Nr. !16 Erstes Blatt 184. Jahrgang Donnerstag, 27.8eptember 1934 Er)chernl tägltd), nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mil 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanfchliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: $rantfurt am Main 11086 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilals Buch- und Zteindruckerel R. Lange in Giehen. 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Nur Premier- »ninister Macdonald bildet im allgemeinen einL Ausnahme. Aber Macdonald ist auch kein England e r, sondern Schotte... Melden sich die Herren Minister dann aber wieder zur Stelle, so Leginnt sofort, das politische Leben auch wieder zu Pulsieren. Noch ein ganzer Monat trennt die Regierung wom Wiederzusammentritt des Parlaments, aber es hat sich sowohl auf inner- Politischem als auch auf außenpolitischem Gebiet inzwischen soviel ereignet, daß in Whitehall keine Zeit verloren wird, um die Zügel wieder voll in Lie Hand zu bekommen und dem kritischen Parlament ein tadelloses Regierungsgespann vorzufüh- xen. Je näher der Zeitpunkt rückt, zu dem die nationale Regierung Rechenschaft vor dem Land mblegen muß, um ein neues Mandat zu erhalten, Lesto peinlicher ist das Kabinett bemüht, sein chaus in Ordnung zu haben und dem Volke sine günstige Bilanz zu zeigen. Auf zwei Gebieten, dem wirtschaftlichen und dem Politischen, muß die Regierung ihre Prüfung begehen. Das wirtschaftliche Reifezeugnis kann Mac- Donalb und seinen Kollegen kaum vorenthalten werden. Die Leistungen der nationalen Regierung ::n den w i r t s ch a f t l i ch e n Fächern sind so aut" und offenkundig, daß nur die demokratischen Vollmachten einer verfassungsmäßigen Opposition die Rechtfertigung berür schaffen, daß die Regierungs- )oant „ins mündliche zu steigen" braucht. Der Stand Der nationalen Finanzen hat sich dank der Tatsache, daß sich alle Parteien der nationalen Regierung gezwungen sahen, freiwillig traditionelle WrunDsätze über Bord zu werfen: Tarifpolitik durch Werale Minister und Sparpolitik durch konservative Minister zu treiben, ständig gebessert und weist — verglichen mit der Finanz- und Wirtschaftslage mnberer Länder — ein Bild auf, an dem auch die Nörgler und Pessimisten im eigenen Lager nicht wie! aussetzen können. Während die Stellung der nationalen Regierung -in dieser Hinsicht also praktisch unanfechtbar ist, zu- rt>em die Programme der Opposition im besten Falle mach nicht aüsgeprobt sind und daher Experimente Larstellen würden, bietet der außenpolitische ^Rechenschaftsbericht der nationalen britischen Regierung immerhin zahlreiche Angriffspunkte Auf dieser Front sind die Minister daher -im Augenblick hauptsächlich beschäftigt, die Stellung nuszubauen und Schlüsselstellungen zu errichten. Wenn man sich vor gingen hält, wie viele schöne Meden über die Notwendigkeit der Abrüstung schon -gehalten wurden, und wie oft die Entschlossenheit der Regierung betont wurde, diese Abrüstung zum Ziele MU führen und damit unter Erfüllung des Friedens- wertrages dem eigenen Land eine Erleichterung von tfben schweren Rüstungslasten zu bringen, so sieht iman sich jetzt auf einem Trümmerfeld ioon Hoffnungen und Versprechungen. Das kann auch dem verständnisvollsten Kritiker Macdonalds und seines Kabinetts schließlich nicht verborgen bleiben. Das Beste gewollt zu haben und Wit gutem Beispiel oorangegangen zu sein, genügt micht. Ein gutes Beispiel wirkt nicht immer auf alle: krs schwächt sogar, wenn man nicht bereit ist zu er» Iftären: „und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt", die eigene Stellung und lleberzeugungs- üäbigkeit. Frankreich und andere große und kleinere Mächte haben es abgelehnt, dem britischen Beispiel zu folgen „Als der Berg nicht zu Mo- । iyammed kam, ging Mohammed zum Berge." So ähnlich verhielt sich auch England: es rüstete ! b e n f a 11 5 auf! Die Lage wurde für die englische Regierung — Mon il>rem Standpunkt gesehen — dadurch ver- -infacht, daß der Umschwung in Deutschland den Gegnern der Regierung in der Rüstungsfrage, zeitweilig, die Politik des britischen Kabinetts schmackhafter machte. Diesen Kreisen, den liberalen und inksgerichteten Elementen im Unterhaus und im ganzen Lande, geht nun allmählich erst ein Licht Darüber auf, w o h i n die Entwicklung treibt. Di" Tatsache, daß nach vielen Jahren schärfsten Widerstandes der Gedanke an ein Bündnis mit Frankreich im Vvrkriegssinne Sowjetrußland ..um Eintritt in den Völkerbund bewegen konnte, not England die wahren, zynischen Züge der fran- cösisch-russischen Politik in der krassesten Gestalt ent» iiüllt. Schon jetzt beginnt sich zu zeigen, daß das Ansehen und der Wert des Völkerbunds trotz aller i'ffiziellen Erklärungen und Beteuerungen in den Augen der maßgebenden außenpolitischen Kräfte irnglands einen empfindlichen Schlag nrlitten haben. 'Hinstchtlich des A b r ü st u n g s p r o b l e m s und üen damit verwandten Fragen wird sich daher die britische Außenpolitik auf zahlreiche begründete Jßormürfe gefaßt machen müssen. Während der in ' iesen Punkten erwartete Tadel hauptsächlich von '«er Frontseite, nämlich der Opposition kommen wirb, stehen dem Kabinett zweifellos auch Rücken- i.n griffe aus b e m eigenen konservativen Lager bevor wegen der Gefahr, durch die Entwicklungen auf dem Kontinent oer stärkte britische Bindungen eingehen zu müssen. Die Lage in Oesterreich hat nach Ansicht der Anhänger einer außenpolitischen Autarkie des britischen Reiches die Möglichkeit einer freiwilligen oder unfreiwilligen Erhöhung der britischen Verpflichtungen auf dem europäischen Festland und einer Ausdehnung der von Baldwin schon an den Rhein verlegten britischen Grenze bis an die Donau oder gar die Weichsel zu einer unmittelbaren Gefahr gestaltet. Um jeder Ausbeutung dieser These, die zu einer wirklichen Bedrohung der Stellung des britischen Kabinetts im eigenen Lande anwachsen könnte, oorzugreifen, hat der britische Wortführer in Genf gleich erklärt, seine Anwesenheit bei Besprechungen, die die Frage der Unabhängigkeit und Unversehrtheit Oesterreichs zum Gegenstand haben, dürfe unter keinen Umständen in dem Sinne gedeutet werden, daß die britische Regierung etwa eine Erweiterung ihrer Bindungen in Europa in Aussicht nehmen wollte. Diese Feststellung ist ehrlich. Die Losung „keine weitere Verpflichtung in Europa!" ist zur „fixen Idee" des britischen Außenministers und der ganzen britischen Regierung geworden und ssntspricht nicht Litwinow arbeitet ans Liquidierung der Abrüstungskonferenz hin. England und Frankreich wünschen keine Erörterung des russischen Antrags. Genf, 26. Sept. (DNB.) Litwinow hat ein Schreiben an den Präsidenten der Völkerbundsversammlung gerichtet, in dem er bittet, die Versammlung mit dem bisherigen Ergebnis der Abrüstungskonferenz zu befassen. Die Dölkerbundsversammlung soll dann den Völkerbundsrat ersuchen, seinerseits zu der gegenwärtigen Lage der Abrüstungsfrage Stellung zu nehmen. Damit würden die Völkerbundsorgane zum ersten- mal wieder in die Abrüstungsfrage eingreifen, deren Behandlung bisher dem Präsidium der Abrüstungskonferenz bzw. den wirklich maßgebenden Mächten überlassen blieb. Heber den Sinn und Zweck des sowjetrussischen Vorstoßes sind verschiedene Ansichten zu hören. Die einen glauben, sie auf Gründe der sowjetrussischen Innenpolitik zurüzuführen, andere wieder glauben, daß es sich um einen Versuch der Liquidierung der Abrüstungskonferenz durch den Völkerbundsrat handelt. Litwinows Ankündigung wird in London stark beachtet. Die Genfer Berichterstatter sind aber der Meinung, daß die Entschließung nur „z u r Kenntnis genommen" werden wird. Reuter bemerkt, die Annahme der Entschließung würde entweder eine Aenderung des bisherigen Verfahrens der Abrüstungskonferenz oder die Beendigung dieser Konferenz fein. Im letzteren Falle würde der Völkerbundsrat die Verantwortung für die ganze Frage wieder übernehmen. Litwinow mache kein Hehl aus seiner Ueberzeugung, daß die Abrüstungskonferenz nicht mehr l e i st u n g s f ä h i g sei und daß der Völkerbundsrat vielleicht bessere Ergebnisse erzielen würde. Wahrscheinlich aber werde die Entschließung nicht angenommen, möglicherweise überhaupt nicht erörtert werden. „Times" erwähnt zwei Bedenken gegen den oon Litwinow gestellten Antrag: 1. sei beschlossen worden, die Abrüstungsfrage auf der Dolkerbunds- oerfammlung diesmal nicht zu erörtern, weil die Abrüstungskonferenz noch bestehe und weil eine vorzeitige Aussprache ihren Aussichten nur schaden könnte; 2. brauche der Völkerbundsrat keine Weisung von der Versammlung zu erhalten, da er in der Frage jederzeit selbständig Schritte tun könne, wenn er wolle. Unter diesen Umständen werde Litwinow wahrscheinlich veranlaßt werden, seinen Vorschlag zurückzuziehen. Auch in P a r i s ist der sowjetrussische Vorstoß mit unverhohlenem Mißfallen ausgenommen worden. Der „Matin" spricht oon einem sowjetrussischen Manöver und erklärt, man habe den Schritt Litwinows allgemein als sehr vorlaut beurteilt, denn angesichts der besonderen Umstände, unter denen die Sowjetunion in den Völkerbund ausgenommen worden sei, hätte man nicht erwartet, daß sie sich für berechtigt ansehe, die anderen Mächte in einer Frage zur Ordnung zu rufen, d i e überhaupt nicht auf der Tagesordnung stehe. „Journal" sieht in dem Vorstoß Litwinows die Absicht Sowjetrußlands, eine Konferenz über bie private Herste11ung und den Verkauf von Waffen herbeizuführen. Das Blatt spricht von einer Auferweckung der Toten durch Litwinow. Sein Vorschlag werde jedenfalls den Erfolg haben, daß der Aufschiebung der Abrüstungskonferenz endgültiger Charakter gegeben werde. „Oeuvre", das gute Beziehungen zu sowjetrussischen Kreisen pflegt, will in dem Schritt Litwinows e i n gegen Deutschland gerichtetes Manöver sehen. Der Außenkommissar wolle die Aufmerksamkeit des Völkerbundes auf Deutschland richten, „damit es nicht in aller Ruhe fortfahre, aufzurüsten." Ein neuer Mordsall in Frankreich politisch beleuchtet. Der Sohn des Abgeordneten Ma vy des Mordes an einem pariser Stadtverordneten beschuldigt. P a r t s , 27. Sept. (DNB. Funkspruch). Paris hat wieder eine Sensation, und zwar in Gestalt des Mordfalles Dufrennes, der zur Zeit untersucht wird und mit dem zwar noch nicht erledigten, aber etwas abgeblaßten Fall P r i n c e in Wettbewerb zu treten verspricht. Wie im Falle Prince beginnt auch hier das Bestreben sich geltend zu machen, eine Kriminalangelegenheit in den Bereich der innerpolitischen Kämpfe einzubeziehen. Dufrennes, der Pariser Stadtverordneter und Direktor eines großen Varietes war, wurde vor Jahresfrist in seiner Wohnung ermordet ausgefunden. In großer Aufmachung beschuldigt heute nun die „Action Fran^aise" den Sohn des radikalsozialistischen Abgeordn etc n Malvy des Mordes an Dufrennes. Der Abgeordnete Malvy ist als Vorsitzender des ,5>nanzaus- fchuffes der Kammer hervorgetreten Sem Sohn soll, wie das Blatt behauptet, ebenso wie Dufrennes besonders veranlagt gewesen sein Bei einem Streit zwischen den beiden fei Maloy von Dufrennes schwer verletzt worden und habe daraufhin den Stadtverordneten gewissermaßen m Notwehr g - tötet. Malvy jun. selbst sei bann t n eine Pariser Privatklinik gebracht worden, das Schweigen des behandelnden Arztes habe man mit 400 000 Francs erkauft Heute befinde sich der Sohn Malvys in einem kleinen Ort in d r Nähe von Paris, wo er feiner endgültigen Gene- ist bas einzig- Blatt, bas diese Behausung bringt. Es führt außerdem noch eine Reihe von Aussagen aus der Untersuchung des Falles an, bie nach Ansicht bes Blattes beweisen sollen baß gewiss- Poliz-.b-amte g-. kaust worben seien, um zu oerhmbern, baß bas Gebe mnis um ben Tob oon Dufrennes gelüftet werbe. Eine Krankenfchwester, bie im Der- lauf des Donnerstag vernommen werden |oU, hat erklärt, sie kenne den Mörder von Dufrennes, denn sie sei eine Freundin der Krankenschwester, die Malvy in der Klinik gepflegt habe. Sie hat ferner am Mittwoch Klage gegen zwei unbekannte angebliche Polizeiinspektoren erhoben, die sie in der Nähe ihrer Wohnung angehalten und aufgefordert hätten, sich nicht mehr um die Angelegenheit Dufrennes zu kümmern. Man habe sie gezwungen, einen Brief an den Untersuchungsrichter zu schreiben, in dem sie ihre Dritten gegenüber gemachten Aussagen widerrufe. Verweigere sie den Widerruf, so werde man sie in eine Irrenanstalt ein- sperren. _ _ In Spanien ist dieser Tage em gewisser L a - b o r i e unter dem Verdacht des Mordes an Dufrennes verhaftet worden. Nun hat am Mittwoch Labories Vater erklärt, ein gewisser Polizei- Inspektor Ma so sei bei ihm in der Wohnung erschienen und habe ihm den Rat gegeben, er solle seinen Sohn erschießen, denn dieser habe die Absicht geäußert, seinen Vater zu ermorden In den Kreisen, aus denen die Enthüllungen der „Action Fran?aise" stammen, legt man das so aus daß die Polizei Interesse an der Beseitigung Labories habe, um dann erklären zu können, er habe sich aus Furcht vor Strafe das Leben genommen. Einstweilen erscheint der von der „Action Fran- ?aise" in fetten Überschriften aufgemachte Fall noch reichlich unklar und verworren. Allerdings haben die Polizeiskandale in der letzten Zeit die Oeffent- lichkeit so skeptisch gemacht, daß man von nichts mehr überrascht sein würde. Jedenfalls erwartet man, daß die Vernehmung der Hauptzeugm, der erwähnten Krankenschwester, Licht in das Dunkel bringen und vor allem Klarheit darüber schaffen wird ob an den außerordentlich schweren Beschuldigungen der „Action Franxaife" etwas wahres ist. nur der eigenen Ueberzeugung, sondern auch dem Bewußtsein, daß jedes Abgehen von dieser Linie angesichts der entschlossenen Haltung der überwältigenden Mehrheit des Landes zum Sturz der Regierung führen würde. Die britische Außenpolitik tut daher in der österreichischen Frage das, was die britische Politik immer tut, wenn sie ich in einer heiklen und schwierigen Lage sieht: s i e b r e m ft. Nach ihrer Ansicht ist die osterreichi'che Frage augenblicklich nicht so kritisch, wie sie von manchen Seiten dargestellt wird und befindet sich nicht mehr in dem Stadium, wo sie eines Serums, wie es die italienische Regierung in Gestalt eines Dreimächtepaktes mit evtl. Sanktionen im Auge hat, bedarf. Die Auffassung verantwortlicher Außenpolitiker geht dahin, daß es nur z»w e i Lösungen gibt, die Aussicht auf Erfolg haben: eine Ideallösung und einen Notbehelf. Die Ideallösung wäre eine Garantie der Unabhängigkeit Oesterreichs unter Beteiligung Deutschlands, — der Notbehelf, bei der erwarteten Nichtbeteiligung Deutschlands, eine Erklärung aller österreichischen Grenzländer, einschließlich vor allem Jugoslawiens. Diese Erklärung könnte im Rahmen, aber vielleicht auch außerhalb des Rahmens des Völkerbundes erfolgen. Die augenblicklichen Beziehungen zwischen Italien und Jugoslawien bieten aber nach englischer Auffassung noch keine große Aussicht auf das Zustandekommen auch nur des Notbehelfs. Für die britische Politik, die vorläufig mehr nach London schielt als nach Wien, bleibt das Maßgebende, daß Großbritannien feine Unabhängigkeit in dieser Frage wahrt und daß die englische Regierung mit freien, starken Händen vor das Unterhaus und das Land treten kann. Die deutsche Frage spielt, obgleich sie in letzter Zeit an der Oberfläche nicht so hervorragend in Erscheinung getreten ist wie in früheren Monaten, dennoch eine, wenn auch nicht die maßgebende Rolle. Die psychologische Atmosphäre, in der weite, der inneren Wandlung in Deutschland gegenüber voreingenommene Kreise alle mit Deutschland zusammenhängenden außenpolitischen Entwicklungen anzusehen beliebten, hat nun einer anderen, nicht weniger getrübten Atmosphäre Platz gemacht: die Schuld en läge zwischen England und Deutschland überschattet, daran darf kein Zweifel herrschen, im Unterbewußtsein der öffentlichen Meinung des Landes und der Regierung augenblicklich jede anderen innen» und außenpolitischen Erwägungen und führt leider zu einer alles andere als sachlichen Beurteilung deutscher Fragen. Die Einmütigkeit, mit der die für die Stimmung des Landes keineswegs unmaßgeblichen Kreise des Handels und der Industrie der britischen Delegation in Berlin zuriefen, festzubleiben, bietet einen Anhalt für den Geist, in dem hier an diese Frage herangetreten wird und für die Folgen, die zweifellos ein negatives Ergebnis der Schuldenverhandlungen in England nach sich ziehen wird. Der Widerhall, den Chamberlains Clearing-Drohung gegenüber Deutschland seinerzeit im Unterhaus erweckte, läßt keinen Zweifel daran aufkommen, daß die britische Regierung in dieser Frage schwerlich auf eine Opposition stoßen wird. Die Versuchung, außenpolitische Fehler und Unterlassungen in einer durch Pfund, Schilling und Pence'verdunkelten Atmofphüre zu vertuschen, wird daher nicht gering sein und kaum überwunden werden, wenn die Entwicklungen es der Regierung ermöglichen, ausgiebig ba^n Gebrauch zu machen. Wenn man nicht Staatsmann sein kann, so ist man eben Politiker! Große piötie für die amerikanische Handelolustfahri. Amerika will Zeppelinluftschiffe bauen. Washington, 27. Sept. (DNB.-Funkspruch). Eine Vorlage für eine Ausgestaltung der amerikanischen Handelsluftfahrt durch den Bau von Zeppelinluftschiffen hat der Leiter der Luftschiffahrtsabteilung im Handelsamt, Ewing Mitchell, dem Bundesausschuß für Luftschiffahrt unterbreitet. Er schlägt vor, durch die Goodyear- Zeppelin-Company Zeppeline erbauen zu lassen, die in den Dienst eines weltumspannenden regelmäßigen Verkehrs gestellt werden sollen. Als Baukosten sind 17 Millionen Dollar veranschlagt. Man nimmt an, daß die Einrichtung eines Luftschiffverkehrs von Amsterdam nach Batavia und nach der Ostküste der Vereinigten Staaten, auch in den Niederlanden ein Interesse finden würde, das sich in einer Beteiligung an der Finanzierung des Betriebes ausdrücken würde. Mitchells Plan hebt besonders die Notwendigkeit hervor, die Entwicklung von Luftverkehrsmitteln zu fördern, die auf dem Grundsatz „Leichter als die Luft" beruhen. Gleichzeitig verlautet, daß die Admiralität dem Lustschiff mit großer Abneigung gegenübersteht und das Flugzeug für das geeignetere Luftverkehrsmittel hält. Jniolgedeffen wird die Admiralität auch davon absehen, die Ersetzung des verunglückten Marineluftschiffes „Acron" durch einen Neubau zu empfehlen. Mitchell hat demgegenüber bereits erklärt, daß er von dem Wert des Luftschiffes als Verkehrsmittel überzeugt sei. Dabei wies er besonders auf die erfolgreiche regelmäßige Amerikafahrt des Luftschiffes „Graf Zeppelin" hin. lieber die Regelung des Zahlungsverkehrs ist in Berlin zwischen Deutschland und Italien ein Abkommen unterzeichnet worden, durch das alle im Warenverkehr zwischen Deutschland und Italien zu leistenden Zahlungen einem Verrechnungsverfahren unterworfen werden, an das die Einführer und Ausführer in den beiden vertragschließenden Ländern gebunden sind. tarismus nennen will, mag müssen, ihre einzigen Weg sehen ui Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz - R ü b e n a ch hat dem Präsidenten des Board of Trabe, W. R u n c i m a n, drahtlich seine besten Wünsche zum Stapellauf des neuen Cunard- White-Star-Schiffes ausgesprochen. der Cunard-White-Star-Gesellschaft sowie der Werst John Brown. Zahlreiche Handelsschiffe aus allen Teilen der Welt hatten ihr bestes Kleid angezogen, um ihre freudige Teilnahme an der Taufe des britischen Schiffes und der Anwesenheit des englischen Königspaares zu bezeugen. Der König und die Königin trafen in Begleitung des Prinzen von Wales um 14.51 Uhr auf dem Werftgelände ein und wurden von der Menschenmenge begeistert begrüßt. Der König, der die Uniform eines Admirals der Flotte trug, besichtigte vor dem Festakt eine Ehrenwache, die in den Werftanlagen aufgestellt war. Auch der Prinz von Wales trug Flottenuniform. Vor dem Taufakt hielt der König eine kurze Ansprache, in der er darauf hinwies, daß sich die englische Regierung in der Hoffnung auf eine baldige Besserung des Welthandels dazu entschlossen habe, den Riesendampfer, dessen Bau lange Zeit unterbrochen war, zu Ende zu bauen. Er erwartet, daß der neue Dampfer zur Vertiefung der Beziehungen zwischen Großbritannien und den stammverwandten Vereinigten Staaten und darüber hinaus zur Förderung des Friedens beitragen werde. treffende Rede eigentlich über den Vorrang dieser beiden Kulturen auch heute noch e i n e (E infügung gemacht werden müsse. 3m übrigen aber feien auch die Italiker einst aus dem Norden nach Rom gekommen, und die römische Kultur wäre ohne diese Italiker nicht entstanden, sondern es wäre bei der etruskisch-afrikanischen Dekadenz geblieben. 3m übrigen legen w i r Wert darauf, jung und nicht übermäßig veraltet zu sein. Die NS.-Kulturgemeinde wird eine Kunstausstellung in der früheren „Sezession" in der Tiergartenstraße veranstalten, die den Titel „D i e Auslese fuhren wird. An dies Werk werden sich Kulturveranstaltungen in den großen Betrieben Deutschlands anschließen, Pg. Rosenberg wird noch im Oktober in einem großen Werk Suddeutschlands diese Arbeit durch eine solche Kulturkundgebung einleiten. In den vergangenen Jahrhunderten war die Kultur oft die Angelegenheit eines Fürstenhofes, in letzter Zeit die der Geldmagnaten. Es sei nunmehr die Aufgabe und Sendung des Nationalsozialismus, daß die Kunst und Kultur eine Lebensnot. wendigkeit für die ganze Nation werde. So wie die politischen Schranken gefallen seien, sei auch das kulturelle Bewußtsein in Deutschland über den Partikularismus hinweggegangen und bei sorgfältigster Pflege aller Stammeseigenart und Stam- mesbewegungen wird doch die eine Kulturgesinnung ganz Deutschland das Gepräge geben. Das Haus der Kunst in München, die Kongreßhalle in Nürnberg, das Haus der deutschen Arbeit in Köln und eine große Anzahl längst geplanter Werke werden Zeugnis ablegen davon, daß neben der Politik auch die deutsche Kultur eine der besten Garanten der deutschen Einheit ist. DerKulturwilledesNationalsozialismus Oie Aufgabe der JUS. Kulturgemeinde. - Eine gemeinsame Kulturgesinnung einer der besten Garanten der deutschen Einheit. Oer Gaarabsiimmungs- kalender. Ein Beitrag zum Saar-Winterhilfswerk. „Es wird keine glücklichere Stunde geben für dieses neue Deutschland als die, in der wir die Tore aufreißen können und euch wieder in Deutschland sehen." Diese Botschaft des Führers und Reichskanzlers werden wir am 5. Oktober in jedem deutschen Arbeitsraum vorfinden! Sie steht auf dem ersten Blatt des Saar-Abstim- mungskalenders, der 100 Tage bis zur Saarabstimmung läuft! Treue und Liebe der Ra« tion, das Zusammengehörigkeitsgefühl des Mutterlandes mit der deutschen Saar liegen in den Worten des Führers! Sie zeugen von dem naturgewollten Verlangen, die deutsche Westmark zurückzuführen ins Reich! Und so wie das erste Blatt des Saar-Abstimmungskalenders legen auch die anderen Zeugnis ab von den Tausend und aber Tausend Fäden, die das deutsche Saarland mit dem Mutterland verknüpfen! Die Blätter zeigen die saarländische Wirtschaft in ihren Beziehungen zum Wirtschaftsraum des Reiches, wir sehen den Anteil des Saargebiets an der deutschen Pro- duktion, wir sehen die Zukunft des Saarbergbaus, wir lesen von dem Wiederaufbauprogramm für das Saargebiet nach seiner Rückgliederung ins Reich und von vielen anderen Aufgaben um den Wiederaufstieg der Saarwirtschaft! Die saarländische Wirtschaft will zurück zumReich, der saardeutsche Arbiter und Bauer will heim, und in dem 100- tägigen Saarkampf wollen wir unsere Brüder an der Saar darin unter st Ütze n! 100 Tage Saarhilfe! Jeder deutsche Volksgenosse bringt sein Saaropfer durch Erwerb des Kalenders. In jedem deutschen Arbeitsraum soll am 5. Oktober ein Abstimmungskalender hängen! DNB. Berlin, 26. Sept. Das Amt „ N S. - Kulturgemeinde" veranstaltete aus Anlaß seines Eintritts in die NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im Berliner Sportpalast eine große, von künstlerischen Darbietungen umrahmte Kundgebung, in der grundsätzliche Richtlinien über die künftige Arbeit der NS.