Nr. 23 Erstes Blatt \W Jahrgang 5amrtag, 27. Januar MH Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanfchlüff« unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Giehea Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Universitats-Vuch- und Steinönitterd R. Lange in Gießen. 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Das tiefe gläubige Vertrauen jener einst so kleinen Schar, die in Adolf Hitler den Retter vor drohendem Chaos sahen, hat sich Millionen und aber Millionen mitgeteilt, erfüllt heute ein ganzes Volk mit der Gewißheit, daß es den Führer gefunden hat, der ihm mit heißem Herzen und starken Armen den Weg zu einem neuen Reich höchster sittlicher Kraft, inneren Friedens und sozialen Ausgleichs, wirtschaftlicher Schaffensfreude und politischer Freiheit bahnen wird. Das erste Jahr der nationalsozialistischen Revolution hat Unendliches umgestaltet und neu- geschasfen. Wir stehen noch zu nah, um auch nur einen Ueberblick, geschweige denn einen Maßstab zu gewinnen. Parteien und Klassen sind verschwunden, das Reich hat eine einheitliche Führung erhalten, die keinen Länderpartikularismus duldet, die ständische Gliederung ist im Aufbau, der Bauer ist von den Zufällen einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung gelöst und seiner großen nationalpolitischen Aufgabe zurückgegeben, die Wirtschaft ist neu ausgerichtet und auf die großen Aufgaben der Arbeitsbeschaffung angesetzt, die Rückführung von zwei Millionen Erwerbsloser in den Arbeitsprozeß ist der erste Erfolg der Arbeitsschlacht, das soziale Problem ist durch das soeben verkündete Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit, das auf dem Führerprinzip und der Betriebsgemeinschaft ruht, einer Lösung gewaltig nähergebracht worden, Lebenskraft und Lebenswille des Volkes werden durch sinnvolle Gesundheitspflege und planmäßige Ausgestaltung der Freizeit gestählt, Künste und Wissenschaften haben durch den nationalen Umbruch mächtige Anregungen erfahren, Rechtspflege und Erziehung werden im Geiste des neuen Staatsprinzips umgestaltet, die Presse ist durch das Schriftleitergesetz in den Dienst der Nation genommen. Aber das wesentlichste: Grenzen und Trennungen sind gefallen, die man für unüberwindlich gehalten hatte, und das deutsche Volk hat sich zu einer wirklichen Volksgemeinschaft zusammengefunden, wie sie unsere wechselvolle Geschichte nur an ganz seltenen Höhepunkten aufzuweisen hatte. Und so ist es nur sinnvoll, daß an diesem ersten Jahrestage der nationalsozialistischen Revolution nach dem Willen des Führers die Feier der Erinnerung an das große Geschehen im Zeichen tätiger Volksgemeinschaft steht. Getreu der Parole dieses Winters „Keiner soll hungern und frieren" hat Reichsminister Goebbels für den ersten Geburtstag des Dritten Reiches eine großzügige Attron des Winterhilfswerks angekündigt, durch das Brot und Wärme in Stuben und Hütten grade der bebrang- teften Volksgenossen getragen werden als Beweis dafür, daß wir nicht unfern Stolz in prunkvollen Aeußerlichkeiten und nicht unsere Freude in rau- fchenden Festen sehen, sondern in dem Bewußtsem sozialer Pflichtersüllung. Und über das öffentliche Hilfswerk hinaus kann niemand dem Führer feinen Dank für die Wendung des 30. Januar und das ,-itd-m in rastlosem Streben Erreichte besser bezeugen, als durch eine persönliche Tat lebendiger Bolksgemeinschaft. Einem not -id-nden Volksgenossen Freude bereiten stiftet vielfältig Segen und hilft den Boden bereiten für die Vollendung des Werkes, das mit dem 30. Januar begann. Denn die gewaltig- Anspannung aller Kräfte der Nation auf allen Gebieten kann eben nur auf diesem Boden einer wahrhaften Volksgemeinschaft zu dem ersehnten Erfolge führen. Der Neubau des Reiches wird errichtet unter weltpolitisch ungemein schwierigen Umstanden. Europa trägt noch heute das verzerrte Gesicht der Versailler Friedensdiktate. Zu gleicher Zeit, wo Deutschland den Kommunismus im Innern n^^9crunflen I)at und sich anschickt, sein von allen Schmarotzern und Schädlingen gesäubertes Haus den eigenen art- qemäsien Bedürfnissen entsprechend wohnlich emzu- richten steht es im erbitterten Kampf um ferne usienvolitische Gleichberecht' gung. Das Ab- ätsiÄKÄ iahnehnte nad) dem Friedensschlutz die Trennungs- Bundesgenossenschaft mit 1ter9 Jrunqenen Sieg &TÄX"n Ä ^poleon^strU- Sg^ÄneuS!mä,büÄrnUtb.n gekan? um den m Ver- L »Ä S5 S? sieht. Kleinliches, engherziges Mißtrauen mach Fi ankreich blind für die Gefahren einer Politik sturer "r-aation gegenüber einem Volk, das das Gesuyi ^nationale Ehre und für die Kraft sittlichen Rechts iir Dölkerleben wiedergefunden hat. Ein zehnjähriger Versiändigungspakt zwischen Deutschland und Polen. Der Wille zur Begründung gutnachbarlicher Beziehungen. — Ein erster großer Erfolg der direkten Methode in der Außenpolitik des Führers. Oie amtliche Erklärung. Berlin, 26. Jan. (DNB. Wie durch amtliche Meldung vom 15. November vorigen Jahres in Berlin und Warschau bekanntgegeoen wurde, ist damals bei einer Aussprache zwischen dem Herrn Reichskanzler und dem polni- chen Gesandten in Berlin die übereinstim- nende Absicht der Reichsregierung und der polni- chen Regierung festgestellt worden, die diese beiden Länder berührenden Fragen auf dem Wege unmittelbarer Verhandlungen in Angriff zu nehmen und ferner zur Festigung des Friedens in Europa in ihrem Verhältnis zueinander auf jede Anwendung von Gewalt zu verzichten. Im Anschluß daran haben Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und der polnischen Regierung stattgefunden mit dem Ziele, im Sinne des Ergebnisses jener Aussprache eine bindende schriftliche Vereinbarung über die künftige Gestaltung der beiderseitigen Beziehungen zu treffen. Diese Verhandlungen sind nunmehr zum Abschluß gelangt. Der Reichsminister des Auswärtigen und der polnische Ge- andte haben heute vormittag im Auswärtigen Amt eine Erklärung unterzeichnet; sie hat folgenden Wortlaut: Die deutsche Regierung und die polnische Regierung hatten den Zeitpunkt für gekommen, um durch eine unmittelbare verständi- gung von Staat 3u Staat eine neue Phase in den politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen einzuleilen. Sie haben sich deshalb entschlossen. durch die gegenwärtige Erklärung die Grundlage für die künftige Gestattung dieser Beziehungen feslzulegen. Beide Regierungen gehen von der Tatsache aus, daß die Aufrechterhaltung und Sicherung eines dauernden Friedens zwischen ihren Ländern eine wesentliche Voraussetzung für den allgemeinen Frieden in Europa ist. Sie sind deshalb entschlossen, ihre gegenseitigen Beziehungen aus die im Pakt von Paris vom 27. August 1928 enthaltenen Grundsätze zu stützen, und wollen, insoweit das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen in Betracht kommt, die Anwendung dieser Grundsätze genauer bestimmen. Dabei stellt jede der beiden Regierungen fest, daß die von ihr bisher schon nach anderer Seite hin übernommenen internationalen Verpflichtungen die friedliche Ent- Wicklung ihrer gegenseitigen Beziehungen nicht hindern, der jetzigen Erklärung nicht widersprechen und durch diese Erklärung nicht berührt werden. Sie stellen ferner fest, daß diese Erklärung f i ch Das Sicherheitsphantom, von einer der Rüstungsindustrie hörigen Presse immer wieder neu herausgeputzt, macht die öffentliche Meinung Frankreichs, von wenigen einsichtigeren Kreisen abgesehen, unempfänglich für den Gedanken, daß Frankreichs Bedürfnis nach Sicherheit nicht besser befriedigt werden könnte als durch eine offene Verständigung mit seinem deutschen Nachbarn, die zwar die Anerkennung der Gleichberechtigung voraussetzt, aber von Frankreich nichts verlangt, was seinem nationalen Prestige abträglich sein könnte. Der Notenwechsel zwischen Berlin und Paris wird von der französischen Presse mit ängstlichem Gegacker oder wütendem Bellen begleitet. Die Regierung sieht in den diplomatischen Verhandlungen anscheinend nur ein unvermeidliches Zwischenstadium, von dem sie nichts erwartet und nach besten Abschluß sie erleichtert nach Gens zurückkehren zu können glaubt. So werden auch die englischen Vermittlungsversuche mit wenig freundlichen Kommentaren begleitet. Die innerpolitische Krisis, in die der Staviskyskandal Frankreich gestürzt hat, tut natürlich auch das ihrige, den Tatendrang Paul-Boncours zu lähmen. Ob nach dem Sturz des Kabinetts Chautemps ein verständigungsfreundlicherer Wind in Paris aufkommen wird, muß abgewartet werden. Deutschland hat den Weg zu einem Ausgleich gewiesen, es ist Sache der Franzosen sich zu entscheiden, ob sie diesen Weg ebenso ehrlich und ohne inneren Vorbehalt beschreiten wollen, wie er vorgeschlagen wurde, oder ob sie weiter sich einer endlichen Befriedung Europas entgegenstellen wollen. Mit nicht weniger Mut wie das deutsch-französische Verhältnis hat der Führer des jungen Deutschland auch das heiße Eisen des D ft Problems angepackt. Hier hat seine Politik direkter Verhandlungen, die er in klarer Erkenntnis des völligen Desastres der internationalen Konferenzen wie mit Frankreich so auch mit Polen einleitete, schneller zu einem Ergebnis geführt. Die Ausdehnung des polnischen Staatswesens auf Kosten des deutschen Ostens und die Abtrennung Ostpreußens vom Reich durch den Korridor sowie die Schaffung der Freien Stadt Danzig sind wohl die schwersten Wunden, die das Versailler Diktat unserem Vaterlande auf territorialem Gebiet geschlagen hat. Die „blutende Grenze" vom oberschlesischen Jndustrierevier, das man sinnlos nichtauf solche Fragen erstreckt, die nach internationalem Recht ausschließlich als innere Angelegenheiten eines der beiden Staaten anzusehen sind. Beide Regierungen erklären ihre Absicht, sich in den ihre gegenseitigen Beziehungen betreffenden Fragen, welcher Art sie auch fein mögen, unmittelbar zu verständigen. Sollten etwa Streitfragen zwischen ihnen entstehen und sollte sich deren Vereinigung durch unmittelbare Verhandlungen nicht erreichen lassen, so werden sie in j edem besonderen Falle auf Grund gegenseitigen Einvernehmens eine Lösung durch andere friedliche Mittel suchen, unbeschadet der Möglichkeit, nötigenfalls diejenigen Verfahrensarten zur Anwendung zu bringen, die in den zwischen ihnen in Kraft befindlichen anderweitigen Abkommen für solchen Fall vorgesehen sind. Unter keinen Umständen werden sie jedoch zum Zwecke der Austragung solcher Streitfragen zur Anwendung von Gewalt schreiten. Die durch diese Grundsätze geschaffene Friedensgarantie wird den beiden Regierungen die große Aufgabe erleichtern, für Probleme polilscher, wirtschaftlicher und kultureller Art Lösungen zu finden, die auf einen gerechten und billigen Ausgleich der beiderseitigen Interessen beruhen. auseinandergerissen hat, bis hinauf nach Danzig und Ostpreußen ist ein Hohn auf völkisches Selbst- bestimmungsrecht und wirtschaftliche Vernunft. Die Politik kleinlicher Schikanen, die die Warschauer Regierung in den vom Reich losgerissenen Gebieten gegenüber den neuen Staatsbürgern betrieb, hat ebensosehr wie die blutigen Deutschenverfolgungen, die man sich unter Führung von Aufständischenverbänden und Westmarkenoerein ungestraft zuschulden kommen ließ, die Herstellung auch nur korrekter Beziehungen zwischen Deutschland und Polen verhindert. Nicht einmal wirtschaftliche Interessen haben an dem äußerst gespannten Verhältnis zu unserm größten Nachbarn im Osten sehr viel ändern können. Das Reich und Danzig waren ständig Kläger vor dem Genfer Völkerbunosrat, aber über die Wahrung des Rechtsstandpunkts hinaus gelangte man nicht. Die Erkenntnis, daß durch ihn allein die Verhältnisse im Osten nicht geregelt werden können, führte zu dem Entschluß des Kanzlers, die deutsch-polnischen Beziehungen auf dem Wege direkter Verhandlungen auf eine neue Grundlage zu stellen. Der Führer hat in Warschau für die Zweckmäßigkeit seiner Methode schneller Verständnis gefunden als in Paris. Dem war gewiß auch die seltsame innere Struktur des jungen polnischen Staates günstig. An sich eine demokratisch-parlamentarische Republik mit allen, durch persönliche Leidenschaft und Parteienhaß wie durch völkische Zerklüftung noch gehäuften Nachteilen dieses Systems, ist sie seit 1926 wenn auch ohne formelle Aenderung der Verfassung doch tatsächlich ganz auf die eine Persönlichkeit des Marschalls P i l s u d s k i zugeschnitten. Trotz seines höchst persönlichen Regiments tritt der alte Revolutionär, der mit der Armee in der Hand seit sieben Jahren unbeschränkter Herrscher Polens ist, doch nicht gern in den Vordergrund. Das „Oberstenkabinett" aus ihm blind ergebenen ehemaligen Legionären zusammengesetzt regiert in seinem Sinne und Oberst Beck, der Außenminister, noch nicht vierzig Jahre alt, klug, zäh, gewandt, ist der besondere Vertrauensmann des einsamen alten Marschalls. In Warschau hat man schneller als in Paris das Fragwürdige des Versailler Werks und auch die wachsende Entwertung der Genfer Dölkerbundsmethoden erkannt. Man hat daraus sehr entschlossen die Folgerungen gezogen und sich merklich aus dem SchleppVeide Regierungen find der Ueberzeugung, daß sich auf diese Weise die Beziehungen zwischen ihren Ländern fruchtbar entwickeln und zur Begründung eines gutnachbarlichen Verhält- nisfes führen werden, das nicht nur ihren bei, den Ländern, sondern auch den übrigen Völkern Europas zum Segen gereicht. Die gegenwärtige Erklärung soll ratifiziert und die Ratifikationsurkunden sollen sobald als möglich in Warschau ausgetauscht werden. Die Erklärung gilt für einen Zeitraum von zehn Jahren, gerechnet vom Tage des Austausches der Ratifikationsurkunden an. Falls sie nicht von einer der beiden Regierungen sechs Monate vor Ablauf dieses Zeitraumes gekündigt wird, bleibt sie auch weiterhin in Kraft, kann jedoch alsdann von jeder Regierung jederzeit mit einer Frist von sechs Monaten gekündigt werden. Ausgefertigt in doppelter Urschrift in deutscher und polnischer Sprache. Berlin, den 26. Januar 1934. Für die deutsche Regierung: gez.: Freiherr von Reurath. Für die polnische Regierung.- gez.: Joseph Lipski. tau der französischen Außenpolitik gelöst, nicht ohne vorher den alten Bundesgenossen noch für die Anbahnung normaler Besprechungen zu Moskau eingespannt zu haben. Den Weg nach Westen mußte Oberst Beck freilich ohne Frankreich, ja von recht unfreundlicher und mißtrauischer Kritik der Pariser Presse begleitet, unternehmen. Er traf auf den Wunsch des Reichskanzlers, die in der großen Friedensrede angekündigte Bereitschaft zur Anbahnung normaler Beziehungen mit allen Nachbarn erst einmal gegenüber Polen in die Tat umzusetzen. Die ersten Abkommen zwischen Polen und der neuen nationalsozialistischen Regierung in Danzig waren gleichsam eine Probe auf die Gangbarkeit des neuen Weges. Deutsch-polnische Besprechungen in Berlin wie in Warschau folgten und gestern nun konnten Reichsaußenminister von Neurath und der polnische Gesandte in Berlin ein auf zehn Jahre lautendes Verständigungsabkommen schließen, das alle zwischen Deutschland und Polen etwa auftretende Streitfragen unmittelbaren Besprechungen der beiden beteiligten Mächte oorbehält. Damit ist in Warschau die Besorgnis ausgeräumt, als ob Deutschlands Austtitt aus dem Völkerbund irgendwelche rechtlichen Folgen für Polen haben könnte und Deutschland hat die Gewißheit, auch ohne das Genfer Forum zu betreten, feine Hand über den deutschen Minderheiten in Polen halten zu können. Daß diese sehr einschneidende Frage, die bisher in der Hauptsache das deutsch-polnische Verhältnis so unerquicklich gestaltet hatte, in den Berliner Verhandlungen eine besondere Rolle gespielt haben wird, darf man wohl aus der Anwesenheit Calonders, des Präsidenten der Gemischten Kommission für Ost-Oberschlesien, schließen. So haben die beiden europäischen Mächte, zwischen denen ein Ausgleich fast unmöglich zu sein schien, sich als erste über die trennende Mauer von Siegern und Besiegten hinweg die Hand gereicht in dem festen Willen einer Verständigung den Weg zu bahnen, die den nationalen Bedürfnissen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten beider großen und ehrliebenden Völker entspricht. Wann wird man auch in Paris die Forderung des Tages erkennen und den Mut zu ähnlichen Entschlüssen finden? Der Friedensbeiirag des nationalsozialistischen Deutschland. Das Echo der englischen presse. London, 27. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der Abschluß des deutsch-polnischen Derständigungsab- kommens wird von der englischen Presse ohne Ausnahme begrüßt. ,Daily Telegraph" bezeichnet den Vertrag als den wichtigsten Beitrag des nationalsozialistischen Deutschlands zur Sicherung des Frieoens in Europa. „Daily Mail" schreibt: Was Hitler und Pilsudski getan haben, scheint beinahe ein Wunder zu sein. Das Abkommen ist der unmittelbaren Initiative Pilsudskis und Hitlers zuzuschreiben. „Times" schreibt u. a.: Seitdem Adolf Hitler zur Macht gekommen ist, hätten sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen st ä n - dig gebessert. Der Reichskanzler habe von neuem gezeigt, daß er zwischen einem Agitator und einem Staatsmann einen Unterschied mache. Man müsse es auch begrüßen, daß zum ersten Male feit dem Kriege eine französische Mannschaft an dem internationalen Reitturnier in Berlin teilnehme. Es sei klar, daß ganz Deutschland der Führung Adolf Hitlers folgen werde. Die Ereignisse vom Freitag ermutigen zum mindesten zu der Hoffnung, daß Deutschland bei einer sowohl praktischen wie grundsätzlichen Anerkennung ein guter Nachbar sowohl nach Westen als nach Osten hin sein werde. Obgleich niemand, der in Deutschland lebt, glaubt, daß die Korridorfrage durch das Abkommen beigelegt sei, so scheint es doch eine bessere Aussicht für die künftigen deutsch-polnischen Beziehungen als jemals zuvor zu bieten. „Hitlers Zehn-Jahrespakt mit Polen", so schreibt „Daily Expreß", „ist die Konsolidierung der Gewinne einer einjährigen Diplomatie. Seit seiner Machtübernahme hat Hitler seine Aufmerksamkeit auf die Verbesserung der deutsch-polnischen Bezie- Hungen gerichtet. Die neue ,deutsch-polnische Freundschaft' wird Frankreich verdrießen, da Frankreichs Unvermögen, seinen östlichen Verbündeten zu halten, auch in Oe st erreich eine Reaktion Hervorrufen werde. Hitler zieht durch den Vertrag Frankreich weiter von Polen ab und schwächt den ,Ring von Stahl', mit dem die französischen Staatsmänner Deutschland umgeben hatten." Der sozialistische „Daily Herald" schreibt, daß das Abkommen auf die A b r ü st u n g s f r a g e günstig wirken werde, denn es sei so gut wie sicker, daß Polen jetzt der deutschen Forderung auf jofor- tige Gleichberechtigung sympathisch gegenüberstehen werde. Das Blatt meint, daß Deutschland jetzt ohne Zweifel sein Angebot für ein ähnliches Abkommen mit'der Tschechoslowakei wiederholen werde. Ebenfalls werde es wahrscheinlich Frankreich erneut einen Nichtangriffspakt anbieten. Jetzt würde es den Franzosen schwer fallen, zu antworten: „Jawohl, aber was geschieht mit Polen?" Befriedigung in Warschau. " Warschau, 26. Jan. (DNB.) Das deutsch-polnische Verständigungsabkommen hat in Regierungskreisen große Befriedigung ausgelöst und wird überaus freundlich begrüßt. Besonders wird her Umstand unterstrichen, daß der Pakt nicht von dem Bestehen irgendwelcher internationaler Institutionen abhängig gemacht worden ist, zumal diese Stellen einem wechselvollen Schicksal unterliegen können. Ferner wird gesagt, daß die nunmehr erfolgte Befriedung der Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern auch eine Stärkung des europäischen Friedens bedeute. Nicht zuletzt durch die große Zeitspanne von zehn Jahren, für welche dieses Abkommen abgeschlossen worden ist, wird es als eine bedeutsame Tatsache auch wirtschaftlicher Tragweite angesehen. Die meisten Blätter beschränken sich vorläufig darauf, über das Abkommen umfangreiche Berichte zu veröffentlichen, ohne es bis ins einzelne zu kommentieren. Der regierungsfreundliche „K u r j e r Poranny" schreibt u. a., daß das Abkommen in die deutsch-polnischen Beziehungen eine tiefe und dauerhafte Befriedung hineintrage. Die Festigung des Friedens sei eine bedeutsame Etappe auf dem Wege der Befriedung von ganz Europa. Der großindustrielle „K u r j e r P o l s k i" unterstreicht den Umstand, daß die Beziehungen zu den internationalen Abtnachungen der vertragsschließenden Länder in keiner Weise berührt werden. Oie Tschechen merken auf. Prag, 27. Jan. (DNB.) Das deutsch-polnische Verständigungsabkommen hat in allen politischen Kreisen Prags großes Aufsehen erregt. Die Meldung kam für die Morgenblätter zu spät, so daß nur in dem „Prager Tagblatt" ein Kommentar enthalten ist, der aber die in Prag in dieser Frage herrschende Stimmung sehr gut wiedergibt. Das Blatt sagt: Der Sondervertrag zwischen Berlin und Warschau ist offenbar eine Verkörperung des von Hitler wiederholt ausgesprochenen Gedankens, die internationalen Beziehungen Deutschlands nicht im Rahmen des Völkerbundes, sondern durch gegenseitige Vereinbarungen zwischen Deutschland und den jeweils in Betracht kommenden Staaten zu regeln. Der neue Vertrag ist kein vollständiges Ostlocarno, da dazu zum mindesten auch die Tschechoslowakei gehören würde. Die Prager Außenpolitik geht aber von dem Grundsatz aus, daß sie nur im Rahmen des Völkerbund es und nur im Einvernehmen mit den anderen befreundeten S t aa t e n ein ähnliches Abkommen mit Deutschland schließen will. Großer Eindruck in Paris. Warum findet Paul-Boncour nicht auf den gleichen Weg? P a r i s, 27. Jan. (DNB.-Funksvruch.) Die Unterzeichnung des deutsch-polnischen Vertrages hat in Paris großen Eindruck gemacht. Wenn man auch betont, daß dieser Vertragsabschluß nicht ganz überraschend gekommen sei, so fragt man sich im Grunde doch nach den Wirkungen dieses außenpolitischen Ereignisses. „Journal" erklärt, die Unterzeichnung habe bei der öffentlichen Meinung eine wahre Sensation hervorgerufen. Obwohl beiderseits große Schwierigkeiten bestehen blieben, habe sich doch der deutsch-polnische Himmel aufgeklärt. „Matin" hebt hervor, der Vertragstext beweise klar, daß Deutschland einerseits die Beziehungen mit Polen und Frankreich und mit Rumänien sowie die Beziehungen des Warschauer Kabinetts mit dem Völkerbund vorbehaltlos a n - erkenne und andererseits sich nicht in inner- politische Angelegenheiten Polens einmischen werde. „Excelsior" schreibt: Die Oeffentlichkeit werde, ohne sich Illusionen zu machen, dieses Abkommen günstig aufnehmen, das für die Gegenwart die an der Weichsel vorhandenen Sturmzeichen zerstreue. „Petit Journal" schreibt, die Unterzeichnung beweise, daß die Warschauer Politik sich in Richtung auf eine immer größere S e l b st ä n d i g k e i t hin entwickele. Le Jour" schreibt: Bisher ist die Frage Korridor — Polen — Danzig — Schlesien international gewesen. Wenn die direkten deutsch-polnischen Verhandlungen einen Sinn haben, dann nehmen sie Europa das Aufsichtsrecht und die Jnterventionspflicht in dieser Frage. Wenn auch das alte System der Geschmeidigkeit entbehrte, so hat es doch den Status quo mit tausende Bürgschaften umgeben. Das neue System gibt Polen zwar seine Bewegungsfreiheit wieder, aber es isoliert es auch. „Echo de Paris" erklärt: Es wäre unrichtig, zu behaupten, daß die Polen mit Pauken und Trompeten in das mitteleuropäische „Lager" übergelaufen feien. In dem Maße, in dem Deutschland sich gegenüber Polen zu einer Friedenspolitik verstehe, finde es nur in der Entschlossenheit und Energie, die Polen schon seit einem Jahre beweise, Anerkennung. Wenn der französische Außenminister P a u l - Boncour f i d) gegenüber Berlin genau so verhalten hätte, wie Beck, dann wäre man nicht da angelangt, wo man jetzt stehe. 3m übrigen meint das Blatt den Standpunkt, daß auch taktische Gründe maßgebend waren. Polen wolle einmal zeigen, daß es auf Frankreich verzichten könne. Oer erste Erfolg der neuen Methode direkter Verständigung. Das Abkommen im Spiegel der Berliner presse. Berlin, 27. Jan. (DNB.) Das Verständigungsabkommen zwischen dem Deutschen Reich und Polen wird von der gesamten Berliner Presse mit Freude und Genugtuung begrüßt. Der „Völkische Beobachter" weist darauf hin, daß der Pakt mit Polen die Politik des Friedens und der offenen Aussprache fortsetzt, die der Führer als sein außenpolitisches Programm vor dem deutschen Volk und der Welt gekennzeichnet hat. Es ist noch nicht lange her, fährt das Blatt fort, daß sich beide Vertragspartner xu wiederholten Malen vor dem Forum des Völkerbundes gegenüberstanden, ohne einen Weg der ge* genseitigen Verständigung zu finden. Das nationalsozialistische Deutschland hat sich mit einem klaren Entschluß aus dieser vergifteten Atmosphäre der internationalen Diplomatie gelöst, und es ist eine mutige Tat, daß ebenso die polnische Regierung sich über alle Quertreibereien hinwegsetzte, um in direkter versönlicher Aussprache den Weg der Annäherung zu finden, der in Genf immer wieder von interessierten Kräften verstellt wurde. Die neue europäische Politik hat mit diesem Tag den ersten großen Erfolg errungen. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" unterstreicht besonders, daß bei dem Abschluß des deutsch-polnischen Abkommens nicht jene allgemeine pazifistische Ideologie Pate gestanden hat, "die den Pariser Pakt vielfach zum Gespött werden ließ, und nicht die Vorstellung internationaler Verbrüderung, die im Völkerbund ad absurdum geführt worden ist, sondern das gerade Gegenteil davon: Der Wunsch zweier Nationen, die vielen brennenden Fragen, die sie trennen, ohne Einmischung dritter Interesse n t e n einer Lösung entgegenzuführen. Der Wille zur direkten Verständigung ist der Kern dieses Abkommens, und darin unterscheidet es sich gerade grundsätzlich vom Kelloggpakt. Die „Deutsche Zeitung" schreibt u. a.: War der Völkerbunds-Austritt Deutschlands der entschlossene Schlußstrich unter die ausweglose sich in ewigen Hadern aufzehrende, zu wirklichen Friedenstaten unfähige Politik, so beweist das nationalsozialistische Deutschland mit diesem Abkommen, daß es allen Widersachern zum Hohn wirklich großer epochemachender Friedenstaten fähig ist. Das nationalsozialistische Deutschland und sein Führer Adolf Hitler können für sich in Anspruch nehmen, etwas geschaffen zu haben, was nicht nur für Deutschland, sondern für die Verständigung der Völker überhaupt und für die Sicherung des Friedens unter den Völkern von außerordentlicher Bedeutung ist. Die „G e r m a n i a" betont besonders die Form der Erklärung, in der ein auffallender Unterschied zu der Art sestzustellen sei, in der internationale Abmachungen bisher festgelegt worden seien. Statt der sonst üblicken juristischen Formen sei diesmal das einfachste sprachliche Gewand gewäylt worden. Damit werde gleichzeitig die bewußte Abkehr von Abmachungen, wie sie im Rahmen des Völkerbundes üblich waren, dokumentiert. Die „Voffifche Zeitung" nennt das Abkommen die schärfste politische Wendung in der ganzen Nachkriegszeit. Wenn Deutschland und Polen, fährt das Blatt fort, den Verzicht auf Gewaltanwendung und ihre Bereitschaft, alle Streitfragen durch Verhandlungen zu regeln, für einen Zeitraum von zehn Jahren aussprechen, so wird man erkennen müssen, daß es sich hier um eine neue Methode diplomatischer Beziehungen handelt, die sich nur durch eine innere Abkehr von jeder Gewaltpolitik erklären läßt. Als in den Abrüstungsverhandlungen der Macdonald-Plan, dem Deutschland bereits zugestimmt hatte, von den anderen Mächten abgeändert wurde, beriefen sie sich darauf, daß Deutschland ein friedenstörendes Element in Europa sei. Dieser Vorwurf kann nicht mehr gelten, nachdem Deutschland gerade mit dem Nachbar ein Abkommen geschlossen hat, mit dem die ernstesten Streitfragen bestanden. So wird das Abkommen auch zu einem Ausgangspunkt weiterer Abrüstungsverhandlungen. Was wird Simon im Unterbaue erklären. Rätselraten in der englischen treffe. London, 27. