Ur. 174 Erster Blatt 184. Jahrgang 5amrtag.28.Zull 1934 3-5 Die Verhandlungen zur Kabineilsumbildung Da bis zum Ablauf des gestellten Ultimatums XHl vis äUHI 4iUVUU| VC 3 yc|nuiiii . - nur noch wenige Minuten übrig blieben und nad)! San 31 e r p o ft e n VVä 3-S c ft renb die Dresse eines nichtdeutschen angrenzenden 'Staat angeordnet, daß die Partei mehr noch als Staates das bewaffnete Einschreiten ihrer Heeres- bisher dadurch zur gesetzgeberischen Ar- morfit fordert Don welcher Seite eine Bedrohung beit herangezogen wird, daß der Stellvertreter des der Unabbäniakeit ausgeht, kann man an Hand Führers, Reichsminister Rudolf Heß, oder von ihm dieser Überlegungen leicht feststellen. bestellte Referenten das Recht erhalten an derBe- oiejer ueoe g b snr»H» Ht in nrh»ifimn non lAefetrentmnrsen samt- arbeitung v o n G e s e tz e n t w ü r f e n s ä m t- 'S Z" 3 3 9 Z Io 0 Z s 3^ ’S* o c S3 3:^ ’tS sV -3 3 = - den mir übereinstimmend abgegebenen Erklärungen eine friedliche Lösung nur möglich sei, wenn ich bem an mich gerichteten Ersuchen stattgebe, habe ich Minister Neustädter-Stürmer aufgesucht. Zu Beginn dieser Unterredung teilte mir dieser mit, das Herr Dollfuß tot sei. Sodann bestätigte der Minister mir den Inhalt der getroffenen Vereinbarung und das zugesicherte freie Geleit für die ge- samte im Gebäude befindliche bewaffnete Truppe. Die gleiche Bestätigung erhielt ich von dem ebenfalls anwesenden Minister Fey. Schuschnigg Bundeskanzler? Der österreichische Unterrichtsminister Schuschnigg, dessen Berufung zum Bundeskanzler erwartet wird. Wien, 27. Juli. (DNB.) lieber die bevorstehende Kabinettsumbildung finden gegenwärtig eingehende Verhandlungen innerhalb der maßgebenden Regierungskreise statt. Bundespräsident Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Brette. 60 Rpf.»Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen«, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. =ä daß, wenn ich diese Mitteilung aus den erwähnten Gründen entgegennehme, ich dies nur persönlich tue. Der noch in dem belagerten Gebäude eingeschlossene Staatssekretär K a r w i n s k y ließ mich daraufhin zu einer Unterredung am Fenster dieses Gebäudes bitten. Herr Minister N e ustädter- Stürmer, den ich u>m seine Stellungnahme hierzu befragte, erwiderte, er wolle dazu nicht Stellung nehmen und dies meinem Ermessen überlassen. Darauf habe ich die Unterredung ab gelehnt. Als ich im Begriff war, mein Auto zur Wegfahrt zu besteigen, wurde ich von den herbeieilenden Polizeioffizieren dringend ersucht, noch zu verweilen, weil Herr Staatssekretär Karwinsky aus dem Gebäude selbst zu mir herauskomme. Dieser schritt eiligst auf mich zu und bat mich, mit ihm und dem ebenfalls hinzugekommenen Minister Fey zu einem Tor des Bundeskanzleramtes zu gehen, um Hauptmann Friedrich mitzuteilen, daß die Minister mir das Abkommen bestätigt hätten. In der Begleitung der beiden Minister begab ich mich dann dorthin und teilte dieses dem in einem Tor- Ich habe hierzu keinerlei Zustimmung oder sonstige Erklärung gegeben, jedoch betont, 3-ft 'ft-p n R Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. granffuri am Main liess Druck nnd Verlag: vrühl'sche UniverfitStrvuch- und Steindruckerei V.Lange in Siehen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 M-ngenabschlüff-Staffel 8 F2.5 jeden Verdacht und die leiseste Möglichkeit einer, hat in seiner Eigenschaft als Reichskanzler zur wei- Verlekuna der Hoheitsrechte auszufchließen, wäh- teren V e r e i n h ei t l i ch u ng v onPartel u n d . y . O .____ rtnnronionhon ' RGOAP. und Gesehgebung. München, 27. Juli. (DNB.) Die Reichspressestelle der NSDAP, gibt bekannt: Der Führer Vertagung des nienielländischenLandtags K o w n o, 28. Juli. (DNB.) Die Litauische Tele- graphen-Agentur verbreitet über die für Freitag angesetzte Sitzung des memelländischen Landtages folgende Meldung: Der memelländische Landtag trat um 16 Uhr zusammen, um eine Erklärung des Direktoriums R e i s k y s entgegenzunehmen. Der stellvertretende Präsident W a s ch k i e s eröffnete die Sitzung mit ldem Antrag, die Zahl der anwesenden Mitglieder des Hauses festzustellen. Da von 29 Mit- gliedern nur 14 anwesend waren, erklärte der Präsident, es sei unmöglich, in die Beratung einzutreten, da nach Geschäftsordnung die Anwesenheit von mindestens 20 Mitgliedern notwendig sei. Er schloß darauf die Sitzung» Die Meldung des Litauischen Telegraphen-Büros fügt dann noch hinzu, daß die Mandate von sechs Mitgliedern des Landtages vor einiger Zeit „roegen Beteiligung an einer umstürzlerischen Bewegung* gelöscht worden seien. Trotzdem seien die Betreffenden durch ihre Listennachfolger ersetzt worden. AK D 3 -s .8« s c 3 L Oft. ■«« 5- I i pS So» ift Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen z- L-o P^2 spalt sichtbar werdenden Hauptmann Friedrich mit, worauf ich den Platz verließ. Aus dieser Schilderung der stattgehabten Vorgänge geht zunächst hervor, daß ich nicht, .wie behauptet worden ist, eine Vermittelungsaktion eingeleitet oder mich daran beteiligt habe, sondern daß ich lediglich die Mitteilung einer bereits stattgehabten Vereinbarung gewissermaßen als Zeuge entgegengenommen habe, ohne mich dazu zu äußern. Es erhellt ferner daraus, daß ich auch nicht auf Veranlassung der in das Bundeskanzleramt eingedrungenen Truppe gehandelt habe, sondern ich nur im Einvernehmen mit dem mir zum Ausdruck gebrachten Wunsche österreichischer Regierungsmitglieder vorgegangen bin. Es ist schließlich klar — dies betone ich besonders — daß ich mich zu dem beschriebenen Schritt nur entschlossen habe, um noch in letzter Minute, als der militärische Angriff auf das Gebäude des er i 03 O W K 3 ' lini wird durch den früheren Botschafter in London, Senator de Martino, der ungarische Reichsverweser durch Außenminister Konya, der englische König durch den Gesandten Selby vertreten sein. Die Blätter veröffentlichen die Liste der Beileidskundgebungen, die von fast sämtlichen Oberhäuptern der europäischen Mächte eingetroffen sind. Die gesamte Morgenpresse steht unter dem Zeichen der Begräbnisfeierlichkeiten für den ermordeten Bundeskanzler Dr. Dollfuß. Die Presse bringt spaltenlange Nachrufe, in denen die Trauer um den Tod des Bundeskanzler zum Ausdruck kommt. Der frühere Heeresminifter, Generaloberst Schön- burg-Harten st ein, widmet in der „Reuen Freien Presse" dem Bundeskanzler einen Nachruf, in dem er u. a. schreibt: Auf dem Wege zu einer glücklichen Zukunft des österreichischen Vaterlandes, zu einer Zukunft in Freiheit und Ehre, ist D r. Dollfuß als Blutzeuge seiner Idee, seiner Mission, gefallen. Das Opfer, das fein Tod uns allen auferlegt, ist unendlich schwer, aber auf den Opfern und den Waffen beruht der Sieg. Zum Zeichen der Trauer für Bundeskanzler Dr. Dollfuß wird der Zugverkehr auf allen österreichischen Bundesbahnen um 14.30 Uhr a u f zwei Minuten unterbrochen. Sämtliche Geschäfte werden nachmittags aus Anlaß der Trauerfeier geschloffen. Me meisten fehl an der Spitze von SA.-Gruppen stehenden SA.-Führer INilgliedsnummern unter 100 000 haben und im Besitze des goldenen Ehrenzeichens der NSDAP, sind. Frage: Welcher Art sind die organisatorischen Veränderungen, die in der SA. durchgeführt werden? Antwort: Heber alle organisatorischen Maßnahmen kann ich mich heute nicht äußern, jedoch sind die ersten Veränoerungen ja bereits durchgeführt, wie z. B. die Auflösung der Obergruppen, der Inspektionen usw. und die Beseitigung der z. T. aufgeblähten Stäbe, bzw. ihre Zurückführung auf ein gesundes Maß. Am wichtigsten scheint mir die meistens vernachlässigte weltanschauliche Schulung der SA. notwendig zu sein, um dem Führer in der SA. wieder ein Instrument zu schaffen, das wirklich als Garant des Nationalsozialismus angesprochen werden kann. Frage: Von den heutigen SA.-Männern gehören schätzungsweise über die Hälfte der Partei nicht an, weil sie erst nach Schließung der Mitgliederlisten der Partei in die SA. eintraten. Wie soll künftig wieder die innere Verbindung zwischen Partei und SA. gewährleistet werden? Antwort: Ich halte es für selbstverständlich, daß zunächst einmal alle SA.-Führer, aber mit der Zeit auch alle SA.-Männer wieder Parteigenossen sind. Ich werde auf jeden Fall dafür sorgen, daß b!e SA. wleber eine bet festesten Säulen innerhalb der Partei wird. Frage: Wie wird sich künftig das Verhältnis zwischen SA. und den anderen selbständigen Organisationen der Partei (SS., PO., Arbeitsdienst, HI.) gestalten? Antwort Das herrliche, absolut kameradschaftliche Verhältnis, das zwischen den Pfeilern der NSDAP, in der Kampfzeit bestand, ist für mich/ wie für jeden alten Nationalsozialisten, SA.-Führer und SA.-Mann eine Selbstverständlichkeit. Dieses alte Verhältnis dort, wo es durch die Entwicklung der letzten Monate beeinträch- tigt worden sein sollte, wieder herzu st ellen, wird mir um so leichter werden, als mich mit den Führer der anderen Säulen der Partei ein freundschaftliches Verhältnis aus den früheren Kampfjahren verbindet. Frage: Welche Aufgaben werden der SA. nach Wiederherstellung ihrer alten Zielsetzung gestellt werden? Antwort: Heber die einzelnen Aufgaben, dis der SA. für die Zukunft im Rahmen der nationalsozialistischen Bewegung gestellt werden, möchte ich mich heute noch nicht äußern. Ich sehe es aber als meine vornehmste und höchste pflicht an, den alten SA.-Geist wieder herzustellen, der die Bewegung groß gemacht hat und uns die nationalsozialistische Revolution gewinnen liefe. Wann kommt die italienische Preise zur Einsicht? Rom, 27. Juli. (DNB.) In den Artikeln von G a y d a im „Giornale d'Jtalia", von F o r g e s in der „Tribuna" und von C a s i n i, dem Direktor des „Lavoro Fascista" findet sich am Freitagabend der Beginn einer etwas ruhigeren Sprache und ruhigeren Betrachtung der Dinge. Man rückt von dem Plan eines gemeinsamen diplomatischen Schrittes der Mächte ab mit dem Hinweis darauf, daß Italien „schon kräftig für sich selbst Sorge getragen habe, was nicht nur Italiens formelle Verpflichtung, sondern ein wichtiger Grundsatz seiner ganzen Politik sei". Die getroffenen Maßnahmen Italiens garantierten, daß kein Anschlag auf die österreichische Hnabhängigkeit erfolgen könne, ohne das direkte Eingreifen Italiens hervorzurufen. Diese sich im „Lavoro Fascista" findende Lesart liest man ähnlich im „Giornale d'Jtalia". Trotzdem bringen die Blätter wiederum unerhörte Angriffe auf Deutschland. „Lavoro Fascista" versteift sich zu der Behauptung, daß die deutsche Schuld vor der ganzen Kulturwelt erwiesen (!) fei; und fügt schulmeisterlich hinzu, wenn Reue vorhanden sei, und vor allem wenn sie von deutscher Seite aufrichtig gemeint fei, so würden es die Tatsachen zeigen müssen. Gayda erklärt, daß die Ernennung von P a • Pens zum Sondergesandten trotz des demonstrativen Briefes des Reichskanzlers Hitler in Italien nachdenklich mache. Diese Ernennung sehe so aus, als solle in der deutschen Gesandtschaft zu Wien ein hoher Kommissar eingesetzt werden. Der Verfasser des Artikels führt gerade diesen seinen Gedanken mit unmöglichen Unter» stellungen und Dergleichen besonders liebevoll aus und beweist nicht nur, wie geschickt und richtig er diese Maßnahme vom deutschen Standpunkt aus anerkennen muß, sondern auch, wie unangenehm es ihm zu sein scheint, wenn eine Entspannung zwischen dem Reich und Oesterreich im Interesse des deutschen Volkes diesseits der Reichsgrenzen angebahnt wird. Freitag mittag bestand hier der Eindruck, daß in der aufgeputschten öffentlichen Meinung Italiens eine gewisse Abkühlung eintreten wird. Indessen muß noch einmal hervorgehoben werden, daß der Ton der italienischen Presse bis Freitag von einer unerhörten Schärfe und Gehässigkeit gegen Deutschland gewesen ist und daß die Blätter mit allen Mitteln, auch mit Verdrehung und mit Verschweigung von Tatsachen, die öffentliche Meinung des Landes ziemlich erfolgreich a u f g e p u t f ch t haben. Unerhört sind vor allem die Beschimpfungen Deutschlands durch den vatikanamtlichen „Osserva- tore Roman o". Der Tenor dieses einheitlichen Pressefeldzuges ist ganz auf das Humanitäre und auf das Gefühl eingestellt, ein 60-Millionen-Dolk vergewaltige ein armes Sechsmillionenvolk, die deutsche Barbarei stehe gegen die ganze Kulturwelt und müsse zur Ordnung gerufen werden. Die Neuordnung der SA. Erklärungen des Chefs des Stabes. Berlin, 27. Juli. (DNB.) Der Chef des Stabes der SA. Lutze, gewährte einem Mitglied der Reichspressestelle der NSDAP, eine Unter» redung, über die die NSK. folgendes mitteilt: Frage: Mein Stabschef, die SA. hat die größte Erschütterung seit ihrem Bestehen hinter sich. Werden die Ereignisse des 30. Juni und 1. Juli für (3 ei ft u n d Haltung der Formationen von irgendwelchen Folgen sein? Antwort: Nein! Ich bin im ©eoenteil davon überzeugt, daß die Qualität der S A. - Einheiten besser werden wird, weil ein Teil unzuverlässiger Elemente wieder ausgeschieden wird, während auf die Dauer der alle, erprobte Kern der SA. im alten Geiste stehen wird. Frage: Die Ihnen vom Führer gestellte Aufgabe ist außerordentlich umfangreich. Sie ist sowohl organisatorischer, als auch personeller Art. Die Ereignisse des 30. Juni haben eine Neubesetzung zahlreicher höherer Führer st ellen der SA. notwendig gemacht. Wird die personelle Umbesetzung am 31. Juli bei Schluß des 6 21. = Urlaubs zum Abschluß gekommen sein? Antwort: Zunächst sind nur Beauftragungen und keine endgültigen Ernennungen erfolgt. Allerdings sind diese soweit zum Abschluß gekommen, daß bei Ende des Urlaubs alle Stellen wieder besetzt sind. Frage: Der Führer hat darauf hingewiesen, daß in der letzten Zeit die alten Kämpfer bei Beförderungen immer mehr zurücktraten und Neulinge hohe Führerstellen in der SA. einnahmen. Sind bei der Neubesetzung der Gruppen die alten Kämpfer in erster Linie berücksichtigt worden? Antwort: Selbstverständlich stehen bet der Neubesetzung der Führerstellen die alten Kämpfer im Vordergrund. Es muß hierbei allerdings bedacht werden, daß natürlich nicht auf einmal eine völlige Neubesetzung der Führerftellen der SA. vorgenommen werden kann, sondern daß erst allmählich die Beauftragung von alten SA.-Män- nern mit Führerstellen möglich ist. Es wird jedenfalls interessieren, daß Die Einheit der Bewegung. Gemeinsame Schulung aller Gliederungen der 7!SOAp. Berlin, 27. Juli. (DNB.) Der Beauftragte des Führers zur Heberwachung der gesamten Schulung und Erziehung der nationalsozialistischen Bewegung, Reichsleiter Alfred Rosenberg, hat in Verfolg des feiner Beauftragung zugrunde liegenden Auftrags des Führers: Sicherheit der Einheit der gesamten Bewegung, eine Entscheidung herbeigeführt, die auf die künftige Entwicklung der verschiedenen Gliederungen der gesamten PO., SS., SA., HI., des Arbeitsdienstes und des Bauerntums von größter Bedeutung ist und die durch nichts zu erschütternde Einheit der NSDAP, erneut unter Beweis stellt. Die Verwirklichung eines dahinzielenden Vorschlages des Reichsleiters Alfred Rosenberg ist durch die gemeinsame Kundgebung der für die verschiedenen Gliederungen der Bewegung verantwortlichen Reichsleiter und Führer gesichert: „Wir stimmen dem Ersuchen des Beauftragten des Führers für die Heberwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Erziehung und Schulung der NSDAP., Pg. Alfred Rosenberg, bei, zweimal im Jahre Gemeinschaftsschulen aller Gliederungen der NSDAP, einzurichlen, und durch diese gemeinsame Arbeit die weltanschauliche und staatspolitische Einheit der NSDAP, und die Hnerschütterlichkeit des nationalsozialistischen Wollens zu dokumentieren. Berlin, im Juli 1934. gez.: R. Walther Darrs, Reichsbauernführer, Reichsminister. gez.: Konstantin H i e r l, Reichsführer des Arbeitsdienstes, Staatssekretär. gez.: Heinrich Himmler, Reichsführer d. SS. gez.: Dr. Robert Ley, Stabsleiter der PO. gez.: Viktor Lutze, Chef des Stabes der SA. gez.: Baldur von Schirach, Jugendführer des Deutschen Reiches." Bei einer Besprechung mit den Schulungs- I e i t e r n der verschiedenen Gliederungen hatte Reichsleiter Alfred Rosenberg die Anfänge der Bewegung geschildert, wo oft der politische Leiter personengleich war mit dem SA.-Führer und oft auch noch andere Gliederungen der NSDAP. leitete. Bei dem Größerwerden der Bewegung wurde eine Arbeitsteilung notwendig, und heute sehen wir, daß jedes Arbeitsgebiet so riesige Menschenzahlen umfaßt, daß die Erfüllung der Pflichten innerhalb des Sondergebietes schon die ganzen Menschen beansprucht. Nichtsdestoweniger ist aber heule im Kampfe für die nationalsozialistische Bewegung und auch für den Aufbau des neuen Reiches notwendig, daß Vertreter fämtlicher Organisationen und der verschiedenen Gaue auf längere Zeil zusammenkommen, sich näher kennen- lernen, eine gemeinsame weltanschauliche Schulung durchmachen. Zu diesem Zweck schlug pg. Rosenberg vor, etwa zweimal im Jahre einen Monat für Gemeinschaftsschulen freizuhatten. In ihnen sollen Vertreter aller Gliederungen der Bewegung sich vereinigen und im Laufe des Zusammenseins ave Fragen der Bewegung, alle Sorgen ihres Gaues und ihrer Arbeitsgebiete besprechen. Jede dieser Gliederungen soll den übrigen über ihre Arbeit, über die Geschichte ihres Sondergebietes und über kommende Aufgaben berichten, damit jeder Teil der Bewegung ein lebendiges Wif - fen von der Arbeit der übrigen Gliederungen besitzt. Dieses Zusammenwirken wird die Einheit der Partei noch weiter fördern und der ganzen Welt die unerschütterliche Kameradschaft aller beweisen. Der Vorschlag von Pg. Alfred Rosenberg wurde von sämtlichen Vertretern mit Freuden ausgenommen. Reichs- schulungsleiter Pg. H o d e s sicherte für die Durchführung des Planes die Zurverfügungstellung geeigneter Schulen, bzw. Schulungsburgen. Wettervoraussage. Noch immer lagert die Störung in Süd-Schweden und hat sich sogar weiter vertieft. Die Zufuhr kühler Luft dauert daher fort, so daß das Wetter wechselhaft und verhältnismäßig kühl bleibt. Dis Nieoerfchlagstätigkeit wird sich vornehmlich auf den nördlichen Teil des Reiches beschränken, so daß bei uns nur stellenweise mit leichteren Schauern zu rechnen ist. Aussichten für Sonntag: Weiterhin wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, mäßig warm, stellenweise leichtere Schauer. Aussichten für Montag: Keine wesentliche Aenderung. Lufttemperaturen am 27. Juli: mittags 20,1 Grad Celsius, abends 14,8 Grad; am 28. Juli: morgens 14,1 Grad. Maximum 21,2 Grad, Minimum 12 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Juli: abends 19,4 Grad; am 28. Juli: morgens 16,6 Grad. — Sonnenscheindauer 11,4 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: 1.23.