r. 50 Erster Blatt 184. Jahrgang Mittwoch, 28. Februar 1954 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte. Gießener Familienblätter' Heimat im Bild Die Scholle Monatr Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen tnon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatr Such- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. 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Die Vorstellung, daß es sich fei diesen Demonstrationen nun um halb verlängerte Frauen und Männer handelt, die oiel- lkcht nicht einmal mehr das Geld für die Eisen- Inhnfahrt haben, um ihre Klagen an höchster Stelle Vt der Landeshauptstadt vorbringen zu können, geht ;(Der fehl. Die eigentlichen Organisatoren kennt man zgemlich genau, und gerade in England hat man I1W29 — seither wiederholen sich diese „Hungermärsche" jedes Jahr — Dokumente abgefangen, die lie Urheberschaft gewisser k o m mu - liiistischer Körperschaften in Moskau ein» mndfrei erwiesen haben. Es sind nicht etwa spon- jime Kundgebungen wirklich hungernder und dar- lb nder Menschen/ sondern Demonstrationen, wohl prbereitet und wohl organisiert. Die „Hunger- rorschler" haben in den meisten Fällen vor dem pitritt des Demonstrationsmarsches neues Schuh- zmg und reichlich Wäsche und Kleidung durch Mos- hruer Agenten erholten, man hat ihnen auch aus- rächend Geld gegeben, und mehr als ein Zug wurde uiterroegs sogar von einer wohlduftenden Gulasch- itmone begleitet. Drmonstriert wird „dem Namen mch" gegen die ungerechte ArbeitslosenpoliUk der Regierung, in Wirk'ichkeit soll aber nach den Moskauer Weisungen für einen Sturz des kapitalistischen Gi)Items und die allgemeine Weltrevolution „ge- toorben" werden. Gewiß sind es Arbeitslose, die da Mmachen, aber ein englischer Arbeiterführer nannte l V einmal sehr treffen» die „professionellen Arbeits- liifen", die hier dem Ruf der Moskauer Agenten ; x folgt find und sich in die Reihen der Demonstran- ; tm gestellt haben. Es snd weniger die straff orga- n (fierten Abeiter, die da mitmachen, sondern in brr Mehrzahl Abenteurr und allerlei Gesindel, die fn von den Aufwiegleri haben dingen lassen. 'Für Deutschland gehden diese Demonstrationen euer vergangenen Zeit in, nachdem die national- sljgialistische Bewegung den Kommunismus enb- g.ltig niedergezwungen hat. Ruhe und Ordnung fr b eingekehrt, und das deutsche Volk kennt heute ir feiner Gesamtheit mr einen einzitzen Kampf, bim Kampf gegen die Arbitslosigkeit. Für die wirk- lh notleidenden Volksenossen aber sorgt die Oganisation der Winter ilfe. Doch auch in Eng- lmd haben diese Hungeriärsche, die von kommu- n'tischen Drahtziehern i Szene gesetzt werden, irt dem wirklichen soziaen Elend und den von ilm Betroffenen sehr wnig zu tun. Dabei ist L ndon der Schauplatz biterster Armut und furchtbarsten menschlichen Elend. Gewiß, man kann in a I e n Weltstädten, sei es ii Paris und Berlin, Chkago und Neuyork ober Buenos Aires und Rio )e Janeiro, verlumptes irib elenbes Menfchenpoletariat sehen. Aber nrgenbroo wirb es einer berart in bie Auaen (fingen wie gerabe in & n b o n. derjenige, Der Li nbon zum erstenmal btritt, wirb gerabezu er- iciredenb überrascht, baß r in ben schönsten unb doflegteften Parks ber grßen Weltstabt zerlumpte l? statten Herumliegen sieh bie bort, bei einiger» rußen gutem Wetter, ben "ag Derböfen unb offen» bar auf nichts anberes mrten, als auf bie all- jlzenblidje Speisung ber bbachlosen Bettler, ber J)«own and Guts", wie er Englänber sagt, bie ie'icn Abenb burch irgenbeie Wohttätigkeitsorgani- iaiion, meistens burch bie Heilsarmee, Abenb für A enb in ber Nähe bes wttberühmten Trafalgar- Lutzes erfolgt. Einzig uni allein nachts finb bie Slawen unb Parks von bien armen Teufeln frei; )cin schlafen sie in den Keergewölben irgendeiner ilr vielen Londoner Kirckn, die von den kirch- iicien Behörden eigens zu iefem Zweck eingerichtet d rben finb. In ber Tat ist Snglaib bas klassische S .i nb des Proletari t s. Der europäische iibuftrialismus, ber hier einen Anfang nahm, auch hier bie ersten prietarischen Elenbsschich- I. entstehen. So kommt es baß bie ergreifenbften jb echtesten sozialen Milieschilberungen in Eng- nb geschrieben worben fir, daß hier bie ersten 'isenschaftlichen Enqueten »er bie Lage unb bas nen ber Arbeiter oeranfttet wurden. So ver- Tntlichte zum Beispiel t? bekannte ßonboner itung „Morning Chronicl" im. Dezember 1849 » Ergebnis einer „Unterfrjung über bas Elenb Schneider, bie bie Kleiir ber wohlhabenden ussen Herstellen", bie nichtnur in Lonbon, fon» m in ganz England großeÄufsehen erregte unb mehreren Eingaben beimBarlament führte. Trotzbem scheinen sich biesozialen Verhättnisse •uglanbs in ben letzten Hubert Jahren kaum innblegenb gewanblt zu haben. Auch inite kann man noch allüball, in den reichsten Barteln Londons, selbst in ?m so überaus vor- < leimen Westen, verwahrlostsinb nur in Lumpen Meidet Kinder treffen, derei Gesichter ausgemer» :eit und ohne Frische sind u) deren spindeldürre Beine nur eine allzu beredte Sprache von Hunger jrD von Elend sprechen. Und i den vielen vorneh- lum Geschäftsstraßen, in denc sonst nur in teure ?-(lze gekleidete Damen mit r Ruhe derjenigen, , ü( Zeit zu verlieren haben, ih Einkäufe besorgen, pört es durchaus zu dem Ad der Straße, daß ilistzlich vor einem das struppn Gesicht eines Elen- len auftaucht, der um ein paa Cents bittet. Der angesichts dieses Elew einen erfahrenen ■ido alteingesessenen Londonenach der Ursache iwes unerträglichen Gegensatz von Reichtum unb ’limut, von Luxus unb Elendragt, ber wird mit nm großzügigen Achselzuck, die Antwort zu ; ^len bekommen, bas wäre s ch n immer f o ge= Frankreich und die Versuche einer Habsburger-Restauration in Oesterreich. Kopfzerbrechen in Paris. Paris, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) In diplomatischen Kreisen verfolgt man bie Vorgänge in Oesterreich und die Darüber vor allem in ber englischen Presse verbreiteten Nachrichten und Gerüchte mit gespannter Aufmerksamkeit. Die österreichische Frage bereitet ber französischen Politik offensichtlich Kopfzerbrechen unb Sorge. Einer klaren Stellungnahme zu ben Gerüchten über bie etwaige Wiebererrichtung ber Habsburger Monarchie sucht man allem Anschein nach v o r = er ft auszuweichen mit einem Hinweis auf bie juristische Seite ber Angelegenheit. Der „Temps" hatte bereits angebeutet, baß bie Frie- bensverträge fein formelles Veto enthalten. Aber durch den Hinweis auf die Bindungen anderer Art scheint man der Kleinen Entente eine gewisse Beruhigung und Italien einen bestimmten Wink geben zu wollen. Man erinnert u. a. an die Schreiben vom 4. Februar 1920 und 1. April 1921, in denen die Botschafterkonferenz ben Regierungen von Wien und Budapest bedeutet habe, daß die Wiedereinsetzung der Habsburger als unvereinbar mit den Friedensgrundlagen angesehen werden müsse und von den ehemals alliierten Mächten wederangenommen noch geduldet werden könne. Auf die Bestätigung dieser Verwarnung durch die Regierungen von 'Wien und Budapest glaubt man in Pariser politischen Kreisen gesondert Hinweisen zu sollen. Man weist ferner darauf hin, baß nach dem mißlungenen Versuch des Königs Karl im Jahre 1921, in Ungarn wieder auf den Thron zu gelangen, Ungarn eine noch feierlichere Verpflichtung eingegangen fei, mit der die Botschafterkonferenz sich zufrieden gegeben habe, der entsprechende Notenwechsel fei vom Völkerbund registriert worden. Der Pariser Berichterstatter bes Tschechoslowakischen Pressebüros erfuhr ebenfalls an maßgebender Stelle, daß der Standpunkt der französischen Regierung zur Frage ber Rückkehr ber Habsburger auf ben österreichischen unb ungarischen Thron sich seit ber Erklärung Der Großmächte vom 2. Februar 1920 nicht geänbert habe; in ber biefe ausbrücklich erklärten, baß sie sich gegen eine Wiedereinsetzung ber Habsburger wende. Die alliierten Großmächte teilten damals der ungarischen Regierung mit und verständigten gleichzeitig die Staaten der Kleinen Entente, daß sie die Rückkehr ber Habsburger auf ben ungarischen Thron als eine Bedrohung des Friedens und daher als unzulässig ansähen. Die französische Regieruna hatte an dieser Stellungnahme vom Jahre 19$0 unverändert fest. Die gleiche Stellung nehme sie auch gegenüber etwaigen Versuchen einer Rückkehr der Habsburger auf den österreichischen Thron ein. Französische Intervention in Wien gegen den Nreierpakt? Starke Entrüstung in Italien. Rom, 27. Febr. (DNB.) Die Nachricht von einem angeblichen Schritt des französischen Gesandten in Wien in der Frage der italienifch-österreichifch-ungari- schen Zusammenarbeit erregt in Italien stärkstes Aufsehen. Der Außenpolitiker des Lavoro Fascista sagt, wenn die Nachricht den Tatsachen entspräche, würde ein solcher Schritt eine nicht zu rechtfertig-ende Einmischung in die inneren Angelegenheiten Oesterreichs bedeuten unb eben jene Unabhängigkeit verletzen, bie Frankreich ebenso wie Italien un= bebingt aufrechterhalten wolle. Sehen benn, fragt bas Blatt, bie französischen Kreise nicht ein, baß ein solcher Schritt ber ganzen beutschen Presse ben Vorwanb geben könnte, von neuem zu behaupten, baß in Wirklichkeit Oesterreich gar kein unabhängiger Staat mehr sei, obwohl bas von feiten ber Westmächte immer betont werbe? Für Italien sei Oesterreich ein unabhängiger Staat, unb bie italienische Regierung werbe Oesterreich bei ber Besserung seiner wirtschaftlichen Lage immer unterstützen, ohne sich bar» um zu kümmern, was man barüber in Berlin unb auch in Paris benfen könnte. Das austrosaschistische Programm des Heimaifchutzes. Starhemberg erklärt, die Frage der Habsburger-Aestauration sei nicht aktuell. Wien, 27. Febr. (DNB.) Der Bundesführer bes Heimatschutzes Fürst Starhemberg verlas bei einem Empfang ber in- unb ausländischen Presse eine Erklärung über die Zielsetzung des Heimatschutzes zu den aktuellen politischen Fragen. Starhemberg führte u. a. folgendes aus: Die politische Willensbildung des Heimatschutzes hat sich aus dem Kampf gegen den Marxismus Ergeben, um vor allem das demokratisch-parlamentarische Sy st emzu überwinden und zu einer grundlegenden Erneuerung des Staates zu gelangen. Der Heimatschutz hat sich von allen politischen Parteien gelöst und ist damit zum Träger des politischen Erneuerungsgedankens für Oesterreich geworden. Der Heimatschutz stehe unverrückbar auf dem Boden des deutschen Volkstums. Dem großdeutschen Gedanken werde durch ein selbständiges und unabhängiges Oesterreich gedient. Der Heimatschutz würde es auf bas wärmste begrüßen, wenn zwischen bem felbftänbigen Staat Oesterreich unb bem Deutschen R e ich freunb» schaftliche Beziehungen hergestellt werben könnten. Dies könne jeboch nicht um ben Preis einer Auslieferung Oesterreichs an bie Nationalsozialisten erkauft werben (!!). Starhemberg wies zum Schluß barauf hin, baß ber Heimatschutz einen stänbisch geglieberten Autoritätsstaat auf christ- licher Grunblage forbere in einem lebenbigen, gut österreichischen Deutschbewußtsein. Die Durchsetzung biefes Programmes könne ohne Gewalt- anroenbung nur in engster Verbunbenheit mit Bun- beskanzler Dollfuß erreicht werben. Der Heimatschutz habe absolutes Vertrauen zum Bunbeskanzler. Es werbe bie Aufgabe Oesterreichs fein, burch wirtschaftliche Verträge mit ben früher ber Monarchie angehörenben Völkern ben Schaben wiebergutzumachen, ber burch bas Zerschlagen ber österreichisch-ungarischen Monarchie verursacht worben sei. Auf Anfrage erklärte Starhemberg fobann, daß die Wiebererrichtung ber Habsburgischen Monarchie nicht eine rein österreichische Frage sei. Er sei nicht grundsätzlich Dagegen, jeDoch seien heute weit wichtigere Fragen zu lösen. Auf eine Frage, ob VerhanDlungen zwischen Dem Heimatschutz unD der nationalsozialistischen Bewegung ftattgefunDen hätten, erklärte Starhemberg, Derartige Verhandlungen könnten nur zwischen Der Reichsregierung und Der österreichischen Regierung geführt werDen. — Zu den Truppenverschiebungen der letzten Tage erklärte Starhemberg, daß Der Heimatschutz in Oberösterreich zum Schutz gegen einen neuen roten Aufstand zusammengezogen worden sei, nicht jedoch zur Verteidigung Der deutsch-österreichischen Grenze. Nie Auflösung Der Parlamente in den Bundesländern. Wien, 27. Febr. (DNB.) Der Tiroler Landtag hat gegen Die Stimmen der Großdeutschen und Des AbgeorDneten Des StänDebunDes ein verfassung- änDernDes Gesetz beschlossen, Das bis zur Neuregelung ber verfassungsrechtlichen Verhältnisse d i e Auflösung Des LanDtags und Die Uebertra» gung aller seiner Rechte auf Den LanDes- Hauptmann unD Den ihm zur Seite stehenDen beratenden Ausschuß vorsieht. Einen ähnlichen Beschluß hat der Landtag von Oberösterreich gefaßt, alle bem ßanbtag zustehenben Befugnisse wurden an bie Landesregierung übertragen. Die Amtsperiobe bes Lanbtags von Ober- Österreich endigt mit bem 28. Februar. Diese Beschlüsse sind im wesentlichen inhaltsgleich mit ben vom Salzburger Landtag beschlossenen verfassungsrechtlichen Aenberungen. Erzherzog Eugen will nicht nach Wien. Basel, 27. Febr. (DNB.) Zu ber Wiener Melbung, wonach ber in Basel lebenbe Erzherzog Eugen möglicherweise als Bunbes- Präsident ber Republik Oesterreich in Aussicht genommen werbe, erfährt bie Schweizerische Depeschenagentur aus ber Umgebung bes Erzherzogs, baß biefe Nachricht für ben angeblichen Anwärter völlig neu sei. Erzherzog Eugen habe sich nach bem Umsturz in Oesterreich im Jahre 1919 nach Basel begeben, wo er seither in einem Hotel i n völliger Ruhe unb Zurückgezogenheit lebe. Der frühere Heerführer fei heute über 70 Jahre alt unb scheine wenig Neigung zu haben, ben ruhigen ßebensabenb gegen ein so exponiertes Amt zu vertauschen. wesen, auch vor bem Kriege, in ber „guten alten Zeit". Wenn man bann, bie Richtigkeit dieser Antwort bezweifelnd, die amtlichen ßiften der Bettler unb Obbachlosen burchsieht, bann finbet man wirklich bestätigt, daß sich tatsächlich die gute Hälfte aus heruntergekommenen kleinbürgerlichen Existenzen rekrutiert. Nur die knappe Hälfte ist „konjunkturell" durch die Weltwirtschaftskrise und die mit ihr verbundene Welt- arbeitslofigfeit verursacht. Der Teil Der verelendeten Fabrikarbeiter, ber „Welsh miners“, wie ber Englänber bie arbeitslosen Kohlenkumpels nennt, ist weitaus Der kleinste. Trotzbem Darf man natürlich auch umgekehrt b i e Zahl ber Erwerbslosen nicht unterschätzen. Mag sie in Süb-England, vor allem in ßonbon im Verhältnis zu Den berufsmäßigen Bettlern gering fein, so ist sie in ben „Miblanbs", vor allem in ben industriellen Grafschaften Mittelenglanbs um so größer. Im ganzen gibt bie amtliche Statistik eine Zahl von über 2,5 Millionen amtlich registrierter Erwerbslosen an, aber in Wirklichkeit bürste bie Zahl beträchtlich zu niebrig gegriffen sein, Da eine nicht geringe Zahl ausgesteuerter ßangerwerdsloser einfach nicht mitgezählt werden. Die soziale Gesetzgebung für Die Erwerbslosen, Die bisher sehr zu wünschen übrig ließ, ist EnDe Des vorigen Jahres durch ein Abänderungs- gefetj des Unterhauses erneuert und vervollkommnet worden. Danach werden die Kategorien von Erwerbslosen unterschieden: 1. Die versicherten Erwerbslosen. 2. die länger Erwerbslosen unb 3. bie „Down and Outs“, Das heißt bie Bettler unb Ob» bachlosen. Die versicherten Erwerbslosen erhalten eine auskömmliche Versicherungsrate; die länger Erwerbslosen erhalten eine außer- orbentlich knapp bemessene, halb staatliche, halb kommunale Unterstützung, mit ber jeboch verbunden ist, baß sich ber Rentenempfänger Der „Means test“ unterwerfen muß, einer scharfen Prüfung, ob er nicht noch andere Einkommensquellen, etwa durch arbeitende Kinder, durch Verwandte usw. hat. Endlich die Bettler erhalten überhaupt keine offizielle Unterstützung, sondern fallen der kirchlichen Caritas dzw. Der staatlichen Armenpflege zur Last. Zweifellos ist Das Schicksal Dieser „Down and Outs“ am schlimmsten, Denn sie Haden kein soziales Recht, fonDern sind auf die Wohltätigkeit ihrer Mitmenschen angewiesen. Neben dieser Milderung des Erwerbslosenelends versucht England natürlich auch den positiven Kampf durch Arbeitsbeschaffung. Gerade in letzter Zeit kann man eine langsame Belebung der Industrie und ein damit verbundenes Absinken der Erwerbslosenziffern deutlich beobachten. Vor allem große ausländische Automobil- firmen, wie Ford und Citroen, die augenblicklich dabei sind, Werkfilialen in der Nähe Der englischen Hauptstadt.zu errichten, haben an der Reduzierung ber Arbeitslosenziffer einen starken Anteil. Die Besserung im Kohlenbergbau unb in ber Textilinbustrie ist bagegen nur schwach. Ueberhaupt ist bie soziale unb wirtschaftliche Lage in ganz Englanb heute noch so, baß man auf ben großen Konjunkturaufschwung noch wartet. Man hat, im Gegensatz zu Deutschlanb, kein ober nur wenig Vertrauen zueinanber unb hat barum nicht ben Mut zu einer gesamtnationalen Initiative. Währenb ber beutsche Nationalsozialismus ben volkszermürbenben Feinb ber Arbeitslosigkeit angreift, ist Großbritannien viel mehr geneigt, in müber Skepsis auf bie Wieberkehr ber Prosperity zu warten. Hungermarschdebatte im Unterhaus. ßonbon, 27. Febr. (DNB.) Jrn Unterhaus beantragte ber Abgeorbnete McGovern, eine Abordnung der Teilnehmer am Hungermarsch i m Parlament zu empfangen. Premierminister Macdonald weigerte sich, die Zulassung der Arbeitslosen zu gestatten. Daraufhin richtete M c - G o v e r n an die Regierung die Frage, ob man den Arbeitslosen alle verfassungsmäßigen Möglichkeiten nehmen wolle, mit ber Regierung unmittelbar in Derbinbung zu treten. Maobonald wies barauf hin, daß bas Unterhaus in seiner Eigenschaft als Volksvertretung alle verfassungsmäßi- 9 e n M öglichkeiten biete, Beschwerben und Wünsche der Regierung vorzutragen. Der Arbeiter- abgeordnete Buchanan ersu.chte das Haus um Erlaubnis, einen Antrag auf Vertagung einzubringen. Die Sitzungspaufe solle dazu dienen, das Verhalten Macdonalds nachzuprüfen und den Arbeitslosen Gelegenheit zu einer Zusammenkunft entweder mit Macdonald ober mit bem gesamten Kabinett ober mit Vertretern bes Parlaments zu geben. Der Speaker ließ bie Stellung bes Antrages zu: Da die zur Unterstützung notroenbigen 40 Stimmen von ber Arbeiterpartei unb ben ßiberalen zusammen aufgebracht würben, würbe bie Beratung bes Antrages auf heute 23 Uhr festgesetzt. Bei ber Beratung bes Antrages bes Arbeiterab- georbneten Buchanans erinnerte Ministerpräsident Macdonald daran, daß frühere Regierungen es ebenfalls abgelehnt hätten, Abordnungen von Hungermärfchlern zu empfangen. Diese Märsche würden von ßeuten organisiert, die dafür bekannt wären, daß sie den Versuch machten, verfassungswidrige Propaganda in England zu treiben. Der großen Masse der Arbeitslosen sei viel besser gedient, wenn bie Regierung biefe Aborbnungen nicht anhöre ober empfange. Der Antrag Buchanans würbe fobann mit 270 gegen 52 Stimmen abgelehnt. Nationalsozialistische Finanz- unb Geldwirlschast. Staatssekretär Reinhardt über die Aufgaben der Danken bei der Arbeitsbeschaffung. Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung. Berlin, 25. Febr. (DNB.) Auf einer Kundgebung der Reichsbetriebsgruppe Banken und Versicherungen im Sportpalast sprach Staatssekretär Reinhardt über praktischen Nationalsozialismus in der Finanzpolitik. Der heutige Staat betrachte es als seine vornehmste Aufgabe, in dem Verbrauch der vereinnahmten Steuern so sparsam wie nur irgendmöglich zu sein und infolgedessen die Steuern so niedrig wie möglich zu bemessen und allmählich zu senken. Aeußerste Sparsamkeit und eiserne Disziplin in der Verwendung der Steuergelder ist einer der wesentlichsten Grundsätze nationalsozialistischer Staabtführung. Die Verwaltung mutz so einfach und billig wie möglich gestaltet sein. Die Verantwortung der Banken und der Versicherungsunternehmen gegenüber der Volksgemeinschaft ist keine geringere als diejenige der Reichsfinanzver- waltung. Die Banken sind mit wenigen Ausnahmen nicht staatliche, sondern private Unternehmungen. Es ist nicht daran gedacht, diese privaten Unternehmungen zu verstaat- l i ch e n. Ich glaube jedoch, daß die allgemeinen Interessen des Volksganzen es bedingen, die Banken einer gewissen staatlichen Aufsicht zu unterstellen und ihnen Richtlinien zu geben, nach denen sich ihr Dienst in der Volksgemeinschaft zu bestimmen hat. Ich bin überzeugt, daß Banken und Sparkassen in immer größerem Ausmaße d i e Mittel für Ersatzbeschaffungen in Industrie, Gewerbe, Handwerk und Landwirtschaft bereitstellen können. Solchen Anträgen zu entwrechen bedeutet für die Banken Frontdienst im Kampfe um die Verminderung der Arbeitslosigkeit. Der Lohn dafür wird nicht ausbleiben. Es steht außer Frage, daß sich die gesamte deutsche Wirtschaft im Laufe des Jahre 1934 zu unserer vollen Zufriedenheit entwickeln wird, und daß diese Entwicklung in einer nicht unbeträchtlichen G e - schäftsbelebung sich auch bei den Banken auswirken wird. Die Banken sollten infolgedessen auch nicht mehr daran denken, weitere Einschränkungen ihres Personals vorzunehmen. Das Geschäft wird sich so beleben, daß keiner der Beamten, Angestellten und Arbeiter, der heute bei den Banken vorhanden ist, in Zukunft entbehrlich sein wird. Eine Kürzung der Rendite ist weniger schlimm, als Volksgenossen, die arbeitsfähig und arbeitswillig sind, arbeits- und einkommenslos werden zu lassen. Es gibt immer noch Banken, deren Apparat schwerfällig und bürokratisch ist. Wir haben in der Reichsfinanzverwaltung der Bürokratie den Krieg erklärt. Frankreich setzt eine neuepropagandawelle im Saargebiet ein. Essen, 27. Febr. (DNB.) Wie die „Nationalzeitung" aus dem Saargebiet berichtet, ist in den letzten' Monaten die Arbeitsgemeinschaft der frankophilen Parteien und Verbände unter Führung von Rossenbeck auf Veranlassung der französischen Bergwerksoirektoren e r- neut ins Leben gerufen worden mit dem Ziele, im letzten Jahre vor der Abstimmung erneut eine verstärkte Aktivität der Propaganda zu entfalten und unter dem Schutz der Notverordnungen der Regierungskommission die französische Propaganda hemmungslos gegen die Bevölkerung austoben zu lassen. Die meisten in dieser Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen Organisationen bestehen ausschließlich aus Briefbogen und Gummistempeln ... und einem Konto, worauf die Gelder für den Propagandafonds einzu- zahlen sind. Unterstützt wird die Arbeitsgemeinschaft durch die frankophile Presse. Allen denen, die es hören wollen, erzählt der famose Leiter der Arbeitsgemeinschaft, daß die französische Regierung mit moralischer und finanzieller Unterstützung für diese Bestrebungen nicht knausern wolle und daß es jetzt an der Zeit sei, erneut eine Propaganda größten Ausmaßes zu entfalten. Die Arbeitsgemeinschaft hat die Aufgabe, für die einheitliche Durchführung der Propaganda zu sorgen, deren Direktiven nach Auskunft des Herrn Rossenbeck von „e in f l u ß r e i ch e r" Seite herrühren sollen. Nach allem geht klar hervor, daß maßgebende Stellen der französischen Politik hinter dieser Propaganda stehen. Hinzu kommt, daß die Arbeitsgemeinschaft sich überall ihrer besonders guten Beziehungen zur Regierungskommission brüstet und ganz verblümt von einer Unterstützung durch diese spricht. Die Arbeitsgemeinschaft, deren monatlicher Geldbedarf in die Hunderttausende geht, beschäftigt sich neben der Propaganda auch als Zentrale zur Weiterleitung übel st er Denunziationen gegen die Saarbevölkerung. Ihre Mitglieder sind angewiesen, im ganzen Lande Zellen zu errichten, die als Stützpunkte für die Propaganda und die Spitzelorganisationen vorgesehen sind. Für jede Zelle, deren Zahl auf ungefähr 300 geschätzt wird, sollen je 30 000 Franken zur Verfügung gestellt werden. So wird das Saargebiet mit einem ungeheuren Geldaufwand mit einer Propaganda überschwemmt, von der die Bevölkerung an der Saar nicht das gering st e wissen will. Wir können uns nicht denken, daß die französische Regierung, die den Mißerfolg dieser Bestrebungen bei nüchterner lieber« legung selbst einsehen müßte, auch heute noch die Gelder des französischen Volkes in den unergründlichen Topf dieser zweifelhaften Arbeitsgemeinschaft hinauszuschmeißen will. Die Tätigkeit dieser fran- philen Propaganda bringt weiter nichts als Unfriede und Unruhe und dient einigen Leuten zur Befriedigung ihrer dunklen Gelüste. Es ist höchste Zeit, daß mit diesem Punkt endgültig und radikal aufgeräumt wird. Das Reichskabinest verabschiedet neue Gesetze. Oie Beschlüsse des Reichskabinetts. Berlin. 27.Febr. (DNB.) Das Reichska- b i n e l t verabschiedete in seiner Sitzung am Dienstag zunächst ein Gesetz über die Feiertage. Danach ist der nationale Feiertag des deutschen Volkes der 1. IN a i. Der 5. Sonntag vor Ostern (Reminiszere) ist Heldengedenktag. Der erste Sonntag nach INichaelis ist E r n t e d a n k t a g. Außer den genannten nationalen Feiertagen und den Sonntagen sind Feiertage der Neujahrstag, der Karfreitag, der Ostermontag, der Himmelfahrtstag, Pfingstmontag, der Bußtag am Mittwoch vor dem letzten Trinitatis-Sonntag und der erste und zweite Weihnachlstag. 3n Gegenden mit überwiegend evangelischer Bevölkerung ist der Reformationstag, in solchen mit überwiegend katholischer Bevölkerung der Fronleichnamstag gesetzlicher Feiertag entsprechend der bisherigen Hebung. Das Reichskabinett verabschiedete ferner ein Gesetz zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung. Dieses Gesetz stellt die Einheitlichkeit der Verkehrspolitik sicher tfnb enthält vereinfachungsmahnahmen auf dem Gebiete der Reichspost- und Reichsfinanzverwaltung. Das Gesetz zur Aenderung des Kriegs- personeuschädengesehes bestimmt, daß die Versorgung für Schäden an Leib und Leben, die jemand irn Zusammenhang mit inneren Unruhen erlitten hat, nicht mehr statt- findet, foweit es sich um Angehörige staats- feindlicher Parteien oder um Förderung ihrer Bestrebungen handelt. 