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die englische Morgenpresse beschäftigt sich mit der anae- kundigten außenpolitischen Erklärung Sir John Simons im Unterhaus. Die meisten Blätter vertreten die Ansicht, daß mit irgendwelchengrund- legend neuen Vorschlägen nicht zu rechnen sei. — „Morning Post" meint, daß die Erklärung Simons wahrscheinlich nicht viel mehr enthalten werde als einen Ueberblick über die diplomatischen Verhandlungen seit der Parlamentsvertagung im Dezember. Das Blatt betont, daß die gegenwärtige Lage der Abrüstungsfrage selbst in gut unterrichteten Kreisen durchaus unklar beurteilt werde und deutet ferner die Möglichkeit von Unstimmigkeiten im britischen Kabi- JJ V t an- — Der „Daily Telegraph" sagt ebenfalls, daß das englische Kabinett zwar keine grundsätzlich neuen Vorschläge bringen werde, aber doch wahrscheinlich bestimmte neue Anregungen machen werde. Jedenfalls werde die Regierung in reiL®emü^un$en Unterschiede zwischen dem deutschen und französischen Standpunkt zu überbrücken, nicht im geringsten nachlassen. Die Erklärung, die vor einigen Tagen entworfen worden sei. werde in etwas energischerer Sprache gehalten sein, als ursprünglich geplant worden sei. — „Daily Mail" vertritt die Ansicht, daß die Erklärung Simons das F e st h a l t e n E n g l a n d s an dem ursprünglichen Macdonaldplan mit gewissen Abänderungen zum Ausdruck bringen werde. Eine der wichtigsten Abänderungen könnte möglicherweise die Anregung sein, die sogenannte Bewährungs- f ri st auszu schalten. Am Freitagabend habe man jedenfalls in unterrichteten Londoner Kreisen geglaubt, daß Frankreich unter Umständen einer solchen Ausschaltung zu stimmen würde. Gin Dreikönigstreffen der Balkankönige verabredet. Bukarest, 26. Jan. (DNB.) Am Freitag vormittag fand eine telephonische Unterre. düng zwischen den auf Schloß Pelesch in Sinaja anwesenden Königen von Rumänien und Bulgarien und dem König von Südsla- w i e n in Belgrad statt. Es wurden wichtige balkan- politische Fragen sowie der Plan einer gemeinsamen Zusammenkunft der dreiKönige besprochen. Der Besuch wird wahrscheinlich im Laufe des Monats März stattfinden. Vor dem Rückttitt des Kabinetts Lhaulemps. Oie offene Krisis noch heute erwartet. Paris, 26. 3cm. (DRV.) Der französische 3ustiz- minisler Raynaldy hat Ministerpräsident Chcm- lemps sein en Rücktritt erklärt. (Eine Abordnung der sozialistischen Kammerfraktion war bei Ministerpräsident Chautemps vorstellig geworden, um von ihm den Rücktritt des 3ustizministers Raynaldy zu fordern. Der Rücktritt des 3ustizministers dürfte feinen Ursprung darin haben, daß er Verwaltungsratsmitglied der Bank Sacazyn gewesen ist, die weg e n Unregelmäßigkeiten in der Buchführung und wegen 3rref üfjrung der Oeffentlichkeit in einen Skandal verwickelt ist, der vorläufig noch Gegenstand einer Untersuchung der zuständigen Gerichte ist. 3n parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß der Ministerpräsident das Rücktrittsgesuch des 3ustiz- ministers nicht angenommen habe, um am Dienstag mit voll besetztem Kabinett vor die Kammer zu treten und dort den entscheidenden Kampf liefern zu können. Die Ablehnung wird auf eine eingehende Unterredung zurückgeführt, die Chau- temps mit dem Vorsitzenden der radikalfozialistifchen Partei h e r r i o t gehabt hat. herriot soll den Ministerpräsidenten dazu bestimmt haben, den Kampf mit dem Parlament noch einmal aufzunehmen. Raynaldy wird indessen das Rücktrittsgesuch aufs neue einreichen und auf dessen An- nahmebestehen. 3n gut unterrichteten Kreisen neigt man zu der Auffassung, daß Chautemps dem Präsidenten der Republik den Gesamtrücktritt der Regierung überbringen wird, aber man glaubt nicht, daß Chautemps wiederum mit der Kabinettsbildung betraut wird, sondern nennt als aussichtsreichsten Kandidaten Ldouard Herriot und in zweiter Linie Da 1 ad 1 er. * Im Laufe der Nacht haben sich die Straßen» kundgebungen, die abends oor demKam» mergebäude stattfanden, nach den großen Boulevards der Innenstadt hingezogen. Einige Demonstranten trugen Plakattafeln mit Aufschriften, die auf die Stavisky-Angelegenheit Bezug hatten. Die Polizei zerstreute die Demonstranten, konnte aber nicht verhindern, daß einige die kleinen auf den Terrassen der Kaffeehäuser befindlichen Tische als Wurfgeschosse zu benutzen versuchten. Vom Platz der Republik aus bildete sich ein Zug, der immer mehr anschwoll und unter dem Gesang der Marseillaise und mit dem Rufe: „Nieder mit den Dieben!" umherzog. Die Demonstranten versuchten, über die Seinebrücke vor das Kammergebäude zu ziehen, was aber durch die Polizeiabsperrung verhindert wurde. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Auch vom Boulevard St. Germain aus versuchte eine Kolonne nach dem Kammergebäude vorzustoßen, wurde aber dar- an durch die Polizei verhindert. Ueberdies fand eine Kundgebung vor dem Justizministerium statt. Der Führer - ein Mann aus dem Volke und ein Soldat. Reichsarbeitsminister Seldte über die Persönlichkeit Adolf Hitlers. Eine Unterredung mit dem Stahlhelmbundesführer. Berlin, 27. Ian, (VDZ, Funkspruch,) Aus An- laß des Jahrestages der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler gewährte Reichsarbeitsminister Seldte einem Mitarbeiter des VDZ.-Bureaus eine Unterredung über die Ergebnisse des ersten Jahres nationalsozialistischer Regierung in Deutschland. Der Minister äußerte sich bei dieser Gelegenheit auch über die Persönlichkeit des Führers und erklärte, „für unser Volk bedeutet es ein großes Glück, daß uns dieser Mann geschenkt worden ist, der erstens ein Mann aus Dem Volke, zweitens auch Soldat ist und außerdem diese unerhörte intuitive Begabung gepaart mit großem Fleiß, besitzt. Er hat den Instinkt des Spähers und des Jägers dem Schicksal und der Politik gegenüber, der dem Deutschen im allgemeinen fehlt". Minister Seldte erklärte dann, die Eingliederung des Stahlhelms.in die SA. sei deswegen so leicht geworden, weil eine starke Parallelität in den Auffassungen bestanden habe und weil er selbst im Stahlhelm den Boden dafür bereitet habe. Der Stahlhelmkamerad als Soldat sei darauf eingestellt gewesen, daß eines Tages ein Führer kommen würde, der den großen Befehl gibt. Zur Frühjahrsschlacht gegen die Arbeitslosigkeit erklärte der Minister, daß noch viele Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im Gange seien und daß noch 1 bis 1,5 Milliarden Mark aus dem vorjährigen Programm zur Verfügung ständen. Er erwähnte die 600 Millionen für die Saniere L des Hausbesitzes. Für die Vorstadtsiedlung seien im letzten Jahre 110 Millionen bereitgestellt worden, es würden damit etwa 50 000 neue Klein- siedler stellen errichtet. Für Eigenheime seien 20 Millionen Mark zur Verfügung gestellt, damit hoffe man, etwa 1 2 0 0 0 Eigenheime mit rund 14 000 Wohnungen herstellen zu können. Minister Seldte glaubt fest an die Erfüllung dessen, was der Kanzler gesagt hat: „Innerhalb von Dfer Jahren werden wir die Arbeitslosigkeit beseitigt haben." Dir lugend der Deutschen Arbeitsfront wird in die Hitlerjugend eingegliedert. Die zusätzliche Berufsschulung der Jugend. Berlin; 26. Jan. (DNB.) Im Preußischen Landtag begann die von der Reichsjugendführung, dem Sozialen Amt und dem Jugendamt der Deutschen Arbeitsfront veranstaltete erste Tagung für z u s ä tz- liche Berufsausbildung der deutschen Jugend, bei der Staatsrat Dr. Ley und Reichsjugendführer Baldur von Schirach über die Uebernahme der Arbeitsfront-Jugend durch die Hitler-Jugend. sprachen. Staatsrat Dr. Ley führte u. a. aus: Es ist das Vorrecht der Jugend, daß sie immer Generationen vorausmarschiert und ihre Gedanken hinausträgt. Als wir älteren aus dem Kriege nach Hause kamen und sahen, daß alle Opfer vergeblich sein sollten, nahmen wir den Kampf auf. All unser Ringen verkörpert sich in Ihnen, meine jungen Freunde. Was ist Sozialismus, was ist die Idee vom sozialistischen Menschen. Nichts anderes, als Kameradschaft. Kamerad sein heißt treu sein. Alle Programme von Marx, Engel und Liebknecht sind lächerlich gegenüber einer Minute Schützengraben, dort, wo der Tod umging, wo das Leben des einzelnen von der Treue, dem Mut und der Kameradschaft abhängig war. Ihr seid berufen, den Sozialismus wieder in das Volk hineinzutragen. In der Treue und Kameradschaft lag auch die Größe des alten deutschen Heeres. Treue und Kameradschaft sind auch die Größe unserer Bewegung. Wir haben den Arbeiter zum Volk zurückgeführt. Wechselten die anderen Schichten zwischen allen Parteien, so blieb er ewig Marxist, bis er zu uns kam. Insofern war er seinem Wesen entsprechend treu. Als wir ihm die Binde vom Gesicht rissen und ihm bewiesen, daß auch wir treu waren, kam er zu uns, und da ward er unser treue« ster Soldat. Sie als Jugendführer bitte ich, Ihre hohe Aufgabe zu erkennen und zu erfüllen: den Arbeiter gerecht und als vollwertiges Glied in die Gemeinschaft einzureihen, dann wird er nie wieder von seinem Volke lassen. Reichsjugendführer Baldur von Schirach erklärte, die Hitler-Jugend wolle nichts anderes, als den Kameradschafts, und Gemeinschaftsgeist des Weltkrieges für alle Zukunft erhalten. Der Kampf des Nationalsozialismus sei im Grunde genommen nichts anderes als der Kampf der Arbeiter gegen die Drohnen. Die Aufgabe der Jugend fei es, die junge Generation zu dem höheren Begriff der Arbeit zu erziehen. Wenn wir die (Einigung der Jugend fordern, jo tun wir es, weil wir für diese Einigung 21 unserer besten Kameraden geopfert haben. Ihr werdet mit diesem Tage ein Bestandteil der großen revolutionären Jugendbewegung Adolf Hitlers. Nun sollt ihr in dieser Millionenbewegung der Hitler-Jugend mit gleichen Rechten und Pflichten marschieren. Ich erwarte von euch, daß ihr kämpft für das große sozialistische Werk der Zukunft. Wir wollen in der HI. nichts kennen, was uns entzweit, sondern nur kennen die Kameradschaft der deutschen Jugend, die sozialistische Revolution des jungen Deutschland, das Gelöbnis der Treue zu Adolf Hitler! ♦ In eingehenden Referaten wurde dann auf die Arbeitsgemeinschaft als die eigentliche Form zusätzlicher Berufsausbildung hingewiesen. Dabei handelt es sich vor allem um die sogenannten Uebungsfirmen, von denen heute rund 1000 in Deutschland vorhanden sind. Eine starke Förderung hat in der letzten Zeit die Ausbildung in Lehrgängen erfahren, die ebenfalls im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften, vor allem für Arbeiter, in die Wege geleitet wurden. Man hofft, daß im Mai schätzungsweise rund 16 000 Lehrgänge in etwa 600 Städten in Deutschland laufen werden. Berufswettkämpfe sollen als Krönung der beruflichen Lehrgänge und Arbeitsgemeinschaften immer mehr ausgebaut werden. So will die Hitler- Jugend in diesem Frühjahr einen über das ganze Reich gehenden und die Jugendlichen aller Fachgebiete umfassenden Berufswettkampf organisieren, (in dem rund 2 Millionen Jugendliche teilnehmen werden. Aus den Ergebnissen sollen dann durch einen systematischen A u s l e s e p r o z e ß die zehn besten eines jeden Berufszweiges fe st gestellt werden, die am Tag der Nationalen Arbeit ihre besondere Ehrung erhalten werden. Weiter beschäftigte man sich eingehend mit den Werkschulen, den Freizeitwochen und mit den einzelnen Berufen und den sich für sie ergebenden besonderen Ausbildungsbedingungen. deut'MS- MsttlNl Bgesuh Ich nU Pfeile Ä des uns bew oepfle putsche i ruf, w-e patten ganzen i kn Hand, zip.die daß der Jeder m' zurückstel! dafür, dc schiedener werden, andere nach best national^ Interessen denn im die die 1 einander men, die verbessern 3 n n u n i nächsten 5 Zwang so dah n haben. 3n ein Generalse nngen ül fihrers. i Aa Kiel, Schach virtschas reform". fei nicht Bantroe1 leiten gegenüb 1 malten r man nid; I [anifatio: -rage d Her Zu nicht o mittelbar« beruhe ni form dun die Fo der Ges fozialistisö inan sich jialisn innere (Innung t Banlmefei der Bankr (Eine gr Pifal sei Pflug d Mellen alles üi lchasll fie ö u 11 fei das r lang ein beglich kapital |, fei notwk wolle. B einer Bt heiße da kapilals flußau walle, si, kapilalz W. dem litlerö. nbe und weil ui jr bereitet " ei daraus eingi- Führer komm nister, daß not en im ®ang5( Nationalsozialistische Bankreform Neichsbankpräsident Or. Schacht über die Neuordnung des Bankwesens. Schmidt-Wiesbaden zum Neichshandwerksführer bestellt „Innerhalb vc' rbeitslostS' Srtih “WempB k "lrurkirii "wird. abc .roie^tum m l°nbetn öen6 arMetrioi beruhe nicht in dem Ersatz der einen Drganitations- form durch eine andere, sondern an der Spitze stehe di- Forderung einer Reformierung der ® e f i n n u n g. Und wenn von einer national- sozialistischen Bantreform gesprochen werde so muß man sich vor Augen halten, daß N al1 o n a l s ° - lial Sinus nicht ein äußeres System, sondern innere Gesinnung fei. Mit dieser inneren ®e- Innung die Leiter und Trager des Kredit, und Bankwesens zu erfüllen, sei die eigentliche Aufgabe ’Slra6tlh ■ tbemSam. L Vr = 6e, Li r 1 wstln nut Aus. j -genheit Bezu 9 öemonftranten, l9e die kleinen lrL befindlichen benutzen vei. 15 bildete sich oQ und unter lü dem Rufe: • Die Deinon- 'rucke vor bas der durch die - Es kam zu >ch oom Voule- ■ Kolonne nach 'urde aber dar. leberbies fand nisterium statt. derülkb-i«^ ob- d-r W m wir i»«®” »wir es, well vl esten Kanieradel diesem Tage Ks lHcihtb Qni?’W 'n i s,ibin »iel» 110.8, Snai* m di-°L 1® ll'N'L »16 ■ Ian Ä in f if» ®L W<:, ----- 'n. 6i‘ „o r‘'Ln sd» J Settor der Wirtschaft das Führerprinzip zum Durchbruch gekommen und staats» und verwaltungsrechtlich verankert fei. Der Reichswirtschafts- mini|ter^abe mit der Ernennung den Stand des d e u tfchen Handwerks als solchen anerkannt, ^^kht weniger als 20 000 Handwerkerinnungen, mehr als oOO Fachverbände, 68 Gewerbe- und Handwerker- kammern müßten nun nach dem Führerprinzip um- gestaltet werden. Die Durchführung soll aber nicht in Hast, sondern nach wohlerwogenen Entscheidun- gen durchgeführt werden. Der Reichshandwerksfüh- rer Schmidt stattete besonders dem Ministerialdirek- tor Dr. W i e n b e ck seinen Dank für feine Mitar- beit an bem Zustandekommen des Gesetzes über den vorläufigen Aufbau des Handwerks ab und gab das Gelöbnis, daß er und das ganze Handwerk sich in den Dienst des gesamten Volkes stellen würden. Eine Führerschule für Handwerk und Gewerbe. . Berlin, 26. Jan, (Vdz,) Auf Grund einer Ver- einbarunfl mit dem Reichsschulungsleiter Gohdes wird voraussichtlich anfang März in der Nähe von Berlin eine Führerschule für Handwerker, Kaufleute und Gewerbetreibende eingerichtet werden. An dem ersten Lehrgang werden sämtliche Schulungsleiter der NS,- H a g o aus dem Reiche teilnehmen. Ein zweiter Lehrgang ist für die Presse- und Propagandawarte vorgesehen. Die Amtsleitung der NS.-Hago wird voraussichtlich im Februar nach München übersiedeln. Zur Neugliederung der Arbeitsfront. Berlin, 26. Jan. (DNB.) Der Stabsleiter der PO. der NSDAP. Dr. Ley hat verfügt, daß der Träger der Einordnung der Einzelmitglieder des Handels, Handwerks und Gewerbes sowie der Träger der Umformung des Gesamtoerbandes des Handels, Handwerks und Gewerbes die N S. - H a g o ist, die im engsten Einvernehmen mit der NSBO. diese Aufgabe durchzuführen hat. Die politische Führung der neuen Betriebsgruppe Handel und Handwerk liegt selbstverständlich bei der NS.- Hago. Der Amtsleiter derselben Pg. Dr. von R e n° t e l n, der in Personalunion auch die Betriebs- Sruppe Handel leitet, gibt damit auch die politische ■inie für die Betriebsgruppe Handwerk an. Regelung der Wettbewerbsfrage und zu einer Umgestaltung der gesamten Personalfragen kommen werde. Besonders der Nachwuchsfrage müsse man Beachtung schenken. Die jungen Bankbeamten müßten wieder mehr Gelegenheit bekommen, Erfahrungen im Auslande zu sammeln. Schließlich müsse eine ständische Berufsvertretung des Bankwesens ihr Augenmerk ganz besonders der Wahrung der Standesehre zuwenden. Das Eindringen fachlich ungenügend vorbereiteter und cka- rakterlich ungeeigneter Elemente in das Bankwesen, müsse verhindert werden. Das Schriftleiter- aetz fei ein Beispiel für eine derartige Regelung. Weitere 12,1 Millionen NM. Arbeitsbeschaffungsdarlehen bewilligt. Berlin, 26. Jan. (DNB.) Der Kreditausschuß der Deutschen Rentenbankkreditanstalt hat erneut Arbeitsbeschaffungsdarlehen im Gesamtbeträge von 12,1 Millionen Mark bewilligt. Damit sind die Mittel, die der Rentenbankkreditanstalt im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms vom 1. Juni 1933 zur Verfügung standen, im wesentlichen vergeben. Der noch verfügbare geringe Rest ist durch die Anträge, die dem Kreditinstitut gegenwärtig bereits vorliegen, mehr a l s überzeichnet, so daß von der Einreichung weiterer Anträge zur Zeit abzuraten ist. Ein Bild von der Arbeitsleistung, die die finanzielle Abwicklung dieses Teiles des Programms innerhalb weniger Monate bedeutet, vermittelt die Tatsache, daß in diesem Zeitraum von der Rentenbankkredit- anftalt insgesamt 2860 Darlehensanträge bearbeitet wurden. Unter den größeren Vorhaben, die aus den neuerdings bewilligten Mitteln gefördert werden, find u. a. zu nennen: Die Herstellung eines Vorfluters bei M.-Gladbach (Darlehen von 536 000 Mark), die Sicherung der Hallig Langeneß (249 000 Mark; größere Meliorationsmaßnahmen in der Amtshauptmannschaft Dresden (391 000 Mark), der Stadt Harburg-Wilhelmsburg (335 000 Mark) und in St. Wendel, Baumholder und Saarburg des Regierungsbezirk Trier (230 000 Mark); Verbesserung der Vorflutverhältnisse des Sielamtes Leer - Emden (500 000 Mark), Verbesserung der Jagst (210 000 Mark), hochwasserfreier Ausbau der Schwarzen Elster (230 000 Mark), Entwässerungsanlagen im Kreise Usedom-Wollin (526 000 Mark), Siedlungswegebauten in Pommern (316 000 Mark), Arbeiten in den bayerischen Staatsforsten (500 000 Mark), Regulierung der Tollense im bisherigen Mecklen- burg-Strelitz (200 000 Mark). Zuwendungen an die SA sind schenkungssteuerfrei. Berlin, 26. Jan. (DNB.) Das Reichswirt- fchaftsministerium teilt mit: In Kreisen der Wirtschaft besteht vielfach Neigung, die SA. durch Zuwendungen zu unterstützen. Die Ausführung derartiger Absichten wird jedoch durch die weitverbrel- tete'Auffassung gehemmt, daß derartige Zuwendungen der Erbschafts-(Schenkungs-)Steuer unterlagen. Diese Annahme trifft nicht zu. Zuwendungen jeder Art (von Todes wegen oder durch Schenkung unter Lebenden) an die SA. find von der Erbschaftssteuer (Schenkungssteuer) befreit. 5tdd)^fammer der Technik. Berlin, 26. Jan. (DNB.) Der vom Stellvertreter des Führers mit den Vorarbeiten für die Bildung einer „Reichskammer der Technik beauftragte Ausschuß gibt bekannt, daß je de übereilte Zwischenlösung für den Ausbau einer Kam- wer abzulehnen ist und die deutschen Ingenieure nur einen Entwurf verlegen werden, der d - r V i e l q e st a l t u n g d e r T e ch n i k i n a l l - n Teilen gerecht wird. Hierzu sind umfang- reiche Feststellungen und Vorarbeiten im Ausschuß der Bankreform. Line grundsätzliche Linstellung gegen das ka- pil-I fei sinnlos. Der Spulen de» Gartner», der Bf(ug des Bauern, die Maschine des Industriellen und das Gold des reichen Mannes, eien alles Sapilalgüler, die ihre ootteroirl- fchaslliche Beteiligung Haben wenn fie durch Arbeil gewonnen (inö. Botum sei da» Ausleihen solcher Güler und die Lnlwuk- tung eines (Entgelte» für solche Lechen unentbehrlich für den Fortschritt >ede- Volke». Leih- kapital sei nützlich und die Zahlung von Zinsen fei notwendig, wenn man Leihkapital verwenden ’ ffo wpnn man andererseits mit Recht von "ner T^echung der Zlnskn'echlfchafl spreche. fo heiße da» daß man dem BeReti be» Ceit)- topitals keinen beherrschenden Lla- Hnfert.it die Wirtschaft eines Volkes zuerkennen . t „ f o r p i f e der sc ami- kapitals dem 3 niet eil« heil unterordnen müsse. Dr. Schacht wandte sich dann gegen die immer stärkere 3 u f a mm en bcH U n g^^ Kredit- ■ banken, die uu Mittel der Einflußnahme auf gewahrung zu emem Mit ?*braudjt hätten. Bei die ^robuftionsg ftaltung Ben Bankwesens im ®Cft| ""d./vottiq verschiedenen Ausgaben ge- voneinander völlig veri i $or aUem die tjenn t 0 ® Vifeten bie ihr anvertrauten langsristi- Sparkassen mußten .... nb ^ie kurzfristigen flen Spargelder angfrift^ uno «r am äxs Präsident warnte sodann , Zinsverhält- Wülkürlichen Eingriff '"Erliche ^Gesundungspro,eß nille, durch den Der ,na‘u,“'a,et],1r ' bemmt mürbe, »es Geld- und Kapitalrnarkte g „ ltung unb s. sonders setzte sich ®r; ®J“*Lifn tttu* bie weri- Slartunq der Regionalbanken -irn LUiy fü len Dienste de» B ri o a tb antl»efen» bie örtliche Kreditversorgung wurden vom V^eichsb'In?p1ä,id7n.'7egrüß.e ferner die Be- Kontrolle des Staates, wodurch es auch zu einer Berlin, 26. Jan. (DNB.) Im Reichswirtschaftsministerium fand die feierliche Einführung des Reichshandwerksführers und seines Stellvertreters statt. Die beteiligten Minister haben, ausgehend von dem Gedanken, daß ein Hand- w e r k s m e i st e r s e l b ft der Führer des deutschen Handwerks sein müsse, den Spenglermeister Schmidt (MdR.), Wiesbaden, für diesen bedeutungsvollen Posten ausersehen. Der Reichswirtschaftsminister hat die neuen Führer des deutschen Handwerks zur Entgegennahme ihrer Bestallungs- urkunden empfangen und dabei u. a. folgendes ausgeführt: Ich möchte die Gelegenheit benutzen, zu betonen, daß wir hier in der Regierung in dem deutschen Handwerk einen der stärksten Pfeiler unseres deutschen Volkstums und des deutschen Menschen sehen, und daß wir uns bewußt sind, daß die Kraft, die darin steckt, gepflegt und gefördert werden muß. Das deutsche Handwerk zeigt wie kaum ein anderer Beruf, wie sehr das Können und das Anpacken des einzelnen für das Schicksal des ganzen Berufes entscheidend sind. Ganz besonders im Handwerk haben wir das Leistungsprinzip, dieses Können darf aber nicht dazu führen, daß der einzelne damit Willkür treiben kann. Jeder muß den Eigennutz hinter den Gemeinnutz AurücffteUen. Der nationalsozialistische Staat sorgt dafür, daß die Grenzen und Fähigkeiten der verschiedenen Berufe gegeneinander so abgeftimmt werden, daß keiner auf dem Rücken des anderen,sondern alle nebeneinander nach bestem Können sich entfalten können. Der nationalsozialistische Staat lehnt darum auch alle Interessenvertretungen und Jnteressenkämpfe ab, denn im Dritten Reich ist bie Regierung da, die die Dinge sieht, wie sie sind und die gegeneinander abwägt. Wir können durch die Maßnahmen, die wir treffen, die Organisation um vieles verbessern. In diesem Sinne müssen wir dann d i e Innunge n aufbauen, und es wird eine der nächsten Aufgaben sein, diese Innungen mit der Zwangsmitgliedschaft auszu statten, so daß wir alle Handwerker in diesen Innungen haben. In einer Pressebesprechung im Kaiserhof machte Generalsekretär Dr. Schild grundsätzliche Ausführungen über die Ernennung eines Reichshandwerks- führers. Er betonte, daß damit im gewerblichen Kiel, 26. Jan. (DNB.) Reichsbankprasident Dr. Schacht sprach am Freitag im Institut für Weltwirtschaft in Kiel über „Nationalsozialistische Bankreform" Dr. Schacht erklärte u. a.: Die Bankkrisis fei nicht so sehr durch eine falsche Organisation des Bankwesens, sondern durch dasVersagender leitenden Menschen im Bankgewerbe Mark E gegenüber den inneren und äußeren politischen Ge- u üna täni walten verursacht worden. Diefem Mißstand tonne bit 6ani«m man nicht durch eine Veränderung der äußeren Or- i ganisationsformen beikommen. Daher sei auch die Sw» Frage der Verstaatlichung oder umgekehrt ..7° »,ft der Zurückdämmung der Verstaatlichung t i,2 I ■ nicht non aktuellem Int°r-ffe. Die un- g6,Ä lS mittelbare praktische ^Aufgabe einer Bankenresorm rnheime nti: seriellen zu töt m die Erfülle und mit führenden Männern der Technik erforderlich. In der Zwischenzeit hat keine Organi- sationund kein Verband, gleich welcher Art das Recht, die Technikerschaft unter Anwendung irgendwelcher Druckmittel zum Eintritt aufzufordern. Auch die Werbung technischer Vereine und Verbände unter Hinweis auf die spätere Reichskammer der Technik ist unstatthaft. Das Urteil im Mikowski-Prozeß Milde Sühne der Bluttat des 30. Januar. Die Haupttäter entflohen. Berlin, 26. Jan. (DNB.) Im M a i k o w s k i - Prozeß wurden verurteilt: M ü h l e r wegen schwe- ren Landfriedensbruchs und zugleich Raufhandels sowie wegen Beteiligung am RFB. zu a ch t Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, Ros- l e l wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch, Raufhandel, unbefugter Schußwaffenführung zu zehn Jahren Zuchthaus und>5 Jahren Ehrverlust, Fleschenberg (Jugendlicher) wegen gemeinschaftlich versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch und Raufhandel, sowie unbefugter Schußwaffenführung zu sieben Jahren Gefängnis, Leese wegen gemeinschaftlich versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch, Raufhandel zu sechs Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, Choratzky wegen Landfriedensbruchs und Raufhandels, sowie Vergehens gegen das Schußwaffengesetz zu acht Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, Borchardt wegen schweren Landfriedensbruchs und Raufhandels zu sechs Jahren Zuchthaus. Die Übrigen Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen zwischen 7 Jahren und 6 Monaten. Der Angeklagte Kolasa wurde freigesprochen. Die Untersuchungshaft wird den Angeklagten voll angerechnet. Das Gericht hat das Verfahren gegen den Angeklagten Meyer, der des fortgesetzten Hochverrates hinreichend verdächtig ist, an das Reichsgericht verwiesen. In der Urteilsbegründung im Maikowski- Prozeß gab der Vorsitzende eine genaue Darstellung der Bürgerkriegsvorbereitungen bei der KPD. und der Ereignisse in der Nacht des 30. Januar. Es fei damals bei den kommunistischen Organisationen allgemeine Mobilisierung angeordnet worden. Die Erforschung der Wahrheit sei sehr schwer gewesen, weil die Angeklagten bewußt logen und nur das zugaben, was ihnen restlos nachgewiesen wurde. Bei der Strafzumessung habe die Gefährlichkeit der durch die Tat zum Ausdruck gekommenen Gesinnung im Vordergrund stehen müssen. Die Beweisaufnahme habe ergeben, daß sich besonders gefährliche H a u p 11 ä t e r durch die Flucht d e x Strafverfolgung entzogen haben, so daß die Angeklage gegen die Hauptangeklagten in diesem Prozeß nur wegen versuchten Mordes und schweren Landfriedensbruches erhoben werden konnte. Das Gesetz bot also keine andere Hand« habe, den gemeinen Mord zu sühnen. Knebelung der Beamten in Oesterreich. Wien, 27. Jan. (DNB.) Der Ministerrat beschloß eine Verordnung, nach der die rechtskräftige Bestrafung wegen bestimmter Verstöße gegen Regierungsverordnungen für Personen, die in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis stehen oder aus einem solchen Verhältnis heraus ein Ruhegehalt beziehen, den Verlust ihres 2lrntes und aller daraus fließenden Ansprüche zur Folge hat, wenn das Bundeskanzleramt den Eintritt dieser Rechtsfolgen bestimmt. Diese Verordnung läuft bis einschließlich Juni 1934. Zur Beratung der Vorlage über Maßnahmen gegen „staatsfeindliche" Bundesangestellte wurde ein Ministerausschuß eingesetzt. Minister Dr. Körber und Staatssekretär Dr. Glas, die beiden Vertreter der Nationalständischen Front im Kabinett, haben sich entschlossen, ihr R ü ck tr i t ts g e su ch zurückzuziehen, das sie wegen der von der Regierung gegen die „staatsfeindlichen" Beamten geplanten Maßnahmen zu stellen beabsichtigt hatten. Oie Sturmfahne der Heimwehr entführt. München, 27. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Tiroler Nationalsozialisten haben, wie der „Völkische Beobachter" meldet, wieder einmal ein Husarenstück geleistet, daß an Kühnheit nicht viel hinter der Befreiung des Tiroler Gauleiters Hofer zurücksteht. Es gelang ihnen, aus der Hauptkanzlei der Landesleitung der Heimwehr in Innsbruck die Sturm- fahne der Heimwehr, Gaufturm-Kompanie der sogenannten „Penzplatte", zu entführen. Heber die Nordkette brachten sie diese über bie Grenze. Bei der schwierigen Ueberquerung der Gebirgsketten glitt der Fahnenträger kurz vor dem Ziel aus und stürzte so unglücklich, daß er sich am Knie erheblich verletzte Seine Kameraden mußten ihn auf zusammengebundenen Skiern über die Schneefelder schleifen. Aus aller Welt. Nur noch ein Offiziersvetbanb. Der Nationalverband deutscher Offiziere und der Deutsche Offiziersbund haben sich mit sämtlichen übrigen Offiziersverbänden zum „Reichsverband deutscher Ofsi- ziere" zusammengeschlossen. Ehrenführer sind, wie die „Kreuzzeitung" meldet, Generalfeldmarschall von Mackensen und Generaloberst von Hutier. Ausländische Turnierreiler als Gäste Görings. Ministerpräsident Göring empfing aus Anlaß des internationalen Reit- und Fahrturniers eine Anzahl der teilnehmenden ausländischen und deutschen Reiter. Der Ministerpräsident begrüßte seine Gäste und gab der Hoffnung AusdruF, daß das Turnier den ausländischen Gästen ein anschauliches Bild vom neuen Deutschland vermitteln möge. Für die ausländischen Gäste bedankte sich der Kommandeur der französischen Kavallerieschule Saumur, General der Kavallerie de la Laurencie, für die gastliche Aufnahme; es sei ihm eine besondere sFreude, der deutschen Kavallerie die Grüße der französischen Kavallerie überbringen zu können. Erste Deuffche Garlenkulturtagung. Die von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkultur in Verbindung mit dem Kampfbund für Deutsche Kultur einberufene erste Deutsche Gartenkulturtagung vereinte in der Berliner Krolloper die Vertreter des berufsständischen Gartenbaues und des gesamten Liebhabergartenwesens zu einer Schulungstagung. Es galt, einheitliche Arbeitslinien für die Förderung deutscher Gartenkultur aufzustellen und organisatorische Einrichtungen zu schaffen, damit wir zu einem gesunden, arteigenen deutschen Gartenleben kommen. Die Großstädte hatten zahlreiche Leiter ihrer öffentlichen Parks und Gartenanlagen entsandt. Erschienen waren auch die maßgebenden Vertreter vieler Kultur- und Architektenverbände und vor allem die Vertreter der Berufsorganisationen des Gartenbaues und der Kleingärtnerbewegung sowie die Führer sämtlicher Liebhabergartenvereine. Den Vorsitz bei der Tagung führte Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gartenkultur, Bö11ner. Das Ende eines lange gesuchten Verbrechers. Der steckbrieflich gesuchte Emigrant Franz Zwinger, der kürzlich einen Landjäger erschossen hat, wurde am Freitagabend von Landjägern in der Hauptstraße von Illingen (Saar) gestellt. Zwinger gab sofort wieder mehrere Schüsse auf die Beamten ab, ohne zu treffen. Die Beamten erwiderten das Feuer und streckten den Verbrecher mit einem Herzschuß nieder. Zwölf englische Seeleute ertrunken. Nach einer Meldung aus Reykjavik (Island) stießen die. englischen Fischdampfer „Sabik" und„Eutha- mia" bei schwerer See im Düra-Fjord an der isländischen Westküste zusammen. Die „Sabik" ging s o - fort unter. Von der 14köpfigen Besatzung konnten nur der erste Telegraphist und der zweite Ingenieur gerettet werden. Alle übrigen ertranken. Die Geretteten befanden sich im Augenblick Des Zusammenstoßes gerade auf Der KvmmanDobrücke und sprangen auf Den Fischdampfer „Euthamia" über. Der Kapitän unD ein Maat Der „Sabik" trieben noch einige Minuten an Der Oberfläche Des Meeres, konnten aber wegen Des hohen Wellenganges unD weil Die „Euthamia" selbst ein schweres Leck Durch Den Zusammenstoß erhaiten hatte, nicht mehr geborgen werben. Der „Euthamia" gelang es, trotz ihrer schweren BeschäDigungen, in Den Hafen von Düra- Fjord einzulaufen. Winterhilfsspenden unterschlagen. — 2*/2 Jahre Gefängnis. Vor dem Schöffengericht in Aschaffenburg hatte sich der kaufmännische Angestellte Josef Heuser zu verantworten. Der Angeklagte war Betriebszellenobmann in einer hiesigen Firma und mißbrauchte feine Vertrauensstellung dazu, sich fremde Gelder anzueignen. Z. B. sammelte er 35 Mark zur Beschaffung einer Betriebszellenfahne, führte aber nur 20 Mark ab und behielt den Rest für sich. Als Betriebszellenobmann sammelte er Winterhilfsspenden in Höhe von 35 Mark und um terschlug den ganzen Betrag. Auch eine Sammelbüchse, die ihm vom Stadtrat übergeben war, erbrach er und nahm zwei Mark heraus. Das Gericht verurteilte ihn zu 2V2 Jahren Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe. Der Vorsitzende betonte bei der Urteilsverkündung die niederträchtige Gesinnung des Angeklagten und den moralischen Schaden, Den Dieser Dem Winterhilfswerk zugefügt habe. Der Angeklagte habe es fertiggebracht, unter schnödestem Mißbrauch seiner Vertrauensstellung sich an den Sparpfennigen zu vergreifen, die das ganze Volk für Die ärmsten unserer Volksgenossen geopfert habe. Der beispiellose Opfergeist, den unser Volk in diesem Winter schon bewiesen habe, und das Vertrauen des Volkes auf die Sauberkeit der Verwaltung könne nur erhalten werden, wenn gegen solche Schädlinge wie den Angeklagten mit strengen Strafen vorgegangen werde. Nur Der UmftanD, daß Der Angeklagte noch nicht vorbestraft fei, habe Das Gericht bewogen, von einer Zuchthausstrafe abzu- sehen. Kunst und Wissenschaft. Professor Frih RUlkau f. Professor Fritz Milkau, der frühere Generaldirektor Der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin, ist im Alter von 74 Jahren g e st 0 r b e n. Milkau, Der aus Dem ostpreußischen Städtchen Lötzen stammte, studierte an Der Universität Königsberg und wandte sich dann der Bibliothekarlaufbahn zu. Im Jahre 1897 übertrug man ihm Die Organisation Des Gesamtkatalogs Der preußischen Bibliotheken. Als Nachfolger von H a r n a ck wurde Milkau auf Den Poften des Generaldirektors Der Preußischen Staatsbibliothek berufen, Die er bis zur Erreichung Der Altersgrenze fünf Jahre lang leitete. Milkaus letzte Schöpfung war das Bibliothekarwissenschaftliche Institut an Der Universität Berlin. Hessisches Landestheater Darmstadt. Der Oberspielleiter Der Oper Des Hessischen ßanDes» theaters DarmftaDt, Hans Strohdach, ist von Der GeneralintenDanz Der Sächsischen Staatstheater auf fünf Jahre als Oberspielleiter unD Dramaturg Der Oper an Die DresDner Staatsoper verpflichtet worDen. Wettervoraussage. Da die nördliche Störung sich über Skandinavien weiterbewegt, herrscht an ihrer Südseite in Deutschland Westluftzufuhr, wodurch das Wetter veränderlichen Charakter erhält. Bei wechselhafter Bewölkung die zeitweise durch Aufklaren unterbrochen wird, kommt es vereinzelt auch zu schauerartigen Niederschlägen. Die Temperaturen bleiben vorerst über Null. Von Westen her steigt allerdings der Luftdruck kräftig an, so daß späterhin Beruhigung zu erwarten ist, wobei gleichzeitig wieder Temperaturrückgang bis unter Null eintreten wird. Aussichten f ü r Sonntag: Wechselnd- wolkig mit Aufklaren, tagsüber Temperaturen über Null, einzelne Schauer. Aussichten für Montag: Ruhigeres, aber noch kein beständiges Wetter, besonders nachts wieder kälter. Amtliche Winlersporlnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 2 Grad, 20 bis 25 cm Schnee, 4 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski nur im Walde gut. Sch warzwald. Hornisgrinde: Wolkig, — 1 Grad, 50 cm Schnee, 11 bis 15 cm Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen. Wolkig, — 4 Grad, 27 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: Dr. Fr. W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein- Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für Den Inhalt Der Anzeigen: TheoDor Kümmel. DA. 11700. Druck unD Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stsindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Gesucht 1—2 Zimmer 10,— 8,— 3,— AUF Er trifft in Gießen ein 2920 Wellen Hainbuchenreisig 3. Kl. 521V 543 D statt. dem Fürstlichen oberhalb des neuen Teiches. 401D Holzversteigerung im 523V 220 100 28 6 20 150 20 300 1050 230 300 170 18,4 325 1085 1230 70 195 11,7 rm rri rm rm rm 5,— 5,— Alle dienstfr. Kollegen werd, gebeten, hierzu zu erscheinen. Der Führer. 35 fm 94 „ 5 „ 26 „ 5 „ 64,0 54,0 39,0 1280 2,0 14,0 5 27 16,0 5,0 4,0 51,0 15,0 9,6 21,0 St. rm Verkauf: zirka Zusammenkunft: Licher Straße — 11. Schneise. Gießen, den 26. Januar 1934. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Bartholomäus. .......Sei es jetzt oder zu anderer Jahreszeit, immer ist er gut vorbereitet, denn er hat sich rechtzeitig einen zuverlässigen Führer besorgt. Das alteingesessene Heimatblatt gibt ihm Auskunft über Wohnungsgelegenheiten, Verpflegung, Einkaufsquellen und alles andere, was er fürs erste braucht. Auch was sonst los ist, erfährt er da. Er ist ein Mann, der sich auskennt; er weiß, daß die Heimatzeitung in jeder Stadt der beste Führer ist in allen Lebenslagen, hier der Gießener Anzeiger. Wellen Kiefernreisig 2. Kl. Wellen Hainbuchenreisig 2. Kl. Wellen Fichtenreisig 2. Kl. rm Fichtenreisig 1. Kl. rm Eichenreisig 1. Kl. rm Buchen- und Eichenstöcke St. Eichen- und Ulmenstangen (Deichseln) Buchenknüppel Eichenknüppel Eschenknüppel Ahhorn-, Linden- und Fichtenknüppel Eichen-, Ahorn- und Eschenreisig 1. Kl. Existenzaalban ohne Kapital! Rout. Verkäufer tonn, durch den Vertruns.konkurrenzl.Svezial- Artlkelld.feerBehörd.,Gaststatt., d. Industrie, bei d. gesamt. Geschäftswelt u. Priv. abzus. sind, täglich M. 20.- bis M. 25.- verd.Wirb.höchst.Prov.,Spesen- rusch, u.sp.eo.fest.Anst. Eilang.a. Dr. Pani Lehmann & Co., G.m.b.H., Frankfurt a.M., Steinweg 9. 531v Dienstag, den 30. Januar: Riedwald: rm Scheith. Bu. 150, Ei. 6; Knüppel Bu. 27, Ei. 6, Fi. 24; Stockh. Bu. 22; Wellen (Reish.) Bu. 3800, Kie. 350 (darunter gute Forstwellen); 22 rm Fi.-Schichthaufen, 1600 Bohnenstangen, einige Fi.-Derbstangen. Zusammenkunft: 10 Uhr: Pfaffenschneise, Hattenrod—Ettingshausen, Waldeingang. Weitere Versteigerungen: 5.2.: Fuchsstrauch, Fa- sanerie; 6.2.: Wehrholz, Langeberg. rm Eichenknüppel rm Eschen-, Ulmen- und Fichtenknüppel Wellen Buchen- und Hainbuchenreisig 3. Kl. Lich, den 25. Januar 1934. Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil. Uebersendung der Abonnementskarten. Die zu zahlende fünfte Rate beträgt für: Ranglogen 2 bis 6 und 13 bis 17, 1. Rang (Reihe 1 und 2) Ranglogen 7 und 8 und 11 und 12, Proszeniumslogen Ranglogen mit 4 Plätzen Sperrsitz (Reihe 1 bis 9), 1. Rang (Reihe 3 und 4) Sperrsitz (Reihe 10 bis 13), 1. Rang (Reihe 5 und 6), Logenrückplätze Sperrsitz (Reihe 14 bis 18), 2. Rang Vorderplatz (Reihe 1, Mitte) 2. Rang (Reihe 2 und 3) 2. Rang (Reihe 4 und 5) und 2. Rang (vor- Siadttheater-Abolitiemeni. Die Einlösung des fünften Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, zu erfolgen, und zwar: 520C Montag, den 29. Januar 1934, für die Dienstag. Abonnenten, Dienstag, den 30. Januar 1934, für die Mittwoch. Abonnenten, Mittwoch, den 31. Januar 1934, für die Freitag. Abonnenten Zusammenkunft vormittags 9% Uhr auf der Marburger Straße am Eingang der Straße Friedelhaufen, diesseits der Tiefenbach. Friedelhaufen, am 26. Januar 1934. Freih. v. Rabenausches Revier Friedelhaufen. Schneider. Revier Hungen (Oberhessen) zum 522V Eichen-Stammholz A 3—6.Kl. N 1.-5. „ Ilm Zimm. mit Küche sofort gesucht. Schr. Ang. unt. 0461 a. d. G. A. 3-4-Zinnn.-Wohn. m. Zentralheiz., Bad(sonn.Lage) z. 1. 4. zu verm. Friedrichstr. 531 rm Buchen-, Eichen- und Kiefern-Scheit und -Knüppel rm Buchen-Reis rm Eichen-Reis rm Buchen- und Eichen-Durchforstungs- Reis. Amtliche Bekanntmachungen aus dem Kreise Wetzlar. Die nächste unentgeltliche Beratungsstunde für Nerven- und Seelenkranke findet am Dienstag, 30. Januar 1934, nachmittags 2 Uhr, im Untersuchungszimmer des neuen Kreishauses statt. * Die vom Kreiswohlfahrtsamt Wetzlar herausgegebenen Bezugsscheine zur Beschaffung von Beklei- dungs- und Haushaltungsgegenständen sind von dem zum Verkaufe zugelassenen Verkaufsstellen bis spätestens 31. d. M. beim Kreiswohlfahrtsamt gegen die Markabschnitte des Bedarfsdeckungsscheines B einzutauschen. Die Einlösung der Marken bei der Finanzkasse muß in der Zeit vom 1. bis 10. Februar er- folgeu. 557C Wellen Kiefernreisig 2. Kl. St. Eschendeichseln 1. bis 3. Kl. St. Eichendeichseln 2. Kl. St.Fichtenderbstangen 1., 2. und 3. Kl. St. Fichtenbohnenstangen (6. und 7. Kl.). RM. 12,- evtl. sch. Mans., auch Tauschwohnung. Schr.Ang. u.0428 a. d.G.A. Holzversteigerungen der Fürst zu Solms-Lichschen Oberförfterei Lich. Montag, den 29. Januar: Brunnenwald, kühunter, Mühlberg: rm Scheith. Bu. 468, Ei. 55, Erle 22, Nadel 10; Knüppel Bu. 230, Ei. 83, Hartlaub 25, Erle 23, Nadel 9; Stockh. Bu. 70, Ei. 12; Wellen (Reish.) Bu. u. a. 5900 (z. T. Forstwellen); fm Schnittholz Ei. 5,5, Bu. 5,2, Fi. (3. bis 5. Kl.) 15; Stammholz Ei. (Wagnerholz) 14, Esche (2. u. 3.) 5,5, Akazie (2. u. 3.) 0,9, Elsbeere (2. u. 3.) 0,7, Birke (2.) 0,2; rm Gartenpfosten Ei. 55 (= zirka 600 Stück). Zusammenkunft 9.30 Uhr Straße Lich—Gießen, 10,— 20,— 3-bMm- Wobnung Nähe Realgymnasium,z.l .April zu mieten ges. Schr. Ang. unt. 0435 a. ü. G. A. Bekanntmachung. Die Anmeldung der mit Beginn des neuen Schuljahres (17. April 1934) schulpflichtig werdenden Kinder hat zu erfolgen: 518V 1. für alle Knaben: Montag, den 5. Februar 1934, 9 bis 11 Uhr. in der Pestalozzischule, Werner- rvall 8; 2. für alle Mädchen: Mittwoch, den 7. Februar 1934, 9 bis 11 Uhr, in der Schillerschule, Schiller- straße 8. Bei der Anmeldung ist der Impfschein und bei auswärts geborenen Kindern auch der Geburtsschein vorzulegen. Die Schulpflicht besteht für alle Kinder, die bis zum 1. Mai 1934 das 6. Lebensjahr vollendet haben. Es können jedoch zu derselben Zeit auch solche Kinder angemeldet werden, die bis zum 30. September 1934 das 6. Lebensjahr vollenden, und die geistig und leiblich als schulreif erkannt werden. Ein weiterer Termin für die Schulaufnahme findet nicht statt. Gießen, den 24. Februar 1934. Stadtschulamt. Bartholomäus._ Holzversteigerung in der Fürst zu Solms-Lichschen Oberförsterei Hohensolms- Donnerstag, 1. Februar, 10.30 Uhr, in Hohensolms (Gastw. Führer) aus Eichelsberg, Scheuernwald. Lappenberg: rm Scheith.: Bu. 76; Knüppel: Bu. 70, Ei. 12, Nadel 49; Wellen (Reish.) Bu. u. a. 6800 (dabei gute Forstwellen); fm Schnittholz Bu. (4.) 2,2, Fi. (29—36 cm): 4,8; Bauholz Fi. (geschält la— 2a) 56,3 in kleinen Partien von 2—3 fm; Derbst. Fi. (1. u. 2.) 5,7 (= 65 St.). 400V Weitere Versteigerungen: 8. 2. in Bieber, 9. 2. Jsselscheid. Lagerräume mitten in der Stadt, zu verm. Schr. Ang. unt. 0445 a. d. G. A. Brennholz-Versteigerungen der Stadt Gießen. A. Montag, den 29. Januar 1934, 9% Uhr begin- nend, aus den Abt. 88b und 93 (Stadtwald), Försterei Hochwart: 519C 22,0 rm Buchenscheiter 1. Kl. 4,0 rm Hainbuchenscheiter 1. Kl. 43,0 rm Eichen-, Ulmen- und Eschenscheiter 1. Kl. M.-Falii’- tamMn Sonntag, den 28. dS. Mts., nachm. 4 Uhr findet d. diesjhr. Generalversammlung im Vereinslokal „Stadt Wetzlar" Gebildete, junge Am welche in Küche und Haus erfahren ist, wünscht Stellung als Stütze auch zu Kindern od.b.einz.Dam. Schr. Ang. unt. 561va. d.G.A. Hochwart: 37,2 rm Eichenscheiter 1. Kl. rm Buchen-, Eschen- und Erlenscheiter I.Kl. 24,3 rm Buchen- und Eichenknüppel rm Kiefern-, Fichten- und Ahornknüppel Wellen Buchenreisig 2. und 3. Kl. Wellen Eichenreisig 2. und 3. Kl. Bauplatz beste Lage, Kliniksviertel, zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 0440 a. d. G. A. Stammhotzverkauf! Im Wege des schriftlichen Angebots kommen aus Fichtenderbstangen 1. und 2. Kl. Fichten-Nutzknüppel (3,— m lang — Gelesen- hettskauf! 8/38 PS Mercedes - Benz - Limousine i. fahrbereitem Zust., 7/34 PS Ovel- Limousine zu äutz. günst.Preis zu verk. 0471 Otto Göbel & Co., Gießen, Schiffenberger Weg 24. II. Äutz- u.Vrennholz-Bersteigerung im Licher Stadlwalde. In den Distrikten Sauloch, Ettingshäuserkopf, Kleinhäuserberg, Riedköpfe, Rother-Busch und Heusergericht werden nach vorheriger Zusammenkunft am Kreuzungspunkt der Sauloch- und Nieder-Bes» finger Schneise am Freilag, dem 2. Februar d. 3., vormittags 10 Uhr, versteigert: Scheiter, rm: Buche 190, Hainbuche 10, Eiche 21, Esche, Erle, Birke usw. 26, Kiefer 56, Fichte 27. Knüppel, rm: Buche 200, Hainbuche 29, Eiche 100, Weichholz 64, Kiefer 24, Fichte 17. Reisig, Dellen: Buche 6900, Eiche 1180, Kiefer 850. Reisig, rm: Hainbuche 86. Stöcke, rm: Buche 27. Stämme: Hainbuche 8 Stück, 1,23 fm; Ahorn 3 St., 0,61 fm; Aspe 1 St., 0,48 fm; Elsbeere 1 St. 0,21 fm; Esche 13 St., 2,81 fm. Derbskangen: Fichte 1., 2. und 3. Kl. 359 Stück/ Eiche 3 Stück; Hainbuche 3 Stück. Reisstangen: Fichte 4., 5., 6. und 7. Kl. 1280 St. Ruhscheit, rm: Eiche 28. Ruhknüppel, rm: Eiche 10. Die Fichten-Derb- und Reisstangen in Distrikt Kleinhäuserberg, Rother-Busch und Häusergericht werden nicht vorgezeigt. Nähere Auskunft hierüber erteilt Forstgehilfe B ö ch e r in Lich. Günstige Zahlungsbedingungen. Weitere Holzversteigerungen folgen. Termin wird noch bekanntgegeben. 8,0 rm Fichtenscheiter 2. Kl. ' rm Buchen- und Hainbuchenknüppel Eichen-Schwellenholz Eichen-Grubenholz 1. und 2. Kl. Hainbuchen-Stammholz 2. Kl. Das Holz wird von dem Fürstlichen Förster Same s in Hungen (Oberhessen) vorgezeigt. Holzlisten sind von ihm kostenlos zu erhalten. Die Gebote müssen für den Festmeter und für jede Stärkeklasse getrennt eingereicht werden; sie sind mit der Aufschrift „Stammholzoerkauf" bis zum Montag, dem 12. Februar 1934, abends 6 Uhr, an Fürstliche Rentkammer in Braunfels (Kreis Wetzlar) einzusenden. Oeffnung und Bekanntgabe der Gebote am Dienstag, dem 13. Februar d. I., 10 Uhr vormittags. Fürstliche Rentkammer. stellung erfolgt sein. Gießen, den 18. Januar 1934. Die Bürgermeisterei. I. V.: Bartholomäus. Mtz^üÄrennholz-Bersteigerung im Licher Stadtwalde. I. In den Distrikten Langebuche, Eisenkaute, Gäns- weide, Oberspeierlingskopf und Kronau werden nach vorheriger Zusammenkunft am Kreuzungspunkt der' Nieder-Bessinger- und Suhlschneise am Donnerstag, dem 1. Februar 1934, vormittags 10 Uhr, versteigert; Scheiter, rm: Buche 15, Eiche 3, Lärche 7. Knüppel, rm: Buche 60, Hainbuche 74, Birke 12, Eiche 28, Lärche 20, Fichte 15. Reisig, Wellen: Buche 9000, Eiche 900. Das Buchenreisig ist zum größten Teil Durchforstungs» wellen. Derbstangen: Fichte 1., 2. und 3. Kl. 400 Stück. Reisstangen: Fichte 4., 5., 6. und 7. Kl. 800 Stück. in der Zeit von 10 bis 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr. Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210 Kasse des Stadttheaters Gießen erfolgt Mittwoch, den 31. Januar, sollen versteigert werden Forstort Buch- und Stangenwald: dere Seitenreihe) Die Einlösung muß vor der 17. Abonnementsvor- Verkäufe "] Ein erstklassiges Hess. Fleckvieh- Slind im März kalbd., z. verkaufen bei Wilhelm Wiesenbach, Münzenberg, Kxeis Friedb. 547 D | Mietgesuche mit Bad u. Zubehör od. kleines Einf.-Haus in ruhiger Lage z. 1. 4. d. I. oder später sucht vens. Beamten-Ehe- paar. Schr. Ang. mit Preis unter 532 V a. d. G.A. Holzversteigerungen der Fürst zu Solms-Lichschen Oberförsterei Hohensolms. Donnerstag, 8. Februar, 10 Uhr, im Gerlachfchen Saale zu Bieber aus Helfholz und Eberstein: rm Scheitholz: Bu. 164; Knüppel: Bu. 139, Ei. 54, Nadelt). 21; Wellen (Reish.): Bu. 6000. Ei. 1200 (Forst - wellen); Stück Derbflangen: Fi. I.Kl. 150, 2.Kl. 200, 3. Kl. 170, Ei. (Deichseln) 25; einige Bu.- u. Ei.- Stämme (3. u. 4. Kl.), einige rm Gartenpfosten. Freitag, 9. Februar: Jsselscheid: rm Scheith.: Bu. 24; Knüppel: Bu. 14, Ei. 8, Nadelh. 12; Reish.: Ei. 160; Wellen: Bu. 800, Ei. 800; Stck. Derbstangen- Fi. I.Kl. 30, 2. Kl. 300, 3. Kl. 700; Reisstangen: Fi. 4. Kl. 850, 5. Kl. 250; Bohnenstangen 1500; einige rm Gartenpfosten 568D Zusammenkunft: 10 Uhr: Straße Fellingshausen— Frankenbach, Eingang zur Jsselscheid. 7,5 rm Buchen- und Eichenstöcke 78 St. Fichtenderbstangen 1., 2. und 3. Kl. 225 St. Fichtenbohnenstangen (7. Kl.). Zusammenkunft: Alter Anneröder Weg, 8. Schneise. C. Freitag, den 2. Februar 1934, 9)4 Uhr beginnend, aus den Abt. 83 und 94 (Stadtwald), Försterei Spor - Kabriolett 5sitzig, Karosser. Nentz-Berlin, vreisw. z. verk. Schr. Ang. unt. 0472 a. d. G. A. Schrankgram- movhon m. Pl. feilt, zu verkauf. Wo?, sagt die Geschäftsst. des Gieß.Anz. 0407 Darlehen feilt, d. „Fides" Zweckspar A.G. Gen.-Ag. Gieß., Franks. Str. 43. Unt. Reichsaufs. Mitarfe. gesucht. Brauch.SieGeld Größte Vorteile dch. „Hanseatische" (u. Reichsaufs.). Gießen, Bückingstr. 2 II, Ecke Marburger Straße. 0468 Welches Frl. 0. Wtwe. 0. Anhang möchte Wtwer. Auf. 30 m. 1 Kind fiir- sgl. Gattin und Mutter werden. Da Ausst. vorh., Verm. erw. Ge- gens. Verschw. Ehrens. Ausf. Zuschr. über Verh. mit Bild unt. 0465 a. d. Gieß. Anz. von jungem, ruhigem Ehep. zum 1.4.34 zu mieten gesucht. Umgegend nicht ausgeschlossen. Schr. Ang. unt. 0449 a. d. G. A. Hit* v. 2 Personen s. sofort oder spät, gesucht. Schrift!. Angebote unter 0478 a. d. G. A. Höchstverdienst d.Verk.v.Kaff.a. Priv., Gastw. u. 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Termin wiri 521D Lich. 6 ,,I>urch!°rl^ , v.. und Kr. 25 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) 5amrtag,27.Zanuar 1954 % KffW M Kanzler «nd Vizekanzler besuchen Saarlinder in Berlin Der VDA. sammelte für das Willterhitsswerk. Ausgabe von Büchsen und Kornblumen, dem Wahrzeichen des VDA., an die Sammlerinnen. Unter dem Dach Ser Wett Von E. v. Llngern-Gternberq unterirdisches Spiel getrieben, in dem heute noch Rußland zu besitzen. Es ist vielleicht deshalb kein Telegramme über Indien Entscheidung brachten ner-Aufstandes nach Kaschgar verschiebt. von und Sonderkommissar, den früheren Außenminister Lo Wen Kan, der mit den Rebellen verhandeln sollte, aber da sich inzwischen auch die Leibgarde der weißen Russen gegen den Gouverneur empört hatte, konnte der Sonderkommissar nichts ausrichten. Seitdem herrscht bald hier, bald dort in dem Riesengebiete Heller Aufruhr. Die Turki, die Tu- ganen, alle Stämme längs dem Oasengürtel erhoben sich. Die Chinesen versuchten vergeblich aus den von den Japanern aus der Mandschurei verdrängten Regimentern, die teilweise nach Turkestan herübergeflutet waren, eine Armee aufzustellen. Es kam bei harni zu größeren Kämpfen, die aber keine Eine neue Aufnahme Wilhelms II., der in Haus Doorn heute seinen 75. Geburtstag begeht. Zufall, daß Japan kürzlich einen regelrechten diplomatischen Verkehr mit Afghani st a n eingerichtet und einen Gesandten- nach Kabul entsandt hat. Dem Reiche Nadir Khans als Grenzland mit Indien und mit den entlegenen Ostprovinzen Rußlands wird unter diesem Gesichtspunkte eine besondere Rolle zugeteilt Den 31. Dezember 1933 veröffentlichte die amtliche Zeitung des abgefallenen Muhamedanerstaates Ost-Turkestan „Djumhuriat" eine Proklamation, in der zu lesen war, daß die Grüne Fahne der Standarte der Türkei ihre Grüße übersende, d. h. damit Bevölkerung zu schützen, mit einer Leibgarde 3000 weißen Russen, hauptsächlich Kirgisen Dalai Lama im benachbarten T ib e t im Besitz englischer Waffen sind, die in den Kämpfen gegen China Verwendung finden. Jedoch werden bei den Aufständischen auch sowjetrussische Waf- f e n gefunden, die aus dem russischen Turkestan eingeführt werden. Die Sowjetunion besitzt in Chinesisch-Turkestan einen Markt für billige Industrie- Produkte, und schließlich berührt die Turk-Sib- B a h n in einer Entfernung von nur einigen hundert Kilometern das Aufstandsgebiet. Dort wird ein Die Vorgänge in Chinesisch-Turkestan gewinnen eine größere Bedeutung wenn man nach den Drahziehern fragt, von denen sie gute, moderne Bewaffnung erhalten haben, hauptsächlich sind es englische Gewehre, die aus Kaschmir und Afghanistan eingeschmuggelt werden, aber man muß dabei in Betracht ziehen, daß britische Waffen- und Munitionstransporte in größerem Ausmaße kaum bewerkstelligt werden können, ohne daß der „Intelligence Service" darüber unterrichtet wäre. Dieser Hinweis dürfte um so stichhaltiger sein, als ja auch die Anhänger des verstorbenen Unrecht! Chinesisch - Ost - Turkestan war bisher eine offene Pforte für die kommunistische Propaganda, die bis nach Indien und Tibet reichte. Die asiatischen Schüler auf der Moskauer kommunistischen Universität fanden von dort aus leicht einen Eingang in die ihnen sonst verschlossenen Türen. Sie konnten ohne Kontrolle als Pilger oder als Händler auf Karawanenstraßen in die verborgensten Winkel eindringen. Politisch konnte Ost-Turkestan zu einer Bedrohung Indiens werden, hatte doch schon die Zarenregierung 1904, ehe es zum Kriege mH Japan kam, China, wie aus veröffentlichten Geheimdokumenten ersichtlich ist, den Austausch der Mandschurei gegen Ueberlassung von Ost-Turkestan angeboten. Damals, 1904 machte Japan, im Bündnis mit England stehend, einen Strich durch die russische Rechnung, heute ist dieser Strich noch dicker gezogen. Was wird Rußland tun? Wie ein dunkler Schatten liegt das Riesenreich hinter den Grenzen der ^elchskanzler Adolf h itl er und Vizekanzler von Papen inmitten der Saarkinder, die sich in der Relchshauptstadt befinden. Die Kinder wurden von der Stadt in den lttroll-Feftfalen gemeinsam bewirtet und erlebten die freudige Ueberrafchung, den Führer unter sich zu sehen versprengten Truppenteilen, die oor den Bolsche-l R u ß l a nd und England die Hauptpartner wiken aus dem russischen Turkestan auf chinesisches sind. Im Südwestzipfel und in den an Tibet gren- Gebiet geflohen waren und befahl, sechs Anführer zenden Landstrichen überwiegt der englische Ein- der aufständischen Turki zu verhaften. Das würbe sluß, der nördliche Teil aber steht vorzugsweise un- zum Signal eines allgemeinen Aufstandes. Die ter sowjetrussischem Druck. Im Kreml wieder be- - ...... .......irr...