Nr. 252 Erstes Blatt 184. Zahrgang Samstag, 27. Oktober 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ZernfprechansKlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahlnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11086 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UnIverfitSttvuch- und Steindruckerei v.Lange in Gießen. 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Ueber ihren Wiederzufam- nentritt hört man nichts mehr. „Der Lazarus der lbrüftungskonferenz liegt", um mit Mussolini zu ; prechen, „unter den Panzern und Geschützen begaben und wird kaum wieder aufzuerwecken sein." Um das völlige Fiasko aller Abrüstungsbemühun- cn nicht offen eingestehen zu müssen, haben die ir das Scheitern der Konferenz verantwortlichen Nächte ein neues Thema angeschlagen, oder treffen- er ausgedrückt, ein altes an die erste Stelle gerückt: die Organisierung der Sicherheit, ndern man die „Sicherheit" vor die Abrüstung ' wellte, ritt man ein altes französisches Steckenpferd. Eber auch dieser Weg hat bisher keinen Schritt »eitergeführt. Der Östpakt, der das französische Sicherheitssystem krönen sollte, scheint zerplatzt, /Ian hat sich in eine Sackgasse verrannt, aus der ch vor der Hand kein gangbarer Ausweg zeigt. Die Begleitmusik der Verhandlungen über die 6 icherheit ist allseitige A u f r ü st u n g. „Ein Fieber )»s Militarismus, das an Wahnsinn grenzt, fegt (wer Europa hinweg", so stellte kürzlich die „Times" isst. Die Aufrüstungen werden mehr oder minder Gütlich mit dem Scheitern der Abrüstungskonferenz !»gründet. Ebenso deutlich wird für das Scheitern Abrüstungskonferenz aber nicht etwa der man- etfnbe Abrüstungswille der hochgerüsteten Staaten, | ndern die angebliche „Aufrüstung" des Deutschen Reiches verantwortlich gemacht. Die „friedliebenden" Völker müssen sich vor einem deutschen „Angriff" stützen! Ist es zwar Wahnsinn, dem durch Ver- s illes entwaffneten, nicht einmal zu seiner Ver- tndigung fähigen Deutschen Reiche Angriffsabsichten c-izudichten, so hat es doch leider Methode. Denn Le angebliche deutsche „Aufrüstung" ist für die lochgerüsteten Staaten ein Vorwand zu weiterem inisbau ihrer Rüstungen. In allen Ländern der Welt steigt trotz der wirt- stiastlichen Depression, unter der sie leidet, die yiistungskurve an. Das Wort von der „ W e l t in I-affen" ist heute berechtigter denn je. Die Welt i[ 1934 noch stärker und furchtbarer gerüstet als 144. Die Aufrüstungsmaßnahmen der ohnehin (tion größtenteils bis an die Zähne bewaffneten er oßen europäischen Staaten überstürzen sich förm- lch. Das gilt in gleicher Weise für das Heer, wie f. r die ßuftftreitfräfte und für die Marine. Die Verstärkung der Flottenrüstung, wie sie von den in Frage kommenden Mächten betrieben wird, { winnt ihr besonderes Gesicht im Zeichen der Vor- 1 reitungen für die Flottenkonferenz im lnhre 1935. Jede der großen Seemächte will mit üöglichst starken Trümpfen am Verhandlungstisch I e' scheinen. Einige kleine Stichproben mögen den Wettlauf der Seerüstungen veranschaulichen. In den 8« reinigten Staaten von Amerika sehen $i:r Zeit 52 Kriegsschiffe mit einer Gesamttonnage Dxn rund 225 000 Tonnen ihrer Fertigstellung entgegen. Durch die sogenannte Vinson-Bill, die am 2". März durch die Unterschrift des Präsidenten 8«chtskraft erlangte, wird ihm die Ermächtigung ettteiü, die Jnbaugabe von weiteren 183 000 Tonnen n verfügen. Durch ein ergänzendes Gesetz wurde bse gleichmäßige Verteilung der sich aus der Vinson- üill ergebenden 102 Schiffe auf die Jahre 1935 bis 1'1*39 vorgenommen, und zwar soll sich das Bauti npo von 24 Schiffen im Jahre 1934 allmählich amf 18 Schiffe im Jahre 1939 vermindern. Englund beginnt sich wieder auf seine traditionelle Dlle als führende Seemacht der Welt zu besinnen mb scheint entschlossen, seine Flotte künftig aus- s^Ueßlich entsprechend den militärischen Erforder- nßsen aufzubauen. Der Marinehaushalt 1934/35 marbe gegenüber dem vom Vorjahre um 2 980 000 f-sunb auf 56 500 000 Pfund erhöht. Im Bau befinden sich 61 Schiffe mit rund 129 766 To., bewilligt sind 25 Schiffe mit 76 950 To., unter anderen b:.ei Kreuzer von je 9000 Tonnen. Entgegen dem bsherigen Brauche sollen diese 25 Neubauten ins- g'samt bereits in diesem Jahre in Bau gegeben norden. Die Erhöhung des japanischen JJi a = linehaushaltes auf rund 488 Millionen Jen kenn- p.chnet den festen Willen der Regierung und des iranischen Volkes, dem Lande eine Flotte zu scyas- fn, die Japans maritime Belange gegen Deni 2ln» ffiiff jeder Macht mit Erfolg zu verteidigen befähigt V'-. Jtalien hat den Bau von zwei Riesenfchlacht- foiffen von je 35 000 Tonnen beschlossen, von be- r’*n das eine am Jahrestage des Marsches auf Jwm bereits auf Stapel gelegt werden soll. Der Bau dieser beiden Schlachtschiffe ist eine Gegenmaßnahme Ingen den Bau eines zweiten Linienschiffes der lonzösischen „Dünkirchens-Klasse und dem militäri- d.en Ausbau der Küste Korsikas. Als Gegenzug finbigt Frankreich die Jnbaugabe eines dritten Linienschiffes vor Zusammentritt der Flottenkonfe- ke,z an. Weiterhin sind großangelegte Befestigun- gen der Kanalküste, so der Bau einer „Mauer aus ktahl und Eisen^ längs der Kanalküste mit Boben- forts und schwersten Küstengeschützen, die Schaf- fu-ig eines mächtigen Ubootstützpunktes in Calais w) die Verlängerung der französischen Ostbefesti- luigen bis zur Kanalküste geplant. Die Sicherheit^ Frankreichs verlangt von den irfen Tagen eines Konflikts an Angriffsoperatio- lei ebenso sehr wie den Widerstand in der Ver- iiNigung die Stoßarmee ebenso wie die Festungs- eutzungstruppen, das Schwert ebenso wie den _ Unter diesen Gesichtspunkten vollzieht tf bie französische Aufrüstung. In den Wird Japan mit sich reden lassen? Oie Gleichheit der Flottenstärken der Angelpunkt der Londoner Konferenz. Politik auf dem Golfplatz. Der Aufmarsch der Parteien. London, 26. Okt. (DNB.) Der amerikanische Abrüstungsdelegierte Norman Davis spielt am Samstag mit dem japanischen Botschafter M a t s u - deira Golf. Beide werden den Tag allein a u f dem Golfplatz verbringen und miteinander frühstücken. Man erwartet, daß Matsudeira dem amerikanischen Vertreter die japanischen Vorschläge für die Flottenkonferenz darlegen wird, wie dies am Freitag von den Japanern gegenüber den britischen Vertretern geschehen ist. „Time s" ist in der Lage, nähere Einzelheiten über die japanischen Vorschläge mitzuteilen. Die Japaner unterscheiden zwischen offensiven und defensiven Waffen. Zu den offensiven Waf- f e n gehören Flugzeugmutterschiffe, Großkampfschiffe und Kreuzer der -^-Klasse, d. h. Kreuzer mit Geschützen von mehr als 15 Zentimeter Kaliber. Japan schlägt nun vor, diese Kategorien soweit wie möglich zu begrenzen. So ist Japan bereit, Flugzeugmutterschiffe völlig abzuschaf - fen. Die defensive Kategorie von Kriegsschiffen soll aus kleineren Kreuzern (mit Geschützen von 15 Zentimeter Kaliber), Zerstörern und U.-Booten bestehen. Für diese drei Schiffsklassen soll eine G e - samttonnage festgesetzt werden, die für die drei großen Seemächte gleich hoch sein soll. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Japan würden dann das Recht haben, die Gesamttonnage auf drei Schi-ffsarten ganz nach eigenem Belieben zu verteilen. Es verlautet auch, daß die japanische Delegation zwar in jeder Beziehung eine theoretische Gleichheit mit Groß-Britannien und den Vereinigten Staaten verlange, zugleich aber andeute, daß die japanische Regierung nicht unbedingt bis zur Höchstgrenze bauen werde, sondern sich dazu nur im Notfälle entschließen werde. Ueber die Haltung der Amerikaner schreibt die „Times": Bisher deute nichts daraufhin, baß die Amerikaner bereit feien, bie im Washingtoner Vertrag festgesetzten Maßstäbe aufzugeben. Leichte Abänderungen würden vereinbart werden können, aber das Verhältnis 5:5:3 für Amerika, England und Japan wird schon deshalb als grundlegend betrachtet, weil die Japaner bei diesem Stärkeverhältnis in ihren heimis ch e n Gewässern bereits unangreifbar seien. Japan wird dem entgegenhalten, daß die amerika- i nische Flotte in ihren heimischen Gewässern gleich-! falls unangreifbar sei und daß die Gleichheit der japanischen Flotte in dieser Beziehung keinen Unterschied machen würde, ganz besonders, wenn der japanische Vorschlag auf energische Einschränkung der Großkampfschiffe Annahme fände. Die britischen Vertreter hätten sich bisher im wesentlichen auf das Anhören der Vorschläge der beiden anderen Parteien beschränkt. Doch seien bestimmte britische Bedürfnisse bereits geäußert worden und zwar vermutlich hinsichtlich der Zahl der britischen Kreuzer. Die „Times" schließt: Die Hauptschwierigkeit bleibt die Frage, ob das Stärkeverhältnis 5:5:3 aufrechterhalten werden soll. In Tokio sei erklärt worden, daß Japan keinen neuen Vertrag auf dieser Grundlage unterzeichnen werde und nötigenfalls den Washingtoner Vertrag vor Ende dieses Jahres kündigen werde, d. h. zwei Jahre vor Ablauf feiner Gültigkeit. Kein ErdöiMvnopol in der Mandfchu» ei. Mandschnkno lehnt den amerikanisch- britischen Einspruch ab. DNB. H s i n g k i a n g , 27. Okt. Aus den englischen Schritt gegen die angeblich beabsichtigte Einführung eines Erdölmonopols in Mandschukuo hat die mandschurische Regierung dem London, 27. Okt. (DNB.-Funkspruch.) Der Marine-Berichterstatter der „Times" zieht aus , einem Vergleich der Großkampfschiffe Englands, ; Frankreichs, Italiens und Deutschlands Schlüsse 1 auf die Rückständigkeit der britischen Schlachtflotte. Das 1932 auf Stapel gelegte französische Linienschiff „Dunkerque" hat mit feinen 26 500 Tonnen und acht 32,5-Zenti- meter-Geschützen eine Größe und Kampfkraft mittlerer Art, während die beiden italienischen Schlachtkreuzer „Vittorio Veneto" und „Lit- torio", die am morgigen Sonntag auf Stapel gelegt werden sollen, die vertraglich zulässige H ö ch st- [stärke erhalten werden: 35000 Tonnen und Ge- I schütze von 40-Zentimeter-Kaliber. Zu der Zeit, wo j bie Pläne für die „Dunkerque" fertiggestellt wur- ' Öen, war der neueste Panzerschifftyp die ! „Deutschlan d", die eine Wasserverdrängung von 10 000 Tonnen besitzt, mit sechs Geschützen von j 27,5 Zentimeter ausgerüstet ist und eine Geschwin- ' digkeit von 26 Knoten besitzt. Die britische Marine, ebenso wie die japanische und amerikanische, ist durch den Flottenvertrag verhindert, vor Ablauf des Jahres 1936 ein neues Schlachtschiff auf Stapel zu legen. Infolge der hohen Geschwindigkeiten der neuen Kriegsschiffe der Festlandmächte (26 bis 30 Knoten) würde feines ber vorhanbenen britischen Schlachtschiffe imftanbe fein, sie zu überholen. Nur bie Schlachtkreuzer „Hoob", „Renown" unb „Repulse" sinb schnell unb stark genug, um ein Schiss ber „Deutschlan d"- englischen Konsul mitgeteilt, daß die Angaben, auf die die englische Note sich stütze, nicht den Tatsachen entsprächen. Die Frage eines staatlichen Erdölmonopols sei zwar geprüft worden, aber ein Gesetzentwurf sei bisher weder vom Kaiser noch vom Kabinett bestätigt worden. Die Regierung habe festgestellt, daß der Erdölmarkt sich in einem Chaos befinde. Die Regierung erinnert an den Preiskrieg zwischen den Weltkonzernen Shell und Standard Oil einerseits und dem sowjetrussischen Erdölsyndikat andererseits. Der Konkurrenzkampf dieser drei Firmen habe auf den mandschurischen Markt zerrüttend gewirkt. Die Regierung behalte sich vor, Preise unb Einfuhrmengen zu kontrollieren. Der englisch-amerikanische Einspruch gegen manbschurische Monopolpläne müsse aber auch schon besweaen zurückgewiesen werben, weil zwischen ber Manbschurei unb ber amerikanischen wie ber englischen Regierung bis jetzt kein vertragliches Verhältnis bestehe unb beibe Regierungen es bisher abgelehnt hätten, Manbschukuo a n • zuerkennen. Klasse mit günstigen Aussichten angreifen zu können. Nur ber „Hoob" könnte ein Schiff ber „Dunkerque" - Klafse mit günstigen Aussichten angreifen. Kein britisches Schiff aber könnte hoffen, es mit ben neuenitalienischen Schiffen unter annähernb gleichen Bebingungen aufzunehmen. Die brei erwähnten britischen Schlachtkreuzer würben vor beinahe 20 Jahren entworfen unb haben Geschütze von 37,5 Zentimeter, währenb bie italienischen Schiffe mit Geschützen von 40 Zentimeter ausgerüstet fein werben. Doumergue und die Radikalsozialisien. Herriot erhält freie Hand. Paris, 27. Okt. (DNB.) Auf dem rabikalsozia- listifchen Parteitag in Nantes würbe von ben Vereinigten Ausschüssen für Staatsteform unb für allgemeine Politik mit allen gegen vier Stimmen eine Entschließung angenommen, in ber es u. a. heißt: . Der Parteitag ist bereit, sich jeber -Reform anzuschließen, bie ein sicheres 21 r- beiten bes Staates bezweckt. Er kann aber gegebenenfalls feine Zustimmung nicht zu Maßnahmen geben, bie bie Gefahr mit sich bringen, in Zukunft bie persönliche Machtausübung [entgegen ben republikanischen Freiheiten zu begünstigen. Diese Entschließung, so Mische Besorgnisse öder die RWändigkett der Kriegsflotte. Jahren van 1928 bis 1934 hat Frankreich für fein Heer 102,2 Milliarben, bas heißt burchfchnittlich 14,6 Milliarben Franken jährlich ausgegeben. Nach vorübergehenber Herabsetzung bes Heereshaushal- tes im Jahre 1933 auf 13,8 Milliarben würbe er 1934 roieber auf 16,9 Milliarben Franken erhöht. Täglich gibt Frankreich 46 Millionen Franken für Wehrzwecke aus. Jeber Franzose trägt burch eine jährliche Steuerzahlung von 420 Franken bazu bei. Die Kosten für bie Ostbefestigungen verschlangen bie Riesensumme von 3800 Millionen Franken: ursprünglich waren bie Kosten auf 2300 Millionen veranschlagt. Da bie bisherigen Krebite nicht ausreichten, würbe ein außervrbentlicher Nachtrags- krebit in Höhe von 1175 Millionen Franken ange- forbert unb bewilligt, bavon unter anberem 305 Millionen Franken zur Schaffung einer neuen Ver- teibigungslinie bei Montmeby unb an ber fran- zösifch-saarlänbischen Grenze. Zur Stärkung ber Schlagkraft ber Armee werben jetzt brei weitere norbafrikanische Schützenregimenter nach Frankreich verlegt: baneben läuft eine gesteigerte Motorisierung ber französischen Kavallerie unb Artillerie: von ben insgesamt verfügbaren 243 Schwabrvnen sinb bereits über 100, von ben 362 leichten Batterien 50, von ben 253 schweren Batterien gegen 100 motorisiert. Für Materialbeschaffung beim Heer, Flugwesen unb Befestigungen sieht ber Voranschlag von 1935 1,8 Milliarben Franken vor. Mit am stärksten ist bie Aufrüstung in der Luft. Die gesamte Luftfahrt soll militarisiert werden: so ist bie Besetzung ber wichtigsten Zivilstellen burch Offiziere, bie Schaffung von Luftfahrtbezirken, bie Gründung einer Luftfahrtschule, die Ausbildung van Luftflotteneinheiten und Maßnahmen für ben Mobilmachungsfall vorgesehen. Zur Zeit verfügt Frankreich über 5400 Militärflugzeuge, unter anberen über 370 moberne Bomber. Bis 1935 sollen insgesamt 1440 Flugzeuge, bie außerhalb bes normalen Bauprogramms hergestellt werben, in Dienst gestellt werben, unter anberem 220 schnelle Großkampfflugzeuge, 220 Bombenflugzeuge mobernster Konstruktion und 315 Beobachtungsflugzeuge. Eine starke Bombengeschwaderflotte soll geschaffen werden. Zu ihrer Sicherung soll die Flugzeugindustrie aus den Grenzgebieten nach dem Innern des Landes verlegt werden. Italien legt entsprechend dem Grundsatz Mussolinis: „Das faschistische Italien muß militaristisch sein", besonderen Wert auf die vormilitärische Ausbildung der Jugend, die um ein Jahr verlängert wurde, das heißt bis zum Beginn des eigentlichen Militärdienstes. Hand in Hand damit laufen Maßnahmen zur allmählichen völligen Angleichung der Schwarzhemdenbataillone an die Infanterie des Heeres durch Neuregelung der Bewaffnung und Ausrüstung. Den kommandierenden Generalen des Frontheeres wird eine vermehrte Einflußnahme auf die Ausbildung der Parteiorganisationen eingeräumt. Auch die Unterstellung der Schießplätze der privaten Vereine und Gemeinden unter staatliche Aufsicht und die Uebernahme der Verwaltung durch den Kriegsminister muß man als eine Ergänzung ber militaristischen Pläne Italiens betrachten. Dazu kommen rein militärische Maßnahmen: Einrichtung von befonberen Lehrregimentern für die Ausbildung der Reserveoffiziere und Unteroffizieranwärter. — Versuch mit verkürzter Dienstzeit im Heer (drei Monate) bei Herbsteinstellung der Rekruten. Zweck: Erprobung der Möglichkeit für Einstellung des ganzen Jahreskontingents (bisher etwa 60 000 dienstfrei). Ziel: Verkürzung der Dienstzeit durch verbesserte Jugendausbildung. — Bewilligung von drei Milliarden Lire für außerordentliche Ergänzung der Luftrüstung, davon zunächst eine Milliarde für neue Flugzeuge in den Jahren 1934/40. — Errichtung einer Fliegerschule in Grottaglie. Baubeginn des neuen Flugplatzes in Mailand (Kosten 60 Millionen Lire, Bauzeit drei Jahre). — Einrichtung nachmilitärischer Kurse (-Reserve- übungen) in Turin für Unteroffiziere und Spezialisten der Reserve der Artillerie. — Bewilligung von 480 Millionen Lire Nachtragskredite für Marineneubauten in den nächsten fünf Jahren (als unmittelbare Folge des Scheiterns der Abrüstungskonferenz), davon 50 Millionen für 1935/36. Der englische Heereshaushalt mußte um 1 650 0Ö0 Pfund auf 39 600 000 Pfund erhöht werden Das Ziel der englischen Heeresaufrustung läuft auf die Aufstellung einer Expeditions- armee von sechs Divisionen hinaus, bie bereits im Frieben vollstänbig kriegsmäßig ausgerüstet ist ' unb Flugeinheiten zugeteilt erhalt bie unabhängig von ber'ßuftDerteibigung Englanbs sinb. ßebiglid) der ßanbesoerteibigung bienenb würbe aus früheren Solbaten ber regulären unb ber Territorialarmee ein „Königliches Derteidlgungs- k o r p s" geschaffen. Die Stärke der regulären Armee im Mutterlande beträgt 145 500 Mann: bie Gesamtstärke einschließlich Uebersee ist auf 458 851 Mann unb 57 665 Mann britischer Truppen auf inbischem Etat vorgesehen, was eine — wenn auch nur geringfügige — Erhöhung gegenüber bem letzten Staube barstellt. Jeber ber in Englanb befinb» lichen Jnfanteriebivisionen, bie ben Kern bes Expeditionsheeres bilden, soll mit einer Tankdrigade ausgestattet werden. Eine zweite Tankbrigade wird im Rahmen des Heereshaushaltes 1935/36 vorgesehen. Neben all diesen Truppen wird ein neues „königliches V e r t e i d i g u n g s k o r p s " geschaffen, das, aus früheren Soldaten der regulären und der territorialen Armee bestehend, ausschließlich der ßandesverteidigung dienen soll. An weiteren Maßnahmen ist die Einstellung von Sachverständigen in der Belieferungsabteilung des Kriegsministeriums vorgesehen, die die Pläne für die Beschleunigung und Erhöhung der Kriegsmateriallieserungen im Mobilmachungsfall vorbereitet und auch mit der Feststellung der Fabriken zu tun haben, die im Kriegsfälle a u f Kriegs- fabri kation u m g e ft e 111 werden sollen. So- dann soll das Armeearsenal Woolwich in das Innere des ßanbes verlegt werben, ba es bei Flugzeugangriffen ober Geschützfeuer vom Festlanbe ge- fährbet erscheint. Gewaltig sinb bie Anstrengungen Englanbs auf bem Gebiete der ßuftaus- rüftung. Zur Herbeiführung der Gleichheit zwischen den englischen und den französischen ßuftstreit- kräften wird bie Geschwaberzahl bis zum Jahre 1940 von 94 auf 131 erhöht. Während England Ende 1934 über 910 Frontflugzeuge verfügt, wird es 1938 voraussichtlich über 1572 Flugzeuge erster und 130 zweiter ßinie verfügen. Daneben ist bie Errichtung van 12 bis 15 neuen Kriegsflugplatzen geplant. Die ganze Welt rüstet: die ganze Welt rüstet auf. Aber immer noch wollen gewisse Mächte es Deutschland verwehren, auch für feine Sicherheit zu sorgen und durch eine Angleichung der deutschen „Rüstung" an die ber anderen Mächte gerechte und vernünftige Rüstungsverhältnisse herzustellen. Die anderen Mächte ziehen bie Folgerungen aus bem von ihnen verschulbeten Scheitern ber Abrüstungskonferenz. Wann werben sie bereit fein, bie notwenbigen Folgen auch für das Deutsche Reich anzuerkennen? Bekanntmachung! Dienstag, den 30. Oktober, dankt d i e Deutsche Arbeitsfront dem Führer dafür, daß er sie als Gliederung der Bewegung vollgültig anerkennt und sie dadurch mit zu dem Fundament des Dritten Reiches erklärt hat. Diese beispiellose Ehrung des arbeitenden Menschen wird ihr Echo finden in feierlichen Appellen auf öffentlichen Plätzen und in Sälen. Zugleich wird dabei ein Bekenntnis zum Winterhllfswerk als der größten sozialistischen Tat abgelegt werden. Die schon festgelegten Beran st altungen von „Kraft durch Freude" sowie die Vorführungen der G a u f i l m st e l l e können auch in der Zelt bis zum 15. Dezember durchgeführt werden, wenn dabei für das Winterhilfswerk in entsprechender Weise geworben wird; jedoch dürfen die angekündigten Zentralkundgebungen in den Kreisstädten, die vom 5. bis 12. November (ausschließlich 9. November) zur Durchführung kommen und die ich von hier aus festlege, nicht gestört werden. heil Hitler! 3.A. gez. Müller-Scheid, Gaupropagandaleiter. erklärt man, schenkt den radikalsozialistischen Mini' stern im Kabinett Doumergue volles Vertrauen und überläßt ihnen, welchen Gebrauch sie von ihr machen wollen. Eine zweite Entschließuna lautet: Der Partei- tag erklärt sich mit der Fortsetzung des p o l i- tischen Waffenstillstandes einverstanden, vorausgesetzt, daß er loyal eingehalten wird, daß er sich den bewaffneten Vorstößen gegen das Regime widersetzt, und daß er sich vor allem angelegen sein läßt, angesichts der Wirtschaftskrise alle Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet sind, die Frage der landwirtschaftlichen Erzeugung zu Hären und die Arbeitslosigkeit einzudämmen. Die Presse rechnet damit, daß die Entschließungen von der Vollversammlung angenommen werden, zumal Herriots Einfluß ungeschmälert bleibt. Die politische Rede, die Herriot heute halten wird, wird dazu beitragen, einen Mittelweg zu finden, der die Tür für weitere Verhandlungen offen läßt. „Wenn nicht etwas Unvorhergesehenes eintritt", so schreibt z. V. das „Journal , „wird der Streich von Angers (d. h. der Austritt der Radikalsozialisten aus der Regierung) nicht wiederholt werden. Die Entschließung, die dem Kongreß unterbreitet wird, wird zweifellos in den beiden wichtigsten Fraaen, Kammerauflösung und Beibehaltung des Burgfriedens, verschwommen gehalten sein, so daß die Tür für weitere Verhandlungen offen bleibt." Beachtet wird von der Presse auch der von 14 Kongreßteilnehmern unterzeichnete Vorschlag, eine Volksbefragung i:t^r die Verfassungsreform zu veranstalten. Oie landwirtschaftliche Entschuldung. LPD. F r a n k s u r t a. M., 26. Okt. Die Reichs- Hauptabteilungen III und IV des Reichsnährstandes nahmen Gelegenheit, vor den Vertretern der süd- und westdeutschen Landesbauernschaften die Entwicklung der landwirtschaftlichen Entschuldung dazulegen. Der Reichsabteilungsleiter Dr. Strub hob ?ieroor, daß der Reichsnährstand um die landwirt- chaftliche Entschuldung besonders besorgt sei, da nicht nur der Schulonernot des Bauern, sondern auch der Gläubigernot des Land- Handels und der Genossenschaften mit allem Nachdruck entgegengesteuert werden müsse, weil ohne Bereinigung der Schuldverhältnisse eine Neuordnung der Agrarkredite nicht zu ermöglichen sei. Die Stellen der Entschuldung könnten nur Ersprießliches leisten, wenn einheitlich unter Zusammenschluß aller Beteiligten die noch vorhandenen Schwierigkeiten beseitigt würden. Der Reichsabteilungsvorstand für Entschuldungssachen, Dr. Menzel, wies darauf hin, daß in den Durch- führungsmethoden eine einheitliche Linie gewahrt bleiben müsse. Die Beschleunigung des Verfahrens müsse mit allen Kräften an» gestrebt werden, um die in der Wirtschaft entstandenen Hemmungen, sowohl auf der Gläubiger- als auch auf der Schuldnerseite, schnell zu beseitigen. Individuelle Berücksichtigung des einzelnen Betrie- des habe sich als unzweckmäßig und undurchführbar erwiesen. Deshalb müsse ein großzügiges und bis zu einem gewissen Grade schematisches Verfahren durchgeführt werden. Insbesondere In Süd- und Westdeutschland, wo der Klein- und mittelbäuerliche Besitz vorwiegt und nicht jeder Fall bis in die Einzelheiten untersucht werden kann. Dr. Nettelrodt von der Deutschlandkasse ver- wies u. a. auf die Festsetzung der Zinsleistungs- grenze sowie die Behandlung der verschiedenen Forderungen unter Berücksichtigung der gegebenen Sicherheiten. Der Präsident der Deutschlandkasse, Dr. Helfer ich, führte u. a. aus, daß in der Entschul- düng besonders die Auswirkung der Liquidität, der Rentabilität und der Kapitalverluste zu beachten fei. Ferner müsse die Frage der Neukreditge- Währung an E n t schuldungsb e t r iebe zur Lösung gelangen. Empfänge beim Führer unb Reichskanzler. DNB. Berlin, 26. Okt. Der Führer und Reichskanzler ernpfina heute den neuernannten Botschafter der Union der Sozia- listischen Sowjet - Republiken, Herrn Jakob Sacharjewitz Suritz, zur Entgegen- nähme seines Beglaubigungsschreibens. Der Emp- fang fand im Haufe des Reichspräsidenten statt. Der Botschafter wurde nach dem üblichen Zeremoniell von dem Chef des Protokolls, Gesandten Graf B a s s e w i tz , von der Botschaft abgeholt und im Wagen des Führers zum Haufe des Reichs- präfibenten geleitet; das Personal der Botschaft sollte in besonderen Wagen. 3m Vorhof des Reichs- präsidentenhaufes erwies eine Ehrenwache dem Botschafter die militärischen Ehrenbezeugungen. An dem (Empfang nahm außer den Herren der Umgebung des Führers und Reichskanzlers der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, teil. 3m Anschluß an den Botschafter der UdSSR, empfing der Führer und Reichskanzler den neuernannten Gesandten der Union von Südafrika, Herrn Dr. S. F. N. G i e, sowie Den neuernannten kubanischen Gesandten, ilcrrn Dr. Aurelio Fernandez Concheso, zur Entgegennahme ihrer Leglaubigungsschretbev. _ Genaue Erhebungen über ungerechtfertigte Preissteigerungen. Eine Aktion der NS-Hago zur Unterrichtung des Reichswirtschastsministeriums Berlin, 26. Oft (DNB.) Verschiedene Preissteigerungen haben in den letzten Monaten und Wochen wiederholt Anlaß zu eindeutigen Erklärungen gegen diese Erscheinungen seitens des Reichswirtfchaftsministe- riums gegeben. Trotzdem trat beim Käuferpublikum nicht die erwartete Beruhigung ein. Einzelne Fälle zeigten auch offensichtlich, daß diese selbstverständliche wirtschaftliche Disziplin nicht überall vorhanden war und vielfach ein direktes Einschreiten der staatlichen Organe erforderlich machte. Die Frage der Preissteigerung ist somit nicht auf das wirtschaftliche Gebiet begrenzt geblieben, sondern ist von politischem Interesse für die Oeffentlichkeit geworden. Die Reichstei tun g der Partei hat sich daher entschlossen, eine groß angelegte Aktion in die Wege zu leiten, und genauestes Material über die Preisbewegungen zu sammeln, um sowohl den berechtigten Klagen aus auch dem leeren Geschwätz und den Gerüchten ein Ende zu bereiten. In den Durchführungsbestimmungen, die an die Untergliederungen ergehen, wird besonders darauf hingewiesen, daß Eingriffe in die Preis- gestaltung zu unterbleiben haben, und daß es vielmehr der Sinn dieser Aktion sein, genauestes Zahlenmaterial und Stim- mungsberichte zu sammeln. Ferner wird in den Bestimmungen den ausführenden Untergliederungen eine genaue Analyse der bisherigen Preisentwicklung übermittelt, um sie in die Lage zu versehen, sich auch volkswirtschaftlich und wirtschaftspolitisch einwandfreie Urteile bilden und abgeben zu können. Die Aktion soll zu Beginn der zweiten Rovemberwoche schlagartig überall im ganzen Reich einsehen. In der presse werden bereits in der nächsten Woche eingehende Berichte gegeben werden. Mit der Durchführung der Gesamtaklion ist die RS. - hago als zuständiges Amt für handel und Handwerk in der Partei beauftragt worden. Rach Abschluß der Aktion und Sichtung des Materials werden die gesammelten Erfahrungen dem Reichswirtschaftsministerium übergeben werden. Ein Bischofsrat -er evangelischen Kirche. Oer Rechtswalter Ministerialdirektor Jäger tritt von feiner organisatorischen Funktion zurück. berliner Zusammenkunft der Bischöfe. Die kirchenpolitische Aufgabe des neuen Bischofsrats. Vertin, 26.OH. (DRV.) Lirchenamtlich wird mitgeteilt: Die deutschen evangelischen Landesbischöfe und Bischöfe einschließlich der süddeutschen geistlichen Kommissare waren am Donnerstag und Freitag am Sih der Reichsklr- chenregterung versammelt. Unter dem Vorsitz des Reichsbischofs wurden innere Kirchenfragen besprochen. Es herrschte völlige Einmütigkeit. Der Reichsbischof berief einen B i s ch o f s r a t, der in der Hauptsache die kirchenpolitischen Fragen behandeln soll. Vorher gab der Reichsbischof folgendes unter dem 26. Oktober an ihn gerichtete Schreiben des Rechtswalters der Deutschen Evangelischen Kirche, Ministerialdirektor Jäger, bekannt: Herr Reichsbischof! Rach grundsätzlicher Erledigung der mir gestellten Aufgabe der organisatorischen Gestaltung der Deutschen Evangelischen Kirche lege ich, wie ich Ihnen schon vor einiger Zeit angekündigt habe, meine kirchenpolltifche Funktion in Ihre Hände zurück. Ls ist meine Ueberzeugung, daß der innere kirchliche Aufbau und Ausbau, der nun mit Einsatz aller Kräfte zu beginnen ist, nur auf die tätige Mitarbeit des Landes gegründet werden kann. Ich schlage Ihnen deshalb vor, einen engeren Rat der Bischöfe zur berufen, der Ihnen für die Aufbauarbeit im Sinne wahrhafter Befriedigung zur Verfügung steht. Ich hoffe und wünsche, daß das Werk zum heil des deutschen Volkes gelingt. Minister Rust erläßt Richtlinien für das studentische Kameradschastshaus. Vertin, 26. Okt. (DRV.) Reichserziehungsminister Rust hat die Vertreter der Studentenverbände der deutschen Studentenschaft und den Führer des Rationalsozialistischen Deutschen Studenten- bundes empfangen, um sich Über die das deutsche Studententum zur Zeit bewegenden Fragen aus- führlich berichten zu lassen und eine lebendige Anschauung über die Lage in den deutschen Hochschulen zu gewinnen. 