Nr. 173 Erstes Blatt M- Zahrgang 8rettag,27.ZuliM4 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giehener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatr Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummee bis 8^Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Ltnglückliches Oesterreich Das tragische Schicksal des Menschen und Politikers Dr. Dollfuß hat sich furchtbar erfüllt. Eine Handvoll ehemaliger österreichischer Bundessoldaten, die man wegen politischer Unzuverlässigkeit aus dem Heeresdienst entlassen hatte, versuchte, die Regierung Dollfuß abzusetzen. Diese kleine Gruppe von Aufständischen hat im Verlauf ihrer Aktion schwere Blutschuld auf sich geladen, als sie den Bundeskanzler niederstreckte und ihn selbst damit zum Märtyrer seiner eigenen Politik machte. Uns erfaßt tiefes menschliches Mitgefühl mit diesem Manne, an dessen lauterem Wollen und persönlicher Sauberkeit wir nicht zweifeln können. Aber wir sehen in seinem Tode zugleich eine eindringliche und e r n st e Mahnung an seinen Nachfolger, nicht weiter die Spitzen der Bajonette gegen die Mehrheit des Volkes zu richten, die es nicht fassen kann, daß man Oesterreich zum Spielball fremdländischer Interessen machte, daß man ein artfremdes Regiment aufrichtete und daß man noch nicht einmal die Stimme der Bürger, Bauern und Arbeiter in freier und geheimer Wahl sprechen ließ. Alle Berufe und Stände Oesterreichs haben schwerstes Leid tragen müssen in diesen letzten Jahren. Das Blut der Arbeiterschaft ist geflossen. Das Bauernvolk seufzt unter den katastrophalen wirtschaftlichen Verhältnissen, Handel und Wandel stocken und schwinden. Der Fremdenverkehr liegt ganz darnieder. Die Attentate und Anschläge ließen das Land nicht zur Ruhe kommen. Und nirgends öffnete sich ein Weg nach aufwärts. In dieser allgemeinen Verzweiflung konnte man seit Monaten schon damit rechnen, daß eines Tages einmal die Katastrophe eintreten würde. Dollfuß bat hohen Einsatz gewagt, und er hat Spiel und Leben verloren. Schon seit geraumer Zeit versuchte man, die Schuld an den unhaltbaren innerpolitischen Zuständen in Oesterreich Deutschland zuzuschieben. Man war bemüht, eine internationale Intervention in Berlin vorzubereiten und dazu auch Mussolini zu gewinnen. Die deutschfeindliche Presse des Auslandes hatte diesen Gedanken mit Freuden ausgenommen. Die Ereignisse des gestrigen Tages haben, geschürt durch zweideutige Bemerkungen und Verlautbarungen durch den Wiener Rundfunksender, der Pressehetze neuen Austrieb geaeben. Obwohl alle Anzeichen darauf hindeuten, daß wir es mit rein innerpolitischen Vorgängen O e st e r r e i ch s zu tun haben, wird auch jetzt wieder in einem Teil der ausländischen Blätter eine reichsdeutsche Beteiligung an den Unruhen künstlich konstruiert. Nichts, aber auch gar nichts deutet darauf hin, daß irgendwelche Fäden nach Deutfchlannd gelaufen wären. Es steht vor allem authentisch fest, daß die Aufrührer österreichische Staatsangehörige sind. Noch nicht einmal die politische Richtung der 144 ehemaligen Heeresangehörigen, die gefangen gesetzt worden sind, ist einheitlich. Völlig eindeutig und über jeden Zweifel erhaben ist die Stellungnahme der Reichsregierung, als die blutigen Vorfälle bekannt wurden. Sie hat sofort die deutsche Grenze gegenüber dem österreichischen Nachbarstaat abgeriegelt. Eine scharfe Sperre ist ferner über die Gemeinschaftslager österreichischer Flüchtlinge verhängt worden, die zum Teil Hunderte von Kilometern von der Grenze entfernt liegen, um diesen jede Möglichkeit zu nehmen, irgendwie aktiv an den sich entspinnenden Kämpfen teilzunehmen. Das Gerede von dem angeblichen „Aufmarsch der österreichischen Legion" entbehrt jeder Grundlage. Genau so unantaftbar ist das Verhalten der Reichsregierung gegenüber der Vermitt- l u n g s a k t i o n, zu der sich der deutsche Gesandte in Wien, Rieth, auf vielfaches Drängen österreichischer Mini st er bereitgefunden hat. Wenn man auch der Ansicht sein darf, daß Rieth nur deswegen seinen Schritt unternahm, um der österreichischen Regierung behilflich zu sein und um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, so ist doch seine sofortige Abberufung verfügt worden, um jeden Schein zu vermeiden, als ob man ihn seiner persönlichen Verantwortung für seinen eigenmächtigen Schritt entledigen wolle. Gerade dieser Entschluß der Reichsregierung hat im Auslande den denkbar besten Eindruck gemacht. Noch einen völlig schlüssigen Beweis gibt es, der die Mitwirkung nationalsozialistischer Kreise als ausgeschlossen erscheinen läßt. Die A u f - r ü h r e r haben ihn s e l b st gegeben, als sie im Rundfunk Dr. R i n t e l e n als neuen Bundeskanzler ausriefen. Niemals würden Nationalsozialisten im Falle eines Putsches ausgerechnet einen christlich-sozialen Führer auf den Schild erhoben haben, wie es der österreichische Gesandte in Rom gewesen ist. Dazu kommt noch ein weiteres. Dr. R i n t e l e n ist eine Figur, die ungefähr mit dem erschossenen General Schleicher verglichen werden kann. Er unterhielt Beziehungen nach allen Seiten hin. Er liebäugelte mit den Christlich-Sozialen wie auch mit den Nationalsozialisten. Er unterhielt Beziehungen zum Bundesheer wie zur Heimwehr. Für diese Art Staatsmann ist heute kein Platz mehr. . Und schließlich darf auf das erschütternde Beileidstelegramm des Reichspräsidenten von Hindenburg, sowie auf den Abbruch des Besuchs des Führers in Bayreuth hingewiesen werden, um auch stimmungsmäßig die Trauer unserer Reichsregierung über die neue schwere Prüfung des Brudervolkes zum Ausdruck zu bringen. ,. Nach alledem muß es als u n g e h e u e r l l ch bezeichnet werden, wenn gewisse ausländische Kreise papen geht als Sondergesanbier nach Wien. Oer Führer will zur Entspannung der Gesamtlage beitragen und insbesondere das Verhältnis zu Oesterreich wieder in normale und freundschaftliche Bahnen geleitet sehen. Berlin, 27. 3uli. (DRV.) Reichskanzler Adolf Hiller Hal an Vizekanzler von Papen nach- slchendes Schreiben gerichtet: „B a y r e u t h, 26. Juli 1934. Sehr verehrter Herr v. pap en! Im Verfolg der Ereignisse in Wien habe ich mich gezwungen gesehen, dem Herrn Reichspräsidenten die Enthebung des deutschen Gesandten in Wien Dr. Rieth von seinem posten vorzuschlagen, weil er auf Aufforderung österreichischer Bundesminister bzw. der österreichi- chen Aufständischen sich bereitfinden ließ, einer zwischen diesen beiden getroffenen Abmachung bezüglich freien Geleites und Flucht der Aufständi- chen nach Deutschland ohne Rückfrage bei der deutschen Reichsregierung seine Zu- timmung zu geben. Der Ge sandte hat damit ohne jeden'Grund das Deutsche Reich in eine interne österreichische hervorgeht, daß die deutsche Regierung den Ereignissen in Wien völlig fernsteht, werden sehr beachtet. Die Schließung der Grenze, die Abberufung des deutschen Gesandten in Wien, die Ankündigung, daß alle österreichischen Aufständischen, die versuchen, die deutsche Grenze zu überschreiten, verhaftet werden, das Beileidstelegramm des deutschen Reichsaußenministers und der Beschluß des Reichskanzlers „angesichts der bedauerlichen Ereignisse in Oesterreich an keinen weiteren Vorstellungen der Bayreuther Festspiele teilzunehmen", haben ihren Eindruck nicht verfehlt. „Nie deutsche Haltung einwandfrei." Eine vernünftige englische Stimme. London, 27. Juli. (DNB. - Funkspruch.) In einem Leitartikel sagt „Daily Mai l": „Herr Hitler hat Schritte getan, die zeigen, daß das vom Reichspräsidenten von Hindenburg bekundete Beileid zum Tode des Bundeskanzlers Dollfuß nicht bloß formal ist. Die Besorgnis vor internationalen Verwicklungen hat sich infolge der Vorsicht und Zurückhaltung der Nachbarn Oesterreichs erheblich vermindert. Die deutsche Haltung ist einwandfrei gewesen." Außerordentliche Tagung des Völkerbundsrats? Paris, 27.Juli. (DNB.-Funkspruch.) Die getarnte Iranzösische Presse bespricht weiter die Vorfälle in Oesterreich und beschäftigt sich mit den Folgen, die daraus entstehen könnten. Der „E x - c e l s i o r" glaubt ankündigen zu können, daß man bei den Verhandlungen zwischen Paris, London, Rom und Genf den Zusammentritt einer außerordentlichen Völkerbundsratstagung in der nächsten Woche ins Auge fasse, und zwar unter Bezugnahme auf Artikel 11 des Völkerbundsstatuts. Der Rat werde wahrscheinlich einen aus dem mit der Verfolgung der Angelegenheit beauftragten Großmächten zusammengesetzten Ausschuß ernennen. Im übrigen erklärt der. „Excelsior", daß sich Frankreich zurückhal- t e n d zeigen werde. Es werde keine Initiative ergreifen, aber es werde die Ereignisse mit der größten Aufmerksamkeit verfolgen. Angelegenheil hineingezogen. Das At- tenlal gegen den österreichischen Bundeskanzler, das von der deutschen Reichsregierung auf das schärfste verurteilt und bedauert wird, hat die an sich schon labile politische Lage Europas ohne unsere Schuld noch weiter verschärft. Es ist daher mein Wunsch, wenn möglich zu einer Entspannung der Gesamtlage beizutragen und insbesondere das seit langem getrübte Verhältnis zu dem deutsch- östecreichischen Staat wieder in normale und freundschaftliche Bahnen geleitet zu sehen. Aus diesem Grunde richte ich die Bitte an Sie, sehr verehrter Herr v. p apen, sich dieser wichtigen Aufgabe zu unterziehen, gerade weil Sie seil unserer Zusammenarbeit im Kabinett mein vollstes und uneingeschränktes Vertrauen besahen und besitzen. Ich habe daher dem Herrn Reichspräsidenten vorgefchlagen, daß Sie unter Ausscheiden aus dem Reichskabinett und Entbindung von dem Amt als Saarkommissar, für eine befristete Zeit i n Sondermission auf den poften des deutschen Gesandten in Wien berufen werden. In dieser Stellung werden Sie mir unmittelbar unter st ehe n. Indem ich Ihnen auch heute noch einmal danke für alles, was Sie einst für die Zusammenführung der Regierung der nationalen Erhebung und seitdem gemeinsam mit uns für Deutschland getan haben, bin ich Ihr sehr ergebener gez.: Adolf Hiller." Wiederaufhebung der Sonder-Grenzsperre. Berlin, 26. Juli (DNB.) Die Reichsregierung hatte, um jede Möglichkeit eurer Beteiligung an den österreichischen Ereignissen von vornherein auszuschließen, bereits am 25. Juli 1934, 16 Uhr, die völlige A u s r e i s e s p e r r e gegenüber Oesterreich für alle Reichsangehongen und tn Deutschland aufhaltsamen österreichischen Flüchtlinge angeordnet. Die daraufhin von dem Reichsminstter des Innern zur Durchführung dieser Ausrelse- sperre getroffenen Maßnahmen sind heute nach- mittag als' durch d i e Verhältnisse überholt wieder aufgehoben worden, Für den Reiseverkehr mit Oesterreich gilt nach wie vor das Gesetz über die Beschränkung der Resten nach der Republik Oesterreich vom 29. Mal 1933. Starke Beachtung der reichsdeutschen Maßnahmen in London. London. 26.Juli. • "M vxt Keine deutsche Stelle beteiligt. Sämtliche Anweisungen der Reichsregierung sofort und restlos durchgeführt. Berlin, 26. Juli. (DRV.) Amtlich wird ungeteilt: Roch in der gestrigen Rächt wurden von der R e i d) s r e g i e r u n g Untersuchungen a n - g e ft e 111, ob sich irgendeine deutsche Stelle im Zusammenhang mit den österreichischen Vorgängen eine direkte oder indirekte Beteiligung Hal zuschulden kommen lassen. Die im Laufe des heutigen Tages abgefdjloffene eingehende Prüfung und Vernehmung ergab, daß keine deutsche Stelle in irgendeinem Zusammenhang mit den Ereignissen steht, sowie daß alle nach Bekanntwerden der Vorgänge erlassenen Anweisungen sofort und restlos durchgeführt wurden. Insbesondere erfolgte, um jedes unerwünschte Ueberschreiten der Grenze zu verhindern, eine durchgehende Absperrung sämtlicher Straßen nach Oesterreich, während andererseits den Insassen der Anhaltelager der österreichischen Flüchtlinge und Emigranten jedes Verlassen der Unterkünfte untersagt wurde. Es ist daher weder vor, noch nachher eine Grenzüberschreitung von auch nur einer person vorgekommen, die in Verbindung mit diesen Ereignissen gebracht werden könnte. Bei schärfster Überprüfung gelang es, nur einen einzigen Fall festzustellen, bei dem durch eine nicht gründlich genug erscheinende Kontrolle von Meldungen, die aus Oesterreich kamen und weiterverbreitet wurden, ein vielleicht gegenteiliger Eindruck hätte erweckt werden können. Der für die über den Münchener Sender gegangenen Meldungen verantwortliche Landesinspekteur Habicht wurde daraufhin heute vormittag 10 Uhr seines poffens a t s Landesinspekteur enthoben und zur Disposition gestellt. Das Beileid der Staaisoberhäupier. Deutschland. Berlin, 26. Juli. (DNB.) Reichspräsident von Hindenburg hat an den österreichischen Bundespräsidenten M i k l a s anläßlich des Attentats aus Bundeskanzler Dollfuß nachstehendes Beileidstelegramm gerichtet: „Tief erschüttert durch die Nachricht, daß Herr Bundeskanzler Dollfuß einem verabscheuungswürdigen Anschlag zum Opfer gefallen ist, spreche ich Ew. Exzellenz meine herzlichste Anteilnahme aus. Reichspräsident von Hindenburg." England. London, 26. Juli. (DNB.) Der K ö n i g von England sandte am Donnerstag folgendes Beileidstelegramm an den Präsidenten der österreichischen Republik: „Mit Schrecken habe ich von dem feigen Mord an dem Bundeskanzler Dr. Dollfuß gehört, und ich beeile mich, Ihnen, Herr Präsident, mein tiefstes Mitgefühl mit Ihnen und der österreichischen Nation in mit zum Teil nicht wiederzugebenden Schimpswor- ten von einer deutschen Emm.schung m d e öfter- reichischen Wirren sprechen. Es gibt Blatter — besonders in Paris - die ü»n un (er e n « ol1s - sührern als von einer »Horde von B a n - d ite n" schreiben, gegen d,e em internationales Kesieltreiben beginnen müsse. Man spricht auch "J*1 neuen Sera,ewo, das durch die Schuf aus Dollfuß eingeleitet worden sei. Aber man verzeichnet andererseits -uch durchaus obiek- «v° und leidenschaftslose Blatterstimmen, und zwar gerade in den maßgebenden Organen der Groß, machte. „Times" zum Beispiel betrachtet es. als unfair, von einer deutschen Verant- Wörtlichkeit an den Wirren zu sprechen. Der offiziöse „Petit Parisien" erkennt in den Vorgängen des 25. Juli ausschließlich innerpolitische Auseinandersetzungen, die in keiner Weise eine Jnterventon auszulösen imstande seien. Das Ausland soll sich darüber klar sein, in welchem Maße es schon bisher die Beunruhigung in ganz Europa durch hemmungsloses Hetzen geschürt hat. Jeder, der diese Beunruhigung weiter vermehrt, macht sich mitschuldig an der dann unausbleiblichen allgemeinen Zersetzung. Die Dinge sind, auch nachdem die Teilaktionen in Wien am Ballhausplatz und im Rundfunkhaus als abgeschlossen gelten können, noch in vollem Fluß. Es ist noch gar nicht abzusehen, welche Entwicklung die Lage in Oesterreich nehmen wird und welche internationalen Folgen daraus entstehen können. Tiefes Mitgefühl gilt dem unglücklichen Volk in Oe st erreich, das haltlos den widerstrebenden Einflüssen ausgesegt ist und das immer tiefer in Chaos und Ohnmacht versinkt. Wann wird der Zeitpunkt kommen, da die Machthaber in Wien den Weg des Verständ- n i s s e s und der Zusammenarbeit mit Deutschland finden werden, mit dem tausendjährige Bande des Blutes und der Geschichte sie verbindet? diesem tragischen Slugenblicf zu Übermitteln. Ich bitte, auch Frau Dollfuß in der Königin und meinem Namen unser aufrichtigstes Beileid auszusprechen." Oer Papst Rom, 26.Juli. (DNB.) Papst Pius XI. hat an den österreichischen Bundespräsidenten M i k l a s ein Beileidstelegramm gesandt, in welchem er sagt, daß er den bitteren Schmerz Oesterreichs und der ganzen Kulturwelt aus tiefster Seele teile. Ferner bezeichnet der Papst Dollfuß als einen treuen Sohn der Kirche und hervorragenden Staatsmann. Kardtnalstaatssekretär Paccelli hat an Schuschnigg, sowie an die Witwe Dollfuß' Beileidstelegramme gesandt. Amerika. Washington, 26. Juli. (DNB.) Präsident Roosevelt und Frau, sowie Staatssekretär Hüll sandten an Bundespräsident M i k l a s und Minister Schuschnigg Beileidstelegramme, in denen sie mit tiefempfundenen Worten ihrer und des Volkes Teilnahme am Tode des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß Ausdruck geben. ■ & G Der Sender auf dem Bisam-Berge bei Men, der in die Luft gesprengt wurde. Oer Naüonalsozialismus hat mit dem Attentat nichts zu tun. Der„DölkischeBeobachter"gegen die schamlose Hetze in der ausländischen presse. Berlin, 27. Juli. (DNB.) Zu den blutiaen Vorfällen in Oesterreich schreibt der „Völkische .Beobachter" u. a.: Ein gewisser Teil der ausländischen Presse benutzt auch diesen traurigen Anlaß, um den Nationalsozialismus mit Verdächtigungen zu überhäufen und ihm die direkte Schuld am Tode des Bundeskanzlers Dollfuß vorzuwerfen. Kaum waren die ersten unklaren Meldungen über das Attentat und den Putsch bekanntgeworden, als auch schon diese Pressehetze einsetzte. Heute find zahlreiche Einzelheiten über die letzten Vorgänge in Oesterreich bekannt, und alle bieten eindeutige Beweise dafür, daß der Nationalsozialismus, der derartige Gewaltakte schon allein auf Grund seiner organischen Weltanschauung ablehnt, mit diesen Vorgängen nichts zu tun hat. Absurd und verbrecherisch ist es aber, sogar die deutsche Regierung der Teilnahme oder Unterstützung des Attentats zu bezichtigen. Es wird hoffentlich bald möglich sein, über die ganzen Vorgänge in Wien ein klares und lückenloses Bild zu bekommen. Wenn aber in diesem schwer geprüften Land endlich ruhige und gesicherte Verhältnisse einkehren sollen, dann hat die Regierung, die das Kabinett Dollfuß ablöst, die erste und einzige Pflicht, Neuwahlen aus- zu schreib en und dem Volk damit Gelegen- heit zu geben, seinenWillen über b i e weitere Zukunft kundzutun. Diese Forderung muß gestellt werden, denn gerade das nationalsozialistische Deutschland hat ein unbedingtes Interesse daran, daß endlich in dem deutschen Bruderland Ruhe und Frieden einziehen. Vorläufig keine Regierungsumbildung in Wien. Wien, 27. Juli. (DRV.-Funkspruch.) In einer halbamtlichen Mitteilung wird darauf hingewiesen, daß an der Zusammensetzung der Bundesregierung in den allernächsten Tagen keinerlei Veränderung erfolgen werde. Aus Gründen der Pietät für den verstorbenen Kanzler sei man bestrebt, im politischen Leben Oesterreichs, soweit es möglich sei, Ruhe eintreten zu lassen. Außerdem sei die Frage einer Regierungsumbildung durchaus nicht dringend. Dafür spreche auch die Erklärung des gestrigen Ministerrates, daß an dem bisherigen Regierungskurs keine Veränderung vorgenommen werde. Vizekanzler St ar Hemberg führe die G e schäfte der Regierung, somit diejenigen Resiorts, die Bundeskanzler Dollfuß nach der letzten Umbildung der Regierung in feiner Hand vereinigt habe. Dies seien die Angelegenheiten des Kanzleramtes, der auswärtigen Politik, der Sicherheit, des Vundesheeres und der Landwirtschaft. Starhemberg leitet vorläufig die Geschäfte. Wien, 26. Juli. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Vizekanzler F ü r st S t a r h e m b e r g, der am Donnertagvormittag nach Wien zurückgekehrt ist, begab sich nach seinem Empfang beim Herrn Bundes- Präsidenten sofort zur Tagung des Minister r a t s, wo ihm von dem interimistisch mit der Leitung der Regierung betrauten Minister Dr. Schuschnigg der Vorsitz im Ministerrat und damit die Leitung der Geschäfte übergeben wurde. MorgenBeisehungdeöBundeskanzlers Wien, 26. Juli. (DNB.) Die Leiche des Bun- deskanzlers Dollfuß, die heute noch in seinem Arbeitszimmer im Bundeskanzleramt aufgebahrt ist, wird morgen, Freitaa, in die Volks Halle des Rathauses überführt, wo der Bevölkerung Gelegenheit geboten wird, an der aufgebahrten Leiche vorbeizuziehen. Die Beisetzung wird, wie amtlich mitgeteilt wird, bereits am Samstag um 16 Uhr stattfinden. Ein Militärgerichtshof als Ausnahmegericht. Wien, 26. Juli (DNB.) In dem heutigen M i n i st e r r a t, bei dem Unterrichtsminister Dr. Schuschnigg den Vorsitz an den Vizekanzler Starhemberg übergab, ist ein Gesetz über die Einführung eines Militärgerichtshofes beschlossen worden, der als Ausnahmegerichtshof für die Aburteilung der mit dem Umsturzversuch vom 25. Juli in Zusammenhang stehenden strafbaren Handlungen zuständig erklärt worden ist. Der Militäraerichtshof tritt an die Stelle der Stand- gerickte und der ordentlichen büraerlichen Strafgerichte für alle Handlungen, die mit dem Umsturzversuch in Zusammenhang stehen. Der Militärgerichtshof besteht aus einem Senat, dem ein Richter als Verhandlungsleiter und drei Offiziere des Bundesheeres als Beisitzer angehören. Der rangältefte Offizier führt den Vorsitz im Senat. Das Verfahren vor dem Militärgerichtshof spielt sich in ähnlich abgekürzter Weise wie vor dem Standgericht ab. Der Militärgerichtshof ist nicht befugt, unter das gesetzliche Maß von Strafen herabzugehen, oder das außerordentliche Milderungrecht in Anwendung zu bringen. G e - gen d i e Urteile des Militärgerichts- hofes gibt es kein Rechtsmittel. Die Strafen find sofort zu vollziehen. Weiter wurde grundsätzlich beschlossen, den Justiz- Minister zu ermächtigen, ein Amnestiegesetz für die Angehörigen des S ch u tz k o r p s in Vorschlag zu bringen, die bei den Februar- Unruhen im Dienst standen und ihre Pflicht erfüllt haben. Der Ministerrat beschloß ferner, die Versorgung der Familie des ermordeten Bundeskanzlers Dollfuß zu genehmigen. Weitgehende Forderungen der Vaterländischen Front. Wien, 26. Juli. (DNB.) Der Bundesleiter der Vaterländischen Front, Dr. Stepan, hat namens der Bundesleitung und der Landesleitung dem Ministerrat fünf Forderungen unterbreitet. Darin wird erklärt, die Vaterländische Front verlange die sofortige standrechtliche Aburteilung der im Bundeskanzleramt Festgenommenen. Ferner verlange die Vaterländische Front, daß die „führenden Staatsfeinde, Nationalsozialisten und Kommunisten", allerorts unverzüglich in Schutzhaft genommen wurden. Die oft geforderte Säuberung des Beamtenapparates, insbesondere bei der Exekutive, müsse „unverzüglich und rücksichtslos durchgefuhrt werden". Auch das Bundesforst, personal fei sofort zu vereiden und der Gendarmerie zu unterstellen. Auf Antrag der Landes- leitung der Vaterländischen Front müsse die Be- waffnung der Wehroerbände und des Ort ssckutzes durchgeführt werden. Schließlich wird gefordert, daß der Bundesleiter der Vaterländischen Front zum Ministerrat hinzugezogen werde und daß parallel dazu die Landesleitungen der Vaterländischen Front von den Landesregierungen hinzugezogen werden. Weiter wird ein Befehl der Bunoesleitung der Vaterländischen Front veröffentlicht, wonach die verletzt, sowie zwei Maschinengewehre erbeutet. Vaterländische Front drei Monate hindurch für D r. Dollfuß Trauer zu tragen f)at. Einberufung der österreichischen Wehrverbände. Wien, 26. Juli. (DNB.) Im Rundfunk wird ein Befehl des Bundesführers des Heimatschutzes, des Fürsten Starhemberg, verbreitet, der die Mitglieder des österreichischen Heimat- s ch u tz e s auffordert, sich unverzüglich in Uniform und voller Ausrüstung zu melden. Das Schutzkorps, das sämtliche Wehrverbände umfaßt, ist jetzt nach Mitteilungen der Presse sowohl in Wien, als auch in den Bundesländern wie de r aufgefüllt worden. Die Stärke der einberufenen Formationen erreichte bereits am Mittwochabend die Ziffern des während des Fe- bruar-Aufstandes unter Waffen stehenden Schutzkorps. Oie Untersuchung in Wien. Wien, 26. Juli. Die polizeiliche Untersuchung gegen die am Mittwoch im B u n d e s k a n z e r - amt verhafteten 150 Aufständischen soll am heutigen Donnerstagabend abgeschlossen werden. Die polizeilichen Erhebungen richten sich zunächst ausschließlich auf die Feststellung, welche Personen unter den Verhafteten als Rädelsführer angesehen werden können, und welche Personen die Ermordung des Bundeskanzlers oorgenommen haben. Die weiteren Ermittlungen nach den Ursachen und Zusammenhängen des Aufstandes liegen sodann in den Händen des außerordentlichen Militärgerichtshofes, der voraussichtlich am Freitag zusammentreten wird. Die polizeilichen Nachforschungen nach den Schuldigen am Tode des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß find bisher ohne Ergebnis verlaufen, da, wie mitgeteilt wird, bei der Ermordung keine Zeugen anwesend ge- wesen seien. Der einzige 'Anwesende, der Kanzleidiener des Bundeskanzlers, H e d w i c e k, der Dollfuß geraten hatte, das Zimmer zu verlassen, erklärte, sich nicht an den Mann erinnern zu können, der den Todesschuß gegen den Kanzler abgegeben habe. Die verhafteten Teilnehmer des Anstandes verweigerten bei der heutigen Einvernahme alle Angaben, sowohl über die Vorbereitung, wie über die Durchführung des Putsches, ebenso wie über den Mann, der Dollfuß den tödlichen Schuß beigebracht hat. Umfangreiche Verhaftungen von Nationalsozialisten. Wien, 26. Juni. (DNB.) Im Laufe der Nacht und des heutigen Tages sind Verhaftungen von Nationalsozialisten in großem Ausmaß durchgeführt worden. Die Zahl der Verhafteten wird noch nicht bekanntgegeben; es wird jedoch angenommen, daß allein in Wien mehrere hundert Nationalsozialisten festgenommen worden sind. Weitere Festnahmen in Wien. Wien, 26. Juli. (DNB.) Im Zusammenhang mit der Verhaftung des Gesandten Dr. R i n t e I e n int), wie man jetzt erfährt, auch andere Festnah. men erfolgt. Verhaftet wurden der Präsident der Oesterreichischen Luftverkehrs-AG., Wagner, ehemaliger Sekretär des Christlich-Deutschen Arbeiterbundes in Graz, ferner Hofrat Böhm, ehemali- ger leitender Beamter im Bundeskanzleramt und einer der intimsten Freunde Dr. Rintelens. Einer der beiden Verhafteten soll S e l b st m o r d began- gen haben. Der Innsbrucker Attentäter verhaftet. Innsbruck, 26. Juli. (DNB.) Zu dem An- chlag auf den Polizeistadthauptmann Hickl in Innsbruck wirb noch bekannt, daß der Tater nach dem Anschlag flüchtete, später aber von einem Gendarmeriebeamten verhaftet werden konnte. Es handelt sich um den 26jährigen, nach Linz an der Donau zuständigen Handelsangestellten Friedrich Wurnig aus Innsbruck. Zwei Mitbetei- ligte wurden ebenfalls fest genommen. Auch sie sind Oesterreicher. Die Täter werden sich vor dem Standgericht in Innsbruck zu verantworten haben, das bereits in den nächsten Tagen zusammentreten wird. Im Laufe des heutigen Tages wurden in Innsbruck und in Hall zahlreiche Nationalsozialisten in Gewahrsam genommen. Gesandter Rintelen lebt. Wien, 26. Juli (DNB.) Radio Wien meldet: Der österreichische Gesandte in Rom, Rintelen, der gestern abend in Wien verhaftet wurde, hat einen Selbstmordversuch unternommen und ist schwer verletzt. An feinem Aufkommen wird gezweifelt. Gegen abend wurde bekanntgegeben, Gesandter Dr. Äintelen sei um 13.30 Uhr gestorben. Am Donnerstagabend fand im Bundeskanzleramt eine Pressekonferenz statt, in der Gesandter Lud- L - w i g die amtliche Mitteilung machte, daß Dr» Rintelen noch lebt. Die Mittagsmeldung von dem Tod Dr. Rintelens kam ebenfalls aus dem Bundeskanzleramt. Dort wurde den versammelten Diplomaten durch Minister Ludwig die Mitteilung gemacht, daß Rintelen ge st o r b e n ei. Eine ähnliche Auskunft hatte der Bundespreffe- bienft erteilt. lieber die widersprechenden Nachrichten bezüglich des Todes des Gesandten Rintelen erfährt man etzt von amtlicher Seite folgende Aufklärung? Dr. Rintelen fiel um 13 Uhr in eine tiefe Agonie. Um 13.30 Uhr war kein Atem mehr erkennbar. Die Aerzte nahmen an, daß der letzte Augenblick gekommen sei. So kam es zu den Nachrichten von einem Tode um die Mittagsstunde. Seine kräftige Natur überwand aber d i e Krise, und es ging ihm wieder besser. In den Abendstunden wurde er operiert. Sein Befinden soll im großen und ganzen befriedigend sein. Or. Rintelens Schwiegersohn verhaftet. Wien, 26.Juli. (DNB.) Der Schwiegersohn Dr. Rintelens, Dr. Erich Rajakovic, Rechts- anwalt in Graz, ist verhaftet worden. Lebhafte Kämpfe in Steiermark. Wien, 27. Juli. (DNB.) Die Preffestelle der Bundesführung des österreichischen Heimat- ch u tz e s meldet: Die Säuberungsaktion n Steiermark hat große Fortschritte gemacht. Der Pyhrn-Paß, der wichtige Übergang vom Ennstal nach Oberösterreich, mußt' von den Auf- tändischen geräumt werden. Starke Heimatschutzgruppen haben die Strecke A u s s e e—I r b n i n g jefäubert. Die Position Selztal der Aufstänbi- chen ist im Abbröckeln begriffen. In Juden- bürg wurden mehrere hundert Gewehre erbeutet und vom Heimatschutz wurden viele Gefangene gemacht. 3n Unter ft eiermarf ist noch inHaln- r e i n Gefechtstätigkeit. Weststeiermark ist ret. Einige Störungen im Eisenbahnverkehr in Oststeiermark wurden bereits behoben. In ganz Oberösterreich herrscht vollständige Ruhe. Ls wurden über 6000 Mann Heimatschuß aufgeboten, wovon große Kontingente nach Steiermark dirigiert wurden. In Tirol hat der Heimatschutz mehrere national- ozialistische Führer festgenommen. In Kärnten hat der Heimatschutz Ansammlungen auf der Höhe von Annabickl in kurzer Zeit zerstreut. Von privater Seite laufen über die Kämpfe in Steiermark noch immer die verschiedenartigsten Meldungen ein. Während es auf der einen Seite heißt, daß die Kämpfe in Steiermark im großen und ganzen abgeschlossen seien und sich etzt allerdings ein neues Widerstandszentrum in St. Veit an der Glan in Kärnten gebildet hat, lautet ein verläßlicher Bericht aus Graz erheblich anders. In der Nacht fei Leoben zum Teil noch im Besitze der Aufständischen. Es feien heftige S t r a ß e n k ä m p f e im Gange. Zivi- chen B l e i b u r g und Vöcklamarkt in Kärnten fei die Eisenbahnlinie unterbrochen. Militärzüge seien beschossen worden. Es sei jetzt nahezu das gesamte Bundesheer aus Dien abgezogen und in die Aufstandsgebiete geworfen. In Wien sieht man hauptsächlich Heimwehr- l e u t e. Die Landesführung der Heimwehr nimmt zahlreiche Leute auf. An der südslawischen Grenze sind 85 Flüchtlinge aus Oesterreich eingetroffen, die erklären,, daß zeitweise alle entscheidenden Punkte Steiermarks in den Händen der Rebellen gewesen seien, jetzt allerdings hätte d i e Staatsgewalt schon stärker durchgegriffen. Bei Schladning (Steiermark) sott nach verläßlichen Meldungen Artillerie eingesetzt worden sein. Auch aus Wolfsburg in Kärnten werden Unruhen gemeldet. Die Züge der Südbahnstrecke werden kurz vor Leoben aufgehalten. Leoben nach Artillerievorbereitung genommen. 30 Tote beim Heimatjchutz. Dien, 27. Juli. (DRB.) Aus hei matsch uh- kreisen erfährt man, daß insbesondere die Kämpfe bei Leoben äußerst blutig waren. Leoben soll erst nach Artillerievorbereitung eingenommen worden sein. Aus Seiten des Heimatschuhes sollen nach dessen eigenen Angaben 30 Tote zu verzeichnen sein. Man hört auch, daß die Kämpfe noch immer nicht völlig abgeschlossen sind. Im großen und ganzen kann man sagen, daß die Kämpfe an Schwere jene der Februar- tage übertrafen. Man muh bedenken, daß ckm 12. Februar große Teile des Vundesheeres in Dien und in Oberösterreich gebunden waren, während diesmal ein großer Teil der Truppen für Steiermark zur Verfügung stand. AmtlicherBerichtüberdieLage Wien, 27. Juli (DNB.) In einem vom Staatssekretär für das Sicherheitswefen, Karwinfky, am Donnerstag herausgegebenen Bericht heißt es: Der heutige Tag verlief in Wien und beinahe im gesamten Bundesgebiet in vollkommener Ruhe. Die <5 a u b e ru n g s a f t i o n in Steier- m ar f ift zum großen Teil beendet. Nachdem die Aufständischen, die den Pyhrnpaß befetzt hielten, nach hartem Kampf, bei dem bedauer- ttcherweise auf Seiten des Bundesheeres Major Johann C h a r w a n sowie fünf Mann fielen und Oberstleutnant Anton Dohmdorf schwer verwundet wurde, zum Rückzug gezwungen worden J?H'x.n)urbe Liegen aus den Händen der Auf- standlfchen befreit. Neben anderen Orten haben auch die Aufständischen in Leoben spät am Nach- nuttag die Waffen gestreckt. In Juden- burg, Radkersburg, Mureck, Knittel- V L? .wurde ine Ruhe wiederhergestellt. uUd)mbo,rtJteferten die Aufständischen die Waffen ab. Versuche der Aufständischen, in einzelnen Orten SoV c J 5 s'ch 3U versammeln und der Exekutive Widerstand zu leisten, wurden durch tatkräftiges Vorgehen zunichte gemacht. Bei einem derartigen Zusammenstoß in Annabrühl, nächst Klagen- furt, wohin eine Heereskompanie gemeinsam mit 3tt)ei Kompanien des freiwilligen Schutzkorps des österreichischen Heimatschutzes entsandt war und gegen starke Kräfte der Aufständischen vorging uud ste.'ndie Flucht schlug, wurden neun Auf- |t a n o 11 d) e getötet und eine größere MengS DOt DeutschfeindlicheHetzemderpanserpresse m a r ; 5 96 Juli (DNB ) Die Ermordung des Der „T e rn p s", der von einem Verbrechen gegen in Paris wie Europa und die Zivilstatwn pnchtz ernste Fol- mache. V# N. Der d-Märtyrer für die Unabhängig- ohn Dr. Rechts- Entgegen diesem sachlichen Urteil des konservatl- ven Blattes benutzt natürlich der marxistische „Daily Herald" die Gelegenheit, um seine be- »kannte fiefce gegen Deutschland fortzusetzen. hält das Blatt für unbestimmt und legt den Mächten ans Herz, kaltblütig zu bleiben und den i n - ternationalen Frieden mit Entschlofsen- wortril mmen, $nnj, zeitig gibt der „Messagero" ein Stimmungsbild aus dem Ba t i k a n, wie der Mord an Dollfuß dort aufgenommen geworden fei. Auch hierbei wird gegen Deutschland Stellung genommen. Der „Po p o l o di Rom a" ist im Tone seines Artikels' gemäßigter als der „Messagero". Die „G a z z e t t a d e l P o p o l o sagt, die politische Lage erfahre durch die Ereignisse in Oesterreich keine Veränderung. Aber die Wachsamkeit über Oesterreichs Unabhängigkeit müsse für die Zukunft noch größer werden. Man müsse überlegen, ob es nicht notwendig sei, einige Vorsichtsmaßregeln zu Meldung ills aus rbe den Ludwig orben erpresse- bezüglich hrt man tlärungy Agonie, bar. Die blick ge- ten con Meldet, 'le«; be' h°i kN uni °mmen sandter n. Lud. würden. Die Ereignisse von Mittwoch enthielten viele ungeklärte Fragen. Dor allem könne man nicht begreifen, warum die Aufständischen ihre gefährlichsten Gegner, Fey und K a r w i n s k y , die sie in ihrer Gewalt hatten, unversehrt ge- l assen hätten. Die Aufklärung dieses und noch anderer Punkte wurde mit Interesse erwartet, und es herrsche der Eindruck, daß eine gemeinsame Aktion die volle Kenntnis aller Umstände zur Voraussetzung haben müsse. Keine Einmischung Südslawiens B e l g r a d, 26. Juli. (DNB.) Die halbamtliche Agentur Avala teilt mit: Durch das Preßbüro der österreichischen Heimwehren wurde die Nachricht verbreitet, daß die aufständische Bewegung in Steiermark und in Kärnten von südslawischer Seite aus unter stützt worden sei. Wir sind von zuständiger Stelle ermächtigt, zu erklären, daß diese Nachricht tendenziös und vollkommen aus der Luft gegriffen ist. Ferner teilt die Avala mit, daß sie ermächtigt ist, auch die durch einige ausländische Zeitungen verbreitete Meldung, der zufolge Südslawien Truppen an der österreichischen Grenze zusammenziehe, zu dementieren. Flüchtlinge aus Oesterreich in Südslawien interniert. Belgrad, 26. Juli. (DNB.) Nach einer Meldung der Avala haben am Donnerstag gegen Mittag etwa 10 0 Personen, die aus Radkersburg in Oesterreich kamen, die s ü d s l a w i s ch e G r e n - ze überschritten, nachdem sie die Mur überquert hatten. Sie wurden in Gornja-Radgona i n - t e r n i e r t. Abend- iben soll fein. n gen mit sich bringen könne, erklärt kategorisch, daß die von Dollfuß betriebene Politik fortgesetzt werden müsse, sei notwendig für den Frieden Europas. Die Hilfe der Mächte, die im Februar die Unabhanmg- keit Oesterreichs bekräftigt hätten, werde der Wiener Regierung nicht fohlen, wenn ste, wie Dollfuß, ihrer Pflicht nachkomme. Die Ereignisse hatten eine Lage ge chaffen, die die am Frieden von Mitteleuropa interessierten Mächte nicht gleichgültig lassen könne. Mit dem tragischen Ende des Bundeskanzlers Dollfuß beginne etwas neues in Oesterreich und vielleicht in Europa, etwas, was die größte Wachsamkeit den Völkern und Regierungen zur Pflicht N e w y o r k, 26. Juli. (DNB.) Norman Davis äußerte sich nach seiner Rückkehr aus Europa vor der Presse s e h r o p t i m i st i s ch über die Lage bezüglich des Weltfriedens. Seines Dafürhaltens werde die österreichische K:r i sek ei ne Verwicklungen herbeiführen. Es bestehe fetzt weniger als je die Wahrscheinlichkeit eines Krieges, da Europa weder physisch noch seelisch zum Kriege bereit sei. Nordostpakiplan und Abrüstungsfrage. Erklärungen im englischen Unterhaus. L o n d o n, 26. Juli. (DNB.) Im Unterhaus fragte am Donnerstag ein Mitglied den Staatssekretär des Aeußeren, ob beabsichtigt sei, die Der- Handlungen über die Nordo st paktpläne und die A b r ü st u ng s k o n f e r e n z zu gleicher Zeit zu führen, um parallele Vereinbarungen über diese beiden Fragen zu erzielen. Eden erwiderte, die Lage sei in der Mitteilung Simons vom 30. Juni völlig klargelegt worden. Wie der Staatssekretär des Aeußeren damals dargelegt habe, stelle der Abschluß des vorgeschlagenen Nordostpaktes und Deutschlands Beteiligung an den vorgeschlagenen gegenseitigen Bürgschaften nach Ansicht der englischen Regierung die Grundlage für eine Wieder- aufnahme der Verhandlungen über den Abschluß eines Abrüstungsabkommens dar, welche die an- gemessene Anwendung des Grundsatzes der deutschen Gleichberechtigung innerhalb dieses Regimes vorsehen würde. Der Fragesteller ver- wies auf Barth ous Erklärung, daß die beiden Dinge nichts miteinander zu tun haben und fragte, ob sie nicht in Ueberein/timmung mit den Tatsachen stehe. Eden erwiderte, dies sei nicht eine Sache, die ihn angehe. ^Mussolinis „P o p o l o d' Italia" überschreibt seinen, offenbar von hoher Stelle beeinflußten und in auffälligem Druck gebrachten Leitartikel: „Der Kampf um die Unabhängigkeit Oesterreichs — die Idee kann man nicht morden - Dollfuß sei, so> be- 1 ., . m.