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyviot für den üorigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. MIT SPÄTLESE-ERNTEN 1930-1952 UND OHNE 8 Beginn 30. Juli roeXt. Morgen marschieren wir Soldatenweife. Morgen marschieren wir in Feindesland, Mädchen, so reiche mir nochmal dn Hand. Ob ich einst Wiederkehr', ist einerlei; Wenn nur das Vaterland, wenn Deutschland Gib mir noch einen Kuß, mach' kein Gesicht; Und wenn ich sterben muß, dann weine nicht. Kämpfen und siegen, ja! Bin gern dabei, Wenn nur das Vaterland, wenn Deutschland als die 9cot klein und gar nicht mehr zur Größe emporreißend schien — 1917 sandte der große Dichter Stefan George dies als Anfang feines Gedichts vom Krieg unter die Verzagten, die Hellsichtiggewordenen und die tapfer Widerstehenden. Damals lag das schon weit zurück, das Schaudern vor dem Jnbild unseres Volkes, das sich für kurze Wochen groß erschienen war in seiner Not ... Weit zurück lagen die Tage des Kriegsausbruchs, und alle ahnten nun wieder etwas: etwas Bedrückendes, das aber nicht mehr das Einsgefühl stärkte und zur Größe des Selbstgefühls hinriß. Es klangen längst in den Seelen Georges bittere Klagen erst: Wo zeigt der mann sich der vertritt? das wort Das einzig gilt fürs spätere gericht? Das war der Keim der Angst, war das verworrene Ahnen gewesen: das Wort in jenen großen Tagen war schal und der Glaube, der Berge versetzt, konnte nicht von ihm geweckt, geschweige denn gestärkt werden. Und dennoch ergriff der „welthaft hohe schauer" das Volk! Dennoch fand sich in der im Innersten zerrissenen Nation das gewaltige Ja! zu seinem Kriege. Es war sein Krieg — das war von jenen unvergeßlichen Julitagen des Jahres 1914 an Gewißheit. zittert heute nach zwanzig Jahren noch das bei dem Gedenken. * Wer das an der alten Siegesstraße erlebte, dem ' ‘ Herz Oer Aufmarsch im Westen Don Friedrich Wilhelm Heinz. Oie Kosaken kommen! Eine Erinnerung an Ostpreußens Tlof vor zwanzig Zähren. bon Gerhart Tilk. Heiße Julitage brennen über ostpreußischem Grenzland. Hastig rollen Wagen über holprige Dorfstraßen. Es ist Erntezeit, und die Scheunen warten auf den Segen göttlicher Gnade und fleißiger Bauernhände. Wolken ziehen im Nordosten auf, immer dunkler und düsterer, und die Wagen rollen noch schneller. — Es ist Ernte! — Dies ist der Inhalt jeder Stunde, jedes Tages bäuerischen Schaffens, da gibt es kein Gedankenfpinnen. Und doch bei aller Haft sieht man heute die Fuhrleute der Wagen, die aneinander vorbeifahren, einen Augenblick anhalten und bedenkliche Worte tauschen. Es ist doch etwas, was sie aus dem Gleichmaß ihrer Arbeit herausreißt, was sich zwingend in ihren Gedankenkreis drängt, seit dort unten in Serajewo jene verhängnisvollen Schüsse fielen. Ja, es ist so, als führen sie nur deshalb so hastig, um schnell an den Gevatter Nachbar heranzukommen, der morgens in der nahen Stadt zum Markt war. Es tut sich was, das merkt man jedem an, ten man sieht, mit dem man spricht. Da sind die Gedanken trübe und die Augen. Die Worte kommen stoßweise, zagend. Aber im Innern schwirrt es durcheinander, drängend, quälend. Und doch will es nicht über die Zunge. — Aber auf einmal ist es heraus. Krieg! Nun ist es ausgesprochen, das, was wochenlang quälend auf der Seele lag. Um acht Uhr stehen die Bauern vor der Schule und reden hastig mit dem Lehrer. Der hat ein Telephon und soll in der Stadt anfragen. Die Kühe sind auf der Weide, die Erntewagen rollen noch mit den Knechten über die Dorfstraße — aber die Bauern stehen hier vor der Schule. Da jagt plötzlich ein Wagen vom Feld zurück, noch einer und noch einer. Die Bauern heben die Köpfe. Kommen — sie — schon? Ja, sie sind da — die Kosaken sind da! Im Nachbardorf sind sie, der Franz vom Stessen hat es gesagt. — Und es kommen andere Wagen, keine Erntewagen, sondern Wagen, die sehen fremd aus und so grauenhaft ernst. Wagen, die vielleicht die karge Ernte eines Lebens bergen, ein paar Betten, Hausrat und Menschen mit angstvollen Gesichtern. — Flüchtlinge. Sie kommen! In allen Häusern rast die W Alle Hoftore stehen weit offen, die Wagen lagen durch die schmale Ausfahrt, sie rasen von Dorf zu Dorf, bald zu einer endlosen Reihe ^ch^"d, mit gehetzten Menschen, die der Tod lagt Denn das> ist der Tod das weiß jeder an der russischen Grenze, wenn es' heißt, die Kosaken kommen. In jedem lebt ™ wie eine unheimlich “°n E grauen Tagen als Tataren mordend und brennend m ost- nreuhitoes Land einfielen. - Lange Rauchfahnen Rehen am fiimmel. Schüsse peitschen hell und dr°h- k!en dumpf u7d nach jedem Drbhnen eme neue ^Sn’einem dichten, versumpften Waldstück, das sich wie eine Kalbinsel in den See schiebt, kauert em SMÄÄ ^ÄnÄ b“UÄe*qh“sie0™n^Trettet -°Doch die HSSSS?“ Sug/^ie Pferde d Ersten Wagens stürzen getroffen zusammen Em Pntrinat fid) dem Bauern, der sie fuhrt. Eine M»Ä/»rnäel la'stt ihn Dom Wagen gleiten. Die Mwerke pralles aufeinander Hinter ihnen brennt Dori Um sie herum geifert der Mord aus a05 S nnn Kewehrlaufen und Pistolenmundun- Ln De Leher fp^ ngt °om Wagen und stellt sich benDfföte. «r bittet um Schonung für den Fall' ich durch Feindeshand in blut’gem Strauß, Ruh' ich im Feindesland — mach' dir nichts draus! Wenn nur das Vaterland, wenn Deutschland frei! Wenn ich nicht Wiederkehr' — was ist dabei? Oer Volksausbruch. Zwanzig Jahre sind verflossen, seit das deutsche Volk aus tiefstem Frieden zu den Waffen gerufen wurde. Es ist schwer, die Wirkung zu schildern, die der Befehl zur Mobilmachung auf die damalige geruhsame Zeit ausgeübt hat. Jeder war eingesponnen in den Kreis seiner eigenen kleinen Sorgen und Wünsche, jeder lebte dem Tag und seinen Hoffnungen. Was waren nun plötzlich all die gewichtigen Pläne: wo man die Sommerferien verbringen wolle, wie man sein Geschäft erweitern könne, was aus dem Heranwachsenden Jungen würde, ob man sich wohl ein kleines Sommerhäuschen bauen könne?---Wie mit eiserner Faust griff das Schicksal in dieses Spielzeug der Gedanken. Blitzschnell standen die großen Zusammenhänge des Daseins „Heimat" — „Deutschtum" vor Augen, umbrandet von Haß und Dernichtungswillen, bedroht durch feindliche Uebermacht. baten gewesen wären. „Wo sind sich eure Soldat", spricht er weiter in gebrochenem Deutsch. „Sie sind fort". — „Das is nicht warr, Zivilisten haben geschossen". — Da meint ein anderer, er könne alle Häuser durchsuchen, er würde auch nicht eine Flinte finden. — Darauf läßt er Frauen und Kinder aus den Häusern holen, sie an eine Wand stellen und bedeutet uns, daß er sie alle erschießen ließe, wenn er auch nur eine Waffe finden würde. Ein Bild des Jammers! Kinder hängen an ihren Müttern und weinm. Alte Frauen liegen auf den Knien und beten. Und vor ihnen starren wohl zwanzig Flintenläufe, jeden Augenblick bereit, sicheren Tod zu speien. Der Offizier läßt die Häuser durchsuchen. Gottlob, er findet nichts. Die Todgeweihten sind gerettet. Der Dorfschulze tritt heran und bittet den Offizier, doch nun das Dorf zu schonen, sie hät- ten sonst keine Bleibe mehr. „Nicht angesteckt meine Leute", gibt er als Antwort, „sind gewesen Preußen". — Der Schulze deutet mit der Hand nach einem Haus, wo eben Kosaken dabei waren, es zu entzünden. „Es ist Krieg", bedeutet er uns und wendet sich ab. „Pascholl!" hallt ein Kommando, und weiter jagte der Zug landein. Abends kommen sie wieder, zurückgeworfen von deutschen Patrouillen. Wir spannen an und fahren in die nahe Stadt. Dort werden gerade Plakate angeklebt, die den Mobilmachungsbefehl enthalten.— Wir Ostpreußen an der Grenze hatten den Krieg erlebt, ehe er eigentlich da war. Nun ging es weiter, Tage und Wochen. Hin und her wogte der Kampf in, Plänkeleien und kleineren Gefechten. Der Schauplatz war unsere Heimat, die mehr und mehr zu einem .Schutthaufen wurde. Es kamen Tage, da sahen 'wir überhaupt keinen deutschen Soldaten mehr. Aber Rußland wälzte Mlllionen- heere über die Grenze zum entscheidenden Sieg, zum Marsch auf Berlin. Tief und dunkel hingen die Fahnen des Schicksals in unsere Tage. Endlos die Stunden des Wartens, die Wochen des Bangens. Aber wir harrten und warteten auf Rettung. Wir waren Deutsche an der Grenze des Daterlan- des, wir glaubten an Deutschland. Dieser Glaube qab Macht, gab uns Kraft, ließ uns aushalten. Und er wurde Wirklichkeit, leuchtete auf wie Glorie über aller Not und Bitterkeit, er wurde Wahrheit in Tannenberg! — Noch heute nach zwanzig Jahren schlägt das Herz schneller, wenn es als (Erinnerung durch die Erzählung eines Deutschen huscht, der dabei war: Die Kosaken kommen! Plan des genialen Grafen Schliessen sollten alle deutschen Westarmeen zwischen Aachen und Straßburg aufmarschieren, um bann mit ihrem rechten Flügel in weitem Bogen durch Belgien oorzustoßen, noch über Paris hinausgreifend, den linken Flügel der Franzosen zu umfassen und von rückwärts — von der Meeresküste her — die ganze französische Armee gegen die französischen Ostfestungen und die Schweizer Grenze zu drücken. Wenn die Führung nur etwas vom Geiste des zu früh verstorbenen Grafen Schliessen besaß, wenn auch in ihr der Geist des kühnen Wagemuts vom August 1914 brannte, dann mußte sich ein neues Cannae bereiten, dann mußte die größte Schlacht seit Erschaffung der Erde mit einem deutschen Siege enden. Aber Generalod'erst v. M o l t k e , ein müder und verbrauchter Mann, ohne Glauben an seine eigene Ueberlegenheit und damit ohne Glauben an den Sieg, verwässerte den siegverbürgenden Schlieffenplan von Anbeginn an. Nach Schlieffen sollte das Kräfteverhältnis des rechten zum linken Flügel 7 zu 1 betragen. Moltke änderte das Kriegsverhältnis um in 3 zu 1. Ein entsetzlicher und verhängnisvoller Irrtum, wie sich einige Wochen später erweisen sollte. Sieben deutsche Armeen marschierten, von rechts nach links gezählt, zwischen Aachen und Straßburg Verheißung 1914... rZen Eurt Hohel, GOS. Wer es mit wachen Sinnen erlebte, dem muß schon die Erinnerung einen Schauder körperlich erregen: — Juli 1914... Wer jung war in diesem Jahr, der steht heute in den Mannesjahren und blickt zurück wie in einen blutroten Nebel ... Tausendmal ist es gesagt und geschildert worden: dieser Äufbruch, diese ersten Zeichen, die Straßen und Plätze in Berlin, als sich auf Millionen Blätter endlich das niederschlug, was geheim und nur geahnt von uns jungen Menschen in den Zimmern der Staatsmänner vor sich ging. Ein Abend in der letzten Juliwoche: junge Männer treibt es in die Stadt hinein, die von Gerüchten wimmelt, vyn Flugblättern überflutet ist. Dom Potsdamer Platz bis zum Brandenburger Tor in Berlin gehen sie wie im Traume, gezogen von einem ungeheuren Schicksal... Oesterreich hat an Serbien wegen des Mordes von Serajewo ein Ultimatum gerichtet! Und nun sehen die Augen der jungen Männer, der Studenten und Kaufleute, plötzlich etwas ganz Unerhörtes: durch das Brandenburger Tor kommt ein Zug wild erregter Männer, Jünglinge, wer weiß, was sie sind? — Einer reitet an der Spitze auf den Schultern eines anderen und schwenkt die schwarzweißrote Fahne ... Der Zug wächst mit jeder Minute, wir laufen mit, am Reichstag vorbei, über Rasen und Beete, kein Polizeibeamter hält uns auf: — zur österreichisch-ungarischen Botschaft! Da, in der Seitenstraße, wo sonst nur einzelne Menschen sittsam Flüchtlingszug. Ein Reiter hebt seinen Säbel zum Schlag. Der Offizier knallt ihm die Reitpeitsche um die Ohren. Da läßt der andere seinen Säbel sinken. Als der Offizier den Weg zur Stadt weiß, läßt die Horde ab und zieht weiter. Die Flüchtigen sind gerettet. Sie kehren heim und glauben an Menschlichkeit. Im Dorf wütet der Brand. Am Dorfeingang liegt der alte Nachtwächter mit zerspaltenem Schädel. Krieg! — Ein Haus ist unversehrt geblieben. Es wird Obdach für viele. Die Dämmerung sinkt hernieder. Wir steigen eine kleine Anhöhe hinauf, um besser beobachten zu können. UeberaU steht der rote Schein brennender Dörfer am Himmel. Dumpf fallen Schüsse. In der Richtung auf die Stadt knattern sie heftiger. Die Sorge läßt uns nicht lange schlafen. Der Morgen dämmert. Heftiges Feuer kommt näher. Da, nicht weit von uns wieder Reiter. Das Glas an die Augen. Gottlob, es sind Deutsche. Von der Straße zur Stadt her stiebt eine Staubwolke. Die Reiter verschwinden im Walde. Die Staubwolke aber umfängt zurückjagende Kosaken. Hinter ihnen her knattern Maschinengewehre.' Aus dem Walde fahrt ihnen Feuer in die Flanke. Hundert, zweihundert rasen an uns vorüber. Hinter ihnen zwanzig preußische Dragoner, wie wir es eine Stunde später wußten. Das Herz will jubeln. Einige schwenken die Mützen. Da knallt eine Salve zu uns herüber, noch eine — aber getroffen wird keiner. Nicht weit von uns liegt ein Äbbauhof. Noch im Zuruckjagen wirft sich ein Kosak vom Pferd und schleudert den Brand in die gefüllte Scheune, wo hinter Wänden eingefahrenes Getreide auch das Vieh versteckt ist. Ein alter Knecht springt hinzu und will den Frevler hindern, ein Säbelhieb streckt ihn zu Boden. — Krieg! Am Nachmittag kommen andere Russen. Ein Gewirr von Menschen, vertierte Kreaturen, jagt über die Grenze. Noch ehe wir zum zweiten Male die Wagen anspannen, sind sie da. Weiße, Gelbe, Braune, Kalmücken und Baschkiren, Kosaken mit roten Biesen und Kirgisen in blauen Hosen. Immer wieder loht die Brandfackel auf. Auf der Straße stehen Dorfbewohner. Diele haben sich versteckt, aber ein Teil steht hier. Ein russischer Offner sprengt an sie heran. „Jk werde verbrennen das Dorf und alle Leute totschiehen. Hier haben gestern Zivilisten auf unsere Soldat geschossen . — Der Lehrer tritt hinzu und beteuert, daß es unsere Sol- Gleich zu Beginn des Vormarsches brachte ein kühner, aber außerordentlich verlustreicher Handstreich die Festung Lüttich in deutsche Hand. Hier zeichnete sich General Ludendorff, der spätere Generalstabschef Hindenburgs, besonders aus. Aber schon hier zeigte es sich, daß die Friedensausvil- düng die Führer allzu sehr der Gefahr aussetzte. Manche Regimenter verloren fast das gesamte Offizierskorps. In den Jubel über den ersten großen Sieg mischte sich die erste stille Trauer vieler deutschen Mütter. Am 14. August, eine Woche nach Lüttich, begann die französische Südarmee ihre Offensive. Schliessen hatte vorgesehen, dieser Offensive auszuweichen und unbekümmert um das französische Eindringen im Südelsaß die große nördliche Umgehung zu beginnen. Generaloberst v. Moltke aber verlor auch hier die Nerven. Er erlaubte der Armee des bayerischen Kronprinzen am 20. August die Gegenoffensive. So kam es zur „Lothringer Schlack) t"< Es war hie erste Großschlacht des Weltkrieges. 328 deutsche Bataillone kämpften gegen 420 französische und errangen dennoch den Sieg. Aber es mar kein Sieg, der eine Entscheidung brachte. Die Franzosen wichen hinter ihre Festungs» linie zurück, wo sich der deutsche Angriff totlief, und die vielen Tausende und Zehntausende, die tot auf dem Schlachtfeld oder zerschossen in den Lazaretten lagen, fehlten im Norden, wo die Armeen Klucks, Bülows und Hausens in Gewaltmärschen durch Belgien hetzten. Vor den deutschen Fahnen beugten sich die französischen Armeen und das englische Landungskorps. Unaufhaltsam drangen die gewaltigen Heersäulen in Frankreich vor. Die Heimat hielt den Atem an, lähmendes Entsetzen packte Franzosen und Engländer. Bei Mons, bei St. Quentin, bei Charterst, an der Maas, bei Maubeuge, bei Namur, in den Argon- nen, überall entwickelten sich die deutschen Armeen zum Angriff und warfen Frankreichs und Englands beste Armeekorps im ersten Sturm. Die „Dicke Berta", das in aller Stille gebaute 42-Zentimeter- Geschütz, zerschlug die feindlichen Sperrbefestigun- gen, die ersten deutschen Flieger erschienen über Paris, schon packte die französische Regierung ihre Koffer, das Weltgericht schien über Frankreich her- eingeb'rochen, das Poincarö in den Krieg gehetzt hatte. gehen, wo Generalstäbler zum Amt eilen, wo die Wagen der Diplomaten rollen, — dort sammelt sich eine Menge erregter Menschen, schreit hinauf zum Balkon des würdigen Palais, wo jetzt die ehrwürdige altväterische Gestalt des ungarischen Grasen Botschafters Kaiser Franz Jo- Das ward uns Deutung des Erlebten zwei Jahre ges!" ,v. . 9 m , Später, als der Krieg in den Alltag geraten war, stehen können, als sie jetzt aufmarschlerte^nach^ etwas befangen für den Jubel I Bis zum 20. Tage waren alle Mobilmachungstrans- W1VU VUHH es die jungen Männer jeden Porte bis ins Einzelne festgelegt. Die nach dem Abend nach der Tagesarbeit die alte preußische Via Westen führenden Bahnlinien waren mit täglich triumphalis entlang, die „Linden", wo die Menge; 660 Zügen belegt, lieber den Rhein bei Köln fuhren wächst und wächst, wo das Schicksal immer deut- in der Zeit vom 2. bis 18. August rund 2150 Zuge lieber sich formt, wo die jungen Männer plötzlich in westlicher Richtung. Also alle 10 IRinuten etwa erleben, was ein Volk ist, eine Nation, was das ein Zug. Insgesamt sind auf den deutjchen Bahnen schicksalsschwere Wort „Politik" eigentlich bedeutet Zu Kricgsbeginn rund 11 100 Krlegstransporte mit . Und sie sehen in all den Gesichtern ein Flackern,' etwa 3 120 000 Mann und 860 000 Pferden befor- Widerschein wie von einer riesigen Flamme: dert worden. Wie em wundervoll durchkonstruiertes ^rieq ! j Mischinenwerk lief der Mobilmachungsplan des 3a, es ift wie ein Taumel und doch ist ein tiefer, j deutschen Generalstabe- ab feierlicher Ernst über alledem: all das Schreien1 Und wahrend die beutle Mannschaft singend und Rufen, das Singen und Jubeln, das Streiten hinauszog, um auf den Feldern der deuftchen Ent- und Fürchten — all das ist in eins geschlungen: scheidung für die gute Sache der Heimat zu streiten Jekt geht es um uns, um Deutschland, um Blut und zu sterben, vollzog sich im ganzen Volke der und Erde, um Ehre und um das Dasein dieses her plötzlich fchreckensvoll geeinten Volkes und Vater- Vor zwanzig Jahren.... Erinnerungen an große Tage der deutschen Opferbereitschast im Dienste des Vaterlandes chreiten." r, , . Marschall Foch bekennt vom deutschen Heer des Jahres 1914: „Oh dieses deutsche Heer des August 1914! Es war ein herrliches Instrument des Sie-, ges'" Was würde der deutschen Feldarmee wider- Pnnnpn sie iekt aufmarschierte? Nach dem I 1 ? > 7 ‘1 » • ' Rache für Elsaß-Lothringen, England verfolgte mit grimmigem Unbehagen das Wachstum des deutschen Welthandels und der von heroischem Seemannsgeist erfüllten deutschen Flotte. Rußland war von schweren inneren Krisen erschüttert und darauf bedacht, das Volk durch Kriegserfolge von dem Umsichgreifen der kommunistischen Ideen abzulenken. In dem unruhigen Wetterwinkel Europas, auf dem Balkan, zuckten die Blitze. Die Habsburger Doppelmonarchie war bis zum Bersten von inneren Spannungen erfüllt. Jeder fühlte, daß die Feinde Deutschlands zum Handeln drängten, daß man das 1871 geeinte, aufstrebende deutsche Volk vernichten wollte, um sich auf diese bequeme Weise seines erstarkenden Lebensrechtes zu erwehren, und dieser Zustand der Ungewißheit und Gefahr lag drückend auf den Gemütern. So ist es zu verstehen, daß das deutsche Volk, zur Entscheidung gerufen, entschlossen und kampf- oestimmt zu den Waffen griff. Die stickige Atmosphäre in Europa war seiner ehrlichen Art zuwider. Es wußte, daß es aufs Reue mit den Waffen erwerben mußte, was es von den Vätern ererbt hatte, und es wollte der Welt zeigen, daß man sich nicht ungestraft an seiner Ehre und seinem Besitz vergreisen durfte. ♦ Als nach den dramatischen Bemühungen Kaiser Wilhelms, dem russischen Zaren die große Verantwortung vor Augen zu führen, die Vergeblichkeit aller Hoffnungen zutage trat und der Krieg erklärt wurde, wuchs die Begeisterung zu einem wahren Taumel. Es zeigte sich in einer geradezu überwältigenden Form, wie stark im deutschen Menschen der Idealismus wurzelt, wie rasch sich der marxistische Glaube an den Materialismus der Massen und die Weltoerbrüderung in Dunst auflöste. Wahrhaftig, es lebt der Mensch nicht vom Brot allein, stärker in ihm ist die Leidenschaft zum Kämpferischen, zum Heldischen, zur Einordnung in den Gedanken der Gemeinschaft. Die Straßen aller Städte und Dörfer füllten sich mit erregten Menschen, überall zeigte sich die Zuversicht auf ein siegreiches Ringen mit den Feinden des geliebten Vaterlandes. Die Fabriken und Werkstätten verödeten. Verbunden zogen die Männer, denen die Ehre das Vaterland xu verteidigen zufiel, durch die Straßen, nicht minder tapfer die Frauen, im Tiefften wohl bang, besorgt um das Schicksal, aber nach außen stolz, freudig, ermunternd. Auch wer nicht militärisch ausgebildet war ober das Kriegsdienstalter überschritten hatte, meldete sich zu den Waffen. Keinen duldete es zu Hause, auch wenn das Haar schon gebleicht war oder dem Körper die Kraft zum Ertragen der Strapazen mangelte, irgendwie wollte jeder der bedrohten Heimaterde beistehen. In der deutschen Jugend, die noch in den Schulbänken gefangen war, lebte der heiße Wunsch, rasch erwachsen zu sein, um mit hinausziehen zu dürfen — er sollte für Diele in tragischer Weise in Erfüllung gehen. In Berlin war das Schloß von Menschenmassen umbrandet. Es war ein Eindruck tiefster Erschütterung, als der Kaiser auf den Balkon trat und in feiner Ansprache den berühmt gewordenen Satz prägte: „Ich kenne keine Parteien mehr — ich kenne nur noch Deutsche!" Die Raschheit, mit der sich die Er- nisse überstürzten, mit der in wenigen Tagen die Fronten im Westen und Osten in Bewegung kamen, die Unheimlichkeit des Schicksals, das feindliche Mil- lionenheere gegen die deutschen Grenzen ansetzte, Zu Ehren des ermordeten Berliner Hitlerjungen Herbert Norkus wurde die Ottoftraße in Berlin, in der der junge Vorkämpfer des Nationalsozialismus fein Leben ließ, in „No r - kusstraße" umbenannt. Die Aufnahme hat den Augenblick festgehalten, in dem unter den Klängen des Liedes „Ich hat? einen Kameraden" die Fahnen zu Ehren des Toten gesenkt wurden. 