M. Jahrgang Hr.98 Erstes Watt Zreitag, 27. April Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittag, Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen«, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. Tageskalender grannuft'Äiin 11686 Druck unb Verlag: vriihl'sche UnioerfiiStz-vuch. und Steindruckerei N. langt in Sietzen. Schrifkleitung und SeschSftsftelle: Schulftrahe 7 im T°xtt°ii 12 Rpf. je mm Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, autzer Sonntags und Feiertag- Beilagen: Die Illustrierte (Blegener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Seit der Bil- Wettrüslen verhindern. gro- Nur noch die Tschechoslowakei im französischen Fahrwasser. Bei der feiner Präsidentschaft ein. Es mar vor neun 5 am 26. April 1925, als zum erstenmal die nicht ein Penny im Budget veranschlagt worden ist. Die nicht sehr freundlichen amerikanischen Kommentare zu dieser Tatsache zeigen genügend klar, daß England auch in diesem Jahre nicht daran denkt, seine volle Schuldenrate an Amerika abzuführen, sondern, indem es auf eine endgültige tragbare Regelung drängt, höchstens wieder eine kleine „Abrüstungszahlung" leisten wird. London, 27. April. (DNB.-Funkspruch.) „Times" weist darauf hin, daß jetzt nur noch zwischen einer geregelten oder einer ungeregelten Aufrüstung Deutschland gewählt werden könne. Durch schnelles und energisches Handeln der britischen Regierung müsse ein Abrüstungsabkommen gesichert werden, das sich auf die Vorschläge Deutschlands gründe, da diese im wesentlichen mit denen Großbritannien und Italiens Hai den Eindruck, daß Frankreich beabsichligl, ln Genf vorbeugende Maßnahmen gegen eine Wiederaufrüstung Deutschlands vorzuschlagen, Maßnahmen, mit denen sich Belgien nicht einverstanden erklären könne. Belgien sieht sich jetzt vor die Wahl gestellt, sich entweder einem aus Frankreichund der kleinen Entente bestehenden Block anzuschtießen oder England und Italien zu folgen. In amtlichen kreisen betont man, daß Belgien seine traditionelle Politik des Zusammengehens mit England verfolge und die gegenwärtige Politik Frankreichs nicht mitmachen werde. Belgien wolle um jeden Preis aber auch eia Neville kannte^ wühle aber, daß keine derartige heit um sich greifen müsse. Die Tatsache, daß Chamberlain den Verhältnis- mäßig bescheidenen Budgetüberschuh von 29 Mil- viel wärmer und herzlicher als in Warschau. Das habe man gleich am Wilson- Bahnhof gemerkt. Am Altstädter Ring sei dieser Eindruck noch entschieden verstärkt worden. Dem Vater des Vaterlandes. Hindenburg tritt in das zehnte Jahr seiner Präsidentschaft. Generalfelümavschall von Hindenburg trat am Donnerstag, dem 26. April, in das zehnte Jahr Tschechoslowakei liege in ihrer größeren Abhängigkeit von Frankreich in der Frage ihrer Sicherheit. Gemeinsame Taktik für Genf. Die Pariser Blätter vom PragerBesuchBarthous sehr befriedigt Paris, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Der Empfang, den Außenminister Barthou in Prag erhalten hat, wird von der französischen Presse als bester Beweis für das gute Einver- nehmen zwischen beiden Nationen bezeichnet, die in allen Fragen Hand in Hand gingen, so daß der Meinungsaustausch in Prag nicht der Bereinigung, sondern nur der Vertiefung diene. Die positiven Ergebnisse dieser Aussprache werden sich nach dem Urteil der Blät- London, 27.April. (DNB. Funkspruch.) einer faschistischen Versammlung im Gebäude Getreidebörse von Plymouth kam es zu Zusammenstößen. Der faschistische Redner war Joseph Beckett, M ehemaliger Sozialist, der sich vor Guvich in Brüssel. Brüssel, 26. April. (DNB.) Staatssekretär $ u o i d) halle mit Außenminister Hymans eine längere Besprechung. Später wurde er vom König empfangen. Daran schloß sich ein Besuch beim INinisterprasidenten Graf Brocqueoille. Eine vom Außenministerium ausgegebene Verlautbarung besagt, daß der Stand der Abrü- ßes Vergnügen bereiten. Schlägerei in einer englischen Iaschistenversammlung. ter anderwärts zeigen, beispielsweise i n ® e vif. Außenminister Barthou habe Benesch, so berichtet der „Petit Parisien", über alle Einzelheiten der letzten Etappe der Abrüstungsfrage unterrichtet. Die gemeinsame Taktik, die Frankreich und die Tschechoslowakei beim Wiederzusammentritt des Hauptausschusses der Abrüstungskonferenz einneh- men würden, werde sich nach der Haltung gewisser Mächte in der Aussprache richten. Der Sonderberichterstatter des „Matin" behauptet, bereits der erste Tag habe volles Einvernehmen in folgenden Fragen gebracht: Abrüstung, Anschluß und römische Protokolle. Zur A n s ch l u ß- frage will die Berichterstatterin des „Oeuvre" den Eindruck gewonnen haben, daß in der Tschechoslowakei die Frage der etwaigen Wiedereinsetzung der Habsburger in Oesterreich nicht die gleiche Reaktion Hervorrufe wie einst. Oie „Times" fordert eine erneute britische Initiative. Die deutschen Vorschläge eine geeignete Grundlage. Belgien folgt dem englisch-italienischen Kurs Keine Sympathie für die französische Abrüstungspolitik. zu warten, um ihnen die Führung zu uber- lassen. Gelegentlich habe sich dies bewährt, aber jetzt sei die Zeit für die Aufstellung von Tabellen vorbei. Es bedürfe der Initiative! Die französische Regierung habe es oorgezogen, die Anfrage des britischen Staatssekretärs des Aeußeren, Sir John Simon wegen der Ausführungsgarantien u n- beantwortet zu lassen. Habe die britische Regierung es nötig, endlos auf die Definierung der Ausführungsgarantien zu warten? Es würde viel besser sein, wenn Großbritannien die Führung übernähme. Die Punkte der deutschen Denkschrift seien als wesentliche Bedingungen eines Abrüstungsabkommens anzusehen und die britische Regierung müßte versuchen, daß diese Punkte erreicht würden. Gleichzeitig müßte die britische Regierung Frankreich deutlich zu verstehen geben, welches das Höch st maß der Ausführungsgarantien sei, die England gewähren könne. Honen Pfund ansetzte, hat zu verschiedenen Auslegungen Anlaß gegeben. Die bestechendste ist die, daß die ietzt gemachten finanziellen Zugeständnisse an die Bevölkerung nur der Beginn einer schrittweisen Erleichterungsperiode sind, die ihren Höhepunkt kurz vor den Parlamentsneuwahlen im Jahre 1936 erreichen soll. Chamberlain will noch zwei „Erholungshaushalt e" einbringen können, um dann, wenn das Volk wieder an die Wahlurne gerufen wird, auf die stetig aufsteigende Kurve unter der National- regierung pochen zu können. Sicher ist, daß der jetzige finanzielle Erfolg die Stellung der Mac- donald-Regierung außerordentlich gefeftigt hat. Die stets etwa drei Jahre nach den Neuwahlen ein- setzende Krisenzeit einer englischen Regierung scheint überwunden zu sein. Es gibt aber noch eine zweite ebenfalls recht stichhaltige Auslegung dafür, war- um Chamberlain seine Gaben nicht jetzt schon freiwilliger ausgeteilt hat. Man glaubt, daß die englische Regierung sofort eine angemessene Summe für die Verstärkung der englischen R ü ft u n g e n zur Verfügung haben will, falls die Abrüstungskomödie endgültig durchfallen sollte. In dieser Hinsicht wird die neueste französische Note an England dem britischen Steuerzahler kein — mehreren Jahren bei einer Unterhaussihung dadurch berühmt gemacht hat, daß er das große vergoldete Zepter, das während der ganzen Sitzung auf dem Tisch des Hauses liegt, ergriff und davon- zutragen versuchte. Fortgesetzte Unterbrechungen der Rede führten schließlich zu einer allgemeinen Schlägerei, bei der zertrümmerte Stühle als Wurfgeschosse benutzt wurden. Drei Faschisten, darunter eine Frau, und ein Mitglied der Zuhörerschaft wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Kuba fordert Auslieferung des Präsidenten Machado. N e u y o r k, 26. April (DNB.) Die auf 23er- anlaffung der kubanischen Regierung erfolgte A u s • fteUung eines Haftbefehls gegen den früheren Präsidenten von Kuba Machado wird van den Neuyorker Morgenblättern in großer Aufmachung verbreitet. Die kubanische Regierung be- schuldigt Machado, während eines politischen Zu- sammenftoßes am 7. August 1933 einen Mord begangen zu haben. Die Verhaftung Machados, der sich in der letzten Zeit in den Vereinigten ©taten aufhielt, wäre der erste Schritt zu Aus- lieferungsverhandlungen. Vorläufig ist der frühere Präsident jedoch trotz der sofort aufgenommenen umfangreichen Nachforschungen nicht aufzufin- d e n, so daß man vermutet, daß er die Vereinigten Staaten verlassen und sich n a ch Kanada begeben hat. Die Grenze nach Kanada wird scharf überwacht. Die kubanische Regierung will die Auslieferung Machados von jedem Lande verlangen, das der ftühere Präsident betrete. etwas seltsam an, daß die englische Regierung es vor kurzem noch für nötig befunden hatte, sich auf das angelegentlichste über die sicherlich sehr bescheidene und unumgängliche Erhöhung der deutschen Wehrhaushalte zu erkundigen. Ein weiteres Kapitel sind die englischenKriegsschul- den an Amerika, für die auch in diesem Jahre ftungsfrage den hauptgegensiand der Bespre- । chungen gebildet habe. Es verlautet weiter, daß die ! belgische Regierung ihre Haltung, die Brocqueoille in seiner letzten großen Rede umrissen hatte, nicht geändert hat und daß der Standpunkt Frankreichs in der Abrüslungsfrage von der belgischen Regierung keineswegs geteilt wird. 2Uan | London, 27. April. (DNB.-Funkspruch.) Zu «ms» i äää'ä "ner «»"ifter Barthou werde in Prag feststellen können, himmelblauen Spekulationen abgeneigen । Aufgabe dort viel leichter sei als Neville kannte, wußte aber daß keine der.art ge 3Bar|d)au ^on aaen Verbündeten Frankreichs Zahl herauskommen wurde. Der Schatzkanzler hatte dieTschechoslowakei jetzt der ein- den Ueberschuß für den.neuen Haushalt auf der 1« °l ber in jeöer Frage beinahe unbe- Grundlage der letzftahngen Bilanz errechnet, ja x n französischem Fahrwasser sogar noch etwas niedriger veranschlagt. Dem letzt- Polen, Rumänien, Jugoslawien und sogar jährigen Ueberschuß von 31 Millionen Pfund steht stimmten mit der französischen Politik hin- jetzt em solcher von 29 Millionen gegenüber. Sichtlich Deutschlands, der Abrüstungsfrage, des Die anfänglichetwas enttäuschten Gesichts,ber Donauproblems und Italiens nicht völlig über- Abgeordneten hellten sich zusehends auf, als Cham» ~ ----- ra.cr.v.^ beriain ohne viele Umschweife seinen Gabenkorb | *--- -- - - -__________ öffnete und nacheinander seine Geschenke austeitte, I die beinahe jedem Engländer irgend eine Erreichte- &cr tr0m05 verfahrenen Abrüstungslage zum ersten rung bringen. Zunächst einmal werden Die von s^alc nieder erhöht hat. Es mutet daher Snowden im Jahre 1931 eingeführten Gehalts-1------hn& hi» onnlifrho Woniornnn kürzungen um 10 bis 20 v. H., von denen u. a. sämtliche Minister, die Abgeordneten, die hohen Beamten, die Richter, Lehrer und die gesamte Wehrmacht und last not least der König selbst betroffen waren, zur Hälfte wieder aufgehoben. Als zweites Geschenk folgte die Wiederherstel- lung der Arbeitslosenunterstützung auf ihre alte Höhe. Ein Arbeitsloser, der bisher 15 Schilling 3 Pence bekam, wird jetzt wieder 17 Schillinge erhalten Dann wird die bisher ungewohn ich hohe Steuer auf Kraftwagen von 1 Pfund auf 15 Schillinge je h e r a b g e s e tz t, eine Botschaft, die v?n der gesamten englischen Kraftwagenindustrie mit imnpmifditer Freude ausgenommen wurde und "n sofortiges Anziehen ihrer Aktien zur Folge hatt^ Die erfreulichste Mitteilung war aber die, daß die Einkommen st euer wieder von 5 Schillingen ke Pund^uf 4 Schillinge und 6 Pence her- un ter ne schraubt wird. Die Freude hierüber wird nur durch die Enttäuschung öerjemgeti armen Steuerzahler getrübt, die durch die Snowdensche Herabsetzung der Steuergrenze auf em Jahresgehalt von 100 Pfund (etwa 1300 Mark) in bas Steuersystem einbezogen waren unb bie also auch jetzt w ite^bezahlen müssen. Auch nach der jetzt erfolgten Verminderung ist bie birefte Besteuerung m Eng- lanb außerorbentlich hoch und liegt zum Beispiel bei den größeren Einkommen immer noch über ber höchsten Besteuerung ber Weltkriegsjahre. y Auf der A u s g a b e n \ e i t e des englischen Budgets ist von besonderem Interesse die Summe von £ 95 794 000 für die englische Armee, Flotte und Luftmacht. Jedermann weiß, daß England feinen Militär haushalt in diesem Jahre angesichts Wenn Chamberlain in seiner Haushaltsrede von „großen Erwartungen" sprach, so meinte er damit in erster Linie die Hoffnung auf eine echte wirtschaftliche Erholung, die letzten Endes auch für England und gerade für Ena- land das ausschlaggebende Wohlfahrtsbarometer i t. Er verhehlte nicht, daß die englischen Ausfuhren von £ 405 Millionen im Jahre 1929 ziemlich genau auf die Hälfte, nämlich auf £ 203 im Jahre 1933 heruntergegangen sind. Der Schatzkanzler und jeder Engländer wissen, daß dieses Kapitel nicht von England allein, sondern in erster Linie von einer aufsteigenden Wirtschaftskurve in den anderen Staaten abhängt. Der Wunsch der „Times ist daher verständlich, daß die englische Erholung genau so wie die Krise wie eine ansteckende Krank- Die tschechisch-französische Freundschaft Barthous Besuch in Prag. übereinstimmten. „Das Angebot ist gut. Die deutschen Vorschläge enthalten die wesentlichen Bestandteile eines Abrüstungsabkommens. Die gleichen Punkte finden sich mit gelegentlich leichten Aenderungen in dem britischen und in dem italienischen Vorschlag." Der belgische Ministerpräsident habe übrigens auch vor dem Streben gewarnt, eine große Nation unbegrenzte Zeit in unbewaffnetem Zustand zu halten. Bei aller Trefflichkeit ihrer Genfer Arbeit hätte Donauproblems und Italiens nicht völlig über- »bie britische Regierung gelegentlich den Eindruck ein. Der Grund für die größere Gefügigkeit derIerweckt, daß sie zu sehr dazu neige, auf andere ft... . ■ ... 3 Trinksprüche in Prag. Hindenburgs zum Reichspräsidenten erfolgte. Es 1 r ' „ war ein schweres Opfer persönlicher Natur, das der Die Franzosen stellen eine wärmere Auf- Feldmarschall brachte, als er die Kandidatur an- nähme als in Warschau fest. ÄÄÄ ^f« .P.r°S, 26. AM. W »g ster Zeit trat er fein Amt an. Er hatte es wahr- Barthou traf am Donnerstag mit dem hastig nicht leicht. Nachdem er aber sich entfchlosien W->rjchauer Schnellzug Prag em Au dem hatte seinen Ruhesitz in qannooer zu oerlasfen. um »abnfteig muröe er von dem tlch-ch°sivw°ktsch°n die Geschicke feines Baterlandes noch einmal in die Außenminister Benesch sowie den Hand 3U nehmen, versuchte ' er auch Schritt für d - r Kleinen E n t - nt - u " d P ° > - " - -mp° Schritt und mit eiserner Energie, sich durchzusetzen sangen Tschechische Legionäre hatten auf dem Bahn und das deutsche Volk zur nationalen Geschlossen, ste'g und vor dem Bahnhof Aufstellung genommen, heit zusammenzuschweißen. Dieses Ziel erreichte er Der Präsident der Bepu ps g in dem Augenblick, als er dem Führer der jungen Barthou tm Audtenzsaal der P^ger Be g. 4 Generation am 30. Januar 1933 das Kanzleramt A Audienz lud Präsident Maffaryk Barthou zum übertrug, und so die Garantie für die nationale JJcittaflellen ein. Einheit schuf. Die Verdienste des Felbmarschalls und B^i dem Cfjen hielt $r- ® J $ < h Reichspräsidenten sind jo ost gewürdigt worden, daß spräche. Das in diesem Augenblick im einzelnen nicht einmal dertiahriger Knechtschaft in den groben Prinz p daraus Hingewielen zu werden braucht. Der Dank d-r französischen Reoolution d,e fittllchen, Grund- der Nation ist ihm für immer sicher, und die ge- '"gen seiner Auferstehung gefunden. famte Nation beglückwünscht ihn in dem Augenblick, düng der ersten tschecho, owakischen Regierung n in dem er nun in das zehnte Jahr seiner Präsident- Baris Hobe es mkt Frankreich nicht die ger> g( fchast eintrat. Möge es ihm vergönnt fein, noch viele Me>nungsoersch,edenhe,ten gegeben Beide Lander Jahre in Gesundheit zu erleben und sich der Wieder, achteten das Eigentum, die Kultur bas ©eroiffen gebürt der deutschen Nation zu erfreuen, für die er die nationale Ehre und Wurd alltt Nachbarn. D,e längst der Vater des Vaterlandes geworden ist. Freundschaft und Bundesgenoffemchaft b ider Lan 01 _________ ö ber sei gegen niemand gerichtet. Sie hatten nur Die Verteidigung dessen zum Ziel, was ihnen nach Ge- Englands . *... Erholungs-HanehaU. & ®S»S Von unserem ständigen v. Berichterstatter. Die Zusammenarbeit beider Länder sei insbesan- «Nachdruck, auch mit Quellenangabe verboten!) bergauf die w i HWU «rj« ni ja- Lonbon, April 1934. ßjet, roo über den Folgen ber scharfen Rivalität „Wir haben nunmehr bas erste Kapitel ber „,^4 die Belange einzelner Staaten vergessen wer- ,Großen Erwartungen' aufgeschlagen." So sagte den bürsten, könne man nicht so leicht zu einer ber englische Schatzkanzler Neville Chamber- Lösung gelangen, welche alle Rechte wahren unb lain, als er seinen neuen Haushalt bem dabei die Zukunft aller Zweige ber staatlichen Tä- Unterhaus vorlegte. Mit einem Ueberschuß von tigfeit sichern würde. einer halben Milliarbe Mark hat England als üm 18 Uhr legte Barthou auf dem Altstädter erstes Lanb seit Beginn ber Weltkrise em „Erho- am Grabe des unbekannten Sol- lungs-Bubget" zustanbegebracht, bas ber Periobe daten einen Kranz nieder. Trotz strömenden Reber Gehaltskürzungen unb Misere-Maßnahmen, bie gcns hatte sich neben einer Ehrenkompanie eine durch ben Snowbenschen Nothaushalt im Jahre -ahlreiche Menge eingefunben. Barthou feierte das 1931 unb bas Abgehen Englands vom Goldstandard Andenken der tschechischen Gefallenen. Sodann be« eingeleitet worben war, ein Enbe bereitet Schon sichtigte Barthou bas vor dem Rathaus aufgestellte als die Nachricht kam, daß das Finanzjahr 1933/34 Denkmal eines gefallenen tschechischen Legionärs, zum ersten Male seit lanaer Zeit mit einem nicht das demnächst in Paris aufgestellt werden wird, unbeträchtlichen Ueberschuß endigte, horchte gin Herr aus ber Begleitung Barthous äußerte zu jeder Engländer auf. Nach den endlosen Schwätze- Journalisten, der Empfang Barthous in Prag sei reien über Rüstung oder Abrüstung war hier end- ' v - lich wieder einmal etwas, was jeden Bewohner Großbritanniens bis zum kleinsten Mann auf der Straße praktisch und fühlbar anging. Die Sparpolitik der Regierung, die Anleihe-Konvertierungen, die Zollpolitik und nicht zuletzt das Auftauchen des berühmten wirtschaftlichen Silber- streifens hatten also anscheinend einen klingenden Erfolg gezeitigt. Ueberschwengliche Optimisten rechneten sich hastig aus, daß Chamberlain für das nächste Jahr gleich einen Ueberschuß von annähernd _•____ ««« marha TOor hon ornfton Die deutsch-österreichische Schicksalsgemeinschast. Eine Reöe Gtarhembergs. — Der austrofaschistische Pferdefuß. Wien, 26. April. (DNB.) Auf Einladung des Heimatschutzes hielt der Bundesführer der Heimwehren Starhemberg eine Rede, in der er sich mit der Stellung Oesterreichs im deutschen Volke befaßt. In der Diplomatenloge bemerkte man den italienischen Gesandten Prezosi. Bundeskanzler Dollfuß, Vizekanzler Fey und eine Reihe von Ministern nahmen an der Kundgebung teil. Starhemberg führte u. a. aus: Am 1. Mai tritt eine neue Verfassung Oesterreichs in Kraft. Damit bekommt der neue österreichische Staat einen neuen einheitlichen Guß. Wesentlich ist, daß jetzt der neue Oe st erreich e r sich zur Geltung bringt. Die Ideen, die das alte große Oesterreich geschaffen hoben und die vielfach fruchtbar und entscheidend für die gesamte europäische Entwicklung gewesen sind, nüissen wieder die leitende Kraft der österreichischen Staatspolitik werden. Oesterreich war immer 100pro- zentig deutsch. Oesterreichisch sein, heißt deutsch sein. Ein wirklich österreichischer Staat wird immer ein ganz und gar deutscher Staat sein. Das deutsche Oesterreich hat deutsche Aufgaben zu erfüllen. Ein deutsches Oesterreich muß zum entscheidenden Faktor der gesamtdeutschen Entwicklung werden. Dies ist die Hauptfrage der Zukunft. Es wäre ungesund und unmöglich, ein Oesterreich zu denken, das i m Gegensatz zu dem ihm durch Natur, Blut und Rasse engverbundenen gesamtdeutschen P o l k e steht. Die österreichischen Aufgaben liegen m der engsten S ch i ck s a l s g e m e i n s ch a f t mit den großen deutschen Aufgaben. Das österreichische deutsche Volk hat besondere deutsche Aufgaben im Donauraum zu erfüllen. Daher ist es die Pflicht des deutschen und des österreichischen Volkes gegenüber Blut und Rasse den Blick frei zu halten für die großen historischen Aufgaben und Ziele der Zukunft, die sich für die gesamtdeutsche Entwicklung bieten. Oesterreich muß deutsch sein als ein selbständiges deutsches Oesterreich, muß eine eigene österreichische Führung haben, nicht aus lokalem Patriotismus heraus, sondern um wirklich gesamtdeutsche Politik im Donauraum treiben zu können. Die unselige Kluft zwischen Deutschland und Oesterreich beruht weniger auf gewissen Ereignissen der letzten Wochen und Monate, sondern uralte Verschiedenheiten in der Auffassung der deutschen nationalen Begriffe, des deutschen Pflichtenkreises sind wieder wach geworden. Hier besteht vielfach eine andere Auffassung als im Norden Deutschlands. In vergangenen Jahrhunderten sind zum Nachteil des Gesamtdeutschtums diese Gegensätze oft zu Tage getreten, haben selbst zum Kampf um die Vormacht mit Waffengewalt geführt. Der große Aufstieg der deutschen Nation wird jetzt beginnen. Ueberall in Europa setzen sich die f a - ichistischen Ideen durch. Auf der Grundlage des faschistischen Gedankens ist die Verständigung der europäischen Völker möglich geworden. Das, was die alte österreichisch-ungarische Monarchie verkörpert hat, muß jetzt durch ein System gegenseitiger, vernünftig geregelter Beziehungen wieder ent st ehe n. In dem Augenblick, wo das deutsche Österreich in einer solchen Gruppierung den entscheidenden Einfluß ausüben kann, wird Oesterreich in der Lage sein, die gesamtdeutschen Aufgaben im Donauraum zu erfüllen und dem Gesamtdeutschtum zu dienen. Demonstration gegen die Dollfuß-Iiegierung. Linz, 26. April (DNB.) Aus der Umgebung von Gmunden zogen zahlreiche Arbeiter unter dem Ruf „Heil Hitler" in Gmunden ein. Eine Gruppe warf in die Villa des Bürgermeisters von Gmunden, Thomas, 60 Steine und zertrümmerte 40 Fensterscheiben. Die gleichen Vorgänge ereigneten sich vor der Wohnung des Bezirkshauptmanns, dem durch Steinwürfe 60 Fensterscheiben zertrümmert wurden. Auch kam es angeblich zu Scyießereien, die jedoch keinen Schaden anrichteten. Man nimmt an, daß d i e Haussuchungen der letzten Tage der Anlaß zu den Kundgebungen gewesen sind. Die Polizei ging gegen die Demonstranten mit dem Gummiknüppel vor. Mehrere Nationalsozialisten wurden verhaftet. ♦ Am Sonntag starb