-n ■»__OnX.lnrur tiir htO 11 11000011010 = London, 26. Juli. (DNB.) Der Staatssekretär t Im Äußeren, Sir John Simon, gab am Don- i erstagnachmittag im Unterhaus eine ausfuhr- i Darstellung der Ereignisse m O e st e rre t ch. ; Fr berichtete dann über seinen Besuch beim oster- , i e i ch i s ch e n Gesandten in London, dem 1 r das Beileid der britischen Regierung zum Tode cs österreichischen Bundeskanzlers ausgesprochen □be. Sir John Simon fuhr dann fort: Die Haltung Englands der Unabhängigkeit und Unversehrtheit Oesterreichs gegenüber bleibt in Uebereinstimmung mit den entsprechenden Verträgen durch die Ereignisse in Oesterreich unverändert, so wie dies in der Erklärung mitgeteilt worden ist, die ich im Namen der britischen Regierung im Februar d. 3. abgegeben habe. Sir Austen Chamberlain fragte hierauf, ob fcimon irgendeine Mitteilung der italienischen Regierung erhalten habe, von der er dem flnterhause Kenntnis geben könne. Chamberlain Dies in diesem Zusammenhang auf Presseberichte tber italienische Truppenbewegungen In Richtung der Tiroler Grenze hin. Simon er- viderte: „N ein. Ich glaube, mich nicht zu irren, venn ich erkläre, daß wir bisher keine Mitteilung von der italienischen Regierung erhalten taben. Ich glaube, ich habe recht, wenn ich sage, taß Mussolini nicht in Rom ist." Genugtuung in französischen Regierungskreisen. P a r i s , 26. Juli. (DNB.) In französischen ^egierungskreisen hat man die Erklärung 5ir John Simons im englischen Unterhaus mit ! r o ß e r Genugtuung ausgenommen. Wie er- lärt wird, erwartete man nichts anderes, als daß ite englische Regierung als Mitunterzeichnerin der Erklärung vom 17. Februar d. I. über die U n - bhängigkeit Oesterreichs, die heute van hr erneut bekräftigte Haltung einnehmen würde, besonders angenehm berührt ist man aber durch die Stellungnahme Mussolinis, der im Sinne der französischen Regierung eindeutig die lchtung der österreichischen Unab- , ä n g i g k e i t als einen wesentlichen Faktor des uropäischen Gleichgewichtes beurteile. Ministerpräsident Doumergue ist am Don- lerstagabend nach seinem Landsitz Tournefeuille ei Toulouse abgereist. Die französische Regierung gegen hätten. So unverhohlene Angriffe selbst auf verantwort- liche reichsdeutsche Stellen führt „Lavoro Fase ist a" nicht, dagegen ergeht sich das Blatt m einer Glorifizierung der österreichischen Unabhan- qigkeit und unternimmt, dies mit wirtschaftlichen Wahlen zu beweisen. Es unterstreicht noch einmal die bekannte Unantastbarkeitserklärung der drei Mächte England, Italien und Frankreich vom Fe- bruar dieses Jahres. In der „Tribun a" findet sich unter der lieber- fchrift „Verantwortlichkeit" eine besonders drama- tische Schilderung der letzten Stunden des Bundes- kanzlers Dollfuß, der fein Leben in feinem Dienstzimmer auf dem Posten der Verantwortlichkeit beschlossen habe, wobei die angebliche Verweigerung des geistlichen Beistandes für den Sterbenden durch die Aufrührer deren Forderung ihrer eigenen Unverletzlichkeit gegenübergestellt wird. Ganz unver- mittelt heißt es dann weiter: „Diese Methoden werden von den Verbreitern und Vollziehern der ger- manischen Rassenlehre angewandt. Ihr Erwecker der barbarischen Nibelungen und des Dienstes der Gottlosigkeit an jener Idee der Antithese zum materialistischen Marxismus behauptet, daß dies der Kern einer neuen Zivilisation sei. (!) Ruhige Beurteilung in Amerika. Neuyork, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter widmen der österreichischen Lage auch heute mehrere Seiten. Die angeseheneren Zeitungen vermeiden jedoch, im Gegensatz zur illustrierten Sensationspresse, jede Beunruhigung der öffentlichen Meinung. Die d e u t s ch e o f f i z l e l l e Erklärung wird an hervorragender Stelle gebracht. Auch die Meldungen aus Washington und den europäischen Hauptstädten wirkten beruhigender, namentlich nachdem gestern der Versuch gemacht wurde, durch Inumlaufsetzung unverantwortlicher Kriegsgerüchte eine P a n l k an der Börse herbeizuführen, die infolge des ungünstigen Geschäftsausblicks an sich in gedrückter Stimmung war. Der Leitartikel der „ N e w y o r k Times" hebt hervor, daß die R e i ch s r e g t e - runq sofort erklärte, daß sie den Vorfällen in Wien durchaus fern st ehe. Die „Herold Tribüne wendet sich in ihrem Leitartikel gegen die un- begründeten Kriegsgerüchte. Erklärungen des Amerikaners Davis. Englands Haltung unverändert. | Erklärungen des englischen Außenministers im Unterhaus. tN) V^s Nt, öiibe. Die „Sibert 6" nennt das in Wien vergossene Blut eine Herausforderung Europas. Um den Anschluß zu verhindern, werde es nicht genügen, daß ■Die Regierungen feierlich Protest einlegten. Es werde auch nicht genügen, daß man dem Verteidiger des neuen Oesterreich sein Können bezeuge. Das Echo in England. Das europäische Pulvermagazin vom Balkan nach Wien verlegt.^ Ruhige Beurteilung der Regierungen in Prag und Rom. Prag, 26. Juli. (DNB.) Alle in der ausländi- schen Presse verbreiteten Berichte über angebliche militärische Vorbereitu nge n De r Tschechoslowakei an der österreichischen Grenze werden hier als unsinnig u n d r e t n erfindend bezeichnet. An maßgebenden Stellen werden die Ereignisse aufmerksam verfolgt, ine Lage jedoch mit absoluter Ruhe beurteilt, dies um so mehr, pls angenommen wird, daß Der politische Kurs der gegenwärtigen österreichischen Regierung, insbesondere nach der kategorischen kl ärung Berlins den Aufständischen den Uebertritt nach Deutschland zu verwehren, sowie nach dem Beschluß, den deutschen Gesandten in Wien abzuberufen, b e f e ft i g t erscheine. Auch Lus Rom wird amtlich gemeldet, un Augenblick, da die Lage in Oesterreich zur Norma l i t ä t zurückzukehren scheine, sei man Der Ansicht, daß es nicht nötig sein werde über die bisherigen Maßnahmen vorbeugenden Charakters hinauszugehen. Mussolini in Rom. Rom, 26. Juli. (DNB.) Mussolini ist am Donnerstag um 14.30 Uhr wieder in Som emge- iroffen. Rom fordert vor allem Kaltblütigkeit. Noch viele ungeklärte Fragen. R ° m, 26. Juli. (DNB.) Wohl m keinem Äderen Lande haben d i e W i e n e r Italien, das haste Aufmerksamkei erregt wie^ tisch-wirtschaft- *Äi.S"AUi» i»'* “■ vor, Deutsch! and d ch^ Einern Leitartikel in Wien a n 3 u M u g ‘D0[Wifche Lage in Oester- heißt es bonn meiter^ P sd)U^e ber Un= reich andere sich aber : n m o Pottes bleibe vor abhangigkert des osterre ^ la^ bestehen, und die allem der Wille der N°tE '^ns, Eng- feste Garantie der «ch der feierlichen lands und Fran reichs Mturme(t gegenüber Verpflichtung, d e f entziehen und in keiner ®tif"0$7rq"maltigung und fremde. Einmischung zum Schaden Oesterreichs L-- den ist." . , ,, . . Der liberale „News Chronicle sagt: „Der unglückliche Bundeskanzler hat in bedauerlicher Weise 0 e r s a g t und die Hoffnungen, ine feine Persönlichkeit eine Zeitlang eingefloßt hatte, unerfüllt gelassen. Sein Andenken ist unauslöschlich befleckt durch den furchtbaren Bürgerkrieg vom Februar Aber er war wenigstens ein Faktor der Stabilität im österreichischen Wirrwarr. Die Frage, ob Die ÄÄ ^^"ÄM^HeÄraÄ^.lkE^ chetze' gsgen Deutschland sortzu,-d-n. heit zu wahren. u „Daily Telegraph" betont, daß die Wiederherstellung der Ordnung in Oesterreich eine innere Angelegenheit der Regierung dieses Landes sei, und daß kein Beweis dafür vorliege, daß der Aufruhr von Deutschland inter» stützt worden sei. Da also der Streit lokalisiert sci, ergebe sich der Schluß, daß alle Vorschläge unbeachtet gelassen werden sollten, die etwa das Eingreifen der einen oder der anderen Macht verlangten. Ein übereiltes Vorgehen wäre un- berechenbar, und alle Anregungen hierzu sollten im Interesse Europas unterlassen werden. Ueber die künftige Entwicklung sagt der „Daily Telegraph", alles hänge davon ab, wem der Posten des Bundeskanzlers zusalle. Die Unruhe in Oesterreich sei verursacht durch das Fehlen einer Mehrheit und das Vorhandensein dreier starker Minderheits- gruppen, zwischen denen zu große Gegensätze beständen, um die Bildung einer wirklich nationalen Regierung zu erlauben. Solange dieser innere Streit nicht beigelegt sei, müsse Die Lage in Oesterreich für Europa eine schwere Sorge bleiben, aber Europa müsse sich auf Die Rolle Des wohlwollenden Zuschauers beschränken Jeder Versuch, von außen her einzugreifen, wurde die Herstellung des inneren Friedens in Oesterreich unmöglich machen und eine Gefahr für die österreichische Unabhängigkeit und den europäischen Frieden Bundeskanzlers Dollfuß hat m Paris w 1 e eine Bombe eingeschlagen. Die Presse bedauert den Tod des Bundeskanzlers. Einige Blätter treten für die Notwendigkeit einer internationalen Stellungnahme ein, andere halten eine solche internationale Stellungnahme zu den oster- reichischen Ereignissen für zumindest noch nicht gegeben. Im Zusammenhang mit den Ereignissen findet natürlich auch die Unterredung große Bedern tung, die Außenminister Barthou am Mittwoch mit dem italienischen Botschafter in Pans gehabt London, 27. Juli (DNB. Funkspruch), römische Korrespondent der „Times" berichtet u a- Maßgebende Wortführer Italiens wünschten dringend, daß die Lage nicht durch irgend welche unüberlegte Äußerungen ernster gemacht werde. Sie betonten, daß Die schwe r e n Gefahren für Den Frieden am besten baDurd) vermieDen werden könnten, daß 1 n ganz Europa Kaltblütigkeit bewahrt werde. Bisher habe anscheinend noch keine Beratung Zwischen Der italienischen Regierung unD ttetern Der fremDen Mächte in Rom statt- gefunben, aber es werbe angenommen baß bte Beratungen zwischen ben interessierten Machten ent- weder in Rom oder anderswo bald beginnen London, 26.Juli. (DNB.) Zu den Ereignissen in Oesterreich schreibt der „Daily Tel e_- graph" in einem Leitartikel u. a.: „Der Ernst der gestrigen Ereignisse für Oesterreich sechs Monate nach den blutigen Straßenkämpfen vom Februar ist klar. Aber ihre internationale Bedeutung ist sogar noch wichtiger. Die politische Unabhängigkeit Oesterreicks ist von vitalem Interesse für alle Mächte, und die Gefahr besteht, daß ein anderes Land unter irgendeinem Vorwand Hilfe für eine der drei österreichischen Parteien über die Grenze schicken könnte. Italien würde natürlich einen Aufruhr, der Oesterreich unter nationalsozialistische Herrschaft gebracht hätte, sehr ernst beurteilt haben. Aber Deutschland wird Zweifellos jede Kenntnis von dem sensationellen Handstreich von sich weisen, der wahrscheinlich mehr auf Nachahmung als auf Anstiftung zurückzuführen ist. Wenn in der Folge versucht werden sollte, die Habsburger wieder einzusetzen — Minister Schuschnigg hat starke monarchistische Neigungen — so wurden anbert Schwierigkeiten höchst gefährlicher Art entstehen angesichts des heftigen Widerstandes der Klemen Entente. Aber im Augenblick ist alles dunkel, abgesehen von der Tatsache, daß das europäische Pulvermagazin vom Balkan nach Wien verlegt war- feit feines Landes. Für Europa tue Ruhe not, um die großen Schwierigkeiten, die sich ihm entgegenstellten, zu überwinden. Die internationale Meinung verurteile bereits offen und entschieden die Rückkehr zu den Methoden der Antike. Die römischen Abendblätter befleißigen sich noch keiner ruhigeren Ueberlegungen als die Morgenpresse. Ohne sich nur zu bemühen, Beweise zu erbringen, wird durchweg versucht, die Verantwortung für die Vorgänge in Oesterreich auf reichsdeutsches Gebiet abzuschieben. Unter der Ueberschrift „Die Herausforderung der Kulturwelt" schreibt Gayda im „Giornale d 'Italia": „Die blutigen Hände, die sich gegen Dollfuß erhoben hoben, beweisen in diesem trngi- schen Schlußakt die völlige Willensbereitschaft zur Gewalt, die sich gegen den Frieden einer Nation und gegen den Frieden und die Ordnung in ganz Europa richtet. Die ganze Welt ruft heute nach dem Gericht über diese Verbrecher und alle den wohlbekannten Kräften, die sie inspiriert haben. Dieser österreichische Terror hat seine Grundlagen, seinen geistigen Einfluß, seine Waffen, seine Finanzierung, seine gesamte Organisation und die Leitung der Aktionen auf deutschem Gebiet." Diese Hartnäckigkeit des österreichischen Terrorismus läßt sich nicht anders erklären, als durch einen dunklen Plan verzweifelter Abenteuerlust, auch um den Preis schwerer internationaler Verwicklungen die neuen Schwierigkeiten der deutschen innerpolitischen Lage zu verschleiern — wobei das Blatt auf die Ereignisse des 30. Juni anspielt und auf diesem eigenartigen Gedankenumwege „ohne Zögern einen großen Teil der deutschen Regierung" als verantwortlich bezeichnen will. Daß es dem Blatt vor allem darauf ankommt, die angeblich bedrohte U n - abhängigkeit Oesterreichs selbst um den Preis der Unterdrückung des unabhängigen österreichischen Volkswillens zu verteidigen, beweisen dann die folgenden Ausführungen: Die unabhängige Politik und das Verantwortungsgefühl Italiens betrachteten und beurteilten die Ereignisse aller Länder mit Ruhe, sie erkennen auch jeweils das Gute an. Zum österreichischen Problem jedoch, zur terroristischen Politik der Nationalsozialisten, die , auf deutschem Gebiet organisiert war (!), hat Italien . klar und deutlich bis zu den letzten Tagen immer , und immer wieder seine Meinung gesagt. Man könne es nur sehr bedauern, daß Die verantwort- ' liehen Faktoren in Berlin ihre Pflicht nicht erfüllt Etwas ruhiger urteilt die „Informativ n", Die in der Ermordung des Bundeskanzlers nicht em vereinzeltes Attentat, nicht eine spezifisch nationalsozialistische Handlung, sondern eine piel tiefer greifende Bewegung erkennen will, Die in Der Nation und in der Zeit zu suchen sei und die noch nicht ihren vollen Ablauf erreicht habe. Oesterreich leipe Deute unter einem Hebel, dessen Ursprung man in den verschiedenen Friedensschlüssen suchen müsse. Dieses liebel stamme daher, daß die Le- bensquellen, aus Denen sich im Laufe der Jahrhundert Oesterreich nährte, ihm h eut e fehl - ten Ein anderer Fehler wäre es, sich über die B^ Deutung Des gestrigen Tages zu täuschen, w.e auch Metternich sich über Die ersten Anzeichen Der Revolution von 1848 in Wien getäuscht habe. Diesen Fehler — so schließt Dann aber Das Blatt — werde die französische Diplomatie nicht begehen. Kühl abwägende Beobachtung Der Ereignisse emp- I stehlt auch „N o tr e Tem ps", der mi> ubnaen L 1,, , , XaIv.««-. politischen , daß die btuat' ten, M jeettS en, * pen sü* LInveMiidliche Haltung der italienischen presse Panikstimmung. Paris, 26. Juli. (DNB.) Ministerpräsident Doumergue empfing Donnerstagoormittag den französischen Außenminister Barthou, mit dem tr sich über die Lage in Oesterreich unterhielt, und cnschließend den Staatsminister Herriot und den Luftfahrtminister General D e n a i n. Außenmim- ■feer Barthou empfing am Quai d'Orsay den österreichischen Geschäftsträger Bischof. In f r a n z ö s i s ch e n R e gie r un g s k re 1 fe n □erben die Vorgänge mit größter Aufmerksamkeit rerfolgt. Hier glaubt man aber, vor übertriebenen Schlußfolgerungenwarnen zu (□Ueu, und stellt sich auf Den StanDpunkt, Daß es Aufgabe Der Regierung sei, kühl wägend ab» । umarten und sich nicht durch eine Panik- Itimmung mit fortreißen zu lassen. Daß eine gewisse Klärung bereits eingetreten sei, glaubt man aus der „L 0 k a l i s i e r u n a" der Putschbewegung in Oesterreich annehmen zu Dürfen. In einer endgültigen Betrauung Schuschniggs mit dem Zundeskanzleramt würde die Garantie dafür zu -rblicken sein, daß in der Frage der österreichischen lnabhängigkeit der neue verantwortliche Regie- mngsches keine andere Haltung einnehmen werde als Dollfuß. n „ Mit den Regierungen von London und Rom bleibt Paris in ständiger enger Fühlung. Die zuständigen Kreise stellen mit Genugtuung fest, daß Frankreich und Italien an dem Grundsatz derUnabhängigkeitOester- reichs unverbrüchlich festhielten. Die Art und Weise, in der die Presse über bte Ereignisse berichtet und zu ihnen Stellung nimmt, muß dazu beitragen, die ö f f e n 111 ch e Erregung nicht nur zu fördern, sondern sie auch in eine ganz bestimmte Richtung zu drangen. 9lid)t alle Blätter gehen allerdings so weit, wie das „Journal des D^bats , das einen wütenden Ausfall gegen das „verbrecherische Deutschland" unternimmt. . Petit Journal" erklärt. Dallsuß (et der ent- chiedenste Gegner des hitlerischen N<-tu>n°ls°ztalts. mus gewesen. Er (ei tm Kamps gefallen. Man sehe nicht wer an seine Stelle treten solle. Der Petit Parisien" hält einen internationalen Schritt nicht für 9ebo*7 ungeachtet der Erregung, die die Wiener Ereigniss in Italien und hauptsächlich m Frankreich und r England heroorgerufen hatten, erscheine keine un mittelbare internationale Aktion Man stehe in der Tat Ereignissen t n n Natur gegenüber. Alles, was d>e R-gt-rungen ,m Augenblick tun könnten, sei, mit größter Lusme samkeit di- Entwicklung der Lag- zu untereinander engste Fühlungnahme z h - um gegebenenfalls ahne Verzug handeln zu ran ne$a5 Journal"'erklärt, man müsse alles tun, um die" Unabhängigkeit Oesterreichs aufrechtMer. halten. Man müße dasur sargen. daß da- ^pf°r ________ Dallsuß' nicht umsonst gew-sen sei. D 3 t er- Dollfuß als ein Opfer seines eigenen SÄ M. ™ -- bis Innsbruck nicht weit. lfchuh' >ere die . Leobea eitung iten des ’nen An- lan hörl löttig ab- läge , Staats« linsky, heißt es- ! benE un»«'' Ä $5 - «Dlajot ielen w-r °°u . lvorden der M' an W zS \ Aaffea e,n Orlen 'tatW6 'eW; »'//und "Ser* u S“ [t Oenge Aus aller Welt Unter Garantie werden auch Ohre____ Eintritt frei! Eintritt frei! 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Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist nach planmäßiger Zwischenlandung in Pernambuco am Donnerstag mit vollbesetzten Kabinen am Ziel seiner Reise in Rio de Janeiro eingetroffen und wird von dort sogleich die Rückreise nach Deutschland antreten. Rach Auskunft der Hamburg-Amerika- Waldeslusl am Flughafen (15 Minuten von der Elektr. Haltestelle Volkshalle) Sonntag, den 29.Juli Salon-Orchester-Konzert 4359d Gesangsvorträge verschied.Gesangvereine Gesangsvorträge mit Orchesterbegleitung, Abends Tanz (Beleuchtung) Donnerstag, den 2. August Stadtkaffee -Kapelle Moroni war ei von se' ganz t bestehe wird nen \t stände meidr Mögt weite vergi sendi bruc Zini stan höh' gute Feh Zwc oicL der nur floss . D übet muß Einsetzung einer Hochschulkommission der NSDAP. Eine Anordnung des Stellvertreters des Führers. Berlin. 21. Juli. (MB.) Der Stellvertreter des Führers hat, wie der ..Völkische Beobachter" meldet, folgende Verfügung er- Willi Merkls letzter Brief. Die schlesischen RS.-Zeitungen veröffentlichen einen Brief des verstorbenen Führers der deutschen Himalaja-Expedition Willi M e r k l, den dieser am 6. Juni unmittelbar vor seinem Aufbruch vom Hauptlager geschrieben hat. Der Brief ist an den Bezirksturn- und Sportleiter Wöll bei der Reichsbahndirektion Breslau gerichtet und hat folgenden Wortlaut: „Vor meinem Aufbruch in die Hochlager des Ranga Parbats ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen für Ihre treue Mitarbeit an der Finanzierung der deutschen Himalaja-Expedition 1934 im Namen aller Teilnehmer herzlichst zu danken. Ich bitte Sie, diesen Dank auch Ihren Mitarbeitern zu übermitteln. Es ist doch eine einzigartige Tat, daß Hunderttausende von deutschen Eisenbahnern es fertiggebracht haben, eine große Expedition für den Himalaja auszurüsten. So etwas ist nur in Deutschland möglich. Für Deutschland werden wir kämpfen und alles daransetzen, den ersten Achttausender für Deutschland zu gewinnen. Mit den herzlichsten Grüßen auch von allen Kameraden der Nanga-Parbat-Front Willi M e r k l." Mussolini stiftel 200 000 Zloty für die Opfer der Ueberfchwemmungen in Polen. Der Präsident des Hilfsausschusses für die Unwettergeschädigten in Polen empfing einen Brief der italienischen Botschaft in Warschau, in dem mitgeteilt wird, daß der Chef der italienischen Regierung Mussolini, 200 000 Zloty als Hilfe für die Opfer der Ueberschwemmungskatastrophe in Polen zur Verfügung gestellt hat. Ein Denkmal für die ermordeten Polizeihauptleute Anlauf und Lenk. Auf dem Horst-Wessel-Platz vor der Volksbühne in Berlin wurde in schlichter Form der Grundstein zu dem Denkmal für die von Kommunisten ermordeten Polizeihauptleute Anlauf und Lenk gelegt. In den Grundstein wurde eine verlötete Kapsel gesenkt, die außer der üblichen Urkunde u. a. noch eine Zeitschrift „Der Polizeioffizier" mit der Schilderung des Mordes, eine Nummer der „Deutschen Zeitung" und des „Berliner Lokalanzeigers" mit der Aufklärung der Mordtat, ein Exemplar des „Angriffs" mit der Schilderung der Sühne für die Mordtat und ein Exemplar des „Völkischen Beobachters" mit der Beschreibung der Feier des ersten Spatenstiches für den neuen Horst-Wessel-Platz enthielt. Zwei Schüler A verursachten den Demyiiner Waldbrand. Die Polizei hat die Ursache des Demminer Brandes, der, wie gemeldet, einen Schaden von ungefähr einer halben Million Reichsmark verursacht hat, auf. geklärt. Zwei Knaben im Alter von acht und zehn Jahren wurden als Brand ft ifter ermittelt Sie haben auf dem Dachboden eines Stallgebäudes, in dem das Feuer ausbrach, mit Streichhölzern ge- spielt und so den Brand verursacht. 08^.