'M L t Der Leichenzug, der die sterbliche Hülle des Bundeskanzlers vom Bundeskanzlerpalais zum Rathaus überführte, in der Ringstraße in Wien vor dem Parlament. schuf eine Stimmung, die bei aller Zuversichtlichkeit wie ein Irrlicht hin und her flackerte. Sie äußerte sich teilweise in einer lächerlich übertriebenen Spio- nenfurcht. Harmlose Vorgänge führten zu Derhaf- tungen durch das Publikum, die mitunter einen tragikomischen Anstrich hatten. Die Gerüchte hatten einen fetten Nährboden. Man flüsterte sich zu, daß große Goldtransporte von Frankreich nach Rußland auf den Landstraßen unterwegs seien und manches unschuldige Auto hat sich eine erregte Untersuchung gefallen lassen müssen. Jeder wetteiferte mit dem anderen, ein guter Patriot zu fein, und wenn er nicht einrücken konnte, zeigte er seinen heiligen Eifer in der Abwehr eingebildeter Gefahren auf eigenem Boden. Aus den Kasernen rückten mit klingendem Spiel in endlosem Zug, musterhaft ausgerüstet bis zum letzten Knopf, die aktiven und die Reserveregimenter. Mit einem Schlage war das vielfältige Volk eine einzige graue Masse geworden. Unter den Helmen verschwand das Gesicht des einzelnen, entstand das eherne Antlitz des deutschen Kriegers, der tapfer und entschlossen fein Leben dem Volk darbot. In den Kasernenhöfen versammelten sich aber auch die Landwehr- und Landsturmleute, meist ältere Familienväter, aber ebenso freudig bewegt von dem Gedanken, ihrem Leden einen höheren Sinn zu geben. Mit Neid fast blickten sie den neueingekleideten aktiven und Reserveregimentern nach; denn sie mußten sich mit den abgelegten Garnituren zufriedengeben. Da kamen aus den Kammern alte Litewken und Tschakos aus dem Krieg 1870/71 mit dem eingepreßten eisernen Kreuz zum Vorschein, da wurden alte Hosen und Stiefel und brüchige Koppel vom Speicher auf den Hof geworfen, mit denen sich der braue Landwehrmann zurechtfinden mußte. Da gab es keine Feldküche, kein Feldgerät. Wenn man nach anstrengendem Marsch abends ins Quartier kam, mußte erst eine Kuh geschlachtet werden, und oft war der müde Körper in Schlaf gesunken, ehe sie weichgekocht war. Nach dem Kriegsplan hatte man angenommen, daß Landwehr und Landsturm im Osten nur als Grenzschutz Verwendung finden sollten und nicht als fechtende Truppe in Frage kämen. Das Hauptheer sollte zunächst in raschen Schlägen Frankreich niederwerfen und dann erst im Osten eingesetzt werden. Man vertraute dabei -der Schwerfälligkeit des russischen Aufmarsches» Nun aber waren die Zarenregimenter, schon Wochen vor Kriegsbeginn in Marsch gesetzt, bereits vor den deutschen Grenzen. Da mußten die braven Landwehr- und Landsturmleute mit ihrer dürftigen Ausrüstung den gleichen Frontdienst leisten wie die frisch aus der Ausbildung kommenden Aktiven. Wer die Augusttags 1914 bei der Truppe miterlebt hat, wird mit besonderer Ergriffenheit in der Erinnerung bewahren, mit welchem heiligen Wetteifer die alten und die jungen Regimenter, wie Väter und Söhne, um die Siege jenes glorreichen Monats gerungen haben. Daten für Samstag, 28. Juli. 1502: St. Marienkirche in Danzig vollendet. — 1742: Der Friede zu Berlin beendet den 1. Schlesischen Krieg. — 1750: Johann Sebastian Bach in Leipzig gestorben (1685 geboren). — 1794: Hinrichtung Robespierres in Paris (1758 geboren) ft Jttfred dichter Seltersweg Nr. 71 • Das Spezialgeschäft für gute Qualitäten Mein Saisonschluß-Verkauf „„.«.ZTden“■Ju" nur neueste, moderne Kleiderstoffe und Modewaren zu weit herabgesetzten Preisen! 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Und wer einmal Augen und Seele sich füllen ließ von der Erde Pracht zur Sommerszeit, der spürt auf der Höhe des Jahres etwas von dem dankbaren und doch wehmütigen Abschied von all dieser Herrlichkeit. wie ihn der Dichter besungen: Gute Nacht, ihr Freuden! O wie lebt ich gern! Daß die West so schön ist, Dankt' ich Gott dem Herrn! Daß die Welt so schön ist. Tut mir bitter weh, Wenn ich schlafen geh! Auf der Höhe des Jahres tut aber der Rückblick not, ob das Jahr erfüllt hat, was es versprach. Von jedem Jahr wird Frucht erwartet. Die Fluren sollen reif vom Erntesegen sein. Wenn diese Erwartung erfüllt ist, hat das Jahr seine Schuldigkeit getan. Dann kann der Abstieg be- ainnen, denn es brachte auf seiner Höhe uns Menschen neues Brot. Und gerade in diesem wichtigsten Stück bleibt dieses Jahr hinter seinem über- - tl WXX xXXX * <'W~i4£-r • ■ 'V ■ JRh • MM u M e.,.4 V v' x X' •" - ■ - ■ M-Siai *•' 1- xxx x z ' -z. ■ Das Alpinum. Teichrosen. B. an der Stirn. reichen Vorgänger wohl etwas zurück. Trotzdem haben wir die Gewißheit, daß wir trotz der Dürre in manchen guten Ernte Brot genug Auch der des Lebens. Teilen unseres Vaterlandes dank der in anderen Gebieten Deutschlands doch haben werden. Mensch kommt einmal auf die Höhe Da heißt es für ihn, Rückschau halten. tete seine Geschwindigkeit nicht so ein, daß er auf die kürzeste Entfernung seinen Wagen anhalten konnte. Auf diese Weise verursachte er Ecke Bleich- straße und Ludmigstraße einen Zusammenstoß. was er bisher geleistet hat, ob diese Leistung wirklich ein Höhepunkt ist, denn nun geht es mit dem Leben bergab, unwiderruflich bergab. Beneidenswert der Mensch, der auf solcher Höhe und bei der Prüfung seines Lebens von dieser Höhe aus sagen kann: ich habe das Meinige getan! Und wenn dies Urteil die Mitmenschen unterschreiben, so ist solch ein Leben köstlich zu nennen. Doch nicht nur die äußeren Leistungen, auch die seelischen Werte eines Menschen bedürfen auf des Lebens Höhe der Prüfung. Und hier auf seelischem Gebiet wird gerade der ehrliche Mensch nie ganz mit sich zufrieden sein, hier wird gerade der innerlich wertvolle Mensch mit einiger Beschämung erkennen müssen, wie wenig er für seine Seele und damit für die Ewigkeit gelebt hat. Aber aus seelischem Gebiet braucht es — Gottlob! — kein „Bergab" zu geben, weil ja hier die Höhe nie ganz erreicht wird; hier gilt das schöne Wort ewigen Vorwärtsstrebens: „Immer höher zur höchsten Höh! Ich will nicht in der Tiefe liegen; die höchste Höh nur kann genügen!" Und diese höchste Höhe wird eben nicht in diesem, sondern erst in jenem Leben erreicht. Nicht nur unsere Lebenszeit, sondern auch die Zeit überhaupt hat ihre Höhen und Tiefen. Wenn eine Zeitepoche ihre Höhe erreicht, wenn sie auf der Höhe war, das wird meist nicht die Mitwelt, sondern erst die Nachwelt richtig entscheiden. Gerade von diesem Forum der Geschichte aus aber dürfen wir einer Geschichtsperiode vor andern die Palme reichen. Es ist jene, „als die Zeit erfüllt war", als der Welt Heiland in diese Zeit kam und Zeit und Ewigkeit wandelte. Wer sich diesem Wendepunkt der Zeit Jesus anschließt, der kommt auf die Höhe; denn dessen Zeit trägt den Stempel der Ewiakeit Am Teich. spiegels) trägt, ist umsäumt von Pappeln, Weiden, Erlen, Birken — Bäumen und Sträuchern die feuchtes Erdreich lieben. Ein kleines Tal mit vielerlei Farnen und Alpenrosen schließt sich an den Orchideenhügel an, vor dem auf der anderen Seite des Weges sich das Beet mit unseren einheimischen Pflanzen hinzieht, das nur Gewächse unserer engeren Gießener Heimat aufweist. Der Bogengang am Ausgang des Gartens ist in diesem Jahre von einer Dahlienschau flankiert, die mit ihrer sich jetzt entwickelnden Blütenpracht den reichen Blütensommer verabschiedet und uns an den kommenden Herbst gemahnt. Briefkasten der Redaktion. (Rechlsgutachren sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) Prof. TD. in G. Die Auffassung Ihres Gegners ist richtig. Auch die angegebenen Gesetzesstellen treffen zu; doch muß es Artikel 5 DVO heißen, statt Artikel 15, was wobl ein Schreibfehler ist. Die Auskunft H.H. in G. ist übrigens schon vor längerer Zeit ergänzt worden. Freilichtaufführung des Stadttheaters. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Im Garten des Stadthauses Bergstraße findet heute 20. Uhr eine Wiederholung der mit großem Beifall aufgenommenen Freilichtaufführung des Shakespeare-Lustspiels: „Was ihr wollt" unter der Spielleitung des Intendanten statt. Das Interesse und der Beifall der Besucher der Erstaufführung am letzten Mittwoch beweisen, daß der Gedanke des Freilichttheaters auch in Gießen sehr lebhaft ist und herzliche Anerkennung gefunden hat. Die sorgfältige Auswahl des zur Aufführung gelangenden Werkes und die auf Freilichttheater eingestellte Spielleitung, im Verein mit der glücklichen Wahl des Aufführungsortes, bieten einen harmonischen Sommerabend. Kleine Unzulänglichkeiten, die sich hinsichtlich der Platzanordnung bei der Erstauffüh- rung herausstellten, sind durch Aenderung behoben worden. (Siehe heutige Anzeige.) Oie „Drei FraieULnis" in Stehen. Die drei Fratellinis (Gino, Max und Gustavo) geben, wie uns aus dem Stadttheaterbüro mitgeteilt wird, am Montag und Dienstag in der Volkshalle ein zweimaliges Gastspiel, bereiten uns einen Abend ausgelassener, übermütiger Freude und leiten ihre Darbietungen nut einem großen Darietö- Programm ein. Die in dieser Form für Gießen einzigartige und auch erstmalige Veranstaltung, die in einem Programm Spitzenleistungen deutscher Artistik vereinigt sieht, konnte nur durch die Zusammenarbeit des Stadttheaters mit den Organisationen „Kraft durch Freude" und der NS.-Kultur- gemeinbe (Deutsche Bühne und K. f. d. K.) möglich gemacht werden. Die veranstaltenden Organisationen erwarten daher auch von ihren Mitgliedern den Besuch dieser außergewöhnlichen Darbietungen. Aus diesem Anlaß wurden Eintrittspreise festgesetzt, die jedem Volksgenossen die Teilnahme möglich machen. (Siehe heutige Anzeige!) Das ilebernachten in Jugend- Herbergen wird billiger. Der Reichsverband für deutsche Jugendherbergen teilt mit: Die Hitler-Jugend, der BdM. und das Deutsche Jungvolk sowie auch die Schulen haben sich in selbstloser Einsatzbereitschaft für den Opfertag des Jugendherbergswerkes zur Verfügung gestellt. Nur ihrer Arbeit und ihrer freudigen Hingabe ist es zu verdanken, daß der Opfertag in großzügiger Weise im ganzen Reich durchgeführt werden konnte. Als Dank und als Anerkennung für diese Leistung wird angeordnet, daß mit Wirkung vom 1. August 1934 die Uebernachtungsgebühr für jugendliche Wandergruppen der HI., des BdM., des Jungvolkes und der Schulen (mindestens 3 Personen, die mit Führerausweis wandern) auf 20 Pfennig herabgesetzt wird. Die Uebernachtungsgebühr für jugendliche Einzelwanderer wird mit Wirkung vom 1. August 1934 auf 30 Pfennig festgesetzt. Der Im Frühjahr, Sommer und Herbst bietet der Gießener Botanische Garten, der viertälteste De.'.chlands, eine Stätte zur Bereicherung des Wissens von Fachleuten, Studierenden und Pflanzenfreunden, einen Hauptanziehungspunkt für die Besucher unserer Stadt und vielen Freunden des Gartens ein schattiges Ruheplätzchen zur Besinnlichkeit und Erholung. Im Jahre 1609 war es, als Landgraf Ludwig V. ein Stück des zum Schlosse gehörenden Geländes zur Errichtung eines botanischen Gartens zur Verfügung stellte. Etwa um 1800" wurde ein hinter dem ersten botanischen Garten liegendes Stück, das Baumförmige Liliengewächie. pflanzen der Steinzeit, der Bronce- und Eisenzeit und der Karolingerzeit. Einige pflanzengeographische Gruppen — Amerika, Süd-Asnka, China und Japan, Neu-Holland, Mittelmeergebiet — enthalten charakteristische Vertreter, die uns mit ihrer Belaubung und ihren Blüten eine Vorstellung der Pflanzenwelt ihrer Heimat geben. An den Wegen seitlich des großen Ueberwinterungsbaues können die Besucher „ungestraft unter Palmen wandeln , die im Sonnenlicht mit ihren Fachern filigranartige Schattenmuster auf den Boden zaubern Zu uns herüber rauschen mit ihren Wipfeln allerlei Nadelbäume, die gleichsam eine Mauer bildend das große Freiland mit den zahlreichen Beeten der em- und zweikeimblättrigen Pflanzen absch.eßen. G genuber vor dem Schorgraben und dem kleinen Hügel mit Alpenrosen ziehen die Beete hm mit den Giftpflanzen Armeipflanzen, Nutzpflanzen und den unter ulaturichuk stehenden selteneren Pflanzen unserer Heümaü Unterbrochen wird die Gleichmäßigkeit der Flachbeete mit den einzelnen Familien von dem Dachwürzhügel der mannigfach bunte und formen- reiche Arten aufweist. die gerade letjt H)re kräftigen Blütenschaste aufragen Zu^uße^-s^Rames Opunti°Ü7°wachfen'lst. erstrecken sich Becken mit den wichtigsten «urnps- und Watzer- pflanzen, die zum Teil in schönster Blüte stehen. Eine biologisch bemerkenswerte Gruppe bilden die fleischigen Gewächse oder Sukkulenten-Agaven, Aloe, Kakteen u. a. — die mit ihren fleischigen unb saftigen Stämmen und Blättern Wasser aufspeichern unb uns dadurch verraten, daß sie in besonders trockenen Klimata zu Hause sind. Eine kleine Welt für sich bildet das Alpinum mit zahlreichen Alpen- und Gebirgspflanzen, die sich durch niedrigen, polsterförmigen Wuchs, häufig- rofettenförmig dem Boden angedrückte Blätter, reiche Blütenmenge und Größe der Blüten auszeichnen. Der Teich, der nicht selten eine „Wasserblüte" (Goldglanz des Wasser- Amtsgericht Gießen. Ein Mann aus Wi-feck wurde wegen Unter- «S™ ,->, *■>„» nerurtent Der Angeklagte vertauschte anläßlich fei- neo Umzuges Än H?rd obwohl die er nicht m feinem Eigentum stand. Trotz mehrfacher Au - ko'derung gab der Angeklagte den qerd mcht zurück Der Angeklagte ist wegen Diebstahls schon einschlägig vorbestraft. «n 1 0 M a r k G e l d st r a s e und zu den Kosten bes «erfahrens wurde ein Mann aus Frohnhau- [en verurteil?. Der Angeklagte fuhr m,l seinem Personenwagen die Ludwigstraße entlang und rich- Blick auf den Heidenturm des Alten Schlosses. dem Landesfürsten gehörte, der Universität überlassen, um hier einen forstbotanischen Garten anzulegen. Hinter diesem Forstgarten her zog der alte Gießener Festungsm Al, der, nachdem die Universität die Schleifungsarbeiten übernommen hatte unb badurch in ben Besitz bieses Gelänbes gelangte, dem Forstgarten angegliebert werben konnte. Nach Vereinigung des Forstgartens mit dem unmittelbar am Schloß liegenden Botanischen Garten wurde der Teich angelegt und der daneben liegende Hügel aufgeworfen. Auf diese Weise erhielt der Botanische Garten seinen jetzigen Umfang und seine Grundgestalt. Gleich nach dem Eingang umfängt uns ein Part von breit belaubten, schattenfpendenden Bäumen, die dem Bestand des früheren forstbotanischen Gartens angehören. Neben einer mächtigen Blutbuche mit ihren lichtseits wunderschön rotgefärbten Blättern, einigen Eschen, Linden^. Birken und Ahornbäumen sind es zwei riesige Platanen, die mit ihrem gefleckten Stamm und ihren kugeligen, an fadenförmigen Stielen hängenden Blütenkätzchen die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Dem Schlosse gegenüber, mitten auf dem Rasen, steht tiefgrün belaubt, Gingko biloba, eines der schönsten und größten Exemplare Deutschlands ein Baum, der in China unb Japan beheimatet ist, der mit seinen langgestielten, fächerförmigen, gelappten, oft tiefgespaltenen Blättern gar nicht erkennen läßt, daß er in nächste Verwandtschaft der Nadelhölzer gehört. Den Weg entlang an der Senckenbergstraße findet man neben den Schattenpflanzen einige B.eete mit den Kultur- Kopfgeldsatz für Erwachsene bleibt derselbe wie bisher. Trotzdem diese Herabsetzung der Uebernachtungs- gebühren einen großen finanziellen Ausfall bedeutet, ist sich die Leitung des Jugendherbergsverbandes darüber klar, daß dieser Schritt mit Rücksicht auf die Hebung der Volksgesundheit notwendig war. In dieser Tat, die als wahrhaft nationalsozialistisch anaesprochen werden muß, kennzeichnet sich die sozialistische Haltung der HI. Erstes Kreis-preffekamerad- fchastslager Gießen. „Bunfer Abend" des Gießener Stadttheaters veranstaltet von der NS. -Gemeinschaft .Kraft durch Freude" im Caf6 Leib am Samstag, 28. Juli, 20 Uhr. Die Leitung hat Paul W r e d e vom Stadttheater Gießen. Die musikalische Ausgestaltung des Abends hat Fritz C u j 6 vom Stadttheater Gießen übernommen. U. a. kommt das von dem hiesigen Komponisten Paul Buchwald dem Reichsstatthalter Gauleiter Jakob Sprenger gewidmete Lied „Hessens S A." zum Vortrag. Weiterhin gelangt zur Uraufführung das von Oberstudiendirektor W. Philipps (Friedberg) komponierte Lied „Gruß an die Saar" und das Volkslied „Mägdelein, ich bin dir so gut". Die Bevölkerung Gießens wird zu dieser Veranstaltung herzlichst eingeladen. Eintritt 40 Pfennig. Märchenstadt „Liliput" auf dem Oswaldsgarten. Auf Oswaldsgarten haben zum ersten Mal in Gießen Liliputaner ihre Märchenstadt ausgeschla- gen. Wir hatten Gelegenheit, die Wirkungsstätte dieser kleinen Menschen zu sehen und dürfen sagen, daß hier mit Recht von einer „Märchenstadt" gesprochen wird. Der kleine Bürgermeister führte uns persönlich durch seine Stadt, in der er insgesamt 45 Einwohner zu betreuen hat. Winzige Häuser, die aussehen wie vergrößerte Puppenhäuschen, bieten sich dem überraschten Auge der Besucher dar. Praktisch und sauber wirken das Postamt, Ortskrankenkasse und Städtische Sparkasse. Weiter sieht man ein Hotel, Friseur- und Modesalon, Konditorei und Zigarettenläden. Sehr interessant ist es, einen Blick in die freundlichen Wohnhäuser zu werfen, oder in die gemeinschaftlichen Aufenthaltsräume. Blitzsauber die Küche, in der der Liliputaner-Koch sein Regiment führt. 45 Menschen aus acht Rationen (wie uns der Bürgermeister erzählte) arbeiten in dieser Stadt vergnügt zusammen und trainieren für ihr Programm. Dabei überrascht die vorbildliche Harmonie und Kameradschaftlichkeit dieser Liliputaner beiderlei Geschlechts, die schon in fast allen Weltteilen ihre Vorstellungen gegeben haben. Ihre Darbietungen bestehen in der Hauptsache aus Variete- und Zirkuskünsten. (Siehe heutige Anzeige!) Oer Bezug von Haushaltsmargarine. Für September und Oktober 1934 werden wieder Stammabschnitte mit vier Bezugsscheinen für je ein halb Pfund Haushaltsmargarine und zwei Reichsverbilligungsscheine für Speisefett ausgegeben. Der auf den Stammabschnitten befindliche Bestellschein gilt dementsprechend für zwei Pfund Haushaltsmargarine. Für die Durchführung der Maßnahme gelten die bisherigen Bestimmungen. Ergänzend wird dazu folgendes bemerkt: 1. Personen, bei denen die Voraussetzungen für den Bezug der Stammabschnitte erst nach dem 1. September 1934 eintreten, haben noch bis zum 11. Oktober 1934 Anspruch aus die unverkürzten Stammabschnitte. Rach diesem Tage ist nur noch die Ausgabe der Stammabschnitte mit den beiden Reichsverbilligungsscheinen zulässig; die Bezugsscheine und der Bestellschein für Hauhaltsmargarine sind in diesen Fällen vorher von >dem Stammabschnitt abzutrennen, oder so zu entwerten, daß ihre Verwertung ausgeschlossen ist. Rach dem 25. Oktober 1934 ist auch die Ausgabe der Reichsverbilligungsscheine unzulässig. 2. Die beiden Betriebsscheine für September 1934 bleiben auch für den Monat Oktober gültig. 3. Die nichtverbrauchten Stammabschnitte für September und Oktober 1934 sind in der bisherigen Weise bis zum 10. bzw. 5. November 1934 zurückzugeben. Oer Fernsprechkundendienst wird billiger. Der Fernsprechkundendienst hat einen erfreulichen Aufschwung genommen. In ständig steigendem Maße wird er von Teilnehmevsprech- stellen und öffentlichen Fernsprechern benutzt. Um vielfache Wünsche der Oeffentlichkeit zu erfüllen und die weitere Verbreitung dieses sich schon jetzt großer Beliebtheit erfreuenden Betriebszweiges der Deutschen Reichspost zu fördern, hat der Reichspostminister vom 1. August ab folgende Gebühren im Fernsprechkundendienst ermäßigt: 1. Für die Sprech- und Schreibgebühr von 10 Pf., die bisher für jede Uebermittlung einer Nachricht an einen Anrufer berechnet worden ist, werden künftig drei Mitteilungen übermittelt. Bei längeren Nachrichten gelten je angefangene 15 Wörter als eine Mitteilung. 2. Die Anrufaebühr von 10 Pf. für vergebliche, von der Fernsprechkundendienststelle ausgesührte Anrufe fällt weg. 3. Die Weckgebühr beträgt statt 20 nur noch 10 Pfennig. Gietzener Wochenmarktpreise. * Gießen, 28. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klasse S 10%, Klasse A 10, Klasse B 9%, Klasse C 9, Klasse D 8, Wirsing (grün), das Pfund 15, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 Gelbe Rüben 12 bis 15, Rote Rüben 12 bis 15, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 25, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 12, Rhabarber 8 bis 9, Kartoffeln (neue) 7 bis 8 Pf., der Zentner 6 bis 6,50 Mark, Frühäpfel, das Pfund 20 bis 25, Falläpfel 6 bis 8, Pfirsiche 25 bis 30, Himbeeren 20, Brombeeren 30, Aepfel 15 bis 30, Birnen 15 bis 30, Kirschen 20 bis 25, Stachelbeeren 15 bis 18, Johannisbeeren 15 bis 20, Pflaumen 10 bis 15, Zwet- schen 25 bis 30, Mrabellen 20 bis 25, Reineklauden 18 bis 20, junge Hähne 80 Pf. bis 1,— Mark, Suppenhühner 60 bis 70 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 70, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 4, Endivien 25 bis 30, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch (Suppengrünes) 5, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bund 10 Pf. Bornonzen. — Tageskalender für Samstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Reifende Jugend". — Stadttheater Gießen, 20 bis 22.15 Uhr, Freilichtaufführung im Garten des Stadthauses, Bergstraße: „Was ihr wollt". — Märchenstadt Liliput, Oswalds- aarten, 15 Uhr: Eröffnung. — DHC.: Zweitägige Wanderung. — Tagegeskalender für Sonntag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Reifende Jugend". — Waldeslust am Flughafen: Konzert mit Tanz. ♦ ** Amtsjubiläum. Der Technische Assistent an der Psychiatrischen und Nervenklinik zu Gießen, Wilhelm Wulkau, Frankfurter Straße 103 wohnhaft, beging — wie man uns verspätet berichtet — am vorigen Montag sein 25. Dienstjubiläum. Die Direktion der Klinik veranstaltete im Hörsaal eine würdige Feier, bei der die verdienstvolle Tätigkeit des Jubilars hervorgehoben und anerkannt wurde. Dem Jubilar wurden zahlreiche Wünsche und Aufmerksamkeiten, auch seitens des Rektors der Landesuniversität und des Verwaltungsdirektors der Universitätskliniken, zuteil. ** Mit dem Auto gegen eine Tele- graphenstange gefahren. Vor der Ortschaft Mademühlen bei Herborn fuhr gestern der Kaufmann Hans Mandler aus Gießen mit seinem Personenkraftwagen gegen eine Tele graphenstange. Der Wagen wurde dabei vollkommen zertrümmert, während der Fahrer einen schweren Beckenbruch erlitt Frau, aus Darmstadt, Griesheim, Pfungstadt, Ar- heilgen, Schneppenhausen, Erzhausen, Oberram- stadt, Bickenbach, Weiterstadt und Wixhausen. Zwei der Angeklagten hatten sich wegen H o ch v e r r a t s und Vergehens gegen das Gesetz gegen Neubildung von Parteien zu verantworten. Alle Angeklagten waren beschuldigt, bis zum Spätjahr 1933 Gelder für die Kommunistische Partei gesammelt und den Zusammenschluß der KPD. gefördert bzw. organisiert zu haben. Das Gericht verurteilte einen Angeklagten zu zwei Jahren neun Monaten Gefängnis, zwei zu ein Jahr neun Monaten, einen zu einem Jahr sechs Monaten, fünf zu einem Jahr drei Monaten, fünf und die Frau zu einem Jahr, zwei zu sechs Monaten Gefängnis. Das Verfahren gegen drei Angeklagte wurde abgetrennt und die übrigen mangels Beweises freigesprochen. Preußen. Goldenes Ooktorjubiiäum. DU Marburg, 27.Juli. Der hier im Ruhestand lebende Literarhistoriker Geheimrat Professor Dr. Ernst E l ft e r konnte gestern fein goldenes Doktorjubiläum begehen. Der bekannte Gelehrte vertrat vom Jahre 1901 an fast drei Jahrzehnte hindurch an der Philippsuniversität die neuere deutsche Sprache und Literatur. Ein Glückwunschdiplom, das ihm von der philosophischen Fakultät der Universität Leipzig (wo er promovierte) übersandt wurde, feiert ihn als den gelehrten Er- forscher der älteren und neueren deutschen Literatur, den sorgfältigen Herausgeber vieler Dichter uni) Die Iettung der Kamille hat Verpflichtungen besonderer Art weit über die Anforderungen des Tages hinaus, die sich mit den Vorgängen des öffentlichen Lebens draußen und in der Heimat durch das gedruckte Wort befassen. Eine Heimatzeitung von der Kulturbedeutung für das Famllienleben, wie sie seit 184 Jahren im GieSener Älmeigev wirksam ist, muß auch in unterhaltendem und belehrendem Sinne eine vorbildliche geistige Kost bieten. Dieser Kulturarbeit dienen im besonderen die eigenen BeUagen neben dem täglichen UnterhaltungsteU in der Zeitung. Auch der tägliche Roman in Fortsetzungen wird im Familienkreise als angenehme Entspannung von des Tages Arbeit und Sorge begrüßt; auf dieses natürliche Bedürfnis muß der Roman abgestimmt sein. Heute beginnt wieder ein großes Romanwerk, und es bietet sich damit ein günstiger Zeitpunkt zur erneuten Bestellung des Gießener Anzeigers für August. Dazu ladet freundlichst ein Die Ieitmrg der Heimat und in das Herborner Krankenhaus eingeliefert wenden mußte. Sein Befinden ist den Umständen entsprechend gut. Oberheffen. Straßensperre im Vogelsberg. Das Hessische Kreisamt Schotten macht bekannt: Ab Montag, 30. Juli, ist die Durchfahrt über das Straßenkreuz Poppenftruth wegen drin- ?ender Straßenbauarbeiten für jeden Fahrzeugver- ehr bis auf weiteres gesperrt. Die Umleitung findet wie folgt statt: 1. Umleitung des gesamten Fernverkehrs von Schotten über Hartmannshain nach Lauterbach; 2. für den örtlichen Verkehr von Schotten über Betzenrod, Altenhain, Wohnfeld, Bobenhausen II, Ulrichstein oder von Schotten über Rudingshain, Charlottenhöhe, Wiesenhof, Ulrichstein (Einfahrt 200 Meter vor der Poppensttuth nach der Charlottenhöhe). Kreis Schotten. § Vom Vogelsberg, 28. Juli. Die feit einiger Zeit zur Arbeit an den Dreschmaschinen in der Wetterau abgereiften Dreschmaschinenarbeiter aus den Dogelsbergorten sind teilweise wieder heim- gekehrt, weil vielerorts infolge Unwetters die Einbringung der Ernte sich verzögert hat und die Drescherei unterbrochen werden muß. Kreis Alsfeld. X Aus dem oberen Ohmtal, 28. Juli. In der Nacht vom Donnerstag auf Freitag tobte hier gegen Mitternacht und noch darüber hinaus ein starkes Unwetter. Der Regenguß nahm zeitweise wolkenbruchartigen Charakter an. Dazu erhob sich ein kräftiger Sturmwind, der allenthalben Schaden anrichtete und auf den Feldern die Getreidehaufen durcheinanderwarf. Auf sogenannten „Klecken" liegende Frucht ist mancherorts über den ganzen Acker zerstreut. Recht übel hat der Sturmwind den Obstbäumen mitgespielt. Schwer mit Früchten beladene Aeste sind geknickt bzw. direkt abgebrochen, wie z. B. bei Ober-Ohmen an der Ohm- straße. Außerdem ist viel unreifes Obst zu Boden geschlagen worden. Der starke Regen hat allerdings die so notwendige Durchweichung des Bodens gebracht, so daß jetzt mit dem Pflugen harter Aecker begonnen werden kann, da die Bauern gezwungen sind, roeaen Grünfuttermangel Senf und andere Futtermittel anzubauen. ©tarfetflimrg. Prozeß gegen 34 ehemalige Kommunisten. LPD. Darmstadt, 27. Juli. Heute in den späten Abendstunden wurde das Urteil gegen 34 ehemalige Kommunisten gefällt, gegen die der Strafsenat des Hessischen Oberlandesgerichts unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelt hatte. Angeklagt waren 34 ehemalige Kommunisten im Alter von 22 bis 48 Jahren, darunter auch eine scharfsinnigen Begründer der Prinzipien der Lite- raturwrsfenschaft. Lotteriepech. Wetzlar, 27. Juli. (LPD.) Einige Wetzlarer Lotteriespieler, die bet der Preußisch^Süddeutschen Staatslotterie seit Jahren das Los Nummer 69 804 gespielt haben, hatten bei der vorhergehenden Serie die Erneuerung des Loses nicht mehr vorgenorn- men, so daß es in andere Hände überging Bei der letzten Ziehung (4. Klasse) fiel ein 100000- Mark-Gewinn auf diese Nummer. Es sind kleine Leute in Wetzlar, die sich jetzt in den Gewinn teilen können. Die Enttäuschung der früheren Losinhaber, die aus irgendeinem Grunde die Erneuerung des Glücksloses nicht mehr vorgenommen hatten, kann man sich lebhaft vorstellen. Die spanischen Schatzschwindler erneut am Werk. LPD. Frankfurt a. M., 27. Juli. Trotz der vielen Pressewarnungen gelingt es den sogen, spanischen Schatzschwindlern immer wieder, Personen mit ihrem Schwindel hereinzulegen. Es hat wohl noch keinen plumperen und dennoch erfolgreicheren Schwindel gegeben, als die Betrügereien der spanischen Schatzschwindler, die seit fünfzig Jahren mit dem gleichen Rezept arbeiten und immer wieder Opfer finden. Auch jetzt machen sich die Schwindler wieder in der Umgegend von Frankfurt bemerkbar. Ein Geschäftsmann erhielt einen Brief aus Barcelona, in dem sich ein Unbekannter vertraulich an ihn wandte und um Hilfe bat. Der spanische Caballero sitzt angeblich wegen Bankrotts im Gefängnis und konnte sich nicht in den Besitz feines an einer Grenzstation lagernden Koffers, in welchem sich in einem doppelten Boden Gepäckscheine über ein Millionenvermögen befinden sollen, setzen. Ein anderer Koffer, in dem sich das Millionenvermögen befinden solle, sei vom Gericht beschlag- nahmt worden. Der Geschäftsmann brauche nur eine Kaution von 6000 Mark zu stellen, dann bekäme er den Koffer und 100 000 Mark als Belohnung. Der Geschäftsmann fuhr persönlich nach Barcelona, wo er einen angeblich bestochenen Gerichtsdiener traf, der vermutlich der Schatzschwindler in eigener Person war. Er übergab die gewünschten 6000 Mark als Kaution und erhielt einen Koffer mit doppeltem Boden, in dem sich ein Scheck über 100 000 Mark und Pfandscheine befanden. An der angeblichen Grenzstation fand sich aber kein Koffer vor und für den Scheck über 100 000 Mark war keine Deckung vorhanden. Der Geschäftsmann hat neben dem Verlust der 6000 Mark ein Verfahren wegen Devisenvergehens gegen sich schweben, weil er ohne Genehmigung Geld in das Ausland verbrachte. Die Polizei bittet in allen Fällen um Ablieferung derartiger Schwindelbriefe. Kreis Marburg. Marburg, 27.Juli. (LPD.) Die allen hessischen Jungwanderern durch ihre schöne Lage am Universitätsstadion mit dem Blick auf die vom Landgrafenschloß gekrönte Stadt wohlbekannte Marburger Jugendherberge kann in diesen Tagen aus ihr zehnjähriges B e st e h e n zurückblicken. Unter größten Schwierigkeiten wurde der Neubau während der Inflationszeit als erstes -Eigenheim des Gaues Main-Lahn-Fulda (DJH.) begonnen, nachdem die vorher provisorisch als Ju- aendherberge dienenden Schulröume der Oberrealschule den stetig wachsenden Besucherzahlen nicht mehr genügt hatten. Aus diesem Grunde mußte auch die neue Herberge bereits im Jahre 1930 erweitert werden und bietet jetzt Uebernachtungs- gelegenheit für 84 Besucher. Die Zahl der Uebernachtungen stieg von 3878 im Jahre 1925 auf 7906 im Jahre 1931. Im Jahre 1933 wurden 6564 Uebernachtungen verzeichnet. OerneueWegunsererIugeud. Es ist eine Freude, zu sehen, mit welcher Kraft und welchem starken Willen die Jugend jetzt wieder zur Arbeit hindrängt. Der Arbeitseinsatz der Jugend bedarf meist gar keines Zwanges. Die wichtigste Aufgabe des Staates besteht vielmehr darin, den Drang der Jugend nach der Erringung eines Arbeitsplatzes in die richtigen Bahnen zu lenken. Die Sehnsucht der Jugend nach einer eigenen Scholle, auf der sie siedeln und arbeiten kann, ist begreiflich und verdient jede Unterstützung. Aber sie darf und soll erst nach ausreichender beruflicher Vorbereitung ihre Erfüllung finden. Die auf unmittelbare Ansiedlung gerichteten Bestrebungen der Jugend treffen zusammen mit der Notwendigkeit, einen Teil der bisher in der Industrie tätigen oder als Nachwuchs der industriellen Arbeiterschaft in Bettacht kommenden Kräfte aus der Stadt auf das Land zu verpflanzen. Die Tätigkeit Jugendlicher als Landhelfer, im Arbeitsdienst usw. läßt bei vielen den Wunsch wach werden, sich für immer auf dem Lande als Siedler oder Bauer zu verwurzeln. Daraus folgt, daß Landhelfer- d i e n ft und Arbeitsdienst notwendige Vorstufen für die spätere Siedlungstätigkeit sind. Der Arbeitsdienst erweckt in den Jugendlichen vor allem das Bewußtsein, daß sie wieder in die Front der arbeitstätigen Volksgenossen eingereiht sind. Darum sollte für jeden Jugendlichen im Alter von 19 bis 20 Jahren, der später als Siedler die eigene Scholle bebauen will, der Arbeitsdienst Pflicht und unumgängliche Vorbedingung der späteren Zulassung als Siedler sein. Die erste Stufe, auf der der künftige Siedler in seinen Beruf hineinwachst, ist die Landhilfe. Hier kann bereits eine innere Verbundenheit mit dem Lande und der ländlichen Arbeit erworben werden, die dem späteren Arbeitsdienstpflichtigen und Siedler von großem Nutzen fein wird. Zur* Landhilfe wird heute in erster Linie die schulentlassene Jugend herangezogen, soweit für sie im Augenblick keine geeigneten Lehr- und Arbeitsstellen vorhanden sind. Sie wird auf diese Weise zum Nachwuchs des durch Landflucht bisher vielfach feines natürlichen Ersatzes beraubten Bauern- und Landarbeiterstandes herangebildet. Die Landhilfe ist also mehr als eine Not« standsaktion f ü r d i e arbeitslose Jugend. Sie ist ein wichtiges Mittel zur beruflichen Umschichtung der Stadtbeoölkerung und zur Rückführung des städtischen Nachwuchses auf das flache Land. An den Arbeitsdienst der Zwanzigjährigen reiht sich dann der Siedlungsdienst an. Er dient dazu, die zur Siedlung wirklich geeigneten jungen Männer auszusondern, damit sie als Landarbeiter, Landangestellte ober Landhandwerker in ihren späteren Beruf eingeordnet werden. So werden sie schließlich wohlvorbereitet als Siedler wertvolle- Arbeit leisten und sich eine dauernde Existenz schaffen können. Das ist der neue Weg der Jugend zur ländlichen Arbeit, auf dem ein Siebter tum geschaffen werden wird, besten Zukunft gesichert ist. Auf einem solchen höchstqualifizierten Siedlernachwuchs beruht zugleich zu einem guten Teile bie Hoffnung auf eine innere Erneuerung unseres Volkes durch Neuverwurzelung mit dem deutschen Boden. Aus aller Well. Wieder ein Sprengfloffauschlag aus einen Pariser Untergrundbahnhof. Auf einer Untergrundböhnstation im Montpar» nasse-Viertel von Paris wurden durch die Explosion eines umfangreichen Paketes, das man unter einer Wagenbank gefunden hatte, der Bahnhofsver- steher getötet und ein anderer Bahnbeamter schwer verletzt. Die Höllenmaschinen-Anschläge, die sich vor einigen Wochen gehäuft und dann plötzlich nachgelassen hatten, scheinen wieder aufzuleben. Trotz aller Bemühungen ist es nicht gelungen, die Täter der früheren Anschläge ausfindig zu machen. Nach allgemeiner Auffassung hat eine weitverzweigte Anarchistenbande die Hand im Spiel. Die polizeiliche Untersuchung hat bisher nur zu der Feststellung geführt, daß das Explosionsgerät viel gefährlicher gewesen ist, als bie SpreiMstoffpakete, bie in letzter Zeit in Paris von Unbekannten verschickt ober niebergelegt worben finb. Der Kontrolleur berichtet, baß er in einem Wagen erster Klasse einen Fahrgast bemerkt habe, ber beim Aus- fteigen zwei eingewickelte Pakete, bie burch eine Schnur miteinanber oerbunben waren, unter feinem Sitz liegen ließ. Der Kontrolleur habe sich vorgenommen, bie beiben vergessenen Pakete in ber nächsten Station beim Funbbureau abzugeben, es habe sich aber vorher schon bie Explosion ereignet. Der Explosivstoff, ber sich in ben Paketen befand, wird zur Zeit vom städtischen Laboratorium untersucht. Soweit bis jetzt feststeht, handelt es sich um einen Sprengstoff, der ungeheuren Schaden hätte anrichten können, wenn er in einem starkbesetzten Wagen zur Explosion gekommen wäre. Riesenwaldbrand in Kalifornien. Infolge eines Kurzschlusses in der Starkstromleitung entstand in ber Umgebung von Pasabena (Kalifornien) ein Walbdranb, ber sich mit großer Geschwindigkeit ausdehnte und bereits 3000 Morgen Wald erfaßt hat. An den Löscharbeiten sind Tausende von Freiwilligen beschäftigt. 34 Personen haben Brandwunden erlitten, die zum Teil schwerer Natur sind. Starker Wind und die große Hitze erschweren die Löscharbeiten außerordentlich. Das Feuer wird in der Richtung auf ben Kurort Mount Lowe weitergetrieben. Der Ort ist geräumt worden. H Frankfurt a. M Schaefers weltberühmte Märchenstadt Liliput [4418D Bestgepflegte Weine Immer notm größere Leistungen Stadttheater (riehen 3 Wochen verreist 4241 A MMMur frei. Bahnhofstrane 2-4 Gienen 4404 A Wir Len Wir Und Nun lassen den Boden des Vaterlands, heiligen, nicht entwechen.' standen besonnen, Gewehr bei Fuß, Eröffnung: Samstag, den 28. Juli, nachmittags 3 Uhr und weiter täglich von 3 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends ständig geöffnet! Meul Zum ersten Male hierl Weul Vertreter im Schwesternhaus Wir standen und schwiegen, nun ist es vorbei, Vorbei das Zaudern und Zagen, Hin über die Hande schwingt sich ein Schrei, Ihr wollt es, so sollt ihr es tragen! O Stunde im letzten Juliglanz. Vernimm's aus unendlichen Reihen, llllllllllllllllllllllllllllll Detektiv K. Gerz Bad-Nauheim Kurstraße 17, er* leb. alle vertrauliche Privat- und Geschäftsangele- genheiten, wie Auskünfte,Beob- achtungen, Ermittelungen,Be- ickastungvonBe- weismaterial m Straf- und Zivil- orv4., streng diskret. Svrechst.: 9-12^/,u.3-6Ubr. llllllllllllllllllllllllllllll Die Stirnen empor, die Fahnen voran, Zum Walle, auf, an die Grenzen! — Und reiten wir heim, so sollt ihr dann Mit deutschem Eichlaub uns kränzen." Begeisterung durchglühte das ganze deutsche Volk, aller innere Hader, alle Standesunterschiede, jeder konfessionelle Zwist waren vergessen, ernst und feierlich war die Stimmung. Jeder fühlte auch in ,/Ls grollte von Ost, es grollte von West, Am Himmel zuckt es von Flammen. Wir standen, die Faust um die Schwerter gepreßt, Und bissen die Zähne zusammen. Achtung! Besucher der Liliput-Stadt haben gratis Zugang zu den Zirkus-Vorstellungen, welche fortlaufend von 3 Uhr nachm. bis 10 Uhr abends stündl. stattfinden. Für alle Sehenswürdigkeiten, ohne jegliche Nachzahlung, einmaliger zeitgemäßer Eintrittspreis : Erwachsene 50 PL, Kinder unter 14 Jahren 26 PL Jeder einmal in Liliput! 4365 D Lichtspielhaus • Gießen 2 Tage noch heute und morgen Sonntag bringen wir d. Film, von dem Zum Besuch ladet freundlichst ein Inh. Georg Seeber Jetzt im Saison - Schlafe - Verkauf Beginn am Montag, dem 30. Juli Große Auswahl, gute Qualitäten und immer zeitgemäß billige Preise sind stets unser Prinzip und die Grundlagen unseres Erfolges! Auch jetzt bringen wir, dem guten Rufe unseres Hauses entsprechend, eine ebenso umfangreiche wie interessante Auswahl in Selten-, Kleider- und Manlelslollen Modewaren, Damenwtoe, Damenmfintel Besichtigen Sie unter allen Umständen unsere Schaufenster. 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Sonntag nachmittags und abends zum Tanz im „Stadt-Kaffee“ __________4389D Gießen in v Die Schicksalstage de Wie überall in'deutschen Landen, lastete auck in] Gießen in den letzten Tagen des Jul i 19 14 fieberhafte Aufregung auf der gesamten Bevölkerung. Nur e i n Wort bildete das Tages- und Nachtgespräch: Krieg! Im Berufsleben bedurfte es aller Tatkraft, um überhaupt arbeiten zu können, die eigene innere Unruhe zu meistern und der Nervosität der anderen entgegenzuwirken. Es waren bange Fragen, die auf jedem lasteten und auf die keiner eine klare Antwort finden konnte. Mit fieberhafter Hast wurden die sich überstürzenden Nachrichten verschlungen, von Stunde zu • Stunde wuchs die Spannung. Am Freitag, 31. Juli, wurde der Kriegszustand erklärt, also eine Maßregel getroffen, die für die rasche und gleichmäßige Durchführung der erforderlichen militärischen Vorkehrungen maßgebend und notwendig war. Da ließ -die Spannung nach, und als am Samstag, 1. August, 17 Uhr, der Mobilmachungsbefehl durch den Kaiser vollzogen wurde, da atmete alles auf. Die nervenzerrüttende Spannung hatte ihre Lösung gefunden, es gab nur noch das eine Ziel: Alles für das Vaterland! Reifende Jugend ■ Dazu: Neueste Ufa - Ton - Woche I und auserwähltes Beiprogramm! ■ Täglich 4,6,8.30, Sonntags 3,5.30, 8.30 Uhr. W Wieder eingetroffen! «ssoD Wörishofer Herztee altervrobt bei Herzbeschrv all. Art, Herzkl., Herzerwtg., Herzverfettg., Schlaflosigkeit uKopfdr.usw.Jetzt kalt gen., wohlschm. Hausgetränk. Kränterhans Jung, Gießen in d. Schulstr. Versand nach ausw. GIESSEN • OSWALDSGARTEH bis einschließlich 5. August 1934 2 Volbertis 40 akroh. Tritts in 6 Minuten 2 Rasso Alemranbende Attraktion a. Fahrrädern ganz Gießen spricht! | Das unerhört packende Filmwerk I mit Heinrich George Hertha Thiele 4367A| I Peter Voß, Albert Lieven, Paul Henckels I Samstag, den 28. 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Auf Grund des § 42b der Gewerbeordnung i der Fassung des Artikels II Ziffer. 2 des Reich gesetzes zum Schutze des Einzelhandels vom 12. Mai 1933 (Reichsgesetzblatt Teil I Seite 263) und des § 70 der Hessischen Ausführungsverordnung zur Gewerbeordnung wird nach Anhörung der Gemeindevertretungen von Schotten, Laubach und Gedern und der zuständigen gesetzlichen Berufsvertretung angeordnet: 4414C 03682 a.d.GVA? beiten gesucht. Schr. Ang. unt. 03609 a. b. G.A. und Gedern einen Wohnsitz oder eine gewerbliche Niederlassung besitzt und innerhalb des Gemeindebezirks auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten oder ohne vorgängige Bestellung von Haus zu Haus ■ .Leben f’e Zähne lein wird, und treu i als Veld, besuchen, aus Besu< ich ncch mit • meu Und Ihre wirklich p verdient Rektor S®fi whb. »Nehme xpwin ma diesem Sc schen Üniversalgerätes, welches als Staubsauger, Haartrockner, Bob- «er und Desinf. verwendet werden kann und zu monatl. 