3m Anschluß an die Besprechungen richtete der Minister an den Reichsführer der Deutschen Studentenschaft Feickert folgenden Brief: „Zur Durchführung einer Gemeinschaftserziehung der Studierenden des ersten und zweiten Semesters gebe ich Ihnen folgende Richtlinien: 3m nationalsozialistischen Staat ist das Leben in der Gemeinschaft eines der wertvollsten Erziehungsmittel. Es ist daher a n- zustreben, daß ein möglichst großer Teil der jugendlichen akademischen Volksgenossen von der Erziehung im Kameradschafts- Haus erfaßt wird. Voraussetzung ist, daß F ü h- rungundZusammensehung des Kameradschaftshauses den Grundsätzen nationalsozialistischer Erziehung entsprechen und der Kameradschaftsgedanke freiwillig durchgeführt wird. Es soll daher keine Verbindung gezwungen sein, Kameradschaftshaus in Sinne nationalsozialistischer Erziehung zu werden; auch der einzelne Student soll nicht aus Zwang den weg ins Kameradschaftshaus gehen, sondern aus freier Entschließung zum neuen Gemeinschaftsleben. 3d) weise Sie auf die großen, dem Rational- sozialistischen Studentenbund In diesem Zusammenhang erwachsenden Aufgaben besonders hin. Auf die Auslese der Kameradschaftshaus- lei l e r ist größter wert zu legen. Die Verbindungen schlagen für ihre Kameradschaftshäuser den Leiter vor; er bedarf der V e st ä t i g u n g durch die Deutsche Studentenschaft. Damit erwächst den örtlichen Studenlenführern eine neue große Verantwortung. Für brn Fall von 21 n - stimmigkeiten bei der Durchführung der Kameradschaftshauserziehung behalte ich mir die Schaffund schiedsrichterlicher Stellen vor. 3ch ersuche Sie, mir entsprechende Ausführungs- bestlmmungen umgehend vorzulegen." Ein unverständliches Llrieil. Oer Hausmeister der Deutschen Front vor dem Abstimmungsgericht im Saargebiet. Saarbrücken, 26. Okt. (DNB.) Der Hausmeister der Landesleitung der Deutschen Front Karl 3 ä a e r wurde vom Obersten Abstimmungs» gerichtshof des Saargebietes zu sieben Mona» t e n Gefängnis wegen W i d e r st a n d s l e i« st u n g in Tateinheit mit Aufruhr und Beamtenbeleidigung verurteilt. Jäger wurde beschuldigt, bei den unter Leitung des bekannten Emigrantenkommissars Mackts vorgenommenen Haussuchungen bei der Landesleitung der Deutschen Front am 19.3uli, die zur Vollstreckung der Haussuchung berufenen Polizeibeamten in der rechtmäßigen Ausübung ihres Amtes durch Gewalt gehindert zu haben und bei einer Zusammenrottung vor dem Hause der Deutschen Front versucht zu haben, durch Gewalt und Drohung die Polizeibeamten zur Unterlassung der Durchsuchung zu nötigen, ferner Polizeibeamte vorsätzlich und widerrechtlich der persönlichen Freiheit beraubt zu haben. Die Zeugen vermochten kein wesentlich belastendes Tatsachenmaterial vorzubringen. Lediglich ein der SPD. angehörender Polizeibeamter erklärte, daß ein großer Mann vor dem Hause der Deutschen Front beleidigende Ausdrücke ausgestoßen hätte. Bei Gegenüberstellung erklärte der Beamte, daß Säger der fragliche Mann fei. Durch keine der Zeugenaussagen wurde jedoch eindeutig erwiesen, daß bei Jäger der rechtliche Tatbestand des Aufruhrs und des Widerstandes gegen die Staatsgewalt vorlog. Trotzdem wurde Jäger zu sieben Monaten Ge- fäntznis wegen Widerstandsleistung und Beamten- nöhgung verurteilt. Jäger wurde sofort im Gerichts- saal verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Dieses Urteil wird in weitesten Kreisen der Saarbevölkerung fein Verständnis finden. Nach ben dürftigen Zeugenaussagen und dem mangelnden Beweismaterial durfte erwartet werden, daß das Gericht nicht auf eine Strafe erkennen würde, die wohl für schweren Terror, nicht aber für den vorliegenden Fall angemessen erscheint. Der Richterspruch wird in den Augen der Saarbevölkerung vielfach als ein Urteil empfunden worden sein, das mit seiner Strenge einerseits einschüchternd wirken, anderseits offenbar auch der stets in Genf ein williges Ohr findenden Separat!sten- front die „Objektivität" des Gerichts beweisen sollte. Die bisher bewiesene mustergültige Disziplin der Deutschen Front hat jedenfalls keine Veranlassung geboten, ein derartig hartes Exempel zu statuieren. Im übrigen ist es bedauerlich, daß das Abstimmungsgericht nicht die Umstände gewürdigt hat, die zu dem ganzen Zwischenfall geführt haben. Denn nicht die Polizeiaktion als solche ist es gewesen, die einen gewissen Widerspruch hervorgerufen hat, sondern das verletzte Rechtsbewußtsein der Bevölkerung. Die Beauftragung des Emigranten M a ch t s mit der Durchführung der Haussuchung bei der Deutschen Front durch Herrn Knox war von der Bevölkerung nicht nur als bewußte Provokation empfunden worden; vielmehr ist diese sich durchaus auch der Tatsache bewußt, daß nach dem Saarstatut, welches der Bevölkerung das Recht gibt, nur von ei nheirnischenPolizeikräften betraut ZU werden, die Aufnahme landfremder Elemente in die Polizei durchaus unstatt- haft ist. Für die moralische Urheberschaft der Vorgänge am 19. Juli »st nach Auffassung der Bevölke- rung also nicht der harmlose Hausmeister Jäger, sondern in erster Linie das provokatorische Aus- treten des Emigrantenkommissars Machts sowie seine rechtswidrige dien st liche Verwendung verantwortlich zu machen. Wichtig für Eaarabstimmungsberechtigte! Der Bund der Saaroereine teilt mit: Jede im Saargebiet wohnende Person kann Einspruch gegen d i e (Eintragung einer bereits in Die vorläufige Abstimmungsliste aufgenommenen Person erheben. Die Abstimmungskommisfion hat nun verfügt, daß Derjenige, der einen solchen Einspruch einlegt, eine Abschrift desselben durch eingeschriebenen Brief dem Betroffenen mitzuteilen hat, und zwar an dessen Anschrift im Saargebiet. Der Betroffene muß innerhalb von vier Taaen feit Aufgabe dieses Einschreibbriefes zur Post (alfo nicht seit dem Tage, an dem er ihn erhält), seine Einwendungen gegen diesen Einspruch dem zuständigen Kreisbüro schriftlich mitteilen. Er muß ferner das ihm abschriftlich zuge- stellte Einspruchsschreiben des Einsprucherhebenden seiner Erwiderung an das Kreisbüro beifügen. Alfo: Wer einen solchen Brief über seine Anschrift im Saargebiet erhält, muß sofort seine Einwendungen schriftlich (Unterschrift nicht vergessen!) unter Beifügung der Schrift des Gegners an das zuständige Kreisbüro der Abstimmungskommisfion senden. In Zweifelsfällen wende man sich sofort an d i e Ortsgruppen des Bundes der Saarvereine. In den letzten Tagen sind von separatistischer Seite zahlreiche Einsprüche gegen in Deutschland lebende Personen eingelegt worden, meistens mit folgender Bemerkung: „Die betreffende Person hat am 28. Juni 1919 nicht die Saareinwohnereigenschaft im Sinne der Wahlordnung besessen. Beweis: Die erforderlichen Urkunden wurden von amtlichen Behörden verweigert." Wem ein - solcher, offenbar unbegründeter Einspruch eines Dritten zugeht, braucht daraus nicht zu antworten. Es ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn er folgende Gegenäuße« rung an das Kreisbüro sendet: „Auf den mir zugestellten Einspruch beziehe ich mich zum Nachweis meiner Abstimmungsberechtigung auf das von mir früher vorgelegte Beweismaterial und beantrage die Verwerfung des Einspruchs.- Die große Anzahl derartiger Einsprüche ohne' jede Begründung beweist klar, daß es sich um eine politische Macke von separatistischer Seite handelt, und daß diese Einsprüche nicht eingelegt werden, weil man der Ueberzeugung ist, der Betreffende sei nickt abstimmungsberechtigt, sondern weil man Die Abstimmungsbehörden mit Arbeit überlasten will, um an technischen Schwierigkeiten Die rechtzeitige Abhaltung Der Abstimmung scheitern zu lassen. Aus dem Weg zu einer modernen Verwaltung. Reichsinnenminister Frick erklärt. DNB. Berlin, 27. Okt. Der Reichs- unb preußische Minister Des Innern, Dr. Frick, erklärt im „Politischen Pressedienst" über Die Vereinheitlichung Der Reichsverwaltung u. a.: Es ist schon heute kein Zweifel, daß die Z u f a m m e n l e g u n g zweier Ministerien mit fo ineinandergreifendem Ge- schäftsbereich wie des Reichsministeriums des In- nern und des preußischen Ministeriums des Innern viel Doppelarbeit ersparen und damit in der Zukunft eine bedeutende Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung bringen wird. Ich sehe aber den größten Erfolg der Verbindung der beiden Ministerien darin, daß die Schlagkraft der R e i ch s z e n t r a l e erhöht und.der Jnstanzenzug wesentlich klarer und kürzer wird. Auf diese Weise kommen wir endlich zu der von allen Bevölkerungskreisen seit langem gewünschten modernen Verwaltung. Die Aufgaben des preußischen Finanzministeriums ändern sich durch die erfolgte Zusammenlegung der Reichs- und preußischen Ministerien in keinerlei Weise. Sie werden nach wie vor durch den preußischen Staatshaushalt bestimmt. Es besteht natürlich auch weiterhin noch eine preußische Verwaltung. Sie hat ebenso wie die Verwaltung der anderen Länder das Ziel, zu einer ein- heitlicken Reichsverwaltung weiter entwickelt zu werden. Die Zusammenlegung der Reichsministerien mit den preußischen Ministerien ändert an dem Fort- b e ft a n i) des preußischen Kabinetts an sich nichts. Seine Zuständigkeit in Angelegenheiten der preußischen Gesetzgebung und Verwaltung bleibt hiervon unberührt. Die preußische Verwaltung wird nach Maßgabe der bestehenden Reichs- und preußischen Gesetze fortgeführt. Nur können nunmehr Reichs- und preußische Derwaltungsgeschästt gleichzeitig von Reichs- und preußischen Beamten ohne Rücksicht auf ihre Eigenschaft als Reichs- und preußischer Beamter wahrgenommen werden. Die Neugliederung des Reiches wird organisch und Schritt für Schritt nach den Erfordernissen der Zeit vor sich gehen. Der Zeitpunkt der einzelnen Entwicklungsphasen kann nicht vorher bestimmt werden. Das Ziel ist die Schaffung einer möglichst einfachen und einheitlichen Verwaltung, die den Bedürfnissen des ganzen Volkes am besten zu dienen vermag. Meine politische Nachrichten. In der Jugendstunde am 1. November um 18.05 Uhr spricht Neichsminister Dr. Goebbels über alle deutschen Sender zur heimbe- schaffung für die Hitler-Jugend. Die Rede wird von Chören der Hitler-Jugend umrahmt. * Am Montag, 2 9. Oktober, 13,50 Uhr bis 14 Uhr, spricht für den Reichsnährftano der Führer des Reichsverwaltungsamtes Freiherr von Kanne über alle deutschen Sender zum Winterhilfswerk. * Eine Verordnung des Stabsleiters der PO. macht es sämtlichen Mitgliedern der NSDAP., die als Betriebsführer und Gefolgschaftsangehörige IN Handel und Handwerk tätig sind, zur Pflicht, sich der NS.-Hago zur Verfügung zu stellen. Engste Zusammenarbeit mit den politischen Gauleitungen wird der NSBO. zur Pflicht gemacht. Die Heber* führung der noch in der NSBO. organisierten Parteigenossen aus Handel und Handwerk in die NS^ Hago muh bis zum 1. Dezember vollzogen sein. * Der Erzbischof von Mexiko wendet sich gefl^j die Beschuldigungen, die Geistlichkeit betreibe eint aufwieglerische Tätigkeit. Die Geistlichkeit verteidigt lediglich die Reche der Katholiken im Rahmen bei Bestimmungen Der mexikanischen Verfassung, Die Lohnsteuer beträgt in RM. bei einem kinderlos verheirateten Arbeitnehmer Arbeitnehmer, dem Kinderermäßigung gewährt werd für 6 Kinder 1 Kind 2 Kinder 3 Kinder 4 Kinder — — — — — _ — — — — — — 1,30 — — — — — 2,08 — - - — 3,38 0,78 _ — _ _ 4,42 1,82 _ — _ _ 5,46 2,86 1,04 — _ .... 6,50 4,16 1,82 _ - - _ 7,80 4,94 2,86 — __ _ 8,84 5,98 4,16 0,52 __ _ 10,14 7,02 4,94 1,56 _ _ 11,44 8,32 5,98 2,60 _ _ 12,74 9,62 7,02 3,64 _ _ 14,30 10,92 7,80 4,68 _ _ 15,86 11,96 8,58 5,72 0,78 — 17,68 13,— 9,62 6,24 1,82 _ 19,50 14,04 10,40 6,76 3,12 _ 21,06 15,34 11,18 7,54 4,16 _ 22,62 16,38 11,96 7,80 4,42 _ 23,92 17,42 13,— 8,58 4,42 _ 25,48 18,46 13,78 9,10 4,68 _ 27,04 19,76 14,56 9,62 5,20 0,26 28,60 20,80 15,34 10,40 5,20 1,04 30,16 21,84 16,38 10,92 5,46 1,04 31,72 22,88 17,16 11,44 5,72 1,30 33,28 24,18 17,94 11,96 5,98 1,30 34,84 25,48 18,72 12,74 6,24 1,30 36,40 26,78 19,76 13,26 6,50 1,30 38,48 28,34 20,54 13,78 7,02 1,30 40,56 29,90 21,32 14,30 7,28 1,56 42,64 31,98 22,88 15,08 7,54 1,56 44,72 33,80 24,18 15,86 8,06 1,56 46,80 35,88 26,— 16,64 8,84 1,56 48,88 37,96 27,56 17,42 9,10 1,56 50,96 39,78 29,38 18,20 9,62 1,56 53,56 41,86 31,20 19,24 10,14 1,82 55,64 43,94 33,28 20,28 10,92 1,82 57,72 46,02 34,84 21,06 11,18 1,82 59,80 47,84 36,40 21,84 11,70 1,82 61,62 49,92 37,96 23,14 12,22 2,34 63,44 51,48 39,52 23,92 12,74 2,34 65,52 53,04 41,08 24,44 13,— 2,34 67,60 54,60 42,64 25,48 13,52 2,34 69,42 56,68 44,20 26,26 14,04 2,34 71,24 58,50 45,76 26,78 14,56 2,60 73,32 60,58 47,32 27,56 15,08 2,60 75,40 62,40 48,88 28,08 15,60 2,60 77,22 64,48 50,44 28,86 16,12 2,60 79,04 66,30 52,— 29,64 16,64 3,12 81,12 68,12 53,56 30,42 16,90 4,16 83,20 70,20 55,38 31,20 17,42 5,20 85,02 72,28 57,46 31,72 17,94 6,24 86,84 74,10 59,28 32,50 19,24 7,54 88,92 76,18 61,36 33,80 20,54 8,84 91,— 78,— 63,18 35,36 21,84 10,14 92,82 80,08 65,26 36,92 23,14 11,44 94,64 81,90 67,08 38,48 24,44 12,74 96,72 83,98 69,16 40,04 26,— 14,04 98,80 85,80 70,98 41,60 27,56 15,34 Inschrift: „Die Schwerinsche Familie ihrem großen Sohn 26.10.1684 — 26.10.1934". Der Offiziersverein des Regiments Nr. 14 ehrte den großen Soldaten mit einem Kranz, der die Schleifeninschrift trug: „In Treue das alte Regiment ,Graf Schwerin' (3. Pommerfches) Nr. 14. Der Feier, die mit einem Vorbeimarsch der Truppe vor dem Denkmal abschloß, wohnten auch zwei direkte Nachkommen des Feldmarschalls bei, die Hauptleute Graf Bogis- lav und Graf Gerhard von Schwerin. — Gleichzeitig fand in Wuffeken bei Schwerinsburg in Pommern eine schlichte Feier statt, zu der sich fast sämtliche Familienmitglieder versammelt hatten. Lhikagoer Vandiken rauben einen Diamanlen- makler aus. Vier Räuber überfielen in Chikago einen Neuyorker Diamantenmakler, schlugen ihn mit einem Pistolenkolben nieder, schleppten ihn in ihren Kraftwagen und fuhren davon. Unterwegs raubten sie ihm eine Schachtel mit ungefaßten Diamanten im Werte von 50000 Dollar und 500 Dollar Bargeld. Dann stießen sie ihn aus dem Wagen und suchten das Weite. 2 3 4 Kinder Kinder Kinder RM. RM. RM. ■— *— ■ ■ — — — — — — — — — — —— ,— 10 — _ 22 — — 34 _ _ 58 14 — 81 38 _ 101 62 6 120 78 29 140 91 49 159 104 55 185 122 63 225 152 73 265 182 90 316 212 107 376 242 124 436 272 141 496 302 158 556 332 175 616 362 192 685 392 210 760 424 260 835 484 316 910 544 376 985 604 436 1060 670 496 1135 745 556 1210 820 616 1384 970 760 1564 1120 910 1744 1276 1060 1924 1456 1210 2136 1636 1384 2356 1816 1564 2576 2004 1744 2796 2224 1924 3048 2444 2136 3308 2664 2356 3568 2892 2576 3828 3152 2796 4120 3412 3048 4420 3672 3308 4720 3940 3568 5020 4240 3828 5360 4540 4120 5710 4840 4420 6060 5150 4720 6410 5500 5020 6760 5850 5360 7110 6200 5710 7460 6550 6060 7810 6900 6410 8160 7250 6760 8510 7600 7110 8860 7950 7460 Der neue Einkommensieuertarif vor- , ÖQ3 zi UM Nur Opel bietet Leitfaden für überlegende flutokäufcr Oolhsautomobll 1,2 Ctr.4jyL ab nm 1880.-; Opelwagea mit »Opel-Syndiron-feberung« l,3£fr.u.63yLflbRm2650.-.preifeablDerh.6ün|tigecfinan3lerung5-u.0erfi(herung5bien|t 13 15 17 19 21 24 28 30 32 72 120 170 220 270 328 388 448 568 700 850 1000 1150 1312 1492 1672 1852 2048 2268 2488 2708 2944 3204 3464 3724 4000 4300 4600 4900 ' 5220 5570 5920 6270 6620 6970 7320 10 22 34 46 58 82 112 138 164 189 215 249 293 344 418 492 666 640 715 790 865 940 1015 1090 1165 1240 1330 1420 1600 1780 1960 2180 2400 2620 2840 3100 3360 3620 3880 4180 4480 4780 5080 5430 5780 6130 6480 6830 7180 7530 7880 8230 8580 8930 9280 9630 1 Kind RM. 15 bt. ies Am mb tot schling oAUq m W bann, b< lentroli Siese t Völkern neu 5*-1 10500 (10250—10750) 11000 (10750—11250) 11500 (11250—11750) 12000 (11750—12500) 13000 (12500—13500) 14000 (13500—14500) 15000 (14500—15500) 16000 (15500—16500) 17000 (16500—17500) 18000 (17500—18500) 19000 (18500—19500) 20000 (19500—20500) 21000 (20500—21500) 22000 (21500—22500) 23000 (22500—23500) 24000 (23500—24500) 25000 (24500—25500) 26000 (25500—26500) 27000 (26500—27500) 28000 (27500—28500) 29000 (28500—29500) 30000 (29500—30500) 31000 (30500—31500) 32000 (31500—32500) 33000 (32500—33500) 34000 (33500—34500) 35000 (34500—35500) 36000 (35500—36500) 37000 (36500—37500) 38000 (37500—38500) 39000 (38500—39500) 40000 (39500—40500) 5 Kinder RM. 'M töri md prei rtlärt ir heuteü- Opel-Synchron* Federung Dieferf eberung oerbanhen mir einen ganz neuen Begriff oom »fahren«. Die gefürchteten, ermübenben flichfdimingungen schaltet sie ganz aus. Sie verschluckt alle Straßenftöfle und ebnet gleichsam auch ben schlechten LDeg zu einer vor- bildlichen fahrbahn. Zugfreie Entlüftung kin System, bas boppelten Darteil bietet. Es schützt vor Ermübung, mell es für er- frischenbe Luftzufuhr sorgt unb schützt gegen Erhaltung, loell bie Zufuhr frischer unb bet fibjug verbrauchter Lust so geleitet werben, baß heln Insasse ber »Zugluft« ausgesetzt istunb ber LDagen nicht aushühlt. wild umher, wobei er wahllos mit einem Schraubenschlüssel um sich schlug. Nur mit Mühe konnte man ihm Säcke Überwerfen und so das Feuer löschen. Der Verunglückte wurde in hoffnungslosem Zustand in das Krankenhaus gebracht. Der Täter wurde durch die Kriminalpolizei festgenommen. Gedenkfeiern zum 250. Geburtstage des Feldmarschalls Grafen von Schwerin. In Berlin fand am Denkmal des bei Prag gefallenen Feldmarschalls Grafen von Schwerin eine militärische Feier zum 250. Geburtstage des großen Soldaten statt. Eine Ehrenkompanie des Wachtregiments war in der Wilhelmftraße aufmarschiert. Während die Truppe präsentierte und die Kapelle den Fridericus-Rex- Marsch spielte, legte der Stadtkommandant Generalmajor Schaumburg im Auftrage des Führers und Reichskanzlers als obersten Befehlshabers der Wehrmacht einen Lorbeerkranz am Denkmal nieder. Die beiden Schleifen in den Farben des Reiches tragen die Inschrift: „Adolf Hitler dem großen Soldaten". Auch das Familienoberhaupt der Schwerinschen Familie, Generalleutnant Otto von Schwerin, legte einen Kranz nieder mit der 50 r- intes y tsche" “ Ob Sie mit einem wagen immer zufrieden sein werden, ob Sie ständig sreude an ihm hoben und ob er steh für Sie bezahlt macht, hängt davon ab. ob erstens: ehrlicher Segenwert geboten wird, d. h. was und wieviel Sie für Jhr Gelö bekommen und welche praktischen LDcrte den LDagen auszeichnen. - Zweitens, ob der LDagen sich durch: ausgeglichene konstruhtion auszeichnet, d. h. ob nicht etwa, um ein Konstruktionsmerkmal' bieten zu können, andere Dokoenöigheiten weniger berücksichtigt sind. - Und drittens, ob: unbedingte Iuverlässigheit gewährleistet, d.h. ob Zuverlässigkeit in Bezug aus Leistung,fahr- eigenfehelften, Wirtschaftlichkeit und Lebensdauer durck praktische Erfahrungen garantiert ist. Jeder Opel-lDagcn zeichnet sich durch diese Vorzüge aus OSPB L der Zuoerlä Lohnsteuer-Tabelle. Diese Tabelle gibt die Steuersätze für Lohnsteuerpflichtige bis zu einem Monatseinkommen von rund 845,— NM. Zum Vergleich mit der früheren Steuerbelastung ist die Summe aus dem bisherigen Lohnsteucrabzug, der Ehestandshilfe, sowie der Arbeitslosenhilfe hcranzuziehen. orflfl! i den > Ä bei 9Ql,y vor L nt. Es: ; preußi'- LerMl^ ner ei: j veilG lifterien t )em abinell^ Ange^ Lerwall-' Verwalt Neichs- c tonnen r; m-sM M" s " ।cin. 2 “in. r.9.ei)enbf 'taen. : ^nschrf lntDenbui ;n!) uni. Thlhuabuä ist nun auch den protestantischen Geistlichen die Amtserlaubnis entzogen worden. Der katholische Bischof von Chihuahua hat sich bereits nach El Paso (Texas) begeben, und die übrigen katholischen Geistlichen werden ihm in den nächsten Tagen folgen, so daß damit überhaupt kein Geistlicher mehr im Staate *™ Händen sein wird. Aus aller Welt. Der Raubmörder Düker zweimal zum Tode verurteilt. Im Mordprozeß gegen den Doppelmörder Gustav Büker aus Bielefeld-Brackwede verkündete das Halberstädter Schwurgericht nach fünfviertelstündiger Beratung folgendes Urteil: Der Angeklagte ist des Mordes in zwei Fällen, in beiden Fällen in Tateinheit mit schwerem Raub, schuldia und wird daher zweimal zum Tode und den Kosten des Verfahrens verurteilt; auch wird auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit erkannt. Die zur Tat benutzte Pistole und Munition werden eingezogen. Der Angeklagte nahm das Urteil ruhig und gefaßt auf und behielt, sich die Abgabe einer Erklärung vor. In der Urteilsbegründung führte Landgerichts- direktor Dr. Pfanne u. a. aus: Es ist ein eigenartiges Zusammentreffen, daß zu derselben Zeit, in der das Reichsgericht das Urteil gegen den ersten Harz-Mörder Mosch bestätigt, das Halberstädter Schwurgericht den zweiten Harz-Mörder zum Tode verurteilen muß. In dem einen Fall handelt es sich um einen Lustmörder, in diesem Fall um einen Raubmörder. Ob der erstere gefährlicher ist oder der zweite, darüber braucht sich das Gericht kein Urteil zu bilden. Der Vorsitzende schilderte dann die beiden Mordfälle. Er gab ferner ein klares Bild über die Person des Verurteilten und ging auf die Einzelheiten bei der Begehung der beiden Mordtaten ein. Die Auswahl der Orte und die Ausführung der Taten hätten nicht den geringsten Zweifel darüber gelassen, daß der Täter wohlüberlegt die Schüsse abgegeben habe. Riesige Unterschlagungen in der Sowjetunion. Bei einer Untersuchung im Volkskommissariat für Justiz in der ukrainischen Republik wurde fest- «gestellt, daß der Vertreter des Generalstaatsanwaltes der Ukraine, Raswadowski, und der inspizierende Staatsanwalt der Ukraine, Tyverowski, den Staat um 1 220 000 Rubel betrogen haben. Eine ganze Reihe höherer Justizbeamter der Ukraine war an diesen Veruntreuungen beteiligt. Die Untersuchung ergab weiter, daß der ehemalige lukrainische Justizkommissar Poljakow, der zur Zeit ukrainischer Volkskommissar für Kommunal- Wesen ist, und sein ehemaliger Stellvertreter sminto, der zur Zeit Hauptkommissar für L>ozialversicherung in der Ukraine ist, von diesen Machenschaften gewußt haben, Untet der Beamtenschaft des Justizvolkskommissariats wurden zahlreiche Verhaftungen oorgenommen. Gleichzeitig wurden in Moskau' und Leningrad zahlreiche Unterschlagungen aufgedeckt. Die weiter verschiedener Betriebe hatten größere Beträge angeblich 3ur Bezahlung von Facharbeitern entnommen, Die sie dann für sich verwandten und auch zur Zahlung von Schmiergeldern an verschiedene Kontrollbeamte benutzten. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Der gesamte Apparat wurde einer Kontrolle unterzogen. Ferner sind beim sowjetrussischen Fleischtrust ^roße Unregelmäßigkeiten aufgedeckt worben. Es fehlen etwa 705 000 Zentner Fleisch für )»ie Versorgung der Bevölkerung. Das sei $um Teil )»arauf zurückzuführen, daß viele Staatsgüter und Kollektivbauernschaften die Lieferung von Vieh ab- Delehnt hätten. Diele Beamte sollen zur Verantwortung gezogen werden. Der oberste Staatsanwalt »oll gegen die Beschuldigten ein Verfahren einleiten. Der Schnelligkeitsrekord England—Australien soll gebrochen werden. Die Engländer Jones und Walker, die als merte Mannschaft im Luftrennen England — Australien in Melbourne gelandet waren, innb am Freitag um 21.05 Uhr zum Rückflug gewartet. Sie wollen versuchen, den Schnellig- !'eitsrekord Melbourne—England und den Re- tforb England—Melbourne und zurück zu schlagen. =?ie sind nach einer Zwischenlandung in Charleville im 2.30 Uhr nach Port Darwin aufgestiegen. Den Arbeitskameraden in Brand gesteckt. Ein bei einer Herforder Firma beschäftigter 17- Lähriger Lehrling hielt ein brennendes Streichholz nicht an den Körper eines 15jährigen Arbeitskame- : aden, der kurz vorher, unter feiner Schürze verborgen, verbotenerweise ein Gefäß mit Kristallöl geholt hatte, um sich damit die Hände zu reinigen. Die Schürze sing sofort Feuer, und der Lehrling, !>er im Nu einer lebenden Fackel glich, rannte Wettervoraussage. Da sich der hohe Druck im Südosten noch gekräftigt hat, gestaltet sich die Wetterlage zunächst ruhiger. An der Südseite des Nordmeertiefs wird allerdings weiterhin ozeanische Luft ostwärts vorgetragen, so daß es zeitweise zu wechselhafter Bewölkung kommt, wobei stellenweise auch leichte Schauer möglich sind. Aussichten für Sonntag: Teils wechselndwolkig, teils aufheiternd, Temperaturen wenig verändert, meist trocken. Lufttemperaturen am 26. Oktober: mittags 13 Grad Celsius, abends 12,1 Grad; am 27. Oktober: morgens 6,8 Grad. Maximum 13,1 Grad. Minimum 6 Grad. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Steuer der Veranlagten. In der folgenden Tabelle ist die nach dem neuen Einkommensteuergesetz für da» Jahr 1934 bestimmte Höhe der Einkommensteuer bei Jahreseinkommen bis 40000,— NM. für die Einkommensteuerpflichtigen angegeben, die zur Einkommensteuer veranlagt werden. Die Einkommensteuer beträgt bei einem Steuerpflichtigen, dem Kinderermäßigung gewährt wird für Motorwagen-Verkaufsgesellschaft m.b.H. Telephon Nr. 2847. ‘«(Wut «!8tn in worden, A. 3un|l ^aft in, :weis: Dir -■ amtliche. ündetk! cht barat 'gegen ein . enäufii, ach bezieh 1 tiniMUH ' srüh-.I a l unb h 1 -inspruch-.' I rüche ohr, 1 ch um ein cher 6i2 it einaeltc < st, ber d 3t sock? mit N-j Dieriotet ng M.i 5^ S&t Einkommen Stufe RM. 600 (560— 675) 750 (675— 825) 900 (825— 975) 1050 (975— 1125) 1200 (1125— 1275) 1350 (1275— 1425) 1500 (1425— 1575) 1650 (1575— 1725) 1800 (1725— 1925) 2100 (1925— 2250) 2400 (2250— 2550) 2700 (2550— 2850) 3000 (2850— 3150) 3300 (3150— 3450) 3600 (3450— 3800) 4000 (3800— 4250) 4500 (4250— 4750) 5000 (4750— 5250) 5500 (5250— 5750) 6000 (5750— 6250) 6500 (6250— 6750) 7000 (6750— 7250) 7500 (7250— 7750) 8000 (7750-f- 8250) 8500 (8250— 8750) 9000 (8750— 9250) 9500 (9250— 9750) 10000 (9750— 10250) Ein- kommens- ledigen stufe Arbeit- neh- RM. mer mehr als, bis 80,08—91 0,78 91—104 1,82 104—117 3,64 117—130 5,46 130—143 7,28 143—156 9,10 156—169 10,92 169—182 13,52 182—195 16,12 195—208 18,46 208—221 21,06 221—234 23,92 234—247 27,04 247—260 29,90 260—273 33,02 273—286 34,84 286—299 37,96 299—312 40,82 312—325 43,42 325—338 46,02 338—351 48,36 351—364 50,96 364—377 53,56 377—390 55,90 390—403 58,50 403—416 61,10 416—429 63,44 429—442 66,04 442—455 68,38 455—468 70,98 468—481 73,58 481—494 76,18 494—507 78,52 507—520 81,12 520—533 83,46 633—546 86,06 546—559 89,18 559—572 92,30 572—585 95,42 585—598 98,54 598—611 101,66 611—624 104,78 624—637 107,90 637—650 111,02 650—663 114,14 663—676 117,26 676—689 120,38 689—702 123,50 702—715 126,62 715—728 129,74 728—741 132,86 741—754 135,98 754—767 139,10 767—780 142,22 780—793 145,34 793—806 148,46 806—819 151,58 819—832 154,70 832—845 157,82 Ledigen kinderlos Verheirateten RM. RM. 10 _ 27 — 46 14 65 26 84 38 104 50 125 62 165 74 205 88 256 118 304 148 360 178 420 215 486 254 563 294 640 342 736 416 832 490 928 565 1024 640 1144 715 1264 790 1384 865 1504 940 1624 1015 1744 1090 1864 1165 1984 1240 2128 1330 2272 1420 2416 1510 2560 1600 2848 1780 3136 1960 3488 2180 3840 2400 4192 2620 4544 2840 4960 3100 5376 3360 5792 3620 6208 3880 6688 4180 7168 4480 7648 4780 8128 5080 । 8688 5430 i 9248 5780 i 9808 6130 i 10368 6480 i 10928 6830 I 11488 7180 I 12048 7530 > 12608 7880 ) 13168 8230 ) 13728 8580 ) 14288 8930 ) 14848 9280 ) 15408 9630 ) 15968 9980 NICHT VERSÄUMEN: BEIM OPELH ANDLER PRÜFEN, WAS OPEL IHNEN BIET ET! • ADAM OPEL A.G. RÜSSELSHEIM AM MAIN Altgold tauft ständig Grahambrot 05086 tänd®L Hevd UHL adio 4619 D Uhr. [0350 Bavaria Heute abend «ros (6305V Wiesbaden. 