59e« Bitb oeg, nber be. Herder 'gen. 'dten ^en, )tun» Seit ist rtun- ieuen nstoß "heil . die lschen )t in eid)s» rfung n den »iesem hörig, 'eit, laats- indig- Ab )nung h geb ätsche r be» Lande ghat. 'erlas- ustän- 8. die Bor- mnach ts; m In- hristen s Benni Be« Hs und i von spens« Statt. id)t ift 1 ufn). Maß- iWs-- e seine ic Be- H8M etzlichen henZu- n Not- sordert, unter- mg, ob D. un« haftliche irlichkeit eckungs- emeinen chtlinien Die tot« 5 Falles bbar ist, lad) der )urch den 'S neuen ig, stden und ZU teilt die ^indsunk' huldners «tcfleneit uni J“r ich' "ur in rech' * «f libel), V’ ein««"' .in 6 u« sginoll111' i b 5 ,s uneft Ätz ff"« «S nfl- er d Aeriun' ' Wd!» ias n großes xuW tz Nr. 97 Erster Blatt 184. Jahrgang Donnerstag, 26. April 1934 Erschemr täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatrvezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprrchanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Sronffnrt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrnS und Verlag: SrSHI'sche Univrrfilätrvuch- und Steinörudcrd R. Lange in Sieben. Schriftleitung und SeschSftrftelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von70mm Brette 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr (Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts« u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm Oer nationale Feiertag des deutschen Volkes am 1. Mai 1934 im Gau Hessen - Nassau. In Eraänzung meiner Veröffentlichungen gebe ich noch folgendes bekannt: Oer Arbeitslohn am 1. Mai. Saboteure unseres Aufbaues, versteckte Gegner sowie die üblichen Nörgler haben in den letzten Tagen in den Eisenbahnzügen, in den Straßenbahnen, in Betrieben und Lokalen behauptet, dem deutschen Arbeiter würde diesmal der Lohn für den 1. Mai nicht bewilligt. Eine solche Auffassung bedeutet ein geradezu frevelhaftes Mißtrauen gegen unseren Führer Adolf Hitler. Inzwischen ist, wie das auch nicht anders zu erwarten war, dahin entschieden worden, daß der deutsche Arbeiter für den 1. Mai seinen Lohn empfängt. Ausführliche Bestimmungen hierüber werden in der Presse noch veröffentlicht. Erster Spatenstich auf der Lorelei am 30. April, 21 ilhr. Heber diese große kulturelle Kundgebung im Rahmen des Feiertages der nationalen Arbeit gehen gleichzeitig Sonderbekanntmachungen an die ganze Presse. Ich bitte, diese Sonderbekanntmachun- gen genauestens zu beachten. Es ist wünschenswert, daß alle Parteigenossen, die über eigene Wagen verfügen, sich an dieser Kundgebung beteiligen. Zugendaufmarsch aml.Mai vormittags zu der ilebertragung der großen Kundgebung in Berlin um 9 Uhr. In dieser Frage ist eine Reihe von irrtümlichen Auffassungen entstanden, die nach Rücksprache mit den zuständigen Stellen hiermit endgültig geklärt wird: Der Aufmarsch der gesamten Jugend (Volks-, Mittel-, höhere Schulen, Fachschulen, Universitäten) erfolgt unter Führung der HI. Die HI. marschiert geschlossen, uniformiert, zusammen mit BDM. und Jungvolk. Ich überlasse es den einzelnen Kreispropagandaleitern, mit den zuständigen Führern der HI. dahingehend zu entscheiden, ob die Mitglieder der HI., des Jungvolks und des BDM. aus den einzelnen Schulen aus- gesondert werden und geschlossen an der Spitze dieser Schulen marschieren, oder ob die HI. in sich geschlossen zusammen mit BDM. und Jungvolk vor den gesamten Zügen marschiert. Zu Leitern dieser Kundgebungen bestimmen die zuständigen Kreispropagandaleiter die jeweils in Frage kommenden HI. - Führer. Die HJ.-Führer leiten diese Kundgebungen und halten kurze An sprachen, deren Dauer 10 Minuten nicht überschreiten soll. Außer ihnen hat niemand bei diesen Kundgebungen Ansprachen zu halten, es sei denn, daß hier und da von den Kreispropagandaleitern anerkannte Redner der NSDAP, zu kurzen Ansprachen angesetzt werden. Die Leiter und Lehrer der Schulen marschieren mit ihren Schülern auf. Ich habe fernmündlich mit dem Vertreter des Reichsjugendführers vereinbart, daß diese Jugendaufmärsche nicht gestört oder in Frage gestellt werden dürfen durch die Beteiligung der HI. an den nächtlichen Höhenfeuern. In den Nachmittagszügen marschieren die schon angedeuteten Ehrenabteilungen der HI. in Stärke von etwa 120 Mann. Wo marschieren die Lehrlinge? Es sind Dutzende von Anfragen gekommen, wo die Lehrlinge marschieren, ob mit der Jugend oder in den Betrieben. Alle Lehrlinge marschieren a l s Teile der Betriebe mit ihrer Betriebsbelegschaft. Ordnungsdienst durch die SG. Meine Anordnung, daß der gesamte Ordnungsdienst in den Aufstellungs- und Aufmarschstraßen sowie auf den Plätzen der Kundgebungen durch SS., und wo diese nicht ausreicht, durch hinzugezogene SA. auszuführen ist, hat zu einigen Mißverständnissen Anlaß gegeben. Durch diese Anordnung sollte die Polizei in ihrem normalen Dienst nicht ausgeschaltet werden. Die SS. beaufsichtigt nur die Aufstellung der Züge sowie die marschierenden Kolonnen. Den übrigen Ordnungsdienst gegenüber dem sonstigen Publikum behält natürlich die Polizei. Wo marschieren die staatlichen und kommunalen Behörden? Staatliche und kommunale Behörden gelten als Betriebe. Bei großer Belegschaft marschieren sie für sich; kleinere Behörden werden auf am- rnengeschlossen. Wer führt die Betriebe? Es ist verschiedentlich zu Irrtümern gekommen betreffs der Frage, wer die Belegschaften fuhrt. Die Belegschaften der einzelnen Betriebe werden nichtvondenFührernder Betriebe sondern von den jeweiligen Betriebszellenobman- nern der NSBO. geführt. Auswärtige Arbeiter. Kameraden der Arbeitsfront, die eine Anfahrt zu ihren Betrieben von mehr als einer halben Stunde haben, ist es freige« stellt, mit ihren Betrieben oder aber zu den Kundgebungen in ihrer Heimat aufzumarschieren. Beteiligung von Frauen. Die Beteiligung von im Erwerbsleben stehenden Frauen in den Zügen ist freiwillig. Frauen und Mädchen, deren Gesundheitszustand dem Mitmarschieren nicht gewachsen ist, sind nicht gezwungen, mitzugehen. Die mitmarschierenden Frauen und Mädchen werden gebeten, möglichst im dunklen Rock und Heller Bluse zu erscheinen. Darf in den Zügen geraucht werden? Um der ganzen Welt ein Beispiel deutscher Disziplin $u geben, wird dringend darum gebeten, in den Zügen nicht zu rauchen. Ehrenplätze für schwerbeschädigte Invaliden des Krieges und der Arbeit. Zu allen Kundgebungen sind genügend gute Plätze für die schwerbeschädigten Invaliden des Krieges und der Arbeit vorzubereiten. Die Kreispropagandaleiter haben Sorge dafür zu tragen, daß diese schwerbeschädigten Volksgenossen zu den Kundgebungen gefahren werden. Es ist nach Möglichkeit Vorsorge zu treffen, daß die Invaliden erst kurz vor Uebertragung des Staatsaktes zu ihren Plätzen gefahren werden, damit sie nicht allzu lange zu warten brauchen. Bau von Tribünen. Alle Tribünen müssen baupolizeilich abgenommen werden. Ausweis für die Künstler. Ich habe in meiner neunten Sonderbekanntmachung alle Künstler im Gaugebiet aufgefordert, den 1. Mai in Oelbildern, Oelfkizzen, Aquarellen, Radierungen und Zeichnungen festzuhalten. Diese Bilder sollen in Zusammenarbeit mit der Reichskulturkammer in Frankfurt a. M. und den übrigen großen Städten des Gaues ausgestellt werden. Jedem in der Reichskulturkammer organisierten oder angemeldeten Künstler ist inzwischen von dem Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau der Reichskammer der bildenden Künste Pg. Statiner ein Ausweis ausgestellt worden. Ich ersuche die Kreispropagandaleiter, allen Künstlern, die im Besitz eines solchen Ausweises sind, einen zusätzlichen Ausweis auszustellen, der es ihnen ermöglicht, sich ganz frei auf den Plätzen der Kundgebungen zu be- beroegen und auch für einige Zeit die Tribünen zu besteigen. Amateurphotographen. Photographiert alle besonders schönen Gruppen und Bilder am 1. Mai und gebt zwei Exemplare aller gelungenen Aufnahmen an d i e zuständigen Kreispropagandaleiter! Die Bilder sind mit der Adresse zu versehen und durch den zuständigen Kreispropagandaleiter mir zuzuleiten. Ich werde diese Bilder dann an den Herrn Neichsminister für Volksaufklärung und Propaganda weitergeben. Diese Bilder werden dann benutzt, um ausländischen Besuchern eine Vorstellung von der Große des nationalen Feiertages zu geben. Oer Abend des 1. Mai. Ich erinnere nochmals an meine Anordnung vom 15. April. Der Abend des 1. Mai soll vollkommen im Zeichen „Kraft durch Freude" stehen. Ich fordere nochmals alle Wirte auf, entsprechend der Bedeutung des Tages alle Lokale und Säle festlich mit Blumen und Hakenkreuzfahnen au schmücken und in Schildern und Inschriften zum Ausdruck zu bringen: „Der 1. Mai in ,Kraft durch Freuds" oder „.Kraft durch Freude* ist uns das Volksfest des l.Mai!" Ferner erinnere ich noch einmal daran, daß kein Wirtszimmer, kein Saal an diesem Abend ohne Musik sein darf. Fröhliche Lieder, deutsche Tanzweisen und Märsche sollen überall erklingen. An diesem Abend darf kein deutscher Berufsmusiker unbeschäftigt bleiben. Anforderungen sind rechtzeitig an die Dienststellen der NSBO. au richten. Auch erinnere ich noch einmal an ein billiges Essen, welches auch minderbemittelten Volksgenossen es ermöglicht, einmal zur Entlastung der Hausfrau außerhalb des Hauses zu essen: Im Simme von „Kraft durch Freude"! Mißbrauch der Hakenkreuzfahne. Es ist wiederholt gemeldet worden, daß Hakenkreuzfahnen mit Reklameaufdruck hier und da zu sehen sind. Ich mache darauf aufmerksam, daß die Hakenkreuzfahne in irgendwelchem Zusammenhang mit Geschäftsreklame nicht gezeigt werden darf. Jeder Fall dieser Art ist unter Inanspruchnahme der zuständigen Polizei sofort zu unterbinden. Gez.: rNüUer-Scheld Gaupropagandalelter und Leiter der Landesstelle Reffen-Jlaffau des Reichsministeriums für Volks- aufklärung und Propaganda. Thingplatz im Gau Heffen-Aaffau auf der Lorelei. 1. Folge der Feier. SA., SS., HI., Arbeitsdienst stehen um 20.15 Uhr auf dem Thingplatz. Ab 20.15 Uhr Thingplatz- Gelände für Teilnehmer der Kundgebung geöffnet. 