-Kulturgemeinde gegeben wurden. Der Waleiter der pO.Dr.Ley führte u. a. aus: Wenn Nationalsozialismus Sieg der Vernunft über Unvernunft ist, so kann man auch sagen, daß er den Sieg der Klarheit über die Unklarheit der vergangenen Zeit bedeutet. Wenn Not über die deutschen Menschen gekommen ist, so in erster Linie deshalb, weil der Begriff der Arbeit an sich nicht mehr klar war. Man empfand die Arbeit nur noch als Last, als bittere Notwendigkeit, und das Schöpferische, das Edle, das Göttliche der Arbeit wurde unterdrückt und ging verloren. Noch viel weniger wußte man, daß die Arbeit Ausdruck der Rasse ist, daß sie allein durch die Disziplin der Rasse geleistet werden kann, und daß diejenige Rasse, die die größte Disziplin in sich trägt, damit auch berufen ist, die wertvollste Arbeit zu leisten. Es wird unsere Hauptaufgabe sein, einmal den Typ des deutschen Arbeiters zu schaffen und auch für ihn einen Begriff zu schaffen, jenen Begriff nämlich der höchsten Disziplin. Diejenigen Menschen, die sich selbst und damit ihre Arbeit m der höchsten Disziplin haben, müssen als Vorbild, als Typ für den deutschen Arbeiter gelten. Kultur ist nichts anderes als die Summe der geleisteten Arbeit der vergangenen Jahrhunderte. Es muß sich die Erkenntnis durchsetzen, daß auch die g e - ring st e Arbeit ehrenwert ist, und daß man sie achten muß, weil sie für die gesamte Kultur notwendig ist. So sind alle schaffenden Menschen Kulturträger. Hierdurch werden wir die Arbeit zu einer Sache der Kultur machen, werden wir sie aus den Niederungen des Alltags emporheben zu der Höhe einer göttlichen Mission, die jeder in sich trägt. Und weiter muß es uns gelingen, möglichst jeden an den ihm gebührenden Arbeitsplatz zu stellen, dorthin, wo er seine Fähigkeiten voll ausnutzen kann, wo kein Leerlauf entsteht. Alles das ist nur möglich, wenn jeder sich in die Gemeinschaft einfügt; denn nur sie befähigt dazu, den Stürmen des Schicksals standzuhalten. Die Gemeinschaft muß man üben. Rechte und ihre nationale^Selbständigkeit zu wahren. Nach dem großen Bluten des Krieges war in den Völkern die Sehnsucht nach dauerndem Frieden und nach Einrichtungen, die dieses Ideal zu verwirklichen geeignet sind, so groß, daß die psychologischen Voraussetzungen für eine Friedensorganisation aller Nationen gegeben waren. In Versailles hat Frankreich diese schöne Idee abgewürgt, die nur Lebenskraft gehabt hätte, wenn man den Frieden auf G e - rechtigkeit und Versöhnung aufgebaut hätte. Aber das Werk der Pariser Verträge kann nur mit den Waffen aufrechterhalten werden, und im Eingeständnis dieser Tatsache hat Frankreich jeden Versuch abgewehrt, durch eine Politik der vertraglichen Abrüstung wieder auf den Weg zurückzufinden, den man aus Haß und Machtgier nicht betreten hatte. In zunehmendem Maße betrachten es seitdem, und mit Recht, alle verantwortlichen Staatsführungen als ihre nationale Pflicht, sich stark und wehrhaft zu erhalten, um nicht eines Tages fremder Willkür schutzlos preisgegeben zu sein. Die Idee des ewigen Friedens hat ihre historische Stunde nicht gesunden, und die Frage, ob sie überhaupt zu verwirklichen ist, ist wieder in den Bereich der Philosophie zurückgekehrt, aus dem sie gekommen war. Für die Folgerungen, die daraus zu ziehen sind, hat der Reichsaußenminister von Neurath in seiner Rede zum Abschluß des internationalen Straßenbaukongresses die treffende Formulierung gefunden, daß ein Staat, der seine Grenzen nicht verteidigen kann, ein Anreiz für eine gefährliche Politik der andern und damit eine Kriegsgefahr ist, wenn er inmitten hochgerüsteter Staaten liegt. Das von Frankreich betriebene System der einseitigen Aufrüstung mit Niederhaltung eines bestimmten Kreises von Staaten hat dazu geführt, daß die Kriegsgefahr nun gerade in der Schwäche dieser Staaten liegt, die zur Anwendung von Gewalt geradezu aufforderte. So ist die Staatenwelt nach einem fruchtlosen, von Frankreich vereitelten Versuch, zu einer dauernden Organisation des Friedens zu kommen, wieder in den alten Zustand zurückgekehrt, in dem der Frie den nur durch das Risiko des Krieges gewahrt werden kann. Daß dieser Weg nicht ohne Gefahren ist, zeigt die Geschichte und namentlich die Entwicklung, die zum Weltkrieg geführt hat. Deutschland hat noch in der letzten Phase des Kampfes um den Abrüstungsgedanken den Versuch Das größte Schiff der Welt in Glasgow vom Stapel gelaufen. Auf den Namen „Queen Mary" getauft. - Englands Hoffnungen auf das Blaue Band. Oie Stellenbesetzung bei den Behörden ‘ Berlin, 25. Sept. (DNB.) Im Einvernehmen mit dem Reichswehrminister hat sich der Reichsinnenminister damit einverstanden erklärt, daß zu Gun ft en von bewährten Kämpfern für die nationale Erhebung die bei den Behörden vorhandenen A n g e st e l l t e n stelle n auch weiterhin, und zwar bis Ende Mörz 193 5, nur zu 50 v. H. mit Versorgungs- anwärtern besetzt werden. Die den Schwer- kriegsbeschädigten zugebilligten Vorzugs* rechte werden durch diese Maßnahme nid).t geschränkt. Hinsichtlich des Stellenvorbehalts für -öc* amtenstellen des unteren Dienstes ergeht eine entsprechende Regelung. Oie organisatorische Zugehörigkeit der Kulturberufe. Berlin, 27. Sept. (DNB.) Amtlich: In der Presse sind in den letzten Tagen irreführende uno unrichtige Mitteilungen über die organisatorisa) Zugehörigkeit der Kulturberufe erschienen. Insbesondere wurden über die Organisation der Kunjne, der Sänger, Musiker, Maler und Zeichner, -ön - Hauer, Architekten, Schriftsteller, Schauspieler un Schriftleiter unzutreffende Angaben gemacht. Demgegenüber ist festzustellen, daß für Angehörige, aller dieser Berufsgruppen nach wie vor die e in zige Berufsorganisation und zwar o gesetzliche, die Reichskulturkammer rm ihren Einzelkammern ist. Irgendwelche Aenderun gen im Ausbau ober in der Zuständigkeit Der Reichskulturkammer sind nicht eingetreten; alle gegenteiligen Meldungen sind unrichtig. Arbeitsverhältuiffe im öffentlichen Dienst. Berlin, 26. Sept. (DNB.) Der Reichs ar- beitsminister hat angeordnet, daß der zunächst auf den 30. September d. I. vorgesehene Ablauf der zur Zeit als Tarifordnungen geltenden Werks- (Betriebs-) Tarifverträge im Bereich der öffentlichen Hand bis längstens zum 31. März 19 3 5 verlängert wird. Da alle anderen als Tarifordnungen zur Zeit geltenden Tarifverträge, die die Regelung der Arbeitsverhältnisse in öffentlichen Verwaltungen und Betrieben betreffen, bis zu ihrer Aufhebung oder Aen- derung auf unbestimmte Zeit weiter laufen, tritt in der Regelung der Arbeitsverhältnisse im öffentlichen Dienst zunächst keine 21 e n* derung ein. Zur Überprüfung und etwaigen Neugestaltung der Arbeitsverhälthisse bei Reich, Ländern und Gemeinden einschließlich der gemeindlichen Betriebe ist die Bestellung des Oberpräsidenten i. R. Staatsrat Dr. Melcher zum Sondertreuhänder für den öffentlichen Dienst in Aussicht genommen. den Nebensinn der Propaganda zur Verdächtigung des andern? In Deutschland jedenfalls ist man weit davon entfernt, die Wehrhaftigkeit des Volkes und seine Fähigkeit, Grenzen und Rechte zu schützen, als Vorbereitung zum Kriege und zur Durchsetzung imperialistischer Ziele zu begreifen. Aber Deutschland hat die Erfahrung gemacht, daß es aus der Gerechtigkeit allein auf Achtung seiner Rechte nicht rechnen darf. Im heutigen Zustand der Welt gilt das Recht nur, wenn es durch die Starke ge- An der Clyde bei Glasgow wurde Mittwoch nachmittags in Anwesenheit des Königs, ferner des Prinzen von Wales und einer Zuschauermenge von 250 000 Menschen der Riesendampfe r„5 3 4" der Cunard - White - Star - Linie, mit 73 000 Tonnen, das größte Schiff der Welt, vom Stapel gelassen. Es erhielt von der Königin bei der Taufe den bis zum letzten Augenblick geheim gehaltenen Namen „Queen Mar y". Die Hoffnungen von Millionen von Engländern sind auf das Schiff gesetzt. Wird es, so fragt man sich, sich als schnellster Dampfer erweisen und das der „Mauretania" 1929 von dem 55 000-Tonnen- Lloyddampfer „Breme n" entrissene Blaue Band des Atlantischen Ozeans wiedergewinnen? Bereits viele Stunden vor dem Stapellauf hatten sich trotz des grauen regnerischen Wetters Tausende aus allen Teilen Englands an der Clyde angesammelt, um der Taufe des Schiffes beizuwohnen, dessen Bau — abgesehen von 4000 Arbeitern des Clyde, die unmittelbar daran beteiligt waren, einer Viertelmillion Menschen auf den britischen Inseln Erwerb verschafft hat. Nicht weniger als 2000 Polizisten mußten hinzugezogen werden, um den Verkehr zu regeln, und 3000 Sanitätsbeamte waren tätig. Innerhalb der Werft war eine besondere Unfallstelle eingerichtet. Alles überragend, erhob sich „534" aus dem Gewühl von Anlagen und Menschen in seinem Kleid von grauem Silber und seinem purpurfarbenen Kiel. Von feinen Masten wehte der „Union Jack" und die Fahnen Man darf sie nicht nur predigen. Der Unternehmer muß sich üben, feine Gefolgschaft kennenzulernen, und die Gefolgschaft muß bemüht sein, die Belange des Unternehmens zu begreifen. Arbeiter, Künstler und Soldaten sind eines, sind das deutsche Volk. Reichsletter Alfred Rosenberg führte dann u. a. aus, die jetzt vergehende Welt habe im Zeichen einer Vereinzelung aller Lebensgebiete gestanden. Wissenschaft, Wirtschaft, Technik und Kultur grenzten sich voneinander immer mehr ab, und ein Spezialistentum, das sich mit hohen Mauern vom übrigen Leben schied, war das Kennzeichen dieser auseinanderfallenden Epoche. Auch die K u n st war nicht mehr eine Angelegenheit breiter Volksschichten, sondern stand bezie- hungslos im Leben ba. Die kommende Kunst wird monumental werkgerecht und art- gemäß sein. Aus diesem Gesichtspunkt heraus vollzieht sich auch im neuen Deutschland eine neue griechische Wiedergeburt, nicht in dem Sinne der verstaubten Archäologie, auch nicht in dem Sinne, bei einem angeblich „fremden Volke" Lehren zu suchen, sondern — weil wir im griechischen Volk ein Brudervolk des germanischen erblicken. Wir nehmen uns die Freiheit, nicht die gesamte Vergangenheit Deutschlands zu verherrlichen, sondern das aus ihr zu erwählen, was L e - bensförderung für uns geworden ist. So wie wir heute gegen einen nationalen Kitsch auftreten, so werden wir auch einen gewissen religiösen Kitsch der Vergangenheit auszuschalten haben. Genau so wie es heute Konjunkturschriftsteller gibt, so hat es im Mittelalter Konjunkturholzschnitzer gegeben. Nicht jede bizarre Gliederverzerrung der Vergangenheit kann deshalb Vorbild für heute fein. Um fo schöner und größer werden aber d i e wirklich großen Werke zu uns heute sprechen, nicht als seelenlose Vorbilder, sondern als Zeugen des ewigen deutschen Charakters. Pg. Rosenberg ging dann auf eine Rede ein, die kürzlich in Rom gehalten wurde, in der es hieß, daß Rom „mitleidig" auf gewisse Lehren herabschauen könne, die in Rordeuropa gelehrt würden; denn als es dort noch keine Menschen gegeben hätte, die schreiben kannten, hätte Rom schon über einen Cäsar verfügt. 3ro- nisch erklärte Reichsleiter Rosenberg, daß die Assyrer un dAegypternochvielälter feien als die Römer, und daß in die be- DerWiarisnms der anderen Der italienische Ministerrat hat in dieser Woche drei Gesetze angenommen, die von der französischen Presse mit dem sauer-süßen Lächeln, das durch die derzeitigen engen Beziehungen der französischen und italienischen Politik bedingt wird, ols die „Militarisierung des italieni- scheu Volkes" charakterisiert werden. Der erste regelt die vormilitärische Erziehung und Ausbildung der männlichen Jugend vom 8. bis 21. Lebensjahr, der zweite die nachmilitärische Ausbildung, das heißt die Erhaltung der gedienten Mannschaften nach ihrer Entlassung in militärischem Geist und Wissen, und der dritte verfügt die besondere militärische A u s b i l d u n g a n d e n M i 11 e l - u n d Hochschulen mit dem Zwecke der Heranbildung eines starken und vollwertigen Reserveoffizier k o r p s für den Kriegsfall. Man wird in Deutschland nicht geneigt sein, in diesen gesetzlichen Maßnahmen Italiens eine besondere Sensation zu sehen und etwa gegen den „Militarismus" Italiens vom Leder zu ziehen, obwohl wir Anlaß hätten, rückblickend allerlei ironische oder auch bittere Bemerkungen über den Wandel der Zeiten und Anschauungen zu machen. Was man jetzt in Italien in bindende gesetzliche Formen gebracht hat, ist nicht viel mehr als die F e st l e g u n g eines schon bestehenden Zustandes und seine Ueberführung in die Kontrolle und Apparatur des Staates. Denn schon seit I a h r e n ist die italienische Jugend, und zwar nicht nur die männliche, sondern auch die weibliche, im Anschluß an die Parteiorganisation der faschistischen Miliz militärisch durchorganisiert, so daß die Gesetze nur die vorhandenen Formen der Ballila, der Avanti- guarda und der Jungfaschisten, also der drei Altersstufen der faschistischen Wehrverbände, zu übernehmen und, was allerdings wichtig ist, unter staatlichen Zwang und staatliche Aufsicht zu stellen hatten. Auch die nachmilitärische Erziehung durch zeitweise Einberufung der Reserve und die Vorbildung einer militärischen Führerauslese ist bisher nicht etwa vernachlässigt worden, so daß auch in diesen Punkten nicht von neuen militärischen Maßnahmen gesprochen werden kann. Das faschistische Regime ist von vornherein mit dem Programm aufgetreten, daß es weniger eine neue Regierungsform im alten Italien fein will, als daß es sich zum Ziele setze, ein neues Italien und ein neues Volk zu schaffen, mit dem erst die politischen sehr weit gesteckten Ziele des Faschismus verwirklicht werden können. An die Stelle des alten Humanitären und pazifistischen Erziehungsideals setzte Mussolini das männliche, militärische, zu dessen Ausprägung er ja nicht unbedingt auf preußische Traditionen zurückzugreifen brauchte, da sie ihm in der Anlehnung an altrömi- sche Begriffe und Leistungen näher zur Verfügung standen. Dieser geistige Umformungsprozeß, der für den Kenner des alten Italiens eine der interessantesten Erscheinungen der Zeitgeschichte ist, lag bisher in den Händen der faschistischen Partei und wird nun vom Staat übernommen, was allerdings bei der fast restlosen Verschmelzung von Partei und Staat von keiner großen Bedeutung sein dürste. Wie weit er in den zwölf Jahren, die für diese erst in Generationen vollwirksame Arbeit zur Verfügung standen, gediehen ist, kann man ohne die große eiserne Probe schwer ermessen. Jedenfalls hat die Empfindlichkeit, mit der die italienische Presse erst neulich auf die Zweifel jugoslawischer Blätter an der militärischen Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit des italienischen Volkes erwiderte, gezeigt, daß gerade diese Aufgabe und dieses Ziel des Faschismus sich sehr fest in die Herzen und in den Ehrgeiz des Volkes festgesetzt haben. Der Pariser „Matin" versieht seine Meldung mit einem echt französischen Kommentar: er spricht von den Befürchtungen und Schwierigkeiten, die „dieser neue diplomatische Faktor" im Ausland Hervorrufen könne, und sieht voraus, daß auch andere Länder sich zu militärischen Reformen entschließen würden. Dies ist pure Heuchelei. Frankreich hat längst die militärische Durchbildung des ganzen Volkes verwirklicht und ist im übrigen in allen Arten der Rüstung zu Wasser und zu Land und in derLuftdenandernmeilenweitvoraus- geschritten. Aber ganz abgesehen davon ist die französische Politik dafür verantwortlich, daß heute alle Völker in der militärischen Vorbereitung den gemacht, diese Gefahr zu beschränken, indem es sich bereit erklärte, jeden Grad der Ab r ü ft un g mitzumachen, den d i e anderen M acht e ür sich anzunehmen bereit sind. Der Vorschlag ist nicht angenommen, kaum gehört worden. Deswegen ist das, was Italien jetzt für die Wehrhaft- machung der Nation tut, und was andere schon m dieser Richtung getan haben und «och tun werden, nur die natürliche Folgerung der politischen Ent- Wicklung der letzten Jahre. Wenn man dies Mlli-, das Rech tarismus nennen will, mag man es tun, aber ohne | schützt ist. Paris rüstet zum Empfang zweier Könige. Oer Glanz der Vorkriegszeit wird wieder erweckt. Von unserem Or.L. Paris, 25. September 1934. Die derzeitige französische Regierung läßt sich ihre verkrampfte Bündnispolitik etwas kosten. Soweit Herr B a r t h o u nicht in Genf beschäftigt ist, befindet er sich auf Reisen und besucht die Regierungshäupter der verbündeten Staaten. Bei dieser Gelegenheit pflegt er ihnen Einladungen zu feierlichen Empfängen 'in der französischen Hauptstadt zu überbringen. So hat er es auch bei seinen Besuchen in Belgrad und Bukarest im vergangenen Frühjahr gehalten. Am 9. Oktober wird nun König Alexander von Südslawien in Paris zum Staatsbesuch eintreffen, und wenige Tage darauf wird auch König Karol von Rumänien hier erwartet. Schon seit Wochen werden eifrige Vorbereitungen für die Gestaltung des feierlichen Zeremoniells der Staatsbesuche getroffen. Der Quai d'Orsay- B a h n h o f, auf dem die Monarchen ankommen, wird mit riesigen Baldachinen aus pupurrotem Tuch und goldenen Fransen sowie mit grünen Lorbeer- und Oleanderbüschen ausgeschmückt. Dor dem Bahnhofsgebäude werden die Fahnenabordnungen von 24 Regimentern nebst einer Schwadron der berittenen Republikanischen Garde in den blinkenden Kürassieruniformen des Kaiserreiches mit den wehenden Roßschwänzen am goldenen Helm Aufstellung nehmen. Ein großes Festessen auf dem Quai d'Orsay, ein feierlicher Empfang im Pariser Rathaus und eine Parade auf den Champs-Elysöes werden die Höhepunkte der ganzen Feiern bilden. Ueberhaupt soll diesmal eine Pracht entfaltet werden, die an die großartigen Staatsvisiten vor dem Kriege erinnert. In der Zeit zwischen dem deutsch-französischen Waffengang von 1870/71 und dem Weltkriege haben in Paris zahllose Monarchenempfänge stattgefunden, von denen allerdings die meisten nur den äußeren Rahmen abgaben für geheime Besprechen, die dann später zum Kriege führten. Zunächst verdient der groß aufgezogene Besuch des belgischen Königs Leopold II. erwähnt zu werden, der im Jahre 1867, also noch unter der Negierung Napoleons III., erfolgte. Den Anlaß bot die Besichtigung der belgischen Abteilung der zweiten großen Weltausstellung. Im Palais Walewski in der Avenue Montaigne, in dem Leopold II. Wohnung genommen hatte, wurden damals eifrige Verhandlungen mit Napoleon III. über die luxemburgische Frage gepflogen. Der nächste große Staatsbesuch war der des russischen Zaren Nikolaus II., als die prächtige, von goldenen Statuen strotzende Brücke des Zaren Alexander III. eingeweiht wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde dem hohen Gast auf dem Felde von Mourmelon das französische Heer in einer für damalige Zeiten riesenhaften B.-Korrespondenten. Parade vorgeführt. Eine Kavalleriedivision von 10 000 Reitern defilierte in gestrecktem Galopp vor dem Zaren. Anschließend ereignete sich allerdings ein peinliches Mißgeschick. Der kommandierende General, der die Division vorbeigeführt hatte, wurde huldvollst zum Zaren befohlen. Im schneidigen Galopp ritt der General auf den Monarchen zu und wollte gerade mit dem Säbel grüßen, als das Pferd scheute, zur Seite sprang und den Reiter in den Dreck warf. Nikolaus II. lächelte großmütig, während der neben ihm stehende französische Kriegsminister einige Entschuldigungen stammelte. Als Wohnung wurde den königlichen Besuchern damals gewöhnlich die obere Etage des Außenministeriums am Quai d'Orsay eingeräumt. Die Einrichtungen vermochten zunächst noch nicht allen Ansprüchen zu genügen. So begab es sich, daß ein hoher Gast ein wichtiges Nachtgerät („Vase de Nuit") vermißte und auch trotz Anforderung in jener Nacht nicht mehr bekommen konnte. Im Jahre 1900 wurde darauf der Architekt Chedanne beauftragt, die Fürstenräume mit allen hygienischen Annehmlichkeiten der Neuzeit auszustatten. Er schuf das sog. „Königszimmer" und das „Königinnenzimmer", die durch ihre prächtigen Betten, Spiegel und Gobelins berühmt sind, und richtete Privatgemächer, ein Boudoir und ein Badezimmer ein. König Alexander und König Karol werden indessen nicht in dem Palais am Quai d'Orsay wohnen können, da inzwischen Ministerpräsident D o u m e r - g u e und die beiden Staatsminister H e r r i o t und T a r d i e u , die alle drei kein Ministeramt und deswegen auch kein Ministerpalais erhalten haben, dort eingezogen sind. Die mächtigen Fürstenbetten und die kostbaren Möbel stehen derweilen auf dem Dachboden des Außenministeriums. Besonders verschwenderisch ging es früher bei den großen F e st e f s e n auf dem Quai d'Orsay zu. Eine ganze Armee von Köchen und Bediensteten wurde dann aufgeboten, um die 250 bis 300 Gäste mit den erlesensten Leckerbissen der französischen Küche zu erfreuen. Allein 50 Blumendekorateure hatten die Aufgabe, eine solche Ueberfülle von Rosen, Nelken und Flieder herbeizuschaffen, daß die Wände von ihrer Pracht ganz bedeckt wurden. Zu der großen Weltausstellung von 1900 waren sogar mehrere Monarchen auf einmal erwartet worden. Zu diesem Anlaß waren Vorkehrungen getroffen, das Wasser in den Becken -er Springbrunnen gefrieren zu lassen, worauf dann an dem festlichen Abend — als besondere lieber* raschung — Schlittschuhläufer ihre Künste zeigen sollten. Aber man hatte nicht mit des Geschickes dunklen Mächten gerechnet. In Monza wurde König Humbert von Italien ermordet und das sensationelle Fest mußte abgesagt werden. Wenn ein Fürstenkind geboren wird... Freudentaumei in Italien. — Hoffnungen, Segnungen, Stiftungen. Traditionelles um eine „hohe" Geburt. Ganz Italien ist durchwogt von einem Taumel der Freude: die Kronprinzessin Maria von Savoyen schenkte, wie bereits gemeldet, einem Mädchen das Leben, das in der Taufe den Namen Maria Pia erhalten wird. Fünfzig Salutschüsse kündeten zu Rom dem Volk das Eintreffen des freubigen Ereignisses — aber als die Salve mit dem fünfzigsten Schuß ihr Ende nahm, mischte sich trotz aller Genugtuung doch eine leichte Enttäuschung in den Jubelsturm: das italienische Volk hat nämlich einen „principino" erwartet, einen Thronfolger, der den Titel des Großvaters, den dieser der regierende König, als Kronprinz trug, weiter führen würde: „Prinz von Neapel"... So hoffte man auf 101 Kanonenschüsse — aber das Schicksal hat es anders gewollt; undd er Prinzessin in der Wiege kommt nun nach dem Savoyischen Erbfolgerecht die Thronfolge nicht zu, die übrigens gegenwärtig bei dem Prinzen von Piemont und gegebenenfalls bei seinem Vetter, dem Herzog von Aosta, dem Sohn von König Victor Emanuels Bruder, liegt. Und dennoch: Freude über Freude! — wobei nicht zuletzt die Tatsache eine Rolle spielt, daß schon vorher die Stiftungen aus Anlaß der erwarteten Geburt sich gehäuft haben. So erhalten alle Kinder von Armen, die am gleichen Tage geboren wurden wie die Prinzessin Maria Pia, eine reichliche Babyausstattung geschenkt. Und noch mehr —: der faschistische Land- wirtschastsverband hat bereits zwanzig kleine Landgüter gekauft, die vergeben werden an Kinder von Landarbeitern, welche das Glück gehabt haben, am gleichen Tage wie die Prinzessin geboren zu werden. Bedingung ist nur, daß die Väter dieser glückhaften Babys nicht nur Landarbeiter, sondern auch Frontkämpfer waren und bereits vor dem „Marsch auf Rom" eingetragene Mitglieder der faschistischen Partei gewesen sind. Zu diesen Geschenken kommt die Stiftung einer Versicherungsgesellschaft, die es sich nicht nehmen läßt, auf eine ganze Reihe von Jahren bezahlte P o - l i c e n für die Kinder mit dem Geburtstag und Alter des soeben geborenen fürstlichen Babys zu vergeben. Schon seit Wochen hatte in Italien ein wahrer „Regen "derartiger Stiftungen eingesetzt. Bedeutende Summen sind von vielen Seiten dem Nationalwerk für Mutterschaft und Kindheit, das sich aller verwahrlosten und armen Kinder annimmt, ; bereits zur Verfügung gestellt worden. Daneben sind neue Sommerkolonien für dergleichen ■ Jugendliche gestiftet worden. „Auguro alla Vostra Altezza Reale un bei maschio!" — das ist der Wunsch gewesen, den vier- undzwanzig ausgewählte Frauen aus dem Volk 'Neapels, als Vertreterinnen der vierundzwanzig «Stadtteile dieses besonders königstreuen Ortes, dem ;Kronprinzen darbrachten; zu deutsch: „Wir wünschen Eurer Königlichen Hoheit einen Iftrammen Sungenl" — Nun, aus dem strarn- imen Jungen ist ein strammes Mädchen, aus den er- iwarteten 101 sind nur 50 Salutschüsse geworden; -aber die Prinzessin wird ebenso sanft und gut wie öder erwartete Prinz in der künstlerisch gearbeiteten Wiege schlummern und gedeihen, die von den vier- lundzwanzig Neapolitanerinnen als Geschenk der Stadt gleichzeitig mit dem herzlichen und derben Wunsch dem Kronprinzen und glücklichen Vater dar- Nebracht worden ist. < Diese Geburt bringt allerlei überlieferte offizielle Maßnahmen und Notwendigkeiten mit sich. Zunächst gibt der Kronprinz die Ankündigung des ffreuoigen Ereignisses an alle „Fürsten von Geblüt", wie es in der Hofsprache heißt: der Hofmarschall teilt das Ereignis im festgesetzten Ritualstil den höchsten Regierungsstellen und dem Generalsekretariat der faschistischen Partei mit. Bereits am Tage nach der Geburt wird der e r ft e Taufakt, der sozusagen provisorischen Charakter trägt, in der engsten Familie begangen. Die