ttr.277 Erster Blatt M. Jahrgang Dienstag, 27.November WL'Ä'ZM /Ft * • WtmWH« ®Ä: /3x* jC A44 AAA I *♦ ■ B B Ez ■ ■ ■ ■ für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 WW ■ W M ■ MM ■ ■ M ■ Z ■ B B ■f WWW WZ ■ Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 180 Mt . M ■ W Hl ■ ■ Wk «l. ■ HL ■ ■ anzeigen von 70mm Breit« Zustellgebühr.. , 1 ■ M WM W IHvV 60Rpf.,Platzvorschristoder Auch bei Nichterscheinen W ■ ” ~ ~ W ~ schwieriger Satz 25°/0 mehr W V 6tmä8igte greife: BMW General-Anzeiger für Oberhessen pEeSkoitto: V , I I r gen, Bäder-, Unterrichts-u. Sttnffurt am main 11688 druck und Verlag: vrühl'sche llniverfitäts Such- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe r M-ngm?bschlM°sWö Ungarn lehnt Benesch als Raispräsidenien ab. Außenminister Partei im ungarisch-südslawischen Konflikt. Der Prager Ltniverfiiätskrawall. Die beschämenden Vorgänge in Prag sind ein Teil jenes Martyriums, welches das an der Peripherie liegende Deutschtum immer in jenen Zeiten zu erdulden gehabt hat, in denen infolge politischer Rückschläge oder innerer Zerspaltenheit die Reichs- gemalt schwach war. Immer haben in solchen Zeiten die größeren und kleineren Völker auf die Volkstumsgrenzen des deutschen Mittelraums gedrückt und versucht, sich weiter in das Herz Europas vorzuschieben. Die Prager Universität ist durch den luxemburgisch-deutschen Kaiser Karl IV. im Jahre 1348 begründet worden. Er war selbst nur ein halber Deutscher und stammte von seiner Mutter her aus dem früheren tschechisch-slawischen Fürstenhaus. Aber er wußte die politische und kulturelle Aufbaukraft des Deutschtums für sein Stammland wohl zu schätzen und auszunützen, indem er deutsche Gelehrte nach Praa zog. So wurde diese Stadt der erste Sitz der Wissenschaft und des neu aufblühenden Humanismus im Norden und in der Mitte Europas, und überflügelte bald die alten mittelalterlichen Sitze der Wissenschaft, die Pariser Sorbonne, nach deren Muster die Prager Universität eingerichtet wurde, und das italienische Bologna, wohin bisher der bildungshungrige deutsche Adel und Klerus sich hatte wenden müssen. Die für die damalige Zeit außerordentliche Besucherzahl von zehntausend Studierenden spricht für die Bedeutung, welche die Gründung Karls IV. sofort erhielt, aber auch für das kulturelle Bedürfnis und die geschickte Wahl des Ortes an der Grenze des mitteleuropäischen und osteuropäischen Raums. Diese Lage und innere Bedeutung hat das Schicksal der Universität Prag durch alle die Jahrhunderte ihres Bestandes verfolgt. Schon nicht ganz .zwei Jahrhunderte nach ihrem blühenden Bestehen chatte sie die erste nationale Prüfung zu überwinden. Als die von Johannes Huß entfesselte religiöse Treformatorische Bewegung sich in eine nationale Revolution mit dem Ziele der Tschechisierung Böhmens und der Vertreibung des Deutschtums wandelte, führte dies zu dem bekannten Auszug der deutschen Professoren und Studenten aus Prag, der heute noch im akademischen Lied nachklingt und der, wie oft im Leben böse Absichten Gutes schaffen, der Anlaß zur Gründung innerdeutscher Universitäten und zu der vielfältigen Entwicklung des akademischen Studiums in Deutschland wurde. Die Hussiten-Kriege, die 75 Jahre lang Böhmen mnd Deutschland verheerten, dieser erste Versuch keiner nationalistisch-religiösen Umwälzung größeren Maßstabes im ausgehenden Mittelalter, verebbten in Streitigkeiten der Utraquisten und Taboriten, wo- foei die schwärmerischen Taboriten schließlich entscheidend geschlagen wurden. Bis zum Dreißigjährigen Krieg vertrugen sich Tschechen und Deutsche einiger- iiwaßen. Erst als die Habsburger den deutschen Winterkönig Friedrich von der Pfalz erledigt hatten, $ en Hochschul-Fuhrers, die mit Unterstützung NS.-Lehrerbund und dem NS. Deutschen der Zuständigen Reichsbehorden und unter Mitarbeit Studentenbund. Eine weitere Vereinbarung der Hochschulen, der Dozentenschaft und der Stu- regelt die Zusammenarbeit mit dem Bund Na> d-ntenschaft geschah entsprach angesichts der m der . . r r. .. As ... i t _ - et - t ninnftpn Qpit prrnfntpn nriinnfpnpnnpn iirth mpih Hilft Mühlen Franck sparenl Ja natürlich! Denn wenn Sie beim täglichen Kaffeekochen Mühlen Franck verwenden, können Sie aus -er gleichen Kaffeemenge mehr Kaffeegetränk bereiten als sonst. Mühlen Franck ist ungemein Der Reichswehrminister macht es den örtlichen Dienststellen der Wehrmacht zur Pflicht, mit den örtlichen Dienststellen der NS.-Kulturgemeinde z u« sammenzuarbeiten. Diese hat sich bereits u. a. bereit erklärt, den Angehörigen der Wehrmacht, auch wenn sie nicht persönlich Mitglieder der NS.- Kulturaemeinde sind, die Teilnahme an diesen Veranstaltungen zu ermäßigten Preisen zu ermöglichen. reichenden Personaloeränderungen an den deutschen Hochschulen einem dringenden Bedürfnis. Die letzte Ausgabe ist ja von Tag zu Tag mehr überholt und damit unzuverlässig geworden; die vorliegende ist möglichst vollständig, berücksichtigt den neuesten Stand und erfaßt in einem berichtigenden Nachtrag noch alle während der Drucklegung bekanntgewordenen Veränderungen im Lehrkörper, von denen wir unseren Lesern von Fall zu Fall in den Hochschulnachrichten Mitteilung gemacht haben. Nicht berücksichtigt wurde dagegen die inzwischen angeordnete Eingliederung der Tierärztlichen und der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin in die Universität Berlin, sowie die Landwirtschaftliche Hochschule Poppelsdorf in die Universität Bonn; sie werden in der vorliegenden Ausgabe noch selbständig geführt. Der Führer erfaßt sämtliche deutsche Universitäten, Akademien, Technische, Tierärztliche und Landwirtschaftliche Hochschulen usw., die österreichischen Hochschulen und die deutschen Hochschulen in der Tschechoslowakei, gibt ferner Auskunft über die derzeitige Organisation der Deutschen Dozentenschaft und der Deutschen Studentenschaft und weist überdies in einem Berüchtigter Heiratsschwindler festgenommen. Berliner Kriminalbeamte konnten in Hamburg den berüchtigten Hochstapler und Heiratsschwindler Eduard Schröder festnehmen, der seit langer Zeit wegen verschiedener Straftaten gejucht wurde. Schröders Strafliste reicht bis in das Jahr 1910 zurück. Vor dem Kriege gelang es ihm, unter dem Namen eines „Baron von Prittwitz" eine Frau um 50 000 Mark zu schröpfen. Nach dem Kriege fettete er 1924 als angeblicher Villenbesitzer eine Frau an sich, die ihm 6500 Mark überließ. Beide wollten nach Zoppot fahren. Am Tage der Abreise verschwand der Gauner mit dem Geld auf Nimmerwiedersehen. Nach weiteren Verurteilungen wegen Heiratsschwindels näherte sich Schröder erneut einer Dame, der er erzählte, daß er ein Rittergut in Mecklenburg kaufen wolle. Die Frau überließ ihm schließlich 20 000 Mark in Goldpfandbriefen, die er für sie bei einer Dresdener Bank „sicherstellen" wollte. Kurz darauf kaufte sich der Schwindler, der sich in diesem Falle als Rittmeister a. D. Strowe ausgegeben hatte, einen großen Personenkraftwagen. Zusammen mit der Frau unternahm er eine luftige Fahrt ins Rheinland. Allmählich kamen der Frau Bedenken, und sie schüttete ihr Herz einem Bekannten aus. Auf dessen Veranlassung wurde schließlich Anzeige erstattet, und es gelang nunmehr, den Schwindler in Hamburg fe st zunehmen. Von den 20 000 Mark wurden noch 2000 Mark gefunden. Stolleneinsturz In einem Erzbergwerk bei Weh. — Zwei Tote. Durch einen Stollenein stürz im Erzbergwerk von Angevilliers bei Metz wurden mehrere Arbeiter verschüttet. Ein Arbeiter fand auf der Stelle den Tod, ein anderer starb während der Ueberführung ins Krankenhaus, ein dritter wurde schwer verletzt. — Erst vor einigen Monaten hatten in dem gleichen Bergwerk auf dieselbe Weise vier Bergleute den Tod gefunden. Sämtliche Opfer sind Italiener. Grohseuer in einer Kolonialwarenhandlung. In einem Lagerhaus der Kolonialwarengroßhandlung Groene in Herford brach in der Nacht Feuer aus. In den großen Lebensmittelvorräten fanden die Flammen so viel Nahrung, daß die Feuerwehr die ganze Nacht über mit den Löscharbeiten beschäftigt war. Zwei Feuerwehrleute mußten mit schweren Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht werden. Auch der Geschäftsinhaber erlitt eine Rauchvergiftung. Das etwa 20 Meter lange Lagerhaus ist mit allen Vorräten vernichtet worden. Sechs Sträflinge aus einem amerikanischen Gefängnis entflohen. In Huntsville (Alabama, USA.) überwältig- ten sechs Gefangene im Gefängnis zwei Wärter und fesselten diese. Darauf drangen sie in die Waffenkammer des Gefängnisses ein und nahmen auch ein Maschinengewehr an sich. Sie kletterten sodann über die hohe Mauer und zwangen einen Kraftwagenführer, ihnen bei der Flucht behilflich zu sein. Von den sechs Sträflingen sind drei in Pulaski in Tennessee wieder ergriffen worden. Explosion in einer analolischen Zuckerfabrik. — Drei lote, zwei deutsche Ingenieure schwer verletzt. In dem Laboratorium der Zuckerfabrik in Eski- schehir (Anatolien) ereignete sich eine schwere Explosion, bei der drei Personen getötet und mehrere andere schwer verletzt wurden. Unter den Schwerverletzten befinden sich zwei deutsche Ingenieure, deren Namen jedoch noch nicht bekanntgeworden sind. rat handelt, interessiert die Oessentlichkeit ganz besonders. Unter den in London eintreffenden Fürstlichkeiten werden sich der König und die Königin sowie Prinz Waldemar von Dänemark befinden. Außerdem werden erwartet der Großfürst Kyrill von Rußland und seine Gattin, deren Tochter Kira zu den acht Brautjungfern gehört. Der Regent von Südslawien, Prinz Paul, weilt bereits in Der englischen Hauptstadt. Der Oberhofmarschall hat den Plan für die Hochzeit am Donnerstag der Öffentlichkeit bekanntgegeben. Drei Züge werden sich nach der Westminster-Abtei bewegen. Der König und die Königin werden in Begleitung der fürstlichen Festgäste vormittags den Buckingham-Palast verlassen. Wenige Minuten später wird der Zug des Bräutigams vom St. James-Palast aus den gleichen Weg nehmen. Der Herzog von Kent wird von seinen Brüdern, dem Prinzen von Wales und dem Herzog von Port, begleitet sein. Kurz vor 11 Uhr wird die Braut mit ihrem Vater und den anderen Begleitern eintreffen. Den Gottesdienst wird der Erzbischof von Canterbury abhalten. Nach der Eheschließung werden die Neuvermählten unter den Klängen des Hochzeitsmarsches von Mendelssohn die Westminster-Abtei verlassen. L^poftverkehr Deutschland—Südamerika zwischen Dilin und Sevilla vermittelnde Schnellslug- leug He 7 0 der Deutschen Lufthansa. Die Be- Ittyj.ng, Flugkapitän Baier und Funkermaschinist ÄeCb e l, erreichte auf dem Hinflug eine mittlere Diiegeschwindigkeit von 360 Stundenkilometer. Aus tat Rückflug, der am Montag von Sevilla nach tton durchgeführt wurde, wurde eine mittlere Diiegefchwindigkeit von 320 Stundenkilometer er- jidu Die am Freitag in Natal (Pemambuco) ab» W ngene Post erreichte demnach bereits am Mon- und zwar um 16.15 Uhr Berlin. |1 Höhe von 900 000 Rubel erteilt worden. Weiter jd sie Waren verpfändet, die nicht vorhanden waren, und zwar in Höhe von 400 000 Hubel. Die angeschuldigten Beamten haben sich Icgar vom Staat Geldprämien für „be- onbere ß e i ft ungen" am Wiederauf- »a u geben lassen. Die Steuerbehörden wurden um 1200 000 Rubel geschädigt. Weiter hat die Gesell- traft etwa 400 000 Rubel Bestechunasgelder schalten. Die Bande hat außerdem für eine halbe Million Rubel Waren ver- shenkt. Nach den bisherigen Mitteilungen betragen die Verluste des Staates über sechs Millionen Rubel. Nie Hochzeiisfeierlichkeiten in London. Diese Woche wird ganz im Zeichen der Hoch- z-it des Herzogs von Kent und seiner 5raut, der Prinzessin Marina von Griechen- land stehen. Zahllose Häuserfronten Londons pran- g n bereits im Schmuck von bunten Blumen, grü- Sm Blattwerk und Flaggentüchern. Das Interesse 1 - Publikums an der Hochzeit und allem, was d. mit zusammenhängt, ist anscheinend unersättlich. L-r Umstand, daß es sich um eine Liebeshei - Dr. Ing. e. h. Hans Nibel. Chefkonstrukteur der Daimler-Venz AG. f Der Chefkonstrukteur der Daimler-Benz AG., Dr. ing. e. h. Hans Nibe 1, ist im Alter von 54 Jahren in Stuttgart plötzlich einem Herzschlag er l e g e n. Mit dem Ableben dieses hervorragenden Mannes erleidet die Daimler-Benz AG. und darüber hinaus das deutsche Kaftfahrwesen einen schweren Verlust, denn Nibel war nicht nur der Schöpfer des Rennwagens, mit dem die Firma durch ihre Fahrer Rudolf Carracciola und F a g i o 1 i im letzten Sportjahr für Deutschland die großen sportlichen Erfolge erzielt hat, die in der ganzen internationalen Automobil- und Sportwelt Aufsehen erregten. Er war auch der Schöpfer der neuen Mercedes-Benz-Rohölmotoren für das neue Zeppelin-Luftschiff L Z 129 und der verantwortliche Konstrukteur für die sämtlichen Gebrauchswagentypen des Untertürkheimer Werks. Dr. Nibel ist 1880 in Olleschau in Mähren geboren und am 1. März 1904 bei der Firma Benz & Cie. in Mannheim eingetreten. 1923 wurde er von der Technischen Hochschule Karlsruhe zum Dr. ing. e. h. ernannt. Nach Vereinigung der Daimler-Motoren AG. und der Firma Benz & Cie. Mannheim, der beiden ältesten Automobilfabriken der Welt, wurde er Vorstandsmitglied und Chefkonstrukteur der Daimler- Benz AG. Brüsseler Autosalon eröffnet. — Starkes Interesse für die deutschen Wagen. In Brüssel wurde der diesjährige Brüsseler Autosalon durch Oberbürgermeister Max eröffnet. Die Schau ist sehr reichhaltig. Die bekanntesten Firmen der Welt sind vertreten. Eine große Anziehungskraft üben die deutschen Stände auf das Publikum aus. Mercedes-Benz, Auto- Union, Stoewer und Adler find mit ihren neuesten Modellen vertreten. Langjährige Besucher des Brüsseler Autosalons versichern, daß Deutschland niemals so repräsentativ in Erscheinung getreten fei, wie in diesem Jahre. Gegenstand all- gemeiner Neugier ist auf dem Stand der Auto- nion der Rennwagen Hans von Stucks. In der Lastkraftwagenabteilung fichrt die Firma Büssing Chassis und einen sechsrädrigen Autobus vor. Die NS.-kutturgemeinde. i >er Siegeszug der Schnelltriebwagen. Der bekannte „Fliegende Hamburger" hat seit s nem Bestehen schon viele Nachfolger erhalten. Mch den ausgezeichneten Ergebnissen mit den Ghnelltriebwagen auf der Strecke Berlin—Hamburg, werden im nächsten Jahr die Strecken Berlik—Köln, Köln—Hamburg, Berlin—Leipzig, 23er» Ih—Breslau—Beuthen, Berlin—München, Ber - lin — Fran kfurt a. M. und Berlin—Königsberg mit Schnelltriebwagen befahren werden. Als wittere Strecken sind F r a n k f u r t a.M.—Nürnberg und Stuttgart—Nürnberg in Aussicht ge» ntmmen. Diese Strecken sollen mit einer Durch- schiittsgeschwindigkeit von 105 bis 120 Kilometer in ojr Stunde durchfahren werden. Man will aber aich GüterschneHtriebwaqen einführen, bb eine Geschwindigkeit von 130 Kilometern erziele! können. Erhöhte Geschwindigkeiten erfordern «ohte Sicherungen für den Bahnverkehr. Jedes Vrsignal muß vom Hauptsignal einen Abstand OTi 1000 Metern erhalten. Die Wegübergänge in SHienenhöhe (ihre vollständige Beseitigung, die ibulfte Losung, ist wegen der Kosten der dafür zu fdiffenben Tunnels nicht möglich) müssen mit weit leuchtenden Warnsignalen versehen werden. Aber a ch in anberen Länder n erobern sich die Snnelltriebwagen schnell die Gunst der Reisenden. T Riesenstrecke von Los Angeles nach N uyork ist kürzlich mit einem neuen Schnell» trlbroagenmobell in 57 Stunden zurückgelegt roor- br.. In diesen Tagen hat ein Bugatti-Schnelltrieb- ö;$en der französischen Staatseisen- b u h n auf einer Versuchsfahrt von sechs Kilometern ehe Höchstgeschwindigkeit von 192 Stundenkilo- mc em erreicht Er ist mit vier Motoren von je 25 PS ausgerüstet. Bugatti, der Konstrukteur des ne: en Modells, prophezeit für die nächste Zukunft eir» Durchschnittsgeschwindigkeit von 150 Stunden- kilivnetern mit Schnelltriebwagen. Erreicht doch der schellste Eifenbahnzug Europas, der englische „Tieltenham-Flyer", eine Höchstgeschwindigkeit von 141,2 Stundenkilometern. Auf kurzen Strecken ist ber Schnelltriebwagen ein beachtlicher Konkurrent bes Flugzeuges, denn während die Bahnhöfe in Inn Zentren der Großstädte liegen, liegen die Flug- bil?n meist außerhalb des Stadtbildes und die Rawrt zu ihnen muß auch berechnet werden. Die SBe-roenbung von Schnelltriebwagen im intematio» mim Verkehr ist nur eine Frage ber Zeit, unverbindliche Aussprachen barüber haben schon statt- gefmben unb haben keine unüberwinblichen Schwie- rix.eiten gezeigt. Gronau flog 25 000 Kilometer durch Nord- und Südamerika. )Ser deutsche Weltslieger von Gronau, Prä- fihnt des Aeroklubs von Deutschland, ist von seiner Allerikareise wieder in Deutschland einge« trafen. In den acht Wochen seiner Abwesenheit ®c Deutschland legte er drüben etwa 25000 Fm g ki lo rne te r zurück. Er benutzte für seine Nittkehr aus Südamerika die Luftpostverbindung bei Luft-Hansa über die Flugstützpunkte „Schwa- perflanb" und „Westfalen", die erste und einzige Eivatlantik-Poststrecke mit regelmäßigem Dienst. Cr war nach Zurücklegung der Strecke über die Organisation begeistert. Die ungeheuren Vorteile liti Sicherheit dieses Postdienstes, so erklärte er, fiin in Deutschland ebenso wie im Auslande noch ve zu wenig bekannt. Morbleiffung Im deutschen Uebersee-Lustpostdlenst. hervorragende Schnellflugleistungen erzielte bies» m bas ben Anschlußdienst für den TransozeanEin billiges Tagesgericht in allen deutschen Gastwirtschaften. Der Reichseinheitsverband für das Gaststätten- geroerbe hat sich, einer Anregung des Reichskommissars für Dreisüberwachung folgend, bereiterklärt, zu veranlassen, daß in allen Gastwirtschaften größerer und mittlerer Städte ein billiges Tagesgericht eingeführt wird, falls ein solches bisher noch nicht geboten worden ist. Betrunkener rast mit dem Auto in eine Baugrube. Ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem eine Per- jon getötet und zwei erheblich verletzt wurden, ereignete sich in der vergangenen Nacht in Berlin an der Kreuzung Wilhelmftraße und Unter den Linden. Ein Prioatkraftwagen fauste in voller Fahrt in eine Baugrube hinein, wobei er mit solcher Wucht gegen die absperrenden schweren Balken fuhr, daß diese einen etwa einen Meter tief, auf einem Sockel der Baugrube stehenden Arbeiter zu Tode quetschten. Zwei andere Arbeiter, die etwas tiefer standen, wurden erheblich verletzt. Die Schuld an dem schweren Unglück trägt allein der b e • trunkene Fahrer des Privatkraftwagens; er wurde fest genommen. Brigitte Helm zu zwei IHonaten Gefängnis verurteilt. Dem Anträge des Staatsanwaltes entsprechend verurteilte die 5. Strafkammer des Berliner Landgerichtes die Filmschauspielerin Brigitte Helm wegen fahrlässiger Körperverletzung zu zwei Monaten Gefängnis und zu den Kosten des Verfahrens. Die Angeklagte hatte am Abend des 27. August mit ihrem Wagen in Berlin eine Frau angefahren. Der Vorsitzende hob in ber Bsgrün- bung bes Urteils hervor, baß eine Geldstrafe nicht in Frage kommen könne, da die Angeklagte schon einmal aus gleichem Anlaß vor Gericht gestanden habe. Verkehrsunglück in Hamburg. Als am Carl-Much-Platz in Hamburg ein Gerüstwagen über einen Sielrost der Kanalisation fuhr, brach ein Rad des Wagens durch den Rost. Durch den plötzlichen Ruck wurde die ganze Last des Wagens mit voller Wucht auf den schmalen Bürgersteig geschleudert. Vier Passanten wurden unter ben Leitern unb Brettern begraben. Den fieberhaften Anstrengungen ber Feuerwehr gelang es nach etwa 20 bis 30 Minuten, bie Verunglückten freizulegen. Ein Mann namens Artur Fisch, ber unter bem umftürgenben Wagen begraben würbe, war sofort t o t. Der Kutscher stürzte auf bie Straße unb erlitt schwere Rückenverletzungen. Ein zweiter Fußgänger würbe ebenfalls von bem stür- zenben Wagen getroffen unb trug einen schweren Oberschenkelbruch baoon. Zwei Verbrecher In Weimar hingerichtet. Im Hose bes Weimarer Gerichtsgefängnisses würben bie Verbrecher Alfreb Buschenborf unb Alfteb Schlegel hingerichtet. Der bereits vielfach vorbestrafte 31 Jahre alte Buschenborf aus Gera hatte in Gemeinschaft mit anberen Verbrechern zahlreiche Einbrüche in Thüringen verübt. Als er bei einem Einbruch in Rubolstabt von ber Polizei überrascht würbe, gab er mehrere Schüsse auf einen Flurschutzbeamten ab, burch bie biefer schwer verletzt wurde. Auch bet feiner Verhaftung schoß ber Verbrecher auf bie Polizei, verfehlte jeboch zum Glück sein Ziel. Vom thüringischen Sonbergericht war Buschenborf wegen versuchten Morbes zweimal zum Tode verurteilt worben. Der Verbrecher Alfreb Schlegel aus Graitschen bei Jena hatte im Februar seinen Arbeitskollegen nachts überfallen, erschlagen unb beraubt. st e n. Die Deutschen in Guatemala und Wexlko sammeln für das WhW. Aus Guatemala wirb gemelbet, daß bie dort ansässigen deutschen Firmen und Einzelpersonen bereits namhafte Beträge für bas Deutsche Winterhilfswerk gezeichnet haben. Selbst bie weniger bemittelten Volksgenossen beteiligten ich mit Freube an ber Sammlung. Zahlreiche Per- onen haben sich verpflichtet, für bie Dauer von echs Monaten allmonatlich gewisse Beiträge zur Verfügung zu stellen. Auch in Mexiko hat bie Arbeit für bas Winterhilfswerk mit aller Kraft eingesetzt. Die deutsche Gesandtschaft in Mexiko, die Landesgruppe der NSDAP, und die Filiale der Deutfch-Südamerikanischen Bank in Mexiko haben sich in ben Dienst bes Winterhilfswerkes gestellt. Auch hier finb von ben beutfchen Volksgenossen bereits nennenswerte Beträge zur Verfügung gestellt worben. Im vergangenen Jahre hatte bas Deutschtum in Mexiko runb 40 000 mexikanische Pesos aufgebracht. scheidet sich durch diese Vorzüge grundsätzlich von jener Tagesliteratur, die unbelastet von Wissen gut gemeinte aber unproduktive allgemeine Redensarten auftischt. Sie bietet dem Gesetzgeber eine vortreffliche Anregung und Vorarbeit, sie muß aber auch jeden Juristen fesseln, der inneren Anteil nimmt an der Erneuerung unseres Rechts im Geiste des Nationalsozialismus. — Bismarcks Briefean Schwesterund Schwager (Insel-Verlag, Leipzig — 429 —), die her Leipziger Historiker Erich Brandenburg in einer Auswahl für die Jnfelbücherei neu her aus- gegeben hat, gehören zu dem Köstlichsten, was wir an Telbstzeugnisfen für die Erkenntnis des Menschen Bismarck besitzen. Namentlich das Bild des jungen Bismarck erhält durch sie erst Farbe und Tönung. — Claudius Frhr. von Schwerin: Sachsenspiegel (Landrecht). Universal- Bibliothek. Gebunden 1,10 Mark. — (393) — Der Sachsenspiegel ist das älteste Rechtsdokument unseres Volkes. Eike von Repgow schrieb im 13. Jahrhundert das in den sächsischen Landen geltende Recht in der Sprache seines Volkes nieder. Dieses deutsche Recht ist auch in Zeiten der Überfremdung durch römisches Recht nicht ganz verlorengegangen. Das neue Deutschland hat den alten Sachsenspiegel wieder in den Mittelpunkt unseres rechtlichen Lebens gerückt. Bei der in Angriff genommenen großen Reform unseres Rechtswesens wird der Sachsenspiegel als Grundlage wahren deutschen Rechts zu Rate gezogen. Der vorliegenden Neuausgabe ist eine in Merseburg befindliche mitteldeutsche Handschrift zugrunde gelegt, die unserem heutigen Hochdeutsch am nächsten kommt. Durch hinweisende Anmerkungen, durch ein Wörterverzeichnis sowie eine das Notwendige berichtende Einleitung ist her Gebrauch erleichert. — Werner Beumelburg: Friedrich II. von Hohen st aufen. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Gebunden RM. 1,60. — (410) — Die mächtige Gestalt Friedrichs II. steht aus der Versenkung auf, in die eine unheroische Zeit die großen Reichsgestalter und Reichserhalter hinabgetan hatte. In plastischen Bildern von eindringlicher Kraft ziehen die Kämpfe zwischen weltlicher und geistlicher Herrschaft über das Abendland an uns vorüber, in denen eine Epoche verging und eine neue heraufwuchs. Farbenprächtig und weltumspannend ist diese historische Biographie des großen Hochenstaufen, zu dessen Grabmal in Palermo die Deutschen heute noch wallfahren, ihn stumm zu grüßen, ergriffen von feinem unsterblichen Genius und voll Schmerz, daß er die Heimat nicht fand, die ihn so oft gerufen. Obecheffen. Freudiges Ereignis im Licher Fürstenhaus. = Lich, 27. Nov. Heute Dienstag, früh gegen 6% Uhr, wurden der Erbprinz Dr. Hermann Otto zu Solms-Hohensolms-Lich und feine Gattin, Erbprinzeffin Gertrud, geb. Freiin zu Werthern, durch die glückliche Geburt eines Sohnes erfreut. Landkreis Gießen. X Wieseck, 26.Nov. Der Totensonntag verlies in unserer Gemeinde in ruhiger, würdiger Weise. Im Hauptgottesdienst, der durch zwei Chöre der Oberklasse unter Leitung von Lehrer B e p p l e r wirksam verschönt wurde, sprach der Ortsgeistliche, Dekan Sattler, über unsere Verantwortung angesichts des Todes. Unter Glockengeläuts erfolgte bann die Verlesung der 96 Kriegstoten und der 21 Friedenstoten des letzten Kirchenjahres (im vergangenen Jahre waren es 29, davor 46 Verstorbene). In der ebenfalls stark besuchten liturgischen Abendfeier wirkte die Chorschule unter Leitung von Lehrer Schneider mit. Durch die erhobene Kollekte konnte ein ansehnlicher Betrag dem kirchlichen Fonds der örtlichen Kriegerehrung zugeführt werden. Der Plan der Erbauung des Krieger- ehrenmales wird nun auch im kommenden Jahrs nach einem Beschluß von Bürgermeister Euler Wirklichkeit werden. Der bestehende kirchliche Fonds der Kriegerehrung wird dann dem der Gemeinde restlos zur Verfügung stehen. < Allendorf (L a h n), 26. Nov. Bei der am Samstag in einem Teile der hiesigen Gemarkung abgehaltenen Treibjagd wurden 60 Hasen und ein Fasan geschossen. Die wenigen Rehe wurden geschont. Das Ergebnis muß als sehr gut bezeichnet werden. < Rödgen, 26. Nov. In dem mit Blumen und zahlreichen Hakenkreuzfahnen festlich geschmückten Saalbau Wagner fand die feierliche Verpflichtung der NS. - Frauenschaften von Alten- Buseck, Rödgen und Trohe statt. Der feierlichen Handlung voraus ging eine große öffentliche Frauenversammlung, zu der Kreisschulrat Pg. N e b e l i n g als Redner erschienen war. Mit eindrucksvollen Worten sprach er über die bisherigen Leistungen im Staate Adolf Hitlers, über die Aufgaben und Ziele der Frauen im Dritten Reich und das Winterhilfswerk des Führers. Die darauffolgende Verpflichtung der Frauenschaft auf den Führer erfolgte seitens des Redners durch feierlichen Handschlag, nachdem die Frauen auf ihre Aufgabe und die hohe Bedeutung dieser Stunde hingewiesen waren. Hierauf gelangten die Mitgliedsbücher und Frauenschaftsabzeichen zur Ausgabe. Die Veranstaltung wurde durch Lieder und Vorträge in eindrucksvoller Weife verschönt. <0? Ruttershausen, 25. Nov. Am heutigen Totensonntag war der hiesige Friedhof das Ziel zahlreicher Familien. Die Gräber waren ausnahmslos von den Angehörigen pietätvoll und geschmackvoll geschmückt. Diese schöne, anerkennenswerte Sitte war in diesem Jahre begünstigt durch die vielen Herbstblumen (Winterastern), die die frostfreien Nächte am Leben gelassen hatten. Der Gottesdienst in Kirchberg war von vielen Hunderten aus dem Kirchspiel besucht. Nach dem Gottesdienst fand am Gefallenendenkmal nahe bei der Kirche eine kurze Heldenehrung statt, wo die Konfirmanden von Staufenberg, Lollar, Mainzlar, Daubringen und Ruttershausen passende Gedichte vortrugen und im Namen ihrer Kameraden felbfioerfertigte Kränze zum Gedenken an die gefallenen Helden niederlegten. Diese schöne Sitte besteht seit der Errichtung des Ehrenmals (1922). Auch die Ortsgruppe des Stahlhelms Daubringen war mit Fahne erschienen. W. H i l b e r g legte mit kurzen, passenden Worten einen Kranz nieder. <£ Reiskirchen, 26. Nov. Aus der Arbeit des hiesigen Gemeinderats ist folgendes zu berichten: In feiner jüngsten Sitzung wurde der Waldwirtschaftsplan für das Jahr 1935 genehmigt. Die Erhebung einer Vurgersteuer von 100 v. H. des Reichssatzes wurde beschlossen. Weiter wurden die Tagegelder usw. der Ratsmitglieder für auswärtige Angelegenheiten geregelt und neu festgesetzt. — Die in Vorbereitung befindliche Autobahnlinie wird auch unser Dorf berühren. Sie kommt von Oppenrod und geht über die Bahnlinie Gießen—Fulda und die Hauptstraße. Sie läuft dann parallel mit dieser fast bis an Die Straße nach Bersrod, um nach Norden abzubiegen und in die staatlichen Waldungen nach Geilshausen weiterzugehen. Einem Einspruch der hiesigen Bauernschaft (da die Bahn fast nur durch fruchtbares Ackergelände geht) konnte leider nicht stattgegeben werden, da der vorgeschlagene Weg von Burkhardsfelden über den Buchwald nach den staatlichen Waldungen technisch nicht gut durchführbar ist. Zur Zeit sind die Geometer am Werk, denen eine Anzahl hiesiger Arbeitslosen zur Hilfe beigegeben ist, so daß hier nur noch einige Arbeitslose sind, die man hofft, in kürzester Zeit bei den Holzhauerarbeiten beschäftigen zu können. c>o Harbach, 26. Nov. Der Totensonntag wurde hier in würdiger Weise gefeiert. Die vergangene Woche über arbeiteten die Frauen und Mädchen unseres Dorfes eifrig an den Gräbern auf dem Friedhof und am Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges. Um 13.30 Uhr fand ein gutbesuchter Gottesdienst statt. Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. An dem Kirchgang beteiligten sich geschlossen der hiesige Gesang- und Kriegerver- ein. Pfarrer Volz legte in beredten Worten den Sinn des Totensonntags dar. Er ermahnte die Zuhörer, an diesem Tage stille Einkehr zu halten und den Blick auf das Jenseits zu richten. Nach Beendigung des Altardienstes trug der Gesangverein „Germania" unter Leitung von Lehrer S ö h n g e n den Arnoldschen Totenchor „Selig" vor. Am Schlüsse des Gottesdienstes wurde für die Errichtung eines gottesdienstlichen Raumes in Bad Salzhausen eine Kollekte erhoben. Sie ergab einen sehr schönen Betrag. (D ©rüningen, 25. Nov. Die Trauerfeier am Totensonntag gestaltete sich zu einem erhebenden Erlebnis. Der Gottesdienst war außerordentlich stark besucht. Die beiden Gesangvereine und der Kriegerverein beteiligten sich geschlossen. Pfarrer R e u s ch legte feiner Predigt das Bibelwort: „Selig sind die Leidtragenden, denn sie sollen getröstet werden" zugrunde. Der Gesangverein „Eintracht" verschönte den Gottesdienst durch zwei Lieder. Nach dem Gottesdienst sand eine Trauerfeier am Kriegerdenkmal statt. Nach der Eröffnung durch das von dem Gesangverein der Adam Jsheim- schen Stiftung oorgetragene Lied zu Ehren der gefallenen Helden bei Langemarck hielt Pfarrer R e u s ch eine eindrucksvolle Ansprache. Anschließend sang der Gesangverein der A. Jsheim-Stiftung das Lied: „Morgenrot, Morgenrot". Die Vereinsführer legten mit kurzen Gedächtnisworten Kränze zu Ehren der gefallenen Helden nieder. Mit dem gemeinschaftlichen Gesang zweier Strophen des Liedes: „Ach bleib mit deiner Gnade" fand die Feier ihren Abschluß. ch L i ch, 26. Nov. Der NSDFB. (Stahlhelm) legte am Svnntagvvrmittag unter Würdigung der Verdienste unserer Gefallenen am neuen Kriegerdenkmal vor der Marienstiftskirche einen Kranz nieder. Am Nachmittag wurde auf dem Friedhof für die Gesamtgemeinde eine Trauerfeier gehalten. Der Posaunenchor eröffnete mit Choralspiel die Feier, worauf Stiftsdechant Kahn über den Trost und die Hoffnung der Christenmenschen predigte. Gemeinsame Gesänge und Posaunenspiel umrahmten die Feier. Die Sängervereinigung „Cäcilia" fang an den Gräbern ihrer verstorbenen Chor« meister, der Lehrer Zimmer und Rektor Roth, ein Grablied. £ Hungen, 26. Nov. In der üblichen würdi« gen Weise, dem Ernste des Tages entsprechend, wurde hier am gestrigen Totensonntag der Verstorbenen gedacht. Nach dem Dormittagsgottesdienst, der eine bis auf den letzten Platz gefüllte Kirche sah und bei dem der Chor mitwirkte, begaben sich die Teilnehmer unter Vorantritt' des Kriegervereins, der SA.-Stürme und der beiden Gesangvereine nach dem neuen Gefallenendenkmal vor der Schule, wo eine besondere Feier für die im Weltkriege und im Kampfe um die nationale Erhebung Gefallenen ftattfanö. Die Feier wurde durch die Mitwirkung der Gesangvereine besonders verschönt, die auch, wie alljährlich, bei der Nachmittagsfeier auf dem Friedhof sich voll in den Dienst her guten und edlen Sache stellten. Preußen. Kreis Dehlar. c. Fellingshausen, 27. Nov. Die Geld» fammlung bei dem Fußballspiel zwischen Fellingshausen und Vetzberg (kombiniert) und Rodheim zugunsten der Winterhilfe, über das bereits berichtet wurde, erbrachte den ansehnlichen Betrag von 32 Mark. — Am Freitagabend fand im Saale des Gastwirts Heinrich Haus eine Filmvorführung statt. Die Gaufilmstelle zeigte den Schmalfilm „Die letzte Kompanie". — Die gestern durchgeführte Kartoffelsammlung ergab etwa 40 Zentner. Wettervoraussage. lieber Nordeuropa setzt sich lebhafteste Wirbeltätigkeit fort. Dabei sind jetzt auch milde ozeanische Luftmassen mit einer westlichen Strömung bis nach Süddeutschland vorgetragen worden, so daß zur Zeit in Deutschland allgemein stark bewölktes, vielfach auch nebliges Wetter herrscht. Strichweise fällt auch leichter Regen. Zunächst wird sich das westliche Hochdruckgebiet wieder verstärken, doch ist bei Island bereits ein neuer kräftiger Wirbel in Entwicklung. Aussichten für Mittwoch: Zunächst Diel- fach neblig, sonst zeitweilig aufheiternd, später wieder Bewölkungszunahme und besonders nach Norden zu auch schon leichte Niederschläge, bei westlichen Winden verhältnismäßig mild. Aussichten für Donnerstag: Bei westlicher Luftzufuhr überwiegend bewölkt, ziemlich mildes Wetter mit Neigung zu leichten Niederschlägen. Lufttemperaturen am 26. November: mittags 0,0 Grad Celsius, abends 1,5 Grad; am 27. November: morgens 2,7 Grad. Maximum 2,7 Grad, Minimum — 2,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. November: abends 1,6 Grad; am 27. November: morgens 2,5 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. Hauptschristleuer: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck und Verlag: Drühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig, Vertreter Frau Sophie Hamel geb. Schneider ist am 23. November von ihrem schweren Leiden erlöst worden. In tiefer Trauer: 6961 D Danksagung. Marie Meigen, geb. van der Laag Gießen, den 27. November 1934. 6946 D I Stellenangebote Ein junger BMergehilfe a. einige Wochen zur Aushilfe sofort gesucht. Schr.Angeb.unt. 69520 a.d.G.A. Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tau>en den beachtet und geleien. im Heizen. Sie hat alle Kohlen schon einmal versucht--seit langem aber heizt sie die mitteldeutschen Braunkohlenbriketts. Heizkräftig wie die Sonne, sparsam im Verbrauch. Ihr geht nichts über »Sonne*-Briketts. Unsere liebe, treusorgende Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Schönes, gemütliches u. ruhiges Zimmer lnachMöglichkeit Parterre )verso- fortvonruhigem Mieter gesucht. Schr. Ang. unt. 05645 a.d.G.A. 21jähr. Mädchen sucht ab sofort o. Mitte Januar (bzw.1.Februar) ^Haustochter in gutem Hause. Kenntn.i.Koch.u. Haushalt. Schr. Ang. unt. 05649 a.d.Gießen.Anz. Tücht., erfahren. Mädchen für halbe Tage gesucht. Wo, sagt derGieß.Anzeig. Mädchen für Kinder und Haushalt sofort o.1.Dez.34tags- über gesucht. Näheres (05m Bahnbofstr. 63. AniMsMier zu oerlonfen: 1 gut erhalt.Speisezimmer (Eiche geschnitzt), 1 Küche (25 RM.), ein Chaiselongue, 1 Metall-Bettstelle, 1 Kleiderschrank, Stühle, 1 Gaskamin (Majolika), 1 Kommode, ein Eisschrank, 2 Waschbecken für fließ. Wasser, 1 Stehlampe, 2 ei. Lüster, Nachttischlampen, 1 Regulator, ein Grammoph. m. Platt., div. Bilder, Spiegel, Ofenschirm,Porzell., sechs eleg.Uebergardinen u. viel, andere; daselbst 1 fast neuer 650-Gb.-Te!e- f nnken-Snvcr.l 5 Röhren,6 Kreise), 1 neuer elektr. Ofen. ose« Hindenburgwall 15,11. Fräulein mit guten Zeugnissen zu zweijährigem Kind gesucht. Kenntnisse im Nähen und in sonstiger Hausarb. ersord. Schr. Ang. unt. 05648 a. d.G.A. Für die vielen Beweise der Liebe beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen danken wir herzlichst Keine Ursprungszeugnisse, itmbem nur Zeugnisabschriften dem Be werbungsichre tben beilegen! — LichtbUder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rüclseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen I z.Besuch der Maler- u. Tüncherkundschaft geg. hohe Provision. Korndörfer & 60 , Farben- und Lackfabrik, Frankfurt M.-Süd. Stellengesuche] Landwirtstocht. 19 Jahre, sucht Stelle als Haustochter um sich i. Haush. weit, auszub., b. Familienanschi, schlickt u. schlicht. Schrift!. Ang. u. 6949O a.d.G.A. Mittwoch, 28.Nov., nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier Neuenweg Nr. 28 „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 1. Bestimmt: 3 Oelgemälde. 2. An Ort und Stelle, Bekanntgabe in obig. Lokal: 1 Personenwagen (Wanderer), 1 Lederwalze, 1 Bohrmaschine, 1 Schuhmacher- nähmasckine, Nähmaschinen, eine Schreibmaschine, 1 Regulator, 1 Gasherd, Pianinos, 1 Kassenschrank, Eisschränke, 1 Gläser- schrank, 1 Bücherschrank, 1 Materialienschrank, 1 Wäscheschrank, Kleiderschränke, 1 Gewehrschrank, Vertikos, 1 Grammophon, einen Photoapvarat, IPrismenfernglas, Sofas, Chaiselongues, Spiegel, 1 Tisch, Sessel, 1 Truhe, IZimmer- teppich, 1 kompl. Schlafzimmereinrichtung, 200 Mistbeetfenster, 90 Flaschen Wein. 6953d Helfrich, Stellvertreter des GerichtsvollziehersIunker, Gießen Wiesecker Weg 16 Telewn 3383. | Mietgesuche [ Ehev.suchtschöne 2-ZimJohng. per sofort oder später. Schrift!. Angeb. u. 05641 an o. Gieß. Anz. 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Ein Bild von den Krawallen um die Deutsche Universität in Prag wegen der Gründungs-Insignien der Deutschen Universität. Oer deutsch-russische Waffenstillstand. Eine Erinnerung an den rr. November 1911. in dem Bezirk, wo sie empfangen werden, und beim Armeeoberkommando anzufragen, ob es bereit ist, seine Bevollmächtigten zu schicken zur unverzüglichen Eröffnung der Unterhandlungen zur Errichtung des Waffenstillstandes auf allen Fronten des Kampfgebietes, mit der Absicht später die Friedensverhandlungen zu beginnen. 3m Falle einer zustimmenden Antwort von seiten des deutschen Armeeoberkommandos wird um genaue Angabe von Ort und Zeit für die Begegnung der Bevollmächtigten beider Parteien gebeten. Der Volkskommissar für Heeres- und Marineangelegenheiten und Höchstkommandierender. Gez. I. K r y l e n k o. Als deutsche Vertreter waren den Russen ent- aegengeschickt Oberleutnant Danner, 2. Generalstabsoffizier der 23. Landwehr-Division, die die Stellung „Hannover" besetzt hatte, und als Dolmetscher Leutnant d. R. Jaeger, der sich schon vorher um die Verbrüderung der beiderseitigen Grabentruppen und um die Friedenspropaganda große Verdienste erworben hatte. Die russischen Parlamentäre wurden zu dem Unterstand des Abschnitts-Kommandeurs geführt, dort wurden ihnen die Augen verbunden und dann ging es zu dem Divisionsstabsquartier in dem ehemaligen deutsch-evangelischen Pastorat Lassen bei Jelorka vor Dünaburg, Divisionskommandeur war Generalleutnant von Hoffmeister. Nach telephonischer Rückfrage beim Hauptquartier wurde ihnen am 27. November 1917 die Antwort des Oberbefehlshabers Prinz Leopold von Bayern überreicht. Die Antwort enthielt die drei Punkte: 1. Deutschland ist geneigt, die Verhandlungen betreffs Waffenruhe unverzüglich einzuleiten und der Höchstkommandierende aller deutschen Truppen an der Ostfront ist bevollmächtigt, sie zu führen. 2. Der deutsche Oberstkommandierende stellt einen Extrazug zur Verfügung der Delegierten, die an den Verhandlungen teilnehmen sollen. 3. Zwischen den Delegierten und der höchsten Gewalt, die durch den Rat der Volkskommission vertreten wird, wird eine direkte telegraphische Verbindung hergestellt. An den Besprechungen im Divisionsstabsquartier nahmen von deutscher Seite teil: Exz. von Hoff» m e i st e r, Kommandeur der 23. Landw. Division, Hauptmann Senftleber, Hauptmann im Gene» ralstab der Division, Oberleutnant Danner, Hauptmann L o o f (Rechtsanwalt in Salzwedel) 1. Ordonnanzoffizier der Division, Leutnant Jaeger als Dolmetscher. Den Besprechungen folgte ein Essen, bei dem auch die übrigen Herren des Divisions-Stabs anwesend waren. Da man den Russen gerne zeigen wollte, daß bei uns noch kein Mangel herrschte, gab es Suppe, Fisch, Braten und Torte. Die Unterhaltung konnte mit dem russischen Oberleutnant Schneur in russischer, englischer und französischer Sprache geführt werden, während die anderen russischen Herren nur ihrer Landessprache mächtig waren. Bei dem Essen brachte Exz. von Hoffmeister folgenden Trinkspruch in russischer Sprache aus: „M. H. Ich heiße Sie heute gerne bei uns willkommen und spreche die Erwartung aus, daß Ihr Hiersein für uns alle sich segensreich erweisen möge. Auf Ihre Gesundheit, meine Herren!" Der russische Oberleunant von Schneur erwiderte hierauf in russischer Sprache: Ew. Exzellenz! Ich fühle mich veranlaßt, Ew. Exz. und all Ihren Herren für die mir und meinen Kameraden erwiesene große Liebenswürdigkeit und Gastfreundschaft unseren wärmsten Dank auszusprechen. Der heutige Tag ist vielleicht von weltgeschichtlicher Bedeutung. Deutsche und Russen sind immer gute Nachbarn gewesen. Wir sind heute ganz ehrlich und ohne Hintergedanken gekommen. Freilich können wir nicht wissen, ob die heute hier getroffenen Abmachungen wirklich zu dem heißersehnten und dauernden demokratischen Frieden führen werden; die Not und das Elend aller Völker sind aber so groß, daß ein Ende gemacht werden muß! Was wir dazu tun können — das verspreche ich — werden wir tun. Ich trinke auf das Wohl Ew. Exz. und der Herren Ihres Stabes." Am Schluß der Tafel erhob sich nochmals Exz. von Hoffmeister und sagte: „Meine Herren Abgesandten! Ich hoffe, daß Sie einen angenehmen Eindruck von uns und dem heutigen Abend mitnehmen. Gebe Gott, daß unsere großen Völker, die zu allen Zeiten Verbündete waren, es aufs Neue werden." In dem kleinen Pfarrhaus hatte sich, davon Die gewaltigen Schläge des Jahres 1916 hatten d-as Gefüge des russischen Staates aelockert. Im März 1917 brach in St. Petersburg die R e voll t i o n aus. Zar Nikolaus II. mußte abdanken -mb damit schied das Herrscherhaus der Romanows '■ ür immer aus der Weltgeschichte. Zwei Strömun- : en standen sich in Rußland gegenüber: die K a - eiten (Partei der Konstitutionellen Demokratie, LD.-Kadett) und die Menschewiken oder ' Minimalisten (rechter Flügel der Sozialdemokraten), !iie beide für die Fortsetzung des Krieges nit Deutschland eintraten, und die Maximalisten ifcer Bolschewiken (Männer mit großem Pro- pramm und höchsten Forderungen), die den s o f o r- 111 gen Friedensschluß mit Deutschland verlangten. Bei dieser Sachlage mußte unsere Oberste Heeresleitung mit größter Vorsicht zu Werke gehen, irn den in Rußland im Gang befindlichen Prozeß nicht zu stören. Die Entente dagegen hatte das orößte Interesse daran, den Zusammenbruch Rußlands aufzuhalten, wenigstens solange, bis die Amerikaner genügend Truppen und Material in Frankreich gelandet hatten. Mit allen nur möglichen Mitteln wurde das schwer erschütterte Rutz- lcnd zum Widerstand aufgerüttelt. Im März-April fette sich an der Ostfront, namentlich im Norden (ine 21 r t Waffen st ill st and ohne schriftliche Abmachungen herausgebildet, der schon hie und da hu Verbrüderungen zwischen den Schützengräben lährte. Der Entente gelang es, durch Versprechungen .md Unterstützungen aller Art die Russen bei der fiötange zu halten. Der neue Kriegsminister K e - ne n ft i (August-November 1917) brachte eine i eue Offensive zustande und zwar in der Hauptsache gegen die Oesterreicher, deren Wider- fnnbsfraft man geringer einschätzte. Nach einigen ! nfangserfolgen der Russen holten die Deutschen zum Gegenstoß auf Tarnopol aus. Die ganze Süofront kam in Beweguna und die Deutschen fegten alles vor sich her. Auch bei Riga griffen die Deutschen erfolgreich an, die baltischen Inseln wurden erobert, und die Russen bangten schon um St. Petersburg. Die deutschen Erfolge förderten die Zersetzung im russischen Heer, d i e Bolschewiken gewannen die Oberhand. Daß die Revolutionierung der russischen Massen für Deutsche und Oesterreicher eine große Gefahr bildete, unterlag keinem Zweifel. Bereits im Sommer 1917 hatte General Ludendorff Waffenstillstandsbedingungen für Rußland entworfen, die von dem Gedanken geleitet waren, mit den Russen zu einer Verständigung zu kommen, weil wir den Frieden im Osten brauchten. Am 26. November 1917 fragte Kriegsminister Krylenko (November 1917 bis März 1918) bei der deutschen Obersten Heeresleitung auf funkentelegraphischem Wege an, ob sie zu einem Waffenstillstand bereit sei. Die Antwort lautete bejahend. Am gleichen Tage trafen die russischen Parlamentäre vor der deutschen Stellung „Hannover", etwa ein Kilometer südlich der einen Trümmerhaufen bildenden Stadt Jlluxt auf deutsche Offiziere. Sie überbrachten folgendes Beglaubigungsschreiben: Im Namen der russischen Republik. In Vollmacht des Rates der Volkskommissare ermächtige ich, der Volkskommissar für Heeres- und Marineangeleaenheiten und Oberkommandierender der russischen Republik, als Parlamentäre: Den Regimentskommandeur des 9. Kiewer Husarenregiments, Wladimir Schneur, die Mitglieder des Armeekomitees der 5. Armee, den Kriegsarzt, Michael Sagabowit, und den Einjährigfreiwilligen Georg M e r e n sich zu wenden an den Oberbefehlshaber der Armee 4 Das ASM. gedenkt der gefallenen Kraftfahrer. Am Totensonntag wurde am Kraftfahrerdenkmal in Potsdam ein Trauerappell des NSKK. abgehalten. Der Führer des NSKK., Obergruppenführer Hühnlein, legte einen Kranz am Denkmal nieder. Vom Reigen bis zum Walzer. Von Or Valerien Tormus Fast alle Modetänze sind aus Volkstänzen her- lorgegangcn. Die schöpferische Phantasie des natur» verbundenen Menschen betätigte sich zu allererst im 2«nz, der ja ursprünglich nichts anderes ist als fr r körperliche Ausdruck seelischer Regungen. Der Mensch höherer Kultur übernimmt die urwüchsige püorm des Volkstanzes, verfeinert sie und paßt sie [tänem Lebensstil an. So wurzelt auch der Reigen, frr Ahne des deutschen Gesellschaftstanzes, in 1 einem volkstümlichen Brauch, der sich bis in die heidnische Zeit zurückführen läßt. Seine Herrschaft fr hnt sich über das ganze ritterliche Mittelalter ais. Wie er getanzt wurde, zeigen uns die bekann- ttn Fresken des Schlosses Runkelstein in Südtirol. Herren und Damen bewegten sich Hand in Hand g messenen Schrittes entweder im Kreise oder in aisgezogener Linie, angeführt von einem Vorsänger oder fiedelnden Spielmann. Gesang und Ilnnj waren dabei innig miteinander verbunden. Lchon aus diesem Grunde hatte man ein lang» seines Tempo einzuhalten. Es hieß, daß der Vor- icnzer imstande sein müsse, ein Glas Wein auf frm Kopfs zu balancieren, ohne daß ein Tropfen Dixfdjüttet wurde. Der Reigen ist mit dem Ausgang frs Mittelalters keineswegs verschwunden. Er lebt oztmebr noch heute fort und zwar im Kinderspiel, ° 'schon in einer dem kindlichen Gemüt angepahten n»ioen Art der Ausführung. Neben dem Reigen erfreute sich der Tanz zu Inaren allgemeiner Beliebtheit. Er unterschied sich am jenem dadurch, daß er gesprungen wurde, also ene größere Beweglichkeit gestattete und sich inso- üxn dem Bauerntanz näherte, wenn er auch nicht ir dessen zügellose Wildheit verfiel; denn das Gesetz frn* „edlen Maße", das die gesamte Kultur des :H ttertums beherrschte und als Richtschnur für das ömehmen galt, hatte natürlich auch für die Tanz- mrschriften Geltung. Immerhin kamen Verstöße nur. So machte Johann von Miltitz, der Bischof Diti Naumburg, einmal beim Tanzen mit zwei Dirnen solche Luftsprünge, daß ihn der Schlag rigrte. Die Musikbegleitung wurde von Fiedel und ijßte ausgeführt und bestand nur in einer mono« bien Melodie, zu der die Trommel den Rhythmus (Zug. Bei feierlichen Gelegenheiten führte man lei Fackeltanz auf, der den Charakter einer Polo- ncäfe hatte, bei dem zwei Vortänzer, meist Perso- ren von hohem Rang, mit brennenden Fackeln vor- anfchritten, vielleicht um die besondere Feierlichkeit