«-.. mnn Japan, den Aufstand zu organi- bildet. das mit Ost-Turkistan in engster Verbindung steht. Nicht genug damit hat Japan bereits einen türkischen Prinzen, Abd el Kerim, einen Großsohn Abdul Hamids, der sich lange in Tokio aufhielt, nach Chinesisch - Turkestan entsandt, der in den nächsten Monaten zum Kö- n i g ausgerufen werden soll, und der ähnlich wie Puji in der Mandschurei die Rolle eines japanischen Platzhalters übernehmen wird. Was sagt Rußland zu all diesen Vorgängen, die es so nah und drohend berühren? Die amtliche „Jswestijo" sieht in ihnen das Spiel Japans und eine neue Bedrohung der Sowjetmacht. Nicht mit Es gibt kaum ein anderes Land, das so weltfern liegt, und aus dem so spärliche Nachrichten kommen, wie aus Chinesisch-Turke st an, wo einst der Ueberlieferung nach sich das Dach der Welt über der Erde wölbte. Es führen keine Eisenbahnen in jenes Gebiet, und wenn sich abenteuerlustige Fremde in die etwa anderthalb Millionen Quadratkilometer große Provinz S i n k i a n g verirren, so gelingt es ihnen nur ausnahmsweise den Weg wieder zurück in die Zivilisation zu finden. Es ist nun bekannt geworden, daß sich bereits im August des Vorjahres i n K a s ch g a r ein Kongreß (Kurultai) der dortigen Notablen versammelt hat, daß die Unabhängigkeit von Nanking proklamiert und hodjas Nayaz hadj zum Staatschef ausgerufen wurde. Chinesisch-Turkestan, d. h. die äußerste westliche Provinz Sinkiang ist das erste Kolonialland Chinas, es ist zu etwa 80 v. h. von Mohammedanern, den Truki, Taganan und Kasaken bevölkert, die sich als eingesessene Ureinwohner fühlen, und die Herrschaft der chinesischen Eroberer nur unwillig ertragen. Bereits in den sechziger und siebenziger Jahren des vorigen Jahrhunderts empörten sie sich gegen die Generalgouverneure aus Peking und es gelang ihnen ihr eigenes Emirat unter Jakub-Beg zu gründen, viele Chinesen wurden massakriert, aber als unter den Muhameda- nern selbst bald Wirren ausbrachen, gelang es, die Autorität der Mandfchukaiser wieder herzustellen. Seit dem nun der Zerfall Chinas immer weiter fortschreitet, ist auch in Turkestan die Autorität des von Nanking ernannten Gouverneurs im Schwinden begriffen, und seine Söldnertruppen erwiesen sich bald als unfähig, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Sie begnügten sich, wo immer es ihnen möglich war, damit, Steuern zu erpressen, sich zu bereichern und Opium zu rauchen. Der chinesische Gouverneur umgab sich, um sich gegen die erregte Stadt Ururntschi wurde belagert und gestürmt, die! schuldigt , „ chinesischen Beamten wurden abgesetzt und vertrie-! sirren, um bei seinen panasiatischen Plänen auch im bcn. Nanking entsandte in einem Flugzeuge einen Westen des asiatischen Kontinents eine Basis gegen v-iuiujuuuhj, muupui. Telegramme über Indien wurde die panislamitische Idee betont. In melden, daß sich der Mittelpunkt des Muhameda-! Tokio nun hat sich ein panislamitisches Komitee ge- Hölderlin. Ein deutsches Oichterbiwnis. Von Wilhelm Schäfer. ' hold wie sein Name war Hölderlin und hell wie Apoll der Jüngling aus Schwaben, der bei dem Kaufmann Gontard in Frankfurt Hauslehrer wurde: schön war Susette, die sittige Hausfrau, edel an Geist und Gestalt und aller Sehnsucht Vollendung: der Helle Gott fand die Göttin. Die aber in göttlicher Ferne ihm vorbestimmt war stand in der irdischen Nähe durch Pflicht und Neigung dem Kreis verbunden, darin sie die Haus- frau und Mutter und für den armen Lehrer aus Schwaben die reiche Herrin Dorftellte. Sie sah das Licht der eigenen Ferne tn feinen Augen qe piegelt. fie hörte den Klang ferner Stimme, wie ein Wanderer die Macken der Heimat vernimmt fie ging den Walkenweg feiner Gedanken Hand in Hand! Schwester und Mutter war ste dem Jüngling, aber fie ließ feine Le,denfchast nicht über die Schwelle des Hauses, darin fie die Frau war. Ihn hatten, vaterlos, zärtliche Frauen erzogen, er wußte den Schritt nach der Sitte frei zu be- messtn so trat er nicht fehl und ehe die Faden der Schuld ihm die Füße verstrickten, verließ er die 91 Hauslehrer ging nach Schwaben zurück, die blieb in der Pflicht ihrer läge; kein Lotten fiel auf den irdischen Weg, die lohende Flamme stand auf dem Altar der Liebe im Tempel ^intima Aeß er^ie Schwester und reine Geliebte . ? fpiner stolzen Gedichte, ein Stirnband aus ™ banberber ®8ttin ine haar, und keusch Sternen bano er ihrer Glieder. DeJÄUu! mp. hör ArfnneH des Abschieds seine Schat- , W° 9“ht,?$ii®43u uerbunteln7 aber das Licht wiger Fernen erhellte die Schatten, daß auch der ihre Schönheit bediente. LLinfHt mar im Wandel der Sinne ver- Die Gwigke roar ihr tiefes Geheimnis; hüll ' undi der Schm 3 bebe(ftm bie Wol- k^en de"s Tages^ Über den Wolken stand die Heimat der Gotter m ^^nen^fei'n ©ötterbilb kränzte, der _ ?i!.i A?öll feinen Schmerz in den Abgrund ver- knkt7 de? ein Sendling der göttlichen Wiederkunst senkte der em @eftalten in Jena frei durch dieEklichkeit schritten, muhte sein Dasein anders "^ern^feine^"fchwäbischen Heimat, im hitzigen Sude» von Frankreich, wo er zum anbernmal Hauslehrer wurde, fiel das Geschick über Hölderlin her wie ein Geier, gesandt von den Göttern. Sein Geist, längst aller Tätigkeit fern, wurde mit in die Lüfte gerissen; seine Seele, der Schwingen beraubt, blieb im Gehäus des irdischen Leibes. Ein Frühsommertag hing seine schimmernde Wolkenlast über das schwäbische Land, als Hölderlin heimkam, braun von der glühenden Sonne, einem Landstreicher gleich in zerrissenen Kleidern, im Schoß der Mutter sein Leid auszuweinen. In Frankreich sank zur selben Zeit Susette, die sittige Hausfrau, dem frühen Tod in die Arme: Diotima, die Schwester und reine Geliebte, kehrte zurück in die Ferne, indessen der Dichter, im Wahnsinn der Nähe gefesselt, noch vierzig Jahre zu- brachte. Ein letzter Sendling der Götter hatte der Erde sein Opfer gebracht; seine Gesänge blieben im Dasein der Deutschen, als ob ein Harfenlied fremd im Tageslärm klänge, als ob das Geheimnis der Wehmut selber den göttlichen Ursprung besänge. Kramchzug. Von Joses Maanus Wehner. Ich lag in den erloschenen Kratern von Lipari. Unter mir die Iris des unendlichen Meeres, vor mir im Golddunst der untergehenden Sonne die Konturen der sizilianischen Küste. Der gewaltige Aetna lag in Wolken. Die abendliche Brandung warf ihre Wogen an die schwarzen Basaltwände von Vulcano. Die grüngelben Schwefelwolken, die dem Krater entströmten, ballten sich und rollten über den Berg. Immer mehr Macht gewannen sie über die ureinsame Insel, und als jetzt die Silberbahn der Sonne auf dem Meere glanzloser wurde und die Nacht hereinzubrechen drohte, lag Vulcano in grünrotem Dampf, und erstickenden Qualm trug der Südwest zu mir her. Da gedachte ich der deutschen Heimat und wünschte mich heim ins liebe Licht einer Lampe, unter gesellige Menschen. Während ich so sann, drangen aus hoher Luft Vogelschreie. Gru-gru-gru- klang es von Südwesten, aus der Gegend der afrikanischen Ku.te. „Kraniche!" jubelte es in mir. Ich sprang auf. Da tarnen fie in feierlichem Fluge Übers Meer In der Spitze des Keiles der Führer und hinter ihm die lose Kette der Nachzügler. Sie flogen durch den grün-gelben Himmel nordwärts in großer Schnellig- feit. Jetzt näherten fie fich den Giftgewvlken vvn Vulcano. Wurden erregt, witterten Gefahr. Aber unermüdlich, di- kolobrifche Küste ttn Inenden Herzen, flog der Führer voran und feine Getreuen folgten ihm in gerader Kette. Jetzt verschwanden sie im höllengewölke. Ich sah nichts mehr, wartete. Und da, gru-gru-gru taucht der schwarze Flügelschlag des Führers aus dem Tod und hinter ihm die Reihen seiner Sippe, hoch schwangen sie ihren Flug in den rosigen Osthimmel, noch taumelnd, in gelöster Reihe, und flogen pfeilschnell gen Kalabrien. Himmelsduft verschlang sie. Und schon tauchten andere Ketten aus der wachsenden Nacht, flogen durch die Feuergewölke von Vulcano und verschwanden. Ich blieb am Orte, bis der dunkelblaue Himmel mit Myriaden goldbrauner Südsterne besät war. Durch die unendliche Stille drang nur das verworrene Brausen des Meeres. Da hörte ich wieder fern und dann immer näherkommend die Rufe tn der sternenhellen Nacht gru-gru-gru. Neue Schwärme, unsichtbar, nur der metallische Flügelschlag bringt zu mir. Jetzt hält der Zug über meinem Haupte. Gru-gru-gru. Man beratschlagt, ob man hier -in diese Insel einfallen, ober weiterfliegen solle. Kleine mübe, Helle Kinberstimmchen mischen sich in ben Chor, flagenb, fragenb. Die Mutterstimmen trösten: „Gru-gru-gru. Nur noch ein Stückchen, bann ist Ruh." Die Kinberstimmchen flehen. „Gru-gru-gru", beschwichtigen bie Mütter: „Dort ist Norb, bort ist Ruh." Unb geheimnisvolle Flügelschläge ebben roieber burch bie Lust. Unsichtbar ziehen bie lieben Vögel über mich hin, gewinnen bas Meer unb schweben auf bie Leuchtfeuer ber kalabrischen Küste zu. Klage unb Trost verhallen im weiten Himmel. Heimat ist stärker als Ruhe. ^ermann. Von Hans Niebau. Febermann hat — so lange er lebt — fein Glück bei Frauen gehabt. Schließlich aber gibt er sich einen Ruck, geht in bie Buchhanblung unb kauft sich: Den Leitfaben ber Liebe. „Wie ist es benn?" fragt Mücke, „ist bas Buch gut?" Febermann läßt bie Munbwinkel hängen. „Anweisung 1 unb 2 sinb ganz gut", sagt er „Ich habe mit ihr — ganz nach Vorschrift — getanzt. Wir haben uns gebuzt, aber Anweisung 3 ..." Febermann macht eine Pause. „Anweisung 3", fährt er bann fort, „lautet: .Man rücke feinen Stuhl bicht neben ben Stuhl ber Dame, blicke ihr fest auf bie Nasenwurzel unb saae mit zitternber Stimme: Ich glaube, bu willst nichts mehr von mir wissen, Elisabeth?' Von biefem Augenblick war alles aus." „Aber warum benn nur?" schüttelt Mücke ben Kopf. „Weil fie", seufzt Febermann, „weil sie gar nicht Elisabeth h i e ß." * Febermann ist in ber Buchhanblung. „Ich möchte gern ein Leitfaben für allgemeine Lebenskunst", sagt er. Der Verkäufer überlegt einen Augenblick. Dann nimmt er ein bickes, blaues Buch. Febermann liest ben Titel: „Efferson, Wie werbe ich reich unb glücklich?" „Kommt gar nicht in Frage", sagt er bann, „ber Mann weiß es ja selbst nicht." horniebel ist im Riesengebirge gewesen, „herrliches Sportwetter haben wir gehabt", erzählt er, „10 Zentimeter Neuschnee, babei nicht zu kalt. Unb bann eine Robelbahn, gerabezu fabelhaft und stellenweise mit einer Steigung von 40 Grad." „Donnerwetter", sagt Federmann, „im Schatten?" * Mücke ist ärgerlich. Mücke hat ein Buch verliehen und weiß nicht recht an wen. „Das soll mir nicht noch einmal passieren", sagt er, „vvn jetzt ab werde ich mir die Namen aufschreiben." „hat auch keinen Zweck", zuckt Federmann die Achseln, „vierundneunzig Bücher habe ich verliehen, vierundneunzig Namen habe ich ausgeschrieben, aber meinst du, ich hätte auch nur ein einziges Buch zu- rüdbefommen?" „Nanu?" lächelt Mücke, „daß müßte doch eine Kleinigkeit fein. Gib mir doch mal die Namen." „Wieso?" flüstert Federmann. „Ich habe sie doch in die Bücher geschrieben." Federmann kennt den berühmten Regisseur. Also geht Federmann hin, klopft ihm auf die Schulter und fängt an: „Was ich noch sagen wollte: Ich habe da einen Neffen, hat sein Abitur gemacht, will unter allen Umständen zum Film. Können Sie ihn irgendwo unterbringen?" „Sehr schwer", seufzt der berühmte Regisseur, „was will er benn werben? Komparse? Sänger? Kurbelmann? Trickzeichner?" „Aber nein", sagt Febermann, „Probuktions- (eiter." öodifchulnocfiricbfett Der o. ö. Professor für beutsches, bürgerliches und hanbelsrecht an ber Universität Köln, Dr. Hans Planitz, hat einen Ruf an bie Universität Wien als Nachfolger von Professor V o 11 e li n i erhalten. Aus der provinzialhauplstadt hatten. Und nach wenigen Monaten brach der iiujen yei I Fischer sind alte neu uns SG bläst zum Gammeln gegen Hunger und Kälte der Stadtverwaltung, Beigeordneten B a r t h o l o - .^ä us, sowie die anderen Ehrengäste. Sodann chllderte der 1. Führer die Gründung und Entwicklung des Vereins bis zur Gegenwart. Anschließend wurde der gefallenen Kameraden des Vereins gedacht, deren Namen unter dem Klange des Liedes vom guten Kameraden verlesen wurden. Ein lebendes Bild,L)er große Zapfenstreich" mit einem Dor- -bildete den Abschluß der Gefallenenehrung. Äm Anschluß an einige Musikstücke mit einem Solo für Trompete (Obergrenadier Kleinert) folgte bte Festansprache des 2. Dereinsführers Kam. *on*«b. An Hand der Vereinsakten schilderte er das Dereinsleben in den verflossenen Jahren, um Dann die Aufgaben der Kriegervereine im national- sozialistischen Staat zu umreißen, die als SA.- Reserve II in den Aufgabenkreis der gesamten SA. eingebaut sind. Nach dem mit großem Beifall auf* Prof. Hofmann, Kreisarbeitsleiter, Eugenik. N e b e l i n g, Kreisobmann. Die Vogel,ugforfchung in Hessen. Gründung einer Zweigberingungsstelle „Hessen" der Staatlichen Biologischen Anstalt auf Helgoland (Abteilung Vogelwarte). am 4. Februar 1934 in der Volk» Halle zu Gießen. Fritz Müller Vorsitzender der Hessischen Handwerkskammer. Prinzen Heinrich entgegen; als Großadmiral aber ist, dem deutschen Vaterlande treu zu bleiben sahen wir ihn wieder, den wir Ende 1878 als und dieses Ziel ist während des ganzen Jahrhun- Kadetten des Kriegsschiffes Prinz Albrecht begrüßt l derts unverrückt geblieben. Aufruf zur Ausstellung „Handwerk und Kunst" in Mainz Neue Gedanken. Alle Wiederholungen langweilen. Und sie auch überflüssig, denn wir wachsen nicht durch Gedanken, sondern durch neue. Freilich ist dem einen alt, was dem andern ist. Und es gibt sehr schwere Gedanken, die Das kaufende Publikum, allzulange einem verflachenden Geschmack verfallen, Der eine Ablehnung der Kultur- und Kunsterzeugnisse des Handwerks mit sich brachte, muß innerlich wieder gewonnen werden. Weiterhin gilt es, die übergewaltig eingedrungene Technik, der eine allgemeine Industrialisierung auf dem Fuße folgte, die den schaffenden Künstler um seine Arbeit betrog, ihn von Haus und Hof, aus seiner Elternwerkstätte in die stählernen Klauen eines Molochs trieb, in die gebotenen, ihr gemäßen Grenzen zurückzuführen. Nicht zuletzt muß gegen die materialistische Lebensauffassung, den „Götzen Mammon", den schlimmsten Feind wahrer Kultur, Front gemacht werden. Nicht das Raffen, sondern das ehrliche Schaffen, soll wieder zur Geltung kommen. In einem neu erstandenen Volkstum wollen wir an der Wiederaufrichtung einer wahrhaften Handwerksgesinnung arbeiten. Aus diesen Gründen habe ich mich entfchloffen, vom 17. Juni bis einfchl. 1. Juli 1934 in sämtlichen Räumen im „hause des Handwerks" zu Mainz, Adam-Karrillon-Slrahe 3, eine Ausstellung ausschließlich handwerklicher Kultur- und Kunsterzeugnisse früherer und gegenwärtiger Meister durchzuführen. Platzmiete oder sonstige Unkosten, außer für An- und Abtransport der ausgestellten Arbeiten, die jeder selbst tragen muß, erwachsen den Ausstellern nicht. An alle Handwerksmeister, die eine schöpferische Begabung in sich fühlen, wirkliche Kunstarbeit zu leisten, e-^eri rr^er^urc^ der Ruf — sei es auch unter Zurückstellung von Sonderinteressen — Werke zu schaf- sen. Die zur Ehre Des gesamten Handwerks in Mainz zur Schau gestellt werden sollen. Auch gilt es, in altem Handwerkerbesitz noch befindliche Kultur- und Kunsterzeugnisse früherer Meister freundlichst zur 3U rJ.?ie Ausstellungsleitung wird volle Gewahr übernehmen. , s diesbezüglichen Anfragen sind an die H e s s i - ft- $?nö®ertsfammer, Darmstadt ?i2n A A?1' unter meiner pe rsön^ bttlLfgstW 3U rid,,en- Zünfte werden immer mehr zuspitzen, daß eine Entscheidung nicht mehr fern sein kann. In dieser Zusammenballung der drohenden Ereignisse, dürfen die bisher wenig beachteten Vorgänge in Chinesisch- Turkestan nicht übersehen werden. Sven Hedin berichtet von reichen und blühenden Städten, die Der SanD Ost-Turkestans begraben hat. Auch heute noch sind Kaschgar, Parkand, KulDscha, Urumtschi wichtige Punkte, in Denen britische, jowjetrussische Konsuln unD japanische Agenten intrigieren und um Einfluß kämpfen. Wenn wir dort auch nicht mehr das „Dach Der Welt" suchen — Das Tor zum Herzen Jnnerastens liegt gewiß Dort erst Durch WieDerholung klar werden, oder auch sehr schöne Gedanken, Deren Wiederholung uns nie ermüdet. Nie? Das ist vielleicht zu viel gesagt. Und wenn etwas so geistvoll und so künstlerisch wäre, daß es Den Gipfel von allem bisher Geleisteten Darftellte: Die Welt will doch auf keinem Gipfel dauernd fest- gehalten sein. Eher einmal wieder zu ihm zurückkehren, um sich beim Alten vom Neuen und Allerneuesten zu erholen! Aber Dann bedeutet eben das Alte auch wieder ein neues Erlebnis in uns. Und wo wir alte Kunst oder alte Weisheit bewundern, tun wir es doch anders, als die Zeitgenossen es getan. Denn die Welt ist auf dem Marsche. Sie ist auf einem großen, ewigen Eroberunaszuge. Sie will immer höhere Gipfel ersteigen. Uno selbst der Rückblick auf die überwundenen soll nur ein neuer Ansporn sein, oder neue Orientierung für den weiteren Vormarsch. Und deshalb sind die neuen Gedanken so wichtig. Sie brechen ein neues Stück Bahn in die Wildnis Der noch unerforschten Welt. Wer einen GeDanken denkt, Der ihm neu ist. Der erobert für fein eigenes Leben eine neue Provinz. Das ist ein Reicherwerden. Es beglückt, wie wenig anderes beglücken kann. Und wer gar Gedanken denkt, die für die ganze Menschheit neu sind, der Hilst der ganzen Welt damit einen Ruck vorwärts. Er erlebt dafür auch die Freude einer ganzen Welt in sich. Es ist natürlich nicht alles immer gut und richtig, was neu ist. Es tanzen auch viele Irrlichter vor Der Welt her auf ihrem Eroberungszuge. Und das macht manche Menschen so bange, daß sie überhaupt feinen Schritt weiter tun möchten. Es gehört immer Mut dazu, nach Dem noch Unerprobten, noch Unerkannten zu greifen. Wer nichts von diesem Mut in sich hatte, wäre ein armseliger Tropf. Und wenn die Welt im Ganzen immer nur am Erprobten und Bewährten festhalten wollte. Dann wären wir heute noch Fetischanbeter und Höhlenbewohner. Darum ist es so gut, daß wir Menschen das Neue lieben und uns auch durch große Enttäuschungen nicht irre* machen lassen. Man muß fühlen, daß man durch einen neuen Gedanken innerlich wächst. Es muß bei allem Kampf, den feine Geburt kostet, eine köstliche Hoffnung leuchten. Und so wird der Tag nicht verloren fein, den man diesem neuen Gedanken widmet. Verloren aber sind die Tage, wo wir weiter nichts sind, als geistige Widerkäuer; wo wir es uns bequem machen auf den weichen Polstern liebgewonnener Vorurteile; und wo wir die Arbeit scheuen, über die Grenzen unserer bisherigen Interessensphäre hinauszukommen. Wenn wir erst so weit sind, dann stehen wir geistig still. Dann geht der Saft des weiteren Wett- wachsens nicht mehr durch unsere Gehirnzellen. Dann werden wir hölzern. Es ist aber schöner, grünes Laub und Blüten $u treiben. Laßt uns jung bleiben, so lange wir können! Und das hängt von der Elastizität unseres Geistes ab! Flaggenerlaß der hessischen Negierung zum 30. Januar. Die Kirchen sollen die Reichsflaggen hissen. Das Staalspresfeaml teilt folgende Anordnung des hessischen Staatsministeriums mit: Am 30. Januar haben die öffentlichen Gebäude die Fahnen des Reiches zu hissen. Auch die Kirchen beider Konfessionen haben beide Fahnen des Reiches aufzuziehen. Sie sollen dadurch ihre Verbundenheit und ihre Dankbarkeit mit dem Staate bezeugen, der sie vor der Zerstörung durch den Bolschewismus bewahrt hat. Das Recht der Kirche, daneben die kirchlichen Fahnen zu hissen, bleibt unberührt. Es muß aber eine angemessene Möglichkeit zum hissen der deutschen Reichsfahnen gegeben werden. Flaggen heraus am 30. Januar. von der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Aus Anlaß der Wiederkehr des Tages der Macht- ibernahrne durch den Volkskanzler Adolf Hitler loggen am Dienstag, 30. Januar, die öffentlichen Gebäude im ganzen Reich. Die Bevölkerung der Stadt Gießen wird auf gefordert, sich dem Vor- gchen der Behörden auzufchließen. Zum Polizeioberst der hessischen Lan^espoiizei berufen. Der Polizeioberstleutnant und Landespolizeiführer Heinrich Ja c o b f e n zu Darmstadt wurde, wie das Staatspresseamt mitteilt, zum Polizeioberst der hessischen Landespolizei berufen. Gleichzeitig wurde der Polizeiinfpektor Friedrich Wilhelm S ch r/e i b e r» Frankfurt a. M. zum Polizeihauptmann bei der Polizei in Darmstadt bestellt. »Kraft durch Freude Hessen-Nassau." Die Tagungen der Gaureferenten „Kraft durch Freude Hessen - Rossau" finden in Zukunft jeden Montag, von 19 bis 20 Ahr, im Verbandshaus, 4. Stock, Zimmer 4, statt. Gez.: W. Becker, Landesobmann der RSBO. und Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront Hessen und Hessen-Rassau. ASLB, Kreis Gießen. Das Deutschtum tu Chile Von unserem E>.L.-Äerichierstaiier. Hierauf begrüßte der 1. Vereinsführer, Kamerad Landgenchtsrat Trümpert, Die zahlreich erschienenen Kameraden Des Vereins mit ihren Angehörigen, Die KameraDen Der SA., SS. unD Des Stahlhelms, Der Regimentsvereine, Den KommanDeur Des europäischen Welt, durch unüberbrückbare seelische Schranken von ihr geschieben, trotz Der Diplomatischen Erfolge Litwinows, und zugleich Doch schicksalhaft mit ihr verbunden. Die Kaiserkrönung in der Mandschurei, der Abfall der Mongolei, die Unab- hängnisproklamatton in Kaschgar — alle diese asiatischen Staaten bilden einen Ring um Das rote Rußland, der sich immer fester zu schließen scheint. Gewiß, nicht zum erstenmal flammt das Mene Tekel im Osten auf; schon zwei Jahre dauert dort das Säbelrasseln, gelegentlich durch Friedens- Versicherungen unterbrochen Aber, wenn man näher zusieht, so merkt man, daß sich die Dinge Weltkrieg aus. Aller Augen waren auf das große deutsche Vaterland gerichtet, das einer Well von Feinden in unvergleichlichem Heldenmut trotzte. Auch wir haben mit Deutschland über seine Siege gejubelt, über feinen Untergang heiße Zähren vergossen. An Freud und Leid haben mir teilgenom- Dahlgruppe Eugenik. Mittwoch, 31. Januar, 15.30 Uhr, tagt die Ar- ^cymiviusueieint:, uen «ommanoeur Des beitsgruppe Eugenik im Physiksaal der Goetheschule. Bataillons, Major von Wachter, Den Vertreter Thema: Das Sterilisationsgesetz. Gäste sind will- -----"----- " v ~ kommen! Im Einvernehmen mit den zuständigen Ministe- rialabteitungen des Hessischen Staatsministeriums hat die Staatliche Biologische Anstalt auf Helgoland (Abteilung Vogelwarte) eine Zweigberingungsstelle für das Gebiet des Volksstaates Hessen in Gießen errichtet und den hessischen Ornithologen und staat- üchen Vertrauensmann für Naturschutz Dr. K. R. ~ * Zum wissenschaftlichen Leiter ernannt Das Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Valparaiso, Dezember 1933. Als der große deutsche Forschungsreisende Pöp - p i g Anfang des vorigen Jahrhunderts Chile bereifte, zählte die Bevölkerung Chiles etwa 1,4 Millionen Einwohner, von denen in der Hauptstadt Santiago 60 000 und in der Hafenstadt Valparaiso etwa 25 000 gezählt wurden. Heute hat Chile rund viereinhalb Millionen Einwohner auf* zuweisen, davon in Santiago 500 000 und in Valparaiso rund 195 000. Chile gehört zu den am besten geordneten Staaten Südamerikas und in feinem anderen Lande Südamerikas hat sich die Entwicklung in so steter Weise vollzogen, wie gerade in Chile; die einzige wirkliche Revolution hatte das Land am Anfang des neunziger Jahres des vorigen Jahrhunderts durchzumachen. Zum Teil liegt es Daran, daß Chiles Bevölkerung homogener ist, als die der anderen südamerikanischen Länder; ferner, daß feine Verfassung einheitsstaatlich gerichtet ist und es dadurch den Provinzialmachthabern schwerer gemacht wird, gegen die Zentralregierung mit genügender Kraft aufzutreten. Die letzte Revolution hat an der Einheitsstaatlichen Verfassung nichts geändert. Die chilenischen Staatsoberhäupter haben seit langem Die deutsche Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit anerkannt und daher viele maßgebende deutsche Männer ins Land kommen lassen. Es versteht sich ganz von selbst, daß wir Deutschen in Chile, ganz besonders in Valparaiso uns angesichts unserer geachteten Stellung innerhalb des Landes recht wohl in diesem Lande fühlen. Insbesondere war es der deutsche Kaufmann, der hier in Valparaiso den größten Einfluß gewann, während Industrielle, Handwerker, Aerzte, Vertreter anderer Berufe, ferner höhere Militärs und Leiter deutscher Schulen in den anderen Teilen des Landes zu Deutschlands Ruhm und zu eigenem Wohle gearbeitet haben. Das rasche Emporblühen der deutschen Kolonie in Valparaiso gestaltete sich nach dem Kriege von 1870/71. Deutsche Offiziere wurden berufen, um Chiles Wehrmacht auszubilden; noch heute kann man den militärischen Geist in Chile, dcr deutschen Ursprungs ist, überall bewundern. Deutsche Lehrer kamen nach Chile und haben für die Entwicklung des Landes erheblich beigetragen; deutsche Dampfer und Segler durchfurchten den Ozean; deutsche Waren fanden immer mehr Eingang; der Handel beschränkte sich nicht mehr auf belanglose Gegenstände, nein, deutsche Lokomotiven keuchten den Schienenweg entlang. Elektrisches Licht, von Deutschen geschaffen, erhellte die Straßen, und die alte, im Jahre 1863 gebaute Pferdebahn in Valparaiso räumte der deutschen elektrischen Straßenbahn den Platz. Deutsche Stahlpflüge rissen die Furchen auf, deutsche Sensen schnitten den Erntesegen und deutsche Dreschmaschinen droschen Das goloene Korn. Die deutschen Kaufleute eroberten den lange streitig gemachten Platz. Bereits im Jahre 1913 lag der vierte Teil des ganzen chilenischen Handels in ihren Händen. Hier in Valparaiso lief Anfang 1914 das stolze deutsche Panzergeschwader ein: im April jubelte unsere Kolonie dem Bruder des Kaisers, dem quer durch Persien und Kurdistan, Besuche bei Enver Pascha, Hindenburg und Ludendorff, fein Wirken als Freikorpsführer in Kurland, als Kri- mmalist gegen Max Hölz, als deutscher Propagandist gegen Versailles in Amerika, als Führer des Landvolkkampfes in Holstein und feine Verurteilung durch Die Marxisten zu sieben Jahren Zuchthaus. Interessant und kennzeichnend für das frühere System — so heißt es in der Zuschrift an uns weiter — war das Angebot, das man Herbert Volck damals machte, als er sich nach den Bombenlegungsaffären in Italien befand. Da kamen nämlich Äb- gesandte Severings zu ihm, um mit ihm zu verhandeln. Man versprach ihm 50 000 Mark bar, und er sollte sich einen hohen Posten aussuchen; er könne den gerade durch Tod freigewordenen Posten des Polizeipräsidenten in Breslau bekommen. Dafür solle er nur eines leisten: Er sollte die Aussage zu Protokoll geben, daß hinter seiner Bombenlegerei folgende Männer stünden: Adolf Hitler, Hugenberg, Franz Seldte und Justizrat Claß. Tatsächlich haben diese Männer nichts von der Sache gewußt. Aber durch dieses erkaufte falsche Zeugnis wollte man der nationalen Bewegung ihre Führer nehmen. Die Antwort Volcks konnte nicht zweifelhaft fein. Er stellte sich freiwillig dem Gericht und wanderte ins Zuchthaus. Das Angebot des feigen Systems auf Gnade lehnte Volck und lehnten feine Mitver- urteilten ab. Drei Jahre Zuchthaus hat Volck ab- gefeffen. Nach gesundheitlichen Schäden, fruchtlosem Einzelkampf ist er geblieben, was er immer war: der Rebell um Ehre. Die nationalsozialistische Revolution brachte auch ihm bte innere Befriedigung und die Gewißhett, daß er mit beigetragen hat zur Erreichung eines neuen würdigen Reiches. Jubiläumsfeier des Kriegervereins Gießen. Am Sonntagabend feierte — wie man uns ver- fpatet berichtet — der hiesige Kriegerverein unter reger Beteiligung der Vereinsmitglieder und ihrer Angehörigen, sowie der Militär- und Wehroerbände stm 60. Stiftungsfest im dichtbesetzten Saale des Eass Leib. Die Feier war verbunden mit einem großen Reichswehrkonzert, ausgeführt von dem Mu- sil'korps Des hiesigen Bataillons unter Leitung von Obermusikmeister E. Kr auß e. ..Rach Den schneidigen Klängen Des Jubiläums- Festmarsches von Kohlmann folgten Die Fest-Ouvertüre unD Der zweite Satz aus Dem Dritten Flötenkonzert FrieDrich II. (Solist: OrenaDier Sonn» a g), sowie Szenen aus Wagners Oper „Sieg- Heute ist vor aller Augen Der schlüssige Beweis erbracht, daß die nationalsozialistische Bewegung, begründet in der Idee unseres großen Führers, Deutschland gerettet hat. Im Zuge der uns vom Schicksal anvertrauten Mission müssen und werden wir die Menschen von ihrer früheren materialistischen Lebensauffassung lösen und sie zur Höhe Der nationalsozialistischen Weltanschauung führen. Eine entscheidende Vorbedingung für Die Erreichung dieses Zieles ist Die Erhaltung und Pflege unserer Kultur- und Kunstgüter. Dem Handwerk und seinen berufenen Meistern ist an und für sich Die Herstellung ganz bestimmter Kultur- und Kunstwerke vorbehalten; die Rückeroberung verlorener und bedrohter Absatzgebiete hängt hauptsächlich von unterscheidender, überragender Leistung ab. Dem Handwerk, als natürlichem Mittler zwischen Kapital und Arbeit, ist die große und hohe Aufgabe gestellt, diese schöpferischen Leistungen, unter Wobr.