in Lienz der wegen verbotener parteipolitischer Betätigung in Haft gewesene Franz Arlang im.Krankenhaus an den Folgen einer Magenoperation. Anläßlich des Begräbnisses war eine große Zahl national« sozialisti cher Parteigänger erschienen. Sie sangen am offenen Grabe mit zum Hitlergruß erhobenem Arm das H o r st - W e s s e l - L i e d. Im Zusammenhang damit wurden viele Personen verhaftet. Das Valtikum als politisches Problem. Warum Deutschland den Sarantievertrag mit Rußland ablehnte. Zu der Veröffentlichung der Lettischen Telegraphenagentur über den sowjetrussischen Baltikum- Garantie-Dorschlag, die von den Vorgängen kein richtiges Bild gibt, wird von amtlicher deutscher Seite u. a. folgendes mitgeteilt: Am 28. März hat der Außenkommissar der Sowjetunion, Litwinow, dem deutschen Botschafter in Moskau gegenüber zum Ausdruck ge- bracht, daß die Sowjetregierung es für erwünscht halte, das beiderseitige Bestreben nach Besserung der Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion zu konkretisieren. Zu diesem Zweck schlug Litwinow die Unterzeichnung eines deutsch-sowjetischen Protokolls vor, durch das die Unabhängig, keitund Unversehrtheit der baltischen Staaten, die früher zum Bestand des ehemaligen Russischen Reiches gehörten, garantiert werden müßten. Die deutsche Regierung hat das Mittel, das Litwinow vorschlägt, für die Verwirklichung des von ihm angegebenen Zwecks nicht für geeignet gehalten. Es ist schon auffallend, daß Litwinow mit einem Projekt zur Sicherung des Bestandes der baltischen Staaten an die deutsche Regierung herantritt, das er noch vor kurzem mit einer anderen Regierung verfolgt hat. Diese Initiative ist vielfach als eine Aktion mit politischer Spitze gegen Deutschland auf- gefaßt worden. Aber auch abgesehen davon, ist die deutsche Regierung der Ansicht, daß der Vorschlag jeder realpolitischen Grundlage ent- b ehrt, da die Unabhängigkeit und Unversehrtheit der baltischen Staaten auch ohne solche Bindung von keinem der beiden Kontrahenten bedroht werde. Wenn aber die Möglichkeit einer Bedrohung durch die Sowjetunion oder Deutschland ausscheidet, so bliebe nur die Bedrohung von einer dritten Seite. Auch eine solche Annahme entbehrt nach deutscher Ansicht jeder Grundlage. Die deutsche Regierung vermag also nicht zu ersehen, inwiefern Deutschland und die Sowjetunion einen Grund haben könnten, die Rolle von Schutzmächten der baltischen Staaten zu übernehmen. Don dieser Auffassung der deutschen Regierung ist die Sowjetregierung am 14. April unterrichtet worden. Die deutsche Regierung glaubt, daß der Berliner Vertrag, der von ihr im vorigen Jahre ratifiziert worden ist, alle Elemente für die Pflege und Ausgestaltung der beiderseitigen Beziehungen enthält. Eine litauische Initiative. Schwierigkeiten für die Verwirklichung eines baltischen Bllndes. K o w n o, 26. April. (DNB.) Die litauischen Gesandten in Reval und Riga überreich, ten am Donnerstag im Auftrage ihrer Regierung der e st ländischen und der lettländischen Regierung eine Denkschrift, in der die litauische Regierung in bestimmter Form ihre Ansicht in Angelegenheit der Solidarität und der weiteren Zusammenarbeit zwischen den baltischen Staaten äußert. ♦ Seit einigen Monaten sind wieder Bestrebungen im Gange, einen engeren Zusammenschluß zwischen den baltischen Staaten herbeizuführen. Insbesondere waren Lettland und Estland in dieser Richtung sehr aktiv. Diese Bemühungen fanden indessen bei Litauen immer eine gewisse Zurückhaltung, vor allem wegen der ungeklärten Haltung Lettlands und Estlands in der Wilna-Frage. Auch der vor kurzem ausgebrochene Eisenbahn st reit zwischen L i t a u en und Lettland, der zur Sperrung des lettländischen Verkehrs über Moscheiki führte, zeigte mit aller Deutlichkeit, welche Hindernisse auch auf wirtschaftlichem Gebiet noch zu überwinden sind, ehe die Verwirklichung des Gedankens eines engeren Zusammengehens unter den baltischen Staaten greifbare Formen annehmen könnte. Bezeichnenderweise waren die Stimmen, die für eine Annäherung der baltischen Staaten Propaganda machten, in den letzten Wochen sowohl in Lettland und Estland wie auch in Litauen mehr oder weniger verstummt. Die Aufgabe -er Berliner Auslands, schulden-Konferenz. Oer ^elEhandel muß von dem Block der alten Schulden befreit werden, ^kur durch Senkung der Zinssätze kann Deutschlands Transferfähigkeit wiederhergestellt werden. Berlin, 26. Aprll. (DNB.) Am Donnerstag- abend sprach Reichsbankpräsident Dr. Schacht im Rundfunk über die am 27. Aprll in Berlin zusam- mentretenüe Konferenz der Gläubiger- Vertreter für die deutschen mittel- und lang, sristigen Schulden. Dr. Schacht führt« u. a. aus- Die zur Debatte stehende Frage ist: Wie kann man d i e Uebertragung der deutschen Schul- denzahlungen in fremde Währung ermöglichen — das ist das Problem des sogenannten Transfers —, und wie kann man die S t ö - ru n g e n , die von diesem Transfer Problem auf die Welt ausgehen, beseitigen? Auch für das hier vorliegende Problem ist der Versailler Vertrag der Ursprung allen Uebels. Auf Grund dieses Vertrages hat Deutsch- land jährlich Milliardenbeträge an Reparationen zu zahlen gehabt. Aber die Reparationsgläubiger gaben sich mit dem aus Steuern aufgebrachten deutschen Geld nicht zufrie- den, sondern forderten von uns ausländisches Geld. Ausländisches Geld aber kann sich Deutsch- land nur dadurch beschaffen, daß es deutsche Waren im Ausland verkauft. Es gibt in- dessen einen vorübergehenden Weg, in den Besitz ausländischer Zahlungsmittel au kommen, nämlich dadurch, daß man im Ausland Anleihen aufnimmt. Tatsache ist, daß infolge dieses Pumpsystems im Laufe der Zeit weit über 10 Mil- liarDen Reichsmark Anleihen, die wir jetzt verzinsen und tilgen müssen, nicht der deutschen Volkswirtschaft zugute gekommen sind, sondern in Form von Reparationen d i - IV *an das Ausland geflossen sind. Wir befinden uns nun dem Problem gegenüber, daß Deutschland dieses bei ausländischen Privatleuten sur Reparationszwecke aufgenommene Geld zurückzahlen muß. Devisen können wir uns jedoch nur beschaffen, inbem wir Daren im Ausland verkaufen. Das Ausland legt aber einer Steigerung unserer Ausfuhr immer größere Schwierigkeiten in den weg, so daß wir gegenwärtig nicht in der Lage find, so viel waren auszuführen, daß wir damit unsere Einfuhr bezahlen und darüber hinaus unseren Schuldenverpflichtungen an das Ausland in fremdem Geld nachkommen können. Infolge der Kredit- und Dankenkrachs von 1931 ist die Gold- und Devisenreserve der Reichsbank völlig zum Versiegen gebracht worden. Der Zusammenbruch des internationalen Kreditgebäudes hatte verheerende Folgen für den internationalen Handel. Zwei unserer größten Gläubigerländer, England und Amerika, haben durch eine Entwertung ihrer Wäh- r u n g unsere Ausfuhr auf das empfindlichste erschwert, indem sie uns auf den eigenen und an fremden Märkten unterbieten. Die überall ein- geführten Zollerhöhungen und Einfuhr- beschränkungen haben unserem Export wed terhin unüberwindliche Schwierigkeiten in den Weg gelegt, die insbesondere noch verstärkt werden dadurch, daß man die Boykotthetze gegen deutsche Waren geduldet hat. Eine Fort- setzung der gegenwärtigen teilweisen Erfüllung in fremder Währung ist nicht mehr möglich. Abhilfe kann nur von zwei Seiten kommen: Die eine Möglichkeit ist eine Steigerung der deutschen Ausfuhr durch Belebung des Welthandels, die andere ein Entgegenkommen der Gläubiger in der Höhe Der Zinsen, der Hinausschiebung der Tilgung und ähnlichen Maßnahmen. Der Block Der alten Schulden stellt sich einer internationalen Geschäftsbelebung entgegen. Während sich in den einzelnen Ländern binnenwirtschaftliche Belebungserscheinungen geltend machen, verharrt die Weltwirtschaft auf ihrem tiefen Stand, wett He Kredit bezieh urigen von Land zu Land infolge der notleidend gewordenen alten Schulden ins? Stocken geraten finti Es ergibt sich daher der jeder Vernunft bare Zustand, daß diejenigen Länder, die Rohstoffen verbrauchen und industrielle Fertigprodukte im lleberfluh Herstellen können, aus Mangel an fremden Zahlungsmitteln daran gehindert werden, Rohstoffe zu kaufen, und daß diejenigen Länder, die Rohstoffe produzieren, auf den Konsum industrieller Fertigwaren verzichten müssen. Dieser den eigenen Interessen des Auslandes zuwiderlaufende Tatbestand zwingt Deutschland, feine Rohstoffeinfuhr auf ein 2Uinbef(- maß z u beschränken. Hier stehen wir unter einem Zwang, den nur eine vernünftige Handelspolitik des Auslandes selbst andern kann. Angesichts dieser Sachlage erscheint es nur vernünftig, die Last der Auslandsschulden durch eine Senkung der Zinssätz.e zu vermindern. Eine solche Zinsherabsetzung würde nicht nur die Kapitalforderungen des ausländischen Privatgläubigers innerlich besser machen, sondern sie würde angesichts des niedrigen Weltzinsnioeaus auch moralisch gerechtfertigt sein. Oie Hitlerjugend. Eine Unterredung mit dem Keichsjugendsührer Baldur von Schirach. Berlin, 26. April. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Reichsiugendführer Baldur von Schlrach über aktuelle Fragen der Jugendbewegung. U. a. antwortete der Reichsjugendführer auf die Frage nach der angeblichen Ueberanstrengung der Jugend durch die HI.: „Es mag hin und wieder zu Reibungen zwischen der Arbeit der Schule und der Arbeit der Jugend kommen. Ick glaube aber, daß das nur U e b e r - gangserscheinungen sind, und gerade die jetzt immer enger werdende Zusammenarbeit mit dem Nationalsozialistischen Lehre r b u n d wird sich vielleicht in einigen Monaten schon so auswirken, daß diese Gegensätze, wo sie heute noch sind, re st los verschwinde n." Auf die durch Vorwürfe von verschiedenen Seiten bedingte Frage: „Ist die HI. religionsfeindlich?" betonte Baldur von Schirach u. a.: „Wir treten nicht ein für die Sonderinteressen einer Kirche, sondern wir stehen auf dem Boden des positiven Christentums. Alle HJ.- Führer und Hitlerjunaen sind in ihrer Zugehörigkeit zur HI. überkonfessionell, in ihrem privaten religiösen Leben Protestanten oder Katholiken. Nur innerhalb der HI. gibt es überhaupt keine Diskussion über religiöse Themen, gibt es aber auch keinen spezifizierten Gottesdienst. Fragen Sie die evangelische Jugend, die zu uns gekommen ist, ob sie das Empfinden hat, daß sie gegen die Kirche erzogen wird, und fragen Sie dann auch die katholischen Jungen, die wir bekommen haben, ob wir tatsächlich so sind, wie man uns gemalt hat. Ich selbst gehöre der protestantischen Kirche an, bin nie ausgetreten und habe auch nicht die Absicht auszutreten. Ich lehne es aber kategorisch ab, mich in besonderer Weise für die evangelische Kirche ober für überhaupt eine Kirche einzusetzen, denn meine Aufgabe habe ich vom Staat bekommen und nicht von einer Kirche." Abschließend betonte der Reichsjugendführer auf die Frage nach den nächsten Zielen der Hitler- Jugend: „Ich meine, daß das ganze Jahr 1934, und vielleicht auch das Jahr 1935, ausschließlich ein Jahr der Schulung zu sein hat. Wir haben heute die Massen, die wir gewonnen haben, zu durchdringen und zu wirklichen Nationalsozialisten zu machen. Die Hitler-Jugend ist kein Wehr- verband, keine Jung-SA. Sie ist die weltanschauliche Erziehungsarbeit der jungen Nationalsozialisten. Treibstoffwirtschast und Verkehrsmotorisierung. Probleme der deutschen Mineralölversorgung. Berlin, 26. April (DNB.) Die Deutsche Gesell- schäft für Mineralölforschung hält ihre Hauptversammlung in der Technischen Hochschule in Char- lottenbUrg ab. Die Tagung begann mit einer großen öffentlichen Sitzung, auf der Staatssekretär Feder u. a. ausführte: Hand in Hand mit der grundsätzlichen Neuordnung der deutschen Derkehrswirtschast geht die Bereitstellung des benötigten Treibstoffes. Der Ausgangspunkt einer Verbreiterung der Rohstoffbasis ist eine gründliche Erforschung der deutschen Rohstoffe. Durch Bohrbeihilfen wird die Erschließung deutscher Oe l lager st Litten gefördert. An die Seite der natürlichen Quellen tritt die synthetische Herstellung von Treibstoffen. Die Lager- Haltung ausländischer Rohstoffe muß planmäßig gesteigert werden. Die Nutzbarmachung anderer Treibstoffquellen kommt ergänzend hinzu. Planmäßige Steigerungen der Treibstoffe und Senkung der Gestehungskosten werden eine weitere erhebliche Steigerung des Kraftverkehrs zur Folge haben. Reichsarbeitsminister S e l d t e betonte den politischen und wirtschaftlichen Wert der Oelversorgung Deutschlands, der am klarsten vor Augen trete, wenn man sich vorstelle, welche Folgen ein hundertprozentiger Erfolg der Oeldohrungen in Nord- deutschland mit sich bringen müsse. Es ergäben sich daraus zwei Forderungen, die uns von der Natur gegebenen Werte bis zur äußersten Grenze a u s z u n u tz e n und mit den uns geschenkten Rohstoffen haushälterisch umzugehen. Wir haben eine Vorratswirtschaft zu führen. Auf die Privatinitiative werde man dabei nicht verzichten können. Doch müsse man auf eine starke staatliche Wirtschaftsordnung für diese Gebiete hinzielen. Fortschreitende Motorisierung werde bestimmend bei dem Erfolg der Arbeitsbeschaffung sein. Ministerialdirektor Dr. Brandenburg sprach über Treibstoff und Motorisierung. Die Treibstoff- frage sei geradezu eine Schicksalsfrage für den erfolgreichen Fortgang der von der Reichsregierung betriebenen Motorisierung Des Verkehrs in Deutschland. Der Treibstoffbedarf für Kraftfahrzeuge betrage 1,4 Millionen Tonnen, davon werde ein Drittel in Deutschland her- gestellt. Man könne mit einem stetigen Anwachsen des Treibstoffbedarfs in Deutschland rechnen, der in den nächsten 4 bis 5 Jahren eine Verdoppelung Des heutigen Verbrauches herbeiführen werde. Das große Ziel sei, Deutschland in der Treibstoff- Versorgung unabhängig zu machen. Das dürfe aber nicht zu einer Verteuerung der Antrieb- kosten führen. Weg und Ziel des Deutschen Siedlungswerks. Daß es auf den Geist ankommt, auf den Schöpferwillen, das läßt sich bei dem Siedlungswerk erkennen, das das Dritte Reich neu gestalten will, nachdem das Zwischenreich trotz großer finanzieller Mittel mit der Siedlung nichts Rechtes anzufangen wußte. Schon rein zahlenmäßig fällt der Unterschied auf, denn von 1919 bis 1931, also in 13 Jahren, sind 48 218 Neusiedlerstellen mit 496 000 Hektar geschaffen worden, von denen etwa 30 000 Neusiedlerstellen mit einer Spannweite von über zwei Hektar ausgestattet wurden. Die für Siedlungszwecke erworbene oder urbar gemachte Fläche mar in diesem Zeitabschnitt allerdings größer, denn sie betrug 800 000 Hektar, von den indessen 122 000 Hektar auf Anliegerstellen zu Eigentum ausgeteilt wurden. Der größte Teil der Neusiedlerstellen wurde in Ostpreußen errichtet, nämlich 7800, während die Provinz G r e n z m a r k nur mit 992 Neusiedlerstellen zum Zuge kam. Die Siedlung ist nicht Selbstzweck. Wie Staatssekretär Gottfried Feder in einem Vortrag aus« führte, soll das Siedlungswerk im Dritten Reich sick) nicht in Kleinsiedlung und Stadtrandsiedlung erschöpfen, sondern echte Siedlungen schaffen, die sich zu neuen Gemeinden und neuen Städten zusammenfassen lassen. Staatssekretär Feder ist vom Führer mit der Leitung des Siedlungswerkes beauftragt worden. Es steht nicht nur der Siedler zur Verfügung, der Bauer werden kann und will, es ist auch ein Landvorrat vorhanden, der es möglich macht, das auf lange Sicht geplante Werk im großen Stil sofort zu beginnen Der Landoorrat beträgt für 1934 nicht weniger als 207 500 Hektar. Das neue Siedlungswerk will nur Siedlerstellen und Gemeinschaften einrichten, wenn die wirtschaftliche Zukunft unbedingt gesichert ist Das Siedlungswerk soll nicht ein Notbehelf sein andern vorbildliche soziale Gemein-' chaften begründen und ausge st alten, )ie auch den Grundsätzen Rechnung tragen, die an die Rass« sowie an die körperlich« und geistige Tüchtigkeit und Brauchbarkeit gestellt werden. „Der Landvorrat reicht aus, um neue spann- lählge Bauernhöfe zu schaffen, wie er auch ausreicht, Kleinbauern, die sich an sich Dafür eignen mit Land auszustatten, um diese Kleinbau. ernstellen z u E r b h ö f e n u m g e st a l t e n zu tonnen. Indessen können Die Ostprovinzen nur Dann so- Ajal gesunden und national von unzerstörbarer Widerstandskraft sein, wenn für eine soziolo- 3 rsch gesunde Mischung der Bevölke- r uin g gesorgt wird. Es gilt also nicht nur Sauern- stellen zu errichten, um sie in Gemeinden zusammen- jufaffen, es gilt vielmehr diese Gemeinden vom Dors bis zur Mittelstadt lebensfähig zu gestalten. Das bedingt, daß eine gewisse Industrialisierung der rein ländli- Gebiete erfolgt, was sich durchaus erreichen laßt, zumal es Jndustriegruppen gibt, Deren Standort nicht an Rohstoffe nfw. gebunden ist. In den großen Raum, den die deutschen Ostgebiete darstellen, können noch Millionen deutscher Volksgenossen untergebracht und mit einem sicheren Nah- rungsspielraum sowohl auf Dem Lande wie in der Stadt ausgestattet werden. Wie Staatssekretär Feder mitteilte, wird die Neugestaltung des deutschen Ostens nicht nur siedlungstechnisch erfolgen, sondern auch darauf Rücksicht nehmen, die Dörfer und Städte so zu gestalten, daß sie mit der Landschaft zu einer Einheit verwachsen Die Möglichkeiten zu geistiger und künstlerischer Tätigkeit sind damit gegeben, so daß die urtümliche Verbindung Der kommenden Geschlechter mit der Erde in neuer Form erstehen soll. Alles wird so zweckmäßig zur Sicherung einer Lebens- und Staatsgemeinschaft eingesetzt und ausgestaltet, weil nur diese neue Volksgemeinschaft die nationale Zukunft sichern Fann. Oer Termin für Instandsehungs- arbeiten mit Beichszuschüffen &Uf 31 März 1935 verlängert. Der Reichsarbeitsminister teilt mit, daß Termin bis au Dem die mit Reichszuschüssen geforderten Jnstandsetzungs-, Erganzungs- und Um- bauarbeiten an Gebäuden beendet fein müssen, bis Zum 31. März 1935 verlängert ist. “•«1$ 1 S ‘»t In ’«8t| ' 1. ,e H hieltet 1et deq uwider. hlne "des,, wir vn. Affige andern "ur 6er. eine T- Eine oie Kapj. glaubigers kde ange. Nch Mo. ach. ?M|ion aber auch **e Zu uns !t daß sie 'agen Sie - wir be> > wie man 'rotestanti. habe auch e es aber fe für die ine Kirche ich vom Kirche." führer auf 'er Hitler. !ahr 1934, lsschließlich hat. Wir nen haben, onalsoziali- 'ein Wehr, ^eltanfchau' lsozialisten. W ber 3latux @ren$e kirn W- W l Auf bii : verzichten fe staatliche hinzielen, immenb bei urg sprach Treibstoff' frage für Reichsregie- des Ber« fbedarf für men, davon and her« en Anwach' nd rechnen, , «ßerboppe* hren werde. ■ Treibstoff' dürfe aber er Antrieb« M n sich i* je Kleinbau' ten zu ton« iur dann fv' «erftirbar« geD0i[e ur Dauern- Ä fett W tir. > a e w111 ; landll,' chaus errn' FZ 4"»> rä» ei"? wachsen. i'SS “• fj S; stionale 3 Der neue Lnndesdischos eine n a Gemeinden gemacht werde. nicht der Evangelischen Lmcheskirche Aaffan-Hessen wird mWiesbaden feierlich in sein Ami eingesnhrl werden. wer Deutschland und sein Volk liebe, könne nicht neutral bleiben. 6t müsse sich eindeu- lig erklären. Der Landesbischof feierte die Verdienste des Führers, der dem deutschen Volke ein wahres Ostern gebracht habe. Der auch im Christentum heute vorherrschende heroische Mensch lasse eine baldige Gesundung innerhalb des Christen- tums erhoffen. Die Kirche müsse e i n G a n z e s werden, dessen lebendiges Leben sich gegen die Erstarrung wende. Diesen Geist mühten sich alle zu eigen machen, auch die. die glaubten, es noch nicht zu können; diese mühten es ober lernen, sonst seien sie für die Kirche nicht tragbar. Während der Feierlichkeiten war die Kirche von einer unzähligen Menschenmenge umsäumt die den Reichsbischof und sein Gefolge auch beim Verlassen des Gotteshauses herzlich begrüßte. Gollvertrauen und Deraniwortungsbewußisein. erquickenden Darlegungen seinen Hörern aus dem Herzen gesprochen hatte, bewies der starke und lang anhaltende Beifall. Auch Landesbischof Dr. Dietrich hielt eine kurze Ansprache, in der er einen Rückblick auf seine Wettervoraussage. Da das Barometer allgemein angestiegen ist, hat sich die Störung über England und dem Kanal erheblich aufgefüllt. Während über Deutschland meist südliche Winde herrschen, flieht über die britischen Inseln kältere Luft abwärts. Beim Zusammenstoß der verschiedenartigen Luftmassen werden sich Haufenwolken bilden, die vereinzelt auch Anlaß zu leichteren Schauern geben dürfen. Durch ansteigenden Luftdruck kommt es aber auch zu Aufheiterung. In aufklarender Nacht werden die Temperaturen bis in Gefrierpunktsnähe zu liegen kommen. Aussichten für Samstag: Teils wechselnd-wolkig, teils aufheiternd, Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht sich verschärfend, nur vereinzelt leichtere Schauer. Aussichten für Sonntag: Meist trockenes Wetter mit nächtlichem Temperaturrückgang bis in Gefrierpunktsnähe. , Lufttemperaturen am 26. April: mittags 15 Grad Celsius, abends 9,6 Grad; am 27. April: morgens 9,8 Grad. Maximum 16,7 Grad, Minimum 7,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. April: abends 11,8 Grad; am 27. April: morgens 9,4 Grad Celsius. — Niederschläge 1,2 mm. — Sonnenschein- dauer 47k Stunden. 