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OerErbhofbaueralsKreditnehmer Von Georg Lind, Rechtsanwalt in Grünberg, Hessen. lann auch dann geschehen, wenn einem Erbhofbauern die Ehrbarkeit abgesprochen vird, oder er den Hof nicht mehr ordnungsmäßig bewirtschaften kann. Weil bei Unser Saisonschluß-Verkauf beginnt am 30. Luli 4387 D >es Stabil- sind im Preise bedeutend herabgesetzt» KarlNeuß ü Saison-Schluß-Verkauf Sommer-Kleidung Lüster, Rips und Leinenjacken, Trachten- und höher jacken und -westen . . Gegen Dur*t ^Rullridh-BrauseBuHrich-Salz. dem des hungern Gießen. Mit ihm repräsentieren sich in überzeugender Weise die gesteigerten Fachleistungen unseres Spezialgeschäftes für gute und preiswerte Damenkleidung Gummi- u. Lederol-Mäntel in vielen Farben u. Formen, beste Ausführungen, sehr tragfähig, 8.50, 10.50, 12.50, 14.50 u. höher der erste unseres neuen Unternehmens beginnt Montag, den 30. 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Vorrechte auf der einen Seite verpflichten auch den Erbhofbauern nach der anderen Richtung bin, durch ordnungsmäßige Wirtschaft seinen Schuldverpflichtungen nachzukommen, in erhöhtem Maße. Und wie die Bauernführer Vorkämpfer F — bis L?" eim Mulbner, d-e Landi Gießen, Selieröweg 4 6 veffenklicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Frl. Dr. Gürtler, Dr. Hofmann. Zahnarzt: Dr. Hinrichsen. Apotheke: Pelikanapotheke. In dem Bestreben der szenischen Verbesserungen t»cr Ring-Abende war der zweite Aufzug des ,.Siegfrie b", der jetzt in Bayreuth gegeben wurde, einer teilweisen Erneuerung unterzogen mer in bet iflichlungen herbst- uni) he tragbar, er (aufs bet besonderen । kommen hlung oö Der Dl imerhin t g aus beifl den Kassen, inte Doll' M * Teile nicht I unb dir Wegfall >ch, ob bei oerzinsun, ?nben Kre. tesdienst; Christenlehre für die männliche Jugend; 10.15: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst mit Christenlehre. — Garbenleich. 13: Gottesdienst. — hausen. 10.30: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — Langsdorf. 13: Gottesdienst. — Bettenhausen. 10: Gottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst. — Langd. 13.30: Gottesdienst. — wirberg. 10: Gottesdienst und Christenlehre. — Vettershain. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre. — Ober-Gleen. Kinder- aottesdienst fällt aus; die Kinder beteiligen sich am Festgottesdienst um 13.30 Uhr in Kirtorf; 10: Hauptgottesdienst; 11.10: Christenlehre. — Kirtorf. 13.30: Festgottesdienst aus Anlaß des Sommerfestes des Kindergottesdienstes beider Pfarreien für Kinder und Erwachsene; Mitwirkung des Pchau- nenchors und eines Jugendchors; 15.30: Festzug mit Posaunenbegleitung ab Pfarrhaus auf die Aue zum Kinderfest; bei ungünstiger Witterung im Saale Becker. katholische Gemeinden. Samstag, den 28. Juli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 29. Juli. 10. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 30. Juli. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. worden, die dem Bühnenbild in seiner Gesamtheit rote in seiner Einzelgestaltung sehr zustatten kam. Vor allem gefiel die Lösung der technischen Probleme, die die Drachenkampfszene im allgemeinen zu stellen pflegt. Die Besetzung mit Lorenz als Siegfried, Zimmermann als Mime, B o ck e l - mann als Wanderer, Frieda Leider als Brün- hilde, Käte Heidersbach als Waldvogel und Sigrid Onsgin als Erda kam den in Bayreuth zu stellenden großen Ansprüchen entgegen. Euringers „Deutsche Passion 1933“ nicht abgeseht. Die „Deutsche Passion 1933" von E u - ringer ist bei den Festspielen In Heidelberg nicht, wie irrtümlich verbreitet wurde, abgesetzt worde^, sondern lediglich auf den Schloßplatz verlegt morden, weil der Thingplatz auf dem Heiligen Berge bis Ende Juli nicht fertiggestellt werden konnte. beiT |! 'I* ötj LS hu iii pgsioii, Pner ehn D°n unb £■ kr $ getobt jj 3.- 5 7.- 10.- unb toep em Dille» en. 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Trapp. — wiefeck. 9.30: Hauptgottesdienst; 10.45: Kinderkirche. — Atten-Buseck. 10: Gottesdienst; 13: Christenlehre. Großen-Buseck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Christenlehre. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst. — Beuern. 13.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Pfr. i. R. Wolf-Gießen; 11: Kindergottesdienst; obere Abteilung; 13: Kindergottesdienst, untere Abteilung. — Treis an der Lumda. 10: Hauptgottesdienst; Missionar Walther-Gießen; 13: Predigt (derselbe); in beiden Gottesdiensten Kollekte für die Heidenmission. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; anschließend Christenlehre für die konfirmierte weibliche Jugend. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Klein-Linden. 9: Got- 9er :ung «E, f ben es N? SÄ*; sä $ anert«”” Denn iur, outen Bel ein unbari Die IreB bedeutet fi oieliges i. Matter Während Liirre W IS 5urie ffietterpei Wolkemo, über das sie sich in ich noch n Geprassel len Schlaf chühnei den zerlci rissenen 1 scheiben rerschlag« Jen und ganzen ' der Däc nen Bi sehr oi das D Aelpler zu erii Wen Feldm oernict tung i die hi bau, si Viehzii wenn teilt f drei 2 und C freies nach L ihre ab. Diel) ge. man gen M vor niederen marsch, Dors zi rürk, do äst, als Nabe dem al pro El richten. Das. alfo den man im diese f)o, 'nm. Park J’Su Sq ■Mi Ä Gebr. Imheuser am Markt weil Sie plötzlich abgespannt und müde wurden, dann hilft als anerkanntes Kräftigungsmittel Doppelherz. Bei Schlaflosigkeit, Nervenschwäche,Mattigkeit CD ^rschöpftsein und son- kftök» $f'9en Schwächezustän- ifWfi den als Kräftigungsmittel unentbehrlich. Flaschen zu 1,95 RM, 3,70 RM und 4,65 RM. Doppelherz-Dragees 1,50 RM. Zu haben in den nachstehenden Drogerien: C. Seibel, Frankf. Str.. 0. Winterbofl, Kreuzplatz 9/10. Grün berg: Karl Schott u. sämtl. Filialen. Laabach: Solms-Laubacher Drogerie K. 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Wanderzeit zweiten Tage hilft Jhnen bei: Herz-u.Gefässleiden, Rheumatismus, Gicht, nervöser Erschöpfung AUSKUNFT HESS.BADEDIREKTION am ersten Tage vier Stunden, am drei Stunden. Sonniger Luftkurort, 363 hoch, Moeöuty Kreis Marburg la Pension,Person vroTag 3M. (Kinder b.l2F. 2 Mark). Auskunft Schwester Oberin, Kathol. Schwesternhaus llllllllllllllllllllllllllllll auf in mäßiger Steigung nach Feldkrücken bringen. In der Nähe des Ortes liegen die dem VHC. gehörigen Schleuningsteine, gewaltige Basaltblöcke, die in stimmungsvoller Weise von Fichten umrahmt und mit bescheidenen gärtnerischen Anlagen versehen sind. Don Feldkrücken führt uns das rot-weiße Band in steilem Weg über die Feldkrücker Höhe (670 Meter) auf die Staatsstraße, die wir beim Ludwigsbrunnen erreichen. Hier überraschen uns schöne' Blicke auf das tief unter uns liegende Rudingshain und das weiter gelegene Schotten sowie auf die bekannten Vogelsberger Höhen, wie Taufstein, Hoherodskopf und Bilstein. Am Ludwigsbrunnen wenden wir uns rechts, folgen ein kurzes Stück blauen Dreiecken, bis wir wieder unser früheres Zeichen, die grünen Striche, treffen. Immer von der Wetterau, der Kornkammer Hessens, ge« schützt gegen rauhe Gebirgsstürme, gesegnet mit einem milden Klima und köstlicher Luft abseits des hastenden Getriebes der Großstadt, präsentiert sich Bad Salzhausen mit seinen uralten heilkräftigen Quellen, seinem unvergleichlichen Park, seinen Wäldern, als ein Idyll von entzückender Schönheit. Seit länger denn je einem Jahrhundert sind seine Quellen (Salz, Lithium, Schwefel und Stahl) Tausenden von Heilungs- und Stärkungsbedürftigen zum Segen geworden. Besonders günstige Erfolge werden erzielt bei Rheuma, Ischias, Herz- und Gefäßerkrankungen, Arterioklorose, Kinderkrankheiten und nervösen Störungen. — Unterkunft und Der- pflegung sind vorzüglich. Man erreicht Bad Salzhausen von Gießen, Gelnhausen und Friedberg in je einer Stunde sowie auf gut hergerichteten Autostraßen. rühmt gemacht hat: die Geigenbauerei. Mathias Klotz, dem man vor der Pfarrkirche ein Denkmal errichtet hat, 1743 neunzigjährig gestorben, lernte bei italienischen Meistern und brachte die Kunst des Geigenbaues in die Alpenheimat. Kaum ein älteres Haus ist anzutreffen, in dem nicht wenigstens e i n Geigenmacher wohnt. Der Sohn erlernt die Kunst vom Vater, oder er wird in der staatlichen Geigenbauerschule ausgebildet. Heute freilich liegt das Gewerbe sehr darnieder. Die Mittenwalder führen das weniger auf die allgemeine Wirtschaftskrise zurück, als auf die weite Verbreitung des Rundfunks, der vernichtend auf die Pflege guter Hausmusik wirke. Jedenfalls haben die Geigenbauer fast feinen Absatz. Diese schweren wirtschaftlichen Einbußen werden jedoch aufgewogen durch den Fremdenverkehr. Jedem Alpenfreund schlägt ja das Herz höher bei dem Klang von Mittenwalds Schönheiten. Für jeden Geschmack und jede Leistungsfähigkeit der Hochgebirgsfreunde wird hier Befriedigung genug geboten vom nervenstärkenden Bad im Lautersee und dem harmlosen Spaziergang zum Hohen Kranzberg bis zu den verwegensten Klettertouren im Steilgewände des Karwendelgebirges. Doch das braucht man dem Alpinisten nicht zu schildern. Den deutschen Alpen kommt es zugut, daß das Paradies der Alpinisten, die Tiroler Hochgebirgswelt, uns Reichsdeutschen durch die Kleinigkeit von 1000 RM. verschlossen ist. Unsere deutschen Alpen bieten ja dem Erholungsuchenden soviel Schöne^ und Unvergeßliches, daß man in dieser Umwelt die von allerlei Sorgen zerrissenen Nerven gesunden lassen kann. Und unter diesen Alpenschönheiten nimmt der Jsarflecken Mittenwald eine der ersten Hn. Sommerkur ■ Nervös - Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofhelm I.Taunus 4 bei Frankfurt a. M. Telefon 214 / L n. 11. Klasse / Ermäßigte Preise Prospekte fach S.-R. Dr. M. Schulze-Kablevss Nervenarzt hübsche Ausblicke gewährend führt uns der Weg teils über saftige Wiesen, teils auf der Straße an Götzen vorbei nach dem schmucken Kreisstädtchen wo wir nach einer Erholungspause (Vogelsberg) Ruh.staubfr.Lg. dir. a. Walde. Anerk. g. K. (4 Mahlzeit.). Liegewiese a. Hause. Schwimmbad Preis volle Pension 3.50 Sommerfrische, vrw. Rübe u.Er- holung sind.Sie i. wundersch. geleg. Merkenfritz (Vogelsberg). Bahnstr. Stockh.-Lauterb. Rundum m. Nadel- u.Buchenw.umg. Haus i.Wie» sengrund,dir.a.Wald gel. Frdl.Zim^ anerk.g.Vervst, b.4Mahlz.2.7(H Mtzorine Diehl. Merkenflitz l.vogelsd. Reisewinke. Bad-Salzhausen, der idyllisch gelegene Kurort Oberhessens. Eine Erholungsstätte, die von Kurgästen 30, ja 45 und 50 Jahre hintereinander jährlich ausgesucht wird, muß eine besonders starke Anziehungskraft besitzen. Eines solchen Ruhmes darf sich das altbewährte staatliche hessische Solbad in Oberhessen erfreuen. In wundervoller wald-, wasser- und wiesenreicher Gegend am Fuße des alten Basaltkönigs „Vogelsberg" gelegen, gen Westen begrenzt ftorhffpin (Vogelsberg) 455 m, yt,lü|lnU Pr:vatvennonKübel. Tel. 47, bringt erstkl.Pens.i.Erinnerung. Pensionsvr.3.50^ inki. 368«d 1. Tag: Laubach Wald — Wildfrauhaus — Ulrichstein. Zum Beginn unserer Wanderung fahren wir nach der durch ihre reizvolle Lage als Sommerfrische bekannten Station Laubach Wald, gehen in nördlicher Richtung die Kreisstraße entlang, wo wir alsbald auf rot liegende Kreuze stoßen, die uns bis Ulrichstein begleiten. Wir kommen an der idyllisch gelegenen Schreinersmühle vorbei über den bekannten Kreuzseenerberg und durch ein anmutiges Wiefentälchen in den Peterswald, an dessen Ausgang sich der Blick öffnet auf das von Höhen umgebene Altenhain, das links liegen bleibt. Das Zeichen führt uns über die Altehöhe (537 Meter), ferner über die Straße Wohnfeld — Petershainer Hof in den Walddiftrikt Wildfrauhaus, in dem sich eine 8 Meter hohe Phonolithgruppe erhebt, von beffen Spitze, durch Stufen erreichbar, sich ein prächtiger Ausblick auf die nähere Umgebung und den Ulrichsteiner Schloßberg bietet. Nachdem wir die Straße Babenhausen—Kölzenhain überschritten, gelangen wir bald darauf auf die Straße Babenhausen—Ulrichstein und auf dieser nach dem schönen Bergstädtchen Ulrichstein, nicht ohne uns vorher an dem prachtvollen Rückblick auf Täler und Höhen erfreut zu haben. In einem der guten Gasthäuser nehmen wir Quartier. 2. Tag: Ulrichstein — Feldkrücker Höhe — Schotten. Der zweite Tag gilt zunächst der Besteigung des Schloßberges, von dessen Aussichtsturm man eine prächtige, weitumfassende Fernsicht bis zu den Höhen des Westerwalds, Taunus und der Rhön genießt. Nach genügender Augenweide folgen wir grünen Strichen, die uns zuerst abwärts und hier- BeÄPeWhi* Homberg, Ohm, Oberhessen Gute und reichliche Verpflegung, Auto-Garagen, große Terrassen, Angel- und Badegelegenheit, eigener Park, Kegelbahn. Zimmer mit fließendem Wasser. Frankfurter Hof 2968d Besitzer: Heinrich Deeg I. Luft-u. Kneippkurort Heigenbrücken,Spess. Hotel Hochspessart• aissD st.Wasi.,kalt u.warm,Z entt.-Heiz., Blk.-Zim., herrl.Terr., rn Blick ms Gebirge, wunderb. Berggart, mn Aegestühü Idyll des Svefs. Hier fintP Sie, was Sie suchen. Pens.» Preis b.best Verpst-Butterküche, Vorfall. v. 3.80 an. Sie sind pntÄÜrf und komm, wied Besitzer Jak Röcking. Tel. 35. Vorbestell. Jedoch, wenn auch der Grundton im Dorfleben noch bodenständig ist, so hat Mittenwald längst aufgehört, ein Bauerndorf in unserem hessischen Sinne zu sein. Es ist eine Siedelung von uralter Kultur. Es liegt ja an der alten Handelsstraße, die die oberitalienischen Städte über den Brenner, Jns- bruck und den Seefelder Sattel mit den oberdeutschen Handelszentren verbindet. Handel und Verkehr haben dem Markt von jeher das Gepräge gegeben. Davon zeugen die Monumentalbauten des Dorfes: seine Pfarrkirche mit wertvollem Hochaltar und prachtvollen Deckengemälden, mit dem einzigartigen barocken Turm, dessen kupfergedeckte Haube ganz gewiß italienische Vorbilder hat. Die Friedhofskapelle St. Nikolaus, die neben gotischem Stil einen ganz entzückenden Rokoko-Turm mit zwei Zwiebeln aufweist. Man hat sie jüngst in leuchtendem Grün gestrichen, so daß sie eine liebliche Bereicherung des Dorfbildes bringen. Aber auch viel bürgerliche Bauten zeigen, daß man in einer Siedlung von alter Wohlhabenheit und Kunstfertigkeit ist. Stolze Patrizierhäuser stehen besonders am Ober-Markt, breit und behäbig, in alpenländischem Stil errichtet, mit stumpfwinkligen steinbeschwer- ten Legschindeldächern geschützt. Ihr besonderer Stolz aber sind die Fresko-Malereien, mit denen zuweilen die Wände völlig bedeckt sind. In erster Linie wäre das Neuner-Haus zu nennen, dessen Straßenseite die Bildnisse aller zwölf Apostel auf- weist und auf Spruchbändern den Apostolischen Glauben bekennt. Es gehört mit zu dem Erfreulichsten, dem man hier begegnet, daß bei fast allen Neubauten das architektonische Können und die künstlerischen Ueberlieferungen der Väter mit den Bedürfnissen der Gegenwart in wohltuend harmonischen Einklang gebracht werden. Wieviel Kunstsinn in diesen Gebirgsmenschen wohnt, beweist vor allem ein Erwerbszweig, der Ueisebrief aus des Reiches I südlichstem Dorfe. Mittenwald, Ende Juli. Unser oberhessisches Heimatblatt, der Gießener Anzeiger, will einen Reisebrief aus Mittenwald haben. Plaudern wir also einiges aus dem südlichsten Dorfe des derzeitigen deutschen Reichsgebietes! Ja, womit soll ich anfangen? Befindet man sich in „gebildeter", geistig angeregter Gesellschaft, so ist es ein Zeichen von Verlegenheit, geistiger Armut, oder gar von Nichtachtung, wenn man vom Wetter redet. Hier aber ist die Wetterfrage d i e Frage, das Barometer das gesuchteste Instrument. Denn für die Einheimischen bedeutet gutes Wetter guten Besuch. Uebt aber der alte Jupiter Pluvius ein unbarmherzig-feuchtes Regiment aus, so reisen die Fremden in hellen Haufen ab. Denn Regen bedeutet für sie im Alpendorf Langeweile und kostspieliges Herumsitzen in Kaffeehäusern und anderen Gaststätten. Also: das Wetter ist hier gemischt! Während ganz Deutschland unter großer Hitze und Dürre schmachtet, hat man hier von Gewittern begleitete Niederschläge genug. Gestern steigerten sie sich zu einem furchtbaren Unwetter. Hinter dem Wetterstein stieg nachmittags eine tiefschwarze Wolkenwand auf, der Sturm trieb sie ostwärts über das Mittenwalder Becken, und hier entlud sie sich in einem gräßlichen Hagelwetter, desgleichen ich noch nie erlebt. Plötzlich Hub ein Geknatter und Geprassel an wie bei einem Feuergefecht. In dichten Schloßen fielen Hagelkörner von der Dicke eines Hühnereis! Die Pflanzen in den Gärten wurden zerschlagen, die Wege waren besät mit abgerissenen Baumzweigen und unreifem Obst, Fensterscheiben zerklirrten, Dachziegel wurden in Massen zerschlagen. Nach einer Viertelstunde waren Wiesen und Almen von einer Eisschicht bedeckt. Den ganzen Nachmittag mußten die Leute zum Flicken der Dächer benutzen. Es waren nicht nur die kleinen Biberschwänze zerbrochen, sondern auch die sehr viel haltbareren Falzziegel. Selbst die an das Toben entfesselter Naturgewalten gewöhnten Aelpler wissen sich eines solchen Hagelwetters nicht zu erinnern. z Wenn eine solche Katastrophe eine oberhessische Feldmark träfe, wäre die gesamte Getreideernte vernichtet bis auf den letzten Rest. Diese Befürchtung ist freilich in Mittenwald nicht zu hegen. Denn die hiesigen Alpenbauern treiben feinen Körnerbau, sie stehen völlig auf der Stufe der Hirten und Viehzüchter. Ich denke an unsere ländlichen Leser, wenn ich davon einiges erzähle. Alt-Mittenwald teilt sich in drei Weidegenossenschaften, nach den drei Teilen des Fleckens Ober-Markt, Unter-Markt und Gries genannt. Alle alten Häuser haben freies Weiderecht, d. h. sie dürfen unentgeltlich Vieh nach Belieben austreiben. Jede Genossenschaft hat ihre abgegrenzten Weidebezirke, auf die das Großvieh getrieben wird. Morgens um 6 Uhr wird man geweckt durch den Austrieb der Herden — ein Bild von unvergeßlicher Eindruckskraft, wenn die niederen, gedrungenen Allgäuer Kühe im Gänsemarsch, alle mit Herdenglocken versehen, durchs Dors ziehen. Gegen Abend kehren sie wieder zurück, da das Großvieh hier nur auf den Nieder-Almen äst, also nicht im Freien zu bleiben braucht. Die Inhaber von neu erbauten Häusern nehmen an dem alten Weiderecht keinen Anteil, sondern haben pro Stück Großvieh im Jahr 8,50 RM. zu entrichten. Das Jungvieh weidet auf den Hochalmen, bleibt also den ganzen Sommer im Gebirge. Daher hat man im Karwendel mehrere „Kälber-Alme". Da diese Hochalmen der Gemeinde Mittenwald sehr umfangreich sind, ist der Auftrieb für alle Einwohner unentgeltlich. Es ist eine Höchstzahl von Jungvieh festgesetzt, aber sie wird nie erreicht._________________ Christlicher Erholungsheim Flensungerbof, Mücke in Hessen. Tel. 36. 320 Meter ü. d. M. 3 Minuten vom Wald. Höhenluft. Zentralheizung. 4 Mahlzeiten. 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Einzigartig der Blick vom neu- . erbauten Lydiaturm des Eifelvereins auf die ruhige tiefe Fläche des blauen Wafferauges, dessen grüne Waldwimpern von den Wellen aufwärts streben. Das Gefühl eines reinen Naturgenusses ist selten so ungestört und stark wie vor dieser einsamen wald- umrauschten Wasserfläche, die in die Kulisse scharf aufsteigender Bergwände gehüllt ist. Unmittelbar am Seeufer liegt die berühmte Benediktinerabtei Maria Laach mit der Abteikirche, die sowohl im Stil- ausdruck, als auch in der Symmetrie der Maßstäbe ein gleich hervorragendes Kunstwerk ist. Die eigentliche Heimat der Eifelkrater aber ist die Gegend um Saun, von Koblenz oder Andernach aus mit der Eifelbahn über Mayen, die alte sehenswerte Kreisstadt mit Genovevaburg und Eifelvereins- museum, leicht erreichbar. Die Fahrt in die vulkanische Eifel bietet dem Wanderer eine Fülle von Eindrücken. Die Zeichnung der Landschaft ist von hohem Reiz, saftige Talschnitte mit üppigem Waldreichtum wechseln mit Weideland, dessen weite baumlose Flächen bereits die herbe Stimmung der Hocheifel anbeuten. Zahlreiche alte Orte mit geschichtlich bedeutsamen Bauwerken kann der Eifelfahrer unterwegs mit kurzem Blick vom Zuge aus begrüßen. Da sind, um nur einige Andeutungen zu machen, Monreal mit dem Schloß gleichen Namens, ein sehr anmutiger und stimmungsreicher Eiselort, der für den Kunstfreund manche wertvollen Erinnerungs- stücke birgt. Weiter Virneburg, Stammsitz mächtiger Eifelgrafen und das alte Kaisersesch, dessen Fachwerkhäuser unmittelbar an der bekannten Römerstraße liegen. InUlmen, dem kleinen Eifel- ort, dessen Bild von einer imposanten Burgruine beherrscht ist, sind wir schon mitten hn Land der Cifel- k roter. Die ersten dieser Maare haben einen ausgesprochenen idyllischen Zug, sie fügen sich glücklich in den Rahmen einer reichen Natur. Das Wasser gibt dem kargen Eifelboden saftige Fülle, dichter kräuseln sich Hainbuche und Haselnuß um die Uferwände, heimliche Waldwinkel locken. Diese Stimmung atmen das Ulmer Maar und hinter Daun, der alten erinne- rungsreichen Residenz der Grafen von Daun, das Gemündener Maar, der kleinste, aber auch der lieblichste unter den Kraterseen der Eifel. Fast unwahrscheilich wirkt der freundliche grüne Tal- kessel, der mit hochstämmigem Buchenwald den Wasserspiegel umschließt, im strengen Gesicht der Eifel, das fetten so schmeichelnd zu lächeln versteht. Honffflhf Odenwald, Gasthaus u. Hcu|ulUl Pens. Breuberger Hof Sonn., herrl. Lage a.Fuhe d.Burg Breuberg, ringsum Wald, gr. schatt. Gart. m. Hall. u.Saal, g. eing. Fremdenz., Liegewiese a. der Mümling, Schwimmbad u. Bad i.H. Hausschl., ausgezeichn.Vervst.,v.Tag 3*>s bei 4 Mahl,eiten Bef H. Pilger. S.S71P UMWUM bei Boppard / Pension Wirth Volle Verpflegung 3.25-3.50 Mk. 4 Mahlzeiten. Keine Nebenkosten. Herrliche Lage - Rhein-Terrasse. 