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Oktober versammeln sich die Leiter des deutschen Handwerks in Braunschweig, um die Einstellung dieses alten und wichtigen Berufsstandes zu Staat und Wirtschaft zu besprechen. Wie hoch die Neichsregierung die Aufgaben des Handwerks einschätzt, geht daraus hervor, daß der stellvertretende Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht und der Leiter der Arbeitsfront Dr. Ley dort das Wort ergreifen werden.. Seit der Machtergreifung am 30. Januar 1933 hat sich die Gesamtlage des Handwerks bereits ent- scheidend geändert. Es ist möglich gewesen, durch das Handwerkergesetz vom November 1933 und durch die Ausführungsverordnung vom Juni 1934 den langjährigen Wunsch nach Pflichtorganisation durchzuführen Diese Gesamtzusammenfassung des Handwerks war notwendig, um Rechte und Pflichten des Berufsstandes gleichmäßig auf alle Berufsgenossen verteilen zu können, während sich in früheren Zeiten ein großer Teil von ihnen jeder Verpflichtung zu entziehen wußte. Wenn aber heute der Staat selbst einen gewerblichen Nachwuchs fordert, der technisch so gut wie möglich ausgebildet und in seinen Persönlichkeiten ein treuer Vorkämpfer des Staatsgedankens sein soll, so muß er auch die Gewißheit haben, daß sich niemand von dieser Aufgabe fernhalten kann. Er muh aber auch bei Die Jnnungslade der Gießener Vöckerinnung. Im Besitze verschiedener Gießener Innungen befinden sich noch schöne alte Zunftladen, in denen die Dokumente der Zünfte vergangener Jahrhunderte aufbewahrt wurden. Die Truhen dienen auch heute noch diesem Zwecke. Das vorstehende Bild zeigt die aus dem Jahre 1617 stammende Lade der Gießener Bäckerinnung. Das kostbare Stück Handarbeit ist mit reicher Schnitzerei versehen und zeigt in dunkler und Heller Beizung Brote und Brezeln als Zeichen des Berufes. Die Truhe wird auf eigenartige Weise verschlossen: In dem erhaben herausgearbeiteten Deckel befindet sich ein Schieber, der erst beseitigt werden muß, wenn man zu den Schlüsseln und den Schlüssellöchern gelangen will. Die Truhe steht jetzt im Hause des gegenwärtigen Obermeisters der Bäckerinnung, Bäckermeister S ch o m b e r jun., in der Wall- torstraße, nachdem sie viele Jahre lang von dem früheren Obermeister Willy L o e b e r mit Sorgfalt aufbewahrt worden war. M i-MM. 5 w r 3?. Die Fahne der Küfer- und Bierbrauer-Zunft. In früherer Zeit waren die Bierbrauer und die K ü f e r in einer Zunft vereinigt. Im Oberhessischen Museum befindet sich die F a h n e dieser Zunft. Sie trägt im weißen Feld die Berufswappen der Küfer und der Bierbrauer und zeigt, von einem Eichenkranz umwunden, die Inschrift „Der Kuefer- und Bierbrauer-Zunft in Gießen". Die aus schwerer Seide gefertigte Fahne ist in feinen Farben gehalten. Ein ehrwürdiges Stück aus der Geschichte des Gießener Handwerks. < < Ll Wr der wirtschaftlichen Versorgung mit Aufträgen, mit Steuererleichterungen und Stützungen eine Berufsstandsvertretung zur Verfügung haben, die jeden Berufsgenossen entsprechend betreuen kann. Endlich ist es heute durchaus notwendig, daß es in jedem Einzelhandwerk nur noch einen einzigen Fach- und Innungsoerband in Deutschland geben darf und nicht mehrere Verbände, die in früherer Zeit häufig scharf gegeneinander kämpften, lieber Haupt ist dadurch, daß ein Reichshandwerksmeister und Landeshandwerksmeister als zusammenfassende Persönlichkeiten gegenüber den Innungen, Kammern und Verbänden ernannt worden sind, heute eine viel bessere Grundlage zu nützlicher Gemeinschaftsarbeit geschaffen worden, als sie früher jemals vorhanden war. Man wird nach wie vor erwarten müssen, daß der deutsche Handwerker seine Interessen mit guten Gründen zu vertreten versucht. Man muß aber auch die nötige Grenze der Einzelmeinung gegenüber dem Gesamtziel setzen können. Daher ist durch die Neuorganisation heute schon erreicht worden, daß sich die Handwerkerfrage nicht lediglich in Protesten und sogenannten Notschreien erschöpft, sondern daß man vom Handwerk selbst versucht, die Gründe wirtschaftlicher Mängel zu finden und von hier aus an die Besserung der Lage heranzugehen. Wenn z. B. die Kaufkraft des ganzen Volkes sich vermindert, oder wenn die Einfuhr etwa notwendiger ausländischer Rohstoffe nachläßt, so bleibt auch für das Handwerk kein anderer Ausweg, als sich auf die neue Lage einzustellen, also Ersatzstoffe zu suchen, oder die Produktion dem neuen, vielfach verminderten oder auch nur vereinfachten Bedarf anzupassen. Es ist erfreulich, daß die Spitzenleistung des neu organisierten Handwerks auch die Wege zur Beratung und Erziehung des Handwerks in dieser Richtung gefunden hat. Eine andere Aufgabe der Gesamtleitung wird es sein, den Nachwuchs des Meisterstandes so zu gehalten, daß unnötiger und unfähiger Zugang ver- mieden wird. Man wird also die Gesellen- und Meisterprüfungen und die Beaufsichtigung der Handwerkslehre so ernst wie möglich nehmen müssen. Es wird damit erreicht werden, daß die Beurteilung des Handwerks sich wirklich nur an die ordnungsmäßig gelernten Handwerker halten darf und nicht, wie es bei der unbeschränkten Ge- Eine Arbeitsbescheinigung in Gießen aus dem Jahre 1807. Die Urkunde bestätigt einem Handwerksgesellen, daß er 26 Wochen bei einem Gietzener Meister gearbeitet hat. Das repräsentable Blatt, ein kalligraphisches Kunstwerk, anscheinend im Stahlstich hergestellt, läßt erkennen, daß sich zu jener Zeit schon das heimatliche Handwerk als Träger einer feinen Kultur fühlte und dies auch auf diese Weise zum Ausdruck brachte. — Das Bild unt^r dem Siegel zeigt die Festung Gießen. werbefreiheit üblich und möglich war, auch an diejenigen, welche ein Handwerk überhaupt nicht oder nur sehr schlecht gelernt haben. Welche Maßnahmen für den sogenannten Berufsschutz, d. h. für Rechte und Pflichten des ordnungsmäßig gelernten Handwerks gegenüber der Gesamtwirtschaft getroffen werden können, wird erörtert, ist aber noch nicht entschieden. Neben die berufliche Zusammenfassung mit ihren wohltätigen Folgen hat die Regierung des Dritten Reiches bereits eine starke wirtschaftliche Stützung des Handwerks gestellt. Es ist bekannt, daß große Mittel als Zuschüsse für Instandsetzungsarbeiten auf dem Gebiete der Wohnungswirtschaft und zur Stützung der mittelständi- schen Kreditgenossenschaften zur Verfügung gestellt worden sind. Ferner hat das Handwerk durch die großen und neuen Arbeitsaufgaben der Reichsbahn, der Reichspoft ufro. starken Beschäftigungszuwachs bekommen. Besonders hat auch das Reichsfinanzministerium durch Steuermilderung und durch die Bedarfsdeckungswirtschaft das Handwerk wesentlich gefordert. Es ist also eine unbestreitbare Tatsache, daß der Wille der Neichsregierung, den ungeheuren Verfall der Wirtschaft in der marxistischen Zeit aufzuhalten und im Laufe der nächsten Jahre die Wirtschaft vorwärts zu bringen, schon heute ein erfreuliches Ergebnis gehabt hat. Ueberblickt man jetzt am „Tage des Handwerks" die Fülle der Meinungsäußerungen in der Fachpresse und in den Fachoersammlungen und die zahlreichen Eingaben an Regierungsstellen, so lassen sich trotzdem noch viele Sorgen erkennen, die manchen Handwerkszweig und manchen Einzelbetrieb bedrängen. Der Weg aus Verschuldung und Kreditnot, aus schwieriger Marktlage und anderen Erscheinungen der Zeit'ist für den einzelnen bei dem noch immer sehr großen Wettbewerb in allen Berufen schwer. Die Arbeit des Dritten Reiches hat aber bisher gezeigt, daß die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht aufgegeben zu werden braucht, solange in allen Berufen und auch im Handwerk noch Persönlichkeiten vorhanden find, die mit guter Ausbildung und mit unverzagten Kräften gewillt sind, Kampf und Arbeit an die Stelle des Verzichts und der Klage zu fetzen. Mochte darum der Tag des Handwerks ein neues Treuegelöbnis dieses wichtigen Berufszweiges zu dem neuen Deutschland Adolf Hitlers fein! Das Turmkreu; der Gießener Stadtkirche — eine prachtvolle kunftschlofferarbeit! Das Turmkreuz wurde im Jahre 1699 geschaffen und tat während eines Zeitraumes von 213 Jahren feinen Dienst. Im Jahre 1912 wurde es abgenommen. Die Angeln, in denen sich die Wetterfahne, der doppelt geschwänzte Löwe mit dem G in den Klauen, drehte, waren brüchig geworden. Das Turmkreuz war ehemals vergoldet. Schlossermeister Karl Kreiling' hat nach dem alten Original ein neues Turmkreuz aus Kupfer hergestellt, das von Carl Ludwig Leib vergoldet wurde und jetzt unseren Gießener Stadtkirchenturm krönt. Die ehrwürdige Kunstschlosserarbeit, die wir hier im Bilde zeigen, ist im Treppenaufgang des Oberhessischen Museums zu sehen. Die kloppsäge, ein alles Handwerkszeug der Schreiner. Dieses Werkzeug ist heute fast vergessen. Es mußte von zwei Mann gehandhabt werden. Die Säge, die unser Bild zeigt, befindet sich im Besitz des Schreinermeisters Lenz in Gießen, Frankfurter Straße, und wird als ein historisches Stück aus der Zeit der Väter in allen Ehren gehalten. Oer Neuaufbau des deutschen Handwerks Bereits durch ein Gesetz vom 29. November 1933 wurde dem Reichswirtschaftsminister und dem Reichsarbeitsminister die Ermächtigung erteilt, Anordnungen für den Neuaufbau des deutschen Handwerks auf der Grundlage der Pflichtinnungen und des Führerprinzips zu treffen. Bon dieser Ermächtigung haben die genannten Regierungsstellen Gebrauch gemacht durch eine Verordnung vom 15. Juni l. I. (Reichsgesetzblatt Teil I, Seite 493 ff.), die das Innungswesen neu regelt und eine besondere Ehrengerichtsbarkeit für das Handwerk einführt. Eine der wichtigsten Aufgaben auf dem Gebiete der Neuregelung der deutschen Wirtschaft ist damit einer Lösung entgegengeführt worden. Ueberall im Reich sind die Handwerkskammer damit beschäftigt, entsprechend der nunmehrigen gesetzlichen Regelung das Jnnungswesen neu zu gestalten. Zu einem großen Teil ssnd diese Arbeiten sogar schon abge- schlossen. Gegenüber dem seitherigen Zustand zel^t diese Neuregelung grundlegende Aenderungen, die im Folgenden in ihren Grundzügen erörtert werden sollen. Die Handwerkerinnung in ihrer neuen Gestalt ist „der örtliche Zusammenschluß aller in die Handwerksrolle eingetragenen Gewerbetreibenden des gleichen Handwerkszweiges oder verwandter Hand- werkszweige". Es gehören ihr also alle in die Handwerksrolle Eingetragenen, die das betreffende Handwerk betreiben, pflichtmäßig an; und zwar hängt der Beginn und das Ende der Mit- aliedfchaft grundsätzlich von der Eintragung und Löschung in der Handwerksrolle ab. Stirbt ein selbständiger Handwerksmeister und wird dessen Betrieb für Rechnung der Witwe oder minderjähriger Erben fortgeführt, so gehen die Rechte und Pflichten aus der Innungsmitgliedschaft mit Ausnahme des Stimmrechts auf sie oder ihre Stellvertreter über. Die seitherigen Vorschriften der Gewerbeordnung über Zwangsinnungen und Innungsausschüsse treten außer Kraft, da für sie angesichts dieser Neuregelung kein Raum mehr besteht. Neben dem erwähnten Personenkreis, der zwangs- läufig der Handwerkerinnung angehört, gibt es eine Reihe von Personen, die ebenfalls tätigen Anteil an der Handwerkerinnung nehmen, nämlich Personen, die früher als selbständige Handwerker tätig waren, oder solche, die als unselbständige Handwerker beschäftigt sind, sowie schließlich Lehrpersonen an Berufs- und Fachschulen. Für diese ist die Möglichkeit einer freiwilligen Mitgliedschaft ge- schaffen. Die Errichtung der Handwerkerinnungen, die Körperschaften des öffentlichen Rechts find, erfolgt durch die Handwerkskammer, also im Gegensatz zu früher durch eine Selbstverwaltungskörperschaft des Handwerks selbst. Die Handwerkskammer ist befugt, bestehende freie und Zwangsinnungen, sowie Jnnungsausschüsse zur Durchführung der Neuregelung zu schließen. Insoweit die neuen Handwerkerinnungen und Kreishandwerkerschaften die Aufgaben der seitherigen Innungen und Jnnungsausschüsse übernehmen, geht das Vermögen der letzteren auf sie über. Die Errichtung der Innungen erfolgte für bestimmte Bezirke. Dabei wird Rücksicht genommen auf einheitliche Wirtschaftsgebiete und darauf, daß eine zu einer lebensfähigen Gemeinschaft ausreichende Zahl von selbständigen Handwerkern erfaßt wird, andererseits aber auch darauf, daß diese imstande sind, an dem Leben und den Einrichtungen der Innung teilzunehmen. In Hessen sind insgesamt 383 Pflichtinnungen gebildet worden. Entsprechend dem eben erwähnten Grundsatz über die Abgrenzung der Bezirke ist dabei so verfahren worden, daß für die zahlenmäßig am stärksten Handwerksarten Kreis in - nungen errichtet wurden, deren Abgrenzungen sich im Wesentlichen mit den Bezirken der unteren Verwaltungsbehörden decken. Für die weniger häufigen Handwerksarten genügte die Zusammenfassung in größere Bezirke; sie sind in Hessen in Provinzinnungen oder, wo selbst das noch keine lebensfähige Gemeinschaft ergeben hätte, in Landes- Innungen vereinigt. In Oberhessen bestehen auf Grund dieser Regelung nunmehr 102 Kreisinnungen und 10 Provinzinnungen. fung des Schlichtungsausschusses vorauszugehen; 1 bie Klage beim Arbeitsgericht kann erst erhoben werden, wenn eine Schlichtung durch den Schlichtungsausschuß nicht erzielt werden konnte. Als weitere Aufgabe der Innungen ist bezeichnet: die Ausbildung der Berufsangehörigen zu fördern und bei Auch die Satzung der Innung wird von der Handwerkskammer erlassen. Spätere Aenderungen der Satzung können von der Jnnungsversamm- lung beschlossen werden, bedürfen aber der Geneh- migung der Handwerkskammer. Der Inhalt, den die Satzung in jedem Falle haben muß, .st lm Gesetz genau bezeichnet. Sie muß insbesondere Bestimmungen treffen über Namen, Sitz, Bezirk und Handwerkszweig der Innung, über ihre Aufgaben und Einrichtungen, über die Rechte und Pflichten der Mitglieder, über ihre Organe unb über Die Dermöngensoerwaltung und Haushaltsführung. Der Kreis der Aufgaben der Handwer- f er innungen ist im Gesetz genau umschrieben Andere, nach den gesetzlichen Vorschriften ihr nicht übertragene Aufgaben darf die Innung nicht über- nehmen. Im Einzelnen ist als Aufgabe der In- nung bezeichnet: die Pflege des Gemeingeiftes und die Wahrung der Standesehre, die Regelung des Lehrlingswesens und die Abnahme der Gesellenprüfungen, sowie die Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Handwerkern und ihren Lehrlingen. Hierfür wird ein besonderer Scklichtungsausschuß gebildet, der sich aus einer gleichen Zahl von Betriebsleitern und Mitgliedern des Gesellenbeirats zusammensetzt. Einer Klage über solche Streitigkeiten beim Arbeitsgericht hat immer die Anru- llAtn Urquell deutscher Leistungen und Rrafr war immer y'Tbes Handwerks wollen und Rönnen. Gesinnung und Schöpfungen der Meister aus der großen Vergangenheit des Handwerks müssen wir heute als ein uns gegebenes Lehen ansehen. — wir können stolz darauf sein, daß uns dabei die Aufgabe gestellt ist, in einem besonderen wichtigen Abschnitt im alleinigen Vertrauen auf die eigene Rraft am Befreiungswerk des Führers mitzuwirken. Heil Hitler! Fritz Müller-Mainz Vorsitzender der Hessischen Handwerkskammer der Verwaltung der Berufsschulen mitzuwirken, ferner wirtschaftliche Einrichtungen, die dem Handwerkszweig dienen, zu fördern. Schließlich gehörte zu den Aufgaben der Innungen noch die Unterstützung der Fachpresse und der handwerklichen Körperschaften, die Erstattung von Gutachten und Auskünften an Behörden und die Fühlungnahme mit den entsprechenden Fachbehörden. Zugelassen ist die Errichtung von Gütestellen zur Schlichtung von Streitigkeiten zwischen felbstänbigen Handwerkern I und ihren Auftraggebern, sowie die Errichtung von Jnnungskrankenkaßen. Zur Durchführung ihrer Aufgaben ist die Innung befugt, durch Beauftragte die Befolgung der gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften in den Betrieben ihrer Mitglieder zu überwachen. Was die Organe der Innung anlangt, so sind auch hier grundlegende Aenderungen gegenüber dem seitherigen Rechtszustand zu verzeichnen. Das hauptsächlichste Organ der Innung ist jetzt der Dbermeifter, der als Leiter der Innung mit weitgehenden autoritativen Befugnissen ausgestattet ist. Er wird von der Handwerkskammer bestellt; die Bestellung ist jederzeit widerruflich. Der Obermeister Pfriem, Schere, Hobel. Kleine Meister-Porträts zum Tage des Handwerks. Don K. jR. Neubert. Meister Barz. Als Kind lief ich gern zum Bäcker, weil es für ein Brot einen „Kameruner" zugab. Es war noch in den Jahren vor dem Krieg. Der Gang zum Kolonialwarenhändler stand nicht ganz im selben Kurs. Vielleicht spielte man im Garten Soldaten, wenn die Mutter rief. Da verwandelte man sich nur mit innerem Widerstreben aus einem siegreichen General in einen kleinen Jungen, der zwei Pfund Zucker holen mußte. Doch die Tatsache, daß es beim Kaufmann schon für einen Pfennig Lakritzen gab, versöhnte schließlich mit dieser Wendung. Beim Schuster gab es weder Kameruner noch Lakritzen, aber zu Meister Barz ging man wohl am liebsten. Eine kleine, schmale Treppe führte in feine Werkstatt hinunter, die eigentlich im Keller lag. Immer war es dämmerig im Raum. Ich sehe mich noch die Treppe hinuntersteigen, das Schild mit dem Lackstiefel hängt über der Tür, die Glocke schellt, wie ich die Tür öffne, sie bimmelt hell und wie erschrocken, und ich trete in den Raum, eine Katze huscht in diesem Augenblick durch meine Beine die Treppe hoch, ich stehe da, die Mütze in der Hand und frage, ob Vaters Schuhe fertig seien. Meister Barz sieht mich kurz an, dann neigt er sich schon wieder über seine Arbeit. Durch das große Fenster fällt Licht von der Straße auf den Tisch. Der Meister hat Vaters linken Schuh noch vor. „Wart ein Weilchen, Junge!" brummt Meister Barz. Es ist mir recht. Ich sitze gern bei Meister Barz, in der dämmrigen Werkstatt, in der es nach Pech und Geheimnissen riecht. Jetzt schlägt die Schwarzwälder Uhr drüben an der Wand, es rasselt in ihrem Gehäuse, und ein Kuckuck beginnt zu rufen. Hinter der Tür, die zur Wohnung führt, schlurfen leise Schritte. Mein Herz klopft in einer wunderlichen Erregung. Scheu betrachte ich Meister Barz. Er sieht eigentlich aus wie ein Zauberer aus dem Märchenbuch, mit dem weißen Haar und dem ernsten, forschenden Blick. Merkwürdig sind die Glaskugeln auf dem Tisch vor Meister Barz. Sie sehen aus wie Zaubergerät. Vielleicht sind darin die Stimmen mancher Menschen eingefangen, und nachts, hinter verschlossenen Türen und Fenstern läßt Meister Barz die Stimmen heraus, und sie flattern und seufzen und singen leise von gewesenen Tagen und Geheimnissen, bis der Meister sie mit einem Zauberspruch wieder in die gläsernen Kugeln einschließt. Und am Tage stehen sie wieder ruhig da. Das konnte sich ein phantasiebegabter Knabe wohl vorstellen, wenn er in der kleinen dämmrigen Werkstatt auf dem Hocker saß und auf die Schuhe wartete, an denen Meister Barz noch eine Kleinigkeit zu machen hatte. Wenn man dann wieder die Treppe heraufstieg und im hellen Licht des Tages stand zwischen eilenden Menschen und Fuhrwerken, kam es einem vor, als hätte man eben einen Blick in eine Welt getan, die noch viele Geheimnisse barg. Heute weiß man ja, welche Geheimnisse es waren: kleine Freuden in der Familie, manche Sorgen wirtschaftlicher Art, ein Todesfall, der stille Ablauf einer kleinen Welt. Eines Tages haben sie dann Meister Barz aus feiner Werkstatt getragen, und die Glocken läuteten für ihn. Und dann übernahm sein Sohn das Geschäft. Aber der sitzt jetzt nicht mehr in dem kleinen, dunklen Kellerraum. Er hat einen hellen freundlichen Laden. Maschinen stehen darin, und die gläsernen geheimnisvollen Kugeln sind fort und auch die Katze und die alte Schwarz- wälderuhr. Aus dem Nebenzimmer aber klingt ein Radio mit den neuesten Nachrichten und manchmal auch, aus dem hintersten Zimmer, das Weinen eines kleinen Kindes ober ein Helles Lachen, und dann huscht ein glückliches Lächeln über das Gesicht des jungen Meister Barz ... Der Idealschneider. Im Schaufenster steht eine Holzpuppe. Immer, wenn der Meister einen neuen Anzug fertiggestellt hat, hängt er ihn, ehe er ihn abliefert, noch über die Puppe im Schaufenster, und auf der Straße bleiben die Männer stehen, mustern kritisch den Anzug, manchmal geht einer in den Laden, fragt nach dem Preis und verspricht wiederzukommen ... Jeder kann sehen: gute Arbeit! Der Meister versteht sein Handwerk. Ich werde demnächst auch in den Laden gehen und fragen und wiederkommen. Ich war schon bei vielen Schneidern in meinem Leben. Bei manchen war ich nur einmal und habe dort nie wieder etwas -für mich machen lassen, manchen war ich treu, aber den richtigen Schneider habe ich eigentlich nie gefunden. Ich suche ihn immer noch Den Schneider, der das beste Material verwendet, dabei den billigsten Preis berechnet und die vollkommenste Arbeit liefert. Den Ideal- schneider! Ich hatte Anzüge, die nur saßen, wenn ich nicht saß. Ich hatte aber auch Anzüge, mit denen ich mich auf Sofas und eine ganze Nacht im Eisenbahnwagen herumdrücken konnte, und wenn ich aufstand, fiel die Hose so glatt wie am ersten Tag, und die Lacke saß wie aus der Holzpuppe im muß andererseits auch des Vertrauens der In- nungsmitglieber sicher sein und deshalb alljährlich in der Jnnungsoersammlung die Vertrauensfrage stellen; das Ergebnis der Beschlußfassung hierüber ist alsbald der Handwerkskammer mitzuteilen. Der Obermeister vertritt die Innung gerichtlich und außergerichtlich; er führt ihre Geschäfte und erledigt ihre Aufgaben. Nur in den im Gesetz vorgesehenen Fällen — vergl. hierzu im Folgenden die Ausführungen über die der Innungsversammlung vorbehaltenen Angelegenheiten — findet eine Beschlußfassung der Innung statt. Bemerkenswert ist, daß dem Obermeister sogar eine Strafbefugnis bei Zuwiderhandlungen der Jnnungsmitglieder gegen seine Anordnung oder gegen die Satzung tn Gestalt von Ordnungsstrafen zusteht. Dem Obermeister steht ein I n n u n g s b e i r a t zur Seite. Die Mitglieder desselben, deren Zahl in der Satzung festgelegt ist, bestellt er selbst. Diesen Jnnungsbeirat hat der Obermeister m wichtigen Angelegenheiten um seine Meinung zu befragen, ohne aber etwa hieran gebunden zu sein. Zur Wahrnehmung bestimmter Jnnungsämter hat der Obermeister ferner nach Maßgabe der Satzung aus den Mitgliedern des Jnnungsbeirats sogenannte Jnnungswarte zu ernennen, insbesondere seinen Stellvertreter, einen Kassenführer, einen Schriftführer und einen Lehrlingswart. Die Amts- dauer des Jnnungsbeirats und der Jnnungswarte beträgt ein Jahr. „ Zur Wahrnehmung der Interessen der Gesellen bestellt die Handwerkskammer einen Gesellen- wart und ordnet ihm einen Gesellenbeirat bei. Der Obermeister und die sonstigen Jnnungswarte haften für treue Amtsführung, wie Vormünder. Für den Fall, daß sich ein Jnnungswart als ungeeignet erweist, sind Bestimmungen getroffen, die feine sofortige Abberufung ermöglichen. Zu den Organen der Innung gehört schließlich noch die Jnnungsoersammlung. Sie besteht aus den ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern der Innung; nach näherer Bestimmung der Satzung kann sie sich auch aus Vertretern zusammensetzen, die von den Mitgliedern der Innung gewählt werden. Die Zuständigkeit der Jnnungs- Versammlung ist entsprechend dem Führerprinzip beschränkt auf bestimmte Angelegenheiten, nämlich: die Abänderung der Satzung, die Vornahme besonders wichtiger Rechtsgeschäfte, die Genehmigung der Jahresrechnung, die Feststellung des Haushaltplans und die Genehmigung von Ausgaben, die im Haushaltplan nicht vorgesehen sind. Das Gesetz enthält über die Stimmberechtigung und die Berechtigung zur Wahl der Vertreter der Jnnungsoersammlung sowie über die Voraussetzungen, unter denen eine Person als Vertreter zur Jnnungsoersammlung, als Jnnungswart, Gesellenwart oder Mitglied eines Beirats gewählt ober bestellt werden kann, noch eine Reihe von Einzelvorschriften, deren Erörterung hier zu weit führen würde. Schaufenster frisch nach dem Bügeln. Geheimnisse der Schneiderkunst. Auch Schneider sind Zauberer. Gute und schlechte Zauberer. Gute Anzüge zu zaubern, ist keine Kleinigkeit. M n muß schon ein Meister sein. Auf der Holzpuppe drüben im Schaufenster hängt schon wieder ein neues Jackett. Es ist eine elegante, gutangezogene Holzpuppe, muß man sagen. Sie kann lächeln. Immer macht sie ein freundliches Gesicht. „Sieh mich an!" sagt sie, „sitzt der Anzug nicht fabelhaft? Komm herein und bestelle dir auch einen. Der Meister wartet!" Ja, da gehe ich wirklich hinein und spreche mit dem Meister. Er ist gerade beim Zuschneiden. Mit Kreide hat er Striche auf dem Stoff gezogen. Die Schere frißt sich knirschend hindurch. Eben hat er die Aermel Angeschnitten. Jetzt läßt er die Arbeit liegen und bringt mir Stoffproben und Modelle und sagt: „Bei Ihrer Figur, mein Herr!" — „Prima." — „Das kleidet Sie bestimmt!" Und schon holt er das Zentimetermaß, mißt die Länge meiner Arme, meiner Beine, meinen Brustumfang und notiert Zahlen in einem kleinen Büchel. Dann ziehe ich die Brieftasche und zahle das Geld für den Stoff. Der Stoff ist nicht billig, finde ich. „Aber der Stoff ist gut!" belehrte mich der Meister. „Der Stoff muß so gut sein wie der Schneider. Schade um die Schneiderarbeit, wenn es anders ist." Da sage ich nur: „Und schade um den Stoff, wenn er besser ist als der Schneider!" Er lächelt und begleitet mich händereibend zur Tür. „Sie werden zufrieden sein", gibt er mir noch eine Hoffnung auf den Weg. Draußen bleibe ich noch vor der Puppe im Schaufenster stehen. Kritisch mustern meine Augen den Anzug. Vielleicht habe ich endlich den richtigen Schneider gefunden, denke ich. * Es ist mir aufgefallen: Schuster philosophieren, Schneider machen gern Witze, Tischler fingen. Ich habe darüber nachgedacht; es entspricht ihrer Tätigkeit! Menschen, die ständig mit durchgelaufenen Schuhsohle und schiefen Absätzen zu tun haben, müssen schließlich anfangen, über die Vergänglich- teil des Irdischen Bettachtungen anzustellen. Schnei- der aber machen gern Witze, weil sie im Umgang mit ihren Kunden ihren Sinn für Humor, Komik, Satire ausgebildet haben. Beim Maßnehmen und Anprobieren entdecken sie viele Eitelkeiten und viele Schwächen, die verdeckt werden sollen, sie sehen O- und T-Beine, schiefe Schultern und Hüh- nerbrüste und immer und überall sollen sie Idealgestalten, Vorbilder der Eleganz aus ihren Kunden machen, aus den Kleinen, den Langen, den Dicken, den Dünnen. Ja, sie machen gern Witz^. Aus den Vorschriften über die Dermö gens» Verwaltung und Haushaltsführung der Innungen ist hervorzuheben, daß das Vermögen grundsätzlich wie Mündelgeld verzinslich anzulegen ist und daß für bestimmte,, in die Vermögensverhältnisse der Innung besonders einschneidende Rechtsgeschäfte die Genehmigung der Handwerks- fammer eingeholt werden muß. Soweit die Kosten für die Errichtung und die Tätigkeit der Innung nicht aus den Erträgen ihres Vermögens ober son- fügen Einnahmen gedeckt werden können, sind sie von den Jnnungsmitgliedern durch Beiträge auf- zubringen, deren Höhe grundsätzlich nach der Lei- stungsfähigkeit der Betriebe gestaffelt ist. Von der Innung ist über den zu erwartenden Kostenaufwand und seine Deckung jeweils für ein Jahr ein Haushaltsplan aufzustellen und ferner über die Einnahmen und Ausgaben eine Jahresrechnung zu legen. Die Aufsicht über bie Innungen führt bie Hanbwerkskammer, ber zu biesem Zweck eine Reihe befonberer Befugnisse erteilt ist. Geht bie Mitglieberzahl einer Innung so weit zurück, baß sie ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen kann, so kann bie Handwerkskammer bie betreffend Innung schließen. Hanbwerkerinnungen gleicher Art innerhalb eines bestimmten Bezirkes werben burch bie Hanbwerkskammer zu einer Kreishanbwerkerschaft zusammengeschlossen, bie bie gemeinsamen Interessen ber ihr angeschlossenen Innungen wahrzunehmen hat. Die Hanbwerkskammer bestellt als Vorsitzenden der Kreishandwerkerschaft einen Kreishandwerksmeister, der seinerseits wieder zu seiner Unterstützung aus den Obermeistern der angeschlossenen Innungen einen Beirat ernennt. Ferner steht dem Kreishandwerksmeister die Mitgliederversammlung ber Kreishanbwerkerschaft zur Seite, die sich aus den Obermeistern ber angeschlossenen Innungen zusammensetzt. In Hessen finb insgesamt 18 solcher Kreishanbwerkerschaften errichtet worben. Besonbere Erwähnung oerbient schließlich noch bie Einführung einer Ehrengerichtsbarkeit für bas Hanbwerk, bie eine geeignete Handhabe bietet, um Verstöße von Jnnungsmitgliedern gegen die Standesehre ober ben Gemeingeist zu ahnben. In erster Instanz entfeheibet ein bei der Hanbwerkskammer gebilbetes Ehrengericht. Gegen besten Entscheibung ist bie Berufung an ben beim Deutschen Hanbwerks- unb Gewerbekammertag errichteten Ehrengerichtshof zulässig. Durch weit- gehenbe Strafbefugnisse, bie Ordnungsstrafen bis zu 1000 RM. und fogar die Aberkennung des Meistertitels umfassen, ist den Ehrengerichten ein wirksamer Schutz der Ehre des Handwerkerstandes ermöglicht. Die Neuordnung des Handwerks, wie sie in ihren Grundzügen im Vorstehenden bargestellt würbe, entspricht einem feit langem bestehenben Bedürfnis. Mit ihr ist ein großer Teil des Weges zu dem Ziel zurückgeleat, bas in ber Schaffung und Erhaltung eines gesunden, in neuem Geist gefestigten, blühenden Handwerkerstandes liegt, ein Ziel, dessen Erreichung zum Wohl des Volksganzen immer neue Förderung verdient. Oie Frau im Handwerk. Zwischen dem werteschaffenden Handwerk und der großen Gemeinschaft der Frauen bestehen enge Beziehungen, die nicht nur einzelwirtschastlicher, sondern vor allem gesamtwirtschaftlicher, aber auch sozialer unb kultureller Art sind. Alle Frauen — besonders die Hausfrauen — sind Verbraucherinnen und damit Käuferinnen handwerklicher Erzeugnisse unb Leistungen. Auch im Hanbwerk selbst wirken Frauen tatfräftig an ben bem Hanbwerk gestellten wirtschaftlichen Aufgaben mit; auf Grunb planmäßiger Fachausbilbung haben sich weibliche Hanb- werksberufe entwickelt unb bis heute erhalten. Außerbem ist in vielen Hanbwerkszweigen bie Mit- arbeit ber Ehefrau des Handwerksmeisters und der erwachsenen Töchter für den Absatz der Erzeugnisse von ausschlaggebender Bedeutung. Aus dem Arbeitsgebiet der früheren Hauswirt schäft haben sich verschiedene Fertigkeiten losgelöst unb zu selbstänbigen Berufen entwickelt. Viele Unb der Tischler sinat, wenn bie Sonne in seine Werkstatt scheint. Der Atem bes Walbes weht noch durch die Werkstatt. Dieses Holz war einmal ein Baum. Nun stehen die Bretter da, aber noch ist bas Leben bes Baumes in ihnen. Es buftet noch ganz leise nach Walb. Unb so kommt es benn, wenn ber Tischler ein Brett hobelt, unb bie Sonne scheint ins Zimmer, unb es riecht ein wenig nach Wald, daß er ein leises Lied zu summen beginnt... Zeitschriften. Dor 25 Jahren trat in Freiburg ein Kreis jüngerer Philosophen des In- und Auslandes an ihren Lehrer Heinrich Rickert mit dem Plan zur Gründung einer „Internationalen Zeitschrift für Philosophie der Kultur" heran, die auf Rickerts Vorschlag ben Titel „Logos" erhielt. Diese Zeitschrift, zu deren Mitarbeitern Gelehrte wie Bauch, ©pranget, Simmel, O. v. Gierke, I. Binder, Eucken, Troeltsch, Wölfflin unb Winbelbanb gehörten, biente nicht nur ben Bestrebungen ber „sübwestbeutschen Philosophie" unb ber Erneuerung des philosophischen beutschen Jbealismus, fonbern würbe darüber hinaus zu einem auch im Auslande viel beachteten Mittelpunkte deutscher Geisteswissenschaft. Das Ge- schehen der Gegenwart stellt dieser Zeitschrift neue Aufgaben. Sie will nicht nur wahr, fonbern auch deutsch philosophieren. Diesem Willen gibt der neue Titel „Zeitschrift f ü r Deutsche Kultur« Philosophie" (Verlag I. C. B. Mohr, Tübingen) Ausdruck. Unter diesem Titel soll die ZeitschB eine große philosophische Tradition weiterführen ur zugleich mit einem neuen Inhalt erfüllen. Das erst Heft zeigt die Auswirkung ber neuen Zielsetzung- Der einleitende Aufsatz von Hermann Glöckner (Gießen) über „Deutsche Philosophie", der mit her Bescheidenheit echter Wissenschaftlichkeit und m't liebevollem Verständnis Eigenart und Eigenrecht deutscher philosophischer Arbeit herausstellt, wendet sich auch in seiner schlichten sprachlichen Formalie« rung an alle, denen ernsthaft am deutschen Geistesleben gelegen ist. Auf ben Aufsatz des zweiten Herausgebers Karl L a r e n z über „Volksgelst und Recht" folgt ein weiterer rechtsphilosophischer Beitrag von Walther S ch ö n f e l b. In dem Aus' satz über „Die Abstimmungsurnen des Deutschen Reichstags" zeigt Hubert S ch r a d e , der kürzncy der weiteren Oeffentlichkeit durch sein Werk über „Das Deutsche Nationaldenkmal" bekannt geworden ist, von einem bestimmten Falle ausgehen Möglich' ketten unb Aufgaben künstlerischer Gestaltung auf. So gibt biefes erste Heft ein vielseitiges Bild von dem Wirken deutscher Geistesarbeit im Dritte Reich. jausend Handwerkerinnen sind heute Helferinnen «inb unentbehrliche Mitarbeiterinnen ihrer Schweglern, der deutschen Mütter und Hausfrauen. Diese Lehen alle in steter Verbindung mit den Handwerkerinnen, die ihre Kleidung nach ihren Wünschen eilfertigen, die die Hüte der Mode ihrem Geschmack enpassen, die Wäsche nähen und sticken usw. Aber neben den rein weiblichen Handwerksberufen sind jn den letzten Jahrzehnten