offizielle Taufe wird die Prinzessin, Maria Via, wie verlautet, zwischen dem 13. und 18. Oktooer erhalten, und zwar wird sie mit größtem Glanz vollzogen werden durch den Kardinalerzbischof Ascalefi von Neapel. Taufort ist die große Schloßkapelle, und anwesend sein werden mindestens tausend hohe Persönlichkeiten, so zum Beispiel die dem Hause Savoyen durch Verwandtschaft verbundenen Souveräne Belgiens und Bulgariens, ferner eine Menge von Prinzen, Vertreter aller Staatsoberhäupter, dann natürlich der italienische Staatschef Mussolini mit den Regierungsmitgliedern und den obersten Vertretern der faschistischen Partei; dazu kommen die höchsten Persönlichkeiten des Landes, zahlreiche Vertreter Oer italienischen und belgischen Aristokratie, die „Vettern des Königs", das heißt die Ritter des Annunziaten-Ordens, Abordnungen der Marine, der Generalität, der Luftschiffahrt sowie Kirchenprälaten. Den Geburtsakt selbst verzeichnet man binnen zwei Tagen feierlich in Neapel selbst, und zwar hat das durch den höchsten Staatsbeamten, also durch Mussolini selbst, zu geschehen, wobei der Präsident des Senats anwesend sein muß. Bei der italienischen Kronprinzessin weilt zur Zeit ihre Mutter, die Königin von Belgien, Witwe des kürzlich verunglückten Königs Albert. Ebenfalls ist die Königin Helene von Italien, die Schwiegermutter, anwesend. Begreiflich, daß vor allem durch die Straßen Neapels ein ununterbrochener Freudenstrom rauscht. Dauernde Kundgebungen finden vor dem Königsschloß, feierliche Dankgottesdienste in den Kirchen statt. Nach dieser Anteilnahme des Volkes an dem freu-i- gen Ereignis zu schließen muß das dynastische Gefühl im italienischen Volk von großer Lebendigkeit sein... Die Bevölkerung nimmt jubelnd Anteil an dem Geschehen mit Gesängen und Tänzen, mit Feuerwerken und Serenaden, obschon es kein „bei maschio“ ist, den die Kronprinzessin gebar, sondern „nur" ein Prinzeßlein... Meine poliiischeTrachricbien. Die „Mainzer Tageszeitung" ist jetzt in den „M ainzer Anzeiger auf gegangen. Der Verlag des „Mainzer Anzeigers teilt mit, daß von jetzt ab die Abonnenten der „Mainzer Tageszeitung" den „Mainzer Anzeiger zugeftellt bekommen. Gleichzeitig begrüßt Gauleiter S p r e n « der die Verschmelzung in einem Aufruf in dem er betont, daß die kämpferische Tradition der „Mainzer Tageszeitung" unvergessen bleiben wird. Luftfahrzeugen efassen. Ferner Der Reichsminister der Justiz eröffnete in Berlin die 9. Jahrestagung des 3 n t e r n a 1t o n a len Luft - Privatrechts - Ausschüsse s, der zum erstenmal in Deutschland tagt. Der Ausschuß, in dem Deutschland seit Beginn, d. h. seit 1925, vertreten ist, hat die Aufgabe, die im Interesse des internationalen Luftverkehrs gebotene Vereinheitlichung des Luftprivatrechts 0^3^61:6^ 2)16 dies- iähriae Taaung wird sich mit der Bergung und Hilfeleistung für in Not befindliche Luftfahrzeuge fomie mit der Beistandspflicht von L..stsabr,oi.apn für in Seenot befindliche Schiffe befassen. soll dn Entwurf über die Haftung bei Zusammenstößen von Luftfahrzeugen verabschiedet werden. ♦ Der deutsche Gesandte in Bern, Frhr. von W e i z s a e ck e r, ist zu einer Besprechung mit dem Vertreter Italiens, Baron Aloisi, in Genf eingetroffen. Die Unterredung hatte nur den Charakter einer Fühlungnahme, bei der Entscheidungen naturgemäß nicht getroffen werden . konnten. Es wurde die Frage der Verstärkung der Polizei im Saargebiet besprochen. * Zwischen Deutschland, Polen und der Sowjetunion wurde über eine gemeinsame Regelung der Ausfuhr von Roggen und Roggenmehl ein Abkommen paraphiert, in dem die Sowjetunion dem deutsch-polnischen Getreideabkommen vom 1. August 1934 hinsichtlich der Ausfuhr von Roggen und Roggenmehl beitritt. * Der italienische Gesandte in Wien, Preziosi, überreichte am Mittwoch dem Bundeskanzler Schuschnigg die Insignien des Großkreuzes des Maurizius-und Lazarus-Ordens und übermittelte ihm die Glückwünsche Mussolinis. * Der Fürsterzbischof von Salzburg, Dr. Rieder, ist lebensgefährlich erkrankt. Er hat bereits die Sterbesakramente empfangen. * Der schweizerische Nationalrat stimmte der vom Ständerat bereits genehmigten Verlängerung der ersten Dienstzeit (Rekrutenschule) bei den Hauptwaffen (Infanterie, Kavallerie, Artillerie) um etwa drei Wochen zu. Die SA. am Erntedanktag. München, 26. Sept. (DNB.) Der Chef des Stabes der SA, Lutze, hat folgende Anordnung erlassen: Um dem Erntedankfest seinen Charakter eines Dankfestes zu sichern und eine Beeinträchtigung der Erntedankfestgottesdienste zu vermeiden, dürfen am S o nn t a g , den 30. September 1934, während der Gottesdienftzeit von 9.30 bis 11.30 andere Veranstaltungen der SA. nicht st a 11 f i nd e n. Aus aller Wett. 43. Deutscher Wandertag in Plauen. Der Reichsverband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine, der sämtliche deutschen Gebirgs- und Wandervereine mit 260 000 Mitgliedern umfaßt und vom Deutschen Wanderführer Prof. Werner- Darmstadt geleitet wird, hatte nach Plauen (Vogtl.) zum 4 3. Deutschen Wandertag aufgerufen. Aus allen Teilen Deutschlands wurde dem Rufe Folge geleistet, es waren 40 Verbände vertreten, und die ganze Tagung nahm einen guten Verlauf. Prof. Dr. Werner erstattete Bericht über den Stand der Reichsverbandsarbeit. Ferner wurden drei Referate erstattet. Ritter sprach über „Die Technik der Vereinswanderungen", M ü n f e r über „Natur und Heimatschutz" und Kochskämper über „den Stand des Deutschen Jugendherbergswerkes". Die Aussprache ergab die Einmütigkeit des Wollens und die Zielbewußtheit der Führung. Während eines vogtländischen Heimatabends pries u. a. der Deutsche Wanderführer Dr. Wer - n e r in tiefschürfender Rede den deutschen Wandergedanken und die ideale Betätigung deutschen Wan- dertums. Nach einer stimmungsvollen Morgenfeier im Walde trat der Deutsche Wandertag in der Centralhalle zur öffentlichen Hauptversammlung zusammen. Einleitend widmete der deutsche Wanderführer dem Heimgegangenen Reichspräsidenten von Hindenburg einen warmen Nachruf. Anschließend begrüßte er die zahlreich erschienenen Vertreter der Behörden. Der Jahresbericht wurde genehmigt, ebenso der Bericht des Schatzmeisters. Die Satzungen wurden dann einstimmig angenommen. Auf Vorschlag von Pfarrer Löscher wurde der deutsche Wanderführer unter großem Beifall der Versammlung einstimmig wiedergewählt. Zum Orte des 44. Wandertages wurde Freiburg i. B. gewählt. Der Führerrat wurde ergänzt durch Berufung zweier neuen Mitglieder. 21 verdiente deutsche Wanderer erhielten die silberne Ehrennadel des Reichsverbandes. Mit einem Bekenntnis zu Deutschland und seinem Führer Hitler schloß die eindrucksvolle Hauptversammlung. Der Deutsche Wandertag in Plauen wird als Markstein in der Geschichte des deutschen Wanderns allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben; dies beweist aufs Neue die Stärke des deutschen Wandergedankens. Die Anklage gegen gegen Hauptmann im Lindbergh-prozeß. Die Neuyorker Polizei fetzte die Durchsuchung der Wohnung und der Garage Hauptmanns fort. In der Garage wurden weitere 840 Dollarnoten und eine geladene automatische Pistole von kleinem Kaliber gefunden. Die Geldscheine waren zusammengerollt in vier Löcher hinter einem Brett, das an der Wand hing, gestopft worden. Ein Teil des Geldes wurde sofort dem Untersuchungsausschuß zu- geleitet, der, wie Staatsanwalt C o l e y mitteilte, das Geld als einen Teil des Lösegeldes erkannte. Lindberg h sagte vor dem Untersuchungsausschuß über seine damaligen Verhandlungen wegen des Lösegeldes aus. Die Staatsanwaltschaft hat gegen Hauptmann Anklage wegen Erpressung erhoben. Die Staatsanwaltschaft nimmt dabei an, daß Hauptmann der Empfänger der 50 000 Dollar Lösegeld gewesen ist. Die Klageschrift enthält sonst weiter keine Be- »ung. Sie führt nur noch eine Anzahl fal- amen auf, die sich Hauptmann zugelegt hatte. Staatsanwalt C o l e y gab noch bekannt, Hauptmann habe erklärt, daß tms bei ihm gefundene Geld gleichfalls ein Teil des Geldes sei, das Isidor Fisch ihm zur Aufbewahrung gegeben habe. Coley fügte hinzu, daß alle gefundenen Dollarnoten aus dem Löfegeld Lindberghs stammten. Trotz zunehmender Häufung des B e w e i s m a - terials gegen Hauptmann wird die Suche nach Mittätern unermüdlich fortgesetzt. Das Washingtoner Justizamt kündigte einige wichtige Verhaftungen als unmittelbar bevorstehend an. Die bei einer erneuten Haussuchung bei Hauptmann gefundene kleinkalibrige Pistole wird mit der im Kopf des Lindbergh-Kindes Vorgefundenen Wunde in Zusammenhang gebracht. Ursprünglich war angenommen worden, daß das Loch in der Schädeldecke von einem spitzen Instrument herrührte, da es als Einschußloch einer gewöhnlichen Reoolverkugel zu klein war. Ministerpräsident Göring schießt zwei Elche für das Frankfurter Senckenberg-lNuseum. Der preußische Ministerpräsident Hermann G ö - ring hat vor einiger Zeit bei einem Besuch in Frankfurt dem Senckenbergschen Museum durch die preußische Forstverwaltung die Zusage gegeben, daß er ihm zwei Elche in den vstpreußischen Wäldern schießen werde. Oberpräparator Kopp, der zu diesem Zwecke nach Ostpreußen reifte, teilt nun mit, daß die Tiere in den letzten Tagen geschossen wurden. Es handelt sich um ausgesucht starke Tiere, die eine besondere Sehenswürdigkeit des Museums sein werden. Nach sachgemäßer Vorbearbeitung der Decken wird Oberpräparator Kopp nach Frankfurt zurückkehren, wo er dann mit der eigentlichen Präparation beginnen wird. polnischer Sieg im Gordon-VennettFlug. Nach den ersten nicht amtlichen Berechnungen des polnischen Aeroklubs, die natürlich noch kleinen Veränderungen unterliegen werden, hat Polen die beiden ersten Plätze im G o r d o n - B e n n e t t- Flug errungen. Beim dritten Platz ist noch unsicher, ob ihn ebenfalls Polen oder Belgien erhält. Die vorläufigen Kilometer-Berechnungen ergaben für den polnischen Ballon „K o s z c i u s k o", getan- bet bei Woronesch, 1310 Kilometer, für den Ballon „W a r f z a w a", gelandet bei Rjasan; 1240 Kilometer, für den Ballon „P o l o n i a", gelandet in Finnland, und den belgischen Ballon „B e l g i c a", gelandet in Sowjetrußland, etwa 1170 Kilometer. Von den drei deutschen Ballons hat der in Sowjetrußland gelandete Ballon „Deutschland" mit etwa 960 Kilometer den besten Platz. 26. Bundestag deutscher Zimmermeister in Hannover. Der Bund deutscher Zimmermeister, der Reichsfachverband des deutschen Zimmerhandwerks, hatte seine Mitglieder zum 26. Bundestag nach Hannover gerufen. Der Bundesführer, Zirn- mermeifter Roth (Karlsruhe), MdR., begrüßte die Teilnehmer und Ehrengäste. Der Bundesführer schilderte die schwierige Lage im deutschen Zimmerhandwerk in den Jahren des Verfalls und begrüßte es, daß mit dem siegreichen Vormarsch der nationalsozialistischen Revolution ein hoffnungsvollerer Ausblick geschaffen worden fei. Zimmer- meister Wyder (Bern) gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß ihm Gelegenheit gegeben fei, den Besuch der deutschen Kollegen in der Schweiz zu erwidern. Handwerkskammerpräsident W i 11 m a n n (Hannover) wies auf die außerordentlichen Aufgaben hin, die dem gesamten deutschen Handwerk in der Zukunft erwachsen werden. Unter starkem Beifall überbrachte Zimmermeifter S ch e i l (Saarbrücken) die Grüße des Saarlandes. Der Geschäftsführer der Reichsbetriebsgemeinfchaft „Holz", Major Brauer (Berlin), hielt einen Vortrag über das Thema „Holzwerbung in Forstwirtschaft und Zimmerhandwerk". Der Redner wies vor allem auf die Notwendigkeit hin, das holzverarbeitende Gewerbe durch geeignete Werbung zu unterstützen. Deutscher Stenographentag 1935 in Frankfurt. 1935 werden die deutschen Stenographen in der Festhalle zu Frankfurt a. M. ihre Jahrestagung, den Deutschen Stenographentag ab- halten, zu dem mit dem Erscheinen von etwa 10 000 Stenographen aus dem ganzen Reich gerechnet wird. Gleichzeitig mit dem Deutschen Steno'graphen- tag wird der „Internationale Stenographenkongreß" und eine Ausstellung „Die Kurzschrift in Vergangenheit und Gegenwart" stattfinden. Fischerboot im Sturm auf der Ostsee gekentert. — Fünf Fischer ertrunken. Aus der Ostsee ereignete sich bei dem Dorf Wittenberg ein schweres Bootsunglück. Ein mit fünf Fischern besetztes Segelboot wurde ungefähr 40 Meter vom Strande von einem heftigen Sturm überrascht. Das Boot wurde von einer Welle, die bis an die Mastfpitze hochschlug, zum Kentern gebracht. Alle fünf Insassen fanden den Tod. Die Verunglückten find die Fischer Paul Mach, Franz Ziemann, Erwin Jankowskie, Karl Mielke und Paul Jankowskie. Infolge der Stärke des Sturmes waren Rettungsversuche vom Strande aus unmöglich, obwohl das Unglück beobachtet worden war. — Ein zweites Boot, das sich zur gleichen Zeit in der Nähe der Unglücksstelle befand und mit vier Personen besetzt war, konnte von einem anderen Boot ins Schlepptau genommen und schließlich an der Küste des Korridors auf Strand gefetzt werden. Drei Tote bei einem nächtlichen Autounglück. Auf der Straße Mechernich—Dormagen (Rheinprovinz) ereignete sich nachts ein schweres Verkehrsunglück. Ein mit sieben Personen besetzter Kraftwagen, dessen Führer, wahrscheinlich durch einen entgegenkommenden Kraftwagen geblendet, die Uebersicht über die Fahrbahn verloren hatte, raste in voller Fahrt gegen einen Straßenbaum. Zwei Insassen, der Bezirksstellenleiter der NSV. Dormagen, Emil Lauterborn und der Kreiskassenwart der NSV., Theodor Miebach- Neuß, wurden auf der Stelle getötet, während ein dritter Mitfahrer, der Geschäftsführer der PO. Dormagen, Werner Berg, kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus an den Folgen der bei dem Unfall erlittenen schweren Verletzungen starb. Der Wagenführer blieb wie durch ein Wunder unverletzt, während die übrigen drei Insassen mit leichteren Verletzungen dem Krankenhaus Dormagen zugeführt wurden. Wertvolle pariser Münzensammlung gestohlen. Die Sammlung des bekannten Pariser Münzensammlers B o u b e y wurde von Einbrechern heimgesucht. Es handelt sich ausnahmslos um seltene Stücke aus der Zeit Konstantins des Großen bis zum Ausgang der byzantinischen Epoche und aus der Zeit Philipps III. und IV. von Frankreich, die in Sammler- und Händlerkreisen sehr gesucht sind und einen Liebhaberwert von 500 000 Franks darstellen. Die Einbrecher sind äußerst geschickt vorgegangen, da weder in der dem Hause gegenüberliegenden Polizeiwache, noch von den Hauswächtern etwas Verdächtiges bemerkt wurde. In der neben der Sammlung gelegenen Wohnung bahnten sich die Täter einen Weg durch eine Mauer. 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Schriftliche Angeb. u. 04660 a.d.Gießen.Anz. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 28 Sept.nachm. 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt ________________5582 D Tage im Frankfurter Kunstgewerbemuseum eröffnet wird, bietet in vielen Hunderten von Origmalbildern und Dokumenten einen Ueberblick über die Leiden und Nöten während der zwölfjährigen Besatzung, di- das rheinische Volk in dem Zweiten Krieg von 1918 bis 1930 hat erdulden müssen. Die Ausstellung gliedert sich in mehrere Abteilungen. Sie beginnt mit dem Rückmarsch des deutschen Heeres Ende 1918. Dem Einbruch der Franzosen ins Ruhrgebiet, der Separatistenbewegung und der Besetzung Frankfurts am 6.4.1920 sind besondere Abteilungen gewidmet, zu der die Verwaltung der städt. Archive ein reichhaltiges Material herbeigeschaft hat Den erfreulichen Abschluß der Ausstellung bildet die allmähliche Räumung der einzelnen Besatzungszonen und der Besuch des Reichspräsidenten von Hindenburg im befreiten Rheinland am 20. Juli 1930. Wie ein großes geschichtliches Bilderbuch zur jüngsten Rheinlandgeschichte liegen die Bilder und Dokumente in dieser Ausstellung vor uns aufgeschlagen. Ausdruck. Die Kaiserpfalz auf dem „Kaiserbleek" wurde auf Geheiß Heinrichs III. um 1050 erbaut und diente bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts den Kaisern als Wohnung. Sie ist auch die Geburtsstätte Heinrichs IV., und die sich ihr anschließende romanische zweigeschossige Ulrichskapelle birgt einen Sarkophag mit dem Herzen Heinrichs III. Als dieser, neben Otto I. (dem Großen) der mächtigste Kaiser des deutschen Mittelalters, in der Vollkraft seines Lebens, erst 39 Jahre alt, starb, war sein Sohn, der nachmalige Heinrich IV. erst 6 Jahre zeugen die prächtigen Dome und Baudenkmäler von der einstigen Größe dieser alten Stadt, die in ihren Mauern 23 deutsche Reichstage sah. Alle Kunstepochen haben dieser Stadt ihre Züge ausgeprägt. Der romanische Stil aber sand in der Kaiserpfalz, dem größten aus der romanischen Zeit erhaltenen Palastbau, am Liebfrauenberg südlich der malerischen Altstadt, ihren monumentalsten historische Ausstellung „Rheinlands-Befreiungskampf gegen Bejahung und Separatismus" in Frankfurt. Die große national - historische Ausstellung „Rheinlands-Befreiungskampf gegen Besatzung und S e p a r a t i s m u s ", die dieser ...------------- .Schrift!. Angeb. Schriftl. Anfr. u. unter 04657 an Der Vorsitzende des Umlegungs-Ausschusses. Dr. Hamm, Bürgermeister. 'finden du Tccm Große Herbstfahrl in den Schwarzwaid 30. Sept, bis 4. Oktober. Inkl. Verpfiff. Mk. 68.50. Mit Bahn und Omnibus! Prospekt u. Anmeldunff Hapag-Reisebüro, Gießen. 5592 D Haben Sie schon die neuen Herbst-Modellebel uns besichtigt? und zum Bauen Äbermann Mongiit und reparaturbedürftig. Fahrrad zu verkaufen. Liebigstr. 93 III. Mdchen in allen Hausarbeiten bewand., sof. gesucht. 5587v schwein),mitAb- stammungsnach- weis, verk. ssseD Gustav Grün Lehnheim, Stat. Mücke und Grünberg. den jungen König durch Nachsicht und Milde an sich zu fesseln verstand, mit den Sachsen in beständiger Fehde lag, erfüllte er mit bitterem Haß gegen diesen Stamm auch Heinrichs Herz. Und als der Sechzehnjährige die Regierung dann selbst übernahm, wählte er zum Wohnsitz die Kaiserpfalz in Goslar mitten im Sachsenlande, so daß die Sachsen auch die hohen Kosten des Hofhaltes zu tragen hatten. Um die sich dagegen auflehnenden Sachsen besser in Schach halten zu können, ließ Heinrich IV. Harzburg und andere feste Bergschlösser ausfuhren, deren fränkische Besatzungen sich nicht immer sehr freundlich gegenüber den Sachsen benahmen. Es kam denn auch bald zu einem A u f st a n d , den die Sachsen zunächst siegreich durchführten, um 1075 aber doch vom König bei Hohenberg an der Unstrut besiegt zu werden. So ist die-Kaiserpfalz für uns eine Erinnerung an die Größe deutscher Vergangenheit, aber zugleich eine stete Mahnung, die deutsche Einheit zu wahren gegen alle Widersacher, die aus der deutschen Zwietracht ihren Nutzen ziehen möchten. Unter Heinrich VI. wurde zu Ende des 12. Jahrhunderts die Kaiserpfalz in Goslar umgestaltet, zerfiel aber später und wurde erst 1867 bis 1880 renoviert und durch den Düsseldorfer Maler W i s l i - cenus mit großartigen Fresken aus der deutschen Sage und Geschichte verziert. Jahrhundertelang hat die alte Kaiserpfalz in Goslar, deren prächtiger Festsaal in künftigen Zeiten eine Ehrenhalle der deutschen Bauernschaften darstellen wird, leer und unbenutzt gestanden. Eine Stätte großer Erinnerungen wächst damit in die Gegenwart hinein, um zum Schauplatz und Ausgangsort neuer großer Entwicklungen zu werden. Wettervoraussage. Der hohe Druck über Mittel- und Südeuropa hat sich noch verstärkt und die angrenzende Wirbeltätigkeit etwas nach Norden abgedrängt, so daß der Störungseinfluß sich auf Nordwestdeutschland beschränkte und dort auch leichten Niederschlag brachte. Bei vorwiegend südwestlichen Winden wird es zwar auch bei uns vorübergehend zu Dunst- und Wolkenbildungen kommen, doch dürfte der freundliche Witterungscharakter im ganzen erhalten bleiben. Aussichten für Freitag: Dunstig und wolkig mit Aufheiterung, mittags warm, trocken. Lufttemperaturen am 26. September, mittags: 19,2 Grad Celsius, abends 13,5 Grad; am 27. September, morgens: 13,4 Grad. Maximum 19,9 Grad, Minimum 3,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. September, abends: 14 Grad, am 27. September, morgens 12,5 Grad Celsius. — Son- nenscheindauer 6V- Stunden. 5-3lm.Wo0n_____________________ neu hergerichtet, SrleÖCnsftL 111. Kleines mööi MM zu vermieten. Ebelstraße 15II. im for I M । V\i i tt Verreist Dr. Mehl Vertreter die Herren: Dr. Wilhelm Klein San. - Rat Dr. Schliephake Mein innigstgeliebter Mann, mein herzensguter Vater, unser lieber Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwa- ger und Onkel Herr Heinrich Rühl Friseurmeister wurde uns nach kurzem Kranksein plötzlich durch den zuml.od.15.Okt. Kleines Taschengeld erwünscht. Schriftliche Angebote u. 5585D an den Gießener Anzeiger erbet. $ N M ' Msa und 1 abteü grap. west Abrate gan von jtii W ülad)i Ordn riete, !M jorbt dann schau über Mc nierpi und t Abschi hei meine treten Gülte Neun Tote, zehn Schwerverletzte bei einem Autobus- Unglück in Oberitalien. Ein Güterzug stieß an einem ungesicherten Bahnübergang bei Bergamo (Oberitalien) mit einem Autobus zusammen. Der Kraftwagen wurde völlig zertrümmert. Sechs Insassen des Wagens wurden auf der Stelle getötet; drei st a r b e n im Krankenhaus. Zehn Personen erlitten schwere Verletzungen. Kunst und Wissenschaft Der Maler Professor Dr. Hugo Vogel f. Bekanntmachung. Betr.: Baulandumlegung zwischen Wilhelmstraße, Aulweg, Wartweg der Gemarkung Gießen. Gemäß Artikel 36, Absatz 1 des Gesetzes über die Umlegung von Bauland in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. Oktober 1927 bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß der vom Umlegungs-Ausschuß beschlossene Umlegungsplan nebst Unterlagen in der Zeit vom 30. September bis einschließlich 27. Oktober 1934, werktäglich von 8 bis 12 Uhr, in dem Stadthaus, Bergstraße 20, 3immer Nr. 15, offenliegt. Gegen den Plan können die Beteiligten innerhalb der Offenlegungsfrist schriftlich Erinnerung bei dem Unterzeichneten erheben. Horex 600 ccrn, mit Fabrikgarantie, 250 RM. unt. Preis, zu verkaufen. Autobedarf öagener. (Sieben. Franks. Str. 45 Ruf 41 20 . 5579 Gut erhaltenes, gebrauchtes Damenfabrradl zu kauf, gesucht. 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Mehrere Bildnisse des Generalfeldmarschalls von Hindenburg stammen von ihm. Während des Krieges im Osten begleitete er Hindenburg. Vogel war auch schriftstellerisch tätig. Unter dem Titel „Als ich Hindenburg malte" gab er seine Erinnerungen heraus. 1923 wurde der Künstler Ehrendoktor der medizinischen Fakultät Universität Berlin. Hugo Vogel war Mitglied vart. mit einger. arbeit, u. Wäsche Badezimmer mit in kleinen Haus- Heizg.f.Mk.70-. halt gesucht. zu vermieten. Schriftl. Angeb. einen WWW einen NEW einige lifdie einen Suültlfdj wegen Umzug zu verkaufen. 55730 Albrecht, Horst- Wessel-Wall 39, Eing.Bahnhofstr. | Kaufgesuche | durch Wegzug so- --------------- fort für 820 RM. Solides zu vermieten. Schriftl. Angeb. VarvtagS- unter 04658 an Mädchen denGi^n.Anz! ^vm.Eand'e, a.läst.Haare, Lebenleck., Alutter- mal Warben, Pickel, Sommer- wross. usw enti u. Gar. f. immer. 12ftabre Praxis. Frau B. Gulden. Sprechst-Freitag Gießen, Hinden- burgwall 18, 9—7 Uhr durchgehend. 19Z3 jny •£ uisinqos idJ8)pn.io 8yos,mn->9 *!P teBiuiq ue-ieided eiMos ue6unjq04enV ueqoimezneu ueqoiej -mez ui ueum ;eie,q eipestpiuci -uaiiiuiej ueueBeipeB jep ueuBqoaueBia ueqon -JuesoM iejp eseia IW/uffsjaj fZ/OAf/OBCui/osag 1 iuqaujo/\ Arbeitsvergebung. Für den Erweiterungsbau am Evangelischen Schwesternhaus, dahier, sollen unter Hinweis auf die Reichsverdingungsordnung die 5577D Schreinerarbeiten (Los 1 bis 5) öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen im Büro des Architekten B. D. A. Baurat Meyer, Alicenffrahe 27, zur Einsicht offen. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Donnerstag, den 4. Oktober 1934, vormittags 10 Uhr, an den Unterzeichneten einzureichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt daselbst. Gießen, den 27. September 1934. Der Vorstand des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege. Pfarrer A u s f e l d, Hindenburgwall 8. Preußischen Akademie" der Künste. Er erwarb zahlreiche Große Goldene Medaillen u. a. Berlin, München, Chikago, Paris Buenos. Aires. KN Filets u. Kochfische ■ Forellenstör, Rotzungen, Steinbutt ff. Räuchers^ickaale Fischhaus „Cuxhaven“ Marktstr. 23 5598A Tel. 2417 04654 a. d. G. Ä. d. Gieß. Änzeig Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der - BQöeelnridtung über 1 ti.gaffenfitanl Tüchtiges 5571D tagnidcta für sofort ges. Bäckerei VergschenSe und Schwaabs weinsiuben Am 25. Sept, verstarb plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser treusorgender Vater und Großvater Gustav Laichinger, Gastwirt im 72. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Frau Bertha Laichinger und Kinder Gießen, den 25. September 1934. Auf Wunsch des Verstorbenen findet die Beisetzung in aller Stille statt. — Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. Haus mit großem Hof und Garten für Tankstelle u. jed. Geschäft passend Erbteilungshalb, sehr billig zu verk. Scbr. Anfrag. u. 04653 a. d.G.A. 4/14 Opel Viersitzer, offen, 6 20 Aga Viersitzer, offen, 5/25 Mannesmann Viersitzer, offen, fahrbereit. 04537 Ein 198 ccm DKW- Motorrad, fahrbereit, gibt bill. ab Kralllahrz.-Reparatur E.Afemann Gießen, Tel. 3248 Hitierwali 7 Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyrtot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Deck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor I Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: I Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Mietgesuc he Möbliertes Zimmer mit 2 Betten für Angestellten eiligst gesucht. Sehr. Angeb. mit Preis un t.5583D an d. Gieß. Anz. ; Vogtsche Handelsschulen A Gießen-Herborn ■F Anmeldung: Goethestr.32 1 Beginn: 8. Oktober 5580a _• Halbjahres-Kurse Monatlich RM. 20.00 Keine Nebenkosten Brühl'schen Druckerei " Arbeitslose zahlen nur 50% Es ist historischer Boden, wo der Führer und ; Reichskanzler am Tage des Erntedankfestes 1 von Bauernabordnungen aller deut- s ch e n Gaue begrüßt werden wird. Mit Bedacht hat ja der Reichsbauernführer D a r r ö die niedersächsische Harzstadt Goslar zum Sitz des Reichs- . nährstandes und damit zur Zentrale neuer deut- . scher Bauernpolitik bestimmt. Und wenn der Führer die alte Freie Reichs- und Hansestadt Goslar ihrer neuen Bestimmung im nationalsozialistischen Reich übergibt, so wird diese Stadt im Herzen Deutschlands mit ihren vielen stolzen Erinnerungen an die großen Zeiten des Mittelalters wie dereinst zum Hort deutscher Bodenständigkeit, die sich auf Blut und Boden gründet, erhoben. Inmitten der dunkel und feierlich sich erhebenden Kuppen des Nordharzes liegt am Fuße des Ram- melsberges an der Gose, einem Nebenfluß der Oker, das von König Heinrich I. um 920 durch Zu-1 sammenleaung der Dörfer Warsleben, Sudburg I — .. .. und Bergdorf gegründete Goslar. Noch heute alt. Da Erzbischof Adalbert von Bremen, der U et 9- Dl 91 P: si te SW. - Beizt trocken -. M Ögw.iiSfrriifr.äer neuen t wirtschaftlichen ?!’/ - ^Universal- • ’• Äv. Trockenbeize Ur. 226 Zweiter Blatt_______________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) -— '2~'.. ^XT2_ '.Tr 7-.yTTCCTT.OT ■ —.-- t; _ :iBC^TBafWTarair/amw:wnr-_i Donnerstag, 27. September l934 gegen deine Gleichgültigkeit der Fliegerei gegen« Gemarkung Schiffenberg: auf die einzelnen !?.d. R.: Ort: Weilburg Wetzlar Gießen Lollar Hameln Rückfahrt: 20.50 20.22 19.56 19.46 14.15 Mladen. -•is jetzt worden Das Landestreffen der DAI. Die Pressestelle der Deutschen Arbeitsfront teilt mit: Einmal im Jahr ruft die Deutsche Arbeitsfront ihre Mitglieder zu einem großen General-Appell zusammen, um durch ein gewaltiges Bekenntnis Zeugnis abzulegen von der Kraft dieser Organisation. Am 6. und 7. Oktober wird dieser riesige General-Appell der DAF. in Wiesbaden durchgeführt. 250 000 Kameraden der DAF. weilen an diesen beiden Tagen in Wiesbaden. Führende Persönlichkeiten der NSDAP, werden zu dieser großen Heerschau der Deutschen Arbeitsfront erscheinen, so vor allem Dr. Goebbels und Dr. Ley. Wiesbaden wird am 6. und 7. Oktober seinen größten Aufmarsch er- Hinfahrt: 11.19 11.44 12.07 12.18 18.38 Kahrkartenbeschaffung. Zug: Von Rieder-Lahnstein über Gießen nach Hameln am 29. September 1934. — Rückfahrt am 1. Oktober 1934. Zugführer: Kreisbauernführer Müller, Hölzenhausen. U H Zug: Wiebelsbach—Hanau—Lauterbach nach Hameln am 29. September 1934. — Rückfahrt am 1. Oktober 1934. Zugführer: Bezirksbauernsührer Kipper, Pfasfenbeersurth. über. Der Kampf deines Volkes um die Gleichberechtigung unter den Nationen der Welt gilt auch für die Freiheit zur Luft. Gleichgültigkeit läßt die größte Kraft schwächer werden, ein geschlossener Wille aber erzeugt Kräfte, unendlich in ihrer liefe, unendlich in ihrem Erfolge. Wenn dir der Wille deines Volkes nicht gleichgültig ist, dann wirst du vom Geiste der toten Flieger ersaßt und kannst nicht handeln, als Mitglied im Deutschen Luftsport- Verband zu werden. Anmeldungen bei Flieger-Ortsgruppe Gießen (Kreisamt), Fernruf 2951 und 2952. Aus -er Provinzialhauptstadt Oer Schwalben Abschied. Seltsam, und fast rote ein Wunder, daß drei ein- ache Buchstaben an Stelle von drei anderen ge= >s?tzt, das Leben eines ganzen Volkes grundlegend m ändern vermochten: wir statt ich! Alles was heute im deutschen Volke geschieht, :nb alles, was heute vom Willen des deutschen Volkes ausgeht, wird beherrscht von der sittlich höch- jren Sinngebung, die eine Schicksalsgemeinschaft lern Worte „w i r" nur irgend zu geben vermag. Die endlich durch den Nationalsozialismus wieder- lkwonnene Volksgemeinschaft hat in den abgelau- fenen 19 Monaten schon so oft den Beweis für die jrraft des Gemeinschaftsgedankens erbracht, so — im einzelnen für die deutsche Fliegerei gesehen — curf) in den letzten Wochen ihrer Werbung um das Rutsche Volk. Und doch gibt es heute noch zahlreiche Volksge- evssen, denen die Gleichgültigkeit ein angenehmerer ^ebensbegleiter ist, als der Lebenswille einer erdachten Nation. So ist die Werbung um dich, deutscher Volksgenosse, gleichzeitig auch ein Kampf Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Arn nächsten Sonntag nimmt die Ortsgruppe Dießen-Süd an der Erntedankfest-Feier in Leihgestern teil. Es wird erwartet, daß sich sämtliche Parteigenossen, die Mitglieder aller Glie- loerungen der Partei und darüber hinaus alle Volksgenossen an der Feier beteiligen. Die Politischen Leiter treten in Uniform um 11.45 Uhr an der Gummifabrik Poppe an. Wer van den Volksgenos- aen nicht mitmarschieren will, kann den Zug 12.41 Uhr ab Gießen nach Großen-Linden benutzen. Zur ü'vtl. Erlangung einer Fahrpreisermäßigung ist es -geboten, daß sich die Fahrtteilnehmer am Freitag loon 16 bis 19 Uhr in der Geschäftsstelle der Orts- igruppe, Crednerstraße 24, unter Zahlung des Fahrpreises melden. Da die Einwohner von Leihgestern dich große Mühe gemacht haben, wird zahlreiche Be- seiligung aus Gießen erwartet. In der Ortsgruppe Gießen-Ost sind folgende Zellenabende vorgesehen: Zellen 5, 6 und 7 :nm heutigen Donnerstag in der „Stadt Lich", Licher Straße, Zellen 1 und 2 am morgigen Freitag, eben« alls in der „Stadt Lich", Zelle 4 am nächsten Dienstag, 2. Oktober, bei Weber, Kaiserallee 52. Beginn je um 20.30 Uhr. NSDAP. - Amt für Vvttswvhlfahrt. kreisamisleilung Gießen. An sämtliche Ortsgruppen«, Stützpunkt-, Zellen- und Blackamtsleiter der NSV. des Kreises Gießen. leben. Für jedes DAF.-Mitglied ist es eine Selbstverständlichkeit, an diesem gewaltigen Ereignis teilzunehmen, und jeder Kreis wird seine Ehre daran setzen, so stark wie möglich in Wiesbaden vertreten zu sein. Für Amtswalter der DAF. ist Erscheinen natürlich Pflicht. Für jeden Kameraden der DAF. wird es am 6. und 7. Oktober nur eine Parole geben: zum Landestreffen nach Wiesbaden! Die Verteilung von Arbeitskräften. Der Vorsitzende des Arbeitsamtes Gießen teilt uns mit: Ich mache die Führer der Betriebe, für die ein Vertrauensrat zu bilden ist, und Perwaltungen darauf aufmerksam, daß auf Grund der Anordnung über die Verteilung von Arbeitskräften vom 28. August 1934 erstmalig im Lause des Monats September 1934 die Prüfung im Sinne des § 3 der Anordnung durchzuführen ist. Zum 1. Oktober 1934 haben die Betriebs- bzw. Verwaltungs-Führer auf einem besonderen Formblatt Ap. 1 dem zuständigen Arbeitsamt das Ergebnis zu melden. Die Formblätter sind auf Anforderung beim Arbeitsamt erhältlich. Die Obstbaumzählung in der Gemarkung Gießen. Die Zählung der Obstbäume in der Gemarkung Gießen mit Schiffenberg brachte folgende Zahlen: sind, sind mitzubringen. Heil Hitler! Gez. K l ö ß , Kreisamtsleiter. W. Hainbach, stellv. Kreisamtsleiter. „Wir.. /' Die Fahrkarten werden von den Reichsbahndirektionen Sonderzugstationen verteilt. Die Heimatstationen fordern die Zahl der Sonderzugfahrkarten von der nächstgelegenen Sonderzugstation sofort an, damit die Teilnehmer mit dem Ausweis dieser Sonderzugfahrkarte die 75prozentige Fahrpreisermäßigung für die Zubringerstrecken erhalten. Sollte ein Teilnehmer, der bereits eine Fahrkarte bezahlt hat, aber aus dringenden Gründen nicht fahren kann, die Karte zurückzugeben wünschen, so müßte dies noch vor Abfahrt des Sonderzuges an der betreffenden Sonder- Jch mache hiermit nochmals auf die heute iah e nb im Cafe Leib um 8 Uhr ftattfinbenbe Besprechung über die Vorbereitung des Winterhilfswerks 1934/35 aufmerksam. Die Ortsgruppen- und ^tützpunkkamtsleiter werben ersucht, bie Bürgermeister ihrer Gemeinbe zu bieser Besprechung ein- Antragsformulare, sowie Karteikarten, bie verschiedenen Gemeinden schon zugestellt Letzte RächSSimen für den Erntedanktag am Sonntag, 30. September. Die gesamte Bevölkerung im Gau Hessen-Nassau wird aufgefordert, am kommenden Sonntag zu Ehren des Deutschen Nährstandes zu flaggen! Wo es irgend möglich ist, sollen die Fahnenspitzen mit Blumensträußen geschmückt werden. Wie am 1. Mai müssen die Farben des Dritten Reiches die Straßen beherrschen. Volksgenossen! Erwerbt Euch das Festabzeichen zum Erntedanktag! Dieses Festabzeichen besteht aus Mohn, einer Kornblume, einer Aehre, einem Rebenblatt und einer Traube und symbolisiert Liebe, Treue, Brot und Wein! Die gesamte Gefolgschaft Adolf Hitlers nimmt an den von den Ortsgruppen der NSDAP, vorbereiteten Kundgebungen teil und hört dort die Rede unseres Führers und Reichskanzlers. Sonderzüge zum Bückeberg. Nachfolgend der geänderte und endgültige Fahrplan: Zug: Von Weinheim über Frankfurt (Hbf.)—Gießen nach Hameln am 29. September 1934. — Rückfahrt am 1. Oktober 1934. Zugführer: Kreisbauernführer Gockel, Langen bei Darmstadt. Vereidigte Eiersachverständige des Reichsnährstandes. LPD. Die Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft erkennt ab 15. Oktober 1934 nur noch bie burch ben Reichsnährstanb oereibigten Sachverständigen für Eier an. Die Vereibigung wirb nach einer besonderen Prüfung burch ben Reichsnährstanb vor- genommen. Genaue Richtlinien hierüber finb unentgeltlich beim Verwaltungsamt des Reichsbauernführers R. H. A. II, Berlin, SW 11, Hafenplatz 4, erhältlich. 6. Güngerich-Iamilieniag Wieder konnte, wie vor zwei Jahren, der hochbetagte Geheimrat Dr. G ü n g e r i ch den diesjähri- gen Familientag am Sonntag im Klub leiten, an dem nahezu 70 Glieder der Familie aus nah und fern teilnahmen. Bankbevollmächtigter Paul G ü n g e r i ch gab einen Rückblick über die Verhandlungen des 5. Familientages und gedachte der mancherlei frohen und ernsten Ereignisse im Kreise der Familie in den letzten zwei Jahren. Das Andenken der Verstorbenen wurde in der üblichen Weise geehrt. Sodann kam eine Reihe schriftlicher und telegraphischer Grüße zur Verlesung. Bet der weiter fortgesetzten Erforschung der Familiengeschichte zeigte sich der Nachteil des Mennonitentums, daß die Kirchenbücher sehr oft versagen. Im Staatsarchiv Bern liegen Urkunden über das Jahr 1667 zurück. Der Alterspräsident des Familientages stellte fest, daß die Familie aus der Schweiz und nicht aus Holland nach Deutschland gekommen ist. In Deutschland ist der Name 1713 zum erstenmal nachweisbar. Zu seinen Abwandlungen gehört auch der Name „Gundrich". Zahlreiches Material wurde von dem Vorsitzenden auf der Gießener Universitätsbibliothek niedergelegt. Die Tischrede hielt Pfarrer Sattler (Wieseck), der als Auftakt zum Familientag in Ute Güngerich den jüngsten Sproß der Familie getauft hatte. Er wies auf die große Zeitenwende hin und gelobte, daß die weitverzweigte Familie der Güngerich treu hinter dem Führer stehend am Bau des Dritten Reiches mitarbeiten werde. Sein Heil-Gruß galt der Familie, dem Vaterland und dem Führer. Frau Emmy Güngerich, Gießen, erfreute durch Proben ihres deklamatorischen Könnens, und schließlich kam auch die tanzlustige Jugend nicht zu kurz. Zaßresfest des oberhessischen Basler Missionsvereins. Der oberhessische Basler Missionsverein, dem die Mehrzahl der oberhessischen evangelischen Kirchengemeinden angeschlvssen sind, feiert sein diesjähriges Jahresfest in Bad-Nau- h e i m. Wegen des deutschen Erntedankfestes wird erst am Abend des 30. September in der Dankes- kirche ein Gottesdienst stattfinden mit dem Tbema: „Saat und Ernte in der weiten Welt". Am Montag, 1. Oktober, wird im Gemeindehaus die Mitgliederversammlung tagen, in der nach Erledigung der üblichen geschäftlichen Formalitäten Missionar Monninger über das Schulwesen auf der Goldküste spricht. Gießener Wochenmarktpreise. Gießen, 27. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische, Kühlhausware) von 9 bis 11, (auslän- dische) von 9 bis 11, Wirsing, das Pfund 12 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Gelbs Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 15 bis 20, Unterkohlrabi 10, Erbsen 30 bis 35, Rosenkohl 30, Feldsalat 80 Pf. bis 1,— Mk., Tomaten 10 Pf., Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 60, Kürbis 5 bis 8, Pilze 30 bis 35, Kartoffeln 4% Pf., der Zentner 4 Mark, Falläpfel, das Pfund 3 bis 4 Pf., Pfirsiche 15 bis 20, Preiselbeeren 30 bis 35, Aepfel 6 bis 15 Pf., der Zentner 8 bis 9 Mk. Dirnen, das Pfund 8 bis 15 Pf., Zwetfchen 10 bis Was ist das seit den letzten klaren Herbsttagen -och ein lustiges Gezwitscher um Haus und Gar- tfen! Schon in der Frühsonne ziehen über die Gärten, um die Häuser, über Feld und Flur in schnel- em Fluge die Schwalben dahin: ein ganz große Versammlung hat sich auf den Dächern von Haus und Scheune niedergelassen. Die Leitung des Blitzableiters, die Kamine, die Dachrinnen, die Telegraphendrähte sind von ihnen wie mit schwarz- weißen Perlenschnüren besetzt. Welch' unruhiges Ab- und Zustiegen! Es wird eifrig geschwatzt, be- raten und besprochen. Jetzt erhebt sich plötzlich ein ganzer Flug, ein gewandter Flieger als Führer □oran. Sieh doch! Am Gefieder erkennst du die jjungen Tiere; es ist eine Flugprüfung, wie sie schon eit* einigen Tagen im kleinen familienweise statt- inben, nun aber in größerem Verbände unter den Äugen gewiegter Flieger als Generalprobe, ob beim Nachwuchs, bei den Jungen alles richtig und in Ordnung ist. Die Schwalben scheinen zu manöve- rieren; gilt es doch, bald einen ernsten, weiten Flug- "ampf zu bestehen, der die höchsten Leistungen er- orbert. Einzelne Pärchen, ganze Familien streifen Dann wieber über Häuser unb Gärten im raschen, chwungooklen Fluge um bie Häuser und die Bäume, über die Dächer, wie wenn sie von all' den trauten Plätzchen, vom Gartenhaus, von den von der Sommerpracht noch übrigen Blumen, von Hof und Stall inb ber alten Niststätte immer unb immer wieber Abschieb nehmen müßten. Heute ist der letzte Versammlungstag; ein allgemeines Aufgebot scheint erlassen zu sein. Morgen treten die Schwalben ihre weite Reise nach dem Süden an. Der erste Sonnenblick des Morgens ttreifte noch die belebten Dächer; ein freudiges Nrüßen und Zwitschern schallte da zum letztenmale Hernieder. Wie glänzten die weißen Brüstchen und Has metallene Gefieder im Morgenlicht! Da erhob sich plötzlich die ganze, ganze Schar, ansteigend südwärts in die Luft: „Sie brausten hinaus im raschen Flug, Und der Himmel lachte so hold, Und jede Wolke im Luftstrom trug Eine Krone von rotem Gold. Es entschwanden die Scharen ringsumher — Kaum blieb noch ein dunkler Saum — Und sie wogten hinaus in der Lüfte Meer, In der Sehnsucht unendlichen Raum!" (Rollett.) Gr. Beamte und Reichslustschutzbund. Der Hessische Staatsminister Jung hat an alle mnterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindever- ’oänöe und Körperschaften des öffentlichen Rechts )eic nachstehende Verfügung gerichtet: Der Reichsminister der Luftfahrt macht erneut darauf aufmerksam, daß es Pflicht jedes Volksgenossen ist, Mitglied des Reichsluftschutzbundes zu werden und daß die Beamten dabei vorbildlich sein müssen. Ich fordere deshalb alle Beamten und sonstige im Staats-, Gemeinde- usw. Dienst tätigen Per- aonen auf, dieser Bitte möglichst nachzukommen, lumal der Jahresbeitrag von 1 RM. in wirtschaftlicher Hinsicht kein Hinderungsgrund für den Eintritt als Mitglied des Reichsluftschutzbundes fein !ieann. zugstation erfolgen. Verpflegung auf dem Bückeberg. Die Teilnehmer an der Feier auf dem Bückeberg können gutes und reichliches Mittagessen durch den Vayernhilfszug zum Preise von 30 Pf. erhalten. Es empfiehlt sich, Eßgerät mitzubringen. Morgens heißen Kaffee oder Tee ebenfalls durch Vayernhilfszug. Wollene Decke nicht vergessen! Jeder Zug wird von je einem Arzt und fünf Sanitätern begleitet. Trachtengruppe. In den Sonderzügen fährt eine Trachtengruppe mit. Die Teilnehmer an dieser Trachtengruppe müssen sich Punkt 13 Uhr am Sonntag hinter der Ehrentribüne auf dem Bückeberg sammeln, um von dort an ihre Aufstellungsplatze zu marschieren. Die Leitung dieser Aufstellung obliegt dem Gauinspekteur kopprasch (Hannover); seine Anweisungen allein sind gültig. Gez.: Müller-Scheid Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Noch nicht ErtragsertragsAbfähig fähig gängig Apfelbäume 10299 1250 127 Birnbäume 5952 575 25 Süßkirschen 416 57 5 Sauerkirschen 472 17 ■— Pflaumen- unb Zwetschenbäume 7004 722 153 Mirabellen 475 13 4 Reineclauben 285 13 4 Aprikosen 142 5 — Pfirsichbäume 529 23 -— Walnußbäume 114 1 — Apfelbäume 354 17 4 Birnbäume 33 11 2 Süßkirschen Pflaumen- unb 15 1 -— Zwetschenbäume 191 25 3 Mirabellen 9 — »— Walnußbäume 33 — — Ort: Hinfahrt: Rückfahrt: Frankfurt a. M. (Hbf.) mit fahrplanmäßigem Zug P. 717 bis Friedberg 12.55 19.26 Friedberg 13.40 18.36 Gießen 14.22 17.51 Hameln 20.00 12.16 Ort: Hinfahrt: Rückfahrt: Stockheim 11.04 21.06 Ortenberg 11.14 20.55 Lißberg 11.21 20.48 Gedern 11.45 20.24 Grebenhain 12.21 19.47 Herbstein 12.41 19.26 Lauterbach-Nord 13.05 18.58 Angersbach 13.10 18.52 Hameln 19.30 12.35 Zug: Wiesbaden (hbs.)- -Friedberg—Gießen nach Hameln am 29. September 1934. — Rückfahrt am 1. Oktober 1934. Zugführer: Kreisbauernführer Werner. Rüdesheim. Ort: Hinfahrt: Rückfahrt: Friedberg 11.12 21.13 Butzbach 11.33 20.55 Gießen 12.00 20.26 Hameln 18.18 14.40 OieFälligkeitderAuswertungshypocheken — Weltgericht! Die Ursache dieser Zustände waren im deutschen Bodenunrecht zu suchen, wenn wir unter die- sem Begriff alle die Rechtsmöglichkeiten zusammen- fassen, die auf dem Gebiet der Bauordnung, der Bodenpreisbildung des Städtebaus, des Hypothekenrechts, des Schätzungs- und Beleihungswesens oder richtiger — Unwesens jene Zustände mitverschuldet haben. Die Bauordnungen erlauben ein Grundstück nach Höhe und Fläche rücksichtslos auszunutzen, und das nicht nur auf dem teueren Boden der Innenstadt, sondern auch in Außengebieten, wodurch der Bodenpreis gesteigert und die hochgetriebenen Preise in den Außengebieten auf das Innengebiet (mit dem Personen! Diese Zahlen geben aber noch keinen Einblick in den Zustand der Wohnungen (verwahrlost, ohne Licht und Luft), der in den meisten Fäl- len unbeschreiblich war. Dabei waren die Mieten dieser Wohnungen viel*zu hoch. Der Arbeiter mußte ein Drittel seines Lohnes mindestens für Miete ausgeben. Bekannter Satz: Je kleiner die Wohnung, desto höher der Lohnanteil, der für die Miete ausgegeben werden muß. Die Folge dieser Zustände waren erschütternd. Sie führten zu einer Zerrüttung des Familien- lebens, zu sittlicher Verwilderung, zu ansteckenden Krankheiten, zu Seuchen, Tuberkulose, Säuglingsterblichkeit, englischer Krankheit usw. In den Großstädten, in denen diese Zustände herrschten, erlahmten die Widerstandskraft des Volkes. Berlin z. B. stellte vor dem Krieg prozentual die wenigsten heerestauglichen. Nicht besser sah es auf dem Lande unter einem falschen Bodenrecht in anderer Beziehung aus. Vom Jahr 1816 bis 1870 sind in den preußischen Provinzen östlich der Elbe vier Millionen Morgen Bauernland an den Großgrundbesitz verloren gegangen. 5,5 Millionen kräftige deutsche Bauern wanderten aus und — 1918 fiel die Entscheidung im Weltkrieg durch Amerika. Dabei waren 40 Prozent der amerikanischen Offiziere, die in Trier einritten, deutscher Abkunft. Weltgeschichte ** Erleichterungen bei der Vergnü- gungssteuer am deutschen Erntedanktag. Der Herr Reichsminister der Finanzen hat die Länderregierungen gebeten, die Gemeinden (Gemeindeoerbände) anzuweisen, Veranstaltungen, die am 30. September 1934 aus Anlaß des Erntedanktages und zu Ehren der deutschen Bauernschaft unternommen werden, von der Vergnügungssteuer frei3 zustellen, soweit sie sich im Rahmen des von den zuständigen Stellen bekanntgegebenen Programms halten. ** Baulandumlegung. Der Umlegungsplan für die Baulandumlegung zwischen Wilhelm- straße, Aulweg und Wartweg liegt, nach einer Bekanntmachung des Umlegungsausschusses in unserem heutigen Anzeigenteil, in der Zeit vom 30. September bis 27. Oktober im Stadthaus Bergstraße zur Einsichtnahme offen. Interessenten mögen die Bekanntmachung beachten. ** Arbeitsveraebung. Der Vorstand des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Vergebung der Schreinerarbeiten für den Erweiterungsbau am Evangelischen Schwesternhaus aus. Die interessierten Handwerksmeister seien besonders darauf hingewiesen. ** E i n schwerer Verkehrsunfall ereignete sich gestern zwischen 16 und 17 Uhr an der Ecke Löberstraße-Bleichstraße. Dort wollte ein Personenkraftwagen von hier aus der Löberstraße in die Bleichstraße einbiegen, um nach der Ludwig- straße zu fahren. Im gleichen Augenblick kam der Motorradfahrer Wölfel aus Wißmar auf dem Motorrad die Bleichstraße entlang in Richtung Hin- denburgwall An der Ecke Löberstraße stießen die beiden Kraftfahrzeuge zusammen, wobei Wölfel stürzte und leider einen doppelten Unterschenkelbruch davontrug. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz verbrachte den Verunglückten nach der Chirurgischen Klinik. ** Zusammen st oß zwischen Lastauto und Straßenbahn. Gestern gegen 13.25 Uhr ereignete sich an der Ecke Marburger Straße/Stein- straße ein Zusammenstoß Zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Lastauto von auswärts, das aus der Steinstraße kam und noch unmittelbar vor dem vom Wiesecker Weg herkommenden Straßenbahnwagen das Geleis überqueren wollte. Das Lastauto drückte an der vorderen Plattform des Straßenbahnwagens die linke Seite ein, wobei auch die beiden Fensterscheiben in Trümmer gingen. Zum Glück hatte es bei diesem Schaden fein Bewenden, da der Straßenbahnführer den ohnehin im Hinblick auf die gefährliche Straßenkreuzung langsam fahrenden Straßenbahnwagen rasch stellen konnte und auch der Autolenker sein Fahrzeug mit aller Kraft zum Stehen brachte. Das Lastauto trug gleichfalls am Dorderbau einigen Schaden davon. Glücklicherweise wurden keine Personen verletzt. ** Eine Herb st fahrt in den Schwarzwald kündigt das Hapaa-Reisebüro in unserem heutigen Anzeigenteil an. Für diese Fahrt sind, wie man uns mitteilt, nur noch wenige Plätze frei. Interessenten mögen der Anzeige ihre Aufmerksamkeit schenken. Für eine Anzahl der aktiven Stürme der SA. der Standarte 116 fand gestern im Cass Leib ein Schulungsabend statt. Der Musikzug der Standarte verschönte mit einigen musikalischen Darbietungen die Veranstaltung. Sturmbannführer Walter eröffnete den Schulungsabend und erteilte sofort dem Redner das Wort zu seinem Vortrag. Bürgermeister Or. Hamm wies eingangs darauf hin, daß er sich, abgesehen von kurzen Hinweisen, darauf beschränken müsse, die Zustände in den Städten zu schildern und vom flachen Land abzusehen. Um seinen Ausführungen besonderen Nachdruck zu verleihen, ging er von der Vorkriegszeit aus, damit sie nicht mit dem Hinweis abgeschwächt werden könnten, daß man in der Nachkriegszeit eben es mit Ausnahmeerscheinungen als Kriegsfolge zu tun habe. Vor dem Kriege hatten wir schon unbeschreibliche Zustände im Wohnungswesen in Deutschland, jo daß eine englische Kommission, die Deutschland besuchte, sagen konnte, England habe im Wohnungswesen nichts, was sich mit dem Wohnungselend in Deutschland messen könnte. Maßgebend für die Beurteilung der Güte des Wohnungswesens eines Landes sind Behausungszifjer (Zahl der .Bewohner auf ein Haus) und Wohndichte (Zahl der Personen auf ein Zimmer). Ein Vergleich mit England zeigt die unhaltbaren Verhältnisse in Deutschland: Die Behausungsziffer in englischen Großstädten ist 5,5, in Deutschland 77,54. Das heißt, in England herrscht das Eigenheim vor, in Deutschland die Mietskaserne. stimmten Prozentsätze von den großen öffentlichen Kapitalsammelbecken übernommen werden. Wenn Reichsversicherung und Invalidenversicherung unter den heutigen Umständen im Laufe des letzten Jahres 300 Millionen Mark Kapitalneubildung erreichten, so kann hiervon für obigen Zweck ohne Schwierigkeit und unter Berücksichtigung sonstiger Notwendigkeiten ein Betrag von etwa 100 Millionen Mark abgezweigt werden. . . Die Beschränktheit der zur Verfügung stehenden Mittel müßte dazu führen, daß in erster Lime diejenigen Aufwertungshypothekengläubiger zu berücksichtigen wären, die sich infolge der früheren Entwicklung seit 16. Juli 1925 zunehmend mehr in einer zermürbenden Notlage befinden, und darüber hinaus diejenigen Aufwertungshypothekengläubiger, welche die Liquidierung ihrer Aufwertungshypothek zu Jnvestitionszwecken benötigen, um mit den mobilisierten Beträgen dem Wirtschaftsaufbau durch Gründung neuer Existenzen, durch Baugeldhingabe oder in anderer Weise im Sinne der 'Regierungsbestrebungen zu dienen. In keinem Falle wolle man mehr die Kündigungsfrist auf ein volles ganzes Jahr bemessen, sondern wenn nötig auf ein Viertel- oder ein Halbjahr. Auch die Frist zur Anrufung der Aufwertungsstelle wolle man entsprechend kürzen. Das Gericht sollte auch die Notlage der Gläubiger entsprechend berücksichtigen. Die Zeit für immer wiederholte generelle Eingriffe in die Vertragsrechte der Gläubiger muß in absehbarer Zeit vorüber sein, denn nur ein g e - rechter Ausgleich kann den heutigen veränderten Umständen entsprechen." Dodemechi und Bodenunrecht Bürgermeister Or. Hamm spricht vor der SA. Von der Ortsgruppe Gießen des Sparer- b und es wird uns geschrieben: Die privaten Aufwertungshypotheken werden nach dem Gesetz vom 18. Juli 1930 zum 1. I a n u a r 19 35 frei verfügbar. Der Sparerbund für das Deutsche Reich e. V. Berlin richtete, nachdem in den letzten Tagen eines feiner Mitglieder Gelegenheit zu einer Rücksprache im Reichsjustizministerlum hatte, nunmehr eine Eingabe an die Reichsregie- runo, in her er sich hauptsächlich der privaten Auswertungsgläubiger anntmmt, nach- dem die Hypothekenbanken, öffentliche Sparkassen, Versicherungsgesellschaften und öffentlidje Vechche- rungsträger inzwijchen ihre Bereitwilligkeit erklärt haben, ihre Aufwertungshypvtheken zu verlängern. Zur Behebung der Not der privaten Aufwertungs- hypothekengläubiger und gleichzeitig zur allmählichen Ueberleitung in die geordneten Dorknegs- verhältnisse bittet der Sparerbund, von einer allgemeinen Verlängerung der Einschränkungsbestimmungen zum Nachteil aller Aufwertungshypothekengläubiger a b z u - sehen und unterbreitet folgenden Vorschlag: „Wir schlagen vor, daß eine bestehende oder eine zu diesem Zwecke neu zu gründende Hypothekenbank die Ausgabe erhält, Aufwertungshvpotheken aus privatem Besitz aufzukaufen und dafür Mobili - fierungspf anbbrief e auszugeben. Diese Mobilisierungspfandbriefe sollen aber nicht den bisherigen Aufwertungshypothekengläubigern ausgehändigt werden, weil dann der Versuch der Verwertung 'dieser Pfandbriefe am offenen Markt zu einem aus vielen Gründen untunlichen Rückgang des Pfandbriefkurses führen könnte. Es sollen vielmehr diese Mvbilisierungspfandbriefe zu einem bell, Nüsse 25 bis 60, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 80, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 20 Pf., Einmachgurken (100 St.) 1 — bis 1,50 Mark, Endivien, das Stück 5 bis 15 Pf., Oberkvhlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, das Bund 10 Pf. ;tii>rnu ii,tcn. —Tageskalender für Donnerstag: NSDAP., Amt für Dolkswohlfahrt, 20 Uhr, Cafä Leib: Besprechung der Ortsgruppen-, Stützpunkte-, Zellen- und Blockamtsleiter der NS.-Volkswohlfahrt des Kreises Gießen über die Vorbereitung des kommenden WHW. — NS.-Frauenschaft Gießen-Süd, 20.15 Uhr, „Bürgerhof": Ortsgruppenabend. — NS.-Bund deutscher Technik, 20.30 Uhr, Cafä Ebel: Mitgliederversammlung. — Ortsgruppe Gießen-Ost, Zellen 5, 6 und 7, 20.30 Uhr, „Stadt Lich", Zellenabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Charleys Tante". — Reichsgemeinschaft deutscher Hausfrauen (Hausfrauen - Beratung), 16 Uhr, „Liebigshähe": Jahresfest. — GRV. von 1885,20.30 Uhr, „Hessischer Hof": Jahreshauptversammlung. lation entzieht. Der Vortragende hat das Erbbaurecht in Gießen eingeführt und heute sind rund 100 000 Quadratmeter städtischen Geländes im Erbbaurecht ausgegeben. Bürgermeister Dr. Hamm stellte dann die Fruge: Warum waren denn die Bestrebungen nicht von Erfolg begleitet? Und gab darauf die Antwort: Sie scheiterten am Parlamentarismus. Wohl hatten un- abhängige Männer aller Parteien, allerdings wenige Abgeordnete, erkannt, daß die Bodenfrage zur Lebensfrage des deutschen Volkes wurde, aber sie konnten sich gegen die parlamentarischen Jnter- essentenhaufen nicht durchsetzen. Hieran zerbrach alles. Dor den Wahlen versprach man alles, und nachher nahm man sich der Dinge nicht mehr an. Und wenn eine Partei es getan hätte, so wäre sie von der anderen, schon weil die Gegenpartei die Anregung gab, aus dem Sattel gehoben worden. Mit der Erledigung des Parlamentarismus ist die Bahn frei. Die Reformen, die alle damit in einem engen Zusammenhang stehen: Reue Gemeindeordnung, Neues Städtebaugeseh, Vorantreibung der Siebelung sind in vollem Gange. Das Heimstättenamt ist gegründet, die Pforten sind offen für ein neues deutsches Bodenrecht. Das war aber nur möglich durch die Machtergreifung durch unfern Führer, der das Volk zusammenfchweihte und mit dem heiligen deutschen Boden wieder verwurzeln wird. Lebhafter anhaltender Beifall dankte dem Redner* für seine außerordentlich aufschlußreichen Ausfüh-- rungen. Sturmbannführer Walter dankte dem Vortragenden und wies darauf hin, daß es für den SA.-Mann und den SA.-Führer sehr notwendig sei, daß er auch auf diesem Gebiete wenigstens in den Grundzügen Beschett) wisse, um mancher falschen und vorgefaßten Meinung entgegentreten zu können. Insbesondere betonte er, dah der Vortrag zweifellos sehr dazu beigetragen habe, manche Maßnahme der Regierung, die dem Einzel nen bisher vielleicht unverständlich gewesen sei, verständlich werden zu lassen. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler beschloß er den anregenden Schulungsabend. Gemeinsam wurde sodann der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes gesungen. heure Anliegerleistungen, veranlaßt durch einen verderblichen Straßenluxus; es fand keine Scheidung zwischen Wohn- und Verkehrsstraßen statt. Der Vortragende ging nun noch auf die komplizierten Verhältnisse des deutschen Hypothekenrechts ein, das die Bodenspekulation und das spekulative Kapital begünstigte und die produktive Arbeit (Handwerkerforderungen) hintanftellte. Die Tilgungshypotheken wurden hintertrieben, wodurch eine Daueroerschuldung einfetzte. Den Vorgängen wurde die Krone aufgesetzt durch gerissene Schätzungs- und Beleihungsmanöver, wobei die Hauser künstlich höher geschätzt wurden, um sie höher beleihen zu können. Dabei wurden die Mietskasernen bevorzugt und das Eigenheim vernachlässigt. Aber als tiefste Ursache bezeichnete der Vortra- gende den Liberalismus der vergangenen Zeit, der alles in Angebot und Nachfrage auflöste, den Boden als Ware betrachtete und ihn, an- statt unter ein besonderes Recht zu stellen, dem freien Spiel der Kräfte auslieferte. Die Mietskaserne wurde gefördert, weil man in ihr die dem Arbeiter zukommende Behausungsform sah. Schon längere Zeit hat man gegen diese Zuständr anzukämpfen versucht und ein Boden recht gefordert. Bodenreformer, Wohnungsreformer und Städtebauer liefen Sturm. Sie verlangten Auflockerung nach außen. Bevorzugung der Siedelung. Vernünftigen Städtebau, Trennung der Wohngebiete vom Verkehr und der Industrie, sie forderten ein neues Hypothekenrecht, Trennung bei der Beleihung in Bau- und Bodenhypotheken, Bevorzugung der Hände Arbeit gegen das spekulative Kapital. Dazu war ein erster Anlauf gemacht im Erbbaurecht, das rechtlich Bau und Boden trennt und den Boden der Speku- In England wohnten vor dem Krieg 60 v. H. der Bevölkerung in Wohnungen von fünf oder mehr Zimmern, in Berlin hatten 50 v. H. der Wohnungen nur ein heizbares Zimmer, 28 v. H. aller Wohnungen hatten nur zwei heizbare Zimmer (im Jahre 1900). In Berlin wohnten 25 000 Menschen in Wohnungen, die entweder klein oder nur ein in uen ziufjenyeuieicu uu( uuS v»“ ^u. heizbares Zimmer hatten, belegt mit 6 bis 10 Per- Hinweis auf feine günstigere Verkehrsanlage) preis» fönen oder zwei Zimmer, belegt mit 11 und mehr I treibend wirkten. Der Städtebau verlangte unge° Zug durch Sibirien. Von Edwin Erich Owinger. Aus D w i n g e r s Werk, das in den „6 Büchern des Monats" September herausgestellt wurde, veröffentlichen wir mit besonderer Genehmigung der Reichsschrifttumsstelle das folgende prägnante Kapitel: Gegen zehn Uhr stürzt Verenikis sibirischer Hengst. Als wir den Kapitän unter ihm hervorziehen, erkennen wir entsetzt, daß seine Beine kraftlos schlenkern. Vereniki atmet heftig, sein massiges Gesicht ist grau. Die Spitzen seines Schnurrbarts zucken, er muß furchtbare Schmerzen haben. „Hört, Brüder", sagt er abgehackt, „Ich habe, wie ihr seht, ein Bein gebrochen. Das heißt bei dieser Kälte, daß es in zwei Stunden erfroren ist. Wie alles erfriert, was sich nicht mehr bewegen kann. Laßt mich also. Zieht ruhig weiter ..." „Nein, Kapitän!" sagt Recke knapp. „Nein! Nein! Nein!" ruft Kostja. Vereniki lächelt nur. „Hört Brüder ... Seid vernünftig! Ich befehle: Ihr marschiert weiter ..." Er zeigt mit herrischer Bewegung auf unfern Maschinengewehrschlitten, dessen drei Pferde gleichfalls am Zusammenbrechen sind. „Es ist zu schwer, ihr bringt es doch nicht fort. Nehmt die Pferde für euch, schiebt den Schlitten quer über den Weg. Die andern stellt ihr rechts und links daran. Eine kleine Burg, versteht ihr ...?" Er zeigt hierhin und dorthin, ganz unser alter Kommandant. Recke und Kostja gehorchen wortlos — fühlen sie seinen unerschütterlichen Willen? Der Maschinengewehrschlitten wird aufgebaut, ein Haufen liegengebliebener Totenschlitten mit den Kräften aller herangezogen. Rechts schließt sich eine lange Eisspalte an, die eine Umgehung unmöglich macht. „Sie wollen, Kapitän?" frage ich zitternd. „Ja, Benjamin! Die Roten aufhalten, solange ich's vermag. Damit ihr durchkommt, sie euch nicht sobald einholen ... Soll ich nutzlos verrecken? Nein, mindestens hundert sollen mit mir gehen!" Er hebt den Kopf. „Ist das Gewehr in Ordnung, Recke?" ruft er stählern. „Befehl, Kapitän! Nur kein Wasser ..." „Reiche die Konservendose herum, die unterm Gewehr liegt!" Kostja nimmt das Gesäß, wendet sich ab, reicht es weiter. Jeder entleert sich, es dampft wärmend. Als Windt es dem Krieasmutwilligen gibt, antwortet der kläglich: „Ich habe nichts „Jetzt füllt es ein! Hängt Pelze darüber, alle entbehrlichen!" sagt Vereniki hastig. „Rasch, rasch.." Wir befolgen alles. Kein Wille lebt mehr außer dem jeinigen. Recke und ich klemmen ihn aufrecht hinter das Gewehr. Seine Zähne knirschen dabei wie Mahlsteine, das rechte Bein hängt baumeiig herunter. Kostja öffnet den Patronenkasten, zieht einen Gurt ein, läßt es kurz aufbellen. „MG. feuerfertig!", meldet er kurz. Vereniki nimmt die Hand an die Mütze. „Danke..." Er atmet tief. „So ... das war das letztemal ... Und nun lebt wohl, Brüder ... Nein, keine Geschichten, ich bitte euch! Es wird nicht anders dadurch, seid verständig .." Recke salutiert militärisch. Sein Gesicht bleibt unbewegt, er macht auf dem Absatz kehrt. Kostja chluchzt verzweifelt, küßt ihn nach russischer Männersitte auf beide Wangen. „Haltung, Bruder, Haltung!" sagt Vereniki verstimmt. Einer nach dem andern tritt an sein Lager — Berger, Windt, Schulenburg, Saltin, Merkel. Nicht einer fehlt. „Kommt glücklich heim, ihr ..." murmelt der Kapitän. „Ich tat, was ich konnte ... Wenn es nicht viel war, seht es mir nach ..." Er sieht sich suchend um, gewahrt mich hinter sich. „Nun, und du, mein kleiner Bruder ...?" fragt er orgelnd. Dies Wort nimmt mir alle Vernunft. Ich werfe mich über fein Lager, ergreife seine tägigen Hände, presse meine Lippen darauf. „Nein, Kapitän! Nein, Kapitän!" schreie ich auf. Verenikis Schnurrbart zuckt. Seine grauen Augen schließen sich. „Mein kleiner Bruder ... Komm, sei tapfer ... Und denke immer, daß ich meine Pflicht tat ... Und wenn ich manchmal hart war .. Es tat mir oftmals weh ... Ihr wart mir alle nahe ... Dich aber liebte ich! Vom ersten Tage an ... Weißt du es noch? In unferm Transbaikalien ...? Kadette ... Kadette ...?" „Kapitän! Kapitän!" schreie ich haltlos. Er hebt mein Gesicht empor, küßt mich auf Mund und Stirn. „Legt ihn auf einen Schlitten!" höre ich ihn orgeln. „Und gebt gut acht auf ihn..." Vier Arme packen mich rückwärts, um mich von ihm zu trennen. Ich wehre mich verzweifelt, sehe es schwarz vor meinen Augen werden. Und sinke sturzhaft in einen bodenlosen Abgrund. Als ich erwache, ziehen wir eilig vorwärts. Berger und Schulenburg gehen neben meinem Schlitten, der Kriegsmutwillige hängt auf dem Bärentatzer. „Nun, Fähnrich — geht's wieder?" fragt Berger glücklich, fährt mir übers Gesicht. Der Wind wird immer schärfer, treibt allen Wasser aus den Augen. Die Pferde strengen ihre Kräfte an, als wüßten sie, daß uns die Roten auf den Fersen sind. Ich sehe, daß sie ihre Muskeln zum Zerreißen spannen, um sich im Gleichgewicht zu halten. Daß sie mit zitternd ausgeftretften Schwänzen die Rücken runden, daß ihre Augen wie matte Kugeln aus den Köpfen treten. „Ach, nur noch dreißig Werst!" höre ich Kostja rufen. „Nur noch dreißig..." Ich hebe den Kopf, der mir unsäglich schwer erscheint, blicke in die Richtung seiner Stimme. Er reitet neben Recke, dicht vor der ersten Troika. Aber das ist doch Verenikis Platz! denke ich verwirrt. „Wo ist denn unser Kapitän...?" In diesem Augenblick höre ich im Rücken, weit hinter uns, ein taktmäßiges Knattern. Es setzt zuweilen aus, fällt dann von neuem ein, wird immer rasender. „Taktaktak... taktak... taktaktaktak...". Ich bin mit einem Schlage hellwach. „Hört ihr ihn?" frage ich feierlich. Alle Köpfe nicken. Berger streichelt mich. Selbst Merkel weint. Oie Oichter und der „blaue Dunst". Tabakgenuß und künstlerisches Schaffen. „Das Rauchen und der Tabak ist fast mein einziger Genuß und meine einzige .Zerstreuung«", hat der Dichter Johannes Schlaf vor Jahren einmal bekannt, als man ihn fragte, wie er es mit dem „blauen Dunst machen" halte. Und er fügte hinzu: „Alkohol nehme ich so gut wie gar keinen zu mir. Meine Shagpfeife oder Zigarre im Munde in schöner Frühlings-, Sommer-, Herbstzeit ins Land hinein zu wandern, oder meine täglichen längeren Spaziergänge und Wanderungen ins Freie: das ist wohl das schönste und reichste, was das Leben mir bietet; jedenfalls das ungetrübt angenehmste." In der Zeit des Ausruhens und des Aufnehmens neuer Eindrücke, wohl auch des stillen Nachsinnens über Gedankengänge, die dann später in der Dichtung wiederkehren, ist hier der Tabak ein freundlicher Helfer. Andere Dichter aber messen dem Tabak- genuß noch einen größeren Einfluß auf ihr künstle- risches Schaffen zu. So äußerte sich Ernst von W o l z o g e n einmal: „Ich habe immer gefunden, daß eine gute Zigarre zum Sttmmungmachen und zur Konzentration der Gedanken sehr viel beiträgt. Beim Schreiben kann ich allerdings nicht rauchen, und das ist einer der Hauptgründe, weshalb ich das Diktieren vorziehe. Wenn mir die Zigarre nicht schmeckt, so habe ich auch sicher auf keine Inspira^ tion beim Schaffen zu rechnen. So sehr der sonst! von mir keineswegs verachtete Alkohol mich W1 Schaffen stört, so sehr fordert der mäßige laDm» genuß die Tätigkeit meiner Phantasie und erhöh» mir ganz wesentlich die Freude an der Arbeit. Auch Heinrich L i I i e n f e i n kann die Zigarre beiim Arbeiten nicht entbehren. „Sie verleiht meinen ühlen diejenige Temperatur, deren sie bedürfen,, um sich in Phantasie umzusetzen und meinen Gedanken die Geschmeidigkeit und Beweglichkeit, um diese Phantasie festzuhalten, zu formen, mitzuteilen- Mit anderen Worten: das Rauchen beschleunig, meine Gefühls- und Gedankenassoziation." Dies hohe Lob wollen andere Dichter dem Rauchen allerdings nicht zuerkennen, obwohl sie eins gute Zigarre oder Zigarette sehr zu schätzen wissen-. Zwar braucht auch Wilhelm von Scholz beii ärgerlichen Angelegenheiten die Zigarette, um „ruhig am Streibtisch und bei der Sache" M bleiben; aber mit dieser beruhigenden Wirkung >!° es getan. „Irgendwelche Inspiration kann ich dem Tabak nicht zuschreiben", ist darum Scholzens Ansicht, dagegen wohl eine gewisse isolierende un® konzentrierende Stimmung, die aber zuviel Behage® in sich trägt, um nicht die Menge der Arbeitsleistung zu vermindern." Paul H e y s e war noÄ etwas zurückhaltender: „Ich habe nie Zigaretten« geraucht, nur Zigarren und immer nur nach ein« Mahlzeit, morgens eine ganz leichte, nach eine importierte, abends eine billige deutsche. Rauchen war mir stets ein Genutzmittel, als Anregung zu geistiger Tätigkeit hat es mir nie 9e‘‘ dient, doch würde es mir schwer werden, es zu eM behren, da es beruhigend auf meine Nerven wirkt- Auch Carl S p i 11 e I e r sprach dem Rauchen M liche Jnspirationskraft ab, obwohl er selber rauch' Recht grimmig klang seine Feststellung, daß e „erst mit achtundzwanzig Jahren zu rauchen am gefangen, ungerne, der Zähne wegen. Hat auch 8 . halfen." Dann ist er sogar „ein heilloser Rauche - geworden. „Don irgendwelcher Einwirkung a i den Geist selbstverständlich keine Spur. Ware amy traurig um einen bestellt, wenn er seine JnsPiran aus dem Tabak holen müßte." Wenn schon ,,Y lose Raucher" so weit von dem Zugeständnis Einflusses des Rauchens auf ihr künstlerisch Schassen abrücken, darf es nicht verwundern, w Nichtraucher ihre Gleichgültigkeit oder ihre neigung gegen das Rauchen zum Ausdruck bring Georg von Ompteba erklärt, er bekomme längerem Derweilen im Tabakrauch Uebeirett, ihn unfähig zum Arbeiten mache, und er ist n cj gut auf die „lästigen" Raucher zu sprechen. darüber wachen, daß sich niemand u n war wird die ten. Jeder r in bei selbstverschuldeter Existenzunfähigkeit. Mr oisse, • den - inrezrS ,n dr' mhr.-! märe ' -arte, < Mit dieser Zielsetzung hat die Arbeit der Reichsberufsgruppen in der Deutschen Arbeitsfront begonnen; dank der vorhandenen und anerkannten Einrichtungen der Deutschen Angestelltenschaft wird hier zunächst der Wille und Weg zielbewußter Berufserziehungsarbeit im Winterhalbjahr 1934/35 erkennbar. An der Ausgestaltung des Winterbildung s- planes 1 934/35 der Deutschen Angestelltenschaft ist auch in Gießen kräftig gearbeitet worden. So konnte von dem Unterbezirksleiter der Gießener Ortsgruppe, Dipl.-Kaufm. Pg. Mertens, und seinen Mitarbeitern der Winterbildungsplan der Gießener Ortsgruppe im Rohbau fertig gestellt und vom Bezirksleiter der DAF., Pg. Stein- Frankfurt a. M. und seinem Bezirksreferenten Pg. Otto, Frankfurt a. M. in einer eingehenden Besprechung einer sachlichen Prüfung unterworfen werden. Es stättengewerbe, die an dessen Verelendung viel Schuld mittrage, ein Ende bereitet worden. Weiter begrüßte der Redner die Schaffung der Güte- Kommission innerhalb des Verbandes, die von den Mitgliedern in Anspruch zu nehmen sei, wenn für die einzelnen Betriebe unüberwindliche wirtschaftliche Schwierigkeiten auftauchen. Durch die Tätigkeit dieser Kommission seien bisher im Reiche rund 22 000 Betriebe, die an sich gesund seien, erhalten worden. Mit Nachdruck wandte sich der Redner sodann gegen die Gemeinde getränte st euer, die die unmoralischste Steuer sei, die es je gegeben habe. Die Stadtverwaltung werde gebeten werden, diese Steuer vom nächsten Voranschlag ab nicht mehr in Ansatz zu bringen. Ferner sprach sich der Redner gegen die Inanspruchnahme von Bank- und Br a u e r e i k a p i t a l für die Gaststättenbetriebe aus; er berichtete in diesem Zusammenhänge davon, daß der Präsident des Reichseinheitsverbandes auch in dieser Hinsicht den Weg der Selbsthilfe des Gaststättengewerbes in Aussicht gestellt habe. Sodann machte der Redner davon Mitteilung, daß der Reichseinheitsverband die Regierung um die Beibehaltung und strenge Handhabung der Konzessionssperre und die Beseitigung der überflüssigen und ungesunden Wirtschaftsbetriebe ersucht habe. Er nahm Stellung gegen die Sonder- belastuna der Gaststätten mit Stempelabgabe Der,: Sl rtoe angestellt werden. ^xistenzunfähigeBetriebe müssen grbaut werden, damit die anderen Be- ) wieder eine richtige Existenzgrundlage erhal- igen b- !NI 0* ergnügungsfteuer für Rundfunkapparate, da hierin eine ungerechte steuerliche Ausnahmemaßregel gegen das Gaststättengewerbe zum Ausdruck komme. Die Zigaretten- Verkaufsautomaten in den Gaststätten seien rtoi iö Einheitliche Preisfestsetzungen t"'L‘ jiotels, Restaurants und Pensionen. Diese Regelt soll aber keine öde Gleichmacherei bringen, ihm innerhalb der bestimmten Berufsgruppen nid) Rang und Stufe die Festsetzung eines be= fahbren Richtpreises zum Ziele haben, der allge- h,1 ntfeir und ausnahmslos eingehalten werden muß. 11 5. LKonzessions-Entziehungsverfah- Li Man schreibt uns: Wenn im Felde ein Befehl zum Angriff kam, war es dem einzelnen Soldaten nicht freigestellt, im Graben oder im Unterstände sitzen zu bleiben. Er mußte sich, wenn es zum Angriff kam, dem gemeinsamen Willen einstigen, um gemeinsam den Sieg zu erringen. Nur so war die heldenmütige Leistung des deutschen Heeres im Weltkriege möglich. Die Zeit der Erniedrigung liegt hinter uns. Das Volk ist wieder auferstanden, neuer Lebenswille ist in uns eingekehrt. Das Fundament für den Neubau eines einigen Deutschen Reiches ist vom Führer gelegt. Manche siegreiche Schlacht ist im Laufe des letzten Jahres seit der nationalsozialistischen Revolution geschlagen worden. Der Kampf um Arbeitsbeschaffung, der Kampf gegen Hunger und Kälte, der Kampf um Zurückeroberung auch des letzten deutschen Arbeiters hat große Erfolge gebracht. Es darf keine einzige schaffende Hand im schaffenden Deutschland erlahmen, um an dem gigantischen Werk unseres Führers mitzuarbeiten. Die Waffen, die wir in dieser großen Schlacht zur Verfügung haben, sind ausschließlich g e i st i - Höchste Berufsleiflung. Vorschau auf die Winterbildungsarbeit 1934/35 der Deutschen Angestelltenschaft, Ortsgruppe Gießen. $ etaftungen, insbesondere Beseitigung der ($ elnnfefteuer. Die Getränkesteuer hat nicht das gkbl.cht, was man in den Städten von ihr eruier t hat. In Limburg ist die Getränkesteuer be- Brauereien abzuschließen, bevor mit der Organisation Fühlung genommen sei; in Zukunft werde die Lebensfähigkeit der Gaststätten strenger als bisher geprüft und im Falle der Lebensunfähigkeit keine neue Konzession erteilt werden. Mit den Zigarettenfabriken seien neue Verhandlungen wegen des Ausmaßes der Verdienstspanne im Gange, wenn diese Spanne nicht größer werde, müsse auch hier die Selbsthilfe Platz greifen. Zum Schluß forderte er alle Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder im Gaststättengewerbe auf, stets nationalsozialistisch zu denken und zu handeln und eifrig mitzuarbeiten am Aufbau eines gesunden Gaststättengewerbes im nationalsozialistischen Staate. (Lebhafter Beifall.) Bezirksfachgruppenwalter pg Morjan, Frankfurt sprach hierauf über die Bedeutung der neuen Tarifordnung für das Gaststättengewerbe im Wirtschaftsgebiet des Treuhänders der Arbeit für Hessen. Aus seinen eingehenden Darlegungen ist unter dem Gesichtswinkel des Interesses der Allgemeinheit besonders hervorzuheben, daß die neue Tarifordnung aus dem nationalsozialistischen Gemeinschaftsgeist entstanden ist. Die neue Regelung soll mit Wirkung ab 1. September 1934 in Kraft treten. Sie enthält umfassende Vorschriften über alle Angelegenheiten des Arbeitsverhältnisses und der daraus gegebenen Pflichten und Rechte des Vetriebsführers und der Gefolgschaft. Für die Angehörigen des Gaststättengewerbes in der Stadt Gießen ist besonders hervorzuheben, daß die in der Tarifordnung nach dem Maßstab der Generalrichtlinien bestimmten Lohnsätze einen Abschlag von 15 Prozent erfahren. Ferner ist in die- dem Tarifvertragswerk auch die Grundlage für die Lehrlingsausbildung durch eine neue Lehrvertragsordnung zeitgemäß gestaltet worden. Der Redner gab der Erwartung Ausdruck, daß die Betriebsführer und die Gefolgsleute das neue Tarifwerk stets im Geiste der aufrichtigsten Zusammenarbeit und der engen Arbeitsgemeinschaft durchführen möchten. KreishandwerksführerStühler-Gießen unterstrich diese Erwartung mit kurzen, eindringlichen Worten und forderte alle Angehörigen des Gaststättengewerbes auf, stets im Sinne des Na- 1 tionalsozialismus zu arbeiten und mit aufzubauen ; zum Wohle der deutschen Gesamtheit. Er schloß : hierauf die Kundgebung mit freudig aufgenomme» ; nen dreimaligen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer . und Reichskanzledr Adolf Hitler und das t deutsche Vaterland. habe schnell erkannt, daß das deutsche Gaststättengewerbe nicht so unbedeutend sei, wie es unter dem früheren System angesehen wurde. Der Führer und Kanzler Adolf Hitler habe nach den fünfzehn schmachvollen Jahren des überwundenen Systems das Gaststättengewerbe völlig ruiniert vorgefunden und sich mit feiner Regierung sofort bemüht, dieses Gewerbe wieder auf eine gesunde Grundlage zu bringen. Freilich müsse dabei beachtet werden, daß das, was in fünfzehn Jahren verfehlter Wirtschaftspolitik zerstört wurde, in eineinhalb Jahren nicht schon wieder aufgebaut fein könne. Die große Bedeutung des Gaststättengewerbes gehe schon daraus hervor, daß es durch den Fremden-, insbesondere den Ausländerverkehr in Deutschland zu einer Haupteinnahmequelle für Devisen geworden sei. Der Redner begrüßte sodann, daß die Regierung die Zwangsorganisation für das Gast- stättengewerbe geschaffen habe, weil nur auf diesem Wege jeder Gaststätteninhaber heran- gezogen und mitverpflichtet werde zum gemeinsamen Aufbau des Gaststättengewerbes. Kein Berufsangehöriger dürfe sich dieser Mitarbeit entziehen, erforderlich fei aber auch, daß überall vertrauensvoll Hand in Hand gearbeitet werde. Der Zwangsorganisation des Gaststättengewerbes müßten sämtliche konzessionierten Inhaber von Lokalen zum Abgabe von Speisen und Getränken zum werde waren. 