21 Uhr: Eröffnung der Kundgebung durch den Leiter der Landesstelle Heffen-Naffau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, Pg. Müller - Scheid. Anzünden der Fackeln. „Totenehrung". — Sprechchor von Wilhelm Maria Mund (gesprochen von der Wiesbadener Hitlerjugend). Ansprache des Vertreters des Herrn Reichsministers für Dolksaufklärung und Propaganda. Uebergabe des Geländes durch den Landrat Pg. Brunnträger an den Leiter der Landesstelle. Der Leiter der Landesstelle übergibt dem Gauleiter den Spaten zum ersten Spatenstich. Ansprache des Gauleiters Reichsstatthalter Sprenger und Spatenstich. Die Holzstöße werden angezündet. Uebergabe des Geländes durch den Gauleiter an den Gau-Arbeitsführer Faatz des Arbeitsgaues 25. „Spaten rufe Thing". — Sprechchor von Wilhelm Maria Mund (gesprochen vom Arbeitsdienst). Hiffung der Arbeitsdienstfahne. Schluß der Kundgebung. 2. Org n sation. Ich habe den Geschäftsführer der Hessen-Nassauischen Spielgemeinschaft für nationale Festgestaltung SS.-Mann Beckmann mit der Organisation der Feier des Spatenstichs zum ersten Thingplatz im Gau-Hessen-Nassau auf der Lorelei beauftragt. Ich bitte alle Organisationen der Partei, die SA., SS. und HI., seinen Anordnungen Folge zu leisten. Gez.: Müller - Scheid, Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda. Freispruch im Waliershausener Mordprozeß. Oie Verdachtsgründe gegen den Angeklagten Liebig reichten zu einer Verurteilung nicht aus. Schweinfurt, 25.April. (D31B.) Aach drei- wöchiger Verhandlungsdauer sprach das Schwurgericht Schweinfurt am VUllwochvormillag den Angeklagten Karl Liebig von der Anklage eines Verbrechens des Mordes und eines versuchten Verbrechens des Mordes frei. ♦ 3n der Begründung des Urteils führte der Vorsitzende u. a. aus: Für die Annahme, daß der Angeklagte die ihm zur Last gelegte strafbare Handlung verübt hat, sind zwar in der Hauptverhandlung gewichtige Verdachtsgründe hervorgetreten, sie reichten aber für eine Verurteilung nicht aus. Zunächst gilt das für die Aussage der Zeugin Wilhelmine Wert her. Wenn auch bestimmte Anhaltspunkte dafür, daß sie an der Ermordung ihres Mannes irgendwie beteiligt gewesen ist, nicht bestehen, so sind immerhin einige Verdachtsgründe geblieben. Infolgedessen ist auch von ihrer Vereidigung abgesehen worden. Die Schlüssigkeit des Gutachtens von Dr. Hesse soll nicht bestritten werden, aber für sich allein kann dieses Gutachten eine Verurteilung nicht tragen. Zugunsten des Angeklagten kommt in Betracht, daß ein Beweggrund, aus dem er die Tat verübt haben könnte, nicht erkennbar geworden ist. Für die Annahme der Anklagebehörde, daß der Täter sich in diebischer Absicht in die Räume eingeschlichen hat, kann kein Anhaltspunkt festgeslellt werden. Am Körper und an den Kleidern des Angeklagten wurden Vlutspuren nach der Tat nicht nachgewiesen. Ueberdies ist ungeklärt geblieben, wie der Angeklagte die Mordräume hätte betreten und wieder verlassen können. Bei dieser Sachlage kam es zur Freispre- chung des Angeklagten von der ihm zur Last gelegten Anschuldigung, und zwar mit gleichzeitiger Kostenfolge aus § 67 Ziffer 1 SlGB. Damit erledigt sich auch der Antrag eines Haftbefehls gegen Liebig. Die Lohngestattung. Von Or. Carl Weltthor. Die Gesetzgebung des Reiches hat dafür aesorgt, daß mit dem 1. Mai kein „tarifloser Zustand" eintritt. Soweit noch keine neuen Arbeitsordnungen für die Betriebe und Wirtschaftszweige vereinbart werden konnten, dauert die bisherige Recktslage an. Es wäre auch ein Unding, wenn am nationalen Feiertag der Arbeit ein Signal zu sozialen Reibungen gegeben würde. Vielmehr soll aus den Feiern, die im gesamten Reichsgebiet von Unternehmern und ihren Gefolgschaften gemeinsam abgehalten werden, noch stärkere Kameradschaft und Betriebsverbundenheit hervorgehen. Die Lohnfrage ist — wirtschaftlich und sozial gesehen — die Frage nach der Beteiligung der im Gehilfenverhältnis stehenden Menge Personen der privaten und der öffentlichen Wirtschaft am Wirtschaftsertrag. Es liegt auf der Hand, daß die Lohnregelung im größten wirtschaftlichen Unternehmen Deutschlands, der Reichsbahn, für die gesamte Wirtschaft von grundlegender Bedeutung ist. Der Form nach ist die Reichsbahn ein selbständiges Unternehmen, dessen Stammaktien sich im Reichsbesitz befinden, während die Vorzugsaktien über die ganze Welt, das Inland und das Ausland, zerstreut find. In früheren Jahren hat sich die Reichsbahn-Gesellschaft mitunter den Vorwurf gefallen lassen müssen, sie beteilige sich (z. B. in der Arbeitsbeschaffungsfrage) nicht eifrig genug an der amtlichen Reichspolitik. Diese Vorwürfe sind verstummt. Vor einigen Tagen hat die Reichsbahn-Gesellschaft durch den Mund ihres stellvertretenden Generaldirektors Kleinmann in der Lohnfrage Maßnahmen angekündigt, die nicht nur für andere öffentliche und halböffentliche Unternehmungen, sondern für die gesamte Wirtschaft von grundlegender Bedeutung sein werden. Sie beziehen sich auf eine sozialere Bemessung der Löhne und auf die Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses im Sinne der Betriebsoerbundenheit. Kleinmann hat die naheliegende Frage, warum die Reichsbahn die unverkennbare Besserung ihrer Betriebs- und Geschäftslage nicht zum Anlaß nimmt, um eine allgemeine Lohnerhöhung eintreten zu lassen, offen dahin beantwortet, daß „hierfür fein Geld vorhanden" fei. Es besteht an leitender Stelle unserer Wirtschafts- und Sozialpolitik kein Zweifel, daß große Teile der Privatwirtschaft einem „guten Beispiel", das die Reichsbahn-Gesellschaft etwa mit einer allgemeinen Lohnerhöhung geben könnte, nicht folgen könnten, wenn sie sich nicht ruinieren und Arbeitskräfte entlassen wollen. Ohnehin ist nicht zu verkennen, daß die naturgemäße Bevorzugung des Bauhandwerks und gewisser technischer Spezialitäten im Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung die Nachfrage nach den betreffenden Gruppen gelernter Arbeiter schlagartig vermehrt hat und daß stellenweise sogar ein fühlbarer Mangel an solchen Wirtschaftsgehilfen eingetreten ift. Die Arbeitsbeschaffung ist von maßgebender Stelle immer wieder als eine Brücke zu normaler Beschäftigung der Wirtschaft auf Grund einer natürlichen Konjunktur bezeichnet worden. Sie trägt sehr stark den Charakter des „Vorgriffs", nämlich auf Wirtschaftserträge, die aus der Verbesserung und dem Ausbau des Produktionsapparates später zu erwarten sind. Das zwingt dazu, auf dem Gebiet der allgemeinen Lohnbemessung kurz zu treten. Die von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft zum 1. Mai angekündigten Reformen auf den Gebieten der Lohnbemefsung und Arbeitsgestaltung liegen in drei Richtungen: 1. Anpassung der Kinderzulagen an die Lohnhöhe und damit an die recht verschiedenen Lebenshaltungskosten in den einzelnen Reichsteilen. Bisher betrugen die Kinderzulaqen gleichmäßig 3 Pfennige je Arbeitsstunde und Kind. 2. Gewährung von Dienstalterzulagen nach dem 16., 21. und 25. Dienstjahr. Dabei soll Arbeit, die in einem anderen öffentlichen Unternehmen geleistet worden ist, angerechnet werden. Nach den bisherigen Grundsätzen erreichte der Arbeiter mit dem 24. Lebensjahr, also in der Regel noch vor seiner Verheiratung oder doch vor der Geburt der Kinder, seinen Höchstlohn. Es konnte nicht ausbleiben, daß dies zu einer Beschränkung der Kinderzahl anregte, was der Bevölkerungspolitik im neuen Reich schroff zuwiderlief. 3. Gewährung längerer Kündigungs« fristen mit wachsendem Dienstalter bis zur Unkündbarkeit nach dem 25. Dienstjahr. Dadurch erhält das Dienstverhältnis der langgedienten Arbeiter geradezu den Charakter eines Beamtenverhältnisses. Jahrzehntelang ift in Deutschland und anderen wirtschaftlich entwickelten Ländern der Streit um den „L e i st u n g s l o h n" geführt worden. Dabei ist der Begriff „Leistung" meist recht eng gefaßt worden. Der Marxismus, der die Gleichmacherei auf feine Fahne geschrieben hatte, war bemüht, die bei der Arbeit verbrachte Zeit als hauptsäch- liehen ober gar alleinigen Maßstab für die Leistung hinzustellen' Es galt bereits als sozialreaktionär, wenn der individuellen Fertigkeit und damit der Qualität der geleisteten Arbeit ein wesentlicher Einfluß auf die Lohnbemefsung eingeräumt wurde. Das entsprach der rein opportunistischen Einstellung der Sozialdemokraten und der von ihnen pcttroni- fierten Gewerkschaften. Die aktivsten Mitglieder waren nämlich die jungen, unverheirateten, noch wenig berufserfahrenen Arbeiter. Sie benutzten ihren Einfluß, um Alters- und Leistungszulagen möglichst einzufchränken. Sobald geltend gemacht, wurde, daß die Leistung des praktischen Gehilfen in der Wirtschaft nach einem veredelten Maßstab gewertet werden müsse, gab es einen allgemeinen Protest der stimm- und faustgewaltigen Mehrheit in Versammlungen und Tagungen. Das neue Reich, das mit allen Mitteln d i e Qualität der Arbeit zu heben sucht, konnte sich hiermit nicht abfinden. Es ist aber weiter entschlossen, bei der Lohnbemessung auch die Bedeutung des Arbeiters für die Zukunft von Volk und Staat zu berücksichtigen, hieraus ergibt sich der Zwang zur Gewährung beträchtlicher und möglichst progressiver Lohnzuschläge auf Grund des Familie n st a n d e s. Die Lohnbemessung ist nicht die einzige Möglichkeit, die nationale und soziale Leistung des einzelnen für seine Gemeinschaft zu werten und abzugelten. Verhältnismäßig alt ist die Bevorzugung des kinderreichen Arbeiters bei der Bemessung der Einkommen st euer. Auch bei der Erhebung von Entgelt für besondere kulturelle Leistungen (Schulgeld) wurde und wird die Kinderzahl berücksichtigt. Vor wenigen Wochen hat die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft einen weiteren Schritt unternommen: die Ermäßigung der Eisenbahn-Fahrpreise für kinderreiche Familien nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Eltern. Es ist überaus schwer, die Bevorzugung der kinderreichen Arbeiter in der gesamten Wirtschaft über einen gewissen Grad zu steigern. Da zahlreiche Unternehmungen auf Niedrighaltung der Produktionskosten angewiesen sind, wäre die Folge eine verstärkte Nachfrage nach Unverheirateten und Kinderlosen zum Schaden der Kinderreichen — also das genaue Gegenteil von dem, was die nationalsozialistische Regierung will. Schließlich gebietet ja auch die Gerechtigkeit festzustellen, daß Volk und Staat — also die beiden der privaten Wirtschaft übergeordneten Prinzipien — das Hauptinteresse an einer sozialen Ausgestaltung der Böhne haben, und daß sie daher von sich aus entsprechende Aufwendungen