auch Frauen in ur- prünglich männliche Berufe hineingewachsen, so >. B. ins Friseur-, ins Photographen-, ms Buchbinder- und in verschiedene Kunsthandwerke, seltener ins Kürschner-, Uhrmacher-, Metzger- und Läckerhandwerk. Auch die Frauen die einen Hand- verksberuf ausüben wollen, müssen die bestehen- ben Vorschriften über die fachliche Ausbildung und Weiterbildung erfüllen, um nach abgeschlossener Lehr- und Gesellenzeit ihre Meisterprüfung ablegen m können. Die im Jahre 1931 durchgeführte Hand- Derksstatistik brachte das überraschende Ergebnis, taß von der Gesamtheit aller Inhaber von Hcmd- verksbetrieben rund 12 v. H. weiblichen Geschlechts sind. Es ist bereits eine Selbstverständlichkeit geworben, daß Nahrungsmittel beim Bäcker, beim Kon- bitor und beim Metzger durch Frauen verkauft »erben. Auch sonst wird in vielen Handwerks- Zweigen der Verkauf und die Verhandlung mit der Kundschaft von Frauen übernommen, sofern nicht bie Größe des Betriebes die Beschäftigung von fremden Hilfskräften erforderlich macht. Die betriebliche Mitarbeit in den handwerklichen Geschäften umfaßt vielfach auch die Arbeiten im Büro, i B. Buchhaltung, Korrespondenz usw. Diese Frauen sind durch ihre Mitarbeit ein Glied der Handwerklichen Betriebsgemeinschaft. Die Lebensfähigkeit der kleinen und mittleren Handwerksbetriebe beruht ja auf der Tatsache, daß die handwerkliche Betriebsgemeinschaft gleichsam eine erweiterte Familiengemeinschaft ist, deren Glieder sich kurzfristig als Mitarbeiter dem jeweiligen Beschäftigungsgrad anzupassen vermögen, deren Leistung und Ertrag in enger Wechselbeziehung zu dem Verbrauch in der Familie steht. Die pflichtbewußte „Frau Meisterin" wird durch ihre Arbeit lind Gesinnung mithelfen, den Geist der Schicksalverbundenheit, der Werkgemeinschaft und des reibungslosen Zusammenwirkens aller Kräfte zu pflegen, sie wird wieder, wie ehedem, auch zu einem guten Teile die Hüterin der Tradition im Handwerksbräuche in alten deutschen Städten. Wenn wir in alten Urkunden und Chroniken blättern, entrollen sich anschauliche und bunte Bilder von dem Leben der mittelalterlichen Gilden und Zünfte, aber auch von dem Dasein in diesen alten Am Sonntag, 28. Oktober, dem Tage des Deutschen Handwerks, finden vormittags 11 Uhr im gesamten deutschen Reichsgebiet pflichtverfamm- lungen des Handwerks statt, um die Rundfunkübertragungen des Reichsstandes des Deutschen Handwerks aus Braunschweig geschlossen entgegenzunehmen. Zu diesen Pflichtversammlungen, die gemäß der Jahrhunderte alten Tradition des Handwerks im Zeichen des Dreiklangs: „Meister — Geselle — Städten, von ihren Gebräuchen und Sitten und von den Meinungen und Gesinnungen ihrer Bewohner. Ungemein aufschlußreich sind die Ordnungen der einzelnen Zünfte, die von ihren Mitgliedern treue und ehrliche Arbeit verlangen und ihnen auch außerhalb der Werkstatt moralische und religiöse Verpflichtungen auferlegen, wie diese: „Wer zu einem Begräbnis gebeten wird und nicht erscheint, bevor die Leiche vor die Dachtraufe kommt, der zahlt sechs Pfennige." Oder: „Trinkt ein Geselle im Wirtshaus so viel Bier, daß Unannehmlichkeiten daraus entstehen, so zahlt er ein Pfund Wachs Strafe; ebenso wenn einer im Wirtshaus Würfel herauszieht und Geld dabei nimmt, was „geraftelt" heißt." Wer Meister werden will, muß natürlich sein Meisterstück machen, das die Danziger Rolle der Beutler und Gürtler (Lederhandwerker) so festsetzt: „Eines Mannes Taschengürtel mit einer zweifach gewalzten Schnalle, mit getriebenen Gurtspangen, einem Halbmond von rohem Eisen und einen Frauengürtel von sämischem Leder mit einfach gewalzter Schnalle, mit ausgestochenen Scheiben und sechs ausgestochenen Gurtspangen und einem Halbmond als Nestel. Alles dieses zur Arbeit Gehörige Lehrling" stalkfinden, tritt das gesamte Handwerk des Kreises Gießen örtlich geschlossen an. Die 3n- nungsobermeister sind dafür verantwortlich, daß alle Meister, Gesellen und Lehrlinge an der Feier teilnehmen. Kameraden der Arbeit! Beweist durch Euer Erscheinen Eure Verbundenheit mit Volk und Staat und Eure Bereitwilligkeit zur Mitarbeit im Sinne unseres Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler. Ludwig S t ü h l e r, Kreishandwerksmeister. soll ihm der Meister vorlegen bis auf die Meißel, die soll er selber haben ..." Die Zunftvorschriften geben strenge Anweisungen, um den unredlichen Wettbewerb der Mitglieder untereinander zu unterbinden und die Preise nicht hochschnellen zu lassen — Bestimmungen, die heute wieder ausgenommen worden sind —, und so lieft man in der Ordnung der Glaser und Glasmaler zu Freiburg i. B.: „Wer eines anderen Arbeit übernimmt, die diesem zuerst übergeben wurde, zahlt fünf Schillinge, es fei denn, daß der erste säumig beim Werk war und der Auftraggeber die Verzögerung nicht dulden will und von einem anderen begehrt, die angefangene Arbeit zu vollenden, dann mag jeder ohne Strafe die Arbeit zu Ende führen." Und so wird für die Freiburger Gerber bestimmt: „Keiner soll unseren Metzgern Geld vorschießen, denn dadurch würden dessen Häute und Felle für andere unerreichbar, und der Kauf wäre nicht gleich für Arme und Reiche. Wer aber solches tut, der soll nach dem Ermessen der Meister gestraft werden." Tiefer bringen wir in das Leben einer mittelalterlichen Stadt ein, wenn wir die Handwerker bei ihrer Arbeit beobachten. „Im Jahre 1416", so heißt es in einer Augsburger Chronik, „Hub man an, die Röhrenbrunnen zu machen, die Quelle dafür war im Graben vor dem Schwibbogentor, dort hatte man ein Häuslein gemacht, darin der Brunnen gefaßt war... Im ganzen waren es heben, die kosteten der Stadt großes Gut und waren doch unnütz, die Röhren waren von Eisen geschmiedet und zu eng. Die Stadt verlor wegen dieser Brunnen viel Geld, der Brunnenmeister Leopold Karg machte Bankrott, kam aus der Stadt, fing Streit mit ihr an, er brachte sie in großen ! Schaden, wiewohl er auch nicht viel dabei gewann." Eine eigene Zunft, die der Knochenhauer oder I Metzger, bildeten damals die Fleischer. „Zu den «Zeiten war großer Mangel an allerlei Fleisch, und die Metzger waren gar hochmütig, besonders mit dem Schweinefleisch, und gaben den Leuten üppige Worte." Da greift der Rat Augsburgs ein, regelt Verkauf und Preise, und „als diese Verordnungen bestätigt wurden, wurde zur Bekräftigung die Sturmglocke geläutet." Erscheint uns das Glockengeläut als feierliche Be- ftätigung etwas seltsam? Die Glocken sprachen damals eine andere, ernstere und lautere Sprache als heute, wo sie im Lärm der Städte verschwinden. So verstehen wir den ausführlichen Bericht, den die Danziger Chronik gibt: „Anno 1516 ward Franz Wessel Vorsteher für Sankt Marien und besonders für den Turmbau; deshalb stieg er mit Hans Francke, dem Kirchenknecht, auf den Turm und fand überall so manche gefährliche Notbauten, so daß bei einem großen Sturm die Spitze herunterfallen könnte. Das Kuvfer war ringsum zerbrochen, so daß man hindurchsehen konnte, die Eschennägel Aufruf. Kreishandwerkerschaft Gießen-Lahn Gebt eure Aufträge dem einheimischen ndllVIWVI Wl a Handwerkerinnung der Buchdrucker, Chemigraphen, Kartographen, Kupferdrucker, Lichtdrucker, Lichtpauser, Lithographen, Steindrucker, Stereotypeure, Xylographen für die Provinz Oberhessen, Sitz Gießen Handwerkerinnung der Dachdecker, Asphaltdecker, Bleidecker, Pappdecker,Schieferdecker,Ziegeldecker für die Städte und Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach — Sitz Gießen Handwerkerinnung der Tapezierer, Sattler, Dekorateure, Polsterer für Stadt und Kreis Gießen, Sitz Gießen Handwerkerinnung der Korbmacher, Stuhlflechter für die Provinz Oberhessen — Sitz Gießen Handwerkerinnung der Damenschneider, Plisseebrenner, Theatergewandmacher, Sticker, Wäscheschneider für Stadt und Kreis Gießen — Sitz Gießen Handwerkerinnung der Klempner (Spengler, Flaschner) und Installateure, Bierleitungsreiniger, Gas- und Wasserinstallateure, Kupferschmiede, Zentralheizungsbauer für Stadt u. Kreis Gießen, Sitz Gießen Handwerkerinnung der Kraftfahrzeugreparateure, Autoelektriker, Vulkaniseure für die Provinz Oberhessen - Sitz Gießen Handwerkerinnung der Elektroinstallateure, Elektro- Maschinenbauer, Elektro-Mechaniker, Radiomechaniker für Stadt und Kreis Gießen — Sitz Gießen Handwerkerinnung der Schlosser, Feilenhauer, Maschinenbauer, Metalldreher, -former, -gießer, Metallschleifer, Nadler, Werkzeugmacher, Mühlenbauer, Blitzableiterbauer für Stadt und Kreis Gießen, Sitz Gießen Handwerkerinnung der Böttcher (Holz- und Weinküfer, Kühler, Schäffler) für die Provinz Oberhessen - Sitz Gießen Handwerkerinnung der Friseure, Perückenmacher für Stadt und Kreis Gießen — Sitz Gießen Handwerkerinnung der Schmiede, Kesselschmiede für Stadt und Kreis Gießen - Sitz Gießen Handwerkerinnung der Photographen, Phototechniker für die Provinz Oberhessen - Sitz Gießen Handwerkerinnung der Glaser, Glasschleifer, Glasbläser, Glasätzer, Rahmenmacher, Vergolder für die Städte und Kreise Gießen, Alsfeld, Lauterbach Sitz Gießen Handwerkerinnung der Herrenschneider für Stadt und Kreis Gießen — Sitz Gießen Handwerkerinnung der Putzmacher für die Provinz Oberhessen - Sitz Gießen Handwerkerinnung der Maler, Anstreicher Schildermaler, Tüncher, Weißbinder, Glasmaler, Porzellanmaler, Lackierer für Stadt u. Kreis Gießen, Sitz Gießen Handwerkerinnung der Tischler (Schreiner), Bootsund Schiffbauer, Segelflugzeugbauer, Intarsienschneider, Jalousiemacher, Modellbauer, Parkettleger, Sargtischler für Stadt und Kreis Gießen, Sitz Gießen Handwerkerinnung der Steinmetze, Steinbildhauer, Marmorschleifer für die ProviAz Oberhessen - Sitz Gießen Handwerkerinnung der Maurer, Backofenbauer, Betonbauer, Beton-und Kunststeinhersteller,Brunnenbauer, Platten-, Steinholz- u. Fliesenleger, Feuerungstechniker, Schornsteinbauer, Terrazzomacher für Stadt und Kreis Gießen — Sitz Gießen Handwerkerinnung der Schuhmacher, Orthopädieschuhmacher, Schäftemacher, Stepper, Gerber für Stadt und Kreis Gießen - Sitz Gießen Handwerkerinnung derTöpfer, Häfner, Kannenbäcker, Ofensetzer für die Provinz Oberhessen - Sitz Gießen Handwerkerinnung der Mechaniker, Büro-, Näh-, Sprechmaschinen- und Fahrradmechaniker, Feinmechaniker für Stadt und Kreis Gießen, Sitz Gießen Handwerkerinnung der Uhrmacher für die Städte und Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach - Sitz Gießen Handwerkerinnung der Wäscherei- und Plättereibetriebe für die Provinz Oberhessen — Sitz Gießen Handwerkerinnung der Fleischer (Metzger), Großschlächter, Roßschlächter für Stadt und Kreis Gießen — Sitz Gießen Handwerkerinnung der Stellmacher (Wagner), Karosseriebauer für Stadt und Kreis Gießen, Sitz Gießen Handwerkerinnung der Bäcker für Stadt und Kreis Gießen — Sitz Gießen Handwerkerinnung der Müller, Getreidemüller für Stadt und Kreis Gießen —''Sitz Gießen Handwerkerinnung der Zimmerer für Stadt und Kreis Gießen - Sitz Gießen Handwerkerinnung der Buchbinder, Kartonagen- macher und Liniierer für Hessen, Ortsgruppe Gießen 6334 D -"W* Vom Eucharistischen Kongreß ä U I Oeffontl.Bandelslehranitalt v.ll.L. Glefjen, lleblßffr.16 (Alte Klinik) Handarbeiten Altersverei nigung 1864 -1914 Elise Brod und Sohn. E356- Gießen, den 27. Oktober 1934 5182 Klein-Linden, den 27 Oktober 1934 b342 L> G Vorlagen für moderne Woll- und Filet-Häkelei j 'S lllillllllllllllllllllllllilll Vornehm / Geschmackvoll t Persönlich I Ueberhandtürher 1.25, 0.95, 0.75 liehen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache Mitteldecken 0.95, 0.75, 0.65 Hs Quadrate 0.15, 0.12, 0.10 Nachttischdeckchen 0.40, 0.35, 0.30 Nachmittag zur Aussprache, über das am Vormittag gehörte Referat. Diese Aussprachen zeigen, mit welcher Begeisterung und Freude die Propagandaleiter bei der Arbeit sind. Der Redner des Tages wird mit Fragen überschüttet und das ist ja auch der Zweck der Sache. Nach der fast dreistündigen Aussprache und dem Kaffeetrinken finden bis zum Abendessen kleinere Arbeitsgemeinschaften statt, in denen das am Tage Gehörte nochmals vertieft behandelt wird. Am Abend sitzen dann die Propagandaleiter zusammen, erzählen aus der Kampfzeit, lernen sich gegenseitig kennen, schätzen und verstehen. Alle Berufe sind in diesen Lehrgängen vertreten. Schriftsteller, Rechtsanwälte, Handwerker, Bauern und Beamte. Alle stehen sie in vor- Gründlichste Ausbildung für Wirtschaft und Verwaltung Einmalige Sonder-Kurse beginnen am 8. Oktober 1934 Ausstellungsraum im Hause C. Berg, Mäusburg 4 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste, der uns betroffen, sagen innigsten Dank Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebildertcn, leicht verständlich g. schriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verla- s- erzeugnisse. 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Ferner wird darauf hingewiesen, daß das Holz» geld für das in städtischen Waldungen gesteigerte Holz bis zum 11. November 1934 zu zahlen ist. Gießen, den 27. Oktober 1934. 6311 Stadtkasse Gießen.n Herd, Ofen, Wasch, maschine, Haus-u.Kiit ‘ geschirrt hervorragend bewährt bei Rheuma x Gicht Kopfschmerzen Ischias. Hexenschuß und Erkältungskrankheiten. Stark harn- säurelösendbakterientötend! Absolut unschädlich! Ein Versuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserm schweren Veilust. sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagen wir unsern innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Eduard Bieker und Kinder Kissen 0.95, 0.75, 0.40 r 4 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgen- sprach — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10 bis 10.45: Schul- funk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 1310: Nachrichten aus deck Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nach- richten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderstunde. 15.30: Germanisches Recht in der Gegenwartssprache. Von Albert Schweitzer. 15.45: Studenten von heute! — Als Student im Bergwerk und auf Montage. Zwiegespräch. 16: Nachmittagskonzert. 18: Stunde der Jugend. Ruf und Dank an Goebbels. 18.15: Bücherfunk. 18.30: Deutsche Gespräche: Zum „Tag des Handwerks": Handwerkskultur gestern, heute und morgen. Zwiegespräch. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Dar Leben spricht! 20: Nachrichten. 20.10: Saar- .'4-— 20.30: „Seemannsgarn". Lieder und Anekdoten aus dem Matrosenleben. 20.50: Schatz- Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, memen herzensguten Mann, unseren 111 Wilhelm Pfannkuchen im Alter von 70 Jahren in die Ewigkeit abzurufen In tiefem Schmerz: Elisabeth Pfannkuchen Gießen, Löberstraße 3. 27. Oktober 1934 Die Beerdigung findetMontagnachmittag. um 2 Uhr statt q521? Bekannimackuna. Vetr.: Die Bildung der Schöffen- und Schwurgerichte- Nach dem Reichsgesetz vom 7. April 1934 endigt die laufende Wahlperiode von Schöffen und ®e‘ schworenen am 31. Dezember 1934. Die zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen als Urliste dienende Wahlkartei liegt von INontag, den 29. OMo* der 1934, bis einschließlich Montag, den 5. November 1934, im Stadthaus, Bergstraße Nr. 20, Zimmer Nr. 17 während der Dienststunden zur Einsicht offen. Innerhalb dieser Frist kann gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der als Urliste geltenden Wahb Partei Einspruch erhoben werden. 6333C Gießen, den 27. Oktober 1934. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. Tischdecken 130/160 3.75, 1.95, 1.25 reichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die BrUhl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 22511 iiiUllliiilllimiiiiiliiiiii Schon i. ziifl. 33.-inonatl. können Sie >w eigenen Heim wohnen. Verlangen Sie kostenlos und unverbindlich aufklärende Druckschrift D 4. Bausparkasse Deutsche Bau- und Wirlschatlsgeinein- schall e.G in.b.H.. Köln, RiehlersiUla, Unsere bisherigen Darlehens- sntellnngen: 26 000 000 RB. 6270v Die Tagung des Eucharistischen Kongresses der Römisch-katholischen Kirche wurde im Palermo-Park zu Buenos-Aires in Anwesenheit des päpstlichen Legaten Kardinalstaatssekretär P a c e l l i unter einem gigantischen Kreuz eröffnet. Klarheit gezeigt, welch großes Können, Wissen, welch herrliche Kameradschaft und vorbildliche Disziplin in den Propagandaleitern des Gaues Hessen- Nassau steckt. G. W. M. Nundfunkprogramm. Sonntag, 28. Oktober. 6.15 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Katholische Mor- genfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein. 10.10: Max Halbe liest aus seinen Lebenserinnerungen „Scholle und Schicksal": Meine Urahne. 10.25: Chorgesang. 11.10 bis 11.25: „Hessisches Preishüten". Schäfer aus verschiedenen deutschen Gauen im Wettbewerb. 11.30: Aus der Burg Dankwarderode: Kundgebung Frdr.Teipel 16 Markt 16 Beschluß. Ueber den landwirtschaftlichen Betrieb (Eigentümer- und Pächter-Betrieb) des Johann Karl Koch und dessen Ehefrau Margarete, geb. Schlund in Beuern wird das Entschuldungsverfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. Juni 1933 heute um 13 Uhr eröffnet. 6309D Die Landesbauernkasse Rhetn-Main-Neckar e.G. m. b. h. in Frankfurt a. M wird zur Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 10. Dezember 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgerichi anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meldung der in § 11 Abs. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 18. Oktober 1934. Hessisches Amtsgericht. verfault und die Balken verrottet, so daß man große ] Stücke mit den Fingern herauspflücken konnte. Auch waren mehr als dreißig eiserne Bolzen gestohlen, ohne Zweifel von denen, die die Glocken läuteten; io war der Turm durch die Versäumnis der Vorstände nie in größerer Gefahr gewesen. Nachdem nun Franz solches gemeldet, wurden eiligst bei dem Abtshaag große Eichen gefällt und in die Stadt gefahren; Klaus Plümer, ein Zimmermann, mußte sie zurechthauen, in einem geheizten Gemach austrocknen und Nägel davon machen. Auch wurden allerlei eiserne Nägel, Bolzen und Stangen dafür gemacht und fünf neue Balken in schwerer Arbeit unter das Glockengestühl gezogen. Dabei zerbrach Franz Wessel ein Glied des Rückgrats und mußte ad)t Wochen zu Bett liegen. Zu diesem Bau gaben alle Kirchspielkinder großen Zuschuß, die Wesselsche gab zehn Goldgulden und hundert Mark extra zu dem hohen Altar im Chor. Nach Befestigung des Turmes und des Sparrenwerkes ließ der ältere Vorsteher und Bürgermeister, Herr Johannes Heye, dies zu ewigem Gedächtnis in das Kirchenbuch schreiben mit der Mahnung, daß man von nun an keine alten, sondern nur junge Männer zu Vorstehern der Kirche wähle." Dieser Bericht des Chronisten, so einfach und sachlich er auch geschrieben ist, erweist sehr eindringlich die Wichtigkeit des Handwerks in der alten deutschen Stadt, er kündet daneben von dem opferwilligen Zusammenarbeiten aller Bewohner, und er spricht nicht ohne Stolz von den überwundenen Beschwerden, von dem ehrlichen und säubern Arbeiten der Handwerker und dem Gemeinschaftssinn, der sich an dem Turm von Sankt Marien bewährte, so daß er bis heute ein Sinnbild der Stadt Danzig geblieben ist. Bei den Propagandisten im Haus der Jugend. Von der Gaupropagandaleitung der NSDAP., Gau Hessen-Nassau, wird berichtet: Wer glaubt, daß die Propagandisten unseres Gaues nur feder- und redegewandte Leute und Organisationstalente seien, der soll einmal in den nächsten Tagen, morgens gegen 6.30 Uhr, nach dem Haus der Jugend wandern. Um drefe Zett ve- oinnt mit dem Frühsport, der von einem Sportlehrer geleitet wird, das Tagewerk der Parteigenossen die zur Zeit den Pröpagandaleiter-Lehrgang besuchen. Anschließend an das Frühstück, das auf den Frühsport folgt, hält der stellvertretende Gaupropagandaleiter, Pg. Eisentraud, der von Pg. Müller-Scheld zum Leiter der Lehrgänge bestimmt wurde, einen kurzen Morgenappell. Ein frisches Lied leitet über zu dem Vortrag des Tages. Bekanntlich findet täglich nur ein zweistündiges Referat statt. Nach dem Vortrag geht es zum Mittagessen, das durch seine besondere Güte und Reichhaltigkeit wohltuend die geistige Arbeit unterbricht. Nach dem Essen begibt sich alles zur zweistündigen Mittagsruhe. Mit frischen Kräften geht es dann am Verkauf von Altmaterial. Bei der Betriebsverwaltung der Stadt Gießen ist Altmaterial, wie Blech, Späne, Schmiedeeisen, Braodguß, Gußbruch, Stahlreifen, Altblei, Altkupfer und Ezjnk, abzugeben. 63M Angovwtsvordrucke find im Verwaltungsbüro bes Städtischen Elektrizitätswerkes, Gießen, Harnmstrch Nr. 35, Zimmer Nr. 6, erhältlich. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 5. November 1934 bei vorgenannter Dienststelle abzugeben. Freie Auswahl der Käufer bleibt vorbehalten. Sicherheit muß geleistet werden. Gießen, den 26. Oktober 1934. Direktion der Städtischen Betriebsverwaltung. Lotz. Dangknlk Kall Thomasmehl Torfstreu Torfmull Stickstoffdünger empfehlen Gebr. Kahl “ ___________591 D Oie Technische Nothilfe ist ein Machtmittel des Staates! vom Tag des deutschen Handwerks. Es sprechen: Reichsbankpräsident Dr. Schacht in seiner Eigenschaft als stellvertretender Wirtschaftsminister und der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley. 12.30: Mittagskonzert I. 13.30: Mittaaskonzert II. 14: Kinderstunde. 15: Stunde des Landes. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Mandolinen - Konzert. 18: Der Nebel steigt, es fällt das Laub, schenkt ein den Wein, den holden! Winzerfeste. 19: Tanzmusik. 19.20: Sportbericht. 19.30: Saarländische Städtebilder: Saarbrücken. 20: Das leichte Glück. Ein romantisches Funkspiel. 21.30: II. Meisterkonzert des deutschen Rundfunks, mit Marcel Wittrisch. 22.10: Nachrichten. 22.20: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.25: Der Zeitfunk bringt den Sportspiegel des Sonntag. 22.45: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Montag, 29. Oktober. dnz> HeiaaißAt wvui Ihne*, pdlßiditexi. durch bildlicher Kameradschaft zusammen und halten eine geradezu mustergültige Disziplin. Zweimal in der Woche war am Nachmittag „Ausgang", keiner durfte — vielleicht aus finanziellen Gründen — zuhause bleiben. Wer nicht mit irdischen Gütern gesegnet war, wurde selbstverständlich in kameradschaftlicher Weise von den anderen Kameraden Umschau. eingeladen. Anekdoten aus dem Matrosenleben. 20.50: Schatz- Schon der erste Lehrgang hat mit erfreulicher gröber und Matrosen. Hörspiel. 22: Nachrichten. Fahrner-Schmuck das vornehme Geschenk für die Dame Kunsthandlung Hirz Seltersweg 22 6^35 d BACKHOCH Kuchenglanz die-ideale gebrauchsfertige Überzugs- * glasur- für Kuchen. Preis nur 25 Pfg. Erhältlich in allen einschlägigen Geschäften. . Kurth & Hohenbterg - Frankfurt a.M.V] Am Donnerstag ist nach schwerem Leiden unser lieber Alterskollege Wilhelm Pfannkuchen von uns gegangen. Die Beerdigung findet am Montag, dem 29. Oktober, um 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. 324 D Meine innigstgeliebte, teure Schwester Fräulein Else Blaeser aus Berlin ist heute morgen hier sanft entschlafen. In tiefstem Schmerz: Elfriede Hansen, geb. Blaeser. Gießen (Löberstrahe 21), den 27 Oktober 1934 6360 D Ehedarlehens- ^scheinen- lybiniger als Sie giauoen bei- Edgar Borrmann, Msn ;dl!iyjt Ds 64« Sine 11110 M obliege Eis, b< nE der D kamt eine verkei lüder toill D diener n machen- Steuer]1 neiafli^ M"- das N ßarlin l M W den Giri der Pol' Neue G des Der? Das fi dem Lei 3n Wir tiefe tre lebt, w< aller P> find fet Iranten lobet in einem immer fchiedei oah fie ja aud Ausku wiebei lieber Un' 1 Orts! hatte mige ; ber noch Zivil schau wir vorst Df. diene gerte, sich ir chen i am n Reihe/ biener (Einige ■. Vmtjew tmb es l[ bat tw 11. noch \ h Klaffe l| * bienet bei b Nun' j befiel Sc über «6 Di. ! schloß 9em gehen bas r eifern ? sonne Staut - ouf bi i lichfblc Vlulen I einen b bes Se ?eißho fchnng Sangen Zurück X rn.Ofnme S'fet. 8a"fen . "Tob :?$ As %)(i , -.Wir °8te qi w Ta Mhier, »N ! lebte - l'chke i Är i j ?em' ? fchlon von I i «efüh^ Und f eines' srende ^r K, Kr. 252 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)Samstag, 27. Oktobers Aus de» Provinzialhauptstadi. Es wird hiermit bekannt gemacht... Eine der wichtigsten Personen im Dorfe ist der Polizeidiener. Er repräsentiert die Staatsgewalt und hat daneben noch vielerlei andere Amtsobliegenheiten zu besorgen. Bei Hitze, Schnee und Eis, bei Regen und Sturm durch die Straßen gehen müssen, alle 50 Meter stehen bleiben und dann mit der Ortsschelle anzeigen, daß etwas Wichtiges bekannt zu machen ist. In größeren Dörfern ist das «ine Arbeit die oft viele Stunden währt. In den verkehrsreichen Straßen sausen Autos und Motorräder vorbei. Mitten in seinem Satz muß der Poli- -»eidiener aufhören. Er beginnt wieder. Dann schreien die Gänse, oder das Vieh wird gerade aus- lgetrieben. Aber unbehindert um alle Geräusche setzt tr seinen Weg fort, bis seine Arbeit getan ist. Am Nachmittag kommt vielleicht noch ein Händler und will irgend etwas kaufen. Nun muß der Polizeidiener noch einmal durch die Straßen und bekanntmachen. Dann kommen die andern Arbeiten: Steuerzettel müssen ausgetragen, andere Listen ein- ßesammelt werden. Irgend etwas ist im Dorfe vor- yefoUen. Der Polizeidiener forscht als erster, wohin das Fahrrad gekommen ist, oder wer nachts im Garten die Wäsche gestohlen hat. Im Felde wird Gras, im Walde Holz, und im Herbste das Obst an den Straßen versteigert. Jedes Gebot wiederholt der Polizeidiener und ruft dazu: eins zwei ... Neue Gebote folgen, endlich heißt es von feiten des Versteigerungsleiters: Drei! Das sind nur so ein paar kleine Ausschnitte aus )em Leben unserer Polizeidiener auf dem Lande. In Wirklichkeit gibt es immer noch viel mehr für tiefe treuen Beamten zu tun. Wer auf dem Lande lebt, weiß, daß ich recht habe. Aber die meisten aller Polizeidiener, die ich kennenlernte — und es ’inb sehr viele —, behielten ihren guten Humor, -ranken auch einmal einen „Kurzen", ließen sich aber in ihrer Arbeit nicht stören. Und wenn ich in einem Dorfe einem Ortsdiener begegne, benutze ich mmer wieder die Gelegenheit, um mich über ver- lchiedenes zu erkundigen, denn ich habe gefunden, !!»aß sie am meisten wissen vom Dorfe. Sie kommen ;a auch überall hin. Gern geben sie jedem Fremden Auskunft. Das gehört ja zu ihrem Dienste. Andere roieber, Hausierer unb Bettler, freilich schauen lieber nach links, wenn ber Polizeidiener naht. Unb ba muß ich immer roieber an unfern alten - 2rtsbiener aus meiner Iugenbzeit benken. Auch er atte seinen Humor, freilich oft einen sehr grimmigen. Buben unb Frauen kannten ihn nur von : er rauhen Seite. Nebenbei betrieb er aber auch «och etwas Lanbwirtschaft. Wenn er bann „in Zivil" auf seinem Wagen saß unb Futter holte, chauten wir Kinber immer noch einmal um, weil öir uns ben Polizeibiener eigentlich gar nicht „so" hiorfteUen konnten. Oft haben wir auch beobachtet, wenn ber Orts- s jener um die Mittagszeit in das Backhaus pilgerte, um dort die „Lose" auszugeben. Da hatten i ch immer so zwischen 15 und 20 Frauen unb Mähren versammelt. Sie mußten bas Los ziehen, wer cm nächsten Tage backen konnte unb in welcher Reihenfolge es vor sich gehen sollte. Ehe ber Orts- iiiener erschien, ging es immer ba sehr laut zu. finige Frauen lachten, anbere schrie«, alles sprach hird)einanber. Dann aber erschien ber Ortsbiener, imb es würbe so ruhig wie in ber Kirche. Das liat uns Buben immer mächtig gefallen. Da war es »och ruhiger als bei uns, wenn ber Lehrer in bie Nasse kam. Bon ben Frauen ließ sich ber Orts- Inener beim Losen gar nichts sagen. Er fuhr ihnen hei ber passenben Gelegenheit sehr grob über ben Dhmb. Sie mußten parieren. Das gefiel uns am i heften. — So war er auch Bettlern unb Hausierern gegen- ber. Wenn sie gar zu aufdringlich waren, dann machte er sie dingfest. Es gehen da noch viele muntere Geschichten in meinem Heimatdorfe um. Eine von ihnen, die wahrscheinlichste, will ich hier doch noch anführen, weil sie vielleicht wahr ist. Unser Polizeidiener wollte einen Bettler, den er mehrmals verwarnt hatte, nun festnehmen. Aber dieser entwischte ihm und suchte das Weite. Der Ortsdiener lief hinter ihm her. Aber der Bettler war schneller und leichtfüßiger als der kleine dicke Polizeidiener. Draußen vor dem Dorfe mußte er stehen bleiben und erst einmal verschnaufen. Der Bettler blieb in einer gewissen Entfernung auch stehen und beobachtete ben Verfolger. Nachdem sich der Ortsdiener die Stirne abgetrocknet hatte und wieder Anstalten traf, die Verfolgung aufzunehmen, rief ihm ber anbere zu: Na, Herr Polizeirat, wollen wir es noch einmal probieren? Gegen solche Unverschämtheit war unser Polizei- biener nicht gewappnet unb gab bie Verfolgung auf. P. Bekämpfung der Schwarzarbeit. LPD. Die Pressestelle bes Lanbesarbeitsamtes Hessen teilt mit: Durch eine Polizeiverorbnung bes preußischen Ministers des Innern vom 17. Mürz 1934 mit Ergänzung vom 14. April 1934 wurde zur wirksamen Bekämpfung der Schwarzarbeit bie Beschäftigung von Unterstützungsempfängern ohne Benachrichtigung bes zuständigen Arbeitsamtes unter Strafe gestellt. Inhaltlich gleiche Polizeiverordnungen finb kürzlich auch von ben hessischen Kreisämtern erlassen worben. Die Polizeiverorbnungen erfassen alle Personen, als sowohl bie Arbeitgeber, wie auch bie Schwarzarbeiter (Unterstützungsempfänger). Wenn jemanb ohne Vermittlung bes Arbeitsamtes Personen gegen Entgelt beschäftigt, von benen er weiß ober wissen muß, daß sie Erwerbslosenunter- stützung beziehen, macht er sich strafbar, wenn er die Beschäftigung dem Arbeitsamt nicht anzeigt. Der Arbeitgeber hat nur dann keine Schwierigkeiten zu erwarten, wenn er grundsätzlich alle seine Arbeitskräfte vom Arbeitsamt anfordert oder diesem die Beschäftigung von Unterstützungsempfängern unter Angabe des vereinbarten Lohnes an« zeigt. Die Ausstellung von Verdienstbescheinigungen und Aushändigung an den Unterstützungsempfänger allein schützen den Arbeitgeber nicht vor Strafe. Dem Arbeitgeber erwächst vielmehr aus der Poli- zeiverordnung die Verpflichtung, bei Beschäftigung von Unterstützungsempfängern ohne Inanspruchnahme des Arbeitsamtes mindestens dafür Sorge zu tragen, daß die Beschäftigung unb bas bafür gezahlte Arbeitsentgelt rechtzeitig bem Arbeitsamt bekannt werben. Es liegt daher im eigenen Interesse ber Arbeitgeber, auch für Gelegenheitsarbeiten nur vom Arbeitsamt zugewiesene Arbeitskräfte zu beschäftigen. Daten für Samstag, 27.Oktober. 