Dienstag, 27. MrzM4 184. Zahrgang Nr. 73 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis Z'/^UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger bat} 25% mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u.Tageskalender Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gierzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschliisse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen $ronHv°rtÄ"*”: 11686 Druck und Verlag: Srühl'sche llniverfitälr Such- und Steindruckerei R.Lange in Sieben. Schriftle tung und SeschSftLstelle: Schulstrahe 7 im T-xtt-il 12 Rpf. je mm poüiischer Frühling in -er Schweiz. Don unserem W-K-Berichterstatter. Roosevelt zwischen Gelb und Rot. Neuorientierung in der amerikanischen Sozialpolitik. haben. Die Streitigkeiten wurden durch einen ft o 11 e f - roärttg keine Erklärung über die künftige britische Vertreter der Arbeiter, der Arbeitgeber sowie eines dieser Vertretungen bevorzugen werde. gleichzeitig das eigentliche Ende dieses Systems. Vertraut mit der Mentalität seiner Mitbürger ging Roosevelt daran, durch dreierlei Maßnahmen tatsächlich das alte Finanz- und Wirtschaftssystem zu begraben. Durch die Dollarabwertung entschuldete er die überschuldete Industrie und Landwirtschaft und erzielte für sie, wenn auch etwas künstlich, höhere und zureichende Preise. Das war ein Schlag gegen die Mammonmonarchen der Wallstreet. Und wenn auch Roosevelt nicht einen gestet- gerten Kampf gegen sie betrieb, so genügten doch K schon diese Maßnahmen, um seinem Programm eine gewaltige Popularität zu verschaffen. Die Ober» priester des goldenen Kalbes und die Trustmagnaten sahen sich zunächst in die Defensive gedrängt, vor Eindeutsch-russischesDevisenabkommen B e r l i n, 26. März. ^DNB.) Amtlich. Die zwischen der Reichsregierung und der Regierung der UdSSR, in den letzten Wochen geführten Wirtschaftsverhandlungen haben zu einem Schlußprotokoll geführt, das im Auswärtigen Amt von den Vertretern der Reichsregierung und der Botschaft der UdSSR, und der Handelsvertretung unterzeichnet worden ist. Das Schlußprotokoll enthält Regelungen für das Jahr 1934; insbesondere sind Vereinbarungen über den Verkehr mit derReichsbank und über die devisenrechtlichen Fragen getroffen worden. Elemente führte, die, miteinander verfilzt, als T r u st m a g n a t e n mit einem Schwarm von Geschäftspolitikern nach außen hin die humanitäre Fassade aufrechthielten, dahinter aber nicht immer mit sauberen Mitteln nach und nach die Herrschaft der Trusts aufrichteten und Staat und Verwaltung beherrschten, sowie durch ihre Kreditpolitik die anderen Industrien und die gesamte Landwirtschaft in eine Zinsknechtschaft grauenhaftester Art gestürzt der Einfuhr hat mehrere Ursachen. Zum überwiegenden Teil ist sie auf saisonübliche Gründe zurückzuführen, die immer in den ersten Monaten des Jahres eine besondere Rolle spielen. Zweitens befinden sich die überseeischen Rohstoffländer in einem Stadium offensichtlichen konjunkturellen Aufschwungs. Die Preissteigerung an den Rohstoffmärkten ist nicht mehr in der Hauptsache durch währungspolitische Maßnahmen bedingt, sondern Symptom einer wachsenden Nachfrage. Dies gilt nicht nur für Rohstoffe der Produktionsmittelindustrie; es trifft auch zu bei Rohstoffen für Konsumgüter, besonders bei Wolle und bei Häuten und Leder. Die hierin zum Ausdruck kommende Kauf kraft st eigerung der überseeischen Länder kann sich naturgemäß erst in einiger Zeit auf der Seite der Ausfuhr bemerkbar machen. In der Ungleichheit und zeitlichen Differenzierung der Wirkungen des Konjunkturumbruchs auf den beiden Seiten des Außenhandels liegt allerdings gerade,für Deutschland ein Moment der Ungewißheit. Denn die geringen Reserven an ausländischen Zahlungsmitteln können unter Umständen dann von hemmenden Einfluß auf die weitere Kreditbereitschaft der Außenhandelsbanken sein, wenn neue politische und wirtschaftliche Störungen im zwischenstaatlichen Warenaustausch zu erwarten sind. Vielleicht ist die Welt noch nicht überall genügend aufnahmebereit für die nichts beschönigende Methode einer offenen und ehrlichen Darstellung der Lage. Aus allen diesen Gründen wird die Einfuhrkontrolle der Rohstoffe vorbeugend wirken, ohne an das System der Kriegswirtschaft anknüpfen zu wollen oder an der privatwirtschaftlichen Grundlage unserer Wirtschaft etwa ändern zu wollen. hat Präsident Roosevelt persönlich geführt. Der Streit hatte seine Ursache darin, daß die Arbeit- Das Gesetz über den Verkehr mit industriellen Rohstoffen und Halbfabrikaten geht von devisen- und arbeitsmarktpolitischen Notwendigkeiten aus. Zunächst wird es feine gebet gegen jede gewerkschaftliche 0 r - ganisierung ihrer Arbeitnehmer waren und nur Betriebsvertretungen zulassen wollten. Die Arbeitnehmer führten gegen die Ansicht der Industriellen den nationalen Wiederaufbauplan ins Feld, in dem das Recht der Arbeiter, sich nach eigenem Ermessen zu organisieren, ausdrücklich anerkannt wird. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Genf, 25. März 1934. Auch in der Schweiz beginnt der Kampf zweier , Weltanschauungen sich immer deutlicher aozuzeichnen. Noch sind die Fronten nicht überall klar geschieden. Noch fehlt die fortreißende Parole und noch ist vieles mehr dumpf gefühlt als klar erkannt. Aber so viel ist doch sicher, daß Altes ■ und Neues miteinander ringen, und < daß der Gegensatz der Generationen sich auch j hier immer stärker bemerkbar macht. Man braucht । keineswegs die Parallele mit der Entwicklung in , anderen Ländern zu übertreiben. Gewiß hat die Schweiz mit ihrer jahrhundertealten Tradition und ' ihrem starken Bürgersinn ihre eigenen Gesetze. Aber es handelt sich eben doch auch um 1 europäische Entwicklungen, die einem gemeinsamen Schicksal entspringen, Entwicklungen, denen sich auch die bisher so ruhige Insel der Schweiz nicht mehr länger entziehen kann. Die Krisenerscheinungen, die in den letzten Wochen sich in rascher Folge häuften, sind auch in der Schweiz vielen Menschen unerwartet gekommen, andere sträuben sich selbst heute noch, davon Notiz zu nehmen. Um die Bedeutung der letzten Vorgänge zu ermessen, wie sie sich durch die Verwerfung des Staatsschutzgesetzes und die Krise innerhalb des Bundesrates darstellen, muß man sich klarmachen, daß die Autorität der Schweizer Regierung bisher auf sehr viel festerem Boden ruhte als die der üblichen parlamentarischen Regierungen. Obgleich die schweizerische Verfassung noch aus den Jahren 1848 und 1874 stammt, waren ihre Urheber vernünftig ge- .nug, die Stellung der eigentlichen Regierung gegenüber der Bundesversammlung in jeder Weise zu st ä r k e n. Jede Demission eines Bundesrates bedeutet daher unendlich viel mehr als die eines parlamentarischen Ministers. Die Stabilität der Verhältnisse ergab sich weiter dadurch, daß die radikal-demokratische Partei zusammen mit den Katholisch-Konservativen feit vielen Jahrzehnten u n b e ft ri 11 e n herrscht und die maßgebenden Stellen im Staat besetzt. Rein parteimäßig gesehen ist ihre Macht auch heute noch ungebrochen. Das hat kürzlich erst die Wahl des 60jährigen Ständerats Baumann als Nachfolger Häberlins bewiesen, die entgegen dem Rat weitsichtiger Politiker innerhalb der radikal- demokratischen Partei selbst aus parteimäßigen Er- mäaungen heraus erfolgt ist. Aber dieses Schwanken gerade der jüngeren Politiker innerhalb der radikalen Partei, ob man die Ersatzwahl für einen Bundesrat nach der Mißtrauenskundgebung bes' Volkes durch Verwerfung des Staatsschutzgesetzes, einfach nach der alten Parteischablone vornehmen ober aber unter Verzicht auf die bisherige radikale Mehrheit einfach den besten Mann wählen solle, zeigt, daß auch in der Schweiz neue politische Gedanken sich durchzusetzen beginnen. Maßgebende radikale Zeitungen haben 'ihre Partei davor gewarnt, die Zeichen der Zeit zu verkennen und die Partei über das Vaterland zu stellen. Es war vergebens: Nach einigem Schwanken haben die Radikalen doch einen eigenen Mann und noch dazu einen der älteren Generation als Nachfolger Häberlins nominiert. Die Parteimaschine arbeitete, der Kandidat wurde gewählt und an Stelle einer Beilegung der Regierungskrise erfolgte eine Verschärfu n g. Allenthalben im schweizerischen Volk kam deutlich die Enttäuschung darüber zum Ausdruck, daß kein Fenster im Bundeshaus aufgestoßen worden war, um die dumpfe Luft herauszulassen. Durch den sich an bie Wahl Baumanns unmittelbar anschließenden Rücktritt des katholisch-konservativen Finanzministers Musy, der vielfach^als Auftakt für weitere Demissionen gilt, ist die Bresche innerhalb der Regierung noch viel breiter geworden. Die Gefahr liegt' vor, daß jene Schweizer Parteipolitiker, die alles retten wollten, schließlich alles verlieren werden.- Ganz 'ungehemmt dusiriezweigen des mittleren Westen dauern noch immer an. Auch der Neuyorker Autodroschkenftreik brachte in bet Sonntagnacht neue Ausschreitungen. Die Streikenden verlegen sich nunmehr auf verein- zelte Angriffe in abgelegeneren Gegenden und vermeiden Zusammenstöße mit den am mittleren Broadway zusammengezogenen Polizeikräften. Lande" die Möglichkeit, Dollarmilliardär zu mer= lein Fundament größerer Sicherheit den. Doch ist das Prinzip aufrechterhalten worden,1 erhält, wenn die Bemühungen um die Konsolidie- wonach jeder einzelne Amerikaner entweder wirt-' rung der Auslandsschulden erfolgreich bleiben. schaftlich Erfolg hat, was man zumeist feiner Tüch-1 Nach der Außenhandelsstatistik des Monats tigkeit zuschreibt, ober zu Grunbe geht, was in Februar entfällt ber wesentliche Grunb für bie einem anberen Sinne Darwin als natürliche Zucht- Passivierung ber Bilanz auf bie Steigerung wähl im Kampf ums Dafein hinzustellen versuchte, ber Einfuhr, ber gegenüber bie Ausfuhr unter Nur, baß tatsächlich bie ökonomische Entwicklung Berücksichtigung ber Kürze bes Monats Februar brühen zu einer Herrschaft jener kapitalistischen. burchaus konstant geblieben ist. Diese Steigerung Dollfuß schafft sich eine ,/WehrsroM". Zusammenschluß der Wehrverbände unter Leitung des Bundeskanzlers. Wien, 26. März (DNB.) Heber bie Vereinheitlichung ber österreichischen Wehrformationen sinb zwischen Dollfuß, bem Bunbesführer ber Heimwehren, Starhemberg, unb bem Generalsekretär ber Vaterlänbischen Front, Stephan, ohne Teilnahme bes Vizekanzlers Fey grunbsätzliche Vereinbarungen getroffen worben, bie folgenbe Regelung vorsehen: Sämtliche Wehrverbänbe — bie Heimwehren, die Ostmärkischen Sturmscharen, ber Freiheitsbunb unb bie Christlich-beutsche Turnerschaft, jeboch ohne bie Bauernwehren bes Lanbbunbes, — werben z u einer „Wehrfront" zusammengefaßt. Führer der Wehrfront wird der Bunbesführer S t a r h e m b e r g. Die gesamte vaterlänbische Front, bie in Zukunft aus ber „zivilen Front" ber verschobenen Organisationen unb ber We hrfront bestehen wirb, untersteht bem Bunbeskanzler Doll- f u ß. Vizekanzler Fey unb ber bisherige Führer der ostmärkischen Sturmscharen, Hnterrichlsminister Dr. Schuschnigg, scheiden aus der Leitung ber Ein Streik in der Autoindustrie vermieden Ter Präsident greift ein. Washington, 26.TNärz. (DNB.) Nach langen Verhandlungen ist am Sonntagabend eine Einigung in dem Streit der Kraftwagen- Kontrolle der Rohfioffeinsuhr. Die Beziehungen zur Zahlungsbilanz. — Die Preissteigerungen an den Rohkoffmärtten. sprechen maßgebende Schweizer Zeitungen heute Davon, baß eine grünbliche Erneuerung Der Bunbesregierung notroenbig fei, um Die schwierige politische unb wirtschaftliche Lage im Lande zu meistem. Ein Blick nach Deutschland unb 'ein Vergleich mit bem frischen unb zielbewußten Anpacken ber schwierigsten Probleme im Dritten Reich erwecken gerabe bei ber jungen Generation Den Glauben, baß bie Ueberalterung ber gegenwärtigen Regierung an vielen Hebeln schuld fei, unb daß zum mindesten ihre Verjüngung erfolgen müsse, um das Bundeshaus mit neuen Ideen unb neuer Eneraie zu erfüllen. Darüber hinaus ist aber auch schon ber Zweifel an ber unbebingten Zweckmäßigkeit ber alten Schweizer Verfassung unb an ber Möglichkeit auf ihrer ©runblage bie brangenben Probleme ber Gegenwart zu bewältigen, weit verbreitet. Der Ruf nach einer Verfassungsreform ist ,d o r allem im Lager ber fronten taalich zu hören. Die nationalsozialistische Bewegung ist organisatorisch noch wenia entwickelt, aber zweifellos neben den Fronten im Dorbrinaen. Noch vor wenigen Wochen Glaubte man tn Den Zirkeln ber alten Parteipolitiker, bie elementare Bewegung im Schweizer Volk gering schätzen zu können, unb bie maßgebenbe.Presse machte sich, wie einst in Deutschlanb, eher über sie luftig. Das ist heute anbers geworben. Von Deutschlanb und von Italien her ist bas neue Gedankengut vor allem tn bie Köpfe ber jüngeren Generation gelangt unb macht vor ben Parteischranken schon längst nicht Englische Rückfragen in Parts Eine Aussprache im Unterhaus als zwecklos aufgegeben. mehr Halt. Trotzbem barf bie festverwurzelte Schweizer Demokratie nicht einfach mit bem Weimarer System in Deutschlanb verglichen werben. Eine Umbilbung ber Regierung unb eine Derfassungsreform sinb mit ber revolutionären Bewegung in anberen ßänbern sachlich noch nicht gleichzusetzen, wenn sie für bie bisher so ruhige Schweiz aUerbings auch schon viel bebeuten. In biesem Zusammenhang barf schließlich auch nicht vergessen werben, baß die Schweizer Sozial- bemokraten über einen äußerst aktiven unb rabikalen Flügel verfügen, ber burch Nicole in Genf auch Regierungseinfluß ausübt. Aber gerabe bas Beispiel ber mit Moskau oerbunbenen Genfer Kantonsregierung stärkt ben antimarxistischen unb rechtsgerichteten Elementen automatisch ben Rücken. Obgleich Sozialbemokraten unb Fronten bei ber Bekämpfung bes herrschenben Systems zuweilen in gleicher Richtung marschieren, sinb bie Gegensätze zwischen ihnen hoch nicht weniger scharf als etwa in Oesterreich unb Deutschlanb. Mit großem Interesse wirb man ber weiteren innerpolitischen Entwicklung in ber Schweiz entgegensehen. Es ist natürlich nicht gesagt, daß Sensationen sich häufen müssen. Aber unter der zwischendurch vielleicht ruhig erscheinenden Oberfläche vollziehen sich geistige Umschichtungen, die früher ober später politische Wirklichkeit werben können. Industrie herbeigeführt worden. Damit ist ein haben. . W^et 250 000 Arbeiter betreu hätte > Parallel m. der Entw^lung m «landaber vermieden worden. Die lehlen Verhandlungen S Wammen, als eine Masche zunächst zerriß, °-n,r ^mlich die Bankengewalt. Der furchtbare Bankenzusammenbruch bes Vorjahres bebeutete Wehrformationen aus. Die einzelnen Wehrverbänbe bleiben als Unteroerbänbe weiter im Rahmen ber Wehrfront bestehen, werben jeboch umorganisiert. Die gesamte Vaterlänbische Front wird zur österreichischen Staatsbewegung erklärt. Die nicht in der Wehrfront zusammengeschlossenen Wehrverbände sollen zum Teil durch Eingliederung ber Angehörigen in bie Privatwirtschaft zahlenmäßig herabgesetzt werden, so daß in Zukunft die Wehrfront etwa 30 000 bis 40 000 Mann umfassen wird. Hafter in London Anweisungen für die \ Unterredung erhalten hat, die er heute mit bem Staatssekretär des Aeußern, Sir John Simon haben wird. Die französische Regierung wünsche weitere Nachrichten über die Art der Garantien zu erhalten, die -Großbritannien zu geben bereit sei. Wie verlautet, wird sich die britische Regierung mit Deutschland unb Italien in Verbinbung setzen. ' T* I tagung über bie Ostertage eine Abrüstungs- Döllttl ausfpradje abzuhalten, sei aufgegeben worden, livv eU'r'a'q" zwischen Unternehmern und den i London, 27. März. (DNB. Funkspruch) Nach da die Lage der Abrüstungsbesprechungen gegen- tlvverirag zwy^en «n^rneymern mw , Telegraph" dürste der A brüstungs - wärtig keine Erklärung über die künftige britische Arbeitern geregelt Ferner wird tn Detroit e i n /s K a b i n e 11 s, der am Dienstag Politik zulasse. Die Arbeiterpartei hat zugegeben, Ausschuß gebildet werden, der aus je einem £ ^5 d) u ß i) s D... , ^te eingehend daß eine Aussprache im Augenblick Zwecklos wäre. besprochen hat, sich für eine Anfrage na ch „Times" teilt mitz daß b e r s r a^n z ö^s i s^ch e B o^t- Während Roosevelt versucht, bie Wirtschaftskrise zu überminben, steigt bie soziale Krise auf. Anderthalb Menschenalter, nachdem m Deutschland, drei Menschenalter, nachdem in England der Kampf zwischen Organisationen ber Unternehmer unb ber Arbeitnehmer mit einer Anerkennung ber Arbeit- .............o._.........v_______vi_____ . , nehmerorganisationen enbete, ist in ber Neu en Anwendung für Textilroh st offe finden, boch Welt im ökonomischen Ablauf bie Wirtschaft in fönnen jeberzeit gleiche Regelungen für ben a n b e = biefe Kampfzone getreten. Die Streikwelle,^ ^11 Einfuhrbebarf getroffen werben. Es bie im Frühherbst überall auffteilte, war eine reine f0[{ bie Häufung von Vorräten ver- Lohnbewegung. Die infolge ber Dollarabwertung nrieben und eine zweckmäßige Verteilung für plötzlich gestiegenen Lebensmittelpreise liefen ben ben wirklich nötigen Seb arf sichergestellt Löhnen bavon. Heute geht es nicht nur um Lohn werben. unb Arbeitszeit, sonbern um bie p r i n zip i e l l e j Maßgebenb für biefe vorüdergehenbe Einfuhr- Anerkennung ber gewerkschaftlichen Regelung ist ber Staub ber beutschen Währung Organisationen, obgleich für unb gegen biefe unb der Zahlungsbilanz. Im Februar de- Anerkennung nicht nur soziale unb humanitäre Mo- trug ber Passivsalbo 35 Millionen ober 13 Millio- mente ins Felb gerückt werben, sonbern auch rein nen Mark mehr als im Januar. Das sinb sicher wirtschaftliche Heberlegungen. | ernste Zahlen. Man braucht anbererseits bie Passi- Währenb bie manchesterliche Wirtschaftsausfas- oierung ber beutschen Hanbelsdilanz nicht zum An- fung, wonach lebiglich bie Reichtumsbildung der 1 laß zu nehmen, übertrieben pessimistische Vorstellun- Jnbividuen Zweck der Einzelwirtschaft sei unb bem J gen zu erwecken. Die Gefahrenzone, in ber sich ber Staat nur eine Nachtwächterrolle zuerkannt werden^ deutsche Außenhanbel ohne Zweifel befindet, ist bürfe, zuerst in Deutschlanb zerbröckelte, bann aber nicht größer unb nicht kleiner, als sie im Lause ber auch im klassischen Lanbe ber Wirtschaftsfreiheit, in letzten eineinhalbJahre gewesen ist. Man kann so- Englanb, zum alten Eisen geworfen worden ist, lebte gar behaupten, daß mit ber wachsenben Konsoli- eigentlich nur noch bie amerikanische Wirtschaft in bierung ber zwischenstaatlichen Warenströme auf diesen Vorstellungen. Zwar ist bie Jbeologie längst Grunb ber sich neu einspielenben Wettbewerbs- durch bie Wirklichkeit vernichtet worben, jeher „frei- bebingungen bie beutsche Position im Welthanbel geborene" Amerikaner habe in „Gottes eigenem i selbst unter bem akuten Druck ber Devisenknappheit Laube" bie Möglichkeit, Dvllarmilliarbär zu wer-' « LIVIU vXl Lil yUl f | l | w •> v 1 11 v | 1 w J) / Unparteiischen besieht. Diesem Ausschuß werben ™ a r ausgesprochen Haden, in der um Aufklä- d i e Lohnlisten und die 2nifglieber-| tung über Wünsche unb Ansichten ersucht werden listen der Arbeitervertretungen zu-' soll, bie in ber französischen Note nur berührt, qänqlidj sein. Die Regierung betont, daß sie feine | aber nicht eingehenb oder adschließenb behandelt e er i>enreiunqen PKuut3uutn luttbe. worden sind Die Frage der Ausfuhr ungs- Dl- kleineren Ausstände in den nerfchiedenen 3n- y, a f t der zur Sprache gebracht werde. Die Absicht, i m Unterhaus am Donnerstag anläßlich der Der- allem, als der Börsenspekulation, und den verschiedenen Boomoersuchen, also spekulativen Preissteigerungen, ein harter Riegel vorgeschoben wurde. (km zweites Programm Roosevelts bestand in der Hergabe von 1U bis 15 Milliarden Mark zur Beschassung öffentlicher Arbeiten und zur (Eindämmung der Arbeitslosigkeit. Schließlich aber, und, das Entscheidende war das Niro- System, die National Necovery Act, durch die für nicht weniger als 280 Industrien e i n Produktionsprogramm ausgestellt wurde und die Lohn- und Aroeitszeitbedingungen festgelet worden sind. Damit war in Wirklichkeit der Beginn einer Planwirtschaft und die Abschaffung der zügellosen Produktion sowie des ungezügelten Preismarktes erklärt. Der Staat hatte, weil die amerikanische Prioatwirtschast versagte, einen Teil der Wirtjchaftsgewalt an sich gerissen. Noch nicht völlig, aber zu einem erheblichen Teil war das alte Wirr- schaftsgebäude, das aus den Theorien der klassischen Nationalökonomie erbaut, eine zeitlang zureichend, aber dann völlig veraltet war, abgerissen worden. Roosevelts Kampf ist ein Riesenkampf um die Durchführung feines Programms, und die oppositionellen Gewalten haben heute noch eine große Machtfülle. Ein Teil der Finanzgewaltigen schien offiziell wenigstens gute Miene zu dem gegen sie schließlich entscheidenden Spiel zu machen. Ein Teil der Industrie und das Publikum folgten willig. Aber gerade die Wirtschaftszweige, die bisher der anonymen Gewalt der Truftherren unterstanden — Bergbau, Textilindustrie, Kraftfahrzeugsabrikation einschließlich Ford — versuchten immer wieder, gegen den Stachel zu locken, und vor allem wandten fie sich dagegen, daß die im Niroprogramm vorgesehene Anerkennung der Gewerkschaften als Vertragspartner der Unternehmerorganisationen sich nicht verwirklichte. Sie haben eigentlich nur Werksorganisationen, was wir in Deutschland gelbe Gewerkschaften nannten, gelegentlich anerkannt und wollen auch jetzt nur Werks- organifationen. Der Marxismus hat ja im bisherigen amerikanischen Gewerkschaftsleben keine Rolle gespielt. Die AFL., die American Federation of Labour, war bisher eine reine Organisation von qualifizierten Arbeitern, nach denen früher immer große Nachfrage war und die entsprechend bezahlt wurden. Sie stand jahrzehntelang unter Führung von Samuel G o m p e r s, der in Wirklichkeit sehr unternehmerfromm war. Aber diese Richtung ist tot. Die Gewerkschaften stellen keine marxistischen Forderungen, aber jedenfalls wollen sie nicht mehr Objekt einer krassen Unternehmerpolitik sein. Der Streit, der gefährliche Formen angenommen hatte und nicht nur die Taxichauffeure, sondern auch die Arbeiterschaft der Kraftfahrzeugindustrie der Bergbaugebiete, der Eisenindustrie ergriff, ging vor allem darum, daß die Unternehmerorgönisationen sich zu kollektiven Lohnabkommen verstehen. Die Unternehmer beantworteten diese Forderung mit dem Versuch der Bildung von gelben Gewerkschaften und erklärten in Bausch und Bogen die Arbeiterforderungen für kommunistisch. Wer das Programm der amerikanischen Gewerkschaften kennt, weiß, daß sie weder damit noch mit einer anderen marxistischen Doktrin etwas zu tun haben. Die nun soeben erfolgte Beilegung des Streites zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern in der Autoindustrie, der größten Industrie der bereinigten Staaten, ist mcht nur als ein großer persönlicher Sieg Roosevelts, sondern als ein Wendepunkt in der Entwicklung der Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit in den Vereinigten Staaten zu werten. Zwischen dem Festhalten der Arbeitgeber an der Alleinherrschaft innerhalb der Betriebe und dem Drängen der Gewerkschaften nach her Beherrschung aller Arbeiterfragen ist es Roosevelt gelungen, eine Mittellinie zu finden, die abzulehnen sich die Gewerkschaften mit Rücksicht auf die öffentliche Meinung nicht leisten konnten. Roofevelt hat durchgefetzt, daß sich die Arbeiter ihre Vertretungen selb st auswählen dürfen, ohne daß die Arbeitgeber einerseits und die Gewerkschaften andererseits sich das Recht zu Vorschriften anmaßen können. Dies bedeutet die Ablehnung der Forderungen der „American Federation of Labour“, die, ebenso wie Senator Wagner, die Abschaffung der Betriebsvertretungen und die alleinige Anerkennung der Gewerkschaften verlangt haben. Dies bedeutet auch die Nichtannahme des von Senator Wagner eingebrachten Gesetzentwurfes durch den Bundeskongreß, der überhaupt bei diesen außerordentlich wichtigen Verhandlungen der letzten Woche zwischen den Autofabrikanten, den Arbeitnehmern und der Regierung ganz ausgeschaltet war. Andererfeits dürfen die Arbeitnehmer jetzt eine Gewerkschaft mit ihrer Vertretung beauftragen, wenn sie dies wünschen. Schließlich verlangt Roosevelt von den Arbeitgebern, daß sie bei der Einstellung bzw. Entlassung von Arbeitnehmern in erster'Linie den Kinderreichtum berücksichtigen, sodann das D i e n st a 11 e r , das Geschick und die A r b e i t s l e i ft u n q. Erst nach Berücksichtigung dieser Punkte greift die Bestimmung Platz, daß nicht mehr Mitglleder der Gewerkschaften eingestellt ober abgebaut werden dürfen als Vertreter anderer Arbeitergruppen. Nach der Regelung dieser wichtigen sozialpolitischen Fragen sieht Roosevelt die Zeit für einen kurzen Erholungsurlaub gekommen, den er in den Gewässern an der Küste von Florida verleben wird. Wie verlautet, wird er nach der Rückkehr in etwa zwei Wochen sehr energisch die Erledigung her übrigen schwebenden Probleme betreiben, insbesondere die Reform des Jolita r i f e s und den Ausbau des Außenhandels. Der Nationalismus als Grundlage für das Zusammenleben der Völker. Ein Vorwort des Führers zur italienischen Uebersetzung seines Buches „Mein Kanrpf". Mailand, 26. März. (DNB.) Im Verlage B o m p i a n i in Mailand kommt in diesen Tagen bie italienische Uebersetzung des Werkes des Führers „Mein Kampf" in Buchform heraus. Der Führer hat dazu folgendes Vorwort geschrieben: Völker, die für erhabene nationale 2deen kämpfen, sind lebens stark und zukunftsreich. Sie halten ihr Schicksal in Händen. Ihre gemeinschaftsbildenden Kräfte sind dann mcht selten Werte von internationaler Geltung, die für das Zusammenleben der Völker untereinander segensreicher wirken als die „unsterblichen Ideen des Liberalismus, die die Beziehungen der Nationen verwirren und vernichten. Faschismus und Na t i o na ls o z i a l i s - Oie demokratische Untermauerung dessaschistischenRegimesinZtalien Zehn Millionen stimmen bei der Wahl zur italienischen Kammer für die faschistische Abgeordnetenliste. Rom, 26.Wärz. (DRV.) Amtlich wird folgendes vorläufiges Gesamtergebnis der Wahlen zur ita- lienifchen Abgeordneten - Kammer bekanntgegeben: Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 10433536. Die Anzahl der abgegebenen Stimmen beläuft sich auf 10041 997; Wahlbeteiligung 96,25 v. h. hiervon lauteten a u f 3 a 10 025 513 Stimmen, a u f Rein 15 265 Stimmen. Ungültig waren 1219 Stimmen. Die Abstimmung hat sich in ganz Italien in größter Ordnung und ohne jeden Zwischenfall vollzogen. Die Blätter betonen, niemals in den heutigen Tagen habe man eine Volksabstimmung für ein Regime und den Wann, der es verkörpert, erlebt, die so spontan gewesen sei. Das Ergebnis sei vor allem ein Akt der Dankbarkeit für den Duce, für sein heroisches Leben, das ganz der Verteidigung der Ration und ihren Idealen gewidmet sei. Ferner verkörpere es des Volkes unbestrittenen Glauben an das faschistische Regime. Schließlich fei es für alle übrigen Rationen ein neuer glänzender Beweis für den einheitlichen Willen der italienischen Ration. Aus einem Volke, das bis vor kurzem aus Tradition zerrisien gewesen sei, sei nun eine bewundernswerte Einheit, ein unzerbrechlicher Block von Energien geworden. Rachdem der Faschismus wieder einmal feine eigene unzerbrechliche Geschlossenheit bewiesen habe, so schließt das „G i o r n a l e d ' I t a l i a" seine Betrachtungen, könne er weiterschreiten auf dem Wege, den ihm die Geschichte weise, nämlich zur Erneuerung der politischen Ordnung, zur Zusammenarbeit und Solidarität aller Klassen und zum sicheren, ruhigen Zusammenleben aller Staaten in einem neuen Europa. 