der Situation anzudeuten, vielleicht auch nur um den Tanzenden den Weg durch die schlecht beleuchteten Räume zu weisen. Im Gegensatz zu diesen gemessenen und schleifenden Tänzen des höheren Standes stehen die in einem Ueberfchuß an Körperkraft sich austobenden ungestümen Hopser und Dreher des Bauernoolkes, von denen der oberbayerische Schuhplattler noch heute etwas ahnen läßt. Es kam in ihnen eine urwüchsige Wildheit zum Durchbruch. Man sprang klafterweit, schwenkte die Dirnen, daß ihnen die Röcke über den Kopf flogen, stieß Juchzer aus und gebärdete sich wie toll. Auch hier gab es einen Vortänzer, der alle an Ausgelassenheit und lieber» mut übertraf. Don ihm heißt es bei dem Minnesänger Neithart von Reuenthal: Jucheia, wie er sprang, Herz, Milz, Lung' und Leber sich rundum in ihm schwang". Dürers tanzendes Bauernpaar und Brueghels Dorfoergnügen lassen diese erdverbundene Sinnenlust in ihrem derben Gebaren kraftvoll vor unseren Augen erstehen. Getanzt wurde meist im Freien unter der Dorflinde, wie es die Spaziergangsfzene im „Faust" schildert, und das Instrument, das dazu aufspielte, war der Dudelsack. Unentbehrlich blieb, wie bei dem vornehmen Reigen der ritterbürtigen Gesellschaft, der Begleitgesang. Mit dem Aufblühen der Städte und vor allem in der großen Zeit der Reformation bildete sich eine bürgerliche Tanzkultur aus. Sie lehnte sich teilweise an höfische Bräuche an, übernahm jedoch auch manches aus dem ländlichen Sittenbereich. Jede Zunft war stolz auf ihren eigenen Tanz, der sich aber von denen der anderen Handwerkergilden eigentlich nur durch die Attribute unterschied. So hatten die Messerschmiede eineh Schwertertanz, die Böttcher einen Reiftanz, die Tuchmacher einen Fahnentanz usw. Solche Zunfttänze hielten sich in schicklichen Grenzen. Doch hören wir von anderen Tänzen, dem „Scharrer", dem „Zäuner" und vom „schwarzen Knaben, der gern das braune Meidlein wolt haben, ja haben, wann man's ihm gab", ja sogar von einem „Kotzentanz", die alle wohl bäuerlichen Ursprungs waren und meist an Zügellosigkeit nichts zu wünschen übrig ließen. Die Patrizier pflegten in ihren Gesellschastshäufern den Geschlech» tertanz. Der dürfte nach den erhaltenen Abbildungen zu urteilen, kaum etwas anderes als eine Art Reigen gewesen sein, der sehr gesetzt vor sich aing und keine Extravaganzen, nicht einmal das Umspannen der Tänzerin gestattete. Ja, selbst bas Drehen und Schwingen, auch wenn es in Züchten geschah, war verboten und wurde bestraft. Schon gegen Ende des 16. Jahrhunderts beginnt sich der Einfluß des Auslandes in den deutschen Gesellschaftstänzen auszuwirken. Alle jene Tänze, die wir unter dem Namen Sarabande, Courante, Gavotte, Contre, Quadrille, Menuett kennen, die das Parkett im galanten Zeitalter beherrschten, sind, ihrerseits auf Volkstänze zurückgehend, fremdländischen Ursprungs. Auch die Bälle richteten sich nach der jeweiligen Mode. Es tanzte beispielsweise bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts immer nur ein einziges vom Zeremonienmeister bestimmtes Paar, während die übrigen Zuschauer an den Wänden saßen. Erst Ludwig XIV. gestattete den Massentanz, die Courante, wobei vierundzwanzig Paare gleichzeitig tanzen durften. Das Zeitalter der Empfindsamkeit, das so manchen antiquierten Brauch abschüttelte und gegen ausländischen Einfluß Front machte, hat auch der deutschen Art im Tanz wieder zur Geltung verhalfen. Jener Modetanz, der in den sechziger Jahren des 18. Jahrhunderts aufkam und sich bald den Vorrang erkämpfte, hieß bezeichnenderweise „Allemande" und war in Anlehnung an einen heiteren deutschen Volkstanz von französischen Offizieren während des Siebenjährigen Krieges nach Paris eingeführt worden. Er wurde im Dreiviertel-Takt paarweise ausgeführt, und fein Reiz lag vor allem in den mannigfaltigen anmutigen Verschlingungen der Arme. Von hier bis zum deutschesten aller neuzeitlichen Tänze, dem Walzer, war nur noch ein geringer Abstand. Goethe erlernte ihn in Straßburg, und in „Werthers Leiden" schildert er, wie Lotte und Werther, nachdem Menuett und Contre getanzt worden waren, zu walzen begannen und, zwei Sphären gleich, einander umschwebten. Aber der Walzer hat lange gebraucht, ehe er sich durchsetzte. Die ältere Generation stand ihm ablehnend gegenüber. Als die beiden mecklenburgischen Prinzessinnen (die spätere Königin Luise und ihre Schwester) den ersten Walzer auf einem Hofball in Berlin tanzten, wandte sich die Königin entrüstet ab. Der Walzer war auch noch während der Regierung Wilhelms II. auf den Hofbällen verpönt. Be- Fannt ist der Ausspruch des jungen Herzogs von Deoonshire: „Nie werde ich ein Mädchen heiraten, das Walzer tanzt!" Er hat Wort gehalten, denn er ist 40 Jahre später als Junggeselle gestorben. Vermutlich haben die Damen ungeachtet der ßuten Partie dem Zauber des Walzers doch nicht wieder- stehen können. Kuban-Kosaken-Lhor im Lichtspielhaus Der Kuban-Kosaken-Chor gibt ein zweitägiges Gastspiel im Lichtspielhaus. Wir kennen ihn schon von einem früheren Besuch im Stadttheater; es ist eine fabelhaft musikalische Angelegenheit. Der Chor dieser Kaukasier von der ehemaligen Weißen Armee des Generals Wränge! bildet einen Klangkörper von erstaunlicher Geschlossenheit, aus dem sich eine Reihe prachtvoller Naturstimmen hervorheben — vom profunden Baß bis zum reinen Sopran. Alles, was sie fingen und im Balalaika- Orchester spielen, klingt ungemein einheitlich, ist getragen von einer ursprünglichen Musikalität und Musizierfreudigkeit, rhythmisch stark akzentuiert, volkstümlich und melodienreich. Sie fingen — was wir zum Teil schon bei ihrem ersten Besuch in Gießen hörten und uns geltem mit Vergnügen wiederholen ließen — den „Kuckuck", dann ein scherzhaftes Mädchenlied ihres Dirigenten, ein Potpourri russischer Volkslieder unter dem Titel „Hell scheint der Mond". Sie tanzen einen wilden kaukasischen Nationaltanz mit blitzenden Dolchen, sie fingen nach der Pause, mit Begleitung, in deutscher Sprache unsere Volksweise „Am Brunnen vor dem Tore", und es ist ein Genuß, diese disziplinierten und fülligen Stimmen auf sich wirken zu lassen, dann ein sehr bekannt gewordenes Lied aus dem Film „Der Zarewitsch", den sie seinerzeit begleiteten, zuletzt wieder eine Vertonung ihres Dirigenten „Die schwarzen Augen". Es war wirklich ein Vergnügen, den fremden Sängern zuzuhören, die, vom bunten Scheinwerferlicht angeleuchtet, auf der Bühne standen und nach jedem Lied reichen Beifall ernteten. Wer die Kuban-Kosaken noch nicht kennt, sollte sich dieses Gastspiel nicht entgehen lassen. ♦ Im Beiprogramm sieht man die neue Wochenschau der Ufa und den musikalischen Spielfilm „E i n Herz für ein Cie d", eine ausländische Produktion, deren Wiedergabe durch die ganz unzulängliche Nachsynchronisierung in deutscher Sprache leider empfindlich beeinträchtigt wird. Hochschulnachnchten. Mt Wirkung ab 1. November ist der ao. Professor Dr. Anton Otto Stoß an der Universität München zum Ordinarius für Anatomie, Histologie und Entwicklungsgeschichte an der tierärztlichen Fa» kultät der Universität München ernannt worden. MS >1 i' I' 11 Rundfunkprogramm Und Wirtschaft M | Urhebern Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Frarmun a. JUi. Bern. «*}► »'■ rur* bdrfc 26-11. 27,5 27,75 27,25 27,75 73,25 73,75 Berlin,26-November Buderus . 8,13 8,13 ■ i Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der deich losfenen Dividende an. — 96 96,5 104,5 74,25 92 67,5 69,25 71,5 148,4 o 0 0 4 0 0 0 12 116 69,75 70 25 80,75 98,5 55,75 100 wie gut bei den es wird 30,13 74,5 93 67,25 69 71,5 148 134 207 87,5 36,75 79,25 76,25 • 44 212,5 87 37,5 12 106 152 74 108,5 133,9 87,5 91,25 79,5 96,25 93 93 30 74,25 92,5 67,25 69 71,5 147,5 81,5 98,65 55,9 100 73,13 117 69,75 70,75 7 9 0 0 0 133,75 206 86,75 36,5 26,13 140 94 114,75 69,75 104,75 99 91,65 139 110 117,65 70 71,25 25,9 139,65 93 116 69,25 104,65 91,4 137,75 106,5 76,75 91 43,9 212,5 86,75 37,9 11,65 104 102,75 153 Gesellschaft.. Dresdner Bank Reichsbant ... 134,13 87 91,5 79,5 44,4 212 86.9 38 12 104,25 151 .. 0 ... 4 ... 0 ... 0 .. 0 ... 6 ... 6 ... 0 ... 0 80,5 98,75 56 100,25 73 116,25 70 70,65 25 1,15 7,25 6,75 6,7 11,25 55,5 135 45 61,5 44.65 60,5 30 157 130,75 26,5 174/5 ......0 ....... 0 ......7 ....... 0 ...... 0 ..... 0 ......io ..... 0 .....0 „Lache is gesund, mein Klaner, dudgefacht hot sich noch kaner. 25 1,15 7 6,65 6,7 11,13 —Tag Arbeiisfro 96 56 135 45,13 62 116,5 44,25 60,75 83,25 29,25 204,25 157,25 129,5 76,5 91,5 44,4 211 37 37,9 11,25 107 105 152 81,25 99,25 55,65 100,5 25,9 139,4 93 116 69 104 99 90,5 138 109 30,4 73,9 93 67,5 69,25 71.5 148,75 Deutsche Linoleum... Lrenstein L Koppel .. Leonhard Tietz Chade .............. Aeeumulatoren-Fabrü Conti-Gummi....... 96,5 53,5 134,75 44,5 61 116 44 61 83 30 202,25 157 130,25 63,75 80,38 33,83 64,01 60,70 33,97 53 134,5 45 60,5 44 61 29,75 156,5 130,25 96,5 93 93,4 105,5 101 92,9 92,9 93,5 94 94,75 94,75 103 101,25 92,75 92,75 93,13 94 94,75 94,75 103,13 26,13 140 94,25 114,5 69,25 105 99.25 91,75 138,25 109,5 *% Oesterreichtiche Goldrente.... 4,20% Oesterreichifche Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y,% deSgl. von 1913.......... i% abgeft. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Aollanleihe von 1911 4% Türkische Bogdadbahn-Anlethe seA, Vukervfflzler würHe durch Vle Wahl der Mannschaften zum „Regimentskommandeur" ernannt und ähnliche Dinge mehr. Wenn auch die Feindseligkeiten am 18. Februar 1918 von neuem begannen — es würde zu weit führen die Gründe hierfür auseinandersetzen — so wurde doch am 3. März 1918 endgültig der Friede zwischen Rußland und den Mittelmächten geschlossen. Es wäre erwünscht, wenn die Aeuße- rungen des russischen Oberleutnants von Schneur vom 27. Roo. 1917 „ein ehrlicher Friede, ohne Hintergedanken" endlich zur Wahrheit werden wollte, nicht nur zwischen Rußland und uns, sondern auch zwischen den übrigen Staaten Europas. Wir sind z. Z. noch weit von diesem Ziel entfernt. Schultheis Patzeti ho ser o Aku (Alge meine Kunstseide) .. o 2,46 58,15 55,41 12,40 16,40 - 168,36 21,16 62,36 waren alle Teilnehmer bürchvrünaen, etn Ereignis von geschichtlicher Bedeutung abgespielt. Am 22. Dezember folgten dieser Besprechung die Friedens- verhandlungen von Brest Litowsk. Das Gelände zwischen den beiderseitigen Stellungen wurde als neutrale Zone betrachtet, deren Betreten für Freund und Feind verboten war. Den Russen war es gestattet, durch Vermittlung der deutschen Divisionen Briefe in das von uns besetzte Gebiet zu senden, eine Erlaubnis, von der überreichlich Gebrauch gemacht wurde. Durch diesen Verkehr erfuhren wir damals interessante Einblicke in die russischen Zustände. Für Offiziere und Mann- schäften war eine „Einheitslöhnung" eingeführt worden, die Zahl der Offiziere wurde auf zwei in der Kompanie herabgesetzt, die überzähligen Offiziere wurden in den Mannschaftsstand zurückver- Mittwoch, 28. November: 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik L 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15. Saarländische Dichter sprechen: Jakob Wallacha. 15.15: Dreimal 15 Minuten aus dem Sendebezirk. 16: Nachmittagskonzert, das große Orchester des Reichssenders Köln. 18: Die Stunde vom Volke. Ein Gespräch. 18.15: Aus Zeit und Leben. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht! 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar. Den Weg frei zur Verständigung. 20.35 Stunde der jungen Nation. Appell der deutschen Jugend. 21: Lachender Funk. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Kammermusik. 23: Tanzmusik. 24: Nachtmusik. Donnerstag, 29. November: 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 9.15: Musik am Morgen. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45 Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderstunde. 16: Nachmittagskonzert. 18: Und so fliehen meine Tage ... Das Jahr 1935 in neuen Kalendern. 18.15: Bücher, die uns erwarten. 18.25: Neue deutsche Dichtung. 18.35: Katechismus für Italienische Noten................ Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten Schwedische Noten Schwerer Noten.. „Mir lache als." Eine Sammlung hessisch-fränkischen Humors >urg-Amerika-Paket 0 Philipp Hohmann .... Zementwerk Heidelberg Cemeutwerl Karlstadt.. Bemberg........... Zellstoff Waldhos .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer (das....... Daimler Motoren . . .. wanns aach schwerfällt, lachste doch, flenne kannste immer noch!" dabei wird es hier bestimmt keinem schwerfallen. — Deutsche Erdöl ............ Gelsenkirchener............ Harpen er................. Hoesch Eisen—Söln-Neuesse» Ilse Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke......... ManneSmcmn-Röhren...... o| 73,75 1 2| '?| Hamburg-Sudan,. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff........... * Norddeutscher Lloyd A-G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank... Deutsche Bank und Disconto- ffier Ms Valides einem " Dutzend- b-de» und gcr r-gU Am °E w-'ß-n" W* 1 'S* tei» Kreisen unO die gen Krionnnlung Menden Menring Jas Nätse gleicht nact hon sich D0' is P"ze b Erstellen, ov [iiclenboben Frankfurter Börse. IMttagsbörse nachgebend. Frankfurt a. M., 26. Nov. Die Börse bot auch am Wochenbeginn ein außergewöhnlich stilles Bild. Don der Kundschast fehlten Aufträge nahezu vollkommen, während die Kulisse wieder in ausgesprochene Lethargie verfiel. Die Allgemeinstim- muna war daher recht lustlos, und infolge der yerr- schenoen Geschäftslosigkeit bröckelten die Kurse zumeist etwas ab. Der bevorstehende Ultimo dürste die abwartende Haltung verstärkt haben. Angesichts der weiter sehr flüssigen Geldmarktlage dürften aber keine nennenswerten Glattstellungen zu erwarten sein. Aus der Wirtschaft fehlten Anregungen von Belang. Der Rentenmarkt war meist gut behauptet, die Umsätze waren aber gleichfalls minimal. Alt- besitzanleihe, Zinsvergütungsscheine und Kommunal- Umschulduna eröffneten behauptet, während späte Reichsschuldouchforderungen 0,40 v. H. verloren. Für Stahloerein-Bonds und Reichsbahn-VA. zeigte sich etwas Interesse und die Kurse lagen um fe 0,25 v. H. fester. Die amtliche Notiz für 3 v. H. Salonik Monastir ist am Samstag mit 5,65 v. H. eingestellt worden. Im Freiverkehr wurde das Papier auf Grund der Entschädigungsankündigung durch das Motto: „... dudgelacht hot sich noch kaner..." 2m Gießener Verlag von Emil Roth ist vor kurzem ein lustiges Büchlein erschienen, darauf steht einladend mit dicken roten Buchstaben „M i r lache a l s", und als lebendige Illustrierung dieses kurzen, aber gewichtigen Spruches blicken den geneigten Leser zwei überaus vergnügte hessische Bauernaesich- ter an: hier haben wir die erste Folge — Oberhessen und Nassau — einer Sammlung hessisch-fränkischen Humors, gegeben von Dr. Ferdinand Werner (80 Seiten, Preis kart. 1,25 Mark). — (443) — In einem kurzen Geleitwort sagt der in Hessen als Reichswanderführer und Staatspräsident a. D. gut bekannte Herausgeber, wie es gemeint ist, und was im Einzelnen zu einer solchen Sammlung bodenständig-heiterer Mundartgedichte zu bemerken wäre. Da heißt es unter anderm: „... Mit Recht dürfen wir stolz sein auf unsere Landsleute George und Gutenberg, Goethe und Grimm, Grimmelshausen und Philipp Reis, Liebig und Gervinus — aber frohen Gefühls bekennen wir uns auch zu dem, „der (wie Stoltze) um den Ernst des Lebens der Menschheit Rosen schlang", zu Rudolf D i e tz, ... zu Robert Schneider ... und zu all denen, die die Leute einmal herzhaft zum Lachen bringen. Sie sind Wohltäter und — Erzieher der Menschheit ..." Damit ist Sinn und Zweck des Bändchens bereits zur Genüge umschrieben. Was übrigens hier im Gewände der heimischen Mundart unter die Leute gebracht werden soll, ist echter Humor, ein Humor nämlich, der über die Satire hinauswächst, der in der Liebe zur Heimat und in der Muttersprache seine festen Wurzeln hat. Der vorliegende erste Band der ganzen Sammlung führt den Leser „in eine lachende Landschaft mundartlicher Versdichtung vom Dünsberg bis zum Donnersberg, von der Wetterau zum Westerwald bis auf die Höhen des Hinterlandes von Kaub und Niederlahnstein". Der zweite Teil umfaßt Frankfurt (mit Sachsenhausen), Odenwald, Darmstadt und Bensheim; der dritte soll Rheinhessen und die Pfalz zu Wort kommen lassen. Was die Schreibweise angeht — ein heikles Kapitel in der Dialektdichtung'? —, so wurde, da das Buch ja keinerlei wissenschaftlichen Ehrgeiz hat, versucht, die Schreibung nach Möglichkeit auf einen Generalnenner zu bringen. Insgesamt haben im ersten Teil der Sammlung zwölf Mundartdichter das Wort, Reich merklich höher bewertet, Umsätze fanden aber nicht statt. Am Aktienmarkt war die Zahl der zur Erstnotiz gekommenen Papiere gering. Farben- indultrie 133,90 (134), Deutsche Erdöl 98,50 (—0,75 o. H.). Am Elektromarkt gingen Lahmeyer um 1,50 d. Sy, Siemens um 0,50 v. H., Gesfürel um 0,75 d. Sy, Schuckert um 0,65 d. Sy und AEG. um 0,25 v. Sy zurück. Am Montanmarkt lagen Mannesmann 1 v. Sy schwächer, sonst betrugen die Rückgänge von 0,25 bis 0,65 v. H., nur Rheinstahl waren weiter beachtet und 0,13 v. Sy freundlicher. Schwächer waren nach der letzttägigen Befestigung Reichsbankanteile mit —1,40 v. Sy, ferner gaben AKU. auf die Meldungen über Erwägungen einer Produktionseinschränkung um 0,50 o. Sy nach. Von Schifffahrtswerten lagen Hapag 0,50 v. Sy leichter, Norddeutscher Lloyd blieben behauptet. Unverändert notierten außerdem Conti Gummi und Deutsch- Atlanten-Telegraf. Auch die zweite Börsenstunde lag vollkommen geschäftslos und die Kurse bröckelten infolgedessen zumeist weiter leicht ab, so Farbenindustrie auf 133,40 usw. Etwas höher lagen Deutsche Linoleum (4-0,25 v. Sy), Hapag (4-0,25 d. Sy). Kunstseide AKU. blieben angeboten und gingen um erneut erster 01 26,5 I 26,5 I 27 | M'Nnkrastwerke Höchst a.M..„ 41 — —I Süddeutscher Zucker S| 174,9 [ 1761 174,25 24-11 96,13 96,13 104,75 Inhalt möchten wir nichts vorwegnehmen, sondern lieber als Kostproben nur noch einige besonders treffliche und verheißungsvolle Ueberschriften hierhersetzen: „E Gäulskur"; „Wvaß iwes e Kerle eaß, eaß n Owerheß"; „De Kall Hot räächt"; „Maas all die Noacht eam Dorf bassiert"; „Waibsleu"; „Woß der Hannjer emol innerm Kwäddschebam gedramt Hot"; „Pefferniß"; und „Su e Gedäts em su klä bißche Wurscht". Wem da nicht das Wasser im Mund zus-ammenläuft, dem ist nicht zu Helsen. Und es bedarf wohl kaum noch des Hinweises, diese Sammlung auch zum V o r l e s e n verschiedensten Gelegenheiten geeignet ist; jeder dabei auf seine Kosten kommen: Klare 5 - des Labo ' den R j Vas-Sie Mmänne ' dichtes wk . U5 klop : Kost« i 6pn vertie I-/beugt, d kleinen @e '°chi° , Van Kos ^o.'ern wo deren Namen in unserer Gegend samt und sonders einen guten Klonst haben. Die Rheinhessin Martha Frohwein-Buchner macht den Anfang; Louis Frech, unseren Lesern aus manchen Beiträgen wohlbekannt, besingt mit heiterem Gemüt „Die Stadtbach"; Karl Weigand, vormals Professor der deutschen Sprache und Literatur in Gießen, erzählt vom „Männche uffm Ast"; von Peter Gei- b e l aus Klein-Karben lesen wir ergötzliche „Kräiks- foahrte"; Friedrich Wilhelm Möbius aus Trais- Horloff, der vom Herausgeber mit einem Gedicht wie der „Sonntagsruhe" einen ehrenvollen Platz neben Johann Peter Hebel zugewiesen bekommt, Franz Scribd aus Friedberg, Peter Fuchs aus Wohnfeld, Georg Heß von Leihgestern und Wilhelm Philipps aus Friedberg bringen „Ober- hessilch Woar", speziell aus der „Wearreraa", vom reinsten Wasser und voll urwüchsiger Komik. Etwas außerhalb unseres engeren Heimatbezirks stehen Ludwig Rühl aus Nenderoth im Dillkreis, Rudolf Dietz, der in Wiesbaden lebt, und endlich der Pfarrer Wilhelm Reuter aus Prath bei St. Goarshausen, jetzt in Bremtal bei Eppstein, der auch mit mundartlichen Heimatschausvielen recht bekannt geworden ist. Diese Zwölf bilden zusammen einen herzerfreuenden gemischten Chor echten, bodenständigen und gesunden Humors und werden ihren Lesern manche frohe Stunde bereiten. Vom a) 38 Ms 40, b) 33 Ms 37, c) 28 bis 32, d) 23 bis 27. Kälber, Sonderklasse und andere a) — b) 40 bis 50, c) 32 bis 39, d) 25 bis 31. Lämmer und Hämmel b2) 35 bis 36, c) 32 bis 34, d) —, Schafe nicht notiert. Schweine al) 53, a2) 51 bis 53, b) 50 bis 53, c) 48 dis 53, d) 45 bis 52 e) 44 bis 48, f) —, gl) 47 bis 50, g2) 42 bis 46. 'Gegen die Preise des letzten Montagsmarktes gaben Bullen und Kühe 1 bis 2 Mark nach, im übrigen blieben sie etwa unverändert. Marktverkauf: Rinder geringer Ueberstand (21 Ochsen, 9 Kühe) bei ruhigem Geschäft. Kälber, Hämmel ruhig, ausverkauft. Schafe ruhig, etwas Ueberstand (8 Stück). Schweine mittel- mäßig, nahezu ausverkauft (19 Stück Ueberstand). Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren: Beschickung des Fleischgroß- marktes: 789 Viertel Rindfleisch, 84,5 ganze Kälber, 25 ganze Hämmel, 80 Schweinehälften. Preise pro 50 kg in RM.: Ochsenfleisch b) 58 bis 62. Bullen- fleisch b) 54 bis 56. Kuhfleisch b) 42 bis 48, c) 28 bis 38. Färsensteisch b) 58 bis 62. Kalbfleisch c) 66 bis 72, d) 58 bis 64. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 72 bis 75. Roher Speck aus »r Schlachtung unter 7 cm 80 bis 83, Flomen arktverlauf: ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 26. Nov. Das Angebot in Brot- und Futtergetreide, sowie in allen Futtermitteln blieb außerordentlich knapp, während die starke Nachfrage allgemein anhielt. Bei Getreide dürfte sich das weiter sehr geringe Angebot auch damit erklären, daß im kommenden Monat die Festpreise wieder eine Erhöhung erfahren. Soweit Angebot überhaupt vorlag, war es vielfach wieder an die Bedingung geknüpft, im Gegengeschäft Futtermittel, hauptsächlich Kleie, zu erwerben, Abschlüsse dieser Art wurden aber nicht bekannt. Das Mehlgeschäft blieb sehr ruhig. Es notierten ((Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen WIX 202, WXIII 206, WXVI 210, Roggen RIX 162, R XIII 166, R XV 170 alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebietes. Futtergerste G IX 164, G Xi 167, G XII 169, Hafer H XIII 162, H XIV 164 alles Großhandelspreise ab Station; bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 RM. mehr. Braugerste 200. Weizenmehl W XIII und WXVI 27,15 plus 0,50 Frachtausgleich. Roggenmehl R XIII 23,60, R XV 24 plus 0,50 RM. Fr.-A., Weizennachmehl 16,50, Weizenfuttermehl 12,75. Weizenkleie WXIII 10,50, WXVI 10,71, Roggenkleie R XIII 9,72, R XV 9,96 alles Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Soyaschrot mit Monopolzuschlag (m. M.) 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen 14,50 alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber und Trockenschnitzel gestrichen. Heu 11, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 4,50 bis 4,70. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend 2,80 bis 2,90 RM. per 50 Kilogramm bei Waggon- bezug. Tendenz: ruhig. Witterung 2 | iabei inM ! Koben gewi i tiad) hinten j |inö ohne | tiinbe ist, | tcben von I eqentlid) h i der Weser : ich, als t ' deutlich ve des. Aber i herrichreni erkennen, leicht oer hing von tum bes । des Pilzc Lobens lc zwar nichi Lobentem $en LPL. 1 fahren füt allen ßäni tragfteller, . allen ßänb i in einzelner Minen Hinten |gu stellen, ii nin Seinerbe Wiegenden *tV der Zulassr 1 v. H. auf 54,25 Brief zurück. Soweit opfere später zur Notiz kamen, lagen sie etwas schwächer. Am Rentenmarkt ließen die Kurse mit Ausnahme von Zinsvergütungsscheinen, die eine Nuance höher lagen, weiter nach, so Altbesitz, Kommunal-Um- schuldung und späte Reichsschuldbuchforderungen bis 0,25 v. H. Goldpfandbriefe lagen nicht ganz einheitlich, ebenso Liquioationspfandbriefe und Kom- munal-Obligationen. Stadtanleihen waren still und im ganzen wenig verändert. Staatsrenten waren sehr still veranlagt. Der Auslandsrentenmarkt lag sehr ruhig, Mexikaner bröckelten etwas ab. Tagesgeld blieb zu 3,50 d. Sy weiterhin unverändert und leicht. Am Kassamarkt waren Badische Maschinen, Durlach, gesucht. Abendbörse: Lustlos. Valutawerte schwach. Angesichts des fortbestehenden Ordermangels war auch die Abendbörse sehr still, zumal Anregungen fehlten und die starke Zurückhaltung der Kulisse anhielt. Gegen den Berliner Schluß ergaben sich zumeist noch leichte Abschwächungen, insbesondere bei Elektrowerten. Auch Montanaktien und IG. Farbenindustrie sowie Schiffahrtsaktien lagen bis 0,25 d. Sy niedriger. Etwas befestigt waren Rhein. Braunkohlen mit 212,50 (211). Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls außerordentlich klein, Altbesitz notierten 0,13 d. Sy freundlicher, im übrigen blieben die Schlußkurse der Mittagsbörse etwa behauptet. Sehr schwach lagen Valutawerte, insbesondere Schweiz. Bundesbahn-Anleihen. 4proz. ermäßigten sich auf 159,50 (nach 170 am Samstag und 164 Taxe heute mittag), ZVeproz. auf 148 (nach 159 bzw. 154 Taxe). IG. Chemie Basel volle gingen auf 143,75 (146) zurück, leere blieben mit 116 unverändert und Kunstseide Aku notierten 53,25 bis 53 (53,50). Chade-Aktien kamen nicht zur Notiz. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 104,50, 6 d. Sy Stahlverein-Bonds 85,55, 6 v. H. Franks. Hyp. Bank Gold R 1—4 92,75, ADCA. 53,65, Commerzbank 67,25, OO-Bank 69, Dresdner Bank 71,50, Reichsbank 147,50, Gelsenkirchen 55,75, Harpener 100, Kali Aschersleben 106, Mannesmann 70,25, Rhein. Braunkohlen 212,50, Rheinstahl 87, Stahlverein 37,50, Aku 53,25 bis53, AEG. 25,90, Bekula 139,40, Bemberg 134,50, IG. Chemie Basel volle 143,75, do. leere 116, Scheideanstalt 206, Deutsche Linoleum 61, Licht und Kraft 116, Eßlinger Maschinen 55, IG. Farben 133,75, Gesfürel 104, Goldschmidt 86,75, Holzmann 74, Junghans 58,75, Lahmeyer 109, Schuckert 90,50, Siemens 138, Reichsbahn- Vorzugsaktien 114,13, Hapag 27,25, Nordd. Lloyd 30. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. Nov. Auftrieb: Rinder 1250 (gegen 1298 am letzten Montagsmarkt), davon 355 Ochsen, 89 Bullen, 486 Kühe und 320 Färsen. Kälber 666 (461), Schafe 84 (63), Schweine 3875 (3937). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 38 bis 39, b) 33 bis 37, c) 28 bis 32, d) 23 bis 27. Bullen a) 35, b) 31 bis 34, c) 27 bis 30, d) 24 bis 26. Kühe a) 32 bis 34, b) 25 bis 31, c) 17 bis 24, d) 10 dis 16. Färsen I. ®. Farben-Jndustrie Scheideanstalt Goldschmidt . Rütgerswerke Metallgesellschast...... A.T.G....................... Bekula o Elektr.Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft .............g Selten & Guilleaume o Gesellsch.f.Elektr.Unternehuiung. 6 Rheinische Elektrizität ....... ö Schuckert L Co............... Siemens L Halske..... 7 Lahmeyer L Co....... 10 iamenlani|ci)e Noten Belgische Noten...., Dänische Noten .... Englische Noten .... Französische Noten.. Holländische Noten.< Man^-selver Bergbau o Kokswerke............. 0 S Bergbau o che Braunkohlen .... io ahl..................o Vereinigte Stahlwerke o Otavi Minen ...............o Kaliwerke Aschersleben 5 Kaliwerke Westeregeln 5 Kaliwerke Salzdetfurth 7% Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% et)em.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 6y»% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mü AuSlos.-Rechten ............. De Sgl. ohne Auslos.-Rechte...... e% ehe in .8°/, Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold flt 12.................. 6Vi% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten •% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1938 W/o ehem. 4%% Franks. Hyp^ Bank-Ltqu^Pfandbriese Wi% ehem. 4Yt% Rheinische Hhp.-Bank-Ltqu..Goldpfe <% ehem. 8% Pr. Landespfand» briesankalt, Pfandbriefe R. 19 8% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Eteuergutsch. Verrechnungskurs.. 4 v. Sy. Lombardzinsfuß 5 0. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL Geld 2,44 57,91 55,19 12,36 16,34 167,68 21,08 62,12 Sprachfünder. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten und Mitteilungen aus dem kulturellen Leben. 20.10: Saar-Umschau. 20.30: Kurzprogramm. Alle Abteilungen des Reichsfenders wirken mit. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Worüber man in Amerika spricht. 22.30: Volksmusik. 23: Nachtkonzert. Werke von Philipp Emanuel Bach. 24: Nachtmusik. Driefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Gießen. Da es sich bei Ihrer Wohnung um eine sog. Neubauwohnung handelt, finden die Vorfchrif- ten des Mieterschutzgesetzes keine Anwendung. Der Vermieter kann um deswillen unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist das Mietverhältnis zum nächst zulässigen Termin aufkündigen. Wenn Sie trotz ordnungsgemäßer Kündigung nicht fristgerecht räumen, kann er Sie auf Räumung^verklagen und wird auch schon im erste' Termin Räumungsurteil gegen Sie erwirken, da die Klage schlüssig ist, und Sie rechtlich beachtliche Einwendungen nicht geltend machen können. Aus Grund des Räumungsurteils — Das Gericht wird Ihnen auf Ihren Antrag eine angemessene Räu« mungsfrift, die zwischen sechs und zwölf Wochen betragen dürfte, bewilligen — muß Sie der zuständige Gerichtsvollzieher auf Antrag des Vermieters exmittieren. Eine Beschlagnahme Ihrer Wohnung ist rechtlich nicht möglich. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. 1 D^drich N lein Klo, I 1 nmit i $ lf)ni HÄ* x «,bi bä S;-i I fe 1M i oh . h Sau »s,1j Franlsun o.M. Berlin Schluß- kurs Schlußl. Abend- börsc Schluß- kurs Schlußk, Mistag- börse Datum 24-11. | 26-11. 24.11 26.11. Fransturi a. JJ(. Äerlm Schlußkurs Gchlußk. Abend- bösse Schlußkurs Gchlußk. Mittag« börse Datum 24-11 26-11- 24-11 26-lL 4% desgl. Serie 11 ............. 8.13 8,13 _ _ 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4,25 4,25 4,25 4,25 4V»°/oRumän.vereülh.Rentev.l913 6,85 6,8 6,95 6,7 4% Rumänische verciah. Rente .. 3,75 3,925 3,95 3,9 2 y*% Anatolier ............... 31,5 31,75 31,65 31,5 Schlußkurs Gchlußk. Mlstag- börse 24-11 26-11. — 96,4 — 96,5 97 104,75 104,4 — — 96,5 96,3 93 93 — — — — 101,25 101,25 — 93 — — — — 94 94 94,75 94,75 94,75 94,75 103 103,13 25 — 1,13 — 7 7 6,65 6,65 6,8 6,8 11,65 —• —- — 8,3 24-November 26.November Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld 3rief Geld 1 »rie- _ Buenos Atre. 0,628 0,632 0,628 0,632 Brüssel..... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,36 55,48 55,34 55,46 Danzig..... 81,04 81,20 81,05 81,21 London ..... 12,40 12,43 12,395 12,425 Helsingsors.. 5,475 5,485 5,475 5,485 Paris ...... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 168,05 168,39 168,10 168,44 Italien..... 21,30 21,34 21,30 21,34 Japan ...... 0,724 0,726 0,724 0,726 Jugoslawien 5,691 5,706 5,694 5,706 Oslo.....: 62,30 62,42 62,28 62,40 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,27 11,29 11,27 11,29 Stockholm... 63,94 64,06 63,92 64,04 Schweiz .... 80,59 80,75 80 56 80,72 Spanien.... 33,97 34,03 33,97 34 03 Prag....... 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest ... — —* Reuyork... 2,488 2 2,492 Zanknolen. 2,488 2,491 Itr. 277 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Dienstag, 27. November 1954 Erlebnisse auf Tierfang-Expeditionen i, in dem sie ihren Wohnsitz haben oder fr Gewerbe betreiben. Die mit den Anträgen vor- ,^ch weiß schon, was ich tue, mein lieber Borg- Fvrfchunaen einmal weiter- ich vielleicht zu alt geworden Freude", 19.30 Uhr, CafL Leib, Jahresfeier der NSG. „Kraft durch Freude"; 19 Uhr, „Einhorn", Feier der Betriebsnemeinfchaft der städtischen Betriebe. — Kreisamtsleitung der NSV., 14 Uhr, Cafs Leib, Saarkinder-Nachmittag. — Stadttheater, 20 bis 22.15 Uhr, „Die Braut von Messina". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, Gastspiel des Kuban- Kosaken-Chors und „Ein Herz für ein Lied". — Gießener Konzertoerein, Universitätsaula, Klavierabend: Professor Alfred Hoehn. — Reichskammer Schilderung, daß der Elefant etwa 120 bis 150 Zentner wiegt, jeder seiner Stoßzähne etwa zwei Zentner, daß ein Nashorn ein Gewicht von etwa 40 Zentner hat und das Horn über einen Meter lang wird, der Löwe am Tage vor dem Menschen davonläuft wie ein Hase, lediglich der an Menschenfresserei gewöhnte Löwe auch am Tage gefährlich ist. Im weiteren Verlaufe des Abends schilderte Dr. H e ck in Anlehnung an seinen Bericht über den Tierfang die Landschaft Ostafrikas, die gar nicht so unheimlich sei, wie man sie im allgemeinen geschildert habe, die vielmehr auf jeden, der sie einmal kennen lernte, einen außerordentlich fesselnden Reiz ausübe und ihn mit großer Liebe zu diesem Lande erfülle, so daß er sich immer wieder nach ihm sehne. Afrika sei überhaupt nicht der dunkle, sondern der hellste Erdteil, wenn man sich an das wunderbare lichte Bild seiner weiten Steppen mit dem hellen Sonnenschein Tag für Tag erinnere, die Unberührtheit jener Erde und ihren unendlichen Reichtum an Tieren aller Art sich vergegenwärtige, so daß man dort drüben immer nur ein großes Glücksgefühl empfinde. Viele gute Lichtbilder zeigten dann den mit größter Aufmerksamkeit lauschenden Besuchern die Schönheiten des Landes und die verschiedensten Rassen seiner Bewohner. Es war von großem Reiz, anhand dieser Lichtbilder den Vortrag des Redners auf sich wirken zu lassen. Eine sehr wertvolle Bereicherung bot Dr. Heck durch die Vorführung einiger Schallplatten auf einem Grammophon, die alle möglichen Tierstimmen von einem Lager beim Tierfang Wiedergaben, angefangen von dem Gezwitscher der verschiedensten Vogelarten über das Lachen der Hyäne, das Bellen des Schakals, das Schreien der Affen, bis hin zu dem Gebrüll des Löwen auf der Jagd und beim Riß. Weiterhin gab er seinen Zuhörern eine Vorstellung von den großen Schwierigkeiten beim Transport gefangener Tiere aus der freien Wildbahn durch die Steppen bis zum Hafen, dann mit dem Schiff und mit der Bahn bis zum Bestimmungsort in irgendeinem Zoologischen Garten, und von der großen Arbeit eines solchen Transports, zugleich aber auch von der Liebe, mit der der Mensch dem gefangenen Tier begegnet. Am Schlüsse seines fast zweistündigen, fesselnden Vortrages gab Dr. Heck noch einen kurzen Hinweis auf die Wichtigkeit des Kolonialbesitzes für unser Volk und Vaterland, wobei er dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck verlieh, daß es uns möglichst bald vergönnt sein möchte, unsere schönen afrikanischen Kolonien wieder zu erringen und dort unter dem alten schwarzweißroten Banner, das uns mit der Vergangenheit verbinde, und unter dem Hakenkreuzbanner unseres Führers Adolf Hitler, das einzig und allein die deutsche Zukunft darstelle, zum Segen der Kolonien und zum Besten unseres Volkes wieder zu arbeiten. Dem Vortragenden wurde für den schönen Abend, den er mit seinen Erzählungen bereitete, mit lebhaftem und herzlichen Beifall gedankt. Die Vortragsvereinigung (Goethebund und Kaufmännischer Verein) bereitete ihren Mitgliedern und Gästen am gestrigen Montagabend in der Neuen Aula eine außerordentlich fesselnde und belehrende Unterhaltung. Vor dem vollbesetzten Saale hielt der Direktor des Zoologischen Gartens in Berlin, Dr. Lutz Heck, einen sehr interessanten Vortrag über seine Erlebnisse und Eindrücke auf Großtier-Fang- expeditionen in Deutsch-Ostafrika, wobei er seinen in freier Erzählung gebotenen Vortrag durch eine große Anzahl schöner Lichtbilder ergänzte. Einleitend erwähnte Dr. Heck, daß der Berliner Zoologische Garten mit seinem Bestand von rund 4000 Tieren der größte Zoo der Welt sei. Als wertvollstes Stück besitzt der Berliner Zoo eine Elefantenrobbe, die aus dem Südpolargebiet stammt, über 40 Zentner wiegt und mehr als 40 000 Mark gekostet hat. Als sehr seltenes Exemplar gehört ihm ein riesiger Gorilla-Menschenaffe, der jetzt rund 5 Zentner wiegt und der größte Affe in der Gefangenschaft ist. Weiter erwähnte der Vortragende, daß der Berliner Zoo als Seltenheiten noch Wisente, Elche, Uhu, Auerhahn usw. uiw. besitzt. In diesem Zusammenhänge wies der Redner mit Genugtuung auf die Bestrebungen des Reichsjägermeisters, Ministerpräsidenten Göring auf Schaffung eines Urwaldgeheges in der Schorfheide zur Hege der seltensten Wildarbeiten in Deutschland hin. Im Geiste führte Dr. Heck seine Zuhörer dann nach Ostafrika, wo er schon mehrmals zum Tierfang weilte. Er teilte mit, daß Ostafrika das tierreichste Land der Erde überhaupt sei. Um Iren Aequator herum herrsche ein Tierreichtum, von dem man sich bei uns in Deutschland überhaupt keine Vorstellung machen könne. Dabei sei aber nicht etwa der Urwald die tierreichste Gegend, weil er den Tieren infolge Mangels an Licht nicht die erforderlichen Lebensbedingungen biete. Der gewaltige Tierreichtum sei vielmehr in den weiten Steppen zu finden, wo man so riesige Mengen von Tieren aller Art antreffe, wie man sich nach europäischen Verhältnissen überhaupt nicht denken könne. Als Beispiel dafür erwähnte der Vortragende, daß er selbst in dem Krater von Morogoro (es handelt sich dabei um eine Strecke von etwa 20 Kilometer Durchmesser) rund 50 000 Tiere beieinander gesehen hat, bestehend aus Wild aller Arten. Außerordentlich anschaulich schilderte er dann manche Erlebnisse inmitten der gewaltigen Tierherden, wobei er aucfy unzutreffende Vorstellungen und Ansichten, die auf gewissen Renommierberichten beruhen, richtigstellte. Er erwähnte dabei auch, daß die vom Berliner Zoo veranstalteten Tierfang-Expeditionen nicht etwa durch Zuschüsse von irgendwelcher Seite her finanziert wurden, sondern die Kosten ihre Deckung fanden aus dem Verkauf von gefangenen Tieren, der Berliner Zoo überhaupt ein Privatunternehmen sei, dessen finanzielle Grundlage ohne Zuschüsse sich in voller Ordnung befinde. Weiterhin teilte der Redner mit, daß man als für Menschen gefährliche Tiere nur den Elefanten, den Büffel, das Nashorn, den Löwen und vielleicht noch den Leopard ansehen könne. Interessant war bei dieser der bildenden Künste, Gruppe Gießen, Turmhaus am Brand, 16 bis 18 Uhr, Weihnachtsausstellung. — Stadttheater Gießen. Heute im Dienstagabonnement das Trauerspiel „Die Braut von Messina" von Schiller; Spielleitung hat Intendant König. — „Adventszeit in der deutschen Kin- b e r ft u b e." Unter diesem Leitsatz veranstaltet das Fröbelseminar am Freitag, 30. November, im Kindergartensaal, Walltorstraße 59, Weihnachts-. Zeuau so jung, unschuldig und träumerisch war sein Schwesterchen Margarete gewesen. Alles, was von unterdrückter Zärtlichkeit in seinem einsamen Herzen ruhte, strömte Eva van Koster entgegen. Die kleine Eva schien das zu fühlen. Sie schloß sich mit einem rückhaltlosen Vertrauen an den viel alteren jungen Mann an. Sie sah in ihm bald etwas wie einen älteren Bruder. Zu ihm kam sie mit all ihren Sorgen und Wünschen. „Eva scheint mehr Vertrauen zu Ihnen zu haben, Friedrich, als zu mir!" sagte van Koster nach einiger Zeit. Friedrich erschrak. Sollte der väterliche Freund es unlieb empfinden, daß sein einziges Kind sich einem Fremden erschloß? Aber auf eine stockende Frage Friedrichs hatte der Professor nur gütig gelächelt: ,/Zch wäre ein schlechter Vater, wenn ich mich über die Freundschaft meiner kleinen Eva zu einem anderen Menschen nicht freuen sollte. Es ist ein großer Altersunterschied zwischen Eva und mir. Das habe ich immer mit einer gewissen Sorge bedacht. Eva wurde mir und meiner verstorbenen Frau nach fünfzehnjähriger Ehe geboren. Und ich fühle doch sehr, daß ich nicht mehr der richtige Gefährte für meine kleine Eva bin. Sehen Sie, auch das war mit ein Grund, weswegen ich Sie ins Haus gezogen habe. Ich hatte das Gefühl, Sie könnten meiner kleinen Eva ein Berater und Freund werden und Eva Ihnen vielleicht ein kleiner Ersatz für das, was Sie verloren." „Wie gütig Sie alles für mich bedenken, Herr Professor!" hatte Friedrich damals gesagt. Und die weise Wärme des verehrten Mannes hatte ihn mit tiefer Dankbarkeit erfüllt. Der Kummer um den Verlust der Eltern und seiner kleinen Schwester Margarete verblaßte allmählich. Mit der glücklichen Elastizität der Jugend begann Friedrich Borgloh in der Gegenwart zu leben. Diese Gegenwart hieß die geliebte Arbeit mit dem verehrten Forscher, diese Heimat in dem schönen Hause hier in dem Vorort von London hieß das Zusammensein mit der kleinen Eva. Friedrich Borgloh seufzte unhvrbar auf. Da hatte er sich in diesen Minuten ganz in die Vergangenheit versenkt. Und doch mußte er jetzt an die Zukunft denken. Und diese Zukunft hieß: Trennung von van Koster und von der kleinen Eva. Wieder seufzte er auf. Diesmal schien Professor van Koster den leisen Laut vernommen zu haben. Er wandte sich um. Blickte über seine Brillengläser, einen Augenblick noch ganz abwesend, zu dem jungen Chemiker. Dann nickte er ihm herzlich zu: „Das ist recht, daß Sie kommen, Borgloh! Ich bin hier mit meiner Untersuchung ein schönes S*ück weitergekommen." Er 'setzte das Glasröhrchen behutsam zum Abkühlen in ein dazu bestimmtes Gefäß. (Fortsetzung folgt!) Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Deutsche Meitsfront, NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Aus der Provinzialhauptstadt. Hexenringe. Wer zur Zeit die dunklen Tannenwälder durch- wandert, bleibt vielleicht plötzlich wie gebannt vor 1 einem merkwürdigen Pilzvotkommen stehen. Dutzende von großen Hutpilzen der gleichen Art wachsen reihenweise aus dem schwarzbraunen Wald- Zoden und beschreiben dabei einen mehr oder weniger regelmäßigen, in sich geschlossenen Kreisbogen. Äm auffallendsten ist der Anblick bei den großen weißen Hüten mancher Milchpilze, dem gelblichen Rreisling, Zigeunerpüz oder auf Kalkboden bei zroßen Keulenpilzen. Auch auf feuchten Wiesen- ^ründen kommt der bläuliche Ritterplitz manchmal m größerer Menge vor, der mächtige Kreise betreibt Was der Volksglaube früherer Zeiten nicht durch atürliche Vorgänge zu erklären vermochte, schrieb ir.übernatürlichen Wesen wie Waldgeistern, Wich- l.lmännchen, Elfen, Druden und spater dem Urn- pnfl des Teufels mit Hexen zu. Der von solchen keifen umschlossene Raum war der Tanzplatz, auf imen die gemeingefährlichen Wesen ihre nächtlichen Versammlungen und Spiele abhielten. Die Wissen- shaft hat zwar mit den Ausgeburten einer aus- chweifenden Phantasie aufgeräumt, der Name .Hexenring" aber ist geblieben. Das Rätsel, dem der einsame Herbstwanderer r elleicht nachsinnt, löst sich auf einfache Weise, wenn ran sich vorstellt, daß alles was wir gewöhnlich ls Pilze bezeichnen, die Früchte einer Planze irfteüen, die dem Auge verborgen, im Wald- oder Ziesenboden wuchert. Vom Ausgangspunkte aus, o einmal die winzig kleine Spore keimte, wächst is Pilzgeflecht Jahr um Jahr je nach Art und Witterung 20 bis 50 Zentimeter weiter nach außen, nbei immer neuen Raum und unverbrauchten Loden gewinnend. Gleichzeitig stirbt die Pilzpflanze »d) hinten zu ab. Wo der Boden gleichmäßig eben nb ohne größere Steine oder sonstigen Wider- linbe ist, sind die Vorbedingungen für das Ent- d hen von Hexenringen gegeben. Ein Pilz der ge- i^entlich hübsche Bogen und Kreise beschreibt, ist it Wiesen-Champignon. Er ist zwar zu vergäng- ch, als daß er die kreisförmige Verbreitung fo Jrutlid) verraten könnte, wie die Arten des Wal- )s. Aber um so deutlicher lassen sich die von ihm hurührenden Kreise an dem dunklen Graswuchs flennen. An solchen Stellen ist es nicht, wie man licht vermuten könnte, die ungleichmäßige Vertei- lmg von Düngemitteln, welche ein üppiges Wachsten des Grases verursacht, sondern die Einwirkung ls Pilzgeflechts, das auf die Mineralstoffe des tobens löfenb einwirkt unb burch bie Atmung eine »•ar nicht meßbare aber vorhanbene Erhöhung der mbenternperatur bewirkt. Vereinheitlichung der Bauweise. LPD. Das Staatspresieamt teilt mit: Das 23er- stvren für die Zulassung neuer Bauweisen hat in al«n Ländern eine Vereinheitlichung erfahren. Antragsteller, die die Zulassung ihrer Bauweise in alLN Ländern gleichzeitig erwirken wollen oder Aber sehr bald lernte er das begreifen. Die Fabrik des Vaters hatte ihren Wert eigentlich nur durch die Arbeitskraft des Vaters selbst. 'Mit seinem Tode bemächtigte sich die Konkurrenz der mühsam erkämpften Absatzgebiete. Die Mitarbeiter des Vaters waren entweder nicht tüchtig oder nicht genügend interessiert. Genug, die Bedeutung des väterlichen Betriebes sank und mit ihm die Einnahmen. Friedrich Borgloh hatte damals kurz vor seinem Staatsexamen als Chemiker gestanden. Er hatte nicht die geringste Ahnung von Geschäften. Vielleicht hatten ihn die Mitarbeiter des Vater auch ein wenig in Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse gelassen. Jedenfalls muhte eines Tages die Fabrik Hals über Kopf verkauft werden. Friedrich Borgloh stand vor dem Nichts. Er hatte Vater, Mutter, Schwester und seine ganze Existenz verloren. Mit seinen wissenschaftlichen Studien war er noch nicht fertig. Die Zum Examen notwendigen Versuche und die Examensgebühren selbst besaß er nicht. Ungewandt, wie er gegenüber dem realen Leben war, hätte er verhungern können, wäre nicht Professor van Koster gewesen. Professor Hendrijk van Koster lehrte damals als Gast an der Heidelberger Universität. Er hatte sehr Ed die ungewöhnliche Begabung des jungen Friedlich Borgloh erkannt und ihn an sich herangezogen. Friedrich Borgloh durfte als einziger in dem Privatlaboratorium arbeiten, das sich Professor van Koster in Heidelberg eingerichtet hatte. Der berühmte Gelehrte arbeitete damals schon an der Entdeckung 5"^ Sumpffieberbazillus, der hauptsächlich in holländischen und englischen Kolonien Afrikas und Indiens auftrat. Friedrich Borgloh mar ihm dabei ein ebenso geschickter wie persönlich wertvoller Mitarbeiter geworden. Und so war Professor van Koster über die schweren Schicksalsschläge, die Borgloh getroffen hatten, ehrlich betrübt. Als er schließlich noch hörte, daß auch die wirtschaftliche Existenz des jungen Chemikers vernichtet schien, griff er ein. Er schlug Fried- rich Borgloh vor, ihn nach Schluß des Heidelberger Semesters nach London zu begleiten. Dan Koster lebte seit Jahren in London, wo er mit den berühmtesten Forschern des Tropeninstituts in reger Beziehung stand. Ab und zu nur entschloß er sich auf Ruf einer auswärtigen Universität zu einer Gastvorlesung. Friedrich Borgloh hatte zunächst gezögert. Denn selbst wenn van Röfter ihm ein Assistentengehalt Zahlte, so war doch London ein teurer Boden. Und er selbst wagte nicht, feine Kenntnisse schon sehr hoch einzuschätzen. Van Koster aber hatte ihn beruhigt und gesagt: alles nahm: die Eltern und die geliebte kleine ,^ch schvn, mus ich iue, mein neoer «org- Schwester. Im ersten dumpfen Schmerz hatte er loh! Ich erwarte sehr, sehr viel von Ihnen! Ich nicht daran denken können, daß dieser jähe Tod des denke, daß Sie meine Forschungen einmal weiter- Vaters ihm noch viel mehr nahm, nämlich die führen können, wenn ich vielleicht zu alt geworden Sicherheit seiner Existenz. bin. Denn daß wir diesen Sumpffieberbazillus nicht heute oder morgen fassen können, ist mir klar. Sie machen also zunächst Ihr Examen in Deutschland, denn Ihre wissenschaftliche Karriere darf nicht unterbrochen werden. Die Gelder dazu erhalten Sie von meinem Londoner Bankhause überwiesen." WSWklWlSMkU Vornan von Rainer Helden. llcheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) Nachdruck verboten. 