3m Gegensatz hierzu regelt ein Gesetz über die Versorgung der Kämpfer für d i e n a t i o n a l e E r h e b u n g die Wiedergutmachung der in diesem Kampfe erlittenen Schäden. Das Gesetz über die Pfändung von Wiel- und Pachtzinsforderungen wegen A n - spräche aus öffentlichen Grund stücks- l a st e n trifft eine Regelung dahin, daß dem aus der öffentlichen Last Berechtigten der Weg der Miet- und Pachtzinspfändung mit dem Vorrecht vor Privat- und dinglichen Gläubigern zwar offenstehen soll, aber nur wegen der letzten vor der Pfändung fällig gewordenen Steuerrate und bei monatlicher Fälligkeit auch wegen der vorletzten Rate. Diese gesetzliche Regelung war infolge einer uneinheitlichen Rechtsprechung aus diesem Gebiete notwendig geworden. Oie Versorgung der Kämpfer für die nationale Erhebung. Das Gesetz über die Versorgung der Kämpfer für die nationale Erhebung sieht vor, daß Angehörige der NSDAP, und des Stahlhelms sowie ihrer Gliederungen auf Antrag wegen der die Gesundheit schädigenden Folgen von Körperverletzungen, die sie während der Zugehörigkeit zur NSDAP., zum Stahlhelm oder ihren Gliederungen vor dem 13. November 1933 Im Zusammenhang mit d e m politischen Kampf für die nationale Erhebuna erlitten haben, unter entsprechender Anwendung der Vorschriften des Reichsversorgungsgesetzes Versorgung erhalten. Das gleiche gilt für ihre Hinterbliebenen. Die Vorschriften finden auch Anwendung auf frühere Angehörige der NSDAP, und des'Stahlhelms, sowie ihrer Gliederungen, ferner auf Angehörige inzwischen aufgelöster nationaler Verbände und ihre Hinterbliebenen. Der Antrag bedarf jedoch der Zustimmung der Hilfskasse, Hauptabteilung der Reichsleitung der NSDAP. Die Rente eines Geschädigten beträgt 20 o. H. der nach dem Reichsversorgungsgesetz zu gewährenden Gebührnisse, wenn er das 14. Lebens- ahr noch nicht vollendet hat und wenn )em Unterhaltspflichtigen infolge der Gesundheitsschädigung besondere Aufwendungen erwachsen, 30 v. H., wenn er das ^.-Lebensjahr vollendet hat, 60 v. H., wenn er d a s 15. Lebensjahr vollendet hat, 80 v. H., wenn er das 16. Lebensjahr vollendet hat und 100 v. H., wenn er das 17. Lebensjahr vollendet hat. An die Stelle der im Reichsversorgungsgesetz vorgesehenen Militärdienstzeit tritt bei dieser Verordnung der Zeitpunkt der Schädigung. Hinterbliebenen von Personen, die infolge einer Schädigung gestorben sind, steht Sterbegeld zu, auch wenn der Verstorbene nicht Rentenempfänger gewesen ist. Auf die nach diesem Gesetz Versorgungsberechtigten finden die Vorschriften des Gesetzes über die Beschäftigung Schwerbeschädigter entsprechend Anwendung. Wird wegen derselben Gesundheitsschädigung Versorgung oder Entschädigung nach § 18 des Kriegspersonen- schädengesetzes oder nach dem Besatzungspersonen- schädengesetz gewährt, so ruht diese Versorgung oder Entschädigung in Höhe der nach diesem Gesetz gewährten Versorgung. Die Vorschriften der Arbeitslosenversicherung finden auf die nach diesem Gesetz gewährten Versorgungsgebührnisse.mit der Maßgabe Anwendung, daß ein Betrag bis zu 25 Mark im Monat von der Anrechnung ausgenommen ist. Die auf Grund dieses Gesetzes gewährte Der- sorgung kann entzogen werden, wenn der Versorgungsberechtigte aus der NSDAP, oder dem Stahlhelm ausgeschlossen oder wenn nach seinem Ausscheiden Tatsachen bekanntwerden, die den Ausschluß zur Folge gehabt hätten. Insofern sich aus den Vorschriften dieses Gesetzes besondere Härten ergeben, kann der Reichsarbeitsminister im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen einen Ausgleich gewähren. Das Gesetz tritt am 1. Januar 1934 in Kraft. Wird der Antrag auf Versorgung vor dem 1. Januar 1935 gestellt, so wird die nach diesem Gesetz zustehende Versorgung vom 1. Januar 1934 ab gewährt, wenn die Voraussetzungen für die Gewährung der Versorgung an diesem Tage erfüllt sind. Sterbegeld wird auch gewährt, wenn der Tod vor dem 1. Januar 1934 eingetreten ist. Aufhebung von fünf Oberpostdirektionen, darunter Darmstadt/ und Zusammenlegung von sechs Landesfinanzämtern. Das Gesetz zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung sieht vor, daß der Reichsverkehrsmini st er in allen Streitigkeiten über das Jneinandergreifen der verschiedenen Verkehrsarten und die Zusammenarbeit der einzelnen Verkehrszweige entscheidet und für die Einheitlichfeit der Verkehrspolitik verantwortlich ist. Grundsätzliche Maßnahmen auf dem Gebiete der Tarifpolitik bedürfen der Zustimmung des Reichsverkehrsministers. Das Vermögen des Reiches, das dem Betrieb der Deutschen Reichspost gewidmet ist und in ihm erworben wurde, und alle öffentlichen wie privaten Rechte und Verbindlichkeiten der Deutschen Reichspost sind als Sonderoermögen der Deutschen Reichspost von den übrigen Vermögen des Reiches aus Rechten und Verbindlichkeiten getrennt zu halten. Der Voranschlag der Deutschen Reichspost bedarf der Genehmigung durch den Reichsminister der Finanzen. Die Reichspost hat je nach Höhe ihrer allgemeinen Betriebseinnahmen Ablieferungen an das Deutsche Reich zu leisten. Es sind abzuliefern: Bei weniger als 2,2 Milliarden Mark 6 v. H., bei 2,2 bis einschließlich 2,4 Milliarden Mark 6,5 v. H. und bet 2,4 Milliarden Mark und mehr 6,66 v. H. Bis zum 1. April 1934 werden aufgehoben d i e Oberpoftdireklionen Darmstadt, halle, Konstanz, Liegnih und Winden. Die Grenzen der neuen Oberpostdirektionsbezirke bestimmt der Reichspostminister im Benehmen mit dem Reichsminister des 3nnern. Für abgefprengte Gebietsteile der Länder find die Oberpostdirektionen zuständig, deren Bezirk diese Gebietsteile umschließt. Die Umwandlung von winde st ens zehn fetbständigen Telegraphenämtern in Telegraphenbetriebsstellen und deren Angliederung an bestehende Verkehrsanstalten sowie die Verringerung der Zahl der T e l egraphenbauä m t er um minbeffens zehn wird beschleunigt fortgesetzt. Die infolge Aufhebung von Oberpostdirektionen entbehrlichen Telegraphenzeugämter werden aufgehoben. Das Kapitel 3 befaßt sich mit der Reichs, finanzoerwaltung. Es sieht vor, daß die Landesfinanzämter Oldenburg und Unterweser aufgehoben und durch ein Landesfinanzamt in Bremen ersetzt werden. Die Landesfinanzämter Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Lübeck werden auf a eh oben und an ihrer Stelle ein neues Landes, fin anzamt in Kiel errichtet. Die Landes, finanzämter Breslau und Oberschlefien werden aufgehoben und an ihrer Stelle e i n neues Landesfinanzamt in Breslau geschaffen. Die Abteilungen für Besitz- und Der- kehrssteuern in Braunschweig und Lübeck werden aufgehoben. In Kapitel 4 (§ 15) werden Maßnahmen bei der Deutschen Reichsbahn bebandelt. Der § 15 de» stimmt, daß die Uebernahme der Staats, eisen bahnen auf das. Reich für abge« schlossen gilt. Die bisher den Ländern zustehen. Den Rechte der Zustimmung zu wesentlichen Aende. rungen der Bezirkseinteilung ober Aufhebung von Reichsbahnbirektionen werben künftig von der Reichsregierung wahrgenommen. § 16 bestimmt, daß Beamte, die infolge der Aufhebung von Dienststellen entbehrlich werden, von der obersten Reichsbehörde unter Gewährung des gesetzlichen Wartegeldes einstweilen in den Ruhestand versetzt werden. Im Schlußkapitel wird angefünbigt, daß die Reichsregierung über diese Maßnahmen hinaus den Aufbau der R e ich s b e h ö r d e n ver- einfachen und die hierzu erforderlichen Rechte und Verwaltungsvorschriften erlassen wird. Lufisport im Aufbau. Oas ganze Volk muß mithelfen. In Berlin sprach, wie der „Völkische Beobachter" meldet, Präsident L o e r z e r vom Deutschen Luftsportverband, vor der Presse über die Leistungen und weiteren Aufgaben des DLV. „Das deutsche Volk muß ein Volk von Fliegern werden". Dieses Wort des Reichsluftfahrtministers Göring steht als Leitsatz über jeder Betätigung des deutschen Luftsportes. Nicht nur die flugsporttreibenden Kreise selbst müßten den Neubau des deutschen Luftsports durchführen, sondern das Volk muß mitarbeiten an der großen Idee, die eine nationalsozialistische schlechthin ist. Das Wort des Luftfahrtministers kann natürlich nicht so ausgelegt werden, daß jeder Volksgenosse ein Flugzeugführer werden soll, aber der fliegerische Geist als kragende 3dee einer neuen Zeil muh Allgemeingut werden. Wir dürfen nie vergessen, bah — im Gegensatz zu allen Auslanbsstaaten — bie beutsche Sportfliegerei nicht von Reichswegen geförberk werben kann, kein Versailler Vertrag hinbert uns aber, Opfergeist zu beweisen! Der beutsche Sportflieger ist allein auf bie aus diesem Opfergeist fliehenden Geldmittel angewiesen, bie ihm von privater f)anb zur Verfügung gestellt werben. Dabei wirb ber Spen- ber bes kleinsten Betrages nicht geringer geachtet als ber Förberer mit grohen Spenben. Die Gesamtheit der förbernben Mitglieber stellen die lebendige Verbindung zwischen Deutschlands Sportfliegern und der Masse der Volksgenossen her. Besondere Aufmerksamkeit wurde und wird neben der Werbung fördernder Mitglieder dem Führer- n a ch w u ch s gewidmet. Es ist daher am Sitz des Präsidiums in Berlin (Staaken) ein F l u g l e h r- g a n g eingerichtet worden, auf dem, im Gegensatz zu früher, wo der Flugzeugführer nach einer kürzeren Ausbildung schon seinen Schein erhielt, Ge- wicht auf eine gründliche und systematische Durchbildung gelegt wird. Ein Fluglehrer, der selbst gründlich geschult ist, ist in der Lage, bei der Ausbildung anderer Schüler das Gefahrenmoment soweit herabzumindern, daß Unfälle ausgeschlossen sind. Auch in der Segelflugausbildung ist, ebenso wie in der Motorfliegerei, bie Sicherheit ber wesentlichste Faktor der Ausbildung. Auch hier lag bisher vieles im argen, vor allem deshalb, weil es an einer Durchbildung der S e - gelflugzeug-Bauleiter fehlte, die jetzt in besonderen Kursen geschult werden, um dann jede Garantie für die Sicherheit des Flugzeuges und für die Sicherung des Fluges übernehmen zu können. In der gleichen Weife find für die Ausbildung des Bodenpersonals Werkstattkurse eingerichtet worden. Hm das große Ziel, Deutschland zur fliegenden Ration zu machen, zu erreichen, ist es notwendig, die 3ugend zu gewinnen unb sie in fliegerischen Gebankengangen zu erziehen; daher hat bie hitlerjugenb mit bem Präsibenten des Lustsportverbanbes ein Abkommen getroffen, wonach bie Vorbilbung unb Ausbilbüng unserer 3üngften unb 3ungen in Zusammen- arbeit zwischen beiben Organisationen geregelt wirb. Die Fliegerei ist nicht Angelegenheit weniger Leute, bie Gelb haben, sondern ist ein Element ber Aufwärtsentwicklung des deutschen Volkes und ein Fundament des nationalsozialistischen Staates, an dem jeder einzelne Deut sch e Anteil nehmen kann unb muß. Darum liegt es auch nicht im Sinn ber heutigen Luftfahrtführung, Spitzenleistungen zu erzielen, sonbern einen sehr guten Durchschnitt zu gewinnen. Der Ausgang des letzten Deutschlandfluqes ist schon ein Beweis für die neue Richtung der fliegerischen Erziehung. Vom 1. bis 8. Juni findet die Deutsche Luft- fahrt-Werbewoche statt, innerhalb deren in ganz Deutschland sämtliche vorhandenen Flugzeuge in die Luft geschickt und besonders auch da gezeigt werden, wo Flugzeuge noch wenig bekannt sind. Straßenfammlungeu werden, ebenso wir Fliegerorts g rr/p- das Luftschiff „Graf Zeppeli n", aus dem zum erstenmal mit einem nritgeführten Segelflugzeug ein Passagier „a ussteige n" wird, in den Dienst der Woche gestellt. Als großer nationaler Motorflug-Wettbewerb gelangt Ende Juni der D e u t s ch l a n d f l u g 1 9 34 zur Austragung. Die Absickt ist, den Deutschlandhug zu einem nationalen Ergebnis ersten Ranges zu gestalten. Jrn Sinn des oben angeführten Grundsatzes werden zum Wettbewerb nur geschlossene Äannschaften im Gemein« Das deutsche Volk rtirb ein Volk von Fliegern werden, penn alle Deutschen ihr Scherflein opferbereit beitragen. Das Vorbild ist, so schloß Präsident Loerzer fein Ausführungen, auch hier bei Führer, ber bie Ve- beutung bes Luftsporis für Deutfchlanbs Zukunft schon zu einer jelt erkannte, als er noch ganz am Voben lag. Zn feinem Sinne wirb die Weiterarbeit fcrtgeführt werden. fchaftsflug zugelassen. Der Segelflug soll seinen großen Auftrieb erhalten du/ch den „Nationalen Rhön-Segelflug-Wettbewerb", an bem die Beteiligung deshalb besonders groß sein wird, weil innerhalb der Fliegerortsgruppen der Nachdruck der Tätigkeit auf die Schulung der jungen Minner Im Segelflug gelegt wird. Und als Abschluß der flugfportlichen Veranstaltungen ist die Teilnahme deutscher Gesellschaften am „Internationalen Europarundflug 19 3 4" bei bsichtigt. und zwei Angeklagte zu je freigesprochen. Die Fo Riga, 27. Febr. g wurde umringt; als er sich Brust. Der Schwer tern des ermordeten London, 28. g n i s. Sämtlichen Derur- rsuchungstzast angerechnet. zu befreien suchte, lOjähriger Sch ein deutsches L hin wurde er von ! Seziehungen zwischen i und China. wieder direkte Pers,' der Ermordeten auf Schadenersatzan gemäß durch Serail ligen Rente von Oaei Urteil im Graudenzr Mordprozeß, ©rauhen 3, 27. Fi>r. (DNB.) In dem Pro- ormelle Anerkennung ihrer p r ü ch e wurde antrags- uigung einer erftma- | u n t) e r t Zloty bewilligt, ünbung wurde als strafokr- teilten wurde bie Ün Vier Verurteilten w ßonbon, 28. Fwr. (DNB. Funkspruch.) Nach einer „Times"-Mel»ng wird ber persische Konsul in Karachi, Hussen Ostavan, auf Anordnung seiner Regierung A fang April als persisches „ . _ (MB.) Vor den Augen zahl' reicher Zuschauer en tanb am Montagnachmittag chen einigen Schüler" eß ihm ein lettischer ier einen Dolch indie ---... __erletzte Mating star b in der Nacht zum Dienstag Nych ber Darstellung ber Eltern des ermordeten Schülers befand sich dieser auf dem Wege zu einer Bascherin und summte leise ed vor sich hin. Darauf* ttischen Schülern angehalten, auf der Straße zwi chen einigen Schülern ein Handgemenge. Der 13jährige deutsche Schüler Kurt M a t i < " • • - * — In der Urteilsbeg schärfend die außerort ntliche R o h h e i t bei Aus- rbe Strafaussetzung auf fünf Jahre gewäh t. Drei Angeklagte wurden freigesprochen. Die Fo derung der Hinterbliebenen zeß wegen der Ernordung der beiden Deutschen Krumn und Riebold wurden auf Grund des Artikels 240 des polnischen Strafgesetzbuches (Schlägerei mit schwerer Körperverletzung verurteilt: Ein Angeklagter zu drei Iahren, ein Angeklagter zu zweieinhalb Jahren, vier Angeklagte zu zwei Jahren, ein Angeklagter zu ei^inhcllb Jahren, ein Angeklagter zu einem Jahr sechs Monaten G e f ä worauf es dann zu ! m tragischen Vorfall kam. Seit dreiz, mhundert Jahren führung der Tat Herr rgehoben. Tragischer Tod enes jungen Deutschen i, Riga. Konsul nach Schanghai gehen. Nach einer Pause von rund 1300 Jahren werden also wieder direkte Beziehungen zwischen Persien und China ausgenommen. Die Niederlage des letzten Sasa- nidenherrschers Jesdegerd HL (632 — 651), durch die die Eroberung Persiens durch die Araber abgeschlossen wurde, führte auch zur Unterbrechung der politischen Beziehungen der Sasaniden-Dynastie zu anderen Ländern. Oimitroff, popoff und Taneff nach Moskau ausgewiesen. Berlin, 27.$ebr. (DKB.) wie non ,uständ>. ger Stelle mitgeteill wird, sind die drei kom - munisten Dimilroff, Popoff und Taneff aus Deutschland ausgewiesen worden. Die Ausweisung konnte bisher nicht durchgeführt werden, da die bulgarische Regierung die drei Kommunisten nicht als bulgarische Staatsangehörige anerkannte und ihre Uebernahme ablehnte. Nachdem die Sowjet- regierung den Genannten neuerdings die Sowjet st aatsangehörigkeit zuerkannt hat, ergab sich hieraus die Möglichkeit ihrer Abbeförderung nach dem Gebiet der Sowjetunion. Die Abbeförderung ist Dienstag d u r ch g e f ü h r t worben. Die drei Bulgaren find am Dienstagnachmittag itn Moskauer Flughafen eingetroffen. Kleine politische Nachrichten. König Boris von Bulgarien traf Mittwoch vormittag aus Coburg, wo er seinen Vater, den Zaren Ferdinand von Bulgarien, besucht hatte, in Berlin ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich die Mitglieder der bulgarischen Gesandtschaft und der Chef des Protokolls, Graf Tattenbach, ein« gefunden. Am 28. Februar 1934 scheidet aus dem Reichswehrministerium mit der Erlaubnis zum Weitertragen der bisherigen Uniform der A m t s ch e f des Heeresoerwaltungsamtes Ministerialdirektor T o e p p e n infolge Erreichung der Altersgrenze aus. Der Reichspräsident, der Reichswehrminister und der Chef der Heeresleitung haben die Verdienste des ausscheidenden Ministerialdirektors in anerkennenden Schreiben gewürdigt. ♦ Auf dem Führerring des Nationalsoziati st i f ch e n Deutschen Studentenbundes wurde die erste der neugeschaffenen Ehrennadeln des NSDSTB. vom Reichsführer Dr. ^täbel, dem ersten Bundesführer des NSDSTB., dem jetzigen Reichsjugendführer Baldur von s ch i r a ch verliehen. Der Stellvertreter des Reichsjugendführers, Karl Nabersberg, hat eine längere Auslandsreise «ngetreten, die dem Besuch der Hitlerjugendgruppen Reichsdeutscher Jugendlicher in Ungarn, der Türkei und Griechenland dient. Eine Füh« ungnahme der Hitlerjugend mit den dort vorhandenen nationalen Jugendorganisationen ist ebenfalls Zeabsichtigt. Die Möglichkeit einer Umbildung des bri- lischen Kabinetts wird in der Presse erör- tert, doch geht aus maßgebenden Aeußerungen hervor, daß eine Neubesetzung wichtiger Ministerposten frühestens im Mai erfolgen wird. In der „Daily 'Jlail" heißt es, daß dem Premierminister die 'Schaffung eines P r o p a g a n d a m i n i- i Zeriums nahegelegt worden sei. Der frühere litauische Ministerpräsident Wolde- naras, der seit seiner Rückkehr aus dem Aus- !nnde sich in Kowno aufhielt, ist auf Anordnung der ^taatssicherheitspolizei nach seinem frühe- >en Derbannungsort Esheneny ver- sich i ck t worden. * Die Kämpfe zwischen den Aufständischen und den $egierungstruppen in Chinesisch-Turkestan lauern an. Die Aufständischen versuchen von I a r - fe n eine neue Offensive gegen Saschgar-Urumscha- lulscha einzuleiten. Die Lage der chinesischen Re- § erungstruppen wird als bedrohlich bezeichnet. Bei t?n Kämpfen um Kaschgar sollen über 300 Zivilper- V nen, Kinder und Frauen, von verirrten Kugeln g.e t ö t e t worden fein. Aus aller Welt. Schneesturm über England. Weite englische Gebietsteile erlebten am Diens- fcg schwere Schneefälle. In Hüll sollen mehr pls eine Million Tonnen Schnee gefallen sein. 600 ilelephondrähte wurden abgerissen. An der Nordost- kiste Englands herrschte ein schwerer Schnee- t u r m mit einer Windstärke von 100 Kilometer in b?r Stunde. Im Hafen von Scarborough wurden Lchiffe von ihrer Vertäuung losgerissen. In Brid- liigton schlug ein großer Kugelblitz ins Wasser. Tarauf folgte ein heftiger Donnerschlag und ein schwerer Hagelsturm. Schwere Vlullal in Dresden. In der Dallotstraße hatte die 32 Jahre alte ge- scviedene Laborantin Erdmann eine Wohnung inne, be sie mit dem 31jährigen Psycho-Graphologen Artur Killguß teilte. Wegen verschiedener Streitigkeiten aollte sie sich von Killguß trennen und ihre Sachen a«s der Wohnung holen. Zu ihrem Schutze hatte si sich einen Bekannten mitgebracht. Es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung mit Killguß, der dir Frau dieKehledurchzuschnerüen versuchte. Als der Bekannte der Frau zu Hilfe kam, wnndte sich Killguß gegen ihn und brachte ihm shwere Stichoerletzungen an Arm, Brust uib Rücken bei. Es gelang der Frau und ihrem Bedsiter, aus der Wohnung zu flüchten. Während der *1 lseinandersetzungen hatte das vierjährige - ö h n ch e n des Killguß die Wohnung betreten. 21 s die Polizei eintraf, fand sie das Kind m i t durchschnittener Halsschlagader tot auf. Killguß hatte sich schwere Stichoerletzungen ^gebracht und den Gashahn aufgedreht. (ine Frau als Anführerin einer Verbrecherbande. Dor einiger Zeit verhandelte das Kasseler Schöf- r gericht gegen ein verbrecherisches Klee- a t t, dessen Anführerin die geschiedene Frau 7,nrgarethe Kohle aus Kassel war. Sie wurde u einer mehrjährigen Zuchthaus st rafe verteilt, und zwar wegen mehrerer Diebstähle und cr^ierer Straftaten, zu denen sie junge Leute anstif- c* ÄofHer Kriminalpolizei gelang es nunmehr, ) r aefährlichen Gewohnheitsverbrecherin nachzuwei- ?r„ daß noch weitere 34 Straftaten auf ihr cato kommen. In den letzten drei Jahren wurden Garten- und Jagdhäuser zahlreiche Einbrüche Heue Sensationen im Stavisky-Skandal. Oer Schwindler als Tischgast des Polizeipräsidenten Chiappe und Wahl- Iinanzier von 29 Abgeordneten. Paris, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der so- zialistische „P o p u l a i r e" behauptet, daß der im Gefängnis sitzende frühere Bürgermeister von Bayonne und Abgeordnete G a r a t bei seinem Verhör vor dem Untersuchungsrichter eine bisher geheim gehaltene Erklärung abgegeben habe, die Sensation machen dürfte. Garat habe erklärt, er habe Stavisky gelegentlich eines von dem früheren Pariser Polizeipräfekten Chiappe gegebenen Essens kennengelernt. Auch der Schriftsteller Josef Kessel soll in den Staviskyskandal verwickelt sein, und zwar soll er 7 0 0 0 0 Franken bezogen haben. „Petit Puristen" berichtet, daß S u z a n n e Blum, eine Verwandte des Sozia- li ste n f ühre r s Lsvn Blum, von St a- visky mit einem Scheck über 1 0 000 Franken bedacht worden ist. Rechtsstehende Blätter behaupten, die erste Sitzung des Stavisky« Ausschusses habe u. a. ergeben, daß die früheren Minister de Monzie und Hesse gewisse „Schritte" in der Angelegenheit unternommen hätten. Weiter versuche man, die Namen von 29 Abgeordneten festzustellen, die nach den Wahlen von 1925 von Stavisky beglückwünscht worden seien und von ihm „W ahlunter stüt- z u n g" erhalten haben sollen. Der seit Montag unter Anklage gestellte Privatsekretär Sta- viskys, Romagnilo, ist seit Samstag spurlos verschwunden. Als die Polizeibeamten ihn am Dienstagmorgen in seinem Hotel verhaften wollten, erfuhren sie, daß Romagnilo am Samstag mit feinem Freund ausgegangen und seither nicht wieder erschienen sei. Der parlamentarische Untersuchungsausschuß für den Stavisky-Skandal trat Dienstag erstmalig vollzählig zusammen. Die Kammer glich einer Mietswohnung am Umzugstermin. Ganze Lastwagen mit Aktenbündeln wurden angeschleppt. Die großen Räume des Untersuchungsausschusses konnten bald nicht mehr das Material fassen. Der Menge entsprechend war auch die Güte. Gleich beim ersten Griff förderten die Mitglieder des Ausschusses, die dem Ausschußbüro angehören und die Akten sortierten, mehrere hundert Scheckabschnitte zu Tage, die neben der Kleinigkeit von 25 000 Franken über Summen bis zu 200 Millionen Franken lauteten. Die Nutznießer dieser Zuwendungen Staviskys waren Abgeordnete, Journalisten, Bankdirektoren und Mittelspersonen, deren Tätigkeit sich wahrscheinlich darauf beschränkte, die gefälschten Bonds der Bayonner Kreditanstalt an den Mann zu bringen. Im Ministerrat gab Justizminister Chöron den Bericht des Präsidenten des Kassationshofes bekannt, der eine Untersuchung über die Verschleppung der Aburteilung der Sta- visky-Prozesse angestellt hat. Aus diesem Bericht ergab sich eine berufliche Verfehlung des Generalstaatsanwaltes im Seine-Departement P r e f f a r t. Die von der Regierung Dala- dier vorgenommene Versetzung Pressarts vom Generalstaatsanwalt zum Rat am Kassationshof wurde rückgängig gemacht und die Absetzung Pressarts als Generalstaatsanwalt bestätigt. Die Amtsenthebung Pressarts, eines Schwagers des früheren Ministerpräsidenten Chautemps, wird von der Rechtspresse mit offenkundiger Genugtuung begrüßt. Der Beschluß der Regierung wird, so schreibt u. a. „La Victoire", die Oeffentlichkeit etwas beruhigen; aber eine endgültige Beruhigung wird erst eintreten, wenn man d i e Mörder des Gerichtsrats Prince und ihre Hintermänner dingfest gemacht hat. Die Angelegenheit Prince wird in der Tat immer geheimnisvoller. Der „Matin" hat einen eigenen Detektiv mit der Nachprüfung betraut und glaubt, auf Grund feiner bisherigen Feststellungen der Behauptung entgegentreten zu können, daß die Selbstmords) yvothese n.och nicht widerlegt sei. Das Blatt und mit ihm viele andere sind fest davon überzeugt, daß ein politischer Mord begangen worden sei, dessen Urheber in Höch st en Kreisen zu suchen seien. Oer Senat stellt sich hinter Ooumergue. Paris, 27. Febr. (DNB.) Der Senat verabschiedete am Dienstag mit 296 gegen 13 Stimmen den Haushalt für 1934. Die Einnahmen stellen sich auf 48 299 Millionen, die Ausgaben auf 48 267 Millionen Francs. Der Senat hat ferner den Artikel des Haushaltsplanes, durch den die Regierung für dieses Jahr ausnahmsweise ermächtigt wird, auf dem Verordnungswege alle erforderlichen Einsparungen zu machen, angenommen. Ein Antrag eines sozialistischen Senators, diesen Artikel an den Ausschuß zurückzuverweisen, weil die Erteilung eines solchen Ermächtigungsgesetzes der republikanischen Tradition widerspräche, wurde vom Senat mit 277 gegen 19 Stimmen abgelehnt, nachdem Ministerpräsident Doumer- gue die Vertrauensfrage gestellt hatte. Photographie und Raffeforschung. Von Professor Dr. Karl von Hollander. Photographie und Rasseforfchung. Wer für die heute so viel besprochene Frage nach der rassischen Zusammensetzung des deutschen Volkes brauchbare Bilder sucht, der ist auf eine verhältnismäßig kleine Zahl angewiesen. Selbst das meiste von dem, was als deutsche Köpfe aus deutschen Landschaften bezeichnet wird, läßt bestimmte Gesichtspunkte vermissen, die für den Rafseforscher von unbedingter Wichtigkeit find. Alle diese Porträts sind für den Rafseforscher so gut wie unbrauchbar. Aber auch mit einem wirklich guten Porträt, wie sie die neuere Zeit in sehr beträchtlicher Anzahl zeigt, wird er für seine Zwecke nicht immer etwas anfangen können. Denn bei jedem Porträt wird naturgemäß ein mehr oder weniger malerischer Eindruck erstrebt. Dazu gehört eine harmonische Beleuchtung des Gesichts, die keine Einzelheit über Gebühr hervorhebt, eine nicht allzu scharfe Einstellung, damit die Einheit des Ganzen nicht auseinandergerissen wird. Diese Dinge aber sind für den Rasseforscher eher störend aj s aufschlußreich; denn er will ja nicht die Einzelpersönlichkeit ergründen, er braucht sie vielmehr nur insofern, als in ihr überindioiduelle Züge enthalten sind, die in einer Sippe oder einer Rasse immer wieder Vorkommen. Diese Züge freilich muß er klar und deutlich erkennen können, einerlei ob sie sich im Porträt des einzelnen dem Bilde harmonisch einfügen oder nicht. Er braucht also scharfe Bilder, die die Profilierung des Kopfes und des Gesichtes deutlich zeigen. Es ist selbstverständlich, daß gute Rassebilder nicht nur die körperlichen Merkmale deutlich zeigen, sondern auch die seelischen Eigenheiten widerspiegeln sollen. Das ist in hervorragendem Maße bei den Ausnahmen der Fall, die L. F. Clauß in seinen Büchern „Von Seele und Antlitz der Rassen und Völker", „Rasse und Seele" und „Die nordische Seele" (alle drei im Beklag I. F. Lehmann, München) veröffentlicht hat. Dort wird der gleiche Mensch oft in 4 bis 5 Bildern nebeneinander gezeigt, mit ernstem, lachendem, angespanntem oder verschlagenem Gefichtsausdruck. Aus diesen Bildern kann man die seelischen Eigenschaften ebenso ablesen wie die körperlichen. Für ben Berufs- ober Liebhaberphotographen, der sich mit der Raffephotographie beschäftigen will (und die Rasseforfchung ist hier auf die Mitwirkung weiter Kreise angewiesen) wird es gut sein, sich die wichtigsten Gesichtspunkte zur Erzielung wissenschaftlich vollwertiger Bilder klar zu machen. Dazu gehört, wie schon erwähnt, der bewußte Verzicht auf die in erster Linie malerische Wirkung. Es gehört ferner dazu die photographische Darstellung möglich st aller charakteristischen Rassemerkmale. Das wird sich nicht immer in einem Bilde bewerkstelligen lassen, sondern häufig wird man den gleichen Menschen von verschiedenen Seiten photographieren müssen. Das Erscheinungsbild eines Menschen zeigt immer nur einen Teil der Erbeigenschaften, während andere nur in der Erbmasse latent vorhanden sind und mit dieser an die nächste Generation weiter gegeben werden. Von diesen unsichtbaren Erbeigenschaften wird aber ein Teil bei den nächsten Verwandten ausgebildet sein. Es kann also sehr lohnend sein, die Bilder möglichst vieler Familienmitglieder aufzunehmen. Mit einem Material von zwei ober brei Familien kann der Rasieforscher häufig mehr anfangen als mit 200 oder 300 interessanten Charakterköpfen aus derselben Gegend. Danach könnte es fast so aussehen, als ob die ganze Rassenforschung sich hier in Familienforschung auflöst. Das ist aber keineswegs der Fall. Eine Familienforschung in Photographien ist vielmehr nur ihre Voraussetzung, da der einzelne Mensch ja immer nur eine unvollkommene Ausprägung der in ihm ruhenden Erbkräfte ist, und ba eine Rasseforschung, die an einem einzelnen Menschen alle Rassemerkmale glaubt feststellen zu können, immer ungenügend sein wird. Das ist gerade der unschätzbare Dienst, den die Photographie der Rasseforschung leisten kann und muß: sie ermöglicht eine Zusammenstellung und einen Vergleich der verschiedenen blutmäßig zusammengehörenden Menschen sogar über mehrere Geschlechterfolgen hinweg. Sie liefert, wenn üe es richtig anpackt, die Urkunden, aus denen dann die überinbioibueUen Rasfenzusam- menhange abgelesen werden können, aber sie tut bas nur, wenn sie darauf verzichtet, sich mit der Porträtmalerei auf eine Stufe zu stellen. Preisausschreiben. Die Zeitschrift „Volk und Raffe" (I. F. Leh- manns Verlag, München 2 SIB.) schreibt in ihrem Februarheft folgende Preisaufgabe aus: 1. Es werden für den besten Vertreter oder Vertreterin der wichtigsten in Deutschland vorkommenden Rassen a) nordisch, b) fättsch, c) westisch, d) ostisch, e) dinarisch je ein 1. Preis in höhe von 400 Mark, je ein 2. Preis in höhe von 100 Mark, und zwanzig 3. Preise, bestehend aus je einem Günther „Rassenkunde des deutschen Volkes" oder einem gleichwertigen Werke ausgesetzt. 