1728: geboren ber Forschungsreisenbe James Cook in Marton (gestorben 1779); 1760: geboren ber Feldmarschall August Graf Neibharbt von Gnei- fenau in Schildau (gestorben 1831.). Reichsbund Volkstum und Heimat. (Kreisringführung.) Alle Ortsringführer werben ersucht, bis 30. b. M. — soweit nicht schon geschehen — ihre Tätigkeitsberichte vom letzten Vierteljahr (Juli, August und September) bei mir einzureichen. Es stehen außerdem noch eine Anzahl Meldungen über die Beteiligung der einzelnen Ortsringe bei dem diesjährigen Erntedankfest aus, die bis zum 15. d. M. in meinem Besitz sein sollten. Auch Fehlanzeigen sind bis zu dem oben angegebenen Termin zu melden. Nichteinhaltung dieses Termins muß bei Einsendung der Tätigkeitsberichte dem Landschaftsführer weitergemeldet werden. Die den Ortsringführern von der Geschäftsstelle des Reichsbundes übersandten Fragebogen über „Entfernte Daueranschläge" sind nach dem Muster des beigefügten Merkblattes auszufüllen. Der Abschluß der Erhebungen muß bis zum 10. November erfolgen, die Liften müssen bis spätestens 15. November bei mir ober ber Geschäftsstelle bes Reichs- bunbes, Darmstabt, Neckarstraße 3, eingegangen sein. Ich bitte alle Ortsringführer für eine orbnungs« gemäße Durchführung dieser Aufrufe Sorge tragen zu wollen. Gg. Heß, Kreisringführer. Sitzung des Provinzialausschusses. In ber gestrigen öffentlichen Sitzung bes Prooin- ziolausschusses ber Provinz Oberhessen kamen folgenbe Gegenstände zur Beratung und Beschlußfassung: Die Klage des Ludwig C o r b e in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 20. September 1934 wegen Versagung des Wandergewerbe- scheines wurde als unbegründet kostenpflichtig ab- gewiesen. Der Frau Elise Fritzen in Bübingen würbe auf ihre Klage gegen bie Entscheidung des Kreis- amts Büdingen vom 29. März 1934 bie nachgesuchte Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft „Zum Posthorn" in Bübingen im Hause Obergasse 28/30 erteilt. Im Dienstverfahren gegen ben Oberfeldschützen Johann Hartmann M ö r l e r in Bad-Nauheim wurde festgestellt, daß er die ihm als Gemeindebeamten obliegenden Pflichten durch politische Aeuße- rungen schuldhaft verletzt hat und wurde daher zu einer Geldstrafe in Höhe eines halben Monatsgehalts verurteilt. Die Kosten des Verfahrens find von dem Angeklagten zu tragen. Der Bezirksfürsorgeverband des Kreises Friedberg wurde auf eine Klage des Bezirksfürforgeoer- bandes der Stadt Essen verurteilt, die dem Kläger durch die Unterstützung für das Kind Anni Schiebahn aufgewendeten Unterstützungskosten im Betrage von 244,67 RM. nebst 6 Prozent Zinsen seit dem 31. Oktober 1931 zu zahlen sowie die noch aus diesem Pflegefall entstehenden, notfalls in einem besonderen Verfahren festzusetzenden Aufwendungen zu erstatten. He'.st Arbeit schaffen! Die neubeginnende große Arbeitsschlacht kann nicht ausschließlich durch die großen Arbeitsprojekte von Reich, Ländern und Gemeinden getragen werden. Don entscheidender Bedeutung ist hierbei die aktive Teilnahme jedes einzelnen Volksgenossen. Es kommt darauf an, durch eine Unsumme von kleinen und kleinsten Aufträgen und Bestellungen das Rad der Wirtschaft in Schwung zu bringen und in Schwung zu halten. Das Gießener Elektro - Jnftallateurgewerbe, zu gemeinsamer Arbeit mit dem Elektrizitätswerk unb der Elektroindustrie in der Elektrogemeinschaft zu« sammengeschlossen, rüstet jetzt — wie man uns schreibt — zu einer neuen großen Arbeitsschlacht „Nützt die Elektrizität". Unerschöpfliche Arbeits» quellen stecken in den Häusern und Wohnungen, viele Arbeitsmöglichkeiten bieten die seit langem Gin neues AsmanweeS von MojhUde von Gtesmann nimmt heute seinen Anfang im Gießener Anzeiger und wird die Leserschaft ebenso in Spannung auf die tägliche Fortsetzung hasten, wie es bei der Veröffentlichung anderer Zeitungsromane dieser Verfasserin schon früher seftgestellt werden konnte. LVMi du,rvÄs Liebe ist? betitelt Klothilde von Stegmann ihr neuestes Werk, das namentlich im Kreise der Familie wiederum freudig begrüßt werden wird. Neube« steller erhalten den Gießener Anzeiger bis Anfang November kostenlos. Man bestelle sofort, denn auch alle anderen Anforderungen an eine Tageszeitung von Nang findet der Leser restlos erfüllt in der GsiMÄizeZiAKsr iahende blieben wohl stehen, blickten hinein burd) geliefert? Sie hatte erst versucht, zu wibersprechen. hs rosenüberrankte Tor mit ben kunstvollen schmiede- selber Edelgard hatte mit ihrer sanften Bestimmtheit . I „ ~fV ft nrm nio troi in oinon . ... ° ' gibst. so fremd. ! er(d)ein ihres reichen l°rg°nlof°n ehrenvoller, mit allen Kräften danach *2bens gewesen waren. Wieviel Feste, wieviel jrop- - . lchkeit, wieviel Glanz hatten diese Räume gesehen. ’-'nr nnntos QnU,... l.ii. r: -L. :.. ;t, ziknniniöft nntl „Aber ein Freifräulein von Dönitz hat noch nie für Geld gearbeitet, Edelgard! Es ist nicht standes- , gemäß." I Sie hatte nie andere Kreise als bie ihren fennen« „Fänbest du es stanbesgemäßer, Mutter, wenn gelernt, unb biese jungen Mcibchen hier in bem wir eines Tages mit Schulben basäßen unb es riesengroßen Betriebe mit ihrer etwas kecken Sicher- Menschen auf der Welt gäbe, die von uns Geld zu heit, mit ihren ganz anderen Ansichten vom Leben r " - ■ ■ - -- --- flößten ihr zunächst geradezu Scheu ein. schon verbesserungsbedürftigen Anlagen. Leitungen, Schalter, Steckdosen, Apparate, Stecker und Schnüre sind vielfach schadhaft und verbraucht. Alle diese kleinen Mängel sind seit Jahren mehr oder weniger vernachlässigt und oft die Quelle unliebsamer Er- scheinungen geworden. Die Beseitigung all dieser kleinen und kleinsten Mängel, für den einzelnen tragbar, schafft eine Unsumme von Arbeit, gibt tausenden Volksgenossen Lohn und Brot. Darüber hinaus sind die Vorteile der Elektrizität so mannigfaltig, daß in jedem Haushalt noch zahlreiche Arbeitsmöglichkeiten sich schaffen lassen. Jede Anwendung der Elektrizität erfordert aber eine ausreichende und einwandfreie Leitungsverlegung, die nur der zugelassene Elektrofachmann ausführen darf. Der zuverlässige Elektromeister hilft, nicht der Pfuscher und Schwarzarbeiter, der zudem gar keine Berechtigung hat, Reparaturen und Aenderungen vorzunehmen. Jeder sollte nach besten Kräften dazu beitragen, daß der vielfältige Segen der Arbeitsbeschaffung im kleinen sich auch in Der neuen Arbeitsschlacht Durchsetzt. Wenn die Elektrogemeinschaft und ihre Mit- alieder in den nächsten Wochen sich anschicken. Ärbeitsmöalichkeiten in den Wohnungen zu erschließen, so denke jeder daran, daß sie nur das Veste wollen, und jeder untestütze dieses Bemühen, Arbeit zu schaffen. Jeder kann helfen, jeder wird helfen, weil es einfach Pflicht eines jeden Volksgenossen ist. Unfer neuer Roman. In der heutigen Ausgabe des Gießener Anzeigers beginnen wir mit Der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, das alle unsere Leserinnen und Leser in Stadt und Land ohne Zweifel nicht minder in Atem halten, und das mit der gleichen Spannung von Fortsetzung zu Fortsetzung verfolgt werden wird wie sein Vorgänger. Wir lassen mit dem neuen Werk wieder eine Autorin zu Worte kommen, die sich in ganz kurzer Zeit einen ausgezeichneten Namen beim deutschen Lese- Publikum im Allgemeinen und bei den Freunden unseres Blattes im Besonderen erworben hat: „Weißt du, was Liebe ist?" von Klothilde von Stegmann — so heißt unser neuer Roman, das soeben beendete jüngste Werk der beliebten Verfasserin, das sich ihren früher mit so starkem Erfolg bei uns erschienenen Romanen — „Deiner Hände Werk"; „B 518. Yvonnes Geheimnis"; „Was mein einst war"; — würdig an die Seite stellt. Diese Geschichte eines armen jungen Mädchens, das sein Schicksal selbst energisch in die Hände nimmt und den Weg zum großen Glück seines Lebens findet, ist eine prächtige Erzählung aus einem Guß, ein Roman voller Spannung und Leidenschaft, den niemand ohne tiefe Bewegung verfolgen wird. Wir freuen uns, unseren Lesern mit diesem neuen Roman eine wirklich genußreiche Lektüre bieten zu können, die Überall freudige Zustimmung finden dürfte. Graf Luckner kommt nach Gießen. Man schreibt uns: Wir kennen ihn ja schon alle aus seinen Büchern und aus der Presse als einen der volkstümlichsten deutschen Seehelden des großen Krieges. Das abenteuerliche Leben dieses Mannes und seine Leistungen als Kommandant des „Seeadler" sind Gemeingut des deutschen Volkes geworden Nach dem Kriege hat der „Seeteufel" sechs Jahre lang die Vereinigten Staaten kreuz und quer durchreist und mit seiner herzerfrischenden Vortragsweise für sein Deutschtum geworben. Sein Buch „Der Seeteufel" ist in 17 Sprachen übersetzt worden, in Hunderten von Orten hat Amerika seinen Vorträgen mit Spannung und Begeisterung gelauscht, es hat ihn zum Ehrenmitglied seiner angesehensten Gesellschaften, zum Ehrenbürger seiner großen Städte, ja der Vereinigten Staaten selbst gemacht. So hat Graf Luckner in friedlicher Werbearbeit Deutschland unendliche Dienste geleistet. Vor Berichterstattern der Berliner Presse hat er sich jüngst über seine künftigen Pläne geäußert; er bereitet eine Propagandafahrt seines berühmten Segelschiffes durch die ganze Welt vor und wird dabei von einer auserlesenen Schar der HI. begleitet sein. Es ist klar, daß ein Mann wie Luckner seinem ganzen Wesen und Leben nach nichts anderes sein kann als Nationalsozialist im besten Sinne des Wortes, und wir sind gewiß, daß überall da, wo er mit seiner Schar vor Anker gehen wird, um an Bord seines Schiffes seine Lichtbildervorträge über Deutschland und das neue Reich zu halten, Bresche geschlagen wird in Unkenntnis, Haß und Verständnislosigkeit. Bevor aber Luckner seine Ausreise über die skandinavischen Häfen und England nach Amerika antreten wird, haben wir Gelegenheit, ihn selbst kennen zu lernen und seiner urwüchsigen Beredsamkeit zu lauschen. Wer ihn einmal gesehen hat, wird das Erlebnis nicht vergessen, wie Luckner in den Saal kommt, die unvermeidliche Seemannspfeife im Munde, unter feine Hörer tritt, und noch ehe er ein Wort gesprochen, alle Augen und Herzen ihm entgegenfliegen. So darf der Volksbund für das Deutschtum im Ausland, der Graf Luckner für einen Lichtbildervortrag über „Ernstes und Weiteres aus dem Leben des Seeteufels" gewonnen hat, gewiß erwarten, daß Gießen dem deutschen Seehelden ein volles und aufmerksames Haus stellen wird. Näheres in der Anzeige am Montag. Gießener Dochenniarktpreife. * Gießen, 27. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45' bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische) 10 bis 11, (inländische, Kühlhaus) 10 bis 12, Wirsing (grün), das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 7 bis 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 6 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, Rotkraut, das Pfund 10 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 9 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12, Römischkohl 8, Unterkohlrabi 8, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 60 bis 80, Tomaten 12 bis 15, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 40, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, des Pfund 7 bis 12 Ps., der Zentner 8 bis 12 Mark, Birnen, das Pfund 6 bis 10 Pf., Nüsse 25 bis 30, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 10, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Pf. Vornottzen. — Tagestalender für Samstag: NSLB. Arbeitsgemeinschaft „Technische Lehrerin- nen", 15.30 Uhr, Mädchenberufsschule, Zusammenkunft. — Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr, „Polen- blut" (NS.-Kulturgemeinde — Ring Deutsche Bühne). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Insel". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Das Tau« Aufruf an die Bevölkerung der Stadt Gießen. Am Samstag, 27. Ott., mittags 12.35 llhr, triff« auf dem Bahnhof Gießen ein Gaarurlauberzug ein. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Kreisamtsleitung der NSB. marschieren dieGäste und die Untergliederungen derpartei durch folgendeStraßen: Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurter Sttaße, Seltersweg, Kreuzplatz, Sonnenstraße, Schulstraße, Marktplatz, Kirchenplatz, Watttorstrahe, Braugosse zum Landgraf-Philipp,Platz. Hier findet der offizielle Empfang durch die Vertreter der Partei sowie der Stadt Gießen statt. Ich fordere die Bevölkerung der Stadt Gießen zu reger Teilnahme aus! Heil Hitler! Kreisamisleiiung der 71GV. Kloß, Kreisamtsleiter. Flaggen heraus zum Empfang der Gaardeutschen! Am Samstag, 22. Oktober, treffen um 12.35 Uhr SO Volksgenoffen von derSaarin Gießen ein. Sie werden von einer Kapelle vom Bahnhof zum Landgras-Philipp-Platz geleitet. Dort findet der Empfang statt. Wir bitten in den Ourchmarschstraßen zu f l a g g e n. Kreisleitung Gießen der NSDAP. cher-Duell". — Männerturnverein, 20 Uhr, Caf6 Ebel, Mitglieder-Versarnmlung. — Volksmissionarisches Amt Der evangelischen LanDeskirche Nassau- Hessen, 20 Uhr, Volksmissions-Vortrag „Christentum unD nationalsozialistischer Staat". — TageskalenDer für Sonntag: NSBDT., Kreisamtsleitung Gießen, 11 Uhr, Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, Film-Schulungsvortrag. — StaDttheater, 15.30 bis 18 Uhr, „Polenblut"; 19 bis 22 Uhr „Zigeunerbaron". — Oberheff. Kunstverein, Turmhaus am Branbplatz, 11 bis 13 Uhr, GemälDe-Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Die Insel". — Astoria-Lichtspiele, Selters- weg, „Das Taucher-Duell". — Dolksmissionarisches Amt Der evangelisches LanDeskirche Nassau-Hessen, 9.30 Uhr PreDigt „Bekenntnis zur Kirche"; 18 Uhr, Volksmissionsvortrag „Das Schwert Der Kirche: 400 Jahre Deutsche Bibel". — Sportplatz 1900, 15 Uhr, HanDball-Pokalspiel Gau NorDhessen—Gau BaDen. — Aus Dem StaDttheaterbüro. Morgen, Sonntag, nachmittags Operette „Polenblut", abenDs Operette „Zigeunerbaron". — Dienstag: Oper „Traviata". — Mittwoch: Wiederholung Der Oper „Traviata". — Freitag: Wiederholung der Oper „Traviata". ♦ ** D i e ausgeschiedenen Mitglieder des Stadttheaters wurden nach einer Zuschrift aus dem Stadttheaterbüro wie folgt neu verpflichtet: Sybille - Eveline F l e mm i n g ans Albert-Theater nach Dresden, Maria Koch ans Stadttheater Freiburg im Breisgau, Erna Renz ans Oberschlesische Landestheater nach Beuthen, Hansi Stadler ans Stadttheater Heilbronn, Alfred F i e r m e n t ans Landestheater Neustrelitz, Walter Michel ans Stadttheater Landsberg a. d. W., Heinz-Albrecht M a r ck s ans StaDttheater Mainz, OswalD Förderer ans Stabtheater Ratibor. ** Die Urliste für Die Bildung der Schöffen- und Schwurgerichte liegt vom 29. Oktober bis einschließl. 5. November im Stadthaus, Bergstraße, zur Einsichtnahme offen. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung der Bürgermeisterei ersichtlich. ** Eine öffentliche Zahlungsanmahnung der Stadtkasse ist im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes enthalten. Zur Zahlung angemahnt werden Rückstände aus Wohnungsmiete, Schulgeld für die Studienanstalt, Handwerkskammerbeiträge, sowie Gemeinde-, Kreis- und Provinzialumlagen einschließlich Sondersteuer. Säumige Zahler seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** StaDttheater unD Konzertverein. Die JntenDanz macht nochmals Darauf aufmerksam, Daß neu hinzutretenDe Abonnenten alle bis jetzt fälligen Abonnementsvorstellungen noch besuchen können, Da sämtliche Vorstellungen Dieser Spielzeit noch auf Dem laufenden Spielplan erscheinen. — Durch Vereinbarung zwischen Konzertverein und Theaterleitung konnte erreicht werden, daß die vier großen Orchesterkonzerte des Konzertoereins im Stadttheater stattfinden. In diesem Winter wird erstmalig Die Neuerung getroffen. Daß jedes Theaterabonnement je ein Symphonie-Konzert des Konzertvereins in feinem Vorstellungsring hat. Außer- Dem stehen Den Theater-Abonnenten bei Den übrigen Konzerten des Konzertoereins die Vergünstigungen der Abonnenten des Konzertvereins zu. Es liegt nun beim Gießener Publikum, durch zahlreiche Meldung zum Abonnement Das Vertrauen zu rechtfertigen, Das Dem Konzertoerein seitens Der Stabtverwaltung unb Der Reichsmusikkammer in so nachDrücklicher Weise ausgesprochen wurDe. Auskunft und Anmeldung für den Konzertverein in der Musikalienhandlung Ernst Challier, Neuenweg 10. ** Wechsel in der Leitung der Baugenossenschaft 18 9 4. Wie uns berichtet wird, ist in Der Leitung der Baugenossenschaft 1894 e. G. m. H. Gießen insofern eine Aenberung eingetreten, als das langjährige Vorstandsmitglied, der derzeitige 1. Vorsitzende des Vorstandes Herr Karl Aliendörfer von seinem Amte zurückgetreten und an dessen Stelle Herr Heinrich Schneider, Kugelberg 51, vom Aufsichtsrat bestellt worden ist. ** Kasperltheater Radirullala im (S a f 6 Leib. Gestern nachmittag war der Saal Des Caf6 Leib erfüllt von Der Begeisterung Der Ju- genD, Die mit großen Erwartungen Dem Gastspiel des Mainzer Kasperletheaters Raoirullala entgegen- sah. Der Saal war beide Male — in der Vorstellung für Jungens und für Mädchen — bis auf den letzten Platz besetzt. Lehrer und Lehrerinnen, die die Aufsicht führten, hatte alle Mühe, das kleine Volk in Ordnung zu halten. Solange die Lampen im Saale brannten, war ein einziges Stimmengewirr im Raum, aber atemlose Stille herrschte, als das Licht verlosch und Kasperle auf der schön ausgestalteten Bühne erschien und fragte, ob sie alle da seien. Im Chor Hang das „Ja!" und im Chor klang alles wie aus einem Munde, wenn der Kasperl irgendetwas fragte. Zur Aufführung gelangte das Stück von der Reife des Kasperls in das Saargebiet, in dem die vielen Abenteuer geschildert wurden, die der Kasperl mit dem Teufel, mit den Franzosen und dem Negerhäuptling zu besteben hatte. Begeistert sangen die Kinder auf dem „Marktplatz im Saargebiet" das Saarlied, Damit sich Die Franzosen ärgern sollten, unD wie freuten sie sich, als es Dem Kasperle gelang, nicht nur mit Dem Negerhäuptling, sondern auch mit den Franzosen und sogar mit dem Teufel fertigzuwerden. Viel Heiterkeit löste das Auftreten von Kaspars stets aufgeregter Frau Gretel aus, die durch ihre Neugierde und Unvorsichtigkeit in französische Gefangenschaft geraten war und den Negerhäuptling heiraten sollte. Tief befriedigt zogen die Kinder von bannen, nachdem der Kasperl endlich doch seiner Großmutter, die im Saargebiet wohnte, zu ihrem 80. Geburtstag gratulieren konnte. Herzhaft gratulierte das kleine Publikum mit. Während der Pausen sangen die Kinder einige Volkslieder und unterhielten sich damit selbst. Dielen der Kleinen wird das Gastspiel des Mainzer Kasperltheaters Radirullala ein schönes Erlebnis gewesen sein. Am Abend sand eine Kasperlvorstellung für Erwachsene statt, in der das Stück „Kasperl beim Völkerbund" gezeigt wurde. Oberhessen. Schulungsabend der Ortsgruppe Lich der NSDAP ? L i ch, 26. Okt. Die Ortsgruppe Lich der NSDAP, hielt gestern abend in Steins Saal ihren Schulungsabend für Oktober ab, der einen sehr guten Besuch aufzuweisen hatte. Nach Dem gemeinsamen Gesang Des Liedes „Volk ans Gewehr" und Eröffnung durch den Ortsgruppenleiter, Pg: Karl Kuhn, ergriff das Wort der Schulungsleiter der Ortsgruppe, Pg. Stiftspfarrer D r a u d t (Lich). Da Stiftspfarrer Draudt mit Wirkung vom 1. November nach Sonnenberg bei Wiesbaden versetzt wird, sprach er statt des vorgesehenen Vortrags Nationalsozialistische Außenpolitik", Der sich infolge seiner Bedeutung und Zergliederung auf mehrere Schulungsabende erstrecken sollte, in etwa einstündigen Ausführungen über das Thema „Nationalsozialistische Selbstverständlichkeiten". An den Beginn seiner Ausführungen stellte er die erste selbstverständliche Forderung des Na- twnalsozialismus, die Disziplin jedes Nationalsozialisten. Er ging dann auf einige kleinere Begebenheiten des Alltags ein, Die er selbst erlebt habe und die immer noch deutlich zeigten, wie wenig echt nationalsozialistisches Wesen und Handeln anzutreffen sei. In seinen weiteren Ausführungen führte er den Anwesenden insbesondere den verheerenden Einfluß des um die Jahrhundertwende einsetzenden Liberalismus auf dem Gebiete der Politik, der Wirtschaft, Kunst, Religion und anderen Gebieten vor Augen. Der Liberalismus kenne in seiner Politik nur den persönlichen Vorteil des Einzelnen, während der Nationalsozialismus das Wohl der Gesamtheit vor die Einzelperson stelle. Der Liberalismus habe durch die wirtschaftlich freie Verfügung jedes einzelnen zum Ruin geführt. Die Ichsucht habe einen ungeheuren Konkurrenzkampf hervorgebracht, der ein Sinken der Geschäftsmoral zur Folge hatte. Staatspolitisch habe sich der Liberalismus in der Bildung zahlreicher Parteien und sog. Jnteressentengruppen ausgewirkt. Der Nationalsozialismus stehe hierzu in schroffem Gegensatz. Er erblicke in dem Wohlergehen des Staates das Glück der Einzelperson. Der Redner zeigte dann an einzelnen Beispielen, daß auch heute noch von vielen Volksgenossen die im Liberalismus beruhende Einstellung gegenüber Volk und Staat nicht abgelegt sei, sondern immer noch weiter wuchere, daß diese Volksgenossen immer noch ihr „Ich" über das des Volksganzen stellen und betonte, daß Saboteuren und Schwätzern, denen noch Disziplinlosigkeit anhafte, mit aller Schärfe entgegenzutreten sei. Nachdem Pfarrer Draudt den Begriff der Kameradschaft und verschiedene weitere nationalsozialistische Selbstverständlichkeiten bärge- legt hatte, beendete er seine Worte mit dem Appell an alle, ihr ganzes Sein und Handeln in ihrer letz- ten Konsequenz stets nur in Den Dienst für Volk und Vaterland zu stellen und nur immer eins im Auge zu haben: Deutschland und immer wieder nur Deutschland! Ortsgruppenleiter Pg. Kuhn dankte Pg. Draudt für seine Worte und über- reichte ihm in Anerkennung feiner in den Jahren des Kampfes geleisteten treuen Dienste für die Ortsgruppe das Werk Dr. Goebbels' „Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei". Nachdem der Sturmführer des hiesigen SA.-Sturmes, Dr. Erb, ebenfalls anerkennende Worte für den scheidenden früheren SA.- Mann und Schulungsleiter Pg. Draudt gefpro- chen hatte, schloß sich an den Schulungsabend ein kameradschaftliches Beisammensein der PO. und NS.-Verbände mit ihrem Pfarrer an. Zum nach- folgenden Schulungsleiter Der Ortsgruppe wurde Pg. Dr. K o e p p e ernannt. Haus Peter Äück in Langsdorf. CV0 Langsdorf, 27. Okt. Die architektonische Schönheit unseres Dorfbildes hat dieser Tage eine bemerkenswerte Bereicherung erfahren. Das seither schon unter Denkmalschutz stehende Haus Peter Bück, an der Ecke der Reichen Gasse und der Obergasse gelegen, wurde von [einem Besitzer mit einem neuen Kleide versehen, so daß nun er ft seine ganze architektonische Schönheit zur Geltung kommt. Seine Geschichte ist so bemerkenswert, daß Der Öffentlichkeit einiges davon mitgeteilt fei: Der große Glaubenskrieg des 17. Jahrhunderts brachte unserem Dorfe neben anderen Schicksalsschlägen unD Trübsalen auch etliche, durch Kriegsbanden verursachte verheerende Brände. Als man nach den Tagen von Osnabrück und Münster auf bei ganzen Lime an bie Wieberaufbauarbeit ging, brauchte man führenbe Persönlichkeiten, bie an bie Spitze ber dezimierten und entmutigten Bauern traten. Nach der Lage der Dinge konnten es nur Leute sein, die über die erforderliche wirtschaftliche und finanzielle Bewegungsfreiheit verfügten, um Zeit und Kraft in den Dienst der Oeffentlichkeit stellen zu können. Die Sippen, die vordem in der Gemeinde maßgebend gewesen waren, hatte ber Krieg zerrieben, verarmen lassen ober zum Aussterben gebracht. Aber neue Familien waren hochgekommem Das ging zum Teil ganz eigenartig zu: Einst blühenbe Stämme waren völlig ausgestorben ober hinterließen nur noch einen Erben ber Namen und ber Besitztümer. Es kam also vor, daß ein Erbe die Hinterlassenschaft von drei ober vier Familien überkam. Trotzbem blieb noch „erbloses" Land genug, bas niemand haben wollte. Diesem unhaltbaren Zustande machte der Staat ein Ende, indem er Die „erblosen" Ländereien den einzelnen Bürgern „dar- schätzte", wofür sie die auf diesen Grundstücken lastenden Abgaben und etwaige Hypothekenzinsen der früheren Besitzer zu übernehmen hatten. Durch dieses Vorgehen kamen einige Sippen, die sich den erforderlichen Lebensmut durch all die Verderbnis der langen Kriegszeit hindurchgerettet hatten, rasch zu bedeutendem Grundbesitz und damit wieder zu Wohlstand. Dazu gehörte die damals führende Sippe unseres Dorfes, die Schultheißenfamilie Fay. Von Das Haus nach der Herrichtung. 1624 an haben Vater, Sohn und Enkel dieses Amt fast 90 Jahre lang geführt und sich um den Wieder- aufbau ihrer Gemeinde hervorragende Verdienste erworben. Der mittlere unter ihnen, Johann Sebastian Fay, scheint nach unseren Quellen der traft- vollste gewesen zu sein. Denn seine Amtszeit brachte den eigentlichen Wiederaufbau. Es galt im Dorfe, die vielen ehemaligen Hofstätten, die nur noch Schutt und Brandspuren aufwiesen, die sog. „Hofplacken", mit neuen Gehöften zu besetzen. Da ging Der Schultheiß selbst mit gutem Beispiel voran. Er errichtete im siebenten Jahrzehnt des Jahrhunderts zwei neue Hofreiten, beide an ber Hauptstraße bts Dorfes gelegen, bem Steinweg, ber leiber im 19. Jahrhunbert ben alten Namen eingebüßt hat unb heute Obergaffe heißt. Es waren zwei stolze, geräumige Bauernhäuser von bem Typ, ben Der oberhessische Denkmalpfleger „breizonig" nennt. Die beiben Gebäube stehen einanber schräg gegenüber unb kehren sich bas Gesicht zu, so baß noch heute ihre einstige Zusammengehörigkeit zu erkennen ist. Des einen charakteristische Schönheit kommt nicht zur Geltung, weil bas Fachwerk verputzt ist. Das anbere ist unser Haus Bück. Es weist alle konstruktiven unb ornamentalen Farmen des hessischen Holzbaues ber Renaissancezeit auf unb hat seine ehemalige Gestalt nur in unwesentlichen Stücken eingebüßt Die Anorbnung ber Fenster hat im Lause ber Zeit einige Aenderungen erfahren, unb bie Haustür, Die, eine Alt-Langsborfer Besonberheit, unmittelbar auf bie Hauptstraße münbete, ist an bie Langseite verlegt worben. Aber sonst ist bie ursprüngliche Schönheit voll erhalten. Wie eine Reihe von Häusern bessergestellter Leute hat es an seiner Stirnseite einen Erker, ber ben Blick gestattet bis zur Hungener Pforte. Daß man 20 Jahre nach bem Westfälischen Frieben Häuser von solcher Kraft unb Schönheit bauen konnte, beweist, baß bie lange Kriegszeit bem Lebensmut unb ben baukünstlerischen Fähigkeiten bes beutschen Dorfes nur wenig Abbruch getan hatte. Darum ist es ein schätzenswertes Verdienst des gegenwärtigen Besitzers, daß er mit Hilfe ber Denkmalspflege bas alte Schultheißenhaus in seiner vollen Schönheit hat wieberherstellen lassen. Auch bas Gießener Hochbauamt unb bie Weißbinber Otto Pauli unb Ernst Rabenau haben ihr BeM zum Gelingen bes Werkes getan. Es ist zu hoffen, baß im Laufe ber Zeit noch etliche Gebäube W5 jenen Aufbautagen in ihre ursprüngliche Form fit* bracht werben. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linben, 26. Oft. Am Mittwoch gab bas „Ergötzliche Kasperletheater Radi Rulala aus Mainz auf Veranlassung der NS.-Gemeinschasi „Kraft durch Freude" im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" einen heiteren Abend. AM Nachmittag waren die Kinder von hier und Allen- darf a. d. Lahn Gäste des Kasperletheaters. Beide Vorführungen lösten bei alt und jung viel Freude aus. * Lollar, 27. Okt. Der Turnverein Lollar stellt sich in den Dienst des Gedankens „Gesunde Frauen durch Leibesübungen" unb wird unter biefer Losung mit einer Veranstaltung an Die Oeffentlichkeit treten, in ber alles gezeigt wirb, was in ben einzelnen Abteilungen des Vereins an turnerischer Arbeit geleistet wirb. Die Werbeve r- anftaltung finbet am heutigen Samstag statt. (D Weitershain, 26. Okt. Für das Winterhilfswerk konnten anläßlich ber Brotsammlung an Die Kreisführung des Winterhilfswertes Gießen x»as Gießener Siadttheater stellt vor! 4. 5. 6. 7. 8. S. 2. 3. whr. Kreis Büdingen. Mädchen, die in Engelrod I L onfirmandenstunbe gewesen l a d f a h r r e n , die von r 4 Jahre Zuchthaus und Sicherungsverwahrung. Das Dietrich-Eckart-Denkmal in Bichl (unweit München), das am 28. Oktober feierlich ent« hüllt wird. In dem Landhause, vor dem es errichtet wurde, schrieb der dichterische Wegbereiter des Na? ttonalsozialismus sein Hauptwerk. * Ulrichstein, 26. Oft Auf dem Heimwey ton Engelrod nach Rebgeshain wurden zwei die in Engelrod gegen abend in der w I E EIN MEISTER des Weltempfangs erobert der TELEFUNKEN- »Melstersuper« im Handumdrehen die Welt. Er hat den 4 fachen Superschutz und die trennbesseren H-Eisenspulen. Das macht ihn so trennsicher, spielsicher, zukunftssicher. Er kostet einschl. Röhren RM 284,- bzw. RM 289,-. Täglicher Schulbeginn mit Körperschule, Lied und Tagesspruch. j^rch die Ortsgruppe der NSV. Weitershain 114 liatb Brot abgeführt werden. Hiervon entfallen uf Weitershain 66 Laib Brot, auf die Zelle ? üddingshaufen 48 Stück. — Am Mittwoch- öertb fand im Saale der Gastwirtschaft Dietz auf i(iinlabung ber politischen Leitung ber NSDAP., (tützpunkt Weitershain, ein Schulungsabenb sQtt. Stützpunktleiter Bürgermeister Nau teilte ri.it, baß im Winterhalbjahre eine rege Arbeit ein- s tzen werbe. Hierauf hielt ber Rebner bes Abenbs, ; g. Dr. Roeder- Gießen, einen eingehenben Lörtrag über wirtschaftliche Fragen unb machte tnrauf aufmerksam, baß bie NSDAP, uns vor bem )iusammenbruch burch bie Kommunisten gerettet int. Die Versammlung würbe in nationalsozialistischer Weise geschlossen. " CD Rodheim a. b. Horloff, 26. Okt. Der ? eitersturm 5 würbe am vorigen Sonntag in fiibba verewigt. Auf bem Hinweg war er Gast in mserem Dörfchen. Er würbe in herzlicher Weise iDn ber hiesigen Frauenschaft verpflegt. Jeder Rei- l-r erhielt ein gutschmeckenbes Mittagessen. — Die liiesige Pflichtfeuerwehr würbe ebenfalls im Sonntag von bem Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier besichtigt. Im Anschluß baran würbe ie Kreismotorspritze vorgeführt. CD Steinheim, 26. Okt. Die Gaufilmstelle «igte in einer Filmveranstaltung am Mitt- :»ochabend im Saale von Hofmann ben Film .Kampf um bie Scholle". Die Tragödie bes Bauern- j>inbes, wie sie sich in Tausenben von Fällen in ben letzten Fahren vor ber Machtergreifung burch Abolf Eitler in unserem Vaterlanbe abspielte unb wie sie isr Film packenb unb anschaulich wiederzugeben i-ersteht, machte starken Eindruck auf die Zuschauer. ' S'er Besuch der Veranstaltung hätte besser sein lürfen. — Die vor einigen Tagen von Schulkindern turchgeführte VDA.