machen müssen. Jede neue Idee braucht einige Zeit, bis sie die Mehrheit der Menschen so durchdringt, daß ihre Ausstrahlungen und Konsequenzen als selbstverständlich angesehen werden. Es sind doch noch keine IV2 Jahre vergangen, seit große Teile des deutschen Volkes dem Geist des Klassenkampfes ergeben waren! Damals wurden die Verhandlungen über die Gestaltung des Arbeitsverhältnisses und damit auch der Löhne — also die Tarifverhandlungen — mit dem Hintergedanken geführt, daß jeder der beiden Parteien oen Kampfzustand herbeizuführen bereit war, wenn sie dadurch einen Vorteil erhoffen konnte. Hinter diesen Verhandlungen standen die Streikdrohung der Arbeiter und die Aussperrungsdrohung der Unternehmer. Das amtliche Schlichtungswesen hat zwar bisweilen den Ausbruch von Arbeitskämpfen verhindert, aber die Verständigungsbereitschaft der Parteien noch weiter vermindert. Es gab schließlich fast mehr verbindlich erklärte behördliche Schiedssprüche als freiwillig abgeschlossene Tarifverträge. Dadurch ist in einem geradezu ungeheuerlichen Maße das deutsche Volk sozial aufgespalten und gegeneinander verhetzt worden. Die nationalsozialistische Regierung ist hier einen klaren Weg gegangen: sie hat die Angehörigen der früheren beiden sozialen Lager persönlich und berufsethisch einander so nahe gebracht, daß die Verhandlungen innerhalb der Betriebsoder Berufsgemeinschaft wieder aussichtsvoll geworden sind. Wenn auch zunächst noch der Vertreter der Staatsautorität, der Treuhänder der Arbeit, häufiger eingreifen muß, um zu vermitteln oder zu entscheiden, so ist doch auf diesem Gebiet eine ständige Besserung der Verhältnisse zu erwarten. Das wird dann der Fall sein, wenn sich der Arbeiter bei der Lohnfestsetzung nicht mehr ausgebeutet und der Betriebsführer nicht mehr erpreßt fühlt. Oer Führer am Grabe eines verdienten Parteigenossen. Nürnberg, 25.April. (DNB.) In Anwesenheit des Führers wurde auf dem Südfriedhof zu Nürnberg der verdiente alte Parteigenosse Schneidermeister Josef Heinrichs zu Grabe getragen. Der unübersehbare Trauerzug legte Zeugnis ab von der Beliebtheit, deren sich der Verstorbene in weiten Kreisen erfreute. Nach der Aussegnung bewegte sich der Trauerzug unter den Klängen eines Trauermarsches zum Grabe, gefolgt von SA. und SS. mit ihren Fahnen. Der Sarg war von Fackelträgern begleitet. Ihm folgten die Leidtragenden, sodann der Führer mit dem Frankenführer Streicher und seinem Adjutanten Brückner. Unter den Klängen des Präsentiermarsches senkte sich der Sarg in die Gruft, die von einem Meer von Blumen umkränzt war. Nach den Gebeten der katholischen Geistlichkeit hielt der Priester die Trauerrede. Nach dem Vaterunser spielte die SA.-Kapelle das Lied vom guten Kameraden. Während des Liedes senkten sich die Fahnen über die Gruft. Frankenführer Streicher gedachte des Toten in kurzen ehrenden Worten. Was der Führer, was der Kanzler des Rei- ches von diesem Kämpfer halte, das beweise er damit, daß er aus der Reichshauptstadt hierher gekommen sei. Auch die fränkischen Nationalsozialisten und die fränkische SA. habe dem Verstorbenen unendlich viel zu verdanken. Zum Zeichen des Dankes legte der Gauleiter einen Lorbeerkranz an der offenen Gruft nieder. Für die Stadt Nürnberg sprach Bürgermeister Dr. Eickemeyer: sodann folgten zahlreiche weitere Kranzniederlegungen. Der Kranz, den der Führer an der Gruft nieder- legen ließ, trug die Aufschrift: „Dem einstigen treuen Förderer der NSDAP. Adolf Hitler." Auch Staatsminister Esser ließ dem treuen Freund einen letzten Blumengruß widmen. Ehe der Führer das Grab verließ, sprach er den Anverwandten des Toten sein Beileid aus. Die Mitgliedschaft bei SA. RI und RS.-Trontkämpferbund. Berlin, 25. April. (DNB.) Das Presseamt der Ober st en SA.-Führung teilt mit: In verschiedenen Landesteilen sind Unklarheiten Hinsicht- lich der Frage der Mitgliedschaft zum NS.-Front- kämpferbund bzw. zur SA.-Reserve I aufgetreten. Es ist darum Veranlassung gegeben, folgendes nochmals festzustellen: Mitglieder des ehemaligen Stahlhelmbundes, die bereits in die SA.-Reserve I übernommen sind, dürfen eigenmächtig aus der SA.-Reserve I nicht ausscheiden, nur um sich anderen Vereinigungen anzuschließen. Wer etwa wegen körperlicher Behinderung im Dienst oder aus anderen Gründen aus der SA.-Reserve I ausscheiden möchte, muß seine Entlassung beantragen und besonders begründen. Eine Doppelmitgliedschaft in SA.-Re- serve I und NS.-Frontkämpferbund ist st a t t h a f t und zwar bei denen, die dem ehemaligen „Stahlhelm" vor. dem 3 0. Januar 19 33 beigetreten sind, ohne weiteres, bei den später einge- getretenen jedoch nur mit Genehmigung der Obersten SA.-Führung. Oie Aerzteschast im berufsständischen Aufbau. Wie Dr. med. Karl Haedenkamp in der „Sozialen Praxis" ausführt, ist beabsichtigt, die Errichtung einer Reichsärztekammer durch den Erlaß einer Reichsärzteordnung. Die Reicbsärzteordnung wird den gesamten Aerztestand in den berufsständischen Aufbau des Dritten Reiches eingliedern. Die Reichsärztekammer wird zahlreiche Selbstverwaltungsaufgaben auf die Aerztefchaft übertragen. Der Reichsführer ist kraft Gesetzes gleichzeitig Reichsführer der Kassenärztlichen Vereinigung. Die Kassenärztliche Vereinigung wird nämlich unverändert Bestandteil der Reichsärztekammer sein, sie bleibt dabei Körperschaft des öffentlichen Rechtes, die Aufsicht behält der Reichsarbeitsminister. Dagegen werden der Deutsche Aerztevereinsbund und der Verband der Aerzte Deutschlands mit dem Erlaß der Reichsärzteordnung aufgelöst, ihr Vermögen geht als Sondervermögen auf die Reichsärztekammer über. Die Reichsärzteordnung geht auf einen Entwurf des Reichsführers der Deutschen Aerzteschast Dr. Gerhard Wagner- München zurück. Suvich verläßt London. Geringe Aussichten für den Muffoliniplan. — England und Italien lehnen einen antideutschen Block in Genf ab. London, 25. April. (DNB.) Suvich beendete am Mittwochabend seine Londoner Besprechungen. Er erklärte der Presse u. a.: Ich weilte nicht in einem Sonderauftrag in London. Auch war es nicht meine Aufgabe, Verhandlungen einzuleiten oder Vorschläge zu unterbreiten, da jedoch mein Besuch zufällig auf einen besonders wichtigen Augenblick in der europäischen Politik fiel, hatte ich Gelegenheit zu einem Meinungsaustausch mit der englischen Regierung, besonders in der Abrüstungsfrage. Wir konnten eine Harmonie der Ansichten feststellen, besonders über die Notwendigkeit, eine Vereinbarung zwischen allen interessierten Mächten zu erreichen. Die bloße Tatsache einer Vereinbarung — selbst wenn diese nicht allen bei der Eröffnung der Abrüstungskonferenz gehegten Erwartungen entsprechen sollte — wäre von solcher Wichtigkeit, daß dies als ein endgültiger Schritt zur Wiederherstellung des Vertrauens und des guten Willens zwischen den Nationen betrachtet werden müsse. Suvich sagte dann noch, Italien sei aber immer noch der Ansicht, daß das italienische A b - rüstungsmemorandum der einzig gangbare Weg zur Lösung der Abrüstungssrage sei. Er teile nicht die Pariser Auffassung, wonach die Abrüstunasverhandlunaen nur noch auf der Genfer Plattform fortgesetzt werden könnten. Bei den Bemühungen zur Erreichung einer Abrüstungsvereinbarung dürfe keine gegen Deutschland gerichtete Front gebildet werden. Dies sei einer der klar abgezeichneten Punkte der italienischen Politik. „Daily Telegraph" schreibt: Suvich war nach London gekommen, um der Ueberzeugung Mussolinis Ausdruck zu geben, daß der italienische Plan über Rüstungsbegrenzung den einzigen Ausweg bildet. Er war ursprünglich bereit, für eine baldige Wiederaufnahme der diplomatischen Verhandlungen zwischen den vier großen westeuropäischen Mächten einzutreten, wobei der italienische Plan oder irgend ein neuer Vorschlag die Grundlagen bilden sollte. Wahrscheinlich hat ihm aber seine Unterredung mit dem französischen Ministerpräsidenten Doumergue einige Zweifel über die praktische Mög- li ch k e i t solcher Verhandlungen vor dem Wieder- Zusammentritt des allgemeinen Ausschusses der Abrüstungskonferenz am 29. Mai eingeflößt. Auf jeden Fall hat er festgestellt, daß die britischen M i n i st e r in diesem Punkt durchaus skeptisch sind. Die britischen Minister sind vollkommen einverstanden mit Roms Argument, daß keine Anstrengung unterlassen werden sollte, um einen antideutschen Ausbruch in Genf und den Versuch der Bildung eines antideutschen Blocks zu verhindern. „Daily Herold" führt aus: Das einzige endgültige Ergebnis der Unterredungen war, daß dem Unterstaatssekretär Suvich mitgeteilt worden ist, nach Ansicht der Sachverständigen der britischen Regierung sei der M u s s 0 l i n i p l a n praktisch undurchführbar. ♦ Der Pariser „Figaro" meint, daß eine englischitalienische Front nicht zustande gekommen sei und daß jetzt auch die größten Optimlsten an dem Abschluß irgend eines Abkommens zu zweifeln beginnen. In England mache sich eine starke Strömung zugunsten der Verstärkung der englischen Verteidigungsmittel bemerkbar. Von Garantien spreche man kaum noch. Italien fürchte einen Rüstungswettlauf, durch den es in Unterlegenheit geraten könne. Deutschland denke ebenso. Mussolini werde sich also bemühen, die Schiedsrichterrolle zu übernehmen, die England aufgegeben zu haben scheine. Auch Hitler scheine, wie die Betrauung Ribbentrops zeige, die Verhandlungen wieder aufnehmen zu wollen. „Bleiben wir fest, schließt das Blatt, das ist immer noch die beste Art und Weise, uns Gehör und Achtung zu verschaffen." Kabinettökrisis in Spanien. Lerroux zurückgetreten. — Kommt eine Regierung der Rechten. 