2. Es können Bildnisse aus allen deutschen Gauen und aus allen Volksschichten eingesandt werden. Je eine Vorder- und eine Seitenansicht und eine Aufnahme der ganzen Gestalt ist erwünscht. Auf möglichst reine Rasfenmerkmale unter Vermeidung von Mischtypen wird Wert gelegt. 3. Den Preis erhält der Einsender des Bildes, er Hal dafür einzustehen, daß der Abgebildete mit einer etwaigen Veröffentlichung des Bildes einverstanden ist. 4. Auf der Rückseite der Bilder ist a) der Name des Abgebildeken, b) die Herkunft des Vaters und der Mutter des Abgebildeten, c) Name mit genauer Anschrift des Einsenders anzugeben. 5. Einsendungen sind an I. F. Lehmanns Verlag, München, Paul-heyfe-Strahe 26, zu richten. 6. Letzter Einsendungstag ist der 30. Juni 1934. 7. Das Preisrichteramt haben übernommen: Professor Dr. h. F. k. Günther, Jena; Professor Dr. Reche, Leipzigs Dr. 23. k. Schultz, München. verübt,, die nicht aufgeklärt werden konnten, Wie sich jetzt herausstellt, hat auch hier die Köhle ihre Hand im Spiele gehabt. Mit ihr ist ihr früherer Mann, der eine Zuchthausstrafe verbüßt, sowie der Schreiner Johannes Seidelrnann und der Arbeiter Willi Günther belastet worden, die ebenfalls im Gefängnis sitzen, allerdings wegen anderer Straftaten. Die Verbrecher werden sich nun in einer neuerlichen Verhandlung wegen der noch nicht ab- ' geurteilten Straftaten zu verantworten haben. Ein weiblicher Kaspar Hauser. In der Irrenanstalt Bel-Air in Genf ist seit einigen Wochen ein junges Mädchen untergebracht, über dessen Herkunft man nichts weiß. Alle Bemühungen der Schweizer Behörden, die Eltern oder Verwandten des Mädchens zu ermitteln, blieben bisher erfolglos. Am 18. Januar wurde bas Mäb- chen aus Frankreich abgeschoben unb nach ber Schweiz ausgewiesen. Das Mädchen irrte einige Tage umher und wurde schließlich von dec Polizei aufgegriffen. Es zeigte Anzeichen von Geistesgestörtheit und kam in die Irrenanstalt Bel- Air. Hier nannte sich die Kranke einmal Hüde Mohr, ein anderes Mal Hildegard Moore. Sie behauptete am 23. April 1915 in Worms g e - boren zu fein. Eine Rückfrage in Worms ergab aber, daß diese Angaben nicht zutreffen. Zweifellos handelt es sich aber um eine Deutsche. Die Genfer Polizei hat sich daher jetzt an das Berliner Polizeipräsidium gewandt, damit alle Maßnahmen getroffen werden, um bas Geheimnis bieses jungen Mäbchens zu enthüllen. Das Alter des Mädchens wird auf 16 bis 19 Jahre geschätzt. Es ist 1,58 Meter groß, schlank, hat kastanienbraunes Haar, blaue Augen unb war mit schwarzen Mantel, buntgewebten Pullover, dunkelbraunem Rock, braunen Schuhen und dunkelblauer Baskenmütze bekleidet. Amerikanische Verkehrsflugzeuge für die Lufthansa. Wie Reichssuftfahrtminifter Göring kürzlich in einer stark beachteten Unterredung einem ausländischen Journalisten gegenüber erklärte, sind im Zuge der Entwicklung und Beschaffung weiteren erstklassigen Fluggerätes für die deutsche Luftfahrt auch einige Verkehrsflugzeuge in ben Vereinigten Staaten von der Deutschen Lufthansa a n g e f a u f t worden. Nachdem bekannt wurde, daß das amerikanische Verkehrsflugzeug Boeing 247 auf den transkontinentalen Strecken in ben Vereinigten Staaten in größerer Anzahl zum Einsatz gelangt ist, entschloß sich die Lufthansa, drei Flugzeuge dieses Musters von der Unidet Aircraft Export Inc. zu erwerben. Das mit zwei Motoren von je 550 PS ausgerüstete Verkehrsflugzeug ist ein freitragender Tiefdecker in leichter Metallkonstruktion. Die Kabine hat Raum für zehn Fluggäste. Das Flugzeug erreicht bei einem Flugbereich von rund 1060 Kilometer eine Reisegeschwindigkeit von 275 Kilometer in der Stunde. Der Ankauf der ausländischen Flugzeuge für den deutschen Luftverkehr ist hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt zu betrachten, das in Deutschland verwendete Luftfahrtgerät mit einem ber besten in USA gebauten Flugzeuge in der Praxis vergleichen zu können. WiedeT planmäßiges Eintreffen der Südamerika- Flugpost. Am Dienstag traf planmäßig die am Freitag, ben 23. Februar, von Sübamerika abgegangene Luftpost über die Atlantik-Luftpost- Strecke ber Deutschen Lufthansa in Deutschland ein. Dieser in ber planmäßigen Reisezeit durchgeführte Post- flug verdient besondere Beachtung, ba die Witterungsverhältnisse auf ber Strecke sehr ungünstig waren. An ber Durchführung dieses Fluges beteiligten sich wieber bie gleichen Flugzeuge und Besatzungen ber Deutschen Lufthansa und ber brasilianischen Luftverkehrsgesellschaft Synbicato Conbor Ltb. Postschluß für den nächsten Postflug ist ber 2. März, 18 Uhr, beim Postamt Berlin C 2, ober beim Postamt Stuttgart 9, am 3. März, morgens um 6.30 Uhr. Aus dem fahrenden Zug gesprungen und tödlich verunglückt. Im Bahnhof Hochspeyer (Pfalz) wurde die Leiche des verheirateten 26jährigen Mechanikers Fritz Schramm aus Fischbach bei Hochspeyer auf» gefunden. Beide Beine waren oberhalb des Knies abgefahren, der rechte Oberarm war verstümmelt. Es ist festgestellt, daß Schramm mit einem Zuge von Kaiserslautern nach Hochspeyer gefahren ist. Ein Reisender hat beobachtet, daß Schramm, nachdem der Zug in Hochspeyer abgefahren war, aus dem fahrenden Zug sprang. Vermutlich hat er den Bahnhof Hochspeyer, wo er ausfteigen wollte, verschlafen. Zwei Todesurteile wegen Kindesmordes. Das Reichsgericht in Leipzig verwarf die von der 21jährigen Hausangestellten Margarete Groß gegen öas Urteil des Schwurgerichts Königsberg (Pr.) vom 25. Dezember v. I. eingelegte Revision als unbegründet. Damit ist die Angeklagte wegen Mordes rechtskräftig zum Tode unter Aberkennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt. Sie hatte am 5. September v. I. ihr zweites uneheliches Kind zwei Wochen nach der Geburt in einem Sumpf ertränkt und drei Tage später ihre Verlobung gefeiert. * Das Schwurgericht Frankfurt a. b. Ober verurteilte den 25jährigen lanbwirtschaftlichen Arbeiter Bruno M u s i a l aus Neugörzig, Kreis Meseritz, wegen Mordes zum Tode. Musial, der in feiner letzten Hilfsstellung in Kleinrabe intime Beziehungen zu einem Mädchen unterhielt, war Vater eines unehelichen Kindes geworben. Um sich ber Unterhaltspflicht zu entziehen, hatte er in der Nacht zum 23. Juli v. I. das zehn Monate alte Kind auf geradezu bestialische Weise ermordet. Vier Jahre Zuchthaus für einen Versicherungsbetrüger. Im Prozeß gegen den Glasfabrikbesitzer Hermann Bulle, ber in Groß-Kayna bei Halle nach einwöchiger Verhandlungsdauer zu Enbe geführt würbe, oertünbete der Vorsitzende des Gerichts folgendes Urteil: Der Angeklagte Hermann Bulle wird wegen vollendeten Versicherungsbetruges In Tateinheit mit versuchter Brandstiftung zu vier Jahren Zuchthaus und 50 000 Mark Geldstrafe, sowie zehn Jahren Ehrenrechtsverlust verurteilt. Wettervoraussage. Das Zentrum des umfangreichen Fallgebietes befand sich heute morgen über dem östlichen Deutschland. Durch seine Rückreise wird weiterhin ozeani- sche Luft nach dem Festland angesaugt, so daß das Wetter seinen wechselhaften Charakter beibehält. Vereinzelt ist noch mit etwas Schnee zu rechnen, doch läßt die Niederschlagstätigkeit allmählich nach. Kaltluft und vorübergehendes nächtliches Aufklaren verursachen nachts noch Frost. Au sfichten für Donnerstag: Wechselnd bewölkt mit Aufklaren, Nachtfrost, vereinzelt noch etwas Schnee. Lufttemperaturen am 27. Februar: mittags —0,2 Grad Celsius, abends —2,4 Grad; am 28. Februar: morgens —0,3 Grad. Maximum 0,5 Grad, Minimum — 3,2 Grad. — Erdtemveraturen in 10 cm Tiefe am 27. Februar: abends 0,9 Grad; am 28. Februar: morgens 0,8 Grad. — Niederschläge 3,1 mm. — Schneedecke 6,9 cm. Amtliche Wintersportnachricht. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 5 Grab, im Walbe 35 bis 45 cm Pulverschnee, 12 bis 15 cm Neuschnee; Spvrtmöglichkeit gut bis sehr gut._________________________________________________ Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen T«il: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Han« Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber An- zeigen: Theobor Kümmel. DA. 1.34: 11 700. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Nachdruck verboten! 3. Fortsetzung. hatte er nur die Antwort erhalten, daß sie ganz gut Garde, auskämen. Rosemarie hätte sich eher die Zunge Tasche abgebissen, ehe sie es fertiggebracht hätte, eine I hätte? von Rosemaries Mantel. (Fortsetzung fol-it.) in ihm auf... Ein Vierteljahr höchstens würde er noch hier bleiben, dann mußte- er zurück in das große rhei- >, um dort die Kleid angesehen hatte. „Rosemarie, du hast mir den Glauben an die Frau wiedergegeben. Das will ich dir danken!" sagte er innig. Aber jetzt mußte er seine Gedanken gewaltsam auf die Arbeit lenken. Er lachte. Sonst zählte er schließlich jeden Betrag doppelt ein. Es wollte heute sowieso nicht recht vorwärtsgehen. Aber er muhte es schaffen, denn morgen war der Erste. Ach, und da lag noch wichtige Post. Schließlich würde er erst einmal diktieren. Dann ging es nachher um so besser. Oft, auffallend oft hatte er in der letzten Zeit Rosemarie zum Diktat, aber immer ging das nicht. Wie hübsch waren aber diese Stunden gemeinsamer Arbeit gewesen. Rosemarie sah ja sein Lächeln nicht, wenn sie den Kopf mit den golden schimmernden Locken tief über das Papier neigte und eifrig stenographierte. Sogar fremdsprachliche Diktate hatte sie tadellos erledigt. Da war er schon wieder bei Rosemarie angelangt. „Nicht nur ein hübscher Kerl, sondern ein kluger dazu!" sagte er leise und stolz. Aber jetzt endgültig Schluß! Er überlegte, ehe er auf den Knopf drückte. Einmal: das galt dem Fräulein Lobe, zweimal bedeutete die Schuller, und erst auf dreimaliges Klingeln erschien Rosemarie. Doch jetzt mußte er sich beherrschen. Einmal! Er ballte die Fäuste. Gleich würde sie erscheinen, die gräßliche Lobe, die ihn immer so anstarrte, daß er oft die Lust verlor. Er hatte es schon lange gemerkt, daß sie für ihn schwärmte, und zog sie oft spöttisch auf. Aber das schien das ältliche Mädchen kaum zu bemerken. Wenn sie geahnt hätte, wie wenig Doktor Wangenheim sie leiden mochte, und wie oft er bedauerte, daß Rosemarie gerade in ihrer allernächsten Umgebung war! Irgendwie wurde er das Gefühl nicht los, daß die Lobe einen bösen, tückischen Charakter hätte, so freundlich sie auch zu ihm war. Er hatte auch Rosemarie schon befragt, doch da Plan durch ihr Hirn. Mit raschem Griff packte sie den Lohnbeutel eines Angestellten — vierhundert Mark! — und ließ ihn im Ausschnitt ihres Kleides versinken. Dann verließ sie schnellen Schrittes. Doktor Wangenheims Zimmer. Unbemerkt schlich sie in die Garderobe und preßte den Lohnbeutel tief in die (Rosemarie, (Rosemarie... Roman von Käthe Metzner. bist so jung i . wie böse die Welt ist." Rosemaries Gedanken flogen zu Anna Lobe, und sie dachte bei sich, daß sie wohl wisse, wie häßlich manche Menschen seien. Aber gewaltsam schob sie den Namen von sich. Er sollte nicht fallen in dieser Stunde, da sie träumend an ihr Glück und ihre Zukunft dachte, die nun so strahlend hell vor ihr lag. Das Gespräch der beiden Frauen verstummte. Kollegin, und noch dazu eine Vorgesetzte, vor einem der Chefs bloßzustellen. Davon ahnte aber Doktor Wangenheim nichts. Da klopfte es auch schon behutsam. Rosemarie stand im Rahmen der Tür. „Sie möchten Fräulein Lobe bitte einen Augen- blick entschuldigen, Herr Doktor. Sie ist eben in die Statistik gerufen worden, um von Herrn Glaser Stenogramm aufzunehmen. Es würde aber nicht lange dauern." _, Rosemarie senkte den Blick. Der dienstliche Ton wollte nicht immer gelingen. Doktor Wangenheim lächelte und sagte mit stark scherzhafter Betonung der Worte: .Fräulein Neuß, es ist gut. Dann soll sie nachher hereinkommen. Aber da Sie einmal hier sind, nehmen Sie wenigstens etwas Arbeit mit." Und brummelnd diktierte er leise: „Liebe Rosemarie! Ich bin glücklich, daß ich dich jetzt hier habe und würde dich am liebsten überhaupt nicht wieder hinauslassen. Ach, wenn ich dir doch einen..." ,Aber warum schreiben Sie denn nicht weiter, Fräulein Neuß? Kommt Ihnen das so lächerlich vor? Ich muß doch sehr bitten", sagte er laut. „Na, dann gehen Sie schon, Sie unbrauchbares Madel, und schicken Sie mir sofort Fräulein Lobe!" schloß er offenbar ärgerlich, im Grunde genommen aber mit schwer unterdrücktem Lachen seine Rede. Rosemarie ging. „ Als die Lobe kam, gab es ein flottes Diktat. Er war so in seine Arbeit vertieft, daß er nicht sah, wie ihr Blick spähend über den Schreibtisch huschte. Er glitt an den wohlgeordneten gefüllten Lohn- tüten entlang und blieb an einem winzigen Fetzen Papier hängen, das Rosemarie soeben aus ihrem Stenogramm gerissen und mit den Worten: „Lieber, lieber Wolfgang!" bedeckt hatte. Sie mußte sich * furchtbar beherrschen, um ihre Wut nicht merken zu lassen. Fest biß sie auf die weißgewordenen welken Lippen. Also so weit war es schon mit den beiden! Ihr Haß auf Rosemarie wurde grenzenlos. Es klopfte hastig. ,Ein Telegramm für Herrn Doktor!" sagte der eintretende Bote. Doktor Wangenheim riß das Telegramm auf. Sein Gesicht war abgewandt, so daß die Lobe den Schmerz auf seinen Zügen nicht sehen konnte. „Wir müssen im Augenblick unterbrechen!" sagte er hastig, aber beherrscht. Mit diesen Worten sprang er auf und lief eiligen Schrittes hinüber in das Privatbüro seines Onkels. Als die Lobe die Tür hinter ihm zuschlagen hörte, sprang ein teuflischer seine Kenntnisse gewaltig erweitert, hatte viel neue Eindrücke und Erfahrungen gesammelt, die er spater daheim glänzend verwerten konnte. Sein Vater sollte seine Freude an ihm haben. Ehe er von hier wegging, würde er sich mit Rosemarie verloben, und dann sollte es nicht mehr lange dauern, bis er die köstliche Blüte in schönere Erde verpflanzte, wo sie herrlicher noch blühen sollte. Oh, wie sehr sehnte er sich danach, das Mädchen aus diesen engen Verhältnissen herauszunehmen. Von zu Hause hatte er keinen Widerstand zu erwarten. Angehörige besaß er nicht mehr, und sein Vater war ein wundervoll großzügiger Mensch, der immer das Herz der Menschen und nicht ihr Jede hing ihren Gedanken nach. Warum habe ich nur immer wieder eine solche Angst, eine so brennende Angst?, dachte Rosemarie noch im Einschlafen. Es ist doch alles gut. Wir werden immer beieinander sein, immer. Mit allem Glauben ihrer jungen Liebe klammerte sie sich an diese Worte und nahm sie mit hinüber in das Reich der Träume. * Freitag — Lohntag. In der Buchhandlung von Bachstedt & Co. ging es heute zu wie in einem Bienenhaus. Löhne mußten errechnet werden. Lohnbeutel waren zu beschreiben. Gelder wurden gezählt. Doktor Wangenheim machte, da es kurz vor dem Ultimo war, in seinem Büro die Angestelltengehälter zurecht. Sorgfältig zählte er selbst das Geld in die Lohntüten und schrieb Beträge und Namen darauf. Als er Rosemaries Beutelchen fertig machte, trat ein sinnend schmerzlicher Ausdruck in sein Gesicht. „Armes Kind! Sechzig Mark Anfängerinnengehalt! Wie kommst du nur damit aus?" Und dabei hatte er noch niemals von Rosemarie ein Wort der Klage gehört. Oft war er mit ihr an guten Juwelengeschäften stehengeblieben, um zu prüfen, ob nicht auch in ihr ein starker Zug weiblicher Eitelkeit wohnte, aber stets hatte sie sich kindlich über den herrlichen Schmuck gefreut, ohne je auch nur im geringsten den Wunsch geäußert zu haben, daß sie etwas davon besitzen möchte. Einmal hatte er sie scherzend beim Arm genommen und gesagt: „Komm, Rosemarie, wir wollen hineingehen. Ich möchte dir einmal ein recht schönes Stück schenken." Da hatte sie ganz ruhig gesagt: „Wenn du mir eine große Liebe erweisen willst, dann sprich nicht wieder so etwas, Wolf! Ich kann ohne diese Dinge leben." Ja, hatte er da gedacht, du kannst ohne diese Dinge leben, Kind. Du weißt ja auch nicht, wie schön du bist und daß die Liebe der Schmuck ist, der dich von Tag zu Tag noch tausendmal schöner macht. Zärtlich umkreisten seine Gedanken das liebliche Mädchen, und hoffnungsvolle Zukunftspläne stiegen Tante Berta wartete schon mit dem Abendessen. „Verzeih, Tantchen! Ich komme schon zu spät?" Frau Bergman lächelte nachsichtig. „Nein, Rosemarie. Ich bin eben fertig. Und dann — ich verstehe doch, Kindel. Ihr konntet euch wieder mal nicht trennen — nicht wahr?" Rosemarie lächelte; aber es war ein Lächeln unter Tränen. . Da erst gewahrte Frau Bergmann jenen tief ms Herz greifenden Ausdruck auf Rosemaries Gesicht, wie ihn nur höchstes Glück oder tiefster Schmerz zeichnen. r„ . Da ging sie mit schnellen Schritten auf Rosemarie zu, und wie in den Tagen der Kindheit nahm sie das liebe süße Gesichtchen in die Hände und blickte ganz tief in die großen blauen Augen. „Mädelchen, mein liebes, kleines Mädel, was ist dir? Ist es aus? Bist du unglücklich!" Aber vor dieser mütterlichen Güte wich alle Verstörtheit von Rosemarie. Sie schmiegte sich ganz tief in die treuen, sorglichen Arme und sagte mit heißem Erröten: _ ri „Nein, nein, gerade das Gegenteil, Tantchen. Erst seit heute wissen wir zwei, wie lieb wir uns haben. ,Wir bleiben immer zusammen,, Rosemarie — immer!', hat er mir heute gesagt." Tante Berta durchfuhr ein freudiger Schreck. „Oh, Kind, wie mußt du dem lieben Herrgott dankbar sein für solch ein Glück! Und da lachst du nicht, Kind? Mädel, du weinst ja?" „Es ist so unausdenkbar, Tantchen. Nicht daß er reich ist — nein, das bedrückt mich nicht, aber daß ich ihn so lieb habe, daß ich für ihn sterben könnte." Fast leidenschaftlich fielen die Worte von Rosemaries Lippen, aber bei Tante Berta fanden sie inniges Verständnis. Als Rosemarie etwas ruhiger geworden war, setzten sie sich zu Tisch. Nun war ja alles gut. Frau Bergmann fühlte erst jetzt, welch schreckliche Angst sie in all den. Wochen um Rosemarie ausgestanden hatte. Sie hatte alles allein mit sich herumgetragen. Rosemarie erfuhr das erst jetzt. „Rosemie, du glaubst nicht, wie ich mich um dich gebangt habe. Es gibt doch so viele unwürdige Männer, die mit einem armen schönen Mädchen nur ihr Spiel treiben und garnicht daran denken, es ernst zu meinen." „Aber Tante, kennst du mich wirklich nicht? Glaubst du denn, daß ich mich dazu hergegeben [HC f uitriucii, uuiui mupic ci guiuu in c Rosemarie schaute mit großen, fragenden Augen nische Jndustriewerk seines Vaters, auf ihre Tante. ! Leitung zu übernehmen.___________ Nein nein, Kind, das glaube ich nicht. Aber du i Sein Vater wurde älter und war manchmal schon noch, so unerfahren, und weißt nicht, recht hinfällig. Da brauchte er dringend eine Stutz . Welt ist." Na, er hatte im großen Betrieb seines Onkels SeMMklSgeliverMsioiogie Der blaue Festanzug 17. Vortrag: 1243D 1237D 1251 A ^UNges 01066 I Wende MensmWlUW-GeselNlisi 2. 3. zum 4. ) Schriftl. Angeb. unter 12531) an imt. 1254D a. d. den Gieß. Anz. I Gießen. Anzeig. Fleisch usw. Waren, Backwaren, Butter, Milch und Eier, Hessische Bürgermeisterei. I. V.: Wagner, Beigeordneter. Nettes, junges Mädel zur Hilfe in klein. Haush. (2 Pers.^ für vormitt. ges. ist für die Arbeitsfront bestimmt. Am 1. Mai 1934 soll jeder Angehörige der Arbeitsfront beim Aufmarsch mit dem blauen Festanzug versehen sein. Der nationalsozialistische Führer der Schneider-Pflichtinnung für Stadt und Kreis Gießen erbittet alle Arbeitsfrontier, zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung das notleidende Schneiderhandwerk dadurch zu unterstützen, daß sie sich jetzt schon entschließen, den Auftrag ihrem Schneider zu übertragen. Die Reichszeugmeisterei hat die Herstellung nach einheitlichen Richtlinien in Bezug auf Qualität des Stoffes und der Zutaten, sowie der Preise festgelegt Los 1. „ 2. ,, 3. „ 4. „ 5. ,, 6. „ 7. „ 8. „ 9. „ 10. „ 11. „ 12. „ 13. Stühle werden gestockt. Gr. Steinweg»: Mädchen sucht Stellung in Verkauft Lebens- mittel) u. Haushalt. Familien- anschl.erwünscht. Gest.Offerten an Otto Gall, Bü- dingenlOberh.), Düdelsh.Str.39. Zwergspitz (Hündin) gelbbraun, und weiß älter. Hündchen, auf den Namen Strips hörend, abhand gekomm. Wiederbring. g. Belohnung. 01054 Tr. Binzcl Bismarckstr. 44 I zum Vollstreckungsbeamten; der stellv. Geschäftsführer Karl Weber, geb. 27.11.1890, zum stellv. Vollstreckungsbeamten; der Krankenkassenangestellte Arthur Schmidt, geb. 8. 6.1910, zum Vollziehungsbeamten; der Krankenkassenangestellte Richard Arnold, Schriftl. Angeb. unt.01065 a.den Gießen. Anzeig. Illllllllllllllllllllllimill Darlehen langfristig, unkündbar, zu günstigen Bedingungen, Zweckspar- Aktienges.ülainz, Mainz, Kaiser- straße 18, Unter Neichsausticht It. Gesetz vom Mai 1933. Kostenlose Beratung: SioD Otto Waqner, GroßenBuseck Vertreter gesucht IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIII Entschuldungsverfahren. Heber den landwirtschaftlichen Betrieb des Landwirts Heinrich Volkmann neunter und seiner Ehefrau, Marie Elisabeths, geb. Weller, beide in Heuchelheim, wird das Entschuldungsverfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. Juni 1933 heute um 15.50 Uhr eröffnet. Die Bezirkssparkasse Gießen in Gießen wird zur Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 10. April 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meidung der in § 11 Abs. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 22. Februar 1934. 12470 Hessisches Amtsgericht. la-Kl. la- „ lb= „ lb- „ 2a= „ 2a- „ 2b- „ 2b- „ 2b- „ 2h- „ 3a- „ 3a- „ 3a- „ Christlich. Kaufmann sucht Vertretungen zum Besuche der vandkundschaft. Schriftl. Angeb. Wasctihütten Pflanzenkübel Handleiterwagen Ersatzräder Küferei Sommerkorn Bleichstr.12. i236D 60 Stück 120 „ 37 „ 40 ,, 38 „ 41 „ 29 „ 26 „ 23 „ 20 „ 12 „ 15 „ 15 „ - 12,01 fm (N) = 21,10 „ „ - 12,30 „ „ - 13,56 „ „ - - 18,97 „ „ = 27,06 „ „ - 27,91 „ „ = 19,83 „ „ - 25,00 „ „ - 20,49 „ „ - 16,47 „ „ - 22,56 „ „ = 16,09 „ „ Lieferungsvergehung. Für das Rj. 1934 soll auf dem Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden der Bedarf an: Mtw Gießen. iu»D Donnerst., L 3- 20—22 Uhr: N.S.-Gemein- schäft „Kraft durch Freude- Konzert des Stadttbeater- Orchesterö. Karten durch die Verbände und sämtl. NSBO.- Dienststellen. Amtliche Bekanntmachung aus dem Kreise (Schotten. Vetr.: Bienenzucht. Die Bienen tragen bei ihrem Fluge von Blüte MosMlen bill. mit 5-Sitz.- Limousine. oioei Karl Lorenz Telefon 3287. diesem Unfug und bittet die Schulvorstände, die Schulkinder in geeigneter Weise zu belehren und aufzuklären. . 1245C Die Bürgermeistereien wollen sich ebenfalls den Schutz der Hasel- und Weidenkätzchen angelegen sein lassen. Heizmaterial. Sowie für die Zeit vom 1. April bis 30. Juni 1934 der Bedarf in allen Verzehrungsgegenständen wie Marmelade, Margarine, Bohnen, Linsen usw. und der Bedarf in Verbrauchsgegenständen wie Reinigungsmittel usw. Verlängerung des Vertrages von Vierteljahr zu Vierteljahr bis zi,m März 1935 nicht ausgeschlossen. Die Lieferungsbedingungen können vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf der Verwaltung eingesehen werden. Die Angebotsformulare werden gegen Abgabe der Selbstkosten daselbst abgegeben. Angebote und Warenmuster sind getrennt und mit entsprechender Anschrift versehen, verschlossen bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, den 15. März 1934, vormittags 11 Uhr, hier einzureichen. Zuschlagsfrist 10 Tage. Gießen, den 28. Februar 1934. Verwaltung der Prooinzial-Pflegeanstalt. geb. 11. 