Berlin, 27. Rov. (DRB.) In der großen Maschinenhalle eines deutschen Unternehmens von Weltruf, der AEG. im Berliner Norden, inmitten Tausender Arbeiter der Faust und der Stirn, feierte die NSG. „Kraft durch Freude" in Anwesenheit des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß, des Reichsministers Dr. Goebbels und des Reichsorganisationsleiters Dr. L e y sowie zahlreicher Ehrengäste ihr einjähriges Bestehen. Die gewaltige Montagehalle, die außer dem Hakenkreuzbanner, den Fahnen der Deutschen Arbeitsfront und der NS.-Kulturgemeinde keinerlei Schmuck trug, konnte natürlich nur einen Teil der 46 000 Köpfe zählenden Belegschaft fassen; die übrigen erlebten die Feierstunde in zwei anderen riesigen Hallen, wohin die Kundgebung übertragen wurde. Die Feier, von Liedern des Männerchors der BVG., Sprechchören des Arbeitsdienstes und musikalischen Vorträgen des Musikkorps des Flottenflaggschiffes „Schleswig - Holstein^ umrahmt, wurde von dem Vertrauensmann der Betriebsgemeinschaft der AEG. eröffnet. Reichspropagandaminister Dr. Goebbels führte dann u. a. aus: Nicht ohne Absicht haben wir die Kundgebung zum einjährigen Bestehen des Werkes „Kraft durch Freude" in einen der großen Berliner Industriebetriebe hineingelegt. Denn dieses Werk ist ein Werk nationalsozialistischer Arbeitergesinnung, ein Werk, das die nationalsozialistische Bewegung und die Deutsche Arbeitsfront für das schaffende deutsche Volk gegründet haben. Wir Nationalsozialisten wollten nicht einen Sozialismus, der aus blutlosen Phrasen und Doktrinen bestand, wir wollten einen Sozialismus der Tat. Wir sind ans Werk gegangen, und ich glaube, heute bei der ersten Jahresbilanz können alle Mitarbeiter an diesem großen sozialen Unternehmen „Kraft durch Freude" mit berechtigtem Stolz auf die vergangenen Leistungen zurückblicken. Denn wir Nationalsozialisten waren der Meinung, daß unser Land und seine Schönheiten, daß unsere Theater und unsere deutsche Kultur, die Schätze deutschen Geistes und deutscher Kunst nicht das Vorrecht irgendeiner privilegierten Schicht wären, sondern daß sie dem ganzen Volk gehörten. Die Schätze unseres Landes, feine landschaftlichen Schönheiten, die Güter deutscher Kunst und deutscher Kultur, der Segen deutschen Familienlebens, die Größe unserer Geschichte und die erhabenen Denkmäler unserer Tradition werden aber dann am besten vom Volke verteidigt, wenn das Volk sie kennt. Deshalb haben wir Möglichkeiten und Mittel geschaffen, um dem Volk die Kenntnis seines eigenen Seins, seiner geschichtlichen Vergangenheit und seiner geschichtlichen Leistungen zu vermitteln, vor allem auch im Hinblick auf die Tatsache, daß Deutschland nur über wenig Räume in der Welt verfügen kann, daß es sich deshalb in seinem Lebensbestand und in seiner Lebenssicherheit um so tiefer verankern muß in den Freuden, die es i m eigenen Volk findet. So haben wir das Nationalbewußtsein, das wir auf die breiten Massen verlagert haben, fester fundiert, als es ehedem in Deutschland begründet war. Wir gehören nicht zu jener Gilde von Spaßverderbern, die da glauben, eine neue Weltauffassung müsse sich mit Miesmacherei und Uebelnehmerei kundtun. Wir sind Menschen, die das Leben so sehen, wie es ist und die versuchen, es auf ihre Art umzugestalten und darum ist der Titel unseres Werkes auch ein Programm, denn Freude hatten wir nötig, um mit den schweren Bitternissen unseres deutschen Lebens fertig zu werden. Freude aber, das wußten wir auch, gibt Kraft, und Kraft werden wir gebrauchen, um das deutsche Schicksal zu meistern. Oer Stellvertreter des Führers Rudolf Heh führte u. a. aus: Zum Abschluß des vergangenen und zugleich zu Beginn des neuen Arbeitsjahres des nationalsozialistischen Gemeinschaftswerkes „Kraft durch Freude" der Deutschen Arbeitsfront läßt der Führer durch mich feinen Gruß übermitteln. Schwerwiegende andere politische Arbeiten hindern ihn daran, in diesem Kreise, im Kreise der deutschen Arbeiter, in dem er am liebsten weilt, selbst einen Abend der Freude zu verleben. Der Führer dankt vor allem den Or- qanifatoren, die in kurzer Zeit die Gemein- ,Kraft durch Freude" ins Leben g e - baben. Diese Gemeinschaft wurde ohne ^-vorbildlich geschaffen, und sie er Zukunft ein Musterbeispiel dafür tionalsozialistischer Gemeinschaftswllle r erreichen kann. Führers und damit unser aller Wille, n Sinnspruch Jfraft durch Freude" Ein Fahr „Krast durch Freude". Oie Reichsminister Goebbels und Heß sprechen auf der Jubelfeier bei der AEG.-Berlin blick ergreifen. Die gute Methode fei die von Locarno gewesen. Der Viererpakt liege auf derselben Linie: in zweiter Linie käme der V ö l k e r- bund in Betracht. Gegen ausländische Lügenmeldungen überdie Reichswehr Berlin, 27. Nov. (DNB.) In den letzten Tagen werden in der Auslandspresse Lügenmeldungen über die Reichswehr verbreitet, die ganz offensichtlich den Zweck verfolgen, im deutschen Volke B e - unruhigung hervorzurufen und dem Ansehen der Reichsregierung zu schaden. Es kann kein Zweifel bestehen, daß dieser neue Lügenfeldzug von einer bestimmten Stelle aus ganz methodisch vorbereitet und geführt worden ist. Don zuständiger Stelle wird mitgeteilt, daß alle diese Nachrichten, die sich mit dem Reichswehrminister, Generaloberst von Blomberg, dem Chef der Heeresleitung, General von Fritsch, und deren Verhältnis zu anderen Regierungsmitgliedern beschäftigen, glatt e r - funden und nichts anderes als böswillige Verleumdungen sind. Der Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg ist gestern von seinem Krankheitsurlaub zurückgekehrt und hat feine Amtsgeschäfte wieder übernommen. Eine Denkschrift des Generals von Fritsch, die in diesen Lügenmeldungen eine besondere Rolle spielt, gibt es überhaupt nicht. Infolgedessen konnte sie auch nicht dem Führer und Reichskanzler überreicht werden. Von einem beabsichtigten Rücktritt des Generals von also zwingen könne, Waren zur Bezahlung de r S ch u l d anzunehmen. Hiervon abgesehen stehe jedoch fett, daß das Reich die amerikanischen Gläubiger scylechter behanLele als die anderer Länder. Die amerikanische Note acht an dem Problem vor- bei. Es handelt sich nicht darum, daß die Beziehung zwischen Gläubigern und Schuld e rn durch die Frage nach dem Verhältnis des Warenaustausches zwischen Deutschland und den einzelnen Gläubigerländern verlagert wird, sondern um die rein praktische Frage, wie die von den deutschen Schuldnern in Mark aufgebrachten Zinsbeträge transferiert werden können. Wenn Deutschland die hierfür erforderlichen Devisen nicht aufbringen kann, so ist eben das einzige Mittel, den Transfer zu ermöglichen, eine Steigerung derdeutschen Ausfuhr. Alle bisherigen Versuche der deutschen Regierung, zu Verhandlungen hierüber mit der Regierung der Vereinigten Staaten zu gelangen, sind jedoch vergeblich gewesen. Im übrigen ist die Schuldenfrage durchaus nicht ein rein deutsches Problem. Gerade die Vereinigten Staaten haben Forderungen an zahlreiche Länder, die ebensowenig wie D e u t s ch l a n d in der Lage sind, ihre Zinsverpflichtungen an Amerika in Devisen zu erfüllen. Das beweist schon die Tatsache, daß die amerikanische Regierung es für notwendig erachtet hat, an die Regierungen aller Schuldnerländer gleichlautende Zahlungsaufforderungen zu richten. Wochenendaufenthalt ermöglicht werden. Dabel sollten in erster Linie die landschaftlich besonders schönen Rotstands- und Grenzgebiete Berücksichtigung finden. Auch die hochseefahrken würden wesentlich verstärkt werden. Reben den Lloyd-Dampfern „Der Deutsche" und „Cordoba" in Bremerhaven würden in Hamburg vier große Dampfer in Dienst gestellt werden. Einzelne Schiffe würden in den Vorsrühlingstagen Fahrten nach den südlichen Zonen unternehmen, z. V. nach Portugal, INadeira und den Azoren. An diesen Fahrten würden auch die Familienangehörigen teilnehmen. Als zweites Amt mit geradezu sensationellen Erfolgen nannte Dr. Ley das Gportamt. Gerade der Sport sei es, der mit wenigen Hilfsmitteln in wenigen Stunden Kraft durch Freude Hervorrufen könne. Von sämtlichen Sportämtern wurden bisher 8500 Sportkurse durchgeführt und etwa 70 000 Unterrichtsstunden abgehalten, an denen insgesamt 450 000 Besucher teilgenommen haben. Als nächstes werde im örtlichen Bereich eines jeden Sportamtes eine sportärztliche und eine allgemeine Sportbe- ratungsstelle eingerichtet werden. Weiter werden Kurse f ü r I n v a l i d e n und k ö rp e r l i ch Beschädigte eingerichtet, um auch denen Kraft durch Freude vermitteln zu können. In Zukunft würden die Sportämter der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" noch mehr mit den Vereinen des Reichsbundes für Leibesübungen auf gemeinsamem Wege marschieren, um den Sport zur Lebensgewohnheit des deutschen Volkes werden zu lassen. Dr. Ley sprach sodann über die Arbeiten des Amtes für Schönheit und Würde der Arbeit, die Gestaltung ter Betriebe und des Arbeitsplatzes. Don dem Amt wurden bisher 4139 Betriebe bearbeitet. Unbeanstandet konnten von uns nur knapp 10 v. H. verlassen werden. In 50 v. H. der Bearbeitungen konnten sofortige Verbesserungsdurchführungen veranlaßt werden. Der Rest wurde für das Frühjahr 1935 in Aussicht gestellt. Die bisher hierdurch in Umlauf gefetzte Summe beträgt acht Millionen RM. Und als letztes fei nun der vielen taufenden Veranstaltungen gedacht, die die Güter des Brauchtums vermittelten. In dem ersten Jahr wurden in allen Gauen Deutschlands 66 739 Veranstaltungen von ,Kraft durch Freude" durchgeführt. Die geldlichen Aufwendungen der Arbeitsfront — insgesamt in diesem Jahr 30 Millionen — sind lächerlich gering gegenüber den Erfolgen. Wir haben keinen Zuschuß vom Staate erhalten wie das italienische „Dopo Lavoro" und ich erkläre, wir wollen auch keinen. Da wir jedoch eine lebendige Volksgemeinschaft bilden wollen, in der jeder ein vollwertiges Mitglied sein soll, muß auch jeder fein Beste4 dafür hergeben, das Gemeinschaftsleben der deutschen schaffenden Menschen sich organisch so zusammensetzt, wie es der nationalsozialistischen Anschauung von der Arbeit und von der Arbeits- und Freudegemeinschaft der großen deutschen Kulturnation entspricht. Der heutige Tag soll abermals sichtbar machen, daß die erste Sorge des nationalsozialistischen Reiches der Kraft des deutschen Arbeiters und der Freude des deutschen Arbeiters gilt, die diese Kraft st e i g e r l und erhält. Der deutsche Arbeiter, das ist in diesem Sinne sowohl der Dreher hinter der Drehbank, wie der Bauer auf dem Felde, es ist der Wann in der Schreibstube, wie der Pilot, der deutsche Waschinen durch die Wolken steuert, der deutsche Soldat und Seemann, der seine Pflicht tut, es ist die Hausfrau am Herde so gut wie der Kunstschaffende, es ist eben der arbeitende deutsche Wensch überhaupt. Diesem deutschen Arbeiter im Kreise seiner Kameraden im schaffenden deutschen Volk sein Leben zur Freude zu gestalten und Freude zu tragen in das Familienleben wie auch die arbeitliche Gernein- schaftsfreude zu heben, das will die Gemeinschaft „Kraft durch Freude", und das hat sie in hundert- tausenden von Fällen erreicht! Wir wissen, daß noch immer die materiellen Verhältnisse des deutschen Arbeiters nicht so sind, wie wir es wünschten. Aber wir wissen auch, daß es heute noch nicht anders fein kann, da der Nationalsozialismus nun Fritsch kann keine Rede fein. Ebenso unwahr sind alle Nachrichten, die sich auf angebliche Tätigkeit des Generalmajors von Reichenau in diesem Zusammenhänge beziehen. Frei erfunden sind schließlich auch die verleumderischen Bemerkungen der Auslandspresse über angebliche Unstimmigkeiten zwischen der Reichswehr und dem Reichspropagandaminister Dr. Goebbels. Es fei fest- gestellt, daß das Verhältnis von Dr. Goebbels zur Reichswehr und umgekehrt sowohl sachlich als auch persönlich nach wie vor das denkbar beste ist und daß Differenzen nie bestanden haben. Es steht somit fest, daß alle diese Meldungen über die Reichswehr und die daran geknüpften Kombinationen gemeine Lügen sind, die hiermit auf das schärfste zurückgewiesen werden. Zinszahlung durch Exportsteigerung. Amerikanischer Protest in Berlin. Washington, 27. Nov. (DNB.) Die Regierung der Vereinigten Staaten veröffentlicht eine Note an die Reichsregierung, jn der erneut gegen die angebliche Diskriminierung amerikanischer Privatgläubiger und Inhaber deutscher Wertpapiere Protest erhoben wird. In der Note wird behauptet, die Ansicht Deutschlands, daß Schulden nur durch den Erlös der Ausfuhr nach dem GläubigerlanL bezahlt werden könnten, versuche, einen neuen Grundsatz aufzustellen, nach dem ein Schuldner feine ganzen Auslandsschulden eigenmächtig st reichen und den Gläubiger aus dem Clearingverfahren ad-drängen dürfe, ihn Jahre auch der schmucke O d e n w a ' gegen Irunb bt so wollen wir auf dem bisherigen Wege fortfahren den uns der Führer gewiesen hat, denn der Erfol beweist feine Richtigkeit. Sauleiter SprengerimHaus der Arb« ersuche daher, jede Tätigkeit in der vorstehend 0» gegebenen Richtung unbedingt zu unter aus @efu A«en und 01 Au tttWöröer eine M für die c 'rii-e eingesetzt ittHSngtonbs •tuioat bexmtrc chMi in Alb lallten Ra M Wirtschc niMitjat besch! iü| tze zu ti mir Verträge ftmmung bild, iufe Höhe di |riir gestattet her frühere I ^Gesandt* 4:PI* SH Kein Zeitungszwang für Beamte. Wie aus Mitteilungen in der Presie hervorgch wird in einem Rundschreiben des stell vertretenden Beamtenführers, Stabz leiters R e u f ch , an die Gliederungen des Reich» bundes Deutscher Beamten erklärt: Nach einer Zuschrift der Reichsleitung de NSDAP., Reichsleiter für die Press«, wird stellenweise von Amtswaltern des Reichst» der Deutschen Beamten auf Lie Beamtenschaft m starker Druck zum Bezüge bestimmt«! Tageszeitungen ausgeübt. Ein derartig« Vorgehen ist durch die Anordnung des Präsident» der Reichspressekammer vom 13. Dezember 1933 uni die Verfügungen des Stellvertreters des Fühmr vom gleichen Tage und vom 10. Januar 1934 oer> boten und wird mit Ausschluß aus btt Parteibe droht. In Ler Anordnung des Prä' fibenten Ler Reichspressekammer hch es u.a.: „Eine ,Verpflichtung' zum Bezug bestimm ter Zeitungen ist nicht zulässig, besonders nih Lurch Anordnungen oder Befehle. Ebensowenig dar eine Kontrolle über den Bezug bestimmter Zei tungen ausgeübt werden." Jn der zu dieser Anordnung ergangenen Verfügung des Stelloer/re- ters des Führers heißt es u. a.: „Alle Wie das Gaupresseamt mitteilt, stattete am 3ab restag der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freud? der Gauleiter dem Haus der Arbeit einen Besuch ab. Dor dem Hause hatte der Theater' zu g Aufstellung genommen, dessen Leiter 2r Fürst die technischen Einzelheiten erklärte. Dann ging es in die Diensträume, wo über Arbeitsweise Erfolge und Pläne berichtet wurde. Der ©auleiter sparte nicht mit Anerkennung und gab wertvoll Anregungen. Besonderes Interesse fand das Am« für Wandern, Reisen und Urlaub,^, im vergangenen Sommer im rhein-rnainischen'^, , ftanbsgebiet mehr Urlauber untergebracht hat, u von hier aus in die weitere Heimat hinausging^ H Der Gauleiter verkündete, das im •----* züge aus allen Teilen des Reiches aufnehmen barf Nach Worten des Dankes an den Bezirksleiter bi DAF. Pa. Becker und den Gauwart der %>' Pg. v. Rek 0 wfky erklärte der Gauleiter u. al Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Gau Hessen-Nassau eine Entwicklung genonu die mich erfreut und überrascht. Ick mich wieder einmal überzeugt, daß auch hte§ richtigen Männer amWerke sind, die 1 Aufgabe mit dem Einsatz ihrer ganzen PersöL- feit anpacken und durchführen. ILrll" "L-ssio" d< Mc die Fra Mhiekes an I Aden. ., Führer JjunbM ^Musste l „ Hi. Die Ful Ser Direktoi Horey, u A Dr. Rui fc frühere 5 fr [torben. Dr. •n; J studierte lei Mdienst eir ier »Teilung M' h 11927 bis 16 lassen." Kein Zwangsbezug von Zeitungen für Schüler. Berlin, 27. Nov. Der Reichsminister für W I len schäft, Erziehung und Volksbildung gibt beW. I Auf meinen Erlaß vom 6. Januar 1934 mch h nachdrücklichst noch einmal Hinweisen. Unter h> nen Umständen darf ein Zwang a u f bit Schulen und Schüler zum Bezug heft i m m t e r Zeits Christen, Zeitungen u|d. ausgeübt werden. Im Uebertretungsfall werde ich die Schuldigen zur Verantwortung ziehen. Ich lege Wert darauf, daß alle Schuler mii diesem Erlaß in geigneter Form bekanntgemachl werden. In einem andern Erlaß des Reichserzichunp minifters heißt es: Zeitschriften gleich welcher » werden von dem von mir eingesetzten Prüfung' aus schuß für vaterländisches Schrifttum nW mehr geprüft. Die für einige Zeitschriften.^' r e i i 5 erteilten G e n e h m i g u n g en /au- fen mit dem 31. Dezember 1 934 ck I ersuche, soweit dort amtliche PrüfungsauWft bestehen, ähnlich zu verfahren. Friseure an Preisfestsetzungen nicht gebunden. Dem Reichskommissar für Preisüberwachung gehen Berichte zu, wonach Friseure über Plch Klage führen, die angeblich von anderes Stellen fe st gesetzt seien. Der ReichskomB' sar für Preisüberwachung weist darauf hin, M jeder Friseur hinsichtlich seiner Preisgeslaltmz völlig frei ift; er ift verpflichtet, die Preise feine Leistungen s e l b st zu berechnen. An festsetzungen irgendwelcher anderer Stellen ist ft1,1 Friseur gebunden. Insbesondere sind Innungen nicht befugt, Preise 00k' zuschreiben. Aber jeder Friseur hat bei F ner Preisberechnung nach wirtschaftlich^ Grundsätzen zu verfahren. Benesch verzichtet auf die RatSpräsidentschast. Senf, 27. Nov. (DNB.» Die Information--^ lung des Völkerbundes gibt bekannt: „Der fefretär ist von Herrn B e n e f ch, dem ausüW" Ratspräsidenten, vor dessen Abreise aus Genf über unterrichtet worden, daß er in dem Falle, daß der Rat die südslawische Ford auf die Tagesordnung der außerordentliches^, tagung setzen sollte, für b i e Dauer dtl Handlung dieser Frage darauf zichten würde, die Präsidentschaft zuüben im Einklang mit Artikel 4 § 4 der sonderen Geschäftsordnung des Rates." .(n1. Es berührt merkwürdig, daß diese Mitte" erst nach energischem P r 0 t e st d e s " " ö» rischen Delegierten Eckhardt erfolfl* Jedenfalls mußte der Eindruck entstehen, b, nesch die Absicht hatte, auch während der Bey lung des südslawisch-ungarischen Streites dent zu bleiben, obgleich er sich selbst M ö Streit eingemischt hatte. . Litauens Verletzung des Memelstatut Genf, 27. Nov. (DNB.) Das juristische achten der Unterzeichnermächte des *?ört) ;!Wn ütxr I einen M der N< Ahe p f'iie Schis! Jl’Uf 6er £ SÄ? 'nu6fe" jWr behind ?bf°gd anf ®iß. «Lh oier r/^Mrei iiet ff S'natst Liöbt wM qt chnKuhilN' M" als der ia ml® cd er a) n^öbem erfolg "Mzei ein 1 btrMacht des Mn durch die PWtzte Decker btzwur geeicht Ktmntmorten. *e das 8 Decker m der 1 -A'k rÄ einer q rUefchalt XW; n,aU58ing.n. tommenbeil ß ld Urlauber MÄE t 'X Wirtschaftsausschuß I lit beschlossen, s ä m ' ' 1 ' ,'Alti Rl!,«lichiffahrl wegen dichten Nebels eingestellt. Als i fahrt! Aberr ii ne sind» m; BiiiD daß | Wie angenehm verhandelt es sich be im Rauch einer ALVA »RUNDE SORTE« Eine gehaltvoll-würzige Mischung nach echt macedonischer Art im Aegypterformat i 9 * l lr TM R h l|! brach ner Wälder gewarnt worden. Die vier Wölfe einer abenteuerlichen Verfolgung in den der letzten Nächte einen großangelegten Einbruchsdiebstahl bei dem amerikanischen Botschafter geplant hatte. Nur durch seine überraschende Festnahme konnte verhindert werden, daß er diesen Einbruch, der eine Krönung seiner monatelangen Verbrechertätigkeit im Berliner Westen bedeutet hätte, ausführen konnte. Ein Kind hilft einen Verbrecher unschädlich machen. Ein siebenjähriges Mädchen hat durch seine überraschende Beobachtungsgabe einen g e - jährlichen Verbrecher zur Strecke gebracht, auf dessen Schuldkonto zugestandenermaßen etwa 400 Fahrraddiebstähle in den letzten Jahren kommen. Der Dieb — es handelt sich um den 28jährigen Harry S ch a p k e — hatte am 5. November in Spandau aus einem Keller ein Damenfahrrad gestohlen und war beim Verlassen des Hauses von der kleinen Detektivin beobachtet worden. Das Kind war in der Lage, eine so gute Der berüchtigte Berliner Fassadenkletterer, der monatelang die Villenbewohner des Berliner Westens in Schrecken gesetzt hat, konnte jetzt endlich im Verlaufe einer großangelegten Fahndungsaktion der Kriminalpolizei in einem Berliner Wäldern an der polnischen Grenze erlegt worden. Ein Wolf hatte auf polnischem Gebiet einen siebenjährigen Jungen angefallen und schwer verletzt. Auch die Mutter des Knaben, die ihm zu Hilfe geeilt war, trug ebenfalls erhebliche Verletzungen davon. „Der Schrecken des Berliner Westens" von der Polizei gefaßt. . .. ............ mit einigen anderen Einbrechern gestellt und unschädlich gemacht werden. Es handelt sich um einen 24jähri- gen gewerbsmäßigen Einbrecher Gerhard G r ü s k e, einen ehemaligen Fremdenlegionär. Er hat bei feiner ersten Denehmung gestanden, daß er in einer Aus aller Wett. liirder eines Polizeiwachlmeisters zum Tode verurteilt. , Der, fu bl v f-, Triieibj-gd auf ausgebrochene Wölfe im Danzigs« jorff. — Zwei Menschen schwer verletzt. Dem verdienten Kämpfer für das deutsche Volkstum. Der Führer und Reichskanzler hat dem Verlagsbuchhändler Julius Friedrich Lehmann in München anläßlich seines 70. Geburtstages am 28. November 1934 den A d l e r f ch i l d des Deutschen Reiches verliehen und folgendes Schreiben an ihn gerichtet: „Sehr geehrter Herr Lehmann! Zur Vollendung Ihres 70. Geburtstages spreche ich Ihnen herzliche Glückwünsche aus. Das deutsche Volk gedenkt an diesem Tage Ihrer hervorragenden Verdienste um das völkische Schrifttum. Vor, in und vor allem nach dem Kriege haben Sie als Verleger in vorderster Linie für den deutschen Wehrgedanken und das deutsche Volkstum gekämpft. Dem Danke des Vaterlandes dafür verleihe ich Ausdruck, indem ich Ihnen die höchste Ehrung des Reiches, den Adlerfchild, mit der Widmung: »Julius Friedrich Lehmann, dem verdienten Kämpfer für das deutsche Volkstum, zuerkenne. Mit den besten Wünschen für Ihr weiteres Schaffen und Wohlergehen bin ich mit freundlichen Grüßen Ihr ergebener gez. Adolf Hitler." Die Freunde und Verehrer des bekannten Verlegers bereiteten ihm in München im „Bayerischen Hof" einen Ehrenabend. Im Rahmen dieser Feier gab der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität München bekannt, daß die Fakultät dem Jubilar in Würdigung seiner Verdienste um die Wissenschaft den Ehrendoktor verliehen habe. Ein Vertreter der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen teilte mit, daß Verleger I. F. Lehmann auch von dieser Fakultät der Tübinger Universität zum Ehrendoktor er- ingesetzte Dreierausschuß, dem Der glands, Mexikos und Portugals angehä Der Adlerfchild des Reiches für Verleger I. $. Lehmann-München Eine Ehrung des Führers. — Ehrendoktor zweier Fakultäten. Gegen die Vergewaltigung des Deutschtums in Prag. Deutsche Studenten protestieren in Berlin, Köln und Wien. ? ZN für die albanische Minderheiten. ; f r {ng| eingesetzte Dreierausschuß, dem Der- Strettr _____i ____ ren^fjc: beantragt, daß die Frage der Minderheits- schuiie in Albanien auf die Tagesordnung der n ä y U n Ratssitzung gesetzt wird. * •- Dürr Wirtschaftsausschuß der rumänischen Regie- runi] pit beschlossen, sämtliche Handelsver- - iräigi z u kündi gen und Verhandlungen über / nculk Erträge einzuleiten, deren Grundlage die Be- stimmmg bilden soll, daß Einfuhr nur bis zuii tiöhe von 60 v. H. vorheriger Ausfull r gestattet ist. Berlin, 27. Nov. (DNB.) Die Studierenden der Berliner Universität veranstalteten im Vorhof des Universitätsgebäudes eine Kundgebung, um i m Namen der gesamten r e i ch s d e u t s ch e n Studentenschaft gegen das Vorgehen der tschechischen Studenten in Prag feierlichst P r o t e st einzulegen. Der Ruf eines Sprechchors: „Wir protestieren gegen die Vergewaltigung des Deutschtums in Prag!" fand ein vielfaches Echo. Vom Balkon der Mittelfront aus sprach als Wortführer der deutschen Studierenden Julius I e w a n, der Leiter der Studentenschaft der Universität Berlin. Die Schändung deutscher Kultur und deutscher Art, deren sich die tschechischen Studenten m Prag schuldig gemacht hätten, fordere den schärfsten Protest der deutschen Hochschulen heraus. Die reichsdeutschen Studierenden fühlten sich eins mit ihren Prager Kameraden. Nach dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel- Liedes wurde die Kundgebung mit einem dreifachen Sieg-Heil! auf Deutschland und seinen Führer Adolf Hitler geschloßen. In Köln kam es ebenfalls zu Protestkundgebungen der Studentenschaft. Professor Spahn, der seine Vorlesungen unterbrochen hatte, geißelte das Verhalten der tschechoslowakischen Behörden. Gegen 11 Uhr zogen etwa 1500 Studenten in voller Disziplin über die Ringstraßen vor das tschechoslowakische Konsulat. Dem Zuge hatten sich zahlreiche Volksgenossen angeschlossen. Vor dem Konsulat sprach ein Student kurz über das Unrecht, das von den tschechoslowakischen Behörden dem Deutschtum zugefügt worden sei. Sprechchöre vertraten die Forderung, den deutschen Studenten das gleiche Recht wie den tschechoslowakischen in Prag einzuräumen. Zum Schluß der Kundgebung erklang das Deutschland- D^r rühere langjährige Generalsekretär des fran- Außenministeriums Philippe Berthe- Io i;; ifl im Alter von 68 Jahren in seiner Pariser nb n?