14jährige Pfarrertätigkeit gab. Alle die zahlreichen Menschentypen, die ihm begegnet seien, hätten das --ne gemeinsam gehabt: das Heimweh ch Gott. Dieses Heimweh müsse die Kirche stillen. Dankbar müsse das deutsche Volk zu seinem Führer aufblicken, der die echte Gemeinschaft geschaffen habe. Mit aller Entschiedenheit sprach sich der Landesbischof dafür aus, daß von nun an Kirchenpolitik nur noch von der Kirchenregierung und nicht von den Pfarrern und B e r l i n, 26. April. (DNB.) Das Ende Februar verabschiedete Gesetz über bie gesetzlichen Feiertage sah unter Aufhebung der im vorigen Jahre ergangenen Vorschriften ausdrücklick vor, daß der 1. M a i künftig als gesetzlicher Feiertag zu gelten habe. Somit war der 1. Mai, soweit er auf einen Wochentag fiel, lohnpolitisch und rechtlich nicht anders zu behandeln, als sonstige Wochenfeiertage. Um für die ausfallende Arbeits- zeit eine allgemeine Lohnzahlungs- pflicht einzuführen, muhte daher ein besonderes Gesetz ergehen. Das nun erlassene Gesetz über die Lohnzahlung am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes läßt dort, wo bereits am 1. Mai Tarifordnungen ober Betriebsorbnungen ober Dienstorbnungen des öffentlichen Dienstes bie Bezahlung aus- fallenber Arbeitszeit an Wochentagen vorfehen, diese Vorschriften für den 1. Mai gelten. Wo eine solche Regelung nicht besteht, ist für bie infolge bes Feiertages ausfallenbe Arbeitszeit ber regelmäßige Arbeitsverbi e n st zu zahlen. Zu vergüten ist also bie Arbeitszeit, bie geleistet wäre, wenn der 1. Mai ‘' zum gesetzlichen Feiertag erklärt wäre. 0er Präsident der IHK. beim Reichskanzler. Berlin, 26. April (DNB.) Reichskanzler Adolf Hitler empfing am Mittwoch den Präsidenten ber Internationalen Hanbelskammer, Fentener van ölif fingen, unb ben Ehrenpräsibenten ber Kammer unb Präsibenten ber deutschen Gruppe ber Kammer, Frowein. Präsident van Vlisfingen wies auf die Arbeiten der Internationalen Handelskammer hin, bie einen vermehrten Waren- austauf ch zwischen ben Völkern zum Ziele hätten. Die Hanbelskammer sei hiermit bestrebt, eine Befriebigung ber Welt zu erreichen, bie wegen ber jetzt in Hebung befinblichen Methoben ber Han- delspolitik fehle. Der Reichskanzler brachte zum Ausbruck, baß allein burch friebliche Arbeit bie Nöte ber Völker beseitigt werben könnten. Deutschlanb fei, seiner Wirtschaftsstruktm ent- sprechend, auf einen lebendigen Güteraustausch mit ber Welt bebacht. Die Lohnzahlung am 1. Mai Empfang im Dachaus. LPD. Wiesbaden, 26. April. Unter starker Anteilnahme der Bevölkerung führte Reichs- bifchof Müller heute ben Landesbifchos ber Evangelischen Landeskirche Naf- s a u - H e s s e n Dr. Ernst Ludwig Dietrich feierlich in fein Amt ein. Zu Ehren dieses Tages fand am Vorabend unter Elmendorffs Leitung im Kurhaus ein Festkonzert mit Werken von Bach, Mozart unb Besthoven statt. Der Amtseinführung in der Marktkirche ging heute ein Empfang im Rathaus durch Oberbürgermeister Schulte voraus. Schon diesem Festakt wohnten überaus zahlreiche Vertreter der kirchlichen unb weltlichen Behörden bei, so u. a. als Vertreter des Gauleiters und Reichsstatthalters Regierungsrat Reiner, als Vertreter des preußischen Kultusministers Ministerialdirektor Jäger, als Vertreter des Hessischen Staatsmini- fters Ministerialrat Ringshausen. Oberbürgermeister Schulte beglückwünschte Dr. Dietrich zu feiner Amtseinführung an der Stätte, an der so viele Jahre als Pfarrer gewirkt hat. Der Oberbürgermeister hob hervor, baß biese vischofseinführung bie erste nach bem Zusammenschluß ber Lanbeskirchen Nassau, Frankfurt unb Hessen ist, ber auch auf kirchlichem Gebiet bie TNainllnle erfolgreich überrounben habe. Auch bie neue Lanbeskirche sei roieber ein Baustein im Deutschen Reich Abolf Hitlers. Der Oberbürgermeister wies ferner auf ben schon vor Jahrhunderten in Wiesbaden gepflegten Geist g e - genfeitiger Duldsamkeit der verschiedenen Bekenntnisse hin, die hier vor allem dadurch zum Ausdruck gekommen sei, daß die evangelische Bevölkerung an dem katholischen Fronleichnamstag und die katholische an bem evangelischen Karfreitag bie Arbeit ruhen lasse. Auch die 9 i mu l t a n s ch u l e, bie seit 1817 bie Grunblage bes nassauischen Schulwesens ist, müsse als ein Zeichen besonberer Duldsamkeit angesehen werben. Zum Schluß seiner Ansprache richtete der Oberbürgermeister an den Reichsdischof die Bitte, sich als erster der Festversammlung in das Goldene Buch der Stadt einzutragen. Reichsbischof Müller dankte für den freund- lichen (Empfang und seinen Freunden und Mitkämpfern, die den heutigen Festtag erst ermöglichten. Die Wahrheit, die Christus gelehrt, sei eine ewige Wahrheit. Ihr müsse nachgefolgt werden. Alle Arbeit, die in Treue erfolge, trage ihren Segen in sich. Der Stadt Wiesbaden wünschte der Reichsbischof für ihre weitere Entwicklung Gottes reichsten Segen. Oie Amtsübernahme in der Marktkirche. Die Antrittspredigt des Landesbischofs. Deamtenhilfszug „Bayern" im Dienst des 1. Mai. Berlin, 26. April (DNB.) Zum National- feiertag des deutschen Volkes hat das Amt für Beamte den von der Beamtenschaft gestifteten Hilfs- zug „Bayern" zur Verfügung gestellt. Der Zug wird von seiner Heimatstation München am 30. April nach Berlin kommen unb am 1. Mai in ber Nähe des Tempelhofer Feldes aufgestellt werden. Er wird an diesem Tage rund 30 000 zu Ordnungszwecken eingesetzte SA.- unb SS.-Männer speisen. Die Mittel für die Speisung stellt die Beamtenschaft zur Verfügung. Die Rettungswagen des Hilfszuges bleiben während des ganzen Tages für den Rettungsdienst einsatzbereit. Mit dieser sozialen Tat bekennt bie Beamtenschaft aufs neue ihre unlösliche Verbundenheit mit allen Arbeitern der Stirn unb ber Faust. Japan wünscht mit China unmittelbar zu verhandeln. Tokio, 26. April (DNB. Reuter.) Der japanische Außenminister Hirota unterrichtete ben chinesischen Gesanbten in Tokio General Tschang- t s o p i n in bem Sinne, baß bie japanische Regie- rung unmittelbare Verhanblungen in ber zwischen beiden Ländern schwebenden Frage wünsche. Der Minister erklärte, daß einige Formulierungen ber chinesischen Aeußerung vorn 19. April zu scharf gefaßt seien. Trotzbern hoffe er, baß China mit Japan im Sinne ber aufgezeigten Politik weiter Zusammenarbeiten werbe, benn bcibe Länder seien für ben Fneben im Fernen Osten verantwortlich. Japan werbe bie Interessen ber übrigen Auslandsmächte in China berücksichti- gen und ebenso bie Selbstänbigkeit Chinas achten. Dic Aufgabe der Kirche in unserer Zeit. Auf einer stark besuchten Volkskundgebüng Im Paulinenschläßchen nahm Reichsblschof Mu Iler nochmals das Wort, um feinen Hörern emen rechten Begriff des wahren Christentums zu vermittln. Christ lein heiße nicht nur auf d.- äußerliche Ge> meinschast zu halten, [onbern i m Alltag durch die Tat beweisen, daß man Ehr,» fei. Christus müsse täglich in [einer wahren Gestalt neu lebendig werden, dann merke man welche Lebens- traft vam Heiland ausgehe. Aufgabe der Kirche f es nach der Vollendung des äußeren Baues das Innere mit lebendigem Lebenzu erfüllen Auf zwei starken Fundamenten muffe aufgebaut »erben: auf Gottver.trauen un Verantwortunasbewußtfein. — Wie sehr der Reichsbischof mit feinen frischen, geradezu Vom Rathaus zogen dann die Bischöfe und Ehrengäste unter Glockengeläut in feierlichem Zuge unter Dorantritt einer SA .-F ah ne na b te ilun g nach der festlich geschmückten Marktkirche. Der Reichsbischof übergab bem neuen Landesbifchos sein Amt mit ber Mahnung, es nicht um äußerer Ehren willen, sondern aus stärkster Verantwortung vor Gott und Vaterland zu fuhren. Aufgabe der Kirche und ihrer Beauftragten sei es, Wahrheit und Treue zu verteidigen unb bem Volke bie Kratt zum inneren Leben zu spenben, damit wieder Glück unb Friede in bie Herzen einkehre. Der Lanbesbischof müsse ber e r ft e Diener feiner Kirche fein. Er müsse immer Zeugnis geben von ber großen Wahrheit. Landesbischof Dr. Dietrich übernahm fein Amt aus ben Händen des Reichsbifchofs mit dem feierlichen Gelöbnis, es in Treue zum Bekenntnis unb im Gehorsam gegen bie kirchliche Verfassung unb bie Obrigkeit zu führen. In bem anschließenden Gebet empfahl Landesbischof Dr. Dietrich fein ganzes Tun ber Barmherzigkeit bes Allerhöchsten. In feiner Antrittsprebigt, ber er das Lucas-Wort „Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich" zugrunde gelegt hatte, zeigte ber Landesbischof die Wege unb Ziele, die für feine Amtsführung maßgebend fein ERNTEN28BIS30 ♦ MUSTERC1GARETTEN ♦ MISCHUNGSNUMMERR6o/M dieser Mischung beruht darauf, daß wird ausschließlich ohne U sämtliche Tabake zweimal ‘aus folgenden Distrikten: a, REEMTSMA CIGARETTENFABRIKEN G.M.B.H. ALTONA-BAH REN FELD Diese Cigaretten werten to den Farn betriebe» in Altona-Bahrenfeld tracl *5 OÜ § 2) 0 N ^esjKenschen anzeigen, wet&en&e einzelnen tfafafao^engenau nach dem ffiezep/ abgewogen ur^gemiieh^. Die Cigaretten sh methodon. die zu] il .un. i upd^puer Fabrikation#« ■FeÄer HyNellusg auf I K W i-M'. I V. L W . V? m. Aus aller Welt. Junge Ausländer besichtigen deutsche Arbeitslager. Der Reichsarbeitsdienst des Gaues 30 führte die Teilnehmer der DeutschkiHse für Ausländer der Deutschen Akademie und' des amerikanischen „Junior Bear" in die bayerischen Arbeitsdienstlager in Benediktbeuren und Weilheim. Insgesamt nahmen 60 Angehörige verschiedener Nationen an der Fahrt teil. Oberstfeldmeister Siebermann und seine Helfer gaben den Gästen an Ort und Stelle Aufschluß über die Bedeutung und die Methode der Bodenbearbeitung in den Moorgegenden. Besonderen Eindruck machte auf die Gäste der fröhliche Arbeitsgeist und die Pflege echter Kameradschaft unter den jungen Menschen in den Lagern. Schloß Friedewald der NSDAP, zur Verfügung gestellt? Das im hohen Westerwald gelegene Schloß Friedewald, eines der schönsten Schlösser Deutschlands, das in seiner malerischen baulichen Struktur dem Erbauer des Heidelberger Schlosses zum Teil als Vorbild diente, soll, wie LPD. aus Daaden (Westerwald) berichtet, von der Besitzerin, der Prinzessin Elisabeth zu Sayn-Wittgen- st ein»Berleburg der NSDAP, zur Verfügung gestellt worden sein, lieber die endgültige Verwendung des Schlosses sind Verhandlungen im Gange. Vorgeschichtliche Funde beim Bau der Autobahn. In den letzten Wochen sind, wie aus Mannheim aemeldet wird, bei den Erdbewegungen zur Anlage der Reichsautobahn zahlreiche Funde gemacht worden. Auf einem Gelände westlich des Straßenheimer Hofes in der Nähe der hessischen Grenze wurde eine Reihe von Wohnstellen aus der jüngeren Steinzeit (3. Jahrtausend v. Ehr.) gefunden. Ferner machte man Skelettfunde mit B r o n z e s ch m u ck aus der Hügelgräber-Bronze- zeit. Besonders zahlreich sind Wohnplätze der Neckarsueben. Das Lebensbild dieser ersten germanischen Einwanderer im unteren Neckartal läßt sich nach dem reichen Fundinhalt recht gut überblicken. Dor einigen Tagen wurde ein besonders wertvolles Stück geborgen, ein 18 Zentimeter hoher Topf, der aanz mit Bronzestücken angefüllt war. Man fand dabei Schwertgriffe, Beile, verschiedene Gebrauchsgegenstände und Schmuckstücke. Landesverraterische Umtriebe eines Frankfurter Anwalts. Bereits während des Volksverein-Prozesses in München-Gladbach war den Behörden die landesverräterische Verbindung des Rechtsanwalts Thor- m a n n (Frankfurt a. M.) mit ausländischen Stellen zur Kenntnis gekommen. Mit Rücksicht auf die reibungslose Durchführung des Prozesses hatte man aber davon abgesehen, Maßnahmen gegen Rechtsanwalt Thormann zu ergreifen. Thormann wurde einige Zeit nach dem Urteilsspruch in Schutzhaft genommen, aus der er inzwischen wieder entlassen worden ist. Die Untersuchung bei Thormann hat nur einen Teil seiner landesoerräterischen Korrespondenz mit dem Ausland zutage gefördert, der weitaus größte Teil der Korrespondenz war jedoch von Thormann vernichtet worden. Abgesehen von einer engen Verbindung Thor- manns mit Fr. W. F ö r st e r haben die Vermittlungen weiter eine Verbindung zwischen Thormann und dem sich ebenfalls landesverräterisch betätigenden Professor Q u i d d e in Genf ergeben. Einer strafrechtlichen Verfolgung Thormanns steht die Amnestie vom Dezember 1932 für politische Straftaten entgegen. Das Ehrengericht der An- waltskammer im Bezirk des Oberlandesgerickts Frankfurt a. M. hat aber im Anschluß an Die polizeilichen Ermittlungen ein Verfahren gegen Thormann eingeleitet und durch einen Beschluß gegen Thormann ein Dertreteroerbot gemäß § 91a der Rechtsanwaltsordnung verhängt, weil zu erwarten steht, daß in dem gegen ihn an» hänaigen Ehrengerichtsoerfahren auf Ausschließung aus der Rechtsanwaltschaft erkannt wird. Damit ist Thormann das Auftreten als Rechtsanwalt vor deutschen Gerichten verboten. Der Filmschauspieler Willi Forst wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Der Filmschauspieler Willi F o r st hat sick dieser Tage in Neubrandenburg wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Forst stieß hn August 1932 auf der Berliner Chaussee zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz in seinem Kraftwagen mit einem Motorradfahrer zusammen. Forst suchte noch im letzten Augenblick einen Zusammenstoß zu vermeiden und fuhr Dabei gegen einen Baum. Der Bauunternehmer Strafe aus Burg Stargard, Der mit seinem MotorraD in Die Hauptverkehrsstraße einbiegen wollte, wurde schwer verletzt, ebenso Der Chauffeur Willi Forsts, Die beide bald ihren Verletzungen erlagen. Forst, der am Steuer des Wagens faß, sowie seine Begleiterin wurden leicht verletzt. Zahlreiche Haustiere in USA. von Bufsalo-vlücken gelötet. Wie aus Little-Fock (Arkansas) gemeldet wird, sind dort plötzlich riesige Schwärme, die schwarzen Wolken gleichen, von Buffalo-Mücken aufgetreten, die unter den Viehbeständen großen Schaden anrichteten. Die Tiere, die Stechmücken ähnlich sind, haben in einem Umkreis von zehn Meilen innerhalb von zwei Tagen durch ihre Stiche 400 Pferde, Maulesel und andere Haustiere g e - tötet. Die Landwirte müssen ihr Vieh in den Ställen halten und dauernd vor den Türen Feuer unterhalten, um die Insekten von den Stallungen abzuhalten. Der Schaden ist um so größer, als die Feldarbeit in vollem Gange ist. Bankräuber Dillinger bei einem Aeberfall im INärz verwundet. — Noch keine Spur von der Bande. Während Die Suche nach Dem berüchtigten amerikanischen Bankräuber Dillinger eifrig fortge» setzt wird, ohne daß auch nur die geringste Spur von der Bande gefunden werden konnte, wird letzt bekannt, daß Dillinger und sein Hauptgefährte John Hamilton an einem Bankraub in Carson (Iowa) am 13. März teilnahmen. Dabei erhielten beide Schüsse in die Schulter. Sie zwangen die Beamten des städtischen Gesundheits» amtes in St. Paul, ihre Wunden zu verbinden. Ein Beamter sagte jetzt vor Bundesjustizbeamten aus, daß am 15. März in seinem Büro Drei Männer erschienen seien, von denen einer unter seinem Mantel ein Maschinengewehr ver- borgen hielt. Die Männer hätten ihn aufgefordert, sie neu zu verbinden, was er auch getan habe. Der Beamte hat, wie er sagt, den Verwundeten geraten, am nächsten Tage wtederzukommen. Er habe inzwischen Die BehörDen benachrichtigen wollen. Später sei er aber von seinem Vorhaben abge- kommen, Da Die Männer nicht roieDer erschienen seien. Damals habe er nicht gewußt, daß Die Besucher Dillinger unD fein Hauptgenosse gewesen seien. Der Beamte hat jetzt selbst Antrag auf Sus- pendierung vom Amt gestellt. Bei Dem Bankraub rourDen Damals 52 344 Dollars erbeutet. Der lieber» fall wurde von sieben Banditen, die zum Teil mit Maschinengewehren bewaffnet waren, ausgeführt. Der Berliner Grohmullermörder zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht in Berlin verurteilte den Angeklagten Sogeimann der feine Großmutter, Die Witwe Ernestine Andryszewski, im Dezember 1933 ermordet und beraubt hatte, zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Der Vorsitzende betonte in der Urteils- begrünbung, daß ein solcher Charakter wie der Angeklagte aus der menschlichen Gesellschaft aus- gemerzt werden müsse. Bier französische Seeleute im Rotterdamer Hafen ertrunken. Im Rotterdamer Hafen schlua eine Segeljolle, in der sich französische Seeleute, Angehörige Der Besatzung Des Dampfers „Pierre Gouion" aus Dünkirchen, befanden, infolge eines falschen Manövers um. Vier Insassen ertranken, Die übriaen tonn» ten sich Durch Schwimmen retten. Die Leichen konnten geborgen werden. Drei Sowjetdampfer in Seenot. — „Krassin" soll helfen. Wie aus Moskau gemeldet wird, befinden sich Die drei russischen Dampfer „Stalingrad", „Smolensk" und „Sowjet", die beauftragt sind, die Mannschaft des „Tscheljuskin" abzutransportieren, von Eismassen bedrängt in Seenot und können nicht vorwärtskommen. Nach russischer amtlicher Mitteilung wird nun der bekannte Eisbrecher „K r a s s i n" am 10. Mai in der Bucht Des Heiligen Laurentius eintreffen unD dort die Mannschaft des „Tscheljuskin" an Bord nehmen. Auch wird er den in Seenot befindlichen Dampfern zu Hilfe eilen und sie aus Dem Eis zu befreien versuchen. Französische Ehrung eines deutschen Schiffahrtskapitäns. Bei Der feierlichen Indienststellung der neuen Pieranlagen von Cherbourg, die die „Bremen" als erstes Schiff anlief, wurde Dem Direktor des Norddeutschen Lloyd, Adolf Stadtländer, durch Den Präsidenten die Medaille Der HanDelskammer Cherbourg verliehen. Tödlicher Anfall eines Sporlfllegers. Montag gegen 10.30 Uhr verunglückte das Fieseler-Sportflugzeug D 2930 in Der Nähe von Weißensee bei Berlin. Das Flugzeug befand sich auf einem Erprobungsflug und stürzte infolge eines Bedienungsfehlers über Dem Gutspark von Malchow ab. Hierbei kam der Führer des Flugzeuges ums Leden. Kunst und Wissenschaft. Stürmischer Erfolg der Berliner Philharmoniker in Rom. — Furtwängler von Mussolini empfangen. In Anwesenheit Der Prinzessin Maria von Italien, Mussolinis, Der Tochter Des Duce, Gräfin Edda Ciano und Des deutschen Botschafters von H a s s e l l veranstaltete Furtwängler mit Den Berliner Philharmonikern sein zweites Konzert im Augusteum. Auf dem Programm stand Mozarts .Kleine Nachtmusik", Die Drei Vorspiele zu „Pale- strina" von Pfitzner, Die 3. Leonoren-Ouverture unD Die 7. Symphonie von Beethoven. Der Beifall steigerte sich bis zum Schluß Der Darbietungen zu einem wahren Orkan. Furtwängler mußte noch Die „Tannhäuser"-Ouvertüre zugeben. * Generalmusikdirektor Wilhelm Furtwängler wurde bei feiner Anwesenheit in Rom von Mussolini empfangen, Der sich mit ihm längere Zeit über musikalische Fragen aussprach. — Anläßlich Dieser Audienz schreibt der „Tevere", die beiden römischen Konzerte der Philharmoniker, die eines der hervorragendsten, wenn nicht das hervorragendste deutsche musikalische Institut darstellten, gingen in ihrer Bedeutung über ein einfaches künstlerisches Ereignis hinaus. Sie feien der Ausdruck einer Der reichsten musikalischen Traditionen, die es geben könne. Der Besuch Furtwänglers beim Duce bedeute daher höchste Anerkennung und bezeuge das lebhafte Interesse, das der Duce für die führenden Männer und Ereignisse des musikalischen Lebens immer bewiesen habe. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsbischof hat Dem Rechtsvertreter der Deutschen evangelischen Kirche, Ministerialdirektor Jäger, in Anerkennung seiner besonderen Verdienste die Kirchliche Ehrenmünze verliehen. Der Reichsminister des Innern hat den SA.» Gruppenführer Reichstagsabgeordneten H. Wein- reich zum Reichsführer Der TechnifchenNot- Hilfe bestellt. Der Verteidiger der beiden ehemaligen sudetendeutschen nationalsozialistischen Ab- ae ordneten Jung und Schubert, Dr. Kreiße!- Bodenbach, erlegte die vom Prager Obergericht verlangte Kaution von je 50 000 tschechischen Kronen. Daraufhin wurden die beiden Politiker auf freien Fuß gesetzt. * Der bulgarische Ministerpräsident M u s ch a n o f f ist aus Rom kommend in Budapest eingetroffen. Am Bahnhof wurde er vom Ministerpräsident Gömbös, dem Minister des Aeußeren und sonstigen hohen Beamten empfangen. Die türkische Regierung hat sich mit Der Rück - kehrTrotzkis nach denPrinzen-Jnseln im Marmarameer unter Den früheren Bedingungen einverstanden erklärt. * In Deoghar wurde der Kraftwagen Gandhis von strenggläubigen Hindus, Die mit Dem Feldzug Gandhis zugunsten Der Unberührbaren nicht einverstanden waren, überfallen. Gandhi selbst blieb unverletzt, während drei seiner Begleiter erhebliche Verletzungen erlitten. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm^ Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 34: 11550. Druck uno Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. .... und deshalb ein- für allemal: Die Schuhe putzt man mit Erdal Gleibergverein Gießen e.V. Einladung Hierdurch laden wir unsere Mitglieder zur „Walpurgisfeier auf dem Gleiberg" zum Montag, dem 30. April 1934, abends 9.30 Uhr ein. Für den Vorstand des Gleibergvereins: Bernhard Edler von Graeve. 2537 D Nächste Woche! | Paulskirthe Jubiläums-Lotterie Ziehung 5. Mai 918Mpwmn?iW.tM 10.000 4000 3000 LosSOPfg-DoppellosV Porto ulisteSDPfg auf10tfd.N?1 Gewinn Vjiln Staafl. Lotterie- nUllJ, Einnehmer Darmstadt,Schulstr.15 Postech. 24500 Frankf. und alle Verkaufstellen llllllllllllllllllllllllllilll Brbsenreieer Bohnenstangen Bosen- und Tomatenpfahle empfiehlt billigst H. 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Mai, -en Tag der nationalen Arbeit in Gießen dern er dachte alle folgende Stunden, in denen er neben dem Unterkapitän Cornelius zwischen zwei Spitzenreitern und dem auf diesem Anmarsch ziem» lief) dicht geschlossenen Geschwader herritt, daß auch er vor allem draußen sei um der wartenden Frau willen. Am Abend, als sie ein unbekümmertes Wärme« und Kochfeuer wegen der Entferntheit vom Feinde anzünden konnten, trieb er unauffällig und auch eigentlich unverdächtig ein merkwürdiges Gespräch hoch. Bei diesem Gespräch unterhielten sich die Hottentotten darüber, was durch sie geschähe, wenn sie an Stelle der Herero mit den Deutschen Orlog führten. Der Unterkapitän Cornelius sagte unversehens: ..Auf dich Leutnant schieße ich im Orlog nicht." Und die anderen Großleute des Geschwaders jaaten, einer nach dem andern: „Nein, auf dich schaffe ich auch nicht." Als der Leutnant lachend im Kreise herumfragte nach dem Grunde solcher Schonung, vermochte ihm keiner Antwort zu geben. Führers. Für Sitzgelegenheiten für die Schwerkriegsbeschädigten und die Opfer der Arbeit auf dem Festplah ist gesorgt. Ebenso für Erfrischungen aller Art. Abends: Volksfest in allen Lokalen der Stadt. Alle Betrieb und alle Arbeitsgemeinschaften werden nochmals aufgefordert, sich umgehend für diesen Abend ein Lokal fest zu bestellen, damit die wirte die nötigen Vorbereitungen treffen können. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Oer Leiter der Landespropagandastelle Hessen an den Reichssender Stuttgart berufen. Abmarsch nach den Sammelplätzen. Näheres im Ausstellungs- und Aufmarschplan. 14.00 Uhr: Abmarsch des Fe st zuges vorn Oswaldsgarlen. 