11. 1897, zum Dollziehungsbeamten, sämtlich bei der Allg. Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen bestellt. Durch Beendigung des Dienstverhältnisses der Angestellten 1. Heinrich Fourier und 2. Hermann Muht bei der Allg. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt ist ihn Bestellung zu Vollstreckungs- bzw. Vollziehung-' beamten durch das Versicherungsamt der Stadt Gießen mit Verfügung vom 26. Februar 1934 auf' gehoben worden. 1240D Allg. Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen. Der Vorstand: I. A. gez.: Rees. ... ... - „ - - zu Blüte ganz wesentlich zur Befruchtung der Obstbäume bei. Ihre erste Nahrung im Frühjahr finden sie an den Hasel- und Weidenkätzchen. Leider ist zu beobachten, daß vielfach, besonders durch Kinder, diese Zweige mit Kätzchen abgerissen und meist achtlos beiseite geworfen werden. Im Interesse der Bienenzucht und des Obstbaues ist dies scharf zu verurteilen. Das Kreisamt Schotten warnt vor Holzsubmission. Die Gemeinde Großen-Duseck verkauft im Wege des schriftlichen Angebots: 1239D Fichlen-Slämme. Mietgesuche I Wohnung in schön gelen. Landhaus am Wald mit Bad, Garten, für Cr- holungsbedürft. preiswert sofort gesucht. Schriftl. Angeb. u. 01055 an. d. Gieß.An;. 1 TANZ jeden Mittwoch und Samstag im 01059 Stadt-Kaffee Neue Kapelle MriiiindiD (läufig) u. schw.- wcißer, glatthaariger Fox, seit 25. Februar entlaufen.zuletzt gesehen im Forst- garten. Geg. Belohnung abzug. .vprttgarten ob. Loberitrakeiov. Donnerstag, 1. März 1934 Metzelsuppe Restaurant Heinr.Dippel Am Oswaldsgarten 1242 0 Kursus im Anfertigen von Kleidern Anmeldungen jederzeit. o,°»i Käthe Cambeis Gr. Steinweg 3. Wissenschafti. Werke Sondergebiet der ßrühl’schen Druckerei - 24,90 „ „ Losen getrennt bis „ • 14. 3a- „ 17 , Die Angebote sind nach o_........... Montag, dem 5. März 1934, mittags VA Ahr, bei hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo anschließend die Eröffnung erfolgt. Die Bedingungen werden im Termin bekanntgegeben. Das Holz lagert in den Distrikten Kirschbaum, Entenpfuhl, Eichwald, Schwalbenwald, Esp, Reitsberg und Wellersloh und ist mit Ausnahme vom Distrikt Wellersloh ohne Rinde gemessen. Auf Wunsch wird das Holz vorgezeigt. Großen-Buseck, den 26. Februar 1934. sucht für die Besetzung ihrer Jnkassostelle Gießen energische, kautionssähige arische Persönlichkeit Da von dem Inkassanten neben der Betreuung des Bestandes auch entsprechendes Neugeschäft erwartet wird, kommen nur Herren in Frage, die hauptberuflich diesen Posten zu übernehmen bereit sind. Bewerbungen mit Belegen über seitherige Erfolge, Angaben von Referenzen und Beifügung emes Lichtbildes unter F. HL 6133 (1249V) an den Gießener Anzeiger erbeten. — Strengste Verschwiegenheit wird zugesichert. Posaune zu kauf gesucht. Sehr. Angeb. m. Pr.u.01072 a.d. Gießen. Anzeig. [Verschiedenes] Tapezierarbßilen und Tapetenlieferungen sowie alle Polster-Wien werd, in bekannt. Güte schnellstens ausgeführt von Tavezierermstr. FvanzVoik Ciebigftr. 93. Mose 3 Zimmer und Küche in Wieieck oder Klein-Linden baldigst zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote u. 01057 an d. Gieß. Anz. [Stellenangebote] Jüngeres Mädchen für einige Stunden am Vormittag im Haushalt gesucht. 01049 Zu erfragen in der Gesmäftsst. desGieß.Anzeig. Leistungsfähige, alteingeführte Fabrik eines tägl. Bedarfsartikels sucht jung. HERRN der nach Möglichkeit schon gereist hat, zur Bearbeitung des Bezirks Hessen und Hessen-Nassau. Nur erstklassige Kräfte wollen sich unter Beifügung eines Lichtbildes melden unter 01064 an den Gießener Anzeiger. Die Snnliiiien des NmW« am Sonntag, den 4. März 1934, um IIO2 Uhr vünktl., im Physiologischen Institut, Fricdrichstr. 24 Vvosessov Dv. Vüvkev. Besuchen Sie den herrl.gelegenen Schiffenberg im Schnee um sich an dem entzück. Winterlandschaftsbild zu erfreuen. Besonders reizvoll ist dies auch 1258V bei Mondbeleuchtung! Gelegenheit f. Skilaufen u. Rodeln ItHctai mit gut. Zeugn. sucht Stellung z. 15. März z. älter. Ehepaar oder in frauenl. Haush Schriftl. Angeb. unt.01071anden Gießen Anzeig. Verkäufe 3-PS-MOTOR (Gleichstrom), A. E. G., mit Anlasser Sandschleifstein m. Transmiss. Werkbank Schraubstöcke Schmiedefeuer wenig gebraucht, billigabzugeben. Schr.Ang. unter 01069 a.d.G.A. Illllllllllllllllllllllllllll MvelWineke VMegeMre billig zu verkaufen. 01070 £ieölgftro6ei31. 111111111111111111111111111111 Ein gebrauchtes Sofa billig abzugeben Näheres in der Geschäftsstelle d. Gießen. Anzeig. Kaufgesuche"] 4/20 W- cuMM gut erhalten, zu kaufen gesucht. | Vermietungen"! Schöne 5-Ziinui.-Wohn. per 1. Avril zu verm. 1252V Näh. 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Gießen, den 22. Februar 1934. 1246V Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Durch Beschluß des Versicherungsamtes der Stadt Gießen vom 26. Februar 1934 wurde 1. der Geschäftsführer Otto Jung, geb. 10.1. 03, Ur. 50 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 28.8ebruaN9Z4 Aus der Provinzialdauptstadt. Darum ermüden wir? Don Dr. med. Hansl Vollenborn. Wir sind zwar darauf eingestellt, nach unserem mejjr oder weniger anstrengenden Tagewerk abends müde zu werden, wundern uns jedoch immer von neuem darüber, daß dieser abends so ersehnte Zustand manchmal auch scheinbar oöllia unbegründet schon am Tage ohne jeden äußeren Anlaß eintrttt, aanz gleichgültig, ob wir geistige oder körperliche Arbeit geleistet haben. Ist es überhaupt nicht eigenartig, daß, obwohl nur einzelne Muskelgruppen arbeiten, immer der ganze Körper ermüdet. Außerdem bringt körperliche Arbeit in gesteigertem Maße auch eine geistige Ermüdung hervor und ebenso umgekehrt. Die einzige Erklärung für dieses Verhalten ist darin Mütter kämpst für eure Kinder! Werdet Mitglieder der NS.< Volkswohlfahrt! zu suchen, daß die Müdiakeit auf dem Uebertritt gewisser Stoffe in den allgemeinen Kreislauf beruht. Dieser Stoff ist chemisch festgestellt. Es handelt sich um die Milchsäure. Diese Säure entsteht bei jeder Anstrengung und bedingt eine Aenderung der Zusammensetzung des Muskeleiweihes. Bei angestrengter Arbeit ist ihr normaler Wert'im Blute oft zehnfach vermehrt. In der Erholungspause, die durch Ausruhen oder Schlaf nach jedem Müdigkeitsgefühl eintritt, wird diese Milchsäure zum Aufbau lebenswichtiger Bestandteile unseres Organismus verwendet. Die Milchsäure ist jedoch nicht der allein Schuldige für unsere Ermüdung. Sie steht immer in Verbindung mit gewissen Eiweißabbauprodukten, durch die eine Säurung des Blutes erzielt wird. Durch diese Uebersäuerung nehmen die normalen „Alkali"-Reseroen, die in unserem Körper den Gegenpol zu den Säuren bilden, überaus rasch ab. Lediglich bei sportlich Geübten wird diese Abnahme nicht im gleichen Maße eintreten. Die bekannte Alkoholmüdigkeit beruht auf einer vermehrten Kohlensäurespannung im Blute nach eingetretenem Alkoholabbau. Aber auch das Nichtstun macht müde. Ebenso führt eine lustlos ausgeführte Arbeit rasch zur Ermüdung, meist sogar schneller und intensiver, als eine mit Interesse ausgeführte Arbeitsleistung es zu tun vermag. Dieser Vorgang kann durch gewisse Vorgänge im Zentralnervensystem, also im Gehirn, erklärt werden. Es muß dort zur Bildung von Ermüdungsstoffen kommen, die bei Nervösen und Mißgestimmten wirken, während sie beim Gesunden keine Folgen haben. Der Nervöse und leicht Ermüdbare müßte ja nun eigentlich besser und tiefer schlafen. Leider ist das Gegenteil der Fall. Wir müssen nämlich wissen, daß der Schlaf nicht durch die Ermüüungsstoffe bedingt ist, sondern hauptsächlich durch die Ausschaltung aller Außenreize. Gerade der nervöse Mensch hat es besonders schwer, sich von diesen Reizen gänzlich frei zu machen und zur richtigen Ruhe zu gelangen. Falls wir nicht richtig ausschlafen, werden die Ermüdungsstoffe nicht völlig aus dem Körper entfernt, wirken auch am nächsten Tage nach und lassen das Müdigkeitsgefühl nie ganz verschwinden. Manchmal allerdings ist eine übergroße Müdigkeit ohne äußeren Anlaß auch als Vorbote zu Krankheiten zu betrachten. Beim Herzkranken produziert die kleinste Arbeit schon viel Milchsäure. Selbst im Ruhestand kann dieser Fall bei schwer Herzkranken eintreten. Bei dem Vorliegen von Kreislaufstörungen erhöht sich nämlich der Umsatz unseres gesamten Stoffwechsels, ein erhöhter Sauerstoffbedarf tritt ein, und nach der geringsten Anstrengung ist eine längere Erholung erforderlich. Dieselben Feststellungen lassen sich bei erhöhtem Blutdruck treffen. Aber auch Personen mit besonders niedrigem Blutdruck fühlen sich oft besonders müde, was wohl einfach mit einer mangelhaften Durchblutung der Körpergewebe zu erklären ist. Bei Nierenkranken wird mit der Zeit sich das Uebertreten gewisser Müdigkeit hervorrufender Stoffe in das Blut nicht vermeiden lassen, da die Nierenkanäle allmählich ihre normalen Wandbestandteile verlieren. Bekannt ist ja auch das Müdigkeitsgefühl der Blutarmen und Bleichsüchtigen. Die Ursache hierfür ist in Einern vermehrten Zerfall der Blutkörperchen zu erblicken. Wie müde fühlen sich aber viele schon bei einem gewöhnlichen Schnupfen! Der Schnupfen bedingt genau wie Grippe oder auch schwere Infektionskrankheiten gleichfalls einen erhöhten Stoffwechselumsatz und hat daher einen vermehrten Eiweiß- abbau zur Folge. Wir sehen also, aus wie verschiedenartigen Gründen wir auch ohne große Arbeitsleistung ermüden können. Es liegt natürlich kein Anlaß vor, bei jedem derartigen Ermüdungszustand sofort ängstlich zu werden, doch würde sich empfehlen, bei dauerndem Ermüdungsgefühl ohne äußeren Anlaß sich einer gründlichen ärztlichen Untersuchung zu unterziehen, um ungewöhnliche Ursachen rechtzeitig feststellen und abstellen zu lassen. Einschränkung der Leistungen der öffentlichen Fürsorge für Zuziehende. In letzter Zeit konnte man die Wahrnehmung machen, daß eine Reihe von Städten gegen unerwünschten Zuzug Auswärtiger insofern zur Selbsthilfe schritt, als sie die Richtsätze der öffentlichen Fürsorge für zuziehende Personen im Vergleich zu den ortsansässigen Hilfsbedürftigen wesentlich einschränkten. Es ist nun von Interesse, zu erfahren, daß hier jetzt die Reichsgesetzgebung eingreift. Auf Grund einer Verordnung zur Aenderung der Reichsgrundsätze Über Voraussetzung, Art und Maß Winierhilsswerk des deutschen Volkes 1933/34 Kreisführung Gießen. Bett.: Geschäftsplakelten. Die Anforderung der Plaketten für den Monat März muh mit Der Bescheinigung, daß die Voraussetzungen zum Erwerb der Plakette erfüllt sind, bis spätestens zum 3. März schriftlich an die Kreisführung, Amtsgericht Zimmer 202, gerichtet werden. Die Ausgabe derselben erfolgt in der Alten Klinik, Liebigstraße. Befr.: kohlenscheine. Serie E (Gießen-Sladt). Die Kohlenscheine der Serie E sind bis spätestens 5. März an die Geschäftsstelle der Kreisführung des Winterhilfswerkes, Amtsgericht, Zimmer 202, einzureichen, woselbst die Wertquittung in Empfang genommen werden kann. Nach dem Termin eingehende Kohlenfcheine können nicht berücksichtigt und müssen direkt an Den Landesverband in Kassel eingereicht werden. Heil Hitler! gez..- Klö ß, Kreisführer des WHW. F. d. R. gez.: M o h a u p t, Kreisgeschäftsführer des WHW. Denkt an das Eintopfgericht! Das Gaupresseamt teilt mit: Das Eintopfgericht wird am ersten Sonntag des Monats gefeiert, also am 4. März. Es darf nicht vorkommen, daß die Erträgnisse Der Sammlung gegenüber Den vorhergehenden Monaten abnehmen. Wo Dies Der Fall ist, muß man von einer Schande für die ganze Stadt und für das ganze Dorf sprechen. Es steht fest, daß es immer noch Volksgenossen gibt, die Den Sinn des Eintopfgerichtes noch nicht begriffen haben. Das Eintopfgericht hat nur Dann einen Sinn, wenn es zugleich ein Opfer Dar» stellt. Man soll sich zwar satt essen, aber man soll einfach essen, und das Geld, das man dadurch spart, für die notleidenden Brüder opfern. Es ist bedauerlich, wenn wohlsituierte Herrschaften die Sammler abweisen, oder mit ganz geringfügigen Beträgen abspeisen. Wer so handelt, stellt sich außerhalb der Volksgemeinschaft. Er wird ein Fremder im eigenen Daterlande sein. Wenn ihm ein frohes „Heil Hitler" entgegenschallt, dann muß er erröten, weil er dem Volkskanzler nicht die Treue gehalten hat, der ihn und seinen Besitz vor dem Bolschewismus beschützt hat. Wenn andere frohen Mutes ihr Eintopfgericht verzehren, dann muß er fürchten, von seinen Kindern und von seinem Hausmädchen verachtet zu werden. Man muß sogar daran zweifeln, ob sie es überhaupt verdienen, Deutsche zu heißen; denn das Eintopfgericht ist ein deutscher Volksbrauch geworden, Dem sich niemand mehr entziehen kann. Opfert am 4. März Durch das Eintopfgericht! Hausplakette Anstecknadel Die amtliche, oon Der BeidjsfQhrong Des W. tz. ID. heransgegebene Opfecpiafette für Den Monat März Der öffentlichen Fürsorge vom 10. Februar 1934 (RGBl. Nr. 17 S 99) kann nunmehr in Gemeinden, die von der obersten Landesbehörde als Notstandsgemeinden erklärt worden sind, die Fürsorge für Personen, die in die Gemeinde nach ihrer Erklärung als Notstandsgemeinde zuziehen, unter strengster Prüfung der Voraussetzungen der Hilfsbedürftigkeit auf das zur Fristung des Lebens Unerläßliche 'oder unter Ablehnung offener Pflege auf Anstaltspflege beschränkt werden. Dies gilt nicht für Klein- oder Sozialrentner und ihnen gleich- stehende. Als Zuziehender gilt jeder, der in der Notstandsgemeinde Aufenthalt nimmt und dort unmittelbar vor diesem Zeitpunkt keinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Die Erklärung einer Gemeinde als Notstandsqemeinde fetzt voraus, daß ihr Haushalt durch Wohlfahrtslaften in außerordentlichem Umfange belastet ist. Der Unterschied zwischen der eingeschränkten Fürsorge und der allgemeinen Fürsorge nach den Reichsgrundsätzen über Voraussetzung, Art und Maß der öffentlichen Fürsorge vom 1. August 1931 besteht darin, daß hier Aufgabe der Fürsorge ist, dem Hilfsbedürftigen den notwendigen Lebensunterhalt zu gewähren, während nach den neuen Bestimmungen' für zuziehende Hilfsbedürftige in Notstandsgemeinden nur ein Anspruch besteht auf die Gewährung des zur Fristung des Lebens unerläßlichen Unterhalts. GG-Sturmbannführer Nickel nach Wiesbaden versetzt. Durch Befehl des SS.-Oberabschnitts West wurde Sturmbannführer Nickel, der Führer des SS.- Sturmbanns IV/33 Oberhessen, in gleicher Dienststellung mit sofortiger Wirkung nach Wiesbaden versetzt. Man wird Herrn Sturmbannführer Nickel, der sich in weiten Kreisen der Bevölkerung in Stadt und Land großer Beliebtheit erfreute, nur mit Bedauern von hier scheiden sehen. Freiwillige vor! Die Gauführung des Winterhilfs« werks teilt mit: Auch wenn das Winterhilfswerk am 1. April zu Ende geht, find weitere Opfer notwendig. Die N S.- Volk'swo hl fahrt, die bisher ihre ganze Kraft darauf konzentrieren mußte, unsere Aermsten vor Hunger und Kälte zu schützen, wird erst dann ihre eigentliche Arbeit aufnehmen können. In jedes Haus, in jede Wohnung muß sie einen Boten entsenden, der dort nach dem Rechten sieht, der die Schwachen stützt, die Unwissenden belehrt, den Heimatlosen Vater und Mutter ersetzt. Nur Menschen, die mit dem Herzen ganz bei der Sache sind, nur Menschen, die es mit dem Nationalsozialismus ernst meinen, sind für diese Arbeit geeignet. Wir wissen, daß viele solcher Menschen unter uns leben. Sie müssen nur ihre Aufgabe erkennen und den Entschluß fassen, sich in diesem entsagungsvollen, aber segensreichen Kampf für die Nation einzusetzen. Auch heute heißt es wieder wie im August 1914: „Freiwillige vor!" Wer mitkämpfen will, reiht sich ein in die Kampffront der NS.-Volks- wohlfahrt. v (VX_ Anmeldung nehmen die Ortsgruppen der NS.- Volkswohlfahrt entgegen. Zusammenarbeit mit der Handelskammer. Die Industrie- und Handelskammer Gießen sieht sich veranlaßt, darauf hinzuweifen, daß sich in letzter Zeit die Fälle mehren, in denen Firmen, die Wünsche oder Beschwerden vorzubringen haben, sich unmittelbar an den Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag, ober auch an den Herrn Treuhänder der Arbeit wenden, selbst wenn dieser nach Lage des Falles mit der betreffenden Angelegenheit überhaupt nichts zu tun hat. Da der Rhein-Mainische Industrie- und Handelstag grundsätzlich die örtlich zuständige Industrie- und Handelskammer in solchen Fällen zu hören pflegt. Bach und Beethoven. Eine Einführung zum Symphonie-Konzert des Konzertvereins. Mit der „Eroika" war es Beethoven gelungen, der symphonischen Form eine neue Prägung zu geben, die bestimmend wurde für die Reihe der späteren Symphonien. Es scheint, als wollte Beethoven nach dem Ringen mit dem Problem in der dritten Symphonie sich nun ruhigeren, freundlicheren Gefilden zuwenden in der vierten. War ihm in der Auseinandersetzung mit dem Stoff bei Der Es-Dur-Symphonie der große Wurf in Der Bannung des Formalen gelungen, so möchte man in der Z-Dur-Symphonie erkennen, wie Die Freude an Der Beherrschung Der inneren Gestaltung ihn hier beim Schaffen leitet. Die überall im Werke zutage tretende leicht flüssige Erfindung ist verschiedentlich die Veranlassung zu einem Durchaus nicht berechtigten Werturteile über Die so reizvolle Symphonie geworden, und meistenteils wird man sie leider zu Unrecht nur dann auf Dem Programm finDen, wenn es gilt, Den Zyklus Der Beethovenschen Symphonien abzurunDen. Während z. B. Beethovens Dritte und fünfte Symphonie inhaltlich durch eine ganz bestimmte Idee getragen werden, scheint Die vierte ihr treibendes Moment im Erwachsen Der musikalischen Formung selbst zu finDen. Dafür spricht Die Einleitung Des ersten Satzes. Die gehaltenen Bläsertöne mit der suchenden Unisono-Seitenbewegung der Streicher können als ein Abbild des Momentes Der Besinnung gelten. Ein kurzes Weiterspinnen des an- geschlagenen Gedankens führt wieder zum Ausgangspunkt zurück. Ein neuer Ansatz läßt durch enharmonische Umdeutung einen neuen Pfad gewinnen; aber immer noch liegt über der Entwicklung etwas Grübelndes, etwas rätselhaft Suchendes, bis plötzlich fast blitzartig Das Kopfthema des Allegro vivace durchbricht; es ist mit Entschlußsicherheit erfüllt, froh bejahend. Ein kurzer, episodi- scher Zwischensatz, Der mit seinen Bläserbindungen an die Einleitung gemahnt, läßt dann das Hauptthema sich nun in voller Kraft entfalten. Die zweite Themengruppe stellt sich weniger in scharfen Kontrast zum Hauptthema, als daß sie bestimmend wird durch ihren mehr friedlichen, heiteren Charakter, fast zum Idyllischen hinneigend in den kanonischen Verwebungen von Klarinette und Fagott. Die Durchführung ist vornehmlich beherrscht vom Kopfmotiv des Hauptthemas, Das in feiner Verarbeitung neues melodisches Gut heraussprießen läßt. Fast verliert es sich in romantischer Ferne, so in der eigenartigen Wendung nach Fis-Bur. Da gebietet Die Pauke, zunächst ganz pianissimo wirbelnd, Einhalt; ihrem Krescendo folgt ein motivischer Aufschwung, und mit Fortissimo bricht nun die Reprise herein. Das Adagio spricht mit menschlicher Unmittelbarkeit zum Hörer durch seine Innigkeit und seine warmen Herzenstöne, lieber dem Pulsschlag, Der im Grundrhythmus des ersten Taktes angegeben wird, erhebt sich das Hauptthema in weihevoller Feierlichkeit, dem sich später in Der Klarinette ein zweiter wehmütig anflingenDer Gedanke gegenüber» stellt. Wie eine großartig angelegte Variation über Das Hauptthema gibt sich der weitere Verlauf dieses Satzes. Er erreicht seinen geistigen Höhepunkt in der Moll-Wendung Des Themas. Mit Der Geschlossenheit Der Stimmung, mit Der wohl abgewogenen Gegenüberstellung und Verwebung oon Streichern und Holzbläsern und Der motivisch bedeutsam beteiligten Pauke muß man gerade dieses Adagio zu den beglückendsten Eingebungen der Symphonik rechnen. Den dritten Satz hat Beethoven seinem Charakter nach nicht näher gekennzeichnet; über Das Menuett im hergebrachten symphonischen Stile weist dieses Allegro vivace mit der im Anfang gegen den Takt strebenden motivischen Gliederung ebenso wie durch starke Kontrastwirkungen und einen auffallenden Zug zur Verinnerlichung hinaus. Das zunächst Den Holzbläsern zugeteilte Trio-Thema wird durch Zwischenrufe Der Streicher beleuchtet und bindet sich Dann mit rollenden Streicherfiguren. Der ganze Satz läßt in einzelnen Momenten auf Die Fünfte vorfühlen; Die überraschende Schlußwendung zeigt seinen Scherzo-Charakter. Das Finale stellt Der Versonnenheit des Anfangs der Symphonie sprühende Tatenfreude, bejahenden Wirklichkeitssinn gegenüber; nicht Kampf und Sieg wie in späteren Werken, sondern ein herzhaftes Zugreifen, eine Heiterkeit, die der Sorgen Herr geworden ist, strahlen sich hier aus; frohe Laune, ja Uebermut, lassen in Der Coda Das Thema sich verlieren, verflüchtigen, um Dann um so beschwingter Dem Schluß zuzu- ftreben. Wohl selten prägt sich Die Geschichte einer Oper in Der Zahl Der Ouvertüren so ab wie in Den vier Einleitungen zu Beechovens „Fidelio". Von Den Drei Leonoren-Ouverturen hat Die erste mehr Den Charakter einer Vorstudie, sie wurde erst nach Dem Tode Beethovens veröffentlicht. Die Kämpfe um das Problem der Opern-Ouverturen fanden ihren markantesten Niederschlag in Leonore Nr. 2 und Leonore Nr. 3. Während in der Entwicklung bis zu Beethoven hin die Opern-Ouoerture mehr einleitenden und auf Das Kommende hinweisenden Charakter trägt, projiziert Beethoven Das bevor- stehenDe Bühnengeschehen in die Ouvertüre selbst; ja, in Leonore Nr. 2 gibt er Dem Erleben der dramatischen Handlung ein starkes Uebergewicht über die formalen Rücksichten. Die bis dahin für die Ouvertüre geltende symphonische Sonatenform läßt er hier außer acht, indem er im Gegensatz zu Leonore Nr. 5 auf die Reprise, Das ist Die Wiederkehr Der Hauptthemen am Schluß, verzichtet. Während also Leonore Nr. 3 das Inhaltliche mit den traditionellen formalen Gesetzen in Einklang zu bringen versucht, wird der musikalische Vorgang in Leonore Nr 2 ein getreues Abbild der Handlung. Wie für Nr. 3 ist auch in Nr. 2 Das Florestan-Drama richtungweisend. In der Einleitung der Ouvertüre wird das Bild des gefesselt im Kerker schmachtenden Freiheitskämpfers Florestan wach; düsteres Zwielicht prägt sich in den Harmonien ab. Die Arie des Florestan wird zu einem Leitgedanken, der sich im Lichte des Freiheitsmotivs mehrfach widerspiegelt. Die Ereignisse der Kerkerszene leiten die musikalische Entwicklung. Das rettende Trompetensignal, das die Ankunft des Gouverneurs anmeldet, gibt in feiner zweimaligen Wiederkehr der erwachenden Hoffnung Raum. In den Holzbläsern erklingt jetzt das Flore- ftanlieb wie ein Dankgebet, und stürmender Jubel über die gewonnene Freiheit bricht in der Coda überschäumend hervor. Ioh. Seb. Bachs Konzert in D-Moll für zwei Solo-Violinen und Streichorchester fällt in die Cöthener Zeit des Meisters, in der er ganz besonders die Literatur für Streichinstrumente mit einzig dastehenden Gaben bereicherte. Er folgt der von Vi- : valdi übernommenen dreisätzigen Konzertform (schnell — langsam — schnell). Die beiden Soloinstrumente führt Bach gegenüber dem begleitenden Orchester thematisch selbständig; namentlich die Ecksätze sind erfüllt mit gespanntester Energie und von starkem musikalischem Impuls getragen. Die einzelnen Themen sind überaus scharf profitiert und durch kontrapunktische Bindung eng miteinander verknüpft. Inmitten der beiden Allegrofätze steht ein Largo, ma non tanto, das in feinem ruhigen klanglichen Fließen sich mit lichter Schönheit erschließt, den beiden Soloinstrumenten eine überaus dankbare Aufgabe innigster und edelster Kantabilität stellend. Dr. H. Sochschulnachnckcken. Die Preußische Akademie Der Wissenschaften in Berlin hat Professor Otto Großer, DrDinarius Der Anatomie an Der Deutschen Universität Prag, zum kvrrespondierenDen MitglieD ihrer Physikalisch- Mathematischen Klasse gewählt. „Viktor und Viktoria." Eine lustige Sache, Der neue Ufa-Film „Viktor und Viktoria". Das Drehbuch von Reinhold Schänzel beruht auf einem richtigen Lustspielmotiv mit doppeltem Rollentausch: eine junge Schauspielnovize springt für den plötzlich heiser gewordenen älteren Kollegen Viktor ein und übernimmt dessen „Nummer" am Variete, um die zehn Mark Gage zu retten. Die Nummer ist aber fatalerweise ein Jmitcttionstrick. Viktor tritt nämlich dort als spanische Tänzerin Viktoria auf, und es ergibt sich also die merkwürdige Situation, daß eine junge Schauspielerin, als Mann verkleidet, eine weibliche Rolle spielen muß. Der Einfall ist auf eine witzige und unterhaltsame Weise ausgesponnen, auf große Strecken operettenmäßig dialogisiert und instrumentiert, und es entspricht durchaus dem Stegreifstil des Drehbuches, daß der Rollentausch zum Schluß in sein Gegenteil verkehrt und verdoppelt wird: indem nämlich Viktor, um die Nummer der nach mancherlei Abenteuern fahnenflüchtig gewordenen Partnerin zu retten, seinerseits in das wallende Gewand der spanischen Tänzerin steigt und einen atemraubenden Kastagnettentanz zum Besten gibt. Schiinzel als Spielleiter macht sein eigenes Drehbuch auf eine ausgezeichnete Weise filmisch lebendig; er entwickelt Tempo, Schwung und Spannung, hat wirklich komische Einfälle und einen ausgesprochenen Blick für optische Wirkungen. Renate Müller hat als „Herr Viktoria" eine Paraderolle ersten Ranges. Die Aufgabe erfordert Anpassungsfähigkeit, Beweglichkeit und Sinn für unmittelbar komische Situationen; man spürt, wie die echt komödiantische Verwandlung ihr Freude macht, sie anregt und aus sich herausgehen läßt, und übrigens steht ihr die knappe, elegante Herrentracht sehr vorteilhaft zu Gesicht. Ihr Partner ist Hermann T h i m i g ; er ist der geborene Commedia-dell’arte» Darsteller: wer ihn etwa in Goldonis „Diener zweier Herrn" auf der Bühne gesehen hat, wird es bestätigen. Sein Temperament ist unverwüstlich und jeder Steigerung