7N a d r i d, 25. April. (D31B.) Das Kabinett Lerroux hat soeben dem Staatspräsidenten feinen Gefamtrücktritt erklärt, der von diesem auch angenommen worden ist. Die Gründe hierfür sind in den Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Kabinett und dem Präsidenten über das Amnesiiegeseh zu suchen. Die Lösung der Krise wird schwer sein. In eingeweihten Kreisen herrscht starker Pessimismus. Es fehlt auch nicht an Stimmen, die die Krise als Präsidentenkrise bezeichnen und den Rücktritt des Staatspräsidenten für unvermeidlich halten. Auffallend ist die Haltung der katholischen Presse und des Führers der Katholischen Volksaktion, Gil R 0 b l e s, die beide für die W i e - derkehrvon Lerroux eintreten, statt selbst die Macht zu verlangen, wie sie es erst am Sonntag bei ihrem Massenaufmarsch im Escorial getan haben. * Dazu schreibt uns unser v. Oss. -Korrespondent aus Madrid: Wenn das einzige Logische, die Machtübernahme durch die stärkste Partei, die katholische Dolksaktion mit den Agrariern, noch nicht geschehen ist, so liegt das daran, daß eine reine Rechtsregierung von den Linksleuten als Angriffssignal aufgefaßt würde und daß man rechts sich noch nicht so st a r k fühlt, um diesen Kampf erfolgreich führen 3U können. Lange wird es allerdings nicht mehr dauern, bis die mit einer vorbildlichen Zähigkeit, Klugheit und Energie betriebene Organisation der Kräfte im katholischen Lager — katholisch ist in Spanien seit Jahrhunderten gleichzusetzen mit national — ausgebaut sein wird. Diese gerade in der katholischen Volksaktion zusammenge'faßten Kräfte sind jung und von einem Ideal beseelt, das ihnen den Kampf erleichtern wird. Man kann heute schon ohne zu übertreiben sagen, daß sie die Retter Spaniens sein werden. Auch sie haben erkannt, daß der Parlamentarismus abgewirtschaftet hat und daß nur ein autoritäres Sy ft em geeignet ist, den Staat vor seiner Zertrümmerung zu bewahren. Obwohl diese Jugend bzw. ihre Führer, also in erster Linie Gil Nobles, nicht müde werden, au versichern, sie seien keine Faschisten oder Nationalsozialisten, haben sie doch ihr Programm auf der faschistischen Idee soweit aufgebaut, daß nur drei oder vier Punkte ihres neunzehn Forderungen enthaltenden Programms sich nicht mit ihr decken. Mit anderen Worten: Die Jugend der katholischen Dolksaktion stellt die Grundlage für einen spanischen Faschismus dar, der nun einmal der spanischen Geschichte und Mentalität entsprechend nur im engsten Einvernehmen mit der Kirche erfolgreich vorwärts gebracht werden kann. Bombenanschlag auf den spanischen Innenminister. in a d r i d, 26. April. (DNB.Funkfpruch.) Gegen den spanischen Innenminister wurde am Mittwoch- abend in der Innenstadt von Madrid ein Bombenanschlag verübt. Der Anschlag erfolgte in dem Augenblick, als der Minister feinen Kraftwagen be st eigen wollte. Nähere E i n- zelhei 1 en fehlen noch, jedoch scheint bet dem Anschlag niemand verletzt worden zu sein. Ihir Vereiiwilligkeil zum Warenaustausch kann die Weltwirlschast wieder in Gang bringen. Ein Appell Direktor Keßlers auf der Berliner Tagung der Internationalen Handelskammer. Berlin, 25. April. (DNB.) Auf der Tagung der IHK. in Berlin machte nach der Eröffnungsrede des Präsidenten der deutschen Gruppe der IHK., Abr. F r 0 w e i n , zunächst der Führer der deutschen Wirtschaft, Direktor Kesseler, u. a. folgende Ausführungen: Wenn man den Versuch macht, die Schwierigkeiten der Wirtschaft auf einen Nenner zu bringen, so ist festzustellen, daß das Volumen des Absatzes in einem Mißverhältnis 3u Der Produktionskapazität, dem Erzeugungsvermögen steht. Wenn ein Unternehmer zu oer Errichtung einer Produktionsstätte oder der Erweiterung einer bestehenden schreiten will, so muß er sich vorher folgende drei inhaltsschwere Fragen »1'n?$ etu n Textil- lenroärtij oirtschast' ländi« oll- und Haße auf esen. Sie von der von der mnschens« lnstseiden. ige daher n es ge* in Baum- in Kunst- instseiden- bet heute !, beweist rsteigende fahr 1934- Hebe her- groß und die Bebe- mstseiden' iunben y r teilweise sländi- der deut- t vorüber- 1 r bald iptorn der und der gesamten st sind s»e n Inland' terungdes diese Um jede J°r der schk idustrie H1 »a. in Berlin, I«, id »“ n W&. imfi*; uer3uö' n »s . Genera , tunS'C? llw61- mH tA* Ä tx' \ bet Reichsminifier Goebbels spricht in Düffelbors. Düsseldorf, 25. April. (DNB.) Die Ortsgruppe Derendorf-Nord der NSDAP, veranstattete im Rheinstadion eine Kundgebung, an der auch Reichsminister Dr. Goebbels teilnahm. Dr. Goebbels führte in feiner Rede u. a. aus: Wir haben 20 Millionen arbeitender Menschen zu gleichberechtigten Gliedern des Volkes gemacht. Die Regierung duldet keine Mäkler zwischen sich und dem Volk, denn diese Regierung ist selbst Volk. Sie ist die Vollstreckerin des souveränen Willens des Volkes. Zum ersten Male können wir wieder von einem Volk sprechen, das sein Schicksal in die Hand eines Führers gelegt hat. Die Regierung wird nie mehr eine Inflation in Deutschland dulden, sie wird die Währung stabil halten und würde eher das Volk zum gemeinsamen Kampf für die Sicherheit der Währung aufrufen, als die Währung zum Spielball internationaler Börsen- manöoer werden zu lassen. Die Regierung lehnt es ab, Schulden zu machen und duldet es nicht, daß das Volk mehr verzehrt, als es verdient. Aber wenn der Arbeiter Opfer bringt, fo hat auch der Unternehmer die Pflicht, Opfer zu bringen. Ein großer deutscher Volkskrieg gegen die Not ist entbrannt, und auch dieser Krieg hat seine eigenen Gesetze. Im Kriege gegen die Not darf nicht jeder tun und lassen, was er will, und w i r werden nicht z u l a s s e n , daß, tpie im Weltkriege, eine neue Kategorie von Kriegsgewinnlern herangezüchtet wird. Wenn heute wieder das Zentrum den neuen Staat zu sabotieren versucht, so sollen die hohen Herren doch nicht glauben, daß sie unserem Scharfsinn entgegen, wenn sie sich heute die trügerische Maske einer heuchlerischen Frömmigkeit umbinden; sie sind erkannt. Das Volk hat ferner für d i e Kämpfe innerhalb der prote st antisch e n K i r ch e in dieser ernsten Notzeit kein Verständnis. Das Volk würde viel eher verstehen, wenn die Kirche sich mit dem wahren Christentum beschäftigt und wenn die Kirche von tiefer Dankbarkeit dafür erfüllt wäre, daß der Nationalsozialismus sie vor dem Ansturm der Gottlosen und des Bolschewismus bewahrt hat. Der Nationalsozialismus steht auf dem Boden positiven Christentums; aber er duldet keinen Gesinnungszwang, sondern er handelt nach alten preußischen Traditionen, daß jeder nach seiner Fasson selig werden soll. Das Volk ist des Streites müde, es will sich christlich betätigen, aber nicht gegen den Staat, sondern für den Staat. Eine Regierung, die 320 Millionen Mark in einem Winter für die Aermsten des Volkes ausgegeben hat, hat es nicht nötig, ihre christliche Gesinnung unter Beweis zu stellen. Diese Regierung darf es nicht zulassen, nachdem der Klassenkampf überwunden, daß das deutsche Volk in einen Konfessionskrieg geführt wird. Wir lassen die Kirche in Ruhe, aber die Kirche soll uns auch in Ruhe lassen. Das politische Ergebnis von Varchons Polenreise Die französische Presse ist geteilter Meinung. — Das Hauptziel anscheinend nicht erreicht. Paris, 26. April. (DNB. Funkspruch.) Die französische Presse vertritt, auf den Besuch in Warschau zurückblickend, den Standpunkt, daß sich lediglich die Atmosphäre zwischen Frankreich und Polen wieder erwärmt und die Voraussetzungen für eine Bereinigung der verschiedenen Fragen geschaffen worden seien. In einiger Zeit, schreibt „Oeuvre", werden sich polnische Politiker und Militärs nach Paris begeben und in Warschau Wirtschaftler zusammenkommen, um die französisch-polnischen Fragenkomplexe zu regeln, insbesondere die Frage der Fortführung der Eisenbahnstrecke Oberschlesien — Gdingen. Außerdem würden in Paris und Warschau Propagandaabkommen unterzeichnet werden, damit die für eine französisch- polnische Annäherung günstige Meinung erhalten bleibe. Als wesentlich wird das zwischen Barthou und Beck angeblich getroffene Übereinkommen angesehen, wonach künftig in allen beide Länder betreffenden außenpolitischen Fragen, auch in der Abrüstungsfrage, vorher eine V e r ft ä n d i g u n g stattfinden soll. „Echo de paris“ ist in feinem Urteil über die Ergebnisse dec Reise zurückhaltender. Es fragt mit einem Anflug des Zweifels, ob die französische und die polnische Politik sich in allen Fragen würden in Einklang bringen lassen. Das Blatt glaubt, als besonders wichtig den Mißerfolg der franzöfifch- r uff ifdjen Politik unterstreichen zu sollen. Es fei Barthou nicht gelungen, polens Widerstand gegen den Eintritt $ oiü jetrufolanbs in den Völkerbund zu beseitigen. Damit wäre das gegenwärtige Hauptziel der französischen Politik, Deutschland von Rußland zu isolieren und dessen Mitwirkung in Genf zu gewinnen, durchkreuzt. Die vorhandenen französisch - polnischen Meinungsverschiedenheiten würden nur sehr langsam und mit großer Geduld beseitigt werden können. In den Vorbesprechungen der französischen Presse zu dem Besuch Barthous in Prag wird geflissentlich auf die Rolle Beneschs als Bericht- erst alter der Abrüstungskonferenz hingewiesen. So schreibt das „Journal": „Barthou wird mit Benesch die Maßnahmen vorbereiten können, die in Genf zur Verwirklichung eines in Paris lediglich angedeuteten Programmes erfolgen follen. Es handelt sich darum, wie man beim Zusammentritt des Hauptausschusses der Abrüstungskonferenz operieren soll, um die Frage der deutschen Aufrüstung vor den Völkerbund zu bringen. Das wird der Augenblick für Benesch sein, zu zeigen, daß er nicht nur die Verschlagenheit eines Fuchses besitzt." polen hält sich die Arme frei. L o n d on , 26. April. (DNB. Funkspruch.) Zu den Warschauer Besprechungen sagt „Daily Telegraph": Das Ergebnis ist durch die amtliche und halbamtliche Propaganda sehr verdunkelt worden. Es läßt sich folgendermaßen bezeichnen: Sollte es künftig einmal dem Völkerbundsrat nicht gelingen, in einem Streitfall zwischen Deutschland und Frankreich ober einem seiner Verbündeten eine Entscheidung zu erreichen, dann würde das fran- zösisch-polische Bündnis nicht mehr entsprechend dem Wunsche Frankreichs automatisch in Kraft treten. Polen würde sick in solchem Falle das Recht vorbehalten. Die Sachlage nach eigenem Ermessen zu beurteilen und würde verlangen, in jedem Stadium in jedem Falle von Frankreich um seine Meinung befragt zu werden. Auch würde die polnische Heeresleitung nicht bereit fein, f i ch ohne Vorbehalt der französischen Heeresleitung unterzuordnen. Die Polen halten ihre Stellung für sehr stark. Sie haben mit Deutschland uno mit Soro - jetrußland Nichtangriffspakte geschlossen. Sollten sie daher von einem der Staaten angegriffen werden, so würden sie sich, wenn nicht gerade auf Unterstützung, so doch mindestens auf die wohlwollende Neutralität des anderen verlassen