1. Kapitel. Klare Wintersonne fiel durch die breiten Fenster h Laboratoriums. Funkelnd spiegelte sie sich in tü den Retorten, den Gefäßen aus durchscheinendem )lAS. Sie legte einen milden Schein auf das kluge limiännergesicht Professor van Kosters, lieh sein icites weißes Haar noch heller aufleuchten. Ls klopfte einmal und noch einmal an die Tür. kn Koster hörte nicht, ganz in seine Untersuchun- ?r vertieft. Er stand über ein kleines Röhrchen fteugt, das über einer Spiritusflamme in einem lernen Gestänge befestigt war. Eine matte Flüssig- ;i kochte darin. Sian Kosters Augen hinter den scharfen Brillengläsern waren mit äußerster Aufmerksamkeit auf Dies Flüssigkeit gerichtet. Das kluge, durchgearbeitete Leicht war nur Schauen, Beobachten. Mrie brich Börgloh, der erste Assistent und engste Ülbai'beiter van Kosters, hatte einen Augenblick hmer der Laboratoriumstür gewartet. Da aber tof fein Klopfen nach wie vor keine Antwort kam, Oifnete er leise die Tür. Er blieb einen Moment stton und umfaßte mit warmem Blick das Bild, free sich ihm bot: Der Helle, große Forschungsraum mit feinem vertrauten Geruch von Chemikalien, das gdf volle, Gelehrtengesicht des verehrten Lehrers Uni väterlichen Freundes. Seit drei Jahren kam et Tag für Tag ins Haus, nicht nur als Mit- ab iter — nein, auch als jüngerer Freund und 8?r:rauter des verehrten Mannes. Und nun sollte e üir Jahre dies alles nicht mehr sehen: Die Sraeitsftätte, in der man zum Wohle der Mensch- rr so manchen Tag und manche Nacht in restlosem tHqjen verbracht; den gütigen Lehrer, zu dessen ii i.en er daheim in Heidelberg auf der ehrwürdigen |™ mater gesessen. Der ihn bann hierhergeholt tr Jias englische Forschungsinstitut — und der ihm tue em Vater geworden. ■ S'Me oft hatte er ihn mit hinübergenommen in K zwischen den schön gehaltenen eng- Nten Rasenflächen inmitten von Blumen und Bäu- IT’T lag! Ja, eine Heimat war ihm das Haus van fifsrs geworden. Und nicht nur der Professor war er, Der ihm lieb und wert — die junge Eva van ■ war ihm gleichfalls ans Herz gewachsen. Sie • etnnerte ihn immer wieder an seine einzige Schwe- ' Ittr fftläre, die mit den Eltern zusammen bei dem IfUcitbaren Eisenbahnunglück damals auf der Strecke ’0en—Budapest umgekommen. 5 iedrich Borgloh hatte damals geglaubt, er müsse ivhnsinnig werden, als eine einzige Stunde ihm musik und Vortrag und am Samstag, wie auch am Sonntag (1. und 2. Dezember), im Fröbelseminar, Gartenstraße 30, eine Ausstellung, Weihnachtswerkstuben und Märchenspielaufführungen. Aut bie heutige Anzeige sei aufmerksam gemacht. — Volkshochschule. Der Beginn bes Kurses über „Grunbbegriffe ber nationalsozialistischen Welt- anschauuna" muß um acht Tage verschoben werben. Der erste Abenb findet deshalb erst am 4. Dezember statt. (Näheres in der heutigen Anzeige.) tfnfer neuer Roman. Nachdem wir in der gestrigen Nummer des Gießener Anzeigers den Roman „Weißt du, was Liebe ist?" von Klothilde von Stegmann zum Abschluß gebracht haben, beginnen wir in der heutigen Ausgabe mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes. Mit dieser Erzählung stellen wir unseren Leserinnen und Lesern in Stadt unb Land einen äußerst begabten und erfolgreichen jungen Schriftsteller vor, der bisher in unseren ©palten noch nicht zu Worte gekommen ist, dessen Roman aber sich überall steigender Beliebtheit erfreuen und ihm in ganz kurzer Zeit eine große und begeisterte Lesergemeinschaft geschaffen haben. „Daö Geheimnis um Eva" Don Rainer Helden. — fo nennt sich unser neuer Roman, der ein überaus fesselndes Thema in ungemein spannender, von Fortsetzung zu Fortsetzung sich steigernder Schilderung behandelt. Wir bringen hier eine Liebesgeschichte und einen Kriminalroman zugleich. Das Geheimnis der tiefgreifenden inneren Wandlung, welche die schöne junge Titelheldin Eva von Koster in einer kurzen aber bedeutungsvollen Spanne ihres Lebens durchmacht, und die der Autor den Leser ungemein packend miterleben läßt, löst sich auf eine ebenso überraschende wie befriedigende Weise, fo daß jedermann den Roman mit hohem Genuß unb wirklicher Befriebigung verfolgen wirb. Wir bürfen also gewiß fein, auch mit ber Erwerbung unseres neuesten Romans bas Richtige getroffen zu haben, unb wir freuen uns, mit ber Veröffentlichung unseren Lesern eine willkommene vorweihnachtliche Gabe unb eine von Tag zu Tag aufs neue mit Spannung erwartete Lektüre bieten zu können. NGBOT. (früher KOAZ.). Kreis Gießen. Donnerstag, 2 8. November, 20.30 Uhr, im Cafö Ebel (1. Stock) Lichtbilbervortrag von Pg. Gg. Heß, Leiter bes Amtes für Beamte, über „M it Lettow-Vorbeck in Deutsch- Ostafrik a". Der ©aubienftfteUenleiter bes NSBDT. wirb an biefem Abenb anwesenb fein. Die Mitglieber werben aufgeforbert, vollzählig zu erscheinen. Gäste sind willkommen! Die Fragebogen finb, soweit noch nicht zurück- geschickt, umgehenb in b o ppelter Ausfertigung einzusenben. Gez.: Kurz, Kreisamtsleiter- AGLB., Kreis Gießen. Arbeitsgemeinschaft für körperliche Erziehung. Die nächste freiwillige Uebungsstunde bes Bezirks Gießen-Stadt unb Gießen-Lanb finbet am Mittwoch, 28. November, 15.30 Uhr, in ber Turnhalle ber Schillerschule statt. Turnzeug ist mit- zubringen. Nächste Pflicht arbeitsgemeinschaft am 12. Dezember 1934. Aus parteiamilichenBekanntmachungen Der NSLB., Kreis Gießen, veranstaltet am Mittwoch, 5. Dezember, 18.30 Uhr im Saale der „Liebigshöhe" eine Kreis Versammlung, in Auf Friedrichs beschämten Einwurf, baß er bas nicht annehmen könne, hatte van Koster kurz er- roibert: „Das müssen Sie schon mir überlassen, lieber Borgloh! Ich tue es ja für bie Wissenschaft. Unb ich hoffe, Sie werben es ber Wissenschaft doch noch einmal banken. Unb wenn Sie, rote ich doch annehme, Ihr Examen gut gemacht haben, kommen Sie herüber nach London. Sie finden ein reiches Arbeitsgebiet. Und ich denke, wir werden es gut miteinander haben." All dies ging durch den Sinn des jungen Forschers, als er jetzt ungesehen in der Türöffnung stand und das ganze, altvertraute Bild in sich noch einmal aufnahm. Drei Jahre waren vergangen seit jenem Gespräch zwischen van Koster und ihm in Heidelberg. Drei Jahre, erfüllt von rastlosem Forschen. Von Enttäuschungen, wie sie im Leben eines Geistesarbeiters nie ausbleiben. Don Dorwärts- kommen. Von ersten Ergebnissen, die ein günstiges Endresultat erhoffen ließen. In diesen drei Jahren hatte Friedrich Borgloh das Empfinden, nicht nur ein Mitarbeiter zu sein. Nein — er fühlte sich im Hause van Kosters wie ein Sohn. Schon nach dem ersten Vierteljahr hatte van Koster ihm angeboten, zwei Zimmer in seinem schönen Landhause draußen in einem Vorort zu bewohnen. Und damit hatte der vereinsamte junge Mensch endlich wieder ein Heim. Dan Koster war ihm wie ein Vater geworden. Und Eva, die kleine braun- lockige Eva mit den schwärmerischen blauen Augen, war ihm wie ein Ersatz für seine so früh gestorbene kleine Schwester. Zwölf Jahre war Eva van Koster gewesen, als Friedrich Borgloh in das Haus des Professors zog. Er sah sie noch vor sich, als wäre es eben erst gewesen. Er hatte den Professor hinten auf der Gartenterrasse gefunden. Vor der Gartenterrasse auf einer Schaukel zwischen den Bäumen hatte Eva van Koster gesessen. Sie wiegte sich leise hin und her. Die Bäume legten sommerliche Schatten auf ihr weißes Kleid. Ihr liebliches Gesicht mit den feuchten, glänzenden, blauen Augen hatte träumerisch hinaufgeschaut zum Himmel. Von ihren weichen, roten Lippen hatte eine leise Melodie, ein kleines Volkslied sich hinaufgeschwungen in die Wärme der Sommerluft. Dies war das erste liebliche Bild der kleinen Eva van Koster gewesen. Schon damals hatte Friedrich Borgloh den heißen Wunsch gehabt, dieses kleine Mädchen möchte Vertrauen zu ihm fassen. in einzelnen von ihnen, brauchen in Zukunft nur eiren Antrag bei der Zulassungsstelle des Landes 311 stellen, in dem sie ihren Wohnsitz haben oder tr Gewerbe betreiben. Die mit den Anträgen vor- guegenben Nachweise und Prüfungsergebnisse einen als Grundlage für die Zulassung in den tiraclnen Ländern. Durch diese zwischen Den Län- ien getroffene Vereinbarung ist der vielfache Umsch der Bauwirtschaft nach Vereinheitlichung ie- Zulafsungsverfahren im ganzen Reiche erfüllt. der Dolksrvirtschaftler Dr. Müller (Krefeld) über auslandsdeutsche Fragen sprechen wird. Der Besuch dieser Veranstaltung ist Pflicht. Die Arbeitsgemeinschaft „Volksschule^ (Gruppe 2) im NSLB Gießen-Land hält am Mittwoch, 28. November, 15.30 Uhr im Hotel Köhler eine Tagung ab. In der Ortsgruppe Gießen-Ost findet am morgigen Mittwoch, 20.30 Uhr, im Saale des Schiit- zenhauses Zellenabend für die Zellen 6 und 7 (Lud- wigsplatz, Gartenstraße, Gutenbergstraße, Berg- straße, Keplerstraße, Stephanstraße, Nahrungsberg, Henselstraße, Lefsingstraße, Gnauthstraße) mit Lichtbilder-Vortrag „Blut und Boden" statt. polizeibencht. rNansarden- und Schlafzimmer-Einbrecher. Am 20. November vormittags wurde in den im Mansardenstock gelegenen Schlafraum der Gesellen einer Bäckerei im Neuenweg eingebrochen und aus dem Kleiderschrank eine Geldbörse mit etwa 20 Mk. entwendet. Ein in der Arbeitsweise ähnlicher Einbruch wurde am 24. November bei einem Metzgermeister verübt. Der Täter ist hier in das im ersten Stockwerk gelegene Schlafzimmer eingedrungen und hat aus der Waschtischschublade etwa 70 Mark und aus einem Kleiderschrank eine Geldbörse mit 2 Mk. Inhalt entwendet. Auf Grund der Beschreibung eines Verdächtigen, der bei dem ersten Diebstahl in der Nähe des Tatortes gesehen wurde, konnte am 24. November abends dessen Festnahme erfolgen. Nach anfänglichem Leugnen gab der Festgenommene zu, die beiden Diebstähle ausgeführt zu haben. Eine der gestohlenen Geldbörsen konnte in der Wirtschaft „Zum Uhu", wo der Täter übernachtete, im Kamin versteckt, vorgefunden werden. Es handelt sich bei dem Täter um den 17 Jahre alten Wolfgang M e i ° nert aus Aschersleben. Gegen Meinert, der bereits einmal wegen Diebstahls mit dem Strafgesetz in Konflikt kam, werden Fürsorgemaßnahmen angeordnet. Fahrraddieb. Am 26. November wurde der 20jährige Werner Schäfer aus Siegen wegen Fahrraddiebstahls festgenommen. Schäfer versuchte ein Fahrrad, das er in Wetterfeld, entwendet hatte, hier zu verkaufen. Er wird dem Amtsgericht zugeführt. Diebstähle. In der letzten Zeit wurden aus einem Vorkeller eines Hauses in der Bleichstraße ein Dynamo, Marke „Haeckel", aus einem verschlossenen Schuppen in der Marburger Straße mittels Einsteigens ein Zündlichtmagnet, Marke „Noris", ein Boschhorn, eine Varta-Batterie, ein Deckel des Magnetantriebes, aus einem Hausflur in der Mäusburg ein Mülleimer mit der Nummer 4437 und Am Kugelberg von einem Motorrad ein rotbrauner Damenmantel entwendet. Personen, die sachdienliche Angaben machen können, werden ersucht, der Kriminalpolizei- stelle Mitteilung zu machen. Versuchter Raubüberfall. Am 24. November gegen 21 Uhr versuchte ein junger Mann einem vor dem Schuhgeschäft Wolf im Seltersweg stehenden Manne die Uhr in dem Augenblick zu entreißen, als er diese zum Vergleich der Zeit mit der an dem Geschäft Geisse angebrachten Uhr aus der Tasche nahm. Die Uhr fiel dem Täter aus der Hand, worauf er die Flucht ergriff. Die Ermittelungen nach ihm wurden sofort ausgenommen. Hermatvereinigung Schiffenberg. Die Heimatvereinigung Schiffenberg hielt im Restaurant Hopfeld eine Ausschuhsitzung ab, an der auch eine Reihe auswärtiger Pertreter teilnahm. Oberforstmeister Nicolaus begrüßte die Erschienenen und gab Kenntnis von den Aufgaben der Heimatvereiniguag in nächster Zeit. Am 9. Dezember ist eine Weihnachtsfeier auf dem Schisfenbera vorgesehen. Diese wird eingeleitet ^urd) eine kurze Feier in der alten Kavelle, bei der Pfarrer Steiner die Weihnachtsansprache halten wird. Außerdem wirkt der Frauenchor Hausen bei dieser Feier mit. Anschließend findet eine Familienzusammenkunft im Saale des Schiffenberges statt, bei der Rektor i. R. Valentin Müller einen geschichtlichen Vortrag halten wird. Außerdem sind musikalische und gesangliche Darbietungen usw. vorgesehen. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde beschlossen, einen namhaften Betrag zur Ausschmückung des hinter dem Saale liegenden Zimmers zur Verfügung zu stellen. Zur Durchführung der Ausschmückung wurde ein besonderer Ausschuß gewählt, bestehend aus Oberforstmeister Nicolaus, Pfarrer Steiner (Hausen), Bürgermeister Schäfer (Watzenborn-Steinberg), Rektor i. R. Müller, Geschäftsführer Kirchner (Gießen). Die Zuziehung eines Kunstsachverständigen ist geplant. Ferner soll eine Sammlung schöner Volkslieder aus der engeren Heimat zusammengestellt werden. Es ist weiter geplant, eine Anzahl Ruhebänke in der Umgegend des Schiffenbergs aufzustellen. Daten für Dienstag, 27. November. 1701: der Astronom Anders Eelsius in Upsala geboren (gestorben 1744); — 1831: der Kaukasusforscher Gustav Radde in Danzig geboren (gestorben 1903); — 1850: der Geograph Rudolf Eredner in Gotha geboren (gestorben 1908). Giehener Wochenmarktpreise. * Gießen, 27. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische Kühlhauseier) 10 bis 13, (ausländische) 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 6 bis 10, der Zentner 7 bis 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 bis 6 Pf., der Zentner 5 bis 6 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 8 bis 9 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 12, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 50 bis 80, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 25 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., der Zentner 7 bis 12 Mark, Birnen, das Pfund 6 bis 10 Pf., Nüsse 40 bis 50, junge Hähne 85 bis 90, Suppenhühner 70 bis 75, Gänse 65 bis 75, Enten 85, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 25 Pf. ** Eine Fünfundsiebzigjährige. Am morgigen Mittwoch, 28. November, kann Frau Margarete Heyer, Witwe, Frankfurter Straße 138, in körperlicher und geistiger Frische ihren 75. Geburtstag begehen. ** Volkshochschule. Zu dem Bericht über die Eröffnung der Winterarbeit der Volkshochschule Gießen wird uns mitgeteilt, daß Lehrer Falls jahrelang Mitarbeiter des Herrn Professor Carl Maria Kaufmann (nicht Julius Maria Kaufmann), des bekannten Frankfurter Archäologen war. ♦♦ Kirchenchor W e i d e n h a u se n si n gt in den Kliniken. Der Kirchenchor Werden- Hausen bereitete am vergangenen Sonntag den Insassen und dem Personal Der hiesigen Kliniken eine große Freude. Der Chor wartete mit verschiedenen geistlichen Liedern auf und zeigte dabei beachtliches Können. Die Darbietungen fanden aufmerksame und dankbare Zuhörer. Die Bedeutung des Kinderspiels für Erziehung und Leben. Anläßlich der jüngsten Zusammenkunft der hiesigen Ortsgruppe desReichsoerbandesdeutscher Haussrauenoereine sprach nach kurzen Be- grützungsworten der Leiterin, Frau Kalbfleisch, Frau Kinkel über „Die Bedeutung des Kinderspiels für Erziehung und Leben". Ihre zeitdurchdachten, von feinem Verständnis für die Kinderseele zeugenden Ausführungen wurden mit sehr großer Freude ausgenommen und fanden bei allen anwefenden Frauen überaus viel Interesse und Verständnis. Ihren Darlegungen sei folgendes entnommen: Der wahre Erzieher müsse von Anfang an dem Kinderspiel die größte Aufmerksamkeit zuwenden, weil bereits bei diesem alle Wesenseigenschaften und Fähigkeiten, alle Begabungen und Hemmungen des Kindes zu finden seien. Rach Fröbel ist das Spiel die höchste Stufe der kindesenlwicklung, weil die Quellen alles Guten in ihm ruhen und aus ihm hervorgehen. Ein Kind, welches tüchtig, selbsttätig, still und ausdauernd, bis zur körperlichen Ermüdung spielt, wird bestimmt auch ein tüchtiger, ausdauernder, stiller — Fremd- und Eigenwohl mit Aufopferung und Ausdauer fördernder — Mensch. Die Spiele dieses Alters sind die Herzblätter des ganzen künftigen Lebens, denn der ganze Mensch entwickelt und zeigt sich in demselben in seinen feinsten Anlagen, in seinem innersten Sinn. Das ganze künftige Leben des Menschen hat in diesem Lebenszeitraum seine Quelle, und hängt grundsätzlich von der Lebensweise in diesem Alter ab. Das Spiel des Kindes ist un- absichtliche Selbstausbildung. Im Spiel macht das Kind seine Erfahrungen, da lernt es die Dinge seiner Umwelt kennen in ihrem Dasein, in ihren Beziehungen zueinander und in ihren Wirkungen aufeinander. Jedes Spiel ist eine neue Erfahrung und diese wird die Ursache neuer Erkenntnisse, neuer Gefühle, neuer Handlungen und Fertigkeiten, durch sie wird die Entwicklung der Seele bestimmt. Das Kleinkind der ersten Wochen spielt noch nicht. Erst, wenn es eine bestimmte körperliche und seelische Entwicklung erreicht hat und seine körperlichen und geistigen Kräfte sich zu regen beginnen, ängt es an zu spielen und zwar aus einem Ueber- chuß dieser Kräfte heraus. So wie der Erwachens feine Kräfte in der Arbeit und im Kampfe ums Dasein verausgabt, so das Kind im Spiel. Es übt hierbei unbewußt und ungewollt feine Fähigkeiten zu künftiger Arbeit. So ernsthaft wie der echte Künstler nach Gestaltung feiner Seelenregung ringt, so drängen die einfachen Kräfte des Kindes nach einer Betätigung und Entfaltung. Ohne einen bestimmten Zweck zu verfolaen, baut es im Sande, schichtet KlöKchen aufeinander, formt Laute und Worte und freut sich an dem, was es hervorgebracht hat und ungewollt bildet es sich fo zum Menschen, der berufen ist, durch seine Neuschöpfung die Welt ein Stück vorwärts zu bringen. Es wäre daher durchaus verkehrt, wollte der Erwachsene das Neue, das da ans Licht drängt nach feiner Weife und Erfahrung ummodeln. Er darf nur das Spiel des Kindes überwachen, nicht um= bilden und muß lediglich die Bahn frei zu machen versuchen für die Entfaltung der sich im Kinde regenden geistigen Kräfte. Wert hat das lieben, das Lernen aus eigner Kraft, darum muß erster Grundsatz für das Spiel die Selbsttätigkeit des Kindes sein und seine absolute Selbändigkeit. Die ersten Spiele sind Nachahmungsspiele. Sie sind das typische Merkmal der ersten Stufe geistiger Entwicklung. Ein großer Teil der Spiele ist den Handlungen und Betätigungen der Erwachsenen abgelauscht. Beobachten wir nur das kleine, mit seinem Püppchen spielende Mädchen. Was die THuffer ihm fuf, tut es der puppe, wie sie mil ihm spricht, spricht es mit der puppe. Ls hält für gut und richtig, was die Blutter tut. Die Mutter sieht sich im Spiel ihres Kindes mit der puppe wie in einem Spiegel. Aber dieses Spiel mit der Puppe ist nicht nur Nachahmung, sondern eine Wiedergabe von des Kindes eigenem Seelenleben. Darum bietet sich in solch einem Spiel für die Mutter eine kaum wiederkehrende Gelegenheit, ihr Kind in feinen heimlichsten Regungen und Veranlagungen kennenzulernen. Aber nicht allein in der Nachahmung erschöpft sich das Seelenleben und der Betätigungstrieb des Kindes, es will auch an Hand des Gebotenen um- Oie „Blaue Rose". Von Walter Erich Schäfer. Diese Geschichte, so unglaubwürdig sie erscheinen mag, wurde von der Besatzung der „Blue Rose“ bei dem beschworen, was jedem heilig war, und später von dem Reverend O'Higgins ausgezeichnet sowie mit seiner bezeugenden Unterschrift den Kirchenbüchern von Newport beigefügt. Im fünften Jahr des amerikanischen Freiheitskriegs bekam an einem Julimorgen der erste Steuermann der „Blauen Rose" den Befehl, das Kommando des Blockadebrechers „Westward Ho“ zu übernehmen. Denn Kapitän und Steuerpersonal des Schiffs lagen erkrankt an einem schweren Wechselfieber, wie es im Sumpfdelta von Newport sommers aufzutreten pflegte. Bill Davies seinerseits nahm diesen Befehl mit einem Brummen entgegen, das Bereitschaft wie Ablehnung gleichermaßen ausdrücken konnte, und ging schon wenige Minuten später von Bord. Dabei strich er mit täppischer Zärtlichkeit über eines von den maskierten Backbordgeschützen und murmelte: „Mach's gut, alter Kerl!" So wenigstens hat ihn der begleitende Bootsmann verstanden. Bill Davies war nicht durch Zufall oder Zwang auf diese gefährlichen Planken geraten, wie die übrige bunte Besatzung der Brigg — von Kauf- fahrern oder westindischen Korsaren —, sondern er war mit dem Schiff in die Jahre gekommen, und hatte darauf schon als Leichtmatrose gedient. Er kannte die Brigg vom Steven bis zum Bug, und wie sie nun vor ihm lag, während er übersetzte, seetüchtig und schmuck zwischen den schmierigen Kähnen, da war sie nicht zuhinterst sein Werk. Die Leute, die auf der Schanze der „Blauen Rose" standen, erklärten, er habe solange zurückgeschaut, bis sein Boot am Fallreep der „Westward Ho“ festmachte, die schon am nördlichen Ufer des Flusses lag. „Das hat mir damals gleich nicht gefallen", beteuerte Humphrey. „Der Bill war sonst nicht so." Der Steuermann ging an Bord seiner neuen Brigg und lichtete schon bald nach zehn Uhr die Anker. Die Luft war glasig klar an diesem Morgen, man sah, obschon eine stetige Brise wehte, das Schiss vom Hasen aus über eine Stunde. Um Mittag warf dann auch die „Rose" los und folgte befehlsgemäß der „Westward Ho". Sie steuerte alten Kurs: zuerst den Fluß hinunter, der trag und braun war, nahm, im Percy-Golf, südlich Richtung und folgte lange dem Uferzug, um schließlich, durch das ge- fährliche Klippenfeld der „Cormoran Rocks“ die freie See zu gewinnen. Denn die bequeme nördliche Durchfahrt zum Atlantik war etwas von englischen Blockadeschiffen gesperrt. Sie machten gute Fahrt. Am frühen Abend, als man schon die Brandung über den Klippen sah, betrat der Bootsmann Humphrey das Kartenhaus, um Feuer zu holen, wie er später sagte. Der Bootsmann Humphrey galt als Davies Freund, er war als Jungmatrose mit ihm gefahren und hatte, nur um bummer Versäumnisse willen, die er des öfteren im Rausch beging, den guten Aufstieg des anderen nicht mitgemacht. Es mochte ihm übrigens auch bei seinem Gang viel weniger um Feuer zu tun gewesen sein, als um die Whiskyflasche, die stets gefüllt im kleinen Eckschrank des Kartenhauses stand. Doch dies nebenbei. Er fand zu seinem Erstaunen nicht Hughes, den Steuermann, in der Bude vor, sondern Bill, der da mit breiten Ellenbogen, ganz wie gewöhnlich, über der Karte lag und murmelnd einen bestimmten Kurs verfolgte. Humphrey erinnerte sich später genau, wie er den dicken rindigen Zeigefinger eine neue Route habe kriechen sehen, er erinnerte sich an das Bewegen der Lippen, wie es Davies auch beim Schreiben an sich hatte, und an die Haare auf seiner roten Hand. Er rief, ihn an: „Hallo! Bill, wieder da?" Der Steuermann erwiderte nichts darauf, tat auch im folgenden keineswegs dergleichen, als fei er weg gewesen. Er nickte nur, sah auf die Karte und sagte: „Steuert Nordnordost". Der andere lachte: Ob er geradewegs dem Teufel in die Fänge laufen wollte?" Da schaute ihm Bill Davies ins Gesicht, doch so, daß Humphrey den Blick nicht zu verspüren meinte, — „da plötzlich" — so erklärte der Bootsmann später — „da wußte ich plötzlich, daß ich gehorchen müsse." Er trat ans Sprachrohr und rief dem Rudergänger den neuen Kurs zu, den er halten sollte. Doch wie er sich wandte, war Billy Davies verschwunden — und hatte doch die Tür nicht gehen hören. Er rannte hinaus, er sah das leere Deck und begann in einer unerklärlichen Angst das ganze Schiss von achtern nach vorn zu durchsuchen. Er stieg hinunter in die Koje des Freundes, in die Laderäume und Batterie, er suchte die Brücke ab und ging ins Steuerhaus; dort stellte ihn Hughes: Wer den Kurs befohlen habe? „Bill Davies", erwiderte Humphrey rasch und merkte dabei, wie er zu stottern anfing. „Bill Davies segelt auf der ,Westward' draußen. Du bist besoffen", fuhr ihn der Steuermann an — Humph- rey versicherte auf feine Sterbestunde, baß er fo nüchtern wie eine Jungfer fei. Doch Hughes schob kurzerhanb den Mann vom Rad unb schickte sich an, bas Schiff in bie Klippen zu steuern. Der Boots- mann ging barübcr bie Treppe hinunter. Ich wußte nicht, wie ich noch ging unb ftanb. Mir war zumut wie vor bem ersten Gefecht. Ich fuhr mit b'Estaing auf bem Delaware. Ich hatte ein trockenes Würgen im Hals unb in ben Därmen ein Gefühl von Kälte. Der Kapitän rief mich hinauf auf bie Brücke. Er lag in feinem hölzernen Stuhl unb hatte bie Mütze auf bie Nase gezogen. Er liegt so immer oben, bei Tag unb bei Nacht. — Humphrey, sagte ber Kapitän, du hast den Billy Davies gesehen? — Jawohl, Kapitän, ich habe den Davies gesehen. Er hat gefegt: Steuert Nvrdnordvst, Humphrey? — Er hat gesagt: Steuert Nordnordost, Kapitän — Jesus Maria, brummte ber Kapitän, bann steuern wir Nordnordost. Verstehst bu, Humphrey? — Er zoa sich roieber bie Mütze auf bie Nase