-ng aller fremdrassigen Elemente, in bewußter Blutsverbundenheit als nordischer Kulturträger zu vollziehen. Die Ablehnung dieser Forderungen der Rasse war für das Handwerk eine Zeit des Niederganges. Das wahre, ewige Schönheitsideal versank, das Streben zur Höhe erlahmte. Ohne weltanschauliche Grundlage, die nur durch unermüdliche Erziehungsarbeit zu erringen ist, kann kein neuer Kultur- und Kunststil gestaltet werden. Es gilt, Die innere Gesetzmäßigkeit Der großen M-ister Des Mittelalters roieDer zur Tatsache merDen zu lassen. Die ein Raturgeschehen erfährt so gegenwärtig das Handwerk durch das heroische Zeitalter des Rationalsoziatismus in feiner gesamten ftulfut- unö Kunstarbeit einen gewaltigen Antrieb. Die unvergeßlichen Zunftmeister des Mittelalters, die ihre Leistungen in das Buch Der Geschichte eingetragen haben, sind zu neuem Leben erwacht. Gin Morgenrot deutscher Handwerksarbeit ist vor aller Augen strahlend wieder am Horizont erschienen. Der schöpferisch tätige Mensch, der roaljre Künstler, wird seine Daseinsberechtigung zurückerhalten. Drei Widerstände hat das Handwerk auf feinem vorgezeichneten Wege hauptsächlich noch zu überwinden: men und unsere deutsche Pflicht bis zum äußersten erfüllt. Gleich nach Ausbruch des Weltkrieges wurde eine Sammlung für „nationale Zwecke" eingeleitet. Das Ergebnis wurde bestimmt zur Unterstützung der hier in Chile durch die Folgen des Krieges und in Not Geratenen und au Propagandazwecken als Abwehr der feindlichen Verleumdungen. Im Laufe des Krieges find von unserer Kolonie in Valparaiso für diese Zwecke rund zwei Millionen Pesos und daneben einige Hunderttausend Mark aufgebracht worden. Der verlorene Krieg hat auch hier viele Hoffnungen zerstört. Aber das Wort „Der Krieger und der Kaufmann erobern die Welt" hat auch bei uns eine große Bedeutung. Dank deutscher Tüchtigkeit ist es uns Deutschen gelungen, wieder den Platz an der Sonne behaupten zu können. Als sich die feindlichen Maßnahmen während des Krieges immer mehr auch auf das wirtschaftliche Gebiet erstreckten, fehlen es geboten, die deutsche Kaufmannschaft in Cyile geschlossen zu organisieren, um ihr eine möglichst wirkungsvolle Teilnahme an Der Abwehr dieser Bestrebungen zu ermöglichen. Auf einer allgemeinen Versammlung am 14. August 1916 wurde die Deutsche Handelskammer in Valparaiso gegründet, deren Tätigkeit sich naturgemäß auf eine Propaganda zugunsten Deutschlands erstreckte. Wie segensreich die Deutsche Handelskammer gewirkt hat, geht daraus hervor, daß sie neben der Herbeischaffung erheblicher Geldmittel die sogenannte Schwarzen Listen bekämpfte, indem die vorgelegten Fälle feindlicher Uebergriffe untersucht und das Material den chilenischen Regierungsstellen weitergeleitet wurde. Trotz des für Deutschland unglücklich verlaufenen Krieges blieb die Deutsche Handelskammer in Valparaiso weiter bestehen, von dem Gesichtspunkte aus, daß die Interessen des in Chile ortsansässigen deutschen Handels weiter gewahrt werden müßten. Es gab auch nicht eine Frage, die den deutschen Handel bewegte und nicht von der Handelskammer in Valparaiso bearbeitet worden wäre. Die Deutsche Handelskammer in Valparaiso erhält vom Deutschen Reich keinerlei Unterstützungen, sie besteht lediglich durch die freiwilligen Beiträge ihrer Mitglieder. Durch ihre Zweiggeschäfte in Santiago, Valdivia, Con- zeption, Antofagasta, Osorno, Coquimbo und La Paz (Bolivien) mit den Interessen der Deutschen und Deutsch-Chilenen des ganzen Landes verbunden, kann die Handelskammer in Chile ihr Gewicht in die Waagschale legen. Was die Deutschen in Valparaiso in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht geschaffen haben, dürfte einzig dastehen. Nur kurz erwähnt feien folgende Gründungen: der pro» teftantifefje Kirchhof im Jahre 1825 gemeinsam von Engländern und Deutschen gegründet. Der Deutsche Verein 1825, dem sich heute etwa 375 in Valparaiso lebende Deutsche angeschlossen haben. Die Bibliothek dieses Vereins hat über 4500 Bände aufzuweisen. Das höchste Ziel des Vereins gejamte, im Dienste Der Zugforschung tätige Be. ringungswesen wird von nun an in der Zweigberingungsstelle „Hessen" zentralisiert. Dadurch soll Die seitherige Zersplitterung im Ringbezug beseitigt werden und Die Auswertung Der Forschungsergebnisse an Ort und Stelle auch Der ßanDesfor« s ch u n g zugute kommen. Durch Diese Maßnahme erhält Die Dogelzugforschung in Hessen einen neuen Auftrieb. Alle Gesuche um Beschaffung von Ring- material sind fortan an Die obige Stelle zu richten. Von ihr werben demnächst neue Anweisungen für Die Markierungstätigkeit im Dolksstaat Hessen ergehen. Die Zweigberingungsstelle hat ihren Sitz am Forstinstitut Der Universität Gießen, Braugasse 7. Herbe-t Volck. Herbert Volck, der Held und Rebell um Freiheit und Ehre, der am morgigen Sonntagabend in Gießen sprechen wird, wurde — wie man uns schreibt — als Bonibenflieger im Osten gefangengenommen und in Moskau zum Tode verurteill. Dann kamen 30 000 Kilometer Flucht durch Asien, weiter seine Tätigkeit als Aufstandsführer gegen das rote Rußland im Kaukasus, sein Fußmarsch genommenen Dortrage erfolgte die Uebergabe der neuen Kyffhäuserfahne durch den Bezirksführer Kamerad Dr. K r a e m e r, der in seinen Ausführungen die Verdienste der Kriegeroereine um die nationale Erhebung besonders unterstrich. Hierauf fplgte die Ehrung verdienter Kameraden. Der einzige noch lebende 90jährige Mitbegründer und Ehrenführer des Vereins, Kam. Meyer, konnte wegen seines hohen Alters nicht art der Feier persönlich teilnehmen. Es wurden ihm das Hassia- Abzeichen für 60jährige Mitgliedschaft und eine Ehrenurkunde verliehen. Das Abzeichen für SOjäh- rige Mitgliedschaft erhielt Kam. Wilh. Stumpf, außerdem wurde ihm durch den Dereinsführer das Hassia-Ehrenkreuz verliehen. Kam. Rechnungsrat i. R. Schiffnie wurde in Anerkennung seiner dem Vorstande geleisteten langjährigen Dienste zum Ehrenmitglied der Führerschaft ernannt. Gleichzeitig überreichte ihm Kam. T r ü m p e r t eine Ehrenurkunde und ein Bild des Reichspräsidenten und des Volkskanzlers zur Erinnerung an den Tag von Potsdam. Altveteran und Ehrenmitglied W. Bourgeois wurde Lurch eine Hindenburg-Plakette geehrt, ebenso der langjährige Fahnenträger Krämer durch eine Plakette, die einen Frontkämpfer im Stahlhelm darstellt. Den Kam. Druckereibesitzer Albin Klein und Prokurist Wagner wurden für ihre Verdienste um den Schießsport in der Has- sia und dem Kam. Landgerichtsrat Keller für seine langjährige Mitarbeit tm Vorstande die Hassia- Ehrenmünze verliehen. Ehrenurkunde und Verbandsabzeichen für 40jährige Mitgliedschaft erhielten die Kameraden Joh. Hch. Schneider, Martin Ohr, Prof. Dr. K o e p p e, Prof. Walters Wilh. Ranft, Balth. Dern, Wilh. Hebbel, Gg. Hambach, Karl Haupt, Auq. Schmalz, Karl Kopp, Albrecht Hertel, Georg Bormuth, Hch. Kümmel, Konr. Wenzel und Hch. Hahn. Das Verbandsabzeichen für 25jährige Mitgliedschaft erhielten: Georg Haubach, Adam Hettche, Adam Hoffmann, Konrad Roth, Karl Biedenkopf, Karl Ritter, Wilh. H ö n i g, Aug. Glebe, Rob. Gärtner, Friedr. Curths, Auq. Köhler und Heinr. Schmitt. Kam. Major a. D. Pohl überbrachte als Vertreter der Hassia-Führerschaft eine Fahnenehrenmünze. Für die Arbeitsgemeinschaft der Gießener Regi- mentsvereine sprach der Führer Kam. Müller, und überreichte einen Fahnennagel. Die Verbundenheit der jungen Generation mit den alten Soldaten betonte Beigeordneter Pg. Bartholomäus, der gleichzeitig im Namen der Stadtverwaltung sprach. Reicher Beifall lohnte immer wieder das Musik- korps unter der vortrefflichen Leitung des Obermusikmeisters K r a u ß e. Ganz besonderen Anklang fanden die Märsche für Fanfarentrompeten und Kesselpauken, sowie die historischen Märsche aus drei Jahrhunderten. Die zu Gunsten der Winternothilfe veranstaltete Sammlung eroab den Betrag von 40 Mark. Auch die Lose des Winterhilfswerkes, die im Saale vertrieben wurden, fanden reichlichen Absatz. Lore Fischer singt wieder in Gießen. Alle diejenigen, die die jugendliche und schon so gefeierte Altistin Lore Fischer aus Stuttgart im Weihnachtsoratorium in der Stadtkirche vor kurzem gehört haben, werden mit Freude vernehmen, daß die Sängerin einen ganzen Liederabend in Gießen geben wird. Aus dem Programm sei besonders Schumanns „Frauen Liebe und Leben" hervorgehoben; dieser Liederzyklus, bis vor einem Jahr wie alles, was Gemüt und Empfindung hatte, verfehmt, wird mit besonderer Freude begrüßt werden. Im ersten Teil ist Franz Schubert mit einigen seiner köstlichsten Lieder vertreten, während der dritte Teil Johannes Brahms Vorbehalten bleibt. Die von der Künstlerin ausersehenen Lieder gehören zu den schönsten, aber auch zu den bekanntesten des Meisters; gerade deren Wiedergabe erfordert aber eine vollendete Meisterschaft. Gerade als Brahms-Interpretin wird Lore Fischer besonders gefeiert. Lebensmittelspende für das Winterhilfswerk. Die Firma Benner, Krumm & Sauer, ine zu Beginn des Winterhilfswerkes bereits 1000 Pfund Lebensmittel gestiftet hat, hat jetzt der Kreisleitung weitere 500 Pfund Suppeneinlagen als zweite Rate zur Verfügung gestellt. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 27. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 Mark, Kochbutter 1 — bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Mse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11 bis 12, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 18, Rosenkohl 35 Pf., Feldsalat 1,— bis 150 Mark, Tomaten 50 Pf., Zwiebeln 10, Meerrettich 40 bis 45, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln, das Pfund 3 bis 3% Pf., der Zentner 2 80 bis 3,— Mark, Aepfel, das Pfund 12 bis 20 Pf., Birnen 15 bis 20, junge Hähne 80, Suppenhühner 70, Gänse 60 bis 70, Tauben, das Stück 40 bis 50, Blumenkohl 40 bis 70, Salat 20, Endivien 10 bis 30, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. 4*0 VIlUi _Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr „Mozart-Abend" (2. Konzert). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Des jungen Dessauers große Liebe". — Astoria-Lichtspiele, Sel- tersweg: „Ich bin ein entflohener Kettensträfling". — Bezirk Oberhessen der Deutschen Lebensrettungs- Gesellschaft: 17.15 Uhr, Hotel Köhler, Besprechung der Lehrscheininhaber. — Bezirkssparkasse Gießen: 20 Uhr, „Aquarium", Filmvortrag. — Deutsche Stenoqrafenschaft: 20 Uhr, Cafs Ebel, Jahres- Hauptver ammlung. - VfB.: 20.30 Uhr, Vereins- heim Monats-Versammlung. — Ortsgruppe Gießen- Süd der NSDAP.: 20.15 Uhr, „Graf Zeppelin", Zelle 6, Zellenabend. „ ° __ Tfl a eskalender für Sonntag. Stadt- fheater: 19 bis 21.30 Uhr, „Wiener Stur - Ober- ^Micher Kunstverein, Turmbaus am Sranb: 11 bis 13 Ubr Ausstellung. — Gießener Konzert-Ver- - n 17 Uhr, Universttats-Aula, Lieder-Abend Sore Äscher. - Studenten,chast der Universität und Koetbe-Bundi 20.15 Uhr, Neue Au a, Vortrags- abend. - Licht,Piethaus, Bahnhofstraße: Des iunaen Daffauers große Liebe . — Astorla-.Licht. v,"ele Seltersweg: „Ich bin ein entflohener Ketten, fträ ina" - 6p»0. 1900: 20.30 Uhr, „Postkeller", Wlien-Äbend - Eifenbahn-Fahrbeamtenv^rem: 16 Uhr, „Stadt Wetzlar", G-neralv-r ammlung - Si-nen-Züchter, Ortsgruppe Gießen: 14 Uhr, Hotel H°I^'u^7-m"ZE'd7?h eaterbur o: heute, 2au(e ÄMt'fL^en "Eoonge'l" satlonsvorträge des Evangelisten Paul Schwefel- Berlin aufmerksam. (Siehe Anzeige.) ♦ ** Tödlicher Unfall. Gestern abend ereignete sich hier bei der Firma Bänninger ein tödlicher Unglücksfall. Der etwa 55jährige Former Jakob Hofmann, Hammstraße 15, kam auf bisher noch nicht völlig geklärte Weise an der Maschine, an der er beschäftigt war, mit dem elektrischen Strom in Verbindung und wurde getötet. Der bedauernswerte Mann hinterläßt eine Frau und ein Kind. Die Ermittlungen über die näheren Ursachen des Unfalles sind noch int Gange. ** Städtische Brennholzver steige- r u n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung in den städtischen Waldungen (Försterei Gießen) wurden folgende Preise erzielt: Kiefernscheiter 1. Klasse 8 — Mk. je Raummeter, 2. Klasse 6,50 Mk., Eichenknüppel 6,50 Mk., Kiefernknüppel 6,50 Mk., Fichten- knüppel 5,— Mk., Kiefernstöcke 4,50 Mk., Eichennutz- scheiter 2. Klasse 9,50 Mk. Die angebotenen Mengen wurden restlos abgesetzt. ** D i e Aufnahmetermine für die Volksschule betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. Es wird darin besonders hervorgehoben, daß ein weiterer Termin für die Schulaufnahme nicht stattfindet. Auf die Bekanntmachung sei besonders hingewiesen. * * D i e Einlösung des 5. Abschnitts des Stadttheater-Abonnements betrifft eine Bekanntmachung des Stadttheaters im heutigen Anzeigenteil. * * D i e Direktionen der hiesigen höheren Lehran st alten machen im heutigen Anzeigenteil auf den Termin- für die Auf- nähme in diese Anstalten aufmerksam. (Siehe Anzeige.) * * Das Museum im Alten Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. Urteile des OarmstädterEondergerichts Darrnstadt, 25.Jan. (LPD.) Dor dem Sondergericht Darmstadt hatte sich heute zunächst der Wilhelm Vollrath aus Reinheim i. O. wegen verleumderischer Behauptunaen über den Prozeß gegen die Reichstagsbrandstifter zu verantworten. Er wurde wegen Vergehens gegen die Verordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Der wegen Raub im Gefängnis fitzende Willi Knoblauch aus Rüsselsheim beschimpfte in seiner Zelle den Reichskanzler, wofür er zehn Monate Gefängnis erhielt. Wegen unerlaubten Waffenbesitzes erhielten der Karl Sammel aus Mörfelden, der früher Kommunist war, ein Jahr fünf Monate Gefängnis, Herzberger drei Monate eine Woche Gefängnis, der frühere Kommunist Wilhelm Schulmeyer aus Mörfelden ein Jahr sechs Monate Gefängnis. Die Brüder Karl und Philipp Henk aus Walldorf waren ebenfalls wegen unbefugten Waffenbesitzes angeklagt. Einer von ihnen, der SA.-Mann ist, trug bei einer Streife eine Pistole, wofür er eine Geldstrafe von 160 Mark erhielt, während sein Bruder zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt wurde, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt erklärt wurden. Deutschtum habe damals im fiorriborgeblef überall die sichere Mehrheit gehabt. Für diese Behauptung lieferte der Redner klares und einwandfreies Beweismaterial an Hand der früheren Bevölkerungsstatistiken, Wahlergebnissen usw. Jetzt aber nach der Durchführung der umfangreichen E n t b e u t s ch u n g s m a ß n a h m e n Polens müßten wir eine solche Abstimmung ablehnen. Den Verlust dieses Landes legte der Redner auch der falschen deutschen Politik zur Last, die schon vor dem Kriege hinsichtlich der Beamtenschaft im deutschen Osten getrieben wurde und dazu führte, daß Ende 1918 der größte Teil der deutschen Beamten und Behörden fluchtartig jenes deutsche Gebiet verließen, ferner machte er das Verbrechen der Novemberrevolte von 1918 und das ebenso unerhörte, verbrecherische Verhalten des damaligen Staatssekretärs von Gerlach, des berüchtigten „Pazifisten", dafür verantwortlich, daß den Polen dieses gute deutsche Land in die Hände fiel. Dann hätten es die Polen leicht gehabt, mit gefälschten Karten den amerikanischen Präsidenten W i l s o n für sich zu gewinnen. Der Redner besprach dann kurz die (Entbeut- schungspolitik derPolen, die mit Hilfe der sogenannten polnischen Agrarreform betrieben wurde und von 1918 bis 1927 über 800 000 Deutsche, bis heute sicherlich über eine Million Deutsche von Haus und Hof vertrieb, alles unter stiller Duldung des Völkerbundes, Les „Garanten des Minderheitenrechts". Demgegenüber halte der Nationalsozialismus an feinem außenpolitischen Ziel fest, dem deutschen Volke den ihm gebührenden Platz zu sichern. Zu diesem Zwecke fei jetzt auch die deutsche Ostpolitik auf ganz neuen Grundlagen neu aufgebaut worden. In diesem Zusammenhänge wies der Redner darauf hin, daß die Bevölkerungsdichte in dem umstrittenen Gebiet auf polnischer Seite viel größer sei, als auf deutscher Seite, und er leitete daraus die Forderung her, diesem Mangel auf deutschem Gebiet in der Grenzmark baldigst abzuhelfen. Sodann wandte sich der Redner Oberschlesien zu, wobei er ebenfalls feststellte. Laß auch in Obseschlesien das Selbstbestimmungsrecht von den Polen im Verein mit den Franzosen vor und nach der Volksabstimmung in schamloser Weise verfälscht worden sei. Er schilderte dann die polnisch-französischen Verbrechen bei der politischen und wirtschaftlichen Zerreißung Oberschlesiens, die Vergewaltigung des Deutschtums, das bei der Abstimmung 60 v. H. der Stimmen erreichte, während Polen nur 40 v. H. aufweisen konnte, aber in dem Kommandierenden der damaligen Besatzungsarmee, dem französischen General Le R o n d, einen „würdigen" Helfershelfer besaß. Anstatt Oberschlesien, wie es hätte sein müssen, als Einheit zu behandeln und auf Grund der 60 Prozent Stimmen für Deutschland diesem zurückzugeben, sei es territorial und wirtschaftlich zerrissen worden, wobei der berüchtigte General Le R o n d eifrig für Polen tätig war. Das deutsche Ostproblem müsse als Einheit angesehen werden, denn der wirtschaftspolitische Zusammenhang zwischen dem Korridorproblem und Ost-Oberschlesien sei gegeben. Das komplizierte Gebilde der oberschlesischen Industrie sei in Trümmer geschlagen worden. Die Polen seien weder wirtschaftlich noch technisch imstande, die vorhandenen Anlagen richtig auszunutzen. Für die Kohlenschätze Ost-Oberschlesiens habe Polen keine Derwenduna. Deshalb bringe es seine Kohlen durch Preisunterbietung auf den Weltmarkt, und es habe auch schon erheblich die englische Kohle verdrängt. Lloyd George werde daher heute wohl anders über Polen denken als 1919 beim Friedensdiktat. Der Redner wies dann auf den Bau der polnischen Nord-Süd-Bahn von Gdingen bis O st-Oberschlesien, die sog. Kohlen-Magi- strale, hin und betonte, daß die Ausfuhr Polens auf dieser Bahn nur forciert wörde, um in nord- und südlicher Richtung stärkeren Verkehr aufweisen zu können, als in west-östlicher Richtung durch den Korridor. Polen könne seinen Export aber auch ohne Korridor durchführen, wenn die Weichsel internationalisiert und Polen in Danzig ein Freihafen zugestanden werde, wie ja auch die Tschechoslowakei die Internationalisierung der Elbe und einen Freihafen in Hamburg genieße. Die lleberlaffung Pomerellens (das Korridorgebiet) an Polen fei weder wirtschaftlich, noch ethnographisch gerechtfertigt, Polen habe auch keinen geschichtlichen Anspruch auf dieses Gebiet. Mit Sympathieerklärungen sei dem deutschen Osten nicht gedient, solange nicht der Wille und das Wissen dahinterstünden. Korridor und Ost-Ober» schlesien seien eine Einheit. Die Notlage des deutschen Ostens in wirtschaftlicher und völkischer Hinsicht dränge auf Abhilfe. Wirtschaftliche Hilfe dem Grenzgebiet zu bringen, sei eine der wichtigsten Aufgaben. Dringend notwendig seien Defeitigung der Arbeitslosigkeit durch eine IBirf- schaftsbelebung von Dauer, Verstärkung und Verbreiterung der Wirtschaftsmöglichkeiten und die Verdichtung der Bevölkerung im Ostgebiet. Der kinderreiche Osten müsse in die Lage versetzt werden, seinen Nachwuchs im Heimatgebiet ernähren zu können, so daß die Abwanderung vom Osten nach dem Westen ein Ende nehme. Hier habe die nationalsozialistische Ostpolitik den Hebel angesetzt. Die bisherige Ostflucht müsse in eine Ostwanderung, in eine Binnenwanderung vom Westen nach dem Osten umgewandelt werden. Nur so könne der drohenden Unterwanderung des deutschen Ostens durch die Polen begegnet werden. Auf dieser Grundlage erstrebe die nationalsozialistische Bewegung in der Ostpolitik Frieden und Gerechtigkeit. Mit dem Zitat eines Aussvruches des Führers in diesem Sinne schloß der Redner seinen aufschlußreichen, mit starkem Beifall belohnten Vortrag. Kleine Strafkammer Gießen. Zwei Fuhrleute von Gießen sind im Herbst vorigen Jahres vom Amtsgericht zu je 5 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Man legte ihnen zur Last, ein vor einen schwer beladenen Kohlenwagen gespanntes Pferd die ansteigende Toreinfahrt neben dem Katholischen Schwesternhaus mit Schlägen hinaufgetrieben zu haben. In der Berufungsverhandlung mußten die Angeklagten freigesprochen werden, da eine absolute Schuld nicht nachweisbar war. Ein Landwirt aus Gambach wurde wegen Pfandbruchs vom Amtsgericht Butzbach zu zwei Wochen Gefängnis mit fünfjähriger Bewährungsfrist verurteilt. Der Angeklagte verkaufte einen ordnungsgemäß gepfändeten Bullen. Seine gegen das Urteil eingelegte Berufung wurde kostenpflichtig verworfen. Der Antrag des Staatsanwalts lautete entsprechend. WitänleuM Ahr. v. Spiegel erzählt.. In der bis auf den letzten Platz besetzten Aula der Universität sprach am Donnerstagabend Kapitänleutnant Frhr. v. Spiegel über seine U-Boot- fahrten und Abenteuer im Weltkrieg. Der Redner wurde von dem -Führer der Studenten-, schäft stuck, jur. Adam im Namen der Dortrags- oereinigung und der Studentenschaft willkommen geheißen und auch von den Zuhörern herzlich begrüßt. Erinnerungen. Kapitänleutnant von Spiegel betonte zunächst, daß er besonders der Jugend erzählen wolle/ Sie solle die Waffe kennenlernen, die wir heute nicht, der Feind aber in Ueberzahl besitze. Die Ju-I gend soll Freude gewinnen an der Seewaffe. 5000 i Kameraden seien im U-Boot-Krieg gefallen, 1991 U-Boote ruhten auf dem Meeresgrund. Das sei ein verpflichtendes Vermächtnis. Für ihn sei es eine Freude, so führte der Redner aus, gerade hier in Gießen sprechen zu können. Er erinnere sich gerne der Zeit, da er in Krofdorf-Gleiberg (sein Vater war vor 40 Jahren Oberförster in Krofdorf) seine ersten Jungenstreiche verübte. Halbheiten der UVootkriegsführung. Nicht ohne Bitterkeit denke er an die Jahre des Krieges zurück. Eine höchst unangebrachte, zögernde und von Humanitätsbuselei beinträchtigte Politik habe den vollen Einsatz der U-Boote verhindert. Der Krieg hätte anders enden können, wenn nicht ein Bethman n-H ollweg Einfluß gewonnen hätte und Noten wechselte, anstatt die Militärs handeln zu lassen. Im U-Boot habe man Mut beweisen müssen. Es sei im Kriege noch nicht erprobt gewesen. Der Krieg habe aber den Einsatz gefordert. Vordem blieb man nicht über Nacht in See. Dann aber habe man tagelang, wochenlang draußen bleiben müssen, fei in alle Weltmeere vorgestoßen. Mit Stolz erinnere man sich der Heldentaten des Kapitänleutnants Weddigen und seiner Mannschaft auf U 9. Kurze Zeit nach der Versenkung dreier Schlachtschiffe durch Weddigen am 22. September sei der U-Boot-Krieg eingestellt und erst 1916 — nun auch gegen Handelsschiffe — wieder ausgenommen worden. Von T i r p i tz habe schon 1914 den Bau von 450 U-Booten empfohlen — die Durchführung des Programms fei abgelehnt worden. Noch 1918, als es zu spät gewesen sei, habe man nicht weniger als 815 U-Boote auf Kiel legen wollen. Darunter sollten 16 U-Boot- Kreuzer sein, 2700 Brutto-Register-Tonnen groß, 141 Meter lang, mit 26 Torpedos, mit 15-Zentime- ter-Geschützen und viel Munition ausgerüstet., Mit einer einzigen Oelfüllung hätten diese Kreuzer um die Erde fahren können. Die Pläne fielen den Feinden in die Hände. An Hand von Lichtbildern zeigte der Redner das Innere eines U-Bootes, insbesondere den Hauptraum mit seinem unendlich komplizierten Gewirr von Maschinen. Instrumenten, Kompassen, Steuerhebeln usw. Das Bild sei so klar, daß es nicht erläutert zu werden brauche, meinte der Vortragende .. Krieg gegen Handelsschiffe. In seinen weiteren Ausführungen erzählte Kapitänleutnant v. Spiegel von einer großen Fahrt, einer Jagd auf Handelsschiffe, die er im Jahre 1917 auf U 93 zu unternehmen hatte. U-Bootjagd auf Handelsschiffe sei aufregender, als jede andere Jagd je sein könne. 68 U-Boote seien damals eingesetzt worden. Die Wirkung sei ungeheuer gewesen. Aber der Kampf habe nun härtere Formen angenommen. Der Feind habe durch die Pause im U-Boot- krieg Zeit gewonnen, Gegenmaßnahmen zu ergrei- fen> U-Boorfallen zu errichten, Minenfelder zu legen und die Handelsschiffe mit Geschützen auszurüsten. Manches U-Boot sei in den Grund gebohrt worden. Der U-Boot-Bau sei nun forciert worden, es sei aber nicht mehr aufzuholen gewesen. Immerhin seien in kurzer Zeit 9 550 000 Tonnen Schiffsraum versenkt gewesen. An Hand von vielen Lichtbildern, aus der Fülle der Erlebnisse heraus erzählte Kapitänleutnant von Spiegel von dem harten Krieg gegen die Handelsschiffe der feindlichen Mächte« von den Katastrophen des Weltkrieges auf See, von den Abenteuern und Gefahren dieses Kampfes, von den Manövern und Maßnahmen der Feinde gegen das U-Boot, schilderte den Untergang von Schiffen, die Explosionen der Munitionsschiffe, die Riefenfackeln der brennenden Tankdampfer, das Ende vieler stolzer Segelschiffe, sprach von dem unmoralischen Flaggenmißbrauch und den versteckten Geschützen auf den 1 Handelsschiffen und vielem anderem mehr. Das alles trat den Zuhörern mit großer Lebendigkeit vor die Seele und ließ alle den Heroismus ahnen, mit dem auf den deutschen U-Booten gekämpft werden : mußte. Schließlich hörte man noch von Heldentaten i der Kommandanten und Besatzungen anderer U-Boote, bis schließlich der Vortrag mit gleichnishaftem „Seemannsgarn" — man kann auch sagen „Jägerlatein" — beschlossen wurde. Kameraden im Saal... Der Vorttag verlief nicht ohne ein denkwürdiges Intermezzo. Während Kapitänleutnant v. Spie- g e l erzählte, hörte man plötzlich zwischen seinen Worten eine andere, freudig bewegte Stimme aus den Kreisen der Zuhörer. Ein Kamerad, Herr Kratz aus Freienseen, der unter dem Redner auf dessen U-Boot diente, meldete sich, grüßte seinen ehemaligen Kommandanten mit herzlichen Worten und behauptete, er sei durch das Wiedersehen 20 Jahre jünger. Es entspann sich nvch ein kurzes Zwiegespräch. Und während ein Lichtbild vom U-Boot mit Mannschaft gezeigt wurde, fragte von Spiegel: „Kennst du den noch. Kratz?" — „Das ist doch Tuschinski!?" „Ja!" ... Nach dem Vortrag trafen sich die Kameraden. Auch ein Heizer des U-Boots war im Saal und lauschte den Erzählungen seines ehemaligen Kommandanten. Anhaltender Beifall dankte dem Redner für den prächtigen Abend. Der Führer der Studentenschaft dankte auch seinerseits dem Redner. In einer Minute des Schweigens gedachte man der 5000 U-Bootshelden, die auf dem Grunde der Meere ruhen. Deutscher Osten-deutsches SchilksalStand Ein Vortrag in Auf Einladung des Rektors der Landesuniversität fand gestern nachmittag im Universitätsgebäude eine Kundgebung f ü r den deutschen D ft e n und Oberschlesien statt, zu der viele Mitglieder des Lehrkörpers und zahlreiche Studenten erschienen waren. e>e. Magnifizenz der Rektor Professor Or. Bornkamm betonte einleitend, die Universität Gießen betrachte es als Pflicht und nationale Ehre, den Gedanken an den deutschen Osten nicht loszuwerden, ihn immer lebendig zu erhalten und weiterzutragen von Jahr zu Jahr, von Semester zu Semester. Der deutsche Osten sei das alte deutsche Schicksalsland im Mittelalter, beim Aufbruch Preußens, bei der Wiederkehr des nationalen Gedankens nach den Befreiungskriegen und in sehr verwandeltem Sinne auch heute wieder geworden. Durch eine Flut von Haß und Verrat, schamlose Schwäche und Verrat in den eigenen Reihen sei uns dieses Land verlorengegangen Diese Grenze bleibe ein Denkmal unseres schmählichsten Versagens. Darum sei auch die Mahnung angebracht: Nicht zu vergessen, was dort geschehen ist und lvledergutzumachen, was das deutsche Volk dort erlitten hat. Es sei die Aufgabe der Universität, wirkliches Wissen um diese Dinge zu verbreiten. Zu diesem Zwecke sei diese schlichte Kundgebung veranstaltet worden, durch die der erst kürzlich an die Gießener Universität aus Breslau berufene Prof. Bechtel, der lange im Osten im Kampfe für Deutschland gestanden habe, Gelegenheit haben solle, der Universität. , dieses wirkliche Wissen um den Schicksalskampf im deutschen Osten zu vermitteln. Professor Or. Bechtel mit Beifall begrüßt, hob zunächst hervor, die deutsche Ostgrenze sei das Werk von Versailles, das Unwahrhaftigkeit und Gewalt eingeleitet hätten. Unwahrhaftigkeit und Gewalt feien auch bei der Durchführung der Einzelheiten bestimmend gewesen, Wortbruch habe die deutsche Ostgrenze festgelegt. Der Redner kennzeichnete sodann die Verlogenheit der polnischen Propaganda, durch die Polen sich der Welt in der Rolle des „angegriffenen Verteidigers" zeige. Demgegenüber stellte der Vortragende beweisführend fest, daß Polen nicht durch Deutschland in diese Rolle hineingedrängt worden sei. Nach einem kurzen Rückblick auf die Entwicklung Polens seit der Proklamierung des Königreichs Polen im November 1916 durch die Zentralmächte betonte der Redner, der Pole wisse so gut wie wir, daß er nicht auf rechtmäßigem Boden sitze. Führende polnische Politiker hätten das selbst zugegeben, u. a. der inzwischen verstorbene polnische Politiker D m o w s k i, der mit dem früheren polnischen Prä- fibenten Paderewski zusammenarbeitete; von D m o w s k i stamme das Wort vom „W i b e r • sinn des Korridors". Das korridorgebiel dürfen wir Deutsche niemals als „polnischen" Korridor bezeichnen, well diese Bezeichnung die Aufgabe des deutschen Anspruchs bedeute. Die Uebereignung dieses Gebiets an Polen widerspreche dem Selbstbestimmungsrecht. Bei einer Abstimmung über dieses Gebiet znr Zeit des Ariedensdiktats sei das Schicksal dieses Landes nie zweifelhaft gewesen, denn das Das Rätsel einer Frühlingsnacht Vornan von Gert Gothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Verlag, Halle, ©aale 10 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Als Venjo Holm sich in dem schönen, hohen Zimmer befand — es mar dasselbe, das er früher immer bewohnt —, da preßte er die Stirn an die Tür, stöhnte: „Mein Leben könnte ich jetzt hingeben, um die Vergangenheit ungeschehen zu machen. Und doch habe ich es gewußt. Lelia konnte niemals mehr Wert für ihn haben, wenn er von dieser Vergangenheit erfuhr." Drüben schritt der Schloßherr durch die Räume, in denen Lelia ihr süßes Lachen ertönen ließ, in denen er sinnlos glücklich gewesen, in denen nichts geändert werden durfte bis dahin, in denen er Zwiesprache hielt mit der geliebten Frau, die ein rätselhaftes Schicksal ihm genommen. Die herrlichsten Rosen hatte er täglich hierher vor ihr geliebtes Bild gestellt, andere an ihre Ruhestätte getragen. Und nun? Stürzte denn nicht die Decke über ihm zusammen, der sich mit seinem ganzen Dasein an diese Frau verlieren konnte? An eine schöne, blonde Lelia, die keine Treue kannte? Die einer Abenteurerfamilie entstammte? Lelia? Lelia ein Heiligtum? Graf Härtlingen lachte, lachte — schauerlich hallte das Lachen von den hohen Wänden zurück. Die Gormanns und Tante Malchen standen bleich und zitternd auf dem Gang draußen, und sie hörten dieses schreckliche Lachen. Und keiner wagte sich hinein zu ihm. Keiner! 