können. Andererseits würde Polen sich nicht zu einem tatsächlichen Bündnis mit Sowjetrußland bereitfinden, falls Frankreich' einen solchen Pakt mit Moskau erstreben sollte, wie dies Herriot und andere befürworten. Polen ist nicht sonderlich darauf bedacht, Sowjetrußland im Völkerbunde zu sehen, solange sich Deutschland auch nicht darin befindet. Warenautomat und Einzelhandel. Es gibt wohl kaum noch einen zweiten Berufszweig, der so wie der Einzelhandel mit schwer zu lösenden Problemen überlastet ist. Man braucht nur daran zu denken, wie schwierig es ist, selbst nach den neuen Wettbewerbsgesetzen, in der wirtschaftlichen Praxis einen wirklichen Ausgleich der widerstrebenden Interessen herbeizuführen. Auch die endgültige Lösung der Warenhausfrage und der zuzulasfenden Formen des Einzelhandels, die künftig die Warenverteilung vornehmen sollen, bringt gewisse Schwierigkeiten, die noch zu überwinden sind. Dazu kommt jetzt die sogenannte „Automatenfrage", die für den Einzelhandel befon- ders bedeutsam ist. Die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels und der Deutsche Jnbustrie- und Handelstag haben gemeinsam mit der Deut- scheu Anaestelltenschaft Vorschläge für ein neues Gewerberecht gemacht und habet auch eine Lösung der Automatenfrage vorgeschlagen, indem für die Neuerrichtung von Warenautomaten eine Sperre verlangt wird. Solche Forderungen find in den letzten Jahren vor der nationalsozialistischen Revolution ohne jeden Erfolg wiederholt gestellt worden, so daß es sich verlohnt, die Bedeutung des Automaten als Warenverteiler einmal unter die Lupe zu nehmen Alle, die heute im Wirtschaftsleben stehen und über wirtschaftliche Dinge entscheiden wollen, haben die DUicht, dem Willen des Führers gemäß zu allerer st andieArbeitsbefchaffung zu denken Die Frage des Warenautomaten ist deshalb so sehr umstritten, weil er auf der einen Seite durch die vermehrte Herstellung von Automaten zweifelsohne Arbeitsmöglichkeiten m der Industrie erschließt, aber auf der anderen Sette bedeutende menschliche A r b e i t s f r a f t e freisetzt, die bisher im regulären Einzelhandel ihrem Erwerb nachgegangen sind. Man kann also zu einer Lösung des Problems nur dann gelangen, wenn man die Bedeutung der Arbeitsbeschaffung auf der einen Seite mit der Vermehrung der Arbeitslosigkeit auf der anderen Seite vergleicht und dann die Möglichkeit untersucht, die für eine weitere Arbeitsbeschaffung im Einzelhandel selbst bestehen. Da ist zunächst auf die Vorgänge in gewissen außer deutschen Staaten zu verweisen, wo stärker als bei uns der Warenautomat zur Einführung gelangt ist. Das ist besonders in E n g I and und den nordischen Staaten der Fall. Der Automat hat z. B. in Dänemark ein Drit - t e V der gesamten Warenverteilung an sich gerissen. Auch in England liegen die Verhältnisse nicht viel anders, so daß der englische Einzechandel und Mittelstand schon seit Jahren einen verzweifelten Kampf gegen den Warenautomaten führt. Im englischen Mittelstand wird die Lösung dieser Frage vielfach für die allerwichtig st e der gesamten Mittel- ftanbspolitif, soweit der Handel in Frage kommt, angesehen. Man kann aus diesen kurzen Angaben bereits die Wichtigkeit der Automatenfrage für die zukünftige deutsche Entwicklung ermessen. Nach einer Auslassung der NS.-Hago über diese Frage werden in der Automaten-Jndu- ft r i e heute etwa 20 000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt, von denen nur ein Teil bei der Herstellung von Warenautomaten tätig ist. Es wird Darauf hingewiesen, daß dagegen im Einzel- handel rund l3// Millionen Volksgenossen Arbeit finden und daraus geschlossen, daß der Arbeitsbeschaffung im Einzelhandel der Vorzug zu geben ist. Man kann auch an einem Beispiel erkennen, wie sehr der Automat auf die Arbeitsbeschaffung im Einzelhandel einwirkt. Während im gesamten Einzelhandel b i e Mehreinstellungen im Durchschnitt in den letzten sechs Monaten runb sechs Prozent ausmachten, hat ber Tabakwareneinzel- hanbel seine Beschäftigungszahl nur um runb 0,5 Prozent vergrößern können. Diese Erscheinung erklärt sich aus ber gefährlichen Konkurrenz ber Automaten, bie auf biefem Gebiet ebenso wie im Schokolabenhanbel im fteigenben Maße, be» sonders in den Gaststätten, an verkehrsreichen Plätzen, auf Bahnhöfen usw. Verwendung finden. Im übrigen muß darauf hingewiesen werden, daß im Einzelhandel in den letzten Monaten 35 000 Angestellte untergebracht wurden und baß nach Möglichkeit bis zum 1. Juli eine ebenso große Zahl noch eingestellt werben soll. Eine allzu starke Vermehrung bes Automatenhanbels würbe zweifelsohne bie birefte Arbeitsbeschaffung im Einzelhanbel erschweren. Die NS.-Hago charakterisiert ben regulären Einzelhanbel unb ben Verkaufsautomaten in folgen- ber Weise: „Dem Einzelhänbler ist es jeberzeit möglich, sein Warenangebot ben wechselnben Wünschen ber Verbraucher anzupas - (en; er kann ber verschobenen Kaufkraft feiner Kunben in feinen Preisen ober in ber Qualität seiner Waren Rechnung tragen. Für den Warenautomaten bestehen solche Möglichkeiten nicht; er beliefert den Kunden stets mit den gleichen Qualitäten, in ber gleichen Menge unb zu benfelben Preisen. Aenberungen läßt bie technische Einrichtung bes Apparates kaum zu. Der Automat kann keine Qualitätsgarantie übernehmen; bem Wechsel von Winb unb Wetter ausgesetzt, eignet er sich schon gar nicht für bie Aufbewahrung qualitativ guter Waren. Der Verkauf in verschlossenen Packungen verhinbert eine Kontrolle unb ein Aussortieren verbotener Waren. Auch m ber 21 r t ber Bebienung ist ein Nachteil bes Automaten festzustellen. Er bietet nur eine geringe Auswahl unb ber Kunbe muß nehmen, was ber Automat enthält. Die volkswirtschaftliche Unzweckmäßigkeit bes Warenautomaten zeigt sich aber vor allen Dingen baran, baß ber Automat m e i ft teurer verkauft als bas Einzelhanbelsgeschäft; man hat berechnet, baß bie Preise beim Automaten nach verschobenen Feststellungen burchschnittlich bis zu 50 v. H. höher finb als beim Einzelhanbel." Das Problem „Warenautomat ober nicht?" bringt also roieber bie schwerwiegenbe Frage: „M aschinenarbeit ober Hanbarbeit?" Es barf beshalb in biefem Zusammenhang an bas Gesetz über bie Verminberung von Maschinen bei ber Zigarrenherstellung erinnert werben. Auch hier würbe im allgemeinen Jnterege ber Zigarrenarbeiter unb Zigarrenhersteller unb unter Berücksichtigung ber ganz befonbers gearteten Lage bieses Gewerbes bie maschinelle Herstellung gesetzlich eingeschränkt. Es soll hier keineswegs ein Vernichtungsfelbzug gegen bie Maschine an sich ge- prebigt werben, aber es scheint hoch so, baß bie heutige Lage bes Arbeitsmarktes für bie Angestelltenschaft unb der Aufbauwille im Mittelstand einschränkende Bestimmungen für das Automatenwesen verlangen. Die Beispiele, die uns bie nvrbischen Staaten auf biefem Gebiete gegeben haben, ermutigen befonbers im Interesse ber Arbeitsbeschaffung nicht, bie Warenverteilung noch mehr als bisher vom regulären Einzelhanbel auf ben Warenautomaten überzuleiten. Beamtenpolitische Bedeutung des Reichsneubaus. Ueber die beamtenpolitischen Auswirkungen des Gesetzes zum Neuaufbau bes Reichs äußert sich Professor Dr. Z s ch u ck e im Beamtennachrichten- bienst. Ausgehend von der Uebertragung der Ausübung der Hoheitsreche durch bas Reich auf bie bisherigen Länder betont er, daß danach von „Ländern" im bisherigen Sinne nicht mehr gesprochen werben könne. Die Eigenstaatlichkeit der ßänber sei endgültig beseitigt. Es gebe nur noch einen „Staa t" , das Reich. Damit sei eine beamtenrechtlich sehr bebeutsame Aenberung eingetreten. Denn bie Beamten ber ßänber seien damit z u Reichsbeamten geworden, wenn auch nicht zu unmittelbaren, sonbern zu mittelbaren Reichsbeamten. Grundsätzlich sei also bas Recht der Ernennung unb Entlassung ber unmittelbaren ßan« besbeamten ein auf bas Reich übergegangsnes Hoheitsrecht, zu dessen Ausübung bas Reich lebiglich aus verwaltungstechnischen Grünben ben Reichskanzler, bie Reichsstatthalter unb die Landesregierungen ermächtigt hat, jeboch immer unter dem Vorbehalt bes § 1 der Ersten Verorbnung über ben Neuaufbau des Reiches, das heißt, soweit das Rei chnicht selbst „aUgemein ober im Einzelfalle von diesen Rechten Gebrauch macht." Die bedeutsame Stellung der ehemaligen ßänberbeamten ergebe sich aus den übrigen gesetzlichen Anorbnungen über den Neuaufbau des Reiches, wonach z. B. jeher Reichsminister jede Beamtenernennung, Versetzung ober Entlassung im Rahmen seiner fachlichen Zuständigkeit befehlen ober oerhinbern kann. Außerdem könne jeher Landesbeamte jeberzeit in den Reichsdienst unb jeher Reichsbeamte in den Can» deshienft versetzt werben. Die Beamtenschaft begrüße diese Aenberungen freubig. Der Reicksbundder deutsche Beamten e. V. Hatte Dem FüHrer als Ausbruck ber freu» bigen Teilnahme an feinem Geburtstage ben betrag von 50 000 Mark für bie ßinbe» run'g be r allgemeinen N v t zur Verfügung gestellt. Die Uebergabe biefes Betrages erfolgte burch ben Stellvertreter Hermann Neefs, Stabsleiter Jofef R e u f ch, in ber Reichskanzlei an ben Führer persönlich. Der Führer gab seiner Freube über ben Willen ber im Reichsbunb ber beutschen Beamten zusammengeschlvssenen Beamtenschaft, nach besten Kräften an ben sozialen Aufgaben bes Staates tätig mitzuarbeiten, lebhaften Ausbruck. Deutschland hält ein besondere«! Garantieabkommen für die baltischen Staaten nicht notwendig. Riga, 25. April. (DNB.) Die beutfche Regierung hat ber lettischen Regierung zur Kenntnis gebracht, baß bie Regierung her Sowjetunion, um eine Besserung ber Beziehungen zwischen Deutschlanb unb ber Sowjetunion zu manifestieren, Deutschlanb ben Vorschlag gemacht hat, ein Proto k o l l zu unterzeichnen, bas bie Unabhängigkeit unb Unantastbarkeit ber baltischen Staaten garantieren würbe. Die beutsche Regierung finbe, baß bie Unabhängigkeit unb Unantastbarkeit her baltischen Staaten nicht b e b r o t) t sei unb baß ein solches Protokoll bie Beziehungen zwischen Deutschlanb unb ber Sowjet-' Union nicht bessern könnte. Deshalb hat sie bie Anregung ber Sowjetregierung abgelehnt. Auch bie Sowjetregierung hat ihrerseits bie lettische Regierung über ihren Vorschlag unb bie Ablehnung Deutschlanbs informiert. So viel bekannt, haben