£nui9 gestorben. Philippe Berthelot hatte 19,33 aas Gesundheitsgründen seinen Posten auf- gegq^tt und war durch Läger ersetzt worden. dem lha> Senatsoizepräsident Greiser als Lan- desjcMmeister zu einer Treibjagd aufgefordert. Die DanMze: Bevölkerung ist vor dem Betreten der Dlii -------- ' ' ----- Personalbeschreibung des Täters zu geben, daß W Polizei an Hand dieser Hinweise ihre Fahndungs- tatigkeit aufnehmen konnte; ohne Erfolg jedoch, bis das kleine Mädel seine kriminalistischen Fähigkeiten erneut unter Beweis stellte. Das Kind entdeckte den Täter auf einem Fußballplatz und veranlaßte nun mit Hilfe seines Vaters und der Polizei die Festnahme des Fahrraddiebes, der nach einer aufregenden Flucht gestellt werden konnte. „Sfaafsfeinb Nr. 1" beschießt ein Pollzeiaulo in Ehikago. — Ein Toter, mehrere Verwundete. In den Straßen Chikagos kam es zu einer Schießerei zwischen dem Staats feind Nr. 1 und Geheimagenten der Bundespolizei. Diese befanden sich in einem Kraftwagen. Plötzlich bemerkten sie einen verdächtigen Kraftwagen, der mit großer Geschwindigkeit vorbeizufahren versuchte. Als sie den Wagen zum Halten aufforderten, eröffneten die Insassen, zwei Männer und eine Frau, sofort das Feuer aus einem Maschinengewehr. Es folgte ein lebhaftes Feuerge- fecht, bei dem ein Bundesagent getötet und ein anderer schwer verwundet wurde. Die Verbrecher entkamen. Später tauchte in dem Vorort Eoanston ein anderer Wagen auf, dessen drei I n - fassen verletzt waren. Es wurde festgestellt, daß der Führer des entkommenen Wagens der Dillinger- Gangster Georg Nelson war, der seit dem Tode Dillinger als Staatsfeind Nr. 1 gesucht wird. Die gesamte Polizei Chikagos und der Nachbarstädte wurde sofort alarmiert, um Nelsons Wagen abzufangen. Es wird vermutet, daß die Frau, die sich in dem Wagen Nelsons befand, schwer verwundet ist. Nelson wird seit der Erschießung Dillinaers von der ganzen Polizei Amerikas unausgesetzt gesucht. Wiener Eisläufer beim Training zu Tode gestürzt. Ein tödlicher Unfall ereignete sich auf .dem Platz des Wiener Eislaufvereins. Der bekannte Wiener Eiskunstläufer Oskar Loschitz stürzte bei einem Training so unglücklich, daß er sich das Genick brach und kurz darauf starb. Loschitz beabsichtigte wegen seiner großen Notlage zum Professionalismus überzugehen und wollte eine besonders kühne Darbietung einstudieren. Entgegen dem Rat seines Trainers, der besonders einen Salto nach rückwärts als selbstmörderisch bezeichnete, übte Loschitz diese Figur ein, die ihm zum Verhängnis wurde. Morgen ist Prinzenhochzeit in London! In London ist man fieberhaft mit der Ausgestaltung des Festschmuckes und den sonstigen Vorbereitungen für die am Donnerstag stattfindende Hochzeit des Prinzen Georg mit der Prinzessin Marina von Griechenland beschäf- tigt. In allen Straßen wird noch eifrig gearbeitet; man hofft aber am Mittwochabend mit allen Vorbereitungen fertig zu sein. Vor der Westminster- Abtei und in den Straßen, die der Hochzeits- z u g passiert, werden riesige Tribünen errichtet, die mit Girlanden und Bändern in den britischen und griechischen Farben geschmückt werden. In den Hauptverkehrsstraßen sind große mit bunten Bändern und Blumengewinden ausgeschmückte Kronen aufgehängt, die die Monogramme Georgs und Marinas tragen. Selbst die grauen, nüchternen Klubhäuser des Londoner Westends erhalten durch den bunten Blumen- und Flaggenschmuck ein heiteres Aussehen. 3m übrigen war der Dienstag den Generalproben für die großen Ereignisse des Donnerstag gewidmet. Der König und die Königin von England besuchten am Dienstagmorgen die Westminster-Abtei, um den Festschmuck zu besichtigen und der Generalprobe der Brautjungfern beizuwohnen. Auch in der griechischen Kapelle, wo nach der Trauung in der Westminster-Abtei noch eine zweite Trauzeremonie nach griechisch-orthodoxem Ritus stattfindet, wurde eine Generalprobe dürchgeführt. Am Donnerstagabend findet im Buckingham-Palast ein Festessen mit einem großen Empfang statt, zu dem 800 Angehörige der höchsten Londoner Gesellschaft, der Politik und der Diplomatie geladen sind. Kunst und Wissenschaft. Professor Hugo Rüdel gestorben. Ein weit über die Grenzen der Reichshauptstadt und des deutschen Vaterlandes hinaus bekannter Musiker, der ehemalige Direktor des Festspielchors m Bayreuth, des Opernchors der Staatsoper und des Staats- und Domchors, Professor Hugo Rüdel ist in seiner Berliner Wohnung plötzlich gestört ben. Hugo Rüdel pflegte mit dem Domchor nicht nur kirchliche Musik, sondern Chormusik aller Art und bot bei seinen Konzerten religiöse Erbauung und künstlerische Erhebung in gleicher Weise. Auf zahlreichen Kunstreisen hat er seinen Chor durch Deutschland und in das Ausland geführt und überall große Erfolge errungen. Paula Wessely gehl nach Wien. Die junge Wiener Schauspielerin Paula Wessely, die auch dem Gießener Publikum aus ihren beiden großen Filmen „Maskerade" und „So endete eine Liebe" bekannt ist, hat in diesen Tagen die Reichshauptstadt verlassen, um ein neues Engagement in Wien anzutreten. Sie spielte zuletzt im Deutschen Theater in Berlin die Hauptrolle in Bernard Shaws „Heilige Johanne" zusammen mit Paul Hörbiger (den wir auch aus vielen Filmrollen kennen) als Dunois. Die „Heilige Johanna" erreichte, wie das in Berlin üblich und in dieser Besetzung besonders begreiflich ist, einen Serienerfolg und wurde etwa vierzigmal gegeben. Zum Abschiedsabend der Wessely war auch der Reichskanzler und Führer Adolf Hitler im Deutschen Theater erschienen, was der Aufführung einen besonders feierlichen Charakter gab. Vor ihrer Ab- I. F. Lehmann kann auf ein über 40jähriges Wirken als Verleger zurückblicken. 1890 gründete er in München zunächst eine medizinische Fachbuchhandlung, bald aber auch einen medizinischen Verlag. Die „M ünchener Medizinische Wochenschrift" und Lehmanns Medizinische Atlanten sind Zeugen seiner schöpferischen Tätigkeit auf diesem Gebiet. Seine eigentliche Bedeutung aber hat er sich als politischer Verleger errungen. Dor dem Kriege ein mutiger, weder durch Briefzensur, noch Haussuchungen, noch geschäftliche Zurücksetzung beeinflußbarer Kämpfer gegen die verderblichen Folgen des nach Bismarcks Entlassung einsetzenden Kurses, während des Krieges ein erbitterter — und erfolgreicher — Gegner Bethmann Hollwegs, stellte er nach dem Zusammenbruch seinen Verlag bewußt in den Dienst des nationalen und völkischen Wiederaufbaus Deutschlands. Er war einer der ersten Organisatoren der Münchener Einwohnerwehr, lernte als Geisel der Roten alle Münchener Gefängnisse kennen, nahm als weißhaariger Mann an der Befreiung Münchens vom bolschewistischen Terror aktiven Anteil. Dem Heldentum der deutschen Frontkämpfer setzte er in einer Bücherreihe „Im Felde unbesiegt" ein schönes Denkmal. Den Rasseaedanken brachte er in allgemein verständlicher und wissenschaftlich einwandfreier Form zum erstenmal in breite Volkskreise. In der nationalsozialistischen Revolution erlebte er die Krönung seines eigenen Lebenswerkes. Für sein verlegerisches Schaffen aber erfuhr er die schönste Rechtfertigung, indem sich unter den gleich nach dem Umschwung von der Regierung empfohlenen 30 Büchern eine stattliche Zahl schon vor längerer Zeit in seinem Verlag erschienene Werke befanden. Ni 2tai ! ommunistischen Unruhen in der Kasseler ritt wurde am 11. Juni 1931 der Polizeiwacht- nannt worden sei. Ferner wurde mitgeteilt, daß dem Jubilar demnächst im Rahmen einer befonbe» ren Feier das goldene Parteiabzeichen überreicht werden wird. lied. In mustergültiger Ordnung erfolgte dann wieder der Abmarsch der Studenten zur Universität. * In Wien fand eine offizielle Protestkundgebung in der Aula der Universität statt. An ihr nahmen alle nationalen Studenten teil. Unter den Rednern befand sich auch der ehemalige Führer der inzwischen aufgelösten Deutschen Studentenschaft T s ch ö b l. Nach Beendigung dieser Veranstaltung sammelte sich ein großer Teil der Teilnehmer auf dem Platz geaenber der Universität und brach in wilde Rufe: „Nieder mit Prag!" aus. Sodann sangen die Studenten das Deutschlandlied. Die Studenten stürmten dann zur tschechoslowakischen Gesandtschaft, fanden aber alle Zugangsstraßen von starken Wachabteilungen besetzt. Darauf begaben sie sich im geschlossenen Zuge a u f den Stefansplatz und verstechten, gegen die Redaktionsgebäude des „Neuen Wiener Tagblattes" und des „Neuen Wiener Journals" vor- zudringen, die Verwaltungsräume beider Blätter wurden zerstört und die Fensterscheiben zertrümmert. Ein Teil der Studenten rief während der Demonstrationen immer wieder „Heil Hitler!", während der andere Teil Heil!-Rufe auf Schuschnigg, Starhemberg und Oesterreich ausbrachte. An mehreren Stellen wurde von den Studenten das Deutschlandlied angestimmt, an anderen wieder wurde der Text der österreichischen Bundeshymne gesungen; die Melodie ist bekanntlich die gleiche. Die Studenten, die vaterländischen wie die nationalen, haben eine gemeinsame Entschließung gefaßt, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß das Verlangen nach Auslieferung der Insignien durch die tschechische Universitätsbehörde eine Schmach für das ganze Deutschtum darstellt. u| meq ei Kuhlmann erschaffen. Der in diesem Iahrnils der Tat verdächtig festgenommene Johan- 0 nes (ter aus Kassel hatte genau drei Jahre ■r! nachjj hem erfolgten Morde vor der Kasseler Krimi- ■li nalpM-i ein Geständnis abgelegt, wonach er in 'et der stecht des 11. Juni die drei Schüsse abgegeben fjobti, durch die Kuhlmann getötet wurde. Der 2tn» geklagt! Becker hatte sich nunmehr vor dem Kasseler W Schchuiyericht mit drei anreden Angeklagten zu Deramti^rten. Nach zweitägiger Verhandlung ver- .. urteil lefoas Schwurgericht den Angeklagten Johan- i »es i Mer wegen Mordes in Tateinheit mit ■ fchmrim Aufruhr zum Tode und zum dauernden i Derlchsl der bürgerlichen Ehrenrechte. Das Der- | fahry gegen die übrigen drei Angeklagten wurde auf ßnnb des Straffreiheitsgesetzes vom 20. Dez. 19325 rigefteüt. iSchte Nebel hat in den letzten Tagen die i s ch l f f a h r t fast völlig zum Erliegen ge- Son Holland bis oberhalb Salzig und von liib-er Mainz hinaus war der Nebel so dicht, i einen Schiffsverkehr nicht zu denken war. ) der Nebel etwas lichtete, konnte die Schiff- ii" ein paar Stunden ausgenommen werden. „ lii Schiffe brachten weder auf der Bergfahrt t noch Mi der Talfahrt nennenswerte Strecken hinter 1 sich nub mußten bald wieder beidrehen, da die Sicht allzmjehi behindert war. 0 Slüstem Wildpark Freudental im Danzig-Olivaer i: Forft |hb vier Wölfe ausgebrochen, Der ßantitrot bes Kreises Danziger Hohe hat Gendarme- dungsaktion der Kriminalpolizei Ti SM Absuchen des Waldes aufgeboten. Außer- Verbrecherschlupfwinkel zusammen 4 frc-er der Unterzeichnermächte erneut auf die K irrm^r unhaltbarer werdende Lage im 1 Mmilgebiet aufmerksam gemacht und ihnen roei- , tev s Material überreicht. Die Vertreter Englands um Frankreichs in Genf haben auch mit dem litau» isch n Gesandten verhandelt. '* Ne plehsche Zwangs Verwaltung treibt it? ■ j' die pacht ein. ''! !6eutl)en, 27. 9ioo. (DNB.) Di« Fürstlich Pich. ?> scho Verwaltung hatte bisher ihren bäuerlichen Pächtern den Pachtzins regelmäßig g g. jtmnibet, weil es sich in der Hauptsache um ?' Stauern handelte, deren Zahlungsfähigkeit in eng- m sie 5 Srenzen lag. Mit dem Eintritt der Z w a n g S- 5,, d erben. Dr. Schätze! war ursprünglich Rechts- ^anwili studierte Elektrotechnik und trat 1899 in MeniMdienst ein. 1923 wurde er Staatssekretär in Wber Heilung München des Reichspostministeriums. Vorn lh27 bis 1932 war er Reichspostminister. reise nach Wien wurde die Wessely übrigens im Rundfunk interviewt und war ferner in einem Hörspiel des Deutschlandsenders zu vernehmen. Nun ist sie fort, und die Berliner werden ihr sehr nachtrauern, denn es gibt zur Zeit keine Schauspielerin von gleicher Volkstümlichkeit wie die Wessely in Deutschland. Wer weiß, wann sie wie- derkommt? Wir müssen uns vorerst mit der Erwartung trösten, sie in nicht ferner Zeit in einem neuen Film zu sehen. Der Saarabstimmung entgegen! LPD. Frankfurt a. M., 27. Nov. Die Landesgruppe Hessen und Hessen-Nassau des Bundes der Saaroereine hielt am 25. November in Frankfurt a. M. eine Tagung ab. Der Landesgruppenleiter, Postamtmann Hugo Anschütz, sprach zunächst über die getroffenen Vorbereitungen zur Beförderung der im Reich vorhandenen Abstimmungsberechtigten nach dem Saargebiet. Für die Beförderung der Abstimmungsberechtigten zu den Zügen, für die Unterbringung der Kinder, der Kranken usw. würde bestens gesorgt werden. Dann kam Anschütz auf die separatistischen Machenschaften auf Streichung Abstimmungsberechtigter zu sprechen. Er teilte mit, daß über 90 Prozent der sepa- ratistischen Einsprüche verworfen worden wären. Die Separatisten wären aber schon wieder am Werk, um Rekurs beim Abstimmungsgericht gegen Eintragungen in die Abstimmungslisten einzulegen. Sollte ein Abstimmungsberechtigter einen solchen Rekurs erhalten, dann müsse er innerhalb vier Tagen Widerspruch dagegen erheben. Er solle sich sofort an seinen zuständigen Saar-Obmann wenden. Wo der Obmann nicht bekannt wäre, solle er sich an Herrn Anschütz wenden: Telegraphenamt Frankfurt a. M., Zeil 106, Fernsprecher 200 26, Nebenstelle 372. Weiter teilte Anschütz mit, daß Sonntag, 9. Dezember, 16.30 Uhr, im Hippodrom in Frankfurt am Main ein letzter Appell an die Abstimmungsberechtigten in Hessen und Hessen-Nassau stattfinden würde, verbunden mit einer großen Saarkundgebung. Es würden sprechen Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, Landeskirchenrat D ü r r f e l d - Bad Pyrmont (geborener Saarländer) und er selbst. Er hoffe, daß sich die Bevölkerung von Hessen und Hassen-Nassau zahlreich an der Kundgebung beteilige. An den Vortrag des Landesgruppenleiters Anschütz schloß sich eine längere, rege Aussprache. Daraus war zu entnehmen, daß die Abstimungsberech- tigten von Hessen und Hessen-Nassau mit großer Zuversicht der Abstimmung entgegensehen und daß sie die Gewißheit haben, daß die Abstimmung eine überwältigende Mehrheit für Deutschland bringt. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitunq.) (9.2U. in IN. Da die Saatkrähen kein Wild im Sinne der Jagdgesetze sind, können Sie auch keinen Wildschaden i erlangen. R. S. 1. Kauf bricht nicht Miete. 2. Die Wohnung steht 'Unter Mieterschutz. 3. Wenn Untervermieten nicht im Mietvertrag ausdrücklich vereinbart und gestattet war, ist der neue Besitzer nicht verpflichtet, die Erlaubnis zum Untervermieten zu erteilen. 4. Falls Sie trotz Abmahnung weiter vermieten, kann der Hausbesitzer auf Räumung klagen. Er muß Ihnen dann keine Ersatzwohnung zur Verfügung stellen und braucht auch keine Unkosten zu ersetzen. 5. Beansprucht der Vermieter die Wohnung für sich, so kann er evtl. Räumung verlangen, er muß dann aber gegebenenfalls die Umzugskosten erstatten und auch eine Ersatzwohnung zur Verfügung stellen. Hierbei müssen die beiderseitigen gesamten Lebensverhältnisse geprüft und gegeneinander abgewogen werden. Sch. Die in Frage stehenden gesetzlichen Bestimmungen finden Sie im Gesetz betr. Kleinwohnungen für Reichs- und Militärbedienstete vom 10. Juni 1914 (Reichsgesetzblatt 1914, Teil I, Seite 219, abgeändert am 24. August 1918 im Reichsgesetzblatt 1918, Teil I, Seite 1091), im Gesetz betr. Abtretung von Beamtenbezügen zum Heimstättenbau vom 30. Juni 1927 (Reichsgesetzbl. 1927, Teil I, Seite 133) und der Durchführungsverordnung vom 12. März 1928 (Reichsgesetzblatt 1928, Teil I, Seite 617). Die Vorschriften über Beamtensiedlung finden Sie in der Verordnung vom 11. Februar 1924 (Reichsgesetzblatt 1924, Teil I, Seite 53). Büchertisch. — Gobineauunddie deutsche Kultur. Von Professor Dr. L. Schemann. 7. Auflage. 80 Seiten, kartoniert 2,60 Mark. Verlag von G. B. Teubner in Leipzig und Berlin. 1934. — (481) — In diesem Buche wird gezeigt, weshalb Gobineau der Freund Richard Wagners, wie H. St. Chamberlain, zu den großen Schöpfergestalten in Deutschlands Geisteswelt gehört. Aus der Verwandtschaft mit uns erfaßt, wird Gobineau mit Begeisterung von seinem ersten deutschen Schüler und Vorkämpfer gezeichnet. — In diesen Wochen, da Deutschland Schiller aus Anlaß seines 175. Geburtstags gefeiert hat, erscheint in der Insel-Bücherei des Insel-Verlages zu Leipzig ein neues Bändchen „Schiller und seine Welt" von Eugen K ü h n e m a n n (in farbigem Pappband 80 Pfennig. — 527. —) Der Philosoph und Literarhistoriker, dessen großes Schillerbuch zu den wesentlichen Werken deutscher Geistesgeschichie gehört, hat hier ein völlig neues Werk geschaffen, das in aller Kürze doch das Ganze des Schiller- schen Lebens und Schaffens in Erscheinung treten läßt. Ausgehend von der philosophischen Grundhaltung des Dichters betrachtet Kühnemann die einzelnen Werke und zeigt, wie in Schiller der heroische Wille Geist geworden ist. Kaum ein anderes Buch ist daher so geeignet, der jungen Generation ein überzeugendes Bild des Dichters zu geben, der auch heute wieder alle Herzen mitreißend erobert. — Technik voran! 1935 Jahrbuch mit Kalender für die Jugend mit 64 Photos, 45 Zeichnungen, 20 Skizzen und einer vielfarbigen Kartenbeilage. Verlag Datfch-Lehrmitteldienst G. m. b. H., Berlin W 35. Ganzleinen 90 Pf., kartoniert 75 Pf. — (484) — Der Jahrgang 1935 zeichnet sich durch sorgfältige Auswahl der Aufsätze und gediegene Ausführung der Bildbeigaben aus und ist geeignet, dem Lehrling als wertvolles Hilfsmittel für seine allgemeine und berufliche Weiterbildung zu dienen. — Rösy von Känel, Doktor Markus I n e i ch e n. Aus dem Leben eines Eheberaters. Erzählung. Geh. 3,60 RM., geb. 4,80 RM. Eugen Rentsch Verlag, Erlenbach-Zch. und Leipzig. — (523) — Rösy von Känel bietet mit dieser Schilderung aufschlußreiche Einblicke in die Praxis eines Eheberaters. Das immerhin heikle Thema ist geschickt behandelt und fesselt vom Anfang bis zum Ende, zumal der romanhafte Charakter des Buches bis zuletzt gewahrt bleibt. — UweLarsNobbe: RuferdesReichs. Eine Geschichte deutschen Schicksals 1918—1923. 320 Seiten. Kartoniert 3,20 RM., Ganzleinen 4,50 RM. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam. — (500) — In dem neuen Buch Nobbes, der vor einigen Jahren den „Kriegsfreiwilligen" vorlegte, wird zunächst von dem heldenhaften Rückzug eines deutschen Detachements aus dem innersten Rußland berichtet. Dann begleiten wir den Kern dieser Truppe ins Baltikum, in die jahrelangen erbitterten Kämpfe um Overschlesien mit erschütternden Einzelheiten, schließlich an die Seite Schlageters im Ruhrkampf. Besonders wichtig wird der neue Tatsachenbericht durch die folgerichtige Entwicklung der kleinen Kämpfertruppe vom verlorenen Haufen zur Einreihung in die große deutsche Freiheitsbewegung. — Straße nach Tralf. Roman von Peter Beckmann. Kart. 1,60 RM., Halbleinen 2,50 RM. Brunnen-Verlag, Willi Binhoff, Berlin. — (444) — Die Schilderung kleidet den Bau einer Bergstraße durch Freiwilligen Arbeitsdienst in Poesie. Sie bringt uns dem Werke näher als jeder Leitartikel. Ohne daß auch nur ein Wort von Führertmn, Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, Volksverbundenheit oder dgl. fällt, werden wir in die Grundidee des neuen Aufbaues hineingeführt. Hunderttausende haben auch heute noch keine Ahnung davon, was die Verpflanzung junger Städter aus den steinernen Häuserklüften unter den freien Himmel bedeutet, in ein Lagerleben mit stärkster körperlicher Arbeit. Das technische Drum und Dran des Straßenbaues ist echt geschildert, die eingestreute Liebesgeschichte mit der Dorfschullehrerin herb und zart. Sportbücher. Olympia-Wertung in Dort und Bild. Der von den Reichsministern Dr. Goebbels und Dr. Frick zusammen mit dem Reichssportführer herausgegebene Aufruf zur olympischen Schulung hat das Zeichen zum Beginn einer großzügigen Sportwerbung in sämtlichen Gliederungen des deutschen Volkes gegeben. Neben Presse und Rundfunk, öffentlichen Kundgebungen, sportlichen Werbeoeranstaltungen, Film- und Lichtbild- oorführungen, bildet eine vom Amt für Sportwerbung des Propagandaausschusses für die Olympischen Spiele herausgegebene Olympia-Heftreihe das bedeutsamste Mittel, in den breitesten Kreisen Verständnis für die deutschen Olympischen Spiele zu verbreiten und Lust zu eigener Sportbetätigung zu fördern 8 eben sind die ersten vier Hefte dieser Olympia-^ reihe erschienen. ' 1 Das Einführungsheft „Olympia 1936 e n nationale Aufgabe" arbeitet Sinn Art u Geschichte der Olympischen Spiele heraus' und »i in Text und Illustration ein anschauliches Bild n der sorgfältigen und durchdachten Art des baues der Olympischen Spiele 1936. In den 2) ?n der Wintersportwerbung, die mit der Werbers eingesetzt hat, stellen sich die nächsten drei £)[nm^ Hefte. Das Olympia-Heft Nr. 2 „S k i l a u f" w . Gana durch Skiläufers Kinderstube wie ein jju des Könners zu seiner Vollendung. In den mfJ lichen Wettkampf der Bobmannschaftsrennen/?,' das entschlossene und harte Spiel des Eishoch? gewährt das Olympia-Heft Nr. 3 „B o b fahr' und Eishockey" klaren Einblick. Und wer ein so vollendeter Künstler auf dem Eise, daß»! aus bildmähig so gut gesehenen und so tre;"I charakterisierten Leistungen der Weltbesten j Olympia-Heft Nr. 4 „Eislauf, Kunst- S ch n e l l a u f" nicht noch viel fernen könnte f der Durchführung der olympischen Werbung beiten die zuständigen Stellen der Gemeinde^ NSDAP, und des Reichssportführers zusa^ und bringen dadurch zum Ausdruck, daß es siH, um eine Angelegenheit des ganzen Volkes Wettervoraussage. Während in Süddeutschland, abgesehen vonU bildung, teilweise heiteres Wetter mit Nachtstj herrscht, liegt unser Bezirk noch vollkommen im3 reiche der milden Westströmung. Sie gab ftriti auch Anlaß zu ganz geringfügigem Regen, n sich voraussichtlich jetzt aber abschwächen, f wesentliche Witterungsänderung ist damit 004 aber nicht verbunden. Aussichten für Donnerstag: In H Niederungen vielfach Nebel oder Hochnebel, jj trocken, bei schwachen Winden verhältnismäßige Aussichten für Freitag: Vielfach nti doch besonders nachts wieder etwas kälter. Lufttemperaturen am 27. November: mittag«ij Grad Celsius, abends 4,7 Grad; am 28. Novenw morgens 4,8 Grad. Maximum 4,9 Grad, Minii^ 2,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefea 27. November: abends 3,7 Grad; am 28. Novelle morgens 4,2 Grad Celsius. Hauptschriftleiler: Dr Friedrich Wilhelm ßongp Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. ßani für Feuilleton: Dr Hans Thyriol, für den übmj Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theolc« Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck und 58er!:? Brühl'iche Universitäts-Buch- und Steinbrurfar R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 TI Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf, mehtt Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 M mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 M Denken Sie an STOFFE, denken Sie an BERNARI Husten- Bonbons: LUIS TREKKER - Maria Andergast in 6970 A DER VERLORENE SOHN Das gewaltigste Meisterwerk Luis Trenkers. - Vorher auserwähltes Beiprogramm, Ufa-Ton-Woche Spielzeiten: Wochentags 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr, Sonntags 3.00, 5.30 und 8.30 Uhr. — Vorbestellungen unter Nummer 4077 erbeten Ma-Ondra-Dauerwellen drahtlos stromlos Geschmackvoll * WH W v/n 6973 a n« awtSL.