6. Kapitel. Graf Härtlingen saß seiner Tante ruhig und freundlich beim Abendbrot gegenüber. Er plauderte mit ihr wie sonst, nichts verriet mehr die seelische Erregung vom Nachmittag. Tante Molchen blickte forschend in das braune Gesicht. Doch keine neugierige Frage belästigte ihn. Trotzdem Tante Malchen ein ganz eigentümliches Unbehagen bei dem Gedanken an den unheimlichen Gast beschlich. Unheimlich war der Mann, den Rudolf ausgenommen. Und wie lange wollte dieser Mensch denn eigentlich hier in Härtlingen bleiben? Doch nicht etwa für immer? Härtlingen sah in den blühenden Park hinab, dabei stieß er zwischen den Zähnen hervor: „Ich sehe es dir ja an, Tonte Molchen, wie unzufrieden du mit mir bist. Aber Venjo Holm war elnst mein einziger, bester Freund. Er ist schwerkrank, und er bleibt vorläufig hier in Härtlingen. Vielleicht bringe ich ihn zum Herbst nach San Remo. Ich will erst abwarten, wos der Arzt meint. Und — Venjo Holm hat das Geständnis des wahren Mörders meiner — meiner Frau noch Härtlingen gebracht. Er hat mir auch die andern Zeugen genannt. Ich fahre morgen früh zu meinem Rechtsanwalt. In ganz kurzer Zeit also wird mein Nome wieder rein und makellos sein." „Rudolf? Dann — ist die arme Frau wirklich ermordet worden?" „Ja, von ihrem eigenen Bruder. Erlaß mir das Weitere, Tonte! Nur soviel: Sobald die Akten endgültig über diesen Fall geschlossen sind, verreise ich. Vielleicht auf mehrere Jahre, und ich wäre dir sehr dankbar, wenn du inzwischen hier in Härtlingen bleiben würdest." Sie streichelte seine Hand. „Ich bleibe, Rudolf. Ich freue mich ja so, wenn ich dir nützlich sein darf", sagte sie dann. Er sah sie dankbar an: „Wie dos alles sich noch einmal gestalten wird, kann ich dir vorläufig nicht sagen. Ich habe vorerst noch keinen festen Entschluß gefaßt. Sei ein bißchen nett zu Venjo Holm! Er ist wahrscheinlich bei der ganzen Geschichte der, der am meisten leidet." Er stand auf, nickte der alten Dame zu und ging dann hinaus. Tante Malchen sah ihm entgeistert nach. Was hat er da gesagt? Und was mag sich hier in Härtlingen eigentlich alles abgespielt haben, von dem ich nichts weiß?, dachte sie. Ihre Gedanken waren bei dem kranken Manne, der plötzlich hier in Härtlingen aufgetaucht war. Schlecht konnte er aber doch nicht sein, denn sonst würde Rudolf ihn hier doch nicht dulden? Was mochte die beiden Männer wohl für ein Geheimnis miteinander verbinden? Rudolf war unschuldig an dem furchtbaren Geschehen! Er würde endlich den Beweis für seine Unschuld erbringen können. Das war ein Gnadengeschenk des Himmels. Für Rudolf bedeutete das unendlich viel. Und Venjo Holm würde der Behörde sagen, was er wußte. Zudem waren ja, wie Rudolf bemerkt hotte, noch andere Zeugen da. Das also schien olles festzustehen. Wie aber dachte Rudolf jetzt über die tote Lelio? Es mußte doch etwas Furchtbares fein, was ihn aus feinem Schmerz gerissen? Und doch war es gut, daß der Schnitt geführt worden war. Nun hatte er wenigstens Interesse für feinen schönen, alten Besitz. Aber daß dieser Venjo Holm nun hierbleiben würde, daß sie sogar noch nett und freundlich zu ihm sein sollte, das war ihr doch ganz und gar nicht sympathisch. Doch sie mußte sich wohl ein bißchen Mühe geben. Mein Gott, wie mochte es nur zugegongen sein, daß der Mann so heruntergekommen war? Und er war einst Rudolfs bester Freund gewesen! Tante Malchen konnte ihren Gedanken nicht länger nachhängen, denn Frau Gormonn kam und bat um eine kurze Besprechung wegen einer Küchenangelegenheit. Trotzdem Tante Malchen sich von Anfang an Mühe gegeben hatte, der alten Gormann das Küchenzepter nicht aus der Hand zu winden, so wußte eben doch wieder Frau Gormann, was sie der Tante ihres Herrn schuldig war. * „Wos? Katharine, komm mal schnell her, das ist ja geradezu unglaublich", meinte Herr von Wellhof und wischte sich ganz aufgeregt über die Stirn. Frau Katharine sah den Gatten ruhig an. „Was hast du denn nur? Erregen dich wieder einmal die Viehpreise?" fragte sie dann lächelnd. „Nee! Aber die Unschuld von Rudolf Härtlingen hat sich herausgestellt. Einwandfrei! Verstehst du, was das zu bedeuten hat, Kathrinchen? Daß wir alle zusammen hier in der Nachbarschaft uns eine kolossale Dummheit haben zuschulden kommen lassen, und daß der Härtlingen sich nicht mehr mit solcher Nachbarschaft abzugeben braucht. Hihi! — fein haben wir das gemocht. Aber das kommt davon, wenn man fein Ohr jedem alten Klatsch und Tratsch leiht. Soll mir noch mal passieren! Ich werde ein andermal bestimmt nur noch nach meinem eigenen Instinkt handeln." „Aber Väterchen, sieh mal, alles deutete auf seine Schuld. Also ist es doch nun ein Selbstmord der Gräfin?" „Auch nicht. Hier steht, daß sie von ihrem eigenen Bruder ermordet worden ist." „Wie furchtbar, Karl! Aber könnte es denn nicht eine Täuschung fein?" „Ausgeschlossen. Der Chefarzt und die Schwester eines Krankenhauses sind die Zeugen, außerdem ein bekannter Künstler. Da wird es schon stimmen. Der Mörder hat vor seinem Tode ein Geständnis abgelegt." „Ja, dann allerdings." „Wie du so daherreden kannst! Was wir uns sinnlos verscherzt haben, daran denkst du nun wohl nicht mehr im geringsten?" „Ja, ich weiß — Gisela! Sie hat ihn geliebt! Und sie hat schwer unter feiner damaligen Heirat gelitten. Nun ist die Frau tot. Und hätten wir zu ihm gehalten, als alles ihn verließ, wer weiß, was nun wäre", sagte Frau von Wellhof bekümmert. „Ich werde zu ihm gehen", entschloß sich Herr von Wellhof. „Ja, tue das, Väterchen! Vielleicht kannst du dadurch nun doch noch etwas für unsere Einzige herausholen. Es wäre sehr schön, wenn nun doch noch alles gut würde." Aehnliche Gedanken wie die Wellhofs hatten auch die anderen Nachbarn, und so kam es, daß Graf Rudolf Härtlingen in den nächsten Tagen sich kaum retten konnte vor dringenden Besuchen oder Einladungen. Er war nicht nachtragend. Schließlich war er doch gerecht genug, einzusehen, daß der Schein eben doch gegen ihn gewesen war. Aber es fiel ihm auch nicht ein, sich in den Trubel nachbarlichen Verkehrs zu stürzen. Freundlich, aber bestimmt, zog er sich vorläufig noch von allem zurück. Das Trauerjahr war längst um. Längst! Trauerjahr? Was ging denn ihn noch die Frau an, die da drüben ohne jedes Anrecht in der Gruft feiner Ahnen schlief? Niemand wußte etwas von Lelias Leben. Hier hatte niemand sie gekannt, wie sie in Wirklichkeit gewesen war. Es war gut so. So blieb ihm wenigstens das Letzte, Schwerste erspart. Das, daß die Nachbarn sich noch nachträglich mit dieser Ehe befassen konnten. Venjo Holm! Er war schwerkrank! Unheilbar lungenkrank. Nun schlich er im Park von Härtlingen umher — eine Jammergestalt mit den nach vorn geneigten, abgemagerten Schultern, dem trockenen Husten, der ihn quälte. Rudolf Härtlingen hatte ihm das Wort abgenommen, daß er nicht etwa heimlich floh! Wo sollte er denn hin? Und — die alte Liebe für den Freund, die ganze jahrelange Anhänglichkeit war wieder in ihm. Di§ Vergangenheit sollte tot sein. Venjo hatte ältere Rechte an jene Lelia gehabt, er hatte sie ihm nicht gestohlen. Und fern, fremd lagen dem jungen Schloßherrn von Härtlingen jene Stunden, m denen jene Lelia sein Höchstes auf dieser Welt gewesen. lieber Venjo Holm aber breitete sich, vorläufig noch von niemand gesehen, schon die ewige Nacht. Da kam über den großen Künstler noch einmal der Wille, etwas zu schaffen, nicht tatenlos die Tage zu verbringen. Er bat den Freund, sich alles Nötige verschaffen zu dürfen. Der Graf selbst begleitete ihn in die Stadt, um die Einkäufe zu besorgen. Und Venjo Holm malte — Lelia! Aber war denn das wirklich Lelia? Sie war achtundzwanzig Jahre alt, als er sie kennenlernte. Er, Rudolf Härtlingen. Jetzt aber sah er plötzlich, daß Lelia niemals diesen unschuldigen, reinen Zug im schönen ovalen Gesicht gehabt. Sie war nur schön gewesen, betörend schon. Und ihre Reinheit hatte er, der sinnlos Verliebte, eben in dieses wunderschöne Antlitz hineingedichtet. Es war ja in Wirklichkeit ein ganz anderes Gesicht gewesen, das Lelia zeigte. Ganz, ganz anders. fFortsetzung folgt.) Ober kurt oder long werden auch Sie sich zum Kaufeines neuen Gerätes entschließen. Dann aber den BLAUPUNKT 3000. Er erfüllt alle Ihre Wünsche, beherrscht olle Wellen> über Kurz oder Lang! IW 3000 für Wechselstrom 220 — mit Röhren LG 3000 für Gleichstrom 222 — mit Röhren Wir schämen uns der Verkündigung des Evangeliums von Christo nicht, denn es ist Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden. Nöm. 1,16. Bitte kommen auch Sie zu den EMMWW-MliM im behaglichen Saale der Chrisll. Versammlung Gießen, Wetzsteingasse 9 (Hofeingang) Keimet: Emrngellil WI smroefel, Berlin Montag, den 29. Januar, 20.15 Uhr: Die Unwandelbarkeit des Evangeliums und der Zeugendienst an diesem. Dienstag, den 30. Januar, 20.15 Uhr: Wanderer zwischen zwei Welten, wo endet Ihre Wanderschaft? Mittwoch, den 31. Januar, 20.15 Uhr: Gewißheit! Ein Wort an Zweifler. Donnerstag, den 1. Februar, 20.15 Uhr: Die suchende, bewahrende, zum Ziel führende Gnade. Freitag, den 2. Februar, 20.15 Uhr: Das unerschütterliche Reich Christi und seine Bewohner. Samstag, den 3. Februar, 20.15 Uhr: Die Endkrisis der Völker bzw. der kommende Richter m Harmagedon. Sonntag, den 4. Februar: unden weitere Versammlungen nachmittags 3.30 Uhr und abends 8 Uhr statt. Vom Dienstag, 30. Januar, bis Freitag, 2. Febr.: nnden nachmittags 3.30 Uhr Bibelstunden über 2. .Hot. 3-5 ftatt. 538D Jedermann ist herrlich willkommen! Eintritt frei! Kollekte wird nicht erhoben! Hotel Prinz Carl Sonntag, den 28. Januar, 19.30 Uhr, in sämtlichen neuen Räumen 0447 Familien-Konzert NB. Dieinstandsetzung der hinteren Gesellschaftsräume istbeendet. Zwangl. Besichtigung erwünscht Maskenball der 527 D SpielvereinigungWOO findet Samstag. 3. Februar, 20.11 Uhr in allen Räumen des Cafö Leib statt. Kartenvorverkauf: SporthausSchwan, Mäusburg, Ludwig Bende, Bahnhofstraße 12, | August Wallenfels, Marktplatz u' Morgen Sonntag den 28. Januar, auf der Liebigshöhe Konzert mitTanz 0443 Anfang 8.00 Uhr abends Unser Maskenball findet am Samstag, 10. Februar, in den Räumen des Gesellschaftsvereins statt. 5-:6D feimcto tanjmn d. Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Neue und gebrauchte Klaviere empfiehlt zu günstigen Zahlungsbedingunu en GEORG EBERT, Klaviermaeher Gießen. Lud wigstraße 5part. Tel.2403 8g?d Kein Laden IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIM Niederlassung! Habe mich in Gießen als Natur-Heilkundiger niedergelassen O312 Sprechstunden: Wilhelmstraße 41 pari, von 8 bis 12 und 13 bis 16 Uhr Reinhard Rein Ein gut er Schlaf jeden eine wunderbare Kräftigung. Warum aber können Sie nachts nicht schlafen, warum fühlen Sie sich mott und elend? Weil Ihre Nerven versagen. ff q Doppelherz macht die Nerven widerstondsfä ViMv big u.erhält sie gesund. 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Schetter, Dentist Rrflhl’enhpnnriirkeroi WdCHSTOEMNN^ Q Q Q Q SoforUger Gewinnenlncheid 447 D MM Statt Karten. Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Fritz Schwab und Frau Lina, geb. Grüger Gießen, 28. Januar 1934 Frankfurter Straße 94 0450 ■ Lichtspielhaus, Gießen I Heute und morgen Sonntag: Willy Fritsch, Trude Marlen in J Des jungen Dessauers Wie liebe IAstoriazLichtspiele g Die große Sensation 552 C ■ Ich hin ein entflohener Kettensträflinh. Defektiv K. Gerz Bad-Manheim Kurstraße 17, erleb. alle vertrauliche Privat- und Geschäftsangelegenheiten, wie Auskünfte,Beobachtungen, Er- mittelungen,Beschaffung vonBe- weismaterial in Straf-undZivil- vro;., streng diskret. Svrechft.: 9-12V9u.3-6 Uhr. KW« TECHNIKUM für Ingenieure und Werkmeister BADRANKENHAUSEN Maschinenbau,DektrotaJinik, nugzeug.,Aafo-iildodniasdL-Bdu Eig Flugplatz Billiges Heim i für Reisende und Dauerrnieter Gießen, H.d.Westanlaae 11, Tel. 2378. Schöne,neu hergericht.Zlmmer m. Zentralheiz.,guteVerv ft., Garten. WF R R F DRUCKSACHEN ■ ■ ■» ■■ Brühl'sche Druckerei d. 23 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhesien) 8amrtag, ^7. Januar 1934 feierliche Einholung der Bannfahne derHiiler-Lugend. Die Einholung der neuen Bannfahne der HI. — Während der Feier auf dem Landgraf. Philipp-Platz. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Gestern nachmittag kehrten die Teilnehmer an der großen Fahnenweihe der 342 Hitlerfahnen in der Potsdamer Garmfonkirche nach Gießen zurück Die Teilnehmer brachten die geweihte Fahne des Bannes 116 mit. Schon gegen 17 Uhr klangen die Trommeln und Pfeifen der Hitler-Jugend und die Landsknechtstrommeln des Jungvolks durch die Straßen In Marschkolonnen begaben sich das Jungvolk, die Hitler-Jugend und der Bund deutscher Mädchen mit wehenden Fahnen und Wimpeln nach dem Bahnhof. Dort hatte sich bereits eine stattliche Menschenmenge eingefunden, um Zeuge der Einholung zu werden. Bald stand das Jungvolk im Spalier in der Bahnhofshalle. Kurz nach 18 Uhr wurde die Fahne gebracht Spontan hoben sich die Hände Die Fahnengruppe der Hitler-Jugend setzte sich sodann unter den Klängen des Spielmannszuges an die Spitze, Hitler-Jugend und Jungvolk folgten, und in flottem Marsch ging es nun durch eine Anzahl Straßen Der Bund deutscher Mädchen marschierte auf kurzem Wege nach dem Landgraf-Philipp-Platz Bald darauf'trafen auch die Jungens ein Fackeln wurden entzündet Die Fahnengruppe der Hitler-Jugend formierte sich hinter der Bannfahne. Trommeln und Pfeifen klangen auf, Blechmusik fiel ein, ein Kampflied wurde gesungen, und dann hielt der Bannführer Buß eine kurze Ansprache, in der er an das große Ereignis der Fahnenweihe der Hitler- Jugend in Potsdam erinnerte, den Geilt Friedrichs des Großen aufrief, den Geist jenes Mannes, der der erste Diener seines Staates war, so wie es Adolf Hitler heute für sein Volk sei. Er gedachte auch des Hitler-Jungen Herbert N o r k u s, der am Tage der Geburt Friedrichs d Gr sein Leben ließ und symbolisch großes Opfer verkörpere Hunderte ließen, so wie er, sein Leben für die Bewegung zur Erneuerung des deutschen Volkes, für das Dritte Reich Den toten Helden nachzuleben, fei hohe Pflicht und Aufgabe der Gegenwärtigen, insbesondere der deutschen Jugend. Was sie begannen, müsse nun vollendet werden. „Unsere Fahne soll uns ooranwehen, die Fahne, in die der Adler Friedrichs des Großen als Symbol eingewebt ist Der Geist, den unsere Fahne kündet, möge sich auf uns alle übertragen." Unter Trommelwirbel wurde sodann durch die Berührung der Fahnen der Hitler-Jugend, der Fahnen und Wimpel des Jungvolkes und des BdM. das Gelöbnis der Treue zum Führer und zur Bewegung erneuert Ein weiteres, aus vielen jungen Kehlen frisch gesungenes Lied und ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer beschlossen die Feier Die neue Bann- fahne wurde sodann nach dem Heim der Hitler- Jugend am Asterweg gebracht. Kundgebung der Vauernschast des Kreises Gießen Gestern nachmittag fand im Cafe Leib eine außerordentlich gut besuchte Versammlung der Bauernschaft des Kreises Gießen statt, die von dem Ärei5= bauernfüforer Dörrschuck eröffnet wurde Der Kreisbauernfuhrer hieß die Teilnehmer, insbesondere den Landesbauernführer Dr Wagner und feinen Adjutanten Schönheit herzlich willkommen Sodann ergriff sofort der Landesbauernführer Dr Waqner das Wort zu feinem Vortrag über d i e Bergan- genheitund Zukunft des a g r a r p o l i tischen Apparates. Er führte u a aus. Die neuen Gefetze seien von einschneidender Bedeutung. Mit diesen Gesetzen habe man die Türe aufgestotze für eine neue Zeit Grundlage der Politik und des Staates sei der Nationalsozialismus. Die NSDAP sei eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Was geschehe werde getragen oon Der na- tionalsozialistischen Bewegung Auch der Reich h stand sei eine Körperschaft des öffentlichen R w auf ständischer Grundlage. Die Zuständig ausführenden Organe des Reichsnährstände abgegrenzt Beamte des Reichsnährstand Grundsätze der Bauernpolitik Eten resUo- oerstonden werden Dao im TO.tttld» °°n Juristen und der Geistlichkeit nach D-utschlanv ge brachte römische Rechi habe den Bau l bedräng, Der Bauer habe dageger ->nk°mps-n m , (en. der Kamp, sei immer erfolglos jeroeien ^re Herr oom Stein habe den Bauern sr« mach«, len Auch ihm lei es nickst 'Jobbern' fei der Napoleon zum ein starker Lst^ ve°Lg^w°r?e'n^B.ew B°ü7rns°hne oermehr.en das V'Na/i°na,s°zm.iomus habe °°^Bnuer^n.ckst- versprechen können unö auch t ^erbe Adolf der Hof mit einen-1 SJlay er ieÄau^n H'tler habe bte la d)e fterfen werde einen Tausendmark chem D J^elbanf jn fOn= Unb doch fei man f Ö Aufgabe der Gegenwart niges Land getreten Große Auiga^ve fei es, das "^ue Land zu v Nationalfozialifti- Kompromif e und Konzeilw geht scher Grundsatz sei immer ® vor Eigennutz Ratio s Volkes und des mit dem Herzen die Sache des müffe be= Vaterlandes verfechten Der Kapitalismus im graben fein unb nu Rap Bauerntum Der Kapitalist Y Grundlage bes Hanbelsgegenstanb angesehen, a G ©runb äüM K S’Sä ™ ”■ i™, ihm ... >7" ber Scholle garantiert. Da kann kein artsrem bes, lonbern nor ein ol.es deutsches Bauern- recht die Grundlage jein. Der Führer habe dem Bauernstand viele Rechte gegeben, dafür müsse der Bauer aber auch seine Verpflichtungen erfüllen. Ein Lump dürfe in Zukunft keinenErbhof besitzen. Es seien bisher wirksame Maßnahmen getroffen, um zu verhindern. daß ein Bauernhof versteigert werde. Die Milch- und Eierwirtschaft werde in geordnete Bahnen gebracht, soweit es nicht schon geschehen ist. In der vergangenen Zeit habe man in der Landwirtschaft viele Organisationen gehabt und ebenso viele Beiträge bezahlt Vom 1 April ab werde es für den Reichsnährstand nur noch einen Beitrag geben, der nach bestimmtem Modus festgesetzt und ausgeschlagen und durch das Finanzamt erhoben werde Mit diesem Aufkommen werde dann die Organisation des Reichsnährstandes finanziert, unb bie)es Gelb komme bem gesamten Bauernstanb roieber zugute In unkontrollierbare Hände gelange kein Pfennig. In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner in knappen Umrissen die Organisation des Reichsnährstandes im Reiche unb im Lanbe Hessen, sowie bie Organisation in ben kleineren Einheiten, in ben Kreisen Insbesondre zeigte er babei bie Zuständigkeiten der vier Hauptabteilungen auf und wies babei auf bie hohe Bedeutung der Hauptgenossenschaft innerhalb des Reichsnährstandes hin Wer die befohlenen Maßnahmen nicht durchführe, mache sich strafbar Eine große Aufgabe habe ber Reichsnährstand in ber Ordnung bes inneren Marktes vor sich Die Drbnung bes Milchmarktes werbe mit aller Energie burchgeführt Es gebe in Zukunft nur noch Milcherzeuger. Milchverteiler unb Milchoerbrauche r. Der Bauer fei kein Verteiler Es gehe nicht an, baß der eine Bauer feine Milch zu hohem Preise ab Hof verkaufe, während der andere zum Richtpreis abgebe Butter werde dem Bauern nur in bester Qualität abgenommen Dem Bauern werde empfohlen, Butter nur für seinen eigenen Bedarf herzustellen, bie Milch im übrigen der Molkerei zum Verbuttern zu überlassen. Die Organisierung der Fleischwirtschaft, an der ben Bauern sehr gelegen sei, sei weitaus schwieriger burchzuführen. Hier könnten sich bie Dinge nur langsam entwickeln Es bürfe nichts überstürzt werben In kurzen, gleichnishaften Ausführungen schilberte der Landesbauernführer bann bie Auswirkung bes Reichserbhofgesetzes. insbesondre hinsichtlich der Erhaltung bäuerlichen Besitzes innerhalb der Familie. Der Bauer müsse in Zukunft ber Treuhänber seines Geschlechts sein; er müsse das Blut kom- menber Generationen rauschen hören unb sich diesem seinem Blute verpflichtet fühlen. Adolf Hitler wolle nur das Beste für den Bauern. Aus bevölkerungspolitischen Gründen gelte es, recht viele Erbhöfe zu schaffen Alle Bauernburschen im Alter von 17 bis 21 Jahren würben demnächst in Oberhessen geprüft werden, um festzustellen, wer von ihnen als Siedler in Frage kommen könne. Der Bauer werde dem Führer eines Tages dankbar fein, daß er den Bauernstand gerettet habe Aber nur mit Charakterfestigkeit werde der Reichsnährstand weiter aufgebaut werden können. Jeder anständige Kerl könne Mitarbeiten an der Erhaltung ber^deutschen Bauernkraft. (Lebhafter anhaltender Der Adjutant des Landesbauernführers pg Schönheit sprach bann über bas Reichserbhofgesetz. Seinen Ausführungen sei folgenbes entnommen: Das Bauerntum solle ber Bluterneuerungsquell bes deutschen Volkes sein Das Reichserbhofgefetz werde mit allen Mitteln dafür Sorge tragen, daß der Erbhof der Familie erhalten bleibe Der Boden dürfe nie der Sippe entfremdet werden. Der Eigentümer dürfe in Zukunft mit dem Boden nicht mehr walten und schalten, wie er gerade wolle. Für den deutschen Boden müsse ja auch das ganze deutsche Volk einstehen. So habe das deutsche Volk auch ein Recht darauf, daß der Boden nicht als Ware betrachtet werde. Der Erbhof solle in seiner notwendigen Grundlage unteilbar, unveräußerlich unb unbelastbar fein In feinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Vortragende eingehend mit den einzelnen Bestimmungen des neuen Gesetzes. Er sprach von dem Begriff „Ackernahrung", von der Rolle des Kleinbauern der ebenso viel wert sei wie ber Großbauer, von ben Möglichkeiten ber Schaffung von Erbhöfen, von der unter bestimmter Voraussetzung möglichen Teilung eines Erbhofes, ferner von den Voraussetzungen für einen „Erbhofbauern" und der Versorgung der Abkömmlinge bes Hofes, schließlich noch von ben gerichtlichen Instanzen, bie in Sachen ber Erbhofe zu entscheiden befugt seien. Erst wenn jeber, so schloß der Redner feine instruktiven Ausführungen, den Geist des Reichserbhofgesetzes verstehen lerne, werde allen bie hohe Bedeutung und der Wert dieses neuen Gesetzes ganz klar sein. (Lebhafter Beifall!) Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf ben Führer Adolf Hitler und ben Reichsbauernführer Darre, sowie mit bem gemeinsamen Gesang bes ersten Verses bes Horst-Wessel-Liebes würbe bie Versammlung geschlossen. Dor ber Kundgebung. — Im Bilde rechts der Lanbesbauernsührer Dr. Wagner; in ber Mitte ber Kreisbauernführer Dorrschuck; links ber Abjutant bes Landesbauernführers Pg. Schönheit. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) w 31 i r F- V Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. „NRA" kurbelt japanische Wirtschaft an. kn. Neuyork. Stolz sollte ber Blaue Abler ber wieberkehrenben amerikanischen Prosperity voranfliegen. Die „NRA“, bie wirtschaftliche Belebungsorganifation Amerikas, hatte den Blauen Adler zum Wahrzeichen erwählt. Wo der Blaue Adler leuchtete, sollte jeder, der es noch eben konnte, kaufen, um sich für die Wirtschaftsbelebung einzusetzen So kaufte man benn auch u a eifrigst jene Fischbüchfen, bie auf einmal in großen Mengen auf den Markt kamen. Fisch- büchfen mit schönen blauen Ablern darauf. Konnte es einen würdigeren Fischgenuß geben, als diesen? Die amerikanische Fischindustrie wurde stutzig. Wer warf denn die Blauen-Adler-Fische auf ben Markt? Man ging der Geschichte nach und stellte fest, baß diese Fischlein in Del aus Japan herüberkamen. Gleich nachdem der Blaue Adler zum Symbol erhoben worden war, hatten die Japaner begriffen, daß hier ein Geschäft zu machen sei. Und seitdem prangt ber Blaue Adler nun auf allen Waren, bie jetzt aus Japan nach Amerika kommen Man sagt sogar, die Japaner seien bis heute die einzigen, die an Amerikas Blauem Adler verdient hätten ... Das Recht aufs Betten. tz. Chikag 0. Der Richter Leon Edbington hat soeben ein Urteil gefällt, das zwar den Beifall vieler Tierfreunde finden dürfte, bas aber weniger bem Geschmack ber unmittelbar Betroffenen entsprach. Ein Hundebesitzer war verklagt worben, weil fein Tier burch nächtliches Bellen bie Ruhe ber Anwohner empfindlich störte Darüber empört, verlangten sie durchgreifende Maßnahmen, um das Tier zum Schweigen zu bringen Der Richter aber war anderer Ansicht Er führte in feinem Urteil aus, daß man dem Hund nicht „bas Recht ber freien Meinungsäußerung" nehmen könne. Immerhin hatte er aber doch so viel Einsicht, dem Beklagten „anzuempfehlen", seinen Hund jo abzurichten, daß er feine „Meinung" zu anderen Stunden ausbellen möge. Fragt sich nur, ob ber Hund damit einverstanden ist. Was nun die um ihre Ruhe gebrachten Nachbarn machen werden, davon ist überhaupt nicht die Rebe. Vielleicht nehmen sie bie „freie Meinungsäußerung" nun auch für sich in Anspruch... Selbsthilfe in Peru. (i) fR i o b e Janeiro. „Hilst dir die Behörde nicht, so hilf dir selbst", so dachten die Einwohner des peruanischen Dorfes Tamboraque, bas etwa 100 Kilometer von ber Hauptstadt Lima entfernt im Gebirge liegt Sie rotteten sich eines Morgens, bis an die Zähne bewaffnet, zusammen und stürmten bas nahe Bergwerk, nachdem sie sich schon monatelang in schriftlichen Eingaben und mündlichen Vorstellungen vergebens über die Rauch- und Abgasebelästigung durch dieses Industrieunternehmen beschwert hatten. Die Betriebsleitung hatte bie*fe Eingaben in den Papier- korb geworfen und bie mündlichen Beschwerden mit einem bedauernden Achselzucken abgetan. Die Bauern schlugen in dem Bergwerk nach geglücktem Sturm alles kurz und klein, was nicht niet- und nagelfest war. Sie konnten erst am nächsten Tage durch herbetgerufenes Militär wieder hinausgeworfen werden wobei fünf Personen getötet und zwölf mehr oder weniger schwer verwundet wurden. Aber die Tambvraquer haben vorläufig erreicht, was sie wollten: sie haben derart gehaust, daß der Betrieb des Bergwerks erst in einigen Wochen wieder aufgenommen werden können. Der Briefmarder in der Falle. (—) London. Die Geschichte erinnert an eine andere, bie vor einigen Jahren aus Berlin berichtet wurde und die Runde in der gesamten Weltpresse machte Damals war ein Einbrecher, der bei einem Metzgermeister eingestiegen war, beim Verlassen des Tatortes aus einem engen Fenster, von einer gestohlenen Wurst, die er sich um den Hals geschlungen hatte, erdrosselt worden Ganz so schlimm ist die Sache für Freddy Marlingue ja nicht ausgelaufen, aber immerhin ... In einem kleinen Städtchen in ber Nähe von ßeebs machte man vor einigen Wochen bie unliebsame Entdeckung, baß in ben Abendstunben regelmäßig bie öffentlichen Briefkästen von einem unbekannten Diebe geplünbert würben Man stellte Wachen aus, unb siehe ba: bie Diebstähle horten auf. Kaum aber hatte man bie Posten zurückgezogen, ba erschien ber geheimnisvolle Briefmarder wieder auf dem Plane Vergebens war die Polizei hinter ihm her, — bis eines Abends aus einer Seitenstraße ein klägliches Hilfegeschrei ertönte. Man eilte hinzu unb fand ben vierzehnjährigen Schüler Frebdy Marlingue, wie er sich unter gellendem Wehgeheul vergebens bemühte, seinen rechten Arm, ber bis 3um Ellenbogen in einem Briefkastenschlitz steckte, wieder herauszuziehen. Ein plötzlicher Muskelkrampf hatte dafür gesorgt, daß der Briefkasten wie eine Falle wirkte. Die Polizei mußte erst einen Schlosser herbeiholen, ber ben (übrigens bei ben verzweifelten Befreiungsversuchen zweimal gebrochenen) Arm des Uebeltäters aus bem Briefkasten herausfeilte. Ein Hund verhindert Eheglück. (—) Liverpool. Die sprichwörtliche Treue bes Hundes ist ber rührendste Charakterzug dieses vierbeinigen Freundes der Menschen. Daß das aber auch einmal zum Bösen ausschlagen kann, lehrt das tragikomische Erlebnis des jungen Mister Smole in Forest Hill in England. Mister Smole wollte die Erwählte seines Herzens zum Altar führen. In prächtigen Kutschen fuhren Brautpaar, Verwandte und Gäste zur Kirche, in der der feierliche Akt vor sich gehen sollte. Aber in bem Augenblick, als das Brautpaar den Wagen am Kirchenportal verließ, passierte das Unglück. Der Schäferhund der Braut, ein mächtiges, sehr anhängliches Tier, war unbemerkt vom Hause der Braut aus bem Wagen gefolgt unb fiel nun, als ber Bräutigam seine Zukünftige aus ber Kutsche hob, über biefen her, warf ihn zu Boden, zerriß ihm ben funkelnagelneuen Hochzeitsanzug unb biß ihn in bie Wange. Blutüberströmt und bewußtlos mußte ber Aermfte ins nächste Krankenhaus gebracht werben. Unb ba trotz dieses Vorfalls feine Braut sich weigerte, sich des Hundes zu entledigen, hob Mister Smole die Verlobung auf. Giftmord und Blutrache in Belgifch-Kongo. z. Brüssel. Kaum haben die belgischen Behörden dem Unwesen der berüchtigten „Panthermenschen" ein Ende bereitet, bie, mit eisernen Krallen bewaffnet, Eingeborene überfielen und ermordeten, da wird schon wieder von neuen Greueln im Lande berichtet Diesmal handelt es sich um eine Giftmordseuche unter den verschiedenen Stämmen, und stets steht tm Mittelpunkt dieser Mordtaten ein Medizinmann. Im Westen des Landes probierte ein Medizinmann an 16 Mitgliedern seines Stammes ein neues Pfeilgift aus Das neue Gift kann angesichts ber Tatsache, baß alle 16 in bie ewigen Jagdgründe eingingen, wohl kaum als unwirksam bezeichnet werden. Einer anderen Giftmordaffäre sind die Behörden beim Sokele-Stamm auf die Spur gekommen. Dort hat der Medizinmann des Dorfes Kayoyo sich zum willfährigen Helfer und Instrument der Blutrache gemacht und gegen Bezahlung unb Geschenke sieben (Stammesmitglieber durch Gift vom Leben zum Tobe beförbert. Das Gift hatte er ihnen in Speisen beigebracht. Der siebenfache Mörder konnte in seiner Hütte überrascht unb gefangen werden. Dreistigkeit. (i) Marseille. Eine Milchfrau mit ihrer Tochter fuhr mit der Einnahme voa Marseille nach ihrem in der Nahe gelegenen Wohnsitz, als plötzlich hundert Meter von ihrem Heimatsort entfernt drei Männer auf das Wägelchen zusprangen und die beiden Frauen anfielen. Hätten sie den „heißen" Empfang erwartet, mit dem sie begrüßt wurden, so hätten sie sich die Geschichte wahrscheinlich anders überlegt. Das junge Mädchen, Fräulein leone, riß nämlich kurzentschlossen einen Revolver aus der Tasche und feuerte mehrere Male, wobei der eine Bandit einen Bauchschuß abbekam; seine Kameraden packten ihn auf, und alle zusammen verschwanden. Damit könnte eigentlich auch die Geschichte zu Ende sein, aber es kommt anders. Die beiden Frauen drehten nämlich ihr Rößlein in Richtung Marseille und fuhren zur Polizei, um dort Anzeige zu erstatten. Und als sie bei der Polizei anlangten, fanden sie den Raubgesellen, der dort mit edler Dreistigkeit ein Klage- lieb sang und um Aufnahme in ein Krankenhaus ersuchte. Die „Aufnahme" ins Krankenhaus wurde ihm auch zuteil, wenn auch ein bißchen anders, als er es sich wohl vorgestellt hatte, denn er war kein freier Mann mehr und der „Ausgang" aus dem Spital dürfte sich etwas unangenehm gestalten. Der Liebhaber im Müllkasten. ad. Rom. Daß eine Küchenfee beim Nahen der gestrengen Herrin ihren Schatz versteckt, soll häufiger vorkommen. Selten aber wählt sie dazu wohl einen so ungeeigneten Platz, wie die schwarzäugige Römerin Rosa es tat, als sie ihren Oleandro in besagtem Notfall in einer Kiste verbarg, die dazu bestimmt war, Abfälle aufzunehmen. Kaum hatte sich der Deckel der Kiste über dem Unglücklichen geschlossen, als die Hausfrau in die Küche trat. In ihrer Begleitung erschien ein baumlanger Lastträger, der schadhafte Möbel und altes Gerümpel fortschaffen sollte. Nachdem er sich zwei dreibeinige Küchenstühle aufgeladen hatte, wies die Hausfrau auf die Kiste in der Ecke: „Der Inhalt ist auf den Müllhaufen zu werfen!" Rosa verfärbte sich. „Lassen Sie mir die Kiste", jammerte sie. Aber die Hausfrau ließ sich nicht er-1 weichen. Nach einigen vergeblichen Bemühungen gelang es dem Lastträger, die merkwürdig schwere Kiste aufzuheben. Aber dann schwankte sie auf dem Buckel des Mannes plötzlich hin und her, um schließlich unter einem Entsetzensschrei der Köchin zu Boden zu stürzen. Der Anblick des jugendlichen Paares, als Oleandro staub- und aschebedeckt unter den Trümmern hervorgekrochen kam, war so jammervoll, daß die Herrin die Missetat bald lachend verzieh. Der Mann, der fliegen lernen wollte. rb. B uda p e st. Aus der ungarischen Ortschaft Mako, die ihrer Zwiebeln wegen bekannt ist, wird folgende Geschichte berichtet: Der Kesselschmied Peter Farkas hatte in Erfahrung gebracht, daß der Ortsbarbier Josef Sze- kula für sein Leben gern Flugzeugführer werden wollte. Wie immer in Geldverlegenheit, eilte der Kesselschmied schnurstracks zu Szekula, berief sich auf ausgezeichnete Beziehungen zur ungarischen Fliegerschule und erbot sich, dem Wackeren gegen Erstattung des lächerlichen Betrages von 25 Pengö einen Fliegerausbildungskursus zu vermitteln. Der Barbier zahlte. Als Szekula nach drei Wochen beim Kesselschmied vorstellig wurde, warum denn noch kein Bescheid eingetroffen sei, vertröstete Farkas ihn damit, daß die Berufung zur Ausbildung in den nächsten Tagen erfolgen werde. Und dann, „weil es sich so gut traf", nahm er dem Barbier weitere 16 Pengö ab, um ihm ein Fernrohr und eine Flugkarte zu beschaffen, — selbstverständlich zu ermäßigten Preisen. Der Barbier zahlte gern, weil angeblich ohne diese Gegenstände kein Sterblicher die Schwelle der Pilotenschule überschreiten dürfe. Aber damit nicht genug, führte der Kesselschmied den Barbier zu einem Professor in eine Klinik, um ihm eine Bescheinigung seiner Tauglichkeit für den Fliegerberus — gegen ein Extrahonorar von 25 Pengö an den Kesselflicker, das versteht sich — zu beschaffen. Der hoffnungsvolle Barbier wurde auch als für den Fliegerberuf geeignet befunden. Als dann aber von der Fliegerschule der lakonische Bescheid eintraf, daß er grundsätzlich als Flieger weder ausgenommen noch aus- gebildet würde, soll es auf der zuständigen Polizei- wache zu einer Szene gekommen sein, in dessen Verlaus die Revierbeamten einem Lachkrampf zu erliegen drohten. WrelinnenlehWNgöberMttersWuWarvm des Verbands evangelisch-kirchlicher Frauenvereine in Hessen. Oer zweite Tag -es Lehrgangs wurde mit einer Andacht von Pfarrer Wahl (Lang-Göns) eingeleitet. Ausgehend von dem Bibeltext Johannes 4, Vers 4 bis 14 sprach Pfarrer Wahl den Wunsch aus, wie Jesus uns in seinem Wort lebendiges Wasser gereicht habe, so möchte auch den Tagungsteilnehmern durch die Tagung ein Trunk lebendigen Wassers gereicht sein. Sodann behandelte Frau Lic. Führer (Potsdam) das Thema „M ütter und Töchter". Die Rednerin ging zunächst auf das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern ein und sprach davon, daß bei Zerwürfnissen zwischen beiden Teilen die Schuld nicht nur auf der Kinder Seite gesucht werden solle, vielmehr sollten die Eltern darüber nachdenken, was sie an der Erziehung der Kinder versäumt hätten. Vor allem solle in der Kinderstube die Atmosphäre der Wahrheit und Klarheit unbedingt herrschen, namentliche müßten in den Entwicklungsjahren alle Schwierigkeiten in gegenseitigem Vertrauen behandelt werden. Mit allen Fragen, die das junge Gemüt in dieser Zeit belasteten, müßten die Kinder zu ihren Eltern kommen können. Namentlich habe die Mutter die Pflicht, ihre Heranwachsenden Töchter zu der Heiligkeit des Lebens hinzuleiten, Leib, Seele und Geist reinzuhalten für die großen Aufgaben der Mutterschaft. Die Mutter müßte die Tochter darauf Hinweisen, welche Heiligkeit Gott in ihrem Frauentum gegeben habe. Es sei viel ;e- rer, vom Leben erzogen zu werden, als von fu.ior= genden Eltern Wenn > ' vergangenen Jahrzehnt sich die Menschen der H 'feit der Ehe bewußt gewesen wären, hätte der Gedanke an die Kameradschaftsehe nicht aufkommen können. Leider gäben auch heute noch viele Mütter ihre Kinder ohne jedes Verantwortungsgefühl in die Ehe. Unsere Mütter feien* mit ihrer Erziehungsarbeit dem Leben, dem Volk und Gott verantwortlich. Im Anschluß an diesen Vortrag sprach Frau Pfarrer H o fm a n n - Ossenheim über das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter, anknüpfend an das Wort: „Erzieht einen Knaben, und ihr gewinnt eine Persönlichkeit, erzieht ein Mädchen, und ihr gewinnt eine Familie." Die Rednerin sprach davon, daß jedes Kind ein Gedanke Gottes fei. Wir könnten die Kinder nicht immer formen, wie wir wollten. Bei der Erziehung dürfe Liebe nicht Weichlichkeit werden, denn das Leben greife die jungen Menschenkinder hart an. Wie man dem jungen Baum, damit er gerade wachse, eine Stütze gebe, so bedürften auch unsere Töchter einen festen Halt, den sie in der Mutter finden müßten. Kinder müßten immer dessen bewußt sein, daß ein paar gütige Mutteraugen über ihrem Tun und Treiben wachten. Der Nachmittag war organisatorischen Fragen gewidmet. Oer dritte Arbeitstaa, der Donnerstag, wurde mit einer Andacht von Pfarrer D. Jeep (Potsdam), Relchsgeschäftsführer der Evangelischen Frauenhilfe, über Johannes 13 „Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebet, gleichwie.. " eingeleitet. In feiner Andacht führte er u. a. aus, daß die göttliche Liebe so unendlich verschieden von menschlicher Liebe sei. Wir Menschenkinder müßten das neu gegebene Gebot der Liebe mehr anwenden, damit der Liebe me>hr werde. Pfarrer Jeep behandelte sodann das Thema „Aufgaben der F r a u e n h i l f e". Er sprach davon, daß unsere Frauenhilfe m dem von Adolf Hitler geschaffenen Staat einen festen Standort Oie Hexenjacke. Ei n Märchen von Hans Friedrich Blnnck. Da liegt eine alte Jacke am Weg, dicht vorm Hexenhaus. Kommt ein Dieb des Weges, sieht die Jacke, legt sie sich an — weg ist er! Nur die Jacke liegt wieder, wo sie eben gelegen hat. Kommt ein unredlicher Rats schreib er des Wegs, besieht sich die ö^ht sie sich über — weg ist er! Kommt der döse Verlocker selbst vorbei, ein rechter Junker Hah- nenstolz, grinst, weil er weiß, warum die Jacke am Wege liegt, denkt, ihm könne sie nichts tun und hängt sie sich über die Schulter. Hui, ist auch er im Hexenkeller. Endlich schnürt ein Fuchs vom Acker herüber, sieht die Jacke liegen, umwittert sie und steckt nur eben einmal den Kopf drunter — weg ist er. Nun haben sich schon viele Leute im Hexenhaus emgefunben, bie alle bie Jacke nur eben hatten an- probieren wollen. Da fährt als Letzter Reineke Fuchs bazwischen. Er sieht sich verbutzt im Keller um, stellt sich unter bas Licht, um zu sehen, wen es mit ihm betroffen hat, unb fängt an zu grinsen, wie er ben Teufel sieht. „Na, Freunb", sagt er, „wenn ich schon bei ben Dummen bin, so bin ich dych nicht in schlechter Gesellschaft!" Der Verlocker ist ärgerlich, baß man ihn erkennt, und noch ärgerlicher, baß man über ihn lacht. Aber was soll er machen? Er hat schon hunbert böse Sprüche hergebetet, aber noch hat ihm keiner aus bem Keller hinausgeholfen. Vielleicht weiß ber Fuchs einen Rat? Gerabe ba kommt die Hexe selbst vorbei, stellt sich ans Fenster unb zählt, ob alle Leute, bie sie gefangen hat, beieinander finb. „Hör mal, junge Frau", polterte ber Böse, „bas finb aber schlechte Sitten, bei mir hast bu bich geirrt." „Gefangen ist gefangen", sagte bie Hexe, sie hat nicht viel Mitleib mit ihrem Herrn unb Gebieter. Der Teufel wirb kleinlaut. „Nachbarin", sagt er, „das kann doch gewiß nicht dein Wille sein." Und er murmelt etwas von Erkenntlichkeit und dergleichen. Aber der Hexe ist bas heute gleichgültig. „Gefan- aen ist gefangen", sagt sie roieber unb zählt bie Leute ab. Kommt ber Fuchs ans Hexengitter. „Schöne Jungfer", sagt er, „was will Sie mit einem armen Balg, wie ich ihn habe." Jrtein", sagt bie Hexe, an feinem Balg läge ihr nicht Diel, aber an seinem Fell. Unb bann geht sie weiter. Nun, bie Herren im Keller schelten schlimm hinter ihr brein, aber bas hilft ihnen gar nichts. Niemand weiß zu helfen und die Stunden gehen eine wie die andere. Schließlich langweilen sie sich, es kommt kein neuer Herr mehr hinzu, unb bie Gefangenen versuchen sich bie Zeit zu vertreiben. Zuerst erzählen sie einanber allerlei Lügen unb unwahre Dinge, bas geht bis zum Abenb. Danach spielen sie im Scherz Gericht miteinanber, ber Verlocker kennt ja jedermanns Sünden. Grade haben die Herren Reineke beim Kragen, halten ihm alle bösen Taten vor unb sprechen ihm wegen seiner schlimmen Räubereien unb Diebessachen bas liebe Leben ab. Da kommt bie Hexe roieber vorbei. „Was ist hier benn los?" fragt sie neugierig. „Ach", sagt ber Böse, „mir haben eben ben Fuchs zum Hängen verurteilt unb haben keinen Strick unb keinen Galgen in beinern Keller. Willst du uns nicht helfen?" Er sagte es halbhin im Spaß, aber der Hexe wäre es nicht unlieb, wenn ein anderer ben Fuchs henkte, sie will nur fein Fell haben unb hat Furcht vor feinem Fang. Ja, meint sie beshalb, zu einem Galgen könnte sie ben Herren wohl verhelfen. In ihrem Garten ftänbe eine schöne alte Eiche, baran könne man so viele Leute aufhängen, wie man nur wolle. Aber sie müsse erst einen Kreis von Gänsefüßen barumlegen, bamit keiner von ben Gefangenen entwische. Die Herren finb bamit ehwerftanben, jeher hofft vielleicht, baß er ber Alten boch ein Schnippchen schlagen wirb. Sie spielen ihren bösen Scherz also weiter, nehmen ben Fuchs wie einen armen Sün- ber in bie Mitte unb als bie Hexe bie Tür aufmacht unb einen Strick hereinwirft, binben sie Reinke bie Läufe auf ben Rücken unb ziehen mit ihm in den Garten hinaus. Aber so viel sie auch versuchen, über den Kreis ber Gänsefüße hinauszuge- raten, es gelingt keinem von ihnen. Die Hexe hat gut vorgesorgt. n "Nun macht aber rasch", sagt die Alte, „bei mir ftept em Topf auf bem Feuer, ich will bas Fuchsfell bis heute Abenb gerben." Meister Reineke lacht mit, aber bie Sache wirb 1 ec unheimlich, er weiß nicht recht, wo ber Spaß aufhort unb ber Ernst beginnt. x 3?ert£. sei ult unb tauge nicht, knurrt er Deshalb. Wenn er hänge, wolle er richtig hängen unb nicht an einem Tau, bas reißen könne. Cr solle es nur barauf ankommen lassen, rät bie Hexe. Die Leiter fei auch nichts Rechtes, schilt er weiter, zuklettern nur ^"mal vormachen, ba hinauf- Aber bie Alte grinst unb hütet sich, ihm etwas vorzumachen. Und ein letztes Vaterunser steht ihm frei, murrt Reineke unb will ein Gebetbuch haben. Ader bie Hexe hat fein Gebetbuch, sie Sneint, es ginge auch ohnebem. Da legen sich aber alle Herren ins Mittel. Ein Gebet, meinen sie, sei bas Recht eines jeben Verurteilten, unb sie seien für ben orbentlichen Eingang bes armen Sünbers verantwortlich. Aber von biefen Sünbern hat wirklich keiner ein Büchlein zur Hanb. Wenn es kein Gebetbuch gäbe, sagte ber Fuchs schließlich, so hätte er boch ein Recht auf bie Beichte, aber in diesem Kreis sähe er keinen würdigen Herrn dem er beichten könne. Die Richter erheben ein lautes Murren, feiner will schlechter als Meister Reinefe fein. Wie es nun gerade so weit ist, fommt draußen der verwunschene Küster des Wegs. Er sieht nicht gleich die Versammlung im Garten, er sieht nur die Hexenjacke, hebt sie auf, dreht sie um und schiebt einen Aermel über — bautz, sitzt er auch im Keller und krabbelt gleich schimpfend durch das offene Loch in den Garten hinaus. Und das schlimme Weib lacht aus ihren alten Zähnen, daß just dieser als Letzter in ihre Jacke hat fahren müssen. Nun könne er ja beichten, sagt sie zu Reineke, das träfe sich prächtig. Ja, ja, sagt der Fuchs scheinheilig, gewiß habe es der Himmel gewollt, daß er nicht ohne Vergebung das Leben verlasse. Nun hätte die Hexe ja acht geben sollen, benn auf, über unb unter ber Erbe finb ein starkes Dreieck, bas sogar ihre Kunst nicht so leicht überroinben kann. Ihr schwant auch nichts Gutes, sie hütet sich, Fuchs, Küster unb Teufel zu nahe zu kommen unb hält sich hinterm Zauberkreis. Aber sie will auch ihren Spaß an ben Dingen haben. Der Fuchs hat nämlich schon begonnen mit reuigem Gesicht bem unholben Küster etwas ins Ohr zu flüstern. Unb ber hört ihn an, aber er macht dabei solch spitzes Gesicht, daß alle Leute aufhorchen und auch gern etwas davon erfahren hätten. Und Reineke sieht immer zerknirschter aus, während er beichtet, der Hals der Zuhörer wird immer länger, unb auch ber Teufel neigt sich hinzu unb tut, als fei es minbeftens etwas von einem ungeheuren Schatz, was er ba vernimmt. Unb alle Leute brän- gen sich hinzu unb nicken unb hören zu unb schlagen bie Hänbe zusammen unb seufzen unb ziehen bie Stirn kraus. Und am Ende kann das alte Hexenweib feine Neugier nicht ganz lassen, es beugt sich weit über, um zu erhorchen, was ber Fuchs verrät. Wenn sie ihn gefangen hat, benft sie, will sie auch gewinnen, was er noch an Geheimnissen weiß. Gerabe barauf haben bie Herren aber nur gewartet. Kaum hat die Frau in ihrer Gier den Köpf gefunden habe und daß jetzt befondere Ausgaben ihrer Erledigung durch die Frauenhilfe harrten. Dr. Martin Luther habe schon vor 400 Jahren erkannt, daß ber einzelne Mensch nicht so, wie er es wolle, leben könne, sondern daß er sich in die Gemeinschaft einfügen und der Obrigkeit unterordnen müsse. Unser Volkskanzler Adolf Hitler habe mit seinem Werk, bas heute alle Volksgenossen umfasse, erreicht, baß sich alle in bas Ganze einfügen müßten, nur ber Wille bes Staates gelte. Staat fei eine Ordnung Gottes auf der Grundlage der Zucht. Aber der beste Staat könne nicht allein genügen, denn Gott habe uns außer dem Staat auch fein Evangelium durch Christus gegeben. Aufgabe der Frauenhilfe fei es, jeglicher Entartung der Religion entgegenzutreten. Alles Irdische sei Stückwerk, Vergänglichkeit stehe über allem. Die Erlösung von menschlicher Schuld und aus ber Macht bes Tobes aebe uns kein Staat, sondern nur Christus. Die Aufgabe der evangelischen Kirche im Dritten Reich bestehe darin, die Botschaft von Christus hinein in das Volk, hinein in jede Familie zu bringen. Starke Christen feien die besten Nationalsozialisten und die besten Volksgenossen. Wir Christen bejahten ben neuen Staat, weil Gott uns hineingestellt habe. Unsere besondere Aufgabe sei es, uns gegenseitig zu dienender Liebe zu erziehen. Der erfreuliche neue äußere Aufbau unseres Volkes bedinge aber auch den inneren Aufbau, der durch Bibelarbeit gefördert werden könne. Im Mittelpunkt unserer Arbeit solle das Gebet stehen. Frau Heraeus dankte in herzlichen Worten dem Redner und wünschte, daß die Arbeit ber Tagung fruchtbringenb gewesen sein, unb baß bas Gehörte noch lange in ben Herzen nachklingen möge. Frau Kreuber (Gießen), bie Kreisvorsitzende bes Kreisvevbandes Gießen der Evangelisch-kirchlichen Frauenhilfe, dankte dem Hauptvorstand für bie Durchführung des Lehrgangs. Der Führerinnenlehrgang klang aus in ber Verbandsversammlung der bem Hauptverband angeschlossenen ober hessischen Evangelisch-kirchlichen Frauenvereine, die am Donnerstagnachmittag im Cafe Leib abgehalten wurde unb aus ollen Teilen Oberhessens außeror- bentlich stark besucht war. Mit bem gemeinsam gesungenen Choral „Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort..wurde die Hauptversammlung eröffnet. Frau Heraeus (Offenbach), die hessische Der- bandsvorsitzende, grüßte alle Mitglieder herzlich. Sie teilte u. a. mit, baß im neuen Reich bie Arbeit ber Frauenhilfe Unterstützung finde, denn zu ben großen Aufgaben, Dienst in ber Familie, Dienst in ber Gemeinde und Dienst im Volke, könne man auf die Mitarbeit der konfessionellen Verbände nicht verzichten. Pfarrer D. Jeep (Potsdam) Hielt sodann einen Vortrag über bas Thema „Die volksmissionarische Verantwortung der evangelischen Frau in ber Gegenwart". Er sprach u. a. bavon, baß bie Arbeit ber evangelischen Frauenhilfe eine volksmissionarische ^enbung sei. Diese bestünde darin, daß wir einerseits in den Dienst des Staates, anderseits auch in den Dienst ber Kirche gestellt seien. Dolksmission müsse im eignen Herzen anfangen. Unsere doppelte Aufgabe sei groß. Die volksmissionarische Aufgabe der Frau beginne im engsten Kreise, zuerst in der Familie. Welchen Schatz gebe man Kindern mit, die zu Hause beten gelernt hätten! Wie mancher verirrte Mensch habe sich schon heimgefunden an dem Band, das bie Mutter durch das Gebet in ber Jugend um ihn geschlungen habe, wie manchen zurückgehalten vom Unrecht! Die Welt merke es wohl nicht, aber Volker würden mit dem Gebet erobert und erhalten. Nur diejenigen würden staatliche Ordnung halten, die ihre volksmissionarische Sendung oerftanben hätten. Wenn jeder an seinem Platz die volksmissionarische Arbeit erfülle, erst am eigenen Herzen, bann in ber Familie unb zuletzt am Volke, bann mürbe Gott mit uns gehen und unser Volk erhalten: Ohne den Herrn sei alles umsonst — mit Gott alles — ohne Gott nichts! Auch darin fei unser Führer und Volkskanzler Adolf H i 11 e r uns Vorbild durch feine tiefe Ehrfurcht vor Gott. Nach kurzer Paufe sprach Frau Lic. Führer (Potsdam) an Stelle der erkrankten Reichsführerin des Mütterdienstes der Evangelischen Kirche über „Mutter und D o l k". Anknüpfend an bie Worte des 68. Psalms „Gebt Gott bie Macht..., unb er wirb bem Volke Macht unb Kraft geben" führte bie Rebnerin u. a. aus, baß uns im Dritten Reich bret Worte „Erbe, Blut unb Mutter" verheißungsvoll aufhorchen ließen. Von Erde, Blut unb Mutter gehe ber Strom des Lebens in unser Volk hinein. Be- sonbers gefährdet im vergangenen Jahrzehnt fei die Mutter gewesen. Der marxistische Staat habe in der Frau nur die Wählerin unb Parteigenossin gesehen. Die Frauen aber brauchten Stätten ber Ruhe unb bes Friedens, damit sie ihrer höchsten Ausgabe", gute Mütter ihrer Kinder zu fein, gerecht werden könnten. Die Mutter solle den Kindern Macht, Schutzwall und Heimat sein. Wie verhängnisvoll wäre es für ein Kind, wenn es im Elternhaus nicht stimme! Die Mutter müsse sich in aller Not im Gebet Kraft holen. Der Mann müsse von ber Arbeit heimkehren können an eine Stätte des Friedens, die Frau solle dem Hause Seele fein. Jede Mutter unb Frau sei dem Führer und Gott verantwortlich, benn ber Führer bekenne: „die Mutter ist bie beste Staatsbürgerin". In bie Seele bes Kinbes senke bie Mutter die Kraft Gottes, und wenn ein Volk sich zu Gott bekenne, bekenne sich auch Gott zum Volke unb werbe bas Volk bergauf führen. Deshalb solle man eingedenk sein des Psalm- Wortes: „Gebt Gott die Macht..., unb er wird dem Volke Macht und Kraft geben". Den Dank der Versammlung stattete Frl. Wahre n b o r f (Alsbach a. b. Bergstraße), bie Geschäftsführerin des Hessischen Hauptverbandes, ab. Dekan Gußmann (Lollar-Kirchberg) wünschte, daß von der Tagung reicher Segen in unser Volk ausgehen mochte. Mit gemeinsam gesungenem Choralvers sand die arbeitsreiche Tagung ihr Ende. Oberheffen. Schwerer klnglücksfall auf -er Bahnstrecke Gießen —Gelnhausen. L i ch, 27. Jan. Gestern gegen 14.15 Uhr ereignete sich auf der Reichsbahnstrecke Gießen—Gelnhausen, auf Posten 14 unweit von Lich ein schwerer U n- glückfall. Die Ehefrau des dort wohnhaften Reichsbahnbediensteten Heinrich Franz wurde auf offener Strecke vom Zug erfaßt unb heftig zur Seite gefchleubert. Die bebauernsroerte Frau erlitt hierbei schwere Verletzungen u. a. auch einen Schäbelbruch, so baß sie sofort in bie Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werben mußte. Die Ursachen bes Unfalles finb noch nicht völlig geklärt. Die Frau ist Mutter von zwei Kin- bern unb steht im 41. Lebensjahr. Bauerntag in Nidda. X. N i b b a, 26. Jan. Der Verein ehemaliger Landwirtschafts-Schüler Nidda- Schotten hatte zu einem Bauerntag dahier in der Turnhalle eingeladen. Landwirtschaftsrat G r a eb e r sprach zunächst über „Sortenfrage n". In bem Vortrag wurden wertvolle Winke über ben Anbau von betreibe- arten gegeben, Vorzüge und Mängel einzelner Arten angeführt. Weiter sprach der Redner in längeren Ausführungen über Kartoffelanbau. Als besonders gute Speisekartoffeln gelten immer noch die Sorten Industrie, gelbe Frühe und Odenwälder Blaue. Reicher Beifall lohnte den Redner. Am Nachmittag sprach der Adjutant des Landes- bauernführers, Landwirtschaftsassessor Dr. Schönheit, über „D a s Erbhofgesetz und seine Ausführungsbestimmungen". Der Redner wies dabei falsche Gerüchte über das Gesetz als unwahr und unsinnig zurück, betonte, daß mit diesem Gesetz nur dem Bauerntum gedient werde, unb schilderte sodann die bedeutsamen Grundsätze dieser Neuordnung. Die Versammlung dankte dem Redner mit starkem Beifall. in ben Kreis gesteckt, schnappt Reineke wie unversehens nach ihrem Halstuch, baß sie einen Schritt nach vorn tun muß. Unb im gleichen Augenblick fahren Teufel unb Küster über sie her, bie Hexe fällt mitten ins allerfchlimmste Dreieck, kein Vaterunser kann sie mehr sprechen. Das hatte sie von ihrem bösen Leben unb von ihrer bummen Neugier. Aus war es mit bem Spaß über bie Gefangenen aus ber verzauberten Jacke, schon griffen Teufel unb Küster zugleich nach ihrer auffahrenben armen Seele. Aber über bie Beute ist es beinahe noch zum Streit gekommen, ber Böse unb ber Küster finb einanber immer noch roibrig gesonnen. Es ist schließlich so ausgegangen, baß ber Böse sich hat zufrie- bengeben müssen, bie Jacke zu erben, ber Küster hat bie Seele bekommen — er hofft, baß sie ihm einmal angerechnet wirb — unb ber Fuchs hat sich ben Keller einrichten bürfen. Da haust er noch heute und Kind und Kindeskinder haben sich seitdem daran gewöhnt, unter der Erde zu Haufen. Schiffahrtssignale durch Lautsprecher. Ingenieure des Marine-Ministeriums von Kanada haben Pläne über einen elektrischen Mechanismus fertiggestellt, der eine Wasserstands-Anzeige durch Radio in den Schiffahrtsstratzen ermöglichen soll. Der erste Apparat wird demnächst bei Cap ä la Noche im St. Lorenz-Strom, an einer ber flachsten Stellen ungefähr 70 Kilometer östlich von Quebec aufgestellt. Das wirb bie erste Einrichtung biefer Art überhaupt sein. Der Wasserstanb ist bei Cap ä la Roche wegen ber Gezeiten starken Schwankungen unterworfen, die oft mehrere Meter betragen. Eine genaue Kenntnis ber Tiefenoerhältnifse in ber Fahrt- rinne ist für bie Kapitäne ber auf bem Strom Der* kehrenben Schiffe aber unbebingt notroenbig. Bisher ist ber Wasserstand durch optische Warnungszeichen angegeben worden. Inzwischen hat das Marine-Ministerium aber Versuche mit bem elektrischen Apparat