auch Estlanb unb Finnlanb.ebensolche Mitteilungen erhalten. ScharfeAewachungdespanamakanals bis zur Rückkehr der Flotte. N e u y o r k, 26. April. (DNB. Funkspr.) Die Ma- rinebehökben in Colon (Panamakanal) gaben bekannt, baß bie Kanalschleusen minbestens bis zur Rückkehr ber Flotte aus bem Atlantik in ben Pazifik im November bauernb scharf bewacht werben würben, währenb sie bisher Tag unb Nacht frei zugänglich waren. Die Maßnahme wirb als Folge von Gerüchten über einen geplanten Anschlag auf bie Schleusen betrachtet. Die Durchschleusung ber amerikanischen Kriegsflotte ist im übrigen ohne Zwischenfall vor sich gegangen. Nur an einer Stelle würben zwei ßaternenpfeiler beschäbigt. Die amerikanische Presse gibt in großer Aufmachung bie japanischen Blätterstimmen roieber, bie bie Kanalburchfahrt ber amerikanischen Flotte als einen Fehlschlag bezeichnen, ha sie länger als einen Tag gebauert habe. Präsibent Roosevelt beabsichtigt, vom Kongreß Vollmachten für ben Ausbau ber amerikanischen Flotte bis zu ber burch bie Verträge festgelegten Grenze zu verlangen. Roosevelt wirb vom Kongreß bie Bewilligung von Zusatzkrebiten in Höhe von etwa 1500 Millionen für Kriegsschiff- neubauten forbern. Den Zeitpunkt für ben Beginn ber Neubauten behält sich Roosevelt vor. Meine politische Nachrichten. Der Stellvertreter bes Führers, Reichsminister Rubolf Heß, vvllenbet am heutigen Donnerstag bas 40. Lebensjahr. * Der Reichsbischof unb ber Rechtsvertreter ber Evangelischen Kirche Ministerialbirektvr Jäger statteten bem Reichsstatthalter unb Gauleiter Sprenger in Frankfurt a. M. einen Besuch ab. Die schwebenben kirchlichen Fragen würben im vollen Einvernehmen behanbelt. * Ministerialrat Dr. Haupt ist zum Inspekteur der ßanbesoerroaltung ber nationalpolitischen Erziehungsanstalten Preußens ernannt worben. Er behält fein weltanschauliches Referat im Kultusministerium bei. Die kommissarische Leitung ber Hochschulabteilung bes preußischen Kultusministeriums hat Staatsminister Ruft Professor Dr. Bahlen übertragen. Der ßeiter ber & u n {tobte i l u n g des preußischen Kultusministeriums von Staa würbe zum Ministerialdirigenten ernannt. * Die „Deutsche Tageszeitung" wirb am 30. April b. I. ihr Erscheinen einstellen. Gemäß einer freunbschaftlichen Vereinbarung wirb ben Beziehern ber „Deutschen Tageszeitung" statt biefer bie „B e r- liner Börsenzeitung" vom 1.Mai ab auf einen Monat zugestellt werben. Die „Deutsche Tageszeitung" war- 1893 als Organ bes bamaligen „Bundes ber Landwirte" gegründet und blieb auch nach bem Kriege das Blatt lanbroirtschaftlicher Kreise, namentlich des Reichslandbundes. * „Matin" behauptet, Leo Trotzki habe feine Villa in Barbitzon bei Paris am Dienstag verlassen. Er holte sich gegenwärtig bei Freunden auf unb warte auf ben Bescheib ber Regierungen, an bie er sich wegen Gewährung eines Asyls geroanht habe. Kunst und Wissenschaft. Etappe Pforzheim im Kampf um die Schach- weltmeisterschaft. Der Wettkampfabschnitt in Pforzheim wurde am Mittwoch mit ber neunten Partie vor sehr zahlreichem Publikum eröffnet. Der beutfche Meister als Anziehenber bekam von Dr. Aljechin roieberum eine unregelmäßige Eröffnung vorgesetzt burch ben ungewöhnlichen Vorstoß c 7 — c5 bes Weltmeisters auf d 2 — d 4. Der Zug bes Weltmeisters galt allgemein als schlecht; niemanb weiß jeboch warum. Zur Wiberlegung ber ungewöhnlichen Partieanlagen benötigte Bogoljubow sehr viel Zeit, so baß nach 18 Zugen ber beutsche Meister zwei Stunben und 10 Minuten, Aljechin bagegen nur 35 Minuten verbraucht hatten. Demnach mußte Bogoljubow seine restlichen 22 Züge in e t ro a 2 0 Minuten machen. Er brachte trotz der Zeitnot ein Bauernopfer. Sein passives Spiel hatte aber schon zu bedenkliche Schwächen gezeitigt, so daß tajim Rettung möglich war. Aljechin forciert seinerseits berechnend durch rasches Ziehen ben Gang der Geschehnisse. Es kam zu einem für Bogoljubow aussichtslosen Turmendspiel, das er i m 4 7. Z u g e a u f g e b e n mußte. Die psychologische Ueberlegen- heit bes Weltmeisters errang einen weiteren Sieg. Stanb bes Kampfes 3:0 bei sechs Remis zugunsten Dr. Aljechins. Die 10. Partie wirb am kommenben Samstag in Pforzheim gespielt werben. Die Pläne der Himalaja-Expeditionen. In Bombay finb 20 europäische Bergsteiger eingetroffen. Einige bilbeten bie zweite Abteilung der Expedition des Herrn M e r k l. nach bem Rango Porbat. Die anberen finb Mitglieber ber internationalen Himalaja-Expedition unter Führung bes beutschen Professors Dyhrenfurth. Dr. Welzen- doch von ber Merkl-Expebition jagte, bas Hauptlager werbe am Fuß bes Rakiot-Metschers errichtet werben, ben man im Mai zu erreichen hoffe. Der Angriff auf ben Nonga Porbat werbe etwa zwei Monate in Anspruch nehmen, unb bie Expedition werde etwa Ende August Indien wieder verlassen. Frau Dyhrenfurth, die Gattin des Professors, erklärte, daß bie internationale Himalaja-Expebition, bie im Jahre 1930 einen erfolglosen Angriff auf ben Kangzenchönga unternahm, in diesem Jahre nach Srinagar unb von hort noch bem Baitoro-Gletscher gehen werbe, wo wissenschaftliche Beobachtungen angestellt unb Filmaufnahmen gemacht werben follen. Es soll nicht versucht werben, ben sogenannten „K 2" zu ersteigen, bock werbe man andere Bergspitzen in ber Nachbarschaft erklettern. Aus aller Welt. Das Ungeheuer vom Loch-Reß ein Schwert-Wal. Im „Berliner Lakaianzeiger" beschäftigt sich Geheimrat Professor Dr. Ludwig Heck, früher Direktor bes Berliner Zoologischen Gartens, mit dem Ungeheuer von Loch-Neß. Er habe, so sagte er, auf einer Photographie des „Ungeheuers" sofort gesehen, daß es sich um einen Mörber - ober Schwert-Wal hanbele, möglicherweise auch mehrere, die sich in Loch-Neß verirrt hätten. Das Bild habe unzweideutig bewiesen, baß es kein anderes Tier sein könne. Der angebliche „K o p s" bes „Ungeheuers" sei bie Rückenflosse bes Mor- berroals, die biefer Wal immer umgeklappt aus dem Wasserspiegel herausragen lasse, währenb er selbst unter Wasser bleibe. Der Mörder- ober Schwert- Wal sei, wie es schon in „Brehms Tierleben" ge- schildert, nicht nur der größte, sonbern auch ber raubsüchtigste unb gefräßigste aller Delphine. Um 18 Mark die Großmutter ermordet. Ein grauenhaftes Gegenstück zu dem Fall Weihe, ber am Dienstag bas Berliner Schwurgericht beschäftigte unb wegen breifachen Morbes zum brei- fachen Tobesurteil führte, bilbet ber Morbprozeß gegen ben 20jährigen arbeitslosen Kurt Vogel- mann vor bem Berliner Schwurgericht. Ihm liegt ein Raubmorb zugrunbe, ben ber Ange» klagte am 10. Dezember 1933 an seiner ©roß- Geschmack. #f8rdie gfOSSCTube Der Siegeszug der drchilosen Telegraphie. Zum 60. Geburtstag ihres Erfinders. Qn diesen Tagen feierte Guglielmo M a r c o n i, der Erfinder der drahtlosen Telegraphie, seinen sechzig st en Geburtstag. Die drahtlose Telegraphie ist heute aus dem Weltgeschehen nicht mehr wcgzudenken. Die hohe Politik wie die Wirtschaft bedienen sich ihrer mit einer voraussetzungslosen Selbstverständlichkeit. Und unsere Zeit ist so schnelllebig geworden, daß wir heute schon Einrichtungen und Möglichkeiten als gegeben hinnehmen, die noch zu Zeiten unserer Großväter, ja noch unserer Väter als kaum vorstellbar galten, geschweige denn, daß man daran geglaubt hätte, daß sie einmal Wirklichkeit werden könnten. Dazu gehört nicht zuletzt die drahtlose Telegraphie. Heute sind knapp 3 3 Jahre vergangen, seit es dem italienischen Ingenieur gelang, zum erstenmal den atlantischen Ozean mit radiotelegraphischen Morsezeichen zu überbrücken. Seine erste Station, die eine Reichweite von etwa 20 Kilometern besaß, hatte Marconi mit den primitivsten Mitteln im Jahre 18 9 7 errichtet. Rur sehr langsam machte die Technik auf diesem Gebiet zunächst ihre Fortschritte, und die Jahre des jungen Erfinders waren mit unermüdlicher Arbeit ausgefüllt, bis es ihm endlich gelang, die Reichweite der noch unbekannten Radiowellen auf eine größere (Entfernung auszudehnen. So war es im Sommer 1899 schon eine Sensation, als zwei englische Kriegsschiffe über eine Strecke von rund 190 Kilometern drahtlos miteinander verkehrten und sich verständigten. Bald darauf wurden auch die ersten deutschen Dampfer mit drahtlosen Stationen ausgerüstet, und Marconi und seine Mitarbeiter setzten jetzt allen Ehrgeiz darein, alsbald die drahtlose Verbindung zwi- schen Europa untz der „neuen Welt" herzu st ellen. Am 12. Dezember 1901 mar es endlich so weit. Mit erstaunlicher Schnelligkeit entwickelte sich nun die drahtlose Technik von Monat zu Monat. Im gleichen Winter gelang es einem gestrandeten Schiff, mittels der drahtlosen Telegraphie Hilfe herbeizuholen. Die Welt horchte auf. Und nun begann der Siegeszug. Man erkannte allenthalben, welche ungeheure Bedeutung die drahtlose Telegraphie besonders auch für die Schiffahrt hatte. Fie- berhaft arbeiteten die Techniker, und es gelang ihnen in kurzer Zeit, die Reichweite der Radiowellen auf 4 00 Kilometer' hinaufzusetzen. Und am 12. Dezember 1901 war dann der große Wurf gelungen: Marconi hatte von einer europäischen Station nach einer kanadischen Empfangs st ation den Buch st oben „S" morsetelegraphisch übermittelt. Das bedeutete, daß eine Entfernung von 3600 Kilometer überbrückt war, daß zwei Kontinente durch Radiowellen überbrückt waren. Und heute, nach wenig mehr als 30 Jahren, steht in f a st jedem Haus ein Radioapparat, der die drahtlose Verbindung mit der Welt herstellt. Seit dem Weltkrieg ist die drahtlose Telegraphie in den Dienst der Menschheit getreten. Wenn man von einer „segensreichen Erfindung" sprechen will, so ist es gewiß die Schöpfung des Italieners Marconi, der unlängst auf Vorschlag des Duce von König Victor Emanuel zum Präsidenten der Königlichen Akademie ernannt wurde. mutter, der greisen Rentnerin Ernestine Andry- ßewski, im Norden Berlins begangen hat. Vogelmann, der schon während der Schulzeit Mutter und Großmutter bestohlen hatte, fristete feit Entlassung aus der Berufsschule sein Leben von D i e b - stählen aller Art. Seine Mutter, die von ihrem Mann getrennt lebte, war nicht imstande, den völlig verwahrlosten und arbeitsscheuen Burschen in bessere Bahnen zu lenken. Sein ganzes Sinnen und Trachten war darauf gerichtet, sich irgendwie Geld au verschaffen, um