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Kein Wald, kein aufrechtes Wachstum, nur karges Strauchwerk, das sich fest an den mageren Boden klammert. Der finstere heroische Charakter des Eifelbodens offenbart sich in dieser Einöde, in der vor jäh abfallenden kahlen Uferwänden unbewegt, wie erstarrt in unlösbarer Schwermut, das dunkle Gewässer des Weinfelder Maares ausbreitet. Der Eifelbewohner nennt diesen Kratersee Totenmaar. Ein ganzes Dorf liegt in den Wassern begraben, die wilde Leidenschaft der Eifelerde hat blühendes Leben vernichtet. Nur Heidekraut und der zähe Ginster wachsen in dem ausgebluteten Boden, und wehmütig steht am Uferrand das alte Weinfelder Kirchlein mit den Holzkreuzen der Toten. Wieder freundlicher sind die anderen Dauner Maare, Holzmaar und auch das Schalkenmehrener Maar, das eine Fläche von nahezu 90 Morgen bedeckt. Aber die einmalige sprudelnde Stimmung des Gemündener Maares wird nicht mehr erreicht, auch nicht vom Pulvermaar, das schon weiter entfernt, bei Gillenfeld, seinen Wasserspiegel zeigt. Die Eifelerde lächelt nicht gern, aber gerade ihre herbe bäuerliche Strenge macht sie jedem echten Naturfreund so ungemein liebenswert. Wirifchast. Das deutsch-schweizerische Derrechnungsabkommen. Das am 26. Juli 1934 in Berlin unterzeichnete deutsch-schweizerische Verrechnungsabkommen sieht vor, daß künftig alle Zahlungen aus dem Warenverkehr, dem Reiseverkehr und dem Kapitalverkehr durch Einzahlungen auf die beiden Notenbanken erfolgen sollen. Nur für den kleinen Grenzverkehr und gewisse andere Zahlungen sind Ausnahmen vorgesehen. Die jeweils bei den Notenbanken zugunsten der anderen Bank entstehenden Guthaben werden ausgeglichen mit der Maßgabe, daß das voraussichtlich zugunsten Deutschlands vorhandene Guthaben zur Abdeckuna des gegenseitiaen Warenverkehrs, des Reiseverkehrs und gewisser Zinsverpflichtungen dient. Don dem verbleibenden Saldo wird ein bestimmter Betrag der Reichsbank zur Verfügung- gestellt. Die weiter vorhandenen Beträge dienen in bestimmter Höhe zur Speisung eines Amortisationsfonds und zur Bezahlung schweizerischer Transitwaren. Der dann noch verbleibende Ueberschuß steht ebenfalls noch zur Verfügung der Reichsbank. Das Abkommen tritt am 1. August 1934 in Kraft und gilt bis zum 30. Juni 1939, wobei allerdings, wenn das Abkommen den beiderseits gehegten Erwartungen nicht entsprechen sollte, neue Verständigungen mit der Möglichkeit einer besonderen Kündigungsfrist vorgesehen sind. Mit dem Abkommen sind verbunden Vereinbarungen über die Verrechnung im Warenverkehr, über die Verrechnung im Reiseverkehr und Vereinbarungen über die Durchführungen des deutschen Transfermoratoriums, endlich Vereinbarungen über den schweizerisch-deutschen Versicherunasverkehr und Vereinbarungen über den Verkehr zwischen der Reichsbank und der Schweizerischen Nationalbank. In dem Warenzahlungsabkommen ist im wesentlichen geregelt, daß in erster Linie Zahlungen entgegengenommen werden für Waren schweizerischer Erzeugung bzw. für Waren, die in der Schweiz eine wesentliche Bearbeitung erfahren haben. Für Waren nichtschweizerischer Erzeugung sind gewisse Beschränkungen vorgesehen. Das Reiseabkommen ist lediglich dem jetzigen Stand der Dinge angepaßt worden. Das Transferabkommen sieht vor, daß künftig Zinsen nur noch in Höhe von 4,50 v. H. transferiert werden sollen. Der überschießende Betrog der Zins- verpslichtungen wird unter gewissen Voraussetzungen auf ein besonderes Amortisationskonto in der Schweiz übertragen und soll dazu dienen, die deutschen Fälligkeiten allmählich abzutragen. * * Frankfurter Samstag-Börse fin - bet im August fta11. Vom Monat August an wird in Frankfurt wieder an den Samstagen Börsenverkehr stattfinden. ♦ Weitere Aufwärtsbewegung am Roheisen-Jnlandsrnarkt. Nach Mitteilung des Roheisen-Verbandes, Essen, hat sich, nachdem tm Monat Mai infolge von Feiertagen und Betriebsferien ein Rückgang im Versand zu verzeichnen war, die Aufwärtsbewegung auf dem Inlandsmarkt im Juni wieder fortgesetzt. Im Monat Juli ist gegenüber dem Vormonat keine Aenderung eingetreten. Die Einfuhr ausländischen Roheisens ist rückgängig gewesen. Die Nachfrage aus dem Ausland war lebhaft. Frankfurter Börse. Alittagsbörse erholt. Frankfurt a. M., 27. Juli. In Reaktion auf die gestrigen Rückgänge zeigte die heutige Börse allgemein eine Erholung, nachdem schon die Abendbörse aufgrund der Klärung der Lage in Oesterreich ziemliche Widerstandskraft zu verzeichnen hatte. Indessen war die Unternehmungslust gering, wobei der Wochenschluß etwas mitgewirkt haben mag. Von der Kundschaft und der Kulisse erfolgten Rückdeckungen, während Angebot kaum mehr heraus- kam, so daß die Kursbefserungen fast allgemein die gestrigen Verluste ausglichen. Die Börse erhielt eine Stütze von günstigen Wirtschaftsmeldungen, besondere Beachtung fand dabei das deutsch-schweizerische Verrecknungsabkommen. Die Umsätze waren nicht groß, lediglich am Montanmarkt entwickelte sich zeitweise etwas lebhafteres Geschäft. Neben Klöcknerwerke und Mannesmann mit je plus 2,50 v. H., waren Mansfelder Bergbau um 2 v.H., Harpener, Rheinstahl, Phönix, Stahlverein und Gelsenkirchen bis zu 1,50 v. H. erholt. Auch Far- beninbuftrie waren höher gesucht und kamen mit 148,90 nach 146,50 gestern abend zur Erstnotiz. Ferner erholten sich Deutsche Erdöl um 1,50 v. H. und Rütgerswerke um 2 v. H. Elektrowerte wiesen überwiegend Erhöhungen von 0,50 bis 1,50 v. H. auf. Sonst eröffneten u. a. AG. für Verkehrswesen 1,25 v. H., Holzinann ca. 2 v. H., Deutsche Linoleum ca. 1,50 v. H., Nordd. Lloyd 0,40 v. H. und Zement Heidelberg 0,13 v. H. gebessert, wogegen in Reichsbankanteilen, Conti Gummi, AKU. und Zellstoff- papieren offenbar noch kleine Ultimoglattstellungen vorgenommen wurden; vorgenannte Papiere gingen bis zu 1 v. H. zurück. Auch der Rentenmarkt wies eine Besserung auf, allerdings blieb auch hier die Umsatztätigkeit klein. Altbesitzanleihe gewannen 0,25 v. H., Reichsbahn- Vorzugsaktien 0,25 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,13 v. H., Stahlverein-Bonds 0,75 v. H. Reichsmark-Obligationen lagen dagegen eher noch eine Nuance leichter. Im Verlaufe herrschte auf allen Marktgebieten weitgehendste Geschäftsstille und die Kursentwicklung war etwas uneinheitlich, wobei aber die Veränderungen selten mehr als 0,25 bis 0,50 v. H. betrugen. Kunstseide AKU. gaben auf schwache Meldungen aus Amsterdam allerdings nochmals 1 v. H. nach. Farbenindustrie blieben zu 148,90 v. H. gut behauptet. Soweit später noch Kurse festgestellt wurden, zogen sie gegenüber der Abendbörse um 1 bis 2 v. H. an, so u. a. Daimler, Bemberg, Elektr. Lieferungen. Am Rentenmarkt gingen Altbesitz später auf 94,13 nach 94,30 zurück, späte Schuldbücher lagen mit 92,25 v. H. voll behauptet und Reichsmark-Anleihen zogen etwas an. Gold- und Liquidationspfandbriefe lagen meist gut gehalten, einzelne Serien auch etwas höher, dagegen gingen Kommunal-Obligationen fast ausnahmslos um 0,50 v. H. zurück. Stadtanleihen waren geschäftslos und unverändert. — Tagesgeld blieb zu 3,25 v. H. unverändert. Abendbörfe ruhig. Die Abendbörfe zeigte angesichts des Wochen- schluffes fein nennenswertes Geschäft, da sowohl Publikum, als auch Kulisse etwas Zurückhaltung übten. Die erholte Stimmung des Mittagsverkehrs blieb indessen gut behauptet, und auch die Berliner Schlußnotierungen, die meist noch höher als die Frankfurter lagen, blieben im allgemeinen bestehen. Vereinzelt ergaben sich weiter leichte Besserungen, so bei Farbenindustrie, Gesfürel, Harpener, Licht & Kraft, Scheideanstalt usw. von 0,25 bis 0,50 o. H. Kunstseide Aku gingen dagegen infolge der schwächeren Meldungen aus Amsterdam erneut um 1 v. H. zurück. Im Verlaufe zogen Farben und Harpener nochmals geringfügig an, wogegen Mannesmann und Gelsenkirchen weiter abbröckelten. Sonst schloß die Börse meist gut behauptet. Der Rentenmarkt wies gleichfalls nur minimale Umsatztätigkeit auf, auch hier konnten sich die Schlußkurse der Mittagsbörse voll behaupten. Fremde Werte lagen ruhig. U. a. notierten: Alt- besitzanleihe 93,90, 6-v. H.-Frankfurter Hypotheken- Bank Gold Reihe 12 bis 15 89,25, Commerzbank 57,25, Reichsdank 151,75, Buderus 77,50, Gelsenkirchen 62,25 bis 62, Harpener 107,50 bis 107,65, Klöckner 76,25, Mannesmann 68,75 bis 68,40, Phönix 49, Rheinstahl 91,40, Stahlverein 42,40, Aku 57,75, AEG. 25,40, Bekula 143, Conti Gummi 133,75, Scheideanstalt 206,50, Licht & Kraft 114,50, JG.-Farben 149,40 bis 149,65, Gesfürel 110,25, Holzmann 65,50, Rhein. Elektro 99, Schuckert 91,75, Südd. Zucker 185,50, Lloyd 30,25. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 27. Juli. Gemüse: Reichliche Zufuhren von Bohnen, Gurken, Kartoffeln und Tomaten, übrige Salat- und Gemüsearten ausreichend. Preise für Bohnen, Gurken und Kartoffeln gefallen, sonst keine wesentlichen Aenderun- gen. Geschäft schleppend. Es erzielten: Blumenkohl 15 bis 20, grüne Bohnen 12 bis 14, gelbe 12 bis 14, Stangenbohnen 17 bis 20. Erbsen 28 bis 30, Eskariol 7 bis 8, Gewürzel, großes Bündel 25 bis 30, Salat-Gurken, Kasten, 5 bis 20, Haus-Gurken 8 bis 20, Einmach-Gurken (Salz) 130 bis 180, Einmach-Gurken (Essig) 60 bis 110, Karotten 5 bis 6, Kartoffeln, Erstlinge, 6 bis 6V2, Kartoffeln Böhms, 5Vr bis 6, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 5 bis 10, Petersilie 20, Radieschen —, Rettich 4 bis 7, Römischkohl 4 bis 6, Rote Rüben 6 bis 7, Rotkraut 8 bis 11, Spinat 9 bis 12, Schnittlauch 20 bis 25, Tomaten I. 12 bis 14, Tomaten II. 8 bis 11, Weißkraut 7 bis 8, Wirsing 10 bis 12, Zwiebeln, Pfälzer, 7, Zwiebeln mit Schlotten 4 bis 5. Obst: Reichliches Angebot in fast allen Obstarten. Preise wenig verändert. Absatz nicht befriedigend. Es erzielten: Sommer-Aepfel I. 14 bis 20, Aepfel II. 8 bis 12, Aprikosen I. 30, Aprikosen II. 18 bis 22, Frühbirnen 8 bis 16, Brombeeren 20 bis 30, Heidelbeeren 23 bis 25, Johannisbeeren 12 bis 15, Kirschen, saure, 12 bis 16, Mirabellen 12 bis 15, Pfirsiche I. 18 bis 23, Pfirsiche II. 10 bis 15, Reineklauden, unreife, 8 bis 10, Spillinge 12 bis 15, Frühzwetschen 12 bis 20. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 27. Juli. Im Eiergroßhandel ist die Haltung weiter stetig. Die Nachfrage des Konsums war verhältnismäßig gut, gegen Wochen- fchluß ließ sie allerdings sehr zu wünschen übrig, wobei sich der Einfluß des Monatsende bemerkbar machte, zumal die Preise allgemein leicht anzogen. Obwohl die Richtpreise unverändert belassen wurden, rechnet man im Großhandel für die nächste Zeit mit weiter leicht ansteigenden Preisen. Die Produktion geht weiter zurück, für den Bedarf reicht sie jedoch aus. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M.: Deutsche Frischeier Kl. S 10, Kl. A 9/2, Kl. B 8,65, Kl. C 8, Kl. D 7J4. Frankfurter Buttermarkt. Fran kfurt a. M., 27. Juli. Die Tendenz des Buttermarktes ist weiter fest, da die Abnahme der Produktion anhält. Der Konsum zeigte besonders wieder für die billigeren Sorten Nachfrage, von einer Knappheit kann jedoch nicht gesprochen werden. Wo besonderer Mangel auftritt, gibt die Reichs- stelle aus ihren Beständen ab. Die Großhandels- Einstandspreise purden heute heraufgesetzt. Es handelt sich bei der Erhöhung keineswegs um eine Verteuerung schlechthin, sondern vielmehr um eine gerechte Anpassung an die jahreszeitlich bedingten Schwankungen des Butteranfalls. Die Großhandels- Einstandspreise stellten sich ab heute nunmehr wie folgt: Deutsche Markenbutter 134, feine deutsche Molkereibutter 130, deutsche Molkereibutter 128, Holl. Markenbutter 132 bis 133. Die Preise verstehen sich in Mark pro 50 Kilogramm ab Versandstation. Allgäuer Buttermarkt. Kempten, 27. Juli. Deutsche Markenbutter (Tonnenware) 129 (zuletzt 124), feine deutsche Molkereibutter 125 (120), deutsche Molkereibutter 122 (117). Landbutter einschließlich Vorbruchbutter entsprechend niedriger. Die Preise sind Verkaufspreise ab Station des Versandortes in RM. pro 50 kg. Mainzer Getreidegrostmarkt. Mainz, 27. Juli. Es notierten pro 100 Kilogramm in Mark: Weizen 20,70, Roggen 16,50, Hafer 18,50, Jndustriegerste 18,50 bis 19,50, Malzkeime 15,75 bis 16, Weizenkleie, fein 11,65, Weizen- kleie, grob 12,15, Roggenkleie 13 bis 13,50, Weizenfuttermehl 13,25, Biertreber 17 bis f7,15, Sojaschrot 16. Allgemein-Tendenz: Getreide neuer Ernte noch nicht entwickelt. Futtermittel bei kleinsten Umsätzen ruhig. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt bi? Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Eichelsaat und -Pflanzung. In dem Referat des Oberforstrats Nicolaus gelegentlich der Versammlung oberhessischer Forstbe- amten im Dienstagsblatt des „Gießener Anzeigers" vorn 24. Juli 1934 wird unter anderem gesagt, daß eine Verjüngung der Bestände durch Eichelsaat und -Pfanzung ebensowenig am Platze sei wie die Erziehung reiner Fichtenbestände. Dem Schlußsatz bezüglich der reinen Fichtenbestände muß unbedingt zugestimmt werden, ebenso auch der Erziehung von Mischbeständen. Nicht aber der Behauptung, daß Eichelsaat und -Pflanzung allgemein zu verwerfen sei, denn es können Verhältnisse eintreten, unter denen man auch zur Eichelsaat greifen wird. Wenn nicht aller Orten die hierbei erzielten Erfolge den Erwartungen entsprechen, so liegt bas nicht an der Methode, sondern an der weiteren Behandlung solcher Bestände, insbesondere mangelhafter Kulturpflege, wie Herausschneiden oerbärn- wenden Grases usw. Gustav Schneider, Dberforftmeifter i. R. Srieffasten Oer Redaktion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) V. £. Die gesetzliche Unterhaltspflicht von Kindern ihren Eltern gegenüber ergibt sich aus §§ 1601 ff. BGB. Es besteht ein klagbarer Anspruch auf Unterhalt, vorausgesetzt, daß der in Anspruch Genommene imstande ist, bei Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen und ohne Gefährdung seines eigenen standesmäßigen Unterhalts, den Unterhalt zu gewähren. Zuständig für die Erhebung der Unterhaltsklage ist in erster Instanz das Amtsgericht. Muß der Unterhaltsberechtigte die öftentliche Für- sorge in Anspruch nehmen, weil er den notwendigen Unterhalt nicht von dem dazu Verpflichteten erhält, so geht der Anspruch des Hilfsbedürftigen auf Unterhalt insoweit auf den Träger der öffentlichen Fürsorge über. Dieser kann den Unterhaltspflichtigen im Verwaltungswege durch vollstreckbaren Beschluß zur Unterhaltsleistung heranziehen. Das Letztere ist allerdings bei Empfängern von Kleinrentnerhilfe nach dem Gesetz vom 5. Juli 1934 künftig nicht mehr möglich. In diesen Fällen muß also auch der Fürforgeverband den auf ihn übergegangenen Anspruch auf Unterhalt durch Klage beim ordentlichen Gericht geltend machen. Rundfunkprogramm. Sonntag, 29. Juli. 6.15 Uhr: Frühkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.30: Choralblafen. 8.45: Katholische Morgenfeier aus Anlaß der 700-Jahrfeier der Heiligsprechung des hl. Dominikus. 9.30: Deutsches Schatzkäftlein: Der Lindenbaum Dichtungen von Clemens Brentano, Friedrich Hebbel, Hermann Hesse. 10: Viermal Sport. 10.40: Präludium, Fuge und Variation. 11: „Fahrt nach Vigo". Schallplattenplauderei. 11.30: Rund um das Kampfspiel-Stadion. 12: Standmusik aus der Feldherrnhalle. 13: Mittagskonzert II. 14: Kinderstunde. 15: Zehnrninuten- bienft für die Landwirtschaft. 15.10: Stunde des Landes. 15.40: Volkslieder aus der Schwalm. 16: Konzert. 18: Hans Friedrich Blunck spricht eigene Dichtungen. 18.20: Sportnachrichten. 18.30: Schlußtag der Deutschen Kampfspiele. 20: Tanzmusik. 21: Unterhaltungskonzert. 22: Kleine Unterhaltung. Montag, 30. Juli. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert.8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.30: Eigene Sendung. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.H0: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Stunde des Liedes. Lieder von Arnim Knab, Robert Bückmann, Moussorgsky. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Das Schaffen Richard Euringers. Eine Würdigung. 17.45: Kleine Stücke für Violine und Klavier. 18: Stunde der Jugend. 18.25: Französischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht! Soziales Funkbild. 19: Tankstelle Bremberg. Eine Szenenfolge aus dem hohen Schwarzwald. 19.30: Saar- Umschau. 19.40: Klaviermusik von Franz Schubert. 20: Nachrichten. 20.15: Reichssendung: Stunde der Nation. Heinr. Marschner. 21: „Für jeden etwas" Eine heitere Mundarten-Sendung. 22: Kleine Unterhaltung. 22.20: Nachrichten. 22.35: Die Hitler- Jugend spricht. 22.45: Nachrichten aus dem Sende- bezirk. 23: Abendmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Dienstag, 31. Juli. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9.45: Eigene Sendung. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Stunde der Frau. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Von Bad Wildungen. Nachmittagskonzert. 17.30: Ludwig Sütterlin t- Dem Freiburger Sprachforscher zum Gedächtnis. 17.45: Kleine Unterhaltung. 18: Die neuen deutschen Handelsverträge — eine neue Grundlage für den künftigen Export. Ein Bericht von Dr. K. Kühn, Frankfurt am Main. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit. Kurzberichte. 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute.« 19: Wir spielen zu Tanz und Unterhaltung. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. „Die dunklen und die heitren Lose." Bericht aus den Schicksalsstationen einer Großstadt. 20.45: Unterhaltungskonzert. 22: Kleine Unterhaltung. Lisbeth Engels-Neumann singt Lieder zur Laute. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen. .. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 0. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frantsur a. in Berlin Schluß« kurs Echlußl. Abend- bSrse Schluß- hutf Schlußk Mittag» Mrfe Datum 26-/ 27.7 26-7- 27-7 •% Deutsche Reichsanleihe v 1927 92,65 92,4 93 92,75 8% efcem.7% Dt. Reichöanl. v. 1929 —— — — — 6Vi% Doung-Anleihr von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 90,4 90,6 90,75 90,65 AuSlos.-Rechten 94 '3,9 94 93,9 Desgl. ohne AuSIos.-Rechte ..... 6% el)cm.8% Hess. Bolksstaat 1929 — trückzahlb. 102%) 6% Hess. Landesbank Darmstadt 91,75 — 91,75 91,75 Gold R. 12 Hess Landes^Hypotheken- 89,75 89,5 — 89,5 bank Darmstadt Ltaui vberhessen Provinz-Anleihe mit 89 89 — — AuSlos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. An- 95,5 95,5 — — leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten «% ehem. 8% Frank,. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96 95,65 96 95,75 89 89,25 89,75 — •% ehem. 7% Franks Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 89 89,25 — 8K% ehem. <%% Franks Hyp^ Bank-Liqu^Btandbriese..... •H% -hem. Wi% Rheinische Hhp.-Bank-Ltqu.-Goldpse 89,25 89,25 — - 90,25 90 — 6% ehem. 8% Pr LandeSpfan» oriefanstalt, Pfandbriefe R 19 8% ehem. 7% Pr LandeSpsand- brtefanstali, Pfandbriefe R. 10 92 2 92 92 93 93 93 93 Gteuerautsch BerrechnunaSkur« 101,4 101,4 101,4 101,4 <% Oelterreichtschr Goldrente 4,20% Oesterreichische Sttberreutr 4% Ungarische Goldrente..... 