-Sammlung brachte an- mhernd 13 Mark zusammen. — Die hiesige N S. - f rauenschaft stellte sich in anerkennenswerter Weise in den Dienst des Winterhilfswerkes und hiendete eine ansehnliche Menge Honig und Gelee. — Die Brotsammlung des Jungvolkes für tns Winterhilfswerk hatte hier als Ergebnis 54 Laib Brot, im Gegensatz zu 78 Laib im vorigen Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat an die Direktionen der Höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichts, anstalten und an die Kreis- und Stadtschulämter die nachstehende Verfügung gerichtet: Um neben dem planmäßigen Turnunterricht die Wachstumsverhältnisse des jugendlichen Körpers täglich fördernd zu beeinflussen und ein körperliches und geistiges Bereitmachen für die Tagesarbeit zu erreichen, wird allen Schulen empfohlen, den Unterricht mit gemeinsamer Körperschule, Lied unb Tagesspruch zu beginnen. Wir hoffen, daß an zahlreichen Schulen baldmöglichst mit der freiwilligen Einführung dieses Arbeits-Auftaktes begonnen wird. Von diesen Schulen wird zu gegebener Zeit, spätestens bis zum 1. April 1935, ein eingehender Bericht über die Gestaltung der Morgenfeier und die dabei gemachten Erfahrungen eingefordert. Nachstehende Ausführungen gelten als Richtlinien: 1. Zur Morgenfeier treten Knaben und Mädchen — von mindestens dem fünften Schuljahre r j n g davongetragen, an der es mehrere Tage in b wutztlosem Zustande darniederlag. Es befindet sich jetzt ben Verhältnissen entsprechend) roieber besser. Kreis Alsfeld. Lehnheim, 27. Okt. Der hiesige Lanbwirt Heinrich Erb konnte aus feinem Garten reife fiiimbeeren zweiter Ernte pflücken. Die - räucher hatten während ber warmen September» lege geblüht. Die Früchte übertreffen an Schönheit Hub Fülle bei weitem bie des Sommers. Bei ungeeigneter Witterung braucht dieser Tagesauftakt nicht unbedingt und überall auszufallen. Dort, wo Turnhallen bei ber Schule zur Verfügung stehen, wirb man bei entfpre- chenber Durchlüftung unb Turnschuhbekleibung biefen fchützenben Raum verwenben, unb schließlich kann auch bas Klassenzimmer bei richtig gewählten Freiübungen eine geeignete Notftätte abgeben. Ist ber Schulhof für bie vorhanbene Schülerzahl zu klein unb kein entsprechenber anbeter Platz vorhanben, kann eine Zusammenfassung ber Klassen in Gruppen erfolgen, bie bann täglich wechselt zur Morgenfeier antreten. Da bie Morgenkörperschule nicht verbrauchet unb schweißtreibet sein soll, kann die S t r a • ßenkleidung anbehalten werden. Einengete Kleidungsstücke sind jedoch abzulegen. In die Leitung der Körperschule bzw. Morgenfeier teilen sich alle im Turnunterricht eingesetzten Lehrkräfte, wobei als selbstverständlich angenommen wird, daß sich alle Lehrer bzw. Lehrerinnen für einen ordnungsmäßigen unb raschen Verlauf einsetzen. Das sogenannte Pausenturnen fällt mit ber Einführung ber Morgenfeier weg. Um ben Inhalt unb weiterhin bas gemeinsame Erleben währenb eines Schuljahres festzuhalten, wirb für jede Klasse bie Füyrung eines Tagebuches empfohlen. Seine Anlage ist bem künstlerischen Empfinben ber Klassen- führung überlassen, wobei wir auch an eine lebhafte Mitarbeit der Fugend selber denken. Der beigefügte Entwurf mag dazu Ausgangs- tz. Nidda, 26. Okt. In einem Nachbardorfe tonnte sich ein Hausbesitzer die Zermürbung des r^rhältnismäßig noch guten Fußbodens aus jolz nicht erklären, bis er endlich zu der lieber- ^ugung gelangte, daß als Ursache hierfür die 2 m e i f e n in Betracht kamen, die bei Eintritt der kühleren Witterung aus Hof und Garten, wo sie in Sommer in ungeheurer Zahl lebten, in das Wohnhaus geflüchtet waren und bie Diele aus bem l^hnern ihres sicheren Versteckes zernagten. Durch ^sbergießen mit kochendem Wasser würbe ben lästi- 8 n Gästen ber Garaus gemacht. Kreis Schotten. Fn Hans Heinrich Hagen hat der Jnten- dant für bie Partie bes Alfreb in „Traviata" einen jugenblichen Tenor engagiert, für den — wie das Stadttheater uns schreibt — das Kuriosum zutrifft, daß er mit ber in Dumas Roman „La Dame aux Gambias“ beschriebenen Person des Alfred in etwa gleichaltrig ist. „... Väterlicherseits erblich belastet, sang ich schon 's Knabe alle Tenorarien meines Vaters — des -kannten Helbentenors Dtfrieb Hagen. Das frühe itubium ber Violine unb bie Vorliebe unb Beschäfti- ung mit Dirigieren führte nach beftanbenem Abitur i im Stubium bes Kapellmeisters unb ber Komposition n Dr. Hochs Konservatorium. Enbe 1930 wurde ich chüler John Gläsers. Zwischendurch (1933) gelangte ater Karl Maria Zwißler am Landestheater zu larmstadt eine größere eigene Orchesterkomposition jir Uraufführung, bie Aufsehen erregte. Durch Jn- tnbant König würbe ich gleich nach beftanbener 1 Ipernprüfung im Frühjahr 1934 zu einigen Opern» nstspielen nach Gießen verpflichtet, wo ich mit ber rjönen Gottesgabe einer xenorftimme ben Men- I yen rechte Freube bereiten möchte." berg. 14: Hauptgottesdienst. — Garbentelch. 12.30: Gottesbienft. — hausen. 10: Gottesbienst, an- chließet hl. Abenbmahl. — Lich. 9.30: Stifts- rechant Kahn; 12.45: Kitergottesbienst. — Bettenhausen. 10.45: Hauptgottesdienst. — Langsdorf. Kreisverbatstag ber Evang.-kirchl. Frauenhilfe; 13.15: Kinbergottesbienft; 14.30: Feftgottesbienft (Pfarrer Köhler, Darmstabt); 16.30: Nachversammlung. — Hungen. 84.5: Kinbergottesbienft; 9.45: Gottesbienst. — Langd. 11.15: Gottesdienst. — DJirberg. 10: Gottesdienst. — Veilsberg. 12.15: Gottesdienst. — Harbach- 14: Gottesdienst, an- Meßend Alten-Abendmahl. — Ober-Gleen. 9: Kin- )ergottesdienft; 10: Hauptgottesdienst. — Kirtorf. 12.30: Hauptgottesdienst; 13.30: Kinbergottesbienst; 20: Missionar Schmoll. Montag, den 29. Oktober. Ober-Gleen. 20 Uhr: Missionar Schmoll. katholische Gemeinden. Samstag, ben 27. Oktober. Gießen. 16.30 unb 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 28. Oktober. 23. Sonntag nach Pfingsten. Christ-Königs-Fest. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion ber Frauen unb ber Kolpings-Familie. 8: Messe, Militärgottesbienst; 9: Hochamt mit Prebigt; 11: Messe mit Prebigt; 17.30: Rosenkranzanbacht; 20: Kolpingsabend im Vereinshause. — An ben Werktagen ist bie Rosenkranzanbacht Montag, Mittwoch unb Freitag 20 Uhr, Dienstag 18 Uhr. —• Echzell. 11: Hochamt mit Prebigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Prebigt. — Hungen 9.30: Hochamt mit Prebigt unb Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Prebigt; 20 Christenlehre unb An- bacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Prebigt. — Rldda. 8.30: Hochamt mit Prebigt. Montag, 29. Oktober. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, 31. Oktober. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Reuapostolische Gemeinden Gießen. Hänbelstraße 1 — Eberstraße 13. Gottesbienste am Sonntag, ben 28. Oktober 1934, 9.30 Uhr; 16 Uhr. Mittwoch ben 31. Oktober. 20.30 Uhr. BaptisienGemeinde. Gartenstraße 13. Sonntag, ben 28. Oktober. 9.45 Uhr: Preb. Lotz; 11: Kinbergottesbienft; 20.30: Preb. Lotz. Donnerstag, ben 1. November. 20.30 Uhr: Bibelbesprechung, Preb. Lotz. Oesfentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244'45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. ,, t . Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. Ploch, Dr. Neumann - Spengel. Zahnarzt: Dr. Hinrichs. Apotheke: Hirschapotheke. war, das Lager zu verlassen. D. konnte nach einigen Tagen bei einer mit ihm befreundeten Familie in Niederofleiden verhaftet werden. Fm Verlaufe feiner heutigen Vernehmung bestritt er entschieden den ihm zur Last gelegten Diebstahl, verwickelte sich aber mehrfach in Widersprüche. Die Beweisaufnahme mußte im wesentlichen auf Grund von Indizienbeweisen durchgeführt werden. Zeugen, welche am Diebstahltage eine Person im Zimmer des bestohlenen Truppführers gesehen hatten, bekundeten, daß es der Gestalt nach D. gewesen sein müsse. Auch über die Herkunft ber Gelbsumme, welche bei D. nach seiner Verhaftung vorgesunben würbe, konnte ber Angeklagte keine einroanbfreie Auskunft geben. Das Gericht erkannte wegen Rück- fallbiebftahls auf vier Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust unb orbnete außerbem Sicherheitsverwahrung an, ba es bei bem Verurteilten unter Berücksichtigung von dessen Vorstrafen einen krankhaften Hang zur Begehung von Eigentumsverbrechen erkannte unb ber Ansicht war, baß bie Öffentlichkeit vor einem Menschen, ber bei Ausübung feiner Diebstähle selbst vor einem Morbe nicht zurückschrecke, geschützt werben müsse. Mieiertag in Mainz. Die organisierten hessischen Mieter tagten — wie man uns berichtet — am 20. Oktober in Mainz zur Besprechung wichtiger Mieterfragen, wie: Errichtung von Mietausgleichstellen, Einheitsmietvertrag, Aufstellung einer gemeinsamen Hausordnung, Neu- glieberung im Vunb Deutscher Mietervereine, Kleinwohnungsbau usw. Der Derbandsleiter, Pg. Dr. F e d e r l i n, berichtete über bie Tätigkeit bes Lanbesverbanbes Hessen im Bunb Deutscher Mietervereine unb teilt mit, baß er vom Bunbesführer des Bundes Deutscher Mietervereine zum Gauoerbandsleiter des Gaues 6, Sübroeft, ernannt unb von der Gauleitung ber NSDAP, als solcher anerkannt worben sei. Dr. F e b e r t i n berichtete weiter über bie 93er» hanblungen wegen Errichtung von Mietausgleich' stellen, Wiebereinführung bes von einzelnen Organisationen abgeänberten Deutschen Einheitsmiet- Vertrages, Schaffung einer örtlichen bzw. regionalen Hausorbnung. Zur Bereinigung aller dieser Fragen soll demnächst eine Besprechung mit dem Rhein-Main-Verband der Hausbesitzer in Frankfurt a. M. stattfinden, um in gemeinsamer Arbeit eine beide Teile befriedigende Vereinbarung herbeizuführen. Zur Behebung der noch immer herrschenden Wohnungsnot in kleinen Wohnungen soll mit den zuständigen Behörden verhandelt werden. Geschäftsführer Fuchs berichtete über bie miet» rechtliche Lage, an bie sich eine lebhafte Aussprache anschloß. Der Verbanbsleiter schloß bie Verhanb- langen mit einem Sieg-Heil auf Volk unb Führer. U Marburg, 26. Okt. In einer umfangreichen Verhanblung hatte sich heute ber 30jährige Ludwig Döllgast aus Oberwexbach (Saargebiet) vor der großen Strafkammer wegen Rücksalldieb- stahls zu verantworten. D. geriet, wie sich aus der Verlesung seines Strafregisters ergab, schon sehr früh auf die schiefe Bahn. Im Jahre 1918 erhielt er als 14jähriger bereits seine erste Gefängnisstrafe wegen Diebstahls, denen in den folgenden Jahren — ebenfalls wegen Eigentumsvergehens — immer höhere Freiheitsstrafen folgten. Als er 1921 in einer Strafanstalt bei München eine längere Gefängnisstrafe verbüßte, gelang es ihm, zusammen mit einem Mitgefangenen zu entweichen. Beide suchten in erster Linie ihre Sträflingsanzüge durch Zivilkleider zu ersetzen. Sie hatten in Erfahrung gebracht, daß nahe der Strafanstalt eine Witwe ein Häuscken allein bewohnte, in das sie nachts einstiegen. Als die Witwe erwachte, wurde sie von dem Genossen des D. mittels eines Hosenträgers erdrosselt, wobei D. durch Festhalten des Opfers behilflich war. Die beiden Raubmörder durchstöberten bie ganze Wohnung, tleibeten sich ein unb nahmen eine größere Barsumme, bie unter bem Kopfkissen ber Ermorde- ten versteckt war, sowie alle Wertsachen mit. D. konnte im Jahre 1922 in seiner Heimat ergriffen werben. Er erhielt zusammen mit anberen noch zu verbüßenben Strafen wegen Totschlags 15 Jahre Gefängnis. Nach zehnjähriger Strafverbüßung würbe er im Dezember 1932 auf Bewährungsfrist entlassen. Ein Jahr hielt er sich nunmehr als Arbeitsloser im Saargebiet auf, trat im Januar 1934 im Arbeitslager Nieberofleiben ein unb kam von bort ins Arbeitslager Treyfa. Seine hohen Vorstrafen verschwieg er bei feinem Eintritt. Fm Juli d. I. war eines Tages aus bem Schrank eines Truppführers etwa 50 Mark verschwunden. Der Dieb- stahlsverbacht fiel auf D., ber gerabe im Begriff e geiuqeii waren, von zwei . v. ~ । « v v n, die von rückwärts kamen und kurch das Licht eines entgegenkommenden Autos x-blendet waren, angefahren. Dabei wurde em Mädchen zu Boden aerissen, so daß es bewußt- liis war und mit dem Auto nach Rebgeshain ye- fclhren werden mußte. Das bedauernswerte Mäd- djen hat eine schwere Ge'hirnerschütte- = er. Homberg, 25. Okt. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 379 Ferkel unb sechs Läuferschweine zum Verkauf. Bei lebhaftem Hanbel würbe ber Markt geräumt. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 10 bis 15 Mark, 8 bis 10 Wochen alte Tiere 15 bis 18 Mark, 10 bis 12 Wochen alte Ferkel 18 bis 22 Mark, Läuferschweine 30 Mark pro Stück. st. Kirtorf, 26. Okt. Die NS.-Gemein- chaft „Kraft durch Freube" veranstaltete im Saale Becker einen Bunten Abenb. Die Veranstaltung brachte ein reichhaltiges Programm, bas allein von ber Familie Klein (Wiesbaden) be- tritten würbe. Nach einleitenben Musikstücken ber Arbeitsdienstkapelle Alsfelb in Streich- unb Zupf- instrumenten-Besetzung hielt ber Ortswalter ber Deutschen Arbeitsfront Pg. Gail bie Begrüßungsansprache. Er gab seiner befonberen Freube barüber Ausdruck, baß bie Arbeiterschaft so zahlreich er» chienen war. Sobann sprach kurz ber Träger ber Veranstaltung, Herr Willy Klein, ber sehr halb burch seinen Humor bie Zuhörer in angeregteste Stimmung versetzte. Im Verlause bes Abenbs würben bann schauspielerische, musikalische unb gesangliche, wie auch tänzerische Darbietungen gebracht, bie oft stürmischen Beifall ernteten. Der Ortswalter Pg. Gail bankte in feinem Schlußwort allen Mit- roirfenben. Mit einem breifachen „Sieg-Heil!" auf ben Führer klang ber Abenb aus. k ss. Grebenau, 26. Okt. Gestern abenb würbe in ber hiesigen Turnhalle von ber Gaufilmstelle Hessen-Nassau ber Tonfilm „Stoßtrupp 1917" vorgeführt. Die sehr geräumige Turnhalle war bis auf ben letzten Platz besetzt. Der Film zeigte, was unsere Krieger im Selbe gegen bie große Hebermacht bes Feinbes geleistet haben. — Der Lanbwirt unb Maurer Valentin Römer wollte dieser Tage mit seinem Wagen zum Bahnhof fahren, um künstlichen Dünger zu holen. Bei ber Abfahrt hatte er bie Seine um bie Finger ber linken Hanb gewickelt. Da sich währenb ber Fahrt das eine Stück der Leine am Wagenrad verfangen hatte, wurde die Leine immer kürzer und riß schließlich, ba bie Kühe nicht gleich stehen blieben, zwei ©lieber vom Zeige- unb Mittelfinger ab. Dr. Althoff leistete bie erste Hilfe -- Die Haussammlung für ben Volksbunb Deutsche &r i e g s g r ä b e r f ü r f o r g e" erbrachte 51,80 Mark unb zwar aus ben ©emetnben Grebenau, Bieben, Wallersborf, Eulersborf, Rei- menrob, Schwarz unb Ubenhausen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, ben 28. Oktober. 22. nach Trinitatis. Sladikirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Lic. Flechsenhaar; 11: Kinberkirche für bie Markusgemeinbe, Pfarrer Becker; 18: Pfarrer Lic. Flechsenhaar. — Iohannes- kjrche. 8: Pfarrer Ausfelb, Militärgottesbienst; 9 30: Pfarrer Hemmes; 11: Kinberkirche für bie Johannesgemeinbe, Pfarrer Ausfelb; 18: Pfarrer Hemmes; 20: Bibelbesprechung, Pfarrer Bechtols- heimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Künkel; 10.45: Kinberkirche für bie Luther- gemeinbe, Pfarrer Künkel; 18: Pfarrer Künkel. — Pelruskapelle. 9.30: Pfarrer Lic. Saun; 10.45: Kinbergottesbienft, Pfarrer Lic. Saun; 20: Volks- missionarischer Vortrag. Das Schwert ber Kirche — 400 Jahre beutsche Bibel, Pfarrer Lic. Saun. An- schließenb Beichte unb Feier bes heil. Abenbmahls. — Wieseck. 9.30: Beichte; 10: Prebigtgottesbienst; im Anschluß Feier des hl. Abenbmahls. — Allen- Dufeck. 10: Gottesbienst. — Großen-Vuseck. 10.30: Gottesbienst (Kollekte); 11.30: Beichte unb heiliges Abenbmahl. — Oppenrod. 9: Gottesdienst (Kollekte); 19: Bibelfeier (Kollekte). — Steinbach. 9.30: Beichte; 10- Gottesdienst, anschließend Abendmahl, II. Kol» [efte — Albach. 12.30: Gottesdienst. — heuchel- heim. 9- Hauptgottesdienst; 10: Beichte und Abend- mahl für die 40- bis 50jährigen Gemeindeglieder; 13: Kindergottesdienst für die 1. Abteilung — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst; 13: Kinder- aottesdienst — klein Linden. 10: Gottesdienst (Mit- Wirkung des Posaunenchors); 11: Kinderkirche; 14: hl. Abendmahl für die Alten. - Udenborn-Steinen — fünf Minuten vor Beginn der ersten Stunde in bestimmter unb gleichbleibenber Drbnung im Schulhof ober auf einem anberen in ber Nähe ber Schule gelegenen geeigneten Platz an. Die für die Körperschule zu wählenden Hebungen müssen umfängliche Rumpfbewegungen fein, d. h. ben Gesamtkörper burchbluten unb erfassen. In längstens zehn Minuten ber etwa einviertelstündigen Moraenfeier ist diese körperliche Absicht zu verwirklichen. Der Verlust an Unterrichtszeit kann durch Pausenverkürzung wieder eingeholt werden. Dem körperlichen Bereitmachen für die Tagesarbeit folgt ein gemeinsames Lied, dem sich dann ein einftimmenber Tagesspruch ober bei befonberer Gelegenheit ein kurzes völkisches Gedenken anschließt. punkt bilden. 10. Zur Vermittlung der sachlichen Voraussetzungen für die Gestaltung des gekennzeichneten Tages- austaktes sind die Kreisfachberater der Abteilung für körperliche Erziehung im NSLB. angewiesen, in vraktischen Beispielen Veranschaulichung und Anregung zu geben. Ringshaufen. seine kleine MW. Roman von Gert Rothberg. vrheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.). (Schluß.) Mehrere Male war er nahe daran gewesen, sie einfach in seine Arme zu nehmen und sie so lange zu küssen, bis sie ihm glaubte, daß auch er sie lieb hatte. Mehr lieb hatte als alles andere auf der Welt. Und dabei kam er aus dem Staunen nicht heraus. Wie sicher und taktvoll Käthe sich benahm! In jeder Situation war sie still und vornehm. Wo hatte dieses kleine Mädel diese Beherrschung gelernt? Und dieses tadellose Benehmen? Er war stolz auf seine schöne, junge Frau. Eifersüchtig war er obendrein! Wie die Herren Käthe anstarrten! Wie sich die Blicke auf ihrer blonden Schönheit festsaugten! Es war zum Verrücktwerden! Abreisen würde er! Er gönnte Käthes Antlitz keinem anderen Manne. In Berkenhofen konnte er sie verstecken. Dort sah nur er sie! Käthe aber sah ihn mit großen Augen an, wenn er droben in ihrem Zimmer sagte: „Hast du den frechen Kerl gesehen, der dich anstarrte? Dir gefällt das wohl, Käthe?" Sie antwortete ihm nicht. Und bei ihm wurde die wütende Eifersucht immer stärker. Seit drei Tagen wohnte eine wunderschöne Russin mit im Hotel. Blond und blauäugig war sie. Käthe hatte sie schon einige Male gesehen. Arndt war mit einigen Herren auf einer Tour ins Sabinergebirge. Aber heute erwartete man die Herren zurück. Käthe und eine andere Dame, deren Gatte mit von der Tour war, saßen zusammen in der Hotelhalle unter einer großen Palme. Sie hatten schon einige Male zusammen gesprochen, die beiden jungen Frauen, und sie gefielen einander. Nun hatte die Abwesenheit der Gatten sie einander näher gebracht. Die schöne, blonde Russin betrat die Halle. Frau Hildegard Braun meinte leise: „Die Fürstin Jarmila Kameroff. Eine wunderschöne Frau! Meinen Sie nicht auch, liebste Frau von Berken?" „Ja, sie ist wunderschön!" Käthe sagte es ganz leise, und es legte sich dabei ein schwerer Druck auf die Brust. Die Fürstin ließ sich ganz in der Nähe der beiden jungen Frauen nieder. Und dann zuckte Käthe einmal nervös zusammen. Erst hatte sie geglaubt, sie bilde es sich nur ein; aber nun hatte sie es deutlich gesehen, daß die Fürstin sie musterte, und daß dabei ein Lächeln um ihren Mund lag. Und Käthe dachte: Wem gleicht sie nur? Wem? Auf einmal wurde es ganz hell um sie. Mila Kranz! Sie hatte damals das Haar anders getragen — aber sie war es! Die schöne Filmschauspielerin aus Berlin, die auf dem Fest der Berani gewesen war! Fürstin Jarmila Kameroff! So hatte Frau Braun gesagt! Und — Arndt kannte die schöne Frau auch. Da blickte die Fürstin aüf, sah sie lächelnd an. ^.Kennen wir uns nicht von Berlin her? Käthe sah sie groß an. Wollte die Fürstin jetzt hier dartun, daß die Frau von Berken einmal eine arme, kleine Komparsin gewesen war? Die Fürstin lächelte noch immer. „Es war in Berlin, gnädige Frau! Auf emem Fest der berühmten Filmschauspielerin Berani. „Ich besinne mich, Frau Fürstin! Ja, es war sehr schön damals. Ich war in Begleitung meines Gatten. Das heißt, damals waren wir noch nicht verheiratet. „Ich weih! Leben Sie noch in Berlin?" „Nein! Wir bewohnen unser Gut Berkenhofen. "Ah Sie bevorzugen das Landleben?" Das Gespräch bewegte sich in diesen Bahnen weiter, und Käthe dachte aufatmend: Die Fürstin meint es nicht schlecht mit mir. Aber dos Mißtrauen blieb dennoch in ihr. Die Herren kamen gegen Abend heim. Sie waren gar nicht müde, schwärmten von ihrer Tour, und nur der dicke Herr von Sassen meinte ächzend: „Ich danke, ich mach' nicht mehr mit! Sie haben mich mitgeschleppt. Immer weiter hinauf. Ich leg' mich schlafen." Seine Gattin und seine Töchter waren außer sich. Heute abend war doch geselliger Tanzabend im Hotel. Da waren immer allerlei interessante Menschen da. Frau Hildegard Braun meinte gutmütig: „Bitte, kommen Sie doch trotzdem mit, gnädige Frau! Wir bilden eine gemütliche Runde für uns. Nicht wahr, liebste Frau von Berken?" Käthe nickte. „Bitte, kommen Sie mit!" So kam es, daß sie nach der Abendtafel alle gemütlich beisammen saßen. Und so gegen zehn Uhr kam dann noch die Fürstin Jarmila Kameroff und steuerte direkt auf die Ecke zu, wo die bekannten Familien sahen. Käthe hatte ihrem Manne nichts davon gesagt, daß die Fürstin hier sei. Jetzt sah sie, wie er leicht zusammenzuckte, sich erhob, die Fürstin begrüßte. Und dann waren sie an diesem Abend in ein langes Gespräch vertieft. Käthe fühlte, wie ihr die Tränen in die Augen stiegen. Aber sie beherrschte sich, lächelte. Und einmal blickte Arndt von Berken zu seiner Frau herüber. Und lächelte! Die Fürstin war ihm ungefährlich, wie ihm Mila Kranz einst ungefährlich geworden war, als er wußte, daß sie ein geheimnisvolles Dunkel hinter sich hatte. Das Dunkel war noch jetzt da! Aber trotzdem war es gut, daß die Fürstin hier war. Es schadete nämlich dem süßen, blonden Trotzkopf dort drüben nichts, wenn er jetzt eifersüchtig wurde. Mächtig eifersüchtig. Und Arndt von Berken tanzte mit der Fürstin, und eine ältere Dame sagte ganz laut: „Welch schönes Paar! Ist die Dame die Frau des stattlichen Mannes?" Käthe senkte den Kops ganz tief. Alle Bekannten hatten das mit angehört, was die Dame am kleben- H|d>e gejagt' hatte. Aber Hermann Braun memte: „Das ist dach die alte, verrückte Schnftstellerm! Die Leute müssen dach immer gleich Illusionen haben, wenn sie etwas sehen. Sonst ist ihnen nicht Das hatte der gute Hermann Braun auch so taktlos und laut gesagt. Aber er wurde unter die Lorgnette genommen, und die Schriftstellerin meinte zu ihrer Umgebung: m..t ... „Er hat einen Kopf wie eine Rübe. Ihn konnte ich allerdings kaum als Helden in einem Roman ver- Worauf Hermann Braun fürchterlich lachte und seiner Frau einen Kuß gab. „Hast du gehört, mein Liebling? Graulst du dich nicht vor deinem häßlichen Manne?" . Woraus Frau Braun in sein Lachen herzlich ein« stimmte. Sie tanzten dann und schienen sehr, sehr glücklich zu sein. Don jenem Abend an waren sie oft mit der Fürstin zusammen. Und einmal meinte Käthe: „Ich möchte gern nach Hause." „Wozu? Es ist so schön hier. Jetzt ist s erst schon. Wir bleiben noch, Käthe! Dir hat es doch auch bisher sehr gefallen. Und morgen abend besuchen mir das Fest des Grafen Morelli." Da sagte Käthe leise: „Ja, wir besuchen das Fest des Grafen Morelli! Und bei sich dachte sie: Du bleibst hier, um der Fürstin nahe zu sein. Ein Fest, wie es eben nur in einem römischen Garten abgehalten werden kann. Ein unerhörter Aufwand an Lampen, Springbrunnen, Feuerwerk, Marmorfiguren, Tänzerinnen und so weiter. Ein japanischer Tempel mit Teemädchen. Es war märchenhaft schön. Und Graf Morelli war ! fast immer an Käthes Seite. Seine dunklen, schwermütigen Augen sogen sich fest an ihrer blonden . Schönheit; aber der Graf wahrte die Grenze streng, trat der Ehre des Herrn von Berken mit keinem Worte zu nahe. Aber er liebte diese blonde, junge Frau! Und er hätte um ihretwillen die größten Torheiten begangen, wenn sie es gewollt hätte. Aber sie wollte ja nichts. Ihre Augen folgten nur immer ängstlich der hohen Figur des Gatten, der sehr oft an der Seite der Fürstin war. Und lag um den Mund der Fürstin Jarmila nicht ein kleines, sieghaftes Lächeln? Ganz hinten im Zaubergarten stand ein kleiner, hölzerner Pavillon. Und dort saß Käthe einmal und dachte über sich und Arndt nach. Er hatte die schöne Jarmila gekannt. Sie hatte ihm einst nahegestanden, und heute waren sie auch wieder zusammen. Und die Fürstin war wunderschön. Käthe fühlte ein dumpfes Hämmern im Kopfe. Sie dachte: Ich kann nicht von Arndt fortgehen, ich kann es nicht. Ich kann mich ihm aber ja auch nicht anbieten, nachdem ich ihn erst von mir gewiesen. Was soll ich tun? Wenn ich doch Briaitte fragen könnte! Ader ich bin ja so allein. Ganz allein bin ich." Käthe drückte sich plötzlich ganz unter die Zweig« der großen Pflanze. Zwei Menschen betraten den kleinen, intimen Raum. Die Fürstin Jarmila und Arndt! Dann standen sie schweigend voreinander. „Arndt, diese kleine, schöne Frau ist Ihr @lü(f?» „Nein! Ich habe es mir selber brutal verscherzt. Aber ich hoffe, das Herz meiner Frau wieder, gewinnen zu können. Ich liebe das kleine Geschöpf, chen über alles. Aber ich muß ihr Zeit lassen. Trok. dem ich halb wahnsinnig werde bei diesem Warten!" „Dann — ist in Ihrem Leben nur noch diese blonde, süße, kleine Frau, Arndt?" „Ja!" „Herr von Berken, vergessen Sie, daß es jemals eine Jarmila Kranz gab, di« Sie liebte! Und vergessen Sie auch niemals, daß Jarmila Kameroff Sie bat, Ihrer kleinen Frau die Treue zu halten. Ich habe dich geliebt, Arndt von Berken! Und ich bin dir nachgersist, weil ich mir ein Glück mit dir erzwingen wollte. Aber ich habe die kleine Frau lieb, wie ich schon das blonde Mädchen in Berlin lies hatte. Ich reise morgen abend nach Alexandrien. Leben Sie wohl, Arndt von Berken!" Arndt küßte ihre Hand. „Leben Sie wohl, Jarmila!" Wie gehetzt verließ die Fürstin den kleinen Pavillon. Arndt von Berken aber stand eine Weile unschlüssig da, dann brannte er sich eine Zigarette an, und ganz deutlich sah Käthe das geliebte, dunkle Gesicht. Arndt von Berken verließ langsam den Pavillon. Käthe aber preßte beide Hände auf die Brust. „Arndt! Lieber, lieber Arndt!" — „Ihre Frau Gemahlin hat das Fest verlassen. Sie ist im Wagen heim, ins Hotel gefahren. Es war ihr nicht gut." . I „Arndt von Berken blickt« in das Gesicht des Grafen Morelli. Er wußte ja nur zu gut, daß der Gras Käthe sehr verehrt hatte. Dann sagte er: „Darf ich mich verabschieden? Diese törichte, kleine grau — statt mir etwas zu sagen, fährt sie allein nach Hause. Und sie bleibt doch nicht gern allein in den Hotelzimmern. Gestatten Sie, daß ich mich Der- abschiede? Ich muß so schnell als möglich nach Haus." „Ich verstehe vollkommen. Leben Sie wohl, Herr von Berken!" Ein Händedruck, dann war der Graf allein. Er lächelte still und ging dann zu seinen Gästen zurück. * Es war dunkel im Salon. Arndt machte Licht. Da zuckte er wie geblendet zurück. Käthe stand mitten im Zimmer, breitete die Arme aus: „Arndt, ich liebe dich! Vergib mir, Arndt!" Er stürzte zu ihr hin, nahm sie fest, fest in feine Arme, sagte leise: „Kleines Mädel du, mein liebes, kleines Mädel du, ich liebe dich!" — Ende. — Bahnhof-Gaststätten Herbst-Stoffe Auswahl! preiswert, in großer zeigen ihre Vermählung an Gießen, den 27. Oktober 1934 le! 05193 Vermählte Wetzlarer Weg 77, den 27. Oktober 1934 05199 6331D nachts geöffnet. Ihre Vermählung zeigen an 05181 Anfang abends 8 Uhr! 6361 D 05196 JUWELIER LANG Geburtsanzeigen bei Brühl, Gießen Für die in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Vermählung danken wir herzlichst Angora -Wollstoffe Charmelaines Friselaines Afghalaines Schotten-Karos Tuch-Schotten Woll-Mousselines schwarzweiß, neue Muster Elegante Wollstoffe Mantel- und Completstoffe alle Qualitäten in bester, reinerWol Verlangen ‘ Sie Preisliste! 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Katharinenkirche Hans Steines Feldwebel 1.3. seinem un, Nei SÄ Sei» j)al ([ein Au ■ WA Mnzaun ( f \ meist l j ; auf ein | yl, frage fi Warst Ms-Por t'J Aber V ling^gegenj M, an de llUnd nun Inrbd; füh Mnitzte Menbech si.