7N u s s o l i n i hat nach der Bekanntgabe des Ergebnisses der Volksabstimmung den Parteisekretär beauftragt, den Offizialsekretären der Partei sein Lob auszusprechen. Am Wontagabend sprach der Parteisekretär S t a r a z e auf allen italienischen Sendern über Ergebnis und Bedeutung der Volksabstimmung. * Von 10,5 Millionen wahlberechtigten Italienern haben f a st a 11 e m i i I a der Formel zugestimmt: „Billigen Sie die Liste der Abgeordneten, die vom Großrat des Faschismus vor- ge schlagen wurde?" Diese Wahlabstimmung trug rein plebiszitären Charakter. Es gab nur ein Ja oder ein Nein für die vom Großen Rat des Faschismus aufgestellten Kandidaten für das 29. italienische Parlament, das am 28. April eröffnet werden soll. Der italienische Wähler hatte also nicht über die Zusammensetzung der Kammer, sondern nur für oder gegen das faschistische Regiment zu entscheiden. Die 400 neu gewählten Abgeordneten sind aus 800 Kandidaten aus- gewählt worden, die durch die 13 großen Arbeitssäulen vorgeschlagen waren. Im Jahre 1929 stimmten von 9 673 049 nur 8 519 559 Wähler mit Ja. Damals war die italienische Wählerschaft erregt, vor allem über die katholische Aktion, über die Kontrolle der Jugenderziehung usw. Aber seitdem haben sich die Beziehungen zum Vatikan gebessert, und eifrige Katholiken behaupten foaar, daß der katholische Einfluß im faschistischen Staat sich in diesen fünf Jahren immer mehr verstärkt habe. Die neue Kammer ist bi e letzte politische italienische Kammer, wenn auch nach anderen Grundsätzen gewählt als die vorfaschistischen Parlamente. Sie dürfte nur ein Jahr tätig fein, bis aus ihr die kommende korporative Kammer, eine ständische Kammer also, entsteht. Dieses llebergangsparlament hat ausdrücklich die Aufgabe zügewiefen erhalten, jene Verfaffungsreformpläne zu „debattieren" und approbieren, die auf die Errichtung des korporativen Staates hinauslaufen. Daß das neue Kor p or a tionsgesetz durchgeht, ist außer Zweifel. Mussolini hat dem Senat erklärt, daß die erste Etappe darin bestände, die Korporationen zu konstituieren, die zweite darin, das praktische Funktionieren dieser Institution zu überwachen und zu kontrollieren. Erst dann würde die Derfassungsreform burckgefühkt. Um den Weg ist hart gestritten worden. Während der langen Debatten über das neue Korporationsgesetz gab es einige Zusammenstöße zwischen den Arbeitern und den anderen Wirtschaftsgruppen, vor allem über den Artikel 8 des neuen Gesetzes, der die Korporationen ermächtigt, die „wirtschaftlichen Be- Ziehungen und die einheitliche Disziplinierung der Produktion zu regulieren" und ferner über den Artikel 11, der bestimmt, daß solche Regulierungsvollmacht dem Korporationsparlament zusteht und Gesetzeskraft hat. Die Entscheidung liegt aber in den Händen der Regierung, also Mussolinis. In seiner berühmten Rede vom 14. November 1933 hat Mussolini erklärt, daß die bisherige Kammer der Deputierten durch das nationale Parlament oder den nationalen Rat der Korporationen abgelöst würde. Die alte demokratische Kammer sei ein Anachronismus. Sie repräsentiere eine versunkene Welt mit ihrem Majoritätsprinzip der Parteien usw. Damit habe eine Deputiertenkammer aus freien Wahlen ihre Daseinsberechtigung verloren. Dementsprechend sind jetzt die Wahlen, ober genauer gesagt, die Abstimmungen in Form eines Plebiszits vorgenommen worden. Aehnliche Versuche, die nach und nach sich immer klarer in Formen ausprägten, sind schon feit vielen Jahren angesetzt worden. Das Gesetz von 1926 ermächtigte die Exekutive, ausgenommen gewisse Sachen, die dem Parlament zustanden, Dekrete zu erlassen, die Gesetzeskraft haben sollten. Schon dadurch war die gesetzgeberische Gewalt des italienischen Parlaments außerordentlich eingeschränkt, aber auch für das Gebiet, das der Deputiertenkammer noch belassen wurde, bestand die Oberaufsicht eines Kasfationshofes, der im Falle von Kompetenzkonflikten endgültig entschied. Das war der Anfang vom Ende des demokratischen Parlamentarismus in Italien, dessen 29. Parlament ihn endgültig begraben soll. pariser Echo. Französische Blätterstimmen zur Volksabstimmung in Italien. Paris, 27. März. (DNB. Funkspruch.) Der „Petit Parisien" erklärt, es unterliege feinem Zweifel mehr, daß Mussolini mehr denn je Italien hinter sich habe. Mit einem solchen Abstimmungsergebnis werde er jetzt ohne Zögern die Ständevertretung schaffen können, die ihm feit langem vorschwebe. Der überwältigende Erfolg der italienischen Volksabstimmung sei sicher zum größten Teil auf die außergewöhnliche Persönlichkeit Mussolinis zurückzuführen. — „Echo de Paris" schreibt, daß tatsächliche Regie? rungsmacht auch hinter dem Wandschirm der Ständevertretung Mussolinis, seinen Ministern und der Beamtenschaft gehöre. Der Staat wolle sich i n das Wirtschaftsleben einorbnen unb keine Initiative der Erzeuger mehr bulben. Dies bedeute, daß sich jetzt auch Italien mit Leib und Seele der Planwirtschaft ergebe. Roosevelts wirtschaftlicher Wiederaufbau fei bald übertroffen. Der faschistische Staat sei allmächtig. Bisher habe er sich aber noch nicht als allwissend erwiesen. m u s, in ihrer weltanschaulichen Grundhaltung innerlich verwandt, sind berufen, einer fruchtbaren internationalen Z u - jammenarbeit neue Wege zu weisen. Sie in ihrem tiefsten Sinn und Wesen begreifen, beißt, dem Frieden der Welt und damit der Wohlfahrt der Völker dienen. aber zu früh los. Ein Kind und ein Fußgänger wurden getötet. Weitere vier Unbeteiligte wurden schwer verletzt. In Barcelona nimmt das Derbrecher- Unwesen zu. Kassenbvten eines Lichtspielhauses, die von mehereren Geheimpolizisten begleitet waren, wurden no'n B a n d i t en überfallen. Die Berlin, den 2. März 1934. Gez.: Hitler. Räuber waren dem Geldtransport in vier Kraftwagen gefolgt und schossen plötzlich aus M a s ch i n e n p i st o l e n auf die Boten und die Erregte Stimmung in Spanien. Valencia stundenlang ohne Licht. — Frecher Gibt es bewaffnete politische Gruppen in Frankreich? Paris, 27. März. (DNB.-Funkfpruch.) Der Polizisten, die das Feuer erwiderten. Zwei Poli- zeibeamte wurden schwer unb zwei Personen leicht verletzt. Die Verbrecher entkamen mit 20 000 Deseten. Der Streik der Metallarbeiter in Madrid geht weiter. Mocdonaid bekommt Drohbriefe. London, 27. März. (DNB.-Funkspruch.) Nach von zwei Polizisten, nicht wie bisher nur von einem begleiten zu lassen. parlamentarische Untersuchungsausschuß zur Klärung der Februarunruhen hat die Regie- Am Vorabend der Beisetzung der Königinmutter Emma von Holland. qottesdienst statt, der von dem" Pfarrer H - r b st van der deutschen evangelischen Gemeinde g-mahl, die Thronfolgerin, der Fürst und die Fürstin von Waldeck sowie der deutsche Gestndte Gras Zech teilnahmen. Im Den Haag. 27. Marz. (DNB.) Die Königin n En g > -> nd der König v ° n Schw - de n. Uebcrfall auf Kasse"nböten in Barcelona. ,',^w7ki7chen Nepusno-rG-n-rAA-r- Madrid, 27. März. (DNB. Funkspruch.) Va- neur von Niederländisch-Indien unb mehrere andere lencia war infolge von Sabotageakten Regierungsoberhäupter unb Fürsten haben am Vor- ber Elektriziätsardeiter stundenlang abend der Beisetzungsfeierlichkeiten für die Köniain- ohne Licht. In der Nacht haben dann die Arbeiter mutter, Kränze an ber Bahre ber De r- ber Elektrizitäts-, Gas- und Wasserversorgung den ft o r b e n e n nieberlegen lassen. In der deut- Streik begonnen, ber von der Regierung als un-, s ch e n Kirche im Haag fand ein Trauer- gesetzlich erklärt worden ist. Studenten des Techni- gottesdienst statt, t kurns und militärische Fachgruppen versuchen die Herb ft von ber deutschen evangelischen Gemeinde Betriebe zunächst notdürftig aufrecht zu erhalten, geleitet wurde, unb an dem u. a. der Vrini- In Saragossa brachten Syndikalisten vor einer n «> m n h f h i» Polizeiwache eine schwere Bombe zur Explosion. Sie wollten so die Ablösung des Ueberfallkomman- , , ____ dos, insgesamt 25 Mann, töten. Die Bombe ging Laufe des Montag trafen im Haag zahlreiche offi= rung aufgefordert, unverzüglich die erforderlichen dem arbeiteroarteilidjen „Daily Heralb hat Mmi- Matznahmen zu treffen, um d i e Bewaffnung fterpräfibent Ma c d o n a Id neuerbmgs Drohbriefe gewisser Vereinigungen unmöglich zu erhalten, mit denen sich die polnische Polizei bemachen. Bei der Vernehmung von Augenzeugen reits beschäftigt. Aus den Briefen gehe hervor, daß über die Ereignisse am 6. Februar waren die Aus- der Schreiber die Gewohnheiten des Mimster- sagen des Ehrenvorsitzenden der royalistischen > Präsidenten sorgfältig beobachtet. So enthielten Camelots du roi Maxime Real del Sarte.sie genaue Angaben über die Morgenspa- von Interesse. Er erklärte, er sei von einem flier gange Mac Donalds im St. James- Bekannten gebeten worden, den Innen- V a r k. Auch wurden die genauen Stunden unb minifter des letzten Kabinetts Daladier, Frot, Minuten, zu denen Macdonald sich an dieser oder aufzusuchen. Denn nur Frot sei imstande, die not- jener Stelle des Parkes aufgehalten hat, angegeben, wendig gewordene Diktatur zu verwirklichen. I Arft ferne ^pa^ergange zu verzichten, habe Mac- Er höbe den Vorschlag a b g e l e h n t. Heber die > donalb abgelehnt Auf Drangen maßgebender Stel- Bewaffnung feiner politischen Freunde erklärte, len habe er sich doch bereit gefunden, künftig sich Sorte: „Wohl verfügen meine Freunde persönlich """ ’m ° * n 4 t--t— 3 u ihrer Verteidigung über Revolver und Gummiknüppel, Waffenlager besitzen wir aber nicht. Das bedauere ich außerordentlich." zielle Trauergäste und viele Zuschauer avs ber Pro« vinz ein, so daß alle Hotels und Pensionen überfüllt sind. Am 1. April treten die neuen Unfalls verhütnngsvorschristen inKrafi Am 1. April treten die neuen Unsallverhütungs. Vorschriften in Kraft, die von den gewerblichen Berufs genossenschaften geschaffen worden sind. Für die Durchführung von Bestimmungen, die über die bisher gültigen hinausgehen unb bie eventuellen Aenberungen an Einrichtungen erfordern, ist eine Uebergangsfrift von drei Jahren vorgesehen. Alle anderen Forderungen, z. B. zur unfallsicheren Regelung des Betriebes oder für das Verhalten der im Betrieb Beschäftigten und auch Forderungen, bie eine Aenoerung an den Einrichtungen nicht bedingen, find bis zum 1. April 1934 auch in beftebenben Anlagen durchzuführen. Für Neuanlagen treten die Vorschriften an diesem Termin ohne Einschränkung im ganzen Umfange in Kraft. Die Durchführung der Vorschriften in den Betrieben- liegt in erster Linie dem Unternehmer ob. Er hat auch die Arbeiter zur Benutzung der Schutzvorschriften und Schutzmittel und zur Beachtung aller Vorschriften anzuhalten. Für gleiche Betriebseinrichtungen, Maschinen und Arbeitsvorgänge stimmen die Vorschriften überein. Eine systematische Zusammenstellung aller Unfallverhütungsvorschriften ist in Vorbereitung. Der MbiliarvollsirecklWsschuH bis zum 31. Oktober verlängert. Aber Schutz des Gläubigers gegen böswillige Verschleppung. Berlin, 26. März. (DNB.) Von den bestehenden allgemeinen Vollstreckungsschutzvorschriften waren diejenigen, die sich auf die sogenannte Mo- bilarvollstreckung bezogen, bis zum 31. März d. I. befristet. In Betracht kamen hierbei insbesondere die §§ 18, 19, 19 d der Verordnung vom 26. Mai 1933, die die Pfändung vo-n Hausrat, Einrichtungsgegenständen, Vorräten und dergleichen und von Miet - und Pachtzinsen, sowie dix Verpflichtung zur L e i ft u n g d e s Osfenbarungseides beschränkten. Diesen Dollstreckungsschutz hat nunmehr die Reichsregierung durch das am 22. d. M. beschlossene Zweite Gesetz über weitere Maßnahmen auf dem Gebiete der Zwangsvollstreckung bis zum 31. Oktober d. I. verlängert. Dies erschien notwendig, weil trotz der unverkennbaren Besserung unserer Wirtschaftslage die Verhältnisse noch nicht so gefestigt sind, daß schon jetzt eine völlige Beseitigung des Voll- streckungsschutzes verantwortet werden konnte. Auf der anderen Seite ist jedoch, um der Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Lage der Gläubiger Rechnung zu tragen, eine Lockerung ber zur Zeit geltenden Bestimmungen am Platze. D.eshalb versagt bas Gesetz ben bei ber Pfändung von Vorräten unter gewissen Voraussetzungen gewährten Schutz, soweit es sich um Fertigwaren handelt. Ferner ermächtigt es das Gericht, Anträge auf Aufhebung oder einstweilige E i n st e 11 u n g ber Zwangsvollstreckung, bie aus Verschleppungsabsicht ober aus grober Nachlässigkeit nicht alsbald nach der Pfändung bestellt sind, ohne sachliche Prüfung zurück zu weisen unb schließt bie De- schwerbe gegen Entscheibungen bes Vollstreckungsgerichts über Gewährung ober Versagung des Vollstreckungsschutzes aus. Damit wird der vielfach beklagte Uebelftanb beseitigt, baß Schulbner durch verspätete Antrag st ellung unb durch Ausnutzung des Rechtsmittelzuges bie Vollstreckung verschleppen konnten, auch wenn sie ihr keine begrünbeten Einwenbungen entgegenzusetzen hatten. Ein Sachverständiger für germanische Vorgeschichte. Anordnungen deS Reichsüberwachungs- amtes für Schulung und Erziehung. München, 26. März. (DNB.) Das Reichsüberwachungsamt für Schulung unb Erziehung ber gesamten nationalsozialistischen Bewegung gibt folgendes bekannt: 1. In Anbetracht der Wichtigkeit einer unbefangenen Beurteilung ber germanischen Vorgeschichte bestimme ich Herrn Privatdozent Dx. R e i n e r t h, Universität Tübingen, mit meiner Vertretung auf allen einschlägigen Gebieten. Dr. Reinerth wird dadurch zugleich bevollmächtigt, alle Unterhandlungen in dieser Frage zu führen, um eine einheitliche Haltung in der NSDAP, sicherzustellen. 2. Die Reichs ft eile zur Förderung des deutschen Schrifttums ist mir persönlich unterstellt. Sie hat die Aufgabe, bas erschienene Schrifttum Deutschlands zu prüfen und das für die NSDAP., für das Werk „Kraft durch Freude" und für alle angeschloffenen Verbände Wertvolle zu empfehlen. Alle Schreiben ber in Frage kommenden Stellen sind zu richten an den gefcbäftsführenden Leiter PG. Hans Hagemeyer in Berlin, Oranienburger Straße 79. Die parteiamtliche Empfehlung ober Ablehnung ber für bie Werbuna innerhalb der NSDAP, in Betracht kommenden Schriften erläßt die mir unterstellte Reichsüberwachungsftelle der Bewegung. Ihre Anschrift lautet vom 1. April 1934: Berlin W 10, Margaretenstraße. gez.: Alfred Rosenberg. Der Aeichssckahmeiffer der NSDAP. Generalbevollmächtigter des Führers in allen vermöqensrechtlichen Angelegenheiten der NSDAP. München, 27. März. (DNB. - Funkspruch.) Der Führer hat ben Reichsschatzmeister ber NSDAP, zu feinem Generalbevollmächtigten in allen oermögensrechtlichen Angelegenheiten Der Partei ernannt. Ins- befonbere hat der Reichsschatzmeister bas Recht, d i e Finanzgebarungber ber Partei angeschlossenen Verbände nachzuprüfen. Keine Untergliederung der Partei besitzt eigene Rechtspersönlichkeit. Zur NSDAP, gehören sämtliche Parteidienststellen, sowie alle Verbände und Organisationen, bie Reichsleitern unterstellt sind. Die Gauschatzleiter unb Gaurevisoren werden dem Reichs- schatzmeister unmittelbar unterstellt. Preußen führt eine straffere Verkehrsorinmng ein brai Wer hat die Stavisky-Äwelen in London versetzt? Scotland Hard auf der Spur der geheimnisvollen Blondine. Hirrner, 41 Jahre alt, über 14 Monate im ft <1 3 Aus aller Welt. 900000 DIorf spendete die Wehrmacht zur Förderung der nationalen Arbeit. Kiel,. 26. März (DNB.) Die Sammlungen innerhalb der Wehrmacht zur Förderung der nationalen Arbeit ergaben von August bis Ende Februar den Betrag von über 841350 RM. Bon den D i e n st st e l l e n , Schiffen und Fahrzeugen wurden über 64520 RM. gesammelt. Das 70. Opfer der Neunkirchener Gasomekerexplosion. Kunst und Wissenschaft. Der Veethoven-Preis für Paul Graener. Der im Jahre 1927 vom Preußischen Staats» Ministerium begründete staatliche Beethoven» Preis ist auf Vorschlag des Kuratoriums von der Preußischen Akademie der Künste dem Komponisten Professor Dr. h. c. Paul Graener verliehen worden. — Graener hat neuerdings die Aufmerksamkeit mit seiner Oper „Friedemann Bach" erregt, die er bei der Erstaufführung im Frankfurter Opernhause selbst dirigierte. Uraufführung am hessischen Landeslheater. Das Staatspresseamt in Darmstadt teilt mit: Generalintendant Dr. Rolf P r a s ch hat die Oper „Der Tod des Johannes A Pro" von Wolfgang Riedel zur alleinigen Uraufführung am Hessischen Landestheater in Darmstadt angenommen. Unbemannter russischer Stratosphärenballon 21 Kilometer hoch. Das Aerologische Institut in Slutsk bei Leningrad veranstaltete einen neuen Versuch mit dem elbständigen Stratosphärenballon. Der unbemannte Ballon erreichte eine Höhe von 21 Kilometern. Alle Apparate arbeiteten sowohl beim Aufstieg als. auch beim Abstieg seht gut. In der Höhe von 8900 Metern betrug die Temperatur 50 Grad Celsius Kälte. Dann nahm die Kälte ab und in der Höhe von 21 Kilometern zeigte das Thermometer nur noch 40,7 Grad Celsius Kälte. Die Angaben über Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtl^ feit usw. wurden von dem Ballon selbsttätig durch Funksprüche angezeigt. Todesurteil gegen den Mörder des SA.-INannes Gornatowski. Die Schweiz schützt ausländische Staatsmänner vor Beschimpfung. Bern, 26. März. (DNB.) Der Schweizer Bundesrat hat eine Verordnung erlassen, in der er zum Ausdruck bringt, daß er d i e Beschimpfungen ausländischer Staatsmänner und Einrichtungen durch die marxistische Presse nicht mehr dulden werde.,Die neuen Bestimmungen gelten für Inländer. Durch die 'kürzlich erfolgte Ausweisung des Rumä» nen Hestar, Chefredakteur des „Moment", der die österreichische Regierung beschimpft hatte, hat der Bundesrat bereits bargetan, wie er in Zukunft mit ausländischen Pressevertretern verfährt, die ausländische Staatsmänner und Einrichtungen beschimpfen. Schweizer Presseorgane, die durch besonders schwere Ausschreitungen die guten Beziehungen der Schweiz zu anderen Staaten gefährden, werden verwarnt. Bei Nichtbefolgung der Verwarnung wird ihr Erscheinen auf bestimmte Zeit verboten. Va Ottendorf, inzwischen ebenfalls gestorben ist An der gleichen Stelle hat sich schon einmal vor zwei Jahren ein schweres Autounaluck ereig- net. Der getötete Karl Feick war der älteste SA.- Mann in Bad Kreuznach. Mit ihm fuhren Kölner SS.-Männer, der Fahrer Lambertz und Pg. Ottendorf, sowie ein Herr Dlttr ich aus Köln und dessen neunjähriger Sohn. Der Fahrer Lam- berß erlitt einen Oberschenkelbruch, auch wurde chm der Brustkorb eingedrückt, doch hofft man ihn am Peben erhalten zu können. Für den Jungen, der einen schweren Schädelbruch erlitt, besteht noch Lebensgefahr. Schreckliches Drandunglück in einer Textilfabrik in Lodz. In einer Textilfabrik in Lodz brach während der Arbeitszeit Feuer aus, das sich schnell über das ganze Gebäude ausdehnte. Der Belegschaft bemach tigte sich eine Panik. Die Arbeiter mußten durch Feuerwehrleute aus dem brennenden Gebäude herausgeholt werden. 13 Transportarbeiter wurden mit lebensgefährlichen V e r l e tz u n g e n ms Krankenhaus gebracht. Zwei Arbeiter verloren den Der- stand: sie haben aller Wahrscheinlichkeit nach in den Flammen den Tod gefunden. Der Besitzer der Fabrik namens L a i b o w i c z stürzte sich vor Ver- zweistung in die Flammen und kam ums Leben. Die Wehren konnten nur die angrenzenden Gebauoe retten. Ein Toter, zwei Schwerverlehte bei einem Mauereinsiurz in Warschau. Bei den Abbrucharbeiten des alten Warschauer Hauptbahnhofes ereignete sich ein schwerer U n - glüdsfaH. Eine Mauer stürzte ein unb begrub sechs Eisenbahnarbeiter unter sich. Einer per Arbeiter war sofort tot, während zwei weitere mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus geschafft werden muhten. 1556 Todesopfer der Vrandkatastrophe von Hakodate. Die Liste der T ° ten bei dem schweren Brand- Unglück in Hakodate belauft sich jetzt auf 15a6 Personen. Nach dem Polizeibericht sind 87 Angehörige fremder Staaten, die in Hakodate wohnen durch ein neues Feuer heimatlos geworden und zwar zweiDeutsche, fünf Burger der Sowjetunion, neun Weißrussen, ein Engländer und siebzig Auto vom Zuge erfaßt. — Eine Tote, ein Schwerverletzter. An einem Bahnübergang bei Neuerkrug auf der Strecke Bassum—Bünde wurde ein mit zwei Personen besetzter Kraftwagen von einem Zuge erfaßt und etwa 100 Meter weit rnitgeschlelft. Dabei wurde die Braut des Besitzers und Fahrers auf der Stelle getötet; her Besitzer des Wagens, der 28 Jahre alte Tabakfabrikant Martin Lind- rn e y e r aus Bünde in Westfalen, wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert; es besteht aber Hoffnung, daß er mit dem Leben davonkommt. Der Kraftwagen hatte sich derart in die Maschine festgerannt, daß ein Hilfszug mit Schweißapparaten angefordert werden mußte um die Trümmer zu beseitigen. Die Bahnstrecke ist dort vollkommen gerade und übersichtlich, jo daß es vor- läufig unerklärlich bleibt, wie der Fahrer bas Herankommen des kurz vor dem Bahnhof schon sehr langsam fahrenden Zuges nicht hatte bemerken können. Lastauto mit Deicharbeitern verunglückt. — Zwei lote, mehrere Schwerverlehte. Auf der Straße zwischen Toenning und Garding in Schleswig verunglückte in Katharinenheerd ein mit Deicharbeitern besetzter Lastkraftwagen.. Der Wagen raste in voller Fahrt gegen e t nen Telegraphenmast, riß diesen um und fuhr fobann9gegen einen Baum, der ebenfalls umgestur^t wurde Der Lastkraftwaaen ging fast völlig m Trümmer. Don den Insassen wurde em junger Arbeiter auf der Stelle getötet, em zweiter Ar Äff?* «g versagt hat Auto rast gegen ein haus. — Zwei Tote, drei Schwerverlehte. In Laubenheim an der unteren Nahe fuhr ein Kraftwagen in einer unübersichtlichen Kurve mü aller Wucht gegen ein Haus. Die Insassen, vier Männer und ein Kind, wurden schwer ver letzt. Der NS-Hago-Führer Ferck aus Bad Kreuznach ft a r b kurze Zeit nach dem Unfuü, ö übrigen wurden ins Krankenhaus gebracht, wo einer der Schwerverletzte Gauwirtfchajtsrat Die anqetünbigten neuen Überraschungen im Fall Stavifky sind nicht ausgeblieben. Die Juwelen, in denen Stavisky einen Teil seines ergaunerten Vermögens angelegt hotte, sind gefunden worden. Die Polizei hat damit einen Erfolg errungen, der, praktisch gesehen, kein Erfolg ist, denn die Kostbarkeiten liegen in einem Londoner Leihhaus, wo sie mit ungefähr 7900 Pfund oder etwas mehr als 600 000 Franks beliehen wurden. Die Stücke dürften damit normal beliehen fein, so daß das Leihhaus von Bayonne, das Ansprüche barauf hat, nicht mehr viel herausbekommen wird. Das Londoner Leihhaus, in dem die Stücke entdeckt wurden, liegt dicht hinter dem königlichen Schloß. Der Inhaber der Pfandleihe, Mister S u t - ton, ist ein in London sehr angesehener Kaufmann und gilt als Spezialist für kostbare Steine. Im Dezember 1933 erschien, wie Mister Sutton angibt, in seinem Geschäft eine große blonde, blauäugige Dame. Sie legte ein kleines Täschchen vor, in dem sich Diamanten, Ringe, Perlen und andere wertvolle Schmuckstücke befanden. Ein junger Angestellter erkannte gleich den hohen Wert der Steine und rief daher Mister Sutton zur Begutachtung. Die Dame verlangte ein Darlehen von 1000 Pfund. Mister Sutton wählte einige Steine aus, prüfte deren Wert und gab darauf das verlangte Darlehen. Zwei Tage später erschien die Dame wieder und verlangte ein weiteres Darlehen. Misier Sutton wählte einige weitere Steine aus und schrieb wiederum einen Scheck über 1900 Pfund aus. Das kostbarste Stück, das die Dame in Besitz hatte, blieb noch im Besitz der Dame. . . ,. Am 2. November erschien die Dame wieder bet Mister Sutton, um einige Steine zu versetzen und zum vierten Male am 5. Dezember. Diesmal war sie von einer anderen Dame begleitet, die in der Londoner Vergnügungswelt nicht unbekannt ist, und gegenwärtig tn einem Variete im Weitend als Tänzerin auftritt. Auch jetzt handelt es sich um ein Leihgeschäft, und erst am 8. Februar dieses Jahres wurde zwischen Mister Sutton und der Dame ein Kaufvertrag abgeschlossen. Für den Gesamtpreis von 7900 Pfund gingen die Juwelen in den Besitz von Mister Sutton über. Mister Sutton hatte keine Ahnung davon, daß dieser Juwelenkauf, der immerhin auffällig genug war, mit der Stavisky-Assäre in Verbindung stehen konnte Stavisky hatte im Jahre 1932 bei dem Lechamt von Orleans Juwelen versetzt, deren Wert mit 15 Millionen Franks angegeben wurde. Die Haupi- stücke aber stellten sich bei näherer Prüfung als unecht heraus, und für Stavisky drohte eine An- zeige wegen Betruges. Um dem zu entgehen, bot er Dem Leihhaus von Orleans Ersatzstücke an. Er st ah l die besten Wertstücke, die sich in seinem eigenen Leihhaus von Bayonne befanden, sand unredliche Juweliere, die den Wert der Steine überschätzten und gab sie dem Leihhaus von Orleans, das sich für befriedigt erklärte. Im Leihhaus von Bayonne lagen feit der spanischen Revolution sehr viele Edelsteine, die flüchtige, spanische E d e 11 e u t e sich dort hatten beleihen lassen. Stavisky räumte nach und nach die ganze Pfandleihe von Bayonne aus, versetzte und verkaufte die Steine, um sich Geld zu verschaffen. Der Wert der von Stavisky unterschlagenen Steine wird auf zehn Millionen Franks geschätzt. Es kann sich demnach bei den Steinen, die jetzt im Leihhaus von Mister Sutton entdeckt wurden, nur um einen kleinen Teil handeln. Die Nachforschungen nach dem Verbleib der übrigen Juwelen werden fortgesetzt. Die Entdeckung der Juwelen ist dem französischen Edelsteinsachverständigen F e r o r zu danken, der seinerzeit den berühmten rosenfarbigen Diamanten, der aus einem Pariser Museum gestohlen war, in einem Apfel verborgen entdeckte, den der Dieb in einer Fruchtschale auf der Anrichte seines Speisezimmers liegen hatte. Feror lenkte die Aufmerksamkeit der Polizei auf Romagnino, dem Prioatsekretär Staviskys. Romagnino machte häufige Reisen nach London, und Feror glaubte nicht daran, daß der Sekretär nur Schriftstücke nach London bringen wollte. Ein Privatdetektiv wurde mit den weiteren Nachforschungen betraut, und so gelang es, auf die Spur der Pflandleihe von Sutton zu kommen. Wer die schöne blonde Frau war, die die Steine bei Mister Sutton versetzte und später an ihn verkaufte, ist noch unbekannt. Die DarietLtänze- r i n, die sich einmal in Begleitung der Dame befand, entpuppte sich als eine gewisse Celia Nono, die früher in dem Pariser Darietä Staviskys auftrat und zur Zeit im Londoner Cafe Anglais tanzt. Miß Nono, eine 23jährige Blondine von großer Schönheit, soll mit dem Sekretär Staviskys Romagnino in Verbindung gestanden Haven. Sie wird am Montagabend von dem Scotland Pard - Inspektor Landor verhört, der mit dem von der Surete Generale nach London entsandten ftanzösischen Detektiv P.e ud e - piece zusammenarbeitet. Als Miß Nono von einem Reporter gefragt wurde, ob sie Romagnino gekannt und die Juwelen verpfändet habe, verweigerte sie die Antwort. Berlin, 27. März. (DNB.) Der „Völk. Beob." veröffentlicht grundsätzliche Ausführungen des Staatssekretärs Trauert zu der kurz vor der Verkündung stehenden neuen preußischenStraßen» oerkehrsordnung Die Kenntnis der Straßenverkehrsordnung muß von jedem Volksgenossen verlangt werden. Deswegen muß sie- so gestaltet sein, daß man sie ohne f o n ft i g e Gesetzeskenntnis, ohne Erläuterungen und Auslegungen lesen und befolgen kann. Mit Ausnahme gewisser notwendiger örtlicher Ergänzungen, z. B. der Einbahnstraßen und Parkplätze, ist keine Möglichkeit der Aenderung, Ergänzungoder Einschränkung der zentral erlassenen Bestimmungen mehr zugelassen. Aufgabe der Schulen, der Eltern und Erzieher, Aufgabe aber auch des selbstverständlichen Interesses aller Volksgenossen muh es sein, die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung zum Gemeingut zu machen. Von den allgemeinen, für den gesamten Verkehr zugrundelegenden Bestimmungen ausgehend, wird zunächst der Fahrzeugverkehr behandelt. Der neue Staat lehnt es ab, schülmäßige Vorschriften für erwachsene Menschen zu geben. Er beschränkt sich darauf, eindeutige Gebote und Verbote zu erlassen, deren strengste Beachtung er aber verlangt und erforderlichenfalls erzwingen wird. Alle Lastfahrzeuge müssen in Zukunft mit einem Rückspiegel ausgerüstet sein. So wird künftig jedes Fahrzeug, gleichgültig ob Straßenbahn ober Pferdefuhrwerk, ob Fahrrad ober Hand- Das Reichsgericht in Leipzig verwarf antragsgemäß die von dem 21jährigen Dreher Bernhard Pi schon gegen das Urteil des Schwurgerichtes Kottbus vom 16. Dezember v. I. eingelegte Revision als unbegründet. Damit ist der Angeklagte wegen Mordes rechtskräftig zum Tode unter Aberkennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt. Pifchon hatte in der Nacht zum 18. Februar 1932 nach einem kommunistischen Ueberfaü auf Nationalsozialisten den bereits schwerverletzten und hilflos am Boden liegenden SA.-Mann Gornatowski durch einen Steinwurf gegen den Kopf getötet. Aus kandrzin wirb heydebreck. Durch Erlaß des Preußischen Staatsministeriums ist der Name der Landgemeine Kandrzin, Kreis Kofel, in Oberfchlefien mit Wirkung vom 15. Mai 1934 in Heydebreck O.-S. umgeändert worden. Kandrzin ist der bekannte Eisenbahnknotenpunkt, an dem sich die Linien von Breslau nach Gleiwitz und Beuthen und nach Ratibor—Oderberg sowie Neiße verzweigen. Der Name Heydebreck ist gewählt worden zur Ehrung des bekannten Ober- schlesienkämpsers Peter von Heydebreck, der als einarmiger Frontsoldat an den oberschlesischen Selbstschutzkämpfen beteiligt war und sich dort be- sonders hervorgetan hat. Peter von Heydebreck gehört seit 1923 der NSDAP, an, war 1924 Mitglied des Frontbanns in Berlin unb bann mehrere Jahre lang SA.-Führer in Oberschlesien. Seit einigen Wochen ist er Führer der SA.-Gruppe Pommern in Stettin. Als letztes Opfer der Gasometerexplosion im vorigen Jahre ist jetzt der Hüttenmeister Joses " * ' *1, gestorben, nachdem er n Krankenhaus auf karren, mit einem Rückstrahler oder Rücklicht ausgerüstet fein. Die Anbringung des Rückstrahlers ist nicht nur für die Dunkelheit, sondern für die Dauer angeordnet, da erfahrungsgemäß ein Fahrzeug, das den Rückstrahler nicht am Tage hat, ihn auch nachts nicht führen wird. Die Polizei erhält die Befugnis, ungeeigneten Personen die Führung von Fahrzeugen dauernd oder zeitweilig zu untersagen. Also auch der Radfahrer, der sich nicht daran gewöhnen kann, die Bestimmungen zu beachten, läuft Gefahr, daß ihm das Führen des Fahrrads für dauernd untersagt wird. Erhöhte Rücksichtnahme auf Kriegsbeschädigte und andere Körperbehinderte ist das vornehmste Gebot für jeden Fahrzeugführer. Die gelbe Armbinde mit drei schwarzen Punkten wird als staatlich geschützte V e r k e h r s e i n r i ch - t u n g eingeführt. Derkehrsbeschränkun- g e n können künftig nur noch von der Kreispolizeibehörde ausgesprochen werden. Die von vielen kleinen Ortspolizeibehören aufgetürmten Hindernisse für einen freien und fließenden Verkehr werden damit beseitigt. Das bisher übliche Neben- e i n a n b e r f a t) r e n zahlreicher Radfahrer ist verboten. Die Fußgänger haben alle Verkehrszeichen strengstens zu beachten. Die Sicherung marschierender Kolonnen im Dunkeln durch Laternen oder Rückstrahler ist | für die Formationen der SA. und SS. übernommen worden. Chinsen. Keinem von ihnen ist jedoch ein leiblicher Schaden zugefügt worden. 