184. Zahrgang Zreitag, 26. Oktober 1934 Kr. 251 Erster Blatt Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen k,scheint täglich, -uh« ÄM O M d »nnahm. v«n Anzeigen Linntags und Feiertags JB^B ▼ ■ ▼ für die Mittagsnummer Sagen: Die Mus.rier.e ZJT ▲ Ä A « MH M H « M Ak A MH bi-8ft,Uhrö°-B°rm.tt°g- ««Ben« Zam-Uenblätt« M MMi M ▼ MW MM yj>| 1 ■ I W H’ Snindprtis-sür, mmlZöhe •äz illlirliPIIPI zlll4r lilr I : Kt 4 Beilagen RM.1.95 ^B ■ W Hk H HB B B Wk B Ä. ^WR B B W fB B B WB . B anzeigen von 70 mm Breite Sine Illustrierte „ Wf ■ GL WB ■ B B M BMW W ■ WB l|l 60Rpf.,Platzvorschrisloder Mellgebühr .. „ -.25 W W B B " B schwieriger Satz 25°/0 mehr 1*ÄÄS KJ ' V (Ermäßigte Crunöpteife: inclge höher« Gewalt f f ** SteIlenj, (B««ns., gemein. —fiS General-Anzeiger für Sberhessen ZWZ-- timten. Anzeiger B behördliche Anzeigen 6Rpf. ü:«nHurflil«l,main 11686 Druck! unö Verlag: vrühl'sche UnIoerfilSlL Such- und Steinörudcrei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Mengenabichlü, le Staffel» Der Widerstand der Mikalsozialisten die re: (Zusatz vom 13. August 1884: Paris, 25. Oft. (DNB.) Die radikalsozialistische Landesparteitagung in Nantes beschloß, sich zunächst mit der S t a a t s r e f o r m zu beschäftigen. Ein Das Derfassungsgesetz von 1875 sieht grundsätzlich die Möglichkeit der Auflösung einer Kammer, die infolge verworrener Mehrheitsverhältnisse keine Regierungsmehrheit zu stellen vermag, vor. Aber dieses Rccht — das d e m Präsidenten der Republik im Einvernehmen mit dem Senat zusteht — ist infolge unterbliebener Anwendung e i n g e s ch l a f e n : seine Anwendung würde heutzutage, nach 60jähriger politischer Entwicklung, den Charakter eines außergewöhnlichen Staatsaktes, ja: in der Auffassung weiter Kreise der französischen Bevölkerung sogar eines Staatsstreichs annehmen. Ministerpräsident Doumer- gue will zunächst diesen Verdacht beseitigen, indem er der Auflösung der Kammer den Charakter eines gewöhnlichen Staatsaktes verleiht und dieses Recht des Präsidenten der Republik auch ohne Zustimmung des Senats anerkannt wissen will. Welche Aenderung grundsätzlicher Art das mit sich bringen würde, zeigt eine Heranziehung der bisherigen Vorschriften: A r t i k e l 5 des Gesetzes zur Organisierung der Staatsgewalten besagt: Der Präsident der Republik kann in U eb e reinst immung mit bem Senat die Abgeordnetenkammer vor Ablauf der gesetzlichen Amtsdauer auflösen; in diesem Falle müssen die Neuwahlen innerhalb von drei Monaten stattfinden. Artikel 8 umreißt die Befugnisse der Kammern für den Fall einer Verfassungsreform durch die Nationalversammlung wie folgt: Die Kammern haben das Recht, in getrennten Beschlüssen — jeöe Kammer mit absoluter Mehrheit — von sich aus oder auf Aufforderung des Präsidenten der Republik hin zu erklären, daß eine Slenberung ber Verfassungsgesetze notroenbig sei. Nachdem jede der beiden Kammern diese Entschließung angenommen hat, vereinigen sie sich zur Nationalversammlung, um die Aenderung vorzunehmen. Die Beschlüsse über eine ganze oder teilweise Aenderung der Verfassungsgesetze müssen mit a b - die Regierung im Palais Bourbon und im Palais Luxembourg einen Entschließungsentwurf erbringen, wonach Kammer und Senat, jede für sich, darüber zu beschließen haben, daß zum 15. November eine Nationalversammlung zum Zwecke der Beschlußfassung über eine im einzelnen anzuführende Tagesordnung einzuberufen ist. In der Begründung zu dem Entschließungsentwurf werden die gewünschten Verfassungsänderungen aufgezählt. , Der erste Abschnitt der Staatsreform kann, außer bei den Verteidigern des lOOprozentigen Parlamentarismus, im Senat auf besonderen Widerstand stoßen, da der Plan des Mini- sterpräsidenten den Senat eines seiner Vorrechte berauben würde, von dem die „erste Kammer" allerdings nie Gebrauch machte. Dou- mergue wird daher seine ganze Persönlichkeit und das Ansehen, das er über die Volksvertretung hin- weg im Lande genießt, einsetzen, um gerade diesen ersten Schritt der Reform zu über- winden, denn sie soll ihm die Grundlage zu der Aufbaureform bieten, die er dann durchführen-will: Ministerpräsidentschaftsamt, Beamtenstatut, Staatshaushaltsvorrechte der verantwortlichen Regierung im Gegensatz zum unverantwortlichen Parlament. Durch Vorfühlen in parlamentarischen und politischen Kreisen wird Doumergue in den kommenden beiden Wochen noch genau erforschen, welche Reformen er in seinen Plan aufnehmen kann und Iwelche er als gegenwärtig aussichtslos zurückstellen muß, um den Gesamterfolg nicht fahrlässig aufs Spiel zu setzen. vierte Band der Kriegserinnerungen Lloyd Georges erregt in der Presse das größte Aufsehen wegen der ungemein scharfen Verurteilung des vormaligen Oberbefehlshabers der englischen Truppen, Lord H a i g, den Lloyd George persönlich für das zwecklose Hinschlachten der englischen Divisionen im Sommer 1917 b e i Passchendaele verantwortlich macht. In einer der Besprechungen heißt es, nach Passchendaele habe die mächtigste britische Armee im wahren Sinne des Wortes nicht mehr gekämpft, denn ihr Geist fei getötet, ihr Glaube vernichtet und ihrer Hoffnungen beraubt worden. Lloyd George rechtfertigt es, daß er als damaliger Premierminister nicht für die Ersetzung Sir Douglas Haigs durch einen andern Eine deutsche Botschaft in Warschau. Die deutsch Regierung und die polnische Regierung sind übereingekommen, die Ge- sandtschaften in Warschau und Berlin mit Wirkung vorn 1. November des Jahres zu Botschaften zu erheben. Zu Botschaftern sind die beiden bisherigen Gesandten ernannt worden. Der Beschluß der deutschen und der polnischen Regierung, ihre Gesandtschaften in Warschau und Berlin zu Botschaften zu erheben, wird von der französischen Presse als ein neuer Beweis für die deutsch-polnische Zusammenarbeit angesehen. Der Berliner Berichterstatter des „Petit Pa- risien" betont, der Beschluß gliedere sich logisch der deutschen-polnischen Annäherungspolitik ein, die zwischen dem Regime Hitlers und Pilsubskis_emge- leitet worden sei. An sich wäre die Nachricht also nicht sensationell. Jedoch'dürfe man als bezeichnend ben Zeitpunkt ansehen, zu dem das Ereignis bekannt gegeben werde. Gömbös habe nach kurzem Besuch Warschau verlassen. Es sei klar, daß Berlin und Warschau den anfänglich eingeschlage- nen Weg, der auf ein Annäherung an Ungarn abziele, beibehalte. Gerade in diesem Augen- blick erhalte deshalb die deutsch-polnische Kundge- bung eine besondere Bedeutung. Das „Echo ds Paris" schreibt u. a., die Polen seien für ihre gegen Frankreich und feine Alliierten geleisteten Dienste belohnt worden. Die symbolische Geste bedeute, daß das französisch-polnische Bündnis von 1921 nicht mehr die Hauptachse der polnischen Außenpolitik sei. Staatsform darf nicht Gegenstand eines Aende- rungsvorschlages sein.) Artikel 2 des Gesetzes über die Beziehungen der Staatsgewalten zueinander besagt: Der Präsident der Republik hat das Recht, die Kammern außerhalb der Sitzungsperiode ein» zuberufen. Dies muß geschehen, wenn es von der absoluten Mehrheit der Mitglieder einer der beiden Kammern verlangt wird. Der Präsident der Republik kann die Kammern vertagen. Jedoch darf die Vertagung die Frist von einem Monat nicht übersteigen und höchstens zweimal innerhalb derselben Sitzungsperiode erfolgen. Artikel 4 dieses Gesetzes besagt: Jede Tagung einer der beiden Kammern außerhalb der gesetzmäßigen Sitzungszeit ist verboten und vor dem Gesetz nichtig, ausgenommen in den besonders vorgesehenen Fällen. Der Artikel 4 wurde hier nur als Kuriosum herangezogen, weil er beweist, wie sehr diese Verfassungsgesetze Erzeugnisse der Zeit waren; man hatte B e - fürchtungen vor revolutionären Parlamenten, die sich in Versailles bilden und der Regierung in Paris das Leben schwer machen konnten! Geschichtliche Erinnerungen an den Beginn der großen Revolution von 1789 ließen solche Besorgnisse übrigens nicht ganz unbegründet erscheinen. Die äußeren Formen, in denen die Verfassungsreform, die „Lex Doumergue", eingeleitet werden wird, sind folgende: Am 6. November, wenn Kammer und Senat zusammentreten, wird radikalsozialistischen Senatoren nahmen eine Entschließung an, in der sie sich für die Beibehaltung des Burgfriedens aussprechen. Sie machen aber ausdrücklich alle Vorbehalte hinsichtlich der Beschneidung der Senatsrechte bei Kammerauflösungen. Diese Vorbehalte, so heißt es in der Entschie- ßung, richteten sich nicht gegen den Ministerpräsidenten, zu dem man volles Vertrauen habe, man fürchte jedoch d i e Gefahren, die für das republikanische Regiment aus einem Mißbrauch entstehen müßten, den ein Minister- Präsident treiben könnte, der eine persönliche Macht ausüben wolle. Englands Armeeführung im Weltkrieg. Heftige Angriffe Lloyd Georges gegen den früheren Oberbefehlshaber Lord Haig. London, 26. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der Ausschuß beschäftigte sich sofort mit dem wichtigsten Punkt, der Auflösung der Kammer ohne Zu st immung des Senates. Nach eingehender Aussprache wurde der Bericht des Berichterstatters Cornu angenommen, der sich für die Beibehaltung der Sonderrechte des Senats ausspricht. Es komme darauf an, die Exekutivgewalt zu verstärken, die parlamentarischen Arbeitsmethoden zu vereinfachen und den nationalen Wirtschaftsrat neu zu organisieren. Der Redner sprach sich dann für eine Neuordnung des Ministerpräsidiums aus, die aber keine Ausgaben für das Schatzamt nach sich ziehen dürfe. Er forderte ferner eine unumstößliche Festsetzung der Zahl der Minister und Unlerstaatssekretäre in jeder Regierung. Bei den Haushaltsausgaben genüge es, die Hausordnung der Kammer dahin zu ändern, daß Ausgaben ohne gleichwertige Einnahmen nicht mehr verabschiedet werden dürfen. Für die Kammerauflösung ohne Zustimmung des Senats könne sich kein echter Republikaner aussprechen. Ein solches einseitiges Recht würde allen Abenteurern die Tür öffnen, das republikanische Regime würde dadurch in seinen Wurzeln bedroht werden. Um die Beständigkeit der Regierung zu stärken, schlug der Berichterstatter vor, sie nur dann als gestürzt anzusehen, wenn sich zwei Drittel der Kammer gegen sie ausgesprochen hätten oder wenn bei einer zweiten Abstimmung die Regierung in die Minderheit versetzt worden sei. Der Redner forderte Doumergues erster Schritt zur Verfaffungsresorm Oer Kampf um das Recht der Kammerauflösung. zwischen den beiden Länden beeinflußte und gänzlich zu verderben drohte. Der Besuch des finnländischen Außennsinisler in Stockholm hat darin einen gewissen Wandel geschaffen, jedenfalls darf man hoffen, daß die Hetze gegen das Schwedische mildere Formen annehmen wird, da die Interessen Finnlands es zu einer Anlehnung an Schweden treiben, um sich gegen einen sowjetrussischen Vorstoß zu sichern. Der finnländische General von Mannerheim hat sich auch für eine militärische Einigung zwischen seinem Lande und Schweden ausgesprochen. Vor allem müsse die in Genf beschlossene Schleifung der Befestigungswerke auf den Aalandsinseln revidiert werden. Durch Minenfelder und Küstenbatterien auf den Aalandsinseln könne das Bottnische Meer in ein finnländisch-schwedisches Binnengewässer verwandelt und das Eindringen der roten Flotte an die Küsten der beiden Länder verhindert werden, Die französisch-sowjetrussische Paktbereitschaft biete keine Lösung für die schwebenden nordöstlichen Fragen. Oie Sprachenfrage in Finnland. Schwedischer Protest gegen eine Finni- siernng der Universität Helsingfors. Helsingfors, 25.Okt. (DNB.) Eine Abordnung aus allen schwedisch-sprachigen Bevölkerungsschichten Finnlands unter Führung von Rektor Hornborg überreichte Staatspräsident Kivlin ä k i eine Massenadresse, die von 154000 schwedischsprachigen Einwohnern aus den verschiedensten Gebieten Finnlands unterzeichnet ist. Die Adresse sagt, (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, 23. Oktober 1934. Unter der Präsidentschaft des Marschalls Mac M a h o n hat die dritte französische Republik ihre Verfassungsgesetze erhalten, die eine Art Notgesetz und mit allen Unstimmigkeiten und Ungenauigkeiten von Entwürfen behaftet waren, die in Eile zurechtgemacht werden müssen. 1875, also vier Jahre nach einer Umwälzung und nach einem verlorenen Krieg verfügte man auch noch nicht über die für eine Arbeit, die das politische Leben Frankreichs für die Zukunft festlegen sollte, erforderliche abgeklärte Stimmung ... Das Gesetz vom 25. Februar 1875 regelte die Organisation der französischen Staatsgewalten, das Gesetz vom 16. Juli 1875 die Beziehungen dieser Staatsgewalten untereinander. Beide Gesetze bilden die Verfassung, wie sie in ihren Grundlinien noch heute gilt. Der erste Abschnitt der Verfassungsre- form, die Ministerpräsident Doumergue im Auge hat, bezweckt nach der einen Richtung die E i ns ch r ä n t u n g der staats- und volksschädlich sich auswirkenden allzu großen Befugnisse des Parlaments, damit sind Kammer und Senat als zwei selbständige Körperschaften gemeint, und nach der entgegengesetzten Richtung die Stärkung der Befugnisse der Voll- zugsgewalt, also der Regierung. Das erste Hindernis, das Doumergue aus dem Wege räumen muß, ist die tatsächliche Unantastbarkeit einer selbstherrlichen Kammer. daß die schwedisch-sprachige Bevölkerung in Finnland mit tiefer Unruhe von dem Vorschlag der finnischen Regierung Kenntnis genommen habe, im Gesetzgebungswege d i e UniversitätvonHel- sing'fors zu finnigeren. Dieser Gesetzes- Vorschlag sei eine Bedrohung der schwedischen Kultur in Finnland und der Weg zu einer kulturellen Isolierung Finnlands. Er stehe ferner im Widerspruch zu dem verfassungsmäßig der schwedisch-sprachigen Bevölkerung Finnlands gegebenen Recht, daß die kulturellen Belange der beiden Nationalitäten in g le l ch e rW ei s e beachtet werden sollten. Die Adresse schließt mit einer Erklärung, daß die Zukunft Finnlands über allen inneren Streitigkeiten zu stehen habe. Staatspräsident Kivimäki anwortete, daß die Regierung die Sprachenfrage losen wolle m einer Richtung, die der finnischen Sprache als d e r Sprache der Majorität der Bevol erung Finnlands entspräche, wobei berechtigte schwedische Ansprüche beachtet werden sollten. Eine ausländische Falschmeldung. Berlin 25 Okt. (DNB.) In ausländischen Zeitungen ist ein Artikel erschienen, wonach auf Antrag des Propagandaministerlums n e u e deutsche Spielkarten bei der Spielfarteninbuftne in Altenburg in Auftrag gegeben worden feien, auf denen führende Männer de- Staates an Stell, der bisher üblichen „Somge" reten fallen. Das Reich-Ministerium für Valksaufklarung und Pro paganba teilt hierzu mit, daff die Meldung leg f i rfi p r Grundlage entbehrt und daß n l e - m ?i5 die Absicht bestanden hat, solche Spielkarten herauszubringen. Finnische Sorgen. Von unserem b-Korrespondenien. Helsingfors, Oktober 1934. Bahrend die Sowjetdelegierten unter gebämpf= [e1t Trommelschlag in den Völkerbund ihren Ein- ju( hielten, flaggten die finnländifchen Stu- )er:enDereinigungen und vaterländischen Verbände halb mast. Es war für sie ein Trauertag, sie tarnten es nicht begreifen, daß die Führer der ; Mtpolitik es für notwendig erachteten, das rote i Mskau als gleichberechtigtes und prominentes < Qtglleb in ihre Mitte aufzunehmen. Vor drei , Siilren zogen d i e ßappobauern des Nordens j un:?r Kofola und Probst Kares unter den Klängen , )e$ Chorals „Ein feste Burg ist unser Gott" in Hel- , in:fors ein und zwangen die Regierung zum Rück- ; rli. Die Antikommuni st en-Gesetze wur- , )en erlassen und die roten Aufwiegler entweder ge- , Ddtfam über die Grenze abgeschoben oder in die , Öeingniffe gesperrt. Moskau wurde als der Sitz . les Antichrist bezeichnet, und seinen Scharen sollte 1 ler Zutritt nach Finnland für ewig versperrt sein, jlrnlanb hat böse und blutige Erfahrungen mit ien Bolschewiken gemacht. Mit Hilfe der deutschen ttippen wurde der erste rote Ausstand nieberge- chs gen, aber immer wieder haben die Roten ver- Wjt, die Hammer- und Sichelfahne im Lande zu >is n. Zehntaufende von Finnen leben in Kare- iCT und in Ingermanland unter bolschewi - 1 j cher Herrschaft, und die Leiden dieser Strmmes» und Volksgenossen werden in Finnland dper empfunden. lie französische Paktomanie, der geplante Nord- Wtpft sowie die junge französisch-sowjetrussische ffimndschaft mit ihren militärischen Perspektiven jcil-n in Finnland beunruhigend gewirkt. Die , Jenmg „Ajan Suunta" bemerkt, die Geheim- i lipnmatie habe niemals solche Siege gefeiert wie eg: wo die Winkelzüge gewisser Diplomaten nur , ta sehr an 1914 erinnerten. Die Politik der Groß- nä.Dte habe in den letzten 20 Jahren nur einen . kms beschrieben, um wieder an den Anfangspunkt ; knielangen. Die Unterzeichnung eines Nordostpaktes ' DÜjbe einer Unterwerfung Europas irr er die Herrschaft Frankreichs und iEorojetru6lanb 5 gleichkommen. Aehnlich iM rn sich andere finnländifchen Zeitungen. . I an übersieht dabei nicht die ständigen Friedens- ikr'idjerungen des Kreml, man glaubt auch nicht, ' üfi die Sowjetregierung einen Eroberungszug hgm Finnland plant. Die Moskauer Methoden fein andere, gefährlichere. Während bas . RorimiHariat bes Aeußeren von Frieben rebe, •feen die Komintern den Dolch für den B ür - le frieg. Sobald dieser ausgebrochen und es 1L örtlichen Kommunisten gelungen fei, die rote Karne zu hissen und einige Regierungsgebäude zu feen, erkenne Moskau die neue Sowjetrepublik (tn, rote Truppen kämen den neuen Bundeszeichen, ehe noch eine Gegenwehr organisiert wer- bei: kann, zur Hilfe. So war es beim letzten großen Pi.sch in Estland. Die sowjetrussische Flotte liebte bereits wenige Meilen vor Reval, und bei fea standen rote Truppen bereit, um auf ein ^eibenes Signal die Grenze zu überschreiten. In ßje'lf aber versuchte Litwinow die Welt glauben - k! machen, daß 2 mal 2 gleich 5 ist, daß die Sowjets Uji artig sich dem französischen Pakt- und Macht- M«n einfügen werden, während die Komintern ITl verdoppeltem Eifer an der Vernichtung der htiiierlichen Ordnung arbeiten. Der Wolf hat in |»ijf einen Schafspelz angelegt, in der Meinung, k:f die Maskerade die Herren des Rates, wenn le nicht täuschte, so doch zufrieden stellte. pm nächsten bedroht sind die ^anb floaten Iud 5 innlanb mit weiten, offenen Grenzen zu 1 jifUanb, hinter benen wohl organisiert, bewaffnet Uib radjebürftenb, eftnifdje, lettische unb f rm ische Kommuni st en stehen, die noch vor einen Jahrzehnt Herren in ihrem Lande waren, dm Id sch atz en und morden dursten, ehe sie vertne- k-niwerden konnten. Moskau kann mit den Staaten ’ yiicütangriffspafte schließen und sie auch emhalten, lie' immer nur bis zu dem Augenblick, wo es Den i rtlnhen Kommunisten gelingt, wenn auch nur für hi;,e Stunden die Sowjetrepublik auszurufen und ' Roj fau um Hilfe zu bitten, die ihnen schon tm f o l u t e r M e h r /aus denen ferner die V o l k s b e s r a gu n g, wenn zwischen (3uf?trnomal?r’^üün?884V‘ebie ^IpubliTaÄ Fr^^äns" EinigkE^i-l. wrrd-u k°nn7 ।» Qibe niemanden g-g-ben. ' Ejunus gewährt ist. . .. Cie französisch-russischen Paktplane drangen Fmn- Icii dazu, einen engeren A n s ch l u ß a n Eiiro eben zu suchen; ber finnlanbische Außen- ttinfiter Hackze11 weilte vor einigen Monaten m Eo-cholrn, um mit ber schwebischen Regierung über - bii Lstellungnahrne zum Baltijchen Block, über Die Itnsebenben Paktfragen unb über ben Ausbau Der gg-nfeiligen Wirtschaftsbeziehungen zu verhandeln, Drallem aber, um die schwedische Mißstimmung iiie: die Behandlung der Sprachenfrage in Finnland zu beseitigen. Gemäß der finnländischen Eirjaffung sind das Schwedische und das Finnische gl ich berechtigte Staatssprachen, ob= kjL sie mit einander nicht die geringste Aehnlich- k«t! haben. (Das Finnische gehört ebenso wie das 16ti ische und Ungarische zum ugro-mongolischen । Eod)enfrei5). Nur etwa 10 v. H. der Bewohner : Ltanbs gehören zum schwebischen Volksslamm, i bi: Schweben waren einst bie Herren im Lanbe, Ibeölbel unb ein großer Teil der Intelligenz sind 'Ehmeden. Die finnische Urbevölkerung, bei der ge- i ni[: Erinnerungen an die Feudalzeil noch leben- l bi; sm mögen und bei ber ein engnationaler Chau- dn .mus erwacht ist, versucht nun bie Gleichberech- king ber schwebischen Sprache zu beschneiben unb all namentlich bie Helsingforser Universität sinni- 1 Men. Hüae Verfolgung ber schwebischen Sprache und Igltur hat nun in Schweden eine arge Bijöftimmung ausgelöst, die die Beziehungen k'! per 1 zuwiderlaufen. b, 26. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der I zum allgemeinen Wohl des Volkes weiter ent- ---i. Gtihlfnmton nsrnffpntlifht eine ’ wickelt. ___ r dadur. männi1 muß. Der heutige uni Einspruchsformulare; die Formulare liefen durch eine diese VI H J/ u ll l l II | V 14 V I I V*V*V*J ~ ----o / e inp telr werden. Die Großstädte sollen in diesem ebenfalls zählen. Auf die Geheimhaltung oer r ülildjei i fronte I Irnrer iriebsft« ir das Gieren 0 in'!en liefe Ruf, eine Ertr Dienstplan geregelt. Oienstanzug sünalte NSBO-Kämpfer Berlin, 26. Okt. (DNB.) Der Stabsleiter der PO. hat eine Anordnung erlassen, in der es u. a. heißt: 1. NSBO.-Mitglieder, die Parteigenossen sind und ein Amt in der Deutschen Arbeitsfront und in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" verwalten, sind politische Leiter der NSDAP, und tragen deren Rangabzeichen. Sie sind in den Stab der NSBO. einzubauen. 2. Die NSBO.-Kameraden, die v o r d e r M a ch t- übernahme bereitsMitglied derNSBO. waren, aber keine Parteigenossen sind, tragen Dienstanzug wie folgt: Blaue Mütze mit NSBO.-Abzeichen und schwarzen Lederriemen, braunes Hemd mit Hakenkreuzarmbinde und schwarzem Binder, schwarzes Koppel, Verschluß mit NSBO.-Abzeichen, schwarze Stiefelhose und schwarze Stiefel. 