über gec «21 verzü Verlegen, izMen la Vs hat i irunfl um mmollte nc «les Oege Wer zu te iillusstattr Siehst Das Stü io. o n 3 e hier tedjni Wollt ii ’Rein, n M verficht 1 !6ieb,bn ifcgenbnrt t ts ift der Steuern, w M r'M tirdjt alles »13 ist |o I Äawohl a men gibt 0 'Blut M H drücken Wir t < Mieten, i h Das w md sind I Mr mit Heutige Wnn dg. ivthnee k. W den ( ' -i Ohren. Die ganze Stube riecht nach Holz und Lederfett und nassem Zeug. Aber es ist doch ein Mensch da, er hockt Hannes gegenüber und raucht behaglich eine Zigarre, eine Ziehgarn, er trinkt aus dem Krug mit ihm den roten Tiroler, der in den Gläsern funkelt, er atmet mit ihm und scharrt mit dem Fuß und spricht ab und zu ein Wort und kratzt sich am Kopfe bei dem schwierigen Spiel: Sakradi, Sakradi! Draußen heult der Wind, die Bäume knarren und ächzen, das Laub raschelt, es ist hinter den Fenstern eine schwarze, kalte Finsternis, und das Haus steht einsam in aller herbstlichen Trübsal. Seinem Licht antwortet kein anderes, und sein Rauch vermischt sich mit keinem Nachbarrauch. Da ist auch der Kinni Sepp ein willkommener Gast. Sie sitzen einander gegenüber, die schwarzen und weißen Steine wandern hin und her, die Pferdchen hüpfen und die Türme gleiten, die Bauern purzeln und die Dame jagt kreuz und quer. Dem Holzer ist das Spiel eine sakrische Angelegenheit, Himmi, Himmi!, flucht er, wenn sein König wieder aus dem letzten Loche pfeift und Bluatsau! sagt er, als er zum siebten Male matt gesetzt wird. Du lernst's schon noch, meint Hannes, da trink und spiel weiter, sauf und freu dich, daß du lebst! Und sie spielen von neuem das edle Spiel, das Spiel der Könige, diese zwei sonderbaren Gestalten, der Maler Hannes, der sich in diesen Wald verkroch, und den nun die Schauer des Herbstes packten, und der verwitterte Holzer, der es nicht jeden Abend so prächtig trifft, dem die warme Stube und Ziehgarn und Roten und Spiel und Ansprache mächtig gefallen. Aber als er nun wieder matt gesetzt ist, da holt er seine Mundharmonika aus der Sacktasche und verwünscht das Spiel, das mistige, das ganz abscheuliche. Fetzt werd was anders gespuit! lacht er und klopft den Maulhobel aus, daß Brotkrumen und Fichtennadeln die Harmonie der Töne nicht stören. Und er schmettert Märsche und Landler und alle die schönen Lieder des Volkes von der Weiber- treu bis zur Wildschützenlust daher, daß es in der Stube dröhnt. Zwischenhinein gießt er ein volles Glas die Gurgel hinunter und wird immer lustiger, er singt mit seinem rostigen Baß ein paar Gstanzln von Raufhandel und Ehebruch, dudelt nun den Kehrreim dazu, er zieht die Jacke aus und führt Hannes einen Schuhplattler vor, zu dem er die Melodie selber brummt, er bäht wie ein Auerhahn in der Stube umher, daß die Lampe und der Tisch mit den Gläsern leise klirren, er kracht sich auf die Lederhose und die Schuhsohlen, und an seiner grünen Weste cklunketn Zahn und Silbertäler, er jodelt zur Decke hinauf und dreht sich ganz allein wie auf der seligsten Kirmes, als er noch jung und knusprig war. Jessas! ruft er und sinkt auf den Stuhl zurück, wann i noch amal jung wär! Heiratn tät i nimmer, des is gwiß, aber oha! Und er uma-mt die ganze Welt und alle schönen Dirndln in ihr, er reißt sie in Gedanken an seine harte Brust und der Weltschmerz packt ihn übermächtig. Er hobelt mit vollen Akkorden die traurigsten Lieder herunter, indessen Hannes von neuem in den Keller steigt, aus dem Fäßchen das Oel zu holen, welches die stürmischen Wogen seines Gastes glätten soll. Aber inzwischen verstummt die Musik und es wird stille im Haus, nur der Wind jault im Kamin und die Wanduhr schlägt drei Schläge in der Nacht. Der Kinni Sepp liegt mit dem Kopf auf den Armen über dem Tisch und schläft, er schläft berauscht von Wein und Wärme und Liebesgedudel, er schnarcht und scharrt im Schlaf mit den genagelten Schuhen, ruhig und furchtbar geht sein Atem. Hannes stellt den Krug neben den Schläfer, er wirft ein paar Scheite auf die versinkende Glut und lehnt sich breitbeinig in den Sessel zurück. Die Lampe blakt, er dreht den Docht ganz herunter, er findet das Glas auch ohne Licht, und er trinkt sich mit seinem nächtlichen Kumpan in den Schlaf. Gegen Morgen hat der Sturm nachgelassen, in den Bäumen rieselt es leise, das ist ein friedliches Geräusch, so als fiele schon Schnee und als wären die bösen, grauen Tage des Herbstes vorbei Oocbfcbulnad) richten. Der o. Professor Dr. Fritz Terhalle an der Universität Hamburg ist zum Ordinarius für Finanzwissenschaft, Volks- und Betriebswirtschaftslehre in der Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität München ernannt worden. Der o. Professor Dr. Hans Runge an der Universität Greifswald hat einen Ruf auf das Ordinariat der Frauenheilkunde an der Universität Heidelberg angenommen. Ministerialrat B e y s ch l a g wurde zum Ordinarius für Bergbau, Dr. Jng. Otto K i e n z l e zum Ordinarius für Maschinenwesen an der Technischen Hochschule in Berlin ernannt. Professor Dr. Wilhelm Meinardus, Ordinarius für Geographie und Geophysik an der Universität Göttingen, wurde auf seinen Antrag zum 1. April 1935 von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. Die ordentliche Professur für englische Philologie an der Universität Würzburg ist dem Privatdozenten Dr. K iel In Uten -■ > dir jenitijt Weroi hallt. Inb i, nit bi m (ict in lie ndrie. M» Wcili gareht dunkl! loillon t. jen.H warib icht bt daß bt •r: e, fleir ie QÜti ilfeini üch Df! ) hau-' hl, hl- lein. 6 i N te Lit je ft t!' infe sLL DW* VE 3t ticket icte Minü' N6 (FÜR; ft »ft* el0- Mosytl Kerkuk ßfUt Damaskus MITTEL WDlsdHE. MEER Vom schöpferischen Handwerk. Bereitet den Boden für die Wiedererweckung einer echten Volkskunst! Don Oipl.-Zng. Dr. Wilhelm Völker. SS seh» an Schönheit. Sor einiger Zeit fand in einer Nachbarstadt eine Tonung des „schöpferischen Handwerks" statt. &Q5 ist das nun: „schöpferisches Handwerk"? Ehe neue Redensart? Vor allem wollen wir doch -innal fragen: muß sich der Nichtfachmann damit Lästigen oder darf er es getrost den Sachver- hiiiiiqen überlassen? Sein, er darf nicht! Lho! denkt der Laie, was heißt hier nicht dürfen? Zolte dies wieder einer jener heimtückischen An- ;rire auf meine Freiheit sein? Und tatsächlich, wir mb angriffsluftig, wir rücken ihm sogar ins Haus. L.i treten zu ihm in feine vier Wände und fra= ;en ihn: „Hast du sie dir schon einmal gründlich int mit kritischem Blick angesehen. Hast du einmal ibt prüft, was darin hängt, steht, liegt und drängt. 3iji du schon einmal von allen erreichbaren Seiten i:or dein Haus getreten und hast dir Rechenschaft t .bei sein Aussehen, feine Haltung, seine Schönheit ubei Nichtschönheit gegeben? Nebenbei gesagt: der «Zarenzaun gehört auch dazu und auch der Garten W. Hi, meist du, das hast du schon, wenn auch nicht rlle; auf einmal. ($it, fragen wir weiter, welches was das Resul- ibt? Warst du mit allem restlos zufrieden? jifrieben? Gott, ja. Restlos natürlich nicht. Aber lig ?he nicht ein, was ihr wollt. Jeder richtet sich tndi feinem Geld. Äin, Rernbrandtbilder, Chippendale-Möbel und Seyes-Porzettan haben wir auch gar nicht erwartet. Aber hast du irgendein Stück, einen Einrich- tmpgegenftanb, etwas, was dir besonders nahe- s!eh an dem du täglich deine Freude haben kannst? vid nun kramt unser Freund aus, holt er Dinge |k®*i; führt uns umher. Eine alte bemalte Truhe, wifcmtzte Holzlöffel, einen fein gehämmerten Slsck nbecher, eine Taste und zum Schluß ein kleines f rjt*r gearbeitetes, mit gefälliger schlichter Schnitzern» verziertes Schränkchen; das, meint er etwas milden, habe ich nach eigenen Entwürfen her- fiielbn lasten. Der Tischler Rinn hat es angefertigt. 6ks iat ihm auch Spaß gemacht. Diese Linienfüh- rwn. und die andere dort stammt von ihm. Er riolie noch ein anderes, ein noch reicher gearbeitetes Gegenstück für mich Herstellen. Mir war's lei- tilfT iu teuer. Jetzt macht er es für feine Tochter zur SSlusiattung. tzXhst du, nicken wir ihm zu, das suchten wir. Stück ist, wie es sein soll! So müßte deine gia.ze Einrichtung aussehen — mit Ausnahme 8» »echnischen Apparate. lallt ihr's bezahlen? Dann gern! 91 in, nein, du mußt es schon selbst bezahlen, aber s isrsichert: — es bezahlt sich! Ssh, du hast schon oft über diese Zeit geklagt. J'r-mdwo drückt sie dich. Es ist die Einnahme, e i 'r der Streit mit Nachbarn und Kollegen, mit Ottern, mit Beamten. Aber trotz allem, das ist r i I! d' SSSfie*. •1» will der Kinni Sepp fürs Brennholz, für betoSHafter kleingemachtes Buchenholz. Aber Han- rrv nd sie nun, die Sommervögel in hellen Klei- mit Freude und Lebenslust, wo sind ihre Be- Oer Kumpan. Von Johan Luzian. k»5 wär so ein Wetter, Gäste zu haben! Aber ft wrangen und Versprechen, wieherzukehren, auch rcMv das Laub von den Bäumen weht und der Br*e kommt? Dahin mit dem warmen Wetter ui® Den guten Tagen. Kc-nnes steigt in den Keller, allein, feine Schritte d rir en im leeren Haus. Aber im Keller duftet es n«c) Aepfeln, es schimmert bortentlang goldgelb uffi irot von Reinetten und Parmänen. Der da h ^oan dem zehnjährigen Baum, mit den sperrigen 21.e'( i, dieser walzenförmige gedieh am Spalier, b in La schenkte die Südseite seinen Duft. Hannes die Aepfel liebkosend in der Hand, er hat fit fCber gepflückt, und er wählt ein paar für den Kvk Auch frische Nüsse find gut für den jungen 2 tri.. den roten Tiroler, den grüngolbnen der PLh. Da strecken sich die Hälse, da dämmert ein Fäß- chH-Tr füllt den Krug und steigt wieder hinaus mit bM rostreichen Gaben des Kellers. Er schürt den £fd das Buchenscheit prasselt, er rückt den Sessel, b l liampe zurecht, er setzt die Pfeife in Brand u: ii ebt das Glas, ein einsamer Zecher, den fernen Frm kden zu: Ihr sollt leben, heut könnt ich euch blenken! [te bläßt der Wind, es rauscht der kalte Regen, d ii Aald lärmt ums Haus und die Blätter fliegen g^P das Fenster, rascheln und kratzen am Glas u in) Hattern weiter davon auf der Reise. Eine Un- nit:e l befällt den einsamen Mann im Jägeranzug, b wGHube ist erfüllt mit den Geistern der Verlassen- hiril ^sedes Jahr, wenn die Nebelwochen kommen, naei der November naht, möchte der Mann auf u. it ii'ODon, aber er weiß, es dauert nur eine kurze Ze. Idann ist ihm der Winter vertraut. Doch heut trxi • ein Wetter, Gäste zu haben. Prosit, ihr x$nir:be und Kameraden, ihr Glücksucher in fernen S:tc)2n, mög euch das Leben freuen! Er bebt sein ßfi i gegen die Lampe und läßt den Tiroler fta 'em. a rumpelt es draußen vor der Tür, und als cri -inet, steht der Kinni Sepp draußen, ganz toii )Hief, ganz krumm und verweht und naß und bin ict aus kleinen listigen Augen unter den f ch a-zen Brauen 'S Good! I wollt fragn, ob i... 61 ’ rrn grab daher, wann 's mögü wär, daß i .cnr Markt fringn kunnt . . Oha, is des a nes hat's nicht zur Hand, es zerrann ihm unter den Fingern, der Winter braucht mancherlei Vorräte, Kartoffeln und Krautköpfe und Speckseiten und Mehl und Honig und hunderterlei, nach dem man nicht jeden Tag laufen kann. Nix ist heut damit, Kinni Sepp, sagt Hannes, ich muß erst auf die Bank gehn, du mußt noch warten, gelt? Ja, is fcho recht, i wart scho. 'S is ja nur, weil i grab vorbei kimm. Und er steht da und kaut auf seinem nassen Bart und der Wind weht. Komm rein, daß d' einen Schnaps wenigstens kriegst. Ja, des tät wärmen. Nun ist also doch noch Besuch gekommen, ein Gläubiger, ein armer Teufel. Er riecht nach Fichtenharz, nach säuerlichem Holzsaft, nach nassen Kleidern, nach Arbeit und Sägehütten. Er schritt ein wenig scheu in die Stube und nimmt bescheiden den Hut vom kahlen Schädel, feine weiße Platte leuchtet über dem mageren luftgeselchtem Gesicht wie der Mond im Abendrot. Ehrfürchtig nimmt er das Glas Kirsch im Stehen und sagt: Zum Wohlsein! und gießt den Kirsch die Gurgel runter, i dank auch schön. Und dann will er wieder gehen, nix für unguat! Aber Hannes hält ihn am Mantelsaum fest und sagt: Lauf doch nicht gleich davon, da hock dich nieder und trink noch einen Kirsch. Und der Kinni Sepp pflanzt sich.breit auf einen Eichenstuhl und schmunzelt. Was gibts denn Neues in der Gegend? Za mei, was halt so passiern tuat. Der Kinni Sepp berichtet von einem Autounfall auf der Chaussee, wo die Fetzn nur so umananb geflogn san, non einem Brand, da san sechs Küh und Ochsen verbrannt und der Großvater aa dazua, der hat geschlafn. Und will umständlich von einer großen Leich und einem Kindsmord erzählen, aber da unterbricht ihn Hannes und sagt: Geh fort mit deinen Grauseligkeiten! Und fragt ihn: Kannst Schach spieln? Naa,*Tarok und Doppelkopf, mehra kann i net. Gib acht, da zeig ich dir 's Schachspieln, du lernst es schon. Naa, i muaß ja hoam, nix für unguat, mei Alte... Da bleibst, daß du mal was Gescheites lernst in dein'm Leben! sagt Hannes und drückt den Holzer nieder Nacha bleib i also halt da. Und Hannes holt das Schachspiel, fetzt auf und erklärt die Figuren. Kinni Sepp ist ganz bei der Sache, er hängt seinen Mantel auf und spitzt die oenoenjenrung dis aus iiy/zo eryou wor^ nw lagen mit 119 v. H. etwa behauptet. Im einzelm, '1^-. M eröffneten Nordd. Lloyd 0,65 v. H., Bank für ^RiA inbuftrie 0,50 o. H., Westdeutsche Kaufhof 0,40 ifj I w“ Mainkraftwerke 0,25 o. H. freundlicher, Reichs^ lagen behauptet, während AKU. 0,75 v. S). verlor? I . In der zweiten Börsenstunde schrumpfte das 'Lfarttf1 Wirtschaft K um- $ran:iuri u. Dt. -Öerim Devisenmarkt Berlin — Jrantfurl a. 211. 25 Oktober 26 Oktober 25 10. 26-10. 77,5 28,5 2,454 58,25 55,14 1 29,5! 29,75 1 29,25 1 83 83 - 1 186,25I 186,6 I 187 8erlin,26-Oktober 102,5 117 75,5 111,5 101 92,25 61,25 134 48 65,5 49,25 59,75 33,13 211,5 132,25 85,4 104,75 61,75 o 0 0 0 0 7 0 0 0 0 10 0 0 61,75 134,5 48 66 48,75 60 48 161 132,75 109,75 61,13 134,25 48,25 65,4 121 48,65 60 88,65 32,65 211 162 132,13 85,65 105,75 62,13 106,25 150 119,25 76,5 75,25 120,25 75,9 75,6 85,25 105,25 62,13 106,4 76,5 150 118,9 76,5 76,76 28,4 141,9 102 117 75 111,13 101 92,9 140,25 118,5 63,43 80,87 33,83 o 4 0 0 0 l, 6 o 0 66 121,75 48,9 60,13 91,25 33 212 161,25 133 25 109,75 62 beim! 85 104,5 61,5 106,13 76,65 150 120,65 76 76,5 '21menfaiii)(De 'Jtuien.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten ............. Schwedische Noten Schweizer Noten................. Spanische Noten Ungarische Not«................ 28,75 I 142,4 103,4 I 118 75,65 ! 111,65 100 92,5 141,25 119 mo bewirkte an der heutigen Mittagsbörse lähmende Geschäftsstille, um so mehr, als aus der Wirtschaft größere Anregungen fehlten und auch die Auftragserteilung der Privatkundfchaft auf ein Minimum zusammengeschrumpft ist. Trotz dieser Lethargie blieb die Haltung im ganzen recht widerstandsfähig, und die Kurse zeigten gegenüber der gestrigen Abendbörse nur unbedeutende Veränderungen, obschon sie zumeist leicht nachgaben. Einiges Interesse erhielt sich weiterhin am Ren- 12,34 16,40 168,56 21,31 62,05 63,69 81,19 33,97 Frankfurter Börse. INmagsbörse: ,eyr still. Frankfurt, 26. Ort. Der bevorstehende den Ab; taten u tzrkvfte In t eilten t ten iljn D zMsrat in Ko .j;ben" u lern tlen. An 6 lein b erzielt wurden, im übrigen hielten sie sich auf Basis der Vorwoche. Am Schafmarkt konnten die letzten Preise etwa behauptet werden, bei geringen Tieren lagen sie um 1 bis 3 Mark niedriger. Hämmel waren etwas besser gehalten. Die Gesamtzufuhr von 416 (gegen 384 in der Vorwoche) Stück wurde bis auf Schafe, in denen 15 Stück Ueberstand verblieben, geräumt. Arn Schweinemarkt hält die lebhafte Nachfrage nach fetten Tieren an, während geringe Schweine stark vernachlässigt und nur unter Preiskonzessionen zu verkaufen sind. Für Schweine der Klassen al), a2) und b) hielten sich die Preise bei 51 bis 53 Mark unverändert, baaegen trat in den Klassen c) bis e) ein Verlust um 3 bis 5 Mark ein. Fette Specksauen blieben mit 48 bis 51 Mark ebenfalls gut gehalten, wogegen anbere Sauen 1 bis 3 Mark verloren. Infolge ber allerbings recht starken Zufuhr von insgesamt 5136 (4941) Stück verblieb ein Ueberftanb von 296 Stück, hauptsächlich an geringen Schweinen. Braunkohlen -Benzin -AG. Fwd. Unter bem Namen „Braunkohlen-Benzin- 21(9." würbe am 26. Oktober ein Unternehmen zur Herstellung von Treibstoffen unb Schmierölen unter Verwendung von deutscher Braunkohle gegrünbet. Das AK. ber Gesellschaft beträgt 100 Millionen RM. Die Grünber finb: 1. Anhaltische Kohlenwerke, 2. Braunkohlen- unb Brikettinbuftrie (Bubiag), 3. Deutsche Erdöl, 4. Elektrowerke, 5. IG.-Farben- inbuftrie, 6. Ilse Bergbau, 7. Mittelbeutsche Stahlwerke, 8. Rheinische Braunkohle, 9. Sächsische Werke, 10. Werschen-Weißenfels. Als Reichskommissar ist Reichsbankbirektor Dr. Deumer bestellt worden. Sitz der Gesellschaft ist Berlin. 29,9 187,25 Asluslo Ui 141 I 139,65 119,25 1 119 118,13 । 75,25 111,25 । 101,5 92,4 1 28,5 1 .... 142,5 141,75 104 I jÄito sie' 1145 & Philipp Holzmann .... Zementwerk ßeibeFberg Zementwerk Karlstadt.. o 78 I 0 115 O| 133 I Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener................... Hocsch Eisen—Köln-Neuessen .. Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ............... Mannes manEöhreo ♦ Starker Güterverkehr auf der Lahn im September. Der Güterverkehr auf der Lahn war im September recht stark. Im Berichtsmonat wurden zu Berg 863 und zu Tal 9 816 Tonnen, also insgesamt 10 679 Tonnen Güter verfrachtet. Hieran waren 98 Güterschiffe beteiligt. Geschleust wurden ferner zu Berg und zu Tal je 132 Motorpersonenboote, 80 Kleinfahrzeuge zu Berg und 300 zu Tal. Mit über 10 000 Tonnen Verfrachtung hat sich weiterhin eine bemerkenswerte Stabilität gezeigt. ♦ Deutsche Krankenhauseinrichtung für Persien. Für eines der bedeutendsten Institute in Teheran wurden die gesamten Röntgen- und elektromedizinischen Einrichtungen von der Firma Elektrizitätsgesellschaft „Sanitas", Berlin, geliefert. Dieser Auftrag beweist erneut die Hochschätzung, die deutsche Arbeit und deutsches Können im Auslands genießen. Gritzner....................01 Mainkraftwerke Höchst S.M.... 4 Süddeutscher Zucker........ e Kanal wird man also In Zukunft auch die Oel- leitung von Mofsul-O-lseld-rn als eines der wich - tigen V-rt-ldigunasmittel des britischen Imperiums anzusehen haben. Das heißt selbstverständlich aber auch, daß die britische Politik gegenüber den arabischen Nachfolgestaaten feste Gestalt angenommen hat. Die bri- tische Politik hat in der Oelleitung eine ihrer gro^ ten Interessen zu verteidigen und wird daher auch nicht umhin können, sich weiter um da- Schicksal der -uigen Länder zu kümmern durch d.e d.e O ■ leitung läuft. Das heißt also, daß mit dieser Del- leitung Großbritanniens ein dauerndes Interesse nicht nur am Irak aeroonnen hat, sondern ebenso auch an Irans jor Dani en, an Palästina, ja darüber hinaus vielleicht auch am Schicksal des südlich von diesen Landern gelegenen großarabischen Reiches I b n 6 auds. Selbstverständlich wird die englische Politik m Zu- funft mit einem gewissen Recht behaupten können, daß die Schicksale dieser Länder Interessen des britischen Weltreiches berühren, so daß England ein Recht habe, ganz besonders an den Vorgängen in den genannten Ländern Anteil zu nehmen. Obwohl die drei arabischen Staaten unabhängig sind, wird die englische Politik stets weiter bestrebt fein, in sehr enger Fühlung mit diesen Ländern zu bleiben unb--den Frieden zwischen ihnen aufrechtzuerhalten. Erklärlicherweise geht das englische Inter- Schultheis Patzenhoser Aku (Allgemeine Kunst,eide) .. Bemberg................ Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ............... Daimler Motoren ... Deutsche Linoleum Orenstein & Koppel Leonhard Tietz .............. Chade ...................... Arcumulatoren-Fabrik Conti-Gummt.............. wenden Oelvorräte mit den Engländern teilen — eine Bestimmung, die noch oft zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Teheran und London geführt hat. Die Franzosen, wohl in Unkenntnis Der durch ölreichen Landbesitz gebotenen Zukunftsmöglichkeiten, wurden mit dem Protektorat über Syrien abgespeist, das keine Oelvorkommen auf» weilt. Sie haben das Nachsehen. Sie erkannten zu spät, was sie bei der Beuteverteilung nach dem Kriege in Dorderasien verloren hatten. Zwar kam dann später eine Vereinbarung mit den Engländern zustande, nach der ihnen Die Abzweigung einer französischen Rohrleitung durch Syrien nach dem Hasen Tripoli zugestanden wurde, aber der Wert dieser inzwischen ebenfalls vollendeten Nebenleitung, die übrigens auch einen geringeren Fassungsraum hat als die englische, ist dadurch erheblich herabaemindert, daß die Abzweigstelle aus englischem Boden liegt. Die Briten haben es also jederzeit, besonders im Kriegsfälle in der Hand, die französische Oelleitung trocken Äu legen und damit die französische Kampfkraft entscheidend zu schwächen. Nun ist der Zweig der Oelleitung der Iraq-Petroleum Co., der in Haifa endet, in Betrieb genommen worden. Das ist zunächst einmal ein Ereignis von technischer Bedeutung, da der Bau der Oelleitung eine der größten Ingenieur- Leistungen ist, die in der letzten Zeit im Vorderen Orient vollbracht wurden. Galt es doch, die verkehrstechnisch abgelegenen Oelquellen bei Mossu über eine Entfernung von fast 900 Kilometer mit dem Mittelmeer in Verbindung zu bringen und zugleich ein Transportmittel sicherzustellen, das von äußeren Störungen möglichst unabhängig war. Das ist mit dem Bau der Oelleitung, die beträchtliche Höhenunterschiede mit Hilfe von Pumpwerken überwindet, gelungen, während zugleich ein System von Blockhäusern und UeberroachungsfteUen die Oe - leitung davor schützt, von Unbefugten angezapft oder gar von Gegnern gesprengt zu werden. Die Oelleitung ist daher jo recht ein Symbol des Sieges der modernen Technik über bislang auch politisch als unbezwingbar geltende Wüstengebiete und der Erschließung verkehrstechnisch schwer zu erreichender abgelegener Räume. Denn man muß sich vorstellen, daß die Petroleum-Oel- selder erst durch diese Leitung ihren eigent- lichen Wert für ihre Besitzer bzw. Ausbeuter gewonnen haben. Gäbe es die Oelleitung nicht, so würde man das Petroleum der Mossul-Oelfelder entweder mühselig mit dem Auto durch die syrische Wüste befördern müssen — was den Transport größerer Mengen ausschließen würde — oder man müßte es den Tigris-Strom abwärts bis an den Persischen Golf transportieren, um es dann erst von Basra aus zu verladen und auf einem langen Seewege nach Europa zu bringen. Die Oelfelder würden also ohne die Oelleitung kaum von irgendwelcher größeren marktpolitischen Bedeutung sein, oder jedenfalls nur in beschränktem Umfange für die Weltproduktion an Petroleum ihre Bedeutung gewinnen können. Darüber hinaus drängt sich aber auch die p o - li tische Bedeutung dieser Oelleitung auf. Die britische M i 11 e l m e e r» F l o 11 e hat bisher ihren Betriebsstoff von weit her beziehen müssen. Sie hatte lediglich wenige Vorratslager in den eigentlichen Kriegshäfen Gibraltar und Malta und war im übrigen auf die Petroleum-Tank-Depots angewiesen, die die Anglo-Persian-Oil Co. und Royal Dutch-Shell am Suez-Kanal unterhielten. Hier handelte es sich aber um Depots, die mengenmäßig begrenzt waren und also die Flotte der Gefahr aussehen konnten, ihre Reserven aufgebraucht au sehen. In Aegypten lag überdies die Gefahr nahe, daß bei Der weiteren Entwicklung der Dinge eine politische Gefährdung hätte eintreten können, die es den Engländern unmöglich gemacht hätte, so wichtige Kriegsmaterialien in einem neutralen ober gar feindlichen Lande lagern zu lassen. Bestand doch immer die Möglichkeit, daß in einem Kriegsfälle die Engländer Aegypten ganz hätten räumen müssen oder daß die Zufahrtstraßen für das in Aegypten eingelagerte Petroleum, das Rote Meer und der Indische Ozean, durch kriegerische Ereignisse gesperrt würden, so daß dann England von den im Bereich des Indischen Ozeans liegenden Oelquellen ganz abgeschnitten worden sein würde. In diesem Falle würde bann eben in Zukunft bas Mossuk-Oel in ber Lage fein, nicht nur bie Mittelmeerflotte, fonbern am Enbe auch Englanb selbst mit Petroleum zu versorgen. Wenn man bebenft, in wie hohem Maße heutzutage moberne Kriegsmittel auf Petroleum unb Pe- troleumprobukte angewiesen finb, so versteht man ohne weiteres, welche strategische Bebeu- tung für bie Frage ber Rohstoffversorgung Großbritanniens im Kriegsfälle eine birefte Leitung zu bem unter englischer Kontrolle stehenben Mittelmeer hat. Die Leitung kommt also ber Schaffung einer wichtigen Reservestellung gleich, die ange- sichts ber befonberen Lage bes britischen Weltreiches nicht hoch genug eingeschätzt werben kann. Neben den Befestigungen von Singapore und bem Suez- j)a( | r* (gelt’ 2,434 58,01 54,92 12,30 16,34 167,88 21,23 61,81 Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt deichlossenen Dividende an. — Relchsbankbiskont 4 v. H.. Lombardzinsfuß 5 o H. Ein se bBerufsjä auf 3qü( Wischen cr inwerf Msiges tr We van tyU Flint, ilonnte, ha Wappte Wein bes t We ÄW iLbex bn ’B Ms MM n n Dewch । Als er1 Minen Ar H in der rijatte näi i Wch w X Duijns < ii und mu wli*. In der zweiten Börsenstunde schrumpfte das (£ schäft auch am Rentenmarkt stark zusammen uM§ Haltung war schwächer. Altbesitz gingen um 1 v. H. H 4% Lesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterreicyische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4Vi% desgl. von 1913 b% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe ten mar ft für Altbesitzanleihe, die mit 105,2$ um 0,50 v. H. hoher einsetzte. Daneben waren k wohl mittlere wie späte Fälligkeiten von Reiche schuldbuchforderungen etwas beachtet und bis 0,2j o. H. freundlicher und auch Reichsmark-Anleih«, aus umgetauschten Dollar-Bonds wurden eit» 0,25 bis 0,50 v. H. hoher bewertet. Zinsvergi. tungsscheine und die Anleihe des Gemeinbe-Umfch^. dungsverbandes lagen andererseits aber nur knop, gehalten. Arn Auslandsrentenmarkt erhielt stz etwas Kaufmeinung für russische Vorkriegsans^ hen sowie für Marschau-Wiener, wobei Bs-fser^ gen um etwa 0,13 v. H. eintraten. Am Aktienmarkt stockte die Umsatztätigf^ dagegen fast vollkommen. Don chemischen Papist^ gingen Farbenindustrie um 0,25 v. H. und Deutta Erdöl um 0,65 v. H. zurück. Auch Elektro- yg Montanwerte bröckelten zumeist um 0,25 bis 0| o. H. ab, etwas hoher lagen AEG. (plus 0,25 D.f und Mannesmann (plus 0,50 v. H.). Lahmey^ Aktien, die gestern abend auf die nur mäßige 2)^ dendensenkung bis auf 119,25 (117,13) erholt roar^ effß soweit, daß die Oelleitung (und das Recht, Flugplätze zu unterhalten) nicht beeinträchtigt wird. Die „Pax Britannica" im Vorderen Orient wird also zweifellos im Zeichen der Oelleitung stehen. Man kann im übrigen der britischen Politik, die es nach dem Scheitern der ersten Nachkriegspläne auf Errichtung einer Reihe von Protektoraten zur Vervollständigung der Landbrücke nach Indien klug verstanden hat, auf unerreichbare Ziele zu verzichten, dafür aber mit Zähigkeit britische Interessen dort zu verteidigen, wo dies möglich war, eine gewisse Bewunderung nicht versagen. Wenn man überblickt, über was für Schwierigkeiten hinweg die erste Jnteressenahme Großbritanniens an den Mossul-Oelseldern bis zur Vollendung der Oelleitung verfolgt worden sind, so weiß man, wie stark der Wille zur Verteidigung der britischen Reichsinteressen noch heute ist. Man denke doch nur an die Aufstände in Mesopotamien, den Kampf um das Mossul-Wilayet, die Schwierigkeiten in Palästina, die Kämpfe in Transjordanien, die Umgestaltungen in Inner-Arabien: welche Fülle von geschichtlichen Aktionen, was für Schwierigkeiten bis zur Beendigung des großen Werkes, das das nord-mefopotamifche Petroleum englischen Zwecken dienstbar macht! Das Werk ist ein Zeichen dafür, daß der britische Einfluß im Vorderen Orient sich trotz allem zu halten verstanden hat. Den: vor Btagern i Dichter gut gefter riaben auf1 Ug sind. Mjen Geld iiorkben Me ich Mfete b 'Fühler 6 M, bitt Ei Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Arn Frankfurter Getreidemarkt hat sich das Angebot in (Betreibe weiter verringert, teilweise zeigte sich sogar Knappheit. In Wetzen hat sich das Angebot zwar ver- kleinert, für die nur kleine Nachfrage der Mühlen reichte es aber aus. Einiges Angebot aus der Wetterau wurde zu den bestehenden Oktober-Festpreisen ausgenommen. In R o jj g e n war das Angebot auffallend gering; die Landwirte halten mit ihrem Roggen start zurück. Seitens der Provinzmühlen hielt die gute Nachfrage an, auch die Großmühlen bekundeten verschiedentlich Interesse. Bei großer Konsum-Bedarfsnachfrage blieb das Haferangebot gering, so daß teilweise keine volle Befriedigung der Verbraucher erfolgte und man aus anderen Gegenden Ware hereinnehmen mußte. Auch in Futtergerfte ist bisher keine Besserung in der Anlieferung eingetreten, während der Bedarf unvermindert anhielt. Am Mehlmarkt hielt die Geschäftsstille an. Neuabschlüsse sind selten, und auch die Abrufe aus alten Kontrakten sind unbefriedigend geblieben. Der Kraftfuttermittelmarkt liegt fest. In dieser Woche trat besonders starke Nachfrage nach Soyaschrot auf, aber auch in den übrigen ölhaltigen Artikeln hielt die lebhafte Nachfrage an, ohne daß auch nur einigermaßen der Bedarf eine Befriedigung erfuhr. Für M ü p l e n a b f ä 11 e ist die Nachfrage besser aeworden, der Bedarf konnte bei dem genügenden Angebot befriedigt werden; besonders Kleie und Nachmehle waren beachtet, während Futtermehle weniger gesucht waren. Am Rauyfuttermarkt haben die Strohpreise eine Befestigung erfahren. Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, kostet jetzt 4 bis 4,20 Mark (nach 3,75 bis 3,85) und Roggenstroh, gebündelt, 4 Mark (3.75 bis 3,85 Mark). Für Heu blieb der Preis zu 11 Mark unverändert. Im K a r t o f f e l g e s ch ä f t ist eine leichte Besserung eingetreten. Die Nachfrage hat sich belebt. Industriekartoffeln waren nur wenig angeboten. Gelbfleischige Kartoffeln notierten unverändert 2,90 bis 3 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Wochenbericht vom Frankfurt-r Gchlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt zeigte in der Woche vor dem Monatswechsel verhältnismäßig autes Geschäft. Preisverbesserungen ließen sich nur bei guten Tieren erzielen, für mindere Qualitäten ergaben sich dagegen meist kleine Abschläge. Da die Märkte zum Teil über Bedarf beschickt waren, verblieb hier und da etwas Ueberftanb. Am Rindermarkt war der Auftrieb mit 1514 um 30 Stück größer, als in der Vorwoche, trotzdem genügte die Zufuhr für Bullen nicht der Nachfrage. Für gute Tiere ließen sich bei Ochsen, Bullen unb Färsen Besserungen um 1 bis 2 Mark burchholen, geringe Qualitäten konnten sich behaupten, währenb Kühe 1 Mark nachgaben. Auf dem Kälbermarkt erfuhr bas Geschäft trotz ber um 100 auf 1265 Stück verminderten Zufuhr keine Belebung. Nach mittelmäßigem Handel wurde der Markt jedoch geräumt. Gute Tiere waren nur knapp zugeführt, so daß hierfür höhere Preise 104,25 zurück, und auch die übrigen variablen L, leihen gaben zumeist um 0,40 bis 0,50 v. H. nah Am Pfandbriefmarkt verzeichnete man leichte Nah frage für Liquidationspfandbriefe, Kommunal-Lb ligationen und Goldpfandbriefe blieben dagegen in verändert. Stadtanleihen lagen ruhig und gut K hauptet, Staatsanleihen und fremde Werte maru fast gefchäftslos. Im Freiverkehr gingen Russe, Prioritäten ebenfalls etwas zurück. Der Aktienmarkt zeigte auch späterhin keines Belebung. Die Anfangskurse blieben meist fo Rauptet, Farbenindustrie und Schiffahrtswun gaben aber bis 0,50 v. H. nach. Niedriger lagtr, außerdem Siemens (—1 v. H.), Rhein. Braunkohls (— 1 v. H.), während AG. für Verkehrswesen OZ v. H. und Daimler Motoren 0,50 o. H. gewannen Am Kassamarkt waren Voigt & Häffner auf bn günstigen Geschäftsgang hin gesucht und mit 11,1 bis 12 um 1 v. H. fester, dagegen blieben HE mann & Braun weiter angeboten. Tagesgeld wn heute etwas gefragt und wurde um 0,25 v. H. aii 3,25 v. H. erhöht. Abendbörse behauptet. Die Abendbörse nahm auf allen Marktgebieten infolge der anhaltenden Zurückhaltung einen sch ruhigen Verlauf. Angebot lag kaum mehr vor, and die Nachfrage hat sich noch nicht belebt. Bei sch kleiner Umsatztätigkeit lagen die Berliner Schlch kurse zumeist gut behauptet, vereinzelt auch um Bruchteile eines Prozentes freundlicher. 