-SeizetMeh •$’ So legen Ihre Hühner auch jetzt im Winter Vornehm Persönlich Brühl’sche Kauft für den WeihuacüMfon die Sammefafaeictoi de6 Kamelhaar- Umschlag- Schuhe . RM. 1.25 Kamelhaar- Laschen- Schuhe rm.0,95 Kamelhaar- Schnallen- Stiefel rm. 2.25 Drooerii Kreexyli1151 KleineAnzeigen 'M Gießener Anzeiger w-rden von Tausenden beachtet und aelei-'n. Mercedes Mk. 182.- monatllch Mk. 7.90 FranzVofilACo., Gießen Seitenweg 44 4766A führungearten schnell und zu mäßigen Preisen Druckerei. Schulstraße 7, Anruf 2251 V. 11. C. 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Einmal das Buch, das wir schon so lange und so oft lesen wollten, während des Sommers aber immer wieder beiseite legten, mit dem festen Vorsatz, es im Winter bestimmt zur Hand zu nehmen. Da sind weiter die Aufnahmen von unserer diesjährigen oder gar noch von der vorjährigen Urlaubsreise, die fein säuberlich in ein — am schönsten selbstgefertigtes — Album geordnet, in Form eines illustrierten Reisetagebuches unsere Erinnerungen und Eindrücke festhalten sollen. Wieviel frohe Stunden leben da vor unserem geistigen Auge wieder auf! Wie können wir in diesem Reisealbum unseren Geschmack und unser Stilgefühl in der Art der Anordnung, in der Form der Niederschrift zeigen und schulen. Ueberhaupt der Berg von Photos, die durchgesehen und sortiert werden sollen! Keine Jahreszeit eignet sich so gut zum Kramen und Aufräumen der Schreibtisch- und Kommodenladen. Da liegen Briefe, die uns lieb und teuer sind zwischen und neben unwichtigen Papieren, die nichts als Ballast bedeuten und unnötig Platz wegnehmen. Unnützes wird im Ofen vernichtet. Wichtiges gut aufgehoben. Erinnerungen an liebe Freunde und schöne Stunden und ihre Dokumente werden entsprechend behandelt und gewertet. Geschäftspapiere, Rechnungen, Quittungen usw. besonders gebündelt und gelegt. Am besten nach Name und Art in einen Schnellhefter registriert. Manch vernachlässigtes Papier wird so endlich den ihm gebührenden Platz erhalten, verloren Geglaubtes wiedergefunden. Die Bibliothek wird durchgesehen, ein Katalog angelegt, jedes Werk genau verzeichnet; eine Liste aufgestellt, in der jedes verliehene Buch sorgfältig notiert wird, damit nichts, was uns wert ist, verloren geht. Stellt sich beim großen Aufräumen heraus, daß wir nicht mehr wissen, wohin mit allen Büchern, dann sei darauf hingewiesen, daß Krankenhäuser, Jugend- und Altersheime jederzeit dankbare Abnehmer für gute Zeitschriften, Jahrbücher und andere Druckschriften sind. Die Trennung darf uns in Anbetracht des guten Zwecks nicht schwer werden. Es ist wohl überflüssig, zu betonen, daß die Auswahl dieser Spenden noch gewissenhafter als bei jeder anderen Gabe sein muß. Man wird erstaunt sekn, welche vergessenen Schätze eine Durchsicht der Schrank- und Kommodenfächer ans Tages- bzw. ans Abendlicht bringt. Da entdeckt man manches Stück, das umgearbeitet und ausgebessert, uns selbst noch dienen oder, für die Winterhilfe gespendet, manchen Armen er- sreuen kann. Stoffreste mit der erforderlichen Phantasie geschickt und geschmackvoll verarbeitet geben bunte Kissenplatten und Decken. Ueberhaupt die Handarbeiten, die auf fleißige Hände warten! Sei es, daß sie unser eigen Heim schmücken oder den lieben Nächsten erfreuen sollen. Weihnachten ist nicht mehr fern. Mit uns unter einem Dach oder im Nachbarhaus wohnt vielleicht eine kranke Frau und Mutter, der eine warme Jacke, ein Tuch fehlt, die Kinder hat, die über jedes neue Kleidungsstück und Spielzeug glücklich sind. Darum die Herzen und die Schränke auf, damit bei uns Ordnung und Uebersicht und beim Nachbarn Freude und Dankbarkeit herrschen! Mutter als Gesundhettswart. Von Antonie Man. Es gibt kaum einen Posten im Wirtschaftsleben, der so vielseitig wäre wie der der Hausfrau, der bäuerlichen Hausfrau. Die Ansprüche, die in Haus und Küche an sie gestellt werden, sind sehr groß. Groh ist meistens auch der Kreis ihrer Schutzbefohlenen, denn unter ihrem Schutze stehen alle Lebewesen auf dem Hofe; sie ist die eigentlich Verantwortliche für das Wohl und Wehe aller. Es ist nicht nur, daß das Essen pünktlich auf dem Tische steht und gut schmeckt, nein, das, was auf dem Tische steht, soll auch für die Gesundheit aller zuträglich sein. So müssen z. B. schwer und leicht verdauliche Speisen wechseln. Mit der Versorgung der Tiere ist es nicht anders. Der größte Teil aller Krankheiten kommen aus Magen und Darm und werden bedingt durch das, was wir essen. Schon aus diesem Grunde ist die Frau der G e - sundheitswart im Hause. Wenn etwa in einer Familie die Mitglieder dauernd krank sind, so ist das eigentlich ein Zeichen dafür, daß die Hausfrau nicht gut aufpaßt. Von heute auf morgen ist nämlich kein Mensch schwer krank. Meistens gehen Unpäßlichkeiten voran, die von der Hausfrau nicht übersehen werden dürfen. Appetitlosigkeit, besonders bei Kindern ist z. B. im allgemeinen ein Beweis, daß etwas nicht stimmt. Beobachtet sie bei einem Kind plötzlich Appetitlosigkeit oder Müdigkeit' oder Schlaffheit, so muß die erste Frage der Verdauung gelten. Ist es nicht ganz gewiß, daß die Verdauung bzw. der Stuhl in Ordnung und täglich regelmäßig erfolgt ist, so muß sofort eingegriffen werden. Ein Klystier kann niemals schaden. Rein animalisch natürlich ist, daß nach jeder Nahrungszunahme auch Stuhlgang erfolgt. Aber mindestens einmal am Tage muß Darmentleerung erfolgen, wenn der Körper nicht zu Schaden kommen soll. Der tägliche Stuhlgang ist so notwendig wie Morgenwäsche und Zahnputzen. Rein den Leib innen und außen, muß die Grundregel unseres Lebens sein, und dazu gehört in allererster Linie die Darmentleerung. Blinddarmentzündungen sind meistens auf Vernachlässigung des Stuhles zurückzuführen. Es gibt ja Leute, die drei Tage und länger ohne Stuhlgang sind. Dabei essen sie munter in sich hinein. Was soll der Körper schließlich mit diesen Sachen anfangen? Eine Verstopfung und 23er» jchmutzung aller Organe muß die unbedingte Folge Kloppt die Verdauung nicht, so ist das immer ein Beweis, daß wir uns falsch ernähren. Die richWir kochen „Surm". Bisher beanspruchte jeder Kochtopf eine Feuerstelle für sich allein. Bekam er sie nicht, dann wurde er böse, und die Mahlzeit konnte nicht zur Zeit fertig werden. Heute kennt die Hausfrau das Turmkochen und freut sich dieser Wissenschaft. Sie türmt, wie schon der Name sagt, zwei ober gar drei Töpfe aufeinander, und kann völlig beruhigt darüber sein, daß die Speisen im Turm nicht anbrennen können. Da für die meisten Haushaltungen der Gasherd in Frage kommt, stelle man den untersten Topf etwa vier Zentimeter von der Gasflamme weit fort, damit er das Kochloch nicht ganz verdecke. Kann der Abstand noch durch den Ring vergrößert werden, umso besser. Nun werden die anderen Töpfe mit ihrem Inhalt auf den ersten gestellt, und zwar so, daß sie einen gut schließenden Deckel bilden. Je mehr der Deckel als Verschluß dient, um so vorteilhafter für die Schnelligkeit der Zubereitung und die Erhaltung der lebenswichtigen Stoffe. Breite Töpfe sind den hohen schmalen stets vorzuziehen. Die Brennfläche ist dann größer, der Inhalt wird schneller genießbar. In den alten, guten, hohen Töpfen lassen sich Speisen besser aufbewahren und geben dann weniger von ihren wichtigen Stoffen ab. Das ist immerhin auch ein Vorteil, da ja m jedem Haushalt, trotz aller klugen Berechnungen, Reste übrig bleiben können. — Früher wärmte man sie, indem man sie einfach auf die Flamme stellte. Dann hat sich herausgestellt, daß sie bei weitem nicht mehr so gut waren wie am Tage vorher. Man ist dazu übergegangen, sie nur auf Dampf zu wärmen, und hat den Vorteil, daß sie dann im gewärmten Zustande nicht jenen faden Geschmack haben, und daß die Aufbaustoffe erhalten bleiben.— Reste von Suppenfleisch ergeben eine neue Mahlzeit: Das vorhandene Fleisch wird in kleine Würfel geschnitten und in eine Pfanne mit steigender Butter gegeben, dann werden zwei Eier dazu geschlagen und mit den Fleischwürfeln vermischt. Ist noch ein Rest von Wurst vorhanden, kommt er gleichfalls dazu, ebenso wie das abgeschnittene und aufbewahrte Schinkenfett. Das ganze wird gut verrührt und vor Ansetzen geschützt. Als Beilage dazu richtet die Hausfrau in einer Schüssel Kartoffelbrei an, den sie mit Milch bereitet und mit klein gehackter Petersilie Überstreut. In die Mitte kommt in der Form eines Hügels das Fleischgericht, das mit dem Bratfett übergossen wird. Schü. tige Ernährung für jeden einzelnen zu finden, ist wiederum Aufgabe der Hausfrau. Das fetzt Lebenserfahrung und Klugheit voraus. Zarten Kindern recht viel hineinzuftopfen, besonders Eier, ist grundfalsch. Der Magen kann das meistens gar nicht verarbeiten. Zarte Kinder sind meistens mäklig im Essen; wir müssen ihnen Hunger verschaffen. Sie müssen Bewegung in frischer Lust haben, herumtollen, turnen, marschieren; Eintritt in die Hitlerjugend ist eigentlich das richtige Rezept. Sobald das Kind gesunden Hunger hat, wird es sich auch kräftigen und widerstandsfähig sein. Neigt jemand in der Familie zur Verstopfung, so muß die Mutter darauf achten, daß der Betreffende weniger Brot, dafür aber um fo mehr Obst i ß t. Bei schwachem Magen muß vierlei beachtet werden: Niemals krumm sitzen — Mutter muß immer ermahnen — keine festen Gürtel tragen, Vorsicht mit geschnittenen Kartoffeln, wie Bratkartoffeln, Kartoffelsalat, Gurkensalat darf nicht gehobelt, sondern muß geraspelt werden, Vorsicht bei Pilzen und Eiern. Der Betreffende muß diese Gerichte gut kauen und sie abends ganz meiden, dafür darf er sich an Obft, Suppen, frischem Gemüse, Milchspeisen schadlos halten. Neigt jemand zu Durchfall, so sott er keineswegs Obst meiden. Er soll aber statt Kaffee eine dicke Haferschleimsuppe essen und ständig getrocknete Heidelbeeren knabbern wie Bonbon. Bei schweren chronischen Leiden muß selbstverständlich ein Arzt befragt werden. Aber die Kunst und Aufgabe der Hausfrau ist es, eine Krankheit früh genug zu merken. Man muß sich aber zur Regel machen, daß bei einer kleinen Unpäßlichkeit, deren Ursache noch nicht klar ist, immer sofort einmal für Darmentleerung gesorgt wird. Das entlastet den Körper sofort. Be- fonders Fieber sinkt sofort nach einem Klystier. Darauf tut ein heißes Bad gute Dienste mit Nachdünsten im Bett. Steckt eine schwere Krankheit im Körper (Masern), so kommt sie durch das Bad schneller und milder zum Ausbruch, als wenn die Krankheitsstoffe noch tagelang ungestört im Körper herumwirtjchasten, und wir stehen ganz plötzlich vor der Katastrophe. Der tierische Körper arbeitet nicht anders. Er ist denselben Gesetzen unterworfen wie der Mensch. Wenn die Hausmutter die kleinen Unpäßlichkeiten ihrer vierbeinigen Haus- und Hofgenossen früh genug beachtet, genau wie in der Familie und dem Gesinde, so wird sie vor Schäden und bitteren Verlusten bewahrt werden. PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS - ■ W Die b r et einfachen Laufkleider heute sind sämtlich für die weichen, schmiegsamen und leichten Wollstoffe gedacht. Neu ist hierfür etwa ein ganz besonders weiches Gewebe, in das win - zigeFlaumfedern eingewebt sind, ähnlich wie man im Vorjahr häufig. Stoffe mit eingewirkten oder aufgelegten Angorahaaren sah. Das Kleid links besteht aus Schoßbluse und Rock, wobei dieser in seiner schlichten, vorn und hinten geschlitzten Form sehr gut auch einzeln zu irgendwelchen Blusen getragen werden kann. Die dreiviertellangen Raglanärmel sind ebenfalls unten geschickt und auf der Schulter durch drei stark markierte Abnäher verziert. Auch der Schoß ist vorn wie hinten gejchlitzt und hat zwei eingearbet« t e t e Taschen. Dazu Schlangenleder-Gürtel und -Knöpfe. - . Das Kleid in der Mltte hat ebenfalls dreiviertellange Raglanärmel, diesknal mit Aufschlag. Die Enden der Aermel bilden oben kleine Schlaufen, durch die ein breites Band aus glänzender, farblich abgestimmter Seide gezogen und vorn ge= fchlungen wird. Auch der Gürtel ist aus glänzender Seide. Die Vorderbahn des Rockes ergibt oben durch Abfchrcvgung die Taschen und unten die Weite durch zwei tiefeingelegte Falten. Bei dem dritten Kleid (rechts) find die tiefangesetzten, nicht zu weiten Glocken, die zwei Gürtelteile und der Koller art die durchgehende Vorderbahn angeschnitten. Neuartig ist der Rollkragen aus demselben Material wie das Kleid, mit dem rückwärtigen Knopfverschluß. Ausputz und Steppnähte und ein Monogramm oder auch nur ein einzelner Buchstabe aus Edelholz. H. Das Kind muß selbst aufräumen! Von (Eariofo Gross Immer wieder kann man es erleben, daß eine Mutter mit Seufzen anfängt, das Kinderzimmer ober bas Spieleckchen ihres Lieblings aufzuräumen, wenn bas Kinb glücklich im Bettchen liegt und schläft. Wenn man bann fragt, warum bas nötig fei, warum bas Kinb nicht selbst seine Spielsächen vor dem Schlafengehen ordnungsmäßig zusammen- räumt und fortpackt, dann bekommt man wohl gar zur Antwort: das kann das Kind nicht, es kann eben nicht aufräumen. Liebe Mutter, das liegt wohl weniger an Deinem Kinde als an Dir. Du hast nicht beizeiten dafür gesorgt, daß auch Dein Kind lernt, wie man seine Sachen verwahrt. Oder, wenn es die Sachen wirklich in den Schrank bringt, dann wirft es alles kunterbunt durcheinander, und Mutter muß doch noch hinterherräumen. Selbstverständlich ist die Überwachung dieser Arbeit zuerst immer vonnöten, und von Zeit zu Zeit wird Mutter auch bei dem ordentlichsten Kinde „aufräumen" müssen, doch wird diese Arbeit sich darauf beschränken, auszusondern, was durch vollständigen Verschleiß unbrauchbar geworden ist, oder, was sich an allzugroßen „Kostbarkeiten" wie Papierschnitzeln, Steinchen, Schachteln und dergl. mehr wieder einmal angesammelt hat und schließlich keinen Platz mehr für die wirklichen Spielsachen mehr übrig läßt, Kinder hängen ja für gewöhnlich mehr an scheinbar wertlosen Dingen, als an den kostbarsten Spielsachen. Die Mutter muß also bei diesem gelegentlichen Aufräumen viel Verständnis für ihres Lieblings Liebhabereien aufbringen, um kein allzu- großes Unglück anzurichten, aber ganz läßt es sich eben nicht vermeiden. . Wie erzieht man das Kind zum Selbst-Aufräumen? Das ist gar nicht so schwer, wie es aussehen mag. Natürlich muß man es dem Kinde irgendwie schmackhaft, etwa auch zu einer Art Spiel ausgestal- ten, das Aufräumen, besonders, wenn es bisher nicht daran gewöhnt war und seinen Spielplatz seelenruhig in größter Unordnung verläßt, weil es weiß, daß es am andern Tage doch alles in schönster Ordnung wieder vorfindet. Das geschieht bei ihm ja nicht mit bewußter Ueberlegung, nein: es ist eben so und damit fertig. Zum Schluß des Spielens heißt es mal: So, mein Liebchen, und jetzt spielen wir noch „Umzug", oder, wenn das Kind vielleicht einen Hühnerhof aufgestellt hatte: Nun ziehen wir noch zum Markt. Und dann holt Mutter einen Ziehwagen herbei, den sie inzwischen selbst hergestellt hat. Eine nicht zu große alte Kiste von netter Form wurde zu diesem Zwecke abgehobelt und mit irgendeinem Rest einer hübschen, bunten Oel- ober Lackfarbe angestrichen und auf Räder von einem alten Puppen- oder Postwagen oder ähnlichem, wohl auch auf Garnrollen gesetzt und an einer Schmalseite mit einem Griff versehen, durch den man sogar noch einen Strick ober ein kleines Geschirr vom „Pferbchenspielen" ziehen kann, unb ber schönste „Ziehwagen" ist fertig. Mit besonderem Jubel wird das neue Spiel begonnen und will das Kind dann den Wagen vor dem Schrank stehen lassen ober bie Sachen nur wilb hineinwerfen, so heißt es: Nein, mein Kinbchen, sieh mal, Mutter muß auch bie Möbel im Zimmer grabe aufstellen unb Deine Tiere können nicht schlafen, wenn sie burcheinanber liegen müssen. Das willst Du doch wohl nicht? Erst großes Erstaunen, wohl gar ein „Schnäppchen", aber bei gutem Zureben wirb auch noch im Schranke Drbnung geschaffen. Am nächsten Tage heißt bas Aufräumespiel anbers als beim ersten Male, unb so muß bie Mutter ihre Fantasie spielen lassen, um bem Kinbe bie Aufräumerei vergnüglich zu machen. Doch, bas bauert meistens nicht lange, bann hat bas gut erzogene, ge- junbe Kinb schon so viel Spaß am Ersinnen immer neuer Erfindungen über ben jeweiligen Zweck dieser „Arbeit", daß ihm die Sache unversehens zur Gewohnheit wird, ehe es denkt, daß es da tatsächlich eine Arbeit verrichtet. Auf diese Weise werden Ordnungssinn und Zuverlässigkeit bei dem Kinde schon früh ausgebildet, und Kind und Mutter werden den Nutzen dieser Hebung sehr bald wohltuend spüren. Der Quälgeist der Hausstau. Marthe stürzt in die gemütliche Leserunde der Wohnstube: „Mutter, meine ganzen Sachen sind von Motten zerfressen. Sogar mein Kissen, was ich so sehr lieb habe und mit so viel Mühe gestickt habe, ist voll von Gängen und Löchern", jammert sie, und laut schluchzend drückt das liebe halbwüchsige Mädel das Gesicht in das von den bösen Tieren mißhandelte Kissen. Die Mutter beruhigt sanft: „Es wird nicht so schlimm sein. Ich habe doch deine Sachen nachgesehen kurz nach deiner Abreise Ostern, und nun ist kaum ein Vierteljahr vergangen?" Aber recht beunruhigt ist die tüchtige Hausfrau und Mutter doch. Sie weiß aus langjähriger bitterftcc Erfahrung, welch schlimmer und böser Quälgeist die äußerlich so unscheinbaren Tierchen in jedem Haushalt sind. Trotz Zugluft, Petroleum und Mottenmitteln vom Drogenhändler sind sie manchmal nicht fern zu halten. Fast bei Tag und Nacht muß man besorgt sein um seine Wollsachen, Pelze und Federn. Sie erinnert sich nur zu gut, erst kürzlich gelesen zu haben, daß ein Mottenweibchen eine ungeheure Nachkommenschaft von ungefähr einer halben Million Raupen haben kann, die durch ihre unersättliche Gefräßigkeit 46,5 Kilo Wolle zu vernichten imstande sind. Eine eingehende Untersuchung all der netten und mit Liebe zusammengestellten Sachen ihrer Tochter übertrifft ihre schlimmsten Befürchtungen. Nichts scheint verschont geblieben zu fein. Selbst der hübsche Friesvorhang mit der Stickerei aus feinstem mühsamsten Gobelinstich sieht gegen das Licht gehalten fast wie ein Schweizer Käse aus. Allerdings: Diesen Vorhang hatte sie lange nicht beachtet, in der Meinung, daß er im Durchgang zweier Zimmer hängend doch immer in Benutzung war. So schlimm wie bei diesem Vorhang, wo die bösen Geister nun schon seit einem Jahr ihr Unwesen getrieben haben mochten, und der eine Brutstätte für den Nachwuchs bildete, war es allerdings bei den anderen Sachen nicht bestellt. — Aber immerhin, in einem kurzen Vierteljahr ein solcher Schaden; das war zu viel für ihren sparsamen und ordentlichen Hausfrauensinn. „Kann man sie denn nicht auf Leim fangen wie z. B. die Fliegen?", meint Marthe kindlich verzweifelt. Nun, das kann man freilich nicht: aber jetzt erinnert sich die Mutter plötzlich,von motten« sicheren Stoffen und einer deutschen Erfindung gehört zu haben; und daß es nach langen gründlichen Versuchen und Forschungen gelungen sei, für lange Zeit Stoffe und Pelze usw. mottensicher au machen. Gleich morgen wollte sie mit ihren Freunoinnen, die alle gute und weitsichtige Hausfrauen waren, sprechen. Am besten würde es sein, wenn die gesamte deutsche Industrie sich entschließen könnte, nur noch mottensichere Erzeugnisse zu liefern. Das würde eine große Erleichterung für alle Hausfrauen werden, wenn sie dadurch von diesem bösen, uralten Quälgeist befreit würden. Sie streicht leicht über den Kopf ihrer sorgenschweren kleinen Tochter. „Laß nur, Kind, wenn du einmal Hausfrau bist, wird die deutsche Industrie sich sicher in' all ihren Zweigen die gute deutsche Erfindung nutzbar gemacht haben und nur noch mottensichere Sachen anbieten. Zn dieser tröstlichen Aussicht gewinnen Mutter und Tochter ihre gewohnte Ruhe und Heiterkeit einigermaßen zurück. Die geseieriste Tänzerin des is. Jahrhunderts. 3um 50. Todestage der Fanny Elßler aus Wien. Fanny Elßler, die 1884 im Alter von 74 Jahren ihre Augen schloß, war wohl die gefeiertste Künstlerin des 19. Jahrhunderts. Ein seltsamer Reiz muß von ihrer dunklen Schönheit, ein eigener Zauber von ihren leidenschaftlichen, und doch nie die Gesetze eines edlen Stils überschreitenden Tänzen ausgeaangen sein. Wiener Kind, eroberte sie sich im wahrsten Sinne des Wortes die ganze Welt. In der Vaterstadt begann sie, in Berlin wurde sie zuerst als überragendes Talent gefeiert, in Paris stieg sie, kaum 24 Jahre alt, neben Maria R a g l i o n i zum ersten Stern am europäischen Tanzhimmel empor — und dann begannen ihre Wanderfahrten durch halb Europa und die Vereinigten Staaten: bis sie, noch in der Blüte ihrer Kraft, mit 41 Jahren von der Bühne abtrat, um den Rest ihres Lebens in stiller Zurückgezogenheit zu verleben. Das Publikum ließ sich in jenen Jahren, da Fanny Elßler ihre Triumphe feierte, wohl leichter begeistern als heute. Und nachdem sich die schöne Wienerin erst einmal durchgesetzt hatte, tat auch die Mode ein übriges, um ihr überall den rauschenden Jubel der Menge einzutragen. Dennoch — nur eine ganz ungewöhnliche Anmut, nur ein Können von außerordentlicher Reife vermögen jenen Rausch au erklären, der Jahrzehnte lang alles ergriff, was in Fanny Elßlers Bannkreis kam. Die Theater rissen sich um sie? Man zahlte ihr Honorare wie kaum einer anderen Künstlerin. In Amerika erhielt sie für 199 Abende 750 000 Franks in der damaligen Währung. Die Theater machten trotz der hohen Gagen gute Geschäfte. Denn die Ankündigung Fanny Elßlers bedeutete mit Sicherheit ein volles Haus, meist sogar, trotz erhöhter Preise, den Absatz aller Karten längst vor dem Vorstellungstage. Der Jubel, der jedes Auftreten Fannys begleitete, nahm oft groteske Formen an. Man schrie nach ihr, bis man vor Heiserkeit nicht mehr schreien konnte. Verabschiedete sie sich irgendwo, so konnte die Bühne meist die Masse der Blumenspenden nicht fassen. Gelegentlich zählte man bei 42 Hervorrufen über 300 Kränze und große Körbe. Selten fehlten auch die auf buntem Seidenpapier gedruckten Huldigungsgedichte, die nach der Sitte jener Zeit in Mengen von der Galerie über das Publikum ausgeschüttet wurden. Besonders entzückte Verehrer ließen weiße Tauben durch das Haus flattern, die mit blauen Bändchen und silbernen Glöckchen geschmückt waren. Keine Künstlerin wurde so reich beschenkt wie Fanny Elßler. Es blieb nicht bei Körben mit Obst, Konfekt, kostbaren Weinen; man überschüttete sie mit Schmuck jeglicher Art; in Moskau erhielt sie in einer Attrappe, die eine „Kalatsche", eine Art Weizenbrot darstellte, ein Armband im Werte von 3000 Silberrubel, das der Fürst Galitzin mit einigen Freunden gespendet hatte; römische Kavaliere vereinigten sich, um ihr eine goldene Krone im Werte von 12 000 Lire alter Währung zu überreichen; die Amerikaner schenkten ihr oft wunderbar gestickte exotische Kostüme, Fächer, Umhänge; zu Hunderten zählten die Hunde, Sinavogel und anderen Tiere, die man ihr auf die Bühne schickte; Einwohner von Washington verehrten ihr ein Kreuz, zusammengefügt aus Holzsplittern vom Grabe Washingtons, die Offiziere der Freaatte, die Napoleons Asche von St. Helena geholt hatten, einen Zweig von der Trauerweide, die dort das Grab des großen Korsen überschattet hatte. Es gab seltsame Szenen bei ihrem Auftreten. Als Fanny Elßler einmal in Moskau unter dem Eindruck der vielen Huldigungen in Tränen a u s b r a ch, begann plötzlich auch alles um sie herum zu weinen: Tänzer und Tänzerinnen, die sie umstanden, das Orchester, das Publikum — alles