90 Gefangene wurden aus dem Kerker herausgelassen, weil dieser vom Feuer ergriffen war unb schließlich auch zerstört wurde; 63 von ihnen hatten sich bis zum 25. März den Behörden wieder gestellt. Beim Paddeln im Rhein ertrunken. Zwei junge Leute aus Frankenthal (Pfalz) fuhren mit einem Faltboot, an dem ein Segel gespannt war, auf dem Rhein in Richtung Ludwigshafen. Plötzlich wurde das Boot von einer Böe zum Kentern gebracht. Der eine der beiden Insassen konnte durch Schwimmen das Land erreichen, dem 23jährigen ledigen Dreher Josef Schmitt glückte dies jedoch nicht mehr. Er versank 20 Meter von einem Boot entfernt, dessen Insassen ihm zu Hilfe kommen wollten, und ertrank. Seine Leiche konnnte noch nicht geländet werden. Wirbelsturm über Neuorleans. Die amerikanische Stadt Neuorleans wurde von einem Wirbelsturm heimgesucht, der großen Schaben anrichtete und auch Menschenopfer gefordert hat. Sieben Häuserblocks wurden in einen Trümmerhaufen verwandelt. Die Verwirrung wurde dadurch vergrößert, daß die Drahtverbin- düngen und Lichtleitungen zerstört wurden, so daß sich die Alarmierung von Rettungsmannschaften verzögerte. Zahlreiche Verletzte sind bereits aus den Trümmern der Häuser geborgen worden. Wie groß die Gewalt des Sturmes war, geht daraus hervor, daß ein Wohnhaus vom Unterbau losgerissen wurde. Die Trümmer stürzten auf einen Lastwagen. Ergänzend wird gemeldet, daß die Zahl der zerstörten Häuser etwa 100 beträgt. Die Zahl der Verletzten hat sich auf 60 erhöht, von denen zwölf schwer verletzt wurden. Auf den Wirbelsturm folgte ein ungewöhnlich starker Wolkenbruch. Gelungene Probeflüge mit einem motorisierten Segelflugzeug. Auf dem ©anbauer Flugplatz bei Breslau fanben Flugversuche mit einem motorisierten S e - gelflugzeug statt. Dieser Motorsegler vom Typ Grunau-Baby ll war vom Leiter der flugtechnischen Vereinigung der höheren technischen Staatslehranstalt für Hoch- unb Tiefbau, Studienrat Diplomingenieur Dr. Widok, in einem Kursus für erwerbslose Jugendliche in acht Wochen hergestellt Wieviel Erbhöfe gibt es? Bisher gingen die Meinungen über die Anzahl und die Fläche der landwirtschaftlichen Betriebe, aus die sich das Reichserbhofgesetz erstreckt, recht ] weit auseinander. Nach dem Reichserbhofgesetz werden land- und forstwirtschaftliche Betriebe in her Größe einer Ackernahrung bis zu 125 Hektar zu Erbhöfen, wenn sie am 1. Oktober 1933 im Alleineigentum einer dackernfähigen Person wa? ren und nicht durch ständige Verpachtung genutzt wurden. Der Gesetzgeber hat d i e untere Grenze der Ackernahrung nicht genau festgelegt, um für die Berücksichtigung der örtlichen Verschiedenheiten einen gewissen Spielraum zu lassen. In Anlehnung an eine Anordnung des preußischen Justizministers kann jedoch eine Fläche d o n 1% Hektar als untere Durchschnitts- grüße angesehen werden. Da bis zur endgültigen Feststellung der Erbhofe noch einige Zeit vergehen wird, hat das Institut für Konjunkturforschung jetzt eine Schätzung oorgenom- men. Danach sind in Deutschland etwa 1 Million landwirtschaftliche Betriebe vorhanden, die als Erbhöfe in Frage kommen. Zahlenmäßig stellen diese Betriebe e t w a 2 0 o. H. aller landwirtschaftlichen Betriebe und etwa 50 v. H. der Betriebe mit mehr als zwei Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche dar. Dabei ist der prozentuale Anteil der Erbhöfe an der Gesamtzahl der Betriebe in Westdeutschland kleiner als im Osten, da namentliche in West- und Südbeutschland sehr viele Klein- und Parzellenbetriebe vorhanden sind, die nicht unter das Erbhofgesetz fallen. Trotzdem befinden sich aber etwa % aller Erbhöfe in Westdeutschland. Die Erbhöfe umfassen mit 19,7 Mill. Hektar Gesamtfläche und einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von 13,8 Mill. Hektar etwa 60 v. H. derFläche aller Betriebe über zwei Hektar. In Westdeutschland ist der Anteil der Erbhöfe an der landwirtschaftlichen Fläche größer als im Osten, wo die nicht unter das Erbhofgesetz fallenden Großbetriebe stark vertreten sind. Die Durchschnitts- große der Erbhöfe wird auf 20 Hektar Gesamtfläche unb 14 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche geschätzt. Don Osten nach Westen macht sich eine Verringerung der Durchschnittsgröße bei den Erbhöfen bemerkbar, lieber vier Fünftel der Zahl unb fast brei Fünftel ber Fläche der Erbhöfe entfallen auf bie m i 11 e 1 b ä u e r 1 i ch e n Betriebe, bie als Familienwirtschaften eine ibeale Be- triebsform barstellen. Aus einer Tabelle bes Instituts für Konjunkturforschung ist ersichtlich, baß bie Rheinprovinz, beibe Hessen unb Rheinpfalz zusammen 123 000 Erb-. Höfe haben, bas finb 14 v. H. aller lanbwirtschaft- lichen Betriebe. Die höchste Prozentzahl (25 v.H.) weisen Ostpreußen unb Sübbeutschlanb auf. bie Heilung von seinen schweren Derwunbungen gehofft hatte. Durch feinen Tob erhöht sich bie Zahl ber Opfer bes Neunkirchener Unglücks auf 70. Deutsche Filmschauspielerin mit ihrem Begleiter in Frankreich tödlich verunglückt. In ber Nähe von Bordeaux fuhr ein Kraftwagen, in dem sich die deutschen Staatsangehörigen Ola Gutschmidt und Hildegard Alexandra Molino von Kluck befanden, in schärfster Fahrt gegen einen Chausseebaum. Der Benzinbehalter ging bei dem Anprall in Stücke unb der Wagen stand sofort in Hellen Flamme n. Die beiden Insassen kamen ums Leben. Fräulein von Kluck war das einzige Enkelkind des Generalobersten a. D. von Kluck. Sie war mit einer Filmgesellschaft in den Pyrenäen gewesen und befand sich auf der Rückreise nach Deutschland. worden. Der Motorsegler ist eine Konstruktion ber chlesischen Flugzeugfirma Edmund Schneider- Grunau, der Motor, ein Zwei-Zylinder-Zweitakt- motor mit einer Höchstleistung von 16 PS bei •einem Gesamtgewicht von nur 22 Kilogramm, ist von Ingenieur Koeller (Wittenberge) konstruiert unb treibt eine als Druckpropeller wirkende Flügelschraube, die oberhach der Tragflächen angeht ist, an. Der erste, von W^erkstattleiter Sei» l e r ausgeführte Flug, dauerte nach einem geringen Anlauf etwa zehn Minuten. In 200 Meter wurde der Motor abgestellt und das Flugzeug segelte in weitausholenden S-Kurven zur Erde. Weitere Fluge olgten bald dem gelungenen ersten Fluge, dann wurde die Maschine, die erste ihrer Art in Deutsch land, wieder auseinandergenommen und nach ihrem künftigen Standort, Strehlen transportiert. Wettervoraussage. Ein Hochdruckkeil erstreckt sich von Westen her über Deutschland und bewirkt ein Zusammensinken der Luftmassen. Da das Barometer noch steigende Tendenz zeigt, wird sein Einfluß auch weiter erhalten bleiben. Das Wetter gestaltet sich daher vielfach aufheiternd, wobei am Tage die Sonnenstrahlung milde Temperaturen hervorruft, während nachts die Werte bis unter den Gefrierpunkt zu liegen kommen. Die angrenzenden Störungen werden vorübergehend Anlaß zu etwas Bewölkung geben, ohne aber den Witterungscharakter dabei wesentlich umzugestalten. Aussichten für Mittwoch: Zeitweise bewölkt, im allgemeinen aber später aufheiternd, tagsüber mild, nachts Temperaturrückgang bis unter den Gefrierpunkt, trocken. Aussichten für Donnerstag: Im wesentlichen Fortdauer der Hochdruckwetterlage. Lufttemperaturen am 26. März: mittags 7,2 Grab Celsius, abenbs 3,8 Grad; am 27. März: morgens 1,3 Grad. Maximum 7,6 Grad, Minimum —1,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. März abenbs 5,2 Grad, am 27. März morgens 2,3 Grad. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Derantworllich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. $>ie echte und die falsche doralies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: FünstTürme-Derlag, Halle (S.) 2 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Sie bog den Kopf ein wenig vor und begann gedämpft und eifrig auf die Frau einzureden, die aber schon nach wenigen Sätzen lebhaft abwinkte und trotz der Warnung vorhin ziemlich laut sagte: „Bitte, hör auf, Doralies — du kannst doch nicht im Ernst daran denken, solchen Unfug in Szene zu setzen. Ich mache sowas auf keinen Fall mit. Also mit meiner Hilfe brauchst du nicht zu rechnen." Sie schüttelte den Kopf. „Es ist nicht zu glauben, was dir immer für Unfug einfällt." Doralies zog leicht die Brauen hoch, und das war bei ihr stets ein Zeichen von Unzufriedenheit. „Hänschen, nimm dich ein bißchen zusammen und höre mich ruhig bis zu Ende an. Mußt nicht so vorschnell urteilen." Sie holte tief Atem. „Also, Henselchen, mach mir keinen Kummer! Du hast mich doch lieb, und ich möchte nicht daran zweifeln müssen. Höre jetzt aufmerkstm weiter zu." Sie sprach wieder eifrig auf Frau Hensel ein, die sie mehrmals unterbrechen wollte, was ihr aber nicht gelang. So mußte sie Doralies denn reden und sich genau und ausführlich einen Plan erklären lassen, der ihr wie ein toller Karnevalsscherz erschien, und den sie beim besten Willen nicht ernst nehmen konnte. Endlich war Doralies fertig und blickte nun die Aeltere abwartend an. Frau Hensel verzog den Mund. „Etwas Unmöglicheres als das, was du dir ausgeheckt hast, gibt es nicht mehr. Na, ich verbrenne mir nicht die Finger darän, und dir rate ich, nicht weiter darüber nachzudenken." Sie erhob sich. „Und jetzt muß ich in die Küche." Doralies schnellte wie eine Feder hoch. „Du bleibst noch, Hänschen, die Geschichte muß doch durchgesproche werden. Und vor allem, sie muß erst mal in deinen Kopf rein. Du sollst mich verstehen, sollst mich begreifen und zugeben: es wird alles gut verlaufen, wenn die paar Beteiligten den Mund halten und frisch und mutig an die Sache Herangehen. Deine Rolle ist außerdem ganz leicht. Biel mehr als den Mund zu halten brauchst du ja nicht." Sie streichelte die Wangen der allzeit Getreuen. „Oder möchtest du mich eine Weile loswerden? Liegt dir daran?" Sie wußte genau, mit welcher Hingebung die Frau an ihr hing, und war überzeugt, nun hatte sie in ihr eine empfindliche Stelle berührt. Aber der Erfolg war nicht der erwartete. Frau Hensel murrte: „Du weißt schon, wie du mich kirre- machen kannst! Aber du hast dich diesmal geirrt, Doralies. So weh es mir auch wäre, wenn du monatelang fort von hier müßtest, lasse ich mich doch nicht auf solchen Schwindel ein. Uebrigens kannst du sicher sein, Regina Graven lacht dich aus und erklärt dich für verrückt, wenn du bei ihr mit deinem Plan rausrückst." Doralies schüttelte den Kopf. „Bewahre, mit Gina werde ich bestimmt einig, und mit dir muß ich's auch werden." Sie machte ein paar Schritte dusch das Zimmer, blieb vor der Wirtschafterin stehen; ihre Augen, die eben noch beinah übermütig gefunkelt, hatten mit einem Male einen seltsam tiefen Blick, und die helle Stimme zitterte ein wenig, als sie bekannte: ,Zch will ja nicht aus Trotz hierbleiben, Henselchen, nicht aus Eigensinn oder übertriebener Sentimentalität. So sehr ich an unserem Nest und am Schlößchen hänge, deshalb wäre ich doch ganz gern für ein paar Wintermonate nach Berlin gesockt. Ich hätte mich bei Frau von Stübnitz wahrscheinlich doch bald ganz unmöglich gemacht und wäre dann schnellstens wieder zurückgekommen. Nein, Hänschen, der Hase liegt ganz wo anders im Pfeffer. Und wo, das will ich dir auch anvertrauen." Noch leiser wurde die Stimme. Nur noch wie ein Hauch glitt es in Berta Hensels Ohr: „Lutz kommt bald! In zehn bis zwölf Tagen; feine Mutter hat es mir letzthin erzählt." „Lutz kommt?" klang es als fragendes Echo zurück. Doralies nickte eifrig und bestätigte mit jubelndem Unterton in der Stimme und diesmal ganz unvorsichtig laut: „Ja, denk nur, Lutz kommt!" Einen Augenblick verharrte die Frau schweigend, dann sagte sie zögernd, als geschähe es gegen ihren Willen, als handle sie unter einem Zwange: „Ja, wenn L.tz kommt, ist das natürlich was anderes." Doralies atmete sehr laut und befriedigt auf. „Ich wußte ja, daß du mich verstehen würdest." Sie sahen sich beide an und lächelten. Berta Hensel wurde gleich wieder ernst: „Trotzdem, Doralies — es geht nicht, ich kann nicht mithelfen." Doralies hatte plötzlich Tränen in den Augen, und langsam liefen die ersten glitzernden Tropfen die weichen Wangen hinunter. Ein Anblick, der Frau Hensel durch und durch ging. Doch blieb sie äußerlich noch fest, innerlich hatte sie. schon nachgegeben. Doralies schluchzte auf: „Wenn ich Lutz nicht sehen soll, stelle ich irgend was ganz Schlimmes an, und du wirst dann deine Dickköpfigkeit schwer bereuen. Ich muß Lutz sehen; ein ganzes Jahr war er weg, da drüben in Indien beim Brückenbau, und nun hat er drei Monate frei. Und als er wegging, hat er gesagt: ,Wenn ich wiederkommen werde, will ich dir's genau sagen, wie gut ich dir bin — jetzt bist du noch zu jung für die Liebe/ Und — dann — hat er mich — aeküßt, Hänschen — und dann ist er fortgelaufen, so schnell, als ob er verfolgt würde. In unserem Park war es, ganz hinten an der Mauer, und der Sommer ging zu Ende. Lutz sprang über die Mauer, ich habe Ihn dann nicht mehr gesehen; er reifte noch am selben Abend ab. Seine Mutter hat mir seither oft Grüße von ihm bestellt, ich aber warte seitdem. Jeden Abend, ehe ich schlafen gehe, bete ich für ihn, damit ihm nichts Böses zustößt so weit da drüben, wo's so heiß ist und wo es Fiebersümpfe gibt und giftige Schlangen." Während sie sprach, rannen ihr langsam, aber unaufhörlich dicke Tränen über das Gesicht, das einen beinah verklärten Ausdruck trug. Leise bat sie: „Hilf mir hierzubleiben, Hänschen. Die ganze Zeit, länger als ein Jahr, habe ich auf das Wiedersehen mit Lutz gewartet und mich mehr darauf gefreut als ein Kind auf Weihnachten. Und nun soll mir die große Freude zerstört werden, mir und ihm auch." Sie schluckte. „Er muß noch einmal fort, so sehr weit fort, und wenn wir uns vorher nicht sähen, wäre es doch entsetzlich traurig." Frau - Hensel hatte jetzt auch Tränen in den Augen. Den Jammer ihres Lieblings konnte sie nicht länger mit ansehen. Sie legte ihre Hand auf den Arm, tröstete: „Laß gut fein, Kind! Es wird sich vielleicht doch machen lassen, wie du meinst. Aber ich muß deine Idee erst ein bißchen verarbeiten; mein alter Kopf braucht Zeit dazu." Sie holte ein neues blüten- , weißes Taschentuch hervor und fuhr ihrem Liebling ! damit sanft über das Gesicht. „Weine nicht mehr, ' Doralies, ich verstehe dich — und-wenn dich Regina Graven auch so versteht, ist alles in bester Ordnung. . Auf mich kannst du dich verlassen, von mir erfährt ' keiner etwas." i Sie faßen dann beisammen und flüsterten, ' trennten sich wie zwei richtige Verschworene. Frau Berta Hensel schlich sich über die Hintertreppe in die Küche hinunter, während Doralies, laut und vergnügt pfeifend, die Vordertreppe benützte. Sie lief unten ihrem Vater in den Weg. Er lächelte: „Jetzt bist du schon wieder quietschvergnügt? Also hast du dich mit der Reise abgefunden — nicht wahr?" Sie lachte: „Zu Befehl, Vati — mit der Reife habe ich mich abgefunden." Er nickte: „Dann sind wir ja wieder einmal einig." * So leicht, wie es sich Doralies vorgestellt, wurde sie mit Regina Graven nicht ssinig. Regina wohnte bei einer Beamtenwitwe. Die Möbel ihrer Eltern hatte ihr Vormund, ein sehr nüchtern denkender Handwerksmeister, Stück für Stück damals verkauft, als ihr Vater gestorben und man ihm und feiner Frau das Mädchen zur weiteren Erziehung anvertraut. Als Regina im Frühjahr mündig geworden, mietete sie sich sofort, nach friedlicher Auseinandersetzung mit ihren Pflegeellern, das Zimmerchen. Mit dem Vormund und feiner Frau hatte sie kein warmes Gefühl verbunden. Beide waren kaltherzige Pflichtenmenschen, die kein Herz zu verschenken hatten. Seit beide wußten, daß Regina ihre Stellung verloren hatte, beschrieben sie bei zufälligem Zusammentreffen einen weiten Bogen um sie herum, weil sie fürchteten, um Hilfe angesprochen zu werden: Als Regina das merkte, ging sie ihnen freiwillig aus dem Wege. Frau Fredorf, bei der sie wohnte, hatte feit kurzem ebenfalls einen mißtrauischen Blick, als fürchtete sie, ihre Miete nicht mehr pünktlich zu bekommen. Auch fühlte sich Regina gekrankt und gedemütigt von dem manchmal recht überlegenen Ton der auf ihrer kleinen Pension sicher ausruhenden Frau. Sie überlegte ernstlich eine lieber» fieblung in ein anderes Zimmer, doch hatte sie sich noch nicht entschließen können. Sie mußte sehr haushalten mit dem Rest ihres Spargeldes, und vielleicht fand sie kein fo billiges Zimmer mehr. Nun faß Doralies neben ihr auf dem altmodischen Ledersofa, dessen Bezug mit weißen Knöpfen befestigt war, die sich, wenn man sich anlehnte, unangenehm in den Hinterkopf drückten. Regina sagte wie abschließend: „Es geht nicht, Doralies — beim besten Willen, es geht nicht, so sehr mich ein mehrmonatiger Aufenthalt in Berlin auch locken könnte. Noch dazu im Hause eines so berühmten Anwalts, wie Stübnitz einer ist. Du weißt, ich hab juristische Neigungen, und wenn ich gekonnt hätte, würde ich Jura studiert haben. Wollen das Thema lassen, Doralies, und von anderen Dingen reden." Doralies kniff die Aeltere fest in den Arm, nickte befriedigt, als diese laut aufschrie. „So, mein Herz, das für deins Störrigkeit! Bist ja dumm, Gina, feige und wenig freundschaftlich, wenn du bei deinem Nein bleibst. Stelle dir das doch erst mal richtig vor! Erstens riskierst du vorläufig gar nichts. Was nachläufig passiert, darüber sollten wir uns beide nicht den Kopf zerbrechen. Du bist stellungslos, fitzt in der kleinen Bude hier bei einer unfreundlichen Wirtin und zerbrichst dir den Kopf, was weiter mit dir geschehen soll. Ich werde schon alles so deichseln, daß keiner was davon merkt, daß du für mich als Doralies Wolfram in Berlin auftrittft —- und später..Sie züchte die Achseln. „Du bist dann aber wenigstens in Berlin, wo du gern hinmöchtest, und kannst dich umschauen, kannst an deine Zukunft denken. Wie ich dir vorhin alles aussinanderseßte, geht die S^che glatt." Sie umarmte Regina, küßte sie stürmisch. „Mein Leben lang werde ich dir den Dienst danken, und wenn später alles herauskommt, lachen Vater und Frau von Stübnitz auch. Denke doch zunächst nicht weiter als deine Nase lang ist. Lutz und ich müllen uns wiedersehen." Sie schluchzte: ..Wenn du mir nicht hilsit, gibt’s irgendein Unalück. Dann bereust du, daß du so bockig gewesen bist." 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Aufgabe In solchen Augenblicken nannte ich sie nicht Marie- Louise, sondern „Coccinella Sentempunctata". Dieser ihr hochtrabender wissenschaftlicher Name widerstrebte natürlich ihrer unauffälligen Schlichtheit durchaus, und gewiß ärgerte sie sich nicht schlecht. So blieb Marie-Louise eine Woche lang die Attraktion meines Heims, wurde vielen erstaunten Besuchern vorqeführt, mit Apfelgelee gefüttert und empfahl sie sich auch. Vergebens rief ich sie in den beschwörendsten Tönen, vergebens kroch ich unter alle Schränke, vergebens ließ ich Apfelgelee und Primeltopf locken. Marie-Louise blieb verschwunden. So frühstücke ich nun wieder allein. Nur eins nehme ich ihr übel. Sie hat vergessen, mir das dem Lande unbedingt die Preise..eingehalten werden müssen. Der hessische Staatsminister bestimmt daher die Veröffentlichung der nachstehenden garantieren. Dieser Umstand wird — und ist der weitere Sinn der Reichsbürgschaften — Folge haben, daß mancher private Geldgeber eher bereit ist, sein Geld an zweiter Stelle für Wohnungsbau herzugeben. Ueber weitere Einzelfragen« gibt das städtische Hoch- und Tiefbauamt den ^städtischen Bauinteressenten die gewünschte Auskunft. maßen gestaltet: Gesamtkosten für Haus und Grundstück 1. Hypothek (ohne Reichsbürgschaft; besonders gesichert, da an erster Stelle) 2. Hypothek (mit Reichsbürgschaft) Eigenkapital Grundstückskosten 4 000 5 000 1000 __2 000 12 000 Vom städtischen Hoch- und Tiefbau - a m t Gießen wird uns mitgeteilt: Die bisherigen Veröffentlichungen der Tagespresse über die Bestimmungen, die der Reichsarbeitsminister unterm 28. Februar 1934 für die Uebernahme von Reichsbürgschaften herausgegeben hat, waren uqch den bei uns eingegangenen Anfragen nicht genügend aufschlußreich und teilweise sogar irreführend. Der vom Reich zur Verfügung gestellte Fonds von 100 Millionen Mark soll nicht dazu dienen, Darlehen in barem Geld zu -geben, sondern er ist gewissermaßen nur ein Kreditfonds für die Hergabe von Bürgschaften. Für die Erteilung einer Reichsbürgschaft kommen folgende . Gesichtspunkte Aus der provmzialhauptstadt. Men Gast - der Marienkäfer. Ich entdeckte ihn ganz plötzlich. Gelassen und still wanderte er auf der geflochtenen Schnur meines Telephonapparates entlang, und er hatte soeben die Höhe der Schreibtischplatte aufatmend gewonnen, als mein Auge zufällig auf ihn fiel. Er hielt im Wandern und ich im Schreiben inne. „Sieh da, ein Mensch!" — „Nicht möglich, em Marienkäferchen!" Eine Weile maßen wir einander stumm, verblüfft, aber wohlwollend. Ich glaube, wir waren uns auf den ersten Blick sympathisch. Schließlich brach ich den Bann, langte nach dem Telepbonkabel und löste mit unendlicher Vorsicht meinen winzigen Besucher von seiner reichspostalischen Unterlage. Zwecks näherer Fühlungnahme setzte ich ihn auf meinen Notizkalender, wo er Bekanntmachung. „Betr.: Die Bildung der Fleisch- und Wurstpreise in Hessen. Durch Verfügung vom 25. Oktober 1933, für die einzelnen Kreise durch die zuständigen Kreisämter bekanntgegeben, sind die Verkaufspreise für Fleisch- und Wurstwaren bindend im einzelnen festgesetzt worden. . Ich habe Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß besonders in den Landgemeinden 'die für sie in Frage kommenden und aus der damaligen kreisamtlichen Bekanntmachung ersichtlichen Preise unbedingt eingehalten werden müssen. Anträge auf Erhöhung der vorgeschriebenen Preise haben bet dem augenblicklichen Stand der Einkaufspreise für Vieh keine Aussicht auf Erfolg. Die Kreisämter sind .streng angewiesen, irgendwelche Preisüberschreitungen sofort festzustellen und hierher zu berichten." Ich bitte, nach erfolgter Durchführung der Be kanntmachung eine Nachprüfung der Verkaufspreise in einer durch die beauftragten Prüfungsorgane, möglichst unauffälligen und loyalen Form durchzuführen und mir über das Ergebnis zu berichten. Jung. Ser Hitler-Kruk in den Schulen. Die Anordnung über die Erweisung des Hitler- grußes ist von der Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum dahin geändert worden, daß in Volksschulen ohne Lehrerwechsel der Gruß nur zu Beginn und am Schluß des Unterrichts am Halbtage zu erweisen ist. Unwürdige Bebandluug alter Bäume. Auf einer Bergkuppe steht am Eingang des Ortes das Kirchlein,, umgeben vom Friedhof, in wunderbarer Lage, mit freiem Blick hinaus in die Landschaft. Vor der Kirche steht eine mächtige alte Linde, die dem ganzen Platz eine wundervolle Weihe gibt, und man sollte denken, daß die Gemeinde diesen Platz in Ehren hält und den Baum wie ein Heiligtum betrachten würde. Aber die Menschen von heute wissen mit dem Baum nichts mehr anzufangen. Wie schön wäre es, diesen Platz frei und in Frage: Einfamilienhäuser, die die Eigentümer selbst bewohnen wollen (Einbau einer zweiten Woh- bie Reichsbürgschaft. Er erhält also nicht vom Reich ein Darlehen, sondern für seinen Geldgeber die Sicherheit der Reichsbürgschaft. Der Arbeitsminister schreibt vor, daß die durch die Reichsbüraschast gesicherte Hypothek 75 v. H. des Bau- und Bodenwertes (also der Kosten für Haus und Grundstück) nicht übersteigen darf. Wenn z. B. ein Bauherr ein Einfamilienhaus im Betrage von 10 000 Mark errichten will und das Grundstück 2000 Mark kostet, muß die Hypothek der Reichsbürgschaft innerhalb des Betrages von 75 v. H. von 10 + 2 = 12 000 Mark stehen, darf also den Betrag von 9000 Mark nicht übersteigen. Da der Bauherr für fein Einfamilienhaus eine Reichsbürgschaft von 5000 Mark erhält, kann an erster Stelle die Differenz von 9000 minus 5000 = 4000 Mk. stehen, so daß sich die Finanzierung folgender- nung als Mietwohnung ist zulässig) oder der B.au von kleinen Mietwohnungen. Einfamilienhäuser dürfen nur 100 qm nutzbare Wohnfläche haben, ausnahmsweise 120 qm. Dieses Maß darf auch nicht überschritten werden, wenn eine Mietwohnung in das Einfamilienhaus eingebaut wird. Für beide Wohnungen gilt bann als äußerstes Maß an Nutzfläche 2X120 qm = 240 qm. Bei Wohnungen in Miethäusern darf die nutzbare Wohnfläche nur 75 qm, ausnahmsweise 90 qm betragen. Wer also ein Einfamilienhaus zum Allein- bewohnen in ben unter 2. angegebenen Ausmaßen erbauen will, kann für bieses Haus eine Bürgschaft in Höhe von 5000 Mark erhalten. Wenn er eine zweite Wohnung einbaut, erhöht sich bie Bürgschaft auf 7000 Mark. Bei Mietwohnungen beträgt bie Bürgschaft für jebe einzelne Wohnung 3000 Mark. . Die Gewährung ber Reichsbürgschaft bedeutet also folgendes: Der Bauherr muß sich von privater Seite das Baukapital besorgen und gibt seinem Geldgeber als Sicherheit dafür etwas chokiert durch meine rauhen gesellschaftlichen Formen von Donnerstag bis Samstag lief. Dann aber blieb er auf dem Weekend sitzen, um mit flinken Beinchen ein wenig Toilette zu machen. Währenddessen unterzog ich ihn einer gründlichen Prüfung. Wirklich hübsch sah er aus, mit seinem gemütlich gewölbten Leib, seinen rotglänzenden Flügeldecken und dem lustigen Pünktchenmuster. Da nun nber ein Notizkalender weder einen stimmungsvollen, noch bequemen Hintergrund für ein Marienkäferchen abgibt, ergriff ich ihn abermals und fetzte ihn auf den Primeltopf am Fenster. Furchtbar wichtig lief er da einen langen Stengel erst herauf und dann herunter, was indes wegen seiner kurzen Beinchen der Komik nicht entbehren konnte. Ich mußte also lachen, und das nahm er mir übel, setzte sich mürrisch unter ein Blatt und ignorierte ------------------------------ mich vollkommen. . . .... . | besucht". Eine Woche lang. Und bann war sie Ich aber freute mich. Denn em Manenkaferchen c(ne5 Morgens weg, so plötzlich wie sie gekommen, bringt bekanntlich Glück, unb wenn es zu so aus- 0 - - F J .... gefallener Jahreszeit angekrabbelt kommt, natürlich erst recht. Daß er überhaupt auftauchte, war schon ein kleines Wunber. Als Ueberraschung bes Fernsprechamtes wollte ich ihn trotz bes Ent- beckungsortes boch nicht ansprechen unb wieso er e uueu ölK i;ut — im übrigen m mein Zimmer zu so unpasienber ' rammäfeige Glück zu bringen. Ober sollte sie Besuchszeit gelangt war, blieb mir stets em Rätsel. bQ5 a[5 be onbere Finesse nachträglich schicken? Ueber ber Vergangenheit bes Gastes lag also stets s ein geheimnisvoller Schleier gebreitet, ben seiner OieBUdUlia der Ml ch-Ulld AZlMtpreNe seits zu lüften er sich auch stets bis tret weigerte. | $er fcernfAe Staatsminister (Preisüberwachungs- Ich sah daher m lhm em weibliches Wesen unb s^lle) hat eine Verfügung an alle Kreisämter getaufte bas kleine Fräulein Marie-Louise. Eine Zeit |n her betont wird, daß die seit der Ver- ungetrübtesten Zusammenlebens begann. Schon beim '■ DQm 25. DFtober 1933 eingetretene Sen- Frühstück fand sich Marie-Louise em unb leckte am ' « aber Preise an ben Viehmärkten Veran- Apselgelee (Tatsächlich, es passierte mehrmals auch (affub erneut auf ftrengfte Einhal- in Gegenwart von Zeugen!) Ich trug sie bann auf ber Festpreise Wert zu legen. Die Er- ihre Pflanze zurück unb beibe begannen wir unser Ehrung habe gelehrt, baß bie Preisverorbnung in' Tagewerk. . 1 ben Stäbten ohne besonbere Beanstanbung aufge- Ich hatte sehr viel Spaß an ihr, aber auch pommen worben sei unb auch eingehalten werbe. Aerger Ihr Lieblingsspiel hieß nämlich „Verstecken , Dagegen hätten sich zum Teil auf bem Lanbe ge eine burchaus einseitige Angelegenheit, m Der fte xoi se Schwierigkeiten gezeigt, bie zum Teil jetzt noch nie, ich aber stets ber suchende Teil mar. In meiner n-' überwunden seren. Die heutige Lage ber Ein- Angst, sie unbewußt zu zerbrucken ober zu zertreten, taufsprcifc rechtfertige aber nunmehr, baß auch auf ruhte ich unter heftigen Verwünschungen nicht eher, - <*»-.«. —— bis ich sie irgenbroo entbeckte, bei ben Ausmaßen meiner neckischen Partnerin eine äußerst schwierige Aus bieser Zusammenstellung ist ersichtlich, baß ber Sinn ber Reichsbürgschaften barin bestehen soll, bem privaten Gelbgeber an zweiter S't eile eine besonbere Sicherheit in Drbnung zu halten unb etwa eine Bank unter bie Linbe zv teilen, bamit bie Menschen bie Ma- jeftät bieses V. nes roieber begreifen lernen. Statt beffen schieben alb’ Nachbarn ihr Holz, ihre Stangen unb Leitern, ja Abfälle aller Art auf ben Platz hinaus. Selbstverständlich hat auch der Elektrotechniker nicht versäumt, seinen Verteilung-: urast hier aufzustellen. So wird die Heimatnatur verschandelt. Muh das sein? Kreisbetriebszellenabteilung Gießen. Belr.: Beikragszahlung von Linzelmilgliedern ber „Deutschen Arbeitsfront". Da bie DAF.-Veiträge grundsätzlich nur nach den ausgegebenen Marken abgerechnet werden, ist es nicht notwendig, daß das Einzelmitglied seine Beitragsmarken immer bei ein und demselben Kassierer kauft. Es gelten daher die NSBO.-Dienststetten (NSBO.-Ortsgruppenbetriebswarte, Kreisbetriebszellenabteilung) als Markenverkaufsstellen, wo jedes Einzelmitglied Beitragsmarken kaufen kann. Die Ortsgruppen haben das Recht und die Aufgabe, stets die Beitragszahlung der Einzelmitglie- der an Hand der geklebten Marken zu kontrollieren. Das geschieht am besten in Versammlungen, deren Besuch den DAF-Mitgliedern zur Pflicht gemacht wird. Die DAF.