-Schlachtschiff rammt einen Dampfer. Das amerikanische S ch l^a ch t s ch i f f „21 r i. 30 na" teilte durch Funkspruch mit, daß es bei dichtem Nebel an der Washington-Küste den ameri- konischen Dampfer „Umatilla" der Purse-Linie g e. rammt habe. Zwei Seeleute wurden getötet Einzelheiten stehen noch aus. Aus dem 19. Stockwerk auf die Straße gesprungen. Ein Vachspiel zum Fall Dillinger. Im Bundesjustizamt in Chikago, das im 19. Stockwerk liegt, sprang ein Mann namens James Pro. basco aus dem Fenster. Probasco war zur Vernehmung geladen worden, weil die Regierung unterrichtet worden war, daß Dillinger und einer seiner Hauptgefährten sich in der Wohnung Probascos einer chirurgischen Operation zur Ver. änderung ihrer Gesichtszüge unterroor- fen hätten. Die Justizbehörde sucht noch immer den Arzt, der die Operation vornahm. Zahlreiche Opfer des Wirbelsturms in Texas. Wie aus Houston gemeldet wird, beträgt der Sachschaden, der durch den Wirbel st urm in Texas angerichtet worden ist, schätzungsweise über eine Million Dollar, lieber 30 Personen werden vermißt, davon allein 17 in Bay City. Man befürchtet, daß sie ertrunken sind. Die Flutwelle, die sechs Meilen in das Land hineindrang, sowie der Sturm richteten gewaltigen Schaden an. In der Landstadt Morelos sind fünf Personen getötet worden. ohne Fußbeschwerden bei Anwendung von Gemachs Gehwol-Präseruatiu-Krem Dieser Fußkrem verhütet Wund- und Blosenloufen, beseitigt Fußschweiß und Schweißgeruch- Erhältlich io Apotheken u Drogerien für RM. 0.45.0.63. 0.90 Opel Kabriolett 3/16 PS, preisw. zu verkauf. 03661 Wo?sagtdieGe- schaftsst. d. G.A. Durch ««SS* pon geirde^ P r e ij Preisv' haben fassend Mch- Schlao s i'/ib er unbfliö runfp111 täglichem ivie fn tretung billigen benssah Massen! die stna zen Bo der org lismus. tigen Brot len. Das liche ß bedürst muß ei aus er ordnungen, Habilitationen, Berufungen ufw. weltanschaulicher Natur fallen (Universitäten, wissenschaftliche Forschungsinstitute ufw.) zu ermöglichen, wird eine Kommission eingesetzt zum Zwecke der Prüfung aller aus der Bewegung und vom Führer des deutschen Hochschulverbandes eingehenden Vorschläge, die diese dann bei positiver Bewertung den entsprechenden Ministerien befürwortend zuleitet. Ferner hat diese Stelle die Aufgabe, die Absichten in grundsätzlicher und personeller Hinsicht, die in diesen Ministerien bearbeitet werden, zur Stellungnahme entgegenzunehmen. Die Kommission unter st e h t mir persönlich. Mitglieder dieser Kommission sind: Der Beauftragte des Führers für die Ueberwachung der weltanschaulichen Erziehung, Parteigenosse Alfred Rosenberg, und die beauftragten hochschul- . referenlen des Reichsjustizkommissars Pg. Dr. Frank, des Leiters des RS.-Lehrerbundes pg. S ch e m m und des Leiters des Sachversländigen- beirates für Volksgesundheit Dr. med. Wagner. gez.: Rudolf Heß. Besuch deutscher Offiziere in Frankreich. Berlin, 26. Juli (DNB.) Die persönlichen Be- - Ziehungen zwischen den französischen und den deutschen Reiteroffizieren, die gelegentlich des Berliner Internationalen Reitturniers im Januar 1934 auf deutschem Boden angeknüpft wurden und auf dem Turnier in Nizza ihre erfreuliche Fortsetzung fanden, haben ihre weitere Auswirkung erhalten durch eine Einladung der französischen Reitschule an Herren der deutschen Abordnung. So weilte Generalmajor Frhr. v. D a l w i g k, der Kommandeur der Reitschule Hannover, mit zwei Begleitern in der Zeit vom 16. bis 19.Juli als Gast der französischen Armee in Saumur, der weltbekannten Pflanzstätte französischen Reitergeistes. Die deutschen Offiziere hatten hier Gelegenheit, einen interessanten Einblick in den Dienstbetrieb der französischen Reitschule zu erhalten, und die hervorragenden Leistungen von Reiter und Pferd zu bewundern. Das enge kameradschaftliche Verhält- n i 5 fand in der sehr herzlichen Aufnahme der deutschen Offiziere seinen Ausdruck. Oie Luftmanöver bei Lyon. Ein Ungliicksfall. Paris, 27. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Bei den Luftmanövern in der Gegend von Lyon hat sich ein Unfall ereignet. Als etwa 10 0 Militärflugzeuge in Geschwaderformation über dem Lyoner Flugplatz kreuzten, stürzte ein Flugzeug brennend ab. In 150 Meter Höhe über dem Erdboden gelang es dem Piloten> mit dem Fallschirm abzuspringen. Er trug jedoch schwere Brandwunden davon und mußte ins Lazarett überführt werden. Kurz darauf traf Luftfahrtminister General D e n a i n in einem Bombenflugzeug in Lyon ein und ordnete die Fortsetzung der Manöver an, nachdem er sich überzeugt hatte, daß die Verletzungen des Verunglückten nicht lebensgefährlich sind. eine Arm es-Flug staffel auf dem Fluge nach Alaska, um das Gebiet Alaskas und die Aleuten- Jnfeln zu topographieren. S w a n f o n gab zu, daß die amerikanische Flotte nach der Vervollständigung des ungenügenden Kartenmaterials die Gemässer von Alaska mehr als bisher zu Uebungs- zwecken aufsuchen werde. Planwirtschaft in Japan. London, 26. Juli. (DNB.) Einer Meldung aus Tokio zufolge erklärte am Mittwoch der japanische Ministerpräsident Admiral O k a d a, daß er eine Planwirtschaft a u f allen Gebieten der Industrie betreiben werde. Dies sei durch die Wirtschaftspolitik anderer Länder notwendig geworden. HZim.-Wohn. von jungem Ehepaar per 1. Okt. in Gießen i. gut. Hause gesucht. Schr.Angeb.unt. 03665 a.d.G.A. 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Die Störungstätigkeit hat sich besonders über Süd - Schweden stärker entwickelt, so daß bei größeren Luftdruckgegensätzen lebhafte Winde eingesetzt haben und kühle Ozeanluft nach dem Festlande befördert. Unter ihrem Einfluß entsteht wechselhafte Bewölkung und stellenweise treten auch schauerartige Niederschläge auf, doch wird sich zwischendurch der Himmel aufheitern. Da bei der dauernden Zufuhr kühler Luft bei uns wieder mit Temperaturanstieg zu rechnen ist, wird die Wetterlage später in ruhigere Bahnen gelangen, wobei auch die Temperaturen, die vorerst noch verhältnismäßig niedrig gehalten werden, dann wieder ansteigen. Aussichten für Samstag: wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, mäßig warm, einzelne Schauer, westliche Winde. • Aussichten f ü r Sonntag: immer noch wechselhaftes aber wieder ruhiges und auch wärmeres Wetter. Lufttemperaturen am 26. Juli: mittags 25,5 Grad Celsius, abends 21,2 Grad; am 27. Juli: morgens 16,1 Grad. Maximum 25,7 Grad, Minimum 14 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Juli: abends 22,7 Grad, am 27. Juli: morgens 18,9 Grad. — Niederschläge 3,3 mm. — Sonnenscheindauer 8,1 Stunden. Das Luftschiff ist, wie die Deutsche Seewarte in Hamburg berichtet, am Donnerstag um 11.05 Uhr MEZ. in Rio de Janeiro gelandet und nach dreiviertelstündigem Aufenthalt zu seiner Fahrt nach Pernambuco wieder aufgestiegen. Um 21 Uhr MEZ. stand das Luftschiff über iber Abrolhos-Jnsel, die 580 Kilometer südlich von Bahia der brasilianischen Küste vorgelagert ist. Auto vom Zuge überfahren. — Ein Taler, ein Schwerverletzter. Am Bahnübergang zwischen Mulda und Nassau wurde ein Personenkraftwagen vom Personenzug 1202 überfahren. Fabrikbesitzer Alexander W e i ß f l u g - Mulda wurde getötet, der Mitinhaber Georg Weißflug schwer verletzt. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Der Personenzug hatte vom Bahnhof Mulda aus einige Minuten Verspätung, so daß die Insassen des Kraftwagens, die die Bahnstrecke genau kannten, annahmen, der Zug habe den Ueoergang bereits passiert. Der Wagen wurde in der Mitte erfaßt und in zwei Teile gerissen. Grohfeuer in einer Brauerei in Merseburg. In Merseburg brach in der Engelhardt-Brauerei ein Großfeuer aus, das, vom Winde begünstigt, die große Malzfabrik der Brauerei, die mehrere tausend Zentner Malz und Gerste enthielt, i n Asche legte. Den Feuerwehren, die von einem starken Kommando des Arbeitsdienstes wirksam unterstützt wurden, gelang es bis gegen Mitternacht, die Gefahr zu bannen. Die Brandursache soll Kurzschluß sein. Insgesamt sind etwa 50 000 Zentner Malz- und Gerste-Vorräte verbrannt und eine Anzahl Maschinen vernichtet worden. Der Schaden dürfte mehrere hunderttausend Mark betragen. Der Fabrikationsbetrieb nimmt trotz des Brandes seinen Fortgang. Zwei Todesurteile im Wordprozeß Baumann. In Frankenthal wurde nach dreitägiger Schwurgerichtsoerhandlung im Mordprozeß wegen der Ermordung der Landwirtsehefrau Amberger und ihrer Tochter das Urteil gefällt. Wegen dieses Verbrechens, das am 5. April d. I. begangen wurde, lautete das Urteil gegen die Angeklagten Baumann und Scheuermann wegen ge= meinschaflich begangenen schweren Raubes in Tateinheit mit je einem Verbrechen des Mordes auf Todesstrafe und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Der Mitangeklagte Münzer erhielt wegen Begünstigung zehn Monate Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft. In der Nacht zum Freitag fanden drei A n - griffsübungen statt, ausgeführt von 3 0 0 Apparaten, die die abgeblendete Stadt Lyon angriffen. Amerikanische Floitenbasis in Alaska. Washington, 25. Juli. (DNB.) Marinesekretär S w a n f o n erklärte vor der Presse, die Washingtoner Regierung erwäge die Schaffung einer Flottenbasis in Alaska. Durch diese Erklärung werden die in der letzten Zeit aufgetauchten Gerüchte über die Absicht, einen Flottenstützpunkt in Alaska zu errichten, bestätigt. Zur Zeit befinden sich eine Marineflugstaffel und Gr.leer.Zimmer evl2kl. (m.Koch- gel.w.einz.Dame ges.Schr.Ang. m. Preisangabe u. 03650 a.d.G.A. [Stellenangebote) Schmierölvertrelg. mit Auto bringt Ihnen gr. Berdienft.Herren die kein Auto haben, w. Anschaffungsmöglichkeit geboten. Eventl. Lager-Einrichtg. Nur w irkl. erst kl. Verkäuf./die umsetzen können, w. sich melden unter H.G.725anAla, Hamburg 36.4354d Laufbursche im Alter von 14 bis 16 Jahren, sof. gesucht. E-D Wo, sagt die Ge- schäftsst. d. G. A. Zum sof. Eintritt Norpliille gesucht. 4350D Buchneritr. 3 vt. (Kliniksviertel.) Anzeigen-Aktiengesettschafi Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gießen - Gchulstraße T Gesellenprüfungen Alle Lehrlinge im Kreise Gießen nachstehender Berufe, die ihre Lehrzeit beendet haben und ihre Gesellenprüfung ablegen wollen, melden sich in der Zeit vom 30. Zuli bis 4. August 1934 bei der Handtvevkskammev - Nebenstelle Gietzen, Goethestvatze?: Opfifcr, Feinmechaniker, Äildhauer, Büchsenmacher, Drechsler, Stukkateure, Metalldrücker, Stempelseher, Orgelbauer, Messer- schmiede, Orthopädiemechaniker, Seiler, Töpfer, Weißzeugschneiderinnen, Weber und Teppichweber, Zahntechniker, Segel- flugzeugbauer, Schindler und Korbmacher. 434gD 2-Sitzer Opel generalüberholt, zu verkaufen. 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Jeder Mensch hat ein Anrecht auf die Gaben des Waldes, die sich dem Naturfreund in einer unvergleichlich vielgestaltigen Lebensgemeinschaft bieten. Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung von Bäumen, ein Stück Landschaft schlechthin. Er ist die Einheit eines mannigfaltigen Lebens und Webens. Jedes der ungezählten Wesen, vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvöglein, von der ragenden Tanne bis zum taufrischen Pfeifengras, bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem Schauen und Lauschen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Sinn viel Freude bereiten wird und deshalb vor allem in der Bibliothek eines jeden Naturfreundes nicht fehlen darf. Trotz hervorragender Ausstattung auf holzfreiem Papier in künstlerischemGanzleinenb., Gr.: 20x26cm, nur RM.4.80. Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Bebilderte Werbeblätter kostenlos. 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Person! schaftsgesetzen noch nicht an die neuen Gedanken gewöhnt haben, sei nur einmal die Frage vorgelegt, was ohne die Festpreisregelung sich wohl für Preisverhältnisse nach den beiden vorjährigen Rekordernten auf dem deutschen Markt ergeben hätten. Das früher immer und immer wieder angewandte Mittel der Zollpolitik wäre jedenfalls bei der mehr als ausreichenden Deckung des deutschen Bedarfes durch die eigene Produktion von vornherein aussichtslos gewesen. Doch der Festpreis ist nicht nur von Bedeutung für den Bauern, sondern mindestens ebenso sehr von Bedeutung für den städtischen Verbraucher. Durchgreifende Rationalisierung des Wale verstimmt" gefunden habe, und daß die Mittelmächte, „falls es jetzt doch noch zum Kriege käme, weder mit den Sympathien, noch mit der Unterstützung Englands rechnen" könnten. Grey erklärt im INinisterrat, er werde im Falle eines europäischen Krieges für Intervention Englands auf seilen der Entente eln- treten. Die englische Regierung ersucht die deutsche, ihren Einfluß in Wien einzusehen, daß Oesterreich sich mit Serbiens Antwort zufrieden gebe oder sie als Grundlage für Verhandlungen anerkenne. Veth- mann Hollweg entscheidet sich für Greys Vorschlag und gibt ihn nach Wien empfehlend weiter. Grey läßt den russischen Botschafter in London wissen, „der Eindruck, daß England auf jeden Fall unbeteiligt bleiben werde, müsse aufgehoben werden". In Frankreich: Durchführung der beschränkten Sicherung mit militärischen Hilfskräften, Rückberufung der Urlauber bei den 5 Grenzkorps. 15 Uhr: Rückkehr des Kaisers nach Potsdam. Münzen geprägt ist. . Nun begriff der Beamte, warum der Chmese Jo darauf versessen gewesen war, seine Ananas mit- nehmen zu dürfen. Seit über einem Jahre werden die niederländischen Kolonien mit Falschgeld überschwemmt, und der freundliche Chinamann hatte auf diesem ungewöhnlichen Wege versucht, die wichtigsten Bestandteile eines Fälscher-Prägestockes ins Land zu schmuggeln. Die Polizei ist schon eifrig hinter dem vorläufig verschwundenen Sohne des Reiches der Mitte her. Der wutschnaubende Angelo. (th) Jersey City. Bisher hatte der Barbier Angelo Fabbroid niemals irgendwelche Zeichen beginnenden Wahnsinns gezeigt. Auch heute, da der Zwischenfall in New Jersey überwunden ist, zeigte er sich wieder ganz normal. Die mächtige Backpfeife, die der Barbier dem Sänger der Jersey-Radiostation klebte, löste offenbar alle Spannungen. Das Messer, das er gezückt hatte und mit dem er wutschnaubend herumfuchtelte, hatte man ihm zum Glück noch vor der Gebrauchanwendung entreißen können, so daß es also bei der Backpfeife blieb. es [. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Gefüllte Ananas. (a.) Batavia. Mit dem englischen Dampfer „Edendale", der von Singapore kam, landete kürzlich in Tandjong- Priok, dem Hafen der javanischen Hauptstadt Batavia, ein freundlicher Chinese, der in seinem Gepäck u a. auch einige Ananasfrüchte bei sich trug. Zum persönlichen Bedarf, wie er dem Zollbeamten verbindlich lächelnd erklärte. Der Zollbeamte jedoch ließ sich als Pflichtmensch von diesem Lächeln nicht beeindrucken und beschlagnahmte die Fruchte ungeachtet des Protestes ihres Besitzers, da die Ern- stchr von Südfrüchten auf Java verboten ist. Der Chinese verschwand zornerfüllt. — Der Lagerverwalter, der die vom Zoll beschlagnahmten Waren unter sich hat, empfand einige Tage später verständliches Bedauern darüber, daß diese saftigen Früchte verderben sollten. Also verzehrte er eine und, da sie ihm hervorragend mundete, auch eine zweite. Als er jedoch, auf den Geschmack gekommen, die dritte anschnitt, entdeckte er zu seiner Überraschung, daß diese Frucht mit merkwürdigen Bleikeilen gespickt war. Nachdem er diest sämtlich herausgezogen hatte, fand er, daß es sich um — Matritzen handelte, wie sie m Pragestocken verwendet werden. Jede dieser Matritzen trug einen Buchstaben, und als er die zwölf Buchstaben zusammenstellte, erhielt er nach längerem Zusammen- 25,5 ®ra :: morgen • ,m 14 Sri n 26. W 18,9 M nöamr $!r 19. Qfy Mn ÄÄ 9er Wohnu, ur Bei Miner ii setzspiel den Satz: „God Zij Met Ons" (Gott sei mit uns!) — Ein Blick auf auf einen Reichstaler, die er in feinem Geldbeutel mit sich führte, belehrte ihn, daß es sich um dieselbe Buchstabenform handelte, in der der zitierte Spruch in die holländischen mb. letX 1W mib J D^rn? m Hangt j hem. Aei> : Llumschm ien übrige: Bayreuth 1934. Don unserem Sonderberichterstatter Ivo Iversen. Bayreuth, Ende Juli. Es ist ein eigen Ding um den Nimbus von Bayreuth. Ihn zu schildern, scheint fast vergeblich. Nur wer je einmal das Werk Richard Wagners in der weihevollen Entrücktheit des Feftspielhugels erlebt hat, wer je sich eingegliedert hat in die innerlich gebundene Gemeinde der Bayreuthpilger, kann eigentlich den wahren Zauber ermessen, der von dieser ganz von dem großen Kunstideal Richard Wagners erfüllten alten Markgrafenstadt ausgeht. Es ist MaAie im tiefsten Sinne. Die sonst so stille Stadt mit ihren reichen Erinnerungen an eine stolze höfische Vergangenheit, m der Barock und Rokoko ihre üppige, spielerische Pracht entfalteten, sie ist seit ein paar Tagen voll von dem bunten internationalen Festspielleben. Aus aller Herren Länder kreuzen Autos die schonen Platze, um die Berühmtheiten der Theater bilden sich kleine Zirkel, das Publikum genießt das Leuchten seiner Sterne einmal aus nächster Nahe und wer des abends nach der Vorstellung ms Festsplelrestau- rant hinübergeht, kann der Kundry in Zivil, der herrlichen Marta Fuchs, dem schlichten Rudolf Bockeimann, der eben noch als Sachs auf der Bühne stand, dem Parfifal R o s w a e n g e oder dem Junker Stolzing in der Gestalt von Max L o - renz noch einmal Dank und Beifall ausdrucken, hier dürfen die Künstler, denen nach einem klugen und guten alten Bayreuther Hausgesetz das Wieder- erscheinen vor dem Vorhang untersagt ist, das Echo ihrer Kunst hören, ehe sie sich bei einem bürgerlichen Schnitzel mit Bayreuther Bier aus der erhabenen Welt der Götter und Helden zurückverwandeln in die irdische Realität, in der der Magen knurrt und die Kehle ausgetrvcknet ist. Und die ganz Unentwegten treffen sich noch einmal zwischen Mitternacht und erstem Hahnenschrei in der „Eule", dieser verräucherten Bude voll echter Künstlerromantik mit ihren hundert und aber hundert Erinnerungen an Generationen von Musikern und Sängern, die in den letzten sechzig Jahren nach dem erhabenen Ernst des Festspieltheaters in diesen traditionsreichen Räumen die fröhliche Kehrseite ihres Lebens feierten Vormittags wandelt man durch die stilvollen alten Straßen zum Haus Wahnfried, wo der Meiller von einem Wähnen Frieden fand. Hier wohnt mit ihren Kindern Siegfrieds Witwe, grau Winifred Wagner, und in dem neugeschaffenen Anbau wohnen Richard Strauß, der auch falbilber gutheißen und als eine wirkliche Verbesserung ansprechen kann, so muß man ihm doch zugestehen, daß er sich seiner außerordentlichen Aufgabe in hohem Maße würdig erwiesen hat. Das wesentlichste: er hielt sich streng an den Geist der Partitur, an den Willen der von Wagner autorisierten Anweisungen und mied in Entwurf und Farbe unnötige Experimente. Der Gralstempel verliert sich in' eine unendlich scheinende Tiefe von grünlich schimmernden Säulen, die in den Himmel zu wachsen scheinen. Er ist voll magischer Lichtstimmung, während ihm im Gegensatz zu der früheren Dekoration die innere Geschlossenheit und Stil- ftrenge des Kuppelbaus abgeht. Der Zaubergarten Kundrys blüht in üppiger, rosiger Farbigkeit; die Stimmung des Aktes leidet nur durch unruheschaf- fendes Auf und Nieder der Blumenhecken, mit dem neue szenische Lösungen angestrebt werden sollen. Die Karfreitagsaue eröffnet den Blick in ein weites Felsental mit starken, leuchtenden Farben. Das schönste der Rollerschen Bilder ist das erste: der Waldsee mit seiner stillen, von Trauerbirken umsäumten Schwermut, überragt von einem in schneeigen Glanz leuchtenden Felsmassiv. In diesem Rahmen gibt Heinz Ti e tj e n , der neue Parsifalregisseur, der Handlung die beseelte Klarheit und geistige Kraft, die sakrale Feierstim- mung, die dieses Werkes eigentliches Wesen ist. Von ungetrübter Schönheit war die musikalische Wiedergabe. Richard Strauß scheint gegen das Vorjahr dem Weihecharakter der Gralsmusik noch mehr zu- gewachsen zu sein: neben der thematischen Plastik, der