unb rührte sich nimmer. Aber er rauchte falt, er hatte kein Feuer ben ganzen langen Abenb. Unb bas hat er nie getan, feit ich ihn kenne, nicht einmal bamals, als wir mit Pulver fuhren." Sie warfen bas Schiff mit Steuer unb Segeln herum unb zogen am Ranb ber schäumenden Klippen entlang mit aller Leinwand in die offene See. Der Steuermann Hughes verfluchte alle Engel. Er nannte laut genug den Kapitän einen roten abergläubischen Iren, unb Bootsmann Humphrey einen versoffenen Trottel. Er ließ auf eigene Faust ben Ausguck verdoppeln und die Bedienung bei den Geschützen schlafen. Auch blieb er selbst, als Wachablösung kam, die ganze Nacht an Deck und starrte hinaus. Das Meer war weit und funkelte unter den Sternen. Sie sahen kein Licht mit zwanzig scharfen Augen, keine Segel, kein Schiff, kein bri- tisches noch auch bie „Westward Ho , unb als sie glücklich im gelben Morgenlicht bas kleine französische Geschwader trafen, da hatten auch diese nichts von Davies gesehen. Die „Rose" nahm eine volle Ladung über: Stückkugeln, Flinten, Branntwein, Pulverfässer, auch geheime Post, die aus Europa gekommen war. Am Abend trennten sie sich mit Hurra und Spiel unb fuhren, ohne einen englischen Mast zu sehen, ben neuen, geheimnisvoll bestimmten Kurs zurück. Sie liefen stetig vor einem kräftigen Wind durch bas blitzenbe Meer unb sahen bie Klippen schäumen; sie steuerten ben braunen Fluß hinauf unb lagen endlich vor Newport fest. Sie gingen an Land unb schüttelten viele Hänbe; bvch niemand hatte von Billy Davies gehört. Nach Tagen erst, durch etliche Ueberläufer, bekamen sie über sein trübes Schicksal Bericht. Die Engländer hatten ben letzten Durchschlupf erfunbet, unb als sich bie „Westward“ burch bie Klippen zwängte, fielen bie schnellen Fregatten „Dibo" unb „Thunberer" über sie her. Nach einem kurzen, hvff- nungs» unb furchtlosen Kampf war bann bie Brigg, von schweren Breitseiten zerfetzt, mit ihrer ganzen ändern, umgestatten, Neues hervorbringen und fb< mit seine schöpferische Phantasie entfalten. Es genügt baher schon vollkommen, wenn man bie Spielsachen fo einfach wie möglich wählt unb bem Kinbe bie Möglichkeit bietet, feine Phantasie a< zuregen. Selbstverstänblich müssen biese einfachen Spielfachen schön in Form unb Farbe fein, damit es stets daran seinen Geschmack bilden kann. Gewöhnt sich das Kind an solches Spielzeug, wirb es von selbst mit der Zeit jedes kitschige, seelenlose Spielzeug ablehnen. Der pflege ber Phantasie muh ber Erzieher eine große Bebeutung beilegen, denn ein phantasieloser TNensch ist vom Hebel, er fällt überall unangenehm auf, weil er sich nicht einzuleben versteht in bas Denken unb die Anbersartigkeit feiner Mitmenschen. Die Weiterentwicklung bes kinblichen Seelenleben; hängt ab von ben Erfahrungen, bie es in feinet Umwelt macht. Stets sollen beshalb bie Spielsachen so ausgesucht sein, baß sie bas Gute betonen unb bas Erzieherische förbern. Sie sollen ben kinblichen Geist anregen unb geschickt machen, klare Anschau ungen vermitteln unb zu biesem Zwecke Aufmerl, samkeit und Nachdenken fordern, zur Beständigkeit erziehen, sein Wohlgefallen am Schönen wecken und bem Kinbe Befriedigung und Freude geben. Vorn pädagogischen Standpunkte betrachtet ist es falsch, wenn man ein spielendes Kind sich vollkommen selbst überläßt. Eine Anregung zum Spiel gibt sogar die Tiermutter ihren Jungen. Sie läßt sie nicht nur einfach tun, was sie wollen, sondern sie regt sie an zu Spielen, die ihrer künftigen Aufgabe, der Erbeutung ber Nahrung, ben Weg bereiten. So muß auch bie Mutter unbemerkt bem Kinbe als Spielkamerabin Anregungen vermitteln. Jebe Erziehung hat zwei Aufgaben: einmal die Vermittlung von Kenntnissen der erwachsenen Generation an bie heranwachsenbe, bamit biese es nütze unb mehre unb ferner bie Entwicklung des Kindes nach einem bestimmten Persönlichkeitsideal. Deshalb darf neben der Verstandesbildung die Bildung des Gefühls unb Willens nicht vernachlässigt werben. Die meisten Spiele werden durch Die Freude am Schönen erzeugt. Mit der Freude am Schonen ist das Gefühl für bas Gut« innig verbunden, denn wenn man das eine her- Dorruft, weckt man auch bas anbere. Daß es Freude erzeugt, ist eine ber Hauptforderungen an ein gutes Spielzeug. Freube ist eine Anregung für Die geistige Entwicklung bes Kinbes. „Das fröhliche Herz ist allein fähig, Wohgefallen am Guten zu empfinben, bie Freube macht bas Kind liebevoll, mitteilsam unb ebel gesinnt!", sagt ein großer Pädagoge. Die eben erwähnten Eigenschaften treten am beutlichsten im Gesellschaftsspiel zutage, weil das Kinb sich hier freiwillig ben Spielregeln fügen muß, ba sonst ein gemeinsames Spiel nicht mg- lich ist. Es lernt hierbei seine Leibenschaften yi unterbrüden unb bie Leistungen anberer anzuer- kennen. Es erzieht zu einer schnellen Erfassung der jeweils gegebenen Sachlage, zu schneller Entschlußkraft unb scharfer Beobachtung. Denn durch bas Spielzeug die äußeren Sinne beschäftigt unb erzogen werben, fo der innere Sinn durch gute Kinderbücher. Dor allem sind es hier bie Tierbücher, bie Liebe unb Derstänbnis für bas Tier wecken unb das Tier in feinem wirklichen Charakter unb eigenen Seelenleben zeigen. Die wertvollen unb vielseitigen Ausführungen ber Rebnerin würben veranschaulicht unb unterstützt burch zahlreiche Lichtbilber aus ben im Verlaufe bes Vortrags erwähnten wunderschönen, humorvollen Kinderbüchern mit ihren luftigen Neimen. Man sah seligstes, sorgloses Kinberglück in Wort und Bild. Auch die ganzen Wunder der Märchenwelt wurden den Anwesenden im Bilde offenbart, diese Wunder, bie auf alle großen und kleinen Kinder stets eine große Anziehungskraft ausüben. — Zum Schluß wies Frau Kinkel noch in Wort unb Bilb auf guten, gebiegenen, dem Leben mit feinen Wechselwirkungen abgelauschten Lesestoff für größere Kinder hin. Nicht unerwähnt sollen noch die vielen prächtigen farbenfroh Besatzung weggesunken. Am frühen Abend ch, wie Die „Blaue Rose" gerade auf die gewohntt Durchfahrt hielt, trieb Steuermann Davies schon seit vielen Stunden als stiller Mensch in ber grünen schweigsamen Flut. Dies ist bie Geschichte, unb Reverenb D. Higgins setzt ein anbächtiges „Ehre fei Gott" ans Ende. Das Bestallungsdekret der Neuberin. In ber Geschichte bes deutschen Theaters spielt Friderike Caroline N e u b e r, gewöhnlich die Neu- berin genannt, eine nicht unbebeutenbe Rolle. Die Reinigung der Bühne von ben Hanswurstspaßen ist ihr zu danken; durch die Beseitigung dieser burlesken Szenen, die allmählich das gesamte Schauspiel überwuchert hatten, bereitete sie, in Serbin- düng mit Gottsched, dem kommenden deutschen Drama den Weg. Im Jahre 1727 wurde ihr unb ihrer Gesellschaft die Würde königlich sächsischer Hof-Komödianten verliehen, was auch bestimmte wirtschaftliche Vorteile brachte. Das kurze Schrift' stück hat folgenden originellen Wortlaut: „Wir Friedrich August ... urkunden hiermit, daß Wir, nachdem die sogenannte Haakische Bande Unserer ehemaligen Hof-Komödianten getrennt worden, Johann Neuber und dessen Eheweib Friederiken Carolinen zu Unseren Hof-Komödianten auf- unb angenommen, thun auch solches hiermit und Kraft dieses offenen Briefes dergestalt und also Ku^ daß... dieselben befugt sein sollen in unseren W und Erblanden zu unverbotener Zeit aller DrM in gleichen zu den Leipziger Messen und acht W vor und acht Tage nach den Messen ungehindert agiren und zu spielen. Jedoch sollen sie die gewöhn' lichen Abgaben zu erlegen und abzustatten hob^ über die Gebühr aber nicht beschwert werden. fehlen demnach jederarten Obrigkeit, besonders den Räthen in Städten, sich hiernach gehorsam zu nfl* ten und besagten Neuber und fein Eheweib nevll ihrer Bande hierunter zu schützen. Urkundlich haben wir dieses Dekret eigenhändig unterschrieben uno Unser königliches Jnsiael wissentlich Vordrucken lassen. So geschehen uno gegeben zu Dresden om 8. Augusti anno 1727." Dieser nun bald zweihundert Jahre alte ' Brief" hat der Neuberin, wenigstens in ihren Alter tagen, nicht mehr viel genützt, denn, wie man wem, starb sie nahe bei Dresden, in Laubegast, im heil Elend, unb der Pfarrer zu Lauben, wo sie am nach ihrem Hinscheiden bestattet wurde, an ein Sonntag, weigerte sich, der „Komödiantin Gottesackerpforten öffnen zu lassen, so daß man l über die Kirchhofsmauer heben und in «n ung fegnetes Grab betten mußte. Die Keimzelle einer Nation ZersammlllngderOrtsgruppeMttederASDAP «gebung eröffnet hatte, das Lied „Volt ans ehr" gefangen. Dann sprach der Redner des ßisroel der. die die mit Gemeinsam wurden sodann die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Mit dem Ausbringen der Fahne sand die Versamm- Die Ortsgruppe Mitte der NSDAP, hatte für den gestrigen Montagabend zu einer Versammlung in dt-s Cafä Leib eingeladen. Die Veranstaltung war Tlordheffens Turnerführer in Fulda Eindrucksvoller Verlauf des Gauturntages. Kurze Sportnotizen. Einen Blitzsieg errang der Bonner Halb« schwergewichtler Adolf Heuser am Freitagabend im Berliner „Neue Welt-Ring". Der Westdeutsche erwischte den Franzosen Vauclard schon zu Beginn mit einem Volltreffer und nach zwei Minuten muhte sich Vauclard auszählen lassen. Elsworth Vines gewann das international^ Berufsspieler-Tennisturnier in Wembley mit fünf Siegen vor dem deutschen Meister Hans Nühlein, dem Amerikaner Tilden, Plaa-Frankreich und Barnes, USA. Der Tscheche Karel Kozeluh ist zum Trainer der amerikanischen Davis-Pokal-Mannschaft berufen worden. In Helsingsors gewannen die Finnen mit 434,7:424,8 Punkten einen Kunstturnländerkampf gegen Ungarn. Das Endspiel um den Hockey-Silberschild zwischen Brandenburg und Baden fand am Sonntag in Berlin statt. Die brandenburgische Mannschaft verteidigte den Besitz des Pokals erfolgreich durch einen Sieg von 7:2 (4:1) Toren. Frankfurt, Mannheim und Mainz trugen in Frankfurt einen Dreistädtekampf im Kunstturnen aus, den Mannheim mit 1506 Punkten vor Frankfurt mit 1467 und Mainz mit 1366 Punkten gewann. Beim Eröffnungsspringen auf dem Zugspitz-Platt bot der Norweger Birger Ruud unter 76 Springern mit einer Welte von 35 Meter die beste Leistung. Deutschlands Amateur - Boxstaffel schlug am Samstagabend Polen in Essen vor 8000 Zuschauern überlegen mit 11:5 Punkten. Prüfungen statt, denen dann am 31. März die Olympia-Prüfung im Gau folgt. Die gesamte Arbeit der kommenden Monate wird den Blick immer wieder richten auf das grohe Gaufest, das vom 2. bis 4. August 1935 in Giehen durchgeführt wird, und das in feiner Gestaltung nationalsozialistische Weltanschauung, deutsches Wesen und alten Jahn'schen Turngeisi vereinen soll zu einem starken Bekenntnis zu Volk, Vaterland und Führer. Eine rege Aussprache schloß sich an die Berichte an. Dabei konnte von der Gauführung manch wertvolle Anregung für die Mitarbeit entgegengenommen werden. Erwähnenswert ist der Hinweis des Gaubeauftragten M e i st e r auf die am 16. Dezember überall in Verbindung mit würdigen Feiern stattfindende Verpflichtung der Olympia- Anwärter. Turner Andreas R e i n i n a - Gießen, dem die örtliche Ausrüstung des Gießener^ Gauturnfestes übertragen worden ist, bat um tatkräftige Mitarbeit am Aufbau des ersten Gaufestes, das zu einer großen und glanzvollen Kundgebung für die deutsche Leibesübung gestaltet werden soll. Nach Erledigung einer Reihe von Anträgen wurde der Gauturntag geschlossen mit dem Bekenntnis in Treue, Rastlosigkeit und unbeugsamem Willen an der deutschen Leibesübung und damit am Aufbau von Volk und Vaterland mitzuarbeiten. Begeistert wurde das „Sieg-Heil!" auf den Führer und auf den Reichsportführer ausgebracht. Mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied klang die Tagung aus. Nach einigen kurzen Bekanntmachungen an Mitglieder beschloß die Leiterin den Abend einem ,Heil!" auf unfern Führer. Epielsachen sein, die die Rednerin als Ergänzung zl ihrem Vortrag zeigte und herumreichte. So manch eine der anwesenden Mütter wird im Anblick auf das bevorstehende Weihnachtsfest wertvolle Hinweise und Anregungen für den Weih- Mchtsmann ihrer Kinder mitgenommen haben, Nach einem Jahre erfolgreicher Arbeit gab gestern der zweite Gauturntag des Turngaues Nordhessen in Fulda der Gauführung Gelegenheit, Rechenschaft abzulegen über den Aufbau und Ausbau der neuen turnerischen Einheit. Dem Gauturntag ging am Samstag bereits ein Arbeitstag voraus. Unter Leitung von Gauoberturnwart R. Paul (Gießen) versammelten sich die Fochwarte des Gaues und die Kreisoberturnwarte zu einer Turnstunde, in der die Freiübungen und die Geräteübungen für das Gaufeft in Gießen erarbeitet wurden. Die Sitzung der Kreis- oberturnwarte galt der Aufstellung des Jahresplans 1935 und der Richtlinien für die weitere Arbeit. Von Wichtigkeit war am Samstagabend auch die Zusammenkunft der Turnkreisführer, wie auch die vorbereitende Besprechung des engeren Gauführerstabes. Am Sonntagfrüh trat der Gauturntag vollzählig zusammen. Den Verhandlungen wohnten in große- rer Zahl auch Vertreter von Vereinen als Gäste bei. Lebhaft begrüßt, entbot zunächst der Gaubeauftragte des Reichssportführers, Verleger Meister-Kassel, den Teilnehmern herzlichen Willkomm. In kameradschaftlicher und turnbrüderlicher Zusammenarbeit werde er als Gaubeauftragter wie seither auch in Zukunft der Sache von Turnen und Sport dienen und damit würden auch die letzten Schwierigkeiten in der turnerischen und sportlichen Aufbauarbeit überwunden. Turnbruder Oamer-Hersfeld teilte kurz einige Veränderungen mit, die in der Gauführung im letzten Jahr eingetreten sind, und gedachte dann in ehrender Weife mit dem Gauturntag des verstorbenen Reichspräsidenten v. Hindenburg, des langjährigen Tumerschaftsvor- sitzenden Dr. Berger und all der Toten, die im Kampfe fürs Vaterland und für die nationale Erhebung ihr Leben hingegeben haben. Anschließend erstattete der DT.-Gauführer den Jahresbericht über das erste Jahr turnerischer Arbeit im neuen Gau Nordhessen. Die gründlichen Ausführungen zeigten an einer Reihe von Beispielen die verantwortungsvolle Arbeit der DT. im Reichsbund für Leibesübungen. Turnerfchaftliche Gesinnung soll nach dem Willen des Reichssportführers auch die Grundhaltung des Reichsbundes werden, eine Aufgabe, für deren Lösung die Diet- warte für alle Turn- und Sportvereine eingesetzt werden. Der Bericht befaßte sich bann mit dem zwischen dem Reichssportführer und der Reichsjugendführung geschlossenen Vertrag, mit dem Verhältnis der Turn- und Sportvereine zur SA., wie auch mit den Vereinbarungen, die die Reichssportführung mit der Reichsleitung des NS.-Frauenwerks getroffen hat. Turner Samer schloß seinen umfangreichen Bericht mit der Mahnung, mit nationalsozialistischem Kampfeswillen auch im neuen Turn- iahre zum Heile von Volk und Vaterland restlos die Pflicht zu erfüllen. Gauoberturnwart Jt. Paul-Gießen gab einen temperamentvollen Bericht über die turnerische Tätigkeit des ersten Turnjahres, in dem es an Arbeitsmöglichkeiten nicht gefehlt hat. Die Ausführungen verweilten des längeren bei den großen Werbeveranstaltungen dieses Jahres, gedachten dankbar des opferwilligen Einsatzes der Vereine bei der Durchführung der Saartreue st af- f e l, gingen weiter auf die gut verlaufenen Bezirksturnfeste in Friedberg und Bebra, auf das Rhönturnfest, das einen neuen Auftrieb erfahren hat, und auf das DT.-Tennisturnier in Bad-Nau- Heim ein, das in feiner trefflichen Organisation die Anerkennung weiter Kreise finden konnte. Beson- dere Aufmerksamkeit wurde der Lehrarbeit geschenkt: 89 Gauangehörige nahmen an Lehrgängen an der Deutschen Turnerschule in Berlin teil. Als Lehrwart des Gaues, dem die Betreuung der Spitzenturner obliegt, die für die Olympiavorbereitung in Frage kommen, wurde Kurt Wedekind- Kassel bestimmt. Es folgten der Bericht des Gaukassenwarts Herzogs- Kassel über das abgelaufene Jahr und die Bekanntgabe des Haushaltsplanes für 1935. Den turnerischen Arbeitsplan für 1935 gab Gauoberturnwart Paul bekannt, der auf den mit einem Saartreuebetenntnis verbundenen Kunst- turnwettkampf Nordhesien — Saar am 16. Dezember 1934 in Bad-Nauheim hinwies und auf ein weiteres Kunstturntreffen, das die Gaue Brandenburg, Niedersachsen und Nordhesien erstmals am 9. Februar in Berlin zusammenführen wird. Am & März 1935 finden in den Kresie» Leistungs- Krieg) nicht standhalten. Ls muß die Aufgabe unseres Staates fein, durch die Erziehung der Jugend, als der Zukunft des Staates, alle Standes- und Klassenunterschiede zu überwinden und die alle Zeit und alle Widerstande überwindende Volksgemeinschaft zu fchasfen. Es gilt die Mängel der Deraangenheit zu erkennen und aus dem Erlebnis der feldgrauen Kriegs- und Lebenskameradschaft die Nutzanwendung zu ziehen Jeder an seinem Platz soll mit beitragen an der Erziehung der Jugend, wie sie der Führer vorschreibt. Er soll aber auch an sich selbst anfangen, nicht überheblich fein, sondern Kameradschaft pflegen. Die Jugend soll streng, aber mit Verständnis und Liebe zu gesunden und tapferen Menschen erzogen werden, die ihren Mann stehen, dem Volke Hattung und Selbstverttauen geben, dem Ausland Respekt und Achtung abnötigen. Da§u ist erforderlich, daß sie in Ehrfurcht, Tradition und Hochachtung vor dem feldgrauen Soldaten erzogen wird. Für das Volk In feiner Gesamtheit gilt die Losung: Nationalsozialisten, d. h. Kampfer zu fein, damit wir aus eigener Kraft und eigenen Mitteln das große Werk vollenden, das der Führer begonnen hat. Der Fachschaftsleiter gab im Anschluß an den mit reichem Beifall aufgenommenen Dortrag einige Rundschreiben bekannt. Beachtlich ist die Anordnung, daß Beamte zu den gleichen Bedingungen wie die Angestellten an den Urlaubsfahrten der NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" teilnehmen dürfen, sofern sie aus eigenen Mitteln keine Reise unternehmen können. Der Bezug des Saarjahrbuches wird besonders empfohlen. Ruhestandsbeamte können noch bis zum 1. Dezember dem Leben opferten. Es dürfe nie vergessen werden, daß man den Nationalsozialisten, die für das Dritte Reich kämpften, einst die Hemden auszog und sie brotlos machte; es soll auch nie vergessen sein, daß es mit der Gefahr des Todes verbunden war, in jener Zeit mit dem Braunhemd auf die Straße zu gehen. Aber dereinst würden die Kinder fragen, ob der Vater auch dabei war, als es um Deutschlands Freiheit zu kämpfen gegolten habe. Wohl dem, der dann nicht zu erröten brauche. Je größer der Druck auf die Träger des braunen Hemdes geworden fei, desto großer fei auch der Widerstand geworden. Es habe dann jene Zeit gegeben, in der dem deutschen Volke das Wasser immer höher stieg, in der alles Schöne und Edle, das Höchste und Heilige, der Glaube an Gott in den Schmutz gezogen worden sei. Heber die Theaterbühnen seien damals die schändlichsten Stücke gegangen, und es habe den Anschein gehabt, als solle Deutschland in kommunistischem 'Blutrausch untergehen. Da habe der Führer Adolf Hitler das Ruder in die Hand genommen, die Vaterlandsverräter verließen das Reich, um sich im Saargebiet niederzulassen, um dort für den Status quo zu wirken, gegen Deutschland zu wühlen; wieder andere hängten sich Fahnen um und glaubten darunter ihr unsauberes Geschäft weiter betreiben zu können. Nie solle die Hoftnungslosigkeit derer vergessen werden, die sich jahrelang an den Ecken der Stempelstellen herumzudrücken gezwungen waren. Nie solle vergessen werden, daß es unserem Führer Vorbehalten blieb, den Kampf gegen Hunger und Kälte zu führen, Millionen von Erwerbslosen wieder Der- dienstmöglichkeit zu verschaffen und dabei auch denen zu helfen, die noch nicht im Lager des Führers standen. Den Stürmischen der Bewegung sei die Großherzigkeit des Führers nicht immer recht gewesen, sie hätten es manchmal nicht verstehen kön- neu, aber sie taten, wie der Führer geheißen hatte, und mußten erleben, daß der Führer Recht hatte, denn es galt ja, den verführten Arbeiter, der noch immer ein ganzer Kerl gewesen, dem Vaterlande wieder zu gewinnen. Von Adolf Hiller solle — das sei besonders den ewigen Nörglern gesagt — nicht immer verlangt werden, daß er all das schon jetzt geschaffen haben solle, wozu er sich vier Jahre ausbedungen habe. Noch seien nicht zwei Jahre vergangen! Der Bauer solle nicht über das Erbhofgosetz meckern, denn wenn Adolf Hitler nicht gekommen wäre, so wäre der Bauer schon längst in kommunistischem Kollektivismus aufgegangen' und kein Herr mehr auf feiner Scholle. Die Herrschaft der Geldsack- Aristokratie sei endgültig vorbei. Wir alle lieben Deutschland, glauben an den Führer Adolf Hitler, denn er ist ^Deutschland und Deutschland ist der Führer. Wir glauben an ihn, wie an unser Deutschland. In diesem Sinne brachte der Redner zum Schluß seiner Ausführungen ein dreifaches, begeistertes „Sieg-Heil!" auf den Führer aus. Dittmars Segelflug-Weltrekord anerkannt. Der internationale Luftfahrt-Verband hat jetzt eine Reihe von Flug-Weltrekorden, die im Jahre 1934 erzielt wurden, anerkannt, darunter befindet sich auch die Leistung des deutschen Segelfliegers Heini D i t t m a r. Dittmar stellte im Rahmen des Rhön-Wettbewerbs einen Weltrekord im Distanzflug für Segelflugzeuge mit einem Flug von der Wasserkuppe bis nach ßiban (Tschechoslowakei) über 375 Kilometer in gerader Linie auf. das Zusammenspiel besser klappte. Besonders die zweiten Mannschaften zeigten ein Spiel, das durch seine Lebendigkeit und seine Leistungen begeistern konnte. Heuchelheim II — Pestalozzlschule II 0:4. Auch in Heuchelheim konnte die zweite Mannschaft erfolgreich abschneiden. Sie war ihrem Gegner in jeder Hinsicht überlegen. Heuchelheim hatte zwar gute Einzelspieler, besonders im Sturm, scheiterte aber immer an der Geschlossenheit der Gießener. Dresdner SC. gegen Borussia Fulda 3:1 (1:0). Zwischenfall mit Richard Hofmann. Der Nordhessen-Meister Borussia Fulda gastierte am Totensonntag beim Sachsen-Meister Dresdener SC. Die Borussen hielten sich in der sächsischen Hauptstadt recht gut, mußten aber trotzdem eine 1:3-Niederlage einstecken. Bei diesem Kampf ereignete sich ein recht eigenartiger Zwischenfall. Etwa 10 Minuten vor der Pause, als Dresden mit 1:0 in Führung lag, stellte der Schiedsrichter Rich. Hofmann wegen Beleidigung vom Platz. Die 4000 Zuschauer waren aber mit dieser Maßnahme nicht einverstanden, sondern protestierten in heftigster Form. Der Schiedsrichter mußte schließlich bei der Pause sogar unter dem Schutz der SA. vom Platze geleitet werden. Während der Pause beruhigten sich die erregten Gemüter wieder etwas, so daß wettergespielt werden konnte. Das Eigenartige dabei war jedoch, daß Richard Hofmann wieder mit von der Partie war. Mit seiner Mithilfe gelang es schließlich den Dresdenern, noch einen 3:1-Sieg herauszuholen. Der Reichsbund Deutscher Beamten, siachschaft 12, hielt am gestrigen Montag im Aquarium" einen Schulungsabend ab, bei dem im Auftrag des Amtes für Beamte Pg. Lorenz Eifert wer das Thema „Die Keimzelle einer Nation" sprach. Einleitend sagte der Redner, inß die Schulungsabende durch das gegenseitige 1--nnenlernen im weiteren Sinne der Pflege der ^meradschast dienende Abende fein sollen. Auf das Thema des Vortrags eingehend, sprach fs. Eifert von der Familie als der Keimzelle t\i Nation. Ihr entsprießt das Kind, das hier fo hrangebildet wird, wie es einem gesitteten Menst en zukommt und wie es der Gemeinschaft frommt, h höher das Niveau der Familie liegt, desto hiher ist die Kultur einer Nation. Darum muh dem Staate alles daran gelegen lein, die Familie zu hegen, zu pflegen und zu beschützen. Der Führer hat deshalb das Gesetz zum Schuhe von Mutter und Kind geschaffen. ßt entgegengefetzter Richtung handelt Sowjetruß- Inb. Dieses lehnt jede individualistische Leistung ab irb betreibt den Kollektivismus, selbst in der Er- zrhung. Wir wissen, daß in Sowjetrußland das Int) nach der Entwöhnung von der Mutter ge- nimmen, in einem Heim herangezogen und dem Lrwjetsinn zugeführt wird, um später