schluchzte, so daß die Vorstellung unterbrochen werden mußte. In Boston hatte Fanny nach einem ihr zu Ehren an Bord des „Columbus" veranstalteten Fest der Besatzung Karten zu einer Äor- stellung gesandt. Die Mannschaft zog darauf geschlossen, selbstverständlich in Galauniform, eine Musikkapelle voran, ins Theater; hier spielte die Kapelle weiter, bis der Vorhang aufging; der Beifall, den die ebenso kräftigen wie ausdauernden Marinerfäuste spendeten, überstieg alle GrenAen; schließlich stand noch ein Matrose auf und hielt eine Ansprache an hie Künstlerin, die antworten mußte, worauf wieder die Musik einsetzte. Wie oft Fanny Elßler die Pferde ausgespannt, wie oft ihr Fackelzüge und Ständchen gebracht wurden, ist schwer zu zählen. In Boston spielte eine Kapelle vor ihrem Fenster bis ein Uhr nachts. Um zwei Uhr marschierte schon wieder ein Gesangverein auf, um noch eine Stunde lang seine Melodien hören zu lassen. Sehr begehrt waren Andenken an die Unvergleichliche, vor allem ihre Tanzschuhe. In Neuorleans kam ein smarter Amerikaner aus den Einfall, die Kissen der Kutsche zu versteigern, in der die große Fanny gefahren war; er erzielte eine sehr ansehnliche Summe. Man taufte Schiffe und Lokomotiven auf Fanny Elßlers Namen. Diesseits und jenseits des Ozeans trugen zahlreiche Kleidungs- und Schmuckstücke, Spielereien und Speisen eine Bezeichnung, die aus sie oder auf eine ihrer Tanzschöpfungen hinwies. Hüte und Jäckchen, die sie auf der Bühne gezeigt hatte, wurden „große Mode". Ihre Tänze fanden überall Nachahmung, der be- rühmteste, eine svanische „C a ch u ch a" aus dem Ballett „Le di able bo i t eux“ beherrschte jahrzehntelang die Bühnen und Tanzstätten; im Zirkus sah man ihn sogar zu Pferde. Nicht gering war auch die Zahl der Parodien, die auf Fanny Elßler und auf einzelne der von ihr zu Ansehen gebrachten Balletts geschrieben und aufgeführt wurden. Fanny-Elßler-Possen gab es in deutscher, englischer und französischer Sprache. Die bildenden Künstler drängten sich danach, ihren Kopf oder ihren Körper zu malen oder zu meißeln. Unzählbar ist die Fülle der Gedichte, die ihr gewidmet wurden. Das erste, das in eine breitere Oesfentlichkeit drang, erschien in Bäuerles angesehener „Theaterzeitung", als sie gerade 22 Jahre alt war. Sein Verfasser, Manfred Dräxle, erklärte, weder die Rose, noch der Zephyr, noch irgend ein Vogel hielten den Vergleich mit dieser Künstlerin aus: „So in leichten Kreisen schreitend, Und auf Melodien gleitend Aus den Augen in die Herzen. Neigst du deine schöne, glatte Stirn dem reifen Lorbeerblatte, Das sie unter Lust und Scherzen Wohlverdienet überschatte." Unter den vielen, die in der Folge in mehr oder weniger gelungenen Versen ihr Lob verkündeten, befinden sich auch manche Dichter von Namen und Rang. Sehr schön hat Karl von H o l t e i seiner Bewunderung für Fanny Ausdruck verliehen und zugleich ein anschauliches Bild von dem Reiz ihres Tanzes geliefert. Ein wenig spöttisch meinte Friedrich Rückert: „Nun kann ich ruhig zu Grabe gehn, Ich habe das Höchste im Leben, Der göttlichen Fanny Gebeine gesehen Sich bis zum Himmel erheben." Franz Grillparzer, der eine Zeit lang auch manches an ihr zu tadeln fand, beschwor sie doch, als die Kunde kam, daß sie sich in das Privatleben zurückziehen wolle, diesen Schritt noch nicht zu tun: „Dir ward die holde Macht gegeben, Sei günstig du für so viel Gunst: Nicht dir allein gehört dein Leben, Gib sie nicht auf, die heil'ge Kunst!" Fünfzig Jahre sind verflossen, seit Fanny Elßler starb; fast drei Menschenalter, seit sie zuletzt auf eine Bühne trat. Von denen, die ihr damals zujubelten, lebt keiner mehr. Aber der Name Fanny Elßlers ist doch nicht tot. Der Ruhm, den sie so reichlich erntete, breitet noch immer einen eignen Glanz um ihre Persönlichkeit. Kirche und Schule. Lehrertagung in Lollar. M Lollar, 27.Nov. Der Bezirk Lollar des N S. - L e h r e r b u n d e s und die Arbeitsgemeinschaft „Volksschule" hielten in der Gastwirtschaft „Zur Bergschenke" eine gemeinsame Sitzung ab. Iu Beginn gedachte der Vorsitzende des Bezirks, Lehrer Emmel (Staufenberg), des verstorbenen Mitglieds Rektor Keller, dessen Andenken in der üblichen Weise geehrt wurde. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, Lehrer Eberle (Lollar), machte dann einige geschäftliche Mitteilungen, u. a. daß für die nächsten Tagungen Vorträge über Vor- und Frühgeschichte vorgesehen seien, für die bekannte Heimatforscher gewonnen werden sollen. Dann hielt er einen Vortrag über den Geschichtsunterricht im nationalsozialistischen Geiste. Wir sind zu einer neuen Betrachtungsweise des geschichtlichen Geschehens gekommen. Persönlichkeiten und Dinge der Vergangenheit erscheinen in einem ganz neuen Lichte. Der Geschichtsunterricht ist nur ein Glied der Erziehung zum Nationalsozialismus. Der Führer selbst gibt als Aufgabe an, daß die Geschichte Lehrmeisterin für die Zukunft und den Fortbestand des eigenen Volkstums sei, im Dienste der völkischen Urwerte: Blut und Ehre, Gemeinschaft und Treue, Führer- tum und Gefolgschaft stehen soll. Das erste und letzte Wort bezüglich der Deutung der Geschichtswelt im völkischen Sinn hat der Führer. Hier darf es nicht die verschiedensten „persönlichen" Ansichten und Meinungen geben. Deshalb soll ein maßgebendes Geschichtswerk geschaffen werden, wozu der Auftrag vom Führer erteilt sei. Der Vortragende ging dann auf Stoff und Methode des Geschichtsunterrichts ein, der sich an das „gruppenbildende Fach" der Erdkunde des Gesamtunterrichts, wie ihn besonders Tietjen in seinem Buch „Erziehung zum deutschen Menschen" fordert, anschließt. Neu ist die Forderung der Vor- und Frühgeschichte. Sie ergibt sich aber aus nationalsozialistischer Einstellung. Der Geschichtsunterricht soll das Leben in den Unterricht einbauen. Der Geschichtsstoff soll beschränkt werden, aber sich in Höhepunkte gliedern und nach den Worten des Führers „wenige Namen herausheben und sie zum Allgemeingut des gesamten deutschen Volkes machen, um so durch gleiches Wissen und gleiche Begeisterung auch ein gleichmäßig verbindendes Band um die 'ganze Nation zu schlingen." Der Vorsitzende Emmel machte dann noch eine Reihe von Mitteilungen geschäftlicher Art. Nach einem „Sieg-Heil!" auf den Führer wurde die Konferenz geschlossen. Tagung der Junglehrer des Kreises Schotten. * Lardenbach, 27. Nov. Unter Leitung des Kreisschulamtes Schotten fand in Lardenbach eine Schulverwalterkonferenz statt. Dank des Opfersinns und der schulfreundlichen Einstellung der Gemeinden Lardenbach und Klein-Eichen war es möglich, alle 26 Teilnehmer und Teilnehmerinnen kostenlos unterzubringen und zu verpflegen. Die Junglehrer des Kreises werden die Gastfreundlichkeit der beiden Gemeinden in dankbarer Erinnerung behalten. Die Tagung wurde mit einem Familienabend eröffnet, an dem die Junglehrer des Kreieses, die Einwohnerschaft und einige Lehrkräfte der näheren Umgebung teilnahmen. In seiner Begrüßungsansprache wies Kreisschulrat Dr. M e u e r ■ aus die Bedeutung des Abends hin. Die Veran- j staltung wolle den Junglehrern Anregungen für ? die Gestaltung von Elternabenden in ihren Gemeinden geben. Aufgabe der Elternabende müsse sein, wertvollstes Kulturgut in die Bevölkerung hineinzutragen und damit Lehrer und Dorf in lebendige Beziehungen zueinander zu bringen. Schuloerwalter Müller betonte einführend, was unter Schul- und Hausmusik im Gegensatz zur Kunstmusik zu verstehen ist. Das Konzertleben vergangener Jahre und auch der Rundfunk haben nicht vermocht, breite Schichten des Volkes an wertvolle Volksmusik und an die Werke unserer großen Meister heranzuführen. Wenn unser ganzes Volk wieder wirklich teilhaben soll am Musikleben, dann muß es wieder musikalisch tätig werden, bann muß wieder wertvolle Hausmusik in unseren Heimen erklingen. Das passive Hören allein führt nicht zum tiefen musikalischen Erleben. Es darf nicht mehr so sein, daß wir die Musik nur als willkommenes Mittel zur Zerstreuung schätzen. Erst wenn unser Volk in feiner breiten Masse wieder Erbauung und Erhebung im Singen und Spielen findet, ist es um unser Musikleben wieder besser bestellt. An der Ausführung des Programms waren beteiligt die Schulkinder Lardenbachs (mehrstimmige Lieder, Singspiel), etwa 25 Schulkinder aus Groß-Eichen unter Leitung von Lehrer Appenheimer (Gesang, Blockflötenchor, Gitarren, Volkstänze), Schulverwalter Müller und Lehrer Bell (Violine und Blockflöte), Lehrer Appenheimer (Cello und Blockflöte), Lehrer Schneider (Klavier und Bratsche). Der nächste Tag war dem Unterricht in den ein« zelnen Klassen gewidmet. Es unterrichteten bit Klassenlehrer und einige Teilnehmer. In der anschließenden Aussprache wurden methodische Fragen erörtert. Um 13 Uhr wurde die wohlgelun- gene Tagung mit einem „Sieg-Heil!" auf Öen Führer geschlossen. NSLB., Bezirk Gedern. rt Gedern, 27. Nov. In der Monatsver- sammlung der Lehrer des Bezirks wurde neben Erledigung zahlreicher geschäftlicher Angelegenheiten in der hiesigen Turnhalle ein kurzer Lehrgang für die Durchführung einer zeitgemäßen Schulturnstunde auf dem Lande praktisch durchgeführt. Lehrer Becker-Oberseemen, an führender Stelle in der DT. mit großem Erfolg tätig, konnte aus dem Schatze seiner vieljährigen Erfahrungen eine große Anzahl wohlaufgebauter und sehr abwechselungsreicher Uebungen zeigen, die er von den Lehrern selber ausführen ließ. Da diese Hebungen fast ohne Geräte möglich sind und trotz- dem den ganzen Körper zweckvoll in Anspruch nehmen, ist diese Uebeungsstunde für unser Landschulturnen recht forderlich gewesen. Gießener Konzertverein. Klavierabend Alfred Hoehn. Als man vor einigen Tagen Gelegenheit hatte, in einer Veranstaltung des Frankfurter Senders Professor Alfred Hoehn Beethoven-Sonaten spielen zu hören, da war man vom ersten Ton an gefesselt durch die persönliche Note, die von seinem Spiel ausging. Um wieviel stärker war nun der unmittelbare Eindruck, den der Frankfurter Kla- üiermeifter mit der gestrigen Veranstaltung hinterließ. Hoehn gilt schon feit langem als einer unserer solidesten Pianisten, und ich erinnere mich noch jetzt gern an Sonatenabende, die ich vor über einem Jahrzehnt von ihm horte. In der Zwischenzeit hat sich Hoehn außerordentlich gewandelt. Das überaus gediegene technische Rüstzeug ist in der Durchbildung so weit fortgeschritten, daß es einfach undenkbar erscheint, daß es für ihn überhaupt noch technische Probleme gebe. Die kühnsten Erwartungen werden bei ihm noch übertroffen, nicht etwa, daß dieses virtuose Können für ihn nun Selbstzweck geworden wäre und seine Darbietungen dominierend beherrschte; im Gegenteil, was wir bei einem Pianisten schlechthin brillantes Spiel nennen, das wird mancher vermißt haben. Sein Anschlag verleiht dem Klavierton einen hohen Grad klanglicher Rundung und dunkler Sättigung. Alfred Hoehn kann ihn zu kaum erahnter Große steigern und ihn in einer reich differenzierten dynamischen Skala in den Dienst des Musikalischen stellen. Sein Ton kann in Weichheit zerfließen, aber er wird nie schwammig, sondern stets plastisch sein. Farbigkeit des Tones bindet sich bei ihm mit starkem Impuls des Emotionalen. Vielleicht steht der Künstler augenblicklich in einer Entwicklungsphase, die seine Gefühlskräfte bis zum tiefsten Grunde aufgerührt hat, und so ist sein Spiel beeindruckt von geradezu gigantischen Tempe- ramentsausbrüchen. Ja, in solchen Augenblicken rauschhaster Ekstase ist seine ganze Persönlichkeit in allen ihren Aeußerungsformen so motorisch durchdrungen, daß er mit der Stimme anfängt zu markieren und mit dem Fuß zu stampfen. Manchmal scheint es, als wäre der ganze Körper mie ein Federball durch die ungeheuren inneren Spannungen geschleudert. Diese Leidenschaftsevolutionen binden sich mit großer musikalischer Gestaltungskraft, die augenblicklich, soweit es sich beurteilen läßt, stellenweise zu sehr der durch den Gefühlsüberschwang beherrschten Motorik nachgibt, mehr, als es oft dem Werk angemessen erscheint. Es ist sicher nicht bloßer Zufall, daß das Programm der musikalischen Romanttk gewidmet war, denn hier fand Alfred Hoehn durch die Gegebenheiten der einzelnen Werke den stärksten und direktesten inneren Kontakt. Den größten Eindruck mutzte idas Werk des jungen schwärmerischen, ja stürmischen Johannes Brahms (Sonate in r-Moll op. 5) auslösen; ein Opus, .bas schon durch seine Entstehungszeit in die unmittelbarste persönlichste Nähe Robert Schumanns, verweist. Mit welchen wühlenden Ausbrüchen Alfred Hoehn den Kopfsatz bannte, anderseits dem Seitenthema in feinen einzelnen Entwicklungen nachspürte und die innersten Vorgänge bei der Klangwerdung ins rechte Licht zog, das war ebenso bewunderungswürdig, wie er das Andante mit weichem Empfinden erfühlte. Das Scherzo geladen mit stärkster Energie und wiederum in wehmutsvoller Verhaltenheit das Intermezzo (Rückblick). Das Finale erfuhr in feiner Durchgestaltung und in seinem Aufbau eine geradezu frappante persönliche Prägung und wurde durch seine grandiose Coda zu einem erschütternden, ja überwältigenden Erleben. Man glaubte nicht mehr einen Flügel zu hären, das war ein Klanggewoge, das die instrumentalen Fesseln sprengte und in engster Unmittelbarkeit jeden innerlich packte und mitriß. Wenn Alfred Hoehn auch Chopin meisterlich spielte, so lag ihm Robert Schumanns Carneoal op. 9 unendlich näher. Die innere Symbolik und die außermusikalischen Momente ließ er in engster Bezogenheit zum Werk bildhaft Gestalt gewinnen, fein erlauscht und individualisiert in den einzelnen Zügen. Eine Klangwelt, die sich zu größtem Ausmaße im Marsch der Davidsbündler gegen die Philister steigerte. Der Abend gestaltete sich auch äußerlich zu einem ungewöhnlichen Erfolg für Alfred Hoehn; der Meister wurde, besonders am Schluß des Programms, mit Beifall überschüttet und dankte durch die Zugabe dreier Stücke von Chopin. Dr. H. Das Lächeln der Marionetten. Von Martin Piper. An einem kalten Abend gehen wir ziellos tiefer in die Stabt. Der Regen peitscht über die leeren Straßen. Da über uns ein Schild: Marionettentheater. Marionettentheater . . . großes Geheimnis der Kinderjahre ... Es ist zum Lachen! Hier treten sie also noch auf, die kleinen Ritter und Gespenster, die Könige und Hanswurschten. Hier, vor der spärlichen Gemeinde, die jetzt im schwach erhellten Raum wartet. Alles intim, mutz man wirklich sagen. Da steht gleich der Ofen, es wird nachgeschürt, daß es nur so knallt. Das Licht wird gelöscht, man sitzt im Dunkeln, sanft erstrahlt hinter dem Vorhang eine märchenhafte Beleuchtung, das Klavier spielt die Ouvertüre. Es ist zum Lachen ... draußen... die letzten Nachrichten... Halt... es ist Zeit zum Umziehen, dann ins Kino, in die Bar! Autohupen hort man ganz schwach herein... der Vorhang rauscht auseinander... Ein Prinz. Er irrt durch die Welt, einsam, von Feinden aus der Heimat vertrieben. Es ist Morgen, er schwankt ein wenig unsicher nach links, nach rechts. Wieviel Trauer liegt in diesen Bewegungen! Purpurn geht die Sonne auf und neue Lebensfreude erwacht im Helden, eine Lebensfreude, die die kleine Welt der Bühne füllt, die da ist, die nicht nur auf dem Papier steht, die die ganze Welt füllt. Leiden hat der Prinz auf feiner Fahrt durchzumachen, eine Kette von Augenblicken voll Hoffnung und voll Zweifel. Er sieht die Mädchen und die Frauen der fremden Länder und ist hier Werther und dort Don Juan. Nachts schläft er im Walde, hinten kommt etwas Helles aus dem Dunklen, die Traumgespenster nahen dem Lager des Einsamen. Stirbt diese Kunst aus? Oder werden die Kinder der Puppenspieler noch das Handwerk ihrer Väter treiben? Man kann sich eine Wissenschaft des Marionettentheaters denken: Bücher über feine uralte Geschichte, über seine Literatur, seine Verehrer, seine Kostüme und über seine Köpfe und Gesichter. Diese blickenden Gesichter, die für das Stück geschnitzt werden. Gehen Sie einmal hin! Vielleicht werden Sie nicht sofort den richtigen Konnex mit den winzigen Gestalten dieser Trauer- und Lustspiele finden. Aber gerade auch ohne daß man der Illusion verfällt, es mit lebendigen Wesen zu tun zu haben, hat der Anblick einen besonderen Reiz. Auch, wenn man weit vorne sitzt und das Unbewegliche der Gesichter, das Hölzerne der zarten Glieder genau sieht, teilt sich einens dieser unbekannte Zauber mit. Da ist die kleine Dame, sie stirbt, denn sie hat Gift zu sich genommen. Und nun hat es etwas Unheimliches, wenn sie umsinkt, wenn ihr weißer Leib hintenüberfällt auf das Bett, steif im Kreuz. Sehen Sie nur richtig hin, meine Herrschaften, wie sie daliegt: Sie sehen, daß hier eine Seele ausgehaucht wurde, eine kleine lebende Seele. Die Tragik der Puppe ergreift, die Puppe spielt Schicksalsdrama. Ihre oft etwas unbestimmten Bewegungen rühren uns, wenn sie im Netz ihres Schicksals sich befinden. Mit starren Augen, gottergeben, geht sie durch die Welt. Ick spreche von der Tragik der Marionette und ich habe ihren Witz und ihren Tanz vergessen. Bauern, Handwerker und andere Leute, die einen saftigen Dialekt sprechen können, auf der Mario- nettenbühne, das ist etwas Schones! Der Tanz der Puppe ist so leicht, daß ihn der Tänzer mit neidvollen Kenneraugen verfolgt. Sie schwebt anmutig über den Boden, dann dreht sie sich immer schneller und wild schwingt sie ihre losen Arme um sich. Bis die gedämpfte Musik abbricht. Man kann plötzlich erschrecken, wenn einen ihre Stimme anspricht. Wenn ihre Stimme sich an einen persönlich wendet, gerade an einen selbst, von der Bühne mitten ins Publikum herein. Wie blöd, denkt man und lacht über sich selbst. Wie damals, als der freche Kasperl die Kinder einschüchterte. In etwas gedrückter Stimmung saß ich im Zuschauerraum. Eine große Hofgesellschaft war gerate auf der Bühne. Ich sah mir die verschiedenen (9f sichter an. Da hinten war ein reizendes Hoffräulein, ein nettes Persönchen. Ich sah schärfer hin. „Herr« gott", sagte ich mir auf einmal, „die lächelt mir ja zu!" Einen ganzen Akt lang blieb sie noch. Und mir war es etwas trübe zu Mute, und da ließ ich mir immer von ihr zulächeln. Das tat mir so gut Eigentlich hätte ich am Bühnenausgang auf die neckische Schauspielerin warten müssen. Zeitschriften. — „DasJnnereRei ch". Zeitschrift für Dichtung, Kunst und deutsches Leben. Herausgeber! Paul A l v e r d e s und Karl Benno von Mechow. Preis pro Heft 1,80 RM., vierteljährlich 4,80 RM. Verlag Albert Langen / Georg Müller in München. — Das Dezemberheft wird eröffnet von Wilhelm Schäfers Rede auf Johann Sebastian Bach, in der Bach als der größte Künstler des abendlän« dischen Kulturkreises gefeiert wird. Einen wichtigen Beitrag bildet ferner die große Betrachtung „Mi- chaelsberg" von Ernst Bertram, in bessern dichterischem und wissenschaftlichen Werk die Auseinandersetzung zwischen nordischem und südlichem Geist eine entscheidende Stelle einnimmt. Ein Gedicht Adolf von Hatzfelds führt hinüber zur Selbstdarstellung Eberhard Diegeners, des Malers aus westfälischem Blut, dem die heimatliche Landschaft um Soest -uk stärksten formenden Kraft seiner Kunst wurde. Zwei kleinere Beiträge von Hans Grimm und ausführliche Würdigungen des neuen Werkes von Eni» Strauß und Ernst Wiechert ergänzen die große« Arbeiten dieses Heftes, das durch eine Anzahl tadelig reproduzierter Bildbeigaben angenehm lebt wird. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Arthur Wegner an der Universität Breslau hat den an ihn ergangenen Ruf als Ordinarius für Strafrecht an der Universität Halle angenommen. , Professor Dr. Friedrich Schultze-Ron hoi an der Universität Heidelberg hat einen RUs auf das Ordinariat für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität Breslau erhalten. Professor Dr. Wolfgang L i e p e, Ordinarius an der Universität Kiel, ist auf den ordentlichen Lehrstuhl für deutsche Literaturgeschichte und -ry aterwissenschaft an der Universität Franksu berufen worden. . „ .___ Pravatdozent Dr. O. Höfler an der ^nwett Wien erhielt einen Ruf auf den germani|ti|Q/ Lehrstuhl an der Universität Kiel. T . W W G - V * WZ M Nr. 278 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Mittwoch, 28. November 1934 Ein ünierhalinngsnachmiiiag für Saarkinder. Den Saarkindern, 320 an der Zahl, die sich gegenwärtig im Kreise Gießen zum Ferienaufenthalt befinden, wurde gestern nachmittag eine angeregte Unterhaltung geboten. Die Jungens und Mädels, die zum Teil mit ihren Pflegeeltern aus den Orten des Kreises kamen, wurden um die Mittagszeit vom Jungvolk am Bahnhof abgeholt und mit Pfeifen- und Trommelklang nach dem Cafe Leib geführt. Cs war eine aufgeräumte, erwartungsfrohe Ge- ssellschaft, die mit ihrem vielstimmigem Geplapper Len Saal des Caf6 Leib bis zum letzten Platz füllte. Gäste, als auf der Bühne das Jungvolk austrat und mit Fanfaren und Trommeln einen schneidigen Marsch in den Saal schmetterte. Das Jungvolk, das da auf der Bühne stand, bot ein Bild disziplinierter Kraft und eines einheitlichen Willens. Sicherlich wird mancher der Jungens von der Saar mt verständlichem Neid auf die Kerle geblickt haben, die da auf der Bühne standen, Trompeten hatten und schneidige Uniformen. Welcher Junge wollte das nicht auch?! umschließe. Wenn sie wieder nach Hause zurück- kämen, würden sie ja zu erzählen wissen, wie hier die Jugend marschiere, wie sie bereit sei, wenn es sein müsse, für Deutschland einzustehen und für die Saar mit allen Volksgenossen an der Saar. Den Pflegeeltern könne gesagt werden, daß die Kinder für die freundliche Aufnahme dankbar seien. Der Dank sei in ihrer aller Augen zu lesen. Ueberall zeige sich die neue Gemeinschaft, und die Jugend stehe mit begeistertem Herzen in dieser Gemeinschaft. Für uns alle gebe es nur noch ein Volk und einen Führer. Für uns gebe es nicht mehr katholisch und evangelisch, sondern nur noch deutsch. Der weitere Verlauf des Nachmittags brachte noch verschiedene interessante Darbietungen. Die Spielschar Alten-Buseck gab in kurzer Aufführung das Schicksal eines saarländischen Bergmannes wieder. Ein Gedicht in saarländischer Mundart fand bei den Kindern natürlich besonderen Beifall. Die Jungmüdels warteten dann mit Bodenübungen auf, bei denen sie viel Geschicklichkeit bewiesen. Das Jungvolk bot noch einen zackigen Heimatabend und sang dabei verschiedene Lieder und Morimten, denen der Erfolg von vornherein sicher war. Eine Ziehharmonika fehlte im Kreise der lustigen Jungens nicht, die mit großer Freude den Saarkindera zeigten, wie ein Heimabend gemacht wird. Ein Sprechchor (JV. und BdM.) beschloß das unterhaltende Programm. Begeistert wurde das Saarlied gesungen. Die Sozialreferentin im Gau Saar, Helene Spelger, die sich bisher um die Saarkinder sehr verdient gemacht hat, hielt noch eine kurze Ansprache und gab dem Dank der Eltern und Kinder von der Saar an die Pflegeeltern Ausdruck. Sie betonte, daß dis Kinder niemals diese Wochen vergessen würden, die sie im Mutterlands verleben durften. Wenn am 13. Januar die Saar mit dem Reich vereinigt werde, dann würden Kinder aus dem Mutetrland im Saargebiet ebenso herzliche Aufnahme finden, wie sie die Kinder von der Saar in Oberhessen fanden. Inzwischen hatte für viele der Kinder und Pflege- eitern die Abschiedsstunde geschlagen, denn der größte Teil der Teilnehmer an diesem Unterhal- tungsnachmittag mußte mit den Zügen wieder zurück. Sicherlich wird all den Kindern, die diesen Nachmittag miterleben durften, die Erinnerung daran lange lebendig bleiben. Kuchen und Kakao schmecken den Kindern Das alte Traumschiff. Von Cläre Gchmidt-Aomberg. Ja, so ist das nicht, daß man sich da etwa ..... . . „ . , so i fach hineinlegen könnte wie in andere gewöhn- fioie Betten. Man muß einsteigen! Man muß, wie -k einem Fahrzeug, zuerst auf ein Trittbrett stei- m, dann muß man sich mit den Händen auf den Mtrand stützen, sich einen kühnen Schwung nach lt'n, versteht sich, nach rückwärts geben, und dann it man endlich angelangt. Dann ist man wie in ir»cr kleinen Behausung für sich, man kann die Turbinen vorziehen und