15.30 Uhr: Beginn der Kundgebung auf gelang. v . Wenn der Leutnant nach einer Rückkehr und bet anderem Zusammentreffen mit Kameraden merkte, daß er um seines Kommandos willen kaum beneidet sondern eher bedauert und eigentlich über die Achsel angesehen werde, wunderte er sich immer wieder. I" nach dem Sprecher sagte er dann draußen beim Abtritt von der Messe wohl lachend zu sich: Na ia, mit Ochsenwagen und Eselkarren mit Bier- und Weinkisten drauf ziehe ich freilich nicht herum und habe sie nie vermißt. Wir sind froh, ich und meine Corneliusleute, wenn wir zur rechten Zeit genug Wasserlöcher mit genug nicht ganz verfaultem Wasser finden für die Pferde und für unsere Kaffeekessel." Oder er sagte nicht lachend: „Was soll mir denn bei meinen Kerls fehlen? Sie parieren, sie sind geschickt. Was zu ihnen gehört da draußen, die unabänderliche Sonne des Tages und der blanke nächtliche Himmel und der weite Raum und das immer wartende und selten geschehende Abenteuer, die gehören doch ebenso zu mir, und sie und ich sind darin verliebt." In den ersten Monaten des Kommandos des Leutnants Thilo von Trotha, den manche Kameraden zur Unterscheidung den Patrouillen- und Ochsen-Trotha zu nennen anfingen, wegen der von seinen Streifzügen eingebrachten Rinder, meldete sich der Unterkapitän Cornelius seltener krank; dann, als sie immer näher dem Waterberg aufklärten und den unerhört großartigen Bergstock längst vor Augen hatten, wo eines Tages der Feind emge- kesielt werden und der große Schlag erfolgen sollte, buben die ärgerlichen Krankmeldungen des Unterkapitäns von neuem an. Eine Anfrage erging an den Leutnant, was er von diesen Krankmeldungen halte. Sie ritt-n an den nächsten Tagen weiter ab vom Feinde, sie sollten Gewißheit schaffen, über den Zustand einiger Wasserlöcher im Sandfelde, daran der etwa nach dem Osten flüchtende Feind und die verfolgende Truppe tränken könnten und mußten. Es war eine gute Gelegenheit zum Fragen und Anknüpfen und Wiederfragen. Der Leutnant sagte: „Das ist doch jetzt ein Leben, das euch gefallen muß. Wenn Kort" — so nannten alle Eingeborenen den Oberhäuptling Hendrik Witboi wegen seiner kleinen zornigen Gestalt — „wenn Kort früher | gegen die Herero im Felde lag, hatten er und seine 21.30 Uhr: w a l p u r g i s n a ch t f e i e r auf dem Gleiberg, veranstaltet von der „Kraft durch Freude" und dem Lager der Studentenschaft auf dem Gleiberg. Volkslieder, Volkstänze, Walpurgisfeuer mit Feuerrede. Dienstag, 1. Mai. 7.00—8.00 Uhr: Wecken in der Stadt durch die Schuljugend. Jede Schule stellt mindestens einen Chor, die in dieser Zeit an verschiedenen Stellen der Stadt deutsche Frühlingslieder fingen. 8.45 Uhr: Alle Schulen, einfchliehlich der Wittel-, höheren, Fach- und- Berufsschulen, sind um Punkt 8.45 Uhr auf dem Festplah auf dem Trieb angelrelen. Um 9 Uhr beginnt d i e Uebertragung der Feier der Berliner Schuljugend aus Berlin. Der Festplatz liegt am äußersten Rande des Triebs links vom Dege nach dem Flughafen. 11.30 Uhr: Alle Hausfrauen haben dafür zu sorgen, daß um diese Zeit das W i 11 a g e s s e n beendet ist. 11.45—12.30 Uhr: Vereidigung der B e- triebsvertrauensleute in den Betrieben. Die Vereidigung erfolgt durch den Betriebsführer vor der versammelten Belegschaft. Als Vertreter der Betriebs- wirst du jetzt so oft krank?" Der Unter« kapitän Cornelius antwortete: „Wir sind seit langem fort von Hause, wir wissen nicht, was zu Hause geschieht." Der Unterkapitän sagte: „Ich habe eine Frau zu Hause, ich habe auch Kinder. Beutevieh ist gut, und genug Kost und Kaffee und Tabak und Schnaps sind gut, und Krieg ist manchmal auch gut, aber Frau und Kinder sind besser." Der Leut- antwortete danach zunächst nicht mehr, son- habe. Was könnte dem Berufssoldaten lieber sein, als daß er wirklich nach vorne hinkommt? Und was könnte einem Trotha größeren Spaß machen, als vom Kommiß abgerückt auf sich selbst gestellt zu sein? Und mit diesem Lande und seinen Farbigen will ich doch in aller Zukunft zusammenbleiben; und da gilt das Wort, daß nur der ein Land richtig kennen lernt, der es auch in seiner Erbarmungslosigkeit erfahren hat, dabei ich unter Erbarmungslosigkeit freilich keine Bosheit verstehe, sondern die Natur wie sie ist, die den überwindet, der sie nicht bezwingt. Wo begegnete einem die Natur von Land und Mensch aber rascher und mehr als bei Aufklärung und Patrouille?" Der Leutnant und die Hottentottenabteilung spielten sich sehr schnell aufeinander ein. Sie waren fortwährend draußen am Feind. Sie stellten fest, wo er zöge und läge, sie belauschten Gespräche am Koch- und Wärmefeuer, sie suchten und prüften Wasserlöcher, sie spürten und erhorchten ziehendes Vieh nuö Viehposten, sie holten gestohlene Perde und gestohlenes Vieh zurück und trieben dem Feind manche Herde selbst ab, wo das durch einen geschickten Handstreich bei guter Verteilung, bei je nach dem lautloser Stille oder lautem Geschrei und Gewehrgeknatter Der Leutnant von Trotha. 6ine Erinnerung an Jahre des Kampfes um die Sicherung von Oeutsch-Südwest Zum Gedächtnis des Tages, an dem vor 50 Jahren das erste deutsche Kolonialland erworben wurde, brachten wir am Dienstag Bilder von Lüderitz und seiner ersten Gründung. Heute können wir einen Ausschnitt veröffentlichen aus dem soeben unter dem Titel „Lüderitzland. Sieben Begebenheiten" im Verlag Albert Langen/ Georg Müller, München, erschienenen neuen Buch von Hans Grimm, in dem der Dichter von „Volk ohne Raum" das stille Heldentum der deutschen Siedler, Soldaten und Kaufleute in Deutsch-Südwest erschütternd lebendig werden läßt. Bei den noch landfremden neuen Offizieren und landfremden neuen Soldaten ritten Hilfsvölker, Buren und Bastards und Hottentotten, an. Die Buren kamen als Weiße und Landeseinwohner einzeln und freiwillig, die Bastards erschienen auf Befehl ihres Volkshauptmannes, aber auch weil die Gemeinsamkeit der Uniform und des Soldatenlebens mit den Weißen ihnen zusagte. Die gelben Hottentotten auf den mageren Pferden kamen nur, weil ihre Kapitäne und allen voran der Häuptling Hendrik Witboi sie gesandt hatten. Bei den Hottentotten wurde ein Beritt von dem Unterkapitän Cornelius geführt. Im Ausweis hieß es, der Unterkapitän Cornelius, der nicht hochdeutsch gleich manchen anderen sprach, sondern nur Burenplatt oder Hottentottenplatt, wie man die Mundart nun nennen will, fei ein Schwiegersohn Witbois. Daß auf Witboi alle möglichen Rücksichten genommen werden müßten, war dem neuen Führer bekannt und war auch den noch landfremden Offizieren allen deutlich. Aber wo fangen in einem Feldzug und bei einer unbekannten Menschenspielart, der man doch hinter Stirn und Auge, hinter Wort und Bewegung noch weniger sehen kann, oder — das gilt auch — noch weniger meint sehen zu können, Rücksichten an und wo müssen sie aufhören? Es gab Offiziere aus Deutschland und aus Südwest und gab Südwester Einwohner, die sagten bei sich und voreinander: „Was soll die unzuverlässige gelbe Gesellschaft bei uns? Soll sie sehen, wie's bei uns zugeht? Das ist doch Unfug. Und wer solche Politik empfiehlt, sei er militärischer Distriktschef oder Missionar oder Beamter der Schutzgebietsregierung, der zeigt, daß er in seiner Einbildung das Strammstehen mit dem Manne verwechselt und von Tuten und Blasen keine Ahnung hat." Der Unterkapitän Cornelius wurde dem Stabe Montag, 30. April. 16.00 Uhr: Am Wonlag spätestens um 16 Uhr sind die Fahnen gehißt. Jede deutsche Familie LPD. Darmstadt, 26. April. Die Reichs« sendeleitung teilt mit: Der seitherige Gaupropa« gandaleiter und Leiter der Landespropagandastelle Hessen, Pg. Karl Wilhelm T r e f z, ist zum stell« vertretenden zweiten Sendeleiter an den Reichs« sender Stuttgart berufen worden, um sich dort für eine spätere Verwendung an anderen Reichssendern einzuarbeiten. Pg. T r e f z, der schon seit 1928 der NSDAP, angehört und als Reichs« redner der Partei in vielen Gauen bekannt ist, wurde von Reichsminister Dr. Goebbels im vorigen Jahr bei der Einrichtung der Landes« Propagandastelle im Dienste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda verwendet. In der Organifationsleitung des Reichsparteitages 1933 stellte Pg. Trefz als Quartiermeister seine organisatorischen Fähigkeiten in hervorragender Art unter Beweis. Nunmehr wird seine bewährte Kraft Kost, und Kaffee fehlt niemals, ihr dagegen bekommt Tabak, ihr dagegen bekommt Sold, ihr bekommt Anteil an dem Beutevieh, ihr bekommt jeder sein Maß Schnaps, und wer sein Pferd verliert, bekommt einfach ein gesundes Pferd als Ersatz." Der Unterkapitän Cornelius antwortete, was der Leutnant sage, treffe zu. Der Leutnant begann nach einiger Zeit wieder: „Wenn dieses Leben also gut ist, warum wirst du jetzt so oft krank?" Der Unterkapitän Cornelius antwortete, was der Leutnant sage treffe zu. Der Leutnant begann nach einger Zeit wieder: „Wenn dieses Leben also gut ist, warum bort am ersten Tage krank. Als Thilo von Trotha in Swakopmund eintraf und sich alsbald bei dem neuen Führer, dem General Lothar von Trotha, seinem Oheim, vorstellte, wurde ihm mitgeteilt, daß eine besondere Aufgabe auf ihn warte. Er besitze von seinen Erfahrungen im Burenkrieg her ohne Hweisil eine gewisse Landeskenntnis, denn das südliche Afrika sei sich vom Indischen bis zum Atlantischen Ozean in vielem gleich, im meisten ähnlich; Umgang mit Eingeborenen sei ihm nichts Neues, der landesnotwendige Aufklärungsdienst und die landesübliche Gefechtsweise seien ihm vertraut, endlich, er spreche Durenplatt, das mit dem Hottentottenplatt ein und dasselbe sei. Aus diesen Gründen habe man ihn dazu ausersehen, dem Unterkapitän der Bethanier- hottentotten Cornelius als deutscher Offizier bei- und oorgeordnet zu werden. Cornelius und sein Beritt seien zum Aufklärungsdienft bestimmt. Der Leutnant schrieb sofort nach dem Befehls- emofana an die Schwesterfrau: „Du kannst Dir V«- wohl denken, daß ich mir selbst die Hand geschüttelt I Männer es schwer. Ihr dag^gen^bekommt^re^ gesolgschaft spricht der Betriebszellenobmann. Die Bereibigung muh unter allen Umständen I ______ ___________________ um 12.30 Uhr beendet sein. Anschließend | in den Dienst des Deutschen Rundfunks gestellt. Nachdruck verboten! 27 Fortjetzung. den Derlobungsring Den Ring kannst du „Du willst, daß ich dir zurückgebe?" Er wehrte ab: m i ch liebt." Sie zog fast unmerklich die schmalen, dunklen Brauen zusammen. . . „Daß ich einen anderen Mann liebe, wußtest du ja! Warum gabst du mir dann den Ring? Er antwortete langsam: „Ich dachte nicht daran, dir am Christabend einen Verlobungsring zu geben. Du mißverstandest Die schlichte Form des goldenen Reifs und Jobst ^reese ebenfalls. Er zuerst. Ich wollte dir etwas schenken, S)ie echte und die falsche ©otalies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Funf-Turme-Verlag, Halle (6.) „Nein, das will ich nicht! Den Ring kannst du behalten: ich bitte dich sogar darum und werde dir nachher auch erklären, weshalb. Jetzt möchte ich vor allem nur klarstellen, daß es besser ist, wenn wir die Verlobung wieder lösen, die ja glücklicherweise noch nicht veröffentlicht wurde. Du liebst einen anderen Mann, ich aber möchte eine Frau, Die ich will nachholen, was ich versäumte. Ich kann mir ja jetzt Die besten Lehrer aussuchen und mich auf das Abitur vorbereiten. Sobald ich das erlangt habe, möchte ich studieren. Und dann besonders für arme Frauen eintreten, für schlecht behandelte Frauen, für bemitleidenswerte Mütter. Ich brauche ja nicht zu verdienen —" Sie brach ab, betroffen von seinem Blick. Er atmete bedrückt. An mich hast du dabei aber nicht gedacht — nicht wahr? Hast bei deinem Zukunftsplan, der durchaus edel und beistimmenswert ist, nicht eine Minute mit in Berechnung gezogen, daß du mit mir verlobt bist, und daß einer Verlobung gewöhnlich in absehbarer Zeit auch eine Hochzeit zu folgen pflegt." Sie zuckte, ein wenig verwirrt von dem Einwurf, die Achseln. Nun ja, Holm, das ist allerdings richtig! Aber es stört eigentlich doch nicht. Vor allem brauchen wir ja nicht so schnell zu heiraten, und für spater wäre es doch gerade besonders hübsch, wenn wir denselben Beruf hätten." Er wiederholte wie fragend: Später? Also in soundsoviel Jahren! Vielleicht erst bann, wenn bu alle deine Examen hinter dir hast." Er lächelte bitter. „Das könnte ein sehr langer Brautstand werden!" Er warf den Kopf zurück. „Ich mache dir den Vorschlag, Regina, unsere Verlobung wieder zu lösen, weil das wohl für beide Teile besser ist. Dann bist du frei und brauchst überhaupt nicht danach zu fragen, wie ich über deine Absicht denke. Ich beton noch einmal, deine Absicht gefällt mir sehr, nur nicht für meine Verlobte, die ich auch gern bald geheiratet hätte. Und eine Frau, die nur mit ihrem Studium zu tun hat, wäre nicht mein Geschmack." Sie sah ihn, sichtlich betreten, an. und weil du gar keinen Schmuck besaßest wie die meisten jungen Damen, kaufte ich für Dich einen sogenannten Freundschaftsring. Als Zeichen, daß du immer daran denken solltest, in mir einen zuverlässigen Freund zu sehen. Ich ahnte nicht, wie falsch mein Geschenk gedeutet werden könnte. Aber das geschah, und dagegen war ich machtlos. Ich konnte doch nun nicht plötzlich rücksichtslos mit der Wahrheit heraus- rücken und mußte alles so gehen lassen, wie es der große Irrtum ergeben hatte. Es blieb mir weiter nichts anderes übrig. Ich verließ mich zunächst darauf, später würde ich schon einmal Gelegenheit finden, alles richtigzustellen." Er sprach nun leiser: „Dann kam das jähe Unwohlsein des Lieben alten, so väterlich besorgten Herrn, sein Tod folgte. Und nun glaubte ich, feinem Andenken zuliebe, weil er uns für Liebesleute gehalten und sich darüber gefreut hatte, sollte alles zwischen uns so bleiben, wie es sich am Christabend gegen meinen Willen gefugt. Ich hätte nichts von dem Mißverständnis gesagt, hätte mir die größte Mühe gegeben, so gut wie möglich gegen dich zu sein, bis du mich vielleicht Er hatte sagen wollen: Bis du mich vielleicht eines Tages liebgewonnen hättest! Aber er unterdrückte es und schloß: „Wozu so genau festlegen, was ich gedacht habe? Jetzt denke ich nur daran: du liebst einen anderen Mann. Und wenn er dich auch nicht liebt, ist das doch noch lange nicht so schlimm, als wenn du um eines Irrtums willen einen ungeliebten Mann heiratest. Und ich, wirklich, ich möchte keine Frau, die das Bild eines anderen im Herzen tragt. Deshalb, liebe Regina, behalte zum Besten unseres Glücks und unserer Zukunft den Verlob ungs- ring als das, was er fein soll, als FreunDschaftsring!" Regina saß ganz still, es war, als atme sie nicht einmal. Auch Holm saß regungslos da, in ihm stritten sich widerstrebende Gefühle. Er dachte, wenn sie nur sagen wollte: Es ist gut, du hast recht! Aber gleichzeitig war so ein ganz zaghaftes Hoffen in ihm; das wartete darauf, daß der blaßrote, schön geschnittene Mund antwortete: Warum wollen mir nicht bestehen lassen, was ein Irrtum zwischen uns zustande gebracht hat? Wir haben gemeinsame Interessen und Ziele, und ich kann dir auch ohne langjähriges Studium eine verstehende Gefährtin und Helferin in deinem Beruf fein. Wir bleiben jetzt Freunde, und vielleicht wird aus der Freundschaft eines Tages Liebe! Er hoffte ganz heimlich, ganz tief im Herzen auf solche wundervolle Antwort und sah Regina abwartend an. Ihr goldrotes Haar leuchtete zauberhaft im Schein der Schreibtischlampe, und ihre Augen schienen fast schwarz. Ihm war es, als müsse er aufspringen und sie emporziehen an seine Brust, sie inständig bitten: Sie fragte, und es klang ein wenig scheu: „Weißt du, ob sich Herr von Stübnitz auch im Trauergefolge befand?" Er neigte den Kopf. „Ja, er war auch dabei, und ferne rechte Hand, Doktor Peter Konstantin, ebenfalls;" Es klang ein wenig scharf. Holm Meerhold merkte: es lag Regina mehr daran, zu wissen, ob Peter Konstantin dabei gewesen sei. Es kränkte ihn. Er Jobst Freese war in Gerichts- und Anwalts- freifen eine zu bekannte und geachtete Persönlichkeit. Alles, was in den Kreisen Namen hatte und abkommen konnte, war auf dem Friedhof. Regina schob den mattgoldenen schmalen Reis an ihrer Linken spielerisch hin und her. Ihr.Blick ging dabei ins Leere. Sie saß auf dem Platz, auf dem noch vor kurzem der alte Her gesessen hatte, und habe'dir viel zu sagen, Holm! Vielleicht ist's auch nicht einmal viel, aber es ist bedeutsam. Sie lächelte leicht, und er beobachtete, wie sich ihr blasses Gesicht wundersam mit lichter Röte färbte. Du, Holm, ich bin sehr reich geworden! Ich wollte die Erbschaft ausschlagen aber Juftizrat Stein machte mich Darauf aufmerksam, daß 'ch so viel mit Dem Geld anfangen könne, woran ich sonst nicht denken durfte." ^ch°w!ßt°^d°ß her alte -err reich war, aber nicht, daß er so viel Geld besaß. Sie blickte ihn noch immer nicht an, sprach weiter. 4a Justizrat Ste n machte mich darauf ausmerk- saE d°b 'ch mit dem Geld 1° manches binnen und da faßte ich den Entschluß, Jura zu studieren. Immer ^be ich Neigung dafür geha , eit ich als Maschinenschreiberm m das Notariats büro von Mooshausen gekommen war - fXffp fi* ihr Blick aus dem Leeren, und Holm Meerhold sah einen beinah verklärten Aus- brüt? auf den schönen Zügen Regmas^ L.ebItat, und weich war das Gesicht des jungen Mädchens. Sie fuhr fort: Die Rechtskunde hat es mir feit langem angetan und der Traum, studieren zu dürfen, den für ewig unerfüllbar gehalten hatte, ist letzt ins Bereich "der Möglichkeit geruckt. Ich besuchte nur bis zum fünfzehnten Jahre das Lyzeum; aber Versuche es, mich lieb zu haben! Aber er blieb sitzen, und so fieberhaft er auch wartete, waren feine Züge doch ruhig, als ginge es nur um Dinge, die nicht besonders lohnten. Regina fuhr sich leicht mit der Hand über die Stirn. In jeder Frau steckt etwas Eitelkeit, und die ihre hatte durch die Erklärung von dem Freund- fchaftsring einen starken Stoß erhalten. Sie hatte an Holms Liebe geglaubt, mit der er sie schützen wollte, hatte nur deshalb „ja" gesagt, und muhte statt dessen hören, er hatte gar nicht an eine Verlobung gedacht und nur zu einem Irrtum gediegen, um Jobst Freese die Freude nicht zu zer« stören und ihr das Peinliche Der Situation zu ersparen. Ihr Gesicht entflammte in brennender Scham, und sie senkte die Lider. Wie winzige, dunkle Fächer« chen hoben sich die Wimpern vom Ansatz der zarten Wangen ab. Holm Meerhold wartete noch immer scheinbar ruhig und fühlte doch seinen Herzschlag so stark, daß er meinte, man müsse ihn hören. Endlich hob Regina den Blick und gab Antwort: „Jetzt, wo ich Bescheid weiß, sieht natürlich alles aanz anders aus. Das war wirklich ein törichter Irrtum von mir! Ich verdiene, gründlich ausgelacht zu werden, es ist doch nun fast so, als hätte ich mich Ihnen am Christabend an den Hals geworfen." Ihr Stolz regte sich. „Ich würde auch wohl kaum „ja" gesagt haben, trotzdem ich die Bedeutung des Ringes verwechselte, wenn mir nicht der liebe alte Herr beim Anblick des Ringes gleich so warm zugeredet hätte. Ja, ich liebe Peter Konstantin, obwohl ich weiß, es gibt keinen Weg, der ihn und mich zusammenführen könnte, und Sie möchten ja keine Frau, die das Bild eines anderen im Herzen tragt. Sein Bild aber werde ich immer in meinem Herzen behalten." Fast trotzig betonte sie noch einmal: „Immer!" Triumphierend klang es, ynd ihr war doch nach allem eher zumute als nach Triumph. Ihr Stolz war tief gebemütigt worden und bäumte sich nun auf; ihr war dabei entsetzlich elend ums Herz, ’oenn gerade erst jetzt war sie sich so recht darüber klar geworden, wie gern sie Holm batte. Das kleine, zage Hoffen erlosch in ihm wie ein Licht, das ein starker Windstoß trifft. Aber Holm Meerhold hatte auch seinen Stolz. Er brachte sogar noch ein Lächeln fertig, sagte mit dem Lächeln: „Da Sie mich schnell wieder steif und förmlich ,<5ie‘ nennen, muß ich das gleiche tun. Jedenfalls danke ich Ihnen für Ihre Offenheit — ein Irrtum ist nun aus der Welt geschafft." Sie schüttelte lebhaft den Kopf. (Fortsetzung folgt) völkerung 3. 4. 5. 6. und Ingenieure. und fieber der Vor den schützen bei Kaliber mit fieber ber Silber und rücksichtsloses Vorgehen gegen Miesmacher. Wirkungen der Sprengbomben nicht unmittelbarem Einschlag großer einfachen Mitteln (Sandsäcken) splitter- Dies gilt selbstverständlich nicht nur für die freien Berufe, sondern auch für die beamteten Tecyniker in die Kreisbetriebsgruppe Handwerk, in Deutschen Arbeitsfront, unter Führung NS.-Hago. Einzelhändler, Angestellter und Lehrling, wo horst du hin? das sei erst ein kleiner Anfang unb viel Schlimmeres stehe noch bevor? Als Gegenmaßnahmen sind nur möglich rechtzeitige und umfassende Aufklärung der Vein die Kreisbetriebsgruppe Handel, in der Deutschen Arbeitsfront, unter Führung der NS- Hago. Fördert das Zugendherbergswerk! In langen Iahren des Verfalls der deutschen Nation hat das Deutsche Jugendherbergswerk den Versuch gemacht, der Entwurzelung der Jugend Einhalt zu gebieten. Es hat Heimstätten draußen im Lande für die Jugend geschafft und hat der wandernden Jugend aus der innigen Verbundenheit mit unserer deutschen Heimat starke seelische Kräfte für den persönlichen und nationalen Daseinskampf vermittelt. Die deutschen Jugendherbergen erfüllen eine wichtige Mission im Dienste der körperlichen und seelischen Stärkung des deutschen Volkes. Sie sollen ein Symbol der Kameradschaft und des sozialistischen Geistes des jungen Deutschen sein. Göring. Dr. F r i ck. Dr. G o e b b e l s. Rust. Darre, v. Llh-Rübenach. Der Jahresbeitrag beträgt nur eine einzige Reichsmark, so daß jeder Volksgenosse an der Arbeit des Reichsluftschuhbundes teilnehmen kann. Erwerbslose erhallen auf Antrag Vei- tragsermäßigung. Wir erwarten, im besonderen von allen Parteigenossen, die in vorderster Linie im Kampf für unser Vaterland stehen, den sofortigen Veitritt. Anmeldungen sind an die örtlichen Geschäftsstellen des Reichsluftfchutzbundes, hier in Gießen Gartenstraße 2 (Seitenbau) abzugeben. Auch die Polizelbezirke nehmen jederzeit Anmeldungen entgegen. Kreisleitung Gießen der NSDAP. Klostermann, Kreisleiter. Deutscher Rann! Deutsche Arau! Bistduschon„FörderndesMitglied"derSS? Denke zurück an die Zeit der Schmach und Erniedrigung unseres Volkes! Denke zurück an die schweren Opfer, die die nationalsozialistische Freiheitsbewegung im Kampfe um den Wiederaufstieg unseres Vaterlandes brachte! Sei daher auch du deiner Pflicht deinem Vaterlande gegenüber bewußt und helfe auch du, das große Werk der SS. vollenden, indem du sie in ihrer Organisation weiter ausbauen hilfst. Es muß eine besondere Ehre für dich sein, „Förderndes Mitglied" der SS. zu werden, und dieses kleine Opfer auf dich zu nehmen. Die Parole muß lauten: Jeder Deutsche „Förderndes Mitglied" der SS.! Der Mindestbeitrag beträgt 1 Mark, der Beitragsfreudigkeit sind natürlich nach oben hin keine Grenzen gesetzt. Jedes „Fördernde Mitglied" erhält von München ein Mitgliedsbuch ausgestellt, welches nur allein zum Tragen des F.-M.-Abzeichens berechtigt. Anmeldungen werden von jedem SS.-Mann, sowie auf der Dienststelle des SS.-Sturmbanns IV/33 im Polizeiamt, Gießen, Landgraf-Philipp-Plah, jederzeit entgegengenommen. Deshalb hinein in die Deutsche Arbeitsfront, melbungen nehmen die Ortsgruppenleitungen Die Kreisamtsleitung der NS.-Hago, Abteilung Propaganda, gibt folgendes bekannt: Handwerksmeister, Geselle unb Lehrling, wo hörst bu hin? Gewerbetreibenber, Hausangestellte unb Hilfsarbeiter, wo gehörst bu hin? in bie Kreisbetriebsgruppe Gewerbe, in Deutschen Arbeitsfront, unter Führung NS.