-Mitglieder sind verpflichtet, sich im ersten Drittel des Monats ihre Marken bei der NSBO.-Ortsgruppe, ober Kreisbetriebszellenabteilung zu kaufen. Wer trotz mehrmaliger Aufforderung mit seinem Beitrag über zwei Monate im Rückstand bleibt, ist aus der Deutschen Arbeitsfront ausgeschlossen. . Die Sprechstunden der kreisbelriebszellenablei- lung, Gießen, haus ber Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße, sind von 11 Uhr bis 12.30 Uhr und von 17 bis 19 Uhr. Heil Hitler! Gez.: Hermann W.a g n e r, Kreisbetriebszellenobmann. F. b. R.: Hahn, stellv. Kreisbetriebszellenobmann. Hat.-Goz. Knegsopferversorgung E. Ä. Ortsgruppe Gießen. Mittwoch, 28. März, 20.30 Uhr, findet im Lichtspielhaus Bahnhofstraße bie Erstaufführung bes Films „Stoßtrupp 1 9 1 7" statt. Eine Musikkapelle wirb zur Verschönerung beitragen. Der Lanb^sobmann Pg. Ziegler wirb in passenden Worten auf die Bedeutung des Filmes Hinweisen. Der Besuch des Filmes wird den Mitgliedern der NSKOV. zur Pflicht gemacht. Der Film läuft bis zum Sonntag, 1. April. Mö11, Obmann. Die Erstaufführung dieses Kriegsfilms am morgigen Mittwochabend wirb — wie die Bezirksleitung Gießen der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung uns mitteilt — zu einer Festvorstellung gestaltet, bei der auch eine Musikkapelle mitwirken wird. Weiter wird uns mitgeteilt, daß der Film besonders auch militärische Vereinigungen (Kriegervereine usw.), sowie die Angehörigen der Wehrmacht stark interessieren dürfe. . B inklickt b-achten! Die Reichsbahn hat im Laufe ber letzten Jahre an mehreren Wegübergängen ohne Schranke besonbere Warnlichtanlagen (Blinklicht) in Betrieb genommen. Diese Warnlichtanlagen, bie an ben Warnkreuzen beiberseits ber Bahn angebracht finb, geben in ber Richtung ber Straße weißes ober rotes Blinklicht. Weißes Blinklicht bebeutet lebiglich, baß sich ber Wegebenutzer einem Bahnübergang nähert, ber mit einer Warnlichtanlage ausgerüstet ist. Der Bahnübergang barf also trotz weißen Lichtes mit ber bei Schienenübergängen erforberlichen Vorsicht benutzt werben. Rotes Blinklicht bebeutet, daß sich bem Wegübergang ein Zug nähert unb ber Uebergang nicht mehr benutzt werben barf. Rotes Licht heißt also: „Halt! Gefahr!" Deist. Oie Mausoleunis-Siadt der Oranier. Die" im Haag verstorbene Königin Emma von Hollanb wurde in Delft beerdigt. Die hübsche, saubere, an stillen Grachten gelegene Stadt Delft beherbergt Erinnerungsstücke, bie sie zu etwas ganz anberem, nicht zu einer Stabt bes unbefangenen Lächelns, sondern der Stadt der Trauer und der Vergänglichkeit machen. Hier wurde in seinem Statthaltergebäude, dem Prinzenhof, auf einem Treppenwinkel der tödliche Dolch gegen den Begründer von Hollands Größe, gegen den Begründer der Dynastie Oranien-Nassau, gegen Wilhelm I. ben Schweiger gezückt. Hier würbe er, in ben Gruft- gewölben ber „Nieuwe Kerk" beigesetzt, unb biese Gruftgewölbe öffnen sich immer roieber, wenn ein Sproß des Hauses Dranien der Tod ereilt. Denn bie „Nieuwe Kerk" in Delft ist bie geschichtliche Begräbnisstätte der Dränier, bas Mausoleum bes hol- länbischen Fürstengeschlechts. Unb wie unwirtl'ch, wie kahl unb einsam ist es in diesem großen kalvinistischen Gotteshaus. Man betritt es von „Groote Markt" her, den es mit seinem 108 Meter hohen Turm, über alle Maßoerhaltnisse ihrer kleinen Umwelt hin. uswachsend, einsam überragt. Es ist ein uralter Bau, der ursprünglich dem katholischen Gottesdienste gewidmet war, und damals den Namen ber Heiligen Ur ula trug. (Er tränt den neuen, ben farblos-nichtssagenben Namen „Neue Kirche", seitbem bie Bi Iber sturm er in das Gotteshaus einfielen unb alles, was ihnen barm aötienbaft erschien, kurz und klein schlugen: den ^runf der Altäre, Gemälde, Standbilder und die bunten Gläser der hohen, eingelegten Fenster. Von diesen Buntscheiben konnten nur wenige gerettet bzw geflickt werden, so daß denn heute das Licht von draußen durch weißes Glas hereiiftallt. Es fällt, kühl und wesenlos, auf kahle, weih- getünchte Wände, auf schmucklose verwitterte Tragsäulen, auf harte abgeschliffene Holzbanke... Mit dieser Entnüchterung Hand in Hand geht em auch baulicher Verfall des Jnnenraums. D eser betrübliche Verfall schreibt stch daher, daß die Kirche wie die meisten Gebäude in Delft, auf Ps hi f b - bie in ben morastigen Untergrunb als £ r M I für bas Mauerwerk bineingetrieben s^. Die Pfahle werben burch bas Grunbwafser von Fäulnis benagt, sie geben nach, sie sacken weg. Der Raum verliert nach unb nach seine Grundstutzen unddieFeuchtig^ Feit steigt zu ben brüchigen stellen herein unb in den Mauern, beis Pfeilern auswärts Die Tünche von ben Mauern fällt ab, bie Sättel ber Fäulen zerbersten. Der gute alte Hausarzt. bälF ber Bebachung einzusetzen. an Lehrstubl für Anatomie, Histologie unb (Entwirf in ber Reform bes Unterrichtswesens Stelle zu stehen habe. ber für Die Restaurationsarbeiten an ber „Nieuwe Kerk" in Delft bilben seit Jahren einen beträchtlichen Posten auf ber Liste ber notwenbigen kulturellen Ausgaben bes Landes. Man nahm seinerzeit zuerst den Chor in Angriff, ber benn auch enblich 1923. der Königin, bie in biefem Jahre ihr 25jähriges Regierungsjubiläum beging, als nationale Gabe feierlich zur Verfügung gestellt werben konnte. Das eigentliche Schiff steht feit Jahr unb Tag unbenutzbar. Hier find Zimmerleute, Scharwerksmaurer, Schmiede unverbroffen babei, neue Steine in bie gemeine Sterblichkeit burch bie Krankenversicherung nicht gesunken, bebauerlicherweise habe sich aber ber bürchschnittliche Aufenthalt ber Patienten im Krankenhaus verbvppelt. Die Zahl ber Gesuche, um Krankengelb — und Behandlung sei von 1921 bis 1927 von 41 aus 159 v. H. gestiegen, wobei die geringfügigen Leiden eine immer größere Rolle einnehmen. Allein im Jahre 1929 seien den Vertrauensärzten über 400 000 Fälle wegen Simulationsverdacht überwiesen, von denen sich sofort über 100 000 für arbeitsfähig erklärten, ohne bie Unterschaffen unb schlägt vor, in jebem Krankenhaus Säle einzurichten, in benen ber praktische Arzt unter Oberaufsicht der Chefärzte seine eigenen Fälle behandeln kann. Die für den Bau von modernen Krankenhäusern aufgewendeten Kosten stünden zu den erzielten Heilerfolgen in höchst ungünstigem -Verhältnis. Auch der weltbekannte Hirnchirurg Arvet C u s h i n g bricht in einer amerikanischen medizinischen Zeitschrift eine Lanze für ben Hausarzt unb betont, baß bie Mehrzahl ber wissenschaftlichen Instrumente unb Reaktionen keineswegs so zuverlässige unb genaue Heilerfolge verspreche, wie bie Oeffentlichkeit bas anzunehmen scheint. Vielmehr komme es auf ein geschultes Auge, auf bas Ohr, ben fühlenben Finger unb einige erprobte, meistens sehr einfache Laboratoriums-Methoben an. Die praktische Mebizin sei viel mehr eine Kunst als eine Wissenschaft. Die Kurpfuscherei sei in ben Vereinigten Staaten außerorbentlich schwer zu bekämpfen, ba bie von ben großen Jnteressen-Gemeinschaf- HochsckulnacknAten. Professor Dr. Heinrich B o n h o f f, jährige Abteilungsvorsteher am Institut 7 0. Geburtstag. Nach ben jüngsten Besprechungen bez Reichsstatthalters Sprenger, bes Oberbürgermeisters Krebs unb bes Kurators Dr. W i s s e t mit ben zustänbigen Stellen im Kultusministerium in Berlin steht nun einwanbsrei fest, baß bie Franksur - ter Universität erhalten bleibt, ja sie wirb überbies noch ganz befonbers ausgebaut werben. Vor allem sollen bie Sozialwissenschaftliche unb Kulturwissenschaftliche Fakultät unb bereu Institute in nächster Zukunft sehr gesörbert werben. Zu biefem Zweck werben ip ben nächsten Tagen mehrere Berufungen erfolgen. Es ist zu erwarten, baß Professor Dr. Krieck auch weiterhin ber Frankfurter Hochschule vorstehen wirb. Frankfurt soll bie Universität werben, aus ber bie künftigen höheren Verwaltungsbeamten hervorgehen sollen. Dem Privatbozenten Dr. med. vet. H. Grau an ber Universität Leipzig ist ber orbentliche Unter bem Grabmal aber befinben sich die Gewölbe, wo bie Särge ber meisten Fürsten aus bem Hause Oranien-Nassau, unb ebenfalls bie ihrer Gemahlinnen stehen. Es sinb zwei Räume, ein größerer unb ein kleinerer, auf bie sich keine Türe, °em Fenster auftut, sie finb mit ben Steinfliesen verichlo,- sen, bie ben Bobenbelag ber Kirche bilben. Diese Fliesen werben nur geöffnet, wenn bie Zahl Der Särge burch einen neuen vermehrt werben soll, an Tagen also, wo bas Haus Dranien, bas ganze Laub ber Nieberlande in Trauer steht, weil em Mitglieb bes Fürstenhauses von hinnen ging. Dies ist jetzt mieberum geschehen. ten ber Zeitungen, ber Jnbustrieunternehmunqen usw. „beeinflußten" Abgeorbneten jebes gegen ben mebizinischen Mißbrauch gerichtete Gesetz zu Fall bringen. Wie früher müsse ber praktische Arzt bas Ziel aller Ausbildung sein, ein Gesichtspunkt, ber ~ ' ' erster Wer die Kirche, vom Küster, begleitet, heute be- nun KUIU||t, ucl uct ,uUUUIIUH(CMUU;uily ...... tritt, muß über Mörtelkästen, Tauwerk, (-isen- nemiefen, bie sehr häufig eine Verkümmerung bes ftangen unb Bretter Hinwegsteigen, um in Den x^nischen Denkens unb bes klinischen Blicks zur Hintergrund zu gelangen, borthm, wo sich ginter ^lge habe. Die Verwenbung technischer Neueriin- einer hölzernen Notwanb der erneute Peil, der, sollen natürlich nicht unterbleiben; ihr bürfc Chor, erschließt. Hier haben bie Architekten ver- i aber b,e klinische Beherrschung ber Krankhaften ftänbige Arbeit getan. Sie haben bie Tünche von ,um Opfer gebracht werben. Präsibent L e - ben Mauern kratzen lassen, so baß nun wieder das ro { Q, ^gte hinzu, daß sich die Anzahl der jährlich ursprüngliche Baumaterial, ber rote Backstein, zu -n ben Bereinigten Staaten zugelassenen Aerzte Tage getreten ist. Sie haben bie niebrige ^djem* jejt beinahe verboppelt habe, baß heute auf decke aus Holz weggebrochen, so daß der Blick nun ■ 7§q Einwohner bereits ein Arzt komme und daß wieder frei bis zur Vierung der Dachkrönung an=; QegentüQrtig mehr als 25 000 Aerzte überflüssig steigen kann. Sie haben die festen Bänke wegney- fejen yis Gegenmaßnahme müsse eine starke Emmen lassen, und dadurch ist wieder Geräumigkeit sch^ünkung der Zulassungen für im Ausland aus- um jenes Grabmal herum entstauben, bas hier gebilbete Aerzte burchgeführt werben, auch wenn inmitten bes Raums feinen Platz hat, bas prächtige b^fe Amerikaner finb. Seine sehr schroffe Ableh- Ehrengrabmal Wilhelms bes Schweigers. Es ist. - PPng jebes Kaffen-Systems ist aus ben amerikani- ein prunkvoller Barockbalbachin aus buntem Mar- (Verhältnissen zu erklären unb kann wohl auch mor, an ben Ecken flankiert von allegorischen üigu=|nur au5 ihnen begrünbet werben. Zur Unterstützung reu aus Bronze: Gottesfurcht, Gerechtigkeit, Tapfer- ^jner Behauptungen verweist Lewis auf bas eng- feir unb Vorsicht vorstellenb. Unter biefem Prunk- Kassenwesen, bas eine Herabwürbigung bes buche, in ber Lage wie auf bem Sterbebette, aus ^rjtes unb eine Verführung bes Kranken zum weißem Marmor gemeißelt, bie Füße auf ben Simulanten bewirkt habe. In Englanb sei bie all- Rücken bes Hünbchens stützenb, bas ihm auch zu! - 1 Lebzeiten ein treuer Begleiter war, ruht Wilhelm ber Schweiger ber außer biefem noch einen, anbe- ren Beinamen trägt, „Vater bes Vaterlanbs". suchung bes Arztes abzuwarten, unb von benen fast 90 000 überhaupt nicht zur Untersuchung erschienen. Daß es sich hier nicht von vornherein um ausgesprochene Betrüger gehanbelt haben wirb, bürsten gerabe bie in Deutschlanb auf biefem Gebiet angestellten Untersuchungen über ben Zusam- l menhang zwischen Sozialversicherung unb Volks- . iui jpi.u.u^ic uuu v-niunu- gesunbheit bewiesen haben. Lewis möchte für Ame- lungsgeschichte in ber tierärztlichen Fakultät ber ^rita vor allem bem Hausarzt wieder Geltung vsr-1Unwerfität München angeboten worden. Auch im Ausland, besonders in den angelsächsischen Staaten, scheint die Bewegung gegen das zunehmende Eindringen des theoretischen Denkens in die Medizin unb bie Sehnsucht nach bem praktischen Arzt, ber sich in erster Linie auf eine grünbliche praktische Ausbilbung unb auf bie in jahrelanger Tätigkeit gesammelten Erfahrungen verläßt, anzuwachsen. Wie Dr. I. P. z u m B u s ch in ber «mmieue UHUCIULUUCH uuuCt, ...h. — — „Deutschen Mebizinischen Wochenschrift" berichtet, drllchiq-n Pfeiler, neue Spunden ins baufällige Ge- hat der Präsident der Amerikanischen Medizinischen ..... - •! - •.....Gesellschaft bei ber letzten Jahresversammlung aus bie allzu überroiegenbe Bebeutung ber Laboratoriumsergebnisse bei ber Krankenuntersuchung hm- lang» , . „ , . hygienische unb experimentelle Therapie an ber Universität Marburg, begeht am 3. April seinen Die Blinklichter haben so große Lichtstärke, daß sie auch bei den ungünstigsten Lichtverhältnissen auf 100 Meter Entfernung leicht und sicher wahrgenommen werden können. Es wird nun von dem Strecken- und Lokomotiv- personal der Reichsbahn immer wieder beobachtet, daß insbesondere Kraftwagenführer diese durch Blinklichtanlagen gesicherten Wegübergänge noch überqueren, wenn das Warnzeichen die unmittelbare Annäherung eines Zuges anzeigt und damit der Wegübergang für den gesamten Straßenverkehr errt ist. 5 ist dringend notwendig, daß sich die Kraftwagenführer an diese neuzeitlichen Sicherungseinrichtungen gewöhnen und die Sperrzeichen unbedingt beachten. Die Wegepolizeibehörde wird den Wegbenutzern, insbesondere den Kraftwagenführern, die genaue Beachtung * der für diese Warnlichtanlagen ergangenen verkehrspolizeilichen Vorschriften zur Pflicht machen. Die Reichsbahn ihrerseits sieht sich genötigt, angesichts der häufigen Unfälle an Bahnübergängen in Schienenhöhe gegen Personen, die den Verordnungen zuwider handeln, unnachsichtlich mit Bahnpolizeistrafen vorzugehen. Die Erhaltung von Anwartschaften für Arbeitslose. Zeiten der Arbeitslosigkeit, in denev der versicherte Arbeitslose versicherungsmäßige Arbeitslosen- oder Krisenunterstützung erhält, oder aus der öffentlichen Fürsorge unterstützt wird, werden vom 1. April 19 3 3 ab in der Invaliden-, Angestellten- und knappschaftlichen Pensionsversicherung a l s Ersatzzeiten fürdie Erhaltung der Anwartschaft angerechnet. Für die nichtunterstützten Arbeitslosen müssen zur Erhaltung der Anwartschaft Beiträge entrichtet werden. Für Zeiten der Arbeitslosigkeit vor dem 1. April 1 933 muß das Arbeitsamt die notwendigen Beiträge zur Erhaltung der Anwartschaft entrichten, soweit der Arbeitslose eine Hauptunterstützung er- halten hat. Sonst hat der Arbeitslose, unter Umständen mit Hilfe des Wohlfahrtsamts die erforderlichen Beiträge zu entrichten. Bis zum 31. März 1934 dürfen Freiwillige Beiträge außerdem nachentrichtet werden, soweit sie am 31. Dezember 1931 für einen zurückliegenden Zeitraum noch entrichtet werden durften, solange der Versicherungsfall (Invalidität, Berufsunfähigkeit, Tod) noch nicht eingetreten ist. Soweit Mittel für die Nachentrichtung fehlen, genügt die Bereiterklärung des Versicherten zur Nachentrichtung gegenüber dem Versicherungsträger, wenn die Beiträge innerhalb angemessener Frist nachentrichtet werden. Postdienst an den Feiertagen. Am Karfreitag und an dem ersten Ostertag findet je eine Brief- und Paketzustellung statt. Am zweiten Ostertag findet keine Zustellung außer durch Eilboten statt. Die Geldzustellung ruht an den Feiertagen. Schalterdienst wie an Sonntagen. Nie Ausstellung von Jagdscheinen in Preußen. Wie der Landesjägermeister durch den Amtlichen Preußischen Pressedienst mitteilt, werden die Jagdscheine künftig nicht mehr für den Zeitraum eines vollen Jahres, das mit dem Tage der Ausstellung des Scheines zu laufen beginnt, ausgegeben. Als Laufzeit aller Jahresjagdscheine gilt vielmehr die Zeit vom 1. April bis 31. März. Wird also beispielsweise ein Jagdschein erst im Juni gelöst, so läuft er doch nur bis zum 31. März des nächsten Jahres. Die rechtzeitige Lösung ist daher erforderlich, um ihn zeitlich voll ausnutzen zu können. Die Ausstellung eines Jnländerjahresjagdscheines ist nach den Ausführüngsbeftimmungen zum Jagdgesetz vom 24. Februar 1934 beim zuständigen Kreisjägermeister schriftlich zu beantragen. Daten für Dienstag, 27. März. 1813: Kriegserklärung Preußens an Frankreich, Einsegnung der Llltzowschen Freischaren in der Kirche zu Rogau (Schlesien); — 1820: der Maler Gerhard von Kügelgen bei Dresden ermordet (geboren 1772); — 1845: der Physiker Wilhelm Konrad Röntgen in Lennep geboren (gestoroen 1923). Grestener Wochenmaritpreife * Gießen, 27. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing, das Pfund (gelb) 18 bis 20, (grün) 20 bis 25, Weißkraut 15, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8 Pf., Feldsalat 1,— bis 1,20 Mark, Zwiebeln 10 bis 12 Pf., Meerrettich 35 bis 45, Schwarzwurzeln 25, Kartoffeln 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,80 bis 3,— Mark, Aepfel, das Pfund 12 bis 25 Pf., Birnen 15 bis 20, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 40 bis 60, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 20 bis 25, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bund 15 bis 20 Pf. BornoNzen. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr, „Der Eoangelimann".— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hans Westmar". — Oberhessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brand: 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Stadtkirche: 20 Uhr, Lichtbilder-Vortrag, „Auf deutschem Vorposten in Südosteuropa". — Hausfrauenberatung, Kirchenplatz 2: 16 bis 19 Uhr, Oster-Ausstellung; 16 Uhr, Koch-Vorführung. — Aus d e m Stadttheaterbüro. Morgen, Mittwoch abend, Wiederholung des Opernabends mit der Oper „Der Eoangelimann" von Wilhelm Kienzl. (Siehe heutige Anzeige.) * ** D i e Sprech st un den des Kreisschulamtes Gießen werden — entgegen der Bekanntmachung im Amtsverkündigungsblatt — am kommenden Mittwoch stattfinden. ** Evangelische Pfarrpersonalien. Uebertragen wurde: dem Pfarrer Georg Glock zu Mainz die evangelische Pfarrstelle zu Roßdorf, Dekanat Darmstadt; dem Pfarrer Gustav Böck- n e r zu Schlitz die evangelische Pfarrstelle zu Bickenbach, Dekanat Zwingenberg; dem Pfarrer Alfred Mitzenheim zu Crainfeld die evangelische Pfarrstelle zu Altenstadt, Dekanat Rodheim, dem Pfarrer Johannes V e l l e r zu Maar die evangelische Pfarrstelle zu Kleestadt, Dekanat Groß-Umstadt: dem Pfarrer Friedrich Ziegler zu Wendelsheim die evangelische Pfarrstelle zu Eppelsheim, Dekanat Alzey und dem Pfarrer Hans Schilling zu Isenburg die zweite evangelische Pfarrstelle an der Johannisgemeinde (Südbezirk) zu Mainz, Dekanat Mainz. Auf ihr Nachsuchen und unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt wurden: Pfarrer Georg Becker zu Langstadt mit Wirkung vom 1. Juni 1934, Pfarrer Emil Fritsch zu Freilaub ersheim mit Wirkung vom 15.August 1934, Pfarrer Adolf Kalb - Henn zu Kirch-Göns mit Wirkung vom 1.Oktober 1934, Pfarrer August Memmert zu Ober-Wid- dersheim mit Wirkung vom l.Juni 1934, Pfarrer Karl Scheid zuAlcheim mit Wirkung vom l.Juni 1934 und Stadtpfarrer Georg Zimmermann zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. Juli 1934. ** Schulpersonalien in Oberhessen. Nach einer Bekanntmachung des Personalamts wurden in Oberhessen übertragen: Der Berufsschullehrerin Amalie Stroh zu Gießen, z. Zt. kommissarisch an der Volksschule daselbst, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Gießen; dem Berufsschullehrer Julius Eberle zu Lollar, Kreis Gießen, z. Zt. kommissarisch an der Volksschule daselbst, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Lollar; dem Berufsschullehrer Emil Hahn zu Gießen, z. Zt. kommissarisch an der Volksschule daselbst, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Gießen; dem Berufsschullehrer Heinrich Otto zu Friedberg, z. Zt. kommissarisch an der Volksschule daselbst, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Friedberg; dem Berufsschullehrer Karl Games zu Lauterbach, z. Zt. kommissarisch an der Volksschule zu Lich, Kreis Gießen, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Lich; dem Berufsschullehrer Hermann Schmidt zu Grünberg, Kreis Gießen, z. Zt. kommissarisch an Am späten Nachmittag des Sonntags fanden sich alle Jungoolkführer Gießens in der Jungbanngeschäftsstelle Haus Schwarz ein, um neu verpflichtet zu werden. Oberjungbannführer Philippi sprach einführende Worte. Er betonte die tiefe Verantwortlichkeit, die jeder trägt, der zum Jungenführer ernannt wurde. Jedem von uns soll allezeit in allen Handlungen der eine Führer Adolf Hitler vor den Augen stehen. Gebietsjungvolkführer Heini Jung richtete dann einige Worte an die Führerschaft Gießens. Nachdem die Hitler-Jugend zur alleinigen Jugendbewegung geworden ist — so führte er aus — die in keiner Weise an Altes anknüpft, haben sich alle Führer darauf zu besinnen' daß sie an verantwortungsreicher Stelle in dieser Bewegung stehen. Das Wesentliche einer Führerschaft ist eine gewußte Haltung den Aufgaben und Anschauungen gegenüber. Die Bubenart des Jungvolkjungen soll nur innerhalb jenes Entwicklungszeitraums gewahrt bleiben. Der Pimpf formt sich hier zum echten Jungen, um später in die Hitler-Jugend überführt zu werden, wo er ganz andre ( Gesichtspunkte zu vertreten erlernen muß. . , Was an Bündnischem' war, ist endgültig vorbei! Die andre Art und die Ernsthaftigkeit der Jungvolkarbeit muß jeden Führer durchdringen. Wir müssen versuchen, immer mehr von unserer eigentlichen Lebensform zum Ausdruck zu bringen, von jener inneren Anschauung, die aus dem Nationalsozialismus geboren wurde! Führereinseitigkeit gibt es bei uns nicht mehr! Werden alle diese Dinge beherzigt Leider ist unser Volk in den letzten Jahren vor der nationalen Erhebung immer mehr dahin gekommen, daß der Nützlichkeitsgedanke sein Tun und Wesen über die Maßen beherrsche. Auch beim Bauern wurde das Gelddenken, das Umrechnen all seiner Besitzwerte in Geld, zur notwendigen Uebung. Damit verschwand die Ehrfurcht vor Busch und Bqum, der Sinn für landschaftliche Anmut, für das Heimische der Felder und Wiesen, kurz die alte natürnahe Sinnigkeit. Was nur im geringsten geeignet erschien, wurde unter den Pflug genommen. Eine rücksichtslose Axt ebnete ihm die Wege. Die schattenden Bäume verschwanden, der bergende Busch und die hegende Hecke. Kahlheit der Fluren, Geradheit der Grenzen, Gräben und Wege waren neue Trümpfe. Gewiß ist auch hierin wieder eine tiefeingewurzelte Tugend des Deutschen und besonders des deutschen Bauern mit im Spiel: Die Freude am Urbarmachen, am Erobern. neuen Landes, am Erschaffen neuer Werte. Aber alles hat feine Grenzen, und die hat man im Ueberschwang der neuen Ansichten bei jener Arbeit im heimischen Land überschrittetn. Man hat Rodungen und Entwässerungen maßlos übertrieben. Heute beginnt mau einzusehen, daß man mit jenen neuen Trümpfen das Spiel gründlich verlieren und den Schaden bezahlen muß. Die nützlichen Vogelarten haben abgenommen. Der nicht ausblei'benoen Vermehrung des Ungeziefers sucht man mit künstlichen, kostspieligen, aber unzulänglichen Mitteln zu begegnen. Man erkennt, wie die Verödung der Heimat mit ein Grund war für die Landflucht und wie eine erwünschte Ansiedlung Stadtmüder auf dem Lande durch sie nicht gefördert wird. — Die Trockenlegung der Teiche, die alles Regenwasser schnell abführenden Gräben und Bäche u. a. m. sind Ursachen des gestörten Wasserhaushaltes in unseren Feldern, Wiesen und Wäldern und des sinkenden Grundwasserstandes. Man ist auch hierin zu weit gegangen. Sümpfe und Teiche wurden trockengelegt, aber keine neuen Wasserspeier geschaffen. Da hat auch die Forstwirtschaft gesündigt. Die wasserspeichernden Laubwälder schwanden immer mehr zugunsten der weniger Wasser zurückhaltenden Nadelwälder. Auch in den Wäldern überschritt man die Grenzen der Entwässerungsnotwendigkeiten. Schließlich haben Flußregulierungen neben dem erstrebten Nutzen heute noch nicht abwegbaren Schaden gebracht. Wit der Verödung der Landschaft wurde auch unsere Tier- «nd Pflanzenwelt immer dürftiger. Das Nützlichkeitsdenken hat hier noch im besonderen schädigend gewirkt. Wie manche schöne Blume, z. B. die Trollblume („Klotzblume") des Vogelsberaes, wurde und wird vielleicht immer noch in Massen gesammelt und auf städtischen Märkten verkauft. Der schöne Apollo-Schmetterling, der als Uebrigbleibsel der Eiszeit noch an wenigen Stellen des Vogelsberges vorkommt und leider in Hessen seither nicht geschützt war. wurde von einzelnen Frankfurtern weggefangen und zu Geld gemacht. Wie viele heimische Pelztiere werden um des Geldes willen „erbeutet". Weil sie „schädlich" seien, verfolgt man heute noch viele Raubvögel, Eulen, Kröten, Igel, Schlangen usw. Es soll sogar noch Bauern geben, die die Bälge von Mäusebussarden als Zeugen ihrer Klugheit an die Scheunentore nageln. Schließlich gehört auch die völlige Veränderung des Waldes zum Kapitel Nützlichkeits- Die schnellwachsenden Nadelhölzer ergeben rajajer eine Bodenrente. Vor hundert Jahren waren der Volksschule in Londorf, Kreis Gießen, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Landorf; dem Berufsschulrektor Otto Weber zu Butzbach, Kreis Friedberg, z.Zt. kommissarisch an der Volksschule zu Romrod, Kreis Alsfeld, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Romrod, Kreis Alsfeld; sämtlich mit Wirkung vom 1. April 1934 an. ** Die Auszahlung der Militärver- sorgungsgebührnisse (Heeresrenten) für den Monat April erfolgt am Donnerstag, 29. März, die der Invaliden- und Unfallrenten am Samstag, 31. März. Amtsgericht (Sieben. Zwei Einwohner aus Steinbach hatten sich wegen Betrugs zu verantworten. Der eine legte von März 1929 bis Februar 1933 in der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensoorteil zu verschaffen, dem Arbeitsamt in Gießen mehrere Arbeitsbescheinigungen seines Vaters, des andern Angeklagten, vor, in denen dieser Lohnzahlungen bescheinigte, die in Wirklichkeit überhaupt nicht, oder nicht in der angegebenen Höhe ftattfanben. Der Amtsanwalt beantragte gegen beide Angeklagten je 75 Mark Geldstrafe. Das Gericht sprach den einen Angeklagten frei und verurteilte den andern wegen Verletzung des AVG. zu 100 Mark Geldstrafe. und verwirklicht, fo können wir beruhigt auf die Zukunft harren. Gebietsführer Kramer sagte darauf etwa folgendes: Ich bin nach Gießen gekommen, um die Iungvolkführerfrage offiziell zu erledigen. Wenn ihr heute den neuen Jungbannführer vorgestellt bekommt, so möchte ich euch vor die Seele stellen, daß es um die Treue zur Arbeit geht? Die Eigenart des Jungvolkführers liegt darin, daß er seine Stellung im Sinne des Führers auffaßt. Wir werden das Führerprinzip bis zum Letzten vertreten! Als junger deutscher Sozialist hat er sich davon leiten zu lassen, daß, wenn er als Junggenosse schon einfach war, als Führer noch viel schlichter fein muß. Er muß in allem hingegebener werden! Noch stärker soll er wissen, daß nur die absolute, einwandfreie Leistung gewertet wird. Wir müssen tätige, arbeitsame Gemeinschaften werden! In diesem Gerst soll auch der Standort Gießen geleitet sein. Nur in diesem Geist des Fleißes erfüllen wir die Sendung, die auf uns als Führer der Jugend des neuen Reiches gekommen ist. Mit Dankesworten verabschiedete dann der Gebietsführer den bisherigen Jungbannführer Karl Heinz Stroh, der in den Oberbann berufen wurde. Der neuernannte Führer des Jungbanns 1/116 Hannsmuth Grether wurde danach der versammelten Führerschaft vorgestellt. Mit der Verpflichtung auf den neuen Führer und einem Sieg-Heil auf das Reich und seinen Führer endete die kurze Feier. Objbn. IV/13. die Wälder des Vogelsberges nur zu einem Zehntel Fichtenwälder, heute zur Hälfte. Durch einseitige Bepflanzung veränderte sich der Boden in unerfreulicher Weife; Windbruchgefahren und Jnsekten- schäden erhöhten sich, man erlitt Millionenfchäüen. Jetzt legt man erfreulicherweise wieder Wert auf Erhaltung natürlicher Zustände im Walde. Man sucht seine gestörte Harmonie durch Pflanzung von Mischbeständen wieder herzuftellen und sieht auch die sog. Forftunkräuter mit anderen Augen an, als seither. Es ist eben alles Gewordene, Natur und Heimatlandschaft. eine große, zusammengestimmte Einheit, die vom Wenschen nicht ungestraft gestört werden kann. Auf Grund solcher Einsicht berücksichtigen auch die Kulturämter mehr und mehr die Notwendigkeiten des Natur- und Heimatschutzes bei Durchführung der Feldbereinigungen. Neben dem Nützlichkeitsdenken haben Gleichgültigkeit, Gedankenlosigkeit und R o - t) eit naturverwüstend gewirkt. Manche Pflanzen find nur wegen ihrer schönen Blüten stark zurückgedrängt worden. Man denke nur an die Salweiden (die „Palmkätzchen"), den Seidelbast (das Märznägelche), das wilde Schneeglöckchen („Märzglöckchen", „Märzbecher"), die Maiblumen, den Türkenbund u. o. a. Manche, wie der wunderbare Frauenschuh, sind so gut wie ausgerottet. Was als Heilkraut bekannt ist, wird oft mit Wurzeln ausgerauft. Viele Tiere werden um eines dummen Aberglaubens willen verfolgt. Angesichts solcher beklagenswerten Zustände mußte in einem gesunden Volke mit biologischer Notwendigkeit die erlösendeGegenwirkung einsetzen. Es erwachte der Naturschutzgedanke und wurde zur Bewegung, die schließlich auch die Behörden erfaßte. In den Alpen, in der Lüneburger Heide und anderswo hat der Verein „Naturschutzpark" größere Gebiete erworben, um sie in ihrer Ganzheit vor Aenderungen durch den Menschen