musikalischen Lebendigkeit kommt auch die ien- seitige, unirdische Stimmung stärker zum Ausdruck. Gralsstimmung auch auf der Bühne! So wächst der neue Bayreuther Parsifal, der Berliner Tenor Helge R o s w a e n g e , fühlbar immer mehr in W Demutshaltung des reinen Toren, des Erlösers hinein Von feiner italienifierenben Gesangsmanier, die hier fremb am Platze ist, abgesehen, erweist sich sein schöner, ausbrucksvoller Tenor als ein wertvolles Instrument. Neben ihm bie gewaltige Kundry von Marta Fuchs: von ungewöhnlicher Wahrheit des dramatischen Ausdrucks, erschütternd in ihrem höllischen Leben, ebenso verführerisch für Aug und Ohr als lockende Verführerin. Hier hat die'deutsche Opernbühne einen unschätzbaren Zuwachs an dramatischer und gesanglicher Potenz erhalten. Der schmerzensreiche Leidensgesang von Herbert Sanften — Amfortas, der abgeklärte Gurnemanz von Ivar Andresen, die feierlichen Chore, unter Rüdel wiederum so herrlich singend wie nur hier in Bayreuth — am nächsten Abend.erleben wie sie auf der Festwiese Alt-Nurnbergs m noch Hans Beu n: Theod« nd Beckc. Vor 20 Fahren. Oie Tragödie der -13 Tage. — Ein Zeitkalender der Tage des Kriegsausbruchs vom 23.7. - 4.8.1914. gewaltigeren Klangmassen — alles vereint sich in spürbarer Hingegebenheit und leidenschaftlicher Kunstbegeisterung, auch den neugestalteten „Parsifal" zu einem überragenden Erlebnis werden zu lassen. . Der zweite Festspielabend bringt eine Wiederholung der letztjährigen Neueinstudierung der M e i st e r s i n g e r" unter Karl Elmendorfs. In der Auflösung der Massen, in der unbeschreiblich liebevollen, individuellen Durchgestaltung der einzelnen Meistersingertypen leistet Tietjen Hervo^ ragendes. Es ist eine Aufführung, die wahrlich von innen her leuchtet. Erregend in ihrem festlichen Glanz, der sich auf der Festwiese mit ihren siebenhundert Mitwirkenden zu einer Kundgebung von beispielloser Großartigkeit steigert. Dazu eine Besetzung, wie sie sich vollkommener kaum denken läßt. An der Spitze das Idealbild eines Hans Sachs in der Person von Rudolf Bockeimann. Das strahlende Evchen Maria Müllers, der schön singende Stolzing von Max Lorenz, der würdige Pogner von Josef Manow ar da, der frische' David Martin Kremers — em wahres Meistersingerensemble, höchsten Lobes würdig m jedem Betracht. So groß die festliche Aufführung, so unmittelbar und stark das Echo des Publikums. In den Jubel des Nürnberger Volkes mischt sich die laute Begeisterung der Zuhörer. An ihrer Spitze wiederum der Reichskanzler und Dr. Goebbels. In diesem außerordentlichen künstlerischen Erlebnis spurt man die Einheit und Dichte heutiger Volksgemeinschaft voll Dankbarkeit und Zuversicht. tzochschulnachnchten. Der namhafte Freiburger Nationalökonom Geh. Rat Professor Dr. Gerhard von Schulze- G a e v e r n i tz beging dieser Tage den 7 0. G e - burtstag. Ein Schüler Lujo Brentanos, habilitierte er sich 1890 in Leipzig, wurde 1893 Extraordinarius und 1896 ordentlicher Professor m Freiburg, wo er ein Menschenalter lang wirkte. Von 1912 bis 1922 gehörte er dem Reichstag an. Das Lebenswerk von Schulze-Gaevernitz gilt der Erforschung der angelsächsischen Welt, ihrer Wirr- schäft und ihrer geistesgeschichtlichen Grundlagen, besonders der Gedankenwelt eines Carlyle Der bekannte Heidelberger Krebsforscher Professor Dr. Otto Teutschlaender vollendete sein 6 0. Lebensjahr. Teutschlaender ist bera- tender Pathologe am Heidelberger Institut für experimentelle Krebsforschung und Leiter des Patho- logischen Instituts der Städt. Krankenanstalten in Mannheim. An der Heidelberger Universität hat er einen Lehrauftrag für Geschwulstpathologie. Weges vom Erzeuger zum Verbraucher und scharfe Ueberwachung und Regelung der Preisspannen ermöglichen es, auch dem Verbraucher einen g e r e ch- t e n Preis zu sichern, ohne dem Verarbeiter und dem Zwischenhandel unbillige Opfer aufzuerlegen. Auch für den Arbeiter ist in Zukunft die Gefahr der Spekulation mit seinen Nahrungsmitteln gebannt. Im Zuge einer neuen Gesamtwirtschaftsordnung ergeben sich hieraus weitreichende Möglichkeiten für eine abschließende grundsätzliche Lösung der Lohnfrage, welche jedem neuen Klassenkampfideologen von vornherein die Basis entziehen wird. weiter kam: „Meine Freunde hänselten mich und lachten und pfiffen die Melodie, wo sie mich sahen. Aber als nun gar noch eine Strophe — einige Tage später — durch den Sender gesungen wurde, die sich ausgerechnet auf einen „Barbier"Angelo" bezog, da war es denn doch zuviel für mich. Ich sprang in mein Auto, legte mein Messer bereit und fuhr nach Jersey City. 350 Meilen sind das. Aber mit jeder Meile, die ich der Sendeanlage näher kam, wuchs meine Wut, mich und meinen Namen im Radio zu mißbrauchen. Im Sendehaus stürmte ich zwei Treppen hinauf. Niemand begegnete mir. Da hörte ich aus einem Zimmer eine Stimme schallen. — Und was fang sie? Das „Angelo-Lied"! Ich sah rot und schwarz. Ich stürmte in den Senderaum. Und da stand ein Mann, der meinen Namen geschändet hatte." Das andere erfuhren dann die Hörer akustisch. Ein klatschendes Geräusch, ein Stimmengewirr und dann die Mitteilung, wegen einer technischen Störung könne die Uebertragung des „Angelo-Liedes" im Augenblick nicht fortgesetzt werden. Den 'Schlußakkord aber wird der Richter anschlagen ... Ein teures Küßchen. (—) London. Es ist wohl kaum jemals vorgekommen, daß ein Zug wegen eines Kusses aufaehalten wurde. Und doch hat sich das kürzlich in London ereignet. Als von der Melbourne Station der Schnellzug schon aus dem Bahnhof rollte, rief eine Frau, er müsse unbedingt aufgehalten werden. Der Stationsvorsteher, der an einen sicher sehr triftigen Grund glaubte, ließ den Zug auch wirklich wieder halten. Wer beschreibt aber sein Erstaunen, als die Frau sich daraufhin seelenruhig auf den Weg machte, um an einem Abteilfenster, von einem dort stehenden Fahrgast mit einem Kuß Abschied zu nehmen. Dann drehte sie sich ebenso gelassen wieder um und dankte dem vollständig erstarrten Stationsvorsteher für seine „große Rücksichtnahme". — Dieser Extrakuß dürste sie allerdings noch eine Kleinigkeit kosten. Ein Unglück kommt selten allein. (—) Amsterdam. An die Zeiten der ältesten amerikanischen „Filmkomik" erinnert eine Kette von Unfällen, die sich in der Stadt Gouda zugetragen haben: Das siebenjährige Söhnchen Fritz des Arztes van der Nagel in Gouda saß mit einem gewichtigen Jndianer- schmöker auf einer Fensterbank der im Erdgeschoß liegenden elterlichen Wohnung und las. Da fuhr ein großes Lastauto vor dem Fenster vorbei, und das Unglück wollte es, daß just vor Fritzchens Fenster mit lautem Knall ein Reifen des Wagens platzte. In jähem Schreck darüber fiel der Knirps mit dem Oberkörper durch die Scheiben des ge- ; schloffenen Fensters und riß sich dabei die Pulsader 1 der rechten Hand auf. Laut schreiend und blutend eilte das Kind in die Küche zur Mutter, die bei seinem Anblick einen Kessel mit heißem Wasser fallen ließ, den sie gerade vom Herd zum Tisch transportieren wollte. Sein kochender Inhalt ergoß sich - über den armen Hund Tyras, der nichtsahnend > unter dem Tische lag und schlief. Mit Schmerzens- > geheul sprang das Tier aus der Küche, durch den ; Flur und aus der Hintertür, vor der, so wollte es : das launische Schicksal nun einmal, auf einer Leiter ? der älteste Sohn des Hauses stand, um ein Reben- - spalier höher zu binden. Der Hund warf die Leiter : um, der junge Mann stürzte aus drei Meter Höhe : durch das Glasdach eines Gemüsetreibhauses und > fiel mit aller Wucht auf den Rücken einer Magd, die dort Gemüse für den Mittagstisch holen wollte. ders üte daß b: ßinbe eir dem Fch; 'ht wechsel ‘ten oif wird W ia bei k 1 wieder nr. >ie Wette Jen, wob verhältm m wird: Jersey-Station einen neuen Song herausgebracht, der sich immer um den Namen Angelo drehte. Angelo als Tölpel, Angelo als Liebhaber, Angelo als Betrogener, Angelo hier, Angelo da. Lassen wir Angelo selbst erzählen, wie es bann in diesem Sommer, seinen siebzig Jahren zum Trotz mit der ihm eignen Elastizität die musikalische Leitung des „Parsifal" übernommen hat, und der Berliner Generalintendant Tietjen, der nach Sieqsrieds allzu frühem hinschciden die szenische Oberleitung der Festspiele m die Hand genommen bat Manch ebrsürchtiger Blick weilt gedankenvoll auf der mächtigen PlEe die in dem an den Hofgarten angrenzenden Teil des Wahn- sriedgartens unter den schonen alten Baumen die sterblichen Reste Richards und Cosimas deckb Ein paar Schritte weiter, auf der anderen Parkfeite abseits allem Getriebe in einer kleinen ruhigen Villa hat der F ü b r e r Wohnung genommen Schwarze Gard- sorgt dafür. daß niemand diese Zone der Stille durchbricht. Wenn auch auf ausdrücklichen Wunsch des Kanz- l°rs d,e all- Schranken durchbrechende Begeisterung des Publikums nach Möglichkeit zuruckg - dämmt und im Theaterraum selbst mit Recht stritte Untersaat ist ganz kann er sich doch nicht den Ipon tauen Bekundungen der Verehrung und der^Dank- m^Lest^Ln^t^über^ ^ißen^ ihn er- E'ÄiVÄsSj Ä« -SÄ 7/n" di^°inem"m°d°rn-n Bildgesühl mehr entsprachen als d?e ehrwürdigen alten Dekorationen $ " hprjpf sie denn den Wiener Bühnenbildner n f le r nach Bayreuth und übertrug ihm Alfred R o l * r naa) ) Aufgabe, das sakrale die verantwortungsschwe^ ^^ngewand zu klei- Weihesplel „itqernähern Empfinden des Zu- kl"' -E ckt und doch die von Richard Wagschauers en sp ch f^t vorgeschriebene eigen- ner Mit e-ndeut-ger^ Jßarfifa[,, ^sdrückt. Auch we"n^man Nichten- der neuen Rollerschen Parsl- MR tauf-.öit II SS* lliBHoW01 zSß full“ .I|r OS w‘”V. gSi.' i Durch das Reichsnährstandgesetz und die von , ausgehende Gesetzgebung zur Marktordnung wird von dem Reichsernährungsminister Darr£ in steigendem Umfange das ©9 ft em der festen Preise an Stelle der früheren schwankenden Preisbildung des freien Verkehrs eingeführt. So haben wir Festpreise für Getreide und eine umfassende staatliche Markt- und Preisregelung für Milch- und Molkereierzeugnisse, Fette, Eier, Schlachtvieh und eine Reihe einzelner weniger wich,- tiger landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Der feste Preis, der hierbei festgesetzt bzw. festzusetzen ist, soll ein gerechter Preis sein, d. h. er soll dem Erzeuger geben, was ihm zukommt, und er soll anderseits auch dem Verbraucher keine unbilligen Opfer zumuten. Der Preis der Nahrungsmittel wird auf diese Weise dem früheren täglichen Streit der Interessenten entrückt. Ebenso wie früher der durch die gewerkschaftliche „Vertretung" der Arbeiter erhobene Ruf nach dem billigen Brot, und sei es auch auf Kosten der Lebensfähigkeit des Bauernstandes, der marxistischen Klafsenkampfideologie entsprach, so entspricht heute die staatliche Sorge für die Belieferung des ganzen Volkes mit eigenem Brot zu gerechtem Preis der organischen Volksauffassung des Nationalsozialismus. Wer den Klassenkampf beseitigen will, der mußte das tägliche Brot aus diesem Kampfe heraus st e l - l e ft Das System der festen Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse entspricht durchaus den Lebensbedürfnissen des gesunden Bauernhofes. Der Bauer muß eine feste wirtschaftliche Basis haben, von der aus er mit ausreichender Sicherheit seinen Wirtschaftsplan durchführen kann. Es gab früher viele Auswege, wenn die Preisentwicklung nicht dem Voranschlag des Bauern entsprach. Insbesondere war ein solcher Ausweg der Kredit. Es versteht sich von selbst, daß in einem gewissen Umfange und zu ganz bestimmten Zwecken ein Kreditbedarf immer bestehen und gerechtfertigt sein wird. Aber niemand wird leugnen, daß dem Kredit, der nur dazu dienen soll, ein durch ungünstige Preisentwicklung entstandenes Loch im Haushalt zu stopfen, die Vermeidung dieses Kredits durch die Ausschaltung der Möglichkeit solch ungünstiger Preisentwicklung bei weitem vorzuziehen ist. Haben wir es doch in den vergangenen Jahren zu Tausenden und Abertausenden von Fällen erlebt, daß der Preiszusammenbruch den Bauern dazu zwang, Kredite zu hohen Zinsen aufzunehmen, um damit die Wirtschaft in- standzuhalten und vor allen Dingen die bestehenden hohen Zinslasten abzugleichen. So sind Tausende guter deutscher Bauern in jenen verhängnisvollen Fehlzirkel hineingeraten, an dessen Ende die Zwangsversteigerung stand, während gleichzeitig viele Millionen Mark Reichsgelder zur Stützung der Getreidepreise verwendet wurden und letztlich nur einer kleinen Clique von Getreidejuden zu- flossen. , Der Erbhofbauer, der vor den Gefahren einer übertriebenen Kreditaufnahme geschützt werden soll, muß mehr als jeder andere auf lange Zeit hinaus fest disponieren können. Er muß sicher \ein daß ihm der Ertrag seiner Scholle nicht durch gewissenlose Börsenspekulation entzogen wird. Die Fe st preisregelung gibt dem Bauern und Landwirt diese Ptöglichkeit. Sie gestattet daher in weitestem Maße eine Bewirtschaftung mit dem eigenen Kapital. Dies ist zugleich die gesündeste und billigste Form des Wirtschaftens. Es ist sicher: wir stehen erst am Anfang, und da kann dieser gewaltige Bau der Neuordnung des Agrarmarktes noch nicht in allen feinen einzelnen Steinen festgefügt und richtig stehen, und hier und da gibt es noch manches zu verbessern. Doch das ist eine Frage der praktischen Erfahrung und Entwicklung. Das Fundament steht und auf ihm wird weitergebaut. Den Zweiflern und denen, die sich nach einem langen Leben unter anderen Wirt- Oer fünfte Tag: 21. Juli. Die englischen Flottenführer erhalten vom Ersten \ Lord der Admiralität Churchill eine geheime 1 Warnung für den bevorstehenden Kriegsfall. Deutschland lehnt Greys Vorschlag einer Bot- 1 schasterkonserenz ab. 1 Staatssekretär von Iagow erklärt dem öfter- I reichisch-ungarischen Botschafter, daß die deutsche Regierung „sich mit in der nächsten Zeit eventuell । durch die deutsche Regierung an Oesterreich zu übermittelnden Vorschlägen Englands in keiner < Weise identifiziere, sondern entschieden gegen deren Berücksichtigung sei". Die Antwortnote Serbiens wird bei den europäischen Kabinetten bekannt. Stimmungsum- fchwung gegen die Politik Oesterreich-Ungarns. Grey erklärt Lichnowsky, daß, wenn Oesterreich nach Serbiens Antwort nicht Frieden mache, es „vollkommen klar sei, daß Oesterreich nur nach einem Vorwand suche, Serbien zu erdrücken und Rußlands Einfluß auf dem Balkan zu treffen. Lichnowsky teilt mit, daß er Grey „zum ersten I Er, der älteste Sohn, kam mit dem bloßen Schrecken davon, das übrige Ergebnis der Unfallkette jedoch lautet: Fritzchen Arm- und Halsverletzungen und eine durchschnittene Pulsader, die Mutter Nervenschock, Tyras so schwer verbrüht, daß er erschossen werden mußte, und die Magd zwei Rippenbrüche — Vergeblicher Kampf um die Ehre des Sohnes. (z) Paris Den 70jähriyen Joseph Chapelant haben sie in diesen Tagen m eine Irrenanstalt gebrockt. Was er nach einem Kampf über 20 Jahre erleote, war zuviel für ihn. Er hatte nicht um seiner selbst willen prozessiert, sondern wegen seines Sohnes. Alles war ihm darauf angekommen, die Ehre dieses Sohnes wieder herzustellen. Damals, 1914, bei einem Angriff französischer Truppen war sein Sohn, ein Leutnant, angeblich übergelaufen, hinterher mit zwei Beinschüssen auf- aefunden und von den Franzosen standrechtlich erschossen worden, weil er zu allem anderen auch noch den Kameraden mit einem Taschentuch gewinkt habe, wie er übergelaufen. Der Vater wollte und konnte nicht glauben, daß sein Sohn ein Feigling sei. Er kämpfte 20 Jahre um die Wiederaufnahme des Kriegsgerichtsprozesses. Er wußte, daß er seinen Sohn nicht wieder lebend machen konnte dadurch. Aber er hoffte, die Ehre seines toten Kindes wieder Herstellen zu können. Zeugen brachte er bei, sein letztes Geld opferte er, der Prozeß ging durch. Aber das Kriegsgericht hatte seinerseits ebenfalls nach 20 Jahren Zeugen auf- getrieben. Die Waage schlug zu ungunsten des toten Leutnants aus: Er sei zu recht erschossen worden. Der bedauernswerte Vater brach nach zwanzigjährigem Ringen um die Ehre seines Kindes irrsinnig geworden, zusammen. Auf Rollern und Rollschuhen durch San Franzisko. (rt) San Franzisko. Der Streik ist zu Ende. Man atmet auf in San Franzisko. Niemand aber ist mehr erleichtert, als die unfreiwilligen Fußgänger, die der Verkehrsstreik zwang, ihre Beine mehr als sonst in Benutzung zu nehmen. San Franzisko wird wohl nie vergessen, was es in diesen Tagen erlebte: Da sah man aus den Vororten, von wo normalerweise Schnellbahnen in die Stadt führen, ältere und jüngere Leute aus uralten Fahrrädern mühsam kutschieren. Dazwischen bewegten sich auch Tandems aus dem Anfang, des Jahrhunderts. Mit Rollschuhen jagten die ganz Unentwegten ins Büro, während sich die Ungeschickten nur dazu entschließen konnten, den Roller ihres Sohnes für den eigenen Bedarf au mißbrauchen. Nie wurde mehr Muskelöl verkauft, als in diesen Tagen. Derweil man mit zitternden Knien der Heimat zustrebte, von der ungewohnten Strapaze schwer geplagt, ist bestimmt mehr als ein derber Fluch auf die streikenden Schnellbahnen, die zu diesen Zirkustricks zwangen, gen Himmel geschickt worden .... Wirtschaft. Ständiges Anwachsen der Spareinlagen. Das deutsche Volk ist ein Volk der Sparer. Mindestens jeder dritte Deutsche nennt ein Sparbuch sein eigen. Es kann keinen schöneren und erhebenderen Beweis für das Vertrauen geben, dessen sich die deutschen Sparkassen erfreuen, als die Tatsache, daß heute mehr als 23,5 Millionen Sparbücher von den deutschen Sparkassen verwaltet werden; 12 Milliarden Reichsmark Spareinlagen haben die Sparer im Laufe weniger Jahre zusammengetra- aen. Mit Sorgfalt verwalten und mehren die deutschen Sparkassen diese ihnen übergebenen Milliarden. Was die Sparer ihnen anvertrauen, führen sie in Millionen von einzelnen Krediten vor allem dem Mittelstand in Stadt und Land als Hypothekar- oder Betriebskredit zu. Von Jahr zu Jahr ist die Zahl der Sparer gewachsen, haben sich immer neue Volksgenossen zu den Sparkassen bekannt. Vor zehn Jahren waren es erst 1,7 Millionen Sparer, die Groschen und Mark zu ihrer Sparkasse trugen. 1926 waren es dann 6,3 Millionen, 1928 12,5, 1930 18,0 und 1933 23,5 Millionen Sparbücher, die sich in Händen der Sparer befanden. Eine Volksbewegung im besten Sinne! Aenderung der Butterpreise. Die Berliner Butternotierungskommission hat mit Wirkung vom 27. Juli 1934 folgende Butterpreise notiert: Deutsche Markenbutter 1,30 Mark, Deutsche feine Molkereibutter 1,27 Mark und Deutsche Molkereibutter 1,23 Mark. Die Preise verstehen ich ab Molkerei einschließlich Faß. Mit dieser Preis- estsetzung erreichen die Butterpreise wieder den Stand, den sie am 8. April d. I. hatten, jedoch mit der Einschränkung, daß seinerzeit die Kosten des Fasses noch hinzukamen. Es handelt sich bei der Preisänderung keineswegs um eine Butterverteuerung schlechthin, sondern vielmehr um eine gerechte Anpassung an die jahreszeitlich bedingten Schwankungen des Butteranfalls. Um jegliche Ueberoortei- lung der Verbraucher auck in der butterknappen Zeit zu verhindern, darf bei der Abgabe an den Verbraucher der Preis für die beste Buttersorte, nämlich die Deutsche Markenbutter, nirgends höher sein als 1,60 Mark je Pfund. Die Kleinverkaufspreise der übrigen Buttersorten halten sich ihren Einstandspreisen entsprechend unter den Kleinver- kaufspreisen für Markenbutter. Bei Landbutter und Kochbutter wird vorerst von einer Notierung abgesehen. * * Der Automobilabsatz im Juni. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre war für Juni ein Rückgang des Automobilabsatzes zu erwarten. Tatsächlich ist jedoch, wie das Institut für Konjunkturforschung in der Konjunktur-Kartei feststellt, die Zahl der Zulassungen fabrikneuer Personenkraftwagen von Mai auf Juni um 3 v. H. gestiegen. Sie betrug im Juni 15 886 Einheiten. Diese Steigerung ist zwar zum Teil darauf zurückzuführen, daß sich die Lieferungen in den letzten Monaten stark verzögert hatten. Zum Teil ist sie jedoch auch ein Zeichen dafür, daß auf dem Automobilmarkt Auftriebskräfte am Werke sind. Das Lastkraftwagengeschäft war, der Jahreszeit entsprechend, im Juni etwas ruhiger. Immerhin sind im Juni rund 2000 Lastkraftwagen oder etwa zwei Drittel mehr als im Juni 1933 zugelassen worden. Die Gesamtzahl der Zulassungen für die erste Hälfte des Jahres 1934 stellt sich auf 60 229 Personenkraftwagen und 9 090 Lastkraftwagen. Es sind also in der ersten Hälfte des Jahres 1934 etwa 70 v. H. Personenkraftwagen und 60 v. H. fabrikneuer Lastkraftwagen mehr zugelassen worden als in der ersten Hälfte 1933. * D i e Breuer-Werk« in Höch st bleiben erhalten. Die Breuer-Werke-AG. in Höchst, die sich im Besitz der Buderusschen Eisenwerke in Wetzlar befindet, hat bekanntlich einen großen Teil ihres Aktienkapitals verloren. Verhandlungen, die über die Weiterführung der Firma geführt wurden, haben nun das Ergebnis gehabt, daß die Gesellschaft in eine G. m. b. H. umgewandelt wird. Die verschiedenen Abteilungen des Unternehmens (Armaturen, Maschinenbau usw.) sollen sämtlich weiter betrieben werden. Wie verlautet, ist eine weitere Verminderung der Belegschaft nicht beabsichtigt. frankfurter Börse. TNitlagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 26. Juli. Die Börse verkehrte nahezu auf der ganzen Linie in schwacher Haltung. Nachdem sich in den letzten Wochen größere Haussepositionen gebildet hatten, schritt die Kulisse im Hinblick auf den Ultimo zu weiteren Positionslösungen, wobei die Vorgänge in Oesterreich etwas mitgewirkt haben dürften. Letztere nahmen an der Börse eine breite Diskussion ein. Die Meinungen über die weitere Entwicklung waren geteilt, überwiegend beurteilt man die Lage aber verhältnismäßig ruhig. Wenn die Kursrückgänge hier und da etwas größeres Ausmaß annahmen, so war dies auch zu einem großen Teil auf die herrschende Geschäftsstille zurückzuführen, zumal seitens der Kundschaft Kaufaufträge kaum Vorlagen. Die Durchschnittsverluste betrugen von 1 bis 2 v. H. Am Chemiemarkt gaben Farbenindustrie 1,75 v. H. nach, stärker abgeschwächt waren Deutsche Erdöl, Goldschmidt und Metallgesellschaft, die je 2,25 v. H. einbüßten. Am Elektromarkt gingen Siemens und Bekula je 2,25 v. H., Gesfürel 1,75 v. H. und die Übrigen Werte von 0,50 bis 1 v. H. zurück. Von Montanaktien waren vor allem die stark gestiegenen Rheinischen Braunkohlen-Akdien schwach und 5 v. H. niedriger, daneben verloren Klöckner, Rheinstahl und Mansfeld bis 2,75 v. H., ferner lagen Gelsenkirchen, Harpener, Mannesmann, Phönix und Stahlverein bis zu 1,50 v. H. schwächer. Don Einzelwerten setzten Deutsche Linoleum ihre bereits gestern begonnene Abwärtsbewegung um 2,75 v. H. fort, ferner gaben AG. für Verkehrswesen 2 v. H., Holzmann und Zellstoff Aschaffenburg je 1,50 v. H. nach. Schiffahrtsaktien, Reichsbankanteile, Zement Heidelberg, Zellstoff Waldhof und Westdeutsche Kaufhof verloren von 0,25 bis 0,50 v. H Auch am Rentenmarkt gaben die Kurse etwas nach, so Altbesitzanleihe und Stahlverein-Bonds um je 0,50 v. H., dagegen lagen späte Reichsschuldbuchforderungen mit 92,40 v. H. gut behauptet. Im Verlaufe blieb die Börse schwach. Besonders angegriffen waren Farben-Aktien, die um weitere 2 v. H. auf 146 v. H. zurückfielen. Auch auf den übrigen Marktgebieten gaben die Kurse infolge von Verkäufen der Kundschaft um durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. nach und die später notierten Werte lagen im Ausmaße von etwa 2 v. H. schwächer. Geringfügig erholt waren lediglich Stahlverein mit plus 0,25 v. H. Chade-Aktien waren stark gesucht und kamen schließlich mit 214 um 6 Mk. höher zur Notiz. Am Rentenmarkt war die Haltung späterhin ebenfalls schwächer, Altbesitz verloren nochmals 0,25 v. H., später Reichsschuldbuchforderungen 0,40 v.H. Am Pfandbriefmarkt gaben die Kurse durchweg um 0,50 bis 0,75 v. H. nach, auch Stadtanleihen waren angeboten und von 0,25 bis 0,50 v. H. niedriger. Am Auslandsrentenmarkt setzten Schweiz. Bahnanleihen ihre Aufwärtsbewegung fort, ferner lagen Anatolier 0,50 v. H. fester. Tagesgeld blieb zu 3,25 v. H. unverändert. Abendbörse beruhigt. An der Abendbörse zeigte sich kaum noch Angebot. Die Stimmung war allgemein beruhigt. Zwar war die Kursgestaltung noch nicht ganz einheitlich, auf der ermäßigten Basis bestand jedoch eher etwas Kaufinteresse, wenn auch die Umsätze infolge der noch vorherrschenden Zurückhaltung klein waren. Die Berliner Schlußkurse hielten sich meist gut behauptet, teilweise wurden sie auch mäßig überschritten, 'nur ganz vereinzelt traten noch geringfügige Abschwächungen ein, Deutsche Erdöl verloren allerdings 1,13 v. H. Im Verlaufe traten kein« nennenswerten Veränderungen ein, Farbenindustrie und Phönix zogen leicht an. Am Rentenmarkt war das Geschäft sehr klein bei behaupteten Kursen. Auslandwerte tendierten allgemein weiter fest, besonders Schweizer Bahnanleihen, die bis zu 5,5 v. H. anzogen, auch Chade- Aktien gewannen bis 1,50 RM., daneben waren diverse ausländiscke Stadtanleihen höher gesucht; u. a. notierten Ältbesitzanleihe 94, Stahlverein- Bonds 76,25, 4-v. H.-SBB. von 1912 198, 3,5-v. H.- SBB. 185,50, Commerzbank 57,25, Buderus 75,50, Gelsenkirchen 60,50, Harpener 105,75, Mannesmann 65,50, Klöckner 73,75, Phönix 47,25 bis 47,50, Rheinische Braunkohlen 244, Aku 59,75, AEG. 24,40, Bekula 142,50, Chade Lit. A—C 219,50, Lit. D 206,50, Conti Gummi 134,50, Daimler 45,25, Deutsche Erdöl 114,50, Scheideanstalt 206, Licht & Kraft 113, JG.-Farben 146,25 bis 146,50, Gesfürel 108,25, Holzmann 64, Lahmeyer 119, Schuckert 90,50, Westdeutsche Kaufhof 21, Süddeutsche Zucker 185, Reichsbahnvorzugsaktien 11,40, AG. für Verkehr 64,50, Hapag 26. Oie Preise für Frühkartoffeln in Hessen-Nassau. Die im Rahmen der Absatzregelung für Frühkartoffeln festgesetzten Preise lauten für Hessen- Nassau in geschlossenen Anbaugebieten bei Abgabe durch die Bezirksbetriebsstelle an die Verteiler auf 4,50 Mark für 50 Kilogramm ausschließlich Sack, und für die nicht geschlossenen Gebiete bei Abgabe des Erzeugers an den zugelassenen Verteiler auf 4,14 Mark. Die Preise dürfen nicht unterschritten werden. Frankfurter Schlachtvielimarkt. Frankfurt a. M., 26. Juli. Auftrieb: Rinder 52 (am letzten Donnerstagmarkt 58), davon 22 Ochsen, 1 Bulle, 4 Kühe und 25 Färsen. Kälber 1008 (1009), Hümmel 33 (63), Schafe 29 (41), Schweine 643 (489). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht In RM.: Kälber a) 40 bis 44, b) 35 bis 39, c) 28 bis 34, d) 19 bis 27. Lämmer und Hämmel b2) Weidemafthämmel 33 bis 34, c) mittlere Mast- lämmer 30 bis 32. Schafe e) beste 30 bis 32, f) mittlere 26 bis 29, g) geringe 22 bis 25. Schweine al) 50 bis 51, a2) 48 bis 50, b) 47 bis 50, c) 46 bis 49, d) 42 bis 48. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagsmarkt blieben Kälber unverändert, Hämmel und Schafe zogen etwa 1 bis 2 Mark und Schweine 3 bis 4 Mark an. Marktverkauf: Kälber schleppend, ausverkauft. Hämmel, Schafe und Schweine lebhaft, ausverkauft. Die Preise sind Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht-, Markt- unb Verkausskosten, Umsatzsteuer sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müssen sich also wesentlich über die Stallpreise erheben. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 1004 Viertel Rindfleisch, 224 ganze Kälber, 7 ganze Hämmel, 456 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in RM.: Ochsen- und Rindfleisch I 46 bis 50, II 40 bis 45. Bullenfleifch 42 bis 48. Kuhfleisch II 34 bis 40, III 24 bis 32. Kalbfleisch II 65 bis 70, III 55 bis 64. Hammelfleisch 70 bis 75. Schweinefleisch I 60 bis 69. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig. ^unbfunfproaramm. Samstag, 28. Juli. 5.50 Uhr: Gymnastik 6.15: Gymnastik. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Fröhliches Wochenend! 15.10: Lernt morsen! 15.40: Quer durch die Wirtschaft. Berichte und Gespräche. 16: Musik am Nachmittag. 18: Kunterbunt aus den Deutschen Kampfspielen. 18.30: Stimme der Grenze. 19: Köln — Frankfurt — Stuttgart: Gemeinschaftssendung: Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt! 19.30: Schallplattenplauderei. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: Bunte Bonbons. Ein Abend luftiger Kleinigkeiten. 22.20: Nachrichten. 22.30: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.40: Tagesecho der Deutschen Kampfspiele. 23: Kabarett und Tanz. Briefkasten Oer Redaktion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) H. P. in G. Sie sind zur Entrichtung einer Vergütung nur verpflichtet, wenn der Vertrag infolge des Nachweises des Maklers zustandekommt. Es gilt zunächst das Vereinbarte. Ein Maklerlohn gilt als stillschweigend vereinbart, wenn der Nachweis nur gegen Vergütung zu erwarten ist. Ist die Höhe nicht bestimmt, so ist bei Bestehen einer Taxe der taxmäßige Lohn zu zahlen. Ein vereinbarter Lohn kann durch Urteil auf den angemessenen Betrag erniedrigt werden. Nach der Entrichtung ist jedoch die Herabsetzung ausgeschlossen. Ob hier eine Taxe besteht, können Sie bei der Handelskammer erfahren. k. Nach § 1267 der Reichsversicherungsordnung lebt die erloschene Anwartschaft wieder auf, wenn von neuem auf Grund der Versicherungspflicht oder der Versicherungsberechtigung mindestens zweihundert Beitragsmarken zurückgelegt worden sind. Hat der Versicherte das vierzigste Lebensjahr vollendet, so lebt die Anwartschaft durch freiwillige Beitragsleistung nur auf, wenn vor dem Erlöschen mindestens fünfhundert Wochenbeiträge entrichtet und danach erneut fünfhundert Beitragswochen zurückgelegt worden sind. Voraussetzung ist bei Wiederaufnahme der freiwilligen Weiteroersicherung, daß Invalidität noch nicht vorliegt. Zunahme -ertzautätigkeit In Hessen und Hessen-Aassan. Der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „Der Gemeindetag" entnehmen wir, daß sich auch in den Städten Hessen-Nassaus und Hessens die Bautätigkeit im Kalenderjahr 1933 erfreulich entwickelt hat. Im ganzen Reich haben sich die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung auf dem Gebiet der Bauwirtschaft so ausgewirkt, daß in den deutschen Groh- und Mittelstädten mit 50 000 und mehr Einwohnern insgesamt 72 200 neue Wohnungen fertiggestellt wurden (im Jahre 1932 waren es 53 700). Unter den erstellten Wohnungen wurde-i 31500 durch Umbau geschaffen (1932: 12 900). Bezeichnend ist, daß die Errichtung von Kleinhäusern stark zugenommen hat. Die private Bautätigkeit hat sich also auch wieder belebt. In Frankfurt ist für das Jahr 1933 ein Zugang an Wohnungen von 3192 zu verzeichnen. Davon haben 1172 oder etwa 35 v. H. 1 bis 2 Zimmer, 1878 oder nicht ganz 64 v.H. 4 bis 6 Zimmer und 142 7 und mehr Zimmer. Damit besteht für das Jahr 1933 in Frankfurt ein Reinzugang von Wohnungen von 4,4 auf jedes Taufend Der Bevölkerung. Im Jahre 1932 war die Vergleichszahl 3,7. In Kassel wurden 1933 478 neue Wohnungen erstellt. Davon haben 159 1 bis 3, 291 4 bis 6 und 28 7 und mehr Zimmer. Der Reinzugang an Wohnungen beträgt auf 1000 Köpfe der Bevölkerung 2,5 gegenüber 1,6 im Vorjahr. Die Stadt Wiesbaden hat 1933 645 neue Wohnungen bekommen: 295 mit 1 bis 3, 332 mit 4 bis 6 und 18 mit 7 und mehr Räumen. In Wiesbaden ist jedoch im Gegensatz zu den anderen Städten der Reinzugang an Wohnungen auf das Taufend der Bevölkerung von 3,2 im Jahre 1932 auf 3,0 im Jahre 1933 zurückgegangen. Besonders lebhaft war die Bautätigkeit im Jahre 1933 in Mainz, wo 366 neue Wohnungen erstellt wurden. 185 hatten 1 bis 3, 178 4 bis 6 und 3 7 und mehr Räume. Der Reinzugang an Wohnungen hat sich gegenüber 1932 mehr als verdoppelt. Die Vergleichszahlen lauten 2,3 für 1933 und 1 für 1932. Eine starke Abnahme der Bautätigkeit ist auch in Darmstadt zu verzeichnen, wo nur 145 Wohnungen errichtet wurden, von denen 20 1 bis 3, 115 4 bis 6 und 10 7 und mehr Räume haben. Die Vergleichszahlen für den Reinzugang an Wohnungen lauten 1,5 für 1933 und 2,6 für 1932. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskonl 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franklur a. JJ1 Äerlm Gchluß- kur« Schluß«. Abend. bSrfe Schluß, «m« Schluß«. Mittag. bSrfe Datum 25.?. 26.7- 25-7. 26.7. •% Deutfche Relchsanleihe v. 1927 92,65 92,65 93 93 8% ef)em.7% Dl. ReichSanl. v. 1929 — — t>Vi% 9oung-Qlnleif)e von 1980 .. Deutfche Anl.-Ablüs^Schuld mti 90,5 90,4 90,75 90,75 AuSlos.-Rechten ......... 94,9 94 94,75 94 DeSgl. ohne AuSIos.-Rechte...... 8% ebem.8% He». BolkSstaa! 1929 lrückzahlb. 102%) ..... 6% Hejf. Landesbank Darmstadl 91,75 91,75 92 91,75 ®olb N. 12 6%% Hess. LandeS-Hypotheken- vank Darmstadt ölqul. 89,75 89,75 89,75 — 89,75 89 — _ Oberhesfen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten Deutfche Komm. Sammelabl. An. 95,5 95,5 — — leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 96,5 96 _ 96 8% ehem. 8% Franks. Hhp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bl6 1935 89,5 89 90 89,75 8% ehem. 7% Franks. Hhp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 89,5 89 •Ki% ehem. «y,% Frank« Hyp^ Bank-Liqu^Dsandbriese..... 90 89,25 Wi% ehem. daß einzelne Firmen sich schon strafbar machten und in eine Ordnungsstrafe genommen werden mußten. Alle Firmen (Baumschulen, Gärtnereien mit Anzucht von Obstbäumen, Privatgärtnereien usw.), welche Obstbäume zum Verkauf heranziehen, werden hiermit aufgefordert, ihre genaue Anschrift umgehend der Landesbauernschaft Hesfen-Naffau, Unterabteilung Garten, Frankfurt, Bockenheimer Landstraße 25, schriftlich in gut leserlicher Schrift mitzu- teilen. Baumschulfirmen, welche früher dem BdB. angehörten und deren Adressen hier bekannt sind, brauchen diese Meldung nicht zu erstatten. Alle anderen Firmen, einerlei ob sie Obstbäume in größerer, oder auch nur in ganz geringer Anzahl zum Verkauf heranziehen, müssen sich melden. Nachteile, welche aus unterlassener Meldung sich ergeben können, gehen ausschließlich zu Lasten der Säumigen. — Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Reifende Jugend". — Stadttheater-Orchester: 20 bis 21 Uhr, Promenaden- konzert. ** Erledigte Lehrer stelle. Die Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule zu Reuters, Kreis Lauterbach ist neu zu besetzen. Eine Dienstwohnung ist vorhanden. Meldungen von Anwärtern, die nicht mindestens acht Jahre die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückqelegt haben, sind zwecklos. ** Promenadenkonzert des Stadt- theater-Orchesters. Wegen der Mitwirkung des Orchesters bei ber Freilichtaufführung am morgigen Samstag wird das Promenadenkonzert auf heute vorverlegt und zwar für die Zeit von 20 bis 21 Uhr. Da der Wettergott dem letzten Konzert am Dienstag nicht gewogen war, wird der ausgefallene Programmteil in die heutige Dortrags- folge übernommen. „Frohsinn", Marsch von Hauschild; Ouvertüre „Erlenhügel" von Kuhlau; „Grieg- Erinnerungen", Fantasie von Urbach; Ungarische Tänze Nr. 1 und 2 von Brahms; „Hofball-Tänze", Walzer von I. Lanner; Pizzicato-Polka, I. Strauß. Leitung: Kapellmeister Fritz C u j 6. ZiveiMmierundMa Vornan von Hermann W. Walber. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 14 Fortsetzung Nachdruck verboten! An diesem Montag kam Hans von Kirchhofen nicht zur Ruhe. Dringliche geschäftliche Angelegen- heilen harrten der Erledigung durch ihn. Zwischendurch hatte er Konferenzen mit den Prokuristen. Gegen Mittag weilte er zu einer Besprechung auf ber rumänischen Gesandtschaft. In den ersten Nach- mittagsftunben waren Vertreter kleinerer Firmen bei ihm, um über bie Abtretung von Unteraufträgen zu verhandeln. So konnte er sich um seine Privatangelegenheiten nur wenig kümmern. Und das war ihm ganz recht. Auf diese Weise ging wenigstens die Zeit hin Immerhin hielt er es für richtig, spätnachmittags einmal rasch nach Friedenau zu fahren, um Mya Körber zu sprechen. Er traf sie nicht an. Ihre Zofe teilte ihm mit, ihre Herrin wäre mit einer Anzahl von Freunden zu einem Ausflug unterwegs. Auf ihre Rückkehr zu warten, hatte also keinen Zweck. Immer des Montags ließ die Körber rhre „Gesellschaften" ausfallen. 3n ber Unrast des Tages hatte er vergessen, seine S^raut anzurufen. Er wollte das Versäumte schnellstens wieder gutmachen und entschloß sich deshalb, auf einen Husch bei ihr vorzusprechen. Mst freudestrahlendem Gesicht wurde er empfan» gen Der Besuch dehnte sich länger aus, als er beabsichtigt war. Hilda ließ den Verlobten erst nach dem Abendbrot wieder fort. Befriedigt vernahm er übrigens, daß Doktor Becker nicht im Krankenhause mar. Angeblich war er verreist. Mit Knacker schien es in seinem Sinne gut zu stehen... Wenn es nur schon vierundzwanzig ober besser achtundvierzig Stunden weiter wäre! Nachdem er noch einmal in ben Betrieb gefahren war, wo man bereits wegen den PostunterfChristen auf ihn wartete, und nachdem er diese geleistet hatte, suchte er ein Nachtlokal auf. Er mußte Zerstreuung haben. Bei reichlichem Weingenuß verlebte er ben Rest des Abends. Als er in später Nachtstunde sein Heim aufsuchte, sank er todmüde ins Bett unb schlief unter ber Ein- Wirkung bes Alkohols sofort ein. — Wolterstorff hatte sich nicht getäuscht. Nach mehrstünbigem Marsch, ber mehr ein Klettern war, erreichte er die jenseitige Höhe. Im Dämmergrau bes verschwindenden Tages sah er vor sich eine weite, kahle Ebene, die kein Ende zu nehmen schien. Aber nirgends entdeckte er auch nur die geringste Spur menschlichen Daseins. Ein Blick rückwärts zeigte ihm am Horizont einen Bergkegel, dessen Spitze eine Burg trug. Ihre Umrisse zeichneten sich, wenn auch schon schwach, jo immerhin noch deutlich genug, gegen den Avend- himmel ab. Von dort war seine Flucht ausgegangen. Er erschrak ordentlich, als er feststellte, daß er also erst eine verhältnismäßig kurze Strecke zurückgelegt hatte. Offenbar war er streckenweise im Zickzack gelaufen. Was nun? Durfte er feinen übermüdeten Gliedern weitere Anstrengungen zumuten? Schon begannen seine Füße zu schmerzen. Er entschloß sich, etwas zu essen unb ein paar Stunden auszuruhen... Hatte er geschlafen? Wolterstorff fprang hoch. Tiefe Finsternis umgab ihn. Waren bas nicht Menschenstimmen? Und Hundegebell? Sollten ihm die Häscher auf ber Spur fein? Regungslos verharrte er ein paar Sekunden. Da sah er in einigen hundert Metern Entfernung Schatten näherkommen. In allernächster Nähe bellte ein Hund. Das Tier hatte offenbar Witterung. Gleich darauf stellte es ihn, wütend kläffend. Vier Menschen eilten herbei. Lampen blitzten auf. Wolterstorff war entdeckt. Und schon erhielt er einen Stoß in bie Rippen. War das nicht sein Zerberus, der ihm den Stoß versetzt hatte? Das sollte wohl dessen Rache sein für ben Streich, den er ihm gespielt hatte. Wehren? Eine Waffe besaß er nicht, unb gegen bie vier starken Kerle würde er ohne eine solche nichts ausrichten. Freiheit dahin! Er mußte sich in sein Schicksal fügen. Man nahm ihn in die Mitte. Zwei Hunde wollten sich immer wieder auf ihn stürzen. Sie mußten gewaltsam zurückgehalten werden. Nun also zurück dorthin, von wo er geflüchtet war! Seine Wächter schienen die Richtung genau zu rennen. Die Wanderung war längst nicht mehr so beschwerlich wie bie erste. Schon kurz nach Mitternacht traf der Transport in ber Burg ein. Durch Signale war man dort von bem Erfolg des Suchens bereits unterrichtet. Santikoff, selbst vor kurzem erst mit seinen Leuten von ber Streife zurückgekehri, ließ ben befangenen in einen großen, mit schweren Holunodelu ausgestatteten Raum, offenbar eine Art Arbeitszimmer, bringen. Ein spärliches Licht verlieh bem Zimmer