-Hago. Brauche ich eine Gasmaske? Die größte Gefahr sind die Brandbomben. — Lesen Sie diesen Artikel! sicher gemachte Schutzräume. Die größte Gefahr sind die Brandbomben, da sie wegen ihrer Kleinheit in sehr großer Anzahl mitgeführt und weder mit Wasser noch mit Löschapparaten erstickt werden können. Ihre Beseitigung ist nur möglich durch Ueberwerfen von Sand durch geübte Leute. Die Gasbomben können im kleinen Umkreis Gefahren heraufbeschwören. Aber es ist einfach unmöglich, „in zehn Minuten", wie es so schön heißt, „eine Stadt wie Berlin in ein Leichenfeld zu verwandeln". Auf Grund sicherer Erfahrungen und unter Annahme von sehr günstigen Bedingungen für den Angriff müßten 5000 Flugzeuge eine Stunde lang Bomben werfen, wobei die Jahresleistung einer großen chemischen Fabrik verbraucht würde, um diese Wirkung zu erzielen. Die Bevölkerung findet wirksamen Schuh in gassicheren Schuhräumen. Und Gegenmittel gibt es gegen alle diese gasähnlichen Kampfstoffe. Am Jahrestag der Gründung des Reichsluftschutzbundes, am 2 9. April, veranstaltet die Ortsgruppe Gießen des Reichsluftschutzbundes (RLB.) einen A u f k l ä r u n g s u m- Zug. In eindringlicher Weise wird hier auf den lebensnotwendigen Selbstschutz hingewiesen! Es ist Pflicht' der gesamten Bevölkerung, der Veranstaltung ganz besondere Beachtung zu schenken. Wie sehr den führenden Stellen des Staates und der NSDAP, der Ausbau des Luftschutzes am Herzen liegt, zeigt nachstehender Aus der provlnzialhaupistadt. ©A- hessische Staatsminister auf dem Gleiberg. Seit heute gegen 10.30 Uhr weilt ber hessische Staatsminister Jung auf dem Gleiberg, uZi dort die Weihe ber Fahne des studentischen Schulungslagers oorzunehmen. Jugendliche bei öffentlichen Straßen- und Haussammlungen. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat an die Direktionen ber höheren Schulen, ber gewerblichen Unterrichtsanstalten unb an bie Kreis- und Stadtschulämter folgende Verfügung gerichtet: Der Herr Reichsminister des Innern hat mit Schreiben vom 5. April 1934 — III 4250/16.3. unter Hinweis auf feinen Erlaß — III 4250/31.1. — vom 15. Februar 1934 angeorbnet, daß in Zukunst bei Straßen- und Haussammlungen durch I u» gendliche nach folgenden Richtlinien verfahren wird: „1. Zu Straßensammlungen sind Jugendliche vom 10. bis 18. Lebensjahr zuzulassen, sofern sie als Angehörige ber Hitlerjugend (auch Jungvolk und Bund Deutscher Mädels) uniformiert sind unb minbeftens zu zweien sammeln. In gleicher Weise ist bei ben Angehörigen bes VdA. unb der Sportjugend (soweit sie dem Reichssportführer untersteht) zu verfahren. Jugendliche nicht uniformierter Verbände dürfen erst vom 18. Lebensjahr ab zu Straßensammlungen zugelassen werden. 2. Haussammlungen und Sammlungen in Lokalen sind wegen ber für bie Jugendlichen hiermit verbundenen sittlichen unb körperlichen Gefahren zu untersagen. Die Straßensammlungen finb bei Beginn ber Dunkelheit einzustellen. Jugendliche zwischen 10 unb 18 Jahren bürfen grundsätzlich nicht mehr als an einem Tag im Monat zu Straßensammlungen herangezogen werden. Die sonstigen für Straßensammlungen durch Erwachsene üblichen Einschränkungen (verschlossene Sammelbüchsen, Aufdruck oder Bekanntgabe des Verkaufspreises bei Werbemitteln, Bericht über ben Rohertrag ber Sammlungen u. ä. m.) gelten auch für bie burch Jugendliche vorgenommenen Straßensammlungen. Dieser Erlaß trift mit dem 1. Mai 1934 in Kraft." Für jeden Menschen, ber hilflos unb, ohne sie zu kennen, den Gefahren eines Luftangriffes ausgesetzt ist, müssen sie zur Katastrophe werden, nicht aber für ben, dem die Auswirkungen des Unheils bekannt sind und der gelernt hat, sich vor ihnen zu schützen. Dieser Schutz, der zugleich ein wichtiges Gebiet der Landesverteidigung barstellt, muß schon in b e n Zeiten gründlich ausgebaut werden, wo noch keine unmittelbare Gefahr besteht unb ohne Rücksicht auf bie Frage, ob die Gefahr überhaupt eintreten wird. Es genügt bie Tatsache, daß sie eintreten kann Da uns aktive Abwehrmittel in Gestalt von Kampfflugzeugen versagt sind, müssen wir uns zunächst auf den zivilen Luftschutz beschränken. Der Reichsluftschutzbund, ben der Reichsluftfahrtminister Göring ins Leben rief, hat die Aufgabe, ben Selbstschutz ber Bevölkerung zu organisieren. Es darf in absehbarer Zeit kein haus mehr geben, in dem nicht ein gas-, splitter- und druck- sicherer Raum vorhanden ist. Voraussetzung für wirksame Bekämpfung ist ein sauber aufgeräumter und von allem leicht brennbarem Gerümpel befreiter Hausboden. Auch die unentbehrlichen Gegenstände sollen so aufgestellt sein, daß sie notfalls im Augenblick entfernt werden können. Und welche Gefahren drohen überhaupt? Viele werden nur mit einem Wort antworten: Gas! Das ist aber verkehrt, denn Luftschutz ist nicht gleichbedeutend mit Anwendung der Gasmaske. Vor allem muß jede Panik vermieden werden. Vier Arten von Luftgefahr kann man unterscheiden: ben Flugzettel, die Spreng-, Brand- und Gas (Kampfstoff-) Bombe. Selten wird der Flugzettel in diesem Zusammenhang genannt. Aber seine zermürbende und jedem Abwehrwillen zersetzende Wirkung darf nicht uitterschätzt werden. Wie würde es sich wohl auswirken, wenn die Einwohner einer Stadt nach einem mit Einsatz aller Kräfte durchgeführten Luftangriff auch noch Flugzettel vorfänden des Inhalts, Mus unseres Kreisdirektors und Kreisleiters Tretet ein in den Neichslustfchutzbund! NS.-Hago entgegen. Ab 1. Mai erneute Mitglieder- sperre, deshalb versäumt die rechtzeitige Anmeldung nicht. Theateraufführungen. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit, daß für die Folge bie polizeiliche Erlaubnis zur Veranstaltung von Theateraufführungen jeglicher Art nur dann erteilt wird, wenn der Veranstalter eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Herrn Intendanten des Stadttheaters Gießen in Vorlage bringt. Diese Maßnahme ist erforderlich geworden, um Theateraufführungen, die dem hohen Ziel der deutschen Bühnenkunst, am kulturellen Wiederaufbau des deutschen Volkes mitzuarbeiten, in keiner Weise gerecht werden, zu unterbinden. Es wird daher allen Interessenten empfohlen, sich in jedem Falle rechtzeitig die obenerwähnte Bescheinigung zu beschaffen und erst dann die polizeiliche Erlaubnis zu beantragen. Ausnahmen werden unter keinen Umständen zugelafsen. Ausgrabungen in Oberheffen. Unter dem Druck' des Versailler Diktates mußte das deutsche Volk abrüsten. Deutschlands Nachbarstaaten sind dagegen mit den modernsten Kampfmitteln ausgestattet. Als gefährlichste Waffe gilt die Luftwaffe. Diele tausend Kriegsflugzeuae stehen jederzeit angriffsbereit an unseren Grenzen. In ganz kurzer Zeit kann jede deutsche Stadt, jedes deutsche Dorf von den Feinden durch Bombenflugzeuge angegriffen werden. Uns hat man die Luftwaffe unb jede Abwehr gegen feindliche Flugzeuge von der Erde aus verboten. Alle Deutschen, ob Mann, Fran oder Kind sind mit Ihrem Leben bedroht. Tretet deshalb alle sofort dem Reichsluftschuhbund bei und ermahnt alle Bekannten und Verwandten, das gleiche zu tun, denn Luftschutz ist Selbstschutz. Anmeldungen sind an die Bezirksleitung Gießen, Dammstraße 35/37, Ecke Werner-Wall (Pg. Kurz), Klingsporschen Fabrik, zu richten. Formulare sind dort erhältlich. Der Mitgliedsbeitrag beträgt monatlich 1 Mark, für Erwerbslose 0,50 Mark, für SA. unb SS.-Männer wird der Mit- gliebsbeitrag ab Mai 1934 auf die Hälfte ermäßigt werden. Die Eintrittsgebühr beträgt 3 Mark, für Erwerbslose 1,50 Mark. Mitglieder der NSDAP., die vor 1933 der Partei beigetreten sind, bezahlen keine Eintrittsgebühr. Die Umlagen und die Sondergebäude- steuer für 4934. Die Bürgermeisterei Gießen gibt im heutigen Anzeigenteil bie vom hessischen Staatsministerium ge- nehmigten Steuerausschlagsätze für bas Rechnungs- jabr 1934 bekannt. Auf bie Bekanntmachung fei besonbers hmgewiefen. Aus patfeiamflid)en3efannfmad)ungen Der N S L B. Kreis Gießen veranstaltet am heutigen Freitag, 17 Uhr, im Hotel Köhler eine Besprechung der Bezirksleiter der Fach- LAa.[! .Volksschule über die Richtlinien und Arbeitspläne. Verhinderte Arbeitsleiter müssen einen Vertreter senden. NSLB , Bezirk Gieyen-Land. Samstag, 28. April, 15.30 Uhr, im Hotel Kohler Bezirksversammlung. 1. Mitteilungen. 2. Vortrag über Luftschutz (Dr. Römer). 3. Kassierung ber Beiträge. Erscheinen ist Pflicht. Siegfried, Bezirksobmann. Handwerk, Einzelhandel und Arbeitsfront. Belebung des Kunsthandwerks durch Auftragsbefchaffungs -Kredite. Bekanntlich wurde gerade im Kun st Hand- werf die Auftragsbeschaffung durch die große Kreditnot auf bas ungünstigste beeinflußt. Erfreulicherweise konnten inzwischen Maßnahmen getroffen werden, um hier helfend einzugreifen. Der Rhein-Mainische Garantieverband ist bereit, dem Kunsthanbwerk auf Grund nachweislich bereits erteilter ober fest zugesagter Aufträge, in entsprechender Hohe Beschaffungskredite unter den erleid)- terten Eebingungen und Sicherheiten eines Personal krebites zur Verfügung zu stellen. Hierfür kommt nur bas ausgesprochene Kunst- banbroerf in Bettacht, bas z. Z. leiber noch immer darmederliegt. (Z. B. Elfenbeinschnitzer, Kunst- topfer Kunstweber u. a. m.) Durch Beteiligung an ?cr JS u ? c 11 u n 9 ..Handwerk und Kun st" ! ’Ja ?1 *1 3 vom 17. Juni bis 1. Juli d. I. ist für solche kunstgewerbliche Betriebe Gelegenheit gebo- ten..'hr Können unter Beweis zu stellen. . Umgehend begründete Kreditanträge sind unter xun?rÄeier Nachweisung der bett. Aufträge an bie Arbeits- und Kreditbeschaffungsstelle der Hes- Handwerkskammer zu Darmstadt, Hügel- strahe 161. zu richten. Zusammenhänge sei bemerkt, baß der Rhein-Mamrsche Garantieverband nach wie vor zu Wir ersuchen, die vorstehenden Richtlinien genauestens zu beachten. Ringshausen. KDAJ. Bezirk nördliches Oberheffen. Der Leiter des Bezirks 6, nördliches Oberhessen, des KDAJ. (Kampfbund deutscher Architekten und Ingenieure), Oberingenieur Kurz (Gießen), teilt folgendes mit: Bett.: Deutsche Arbeitsfront. Da die „Reichskammer ber deutschen Technik" noch nicht besteht, so ist ein korporativer Beitritt der Angehörigen dieser „RdT." zur „DAF." noch nicht durchführbar. Die Reichsleitung des KDAJ. empfiehlt daher ihren Mitgliedern die Anmeldung als Einzelmit- glieber, sofern sie ber „DAF." angehören müssen. Die Anmeldungen müssen vor dem 1. Mai erfolgen, da ab Mai Mitgliedersperre eintritt. Vetr.: Mitgliedschaft beim KDAI. Auf die Anordnung des Herrn Reichsstatthalters und Gauleiters Sprenger in der gestrigen Ausgabe des „Gießener Anzeigers" wirb ganz besonders hingewiesen. Aus der Anordnung geht hervor, daß ber Herr Gauleiter und Reichsstatthalter von allen Ingenieuren, Architekten, Chemikern und Technikern nunmehr den Zusammenschluß im KDAJ. erwartet. der elementaren Lebensgrundlage. Mit der Existenzphilosophie teilt der Nationalsozialismus die Wertschätzung des Menschen nach dem Sein, das sich in heroischer Einsatzbereitschaft bestätigt. Der alte Gedanke der Persönlichkeit wird nicht verworfen. Aber der Mensch erfährt seine Erlösung von individualistischer Vereinsamung und findet in der Hingabe an die Wesensgestalt des Volkstums feine Sinnerfüllung. Der Nationalsozialismus ringt um eine letzte Begründung der menschlichen Existenz in den Mächten des Ursprungs. Doch besteht eine gewisse Spannung zwischen germanischem Mythos und christlicher Offenbarung, die der Mensch der Gegenwart aushalten muß. Die Folgen der neuen menschlichen Lebenshaltung für ben Unterricht wurden an einigen Proben der klassischen Literatur erläutert. 3um Schluß gaben einige Fachschaftsleiter kurze Richtlinien für ihre Arbeiten. Die Versammlung schloß in der gewohnten Form. D. Daten für Freitag, 27. April. 1521: Femao Magalhaes, erster Weltumsegker, auf den Philippinen gestorben (geboren um 1480); — 1764: ber Buchhändler Iah. Friedrich Cotta in Stuttgart geboren (gestorben 1832); — 1809: Schills Erhebung gegen die Franzosen; — 1820: der Philosoph Herbert Spencer in Derby geboren (gestorben 1903); — 1874: der Prähistoriker Otto Hauser in Wädenswil bei Zürich geboren; — 1898: Kiautschou wirb beutsches Schutzgebiet; — 1933: Rudolf Heß wird Stellvertteter des Führers; Stahlhelm dem Führer witerfteüt; Seldte tritt der NSDAP, bei; Schaffung bes Preußischen Geheimen Staatspolizeiamtes. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stabt- theater, 20 bis gegen 23 Uhr: „Fiesko". — NS.- Hago, Kreisleitung Gießen, 20.15 Uhr, „Liebigs- höhe", öffentliche Kundgebung mit Vortrag von Pfi- F e i ck e r t (Frankfurt a. M.). — Amt für Beamte, Kreis Gießen, Fachschaft 12, 20 Uhr, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Fachschaftsabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mein Herz ruft nach Dir". — Astoria-Lichtfpiele, Seltersweg: „Der Abend des 13. Juni" und „Moderne Mitgift". ♦ ** Die Sprechstunden bes Beigeordneten Bartholomäus finben in Zukunft Mittwochs unb Samstags von 10 bis 12 Uhr im Stadthaus, Bergstraße 20, statt. ** Eine Versteigerung von Fu nb- gegenständen findet am Freitag, 4. Mai, im Hofe ber Polizeidirektion statt. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung der Polizeidirektion hingewiesen. ** Abschlußfeier der kaufmännischen Gehilfenprüfung. Von der Industrie- unb Hanbelskammer Gießen wird uns geschrieben: Am 20. April findet im Cafö Leib die feierliche lieber» reichung ber Kaufmanngehilfenbriefe an diejenigen Lehrlinge statt, die die vom Hauptausschuß für Berufserziehung beim Rhein-Mainischen Jndusttie- und Handelstag veranstaltete Prüfung bestanden haben. Die Feier, bie von Musikvorträgen umrahmt sein wirb, beginnt pünktlich um 16 Uhr. Zu dem feierlichen Abschluß der Prüfung lädt die Jndustrie- und Handelskammer Gießen alle Lehrlinge unb Angehörigen der Prüflinge, sowie deren Freunde und Lehrherren herzlichst ein. Kleine Strafkammer Gießen. Wegen verbotenen Glücksspiels wurde ein Mann aus Bad-Nauheim vom dortigen Amtsgericht Zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Tatsache, daß der Angeklagte schon mehrfach oorbe- straft ist, veranlaßte das Gericht, die gegen das vorgenannte Urteil eingelegte Berufung zurückzuweisen und den Angeklagten mit den Kosten des Rechtsstreits zu belasten. In einem anderen Falle hatte sich die Kammer mit einem Mann aus Fulda und einem Mann aus Gedern wegen Grunderwerbssteuerhinterziehung zu befassen. Das Amtsgericht Ortenberg verurteilte die Angeklagten zu 600 Mark Geldstrafe. Auf die Berufung des Angeklagten wurde das Urteil ber Vorinstanz abgeändert und beide mit 300 Mark Geldstrafe belegt. Mit Hilfe des Freiwilligen Arbeitsdienstes in Gegenwart des Arbeitsgauführers Neuerburg sowie vieler interessierter Leute aus den oberhessischen Arbeitslagern führte der Denkmalpfleger von Oberhessen die Ausgrabung eines jener vielen Hügelgräber durch, welche bie Höhen bes Vageisberges zieren unb ein befonberes vorgeschichtliches Kennzeichen Oberhefsens bilben. Die Ausgrabung fanb in ber Nähe von Bobenhaufen (Kreis Bübingen) statt. Ein Schnitt burch ben hohen, malerisch im Buchenwalb gelegenen Grabhügel unb bie Abbeckung eines Teiles brachte unter dem Lehmhügel einen äußeren Steinkranz unb eine innere Grabkammer zum Vorschein, in ber sich Branbschichten unb eine ganze Anzahl von großen unb kleinen Tongefäßen befanben, bie ber jüngeren Bronzezeit, etwa 1000 Jahre v. Chr., entstammen. ben sonst üblichen Bebingungen auch an das gesamte übrige Handwerk Kredite gewährt. Sanfafefeier in Gießen. 2Iuf Anregung des Reichsverbandes für evangelische Kirchenmusik haben die deutschen Landeskirchenregierungen im ganzen Reich ben Sonntag Kantate, 29. April, als Kantatefeier ber evangelischen Gemeinben angeorbnet. Auch für bie Lanbeskirche Nassau-Hessen hat ber Lanbesbischof diese Bestimmung getroffen. 3n Gießen wirb ber Kantate-Sonntag ein- geleitet burch eine Kantate-Vesper am Samstag (28. April), 20.30 Uhr, in ber Stabt- lwche, wobei ber Kirchengesangverein unb bie Choralvereinigung ber Stabtkirche mitwirken unb ZU ber alle Gemeinbeglieber eingelaben finb. Vorbildliche Opferfreudigkeit. Wie uns vom Bahnhof Gießen mitgeteilt wirb, haben sich bie Beamten bes Bahnhofs Gießen an den Spenben für bas Winterhilfswerk unb für bie nationale Arbeitsfpenbe sehr rege beteiligt. Es mürben von ben Beamten-bes Gießener Bahnhofs aufgebracht: für bas Winterhilfswerk 3822,40 Mk., für bie nationale Arbeitsfpenbe 3658,75 Mk., insgesamt also 7481,15 Mk. Zwei Drittel aller Beamten bes Bahnhofs Gießen gehören ben nieberen Besoldungsgruppen an, so daß für diese Volksgenossen lebe Gabe ein wirkliches Opfer bebeutete. Fast alle Beamten bes Bahnhofs Gießen finb außerbem schon seit Oktober v. I. Mitglieb ber NS.-Volkswohlfahrt. Jßon dem Personal des ehemaligen Reichspost- direktlonsbezirks Darmstadt find für das Winter- HUfswerk rund 60 000 Mk. und für die freiwillige ?aPaaa Äur Fbrberung der nationalen Arbeit rund 50 000 Mark geopfert worden. Daneben hat fast öas gesamte Personal noch laufend Mitglieds- beitrage zur NS.-Volkswohlfahrt entrichtet. NS -Lehrerbund. Nm Mittwoch fand eine Bezirksversammlung der Fachschaft „Höhere Schule" statt. .Nach der Erteilung einiger allgemeiner Hinweise sur die Facharbeit durch den Schriftführer hielt der Kreisfachschaftsleiter Prof. Dr. Adolph einen Dortrag über „bas neue Menschenbilb". Er legte bie SSJieun^?I?^f^a^r^un^)er* herrschenben humani- ftifd)en, vitalistischen unb mechanistischen Auffassungen vom Menschen bar unb stellte ihnen bie neue Deutung ber Existenzphilosophie gegenüber Diese begreift ben Menschen nicht als' Vernunft- ober Triebwesen, fonbern als ein Sein, bas burch eine Entscheibung hinburch zu sich selbst kommt, in ber konkreten Situation auf ein Du bezogen ist unb durch ben Tob Richtung, Halt unb Begrenzung erfahrt. Das nationalsozialistische Hochziel bes Men» schen ist nicht intellektualistisch erbacht, fonbern aus den Schmerzen ber Zeit geboren unb in bezwin- genben Führergestalten lebenbig verwirklicht. An diesen muß es angeschaut werben. Doch lassen sich von ihm aus auch gewisse Linien zur geistesgeschichtlichen Gesamtentwicklung hinziehen. Der National- fo3ialismus hat Beziehungen zur „Lebensphiloso- Phie , benn er erfaßt bie Bebeutung von Rasse Blut und organischer Anlage. Er erkennt auch mit dem Idealismus die Bedeutung des Geistes und hat selbst eine Idee van ungeheuerer Wirkungskraft geboren. Aber diese Idee hängt nicht abstrakt in ber Luft, fonbern steht in engem Zusammenhang mit km der«H (Et. (. “n ölt '*>' 3t,i. ,..“U|b bi bi. bet 5; lon weiter °nbete kleine rir,l. Beitrags, 'ne töten. Blündjen 'ur allein •gt kkann, j0. nns IV/33 'pp-Plah. Werst deuljchen swett den T Tugend 1 draußen d hat der 'erkunden. 'e seelische n Daseins. eine wich, und jeeli- sollen ein liulisllschen s. Rust. I. rExistenz. die Wert- das sich in r alte @e» irfen. Aber ndividuali- Hingabe an Sinnerfül- eine letzte den Mach- nsse Spam । christlicher iwart aus» nsfjaftung ■oben der ixtet turji rsammlung D. il nsegker, aus 1480); - Cotta in S09: Schills der Philo- (geftorben Hauser in Kiautschou iudolf Heß dhelm dem MP. bei: aatspolizei- aa. Stadt« - NS.- , „Liebigs- irtrag von . Amt für Uhr, Haus sabend. - Herz B sweg: „Der ritgift". ^ießen- - -in w'Ä t D>e \fl' hfS »i. 10 bis 12 n Fund- 4. Mai, titi enten seien Polizeldlrer- innischen t*i“ v» .rieben: 'S Ueber' Jwe usschE ; S't-, rP Oberheffen Preußen Die Deutsche Arbeitsfront als Organisation der 30 Millionen wird am 1. 2H a i eine Aufnahmesperre verhängen. Wer will heute noch sich aus der großen volksverbindenden Gemeinschaft aller Schaffenden der Stirn und der Faust freiwillig ausschliehen? Tretet noch heute der Deutschen Arbeitsfront bei! endet ist. Am 2. Mai wird in den Römerhallen in Frankfurt eine Ausstellung eröffnet, die „unfern Gau in Landschaft, Volk und Arbeit" zeigen soll. Die Darstellungen über den Gau als Arbeitsstätte werden einen wesentlichen Teil der Ausstellung einnehmen. Das Werk der Autobahn wird durch zahlreiche Schaubilder und Karten veranschaulicht werden, vor allem auch durch eine Uebersicht „Die Autobahn als Arbeitgeberin", die zeigen soll, welche Industriezweige an Lieferungen für den Bau der Autobahn beteiligt sind. Von den weiter in der Abteilung „Arbeit" gezeigten Darstellungen sei genannt ein großes Schaubild über den Rückgang der Arbeitslosigkeit im Gaugebiet in 25 verschiedenen Berufsgruppen, ferner aus dem Bereich des Arbeitsdienstes neben einer Karte der Arbeitslager des Gaues eine Uebersicht über den Tagesablauf in einem Arbeitslager, die durch zahlreiche Bilder erläutert wird. Großes Kufturbauproiekt in Wißmar. O Wißmar. 