zu bewahren. Der Offenbacher Naturschutzverein unterhielt bisher das Sumpfgebiet „Der Hengster"; den vogel- und pflanzenkundlich interessanten „Küh- kopf" am Altrhein hat zuerst der Besitzer Freiherr von H e y l geschützt, jetzt tut es der Staat; Gießener Naturfreunde hegten die Enzian- wiesen bei Rödgen, andere die Reste der Weerskrandsflora in Oberhessen. Auch Gebirgs- und Wandervereine trieben auf ihren Wanderungen praktischen Naturschutz und erzogen ihre Mitglieder wieder zur Ehrfurcht vor der Natur. Dem sinnlosen Abreißen von Pflanzen Zweigen und Aeften, dem rohen Zertreten von Tierchen, die dem Wandernden über den Weg laufen, traten Schulen und ernste Jugendbünde entgegen. Schließlich kam es zu Schutzgesetzen. Wohl das älteste dieser Art ist das Reichs- vogelschutzgesetz aus dem Jahre 1908, das alle Singvögel und die meisten Raubvögel vor Verfolgung und Ausrottung bewahren soll. Schutzbe- ftimmun^en finden sich auch in den Jagdstrafgesetzen Das hessische Gesetz über Denkmalspflege aus 1902 schützt Wasserläufe, Felsen und Bäume, nicht aber Pflanzen und Tiere. Ein großer Schritt vorwärts war für unsere engere Heimat das hessische Naturschutzgesetz vom Oktober 1931. Es umfaßt zum ersten- mal Pflanzenwelt, Tierwelt und Landschaft als eine zu erhaltende Einheit. Hiernach können bestimmt begrenzte Gebiete unter Schutz gestellt werden Gegen Verunzierung der Landschaft (Reklame') sollen Polizeiverordnungen erlassen werden den Feldbereinigungsbehörden wird die Erhaltung des Landschaftsbildes zur Pflicht gemacht, in den Voll, zugskommifsionen sollen nunmehr Sachverständige für den Schutz der Landschaft und der Natur mit- wirken. Ehrenamtliche „Naturheger" werden neben den berufenen Schutzbeamten die Ausführung des Gesetzes überwachen. Erst der neue Staat erkennt die wahre Bedeutung dieser Schuharbeit und Schuhgesehe. Für ihn geht es hier um eine Lebensgrundlage des Volkes und seiner selbst. Die Hoffnungen aller Natur- und Heimatfreunde werden sich in ihm erfüllen. Wie nahe dem Führer diese Sache am Herzen liegt, beweist schon das von ihm so rasch geschaffene R e i ch s t i e r s ch u tz g e se tz. Mit der ftatt- licken Organisation des Reichsbundes Volkstum und Heimat hat Ministerialrat Ringshaufen alle Kräfte zu wirksamer Arbeit zusammengefaßt. Für alle Heimat-, Natur- und Volksfreunde ist die Möglichkeit gegeben, mitzuarbeiten (und fei -es auch nur durch einfachen Beitritt zu diesem Bunde), den ererbten, so oft schwer umkämpften Heimatboden unverschandelt Kindern und Enkeln zu überliefern. In letzter Stunde noch müssen wir retten, was zu retten ist. Erhalten und neuge ft alten wollen wir die natürliche Anmut unserer Landschaft, die Eigenart und die Besonderheiten ihres Menschenschlages, ihrer Tier- und Pflanzenwelt und ihrer geologischen Bildungen. Damit stärken wir das Heimgefühl unserer Menschen und wecken ihre alte Sinnigkeit und die Liebe zu ihrem Volkstum und Volke, zu feiner Geschichte und seiner Verbunden« h e i t. Dieser Gedanke muß bei Ausstellung aller Feld« bereinigungs- und Bodenverbesse« rungspläne gestaltend mitwirken. Alte Sünden müssen wieder gutgemacht werden. Der Landschaft soll man ohne Not keinen Zwang antun. Die Füh- rung der Wege und Gräben ist dem Gelände anzupassen. Die Aecker sollen nicht durch alle Gewanne in gleicher Richtung ziehen. Oft werden Neuansiflan- zungen nötig fein; daran muß schön bei Aufstellung der Pläne gedacht werden. Manche Feld- und Wiefenwege und = graben können und müssen von Obstbäumen begleitet, geeignete Stellen sogar durch ragende Laubbäume betont sein. Eine unbedingt notwendige Regulierung des Bachlaufes muß nicht das Landschaftsbild schädigen. Auch die Forstverwaltung hat Mittel in der Hand, die Waldgrenzlinien und Waldmäntel abwechslungsreich und schön zu gestalten und durch Mischen ihrer Bestände wieder mehr Tier- und Pslan,vnleben in unseren Wald zu bringen. Der Wiederherstellung des gestörten Wasserhaushaltes dient neben der besseren und schöneren Führung der Gräben die Wiederanlage einst trockengelegter Wasserspeicher der Landschaft in Form von Stauweihern und -feen, die daneben die Landschaft so ungemein beleben. Meist sind die dafür geeigneten Stellen doch für den Wiesen- oder Feldbau ungeeignet und können durch Fischereibetrieb eine höhere Renten ab werfen. Es ist mir, unmöglich und nicht der Zweck dieses Aufsatzes, im besonderen auf die in unserer engeren Heimat der Lösung harrenden Aufgaben des Natur- und Heimatschußes einzugehen. Nur auf einiges fei noch kurz hingewiesen. Die schöne Eigenart unserer Vogelsbergtanb- schast mit ihren bebuschten Rainen und Fels- grupper, ihren Hecken und Knicks, ihren baumumsäumten Bachläufen muß bei allen Feldbereinigungsmaßnahmen erhalten bleiben. Das Hochmoor im Oberwald muß vor weiteren „Kulturmahnahmen" bewahrt bleiben. Die Feldfluren der W e 11 e r a u, des Gießener Beckens und der Laubacher Gegend sind hier und da von floristisch bedeutsamen warmen Hügeln mit bunter Wildflora unterbrochen. Da sie meist Unland sind, können und massen sie erhalten werden. Genannt seien nur neben dem bekannten Hanget st ein bei Lollar, „b i e Burg" bei Ober-Widdersheim, der „Goldrai n" und der „Grohber g" rechts und links der Straße Rodheim—Hungen, der „Lindenber g" zwischen Langsdorf und Birklar, der „Faule B e r g" rechts der Straße Dauernheim—Hof Schleifeld, ein Hügel, bei Nonnenroth und einer zwischen Ruppertsburg und V i 11 i n g en . Es gibt sicher auch noch manche unentdeckte. Die Reste einer einstmalig reichhaltigen Salzflora bei Wisselsheim, Münzenberg, Selters und Salzhausen müssen in letzter Stunde gerettet werden. Ebenso einige Teile der Kalkflora auf dem „Steinberg" bei Bleichen/)ach und des sogenannten Lauter- bacher Grabens. Auf zu schützende Bestände seltener Pflanzenarten (z. B. die E n z i a n w i e s e n bei Rödgen), sowie die geschützten Tier- und Pflanzenarten überhaupt ist schon oft in unseren Heimat- unb Wanderzeitschriften, befonbers in ber Beilage „Heimat im Bilb" bes Gießener Anzeigers hingewiesen worden. (Otto Vogt in Nr. 14 von 1933, Otto Bauer in Nr. 19 und Dr. R. Fischer in Nr. 28 desselben Jahrgangs). Besonders ehrwürdige Waldbestände, z. B. Deutschlands schönster Larchenbestand im Distrikt Richtberg bei Schlitz, und die in jedem Revier vorhandenen merkwürdigen ober bebeutungsoollen Bestände, Gruppen und Einzelbäume sinb ja schon immer in guter Hut ber Forstverwaltung. Vielleicht kann aber jetzt auch hier noch mehr geschehen. Da heißt es manchmal auch acht haben auf bie Eigentümlichkeit ber Flora des Waldbobens, die durch rücksichtsvolle Maßnahmen erhalten werden kann; ermähnt sei nur ein herrlicher, über Erwarten großer Bestand des Bärlapps und einer des Rippenfarns in einem Walde bei Lauterbach und Wernges. Als Naturdenkmäler zu hüten sind auch die geologisch merkwürdigen Felsgruppen und sonstigen Bildungen, wie z. B. der „W i l b e Stein" bei Büdingen unb „Die Steinern" bei Dübelsheim. Die Felsenwiese bei Ilbeshausen ist leiber schon ver- schwunben, anbere im Vogelsberg müssen jetzt vor bem gleichen Schicksal bewahrt werben. Alle Hinweise unb Mahnungen, alle Bemühungen ber Heimatfreunde, alle Schuh- gesehe jedoch sinb unwirksam, wenn unsere Menschen nicht mit ihrer Einsicht unb ihrem guten Dillen bahinter stehen. Alle müssen erkennen lernen, worum es geht. Alle müssen mit bem Herzen babei sein, wo es um bie Bewahrung unserer Heimat geht, bes Mutlerbobens aller unserer aufbauenben Kräfte. Umfassende Erziehungsarbeit, zielsicher geleitet vom neuen Staate, muß allenthalben einsetzen. Nimmermehr darf reines Ich- unb Gelbdenken in Zukunft Vater- und Mutterland veröden! Heimatbund, Schulen und Wanderoereine, Zeitungen und Bücher, alle helfen mit, daß der Heimatschutzgedanke in den Herzen des ganzen Volkes verwurzelt wird und wieder eine Naturverbundenheit entsteht wie ehedem. Dann brauchen wir keine Naturschutzgesetze mehr. EinWrungdesneuenGießenerIungbannMrers Schützt heimische Hahir und Landschaft! Von K. Schnierle, staatlichem Vertrauensmann für Naturschutz. Oberheffen. Eine Mahnung des Gchotiener Kreisdirektors. * Schotten, 26. März. Der Leiter des Kreisamts Schotten, Kreisdirektor Zürtz, veröffentlicht folgende amtliche Mitteilung: „In meinem Amtsbereich, dem Kreise Schotten, werden vielerorts persönliche Unstimmigkeiten und Feindschaften dazu benutzt, um gegen in irgend einem Amt befindliche Volksgenossen mündlich und schriftlich Anschuldigungen und sogar Verleumdungen vorzubringen. Es artet dieses stellenweise zu einer geradezu verantwortungslosen Hetze und Ehrabschneidung aus. Selbstverständlich werde ich alle mit einem öffentlichen Amt Beauftragte zur Rechenschaft ziehen, wenn dieselben gegen ihre Amtspflichten verstoßen oder sich im Hinblick auf ihr Amt ungehörig benehmen. Auf der anderen Seite werde ich aber im Interesse der Allgemeinheit in Zukunft gegen Hetzer, Verleumder und Unruhestifter mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln vorgehen. In diesem Zusammenhang weise ich noch darauf hin, daß Zuschriften ohne oder mit unleserlicher Unterschrift von mir grundsätzlich nicht beachtet werden." Kundgebung derAS-HagoinGchotten. cx) Schotten, 24. März. Handwerk und Gewerbe des Kreises Schotten hielten hier eine große Kundgebung ab. Ein stattlicher Zug stellte sich am Kreisamt auf und zog unter Begleitung der Sturmkapelle nach der Turnhalle, die bald bis auf den letzten Platz gefüllt war. Nach einigen musikalischen Vorträgen und Einmarsch der Jnnungsfahnen begrüßte der Kreisamtsleiter der NS.-Hago N d u - mann (Schotten) die Versammlung. Das erste Referat erstattete Ptz. Dr. Reif, Syndikus der Handwerkskammer. Die große Propagandaaktion, die überall im Reich stattfinde, solle das Handwerk zu besten Leistungen und das Publikum zum Kauf und Abnahme gewerblicher Erzeugnisse anregen. Keine Preistreibereien dürften stattfinden. Eine große Schlacht gegen die Arbeitslosigkeit habe der Führer eingeleitet, auf dessen Münchner Rede der Referent näher einging. Die neuen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung würden auch für das Gewerbe und Handwerk sehr befruchtend wirken. Weitere zwei Millionen deutscher Volksgenossen würden wieder in Arbeit und Verdienst kommen. Eine wesentliche Erleichterung werde auch die neue Reichssteuerreform bringen. Klare, einfache Steuerverhältnisse würden geschaffen unter Wegfall der Landessteüer. Näher ging der Redner auf die sog. „Treubau" ein, die neue Organisation, die für die Schaffung von neuen Wohnbauten, Siedlungshäusern und für deren Finanzierung sorge. Ein echter, deutscher Baustil werde damit auch wieder geschaffen. Die Ichsucht und der Krämergeist müßten verschwinden. Kreisleiter Kromm überbrachte die Grüße der politischen Leitung. Das Gesamtinteresse der Nation sei entscheidend, nicht das Sonderwohl eines einzelnen Standes. Wie der Volksgenosse arbeit, nicht was er schaffe, darauf komme es an. Jeder, der etwas Ordentliches im neuen Staat leiste, sei willkommen. Der Steuerzahler dürfe nun auch den Staat nicht im Stich lassen, der Staat erwarte, daß man auch an ihn denke. Danach sprach Pg. Kleemann (Leun). Ein furchtbares Erbe habe die neue Regierung ange- treten. Nichts sei falscher als das Wort: „Die Wirtschaft ist das Schicksal des Staates". Die größte revolutionäre Tat aller Zeiten sei die Beseitigung der Arbeitslosigkeit aus eigner deutscher Kraft, ohne Auslandshilfe und Anleihen. Wir führen damit einen heiligen Kampf für die Zukunft unserer Nation, für das Leben derer, die nach uns kommen. Ein organischer Aufbau finde statt, bei dem jedes Glied in das Volk sich einbauen müsse. Alle haben das Recht zu leben und zu arbeiten, das größte Verbrechen bedeute es, wenn man die Leute verhindere, zu arbeiten. Das Eigentum ist als Ergebnis der schaffenden Kraft sittlich gerechtferttgt und wird geschützt. Die einenden Kräfte des Volkes müssen geweckt werden. Hierin liegt insbesondere die Großtat des Führers. Große Völker sind einst nicht durch wirtschaftliche Fragen zu Grunde gegangen, sondern durch ein Sterben ihrer tragenden Kräfte. Das Volk vergreise, wenn nicht dem Geburtenrückgang gesteuert wird. Die Stärke und Zukunft unseres Volkes liegt in unserer Volksgemeinschaft und Ehre. Reichster Beifall wurde den Rednern gezollt. Nach einem' Sieg-Heil auf unser Volk und den Führer und dem Gesang der Weihelieder wurde die Kundgebung geschlossen. VftiiouTie (Yretzen. * Wieseck , 26. März. In würdiger Weise veranstaltete der hiesige Turnverein 1862 am Samstag im Saalbau Braun eine Feier zu Ehren der in diesem Jahre aus der Schule entlassenen, dem Verein angehörenden Jugend. Das recht gut gewählte sportliche Programm wurde ausschließlich von Schülern und Schülerinnen des Vereins ausgeführt. Die zahlreichen Besucher folgten mit großem Interesse den vorzüglichen Darbietungen. Die Einleitung des Abends brachte den Aufmarsch einer stattlichen Zahl von Schülern und Schülerinnen, die durch den gemeinsamen Gesang des Liedes „O Deutschland hoch in (Ehreri" unb einen passenden Sprechchor erfreuten. Auch die Gesangsabteilung wartete mit zwei schön voraetragenen Liedern auf. Alsdann folgten in bunter Reihe Singspiele, Stabübungen, Freiübungen, Tanzreigen, Schwung- und Hüpsübungen, Turnen am Stützbarren und Stützreck, sowie weitere Sing- und Tanzspiele. Das Tanzspiel mit dem dargestellten Wetterhäuschen löste viel Freude aus. Alle Aufführungen, bei denen Schüler und Schülerinnen von den jüngsten Jahrgängen an ihr Können zeigten, wurden mit großem Beifall ausgenommen. Besondere Anerkennung gebührt den Turnwarten für ihre mühevolle, aufopfernde Arbeit, die das Gelingen des Abends gewährleistete. Besonders würdig gestaltete sich die Begrüßung durch den Dereinsführer Daupert mit der anschließenden Ehrung der Schulentlassenen. Er wies u. a. auf die Bedeutuna des Tages hin, an dem die jetzt der Schule Entlassenen von ihren früheren Mitturnern scheiden müßten, um in eine höhere Altersklasse ein- aereiht zu werden. Ein entscheidender Abschnitt des Lebens beginne nun durch die Erlernung eines Berufes. Er ermahnte, auch fernerhin dem Turnsport die Treue zu bewahren, um im neuen Reich Kämpfer zu sein und durch Selbstbildung der Gesundheit unserem Volke und dem deutschen Vaterland zu dienen. Als Erinnerung an die Turnbrüüer und -schwestern der Schuhzeit wurde jedem einzelnen der Schulentlassenen ein Diplom mit Photographie und Widmung überreicht. Mit dem gemeinsam gesungenen Liede „Turner auf zum Streite" wurde die harmonisch verlaufene Feier beendet. wg. Großen-Buseck, 26. März. Dieser Tage fand hier im Saale von Heinrich Brück unter Leitung des Beigeordneten Heinrich Wagner eine Bauernversammlung statt. Im Mittelpunkt der Erörterungen stand die Kleefrage. Durch die Uebergäbe der neu eingeteilten Grundstücke im kommenden Herbst (Feldbereinigung) ist kein Bauer in der Lage, seine Kleeäcker bestellen zu können, weil er nicht weiß, wohin er mit seinen Grundstücken zu liegen kämmt. Diese Frage wurde besprochen, zu einem Ergebnis konnte man indessen nicht kom- men. Im weiteren Verlaufe des Abends beschäftigte man sich noch mit verschiedenen anderen Fragen der Feldbereinigung. Im Anschluß daran sprach Altbürgermeister Gans über Wildschäden in der hiesigen Gemarkung. — Im Schulhause aus dem Tal fand dieser Tage eine Ausstellung der Handarbeiten und der Ergebnisse aus dem Kochkursus an der hiesigen Volks- und an der Fortbildungsschule der Mädchen statt. Die Ausstellung bewies, daß die Mädchen unter der Anleitung von Lehrerin Frau Schneider sehr viel gelernt haben. <£ Lollar, 26. März. Am Samstag nachmittag feierte die Kückengrupp« der NS. - Frauenschaft Lollar im Garten des Adolf- Hitler-Haujes die Ankunft des Frühlings und des sehnsüchtig erwarteten Osterhasen. Nette kindliche Spiele erfreuten die Besucher. Auch altdeutsche Volkstänze brachten die Kleinen recht schön dar. Mit großer Freude nahmen sie zum Schluß im Adolf-Hitler-Haus von österlich geschmückten Tafeln ein kleines Ostergeschenk in Form eine Häschens mit süßem Inhalt entgegen. — Freudig bewegt empfingen gestern Nachmittag die Kleinsten der Gemeinde im Hofe der K l e i n - K i n d e r s ch u l e die Gabe des Osterhasen. All? Besucher ergötzten sich an den drolligen Spielen der Kinder. Zum Dank durfte sich jedes ein niedliches Körbchen mit reichlichem Inhalt vom Moosteppich in der Spielhalle holen. ■ * Heuchelheim, 26. März. Am Samstag hielt der Turnverein seine Frühjahrshauptverfamm- lung ab. Der Vorsitzende Otto Rinn gedachte zuerst des auch in Heuchelheim bekannten verstorbenen Turners Rektor Kling-Gießen, der in diesen Tagen plötzlich aus den Reihen der Turner gerissen wurde. Er gab dann einen Bericht über den letzten Gautag im Hessengau und nahm die Gelegenheit wahr, auf die hohe Bedeutung der Deutschen Turnerschaft auch in der neuen Zeit hinzuweisen. Ergänzt wurden seine Ausführungen durch den Dieb wart A. Rinn. Aus den Besprechungen ist noch hervorzuheben, daß am 6. Mai die diesjährige Frühjahrswanderung stattfinden soll. 00 Klein-Linden, 25. März. Die Schüler der Oberklasse der hiesigen Volksschule und ihr Lehrer hatten für den Freitag abend Eltern und Freunde der Schule zu einer Schulentlassungsfeier im neuen Schulhaus eingeladen. Das Programm des Abends war in drei Teile gegliedert: „Das Kind und Gott", „Das Kind und seine Heimat", „Das Kind und sein Vaterland". Der Klassenführer, Lehrer Möller, sprach zu den ein- zenen Teilen erläuternde Worte, die Kinder' boten mehrstimmige Chöre, passende Gedichte, kurze Laienspiele- und eindrucksvolle Sprechchöre dar. Die schön verlaufene Feierstunde klang mit dem Sprechchor, dem Rütlischwur aus Schillers „Wilhelm Tell", aus. Einer Ausstellung von Zeichnungen der zur Entlassung kommenden Schüler und Schülerinnen wurde von den Eltern das größte Interesse entgegengebracht. Y Großen-Linden, 26. März. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde die Rechnungsablage genehmigt. Die allgemeine Steuersenkung wurde nach folgenden Sätzen neu geregelt: Sondergebäudesteuer bleibt: Gelände- und Bauplätze von 34 auf 30,3 Prozent; Land-, Forst- und Grundbesitz von 47 auf 44,1 Prozent; Gewerbekapital von 74,8 auf 70,4 Prozent: Gewerbeertrag von 28,6 auf 26,7 Prozent. — Die S ch u l e i n w e i h u n g wurde auf den 15. April festgesetzt. Y Großen-Linden, 26. März. Die hiesige Volksschule hatte für den vergangenen Samstag zu ihrem Unterhaltungsabend, verbunden mit der Entlassungsfeier der Konfirmanden, in den Saal des Gastwirts Ludw. Faber eingeladen Zahlreich hatten sich die Eltern und Freunde der Schule eingefunden, so daß der große Saal voll besetzt war. Der Schülerchor der Oberklasse unter Leitung von Lehrer Reinheimer eröffnete mit einem Lied die Feier. Lehrer Reinheimer, der Leiter der Ob er Haffe, begrüßte die Gäste. Für die Musik sorgte eine aus Schülern der Volksschule zu- fammengefteUte Kapelle,die reichen Beifall erntete. Unter Leitung von Lehrer Reinheimer und Frl. Müller folgten dann turnerische Darbietungen, Reigen und Spiele. Drei kurze Theaterstückchen der Oberklasse hielten die Zuhörer in Spannung. In bunter Reihenfolge wechselten bann Chöre, Gedichte, Zwiegespräche und Vorträge miteinander ab. Insbesondere sollten den nun in einen neuen Lebensabschnitt eintretenden Konfirmanden die Ideen unseres Führers über das Handwerk und den Adel der Arbeit vermittelt werden. Als Leiter der hiesigen Schule sprach Pg. Rektor Siegfried zu den scheidenden Konfirmanden. In eindringlichen Worten mahnte er sie, die guten Keime, die in der Schulzeit in sie gelegt worden sind, zu bewahren und sich nicht beirren zu lassen. Streben und arbeiten sollten sie, so wie der Führer, der sich aus niedriger Stellung emporgearbeitet habe, denn Wissen sei Macht und ohne Fleiß keinen Preis. In seiner Schlußansprache gedachte der Schulleiter, Rektor Siegfried, des nun in den Ruhestand tretenden Lehrers Römer und überbrachte ihm die besten Wünsche der Schule für sein ferneres Leben. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Reich und Führer und mit dem Gesang des Horst-Wessel, sowie des Deutschlandliedes fand die wohlgelungene Veranstaltung ihren Abschluß. — Die Zahl der Konfirmanden beträgt in diesem Jahre 65, 39 Mädchen und 26 Knaben. * A l l e n d o r f (Lahn), 26. März. Am Samstag bezog unser Storch sein hiesiges Nest. Noch am gleichen Tage hielt auch das Weibchen seinen Einzug. * Watzenborn-Steinberg, 26. März. Arn Samstag, den 24. im Lenzing, veranstaltete die BDM. - Mädelschar Watzenborn- Steinberg einen Werbeabend im Saale „Zum goldnen Stern". Nach der Begrüßungsansprache, in der die Führerin die Arbeit des Bundes Deutscher Mädel schilderte, wickelte sich das Programm in bunter Folge ab unter den drei Gesichtspunkten: BDM.-Kulturarbeit, BDM.-Singen und BDM.-Handarbeit. Zur Vorführung gelangten Lieder, Gedichtvorträge, Theoretisches und Praktisches über Gymnastik, ein kurzes Kapitel Auslandsdeutschtum und ein auf der Bühne dargestellter Heimabend, in dem das Thema „Volk und Rasse" behandelt wurde. Den Abschluß bildete eine Verlosung von Handarbeiten, die die Mädels selbst angefertigt hatten. Alle Darbietungen wurden mit lebhaftem Beifall belohnt, und befriedigt gingen die Zuschauer nach Hause. > Holzheim, 26. März. Die Landwirtschaft hat auch hier durch den starken Frost großen Schaden erlitten, besonders der Weizen ist nahezu vollständig ausgewintert. Die Bezugs- u n b Absatzgenossenschaft Holzheim hat daher eine große Sendung Sommerweizen bezogen, so daß jeder Landwirt seinen Ausfall an Winterfrucht durch Sommerweizen ersetzen kann. öp Lich, 26. März. Der hiesige Verkehrs- verein hat im Einvernehmen mit der Stadtverwaltung einen Raum der landwirtschaftlichen Winterschule am Obertor übernommen, um ihn zu einem Heimatmuseum auszugestalten. Unser langjähriger Lehrer Schneider, der beste Kenner der Geschichte unserer Stadt, hat sein gesammeltes Material dem neuen Museum zur Verfügung gestellt. Es ist damit zu rechnen, daß auch aus der Einwohnerschaft dem Unternehmen das größte Interesse entgegengebracht wird und die für einzelne Familien scheinbar wertlosen Zeugen der Vergangenheit dem Museum überlassen werden. )( L i ch, 26. März. Die Evangelische Gemeinde veranstaltete dieser Tage unter Mitwirkung des Posaunenchors abermals einen Gemeindeabend, der dem' Gustav-Adolf-Verein und seiner Arbeit gewidmet war.Nach einem Eingangswort Frühjahrs-Neuheiten Damen-Pullover . 4.75, 3.95, 2.50 Damen-Pullover, schöne Farben. Damen-Pullover, K'seide, matt, %Arm, schöne Pastellf, 6.75, 4.75, 3.75 Ansnahmepreis... Mk. 7.50 laeaD 3.50, 2.95, 2.25 Damen-Blusen, Crepe, Kunstseide H. Zöbeilein: 1875C Der Glaube an Deutschland NORD-WEST 1861 A Beachten Sie bitte mein Spezial-Fenster Markt 16 Bfl. 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Salz, Pfeffer, Zitronensaft beifügen, die Soße vom Feuer nehmen und das Eigelb, mit einigen Tropfen kaltem Master verrührt, barunler- mengen. - Zum Schluß mit Maggi's Würze abschmecken. Bahnbrecheno k Neuerung(D.R.P) 7 Pld. 30,35,384 ff. Kabeljau unö Seelachs o.K. Pfd. 22,25, 28 4 Nische Mls. Pfd. 40 und 50 Rotzunge Pfd. 65 <5, Goldb. Pfd. 30°), Bratlifch Pfd. 30 ö Rich. Gvunewald Bahnliosstr.27, Fernfvr.3631 (MuemeIIen Große Vorteile für die%ündm Anmut und Schönheit durch Cardy Hautcremeseife ZU haben in allen einschlägigen Geschäften 6156 D Lichtspielhaus - Gießen Heute Dienstag letzter Tag: Um 4, 6 und 8.30 Uhr Hans Westmar Ein deutsches Schicksal aus dem Jahre 1929, nach dem bek. Buch Horst Wessel Ab Mittwoch wieder ein Ereignis für Gießen: Stoßtrupp 1917 nach dem berühmten Buch von llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllll Frische Seefische Irische Flußfische 1881D Lebende Karpfen u. Schleien 6. G. 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Da der Redner selbst geborener Wolgadeutscher ist und bis 1921 als Pfarrer in Rußland gewirkt hatte, Sonnte er aus eigensten Anschauungen und persönlichstem Erleben heraus die Verhältnisse in Rußland unter der Gewaltherrschaft des Bolschewismus und besonders derTscheka schildern und die furchtbare äußere und innere Not unserer deutschen und evangelischen Brüder und Schwestern an der Wolga den Zuhörern vor Augen führen. Nach einer Pause, in der eine Schrift des Redners über die Christenverfolgung in Rußland verkauft wurde, wurden die Ausführungen des Vortrags durch erschütternde Lichtbilder über die Hungersnot in einzelnen Teilen Rußlands ergänzt. Mit einem starken Bekenntnis zum Reichspräsidenten von Hindenburg und dem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, dem Retter Deutschlands, schloß Pfarrer Stenzel den Abend, der einen so tiefen Eindruck hinterließ, daß der Leiter auf jedes Schlußwort verzichtete. — Die beiden evangelischen Frauenvereine (Frauenhilfe) beschlossen in der vergangenen Woche ihre Winterveranstaltungen mit zwei wohl- gelungenen Schlußabenden. Kleine Aufführungen der verschiedensten Art, der Vortrag von Mundartgedichten, die Darbietung von mehrstimmigen Chören, Ansprachen der beiden Geistlichen, gemeinsam gesungene Lieder und eine gemütliche Kaffeetafel hielten die Mitglieder bis Mitternacht zusammen. Auch in diesem Winter stellten die beiden Vereine wieder beträchtliche Mittel für das Syrische Waisenhaus, den Kirchen-Erneuerungsfonds und den deutsch-evangelischen Sittlichkeitsverein zur Verfügung. Es ginaen im ganzen für die genannten Zwecke 305 RM. ein. Kreis Friedberg * Bad-Nauheim, 26. März. Im Bezirk des Amtsgerichts Bad-Nauheim beläuft sich die Zabl der angemeldeten Erbhöfe auf 36. - 8 Münzenberg, 22. März. Der Beginn der. Arbeitsschlacht 1 9 3 4 wurde in unserer Gemeinde feierlich begangen. Im Burghof versammelten sich alle Formationen und Organisationen der Bewegung, um unter nächtlichem Himmel inmitten alter Mauern und Türme, Zeugen vergangener Macht und Kraft, verflossener Pracht und. Herrlichkeit unserer Gemeinde, die Radioübertragung der Eröffnung der Arbeitsschlacht 1934 zu Unterhaching anzubören. Die mit großer Aufmerk- ( samkeit angehörte Rede des Führers und des Ministers Göbbels, mittels Lautsprecher übertragen, wurden umrahmt von einer kurzen Begrüßunosan- sprache des hiesigen Stützpunktleiters Ludwig Metzger und der Verlesung einer längeren Kundgebung \ des Reichshandwerksführers durch den hiesigen ’ NS.-Hagoamtswalter Otto Schäfer. Das Horst- ’ Wessel-Lied und das Deutschlandlied, gesungen in j Unterhachinqen, wurde von der Versammlung spon- tan o'ifqeqriffen und mitgesungen. Anschließend for-' mierte sich ein großer Fackelzug, der alle Straßen unseres Städtchens durchzoa. Die Marschmusik wurde von Wohnbachern geleistet. Auf dem Marktplatz löste sich nach einigen Worten des Stützpunkt-. leiters der Zug auf. • Kreis Schotten. * Schotten, 26. März. In dem Kreisorte Sichenhausen ereignete sich nachts ein tragischer Unglücksfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Ein Ortseinwohner kam an der Straße von Herchenhain her in der starken Dunkelheit an der Brücke über die Nidder in einen Stacheldraht, an dem er hängen blieb und sich nicht mehr befreien konnte. Da die Nidder flut. Zeit viel Wasser führt, fand der bedauernswerte Mann den Tod durch Ertrinken. (£rft am anderen Tage wurde das be=' klage-nswerte "Opfer des tragischen Unfalles aufgefunden. Laubach, 25. März. Zn der Aula der Realschule sand am Freitagabend eine von den Eltern der Schüler und Gönnern der Anstalt gut besuchte Schulfeier statt. Mit einer reichhaltigen Vortragsfolge wurden die Gäste aufs beste unterhalten. Nach einem von dem Schülerorchester gespielten Eröffnungsmarsch hielt der derzeitige Leiter der Schule, Studienrat S ch w e i s g u t, die Begrüßungsansprache, wobei er längere Ausführungen über die Schulerziehung im Dritten Reich machte. Nach zwei von dem Schülerchor vorgetragenen Liedern hielt der Untertertianer Ernst Rühl (Gonterskirchen) einen von ihm ausgearbeiteten Vortrag über das Thema „Ein Jahr unter der Regierung Adolf Hitler". Weiter sprach die Schülerin Lieselotte Gropp (Laubach) über „Die Saar bleibt deutsch!" Anschließend wurde gemeinsam das Saarlied gesungen. Weitere Gedichtvorträge, Sprechchöre und musikalische Darbietungen umrahmten den Abend. An die Schüler der Obertertia richtete Studienrat S ch w e i 5 g u f herzliche Abschiedsworte. Den Abschluß bildete das von Schülern lebendig und wirkungsvoll dargestellte Theaterstück „Hitler-Jungen", welchem reicher Beifall zuteil wurde. Mit dem Gesang des Horst-Wessel- und des Deutschlandliedes wurde der schöne Abend beschlossen. — Bei der im Rahmen des Winterhilfswerkes durchgeführten Eiersammlung wurden in unserem Ortsgruppenbereich 1934 Eier gespendet. Es entfielen auf Laubach 722, Gonterskirchen 350, Ruppertsburg 562 und Wetterfeld 300 Eier. Kreis Alsseld. st. Kirtorf, 26. März. Dieser Tage sand im hiesigen Gotteshaus der Abschiedsgottesdienst für unseren nach Stockstadt o. Rh. versetzten Ortsgeistlichen Pfarrer Christ statt. Am Abend des gleichen Tages brachte die Gemeinde unter Beteiligung sämtlicher Vereine dem Geistlichen einen Fackelzug dar, an den sich eine Feier vor dem Hause des Pfarrers anschloß. Der Gesangverein „Liederkranz" sang ein Lied, Bürgermeister Lather hielt eine Ansprache, in der er Pfarrer Christ den Dank der Gemeinde für sein vielseitiges Wirken aussprach. Pfarrer C h ri st dankte für die Aufmerksamkeiten und betonte, daß er sich stets mit Kirtorf verbunden fühlen werde. Er schloß seine kurze Ansprache mit den besten Wünschen für die Zukunft Kirtorfs. Nachdem der Männergesangverein noch ein Lied gesungen und der Bläserchor ein Lied gespielt hatte, verabschiedeten sich die Gemeindeglieder von ihrem Geistlichen. — Im Pfarrhaus fand eine Sitzung der kirchlichen Körperschaften von Kirtorf und Ober-Gleen statt. Dekan A l l w o h n (Wahlen) sprach über die Neubesetzung der Psarr- stelle in Kirtorf. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, daß die Pfarrstelle bald wieder, und zwar durch eine jüngere Kraft, besetzt werden möge. — In unserer Gemeinde herrscht gegenwärtig eine rege Bautätigkeit. Es werden besonders Wohnungs-, Stallerweiterungs- und Verbesserungsarbeiten durchgeführt. — Im Saale der Gastwirtschaft Becker fand ein Schulungsabend der hiesigen Ortsgruppe statt. Ortsgruppenleiter Pg. L. Lather referierte zunächst über die jüngsten Ereignisse. Schulungsobmann Pg. Theo Kraus- grill sprach über das Thema „Ein Volk, ein Staat, ein Führer!" Der ' landwirtschaftliche Ortsfachberater Pg. Fr. L i e h r wandte sich in feinen Ausführungen besonders an die Bauern.Der Amtsleiter der Ortsgruppe der NS.-Hago Pg. H. Gail sprach über das Wesen der Versand- und Warenhäuser. Ein dreifaches Sieg-Heil beschloß die Versammlung. Kreis Wetzlar. * Vetzberg, 26. März. Dieser Tage hielt der | Kriegerverein Vetzberg seine Mitgliederversammlung ab. In Vereinbarung mit Kamerad und Drtsbürgermeifter Schmidt wurde gleichzeitig eine Bürgerversammlung damit verbunden. Ortsbürgermeister Schmidt hielt einen Vortrag über das neue Gemeindegesetz, das am 1. April in Kraft tritt. Schriftführer Stein- müller gab davon Mitteilung, daß der Verein eine weitere Zunahme an Mitgliedern zu verzeichnen habe. Es wurde beschlossen, daß der Verein am Kriegervereinsfest in Waldgirmes und am Vertretertag in Rodheim teilnehmen wird. Vereinsführer Bürbach hielt die Schlußansprache. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler klang die Versammlung aus. * Kinzenbach, 26. März. Die in unserem Orte von dem Gruppenwalter der NSV. und dem Juiigvolk durchgeführte Eiersammlung er- brachte303 Stück. Sie wurden der Sammelstelle in Krofdorf zugeführt. Buntes Allerlei. Titelsorcen im fernen Osten. Für den unbefangenen Europäer ist die Titelfrage im fernen Osten ein geheimnisvolles Pro-, blem. Zu dem Kaiser des japanischen Jnselreiches und dem ehemaligen Kaiser des chinesischen Drachenthrones hat sich der junge Kaiser des neuen Man- dschustaates gesellt. Mancher fragt sich nun zweifelnd, ob ein solcher Zustand, daß ein Kaiser dem anderen untertan ist, in der gerade in Etikettenfragen sehr empfindlichen Welt Asiens nicht zu unendlichen Verwicklungen führen wird. Für die Völker des fernen Ostens aber ist die Sachlage ganz klar. Durch feine Unterschiede in der Titel- gebung, für den Europäer kaum erkennbar, gibt der Japaner zu verstehen, daß Herr Puji nicht eben so ohne weiteres „a u ch Kaiser ist", sondern daß es für ihn zwischen Kaiser und Kaiser noch eine weise Abstufung gibt. Herrn Pujis Titel ist Ko-Tei. Dieses Synonym für Kaiser wird von Chinesen und Japanern z. B. für den König von England, für den früheren deutschen Kaiser und den russischen Zaren angewendet. Ko-Tei bedeutet Kaiser oder auch König, und jeder Herrscher eines großen Landes erhält diesen Titel zuerteilt. „Tenno" dagegen, wie der Kaiser von Japan, und nur er, genannt wird, heißt erhabener ober heiliger Herrscher. Niemals kann diese Anrede einem ausländischen Macht- Haber beigelegt werden. „Tenno-Heika", d. i. seine Majestät der Kaiser, ist der Titel, der ohne Ausnahme im Druck oder in offizieller Unterhaltung gebraucht wird. Der Titel'des „Tenno-fama" ober Herr der Herrscher dient als persönliche Anrede, und Bauern und das einfache Volk reden gern von ihrem Kaiser als van dem „Tenschi-sama", dem Kind des Himmels. Mark Twain und die Spinne. Als Mark Twain in seinen jungen Jahren ein Blättchen mit dem stolzen Titel „Die Flagge des Westens" in einem Städtchen von Missouri redigierte, fragte einmal ein abergläubiger Abonnent bei ihm an, ob es Glück ober Unglück bebeute, baß er letztes Mal zwischen ben Zeitungsblättern eine Spinne gefunben habe. Mark Twain gab ihm im Briefkasten fotgenbe einbringliche Antwort: „Alter Abonnent — bas Finben einer Spinne in ber Zei- tung bedeutet weder Glück noch Unglück für Sie. Die Spinne durchlas lediglich unsere Zeitung, um zu erkennen, welcher Kaufmann nicht inseriert, um dann zud essen Laben zu gehen, ihr Netz über bie Türe zu weben unb fortan ein Leben ungestörten Friebens zu verbringen ..." Ob biete Antwort bie säumigen Geschäftsinhaber an ihre Pflicht erinnerte und ber „Flagge des Westens" bie offenbar noch feblenben großen Jnferatenaufträge brachte, wird leider nicht gemeldet. Brieffaften her Redaktion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Langjähriger Abonnent. Der Handlyerksmeister muß neben feiner Innung auch ber Deutschen Arbeitsfront burch Beitritt zum GHG. (Gefamtver- banb von Handel, Hanbwerk unb Gewerbe) angehören. Wenn ein Handwerksmeister ber Deutschen Arbeitsfront nicht angehört, wirb er unter Um- stäuben bei ber Vergebung öffentlicher Arbeiten Nachteile zu erwarten haben. W. 5. in Cid). Die Anwartschaft in ber Jnvali- benversicherung erlischt, wenn währenb zweier Jahre nach bem auf ber Quittungskarte verzeichneten Aus- stellungstage weniger als 20 Wvchenbeiträge entrich- tet worben finb. Hiernach finb also alle zwei Jahre minbestens 20 Wochenbeiträge in ber Klasse, bie bem jeweiligen Einkommen entspricht, zur Aufrechterhaltung ber Anwartschaft zu entrichten. Wenn Sie sich jeboch auch Ansprüche auf Heilverfahren ober Zahnersatz sichern wollen, bann ist zu empfehlen, a l l j ä h r l ich minbestens 30 Marken zu verwenden. W. T. W. Wenben Sie sich um näheren Aufschluß an bas Kreisamt Gießen. B. T. in Gießen. Wenben Sie sich an bas städtische Hoch- und Tiefbauamt in Gießen. Im übrigen beachten Sie den heutigen Artikel „Reichsbürgschaften für den Kleinwohnungsbau". Wohnhaus-Neubauten. Wir empfehlen Ihnen, sich zwecks näherer Aufklärung an das Finanzamt Gießen zu wenden. . Veutschevolkgenosfen!"LOster-Zchuhe nur bei folgenden mittel- Schuhhaus Benner Schuhhaus Haas Schuhhaus Waldschmidt Schuhhaus Wolff ständischen §chub-5achleuten: Schuhhaus Bernhardt Schuhhaus Neuineier Schuhhaus Weidemann Schuhhaus Zurwonne Gießen, den 26. März 1934 Gießen, Hlnnenburg (Westfalen), den 26. März 1934. 01664 Die Einäscherung findet in aller Stille statt 01656 Gießen, den 26. März 1934. 1867 D 1887 0 1823 D Dr. Erwin Schliephak zurück. 1884 L Die Einäscherung fand auf Wunsch der Verstorbenen in der Stille statt Heute morgen verschied unerwartet nach kurzer schwerer Krankheit mein innigstgeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Für die erwiesene Anteilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Elisabeth Kling, geb. Senfifelder. In tiefer Trauer: Marie Stark, geb. Poths Ria Puchert, geb. Stark Adolf Stark Hans Puchert, Gräfl. Oberförster und 1 Enkel. Briefpapiere Füllfederhalter Besuchskarten Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Karl Weller Für die vielen Beweise inniger Teilnahme und die Kranzspenden, die uns bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen Herrn Heinrich Bierau I. zuteil wurden, sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Besonderen Dank für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Naumann, Alten-Buseck. Die trauernden Hinterbliebenen: Wieseck, den 26. März 1934. Danksagung Für die überaus zahlreichen und wohltuenden Beweise herzlicher l eilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschla en en, für die vielen Kr^nz- und Kartenspenden sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Lindenborn, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabeth Kiinkel, geb. Schmidt Familie Peter Koch Odenhausen, den 27. März 1934 Herr Georg Gottlieb Stark im 70. Lebensjahre. Verreist vom 28. März bis 2. April Dr. Sdieerbarth homöopath. Arzt Gießen, Bahnhofstraße 50. ____________18660 als passende Geschenke Weinert, Neu en weg 9, Am Donnerstag, dem 22. d. M, entschlief nach schwerer Krankheit meine innigstgeUebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Wilhelmine Margarete Weller geb Stephany im 81. Lebensjahre Vornehm! Geschmackvoll/ Persönlich I Oleee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die BrUhl'sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 Gebrauchte, aber gut erhaltene SAMWWe möglichst „Continental" zu kaufen 879D ftn'hpi1 (ß-’’^Uebote unter .879D an den Gieß. Ans. erbeten. ZuOtanioiliraialioii Foto- und Poesiealben ' Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verla s- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verla gen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde SAeiner-ZWWlliliW Wen-Eniiö Die Anmeldungen zur Frühjahrsgesellenprüfung im Bereich der Schreiner-Zwangsinnung für den Landkreis Gießen sind bis zum 31. Mär§ 1934 bei der Handwerkskammer-Nebenstelle in Gießen, Goethestraße 71, abzugeben. 1868D Mitzubringen ist der Lehrvertrag und 6 RM. Prüfungsgebühr.______________________________ Forstamt Krofdorf. Am Montag, 9. April, 9 Uhr, in der Gastwirtschaft Moos zu Krofdorf: 1877D Nutzholz: Försterei Krofdorf: Distr. 22d, 23b, 24c, 25, 9b, 21d, 5 und Sammelhieb. Ei.-bl-Stä. Kl. 1 und 2 = 5,22 fm, Kl. 3 = 3,04 fm, Kl.4 - 0,61 fm, Kl. 5 = 0,51 fm, Kl. 6 = 1,81 fm; Stg. II 10 Stck.; Schichtnutzholz 1. Kl. 24 rm, 2. Kl. 132 rm, Nutzkn. 60 rm. Bu.-d4-Stä. Kl.2 bis 5 = 10,87 fm; Hbu.° Nutzkn. 1 rm; Erlen-Stä. Kl. 2 bis 4 = 1,46 fm; Nutzrollen 2. Kl. 2 rm. Fi.-Stä. Kl. la bis 4a = 210,63 fm; Stg. I bis III 233 Stck.; Nutzrollen 2. Kl. 24 rm. Försterei Waldhaus: Distr. 42a, 51, 52b, 53a, 29, 47 u. Sammelhieb: Ei.-H-Stä. Kl. 1 u. 2 - 2,57 fm, Kl.4 = 16,97 fm, Kl.5 = 4,31 fm. Bu.-tt-Stä. Kl.2 bis 6 = 11,43 fm. Fi.-Stä. Kl. la bis 2b = 7,46 fm; Stg. I bis IV = 50 Stck. Im Anschluß etwa von 13 Uhr ab Brennholz: Fö. Krofdorf: Distr. 9b und Sammelhieb; Ei.-Scheit und Kn. 164 rm, Reis. 316 rm, Stockh 29 rm. Bu.-Scheit und -Kn. 145 rm, Reis. 75 rm. Fi.-Scheit und -Kn. (rund, teilweise zu Papierholz geeignet) 115 rm und 51 rm Stockholz.__ Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Schotten. Behr.: herumlaufenlasfen der Hühner, Gänse und Enten. Nach Artikel 39 des Feldstrafgesetzes wird mit Geldstrafe oder Haft bestraft, wer Gänse, Hühner oder andere Haustiere außerhalb oingefriedigter Grundstücke ohne gehörige Aufsicht herumlaufen läßt, so daß dadurch eine Gefahr der Beschädigung fremden Feldes besteht. 18890 Die Bürgermeistereien werden beauftragt, dos Feldschutzpersonal zu strenger Ueberwachung und Anzeigeerstattung in Uebertretungsfällen anzuweisen. Amtsverkündigungsblatt für die provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt (Siesten Nr. 14 Erscheint Dienstag und Freitag. 27. März Aur durch die Post zu beziehen. 1934 Inhaltsübersicht: Durchführung des Schlachtsteuergesetzes. — Vermeidung von Mehrarbeit infolge zu knapp bemessener Lieferfristen. — Mitgliedschaft beim Reichsverband für deutsche Jugendherbergen. — Osterlehrgang im Friedrich-Fröbel-Haus zu Bad Blankenburg in Thüringen. — Aufnahme in das Technische Seminar der Aliceschule Gießen. — Pfennigsammlung in den Schulen zum Bau und zur Erhaltung von Jugendherbergen sowie zur Verbilligung des allgemeinen Schulwanderns. — Dienstnachrichten. Bekanntmachung. Vetr.' Durchführung des Schlachtsteuergesetzes,- hier: Schlachtsteuer- rückvergütung aus Villigkeitsgründen. In der letzten Zeit wurden häufig Anträge auf Schlachtsteuerrückvergütung verspätet eingereicht. Wir sehen uns daher veranlaßt, hierdurch nochmals zur öffentlichen Kenntnis zu bringen, daß Anträge auf Schlachtsteuerrückvergütung jeweils bis zum 5. des folgenden Monats bei dem Kreisamt zu stellen sind. Die nach diesem Zeitpunkt eingehenden Anträge auf Rückvergütung aus Billig- keitsgründen können keine Berücksichtigung mehr finden. Gießen, den 22. März 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Schönhals. Betr.: Vermeidung von Mehrarbeit infolge zu knapp bemessener Lieferfristen. Au die Bürgermeistereien des Kreises. Wir teilen Ihnen nachstehend ein Ausschreiben des Herrn Reichsarbeitsministers vom 27. Februar 1934 IVa 2273/34 zur Kenntnisnahme und Beachtung mit. Gießen, den 23. März 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Schönhals. In der letzten Zeit sind mir wieder mehrfach von behördlichen Stellen und aus Wirtlchaftskreisen Klagen darüber zugegangen, daß bei der Vergebung von Aufträgen zu kurze Lieferfristen gestellt würden. Die Fristen seien vielfach so knapp bemessen, daß die Zeit zur Anlernung neu einzustellender Arbeitskräfte nicht ausreiche, und die rechtzeitige Erledigung der Aufträge nur durch Mehrarbeit der vorhandenen Belegschaft möglich sei,- in zahlreichen Fällen würden daher Aufträge auf Zulassung von Mehrarbeit gestellt. Hierzu bemerke ich im Einvernehmen mit dem Herrn Reichswirtschaftsminister folgendes: Im Vordergrund aller Erwägungen muß heute das Ziel der Beseitigung der Arbeitslosigkeit stehen. Deshalb muß mit allen Mitteln darauf hingewirkt werden, daß die der Wirtschaft zu- sließenden Aufträge, und ganz besonders die der öffentlichen Hand, in möglichst großem Umfang zu einer Entlastung des Arbeitsmarktes und zur Einstellung von Arbeitslosen führen. An und für sich bilden kurze Lieferfristen dafür kein Hindernis,- sie können im Gegenteil unter Umständen sogar für diesen Zweck förderlich sein. Es ist auch zu bedenken, daß bei einem großen Ausschnitt der öffentlichen Aufträge, nämlich den Vergebungen im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms, besondere Gründe zur Festsetzung kurzer Lieferfristen zwingen. Denn die Arbeiten, die aus Mitteln der Arbeitsbeschaffungsprogramme gefördert werden, müssen bekanntlich nach den gesetzlichen Vorschriften innerhalb eines befristeten Zeitraumes beendet werden. Diese Fristsetzungen waren unbedingt notwendig, weil nur der zeitlich zusammengedrängte Einsatz der für die Arbeitsbeschaffung bereitgestellten Mittel die erforderliche schlagartige Wirkung auf dem Arbeitsmarkt auslösen kann. Demnach kann ich die Festsetzung knapp bemessener Lieferfristen in dem gegenwärtigen Anlaufstadium der Wirtichaft nicht grundsätzlich als unerwünscht bezeichnen. Die Fristen müssen aber unter allen Umständen wenigstens so ausreichend bemessen sein, daß die Betriebe Arbeitslose für die Erledigung der Aufträge heranziehen können. Keinesfalls darf die Fristsetzung — von ganz besonderen, wirtschaftlich begründeten Ausnahmefällen abgesehen — dazu führen, daß die vorhandene Belegschaft Mehrarbeit leisten muß, zumal wenn andere gleichartige Betriebe stilliegen oder stark eingeschränkt arbeiten. So lange noch mehrere Millionen unserer Volksgenossen arbeitslos sind, muß ich vielmehr mit allem Nachdruck darauf bestehen, daß Mehrarbeit, soweit wie irgend möglich, ausgeschlossen wird. Ich bitte sowohl die behördlichen Beschaffungsstellen und ihre Aufsichtsbehörden wie die Treuhänder der Arbeit, über die Einhaltung dieser Richtlinien zu wachen. Sollten in einzelnen Fällen die an sich erforderlichen Mehreinstellungen aus betrieblichen oder- sonstigen technischen Gründen nachweisbar nicht möglich sein, so bitte ich die vergebenden Stellen, die Lieferfristen auf jeden Fall so zu bemessen, daß Mehrarbeit nicht nötig wird. Bei Anträgen auf Genehmigung von Mehrarbeit durch die Gewerbeaufsichtsbe- ämten darf der Hinweis auf die kurzen Lieferfristen nicht ohne weiteres für die Genehmigung ausschlaggebend sein. Betr.: Mitgliedschaft beim Reichsverband für deutsche Jugendherbergen. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Die nachstehende Abschrift einer Verfügung des Hess. Staatsministeriums, Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum, teilen wir Ihnen zur Kenntnis und weiteren Veranlassung mit. Gießen, den 27. März 1934. Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. Wir erwarten, daß alle Schulen in Hessen (auch Berufs- und Handelsschulen) spätestens zum Beginn des neuen Schuljahres körperschaftliches Mitglied bei dem Reichsverband für deutsche Jugendherbergen sind. Die Anmeldung kann bei der zuständigen Ortsgruppe erfolgen. In dem Jahresbeiträge von 5 RM. ist der Bezug der Verbandszeitschrift eingeschlossen. Außerdem berechtigt die Mitgliedschaft zur Benutzung aller deutschen Jugendherbergen. Zum mindesten sollte jede Schule, wenn nicht jede Schulklasse der Mittel- und Oberstufe, die Monatszeitschrift des Verbandes „Die Jugendherberge" beziehen (Einzelpreis 15 Rpf.). Verlagsort: Iserlohn (Westfalen). Die Zeitschrift bringt wertvolle Anregungen und Aufsätze über das Schulwandern. gangszeugnis, Zeugnisse über die praktische Vorbildung nnd amtliches Führungszeugnis. (Abschriften müssen beglaubigt sein.) Die Betr.: Osterlehrgang im Friedrich-Fröbel-Haus zu Bad Blankenburg in Thüringen. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Das Thüringische Ministerium des Innern gibt bekannt, daß im Friedrich-Fröbel-Haus zu Bad Blankenburg (Thüringen) vom 3. bis 5. April dieses Jahres ein Lehrgang stattfindet mit dem Thema: „Mutterschulung durch den Kindergarten". Im Hinblick auf das große Hilfswerk „Mutter und Kind" machen wir auf die Tagung aufmerksam und gestatten die Teilnahme der Lehrpersonen. Der Tagungsplan ist bei dem Thüringischen Ministerium des Innern in Weimar anzufordern. Gießen, den 27. März 1934. Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. Betr.: Aufnahme in das Technische Seminar der Aliceschule Gießen. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Die Bewerbungen nm Aufnahme in das Technische Seminar des Alicevereins zu Gießen für Ostern 1934 müssen bis spätestens zum 10. April 1934 erfolgen. Dem mit Stempelmarken versehenen Gesuch sind in folgender Reihenfolge beizufügen: Selbstgeschriebener Lebenslauf, Geburtsschein, amtsärztliches Zeugnis, SchulabVon Josef Friedrich perkonig. Die kleine wahre Geschichte, die hier zu erzählen sein wird, ereignete sich im schmerzensreichen Sommer des Jahres 1920, als in allen Ohren noch der große Lärm des abziehenden Weltgewitters nachhallte. Da hörte man in Deutschland nicht den kleineren Lärm aus dem fernen, halb unbekannten Kärnten, das sich anschickte, seine Stimmen zu sondern in jene, die dieses schöne liebe Land auch weiterhin deutsch haben wollten, und jene, die es den Südslawen auszuliefern beschlossen, da standen im Schatten tapfere unvergeßbare Männer, die in die Geschichte eingehen werden, doch damals nannten kaum die nächsten ihre Namen. Wie hatten da andere kleinere Leute zu ihrem Recht kommen können, sie, die einzeln ja gar nichts waren als Stimmen, die nicht gewogen, sondern nur gezahlt wurden, die nur zusammen ein Volk ergaben, das 'ich am 10. Oktober eben dieses Jahres 1920 an der llrne zu entscheiden hatte. . Dock setzt ist es an der Zett, von den kleinen, ernsten und lustigen Helden zu reden, da d.e großen längst gebührend gefeiert worden md von merkwürdigen Menschen, die. zwar nicht >hr Blut vergossen haben und natürlich in den Heldenliedern jener ^eit keinen Platz finden werden, die man auch bald veraesicn haben wird, wenn sie nicht überhaupt schon vergessen sind, die aber doch eigentümliche, rührende Helden waren aus ihre Weise und ohne die das Bildnis jener Zeit nicht vollständig wäre. Und so lasset euch denn erzählen von der alten Miadl einer Greisin in einem Dorfe an den Kara- wanien, deren ü!ben ftill, «mW unb e.ntomg war, wie eben das Dasein eines Menschen, der nur noch aus den Tod wartet, das sich aber zuletzt^fur einen kurzen Augenblick zu der Weisheit des großen Einmal Maud gewesen spater dann hatte sie einen K-ufchler geheiro-t, °b°r das kleine schindelgedeckte Haus, in dem.sle eine zwar arme Bäuerin, aber doch eine Bäuerin sein wollte, brannte bis auf die Mauern ab Der Mann erhängte sich aus dem rauchenden Schutt, die Miadl wurde eine Botin, und als sie achtzig Jahre alt war, begann die Gemeinde für sie zu forgep. vroivn i uuuj vinuwiu, v« «fi nrnnvi ‘r““’ Brot, es wird einem nicht nachgetragen, man muh es holen, und es ist nun einmal so auf dieser merkwürdigen Welt, daß die Ehren nicht immer auf jene fallen, die ihrer würdig find. Es war nun so, daß die Greisin die Verwunderung der Leute über ihr langes Leben wohl spürte, vielleicht mochte auch der eine oder andere lieblose Spott an ihr Ohr geweht worden sein, doch sie meinte, es stünde ihr nicht zu, Klage zu führen — wer würde ihr auch sein Ohr geliehen haben? — und sie mußte schweigend in sich tragen, was man ihr an so spätem Kummer auflud. Sie rächte sich auf ihre Weise, indem sie an dem Kummer der anderen nicht teilnahm, als die Südslawen in das Land einbrachen. Sie hatte ihre paar Blumentöpfe, einen Platz an der Sonne, die Hoffnung auf den baldigen Tod; sie lebte kaum noch auf dieser Welt. Was kümmerte sie also diese seltsame Unruhe der Menschen? Aber da trat eines Tages eben der Mann, bei dem sie monatlich das viele Geld in Empfang zu nehmen hatte, und der die Gabe nicht jedesmal durch ein freundliches Gesicht, ein aufmunterndes Wort vermehrte, der eben auch ein kleiner, beladener, leidender Mensch war, in die dumpfe Greisenwohnung ein, und er brachte einen vollen Korb, und das Weiblein sah plötzlich auf ihrem Tisch Dinge ausgebreitet, von denen es längst kaum mehr träumte: Schmalz, gebrannten Kaffee, Zichorie, Mehl, Zucker, und der Mann sagte, auch die Armen sollten Sonntag haben und alles gehöre ihr, der Miadl, jawohl, ihr allein. Da berührte sie denn in der Furcht, es wäre nur ein schöner Traum, die Dinge mit ^^^n zitternden Händen, unter deren wächsernen Haut die dünnen blauen Adern hinliefen, sie sog den starken Geruch des gebrannten Kaffees ein, und sie wurde ein wenig schwindlig davon, sie legte em Stuck Zucker auf die Zunge, nahm es zwischen die Ringer, betrachtete es und schob es wieder m den Mund. Dann weinte sie ein wenig. Es vergingen ein paar Tage in dem Gluck des neüen Besitzes, da kam ein anderer Mann, einer von den Fremden, die jetzt im Dorfe waren, und auch er brachte Kaffee, Zucker, Petroleum - die xpxi. JVl tjUl IVIUV |«V VltlUl«. IVUl «WVVXJX, |IV geht mit den Hühnern schlafen — und er brachte sogar ein Stück Blaudruck. Das ist etwas anderes, ist man auch alt, eine Schürze aus Blaudruck kann man immer haben, und sie wendete den Blaudruck nach beiden Seiten und legte ihn an den Leib. Wie gut sind auf einmal die Menschen geworden, sie kommen von selber zur alten Miadl, sie bringen ihr Geschenke, mehr als sie brauchen kann, und sie muß nicht mehr Not leiden. Sie bittet den Menschen alles Bittere ab, das sie manchmal dachte. Wie schön ist das Leben, nein, jetzt möchte sie nicht sterben. Und es kommt bald der eine zu ihr, bald der andere, manchmal reden sie etwas, was sie nur halb versteht. Was wollen die Leute nur, sie ist zufrieden mit der Zeit, niemals war sie sorgloser und heiterer als jetzt, manche wollen sie sogar leise singen gehört haben, wenn sie in der Sonne saß und die Augen geschlossen hielt. Die Nachbarn sehen natürlich wohl, wie man auch um diese alte Seele und rührende Einfalt wirbt. Sind diese Hände auch schon wächsern, sie werden doch noch einen Stimmzettel halten. Die Stimme einer vertrockneten Greisin gilt gleich jener eines jungen, saftigen Lebens. Und den Nachbarn bleibt es natürlich nicht verborgen, daß die alte Frau von beiden Seiten die Gaben nimmt, mit denen man Anhang zu werben hofft, von den Deutschen und von den Südslawen. Es hätte nun sein können, daß irgendein Wohlmeinender und Gütiger, dem es von Natur aus glückte, andere leicht und schmerzlos zu überzeugen, dazu bestimmt war, der Greisin die halb blinden Augen zu öffnen und ihr den Sinn der plötzlichen Wohltaten zu Deuten. Doch das boshafte Schicksal wollte es anders. Es bediente sich einiger Hämischen und Schadenfrohen, die das Weiblein an einem Sonntagnachmittag in die Zange nahmen. Ob sie denn nicht wisse, daß man mit den guten und schönen Dingen ihre Stimme kaufen möchte? ... Was für eine Stimme? ...Am 10. Oktober werde sie doch abstimmen wie alle Kärntner ... Ja, ja, das werde sie ... Dann werde sie es aber nicht leicht haben ... Warum? ... Sie habe doch von den Deutschen genommen und habe von den Slowenen genommen ... Ach so, ja ... Nun Dämmerte in Dienstag, 27. März 1934 Verbilligte Schiffsreisen. Transatlantischen Schiffahrtsgesellschaften half Antrag des Norddeutschen Lloyds beschlos- ie Ermäßigung von 20 Prozent auf die Preise nfachen Hin- und Rückfahrten zu gewähren. ?rgünftigung kommt den Wettkämpfern, ihren m und Begleitern sowie den Mitgliedern des lationalen und Der Nationalen Olympischen »es zugute. Die Ehefrauen und Kinder unter hren dieser Personenklassen sind in die 23er« jung mit eingeschlossen — ein Entgegenkom- das bei früheren Olympischen Spielen nicht ehen war. tlnt) Deutschland ... in Der UmstanD, Daß Die XI. Olympischen in DeutschlanD stattfinden, legt dem deutschen besondere Verpflichtungen auf. Aus allen rn werden aber auch Vorbereitungsmaßnah- md Leistungen gemeldet, die alles bisher Dame in den Schatten stellen, so daß schon ganz gewöhnliche Anstrengungen erforderlich sind, ne unserer Nation würdige Beschickung Der impfe zu gewährleisten. v .. Deutschen SportverbänDe, in Deren Hand Dis impfoorbereitung liegt, haben inzwischen ihre bekanntgegeben. Ihre Aufgaben erhalten Die vom Reichssportführer von Tschammer >sten geschaffene Vereinheitlichung unD Kräfte- ttration, ferner Durch seine ideelle und rnctte- Unterstützung die denkbar beste Förderung. Zahr 1934 Dient allgemein noch Der Talent- So erfolgt planmäßig im ganzen Reiche Die nach Dem „unbekannten Sportsmann" Durch impfe, Die an bestimmten Sonntagen und für alle Deutschen einheitlich im ganzen Reichs geführt werden. Daneben sammeln alle 23er» in besonderen kurzfristigen Sichtungskursen nschließenden Sichtungswettkämpfen alle sich Verfügung stellenden Turner und Sportsleute^ >enher unD cmschließenD wird die Speziale > i IDu n g für Die Talente durch geführt nach abe Der von Den einzelnen Verbänden geeiten Erfahrungen. So sollen in der Leicht- k „T r a i n i n g s g e m e i n s ch a f t e n", dis ber das ganze Reichsgebiet ausbreiten, alle dungsfähigen Athleten an jeweils einem Ort Rücksicht auf Vereinszugehörigkeit erfassen und i. Die sich aus diesen Trainingsgemeinschaften Den laufenden Wettkämpfen herausschälends npia-Stamm-Mannschaft erhält wei- lusbilDung in Sonderkursen im Trat- islager Ettlingen. Wettkämpfe gegen adische Gegner werden Kampferfahrung und fhärte vermitteln. Am Schluß des Jahres sich so eine Olympia-Kernmannschaft ergeben , für deren weitere Förderung Dann neue inien aufgestellt werden. ähnlicher Weise sind die Schwimmer, Schwer- ;n, Turner, Boxer, Radfahrer, Fechter usw. bet rbeit. Bei den Ruderern stützt sich Die Vor- ung in erster Linie auf Die Mannschaften nam- RuDerklubs: Doch wird auch hier Sammlung Sichtung nicht außer acht gelaßen, und die kschasten werden durch entwicklungsfähige > ergänzt. chtigung der Olympia-Negattabahn Reichssportführer von Tschammer und n besichtigte am Freitag im Beisein von 23er- i des Finanz- und Innenministeriums, des pia - Bauausschusses usw. erneut Die Grü- Regattabahn, Die bekanntlich Der Schauplatz »lympischen RuDerwettkämpfe im Jahre 1936 jirD. Die Neugestaltung Der klassischen Kampf« wurde an HanD Der Pläne nochmals ein« b geprüft unD befonDerer Wert soll auf den iu der Zufahrtsstraßen gelegt werden. Der usschuß wird alle erörterten Fragen einer wei« Prüsung unterziehen und sodann die Pläne lleichsinnenministerium zur Genehmigung vor« Neuer deutscher Oamen-Schwiminrekord. ixe" Charlottenburg, Deutschlands erfolgreich- )arnen-Schwimmverein, stellte am Sonntag im 1er Postbad einen weiteren deutschen Rekord nd schwamm innerhalb der 12 mal 100-Meter- istaffel mit den Damen Arendt, Engel« alten Kopf Der Zwiespalt empor, sie sieht Mu.,« einen zum anDern der Leute, Die Da auf ihre Kosten am langweiligen Sonntagnachmittag sich eine kleine Unterhaltung schaffen wollten. Sie sitzen wie ein leibhaftiges Gericht um sie und sind zu- frieDen, Daß sie über jemand triumphieren Dürfen, wenn Dieser jemand auch nur die alte, arme Miadl ist. Diese aber, von einem feinen Sinn beraten, der solchen schon halb Entschwebten manchmal eigen ist, entwindet sich mit einer fast beiläufig hingeworse- nen Antwort, die sie zu einem jener kleinen, köstlichen Helden machte und sie um viele Jahre überlebte, der Klammer. „Ich werde", sagte sie einfach, beinahe demütig, „für die Slawen beten und für die Deutschen stimmen." Oer Tod des Lavendelkönigs. Der in Ewell erfolgte Tod Mr. Edward Wake« rer Martins, Der vor einem Menschenalter einmal Der „LavenDelkönig von EnglanD" ge« nannt rourDe und Der ein Millionenvermögen hinter« lassen hat, erinnert an Die vielen noch nicht be« kannte Tatsache, Daß EnglanD heute noch Der Haupterzeuger dieser aromatischen Pflanze ist, die in der Parfümerieherstellung eine so große Rolle spielt. Bekanntlich ist Lavendel das Lieblingsparfüm unfw rer Großmütter und Urgroßmütter gewesen, deren Wäscheschrank nach Lavendel zu duften pflegte. Dec soeben gestorbene Martin war einer der ersten La« vendelpflanzer Englands, auf seinen riesigen Lavendelfeldern bei Ewell hat Mallais sein berühmtes Bild der Ophelia mit den Blumen im Arme gemalt. Allerdings liegt die englische Lawendelindustrie, wie die amtliche Zeitschrift der englischen Drogisten mite teilt, im Niedergang, da die französische Konkurrenz billiger herstellt. Man kann zwischen Grenoble und Nizza heute schon stundenlang durch endlose Laoendelfelder spazieren gehen, über denen als einö alle anderen Laute der Landschaft übertönende Melodie das Summen und Läuten von Millionen von Bienen schwingt. Die englischen Züchter wollen sich daher gänzlich vom Lavendel abwenDen und statt seiner Pfefferminze anbauen. -q des Leiters, Stiftsdechant Kahn, hielt Stenzel- Berlin einen Vortrag über deutschen Volksgenossen und evangelischen Gl genossen in Sowjetrußland". Da der Rednc geborener Wolgadeutscher ist und bis IS Pfarrer in Rußland gewirkt hatte, tonnte eigensten Anschauungen und persönlichstem heraus die Verhältnisse in Rußland unter i waltherrschaft des Bolschewismus und bc derTscheka schildern und die furchtbare äuß« innere Rot unserer deutschen und evanc Brüder und Schwestern an der Wolga d Hörern vor Augen führen. Nach einer Pc der eine Schrift des Redners über die 6 Verfolgung in Rußland verkauft wurde, die Ausführungen des Vortrags durch erfchi Lichtbilder über die Hungersnot in einzelner Rußlands ergänzt. Mit einem starken Bel zum Reichspräsidenten von Hindenbu dem Führer und Volkskanzler Adolf Hitle Retter Deutschlands, schloß Pfarrer Stenz Abend, der einen so tiefen Eindruck hinterli der Leiter auf jedes Schlußwort Verzicht Die beiden evangelischen Frauenve (Frauenhilfe) beschlossen in der vergc Woche ihre Winterveranstaltungen mit zwe gelungenen Schlußabenden. Kleine Aufsül der verschiedensten Art, der Dortrag von M gedichten, die Darbietung von mehrsti Chören, Ansprachen der beiden Geistlichen, sam gesungene Lieder und eine gemütliche täfel hielten die Mitglieder bis Mitterno sammen. Auch in diesem Winter stellten die Vereine wieder beträchtliche Mittel für das < Waisenhaus, den Kirchen-Erneuerungsfonds i deutsch-evangelischen Sittlichkeitsoerein zur qung. Es ginaen im ganzen für die gei Zwecke 305 RM. ein. Kreis Friedberg. * Bad-Nauheim, 26. März. Im Be Amtsgerichts Bad-Nauheim belc dis Zabl der angemeldeten Erbhöfe % Münzenberg, 22. März. Der Beg Arbeitsschlacht 1934 wurde in unse meinde feierlich begangen. Im Burghof melten sich alle Formationen und Organi der Bewegung, um unter nächtlichem Him mitten alter Mauern und Türme, Zeugen gener Macht und Kraft, verflossener Pra Herrlichkeit unserer Gemeinde, die Radio! pung der Eröffnung der Arbeitsschlacht 1 Unterhaching anzubören. Die mit großer A samkeit angehörte Rede des Führers und de sters Göbbels, mittels Lautsprecher übertrage den umrahmt von einer kurzen Begrüß, spräche des hiesigen Stützpunktleiters Ludwio g e r und der Verlesuna einer längeren Kunl des Reichshandwerksführers durch den NS.