einen düsteren Eindruck. Dort standen sich nun die beiden Männer, bie sich zum ersten Male sahen, gegenüber. Der Rumäne, ein Mann in den Fünfzigern, mit gepflegtem, dunklen Dollbart und lebhaften Augen, bot Wolterstorff einen Stuhl an; dieser lehnte aber ab. „Weshalb bin ich hier?" fragte er, unb zwar auf rumänisch, in ber Annahme, baß nur so Der- ftänbigung möglich wäre. Ueberrascht horchte er auf, denn in fließendem Deutsch erwiderte Santikoff: „Das dürfte Ihnen bald klar werden. Sie wären schon unterwegs nach Deutschland, wenn Sie meine schriftliche Aufforderung befolgt und in Ruhe Ihre Freilassung abgewartet hätten." „Erklären Sie sich näher..." „Wir haben nicht viel Zeit zu verlieren. Noch in dieser Nacht will ich Sie an die Grenze schaffen. Sie werden dann in kurzer Fahrt eine Flugstation erreichen, von wo Sie unbehelligt Heimreisen können." „Schön, mein Herr! Damit weiß ich aber noch immer nicht, weshalb ich bei Ihnen so lange fest- gehalten worden bin!" Wolterstorff setzte sich jetzt doch hin. Die Beine trugen ihn kaum mehr. „Für gewöhnlich machen wir ja andere Geschäfte, wenn Sie das Wort Geschäfte hier gelten lassen wollen. Wissen Sie, wir sind keine Räuber, wie man uns nach sagt, aber wir jagen einem politischen — nennen Sie es meinetwegen: Phantom nach. Um unser Ziel zu erreichen, brauchen wir Geld..." Aha!, dachte Wolterstorff. Also doch! Santikoff fuhr fort: „3n Ihrem Falle glaubten wir auf etwas legalere Weise zu Geld zu kommen. Wir rechneten mit der Belohnung, die auf Ihr Wiederauffinden ausgesetzt ist.. Wolterstorff fiel hier ein: „Unb da meinen Sie, daß ich selbst, so gewissermaßen zum Dank für die Freiheitsberaubung..." „O nein, Herr Direktor, ich schätze Sie nur als einen dankbaren Menschen ein!" Der Deutsche mußte wohl, als er diese Worte vernahm, ein furchtbar dummes Gesicht gemacht haben. Was lag denn nun eigentlich vor? Wollte man ihn obendrein auf ziehen? Er nahm eine völlig reservierte, fast hochmütige Haltung an. Jütan sollte sich verrechnet haben, wenn man glaubte, mit ihm spielen zu können. „Sehen Sie, mein Herr, wir haben Ihnen nämlich, indem wir Sie verschleppten, einen großen Dienst erwiesen, wenn nicht sogar Ihnen bas Leben gerettet... Ja, ja, Direktor Wolterstorff, nun staunen Sie! Doch Ihr Staunen wird Ihnen bald vergehen!" Santikoff erzählte jetzt von dem Aufhorchenden von ben Machenschaften, bie gegen ihn gerichtet waren, unb daß man augenblicklich das Netz zusammenziehe, um den Schuldigen, den Kirchhofen, darin zu fangen. Wolterstorff war wie vor den Kopf geschlagen. „Nun sagen Sie mir bloß noch, wie es kommt, daß man mich nicht einfach von den Tatsachen unterrichtete, damit ich nach Hause eilen und nach dem Rechten sehen konnte — ober warum man wich „nicht wenigstens früher wieder freigelaffen hat?!" Santikoff zuckte mit ben Achseln. „Diese Aufklärung werden Sie wohl erst in Berlin erhalten!" Er war darüber selbst nicht genau im Bilde. Wenigstens sah er die Zusammenhänge nicht klar. Bekannt war ihm wohl, daß in dieser Angelegenheit so was wie bie Rache einer Frau eine Rolle spielte. Prachianu wußte sicher mehr. Mochte Wolterstorff sich darum an diesen halten! Wolterstorff bat um Essen, das Santikoff sofort bringen ließ. Während er sich dann mit gutem Appetit über das Fleisch und das Brot tzermachte und über den dazu gereichten Wein, kam eine lebhafte Unterhaltung in Fluß, der er einwandfrei entnahm, daß der Rumäne ihm keine Märchen aufgetischt hatte. Es ergab sich übrigens, baß Santikoff lange 3abre in Deutschland gelebt hatte, daher auch sein fließendes Deutsch. Noch in ber Nacht brach Santikoff mit feinem •J ben frühen Morgenstunden trafen sie mit Prachianu zusammen, ber nachts über kaum «n Auge zugetan hatte, in der Gewißheit, daß jeber Augenblick ihn vor eine neue Situation stellen konnte. ' Mittags umr ein Flugzeug gechartert, das direkten Kurs nach Berlin nahm. Santikoff hatte ben hohen Fahrpreis für diesen Sonberflug vorgestreckt. Die einzigen Insassen waren, neben dem Führer, Wolterstorff unb Prachianu. Beide erfüllte nur ein Gedanke, ber nämlich, ob sie wohl nicht zu spat kommen würden. Inzwischen aber lief ein Telegramm nach Berlin, das nur bas eine Wort enthielt: „Gestartet!" Fortsetzung folgt) Gelbe. Pöben darauf hingewiefen. Oberheffen such. Kreis Alsield. iiBrombeeren SJL-'Spovt ciitn ujui. trinem kz>icnc*lct ^>1«W---~ . . <_ Linden st ruth außerdem, bei dem günstigen Flugwetter d e be- —. rx ., ____ 1 i ,4 (EU-nnhon in bet ISUTI AU Schmeling wird mit dem osse seinem Kampf gegen Neusel 1. August be» ung ab. ginnen. Tag der Gegetfliegerrekorde Wolf Hirth. gegen schreiten. de France, 215 Kilometer Massenankunft Großartige Flugleiflung einer Gießener Segelfliegerin. Wetzlar, 26.Juli. Der Landrat von Wetzlar weist auf eine Polizeiverordnung des Herrn Oberpräsidenten in Koblenz hin, nach der das Baden im Rhein, Main und in der Lahn usw. an verbotenen Stellen und an solchen Stellen, welche nicht aus» drücklich als öffentliche Badeplätze durch die Orts- polizoibehörden kenntlich gemacht sind, strengstens, - . untersagt ist. Die Polizeibeamten sind angewiesen, Sonntag im = Aus dem Niddatal, 26. Juli. Mit Beginn der Woche brummen die D r e s ch m a s chinen im Tal. Der Zeitpunkt ist außergewöhnlich früh. Vorerst sind es nur die nebenberuflichen Landwirte, die den Ertrag ihres Ackers zur Dreschmaschine bringen. Korn und Gerste liefern einen guten Körnerertrag, der wert- und mengenmäßig dem des Vorjahres kaum nachstehen dürfte. Größeren Aus- Volks- und MannschafiSschießen in Gießen. GupheneBohnen*Tomdten UNS Kreisdirektor Zürtz und Regierungsassessor D e n z e r vom Kreisamt Schotten mit ihrem Be- Frankfurt. ».Quer durch den Westerwald. Die 19. Etappe der Tour die am Mittwoch von Pau über nach Bordeaux führte, brachte eine am Ziel. Der italienische Tourist Merni fiegk tm Endspurt in 7:07.58 Std. vor dem Belgier Ghys- sels Louviot und Martano. Die vier Deutschen wurden mit weiteren 24 Teilnehmern aus den 11. wendet werden kann. Preußen. Kreis Wetzlar. Deutschlands Aufgebot zu den Rad- Weltmeisterschaften in Leipzig besteht aus ben Amateurfliegern Merkens, Lorenz, Jhbe, Klöckner, den Berufsfliegern Richter, Engel, Steffes, Ehmer, den Amateur-Strahenfahrern Krückl, Scheller, Kranzer, Weiß und den Dauerfahrern Metze und Krewer. Die vier deutschen Berufs-Straßenfahrer werden erst noch bestimmt. acht ich Zeit von 1.14 Stunden in der Luft zu Sen und damit seine amtliche E-Prufung zu bestehen. Bon dem Kurs, der mit dem Donnerstag zu Ende ging, legten neuen Teilnehmer chre ^.-Pru- Platz gesetzt. * Wieder fast ohne Kampf verlief auch die 20 Etappe der Tour de France, die am Donnerstag von Bordeaux über 183 Kilometer nach La Rochelle führte. Etappensieger wurde Weltmeister Speicher mit einer Minute Vorsprung vor Le Greves, Ghysfels, Renaud, Stöpel und Molinar. 31 weitere Fahrer, darunter auch die übrigen Deut- schen, wurden gemeinsam auf den siebenten Platz gesetzt. * Z u den Europameisterschaften im iSchwimmen, die in der Zeit vom 12. bis 19. August in Magdeburg stattfinden, werden Schwimmer aus 24 Nationen erwartet. In die Liste der Ehrengäste haben sich bisher u. a. Reichsinnenmmi- ster Dr. Frick, Reichskultusminister Rust, Reichs- I arbeitsminlster Seldte und Staatsrat Dr. Ley ein» Der gestrige Donnerstag brachte für die Segel- flieger in Rieder-Ofleiden ein großes Ereignis. Alt und Jung stand auf dem Feld oder in den Dorfstraßen und schaute gen Himmel, wo seit Stunden der Rhönadler „Dr. Elisabeth Lippert" kurvte. Die Pilotin, Fräulein Mendel (Gießen), war um 13.30 Uhr vom hohen Hang gestartet und landete, nachdem sie 6 Stunden und 14 Minuten in der Luft geblieben war, glatt in dem Wiesengelande an der Ohm. Sie hat damit einen neuen Rekord ausgestellt, nicht nur in dem Nieder-Ofleidener Gelände, sondern, soviel uns bekannt ist, m hessischem Gelände überhaupt. Ein gegen Mittag zu heftigen Böen sich steigernder Wind aus Sudwest erreichte die Starke von 10 bis 13 Meter pro Sekunde. Dom Start weg gelang es ihr gleich um 50 Meter zu erhöhen und dauernd sich in Aufwinden zu i l)al- ten bzw. Wolkenanschluß zu gewinnen. Die höchste erreichte Höhe betrug 880 Meter. Einem Gießener Piloten, Dr. Janke, gelang es hat man Tränen über die drei Könige der Clowns gelacht. Sie haben auf allen Stationen große Erfolge errungen, nicht nur für sich, sondern der Beifall galt ebenso herzlich dem großen, glänzenden Varietsprogramm mit den Spitzenleistungen deutscher Artistik, das den Abend dieser Clowns einleitet. Gemeinsames Arbeiten von Stadttheater, NS.-Gemeinschast „Krft durch Freude" und NS.- Kulturgemeinde (Deutsche Bühne und Kampfbund für deutsche Kultur) haben dies zweitägige Gast- spiel möglich gemacht. ♦♦ Die Gesellenprüfungen betrifft eine Bekanntmachung der Handwerkskammer-Nebenstelle Gießen im heutigen Anzeigenteil. Es sei besonders zur Landung aufAufordern, die länger als eine tragen lassen. Stunde über der Kuppe kreisten, um weitere Ma- ,chinen in die Lust schicken zu können■ |h®‘UL” Infolgedessen gingen die meisten Maschinen an die benachbarten Berge, an denen dann 15 bis 20 Maschinen gleichzeitig ihre kreise zogen, um höhe zu gewinnen und dann mit Wolkenanschluß über Land zu gehen. Außerdem war ein großer Teil der Maschinen um den als heutigen Tagespreis ausgesetzten Erkun- dungspreis gestartet. Dieser Preis verlangt eine längste Flugdauer von zwei Stunden an gerechnet, den die drei besten Flugzeuge an einem Hang erzielten, der außerhalb der Wasserkuppenzone liegt, mit anschließender Landung auf dem Gelände der Wasserkuppe. Als Erste erflog die Rothenburger eben zum Schnitt kommt. , vorhanden ist, können fast überall die Getreidemäher verwendet werden, was die Erntearbeit bedeutend vereinfacht und verkürzt. X Nidda, 26. Juli. Recht unangenehme Folgen haft' die Unachtsamkeit einer hiesigen Familie. Die Wasserleitung hatte am Abend versagt. Man drehte den Wasserhahn in der Küche des dritten Stockwerks wohl auf, um einen Eimer mit Wasser zu füllen, drehte ihn aber nicht sofort wieder zu. In der Nacht, als man zur Ruhe gegangen war, fheg das Wasser in der Rohrleitung, es füllte den Eimer, der den Abfluß auf dem Gossenstein abschloß, es lief in Die Küche und suchte sich einen Weg zum unteren Stockwerk. Am anderen Morgen mußte man mit Ent- Dieses Rennen, das schon eine Tradition hat, verfehlte auch in diesem Jahre nicht seine Zugkraft. Am vergangenen Sonntag sammelten sich zu früher Stunde in Dem herrlichen Taunusdörfchen 55 Fahrer am Start, darunter alte Kämpen aus Frankfurt, Wiesbaden, Gießen, Wetzlar u. a.m. Das Rennen stellte große Anforderungen an die Fahrer und war ein wirkliches Gebirgsrennen. Unerbittlich wurde gefahren und keiner wollte abfallen. So kam es auch, daß der größte Teil der Fahret immer zusammen war und erst die schwierigeres Steigungen, wie Sandplacken und auch Saalburg, brachten etwas Luft in die Reihen. Trotzdem waren immer wieder recht viele Fahrer in der Spitzengruppe zusammen. Dem Sieger des Tages | K. Frank, „Germania-Wanderlust" Frankfurt ~ ' es auch nur mit Radlänge K. Gänsler, Bornheim, zu schlagen. Dichtauf I folgten schon die anderen Fahrer. Der fünfte Wettbewerbstag des großen Rh ön- Keaelslua-Wettbewerbs wurde zu einem R-k°rdt°g fegelfltegerifdjer Leistungen, wte sie b.-h- noch bei keinem der vergangenen A zu verzeichnen waren. Starke «Mch° W.nde ausge elchn^ chemische Bedingung», ermöglichten -er. trafen. Allem voran steh' die *W8 W ÄS MM"«» M-Ä-WKs 8 von ca. 65 Kilometer bewältigte. 4 Reis8 irchen, 26. Juli. Gestern abend - fand hier eine Mitgliederversammlung der Kreisbetriebsgruppe 4 „Bau .statt, zu der ein- stattliche" Anzahl von Mitgliedern, namentlich von auswärts, erschienen war Orts- betriebs-Gemeinschastsleiter Pg. L i n d e n st r u t h eröffnete die Bersammlung. Kreisb-triebsgruppen- (eiter Pg. chimmelseher «Gießen, machte die Anwe,enden in längeren Aussiihrungen mit dem Wesen der Betriebsgemeinschaften, msbesonbere Der Reichsbetriebsgemeinschaft „Bau", bekannt. Weiter ging er auf die Beitragsfragen zur DAF- ein unb bat' die Mitglieder, immer ihre Beürage pünktlich zu zahlen. Anschließend entspann sich eine lebhafte Aussprache, in der besonders Tariffragen behandelt wurden. Die Versammlung schloß mit einem Gelöbnis der Treue zum Führer. cv> Reiskirchen, 26. Juli. Angesichts des sehr starken Durchgangsverkehrs durch unseren Ort ist es in Zukunft nicht mehr statthaft, das Dre- schen innerhalb des Ortes an b er Hauptstraße vorzunehmen. Deshalb mürbe auf Der früheren Bleiche ein größerer Dresch- platz geschaffen, an bem eine Anzahl Volks- genossen eine Zeitlang Arbeit hatte Die Steine zum unterbau würben in bem vor etwa Zwei Jahren begonnenen Sportplatzbau auf bem Nonnenkopfel gebrochen und durch hiesige Fuhrwerksbesitzer an- gefahren. Einem langgehegten Wunsche der Em- wohnerschaft würbe bamit nunmehr Rechnung flehte Richtlinien für bas große ßonbestreffen der NSBO. in Frankfurt a. M. bekannt. Kreisamtsleiter Pg. Betz flina zu Beginn feiner nachfolgenden Rebe zuerst noch erläuternb auf bieses Treffen unb seine Bebeutung ein unb betonte, bah Diese riesigen Aufmärsche ein gutes Mittel seien um Dem Auslanb überzeugend Die Geschlossenheit Der deutschen Arbeiterschaft zum Ausdruck zu bringen. 9m Mittelpunkt seiner Ausführungen behandelte sodann Pg. Betz die Pflichten und Aufgaben Des NSBO.-Mannes innerhalb feines Betriebes. Dieser müsse sich immer bewußt sein, daß er hier zum besten einer Mitarbeiter zu wirken habe und Damit Die nationalsozialistische JDee immer weiter und tiefer in Den Herzen seiner Umwelt zu festigen habe. Selbst ein VorbilD zu sein, sei selbstverstanbliche Pflicht unh Voraussetzung zur Arbeit unb Erziehung an anderen Menschen. Zum Schluß sprach der Redner noch von der mit der Zerf bester wer- benben Lebenskultur ber beutschen Arbeiter. Die e müßten auch selbst eine innere Neugestaltung ber Sonn- unb Feiertage vornehmen. Nach großem Beifall schloß Pg. Jung in gewohnter Weise Die Maschine „Triesch" die Bedingungen dieses Preises. Die am 5. Wettbewerbstag erreichte Startzahl weit über 100. Mit über 20 Streckenflügen wurde hie beachtliche Tagesstreckensumme von über 1500 Kilometer erreicht. Von den großen Streckenflugen logen der Darmstädter Utech auf „Darmstadt" zirka 120 Kilometer bis in die Nähe von Kulmbach, der Berliner Bergens auf „Eberhard Cranz" 74 Kilometer, der Wiesbadener Schaetzell auf „Iduna Germania" 70 Kilometer unb Der Württemberger Hakenjos auf „Lore" 68 Kilometer. Außer diesen Streckenflügen würbe eine Reihe von Dauerflügen von fünf bis sechs Stunben unb Höhenflüge bis an die 2000-Meter-Grenze erzielt. Der Berliner Philipp flog auf seinem „Klettermaxe" nahezu acht Stunden, und bis in die Abendstunden hinein kreuzten immer noch sieben bis acht Maschinen über den Hängen ber Wasserkuppe. „Rund um Cransberg." ~„ Erwartungen übertroffen hat bas Melbeergebnis für bie biesjähriaen Welt- rneisterschaften im Rabfahren, die vom 10. bis 19 August in Leipzig durchgeführt werden. Aus 16 verschiedenen Ländern sind bisher 181 Weltmeisterschafts-Kandidaten angemeldet worden. setzen den Schaden an Böden, Wänden und Einrichtungsgegenständen fest- teilen. — Etwas Aehnliches kam in dem Erweiterungsbau der Niddaer Bank vor. Auf den einstöckigen Kassenanbau wurden unlängst noch zwei Stockwerke aufgebaut. Bei der Wasserleitungsanlage im dritten Stockwerk hatten es die beiden Gehilfen eines hiesigen Installateurs übersehen, Die Wasserleitung vor Dem Verlassen ihrer Arbeitsstätte abzu- brehen. In der Nacht stieg das Wasser im Rohrnetz, es floß in großer Menge durch die noch nicht völlig fertigen Fußböden bis in die Bureauräume des unteren Stockwerks. Hier wurden die Geschäftsbücher und Möbelstücke stark in Mitleidenschaft gezogen Für den erheblichen Schaden haftet nun der Meister. Kreis Schotten. — Ober-Schmitten, 26. Juli. Um die Ausrüstung der freiwilligen Feuerwehr, die im Vorjahre gegründet wurde, zu vervollständigen, hat die Gemeinde die Anschaffung einer mechanischen Leiter beschlossen. Da das seitherige Spritzenhaus das neue Gerät nicht aufnehmen kann, dürfte auch hier mit einem Um - bzw. Neubau gerechnet werden. § Ulrichstein, 26. Juli. Der Ulrichsteiner Jakobimarkt nahm einen guten Verlauf. Bei schönem Wetter herrschte an beiden Markttagen reges Leben unb Treiben in ben Straßen unseres Bergstäbtchens. Währenb auf bem Viehmarkt am Montag kaum ein Geschäft zustanbekam, war bagegen ber Ferkelmarkt am Dienstag mit 251 Tieren beschickt, für bte Preise zwischen 7 unb 15 Mark bezahlt würben. Der Krämermarkt wies in biesem Jahre eine größere Anzahl Stäube auf als früher. Auch hier war bas Geschäft recht gut, befonbers am zweiten Markttage, als bie Bevölkerung ber umliegenben Orte, wie immer, in Hellen Scharen herbeigeströmt war. Auch bie Wirte hatten alle Hänbe voll zu tun unb ber Tanzboben würbe niemals leer. Am Dienstag weilte unser Lanbesbauernführer Pg. Dr. Wagner auf einige Stunben hier zu Gast, am zweiten Tag beehrten Landkreis Gießen. X Wies eck, 26. Juli. In feiner jüngsten Sitzung erlebigte ber Oemeinberat u. a. ben Walbwirtschaftsplan, ber in feiner vorgelegten Form genehmigt würbe. Weiter beschloß ber Ge- meinberat bie Einrichtung einer Notwohnung in ben Räumen bes seitherigen Spritzenhauses. Mit ben Umbauarbeiten würbe bereits begonnen. Die Feuerwehrgeräte werben an anberer geeigneter Stelle untergebracht. — Zu Beginn ber Woche hielt bie Deutsche Arbeitsfront im großen. Saal von Gastwirt Braun eine Versammlung ab. Der Leiter ber NSBO. unb Arbeitsfront, Pg. E. Jung, eröffnete Die Versammlung unD gab Ober-Ohmen, 26. Juli. Gegenwärtig wirb ___________ bie Urbarmachung ber Enge Ist r u t h im g^in, gelang es au Rahmen bes Notstanbprogramms burchgeführt. $ (Zünsler, Bornheim, Außer ber Einebnung von Erhebungen auf Den...... bärtigen Wiesen, woburch biese an Wert gewinnen, ~ ' Das Ergebnis: unb auch jetzt Gelegenheit vorhanben ist, einen . @ «tranf Germ.-Wanberlust Frankfurt, 3.32 Sportplatz anzulegen, hat man auch längs Der Stunben- 2. K. Gänsler, Rabklub Bornheim, Rab- Straße nach bem Bettelwolb em Stuck Kulturarbeit zurück; 3. W. Möller, Germ.-Wanberluft geleistet, bzw. ist man noch bamit beschäftigt. Zwl- 3.33.42 Stb.; 4. Paluba, Rabf.-Verg« scheu der Straße unb einem mehrte Meter breiten 07/09 2öiesbaben; 5. A. Mebus, Rabf. - Vg, seitlichen Graben lag bisher em Stuck wüstes Ge L g $ $ Gießen; 6. H. Feuerbach, Germ.-Wanber, länbe. Dieses würbe nun urbar gemacht, tnDem Frankfurt; 7. Gg. Ablon, Germ.-Wanberlust man ben Graben direkt an die Straße führte und cJan«urt; z Rohrbach, Bornheim; 9. Kühling, das Gelände so hernchtet, daß es als Grablanb Der« | ^ars-Rot-Weiß Frankfurt; 10. Hirth, Staubwolks Frankfurt; 11. H. Mang, Adler Frankfurt; 12. L Klein, Adler Frankfurt, und G a. Schmidt, Wölfersheim; 13. E. Löschh 0 rn, W 0 l - fersheim; 14. Volland, Frankfurt-West; 15, Josef Becker, Cransberg; 16. Karner, Germ.-Wan- berhift Frankfurt; 17. Welscher, Mars-Rot-Weih tragen. M. Kreis Büdingen Ein 150-kilometer-Skrahenrennen bes Gaues XIL Wetzlar-Nieder-Girmes wird am kommenden • 1 Zeichen des Radsportes stehen. Das I aÄ'Z'ÄMÄ Ä xu am Start sehen. Irgendwelche voraussichtlichen Sieger zu nennen, dürste sehr schwer sein, denn noch ist der Gau XII zu neu, um alle Kräfte au kennen. Das Rennen wird an die Fahrer große Anforderungen stellen, denn auch der Westerwalb hat Berge unb Täler, bie überrounben sein wollen, Start unb Ziel ist in Nieber-Girmes. Ausrichter ber Veranstaltung ist RV. Wetzlar-Nieber-Girmes, Neben biesem großen Rennen ber Aktiven kommt lein ebenso wichtiges Rennen zum Austrag und . , Awar bas ber Jugenb, bie Z w i s ch e n e n t s ch e 1- Wie uns mitgeteilt wirb, finbet Mitte September £u ErsterSchritt". Am 6. Mai b.I. fand in Gießen ein Wett schieß en statt, an Dem DorentscheiDung in verschieDenen StäDten Des jeher, ber Luft unb Liebe 3um Schießsport hat, Tk bes gesamten Kreises Alsfelb, so bah bie Gießener zubilben. auf achtbare Gegner stoßen werben. Der VfB.