3. Da die Organisation der Arbeitsfront und NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" viele Amtswalter und Amtswarte verlangt, die weder Parteigenossen noch NSBO. - Kameraden in obigem Sinne sind, die aber wegen ihres Amtes herausgehoben werden müssen, wird angeordnet, daß diese nach einem Fahr Bewährung als Amtswalter der „Deutschen Arbeitsfront" bzw. Amtswarte der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch. Freude" den gleichen Dienstanzug tragen wie unter Nr. 2 angeführt. Eingliederung von BdM-Anaehörigen Berlin, 26. Okt. (DNB.) Der Reichsschatzmeister gibt bekannt: Im Einvernehmen mit dem Reichsjugendführer wird hiermit verfügt, daß Angehörige des BDM. mit Erreichung des 21. Lebensjahres in die Partei ausgenommen werden können, wenn sie m i n d e - stens zwei Jahre dem BDM. angehört haben. Diese Verfügung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Entsprechende Ausführungsbestimmungen werden den Dienststellen noch bekanntgegeben. Belgral , Regentschaftsrat von Südslawien veröffentlicht eine Erklärung, in der es u. a. heißt: Serbien aus'den Julitagen von 1914 verantwortlich, in keiner Weise den Tatsachen entspreche, da Kanya, wie allgemein bekannt sei, bereits von 1913 an bis zum Ende des Krieges österreichungarischer Gesandter in Mexiko war. Separatisten versuchen die Saarabstimmung zu sabotieren Wie Einsprüche gegen die Abstimmungslisten fabriziert werden. I O ttf l Der Aufruf ist von den drei Mitgliedern des Re- gentschaftsrates und sämtlichen Ministern unterzeichnet. Ungarisch -südslawischer preffekampf. • De fonbe Derer wog als h rung sisck geri kostet 1,90 Francs Porto, 21 000 mal 1,90 Francs Von w e m stammen die Gelder für '' ' Fälschungen? Ein Ausruf des südslawischen Negentschastsrats. Fortführung des Einigungswerks König Alexanders. Vervielfältigungsmaschine, in der der eigentliche Einspruchsstempel aufgedruckt wurde. Dann wurden mit einer Schreibmaschine die Adressen und die Personalien der Adressaten eingefügt. Ich glaubte, daß L'Hoste mich kennt und aus irgendeinem Grunde gegen meine Eintragung in die Abstimmungsliste Einspruch erhoben hatte. Ich fragte ihn deshalb auch, ob er mich und meine Familie kenne, was er sofort verneinte. Auf weiteres Fragen gab er mir dann die Auskunft, daß die Deutsche Front die Abstimmungslisten gefälscht hätte, z. B. hätte man in Dudweiler und in Saarbrücken dieselben Leute eintragen lassen, sie hätten nun die Aufgabe, diesem Manöver entgegenzuarbeiten. Ich war immer noch naiv genug, zu fragen, warum man denn gerade auf meinen Namen verfallen sei. Darau antwortete L'Hoste: „Wo gehobelt wird, da fallen eben auch Späne." Was hier in dem Raum vorgeht, wurde mir erst richtig klar, als ein Herr den Saal betrat und Herrn L'Hoste mit den Worten ansprach: „Wird denn hier nicht gearbeitet? U m 6 Uhr müssen 21000 Stück fertig s e i n." Sofort kam mir natürlich der Gedanke: Jeder Brie: • mit buitrii sil jetreg gor i ölau I bewe turnte lanbs feiten Sachl als je der 9 Vc ■ Ttg'u Er: eine : der No An I 19.: Oie Abstimmungskommission gegen Separatistenlügen. Saarbrücken, 25. Okt. (DNB.) Die Abstimmungskommission weist die von der Separatistenpresse immer wieder vorgebrachten Behauptungen von angeblich 100 000 Fälschungen in den Abstimmungslisten klar und eindeutig zurück. Auf Grund eingehender statistischer Berechnung kommt die Abstimmungskommission unter Berücksichtigung aller Faktoren zu dem Ergebnis, daß die mögliche Zahl der in die Abstimmungslisten einzutraaenden Stimmberechtigten auf etwa 550 000 geschätzt werden könne. Die Zahl der vorläufig in die Abstimmungslisten eingetragenen Personen beträgt 532 000. Für die Behauptung, daß die vorläufigen Listen übermäßig viele zu Unrecht sellschaften, die in Japan Geschäfte machen, verlangt, daß sie jeder Zeit innerhalb Ja- pans einen Vorrat auf Lag er halten, der dem Bedarf eines halben Jahres entspricht und daß diese Vorräte nötigenfalls von der japanischen Regierung zu einem von ihr feftwfehenben Preis übernommen werden ES Forderung hat zu Vorstellungen der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und der Niederlande geführt. Die Forderungen der Iranischen Regierung würden eine schwere finanzielle Belastung für die betroffenen Oelfirmen darstellen und große Vorratstanks für diese Zwecke zu errichten. Anderseits sei zu befurchten, daß die japanische Regierung f r e m d e s Privateigentum für die Benutzung im Kriegsfall greifbar haben wolle. Weiter hat Japan für Mandschukuo die Einführung eines P e t roleu m m ono- pols geplant, das einer japanischen (9 e • sellschaft zur Ausnutzung überlassen werden soll. Die Gesellschaft wurde alle Tankstellen der amerikanischen, englischen und niederländischen Firmen übernehmen, oie damit a u s d e m G e s ch a s t verdrängt werden würden. Gegen diesen Plan haben alle drei Regierungen in Tokio Vorstellungen erhoben, da ein derartiges Monopol die Vereinbarung über die Politik d e r o f f e ni e n Tür im Neunmächtevertrag verletzen wurde. Außerdem würde dieses Monopol den Zusicherungen Japans, daß es dem Handel des Auslandes mit Mandschukuo keine Hindernisse in den Weg legen werde, Japan sucht sich Oel zu sichern Interessenkampf mit den Oellieferanten in Ostasien. ziösen „23 r e m e ...... schern Uebelwollen alle bisherigen ungarnfeindlichen Angriffe in den Schatten. Die ungarische Presse ehrt die Normen des internationalen Anstandes viel zu hoch, um solche Wutausbrüche im gleichen Ton zu beantworten. Die Nerven Ungarns sind in Ordnung. Auch ein solches Trommelfeuer giftigster Verleumdungen wird die ungarische Presse nicht veranlassen, diese würdevolle Haltung aufzugeben. Die Artikel der übrigen Blätter sind ähnlich gehalten. Sämtliche Abendblätter weisen ferner dar- auf hin, daß der gegen den Außenminister Kanya von neuem erhobene Vorwurf, er sei für das Ultimatum der österreichischen Regierung an geleitet wird. Am Ausbildungsweg des Kaufmannslehrlings wird uns veranschaulicht, wie Lücken in der praktischen Lehrausbildung durch die Mitarbeit der Uebungsfirma ausgefüllt werden und 2_bunf) ein gründliches Vertrautsein mit dem kauf- ...ännischen Gesamtunternehmen erreicht wird. 2465 „Unternehmungen" stehen in der Uebungswirtschaft in Geschäftsverbindung und Zusammenarbeit. Sie beschäftigen 45 000 junge „Angestellte" und haben einen täglichen Postumlauf von 3000 Briefen. In 12 europäischen und überseeischen Ländern bestehen Geschäftsverbindungen mit 13 5 ausländischen Uebungsfirmen. Die deutschen „Firmen" sind entsprechend ihrer fachlichen Zugehörigkeit im Ausbau der Uebungswirtschaft einer der vier Wirtschaftsgruppen „Ernährung und Landwirtschaft", „Industrie", „Handel" und „Gewerbe" zugeteilt und werden von in der Hauptleitung tätigen Wirtschaftsgruppenleitern mit Anregungen und Richtlinien regelmäßig versehen. Das Rad der Uebungswirtschaft (eine Ausstellungstafel auf der Berufsschau) zeigt die wirtschaftliche Zusammengehörigkeit der kaufmännischen Uebungsfirmen mit den technischen Uebungsbüros. In dieser Zusammenarbeit ist die Wirklichkeitsnähe der Uebungsfirmentätigkeit am augenscheinlichsten dargetan. Hier ist für den Berufsnachwuchs eine ideale Ausbildungsmöglichkeit geschaffen, zu deren Förderung sich führende Persönlichkeiten der Bewegung zur Verfügung gestellt haben. So hat der Leiter der wirtschaftspolitischen Kommission der NSDAP., Pg. Beruh. Köhler, die ehrenamtliche Leitung in der Hauptleitung der Uebungswirtschaft inne. Die Teilnahme an der zusätzlichen Berufsschulung in der Uebungswirtschaft wird für die Mitglieder der HI. und des BDM. durch den am 5. Dezember. Wie alljährlich findet am 5. Dezember 1934 allgemeine Viehzählung und in Verbindung eine Ermittlung der nichtbeschaupflichtigen Yu" schlachtungen von Schweinen w °en - Monaten vom 1. September 1934 bis 30.9to*;; 1934 sowie der in jedem der drei T0 gehenden Monate September bis 1934 geborenen Kälber statt. Gelegentlich der l • zählung ist in diesem Jahre wie 1928 vur« , Gemeindebehörden auch eine besondere der Hundebestände an Hand der gewewoi a Steuerlisten vorzunehmen. Soweit diese nicht > reichen, sind ergänzende Ermittlungen bei benJ)^:, besitzern anzustellen, jedoch ohne Zuhilfenahm Erhebungspapiere für die allgemeine Gegenüber dem Vorjahr ift bei den $ f cr„, d i e 14-Jahresgrenze neu einges». tet, beim Jungvieh und bei den jungen gen sind die männlichen und weiblichen trennt. Die Zählung der Kaninchen (leM'jr. lung 1925) muß wiederholt werden, um Di lung der Pelztiere 1934 entsprechend 8" a vollständigen. Aus diesem Grunde sollen au Angora-Wollkaninchen ausgeschieden werden-. , den Hühnern sollen auch die Junghennen i.t. -s. „ „ <7x;„ fnfltm in meiein An das südslawische Volk! Durch den Willen des verblichenen Königs Alexander I., des Einigers, wurden wir zu R e - genten für seinen Sohn und Thronfolger bestellt. Wir übernehmen diese schwere Pflicht, indem wir vorher den verfassungsmäßigen Eid vor der Volksvertretung ablegten und uns damit verpflichteten, Seiner Majestät König Peter II. treu zu dienen, die Einheit des Volkes und die Unabhängigkeit des Staates und die Unversehrtheit des Staatsgebietes überall zu wahren. In Ausübung der königlichen Gewalt werden wir stets einzig und allein die Inter- es en der Krone und das Wohl Süd- s l a w i e n s vor Augen haben. Bei unserer erhabenen Aufgabe, für den Fortschritt Südslawiens zu sorgen, sind wir stets davon überzeugt, daß das ganze Volk hi nteruns steht, weil wir in diesen schweren und schicksalsreichen Tagen Gelegenheit hatten zu sehen, wie groß die Liebe und Ergebenheit der gesamten Bevölkerung gegenüber dem verblichenen König und wie hoch die Achtung für dessen großes Werk ist, das er, sich selbst aufopfernd, schuf. Einig in der Trauer und dem Schmerz um unseren großen toten König, zusam- mengeschlossen durch die Liebe und Ergebenheit gegenüber unserem Lande und dem Hause Kara- georgewitsch, werden die Südslawen der Welt noch einmal zeigen, daß sie kein Schlag zu erschüttern vermag und daß sie imstande sind, ihr Land in eine bessere Zukunft zu führen. Innerlich fest geschlossen, gesichert und geachtet nach außen, militärisch gut gerüstet, sind wir imstande, froh in die Zukunft zu blicken. Auf diese Weise wird auch das große Werk Alexander I., d e s Einigers eines starken und fortschrittlichen Südslawien am sichersten weiter gefestigt und zu lassen. Der Verrat an Schlageter. Berlin, 25. Okt. (DNB.) Der Kaufmann 2TN Götze, am 27. Januar 1901 in Leipzig geboren,^ der Kaufmann Otto Schneider, am 16.Nooemm: 1899 in Wanne geboren, wurden bef chulvxA Schlageter verraten zu haben. « Götze wurde am 19. August 1933 und Otto Scheider am 22. August 1933 i n Ha ft genomnij und am 4. Januar 1934 entlassen. Durch fr inzwischen oorgenommenen umfangreichen und m gehenden Erhebungen wurde e i n ro a n b fm eftge [teilt, daß weder Alfred Oo^i, noch Otto Schneider als Verräter an Schi:- geter in Frage kommen. Das Reichs- und preußische Jmw Ministerium. Berlin, 24. Okt. (DNB.» Die Zu>an» legung des Reichsministeriums des Innern unbW Preußischen Ministeriums des Innern tritt :a 1. November 1934 in Kraft. Das ©efamtminifteTU besteht aus einer Zentralabteilung, sechs FachM langen und der Abteilung für Arbeitsdienst. .J Zentralabteilung steht unmittelbar utf dem Minister und wird von StaatssekiLi P f u n d t n e r geleitet. Die sechs FachabteilmN von denen die Abteilungen I, IV und VI Xfl Staatssekretär Pfundtner, die Abteilungen ü III und V dem Staatssekretär Grauert iM stehen, betreffen: I: Verfassung und Gesetzgebung; Leitung: M sterialdirektor Dr. N i c o l a i. II: Beamtentum und Verwaltung; ßeitung: nifterialbireftor Dr. Schütze. III: Polizei; Leitung: General der Landesp / Ministerialdirektor Daluege. IV: Volksgesundheit; Leitung: Ministerialdirc^ Dr. G ü t t. ' . , V: Kommunalverwaltung; Leitung: MmM - direktvr Dr. Sure n. ... VI: Deutschtum, Leibesübungen und Kirchs- u lung: Ministerialdirektor Dr. Butima^ Die Abteilung Arbeitsdienst steht untet Leitung des Reichskommissars für den FreM-' gen Arbeitsdienst Staatssekretär Hierl. Allgemeine Viehzählung Heue Belastung für die Seekonferenz. USA. lehnt Flottengleichheit mit Japan ab. Washington, 25. Okt. (DNB.) In amtlichen Kreisen werden die von japanischer Seite erfolgten Veröffentlichungen über die künftige SMtenpoli if Japans dahin gedeutet, daß die lapamsche Regierung, bevor sie sich amtlich zur Flottenpolitik äußert, die Stimmu na* in anberen ß a n » d er n prüfen wolle. Vorerst wird ebenso unverbindlich, wie die japanische Auslassung ist, erklärt, daß Amerika sich niemals mit Japan auf eine Flo11engleich h e l t einlassen werde. Die amerikanischen Marmekrelse Hal en daran fest, daß die Flotte der Vereinigten Staaten nötigenfalls in der Lage fern muffe, n ach O st - afien auszulaufen, um dort für die Sicherung der amerikanischen Belange zu kämpfen. Dazu brauche aber die amerikanische Flotte Linien- schiffe und Flugzeugmutterschiffe sowie im ganzen eine Ja p a n überlegene Streitmacht. Man glaubt auch nicht, daß England auf Japans Forderungen emgehen werde, da dann der unter einem riesigen Kostenaufwand ausgebaute britische Flotten st utz- punkt in Singapore zwecklos werden wurde. Die Frage der künftigen Flottenstärke ift aber nicht die einzige Meinungsverschiedenheit zwischen Japan und den Vereinigten Staaten. Die ^panische Regierung hat von den fremden Petroleumge- etngefragene Personen enthalten, liegt fetn (Srünj vor. Die bewußt irreführenden Darlegungen bs: Separatistenpresse über Hunderttausende von FL, schungen in den Abstimmungslisten dürsten burq diese Erklärung ebenso als Lüge entlarvt sein, a:i damit bie planmäßigen Sabotageversuche bie(if Greife bie Abstimmungsoorbereitungen aus burcf, sichtigen Grünben zu erschweren, burchschaut Jini, Wichtig für Gaarabstimmungsberechtigte! Der Bunb b e r Saaroereine teilt mit; Jede im Saargebiet wohnenbe Person kann Ei^, sprach gegen bie (Sintragun g einer fce. reits in bie vorläufige Abstimmungsliste au^ nommenen Person erheben. Die Abstimmungskommlssion hat nun oerf^ baß berjenige, ber einen solchen Einspruch einh$t eine Abschrift besfelben burch eingeschrieben Brief bem Betroffenen m i 13 u t e 1l e n k unb zwar an besten Anschrift im Saargebiet. Betroffene muß innerhalb d 0 n Die r * Mn seit Aufgabe bieses Einschreibbriefes zur Post (H nicht seit bem Tage, an bem er ihn erhält), s ein,, Einwenbungen gegen biefen Einspruch zustänbigen Kreisbüro s ch r 1 f t l ich ml» teilen. Er muß ferner das ihm abschriftlich 3^ stellte Einspruchsschreiben des Einsprucherhebecke. einer Erwiderung an das Kreisbüro beifügen. Also: Wer einen solchen Brief über feine Anschn im Saargebiet erhält, muß sofort seine Einwendir gen schriftlich (Unterschrift nicht vergessen!) uni; Beifügung der Schrift des Gegners an das * ständige Kreisbüro der Abftimmungskommlspi enden. In Zweifelsfällen wende man sich fofa an bie Ortsgruppen bes Bunbes bt Vie D ® ca^anb Jtiliffli Mant .gitii 1 xiifl-! IN? 1 lin« i I-IH i°’ 1 i^oon : l'i ehe I 1 für | fimmiD | ung ei den er an dessen Stelle hätte setzen können. Churchill sagt: Haig war überzeugt von sich, und sein Stabschef Robertson war eigensinnig. Sie beherrschten den militärischen Apparat und hatten die Presse für sich. Gemeinsam trieben sie beinahe fünf Monate lang die Truppen durch den Schlamm von Passchendael'e vorwärts, verloren 400 000 Mann und brachen beinahe das Herz der britischen Armee. Ileichsminister 2Ruft an junge Studenten. DNB. Berlin, 24. Okt. Reichsminister Rust empfing junge Studenten ersten und zweiten Semesters aus dem ganzen Reich, die sich zum Studium an die Danziger Hochschule begeben. Der Minister erklärte: Das deutsche Volk besitze vieles nicht, was andere Völker haben; aber es besitze dafür etwas, was diesen fehle: eine unerhörte innere politische, völkische Geschlossenheit. Daß der Arbeiter der Faust und der Stirn sich wiederfanden, sei die Voraussetzung jeden Aufstieges zu Freiheit und Brot gewesen. Der Sieg der Bewegung wäre nicht möglich gewesen, wenn die SA. nicht dagewesen wäre, in der der neue deutsche Mensch geboren wurde. Der Arbeitsdienst habe diesem neuen Gedanken eine noch schärfere Prägung gegeben. Die Erziehung des Arbeitsdienstes stehe höher als alle Erziehung der Welt. Es werde sich auch in Zukunft nicht vermeiden lasten, daß die eigentliche Führerschaft durch die Akademien gehe, aber es werde sich nicht mehr um eine ledigliche Jntellektuellenauslese handeln, sondern darum, d 1 e Fähigkeit zur politischen Führung zu finden. Der K a m p f, der früher ber scharf e Prüfer gewesen sei, sei heute vorbei. An seine Stelle müsse eine ganz entschiebene Erziehung treten, die den Charakter Stunde um Stunde einer Prüfung unterziehe; denn auf der neuen Führergeneration stehe das Schicksal Deuschlands. Lugend in der Berufsschau. Der Zweck der Nebungswirtschast. „Sie sehen hier den Gründungsvorgana der Uebungsfirma Müller & Nadermcmn, Fabrik von Hebewerkzeugen, Duisburg, und die Handels- registerliche Eintragung beim Uebungsamts- gericht!" hören wir eine laut vernehmbare Stimme sagen. Auf unserem Gang durch die Berliner Berufsschau „Der Angestellte in der deutschen Wirtschaft" sind wir bei den Ausstellungsständen der Hauptämter angelangt. Von den Worten des Erklärers des Hauptamtes für Jugend lösen die Begriffe „Uebungsfirma" unb „Uebungsamtsgericht" Fragen in uns aus. Wir treten näher unb lasten uns ben Sinn unb bie Bedeutung ber „Uebungswirtschaft" erklären. Aus ben übersichtlichen, plastischen Tafeln erkennen wir bie Arbeitsweise ber Uebungswirtschaft als biejenige einer M 0 b e 11 w i r t s ch a f t, bie nach nationalsozialistischen Grunbsätzen aufgebaut, gelenkt unb 23 u b a p e ft, 24. Okt. (DNB.) Die ungarische Abenbpresse gibt bas bisherige Schweigen zu ben scharfen Ausfällen, bie in ber südslawischen Regierungspresse gegen Ungarn unmittelbar nach Abschluß ber Belgraber Trauerfeierlichkeiten eingesetzt haben, auf unb weist bie schweren sübslawischen Verbächtigungen zurück. Der „P e ft e r Ll 0 yb" schreibt: Gegen Ungarn unb bie führenben ungarischen Staatsmänner wirb jetzt von ben Belgraber Blättern eine wahre Der- leumbungsfampagne geführt, beren roher unb zügelloser Ton aufs schärfste verurteilt werben - ~ ' ungarnfeinbliche Artikel der offi» stellt an Rohheit unb systemati- Saarbrücken, 25 Okt. (DNB.) Die mit ber Fabrikation von Masseneinsprüchen gegen bie Eintragungen in bie Abstimmungs- listen beauftragten Persönlichkeiten ber sogenanm ten „Einheitsfront" arbeiten fieberhaft, um noch bis zu bem Ablauf ber Einspruchsfrist ein ansehn- licbes Kontingent von „Einsprüchen" fertigstellen zu können. Man hat Tausende von Einspruchsformularen hergestellt, die nur den Aufdruck tragen: „Besaß am 28. Juni 1919 nicht die Einwohnerschaft im Saargebiet im Sinne der Wahlordnung. Beweisurkunden von Behörden verweigert." Weiter beantragt man die Streichung Abstimmungsberechtigter mit der Begründung, sie seien in einer anderen Ortschaft bereits eingetragen, eine Behauptung, die in den meisten Fällen nicht den Tatsachen entspricht. Oder man sucht die Abstimmungsberechtigung derjenigen Personen zu bezweifeln, die am Stichtage minderjährig waren, indem man behauptet, daß ihr gesetzlicher Vertreter keinen Wohnort im Saargebiet hatte. In den Strafbestimmungen der Abstimmungsordnung ist erklärt, daß derjenige, der Akten, Urkunden, Ausweise oder Eintragungen, die mit der Volksabstimmung Zusammenhängen, fälscht, mit Gefängnis bestraft werden kann. Dieser Tatbestand ist ohne weiteres auf diejenigen anwendbar, die jetzt bewußt falsche und unbegründete Einsprüche erheben und sich dazu vorgedruckter Formulare bedienen Die saardeutsche Bevölkerung erwartet, daß die Abstimmungskammission rücksichtslos gegen die Saboteure der Abstimmung vorgeht. Zahlreiche Personen, bie burch eingeschriebenen Brief von bem gegen sie erhobenen Einspruch Kenntnis erhielten, haben bereits gegen ben Unterzeichner bes Einspruches Strafantrag gestellt. Hauptverantwortlich für bie (Sabotagearbeit ber separatistischen Kreise zeichnet ber kommunistische fianbesratsabgeorbnete L' H 0 ste. lieber einen Besuch bei diesem berichtet ein Mitarbeiter des „Saarbrücker Abendblattes" u. a.: „Das Haus der Arbeiterwohlfahrt ist das Hauptquartier des Herrn L'Hoste. Vor ihm häuften sich d i e E i n s p u ch s - f 0 r m u l a r e, die er ohne hinzusehen unterschrieb. Helfer bearbeiteten an fünf langen Tischreihen bie Saarvereine. In ben letzten Tagen sind von separatistG Seite zahlreiche Einsprüche gegen , Deutschland lebende Personen eingelegt wordq meistens mit folgender Bemerkung: „Die betreffende Person hat am 28. 1919 nicht die Saareinwohnereigenschast i Sinne der Wahlordnung besessen. Beweis:^» erforderlichen Urkunden wurden von amtliifa Behörden verweigert." Wem ein solcher, offenbar u n b e g r ü n b eie; Einspruch eines Dritten zugeht, braucht bai^s nicht zu antworten. Es ist auch nichts bagegen ii> zuwenben, wenn er f 0 I g e n b e Gegenäuß rung an bas Kreisbüro fenbet: „Auf ben mir zugestellten Einspruch beziÄ ich mich zum Nachweis meiner Abstimmung bered)tigung auf bas von mir früh# vorgelegte Beweismaterial unb b antrage bie Verwerfung bes Einsprut-!' Die große Anzahl derartiger Einsprüche oft ,ede Begründung beweist klar, daß es sich um ei« politische Mache von separatistischer handelt, und daß diese Einsprüche nicht emgeto werden, weil man der Ueberzeugung ist, ber Et* treffende sei nicht abstimmungsberechtigt, \onosj weil man die Abstimmungsbehörden mit Vxa überlasten will, um an technischen SchwierigkM die rechtzeitige Abhaltung ber Abstimmung scheitv un Di Bundesbahnbeamte Franz Rauscher, denen im 28, )on üU Was liefert Rußland für den Weltmarkt? s 6in!,- nwan! des Weltmarktes tebürfni1 Leituils *3. an bas sfomm beitsbicn mittelbar SlbteA rauett nnern ■ xem tli amtminn kNoMM n. vember, dem Führer nahm mit Worten des Dankes den Ring entgegen und ließ sich eingehend über die Arbeiten des Instituts berichten. weitere sechs Personen unterstanden. Die acht Personen wurden alle verhaftet, wobei man bei Bilmeier einen falschen tschechoslowakischen Reisepaß fand, den dieser wiederholt bei Ausübung seiner verbotswidrigen Tätigkeit z» Reisen in die Tschechoslowakische Republik benutzte. Auch die Kommunisten betrieben in den letzten Wochen wieder eine lebhafte Flugblattpropaganda. Bei den zur Unterbindung dieser Propaganda von der Bundespolizeidirektion durchgeführten Erhebungen konnten in Wien drei Büros egenö et: lpruch d Abstiim nir fii Der Stabsleiter der PO. Dr. Ley hat folgende Anordnung: erlassen Reichsbetriebge meinschaf. t e n 1 bis 16 einschließlich stehen unter der Oberleitung des Hauptamtes der R S B O. in der Obersten Leitung der PO. Wien, 25. Okt. (DRB.) Ueber die außerordent- sche Verstärkung der marxistischen illegalen Pro- s.iganda in der letzten Zeit wird eine amtliche Mit- t Jung ausgegeben, in der u. a. mitgeteilt wird, t ß am Herstellungsort der illegalen Arbeiter- i i t u n g in Wien im Laufe des September und £ (ober Nummern der Arbeiterzeitung in einer 2u f Ia ge von 20 000 Exemplaren, ferner eie Nummer der Druckschrift „Die Revolution" in e.ier Auflage von 10 000 Exemplaren und ein andres sozialdemokratisches Flugblatt in einer Auf- jige von 20 000 Exemplaren gedruckt worden seien. Site eben aus Brünn eingetroffenen Drucksachen, d für die Herstellung der nächsten Nummer be° fmmt waren, wurden beschlagnahmt. In der Woh- nmg eines Maurergehilfen im 12. Wiener Ge- «t indebezirk wurden mehrere zehntausend -Crcmplare illegaler sozialdemokra- t!scher Flugschriften beschlagnahmt. Es -amte festgestellt werden, daß die Wohnung des Ä-iurergehilfen als zentrale Niederlage und 23er» jtrsbsftelle illegaler sozialdemokratischer Literatur fr das gesamte Bundesgebiet diente. Hauptorgani- scvren dieses illegalen Druckschriftenvertriebes irren der Bauarbeiter Erwin Bilmeier und der rund 294 000 Tonnen. Das sowjetrussische Apatiterz wird von der Eisenindustrie gern verarbeitet, weil es sehr phosphorhaltig ist. Es wird aus diesem Grunde auch zur Erzeugung von Phosphor und Phosphorsäure verwendet und findet also auch in der chemischen Industrie einen guten Abnehmer. Neuerdings verbraucht die Kunstdüngerindustrie verschiedener Länder gern ein in Rußland hergestelltes Konzentrat aus dem Apatiterz. So bezieht insbesondere das große polnische Stickstoffwerk in Chorzow über Gdingen bedeutende Mengen russischer Apatite. Wenn es Sowjetrußland gelingt, durch die Lieferung solcher Spezialprodukte seine Kaufkraft und Aufnahmefähigkeit für I n- dustriewarenimporte zu oe r st ä r k e n, so ist das für diejenigen Länder, die bisher zu den Lieferanten Rußlands gehörten, von erheblicher Bedeutung. In letzter Zeit hat die Sowjetregierung bekanntlich ihre alten Schuldverpflichtungen teilweise durch die Goldexporte abdecken, ihre Neubezüge an Jndustrieerzeugnissen aber stark einschrän- Edwards, der Eigentümer des Flugzeuges ,Comet", in dem die Engländer Scott und Black erze sind unter dem Druck der stark vermehrten Nachfrage bereits beträchtlich gestiegen und zeigen weiter die Tendenz, zu steigen. In den großen Eisenerzeugungsländern hat die Rohstahlgewin- nugn im letzten Jahre um durchschnittlich 45 Prozent zugenommen. Infolgedessen wuchs auch der Bedarf an Manganerzen beträchtlich. England hat z. B. im ersten Halbjahr 1934 rund 105 000 Tonnen Manganerze eingeführt gegenüber nur 50 700 Tonnen im ersten Halbjahr 1933. Die Man- aanerzeinfuhr Frankreichs betrug in den ersten fünf Monaten des Jahres 1933 etwas weniger als 199 000 Tonnen, in dem entsprechenden Zeitabschnitt des Jahres 1934 hingegen 241000 Tonnen. Die deutsche Manganerzeinfuhr erhöht sich von 64 000 Tonnen im ersten Halbjahr 1933 auf 134 500 Tonnen in der ersten Hälfte des laufenden Jahres. Auch die Vereinigten Staaten und Japan haben ihre Manganerzimporte stark gesteigert. Teilweise