-Hagoamtswalter Otto Schäfer. Das Wefsel-Lied und das Deutschlandlied, gesui Unterhachingen, wurde von der Versammlur ton aufqeqriffen und mitgesungen. Anschließi mierte sich ein großer Fackelzug, der alle ( unseres Städtchens durchzoa. Die Mar wurde von Wohnbachern geleistet. Auf dem platz löste sich nach einigen Worten des Stü leiters der Zug auf. Deutsch; / 1663A nur bei folgenden mittel- ständischen 8chub-8achleuten: Betr.: Pfennigsammlung in den Schulen zum Bau und zur Erhaltung von Jugendherbergen sowie zur Verbilligung des allgemeinen Schulwanderns. Au die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Nachstehend bringen wir Ihnen eine Abschrift des Hess. Staatsministeriums, Ministerialabteilung für Bildungswesem Kultus, Kunst und Volkstum vom 21. März 1934 zu Nr. I 1106 zur Kenntnis und weiteren Veranlassung. Unter Hinweis auf unser Ausschreiben vom 18. September 1933 — zu Nr. I 3513 — den Schulvorst, durch Verfg. v. 23. September 1933 — Amtsverkündigungsblatt Nr. 50 vom 26. September 1933 — mitgeteilt, machen wir darauf aufmerksam, daß die Pfennigsammlung vom 1. April 1934 an in allen Schulen (auch Berufsschulen) einzuführen ist. Ausgenommen sind die Gewerbeschulen, die nur während des Winters im Betrieb sind. Bei der Ablieferung der gesammelten Beträge an die Gau- Geschäftsstelle Frankfurt a. M. ergaben sich viele Beanstandungen, so daß eine ganz erhebliche Mehrarbeit erwuchs. Zur Vermeidung weiterer Anstände ist künftig Nachstehendes genauestens zu beachten: Dieustnachrichteu des Kreisamts. Albrecht Dörr aus Weitershain wurde als stellvertretender Wiegemeister für die Gemeinde Weitershain bestellt und verpflichtet. Anmeldung ist an den Vorstand des Alicevereins Gießen, Steinstraße 10, zu senden. Das Seminar bildet Hauswirtschafts-, Handarbeits- und Turnlehrerinnen aus. Gießen, den 27. März 1934. Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. 1. Alle Schulen der Provinzen Rheinhessen und Starkenburg mit Ausnahme der Schulen in Offenbach a. M. zahlen die Pfennigbeträge auf das Postscheckkonto des Gaues Südhessen im Reichsverband für deutsche Jugendherbergen, Frankfurt a. M., Hansa-Allee 150, Frankfurt a. M. 66466 ein. 2. Die Schulen derProvinzOberhessen und der S t a d t Offenbach überweisen nach wie vor auf das Postscheckkonto des Gaues Main-Rhein-Lahn-Fulda im Reichsverband für deutsche Jugendherbergen, Frankfurt a. M., Hansa - Allee 150, Frankfurt a. M., Nr. 47 248. 3. Auf dem Zahlkartenabschnitt ist stets die genaue Bezeichnung der Schule, bei Konfessionsschulen, ob evangelisch oder katholisch, sowie die Angabe, für welche Monate abgeliefert wird, erforderlich. 4. Die Listen gelten für das ganze Jahr 1934 und sind daher erst am 31. Dezember 1934 an die Gau-Geschäftsstelle einzusenden. 5. Die gesammelten Geldbeträge sind vierteljährlich — nicht monatlich — zu überweisen. Gießen, den 24. März 1934. Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. M 5ßänö braujt vor 'J in Ä Ihnen Herr lieber, rung, ... de sorssft einma funks auspr sti,ch ein b wißen bieiuni nur „i W stellen gen r muß. rig, w Urte Wirku zweite arbeit Sache wie s Ausüb jentge, ining sie bei Neh sender Alle 5 bereits pieller liche l grober die sch ebenso! sicht" : „Tech tisch b phone fern ' in de durch deins« rung De wenn nicht ft ur Sie i Den ’ fäalte; Sende, wirb - raum ganz unzäl Funk Un „Spr leiten nicht, den h gleich werbe; eher" sichtigt unpers recht d des hinter »Wir i Psseur. Und Fran Wilhelmine Marge geb Stephany im 81 Lebensjahre irrsten Friesti Die sein n Mer i We ballte. kleiner Kärnte dern, j: krhin Sudsfti Matte ^eschicj kaum andere neu, [j Stimm wurden H «m irne 2i M Meri l1?® g »n l,nn3 schon Dp' Mtenb - v ^e q| 'lei»e |c te«nte *5 Am Donnerstag, dem 22. d. M., entsc Krankheit meine innigstgeliebte Fr< gende Mutter. Schwiegermutter, Grol Schwägerin und Tante Druck der Drühl'schen llniversitäts - Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen. bei der Handwerkskammer-Nebenstelle in äießen, Goethestraße 7 I, abzugeben. 1868D Mitzubringen ist der Lehrvertrag und 6 RM. Prüfungsgebühr._________________________ Forsiamt Krofdorf. Am Montag, 9. April, 9 Uhr, in der Gastwirtschaft Moos zu Krofdorf: 1877D Nutzholz: Försterei Krofdorf: Distr. 22d, 23b, 24c, 25, 9b, 21d, 5 und Sammelhieb. Ei.-H-Stä. Kl. 1 und 2 = 5,22 km. Kl. 3 = 3,04 km, Kl. 4 = 0,61 km, Kl. 5 = 0,51 km, Kl. 6 = 1,81 fm; Stg. II 10 Stck.; Schichtnutzholz 1. Kl. 24 rm, 2. Kl. 132 rm, Nutzkn. 60 rm. Bu.-I^-Stä. Kl. 2 bis 5 = 10,87 fm; Hbu.- Nutzkn. 1 rm; Erlen-Stä. Kl. 2 bis 4 = 1,46 km; Nutzrollen 2. Kl. 2 rm. Fi.-Stä. Kl. la bis 4a = 210,63 km; Stg. I bis III 233 Stck.; Nutzrollen 2. Kl. 24 rm. Försterei Waldhaus: Distr. 42a, 51, 52b, 53a, 29, 47 u. Sammelhieb: Ei.-t>l-Stä. Kl. 1 u. 2 - 2,57 km, Kl. 4 = 16,97 fm, Kl. 5 = 4,31 fm. Bu.-tt-Stä. Kl. 2 bis 6 = 11,43 fm. Fi.-Stä. Kl. la bis 2b = 7,46 fm; Stg. I bis IV - 50 Stck. Im Anschluß etwa von 13 Uhr ab Brennholz: Fö. Krofdorf: Distr. 9b und Sammelhieb:. Ei.-Scheit und Kn. 164 rm, Reis. 316 rm, Stockh 29 rm. Bu.-Scheit und -Kn. 145 rm, Reis. 75 rm. Fi.-Scheit und -Kn. (rund, teilweise zu Papierholz geeignet) 115 rm und 51 rm Stockholz.__ Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Schotten. Vetr.: herumlaufenlassen der Hühner, Gänse und Enten. Nach Artikel 39 des Feldstrafgesetzes wird mit Geldstrafe oder Haft bestraft, wer Gänse, Hühner oder andere Haustiere außerhalb eingefriedigter Grundstücke ohne gehörige Aufsicht herumlaufen läßt, so daß dadurch eine Gefahr der Beschädigung fremden Feldes besteht. 1889C Die Bürgermeistereien werden beauftragt, das Feldschutzpersonal zu strenger 'Ueberwachung und Anzeigeerstattung in Uebertretungsfällen anzuweisen. Danksagung Für die überaus zahlreichen und wohl tuenden Beweise herzlicher I eilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschla en en, für die vielen Kranz- und Kartenspenden sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Lindenborn sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabeth Klinkei, geb. Schmidt Familie Peter Koch Odenhausen, den 27. März 1934 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Weller Die Einäscherung fand auf Wunsch der Verstorbenen in der Stille statt Für die erwiesene Anteilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. • Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Kling, geb. Senßfelder. Gießen, den 26. März 1934. Zo Oslem o. KoDfirmalion Foto- und Poesiealben 1887 0 1823 D als passende Geschenke Dr. Erwin Schliephake zurück. inögllchst „Continental" zu kaufen gesucht. Äiriftl. Angebote unter illllllllllillilUllillllllllil879D an den Gieß. Ans. erbeten. 1884 L Briefpapiere Füllfederhalter Besuchskarten Vornehm! Geschmackvolll Persönlich I Oleea drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Famlllen- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die Brühl’sche Druckerei Für die vielen Beweise inniger Teilnahme und die Kranzspenden, die uns bei dem Heimgange imseres lieben Entschlafenen Herrn Heinrich Bieraul. zuteil wurden, sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Besonderen Dank für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Naumann, Alten-Buseck. Die trinernden Hinterbliebenen: Wieseck, den 26. März 1934. Verreist vom 28. März bis 2. April Dr.Sdieerbarth homöopath. Arzt Gießen, Bahnhofstrabe 50. _______________________ 18660 Weinert, Neuenweg 9. Gebrauchte, aber gut erhaltene SAMmWiie Gieben, den 26. März 1934 01664 1867 D x ich iv uk.axa, gvu- x uiuo Ria Puchert, geb. Stark Adolf Stark Hans Puchert, Gräfl. Oberförster und 1 Enkel. Gieben, Hlnnenburg (Westfalen), den 26. März 1934. Die Einäscherung findet in aller Stille statt 01656 Nr. 75 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Dienstag. 27. März t93j Auf derIagd nach dem„guienTon" Eine Reportage hinter den Senderaum-Kulisien. - Ein Hörspiel wird geprobt. Junkregie in der Kinderstunde. - Freud und Leid mit prominenten. Wenn Sie so bequem daheim in Ihren vier Wänden sitzen, und nur auf einen Knopf zu drücken brauchen, damit ein geistiges „Tischlein-deck-dich vor Ihnen erscheint: Orchester- und Kammermusik in Ihrem Zimmer erklingt — der berühmte X. y. Ihnen rasch mal etwas oorsingt oder vorspielt — Herr Professor Vielgereist Ihnen von seiner letzten Uebersee-Expedition erzählt — eine Opern-Auffuh- rung, ein Hörspiel Sie in Phantasiegefilde entfuhrt denken Sie dann auch manchmal daran, wieviel sorgsame Vorbereitungsarbeit hinter jeder dieser einmaligen, rasch verklungenen Sendung des Rundfunks steckt — wieviel Neuartiges ausgedacht und ausprobiert werden mußte da hinter den „akustischen Kulissen" im Senderaum, um Ihnen ein befriedigendes „Hörbild" ZU bieten? Sie wissen: die Hauptschwierigkeit der Rundfunkdarbietungen liegt darin, daß Sie — der Hörer — ja nur „Fernteilnehmer" sind, der lediglich auf sein Ohr angewiesen ist: nichts von dem sieht, was im Senderaum vor sich geht. Die akustische Wirkung allein muß alles geben, alles darstellen. Sie können sich denken, wie sein ausgewogen und ausgeprobt darum jede Nüance werden muß. Und dieses Ausprobieren ist besonders schwierig, weil man ja im Senderaum selbst keinerlei Urteil haben kann, ob die beabsichtigte akustische Wirkung auch tatsächlich erreicht wird. Denn — zweite „Hauptschwierigkeit" der Funk-Probenarbeit — es kommt gar nicht darauf an, wie die Sache „in natura" klingt, sondern lediglich daraus, wie s i e „d u r ch k o m m t". Und das können die Ausübenden selber nicht hören: das hört nur derjenige, der außerhalb des Senderaums die Sendung aus einem Lautsprecher vernimmt, nachdem sie bereits das Mikrophon passiert hat. Nehmen wir also einmal an, im Deutschlandsender soll ein Sendespiel aufgeführt werden. Alle Mitwirkenden sind im „Großen Sendesaal" bereits versammelt. Bevor nun nach kleiner prinzipieller „Verständigungs-Unterhaltung" die eigentliche Probe beginnt, verläßt der Regisseur und Probenleiter den Saal, und schließt fest hinter sich die schalldichte Doppeltür. Im Vorraum — am ebenfalls schalldichten Glasfenster, das „freie Aussicht" in den Sendesaal gewährt — sitzt schon der „Techniker vom Dien ft"» an seinem Schalt- tisch bereit. Ein Hebeldruck: nun sind die Mikrophone im Saal „in Betrieb" — aber nur auf unfern Vorzimmer - Abhörraum eingestellt, in dem wir jetzt jeden Laut, der darin erklingt, durch den Lautsprecher vernehmen — genau mit demselben Klang, den Sie nachher bei der Aufführung daheim hören werden. Der Probenleiter macht von dem Glasfenster wenig Gebrauch: er stellt sich so, daß er nur hört, nicht sieht, um seinen akustischen Eindruck genau so unbeeinträchtigt von Visuellem zu erhalten, wie Sie nachher beim Empfang der Sendung. Will er den Mitwirkenden seine Anweisungen geben, so schaltet er mit einem Hebeldruck so um, daß im Senderaum gehört wird, was im Vorraum gesagt wird — während sonst unser Gespräch im Abhörraum unhörbar für die da drinnen ist. Ein nicht ganz ungefährliches technisches Zauberhaus mit unzähligen geheimen „Dionysos-Ohren" — dieses Funkhaus! Unser Stück beginnt mit einem sogenannten „Sprecher", der in epischer Erzählung eine einleitende Vorgeschichte bringt. „Nein — so geht das nicht. Dieser Sprecher muß sich ganz anders von den handelnden Personen nachher abheben", erfolgt gleich die erste Probenunterbrechung. Friesvorhange werden um die Saalwände gezogen, und der „Sprecher" wiederholt seine Erzählung. Aber die beabsichtigte „raumlose Nachwirkung" dieser unpersönlich gedachten „Stimme" ist noch nicht so recht da. Auch die nun unternommene Verbannung des „Sprechers" in eine Saalecke, verbarrikadiert hinter einer Schrägwand, nützt noch nicht genug. „Wir müssen ihn ins Zelt stecken" meint der Regisseur. „ ,. Und nun wird die „erzählende Stimme am hintersten Saalende in ein enges, dicht von dicken Friestüchern verhängtes „Verließ" gesperrt das dort befindliche Mikrophon eingeschaltet — und iehe da: nun hören wir draußen durch den Laut- precher tatsächlich eine eigentümliche körperlos und geisterhaft im Raum schwebende „Stimme", die aus viel größerer Nähe auf uns einzusprechen scheint, als die dann wieder einsetzenden „handelnden Per- onen", die teils im Senderaum „auf einem freien Zlatz" zu agieren haben — teils in einer Nische hinter einem halbvorgezogenem Vorhang „akustisch abgeblendet" eine intime Unterhaltung" „in einem Zimmer" zu führen haben. Manche „Experimentier-Pause" gibts noch, als die vorher so schön ausgewählte Schallplatte in Aktion treten soll, die mit Schlagzeug-Musik die Illusion eines vorbeiziehenden antiken Heeres geben soll. Bald klingt sie zu hart ins Gespräch hinein, o daß der Text undeutlich wird — bald zwingt ie durch zu leisen Klang zu ablenkendem Hinlauschen ... so gibt es schon in diesem funktechnisch einfachen „L e h r s p i e l" tausenderlei zu überlegen und auszuprobieren: akustische „Feinwirkungen", die Sie nachher nur unbewußt und stimmungsgemäß empfinden — von denen aber die „Funkwirksamkeit" des Ganzen vollständig abhängt. Vor Probenbeginn telefoniert der Techniker ins Laboratorium hinunter: „Bitte Wachs einschneiden — ich gebe bald das Zeichen zum Beginn der Aufnahme." Jetzt — nach Beendigung des ersten Aktes des Stückes — gibt er nach unten die Weisung: „Bitte Platten abspielen", und nun hören die Sprecher im Senderaum die ganze, auf Wachs- platten aufgenommene Probe. Sie hören sich selber — hören die anderen Mitwirkenden — hören die „Geräuschkulisse" — genau so alles, wie der Hörer daheim es aus seinem Lautsprecher vernehmen wird. Und nun — auf Grund dieses Funkhörbildes, das jeder Mitwirkende durch die Wachsplattenvorführung bekommen hat — beginnt die Probenkritik des Regisseurs, setzt die allgemeine Beratung über noch zu Aenderndes ein beoor man dann das Ganze in „zweiter, mehrfach verbesserter Auflage" wieder durchprobt — wieder auf Wachsplatten abhört — wieder verbessert ... Im „Kleinen Sendesgal" hat mittlerwelle schon die Probe zur „Musikalischen Kinder- Zialien mit über 300 Köpfen beteiligt. Italien wird mit seinen besten Athleten in Berlin sein und stellt seine ganze enthusiastische und aufrichtige Mitarbeit für das gute Gelingen der XI. Olympischen Spiele zur Verfügung ..." Mit diesen Worten hat das Italienische Olympische Komitee durch seinen Sekretär, General G. Vaccaro, in einem Schreiben an das Organisationskomitee für die XI. Olympiade die deutsche Einladung zu den Winter- und Hauptspielen des Jahres 1936 angenommen. Ferner hat das Italienische Komitee bereits eine Berechnung mitgeteilt, wie sich seine Expedition für die Winter- und für die Hauptspiele schätzungsweise zusammensetzen wird. Das Komitee rechnet, um die wichtigsten Ziffern zu nennen, mit 40 Wettkämpfern für die Leichtathletik, ebenfalls 40 für das Fechten, 30 für das Schwimmen, 24 für Rudern, 16 für Boxen, 14 für Radfahren, je 10 für Skilaufen, Turnen ufw., zusammen mit 267 Aktiven. Unter Hinzunahme der Trainer, Masseure und Begleiter wird eine Zahl von 329 Köpfen für die ganze italienische Expedition angesetzt. LISA prüft die Wohnfrage. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika prüfen bereits die Wohnfrage. Der Leiter des Unter- t u b e" begonnen. Mit Feuereifer und gänzlich ohne Mikrophonfieber singen, fiedeln, blasen, trommeln die kleinen Gäste da drinnen nach den Anleitungen ihres sie und die „Hörkinder" im ganzen Land gleichzeitig instruierenden Lehrers drauflos. Sache des im Vorraum intensiv lauschenden Probeleiters ist es nun, die von den kleinen Musikanten improvisierte Sendung auf ihre „Funkwirksamkeit" zu prüfen. Hier gilt es, keineswegs die Kinder durch zu viel Anweisungen kopfscheu zu machen, und fast alles muß durch geschickte Plazierung bald ferner, bald näher zum Mikrophon abgetönt werden. Als der kleine Tambour zu sehr losdröhnt, sucht der Probenleiter das ganze Funkhaus nach einem leichteren Trommelschlegel ab, denn auf leisere Handhabung seitens des Kindes im Eifer des Gefechtes bei der Sendung kann man sich nicht verlassen, und alle „belehrenden Ermahnungen" würden (selbst im allerleisesten Flüsterton geäußert) vom empfindlichen Mikrophon aufgefangen und unfreiwillig „veröffentlicht" werden. Nach der Kinderstunde proben zwei „Prominente" — Rezitatoren. Auch in diesem Solistenproben ist die Wachsplatte ein unentbehrliches Hilfsmittel: unerbittlich und unbestechlich gibt sie dem Probekandidaten wieder, was tatsächlich „durchgekommen ist" ist. Freilich: sehr oft kennt der Ausübende sein eignes Organ und seine eigene Vortragsweise so wenig, daß er nicht glauben will, daß er es tatsächlich selber ist, den er da von der Wachsplatte reden oder singen hört. Eine reizende derartige Episode erlebte ich selber im Funkhaus gerade mit. Ein Sänger schmetterte mit Heldengehabe feine, kleine Lieder ins Mikrophon — krampfhaft bemühte sich der Techniker „w e g z u- st e u e r n" — diese „Liederstunde" drohte die Wände eines jeden Zimmers, in das sie die Aetherwellen tragen sollen, zu sprengen. Taktvoll-vorsichtige Ein- üäkümerungsversuche des Probenleiters blieben unverstanden. „Bitte, die Platte" telefoniert er mit einem letzten „Hoffnungsstrahl" nach unten. Und schickt nun dem Stimmgewaltigen mit in seine „Kraftprobe" hinein das bereits auf Wachs Fixierte. Zunächst hört der überhaupt nichts — dann sucht er die „Störung noch zu übertönen — schließlich verstummt er lauschend — lauscht voll Entzücken — und meint am Schluß: „Also so soll ich's mache n." — Keineswegs hat er seine eigene Darbietung wiedererkannt — aber ihm schiebt so entschieden dieser Klang auch innerlich vor, daß er I seine eigene Stimme auf der Platte für eine ihm zur Unterweisung vorgeführte Musterdarbietung I hält. Mar ein. bringungsausschusies der amerikanischen Mannschaft für die Olympischen Spiele, Charles L. O r n- st e i n, hat mitgeteilt, daß er, wenn möglich, im kommenden Sommer Berlin besuchen werde, um an Ort und Stelle die Unterbringungsmöglichkeiten für die Mannschaften, die Offiziellen und die sonstigen amerikanischen Sportfreunde zu studieren, und hat gebeten, ihm die nötigen Unterlagen nach Neuyork zu schicken. Griechenland und Bulgarien kommen. Außer Italien haben sich nunmehr auch noch Griechenland und Bulgarien der Reihe von Ländern zugesellt, die die amtlichen deutschen Einladungen für die Spiele des Jahres 1936 angenommen haben. Aus dem Mutterlande der Olympischen Spiele ist dem Berliner Organisations-Komitee mitgeteilt worden, daß die griechische Jugend nicht verfehlen wird, an diesen „Festen der sportlichen Brüderlichkeit!" teilzunehmen. Das Bulgarische Olympische Komitee hat über die Annahme der Einladung hinaus die Hoffnung ausgesprochen, daß es ihm gelingen wird, eine Mannschaft von mindestens 80 Köpfen nach Berlin zu entsenden. Damit erhöht sich die Zahl der Länder, die die deutsche Einladung für die Spiele des Jahres 1936 endgültig angenommen haben, auf elf. Verbilligte Schiffsreisen. Die Transatlantischen Schiffahrtsgesellschaften haben auf Antrag des Norddeutschen Lloyds beschlosen, eine Ermäßigung von 20 Prozent auf die Preise von einfachen Hin- und Rückfahrten zu gewahren. Die Vergünstigung kommt den Wettkämpfern, ihren Führern und Begleitern sowie den Mitgliedern des Internationalen und der Nationalen Olympischen Komitees zugute. Die Ehefrauen und Kinder unter 18 Jahren dieser Personenklassen sind in die Vergünstigung mit eingeschlossen — ein Entgegenkommen, das bei stüheren Olympischen Spielen nicht vorgesehen war. Und Deutschland ... Allein der Umstand, daß die XI. Olympischen Spiele in Deutschland stattfinden, legt dem deutschen Sport besondere Verpflichtungen auf. Aus allen Ländern werden aber auch Vorbereitungsmaßnahmen und Leistungen gemeldet, die alles bisher Da- gewesene in den Schatten stellen, so daß schon ganz außergewöhnliche Anstrengungen erforderlich sind, um eine unserer Nation würdige Beschickung der Wettkämpfe zu gewährleisten. Die deutschen Sportverbände, in deren Hand die Wettkampfvorbereitung liegt, haben inzwischen ihre Pläne bekanntgegeben. Ihre Aufgaben erhalten durch die vom Reichssportführer von Tschammer und Osten geschaffene Vereinheitlichung und Krafte- konzentration, ferner durch seine ideelle und materielle Unterstützung die denkbar beste Förderung« Das Jahr 1934 dient allgemein noch der Talentsuche. So erfolgt planmäßig im ganzen Reiche die Suche nach dem „unbekannten Sportsmann" durch Wettkämpfe, die an bestimmten Sonntagen und offen für alle Deutschen einheitlich im ganzen Reiche durchgeführt werden. Daneben sammeln alle Verbände in besonderen kurzfristigen Sichtungskursen mit anschließenden Sichtungswettkämpfen alle sich zur Verfügung stellenden Turner und Sportsleute« Nebenher und anschließend wird die Spezial* ausbildung für die Talente durchgeführt nach Maßgabe der von den einzelnen Verbänden ge- sammelten Erfahrungen. So sollen in der Leichtathletik „Trainingsgemeinschafte n", die sich über das ganze Reichsgebiet ausbreiten, alle ausbildungsfähigen Athleten an jeweils einem Ort ohne Rücksicht auf Vereinszugehörigkeit erfassen und schulen. Die sich aus diesen Trainingsgemeinschaften und den laufenden Wettkämpfen herausschälende Olympia-Stamm-Mannschaf t erhält weitere Ausbildung in Sonderkursen im Trainingslager Ettlingen. Wettkämpfe gegen ausländische Gegner werden Kampferfahrung und Kampfhärte vermitteln. Am Schluß des Jahres wird sich fo eine Olympia-Kernmannschaft ergeben haben, für deren weitere Förderung dann neus Richtlinien ausgestellt werden. In ähnlicher Weise sind die Schwimmer, Schwerathleten, Turner, Boxer, Radfahrer, Fechter ufw. bei der Arbeit. Bei den Ruderern stützt sich die Vorbereitung in erster Linie auf die Mannschaften namhafter Ruderklubs: doch wird auch hier Sammlung und Sichtung nicht außer acht gelaßen, und die Mannschaften werden durch entwicklungsfähige Kräfte ergänzt. Besichtigung der Olympia-Negattabahn Der Reichssportführer von Tschammer und O st e n besichtigte am Freitag im Beisein von Vertretern des Finanz- und Innenministeriums, des Olympia - Bauausschusses usw. erneut die Grü- nauer Regattabahn, die bekanntlich der Schauplatz der Olympischen Ruderwettkämpfe im Jahre 1936 sein wird. Die Neugestaltung der klassischen Kampfstätte wurde an Hand der Pläne nochmals eingehend geprüft und besonderer Wert soll auf den Ausbau der Zufahrtsstraßen gelegt werden. Der Bauausschuß wird alle erörterten Fragen einer weiteren Prüfung unterziehen und sodann die Pläne dem Reichsinnenministerium zur Genehmigung vorlegen. Neuer deutscher Oameu-Schwimmrekord. „Nixe" Charlottenburg, Deutschlands erfolgreichster Damen-Schwimmverein, stellte am Sonntag im Berliner Postbad einen weiteren deutschen Rekord auf und schwamm innerhalb der 12 mal 100-Meter- Lagenstaffel mit den Damen Arendt, Engel- Olympia1936: Die Rationen berichten Hat man das Brot für die letzten Tage vor dem Sterben auch verdient, es ist immer ein hartes Brot, es wird einem nicht nachgetragen, man muß es holen, und es ist nun einmal so auf dieser merkwürdigen Welt, daß die Ehren nicht immer auf jene fallen, die ihrer würdig find. Es war nun so, daß die Greisin die Verwunderung der Leute über ihr langes Leben wohl spürte, vielleicht mochte auch der eine oder andere lieblose Spott an ihr Ohr geweht worden sein, doch sie meinte, es stünde ihr nicht zu, Klage zu führen — wer würde ihr auch sein Ohr geliehen haben? — und sie mußte schweigend in sich tragen, was man ihr an so spätem Kummer auflud. Sie rächte sich auf ihre Weise, indem sie an dem Kummer der anderen nicht teilnahm, als die Südslawen in das Land einbrachen. Sie hatte ihre paar Blumentöpfe, einen Platz an der Sonne, die Hoffnung auf den baldigen Tod; sie lebte kaum noch auf dieser Welt. Was kümmerte sie also diese seltsame Unruhe der Menschen? Aber da trat eines Tages eben der Mann, bei dem sie monatlich das viele Geld in Empfang zu nehmen hatte, und der die Gabe nicht jedesmal durch ein freundliches Gesicht, ein aufmunterndes Wort vermehrte, der eben auch ein kleiner, beladener, leidender Mensch war, in die dumpfe Greisenwohnung ein, und er brachte einen vollen Korb, und das Weiblein sah plötzlich auf ihrem Tisch Dinge ausgebreitet, von denen es längst kaum mehr träumte: Schmalz, gebrannten Kaffee, Zichorie, Mehl, Zucker, und der Mann sagte, auch die Armen sollten Sonntag haben und alles gehöre ihr, der Miadl, jawohl, ihr allein. Da berührte sie denn in der Furcht, es wäre nur ein schöner Traum, die Dinge mit ihren zitternden Händen, unter deren wächsernen Haut die ounnen blauen Adern hinliefen, sie sog den starken Geruch des gebrannten Kaffees ein, und sie wurde ein wenig schwindlig davon, sie legte ein Stuck Zucker auf die Zunge, nahm es zwischen die Fluger, betrachtete es und schob es wieder m den Mund. Dann weinte sie ein wenig. Es vergingen ein paar Tage tn dem Gluck des netten Besitzes, da kam ein anderer Mann, einer von den Fremden, die jetzt im Dorfe waren, und auch er brachte Kaffee, Zucker, Petroleum — die Frau Salomo. ■ Von Joses Friedrich perkonig. Die kleine wahre Geschichte, die hier zu erzählen sein wird, ereignete sich im schmerzensreichen Sommer des Jahres 1920, als in allen Ohren noch der grvße Lärm des abziehenden Weltgewitters nach- hallte. Da hörte man in Deutschland nicht den kleineren Lärm aus dem fernen, halb unbekannten Kärnten, das sich anschickte, seine Stimmen zu sondern in jene, die dieses schöne liebe Land auch weiterhin deutsch haben wollten, und jene, die es den Südslawen auszuliefern beschlossen, da standen im Schatten tapfere unvergeßbare Manner, die m die Geschichte eingehen werden, doch damals nannten kaum die nächsten ihre Namen. Wie hatten da andere kleinere Leute zu ihrem Recht kommen können sie, die einzeln ja gar nichts waren als Stimmen, die nicht gewogen, sondern nur gezahlt wurden, die nur zusammen ein Volk ergaben, das 'ich am 10. Oktober eben dieses Jahres 1920 an der Irne zu entscheiden hatte. . Doch jetzt ist es an der Zett, von den kleinen, ernsten und lustigen Helden zu reden, da die großen längst gebührend gefeiert worden sind merkwürdigen Menschen, die. zwar nicht ihr Blut ver- gossen" haben und natürlich in den Heldenliedern jener ■Reit keinen Platz finden werden, die