fähig, die von ihm verlangt wird. Die beiden Gegenspieler des viktorianischen Duetts sind mit der blonden Friedel P i f e 11 a und dem kühlen Kavalier Adolf W o h l b r ü cf (ehemals „Johann Strauß" im „Walzerkrieg") vortrefflich besetzt. Hilde Hildebrand, Fritz O d e m a r und Aribert Wäscher ergänzen das kleine Solisten-Ensemble sicher und angenehm. Die lustigsten Szenen des Films (Theateraqentur; Herrengarderobe; Kellerkneipe) sind regiemäßig und darstellerisch gleicherweise gelungen und entscheidend für den Erfolg. — Der Film lief gestern zum erstenmal (mit einem hübschen Beiprogramm) im Lichtspielhaus und fand den Beifall eines lebhaft und dankbar erheiterten Publikums. ergeben sich für die Firmen oft nur sehr unangenehme Zeitverluste, die vermieden werden können, wenn sich die Firmen zunächst mit ihrer Handelskammer in Verbindung setzen. Auflösung der Oberpostdirektion Darmstadt. Das gestern vom Reichskabinett verabschiedete Gesetz zur Vereinheitlichung und Verbilligung der Verwaltung sieht u. a. auch die Auflösung der Oberpostdirektion Darmstadt zum 1. April 1 9 3 4 vor. Nach dem Gesetz sind für abgesprengte Gebietsteile der Länder die Oberpostdirektionen zuständig, deren Bezirk diese Gebietsteile umschließt. Demnach dürste der Bezirk der bisherigen Oberpostdirektion Darmstadt der Oberpostdirektion Frankfurt a. M. zugeteilt werden. Die Werbung für Lesezirkel. Der Präsident der Reichsvressekammer hat auf Grund von § 25 der ersten Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes vom 1. Nov. 1933 folgendes bestimmt: Auf die Unternehmungen von Lesezirkel-Besitzern, die Bezieherwerbung durch Werber betreiben, finden die Bestimmungen der 3. Anordnung über Fragen des Vertriebes und der Bezieherwerbung vom 23. Januar 1934 zur Befriedung der wirtschaftlichen Verhältnisse im Deutschen Zeitungswesen sinngemäß Anwendung. Ab 4. März Frühfahrsflugplan. Der Frühjahrsflugvlan, der am 1. März in Kraft tritt, bringt auch für Frankfurt und den Rhein- Mainifchen Wirtschaftsbezirk bedeutende Verkehrsverbesserungen. Mit dem Beginn der günstigeren Jahreszeit wird das zwischenstaatliche, wie innerdeutsche Lustverkehrsnetz wieder erheblich erweitert. Im zwischenstaatlichen Verkehr kommen zu den augenblicklichen guten Eintags-Verbindungen nach London, Paris, Brüssel, Antwerpen, Amsterdam und Rotterdam ebenso vorzügliche hinzu nach Barcelona, Marseille, Genf, Bafel, Rom, Venedig, Wien, Prag, Kopenhagen und Malmö. Besonders hervorzuheben ist hier die für Frankfurt sehr wichtige Strecke Amsterdam—Essen—Köln—Frankfurt am Main—Basel—Zürich. Fast alle europäischen Haupt- und Großstädte sind also jetzt von Frankfurt aus auf dem Luftwege wieder an einem Tage in kurzer Reifezeit zu erreichen. Die Zahl der innerdeutschen Strecken wird gleichfalls in großem Umfange vermehrt. Für Frankfurt sind die Flugverbindungen nach dem Norden und Osten des Reiches vom 1. März ab erheblich bessere. Auch nach Breslau, Lübeck, Flensburg, Kiel usw. ist jetzt die Luftreise innerhalb weniger Stunden auszuführen. Neben je zwei Linien nach Berlin und Köln besteht nunmehr täglich zweimal Flugverbindung nach München, Stuttgart, Mannheim. Die Nachtstrecke Frankfurt—Köln für Lustpost- und Luftexpreßgutbeförderung wird am 3. April wieder eröffnet werden. Hierdurch erhält Frankfurt Anschluß an die Nachtstrecken nach London, Paris, Brüssel und Berlin. NerLlrlauberzug nach dem Erzgebirge. Die Bezirksleitung Frankfurt a. M. der Deutschen Arbeitsfront teilt mit: Das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub in der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" meldet, daß der erste Urlauberzug, der am 3. März Frankfurt a. M. mit 1100 Mann in Richtung Erzgebirge verlassen soll, überbesetzt worden ist. Die Anmeldungen waren derart stark, daß nach vorherigen Verhandlungen mit der Eisenbahndirektion sogar 1200 Urlauber untergebracht werden konnten. Die außerordentlich geringen Verpflegungskosten mit 2 Mk. pro Tag wurden vielfach von den Betriebsführern übernommen, wodurch es deren treuen Mitarbeitern ermöglicht wurde, sorgenlos die schönen Erholungstage im Erzgebirge zu verbringen. Das ist Kraft durch Freude in der Praxis. Förderung der Kochkunst in Deutschland VDZ. Mit Unterstützung der 20 Millionen-Orga- nisation der Deutschen Arbeitsfront wurde die „Gesellschaft zur Förderung der Kochkunst" in Frankfurt a. M., mit der Aufgabe gegründet, die Kochkunst in Deutschland zu fördern, und zwar insbesondere in den Gaststätten und Großbetrieben, aber auch durch die Weiterführung der bereits bestehenden fachkulturellen Einrichtungen, wie des Koch- kunstmuseums und der feit 1900 in Frankfurt a. M. veranstalteten großen internationalen Kochkunstausstellung usw. Ferner sollen u. a. auch die Fach- und Fortbildungsschulen mit Aufklärungs- und Anschauungsmaterial usw. versehen werden. Mitglieder der Gesellschaft sind ohne weiteres alle Mitglieder der Fachschaftsköche in der Deutschen Arbeitsfront. Darüber hinaus wird jetzt ein Appell an die Hotel- und Gaststättenbesitzer, die leitenden Angestellten solcher Betriebe, sowie an alle übrigen an der Kochkunst interessierten Personen und Vereinigungen, auch an alle Berufsschulen, Werksküchen, Verpflegunqsan- ftalten, Krankenhäuser usw. gerichtet, gegen Zahlung eines jährlichen Beitrags die fördernde Mitgliedschaft zu erwerben und an den Zielen der Gesellschaft mitzuarbeiten. Anfragen sind an die Gesellschaft zu richten. Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung. Jp der jüngsten Monatsversammlung der Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung — so berichtet man uns — richtete der Vereinsführer T e tz- n e r zunächst an alle Teilnehmer die dringende Aufforderung, sich restlos in den Dienst der kolonialen Aufklärung zu stellen. Dies sei für jeden Nationalsozialisten unbedingte Pflicht, da ja auch das nationalsozialistische Programm Kolonialbesitz verlange. Jeder müsse dazu beitragen, daß einst auch wieder in jenen Landen, in denen deutsche Kraft und deutscher Fleiß ein großes Werk schufen, die deutsche Flagge wehe. Nach dem Gesang des Vereinsliedes sprach Kolonialfreund Georg Heß. Der Redner schilderte zunächst, wie er schon als junger Mensch den Drang in sich gefühlt habe, als Deutscher hinauszugehen, um für das Vaterland Pionierarbeit zu leisten, er- zählte mit viel Humor die Schwierigkeiten, die dem entgegenstanden, ferner von seinen Eindrücken von der Ueberfahrt usw. Man dürfe es sich nicht so vorstellen, so führte er weiter u. a. aus, daß in den Kolonien Abenteuer zu erleben seien, vielmehr werde von jedem, der in die Kolonien gegangen sei, äußerste Pflichterfüllung und große Entbehrungen verlangt Nur der tüchtigste und charakterfesteste Volksgenosse könne sich drüben behaupten. Vor allen Dingen habe man im täglichen Zusammenleben mit den Eingeborenen das Ansehen der weißen Rasse zu wahren. Nur jenes Volk, das dieses Ansehen zu wahren wisse, sei zur Kolonisation fähig. In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner seine Tätigkeit als Eingeborenen-Richter in Tabora (Deutschostafrika). Die Ausübung dieses Amtes erfordere genaueste Kenntnis der Gebräuche der Eingeborenen. Daß sich die Deutschen mit den Eingeborenen stets gut verstanden, sei nicht zuletzt dadurch bewiesen, daß die Eingeborenen auch während und nach dem Kriege den deutschen Farben die Treue hielten. Diese Treue sei bis zum heutigen Tage bewahrt geblieben. Die Volksgenossen in den Kolonien sehnten den Tag herbei, an dem sie der Welt unter der schwarzweißroten und der Hakenkreuzflagge zeigen können, was deutscher Geist und deutscher Wille zu leisten vermögen. In den weiteren Ausführungen des Redners hörte man von den unsäglichen Mühen des Kampfes gegen die große feindliche Uebermacht in den Schutzgebieten während des Weltkrieges, gleichzeitig auch von den schamlosen Lügen, die den Vorwand für die deutsche koloniale Enteignung entsprechend dem Versailler Diktat bildeten. Selbst unsere ehemaligen Gegner wagten diese Lügen heute nicht mehr aufrechtzuerhalten. Deutschland brauche wieder Kolonien. Unsere Pflicht sei es, das deutsche Volk so vorzubereiten, daß, wenn der Führer an diese lebenswichtige Frage herantreten werde, das deutsche Volk geschlossen hinter ihm stehe. Starker Beifall dankte dem Redner. Zum Schluß der Versammlung gab der Vereinsführer noch den Arbeitsplan für die nächsten Monate bekannt. Bornotizen. — Tage Skalen der f ü r Mittwoch: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr, „Hokuspokus". — Lichtsvielhaus, Bahnhofstraße: „Viktor und Viktoria . — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — NSLB., Bezirk Gießen-Land, 15.30 Uhr, Hotel Köhler, Bezirkstagung. — Aus dem Stadttheaterbüro. Morgen abend erste Veranstaltung der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude" als Konzert des Stadttheater-Orchesters unter Leitung von Kapellmeister Fritz E u j 6. (Siehe heutige Anzeige.) — Oeffentliche Vorträge über Physiologie. Am nächsten Sonntag findet im Physiologischen Institut wieder ein öffentlicher Vortrag statt. Professor Dr. B ü r k e r spricht über „Die Funktionen des Nervensystems". (Siehe heutige Anzeige.) * ** Finanz amtspersonalie. Der Vorsteher des Finanzamtes Friedberg, Oberregierungsrat H o o s, ist mit Wirkung vom 1. März in den Ruhestand versetzt worden. ** Bankpersonalie. Wie uns mitgeteilt wird, ist Direktor Meine von der Dresdner Bank Gießen an die Zentrale Berlin der Dresdner Bank versetzt worden. ** Mietersubiläen. Die Eheleute Johannes Greb wohnen am morgigen Donnerstag, 1. März, seit 25 Jahren im Hause Kirchenplotz 21. Das gleiche Mieterjubiläum begeht, ebenfalls am morgigen Donnerstag, der Werkführer Wilhelm Grau, bei Prokurist Rudolf Hahn im Haufe Liebigftraße 89 wohnhaft. Werkführer Grau ist außerdem feit 30 Jahren treuer Leser des „Gießener Anzeigers". Beide Jubiläen sind der Ausdruck des besten Einvernehmens zwischen Hausbesitzern und Mietern. ** Konzert der Gießener Reichswehrkapelle im Frankfurter Rundfunk. Am heutigen Mittwoch von 20.10 bis 21.10 Uhr wird unsere Gießener Reichswehrkavelle unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e im Frankfurter Rundfunk konzertieren. Unsere Leser feien auf das Konzert besonders hingewiesen. ** T o t auf den Schienen aufgefunden. Heute gegen 5.15 Uhr wurde auf der Bahnstrecke Lollar—Gießen in der Nähe von Oswalds- garten ein Mann von dem Perfonenzuae Londorf —Gießen überfahren und auf der Stelle getötet. Es handelt sich bei dem Toten um einen Einwohner aus Gießen, der offensichtlich freiwillig in den Tod gegangen ist. ** Achtung Wettbewerb! Die Deutsche Arbeitsfront teilt mit: Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß der Einsendunastermin für das Chor- roerf und das Masienschauspiel, der auf den 1. März festgelegt war, bis zum 15. März verlängert worden ist. . ** Graublaue Reichsbanknoten z u 10 Mark ab 1. März wertlos. Die Reichs« £?n;..rroe’ft darauf hin, daß am 28. Februar die UnMunqsfrift für die aufgerufenen graublauen Relchsbanknoten zu 10 Reichsmark mit dem Aus- gabedatum vom 11. Oktober 1924 abläuft. Vom ?'Jl «TV diese Noten wertlos — Um viel- faa) bestehende Irrtümer zu klären, wird ferner darauf aufmerksam gemacht, daß die Reichsbanknoten zu 10 Reichsmark mit dem Ausgabedatum vom 22. Januar 1929 mit dem Bildnis Thaers 1 (Farbe grünlich) nicht aufgerufen sind und noch gültig bleiben. Ebenso gelten noch als Zahlungsmittel die Rentenbankscheine zu 10 Rentenmark mit grünem Farbton und dem Ausgabedatum vom 3. Juli 1925. Erwähnt fei gleichzeitig, daß auch die Rentenbankscheine zu 5 Rentenmark mit dem Mädchenkopf und dem Ausgabedatum vom 2. Januar 1926 noch nicht aufgerufen sind und im Verkehr noch unbedenklich angenommen werden können. ** Reichsoerband Deutscher Handelsvertreter und Geschäftsreisender. Wie uns mitgeteilt wird, hat der Führer des Reichsverbandes Deutscher Handelsvertreter und Geschäftsreisender (RDHG.) e. V. den Pg. Ludwig Gravelius zum Leiter der Ortsgruppe Gießen bestellt. Zu feiner Unterstützung wurden für die Hauptgruppe A (Handelsvertreter) Pg. Heinr. Lentz er, für die Hauptgruppe 8 (Geschäftsreisende) Herr Erich K es ch e w s k i bestimmt. Mit dem Zusammenschluß des Centralverbandes Deutscher Handelsvertretervereine (CDH.), des Bundes Nationalsozialistischer Handelsvertreter e. D. (BNSH.) und des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands (DrKD.) zum Reichsverband Deutscher Handelsvertreter und Geschäftsreisender (RDHG.) e.V. ist die Tätigkeit dieser drei Verbände beendet. Die Leitung der NSDAP, hat den RDHG. als einzig berechtigten Nachfolgeverband anerkannt. Am 3. Januar erfolgte die Eingliederung des RDHG. in den Reichsstand des Deutschen Handels als einzige Spitzenorganisation für Handelsvertreter und Geschäftsgleich nach der Geburt auf ten. Das Töten geschieht am deutet. reisende. Gleichzeitig wurde mitgeterlt daß der RDHG. als einzige Drgamfation von den zuständigen Ministerien und Behörden zu den Beratun- gen über die einschlägigen Berufs- und Standes- fragen hinzugezoaen wird. Handelsvertreter Makler und Geschäftsreisende, die noch keinem Verbände angehören, melden sich sofort bei dem Ortsgruppenleiter des RDHG., Pg. Ludwm Gravelius, Moltkeftraße 28, zur Aufnahme. Dom Ortsgruppen- leiter sind auch die Unterlagen zum Beitritt zur Krankenkasse und zur „Stiftung zur Unterstützung Deutscher Handelsvertreter und Geschäftsreisender ^RDH^ Sorgt für die Hauskatze ! Gebt ihr ein warmes Lager, sorgt für regelmäßige Füt- terung und laßt sie nicht über Nacht im Freien herumstreifen, sonst ist es kein Wunder wenn bie Katzen verwildern und der Vogeljagd obl.egen. Es ist unverantwortlich, wenn Katzenfreunde sora- los und aus falsch verstandenem Mitleid die Zahl der Katzen sich unbeschränkt vermehren lassen anstatt die jungen Tiere gle^ —* *•*’"■* schmerzlose Weise zu töten.----- - - - .. . - - _ besten durch kräftige Schläge auf den Kopf. Das Ertränken der neugeborenen, ganz jungen Tieren ist nicht empfehlenswert, da die noch unentwickelten Lungen wenig Luftatmung bedürfen und so der Tod beim Ertränken ein langsames Ersticken be- Feierliche Totenehrung der Hitler-Ägend Weihe eines Gedenksteins für einen ermordeten Hitler-Zungen. Pfungstadt, 26. Febr. (LPD.) Arn 26. Februar 1933 war mit anderen Formationen auch die Hitler-Jugend auf einem Werbemarsch durch das Lautertal nach dem Luftkurort Lindenfels gekommen, wo eine Kundgebung ftattfanb. Bei einem Ueberfall von Marxisten wurde der Hitler-Junge Christian Cröhmann durch einen Messerstich getötet. Wenige Wochen später folgte ihm ein zweiter Kamerad, der gleichfalls schwer verletzt worden war, zur großen Armee der Freiheitshelden der nationalsozialistischen Bewegung. An feinem heutigen Todestage wurde auf dem Friedhof in Pfungstadt in Anwesenheit des Reichs- stattchalters in Hessen Gauleiters Sprenger ein Gedenkstein geweiht. Etwa 10 000 Volksgenossen aus der näheren Umgebung und dem Gaugebiet, HI., SA. und Jungvolk hatten sich zur Abendstunde auf und vor dem Friedhof versammelt. Das Grab des Toten war mit frischem Tannengrün geschmückt. Vom Halbmast flattert die Fahne der HI. Aus drei Feuerfchalen loderten helle Flammen zum nächtlichen Himmel. HI. und Jungvolk mit brennenden Fackeln hatten in einem Viereck um das Grab Aufstellung genommen, während die engsten Karnera- iden des Gefallenen an der Ruhestätte ihres Freundes Wache hielten. Der Gedenkstein auf dem Grab, ein Findling aus dem Odenwald, mit dem Hakenkreuz an der Spitze mahnt in goldenen Lettern: „Für Deutschlands Größe, für Deutschlands Erwachen fiel am 26. Februar 1933 der Hitler-Junge Christian Crößmann". Nach dem Eintreffen des Reichsstatthalters und Gauleiters Sprenger ergriff zunächst der ObergebietsführerderHI.Lauterbacher das Wort. Er erinnerte an die heldenhaften Kampfjahre der HI., an das deutsche Pflichtbewußtsein und den Opsersinn der HI. Christian Crößmann sei der drittletzte unter den 2t Kameraden gemeßen, die um der Idee willen auch die größte Gefahr nicht scheuten und ihr Leben Hingaben. Nach dem Lied vom guten Kameraden und dem Vortrag von Liedern und Sprechchören durch die Spielfcha'r des Bannes 115 nahm Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger das Wort und führte aus, daß der Gefolgsmann seine Treue durch die Tat zu beweisen habe, wie es Hitlers Gefolgsmannen bewiesen hätten. Wenn etwas sie xu dieser Haltung befähigt habe, bann fei es der wunderbare, unbändige Glaube an den Führer gewesen. Aus innerem Drang seien sie gekommen, ohne Unterschied des Alters, des Geschlechts und der Herkunft. Als die treuesten und besten Söhne seien sie Gefolge geworden. Es sei bezeichnend für jene Zeit, daß nicht nur die Wehrfähigen, sondern Jungen im zartesten Alter, gegen den Willen ihrer Eltern und Erzieher mitgegangen sind und sich nicht halten ließen. So auch Christian Crößmann. „An seinem Grade", so erklärte Sprenger, „habe ich vor einem Jahre, als man uns eine ehrenvolle Bestattung verweigern wollte und wir sie dennoch vollzogen, versprochen, seinen Tod zu sühnen und dem Recht zum Siege zu verhelfen. Die harte Faust der Gerechtigkeit hat dann den Mörder getroffen. Recht ist, daß, wer ein deutsches Leben endigt, selber sterben muß. Dabei soll es bleiben. Die Toten des Nationalsozialismus sind schon heute unsterblich geworden, so unsterblich wie die letzten Toten Spartas." Danach fang die Menge ergriffen das Horst- Wesiel-Lied. Es folgte die große Reihe der Kranzniederlegungen, zuerst von Örtsgruppenleiter Gräff und Bürgermeister Steinmetz. Den Eltern des Toten war von der NSDAP, ein Album mit Bildern aus der Kampfzeit gewid- met worden, in das sich der Gauleiter und die anwesenden Führer eintrugen. Die in ihrer Schlichtheit besonders eindrucksvolle Feier schloß mit dem Vorbeimarsch der Fackelträger und Freunde des Toten an seiner Ruhestätte. Preußen. Obersturmbannführer Römer übernimmt die Führung derBrigade47 LPD. Kassel, 27. Febr. Mit der Führung der Brigade 47 (Kassel) ist mit Wirkung vom 1. März d. I. der bisherige Führer der Standarte 88 (Biedenkopf), Obersturmbannführer Römer, beauftragt worden. Gründung der Bezirksgenossenschast Wetzlar für Eierverwertung. Q Wetzlar. 25. Sehr. In der „Alten Post" fand dieser Tage eine Versammlung statt, an der die Vorstände der örtlichen Genossenschaften, Händler und eine Anzahl Ortsfachberater teilnahmen. Kreisbauernführer Langsdorf wies kurz auf die Neuregelung der Eierbewirtschaftung hin. Als Beauftragter der Landesbauernschaft Heff fen-Nasfau sprach Landwirtschaftsrat Frech über die gesetzliche Regelung der Eierbewirtschaftung. Der Absatz landwirffchaftlicher Erzeugnisse müsse, so führte er u. a. aus, genossenschaftlich erfaßt werden, denn es gebe, auf weite Sicht gesehen, keine bessere Verwertung für den Bauern. Durch die genossenschaftliche Eierverwertung solle nicht nur die Einfuhr ausländischer Eier eingeschränkt, sondern auch ein Preis erzielt werden, der die Geflügelwirtschaft wieder rentabel gestalte. Der Bauer liefere — abgesehen von Eigenverbrauch und Bruteiern — nur noch an die örtliche Sammelstelle. Bezahlt werde nach Kilogewicht. Der Träger der örtliche ^>ammelstelle sei und bleibe aber die Genoss. yaft. Die örtliche Genossenschaft schließe sich der Vezirksgenossenschaft an. Wer der Genossenschaft angehöre, gehöre als Mitglied der Gier» sammelstelle an. Grundsätzlich werde so vorgegangen, daß für die Eiererfassung die Genossenschaften zuständig seien. Bei der Verteilung werde der zuverlässige Handel einbezogen. Die Bezirkssammel- stelle Wetzlar (für 85 Gemeinden des Kreises zuständig) nehme die Eier zum Zweck derStan- dardisierung entgegen. Im wirtschaftlichen Verkehr gebe es nur noch standardisierte und gekennzeichnete Eier. Lediglich die Bezirkssammelstelle könne in ihrem Bezirk Eier verkaufen, die örtliche Genossenschaft nicht. Der örtliche Sammelstellenleiter werde von der Ortsgenossenschaft vorgeschla- gen, von der Bezirksgenosfenschaft bestätigt. Die Handelsspannen würden sehr niebria bemessen. Im Rahmen einer lebhaften Aussprache wurde noch manche Frage geklärt. Anschließend wurde zur Gründung der Genossenschaft geschritten. Der Name der neuen Genossenschaft lautet: Bezirk s-E i e r- verwertungs-Genossenschaft Wetzlar e. G. m. b. H. in Wetzlar. Von den anwesenden 49 Vertretern örtlicher Genossenschaften erklärten sofort 28 ihren Beitritt. Revisor Nebel gab die wichtigsten Bestimmungen aus dem Statut bekannt. Der Vorstand setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Richard Waldschmidt (Wetzlar), Vorsitzender; Wilhelm Lang (Hochelheim), stellv. Vorsitzender; Gustav Meuser (Tiefenbach); Wilhelm Desch (Oberwetz); Albert Brück (Erda). Dem Auffi ch ts r a t gehören an: Kreisbauernführer Langsdorf (Vorsitzender); Kreisobmann Desch (Oberwetz), stellv. Vorsitzender); Eduard Neuhof (Bis- kirchen); Friedrich Hahn (KÖlschhaufen); Hauptabt.« Leiter Zimmermann (Niederquembach); Karl Bender (Krofdorf 120). Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Vaterland, Bauerntum, auf den Führer und den Reichsbauern- führer wurde die Versammlung geschlossen. Krets Wcttlar A Aus dem Kreise Wetzlar, 27. Febr. Nachdem die vom Kreisausschuß beschlossene Satzung über die Auslosung der Aemter vom Preußischen Staatsministerium genehmigt worden ist, hat der Landrat angeordnet, daß die bisher von den Aemtern geleisteten Arbeiten, mit Ausnahme der polizeilichen Angelegenheiten, schon jetzt auf oie Gemeindeleiter (Ortsbürgermeister) Übergehen sollen. Durch diese Maßnahme soll den Gemeinde- ledern die Möglichkeit gegeben werden, sich in der Uebcrgangsxeit von jetzt bis zum 1. April, dem Zeitpunkte der Auslosung der Aemter, in die vielseitigen Geschäfte der Gemeindeverwaltung einzuarbeiten. Die bisherigen Amtskaffen bleiben vor- läufia über den 1. April hinaus als sogenannte Zweckverbandskassen bestehen und führen die Geschäfte der Gemeindekassen weiter. Die polizeilichen Angelegenheiten gehen erst vorn 1. April ab auf die Gemeindeleiter über. I Hochelheim, 27. Febr. Die Provinzial- st r a ß e Wetzlar—Butzbach wird auf den Teil- ftretfen vom Waisenhaus Zoar in Klein-Rechtenbach bis zur Gemarkungsgrenze Hochelheim und von oer Gemarkungsgrenze Dornholzhausen bis zum „Wetzlarer Berg" in der Gemarkung Niederkleen an der westlichen Seite um 1,50 Meter verbreitert. Die erforderlichen Stücksteine werden aus dem Steinbruch der Gemeinde Dornholzhausen, der Kleinschlag aus den Steinbrüchen der Gemeinde wertleen gewonnen. Die Gesamtkosten sind mit 15 000 Mark veranschlagt und werden durch ein Oeffa-Darlehen finanziert. Es werden etwa 10 bis 15/arbeitet auf die Dauer eines Vierteljahres Beschäftigung finden. Durch die Straßenverbreiterung wird die Fahrbahn eine Breite von 6,50 Meter erhalten. p. Bieber, 27. Febr. Der bekannte Burenkommandant Koos Jo oste hielt dieser Tage im Saalbau Scherer einen Vortrag über bas Leben her Buren. Der Redner gab einen umfassenden Ueberblick über Land und Leute seiner Heimat und fand für seine lebendigen Schilderunyen reichen Beifall. Pfarrer Dämel eröffnete und beschloß die Veranstaltung mit kurzen Ansprachen. (Sememfam wurden auch einige Lieder gelungen- Kür den Bücheriisch. Deutsche Crzähler. — Wilhelm von Polenz: Der Büttnerbauer. Roman. In Ganzleinen 2,75 Mark. Philipp Reclam jun., Verlag, Leipzig. — (6)— Mit dieser Neuausgabe ist für weiteste Kreise die Gelegenheit geboten, dieses Werk, das fo tief wie kein anderes in die Not des Bauernstandes hinein- leuchtete, kennenzulernen. In ihm spiegeln sich in aller Wirklichkeitstreue zahllose Bauernschicksale der letztvergangenen Jahre wider. Der Roman schildert das Schicksal eines Bauern von altem Schrot und Korn, der seinen Erbhof vom Vater überkommen hat. Erbauseinandersetzunaen mit den Geschwistern, fallende Getreidepreise, sinkende Grundwerte bringen trotz aufopfernder Arbeit den Hof in gefährdete Vermögenslage. Schließlich verstrickt sich der Bauer ganz in den Netzen seiner Gläubiger. Söhne und Töchter erleben das Schicksal der Heimatlosigkeit. Von der Scholle aetrennt, gehen sie dem Bauerntum verloren. So ist der Roman ein Fanal der deutschen Bauernnot, die erst durch die nationalsozialistische Revolution beendet worden ist. In unseren Tagen, in denen das „Reichserbhofgesetz" in Kraft tritt, finden wir den Weg zu einer neuen Betrachtungsweise der bitteren Geschehnisse in dem „Büttnerbauer. Eine neue starke Zukunft leuchtet nun über der deutschen Scholle und ihren Geschlechtern. — Ernst Wiechert: D i e Magd desJür- gen Doskocil. Roman. 221 Seiten. Albert Langen/Geora Müller Verlag, München, 1934. — (9) — Das ist der Roman, für den der ostpreußische Dichter Ernst Wiechert im Jahre 1932 mit dem Volkspreis der Raaoe-Stiftung ausgezeichnet wurde. Inzwischen haben wir Wiechert im Goethe- Bund versonlich kennengelernt, und wenn er auch an diesem Vortragsabend den Roman „Die Magd des Jürgen Doskocil" mit keinem Wort erwähnt hat, so wird doch den Hörern die Landschaft, die innere und die äußere, die seelische und die geographische, ein wenig näher gerückt und vertraut geworden sein, aus der heraus der Roman entstanden ist. Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist einfach und „einfältig", wie alle große und echte Dichtung einfach ist. Wenn man das Lebensschicksal des Fischers Jürgen Doskocil und seiner Gefährtin Marte vernimmt, so hat man das Gefühl, eine alte Chronik oder eine Legende zu lesen; so aus der Tiefe des Glaubens und des menschlichen Herzens heraus wird hier berichtet von Liebe und Tod, von Haß und Not, von Schuld und Sühne, von jenen ewigen Dingen mit einem Wort, die immer aufs neue in irgendeiner Gestalt einem Dichter zum Sinnbild oder zum Gleichnis werden. Manchem wird es vielleicht nicht ganz leicht sein, in die Welt einzudringen, die sich da auftut; er wird Zeit brauchen, um sich in dieser herben, schwermütigen Landschaft der tiefen, einsamen Wälder zurechtzufinden, und in dem kargen und harten Leben der wenigen Menschen, um die es sich handelt. Wer aber erst eingedrungen ist, den wird, was hier geschildert ist, lange begleiten und innerlich bewegen. Und er wird das ernste und schwerblütige Buch als eine sehr deutsche und ganz in sich ruhende Schöpfung unseres gegenwärtigen Schrifttums begreifen. — — Wedekind, Kadidja. „Kalumin a". Der Roman eines Sommers. Mit Zeichnungen der Verfasserin. Geheftet 2,50 Mark, Ganzleinen 3,— Mark. Verlag Scherl, Berlin SW 68. — (634) — Mit dieser reizenden Kindergeschichte stellt sich die jüngste Tochter Frank Wedekinds als Schriftstellerin vor, sie beweist, daß sie neben Talent über Humor und Gemüt und innige Verbundenheit mit der Natur verfügt. In Ammerland am Starnberger See erfinden Schulkinder während ihrer Sommerferien das Kaiserreich Kalumina, in dem sie sämtliche wichtigen Staatsposten einnehmen. In Formen, die dem Treiben der Erwachsenen abgelauscht sind, tobt sich die abenteuerliche Freude aus. Erst der Schulanfang bringt das Volk auseinander — aber im nächsten Jahr, soll das glorreiche Kaiserreich Kalumina wieder neu aufleben! Hygiene und Aaffenpflege. — Vererbung, Rasse, Volk. Von Stud.- Rat E. Thieme. Mit 57 Abb., 4 Tafeln und einer Ahnentafel (59 S.) 8. Kart. 1,20 Mark. — Volk und Vererbung. Vor Prof. Dr. C. Schäf- f e r. Mit 73 Abb., 4 Tafeln und einer Ahnentafel (86 S.) 8. Kart. 1,60 Mark. — Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1934. — (20) — Die vorliegenden beiden Bändchen sind für alle geschrieben, die eine allgemein verständliche und zuverlässige Begründung der volksbiologischen Ziele unserer Staatsführung suchen. Die Betrachtungen gehen von Jner eingehenden Behandlung moderner Erblichkeitsstrschung aus. Beide Hefte weisen vielseitiges und umfangreiches Abbildungsmaterial auf und bringen ferner für die Familienkunde übersichtliche Ahnen- und Sippschaftstafeln, Stammbäume u. a. und enthalten zur Bevölkerungspolitik reiches statistisches Material. — Das Büchlein von Schäffer legt vor allem auch Wert auf eine erweiterte Behandlung der Vererbung beim Menschen, dargestellt an der Vererbung krankhafter und hervorragend guter Anlagen, die durch reiches Stammbaummaterial anschaulich gestaltet wird. — Ludwig Leonhardt: Heirat und R a s s e n p f l e'g e. Ein Berater für Eheanwärter. ,J. F. Lehmanns Verlag, München. Geh. 1 Mk. — ,(45.) — Dieses Büchlein soll jedem, der selbst eine Ehe eingehen will, oder der einen Sohn oder eine Tochter 'zur Trauung begleiten will, einen Hinweis auf die Fragen geben, deren Beachtung heute mehr denn je nötig ist. Der Verfasser zeigt kurz und knapp, woran man alles zu denken hat. Zunächst berührt er die Familienkunde, die notwendig ist, !da man durch die Erforschung des Familienbildes idn Bild seiner eigenen ererbten Veranlagung ge- winnen kann. Besonders geht der Verfasser auf die 'Fragen der Rassenzugehörigkeit und auf die Erb- -krankheiten ein, deren große Gefährlichkeit er im «einzelnen nachweist. Das Büchlein mündet in die ^Forderung, daß die erbgesunde deutsche Familie möglichst viel Kinder haben muß, nicht nur aus er- zzieberischer Notwendigkeit, sondern weil es auch den Bedürfnissen des Staates entspricht. — Rasse und Seele. Eine Einführung in iden Sinn der leiblichen Gestalt. Don Dr. L. F. 'Clauß. Mit 176 Abbildungen. Dritte bearb. Aufl. 23. F. Lehmanns Verlag, München. 1933. Geheftet 25,50 Mk., Leinen 7 Mk. — (635) — Die Aufgabe Ides Buches „Raffe und Seele" ist es, das Wesen Des germanischen Menschen von dem anderer Rassen, insbesondere von dem der semitischen, abzugrenzen. SClauß wandte Jahre auf, um den seelischen Stil ldes semitischen Menschen zu erforschen; es ist wohl bekannt, wie er lange Zeit „als Beduine unter Beduinen" in der Wüste lebte. Ebenso geht Clauß in der Methode der Forschung und Darstellung eine eigenen Wege: Bisher hat sich die Rassen- orschung darauf beschränkt, mit naturwissenschaftlichen Mitteln vom Körperlichen aus die Geheimnisse der Rasse enträtseln zu wollen. Clauß dagegen läßt uns die Seele im Ausdruck ihres Innenlebens erkennen. Er gibt uns eine „Psychologie der Rasse" und hat sich dafür in seinen Ausdrucksreichen — Bilder, die den Ablauf eines seelischen Geschehens esthalten — seine berühmte „mimische Methode" Beschaffen. So wird dieses Buch in seiner neuen iorm der Rassenkunde wieder viele neue begeisterte Anhänger zuführen; denn es zeigt, daß die Rassenkunde nicht auf körperliche Forschung und Messung beschränkt ist, sondern daß sie uns auch ins Neuland feinster seelischer Vorgänge und Unterscheidungen führt. — Dr. med. Hans Graaz: Gesunde Mütter — schöne Kinder. Frohe Mutterschaft durch natürliche Lebens- und Heilweise. Mit vielen Abbildungen. Kartoniert 1,80 Mk. Falken- Verlag Berlin-Lichterfelde. — (523) — Das Buch zeißt auf der Grundlage natürlicher Lebens- und Heilweise wie sowohl die Gefahren eines blinden Naturaefchehens als auch die der Verkünftelung vermeidbar find. Klar und leichtverständlich werden in diesem Sinne Vererbung, negative und positive Auslese, Gattenwahl nach den Gesichtspunkten der Gesundheit, Begabung und Rasse behandelt. Anschließend folgt ein reicher Schatz ärztlicher Erfahrungen und praktischer Ratschläge für naturgemäße Leitung von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, Pflege, Ernährung und Erziehung des Kindes. Wertvolle Anregungen für sinngemäße Auswertung der Familiengeschichte, des Musters einer Ahnentafel und ein Merkblatt für das Heranwachsende Kind beschließen die Schrift, die eine Fülle lebenswarmer Bilder ergänzen. Ration und Wirtschaft. — Wesen und Grundbegriffe der Wirtschaft. (Wirtschaftslehre I.) Don Dr. Friedrich v. G o t t l - O t t l i l i e n f e l d, o. Professor an der Universität Berlin. Reclams Umversal-Biblio- thek Nr. 7228. Geheftet 35 Pf., gebunden 75 Pf. — (539) — In Reclams Universal-Bibltothek erscheint eine Reihe „Wirtschaftslehre", von der das erste, in sich völlig geschloffene Bändchen „Wesen und Grundbegriffe der Wirtschaft" vorliegt. In knappster Form legt es davon Zeugnis ab, daß die Lebensarbeit seines Autors, des bekannten Universitätslehrers und Verfassers wirtschaftswissenschaftlicher Standardwerke, längst schon die taugliche Grundlage für jene lebensnahe Nationalökonomie geschaffen hat, deren das deutsche Volk heute bedarf. Es führt in anschaulichem Vergleich mit der Technik in das Wesen der Wirtschaft ein. Don da aus entwickelt es die wahren Grundbegriffe der Wirtschaft, vom „Wirtschaften" angefangen, mit denen erfaßt wird, was unzertrennlich bleibt vom Wirtschaftsleben aller Zeiten und Völker. Nach einer lebendigen Darlegung, wie die Wirtschaft selber zu Erfolg gedeiht und welche Schicksale von ihr ausgehen, schließt das Büchlein mit der grundlegenden Deutung des Verhältnisses zwischen Volk, Staat und Volkswirtschaft, ausklingend in dem Nachweis, warum dem Zusammenleben ausdrücklich Politik zum Schicksal wird. Damit wendet sich das Büchlein an die breiten Kreise unseres Volkes. — Professor D r. A. B e r g st r ä ß e r: „Nation und Wirtschaft". Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. Kart. 1,50 Mk. — (287) — Im heutigen Ringen des neuen Staates um eine we- sensgemähe Art des Gesamtlebens rückt diese Frage: Staat und Wirtschaft in den Vordergrund, gilt es doch, eine richtige Abmessung von Freiheit und Gebundenheit in den Mittelpunkt dieser Entscheidung zu stellen. Der disziplinierte Berufsstand, der im Entstehen begriffen ist und die Deutsche Arbeitsfront werden die Garanten für eine dem Volke in seiner Gesamtheit dienende Wirtschaft sein. Von hier aus erfahren auch Kapital und Arbeit eine neue Ordnung und machen jene früher vorhandenen Spannungen für die Zukunft unmöglich. Professor Bergsträßers Ausführungen werden mithelfen, in wirtschaftlichen und politischen Kreisen jenen Geist 3u erzeugen, den der neue Staat fordern muß, um der Gesamtheit aller Deutschen willen. — Nationale Landwirtschaft von Professor Dr. Robert Gärtner. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Pappband 1,20 Mk. — (376) — Der Verfasser stellt den Grundsätzen des Marxismus den alten germanischen Grundsatz entgegen, daß Eigentum am Boden eine Verpflichtung gegenüber dem Volk und seine völkische Zukunft be- eute. Mit scharfen Strichen entwirft er das System deutscher Nahrungsfreiheit, umreißt das Problem der bäuerlichen Siedlung und stellt den Anspruch der deutschen Jugend auf Lebensraum und Arbeit fest, dessen Verwirklichung keine Utopie, sondern eine Angelegenheit zielsicherer deutscher Agrarpolitik ist. — Generalplan gegen d i e Arbeitslosigkeit, von Staatssekretär Reinhardt im Reichsfinanzministerium (Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. £).). Kartoniert 1,20 Mk. — (459) — Der Schöpfer der Gesetze zur Verminderung der Arbeitslosigkeit gibt eine klare Darstellung aller jener finanz- und verwaltungspolitischen Maßnahmen der Neichsregierung im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Wir lesen ausführliches über die Arbeitsbeschaffung, über den Bau von Reichsautofernstraßen, über die Instandsetzung von Gebäuden, über die Umschuldung der Gemeinden, über Steuerfreiheit für Kraftfahrzeuge, für Ersatzbeschaffungen, für Kleinwohnbauten und Eigenheime, über Steuererleichterungen, Steuersenkungen, Einstellung von Hausgehilfinnen, Förderung von Eheschließungen, über die Finanzpolitik im allgemeinen und über die Vereinfachung des Steuerwesens im besonderen. Besonders wertvoll sind die Hinweise an Hand von vielen praktischen Beispielen für diejenigen, die Instandsetzungen oder Umbauten von Gebäuden vornehmen wollen. Länder und Völker. — Kurt Hielscher: Rumänien; Landschaft, Bauten, Volksleben. Mit einem Vorwort von Octavian Goga. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. Preis Ganzleinen 19,50 Mk., Halbleder 23,50 Mk. — (633) — Das Volk der Rumänen führt mit stolzem Selbftbewußtfein feine Herkunft auf eine thrakifch-gothifche Urbevölkerung zurück, deren spätere Nachkommen die berühmten Dazier sind, von deren steter Kampfbereitschaft die Trajanssäule in Nom zu erzählen weiß. Daß die römische Zivilisation hier besonders eindringlich gewesen sein muß, dafür spricht noch heute die romanische Sprache, die sich durch die Jahrhunderte, umgrenzt von slawischen Nachbarsprachen, lebenskräftig erhalten hat. In das historische Bewußtsein Mitteleuropas tritt dies alte Land indessen erst im Laufe des 19. Jahrhunderts, als die beiden Donau- fürstentümer Moldau und Walachei sich der Türkenherrschaft entledigten und dann später in dem Ho- henzollernprinzen Carol den ersten modernen Herrscher eines geeinten Rumäniens fanden. Der politische Anschluß an die Mittelmächte, den Rumänien um die Jahrhundertwende gefunden hatte, überdauerte die Feuertaufe des Weltkrieges nicht. Die Bukarester Politiker erlagen schnell den Versuchungen der Entente, von deren Siegen sie sich mehr versprachen. Doch die schwere Niederlage, die Fal- kenhayn und Mackensen den rumänischen Heeren beibrachten, zwangen die Rumänen schnell zum Frieden und nur mit einiger Mühe gelang es ihnen, in den Pariser Friedensverträgen die großen Gebiete sich zu sichern, die ihnen als Preis für ihren Anschluß an die Entente verheißen worden waren. So sieht man heute ein Groß-Rumänien auf der Landkarte, das die völkischen Grenzen weit überschritten hat. Wir Deutsche, die fast 800 000 Stammesbrüder in geschlossenen Siedlungen dort wohnen wissen, haben alle Ursache, uns mit diesem neuen Reich aufmerksam zu beschäftigen. Dazu ist Hielschers Bilderatlas ein ungemein wertvoller Wegweiser. Er zeigt die außerordentliche Vielfältigkeit von Landschaft und Volkstum dieses Reiches, das sich heute vom Dnjester bis weit über die Donau, vom Schwarzen Meer bis in die Ungarische Ebene über ein Gebiet von Zweidrittel des Umfanges des Deutschen Reiches erstreckt, auf dem eine Bevölkerung । von 18 Millionen Seelen siedelt. Don den deutschen Burgen, Kirchen, Städten und Dörfern der Sieben- • bürger Sachsen am Hang der Karpathen zu den spitzen Minaretts mohammedanischer Moscheen im Flachland der Dobrudscha und den zwiebeltürmigen Gotteshäusern griechisch-orthodoxer Ruthenen in Bessarabien — eine Vielfältigkeit der Baukunst, die am besten das völkische Konglomerat dieses Balkan- reiches widerspiegelt. Nicht minder interessant sind die zahlreichen schönen Trachtenbilder, die Hielschers Kamera uns herbeigezaubert hat. Besonders die Landbevölkerung zeigt noch ungemein malerische Trachten, ein Zeugnis der inneren Kraft des rumänischen, magyarischen und deutschen Volkstums, das allerdings im krassen Gegensatz steht zu der durch Politik und Finanzmißwirtscyaft stark korrumpierten Oberschicht der Hauptstadt. Hielscher, dessen prächtige Bücher über Deutschland, Oesterreich, Spanien, Italien und Jugoslawien unvergessen sind, hat auch in diesem neuen Bande, der die Früchte einer zweijährigen mühsamen Arbeit zusammenträgt, seine wohl bisher unerreichte Kunst der Erschließung fremder Landschaft und fremden Volkstums mit Hilfe der Kamera erneut unter Beweis gestellt. Wem die schwierigen politischen Probleme dieses neuen Reiches am Herzen liegen, aber auch wem nur darum zu tun ist, die Schönheit eines uns Mitteleuropäern fast unbekannten Landes mit feinen stolzen Bauten und feinen bunten Volkstrachten kennenzulernen, der greife zu diesem neuen Buche Hielschers; er wird nicht enttäuscht sein. — Ernst F. Löhndorsf. Der Indio. Kamps und Ende eines Volkes. Wohlfeile Ausgabe in Leinen gebunden 2,85 Mark. Carl Schünemann, Verlag, Bremen. — (362) — Ernst F. Löhndorsf führt uns in die phantastische Welt Mexikos und der letzten freien Indianer, unter denen er vier Jahre gelebt hat. Wir leben mit diesen Söhnen der wilden Hochgebirgswelt, wir machen ihre geheimnisvollen, oft unfaßbar grausamen Feiern mit und begleiten die Helden in den letzten Kampf. Der Führer Benito, der eine moderne Erziehung in einem amerikanischen College genossen hat, und sein Studiengenosse Jim, ein Weißer, Sohn eines amerikanischen Pflanzers, nehmen an diesen Kämpfen teil. Ihre Freundschaft und Jims Liebesbegegnung mit der Schwester Benitos geben der aufregenden Handlung die innere Spannung. — K o l u n - N e u g u i n e a. Drei Männer suchen Gold. Don Ekkehard Beins sen. Ganzleinen 3,70 Mark. Frunds-berg - Verlag GmbH., Berlin. 1933. — (568) — Es handelt sich um einen kühnen Vorstoß dreier junger Menschen in das Herz einer fast unbekannten und gefährlichen großen Insel. Dieses Buch ist keine Reiseschilderung, sondern Darstellung eines Schicksals, das sich aus einer tropischen Reise abspielt. Menschen, Tiere, Urwald stehen hier im Schatten und im düsteren Licht des großen Erlebnisses. Deutsch-Neuguinea bildet den Hintergrund. Merkwürdige Menschen, weiße und schwarze, tauchen auf: ein alter Goldgräber z. B., ein Vagabund auf allen Feldern Australiens und Neu-Gui- neas, heute reich und morgen bettelarm, ein nicht umzubringender alter Mann, der dreimal ein Vermögen gefunden und es dreimal durchgebracht hat, der nun zum vierten Male danach sucht, ein Greis, dem die Freiheit das Wichtigste ist, das es gibt. Das Wort, das am Ende des Buches steht: „Jede Fata Morgana hat ihre Wirklichkeu'' ist eines der schönsten Worte die von heutigen jungen Menschen gesprochen worden sind. — Karl Angebauer: Mit der Flimmerkiste ins Affenland, Paul Lieberenz filmt in Afrika. Mit 31 Bildern. Broschiert 3,50, Leinen 4,80 Mark Brunnen-Verlag, Willi Bischoff, Berlin SW 68. — (433) — Karl Angebauer, ein alter Afrikaner, gibt hier flott und vergnügt Bericht über die erste afrikanische Filmjagd des geplagten Berliner Kameramannes Lieberenz. Mit fesselnder Frische und packender Darstellungskraft schildert er die Fülle von fremdartigen Eindrücken, die Lieberenz als filmender Begleiter des Afrikaforfchers Hans Schomburgk von Land, Leuten und Tieren in der seltsamen Negerrepublik Liberia in sich aufgenommen hat. Das ist der Kern des Buches: Ein guter Deutscher hat mit offenen Augen und mit offenen Herzen eine wildfremde Welt gesehen. rmag der Verzählt ihn viel- schen gewonnen werden. Zu diesen vermag der Der: faffer Spengler nicht zu rechnen; er <........ mehr zu den letzten Großen einer vergangenen Zeit, die überwunden werden müssen, weil sie unsere Zukunft gefährden. — Der deutsche Weg. Von Will Decker. Ein Leitfaden zur staatspolitischen Erziehung der deutschen Jugend. Mit einem Vorwort von Oberst a.D. Hier!, Staatssekretckr für den deutschen Arbeitsdienst. Leipzig 1933. Koehler & Amelang G. m. b. H. Ganzleinen 2,50 Mark. — (542) — Dieses Buch, dessen Verfasser als Lehrer für staatspolitischen Unterricht an der Reichsschule des deutschen Arbeitsdienstes wirkt, wurde für alle Schulen des deutschen Arbeitsdienstes eingeführt als der richtunggebende Leitfaden für die Aufgaben der staatspolitischen Jugenderziehung. Es ist von Bedeutung über den Arbeitsdienst hinaus. Was Decker über die Grundgesetze deutscher Art, über Führer- tum, über den Adel der Arbeit zu sagen hat, wie er die germanisch-deutsche Geschichte vom Blickpunkt des Dritten Reiches schildert, geht nicht nur alle Führer im Arbeitsdienst an, sondern alle deutschen Jugenderzieher. — „SA. räumt au f." Aus der Kampfzeit der Bewegung. Aufzeichnungen von Heinz Lohmann. 199 Seiten. Kart. 2,50 Mark. Leinen 3,50 Mark. Hamburg 1933. Hanseatische Verlagsanstalt. — (645) — Der große Vorzug des Buches ist seine unliterarische Darstellung. Es schildert das Leben der SA., das im Grunde genommen, überall das gleiche war. Das Leben des in dem schweren Kampfe aktiv beteiligten SA.-Mannes packt uns durch seine Unmittelbarkeit und läßt so recht erkennen, was in den letzten zehn Jahren geschehen ist. Als feine Kameraden sich noch mit harmlosen Schulsorgen beschäftigen, steht Heinz Lohmann, ein Junge noch, bereits in nächtlicher Stunde unter Männern, die der Krieg gezeichnet hat, und leistet den Eid für Deutschland! Später wird er Werkstudent, Arbeiter, Redner und Kämpfer. Während des schwersten Kampfiahres 1932 muß er Deutschland verlassen. Er geht nach Oesterreich und kennt auch hier wieder nur den Einsatz für Adolf Hitler. Das Buch ist ein nüchterner, sachlicher, aber unerhört spannender Tatsachenbericht. Politik. — Carl Schmitt: „Staat, Bewegung, D o > k". Die Dreigliederung der politischen Einheit. Kart. 1 Mk. Hamburg, Hanseatische Verlagsanstalt. — (650) — Professor Carl Schmitt hat auf die Gestaltung vieler Gesetze maßgeblichen Einfluß gehabt und zur Klärung und Fertigung der staatsrechtlichen Situation des neuen Deutschlands beigetragen. Vor allen Diengen kommt hier der großen Rede, die er auf der Leipziger Juristentagung gehalten hat, eine besondere Bedeutung zu. Diese Rede liegt nun wesentlich erweitert und unter Berücksichtigung der neu geschaffenen Gesetze als erstes Heft einer neuen Sammlung „Der deutsche Staat der Gegenwart", für die auch der Verfasser als Herausgeber zeichnet, vor. Die politische Einheit des gegenwärtigen Staates ist eine dreigliederige Zusammenfassung von Staat, Bewegung und Volk. Das politisch dynamische Element der Bewegung trägt das politisch statische Gefüge des Staates, während das wesentlich unpolitische Volk im Schutz der beiden anderen Elemente seine Aufgabe in der Gestaltung des wirtschaftlichen Raumes findet. Unterschieden, aber nicht getrennt, verbunden, aber nicht verschmolzen, müssen die drei Ordnungsreihen: Staat, Bewegung, Volk, nebeneinander laufen, jede nach seinem inneren Gesetz und alle im Einklang des politischen Ganzen. Innerhalb der dreigliedrigen Einheit hat die Bewegung, als die Hüterin und Trägerin der nationalsozialistischen Idee, die Führung. Dieser Begriff der Führung schließt eine unbedingte Artgleichheit zwischen Führer und Gefolgschaft in sich. Ohne den Grundsatz der Artgleichheit, des Gedankens der Rasse, könnte der nationalsozialistische Staat, nicht bestehen und wäre sein Rechtsleben nicht denkbar. Artgleichheit ist die Grundlage des totalen Führerstaates. — „Faschismus und Nationalfozia- l i s m u s". Mit einer Einleitung von Regierungsdirektor Dr. Gustav Schlotterer. Preis kart. 1,50 Mark. Hamburg. Hanseatische Verlagsanstalt. — (16) — Der Verfasser gibt eine kurze Darstellung der Entwicklung der faschistischen Idee und ihres Staatsgefüges. Dabei wird sowohl das Gemein- same, wie auch das Verschiedenartige der geistigen Grundlagen, der Auffassungen und Verwirklichungen mit der Entwicklung in Deutschland deutlich. Der Leser wird erkennen, daß beide Bewegungen lebensstark und zukunftsfreudig sind, daß ihr Lebensanspruch nicht auf vergangenen Leistungen beruht, sondern allein in der bewußten Uebernahme der Verantwortung für die schweren Aufgaben, die dem zerrütteten Europa gestellt sind. — Chamberlain, der Seher des Dritten Reiches. Das Vermächtnis Houston Stewart Chamberlains an das deutsche Volk in einer Auslese aus seinen Werken. Von Georg Schott. Mit einem Briefe Chamberlains an Adolf Hitler und einem Bekenntnis zum Volksführer zu dessen Geburtstag. 128 Seiten, kartoniert 2,40 Mark; in Leinen gebunden 3,50 Mark. F. Bruckmann AG., München. — (571) — Aus dem Vorwort des Herausgebers: Verkündigung des Ideals tat not, um der seelisch ermatteten, durch tausend Wahngebilde mißleiteten und verhetzten Menschheit wieder Aufschau nach oben und damit neue Lebenskraft zu geben. Damit ist die Bahn gekennzeichnet, die H. S. Chamberlain beschritten hat und unbeirrt durch Hohn und Feindschaft seiner Gegner zu Ende gegangen ist. Es war die Welt des kritischen Idealismus, aus deren Bergwerk er die Quadern gebrochen, bje das Massiv seiner Weltanschauung bilden. Jeder echt prophetische Geist eilt feiner Zeit voran. Chamberlain war es, der uns .. als erster die Binde vor den Augen gelockert hat. Indem er die Lebensaufgabe Adolf Hitlers von Anfang an mit klarem Blick erfaßt hat, ist ihm die Ehrenstelle als Seher des kommenden Reiches von vornherein zuerkannt. — E. Günther Gründel: Jahre der Ueberwindung. Verlag Wilhelm Gottl. Korn in Breslau. Preis kart. 2,30 Mk. — (37) — Der Verfasser des bekannten Buches „Die Sendung der jungen Generation" unternimmt in dieser Bro- scküre eine Auseinandersetzung mit Spengler. Sein Angriff erfolgt auf allen Gebieten. Spenglers Kulturbiologie, seine Schicksalslehre und Ethik werden als die Fiktionen eines tragödiensüchtigen Herrenmenschen gezeichnet. Aus dem Mangel an logischer Beweisführung und den Tatsachen, die anders verliefen, als Spengler es voraussah, werden die Spenalevschen Konstruktionen abgelehnt. Die deutsche Revolution kann nur von neuen deutschen Men- Hitler schafft Arbeit! Weitere bewilligte Maßnahmen im Arbeitsbeschaffungsprogramm des Rhein-Main-Gebiets: Maßnahme: Tagewerke: Aufforstung einer abgetriebenen Eichen- schälwatdfläche durch Gemeinde Mitte- rode 2640 Aufforstung von Oedlandflächen in Solz in Gröhe von 16 ha durch Gemeinde Solz 800 Ausbau der Gasstrahenbeleuchtung in den hauptdurchgangsstrahen der Stadt Dingen 1500 Overhessen Kreis Alsfeld. xy Alsfeld, 27. Febr. In der Reihe der Vorträge der Dürergesellschaft hielt am Montagabend Lehramtsassessor Dr. Kraus von der hiesigen Oberrealschule einen außerordentlich fesselnden, von lebendiger Anschauungskraft getragenen Vortrag über „Glauben und Denke n", in welchem er die Begriffe Religion und Naturwissenschaften behandelte und es ausgezeichnet verstand, aus der gewaltigen Fülle des Stoffes die Kernpunkte der Philosophie, der Na- Gedenket der hungernden Vögel! ........ihm Mir II i II.......................... .. ... turwissenschaften und der christlichen Religionen klar herauszustellen im Verhältnis zum Vortragsthema. In seinen tiefgründigen Ausführungen gab der Vortragende eine interessante Darstellung über das Wesen und die Struktur der Welt und stellte in den Vordergrund seiner Betrachtungen die Frage nach dem Sinn der irdischen Welt, wobei er die Auffassungen der einzelnen philosophischen Systeme zu dieser Frage darlegte. Seine Ausführungen gipfelten in der Anerkennung des Kritizismus der reinen Vernunft der Lehre des großen Philosophen Kant, die allein den Weg zur Freiheit eröffnet, und die zum Ausgangspunkt des Glaubens und des ethischen Begriffes geworden ist. Von besonderem Interesse waren die Ausführungen des Vortragenden über die grundsätzlichen Unterschiede der katholischen und der protestantischen Religion im Hinblick auf die philosophische Lehre von Kant. Der von gründlicher Beherrschung des Stoffes zeugende, in allgemein verständlicher Form gehaltene Vortrag fand lebhaften und verdienten Beifall. st. Kirtorf, 26. Febr. Dieser Tage fand hier eine Holzversteigerung aus dem hiesigen Stadtwald statt. Es wurden folgende Preise erzielt: Fichten-Derbstangen 2. Klasse je Stück 0,90 bis 1,10 Mk., 3. Klasse 0,40 bis 0,60 Mk. Buchen-Scheite 22 bis 25 Mk., Kiefern-Scheite 10 bis 14 Mk. Fach- ten-Scheite 12 bis 14 Mk., Buchenknüppel 16 bis 18 Mk., Eichenknüppel 12 bis 14 Mk., Kiefernknüppel 10 bis 12 Mk., Fichtenknüppel 10 bis 12 Mk. je vier Raummeter. Buchen-Reiserholz 3. Klasse 0,60 bis 0,80 Mk., Buchen-Stöcke 2,50 bis 3 Mk., Kiefern-Stöcke 1,50 bis 2 Mk., Fichten-Stöcke 0,80 bis 1,50 Mk. je Raummeter. — Dieser Tage beging der Schneider Fritz Kellner, der bei dem hiesigen Schneidermeister Wilhelm L a t h e r in Arbeit steht, das Jubiläum seiner 25jährigen Tätigkeit in dessen Diensten. Aus diesem Anlaß wurde ihm eine von der Handwerkskammer ausgestellte Ehrenurkunde überreicht. — Dieser Tage fand im Saale der Gastwirtschaft Joh. B e ck e r ein gut besuchter Schulungsabend statt, bei dem Pg. Dr. Geisser- Homberg sprach. Seine. Ausführungen fanden bei den Zuhörerä lebhaften Beifall. Große Strafkammer Gießen. Ein Angeklagter aus Ober-Mörlen wurde wegen Urkundenfälschung und Betrugs in mehreren Fällen vom hiesigen Schöffengericht zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 10 Monaten verurteilt. Der Angeklagte, der ein Zigarrengeschäft unterhielt und nebenbei für eine Zigarrenfabrik reiste, vereinnahmte Beträge und lieferte sie nicht ab. In einem anderen Falle hat er einen Landwirt dadurch zur Abgabe einer Bürgschaftsverpflichtung veranlaßt, daß er ihm sagte, er habe schon einen Bürgen und ihm dessen Unterschrift vorzeigte. Sonst hätte der Landwirt nicht in die Bürgschaft eingewilligt. Außerdem hat er einen Postbeamten verführt, Rachnahmepakete ohne Erhebung des