sind natürlich auch Voreindeckungen vorgenommen worden, was bei der zunehmenden Nachfrage und den steigenden Preisen nicht verwunderlich ist. Aber es ist damit zu red)» enn, daß der Bedarf der Welt-Stahlindustrie an Manganerzen noch lange Zeit größer als das Angebot sein wird. Sowjetrußland hat also Aussicht, seine bedeutende Manganerzerzeugung weiter zu steigenden Preisen auf dem Weltmarkt abzusetzen. Ein anderes, allerdings viel engeres Spezialgebiet, Das große Lustrennen England-Australien. Die Vettern T o d a r t mit ihrem britischen Air- speed-Flugzeug sind am Donnerstag um 0.14 Uhr in Singapur gelandet und bereits um 1 Uhr nach Batavia weitergeflogen. Das neuseeländische Flugzeug mit Mc. Gregor und Walker ist am Donnerstag um 23.17 Uhr englischer Zeit von Port Darwin nach Charlesville gestartet. Das Flugzeug liegt gegenwärtig an fünfter Stelle. york mit 56 Stunden 56 Minuten einen neuen Rekord der Ueberquerung des amerikanischen Kontinents auf dem Schienenwege ausgestellt. Der Schnelltriebwagen, der 376 Fuß (113 Meter) lang " einem Dieselmotor von 900 PS ausge- Ehrenpreis erhalten. Runbfunfüberfragung aus dem Flugzeug geglückt. Dem Reichssender Breslau glückte eine Rundfunkübertragung aus einem Segelflugzeug, das von einem Motorflugzeug geschleppt wurde. Klar und deutlich, vermischt mit dem Brausen des Windes in 400 bis 750 Meter Höhe, kam die Schilderung des Fluges durch Vermittlung von zwei an verschiedenen Stellen des Stadtgebietes aufgestellten Kurzwellenempfangsstationen, die durch Kabelleitung mit dem Funkhause verbunden waren, im Aufnahmeraum an, wo sie auf Schallplatten festgehalten wurde. Das Segelflugzeug hatte den Flugzeugführer und den Sprecher an Bord, der einen Kurzwellensender von etwa 1000 Metern Reichweite bediente. Die Schallplattenaufnahme aus dem Flugzeug war nur dadurch möglich, daß sich Mitglieder der Fliegerlandesgruppe Schlesien bereit erklärten, bei Dunkelheit einen Segelflug im Motorflugzeugschlepp mit Ausklinken auszuführen. Eine geglückte Rundfunkübertragung aus einem fliegenden Flugzeug war bisher in der deutschen Rundfunktechnik noch nicht zu verzeichnen gewesen. Ein neues deutsches Ostasienschisf. Der auf der Werft von Blohm & Voß in Hamburg für den Ostasienpassagierdienst der Hamburg — Amerika-Linie in Bau befindliche große Doppelschraubendampfer wird den Namen „Potsdam" erhalten. Der Neubau wird 16 000 bis 17 000 Brutto-Register Tons fassen und 182 Meter lang fein. Seine Antriebsmaschinen werden ihm eine Geschwindigkeit von 17 bis 18 Seemeilen in der Stunde geben. Die Passagierräume werden in der 1. Klasse 142 und in der Touristenklasse 140 Reisenden Raum bieten. Rekordsahrt eines amerikanischen Schnelltriebwagens aus Aluminium. Ein neuartiger Schnelltriebwagen aus Aluminium hat auf der 3334 Meilen (rund 5350 Kilometer) langen Strecke Los Angeles—Neu- d e r „O e ft e r r e i ch i f ch en Roten Hi l f e", einer illegalen Hilfsorganisation der kommunistischen Partei, aufgedeckt werden. Dies führte zu der Verhaftung einer größeren Anzahl von Personen, die als Melde- bzw. Uebernahmestellen- für kommunistisches Propagandamaterial ober als Kuriere fungierten. Es wurden im ganzen 20 Sozialdemokraten und 50 Kommunisten zu Verwaltungsstrafen bis zu sechs Monaten Arrest verurteilt. Nach der Verbüßung dieser Strafe wird ihre Ueberführung in das Konzentrationslager Wöllersdorf in Aussicht genommen. Gesteigerte marxistische Propaganda in Oesterreich. Verbotene Flugblätter und Zeitungen werden in Zehntausenden von Exemplaren verbreitet. Der mecklenburgische Ministerpräsident Engel! hat beim Reichsstatthalter Hildebrandt seine Entlassung aus seinem A m t nachgesucht. Der Reichsstatthalter genehmigte das Rücktrittsgesuch des Ministerpräsidenten und beauftragte mit der Führung der Geschäfte Staatsminister Dr. Scharf. sichen Angaben durch alle Stellen und Organe rrö im Interesse einer zuverlässigen Statistik auch weiterhin geachtet werden. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler empfing ien Präsidenten des Zentralverb a n des deutscher Haus- und Grundbesltzer- ,^r e i n e E. V., Tribius, zur Entgegennahme einer spende von 100 000 Mark für das Iinterhilfswerk. * Oer Vorsitzende des Deutschen Ausland- „stituts in Stuttgart, Oberbürgermeister Dr. (Irnün, überreichte dem Führer den Deut- Hjen Ring, den einst der verewigte Reichspra- jijient und Generalfeldmarschall getragen hat. Der nicht 7.7 g N chtig. n /mP "ng sch machte das Flugzeug den beiden Fliegern zum Geschenk. Das Flugzeug wird im November zu Schiff nach England zurückbefördert werden. Am 10. No- .....2.., _ag der offiziellen Preisverteilung durch den Herzog von Gloucester, werden Scott und Black den Preis von 10 0 0 0 Pfund Sterling für Rechnung von Edwards und den stattet ist, erzielte auf feiner Rekordfahrt auf der Teilstrecke Cheyenne—Chikago eine Stundengeschwindigkeit von 120 Meilen (193 Kilometer). Einbrecher zündet vier Bauernhöfe an. In der niederösterreichischen Ortschaft Oberkreuz- ftätten zündete der berüchtigte Einbrecher Alois Sailer in einer der vergangenen Nächte vier Bauernhöfe an und verübte bei der allgemeinen Verwirrung einen Kasseneinbruch und zwei Wohnungseinbrüche. Ein großes Aufgebot von Gendarmen und zahlreichen mit Jagdgewehren ausgerüstete Bauern haben die Wälder rings um Oberkreuzstätten umstellt, da die Vermutung besteht, daß sich der Unhold dort verborgen hat. Vanditenübersall auf eine mexikanische Stadt. Am Mittwochabend bemächtigten sich etwa 10 0 bewaffnete Banditen zu Pferde der kleinen Stadt Tenango del Valle im Staate Mexiko. Zunächst besetzten sie die Polizeistelle. Sie eigneten sich die dort befindlichen Waffen an und durchschnitten die Fernsprech, und Tele- graphenleitungen. Im Gefängnis der Stadt öffneten sie die Zellen und ließen die Sträflinge frei. Im Rathaus wurde ihnen aber so starker Widerstand geleistet, daß sie es nicht ein- nehmen konnten. Es war noch rechtzeitig gelungen, die Nachricht von den Vorfällen telegraphisch abzusenden; mexikanische Bundestruppen wurden schleunigst nach der Stadt entsandt, worauf die Banditen das Weite suchten. Vorher hatten sie die Warenhäuser und zahlreiche kleinere Gebäude geplündert. Der Fall Lindbergh. — Dr. Loudon erkennt Hauptmann wieder. Der in der Untersuchung wegen der Entführung des Li nd b e rgh k indes mehrfach genannte Dr. London hat über eine Stunde mit Hauptmann in der Zelle gesprochen. Dr. London hat erklärt, daß es sich bei Hauptmann um den mysteriösen „John" handele, dem er das Lösegeld überreicht habe. Zeugenvernehmung im Halberstädter Mordprozeß. Im Halber st ädter Mordprozeß berich- tete Kriminalkommissar Kluge (Magdeburg) über die Voruntersuchung. Der Zeuge schilderte das Auf- finden der Leiche des Bankoirektors Schurig. Die Leiche wies am Hals Erdrosselungsmerkmale auf, die darauf schließen ließen, daß noch Leben im Körper war, als er in das Dickicht geschleppt wurde. Die Leiche des ermordeten Dr. Kraus wies am Halse eine acht Zentimeter lange, klaffende Wunde auf. In der linken Hosentasche befand sich ein stark mit Blut besudeltes Taschentuch. Bei der Vernehmung leugnete B ü k e r zuerst. Als aber durch den Schießsachverständigen festgestellt wurde, daß die Kugeln, die in den Schädeln der beiden Ermordeten gefunden wurden, nur aus der bei Büker gesunde- nen Pistole abgeschossen worden sein konnten, ge- stand Büker unter dem Druck der Beweise und sagte aus, er habe am 21. Juni Schurig und am 1. Juli Dr. Kraus erschossen. Büker führte beim ersten Lokaltermin in den Weg, wo er die Sachen des Schurig weggeworfen hatte. Es ergab sich ferner, daß Büker vor und nach den Mordtaten kein Verhalten an den Tag legte, das darauf hingewie- ken müssen, um die russische Außenhandelsbilanz ins Gleichgewicht zu bringen. Jede neue Exportmöglichkeit steigert zugleich die Aufnahmefähigkeit Sowjetrußlands für ausländische Jndustriewaren, die heute ganz und gar von der Zahlungsfähigkeit der Sowjetregierung abhäng t. Deutschland hat sich mehrfach bereit erklärt, Rußland bei der Wiederherstellung dieser Zahlungsfähigkeit zu helfen. Es wird daher auch diei russischen Spezialprodukte, die heute den Haupt- stützpunkt des Exports der Sowjetregierung bilden aufnehmen, soweit sie zur Bedarfsdeckung der deutschen Industrie erforderlich sind. Voraussetzung hierfür ist natürlich, daß Sowjetrußland die übermäßig scharfe Drosselung seiner Bezüge deutscher Erzeugnisse lockert. Denn jeder zwischenstaatliche Handelsaustausch beruht auf Gegenseitigkeit, und wer einem anderen Lande Waren geben will, der muh auch dessen Erzeugnisse in entspre- chend großen Mengen aufzunehmen bereit sein. Der Export Sowjetrußlands ist deshalb von de-1 fr iberer Bedeutung für die Wirtschaft vieler an» t -er Länder, weil d i e russischen Jmport- nü) g l i ch k e i t e n heute in weit höherem Grade a ■ früher davon abhängen, ob es der Sowjetregie- nng gelingt, d en Export bestimmter ruf- Ifisch er Spezialerzeugnisse zu stei- g r n. Denn die Zeiten, in denen Rußland Wei - z n, Holz, Erdöl und andere Massengüter in |oigroßen Mengen exportieren konnte, daß es d a - ui:: t allein die Beschaffung der benötigten in» bftrieUen Fertigerzeugnisse und Investitionsgüter n finanzieren vermochte, sind vorüber. Die Sow- jr egierung muß heute, wenn irgend möglich, s o - g r Getreide hinzukaufen. Ihre E r d - o-ausfuhr stößt auf den ftärfften Wett- i ro e r b der großen englisch-amerikanischen Petro- je.nnkonzerne, und auch die Holzausfuhr Ruß- la'i.bs hat die Grenzen ihrer Expansionsmöglich- Icten wohl schon überschritten. Angesichts dieser Cichlage bleibt Sowjetrußland nichts anderes übrig, ol seinen Export umzustellen und dem Bedarf bi ■ Abnehmerländer anzupassen. Won diesem Gesichtspunkt aus macht die Somjet» rtjierung zur Zeit die größten Anstrengungen, den 8:^port von Manganerzen zu forcieren, um tuen möglichst großen Teil des steigenden Bedarfs b - internationalen Eisenindustrie mit russischen ürnnganergen zu befriedigen. Nach den amtlichen Siigaben hat Sowjetrußland im ersten Halbjahr 134 insgesamt 393 000 Tonnen Manganerze aus- gi'ührt. Das bedeutet gegenüber der gleichen Zeit ds Vorjahres eine Steigerung des Exports bflfes Spezialerzeugnisses um 50 Prozent. Die wissen erfreuen sich auf diesem Gebiet in der Tat ruer Art von Vormachtstellung, die ihnen steigende i (fiträge einbringt. Denn die Preise der Mangan- auf dem Rußland die ------. aus seinen natürlichen Bodenschätzen zu befriedigen sich bemüht, ist bie Lieferung vonPhospha- ten. Die großen Apatiterzvorkommen in Chibino- gorsk werden heute zu einem erheblichen Teile exportiert und liefern daher ein wertvolles Aktivum der russischen Handelsbilanz. Schon im Jahre 1933 betrug die russische Ausfuhr von Apatit < ist und mit ne» li» iim» !■■■ im ALVA SVa ist für Millionen ein Begriff geworden em Begriff für Qualität, vornehmes Äußeres ünd kostbaren Inhalt. Ein Begriff für eine Zigarette in Großformat. ALVA 3V3 — die Zigarette, die es wert ist, daß jeder Raucher sie probiert. 1900-Sportplatz Sonntag, 28. Oktober 1934, 15 Uhr Handball-Pokalspiel (Vorrunde) 6290 d Gau Nordhessen-Gau Baden Vorher, ab 13.30 Uhr, Handballspiel v. 1900 /VfB.-Rchsb. komb. gegen Kreisauswahlmannschaft Ermäßigter Eintritt für Erwerbslose nur bei Vorlage der von Herrn H. Henkel, Gießen, Kap- lansgasse, ausgestellten Ausweiskarte möglich z. X '*• beugen Erkältun- Ich erbitte Beachtung meiner Schaufenster-Auslagen und um zwanglosen Besuch meines Hauseslll AW 00« MW! 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Seit dem Erwachen seines Bewußtseins vergaß Giovanni nie mehr, was er irgendwann einmal gehört hatte, und das galt und gilt auch für das Erschaute — dies nämlich gibt er schon lang in unerhörter Virtuosität mit dem Zeichenstift wieder. „Nebenbei" ist er ein hochbegabter Musiker mit seinen sieben Jahren; er spielt wie ein Virtuose Klavier, Violine und Saxophon und vermag jedes Lied, jedes große Konzertstück nach einmaligem Hören einwandfrei in der Melodie und Rhythmik wiederzugeben. Vorerst noch stehen alle Professoren, Wissenschaftler, Aerzte, die das siebenjährige Wunderkind prüfen konnten, hier vor einem faszinierenden Rätsel. Ilm Hosten durch den Winter! IN. Kräuterhaus- Eukalyptus-Oel, Hustenkandis und gegen alten Schleim,Asthma EHungs uj Bru*t- u. Lnngentee Mk. 0.20-1.30. Universalgenie, sieben Jahre all Das gibi's nur einmal - behaupten die Amerikaner. Fl. 180 extra stark 1 Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz J Part. E. Koch & Sohn, Selterswe^ von Selbitgeber als 1. 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Ein solcher hat vor kurzem die italienische Gerichtsbarkeit beschäftigt, die ein Schreiben einer jungen Maria M. erhielt, worin sich diese darüber beklagte, in den Akten der Behörden als Verbrecherin bezeichnet zu werden. Die Briefschreiberin legte gleichzeitig Zeugnisse vor, aus denen hervorging, daß die Arbeitgeber der M. M. mit deren Leistungen jedenfalls durchaus zufrieden gewesen sind. Als Maria acht Jahre alt war, gaben sie die Eltern, die sich in Not befanden, fort. Diele Jahre waren seitdem ins Land gegangen. Als Maria wegen eines Stellungswechsels ein Leumundszeugnis benötigte, wurde ihr das von der Behörde mit der Begründung abgeschlagen, daß Verbrecherinnen ein solches natürlich nicht erhielten. Erstarrt über diese Eröffnung suchte sie ihre Eltern auf, die sie 13 Jahre nicht gesehen hatten, um Klarheit in der Angelegenheit zu erlangen. Reinw. Bouclö-Kleid mit färb.Matt- Q E krepp-Schleife, in jgdl. Größen u.mod. Farben 9 a • W Reinwoll. 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Das neuerbaute Motorschiff „S o f i a" der H a m- burg-Amerika-Linie hat im Dienst der Deutschen Levante-Linie seine Jungfernreise erfolg- reich beendet. Es wurde in den angelaufenen Häfen Griechenlands, der Türkei, Bulgariens und Rumäniens herzlich empfangen. An allen Anlaufplätzen haben Behörden, Kaufmannschaft, deutsche Kolonie und Parteistellen das Schiff besichtigt. In der Presse wurde das Schiff als eine Spitzenleistung des deutschen Schiffbaues bezeichnet. Besonders herzlich war der Empfang in den bulgarischen Häfen Burgas und Varna. Beide Städte haben der „Sofia" Geschenke — künstlerisch wertvolle Bilder und einen Teppich — gestiftet und König Boris von Bulgarien ehrte das Schiff und die Reederei durch folgendes Telegramm in deutscher Sprache: „Mit aufrichtiger Freude habe ich die Ankunft in Varna Giovanni Zelenna heißt es sieben Jahre alt ist es, und zur Zeit macht sein Ruhm die Runde um den Erdball. Die meisten uns bisher bekanntgewordenen Wunderkinder wiesen eine einseitige außergewöhnliche Begabung auf für ein bestimmtes Wissensgebiet, entweder für die Musik ober für die Mathematik ober für die Sprachen. Der siebenjährige Giovanni aber scheint hier eine ein- unb erstmalige Sonberstellung einzunehmen insofern, als, wenn man ben P o - saunen st ößenausAmenka restlos glauben darf, seine Fähigkeiten offenbar nach keiner Richtung hin begrenzt finb. Zur Zeit hat sich bie Universität San Francisco bes erstaunlichen Falles angenommen. Von hier aus erfährt man: , ... Der Vater bes Wunberkinbes ist ein italienischer Ingenieur, ben bie Ungunst ber Verhältnisse ruhelos von Erbteil zu Erbteil trieb. Wenig Wochen war bas Söhnchen Giovanni alt, als bie Zelennas von einer Branbkatastrophe heimgesucht würben, ber scheinbar ber Säugling zum Opfer fiel; jebem falls beklagten ihn bie Eltern längst als tot — bis sie ihn viele Wochen später in einem Finbelhaus roieberfanben. ist sofort ein kleiner Laden mit Nebenraum zu vermieten. Bewerbung, sind andasStadtver- messnnaSamt Gießen, Bergstr. Nr.20, zu richten. | Mietgesuche | Mehrere möbl. Einzelzimmer sofort gesucht. Schrift!. Angeb. unter 6281D an den Gießen. Anz. | Kaufgesuche"] HAUS zu kaufen gesucht. Bedingung: ein Stock sofort oder in Kürze beziehbar. Schr.Angeb, m.Preisu.05171 an d. Gieß. Anz. Gutes gebraucht. Hlottearoö gesucht. Schriftl. Angeb. u. 05173 anoenGieh.Anz. Einem Teil unserer heutigen Ausgabe liegt ein Werbeblatt der Firma Aadio-Auhl, Gießen 6et. 628d°Z- Käthe packte noch diese und jene Kleinigkeit in die Handtasche. Was sich da alles so angesammelt hatte. Und Tante Adelheid war zwei Tage mit ihr in Stettin gewesen. Sie hatte ihr Wäsche und Kleider für die Reise gekauft. Und während sie sich auf Reisen befand, würde noch dies und das für sie angefertigt werden. Man hatte ja ihre genauen Maße. Tante Adelheid wollte ihr nun einmal diese Ausstattung schenken. Und sie wurde ganz böse, wenn man ihr auch nur mit einem Wort hineinreden wollte. So ließ Käthe alles geschehen. Die Koffer standen schon fertig gepackt draußen in der kleinen schönen Halle. Aber ihr kleiner Handkoffer aus gelbem Schweinsleder stand noch hier, war noch offen, und Käthe legte immer noch eine Kleinigkeit hinein. Dann schloß sie den Koffer. Setzte das Hütchen auf. Beim Umziehen vorhin hatte Brigitte ihr geholfen. Und Käthe warf noch schnell einen Blick in den Spiegel. Das graue Kostüm war sehr elegant, aber einfach. Und der kleine Reisehut auch. Schuhe von derselben Farbe wie Hut und Kostüm. Handschuhe und Strümpfe auch. Und sogar die Handtasche war aus feinstem, weichem, grauem Leder! Unschlüssig stand Käthe da. Warum kam Arndt noch nicht? ohne Unterlaß in den Augen der Menge zu sein. Darum kann man den Frauengeschmack eines Volkes, den Durchschnittsgeschmack (wenn man so sagen kann) am besten aus den Frauenköpfen der großen Reklameplakate feststellen. Man sieht auf den Mauern seiner Städte, was das Volk gern sehen mochte, diesen Männertyp, b i e1 - s; A r A Menschen- und Dingform, wertesten, am sympathischsten erscheint. Unter diesem Gesichtspunkt bekommen auch die vielen holden, blondäugigen „sweet-girls" der angelsächsischen Reklamen, die stur gesunden, mittelmäßigen aber durchaus gepflegten, normiert-normalen Männertypen der amerikanischen Propaganda ihren wirklichen Sinn. Frankreich im Zeichen der Weinmarken und der Kinderbilder zeigt das Ideal eines Volkes, dem die Familie mit Herd und Weib und Kind, dem das gute tägliche Leben, der Lebensgenuß zu den unzerstörbarsten Gütern gehört. Seine vielfarbigen heiteren Plakate mit ihren geschmackvollen Farben, den amüsanten Linien, den vielen Karika- So hat der schlesische Balladendichter Willibald Alexis gesungen und damit der tiefen Trauer des großen Königs und der gesamten preußischen Armee um einen der tüchtigsten und tapfersten Offiziere Ausdruck gegeben, der noch 1757 als Dreiundsiebzigjähriger vor Prag, als der linke Flügel seiner Infanterie ins Wanken geriet, die Fahne ergriff, die entmutigten Truppen an der Spitze seines Regiments noch einmal gegen den Feind führte und dabei von mehreren Kugeln tödlich getroffen wurde. Mit dem greisen Feldmarschall von Schwerin war einer der treuesten Paladine des preußischen Königs dahingegangen, der ihm unerschütterlich durch die wechselvollen Schicksale dreier Kriege hindurch, und oftmals am Abgrund des Verderbens, zur Seite gestanden hatte. Schon 1720 war dieser Sproß eines alten pommerschen Geschlechts in die Dienste König Friedrich Wilhelms I. getreten und von dem Sohn unmittelbar nach der Thronbesteigung zum Feldm^^--" ernannt worden. Er war in recht dürftige' „Schwerin, mein General ist tot, Schwerin ist tot! Sie luden in eine Kanone ein Vier Kugeln, schwarz wie Pech und Stein, Vier Kugeln in der Prager Schlacht, Die haben meinem General den Tod gebracht. Schwerin ist tot!" Und in was für glückliche Umstände war dieser Mann nicht durch den Dienst geraten?" Der Marschall des Großen Königs Zum 250. Geburtstag des Grafen Curt Christoph von Schwerin am 26. Oktober turen von Genießern, von Künstlern und Straßentypen sind unendlich typisch für feinen schnellen Witz, für seine Liebe zum Dekorativen, zum Farbigen, zum Kunstgewerbe in jedem Sinn. hältnissen aufgewachsen, bevor er sich verhältyis- mäßig schnell durchsetzte; sein König hat das später mit den Worten geschildert: „Der selige Feldmarschall Schwerin hat mir mehr als einmal erzählt, wie ihn sein Vater von Hause nach Breslau ge- ' ' ' ' * 1 versuchen, derselbe ihm Wortlos folgte sie ihm an den schön gedeckten Tisch. Und lautlos servierten die geschulten Kellner. Sie gossen Sekt in die spitzen Kelche, und da sagte Arndt von Berken: „Sie können gehen. Wenn ich etwas brauche, werde ich klingeln." „Sehr wohl!" In tadellosem Deutsch sagte es der eine der beiden Kellner. Und bann waren sie allein! Berken hob den Kelch. „Mädelchen, auf unser Glück!" Da erhob sich Käthe. Ihr schönes Gesicht war ihm zugewandt, die großen, dunkelblauen Augen flammten in Empörung und Leid. Käthe sagte: „Auf unser Glück? Trinke doch lieber auf die Vernunftehe, die du dir einrichten willst. Ich habe leider zufällig gehört, als du Brigitte sagtest, daß du mich nicht liebst. Und ich schenke mich einem Manne nicht, der mich nicht liebt. Auch dann nicht, wenn ich eigentlich dankbar sein müßte." „Käthe!" Käthe ging zur Tür. Er trat einen Schritt zu ihr hin, blieb aber dann stehen. Käthe aber sagte: „Ich bin müde. Ich möchte schlafen. Und ich denke, daß ich drüben im Salon gut ruhen werde. „Gehe ruhig ins Schlafzimmer, Käthe! Ich kann viel eher im Salon bleiben als du! Und was du in Adelsbof hörtest — Käthe, ich muß wahnsinnig gewesen sein! Vorhin, als ich dich sah, wußte ich, daß ich dich liebe, kleine, süße, liebe Käthe! Aber das brauchst du mir ja nun nicht zu glauben. Gute Nacht, Mädelchen!" Er verbeugte sich und ging. Vierzehntes Kapitel. Sie blieben in Rom. .. Sie besuchten miteinander alle Sehenswürdigkeiten. Arndt von Berken war der beste, aufmerksamste Gatte: aber er sagte ihr nie mehr ein hebe» Wort, wenn sie allein waren. Und Käthe dachte: Ich habe es ja so gewollt! Sie blieben immer wieder, trotzdem Arndt schon einige Male erwogen hatte, nunmehr Heimreisen zu wollen. Aber er sah, wie sehr Käthe all das Schöne, Fremde in sich aufnahm. Und er sah auch, wie sie immer schöner aufblühte unter der südlichen Sonne. Und so verschob er die Abreise immer wieder. Aber in ihm stürmte es. Warum hatte er sich sein Glück selbst verscherzt? Was war nur mit ihm gewesen? Ein unbegreiflicher Zustand, der ihn nicht hatte erkennen lassen, daß alle seine Gute, seine Fürsorge für das kleine, verlassene Mädel damals schon einer großen, werdenden Liebe entsprang. Und nun mußte er es tausendfach büßen, daß er es nicht beizeiten erkannt hatte, wie teuer ihm Käthe immer gewesen war! Aber es mußte noch alles gut werden! Er gab sie nicht mehr her! Und der süße Trotzkopf liebte ihn ja doch! Käthe konnte sich nicht so verstellen, daß er es nicht aus vielem herausgespürt hätte, daß sie ihn noch liebte! (Schluß folgt.) e s e Lebensform, diese i, die ihm am begehrens- L ttz- S b!1'1 !