2lm Kassa-? markt lagen Rhein. Hyp.-Bank mit 114 meiieu leicht erhöht. Am Rentenmarkt zeigte sich im Hinblick auf di Klage der Anleihegläubiger gegen Die SüdasG nische Union etwas lebhaftere Nachfrage für iii Schutzgebietsanleihe; im Freiverkehr ging sie uni 15 Pfennig höher, und zwar mit 9,75 um, amtliji kamen sie mit 9,70 nach 9,60 zur Notiz. Leicht tw fjolt waren auch Altbesitz mit 104,40 nach 104,250 6 v. H. Dollar-Schatzanweisungen des Deutschem Reiches 10 bis 1000 Dollar lagen mit 74,50 DI o. H. über Berlin (gestern abend hier 71). Pfan^ briefe lagen behauptet. 11. a. notierten: Altbefitz 104,40, 6 o. H. Stahl verein 80,50, 5,50 v. H. Franks. Hyp.-Bank fiiquih 93,75, 6 v. H. Rhein. Hyp.-Bank Gold R 31 bis 3m 93,75, 5 v. H. innere Mexikaner 5,90, Commerz bank 72, Reichsbank 145, Gelsenkirchen 61,75, Phönix 48, Rheinstahl 90,50, AKU. 61,25, Bekula 141,75. Ehern. Albert 84, Scheideanstalt 212,50, Deutsch Linoleum 59,75, IG. Farben 142,65, (Beffürel 111,50, Holzmann 77,75, Metallgesellschaft 84,25, Rutger werke 39, Reichsbahn-VA. 113,40, Hapag 28, Mb. Lloyd 30,65. Frankfurter Obst- und Gemüsemallt. Frankfurt a. M., 26. Oft. MitAusnahimim Rosenkohl und Rotkraut blieben die Zufuhren am Gemüsemarkt sehr stark. Bei kaum veränderten Preisen war das Geschäft schleppend, für Blumen- und Rosenkohl zeigte sich jedoch flult Nachfrage. Blumenkohl 15 bis 45, Eskarol 3 bi- 7, Feldsalat, groß, 20 bis 25, klein, 60, Salatgurla 20 bis 40, Karotten 3 bis 5, Kopfsalat 5 bis lö, Lauch, 2 bis 6, Meerrrettich 25 bis 30, Pfifferling-' 40 bis 50, Rettich 4 bis 8, Römischkohl 4 bis 4b, Rosenkohl 16 bis 20, Rotkraut 5 bis 6, Sellerie ji nach Größe 5 bis 25, Spinat 3 bis 4, Schwatz' wurzel 15 bis 20, Tomaten I 10 bis 12, II 6 bbi. Weißkraut 2% bis 3, Wirsing 2^ bis 3*/-, Zwiebel Gärtner 5% bis 6, Pfälzer 5%, Sachsen 61/:, 3*» liener 5 bis 5%. Am Ob st markt ist das Angebot von Aepfe» und Birnen wieder stärker geworden. Gute Duolr täten sind verkäuflich, während minderwertige kau« i Der h B «bouarb t burtstag I «beiten! ijjrarb v li ttieges f r mir noch ischeibene- mum eh ^Olbtaufc jatung te noä 0 Dom 8 JP Heine |3Mt I tonnte v-, »2’ d-r i Hä m b°"e meri0Qtl h A.E.G..................... o Bekula o LieferungSgeselllchaft6 Licht und Kraft ........ g gelten & Öullleaume o Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ...... ß Schuckerl L Eo............... SiemensL Hal-ke "*,**" 7 Lahmeyer L Eo.............10 77,75 I 78 | ’d -I b^rfc 26 10 Schluö- !Äs?' hird 25 10. Datum 6% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 6% ehem.7% Tt.Retchöanl.v.1929 6^% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. DeSgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 19.................. 5%% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liaui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auolos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6%% ehem. i/,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6/2% ehem. 414% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpse 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. bnefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landesvfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Eteuergutsch. Verrechnungskurs. .vrannur . U. Dl. Berlin Hronktur« a. Di. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- börse Schluß« kurS Schlußk. Mittag« börse Schluß- kurS Schluß«. Abend« börse Schluß- kurS Schlußk. Mittag« börfe Datum 25-10. 26 10. 25I0- 26 10. Datum 25-10 26 10 25-10. 26-10- 4% desgi. Serie li .......... _ — — — Mansselder Bergbau .. Kokswerke........... .......0 79 79,25 96.25 79 95,5 47,9 22515 5% Rumän. vereinh. Rente v.1903 4,5 4,5 4,55 — .......0 _ s%%Ruinän.vereinh.Rentev.l913 6 5 6,5 6,65 6,75 Phönix Bergbau...... .......0 48 48 48,13 *% Rumänische vereinh. Rente .. 4,13 4,05 4 4 Rheinische Braunkohlen ..... 10 227 226 228 90,4 41,13 3 %% Anatolier .............. 34,75 34.25 34,5 Rheinstahl ........... 90,4 41,13 90,5 90,5 41 Vereinigte Stahlwerke. .......0 Hamburg-Amerika-Paket ... . 0 28,70 28 28,75 28,25 Otavi Minen ........ 13 13 12,75 12,65 Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff........... 0 Norddeutscher Lloyd .........0 30,9 30,65 25 30,9 2 ( 30,5 ....... 5 ..... 7VZ 117 155 116,25 116 155 116,5 116 155,13 116 116 155,13 A G. für Verkehrswesen tzlkt. .. 0 80,75 81 81 79,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 95,5 95,5 96 96 9. G. Färben-Industrie .......7 142,75 142,65 143 142,65 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 72,5 72 72,5 72,25 Schctdeanslalt........ 212 91,25 39,13 212,5 90,25 Goldschmidt ......... 90 97,9 74,5 77 74,5 74,5 77 74,5 76,25 144,13 RütgerSwerke ........ 91,25 98,13 85,25 76,75 AtetäUgesellschaft...... 84,25 ReichSbank ........ 12 145 145 145 Amtliche Jlotierung Amtliche Jioticnin? Geld | Arie- Geld Buenos Airer 0,643 0,647 0,643 0,647 Brüssel_____ 58,17 58,29 58,17 58,3 Rio de Jan. 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,32 55,44 55,07 55,19 Danzig..... 81,10 81,26 81,10 81 London ..... 12,39 12,42 12,335 HelsingforS.. 5,47 5,48 5,445 Paris ...... 16,38 16,42 16,38 Holland .... 168,13 168,47 168,30 ULM Italien..... 21,45 21,49 21,45 0,716 0,718 0,713 Jugoslawien 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo.....: 62,26 62,38 61,97 Wien....... 48 95 49,05 48.95 Lissabon.... 11,245 11,265 11,195 11.2'5 Stockholm... 63 90 64,02 63,60 Schweiz .... 81,06 81,22 81,05 8J -2^ Spanien.... 33,97 34,03 33,97 Prag....... 10 375 Budapest ... _ Neuyork... 2,482 2,486 2,482 Banknoten. JJ 95,75 95,9 96,13 96,13 —• — — 94,13 94,4 94,13 94,5 104,75 104,4 104,6 104,25 — — — 96 96 96 96 93,25 93 93,25 — 93,5 93,5 - — — — - — 101,4 101,13 101,65 101,25 93 93 — 92,75 9E 92,75 - - 93,65 93,75 - - 94 94,5 94,5 94 94,75 94.75 94,75 94,75 94,75 _ 94,75 — 101,9 101,9 101,9 101,9 29,5 29,5 _ 29,9 1,3 1,3 1,35 1,35 7,65 7,6 7,75 7,9 —— 7 7,25 7,3 7,5 7,13 — 7,3 13,5 13.5 13,75 13,65 — — — ** — Geschichten aus aller Welt Kuß-all im Bezirk Lahn-Dill h! h C b Verlangen Sie Überall vorrätig. !arltze tiiw O nerk itVr . ft (z) Lille. Ür der Dendöe wagen die Menschen gar nicht nun ins Bett zu gehen. Die Feldwanzen haben siÄ iximlich plötzlich, besonders in den höhergelegenen lZebieten, zu einer anderen Lebensweise ent- »Men und dringen in die Häuser ein. 6n! krabbeln an den Wänden empor, kommen o uci die Türritzen, kriechen in Betten und Sesseln, Y litc? die Oefen und unter die Tapeten. Kurzum: si le l »nehmen sich genau wie alteingesessene Zim- n il!kr?anzen. Was kann der Mensch dagegen ande- r!; aIs auf die Jagd zu gehen? Man jagt alh -Tag und Nacht. Aber man vernichtet die Mig! geister nicht, denn die sitzen längst in ihren fcdi -n Verstecken. nb gm Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) erte 6 Richter Courts en bewilligt sich Bewährungsfrist. d mii: ieben j Zesgeli imc USNl w im • epp<-- jed:: Stan- . 6ak; at 5j i, O hltt 6,6t> 4,0 2,116 >\i$ ,sen von! (Sui!- ■wert’ t 11 01 10 135 45 .38 ,30 ,45 194 ,91 ,95 ij ,60 ,05 ,91 315 i ’M at SÄo e sü> ltz si< im, c M j, H\(j! itulill >0,: W! !5,l gN SJtxfpoit Handball-Pokalspiel Aordhessen gegen Vaden Oie Badenser sind Favorit. § § In! Ä ö BJ G. SCHAUB, Apporotebougci.m.b. H., PFORZHEIM kostenlos die neuen Werbeblätter. Werkevertretung t Jean H. Nies. Frankfurt a. M.. Eschenheimer Tor Nr. 3. Staube Haushälterin versichert, auch keine ein« i Zeitung mehr gelesen und jede, aber auch jede ? )umg mit den Zeitereignissen verloren. Er weiß lii noch nicht das geringste vom Stavisky-Skan- 66, coom Attentat in Marseille, vom Tode Poin- Die Leute in der Vendse machen bedenkliche Seichter, weil man sich seit altersyer erzählt, daß es einen bösen Winter bedeute, wenn die Tiere aus der Natur in die Häuser flüchten, und besonders, wenn diese Tiere Wanzen sind. An der Wanzenplage ist nicht mehr zu zweifeln, hoffen wir wenig- tens, daß die Wetterpropheten unrecht haben... Des Schusters Rache. (bi) Mailand. Bor einigen Monaten hatte sich ein sehr wichtig auftretender Herr bei einem kleinen Schuhmacher in Pallanza, dem malerischen Städtchen am Lage Maggiore, ein Paar Schuhe anpassen lassen. Er kam wiederholt zur Anprobe, tadelte und mäkelte viel — was den biederen Schuhmachermeister, der ich seiner Kunst sehr sicher fühlte, arg kränkte — chien aber endlich zufrieden zu fein. Jedenfalls ließ er sich eines Tages nach vielem Hin und Her die Schuhe einpacken und aushändigen. Und bann ging er davon, ohne allerdings zu bezahlen, da er „zu- ällig" seine Börse vergessen hatte. Der Schuhmacher wartete vergeblich auf fein Geld. Weil auch auf wiederholte, höflich gehaltene Mahnschreiben keine Antwort kam, schwor er — zumal der Zorn über das herausfordernde Benehmen des Herrn bei der Anprobe noch in feinem Bufen nagte — furchtbare Rache ... Tagelang hielt er sich in der Gegend der Wohnung'feines Kunden auf. Nach einiger Zeit hatte er herausgefunden, daß dieser täglich zu einer bestimmten Tagesstunde nicht weit vom Laden des Schusters eine Straße passierte. So kam es, daß der Schuster kürzlich, wie zufällig, seinem Kunden begegnete, als dieser, mit den nicht bezahlten Schuhen angetan, des Weges kam. Der Schuhmacher verlangte, immer in hölichstem Ton, Bezahlung. Der Kunde entgegnete, er fei keineswegs gesonnen, schon zu zähen, uni so weniger, als einer der Schuhe nicht richtig sitze und drücke. So etwas hatte aber der Handwerker schon vorausgesehen; und so lud er den Kunden unter Hinweis auf die Nähe seines Ladens ein, den Schaden gleich beheben zu lassen. Und dort besah er sich sehr eingehend den angeblich drückenden Schuh, eilte in feine Werkstatt und kehrte zurück ... ohne Schuh! Als der andere, der schon nichts gutes ahnte, ihn ängstlich nach dem Verbleib seines Schuhes fragte, erklärte ihm der Meister mit eindeutigen Worten, der Schuh fei jetzt in Ordnung, werde aber erst nach Bezahlung der Rechnung verabfolgt. Und als der andere wiederum erklärte, er habe „zufällig die Geldbörse vergessen", warf ihn der Schuster trotz Bittens und Flehens kurzerhand zum Laden hinaus und schloß die Tür hinter ihm zu. So mußte denn der Schuldner mit einem Schub und einem Strumpf bekleidet unter den spöttischen Zurufen zahlreicher Personen nach Hause hinken. ..Wie geht's?" ist verboten. (avk.) Budapest. M-t 'chie» IW- Die Budapester Oper, genauer, das Kgl. ungarische Opernhaus, feierte das 50jährige Bestehen. Gewiß war diese erste musikalische Kunststätte des schönen Ungarlandes in den fünfzig Jahren der Schau- bzw. Hörplatz mancher künstlerischer Sensation. Doch seltsamerweise hing sowohl die seinerzeitige Eröffnung als auch das jetzige Jubiläum mit gewissen „Nebengeräuschen" zusammen. Damals, vor einem halben Jahrhundert, gab es infolge polizeilicher Ohnmacht Straßenszenen, die so tumultuös ausliefen, daß sie sogar Todesopfer forderten und zuguterletzt dem verhaßten Polizeichef den Kragen kosteten. Und Kaiser Franz Joseph war dermaßen verärgert, daß er die feierliche Eröffnungsvorstellung vorzeitig verließ . . 1934 klappte indessen das Polizeiaufgebot ausgezeichnet, und der Reichsverweser v. Horthy konnte die Festvorstellung ungestört genießen. Diesmal aber spielten sich die sog. „Szenen" in aller Stille hinter den Kulissen ab, und verärgert waren lediglich einige Sänger und Sängerinnen. Die Stimmgewaltigen erwarteten nämlich, daß anläßlich des Jubiläums das hochwohllöbliche Kultusministerium, als oberste Verwaltungsinstanz des Opernhauses, einen umfangreichen Titel- und Ordensregen loslassen werde. Wie so oft im Leben, kam es aber anders: einige „Tröpfchen" fielen zwar vom ministeriellen Himmel, aber von einem „Regen" konnte keineswegs die Rede fein. Die Vernachlässigten schimpften nach Herzenslust — was blieb ihnen auch sonst übrig? — und führten (wie böse Zungen jedenfalls behaupten) ein „Wie geht's?"-Verbot ein. Soll bei- sten, daß in den geheiligten Hallen der Oper strengstens untersagt sei einander zu befragen, wie es gehe. Dadurch solle dem Befragten die betrübliche Antwort erspart bleiben: „Nicht ausgezeichnet!" Sportverein 1920 Heuchelheim. Die erste Mannschaft wird ein Gesellschaftsspiel in Lollar austraaen. Die zweite Mannschaft er- wartet in Heuchelheim die erste Elf von Kinzenbach. Die Gäste sind zur Zeit ungeschlagener Tabellenführer der zweiten Kreisklasse. Dieses Treffen stellt einen Lokalkampf dar, bei dem auf beiden Seiten mit aller Energie gekämpft werden wird. Der Ausgang des Spieles ist nicht vorherzusagen. Die erste Jugend-Mannschaft spielt vor dem Spiel der zweiten Mannschaft gegen die erste Jugendelf von Krofdorf-Gleiberg. Man erwartet, daß die Hiesigen die Niederlage vom Sonntag wettmachen und das Spiel für sich entscheiden. Treis I — Alten-Buseck I. Treis I erwartet zum Verbandsspiel Alten-Buseck. Die Gäste nehmen in der Tabelle einen sehr guten Platz ein, es wird bei diesem Spiel um den besseren Platz in der Tabelle gekämpft. Die Jugend fährt nach Großen-Buseck. Lippert wieder in der Sauliga. Für das Spiel der Gaumannfchaft gegen eine gleiche des Gaues Baden, das am 3. November ftatt- finden soll, ist die nachstehende Mannschaft vorgesehen worden. Die beiden Marburger Weyandt und Rueff (Kurhessen) sind nicht mehr genannt. Lippert (1900) Gießen ist auch diesmal wieder dabei. Folgende Spieler sind vorgesehen: Sonnrein, Schramm (93 Hanau), Schröder (Kurhessen, Kassel), Lippert (1900 Gießen), Kehl Hünfeld, Klein, Markert (03 Kassel), Kammer! (Borussia Fulda), Köhler (06 Kassel), Wohlgemuth (SV. 05 Wetzlar), Israel (03 Kassel), Niedermeier (Kurhessen Kassel). Drei neue Krastradwellrekorde. Nachdem der bekannte Rennfahrer Hans Stuck kürzlich auf der Berliner Avus mehrere aufsehenerregende Kraftwagenweltrekorde aufgestellt hat, gelang es jetzt den Motorradfahrern Walfried Winkler und Arthur Geiß von der Autounion, auf der neuen RT 100 DKW.-Maschine mit 98 Kubikzentimeter Zylinderinhalt ebenfalls drei neue Weltrekorde zu fahren. Die Fahrer errangen mit 1817,6 (75,75 Stundenkilometer) einen neuen 24- Stunden-Weltrekord. Gleichzeitig fielen bei dieser Gelegenkeit die Weltrekorde über 1500 Kilometer mit 19,36:21 (76,48 Stundenkilometer) und über 1000 Meilen mit 20:59,05 (76,96 Stundenkilometer). Kurze Sportnotizen. In Stuttgart gastieren am 4. November die besten deutschen Tennislehrer, nämlich Nüßlein, Messerschmidt, Richter und Rott (Chemnitz). 17 ausländische Nennungen weist das Internationale Schwimmfest des Sv. 98 Heilbronn auf ♦ Der Bau des Eisstadions in Garmisch schreitet rüstig vorwärts. Die Haupttribüne, deren weit vorspringendes Schutzdach und der Große Turm sind im Gerüst fertiggestellt, auch die Zufahrtsstraße geht ihrer Vollendung entgegen. Die Auto - Union führt augenblicklich auf dem Nürburgring die angekündigten Probefahrten für Nachwuchsfahrer durch. Am Mittwoch sah man Pietsch, Simons und S t e i n w e g , sowie die Motorradmeister R o s e m e y er und S ö n i u s am Steuer des R-Wagens. Aus Anlaß der fünf neuen Weltrekorde Hans Stucks hat der Führer des deutschen Kraftfahrsports, Obergruppenführer Hühnlein, an den Vorstand der Auto-Union ein Glückwunsch-Telegramm gerichtet. Der italienische Fliegerleutnant. Francesco Agello verbesserte den absoluten Geschwindigkeits-Weltrekord für Flugzeuge von 682.078 auf 709.202 Stundenkilometer. Die ersten Europameisterschaften im Jiu-Jitsu werden am 30. November und 1. Dezember in Dresden zur Durchführung kommen. der anhaltend knappen Zufuhren an frischer Ware, zum andern machte sich der bevorstehende Monats- wechsel in einer wesentlich ruhigeren Konsumnach- frage bemerkbar. Kühlhauseier stehen dagegen ausreichend zur Verfügung und hierin war das Geschäft auch lebhafter, zumal die Preise fast unverändert blieben, während sie für frische Ware weiter leicht anzogen. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M.: Frischware: Deutsche Markeneier Kl. 8 13,5, Kl. A 13, Kl. B 12,5, Kl. C 11,5, Kl. D 10,5. Dänen Klasse S 13 bis 14, Kl. A 12,5 bis 13,5, Kl. B 12 bis 13, Kl. C 11,5 bis 12,5. Bulgaren und Jugoslawen 11,5, Rumänen 10,5 bis 11. Kühlhausware: Deutsche Markeneier Kl. 8 11,5 bis 12, Kl. A 11 bis 11,5, Kl. B 10,5 bis 11, Kl. C 9,5 bis 10, Klasse D 9 bis 9,25. Mainzer Getreidemarkt. Mainz, 26. Okt. Es notierten (Großhandelspreise per 100 Kilogramm loco Mainz) in RM.: Weizen 20,80, Roggen 16,80, Hafer 16,20 ab Station, Braugerste 19,50 bis 20, Malzkeime 15,50 bis 16, Weizenkleie 10,60 (Mühlenpreis), Roggenkleie 9,84 (Mühlenpreis), Weizenfuttermehl 13,25, Biertreber 16,75 bis 17, Sojaschrot 13 (Fabrikpreis ab südd. Fabrikstation). Allgemeintendenz: Brotgetreide, Brau- und Jndustriegerste stetig, Futtermittel gesucht. A .^ken sind. Das Geschäft war bei wenig ver- |&ten Preisen schleppend. Aepfel I 12 bis 14, !J,Ö< L 10, Wirtschaftsäpfel 6 bis 9, Schafsnasen M ’ Ls, Birnen 1 12 bis 15, II 7 bis 10 Sod)= l! 3 bis 5, Pastoren 5 bis 8, Mollebusch 10 L'h lfc'14, İI°Inust° 28 bi- 30 ital, Kastan.en 10 Preiselbeeren 25 bis 30, Quitten 6 bjs 8, A Än 25 bis 28 holl, 20 bis 22 span 20 bis t« Älfl, Walnüsse 20 bis 25, 30 bis 40 ital, Zl- Kiste - 300 Stück 11 bis HM. Sranffutter Buttermarkt. ioh, Frankfurt a. M, 26.Oft Die Zufuhren in T &r Butter haben sich sowohl oom In-, als auch A Auslande etwas gebessert dennoch reichen sie immer zur Deckung des Bedarfs aus, zumal fr Nachfrage trotz des bevorstehenden Ultimos recht »»!' --st-denstellend war. Daneben begegnete Kuhlhaus- JE weiter guter Kauflust. Die Preise blieben wie. ALL unverändert. Es notierten in RM. pro 50 $J8l; Siilr frei Frankfurt a. M.i Deutsche Markenbutter 0 .6 -iälbis 148, feine deutsche Molkereibutter 143 bis 1 ein) deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter für \ 12^jg 130. Holländische und dänische Markenbutter » iläbis 148. Frankfurter Eiermarkt. te da; Frankfurt a. M., 26. Okt. Das Geschäft im nenur Sfraitfurter Eiergroßhandel nahm in der verflosse- ilo.jj ,rnWoche einen sehr stillen Verlauf, einmal wegen ■fahlen Mll bitte!" Em Krokodil erschießt sich selbst. (a) Amsterdam. Cfi seltsames Iagdabenteuer hatte kürzlich der ffiiensjäger Van Duyn aus Dampit in Südmalang oiiif siava. Als er sich allein auf einer Jagdstreife Missen Lebakhardjo und Kali Glidik befand, stieß tw u: versehens in einem dichten Ufergebüsch auf ein rinefüss weibliches Krokodil, das fein Nest bewachte. Ehe van Duyn, ein erfahrener Großwildfänger, blfe Flinte von der Schulter reißen und feuern fiitw, hatte ihn das Reptil bereits angefallen und fcfnopte mit feinem gefährlichen Gebiß das rechte Bvii des Jägers. Dadurch kam dieser zu Fall und sctzieWüchse wurde mehrere Meter weggeschleudert, febn der Biß des Tieres hatte das Schienbein bereits, zermalmt und van Duyn fiel vor Schmerzen In Iswuhtlofigkeit. N. er eine halbe Stunde später erwachte, sah er felud Angreifer wenige Schritte von sich entfernt -I t den letzten Todeszuckungen liegen. Das Tier bitti nämlich, nachdem fein erstes Opfer niederge- flut; war, seine Wut auf die Jagdbüchse van i 111115 gerichtet, dieser den Kolben glatt abgebissen undnnuß dann wohl mit einem seiner Füße an ddn Abzug geraten fein. Die Waffe hatte sich ent- firtt und die Bestie in die Weichteile des Bauches Sichren. 3' der Nähe auf den Feldern arbeitende Kulis e ’ltc i auf van Duyns Hilferufe herbei und befrei- tkryn aus feiner ungemütlichen Lage. Der Mann, der keine Zeit hat... (z) Paris. ; I Dar französische Professor der Naturwissenschaften (fttooarb Branly, der kürzlich feinen 90. Gell Jitltag feierte, hat diesen Tag wie jeden anderen arieienb in feinem Laboratorium in der Rue Vau- g uit von Paris verbracht. Seit Ende des 9ßelt- thpts hat Professor Branley dieses Laboratorium ntiimod) zum Schlafen verlassen, denn auch sein be- sihüsenes Essen nimmt er stets in seinem Arbeits- r jr ein. Von 1919 ab hat Branley, wie seine reihe von früher her gut eingespielt. Ganz große Klasse ist der Mittelstürmer Spengler, auch über die Grenzen Badens rühmlichst bekannt. Die Nordhessen haben einem solchen Gegner gegenüber einen mehr als schweren Stand. Aber zäher Siegeswille und stete Einsatzbereitschaft können und müssen hier den notwendigen Ausgleich schaffen. Aus den Leistungen in den Vereinsmann- jchaften wissen wir, daß gutes Können bei den einzelnen Spielern vorhanden ist. Wenn von vornherein aus eine gute Zusammenarbeit geachtet wird, darf ein Erfolg nicht im Bereich des Unmöglichen liegen. Es wird allerdings ein hartes Stück Arbeit zu verrichten sein. Damit muß sich vor allen Dingen das Verteidigungsdreieck, das sich wahrscheinlich aus Lott (1900); Bärwinkel (Tv. Wetzlar) und Funke (1900) zusammensetzt, abfinden. Ein» nicht minder schwere Aufgabe, besonders in taktischer Hinsicht, werden die drei Kasselaner Heine (Kurhessen), Strack (CT.) und Ries (CT.) in der Läuferreihe zu lösen haben. Evtl, wird hier auch Cremers (1900) als Mittelläufer eingesetzt. Recht gespannt muß man auf die Tätigkeit des Nordhessen-Sturmes sein. Alles Leute, die spielen und werfen können! Recht gefährlich sollte der linke Flügel mit den beiden 1900ern Krüger und Schü» ler sein. Es wird natürlich vieles davon abhängen, wie der Tura-Mittelstürmer Ringel die Bälle verteilt. Die rechte Seite ist besetzt mit Schmidt (Kirchbauna) und Dietz II (Kasseler Tgde.) Der Kirchbau- naer hat sich erst kürzlich in Gießen vorgestellt und genießt Vertrauen. Hoffen wir, daß der Kampf in ritterlichem Geist ausgetragen und damit gleichzeitig zu einem Propagandaspiel für den Handballsport wird. in (6) Montreal. .3 Hrichtsrat Courts, Rechtsgewaltiger einer kleinen iS* W: in Kanada, hatte einen oder auch mehrere riQf „„eh-ben" und sich einen nicht gerade manierlichen, filnbirn schon eher polizeiwidrigen Rausch ange- , ( tmin'en. Am nächsten Morgen aber erwachte be- rr/iti Jein besseres Ich, und als er in den Dienst n®, . Mm, yielt er vor dem gesamten Auditorium, will r hftifjin: vor der versammelten Kolleaenschaft, vor Hhfiigern und Angeklagten folgende Ansprache: „§ichter Courts, du versoffenes Genie, dich hat mm gestern Nacht völlig berauscht im Straßen- n aufgefunden. Da die Gesetze für jedermann iij sind, verurteile ich dich hiermit zu der üb- i Geldstrafe. Mit Rücksicht auf dein geordnetes t den und auf dein dir selbst gegebenes 93er- d en, so etwas nie wieder Vorkommen zu lassen, ich dir ausnahmsweise Bewährungsfrist. ;re dich, alter Freund!" — Dann räusperte sich jsr Courts und sagte trocken: „Also der nächste Oie Spiele der Zußball-BezirkSklaffe, Gruppe Gießeu-Oill. VfB.-R. Gießen — Dranien 1914 Frohnhausen (Schneider-Vilbel); — T. u. Spv. 20 Bissenberg — Reichsbahn-Tuspv. Dillenburg (Zitzer-Gießen); BC. Sinn — Sv. 05 Wetzlar (H. Rüspeler-Gießen). BfB.-)leichsbahn Gießen. VfB.-Reichsbahn I — Sportverein Frohnhausen I. In der Mannschaft von Frohnhausen haben die Gastgeber einen Gegner, der dem Gießener Publikum kein Unbekannter ist. Die Frohnhäuser, auf eigenem Gelände sehr gefürchtet, haben auch auf fremden Plätzen gezeigt, daß sie, gestützt auf ihre wuchtige Sp'.elweise, gepaart mit technischem Können, einen Gegner darstellen, der geschlagen sein will. Die Gießener, deren Sturm bis jetzt viele Wünsche offen lieh, sollten diesen Kampf von Beginn an ernst nehmen und sich so vor einer lieber« raschung sichern. Durch Verletzungen des Vorsonn- tags bedingt, wird die Mannschaft in veränderter Aufstellung erscheinen. Die Jugend fährt nach Wetzlar-Niedergirmes. Ein Erfolg erscheint fraglich. Die Schüler stehen im Lokalkampf der gleichen der Spielvereinigung gegenüber. Der Ausgang ist offen. Nachzutragen ist ein weiterer Sieg der dritten Mannschaft vom letzten Sonntag. Ein erfreuliches Zeichen für die derzeitige Spielstärke der Mannschaft. Teutonia' Watzenborn-Steinberg Die Liga-Mannschaft der „Teutonen" ist am kommenden Sonntag spielfrei. Auf eigenem Platze kämpft die 2. Mannschaft gegen die gleiche von Wieseck um die Punkte. Die Einheimischen sind zur Zeit in guter Verfassung. Es dürfte ihnen unter Berücksichtigung des Platzvorteils ein kleines Plus zuzusprechen sein. Trotzdem darf Wieseck nicht unterschätzt werden. Man erwartet ein spannendes Spiel. Die Jugendmannschaft trägt ebenfalls auf eigenem Platze ihr drittes Pflichtfpiel aus. Gegner ist die Jugendelf vom VfR. Lieh. Der Ausgang dieses Treffens ist offen. O eKreisklaffenspiele des Sonntags. Das Spiel Krofdorf—Heuchelheim muß aus technischen Gründen ausfallen Wieseck wird keine Mühe haben, gegen Grünberg sicherer Sieger zu werden. Großen-Buseck hat in den letzten Spielen gute Leistungen gezeigt, deshalb ist mit einem knappen Sieg über Leihgestern zu rechnen. Lich II empfängt Allendors a. d. Lahn; ein Sieg Allendorfs dürste zu erwarten sein. Lollar II wird wohl Leihgestern II ohne Punkte nach Hause schicken. Steinberg II hat Wieseck II zu Gast. Steinberg sollte gewinnen. In Garbenteich treffen sich Lokalgegner. Steinbach tritt dort an. Es wird ein hartes Ringen um die Punkte geben, das Garbenteich knapp gewinnen sollte. Treis spielt zu Hause gegen Alten-Buseck, eine Vorhersage ist ausgeschlossen. Ein Lokalkampf steigt in Fellingshausen zwischen Krofdorf und Fellingshausen. Das Spiel Erda—Launsbach ist offen, während der Kampf Heuchelheim II — Kinzenbach wohl einen knappen Sieg Heuchelheims ergeben wird. Wieseck I — FC. 1926 (Brünberg I. Am morgigen Sonntag hat die erste Mannschaft des Turnvereins Wieseck die erste Mannschaft des Fußballklubs 1926 Grünberg auf eigenem Platze im fälligen Verbandsfpiele zu Gast. Obwohl die Gäste eine eifrige Elf ins Feld stellen, werden sich die Platzbefitzer Sieg und Punkte nicht nehmen lassen. Die zweite Mannschaft des Turnvereins Wieseck ist zum Verbandsspiel in Steinberg zu Gast, um dort gegen die zweite Els der Teutonen anzutreten. Wieseck tritt in veränderter Ausstellung an und wird gegen die Platzbesitzer einen schweren Stand und nur wenig Siegesaussichten haben. Die Vorrundenspiele um den deutschen Handballpokal sind von dem neu gegründeten Fachamt für Handball verhältnismäßig früh angesetzt worden. Es liegt auf der Hand, daß nur die besten Vertretungen der Gaue in die Vokalspiele einzugreifen haben. Bei der frühen Saison ist es nicht gerade leicht, das Spielermaterial zu sichten. Trotzdem glauben wir, daß man es morgen auf dem 1900- Sportplatz mit Mannschaften zu tun hat, die mit bisher noch nicht in Gießen gezeigten handballsportlichen Leistungen aufwarten können. Das dürfte besonders für die Gäste aus Süddeutschland zutreffen. Sie vermochten schon in den vorjährigen Pokalspielen eine ausgezeichnete Rolle zu spielen. Nach Siegen über Württemberg und Südwest gelangte die Vertretung zu den Endspielen nach Nürnberg. Die jetzige Aufstellung der Mannschaft weist allerdings gegenüber der vorjährigen einige wesentliche Aenderungen auf, wodurch zweifellos eine weitere Verstärkung erreicht wird. Sehen wir uns die Mannschaft einmal näher an, so können wir feftfteüen, daß sie sich in erster Linie auf Spieler der in der Tabelle führenden Vereine stützt, nämlich des Sportvereins Mannheim-Waldhof und der Turngemeinde Ketsch. Beide standen in den letzten Jahren schon immer im Mittelpunkt des Geschehens. Die Waldhöser errangen im Spieljahr 1932/33 den Titel „Deutscher Meister", und die Tgde. Ketsch war führend im badischen Turnerhandball. Die Ketscher Tordeckung (Rohr; Eppel, Leiberich) ist zur Zeit ein- sicheres und schwer zu nehmendes Bollwerk. In der Läuferreihe stehen in Rutschmann (Waldhof), Schwöbei (Weinheim) und Keilbach (Ketsch) drei ausgezeichnete Techniker und Taktiker. Im Sturm ist jeder einzelne ein Handballspieler von Format, auch ist die Fünfer- . ch usw. „Das Leben ist zu kurz, als daß ich mich vw meiner wichtigen wissenschaftlichen Arbeit durch tiiriglofe äußere Ereignisse ablenken lassen k! irnel", war die einzige Antwort, die ein vor- v »Hier Journalist, der bis an die Laboratoriumsti iu «orgedrungen war, durch einen für eine halbe Minute geöffneten Türfpalt von dem greifen ©e« Iiifyiin erlangen konnte. Wanzenplage in der Vend^e. jbä*l 769.- Mit einem Griff zaubert Ihnen der Schaub Bali 55 die Sender Europas, und Kurzwellenstationen der ganzen Welt in Ihr Heim. Elektrodyn. J Lautsprecher, vorbildlich schönes Edelholzgehäuse, geeichte Voll•)h Sichtskala, hörfertig für Wechselstrom 16-,—, für Gleichstrom 175,—//// 1° und DeMM der&kW- übe'ieU.9' ßeisp'e'e über=u‘ P c. Besuch EJ_ hie- einig« finden $ie meine bei mir- Neuhe;'«" Flotte Sportmäntel aus guten Velours-, Diagonal- u. 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Dr. Walther Gchoenichen Direktor der Staatlichen Stelle für Naturdenlmalpfleqe in Preußen und Leiter der Fachstelle Naturschutz im Reichsdund Volkstum und Heimat £/Höhenso I gegei I verst , Mü ' Heil Rat inte ■ wo I Weil 10(5 i Dr. sowie präch I Obi ; toefen I eine I Leben I rufe ' 1 Schm I 3nnui I Reie LN rlami ES« Vornehm 1 Geschmackvoll I Persö^' Diese wesentlichen Eigenschaften Familien-DrucKsach« bietet Ihnen In zahlreichen neurei^c!'^^ , führungsarten und Papieren zu ,, BrUhl’sche Druckerei, Schulstn]>^L—: Karl Egner, Gießen, Bahnhof-Kolonnade Medizinisches Fachgeschäft, Telephon 4191 Unverb. Vorführung aller Orig.-Fabrikate der Quarzlampengesellschaft Hanau/M. «bcesundbleiben- J ungblei ben • Das Ziel allerFrauen bleibt, die ja- gendliche Schönheit und die «e- sandheit. Regelmäßige. Höhen- sonnen-Bestrahlungen begünstigen dieses Ziel in hohem Maße. 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