24. April. Unsere Gemeinde beabsichtigt, größere Waldflächen tn Kulturland umzuwandeln. Zu diesem Zwecke fanden Besprechungen zwischen der Gemeindevertretung und der Forstbehörde statt, an denen auch der Landrat und der Kreisbauernführer teilnahmen. Der Ortsbauernführer schilderte die Lage, in der sich die Gemeinde zur Zeit befindet. Die Gemeinde Wißmar besitze 717 Hektar Wald und 487 Hektar Ackerland. Im Verhältnis zu dem Waldgelände sei für die große Gemeinde zu wenig Kulturland vorhanden. Insbesondere sei großer Mangel an Futter, da die geeigneten Wiesen- und Futterflächen fehlen. Alljährlich werden in der Gemeinde für 7000 Mark Heuqras von auswärts eingeführt. Die Schafzucht fei infolge zu geringer Weide zurückgegangen. Früher bestanden in der Gemeinde zwei Herden Schafe, heute nur noch eine. Die Betriebsgrößen verteilen sich wie folgt: Erbhöfe (also Betriebe über 30 Morgen) 6, Betriebe von 20 bis 30 Morgen Größe 15, Betriebe von 15 bis 20 Morgen 16, Betriebe von 10 bis 15 Morgen 8 und von 5 bis 10 Morgen 37. Die Zusammenlegung der Grundstücke hat schon im Jahre 1906 stattgefunden. Es wäre für die Gemeinde von großer Bedeutung, wenn größere Flächen Waldlondes, vielleicht ein Drittel der Gesamtfläche, in Kulturland umgewandelt würden. Dies würde auch der Arbeitsbeschaffung zugute kommen, zumal in der Gemeinde noch über 80 Wohlfahrtserwerbslose und ebenso viele Erwerbslose vorhanden sind. Die Verteilung des Landes nach der Rodung hätte so zu erfolgen, daß die eine Hälfte des neugewonnenen Landes zur Schaffung von Erbhöfen, die andere Hälfte dazu verwandt würde, die kleineren Bauern krisenfest zu machen, d. h. daß sie aus der Fürsorge herauskommen. Von großer Wichtigkeit für die Gemeinde fei auch die Schaffung einer Viehweide. Geeignetes Gelände hierfür sei vorhanden. In der Besprechung wies Landrat G r i l l o darauf hin, daß jetzt unter allen Umständen für die Arbeitsbeschaffung, sowie auch für die Landwirte etwas aetan werden solle. Bedauerlich sei, daß die letzte Notstandsmaßnahme seitens der Gemeinde nicht in Angriff genommen worden sei. Die Vorarbeiten zur Vornahme der Rodung seien mit größter Beschleunigung durchzuführen._________________ „Unser Gau in Landschaft, Volk und Arbeit/' Ausstellung in den Römerhallen zu Frankfurt a. 7N. Unser Gau kann stolz darauf sein, daß in seinem Bezirk der Ort liegt, von dem aus der Führer im vergangenen Herbst den Bau der deutschen Reichsautobahnen eröffnete. Diese Tat und diesen Tag wird keiner von den vielen, die ihn miterlebten, vergessen. Wenn der 30. Januar 1933 der Tag ist, an dem der Nationalsozialismus zum Durchbruch kam, der Tag, an dem sich Führer und Volk in einem Treuebund zusanvnenfanden, so gewinnt der 23. Sept. 1933, der Tag an dem das Werk der Reichsautobahn in Angriff genommen wurde, feine Bedeutung durch den Bund, der dort dicht am Ufer des Mains geschloffen wurde zwischen dem Führer und der Arbeit. Diese Tat war das Bekenntnis eines Volkes, das Bekenntnis, daß ein Volk nicht unterzugehen vermag, solange es die Kraft und den Willen zur Arbeit hat. Aus dem einen Arbeitswagen, den der Führer dort an der ersten Baustelle mit eigener Kraft vollschaufelte, sind viele Wagen geworden, Tausenbe, Zehntausende Wagen, die von vielen Armen gefüllt wurden. Die Arbeit ist im Gange und sie wird nicht ruhen, bis das Werk voll- Anfchließend fand eine Besichtigung der in Frage kommenden Walddistrikte durch den Kreisbauernführer und den Kreistiefbaumeister statt. Die Besichtigung ergab, daß der Boden geeignet ist und gute Lage und hiebreife Bestände vorhanden sind. Im Distrikt Homberg können rund 25 Hektar gerodet werden. Die Holzbestände sind 70- bis 80- jährige Kiefern und 50- bis 60jährige Fichten. Das Waldgelände ist besonders zur Rodung geeignet, weil es mitten in das Kulturland vorstößt. Da hier jedoch mit größeren Waldbeständen zu rechnen ist, kann die Abholzung und Rodung erst nach und nach erfolgen und voraussichtlich auch erst im kommenden Winter begonnen werden. Für eine Viehweide käme der Distrikt „Teufelsberg" in Frage. Hier handelt es sich um einen Distrikt „Niederwald", wo mit der Holzfällung und der Rodung sofort begonnen werden könnte. Zu weiterem Kulturland wäre geeignet der Distrikt 17 (Assel- bach); hier handelt es sich um sehr gutes Land, etwas hängig, jedoch Südabhang. Der Holzbestand sind fünf- bis achtjährige Fichten, die Größe beträgt etwa 15 Hektar. Der Schaden, der hier an dem Holz entstehen würde, wäre gering, da ein großer Teil der Fichten als Weihnachtsbäume verwandt werden kann, durch deren Erlös die Kulturkosten wieder hereingebracht würden. Die vorliegenden Projekte sollen nunmehr der Forstbehörde zur Genehmigung vorgelegt werden. Man hofft, daß diese sehr schnell die Entscheidung trifft, damit insbesondere Arbeit für die vielen Erwerbslosen unserer Gemeinde geschaffen wird. Kreis Wetzlar. co Rodheim a. d. Bieber, 24. April. Am Sonntagabend hielt der hiesige Kriegerverein im Benderfchen Saale eine ordentliche Monatsversammlung ab, die angesichts der Wichtigkeit der Tagesordnung recht guten Besuch aufwies. Der Vereinsführer, Kam. M ü f f e n e r , eröffnete die Versammlung mit herzlichen Begrüßungsworten, die er besonders an die neueingetretenen dreizehn Kameraden richtete, die für die Kyffhäuferfache verpflichtet werden sollten. Die feierliche Verpflichtung durch Handschlag auf die Ziele des Kyffhäuserbun- des fand ihren Abschluß in dem Gesang des ersten Verses des Hymnus „Ich hab mich ergeben". Hierauf wurde in die Tagesordnung eingetreten, die sich besonders mit den Vorbereitungen für die in Rodheim am 6. Mai stattfindende feierlicheWeihe der neuen Kyffhäuser Bundesfahnen aus der Kreisgruppe Wetzlar befaßte. Der Kriegerverein Rodheim a. d. B. — so sagte der Vereinsführer — müsse es sich zur Ehre anrechnen, daß diese großartige Veranstaltung in Rodheim stattfindet, er müsse deshalb auch alles tun, um den vielen Kameraden von außerhalb den Aufenthalt bei uns so angenehm wie möglich zu machen. Es muß damit gerechnet werden, daß außer 20 Vereinen, für die das Erscheinen Pflicht ist, noch eine große Anzahl von Gastvereinen von nah und fern antreten wird Der Verlauf der Veranstaltung dürste sich wie folgt gestalten: Um 10 Uhr im Benderfchen Lokale Dereinssührertagung, die etwa bis 13 Uhr sich ausdehnen dürfte. Anschließend um 13 Uhr gemeinsame Feldküchenverpflegung für alle Teilnehmer im Benderfchen Gartenlokal (Portion Speckerbsen 50 Pf.). Um 14 Uhr Antreten zur Aufstellung auf dem Schulhof, dortselbst Feldgottesdienst und Bannerweihe, hierauf Abmarsch zur Gefallenenehrung am Kriegerdenkmal, anschließend Rückmarsch durch die Hauptstraßen des Dorfes zu Benders Gartenlokal, wo die Kameraden bis zu ihrer Heimreise zwanglos verbleiben Erwähnt sei noch, daß die Festmusik von der Gießener SA.-Reserve gestellt wird, während der Wetzlarer Kriegerverein den Spielmannszug stellt. Zwilchen Wetzlar und Rodheim verkehren am 6. Mai Reichspoftautobusse nach Bedarf. Die Gemeinde Rodheim wird an diesem Tage Feiertagsgewand anlegen und in jeder Beziehung bemüht sein, ihren Gästen den Aufent- : halt in ihren Mauern so angenehm wie möglich zu ; machen. Besonders der Kriegerverein, der unter der i Führung des Kam. Oskar Müssen er sich so ge- 1 wattig aufwärts entwickelt hat. wird es an nichts 1 fehlen lassen, den auswärtigen Kameraden erhebende . und eindrucksvolle Stunden zu bereiten. Nach der Erledigung umfangreicher interner Vereinsange- - legenheiten schloß gegen 23 Uhr der Kamerad-Vor- 1 sitzende die arbeitsreiche Tagung mit einem begeistert ! aufgenommenen Sieg-Heil auf unseren greifen ‘ Feldmarschall, den geliebten Führer und unter deut- ' sches Volk und Vaterland, worauf der erste Vers - der Nationalhymne gesungen wurde. Und nun: - An die Arbeit. Kameraden! Wenn jeder an seinem Platze seine Pflicht tut, dann muß der 6. Mai ein ihren Ausklang. Kirche und Schule DieNeuordnungderHessiftbenDekanate EPH. Das Gesetz- und Verordnungsblatt der Landeskirche enthält in feiner neuesten Nummer Gesetze über die Gliederung der Propsteien in Dekanate und über die Dekane. Die Dekanate der bisherigen Landeskirche in Hessen und die Kirchenkreise in der bisherigen Evangelischen Landeskirche in Nassau bilden die Dekanate der neuen Landeskirche. Die Propstei Frankfurt wird in die Dekanate Frankfurt-Ost und -West geteilt. Veränderungen und Vereinigungen finden nur in den Dekanaten Wiesbaden - Stadt und -Land, St. Goarshausen, Eronberg, Homburg und Wallau statt, welches letztere ganz aufgelöst wird, lieber die Dekane wird bestimmt, daß sie die geistlichen Führer des Dekanates sind.- Sie führen unter Oberaufsicht des Propstes die Aufsicht über die Pfarrer und Kandidaten ihres Bezirks. Sie haben die Pfarrer amts- Srüderlich zu beraten und über ihre Amtsführung, Fortbildung und ihren Wandel zu wachen. Sie sollen die Gemeinschaft unter den Geistlichen fördern und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gemeinden mit der Gefamtkirche stärken. Sie sind für die Entfaltung des kirchlich-religiösen Lebens im Dekanat dem Landesbischof verantwortlich. Sie erstatten dem Probst fortlaufend Bericht, Sie werden vom Landesbischof ernannt. Mit diesen Gesetzen wird die kirchliche Neuordnung in Hessen und Nassau ein gut Stück weitergeführt. Arbeitstagung des Oberhessischen Vereins für die Basler Mission. )( Hungen, 26. April. Unter dem Vorsitz von Dekan Gußmann-Kirchberg fand im „Solm- fer Hof" dahier eine Arbeitstagung des Oberheffifchen Vereins der Basler Mission statt, zu der die Vertrauensmänner der einzelnen Dekanate Oberhesiens und verschiedene Freunde der Basler Mission zahlreich erschienen waren. Die Tagung wurde nach Begrüßungsworten des Leiters mit einer Andacht von Missionar Walther- Gießen über Jesaia Kap. 40 Vers 28 bis 31 eröffnet. Miffionsinfpektor Huppenbauer von der Basler Mission hielt darauf einen Vortrag über „Die Lage der Basler Mission in der heutigen Zeit." Ausgehend von dem Jahr nationalsozialistischer Aufbauarbeit im deutschen Volk zeigte der Redner in tiefschürfenden Ausführungen die Wirkungen der Vorgänge auf die Basler Mission von Staat und Volt, sowie die Kirche und den Weltanschauungen her. Der Staat als solcher hat keine Stellung zur Mission genommen, aber der Außenminister hat die deutsche Missionsarbeit als einen der stärksten Aktivposten Deutschlands zu den anderen Völkern bezeichnet. Die Bestrebungen, die Mis- Reiz auf alle Zuhörer aus, immer und immer wieder behalten diese schwungvollen Wiener Walzer ihre Jugendkraft. Die Sängerin Frl. Leni Gehrig fang mit ihrem wundervoll klaren Coloratursopran die Walzer „Frühlingsstimmen" und „Dorfschwal- ben" .und erntete dafür großen Beifall. Zwei Tänzerinnen, Frl. D u e n \ i n g und Schm i b t • Frankfurt, zeigten ihre Kunst in schönen Strauß- schen Tänzen. Harry (Nobler vom Südwestfunk sprach als Ansager die verbindenden Worte mit unvergleichlichem Humor und rief durch seine treffenden Witze wahre Lachsalven hervor. Der stellv. Gaupropagandaleiter, Pg. Müller, Frankfurt, sprach zündende Worte über die Bedeutung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Kreisbe- triebszellenleiter Schneidmüller entbot den Willkommensgruß und Dank an alle Stellen, die durch ihre Spenden das Zustandekommen des Abends ermöglicht hatten. Der Sinn und Zweck einer solchen Veranstaltung, die ganz im Geiste einer wahren Volksgemeinschaft verlief, war auf das Beste erreicht. Möchten weitere volksbildende und erhebende Abende dieser Ars folgen. Kreis Alsfeld. n. Flensungen, 26. April. Die hiesige N S. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltete im Saale von Reiz einen Heimatabend. NSBO.-Kreiswart Erb- Nieder-Ohmen berichtete zunächst über die Ausgestaltung der Feiern am 1. Mai. Hierauf sprach Pg. Lehrer Schmoll- Elpenrod über bas deutsche Volkslied, wobei er seine Darlegungen durch Lichtbilder bereicherte. Zu den einzelnen Bildern wurden gemeinsam passende Volkslieder gesungen. Der von feinem Humor und frohem Wesen erfüllte Vortrag brachte die Versammlung in beste Stimmung. Der Gesangverein und der Spielmannszug der HI. und ID. trugen zur Verschönerung des Abends bei. Der BdM. erfreute durch einige Volkstänze. Sämtliche Darbietungen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Mit einer Huldigung für den Führer fand Kreis Friedberg. § Münzenberg, 23. April. Zur Eröffnung des neuen Schuljahrs und anläßlich der Aufnahme der Schulanfänger fand in Münzenberg und in Trais-Münzenberg je ein S ch u l g o 11 e s - dienst statt. Die von Liedern und Gebeten umrahmte Ansprache des Ortspfarrers gründete sich auf Lukas II, Vers 52: „Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen". In Münzenberg hatte die Aufnahme der Kleinen schon vorher stattgefunden, in Trais-Münzenberg schloß sie sich an den Gottesdienst an. — .Der Volkstag der Inneren Mission wurde in . beiden Gemeinden mit Gottesdiensten eröffnet, in denen zum Bekenntnis der Tat und der Liebe aufgerufen wurde. Die Haussammlung für die Innere Mission erbrachte das erfreuliche Ergebnis von zusammen 227 Mark, mit welchem Ergebnis alle seitherigen Sammlungen der Kirche ober Winterhilfe weit überschritten wurden. Bei einer Einwohnerzahl von 1200 Evangelischen in beiden Gemeinden ergibt sich eine Gabe von 19 Pfennigen pro Kopf, das kleinste Kind mit eingerechnet. In Münzen- berg waren es 157 Mark, das sind bei 900 Evangelischen pro Kopf 17 Pf., in Trais-Münzenberg gingen ein 70 Mark, das sind bei 300 Evangelischen pro Kopf 23 Pf. Pflasters wirb bem Unternehmer Otto Kühn zum । Preise • von 1,40 Mark pro Quabratmeter zugesprochen. Das Kleinpflaster soll Pflasterer Karl ' Rahn liefern, mit bem ber Preis noch vereinbart werben soll. Der neue Hausmeister ber Volksschule Hch. Spengler unb ber neue Hauptnachtwächter Wilh. Kapper werben als stäbtische Beamte wiberruflich angestellt. Für bas diesjährige Sängerfest (30. Juni und 1. Juli) wirb bem Männerchor ber Sportplatz mit anfchließenbern Gelänbe unentgeltlich überlasten. Gleichzeitig werben ihm für bie Umzäunung bes Platzes 5Ö Stangen unb 6 Schichthaufen aus bem Stabtwalb Überlassen. Der Ortsgruppe Grünberg bes Reichsluft - schutzbunbes wirb ein Förberbeitrag von jährlich 25 Mk. bewilligt. Nach einer Mitteilung bes Bürgermeisters Dr. Milbner ist auf eine Anfrage beim Ministerium, Abteilung Finanzen, wegen Erwerb des Der- messungsamtes die Antwort ergangen, daß vorerst ein Verkauf des Gebäudes an bie Stabt nicht in Frage komme, bas Erbgefchoß bewahre Akten, erster Stock unb Dachgeschoß sollen als Mietwohnungen verwenbet werden, bis eine endgültige Regelung im Vermestungswesen, die wahrscheinlich durch das Reich komme, erfolgt fei. Damit entfallt der Plan, das Gebäude von der Stadt zu erwerben unb ber Partei für ihre Organisation zu überlassen. Landkreis (Rieften. 8 Alten-Buseck, 27. April. Frau Susanna Schreiner Wwe., bie älteste Einwohne- r i n unserer Gemeinbe, vollenbet am Sonntag in voller geistiger unb körperlicher Frische ihr 9 0. Lebensjahr. wg. Großen-Buseck, 26. April. Die hiesige Ortsgruppe ber NS. - Frauenschaft konnte am 1. April bas erste Jahr ihrer Tätigkeit vollenben. Unter ber Führung ber technischen Lehrerin Frau S ch n e i b e r ist bie Zahl der Mitglieder auf 130 angewachsen. Daß bie Arbeit ber Ortsgruppe im Sinne bes Führers geleistet wirb, zeigen folgende Beispiele: im Laufe des Winters wurden von der Ortsgruppe 25 hilfsbedürftige Familien unserer Gemeinde mit Lebensrnitteln bedacht, zu Ostern wurden 28 Familien mit rund 300 Eiern unterstützt. Sämtliche Spenden wurden durch freiwillige Gal/en der Mitglieder der NS.-Frauenfchaft aufgebracht. Darüber hinaus sah es unsere NS.- Frauenschaft als ihre weitere Aufgabe an, kranke Volksgenossen tatkräftig zu unterstützen. Um den künftigen Aufgaben ber NS.-Frauenfchaft in unserer Gemeinbe noch mehr als bisher gerecht werben zu können, ist zu wünschen, baß alle bis jetzt noch abseits stehenden deutschen Frauen sich der Ortsgruppe anfchließen, um mitzuarbeiten an bem Werke bes Führers unb Volkskanzlers Adolf Hitler. * Bellersheim, 26. April. Gestern stürzte der Landwirt und Musikant Karl Schäfer von hier in feiner Scheuneso unglücklich, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Kreis Schotten. f Schotten, 25. April. In ber überfüllten Turnhalle ließen gestern Abenb die NS BO. bes Kreises Schotten unb bie NS.-Gemeinschaft Kraft burch Freube" einenJohann-Strauß- Äbenb" ftattfinben. Das Lanbesfinfonie-Orchester Heffen-Naffau-Frankfurt spielte in Starke von etwa 50 Musikern unter ber Leitung seines Dirigenten Pg. Cornelius. Die alten, ewig jungen Strauß- fchen Wiener Weisen übten ihren bezaubernben ber Abenb feinen Abschluß. st. Kirtorf, 24. April. Auch in unserer Stadt ; wurde der Geburtstag des Führers und < Dolkskanzlers Adolf Hitler in würdiger Weife be- । gangen. Am Vorabend veranstalteten die NS.- i Frauenschaft und der BDM. eine schlichte Feierstunde, die dem Führer gewidmet war, zugleich aber auch der Verabschiedung der von hier durch Wegzug scheidenden bisherigen Ortsgruppenführerin Frau Löchel diente. Die Veranstaltung nahm einen schonen Verlauf. — In einem General-Mi t- aliederappell der NSDAP., zu dem die Angehörigen aller Gliederungen erschienen waren, sprach nach Begrüßungsworten des Ortsgruppenleiters, Bürgermeister Lather, der Kreispropagandaleiter Kimmel (Alsfeld). Der Redner würdigte zunächst den Geburtstag des Führers unb bas große Werk bes Volkskanzlers, sodann wies er auf bas außerordentliche soziale Hilfswerk des Winters hin, schließlich beschäftigte er sich mit Fragen des Bauernstandes. Die Veranstaltung war von Liedern d-s BDM. unb der Frauenschaft, sowie von flotter Marschmusik umrahmt. Die Veranstaltung fand mit einem Schlußwort des Ortsgruppenleiters BeisehungvonWilhelmEngel-Schotten * Schotten, 25. April. Gestern wurde der hiesige Buchdruckereibesitzer Wilhelm Engel unter großer Anteilnahme der ganzen Bevölkerung zu Grabe getragen. Etwa 40 Jahre lang hat der Heimgegangene das „Schottener Kreisblatt" geleitet. Im Geiste echter Heimatliebe hat er die Schriftleitung unseres Heimatblattes und besonders auch der VHC-. Zeitschrift „Frisch auf" stets geführt. Als langjahri- ger Vorsitzender des Turn- und Gesangvereins, als Leiter der Vogelsberger Volksbank und in vielen anderen Stellen war er für die Allgemeinheit tätig. Seine Beliebtheit fand Ausdruck in den zahlreichen Kranzniederlegungen, die an seinem Grabe erfolgten seitens des Turn- und Gesangvereins, ber feinem Ehrenvorsitzenden weihevolle Grablieder sang, eilens der VHC.-Gesamtvorstandes, für den Dr. Bruchhäuser ehrende Worte sprach. Die Stadt legte durch den Bürgermeister einen Kranz nieder, der Gewerbeverein, der Verein der Zeitungsverleger Oberhessens, die Gefolgschaft des Betriebs, die Vogelsberger Volksbank, sie alle widmeten einen letzten Gruß dem Verstorbenen, dessen Andenken in Ehren hier fortleben wird. Gemeinderat in Grünberg. + Grünberg, 26. April. In der jüngsten Gerne inderatssitzung wurden nach Verabschiedung des'Voranschlags, über den wir in der Mittwoch-Nummer schon berichteten, noch folgende Sachen erledigt: Als N o t st a n d s a r b e i t ist die U m v flaste- rung der Marktgasse vorgesehen. Die Lieferung oer Pflastersteine wird an Emil Nau (Geilshausen) zum Kubikmeterpreise von 24 Mark ab Bruch übertragen. Die Ausführung bes Groß- sionsarbeit völlig zu verkirchlichen, sinb wieber fallen gelassen worben, bagegen wirb mehr benn je erkannt, baß eine lebenbige Kirche ohne Missionsarbeit nicht möglich ist. Die beutsche Missionsarbeit hat eine bestimmte Aufgabe in ber Welt zu erfüllen. Sie weiß den Wert des Volkstums der Heidenvöl- ker zu schätzen und hat ihn stets gepflegt und vor fremden Einflüssen geschützt. Sie weiß aber auch von der Lostrennung des Menschen von Gott und von dem Seufzen der Menschheit unter dem Fluch der Sünde. Sie erfährt es auf ihrem Arbeitsfeld immer wieder von neuem, wie die Verbindung mit Gott das Edelste im Menschen zur Entfaltung bringt. Die Missionspropaganda muß heute hinter dem Zeugnis von der gottgewollten Aufgabe der Mission zurücktreten. Die ganze Haltung der Mission ist auf Glauben gestellt, d. h. auf ein unbedingtes Rechnen mit Gott, der fein Reich auch heute bauen will und dabei die Arbeit der Mission braucht. Wer in ber Mission mitarbeiten will, ber muß biefe Arbeit auf bie Gebulb stellen. „Die Ge- bulb soll ein ganzes Werk haben." Eine rege Aussprache schloß sich dem Vortrag an. Die diesjährige Jahresversammlung soll, wenn möglich, in Bad-Nauheim ftattfinben. Für bas große Jahresfest in Basel würben außer bem Leiter Pfarrer Dr. H e y m a n n - Langsdorf bzw. Pfarrer B ö n i n g - Rödgen bestimmt. Mit Gebet wurde die Tagung geschlossen. Stück 30 Pfg. 3 Stück 65 Pfg. In Dolen und Tuben von RM 0,15 bii Pfeil ri n g Ruhmesblatt in der Geschichte des Rodhekmer Kriegeroereins werden. I Lützellinden, 24. April. Anläßlich des Geburtstages unseres Führers und Volkskundlers Adolf Hitler fand eine Versammlung der hiesigen Parteimitglieder statt. Stützpunktleiter Pg. Schwarz wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung des Tages hin. Anschließend zeigte Schulungsleiter Pg. Lehrer Goubeaud eine größere Anzahl Lichtbilder aus dem Leben Adolf Hitlers und gab die entsprechende Erläuterung dazu. Zum Schlüsse sprach Pg. Goubeaud über die Ju- gend des Führers, wobei er besonders seine harte Jugendzeit betonte. Mit dreifachem Sieg-Heil auf Führer, Volk und Vaterland wurde die Feier beendet. — Nachdem vor kurzem durch den LOF. Anträge der Pächter auf Pachtpreisermäßigung entgegengenommen worden waren, fand auf dem Pachteinigungsamt in Wetzlar in Anwesenheit von Vertretern der Pächter und Verpächter eine Einigung statt. Während man bei privaten Pacht- stücken kaum eine Pachtpreisermäßigung erreichte, wurden die Gemeindestücke an der Zechweide um 40, teilweise sogar 50 v. H. heruntergesetzt, da das Land minderwertig ist und nur sehr geringe Erträge erzielt worden sind. — Hier ist in diesem 3ahre eine rege Bautätigkeit zu verzeichnen. Nachdem bereits unter Inanspruchnahme des Staatszuschusses mehrere An- und Umbauten fertiggestellt wurden, befinden sich jetzt zwei neue Wohnhäuser im Bau. Außerdem sollen in diesem Jahre noch zwei weitere Wohnhäuser errichtet werden. O Groß-Rechtenbach, 25. April. Anläßlich des Geburtstags des Führers fand hier eine stark besuchte Versammlung der Orts- aruppe der NSDAP, statt. Nach einer kurzen Ansprache des Ortsgruppenleiters Karl Lang und einem Gedichtvortrag von Frl. Ludwig hielt Pg. Bürgermeister Dr. Neumann die Hauptansprache, in der er die Person und das Wirken des Führers eindrucksvoll würdigte. Die Ansprache klang mit dem Deutschlandlied aus. Hierauf folgten Gedichtvorträge und lebende Bilder des BDM. und der Gesang von Fahnenliedern. Nach der Schlußansprache des Ortsgruppenleiters wurde des Führers mit dreimaligem Sieg-Heil gedacht und zum Schluß gemeinsam das Horft-Wessel-Lied gesungen. — In einer Versammlung unter Leitung des Ortsbürger- Meisters Langsdorf wurde hier nach einem Vortrag des Kreisbrandmeisters Riegel eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. 