Nachnahmebetrages herauszugeben. Schließlich händigte der Postbeamte auf Veranlassung des Angeklagten durch Vorspiegelung falscher Tatsachen dem Angeklagten eine Bürgschaftserklärung aus. Auf die gegen obiges Urteil seitens des Angeklagten eingelegte Berufung wurde die Gefängnisstrafe auf 9 Monate herabgesetzt. Der Vertreter der Anklage hatte eine solche von 12 Monaten beantragt. Der ehemalige Rechner einer Felübereinigungs- Senossenschaft unterschlug einen Betrag von 3000 itark. In der gestrigen Hauptverhandlung war er geständig. Nachdem die Staatsanwaltschaft 1 Jahr Gefängnis beantragte, lautete das Urteil unter Annahme mildernder Umstände auf 9 Monate Gefängnis. Schließlich hatte sich die Kammer mit einem Schriftsetzer und einer Frau aus Friedberg zu befassen. Beide Angeklagte waren aktive Mitglieder der SAP, Im November vorigen Jahres erhielten die Angeklagten regierungsfeindliche Flugblätter von unbekannter Seite. Beide unterließen es, der Polizei davon Mitteilung zu machen. Die Angeklagte verbreitete sogar eines davon. Das Gericht erkannte gegen den Angeklagten auf 3 Monate, gegen die Angeklagte auf 5 Monate Gefängnis . Amtsgericht Gießen. Wegen Bettelei erhielt ein Mann aus Neuhemsbach eine Haftstrafe von 6 Wochen, außerdem wurde Verweisung an die Landespolizeibehörde beschlossen. Der Angeklagte wurde am 14. Februar hier festgenommen, als er im Neuenweg Lebensmittel verlangte. Das Urteil gegen die früheren Leiter der Grube Meffel. LPD. Darmstadt, 26. Febr. Nach mehrtägiger Verhandlung verkündete die Große Strafkammer das Urteil im Prozeß gegen den früheren Direktor und den früheren Prokuristen der Gewerkschaft Grube Messel. Die beiden Hauptangeklagten, Direktor W e i ß k o p f und der Prokurist Drude wurden wegen fortgesetzter Untreue, der Direktor zu einem Jahre und der Prokurist zu einem Jahre und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Wegen Beihilfe zur Untreue erhielt der Münchner Kaufmann Röhr! vier Monate Gefängnis, während der Frankfurter Kaufmann G. mangels Beweises freigesprochen werden mußte. Buntes Allerlei. Chinesische (Seeräuber. Wenn man Chinas Riesenstrom, den Jangtse- kiang hinauffährt, so kann man an den vielen Fischerdschunken, die hier zwischen den Stromschnellen und Untiefen kreuzen, immer wieder am Heck eine kleine gelbe Flagge sehendes ist nur ein Fetzen Tuch, aber er hat eine große Bedeutung, denn er zeigt an, daß der Segler den Seeräubern seinen Tribut zahlt und daher von ihnen nichts zu fürchten hat. Diese Steuer, die von den großen Piraten-Organi- sationen den armen Fischern auferlegt wird, schwankt nach Art und Größe des Bootes zwischen 50 und 1000 mexikanischen Dollars im Jahr und wirft rie- riesige Erträge für diese ungesetzlichen Trusts ab, denen gegenüber die Regierung machtlos ist. Wehe denen, die sich weigern wollten, diese drückende Abgabe zu entrichten. Ihre Boote würden angezündet oder ihnen fortgenommen werden. Näheres von diesen Piraten, die nicht nur eine Plage der einheimischen Flußschiffahrt sind, sondern auch die großen Passagierdampfer des Auslandes auf dem Meere bedrohen, erzählt auf Grund eigener Erfahrungen Wolf Haggers in „Reclams Universum": „Die Seeräuber sind vortrefflich organisiert", schreibt er, „ihre Agenten sitzen überall, nachts huschen Blinkfeuer über das Wasser, geheimnisvoste Rufe ertönen im Dunkel, tags geben Winkzeichen und Läufer von jeder drohenden Bewegung des Feindes Nachricht. In ihre Schlupfwinkel vermag den Räubern kein Kanonenboot zu folgen; es würde bald zerschellen oder auf einer Untiefe aufrennen, über die die flach gehenden Dschunken der Piraten glatt Hinweggleiten. Die zerklüfteten Küsten der Jangtse-Mündung und der Provinz Fukien geben die besten und sichersten Standorte." Die Seeräubcrdschunken sind mit 5 bis 20 Mann besetzt; größere Schiffe lassen sich wegen ihres Tiefganges auf den Flüßen nicht verwenden. Die Boote find zu größeren Verbänden zusammengefaßt und unterstehen dem Oberbefehl eines Pira- ten-Admirals,.der sie nach einheitlichem Plan einsetzt. Die Oberführer wieder haben enge Verbindung mit einem Finanzmann in einer der großen Städte, der sozusagen der Präsident des Trusts ist. Dieser hat den wirtschaftlichen Teil unter sich, sorgt für die Verwertung der Beute, für die Auszahlung der Löhne usw. und ist meist der Hauptgewinner bei erfolgreichen Unternehmungen. In besonders „nahrhaften" Gewässern kommt es wohl auch zu Kämpfen zwischen den Seeräuberflotten, die sich gegenseitig das Geschäft streitig machen. So fand im Dezember 1930 bei Wusung, also in einem Gebiet, das von chinesischen Polizeidampfern und ausländischen Kanonenbooten wimmelt, eine große Seeschlacht zwischen den beiden stärksten Jangse-Seeräuberflotten statt, an der über 150 Schiffe teilnahmen. Erst als die Polizei diesen „Bürgerkrieg" benutzte, um den Piraten einige wichtige Inseln in der Jangtse-Mün- Das Eintopfgericht ist das Opfermahl der deutschen Nation! Zeigt euch am 4. Marz als wahrhafte Deutsche! düng wegzunehmen, legten sich die Schanghaier Finanzleute ins Mittel und stellten den Frieden wieder her. Ein wichtiger Ausganspunkt dieses großen Räubergeschäftes ist der Tai-Hu, ein über 3000 Quadratkilometer großer See zwischen Nanking und Shanghai, auf dem die Piraten ihre sichersten Standorte haben. Jahrelang war der allmächtige Beherrscher dieses Gebietes der Piratenhauptmann Tai Pao Ashu, der eine Bande von mehr als 3000 Mann befehligte und 1930 bei den Kämpfen gegen Nanking sogar zum offiziellen Heerführer ernannt wurde. Worüber sprechen Mädchen bei der Fabrikarbeit? Die Industrie-Abteilung des Medizinischen Untersuchungsausschusses in England hat psychologisch außerordentlich aufschlußreiche Untersuchungen über junge Fabrikmädchen im Alter von 1-5—16 Jahren an gestellt. Man wollte vor allem feststellen, welche Gegenstände und Interessengebiete in den Gesprächen während der Arbeitszeit berührt werden. Es wurden zehn Mädchen, die an Maschinen zum Verpacken von Schokolade, anderen Süßigkeiten und Tee tätig waren, für eine Zeit von 12 Wochen systematisch auf dieses Ziel hin beobachtet. Unter den verschiedenen Gesprächsgegenständen marschieren das männliche Geschlecht mit 42 Fällen und Film und Filmstars mit 39 Fällen weitaus an der Spitze. Es folgen Unterhaltungen über die Arbeitsbedingungen mit insgesamt 37 Fällen, und zwar 32 Mal mit Ausdrücken des Mißfallens und nur 5 Mal in zustimmendem Sinne. Lokalklatsch und Skandalgeschichten spielen keineswegs die große Rolle, wie spöttische Männer anzunehmen geneigt sind; sie bringen es nur auf 14 Fälle. Selbstmord, I Mord und Unfälle wurden 10 Mal, ernsthaftere Lokalereignisse 11 Mal, häusliches Leben nur 7 Mal Gesprächsgegenstand. Auch Kleiderfragen spielen mit 12 Fällen eine verhältnismäßig geringe Rolle. Die Angehörigen des starken Geschlechts haben nach diesen Ergebnissen noch keineswegs das Recht, erhaben und wohlgefällig zu lächeln. Es könnte demnächst einmal eine Erhebung über die Lieblingsthemen ihrer Gespräche angestellt werden, auf die die Frauenwelt gewiß mit großem Interesse wartet. Srieffaften der Redaktion. lRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) P. R. G. Solange Sie auf dem Wochenmarkt eigene Erzeugnisse Ihres Gartenbaues verkaufen, handelt es sich nicht um ein steuerpflichtiges Gewerbe; eine Anmeldung kommt also nicht in Betracht. Sie können den Wochenmarkt zum Verkauf ohne weiteres befahren, das Marktstandsgeld wird von den städtischen Beamten auf dem Wochenmarkt an Ort und Stelle kassiert. h. B. Eine Ermäßigung des Zuschlags zur staatlichen Grundsteuer kann u. a. eintreten: 1. wenn die Miete von dem Mieter nicht bezahlt wird und auch nicht eintreibbar ist; 2. bei leerstehenden Räumen über die Dauer eines Monats hinaus; 3. bei gewerblichen Räumen, die gegenüber der Vorkriegszeit wesentlich geringer ausgenutzt werden; 4. wenn die heutige Miete geringer ist als die gesetzliche Miete, lieber die Möglichkeiten der Ermäßigung bei besonderer Lage der Verhältnisse erhalten Sie nähere Auskunft beim Finanzamt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 28. Februar. Gießen. Sladtkirche. 18 Uhr: 3. Passionsandachtk Pfr. Trapp. Gewinnauszug 5. Klaffe 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 16. Ziehungstag 26. Februar 1934 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 316031 95236 25959 26. Februar 1934 16. Ziehungstag 282473 175411 12642 87821 38239 29554 22319 35810 53190 63590 76832 93781 14231 27874 42906 57077 71092 85646 1000 Dl. 295496 200501 265504 199064 49888 26059 141567 209861 253290 377169 11311 24576 40963 55010 70446 82914 97030 110029 121775 134824 146161 153989 166469 176997 192276 204831 213464 233460 248867 263464 282083 290677 305937 314315 326362 336855 346234 351493 361173 369432 374679 397010 40476 54279 66196 82003 95867 104084 120925 128575 143060 153592 164621 176986 187728 204738 212975 230711 244908 262957 282059 283124 304262 311413 326083 336278 343046 351331 357061 368516 372502 390760 20394 33375 51287 62668 76669 89807 31195 51061 61458 75294 86968 18368 29590 49853 59923 72834 322895 18160 14 Gewinne zu 227339 243677 2 Gewinne zu 300000 M, 2 Gewinne zu 30Ö00 M. 6 Gewinne zu 5000 M. 4 Gewinne zu 3000 M. 4 Gewinne zu 2000 M. 394 Gewinne zu 300 M. ; .......— ..... 20110 56 Gewinne zu 500 M. . ---- ----- 40982 44257 76543 76760 83557 110586 145911 165131 177516 185203 193274 209881 219408 229291 234470 247702 282955 302544 .353824 358751 *778^....- ----- ----- 23990 99163 100750 1 101570 102571 116759 118387 1 I19606 120156 122268 124015 1 124464 127921 136580 137735 1 139689 140041 147315 149000 1 149584 150128 154566 159254 1 159354 161169 170913 173949 1 175808 176909 180660 181574 1 82134 184540 198777 198824 1 99817 200839 204941 205302 1 211740 211765 214578 216391 224313 230261 235870 237285 237387 244246 251161 252505 256057 257603 265390 267656 274103 276634 282086 282739 283907 287754 291354 291883 297998 300557 309179 310165 310767 310859 320316 321711 324686 325531 326989 327842 332277 336238 338319 339169 341072 342600 346833 346923 347350 347626 352331 354168 354649 355278 362218 363569 365625 366930 369687 369953 370532 370764 375051 375839 386374 386833 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 6 Gewinne zu 5000 Q1L 105531 240027 328990 4 Gewinne zu 3000 Dl. 49565 276203 6 Gewinne zu 2000 M. 97264 155619 236673 10 Gewinns zu 1000 M. 71978 188546 241327 265552 370058 64 Gewinne zu 600 M. 1382 46673 78016 88662 134037 176292 176568 178190 183202 219502 234547 237475 251969 258982 297286 311479 328462 331139 347697 360017 360425 368857 369626 376572 390381 393934 395649 320 Gewinne zu 300 W. 1114 1706 8071 10116 10529 12499 14899 21739 23789 29306 32363 32752 32345 34757 35819 36431 43186 43359 44245 47069 51843 54249 54922 55194 56120 66749 62404 63415 63439 66489 66780 71939 72345 73914 75810 79535 82868 85279 89089 90571 91721 99450 108806 114716 115948 116238 123080 125016 126115 127174 133256 135910 140107 140750 144732 145123 148904 149074 149801 160780 152739 153581 161574 165273 169058 171275 171506 176718 178539 181341 182667 183974 187456 189393 193161 198653 198721 205796 208885 213137 214456 218794 223137 224266 225562 227626 231799 233557 234597 234694 235558 261132 267206 268958 269174 269547 270806 272044 273510 275047 276909 277362 280831 283044 283533 283360 284790 285918 286330 286823 288842 290294 293473 294728 296354 298113 298630 301112 305259 308572 311354 313314 314937 316922 316967 317915 318675 319074 319579 319911 320821 329329 334593 335801 337160 340049 345950 347877 350332 351167 354968 360392 365211 365824 368055 368685 372130 379018 379496 332306 382335 386109 386351 388795 389627 389891 391003 391005 394999 395410 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 58406 68955 61583 183966 255583 261808 309893 330271 333389 378731 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 75000, 4 zu je 30000, 2 zu je 20000, 14 zu je 10000, 86 zu je 5000, 160 zu je 3000, 254 zu je 2000, 438 zu je 1000, 1344 zu je 500, 8666 zu je 300 und 280 Taqesprämien zu je 1000 Mark. ' Niederlassung als Rechtsanwalt zugelassen bei Oberlandesgericht und Amtsgericht Darmstadt Julius Gilmer Amtsgerichtsrat i. R. Darmstadt, Ho brech tstr. 1 I Ecke Niederramstädter Str. Fernsprecher 1309 1248d Am 25. Februar 1934 starb in Laubach nach langer, schwerer Krankheit unser Rechner Herr Johannes Lotz. In 29 Jahren langer Arbeit hat er der Bezirkssparkasse Laubach große, ersprießliche Dienste geleistet. Die Bezirkssparkasse Laubach wird immer in Dankbarkeit des Heimgegangenen gedenken. Laubach, den 26. Februar 1934. 1256 D Die Bezirkssparkasse Laubach Der Verwaltungsrat Der Vorstand Krauß- Zimmermann. Trennungswände aller Art, leicht und schallsicher werden ausgeführt durch Aoideroiaiier4Laherenz,Gielien Lahnstraße 3, Fernsprecher 2463 Einziges Spezialgeschäft für Verputz-, Stuck- und Rabitzarbeiten aller Art am Platze. D Für die vielen wohltuenden Beweise liebevoller Teilnahme, die uns beim Heimgänge unserer lieben Entschlafenen Frau Sophie siiMM.W zuteil wurden, sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Leihgestern, den 28. Februar 1934. i25Od Geschmackvoll *^le8e ® wesentlichen Eigenschaften der guten vomehm ° FamiHen-Drucksache Persönlich bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aue- führungsarten schnell und zu mäßigen Preisen Brühl'sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 ZnrMjaMat Saat-Hafer: l084A Original Breustedts Frühhafer Original Gebr. Dippes Ueberwinder Original Gebr. 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Als die alte Gräfin, offensichtlich ein habgieriges Möbel, ihm einst bedeutet hatte, daß sie nach der Sitte der Zeit und des Ortes ein Geschenk von ihrem Dienstmann begehrte, ließ er auf eine fingierte Order hin ihre eigenen Gänse und Puten schlachten und schickte seiner Herrin den ganzen Segen ins Haus. Strahlte da die Alte! Spie aber Gift und Galle, als sie den Schwindel merkte. Da griff denn der „märkische Lümmel" zu einer seiner natürlichen Listen: er stellte sich tot. Legte sich gar — mit dem Einverständnis des jungen Grafen, der ihn schätzte, — in einen offenen Sarg und ließ sich in die Kirche tragen. Die Gräfin wünschte den Toten noch einmal zu sehen und sprach: „Ich verzeihe dir alle deine Sünden, mein lieber Hans, wenngleich du mich sehr gekränkt hast." fürst in Trebbin weilte, kam Hansens Ungehorsam natürlich heraus Der Landesvater ließ ihn kommen und schnob ihn an: „Wo ist der Brief?" — „Ei, ist er noch nicht hier?" — „Wie kann er hier sein, wenn du ihn nicht hergebracht!" — Hans drauf mit gekränkter Unschuld „Gnädigster Kurfürst und Herr, Euer Kurfürstliche Gnaden haben mir befohlen, daß ich den Brief ja „eilends" gen Trebbin bringen sollte. Nun hatte ich zu Berlin noch viel auszurichten, darum warf ich den Brief in die Spree, daß er vorausschwimmen und desto zeitiger ankommen möchte . " — Der Kurfürst soll darauf gelacht haben, daß seine ganze landes- zur Verfügung stellen würden. Die Versammlung hat ohne Widerspruch sich bereit erklärt, das Fest, das voraussichtlich am 3. oder 10 Juni stattfindet, zu übernehmen Die Gründung einer Fußballabteilung, die von einem Mitglied empfohlen wurde, mußte vorläufig zurückgestellt werden, weil hierfür fast gar kein Interesse vorlag. In einer Schlußansprache gedachte der Vereinsführer des Nationalhelden Horst Wessel und schilderte eingehend dessen Leben und Sterben in der Freiheitsbewegung. Durch Erheben von den Plätzen und mit einer Minute des Schweigens wurde sein Andenken geehrt. Mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes fand die Versammlung ihr Ende <£ Holzheim, 27. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Kriegerverein im Rathaus seine Generalversammlung ab. Der 1 Führer, Landwirt Wilhelm Laux 1. begrüßte die Kameraden und forderte sie auf, wie in den vergangenen Jahren, auch in der Zukunft treu zum Verein zu stehen. Anschließend erhoben sich alle Anwesenden zu Ehren der verstorbenen Kameraden Jakob L a u r, Gg. Pbilipp Jäger und Matheis Janisch bon ihren Plätten. Der Kassenbericht wies einen an- sebnlichen Ueberschuß aus. Zur SAR. II meldeten sich 28 Kameraden. Eine Anzahl Kameraden will am Regimentsappell des Dritten Reiches in Darmstadt teilnehmen. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Reichspräsidenten von Hindenburg, den Volkskanzler Adolf Hitler und unser deutsches Vaterland wurde die Versammlung geschlossen. # Dorf-Gill, 26. Febr. Dieser Tage hielt der Kriegerverein im Rathaus eine Mitgliederversammlung ab. Der Vereinsführer K n ö p - per eröffnete die Versammlung. Der zweite Vereinsführer Lehrer Jung wies auf den Bezirkstag von Friedberg hin. 25 Mitglieder meldeten ihren Beitritt zur SA.-Reserve II. Nach der Erledigung interner Angelegenheiten wurde die Versammlung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Reichspräsidenten und den Volkskanzler geschlossen. z. Watzenborn-Steinberg, 27. Febr. Der hiesige Landwirtschaftliche Konsumver- e i n hielt am Samstag im „Goldenen Stern" seine Generalversammlung ab. Während der Inflationszeit haben es Vorstand und Aufsichtsrat verstanden, den Verein durch diese Jahre hindurchzubringen, so daß die Herren auf diesem Gebiet durch ihre reiche Erfahrung geschult sind und den Konsumverein auf eine beachtliche Höhe gebracht haben. Direktor Sommer, der bereits 20 Jahre die Geschäfte des Vereins wahrgenommen hat, gebührt vor allem Dank, war es doch vor allem seiner einwandfreien Führung zu verdanken, daß der Verein während des Krieges und ganz besonders in den Nachkriegsjahren keinen Rückgang zu verzeichnen hatte, sondern immer mehr Fortschritte machte. Auf solche Erfahrungen gestützt, vermag er heute in mustergültiger Weise seinem Verein vorzustehen. Die Lagerstelle wurde am 1. Oktober v. I. verlegt. Im letzten Vierteljahre sind zehn Neuaufnahmen zu verzeichnen, so daß heute ca. 220 Mitglieder vorhanden sind. Im Dezember v. I. wurden für Winterhilfe, Arbeitsbeschaffung und Volkswohlfahrt 250 Mark bewilligt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Karl Andermann eröffnete die Versammlung und hieß die ca. 300 Teilnehmer besonders die Frauen, willkommen. Er gedachte der verstorbenen Mitglieder, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Direktor Sommer erstattete den Bericht über die Bilanz, die einen Reingewinn von 3600 Mk. ergab. An Warenrückvergütung werden 8 Prozent gewährt. Nachdem der geschäftliche Teil erledigt und der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen war, schloß sich das übliche Kaffeekränzchen im Rahmen der Volksgemeinschaft an. Nationale- und Volkslieder, humoristische Vorträge des Mitglieder Gg. Schäfer 4. und eine kleine Musikkapelle halfen die wohlgelungene Verunstaltung verschönern, £ Steinbach, 27. Febr. Wie schon berichtet, feierten am Samstag Hch. Arnold IV. und seine Ehefrau Sophie Carolina, geb. Roth, ihre goldene Hochzeit. Morgens brachte der Pfarrer mit der obersten Schulklasse dem Jubelpaare ein Ständchen, die Kinder sangen „Lobe ben Herrn, meine Seele". Nachmittags fand eine schlichte Feier im Hause statt, wobei Pfarrer D ö l l auch die Glückwünsche des Landeskirchenamtes und des Kirchenvorstandes und als Geschenk eine große Bilderbibel überbrachte. Bürgermeister Krämer sprach für die Gemeinde und im Namen des Staatsmini- ters und des Kreisdirektors die Glückwünsche aus: ein Ehrengeschenk wurde von diesen Behörden ebenfalls bewilligt. Ferner hatte der Herr Reichspräsident ein (Glückwunschschreiben gesandt. Aus nah und fern war eine Fülle von Glückwünschen Eine Momentausnahme in den Straßen Berlins: Der Führer und ein kleiner Junge, der schon voll Begeisterung das braune Hemd trägt. Don einerDanaierabieiluna fofaefabren * Butzbach, 27. Febr. Ein tragischer Unglücksfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich heute gegen 9.45 Uhr auf dem Bahnhof Butzbach. Hier war der 46 Jahre alte Schrankenwärter Heinrich Mohr aus Pohl-Göns, der im Schrankendienst am Bahnhof Butzbach stationiert war, mit dem Reinigen der Rillen am Bahnübergang beschäftigt. Dabei wollte er einem herankommenden G ü t e r z u g a u s w e i ch e n und trat in ein Nebengleis, auf dem aber im gleichen Augenblick eine Rangierabteilung heranfuhr, die er nicht bemerkt hatte. Er wurde von dem Waaen überfahren und a u f d e r S t e l l e g e töt e t. Der bedauernswerte Mann, der als zuverlässiger Beamter bekannt war. hinterläßt eine Frau und zwei Kinder im Alter von 18 und 12 Jahren Vat sich im verflossenen Jahr erhöht, nicht zuletzt burch ben Eintritt von Sangesbrübern aus bem aufgelösten früheren Gesangverein „Einigkeit". Die Singstunben, von Chormeister Nikolai (Großen-Buseck) wöchentlich gehalten, erfreuen sich eines regelmäßigen guten Besuches. Aus bem Bericht bes Kassenwarts war zu ersehen, baß ber Verein trotz erhöhter Inanspruchnahme finanziell recht befriebigenb steht. Dem Kassenwart Pg. K. Schäfer yiurbe Anerkennung für seine Arbeit unb (Entlüftung zuteil. Im Verlause des Abends wurde eine Tellersammlung für das Winterhilfswerk durchgeführt, die ben Betrag von 6 Mark ergab. Chor- meister Nikolai ermahnte bie aktiven Sänger zu pünktlichem unb regelmäßigem Singstunben- besuch, bamit am 27. Mai bei bem Gauwertungssingen in Gießen auch entsprechend übgeschnitten werben könne. Der Vereinswalter schloß bie Versammlung mit einem Treuegelöbnis zu Volk, Vater- lanb unb Führer. ? Reiskirchen, 27. Febr. Den Frauenschaft en von hier, Hattenrob, Linbenstruth und Bersrod wurde dieser Tage durch eine Schwester des Kreisjugend- und Fürsorgeamts ein Lichtbildervortrag über „Pflege und Ernährung des Säuglings" gehalten. Anschließend sprach Pfarrer Frank von hier über die Kindersterblichkeit jetzt und in früheren Jahren. Die Frauenschaftsführerin, Frau Frank, schloß den Abend mit einem Treuegelöbnis zum Führer. Schwester Margaretha vom Fürsorgeamt wird in nächster Zeit einen weiteren Vortrag über ein ähnliches Thema halten. * Reiskirchen, 27. Febr. Der Arbeiter Heinrich Brück von hier erlitt bei seiner Arbeit einen schweren Unfall dadurch, daß ihm ein Stahlsplitter in ben Oberschenkel brang. Der Verunglückte mußte sofort zur Operation in bie Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werben. Q Göbelnrod, 27. Febr. Vor einigen Tagen hielt bie NSDAP, bei Gastwirt Becker eine Versammlung ab, bie von Stützpunktleiter Stüh- ler geleitet würbe. Pg. Michel (Gießen) sprach über bas Thema: „Unser Kampf einst unb jetzt". In packenben Ausführungen schilberte ber Rebner ben zahlreichen Zuhörern ben 14jährigen Kampf Hitlers um bie Macht. Nach einem Jahre schon seien große (Erfolge aufzuweisen, unb vor allem bie Sehnsucht ber Deutschen nach bem Einheitsstaat Wirklichkeit geworben. So sei es nun selbstverständliche Pflicht jebes Deutschen, bem Führer vollstes Vertrauen entgegenzubringen unb beim Aufbauwerk selbstlos mitzuarbeiten. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 27. Febr. Unter Leitung bes Ortsbauernführers Wilhelm Horft fand im Gemeinbefaal eine gut besuchte Bauernversammlung statt, zu ber auch viele Frauen und Mäbchen erschienen waren. Es sprach zuerst in längerer, klar burchbachter Rebe ber Leiter ber Abteilung III, Genossenschaftswesen, Herr Rühl von Schotten, über die Entwicklung bes Bauern- standes, feine Versklavung unb bie Maßnahmen ber Reichsregierung zu feiner Befreiung und Hebung Kreisbauernführer Straub (Rainrod) unterstrich und ergänzte in begeisterten Worten das Gesagte und ermahnte zu wahrem Gemeinschaftsgeist. Beide Redner nahmen dann noch Stellung zu verschiedenen Fragen, die aus der Versammlung heraus aufgeworfen worden waren. Ein „Sieg- Heil!" auf den Führer und der Gesang des Horst- Wessel-Liedes beschlossen die Veranstaltung. — Der hiesige Gesangverein „Sängerbund" hielt am Sonntag bei Gastwirt Schlörb seine 52. Generalversammlung ab. Der Leiter W Port begrüßte die Mitglieder und gedachte des im letzten Jahre verstorbenen treuen Mitgliedes Wilhelm Parr 5. Ein ausführlicher Jahresbericht legte Zeugnis von der eifrigen Tätigkeit des Vereins im Jahre 1933 ab. Die Zahl der aktiven Mitglieder wuchs um drei, von den passiven traten fünf aus. Der langjähriae Kassenwart Wilhelm Lehr 2. erstattete die Rechnungsablage, die einen Kassen- oorrat von 8,54 Mark und ein Barvermogen von 489,07 Mark aufwies. Zum Schriftwart wurde Wilhelm Parr 6. ernannt. 4- Eichelsdorf, 27. Febr. In den verschiedenen Bezirken der hiesigen Försterei werden in diesem Jahre große Holzmengen geschlagen. Die Holzbauerrvtten, in einer Gesamtstärke von über 40 Mann, sind bis in den Monat März hinein beschäftigt. Der weitaus größte Teil der gefällten Buchen wird als Brennholz abgegeben, das von den Gemeinden der nördlichen Wetterau zu Hunderten von Raummeter zum Preise von 5,50 bis 5,80 Mark übernommen wird. Infolge des niedrigen Preises scheint sich die Wetterau stärker mit Brennbolz einzudecken als in den vorausgehenden Jahren. Das Holz wird zum großen Teil von hiesigen Fuhrleuten am Bahnhof verladen, zum Geringeren Teil von den Wetterauer Bauern im Walde abgeholt. Kreis Alsfeld. 