sagen oder singen: „Laß, Welt, o laß mich sein." Behaglich streckt man sich u» — Platz wäre noch für zwei Schlanke längs nn zwei Kleine quer — und man stellt mit Ent- iifen fest, was die Leute um 1600 für einen tiefen iinn für die Behütung des Schlafes hatten. Zierlich gedrechselt sind die Säulen, die den Bett- inmel tragen. In seiner Mitte ist eine Anbetung ei Kindes eingelassen. Sie könnte von Murillo ei-. Vor altersdunklem Grund eine junge lächelnde Ritter mit einer Strahlenkrone um den Kopf, an« dpinenb eine Andalusierin — in blassen, braun» Denen, dunkelblauen und rötlichen Farben. Auf hrm rechten Arm neigt sich das nackte Kindchen irchzend zu dem davor knieenden heiligen Franzis- ü. Mutter und Kind sind von holdseligem Zauber, n Heilige in seiner anbetenden Haltung strahlt hingebendste Liebe aus. Der Blick zu ihnen hin- cu ist eine süße Wohltat für die tagesbedruckte tbn- traumverwirrte Seele — immer ein Gruß cu. jenem Himmel, von dem ein Mozart, ein Gluck, (ir Haydn ihre tröstenden Melodien empfingen. Suter treuvorsorgender Eichbaum — wo magst n wohl einst in majestätisch ragender Pracht ge- a iden haben? Noch flammt aus deinen Masern x: Sonne, die dich vor Jahrhunderten heranwachsen I. Du schön aufgerichtete Herberge zur täglichen tödigkeit. Hinter deiner in Spitzbogen gegliederten cuustrade am Fußende mögen sich einstmals, als e Sitten noch heiterer und freier waren, galante i allere versammelt haben in den koketten Kostü- t: jener Zeit, Kavaliere, die noch Sinn für Putz iten, für all den unwiderstehlichen Tand, für itzen, Jabots, für farbige Eskarpins, für bunt- l ferne Strümpfe und blitzende Schnallenschuhe — rnner, die noch Zeit hatten, dem „Lever" ihrer cundick beizuwohnen, der du, mein prächtiges ?t sicherlich schöner standest als ihr schönstes \ umkgewand. Welch heiterer Unterhaltungen —. (In freundliches Zeichen war es den Kleinen schon, ’ l-5 sie den festlich geschmückten Saal betraten und mf den weiß gedeckten Tischen lange Serien von kaffeetaffen aufgebaut sahen und in der Mitte der Usche — in nicht allzu großen Abständen — hoch Nit Kuchen gefüllte Teller. Viele griffen gleich tmad), andere warteten noch ab, bis es auch Kali o gab, der im Laufe des Nachmittags in unge» fiuren Mengen floß. Ueberflüffig zu sagen, daß dir erste Eindruck von dieser Zusammenkunft über» eis günstig ausfiel. Das Schmausen mit vollen Sbcfen Hub aber erst an, als der Kreisamtsleiter b< NSV., Pg. Klöß, die Kinder im Namen der A^>V., des BdM., des Jungvolks und der Stadt- nrroaltung herzlich willkommen hieß und auffor- birte, es sich recht gut schmecken zu lassen und einige vergnügte Stunden zu erleben. Jungmädels üib die Mädels des BdM. hatten nun alle Hände vcll zu tun. Immer wieder mußten die Kannen rfd) gefüllt werden. Immer noch wurde Kuchen n den Saal gebracht, der fast ebenso schnell auch wieder verschwand. Unser Bild spricht deutlicher als alle Worte. Im Zusammenhang damit sei aber aiich all der Mädchen gedacht, die sich in völlig uneigennütziger Weise in den Dienst der Sache stell- ten und auf einem unscheinbareren, aber nicht min- bi~ wichtigen Posten zum Gelingen der Deranstal- tng beitrugen: in der Waschküche standen die Mäd- d) n des BdM. und wuschen, nachdem der Haupt- a-ffturm auf Kakao und Kuchen vorbei war, mit unendlicher Geduld hunderte von Tassen ab und (trnfen wieder Ordnung, wo es notwendig war. JSine gut besetzte Kapelle — Mitglieder des Mu- sllorps unserer hiesigen Reichswehr — wartete zu- luchst mit schneidiger Musik auf und unterhielt auch ir weiteren Verlauf des Nachmittags. Sehr erstaunte Augen gab ss dann bei vielen der kleinen gut. — (Ausnahme: Photo-Psass, Meßen.) Jungmädels fangen dann zwei ihrer frischen Lieder („Hörst du die Landstraß'" und „Ich hab mir mein Weizen aufs Bergli gesät"). Der Chor hatte es zwar schwer, sich gegen den lauten Betrieb, der im Saale herrschte, durchzusetzen, nach den ersten Vers- zeilen gelang es aber doch, und schließlich dankten die kleinen Zuhörer mit lebhaftem Beifall. Ein endloses Hälserecken gab es dann, als auf der Bühne ein Tanzspiel in mehreren Bildern zur Aufführung gelangte. Da war manchem der Knirpse der Stuhl unb anderen der Tisch kaum hoch genug. Tische und Stühle rourben'im Stehen belagert, denn niemand wollte sich auch nur einen Bruchteil des Geschehens auf der Bühne entgehen lassen. Unter der Leitung von Frl. Maja von Rabenau tanzten etwa 30 Mädchen, die die Bühne für geraume Zeit in ein Märchenreich verwandelten. Der vielfache tänzerische Ausdruck, die lebendigen Bewegungen in den fein-farbigen, langwallenden Gewändern (die durchweg von der Leiterin der Vorführung in mühsamer Arbeit hergestellt waren) hatten es den Kindern angetan, und sie dankten nach jeder Szene mit lebhaftem Beifall. Herr Paul Nieren vom Stadttheater unterhielt in den Pausen mit luftigen Zwiegesprächen, die er zwischen den Kindern und sich entfesselte. Auf jede seiner Fragen bekam er in lautem Sprechchor die Antwort. Als Vertreter der Kinderlandverschickung Hessen- Nassau hielt Oberjungbannführer Streubing eine kurze Ansprache. Mit Stolz könne man an die Bevölkerung in Hessen-Nassau denken, wenn man höre, daß im Gebiet nicht weniger denn 4500 Saarkinder untergebracht werden konnten. Die Kinder seien ausgenommen worden, weil in ihnen deutsches Blut fließe und uns alle ein gemeinsames Schicksal aber auch welcher Verirrungen, welcher Aengste und welcher Beseligungen magst du, mein altes Himmelbett ehemals verschwiegener Vertrauter gewesen sein. — Aber auch ein Schmäcklein Geistlichkeit ist im unnennbarem Fluidum deines ehrwürdigen Alters. Vor mir auf dem Tischchen, das auf ebensolch zierlichen Säulen wie der Betthimmel ruht, liegt ein golddurchwirktes, mit roten Rosen gesticktes Meßgewand. Vielleicht gehörte es dem geistlichen Herrn, dem einst eine meiner Vorschläferinnen dich altes Bett vermacht hat? Wie käme es sonst, daß es mich ausgerechnet in diesem Bett immer zwingt, morgens und abends nachzudenken über die Eitelkeit der Weit, mich, die ich auf allen Reifen, wenn ich mit himmellosen Betten vorliebnehmen muh, immer durchaus weltlich, den Kopf voller Pläne und Ziele höchst irdischer Art einzuschlafen und zu erwachen pflege? Auch geschieht es mir in solchen Allerweltsbetten nie, was ich in meiner alten Schlafgondel so oft erlebe, daß ich — als Kind meiner Zeit — im Traum durch die Wohnstätten vergangener Jahrhunderte gehe, wobei ich dann die Menschen jener Tage in ihren damaligen Trachten sehe und mit ihnen wie mit alten Freunden spreche. Manchmal überkommt mich dann tags darauf plötzlich ein heftiges Verlangen, mich in jene alten Traumzimmer begeben zu dürfen, wo immer in der Dämmerung einer Ecke die glücklich vertraute Wiege leise schaukelte, — die jetzt unten an meinem SBett steht und Flickwäsche aufbewahrt — wo liebliche Kinder in mittelalterlichen Kleiden, um mich her spielten — und wo du, mein altes Bett, ganz unter deinesgleichen standest — kein Fremdling in der Zeit. Wenn du doch erzählen könntest, wie du wechselndes Dasein begleitetest! Ihr alten mächtigen Schränke, wenn ihr doch reden könntet, wie ihr von Generation zu Generation gewandert seid, bald beiseite gestoßen zu altem Gerümpel, dann wieder beim Althändler neu aufgefrischt, als Prunkstücke angepriesen wurdet und beim Liebhaber zu neuen Ehren gekommen seid. — Feierlich vornehm, sozusagen in streng verschlossener Zurückhaltung, stehen sie da und scheinen zu warten. Worauf warten sie, die Jahrhunderterfahrenen? Worauf warten die schlanken florentinischeit Lampen, auf dem gotischen Apostelofen, der auch schon seine guten dreihundert Jahre auf feinen Lowentatzen steht und seitdem in grünen Kacheln biedere alte Handwerker, als Apostel hergerichtet, zeigt? Und ihr beiden süßen barotfenen Aus der proviuzialhauptstadi wird Die Anekdote als Erzieher. Wort ist dann auf die Lebensarbeit des Herrschers feierlich gleiten auf dem grünbraunen Wasser die übertragen worden, und das ist in einem höheren Lastkähne zu Tal — herrisches Gebrause vor sich Sinne durchaus berechtigt, denn über seinem ganzen herschickend schnaufen und prüften die Züge jenseits Dasein stand dieser Wahlspruch. Die Volksphantasie des Flusses dahin — alles teilt mir in feinem Vor- preßt ihren Eindruck von hervorragenden Gestalten übereilen die Melodie feines Wesens mit. in solche knappen Wesenszüge zusammen und wirkt Aber hinter all den gleitenden Dingen steht ein damit ebenso schöpferisch wie der epische Sänger, im Frühwind immer leise kopfschüttelnden Bäume um das alte Traumschiff, in dem ich liege, und alles scheint mir, mit mir zu warten und mit mir zu lauschen auf die alles durchdringende Frage, die schon der Evangelist Lukas durch alle Dinge der Welt hat Hingen hören. Denn er sagt: „Die Menschen verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden." sommerlich gesättigt in brennenden Herbst und endlich zu winterlichem Einfrieren übergeht. Lautlos Engelbuben oben auf meinem Wäscheschrank? — Wie schalkhaft setzt ihr den Bogen an zur Bratsche und Violine! Wartet ihr nur auf das Zauberzeichen, um mir — ober nein — um dem verklärt lächelnden Leuchterweibchen, das mit andächtig vor der Brust gekreuzten Händen in immerwährendem Gebet vor euch hängt, eine Serenade darzubringen? Etwa eine jener bezaubernden Gavotten, die die Meister eures Jahrhunderts euch in so verschwenderischer Fülle geschenkt haben? Auch die Landschaft, die vom Fenster zur Linken meines Bettes eingerahmt wird, selbst sie scheint zu warten. Mit den altrotseidenen Vorhängen des Bettes oder auch mit meiner Hand kann ich die ganze Landschaft zudecken, den Bergabhang jenseits des Flusses, den Bahndamm mit den vorüber- ziehenden Eisenbahnen, die wechselnd belebte Landstraße und den träge fließenden Strom. Und strecke ich die Hand neben meinen Augen aus, dann bin ich auf einmal das Riesenfräulein, das auf der Handfläche jetzt ein schweres Bauerngefährt mit seinen ßaftgäulen, dann ein rasendes Auto, jetzt einen Zug mit langer weißer Rauchfahne vorüberziehen lassen kann: winziges Spielzeug. Seltsam kann sich einem die Welt verwandeln — vom Bett aus gesehen. Diese Landschaft im Fensterrahmen ist wie meines Bettes Seitenvorhang, in ihn hineingewebt das immerwährende Warten der Jahreszeiten aufeinander, jetzt ein frühlingsgrünes Leuchten, das bald — Tageskalender für Mittwoch: NS.- Frauenfchaft Gießen, 20.30 Uhr, Cafck Leib, öffent» kaufe beim Einzelhändler! Goldenes Doklorjubiiäum von Geheimrat Krüger. Von der Pressestelle der Universität Gießen uns mitgeteilt: wonnen hat. Die Landesuniversität und die völkerung Gießens freuen sich dieses schönen biläums, das einer ihrer Besten feiern darf, bringen ihre herzlichsten Glückwünsche dar. Vornotizen. Gießener Einzelhändler werben! Die Bilddarstellung auf der Sonderseite mit den Empfehlungsanzeigen vertrauenswürdiger Unternehmungen des Gießener Einzelhandels in der heutigen Nummer des Gießener Anzeigers führt uns zurück in das 17. Jahrhundert. Es wird gezeigt, wie Prunk und Aufwand einer reichen Zeit auch dem Handel und den Gewerben zur Blüte und zu Wohlstand verhalfen. Wir leben heute in einer armen Zeit. Es ergibt sich daraus die Verpflichtung für jeden Volksgenossen, Handel und Gewerbe nach Kräften zu unterstützen, wie auch sie sich in jeder Weise bemühen, ihrer Tradition gerecht zu werden. Der Einzelhandel verfolgt den Grundsatz der besten Leistungen bei größter Auswahl und gerechter Preisbildung. Deshalb: Warten. Und in der Frühe, wenn ich von der Höhe meines Lagers auf das Ringsumher schaue, froh und erwartungsvoll auf den neuen Tag, dann drängen sich die alten Dinge meines Zimmer^ und die dunklen alten Berge da drüben und die dunklen Vor wenigen Tagen hat die Philosophische Fakultät der Universität Jena ihrem alten Schüler, dem emeritierten Kirchenhistoriker unserer Landesuniversität Geheimrat Gustav Krüger nach dem Ablauf von 50 Jahren das Doktordiplom erneuert. Die lateinische Urkunde gedenkt seiner hervorragenden Leistungen als Geschichtsschreiber der Kirche und christlichen Lehre, seiner ausgezeichneten akademischen Lehrtätigkeit und seiner weisheitsvollen Arbeit in der Universitätsverwaltung (er war zweimal Rektor der Hessischen Landesuniversität) und rühmt ihn zuletzt als dankbaren Schüler und treuen Freund der Universität Jena. Der dreifache Doktor — Krüger trägt ehrenhalber auch die Würden eirtTs Doktors der Theologie und eines Doktors der Rechte — wird den in der Jugend erworbenen philosophischen Doktor als besonders zu sich gehörig empfinden. Denn in ihm ist der erste Erfolg in dem Aufstreben des jungen wissenschaftlichen Geistes festgehalten. Er verbindet ihn dauernd mit der damals noch immer von einem Hauch der klassischen Dichtung umwobenen Universität Karl Hases, seines sprühenden Lehrers, dessen Gabe künstlerischer Geschichtsschreibung in Krügers Arbeiten neues Leben ge= - • ~ -.......... Be- Ju- und damit ebenso schöpferisch wie der epische Sänger, der ein Heldenlied gestaltet. So sind also die Anekdoten kostbare Prägungen der volkstümlichen lieber« lieferunaunh besitzen als solche einen hohen erzieherischen Wert, wie Rudolf Hoffmann in einem Aufsatz her „Zeitschrift für deutsche Bildung" betont, in dem er die national-politische Bedeutung der Anekdote behandelt. Der Charakter ganzer Völker und Kulturen wird hier festgehalten. So tritt z. B. in der Anekdote der Griechen mehr die hohe Lebens- kunst, bei den Römern mehr das Heldentum hervor. Jedenfalls sollte die Anekdote eine bevorzugte Stelle im Unterricht erhalten. liche Kundgebung; Rednerin: Gaufrauenschastslei- terin Brinkhoff-Frankfurt a. M. — Ortsgruppe Gießen-Ost, 20.30 Uhr, Schützenhaus, Zellen 6 und 7, Zellenabend. — NSLB. Gießen-Land, Arbeitsgemeinschaft „Volksschule", 15.30 Uhr, Hotel Köhler, Tagung. — NSLB. Kreis Gießen, Arbeitsgemeinschaft für körperliche Erziehung, 15,30 Uhr,' Turnhalle Schillerschule, Uebungsstunde des Bezirks Gießen-Stadt und -Land. — Stadttheater, 19.30 bis 21.45 Uhr „Die Braut von Messina". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der verlorene Sohn". — Reichskammer der bildenden Künste, Gruppe Gießen, Turmhaus am Brand, 16 bis 18 Uhr, Weihnachts-Ausstellung. — Stadttheater Gießen. Heute abend Wiederholung des Trauerspiels „Die Braut von Messina" von Friedrich von Schiller; Spielleitung: Intendant Hanns König. Hitler-Jugend, Bann 116, Sozialamt. Elternabend zur Berufswahl! Am kommenden Donnerstag, 29. November, veranstaltet die Hitler-Jugend zusammen mit dem Arbeitsamt Gießen um 20 Uhr in der Turnhalle der Goetheschule (Horst - Wessel - Wall) einen Vortragsabend für die Ostern 1935 zur Schulentlassung kommenden Jungen und Mädel und insbesondere deren Eltern. Es sprechen der Berufsberater und die Berufsberaterin des Arbeitsamtes Gießen. Der Abend wird durch Musik, Lieder und Sprechchöre der Hitler-Jugend feierlich ausgestaltet. In Anbetracht der Wichtigkeit der Fragen zur Berufswahl halten wir es für selbstverständliche Pflicht, daß alle betreffenden Eltern mit ihren zur Schulentlassung kommenden Kindern zu diesem Elternabend erscheinen. Hitler-Jugend, Bann 116, Sozialamt. NGBDT. (früher KDAI). Kreisamtsleitung Gießen (nördl. Oberhessen). 1. Der Bezirksoerein Gießen des „Vereins deutscher Chemiker" lädt zu einem Vortrag über „K unst stoffe" für Freitag, 30. November 1934, abends 20.15 Uhr pünktlich, in den großen Hörsaal des Chemischen Instituts der Universität, Ludwig- straße 21, ein. Es spricht Herr Direktor Dr. K r ä n z l e i n aus Höchst a. M. Der Besuch dieses sehr zeitgemäßen Vortrags wird den Mitgliedern des NSBDT. bestens empfohlen. 2. An den Lichtbildervortrag „M i t Lettow-Vorbeck in Oftafrifa" von Pg. Georg Heß, Führer des Sturmbanns VI/R. 116, wird erinnert. Der Vortrag findet am Donnerstag, Das Fremdwort Anekdote ist schwer durch einen deutschen Ausdruck zu ersetzen. Wörtlich bedeutet die griechische Bezeichnung das „noch nicht Herausgegebene", also Mitteilungen, die noch nicht bekannt geworden sind. Der Ausdruck bat eine gewisse Aehn- l'.chkeit mit „Novelle", nur daß bei der Novelle mehr die Neuigkeit, bei der Anekdote mehr das Unbekannte betont wird. Die Anekdote berichtet auch „Allerneuestes", und zwar etwas Unbekanntes, das noch niemand vorher von einem großen Manne gewußt hat. Theodor Fontane hat einmal gesagt, daß die Anekdote unter Umständen mehr geschichtlichen Wert haben könne, als die beste historische Quelle, und immer haben Schilderer der Vergangenheit, die auf Anschaulichkeit und Lebendigkeit Wert legten, diese häufig nur vom Volksmund gepflegte Überlieferung bevorzugt. Bei der Anekdote kommt es nicht so sehr auf die buchstäbliche Wahrheit, vielmehr auf die innere Wahrheit an. Auch „unwahre" Anekdoten können einen Wert haben, wenn sie für das Wesen des Helden bezeichnend sind und dieser in der geschilderten Weise gehandelt haben könnte. Ein Ausspruch, der bei einer bestimmten Gelegenheit gefallen ist, wird z. B. auf das Lebenswerk der Persönlichkeit Übertragern So wissen wir durch das Zeugnis des Grafen Wolder fee, der als Augenzeuge dabei war, daß Kaiser Wilhelm I. auf dem Sterbebette, als ihm ein Schriftstück zur Unterschrift vorgelegt wurde, gesagt hat: „Ich habe keine Zeit nrühe zu sein." Dieses 29. November, um 20.30 Uhr, im Caf4 Ebel statt. Gäste willkommen! Heil Hitler! Der Kreisamtsletter des NS.-Bundes deutscher Technik (Kreis Gießen). Kurz. Neichsberufsgruppen der Angestellten in der DAF. Verufsgemeinschaft der Techniker. Am Freitag, 30. November, 20.15 Uhr, spricht im großen Hörsaal des chemischen Institutes, Lud- wigstraße 21, in einer Veranstaltung des Bezirksvereins Oberhessen des Vereins Deutscher Chemiker und der Gießener Chemischen Gesellschaft Direktor Dr. K r ä n z l e i n (Frankfurt a. M.-Höchst) über „Kunststoffe . Winke für den Schalterverkehr bei der Post. Die Post bittet, die folgenden Winke zu beachten und so zur flotten Abfertigung am Schalter beizu- tragen; langes, verärgerndes Anstehen und Verweisungen an andere Schalter werden dadurch vermieden. 1. Suche von vornherein nur denjenigen Schalter auf, der für dein Verlangen in Frage kommt. Schilder an jedem Schalter helfen dir dabei. 2. Wähle möglichst die schwächeren Verkehrsstun- dcn (Vormittags und die ersten Nachmittagsstunden), namentlich dann, wenn deine Sendungen eine Heist der Winterhilfe! Jedes Opfer für dieses Derk der Nächstenliebe ist wertvoller Dienst am deutschen Volke und ein wichtiger Baustein für eine bessere deutsche Zukunft. Kein Volksgenosse fehle bei diesem Hilfswerk! Jeder opfere zum Wohle unseres Volkes! besondere Behandlung erfordern (Ausland, Zollpapiere, Ausfuhrgenehmigungen, Devisenbestimmungen, Kursberechnungen usw.). 3. Tritt von rechts an den Schalter heran; mit Verrang wirst du abgefertigt, wenn du ein Telegramm einlieferst, ein Gespräch anmeldest, oder als Schwerbeschädigter in eigener Angelegenheit einlieferst und einen Ausweis der Fürsorgestelle vor- Zeigst. . . 4. Klebe die Marken vor der Einlieferung selbst auf die Sendungen; bei Briefen, Postanweisungen und Zahlkarten bist du dazu durch die Postordnung und Postscheckordnung verpflichtet. 5. Bereite den Einlieferungsschein selbst vor. Bei Postanweisungen und Zahlkarten hängt er am Formblatt an; für andere Fälle hängen sie im Schalterraum aus. Benutze — auch bei geringem Postverkehr — ein Einlieferungsbuch. Der lose Schein geht leicht verloren; im Einlieferungsbuch hast du die Empfangsbescheinigungen geschlossen beisammen und kannst Nachweise leicht führen. Einlieferungsbücher bekommst du von der Post kostev- los. 6. Halte dein Geld abgezählt bereit, ordne größere Mengen Papiergeld vorher und lege bei gleichzeitiger Ein- und Auszahlung von drei und mehr Postanweifungs- oder Zahlkarten .'trägen, sowie beim Einkauf von drei oder mehr verschiedenen Sorten von Wertzeichen eine aufgerechnete Zusammenstellung vor. Berufliche Ertüchtigung durch Stellenwechsel. Die Stellenvermittlung der Reichsberufsgruppen der Angestellten in der DAF. teilt uns mit: Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat die Arbeitsämter angewiesen, einem Austausch jüngerer, ordnungsmäßig ausgebildeter Angestellter von Betrieb zu Betrieb grundsätzlich zuzustimmen. Dieser Austausch, der eine Vervollkommnung der beruflichen Kenntnisse durch Sammlung praktischer Erfahrungen bezweckt, dient der Sicherstellung des unentbehrlichen Nachwuchses. Da hierfür in erster Linie jüngere Angestellte in Frage kommen, war die Frage zu klären, inwieweit die Anordnung vom 28. August 1934 über die Verteilung von Arbeitskräften hier eingreift. Die Anordnung sieht bekanntlich die Auswechslung der Arbeitskräfte unter 25 Jahren gegen ältere vor und macht außerdem die Besetzung eines offenen Arbeitsplatzes mit einer Arbeitskraft unter 25 Jahren von der Zustimmung der Arbeitsämter abhängig. Durch die ergangene Anweisung steht dem Austausch von Angestellten von Betrieb zu Betrieb, wie er von verschiedenen Industrie- und Handelskammern in Zusammenarbeit mit der Stellenvermittlung der Reichsberufsgruppen der Angestellten in der DAF. gefördert wird, grundsätzlich nichts im Wege. ** Ausfallende Sprech st unden des hessischen Staatsmini st er s. Das Staatspresseamt teilt mit: Die Sprechstunden des Herrn Staatsministers fallen am Samstag, 1. Dezember 1934, aus. ** Polizeipersonalien. Ernannt wurden mit Wirkung vom 1. Oktober 1934 der Polizeihauptwachtmeister Ernst Kohn in Gießen zum Kriminalhauptwachtmeister, ferner die Kriminalhauptwachtmeister Bernhard Bäcker und Theodor Lösch in Gießen zu Kriminalsekretären. ** D i e Geschäfts st unden des Ortsgerichts Gießen sind aus die Zeit von 8 bis 10 Uhr täglich festgesetzt worden. Man beachte die heutige Bekanntmachung. ** Ein Schwan gefangen. Aus Ruttershausen bei Lollar wird uns berichtet: Am Sonntagnachmittag fing der Arbeiter Robert Schön von hier auf der Lahn einen Schwan. Er wurde hoch in den Lüften beobachtet, von anderen Vögeln umkreist und zuerst für eine „Schneegans" gehalten. Der Schwan nimmt Nahrung zu sich, scheint also aus der Gefangenschaft entflohen zu sein. Er trägt keinen Fußring. Oberheffen. Gtadtratssihung in Butzbach. S pb. Butzbach, 27. Nov. In der adtratssitzung wurden folgende gestrigen Beschlüsse ge aßt: Für die im Lustgarten errichteten Bauten ist der Ausbau der verlängerten Bismarck- straße bis zur Großen Wendelstraße notwendig geworden. Die Kosten des Straßenbaues einschließlich Kanalisation und Wasserleitung belaufen sich nach dem Voranschlag des Stadtbauamts auf 16 000 RM. Der Stadtrat beschließt den Ausbau der Straße, bewilligt die Mittel, deren Deckung durch Kapitalaufnahme erfolgen soll. Das Gelände, auf dem die oorstäd tische Kleinsiedlung errichtet wird,ist von der Stadt im Erbbaurecht zur Verfügung zu stellen, wozu ein Erbbauvertrag mit der Nassauischen Heimstätte abzuschließen ist. Diese überträgt später den Vertrag auf die Siedler. Der Stadtrat beschließt, das Gelände zur Verfügung zu stellen und genehmigt den Entwurf des Vertrages. Der städtische Leichenwagen ist am 22. Mai d. I. von einem Kraftwagen angefahren und beschädigt und dabei der städtische Arbeiter Nesseldreher verletzt worden. Der Stadt sind für Reparatur des Wagens sowie für Krankenlohn des Arbeiters Nesseldreher insgesamt 381,29 RM. Unkosten entstanden. Der Führer des Kraftwagens ist nach den gesetzlichen Ermittlungen an dem Unfall schuld. Ersatz der Unkosten sind von diesem auf gütlichem Wege nicht zu erreichen, weshalb der Stadtrat beschließt, den Klageweg zu beschreiten. Nach einer Anmerkung im Staatsvoranschlag für 1934 sind von den Gemeinden als Beitrag zu den persönlichen Ko st en der Berufsschule vom 1. April 1934 ab für jeden Berufsschüler und -schülerin jährlich 6 Reichsmark an den Staat zu zahlen. Danach hat Butzbach für 161 Schüler 966 RM. zu zahlen. Da der Antrag im Voranschlag nicht vorgesehen ist, muß Deckung aus dem Reservefonds erfolgen. Der Stadtrat beschließt entsprechend. Der Kanal in der Kleeberger st raße, der nur bis zur Adolf-Hitler-Straße liegt, muß zwecks Entwässerung der auf dem ehemaligen Brauereigelände zu errichtenden Baracken bis dahin verlängert werden. In Frage kommen etwa 800 Meter, wofür nach dem Voranschlag des Bauamts 20 000 Mark Kosten entstehen. Der Stadtrat beschließt die Herstellung und bewilligt die Kosten, die durch Kapitalaufnahme zu decken sind. Um die Baracken mit elektrischer Ener- giß zu versorgen, muß die vorhandene Freileitung durch eine stärkere ersetzt werden. Um Neuanschaffungen von Kupferleitungen zu vermeiden, soll das Material der Verbindungsleitung von der Transformatorenstation Südwest nach dem Zipfenweg hierfür verwendet werden. Die Kosten für Abnahme der Derbindungsleitung, Erstellung der Freileitung nach der Brauerei und Schaffung einer Kabelverbindung betragen insgesamt 6000 Mark, die vom Stadtrat genehmigt werden. Laut Beschluß des Stadtrats vom 19. Juli 1934 soll die Umgehungsstraße am Lustgarten (Gr. Wendelstraße) durchweg in 14 Meter Breite vorgesehen werden. Dementsprechend hat das Hoch- bauamt Friedberg seinen ersten Entwurf abgeändert. Der Stadtrat ist mit der vorgeschlagenen Linienführung einverstanden, ebenso mit dem Ortsbauplanentwurf des Hochbauamts vom 26. Oktober 1934 und der Ausmündung der Umgehungsstraße in die Gießener Straße. Landkreis Gießen. ck. H e u ch e l h e i m, 27. Nov. Der T o t e n s o n n- t a g wurde auch in unserer Gemeinde würdig gefeiert. Der stark besuchte Frühgottesdienst war ganz der Erinnerung an die Toten gewidmet. Besonders gedachte Pfarrer W e i s e l der im letzten Jahre verstorbenen 11 männlichen und 13 weiblichen Mitglieder unserer Gemeinde. Am Nachmittag fand eine würdige Feier an dem Denkmal der im Kriege Gefallenen auf dem Neuen Friedhof statt. Hierzu hatten sich geschlossen mit Fahnen der SA.