| ib |if I! 1 ech °sien. l.sbekj! Ajen " N wehr r enü 'Ichastii n beqt Wenf lnierilc n ist L 5en. lh . W 'fallen.' tefer ( f dem -r Anis i für einen tödlichen Autounfall. LPD. Darmstadt, 25. Okt. Vor dem Bezirksschöffengericht hatte sich der 47jährige Joseph T r a- bert aus Frankfurt, ein alter Autofahrer, wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Am Abend des 23. Juli hatte sich an seinem „Hund" — eine Vorrichtung, um Autos abzuschleppen — ein Rad gelöst. Während der Reparatur hatte Tra- bert das Licht seines Wagens gelöscht, um Strom zu sparen. Dadurch konnte ein in selber Richtung fahrender Wagen die Gruppe nicht sehen, fuhr einen Mitarbeiter des Trabert an und in die Stirn. Mechanisch strich Käthe es wieder zurück. Plötzlich warf sie den blonden Kopf in den Nacken. ; „Brigitte hat recht! Arndt hat kein Recht auf mich, weil er mich ja nicht liebt!" Käthe wies die nüchterne Pflichterfüllung des Ehebegriffs weit von sich. Ihre edle, heiße Liebe zu Arndt von Berken hätte Besseres erwarten dürfen. Nun mochte er sehen, mit dieser seiner Ehe fertig zu werden. Sie war kein armes, kleines Mädel mehr, sie war Frau von Berken. Er hatte sie auf diesen Platz gestellt, und nun hatte sie auch ein Recht, seine Liebe zu verlangen! Verlangen? . Man konnte keine Liebe verlangen. Genau so gut, wie man sich zur Liebe nicht zwingen konnte. Liebe war etwas derart Hohes, Edles, daß das Wort „Zwang" nicht mehr darin existieren durfte! Käthe sah hinreißend schön aus in dem weißen, weiten Spitzenkleid mit den weiten, langen Aermeln. Als Arndt ins Zirner trat, im schwarzseidenen eleganten Hausanzug, der seine hochgewachsene, prachtvolle Figur voll zur Geltung brachte, da blieb er stehen, sah starr auf feine Frau. War er denn blind gewesen? Käthe war schön! Wunderschön und begehrenswert! Und nur ein Narr konnte sie als kleines Mädel behandeln. Als kleines Mädel, das immer ein bißchen fühlen würde, was ihm für ein Glück durch diese Heirat geschehen war. War er denn verrückt gewesen? Was durchströmte ihn denn da so heiß und glücklich? Diese kleine süße Frau gehörte ihm! Ihm! Und er liebte sie ja! Drei- mal ja — er liebte sie! Jetzt wußte er es. Wie kam ihm nur auf einmal diese Erleuchtung? War es, weil Käthe so ganz anders vor ihm stand? Nicht mehr so demütig-glücklich, mit dem scheuen Ausdruck in den Augen? Herrgott noch mal, wie sie setzt vor ihm stand. Wie ein süßer, betörender Trotzkopf Was hatte er ihr denn bloß getan? Nun — er würde sie halbtot küssen. Diesen trotzigen Zug auf dem schönen jungen Gesicht würde er fortküssen. Das wäre ja noch schöner. Jetzt, wo er auf einmal wußte, wie sehr er das kleine Geschöpf liebte. Wer war denn Käthes Was hatte er denn bisher geglaubt? Käthe war wunderschön! Sie hätte bestimmt beim Film eine große Karriere gemacht. Jetzt, heute war er ganz fest davon überzeugt! Er hatte sie dort herausgerissen, weil er sich nun einmal in der Rolle des Wohltäters gefiel. Käthe hatte gar keine Ursache mehr diese Heirat als einen Glucksfall ohnegleichen zu betrachten. Sie war genau so gut die Gebende, wie er der Gebende sein wollte. Blödsinn! Was dachte er denn da alles! So eine kleine, süße Frau nahm man einfach in die Arme, küßte sie. Schließlich war man der Herr. Und man mußte eben ^gestehen wie lieb man solch kleine Frau hatte! „Käthe — ich wollte dir nur sagen —" Es klopfte. Gleich darauf servierten zwei ältere Kellner : Berken hätte sie am liebsten wieder hlnausgeschlckt, aber das ging nicht. Das Essen wurde sonst kalt. - Und da reichte er Käthe den Arm. . „Wenn du gestattest, Käthe, dann essen wir letzt! . Zeige mir, wie Du wirbst, und ich sage Dir, wer Du bist! Völker im Zeichen der Reklame. ess im \ i ihnen!: i 305 WEi talten.' 1 Üeberji Hselnd:»I inzelne I terhine । nittags i 25. Oft d, ÜJlinr n liefi 25. Ok "schein Die Reklame eines Landes wird bestimmt durch denD«chmack. Und der Volksgeschmack wird nicht zuletzt bestimmt durch die Reklame eines Landes Eines ist mit dem anderen unlöslich ver- friüpft es ift ein bißchen die Geschichte wie mit ber Aenne unb bem Ei. Die Gelehrten streiten noch beute barüber, was zuerst ba war. Aber sicher ist: Wenn man burch frembe ßänber reiü wenn man frembe Völker kennenlernen will, ihren Geist erfassen unb ihrem Charakter nachspü- ren, bann sollte man nicht nur seine Burgen, «Ruinen, öffentlichen Gebäube, feine Lanbschaften unb Bauernsitze ftubieren, man sollte auch offenen Auges burch die Straßen einer großen Stadt gehen und die Seiten seiner größten Zeitungen und Zeit- „Gefällt dir Italien, Käthe?" Sie verließen den Bahnhof in Rom. Arndt hatte hier in einem der besten Hotels Zimmer bestellt. Und Käthe nickte. Sah sich mit großen Augen um und sah doch nichts von all der Schönheit ringsum. In ihr schrie es nur immer: Jetzt weißt du, was du ihm wert bist! Jetzt weißt du es. Und niemals hättest du dir einbilden dürfen, Arndt von Berken dir fein Herz und feine Seele. Alles erträumte Gluck ist zerronnen. Nichts bleibt als die Trennung. Denn wenn Arndt mich nicht liebt, wie er grausam seiner Schwester sagte, dann ist für mich alles zu Ende. „Mir gefällt es sehr, Arndt." Sie gingen Arm in Arm. Arndt hatte den großen Hotelwagen herangewinkt. Er nahm ihr Gepäck auf. Und dann waren sie dort. „Soll ich dir beim Auspacken helfen, Käthe?" „Nein, ich komme ganz gut mit dem kleinen Koffer zurecht. Das Mädchen kann mir dann morgen beim Auspacken des großen Gepäcks helfen. Heute bin ich zu müde dazu." „ „Selbstverständlich, Käthe — ganz, wie du willst. Er küßte sie. Käthe wich ängstlich zurück. Er lachte, strich ihr das goldig schimmernde Haar aus Der Stirn. . „Mach' dich ein bißchen frisch und ruh' dich inzwischen ein wenig aus. Ich bestelle unterdessen em gutes Essen für uns. Einverstanden?" „Ja, Arndt!" Als Käthe in dem schönen Baderaum ftanb, bachte sie: Es ist ja alles zu spät! Ich wuß mich sugen. Aber — ich schäme mich so, benn er liebt mich ja nicht. Warum habe ich geglaubt, Arnbt könne mich lieben? Ich schäme mich meiner Unkenntnis. Ich hatte es aus vielem herausfühlen müssen. Unb ^rnot yat mir nicht ein einziges Mal gesagt, baß er mich hebt. Käthe babete,' fleibete sich an, kämmte das lockige Haar Zurück. Widerspenstig siel es ihr immer wieder Brigitte sagte: r „So also steht es. Käthe tut mir leid. Sie hebt dich mit ihrer ganzen köstlichen jungen Liebe." „Sie wird nichts vermissen, Brigitte. Nur — verlange nicht, daß ich sie zu meiner Göttin erhebe. Ich habe nun einmal eine ganz besondere Vorstellung, ganz besondere Ideale gehabt von einer Frau, der ich einmal ganz und gar und für ein Leben lang gehören will. Wenn nun plötzlich alles anders kommt, dann kann sich ja schließlich mein Empfinden nicht auch mit ändern." „Sicher nicht. Aber hättest du mir das früher gesagt, dann hätte ich dir wahrscheinlich von Dieser Ehe abgeraten." „Wir wollen nicht hin und her raten, was man hätte tun und nicht tun müssen. Ich bereue nichts. Es ist alles gut so!" „Käthe ist aber zu schade dazu. Sie verdient etwas Besseres." „Ich begreife dich nicht, Brigitte." „Ich dich auch nicht, Arndt!" Zum erstenmal ruhten ihre Hände mit kühlem Druck ineinander, als sie sich für mehrere Wochen voneinander trennten. Käthe qing hm und her. Das Herzklopsen wurde stärker. Käthe, allein gelassen, suhlte plotz ich dl- Bedeutung dieses Tages mit stärkster Wucht. Und gitterte! Nach einer Weile hob sie den Kops. Lauschte! Kam Arndt? Nein! Irgendwer ging draußen leise aus dem Gang entlang. Käthe wartete ein paar Minuten, bann ging sie hinaus. Alles war still. Von unten herauf brangen bas fröhliche Lachen unb das Stimmengewirr ber Freunbe. Unb einmal schallte ganz laut unb fröhlich Rosemarie Ostens Stimme! Käthe bachte: Rosemarie ist boch auch eine junge Frau! Und sie ist froh und sehr glücklich. Weshalb fürchte ich mich plötzlich so? Käthe ging weiter. Völlig im Bann ihrer Gedanken. Betrat Brigittes Zimmer. Vielleicht war die noch hier oben? Vielleicht in Tantes Wohnzimmer nebenan? Stimmen! Gott sei Dank! Brigitte unb Arnbt! „Ich weiß nicht, Arnbt — ich muß dich etwas fragen: „Liebst bu Käthe?" „Nein! Ich bin ihr nur gut, und ba ich einmal heiraten mußte, kann es auch sie fein, bie mir Kinber schenkt! Ich werbe eine gute Ehe führen, aber Käthes Interessen unb bie meinen gehen schließlich meilenweit auseinanber. Käthe wirb sich bei bir nicht beklagen — zerlaß dich darauf!" Und die deutsche Reklame? Sie ist schwerer auf einen Nenner zu bringen, schon aus dem Grund, weil wir mit unserer Straßenreklame ungleich zurückhaltender sind als die Vereinigten Staaten, als England und Frankreich. Bei uns spielt die Lichtreklame eine größere Rolle als in Frankreich, und das zeigt bereits, daß in all unserer Reklame die Technik vorherrschend ist. Und das ist vielleicht der entscheidende Punkt. Der Menschentyp unserer Reklame ist außer dem Sportmenschen der Arbeiter und der Gelehrte. Für welchen Artikel immer eine bildhafte Propaganda gemacht werden soll, fast immer zeigt sich (außer bei ausgesprochen weiblichen Dingen), daß dieser Artikel auf den arbeitenden Menschen angewandt und gezeigt wird, wie er aus ihm Vorteil ober Genuß ziehen kann. Der Schwerpunkt ber beutschen Reklame liegt in ihrer technischen mehr als in ihrer kunstgewerblichen Voll- enbung, soweit nicht beibes oerbunben ist. Lichtreklame, Photomontage, Filmreklame sinb typischer für uns als bunte Plakate. Die Schlüsse, bie baraus zu ziehen sinb, unb es sinb nicht wenige, bleiben jebem überlassen. Ich glaube, baß sie recht gut aus» Stanbartenführer Walter Hellvoigt, ein alter Kämpfer ber nationalsozialistischen Bewegung, ist nach langer Krankheit im Alter von 34 Jahren gestorben. Er war ein unbekannter SA.-Mann am Berliner Webbing, ber Hochburg bes Kommunismus. Seine Treue unb Aufopferung würbe mit ber noch am Tage vor feinem Tobe vollzogenen Ernennung zum Ehren-Stanbartenführer ber Stan- barte „Horst Weffel" belohnt. MllkAMmi. Vornan von Gert Gothberg. Urheberrechtsfchutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). Curt Christoph von Schwerin war bei bem Siegeslauf bes jungen preußischen Herrschers stets in erster Linie unb hat gleich von Anfang an ■— mehr als ber für Friedrich etwas zu massige „Alte Dessauer" — Friedrichs Vertrauen besessen. Er empfahl sich, wie Arnold Berney in seinem Buch „Friedrich der Große" ausführt, durch die Feinheit seiner Umgangsformen; den Spottnamen des „Kleinen Marlborough" trug er mit Recht; er vereinigte diplomatische und militärische Fähigkeiten von hohem Rang mit einer weltfreudigen Lebensweise. „Er war ein belesener und vielfältig unterrichteter Mann und hatte große Erinnerungen. Wer dem Grafen begeanete, spürte die Atmosphäre eines erfolgreichen und ereignisvollen Lebens. Schwerin hatte als junger Offizier Feldzüge des spanischen Erbfolgekrieges und des nordischen Krieges mitgemacht, er hatte in niederländischen und schwedischen, in mecklenburgischen unb preußischen Heeren gebient; mehrfach waren ihm biplomatische Missionen von Bebeutung übertragen worben, zuletzt in Dresben unb Warschau, zuerst, mit kursächsischem Auftrag, in Benber bei Karl XII. Daß er Marlborough unb Prinz Eugen gekannt, baß er mit bem roilben Schwebenkönig ein paar Wochen in Thrazien verbracht hatte unb aus peinlichen ober hornigen Affären meistens mit Erfolg, immer mit unbefleckter Ehre hekmgekehrt war, sicherte ihm ein bebeutenbes Ansehen unb verschaffte ihm bie besvnbere Teilnahme bes jungen Königs. . Friebrich hatte ben 54jährigen schon im Juni zum Felbmarschall beförbert. Er hatte mit ihm ben i sehen, fuhr einen Muarveuer oes xraoen schlesischen Expebitionsplan burchberaten unb vor-1 verletzte ihn so schwer, baß er verstarb. bereitet. Er rückte mit ihm am 16. Dezember 1740 von Krossen her über bie schlesische Grenze." Durch Schwerins Eingreifen wurde die Schlacht bei M o l l w i tz am 10. April 1741, die Friedrich schon für verloren hielt, für die Preußen gewonnen. Es kamen noch viele Schlachten, Siege und Niederlagen. Mehr afc einmal entging das preußische Heer knapp dem völligen Untergang, stand die Existenz des Staates auf dem Spiel. Aus dem ungestümen Herrscher und Feldherrn reifte in den Stürmen der Leidensjahre ein großer Staatsmann heran. Curt Christoph von Schwerin aber, fein Feldmarschall, focht ungebeugt für den Ruhm Preußens, bis er feine Treue für König und Land vor den Mauern Prags mit dem Tode besiedelte. AM fChristen durchblättern, um feinen Reklame- ft i l zu erforschen. Das kann allerdings zu Trugschlüssen führen, zu voreiligen Behauptungen, die jo falsch sind, wie alle oberflächlichen Beobachtungen. Weil in Amerika die kosmetischen Reklamen, in England die Reklamen für Salatsaucen, in Frankreich die für Alkohol und in Deutschland die für Zigaretten überwiegen, deshalb dürfte man wohl doch noch nicht behaupten, daß Amerika das hygienischste Land, England das Land der Fresser, Frankreich das Land der Trinker unb Deutschlanb bas Volk ber Raucher sei. So summarisch ist bas nicht gemeint. Eher ist es ber allgemeine, ber farbliche, ber technische, ber formale Charakter ber Reklame, ber uns tiefe Schlüsse ziehen lassen könnte. Es hanbelt sich, großartig gesprochen, beinahe um so etwas wie eine kleine Kunstgeschichte ber Reklame. Denn wer will bestreiten, baß Reklame so etwas wie eine moberne Volkskunst geworben ist. Unter ben großen Unternehmen einer jeden Ration tobt ein gigantischer Reklamekampf, aber auch ber kleinste Kaufmann, der Straßenhändler selbst, hat bie Allmacht dieser neuen Gottheit begriffen In den Straßen von Paris sah ich einmal ein rührendes Beispiel dafür, wie diese neue Art der Kunderwerbung, die wir Reklame nennen, ins Volk eingebrum qen ist unb dort eine neue Art von primitiver Kunst weckt. Ein winziger elender Laden, in dem Alkvhvl- forten aller Art neben Konserven und den gangbarsten Lebensrnitteln verkauft wurden, trug auf seiner kleinen Ladenfensterscheibe ein seltsames Gemälde aus Kreide: Man sah, primitiv, aber sehr beutlich gezeichnet, einen Leichenwagen und em Trauergefolge, Straße mit Bäumen und Wagen, bie herumfuhren, unb auf bem Sarg, ber m bem offenen Leichenwagen sichtbar war, ftanb geschrieben: , Teuerung". Vielleicht hatte ber Besitzer selber biese anschauliche Behauptung, bei ihm würbe bie Teuerung zu Grabe getragen, verfertigt. Jebenfalls hatte er sichtlich Erfolg mit seiner Kunbenwerbung; Denn mancher Neugierige blieb stehen, unb mehr wollen ja auch die großen Fachleute für Kundenwerbung mit ihren gewaltigen Riesenplakaten nicht erreichen. Ja, Volkskunst ist es wohl, aus dem Geschmack eines Volkes entstanden und auf den Geschmack dieses sein Glück ba 3U ... . gef$nttten, Mlt Re ß 9 ^beiterbaracken geheftet, nur einen Taler und dabei eine Ohrfeige gegeben d°m Ausdruck: .Dieses ,^de von keinem weiter- den K; te |en.f i inb M ftinbmdt tu. 9JL-$poTt für den ganzen Kreis, Spielverbot Spv. 05 Wetzlar — Tv. Dornholz. Wirtschaft Spiele. krelsklafse III. eröff- nicht vor. ♦ am Nachmittag besteht, werden tragen. die Spiele schon morgens ausge- kreisklaffe I. Lollar II—Leihgestern II (Schäfer, Heuchelheim); Steinberg II—Wieseck II (Gerhardt, Steinbach); Garbentcich—Steinbach (H. Nüspeler, Kietzen); Treis—Alten-Buseck (Kreiling, Gietzen); Mercedes-Benz will nunmehr seinen neu en Rennwagen ebenfalls auf die Rekordjagd schicken. Ernst Henne soll auf der neuen Rennstrecke in Gyon bei Budapest versuchen, einige Weltrekorde zu brechen. Schweinemarkt in Vuhbach. pb. Butzbach, 25. Okt. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 318 Ferkel zum Der- kauf. Es wurden bezahlt für Ferkel bis sechs Wochen alt 7 bis 9 RM., sechs bis acht Wochen 9 bis 12 RM., acht bis zwölf Wochen 12 bis 17 RM. To. Heuchelheim — Tv. Münchholzhausen; Tv. Krofdorf — To. Holzheim; Tv. Wetzlar-Riedergir- mes — Tv. Lützellinden II. Jugendklasse. Münchholzhausen — Niedergirmes; Atzbach — Garbenheim; Krofdorf — Mtv. Gießen; Grüningen gegen Lang-Göns. Mtv. Jugend — Tv. Lang-Göns Jugend 10:1 (5:0). Die Mtv.-Jugend, die das Vorspiel in Lang-Göns nur mit zwei Toren für sich entscheiden konnte, gewann am vergangenen Sonntag das Rückspiel auf eigenem Platze überraschend hoch. Die Mto.- Jungens führten einen sehr schönen Handball vor und konnten bis zur Halbzeit bereits mit 5:0 in Führung gehen. Großer Eifer und gutes gegenseitiges Verstehen brachten den Männerturnern im Verlaufe der zweiten Spielhälfte weitere fünf Tore ein. Kurz> vor Schluß kam Lang-Göns zu dem wohlverdienten Ehrentor. Die Mtver führen in der Tabelle aus vier Spielen mit acht Punkten und einem Torverhältnis von 47:7. Die Verbandsspiele der Kreisklaffen im Bezirk Sießen-Oill. Sonntag, 28. Oktober. Staffel I: Spv. 05 Wetzlar — Tv. Dornholz- Hausen. Beide Mannschaften sollten sich zi^nlich gleichwertig sein. — Tv. Hörnsheim — Tv. Groß- Rechtenbach. Auf Grund der bisherigen Leistungen muß man den Platzbesitzern die besseren Siegesaussichten einräumen. — To. Krofdorf — Tv. Hochelheim. Die Gäste dürften sich mit einem knappen Sieg durchsetzen, zumal die Platzelf offensichtlich an Kreisauswahlmannschast gegen 1900/VfB.-Reichdbahn (kombiniert). Die handballoerlretung der Stadtvereine. Dor dem Handballpokalspiel Gau Nordhessen gegen Gau Baden findet bekanntlich ein Handballspiel einer Kreisauswahlmannschaft (Aufstellung siehe gestrige Ausgabe) gegen eine Kombination 1900-DfB.-Reichsbahn statt. Die Gießener Vertretung wird voraussichtlich folgendermaßen aussehen: Enders (1900); Birkenftock (1900), Simon (VfB.-R.); Gefr. Mann, J.-R. Gießen (1900), Utoff. Hoffmann, J.-R. Gießen (1900), Gefr. Neist, J.-R. Gießen (1900); Jung (1900), Her- bert (1900), Gefr. Steines, J.-R. Gießen (1900), Gries (VfB.-R.), Herbert (VfB.-R.). Handball im Gau XII Lahn-Oillkreis. Die Spiele der Kreisklassen. Berghausen—Oberbiel (Klier, Wetzlar); Bonbaden—Bechlingen (Kalesch, Wetzlar); Oberndorf—Leun II (Dietzel, Wetzlar); Werdorf II—Braunfels (Küster, Berghausen); S)Crmannftein-6pfr. Wetzlar II «Keller Naunhe.m), Aßlar II- Tgde. Wetzlar II (Ott. B°nbaden>l Waldgirmes—Ehringshausen.lR^rsbach, Wetzlar), Fellingshausen—Krofdorf II (Schnabel, Wieseck), Erda—Launsbach (Keßler, Offenbach): Frankenbach-Rodheim (Dönges Blscho en). Das vom Kreisspielwart der DT. erlassene Spiel verbot ab 12 Uhr gilt nur für /)andballsM die Fußballspiele können ungehindert auch nachmittags ausgetragen werden. -olger. Die Deutsche Turnerschast zum Winterhilfswerk. Nachdem der Reichssportführer v. T s ch a m m e r u n d O st e n die deutsche Turn- und Sportbewegung zur Teilnahme am Winterhilfswerk aufgerufen hat, erläßt nun auch der Führerstab der DT. einen Aufruf der zum vollen Einsatz der Turnvereine in der Winterschlacht gegen Hunger und Kälte auffordert Die Deutsche Turnerschaft überweist auch diesmal dem Winterhilfswerk 20000 Mark. Frauenturnen im Turngau Rordheffen In Kassel versammeln sich am morgigen Samstag und am Sonntag die Kreisfrauenturnwarte und Frauenführerinnen der Turnkreise zu wichtiger Lehrgangsarbeit, die von der Gauführerin der Frauen und Mädchen, Friedel Kasten, und von Gauoberturnwart Paul- Gießen geleitet wird. Die Tagung steht schon ganz im Dienste der Vorbereitung für das nächstjährige 1. G a u t u r n f e st in Gießen. So sind die allgemeinen Freiübungen und die Hebungen für die Äettkämpfe beim Gaufest Gegenstand der Belehrung, wie auch die gesamte Turnerinnenarbeit, insbesondere das 23er« Spielstärke eingebüßt hat. Staffel II: VfB.-Reichsbahn — Tv. Holzheim. Auch in diesem Spiel haben die Gäste die besseren Gewinnaussichten. — Tv. Heuchelheim — Tv. Al- dach. Beide Mannschaften werden in der Spielstarke einander ebenbürtig fein. Der Vorteil des eigenen Platzes sollte jedoch den Gastgebern zu einem knappen Sieg reichen. Kreisklasse II. Staffel I: Tv. Nauborn — Tv. Garbenheim; Tv. Dutenhofen — Tv. Wetzlar II; Tv. Cleeberg — To. Erda. Ein spannendes Spiel sollte es in Nauborn geben. Die Gäste sollen erfolgreich sein. Dagegen ist eine Voraussage im nächsten Spiel nicht zu treffen. Ob Erda gegen Cleeberg das bessere Ende für sich gewinnt, erscheint fraglich. Staffel II: 1900 Gießen II — Tvgg. Rutters- hausen; Tv. Launsbach — To. Dorlar; Tv. Lollar gegen Tv. Staufenberg. 1900 Gießen sollte einen Sieg herausholen, dagegen wird Launsbach in Dorlar seinen Meister finden. Offen ist der Ausgang in Lollar. Staffel III: Tv. Hochelheim II — Tv. Garbenteich; Tv. Grüningen — Mtv. Gießen II. In beiden Fällen handelt es sich um durchaus offene Frankfurt a. M7, 25. Okt. Die Börse eröffnete wiederum in sehr stiller Haltung, da Aufträge der Kundschaft nahezu fehlten, wodurch auch die Zurückhaltung der Kulisse weitgehendst anhielt. Indessen war die Grundstimmung freundlich, zumal Angebot kaum vorlag: im allgemeinen lagen die Schlußkurse der gestrigen Abendbörse zunächst behauptet. Viel Beachtung fand ein Bericht des Instituts für Konjunkturforschung über den neuen Hochstand der Investitionstätigkeit, durch den die deutsche Wirtschaft nahe an das Anlagevolumen der Jahre 1929/30 herangeführt worden sei. Kurz nach Feststellung der ersten Kurse entwickelte sich am deutschen R e n t e n m a r f t plötzlich wieder lebhaftes Geschäft in der Altbesitzanleihe, Wieseck—Grünberg (Prinz, Albshausen); Großen-Buseck—Leihgestern (Volkmar, Wetzlar); Krofdorf—Heuchelheim, Rückspiel (Zuit, Wetzlar); Werdorf—Büblingshausen (Grote, Mainzlar); Wetzlar II—Aßlar (Post, Wieseck); Burgsolms—Spfr. Wetzlar (Böcher, Gietzen); schäft hört, ist die Durchführung des Plans, eine Ausfuhrausgleichskasse in der Automobilindustrie zu schaffen, durch den Beschluß der Kraftwagenwerke sichergestellt worden. Die Kasse wird durch Einschuß einer Umlage gespeist, welche die Fabriken in Höhe einiger Umsatzproz. — vom Neuwagenumsatz berechnet — leisten werden. Die der Kasse zu entnehmenden Mittel sollen vor allem dazu dienen, den an der Ausfuhr beteiligten Firmen die Gewährung der vom ausländischen (Eigen-) Händler geforderten hohen Rabatte zu ermöglichen. * Elektrizitäts A G. norm. W. Lahme y e r & C o, Frankfurt a. M. In der gestrigen Aufsichtsrats-Sitzung der Gesellschaft wurde die Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung für das am 30. 6. abgelaufene Geschäftsjahr 1933/34 genehmigt. Der Ueberschuß beträgt einschl. Vortrag aus dem Vorjahre 1781904,83 RM. gegen 2 015 658,98 RM., woraus 7 (i. 23. 8) v. H. Divi- dende verteilt werden sollen. Der Rückgang ist eine Folge des ungünstigen Ausganges der Schiedsgerichtsverfahren, welche zwischen der Stadt • Köln und der Mülheimer Kleinbahnen AG. schwebten. Hierdurch war außer der bereits i. 23. erfolgten Abschreibung von ca. 1,25 Mill. RM. eine weitere Abschreibung von 820 000 RM. notwendig. Sranffurfer Börse. TNillagsbörse: freundlich. * Ausfuhrausgleichskasse der Auto- geschäftslos und die Zahl der anfangs zur Notiz z v mobilindustrie. Wie die Kraftverkehrswirt- gekommenen Papiere war minimal. Farbenindu- Der Handel war lebhaft, es wurde ausverkauft. einsrkegenturnen und die völkische Prüfung beim Gaufest eingehend besprochen worden. Weiter füllen Singen, Volkstanz, Ballgymnastik und andere Uebungsgebiete den reichhaltigen Arbeitsplan aus. Abturnen im Turnverein 1846 Gießen Als Abschluß der Sommerwettkämpfe 1934 führt der Turnverein 1846 Gießen am Sonntag fein Abturnen durch. In gemischten Mehrkämpfen werden Jungens und Mädchen, Jugendturner und Turnerinnen ihre Kräfte messen und die Turnhalle, den Turnhof und den Oswaldsgarten mit fröhlichem Leben erfüllen. Anschließend streiten dann die aktiven Turner um den Titel des besten Geräteturners 1934 in einem Geräte-Neunkampf um den Turnklubschild. Da gerade das Geräteturnen im Turnverein 1846 eine besondere Pflegestätte hat, wie dies die vielen großen Erfolge beim Kreis- und Bezirksturnfest, bei den Deutschen Kampfspielen in Nürnberg und bei den Gaumeisterschaften des Gaues Nordhessen beweisen, sind schöne Kämpfe zu erwarten. Wer den Sieg davontragen wird, ist nicht vorauszusagen. Kurze Sportnotizen. Der älteste Turner Nordhessens ist Jakob (Seibel in Kesselstadt, der am 25. Oktober sein 90. Lebensjahr vollendete. Der Jubilar gehört seit 74 Jahren ununterbrochen der Deutschen Turnerschaft an. Er erhielt den Ehrenbrief der Deutschen Turnerschaft. Die Hanauer Turnerschaft huldigte ihm mit einem großen Fackelzug. Oie wirtschastlichen pflichtgemein- schafien in der Braunkohllenwirtschast. Das Reichswirtschaftsministerium teilt mit: Die am Donnerstag im RGB. erschienene Verordnung zur Durchführung Der Verordnung über die Errichtung wirtschaftlicher Pflichtgemeinschaften in der Braunkohlenwirtschaft will den beteiligten Wirtschaftskreisen in der bedeutsamen Aufgabe der Gewinnung von Treibstoff und Schmieröl aus einheimischen Rohstoffen weitgehende Handlungsfreiheit lassen. Auch die in der Verordnung vorgesehene Möglichkeit staatlicher Einflußnahme will die Privatinitiative nicht einschränken, sondern nur sicherstellen, daß die hier verbundenen privaten und öffentlichen Interessen in Einklang bleiben. Die durch die Verordnung bestimmten Abweichungen von den aktienrechtlichen Vorschriften des HGB. sollen die Errichtung der Braunkohle-Benzin-AG. beschleunigen und ihre Finanzierung erleichtern. Oie Einzelhandelsumsätze im September. Fwd. Die deutschen Einzelhandelsumsätze lagen im September um 11 v. H. höher als zur gleichen Vorjahreszeit. Für das Vierteljahr Juli bis September beträgt die Steigerung 12 v. H. Etwa ein Drittel dieser Umsatzzunahme scheint auf Preissteigerungen zu entfallen. Das Septemberergebnis bedeutet eine kleine Verlangsamung im Tempo der Umsatzzunahme gegenüber dem besonders günstigen August (plus 16 v. H.). Die starken Umsatzsteigerungen im August sind im September nach den bisher vorliegenden Zahlen in fast keinem Handelszweig ganz erreicht worden. Der Lebensmittelhandel hat im September die Vorjahresergebnisse nicht mehr überschritten, für bas dritte Vierteljahr beträgt die Umsatzzunahme bei den Lebensmittelfachgeschäften 2,5 v. H. (bei 4 v. H. Preissteigerung). Im Textilfachhandel liegen die Umsätze erheblich über dem Vorjahre (September plus 23 v. H.). Am stärksten war die Umsatzsteigerung bei Kleiderstoffen, Wäsche und Konfektion. Beim Schuhhandel ergab sich eine 3-v.