22 junge Volksgenossen erklärten sofort ihren Beitritt. Zum Führer der Wehr wurde Kreisstraßenwärter Friedrich Schmidt bestimmt. Die Versammlung wurde mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer geschlossen. Oer Bankraub in Mainz. Mainz, 26. April. (LPD.) lieber den Verbleib der Täter und des Wagens bei dem Bankraub in Mainz ist bis jetzt fiichts Zuverlässiges bekannt geworden. Auf die nachstehende Beschreibung, die von Zeugen gegeben wird, die den Wagen und die Täter aus der Nähe gesehen haben, und die teilweise von der früheren Beschreibung abweicht, wird mit dem Ersuchen aufmerksam gemacht, die Behörde bei der Fortsetzung der Ermittlungen unterstützen zu wollen. Es hat sich inzwischen ein Kraftfahrer gemeldet, an dem der Wagen vorbeisuhr, mit dem später die Täter flüchteten. Er gibt von dem Wagen folgende Beschreibung: Aelterer „Adler-Favorit" (Baujahr 1928/29), dunkelblaue Lackierung, schwarzer, durch Alter und mangelhafte Pflege grau schimmernder Dachbezug An der Rückwand des Wagens befand sich ein stark verbrauchtes mil drei Bolzen befestigtes Reserverad. Auf der Zierscheibe, die den Halter des Reserverades verdeckt, war die ursprünglich vernickelte Typenbezeichnung „Adler-Favorit" mit chwarzer Farbe überstrichen, aber noch schwach erkennbar. Auf dem quadratischen Kennzeichen standen die Zeichen IT über der Zahl 40771. In der rechten oberen Ecke des Kennzeichens befand sich ein vernickelter oder verchromter Ring, der eine Zelluloidscheibe festhielt, die jedenfalls'den Stempel der Zulassungsbehörde vor Beschädigungen schützen ollte. Ob das Kennzeichen abgestempelt war bleibt dahingestellt. Der Zeuge gab weiter an, daß der Führer des Wagens 27 bis 30 Jahre alt gewesen sei, langes Gesicht und dunkle Haaare gehabt und einen dunkelblauen Anzug mit langer Hose getragen habe. Ein Mädchen, an dem die Täter bei ihrer Flucht aus dem Dcmkgebaude in den Kraftwagen vorbeistürzten, albt folgende Beschreibung: Der erste aus dem Hause laufende Täter war glatt rasiert, etwa 26 bis 30 Jahre alt, 1,70 Meter groß und gesetzt. Hohe Zuchthausstrafen für Devisenschieber. LPD. D a r m st a d t, 26. April. Nach zweitägiger Verhandlung wurde heute von der Großen Strafkammer Darmstadt das Urteil gegen vier Angeklagte wegen Devisenschiebung bzw. Beihilfe dazu gefällt. Zwei Bankbeamte Schweizer Staatsangehörigkeit, die früher in Deutschland ihre Geschäfte getrieben und auch lange Jahre in der Schweiz ein Bankgeschäft führten, hatten jahrelang Arbitragegeschäfte unternommen und trotz des Verbotes das Bargeld über die Grenze nach der Schweiz ge- schafft. Zunächst hatten die Angeklagten Effekten erworben, die noch nicht von der Nummernkontrolle der Devisenbewirtschaftungsstelle erfaßt waren. Im August vergangenen Jahres kam man ihnen auf die Spur, und als der Hauptangeklagte Norbert Franck wieder einmal aus der Schweiz zurückkehrte, wurde er verhaftet. Im Laufe der Verhandlung wurde ihm nachgewiesen, daß er im Laufe eines Jahres über 600 000 Mark über die Grenze geschafft hat. Sein Bruder Hermann Franck leugnete in der Verhandlung, von diesen Dingen etwas gewußt zu haben. Mitange- klagt sind außerdem zwei Verwandte, ein Autovermieter Karl Stark aus Berlin, der drei Konten bei Berliner Banken für die Brüder Franck unter seinem Namen führte, und ein junger Kaufmann S. Dahlerbrück), der Konten für die beiden Franck führte und Effekten für sie verkaufte. Das Gericht verurteilte Norbert Franck zu sechs Jahren Zuchthaus und 112 000 Mark Geldstrafe, ersatzweise elf Monate Zuchthaus und zwei Monate Gefängnis, den Angeklagten Hermann Franck zu sieben Jahren Zuchthaus und 140 000 Mark Geldstrafe, ersatzweise ein Jahr Zuchthaus, den Kaufmann Siegfried Dahlerbrück; aus Eberstadt bei Darmstadt wegen Beihilfe und Urkundenfälschung zu einem Jahr Gefängnis. Der Autovermieter Karl Stark, Berlin, wurde mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. Buntes Allerlei. X-Strahlen-photographien als Beweismittel. Vor dem Berufungsgericht in der indischen Stadt Kalkutta konnte ein Inder eines Verbrechens über« führt werden, das vor neun Jahren begannen wor« den war. Den Schuldbeweis erbrachte eine X-Strah. len-Photographie. Im Jahre 1925 wurde in einem indischen Dorf ein Haus um die mitternächtige Stunde von Räubern überfallen. Der Bewohner des Hauses gab mehrere Schüsse auf die Beine der Einbrecher ab, die daraufhin die Flucht ergriffen. Vor kurzem gestand nun ein notorischer Räuber seine Taten ein, darunter auch den Ueberfaö, der im Jahre 1925, wie erwähnt, in dem indischen Dorfe verübt worden war. Er nannte den Namen des Räuberhauptmanns, der alsbald verhaftet wurde. Der Verhaftete stritt aber alle Beschuldigungen ab und behauptete auch, er habe mit dem erwähnten Ueberfall nicht das geringste zu tun gehabt. Irgend welche Narben waren an ihm nicht zu entdecken. Man fertigte dann aber doch eine X-Strahlen-Photographie von seinen Beinen an und konnte auf diese Weise nachweisen, daß fünf kleine Kugeln in fein Knie eingedrungen waren. Das Berufungsgericht verurteilte ihn auf Grund dieses Beweises zu sieben Jähren Zuchthaus. Die Speiserechnung des Zoologischen Gartens. In dem Jahresbericht des Londoner Zoologischen Gartens wird der Jahresverbrauch an Nahrungsmitteln im einzelnen wie folgt angegeben: 198 Tonnen Pferdefleisch, 46 Tonnen frische Fische, 275 Ton- nen Heu und Klee, 10 Tonnen Roggen und Hafer, 184 000 Bananen, 8 Tonnen Aepfel, 6 Tonnen Rüben, 35 Tonnen Kartoffeln, 20 Tonnen Biskuit und Bisquitmehl, 19 800 Eier, 686 Pfund Mehl- Würmer, 471 Pfund getrocknete Fische, 250 Pfund Sandhüpfer. Für diese Nahrungsmittel wurden etwa 150 000 Mark aufgewendet. Einer Erklärung bedarf vielleicht der Posten „Sandhüpfer". Es handelt sich hier um winzige Krustentiere, die die Küsten bevölkern und in den Aquarien zu den Hauptnahrungsmitteln gehören. im 59. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: zu verkauf 0 Ausschl.Wunds. Handkarren zu verkaufen. 1.00 1.00 2.00 breit, stets vorrätig 188 A 47 M. G. Grode «rode Frankfnrter Straße. Flrjngt Kickei nutzen. 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Sprechstunden der Aufmarschleitung: täglich 4 bis 5 Uhr auf der Kreisleitung, Löberstraße 9, Tel. 4032. Es wird jedoch ersucht, persönliche Nachfragen weitestgehend zu beschränken, da alle Anordnungen durch die Presse in verständlicher Form bekanntgegeben werden. Im Folgenden gibt die Aufmarschleitung die eingehenden und endgültigen Anordnungen für den Festzug bekannt. gez. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Endgültige Anordnungen über Aufstellung und Aufmarsch des Festzugs. 1. Allgemeines. Eine reibungslose Abwicklung des Aufmarsches erfordert, daß sich jeder einzelne Teilnehmer mitverantwortlich fühlt am Gelingen. Er trägt sein Teil dazu bei, indem er die gegebenen Anweisungen bis ins kleinste, und, soweit es sich um festgelegte Zeitpunkte handelt, auf die Minute pünktlich erfüllt. Bei der großen Vielgestaltigkeit teilnehmender Gruppen, Vereine usw. ist eine restlose Aufzählung nicht möglich. Wer in dem folgenden Aufmarschplan nicht ausdrücklich genannt ist, reiht sich dort ein, wo er berufsmäßig hingehört. Dies gilt sowohl für Einzelpersonen, wie für Vereine u. a. Bei Aufstellung des Zuges in den festgelegten Straßen haben die Kolonnen scharf die rechte Straßenseite einzuhalten. Den Anweisen der als Ordner tätigen politischen Leiter ist unbedingt Folge zu lei st en. Marschiert wird in Sechser-Reihen. Die Teilnahme am Festzug darf in keiner Weise zur Reklame ausgewertet werden. Verstöße bedingen Ausschluß von der Teilnahme. 2. Ausstellung. Der Festzug marschiert in 6 großen Gruppen, die durch Ehrenkompanien, Fahnenabordnungen und Musikkapellen untereinander verbunden sind. Die 6 Gruppen sind: 1. Betriebe und Arbeiter, 2. Handel, Handwerk und Gewerbe, 3. Behörden (mit Universität), 4. Freie Berufe und Angestellte, 5. Landstand, 6. Vereine (aber nur Fahnengruppen), Festwagen fahren bei dem Betrieb bzw. der Gruppe, zu der er gehört. Eine Verteilung Der Wagen über den Zug findet nicht statt. Eine bestimmte Reihenfolge der einzelnen Betriebe, Vereine, Verbände usw. innerhalb der 6 Marschgruppen ist nicht festgelegt, sondern die Teilnehmer marschieren ohne weiteres in die Aufmarschstrshen ein, so daß sich die Reihenfolge nach dem zeitlichen Eintreffen bestimmt. Die Leiter der 6 Gruppen sind berechtigt, von sich aus Umstellungen vorzunehmen. Im einzelnen: Spitze: SS., Reichswehrkapelle mit Spiel- mannszug, Ehrenkompagnie der Reichswehr. Gruppe 1: Betriebe und Arbeiter. Es nehmen teil: Nattmann, Bänninger, Gaswerk, Elektrizitätswerk, Eisenbahn, Sparkasse, Poppe, Schaffstaedt, Bataillonsverwaltung, Heil- und Pflegeanstalt, Handels- und Gewerbebank, Den- ninghoff, Gießener Anzeiger, Kliniken, Stempel- kreuter, Opel, Hochbauamt, Tiefbauamt. Grieb, Oberhessische Tageszeitung, Dresdener Bank, Gail- sches Tonwerk, Tabak- und Zigarrenfabriken, Volksbad, Schlachthof, technische Nothilfe und alle weiteren, nicht namentlich aufgeführten Betriebe. Daran schließt sich an die Abteilung „Arbeiter". Hierhin gehören die Angehörigen kleiner Betriebe, die nicht geschlossen auftreten, sowie die Arbeitslosen. In der Mitte der Gruppe 1 marschiert die Kapelle der SA.-Standarte 116 mit SZ. und Ehrenkompanie der SA. und Fahnengruppe. Ueberleitung: Kapelle des SA. - Roserve- sturmbannes 1/116. Gruppe 2: handel, Handwerk und Gewerbe. Die Gruppe umfaßt Innungen, Berufsvereine und Berufsverbände und Betriebe (d. h. Geschäfte.) Es nehmen teil: Gastwirte, Konditoren, Dachdecker, Kellner, Schuhmacherzwangsinnung, Buchdruckerverein, Fleischerinnung, Schreinermeistervereinigung, Bäckerzwangsinnung, Freie Innung des Kraftfahrzeuggewerbes, Freie Schneiderinnung, Kohlenhändler, Friseurzwangsinnung, Kutscherverein, Schlosserinnung, Fuhrwerksbesitzer, Verband der Elektroinstallationsfirmen, Freie Innung der Uhrmacher und Goldschmiede, Gartenbaubetriebe, Maler- und Weißbinderoereinigung, Kraftdroschkenbesitzer, Drogisten, Einzebhandelsverband und alle übrigen Berufsvereinigungen, Sattler- und Tapezierer-Innung. Sämtliche Einzelbetriebe (Geschäfte). Gruppe 3: Behörden (mit Universität). Es nehmen teil: Polizei, Arbeitsamt, Amtsgericht, Landgericht, Reichsbahn, Biebertalbahn, Finanzamt, Kreisamt, Prooinzialverwaltung, Zollamt, Reichsbank, Versorgungsamt, sonstige Landesbehörden (Forst, Vermessung und andere), Postamt, Krankenkasse, Schulbehörden, geistliche Behörden, Stadtverwaltung, alle bisher nicht genahnten kleineren Behörden, Feuerwehr. Dann Universität, Fahnengruppen, Lehrkörper, Studentenschaft (ausgenommen Kliniken — Gruppe 1 — und Versuchsgüter — Gruppe 5 —) Ueberleitung: Kapelle der HI. mit SZ., Ehrenkompanie der HI. und Fahnengruppe. Gruppe 4: Freie Berufe und Angestellte. a) Aerzte, Zahnärzte, Dentisten, Rechtsanwälte, Architekten, Musiklehrer und alle sonstigen; b) Angestellte, soweit sie nicht durch die Betriebe erfaßt sind. Führung von 4b hat die Deutsche Arbeitsfront, Angestelltenschaft; c) Hausangestellte. Ueberleitung: SZ. des Jungvolks, Ehrenkompanie des Jungvolks, Fahnenabteilungen von Jungvolk und BDM. Gruppe 5: Landstand. a) Wieseck mit Trohe (ohne Rücksicht auf Beruf); b) Klein-Linden; c) Gießen: Oberer Hardthof, Unterer Hardthof, Hennecken und alle weiteren landwirtschaftlichen Betriebe; ä) Annerod; e) Rödgen marschiert sofort zum Festplatz auf dem Trieb; Ueberleitung: Stahlhelmkapelle. Gruppe 6: Vereine (nur Fahnengruppen zu je drei Mann). Es nehmen teil: sämtliche Kriegervereine, dann Schützenvereine, Schwimmverein, Turnerschaft, Radklub Germania, Spielvereinigung 1900, Gesangverein Eintracht, Verein für Bewegungsspiele, Guttempler, Philologenverein, Jugendherbergsverband, Sängerkranz, Kolonialverein, Rudergesellschaft, Rudersport, Theatervereinigung, Bavaria, Ruderklub Hassia, Schützengesellschaft, Gesangverein Konkordia, Kraftsportklub, Schützenklub, Gesangverein Frohsinn, Touristenvereinigung, Wandervogel Höhenflug, Reit- und Fahrklub, Gießener Radfahrverein'1885, Gießener Sängervereinigung mit allen ihr angegliederten Vereinen sowie alle nicht genannten Vereine, die in diesen Rahmen gehören. Abschluß Fahnengruppe der Politischen Organisation: SS. Die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz verteilt sich über den ganzen Zug zur Hilfeleistung bei Unglücksfällen. 3. Aufmarsch. Der Abmarsch des Festzuges erfolgt pünktlich um 2 Uhr. Es sind daher die angegebenen Zeiten unbedingt einzuhalten. Nur die absolute Disziplin aller Zugteilnehmer kann eine reibungslose Abwicklung gewährleisten. Es ist selbstverständlich, daß sich jeder Volksgenosse, der als Leiter irgend einer Gruppe in Betracht kommt, diesen Aufmarschplan mit sich führt. Im einzelnen: Ehrenkompagnien der Reichswehr, der SS., der SA., der HI., des Jungvolks, sämtliche Fahnengruppen der politischen Organisationen und alle Spielmannszüge treten auf dem Oswaldsgar- t e n an. Eintreffen spätestens um 1.30 Uhr; A n - marsch durch die Neu st ad t. Gruppe 1: Betriebe. Aufstellung Hammstraße, Spitze am Biebertalbahnhof. Anmarsch nur durch Frankfurter Straße, Wetzlarer Weg, Brücke in der Hammstraße. Die Betriebe müssen spätestens um 1 Uhr eingetroffen fein. Gruppe 2: hago. Aufstellung Wernerwall (früher Nordanlage), Spitze an der Turnhalle. Anmarsch durch Walltorstraße in den Wernerwall. Eintreffen spätestens 1.15 Uhr. Gruppe 3: Behörden. Aufstellung Steinstraße, Spitze an der Turnhall^ Anmarsch über Landgraf-Philipps-Platz, Hitlerwall, (früher Ostanlage), Marburger Straße in die Steinl straße. Eintreffen spätestens 1.15 Uhr. Die Universität stellt sich auf in der Goethestraße^ Spitze Universitätsgebäude und rückt über Ludwig« straße, Gartenstraße, Hitlerwall, Marburger Straß- zur Steinstraße. Eintreffen dort 1.30 Uhr. Gruppe 4: Freie Berufe und Angestellte. Aufstellung 12.45 Uhr Bleichstraße, Spitze Lony- straße. Anmarsch zum Oswaldsgarten über Hin» denburgwall, Gartenstraße, Neuen Bäue, Neuenweg Kaplansgasse, Bahnhofstraße in die Neustadt. Dis Spitze steht am Geschäft I. B. Häuser. Eintreffen dort spätestens 1.30 Uhr. Gruppe 5: Landstand. Aufstellung Rodheimer Straße, Spitze am Bieber« talbahnhof. Eintreffen spätestens 1.30 Uhr. Klein-Linden: marschiert über die Brücks in die Hammstraße ein und rückt nach Abmarsch der Gruppe 1 bis zum Biebertalbahnhof vor. W i e s e ck : marschiert in die Steinstraße ein, und rückt mit Trohe nach Abmarsch der Gruppe 3 bis zur Turnhalle vor. Annerod: marschiert über Kaiserallee, Moltke- straße, Hitlerwall in den Wernerwall ein und rückt nach Abmarsch der Gruppe 2 bis zur Turnhalle vor. Die Ortschaften müssen bis spätestens 1.45 Uhr an ihren Plätzen stehen. Gruppe 6: Vereine. Aufstellung Kirchstraße, Spitze am Geschäft I. V. Häuser. Anmarsch über Marktplatz, Kirchenplatz iit die Kirchstraße. Eintreffen spätestens 1.45 Uhr. 4. Marsch des Festzugs. Der Festzug nimmt folgenden Weg: Horst-Wessel- Wall, Seltersweg, Neuenweg, Neuen Bäue, Garten- straße, Ludwigsplatz, Kaiserallee zum Trieb. Der Anmarsch auf den Trieb ist so geregelt, daß die dort eintreffenden Marschkolonnen von Ordnungsleuten in Empfang genommen und zum Auf- stellungsplatz geleitet werden. Fe st wagen fahren ausnahmslos auf der Grünberger Straße weiter, ohne auf den Trieb selbst zu kommen. Man beachte die Anweisung der Ordnungsleute. Die Aufmarschleitung. Gez.: Hopfenmüller, stellv. Kreisleiter. Höhenfeuer der Hitler-Jugend brennen. In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai werden im ganzen Deutschen Reich die Höhenfeuer der Hitler-Jugend brennen. Zu gleicher Stunde, im gleichen Augenblick werden Millionen deutscher Jungen und Mädel ein Manifest ihres R e i ch s j u g e n d f ü h r e r s Baldur von Schirach hören. Leuchtende Flammensignale werden von einem Berge zum andern künden, daß die geeinte deutsche Jugend versammelt ist, um ihrem Willen Ausdruck zu geben. Diese Feuer werden erneut ein Bekenntnis der de utschen Jug end zur Einheit des Reiches darstellen. In Gießen brennen die Feuer auf folgenden Höhen: Bismarckturm, Schiffenberg, Trieb, auf der Höhe von Launsbach. Um 21.30 Uhr werden die Flammen auflodern. Punkt 21.50 Uhr erfolgt die Verlesung der Botschaft. Die Feiern werden um 22.15 Uhr beendet sein. Es nehmen teil: HI., ID., BDM. und IM. Die Gtallwache. Von Wolfgang pehet. „Heute Nacht stürzte in der ... Straße (... Vorstadt) die Decke eines Stalles ein, die offenbar von Rüben zu stark belastet war. Unter den Trümmern wurde der am Rangierbahnhof beschäftigte Arbeiter I. G. tot aufgefunden, der im Stalle genächtigt hatte, um einer Kuh beim Kalben zu helfen. Ein Balken hatte ihm, wahrscheinlich im Schlafe, die Brust eingedrückt. Wunderbarerweife waren das Tier und fein neugeborenes Junges unversehrt geblieben." (ZeUungsmeldung.) Der Arbeiter Julius Garner war Dor vielen Jahren Knecht bei einem Viehhalter gewesen. Dann heiratete er und zog in die Stadt und nahm Arbeit auf dem Rangierbahnhof. Das Haus, in dessen viertem Stock er mit seiner Frau und fünf Kindern wohnte, stand in einer Gegend, in der sich die ländlichen Reste eines Dorfes mit häßlich städtischen Mietsgebäuden mischten: die Brandmauern fielen kahl zu beiden Seiten ab; rechts und links standen niedere Bauten aus Fachwerk; an den Kramladen schräg gegenüber schloß sich der hölzerne Verschlag eines Stalles. Auf dem Bahnhof duldete Garner nicht daß dem verladenen Vieh ein Leid zugesügt würde. Im Sommer schleppte er den durstig dampfenden Mäulern Wasser herbei; im Winter dichtete ir den Güterwagen mit Flaschenstroh. Die Tiere reckten ihre Köpfe übereinander und leckten fein Gesicht, wenn er in die Nähe kam. Eines Tages hörte er die Frau des Krämers im Laden erzählen, daß ihre Kuh noch diese Nacht kal- ben würde, sie gebärde sich sehr unruhig und kläglich; auch der Tierarzt wolle für nichts bürgen sie hätte rechte Sorge um das Tier. Garner sagte, er wolle dem Tier in der Nacht beistehen. Nach dem Abendessen führte ihn der Kaufmann in den Stall Der Kaufmann wollte ihm noch einen Krug Bier bringen, aber Garner dankte; auch Decken halte er sich mitgebracht, der andere könne ruhig schlafen gehen und brauche weiter keine Sorge um das Tier zu haben; morgen hätte er deren zwei. Die Kuh trat unruhig vor ihrer Krippe hin und her legte sich auf die Streu, erhob sich mühsam wieder rieb sich an den Wänden; sie zitterte unauf- hörlich.' Im letzten Tageslicht, das durch die verstaubte Scheibe über dem Gesimse siel, ging Gamer zu ihr und strich ihr zwischen den Hörnern über den harten, fellbespannten Stirnknochen. Sie sah ihn mit weit aufgerissenen Augen angstvoll an. Er raufte etwas Heu aus der Trense und hielt es ihr vor die Nüstern, aus denen der weiße Saft zur Erde troff. Aber das Tier hob die Schnauze über seine Hand hinweg und blies ihm den Atem stoßweise näher ins Gesicht. Da klopfte er auf den braungescheckten, feisten Hals: „Nur Mut!" und strich wegtretend mit seinen großen Händen über ihre Flanken: sie waren feucht von Schweiß. Da er kaum noch etwas im Stall unterscheiden konnte, zündete er eine Laterne an. In der Ecke, in der er auf zwei zusammengeschobenen Bänken schlafen wollte, stand noch allerlei Stallgerät, Rechen, Gabeln, ein Bündel Stroh. Er brachte das Gerät auf die andere Seite, breitete den Strohbund auf den Bänken aus, ihn am oberen Rande zu einem Kopfkissen aufschüttend, und legte die Decke darüber. Laterne und Zündhölzer stellte er vorsorglich auf einen Holzbock zur Seite. Die Kuh war stiller geworden, hatte sich niedergelegt, atmete schwer und gleichmäßig. Noch einmal trat er zu ihr, betrachtete sie scharf und lange Zeit und nickte billigend mit dem Kopf. Dann streckte er sich auf das Lager, sah den schweren Deckenbalken dunkel und nahe über sich gelegt und löschte das Licht. Er schlief ein, während der Atem des Tieres auf und ab stieß. In der Nacht zeigten ihm Geräusche an, daß die Stunde der Kuh gekommen sei. Anfänglich glaubte er im Dunklen, er stemme sich gegen die Puffer eines Güterwagens, der polternd, knirschend, den Hemmschuh über das Geleise vor sich herguetschend unaufhaltsam auf feine Brust zu drückte. Da begriff er, daß er die beiden Füße des Kalbes im Leib der Mutter bereits zu packen bekommen; das Licht zu entzünden blieb keine Zeit; er zog die kleinen Hufe mit aller Macht auf sich zu, preßte sie gegen feine Brust, warf sich rücklings nieder, damit das junge Tier geboren werde. Am andern Morgen kam Julius Gamer nicht nach Hause; seine Frau wollte ihm den Kaffee in den Stall bringen; sie öffnete die Türe, aber in dem kaum erleuchteten Raume fand sie sich nicht sogleich zurecht. Schließlich bemerkte sie, daß eine Ecke des Stalles eingestürzt war. Unter dem schweren Deckenbalken, der sich, belastet von Kartoffeln und Rüben, über Stroh und zusammengebrochene Bretter gelegt hatte, streckten sich die beiden Beine ihres toten Mannes vor. Daneben standen auf einem Holzbock Zündhölzer und Laterne. Der Raum drehte sich; noch fiel das Licht der Ture aus die Kuh, die unermüdlich ihr In der Nacht geborenes schwarzes Kalb leckte. „Mein Herz ruß nach Dir". Jan Kiepura singt in Gießen — eine auch für verwöhnte Musikfreunde nicht alltägliche Sensation, mag der große Tenor auch nicht in Person, sondern im Tonfilm auftreten. Für diesen Rahmen hat Ernst Marischka eine ebenso amüsante wie sckMissige Geschichte erfunden, die sogar — und das will heute bestimmt etwas heißen — die übliche Schablone der Tonfilmoperetten nicht nur im Musikalischen sprengt. T)as nie versagende Fluidum der Bretter, die die Welt bedeuten, das Bordleben eines Ozeansteamers und schließlich die Spielhölle von Monte Carlo inmitten der paradiesischen Natur der Riviera, das sind an sich ebenso wirkungsvolle wie abgegriffene Attribute für die Leinwand, Es kann also nur an der Komposition liegen, wenn hier etwas Eigenartiges herausgebracht wurde. Die Geschichte des armen Theaterdirektors Rosö und seiner Schauspieler, die auf der Jagd nach einem Engagement sich in Südamerika nach Monte Carlo einschiffen, fängt schon bei der Zollabfertigung mit Pech an, und Pech verfolgt den betriebsamen kleinen Mann und die ihm anvertrauten Schäflein auch an der neuen Arbeitsstätte. Wenn nicht sein „Tenor" stets im rechten Augenblick mit dem Zauber feiner Stimme alle feindlichen Mächte siegreich niederschmetterte. Er erweicht mit seinem Lied das Herz der bärbeißigen Zöllner, seine strahlende Stimme erfingt für ein kleines verschüchtertes Mädel, das er als blinden Passagier in seiner Kabine versteckt fand, das Geld für die Uebersahrt, und in Monte Carlo muß fein siegreicher Tenor wieder in die Bresche springen, um beim Operndirektor zu Gehör zu kommen. Aber nun beginnen die Schwierigkeiten. Der Direktor, der telegraphisch ein Engagement der Truppe abgelehnt hatte, ist bezaubert von dem Schmelz des Tenors, aber leider stellt es sich heraus, daß es nur der Sekretär des Direktors ist, und dieser selbst mehr Interesse für schone Frauen als für Dperntenöre hat. Nun will die kleine blinde Passagierin aus Kabine Nr. 13 sich revanchieren. In einem Modesalon ist der Operndirektor auf die blonde Schönheit der Kleinen aufmerksam geworden und verabredet ein Rendezvous im Spielsaal. Und grade dort hat sich sehr unprogrammäßig in diesen einer andern Kunst geweihten Hallen die gewaltige Stimme des Tenors Gehör verschafft, um für seinen Direktor und die auf Engagement wartenden Kollegen eindringlich zu werben. Aber der durchschlagende Erfolg ist erst einer Freilichtaufführung beschieden, die der ungemein betriebsame kleine Direktor Ross, den die Verzweiflung auf die ausgefallensten Dinge bringt, als Konkurrenz für eine Vorstellung von Puccinis „Toska" in der Oper, auf dem Platz vor dem Operngebäude veranstaltet. Alles strömt aus dem Hause, angelockt von der gewaltigen Stimme des Tenors dieser Truppe, die sich auf so seltsame Weise Beachtung und Anerkennung erzwingt. Daß Rose mit seinen Schauspielern engagiert wird und die kleine blonde Passagierin das Herz des Tenors nicht mehr länger vergebens rufen läßt, versteht sich am Rande. Unter der geschickten und einfallreichen Spielleitung Carmine Gallones vereinigt sich ein ausgesuchtes Ensemble. Da ist, um nur wenige zu nennen, der unwiderstehliche Paul Kemp, ein Direktor, der auch aus der verfahrensten Lage etwas zu machen weiß, seinen um einige Stufen höher auf der Rangleiter stehenden aber an Intelligenz ihm um ebenso viel unterlegenen Kollegen von der grande opera Monte Carlo spielt Paul Hörbiger unvergleichlich trottelhaft, dessen musikalischer Sekretär mit Direktorenallüren ist Theo Lingen. Dies ulkige Kleeblatt sorgt mit viel Witz und Behagen für Heiterkeit und Laune. Hübsch, blond und charmant Martha E g g e r t h als blinde Passagierin und dann endlich der Clou: ihr Partner Jan Kiepura, als lyrischer Tenor ganz große Klasse, eine strahlende unbekümmert dabin- brausende und doch bei aller Kraft ungemein weiche, einschmeichelnde Stimme, die mit gleichem Schmelz und gleicher Modulationsfähigkeit die bekannten Schlager der Tonfilmoperette wie die eingestreuten großen Partien aus Puccinis „Toska" meistert. Die technisch ausgezeichnete Wiedergabe im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ließ keinen Wunsch offen und verhall dem Film in Gießen zu dem gleichen großen Erfolg, den er bisher schon sowohl in Berlin wie im Reich gehabt hat. —e. Zeitschriften. — Im .Aprilheft van „Volk und Rasse" (I. F. Lehmann, München) bietet an Hand von aufschlußreichen Karten Professor Helbok, Innsbruck, ein Bild jener Dolkselemente, die unseren Boden besetzt hielten, als die Germanen ihn in Besitz nahmen. — Wolfgang Willrichs Aufsatz: Mein Weg und meine Einstellung zu Nasse und Kunst, ist ein Bekenntnis zur nordischen Rasse, in deren Dienst er seine Kunst gestellt hat. Mehrere Proben dieser Kunst sind beigegeben. — Karl Tornow betont die Bedeutung der Hilfsschulen für Rassenhygiene und Volksaufartuna. — Kleinere Beiträge bringen eine Fülle anregenden Materials zu brennenden Fragen der Gegenwart. SJl.