-Sturm, der Kriegerverein sowie viele Einwohner eingefunden. Pfarrer Weisel sprach über die Stellung des einzelnen Menschen zum Tod. Dr. R e i d t rief das Gedächtnis an die 129 Gefallenen unserer Gemeinde wach. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied „Ich hatt' einen Kameraden" legten der Führer des Kriegervereins PH. Böhmer für diesen und der Sturmführer L u ß t für den SA.-Sturm je einen Kranz nieder. Nach der Feier verweilte man in stillem Gedenken noch bei den mit frischem Tannengrün und den letzten Herbstblumen geschmückten Gräbern der Angehörigen. CO Klein-Linden, 26. Nov. Am Sonntaa- nachmittag fand unter Beteiligung der SA., SÄ.» Reserve, des Kriegervereins, der beiden Männergesangvereine und vieler Gemeindeglieder auf dem Friedhof eine würdige Gedenkfeier für die Verstorbenen unserer Gemeinde statt. Pfarrer Bremmer hielt eine Ansprache, der Männergesangverein „Arion" und der Posaunenchor umrahmten mit ihren Vorträgen die Feierstunde. Anschließend wurde am Kriegerdenkmal die Ehrung der Gefallenen vorgenommen, wobei der Posaunenchor und der Gesangverein „Arion" wieder mitwirkten. Sturmbannadjutant Kirchner von der SA. legte für die Gefallenen des Weltkriegs und der nationalsozialistischen Bewegung einen Kranz nieder. Der Kriegeroereinsvorsitzende Friedrich Schimmel gedachte der Heldentaten unserer Gefallenen, forderte auf, für Daerland, Führer und Volk alles zu tun, am Wiederaufbau Deutschlands tatkräftig mitzuarbeiten und in treuer Volksgemeinschaft und Kameradschaft, wie sie in den Kriegervereinen schon immer gepflegt worden sei, zu- sammenzustehen und mitzuarbeiten. Den Gefallenen widmete er einen Kranz. Bei gesenkten Fahnen spielte der Posaunenchor das Lied vom guten Kameraden. "Y" Großen-Linden, 27. Nov. Zu dem Bericht über die Kreis-Kaninchenausstellung ift nachzutragen, daß der Vereinsführer nicht der Ausstellungsleiter Sommeriad, sondern Herr Zimmermann von hier war. Ihm, ebenso dem Züchter Zahrt, ist verdientes Lob zuzusprechen, da sie sich restlos für das Gelingen der Schau einsetzten. Dereinsleiter Zimmermann opferte sogar einen mehrtägigen Erholungsurlaub für die Vorbereitung dieser Sache. 5 Alten-Buseck, 27. Nov. Anläßlich des einjährigen Bestehens der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" versammelten sich die hiesigen Dorfbewohner im Saale von Gastwirt Rühl, um die Uebertragung der in Berlin veranstalteten Feier anzuhören. Im Anschluß an die Uebertragung sprach Pg. Sar g noch kurze Worte über die großen Aufgaben und die bereits erzielten Erfolge der „Kraft durch Freude". Die Alten- Busecker Bauernspielschar brachte dann ein Stück zur Aufführung, das die heutigen Zustände im Saarland und das herzliche Verlangen seiner Bewohner nach der deutschen Heimat bekundete. Reicher Beifall belohnte die Darsteller, die wiederum ihre Rollen frisch und lebensnah zur Darstellung brachten. Nach dem gemeinsamen Gesang des Saarliedes dankte Ortsgruppenleiter Pg. Freund und schloß die Feier mit dreifachem Sieg- Heil auf unseren Führer Adolf Hitler, und mit dem Lied: „Volk ans Gewehr . > Lollar, 27. Nov. Durch die K r e i s s ch u l - filmst elle wurden in verschiedenen Orten des Kreises den Schulkindern die Filme „Hitlerjugend in den Bergen", „Der Schwarm" und „Der weihe Rausch" vorgeführt. Auch hier fanden im Lichtspiel- haus Vorführungen statt, und zwar vormittags zuerst für die hiesige Schule, anschließend für die Schulen der Nachbarorte Ruttershausen, Staufenberg, 2)aubringen und Mainzlar. Die Filme müssen mit ihren herrlichen Naturaufnahmen als sehr gut und belehrend bezeichnet werden und haben ihren Eindruck auf die Kinder nicht verfehlt. * Rüddingshausen, 28. Nov. Der 14jährige Zimmermannslehrling Ludwig Dietze von hier erlitt bei der Arbeit an der Kreissäge eine schwere Verletzung der linken Hand, so daß er sofort in die Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. öd Eberstadt, 27. Nov. Im Saale von Karl F e l s i n g fand eine gutbesuchte Versammlung der NSDAP, statt. Zellenleiter L ö b r i ch hieß die Teilnehmer und den Redner willkommen. Pa. Heß (Winnerod) sprach zunächst In eindrucksvoller Gegenüberstellung über den Marxismus und den Nationalsozialismus und kam dann auf das Winterhilfswerk zu sprechen, nachdem er eingehend die Grundzüge des Nationalsozialismus dargelegt hatte. Der Redner schloß seinen Vortrag mit dem Ausspruch des Führers: „Niemand darf in diesem Winter hungern und frieren!" In einer Aussprache beschäftigte sich der Redner noch mit Fragen über das Reichserbhofgesetz und mit der Verteilung der durch das Winterhilfswerk aufkommenden Spenden. Nachdem Bürgermeister G ö r l a ch noch kurz gesprochen hatte, schloß Wellenleiter Löbrich in der üblichen Weise die Versammlung. Anschließend fand eine Besprechung verschiedener Mitglieder des Reichsnährstandes statt. t Dorf-Gill, 27. Nov. Von der vorgestrigen Sammlung, die von der Hitlerjugend vorgenommen wurde, konnten 22.20 RM. an die Ortsgruppe für das Winterhilfswerk abgeliefert werden. Bei der letzten Sammlung vom Eintopfgericht, die vom BdM. durchgefuhrt wurde, gingen 30.05 RM. ein. Kreis Bübingen. [Q Nidda, 27. Nov. Der Theaterzug „Kraft durch Freude" gab In der dichtbesetzten Turnhalle eine Kabarettvorstellung. Die Darbietungen standen auf beachtlicher Höhe. — Am Buß- und Bettag sand hier zugunsten der Winterhilfe ein Fußballspiel zwischen zwei aus den Vereinen Nidda, Ober-Schmitten, Geiß-Nidda und Ober- Widdersheim zusammengestellten Mannschaften statt, das bei schönem Wetter gut besucht war und eine Einnahme von 27,20 RM. brachte. y. Nidda, 27. Nov. Mit einer kleinen Feier im „Hanauer Hof" wurde die für diesen Winter vorgeseheene Bildungsarbeit der Angestellten in der D A F. der Ortsgruppen Nidda und Ober-Schmitten eröffnet. Wie in früheren Jahren in den Winterkursen großes Gewicht auf weitgehende Berufsausbildung des Nachwuchses gelegt wurde, so soll auch jetzt dieses Ziel fest ins Auge gefaßt werden, wie Ortsgruppenwart K nette n b r e ch in feinen Worten betonte. Mit Freuden kann man sich der Erfolge früherer Winterbildungsarbeit erinnern, wobei durch Wettbewerb innerhalb einzelner Berufe die Leistung wesentlich ge- steigert wurde. Stenographie und Plakatschrift, sowie Buchführung werden geübt, ferner soll Steuerrecht für ältere Angestellte im Rahmen der Kurse erörtert werden. Neben ernster Arbeit sind auch gesellige Veranstaltungen geplant. Dem vom Unterbezirksleiter Martes gebotenen Dortrage über „Charakter und Leistung^ folgte man mit gespannter Aufmerksamkeit. x. Bad Salzhausen, 26. Nov. Gegenwärtig werden hier umfangrei che Erdarbeiten ausgeführt. Angesichts der Durchlässigkeit von Boden und Seitenwänden des unweit vom Konzertsaal gelegenen sog. Schäferteiches, wird hieran eine gründliche Ausbesserung vorgenommen. Der Boden wird mit einer etwa 0,15 Meter dicken Schicht von gelbem Ton durch einen eisernen Stampfer mit elektrischem Antrieb abgedichtet. Die Umfassungsmauer wird erneuert. Das weithin bekannte eichene Wasserrad von etwa 7 Meter Durchmesser, und das damit in Verbindung stehende Gestänge, bas heute allerdings keinen wirtschaftlichen Nutzen mehr hat, setzte wegen zu geringem Wasserzufluß seine Tätigkeit aus. Die seitherigen Rohre, vor etwa 60 Jahren gelegt, sind infolge teilweiser Zerstörung unbrauchbar geworden. Es wird nunmehr auf der etwa 430 Meter langen Strecke bei fast 8 Meter Gefälle vom Landgrafenteich bis zum Wasserrade ein 0,60 Meter tiefer Graben in fast gerader Richtung angelegt, durch den man besondere Eisenrohre bringt. Die Schachtabdeckung der Schwefelquelle mußte wegen Durchlässigkeit und dadurch bedingten Zuflusses von Tageswasser völlig entfernt werden. Die Umfassungswände des etwa drei Meter im Geviert breiten und fast acht Meter tiefen Schachtes sollen in Beton ausgeführt und dos Schwefelwasser in Betonrohren von einem Meter im Durchmesser, senkrecht stehend, hoch geleitet werden. Zur Läuterung des Wassers findet noch eine wohl zwei Meter hohe Kiesschicht im Schacht Verwendung. XBorsdorf,27. Nov. Vor einigen Tagen war es unserem Altbürgermeister Weiß vergönnt, seinen 87. Geburtstag in leidlichem Gesundheits, zustand zu feiern. Er stand der Gemeinde 36 Jahre lang vor, bis er durch geschwächte Gesundheit, insbesondere durch ein Augenleiden, zum Rücktritt von seinem Amte veranlaßt wurde. Kreis Schotten. d Schotten, 27. Nov. Die Ortsgruppenamte. Leitung der NS. - Hago hielt gestern abend eint stark besuchte Mitgliederversammlung ab, zu der auch viele Partei- und Behördendienststellen erschje. nen waren. Amtsleiter Schloerb gab nach der Begrüßung zunächst die Bestimmungen über die Preiserhebungen bekannt, mit der die NS.-Hago beauftragt fei. Es gelte den Ursachen von eingetrete, nen Preissteigerungen genau nachzugehen. Die aus, geteilten Fragebogen seien genau auszufüllen. Einig- weiter ergangene Verfügungen, Altersversorgung i^ Handwerk usw., wurden bekanntgegeben. Sodann sprach der NS.-Hago-Kreisamtsleiter N e u m a n n über bäs Wesen und die Aufgaben der Treubau, über Schaffung von Eigenheimen durch Mithilfe des Handwerks. Nicht alle könnten und wollten Siedler fein, es gäbe auch Volksgenossen, die sich ohne weiteres Siedlungsland ein kleines Anwesen gern errichten würden. Es seien hierzu zirka 20 bis 30 v. H. Eigenkapital der Bausumme erforderlich Dann greife für den Rest der Bausumme die neu ins Leben gerufene Treubau-AG. helfend ein, bit in der Baufinanzierung neue Wege gehe und von den verschiedensten Seiten durch Bereitstellung von Geldmitteln unterstützt werde. Die Treubau ho! treuhänderische Funktionen, sie ist auch eine Be« raterin für die Bauluftigen, sie schafft eine Siche« runa der Finanzierung, gibt auch den Bauhand« wertem die Garantie, daß sie ihre Bauforderungen direkt von ihr gezahlt erhalten. An Beispielen wurde Näheres erläutert. Eine lebhafte Aussprache schloß sich an den Vortrag an. Seitens des Bundes der Kinderreichen und sonstiger Siedlungslustigen be« steht der Wunsch nach Schaffung von Kleinsiedlungs« Wohnungen, die mit Hilfe der Stadt errichtet werden sollen. Bürgermeister Menge! und der Vorsitzende des Bundes der Kinderreichen V i e r h e 11 e r fpra« chen näher über diese Projekte. NS.-Hago-Kreis« amtsleiter Neumann wies noch auf tue vielen Maßnahmen hin, die zur Beschaffung von Arbeit getroffen sind, so die steuerliche Erleichterung für die Ersatzbeschaffungen, auf das Entgegenkommen der Üeberlanbroerfe für Elektroinstallationen, Dar« sehen der Brandversicherungskammer und dgl. Diele Anträge Privater auf Zuschuß für ihre Evsatzbeschas« fungen, Umbau und dgl. liegen noch dem Bauaml vor. Alles müsse bestrebt fein, für Arbeitsbeschaffung zu sorgen und die Wirtschaft mit ankurbeln zu helfen. Der Vorsitzende wies auf die Gütestelle hin, die u. a. für Einbringung feftgefrorener Kredite mit« helfe. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. s Schotten, 28. Nov. Die NS.-Gemein, schast „Kraft durch Freude", Ortsgruppe Schotten, hatte die Bevölkerung auf gestern abend zur Feier des einjährigen Bestehens der Orgtmi* sation in die Turnhalle eingeladen. Der Besuch war sehr gut. Man hörte die Uebertragung der Feier in Berlin und blieb anschließend noch längere Zeit in froher Geselligkeit beieinander. □ Laubach, 27. Nov. Der Dolkstrauer- t a g wurde hier in würdiger Weise begangen. Am Dormittagsgottesdienst nahmen die SA., SAR., der NS.-Frontkämpfer-Bund und der Kriegerverem geschlossen mit ihren Fahnen teil. Der Gottesdienst, bei dem auch die vereinigten Männergesangvereine „Eintracht und Harmonie" mitwirkten, stand ganz im Zeichen des Gedächtnisses der Gefallenen. Nach der Predigt verlas Pfarrer Schmidt untr Glockengeläute die Namen der Gefallenen aus Lall' bad). Nach dem Gottesdienst marschierten die Formationen unter Vorantritt der Kapelle des Musik« Vereins nach dem Gefallenendenkmal von 1914/18, wo zum Andenken an die Toten des Weltkrieges unb der Bewegung mehrere Kränze niedergelegt wurden. Nachmittags fand ebenfalls ein Gottesdienst auf dem Friedhof unter Mitwirkung des Laubacher Musikvereins statt. — Am Samstagabend sprach im hie« figen Rathaussaale Tierarzt Wachtel vor der Ortsbauernschaft über die Bekämpfung von Viehkrankheiten, insbesondere über Scheidenkatarrh. Den lehrreichen Ausführungen folgten die Zuhörer mit großem Interesse. Nach angeregter Aussprache dankte Ortsbauernführer Röder dem Sartr^n* den namens der Besucher. ch Groß-Eichen, 27. Nov. Im dicht befehlen Gotteshaus fand am Sonntag der Toten - Ge- dächtnisgottesdienst statt. Zu Beginn des Gottesdienstes fang der Männergesangverein bat Lied: „Nun wünsch ich mir zu guter Letzt" von Bach mit Instrumentalbegleitung. Mitwirkende waren: Lehrer Appenheimer (Cello), Lehrer Bell, Groß-Eichen, Lehrer Müller, Lardenbach, Lehrer I n t e r t f) a l, Sichenhausen (Violinen). Weiter brachten der Gesangverein den Chor: „Sttll ruht dein Herz" und die Schulkinder das Lied: „Es ist ein Schnitter, der heißt Tod" zum Vortrag. Der Ortsgeistliche predigte über Römer 14, 7 und 8. — Im vergangenen Kirchenjahr starben in unserem Kirchspiel 12 Personen, darunter 2 aus Klein-Eichen. — Die Reichsgeldsammlung für bat Winterhilfswerk am vergangenen Sonntag ergab in unserer Ortsgruppe 21,65 RM. (Groß- Eichen 11.90 RM., Sellnrod 8,75 RM., Solms-Jls« darf 1 RM.). Kreis Alsfeld. * Burg-Gemünden, 28. Nov. Der 19jahrig< Installateur Wilhelm Berner, der dem Arbeitsdienstlager Burg-Gemunden angehört, zog sich eine sehr schwere Verletzung am lin ken Bein zu und mußte in die Chirurgische Klin" nach Gießen gebracht werden. -er. Homberg, 27. Nov. Schuhmacherin^ Heinrich Fiedler und Ehefrau, geb. Röhrig, fej ten am Freitag im Kreise ihrer Kinder und das Fest der goldenen Hochzeit. Dem 3^* paare gingen von allen Seiten viele GlückwuiW zu, auch wurde es mit zahlreichen Geschenken v dacht. Der Jubilar steht im 76., die Jubilarin W 75. Lebensjahre. Beide Ehegatten sind noch gdunD und rüstig. st. Kirtorf, 28. Nov. Hier sand in der W" wirtschaft Becker als Veranstaltung der NS „Kraft durch Freude" die Aufführung eine» Totentanzspiels statt. Der Ortswart der NSG-, BS- Heinrich Gail, sprach kurz über den Sinn der Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Dann h" Pfarrer Monnard eine Ansprache, der er vo Psalmwort: „Herr, kehre uns bedenken, daß wtr sterben müssen, auf daß wir klug werden" zugrundelegte. Seine Ansprache war eine besinnliche Vorbereitung für das Totentanzstuck, das dann unter Leitung des Kreisvolkstumswartes Lehrer Kraus (Ruhlkirchen) von der Laienspielschar Ruhlkirchen in künstlerischer Weife zur Ausführung gelangte. Die Teilnehmer des Abends folgten dem Spiel mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Lied und Musik umrahmten den Abend. ss Grebenau, 27.Nov. Wie in früheren Jahren nahmen auch dieses Jahr am Totensonntag die Gliederungen der NSDAP., spwie sämtliche Vereine mit ihren Fahnen am Gottesdienst geschlossen teil. Pfarrer Müller sprach ernste Worte und ermahnte alle nach dem Vorbild unseres Heilandes zu leben und stets auf ihn zu vertrauen. Durch Mitwirkung des Posaunenchors wurde der Gottesdienst verschönt. Anschließend fand eine schlichte Gedenkfeier am Kriegerdenkmal in Wallersdorf statt. Hier gedachte Pfarrer Müller nochmals der Toten des Weltkrieges und der nationalsozialistischen Bewegung. Der Gesangverein Amt. In der Pekzschaü fah man PehmÄnkel, Sofakissen, Bettvorlagen, Pelzkragen in sehr schöner Verarbeitung, hergestellt von der Frauengruppe des Vereins. Eine Hutfabrik aus Blitzenrod zeigte den Werdegang eines Hutes aus einem Kaninchenfell. Die Ausstellung wurde am Sonntagoormittag durch den Kreisgruppenführer W. Schmidt (Lauterbach) mit einer Ansprache eröffnet, in der der Redner auf die Bedeutung der Kaninchenzucht für unsere Volkswirtschaft hinwies. Die Ausstellung wies im Verlaufe des Tages einen sehr guten Besuch auf. Am Nachmittag fand die Preisoerteilung statt. Eine Verlosung fand viel Interesse. Preußen. Kreis Wetzlar. 0 Groß-Rechtenbach, 27. Noo. Im hiesigen Bürgermeisteramt fand eine Versammlung dSr GemSkndefchllkzen des früheren AmleZ Rechtenbach statt, die unter Leitung des Kreisausschußinspektors Sänger stand. Ingenieur Kraft von der „Preußen-Elektra" hielt einen Vortrag über die neue Arbeitsschlacht im Elektrofach. Er legte insbesondere Maßnahmen und Vergünstigungen dar, die durch einen erweiterten Stromverbrauch für den Abnehmer in Kraft treten könnten. Die Anwesenden begrüßten wohl die Anregungen, betonten aber, daß die gegenwärtigen finanziellen Verhältnisse eine weitere Belastung der Bevölkerung nicht zuließen. Die Vorschläge sollten geprüft werden. Sodann sprach Kreisausschußinspektor Sänger über die neuen Bestimmungen der Bürgersteuer, Kreisobmann Langsdorf machte Ausführungen über die Butterbewirtschaftung und die Eierverwertung. Angeregt wurde der Eintritt der Gemeindeschulzen in eine Kranken- und in die Angestelltenversicherung. Die Bewertung bebauter Grundstücke. Räume und Helme, nach dem Geschmack deutscher Zungen ausgestaklet, sind die Grundlagen geregelter und guter Arbeit der Hitler-Zugend aus erzieherischen, politischen, weltanschaulichen und kulturellen Gebieten. Zeder Deutsche sorgt dafür, dah diese deutsche Zugend Heime hat. ^Eintracht" Grebenau verschönte die Feier durch >en Vortrag von zwei passenden Liedern. Nachdem lie Führer der Gliederungen der NSDAP, und ’ -amtliche Vorsitzenden der Vereine Kränze am Denkmal niedergelegt hatten, schloß der Posaunenchor 1 mit dem Choral „Wo findet die Seele die Heimat, Ilie Ruh" die schlichte Totengedenkfeier. — Dieser j Tage fing der Fischereipächter A. H o e b e l in der ^ulda einen Hecht mit einer Länge von einem Meter und einem Gewicht von 11 Pfund. Seit | ongen Jahren ist es nicht vorgekommen, daß ein 4 Hecht mit einem solchen Gewicht in der Fulda gelangen wurde. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 27. Nov. Der Kaninchen- uchtoerein Lauterbach veranstaltete im I Saalbau „Johannisberg" zusammen mit der Kreis- Huppe Lauterbach eine interessante Kaninchen- u s st e! l u n g, mit der eine P e l z s ch a u ver- lunden war. Stadt und Kreis Lauterbach, Landes- «auernschaft, der Landes- und der Reichsverband deutscher Kaninchenzüchter hatten namhafte Sum- nen bzw. Preise zur Verfügung gestellt, um das .nteresse an der Kleintierzucht zu fördern. In be- rmderem Maße waren die vom Reichsnährstand : «kannten Wirtschaftsrassen vertreten. 143 Nummern standen zur Schau. Vier Ehrenpreise und 16 «fte Preise, ferner eine silberne Medaille sowie (Dibene und silberne Ehrennadeln konnten vergeben Dierben. Preisrichter Ullrich (Gießen) hatte bei !sr Güte bes ausgestellten Materials ein schweres Das neueste Reichsgesetzblatt bringt die Verordnung über die Bewertung bebauter Grundstücke. Diese Verordnung bildet die gesetzliche Grundlage für die auf den 1. Januar 1 9 3 5 durchzuführende Bewertung der bebauten Grundstücke. Ausgangspunkt für diese Bewertung bilden die von den Grundstückseigentümern im Oktober 1934 den Finanzämtern eingereichten Mietnachweisungen und technischen Fragebogen. Bei der Bewertung werden nach der oben erwähnten Verordnung fünf Grundstücksgruppen unterschieden und zwar: 1. Mietwohngrundstücke, 2. Geschäftsgrundstücke, 3. Gemischt genutzte Grundstücke, 4. Einfamilienhäuser, 5. alle nicht unter die Ziffer 1 bis 4 fallenden bebauten Grundstücke. Mietwohngrundstücke und gemischt genutzte Grundstücke werden mit einem Vielfachen der Jahresroh- miete bewertet. Als Mietwohngrundstücke gelten solche Grundstücke, die zu mehr als 80 v. H. Wohnzwecken dienen, mit Ausnahme der Einfamilienhäuser. Als gemischt genutzte Grundstücke gelten solche Grundstücke, die teils Wohnzwecken, teils unmittelbar eigenen oder fremden gewerblichen oder öffentlichen Zwecken dienen und weder als Mietwohngrundstücke oder als Einfamilienhäuser, noch als Geschäftsgrundstücke zu bewerten sind. Als Jahresrohmiete gilt das Gesamtentgelt (eigentlich Miete, Umlagen und alle sonstigen Leistungen), das die Mieter oder Pächter für die Benutzung des Grundstücks auf Grund vertraglicher ober gesetzlicher Bestimmung nach dem Stande vom Feststellungszeitpunkt, umgerechnet auf ein Jahr, zu entrichten haben. Für solche Grundstücke oder Grundstücksteile, die eigengenutzt, ungenutzt, zu vorübergehendem Gebrauch oder unentgeltlich überlassen sind, oder die der Eigentümer dem Mieter mit Rücksicht auf persönliche (z. B. verwandtschaftliche) oder wirtschaftliche Beziehungen oder mit Rücksicht auf ein Arbeits- oder Dienstverhältnis zu einem um mehr als 20 v. H. von dem üblichen Mietzins abweichenden Entgelt überlassen hat, gilt als Jahresrohmiete die übliche Miete. Die übliche Miete ist für derartige Fälle in Anlehnung an die Jahresrohmieten, die für Räume gleicher ober ähnlicher Art und Lage regelmäßig vereinbart sind, zu schätzen. Zur Jahresrohmiete gehören nicht 1. die Kosten der Heizstoffe für Sammelheizung und Warmwasserversorgung, 2. die eigentlichen Betriebskosten für Fahrstuhl, 3. Vergütungen für außergewöhnliche Nebenleistungen des Vermieters, die nicht die Raumnutzung betreffen, aber neben der Raumnutzung auf Grund des Mietvertrages gewährt werden (z. B. Bereitstellung von Wasserkraft, Dampfkraft, Kraftstrom und dergleichen), 4. Vergütungen für Nebenleistungen, die zwar die Raumnutzung betreffen, aber nur einzelnen Mietern zugute kommen (Spiegelglasversiche- rungen usw.). Soweit Beträge hierfür in der Miete enthalten sind, sind sie auszuscheiden. Nicht zu berücksichtigen ist bei der zugrunde zu legenden Jahresrohmiete die Kürzung der Miete, die der Vermieter infolge einer zugunsten des Mieters bewilligten Ermäßigung der Gebäudeentschuldungssteuer (Sondergebäudesteuer gewähren muß. Die Miete ist also in diesen Fällen mit dem ungekürzten Betrag anzusetzen. Für die Bewertung mit einem Vielfachen der Jahresrohmiete können die Präsidenten der Landesfinanzämter ihr Gebiet in verschiedene Bezirke, sowie die Grundstückshauptgrupven in Untergruppen einteilen. Sie haben nach den Verhältnissen auf dem Grundstücksmarkt zu bestimmen, mit welcher Zahl die Jahresrohmiete