Lokale un6< Rummelplätze aufsuchen zu können. So sank er von' Stufe zu Stufe, betrog das Wohlfahrtsamt, beraubte wiederholt die Gasautomaten in den Wohnungen seiner Mutter und Großmutter und scheute sich auch nicht, den kärglichen Arbeitsverdienst seiner Großmutter zu verjubeln. Als Vogelmann dann wieder einmal ohne Geld war, beschloß er, seine Großmutter zu ermorden und ihr die letzten Ersparnisse zu rauben. Am 10. Dezember schritt er zur Tat. Er wartete, bis die Greisin eingeschlafen war und erstickte sie dann mit einem Kopfkissen. Er erbeutete ganze 18 Mark. keine Spur von Dillinger. Das Heer von Polizeibeamten, das mit der Suche nach dem Schrecken des amerikani-schen Mittel- Westens, Dillinger und seiner Bande beauftragt ist, hat auch Mittwoch keinerlei Erfolge aufzu-, weisen gehabt. Im Gegenteil scheint sich die Spur der Verbrecher weiter zu verflüchtigen. Gleichzeitig wurde das Erscheinen des Ban- denfuhrers an verschiedenen Orten gemeldet, die zum Teil über tausend Meilen von einander entfernt sind. So wurde ein lieber» fall auf eine Farm in Elkriver (Minnesota) Dillinger ebenso zugeschrieben, wie ein gleichfalls am Mittwoch erfolgter Bankraub in Akron (Ohio). Ebenfalls auf Grund einer Anzeige wurde in Staunton (Virginien) ein nach Washington gehender Eilzug angehalten und nach, der Dillingerbande durchsucht. Aber auch hier toor feine Spur von den Verbrechern (zu finden. Zur Verfolgung Dillingers sind außer 500 0 Polizei- beamten und zahlreiches Ptilizsoldaten 300 Mann Infanterie von be'rvi .Bundesregierung eingesetzt worden. Die zusammenge^vgenen Fliegerstaff e l n warten jeden Augenblick auf den Befehl, in die Jagd eingreifen zu können. Todesstrafe in Rußland für einen betrunkenen Kraftwagenführer, der einen Passanten überfuhr. In Tiflis wurde der russische Kraftwagenführer Karnauchow, der in betrunkenem Zustande mit seinem Kraftwagen einen Passanten überfuhr und tötete, zum Tode verur- t e l t. Die Behörden haben seine Begnadigung abgelehnt. Das Urteil ist bereits vollstreckt worden. Feuersbrunst zerstört ein ganzes Dorf. In dem Dorfe M o f z c z a n i c a, in der polnischen Wojewodschaft Kielce, entstand durch Funkenflug aus dem schadhaften Schornstein eines Backofens ein Brand. Infolge des starken Windes setzte sich das Feuer mit rasender Geschwindigkeit fort. In kurzer Zeit stand das ganze Dorf in Flamme n. Die inzwischen angerückten 16 Feuerwehren konnten nur noch wenige Häuser, die vom Brandherd weiter entfernt lagen, schützen. Den Flammen fielen 72 Anwesen mit dem gesamten lebenden und totenJnventar zum Opfer. Etwa 500 Einwohner sind obdachlos. Soweit bisher bekannt, sind vier Personen, die versuchten, aus den brennenden Häusern ihr Hab und Gut zu retten, ums Leben gekommen. Mehrere Feuerwehrleute wurden bei den Löscharbeiten zum Teil schwerverletzt. Der angerichtete Schaden läßt sich zur Zeit nicht übersehen. Er wird auf mehr als 200 000 Zloty geschätzt. Der Brand wütete 16 Stunden lang. Die 'Aufräumungsarbeiten sind eingeleitet. Carilas-Sammlung in ganz Deutschland. Der Caritas-Verband wird in ganz Deutschland vom 5. bis 11. Mai eine Haussammlung und am 5. und 6. Mai eine Straße nsarnrn- lung abhalten, die von den Reichsbehörden und Länderregierungen genehmigt wurden. Sie sollen der im Deutschen Caritas-Verband zusammengeschlossenen kirchlichen Liebestätigkeit der deutschen Katholiken die Mittel bereitstellen, die ihr Dienst an den bedürftigen und notleidenden Volksgenossen mit den dazu geschaffenen zahlreichen Einrichtungen (Krankenhäusern, Erholungs-, Alters- und Erziehungsheimen ufw.) erfordert. • Methusalem gibt Fersengeld. In Istanbul pfeifen es die Spatzen von den Dächern, die Zeitungsmänner rufen es aus, und in den Teehäusern sprechen die vornehmen Türken davon: Zaro Agha, der „älteste Mann der Welt", ist verschwunden. Er, der Stolz aller Türken, der jedem erzählt, er fei 16 0 Jahre alt, hat sich aus seiner Wohnung entfernt und konnte noch nicht wieder aufgefunden werden. Gerade in diesen Tagen stand der Greis wieder einmal im Mittehpunkt des öffentlichen Interesses. Jetzt sollte der Beweis erbracht werden, daß er tatsächlich 160 Jahre auf dem Buckel spazieren führt. Denn wenn ihm auch ein guter Teil des Volkes staunend und gläubig zuhört, wenn er von persönlichen Erinnerungen an Ereignisse spricht, die eigentlich schon sagenhaft sind, so gab es doch von jeher Zweifler, die in Zaro Agha nur einen Aufschneider und geriebenen Schlaukopf sahen. Nachweisen konnte man ihm bis jetzt gar nichts, denn als er geboren wurde, gab es noch keine Standesämter und Geburtsurkunden. Jetzt wollte man ihm aber mit einer wissenschaftlichen Untersuchung zu Leibe rücken. Mehrere Aerzte baten Zaro Agha, sich zur Verfügung zu stellen, und da er sich keine Blöße geben durfte, sagte der Alte zu. Als es dann aber Tatsache werden sollte, verschwand er spurlos. Natürlich trumpfen jetzt seine Gegner auf und erklären lachend, er werde wohl einen Grund zur Flucht gehabt haben. Im übrigen wird Zaro Agha auch weiterhin der „älteste Mann der Welt" bleiben, selbst wenn er ein paar Jahrzehnte hergeben muß. Vier Tote bei einem Flugzeugunglück. Wie „Associated Preß" aus Tegucigalda in Honduras meldet, stürzte auf der Strecke Poro—Tegucigalda ein Passagierflugzeug in einer schweren Re- genböe ab. Der Flugzeugführer und drei Fahrgäste wurden getötet. U Joachim von Ribbentrop ift~ — wie schon gemeldet wurde — vom Reichspräsidenten zum deutschen ^Beauftragten für Abrüstungsfragen bestimmt worden. Chinesisches Pulverlager in die Cuff geflogen. — 68 lote. Nach einer Meldung aus Dolonor ist auf einem Militärposten bei der Stadt Tschifu ein chinesisches Pulverlaaer aus noch nicht bekannter Ursache in die Luft geflogen. Bis jetzt werden 6 8 Tote gemeldet. Dritte Südamerikafahrt des „Graf Zeppelin" bis nach Buenos Aires. Es ist, wie aus Friedrichshafen gemeldet wird, beabsichtigt, die dritte diesjährige Reife des Luftschiffes „Graf Zeppelin" nach Südamerika (Abfahrt am 23. Juni) von Friedrichshafen über Rio de Janeiro bis nach Buenos Aires auszudehnen. Wettervoraussage. Durch die Störung über England, die langsam ihren Weg ostwärts nimmt, erfolgt weiterhin Zufuhr ozeanischer Luft, die an der Rückseite aus höheren Breiten zugeleitet wird. Der Witterungscharakter bleibt daher wechselhaft, so daß bei mäßigen, aber schwankenden Temperaturwerten Bewölkung und Aufheiterung sich ablösen und vereinzelt noch Niederschläge zu erwarten sind. Aussichten für Freitag: Wolkig mit vorübergehender Aufheiterung, noch mäßig warm, einzelne Niederschläge. Aussichten für Samstag: Noch kein beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 25. April: mittags 14,5 Grad Celsius, abends 6,9 Grad; am 26. April: morgens 7,5 Grad. Maximum 15,4 Grad, Minimum 6,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. April: abends 12,1 Grad; am 26. April: morgens 9 Grad. — Sonnenscheindauer 7 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 34: 11 550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Lichtspielhaus»6ießen Premiere Heute Donnerstag Das einzigartige Ereignis^ Derbeste Film der letzten 5 Jahre Der Tenor die schöne Frau und 3 Komiker 2503 C Jan Kiepura Marta Eggerth Paul Kemp, Paul Hörbiger, Th. Lingen in Herzruft nach Dir vorher: Auierwähltei Beiprogramm — Ufa-Ton-Woche Sichern Sie sich Karten Im Vorverkauf I Bestellungen unter4077erbeten Anfangszeiten 4, 6 und 8.30 Uhr Verreise bis 16. Ma! 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Organisation des Festzuges. Die Leitung des Aufmarsches am 1. Mai hat der tellvertr. Kreisleiter Pg. H o p f e n m ü l l e r , sein Vertreter ist Ortsgruppenleiter Pg. Horst. Die einzelnen Gruppen des Festzuges unterstehen: 1. Gruppe Betriebe: Kreisbetriebszellenobmann Pg. Wagner. 2. Gruppe Hago: Kreisamtsleiter Pg. Schimmel. 3. Gruppe Behörden: Kreisamtsleiter Pg. Heß. 4. Gruppe Freie Berufe und Angestellte: Orts- Gruppenleiter Pg. Schwarz. M wird, 'es Luft, damerika en über ■ e s aus. „Sie hätten sich ja die Sache vorher ansehn können," sagte er. Nachher nahm er mich an die Hand und führte mich eine halbe Wegstunde von meinem Landgut weg. „Sehen Sie sich diese Parzelle an," forderte er mich auf, als wir bis an die Waden im Morast standen. „Die hätte ich Ihnen auch geben können. Es ist das gemeinste Stückchen Erde, was existiert. Wenn Sie Ihren Besitz damit vergleichen, dann müssen Sie zu der Erkenntnis kommen, daß Sie einen Garten Eden bewohnen." Ich verabschiedete mich von ihm, nachdem ich ihn, scheinbar unabsichtlich, vor das Schienbein getreten Unterwegs begegnete mir der Bauer Kersten. Er sah unwirsch aus, und er trieb seine beiden Kühe vor sich her. „Wie ist das mit meiner Egge? fragte er. „Ihre Egge soll Ihnen durch den Schlund fahren! ^Unb^is er schon ein Stück weg war, fügte ich hinzu: , r . „Zehnmal rauf und ebenso oft runter! . In dieser Nacht schlief ich, zum ersten Mal wah- rend meiner Wochenendtage, gut. Ich hatte einen wunderschönen Traum. Mir war so, als ob ich in einem Boot säße, das sanft über die Wellen schaukelte. Ganz langsam glitt es dahin, und leise murmelnd zog das Wasser an den Bordwandungen vorüber. Dann gab es einen Ruck, und dann stand das Boot still. Ich schlug die Augen auf. An meiner Seite saß meine Frau aufrecht im Bett. „Was ist passiert?" fragte sie. „Ich weiß es nicht, Kind, aber ich will nach- sehen." Die pure Galle tritt mir zwischen die Zahne, wenn ich an meine Eindrücke in der nächsten Minute denke. Mein Gewand möchte ich zerreißen aus meinem Schlips möchte ich herumtrampeln. Aber ich will mich fassen und mit ganz dürftigen Worten berichten. Als ich in den grauenden Morgen hinaustrat, da stand mein Wochenendhaus auf der Parzelle, die nach der Versicherung des Agenten die abscheulichste auf dem Erdenrund war. In einiger Entfernung trieb Kersten seine Kühe weg. Hinter sich her zerr- ten die Biester einen großen, eisernen Rahmen mit Zinken. Nachts hatte Kersten das Rindvieh vor seine Egge gespannt; dann hatten die Ungetüme das Ding mit allem, was darauf stand, so lange gezogen, bis es von dem Hausfundament freikam, c) Gießen: Oberer Hardthof, Unterer Hardthof, Hennecken und alle weiteren landwirtschaftlichen Betriebe; d) Annerod; e) Rödgen