dem Staate al dienen. Das herangereifte Kind kennt keine fee- lichen Bande zwischen Mutter und Kind, erfährt irr, daß es von dem Staatsbürger irgend welchen kirnens stammt und ist zwangsweise der Bande dis Blutes beraubt. Es ist zu verstehen, wenn sitt- liy hochstehende russische Frauen kein Interesse Hilden, einem Kinde das Leben zu schenken, und tt nn anderseits die Geburt des Kindes verhindert »Tb. Das sind erschreckenbe Folgen des mangeln» tin Familiensinnes. Demgegenüber steht die Liebe der deutschen Frau jji ihrem Kind, die der Redner an einigen typischen H'ispielen des Opfermutes einer Mutter schilderte, lie Familie soll nach ihrer arteigenen Bestimmung Plegestätte alles Schonen, Guten und Edlen und der h.ziehung sein. Ein Staat, der die Gründung der siimitte zu verhindern sucht, handelt wider die !ntur uno begeht ein Verbrechen an seinem Volke. Ü nn Familien gleichen Blutes bilden eine Sippe, rchrere Sippen einen Stamm und mehrere flämme gleicher Sprache, gleicher Entwicklung, tz'icher Kultur bilden den Staat. Was primäre bleibt immer das Volk, das sekundäre der Staat; denn während ein Volk oan keine äußeren, räumlichen Grenzen gebunden Ist, bleibt der Staat auf bestimmte Gebietsteile I Reichsbund beitreten. begrenzt. An den von musikalischen Darbietungen umrahm- Zum Volke gehört man durch die Bande des Blutes, ten Schulungsabend schloß sich ein geselliges Selbe Seele, der Sprache. Der Staat kann Teile 'sammenseln an. mehrerer Volker umfassen, wie das Römische Reich oder Oesterreich-Ungarn vor dem Kriege. Voraussetzung des Staates sind: Volk, Gebiet und Staatsgewalt. Ein Volk kann einen Staat ausfüllen, dann bildet es einen natürlichen ober Nationalstaat, ober aber Teile mehrerer Völker find zum künstlichen ober Nationalitätenstaat zusammengeschlossen. Der Staat, der ursprünglich auf der Scholle gewachsen und seine Grenzen gefestigt hat, also der Nationalstaat, kann nicht beseitigt werden, weil das Volk Die Staatsgewalt selbst ausübt und nicht beseitigt werden kann, sofern er sich nicht selbst aufgibt. Ein Nationalitätenstaat ist nicht von dauerndem Bestand, weil die hegemonistischen Bestrebungen der einzelnen Dolksglieder einer Belastungsprobe (z. B. einem Reichsbund für Leibesübungen. Fachamt für Handball! Der Reichsleiter des neuen Fachamtes Handball im Reichsbund für Leibesübungen hat, wie bereits gemeldet, die Handballer aufgerufen zur tätigen Winterhilfe. Er rechnet auf die Mitwirkung aller Handballkameraden und aller Freunde des Handballspiels. Mitschaffen an der Linderung der Not soll die Parole für uns am nächsten Sonntag sein. Wie im vergangenen Jahr, so wollen wir auch jetzt wieder, Turner wie Sportler, Hand in Hand helfen, damit ein recht ansehnlicher Betrag den zuständigen Stellen abgeführt werden kann. Wir stehen fest verankert in unserer großen deutschen Volksgemein, schäft und werden uns und unsere Kräfte restlos einsetzen. Wir bitten alle um den Besuch unserer Veranstaltungen; wir bitten um Werbung für unsere Sache. Wir wissen, daß wir keine Fehlbitte tun, und daß unser gemeinsames Streben zum Erfolg führen wird. Volksgenossen, kommt in Massen! A. Luh, Kreisspielwart. Fußball der Gießener Volksschulen. Peslalozzischule I — Goetheschule I 7:1. Pestalozzischule II — Goetheschule II 3:0. Um den Spielbetrieb, insbesondere die Kampf- spiele Fußball und Handball zu fördern, veranstalten die Schulen in Zukunft öfter Wettspiele gegeneinander. Obige Treffen fanden aus dem Universitätssportplatz statt und zeigten, daß in unseren Jungens Talente stecken, die zu großen Hoffnungen berechtigen. Die Pestalozzischule konnte beide Spiele überlegen gewinnen, da in erster Linie Hit besucht. 'Gemeinsam wurde nach dem Einbringen ftibne und nachdem Ortsgruppenleiter H^rst Mndg und es ist Frau Kinkel von Herzen für alle guten Ratschläge, Belehrungen und Aufschlüsse zu danken. laenbs, SturNchaupssührer Oll. Versammlungen in der heutigen Zeit, so führte er li a. aus, unterschieden sich wesentlich von denen sicherer Jahre. Früher tobten viele, heute niemand r-shr. Tatsache sei, daß der Nationalsozialismus mch Gegner habe. Es sei deshalb notwendig, daran z. erinnern, was vor der Machtübernahme des )ntionasst)zialismus gewesen sei. 1914 habe der finifer gerufen und alle seien gekommen, ohne Unterschied des Standes, weil sie Deutschland chr Unterland nannten. Da habe keiner gefragt, was er bjfür bekomme, wenn er sich für Deutschland ein- IM- Ja, Deutschlands junge freiwillige Regimenter tkamen, weil ihr vlut sie zwang. Und sie sangen Las Deutschlandlied im Sturm, fielen, und ßlandrische Erde trank edelstes deutsches Blut. Alle sorgten sie mit dem Einsatz ihres Lebens frafür, daß der Feind die Grenzen nicht überschritt. ifaer 1917, zu einer Zeit, in der es um alles ging, je im Auftrage einer internationalen Gaunerfinanz in Deutschland der Munitionsarbeiterstreik entfesselt Darben, benn Deutschlanb sollte auf bie Knie gelungen werben. Deutsche Männer aber kämpften in fremben Landen, auf dem Master, unter dem Soaffer, in der Luft weiter. Dann sei jener schmachvollste Tag der deutschen ® schichte gekommen, Deserteure standen auf, bemächtigten sich der Herrschaft im Reich, zerschlugen einen fauberen Staat, und es schien, als solle alles in marxistischem Blutrausch ersticken. Dann aber sei ü' olf Hitler gekommen, der Frontkamerad, der Doann, der draußen im Felde erkannte, daß des Vaterlandes ärmster Sohn auch sein treuefter ist, ber erlebt habe, was ein unbändiger Wille zu Mften vermöge. M£r habe einen neuen Glauben gepredigt, er stahte den Entschluß, nicht eher zu ruhen, bis lDeutschland wieder befreit sei. Blutjunge Bur- Wen, Arbeiter der Stirn und der Faust, versammelte er um sich, beseelte sie mit seinem eigenen, unbändigen Glauben an Deutschland und gab die neue Fahne. Rot fei ber Orunbton als Zeichen ber revolutionären ßtfinnung, weiß ber Kranz, ber das Zeichen der Einheit ber Jbee bebeute, unb inmitten biefes Ganzes prange bas Hakenkreuz, bas Zeichen beut» läsen Heldentums, bas van vielen verpönt gewesen sei,, als ber Jube noch bas Heft in ber Hand hielt. Aber biefe Fahne flatterte ben Kämpfern des biitten Reiches voran. Die Freiwilligen Adolf Hit- !eiis griffen bie Stellungen ber Gegner an, wie bie Negsfreironiigen von Langemarck, sie warfen ben Eigner aus seinen Stellungen kraft ihres Glaubens an Deutschland, für bas sie sich mit Blut und tag Abschluß LL ganz wundervoll im Geidimock. NIVEA; mild, leicht Oie deutsche Jugend vor der Berufswahl In einer Elternvevsammluug der Hitlerjugend und des BdM., die am Donnerstagabend in der Pestalozzifchule stattfand, sprachen der Berufsberater und die Berufsberaterin des Arbeitsamts Gießen Aber Vas Thema „D i e deutsche Jugend vor der Berufswahl". Berufsberater Or. Wagenbach führte in seinem Vortrage u. a. aus: Das Programm, das die deutsche Jugend an ihre Fahne geheftet hat, läßt sich in die Worte formulieren: „Dienst am Volk". Dienst am Volk ist nicht so sehr eine Einzelhandlung, als vielmehr eine Grundeinstellung, von der all unser Tun getragen sein muß. Dienst am Volk, das ist das Programm, das unsichtbar leuchtend stehen muß, nicht nur über dem Geländespiel, nicht nur über dem Gebietsaufmarsch, nicht nur über der Brotsammlung fürs Winterhilss- werk, sondern auch über dem Elternhaus, über der Schule, über der Lehrwerkstatt, auch über der Berufswahl. Die Berufswahl der deutschen Jugend muh stehen, einmal unter dem Gesichtspunkt der persönlichen Eignung, sodann unter dem Gesichtspunkt der Erfordernisse des deutschen Wirtschaftslebens. Wil der Neigung ist noch nicht die Eignung, mit dem wollen noch nicht das Können gegeben, wan muh daher mehr nach der Eignung, als nach der Neigung des Jugendlichen fragen. Es ist unmöglich, den Menschen seelisch aufstocken oder vergüten zu wollen, wie einen Edelstahl. Es ist falsch zu glauben, Fähigkeiten durch Training grundsätzlich drillen zu können, auch dort, wo sie in der Auslese nicht zutage treten. Es gibt nicht nur Erworbenes, sondern auch Angeborenes, es gibt nicht nur Milieu, sondern auch Erbgut. Es sind nicht alle Menschen einander gleich und gleich begabt. Im einen überwiegt die Gabe der besonnenen Vernunft, im anderen der unbändige Mut, im dritten die wachen und scharfen Sinne. Die Tatsache der ungleichen, individuellen Begabung muß bei der Berufswahl im Hinblick auf die verschiedenen Anforderungen Berücksichtigung finden. Es ist nicht unwichtig, ob em vorwiegend passiv aufnehmend veranlagter, oder ein mehr aktiv und sprachbegabter Junge sich für den Derkäuferberuf entscheidet. Es ist für einen Jungen trotz seiner Aktivität nicht belanglos, ob er sich in die Eigenart fremder Menschen einfühlen kann oder nicht, wenn er z. B. Verkäufer in einem Konfektionsgeschäft werden will. Es ist wichtig für einen Jungen, der Kaufmann werden will, zu wissen, ob er Organisationsgabe besitzt. Es ist wichtig für einen Jungen, der Stenotypist werden will, zu wissen, ob er eine logische Kombi na- tionsgabe hat, denn wie könnte er ohne sie Lücken im Diktat sinnvoll ausfüllen. Ein Junge, der eine robuste Natur, der einen großen Bewegungs- und Betätigungsdrang hat, in dessen Seele viel und vielerlei eingeht ohne festen und sachlichen Umriß, wird nie in seinem Leben ein Feinmechaniker, genau so wenig wie der körperlich schwache Junge ein Schmied, der wissenschaftlich Unbegabte ein Gelehrter. Darum stellt die Berufsberatung über den schönen Wunschtraum der wutter, über die nuhgerichteten Erwägungen des Vaters und über die augenblickbestimmte Neigung des Kindes die Eignung. Jugend, die die Eignung bei der Berufswahl entscheiden läßt, kann sich bewußt werden ihrer Kraft, der Möglichkeit des Aufstieges, der Bedeutung des Willens, der sich durchsetzt. Solche Jugend kann der Konkurrenz ins Auge schauen. Außer nach der Eignung muß die deutsche Jugend sich auch nach den Erfordernissen des deutschen Wirtschaftslebens richten. Deutschland braucht nicht nur Autoschlosser, Elektro-Jnstallateure, Kaufleute, sondern auch Former, Dreher, Elektroschweißer, Küfer, Schmiede, Kräfte in der Landwirtschaft. Will darum die deutsche Jugend, daß alle Schlote rauchen, daß alle Räder laufen, dann muß sie bei ihrer Berufswahl auch daran denken, daß nicht in irgendeinem Beruf ein Mangel an Nachwuchs sich einstellt. Der Jugendliche, der diese Tatsache bei seiner Berufswahl in Berücksichtigung zieht und das Opfer eines vielleicht lang gehegten Berufswunsches im Interesse des Volksganzen bringt, kann sich bewußt sein, daß diese Entscheidung Dienst am Volk, Bekenntnis zu Deutschland, Sozialismus der Tat ist. Berufsberaterin $rl. Or. Haufsig sagte in ihren Ausführungen zu dem Thema des Abends u. a. folgendes: In der Berufswahl ist nötig: die Besinnung auf die veränderte Gesamtlage. Jeder von uns hat eine weltanschauliche Umstellung vornehmen müssen. Der Persönlichkeitsgedanke ist durch den Gemeinschaftsgedanken abgelöst. Das ist eine Volksrevolution größten Ausmaßes. Sie hat eine Wendung nach innen mitgebracht. Nicht einzelne, selbstbestimmte Handlungen nimmt der neue deutsche Mensch mehr vor, er handelt und setzt den ganzen Menschen ein im Hinblick auf die Gemeinschaft. Es herrscht die lebendige Verbundenheit von Mensch zu Mensch, Volksverbundenheit, auch im persönlichen Bereich und in der gesamten Lebenshaltung. Die neue, nationalsozialistische Zeit mit ihren neuen politischen Formen formt auch einen neuen Menschen, erfaßt ihn bis ins Innerste. Die Stellung der Frau im Volk ist bedingt durch ihre naturgegebene Bestimmung zum Wuttertum. Die Frau allein ist nicht denkbar. Die Begriffe: Mutter, Kind und Familie gehören zusammen. Das Leben der Frau ist die stärkste und lebendigste Verbindung zu anderen Menschen, ein Leben mit ständiger Opferbereitschaft, Hingabe und Gemeinschaftsbejahung. Die Familie ist die wichtigste und kleinste Zelle des Volkes: Zur Sicherheit und Erhaltung des Volksbestandes, als Hüterin der Sitte und Kultur, als Stätte der ersten Gemeinschaftserziehung des Kindes. In der Familie liegt die Tradition, in ihr werden alle Lebensgüter weitevgegeben. Schule und Jugend-Organisation ergänzen nur die Erziehung in der Familie. Die besondere volkswirtschaftliche Bedeutung der Frau liegt darin, daß die Familie gleichzeitig die kleinste Wirtschaftseinheit ist, in der die Frau etwa 75 v. H. des Volkseinkommens ausgibt. Die Stellung der Frau in der Familie wird mit Unrecht als eine enge Welt angesehen. Sie bedeutet nicht nur „Kochtopf', sie ist eine weite Welt, ist der Mittelpunkt, in dem sich alle anderen Lebenskreise schneiden. Von allen Familienmitgliedern strömt das Leben von außen zum Mittelpunkt: zur Frau, Hausfrau und Mutter. Sie nimmt Überall Anteil, schafft nötigen Ausgleich, gestaltet das Leben nach innen, erzieht alle Familienmitglieder zur Einordnung und zur Sitte. hier ist das Arbeitsgebiet der Frau entsprechend ihrem gesamten Wesen, hier schafft sie Neues und Selbständiges von sich aus, nimmt nicht mehr nur Mannesart an. Daraus ergibt sich: Die Frau hat nur einen Beruf, den als Frau, Mutter und Hausfrau, hierzu ist sie „berufen". Was anderes find die Berufstätigkeiten. Deren gibts viele. Sie sollten alle möglichst eine Vorbereitung auf den Beruf der Frau enthalten. Nötig ist eine Berufstätigkeit des Mädchens aus wirtschaftlichen Gründen, sowohl um bei der Beschaffung der Mittel zur eigenen Familiengründung mitzuhelfen, als auch zur Erziehung des Mädchens zur Gemeinschaft und zur sinnvoll gerichteten Tätigkeit. Auch in Industrie, Handwerk und Handel wird die Frau berufstätig sein, aber nicht für immer, sondern bis der Beruf für sie Hauptsache wird. Die Berufstätigkeit der Frau ist geschichtlich begründet. Vor 100 Jahren war die Frau fast nur im Hause tätig. Mit dem Uebergang vom rein landwirtschaftlichen und handwerklichen Aufbau zum Industriellen trat die Frau stark ins wirtschaftliche Leben ein, es entstand dadurch auch die Frauenbewegung. Im Krieg mußte aus der Not eine Tugend gemacht werden, die Frau trat fast allgemein an die Arbeitsplätze der Männer. 1925 verteilte sich die Frauenarbeit in der Wirtschaft folgendermaßen (in Millionen): Industrie 3, Handel und Verkehr 1,5, häusliche Dienste 1,4, Handwerk 0,3 und Landwirtschaft 4,9. (Die hohe Zahl der in der Landwirtschaft tätigen Frauen erklärt sich daraus, daß hier viele Familienmitglieder mit- f) elf en.) Der Unterbringung der Mädchen in der Wirtschaft sind Grenzen gesetzt: weil die Wirtschaft nur bedingt aufnahmefähig für Mädchen ist, weil der letzte und der jetzige Jahrgang besonders stark ist und weil die Knaben und jungen Männer als spätere Familiengründer und -er- halter in erster Linie in Arbeit kommen müssen. Es besteht also eine Kluft zwischen Berufswunsch und Berufsmöglichkeiten. Das zeigen folgende Zahlen: Wenn von 2000 Mädchen 500 Schneiderinnen werden wollen, 160 geeignet find und 54 Lehrstellen zur Verfügung stehen, oder wenn bei 160 zu Verkäuferinnen geeigneten Mädchen 90 Lehrstellen vorhanden sind, dann müssen die Berufswünsche anders gerichtet werden. Hier ist Ueberfüllung, dagegen besteht Mangel an weiblichen Kräften in der Landwirtschaft, im Haushalt und in einigen wenigen handwerklichen Berufen, etwa in dem der Putzmacherin oder Friseuse. Umstellung ist also erforderlich bei den Mädchen und den Eltern: Verzicht auf den Verufs- wunsch, Einfügung in das Ganze, hinwenden zu dem verbleibenden, noch großen Gebiet weiblicher Berufe: haushalt, Familie, alle aus dem haushalt herausgegliederten Berufe, Körperpflege, Krankenpflege, soziale Berufe. Ganz besonders ist die Umstellung auf den haushalt nötig. Dafür ist die hauswirtschaftliche zweijährige Lehre mit Lehrvertrag und Prüfung geschaffen und das hauswirtschaftliche Jahr, das eine Art Arbeitsdienst der 14jährigen ist, ohne gegenseitige Vergütung, bei freier Unterkunft, Verpflegung und Krankenkassenbeiträgen. Hierdurch wird erreicht einerseits Ent- lastung der kinderreichen Mütter und arbeitsüber, lasteten Hausfrauen, anderseits bei den jungen Mäh. chen: Körperliche Kräftigung, vielseitige geistige und körperliche Kräfteschulung, Erleichterung des Heber, gangs ins Leben unter fraulicher und Familien- obhut, Erlebnis der Freude am Schaffen bei Ein. fatz aller Kräfte, also Durchbildung aller Anlagen des Körpers, des Charakters und des Gefamtver. haltens. Dies ist um so mehr nötig — da die Le. bensgestaltung immer mehr in den Händen der Frau ruht — je nüchterner, sachlicher und an. spruchsvoller die Arbeitswelt des Mannes wird. Die Frau kann diese Aufgaben nur lösen, wenn sie sich früh genug an sie heranmacht. Schonung der Kräfte ist nicht Erhaltung der Kräfte, Einsatz der Kräfte ist Stärkung der Kräfte! Tausendfältig strömt der Segen de» Einsatzes zurück. Ganz selbstlose Opfer können nur wenige bringen. Alle aber können haben die Einsicht und die Ve- finnung auf die Gemeinschaft, aus t>er die tiefsten Kräfte erwachsen. Das verpflichtet zu Dank und Hingabe, und indem wir geben, nehmen mir; um so mehr, je freier wir find. „Frei sein heißt nicht, tun dürfen, was du möchtest, sondern tun wollen, was du mußt." Oberheffen. Kreis Friedberg. + Butzbach, 26. Nov. Dieser Tage gingen von hier aus fünf Eisenbahnwagen voll Kartoffeln nach Frankfurt, die von den Orten der Umgebung für die bedürftigen Volksgenossen in der Großstadt gespendet wurden. Es lieferten: Nieder- Weisel 528 Zentner, Fauerbach v. d. H. 324 Zentner, Ostheim 194 Zentner, Hochweisel 179 Zentner, Langenhain - Ziegenberg 167 Zentner, Münster 73 Zentner, Maibach 66 Zentner, Bodenrod 34 Zentner, Hausen 21 Zentner. Das Gesamtergeb. nis war 1586 Zentner. — Der gestrige Totensonntag fand feinen Ausklang in einer Liturgischen Totengedenkstunde in der Stadtkirche, bei der die Konzertsängerin Mia Brücke! und Konzertmeister L o r a n d , beide aus Bad-Nauheim, mitwirkten. Erstere brachte mit ihrer ansprechenden Stimme Lieder zu Gehör. Zwischendurch spielte Konzertmeister L o r a n d einige Stücke auf dem Cello. Die Begleitung lag in der Hand des Organisten, Studienrat Werner. Der Kirchenchor fang einen vierstimmigen Choral. Der Ueberschuß aus der Veranstaltung kam dem Winterhilfswerk zugute. Kreis Bübingen. tz. Nidda, 26. Nov. Im benachbarten Unter- Schmitten feierte der namentlich in Turnerkreisen bekannte Lehrer Ferdinand Wolf in Gesundheit seinen 60. Geburtstag. Schon seit seiner frühesten Jugend steht er mit aller Begeisterung in den Reihen der Deutschen Turnerschaft, ständig bestrebt, das Turnen in den ländlichen Vereinen den einfacheren Verhältnissen entsprechend zu fördern und dort, wo man dem Turnen noch tatenlos gegenüberstand, neue Turnvereine zu gründen. —- Die November-Sammlung für das Eintopfgericht ergab in der hiesigen Ortsgruppe, wozu noch die Gemeinden Bad Salzhausen, Kohden und Michelnau zählen, die ansehnliche Summe von 328,80 Mark. — Seither war es nicht selten, daß infolge schwerer Maschinen, Autolasten u. a. die Verdichtungen und Schieber der hiesigen Wasserleitung in den Hauptstraßen in Mitleidenschaft gezogen und dadurch beschädigt wurden. so daß kostspieliges und zeitraubendes Aufgraben dieser Stellen notwendig wurde. Zur Beseitigung dieses Mißstandes hat man nun einen geräumigen Schacht aus Beton hergestellt, der von einer dicken Eisenbetonschicht abgedeckt ist. -s- Ortenberg, 26. Nov. Am Samstagnoch« mittag erlitt das vierjährige Söhnchen de, hiesigen Landwirts Wilhelm E m m r i ch dadurch einen schweren Unfall, daß der Junge, der von feiner Mutter mit dem Hereintragen von Brennholz in die Küche beauftragt war, zum Versuch die Axt hob, wobei er sich so unglücklich traf, daß er sich den Daumen und drei Finger seiner link en Hand abhackte. Das bedauernswerte Kind mußte nach Anlegung eines Notverbandes in das Büdinger Krankenhaus transportiert werden. * Wenings, 27. Nov. Der schwer verunqM ten Ehefrau unseres Altbürgermeisters Schmid/, die mit einem komplizierten Knöchelbruch in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert wurde, mußte im Verlauf des gestrigen Abends das Bein amputiert werden. Der Unfall erscheint um so tragischer, als die Verunglückte bereits im hohen Alter von 71 Jahren steht. Kreis Alsfeld. st. K i r t o r f, 26. Nov. Die Eintopfgericht. f a m m l u n g brachte in unserer Ortsgruppe her NSV. folgende Beträge: Kirtorf 27,85 Mark, Lehrbuch 17,60 Mark und Erbenhausen 14,15 Mark. Insgesamt wurden also 59,60 Mark aufgebracht. - In der Mühle von Hugo Boß ereignete sich dieser Tage ein eigenartiger Unglücksfall, der leich schlimmste Folgen haben kannte. Dor Sohn bft Müllers war während der Arbeit der Transmission zu nahe gekommen, von der seine Kleider erfaßt wurden. Geistesgegenwärtig stieß der junge Müller einige Fensterscheiben durch, hielt sich an dem eisernen Fensterrahmen fest und stemmte sich mit den Beinen fest an die Wand. Dadurch erreicht er, daß ihm durch die Transmission wohl die Kleider vom Leibe gerissen wurden, er selbst aber nicht in das (Betriebe kam. Der Verunglückte erlitt einige Schnittwunden an den Fingern und einen Rippenbruch. 3 Würfel nur 1O pf9- Zum Kochen von Gemüsen MAGGI5 Fleischbrühe Erprobtes Rezept: Möhren (Gelbrüben)'Gemüse für 4 Personen 2 Pfund Möhren, 2 Eßlöffel Fell, l Eßlöffel Mehl, 2 Maggi's Fleischbrühwürfel, •/2 Teelöffel Zucker, Salz und Petersilie. Oie Möhren in feine Streifen schneiden, im zerlassenen Fett dünsten, knapp ’/2 Liter Fleischbrühe aus 2 Maggi's Fleischbrühwürfeln dazuschütten und garkochen. Das mit wenig Wasser glattgerührte Mehl und ein wenig Zucker beifügen, gut durchkochen, nach Salz abschmecken und feingehackte Petersilie darüberstreuen. Hotel Schütz Voranzeige 6957 d Dienstag, den 4. Dezember 1934: Mehelsuppe! Druckschriften \n„ Boo‘n in gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Jede Lieferung schnell, gut und preiswert I Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 llllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllll SALAMANDER ALLEINVERKAUF: Schuhhaus Darre Gießen, Seltersweg 87 >955 A fchleM&m Wetter IH SALAMANDER SCHUHEN MbeMnoe „Adventszeit 6945 D in der deutschen Kinderstube". Freitag,30.Nov.,20 Uhr,im Kinder- gartensaal Walltorstraße 59: Weihnachtsmusik und Vortrag. Samstag u. Sonntag, l.u. 2.Dez., i.Fröbelseminar, Gartenstr.30: Ausstellung, Weihnachtswerkstuben f. Kinder, Märchenspiel. Besuchszeiten: Ausstellung 11-13 Uhr, 15-18 Uhr,- Weihnachtswerkstuben 15-18 Uhr. Märchensviel: 3 Vorführg. an jedem Nachmittag. Keine Zugluft Wenn die Tür zu Ist, sparen Sie auch Kohlen. Also morgen gleich einen Türschließer an die Tür. Wenn er gut und preiswert sein soll, dann gehen Sie zm J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 6685a Gießen — Ruf Nr. 2145/2146 Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 22. November 1934 bei der Firma Buderus'sche Eisenwerke Wetzlar. Zweigniederlassung Lollar, folgendes eingetragen: Dem Hermann Heinbach und Fritz Ständer, beide in Wetzlar, ist Gesamtprokura dergestalt erteilt, daß jeder von ihnen zur Vertretung der Gesellschaft in Gemeinschaft mit einem Vorstandsmitglied oder einem stellvertretenden Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen berechtigt ist. Gießen, den 23. November 1934. 6944D ________________Hessisches Amtsgericht.________________ Lw. E. 87 (a) / 34. Beschluß. Ueber den landwirtschaftlichen Betrieb (Eigen- tümerin-Pächterin-Betrieb) der Wilhelm Euler Ehe- ftau Wargarele, geb. Hofmann, zu Treis a. d. Lda. wird das Entschuldungsoerfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhält- nisse vom l.Juni 1933 heute um 8 Uhr eröffnet. Die Landesbauernkaffe Rhein-Wain-Neckar e.G. m. b. h. zu Frankfurt a. 2H. wird zur Entschuldungsstelle ernannt. 6943D Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 31. Dezember 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meldung der in § 11 Abs. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachtelle. Gießen, den 20. November 1934. ___________ Hessisches Amtsgericht._______________ Berichtigung. Beschluß: Das Entschuldungsverfahren über den landwirtschaftlichen Betrieb der Ludwig Reusch- ling Wwe. Marie, geb. Bast, aus Rödgen ist am 12. Oktober 1934 vom Hessischen Amtsgericht Gießen eröffnet worden. 6265V In der Anzeige am 24.10.34 hieß es irrtümlich Roden, Bekanntmachung betreffend die Regelung der Wilchanlieferung. Wir haben in den Aushängekasten der Stadt Gießen die Anordnung des Milchoersorgung''ver' bandes Rhein-Main, betr. die Regelung des Milch' einzugs der Molkereien in den Kreisen Büdingen, Friedberg und Gießen vom 15. November 1934 jum Aushang gebracht. Die Interessenten werden aus diese Anordnung hierdurch besonders hingewiesen. Gießen, den 22. November 1934. 69486 Bürgermeisterei Gießen: Ritter, OberdürgermeistH Reiner soll himqmi! Keiner fall frieren! IVtnhprHif&rntr^ i)rs Äerrlsrstktr ' i Dir. 60 Hä»*1 züi ®e, P-iiten -rl । yerorbni Mber l (Betr. Bi 2 Verordn! nuar 19- (Betr. 5 Diese weit, a Waren 12.5ebi 3. Berardi handel (Reichs 4. Berard Steint) (Reich' 5. Zweiti für € Seite 6. Deroi Raffe gesetz < 7. Berc 8.3i 8. Berc Mar gesetz 9. a) 21 S fd 8/ bei b) Wei oer, blat c) 2lnoi Betr. Mr nach Verkäufer, b« ; greife für bi Weihungen fi Einbringung Rjeidjniffen (I liunb Preise । b unb 7). Dic D Vorschriften I Die Berock ö Dertünbigm ■ r, Die pei D überwachur ben «öergk “)n davor kraft nicht noch ejr Mein wüi nis der H lonbern )e- beginn nmen, ob 1 eigenen 15 der g 3n der ’ju merke ptenbe «: S? iw Erscheint Dienstag und Freitag. 27. November 1934 Aur durch die Post zu beziehen. Kreisamt Gießen. I. V.: Weber. 2. 4. 5. 6. 7. 8. betraut ni bin nehmen geltend Gießen, den B die Bürgermeistereien des Kreises. n miß erfi Ulil b ')» gemacht werden können. 23. November 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Grein. I bei 1 di, 1 dk! ’ibt t ir N IW ich! le b L-i 'Die ich!. I bii tri ifgri) iumi: r bi.' tagn: ien! bobr Don 'M )ie! er ein nsu- rtc rnr Ur' -hr An die Polizeidirektion Gießen und und Gendarmeriestationen zember 1931. (Reichsgesetzblatt I Seite 788), (Betr. Brot und Kleingebäck, Frischfleisch und das Friseurgewerbe). Verordnung über Preisschilder und Preisverzeichnisse. Vom 8. Januar 1932. (Reichsgesetzblatt I Seite 18). (Betr. Mehl, Butter, Obst, Gemüse usw.). Diese Verordnung bezieht sich auf den Großhandel nur insoweit, als er in eigenen Verkaufsstellen und Verkaufsständen Waren an den letzten Verbraucher abgibt. (Anordnung vom 12. Februar 1932.) talistischen Spekulanten von der Frankenentwertung und die a n t i k a p i t a l i st i s ch e n Revolutionäre von der Deflation erhofften, und er bekämpfe die ein en wie die anderen. Er halte es für sehr wohl möglich, zunächst' d e n i n n e r en M a r k t ins Gleichgewicht zu bringen und dann die Wiederbelebung des ,Die ehemaligen Frontkämpfer, die wohl zu- öffentlichen Wassergenossenichast gestellt worden ist und die Abteilung 1/e (Landwirtschaft) des Hessischen Staatsministeriums die Einleitung des Verfahrens zur Bildung der öffentlichen Wassergenossenschaft angeordnet hat, wird hiermit bekanntgegeben, daß die Vorarbeiten hierzu vom Donnerstag, den 20. Dezember 1934 bis Mittwoch, den 2. Januar 1935 einschließlich auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei Alten-Buseck zur Einsicht sämtlicher Grund- eiegentümer, deren Grundstücke in die zu verbessernde Fläche fallen, ' offen liegen. Die Grundeigentümer werden zur Versammlung und Beschlußfassung sowie zur Wahl ihrer Vertreter für das weitere Verfahren auf Mittwoch, den 16. Januar 1935, vormittags 9 Uhr, in den Saal der Gastwirtschaft Rühl zu Alten-Buseck geladen unter Androhung des Rechtsnachteils, daß die Nichterscheinenden sowie die Nichtabstimmenden als dem beantragten Unternehmen beistimmend, mit der Wahl der Vertreter einverstanden angesehen und mit ihren Einwendungen gegen die Art der Ausführung später nicht mehr gehört werden. Gleichzeitig werden die Grundeigentümer und Wassernutzungsberechtigten, welche an dem Unternehmen nicht unmittelbar beteiligt erscheinen, aufgefordert, etwaige Einwendungen gegen das Unternehmen in der vorerwähnten Tagfahrt geltend zu machen, widrigenfalls die Einwendungen nach Ablauf der Frist nicht mehr berücksichtigt werden und nur noch privatrechtliche Entschädigungsansprüche gegenüber dem Unter- nb irb; Bekanntmachung. 2*tr.: Preisüberwachung; hier: Beschilderung und Auszeichnung von Preisen. Der Herr Reichskommissar für Preisüberwachung hat durch Ver- hjung vom 7. November 1934 — Nr. 3 — auf die Bedeutung der Schilderung und Auszeichnung von Preisen im Rahmen der Preis- li^rwachungsmaßnahmen besonders hingewiesen und die Notwendigkeit er er sofortigen und restlosen Durchführung der auf diesem Gebiete bis j ii ergangenen gesetzlichen Anordnungen nachdrücklichst betont. 3. Verordnung über den Aushang von Preisverzeichnissen im Kleinhandel mit künstlichen Düngemitteln. Vom 20. Januar 1932 „mit der Aufrechterhaltung des Friedens feien", die Arbeit teilen könnten und daß beifpiels- gefetzblatt I Seiten 120, 347, 492). 9. a) Anordnung vom 29. Januar 1932. Betr. Senkung der Bierpreife. Ziffer 4 der Anordnung vom 29. Januar 1932 ist dergestalt anzuwenden, daß auf den Preistafeln in den Ausschank-, Gast- usw. Räumen von einer Angabe der am 8. Dezember 1931 gültig gewesenen Preise abgesehen und nur der geltende Preis angegeben wird. b) Verordnung über die Preisbildung für den Mineralwasserverkauf im Kleinhandel. Vom 9. Februar 1932. (Reichsgesetzblatt I Seite 65). c) Anordnung vom 26. Mai 1932 /12. April 1933. Betr. Preisangabe für Spirituosenausschank. Diese nach wie vor Gültigkeit besitzenden Vorschriften verpflichten die Käufer, bei Ziffer 1 und 5 auch die betreffenden Handwerker, die ' ni.se für die feilgehaltenen Waren bzw. die angebotenen handwerklichen kinungen für den Käufer oder Kunden kenntlich zu machen, sei es durch nliringung von Preisschildern oder durch Aushängung von Preisver- eitz,nisten (bei Ziffer 1 bis 5), fei es durch Angabe der Gewichtsmengen (nl Preise auf den vorbereiteten Packungen oder Behältnissen (bei Ziff. 6 in! 7). Die Verordnungen Ziffer 4 und Ziffer 9b enthalten gleichzeitig Lojchriften über das Höchstmaß der zulässigen Brottoverdienstspannen. Dii Verordnungen Ziffer 1, 2, 3 und 5 sind abgedruckt in den Amts- oemindigungsblättern Nr. 1, 6 und 10 des Jahrgangs 1932. Die peinliche Durchführung dieser Vorschriften ist für die Preis- idnwachung von entscheidender Bedeutung. Sie ermöglicht dem Käufer !kl Vergleich der Preise in den verschiedenen Geschäften und bewahrt Ijn davor, Geschäfte aufzusuchen, deren Preise offenbar seiner Kauf- rtr nicht entsprechen oder gar überhöht sind. Gerade deswegen zwingt s Inhaltsübersicht: Beschilderung und Auszeichnung von Preisen. — Obstbauminstandsetzungsarbeiten im Winter. — Die Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft in den Gemarkungen Alten-Buseck, Wieseck und Bersrod. Zusammenfassend kann mit aller nötigen Reserve gesagt werden: In Frankreich beginnt die Stimme der Einsicht Boden zu gewinnen. Entscheiden werden sich die Dinge zwischen uns und den Franzosen in der Haltung zueinander. Je mehr wir als Nation und Volk zusammenwachsen, je mehr wir uns in der eigenen Achtung innerer und äußerer Ehre durchringen, desto eher wird auch das Wort des Verstehens gefunden werden. Die Richtung dieses Kampfes hat der Führer angegeben, Rudolf Heß in feiner Rede in Königsberg formuliert und Franz Seldte am Tage der Erinnerung des Kriegsbeginns für uns als Marschbefehl ausgegeben." „Warum wir nach Deutschland gingen". Die Deutschlandreise der Frontkämpfer. Paris, 28. Nov. (DNB. Funkspxuch.) Die Abgeordneten Goy und Stadtrat M o n n i e r werden am Freitag über das Thema sprechen: „W a r u m wir nach Deutschland gegangen sind. Unsere Unterredung mit Hitler." Als gegnerische Reoner sind die Abgeordneten Franklin Bouil- l o n und C a st a g n e geladen worden. Anschließend findet eine Aussprache zwischen dem Aog. Sca- p i n i, Oberst P i e o t, dem Vorsitzenden der Vereinigung gesichtsverletzter Frontkämpfer, General Puderoux und anderen über die Fragen statt: „Hatten Goy und Monnier recht oder unrecht, mit Hitler zu sprechen? WillDeutschlandKrieg oder Frieden? Können die französischen und die deutschen Frontkämpfer den Frieden erzwingen?" hiliRl! der Nationen untereinander nicht befriedigen:^ andern höchstens noch verschlechtern rotiert» beginnt eine Frage in dem Franzosen auf- zUbchiien, ob er wohl zu den Fragen der Zeit, zu seirm eigenen Landsleuten und den Menschen jene: der Grenze die richtige.Stellung Hal2s In der französischen Presse ist davon noch mM tu merken. Es bleibt aber die Frage, ob sie nocÄtn Einfluß hat, den sie einmal gehabt hat. Gbfc noch eine Generation, die all das, was um sie ivngeht, mit anderen Augen anzusehen beginnt, es ;ft bie Generation der Front. Heute noch a spalten in viele sich bekämpfende Organisa- 1 io nies, aber doch im Aufbruch. Noch ist keine em» dejuütne Front vorhanden, aber die Fronten zeichnen iiq) schon ab. Bei der letzten Regierungskrise schüritt sich deutlich die Geister. Unterhaltungen mit! di führenden Männern dieser Bewegungen sind jebdi-STi.il ein Ringen um das Wort der Umkehr untre : n Suchen nach einer neuen innere »s or mdes Volkes. Diese Männer, die die garD 33erantroortung ihrer Aufgabe spüren, sind keilst- Politiker mehr im gewohnten Sinne des franD.schen Politikers. Wenn einer dieser Männer wäicheH einer Unterhaltung von innerster Er- regpic gepackt mir die Worte in das Gesicht schienst, daß die ganze Verantwortung für-'ii kommenden Dinge auf b e n Schultern d e ffßir o n t f o l b a t e n ruhe und er vor der Ge- schüche einmal Rechenschaft ablegen müsse, inwieweit n dieser Verantwortung gerecht geworden sei, so nies bezeichnend. Denn das ist keine Pose meliji Als ich diesen Mann, den Führer eines Kri M ülnehmerverbanbes — A. N. — bat, mir fürifitine Kameraden in der Heimat einen Ge- baminmit üuf den Weg zu geben, an dem zu erlernen sei, ob die Frontsoldaten des französischen 23dD?L’ wüßten, was sie ihren toten Kameraden schuBo sind, schrieb er mir nachfolgende Zeilen: Amisverkiindigungsblatt ür die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen Für die Beschilderung und Auszeichnung von Preisen sind folgende Inschriften erlassen worden: 1. Verordnung über Preisschilder und Preisverzeichnisse. Vom 17. De- K ioli jft tUWlUltjJ uuu, WVIUI U V... Si«:» :?in würde, die innere Haltung und das 93er: lwoch, 28. November 1934 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen yon 70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorfchrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein« nützige Anzeigen sowie ein« spaltige Belegenheitsanzei« gen 5 Rpf., Familienanzei« gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördlicheAnzeigen6Rpf. -ulftrahe 7 Mengenabschlüsfe Staffel ö g Englands. andere Firmen unterstützen. Die In« nobilmachung habe eine Aende« )ren. Bisher habe man große Lager n Materials unterhalten, um die j der Industrie im Kriegsfälle abwarten . Daher komrye es, daß Frankreich über ordentlich umfangreiches Material aerober zum größten Teil veral- tach dem Dreijahresplan werde jetzt e i n des Materials erneuert, die Deren Drittel sollen später durch noch e r e Modelle ersetzt werden. N Güdofien. itb Tewfik Rüschty Beys. chungen hätten eine sehr viel drei- u n b l a g e und gelten einmal dem fühlen Schritt beim Völkerbund, auch den Ostpaktfragen. Der südslawische leider durch die Haltung Italiens, das en Rücken stärke, sehr verwickelt stankreich könne aber unmöglich ab« jen, denn abgesehen von den Beziehungen b sei der südslawische König auf fron» m Boden ermordet worden. Es sei )ten, daß die Genfer Aussprache einen ; efährlichen politischen Cha - mnehmen werde. Der italienische Schritt in Budapest im Sinne einer B e« i g geltend machen. Frankreich, Rumänien Tschechoslowakei seien unentwegt bemüht, ihigenden Einfluß in Belgrad geltend zu - Die „Information" dementiert ebenfalls hte von dem Abschluß eines frgnzösisch« Paktes. Der Besuch des türkischen Außen- gelte der Vorbereitung eines Mittel- lies, an dem zwar Frankreich und die eiligt fein sollen, dem aber außerdem wien und Italien beitreten sollten. ! Reformpläne. ebung des Außenhandels. — gen das Kriegsgerede. dels durchzuführen. Eine strenge Rege- Getreide - und Weinbaues müsse ) in Zukunft von schlechtem (Betreibe und Wein befreien. Zur Gesundung der Jn- erde eine Krisengesetzgebung, lieber- ft e zwischen den Erzeugern Regelung der Produktion zur rchen. Das Vorrecht des Hand» r s werde weiter ausgebaut. Er hoffe, der Reichskonferenz ein großer Solo» i n hervorgehe. Zum Schutze des s werde man den Skandalen der Liqui- und Bankrotte ein Ende machen. Alle le könnten aber nur verwirklicht werden, n a u f t) ö r e, durch dauernde Beunruhi- r Privatinitiative zu lähmen. Nilliarden Franken Notenumlauf würden lich 40 Milliarden zurückgehal- äußere Friede werde nicht gefährdet sein, solange man sich im Innern nicht zersplittere. Die Regierung sei glücklicherweise stark genug, um den inneren Frieden zu wahren. Sie habe nichts von den Staatsreformplänen aufgegeben, aber es handele sich zunächst einmal um wichtigere Aufgaben. Für eine Aussprache mit Hitler. Nach dem lZ.Jauuar istderrechteAugeublick Genf, 27. Koo. (DRB.) Die „Tribüne de Geneve" veröffentlicht eine Unterredung mit dem französischen Senator de I o u v e n e l. der für den Versuch einer ehrlichen Verständigung mit Hitler eintritt. Auch in der Saarfrage sei er Anhänger einer direkten deutsch -französischen Aussprache. Frankreich habe nur ein Interesse: Die Sicherung der Abstimmungsfreiheit. 3m übrigen sei es an der Saarfrage nicht interessiert, Er betrachte die Saarfrage vom rein wirtschaftlichen Standpunkt aus. Er sei der Ansicht, daß man Hitlers Friedenserklärungen glauben könne, da der Frieden auch in Deutschlands Interesse liege. Hitler kenne die Psychologie seines Volkes. Wenn er also so oft das Wort Frieden gebrauche, so gewöhne er sein Volk an diese Politik. Was Hitler sage und tue, verpflichte fein Volk. Es komme darauf an, die Verhandlungsmethode zu finden. 3m übrigen wünsche niemand einen Krieg, davon sei er überzeugt. Auß^ Minister Laval sei sehr vernünftig und habe früher mit Brüning verhandelt, er seine Verhandlungen nicht m i t sehen? Da Hitler erklärt habe, d«^— ' gebnis der Saarabstimmung achten tJM man schon sehr bald ein Urteil übei^_ . tigkeit gewinnen können. Vach öerk Ö/M müsse man den psychologisch — 2 — V Di Druck der Drübl'lchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen Süöbelsemiua« Hotel Schütz 2S±± 6945 D 6944D die pnio] stoben refr 1 der Fror > iit. Äm I btiebenb, i In gefalzten Bogen In Heftform In gebundenen Ausgaben Am Oswaldsgarten 6685a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Jede Lieferung schnell, gut und preiswert I Brühl'sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Gießen, den 23. November 1934. __Hessisches Amtsgericht. „Adventszeit in der deutschen Kinderstube". Freitag,30 .Nov.,20 Uhr,im Kinder« gartensaal Walltorstraße 59: Weibnachtsmusik und Vortrag. Samstag u. Sonntag, l.u. 2.Dez., i.Fröbelseminar, Gartenstr.30: Ausstellung, Weihnachtswerk- stuben f. Kinder, Märchenspiel. Besuchszeiten: Ausstellung 11-13 Uhr, 15-18 Uhr? Weihnachtswerk' stuben 15-18 Uhr. Märchensviel: 3 Vorsührg. an jedem Nachmittag. 'kst neuer 1914 in daß nicht t ist, fonbi >rzeln Mittwoch, den 9. Januar 1935, vormittags 9 Uhr, in den Saal der Wirtschaft Becker zu Bersrod geladen, unter Androhung des Rechtsnachteils, daß die Nichterscheinenden sowie die Nichtabstimmenden als dem beantragten Unternehmen beistimmend, mit der Wahl der Vertreter einverstanden angesehen und mit ihren Einwendungen gegen die Art der Ausführung später nicht mehr gehört werden. Gleichzeitig werden die Grundeigentümer und Wassernutzungsberechtigten, welche an dem Unternehmen nicht unmittelbar beteiligt erscheinen, aufgefordert, etwaige Einwendungen gegen das Unternehmen in der vorerwähnten Tagfahrt geltend zu machen, widrigenfalls die Einwendungen nach Ablauf der Frist nicht mehr berücksichtigt werden und nur noch privatrechtliche Entschädigungsansprüche gegenüber dem Unternehmen geltend gemacht werden können. Gießen, den 23. November 1934. Kreisamt Gießen. 3.23.: Grein. l9«n Hahre Bi l^ten, km Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Bröhl'schen Druckerei Keine Zugluft Wenn die Tür zu ist, sparen Sie auch Kohlen. Also morgen gleich einen Türschließer an die Tür. Wenn er gut und preiswert sein soll, dann gehen Bekanntmachung. Betr.: Die Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft zur Entwässerung in den Fluren 6, 7 und 8 der Gemarkung Bersrod. Nachdem zur Ausführung von Entwässerungsanlagen in den Fluren 6 7 und 8 der Gemarkung Bersrod Antrag auf Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft gestellt worden ist und die Abteilung 1/e (Landwirtschaft) des Hessischen Staatsministeriums die Einleitung des Verfahrens zur Bildung der öffentlichen Wassergenossenschaft angeordnet hat wird hiermit bekanntgegeben, daß die Vorarbeiten hierzu vom Dienstag, den 18., bis Montag, den 31. Dezember 1934 einschließlich, auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei Bersrod zur Einsicht sämtlicher Grundeigentümer, deren Grundstücke in die zu verbessernde Fläche fallen, offen liegen. , r,, P r rr Die Grundeigentümer werden zur Versammlung und Beschlußfassung sowie zur Wahl ihrer Vertreter für das weitere Verfahren auf Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 22. November 1934 bei der Firma Buderus'sche Eisenwerke Wetzlar, Zweigniederlassung Lollar, folgendes eingetragen: Dem Hermann Heinbach und Fritz Stauder, beide in Wetzlar, ist Gesamtprokura dergestalt erteilt, daß jeder von ihnen zur Vertretung der Gesellschaft in Gemeinschaft mit einem Vorstandsmitglied oder einem stellvertretenden Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen berechtigt ist. Voranzeige 6957 d Dienstag, den 4. Dezember 1934: Mehelsuppe! .illinde der A> nid)t mch H’jni mit Er Ät#hn M ** W in erfte iilll ««**>, über“ rfjer An-dte-T iSttint doch ai ’itft in Paris M-oie über ' Mversend yn ONG von de huintcn in bi MMsW M M der „Sict Lnv Skandale Finessen, di speist, daß .u u 5 g r o 6 e: Sahen, daß De '^)pa sei, denn In ei. Er merti i n die Hände Mürlichen & wer neue Sii Ucherheitsmas Mr an dem qiii auf Einsch Mnzose einju, M/rd/g finb. iVich sich anb elfeiDei Wurzt Wen Gefahr Mi I, welches SjnmpoUti1 M in DeM men erreicht r Mämpsunz M an der Pc W auch t)en Hpten Umschv Wen h,-. Sh i Lft. A । M 1 dik' FaNi'l «SS Schrift L Oie deutsche Zug« In einer Elternversammlung der Hitlei und des BdM., die am Donnerstagabend Peftalozzischule stattfand, sprachen der Berufs und die Berufsberaterin des Arbeitsamts über das Thema „Die deutsche Jugen der Derusswah V*. Berufsberater Or. Wagenbai führte in seinem Vortrage u. a. aus: Da gramm, das die deutsche Jugend an ihre geheftet hat, läßt sich in die Worte formt „Dien ft am V o l k". Dienst am Volk ist i sehr eine Einzelhandlung, als vielmehr eine 1 einstellung, von der all unser Tun getrag, muß. Dienst am Volk, das ist das Program unsichtbar leuchtend stehen muß, nicht nur üb Geländespiel, nicht nur über dem Gebietsauf nicht nur über der Brotsammlung fürs Wint werk, sondern auch über dem Elternhaus, ül Schule, über der Lehrwerkstatt, auch über d russwahl. Die Berufswahl der deutschen Jugend stehen, einmal unter dem Gesichtspunkt pevsöntichen Eignung, sodann unter dem sichtspunkt der Erfordernisse des deutschen 1 schaftslebens. 2Nit der Neigung ist noch nich Eignung, mit dem Wollen noch nicht das nen gegeben. 2Ran muß daher mehr nach Eignung, als nach der Neigung des 3uc lichen fragen. Es ist unmöglich, den Menschen seelisch au oder vergüten zu wollen, wie einen Edelste ist falsch zu glauben, Fähigkeiten durch T grundsätzlich drillen zu können, auch dort, roi der Auslese nicht zutage treten. Es gibt nii Erworbenes, sondern auch Angeboren! gibt nicht nur Milieu, sondern auch E r b g sind nicht alle Menschen einander gleich uni begabt. Im einen überwiegt die Gabe der b nen Vernunft, im anderen der unbändige V dritten die wachen und scharfen Sinne. Die 2 der ungleichen, individuellen Begabung muß Berufswahl im Hinblick auf die verschiedene forderungen Berücksichtigung finden. Es ist ni wichtig, ob ein vorwiegend passiv aufnehmei anlagter, oder ein mehr aktiv und spracht) Junge sich für den Derkäuferberuf entscheidet für einen Jungen trotz seiner Aktivität nicht I los, ob er sich in die Eigenart fremder M einfühlen kann oder nicht, wenn er z. B. Ve in einem Konfektionsgeschäft werden will, wichtig für einen Jungen, der Kaufmann will, zu wissen, ob er Organisationsgabe bes ist wichtig für einen Jungen, der Stenotypi den will, zu wissen, ob er eine logische Ko tionsgabe hat, denn wie könnte er ohne sie im Diktat sinnvoll ausfüllen. Ein Junge, d robuste Natur, der einen großen Bewegung Betätigungsdrang hat, in dessen Seele Die vielerlei eingeht ohne festen und sachlichen wird nie in seinem Leben ein Feinmechanll nau so wenig wie der körperlich schwache Jui Schmied, der wissenschaftlich Unbegabte e lehrter. Darum stellt die Berufsberatung über schönen Wunschtraum der Blutter, übet nuhgerichteten Erwägungen des Vaters über die augenblickbestimmte Neigung des des die Eignung. Jugend, die die Eignun, der Berufswahl entscheiden laßt, kann fid mußt werden ihrer Kraft, der Möglichkeit Aufstieges, der Bedeutung des Willens, bei durchsetzt. Solche Jugend kann der Konkui ins Auge schauen. Außer nach der Eignung muß die deutsche ! sich auch nach den Erfordernissen des deutscher schaftslebens richten. Deutschland braucht nie Autoschlosser, Elektro-Jnstallateure, Kaufleut dern auch Former, Dreher, Elektroschweißer, Schmiede, Kräfte in der Landwirtschaft. Will I w*1,111 V »wnf" ä in» $ront|o I Sw»«1“« | M-iMÜ der -tyn wohl *. Auch i Erinnerul Lw. E. 87 (a) / 34. Beschluß. Ueber den landwirtschaftlichen Betrieb (Eigen- tümerin-Pächterin-Betrieb) der Wilhelm Euler Ehefrau Illargarete, geb. Hofmann, zu Treis a. d. Lda. wird das Entschuldungsoerfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhäll- nisse vom 1. Juni 1933 heute um 8 Uhr eröffnet. Die Landesbauemkafse Rhein-2Nain-Neckar e.G. m. b. h. zu Frankfurt a. 2TL wird zur Entschuldungs- stelle ernannt. 6943D Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 31. Dezember 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meldung der in § 11 Ads. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachtelle. Gießen, den 20. November 1934. __Hessisches Amtsgericht._______________ Berichtigung. Beschluß: Das Entschuldungsverfahren über den landwirtschaftlichen Betrieb der Ludwig Reusch- ling Wwe. Marie, geb. Bast, aus Rödgen ist am 12. Oktober 1934 vom Hessischen Amtsgericht Gießen eröffnet worden. 6265D In der Anzeige am 24.10.34 hieß es irrtümlich I Roden, >! 8 A ii»i >k ?"‘i «i er Bekanntmachung betreffend die Regelung der INilchanlieferuog- Mr haben in den Aushängekasten der Stadt Gießen die Anordnung des Milchoersorgungsvek' bandes Rhein-Main, betr. die Regelung des Milch' einzugs der Molkereien in den Kreisen Büdingen, Friedberg und Gießen vorn 15. November 1934 M Aushang gebracht. Die Interessenten werden oul diese Anordnung hierdurch besonders hingewiesen. Gießen, den 22. November 1934. 6948b Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister sftS» "PMerüttelt SJ?' Rr'.eg un müi Mknis her lsi M. sondern 5.röe' beginn ’hllmmen, ob KJ eigenen der T L 6er DZ merke ft» n|: l, ,'.4) öeu it,' te"6ei I i "Wil bei kattew uMd SALAMANDER SALAMANDER SCHUHEN Alleinverkauf; Schuhhaus Darre Gießen, Seltersweg 87