11. Merlau, 26. Febr. Im Vereinslokal (Hin- denburgschule) hielt dieser Tage der Gesangverein „Eintracht-Sängerkranz" seine Jahresversammlung ab. Vereinswalter Semper leitete die Versammlung. Nach ber Erstattung bes Geschäfts- unb bes Kassenberichts würbe die Vor- standswahl oorgenommen. Als Ersatzmänner zur Erweiterung des Vorstandes wurden vom ersten Bei diesen Worten erhob sich der „Tote" aus seiner । väterliche Leibesfülle in Gefahr geriet, vor um unbequemen Lage und erwiderte artig: „Ich danke | mäßiaer Heiterkeit zu bersten ... Euch, hohe Herrin." Die Wirkung ist leicht auszu- malen, aber dem Schelm wurde verziehen. Der Brief des Kurfürsten. Hans blieb nie lange auf einer Stelle, wo es ihm gut ging. Der Frühling und die ungelegten Eier (sprich ungetane Streiche) lockten ihn auf die Straße. Zudem hing der Halbmond in der Luft. Hans zog als Waffenschmied gegen die Türken, die 1529 Öfen und Pest belagerten. Zu allem Unglück schnappten die Sohne des Propheten seinen Herrn, den Grafen, und legten ihn gefangen. Da war denn für Hansen keine Bleibe mehr an der Donau. Auf einem Umwege über alle Jahrmärkte der Christenheit tippelte er nach Trebbin zurück, nahm eine Frau, versprach, seßhaft zu werden (was er nicht tat) und einen ordentlichen Lebenswandel zu führen (woran nicht zu denken war). Die „Mei- sterjahre", die auf die Wanderjahre hätten folgen müssen, wurden seine Schelmenjahre, worin er alle ßebensfünftler seines lachlustigen Jahrhunderts weit übertraf. Handeltreibend zog er durchs Land, ein Kometenschweif von scherzhaften Begebenheiten wirbelte hinter ihm her. Nicht erzählte Scherze, wohlverstanden, sondern gespielte und gelebte. Das Volk jubelte ihm zu. Es sah einen Teil seines Wesens in ihm verwirklicht. Die Schoppen wurden ihm frisch geschwenkt, wo er sich auch blicken ließ. In Jüterbog, Treuenbrietzen, Teltow, Zossen oder Sewekow. Er zahlte mit der blanken Münze seines Witzes. Seine Schwänke durchpflügten das Volk mehr als irgendeine gelehrte Schwarte. Der hohe Adel selbst, bezwungen durch die naive Denkkraft seines Narrentums, öffnete ihm Tür und Tor. Er wurde der besondere Liebling jenes Eustachius von Schließen, den der Historiker Ranke „den ersten brandenburgischen Minister von durchgreifendem und fortwirkendem Verdienste" nennt. Als ganz außergewöhnlich aber muß bezeichnet werden, daß ihm auch der Landesvater, Kurfürst Joachim II., feine Gunst zuwandte. Das kam so: Clauert war eines Tages von seiner Frau Margarete „lockeren Kartenspielens halber" persönlich beim Kurfürsten verklagt worden. Der hohe, sehr leutselige Herr, der viel von dem Trebbiner Spaßvogel gehört hatte, ließ Hansen kommen und befahl ihm nach kurzem Verhör, einen versiegelten Brief „eilends" an den Hauptmann von Schlieben nach Trebbin zu überbringen. Hans witterte Unrat. Er ging an die Spree, erbrach das Schreiben, ließ sich den Inhalt von einem Scholaren gegen wenige Viergroschen vorlesen (er selbst konnte weder lesen noch schreiben) und erfuhr so, daß der von Schlieben in diesem Brief gehalten war, den Ueber- bringer, (also Hans selbst) auf der Stelle in Haft zu nehmen, bis zum Tage der Untersuchung, die der Kurfürst nach etlichen Tagen in Trebbin selbst vornehmen wollte. — Hans verlor keinen Augenblick die Fassung: er warf den Brief kurzerhand in die Spree, und kneipte sich drei Tage im Bernauer Keller fest. Fünf Tage später, als der Kur- ...... Vereinswalter die Herren Georg Hölzer und Otto Weber ernannt. Zum Schluß wurden die Sänger noch zu fleißigem Singstundenbesuch ermahnt. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Volkskanzler Adolf Hitler und auf die Reichsregierung, sowie mit dem Gesang des Horst-Wessel- Liedes wurde die Versammlung aeschlossen. — Die Holzhauerarbeiten in oer Oberförsterei Rieder-Ohmen, bei der die Erwerbslosen 14 Wochen lang Arbeit hatten, sind beendet. — Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, die Leitungsdrähte für das hiesige Ortsnetz zu ziehen. Die Stromversorgung soll zum 1. April ausgenommen werden. * Atzenhain, 27. Febr. Der 38jährige Schreiner und Landwirt Johannes Hoffmann erlitt bei seiner Arbeit einen Unfall. Er geriet mit der linken Hand in die Kreissäge und trug ein schwere Verletzung davon. Er mußte sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen übergeführt werden. * Ehringshausen, 28. Febr. Der 37jährige Landwirt Theodor Well, der gestern damit beschäftigt war, für sein Vieh Futter zu holen, stürzte dabei vom Scheunenboden ab und fiel so unglücklich, daß er schwere innere Verletzungen erlitt. Der bedauernswerte Mann mußte sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Krofdorf Kreismeister im Kleinkaliberschießen. Bei dem kürzlich abgehaltenen Winterschießen des Kleinkaliber-Verbandes Kreis Biedenkopf-Süd errang die erste Mannschaft Krofdorf die Kreismeisterschaft mit 372 Ringen. Die siegreiche Mannschaft setzte sich wie folgt zusammen: W. Fries sen., W. Fries jun., W. Wagner II., Willi Schmidt und Walter Möller. Einzelmeister wurde W. Fries sen., Krofdorf, mit 91 Ringen, zweiter Otto Christ, Bieber, 85 Ringe und dritter Karl Haus, Bieber, mit 84 Ringen. $. Nehme! deutscher Hochschul- Skimeister. Nach dem Lang- und Abfahrtslauf wurde in Partenkirchen der Sprunglauf zur Kombination im Rahmen der Deutschen und Münchener Hochschul-Meisterschaften durchgeführt. Bei recht guten Schneeverhältnissen traten 40 Springer zum Wettkampf an. Den weitesten Sprung des Tages erzielte der Japaner Y o t s u i a mit 47 Meter, der damit hen Sonderpreis gewann. Sieger im Sprunglauf wurde Brantenberg-München mit Note 220,8 und Sprüngen von 47 und 46 Meter vor D e h m e l - München mit 212,6 (46, 42 Meter), der im Gesamtergebnis Deutscher und Münchener Hochschulmeister 1934 mit der Bestnote von 635 wurde, während in der Kombination Stober-Freiburg mit 606,4 Punkten den ersten Platz belegte. Schwimmer-Olympiaprobe in Frankfurt. Auch das zweite Olympia-Prüfungsschwimmen des Gaues Südwest, das am 11. März in Frankfurt a. M. durchgeführt wird, hat wieder ein ausgezeichnetes Meldeergebnis erhalten. Obwohl die Teilnahme diesmal nur auf die Klasse I beschränkt ist, liegen 100 Einzel- und 250 Staffelmeldungen vor. Erfreulich ist, daß auch die Turnerschwimmer diesmal sehr stark vertreten sind. Kurze Sportnotizen. Bei der Fernfahrt Mailand—San Remo am 25. März gehen einige deutsche Straßenfahrer an den Start. Neben Geyer und Altenburger haben jetzt auch die Berufsfahrer-Neulinge Münzer, Haendel, Schuffenhauer und K. Steger ihre Meldung abgegeben. Ein Fußballkampf S ü d d e u t s ch l a n d gegen Südo st frankreich geht am 22. April in Stuttgart in Szene. Der Zugspitzflug, der am 18. Februar gelegentlich des Eibseerennens nicht abgewickelt werden konnte, soll am 10. bzw. 11. März nachgeholt werden. Roman Najuch, Deutschlands vielfacher Meister der Berufs-Tennisspieler, wurde vom Hollän- oischen Tennisverband als Derbandstrainer verpflichtet. Olympiade und Krafifpori. Die nachfolgenden Ausführungen sind einem Rundfunkvortrag des stellvertretenden Führers des Deutschen Schwerathletik- Sportoerbandes und des Führers des Deutschen Jiu-Jitsu-Verbandes Werner G l a s e n a p p auszugsweise entnommen. Eigentlich sollten die Ausführungen den Titel tragen: „Der Sport der Deutschen". Es ist auch dieses Mal so, wie es immer im deutschen Sport der Fall war, wenn die große Kraftprobe des deutschen Sportes kommt, dann entdeckt man auch die Stillen und Bescheidenen. Bei dem großen Nachrechnen der zählbaren Erfolge wird dann mit einigem Verwundern festgestellt, daß Deutschlands Stütze bei der Olympiade stets der deutsche Kraft- spor't ist. 3n Los-Angeles gewannen die Deutschen 39 Ziegespunkte, hiervon allein durch den Kraftsport 15. Es waren aber von den 87 Teilnehmern nur 9 Kraflsporller im Kampfe. Dreimal konnte Deutschland eine goldene Medaille erringen. Zwei hiervon fielen an das Stiefkind des deutschen Sportes und wurden vergessen. Der Kraftsport hatte eine Tradition, welche so alt ist, wie das deutsche Volk. Tradition bedeutet in diesem Falle Erfahrung Es ist gut für unsere Vereine, daß sie mehrere Generationen erfahrener Kampfer in sich vereinigen. Die deutschen Ringer und Gewichtheber, sowie die anderen im deutschen Athletik-Sportverband zusammengeschlossenen Kampfsportler wie Boxer, und Jiu-Jitsukämpfer sind aus der harten Erfahrung ihres Sportes heraus keine großen Redner. Jeder von ihnen weiß, daß Siege und Erfolge nur auf der Matte oder im Ring entschieden werden. Wenn die Zahl der Kampfsportler in all den Jahren nicht gesunken, sondern gestiegen ist, so ist dies ein Zeichen der unverwüstlichen Gesundheit und dem Kampfesgeist unseres Volkes. Es ist ein hartes und sehr männliches Geschlecht, welches sich in den Zweikampfsporten heranbildet. Wer die unendliche Kleinarbeit in den Vereinen einmal betrachten konnte, der wird nicht ohne ein Gefühl der Hochachtung vor dieser großen Erziehungsarbeit, die dort geleistet wird, hinweggehen. Der wahre hort des Deutschen kraftfportes war immer der verein, und nur der Vereinsarbeit ist es zu verdanken, daß der deutsche Ringer und Gewichtheber sich Weltgeltung verschaffen konnte. In ununterbrochener Arbeit und unter Anleitung der erfahrenen Trainer erreicht der Zweikämpfer allmählich seine höchste Leistungskraft und dann meldet ihn seine Vereinsführung zu den Wettkämpfen. Der Weg zum Sieg führt in fast allen Fällen über harte und bittere Niederlagen. Vorschuß-Lorbeeren sind hier nicht angebracht. Die Kampfsportarten der Fachsäule IV, also griechisch-römisch Ringen, Freistil-Ringen, Gewichtheben, Jiu-Jitsu und Boxen, haben im Laufe der Zeit eine so hohe technische Kunst gezeigt, daß ein Meisterkämpfer nur durch Höchstleistung den Sieg erringen kann. Viele hundertmal habe ich schon gehört, daß ein Anfänger des Sportes sich zu alt fühle, sich zu schwach glaube, oder daß kleine körperliche Schäden ihn an einer Sportausübung hindern. Alle diese Personen gehen mit einer falschen Vorstellung in die Ausbildung. Ein Athlet und Meisterkämpfer entsteht nicht in einigen Monaten, sondern nur durch die ruhige und gleichmäßige Weiterbildung. Es ist nach unseren langjährigen Erfahrungen für jeden gesunden Menschen möglich, respektvolle Leistungen zu erzielen, wenn er mit etwas Vernunft gewappnet ist. Der deutsche Wensch hak eine besondere Begabung für den Kampfsport, und es liegt der Verbandsführung daran, die besonders veranlagten unter unseren Volksgenossen heryuszufinden. Wir sind überzeugt, daß die Zahl dieser Leute in die Zehntausende geht. Das Jahr 1934 ist der Entdeckung „des unbekannten Sportlers" gewidmet. Jede Begabung soll erfaßt und gefördert werden. In besonderen Lehrkursen wird man im ganzen Reich diese Sportkameraden schulen. Dann beginnt wieder die Einzelarbeit in den Vereinen und hier liegt der wichtige Teil der Ausübung. Das Einüben besonderer Kampftechniken erfolgt unter den geschulten und bewährten Vereinstrainern. 1935 müssen dann die Kämpfer gefördert und international erprobt werden. Der Deutsche Kampfsport arbeitet mit einer eisernen Entschlossenheit auf dieses Ziel hin und in den etwa 3000 Vereinen geschieht eine Aufbauarbeit, welche abgesehen von den großen Erfolgen eine ebenso große Erziehungsarbeit darstellt. Der krafkfpork ist ein typischer Volkssport. Wenn ich hier sage, daß besonders die gesunden Teile des deutschen arbeitenden Volkes sich darin zusammengefunden haben, so muß ich auch gleichzeitig mit Bedauern feststellen, daß bisher die sog. intellektuellen Kreise sich ablehnend verhielten. Die neue Zeit bringt auch einen neuen Menschentyp und das vergangene Jahr der deutschen Erneuerung hat auch den Kraftsport in dieser Hinsicht sehr gewandelt. Die Zurückhaltung, welche einige gebildete Schichten früher für angebracht hielten, ist Gott sei dank geschwunden. Trotzdem ist ein zweckmäßiger Aufbau des Ausbildungsprogramms nicht möglich, vhne bedeutende Geldmittel zu haben. Die Beschaffung dieser Gelder ist vorläufig noch eine große Rätselfrage für die Verbandsführung. Unbedingt sind besonders im Ringkampf die Verbreitungen grundlegender Lehren in allen deutschen Vereinen notwendig. Was in diesem Jahre versäumt wird, ist kaum bis zur Olympiade aufzuholen. 1928 setzte der Kraftsport 16 aktive Kämpfer ein. 1932 neun. In Berlin 1936 können und werden wir eine volle Kampfstaffel im griechisch-römischen Ringkampf und Freistil-Ringkampf, ferner die fünf Klaffen im Gewichtheben mit unseren prächtigen Athleten vollzählig besetzen. Es steht außer Frage, daß Deutschlands Kraft- sport imstande ist, die Erfolge der früheren Olympiaden wesentlich zu überbieten, wenn bei der vorbereitenden Arbeit auch wirklich alle Möglichkeiten ausgenuht werden. Von dem Kampfsportler der heutigen Zeit werden so viel Leistungen verlangt, daß er sie nur durch vielseitige sportliche Tätigkeit erreichen kann. Jedes Uebermaß an Muskeln ist unangebracht, genau so wie sich auch keiner der Ringkämpfer, Gewichtheber oder Jiu-Jitsukämpfer einen Fettbauch leisten kann. Der neuzeitliche Kampfsportler hat wieder die Idealfigur der schönen griechisch-römischen Marmorkunstwerke. Nur wenn sich Kraft, Gewandtheit, Schnei- ligkeit und die unbedingte nötige Portion Intelligenz vereinen, find Höchstleistungen möglich. Ein großes Wort unseres Führers sagt: „Das Leben wird nicht gestützt durch schwache Philosophen, sondern durch starke Männer." In diesem Sinne hat der deutsche Kraftsport seine Aufbauarbeit im Rahmen des großen Erziehungsprogramms unserer Führung und den Wahrheitsbeweis für diese Tätigkeit wollen die deutschen Kraftsportler nicht durch Worte, sondern durch Taten antreten. Wirtschaft. * 192 Mill. Mark Zeichnungen auf die neuen preußischen Schatzanweisungen. Aus die neuen 4^prozent-igen preußischen Schatzanweisungen sind Zeichnungen von insgesamt 192 Mill. Mark eingegangen, wovon 105 Mill. Mark durch Umtausch gezeichnet wurden, während der Rest auf Barzeichnungen entfällt. Am 1 März werden 115 Mill. Mark Schatzanweisungen fällig, so daß 10 Mill. Mark Barzeichnungen noch zur Einlösung der fällig werdenden Schatzanweisun- gen verwendet werden müssen. Rechnerisch ergibt sich für die Barzeichnungen eine durchschnittliche Repartierungsquote von etwa 50 v. H. Frankfurter Börse. Millagsbörse: fest. Frankfurt a. M., 27. Febr. Die Börse verkehrte kurz vor dem Ultimo mit einer auf der ganzen Linie festen Tendenz. Das Publikum beteiligte sich lebhaft am Geschäft und ging in verhältnismäßig größerem Ausmaße Neuengagements ein. Dadurch wurde auch die Kulisse angeregt und nahm Rückkäufe vor, zumal für das Monatsende kaum noch Glattstellungen erfolgen dürften. Der Grund für die feste Tendenz ist einmal in dem neuen Abkommen mit Polen über Zusammenarbeit in den Fragen der öffentlichen Meinungsbildung, anderseits in den verschiedenen günstigen Meldungen aus der Wirtschaft zu suchen. Auch der Reichsbahn- Auftrag für die Lokomotivenindustrie wurde mit Befriedigung aufgenommen. Die Haupbewegung ging von einigen Spezialwerten aus. Größeres Geschäft hatten Bekula, die um 3,40 v. H. anzogen. Weiter lagen AG. für Verkehrswesen auf Dividendehoffnungen mit plus 2,50 v. H. und Conti Gummi auf größere Berliner Käufe mit plus 3,25 v. H. sehr fest. Auch Reichsbankanteile blieben stärker gefragt und notierten 1,75 v. H. höher. Schwach lagen andererseits Südd. Zucker, die nach gestriger Strichnotiz um 5 v. H. niedriger zur Notiz gelangten. Am Chemiemarkt lagen Farbenindustrie bei lebhafterem Geschäft insgesamt 1,13 v. H., Th. Goldschmidt 1,25 v. H., die übrigen Werte bis 0,75 v. H. höher. Ruhig, aber gut gehalten lagen Montanaktien bei teilweisen Steigerungen bis 0,50 v. H. Auch der Elektromarkt verzeichnete überwiegend Kursgewinne bis zu 1 v. H. Im einzelnen waren Zellstoffwerte leicht erhöht, Schiffahrtsaktien gut erholt, Daimler 0,50 und Dt. Linoleum 0,25 v. H. fester. Ruhig im Verhältnis hielt sich der Rentenmarkt, wo deutsche Anleihen leicht abbröckelten. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 93,90 v. H. unverändert. Größeres Geschäft hatten erneut umgetauschte Dollar-Bonds bei um 0,25 bis 0,50 v. H. höheren Kursen; auch Stahlverein-Bonds konnten sich um 0,40 v. H. befestigen. In der zweiten Börsenstunde konnte sich das lebhafte Geschäft am Aktienmarkt fortsetzen, und es waren durchschnittlich weitere Kursbesserungen bis zu 0,50 v. H. festzustellen. Darüber hinaus gewannen Metallgesellschaft 1,50 v. H., ferner kamen Kali Aschersleben und Westeregeln um 2 bis 2,50 v. H. höher zur Notiz. Später unterlagen die Kurse einigen Schwankungen und gegen Schluß der Börse ergaben sich verschiedentlich leichte Abbröckelungen von 0,25 bis 0,50 v. H., nur Conti Gummi gaben 1,25 v. H. und Bekula 0,75 v. H. nach, während AG. für Verkehr erneut 1 v. H. gewannen. Am Kassamarkt lagen O-Bank-Aktien etwa 1 v. H. fester, ferner gewannen u. a. Verein. Glanzstoff nach Pause 4 v. H., ebenso kamen Röder Darmstadt nach Pause mit 65 v. H. wieder zur Notiz. Weiter leicht nachgebend war der Rentenmarkt. Neubesitz blieben zu 19,25 v. H. unverändert, dagegen gaben Altbesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen um je 0,13 v. H. auf 96,13 bzw. 93,75 v. H. nach. Reichsmark-Obligationen blieben gefragt bei erneuten Steigerungen bis 0,25 v. H. Stahlverein-Bonds lagen ebenfalls erneut 0,50 o.H. fester. Staats- und Länderanleihen lagen ruhig. Stadtanleihen notierten meist etwas höher. Der Pfandbriefmarkt blieb ziemlich gut behauptet, Liqui- dationspfandbriefe lagen überwiegend etwas höher. Auslandsrenten waren ruhig. Ungar. Goldanleihen leicht erhöht. Tagesgeld war sehr knapp und wurde um 0,25 v. H. auf 4,25 v. H. erhöht. Abendbörse fest. Die feste Tendenz des Mittagsoerkehrs übertrug sich auch auf die Abendbörse, da von der Kundschaft erneut Kauforders eingetroffen waren. Daneben nahm die Kulisse Meinungskäufe vor, so daß sich das Geschäft schon bei Eröffnung lebhaft gestaltete. Von gewisser Anregung war die weitere Klärung in der außenpolitischen Situation auf Grund der Unterredung des englischen Lordsiegelbewahrers Eden mit Mussolini, ferner wirkten die letzten Wirtschaftsmeldungen günstig nach. Im Vergleich zum Berliner Schluß erfuhr das Kursniveau eine durchschnittliche Erhöhung um 0,50 bis 1 v. H., wobei besonders Farbenindustrie lebhafte Umsätze auswiesen. Etwas niedriger lagen Bekula, Deutsche Linoleum, AG. für Verkehrswesen, AKU., Felten und Th. Goldschmidt. Im Verlaufe wurde das Geschäft ruhiger, die feste Stimmung hielt aber unverändert an. Vereinzelt traten weitere Besserungen um 0,25 bis 0,50 v. H. ein, darüher hinaus gewannen Metallgesellschaft 1,25 v. H. und Reichsbankanteile waren um 1 v. H. erholt. Am Rentenmarkt konnten sich deutsche Anleihen bis zu 0,25 v. H. befestigen, Stahlverein-Bonds lagen 0,65 v. H. höher, während späte Reichsschuldbuchforderungen und Reichsmark-Anleihen unverändert lagen. Schutzgebietsanleihen bröckelten um 10 Pf. ab. Von fremden Werten gaben 4 v. H. Schweizer Bundesbahn von 1912 um 1 v. H. auf 142,50 v. H. nach. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 19,30 bis 19,40, Altbesitzanleihe 96,40, 6 v. H. Stahlverein-Bonds 73,25, Schutzgebietsanleihe 9,40, Reichsbank 174,25, Buderus 81, Gelsenkirchen 64,75, Klöcknerwerke 68, Mannesmann 70,75, Phönix 50,50, Stahlverein 43, Rheinstahl 91, AEG. 30, AKU. 53, Bekula 134, Bemberg 54,50, Conti Gummi 156,50, Daimler 47,40, Scheideanstalt 186,50, Deutsche Linoleum 51,65, IG. Farben 134,25 bis 134,75, Felten 60,75, Goldschmidt 64,25, Holzmann 71,50, Metallgesellschaft 81,50, Rhein. Elektro 95,75, Schuckert 103,50, Siemens 151,40, Zellstoff Aschaffenburg 40,75, Zellstoff Waldhof 51, Südd. Zucker 175,50, AG. für Verkehrswesen 72, Hapag 28,50, Lloyd 32,75 bis 33. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 27. Febr. Auftrieb: 42 Ochsen, 17 Süllen, 532 Kühe ober Färsen, 350 Kälber, 721 Schweine. Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen 25 bis 30, 21 bis 24. Bullen 20 bis 26. Kühe 24 bis 28, 18 bis 23, 10 bis 17. Färsen 22 bis 32. Kälber 33 bis 39, 26 bis 32, 20 bis 25. Schafe nicht notiert. Schweine 48 bis 51, 45 bis 51, 45 bis 49. Marktverkauf: Rinder mäßig belebt, langsam geräumt, Kälber mäßig belebt, ausverkauft; Schweine ruhig, Ueberftanb. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankbiskont 4 v. H., Lombarbzinsfuß 5 v. H. Frank,ur. a. 2)1. Berlin Schluß- kurs Echlußk. Abend- börfe Schluß» turs Schlußk. Mittag» börfe Datum 6.2- 27.2 26-2. 27.2- 8% Deutsche RetchSanleihe v. 1927 96,5 96,75 96,75 96,75 6% efjem.7% Dt.Retchsanl.v. 1929 100 100 100 100 6*4% Doung-Anleihe von 1930 .. 93,4 93,4 93,4 93,65 Deutsche ölnl.-Ablüi.-Schuld mit Au-los.-Rechten ............ 96,5 96,4 96,65 96,2 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 19,3 19,4 19,3 19,25 6% ehem.8% Hess. Dolköstaat 1929 (rückzahlb. 102%).......... 94,5 94,25 94,65 94,65 6% Hess. Lande-bank Darmstadt Gold R. 12.............. 92,5 92,5 92,5 6^4% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ligui........ 90,75 90,75 — —- Oberhessen Provinz-Anleihe mit 92,8 AuSlos.-Rechten ........ 92 — — Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 94,25 94,2 94,5 94,5 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 92,75 92,75 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 — 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank 92,75 Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 92,75 — —— 6X1% ehem. iyt% Franks. Hyp.- Banl-Liqu.-Pfandbriese...... 91,4 91,75 — _ b',4% ehem. 4/,% Rheinische 92,25 Hyp.-Bank-Ltau.-Goldpfe..... 92,75 — — 6% ehem. 8% Pr. LanbeSpfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 94 94 94 •94 6% eycm. 7% Pr. LanbeSpfand- briesanstalt, Psandbriese R. 10 94 94 94 94 Eteuergutsch. BerrechnunaskurS. 97,13 97,13 97,13 97,13 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 18,5 18,25 _ 18,75 4,20% Oesterretchische Silberrente — 1,4 1,3 1,3 4% Ungarische Goldrente ....... 6,8 6,9 6,9 6,85 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,5 6,4 3,5 6,55 4/,% desgl. von 1913......... 6,6 6,5 6,7 6,45 6% abgest. Goldmexikaner von 99 9,25 9 9,5 9,2 4% Türkische Zollanleihe von 1911 6,5 6,5 —■ —— 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe 6,5 6,5 Frankfurt o.M. Berlin Schluß« kurS Schluß!. Abend- börfe Schluß- kurS Schlußk. Mittag« börfe Datum 26-2. 27.2 26.2. 27-2- 4% desgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4Z4%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier .............. Hamvurg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Hansa-Dampfschifs........... o Norddeutscher Lloyd ......... 0 W-®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 ttcmmerj- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschast............. o Dresdner Bank......... o Reichsbank .....eeeeeeeee*''i2 A.E.«................. o Bekula............. o RA«- Lieferungsgesellschaft'6 Llchl und Krast g 2^/en& Guilleaume......o Rv!in !^^'Abkir.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität . k ZchulkertLEo....... ' « Siemens S Halske. ....... ? LabmeyerLAo......I.V.V.V 10 Buderus .......... « Deutsche Erdöl ..........; 6,5 5 7,3 4,2 31 27,65 <1,75 69 94,5 51,5 66,25 67,75 173,75 29,25 131,65 101 104,5 60,4 100 103 150 117 80,5 112,25 63,25 l 69,9 6,5 5,2 7,3 4,3 31,5 28,5 33 72 95,25 51,5 67 68,5 175 30 134 102,25 105,25 60,75 100,5 95,75 103,5 151,4 117,75 81 112 64,75 118,5 68 70,75 5,2 7,4 4,10 30,75 27,65 26 31,5 69,25 94,75 51,5 66,25 67,75 173,9 29,5 131,4 100,5 105 60,75 99,75 103,5 150,5 117,5 80,75 112 63,5 95,75 77 141 118,75 67,25 69,65 7,3 4,3 31,9 28,65 26,5 32,5 72,75 94,75 51,5 67 68,5 173,25 29,75 134,4 101,75 105,25 61,25 100,25 95,65 103,25 151,75 117,5 81 110,5 64,13 95,9 77,9 119 67,75 70,4 Gelsenkirchener.......... ' * X Harpen er ................ ' 0 Hoesch Eisen—-Köls-Neuessea.. o Ilse Bergbau ........... e Ilse Bergbau Genüsse < Maanesmcum-Stbbren MMMN o Frantsun a. M. Berlin Schluß» kurs Schlußk. Abend- börfe Schlußkurs Schlußk. Minag- börse Datum 26-2- 27.2- 26-2. 27.2. ManSselder Bergbau......... 0 — 38,25 38 37,9 Sokwerke ............... 0 — 90,4 91,25 Phönix Bergbau............. Rheinische Braunkohlen ..... 0 .0 49,75 204,5 50,5 206 49,75 50,5 206,4 Rheinstahl .................. 0 90,75 91 91,25 90,75 Bereinigte Stahlwerke........ 0 42,25 43 42,4 42,75 Otaoi Minen .............. 0 14,5 14,5 14,5 14,9 Kaliwerke Aschersleben........ 6 115 117,5 115,5 118,5 Kaliwerke Westeregeln........ 6 114 119 115,5 119 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7*4 150 151 150 153 I. G. Färben-Industrie....... 7 133,25 134,75 133,4 134,25 Scheideanstalt............... S 187 186,5 Goldschmidt ................ O 63,25 64,25 63,5 64,65 Rütgerswerke ............ 0 59,5 59,9 59,5 59,9 Metallgesellschaft............. 0 77,75 81,5 78,5 80,25 PhUtpp Holzmann........... Zementwerk Heidelberg ...... e 93^5 71,5 93 71,75 71/) iementwerk Karlstadt......... 0 100 100 — Schultheis Patzenhoser ....... 0 — — 105,131 104,65 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 52,75 53 53,5 53,4 Bemberg................. 0 53 54,5 52,75 54,5 Seilstoff Waldbof ............ 0 48,75 51 48,75 50,4 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 39,9 40,75 40 39,75 Dessauer Gas ............... 7 — — 121,5 121 Daimler Motoren............ O 46,9 47,4 46,9 47,4 Deutsche Linoleum........... 0 51,25 51,65 50 52 Oren stein & Koppel.......... 0 — — 71,5 71,75 Leonhard Tietz .............. 0 23,75 23,25 23,13 22,65 khade...................... LO 165 165 165 163 Serum ul awrew-FabrS........ O 186 185,5 186,25 185 Lonri-Gummt............... 0 154 156,5 154,25 157 Grttzner.................... 0 29 29 1 29 29,25 Mainkrastwerke Höchst a.M.... 4 75 Süddeutscher Zuck« 8 - 175.5 177 175.25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Hl. 26. Februar 27-§ebiuar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie> Geld Brie- Helsingfor».. 5,639 5,651 5,634 5,646 Wien....... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag....... 10,38 10,40 10,38 10,40 AudapeA ... — — Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,78 169,12 168,98 169,32 Oslo....... 64,24 64,36 64,14 64,26 Kopenhagen. 57,09 57,21 56,99 57,11 Stockholm... 65,88 66,02 65,83 65.97 London ..... 12,785 12,815 12,765 12,795 Buenos Aires 0,648 0,652 0,648 0,652 Neuyork.... 2,517 2,523 2,512 2,518 Brüssel..... 58,44 58,56 58,50 58,62 Italien..... 21,58 21,62 21,53 21,57 Paris...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweiz .... 80,90 81,06 81,02 81,18 •Spanien.... 33,97 34,03 34,00 34,06 Danzig..... 81,74 81,90 81,77 81,93 Japan ...... 0,757 0,759 0,757 0,759 Rio de Ian. . Jugoslawien. Liisabon.... 0,214 0,216 0,214 0,216 5,664 5,676 5,664 5,676 11,64 11,66 11,62 11,64 Banknoten. Berlin, 27-Februar Ümertianwiie üioten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten Schwedische Notes Schweizer Noten Spanische Notes Ungarische Noir» Geld 2,465 58,34 56,74 12,72 16,46 168,56 21,41 63,97 65,67 80,84 33,86 ~ärieF 2,485 58,58 56,96 12,78 16,52 169,24 21,49 64,23 65,93 81,16 34,00