10. Gestaffelte Polizei st unde für das gesamte Gastwirtsgewerbe, das in fünf Betriebsgruppen eingeteilt werden muß. Die Polizeistunde wäre etwa wie folgt au regeln: für Tagesbetriebe von 5 Uhr morgens bis 9 Uhr abends für Bier- reftaurants von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachts, für Weinrestaurants und Cafes von 11 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachts, für Vergnügungslokale von 8 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. 11. Durchführung der anerkannten Tarifordnung, da nur auf diesem Wege Schmutzkonkurrenz beseitigt werden kann. Der Grundsatz „Gerechter Preis und gerechter Lohn bedeuten gute Wirtschaft" muß auch im Gastwirts- geroerbe Anwendung finden. Dabei ist darauf Bedacht zu nehmen, daß für die Berufsangehörigen die Arbeitsplätze erhalten werden. 12. Arbeitsbeschaffung im Gastwirts- g e ro e r b e. Jeder Gaststätteninhaber mit einem Umsatz von 1500 RM. monatlich muß verpflichtet werden, einen Volksgenossen ober eine Volksgenossin, die nicht zur Familie des Gaststätteninhabers ge- j hören, zu beschäftigen. | Wenn das Gaststättengewerbe nach diesen Richtlinien seinen Wiederaufbau vornehme, und jeder Berufsangehörige die gebotene Selbsterziehungsarbeit vollbringe, werde es in absehbarer Zeit zu einer Gesundung des Gewerbes kommen und dieses wieder seinen gebührenden Platz im Rahmen der deutschen Wirtschaft erhalten. Der Redner forderte seine Zuhörer auf, in diesem Sinne und Geiste der nationalsozialistischen Wirtschaftsauffassung eifrig mitzuarbeiten. (Starker Beifall.) Kreisamtswalter pg. Goldan-Gießen als Führer der Kreisverwaltung des Reichseinheitsverbandes des deutschen Gaststättengewerbes knüpfte an den Gau-Gaststättentag in Frankfurt a. M. an, der gezeigt habe, daß innerhalb des Verbandes von allen Stellen nach einheitlichen Gesichtspunkten gearbeitet werde. Die nationalsozialistische Regierung rechtlich! der Gesamtheit gedacht hätten; verantwortlich SpchA lese Not machte er auch die Ueberkonzessionie- ujtdron Gaststätten, die über den Bedarf der Be- I- Sti'ung weil hinausgehe; z. B seien heute in joooo Jtaffurt über 2200 konzessionierte Gaststättenbe- ... u rteb- vorhanden, gegen etwa 1500 vor dem Kriege. DDau* ffie’triefe Not könne überwunden werden, wenn i er den Wiederaufbau des deutschen in rftättengeroerbes. Der Redner beleuch- lm soie e Zunächst kurz die schwerwiegenden Folgen des uständUedirbruchs des Gastwirtegewerbes, das als : gesorShlMwirtschaft in der gesamtdeutschen Volkswirt- Stäbttqafi den Rückschlag immer zuerst, die Besserung ckrunDr zuletzt verspüre. Als Ursache der großen Not ernünfi. Gastwirtsgewerbe bezeichnete er nicht allein te doitN’ folgen des Krieges, sondern vor allem die i neues j lIch e und katastrophale Wirtschaft s- ung ir j (j ung in der Zeit des überwundenen Systems, rtyinMi lern auch im Gaststättengewerbe viele nur zu ~:r ei’jiir an den eigenen Vorteil, aber nicht an das abzulehnen, da sie für die Gaststätteninhaber eine Schädigung gegenüber dem freihändigen Zigaretten- Verkauf in den Gaststätten brächten, also den Kleinhandel ausschalteten. Mit Dank sei anzuerkennen, daß sich die Handelskammer Gießen in einer Mitteilung an die Bezirksleitung in Frankfurt auf den gleichen Standpunkt gestellt habe. Nationalsozialistisch sei es, den kleinen Mann zu fördern, nicht aber das Großkapital zu unterstützen. Hierauf wies der Redner auf die weitere Durchführung der Adolf- Hitler-Spende hin, zu der jeoer Angehörige des Verbandes nach besten Kräften beifteuern müsse. Der Kreis Gießen habe im vorigen Jahr mit über 1600 Mark Beisteuer zu der Ädolf-Hitler-Spende an erster Stelle gestanden, hoffentlich werde ein gleich günstiges Ergebnis auch in diesem Jahre möglichst noch bis Weihnachten erzielt werden. Weiter warnte er, neue Pachtverträge mit ^Ausschaltung des Brau- und Bank- 1U - , f :i[ tals, Finanzierung der Gaststätten durch SioMhilfe innerhalb des Reichseinheitsverbandes. Z’uti die Gründung einer Genossenschaftsbank soll ... b 12 ßurücfbämmung des Brau- und Bankkapitals :It W' e: re ht werden. 7. Abbau der schweren steuerlichen g e r Art. Nur wenn jeder bestrebt ist, auf seinem Arbeitsplatz zur höchsten Berufsleistung zu kommen, ‘ ‘ ’ jetzt schon eingenommene Stellung gehal- r mutz daher prüfen, ob die ihm zur Verfügung stehenden Mittel zur Berufsleistung ausreichen, um auf die Dauer durchhalten zu können, oder ob sie ergänzt werden müssen. sofortigen Verzehr angehören. Die Organisation werde streng dieser Mitglii reits beseitigt worden. Der Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie auch in Gießen bald fallen werde. 8. Schließung aller Konkurrenzbetriebe (Flaschenbierhandel, Erfrischungsräume in Warenhäusern usw.). Zurückführung des Flaschenbierverkaufs in die Hand des Gaftstätteninhabers. Es fei zu.erwarten, daß das kommende neue Gast- stättengesetz diese Forderunb schon berücksichtige. 9. Verbot aller Filialbetriebe, wie Erfrischungsräume in den Warenhäusern, die bisher schon als leilunternetymungen der großen Konzerne ein schwerer Schaden für das Gastwirtsge- tbliedspflicht entziehe. Durch diese straffe Zusammenfassung sei erfreulicherweise auch der früheren organisatorischen Zersplitterung im Gast- Md • i. Darunter sind aber nicht solche Betriebe zu ; jurftf)en. die lediglich durch die jetzige Not der Zeit n“5 iri (Schwierigkeiten geraten sind, sondern nur die- jchicm, die tatsächlich einen Krebsschaden für das ■ GMiättengeroerbe darstellen. fcÄ*. 3. Sperrung jeder Neukonzesfion, 6m. bdini die frühere hemmungslose Eröffnung von «M Sfcftöätten zurückgedämmt wird. Zwischen den für ir,*( 5 .in verzehr zur Verfügung stehenden Geldmitteln , / dir liolksgesamtheit und der Anzahl der Gaststätten- J« betriebe muh ein gesunder Ausgleich geschaffen *■, erntrbin. (Der Redner gab in diesem Zufammen- ”eul' hcjchll der Ansicht Ausdruck, daß in Gießen zuviel b. ©«raten aller Art vorhanden seien.) $ Uch- Angehörigen des Gaststättengewerbes i Frayfi inn ü t i g zusammen stünden und überall icht viick Erliche Wille zum Wiederaufbau des Gewerbes ort: -Ehuden fei. Für den Wiederaufbau im itten ulWättengemerbe müßten folgende 12 Richt- ngs c Haien als maßgeblich durchgeführt werden: rage >. 1.1 Entfernung aller Berufs- und M iUk fremden aus dem G a st st ä 11 en g e - i 3m-Hep e. In Zukunft dürfen nur noch geschulte und zerb'pO>rnte Kräfte deutschen Blutes im Gaststätten- les, äBi „jNebung des GastWengewerbes in Gießen *12 Punkte als Richtlinien für den Wiederaufbau des Gaststättengewerbes. Reichseinheitsverband des deutschen Gast- U hfengemerbes, Kreisverwaltung Gießen, und Die ) eine IM-,betriebsgemeinschaft 17 Handel veranstalteten ourbe;n (Jtrtgen Mittwochnachmittag im Cafe Lew zu ! und ijefo n eine Kundgebung des G o ft ft a 11 e n» ) OÖ-ii! n)< r b e s für den Kreis Gießen. Die köy-Srmftaltung war von den Angehörigen des Gaft- ^ugt ttüigeroerbes zahlreich besucht. . r Wjch kurzen Eröffnungsworten des Kreishand- ttu, irffütjrer Pg. Stühler, Gi-ß-n der den «I Storr der Kreisbetriebsgememschaft 17 Handel, H. Schimme 1, vertrat, sprach der °° Bezirksfachgruppenwalter be® pg. Morjan, Frankfurt Nie deutschen Geseltschasts tMzedeskommendenWmters. Wi3' Galopp neue Form, Zeitmaß: 52 Takte, ist 5 d i S" In Leipzig fand die Reichstagung 1934 der parteiamtlich angegliederten Berufstanzlehrer soeben ihren Abschluß. Von der Reichsfachschaft Tanzlehrer im NSLB. gehen uns die folgenden Ausführungen zu, die allgemeinen Interessen begegnen dürften. dem ■" w Sach! ' ßirfiffS, mn »i iir* -ich )er e r fiO-j )eu% :fel, mir Jj; der richtigen Tempi. Das hier erläuterte Tanzprogramm wurde von den zur Reichstagung aus allen deutschen Gauen m Leipzig anwesenden Berufstanz - Lehrern mit Ve- geifterung ausgenommen, wiederholt wurde zum Ausdruck gebracht, daß der Reichsaus>chuß hier Mustergültiges geschaffen und bahnbrechend gewir hat. Die Schulung der deutschen Tanzlehrer erfolgte durch die bewährten Fachlehrkrafte Ka l Schäfer jun. und (Berti Pommer, die m selbstloser Weise Dienst an ihren Berufskameraden übten. Eine besondere Schulung erfolgte für die 2hntö- roalter der 40 politischen Gaue, die fachlich bedeu- tenb mehr durchqebildet sein müssen weil sie in jeder Weise vorbildlich sein so^en Durch den Reichsleiter Pg. Erwin Pommer erfolgte die f Vereidigung aller Amtswalter auf de F^h , und seine Ansprache war ein großes Bekenntnis zur Erziehergemeinschaft, zu Volk und Staat. Der deutsch? Tanzlehrer als Lehrer und Iugenderz.eher ist zugleich Volksbildner, er kann seine große Auf gäbe die ihm zufällt, die Betreuung der schu entwachsenen Jugend, nur erfüllen in engster Zusam- menarbest mit bem NS.-Lehrerbund unter Führung te I "J - i #!| . W- rM. 'M 'tintn ( w itzute» -schleuk 95 o. H. unserer Volksgenossen bisher tatsächlich immer nur Wechselschritte ausgeführt, Zeitmaß: 40 Takte. Weiterhin wird sich der Langsame --(der, Zeitmaß: 36 Takte, auf dem Parkett behaupten, und immer zeitgemäß bleibt unser alter Walzer mit 56 Takten in einer Minute, der ferner als Schrittwalzer sehr leicht erlernbar und ohne besondere Anstrengung zu tanzen ist. Ferner haben wir den Rheinländer, Zeitmaß: 32 Takte, der neben seiner bisherigen Art auch in der neuen Form guten Anklang findet. Die Neue Polka ist ein kurzfiguriger Tanz, mit 44 üschdem die Neichstagung der parteiamtlich ein- e u e Polk a ist ein kurzfiguriger ^anz mu 44 eil Werten Tanzlehrer dieser Tage in Leipzig ihren Takten, der mit Damenwechsel ausgefuhrt dem Pro- Muß gesunden hat, drangt sich tanzinteressierten gramm als Unterhaltungstanz beigegeben wurd ^ nisn die Frage aus: was tanzen wir im tommen. I ® “ [ o P P neu e Form, Zeümaß- 52 Takte, di Zeitabschnitt und welche Ges-llschaststiinze sind ein lebhafter Tanz, der als Abschlußtanz m t S t- litirrschend? Diese wichtige Frage lag der Reichs, anstaltung dient, genau o w,e der L e gru - rii.rg zugrunde, und ist von dem nom Reichs- hungsr-igen n Era fnungotanZ lE:e Pg. Erwin Pommer zusammengestellten ist. Der Deutsche Achter ist -IN Vierpaartanz, iiic:sausschutz für Deutschen Tanz glänzend gelöst der bereits den Konter oerdrangt. Dieser Tanz hat iw.in. Man darf nicht denken, daß den -Bolts- ben $0^,1, ba6 er nur aus emem jskuisen ein Wirrwarr non fremdländischen Tänzen! ehr leicht erlernbar und in wenigen Minuten zu dies früher oft geschah Es gibt tanzen ist, wahrend der Konter aus sechs Teilen be- ~ - stand, und 20 Minuten Dauer hatte. Wenn bei allen Tänzen das Z e i t m a ß angegeben wurde, so geschah es deshalb, um oen Musikern hier Richtlinien zu geben. Als Selbstverständlichkeit ist vorauszusetzen, daß bei allen Tanzoeranstaltun- gen stets nur wirkliche Berufsmusiker beschäftigt werden, diese bieten immer Gewähr für Einhaltung llcic^-setzt wird, wie L... o , clrh Leute, die unter deutschem Tanz nur Walzer r.U) Rheinländer verstehen. Weit gefehlt, denn dies idt ja rückschrittlich, wir aber streben vorwärts, u ir) müssen auch fortschrittlich sein, um unsere Auf- Mm im Rahmen des neuen Staates richtig zu er« T plej. Unser deutsches Gesellschaftstanz- NicZramm ist von der Reichsleitung anerkannt i id sroirb von ihr in jeder Weise gefordert; jeder ^Ltlisgenosse soll sich verpflichtet fühlen, zu weitester s. Lrrreitung beizutragen, wenn er nach national f [cjiciliftifef)er Weltanschauung ehrlich gewillt ist, sich c in Aufbau deutschen Kultur- und Sittenlebens zu tk’üigen. Es ist betrüblich, d-aß noch so gern die 1 ten, dichtbesetzten Tanzdielen ausgesucht werden, , iü. lur luftig und munter drauflos geschoben und !'< $|ii)D(feIt wird, und wo von Tanzen überhaupt flei Rede sein kann. Alle Verwahrlosung im Tanz, r' in: ne in den letzten Jahren marxistischer Herrschaft L i'J:; sii;wissen war, muß jetzt endlich beseitigt werden. 26s ist auch der Wunsch des obersten Führers der . -tUefjrer, des Staatsministers Pg. Schemm. v [|t.in zu den eizelnen Tänzen selbst: Marschtanz ist ein Schritt-Tanz in f |dit2lerer Art, und abwechslungsreich in seinen Fi- IP'^igebilben, Zeitmaß: 60 Takte in der Minute. ,1 Kegenstück dazu besteht derWechselschritt- 91 'i der neue Tanz im «/«-Takt, der, in ruhiger , i!)lL< - wohlgefälliger Weise getanzt, in feiner Grund- 46r, t:i und' den Zusatzschrittsätzen seine Wirkung nicht f! 1 JUglt. Bietet er doch in jeder Beziehung ausrei- Ersatz für Tango, denn bei letzterem haben von Staatsminister Schemm. Der Tanzlehrer ist in erster Linie berufen, mitzuarbeiten an der Schaffung wahrer Volksgemeinschaft, und darf sein Wirken nur gestalten nach echt nationalsozialistischer Weltanschauung, wenn er Anteil haben will am Aufbau des Reiches. „Charleys Tante" als Film. Man kennt den Schwank von Brandon Thomas von der Bühne her: er ist unverwüstlich, so alt wie er ist, und erlebt mindestens zu Silvester oder im Fasching immer wieder eine Auferstehung. Die Europa verfiel als erste auf die Idee — man muß sich wundern, daß es so spät geschah —, den enormen Erfolg der Verkleidungsposse auf den Film zu übertragen: eine vortreffliche Idee, muß man sagen, das Publikum kommt aus dem Lachen nicht heraus und ergötzt sich aufs neue an den unglaublichsten Situationen, über die sich schon ganze Generationen von Theaterbesuchern amüsiert haben. Die Spielleitung hatte R. A. Stemmte, der auch das Drehbuch schrieb; er machte sich die Beweglichkeit der Kamera zunutze und erfand allerlei luftige Einfälle zur Ausschmuk- kung der bekannten Fabel. Wer spielt aber die Hauptrolle, die falsche Tante des Oxforder Studenten Charley? Wer anders könnte sie spielen als der gegenwärtig populärste Komiker des Films, Paul Kemp? Eine Bombenrolle für ihn, eine Doppelrolle eine umgekehrte Hosenrolle, wenn man so sagen darf: er spielt sie mit Talent und mit Genuß, er wandelt sich aus der melancholischen Verliebtheit des jungen Lords zur munteren Altjüngferlichkeit einer exotischen Tante, nimmt Huldigungen entgegen, teilt Körbe aus und steigert den grotesken Mummenschanz am Ende zu wirbelnder Ausgelassenheit, daß die falschen Röcke fliegen. Um ihn herum ein großes Personal: Ida Wüst, scharmant wie immer, als die richtige Tante; Eric Dde und Albert Lieven (wir sahen ihn in der „Reifenden Jugend") als die jungen Studenten; Gülstorfs und Henkel als ältliche Liebhaber urn die Tante herum; in kleineren Aufgaben: Jefsie Vih- rog und Carola Höhn, Ode mar und tue begabte Fita Benkhoff, Fritz R a sp als überaus pomadiger Lord Badberley, Dilma B e ck e n d o r f f und Rudolf Platte feien noch genannt. — Harald Böhmelt schrieb die hübsch instrumentierte Begleitmusik. Es war, wie gesagt, em großer Erfolg. Im Beiprogramm bringt das Lichtspi e l ■ haus außer dem früher bereits erwähnten Bildbericht vom Nürnberger Parteitag eine aufregende Rennreportage von der Avus. Geheimnis des Erfolges. Warum sind manche Leute erfolgreicher als andere? Warum steigt der eine von Stufe zu Stufe empor, während der andere an den ersten Sprossen der Lebensleiter hängen bleibt? Ein Hauptgrund für die glückliche Ueberrointmng aller Hindernisse ist die Gabe, den richtigen Augenblick beim Schopf zu fassen. Eine Minute zu spät, eine Sekunde zu früh — und alles ist umsonst. Man kann diese Notwendigkeit der Erfassung der glücklichen Gelegenheit auf allen Gebieten beobachten, beim Sport ebenso wie beim Kartenspiel. Was ist eine gute Spekulation an der Börse anderes als das „Einsteigen" oder „Aussteigen" im fruchtbarsten Augenblick, in dem die Papiere ihren niedrigsten oder höchsten Kurs erreicht haben? „Wenn ich nur gewußt hätte, wann ich kaufen oder verkaufen sollte!" ist die ewige Klage der Börseaner. Alles Pech folgt letzten Endes aus verpaßten Gelegenheiten, und nur der kommt vorwärts, der zugreift, wenn es nötig ist. Der Angestellte, der um eine Gehaltsaufbesserung bitten will, wird sich an dem Tage, da er den großen Entschluß gefaßt hat, die Sache doch noch einmal überlegen, wenn er hört, daß der Chef Zahnschmerzen hat. Der Dramatiker verdankt den Erfolg seines Stückes häufig der Anknüpfung an aktuelle Umstände, und manchmal wird ein Stück zu einem Riesenschlager, weil es der Zeitstimmung entspricht, während es, früher oder später herausgebracht, eine Niete gewesen wäre. Ebenso ist es bei der Laufbahn des Künstlers. Ein Schauspieler, der bei seinem ersten entscheidenden Auftreten stecken bleibt, kann für immer erledigt fein. Und gar erst in der Liebe! Der Jüngling begegnet einem Mädchen — Liebe auf den ersten Blick. Am nächsten Morgen schickt er Blumen, später ruft er an.. Bis dahin geht alles gut; er nutzt die Situation aus. Aber dann wird ein Ausgang verabredet, und die junge Dame will sich natürlich so schön wie möglich machen Sie ist noch mitten iy der Toilette. Da erscheint bereits der Liebende, zu früh von der Ungeduld seines pochenden Herzens hingetrieben Nun muß sie sich in Eile fertig an» ziehen; sie weiß: sie sieht nicht so gut aus, wie sie aussehen könnte. Die Folge davon ist Verstimmung, unliebenswürdiges Wesen auf ihrer, Unsicherheit auf feiner Seite, und als er am nächsten Morgen anklingelt, ist sie „nicht zu Haufe" ... Alles kommt auf den richtigen Augenblick an. Die Erfassung des besten Moments hat nichts mit Pünktlichkeit zu tun; ja, wer pünktlich ist, kann oft zu früh oder zu spät kommen. Dr. Hugo Ibfcher. Oberheffen Der weltberühmte Papyrus-Konseroator am Neuen Museum in Berlin, Dr. h. c. Hugo Ibfcher, wird am 28. September 60 Jahre alt. Sein Werdegang war ungewöhnlich. 1891 trat er als Buchbin- derlehrling bei der Aegyptischen Abteilung des Neuen Museums ein und wurde damit beschäftigt, beim Aufkleben von Papyrusresten behilflich zu sein. Im Laufe seiner 43jährigen Tätigkeit wurde er der unbestritten bedeutendste Papyrus-Konserva- tor der Welt, der — in Würdigung dieser Tatsache — von der internationalen Wissenschaft mit den höchsten Ehren ausgezeichnet wurde. Neben dieser beruflichen und fachlichen Ausbildung werden im Winterbildungsplan, in Gemeinschaft mit dem Goethebund, auch kulturelle und künst- bestehe, so führte Pg. S t e i n u. a. in seiner kurzen Ansprache an die Gießener Mitarbeiter aus, nicht nur die Verpflichtung, innerhalb der Winterbildungsarbeit innerpolitische und kulturelle Gebiete, Rohstoffmarkt und Siedlungswesen, die Bedeutung und die Struktur der Wirtschaft zu streifen und zu erfassen, sondern darüber hinaus müsse, wie in Gießen richtig erkannt und vorgesehen, Fachbildungsarbeit geleistet werden, damit jeder Be- rufskömerad durch planmäßige Förderung seines beruflichen Wissens zur Höchstleistung im Beruf befähigt werde. Wie die weltanschauliche Schulung von PO- SA. und SS. übernommen werde, so wolle die Deutsche Angestelltenschaft in der Deutschen Arbeitsfront ihren Mitgliedern durch berufliche Schulung das Rüstzeug zur Weiterbildung geben. Der Gießener Winterbildungsplan bietet jedem Berufskameraden interessante allgemeine, sowie auch fachliche Bildungsmöglichkeiten, deren Art durch die einzelnen Berufsgemeinschaften Lause des Winterhalbjahres ferner Betriebs- Besichtigungen durchgeführt, um dem Angestellten die Bedeutung des betreffenden Wirtschaftszweiges, die Arbeitsstätte des deutschen Volkes, die Gröhe der Technik und des Geistes vor Augen zu führen. Friedbergs elektrische Anlagen an das Ueberlandwerk verkauft. LPD. Friedberg, 26. Sept. Rach langwierigen Verhandlungen zwischen der Stadt Friedberg, der Provinzialdirektion Oberhessen und dem Ueberlandwerk Oberhessen in Friedberg ist nunmehr eine Einigung dahin erzielt worden, dah die Stadt Friedberg ab 1. September d. 3. ihre gesamten elektrischen Anlagen an das U e b e r - tandwerk Oberhesfen in Friedberg verkauft und damit die Einzelversorgung an das Ueberlandwerk abgetreten hat. Landkreis Gietzen. Kleines Licht! - Was nun Ein kleines Licht im Dunkel der Nacht! Spender von Lebenskraft für manchen verzweifelnden Wanderer! Wenn aber gegen solch ein kleines Licht in der Nacht ein Niesenscheinwerfer mit seinen Spiegeln Strahlen« bataillone anmarschieren läßt, und wenn sie sich dem Wanderer in die Augen stürzen, dann übertönt die Blendung den heiteren Schimmer des Lichts, und die Frage drängt sich auf: „Was nun?"... Dem Unter« schiede zwischen dem kleinen Licht und dem großen entspricht der Unterschied zwischen der beschaulichen Empfehlung des Kaufmannes der alten Zeit und der modernen Werbung durch die Anzeige. Oer Kaufmann kann nicht mehr an seiner Ladentür mit einer freundlichen Handbewegung den Käufer einladen, die Ware oder wenigstens das Schaufenster zu besichtigen. Er ist sich bewußt, daß er viel mehr Menschen als Käufer erreichen kann, wenn er die Möglichkeiten ausnutzt, die ihm die Zeitungsanzeige an die Hand gibt. Sie erlaubt ihm, die Freundlichkeit des schlichten, kleinen Lichtes mit der Kraft des Niesenscheinwerfers zu vereinigen: und sie ermöglicht ihm eine außerordent« liche Vermehrung seiner „Schaufenster" Oke Zeitungsanzeige stellt täglich dem Geschäftsmann hellerleuchtete „Schaufenster innerhalb jedes Hauses und jeder Familie zur Verfügung. Nicht bloß das,- der Werbungtreibende kann nach und nach sein ganzes Lager, jeden Sonderartikel, in seinem gedruckten Schaufenster mit all der Liebenswürdigkeit ausstellen und anbieten, die den alten Geschäftsmann an der Ladentür auszeichnete. Er kann jeden Wunsch des Käufers vorausahnen,- auch dessen Wunsch, preise zu wissen. Das gilt auf dem Lande, für die Kleinstadt, di« Mittelstadt und die Großstadt in gleicher Weise: Oie Anzeige in der Zeitung hilft jedem verkaufen! mannsgehilfe in seiner Berufsgemeins ch a f t der Kaufmannsgehilfen mit den verfchie- densten Fachgruppen, wie Buchhandel, Banken, Ta- bakfabrikation und -großhandel, Textilgroßhandel und Lebensmittelgroßhandel, in Vorträgen und Lehrgängen, in Uebungsfirmen und Arbeitsgemeinschaften ' viel Neues, das sicherlich dazu beitragt, sein Wissen zu erweitern. Auch die B e r u f s g e- meinschaft der Büro- und Behörden- a n g e st e l l te n sieht für ihre Mitglieder eine Reihe lehrreicher Vorträge, Wochenendlehrgänge und Uebungsfirmen vor, und zwar besonders in ihren Fachgruppen der Sozialversicherungs-Angestellten, der Rechtsanwalts-, Notariats- und Justiz-Angestellten der Finanz- und Versorgungsamts-Angestellten und der Kommunal-Angestellten. Die B e r u f s g e - meinschaft der Werkmeister mit ihren Fachgruppen der Zigarrenindustrie und der Metallindustrie bietet ihren Mitgliedern naturgemäß in Vortrag und Lehrgang neben allgemeiner Weiterbildung viel Wissenswertes auf dem Gebiet der Technik, und zwar sowohl für den jungen Werkmeister, wie auch für den älteren, erfahreneren Berufskameraden. In derBerufsgemeinschaftder Techniker wird ebenfalls allgemeine und tech-,^... ,------. _ . nische Facharbeit geleistet. So werden neben den l e r i s ch e Darbietungen in Wort und Bild allgemeinen monatlichen Vorträgen in den Fach-> geboten. gruppen des Baugewerbes, der Eisen- und Metallindustrie, sowie in der Fachgruppe Gas, Wasser und Elektrizität eine größere Anzahl Lehrgänge, Kurse und Uebungsfirmen, die in Theorie und Pra- xis den technischen Berufskameraden schulen sollen, durchgeführt. Und schließlich hat auch die B e r u f s- qem'einschaft der weiblichen Angestell- t e n ein ansehnliches Programm für Beruf und Hauswirtschaft fertiggestellt. Neben Maschinenlehre,- ben und Kurzschrift, Buchführung und Schriftverkehr werden den weiblichen Angestellten auch Haus- wirtschaftliche Kenntnisse im Kochen und Backen, tm Nähen und Flicken, im Gartenbau und m fünft- lerifchen Handfertigkeiten vermittelt. Von allen Verufsgemeinschaften werden im auch weiterhin im Geist ihres Wahlspruchs „(M zu Ehr und dem Nächsten zur Wehr" zu arbeiten,. Anschließend an den Gottesdienst fand vor dem rätehaus und der für die 17 im Weltkrieg gefall,,, nen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr ßjJ angebrachten Ehrentafel eine ©eben f f eier statt. Stiftsdechant Kahn gedachte in ehrendes Worten der für Volk und Vaterland gefallene,. Kameraden. <£ Bellersheim, 26. Sept. Dieser Tage fQnj in unserer Gemeinde eine O b st b a u m z ä hlu»g statt. Es wurden feftgefteüt: Apfelbäume (1111), Birnbäume 652 (128), Süßkirschen U (230), Sauerkirschen 15 (7), Hwetschen 892 (M Mirabellen 131 (83), Reineclauden 18 (1), Aprils 7 (—), Pfirsich 9 (2), Walnuß 17 (4). Die in Klammer bedeutet die Anzahl der noch nitj tragenden Bäume. Kreis Schotten. 