-$pOTt Handball im Gau X Uder OT. Aufstiegspiele zur Bezirks- und Kreisklasse, krelsklasse I. Die beiden Favoriten dieser Klasse, L ü tz e l l i n - d ea- und Krofdorf, stehen nach den ersten Spielen ohne Punktoerlust, dagegen kommen Katzen- furt und Garbenteich für den ersten Platz nicht mehr in Frage. Allendorf (Lumda) hat nur ein Spiel, das mit einer Niederlage endete, hinter ich, und es hat noch Aussichten, mit in die Ent- cheiduna einzugreifen. Kommenden Sonntag stehen ich in Allendorf (Lumda) Allendorf (£ba.) — Tv. Sahenfuri gegenüber. Den Platzbesitzern muß man, trotz der hohen Niederlage gegen Krofdorf, die besseren Siegesaussichten geben. Findet sich die Mannschaft auch nur einigermaßen zusammen, so müßte ihr ein wenn auch knapper Sieg gelingen. In Garbenteich stehen sich Garbenleich — Lützellinden gegenüber. Die Gäste müssen in diesem Spiel wohl alle Kräfte spielen lassen, um die zwei wichtigen Punkte nach Hause zu bringen. Denn auch Garbenteich ist eine Mannschaft, die zu Hause jede noch so gute Mannschaft aus dem Konzept zu bringen vermag. Sie spielt fast dasselbe System wie ihr Gast, dessen Mannschaft ihre Erfolge in der Hauptsache dem wuchtig und schnell spielenden Sturm zu verdanken hat. Kreisklasse II. In dieser Klasse liegt nunmehr Holzheim mit 6:0 Punkten vor Lang-Göns mit 4:2 Punkten an der Spitze. Gießen 1900 2. Mannschaft greift hier am kommenden Sonntag erstmals ein. D o r - l a r und Ruttershausen dürften für die Entscheidung nicht mehr in Frage kommen. Die Spiele für kommenden Sonntag haben folgende Paarungen: In Holzheim Holzheim — 1900 Gießen 1L Es ist das erste Auftreten der Gießener Mannschaft in den Aufstiegspielen. Die Platzmannschaft wird es bestimmt nicht leicht haben, die 2 Punkte zu erspielen, und sie wird alles aufbieten müssen, um die Gäste zu besiegen. In Ruttershausen treffen Ruttershausen — Lang-Göns aufeinander. Im Vorspiel mußte Ruttershausen eine hohe Niederlage einstecken. Man kann der Mannschaft auf eigenem Platz eine heimliche Chance des Sieges einräumen, zumal die Mannschaft nichts mehr zu verlieren hat, die Gäste aber die Wichtigkeit der zwei Punkte sicher zu schätzen wissen. XII. Rationale Wettkämpfe der Sp.-Vg. 1900. Wie bereits berichtet, läßt es sich die Spielvereinigung 1900 angelegen sein, ihre „Nationalen" auch in diesem Jahre wieder zu einer eindrucksvollen Kundgebung für den Leichtathletikgedanken zu machen. Die Veranstaltung findet am 13. M a i statt. Deutschlands hervorragendster Leichtathlet, der Zehnkampfmeister und Weltrekordmann Hans-Heinz Sievert, hat inzwischen fest zugesagt. Was Sievert für den deutschen Sport bedeutet, braucht wohl nicht in längeren Ausführungen dargetan zu werden. Natürlich werden noch weitere Spitzenkönner am Start sein. So liegt schon eine feste Meldung von dem Mittelstreckenmeister und Olympiateilnehmer Danz (Kassel) vor. Weitere Verpflichtungen stehen bevor. Nachstehend die zum Austrag gelangenden Wett- bewerb e: Leistungsklasse I. 100-Meter-Lauf, Stabhochsprung, Kugelstoßen, !4X100-Meter-Staftel. 200-Meter-Lauf, Diskuswerfen. 800-Meter-Lauf, Speerwerfen. 10 000-Meter-Lauf. Leistungsklasse II. 200-Meter-Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen, 4X400° Meter-Staffel. 1500-Meter-Lauf. 3000-Meter-Lauf. Leistungsklasse III. 100 - Meter - Lauf, Weitsprung, 4 X 100-Meter- Staffel. 400-Meter-Lauf. 1000-Meter-Lauf. Klasse für Vereins - u. Verbandslose. 100-Meter-Lauf, Heulenweitwurf. 3000-Meter-Lauf. ' Die Kampfbahn des Olympia-Stadions. OLYMPIA-STADION BERLIN INNENRAUM HS 5W VO«1OSh. KW IOOmLB hom-hb SCHIOSSEL H Houpfeingong HS Hochiprung SW Speerwurf DW Diillut- und Hommerwvrf SS Stobhoch- und Weibprung LB loufbohn HB Hürdenbahn ff Fußbollfeld KW Kugelstoßen DS Weh- und DreUprung RA Kurvenrodiu* G Groben der Hindernishöhe T Tunnel Der Jnnenraum des Deutschen Olympia-Stadions ist nunmehr vom Deutschen Leichtathletik-Verband sporttechnisch eingeteilt und die Auslegung vom Internationalen Leichtathletik-Verband genehmigt worden. Die 400-Mettzr-Laufbahn entspricht der Anlage von Los Angeles, d. h. eine Laufbahn mit zwei Rundbogenkuroen von 36,50 Meter Radius. Die Laufbahn ist 9,75 Meter breit “J® erweitert sich auf der Zielseite auf 10 Meter. ?ie auf dieser Seite für die Abwicklung der 100-Meter- und 110-Meter-Hürdenläufe entsprechend verlängert. In der Mitte ist ein Fußballs e l d von 70 X 105 Meter vorhanden. Die Sprunganlagen bestehen aus zwei Hochsprungstellen und drei Weitsprunganlagen für Weitsprung, Dreisprung und Stabhochsprung. In beiden Halbkreisen befindet sich je eine Sveerwurf- anlaufbahn, im östlichen Halbkreis liegen zwei Anlagen für das Kugelstoßen. Die Kreise für Diskus und Hammerwurf sind ebenfalls im östlichen Halbkreis, sowie in der Mitte der beiden Längsseiten angeordnet, so daß sie je nach Wind und Sonne benutzt werden. In der östlichen Außenkurve ist der Graben der Hindernisbahn * eingesenkt. Im westlichen Halbkreis führen zwei Tunneleingänge zu den Um» kleideräumen unter den Tribünen. Der Hauptein- gana öffnet sich ebenerdig in 10 Meter Breite in der Mittelachse der Westkurve. Deutschland auf den zweiten Platz. Das internationale Reit-Turnier in Nizza erlebte am Mittwoch in Anwesenheit von 10 000 Zuschauern feinen Höhepunkt und Abschluß mit dem „Preis der Nationen". Deutschland erreichte dabei einen ehrenvollen zweiten Platz, den es allerdings in erster Linie nur der umständlichen Ausschreibung zu verdanken hat. Nach Absolvierung der beiden ersten Umläufe hatte Deutschland klar die Spitze, doch blieb dann die Schweiz im zweiten Abschnitt erfolgreich. Es war ein Stechen notwendig. Hier hatten nur die Schweizer Reiter etwas mehr Glück, sie machten nur acht Fehler, während es die Deutschen mit ihren Pferden Thora, Olafs und Baccarat auf 16 Minuspunkte brachten. Die Schweiz wurde somit glücklicher Sieger vor Deutschland. Vorher hatte jedoch Oblt. Brandt mit Thora die beste Zeit des Tages geritten. Wirtschaft. Hapag und Nordlloyd im Jahre 1933 Bei der unbedingten Abhängigkeit der Schiffahrt von der Entwicklung des Außenhandels und des internationalen Reiseverkehrs und im Hinblick auf die durch die Dollarentwertung eingetretenen Schäden ist das Jahr 1933 für die deutsche Großschifffahrt betrieblich das bisher schlechteste gewesen. Ungenügendes Ladungsangebot verbanden sich mit niedrigen Frachten und andauernder Schrumpfung des Personenverkehrs, und die Einnahmen aus dem Personenverkehr sanken über den Gesamt- verkehrsrückgang hinaus ab, da ein großer Teil der Fahrpreise infolge von Konferenzbindungen in abgewerteten Währungen festgelegt ist. Eine Besserung der Lage sei nicht vor Beseitigung der weltwirtschaftlichen und währungspolitischen Schwierigkeiten zu erwarten. So weist der Norddeutsche Lloyd, Bremen, einen Betriebsverlust von 2,3 Millionen aus (i. V. ergab sich nach Vornahme des Ausgleichs mit der Hapag ein Verlust von rund 13 Millionen, dessen bilanzmäßige Deckung aus der Sonderrücklage des Vorjahres von 24 Millionen erfolgte). Nach Vornahme des vertraglichen Ausgleichs mit der Hapag stellt sich das Reedereiergebnis auf 6,08 Millionen, sonstige Kapitalerträge 0,28, aoErträge 26,36, Sonderrücklage 10,98 Millionen, während Handlungsunkosten der Zentrale 5,91, soziale Aufwendungen 1,99, Abschreibungen auf Anlagen 26,14, andere Abschreibungen 1,79, Zinsen 8,72, Besitzsteuern und sonstige Aufwendungen 1,47 Millionen betrugen. Infolge einer Neugliederung der Erfolgsrechnung sind die Posten mit denen des Vorjahres nicht vergleichbar. Die Hamburg-Amerika-Linie, Hamburg, schließt 1933 mit einem Verlust von 2,29 Millionen ab, der vorgetragen werden soll. Nach dem vertraglichen Ausgleich mit dem Nordlloyd wurde i. V. ein Verlust von 13,02 Millionen ausgewiesen, der aus der Spezialreserve des Jahres 1931 abgedeckt wurde. Das Reedereibetriebsergebnis stellt sich — nach Vornahme des Poolausgleichs — auf 6,66 Millionen. Erträge aus Beteiligungen 0,28, sonstige Kapitalerträge 0,48, aoErträge 26,36 und die Entnahme aus der Spezialreserve "10,98 Millionen. Demgegenüber betrugen die Handlungsunkosten der Zentrale 5,68, soziale Aufwendungen 2,63, Abschreibungen auf Anlagen 26,49, andere Abschreibungen 0,53, Zinsen 8,40, Besitzsteuern 0,99, verschiedene sonstige Aufwendungen 1,32 und Dotierung für Pensionsverpflichtungen 1,0 Millionen. Frankfurter Börse. Mttagsbörse ruhig, aber eher freundlich. Frankfurt a. M., 26. April. An der Börse setzten zu den niedrigen Kursen die Kaufaufträge der Bank- kundschaft langsam wieder ein. Die Grundstimmung wurde dadurch allgemein etwas freundlicher, doch war dcks Gesamtbild nur wenig verändert. Vor allem trat die Abstoppung des Kurseinbruchs am Markte der Neubesitzanleihe in den Vordergrund, Neubesitz lagen um 0,90 bis 1 v. H. fester. Die Diskussion um die Gründe des plötzlichen Zurückfallens dieses Papiers geht fort. Es scheint, daß die Zwangsglattstellungen in der Hauptsache beendet sind, auch setzen gewisse Rückkäufe wieder ein. Die übrigen Reichsanleihen waren um etwa 0,25 v. H. befestigt. Reichsmark-Obligationen wurden ebenfalls 0,25 v. H. höher genannt. Der Aktienmarkt lag ziemlich ruhig. Die Sensation war die 9 v. H. niedrigere Kurstaxe (90) von Schuckert auf die überraschende Dividendensenkung von 1 o. H.; die übrigen Elektrowerte lagen uneinheitlich, Siemens und Licht & Kraft je 0,50 v. H., AEG. 1 v. H. schwächer, dagegen Lahmeyer fest und 3,25 v. H., Gesfürel 0,75 v. H. und Felten 0,50 v. H. höher. Farbenindustrie lagen bei 138,25 v. H. gut behauptet, Deutsche Erdöl zogen um 0,75 v. H. an. Am Montanmarkt regten die Ausführungen über die beachtliche Konjunkturbesserung im Revier an. Stahloereinswerte lagen recht fest, so Gelsenkirchen und Phönix um je 1 v. H., Stahlverein um 0,75 v. H. Sonst gewannen Mannesmann und Buderus je 0,50 v. H. Don Bauwerten lagen Holzmann erneut 0,25 v. H. freundlicher, Schiffahrts- werte waren kaum verändert. Im einzelnen eröffneten Daimler 0,75 o. H., Reichsbankanteile 0,65 v. H. fester, aber AKU. 0,75 v. H., Aschaffenburger Zellstoff 0,40 v. H. niedriger. An den Aktienmärkten traten im Verlaufe keine besonderen Ereignisse ein, im ganzen war das Kursbild gegen Den Anfang ziemlich unverändert. Weiter uneinheitlich lagen Elektrowerte. Für Schuckert kam eine Notiz noch nicht zustande, die Taxe verbesserte sich jedoch um etwa 1,50 auf 92 v. H., auch AEG. waren um 0,40 v. H. freundlicher. Am Rentenmarkt blieb die Bewegung der Neubesitzanleihe unsicher. Nachdem vorübergehend ein Kurs von 17,70 nach 17,35 v. H. erreicht wurde, gingen sie wieder auf 17,22V- v. H. zurück, um innerhalb weniger Minuten wieder auf 17,40 v. H. anzuziehen. Die übrigen Reichswerte lagen unverändert. Stahlverein-Bonds lagen 0,40 v. H. höher. Am Pfandbriefmarkt bestand noch etwas Abgabeneigung, Goldpfandbriefe waren zumeist etwas leichter, Kommunal-Obligationen Hieben etwa gehalten, während Liquidationspfandbriefe bei kleinen Abweichungen uneinheitlich lagen. Von Industrie-Obligationen hielt das Angebot in 6 v. H. Fürstenberg bei einer Taxe von 80 nach zuletzt 87 v. H. an, ferner erschienen 6 v. H. Hartmann & Braun mit Minus-Zeichen. Staats- und Stadtanleihen waren kaum verändert, auch fremde Werts lagen ohne Besonderheiten. — Am Geldmarkt trat im Hinblick auf den bevorstehenden Ultimo eine Versteifung des Tagesgeldsatzes auf 4 v. H. nach 3,50 v. H. ein. Abendbörse freundlich. Die Abendbörse war bei im ganzen kleinen Geschäft weiter etwas freundlicher. Im Hinblick auf He morgen beginnenden Transfer-Verhandlungen herrschte zwar etwas Zurückhaltung, doch war man zuversichtlich gestimmt. Unterstützt wurde diese Haltung durch die weitere Erholung der Neubesitzanleihe von 17,90 auf 18,15 v. H., wobei auch seitens der Kundschaft einige Käufe vorgenommen wurden. Altbesitzanleihe lagen behauptet, späte Reichsschuldbuchforderungen 0,13 v. H. und 6proz. Stahlverein- Obligationen mit 69,75 v. H. 0,50 v. H. fester. Am Aktienmarkt zeigte sich bei zunächst unverändertem Kurs Nachfrage nach IG. Farben, spä- ter zogen sie dann bei etwas lebhafterem Umsatz um 0,50 v. H. an. In Schuckert-Aktien kam dagegen weiteres Angebot heraus, das den Kurs um insgesamt 1,25 v. H. drückte, doch wurde das Angebot voll abgenommen. Auf den übrigen Marktgebieten ergaben sich zumeist Besserungen um 0,25 bis 0,50 v. H., besonders bei Montanwerten, teilweise traten auch Erhöhungen bis zu 1 v. H. gegen den Ber- liner Schluß ein. Frankfurter Schlachtvielirnarkt. Frankfurt a. M., 26. Avril. Auftrieb: Rinder 67 (61), darunter befanden sich 19 Ochsen, 5 Bullen, 17 Kühe und 26 Färsen. Kälber 976 (gegen 1222 am letzten Donnerstagmarkt), Schafe 23 (32) darunter 20 (11) Hümmel, Schweine 547 (550). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber, Sonderklasse, nicht notiert, andere a) 49 bis 50, b) 46 bis 48, c) 39 bis 45, d) 29 bis 38. Lämmer und Hümmel bl) Stallmasthämmel 36 bis 36; Schafe nicht notiert. Schweine al) und a2) gestrichen, b) 41 bis 43, c) 40 bis 43, d) 39 bis 42, e), f) und g) gestrichen. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagmarkt blieben gute Kälber unverändert, geringere zogen um 2 bis 4 Mark, Hümmel um 2 Mark und Schweine bis 4 Mark an. Marktverkauf: Bei allen Viehgattungen mittelmäßig, ausverkauft. Fleifchgroßmarkt: Beschickung: 855 Viertel Rindfleisch, 181 ganze Kälber, 1 ganzes Schaf, 565 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 52 bis 56, II 48 bis 52; Bullenfleisch 48 bis 53; Kuh- fleifch II 36 bis 44, III 28 bis 35. Kalbfleisch II 70 bis 80, III 65 bis 70. Hammelfleisch 70 bis 75. Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 58 bis 64. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes lebhaft. Schweincmarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 26. April. Zum heutigen Schweine markt waren 307 Ferkel aufgetrieben. Es wurden gezahlt: für Ferkel bis 6 Wochen bis zu 16 Mk., von 6 bis 8 Wochen 16 bis 20 Mk. Der Handel war sehr rege, es verblieb nur geringer Ueberftanb. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. 26,13 26,5 26,5 138 138,25 68 । 69 Kunstseide) io 22 o 137,65 25 25 o 6,r 6,7 tRannc£Duina»8Utan 169 168 Die den *1 7,65 7,45 29,75 65,5 85,13 45,75 30 65,5 85,65 45,75 46,25 55,25 68,75 100 113 19,5 160 172 139,5 47 56 18,5 161,5 138,5 5,661 47,30 10,40 99,5 134,5 112,25 63,5 90 99,75 134 117,5 91,5 134,5 118 19,0 162 61,75 66,13 48,25 41,65 60,13 54,4 3,053 169,67 64,41 57,21 66,12 12,825 0,587 2,498 58,61 21,32 16,54 81,15 34,29 81,73 0,758 0,216 5,676 11,68 7 9 0 0 o 138,5 181,75 61,75 54,75 80,25 104,25 62,5 65,75 48,4 41,75 120,9 46,75 55,5 137,5 111,75 60,5 64 o o 0 . 0 0 7 0 0 0 0 10 . 0 0 8,7 6,6 26 127,5 97 104 54 96 61,65 54,75 80 57 60,25 146,5 57 60 146,5 25,5 126,75 98,5 104 55 95,75 29,13 65 85,5 45,25 138,13 181,5 60 54,25 80 104,5 62 65,5 48 41,25 122 46,75 56,4 65 18,75 160,25 172,25 139,5 29,25 65 86 45,25 111,4 61 65,5 57 60,25 146,13 27 21,75 71,25 111,75 62 89 57 60 146,75 26 127,13 98,4 104,9 54,25 96,25 71,75 112 63,65 90 71,65 138,5 112 61,5 65,4 lofjenen Dividende an. — Retchsbankdtskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Srttzner.................... o| ülatnfrafttDcrfe Höchst a-BU», 4 Süddeutscher Lucker —— e| 22 1,15 7,5 7,3 7,5 8 6,65 62,25 66 48,5 42 22,25 1,15 7,65 7,55 7,55 8,6 6,5 70,75 I 111 62,5 89 71 138,5! Philipp Holzmann . ... Zementwerk Heidelberg Lewrntwerk Karlstadt.. HelsingfvgO.. Wien....... Prag....... BudapeH ... Sofia...... Holland .... OSlo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neuyork.... Brüssel..... Italien..... Pari»...... Schwetz.... Spanien.... Danzig..... Japan...... Rio de Jan. . Jugoslawien. 22 1,15 7,6 7,3 7,6 8 6,65 6,65 25,4 126,65 98,5 104,25 54,5 96,5 92 90.25 134 118,25 Devisenmarkt Berlin — Jranffurl a. MI. 4% Oesterreichyche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Stlberrentr 4% Ungarisch, Goldrente....... 4% Ungarische StaatSrent, v. 1910 4y*% deSgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmextkaner von 99 oklanleihe von 1911 agdadd ahn. Anleihe O| 68 1 O 100,5 O| 112,5 Bemberg.......... E stoss Waldhof .... stoss Aschaffenburg au er Gas....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum... vrenstetn L Koppel .. Leonhard Dietz...... Dhade .............. Lrrumulatoren-Fabrü Lontl-Gummt....... Su beru, ..... Deutsche Srddl Gelsenkirchener ...........O »arpener.................... welch Eisen—Köln-Neuessen.* o Ufe Bergbau ............. ■ Ise Bergbau Genüsse llöcknerwerke Beku!i..................J ®»?Ä,r8e,eÄ::: ° SeltenL Guilleaume o Rb^n i^I ^krr.U'ilemehmung. 5 ....... 6 «chucken & do. . ? Siemens« Haisr«........... Lahmeyer Ä Lo, Vamvurg-Ämerika-Paket .....o Hamburg-Güdam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff...........o Norddeutscher Lloyd .........0 0.®. füi Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Armmerz. und Prtoat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Dis conto. Gesellschaft................ 0 Dresdner Bank... n Reichsbank .......V.V.V.*.*.*.'12 I. ®. Farben-Jnbustrts Scheideanstalt........ Goldschmidt ......... RüigerSwerke........ Metallgesellschaft...... Datum •% Deutsche Reichsanlethe v. 1987 6% ehem.7% Dt.ReichSanl.v. 1929 6K,% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Al>lüs..Schuld mit Aullos.-Rechten ............ DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte...... •% ehem.S% Hess. BolkSstaai 1929 irückzahlb. 108%) ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 18................. 6H% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ltqui......... Oberhessen Provinz-Anleih, mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammel abll An- leihe Serie 1 mü AuSlos.-Rechten 6% «^01. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 •% eben. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1938 6%% ehem. 4/.% Franks. Hyp^ Bank-Liglu-Psandbriese....... »H% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Loldpfe..... «% 8% Pr. LandeSpfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 •% ehem. 7% Pr. LandeSpfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutfch. Verrechnungskurs.. Frankfuri a. JJ1. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- böi-se Schluß- furd Schlußk. Mittag» börse 25.4. 26.4. 25-4. 26.4. 95,5 95,75 95,9 95,9 99,9 99,0 99,9 99,9 92,75 92,25 92,5 92,25 95,13 95,4 95,2 95,4 16,5 18,15 16,9 17,9 — 93,5 93,5 92,8 91,5 91,25 91,5 — 90,5 90,5 — — — — — — 94,5 94,65 94,9 95 91,5 91,5 91,75 92,25 91,5 91,5 — — 90 90 — — 91,75 92 — — 94 94 94,25 — 94 94 94 94 97,9 97,9 97,9 97,9 Frankfurt a. M. 1 Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 25-4. 26-4. 25-4. 26-4- *% desgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Mente v. 1903 4,25 4,2 4,2 4H%Rumän.veretnh.Rentev.lS18 7 7 7,13 7 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3,9 3,8 3,9 3,9 3%% Anatolier ............... 29,5 29,5 29,4 29,5 Frankfurt a. M. 3erlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Gchluß- kurs Schlußk. Minag» börse Datum 25-4. 26.4. 25-4. 26-4. Manefelder Bergbau .. .......O 70 69,75 70 70 Kokswerke ........... .......0 —— — 93,75 94,75 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rhetnstahl ........... .......0 .....10 49,25 51 214 49 212,25 50,5 214 .......0 90,75 91,75 90,65 90,75 Bereinigte Stahlwerke. Olavi Minen ........ .......0 .......0 41,75 14,5 43 14,5 105,75 41,65 14,5 107 42,65 14,5 105 Kaliwerke Aschersleben. .......5 107 Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerk» Salzdetfurth .......5 .....7% 107 106,75 107,5 141 106,5 140,5 25- April 26-Apr» Amtliche Notierung Seid | 2rie> Amtliche Dotierung Geld | Brie- 5,649 47,20 10,38 5,661 47,30 10,40 5,649 47,20 10,38 3,047 3,053 3,047 169,43 169,77 169,33 64,29 64,41 64,29 57,09 57,21 57,09 65,98 66,12 65,98 12,795 12,825 12,795 0,598 0,602 0,583 2,491 2,495 2,494 58-54 58,66 58,49 21,27 21,31 21,28 16,50 16,54 16,50 80,97 81,13 80,99 34,25 34,31 34,23 81,57 81,73 81,57 0,754 0,756 0,756 0,214 0,216 0,214 5,664 5,676 5,664 11,66 11,68 11,66 Banknoten. Berlin, 26-April Geld 37ief Amerikanische Roten.............. 2,446 2,466 Belgische Noten.................. 58,33 58,57 Dänische Noten . ...... ....... 57,04 57^26 Englische Noten ................. 12,75 12,81 16,46 16,52 Holländische Noten............... 168,91 169,59 Italienische Noten................ 21,21 21,29 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 1OO Schwing 64J2 64^38 Rumänische Noten............... Schwedische Note» ............... 65,82 66,08 Schweizer Noten................ Spanische Not«................. 80,81 34,09 8L13 34,23 Ungarische Note» ——