mit ßautoerftärfung angefteüt, ber eine genaue Messung bis auf ben Zentimeter sichern soll. Nach bem oorliegenben Projekt soll ber Mechanismus mit einem Tiefenanzeiger so oerbunben werden, daß jeweils beim Steigen ober Fallen bes Wassers ein bestimmter elektrischer Kontakt ausgelöft wirb, roorauf bie Anzeige ber erfolgten Messung burch Nabio geschieht. Sobalb ber Wasserstanb bas Nioeau von 8 bis 9 Metern zu unterschreiten beginnt, werben bie Kapitäne ber auf bem St. Lorenz-Strom oerkehrenben Schiffe burch laute Signale auf bie befonberen Tiefenoerhältnifse aufmerksam gemacht. Der oerroenbete Tonoerstärker soll es ermöglichen, daß bie Melbung in einem Umkreis bis 100 Kilometer hörbar ist. Landkreis Wietzen. X Wieseck, 26. Jan. In unserer Gemarkung, und zwar in den Distrikten „Badenburger Wäldchen", „Heide" und „Hölzerner Brunnen", fand gestern eine Holzversteigerung, vornehmlich von Brennholz, statt. Es wurde gezahlt für den Raummeter Buchenscheit 9 bis 10, Eichervscheit 4 bis 5.50, für Fichtenjcheit 3, für Kiefernscheit 5 Mk. Für den Raummeter Buchenknüppel 7 bis 8, Eichenknüppel 3,50 bis 4, für Fichtenknüppel 3 und für Buchenreiser 1,50 Mark. Für das Stück Fichtenderbstangen 1. Sorte 1, 2. Sorte 0,80 und für die 3. Sorte 0,60 Mark das Stück. Der Raummeter Eichennutzscheit kam auf 9,50 Mark. <£ Lollar, 26. Jan. Dieser Tage hatte die Sängervereinigung Lollar ihre Jahresversammlung in das Vereinslokal „Zur Linde" einberufen. Bürgermeister Wagner gedachte nach kurzem Rückblick aus das ereignisreiche Jahr 1933 der verstorbenen Mitglieder Forstwart Fuchs, Sattlermeister E s p i ch und Dentist Becker in üblicher Weise. Zum neuen Vereinsführer wurde einstimmig Sangesbruder Erich E s p i ch gewählt. Dieser dankte Bürgermeister Wagner für die bereitwillige Uebernahme der ihm vor einigen Monaten bis zur Generalversammlung angetragenen Vereinsführung. Der Verein wird dem Gemeindeoberhaupt für die geschickte Führung des Vereins Dank wissen. Für über 25jährige Tätigkeit im Vorstand wurden folgende Sänger zu Ehrenvorstandsmitgliedern ernannt: Hch. B i e r a u , Hch. E s p i ch , Adam K r e u t e r und Joh. Dietz. Ferner ehrte der Verein die Sänger Otto Lynker und Hch. K o o b für über 25jährige Sangestätigkeit durch Ernennung zu Ehrenmitgliedern. Nach Erledigung verschiedener interner Angelegenheiten schloß die Versammlung mit dem Deutschlandlied und mit dreifachem Sänger-Heil auf Reichspräsident von Hindenburg und Volkskanzler Adolf Hitler. * Daubringen,26. Jan. Die Ortsgruppe der NSDAP., veranstaltete dieser Tage den ersten diesjährigen Schulungsabend in Verbindung mit der Ortsgruppenversammlung der Ortsgruppe Mainzlar-Daubringen-Stau- fenberg. Ortsgruppenleiter Pg. Schroth gab zunächst Anordnungen der PO. bekannt. Sodann erfolgte die Einführung des neuen Schulungsleiters, Pg. C r ö n i g e r. Der Schulungsleiter gab zunächst einen Ueberblick über Organisation, über Inhalt und Zweck der Schulungsarbeit, die sich nicht nur an die Parteigenossen, sondern an alle Volksgenossen richte. Die Schulung verfolge den Zweck, alle Volksgenossen mit der Weltanschauung der NSDAP., ihrem Wirken usw. bekanntzumachen. Anschließend gab er den politischen Wochenbericht der Außen- und Innenpolitik zu Beginn des Jahres 1934. Im zweiten Teile des Abends sprach der Schulungsleiter über Vererbungslehre, Rassenpflege und Bevölkerungspolitik und gab an Hand vorzüglichen Anschauungsmaterials einen Einblick in die Gesetze der Vererbung. Er wies besonders auf die innen- und außenpolitischen Gefahren hin, wenn es nicht gelinge, durch Selbstbesinnung, Gesetzgebung und eigene wie staatliche Maßnahmen den drohenden Volksverfall in seinen besten Schichten aufzuhalten. Die Ausführungen hinterließen einen tiefen Eindruck. Pg. Ortsgruppenleiter Schroth schloß dann die Versammlung. — Ein recht erfreuliches Bild ergab der diesjährige Jahresabschluß der hiesigenSchulsparkasse. Das Kalenderjahr 1933 hat eine erhebliche Mehreinlage gegenüber den vorhergehenden Jahren erbracht. Die Gesamteinlage 1933 betrug 1841 Mark gegenüber einer Einlage von 1190 Mark im Jahre 1932. Die Gesamteinlage der hiesigen Schule betrug bei Jahresbeginn 1934 = 9403,64 Mark. Die Rechnungsablage ergab die Richtigkeit der Rechnungsführung. Kreis Büdingen. * Nidda, 26.Jan. In der hiesigen Turnhalle fand eine Versammlung der hiesigen Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes unter dem Vorsitz des Leiters des hiesigen Arbeitsdienstlagers Wettläufer statt. Herr Kretschmer (Gießen) sprach über die völlige Wehrlosigkeit Deutschlands gegenüber der Lage von Frankreich, Polen, Rußland und England, die durch eine ungeheure Zahl von Luststreitkräften uns m erschreckender Weise.bedrohen, während wir keinerlei Kampfflieger besitzen. Abwehr ist daher unmöglich; nur passive SGutz- maßnah men können angewendet werden. Diese wurden eingehend erläutert. Um sie durchzufuhren, muß die ganze Bevölkerung mithelfen und den Reichsluftschutzbund unterstützen. Mindestens soll jeder Hausbesitzer Mitglied des Bundes werden. Großer Beifall lohnte den Redner. Der Versammlungsleiter schloß mit herzlichem Dank an Redner und Gäste und dreimaligem „Heil Hitler!" die eindrucksvolle Kundgebung. CD Nidda, 26. Jan. Die seit längerer Zeit ae- plante Durchführung der Beundestratz auf die Straße nach Bad Salzhausen wird setzt ernstlich betrieben. Zum Zwecke der Ausnutzung des gesamten Geländes zu beiden Seiten der Straße er» folgt eine Bauland-Umlegung. Zur Beschaffung von Weggelände und teilweiser Deckung der Umlegungskosten verlieren die Grundstückseigentümer 14 v. H. •iJei^er'9en Betzes. Um die Privateigentümer Ulcht allzu sehr mit den Kosten der Umlegung zu belasten, werden zwei Bauplätze als Massestücke ausgewiesen und demnächst verkauft. — Das hiesige ^1,naj1äanij5gebäube wird im kommenden Hruhjahr wesentlich vergrößert, um noch Räume ^Uchahme der Finanzkasse zu schaffen. Das letzige Fmanzkassengebäude wird als Wohnung für den Flnanzamtvorsteher und ein Beamten ausge- . ut. — Das Gießener Stadttheater wird im Laufe des Monats Februar hier eine Vorstellung in der Turnhalle geben. Es werden wahrscheinlich aufgeführt: „Wenn der Hahn kräht" und „Der Herr Senator". — Im Jahre 1933 wurden 9,eJ -?^rzeichuet: 22 Geburten, 27 Eheschließungen und 20 Todesfälle. Kreis Rotten. * Frei enseen, 26.Jan. Anläßlich des jüng- m^§§"^"6sabends der Zelle Freienseend der NSDAP. hielt der Ortsschulungsleiter Lehrer S ch ä- L)-rLrlince^ Vertrag über „Währungsfragen und Wirtschaft - Seine Ausführungen fanden in der aufmerksamen Zuhörerschaft größten Anklang und regten zu einer Aussprache an. Es ist zu wünschen, daß weite Kreise der Bevölkerung sich an den Schulungsabenden beteiligen. — In der hiesigen Turnhalle fand die Holzversteigerung aus den Gemeindewaldungen statt. Trotzdem zwei Versteigerungen der Gräflich Solmsschen Forstverwal- tung oorausgegangen waren, zogen die Preise weiter an. Gegen das Vorjahr liegen sie um 25 v. H. höher. Für Buchenscheit wurden pro Raummeter bis zu 8 Mk. und mehr gezahlt. Knüppel 6, Stöcke 5,50, Reiserknüppel 3 Mark. Infolge höheren Bedarfs an Nutzholz finden die Holzhauer gegenüber dem Vorjahr länger Beschäftigung. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 26. Jan. Dieser Tage übersiedelte der Alsfelder Volkskindergarten in seine neuen Räume im evangelischen Gemeindehaus „Am Lieden". Anläßlich dieses Ereignisses fand ein Elternabend in den neuen Räumen statt. Bürgermeister Dr. V ö l f i n g, der in Vertretung des seitherigen 1. Vorsitzenden des Vereins, des nach Heppenheim a. d. B. versetzten Pfarrers Hechler, zur Zeit die Geschäfte des Dolkskittdergartens führt, begrüßte die fast vollzählig erschienen Eltern, sowie die übrigen Gäste. Er gab einen Ueberblick über die Entwicklung des Volkskindergartens mit seinen mannigfachen Wandlungen in den letzten 25 Jahren. Endlich habe der Volkskindergarten nunmehr zweckentsprechende, schöne Räume erhalten, die als mustergültig zu bezeichnen seien. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Arbeit des segensreich wirkenden Volkskindergartens in den neuen Räumen einen neuen Aufschwung nehmen werde. Medizinalrat Dr. Görisch, als Vertreter der Kreisgesundheitsbehörde, gab in einer Ansprache seiner Freude darüber Ausdruck, daß die seitherigen unzureichenden und unhygienischen Unterkunftsräume verlassen wurden und die Kinder nunmehr in den neuen, in jeder Hinsicht einwandfreien Räumen untergebracht seien. Er dankte der evangelischen Kirchengemeinde, die bei der Errichtung des Gemeindehauses diese Räume dem Volkskindergarten zur Verfügung gestellt habe. Dr. G ö r i s ch gab in seinen weiteren Ausführungen den Eltern vom ärztlichen Standpunkt aus. Ratschläge über die Behandlung der Kinder, insbesondere bei Infektionskrankheiten bei dem Besuch des Volkskindergartens. Das Vorstandsmitglied Kaufmann Julius Waldeck gedachte in anerkennenden Dankesworten des verdienstvollen Wirkens des von Alsfeld versetzten Pfarrers H e ch- l e r, der als der Schöpfer des neuen Gemeindehauses zu betrachten sei. Nachdem der Vorsitzende noch verschiedene Wünsche der Elternschaft entgegengenommen hatte, erfolgte unter Führung der Kindergärtnerin, Schwester Fanny, ein gemeinsamer Rundgang und eine Besichtigung der neuen Räume, 1 "'nen vorzüglichen Eindruck machen. Ärcie Wetzlar__________ ♦ Vetzberg, 26.Jan. Der Kriegerverein Vetzberg hielt dieser Tage eine schlichte Reichsgründungsfeier ab, die im Geiste der Kameradschaft und des Nationalsozialismus verlief. Die Kameraden Führer Bürbach und Stein- müller ermahnten in Ansprachen und vaterländischen Gedichten zu Treue, Kameradschaft und zur Liebe zu Vaterland und Führer. Gleichzeitig würdigten sie die Bedeutung des 18. Januar. Im weiteren Verlaufe des Abends trugen verschiedene Kameraden des Vereins durch humorvolle Darbietungen zur Unterhaltung bei. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer fand die Feier ihren Abschluß. SJL-tfport Turnerführer tagen in Gießen Zu gründlicher Lehrgangstätigkeit treffen sich heute und morgen in größerer Zahl die Turnerführer des Gaues Nordhessen in Gießen. Unter Leitung von Gauoberturnwart R. Paul und der Gaufachwarte finden gleichzeitig Lehrgänge für das Männerturnen und das Frauenturnen statt. Es nehmen daran teil die sämtlichen Kreisoberturnwarte, Kreismännerturnwarte, die Kreisfrauenturnwarte und die Kreisvertreterinnen der Turnerinnen, darüber hinaus find weitere Teilnehmer aus den Kreisführungen und den Vereinen gemeldet. Der Stundenplan für das Männerturnen sieht unter vielem anderen Lehrstoff die Behandlung der allgemeinen Freiübungen für die diesjährigen Bezirks- und Kreisveranstaltungen vor, sowie der Geräte-Pflicht- übungen der Oberstufe und der Unterstufe. Im Lehrgang für das Frauenturnen werden u. a. behandelt die allgemeinen Frei- und Keulenübungen, Form und Inhalt des Gemeinschafts- und Einzelwettkampfes, Tanzen und Singen. In gemeinsamer Tagung beider Lehrgänge werden sprechen: DT.-Gauführer A n d r - Hersfeld über die Lage, DT.-Bezirksführer Dr. Rau- Butzbach über das Rassenproblem, Gaudietwart Foll- mann- Kassel über turnerische Erziehungsarbeit im nationalsozialistischen Staate. Handball im Gau XII der OT. Tv. Burkhardsfelden I — 056. I Die Handballmannschaft des OSC. muß zum fälligen Verbandsspiel nach Burkhardsfelden. Beide Mannschaften dürften sich gleichwertig sein, wenn auch die Turner den Vorteil des eigenen Platzes zugute haben. Es ist mit einem knappen Ergebnis zu rechnen. Gießener Turnerfchafl II — Tv. Heuchelheim I. Morgen tritt die Gießener Turnerschaft wieder mit zwei Mannschaften auf den Plan. Die zweite Elf steht der ersten des Tv. Heuchelheim auf dem Universitätssportplatz im Freundschaftsspiel gegenüber. Tv. Heuchelheim 1. ist für die 2. Mannschaft der Gießener Turnerschaft ein spielstarker Gegner. Die Gießener werden sich sehr anstrengen müssen, um ehrenvoll zu bestehen. 2Mv. Jugend — Tv. Heuchelheim II. Vor diesem Spiel trägt die Jugend des Mtv. Gießen gegen die zweite Mannschaft des To. Heuchelheim ebenfalls ein Freundschaftsspiel aus. Die Mtv.-Jugend, die zur Zeit über sehr gute Kräfte verfügt, dürfte wohl aus diesem Treffen (komplette Aufstellung vorausgesetzt) als Sieger hervorgehen. Das Vorspiel konnten die Gießener hoch gewinnen. Krofdorfs Zweite empfängt die erste Mannschaft des T v. L a u n s b a ch. Wenn nicht alles trügt, sollten die Häste einen, wenn auch knappen, Sieg erringen. Handball her Gp.-Vg. 1900. Im Anschluß an das Fußballlokaltreffen empfängt die Spielvereinigung 1900 den Turnverein Garbenteich zum Gesellschaftsspiel. Die Mannschaften sind schon öfters zusammengetroffen und haben sich stets faire Treffen geliefert. Der Ausgang des morgigen Spiels ist schwer vorauszusagen, da 1900 mit einer kombinierten Elf antritt. Winternachtfahrt ^934. Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps, Gruppenstaffelführung Hessen, und der Deutsche Automobilklub, Gau 3 Hessen, veranstalten am 3. und 4. Februar die Winternachtfahrt 1934 für Krafträder, Krafträder mit Seitenwagen und Personenkraftwagen. Der Start erfolgt am Samstag, den 3. Februar, an der Festhalle zu Frankfurt am Main. Die Strecke sührt durch das Gebiet von Hessen-Nassau und beträgt ungefähr 250 Kilometer. Nennungsschluß ist am 30. Januar 1934. Ausschreibungen sind auf der Geschäftsstelle des DDAC. Gau 3 Hessen, Frankfurt a. M., Stiftstraße 41, zu erhalten. Mball-Lokalkämpfe auf der ganzen Linie. Viermal 1900 gegen VfL. Der morgige Sonntag wird die Fußballmannschaften und die Anhänger der Spielvereinigung 1900 und des Vereins für Bewegungsspiele ziemlich in Atem halten. Nicht weniger denn vier Begegnungen — Verbands- dzw. Pflichtspiele — stehen auf dem Programm. Im Mittelpunkt des Interesses steht naturgemäß die Begegnung der beiden Liga- Mannschaften. Die Gegner treten sich in folgenden Aufstellungen gegenüber: 1900: Schlarb Zeiler Lippert Langsdorf Heilmann Heinbach Roth Schmelz Jäger Grünewald Lust Ranft Wilhelm Heß Haupt Fehling Lehrmund Michel Fenster Bingel Leutheuser VfB.: Becker In den verschiedenen Begegnungen der jüngsten Zeit konnten die Grünweißen meist das bessere Ende für sich behalten; sie vermochten selbst auf des Gegners Platz das Spiel mehr zu ihren Gunsten zu gestalten. Die Kümpfe wurden bisher immer sehr hart ausgetragen, der Sieg wurde stets schwer erkämpft, das Unentschieden hart umstritten. Das Lokalderby sah die Geister innerhalb und außerhalb der Barrieren stets in gesteigerter, gut oder schlecht verhehlter Erregtheit. Es wird diesmal nicht anders sein. Zwar geht es diesmal nicht um die Führung in der Tabelle, nicht um die Meisterschaft, doch aber um die lokale Ehre, um das Ansehen vor dem eigenen Publikum, das noch immer ein strenger, wenn auch nicht immer gerechter Richter war und — um zwei Punkte. Ob nun der einen oder anderen Mannschaft zwei Punkte fehlen ist, vom sportlichen Standpunkt aus gesehen, nie gleichgültig, sollte nie gleichgültig sein. Infolgedessen muß gekämpft werden. Hoffentlich wird gekämpft,.ritterlich und mannhaft gerungen und nicht auf gegeben bevor der Schiedsrichter das Zeichen gibt. Es wäre sehr verfehlt, der einen oder anderen Mannschaft den Sieg von vornherein zuzusprechen. Man kann lediglich von den besseren Ehancen sprechen, Sie scheinen bei den Grünweißen zu liegen. Die Wandelbarkeit der Mannschaften gestattet nicht, einen Favoriten zu nennen. VfB. hat den etwas besseren Sturm und die um ein weniges glücklichere Verteidigung. Die Spielvereinigung ist in der Läuferreihe besser besetzt. Die beiden Torleute werden sich in ihrem Können nach den bisherigen Erfahrungen sehr die Waage halten. Die Grünweißen spielen mit etwas mehr Elan, uie Blauweißen lassen sich (leider!) manchmal etwas hängen. (Hoffentlich morgen nicht!) Durchhalten ist gewissermaßen Ehrensache, komplett antreten eigentlich eine Selbstverständlichkeit... Hoffentlich hat der Schiedsrichter einen guten Tag. Müller (Hanau) ist zum verantwortlichen Leiter des Kampfes bestellt. 1900 II — VfB. II. Zwei gleichwertige Gegner werden sich in diesem Kampfe messen. Der Ausgang des Treffens ist nicht vorauszusagen. VfB. III — 1900 III. Hier haben die VsBer die Chancen. Die Grün- weißen sind bisher in ihrer Klasse noch ungeschlagen und mit nur einem Unentschieden an der Spitze der Tabelle. Die Blauweißen werden sich sehr anstrengen müssen, wenn eine Ueberlegenheit nicht allzu deutlich zum Ausdruck kommen soll. VfB. Schüler — 1900 Schüler. Die Jüngsten stehen sich in einem durchaus offenen Kampfe gegenüber. Die 1. Jugend der Spieloereinigung empfängt die 1. Jugend des VfR. Lich zum Pflichtspiel und die 2. Jugend hat gegen die 1. Jugend der Sportabteilung des Turnvereins Wieseck anzutreten. Sportabteilung des Tv. Wieseck. Am morgigen Sonntag stehen sich auf dem Wie- secker Sportplatz Wieseck I und Großen-Buseck I im Verbandsspiel gegenüber. Im Vorspiel konnte Gro- ßen-Buseck mit 4:1 Sieger bleiben. Ein Sieg der Gäste liegt im Bereich des Möglichen, sofern" nicht Wieseck etwas mehr kämpferischen Willen aufbringt. Sportverein 1920 Heuchelheim. Die erste Mannschaft empfängt am Sonntag die erste Mannschaft von Steinbach zum fälligen Verbandsspiel. Die Gäste stellen eine Elf, die zu kämpfen versteht. Sofern die Heuchelheimer den nötigen Siegeswillen aufbringen, dürfte es nicht schwer fallen, das Spiel zu gewinnen. FflrHandel. Industrie. Bank. Verwaltung und Anwaltsbdro erhalten Ihr Sohn und Ihre Tochter die beste Ausbildung in der einzigen Oellenll. 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Januar 1934. 529 D Die Trauerfeier findet Montag, den 29. Januar, nachm. 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt - Von Bei eidsbesuchen bitte Abstand zu nehmen. In tiefer Trauer: Oberregierungsrat Dr. Schönhals und Kind Familie Wilhelm Lyncker Familie Heinrich Schönhals. Statt besonderer Anzeige. Schmerzerfüllt teilen wir mit, daß meine liebe, gute Frau, die treubesorgte Mutter ihres Kindes, unsere liebe und unvergeßliche Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Nichte Frau Leny Schönhals geb. Lyncker im blühenden Alter von 30 Jahren nach kurzem schweren, aber mit großer Geduld ertragenem Leiden von uns gegangen ist. Achenbach- Garagen Wochenendhäuser, Schupp., Fahrradständer, zerleg- und ver- seizbar. 6’oV Gehr. Achenbach 3mbH. Weidenau Sieg Postfach 150. EngLu.französ. UM o. Kaufm. mit Anfangskenntn. gesucht (Hauslehrer bevor-.). Schr. Ang. mit Preisangabe u. 0480 a. d. G. A. Illllllllllllllillllllllllllll 2 sitz. Ovel i. g. Z.geg. Schlachtschwein ob. Motor zu vertauschen. Wo? sagt die Geschäftsst. b. G.A. 0468 Illllllllllllllillllllllllllll GymnaKum, Realgymnasium Obevrealschule und Gtudienanstatt zu Gketzen 5390 Die Anmeldungen für bat neueSchuljahr werden Donnerstag, den 8. Februar 1934, vormittags 9 bis 1 ühr, im Direktor- zimmer der betreffenden Anstalt entgegengenommen. Hierbei sind Geburtsschein, letzter Impfschein und Abgangszeugnis vorzulegen. Für die Aufnahme in Sexta ist der vierjährige erfolgreiche Besuch der Grundschule erforderlich, doch können besonders leistungsfähige Schulkinder auch schon nach dreijährigem Grundschulbesuch mit Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde ausgenommen werden vr. Wolkewih Angerberger Leonhardt Schelhorn llllihllllllillllllllllllli Samenhaus Heinrich Hahn GleBen Bahnhofstraße Ecke Wolkengasse Telefon 3403 Bekanntes, zuverlässiges Fachgeschäft Meine neue illustr. Preisliste über Biomen* und Gemüsesamen, Blumenzwiebeln. 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Ä«kbewahv«ngs-rNavven zur Sammlung der Einzellieferungen, preis: RM. 1.50 | Geflügel | «raft-FuileT Gebund.Sahvgänge t>o ttlO2Z an in beschränkter Anzahl lieferbar Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen herzensguten Gatten, unseren treusorgenden Vater, unseren lieben Bruder Herrn Job. Peter Urrigshardt Zugführer i. R. nach kurzem, schwerem Leiden, wohlversehen mit den hl. Sterbe» Sakramenten, am Donnerstagfrüh um 5 Uhr im 73. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen. Muskator natürlich! Denn bei Küchenabfällen und einseitiger Körner - Fütterung kann es nur wenige Eier legen 9TCu6luiiung i H P m f 0 h13 Stunde des Liedes. 16: Nachmittagskonzert. 17.45: 21m SchmeTnemnrPf n<»r!u>F h™ Das Kreuz in der Landschaft, Novelle. 18.15: Stunde der Jugend. 19: Stunde der Nation: Geschichte Gottfriedens von Bersichingens mit der eisernen Hand. 20: Griff ins Heute. 20.10: „fielio" oder die Rück- 0,40 v. H. fester. Bekula waren später lebhafter und ] bis auf 121 v. H. (4- 1,25 v. H.) erhöht. Reichsbank s lagen unter Schwankungen behauptet. — Tagesgeld war leicht und zum Satz von 3,50 v. H. unverändert. Mainz, 26. Jan. Bei stiller Allgemeintendenz ■■ ■ ., ... ■ und großer Zurückhaltung notierten (je 100 Kilo- Zugleich Milltargottesdienft; 11: ShnberMw für■ öie gramm Großhandels-Einstandspreis loko Mainz) Johannesgememde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtols- ftranffurfer Börse. rMtlagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 26. Jan. Die Börse eröffnete zwar in freundlicher Haltung, hatte aber i weiterhin nur kleine Umsatztätigkeit zu verzeichnen. Die Zurückhaltung von Kundschaft und Kulisse hielt1 im wesentlichen an, so daß sich eine ganze Reihe günstiger Wirtschaftsnachrichten nicht voll auswirken konnte. Die Kursgestaltung war wiederum etwas uneinheillich und hing in den meisten Fällen vom Zufall ab. So lagen beispielsweise Reichsbankanteile ohne größeren Umsatz auf eine angebliche Auslandsorder um 3,25 v. H. fester, ferner konnten sich am Elektro- martt Schuckert um 2,50 v. H. befestigen. Siemens lagen 0,50 v. H. höher, während Bekula ihre im gong um eine halbe Mark auf 172,50 bis 173 Mark per Tonne nicht vermeiden. Braugerste verzeichnete weiterhin reichliches Angebot bei unveränderten Preisen. Die Notiz stellte sich auf unverändert 175 bis 177,50 Mk. per Tonne. Futtergerste war stärker als in den letzten Wochen im Markte, dem nur ein mäßiger Abzug nach den nordwestdeutschen Mästergebieten gegenüberstand. Hafer blieb fest gestimmt. Die Nachftage war gut. Das kleine Angebot ermöglichte einen Preisanstieg um eine Mark auf 147 bis 150 Mark per Tonne. Am Kraftfuttermittelmarkt hat sich die Lage etwas gebessert. Das Angebot überstieg aber immer noch die Nachfrage, obschon die Preise ver- schiedenUich weiter ermäßigt waren. Kleie war nur schwer abzusetzen. Je 100 Kilogramm in Mark notierten: Weizenkleie 10,75, Weizenfuttermehl 11,75, Roggenkleie 10,50, Soyafchrot 15,25, Palmkuchen 15,50, Erdnußkuchen 16,75 bis 17,15, Treber 17,50, Trockenschnitzel 10,25 bis 10,40. Am Kartoffel markt war das Geschäft noch ruhiger. Der Preis für Jndustriekartoffeln hiesiger Gegend ging um 15 Pf. auf 2,50 bis 2,60 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug zurück. Am Rauhfuttermittelmarkt blieb die Haltung fest. Heu 7, Weizen- und Roggenstroh 2 bis 2,30 Mark. Wochenbericht tom Frankfurter Gchlacktviebniarkt Infolge der verminderten Beschickung und der wieder kälteren Witterung nahm das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt in der abgelaufenen Woche einen stetigen Verlauf. Zwar setzte der Handel am Anfang der Woche auf den meisten Märkten schleppend ein, später trat aber doch etwas stärkere Nachfrage auf, so daß die Märkte nicht nur geräumt werden konnten, sondern darüber hinaus auch Preisbesserungen von etwa 1 bis 2 Mark zu erzielen waren. gestrigen Abendbörsenverkehr eingetretene Erholung nicht voll behaupteten. Das Geschäftsergebnis bei , Krupp und die weitere Steigerung der Walzwerks- Das Getreidegeschäft hat in der abgelaufenen Produktion verliehen dem Montanmarkt einen leich- Woche eine weitere Schrumpfung erfahren, da es ten Auftrieb, obzwar auch hier die Kursgestaltung dem Markte an Anregungen fehlte. Der Mehlgroß- keine einheitliche war. Buderus, Harpener und handel bekundete sehr starke Zurückhaltung, so daß Mannesmann gewannen bis 0,40 v. H., dagegen auch nennenswerte Weizenkäufe der Mühlen nicht gaben Phönix und Rheinstahl bis 0,75 v. H. nach, zu verzeichnen waren. i Rhein. Braunkohlen verloren sogar 2,25 v. H. Offenbar auf das Verbot des RWM. zur Errich- tung neuer Stickstoff-Fabriken lagen Farbenindu- -utuu uu, uus>. x.“ xtut.3 ging urn und 0,75 ->. fester, Metallgefell- erneut eine Mark auf 195 bis 196 Mark pro Tonne g>° LSE n ™ °'« A“9/9/" » J auriirf ' v Scheideanstalt 0,50 v. H. Der Schiffahrtsmarkt blieb Auch in Roaaen erfolaten aröftere Ablieferun- 2°n ber Mitteilung über Abnahme der aufliegenden gen. Norddeutsche? Roggen war Reichlich angeboten. ?°^ch°n tzandels,chi«ahrt Unberührt Das Provinzangebot blieb klein, da die Landmühlen 5. nuF ^napp behauptete Kurse auf. Von laufend Ware aufnahmen. Bei dem ebenfalls nur kleinen Mehlkonfum ließ sich aber ein Preisrück- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe her zuletzt deich lossenen Dividende an. — Relchsbankdiskont 4 o ft. HranNur. u. 2)1. Berlin Hranlluri o.M. Berlin Fronlluri a. M. Berlin Schluß. kurS «vchiuvl. Abend« börse Echluß» furd Schlußf. Mittag. dürfe Schluß« turs Schlußi. Abend« börse Schluß« turs Schlußk. Mittag» börse Schluß» turs Schluß!. Abendbörse Schluß» turS Schlußk Minag- börse Datum 25-1. 26.1. 25-1. 26-1- Datum 25-1. | 26-1. 25-1- 26-1- Datum 25-1- i 26-b 25.1. 26-b 6% Deutlche RetchSanIethe v 1927 8% ehe m.7"/o Tl.Reichsanl. v. 1929 6%% Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Wlös.-Schuld mit Auslos.-Rechten .......... 94,9 100,13 95 96,75 18,8 94,5 92,5 92,75 93 96 93 93 92,13 92,5 94 94 0,90 6,2 5,8 5,8 5,45 5,45 94,25 100,25 95 96,4 19 94,75 92,5 92,75 93,13 96,13 93 93 92,25 92,5 94 94 97 19,25 6,3 5,55 5,65 5,5 5,6 94,5 100,13 95 96,75 18,8 95 92,5 96,25 94 94 97 19,25 6,15 5,9 5,75 7,1 5,3 5,6 93,75 100,25 95 96,5 18,9 95,25 92,5 95,5 94 94 97 19,9 0,85 6,25 5,6 5,5 6,9 5,5 4% vesgl. Serie 11 ............ 5,5 4,025 6,5 3,5 26 27,4 29,13 64 87 48,5 55,25 59 162 27,75 120 90,5 98,5 54,25 87,5 99 142,5 109,5 73 100,5 55,75 84,5 107,65 58,25 5,7 4,025 6,6 3,7 27 27,13 28,75 64,5 87,5 49 55 59 165 28 120,75 91,5 98,5 54,5 89,5 101 143,75 110,5 73,5 100,5 56,5 85,75 107,75 56,65 58,75 6,8 3,65 26,1 27,4 24,5 29 64 88,25 48,5 55,25 59 162,5 27,5 119,5 90 98 54,75 87,75 99 141,5 110 73 100,75 56,13 84,5 66 108 56,5 l 58,751 5,45 4,35 6,9 3,7 27,13 27,4 23,25 28,65 64,75 88,75 49 55 59 165 28 120,4 91 98 54,5 89 92,5 100,65 144 110,25 73,5 101 56,75 86 66,25 138 107,4 57,5 58,9 Mansfelder Bergbau......... 0 Kokswerke 0 Phönix Bergbau .......... 0 Rheinische Braunkohlen .....10 28,25 44,25 198,75 84 37,25 10,75 108 144 123,75 167,5 47,25 51,25 66 66,75 8 41,5 42,5 44,5 34 37,25 46 16 146 174,5 150,13 19,9 69,75 190 28,5 45 195,75 85,5 37,5 11,25 109 110,5 142,75 124,9 167 48,13 51,75 66,5 66,5 83 98 42,5 42,75 45 35 39 46,75 16 150 175,25 151,25 201 69,75 190,51 28,5 85 43,5 197 84,25 37,4 10,9 107,75 109,25 144 123,9 47,5 51,75 67 90,5 41,75 42,75 45 34,9 110,25 37,4 45,5 53 16,25 145,5 173,5 150,25 190 28,75 86,75 44,9 196,5 85,75 38,25 11,25 109 110 143,5 125 48,25 51,4 66,75 66,75 93,25 43 43,13 45,13 35 111,9 38,75 47,25 58,5 16,25 150 174,75 151,25 20,5 190 5% Rurnän. vereinh. Rente v. 1903 4^%Rurnän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ............... Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% cbem.8% Hess. Bolksstaat 1929 trückzahlb. 102%) ........ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 ........ vamvurg-Amertka-Paket .... o damburg-Südam. Dampfschiff o Hansa-Dampfschiff..........o Norddeutscher Lloyd ......... o Ä.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Privat-Bank .. 0 Deutsche Bonk und Disconto» Gesellschaft.............. 0 Dresdner Bank...... n Neichsbank ................ 12