- KUrZL ^p0NN0Nzen. Reichsbahn beteiligt sich am 100- 400-, 1000- unb Schmelings Trainingscamp im 3000-Meter-Lauf sowie am 4X100-Meter-Staffel- ostseebab Travemünbe ist fertiggestellt worben, lauf. Ferner sinb Kugelstoßen, Speerwurf, Keulen- Sckmeling wirb mit dem öffentlichen Training zu wurf. Weit- und Hochsprung belegt. (einem Kampf gegen Neusel am 1. August be- An bie bisherige W°-tt^d,eistung,^ be^r D-rm- Vorjahres kaum naameyen uur,i«. ««=■ chen°her°n bie h-uii^n^iuge von bem Sresbner faa bringt ber Weizen, ber mit bem fiafer Br ° utig am aus -v ° Fijcher auj „Winb. eben 3um Schnitt kommt. Da kaum Lagerfrucht Meter und dem D Ms Chemnitz. Außer- spiel Mi' 215 » ™'"ub ^ch bie ßanbemelbung d-7 M 3ur.3e • S) ° s° “ „ S äÄ J5SSÄ-»«»««- Meter burchgeführt hab herrschte sehr reger Dom Heiden Startstellen auf Der ©tartbetrieb. Westhängen aus wurden in un« Kuppe und - (ge die Segelflugzeuge vom Bo- unterbrochen F - Sportleitunq entschloß sich ben emporgeschnellt. burch W,chießen von Leuchtraketen biejeniflen Flugzeuge ** Verhängnisvolle Stürze. Die 18jäh- riae Verkäuferin Paula E s ch t c e kam, anscheinenb nom Fahrrab, so unglücklich zu Fall, daß sie mit inneren Verletzungen, ferner mit Schulter- unb Rivpenverletzungen in bie Chirurgische Klimt gebracht werben muhte. — Das zweijährige Söhnchen eines in ber Friebensstrahe wohnhaften Angestellten stürzte unb erlitt einen Oberschenkelbruch bes rechten ©eines. Das bebauernswerte Kinb mußte ebenfalls in bie Chirurgische Klinik gebracht werben. ♦♦ Weltstabt-Varietö-Programmmit ben Fr atellinis. Aus bem Stabttheaterbüro wirb uns geschrieben: Die brei berühmten italie-1 Nischen Clowns Fratellini befinben sich zur Zeit auf einer Tournee burch bie großen Bader unb Sommertheater Deutschlanbs. In allen ßanbern | Vorführungen am Rhönrad * 5' » 1 i, Der Sieger der 3. diesjährigen Military, öie als über Don- ■ tion eine oer» mit I >:j DfR. Mannheim-Eimsbüttel mit 7:4 (3:3) Nürnberg-Fürther Stadtelf siegreich. Vier neue dentsche Rekorde im Gewichtheben. anstaltet wurde: Rittmeister von Busse „Kirklandsenkel" Erste Jiu-Jitfu-Lntfcheidung. Bei den Jiu-Jitsu-Kämpfern fiel bereits die erste Entscheidung, und zwar siegte in der Schwergewichts-Altersklasse William (Dresden) in 6 Minuten entscheidend über den Kölner Hofer. Auch die kugeln rollen weiter. Die wichtigste Entscheidung bei den Keglern waren die Meisterschaften auf Dreibahnen, die von dem Düsseldorfer Bievering mit 2058 Holz gewonnen wurde. Lehner (Berlin) 2047 und Hasselmeyer (Hannover) 2023, belegten die nächsten Plätze. Die Bundesmeisterschaft für Dreier-Klub-Mannschaften auf Asphalt holte sich der Frankfurter Klub Fortuna mit 1697 Holz. Auch Bayern im Kußball-Endspiel. Nordmark vertiert knapp mit 1:2 (0:0). Das zweite Borschlußrundenspiel um den Fuß- ball-Kampfsptel-Pokal zwischen Bayern und Nordmark hatte 40 000 Zuschauer ins Stadion gelockt. Der Kampf konnte im allgemeinen befriedigen, wenn auch überragende Leistungen nicht gezeigt wurden. Bayern siegte verdient 2:1 (0:0) durch Tore von Eiberger und Lehner. Während des Kampfes wurden die neuen deutschen Schlachtrufe von den in vier Gruppen eingeteilten Zuschauern geübt ... •v < • i'.’. . 'i " -/ >.■ ■ , ■'. Vorprüfung für die Olympiade vom Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei in Potsdam Ringer und Gewichtheber eröffneten am ____ nerstag in der gut besuchten Luitpold-Festhalle Die deutschen Kampfspiele in Nürnberg brachten gestern viele Wettkämpfe. In der Kampfbahn spielten vormittags die Hockeyspieler zwei weitere Spiele ihres Turniers, am Nachmittag fiel die E n t f ch e i- dung im Schlagball, und die Frauen warben durch ein Einlagespiel für den Handballsport. Den Höhepunkt bildete das Fußballspiel zwischen den Gaumannschaften von Bayern und N o r d m a r k. In der Schwimmbahn fielen vom Morgen bis Abend die letzten Entscheidungen, wobei es auch wieder einen deutschen Rekord gab. Die Kegler setzten in der Luitpoldhalle ihre Wettkämpfe fest, außerdem sind dort nach dem Auszug der Boxer die Schwerathleten eingezogen. Die Schützen waren gleichfalls mit ihren Kämpfen weiter beschäftigt, und zum Modernen Fünfkampf mußten die Teilnehmer im Tiergartensaal das Degenfechten bestreiten. Es war also ein Großkampftag ersten Ranges, wobei es für jeden Sportinteressenten etwas zu sehen gab. Die Zuschauer verteilten sich in Massen auf die einzelnen Kampfplätze und folgten mit Begeisterung den Kämpfen. In den späten Abendstunden des Mittwochs fielen noch einige Entscheidungen. Die Boxer ermittelten vor 5000 Zuschauern im Luitpoldfaal ihre Weister. Die drei Titelverteidiger des Vorjahres, die an dem Wettbewerb teilgenommen hatten, Kästner-Erfurt, Schmedes-Dortmund und Bernlöhr-Stuttgart, setzten sich wieder erfolgreich durch. Sämtliche acht Mei- sterschaftskämpse gingen über die vollen Distanzen. Im Fliegengewicht schlug R a p p s i l b e r - Frankfurt den Hannoveraner-Brofazi, Miner- Breslau bezwang im Bantamgewicht den Cölner Cremer, Federgewichtsmeister wurde wieder Otto Kästner- Erfurt durch einen Punktsieg über Schöneberger-Frankfurt Meister Schmeoes - Dortmund holte sich erneut seinen Leichtgewichtstitel gegen den Münchener Frey, Campe- Berlin bezwang Murach-Schalke im Weltergewicht, der Berliner vermochte aber nicht zu überzeugen. Im Mittelgewicht setzte sich Meister B e r n l ö h r - Stuttgart wieder erfolgreich durch, er bezwang Schmittinger- Würzburg allerdings nur knapp. Deutlich siegte P ü r s ch - Berlin im Halbschwergewicht über Maier- Smgen, und im Schwergewicht mußte sich Fischer- Nürnberg trotz der starken Anteilnahme der Zuschauer dem besseren Eckstein-Lübeck beugen. Die Turner nahmen den ganzen Mittwoch mit ihren Mehrkämpfen in Anspruch. Awölfkampfsieger wurde mit der Rekordzaht von 232 Punkten Schwarzmann- Fürth, der so bekannte Kunstturner wie Friedrich, Lorenz, Limburg, Steffens u. a. hinter sich lassen konnte. Den Neunkampf gewann der Eßlinger Hager >. " - t!V'' Großkampftag in Nürnberg. Oie Deutschen Kampfspiele inNürnberg brachten gestern wieder viele Wettkämpfe ..... Der Sieger im Zwölfkampf der Turner war der Fürther Schwarzmann. mit 170 Punkten und im Fünfkampf siegte Große- Zwickau mit 98 Punkten. Bei den Frauen holte sich die Turnfestsiegerin Paula P ö h l s e n - Hamburg mit 140 Punkten den Sieg im Siebenkampf, im Sechskampf teilten sich Frl. Spieler-Berlin und Brunner-München mit je 114 Punkten in den Sieg, und im Vierkampf gewann Frl. Eberhard - Eßlingen mit 103 Punkten. Im Fechten wurde die deutsche Einzelmeisterschaft im Degen ausgetragen. Hier setzte sich der Titelverteidiger G e i w i tz - Ulm mit sieben Stegen vor dem Frankfurter Rosenbauer (sechs Siege) durch. Hptm. Hax- Berlin (fünf Siege, 16 Treffer), Oblt. Dinkelacker- Ulm (4 — 16), Hptm. Hölker-Berlin (4 — 18), Liebscher-Nürnberg (2 — 20), Jewarowski-Franksurt (2 — 21) und Dr. Gentsch-Hamburg (1 Sieg 25 Treffer). Norddeutschland führt im Hockeyturnier. Den Anfang am Donnerstag machten die Hockeyspieler. Die zweite Runde sah Brandenburg knapp, aber verdient mit 2:1 (2:0) über Westdeutschland er solgreich, während sich Norddeutschland und Süddeutschland unentschieden mit 1:1 (1:1) trennten. In bcm Turnier, das jede der vier Nachwuchsmannschaften gegen jede führt, steht nach dem zweiten Spieltage Norddeutschland mit 3:1 Punkten vor Brandenburg und Westdeutschland (je 2:2 Punkte) und Süddeutschland mit 1:3 Punkten an der Spitze. Deutscher CReforö im Schwimmen Auch bei den Donnerstagkämpfen gab es im Schwimmen wieder einen deutschen Rekord und zwar wieder bei den Damen. Gisela Ahrendt Nixe Charlottenburg, schwamm die 100-Meter' Kraul in der neuen Rekordzeit von 1:09,9. Einen Zweiten Titel holte sich die Berlinerin im 100-Meter- Ruckenschwimmen, wie überhaupt Nixe Char- (ottenburg der erfolgreichste Verein war, denn die Berlinerinnen gewannen allein 27 Plaketten. In der 4 X 200- Meter - Krau lstas sei gab es ein scharfes Rennen zwischen dem Bremer SD. und Magdeburg 96, das die Bremer für sich entschieden. Die besten Einzelkönner der beiden Staffeln waren aber so ermüdet, daß im nachfolgenden 2 00- Kunst und Wissenschaft. Beginn der Ringaufführung in Bayreuth. Der Mittwochnachmittag brachte die „Rhein- g o l d "- Ausführung in Bayreuth, die vor allem durch eine ausgeglichene musikalische Darbietung unter Generalmusikdirektor Elmendorffs Leitung beste Aussichten für den weiteren Verlauf der Ring-Abende in den nächsten Tagen bietet. In den Mittelpunkt des Geschehens rückte Generalintendant T i e t j e n die Gestalt des Alberich, die wiederum von Robert Burg gegeben wurde. Neben der aus dem vorigen Jahr bekannten Rollenbesetzung Bockelmann -Wotan, Wolff -Loge, Zimmermann -Mime, Onegin -Frigga, Heidersbach- Freia gesellte sich neu hinzu (Sarin Carlsson als Erda. Das Rheintöchtertrio wies in der Besetzung: von Dobay,Booth und Weigel herrlichen Stimmzusammenklang auf. Die „Walküre" in Bayreuth. Der für die vorjährigen Festspiele von dem Münchener Maler Emil Preetorius in fast allen Svenen mit neuen Bühnenbildern versehene ,.R i n g" wird in diesem Jahre in einigen wesentlichen Punkten Neufassungen der szenischen Gestaltung aufweisen. Dieser „Walküre', mit der die erste Ring-Aufführung fortgesetzt wurde, ist der dritte Auszug völlig neu aufgebaut worden. Der Walküre-Felsen ist in seiner jetzigen Gestaltung ein schroffes Steingebirge, weit und hoch über die umliegende Gebirgswelt hinausragend. Das ganze Bühnenbild ist von wildromantischem, großartigem Eindruck; Bockelmanns Wotan und Frida L e i d e r s Brunhilde halfen in der Ausschöpfung aller gesanglichen und darstellerischen Möglichkeiten zu einem unvergeßlichen Abschluß dieses Ring- Abends. Ebenso wirkte der erste Aufzug mit Völ - re r s Siegmund, Maria Müllers Sieglinde und Manowardas Hunding. Demgegenüber mußte Der an und für sich schon wenig dramatische zweite Akt etwas zurücktreten, obwohl gerade hier Siegrid Onegin eine Fricka seltener Art herausstellte. ebenfalls den Reigen ihrer Kämpfe Sportlich wurde hier ganz Vorzügliches «geboten, vor allem die Gewichtheber rückten durch das Erzielen von vier neuen deutschen Rekorden in den Mittelpunkt des Interesses. Den Anfang machte Dörrbecker (Hörde), der im rechtsarmigen Stoßen auf 160 Pfund kam und den alten Rekord um genau 10 Pfund verbesserte. Ebenfalls im Bantamgewicht schaffte Rampfer (Ludwigshafen) im beidarmigen Reihen mit 170 Pfund neuen Rekord Am Nachmittag wurden dann auch noch im Halbschwergewicht zwei neue deutsche Bestleistungen gemeldet. Der Augsburger Deutsch kam im einarmigen Stoßen rechts auf 205 Pfund und im beidarmigen Stoßen auf 290 Pfund Favoriten-Stege bei den Ringern. Die Kampfspiel-Meisterschaften der Ringer brachten in den Dorkämpfen der sechs Gewichtsklassen die erwarteten Ergebnisse. Möschel (Köln), Ehrl (München), Weikert (Hörde), Schäfer (Schifferstadt), Scharfe (Hörde) und Siebert (Darmstadt) haben in den ersten Kämpfen vom Bantam- zum Halbschwergewicht die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt. Auch die neben ihnen noch für die engere Entscheidung in Betracht kommenden Ringer blieben ebenfalls erfolgreich. Aus oder Welt Reiserekord eines deutschen Gelehrten. Professor Dr. A. Seitz, der durch sein umfang« reiches wissenschaftliches Werk weithin bekannte Frankfurter Entomologe, kann für sich in Anspruch nehmen, einen wohl einzigartigen Rekord an wissenschaftlichen Reifen in alle Welt aufstellen zu können. Er ist jetzt von seiner sechzig« sten Ueberfeereife, die ihn diesmal in Begleitung eines Darmstädter Sammlers nach Ankara führte, zurückgekehrt. In fast dreimonatiger Sammeltätigkeit hat er eine sehr große Anzahl von Insekten aus diesem Gebiet Kleinasiens zur Ergänzung der Sammlungen des Senckenbergischen Museums mit nach Hause gebracht. Diese Reise, die gewiß noch nicht die letzte fein wird, ist um so bemerkenswerter, als der Gelehrte an der Schwelle seines 7L Lebensjahres steht. Er hat die nicht geringen Strapazen dieser Reise in Kleinasien mit der gleichen unverwüstlichen Elastizität bestanden, wie er auch zu seinem 70. Geburtstag tief im Innern der brasilianischen Urwälder der Jnsektenjagd oblag. Professor Seitz konnte bei seinem Aufenthalt in Ankara, dem werdenden Zentrum der jungen Türkei, vielfach Beobachtungen über die Heranziehung von Deutschen zum Aufbau des neuen Staates machen. Der Städtebauer von Ankara ist ein bekannter Berliner, ebenso der Rektor und die Professoren der Landwirtschaftlichen Hochschule von Ankara. Die Hochwasserwelle der Weichsel. Die Hochwasserwelle der Weichsel wird dm Mittwoch den Korridor erreichen. Am Dienstagabend wurde in Thorn ein Wasserstand von 5,75 Meter über normal gemessen. Der Höchstwasserstand in Thorn wird sechs Meter übersteigen. In der Umgebung Thorns wurden die Felder von acht Dörfern überschwemmt. Das Dorf Wolfskämps wurde vollkommen vom Wasser abgeschlossen. In ©raubeng war die Weichsel am Dienstagabend auf 3,60 Meter über normal angestiegen. Der Kulminationspunkt der Hochwasserwelle dürfte erst am Donnerstag erreicht werden. Für Graudenz selb// besteht vorläufig keine Gefahr. Doch bereiten dir Behörden die Räumung der dicht an der deutschen Grenze gelegenen Dörfer Mockrau und Sackrau vor, die etwa sieben Kilometer von Graudenz entfernt sind. Als besonders gefährdet gibt man dis Schwetzer und Kulrner Niederung an, wo Rettungsmannschaften zufammengestellt sind und Pontons bereitgehalten werden. In Dirschau wurde am Mittwochfrüh ein Wafserstand von 3,88 Meter über normal verzeichnet. Die Scheitelwelle wird für Freitag vormittag erwartet. Der Dampferverkehr auf der Weichsel ist eingestellt worden. Die Landwirtschaft der gesamten Weichselniede- : rung ist aufs schwerste betroffen, da der größte Teil der Ernte als vernichtet anzusehen ist. In den Ortschaften der Weichselniede- rung Pommerellens ist der Verkehr unterbrochen. Die Gefahr wird noch dadurch erhöht, daß über Pommerellen und Nordposen seit zwei Tagen starke Regengüsse niedergehen. Für Pommerellen und Posen ist ein großzügiges Hilfswerk eingeleitet worden. Nicht nur von den polnischen Behörden werden große Anstrengungen gemacht, um den Hochwassergeschädigten zu helfen, sondern die gesamte Bevölkerung ohne Rücksicht auf Nationalität oder Konfession beteiligt sich am Hilfswerk. Riefige Waldbrände in Frankreich. Der bereits gemeldete Riefenwaldbrand in der Nähe von Toulon nimmt immer größere Ausmaße an. Mehrere Dörfer, die bedroht find, mußten geräumt werden. Mittwochmittag mußte auch ein größerer Bauernhof von den Bewohnern verlassen werden, da er vollkommen von Flammen umgeben ist. Die Marinepräfektur des Departements Var hat mehrere Kompanien Marinesoldaten entsandt, um mit den bereits an Ort und Stelle befindlichen Soldaten das Flammenmeer zu bekämpfen. Der Sachschaden beläuft sich bis jetzt auf etwa 20 Millionen Franken. Das bewaldete Berggelände Les Maures, unweit von Toulouse, steht i n Flammen. Es sind bis jetjt 10 000 Hektar Eichen- und Pinienbestand dem Brande zum Opfer gefallen. Die Ortschaft Bornes, ein beliebter Sommeraufenthalt, mußte von der Bevölkerung geräumt werden, da die Flammen auf bte Häuser überzugreifen begannen. Ob der Ort gerettet werden kann, steht noch nicht fest. Auch an- dere in der Brandzone gelegene Dörfer sind unmittelbar bedroht. Zwei Mörder zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht in Landsberg verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den Stephan Kern und den Wilhelm Beuch er, beide aus Woldenberg (Neumark), wegen Mordes und Raubes zum ^ooe, sowie die Frau des Kern wegen Anstiftung zum Morde zu 13 Jahren Zuchthaus. Auf An- stiftung der Frau Kern hatten im März vorigen Deren Mann und Beucher den ersten Mann der Frau Kern, Speik, in einen Wald bei Wol- oenberg gelockt, dort gefesselt und derartig geknebelt, daß er erstickte. Dann gingen sie in seine Wohnung und raubten sein Geld. Schwere Gewitterstürme über Lettland. .$imri?iens*a9 und Mittwoch haben schwere Ge^ roitterfturme Lettland heirngesucht. Wolkenbrüche haben in Riga einige Schäden, Blitzeinschlägs mehrere Brände verursacht. Auch sind einige Todesfälle zu verzeichnen. Siegerin im Turmspringen wurde Hertha Schieche (Spandau 04), die ihren Meistertitel mit Erfolg verteidigte. Meter-Kraulschwimmen der Herren Leute wie Deiters und Fischer im geschlagenen Felde endeten. L e i s e w i tz (Hannover) holte sich diesen Titel. Im Kunstspringen siegte die Europameisterin Olga Jensch-Jordan bei den Damen, während sich im Turmspringen der Herren der frühere Turnermeister Stork (Frankfurt) durchsetzte. S i e t a s (Hamburg) holte sich das 200-Meter-Brust- schwimmen in 2:53,6, nachdem Schwarz (Göppingen) im Vorlauf wegen unvorschriftsmäßigen Wendens ausgeschlossen worden mar. Das 200- Meter-Brust schwimmender Damen gewann die Krefelderin Genenger in 3:08,1, hier kam Claire Dreyer (Düsseldorf) nur auf den vierten Platz. Das 1500-Meter-Crawlschwim- men wurde in zwei Läufen ausge tragen. Die Entscheidung fiel im zweiten Lauf zugunsten des Stettiners Nüske, der in 21:28,2 den Magdeburger Deiters auf den zweiten Platz verwies. Die L a - genftaffel der Herren gewann Poseidon Berlin in 5:21,9 vor den in totem Rennen einkommenden Magdeburger Vereinen Hellas und „96". Vorführungen der Schwimmerjugend unter Leitung von Dr. Kestner füllten die Pausen des Programms aus. Entscheidungen bei den Schützen. lieber 1300 Schützen sind an den Nürnberger Kampfspielen beteiligt. Zum Kleinkaliberschießen waren 450 Mann gemeldet. Die erste Entscheidung fiel im Wettbewerb I durch den Erlanger Brüt- t i n g mit 250 Ringen. Im Wettkampf II siegte Andresen (Berlin) mit ebenfalls 250 Ringen. Im Kleinkaliberschießen erwies sich am ersten Tage der Dresdener Siebert mit 313 Ringen als bester Mann. kunstkraftsport-Weisterfchaften. Im Kolosseum wurden die Meisterschaften im Kunft-Kraftsport abgewickelt. In sechs Gruppen bewarben sich Deutschlands beste Amateur-Akrobaten um die Meistertitel. Es wurden überragende Leistungen gezeigt, die jedem Berufsartisten Ehre machen würden. Maxvorstadt (Nürnberg) siegte in der Diner- und Luftgruppe, der VfL. Erfurt siegte in der Zweier-Gruppe, Bockenheimer Turngemeinde siegte in der Dreier-Gruppe, Germania Schwenningen setzte sich in der Vierergruppe durch und Ratisbona Regensburg gewann den Wettbewerb der Massengruppen. Die Fünfkämpfer beim Degenfechten. Nach dem Degenfechten liegen noch 35 Wettbewerber am Modernen Fünfkampf im Wettbewerb. Obwohl einige hundert Gefechte zu erledigen waren, lag das Ergebnis schon am Mittag vor, da nur auf einen Treffer gefochten wurde. Auf dem ersten Platz endete Hauptwachtmeister Schroder (Polizeischule Spandau), der 29 Gefechte gewann. Zweiter ist Oberleutnant Handrick zusammen mit Leutnant Miersch (Berlin) mit je 25 Siegen Arbergen Sieger im Schlagball. Im Entscheidungsspiel um die Kampfspiel-Schlag- ballmeisterschaft siegte der To. Gut Heil Arbergen mit 60:28 Punkten über den TSV. 1860 München. Ein Werbespiel im Frauen-Handball sah eine als deutsche Nationalmannschaft antretende Kombina- ' '■ ■? >,H .......... ..4-—. ü s je“® ,3 fei ,C» L c — E Q »» £ c g C. ö c H 5=1 q ~ & . 8 b -M <3 ©J E *• C C-R--Ö *- E £ r ‘C'o 3£ g£JC?£ o jo E :C S :3 3 C E -U QCV.® iih E v L 3 Er EtfjWro u e a • o — ö « •