der Grundstücke in den einzelnen Gruppen und Bezirken zur Ermittlung des Wertes zu vervielfachen ist. Der so festgestellte Wert eines Grundstückes ist zu ermäßigen oder zu erhöhen, wenn Umstände tatsächlicher Art vorliegen, die von den bei der Bildung der Dervielfältigungs- zahl zugrunde gelegten Verhältnissen des Bezirks und der Grundstücksgruppe wesentlich abweichen. Solche Umstände sind der bauliche Zustand, das Alter oder die Einrichtung des Gebäudes, die Lage des Grundstückes, die Art der Bebauung, Zugehörigkeit größerer unbebauter Flächen, Schadens- gefayren, Belastungen mit Sondergebäudesteuer. Das Ausmaß der Ermäßigung oder Erhöhung richtet sich nach der Bedeutung, die dem besonderen Umstand bei einem Verkauf des Grundstückes beigemessen werden würde. Die Ermäßigung oder Erhöhung darf 30 v. H. des Wertes nicht übersteigen, sie unterbMbt jedoch, soweit die cMergevEMsch^ Verhältnisse bereits in der Jahresrohmiete, oder in der Vervielfältigungszahl zum Ausdruck kommen. Geschäftsgrundstücke, Einfamilienhäuser und sonstige nicht als Mietwohngrundstücke oder gemischt genutzte Grundstücke zu bewertende bebaute Grundstücke sind mit dem gemeinen Wert anzusetzen. Der gemeine Wert wird durch den Preis bestimmt, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach der Beschaffenheit des Wirtschaftsgutes bei einer Veräußerung zu erzielen wäre. Dabei sind alle Umstände, die den Preis beeinflussen, zu berücksichtigen. Als Geschäftsgrundstück gelten solche bebaute Grundstücke, die mehr als 80 v. H. unmittelbar eigenen oder fremden gewerblichen oder öffentlichen Zwecken dienen. Als Einfamilienhäuser gelten solche Wohngrundstücke, die nach ihrer baulichen Gestaltung nicht mehr als eine Wohnung enthalten. Dabei sind Wohnungen, die für Hauspersonal (Pförtner, Heizer, Gärtner usw.) bestimmt sind, nicht mitzurechnen. Die Eigenschaft als Einfamilienhaus wird auch dadurch nicht beeinträchtigt, daß burtf). Abtrennung von Räumen weitere Wohnungen (Notoder Behelfswohnungen) geschaffen werden, wenn mit ihrem dauernden Bestand nicht gerechnet werden kann. Ein Grundstück gilt auch dann als Einfamilienhaus, wenn es teilweise unmittelbar eigenen oder fremden gewerblichen oder öffentlichen Zwecken dient und dadurch die Eigenart als Einfamilienhaus nach der Verkehrsauffassung nicht wesentlich beeinträchtigt wird. Falls innerhalb bestimmter Bezirke für Geschästs- grundstücke, oder für bestimmte Gruppen von Geschäftsgrundstücken die Jahresrohmiete in der Regel unschwer ermittelt oder geschätzt werden kann, so können die Präsidenten der Landesfinanzämter bestimmen, daß die betreffenden Grundstücke nicht mit dem gemeinsamen Wert, sondern mit einem Vielfachen der Jahresrohmiete zu bewerten sind. Grundstücke, die sich im Zustand der Bebauung befinden, sind mit dem gemeinen Wert des Grund und Bodens zuzüglich der Kosten zu bewerten, die für die Baulichkeiten bis zum Feststellungszeitpunkt entstanden sind. Der für bebaute Grundstücke anzusetzende Wert darf nicht geringer fein, als der gemeine Wert, mit dem der Grund und Bodem allein als unbebautes Grundstück zu bewerten wäre., Für Grundstücke, deren Erhaltung wegen ihrer Bedeutung für die Kunst, Geschichte oder Wissenschaft im öffentlichen Interesse liegt, sowie Grundstücke, in deren Gebäude Gegenstände von künstlerischer, geschichtlicher oder wissenschaftlicher Bedeutung untergebracht und in einem den Verhältnissen entsprechenden Umfange dem Zwecke der Forschung oder Volksbildung nutzbar gemacht sind, gelten besondere niedrigere Bewertungssätze. Das gleiche gilt für Grundstücke, die vom Eigentümer selbst unmittelbar für Zwecke der Volkswohlfahrt der Allgemeinheit zur Benutzung zugänglich gemacht sind und deren Erhaltung im öffentlichen Interesse liegt. Amtsgericht Gießen. Zwei gewohnheitsmäßige Landstreicher, W. E. aus Beerfelden und R. B. aus Neu-Limburg, wurden zu je sechs Wochen Haft verurteilt. Außerdem wurde die Ueberweisung in ein Arbeitshaus an- geordnet und auf diese Weise dem unzeitgemäßen Treiben ein Ende bereitet. Den Angeklagten wurden, da sie verurteilt sind, auch die Kosten des Deri fahrens auferlegt. Postscheckkonto Franmuri a.m. 281 oo Für alle Fahrten Verkäufe | | Kaufgesuche"] 6969 D 4 4 4 4 Wintotiilfswtti besDcuifchmDolhs- £3^0(1 ualpjvn Q53Q yamsjptpauiifli Mitteldecken, 60X60 CE auf Haustuch gezeichnet.. UU Kaffeewärmer, 2teilig QE auf Haustuch gezeichnet . fcU Kissen, weiß und bunt QE auf Haustuch gezeichnet. . W Nachttischdecken, mit EE Spitze und Hohlsaum..... Kleine Deckchen, bunt QH gestickt u. mit Spitze, 32x32 ull a 'Weifmacfits* Handarbeiten zu diesen Preisen jetzt kaufen H. £ebmbeeber Gießen / Seltersweg 73 6983 A Jüngere flfownftflü z. 1. 12. gesucht. Zu melden von 3-5 Uhr. Zu erfr. i. d. Geschäftsst. d.Gieß.Anz. Den lästigen Waschtag vermeiden Sie ohne Mehrkosten für Ihren Haushalt durch unsere preiswerte Mangelwäsche Pfd. 25 Pf. Naßwäsche .... 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Levermann Bielefelder Herren-Wasche Seltersweg 71 Nr. 278 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen) Mittwoch, 28. November 1954 schöne Reisen, körperliche und geistige Erholung; sie lasse teilnehmen an den großen Schöpfungen unserer genialen Musiker, sie biete Erholung und Entspannung bei wissenschaftlichen und kulturellen Borträgen. Wir erlebten also Dinge, die den meisten Volksgenossen früher nicht zuteil wurden. In diesem Zusammenhänge streifte der Redner noch kurz das Siedlungswesen, das deshalb heute eine so große Rolle spiele, weil man bestrebt sei, den Men- „Die NS.-Kulturgemeind-e der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hat als die große Gemein- ischaft aller am Kulturleben der deutschen Nation sehen, die all dieses Schöne in sich ausgenommen hätten, nun auch die Möglichkeit zu bieten, ihre Erlebnisse im Kreise ihrer Familie in einem schönen eigenen Heim weiter zu verarbeiten. Nach begeistertem Sieg-Helk auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler begann die Radioübertragung aus Berlin. Bei musikalischen und hu- rnoristischen Vorträgen blieb man anschließend noch einige Stunden gemütlich beisammen. 17. Febr. VfB. Kurhessen — Bottenhorn. 24. Febr.: Ockershausen — Breidenbach. 3. März: Germania — Gladenbach; VfB. Kur- Hessen — Sarnau (11.15 Uhr). Reichsschwimmlehrer Braeklein im Gau Nordheffen. vom 9. bis 11. Dezember in Gießen. Der Reichsschwimmlehrer der DT., B r a e k - lein (Berlin), wird im Dezember längere Zeit in unserem Gaugebiete weilen und in den Orten mit Winterbädern mehrtägige Lehrgänge durchführen. Es kommen folgende Städte in Frage: Friedberg (3. bis 5. Dezember), Wetzlar (6. bis 8. Dezember), Gießen (9. bis 11. Dezember), Marburg (12. bis 15. Dezember), Kassel (16. bis 20. Dezember). Außer den Vereinen der DT. wird auch den Mitgliedern anderer Verbände des Reichsbundes für Leibesübungen die Möglichkeit zur Teilnahme an Lehrgängen gegeben werden. Kunffturn-Mannnschastskampf. Großen-Linden — Lollar — Wieseck. Dieser Geräte-Mannschaftskampf wird am kommenden Samstag wiederum in Wieseck zum Austrag kommen. Wer Zeuge des vorausgegangenen Kunstturnwettkampfes war, wird es sich nicht nehmen lassen, auch diesem, von den besten Turnern dieser Vereine beschickten Wettkampf beizuwohnen. Der zu bestreitende Kampf dürfte sehr schwer sein, zumal alle beteiligten Vereine über wirklich gute Kräfte verfügen. Aus diesem Grunde ist es auch schwer, schon heute einem der Vereine den Sieg zuzusprechen. Erwähnt sei noch, daß Großen-Linden in einem vorjährigen Mannschaftskampf vor Wieseck siegte. Die Terminliste der Tlachrunde der Bezirksklasse Marburg. 2. Dez.: Bottenhorn — Germania (Deibel-Gießen). 9. Dez.: Ockershausen — Wallau (Klipp-Specks- winkel); Gemünden — Gladenbach (Pfeil-Marburg); Sarnau — Biedenkopf (Fischbach - Marburg); Breidenbach — Germania (Klamberg-Biedenkopf). 16. Dez.: Germania — Ockershausen (Willer-Wetz- lar); Gemünden —VfB.Kurhessen (Peter-Germania); Breidenbach — Biedenkopf (Kronemann - Marburg); Wallau — Gladenbach (Lucy-Marburg); Sarnau — Bottenhorn (Dr. Heuser-Cölbe). 23. Dez.: VfB. Kurh.— Breidenbach (Schneider- Goßfelden); Sarnau — Gladenbach (Schultz-Neustadt); Bottenhorn — Biedenkopf (Engelter-Marb.). 26. Dez.: Ockershausen — Gemünden (Falck-Mar- burg); Biedenkopf — Gladenbach (Boß-Wallau). 30. Dez.: Germania — Biedenkopf; Gemünden — Wallau; Bottenhorn — Breidenbach; Gladenbach — VfB. Kurhessen. 1935: 6. Januar: VfB. Kurhessen — Germania; Wallau — Bottenhorn; Biedenkopf — Ockershausen; Gemünden — Breidenbach. 13. Januar: Ockershausen — Sarnau; Wallau — VfB. Kurhessen; Gladenbach — Bottenhorn; Gemünden — Biedenkopf. 20. Jan.: Germania — Gemünden; Gladenbach — Ockershausen; Wallau — Biedenkopf; Breidenbach — Sarnau. 27. Jan.: Ockershausen —VfB. Kurhessen; Sarnau — Wallau; Bottenhorn — Gemünden; Gladenbach — Breidenbach. 3. Febr.: VfB. Kurhessen — Biedenkopf; Sarnau — Germania; Breidenbach — Wallau. 10. Febr.: Germania — Wallau; Gemünden — Sarnau. Nach der Pause wurden die Teilnehmer durch Darbietungen des Landessymphonieorchesters und des Balletts der städtischen Oper unterhalten. Die Feier im Saft Leib. Die Deutsche Arbeitsfront, NSG. „Kraft durch Freude", hatte für den gestrigen Abend in den Saal des Caf6 Leib zur Feier des einjährigen Wirkens der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" eingeladen. Man hörte die Uebertragung der Feier in Berlin mit den Reden des Reichsministers Dr. Goebbels, des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß und des Führers der Arbeitsfront Dr. L e y. Nach der Feier — der weitere Verlauf des Abends war der Unterhaltung gewidmet — konzertierten Mitglieder des Musikkorps unserer Reichswehr und erfreuten mit guter Musik. Der Kriesamtswalter der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude", Pg. Christ, hielt eine kurze Ansprache, in der er die Teilnehmer des Abends herzlich willkommen hieß und aufforderte, bei Tanz und Unterhaltung einige unterhaltsame Stunden zu verleben. Die Reichswehrkapelle war eifrig um die Unterhaltung bemüht, und so blieb es nicht aus, daß sich eine angeregte Stimmung entwickelte. Feier der Gefolgschaft der städtischen Betriebe. Zur Feier des Jahrestages der NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" hatte sich die Gefolg - schaftderstädtischen 5Betrie.be am gestrigen Dienstagabend auf Oswaldsgarten versammelt, um von hier aus geschloffen zum „Einhorn" zu marschieren, wo die Feier stattfand. Saal und Bühne waren mit den Fahnen des Dritten Reichs, mit frischem Grün und Blumen reich geschmückt. Die Gefolgschaft hatte sich mit ihren Angehörigen recht zahlreich eingefunden. Betriebsgemeinschaftswalter Louis S ch a r d t eröffnete die Veranstaltung mit kurzen Begrüßungsworten an feine Kameraden. Anschließend sprach der stellvertretende Wirtschaftsführer der städtischen Betriebe, Bürgermeister Dr. Hamm, der u. a. ausführte, daß es am heutigen Jahrestage der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" wohl am Platze fei, eine Verbindung zu suchen zwischen der Gesetzgebung für die Ordnung der nationalen Arbeit und der vom Führer geschaffenen Einrichtung „Kraft durch Freude". Während früher in den Betrieben zwischen Betriebsführer und der Arbeitnehmerschaft starke Spannungen bestanden hätten, sei durch das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit erst einmal richtig jedem klar geworden, was der Führer will. Dieses Gesetz, das nicht nur Rechte gibt, sondern vor allem auch Pflichten feststellt, habe feine größte Aufgabe in der Ueberbrücfung der Gegensätze, soweit sie bestanden haben, oder noch bestehen könnten. Es fordere restlose Hingabe an das Werk, gemeinsames Fühlen und Denken in dem Bewußtsein, daß es ganz gleichgültig sei, wo einer steht, daß es darauf ankomme, seine Pflicht zu tun, um vor Her Gesamtheit des Volkes Sport- und Kuliurgemeinfchafi Eine Vereinbarung. Ein Lahr „Kraft durch Freude" Iieichsstaiihalter Sprenger sprach in Frankfurt. bestehen zu können. Dazu sei vor allen Dingen Vertrauen notwendig. Jeder müsse in dem anderen,~.....—v den Bruder sehen und immer das Einigende in den • anteilnehmenden Volksgenossen hie Aufgabe, eine Vordergrund stellen. Aus dieser gedanklichen Ein-'aus nationalsozialistischem Lebensgefühl und deut- ftetlung heraus erwachse dann die Freude an der scher Weltanschauung wachsende neue Lebenskultur Arbeit. Diese Freude zu fördern und zu heben, sei vorzubereiten. Die Lösung dieser Aufgabe fordert der Sinn der NSG. „Kraft durch Freude". Sie die Erweckung eines neuen kulturellen Wollens bei Reichsbund für Leibesübungen eine nationalsozialistische Erziehungsgemeinschaft ist, die durch ihre werktätae Arbeit die Verbindung zwischen Leid und Seele, Körper und Geist herbeiführt, trifft sich der in den Gemeinschaften des DRfL. vorhandene kulturelle Wille vielfach mit den Bestrebungen der NS.- Kulturgemeinde. Zum Zwecke kameradschaftlicher Zusammenarbeit auf den beiden Gliederungen gemeinsamen Grundlagen trifft der Reichssportführer als Führer des DRfL. mit der NS.-Kulturgemeinde nachstehendes Abkommen: 1. Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen ist bereit, der NS.-Kulturgemeinde bei der Durchführung ihrer Aufgab^behilflich zu sein. Er erwartet demzufolge non der NS. - Kulturgemeinde kulturell-künstlerische Anrechnung in der Form kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit den Dietwarten des DRfL., denen die Be- Für den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen hat der Reichssportführer von Tschammer und O st e n mit dem Reichsamtsleiter Dr. W. Stang der NS.-Kulturgemeinde in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am 26. November eine Vereinbarung getroffen. Der Sinn der Arbeitsgemeinschaft ist, den deutschen Leibesübungen mehr als bisher inneren Gehalt zu geben. Nachstehend der amtliche Wortlaut der Vereinbarung: F r a n k f u r t a. M., 27. Nov. (LPD.) Wie über- all im Reich, beging auch in Frankfurt die NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ihren ersten Geburtstag in feierlichem Rahmen. Die eindrucksvolle Kundgebung im Hippodrom wurde eingeleitet durch den Kaisermarsch, gespielt vom Landessymphonleorchester. Nachdem die Fahnen der DAF. eingebracht waren, erschien, lebhaft begrüßt, Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger. Der Reichsstatthalter führte in seiner Ansprache aus, die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" habe in dem ersten Jahr ihres Bestehens ihre Daseinsberechtigung nachgewiesen. Sie habe dies getan durch ihre Veranstaltungen, vor allem aber durch die Art ihrer Freizeitgestaltung. Im Mittelalter sei der deutsche Handwerker mit seinen Gesellen zu einer Familie verbunden gewesen. Herrliche Werke seien damals entstanden. Die Maschine habe die Entfremdung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer herbeigeführt. Der Unternehmer habe nicht mehr an sein Werk gedacht, sondern nur noch an den Profit. Der deutsche Arbeiter habe in einem freudlosen Dasein dahingelebt. Alle Versuche einer Aenderung seien fehlgeschlagen. Schon in der Zeit des Kampfes der Bewegung seien der Führer und alle seine Mitarbeiter bestrebt gewesen, den deutschen Arbeiter dem deutschen Volke wieder zuzuführen. Jeder Volksgenosse sollte sich wieder als vollberechtigtes Mitglied der Volks- aemeinscliaft betrachten. Schon im Mai vorigen Jahres feien Pläne zu dem großen reformerischen Werk beratschlagt worden. Heute am Jahrestag der NS.-Gemeinschaft könne man mit Stolz auf das Geleistete zurückblicken. Der Reichsstatthalter dankte dann besonders dem Landesobmann der DAF., sowie dem Gauwart der NSG. „Kraft durch Freude", v. R e k o w s k y , sowie dessen Mitarbeitern für ihre Arbeit, durch die in kurzer Zeit schon ein so hoher Stand der Entwicklung erreicht worden sei. 3m ersten 3ahr des Bestehens der Organisation hätten im Gaugebiek 2674 Feieradendveranstat- tungen stattgesunden, 98 157 Volksgenossen hätten an Land- und Tagesfahrken, 7582 an Seefahrten und 5220 an Sportkursen teilgenommen. Insgesamt seien von den 3 026 260 Einwohnern des Gaues rund 1,9 Millionen durch die „Kraft durch Freude"-Veranstaltungen erfaßt worden. Das sei ein außerordentlich hoher Hundertsatz, der die Hoffnung zulasse, daß im Laufe der Entwicklung alle deutschen Volksgenossen Freizeitgestaltung, Urlaubsreisen usw. genießen könnten. Jeder müsse freudig wieder an feine Arbeitsstätte zurückkehren; das aber sei der Sinn der Arbeit der Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Rüstig und mit freudig leuchtenden Augen solle jeder an seiner Arbeitsstätte stehen und Werke deutschen Geistes und deutschen Frohsinns schaffen. Jeder solle so künden von der Zeit des herrlichen Aufbaues in Deutschland. Als der Reichsstatthalter geendet hatte, fand ein Gemeinschastsempfang der großen Berliner Kundgebung in den Werkstätten der AEG. mit Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsminister Dr. Goebbels und dem Stellvertreter des Führers Reichsminister Heß als Redner statt. Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und der Fahnenausmarsch beschlossen den ersten Teil der Veranstaltung. erschließe die Reize unseres Vaterlandes, biete jedem deutschen Volksgenossen. Da der Deutsche Dos Wimms nm Enn. Roman von Rainer Selben. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 1. Fortsetzung. Nachdruck oerboten! „Was haben Sie, Borgloh? Sie sehen ja so traurig aus? Ich dachte, Sie kommen mit strahlender Miene an. Denn nun ist es ja gewiß, daß Sie nach Afrika gehen. Herrgott, wenn ich noch einmal so jung wäre wie Sie! Wenn ich noch einmal an Ort und Stelle meine Studien aufnehmen könnte, ich wüßte nicht, was ich vor Freude machen würde. Und Sie? Freuen Sie sich benn nicht?" Forschend sah van Koster in das kluge, lebendige | 'Gesicht des jungen Chemikers. „Na, nun heraus mit der Sprache, Borgloh! Was «bedrückt Sie? Ist es das Unbekannte, das vor Ihnen | fsteht? Aber Sie sind doch nicht der Mensch, sich vor «etwas Unbekanntem und vor neuen Erlebnissen zu i sfürchten? Was ist es also?" Er hatte seinen Arm herzlich um die Schultern Friedrich Borglohs gelegt und wies auf eine kleine 5 Korbsesselgruppe, die an der einen Seite des Labo- f iratoriums stand. „Setzen wir uns, Borgloh, und erzählen Sie mir." Friedrich Borgloh saß einen Augenblick da und sah nachdenklich vor sich hin. Ein weicher Schein war in seinen ernsten, grauen Augen, als er nun - sagte: "„Sie haben recht, Herr Professor! Ich müßte mich ; eigentlich viel mehr freuen. Und wenn ich daran i denke, daß ich einer so interessanten, unbekannten Welt entgegensehe, wie sie das Land am Sambesi Darftellt, wenn ich weiter daran denke, daß ich nun sozusagen an der Quelle unserer Forschungen und «lUntersuchungen sitzen werde, dann bin ich stolz und ubanfbar. Was mir meine Freude nur etwas mindert, ist Der Gedanke der Trennung. Ja, Herr Professor, ich muß es einmal aussprechen: Sie sind mir in diesen i)rei Zähren so viel geworden wie ein Vater. Ihr ^)aU5 ist für mich eine Heimat geworden, die mich !den Verlust meiner Lieben beinah vergessen ließ. Und die kleine Eva ist mir so ans Herz gewachsen, roie eine Schwester es nicht mehr könnte. Sie wer- ven begreifen, daß mich die Trennung von Ihnen allen wirklich bewegt. Und ich möchte Ihnen heute io ei dieser Gelegenheit einmal von Herzen für alles wanken, was Sie an mir getan haben." Seine Stimme war unsicher geworden. Er mühte üch vergebens, feine tiefe Bewegung zu meistern. Professor van Koster sah gütig in das von innerer Erregung durchleuchtete Gesicht. „Von Dank sollen Sie mir nicht sprechen, Borg- 2h. Wenn ich Ihnen etwas gegeben habe, so haben Die es mir reichlich zurückgegeben. Ihr Arbeitseifer und Ihr echtes Forschertalent haben mich alten Mann immer wieder beschwingt, wenn ich müde werden wollte. Ihre Treue und Fürsorge für mich waren wie die eines Sohnes. Dor allem aber hat es mich beglückt, daß meine kleine Eva so an Ihnen hängt. Wir verlieren auch viel, Borgloh, wenn Sie ge>hen. Und hätte ich nur einen anderen Menschen gewußt, dem ich die Forschungen am Sambesi an- oertrauen kann, ich hätte Sie weiß Gott nicht ziehen lassen. Aber höher als meine persönlichen Wünsche muß mir die Wissenschaft stehen. Als die Anfrage von Oxford und des Tropeninstituts hier nach einem geeigneten Forscher kam, war es meine Pflicht, Sie zu nennen. Ihre Pflicht ist es, zu gehen, lieber Borgloh. Bedenken Sie, wenn Sie den Erreger dieser unbekannten Sumpfkrankheit wirklich entdecken, so ist das für die Menschheit von ungeheurem Segen. Außerdem können Sie stolz sein, daß gerade Sie als Deutscher von bet englischen Regierung mit । dieser ehrenvollen Aufgabe betraut wurden." „Das bin ich auch, Herr Professor", war Friedrich Borglohs aufrichtige Antwort. „Und nun Sie mir alles so darstellen, fühle ich auch, wie meine Freude über alle persönlichen Empfindungen siegt. Schließlich — drei Jahre sind ja kein Leben. Nach drei Jahren werde ich wieder hier sein. Und wenn Sie mir Ihre Freundschaft und Ihr Vertrauen bewahrt haben, so wird alles so schön sein, wie es zuvor war." Professor van Koster lächelte etwas schmerzlich. „Wie sicher ihr jungen Menschen in bezug auf die Zeit seid. Drei Jahre, mein guter Friedrich, sind nicht viel, wenn man zwischen dem zwanzigsten und dreißigsten Lebensjahre steht. Aber sie sind sehr viel, wenn man die Schwelle der Sechzig überschritten hat. Da zählen drei Jahre sehr stark mit." „Aber bei Ihnen doch nicht, Herr Professor. Sie beschämen doch noch die Jüngeren an Arbeitskraft und Elastizität." Professor van Koster machte eine abwehrende Handbewegung. „Das ist vielleicht mehr das Ergebnis meines Willens, Friedrich, als das Ergebnis der tatsächlich vorhandenen Kräfte. Ich fühle mich oft sehr müde und alt. Aber ich will es nicht zeigen. Ich hätte auch zu Ihnen nicht davon gesprochen, wenn es nicht ein Abschiednehmen auf viele Jahre fein würde. Und da habe ich eine Bitte: Wenn Sie zurückkehren, bleiben Sie meiner kleinen Eva der gute Freund, der Sie waren! Verlassen Sie sie nicht! Denken Sie daran, daß ich sie keinem Menschen so gern anvertrauen möchte wie Ihnen. Halten Sie Ihre Hände über Eva, wenn ich einmal nicht mehr" — seine Stimme senkte sich —, „nicht mehr sein sollte!" Friedrich Borgloh legte seine Hände fest m die ausgestreckten van Kosters. „Das gelobe ich Ihnen, Herr Professor, bei allem, was mir heilig ift Aber nun", fuhr er mit gewollter Munterkeit fort, „wollen wir an diese Dinge gar nicht mehr denken. Ich bin überzeugt, ich treffe Sie in drei Jahren so frisch und tatkräftig an wie jetzt, da ich mich nun bald von Ihnen verabschieden muß." „Das will ich auch hoffen, mein lieber Borgloh; aber was das Schicksal auch bestimmen möge — ich habe Ihr Versprechen für Eva. — Sie werden über Eva wachen!" „Ich werde über sie wachen, Herr Professor!" gab Friedrich Borgloh fest zur Antwort. 