26,75 7,25 7 1,25 7.13 7 27,5 7,35 7 28,5 7,35 i% Ungarische StaatSrente v. 1910 4¥i°/o öe?ßl. oon 1913 ........ 7 9,1 7 9 7 8,8 6% äbgest. Goldmexikan« von 99 8,95 4% Türkische Zoll anleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Mt 1..................... 8 7,7 8 7,7 8 Frankiun a.M Berlin Schluß» iurs Schluß!. Abend- börsc Schluß» furd Schlußk. Mittagbörse Datum 26.7 27- - 26.7 27-7 4% deSgl. Serie II 7,7 7,7 — — 6% Rumün. veretnh. Rente v. 1903 4,4 1,4 —- — 4Z4%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 7,25 4% Rumänische vereinh. Rente 4,15 4,15 4,15 —— 8 ¥.% Anatolier '6-25 36,25 35,8 36,5 vamvurg»Amertka»Pakel . 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff 0 26 26,5 26 26,75 Hansa-Dampfschiff ... 0 Norddeutscher Lloyd ...... 0 — _ _ JO,13 30,25 30 30,5 A.T. für Verkehrswesen tot 0 64,5 64,75. 64,25 65,5 Berliner Handelsgesellschaft 4 Commerz, und Privat-Bank . 0 90,5 57,25 90,5 57 25 91 57,25 91,25 57,25 Deutsche Bank und Disconw- Gesellschaft............... 0 Dresdner Bank....... 0 61,5 65,5 '52,5 62,5 65,5 151,75 62,4 65,5 152 62,25 65,5 151,4 Reichsbank ...... iz eus.e.................... Bekula................... 0 ®eta. 8teferung8flefenfcf)aft .. 6 Licht und Rtaft e Ketten L Äutlleaume..... o Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... S Schuckert & (Jo........... 5 Siemen» L Halske............ 7 Ladmey« » Lo............. 10 öubenii ............. 0 Deutsche Erdöl .............. 4 Gelsenkirchen«.............. 0 Harpener ................. 0 Voesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ............. - Ilse Bergbau ®enüfft........ 8 Klöcknerwerke ............ 0 tRannäinann-ÄSbmi ........ 0 24,4 25,4 24,5 25,25 142,5 143 142 143 96,75 97,75 36,25 98 113 114,5 113 114 66,9 68,75 66,5 68,5 108,25 110.25 108,25 109,75 9,75 99 101,75 — 90,5 91,75 90 91,75 >46,5 148,5 146,5 147 119 — 118,75 119 75,5 77,5 75,75 77,25 114,5 116 115,65 115,75 60,5 62 60,5 62,4 105,75 107,65 105,5 107,25 — — 74 75,75 169,5 172 69,5 172 128 128,25 128 128,5 73,75 76,25 73,5 76,4 65,5 68,4 65,75 69 Srantfu ' a. M Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörfe Schluß» turs Schlußk. Minag- börfe Datum 26.7. 27-7 26.7. 27./ Mansfeld« Bergbau .. ....... 0 74,5 76,65 75 76,5 Kokswerke .... ....... 0 —- 92 93,75 Phönix Bergbau ... ....... 0 47,5 49 47,25 49,5 Rheinische Braunkohleu ..... 10 244 245 244 244,5 Rheinstahl ....... 0 91 91,4 90,5 91,13 8eieinigte Stahlwerke. ....... 0 40,25 42,4 40,65 42,4 Otaoi Minen ....... 0 13,75 13,5 13,4 13.25 Kaliwerke Aschersleben. ....... 6 120,75 — 119,75 — Kaliwerke Westeregeln . .......5 120 122 120,5 122,5 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7¥, 162 — 162 164,75 I. G. Sarden-Industri«....... Scheideanstall............... 7 V 146,5 206 .49,5 206,5 146,13 149,25 Goldschmidt ................ 0 76 79,5 76,9 79,75 Rüigerswerke ............... 0 18,5 40 38,4 39,5 Metällaeiellschaft............. 0 84 84,5 83,5 83,75 Philipp Holzmann .......... 0 64 65,5 64,25 66 Zementwerk Heidelberg ...... S-ementoeti Karlstadt.......... 0 108,5 108,65 —— 0 125,5 — Schultheis Payenhofer ....... 0 — — 113 115,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 59,75 57,75 59,75 58,75 Bemberg ........ 0 — 66,4 65,25 67 Hellsiofs Waldhos ........... 0 47,25 47 47 47,5 Zell stoss Aschaffenburg ....... 0 59,25 59,5 59 59,13 Dessau« Gas ............ 7 — — 124,25 124 Daimler Motoren............ 0 45,25 46,75 45,4 47,13 Deutsche Linoleum ........... 0 56,5 58 56,9 58 Orenstein L Koppel.......... 0 — — 73,25 76,25 Leonhard Tietz ........... 0 21 22 •20,75 22,25 Thade . LO 219,5 220,5 218,5 220,5 Attu mulotoren-Fabrü........ 0 172 —— 172,5 — Tonti-Ginomi ............. 0 134,5 133,75 134 133,5 Grchner.................... 0 24,5 25 24,5 25 Mainkrastwerke Höchst a.®___ 4 74 - Süddeutsch« Bud« —- e 185 185,5 185 185 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 26-Juli 27-Juli Amtliche Notierung Amtliche Notierung r5Vi- Brie Selb 1 Bhf Buenos Aires 0,628 0,632 0,638 0,642 Brüssel ..... 58,69 58,81 58,79 58,91 Rio de 3an. ' 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 56,51 56,63 56.49 56,61 Danzig .... 81,72 81,88 81,72 81,88 London.... 12,655 12,685 12,65 12,68 HelsingforL. 5,594 5,606 5,584 5,596 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16.54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,58 21,62 21,58 21,62 Japan ...... 0,751 0,753 0,751 0,753 Jugoslawien 5,664 5,676 5,664 5,676 63,61 63,73 63,59 63,71 Wien...... 48,95 49,05 48.95 49,05 Lissabon Stockholm.. 11,49 65,26 11,51 65,40 11.48 65,23 11,50 65.37 Schweiz ... 81,66 81,82 81,66 81,82 Spanien... Prag...... Budapest ... Neuyork... 34.32 34,38 34,32 34,38 10.44 2,512 10,46 2,518 10,44 2,512 10,46 2,518 Banknoten. Berlin, 27 Juli Selb Bric- ' Amerikanische Roten.............. Belgische Noten ................ Dänische Noten ................ Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten ............... Italienische Noten .............. Norwegische Nolen .............. 2,465 58,63 56,44 12,605 16,46 169.31 21,46 63,42 65,07 81,48 34,18 2,485 58,87 56,66 12,665 16,52 169,99 21,54 63,68 65,33 81,80 34,32 Deutsch Oesterreich. * IOO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Nolen................. Spanische Note»................. Ungarische Note» ................ rrr.M Sechstes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) $amstog,2^3uIU934 Hohe Zeit der Ernte 9J.Jpori lieber weite Sireckenstüge bei der IV. Rhön Fritz Schmidt-Gießen fliegt nach Koburg. IDeuqcpen beleg: und Kutzschbach reichen. Heini Ditt- „Fafnir 2" für SegelArmen Kinder. rückzulegen. Erstmalig flog der Dellrekordler mar-Schweinfurt heute den neuen des Deutschen Forschungsinstituts flug Darmstadt, Ueberall auf den Feldern stehen — früher in diesem Jahre als sonst — die Getreidehausten auf den Stoppeln. Das Korn ist zum größten Teil em= gefahren. Gegenwärtig ist die Haferernte im Gange. Ueberall auf den Feldern rattern die Mähmaschinen. Lagerfrucht ist sehr selten, und so konnten die Maschinen überall eingesetzt werden. Die Erntearbeit geht rasch oonstatten. Noch aber ist nicht jeder Bauer im Besitze der Mähmaschine. Bei einem Gang über Land kann man häufig, besonders am frühen Morgen, Bauern und Bäuerinnen, Knechte und Mägde sehen, die mit der Sense oder gar mit der Sichel in schwerer Arbeit das Getreide mähen. - Bald wird die Zeit der Ernte vorüber sei, und der Herbstwind weht über die Stoppeln. Und je länger die Stille dauert, um so tiefer wird ihre Sehnsucht nach dem, was ihre Erfüllung gibt. Denn alle Stille will Klang, will Rhythmus, und zur Zeit steht eine Landemeldung des heute morgen um 11 Uhr gestarteten Piloten noch aus. Ebenfalls liegt noch keine Landemeldung des um die gleiche Zeit gestarteten Piloten Wiegmeyer auf „Präsident" vor. Die endgültige Wertung des gestrigen Tages ergab für den Berliner Philipp auf „Klettermaxe" eine Flugdauer von 8 Stunden 15 Minuten, die heute von dem Leipziger Fritz Ca- rius auf „Alte Leipziger Garde" gleichfalls er- reicht wurde. Besonders erstaunlich find die physischen Leistungen der Flugzeugführer und Startmannschaften, die allabendlich die Maschinen immer wieder von den weiten Streckenflügen zurückholen müssen. mit dem „Rhönadler" nach Böhmen. Aus Leitrneritz (Tschechoslowakei) kommt die Meldung, daß der Mannheimer Pilot Ludwig Hofmann mit seinem Segelflugzeug „Rhönadler" gelandet ist. Er hat damit einen Flug von 310 Luftkilometer von der Wasserkuppe aus zurückgelegt. Hofmann wurde festgehalten. Er führte einen Radiosender und einen Photoapparat mit sich und erregte dadurch das Interesse der tschechi- scheu Militärbehörden. will Gesang. , _ , , Aber hier ist niemand, der ihre Sehnsucht stillte. Der Klang der Flöte könnte es vielleicht, eine jdunkle, weiche Melodie ... Aber die Natur weiß lbesser, was in diese Stille paßt. Ein Ziegenmelker beginnt zu spinnen, fast wehmütig klingt's, immer die kleine Terz, geheimnisvoll, als hätte die Stille selbst Stimme bekommen und sänge ins Dunkel. Da, über mir, plötzlich ein silberner Streif. Eine Sternschnuppe. Als löste die Nacht einen der Sterne aus der Flut ihres dunklen Haares und würfe ihn ins Uferlose hinab. Wieder eine — jetzt dort — schon wieder eine — mehr — eine königliche Verschwendung an Schön- heit und schimmernder Pracht — und doch nur Bro- famen von dem Uebersluß an Licht und Glanz da oben. Wie Blätter von dem Blütenmeer des Himmels, das auf dunklen Fluten kreist. Der Mond ist höher gekommen. Deutlich erkennt man in feinem blaffen Licht den Weg durch die Föhren, die lautlos im Dunkel stehen. Schöner kann der Himmel auch über den Tiroler Bergen nicht fein, schöner nicht über den Fjorden des Nordens, tiefer nirgends die Stille, geheimnisvoller nicht der Wald und demütiger nirgends die Nacht. .... Plötzlich singende Stimmen. Gitarrenklange, Gleichschritt von Füßen. Wandervögel, die eine Nachtfahrt machen und auf der fernen Landstraße vorbeiziehen. Und bann ist alles wieder mein: Nacht und Weite, Himmel und Erde, die Stunde jetzt und die Stille, die wie ein ruhender Glockenhammer wie- der schweigend unter der Kuppel des Himmels A. Magne mit 2:32:05 Stunden vor Lapebie und dem Deutschen Geyer einen sicheren Sieg heraus. Gesamtsieger der Etappe wurde A. Magne in 5:38:05 vor Lapebie und Geyer. Von den übrigen Deutschen belegten Stöpel den 15., Risch den 22. ~ ') den 37. Platz. Der Stuttgarter Baur flog auf „Fledermaus" 150 Kilometer in die Nähe von Hof i. B., der Ehemnitzer Stäthe mit seinem „Condor" 155 Kilometer und landete auf dem Flugplatz Plauen im Vogtland, der Darmstädter U t e ch erreichte mit einem Flug von 153 Kilometer Neustadt an der Kulm, und Peter Riedel- Darmstadt flog bis Lauenheim i. Th. 100 Kilometer Luftlinie. Hanna R e i t s ch , die den „Condor" von Dittmar fliegt, vermochte 105 Kilometer bis nach Reichenbach zu- Stetig sich steigernde Zahlensummen kennzeichneten eine unentwegte Leistungssteigerung der ersten fünf Wettbewerbslage, und neben der segel- fliegerischen Elite verschaffte sich der segelfliegerische Nachwuchs in glänzender Weise Geltung. Idealstes Flugwetter am fünften Wettbewerstag führte zu einem erneuten Rekordtag in jeglicher Beziehung, hinter dem der heutige sechste Tag der 15. Röhn, abgesehen von den beiden gestrigen Spitzenleistungen von Wolf Hirth und Ludwig H o f m a n n , weder in Anzahl der Starts .noch in Dauer und Gesamtflugstrecke zurücksteht. kräftigem Rordwestwind setzte kurz nach 8 Uhr bereits wieder regster Startbetrieb ein, und bald schon bot sich wieder der herrliche Anblick von 20 und mehr über dem Wafserkuppen- massiv dahinschwebenden Segelflugzeugen. Bereits um die Mittagsstunde waren nahezu 100 Starts vollzogen, und ringsum entfernten sich zahlreiche Maschinen nach gutem Höhengewinn nach allen Himmelsrichtungen. Besonders lebhaft wurde der Startbetrieb nochmals gegen 13 Uhr, und mit Ausnahme derjenigen Piloten, die auf Dauer fliegen, ging eine Reihe weiterer Maschinen zu Segellügen über, so daß der heutige Tag zu einem Großkampftag aller Wettbewerbsteilnehmer wurde. e Von den auf Strecke gegangenen Maschinen flogen 18 eine Strecke von 20 bis 50 Kilometer und 10 Maschinen 50 bis 75 Kilometer. Der Würzburger Enders flog auf der „Würzburg" 95 Kilometer nach Sonneberg i. Th., Philipp' Berlin auf dem Rhönadler „Klettermaxe" 195 Kilometer nach Lichtenau im Erzgebirge. Irih Schmidt-Gießen auf dem Rhönbussard „Deutsche Saar" flog 78 Kilometer bis in die Rahe von Koburg. Kurze Gportnotizen. Die 21. Etappe der Tour de France von La Rochelle nach Nantes wurde am Freitag nach einem neuen Austragungsmodus durchgeführt. Das Rennen im Massenstart gewann der Franzose Le Greves im Spurt vor den beiden Belgiern Bonduel und Ghyssels. Im Zeitfahren fuhr dagegen hängt. Wie die Schienen im Dunkel gleißen. Denken, daß sie durch das Dunkel der Nacht bis in die Berge gehen, an Wäldern und Hängen vor- bei, an Gletschern und Strömen, über rauschende Schluchten hinweg und mondlichterfüllte Wasser- stürze, von einer Einsamkeit in die andere “* die alle das Land schweigend in feinen hält, fest und ruhig, wie eine Mutter ihre Die Gießener Segelfliegerin Frl. Mendel, Turnlehrerin am Gießener Turnseminar, die am Donnerstag mit dem Segelflugzeug „Dr. Elisabeth Lippert" (einem „Rhonadler ) auf dem Segelfluggelände bei Nieder-Osleiden startete und 6 Stunden und 14 Minuten in^erVuft^blieb^ Erscheinung tm Weltkrieg. Von Richard Euringer, GOS. Die Lampen waren gelöscht wegen Bomben- i gesahr. Man schlief nicht, man wachte nicht, starrte hinaus in die blinzelnde Finsternis. । Urlauberzug bei Nacht. Und der Schützengraben lief mit. Parallel dem Schienenstrang, ein paar Meilen westlich, lief der Schützengraben mit, stundenlang, tagelang, die ganze Front, von Nord zu Süd: alle Schritt ein . Mann mit Gewehr und Patronen, Geschütz an Geschütz, Schultergewehr an Schultergewehr. Granatloch an Granatloch. Kompanie an Kompanie. Regiment an Regiment. Division an Division. Alle Straßen überlastet von Kolonnen. Jedes Kaff belegt mit Truppen. Stäbe in zerschossenen Scheunen. Flieger in verkommenen Chateaus. Reiterei in drahtverhauenen Fermen. Pioniere auf den Türmen, MG.-Schützen und Flaks. Parks und Etappen, Arbeitsbataillone, Lazarette und Depots. Feldpost und Feldpater. Zahlmeister und Landsturmmann. Jede Handbreit Feld und Welt grau von Feldgrau. Komiker liefen in Uniformen herum, Hofschauspieler geisterten als Kriegsfreiwillige. Pensionierte Generäle standen von den Toten auf. In den Straßengräben, aus dem Gesicht, wie erschlagen unter riesigen Tornistern, schliefen die Reserven. Alle Aufgänge und Treppen, Bahnhofshallen, und Gewölbe starrten von Erschöpften, Abgelösten, von Verwundeten, Schlaftrunkenen und Hoffnungslosen. Man trat auf Militär. Man zwängte sich durch Uniformen, stieß sich an Gewehrkolben, Feldkesseln und Mündungsschonern. Man blieb aneinander hängen, Seitengewehr an Seitengewehr. Korporalschaft drängte Korporalschaft. Alle Chargen, alle Waffen qualmten durcheinander in Cafss, Epicerien und Estaminets. Man wurde schwindlig vor Ordensspangen und Tressen, Achselstücken und Kokarden. Wenn man nur das Kinn hob, fiel einem schon ein Tornister auf den Kopf, rumpelte man an ein Kochgeschirr, stieß man sich an einen Stahlhelm. Wo man hinfaßte, hing man schon am Stacheldraht und zerriß sich Hand und Hose. Universitätsprofessoren holten sich als Generalärzte das EK. I, und die Kirche platzte von Rekruten. Man kam vom Westen, man kam nach Ost. Man kugelte von Front zu Front. Man kam von draußen, man rutschte rasch heim: und der Schützengraben lief mit. Soldaten bei Nacht, Soldaten bei Tag. Da geschah's: Dröhnend donnerte der Zug in die Bahnhofshalle. Metz. , T v • Wir taumelten auf. Draußen war Morgen. Durch die losgemachten Fenster frischte die Kälte. Da stand ein Mann... Nein, kein Mann: ein 1 Herr, ein .. — Dreitausend Soldatenaugen trauten ’ ihren Augen nicht: da stand, ohne Stahlhelm, ohne . Mütze, ohne Waffenrock und Koppel, ohne irgend 1 eine Reqimentsnummer, ohne Namenszug, Kokarde, Achselklappe, ohne Patte oder Biese, ohne Wickeloder Reitgamasche, ohne Sporen oder Spange, ohne Litze, ohne Tresse, ohne Säbel, ohne Knarre, ohne Grau und EK. II... stand: der Zivilist. Ein unglaubliches, unmögliches, empörendes, betörendes Gespenst. Einen Strohhut in der Hand, mit Dem Taschentüchlein seine Glatze glattpolierend. In Lackhalbschuhen, mit bunten Socken. In Zivil, -öm Straßenanzug, blau geripft, mit einern ^$301^ Dessin getönter Karos. Bügelfalten Einer Weste. Uhrkette. Füllfederhalter. Sakko. Und nun setzte er den Strohhut auf den Kopf, keck, tief in ^n Nacken, pflanzte sich die Zigarette ins Gesicht, steckte das Taschentuch in die Kavaliertasche^ zog die Hosen straff und spazierte auf und ab. Mit ganz wunderlichen Schritten, wie auf einen Schlager tänzelnd. Wohlgelaunt. Fettig schmunzelnd. Dreitausend Soldatenaugen starten ihn an. Er merkte es nicht. Er sah über uns weg, er sah von uns ab, er sah durch uns hindurch. Wir waren li,Un5Uroar er ein Phänomen. Eine schicksalhafte, noch nicht voll begriffene Erscheinung... Eme andere Welt. Der erste Scfjieber._________ Das Bahnwärterhäuschen. Don Wilhelm Scharreimann. Es waren Sommertage, die wie ein einziges ßäcbeln Gottes waren. Wochen und Monate hatte ich über meiner Arbeit gesehen und k-m Auge für die Schönheit des Sommers gehabt. Der alte Birn- houm unter meinem Fenster raufchte vorwurfsvoll ^m Winde und die Wolken wanderten un er dem kümme? tim hell und licht wie fehge Geister. Aber die Nächte! Jene Hellen Sommernächte, die J ... wufend Geheimmffen durch Gaffen und voll von I ans eine Sehnsucht wecken, 1 bL^ubete und schwebend ist wie der Flügelschlag Denn Träume und ungestillte Wünsche sind eigen- I finnig wie Kinder und wollen ihre Freiheit und । ungehemmten Flug. Aber sie werden auch müde wie Kinder und kommen von selbst zurück. So wurde es wiederum nur eine kurze Fahrt in die Heide, eine Wanderung an schweigenden Föhrenwäldern entlang, durch summende Einsamkeiten, wahllos ins Blaue hinein. Aber mit mir die Wolken, mit mir die Sonne, mit mir der Wind. — In einem einsamen Bahnwärterhäuschen blieb ich nach einigen Tagen zur Nacht. Ein Giebelzimmer, drei Schritt im Geviert, Kammer und Stube zugleich. Ein Fenster, bequem mit den Schultern auszufüllen, darunter der Garten ein bunter Zipfel im braunen Kleide der Heide,, ein grüner leuchtender Wimpel. Unter dem Bahndamm Sonnenblumen, Rittersporn und Feuerlilien in unerhörter Pracht. Daneben die Schienenstränge rote ein Paar gleißender Schlangen und dahinter Wald dunkel und ernst, lieber allem aber der leuchtende blaue Sommerhimmel und Wolken, lauter und schimmernd weiß wie die Ewigkeit. Hier den Abend verleben, sehen, wie der schmale Mond hinter den Föhren auffommt und die Nacht ihre Lampen anzündet. Unten kramt die Frau noch mit ihren Milchschus- feln, meckert die Ziege im Stall. Und dann Die große heilige Stille, in der alles um einen versinkt. Nur das Summen der Telegraphendrähte. Wie Sterne hangen die Signallampen m der blauen Luft. Langsam kriecht von weitem em Zug heran, wächst mählich ins Große, rattert und stampft, daß das Haus erbebt und das Wasserglas auf dem Tisch hinter mir flirrt. Nun ist er vorbei und eine blasse Wolke von Dampf, die er hinter sich gelassen, hangt unschlüssig in den Wipfeln, weiß nicht, wohin, und zergeht darüber in dem zagen Winde. Um Mitternacht kommt der letzte D-Zug. Er rast unter meinem Fenster vorbei, als müsse er das Dunkel, das auf den Schienen lastet, zerschmettern und zerstampfen. Fliehende Lichter unter meiner ’ Zimmerdecke wie huschende Arme, mit denen er ins Dunkel langt. , Dann, langsam wie die Ringe eines Wassers । verebben, in das jemand einen Steinen schleudert, kehrt die Stille zurück, schwingen die Stunden wie- der ihren lautlosen Reigen. ßocbfcbuln ad) richten. Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Dr. h. c. Kurt von Rümker, einer der bedeutendsten Vertreter landwirtschaftlicher Theorie und Praxis, beging den 7 5. Geburtstag. Rümker habilitierte sich 1889 in Göttingen, 1891 in Halle und wurde 1895 an die Universität Breslau berufen, wo er nach einem weiteren Jahr Ordinarius wurde: von 1912 bis 1919 bekleidete er den Lehrstuhl für Acker- und Pflanzenbaulehre an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin. Seit feiner Entpflichtung bewirtschaftet er das Gut Emersleben im Kreis Halberstadt. Seine Forschungen gelten vor allem der Pflanzenzüchtung: daneben befassen sich seine Schriften namentlich mit dem landwirtschaftlichen Unterrichts, wesen. Und^ines^Morgens, das erste Sonnenlicht spielte seinen brausenden Morgenchoral hielt mich's nicht länger. Ich mußte hinaus und fort. Aber wohin |nUWHn^°^räume schweiften bis in die nordische, ........:-a Fjorde, kreisten mit Wüd)ti8en Flügeln um d.e dunkle, Eche Melodie IBerge Tirols. ' ; 7" ' z, ■' z . " Oie Deutschen Kampfspiele. Kämpfe am Freitag. In den frühen Morgenstunden des Freitags ging starker Regen über Nürnberg nieder, doch kam in Den Mittagsstunden die Sonne durch. Bei bewölktem Himmel wurden am Freitagfrüh erstmals die leichtathletischen Wettkämpfe in An- griff genommen, die sich teils auf der Stadion- chauptkampfbahn, teils auf einigen Nebenplätzen innerhalb des Stadiongeländes abspielen. Im Schwimmstadion wurde am Vormittag und Nachmittag das Wasserball-Turnier fortgesetzt, die Kämpfe bei den Ringern erreichten am Freitag ihren Höhepunkt. Außerdem beendeten die Gewichtheber ihren Fünfkampf. Kegeln, Jiu-Jitsu, Hockey, Schießen und Reiten vervollständigten das Programm des Freitags. Mit besonderer Spannung wurde das Reitturnier auf den Zeppelinwiesen verfolgt, sah doch Nürnberg erstmals eine solche Veranstaltung in diesem Ausmaß mit den bekanntesten deutschen Turnierreitern. Oie Leichtathleten waren am Vormittag und Nachmittag eifrig dabei, die Menge der D o r k ä m p f e zu erledigen. Es gab aber auch schon eine Reihe von Entscheidungen. Bei den Herren holte sich Borchmeyer wieder die 100 Meter, er brauchte, da die Bahn sehr weich war 10,5 Sekunden. Long - Leipzig wiederholte seinen Vorjahressieg im Weitspruna mit der ganz ausgezoichneten Leistung von 7,63 Meter, die nur zwei Zentimeter unter seinem deutschen Rekord liegt. Zweiter im Weitsprung wurde L e i ch u m - Stettin mit 7.43 Meter. Im Kugel- st o ß e n zeichnete sich ein neuer Mann in die deutsche Meister-Liste ein. Wölke- Berlin verwies mit 15.24 Meter Sievert, der auf 14,99 Meter kam, auf den zweiten Platz. Sievert entschädigte sich dafür durch einen Sieg im Diskuswerfen. Mit 47,25 Meter erreichte er die größte Weite und' schlug dadurch Meyer-Hannover mit 45.20 Meter. Im Hammerwerfen gab es eine neue deutsche Bestleistung. Becker- Saarbrücken erreichte 48.44 Meter und ließ damit den vorjährigen Meister und Rekordhalter Seeger-Oßweil (44.49 Meter) weit hinter sich. Dritter dieser Konkurrenz wurde der frühere Rekordmann Mang-Regensburg. Die Frauen brachten Entscheidungen im 100- Meter-Laufen, Hochsprung, Schleuderballwerfen und Diskuswerfen durch. Die 100 Meter sicherte sich Frl. Krauß- Dresden in genau 12 Sekunden, im Hochsprung setzte sich Frl. G r i e m e - Dresden mitl.56 Meter durch, wobei die vorjährige Meisterin Frl. Niederhoff nur auf den 3. Platz kam. Gisela Mauermeyer wurde Doppelmeisterin im Schleuderballwerfen mit 43.07 Meter und im Diskuswurf mit 38.26 Meter. Im Diskuswerfen reichte es für die Titelträgerin des Vorjahres Frl. Mollenhauer-Hamburg nur für den dritten Platz. Im Zehnkampf führt nach fünf Hebungen natürlich Der Weltrekordmann Sievert-Eimsbüttel mit 4364.06 Punkten vor dem Reichswehrmann Huber-Wünsdorf mit 3784.10 Punkten. Den dritten Platz hält Bonnet-Berlin mit 3741.09 Punkten. Der Olympiadritt Eberle brachte es nur auf 3654.30 Punkte. Oie Wasserball-Wettbewerbe. Im Wasierball wurde am Freitagvormittag die Vorschlußrunde mit vier Spielen erledigt. Im ersten Kamps standen sich Magdeburg 96 und die Schwimmsportfreunde Barmen gegenüber. Leider gab es bei diesem Spiel sehr unschöne Szenen, die estimmt nicht zur Werbung für den Wasserballsport beigetragen haben. Magdeburg 96 siegte schließlich mit 4:2 Toren. Im zweiten Spiel waren die Leistungen der Spieler erheblich besser, auch wurde vorbildlich fair gespielt. Weißensee 96 fertigte die Wasserfreunde Hannover sicher mit 3:0 ab. Keinerlei Mühe hatte Hellas Magdeburg gegen den SV. Augsburg. Die Augsburger hatten nie etwas zu bestellen und verloren hoch mit 1:9. Im vierten Spiel gab es eine • kleine Ueberraschung. Poseidon Magdeburg verlor gegen Duisburg 98 ganz knapp mit 3 : 4 Toren. Norddeutschland Sieger im Hockey. Das entscheidende Spiel des Kampfspiel-Hockey- lumieres lieferten sich die Mannschaften von Nord- und Westdeutschland. Die Nachwuchself der Nord- deutschen war ihrem Gegner in technischer und taktischer Beziehung klar überlegen und siegte auch verdient mit 4:1 (2:0) Toren. Dor der Dause schoß Schulz für Norddeutschland zwei Tore. Lange erhöhte nach Der Pause auf 3 :0 und Schulz wenig später auf 4:0. Erst zwei Minuten vor Schluß gelang es dem Essener Hofmann den Ehrentreffer für die Westdeutschen zu erzielen. Norddeutschland hat sich seinen Sieg im Hockey-Turnier mit zwei Siegen und einem Unentschieden errungen. Die Meister im Kleinkaliberschießen. Auf dem Schießplatz Werderau ermittelten die Kleinkaliberschützen ihre Meister. Schon vom ftühen Morgen an herrschte auch hier lebhaftester Betrieb, denn nicht weniger als 450 Schützen und zahlreiche Mannschaften bewarben sich um die Kampfspiel-Meisterwürde. Die Wettkämpfe wurden in drei Altersklassen ausgetragen. Im Mannschaftskampf hatte jeder Schütze je fünf Schuß liegend, stehend und knieend abzugeben. In Klasse I (17 bis 21 Jahre) trugen die Kleinkalibersportschützen Steglitz mit 534 Ringen vor AKSS. Freiberg (Sachsen) mit 528 und RSC. Frankfurt a. M. die Meister- schäft davon. In Klasse II (22 bis 35 Jahre) erzielte der Polizei SV. München mit 608 Ringen den ersten Platz vor der Polizei Hamburg und Schützengilde Berlin. In der Altersklasse (über 35 Jahre) gelangte der SV. D. G. Z. Berlin mit 596 Ringen vor der SA.-Gruppe Thüringen und der Polizei Danzig zur Meisterschaft. Im Einzelwett- kämpf hatte jeder Schütze je 10 Schuß liegend, stehend und kniend abzugeben. In Klasse I gelang Leß-Freiberg mit 304 Ringen die beste Leistung vor Heck-Leitstadt und Röder-Münstergosserstädt. Die Meisterschaft in Klasse II errang Helbrecht-Herrfurt mit 318 Ringen die Meisterwürde vor Emslander- Großzimmern und Prod-Jngolstadt. In der Altersklasse kam E. Martin-Bonn mit 322 Ringen vor Schröder-Düsseldorf und Hagenauer-Nürnberg zur Meisterschaft. ftampffpielfennis in München. Bei herrlichem Wetter wurden am Donnerstagnachmittag die Tennisspiele des Kampfspielturniers in München gut gefördert. Die Kämpfe zogen sich bis in die späten Abendstunden hin und muhten zum Teil wegen hereinbrechender Dunkelheit abgebrochen werden. In allen Sparten setzten sich die Favoriten erfolgreich durch. Ueichsstatthalter Gauleiter Sprenger bei den Segelfliegern. Am gestrigen Freitag weilte Gauleiter Sprenger mit Amtsleitern des Gaues Hessen-Nassau auf der Wasserkuppe. Unter Führung des bekannten Altvaters der Rhönfliegerei, Urfinus, und des Flieger-Landesgruppenleiters S ch e d e l wurde das Lager besichtigt. Der Tag stand im Zeichen regsten Flugbetriebs. Der vom Gauleiter ausgesetzte namhafte Tagespreis für die höchste Flugleistung regte den Eifer der kühnen Flieger noch stärker an. Gauleiter Sprenger flog persönlich in einer vom Flugmeister Mertens gesteuerten Sportmaschine. Den über 100 am Wettbewerb beteiligten Segelfliegern war die rege Anteilnahme der NSDAP, eine sichtliche Freude. Aus dem Turngau Nordhessen OT. Gauveranstaltungen im August. Als nächste größere Veranstaltung des Turn- gaues Nordhessen findet am 12. August das Gau - wettschwimmen statt, das in dem neuen Schwimmbade in Nidda durchgeführt wird. Das Niddaer Bad ist in bezug auf Größe und Einrich- Im Rahmen des Rhön-Segelflug-Wettbewerbes hat Wolf Hirth einen neuen Strecken- Weltrekord aufgestellt, indem er mit seinem Flugzeug „Moazagotl" von der Wasserkuppe in taum sechs Stunden bis in die Nähe von Görlitz flog. Er hat damit 360 Kilometer guruckgelegt und den bisherigen Weltrekord des verstorbenen Günther Groenhoff um 120 Kilometer überboten. tung wie geschaffen für eine turnerische Großveranstaltung. Kassel nimmt am 25. und 26. August die Fechter des Gaues auf. Es finden die Fecht- wettkämpfe in allen Waffen für Turner und Turnerinnen statt, um die Gaumeister und die Gau- sonderklasse 1934/35 zu ermitteln. Erstmals kreuzen hier ehemalige Mittelrheiner mit den Turnfechtern vom früheren Kreis Oberweser die Klingen, so daß man auf den Ausgang der Kasieler Kämpfe besonders gespannt sein darf. Gegen Schluß des Monats wird die große Saartreue staffel, die in der Zeit vom 20. bis 26. August durchgeführt wird, viele Vereine des Gaues in Anspruch nehmen. Mehrere der großen Hauptläufe und viele Nebenläufe führen durch das Gaugebiet. Gauoberturnwart Paul hat heute schon bis ins kleinste alle Vorbereitungen getroffen, um eine glatte und eindrucksvolle Abwicklung der Aufgaben zu gewährleisten, die dem Gau im Rahmen dieser gewaltigen Veranstaltung gestellt worden sind. DT.-Tennislurnier in vad-Nanheim. Für das in der Zeit vom 17. bis 19. August im Gebiet des Gaues Nordhesien und zwar in Bad- Nauheim stattfindende 7. Tennisturnier der D T. ist nun die Ausschreibung erfolgt. Es wird ein allgemeines Turnier zur Ermittlung der besten Spieler der DT. und ein Mannschaftsturnier, das als ßänbertumier die beste Gaumannschaft ermitteln soll, ausgetragen. Gespielt wird auf zwölf Plätzen. Zu dem Allgemeinen Turnier können insgesamt 128 Meldungen (32 Turner-Einzel, 32 Turnerinnen-Einzel, 16 Turner-Doppel, 32 Gemischtes Doppel, 16 Turnerinnen-Doppel) zugelassen werden. Die Vorspiele zum Länderturnier werden in den vier Gaugruppen am 4. und 5. August aus- getragen und zwar in Danzig, Gotha, Hilden bei Düsseldorf und Stuttgart. Die vier Gaugruppen- Sieger kämpfen in Bad-Nauheim am 18. und 19. August um die Entscheidung. Die Ausscheidungsspiele zur Feststellung der Gaumannschaft des Gaues XII Norbhesten fanden auf den Plätzen des Tennisklubs Rot-Weiß in Kassel statt. Die Mannschaft beftreitet folgende Spiele: Turner-Einzel: Fritz Neugebauer und Willi Tüscher (Kassel). Turnerinnen-Einzel: Elly Weidemeyer (Kassel) und Emmi Benning (Eschwege). Gemischtes Doppel: Elli Weidemeyer - Willi Tüscher, Emmi Benning - Fritz Neugebauer. Turner-Doppelt Neugebauer-Tüscher. Ersatz: Ilse Lappe (Butzbach) und Joachim Bunge (Kassel). Die Mannschaft trifft in den Vorspielen der Gaugruppe 3 am 4. und 5. August in Hilden bei Düsseldorf mit den Mannschaften der Gaue 9, 10 und 11 zusammen. Der Sieger spielt dann am 18. und 19. August bei dem Tennisturnier der DT. und ßänbertumier ber DT. in Bab-Nauheim mit beit Siegern ber Gaugruppen 1, 2, 4 unb Gau 3 (Brau- benburg) zusammen. Der Sport des Sonntags. Dor dem Abschluß der Kampfspiele. Die ganze Woche ftanb ber beutsche Sport im Zeichen ber Deutschen Kampfspiele in Nürnberg. Das „Olympia aller Deutschen" zog jeben Sportler unb Turner in seinen Bann, waren boch fast alle Sportarten am Nürnberger Programm in starkem Maße beteiligt. Der Sonntag wirb nun den Höhepunkt unb Abschluß biefer ersten wahrhaft „beutschen" Kampfspiele bringen. Die Wettbewerbsfolge ist nicht mehr sehr umfangreich, bafür aber um so gehaltvoller. Neben ber eigentlichen Schlußfeier, bie noch einmal alle Teilnehmer im Nürnberger Stabion vereinigen wirb, sollte vor allem ber F uß b a ll - E n b k a m p f um ben Kampfspiel-Pokal bie Massen in seinen Bann schlagen. Aber auch bie Staffel-Meisterschaften ber Leicht- atbleten unb bie übrigen Programmpunkte wie Reiten, Fechten, Kanupolo unb Motorsport werden ihre Anziehungskraft nicht verfehlen. Alles in allem wirb biefer letzte Tag in Nürnberg ben frönenben Beweis bafür erbringen, baß Turner unb Sportler im Verein mit berSjefamten beutschen Sport- gemeinbe nach langen Jahren der Zwietracht endlich vereint ein hochfest der deutschen Leibesübungen" in herrlicher Weise gefeiert haben. Das übrige Sportgeschehen des Sonntags wird in Deutschland natürlich von den Nürnberger Ereignissen überschattet. Die immer eifrigen Motorsportler führen bas Hockenheimer Motorrabrennen durch. Die Radsportler veranstalten Bahnrennen in Düsseldorf und Köln unb bie Ruderer betätigen sich bei Regatten in Hanau, Flensburg unb Saarbrücken. Von befonberer Bedeutung ist noch ber 15. Rhönsegelflug-Wetbewerb auf ber Wasserkuppe. Im Ausland interessiert besonders bie Abschlußetappe ber Tour be France. ZweiMnner und Hilda Vornan von Hermann W. Walder. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 15 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Gleich nach Büroöffnung am ftühen Morgen wurde bei Notar Althaus angeklingelt und ber Notar selbst verlangt. Der Bürovorsteher gab den Bescheib, daß der Notar am Vormittag einen Termin am Kammer- geriet wahrzunehmen habe und infolgedessen nicht zu sprechen sei. Eine Viertelstunde spater betrat bann Doktor Decker bas Kammergerichtsgebäude, fragte sich nach dem Anwaltszimmer durch unb bat Althaus um eine Unterredung. Sie zogen sich in ein Sprechzimmer zurück, und dort erzählte ihm der Arzt alles, was er über Kirchhofen wußte. Notar Althaus war über das, mas er zu hören bekam, geradezu entsetzt, um so mehr, als auch er nicht den geringsten Verdacht gehegt hatte. Doktor Becker war noch nicht fertig mit seinen Mitteilungen, als er von seinem Zuhörer unterbrochen wurde: „Einen Augenblick bitte!" (£r verließ bas Zimmer, um aber schnell wieder zurückzukehren. bin ganz frei für Sie, Herr Doktor! Ich habe eben einen Kollegen mit der Wahrnehmung meines Termins hier am Kammer- gendjt beauftragt." ...Notar Althaus, sichtlich erschüttert über das Gehörte, hieß die inzwischen getroffenen Maßnahmen gut und erklärte sich ohne weiteres bereit, in das Komplott zur Entlarvung Kirchhofens einzutreten. MU Bangen dachte der alte Herr an bie Wirkung, bie bie Aufdeckung der Verbrechen auf Hilda und die Frau Geheimrätin ausüben mußte. Es hieß da äußerst vorsichtig zu Werke gehen. Zeitpunkt, zu dem ich die Frau Geheimrat und Kirchhofen nach meinem Büro bestellt habe, fit drei Uhr. Die Frau Geheimrat muh unter irgend einem Vorwand abbestellt werden. Wir können Frauen bei dieser Geschichte nicht gebrauchen. Wie freut es mich übrigens, daß Wolterstorff lebt. Schade, daß er nicht hier ist! Aber es bleibt uns nichts übrig, als selbständig zu handeln. Wir können nicht länger warten. Wer weiß, wann Wolterstorff gefunden wird ober von sich aus auftaucht! Ich erwarte Sie also, Herr Doktor, um zwei Uhr bei mir. Alles Weitere müssen wir dann sich entwickeln lassen." Die Herren trennten sich. Doktor Becker setzte sich bald darauf mit seinem Vater in Verbindung. Sein Alter Herr wußte ihm nichts Neues zu sagen. Don Mya Körber war keine neue Nachricht eingegangen. Die Unterredung mit dem Notar hatte mehrere Stunden gedauert. Es war Zeit geworden, zu Tisch zu gehen. Der junge Arzt, obwohl die Erregung ihm jeden Appetit nahm, wollte nicht auf sich warten lassen. Er suchte deshalb seine Wohnung auf. Das Mädchen, das ihn bediente, wunderte sich nicht wenig, daß er jetzt gar nicht so viel aß, wie es sonst der Fall war. Nach dem Essen wollte er einen Augenblick ausruhen. Der Gedanke an die nahe Entscheidung ließ ihn jedoch nicht zum Schlaf kommen. Und dann kam ein Telephonanrus unb bie Nachricht von der rumänischen Grenze. Wolterstorff unterwegs! Er atmete erleichtert auf. Indessen— vor nächsten Morgen war der Ersehnte nicht zur Stelle, wie sich aus der Abflugszeit ergab, unb die Entscheidung mußte ja noch diesen Nachmittag fallen. Er muhte schnellstens nochmals mit dem Notar sprechen. Es war noch weit vor zwei Uhr, als er bas Althaussche Haus betrat. „Was ist los, Herr Doktor?" Der Notar sah es ihm an, baß sich etwas ereignet hatte — unb es mußte etwas Wichtiges sein. Als er von ber bevorstehenben Rückkehr Wolters- torffs hörte, fiel auch ihm ein Stein vom Herzen. „Ruhig, Herr! Das werben wir gleich haben!" Er öffnete bie Tür zum Nebenraum unb erteilte Anweisung, ihn mit Herrn von Kirchhofen zu verbinden. Bald schon klingelte es. „Hier Notar Althaus... Herr von Kirchhofen? ... Ah, guten Tag, Herr von Kirchhofen!... Wünsche wohl gespeist zu haben!... Ob was besonderes vorliegt? Nein — nur, daß ich Sie bitten muß, unsere Zusammenkunft auf morgen vormittag zu verschieben! ... Was meinten Sie? ... Ach, bitte sehr. Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen. Ich kann mir denken, daß Ihre Dispositionen für diesen Tag über ben Haufen geworfen sink)... Aber ich werbe soeben in einer bringlichen Testamentssache nach auswärts gerufen. Das Auto, bas mich an ein Sterbebett rufen soll, wartet bereits vor der Tür... Jawohl, morgen vormittag elf Uhr ... Nein!... Um elf Uhr... Die Frau Geheimrat wird von hier aus benachrichtigt... Auf Wiedersehen also — bis morgen, Herr von Kirchhofen!" Althaus hing ein und lachte grimmig. „Geflucht hat er, Herr Doktor! Der Fluch muß ihm ganz unbedacht entschlüpft sein. Ec entschuldigte sich deswegen. Ja — wir haben ihm scheinbar durch meine Lüge gründlich das Konzept verdorben. Aber nun müssen wir beide machen, daß wir hier verschwinden. Ein Zufallseinfall möchte ihn womöglich noch herführen — dann märe alles verdorben." Der alte Mann, dem bie schwere Aufgabe, vor ber er ftanb, sichtlich Kopfschmerzen bereitete, gab schnell noch ber Frau Geheimrat Bescheib über bie Verschiebung des Termins; er versprach ihr jeboch, sie nächsten Vormittag rechtzeitig zu benachrichtigen. Die Herren kamen bann überein, gemeinsam nach Potsbam zu fahren, um mit Sanitätsrat Becker über bie nächsten Schritte zu beratschlagen. Sie trafen bort auch Mya Körber an, bie es vor Unruhe, es könnte etwas schief gegangen sein, nicht mehr in ihrem Hause ausgehalten hatte. Sie saß bei ber Frau ©anitätsrat, Doktor Beckers Mutter, in beren Zimmer bei einer Tasse Kaffee. Da mußte sie auf jeden Fall anwesend sein. Der Sanitätsrat unb der Notar stellten nach langem Hin und Her dem jungen Arzt eine bittere Aufgabe. Er sollte Hans von Kirchhofen aufsuchen. Einen Grund zu finden, würde ja nicht schwer sein. Es kam darauf an, Kirchhofen abzulenken unb ihm seine Sicherheit zu lasten, ja, wenn möglich, biefe noch zu stärken. Gleichgültig, wie er bies anfangen würde. Auch Mya Körber sollte sich nach Hause beaeben. Es konnte ja fein, daß sich Kirchhofen im Laufe des Tages bei ihr einfinden würde. Da mußte sie jedenfalls auch anwesend fein. * Hans von Kirchhofen war schlechter Laune. Die Sekretärin war verschiedene Male von ihm angefaucht worden. Das mußte ja eine arg schlechte Nachricht gewesen fein, die ihm eben telephonisch durchgegeben worden war!, dachte sie. Es war zum Rasendwerden! Also nun muhte er noch eine Nacht sich um die Ohren schlagen. Neue lange Stunden zwischen Hangen unb Bangen! Verflucht diese Verschiebung! Die Sekretärin reichte ihm eine Karte herein. Doktor Walter Becker! Becker?... Er erbleichte. Dieser Besuch konnte nichts Gutes bedeuten. War mit Knauer was los? Mit belegter Stimme bat er, ben Besucher eintreten zu lassen. Hans von Kirchhofens Mienen hellten sich sofort auf. Der ba sah bestimmt nicht so aus, als wollte er ihm an ben Kragen! „Welch hohe Ehre! Was führt Sie benn her, lieber Doktor?" Mit diesen Worten ging er auf den Besucher zu. „Ich bitte Platz zu nehmen. Zigarre gefällig? Und ein Kognak?" Doktor Becker reichte Kirchhofen die Hand. „Nee — lassen Sie man vorläufig!" „Alter Freund, Sie haben sicher was auf bem Herzen!" -• „Hab ich auch!" „Nun — dann schießen Sie man los. Ich bin gespannt!" „„Kurz gesagt: Kirchhofen, ich bin in Verlegenheit! Können Sie mir aushelfen?^ „Ei, ei, sieh mal einer an, ber solibe Herr Doktor! Auf Abwege geraten? Aber es geht mich ja nichts an. Wieviel unb bis wann müffen Sie bas Gelb haben?" „Dreitaufenb Mark — unb bis morgen nachmittag ..." „Gemacht!" Doktor Becker holte tief Atem. Mein Gott, war ihm das schwer geworden! Kirchhofen schob das erleichterte Aufatmen seines Gegenübers auf feine Bereitwilligkeit zur Hilfe- leiftung. „Wie ist es, Kirchhofen — wollen wir uns ein bißchen unseren Damen widmen?" ging Walter Becker auf ein anderes Thema über. Hans von Kirchhofen bejahte. Er war sogar froh über diese Ablenkung. ♦ Stunden später. Weiß der Kuckuck, was nunmehr in ben Becker hineingefahren war. So hatte ihn Kirchhofen noch nie erlebt. Erst biefer Pump, ben er bei ihm auf- naom. Dann bas fröhliche Zusammensein mit ben Mädchen. Becker sprühte nur so vor Lust und Laune. Na — unb jetzt... jetzt lub er ihn sogar zu Kempmsky ein. „ffias ist denn mit Ihnen los heute?" . nichts! Nehmen Sie einfach an, ich will legt schon meine Zinsen für das gepumpte Gelb abtragen." ” „!öon Zinsen kann keine Rebe sein... Aber ich bin kein Spaßverderber. Los also!" Es war spät, sehr spät, als sich bie beiben Manner trennten. Sie hatten einen gar grünblichen d)on für monatl. - bei Abnahme einer Lieferung zu O.3.- aller 2 Monate - erwerben Sie bas bekannte botanische Pracht« und Standardwerk: Die Pflanzenwelt derdeutschenHeimat Anzeigen-Aktiengesellschafl Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gletzen / StbEvatze? eineSonderleistung,reine 2.00 0.50 Gummi-Schürzen ß OK für das Haus Ui*iW 0.50 1.00 Herr.-Sportgürtel 0.25 0.75 Paar Mako, farbig Einsatz-Hemden Herr.-Sporthemd n nn mit Kragen und Binder, 1 I mod. gemußt., gute Ware fce V w H.-Sportkragen ß QE weiß, halbsteif UifaU Hosenträger ß Eß guter starker Träger... 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