-H.-Umsatz- zunahme. Im Hausrateinzelhandel lagen die Umsätze in Glas- und Porzellanwaren, wie in Haus- und Küchengeräten etwa 8 v. H. über dem Vorjahre. Die Möbelumsätze sind erst bis einschließlich August bekannt. Die Steigerung war bis dahin recht beträcht- lich. Auch in den übrigen Zweigen des Fachhandels Da durch das am kommenden Sonntag in Gießen stattfindende Spiel der Gaumannschaften von B a - den und Nordhessen um den Handballpokal, ftrle eröffneten mit 143 um 0,25 v. H. freundlicher, Scheideanstalt ließen dagegen 0,50 v. H nach. Am Elektromarkt konnten sich AEG. und Gesfürel um je 0.25 v. H. erhöhen, während Lahmeyer erneut 1,25 v. H. einbüßten; mit Interesse erwartet man die Beschlüsse der heutigen Bilanzsitzung. Am Mon- tanmarkt setzten Harpener, Gelsenkirchen, Mannes, mann und Stahlverein unverändert ein. Im übrt. gen lagen Schiffahrtswerte bis 0,25 v. H., Cement Heidelberg 0,65 v. H. niedriger. Eßlinger Mafchi- nen, Deutsche Linoleum und AKU. zogen bis 0,50 v. H. an. Reichsbankanteile waren behauptet. Auf schwächere Kurse aus der Schweiz gingen Chade- Aktien um ca. 2 bis 3 Mark zurück. Im Verlaufe blieb die Umsatztätigkeit speziell in Altbesitzanleihe, die mehrfachen Schwankungen unterlag und zuletzt bei 104,65 v. H. notierte, recht lebhaft, auch für die übrigen variablen Rentenwerte war das Geschäft beachtlich. Am Pfandbrief- markt blieben die Kurse für Gold- und Liquida- tionspfandbriefe zumeist unverändert, während Kommunal-Obligativnen noch leicht zurückgingen. Für Stadt- und Staatsanleihen ergaben sich keine nennenswerte Veränderungen. Der Auslandsrentenmarkt lag sehr ruhig. Auch die bisher im Freiverkehr lebhaft umgesetzten Warschau-Wiener-Anleihen fanden kaum noch Interesse und lagen eher etwas leichter, obwohl gerüchtweise verlautete, daß eine Honorierung der Anleihe erfolge. Der Aktienmarkt blieb im Verlaufe ruhig, aber behauptet. Lahmeyer konnte sich kräftig, und zwar auf 117,13 nach zunächst ca. 112,25 erholen. Recht niedrig zur Notiz kamen dagegen Rheinbraun mit minus 1,50 v. H. und Südd. Zucker mit minus 1,75 v. H. Tagesgeld unv. 3 v. H. Abendbörse still, behauptet. Die Abendbörse hatte sowohl am Aktien-, wie am Rentenmarkt nur wenig Geschäft, und auch die Kurse lagen im Vergleich zum Berliner Schluß kaum verändert. Aktien lagen jedoch teilweise 0,25 bis 0,50 v. H. leichter, so u. a. Farbenindustrie, AKU., AEG., Gesfürel und einzelne Montanpapiere, dagegen konnten sich Lahmeyer auf die 7-(8-)prozen- tige Dividende weiter kräftig erholen, da dieser Satz die Erwartungen übertraf. Im Verlaufe traten am Aktienmarkt keine Veränderungen ein. Am Kassamarkt waren Rhein. Hyp.-Bank mit 112,75 nochmals 0,75 v. H. fester und somit gegen gestern 4- 1,75 v. H., während Franks. Hyp.-Bank zu 80,50 nur knapp behauptet waren. Der Rentenmarkt zeigte für die variablen Anleihen, wie Altbesitz, Kommunal-Umschuldung und späte Schuldbücher, etwas höhere Kurse und das Geschäft war anfangs der Börse etwas lebhafter, schrumpfte aber gegen Schluß merklich ein. 6pro- zentige Schatzanw. des Deutschen Reiches 10 bis 1000 Dollar konnten sich noch 0,75 v. H. über Berlin (71) erholen, nach gestern 68 v. H. Etwas höher notierten außerdem Schutzgebietsanleihen mit 9,60. U. a. notierten: Altbesitz 104,75, 6 v. H. Stahlverein 80,25, 6 v. H. Franks. Hyp.-Bank Gold R 13/15 93, 5,50 v. H. do. Liquidation 93,65, Cvm- merzbank 72,50, Reichsbank 145, Gelsenkirchen 62,13, Harpener 106,25, Mansfeld 79, Phönix 48, Rheinstahl 90,40, AKU. 61,75, AEG. 28,50, Bem- ! berg 134,50, Daimler 48,75, Scheideanstalt 212, i Licht & Kraft 118,13, Eßlinger Maschinen 52,50, !JG. Farben 142,75, Gesfürel 111,25, Holzmann 78, Lahmeyer 119,25, Schuckert 92,40, Siemens 141, Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 25. Okt. Auftrieb: Rinder 16 (gegen 16 am letzten Donnerstagmarkt), davon 8 Ochsen, 2 Kühe und 6 Färsen. Kälber 836 (878), Schafe 330 (271), Schweine 412 (795). No- fiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mk.: Kälber Sonderklasse —, andere a) 50 bis 54, b) 42 bis 49, c) 36 bis 41, d) 29 bis 35. Lämmer und Hämmel t>2) 36 bis 37, c) 32 bis 35, d) 28 bis 31. Schafe e) 30 bis 34, f) 25 bis 29, g) 18 bis 24. Schweine al) —, a2) 53, b) 51 bis 53, c) 50 bis 53, d) 46 bis 52, der Rest nicht notiert. Im Preis- vergleich zum letzten Donnerstagmarkt gaben Kälber um 1 Mk. nach, sonst traten keine Aenderung ein. Marktverlauf: Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Schafe und Hämmel mittelmäßig, Ueberftanb (15 Schafe). Schweine langsam, ausverkauft. Großhandelspreise für Fleisch und Fettwaren. Beschickung: 1372 Viertel Rindfleisch, 211'/- ganze Kälber, 27 ganze Schafe, 722 Schweinehälften, 9 Kleinvieh. Preise für 50 Kilo in Mark: Ochsenfleisch b) 58 bis 62. Bullenfleisch b) 54 bis 56. Kuhfleisch b) 44 bis 50, c) 30 bis 40. Rindfleisch b) 58 bis 62. Kalbfleisch c) 66 bis 72, d) 58 bis 64. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweine- fleisch b) 72 bis 75. Fettwaren: roher Speck unter' 7 cm 80 bis 83, Flomen 90. Marktverlauf: ruhig. Der Fußball - Gauführer von Württemberg, Ritzen, hat sich auch in diesem Jahre wieder das silberne Sportabzeichen erworben. Ritzen hat seit zehn Jahren jährlich diese Prüfung abgelegt. wobei die Bewegung :hr->n Auso üg von Berlin nahm. Diese Anleihe eröffnete zunächst mit 103,50 (103,40 v. H.) kaum verändert, um aber dann um so stärker, nämlich auf 104,90 v. H. anzusteigen. Hiervon wurden auch die übrigen variablen Anleihen mitgezogen und unter verhältnismäßig lebhafter Anteilnahme der Kulisse traten Besserungen bis zu 0,50 v. H. ein, so bei späten Reichsschuldbuchforderungen und der Gemeinde-Umschuldungsanleihe. Der Aktienmarkt lag demgegenüber nahezu hat sich die Umsatzsteigerung, abgesehen vom Blu- o-Tö!7*'menhandel, fortgesetzt. Die Umsatzzahlen der Waren- N lc „^V?^orf a.d.L. (Wemandt, Leihgestern); und Kaufhäuser liegen für Den September noch Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beichiossenen Dividende an. — Relchsbankdiskont 4 v Sy, Lombardzinsfuß 5 v. Sy 1,35 7,75 7,25 13,75 o 4 0 o 0 6 6 o 85,25 105,9 62,13 106,65 77,65 152 119,75 76,5 75,75 85,25 105,25 62,13 106,4 76,5 150 118,9 76,5 75,75 119,5 76,75 75,25 85,65 105,75 62,13 106,25 150 119,25 76,5 75,26 86 106 62 106,25 29,25 1,3 7,65 7,25 7 13,6 29,5 1,3 7,65 7,5 13,5 29 1,3 7,6 7,25 7,2 13,5 Buderus ................... Deutsche Erdöl .............. Gelsenkirchener.............. Harpener................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ Klöcknerwerke ............... Mannesmann-Röhrea........ Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. <% Oesterrcichlsche Goldrente.... 4,20% Oeslcrrclchische Stlberrentc 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/i% deögl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... Frammri a. jji. Beraa .viannur ... JJl. Berlin Schluß« furd Schluß«. Abend- börse Schluß« turd Schlußk. Mittag- börfc Schluß« furd Schlußl. Abendbörse Schluß« kurd Schlußk. Mittag« börse Oatum 24 10. 25 10 24-10. 25-10. Datum 24-10- 25 10. 24-10- 25 10. 6% Deutsche Retchvanleihe v. 1927 95,75 95,75 96,13 96,13 _ _ _ _ 6% ehern.7% Tt.Rcichsanl.v. 1929 6/i% Vvung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablül.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 93,5 103,4 94,13 104,75 93,75 103,4 94,13 104,6 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4/i%Ruman.vereinh.Rcntev.l01S 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,5 4,1 34,5 4,5 6 5 4,13 34,75 6,65 4J 4,55 6,65 4 34,25 DeSgl. ohne AuSIos.-Rechte...... 6% ehern.8% Hess. Volksstaat 1929 Hamburg-Amerika-Paket ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff. 29,13 28,75 28,73 28,75 lrückzahlb. 102%)............ 96 96 96 96 O 6% Hess. Landesbank Darmstadt 0 — 26 25 Gold R. 12................. 93,25 93.25 93,25 93,25 Hansa-Dampfschiff........... 0 • — — — — 6>4% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ligui......... Norddeutscher Lloyd .. 0 30,75 30,9 30,75 30,9 93,75 93,5 M.W. für Verkehrswesen Akt. .. 0 80,25 80,75 80,25 81 Oberhcssen Provtnz-Anleihe mit Berliner Handelsgesellschaft ... 4 95,25 95,5 96 96 Auslos.-Rechten ............. 102 Kommerz, und Privat-Bank ... O 72,5 72,5 72,5 72,5 Deutsche Komm. Eammelabl. An- Deutsche Bank und DiSconto« leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 101,13 101,4 101,4 Gesellschaft................ 0 74,5 74,5 74,5 74,5 Dresdner Bank..... 0 77 77 77 77 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehe in. 7% Franks. Hyp.-Bank 83 93 Reichsbank .......... 145 145 145,4 145 Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 93 98 — — A.S.G.......... 0 0 28,4 143,13 28,5 142,5 28,5 143,4 28,75 142,4 6/2% ehem. 4/i% Franks. Hyp.- Äauk-Ligu.-Psandbriefe....... 93,5 94 94,75 93,65 94 9.4,76 Bekula............... Gleltr. Lieferungsgesellschaft' *' Licht und llrafi ............. Selten & Guilleaume..... Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung Rheinische Elektrizität ........ Schuckert &(£o............. 6/i% ehem. 4/i% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand- briekanstalt, Psandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefansialt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch, Verrechnungskurs.. 94,75 94,5 94,75 6 6 O 5 6 6 104 118,75 75,5 111 101,75 92 141,5 113,5 104 118,13 75,25 111,25 101,5 92,4 141 119,25 104 118,5 75,5 111,65 102 92,5 141 113,5 103,4 118 75,65 111,65 100 92,5 141,25 119 94,75 94,75 94,75 94,75 Siemens L Halske.......... 101,9 101,9 101,9 101,9 Lahmeyer LEo............. 10 Itranfiurt a. JJl »erlin Schluß« furd Schlußl. Abend- böes« Schluß« kurd Schlußl. Mittag- börse Datum 24-10 25-10- 24 10- 25-10- Mansselder Bergbau....... .. O 79 79 79,13 79,25 KokSwerke ................ .. O — — 97,4 96,25 Phönix Bergbau........... .. 0 48,75 48 48,5 48,13 Rheinische Braunkohlen .... . 10 228,5 227 228 228 Rhetnstahl ................ .. O 90,25 90,4 90,4 90,4 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 41,25 41,13 41,4 41,13 Otavi Minen ............. .. 0 13 13 13 12,75 Kaliwerke AscherSleben...... .. 5 117 117 117 116,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7/2 116 155 155 116 155,5 116 155,13 I. ®. Farben-Jndustrie..... ■7 142,75 142,75 143 143 Scheideanstalt............. .. y 212,5 212 Goldschmidt .............. .. O 90,5 91,25 90,5 91,25 RütgerSwerke............. .. 0 39,13 39,13 98,25 98,13 Metallgesellschast........... .. u — 85,5 85,25 Philipp Holzmann......... .. 0 78 78 78,13 78 Zementwerk Heidelberg .... .. o 115,65 115 Cementwerk Karlstadt....... .. 0 133 133 Schultheis Patzenhofer..... .. 0 — — 109,75 109,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 62,25 61,75 62,65 62 Bemberg................. .. 0 133,65 134,5 134,25 134,5 Zellstoff Waldhof .......... .. 0 48,25 48 48 47,75 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 65,5 66 66,25 66 Dessauer GaS............. .. 7 — 123 121,75 Daimler Motoren.......... .. 0 48,5 48,75 48,75 48,9 Deutsche Linoleum......... .. 0 59,75 60 60 60,13 Orenstein & Koppel....... .. 0 — 91,75 91,25 Leonhard Tietz ........... .. 0 33,13 48 32,65 33 Chade................... ..10 214 216 212 Aecumulatoren-Fabrik..... .. 0 165 161 165 161,25 Conti-Gummi............. .. 0 132,25 132,75 133 133,25 Grttzner................. .. 0 1 21,75 V 29,5 1 30 I 29,25 Mainkrastwerke Höchst a.M. .. 4 83 83 - Süddeutsch« Zuckor ......... 6 1 188 1 186,25 1 188 I 181 24-Oktober 25 Oktober Amtliche Jiotterung Amtliche Jiotterung (Selb Srie- (Selb | 2?rlc Buenos Aire. 0,644 0,648 0,643 0,647 Brüssel .... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,19 55,31 55,32 55,44 Danzig..... 81,10 81,26 81,10 81,26 London ..... 12,36 12,39 12,39 12,42 Heljingfors.. 5,46 5,47 5,47 5,48 Paris ...... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 168,43 168,77 168,13 168,47 Italien..... 21,45 21,49 21,45 21,49 3at)an...... 0,714 0,716 0,716 0,718 Jugoslawien 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo..... : 62,10 62,22 62,26 62,38 Wien....... 48 95 49,05 48,95 49.05 Lissabon.... 1l'22 11,24 11.245 11.265 Stockholm... 63,74 63,86 63 90 64.02 Schweiz .... 81,12 81,28 81,06 81.22 Spanien.... 34,02 34,08 33,97 34.03 Prag....... 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest ... — — —- Reuyork... 2,484 2,488 2,482 1 2,486 Vanknolen. 8crUn,25.DHober Geld 2 riei Amerikamiche Roten....... 2,434 2,454 Belgische Roten........... 58,01 58,25 Dänische Noten .......... 55,17 55,39 Englische Noten .......... 12,355 12,395 Französische Noten........ 16,34 16,40 Holländische Noten........ 167,71 168,39 Italienische Noten......... 21,23 21,31 Norwegische Noten ....... 62,10 62,34 Deutsch Oesterreich, A 1OO Schilling Rumänische Noten........ — Schwedische Noten........ 63,73 63,99 Schweizer Noten.......... 80,88 81,20 Spanische Noten.......... e 33,83 33,97 Ungarische Roten......... * aber Dar Sich ! mit ll'nus :i(b •836 Wo« M.'. b)ti t unb bis 31. )is 21 50 bis Preis- Kälber ng ein. -rfauft. nb (15 e am ) die 'chluß 0,25 astrie, pierc, rojeni dieser t tra. l Am 112,75 ;eftern 80,50 und Rind- ife, 722 50 Kilo enfteisch bis io. bis 72, chweine- ck unter ruhig- I in '9en recht iten. Tief, üba. renb 'flen. keine nten- ioer. nhcn twas eine i An- ] und b das Hafter, 6pro- .0 bis Berlin höher t 9,60. Sich lolb! Co» tirfyn fr X Bern« 212, 2,50, n 78, 141, heutigen im Der« chs > en 9 bis 17 kauft. rn im ut an »n. '«s. br|. aew !chi. 0,50 Auf ade. ifiM' vM 3,053 55,M 8b2 Ä 16,«; 168- 21,« Ml! 5,7$ 62-J 49-$ 117$ 64-5 81-2 34^ 10.* L -Z ■jj L- 63^9 0 Nr. 251 Drittes Blatt Girtzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Freitag, 26. Oktober M4 Aus der provinzialhauptstadt. Das Herz. Von Dr. med. Gert Losch. Das Herz ist eines der wenigen Organe, an dessen mühevolle Tätigkeit wir hin und wieder deutlich erinnert werden. Es gibt wohl niemanden, der nicht ab und zu das Klopfen feiner Puls« ober seines Herzens verspürte. Wahrend die Haut die Leber die Nieren und alle anderen Organe unseres Körpers lautlos in ständiger Tätigkeit sind erinnert uns das Herz ununterbrochen °n seine Gegenwart Vielleicht beruht auf dieser Eigenschaft die mystische und symbolische Bedeutung, die es von jeher unter allen Organen des Körpers als „edelster Teil" eingenommen hat. In der Tat ist das Herz einer der wichtigsten Muskeln des Körpers und ein so fein gebautes und eingerichtetes Gebilde, daß es auf leiseste Reize deutlich reagiert. Es besitzt eigene Nervenzentren, durch deren Vermittlung bei Gemütsbewegungen eine sofortige Aenderung der Schlagfolge des Herzens eintritt. Aber auch alle körperlichen Erregungen äußern sich am Herzen. Es ist eine Art Erdbebenwarte für alle Erschütterungen körperlicher und seelischer Art, die den Menschen treffen. Daher gibt es verschiedene Ursachen für das Herzklopfen. Der eine ist von Examensangst oder vom Lampenfieber gepackt, der andere hat irgendwelche inneren Aufregungen, über die er nicht sprechen kann, und die sein Herz in Wallung bringen, der dritte versagt ungewöhnlichen körperlichen Anstrengungen gegenüber, der vierte ist überempfindlich gegen bestimmte Speisen oder besonders häufig gegen Genußgifte, verträgt wenig Alkohol, wenig Tabak und darf nur koffeinfreien Kaffee zu sich nehmen, dem das die Herzleistungen auf die Dauer schädigende Koffein fast völlig entzogen ist. Ein anderer wieder leidet an den Nachfolgen überstandener Krankheiten. Besonders häufig ist zum Beispiel der Gelenkrheumatismus die Ursache einer Schädigung des Herzens. Oder es treten Unstimmigkeiten im System der inneren Drüsen auf und behindern die harmonische Tätigkeit des Herzens. Hier stehen in erster Linie die Erkrankungen der Schilddrüse, die sogenannte Basedowsche Krankheit. Die Schilddrüsen sondern ein Sekret in das Blut ab, das auf die Nerven des Herzens erregend einwirkt und dadurch den ganzen Körperhaushalt aus 'dem Gleichgewicht bringen kann. Auch das Vorhandensein angeborener Herzfehler ist zu berücksichtigen. Irgendeine fehlerhafte Bildung besteht seit der Geburt und macht sich im Alter, wenn die Leistungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit des Herzens normalerweise im Abnehmen ist, besonders unangenehm bemerkbar. Neben den eigentlichen Erkrankungen des Herzens spielen auch noch die Erkrankungen der Blutgefäße, idie mit dem Herzen in unmittelbarer Verbindung 'stehen, eine wichtige Rolle. Störungen in diesem iweitverzweigten System elastischer Röhren müssen idie Tätigkeit des Herzens belasten und beeinträchtigen. Bei den meisten Kranken, die an Herzklopfen lei- iben, pflegt ein „nervöser" Faktor deutlich im Vor- idergrund zu stehen. Sie halten sich aber nur für cherzkrank, weil einmal beim Arzt das Wort „Herz- Neurose" gefallen ist oder ein guter Freund ihnen idie Angst vor einem Herzleiden gelegentlich beige- Iiracht hat. Gerade das Hauptkrankheitszeichen des nervösen Herzens ist das Herzklopfen. Die geringste Seelische Erregung führt dazu. Diese Menschen erröten und erblassen leicht, sie haben oft feuchte Hände, neigen zu plötzlichem und unerklärlichem Stimmungswechsel. Bei der Untersuchung aber ver- mag der Arzt keinen objektiven Krankheitsbefund, fielbft bei der Röntgendurchleuchtung, festzustellen. KEs ist kein Wunder, daß die Schar dieser Menschen nn unserem lärmenden und aufgeregten Zeitalter jfftänbig zunimmt. Die wichtigste Tätigkeit des Arz- ttes bei diesen Kranken besteht in einer Aufklärung iüber die Harmlosigkeit ihrer Beschwerden und in einer gewissen Einrichtung des Lebenswandels, in der regelmäßigen Organisation des Tagesablaufs und in dem Schutz vor überflüssigen Belastungen mit den alltäglichen Genußgiften. Gedenket der hungernden Sögel! Mit Regelmäßigkeit kehrt alle Jahre, sobald der Winter seinen Einzug hält, dieser Hinweis in den Zeitungen wieder, mit der Aufforderung, unseren Sängern in Wald und Flur in ihrer Winternot beizustehen. Man muß dabei unwillkürlich an das Wort „Winterhilfswerk" denken, handelt es sich doch hierbei ebenfalls um ein solches, wenn man in diesem Zusammenhang an das Winterhilfswerk der deutschen Nation denkt. Der Kampf gegen Hunger und Kälte im Interesse der notleidenden Volksgenossen beginnt nicht aber erst, wenn draußen schon alles zu Stein und Bein gefroren ist, sondern hat jetzt schon eingesetzt, um rechtzeitig eingreifen zu können. Der wahre Vogelfreund darf ebenfalls nicht warten, bis Mutter Natur im tiefen Winterschlaf liegt und eisiger Nordost über die Felder fegt und in der Zeitung die Mahnung steht, unserer hungernden Vögel zu gedenken. Wie beim Winterhilfswerk der Nation muß auch jetzt schon mit der Sammlung für unsere gefiederten Freunde begonnen werden. Mancher wird sagen, was ist da zu sammeln? Wenn es kalt wird, streue ich schon Futter für die Vögel! Damit ist es nicht getan; denn das Futter, das in vielen Fällen gereicht wird, besteht meist nur aus Brvtresten und Kartoffeln, fehlt nur noch ein Schild mit der Aufschrift „Vogel friß oder stirb!". Passen- der würde es allerdings lauten „Vogel friß und stirb!", denn sobald Brot oder Kartoffeln feucht werden, beginnen sie zu gefrieren, und mancher Vogel holt sich den Tod. Nun wird der „Sparsame" entgegnen, ja ich kann doch nicht pfundweise Dogel- futter kaufen! Das verlangt auch niemand, aber man kann Sammler für das Vogelwinterhilfswerk werden. Wenn man jetzt durch die Felder geht, sieht man die roten Beeren des Weißdorn und die Hagebutten an den Büschen. Diese Früchte sammelt man und zerkleinert sie, wenn sie trocken sind. Den Vögeln reicht man immer so viel davon, wie sie aufnehmen. Der Ueberkluge wird natürlich sagen, laßt doch die Früchte draußen, da können sie die Vögel an Ort und Stelle holen. Das ist wieder fehlgeschossen. Der größte Teil fällt ab und gibt unter der Schneedecke Mäusefutter. Was hängen bleibt, gefriert und widersteht dem Vogelschnabel. Mit diesen beiden Fruchtarten ist die Sammelmöglichkeit aber noch lange nicht erschöpft. Die Stengel des Beifuß, die Dolden der wilden Möhre, Distelköpfe usw. geben ein vortreffliches Vogelfutter, wenn man sie sammelt, ehe der Samen ausfällt. Man bindet davon Sträuße, die sich eines guten Besuches im Winter erfreuen. Wer dazu noch Samenstengel von Kopfsalat zur Verfügung hat, der hat im Winter die buntgefieberten Distelfinken ständig zu Gast. Nun noch die katzensicheren Vogelfutterkästen in Ordnung gebracht, dann sind wir für die Winternot unserer Vogelwelt gerüstet. „Keiner darf hungern" — dieses gute Wort hat auch für unsere Sänger in freier Natur Geltung. Der Reichshandwerkertag 1934 in Stadt und Kreis Gießen. Dor der Kreishandwerkerschaft Gießen geht uns folgende Anordnung zu: Am Sonntag, 28. Oktober, vormittags 11 Uhr, finden in sämtlichen Orten des Kreises Gießen Handwerker-Pflichtversammlungen statt. Daran nehmen laut Anordnung des Stabsleiters der PO. Handwerksmeister, Gesellen und Lehrlinge teil. Die Versammlungen werden von den vom Ortsgruppenamtsleiter der NS.- Hago bestimmten Handwerksmeistern geleitet. Die Versammlungsräume werden örtlich bekanntgegeben. Für Gießen-Stadt findet die Pflichtversammlung in sämtlichen Räumen der Liebigs- h ö h e statt. Die Teilnahme sämtlicher Handwerksmeister, Gesellen und Lehrlinge an diesen Versammlungen ist Pflicht. Treffpunkt sämtlicher Teilnehmer Gießen- Stadt vormittags 10.45 Uhr auf dem Platz vor der Volkshalle. 14.30 Uhr feierliche Überreichung der Gesellen- und Meisterbriefe an die Prüflinge der Provinz Oberhessen. Wir bitten das Gießener Handwerk, sich an dieser Feier ebenfalls zu beteiligen. Ferner weisen wir darauf hin, daß Werkstätten, Verkaufsräume und Wohngebäude der Handwerksmeister nach den Anordnungen des Reichsstandes des deutschen Handwerks festlich zu schmücken sind. Die Handwerksmeister des Kreises Gießen zeigen nach außenhin durch reichen Flaggenschmuck ihre Verbundenheit mit Volk und Staat. Oreijahressperre für neue Gast- und Gchankwirtschasten in Hessen. Der Hessische Staatsminister hat durch Verordnung vom 22. Oktober 1934, die sofort in Kraft ge- treten ist, auf Grund des § 21 Abs. 2 des Gaststättengesetzes vom 28. April 1930 bestimmt, daß während eines Zeitraumes von drei Jahren im Volksstaat Hessen Erlaubnisse für neu zu errichtende Gast- und Schankwirtschaften jeder Art grundsätzlich nicht erteilt werden. Ausnahmen dürfen nur in ganz besonderen Fällen von den Kreisämtern zugelassen werden. NGLB., Kreis Gießen. . Betrifft Kreisversammlung. Am 31. Oktober, 16 Uhr, findet im Cafe Leib eine Kreisversammlung statt. Es spricht der Gaugeschäftsführer des NSLB., Pg. Schneider, Darmstadt, über verschiedene Versicherungsfragen. Unsere Versammlung ist verbünden mit einer Buchausstellung der Gießener Buchhändler. Hier- zu spricht Lehrer Frank, Gießen, über die Bedeutung der Buchwvche. Der Besuch unserer Versammlung ist für alle Mitglieder Pflicht. Bender. Oie Einreichung von Betriebsordnungen. Anordnung des Treuhänders der Arbeit. LPD. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen teilt mit: Die Frist zum Erlaß von Betriebsordnungen, die von dem Reichsarbeitsminister um drei Monate verlängert worden war, ist, wie bereits bekanntgegeben, mit dem 30. September 1934 abgelaufen. Mit Anordnung vom 1. Oktober 1934 fjabe ich die Betriebsführer ersucht, mir spätestens bis zum 15. Oktober 1934 je zwei Exemplare der Betriebsordnung einzureichen. Da trotz Ablauf dieses Termins ein größerer Teil von Betriebsordnungen noch nicht bei mir eingegangen ist, fordere ich nunmehr die Vertrauensräte aller Betriebe, die meiner Anordnung vom 1. Oktober des Jahres nicht nachgekommen sind, auf, unverzüglich an meine I <9Va und. . . derUater Sßerleßacß? Oie Ereignisse in unserem Roman „Das Hals- dank)", der gegenwärtig in den Familienblättern mit allgemeiner Spannung verfolgt wird, Haden in der letzten Fortsetzung eine üderraschende Wendung genommen: der gestohlene und so inbrünstig gesuchte perlenschmuck ist wieder da! Aber noch immer ist die Frage nach dem Dieb nicht beant- wortet. Dazu kommt eine neue Ueberraschung: das wiedergefundeneHalsband ist nicht der gleiche Schmuck, den Frau Konsul Finkendey an lenem ersten verhängnisvollen Abend getragen hatte- die vier größten perlen sind mittlerweile entfeint und durch sehr geschickte Nachahmungen erseht worden. Und eine ganz neue Spur hat sich aufgetan, dieaus dem kultiviertenUmkreisedesHauses Finkendey in die dunkelsten Straßen des Hamburger Hafenviertels führt. Assessor Luzius ist der Spur bei Nacht und Nebel gefolgt und hat mit List einen Blick in das Zimmer von Vater Berlebach geworfen. Was ist denn das auf einmal für ein Mann? Das ist ein wenig vertrauenerweckender Bursche, der seine lichtscheuen Geschäfte hinter verhängten Fenstern und bei verriegelter Tür zu tätigen pflegt. Wen sieht aber Assessor Luzius noch in Berlebachs Zimmer? Er glaubt zu träumen: den Maler Reginald Zurrhelm sieht er - und sieht auch den perlenschmuck, den der Alte aus seinem Geldschrank hervorholt. Was hat das alles zu bedeuten? Was sagen Sie dazu? Schreiben Sie uns Ihre Meinung über diesen merkwürdigen Krimmalfall (und vergessen Sie nicht, die letzte Bezugsquittung beizulegenh "Wer fjat das SKalsßandgestohlen? Mein stärkstes Theatererlebnis Von Walter v. Molo Es wird saft alles falsch geschildert, weil die meisten, die „schildern", nicht erleben. Wer zum ^Beispiel Ingenieur war, der weiß, daß zwischen Len Ingenieuren und Arbeitern ein Bond besteht, Las sich nicht dadurch charakterisieren läßt, daß man 'Jagt: sie sind Gegner Den wahren Unternehmer, der in seinem Werke mitschafft, und den wahren Arbeitnehmer verbindet das Band des Schaffens, das LEinsfein, im Bewußtsein, etwas Gemeinsames, das Laovn kündet, zu erzeugen. Unvergeßlich sind mir Die stolzen, wahrhaft brüderlichen Blicke, die zwischen ' mir jungem Ingenieur einst uni) den Gießern, Wicklern und Monteuren und allen denen hin und her gingen, wenn die Dynamomaschine, die wir zusam- tmen gebaut hatten, am Kran über uns aus dem Zabriktor schwankte, in die Welt hinaus. Es war einiger Abschiedsschmerz, einiges Kraftbewußtsein, Bßinige Freude. Das gleiche erlebe ich beim Theater; Las ist für mich das schönste und erhebendste am Theater. Die Vorbereitung, die Einstudierung, die Aufführung einer dramatischen Dichtung ist ein brüderliches Erlebnis zwischen den Darstellenden, Sem das Spiel Leitenden, den Ausstattern, den Bühnenarbeitern, dem Fräulein an der Kasse, dem Beleuchte^, der Souffleuse, den Feuerwehrmännern und allen „vom Bau", gemeinsam mit dem Dichter. In dieses Gemeinschaftserlebnis eingebunden zu ijein, ein paar Tage lang, gehört für mich zum :8e= glüdenbften und Schönsten! Wenn dann auch noch um Abend die Seelen der Aufnehmenden mit uns Moll zusammenklingen, wie strahlt da das Gesicht Les Vorhangziehers, der doch gar nichts „davon hat", mit den Gesichtern aller auf und hinter der Wühne, in solchen Stunden sind die Seelen frei — Das verbindet, das ist die tiefe Wirkung des Kunstwerkes für die Werker, die aus dieser Gemeinschafts- ' r'timmung das schaffen, was im Publikum den „Er- ; folg" entscheidet — keine Wirkung von der Bühne und vor der Bühne, wenn auf und hinter -hr nicht selbstlose, rein dingsachliche Brüderlichkeit herrscht. Bei der Leseprobe beginnt es, da stimmen sich die Seelen durch das Werk aufeinander ein. Jedes Werk, das das nicht zu erzeugen vermag, ist Tand und Schänd. Die Stellprobe, das immer schärfere und schärfere Herausarbeiten des Kristalls der seelischen Lust, das lernende Zuhören der anderen, tue gerade nichts auf der Szene zu tun haben, der weihevolle, hingegebene Ernst, das gegenseitige Lernen und Entwickeln, das seelische Zittern, wenn die Darsteller unverhüllt um die Herausbringung ihres Selbst und Edelsten im Rahmen der Dichtung rück- -alllos ringen! Was Jahre oft nicht leisten, das spenden hochgespannte Minuten mit einer werk- hingegebenen Künstlerschar: Freundschaft, reine, weil selbstlose Freundschaft! Seelenfreundschaft, die über Worten steht. Ich habe meine aller- schönsten Stunden auf den Proben für meine Stücke erlebt; solche Proben sind nicht „geisttötend", wieder Alltag meint. Was wißt ihr vom Mysterium des Theaters, ihr alten Herren und Damen, die ihr von „leichtfertigem Theatervolk" redet, es „Theater" nennt, wenn etwas auch falsch ober gemacht erscheint! Theater, wie ich es meine, wie ich es erlebte unb, gottlob, immer wieder erlebe, ist die echteste Aufrichtigkeit zwischen fremden Menschen, die sich als Brüder und Schwestern enthüllen. Nicht bas Vühnentechnische, nicht die sogenannten Bühnenerfahrungen, so wichtig unb neu sie immer roieber sind, sind bas Entscheidende für den Dichter, er erlebt bei der Vorbereitung seines Werkes die Tatsache, daß, wie das All seine Seele bloßlegt, sein Werk andere Seelen klärt und verbindet, daß es anregt, daß es großes, einigendes Gefühl vermittelt, baß es denen, die sich hingebungsvoll damit beschäftigen, Anlaß zur vollen Entfaltung ihres Seelischen wird. Das ist mein größtes Erlebnis im Theater, himmelhoch über den stärksten Erfolg am Auffüh- rungsabenb — der Abenberfolg ist ja nur die Bestätigung dessen, was ich hier andeutete, das große Erleben liegt für mich vorher. Ländlicher Oktober. Von Karl Benno von Mechow Bis tief in den Oktober hinein mühen sich die Leute um die Kartoffeln. Dann sind sie endlich fertig. Die letzten Kämme werden mit den Hacken nach Knollen durchwühlt, und die großen Schläge liegen nun öde und verwüstet da. Aus den Schritt für Schritt durcharbeiteten Kammreihen grünt im Sonnenschein der schonen Herbsttage ein letztes Untraut und spitzt durch das liegen gebliebene Kartoffelkraut, das mit dem Geruch feines Welkens die feuchte Luft erfüllt. Dichter Nebel liegt auf dem kalten Morgen, frierend steigen die städtischen Heiser von ihren Wagen und fchlagen sich kräftig die Arme um den Leib, ehe sie sich an die Arbeit machen. Am spateren Vormittage erst siegt dann und mann Die Sonne über den Nebel, und es wird über Mittag wohl so warm wie an einem sommerlichen Dage. — Manchmal bleibt auch der Nebel auf der Erde liegen, verliert sich nach oben hin in den grauen Himmel und läßt den ganzen Tag lang eine leise rieselnde Nässe herabgehen, die den Leuten durch die Kleider bringt und ihre Glieder bis auf die Knochen durchkältet. — Darum ist es eine allgemeine Freude und Befriedigung, als die letzte Staude aus dem Boden gerissen und die Erde überall nach den Knollen durchstöbert worden ist, — und als dann die ganze Mannschaft zum allerletzten Mal ihre Wagen zur Heimfahrt besteigt. Die schon in warme Winterjacken und ein breit abstehendes Polster massenhafter Unterröcke gekleideten Frauen haben zuerst mit Messern und Sicheln die großen Blattkronen von den hoch aus der Erde ragenden Rüben abgeschnitten, so daß sie ganz wunderlich ausschauen, wie lange Reihen mutwillig in die Erde gesteckter kahler Schädel. Dann haben sie die dicken gelben Bälle mit den Händen herausgezogen und auf Haufen zusammengeworfen, die von den Kutschern in pendelnder Reihenfolge auf den Kastenwagen abgefahren und in langen Mieten gebettet werden. — Mit Beendigung dieser Hackfruchternte ist dem Boden der letzte Schatz geraubt, den der Verlaus eines von Herbst zu Herbst reichenden Jahres in wunderbarem Geschehen, trotz Wasserflut, Frost und unendlicher Dürre, hat erstehen lassen. Und die neue Wintersaat und Hoffnung einer zukünftigen, das Brot der Menschen spendenden Ernte liegt gebor- gen in der Erde. Weithin begrünen sich bereits die mit Roggen neubestellten Schläge und beeilen sich, aus der noch immer hilfreichen Erdwärme eine für den Kampf mit dem Winter ausreichende Stärke '^SiV^rften Frostnächte sind eingefallen und haben die zartgrünen Pflanzenblättchen mit einem zu weißem Reif erstarrten Morgentau geschmückt aus der Nacht erwachen lassen, — und die oberste Erdschicht ist als glasdünne Rinde gehärtet erschienen. Aber chon nach wenigen Sonnenständen sind diese ersten drohenden Vorboten längst wieder in der Gegenwart von Licht und. Wärme abgetan und vergessen. 3m Gegensatz zu den vvrhergeganaenen Monaten höchster Anspannung darf man sich nun einer gemächlicheren Zeitbeberrschung bedienen und läßt etwas ab von der rastlosen Eile, mit der sich bisher — in sorgsamster Berechnung der Stunden — Arbeit an Arbeit hatte reihen müssen. Gelassen und ohne Furcht vor Regen und Sonnenschein ziehen Tag für Tag die Gespanne soweit sie nicht mit dem Abfahren der Kartoffeln beschäftigt sind, ihren Weg durch die Felder und stürzen immer mehr von der welken Stoppel zu rauhem Erdgehäufe um. Braun und nebelatmend liegt d,e feuchte, hervorgeschälte Erde da, und hinter den pflügenden Kolonnen spazieren in Schwärmen Die grauen Krähen auf der Suche nach Nahrung. Schadow Anekdoten Gottfried Schadow, Berlins berühmter Bildhauer, war bekannt wegen seines schlichten Wesens und seines unerschöpflichen Humors, der oft auch recht derb werden konnte. Eines Tages beobachtete er während feines gewohnten Rundganges durch den großen Aktsaal der Akademie einen Schüler, der sich abplagte, den Umriß des Modells auf dem > Papier richtig wiederzugeben. Schadow sah diesem I hilflosen Bemühen eine Zeit lang zu, ohne ein । Wort zu äußern. Dann aber schob er den Jüngling I mit ruhiger Bestimmtheit von seinem Sitz und ' machte sich selber an die mißratene Zeichnung. In 1 wenigen Augenblicken hatte er das Werk des Schülers berichtigt. Die Geschichte sah wirklich ganz । anders aus, so daß Schadow sich nicht enthalten konnte, befriedigt zu nicken und dabei zu sagen: „Siehste woll, bet hab' ick von meinem Vater. Der war 'n Schneider!" Mit einem bissigen Seitenhieb auf die damals so beliebten Romreisen bemerkte Schadow einst: „Ick bin nicht so sehr für Italien, un die Borne jefallen mir nu schon jarnich. Immer diese Pinien und 1 Pappeln! Die eenen sehen aus wie uffjeflappte Rejenschirme und die andern wie zujeklappte." Zeitschriften. Das Oktoberheft der Süddeutschen Monatshefte ist der neuen Hochschule gewidmet. Notzeit verpflichtet, und Wissen in der Notzeit doppelt. Johannes Stein betont in seinem Aufsatz „Universität und Auslese" gerade diesen Gedanken. „Wer Arzt werden will, soll erst einmal im Dienste der Krankenpflege stehen, damit er Gegenstand und I ßage seines Berufes erkennt". Alte Erkennt- ' nis des Werkstudenten, jetzt durch die Praxis für den jeweiligen Beruf, durch Arbeitsdienst im allgemeinen Sinne der Verwirklichung nahegebracht. Franz Alfred Six wird in feinem Aufsatz „Die Studentenschaft als Träger der Hochschulrevolution" der eigenen Triebkraft unserer deutschen Studentenschaft auf lohnende und erreichte Ziele hin gerecht. Einen noch nicht ganz spruchreifen Ausschnitt behandelt Gerhard Schröder in „Korporation oder Kameradschaft?" Von großer Bedeutung sind Alfred Z i n t • g r a f f s Ausführungen über „Hochschule und Ausland". Wer sich übermäßigen Verständnisses in der Welt wahrlich nicht erfreut, kann das Mittel feiner lernenden und wissenden Jugend als verbindendes Glied nicht entbehren. Hans Uebersberger entwickelt diese Gesichtspunkte in „Grenzland-Univer- fiiäten". Namentlich verdient die Aufrechterhaltung der geistigen Perbindung mit den Volksdeutschen Räumen jenseits der Reichsgrenze Beachtung. Dienststelle zu berichten, warum die Anordnungen des Herrn Reichsarbeitsministers nicht befolgt wurden. Ich behalte mir vor, gegebenenfalls auf Grund des z 22 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 20. Januar 1934 Strafverfolgung einzuleiten. Ein Handwerksabzeichen. Auf Anordnung des Reichshandwerksmeisters ist ein allgemeines Handwerksab^eichen geschaffen worden, das in seinem Mittelfelo das Handwerkssymbol trägt. Es soll an alle Mitglieder der Pflichtinnungen zu einem späteren Zeitpunkt abgegeben werden. Außerdem ist noch ein Abzeichen geschaffen worden, das allen verliehen werden soll, die in den Handwerksorganisationen eine leitende Stellung einnehmen. Durch das Handwerksabzeichen soll die Zugehörigkeit zum Handwerk gekennzeichnet werden: es soll dazu beitragen, das Zusammengehörigkeitsgefühl und den Gemeinschaftsgeist der Handwerker unter- einander zu fördern. Das Abzeichen für leitende Personen soll zudem seinen Träger an seine Verantwortlichkeit und seine Pflichterfüllung dem Handwerk gegenüber mahnen. Der Tag der Ausgabe des allgemeinen Handwerksabzeichens steht noch nicht fest. Das Abzeichen für leitende Personen wird dagegen vom 27. Oktober 1934 ab verliehen. Der Reichshandwerksmeister wird es am Vorabend des Handwerkstages, also am 27. Oktober 1934, an die Landeshandwerksmeister, Kammerpräsidenten und Vorsitzenden der Reichsfachoerbände persönlich verleihen. Es wird ferner verliehen werden an die Kreishandwerksmeister, die Vorsitzenden der Landesfachoerbände und die Jnnungsobermeister. Die Verleihung an die Kreishandwerksmeister und Jnnungsobermeister wird durch die zuständigen Handwerks- und Gewerbekammern vorgenommen. Die Abteichen verbleiben im Eigentum des Reichsstandes und sind an das Amt gebunden. Buch und Buchhandel in unserer Zeit. Man berichtet uns: Dem Rufe zu dem Bezirks- treffen des Rhein-Mainischen Jungbuchhandels am 20. und 21. Oktober in Gießen, das von der Bezirksfachgruppe Buchhandel in der Deutschen Angestell, tenschaft in Verbindung mit dem Kreisverein der Mitteldeutschen Buchhändler veranstaltet worden war, hatten etwa 60 Jungbuchhändler und eine Anzahl geladener Gäste aus den Städten Darmstadt, Frankfurt, Marburg, Kassel usw. Folge geleistet. Nachdem am Samstag ein Bunter Abend, der von der Gießener Fachgruppe gestaltet wurde, für das Sichkennenlernen sorgte, sprach am Sonntagvormittag Herr Hans & ö ft e r aus Königstein (Taunus) über das Thema „Buch und Buchhandel in unserer Zeit". Er erklärte in sehr feiner Weise die Wesensart des Buches als geschriebenes Wort, im Unterschied zu dem gesprochenen Wort, wies dann auf die große Bedeutung des Buches als Spiegelbild des Wesens unseres Volkes hin, das um so echter ist, je besser es das Leben unseres Volkes, seine Sprache und seine Landschaft wiedergibt. Während das gehörte Wort (Radio, Vortrag usw.) nur einmalig ist und wieder vergeht, ist das geschriebene Wort, das Buch, gleichsam ewig, unvergänglich. Am Nachmittag sprach Herr Dr. Huch (Gießen) über „Gemeinschaftsarbeit innerhalb des Buchhandels". Aus der anschließenden sehr regen Aussprache ging hervor, daß sich die Krise, in der sich das Buch und damit der Buchhandel als Vermittler des Buches befindet, nur erfolgreich überwunden werden kann, wenn ?s gelingt, dem Buch eine größere Verbreitung zu sichern. Das Buch als Ausdruck des geistigen Lebens unseres Volkes darf nicht mehr nur der Besitz einer bestimmten Schicht sein, sondern es muß Eigentum des ganzen Volkes werden. Aus dieser Erkenntnis heraus wurde von der Reichsregierung die Woche vom 4. bis 10. November zur „Woche des Buches" bestimmt, in der durch Ausstellungen und Vorträge auf die außerordentliche Bedeutung des Buches für unser Volk hingewiesen werden soll. Auch in Gießen sind verschiedene Veranstaltungen geplant, über die schon berichtet wurde und in den nächsten Tagen noch Näheres gesagt werden wird. St. Daten für den 26. Oktober. 1757: Der Staatsmann Friedrich Karl Freiherr vom und zum Stein in Nassau geboren (gestorben 1831); — 1800: Graf Helmuth von Moltke in Parchim geboren (gestorben 1891); — 1828: der Landwirt Albrecht Thaer in Möglin gestorben (geb. 1752); — 1919: der preußische Generalfeldmarschall Gottfried Graf von Haeseler auf Gut Harnekop ge- storben (geboren 1836). Vornotizen. — Tageskalender für Freitag: NSLB. Kreis Gießen, Abteilung „Höhere Schule", Fachschaft für „Neuere Sprachen", 16 Uhr, Oberrealschule: Sitzung. — NSLB., Fachschaft „Volksschule", 16 Uhr, Hotel Köhler: Versammlung der Leiter der Bezirksarbeitsgemeinschaften und der Gießener Schulgruppen. — Stadttheater 20 bis 22.30 Uhr: „Polenblut". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Insel". — Astoria - Lichtspiele, Seltersweg: „Das Taucher-Duell". — Volksmissionarisches Amt der evang. Landeskirche Nassau - Hessen, 20 Uhr: Volksmissionsvortrag „Christentum und national- sozialistischer Staat". * ** D i e Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung betrifft eine Bekanntmachung des städtischen Wohlfahrtsamtes im heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen sej. ** Z u d em Brand in der Jugendherberge, über den wir am Dienstag berichteten, wird uns von der Gießener Ortsleitung des Reichsverbandes der deutschen Jugendherbergen mit« geteilt und auf unsere Anfrage bei der Feuerwache bestätigt, daß das Feuer nicht in der Jugendher- berge selbst ausgebrochen, sondern in dem im Erd- Aufruf an die Bevölkerung der Stadl Gießen. Am Samstag, 27. Oft, mittags 12.35 llhr, trifft auf dem Bahnhof Gießen ein Gaarurlauberzug ein. Aach einer kurzen Begrüßung durch den Kreisamtsleiter der AED. pg. K l ö ß marschieren die Gäste und die Untergliederungen der Partei durch folgende Straßen: Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Kreuzplah, Sonnenstraße, Schulstraße, Marktplatz, Kirchenplatz, Walltorstraße, Braugaffe zum Landgraf-Philipp-Platz. Hier findet der offizielle Empfang durch die Vertreter der Partei fowie der Stadt Gießen statt. Ich fordere die Bevölkerung der Stadt Gießen zu reger Teilnahme auf! Heil Hitler! Krelsamisleitung der NSV. Kloß, Kreisamtsleitqr. Flaggen heraus zum Empfang der Gaardeutschen! Am Samstag, 27. Oktober, treffen um 12.35 Uhr 80 Volksgenoffen von derSaarin Gießen ein. Sie werden von einer Kapelle vom Bahnhof zum Landgraf-Philipp-Platz geleitet. Dort findet der Empfang statt. Wir bitten in den Durchmarschstraßen zu flaggen. Kreisleitung Gießen der NSDAP. geschoß des Hauses liegenden Zimmer des SA.- Reserve-Sturmbanns Gießen entstanden ist. ** Die Gießener Sänger beim Empfang der Saardeutschen. In unserem heutigen Anzeigenteil werden die Gießener Sänger zur Beteiligung am Empfang der Saardeutschen im Gießener Bahnhof am morgigen Samstag aufgefordert. Näheres ist aus der Anzeige ersichtlich. ** Saarkinder kommen zum Ferienaufenthalt. Am nächsten Montag um 12.24 Uhr treffen auf dem Gießener Bahnhof 320 Kinder von der Saar ein, die einen fünfwöchigen Erholungsurlaub im Kreise Gießen verbringen sollen. Den kleinen Volksgenossen von der Saar wird überall eine herzliche Aufnahme bereitet werden. ** Fahrpreisermäßigung der Reichsbahn Für Braunen Messe — Deutsche Woche In Wetzlar. Zu der vom 27. Oktober bis 4. November in Wetzlar stattfindenden Braunen Messe = Deutsche Woche gibt die Reichsbahnverwaltung von allen Fahrkartenausgaben der nachstehenden Strecken Sonntags-Rückfahrkarten aus: Herborn—Niederwalgern, Wetzlar—Lollar, Wetzlar —Gießen, Gießen—Marburg, Gießen—Friedberg, Gießen—Nidda, Gießen—Burg- und Nieder - Gemünden, Lollar—Grünberg. Gültigkeit: Am 27. Oktober 12 Uhr bis 28. Oktober 24 Uhr zur Hinfahrt, Rückfahrt vom 27. Oktober bis 29. Oktober 12 Uhr. Hinfahrt: 30. Oktober 0 Uhr, Rück- fahrt: 30. Oktober 24 Uhr, 1. November 0 Uhr bis 1. November 24 Uhr, 3. November 0 Uhr bis 4. November 24 Uhr, 3. November 12 Uhr bis 5. November 12 Uhr. Fahrpreis ab Gießen: 2. Klasse 1,10 RM., 3. Klasse 0,70 RM. Arbeitsdank-Kameradschasten. Ein Aufrufan alle männlichen und weiblichen ehemaligen ArbeitSdienstkameraden Zum Zwecke der Zusammenfassung aller Kameraden und Kameradinnen, die im Arbeitsdienst bereits ihre Pflicht gegenüber unserem neuen Staate getan haben, werden bei den Bürgermeisterämtern in ganz Hessen-Nassau, sowie bei den Zeitungen Eintragungslisten aufgelegt. Mit dieser Feststellung ist neben der Bildung von Arbeitsdank-Kameradschaf- ten im ganzen Reich vorgesehen, den bedürftigen und noch nicht in Arbeit gebrachten Kameraden beizustehen. Es sollen keine neuen Vereine oder dergleichen gebildet und gegründet werden, sondern der Arbeitsdank will mit der zusammengefaßten Organisation der früheren Arbeitsdienstkameraden zum Zwecke der Traditionspflege und zum Zwecke der Betreuung nach der abge- leisteten Arbeitsdienstzeit Bindungsglied für alle Zeiten zwischen den jetzigen und früheren Arbeitsdienstkameraden sein. Gehe daher jeder heute noch zu seinem Bürger- meisteramt, in den größeren Städten zu einer Zeitung und trage sich in die dort aufliegende Liste ein. Eine sofortige Eintragung ist im Interesse der Kameraden von größter Bedeutung. Wir wollen in Hessen-Nassau zeigen, daß die Disziplin und Freundschaft dieselbe geblieben ist wie zu der Zeit, als ihr dem Arbeitsdienst angehört haben. Der Gauarbeitsführer des Gaues 25: F a a tz. Der Gauobmann des Arbeitsdank im Gau 25: Roth. (In der Geschäftsstelle des „Gießener Anzeigers" liegt eine Liste zur Eintragung auf. D. Red.) Recht verliehen, zwei weitere „KrammLrkte ln Dek< bindung mit Viehmärkten" abhalten zu dürfen. So war und ist der Kalte Markt ein historisches Ereig. nis für Homberg und seine weitere Umgebung. Landkreis Gießen. ck Lollar, 24. Okt. Der Uebungsbetrieb der Segelflieger des S t ü tz p u n k t e s L o l l a r der Ortsgruppe Gießen im DLV. (Deutscher Luftsport-Verband) hat fick in der letzten Zeit nach der Schaffung der beiden selbsterbauten Segel, flugzeuge in reger Weise entwickelt. Im Laufe beg vorigen Sonntags wurden auf dem Gelände nach dem Hofqut Friedelhausen zu wiederum zahlreiche Uebungsflüge mit den Segelflugzeugen ausgesuhrt. Die Bewohner von Lollar und den Nachbarorten bringen der Tätigkeit des hiesigen Segelflieger. Stützpunktes erfreulicherweise reges Interesse ent. gegen. _ , 00 Lollar, 25.Okt. Die vom Jungvolk durch, geführte Brotsammlung ergab in der ganzen Ortsgruppe Lollar der NSDAP. 