1 n. Schotten, 24. Sept. Die FeuerschuV woche wurde gestern mit einem großangeleglg Brandangriff abgeschlossen. Am vergangenen Mo^ tag- und Mittwochabend hatten schon gröfjeq Brandübungen stattgefunden, die die hiesige ^euen wehr auf ihrer alten Höhe zeigten. Am gestrig Sonntag fand zunächst vormittags ein gemeinsame Kirchgang der Wehr statt, in dem Pfarrer Römer über den hohen Sinn der christlichen Nächstenliedji predigte. Nachmittags fand ein Umzug durch hin Straßen der Stadt mit Musik statt, wobei bie 5ßebr. ihre geschichtliche Entwicklung in Gestalt der W,> geführten Geräte zeigte. Dorn marschierten Wehrmänner mit ben alten Feuereimern, es folgt, die kleine alte Feuerhandspritze, banach bie große,, Spritze, bie lange Stehleiter, bie mechanische ßeife: usw., zuletzt bie Motorspritze. Am Rathaus murb; ein großangelegter Prandangriff voraeführt. Motorspritze bewährte sich hierbei besonders gut. Auch die Sanitätskolonne wirkte mit. Nach büi Hebung trat die Wehr vor dem Rachaus an. Regi-m rungs-Assessor Denker beglückwünschte namers des Kreisamts die Wehr und sprach über ben Sinr ber Feuerschutzwoche. Förster Heller mies or bie Bedeutung bes deutschen Waldes und befl'w Schutz vor Feuer hin. Kommandant © t a n g fpraqi noch mahnenbe Worte an bie Wehr. -+- Eichelsdorf, 24. Sept. Infolge Erreich^ der Altersgrenze ist der Förster der hiesigen Föch; rei Schmidt in den Ruhestand getreten. P vier Jahrzehnte betreute er den heimischen WM Als pflichttreuer und dienstfreudiger Beamter über seine Reviergrenzen hinaus bekannt, durften sich allgemeiner Verehrung und Hochachtung ti freuen, die nicht zuletzt auch seinen menschlich- Eigenschaften galten. Auch im Ruhestände bleibt o hiesiger Ortsbürger und wird seinem ehemalig mit ihren Fachgruppen bestimmt wird. i--- So findet der junge, wie auch der ältere Kauf- Herzberger abgehalten. Die Bevölkerung beteiligte sich einmütig an der Festlichkeit. Infolge des schönen Herbstwetters waren zahlreiche Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung erschienen. Nach einem fröhlichen Umzug durch die Straßen des Dorfes begann der Tanz. Vier flotte Tanzb'urfchen in althergebrachter Kirmestracht sorgten für Ordnung auf den Tanzböden. Die Räume des Gasthauses waren bald überfüllt. Ueberall fah man frohe Gesichter. Einheimische und Auswärtige verbrachten in echt nationalsozialistischer Volksverbundenheit einige schöne Stunden. Besonders gemütlich war es am zweiten Kirmestag, der wie der erste in bester Harmonie verlief. Allgemein ist man der Ansicht, schon lange keine so schöne Kirchweihe mehr erlebt zu haben. )( L i ch, 26. Sept. Die Ortsgruppe Lich des Deutschen Bundes für christlich-evangelische Erziehung in Haus und Schule veranstaltete gestern Abend im Gemeindesaal einen Vortragsabend. Der Geschäftsführer des Bundes, Pfarrer Otto (Berlin) sprach über das Thema „Die ganze Bibel soll es sein". Er begründete diese Forderung für die Arbeit in Schule, Haus, Kirche, Volk und Vaterland. Gemeinsam gesungene Choräle und eine einleitende Ansprache des Leiters der Ortsgruppe umrahmten den Abend, der leider nicht so besucht war, wie es angesichts des wichtigen Themas wünschenswert gewesen wäre. Der Abend war eine rechte Einleitung für die 400jährige Jubelfeier der deutschen Lutherbibel, die am diesjährigen Reformationsfest begangen wird. = Lich, 26. Sept. Die Feuerfchutzwoche fand in unserer Stadt am Sonntag durch die geschlossene Teilnahme der Freiwilligen Feuerwehr und der Sanitätskolonne am Vormittags- gottesbienft in der Marienstiftskirche einen würdigen Abschluß. Stiftsdechant Kahn sprach über Psalm 127, Vers 1, ging auf die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehren ein, würdigte die selbstlose Arbeit der Wehren und forderte sie auf, z Großen-Linden, 27. Sept. Der Schrankenwärter i. R. Georg Menges IX. begeht in vollständiger körperlicher und geistiger Frische am 29. September seinen 8 0. Geburtstag. In seinem langen Leben ist er von ernstlichen Erkrankungen stets verschont geblieben. 41 Jahre lang war er an der Main-Weser-Bahn beschäftigt, 30 Jahre war er ununterbrochen auf dem Posten 74 I (im Walde zwischen Großen-Linden und Gießen) als Schrankenwärter tätig. Von der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. hat er für 25- und 40- jährige Dienstzeit Anerkennungsurkunden mit Medaillen erhalten. Dor vier Jahren konnte er mit feiner Ehefrau Christine Menges, geb. Menges, die auch im 78. Lebensjahr steht, die goldene Hochzeit feiern. Beide arbeiten noch tatkräftig in dem landwirtschaftlichen Betrieb ihres Schwiegersohnes, bei dem sie wohnen, mit; besonders während der Erntezeit greift der alte Herr noch tüchtig an. y Harbach, 26. Sept. Am Sonntag fand hier zum ersten Male feit fechs Jahren wieder Kirch- weihe statt. Sie wurde in der Gastwirtschaft Reviere nahe fein. Kreis Alsfeld. xr Nieder-Gemünden, 23. Sept. <:i Rahmen der Feuerschutzwoche oeranftate die hiesige freiwillige Feuerwehr einen nächtlich? Brandangriff. Donnerstagabend war ebenfalls ri einer Hebung der Wehr ausgefüllt. Heute fand c: schioffener Kirchgang der Wehr statt. Am MitL zogen sämtliche Züge mit geschmückten (Berte durch die Ortschaft. Ein großanaelegter Brandt griff unter Mithilfe der Motorspritze bildete te Ab chluß. — Heute wurde durch die Provinz^ Verwaltung das Obst versteigert. Der Ißm« stellte sich auf etwa 2 bis 3 Mark pro Korb, fe handelte sich durchschnittlich nicht um Tafelobst, te Behang war mäßig. Nr. 226 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderheffen) Donnerstag. 27. Zevtember 1934 Linienschiff „Hessen" außer Dienst gestellt SV ......... ' - v' "MW Am 25. September ist das Linienschiff „Hessen" zur Außerdienststellung von Kiel nach Wilhelmshaven in See gegangen. Damit wird auf dem ältesten Schiffe der Reichsmarine die Flagge niedergeholt. Die „Hessen" ist in Kiel auf der Germaniawerft in den Jahren 1902 bis 1906 erbaut worden. Der Stapellauf erfolgte am 18. September 1903, also vor genau 31 Jahren. — Nach der Indienststellung im Frühjahr 1906 wurde die „Hessen" dem damaligen 2. Geschwader zugeteilt, in dessen Verband sie a n der Skagerrak-Schlacht teilnabm. Im weiteren Verlaufe des Krieges wurden die Schiffe des zweiten Geschwaders wegen ihres hohen Alters und des nicht mehr genügenden Gefechtswertes nach und nach außer Dienst gestellt bzw. außerhalb des Verbandes der Hochseeflotte verwendet. Die Folgen des Versailler Vertrages zwangen die Reichsmarine, die veraltete „Hessen" im Jahre 1925 wieder in Dienst zu stellen, bis nunmehr nach 29jähriger Dienstzeit die endgültige Außerdienststellung erfolgt. Die „Hessen"-Vesatzung wird demnächst das Panzerschiff „Admiral Scheer" in Dienst stell-n Wundermann in fünf Erdteilen. Meine Erlebnisse mit Garrasani. Von Heinrich Hauser. Aus Sao Paulo wurde der plötzliche Tod des großen deutschen Zirkusmannes Hans Stosch-Sarrasani gemeldet. Vor einer Stunde habe ich erfahren, daß er gestorben ist im Krankenhaus von Sao Paulo. Und jetzt ist mir, als müßte jeden Augenblick das Telephon läuten, als müßte nach einem heiseren Räuspern, einem Ankurbeln der Stimme das eine Wort ertönen: „Ol6!" Oft hat er bei mir angerufen, immer überraschend, immer zu den unwahrscheinlichsten Tageszeiten. Und jedesmal hat sie mir einen Ruck gegeben, diese heisere Stimme des alten Dompteurs und dies erste Wort, sein Kennwort: „Die!" Diese Stimme soll ich nun nie mehr vernehmen, wie seltsam, wie unbegreiflich. „Die!", das Wort ist irgendeine Aufforderung der Elefantendressur gewesen. Elefantendressur war die große Leistung Sarrasanis als Dompteur, ja man darf sagen, daß der Elefant sein Schicksal gewesen ist. Er führte die größte und vollkommenste Elefantengruppe vor, die es im Zirkus jemals gegeben hat und führt sie fünfundzwanzig Jahre. Er verwuchs mit seinen Tieren und alterte mit ihnen. Er stand ihnen so unheimlich nahe, daß eine schöne Frau, die ihn brennend gerne kennenlernen wollte, nach der Begegnung ganz erschrocken ausrief: „Das ist ja gar kein Mensch, das ist ja der Kopf eines alten Elefanten?" Es war eine Eingebung jener Hellsichtigkeit, die Frauen zuweilen haben: sie hatte recht, so war es. Viele, viele Male haben Elefanten Stoschs Leben in Gefahr gebracht, viele Male haben seine Lieblingselefanten ihn vor Angriffen gerettet und viele Male hat er sein Leben für sie eingesetzt. Als im Breslauer Zoo ein bösartiger Elefant erschossen werden sollte, erkannte Sarrasani, daß das Tier an furchtbaren Zahnschmerzen litt. Dhne Fesseln und ohne Betäubung schnitt er ihm mit einer Säge den kranken Staßzcchn auf. Das Tier litt furchtbar, bis der Eiter spritzte, aber es duldete, weil dieser Mensch ihm innerlich ganz nahe war, und es wurde geheilt. Als in der Nacht vom 12. Januar 1932 in Antwerpen der große Zirkusbrand geschah, da waren die beiden Stoschs, Vater und Sohn, die einzigen, die es wagten, in den brennenden Ele- fantenftan einzudringen. Zwölf von zweiundzwanzig Tieren lösten sie von den schon fast glühenden Ketten. Verbrannt, die Haut in Fetzen wie ein zerlumpter Mantel herunterhänaend, rasten die Tiere brüllend in die Nacht. Den materiellen Schaden hat Stosch gutmachen können, die Stunde, als seine Arbeitskameraden jammervoll verbrannt, mit entsetzlichen Wunden rings um ibn starben, als Tränen und Blutstropfen unaufhörlich aus ihren Augen rannen, diese furchtbare Stunde hat er nie verwinden können. Wie bei manchen feinfühligen Menschen war sein Körper ganz von den Nerven her bedingt: er ist seitdem nie mehr gesund geworden. Die Inschrift an der Wand seines Arbeitszimmers in der alten „134" (Zirkuswohnwagen heißen nach ihren Nummern und sind weiblichen Geschlechts) trog nicht: „Ich habe die Menschen kennengelernt und liebe nur noch Tiere". Gegen Menschen konnte er hart und brutal sein, vor Tieren schmolz sein Herz. Er war sentimental im guten Sinn. Eine ganze Herde von altgedienten Pferden, Ponys, Eseln, Hunden bekam von ihm das Gnadenbrot. Erstaunlich war es, wie diese Tiere genau zu empfinden schienen, was sie ihm und nur ihm zu verdanken hatten. So besaß er die allersonderbarste Leibwache von Gänsen. Irgendwo in Südamerika bekam er sie als Geschenk, gedacht als Sonntagsbraten, aber er brachte es nie übers Herz, sie wirklich aufzuessen, sie lebten zwischen den vier Rädern seines Wohnwagens, sie zischten darunter hervor nach den Beinen fremder Besucher und spiegelten sich gerne in den messingnen Radnaben, diese eitlen und durchaus nicht dummen Geschöpfe. Man muß sich hüten, nicht von einer Anekdote in die andre zu verfallen, es gibt unzählige. Seine größte Begabung war die der Organisation. Sein Apparat von zwei riesigen Zelten mit je zehntausend Menschen Fassungsraum, von dreihundert motorisierten Zirkuswagen mit Anhängern, von tausend Mann Personal und ebensovielen Tieren aller Art, mit eigner Kraftzentrale, eigner Feuerwehr, Flugzeugen und so fort, das war eine Armee auf dem Marsch. Eine so glänzend disziplinierte und geführte Armee, daß Generalstäbe fremder Länder sich nicht scheuten, hier in die Schule zu gehen. Es war kein Zufall, sondern eine kongeniale Begabung, die Stosch-Sarrasani zum Freund von Hugo S t i n n e s werden ließ. Sein riesenhafter Zirkus, in den besten Zeiten der größte, den es je gegeben hat, war ganz feine Schöpfung. Er war ein Selfmademan, obwohl er einer alten, guten Familie entstammte. Vom Stallburschen arbeitete er sich zum selbständigen Artisten herauf, vom Artisten zum Unternehmer. Er begann mit einer Clownnummer, verbunden mit Hunde- und Affendressur. In seinem Wohnwagen standen und stehen wohl heute noch ein Dutzend versiegelte Flaschen, die einen seltsam grauen Inhalt zeigen. Die stammen aus seinen Anfangsjahren: auf einer Tournee durch Rußland wunderte er sich, w i e viele Flöhe feine Tiere hatten, und der Kuriosität halber fing er an sie in Flaschen zu sammeln. — Aber wir dürfen nicht wieder in Anekdoten verfallen. Er war besessen von seinem Lebenswerk. Alles was er verdiente, und in den fetten Jahren waren feine Einnahmen manchmal enorm, das legte er im Unternehmen selber an. Das einzige, was man als Reserven oder Kapital ansehen konnte, waren einige sehr große Brillanten, die er in ein Taschentuch geknotet in der Hosentasche bei sich führte. Es war dies das Taschentuch, mit dem er feinen Elefanten die Rüssel abzuwischen pflegte, wenn er ihnen Zucker gab, kein Mensch hätte es von der Straße aufgehoben, es war ein enorm schmutziges Taschentuch. Wenn er es aufknotete, war die Ueberrafchung daher um so größer. Nun ist er also tot, der Wundermann: noch kann ich es kaum glauben. Kein Telephonanruf mehr um Mitternacht, kein Brief mehr mit Löwen auf dem Umschlag und mit golönen Lettern, kein Zelt mehr mit Girlanden bunter Lichter, keine Lagerstadt mehr mit grün-weißen fahrenden Häusern, keine argentinische Musik, kein Singen der Dnnamos, kein Summen der Erregung großer Menschenmassen, kein Zirkusmief nach Pferdestall und Raubtier, nach Schweiß und Sägemehl und hundert Dingen, für die es keine Worte gibt. — Es bleibt die Sehnsucht. SJL-'Svort Amerika nimmt an den Olympischen Spielen teil. Der amerikanische OlympiaAusschuh Hal beschlossen, die Einladung Deutschlands zur Teilnahme an den Olympischen Spielen 1936 in Berlin anzunehmen. * Deutscher Dank für die amerikanische Teilnahme an den Olympischen Spielen. Der Präsident des Drganifationsausfchufses für die II. Dlyrnpia in Berlin 1936, Staatssekretär a. D. L e w a l d , bat dem Präsidenten des amerikanischen Dlympia-Ausschusses in einem Danktelegramm seine tiefe Befriedigung und aufrichtige Freude darüber ausgesprochen, daß der amerikanische Dlympia-Ausschuß die deutsche Einladung zu den Olympischen Spielen angenommen hat. Deutschland werde, heißt es in dem Telegramm, mit offenen Armen die ausgezeichneten amerikanischen Athleten, die zu den Winterspielen nach Garmisch- Partenkirchen und zu den Hauptspielen nach Berlin kämen, empfangen. Leichtathletik-Kamps Gau Mitte gegen Gau Nordhessen in Erfurt. Der schon lange Zeit geplante, seinerzeit ausgefallene leichtathletische Wettkampf zwischen den Gauen Mitte und Nordhessen wird am Sonntag in Erfurt ausaetraaen. Die Vertretung des Gaues Nordhessen wird in der Hauptsache aus den Kasseler Vereinen Messen-Preußen, Turngemeinde und Kurhessen gebildet. Gaufußball -Z-ackwart Heini Weber zurückgetreten. Der Gau-Fußballfachwart des Gaues 12 (Nordhessen) Heini Weber hat aus Gründen geschäftlicher Ueberlastung sein Amt niedergelegt. Heini Webers Rücktritt wird bedauert, denn er war es, der im Ueberganasjahr die fußballsportlichen Geschicke des Gaues Nordhessen mit Sachkenntnis und Umsicht in die heutigen Bahnen lenkte. Heini Weber hat es sich angelegen sein lassen, die besten Kräfte des Gaues zufammenzufaffen, die wiederholt gegen andere Gauvertretungen achtunggebietende Ergeb« nisfe erzielen konnten. Heini Weber ist auch in Gießen kein Unbekannter. Deutscher Fußbahbund, Kreis Gießen. Die Austragung der Spiele am 30. September. Wohl fallen die Meisterschaftsspiele der Gauliga im Gau 12 (Nordhessen) aus, jedoch können die Vereine innerhalb des Sportkreises Gießen die an- gesetzten Spiele austragen. Wo sich Schwierigkeiten ergeben, sind die Spiele möglichst auf Vormittag zu legen oder Spielverlegung zu beantragen. Auf alle Fälle haben sich die Vereine in kameradschaftlicher Weise gegenseitig zu verständigen. Der Kreisführer: Henkel. Lebrgang für Schulturnen und Schwimmen in Friedberg. Diese Woche begann hier ein 14=tägiger Kursus für Schulturnen und -Schwimmen. Leiter ist Turnoberlehrer Reinhardt von der Hochschule für Lehrerbildung, dem ü. a. Turnlehrer und Kreisbeauftragter Mohr- Gießen als Mitarbeiter zur Seite steht. Insgesamt zählt der Lehrgang 78 Teilnehmer, größtenteils jüngere Erzieher (Junglehrer, Referendare, Assessoren usw.). Der Kursus steht aanz im Zeichen des Gemeinschaftsgedankens. Die Kurfisten habe Unterkunft und Verpflegung gemeinsam im Internat der Aufbauschule (früher Lehrerseminar). Handball im Männertnrnverein (DT ). I — To. Roth I 4:5 (1:3). Des Tv. Roths 1. Handballmannschaft weilte am vergangenen Sonntag in Gießen, um gegen den Mtv. das fällige Verbandsspiel auszutragen. Zur größten Ueberrafchung konnte der Gast das Spiel für sich entscheiden und die zwei wertvollen Punkte mit nach Hause nehmen. Ausschlaggebend für die Niederlage des Mtv. war das völlige Versagen der Stürmerreihe. Tv. Roth stellte eine technisch gut durchgebildete und körperlich starke Mannschaft ins Feld. Das Spiel selbst verlief jederzeit spannend und fair. Bis zur Pause hatten sich die Rother eine 3:1-Führung herausqearbeitet. Nach dem Seitenwechsel kamen die Männerturner mehr auf und schnürten den Gegner zeitweise ganz in seine Hälfte WDÄOlilltW Roman von Anny von panhuyö. Urheberrechtsschutz^ Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) (Schluß.) Trotz der starken, frischen Luft war ihm plötzlich heiß, und er starrte wie auf etwas ganz Unheimliches, Gespenstisches, auf das Stückchen Mädchengesicht, das von dem Kopftuch freigelassen worden war. Eine von der frischen Lust leicht rosig gefärbte Nase zeigte sich, und ein Paar dunkle Augen, die ihn fast herausfordernd anblitzten. Er trat hastig einen Schritt zurück, fragte erregt: „Was bedeutet die Komödie, Donata?" Die unangenehm hohe Stimme wurde klar und angenehm. „Ich spiele nicht Komödie, Detlef. Ich will nur in die Rolle hineinwachsen, in der du mich doch gern sehen möchtest, wie ich nach deinem bisherigen Verhalten annehmen muß." Er zwängte hervor: „Ich verstehe dich nicht!" Sie schob das schwarze Wolltuch, das so völlig ihr Haar und das halbe Gesicht verbarg, ein wenig Zurück, antwortete: "Ich bin dir doch zu fein, zu vornehm geworden. Ich passe doch nicht mehr zu einem Gärtner, wie bu glaubst. Na also, da will ich mich dir anpassen, und ich denke, auf diese Weise, wie ich heute begonnen, gelingt es mir allmählich, so weit zu kom- men, daß ich dir später als deine Frau keine Schande bereite." Sie lachte ihn mit blitzenden Zähnen an. Er vermochte nicht zu antworten, schaute die vor ihm Stehende nur immer mit großen Augen an. Von oben bis unten. Musterte das Kopftuch, die dicke, jede Figur entstellende Jacke, den abscheulichen Faltenrock und die breiten Schuhe. Sie ließ sich betrachten, fragte schließlich: „Nicht wahr, so gefalle ich dir doch? Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich darüber freue. Aber ich will natürlich noch mehr tun, damit ich so werde, ' wie du mich gern haben möchtest. Vor allem beabsichtige ich, mein Geld ein paar gescheiten Menschen zu schenken, die es unter die Leute bringen, denn das ist ja heutzutage noch mehr nötig als jemals. Jeder, der Geld hat, soll darüber froh fein, weil er damit alles, was er braucht, gleich hübsch tar bezahlen kann. Steuern und Zinsen, und weil er den Kaufleuten etwas fürs bare Geld abkaufen kann. Alles Geld, das rollt, hilft Handel und Wandel in Fluß halten. Und deshalb finde ich sicher 'ne Menge Menschen, denen ich mein Geld schenken Fann, damit es dich nicht mehr stört. Wir bleiben lieber unseren Gläubigern schuldig: man kann sich auf diese Weise das Leben angenehm schwer machen, sich und den anderen, die etwas von einem zu fordern haben. Nicht wahr?" Sie nickte ihm zu. „Mit meinem Vater werde ich natürlich ebenfalls ein ernstes Wort reden. Auch er muß der Vernunft Gehör schenken. Ist doch geradezu blödsinnig von ihm, so ruhmsüchtig auf seine alten Tage zu sein! Ist'-- so lange ohne Erfolg und Anerkennung gegangen, kann er es auch bis an sein Lebensende ohne aushalten — nicht wahr? Ganz unverständlich hot sich Vater letzthin benommen, und ich begreife dich vollkommen, wie dich das aufregen und empören mußte. Ich werde ordentlich mit ihm reden und ihm sagen, wie töricht er sich beträgt. Verlaß dich darauf' Ich mache ihm sein Unrecht gründlich klar? Er soll dem Verleger die Tür weisen und seine Arbeiten wieder meopatfen. Er soll sich lieber mit I kleinen und möglichst untalentierten Musikschülern schlecht und recht durchichlagen und sich schämen wenn einer in seiner Gegenwart von Ruhm und Erfolg spricht. Die Juwelen von Urgroßvater aber muß er selbst wieder einmauern: die direkten Nachkommen Urgroßvaters sind ja auch ohne solche aus- gefommen." Sie atmete tief auf: Ich beton noch, daß ich mich fortan so anziehen werde wie heute, und glaube, lieber Detlef - auf diese Weife werden mir einig, und unsere Verlobung kann bestehen bleiben." Sein ohnehin gebräuntes Gesicht färbte sich ganz dunkel, und zornig stieß er hervor: Du machst dich lustig über mich, Donata. Das ist "abscheulich! Dazu sollte dir unsere Liebe doch zu hoch stehen!" . 