man auch bald oeraessen haben wird, wenn sie nicht überhaupt Ickon Ä sten sind, die aber dach eigentümliche, rührende^ Helden waren aus ihre Weise und ahne die das Bildnis jener Zeit nicht I Unh io lallet euch denn erzählen von der alten Miadl einer Greisin in einem Dorfe an den Karawanken deren ßeben still, .armselig und eintönig war, wie eben das Dasein emes Menschen, der nur noch auf den Tod wartet, das sich aberguleij. f einen kurzen Augenblick zu der Weisheit d g ß S“ÄtXu keinmal Magd gewesen später dann hatte sie einen K-uschler g-h-ir-> et, aber das kleine schindelgedeckte Haus, in dem sie er 3 arme Bäuerin, aber doch eine Bäuerin fein wollte, brannte bis auf die Mauern ab, der Mannerhangte sich auf dem rauchenden Schutt die Mmdl wurde eine Botin, und als sie achtzig Jahre alt war, be gayn die Gemeinde für sie zu sorgep. Miadl kicherte, was brauchte sie Petroleum? Sie hat ja gar keine Lampe, sie brennt kein Licht, sie geht mit den Hühnern schlafen — und er brachte sogar ein Stück Blaudruck. Das ist etwas anderes, ist man auch alt, eine Schürze aus Blaudruck kann man immer haben, und sie wendete den Blaudruck nach beiden Seiten und legte ihn an den Leib. Wie gut sind auf einmal die Menschen geworden, sie kommen von selber zur alten Miadl, sie bringen ihr Geschenke, mehr als sie brauchen kann, und sie muß nicht mehr Not leiden. Äie bittet den Menschen alles Bittere ab, das sie manchmal dachte. Wie schön ist das Leben, nein, jetzt möchte sie nicht sterben. Und es kommt bald der eine zu ihr, bald der andere, manchmal reden sie etwas, was sie nur halb versteht. Was wollen die Leute nur, sie ist zufrieden mit der Zeit, niemals war sie sorgloser und heiterer als jetzt, manche wollen sie sogar leise singen gehört haben, wenn sie in der Sonne saß und die Augen geschlossen hielt. Die Nachbarn sehen natürlich wohl, wie man auch um diese alte Seele und rührende Einfalt wirbt. Sind diese Hände auch schon wächsern, sie werden doch noch einen Stimmzettel halten. Die Stimme einer vertrockneten Greisin gilt gleich jener eines jungen, saftigen Lebens. Und den Nachbarn bleibt es natürlich nicht verborgen, daß die alte Frau von beiden Seiten die Gaben nimmt, mit denen man Anhang zu werben hofft, von den Deutschen und von den Südslawen. Es hätte nun sein können, daß irgendein Wohlmeinender und Gütiger, dem es von Natur aus glückte, andere leicht und schmerzlos zu überzeugen, dazu bestimmt war, der Greisin die halb blinden Augen zu öffnen und ihr den Sinn der plötzlichen Wohltaten zu deuten. Doch das boshafte Schicksal wollte es anders. Es bediente sich einiger Hämischen und Schadenfrohen, die das Weiblein an einem Sonntagnachmittag in die Zange nahmen. Ob sie denn nicht wisse, daß man mit den guten und schönen Dingen ihre Stimme kaufen mochte? ... Was für eine Stimme? ...Am 10. Oktober werde sie doch abstimmen wie alle Kärntner ... Ja, ja, das werde sie ... Dann werde sie es aber nicht leicht haben ... Warum? ... Sie habe doch von den Deutschen genommen und habe von den Slowenen genommen ... Ach fo, ja ... Nun dämmerte in ihrem alten Kopf der Zwiespalt empor, sie sieht vom einen zum andern der Leute, die da auf ihre Kosten am langweiligen Sonntagnachmittag sich eine kleine Unterhaltung schaffen wollten. Sie sitzen wie ein leibhaftiges Gericht um sie und sind zufrieden, daß sie über jemand triumphieren dürfen, wenn dieser jemand auch nur die alte, arme Miadl ist. Diese aber, von einem feinen Sinn beraten, der solchen schon halb Entschwebten manchmal eigen ist, entwindet sich mit einer fast beiläufig hingeworfe- nen Antwort, die sie zu einem jener kleinen, köstlichen Helden machte und sie um viele Jahre überlebte, der Klammer. „Ich werde", sagte sie einfach, beinahe demütig, „für die Slawen beten und für die Deutschen stimmen." Oer Tod des Lavendelkönigs. Der in Ewell erfolgte Tod Mr. Edward Wake- rer Martins, der vor einem Menschenalter einmal der „L a v e n d e l k ö n i g von England" genannt wurde und der ein Millionenvermögen hinterlassen hat, erinnert an die vielen noch nicht bekannte Tatsache, daß England heute noch der Haupterzeuger dieser aromatischen Pflanze ist, die in der Parfümerieherstellung eine so große Rolle spielt. Bekanntlich ist Lavendel das Lieblingsparfüm unfw rer Großmütter und Urgroßmütter gewesen, deren Wäscheschrank nach Lavendel zu duften pflegte. Dec soeben gestorbene Martin war einer der ersten La* vendelpflanzer Englands, auf seinen riesigen Lavendelfeldern bei Ewell hat Mallais sein berühmtes Bild der Ophelia mit den Blumen im Arme gemalt. Allerdings liegt die englische Lawendelindustrie, wis die amtliche Zeitschrift der englischen Drogisten mito teilt, im Niedergang, da die französische Konkurrenz billiger herstellt. Man kann zwischen Grenoble und Nizza heute schon stundenlang durch endlose La* vendelfelder spazieren gehen, über denen als eine alle anderen Laute der Landschaft übertönende Melodie das Summen und Läuten von Millionen von Bienen schwingt. Die englischen Züchter wollen sich daher gänzlich vom Lavendel abwenden und statt seiner Pfefferminze anbauen. mann und Salbert mit 4:08,3 über 3 mal 100 Meter einen neuen deutschen Rekord, der bisher vom gleichen Verein mit 4 :13,5 gehalten wurde. Zahlen von der Iußball-Wettmeisterschast. Die Organisation der Endspiele um die Fußball- Weltmeisterschast kostet dem italienischen Fußball- Verband 3,5 Millionen Lire, das sind ungefähr 1 Million Mark. Der italienische Verband hat 1 Million Eintrittskarten drucken lassen, darüber hinaus liegen noch Reservekarten für vielleicht notwendig werdende Wiederholungsspiele bereit. Außerordentlich stark sind die Anforderungen von Pressekarten aus allen Ländern der Welt. Allein für das Endspiel in Rom werden 700 Pressekarten aus- gegeben, 400 für ausländische, 300 für italienische Blätter und Nachrichtenbüros. Das für das Endspiel ausersehene Stadion Mussolini hat für 100 000 Zuschauer Platz und Sichtmöglichkeit. — Die Besucher der Weltmeisterschaftsspiele erhalten auf italienischen Bahnen einen Fahrpreisnachlaß von 70 v. H. Don den Einnahmen der Spiele erhält das Organisationskomitee 70 v. H., der Rest fällt an die „Fifa". Frankreich über das deutsche 2Rug6t). Die Leistungen der deutschen Mannschaft anläßlich des Rugby-Kampfes Deutschland — Frankreich am vergangenen Sonntag in Hannover haben bei den französischen Kritikern besondere Beachtung gefunden. Der Vertreter bes „Petit Journal" erklärte, daß das deutsche Rugby schon fast auf eine Stufe mit dem französischen zu stellen sei. Auch die Pariser Fachzeitung „L'Auto" erkennt die beachtlichen Fortschritte des deutschen Rugbysports an. Das Nürnberger Hallensportfest. Das 11. Nürnberger Hallensportfest hatte zahlenmäßig die bisher stärkste Besetzung mit 500 Teilnehmern aufzuweisen, die Spitzenkönner starketen jedoch bei dem gleichzeitig in Stuttgart stattfindenden Hallenfest. Eingeleitet wurde das Fest mit dem Aufmarsch aller Teilnehmer und einer Ansprache des Gauführers Flierl. Die größten Erfolge trugen die Münchener Teilnehmer davon. So konnte Frl. G e l i u s allein dreimal siegreich bleiben und ihrem Verein, „Jahn" München, auch in der 4 mal 100-Meter-Staffel zum Erfolg verhelfen. Fräulein Gelius gewann den Dreikampf mit 202 Punkten und das 100-Meter-Laufen in 13,4 Sekunden, ferner das Kugelstoßen mit 10,80 Meter. Schweden hat „bezahlte Amateure". Der schwedische Fußball-Bund hat beschlossen, aus dem nationalen schwedischen Sportbund auszutreten, da dieser die Amateurbestimmungen verschärft hat. Die schwedischen Fußballspieler haben laut Anweisung ihres Bundes die Erlaubnis, die Unkosten für die einzelnen Spieltage in Rechnung zu stellen. Außerdem erhalten sie nach Bedarf noch Sonderzulagen. Kurze Sportnotizen. Einen Skisprung von 87 Meter stand der Norweger Johnson auf der jugoslawischen Skischanze in Ratege-Planica. Höll (Innsbruck) erreichte 83, Sigmund Ruud (Norwegen) 82 Meter. Die österreichische Regierung hat an den italienischen Skiverband die Aufforderung gerichtet, dem von ihr wegen seiner „nationalsozialistischen Umtriebe" gesuchten Helmuth L a n t s ch - n e r weitere Starts zu verbieten. * » Neubaus (Essen) schälte sich bei dem Ringer- Ausscheioungsturnier für die Europa-Meisterschaften in Rom in Elberfeld überraschend als bester deutscher Mittelgewichtler heraus. Wirtschaft. Zwangskartell mit Kundenschuh für Brauereien. Der neuernannte Führer des deutschen Brau- aewerbes, Direktor Schüler-Dortmund, hat, unter Aufhebung der Satzungen des Deutschen Brauerbundes, den Anschluß sämtlicher deutschen Brauereien an diese künftig berufsständige Zwangsorganisation, ferner für die Uebertzangszeit bis einschließlich 30. Juni 1934 einen völligen Kundenschutz und für die anschließende Zukunft Beschränkungen des Wettbewerbs durch Verbot jeglicher Unterbietungen und Beschränkungen angeordnet. Gleichzeitig sind Fachausschüsse und Standesgerichte für Verstöße gegen die neuen Bestimmungen berufen worden. Auch eigene Ausschankstellen dürfen in der Schonzeit bis 30. Juni nicht errichtet und Regiebetriebe nicht übernommen werden. Die Brauereien haften dafür, daß auch ihre Verleger nicht gegen diese Vorschriften verstoßen, und dürfen weitere Niederlagen nicht mehr errichten. Frankfurter Börse. AMlagsbörse: ruhig und schwächer. Frankfurt a. M., 26. März. Zum Wochenbeginn waren die Umsätze recht klein. Es überwogen kleine Verkaufsaufträge der Bankkundschaft in Aktienwerten, immer noch auf die Gesetze zur Bildung eines Anleihestockes. Es scheint, daß Neigung zu Tauschoperationen von Aktien in Renten besteht, obgleich auch der Rentenmarkt etwas leichter und sehr ruhig lag. Infolge der Geschäftsstille blieben die großsn Anregungen, die von den Ausführungen des Reichsfinanzministers über Arbeitsschlacht und Steuersenkung ausgingen, sowie die verschiedensten Wirtschaftsberichte, sei es über Konjunkturanstieg oder Dividendenerhöhungen, wirkungslos. Gedrückt waren vor allem dividendenhohe Werte und solche, von denen man Dividendenerhöhung erwartet hatte. Farbenindustrie verloren 2,50 v. H., Scheideanstalt 2 v. H. und Deutsche Erdöl 0,75 v. H. Montanwerte lagen schwächer und zwar Phönix und Buderus um je 1 v. H., Klöckner um 1,50 v. H., Harpener und Stahlverein um je 0,75 v. H. Rheinstahl lagen anfangs noch 1 v. H. fester, waren aber später ebenfalls abgeschwächt. Elektrowerte bröckelten ab, Gesfürel um 1,25 v. H., Schuckert um 1 v. H., AEG. um 0,65 v. H. Siemens lagen zu Beginn noch 1 v. H. freundlicher. Sonst verloren Reichsbankanteile 0,25 v. H., Zellstoff Waldhof und A'ku Kunstseide je 0,75 v. H. und Daimler Motoren 1,26 v. H. Accumulatoren etwa 171 nach 180,50, also stark gedrückt taxiert. Conti Gummi lagen ca. 4 v. H. schwächer. Renten lagen bei kleinen Umsätzen ebenfalls niedriger. So Altbesitzanleihe um 0,50 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen um 0,25 v. H., Stahlverein-Bonds um 1 v. H., Neubesitzanleihe waren knapp gehalten. Reichsmark-Obligationen lagen geschäftslos bei knapp gehaltenen Kursen. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille an allen Märkten weiterhin an. Am Aktienmarkt machten die Rückgänge im Durchschnitt 0,50 v. H. aus, darüber hinaus gingen Farbenindustrie um 1 v. H., Gesfürel nochmals um 1,50 v. H. und Siemens nach anfänglicher Befestigung um 2,50 v. H. zurück. Später zeigten Aschersleben 1 v. H., Licht 8z Kraft 1 v. H., Ilse Genuß 0,50 v. H. Kursverlust. Auch der Rentenmarkt bröckelte leicht ab. Altbesitz lag 0,25 v. H., Neubesitz 15 Pf. niedriger. Nur späte Schuldbücher zeigten keine Veränderung. Staats-, Länder- und Stadtanleihen zeigten ruhiges Geschäft und behauptete Kurse. Der Pfandbriefmarkt lag in seiner Gesamtheit gut gehalten und vereinzelt um 0,13 v. H. bis 0,25 v. H. gebessert. Von Auslandsrenten waren Rumänen angeboten und die 4prozentigen Unifrumänen bei 4,20 um 20 Pf. leichter. Tagesgeld unverändert 4 v. H. Der Schluß brachte für verschiedene Werte eine mäßige Erholung, so für IG. Farben um 1,50 auf 134 v. H., das Groß der Aktien blieb aber unerholt, vielmehr ergaben sich noch weitere Rückgänge. Fest lagen aber am Kunstseidemarkt Bemberg, die 6 v. H. gewannen, auch Aku plus 3 v. H. Abendbörfe: leicht gebessert. An der Abendbörfe war bas Geschäft nur klein, die Stimmung konnte sich aber nach bem Rückgang von heute Mittag wieder leicht bessern. Auf Basis der Schlußkurse zeigte sich seitens der Bankkundschaft kleine Nachfrage, und auch die Kulisse schien eher zu Rückkäufen bereit. Die Berliner Schlußkurse lagen im allgemeinen behauptet, hier und da bröckelten sie auch geringfügig ab, was besonders für die heute stark gestiegenen Kunstseibeaktien zutrifft. Im Verlaufe waren IG. - Farbeninbustrie etwas lebhafter und 0,5 v. H. fester, auf den übrigen Märkten blieb es still. Am Rentenmarkt war erhöhtes Interesse für die Neubesitzanleihe vorhanden, die schließlich 0,25 v. H. über dem Berliner Schlußkurs lag. Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen waren behauptet. Zu unveränderten Kursen wurden auch einige Stadtanleihen aus dem Markte genommen, daneben waren Liquidationspfandbriefe bis 0,25 v. H. höher. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 22,17 bis 22,37, Altbesitzanleihe 96,90, 6proz. Stadt Darmstadt von 1926 83,90, 6proz. Stadt Mainz von 1926 82,90, 5,5proz. Franks. Hyp. Liquidation 92,13, 5,5proz. Hess. Landesbank Hyp. Liquidation 92,25, Reichsbank 152, Gelsenkirchen 65,75, Harpener 94, Mannesmann 68, Rh ein stahl 94,50, Stahlverein 44,25, Aku 63,50, Bemberg 72,65 bis 72,75, dement Heidelberg 98,50, Daimler 49,75, Deutsche Erdöl 114,50, IG.-Farben 134 bis 134,50, Gesfürel 98,50, Schuckert 103,25, Reichsbahn-DA. 113, AG. für Verkehrswesen 69, Norddeutscher Lloyd 33. Gemeinden und Die Reichsregierung hat bekanntlich am 18. Januar ein Gesetz erlassen, das den gewiß unbureau- kratischen und nicht mißzuverstehenden Namen „Gesetz gegen Waldverwüstung" trägt. Das Gesetz will in erster Linie eine Verwüstung der deutschen Forsten durch wirtschaftlich nicht vertretbare Abholzungen vermeiden. Daß die staatlichen Forstoerwaltungen nicht erst dazu angehalten werden brauchen, vernunftaemäße Waldwirtschaft zu treiben, setzt der Gesetzgeber als selbstverständlich voraus. Er hat bestimmt, daß weitergehende Vorschriften, die in einzelnen Ländern schon getroffen sind, von der Reichsrahmen- regelung nicht berührt werden. Man darf deshalb annehmen, daß die Bestimmungen des Reichsgesetzes als M i n d e st n o r m für eine volks- und waldwirtschaftlich vertretbare Forstpolitik zu gelten haben. Die Vorschriften des Gesetzes gelten für alle nicht staatlichen Waldungen. Durch diese Bestimmung werden mehr als zwei Drittel des gesamten deutschen Waldbesitzes erfaßt: Von der deutschen Gesamtwaldsläche entfallen allein 47,8 v. H. auf Prioatwald, 15,5 v. H. auf die Gemeinden, 4 v. H. auf Stiftungen und Genossenschaften. Das sind zusammen 67,3 v. H. der gesamten deutschen Waldfläche. Es ist nicht zu verkennen, daß im nationalen Interesse ein Eingreifen des Reiches zur Notwendigkeit wurde. Die Laae der deutschen Holzwirtschaft war seit vielen Jahren schwierig. Die wirtschaftlichen Verhältnisse hatten einen Tiefstand der Preiskurve hervorgerufen, der auch dem tüchtigsten Forstwirt unlösbare Aufgaben stellte. Dazu kam das Dumping der Russen auf dem deutschen Holzmarkt, und auf der anderen Seite eine Belastung je Waldeinheit, die sich gegen die Vorkriegszeit um 300 bis 400 v. H. erhöht hatte. Allein die Frachten für Holz waren durchschnittlich um 50 bis 60 v. H. gestiegen. Absinkende Preise und gestiegene bzw. gleichvleibende Lasten riesen nun die Erscheinung hervor, die c-ls Waldverwüstung künftig unter Strafe gestellt ist: Der Ausgleich wurde durch erhöhten Einschlag gefunden. Wertvollste Bestände wurden verschleudert, Aufforstungen unterlassen, weil Mittel nicht zur Verfügung standen. Auch die Staatsforstverwaltungen erforderten Zuschüsse. Vielleicht unter diesem Druck zeigten sich 1932 erste Ansätze zur wirtschaftspolitischen Einsicht hinsichtlich der deutschen Forstwirtschaft. Der ungehemmten Holznutzung wird eine Grenze gesetzt, die Frankfurter SchkachwreHmarkt. Frankfurt a. M., 26. März. Auftrieb: Rinder 1269 (gegen 1299 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 454 Ochsen, 94 Bullen, 402 Kühe und 319 Färsen. Kälber 873 (506), Schafe 51 (27), darunter 42 (23) Hämmel und 8 Lämmer. Schweine 5109 (3973). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 34, b) 32 bis 33, c) 29 bis 31, d) 25 bis 28. Bullen a) 30, b) 28 bis 29, c) 26 bis 27, d) 24 bis 25. Kühe a) 28 bis 29, b) 24 bis 27, c) 19 bis 23, d) 14 bis 18. Färsen a) 34, b) 32 bis 33, c) 29 bis 31, d) 25 bis 28. Kälber Sonderklasse —, andere a) 49 bis 50, b) 44 bis 48, c) 37 bis 43, d) 30 bis 36. Lämmer und Hämmel al) Stallmastlämmer 3$ bis 36, bl) Stallmasthämmel 34 bis 36, c) mittlere 30 bis 33, d) geringere 29. Schafe nicht notiert. Schweine a) 40 bis 44, b) 40 bis 44, c) 39 bis 43, d) 36 bis 42, e) 32 bis 41, f) —, g) Sauen 31 bis 40. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt zogen Ochsen und Färsen je 1 Mark, Kälber 3 bis 4 Mark an, Schweine gaben 2 bis 4 Mark nach, Bullen, Kühe, Lämmer und Hämmel blieben unverändert. Marktverkauf: Rinder mittelmäßig, nahezu ausverkauft. Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft, ausverkauft. Schweine schleppend, geringer Ueberstand. Bekanntmachung: Aus Anlaß des zweiten Osterfeiertags findet der Hauptmarkt für Rinder und Schweine und der Nebenmarkt für Kälber und Schafe am Dienstag, 3. April, statt. Frankfurter (Helrewebörse. Frankfurt a. M., 26. März. Am heutigen Getreidegroßmarkt hielt sich das Geschäft bei kaum veränderten Preisen in sehr engen Grenzen. Die nahenden Osterfeiertage machten sich bereits bemerkbar. Das Angebot war in Roggen stärker, im übrigen ausreichend. Das Mehlgeschäft beschränkt sich weiterhin nur auf die Abwicklung der alten Kontrakte. Von Futtermitteln lagen Erdnußkuchen in vorderer Sicht fest, dagegen bröckelten Treber und Trockenschnitzel weiter ab. (£5 notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen 199 bis 200, Roggen 172,50 bis 173, Som- Waldfchuhgefeh. Vorwegnahme künftigen Ertrages zu Nachteil kommender Geschlechter verhindert. Vorzeitige Holznutzung bedeuten eine Kapitalverschleuderung, sie vermindern den Gesamtertrag des deutschen Waldes und vergrößern automatisch die Einfuhr ausländischen Holzes. Deshalb wird d erboten: die Abholzung hiebunreifer Bestände (hiebunreif ist z. B. Nadelhochwald unter 50 Jahren), sowie in Waldungen von über 10 bis 50 Hektar die Abholzung von mehr als 3,3 v. H., in Waldungen von über 100 Hektar von mehr als 2,5 v. H. der zu einer Betriebseinheit gehörenden Hochwaldfläche. Es ist verständlich, daß gelegentlich die Bestimmungen des Gesetzes eine Härte bedeuten. Hier hat der Gesetzgeber durch einen Milderungsparagraphen die Möglichkeit der Abhilfe geschaffen. Die obersten Landesbehörden können Ausnahmen von den reichsrechllichen Bestimmungen zulassen, ja sie können diese Befugnis, Ausnahmen zu gewähren, sogar auf die von ihnen zu bezeichnenden Nachgeordneten Stellen übertragen. Mit dieser Regelung ist der Waldbesiher vor Unbilligkeiten geschuht. Die Durchführungsbestimmungen der Länder werden nähere Erläuterungen zu den Begriffsbestimmungen des Reichsgesetzes geben müssen, denn in Einzelfällen kann zweifelhaft sein, was h i e b u n r e i f ist, und auch darüber kann Streit entstehen, ob eine Durchforstung einen Eingriff in einen Baumbestand in dem oben zitierten Sinne darstellt. Zweckmäßig ist für jeden Waldbesitzer, vor Ausführung des Hiebes die Entscheidung der zuständigen Landesbehörden einzuholen. Dadurch schützt sich der Wakdbesitzer oder der über den Wald Verfügungsberechtigte (Gemeindevorsteher, Bürgermeister) gegen eine spätere Verfolgung wegen eines Verstoßes gegen das Gesetz. Die Strafen, die das Gesetz vorsieht, sind durchaus so, daß sich ein Verstoß nicht mehr empfiehlt. Ein fahrlässiger Verstoß wird mit einer Geldstrafe geahndet, andernfalls kann auf ein Jahr Gefängnis und Geldstrafe erkannt werden. Daneben kann das verbotswidrig geschlagene Holz eingezogen werden, auch dann, wenn es dem Verurteilten nicht gehört. Der durch eine verbotswidrige Handlung verwüstete Wald wird in einer Frist von zwei bis vier Jahren auf Ko st en des Eigentümers wieder auf geforstet. Diese Wiederaufforstung kann mit polizeilichem Zwang durchgesetzt werden. Es kann auch verlangt werden, daß der zur Wiederaufforstung erforderliche Geldbetrag hinterlegt oder sonst sicher- gestellt wird. mergerste für Brauzwecke 172,50 bis 177,50, Hafer 157,50 bis 160, Weizenmehl Spez. 0 mit Austausch- weizen 29,40 bis 29,95, do. ohne 27,90 bis 28,45, Roggenmehl 0- bis 60proz. 23,50 bis 24, do. süüd. Spez. 0 24, Weizenkleie 10,25, Weizenfuttermehl 11 bis 11,25, Roggenkleie 10,60 bis 10,70, Soyafchrot 15,45 bis 15,55, Palmkuchen 14,65 bis 14,70, Erdnußkuchen 16,65 bis 17,35, Treber 14,60 bis 14,75, Trockenschnitzel 9,50 bis 9,60, Heu 6, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 1,90 bis 2 Mark. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 2,75 Mk. per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Mannheimer Getreidebörse Mannheim, 26. März. Weizen (inländischer, 76/77 kg, frei Mannheim) 20,10 bis 20,20 Mark, per März Bezirk 9 19,50, per April Bezirk 10 19,70, per Mai Bezirk 11 20 (ruhig); Roggen (süddeutscher, 71/72 kg, frei Mannheim) 17,10 bis 17,30, per März Bezirk 8 16,50, per April Bezirk 9 16,80 (stetig); Hafer (inländischer) 16,25 bis 16,50 (stetig); Sommergerste (inländische, Ausstichware über Notiz) 18 bis 18,50 (stetig); Gerste (Pfälzer, Ausstichware über Notiz) 18 bis 18,50; Futtergerste 16,50 bis 17; Mais (im Sack) 19,25 bis 19,50; Erdnußkuchen (prompt) 16,75 bis 17; Rapskuchen 14,50; Sojaschrot (prompt) 15,25; Palmkuchen 14,75 bis 15; Kokoskuchen 17; Sesamkuchen 17; Leinkuchen 17,25 bis 17,50; Biertreber (mit Sack) 15,25; Malzkeime 13 bis 13,50; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 9,50 bis 9,75; Rohmelasse 8,50; Steffenschnitzel 11; Wiesenheu (loses) 6 bis 6,40; Rotkleeheu 6,40 bis 6,60; Luzernekleeheu 7,60 bis 7,80; Stroh, Preßstroh, Roggen-Weizen 2,20 bis 2,40, Hafer-Gerste 1,80 bis 2,—; geb. Stroh, Roggen-Weizen 1,40 bis 1,60, Hafer-Gerste 1,20 bis 1,60 (ruhig); Weizenmehl, Spezial 0, mit Austauschweizen) per März 29,70, per April 30; Weizenmehl (Spezial 0, aus Inland- weizen) per März 28,20, per April 28,50 (ruhig); Roggenmehl (70/60 v. H., norddeutsches, prompt) 22,75 bis 23,75; Rogqenmehl (pfälzisches und süddeutsches, prompt) 23,25 bis 24,25 (ruhig); Weizenkleie (feine, mit Sack) 10,25. (grobe, mit Sack) 10,50 bis 10,75; Roggenkleie 10,25 bis 11. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzl beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 0 H. Lombardzinsfuß 5 v. H. Franksuri u. Hl. Äerlm Frankfurt a.M. Lerlin Echluß« kurs Schluß!. Abendbörse Schluß. iurs Schluß!. Mittag« börse Schluß-! kurs j Schluß!. Abend« börse Schlußkurs Schluß!. Mttiag- börse Datum 24.3- | 26-3 24-3. 26-3- Datum 24-3. 26-3- 24-3. 26-3. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% ebem.7% Dl.Reichsanl. v. 1939 6Vj% Doung-Anleihe von 1980 .. Deutsche Anl.-Wlös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ........... Desgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% ehem.8°/o Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)........... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. IS............... b¥i% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Llqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mlt AuSlos.-Rechten 6% eljem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1985 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6%% ehem. 4'/,°/o Franks. Hyp.- Bank-Ltau.-Pfandbr1efe...... Wi% ehem. V/i% Rheinische Lyp.-Bank-Ltau.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. briekanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. LandeSpfand- vriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Lteuergutich. Verrechnungskurs.. <% Oesterretchtsche Soldrenke.... 4,20% Oesterretchtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *V.% deSgl. von 1918.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... 36,25 100 93,75 97,4 22,4 94 92 91,75 95,4 92,25 92,25 91,9 93 94,25 94 97,3 20,25 1,4 8,13 7,95 6,65 6,7 96 100 94,13 96,9 22,4 94 92 92 95,4 92,4 92,4 92,13 93,25 94,25 94 97,3 1,4 7,75 6,65 6,7 96 100,1 93,75 97 22,35 94,13 92 95,65 94,25 94 97,3 20,5 1,4 8,25 7,65 7,75 8 6,75 6,9 96 100 94,5 96,9 22,1 94,13 92 95,65 94,25 94 97,3 1,4 8,1 7,5 7,8 7,9 4% desgl. Sene 11 ............ 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4y,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische veretnh. Rente .. 8%% Anatolier .......... Hamvurg-Amertka-Pakel ..... o Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Hansa-Dampfschifs.........o Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Privat-Bank ... o Deutsche Bank und Dis conto- Gesellschaft................ o Dresdner Bank.............. o ReichSbanI ........ zy A.E.G....................... Bekula.................... o Dektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft .... e gelten & Guilleaume......... o AldUsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Eiektttzttät..... 5 Schuckert LCo.......... g Siemens» Halske......... 7 Lahmever L Lo....... 10 Buderus .................... Deutsche (hböl ........... 4 Gelsenkirchen«............ 0 Harpener..................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen.. C Ise Bergbau ..........e Ilse Bergbau Genüsse......... Klöcknerwerke.......... 0 Maimesmann-Rödres ...... 0 6,75 5,25 4,4 30,5 28,5 33,25 69 87,25 49,25 63,25 64,5 152,5 31 129 105,75 62,75 100,5 103,5 144 117,25 74,5 116,25 67,25 95,25 118,5 67,5 69 6,75 5,25 4,2 30,75 28,25 33 69 87 ■19 62,75 64 152 29,9 128,5 99,75 104 61,5 98,5 97 103,25 142 117 73 114,5 65,75 94 140 118 66 68 5,13 8,1 4,45 31 28,13 27,25 33 69,25 87 49,25 63,25 64,5 153 30,75 129 100,5 105,75 62,5 99,9 95 103,75 143,5 117 74,5 116,5 67,75 95,25 76,75 141,25 118,5 66,75 69,25 5,25 8 4,3 31 28 27,9 32,75 69,25 87 49 62,75 64 152,5 29,65 127,65 99 104 61,25 98,65 97 103 142 116,75 73 113,75 66,65 94 75,13 140 115,25 66 68 1 Aranksuri a. 3)1. Lerlm Schlußkurs Schlußk. Abend« b5tfc Schluß« kurs Schlußk. Minaq- börsc Datum 24.3. 26-3. 24-3. 26.d. Mansfeld« Bergbau .. 0 — — 71,5 70,5 Kokswerke ......... ....... 0 — —— 96,75 95,5 Phonir Bergbau...... 0 53,65 52,25 53,75 2,5 Rheinische Braunkohlen ..... 10 206 206,5 207 206,5 Rheinstahl .......... 0 93,5 94,5 94,4 94 Bereinigte Stahlwerke. 0 45,25 44,25 44,75 44,25 Otavi Minen ........ 0 15 15 15,4 14,75 Kaliwerke Aschersleben. 6 115,5 114,5 115,5 114,5 Kaliwerke Westeregeln . 6 115,5 113 115,5 113 Kaliwerke Salzdetfurth .....7% 147,5 148 146,65 145,5 3. G. Farden-Jndustrie 7 136,5 134.5 136,5 134,13 Scheideanstalt........ e e•eee e V 182 180 Goldschmidt ......... 0 59,75 58 59,25 58,5 Rütgerswerke........ 0 60,5 59 60,65 59,25 Metallgesellschaft...... 0 83,5 82 82,75 82,75 Philipp Holz mann .... 0 75,5 73,5 75,75 75,75 Zementwerk Heidelberg Lementwerk Karlstadt.. ------ 0 0 101 108 98,5 108 Schultheis Payenhoser ....... Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 0 62 63,5 105 61,5 102 63,75 Bemberg......... 0 66,5 72,75 66,5 73 Zellstoff Waldhof ..... 0 53,25 32,5 52,25 50,13 Zellstoff Aschaffenburg 0 42,25 41,75 41,5 42 Dessauer Gas ....... 7 — —- 117,4 115,5 Daimler Motoren..... 0 51 49,75 50,65 49,25 Deutsche Linoleum .... 0 52,4 o2,9 51,75 53,25 67 5 Orenstein L Koppel ... »Ä Ä Ä Ä■Ä 0 — 69,25 Leonhard Tietz ....... 0 22 21 21,5 21,13 Lhade ............... 10 —— 157 156,5 158,5 172 148,5 Aerumulatoren-Fabrik. M M M M M M » 0 180,5 170,75 Lorui-Gummi........ 0 153 147,5 150 Grihna............. 0 - 26,4 26 26,75 Malnkrastwerke Höchst clWL... 4 - Süddeutsch« Zucker— 8 170 168,5 170,25 170 Devisenmarkt Berlin — $canffurt a ZU. 24. März 26.März Amtliche Notierung Seid | Brie> Amtliche Notierung Geld | Arie' Heisings«».. Wien....... Prag....... Budapest ... Sofia...... Holland .... Oslo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neuyork.... Brüssel..... Italien..... Paris ...... Schweiz.... Spanien.... Danzig..... Japan ...... Rio de Jan. . Jugoslawien. Lissabon.... 5,639 47,20 10,38 3,047 168,98 64,19 57,04 65,88 12,775 0,631 2,505 58,43 21,53 16,50 80,92 34,25 81,62 0,754 0,211 5,664 11,63 5,651 47,30 10,40 3,053 169,32 64,31 57,16 66,02 12,805 0,635 2,511 58,55 21,57 16,54 81,08 34,31 81,78 0,756 0,213 5,676 11,65 Bantnoten 5,644 47,20 10,38 3,047 168,88 64,19 57,04 65,88 12,775 0,631 2,511 58, ^3 21,53 16,50 80,92 34,25 81,57 0,754 0,211 5,664 11,64 5,656 47,30 10,40 3,053 169,22 64,31 57,16 66,02 12,805 0,635 2,518 58,55 21,57 16,54 81,08 34,31 81,73 0,756 0,213 5,676 11,66 Berlin, 26.Mürz Geld Brief Amerikanische Roten.............. Beigliche Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten.............. Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... 2,463 58,27 56,79 12,73 16,46 168,46 21,46 64,02 65,72 80,74 34,11 2,483 58,51 57,01 12,79 16,52 169,14 21,54 64,28 65,98 81,06 34,25 Ungarische Noten ••••••••••••..••