403 Laib Brot. — Am vorigen Sonntag sammelte der hiesige Vete. ranen- und Kriegerverein für die Kriegsgra. ber für sorge. Es ging der ansehnliche Betrag von 128,80 Mark ein. — Das hiesige Llcht spiel. Haus veranstaltete eine Sondervorstellung für Iw gendliche und Kinder bei ermäßigten Preisen, m der der Film „Wilhelm Tell" nach dem Drama von Schiller lies. Die Vorstellung wies einen guten Besuch auf. * Watzenborn-Steinberg, 26. Okt. Nach einer Bekanntmachung des Personalamts des Hef« fischen Staatsministers wurde Karl Schäfer III. von hier zum Bürgermeister, Johann Philipp II. von hier zum Beigeordneten unseres Ortes ernannt. tn. Lang - Göns , 25. Okt. Bei der Sammlung für das Eintopfgericht wurden in unserer Gemeinde 125,75 Mark gespendet. Für die Brotsammlung durch das Jungvolk kamen 182 Laib zusammen. Durch den Verkauf von B e r n st e i n. nadeln wurden 23,60 Mark erzielt. Auch für dis Sammlung der deutschen Kriegsgräberfürsorge wurde reichlich gespendet. Im ganzen gin- gen hier 112,60 Mark ein. — Am Mittwoch kam das Kasperle-Theater Mainzer Künstler, das im Auftrage der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Vorstellungen gibt, auch in um ser Dorf und erfreute am Nachmittag die Schul« fügend mit einem heiteren Stück „Kasperle reift nach dem Saargebiet". Am Abend wurde unter anderem gespielt „Kasperle in Genf", „Kasperle und der Jude". Die Vorführungen fanden reichen Beifall der zahlreich erschienenen Zuschauer, besondere Freude lösten die Begrüßungen Kasperles aus, die sich den örtlichen Verhältnissen und Personen humoristisch anpaßten. + Holzheim, 25. Okt. Bei der ersten Sammlung für das Eintopfgericht gingen hier 76,25 NM. ein, für Verkauf von Bernsteinnadeln 20 RM. + Ober-Hörgern, 24. Okt. Für das Eintopfgericht gingen in hiesiger Gemeinde 27,75 Mk. ein, für den Verkauf von Bernsteinnadeln 6Mk. * Ober-Hörgern, 25. Okt. Die vom Volksbund deutsche Kriegsgräber fürsorg, ausgeschriebene Sammlung ergab in unserer kleinen Gemeinde den schönen Betrag von 64 Mk. Die Sammlung wurde von dem NSDFB. (Stahlhelm) oorgenommen. (xd 6 b e r ft a b t, 25. Okt. Ein hiesiger Einwohner hat auf seiner Baumanlage ein A p f e lbäumchen stehen, das gegenwärtig Blüte n trägt. Ein anderer Einwohner konnte dieser Tage in seinem Garten Himbeeren zweiter Ernte pflücken. — Gestern konnte die Mutter unseres Bürgermeisters, Frau Witwe Margarete G ö r l a ch , geb. Fey, im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel ihren a ch t - zig st en Geburtstag feiern. — Gestern wurde hier für die Stadt Hagen eine Kartoffel- sammlung durchgeführt, bei der 30 Zentner aufgebracht wurden. — Die erste Eintopfgerichtsammlung ergab in unserem Orte den Betrag von 40 Mark. — Bei der Sammlung für Öen Volksbund deutscher K r i e g s g r ä b e r- Oberheffen. Wechsel in den Kreisämtern Schotten und Lauterbach. * Schotten, 24. Okt. Das „Schottener Kreis- blatt" berichtet: Kreisdirektor Zürtz wurde laut Verfügung des hessischen Staatsministers mit der Wahrung der Dienstgeschäste im Kreis Lauterbach beauftragt. Kreisdirektor Zürtz hat heute seinen Dienst in Lauterbach angetreten. Das Kreisamt Schotten wird zur Zeit von Regierungsrat Schwan geführt. In der nächsten Woche wird sich Kreisdirektor Zürtz von der Bevölkerung des Kreises Schotten verabschieden. Er war seit Anfang Februar in unserem Kreise tätig. * Lauterbach, 25 Okt. Der „Lauterbacher Anzeiger" von heute berichtet folgendes: Mit der Wahrung der Dienstgeschäfte des Kreises Lauterbach wurde durch Verfügung des hessischen Staatsministers Kreisdirektor Zürtz beauftragt, der seit Anfang Februar dieses Jahres im Kreise Schotten tätig war. Kreisdirektor Zürtz trat gestern fein Amt in unserem Kreise an und stellte sich heute morgen um 8.30 Uhr im Sitzungssaal des Kreis- ausschusses nach herzlichen Begrüßungsworten des Herrn Regierungsrats Kessel dem Dienstpersonal des Kreisamtes mit einer kurzen Ansprache vor und gab seiner Hoffnung auf kameradschaftliche Zusammenarbeit Ausdruck. Ein Arbettsbeschaffungsprojett im Vogelsberg. # Mücke, 25. Okt. Während in den meisten Orten des Kreises Alsfeld die Einwohnerschaft die (Segnungen einer Wasserleitung genießt, entbehren die zusammenhängend gelegenen Orte Mücke, Flensungen, Merlau, Niederohmen, Kirschgarten und Wettsaasen noch einer solchen Wasserversorgung. Gerade für den Bahnknotenpunkt Mücke wäre eine Wasserleitung sehr von Vorteil, da nicht nur die Reichsbahn an einer solchen interessiert wäre, sondern auch die hiesigen Motorfahrzeugwerkstätten, Baumaterialienhandlungen, Gasthäuser usw. gezwungen sind, das Wasser aus gegrabenen Brunnen zu beziehen. Dasselbe trifft für das über 1000 Einwohner zählende Nieder-Ohmen zu. Die beiden größeren Gemeinden könnten wohl von sich aus allein den Bau einer Wasserleitung in Angriff nehmen (bei Mücke kämen noch Flensungen und Merlau hinzu), damit wäre aber den kleineren Orten Kirschgarten und W e 11 s a a s e n auf unabsehbare Zeit überhaupt jede Möglichkeit genommen, in den Besitz einer Wasserleitung zu kommen, da diese Gemeinden finanziell dazu überhaupt nicht in der Lage sind. Die einzige Möglichkeit bestünde darin, daß man den früher schon einmal gefaßten Plan eines Gruppenwasserwerks ins Auge fassen würde, nach dessen Verwirklichung sämtliche Gemeinden des Kreises im Besitze einer Wasserleitung wären. Bei dem direkten Zusammenhang der tn Betracht kommenden Gemeinden brauchte keine fremde Gemarkung durchschnitten zu werden, es sei denn, daß die Heranführung des Wassers bis zur ersten Gemeinde eine solche Maßnahme notwendig machen würde. Bei einer eventuellen Quellenfassung im Ohmtal in Richtung Ruppertenrod—Ober-Ohmen entstünde ein derartig hohes Gefälle, daß die Frage des notwendigen Hochdruckes leicht zu lösen wäre. Vielleicht tritt man im Rahmen der großen Arbeitsschlacht einmal diesem Projekt näher, das auch einer größeren Anzahl Arbeiter für Monate Arbeit und Brot geben würde. ©er Kalte Markt zu Homberg. 380 Jahre alt. -er. $ um berg, 25. Oktober. Zum „Kalten Markt hatten wir in diesem Jahre schönes warmes Herbstwetter, das eine stattliche Zahl von Besuchern nach Homberg lockte. Schon in den Vormittagsstunden brachten die Bauern ihre mit Ferkeln beladenen Wagen nach dem Marktplatze vor der Stadthalle, wo der Schweine- und Viehmarkt abgehalten wurde. Kauflustiges Publikum stellte sich auch ein. Lebhafter Handel setzte ein. Um die gleiche Zeit war man auf dem eigentlichen Marktplatz am Rathaus mit dem Aufschlagen einer großen Zahl oon Standen beschäftigt, in denen die zahlreichen Verkäufer ihre Waren zur Schau legten. Um die Mittagszeit strömten die Marktbesucher von den umliegenden Ortschaften scharenweise heran. Auf dem Marktplatz herrschte großes Gedränge. Gegen Abend sah man alle Besucher mit Paketen beladen dem heimatlichen Herde wieder zustreben. Für Unterhaltung und Vergnügen war reichlich Sorge getragen. Der Kalte Markt zählt bereits 380 Jahre. Nach den Stadtakten ist am 20. August 1554 fein Geburtstag. Er hieß jedoch anfänglich Simon- und Judä-Markt. Am 5. September 1756 wird er in den Akten zum ersten Male als „Kalter Markt" erwähnt. Für das Jahr 1554 wurde ausdrücklich die Abhaltung eines Viehmarktes verboten. Ein Grund für dieses Verbot ließ sich nicht ermitteln. Erst am 13. Januar 1681 wurde der Stadt das Spenden für dasWinterhilsswerl Sämtliche Zahlungen für den kreis Gießen, die das Winlerhilfswerk 1934/35 betreffen (Spenden, Strahenfammlnngen, Haussammlungen, Eintopfgerichte usw.), sind nur auf Konto der Bezirkssparkasse Gießen, 31 r. 4600 oder auf Postscheckkonto Frankfurt a. 2H. Ttr. 5979 einzuzahlen bzw. zu überweisen. für sorge (Kreisgruppe Gießen) konnten hier 33,50 Mark abgeliefert werden. Jedermann gab nach seinen Kräften. Die Gemeinde erwies sich wiederum als recht opferfreudig. * Göbelnrod, 26. Okt. Wie das Personalamt des Hessischen Staatsministers bekannt gibt, ist Heinrich Weber von hier zum Bürgermeister unseres Ortes ernannt worden. Kreis Bübingen. ♦ Büdingen, 26. Okt. Zu kommissarischen Bürgermeistern wurden bestellt: Aug. Neumann in Dudenrod und Rudolf Eckhardt in Unter-Schmitten; zum kommissarischen Beigeordneten wurde Wilhelm Knickei in Himbach bestellt. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 25. Okt. Heute früh entstand in Werkstatt des Schreinermeisters Döring, Hersfelder Straße, ein Brand. Die schnell herbei- gerufene Feuerwehr konnte die Flammen nach einiger Zeit löschen. ll. Nieder-Ohmen, 26. Okt. Don einem schweren Schicksalsschlag wurde gestern nachmittag die Familie Döll von hier betroffen. Das dreijährige Töchterchen, bas einzige Kind des Ehepaares, hatte sich unbemerkt vom Elternhause entfernt. Als man auf das Fehlen des Kindes aufmerksam wurde, fand es der Vater schließlich in einem Abfluß der Ohm liegend vor. Die bedauernswerte Kleine wurde schnell nach der elterlichen Wohnung gebracht, wo der sofort herbei- gerufene Arzt nur noch den Tod der Kleinen feststellen konnte. Das Kind ist anscheinend nicht durch Ertrinken, sondern durch einen Herzschlag ums Leben gekommen. Vermutlich ist die Kleine, deren Elternhaus nicht weit von dem Abfluß der Ohm entfernt steht, beim Spielen vom Ufer in den Abfluß gestürzt. # Ruppertenrod, 25. Okt. Gestern wurde hier der H e r b st m a r k t abgehalten. Der Schwein" Wrerwechsel bei der Gießener Studenlenschast. markt nahm elnen guten Verlauf. Je nach Qualität wurden für Ferkel 12 bis 19 Mark pro Stuck bezahlt. Das schöne Herbstwetter brachte auch dem anschließenden Krämermarkt viele Besucher aus der Umgebung, so daß flottes Treiben auf dem Marktplatz herrschte. Preußen. Leichterer Aufstieg auf der Burg Vetzberg. (D Vetzberg, 25. Okt. Seit acht Tagen hallen von unserer alten Burgruine weithin vernehmbare Schüsse. Sie rühren von Sprengungen her, die man im Mauerwerk des Bergfriedes vornimmt. Durch die fast vier Meter dicke Mauer wird zur ebenen Erde von Nordwesten her eine Oeffnung geschaffen, um einen leichteren Eingang und Aufstieg zum Turm zu erhalten. Nun ist. der D u r ch b r u ch durch das harte, festgefügte Basaltgestein gelungen. Mittels starken Leitern — für die Schaffung einer Treppe stehen leider keine Geldmittel zur Verfügung — kann künftig die Turmplatte erstiegen werden, von der man, wie man Gleiberg, eine reizvolle Aussicht hat. Bisher verirrte sich sehr selten jemand auf den Turm, da bis zur ursprünglichen Eingangstür in halber Turmeshöhe an einer alleinstehenden Mauer- ruine eine Leiter hinaufführte, von deren Ende ein schmaler Steg zum Eingang lief, von dem eine weitere Leiter im Innern bis zur Plattform benutzt werden mußte. Die Besteigung war immerhin gefährlich und konnte nur von schwindelfreien Personen ausgeführt werden. Durch die Ersteigung im Innern des Turmes dürfte die Gefahr nicht mehr so groß sein. Hoffentlich lassen sich in absehbarer Zeit einmal die Mittel flüssig machen, um eine bequeme Treppenanlage schaffen zu können. Klimatologische Beobachtungsstation in Biedenkopf. * Biedenkopf, 25. Okt. Von der im vergangenen Jahre hier eingerichteten klimatologischen Beobachtungsstation, die unter Aufsicht von Universitätsprofessor Dr. P f a n n - st i e l (Marburg) steht, liegt das erste Jahresergebnis ihrer Wetterbeobachtungen vor. Damit ist zum ersten Male eine einwandfreie Feststellung der hiesigen klimatischen Verhältnisse, wie sie in den Strahlungsverhältnissen und dem Kerngehalt der Luft in Erscheinung treten, möglich geworden. Die hiesige Station besitzt ein Psychrometer (feuchtes und trockenes Thermometer), ein Maximum- und ein Minimumthermometer, ein Hychro- meter und einen Regenmesser. Zu den dreimaligen täglichen Ablesungen dieser Instrumente kommt noch die Aufzeichnung sämtlicher Witterungserscheinungen, wie Gewitter, Regen, Schnee, Nebel, Dunst, der Windstärken und Windrichtungen, alles in den drei Stufen: stark, mittel und schwach. Das Ergebnis der bisherigen Beobachtungen zeigt, daß hier trotz des heißen Sommers stets ein recht hoher Luftfeuchtigkeitsgehalt vorhanden war. Nebelbildung trat nur geringfügig auf. Das Klima unseres Ortes ist im Winter sehr ausgeglichen, im Sommer aber starken Schwankungen unterworfen. Die Abkühlung des nachts ist sehr stark. Kreis Wetzlar. < Wißmar, 25. Okt. Die älteste Einwohnerin, Frau Maria Schmidt Witwe, geborene Speier, begeht am 26. Oktober ihren 8 9. Geburtstag. — Als Auftakt zum Winterhilfswerk fanden in unserer Gemeinde außer der Sammlung für das Eintopfgericht eine Kleider- s a m m l u n g durch die NS.-Frauenschaft und eine Brotsammlung durch das Jungvolk statt. Die Sammlungen hatten ein gutes Ergebnis. Die Eintopfsammlung ergab 107,60 Mark. Bei der Brotsammlung konnten unsere Jungens 90 Brote an die Sammelstelle abliefern. <£ Rodheim a. d. Bieber, 25. Okt. Die hier am vorigen Sonntag durch den Kriegerverein Rodheim a. B. veranstaltete Haussammlung für die Kriegsgräberfürsorge hat den erfreulichen Betrag von 88.— RM. ergeben. — Wie wir hören, beabsichtigt der Kreis Wetzlar ab 1. November in unserem Ort eine ländliche Fort- bildungskschule für Mädchen zu errichten. Es werden ca. 60 junge Mädchen aus den Orten Rodheim a. B., Bieber und Vetzberg zu Beschulung kommen. Als Lehrerin ist Fräulein Martha Da der seitherige Führer der Gießener Studentenschaft, Pg. Heinz-Jürgen Adam, mit Ende dieser Ferien die Universität Gießen verläßt, wurde — wie uns von der Studentenschaft berichtet wird — von dem Reichsführer der Deutschen Studentenschaft Andreas F e i ck e r t der langjährige und verdiente Hochschulgruppenführer des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes Pg. Bernhard Edler von Graeve zum Führer der Gießener Studentenschaft ernannt. Die Aemter der Gießener Studentenschaft und des NSDStB. sind wie folgt besetzt worden: Führer des NSDStB. Hochschulgruppe Gießen und Führer der Studentenschaft der Universität Gie- ßen: Pg. Bernhard Edler von G'raeve; Stellvertreter des Führers: Pg. Hans-Fritz Schuster; Organisationsleiter: Dr. Hermann; Geschäftsführer des NSDStB.: Pg. Günter Hartung: Schulungsleiter: Pg. Helmut Lang; Kerntruppführer des NSDStB.: Pg. Hans-Fritz Schuster; Hauptamt I: Pg. Ludwig Preiß; ^Hauptamt II: Hans Bender; Hauptamt III: Helmut Hahn; Hauptamt IV: Hugo Maurer; Hauptamt V: Pg. Hans-Fritz Schuster; Hauptamt VI: Pgn. Irene Hoffmann; Kameradschaftsführer der Universität Gießen: Pg. Gerhard P a l l m a n n ; Amt für Arbeitsdienst: Pg. Gerhard P allmann. Abschiedsehrung fürpg. Adam Mit Beginn des Wintersemesters verläßt der seitherige Führer der Gießener Studentenschaft, Pg. Helwig gewonnen worden, die seit Jahren den Kochschul- und Handarbeitsunterricht an unserer Schule leitet. Kreis Biedenkopf. Biedenkopf, 25. Okt. (LPD.) Das fünfjährige Söhnchen eines Waldarbeiters aus Feudingen, das die ältere Schwester aus der Schule abholen wollte, stürzte an der Feudinger Hütte von der drei Meter hohen Brücke in die Lahn und ertrank, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte. Oie Llrsache des Wallerstädter Vergifiungsunglücks. Verhängnisvolle Wirkung des „Bazillus Botulinus". LPD. Groß-Gerau, 25. Okt. Das entsetzliche Unglück in Wallerstädlen, bei dem vier Angehörige einer Familie nach dem Genuß von eingemachten Bohnen unter Vergiftungserscheinungen in wenigen Stunden verstürben, hat nunmehr seine Aufklärung gefunden. Es handelt sich um eine Botulinus-Vergiftung. Der Bazillus Botulinus, der gegen Hitze, Kälte, Austrocknung, Besonnung und Desinfektionsmittel außerordentlich widerstandsfähig ist, wird bei Botulinus- Erkrankungen von Kühen, Kälbern und Schafen ausgeschieden und gelangt mit dem Dung auf Gartenland und Feld und damit auch auf Obst, Gemüse und Salate. Werden nun derartige Nahrungsmittel roh oder nur ungenügend gekocht genossen, so können schwerste Vergiftungserscheinungen Auftreten. Auf einen solchen unglücklichen Zufall ist das Wallstädter Vergiftungsunglück zurückzuführen. Die bakteriologische Untersuchung des Restes der genossenen Bohnen ergab unzweifelhaft Botu- l i n u s k e i m e, die durch mangelhaftes Einmach- verfahren lebensfähig geblieben waren. So gelangten sie als vollvirulente Keime in den menschlichen Körper, wo sie die schweren Vergiftungen verursachten. Durch genügend langes Abkochen der Bohnen hätten die giftigen Botulinuskeime abgetötet werden können; der Botulinus stirbt nach drei Minuten langem Kochen bei hundert Grad. Heinz-Jürgen Adam, die Universität Gießen, um sein Studium in Berlin fortzusetzen. In den besonders verantwortungsvollen drei Semestern nach der Machtübernahme hat er als Führer der Studentenschaft in selbstloser und aufopfernder Tätigkeit an der Verwaltung und Erziehung der jungen akademischen Mannschaft gearbeitet. Wenn heute die Studentenschaft Gießen und darüber hinaus die gesamte Universität im aanzen Reich einen vorbildlichen Ruf genießt, so ist dies nicht zuletzt das Verdienst seines unermüdlichen Wirkens. Da in Berlin wichtige Aufgaben auf ihn warten, ist damit zu rechnen, daß Pg. Adam seine Kraft auch dort in den Dienst der gemeinsamen Sache stellt. Seine Mitarbeiter in der studenten- schaftlichen Arbeit der Universität Gießen empfinden fein Ausscheiden aus ihrer Mitte sehr schmerzlich, obwohl.eine Rückkehr des Pg. Adam im kommenden Frühjahr zu erhoffen ist. Zu einer kleinen Abschiedsfeier versammelten sich die engsten Mitarbeiter im Gießener Studentenhaus, um ihrem Führer und Kameraden zum Abschied den Dank für die geleistete Arbeit und die besten Wünsche für die Zukunft auszudrücken. Der Hochschulgruppenführer des nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes und jetziger Studentenschaftsführer Pa. Edler von Graeve richtete im Laufe des Abends einige Dankesworte an den Scheidenden. Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit übergab er ihm im Namen der Gießener Studentenschaft ein Bild vom Gleiberg. Kamerad Adam dankte anschließend für die ihm zuteil gewordene Ehrung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es in den kommenden Semestern weiter aufwärts gehe mit der studentenfchaftlichen Arbeit an unserer geliebten alma mater Ludoviciana. 100 Zahre Feldartillerie-Regiment Jlr. 27 „Oronien*. In der Zeit vom 20. bis 22. Oktober trafen sich — wie man uns berichtet — die Angehörigen des ehemaligen Regiments „O r a n i e n" und seiner: Kriegsformationen in der früheren Garnisonstadt Wiesbaden zu einer Wiedersehensfeier, mit der die Einweihung eines Denkmals verbunden war. Die Straßen und Häuser der Feststadt waren prächtig geschmückt. Am Samstagnachmittag hatten sich bereits viele Artilleristen eingefunden. Um die Mittagsstunde fand ein Platzkonzert statt, das von dem Trompeterkorps des Feldartillerie-Reaiments Nr. 5 Fulda ausgeführt wurde. Viele frühere Offiziere waren dazu erschienen, u. a. auch der frühere Armeeführer Exzellenz General von G a l l w i tz , der als Hauptmann im Regiment stand. Am Nachmittag hielt Oberstleutnant a. D. W i l h e l m i im Paulinenschlößchen einen Lichtbildervortrag über die Regimentsgeschichte und erinnerte dabei an die 21 Schlachten, an denen das Regiment im Weltkrieg teilgenommen hat. Am Abend fand man sich zu einem Kameradschaftsabend im Kurhaus zusammen. Studienrat Kaiser, der Vorsitzende der ehemaligen 27er, hieß die Teilnehmer willkommen. Der Vorsitzende des Denkmalsausschusses, Oberstaatsanwalt Lautz, sprach über die Entstehung des Denkmals. Exzellenz General von G a l l w i tz erinnerte an die Taten der Armee im Weltkrieg und betonte, daß es auch heute wieder gelte, Menschen, heranzubilden, die bereit seien, Blut und Leben für die Heimat einzusetzen. Mit den Worten „Lieb Vaterland, magst ruhig sein!" und mit einem dreifachen „Hoch" auf unser deutsches Vaterland beschloß der Redner seine Ansprache. Oberstaatsanwalt Lautz brachte ein dreifaches Sieg-Heil!" auf den Führer aus. Im Anschluß daran wurden das Deutschland- und das Horst- Wessel-Lied gesungen. Nach dem Gottesdienst am Sonntagmorgen versammelten sich die alten Artilleristen in ihren Standquartieren, begaben sich von dort zu den Aufstellungsstraßen und marschierten dann zum Denkmalsplatz. Zur Denkmalsweihe hatten sich die frühere Generalität, die ehemaligen Truppenführer, Vertreter der Behörden, die Angehörigen der Gefallenen und Schwerkriegsbeschädigte eingefunden. Die Feier wurde eröffnet durch den Choral des Männergesangvereins „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Studienrat Kaiser hielt die Ansprache. Er gedachte zunächst der Toten des Regiments in fremder Erde, sprach über den Weltkrieg und seine Folgen und über die Zukunft des deutschen Vaterlandes. General von Gall- w l tz, der 83jährige, ließ in seiner kurzen Ansprache mi Geiste noch einmal jene Tage erstehen, da die Regimenter mit wehenden Fahnen in die Schlachten zogen und im Vaterlande die Siegesglocken lauten konnten. Er sprach von dem hohen Opfer jener, die ihren Fahneneid mit dem Leben ein- losten. General von G a l l w i tz weihte dann das Denkmal mit den Worten: „Den Gefallenen zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung!" Gleichzeitig fiel die Hülle des Denkmals, Salutschüsse krachten, von der Bonifatiuskirche läuteten die Glocken. Studienrat Kaiser übergab dann das Denkmal der Obhut der Stadt und Oberbürgermeister Schulte erklärte, daß die Stadt das Denkmal in Ehren betreuen werde. Nach der Denkmalsweihe zogen die Formationen zum Kurhaus, wo Genera! von Gallwitz den Vorbeimarsch abnahm. Am Nachmittag fanden sich die Kameraden in den Gaststätten ein und tauschten allenthalben Erinnerungen aus. Am Abend fand noch ein großer Fackelzug zum Denkmalsplatz statt. Das Denkmal war prächtig beleuchtet. Exzellenz General von Oven hielt eine Gedenkrede und betonte, daß unsere Toten nicht umsonst gefallen seien. Die Musik spielte noch das Lied vom outen Kameraden. Mit dem Großen Zapfenstreich fand der Festtag der „Dränier" feinen Abschluß. Darmstädter Gtadtrat. LPD. D a r m st a d t, 25. Okt. Der Stadtrat beschäftigte sich heute nachmittag u. a. mit dem Anschluß der Gemeinde Eschollbrücken an die Wasserleitung der Stadt Darm st ad t. Das vorgelegte Projekt zum Abschluß eines Was- serlieferungsvertraaes wurde genehmigt, womit eine Reihe von Wohlfayrtserwerbslosen für längere Zeit in Arbeit kommt. Gleichzeitig wurde beschlossen, den in der Stadtgemarkung liegenden Teil der Landstraße nach Griesheim zu verbreitern. Die Hunde- steuerzuschläge für den zweiten und jeden weiteren Hund wurden ermäßigt. Die Zahl der Hunde in Darmstadt ist in den letzten Jahren von 3776 auf heute 1878 zurückgegangen und damit der Hundesteuereingang, trotz Erhöhung, von 70 000 Mark auf 35 000 Mark gesunken. Der Stadtrat erklärte schließlich sein Einverständnis, die Bürger- st e u e r in der jetzigen Höhe auch für 1935 festzusetzen. Bau einer Pferderennbahn in Darmstadt. LPD. Darmstadt, 25. Okt. Das Gelände des alten Flugplatzes am Friedhof in der Nieder- Ramstädter Straße soll nach den Plänen des Hessischen und Darmstädter Reitervereins zu einer Pferderennbahn ausgebaut werden, da es landwirtschaftlich nur einen geringen Nutzeffekt besitzt und durch einen solchen Ausbau das schöne Landschaftsbild mit der Silhouette der Stadt Darmstadt erhalten bliebe. Am Sonntag, 11. November, soll dieser Platz erstmalig mit einem großen Programm in den Dienst der Winterhilfe gestellt werden, wozu sich die Reiterkreise Frankfurt, Wiesbaden und Offenbach mit ihrem hervorragenden Pferde- und Reiterbestand zur Verfügung gestellt haben. Nach jahrzehntelanger Pause werden also jetzt in Darmstadt wieder Voll- und Halbblutrennen gelaufen werden können. Rundfunkprogramm. Samstag, 27. Oktober. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Quer durch die Wirtschaft. Berichte und Gespräche. 15: Jugend-Stunde. 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.25: Stegreifsendung. 18.45: Instrumental - Kabarett. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: Der Widerspenstigen Zähmung. Komische Oper. 22: Nachrichten. 23: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. bestätigen mir,daß IhrHusta-Glyein ausgezeichnet geholfen hätte. Bei Husten, Heiserkeit, Asthma, Bronchitis, Verschleimung hat sich Husta-GIyein glänzend bewährt. Drogerie Herrn. Wiebe, Marienwerder (Westpr.) 13. Nov. 1933. Viele ähnliche Urteile liegen vor. 