3hr Lachen schwand jäh. Ihre Augen blitzten ihn an; „Ja! Ich machte mich eben Über dich lustig, denn auf irgendeine Art mußt du doch zu Furieren sein. Also habe ich es mal auf die Art versucht." Ihr Kopf ruckte zurück, und eine Welle des glänzenden Braunhaares schob sich tief in die Stirn. Um ihren weichgeschwungenen Mund zuckte es, als sie leise sagte: „Ich Fann auch anders mit dir sprechen, mein Lieber — in meinem FranFfurter und Bornheimer Gemengsel!, wie du es mal genannt. Und das will ich tun. Also hör', Bllrschche! Du bist so ä einfältig Stallhäsche, daß man dich bei de Löffel nemme müßt' un dllchtig rumwirbele, damit du 'n bissi zu Verstand Fomme tätft, Dlwel, der du bist? Was willst du dann iwerhaupt, du? Wie hast du mir so en Brief schreiwe dürfe, so en ganz unverschämte? Wann du mich wirFlich liebst, hättest du so was gar net fertig bringe Fönne. Roh war des." Sie trat ganz dicht vor ihn hin. „Ich hab' mit deiner Mutter gereb’t. Die is g'scheit, un die is meiner Meinung: Ich soll dir mal ordentlich den Kümmel reime. Hier sinn Faane Zuhörer! Hier Fannft’s mal zu wisse Frie’e, roas du bist! En Menschequäler! Hast du mich Heb, bann nemm mich, wie ich bin, aber ab» roppe wie en Geflügel bärfft bu mich net!" Er stotterte: „Hör' boch auf! Das ist ja nicht zu ertragen! Damit werbe ich ja nicht fertig!" „Naa! Ich hör' net eher uff, bis bu entroeber Vernunft aangenomme ober alles zwifche' uns zwaa aus is. Enbgültig un für immer aus." Sie zog ben Brief aus ber Tasche. „Hier! Ropp bes unselig Papierche in Fetze, nimm mich, wie ich bin, un ich will bir all bei EFlichFeit verzeihe in Bausch un Boge. Den Prinzen hab' ich schon gestern geschaßt. Dem hab' ich g'sagt, baß ich mit bir verlobt bin, un alles ürorige is Quatsch — bu bummer, lieber Bub!" Er lächelte jetzt. Wie sich bie Sonne plötzlich hinter büfterem Gewölk zeigt, so war sein Lächeln plötzlich ba, unb er nahm ben Brief, riß ihn in kleine Fetzen, gab sie bem Novemberwind zum Spiel. Sie lächelte jetzt auch und schob das häßliche Tuch völlig zurück. „Willst mich boch wohl lieber hübsch sehen als entstellt unb willst boch wohl lieber vorwärts kommen als zurück? stlso, Detlef, wir finb einig. Vor allem solltest bu es auch deiner Mutter, die sich so lange Jahre abgerarfert hat, gönnen, daß sie den Rest ihres Lebens sorgenfrei genießen kann. Wollen dem Himmel für alles Gute, zu dem er uns ver« halfen, herzlich danken, unb vor allem — schätze bich nicht immer zu armselig ein: bu hast es boch gar nicht nötig. Eure Gärtnerei ist groß unb ge- biegen. Dreihunbert Jahre Sachsenhäuser Gärtnergeschichte stehen bahinter. Darauf mußt bu sehr stolz sein. Ich bin {ebenfalls sehr stolz barauf, beine Gärtnersfrau zu werben, unb mit Vater wirst bu bich auch halb gut verstehen, bas kommt mit ber Zeit alles von selbst, bu ganz abscheulicher Nörgel- peter!" Er strahlte sie an: „Ich schwäre es dir, Donata, fortan sollst bu dich nicht mehr über mich zu beklagen haben. Alles, was bu tust, wirb mir recht fein!" Sie nickte zufrieben: „Na, also? Warum denn nicht gleich so?" Da zog er sie an sich, unb sie küßten sich innig unter ben alten Nußbäumen, vergaßen bie ganze M-'lt um sich herum. Vom Hause her Farn Charlotte Westkamp Sie lächelte schon von weitem. Sie sah ja: die zwei hatten sich mieberaefunben. Aber aonz dicht mußte sie herantreten, ehe die Liebesleutchen die Mutter ühr-rhaunt bemerFten. Air lasten sich voneinander schauten mit unsäglich alücklichrn Auaen auf. unb Frau Charlotte reichte iebam bie fianb unb saate bemeot: Dem Himmel Dank, daß ihr einig geworden seid'" Donata nickte: .Sehr einig finb wir' Vallstä"bia ei"ia'" Sie fächle pfähfirf) alorfenhell .Ich glaube Detlef bu weißt noch nicht einmal, baß ich auch fingen Fann. Vater hat mich ein paar rinhre unterrichtet Willst du rfmas hören9 Ja9 — Gut .. J" Sie trat zurück stellte sich in Vnsstur, unb wie ein Jauchzen brach es aus ihrer Kehle: „Mei Schatz is e Gärtner. E Gärtner muß fei. Der Garten g'hört der Mutter, Doch der Gärtner is mei!" Nun lachten sie alle drei, und das Lachen rang hinauf zum Himmel, wie eine Glücksfanfare. Ende, und Wirtschaft 202, WXVI 206 Frankfurter Börse. Mtlagsbörse: etwas freundlicher. erhöhungen. Etwas reger war das Geschäft in Montanwerten, wobei Klöckner 0,90 v. Sy, Mansfelder 1 v. Sy, Gel- senkirchen und Rheinstahl je 0,65 v. H., Harpener 0,50 v. Sy, Mannesmann und Stahlverein je 0,25 d. Sy gewannen. Auch am Elektromarkt stellten sich zumeist kleine Befestigungen ein, so bei Felten um 0-40 v. Sy, Siemens um 1 v. Sy Licht & Kraft um 0,25 ü.S). AEG., Gesfürel und Schuckert lagen gut behauptet. Chemische Papiere notierten gleichfalls etwas fester, besonders Goldschmidt, glichen ihren zweiprozentigen Verlust von gestern wieder aus, daneben zogen Farbenindustrie 0,40 d.Sy Scheideanstalt und Deutsche Erdöl je 0,25 d. Sy an. Am Zellstoffmarkt eröffneten Aschaffenburger 1 v. Sy, Waldhof 0,25 d.Sy höher. Schiffahrtswerte lagen unverändert, während AG. für Verkehrswesen 0,50 D. Sy und Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,40 v. Sy höher einsetzten.Weiter erholt waren auch Reichsbankanteile mit plus 1 v. Sy Sonst eröffneten noch u. a. Westdeutsche Kaufhof 0,25 ü. Sy freundlicher, AKU. 0,25 o. Sy niedriger, Gement Heidelberg und Daimler Motoren unverändert. Am Rentenmarkt konzentrierte sich das Hauptinteresse wieder auf mexika- nische Anleihen, die bei lebhafteren Umsätzen um 0,25 bis 0,50 v. H., 4V-prozentige Bewässerungsanleihe um 0,90 v. Sy angezogen. Von deutschen Titeln lagen Altbesitz knapp gehalten, späte Schuldbücher etwas höher, Zinsv'ergütungsscheine und 4 v. Sy Kommunal-Umschuldung unverändert. Stahlverein- Bonds gewannen 0,25 v. H. Im verlaufe blieb die Umsatztätigkeit klein, die Haltung war aber durchaus freundlich und vielfach ergaben sich weitere Erhöhungen um 0,25 bis 0,75 d. Sy, so bei Farbenindustrie und Montanwerten. : Soweit Kurse später notiert wurden, lagen sie im . gleichen Ausmaß freundlicher. Darüber hinaus konn- [ ten sich Ehade-Aktien Lit. A bis C um 3,25 RM. vergehen und die Veröffentlichung eines Ergeb- nisses wird noch länger aus sich warten lassen. Am Kassamarkt zogen eine ganze Anzahl von Werten um 0,25 bis 0,50 v. Sy, IG. Chenne-Basel um volle 1 d. Sy und FRAG, um 1,25 d. Sy an. Auf die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 2,50 d. Sy waren Dresdener Schnellpresse gesucht und mit 65 (zuletzt 62,50) genannt. Der Rentenmarkt zeigte ebenfalls nur kleines Geschäft, wobei deutsche Anleihen weiter vernachlässigt waren. Etwas Interesse fanden bei gut behaupteten Kursen erneut Mexikaner, daneben zogen Anatolier, Makedonier und Rumänen etwas an. Pfandbriefe blieben gut behauptet. U. a. notierten: Altbesitz 97,40, 6 d. Sy Stahlverein 80, 6 d. Sy Rhein. Hyp. Bank Gold R 26 bis 30 92,25, 5 v. H. Silbermexikaner 6,75, 5 d. Sy äußere Goldmexikaner 14,75, 3 d. Sy Silberrnexi- kaner 6, 4 v. Sy Einheitsrumänen 4,50, Reichs^ank 146,40, Gelsenkirchen 62, Harpener 104,50, Klöckner 80, Mannesmann 74,75, Phönix 48,13, Rheinstahl 91,50, Aku 65,50, Gement Heidelberg 118, IG. Chemie volle 178,50, Scheideanstalt 219, IG. Farben 143,75, Felten 77,40, Goldschmidt 93,90, Metallgesellschaft 91, Siemens 146, Frankfurter Getreidebörse. Frankfurter Schlachtvichmarkt. Frankfurt a.TL, 27. Sept. (SBorberidjt.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 189 Rinder (51 Ochsen, 14 Bullen, 54 Kühe, 70 Färsen), 1054 Kälber, 77 Härnrnel, 99- Schafe, 423 Schweine. Es kosteten: Kälber 25 bis 52 Mark, Härnrnel 24 bis 33, Schafe 15 bis 32, Schweine 44 bis 53 Mark. Marktverkauf: Kälber und Schweine mittelmäßig, Härnrnel und Schafe ruhig. FC. — VfR. Lich 2:0 (1:0). , Das dritte Spiel in der Pflichtserie konnte der - FC. Großen-Buseck nach einem harten Spiel wieder ( für sich entscheiden. Rach einem vorerst gleichwerti- , gen Spiel, arbeitete Großen-Buseck eine Feldüberlegenheit, die bis zum Wechsel andauerte, heraus ) und kam nach 25 Minuten zum Erfolg. Als dann , mit 1:0 die Seiten gewechselt wurden, drängte Lich mächtig, wobei manchmal der Ausgleich in der Luft lag. Dann kam der Gastgeber wieder auf und konnte bald das Ergebnis auf 2:0 stellen. Die erste Jugend spielte in Leihgestern 2:2. Besondere Segelfliegerprüfung Die A-Prüfung im Segelflugsport hat auf dem Fluggelände der „Hohen Warte" bei Aßlar, zusammen mit vier weiteren Kameraden, der Arzt Dr. Ger st er von hier abgelegt. Seine Leistung ist um so anerkennenswerter, als er bereits 42 Jahre zählt und es sich dennoch nicht nehmen ließ, die Anstrengungen, die an einen Flieger gestellt werden, auf sich zu nehmen. Deutsche Tenniserfolge in Meran. Am 14. Internationalen Tennisturnier in Meran beteiligen sich auch einige deutsche Spielerinnen und Spieler. Im Benz-Pokal gewann Frl. Ullstein (Leipzig) über die Ungarin Sarkany mit 1:6, 6:1, 6:4. Bei den Herren siegten Werner Menzel 6:4, 8:6 über den Italiener Scotti und Denker schaltete Italiens Juniorenmeister Canepele mit 8:6, 6:3 aus. Auch am zweiten Tage waren die Deutschen recht erfolgreich. Im offenen Dameneinzel behielt Frl. Ullstein mit 6:2, 6:2 über Sensi (Italien) die Oberhand, während Frl. Horn und Sander kampflos eine Runde weiter kamen. Im Lenz-Pokal feierte Hilde Sperling einen 6:1-, 6:2-Sieg über Frau Herbst. Auch die Herren zeigten sich von der besten Seite. Denker schlug Drjetomsky (Ungarn) 8:6, 6:4 und Heinrich Henkel triumphierte über den 6.40: 8.35: Rat- Rundfunkprogramm Freitag, 28. September. Es notierte ((Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in Reichsmark: Weizen W IX 198, w XIII I 206: Roggen RIX 158, RXIII 162, Hafer H XIII 158, H XIV 160, Futter- Schweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 162 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten Ferkel bis 6 Wochen alt 8 bis 10, 6 bis 8 Wochen alt 10 bis 13, 8 bis 13 Wochen alt 13 bis 17 Mark. Tendenz, ruhig, wenig Käufer vorhanden. Schweincmarkt in Friedberg. LPD. Friedberg, 26.Sept. Auf dem heutigen Schweinemarkt wurden folgende Preise bezahlt: Bis sechs Wochen alte Tiere 6 bis NM., sechs bis acht Wochen alte 8 10R^'' acht bis 12 Wochen alte Tiere 10 bis 13 RM. Der Auftrieb betrug 586 Jungtiere. Der Handel war lebhaft; es verblieb etwas Ueberstand. R XV 166; Hafer H XIII 158, H XIV 160; Futter- gerfte G IX 160, G XI 163, GXII 165; Weizenmehl WXII und WXVI je 26,60; Roggenmehl R XIII 23,35, RXV 23,75, RIX 23 (alle Mehlpreise erhöhen sich um 0,50 Mk. Frachtausgleich); Weizen- nachmehl 16,25, Weizenfuttermehl 12,50, .Weizenkleie W XIII 10,30, W XVI 10,50, Roggenkiele R XIII 9,48, R XV 9,72; Sojaschrot 12,80; Palmkuchen 13,10; Erdnußkuchen 14,30; Treber 17,25 bis 17,35, Heu 11; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 3,60 bis 3,75. rege Aussprache an. < Wißmar, 26. Sept. Bei der zweiten D Miner ft eigerung hatte die Gemeinde einen sehr guten Erlös zu verzeichnen. Es wurden für gute Tafeläpfel 6 bis 8 RM. pro Zentner am Baum bezahlt. Die Preise für Wirtschaftsäpfel und Birnen schwankten zwischen 2 und 5 RM. pro Zentner. Kreis Bievenkops. (D Bischoffen, 26. Sept. Im Zusammenhang mit der F e u e r s ch u tz w o ch e wurde hier unter Leitung des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr W. Rinck eine große Hebung durchgefuhrt. Es war angenommen, daß ein großes Gehöft mit anschließenden Wirtschaftsgebäuden in Brand geraten war. Die Motorspritze wurde eingesetzt und aus drei Rohren Wasser gegeben. Im Anschluß an die Hebung sand ein Werbemarsch der Feuerwehr statt. Der Marsch führte bis zur ,Mt-n Gdjnbc . Dort hielt der Kommandant der Wehr eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung der Feuer- ckußwoche hinwies. Eine Ehrung der gefallenen Gaben des Weltkrieges schloß sich an Mit dem Feuerwehrgruß unb einem breifachen „Sieg-Heil! auf den Führer Adolf Hitler wurde die Deran- staltung geschlossen. Arn Sonntagvormittag nahm die Wehr am Kirchgang teil. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische schlüge für Küche und Haus. 11.45: Sozialbienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittags- konzert III. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.10: Für die Frau. 16: Nachmittagskonzert des Symphonieorchesters Baden-Baden. 17.30: Bauernblut. Selos- erlebtes von Ludwig Waldweber. 17-45: Kleine Unterhaltung. 18: Stunde der Jugend. 18Jö: -oer Himmel im Oktober. — Wie wurden die Licht- fignale der Algol-Sonne enträtselt? Ä^iesesprach mit Professor E. Sittig, Frankfurt a. M. 18 50. Unterhaltungskonzert des Stadt. Orchesters, Trier. 19.45: Politischer Kurzbericht. 20: Nachrichten.,20.15. Stunde der Nation. Die Landschaft spricht: Herbstlicher Taunus. 20.55: Unterhaltungskonzert. Frankfurt a. M., 26. Sept. An der Borst bestand die Zurückhaltung Zwar noch fort, die Stimmung war aber auf Grund kleinerer Kundenorders, die meist auf leere Märkte stießen, etwas freundlicher, nachdem bereits an der gestrigen Abendborst eine gewisse Erholung eingetreten war. Etwas Anregung gaben günstige Wirtschaftsmeldungen, wie die Abschlüsse im Konzern von Felten & Guilleaume Auch der Abschluß im Klöckner-Konzern mit 2,50 (0) v. H. Dividende wurde heute infolge feiner star- ten Liguiditätsoerbesserung besser gewürdigt, nachdem man gestern hinsichtlich der Ausschüttung etwas enttäuscht war. Bei im ganzen noch kleinen Umsätzen zeigten die meisten Marktgebiete daher leichte Kursbefestigen. Auch am Rentenmarkt war das Geschäft in deutschen Anleihen bei unveränderten Kursen recht klein, unb auch in Mexikanern ließ bie Umsatztätigkeit bei leicht abbröcfelnben Kursen nach. Von sonstigen frembcn Werten gaben Rumänen etwas nach, während Schweiz. Bahnanleihen zumeist um 2 v. Sy höher lagen. Goldpfandbriefe, Kommunal-Obligatio- nen und Stadtanleihen tagen bei unveränderten Kursen ruhiger, fiiquibationspfanbbriefe tenbierten bei Abweichungen um 0,25 bis 0,50 v. H. uneinheitlich. Im Freiverkehr zogen Ufa auf 45 (44) an, NSU. unoeränbert 17 v. Sy Tagesgeld war im Hinblick auf den Ultimo etwas gesucht und zog um 0,25 auf 3,50 v. Sy an. Abendbörst freundlich. An der Abendbörfe hielten sich die Umsätze in engen Grenzen, da die Unternehmungslust der Kulisse infolge des nur kleinen Ordereinganges minimal war. Die Stimmung war aber weiter freundlich, unb auf Basis bes Berliner Schlußstanbes machte sich zumeist etwas Nachfrage geltenb. Weiter Italiener Viba 6:4, 6:3. Der Gordon-Dennett-Weitflug. Fast alle Ballons gelandet. Von den 16 Ballons, die am Sonntag in Moko- tow bei Warschau zum Wettbewerb um den Gorbon- Bennett-Preis gestartet sind, dürfte sich kaum einer mehr in der Lust befinden. Wenn die Landemeldungen nur spärlich und unvollkommen eingehen, so dürste dies wohl daran liegen, daß die meisten der Ballone in menschenarmen Gegenden Rußlands und Finnlands niedergegangen sind, so daß die Besatzungen gezwungen sind, stunden-, oder wie im Vorjahre, tagelang zu suchen, bis sie eine menschliche Ansiedlung und bie Möglichkeit finben, sich telephonisch ober telegraphisch mit ben zustänbigen Stellen in Verbinbung zu treten. Bis alle Ballonfahrer aufgefunben finb, werben noch einige Tage Preußen. Kreis Wetzlar. Q Wetzlar, 26. Sept. Die Hauptversammlung bes Obst- unb Gartenbaus e r e in s für ben Kreis Wetzlar fanb im Hotel Luy statt und war gut besucht. Der Vorsitzende Landrat Grillo, wies darauf hin, daß es das B^>lreben der deutschen Obstzüchter sein müsse, den deutschen Markt von der Belieferung durch ausländisches Obst immer mehr zu befreien. Dies könne am besten dadurch geschehen, daß nur Obst bester Beschaffenheit erzeugt würde. Der Geschäftsführer gab dann den Geschäftsbericht über das Veremsjayr 1933. Dieses Jahr war ein schlechtes Obstjahr, da die Hauptobstarten Aepfel und Birnen eine sehr geringe Ernte ergaben. Die Obstpreise waren dementsprechend hoch, die Preise für Beerenobst dagegen sehr niedrig. Die Mitgliederzahl betrug 675. Gemüsesämereien wurde unentgeltlich an die Mitglieder verteilt. Der gemeinschaftliche Samenbezug ergab aus 33 Gemeinden 174^ Kilogramm. Die Bücherei des Vereins wurde sehr wenig in Anspruch genommen. Die geplante Obstausstellung mußte wegen der schlechten Obsternte ausfallen. Durch den gemeinschaftlichen Bezug von Dbftbäumen wurden 2700 Bäume gepflanzt. Die Rechnungslegung ergab für 1933 in Einnahme 3526,82 Mark, m Aus- gäbe 3048,96 Mark. Die Rechnung wurde von den Lehrer i. R. Schütz in Aßlar und Lehrer F re i - t a g in Wetzlar-Niedergirmes geprüft und richtig befunden. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Voranschlag für 1934 wurde in Einnahme und Ausgabe auf 1492 Mark festgesetzt. In diesem Jahre findet am 7. und 8. Oktober eine Obst- und Gemüse- schau in Leun statt. In dem folgenden Vortrag über Schädlingsbekämpfung wurde darauf hinge- wiesen, daß es vor allem notwendig sei, durch die Winterspritzung unserer Obstbäume einigen gefahr- lichen Krankheiten und Schädlingen energisch zu Leibe zu gehen. An den Vortrag schloß sich eine erholt waren besonders Reichsbankanteile (plus 0,65 v. H.), auch sonst traten für eine ganze Reihe von Papieren Besserungen um 0,25 bis 0,50 v. Sy ein. Im Verlaufe blieb das Geschäft recht klein. Inzwischen ist auch der letzte deutsche Gallon, „Deutschlan d", mit den Führern G o tz e- V i g e l gelandet. Die beiden deut chen Fahrer sind unter ben Ballonen gewefen, bie in der Nahe von Leningrad landeten und von denen bisher nähere Bezeichnungen fehlten. Die Fahrer haben sich entschlossen, 75 Kilometer von Leningrad entfernt beim Bahnhof Dno niederzugehen. Bei der^ Landung blieben die beiden Fahrer unverletzt. Die zurück - gelegte Strecke beträgt etwa 1050 Ättometer. löte weitesten Entfernungen fdjemen bie beiden Polen Bolonia" und „Kosziusko" mit rund 1200 bzw. 1250 Kilometer Zurückgelegt zu haben. Iwl ganzen liegen jetzt die Landemeldungen von 13 Ballonen oo?, von denen drei noch nicht identifiziert sind. Feltaestellt sind als gelandet die Deutschen Wilh. von Opel, Stadt Essen'und Deutschland die Polen Polonia und Kosziusko, die Belgier Brussel 1935 • Belgien, der Amerikaner Buffalo Courier F r a n k f u r t a. M., 26. Sept. Am Getreidegroßmarkt hat sich das Angebot in Brotfrucht seitens der Landwirtschaft im Hinblick auf die höheren Festpreise im nächsten Monat etwas verringert; die Nachfrage der Mühlen hat indessen keine Belebung erfahren, so daß die Umsätze nur klein waren. Hafer und Futtergerste sind bei knappem Angebot weiter gesucht. Große Nachfrage zeigt sich außerdem für ölhaltige Futtermittel, zumal mit Ablauf dieses Monats die Preise einen Zuschlag um 20 Pfennig pro 100 Kilo erfahren. Die Zuteilungen der Oelmühlen sind jedoch sehr gering, so daß auch hier nur kleines Geschäft zustandekam. Mühlennachfabrikate waren bei kleinem Angebot ebenfalls gut gefragt. Das Mehlgeschäft liegt fast vollkommen darnieder, auch für spätere Lieferung zeigt sich nur minimale Kauflust. Die Preise erfuhren gegen ben Montagsmarkt keine Veränderung. ein. Me schon erwähnt, versagte der Sturm vollkommen vor bem Tor unb die Neerlage war nicht 3U vermeiden. Die Hintermannschaft leistete sehr gute Arbeit; auch die bestgemeinten Schüsse waren eine sichere Beute des Gießener Torhüters Mit dem Schlußergebnis von 5:4 für Roth fand das Spiel seinen Abschluß. 2Hto. II — Tv. Hausen I 8:7 (2:3). Die zweite Mannschaft des Männerturnvereins konnte wider Erwarten ihr erstes Verbandsspiel siegreich gestalten. Stark ersatzgeschwächt, mit wenig Hoffnung auf Erfolg, aber mit einem um so größeren Siegeswillen trat die Elf ihren Ausflug nach Hausen an. In einem wechselvollen Spiel — bald führten die Hausener, bald die Männerturner —, gelang es ihr dank ihres großen Eifers, gegen die körperlich überlegene und schlagkräftige Hausener Mannschaft ein 8:7 zu erringen und damit zwei wertvolle Punkte mit nach Hause zu bringen. 2Hfü. Jugend — Tv. Gröningen Jugend 14:1 (7:0). Vor bem Spiel ber ersten Mannschaft trug bie Jugenb bes Männerturnvereins gegen bie gleiche des Tv. ©rüningen ihr erstes Verbanbsspiel aus. Die Männerturner, bie nur mit neun Mann antraten, lieferten ein schönes Spiel unb konnten ihren Gegner sicher mit 14:1 abfertigen. Ruttershausen I — Launsbach I 7:5 (5:3). Am Sonntag trugen obige Mannschaften ihr erstes Pflichtspiel in ber Vorrunbe aus. Der Platzverein, ber in ber ersten Halbzeit mit günstigem Wind spielte, konnte kurz nach Spielbeginn die Führung übernehmen und sie bis zur Pause behaupten. Bei einem Stand von 5:3 Toren wurden die Seitew gewechselt. Nach der Pause legte sich Launsbach mächtig ins Zeug und konnte sogar den Ausgleich erzielen. Nachdem dann die Gaste etwas abgekämpft waren, kam die Platzmannschaft wieder besser auf und stellte mit weiteren zwei Treffern den Sieg sicher. Das Spiel war ein flotter und fairer Kampf, bei dem bie zähere unb eifrigere Mannschaft ben Sieg baoontrug. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Expreß, der Schweizer Basel und der Tscheche Bratislava. Kurze Sportnot,zen. Tumerfieger beim internationalen Tennisturnier in Villa d'Cste am Comosee mürbe ber Berliner Heinrich Henkel, ber im Endspiel den Neuseeländer Malfroy 4:6, 6:1, 6:1, 5:7, 6'3 bezwang. Bei den Damen siegte Hilde Sperling mit 6.2, 6.2 über die Italienerin Valerio. ♦ Jules ßaboumegue, der frühere Mittel- strecken-Weltrekordmann und jetzige Berusslaufer, ging zum zweiten Male in Moskau an heri Star . Er gewann ein 1500-Meter-Laufen in 4:02,6 Minuten vor dem Russen Denisosf. Die am 30. September wegen des Erntedankfestes abgesetzten Spiele der Fußball-Gau- liga Nordhessen werden sämtlich am 7. O k t. nachgeholt. Don diesem Tage ab wird dann eine neue Terminliste herausgegeben. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. — Reichsbankdiskont 4 v. Sy, Lombardzinsfuß 5 v. H. Berlin lurs Datum | 25-9- 26-9. 25-9. 26.9 Datum Datum 77,5 95 95,25 95 94,65 5,1 93,4 93,1 93,4 93,4 97,75 97,65 97,4 13,75 25,65 25,5 25,5 93,5 93,9 94 94 157 90,75 91,5 91,5 91,5 90,5 90,5 102,5 101,25 101,13 101,13 101,5 92 91,65 92 92 2,489 92 2,485 2,479 91 91 91,9 91,5 93 93 93 93 (i 130,65 170 170,25 13,9 28,75 190 8 8 Dividende an. ngeführten Ziffern Berlin — Frankfurt a. IN. 146 123 30 222 85,75 113,25 61,25 103,5 79 74,5 72 74,5 146,4 72,25 74,25 143,75 25,65 26,5 •I 65 66 48 68,5 63,35 81,49 34,08 28,75 78,4 96,5 67 72 74,5 145,75 80,5 118 132,5 50 55,5 48,13 239 91,5 81 118 132,5 65,5 66,5 48,25 69,5 30 227 178 131 58,385 54,84 12,28 16,46 169,31 21,38 61,75 7 s (i o 0 0,653 58,545 0,199 3,047 54,99 81,77 12,315 5,435 16,50 169,73 21,48 0,735 5,714 61,91 48,95 11,18 63,52 81,67 34,19 10,42 58,545 0,199 3,047 54,99 81,77 12,315 5,435 16,50 169,73 21,50 0,735 5,714 61,91 48,95 11,18 63,52 81,67 34,22 10,42 63,61 81,81 34,22 0 0 0 6 6 0 0 58,665 0,201 3,053 55,11 81,93 12,345 5,445 16,54 170,07 21,52 0,737 5,726 62,03 49,05 11,20 63,64 81,83 34,25 10,44 50 55,25 72 74,25 144 146,65 100 119,4 77,4 109,75 102,75 78,5 96.25 67 80 74,75 28 147 100 118,5 75,75 109,25 102,5 93,5 145 123,75 28,65 78,75 96 67 142,13 218 91,75 42 89,25 78,5 99,25 48,13 240,5 91,25 40,75 13,65 123,5 125,25 154 111 65,25 133 48 70 121,5 50,4 55,9 90,25 30,13 227,5 178 131 47,65 239 91 40,5 14 126,5 143,75 219 93,9 42,13 91 147 99 119 75,5 109,75 103 93,5 145 123 28,65 78 96,25 67,25 77,25 99,13 48 238,5 91,4 40,5 13,75 126,5 125,25 156 93 101,75 93 101,75 93 101,75 86,25 113,75 62 104,5 111,5 64,5 132,75 48 68,5 124,5 50 55,4 89,75 29,9 223 179,25 130,5 93 101,75 28 146,65 100,9 119,25 77 109,5 103 93,75 146 124,5 86,75 113,9 62,13 104 77,25 170 126,75 80 74,65 86 113,5 61,9 103,75 76 170,25 126,5 79,5 74,4 28,75 77 190 % desgl. Serie 11 ............. 5% Rn inan, vereinh. Rente v. 1903 4Vs"s,Nuinän.verei>ih.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2V*% Anatolier ............... 4,4 39,9 . 0 . 0 . o i" . o . (I . 0 . 5 . 5 ?y2 Buenos Aire» Brüssel..... Rio de Jan. . Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingsors.. Paris ...... Holland .... Italien..... 2,457 58,625 55,06 12,32 16,52 169,99 21,46 61,99 A.E.G. Bekula I. G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metailgesellschaft Schlußl. Mittagbörse . 0 . 0 32,25 1,3 7,65 32,5 1,3 7,8 7,25 7,25 13,9 31,75 1,25 7,75 7,25 7,4 14,25 ^ranlfur^aU^ Buderus ......... Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknermerke ............... Mannesmann-Röhren 8 5,1 7,5 4,4 39,75 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4>/,% desgl. von 1913.......... 6% vbgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... 32 1,3 7,85 7,2 7,4 14,75 8 4,95 7,5 4,5 38,9 4,75 7,6 4,35 38,75 Gritzner Ol Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker.........8, 58,665 0,201 3,053 55,11 81,93 12,345 5,445 16,54 170,07 21 -54 0,737 5,726 62,03 49,05 11,20 63,64 81,83 34.28 11,44 6% Deutsche Reichsanlethe v, 1927 6% ehem.7% Tt. Reichsanl.v. 1929 b'/2% Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Aul.-Ablös.-Schrlld mit Auslos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte 6% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 5/i% Hess. Landes-Hypothekew bank Darmstadt Liaui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm, Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Vanl Goldpfe. 15 unkündbar biS 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 b>/r% ehem. 4>/z% Franks. Hyp.° Bank-Liau.-Psandbriefe....... 6*/2% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 6% ehem. 8% Pr. Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- knefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. 2,483 Banknoten. Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft .............6 Fellen & Guilleaume 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 SchuckertLCo............. 6 Siemens L Halske 7 Lahmeher L Lo 10 Bergbau.. Kokswerke........... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl........... Vereinigte Stahlwerke. Ltavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth Hambnrg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 .Vansa-Dampfschiff...........0 Norddeutscher Lloyd 0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................0 Dresdner Bank 0 Reichsbank ................12 Schultheis Patzenhofer 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bembcrg...................0 Zellstoff Waldhof 0 Zellstoss Aschaffenburg 0 Dessauer GaS ...............7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 0 Orenstein & Koppel 0 Leonhard Tietz ..............0 Chade......................10 Accumulatoren-Fabrik 0 Eontt-Gummt...............0 Amerikanische Roten Belgische Noten.................. Dänische Noten ............. Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten .......... - Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten .. Schweizer Noten...... ....... Spanische Noten Ungarische Noten ......... 6*- kurs börke | JJ IC IJUUCl Fram un a. JJi. MC II -piipic l t M •Öen,. Schluß« lurs Schluvl. Abend« bSrse Schluß« lurs Schlußl. Mittag- börfe 25. J. | 26-9. | 25-9. | 26-9. .vraiuiui u. jJi. 23erlm Schluß« kurü Schlußl. Abendbörse Schluß« lurs Schlußl. mittag« börfe 25.9. | 26-9- 25-9. 26-9- 25. September 26-September Amtliche Notierung