2. Kapitel. Es war, als hätten die trüben Vorahnungen von Kosters das Unglück herbeigerufen. Mitten in die Reisevorbereitungen Friedrichs, die van Koster noch mit allem Interesse begleitete, kam eine plötzliche schwere Erkältung van Kosters. Mit der an ihm gewohnten Energie versuchte er zunächst, die Krankheit zu unterdrücken. Die besorgten Mahnungen Evas und auch Friedrich Borglohs, sich ein paar Tage Bettruhe zu gönnen, beantwortete er mit den ungeduldigen Worten: „Man muß einer Krankheit nur zeigen, daß man ihr nicht nachgeben will, dann geht sie von ganz allein. Ich habe jetzt gar keine Zeit, krank zu fein. Ihr wißt, wir haben noch den letzten Vortragsabend in der Tropengesellschaft, an dem ich den Vorsitz führe. Es findet noch eine große Diskussion über unsere Sumpffieberforschung statt. Da will ich selbst dabei sein und eingreifen." Keine Mahnungen Friedrichs und Evas halfen. Van Koster bestand darauf, an diesem Abend noch den Vorsitz in der Medizinischen Gesellschaft zu führen. Es war einer der Wintertage, in London, die mehr einem Herbsttag ähneln. Nebel lag dick und rötlich über der ganzen Stadt. Ihre Feuchtigkeit drang durch alle Fensterritzen und Türen. Als van Koster, von Friedrich begleitet, in einem Auto zum Tropeninstitut fuhr, schlug ihm beim Heraustreten aus feinem Haufe dieser dicke, feuchte Nebel entgegen. Er schauerte zusammen. Ein heftiger Hustenstoß erschütterte ihn. Nur mit Not und Mühe hielt er sich an dem Abend aufrecht. Sein Vortrag, sonst so zündend und temperamentvoll, war heute matt, von vielfachem Husten unterbrochen. Friedrich Borgloh sah mit Besorgnis, wie die Züge van Kosters müde wurden. Er brachte den Erschöpften nach Hause, und nun half es van Koster nichts, er mußte sich zu Bett legen. Der sogleich herbeigerufene Arzt stellte eine heftige Grippe fest und verordnete strengste Bettruhe. Friedrich Borgloh war tief bekümmert. Gerade jetzt mußte er fortfahren, da der verehrte Mann krank war! Aber ein Aufschub der Reise war nicht möglich. Die Schiffspassage war bestellt. Drüben erwarteten ihn bereits die zusammengestellte Expeditionskolonne von Eingeborenen und zwei englische Aerzte, die sich mit ihm zusammen ins Quell» gebiet des Sambesi begeben wollten. Unmöglich, daß er aus privaten Gründen die Reise hinauszögerte. „Ich fahre in großer Unruhe ab, verehrter Herr Professor!" sagte er am Vorabend feiner Reife, als er an van Kosters Bett saß. „Wer wird sich jetzt um Sie und Ihre Angelegenheiten kömmern, während ich fort bin? Vor allem — Eva wird einsam sein." „Machen Sie sich keine Sorgen", war die etwas mühsame Antwort van Kosters. „Ich habe meine einzigen Verwandten, Herr Parkins und feine Frau, aus Edinburg, gebeten, herzukommen. Es sind Angehörige meiner verstorbenen Frau. Parkins lebt seit langem als Rentier in Edinburg und kann durchaus abkommen. Die Parkins sind gar nicht böse darüber, ein paar Wochen die Saison in London mitzumachen. Sie werden mich bei Eva vertreten, solange ich krank bin." „Nun, hoffentlich wird das nicht lange dauern, verehrter Herr Professor", sagte Friedrich herzlich. „Ich bin wirklich beruhigt, daß ich Eva jetzt nicht allein weiß, und daß sich vor allen Dingen Angehörige um Ihre Pflege kümmern werden." Leider war es Friedrich Borgloh nicht möglich, diese Verwandten, von denen van Koster nur selten gesprochen hatte, noch kennenzulernen. Ihre Ankunft war zwar einen Tag vor feiner Abreise festgesetzt. Im letzten Augenblick vor seiner Abreise kam ein Telegramm der Parkins, daß sie erst am nächsten Tage eintreffen tonnten. So mußte Friedrich Borgloh abreifen, ohne die neuen Hausgenossen van Kosters gesehen zu haben. Eva begleitete ihn zur Bahn. Ihr zartes, liebes Gesichtchen war von Trennungsschmerz erfüllt. Ihre Augen standen voll Tränen. Sie bekämpfte mühsam das Weinen. Friedrich Borgloh ging auf dem rauchigen, kalten Bahnsteig von Charing Croß mit Eva van Koster auf und ab. Er hatte seinen Arm leicht unter den des jungen Mädchens geschoben. „Nun, kleine Eva, Mut, Mut!" sagte er. „Sehen Sie, dem Vater geht es schon wieder besser. Doktor Musgrave war heute, wie er mir sagte, mit dem Ergebnis der Untersuchung recht zufrieden. Wenn alles so weiter geht, kann Ihr lieber Vater in wenigen Tagen schon aufstehen. Und ich, kleine Eva, ich werde Ihnen viel und oft schreiben. Sie sollen einmal sehen, was für interessante Neuia- feiten ich zu berichten haben werde. Und ehe mir es uns versehen, wird die Zeit hingehen." Sie nickte und versuchte ein tapferes Lächeln. Aber um ihren Mund zitterte es. Seltsam gereift sah ihr Gesichtchen jetzt aus irt dem Schmerz des Abschieds. (Fortsetzung folgtI) treuung der Mitglieder des DRfL. in dieser Richtung obliegt. Die NS.-Kulturgemeinde stellt sich den Oietwarten des DRfL. vor allem bei der Durchführung von Veranstaltungen auf den Gebieten Theater, Film, Vortragswesen, Musik, bildende Kunst, bunte Veranstaltungen u. a. zur Verfügung. 2. Zur Sicherung der Zusammenarbeit zwischen dem DRfL. und der NS.-Kulturgemeinde wird der Reichsdietwart Pg. Kurt Münch als Verbindungsmann zur Reichsamtsleitung der NS.- Kulturgemeinde bestellt und tritt in den Stab des Reichsamtsleiters ein. In den Gauen, Bezirken und Kreisen des DRfL. nehmen die zuständigen Dietwarte der Gliederungen die Verbindung mit der entsprechenden Gauamtsleitung oder örtlichen Gliederungen der NS.-Kulturgemeinde auf und halten mit ihr stets Fühlung. 3. Der DRfL. erklärt sich bereit, der NS.-Kulturgemeinde auf Anforderung geeignete volkstümliche Vorträge aus seinen Arbeitsgebieten zu vermitteln. 4. Der DRfL. und die NS.-Kulturgememde erklären sich bereit, kulturelle Einzelveranstaltungen im Reich oder gelegentlich gemeinsame Veranstaltungen gegenseitig zu unterstützen. 5. Der NS.-Kulturgemeinde ist es gestattet, im Mitgliederkreise des DRfL. für die Einzelmitgliedschaft bzw. für den Besuch ihrer Veranstaltungen zu werben. Voraussetzung ist hierbei, daß ein Zwang oder Druck zur Erwerbung der Einzelmitgliedschast bzw. für den Besuch von Veranstaltungen nicht ausgeübt wird. 6. Zu Tagungen und Lehrgängen der NS.-Kulturgemeinde werden die zuständigen Dietwarte des DRfL. eingeladen." Verpflichtung der Olympiakämpfer. Am 16. Dezember werden sämtliche in der Olympia-Vorbereitung stehenden Sportler feierlich verpflichtet. Die Verpflichtung in Berlin wird der Reichssportführer selbst vornehmen. Der Deutschland-Sender wird die Berliner Feier übertragen, die dann im Mittelpunkt der Verpflichtungen im Reich stehen wird. Echmeling-Hamas endgültig in Hamburg. Der Ausscheidungskampf um die Weltmeisterschaft aller Kategorien zwischen S ch m e l i n g und Hamas, der am 10. März des nächsten Jahres in Deutschland stattfindet, ist jetzt endgültig nach Hamburg vergeben worden, da Berlin und Frankfurt am Main keine genügend große Hallen zur Verfügung haben. Das Treffen wird in der Hamburger Rothenburgortshalle, die ein Fassungsvermögen von 25 000 Zuschauer hat, ausgetragen, nachdem der Senat der Stadt dem Erwerb der Halle zugestimmt hat. Kurze Sportnotizen. Hockey, Handball, Tennis und Kegelsport stellen sich am 2. Dezember in den Dienst des WHW. Auf 4 80 Stundenkilometer will Campbell seinen absoluten Weltrekord für Automobile am 20. und 21. Febr. in Daytona Beach schrauben. ♦ E i n neuer Motorboot-Weltrekord wurde auf dem Comer See von dem Italiener F. Venturi über den Kilometer für die 1,5 Liter- Klasse mit 95,266 Stundenkilometer aufgestellt. * D r. Harfter (München) wurde zum Presse- Referenten für die Olympischen Winterspiele 1936 ernannt. * A u f der Sitzung der ONS. in Berlin wurde unter dem Vorsitz des Führers des deutschen Kraftfahrsports eine baldige Regeluna der Unfall- Versicherung für Teilnehmer an kraftfahrsportlichen Veranstaltungen sowie ein Hilfsfonds für den deutschen Kraftfahrsport beschlossen. Wirtschaft. Sonntagsruhe im Krastverkehrsgewerbe. (Fwd.) Im deutschen Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen steht eine Neuregelung der Sonntagsruhe bevor. In einer gutachtlichen Stellungnahme, die vom Reichsverkehrsminister angefordert wurde, faßt der Deutsche Industrie- und Handelstag das Ergebnis seiner Erhebungen wie folgt zusammen: Für den gewerblichen Güterfern- und Nahverkehr, sowie für den Werkverkehr sollte mit Rücksicht auf die gleich gelagerten Verhältnisse tunlichst eine einheitliche Regelung der Sonntagsruhe angestrebt werden. Eine unterschiedliche Behandlung verschiedener Fahrzeugarten hinsichtlich der Sonntagsruhe erscheint mit Rücksicht auf ihren Wettbewerb untereinander nicht angängig. Mit Rücksicht auf den bestehenden Wettbewerb zwischen Kraftwagen und Eisenbahn, sowie auf das dringende Interesse der verfrachtenden Wirtschaft, Eilsendungen auch an Sonn- und Feiertagen mit Kraftfahrzeugen befördern lassen zu können, erscheint ein gänzliches Verbot des Güterverkehrs mit Kraftfahrzeugen nicht angängig. Dies gilt im Interesse der Verfrachter auch für den Fall, daß Eisenbahn und Kraftwagen künftig in irgendeiner Form unter einheitlicher Leitung arbeiten. Die Beförderung eiliger Sendungen muß daher auch an Sonn- und Feiertagen für den Kraftwagenverkehr unbeschränkt zugelassen werden. Der gewöhnliche „Frachtgut"-Verkehr mit Kraftwagen sollte für die Zeit von 8 bis 22 Uhr ruhen. Aufwertung in der Lebensversicherung Es erweist sich, daß eine erhebliche Anzahl der Altversicherten sich bisher überhaupt nicht mit ihren Aufwertungsansprüchen aus Lebensversicherungen gemeldet hat. Sie fallen gegebenenfalls völlig aus. Es sei deshalb mitgeteilt, daß alle Altversicherten unverzüglich ihre Aufwertungsansprüche bei ihrer Versicherungsgesellschaft anmelden müssen. Ebenso wichtig ist die zu klärende Frage der Verfügung über den übrigbleibenden Betrag der Aufwertungsmassen, insbesondere ob die inzwischen abgefundenen Altversicherten trotz der Abfindung hieran teilnehmen sollen. Die Reichsgeschäftsstelle des Sparerbundes (Berlin W 8, Jägerstraße 59/60) hat sich deshalb mit dem Reichsaufsichtsamt für Privatversicherungen in Verbindung gesetzt. Mexikanische Vorkriegsanleihen. Die mexikanische Regierung hat kürzlich die Verhandlungen mit dem Internationalen Bankenausschuß zwecks Regelung der mexikanischen Dorkriegsanleihen abgebrochen. Don einiger konkreter Bedeutung ist nun die Absicht der mexikanischen Regierung, einen neuen Plan zur Schuldenregelung vorzulogen. Er läßt noch auf sich warten, doch hört man aus Londoner Kreisen, daß man ihn wohl noch in diesem Jahre erwarten könne. Da der Sparerbund für das Deutsche Reich (Berlin W 8, Jägerstraße 59/60) mit den entsprechenden ausländischen Gläubigerorganisationen in Verhandlung steht, bittet er die Besitzer von mexikanischen Vorkriegsanleihen, ihm umgehend den genauen Betrag des Anleihebesitzes zur kostenlofen vorläufigen Vertretung mitzuteilen. Es kommt darauf an, die deutschen Interessen möglichst vollständig wahrzunehmen. Bei der herrschenden Devisenknappheit ist es schon im Allgemeininteresse wichtig, daß alle Valutaansprüche, die Deutschland an das Ausland hat, mobilisiert werden. ♦ * Geschlossene Börse am Heiligen Abend. Der Berliner Börsenpräsident gibt bekannt: Arn Montag, 24. Dezember, bleiben die Berliner Börsenräume für jeden Verkehr geschlossen. Gemäß § 5 der „Bedingungen für die Geschäfte an der Berliner Wertpapierbörse" findet an diesem Tage eine Lieferung nicht statt. — Nach einer Meldung aus Frankfurt bleibt auch die Frankfurter Börse am 24. Dezember für jeden Verkehr geschlossen. * D i e Erdölbohrungen in Baden. Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, wurde bei der Bohrung Jtag Baden Nr. 1 in der Gegend von Bruchsal in etwa 300 Meter Tiefe Rohölzufluß fest- gestellt. Man sah von ausgedehnten Förderarbeiten ab und wandte sich größeren Tiefen zu. In etwas über 700 Meter Tiefe gelang es zum ersten Mal im rechtsrheinischen Oberrheintalgebiet Rohöl zu Tage zu fördern. Es handelt sich hierbei um ein relativ gasarmes Oel, das erst allmählich ins Bohrloch austritt. Frankfurter Börse. Mitlagsbörse ruhig. Valutawerte weiter schwach. Frankfurt a. M., 27. Nov. Den vorbörslichen Erwartungen entsprechend eröffnete die Mittagsbörse wieder in sehr stiller Haltung. Der Auftragseingang seitens der Kundschaft blieb auf der ganzen Linie minimal, während die Kulisse weitere Zurückhaltung bekundete, zumal aus der Wirtschaft größere Anregungen vermißt wurden. Auch der bevorstehende Ultimo blieb in gewissem Maße wirksam. Daneben legte die weiterhin außerordentlich schwache Haltung sämtlicher Valutapapiere besondere Reserve auf. Stark angeboten waren insbesondere Chade-Aktien. Lit. A bis C lagen bei etwa 192 nach gestern 204 und Lit. D bei etwa 188 bis 189 nach 200. Ferner bestand stärkeres Angebot in Kunstseide AKU., die mit 50,50 (nach 53) eröffneten und dann auf 49,50 nachließen. Auch Schweizer Bundesbahn-Anleihen sowie IG. Chemie-Basel und 3 v. H. Schweden von 1888 wurden bis zu 5 v. H. niedriger taxiert. Anatolier Eisenbahn lagen mit 30 v. H. Brief um 1,75 v. H. schwächer. Daneben lagen die im Freiverkehr gehandelten neuen Türkenwerte ebenfalls schwach. Die Gründe für diese Schwäche werden weiterhin mit Befürchtungen über eine Sonderbehandlung dieser Werte in Zusammenhang gebracht. Der deutsche Rentenmarkt war bei sehr kleinen Umsätzen eher etwas freundlicher, wie auch die Stimmung am Aktienmarkt durchaus nicht unfreundlich war. Lediglich infolge der starken Geschäftsstille bröckelten die Kurse etwas ab, wenngleich die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich war. Altbesitzanleihe, 6 o. H. Stahlverein-Bonds und Reichsbahn-DA. eröffneten je 0,25 v. H. freundlicher, Kommunal-Umfchuldung, späte Reichsschuldbuchforderungen und Zinsvergütungsscheine lagen gut behauptet. Am Aktienmarkt setzten Farbenindustrie 0,40 v. H., Deutsche Linoleum 1 v. H. und Reichsbankanteile 0,25 v. H. niedriger ein. Elektroaktien lagen ebenso wie Montanpapiere uneinheitlich, wobei die Veränderungen nach beiden Seiten gering waren. Nur Lahmeyer verloren 1 v. H. und Harpener 0,75 v. H. Schiffahrtsaktien blieben unverändert, auf den anderen Märkten herrschte Geschäftsstille. Im Verlaufe setzte sich die Abwärtsbewegung der Valutawerte in verstärktem Maße fort. Chade A bis C kamen mit 194 bis 184, Lit. D mit 186 bis 182 zur Notiz und gingen nach dem Kurs auf 180 bzw. 176 zurück. AKU. notierten bis 48 Brief, Anatolier bis 28,50 Brief. Schweizer Bundesbahnanleihen wurden später um etwa 10 bis 12 v. H. unter der schon sehr schwachen Abendbörsennotiz taxiert, also 4prozentige mit 148,50, 3,5prozentige mit 138 bis 140, 3,50 v. H. Gotthardbahn mit 135 (nach gestern mittag 150,50), 3,50 v. H. Jura- Simplon mit 130 (146) und 3 v. H. Schweizer Eisenbahn-Rente mit 124 (135). Der deutsche Aktienmarkt war später ebenfalls durchweg abgeschwächt, und zwar betrugen die Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H. Farbeninduftrie unterlagen mehrfachen Schwankungen. Schwach waren Mainkraft mit etwa 78 (81). Am Rentenmarkt schwächten sich die Kprse ebenfalls ab, Altbesitz auf 104,40 (104,75), auch späte Reichsschuldbuchforderungen, Kommunal - Umschuldung und Stahlverein-Bonds gingen bis 0,40 v. H. zurück, nur Zinsvergütung blieben behauptet. Der Pfandbriefmarkt waren bei kleinem Geschäft behauptet, Stadtanleihen gaben zumeist etwas nach. Staatsrenten lagen ruhig. — Tagesgeld 3,50 v. H. Im weiteren Verlauf der Mittagsbörse trat für die Valutapapiere eine Erholung ein. Chade A bis C fliegen auf 188 nach 180, Lit. D auf 187 nach 176. Auch Schweizer Bundesbahn-Anleihen waren nach Festsetzung der amtlichen Kurse gesucht, so 4prozentige mit 150 Geld, 155 Brief (nach 145 amtlicher Notiz), 3,5prozentige 140 (135). Für die übrigen Valutawerte traten ähnliche Besserungen ein, AKU. waren auf 51 erholt nach zutiefst 47,75. Maßgebend hierfür waren Verlautbarungen, wonach für die Gerüchte, die zu der erheblichen Schwäche geführt hatten, keine Bestätigung vorlag. Im Zusammenhang damit waren auch deutsche Aktien und Renten gegen Börsenschluß leicht gebessert, wenn auch die Gestaltung der Kurse noch merkliche Uneinheitlichkeit aufwies. An der Nachbörse nannte man u. a. AKU. 51 Geld, IG. Farben 133,75 bis 134, Altbesitzanleihe 104,65. Abendbörse: ruhig. Valutawerte weiter erholt. Die Abendbörse nahm im allgemeinen einen stillen Verlauf und war kursmäßig gegen den Berliner Schluß nur wenig verändert. Teilweise ergaben sich noch geringfügige Abschwächungen, teilweise waren weitere Erholungen um etwa 0,25 v. H. festzustellen. Von chemischen Werten lagen Farben- i'ndustrie 0,25 v. H., Scheideanstalt 0,50 v. H. höher, Goldschmidt blieben aber nur knapp gehalten. Elektroaktien waren zumeist unverändert, etwas fester lagen Siemens. Montanpapiere notierten noch überwiegend etwas leichter. Der deutsche Rentenmarkt lag sehr still bei unveränderten Kursen. Am Markt der Valutapapiere war anfangs der Börse weder Angebot noch Nachfrage zu verzeichnen. Im Verlaufe stellte sich bann stärkeres Kaufinteresse ein, das vielfach nicht befriedigt wurde, da sich Materialmangel zeigte. Die Kurse zeigten im Anschluß an die Erholung im Mittagsschlußverkehr eine weitere merkliche Besse- rung. Sv stiegen 4 v. H. Schweizer Bundesbahn auf 153,75 (heute mittag 145,), 3,5 v. H. auf 145 (135) und 3,5 v. H. Jura-Simplvn auf 134 (122). Auch Chade-Aktien Lit. A—C waren um 3 RM. auf 189 gebessert, ebenso IG. Chemie-Basel volle auf 140 (135). Kunstseide AKU. lagen dagegen auf eine Zufallsorder um 0,75 v. H. niedriger, hatten aber lebhafteres Geschäft. Auch die im Freiverkehr gehandelten Auslandswerte zeigten eine Erholung. U. a. notierten: 5,5 v. H. Pounganleihe 96,25, Altbesitzanleihe 104,50, 6 v. H. Stahlverein 85,75, 4 v. H. Ungarn von 1913 6,40, Commerzbank 67, VO-Bank 69, Dresdner Bank 71,50, Reichsbank 146, Buderus 80, Gelsenkirchen 55, Harpener 99 25 Mannesmann 70,75, Rheinstahl 86,50 bis 8675* AKU. 50,25, Bekula 139,25, Chade 189, Scheide-' anstatt 206, Licht und Kraft 115,50, Eßlinger Maschinen 56, IG. Farben 133,75, Gesfürel 104, Goldschmidt 86,75, Holzmann 73,75, Metallgesellschaft 80, Rütgerswerke 36,50, Schuckert 90, Siemens 138 Reichsbahn-VA. 114,25, Hapag 27,25 Norddeutscher Lloyd 29,65, Anatolier Eisenbahn 29. Sranffurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M„ 27. Nov. Das Angebot in Gemüse blieb stark, besonders für Eskarol, Feld- falat, Lauch, Sellerie, Spinat, Weißkraut und Wirsing. Für besonders schönen und großen Eskarol vermochten sich die Preise merklich zu heben, sonst traten keine wesentlichen Aenderungen ein. Das Ge- schäft war schleppend. U. a. notierten: Blumenkohl Steige 9 und 12 Stück 3,00 bis 3,25 ital., Eskarol 4 bis 8, Feldsalat groß 20 bis 25, klein 40 bis 45, Gewürzei, gr. Bdl. 25 bis 35, Karotten 3 bis 4, Oberkohlrabi 3 bis 4, Unterkohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 6 bis 15, Lauch 2 bis 3, Römischkohl 5 bis 6, Rosenkohl 14 bis 16, Rote Rüben 3 bis 4, Rotkraut 5 bis 7, Sellerie je nach Größe 8 bis 30, Spinat 4 bis 5, Schwarzwurzel 14 bis 20, Tomaten (Treibhaus) 45 bis 55, Weißkraut 2,50 bis 3,25, Wirsing 2,50 bis 4, Winterkohl 5 bis 6, Zwiebeln 6 bis 6,50. Am Ob st markt war das Angebot gut, in Apfelsinen, Mandarinen und Pastorenbirnen war es stark; beste Ware ist gefragt, während geringe kaum verkäuflich ist. Preise kaum verändert. Das Apfelsinengeschäft liegt noch sehr ruhig. U. a. notierten: Aepsel I 12 bis 16, II 8 bis 10, Wirtschafts- äpfel 6 bis 9, Goldparmänen I 12 bis 16, Boskop I 12 bis 14, Graurenette unfort. 9 bis 11, Apfelsinen 12,50 bis 14 ital., 12 bis 15 span., do. kernlos 14 bis 18 fpan., Birnen I 12 bis 15, II 8 bis 10, Kochbirnen 5 bis 8, Pastoren 5 bis 9, Haselnüsse lang 33 bis 40 ital., rund 30 bis 35 ital., Kastanien 14 bis 16, Mandarinen 13 bis 17 span., Trauben Steige ca. 10 Kilogramm 450 bis 480 fpan., Wallnüsse 27 bis 32, 26 bis 38 ital., 28 bis 36 rumän., 25 bis 30 bulgar. Mainzer Schlachlviehniarkt. Mainz, 27. Nov. Auftrieb: 21 Ochsen (zum Schlachthof direkt 3 Stück), Bullen 18 (1), Kühe 254 (2), Färsen 131 (3), Kälber 238 (7), Schafe (24), Schweine 812 (33.) Notiert wurden pro 50 Kilogramm in RM.: Ochsen b) 32 bis 36, c) 28 bis 31, d) 23 bis 28. Bullen b) 31 bis 33, c) 25 bis 30. Kühe a) 32 bis 36, b) 27 bis 31, c) 21 bis 26, d) 11 bis 20. Färsen a) 39 bis 40, b) 34 bis 38, c) 28 bis 33, d) 22 bis 27. Kälber b) 40 bis 47, c) 32 bis 39, d) 22 bis 31. Schafe nicht notiert. Schweine a) 53, b) 52 bis 53, c) 50 bis 53, d) 45 bis 52. Marktverlauf: Rinder lebhaft, später abflauend. Kälber mittel, geräumt. Schweine mäßig belebt, Ueberstand. Tagung der hessischen Freiwilligen Feuerwehren. LPD. F r a n k f u r t, 26. Nov. Im Volksbildungs- Heim hielt der Landesverband der hessischen Freiwilligen Feuerwehren seine Verbandstagung ab, zu der Abordnungen aller hessischen Freiwilligen Feuerwehren erschienen waren. Der Verbandsführer K n a u p aus Birkenau leitete die Verhandlungen, an denen Oberregierungsrat Dr. Krebs für den Hessischen Staatsminister, Ministerialdirektor Dr. Reiß, Oberregierungsrat Neuling und Oberrevisor S ch n e i d m ü l l e r für die Brandversicherungskammer, sowie zahlreiche Vertreter der Kreisämter, der nassauischen Feuerwehren und der Feuerwehrgerätefabriken teilnahmen. Nach den Begrüßungsansprachen erstattete der Landesvorsitzende den Jahresbericht, wobei er namentlich die Verbesserung und zeitgemäße Ausrüstung der hessischen Feuerwehren feststellen konnte. Insbesondere dankte er der Brandversicherungskammer für ihre große finanzielle Unterstützung. Er unterstrich weiter, daß mit der neuerlichen Herabsetzung der Brandversicherungsbeiträge von 5% auf 5 Ps. für je 100 Mark Versicherungskapital diese Beiträge in Hessen seit dem Jahre 1931 auf die Hälfte ermäßigt worden seien. Der Landesvorsitzende fpratf zum Schluß allen Feuerwehrführern und Feuei- wehrmännem für ihre eifrige Tätigkeit im Dienste der Volksgemeinschaft seinen Dank aus. In den weiteren Beratungen sprachen Branddirektor N o e h l (Mainz), Branddirektor Braubach (Gie- ßen), Kreisfeuerwehrinspektor W e r n h e r (Nierstein), Kreisfeuerwehrinspektor Müller (Erbach) und Oberbrandmeister Kunz (Buchschlag), der Leiter der Hessischen Feuerwehrfachschule, die jetzt nach Mainz verlegt worden ist. Im Laufe des Winters werden in der Hessischen Feuerwehrfachschule noch sieben Lehrkurse durchgeführt werden. Nach den Dorträgen schloß der Verbandsführer mit Dankes- warten an alle Mitarbeiter die Tagung. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe her zuletzt besch lossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Datum 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 6% ehem.7% Dt. Retchsanl. v. 1929 5V2% Doung'Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Wlös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. Desgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% ehern.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landeöbank Darmstadt Gold R. 13.................. 5y2% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ltqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auölos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Äoldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 5%% ehern. 4y,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbrtese....... 6y,% ehern. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpfe 6% ehern. 8% Pr. LandeSpsand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs. Franuun a. 2M. ■Öeni.i (Schlußkurs Schloßt. Abend- bSrfe Schlußkurs Echiußk. Mittag- bffrfe 26-11 27-11- 26-11 27-11 96 96 96,4 96,4 — — 96,5 96,25 97 96,5 104,5 104,5 104,4 104,5 — — — — 96,25 96,25 96,3 96,25 93 93 93 93 93 93 — - — 105,25 — - 101,25 100,75 101,25 101,13 92,75 92,75 93 — 92,75 92,75 — — 93,13 93,25 — — 94 94 94 94 94,75 94,75 94,75 94,75 94,75 94,75 94,75 94,75 103,13 103,2 103,13 103,2 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 Buenos Aires 0,628 0,632 0,628- 0.632 Brüssel..... 58.17 58,29 58,17 58.29 Rio de ^nr. 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3.053 Kopenhagen. 55,34 55,46 55,37 55,49 Danzig..... 81,05 81,21 81.04 81,20 London ..... 12,395 12,425 12,40 12,43 HelsingforS.. 5,475 5,485 5,475 5.485 Paris ...... 16,38 16,42 16,38 16.42 Holland .... 168,10 168,44 167,97 168,31 Italien..... 21,30 21,34 21,30 21.34 Iavan...... 0 724 0,726 0,724 0,726 Jugoslawien 5,694 5,706 5,694 5.706 Oslo..... : 62,28 62,40 62,31 62.43 Wien....... 49,05 48,95 49.05 Lissabon.... 1L27 11,29 11,27 11,29 Stockholm... 63,92 64,04 63,96 64,08 Schweiz .... 80 56 80,72 80,47 80,63 Spanten.... 33,97 34.03 33,97 34,03 10,395 Budapest ... _ _ Neuyork... 2,488 2,492 2,488 2,492 Berlin,27-Novcmber Amerrkainiche Roten ... Belgische Noten.................. Dänische Noten ........... Englische Noten ......... Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten .... Spanische Noten........... Ungarische Noten 2,44 57,91 55,22 12,365 16,34 167,55 21,08 62,15 63,79 80,29 33,83 64,05 80,61 33,97 T46 58,15 55,44 12,405 16,40 163,23 21,16 62,39