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Wir nehmen nur deutsches Material: Woll- oder Haarmatratzen mit Federeinlagen Molliger und dauerhafter als Kapokmatrahen 3 Teile mit Schrägkeil JlU5 — Polsterwerkstätte A. Wehrheim Löberstraße 17 6282A ÄiWlIH t'fci! fl I ' .11'? hw @3 Behaglichen Aufenthalt will jeder Wirt auch während der kalten Jahreszeit seinen Gästen bieten. Soll aber die Heizung zugleich sparsam, hygienisch einwandfrei und leicht zu bedienen sein, dann ist ein moderner Oranier-Großraum-Ofen von J. B. Häuser am Oswaldsgarten das Richtige. Auch in Kirchen, Sälen usw. bewährt er sich sehr gut Kommen Sie einmal zur Besichtigung! Unsere fachmännische Bedienung steht Ihnen gern mit Rat und Tat zur Seite. 5544 a J. B. HAUSER, GIESSEN AM OSWALDSGARTEN Ruf 2145/2146. Neugestaltung der Kindergottesdienstarbeit folge falscher Düngerpflege ein großer Teil der volution manche Hemmungen für die Kindergottes- der Jauche. Esi ft wirklich so, wie einmal ein dienstarbeit beseitigt habe. Er schilderte dann die Forscher gesagt hat, daß wir statt der Felder den Haaß eine Ansprache über die Verantwortung Eltern und der Jugendlichen vor Gott hielt. geistige Haltung, in der heute Jungvolk und Jung- Himmel düngen und den Ozean; weil nämlich in» Mädels heranwachsen. ' ~" " ' " " * als das, was es besagt, als „Frohe Botschaft" — nicht als ein neues Sittengesetz — verkündet werden. Aufgabe des Kindergottesdienstes muß auch die Erziehung zur Gemeinde sein, zum Miterleben des Gottesdienstes und des Kirchenjahres. Nach einer Kaffeepause fand eine Aussprache statt, die Einzelheiten der beiden Vorträge erörterte. Den Abschluß des Nachmittags bildete „Ein Spiel der Frauentreue": „Jutta von Weinsberg". Nährstoffe in die Luft verfliegt oder vom Wasser fortgetragen wird. Man kann den Verlust, der allein durch Verflüchtigung von Stickstoff eintritt, auf jährlich über 100 Millionen Mark einschätzen. Mancher Bauer bringt in seiner Fuhre Jauche oder seiner Fuhre Mist kaum mehr die Hälfte an wirksamen Pflanzennährstoffen auf das Feld, als es bei sorgfältiger Wirtschaft möglich wäre. Wenn man bedenkt, daß 100 Liter gute Jauche oder ein Doppelzentner gutgepflegter Stallmist etwa für 4 Mark Nährstoffe enthalten, kann man ermessen, welche Summe mancher Landmann, der sonst gewohnt ist, jeden Pfennig dreimal umzudrehen, ehe er ihn ausgibt, hier mit leichtem Sinn einbüßt. Ganz abgesehen davon, daß er dann die fehlenden Nährstoffe durch Kunstdünger ersetzen muß, der teures Geld kostet und zum Teil vom Ausland bezogen werden muß. Die Verwendung der künstlichen Düngemittel fällt auch in dieses Kapitel. Erschreckende Ziffern würden sich ergeben, wenn man ausrechnen könnte, wieviel Kunstdünger infolge falscher Anwendung nutzlos auf Aecker und Wiesen gestreut wird. Die Heranziehung aller inländischen Hilfsmittel verlangt auch, daß die Schätze an Pflanzennährstoffen, die in unserem Boden selbst ruhen, durch zweckmäßige und sorgfältige Bodenbearbeitung in erhöhtem Maße aufgeschlossen und damit für die Pflanzen nutzbar gemacht werden. Viel Geld fließt alljährlich noch für die Einfuhr von Nutzholz ins Ausland. Die erhöhte Ausbeute des deutschen Waldes in der Zukunft erfordert eine bessere Pflege desselben schon in der Gegenwart. Unerläßlich ist, daß äußerste Sparsamkeit beim Verbrauch von Schmieröl und anderen Schmiermitteln geübt wird, da diese großenteils vom Ausland eingeführt werden müssen. Altöl ist zu sammeln und kann für geringes Entgelt wieder zu neuer Verwendung regeneriert werden. Die möglichste Vermeidung unnötigster Verluste ist Liuch vonnöten bei Verwendung von Säcken und Garbenbändern aus Jute. Für die Kirche ergibt sich die Forderung, ihre Verkündigung den Kindern in einer neuen Sprache zu sagen. Die Geschichten der Bibel, insbesondere des Alten Testaments, müssen so erzählt werden, daß ihre Menschen nicht als Vorbilder dargestellt werden, sondern an ihnen gezeigt wird, wie Gott an Menschen und Völkern handelt. Das Evangelium muß (LPD.) Am Samstag und Sonntag fand in Artz e i l g e n bei Darmstadt die 9. Jahresversammlung des Hessischen Kindergottesdienstverbandes statt. Am Samstagabend wurden in einer von Prof. Lic. Gerstenmaier (Friedberg) geleiteten Helferversammlung technische und inhaltliche Fragen des Kindergottesdienstes besprochen. Der Sonntag begann mit einem Festgottesdienst, in dem Landesjugendpfarrer H a a ß predigte. Er wies auf die Problematik aller Erziehungsarbeit hin, die letzten Endes nicht von Menschen geleistet werden kann, und die fruchtlos bleibt, wenn Gott nicht an den jungen Menschen arbeitet. Das Recht zur Erziehung erwächst nicht aus einem etwaigen Bessersein des Erziehers, sondern aus dem Auftrag, der dem Erzieher von Gott zuteil wird in den Ordnungen, in die alles menschliche Leben tzin- eingestellt ist. Dem Erzieher bleibt als einziges, was er tun kann, nur das Gebet. Nach gemeinsamen Eintopfmittagessen im Gemeindesaal begann um 14 Uhr die Hauptversammlung. Der Vorsitzende, Pfarrer Schmidt (Laubach) konnte u. a. Oberlandeskirchenrat Walther als Vertreter des Landesbischofs begrüßen und wies darauf hin, daß durch seine Teilnahme die Kirchenregierung sinnfällig dartue, welche Wichtigkeit sie der Kindergottesdienstarbeit beimißt. Pfarrer Schmidt dankte auch dem Gastgeber, Pfarrer Grein zu Arheilgen, seiner Frau und den vielen Helfern. In seiner Begrüßungsansprache betonte Oberlandeskirchenrat Walther, daß der kindergollesdiensi in Zukunft nicht mehr in das Belieben des Pfarrers gestellt fei, sondern an jedem Orte im amtlichen Auftrage der Kirche gehalten werde. In herzlichen Worten dankte er für die Kirchenregierung dem Vorstand und den Helfern und Helferinnen, die Sonntag für Sonntag unverdrossen ihre Arbeit tun. Direktor Pfarrer Röhricht (Darmstadt) sprach über „Kindergottesdienst und Innere Mission". Er zeigte, wie im vorigen Jahrhundert der Kindergottesdienst aus der Arbeit der Inneren Mission erwachsen ist, legte die Zusammenhänge von Innerer Mission und Kindergottesdienst in der Gegenwart dar und erläuterte an vielen Hinweisen, wie die Arbeit der Inneren Mission für den Kindergottesdienst fruchtbar gemacht werden kann. Landesjugendpfarrer H a a ß sprach über „Kindergottesdienst und Gemeinde". Er stellte zu Beginn seiner Ausführungen fest, daß die Nationale Re- Den Belegschaften der großen Jndustriewerke, aber auch dem kleinen Handwerksmann nebst seinen Gesellen und Lehrlingen wird gegenwärtig in einem hundert Tage währenden Propagandafeldzug der Gedanke eingehämmert, daß es für das siegreiche Durchhalten Deutschlands in dem Rohstoffkrieg, der von feindseligen internationalen Mächten gegen uns angezettelt wurde, von größter Wichtigkeit ist, daß die unentbehrlichen Rohstoffe, die wir noch hereinbekommen, mit äußerster Sparsamkeit und unter Vermeidung jeder Verschwendung und Verschleuderung verarbeitet werden müssen. Der deutsche Bauer schließt sich freiwillig dieser Kampffront seiner in Industrie und Gewerbe tätigen Volksgenossen an. Denn auch er kann mithelfen, die Einfuhr ausländischer Rohstoffe zu verringern, die vorhandenen zu strecken oder besser auszunützen. Als Rohstoff muß der Bauer alles betrachten, was ihm als Grundlage und Ausgangsmaterial dient, um sein Verkaufsprodukt zu erzielen. Die Futtermittel für sein Vieh, die Pflanzennährstoffe im Boden, im künstlichen und natürlichen Dünger gehören gleichermaßen dazu wie seine Maschinen und Geräte und anderes. Die Ernte des heurigen Jahres macht es unerläßlich, daß beispielsweise jede Verschleuderung von Futtermitteln vermieden wird. Denn für jedes Pfund Kraftfutter, das etwa vom Vieh unter die Füße getreten wird, muß eine gleiche Menge aus dem Ausland eingeführt werden und schädigt damit unsere an sich aufs äußerste gespannte Devisenlage. Jedes Pfund Weizen, das den Hühnern zu viel auf den Hof gestreut wird, schädigt die Versorgung der Bevölkerung mit einheimischem Brotgetreide. Besondere Verschwendung treibt die Landwirtschaft von je mit den wertvollen Pflanzennährstoffen in den natürlichen Düngemitteln, dem Stallmist und Am Abend fand in der Kirche ein liturgischer Gottesdienst statt, in dem Landesjugendpfarrer der Oer Dauer im Nohfloffeldzug Don Dipl.-Landw. Hans Zimmermann. Schließlich soll alles anfallende Altmaterial, abgebrochene Eisenteile, Draht, Blechtonnen, Lumpen, Gummi, Knochen, Papier usw. gesammelt und an Altmaterialhändler abgegeben werden. Da und dort ist die Sammlung und Abholung des Altmaterials schon organisiert. So ist es auch dem Bauer möglich, sein Teil beizutragen zum Durchhalten in dem uns aufgezwungenen Rohstoffkrieg, bis in der übrigen Welt die Einsicht sich durchgesetzt haben wird, daß letzten Endes unsere Gegner selbst den Hauptschaden haben, wenn sie Deutschland nötigen, sich auf seine eigenen Hilfsquellen zu besinnen und den Einkauf im Ausland auf das Allernotwendigste zu beschränken. Büchertisch. — Ludwig Klages: Vom Wesen des Rhythmus. 64 Seiten. Niels Kampmann, Verlag, Kämpen auf Sylt. — (579) — Die Schrift kommt wesentlich zu dem Ergebnis, daß Rhythmus und Takt verschiedener Herkunft sind, und leitet ihre Wesensgegensätzlichkeit aus dem Gegensatz von Leben und Geist ab, der ja auch in anderen Büchern von Klages eine große Rolle spielt; das Vorwort weist darauf hin, daß das angewendete Hauptergebnis „auf Theorie und Praxis nicht weniger Betätigungskreise befruchtend gewirkt und zumal in der Biologie, Ausdrucksforschung, Heilkunde und körperlichen Erziehungslehre da und dort fördernde Aufnahme gefunden" hat. — Oswald Claassen: D i e Ahnen des Mondes. Eine indianische Edda. 271 Seiten. Ganzleinen 4,80 RM. Mit einem Vorwort von Alexander Sacher-Masok. Gustav Hohns, Verlag, Krefeld 1933 — (81) — Das Buch sucht unter Berücksichtigung der einschlägigen ethnologischen Literatur die mythische Geschichte des Quiche-Volkes von Guatemala darzustellen. — Brigitte von Arnim: Hella kämpft fürs Dritte Reich. Roman. Leipzig 1934, 21. H. Payne-Verlag. Halbleinen 2 9Jlt. — (353) — Mit schlichter Eindringlichkeit schildert die Verfasserin den Weg des verwöhnten Großstadtmädchens Hella, ihre Liebe zu dem armen SA.-Mann, das Kämpfen mit veralteten Ueberlieferungen, das Hineinleben in die Kampfschar Adolf Hitlers und den Sieg über sich selbst, als sie alle Brücken zu ihrem bisherigen Leben abbricht und an der Seite des Geliebten hinauszieht in die Einsamkeit und Härte des holsteinischen Bauernhauses, um sich ein Glück zu errichten, das wertvoller ist, als alle Genüsse der Großstadt. — Gesunde fleischlose Küche. 619 erprobte und bewährte Rezepte bearbeitet nach den neuesten Ernährungslehren mit Anhang: Speisezettel für jeden Monat (Mittag- und Abendessen, Ratschläge für Kuren aller Art) von Lisbeth Ankenbrand, mit zahlreichen Bildern. Kart. RM. -3,00. Süddeutsches Verlagshaus G. m. b. H., Stuttgart. — (40.) — Kleider-StoUe von Qualität bei iRichier MebereMmann AUVIWVl VIVKIV ■ VM UHU1I1U1 IBfAUVAllVl 0 lllllliiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiii Bekanntmachung. Düngemitteltteserung. Die Lieferung des zum Düngen der städtischen Wiesen benötigten künstlichen Düngers, und zwar: 500 Zentner Thomasmehl, 15—16prozentig, und 300 Zentner Kali, 18—22prozentig, ist zu vergeben. 6286C Die Lieferung hat bis zum 15. November 1934 zu erfolgen. Mit entsprechender Aufschrift oerfehene An- geböte sind bis zum 5. November 1934 im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 3, einzureichen. Es wird noch darauf hingewiejen, daß sämtliche Angebote frei Bahnhof Gießen in Kg/°/o einzureichen sind. Angebote, die diese Angaben nicht enthalten, können keine Berücksichtigung finden. Gießen, den 25. Oktober 1934. Bürgermeisterei Gießen. Dr. Hamm, Bürgermeister. Bekanntmachung. Betr.: Maßnahmen der Reichsregierung zur Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung. Die von der Reichsregierung zur Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung getroffenen Maßnahmen werden für die Monate November und Dezember 1934 sowie Januar 1935 wie folgt fortgeführt: 6285V Für obige drei Monate erhält der Minderbemit- leite für sich und jeden unterhaltsberechtigten Familienangehörigen je einen Stammabschnitt mit 6 Reichsoerbilligungsscheinen, und zwar: 1. Reichsoerbilligungsschein Gruppe A mit 3 Abschnitten, wovon jeder für einen Monat beim Einkauf von mindestens V» Pfund Butter, Käse, Schmalz, Wurst, Rohsett, Speck, Talg, Speiseöl, Margarine, Kunstspeisefett, gehärtetem Pflanzen- oder Tierfett eine Verbilligung von 25 Rpf. gewährt. Andere Waren dürfen auf diesen Schein nicht abgegeben werden. 2. Reichsverbilligungsschein Gruppe B mit 3 Abschnitten, wovon jeder für einen Monat Anspruch auf bevorzugte Zuteilung von 1 Pfund Konsummargarine zu einem um 25 Rpf. verbilligten Preis gewährt, sofern der Bezugsberechtigte sofort nach Erhalt den Slammab- fdjnilt mit dem aufgedruckten Bestellschein einer Verkaufsstelle übergibt. Es empfiehlt sich, hierbei auch die 3 Abschnitte sofort zu übergeben. Falls der Bezugsberechtigte keine Konsummargarine beziehen will, so berechtigen die Abschnitte des Reichsoerbilligungsscheins Gruppe B auch Zum Bezug der für Gruppe A vorgesehenen 5etttt)aren, wie unter Ordn.-Nr. 1 angegeben. ..rie ®ülli0teilsbauer der Reichsverbilligungs- scheine (Monatsabschnitte) ist jeweils auf einen Monat begrenzt; ihre Verwendung nach Ablauf der aufgedruckten Gültigkeitsdauer ist daher unzulässig.. 3n bezug auf den Kreis der Bezugsberechtigten und die Ausgabestellen für Reichsverbilliqungs- jcherne tritt keine Aenderung ein. Es wird jedoch nochmals darauf hingewiesen, daß die Reichsver- billigungsscheine ausgegeben werden: 1. vom Arbeitsamt an die Empfänger von Arbeitslosen-, Krisen- und Kurzarbeiterunterstützungen 2. vom Wohlfahrtsamt an die in Gießen wohnhaften Sozialrentner, Empfänger von Zusatzrenten, Elternbeihilfen usw. nach dem Reichs- versorgungsgesetz und alle sonstigen Empfänger von Wohlfahrtsunterstützungen in offener Fürsorge, und zwar gelegentlich einer fälligen Unterstützungszahlung, ohne daß es eines besonderen Antrags durch den Bezugsberechtigten bedarf. Die Ausgabe der Reichsoerbilligungsscheine ge* schieht alsbald nach ihrem Eingang, jedoch nicht vor dem 1. November 1934. Soweit Personen, die nicht laufende Unterstützung vom Arbeitsamt ober Wohlfahrtsamt beziehen, die Zuteilung von Reichsverbilligungsscheinen beanspruchen wollen, hat schriftlicher Antrag beim Wohlfahrtsamt zu erfolgen. Zugelaffen zum Bezug von Fettoerbilligungsscheinen wird daselbst jeder in Gießen ansässige Minderbemittelte, dessen anrechnungsfähiges Gesamteinkommen nicht mehr als Va über dem Richtsatz der gehobenen^ Fürsorge liegt. Antragsvordruck ist beim Wohlfahrtsamt, Lonystraße 2, Erdgeschoß, am Schalter von 8 bis 13 Uhr täglich abzuholen. Die Reichsverbilligungsscheine sind nicht übertragbar. Als Bezugsquellen für die verbilligten Fettwaren find nickt zugelassen: Warenhäuser und Einheitspreisgeschäfte. Die Verkaufsstellen werden noch daraus hinge- wiesen, daß in den seitherigen Bestimmungen über Entgegennahme der Reichsoerbilligungsscheine, die Ablieferung derselben an die Finanzkasse, Einlösung oder Verrechnung durch dieselbe usw. keine Aende- rungen eingetreten sind. Etwa erwünschte Auskunft erteilt das Wohlfahrtsamt, Lonystraße 2, Zimmer 4 (Fernanschluß 2858). Gießen, den 24. Oktober 1934. Bürgermeisterei Gießen (Wohlfahrtsamt). ____________Dr. Hamm._____ Amtliche Bekanntmachungen des Kreisamts Gießen. Betr.: Entwässerungsanlage der Fa. Schunk & Ebe in Heuchelheim. 6288C Die Firma Schunk & Lbe, Kohlebürstenfabrik in Heuchelheim, beabsichtigt die Errichtung einer Entwässerungsanlage. Es ist geplant, die Abwässer nach Klärung in den Kropbach einzuleiten. Die Pläne für das Bauvorhaben liegen ab 1. November b. 3. für die Dauer von 14 Tagen auf der Bürgermeisterei Heuchelheim zur allgemeinen Einsicht offen. Einwendungen gegen die Einleitung der Abwässer in den Kropbach können während dieser Frist geltend gemacht werden. Einwendungen, die nach Ablauf der Frist erhoben werden, können nicht mehr berücksichtigt werden. * Setr.: Die Ausstellung von Wandergewerbescheinen für das Kalenderjahr 1935. 2ln die Polizeidirektion Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des kreifes. Sie wollen die Wandergewerbetreibenden, die den Gewerbebetrieb im Umherziehen im Jahre 1935 fort- zufetzen oder zu beginnen beabsichtigen, durch wiederholte ortsübliche Bekanntmachung auffordern, ihre Anträge auf Erteilung des Wandergewerbescheins bei Ihnen so zeitig zu stellen, daß sie zu Anfang nächsten Jahres im Besitze des erforderlichen Wandergewerbescheins sein können. Bezüglich der in die Wandergewerbescheine einzuklebenden Lichtbilder bemerken wir: Das Lichtbild muß unaufgezogen, ähnlich, gut erkennbar sein, eine Kopsgröße von mindestens 1,5 cm haben und Darf nicht älter als fünf Jahre fein; es ist zu erneuern, wenn in dem Aussehen des Gewerbetreibenden eine wesentliche Veränderung ein» getreten ist. Bei gemeinsamen Wandergewerbescheinen Genügt das Lichtbild des Unternehmers, wenn ein Unternehmer nicht vorhanden ist, die eines Mitgliedes. ^ Auf den Ihnen vorzulegenden Lichtbildern wollen rrie sofort auf der Rückseite die Persönlichkeit vermerken, damit Verwechslungen vermieden werden. Betr.: Gewerbelegitimationskarten für Kj. 1935 An die Polizeidirektion Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wer als Handlungsreisender oder als Handlungs- Lichtbilder, die bereits in Wandergewerbescheine eingeklebt und abgestempelt waren und van den Wandergewerbetreibenden wieder abgelöst und zur Wiederverwendung in neue Wanderaewerbescheine Ihnen vargelegt werden, find unzulässig und daher von Ihnen zurückzugeben. Wir machen darauf aufmerksam, daß die ausgefertigten Wandergewerbescheine von uns unmittelbar an die zuständigen Finanzämter abgegeben und von diesen nach Verwendung des gesetzlichen Urkundenstempels und nach Regelung der Wandergewerbesteuerfrage an die Wandergewerbetreibenden aus« gehändigt werden. Sie wollen die wandergewerbetreibenden bei Stellung der Anträge hierauf besonders Hinweisen. Die Wandergewerbescheine werden demnach nicht am Kreisamt mitgenommen, sondern müssen bei dem Finanzamt abgeholt werden; das persönliche Er- scheinen der Antragsteller bei uns ist daher zwecklos. Die Anträge wollen Sie uns unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars baldigst oorlegen und das Lichtbild des Antragstellers und, wenn er im Umherziehen Druckschriften ober Bildwerke feilbieten will, ein Verzeichnis derselben mit eigenhändiger Namensunterschrift in zwei Ausfertigungen dem Berichte beischließen. In dem Verzeichnis sind die Druckschriften und Bildwerke einzeln aufzuführen. Will ein Wandergewerbetreibender andere Personen von Ort zu Ort mit sich führen, so hat er sie bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen als Mitglieder anzumelden. Bei der Anmeldung hat der Arbeitgeber die Beiträge für die Zeit bis zum Ablauf des Wandergewerbescheins ober mit Erlaubnis bes Kassenvorstanbes für kürzere Zeit im voraus zu entrichten. Die hierüber ausgestellte Bescheinigung ist gleichfalls bem Antrag auf Erteilung des Wandergewerbescheins beizuschließen. Wandergewerbetreibende, die in diesem Jahre oder früher bereits im Besitze eines Wanbergewerbescheins waren, haben biesen bei Entgegennahme bes neuen Wanbergewerbescheins zurückzugeben. Die Rückgabe ber ungültigen Wanbergewerbescheine liegt im Interesse der Wandergewerbetreibenden selbst, da hierdurch einer mißbräuchlichen Verwendung dieser Scheine oorgebeugt wird. Die Wandergewerbetreibenden sind bei Stellung der Anträge auch hierauf besonders hinzuweisen. Falls wandecgewcrbefcheine nur nach für das laufende 3af>r fbis Ende Dezember 1934) ausaeflelll roeröcn sollen ist dies in den An,rügen auf der ersten Seife in der Kubrif befonders anzugeben. , $at ?"^agsteller erst im laufenden Jahre feinen Wohnsitz in Ihrer Gemeinde genommen, so ist fofern nach Lage der Sache die Möglichkeit mjl’ brauchlicher Verwendung des Wandergewerbescheins nicht ausgeschlosten erscheint, durch Nachfrage be^ der Polizeibehörde des früheren Wohnorts festzustellen. o^dem^lntragsteller bereits ein Wandergewerbeschein Die Beantwortung der gestellten Fragen ist oon Ihnen so eingehend zu vollziehen, daß Rück ragen und damit Verzögerungen in der Ausstellung ver- mieden werden. Eine Beantwortung wie unbe- annt" hat zu unterbleiben, es sind vielmehr die erforderlichen Ermittlungen von Ihnen vorzunehmen Ferner machen wir Sie noch darauf aufmerksam daß S>e nicht berechtigt sind, Bescheinigungen an die ^"betreibender, auszustellen, wonach solchen er. loubt ist, m den Gemeinden zu hausieren usw. (S 59 Ziffer 1 bis 4 GO.). ' ' agent nach § 44 ber Gewerbeordnung Warenbestellungen aufsucht ober Waren ankauft, bebarf hierzu einer Legitimationskarte, die nach § 44a ber Gewerbeorbnung für Die Dauer bes Kalenderjahres erteilt wirb. Sie wollen die Interessenten, welche ihren Geschäftsbetrieb im Jahre 1935 fortzusetzen ober zu beginnen beabsichtigen, durch wiederholte ortsübliche Bekanntmachung aufforbern, ihre Anträge auf Erteilung ber Legitimationskarte bei Ihnen fo zeitig zu stellen, baß sie zu Anfang bes nächsten Jahres im Besitz ber ersorberlichen Legitimationskarten sein können. Die Anträge wollen Sie uns unter Benutzung Des vorgeschriebenen Formulars balbigft vorlegen. Zur Erstattung bes Berichts ist die Bürgermeisterei des Niederlassungsortes der Firma zuständig, in Gießen die Polizeidirektion. In die Legitimationskarten ist ein Lichtbild des Inhabers einzukleben. Es sind nur unaufgezogene Lichtbilder zuzulasfen, die eine Kopsgröße oon mindestens 1,5 cm haben, ähnlich, gut erkennbar, unab- gestempelt und in der Regel nicht älter als fünf Jahre sind. Auf der Rückseite bes Bilbes ist bie Persönlichkeit genau zu vermerken, bamit Verwechslung gen oermieben werben. Lichtbilder, bie bereits in tiegitimationsfarten ober begleichen eingeklebt und abgestempelt waren und zur Wiederverwendung in ber neuen Legitimationskarte Ihnen vorgelegt werben, sinb unzulässig und daher zurückzugeben. Der Gewerbeschein ber Firma ober bes Gewerbetreibenden ist gleichfalls miteinzusenben. Dabei wird noch ausbrücklich barauf hingewiesen, daß allein bie Anmelbung bes Gewerbes beim Finanzamt nicht genügt, um einen Anspruch auf Ausstellung einer Legitimationskarte zu erwerben. Der Antragsteller muß auch tatsächlich ein stehenbes Gewerbe mit einer gewerblichen Niederlassung betreiben. Die Legitimationskarte berechtigt zum Aufkäufen von Waren und zum Aufsuchen von Bestellun- gen ohne vorgängige ausdrückliche Aufforderung nur bei Kaufleuten ober solchen Personen, bie die Waren Herstellen, ober in beren Geschäftsbetriebe Waren der angebotenen Art Verwendung finden. __ Bei Entgegennahme der Anträge wollen Sie genau hierauf achten und die Antragsteller entsprechend belehren. Zur Berechnung des zu erhebenden Stempels ist in den Berichten von Ihnen noch anzugeben, ob das Geschäft des Antragstellers einen großen, mittleren oder kleinen Umfang hat. Zur Vermeidung unnötiger Rückfragen und im Interesse der raschen Erledigung der Anträge machen wir Ihnen die genaueste Beachtung ber im Vor- stehenben gegebenen Anweisungen zur Pflicht. * Betr.: Dienstliche Versammlung der Fleischbeschauer und Trichinenschauer. Am Samstag, dem 27. Oktober 1934, um 2.30 Uhr nachmittags, findet in der Gastwirtschaft „Bayerischer Hof" in Gießen (Bahnhofstraße) eine dienstliche Ver- sammlung der Fleischbeschauer und Trichinenschauer des Kreises Gießen statt. Amtliche Bekanntmachung des Kreisamis Büdingen. Betr.: Das Kreisgesundheitsamt Büdingen. Ab 25. Oktober 1934 finden die Amtstage des Kreisarztes wieder regelmäßig statt, und zwar während der Wintermonate Dienstags und Donnerstags in der Zeit von 8 bis 12 Uhr vormittags und während der Sommermonate in der Zeit von 7 bis 12 Uhr vormittags im Kreisgesundheitsamt Büdingen, Brunostraße Nr. N 6289(3