marschiert sofort zum Festplatz auf dem Trieb; Ueberleitung: Stahlhelmkapelle. Gruppe 6: Vereine (nur Zahnengruppen zu je 3 Mann). Es nehmen teil: sämtliche Kriegeroereine, dann Schützenoereine, Schwimmoerein, Turnerschaft, Rad» klub Germania, Spielvereinigung 1900, Gesangverein Eintracht, Verein für Bewegungsspiele, Guttempler, Philologenverein, Jugendherbergsverband, Sängerkranz, Kolonialverein, Rudergesellschaft, Rudersport, Theatervereinigung, Bavaria, Ruderklub Hassia, Schützengesellschaft, Gesangverein Konkordia, Kraftsportklub, Schützenklub, Gesangverein Frohsinn, Touristenvereinigung, Wandervogel Höhenflug, Reit- und Fahrklub, Gießener Radfahrverein 1885, Gießener Sängervereinigung mit allen ihr angegliederten Vereinen sowie alle nicht genannten Vereine, die in diesen Rahmen gehören. Abschluß Fahnengruppe der Politischen Organisation: SS. Die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz verteilt sich über den ganzen Zug zur Hilfeleistung bei Un- glücksfällen. dort ein, wo er berufsmäßig hinge- hört. Dies gilt sowohl für Einzelpersonen, wie für Vereine u. a. Bei Aufstellung des Zuges in den festgelegten Straßen haben die Kolonnen scharf die rechte Straßenseite einzuhalten. Den Anweisen der als Ordner tätigen politischen Leiter ist unbedingt Folge zu leisten. Marschiert wird in Sechser-Reihen. Die Teilnahme am Festzug darf in keiner Weise zur Reklame ausgewertet werden. Verstöße bedingen Ausschluß von der Teilnahme. Die Gruppe umfaßt Innungen, Berufsvereine und Berufsverbände und Betriebe (d. h. Geschäfte.) Es nehmen teil: Gastwirte, Konditoren, Dachdecker, Kellner, Schuhmacherzwangsinnung, Buchdruckerverein, Fleischerinnung, Schreinermeistervereinigung, Bäckerzwangsinnung, Freie Innung des Kraftfahrzeuggewerbes, Freie Schneiderinnung, Kohlenhändler, Friseurzwangsinnung, Kutscherverein, Schlosserinnung, Fuhrwerksbesitzer, Verband der Elektroinstallationsfirmen, Freie Innung der Uhrmacher und Goldschmiede, Gartenbaubetriebe, Maler- und Weißbindervereinigung, Kraftdroschkenbesitzer, Drogisten, Einzelhandelsverband und alle ~ r ’ !-------i, Sattler- und Tape- ische ßrateo igst tilge' J.3612- Gruppe 4: Freie Berufe und AnqesteNte. Aufstellung 12.45 Uhr Bleichstraße, Spitze Lony- straße. Anmarsch zum Oswaldsgarten über Hin- denburgwall, Gartenstraße, Neuen Bäue, Neuenweg Kaplansgasse, Bahnhofstraße in die Neustadt. Die Spitze steht am Geschäft I. B. Häuser. Eintreffen dort spätestens 1.30 Uhr. Gruppe 5: Landstand. Aufstellung Rodheimer Straße, Spitze am Biebertalbahnhof. Eintreffen spätestens 1.30 Uhr. Klein-Linden: marschiert über die Brücke in die Hammstraße ein und rückt nach Abmarsch der Gruppe 1 bis zum Biebertalbahnhof vor. W i e s e ck : marschiert in die Steinstraße ein, und rückt mit Trohe nach Abmarsch der Gruppe 3 bis zur Turnhalle vor. Annerod: marschiert über Kaiserallee, Mvltke- straße, Hitlerwall in den Wernerwall ein und rückt nach Abmarsch der Gruppe 2 bis zur Turnhalle vor. Die Ortschaften müssen bis spätestens 1.45 Uhr an ihren Plätzen stehen. Gruppe 6: Vereine. Aufstellung Kirchstraße, Spitze am Geschäft I. B. Häuser. Anmarsch über Marktplatz, Kirchenplatz in die Kirchstraße. Eintreffen spätestens 1.45 Uhr. 4. Marsch des Zestzugs. Der Festzug nimmt folgenden Weg: Horst-Wessel- Wall, Seltersweg, Neuenweg, Neuen Bäue, Gartenstraße, Ludwigsplatz, Kaiserallee zum Trieb. Der Anmarsch auf den Trieb ist so geregelt, daß Idie dort eintreffenden Marschkolonnen von Ord- Endgültige Anordnungen über Aufstellung und Aufmarsch des Fefizugs. läge enstef iläge 5*er* ahlb»1 iser arten 2145/21*, % Gruppe 4: Freie Berufe und Angestellte. a) Aerzte, Zahnärzte, Dentisten, Rechtsanwälte, 'Architekten, Musiklehrer und alle sonstigen; b) Angestellte, soweit sie nicht durch die Betriebe erfaßt sind. Führung von 4b hat die Deutsche Arbeitsfront, Angestelltenschaft; c) Hausangestellte. Ueberleitung: SZ. des Jungvolks, Ehrenkompanie des Jungvolks, Fahnenabteilungen von Jungvolk und BDM. Gruppe 5: Landstand. a) Wioseck mit Trohe (ohne Rücksicht auf Beruf); b) Klein-Linden; ischl. g Juni minal- B \ Lee. B 5. Landstand: Kreispressewart Pg. Michel. 6. Vereine: OG. - Propagandaleiter Pg. D i tt- m a r. Sprechstunden der Aufmarschleitung: täglich 4 bis 5 Uhr auf der Kreisleitung, Löberstrahe 9, Tel. 4032. Es wird jedoch ersucht, persönliche Nachfragen weitestgehend zu beschränken, da alle Anordnungen durch die Presse in verständlicher Form bekanntgegeben werden. Im Folgenden gibt die Aufmarschleitung die eingehenden und endgültigen Anordnungen für den Festzug bekannt. gez. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Mein kleines Wochenendhaus. Don Georg Mühlen-Schulte. Ich möchte mir erlauben, dies Haus mit allem, »as darin und darum ist, zum Teufel zu wünschen. D»er Mann, der es mir verkaufte, hatte gesagt, an ter Stelle, wo es stand, hätte sich früher das Para- iiies befunden; ich könnte vom Bett aus mit einem s uß an den See und mit dem anderen in den Wald cslangen. Die Luft wäre schwer vom Dufte der Lilumen; leuchtende Falter würden vor meinen Fenstern ihr Spiel treiben, muntere Vögel würden mir mein Morgen- und mein Abendlied singen. Dieser Mann möge von dem Sumpffieber be- sillen werden, das mich in meinem Wochenendhaus ringt und wenn er dicht vor der Genesung steht, bann soll ihn eine Fichte vom Umfang derer, die mir beim letzten Gewitter das Dach eingerissen hat erschlagen. , _, £. Dieser Mann ist ein verlogener Schuft. Ich kann mit keinem Fuß an den See gelangen, tenn es ist kein See da. Wir haben in einiger Entfernung vom Haus einen Sumpf, in den wir immer untere Gäste schicken, wenn sie uns lange genug z«r Last gefallen sind. Auf der anderen Seite vom -aus stehen zehn Bäume oder jetzt, nach dem Ge- vitter nur noch neun. Man wird begreifen, rote venia ich von dem sittlichen Wert des Agenten halte der uns in diese Gegend gelockt hat. Ich kann voni Bett aus weder an irgendeinen See, noch m emen Wald gelangen, aber als ich Mich am ersten Noraen erhob, da geriet ich mit dem linken Fuß in emen großen Tümpel Grundwasser. Ich zog den Zurück und stieg auf der anderen Seite des Bettes hinaus; dort lagen Kienäpfel, und ich habe nachdem ich einmal mit der nackten Sohle auf einen divon getreten bin, stundenlang keinen Stiefel am ^Kienäpfe^und Grundwasser, das^sind^die Rattn> fleuden, die ich mit einem Sprung vorn Bett aus erreiche. Wenn Kienäpfel und Grundwasser gleich b-deutend mit Wald und See waren dann hatte inan eine gewisse Bestätigung für da, . ,. Wnt versprochen hat. Man konnte dann vaymge (engen, ihn nur für einen Halunken ju m rührend er sonst mindestens zwei repräsentier.. Unsere Luft ist keineswegs schwer vom Duft der $ tarnen Im Gegenteil, es riecht nach Moder. Auch Affe ich die leuchtenden Falter, die Dor meinem ?ienfter ihr Spiel treiben sollen. Niemand treibt dort sein Spiel außer zwei Kühen, die dem Bauer ^Ärsten^war"der frühere Besitzer des Grundstücks. iftl [ander, B Slezak. B 25150 B Mi. traße! llvril 193L t bedeutens f. M 3.70. -10 Jahren bwr- .»J? Der Abmarsch des Festzuges erfolgt pünktlich u m 2 U h r. Es sind daher die angegebenen Zeiten unbedingt einzuhalten. Nur die absolute Disziplin aller Zugteilnehmer kann eine reibungslose Abwicklung gewährleisten. Es ist selbstverständlich, daß sich jeder Volksgenosse, der als Leiter irgend einer Gruppe in Betracht kommt, diesen Aufmarschplan mit sich führt. 3m Einzelnen: Ehrenkompagnien der Reichswehr, der SS., der SA., der HI., des Jungvolks, sämtliche Fahnengruppen der politischen Organisationen und alle Spielmannszüge treten auf dem Oswaldsgarten an. Eintreffen spätestens um 1.30 Uhr; Anmarsch durch die Neu st ad t. Gruppe 1: Betriebe. Aufstellung Hammstraße, Spitze am Biebertalbahnhof. Anmarsch nur durch Frankfurter Straße, Wetzlarer Weg, Brücke in der Hammstraße. Die Betriebe müssen spätestens um 1 Uhr eingetroffen sein. Gruppe 2: Hago. Aufstellung Wernerwall (früher Nordanlage), Spitze an der Turnhalle. Anmarsch durch Walltor- straße in den Wernerwall. Eintreffen spätestens 1.15 Uhr. Gruppe 3: Behörden. Aufstellung Steinstraße, Spitze an der Turnhalle. Anmarsch über Landgraf-Philipps-Platz, Hitlerwall, (früher Ostanlage), Marburger Straße in die Steinstraße. Eintreffen spätestens 1.15 Uhr. Die Universität stellt sich auf in der Goethestraße, Spitze Universitätsgebäude und rückt über Ludwig- straße, Gartenstraße, Hitlerwall, Marburger Straße zur Steinstraße. Eintreffen dort 1.30 Uhr. Oberhessische Tageszeitung, Dresdener Bank, Gail- sches Tonwerk, Tabak- und Zigarrenfabriken, Volks- bad, Schlachthof, technische Nothilfe und alle weiteren, nicht namentlich aufgeführten Betriebe. Daran schließt sich an die Abteilung „Arbeiter". Hierhin gehören die Angehörigen kleiner Betriebe, die nicht geschlossen auftreten, sowie die Arbeitslosen. In der Mitte der Gruppe 1 marschiert die Kapelle der SA.-Standarte 116 mit SZ. und Ehrenkompanie der SA. und Fahnengruppe. Ueberleitung: Kapelle des SA. - Reserve- sturmbannes 1/116. Gruppe 2: Handel, Handwerk und Gewerbe. 1. Allgemeines. Eine reibungslose Abwicklung des Aufmarsches Irrfordert, daß sich jeder einzelne Teilnehmer mitverantwortlich fühlt am Gelingen. Er trägt sein Teil dazu bei, indem er die gegebenen Anweisungen bis ins kleinste, und, soweit s sich um festgelegte Zeitpunkte handelt, auf die Minute pünktlich erfüllt. Bei der großen Vielgestaltigkeit teilnehmender Gruppen, Vereine ufro. ist eine restlose Aufzählung ,icht möglich. Wer in dem folgenden Aufmarsch- a(an nicht ausdrücklich genannt ist, reiht sich Hochschulnachncbten. An die Universität Frankfurt wurden be- rufen: Auf den Lehrstuhl für Hygiene Professor Dr. Ernst Küfper, auf den Lehrstuhl für Botanik Professor Dr. Friedrich Laibach, auf den Lehrstuhl für Geologie und Paläontologie Professor Dr. Rudolf Richter. Gleichzeitig wur- den angeboten: der Lehrstuhl für Pharmakologie dem derzeitigen Rektor der Universität Marburg, Professor Max Baur, der Lehrstuhl für englische Philologie dem ordentlichen Professor an der Universität Gießen Dr. Walther Fischer. — Professor Dr. Karl Asmus von der Hochschule für Lehrerbildung geht, nachdem die sei- nerzeit ausgesprochene Versetzung in den Ruhestand wieder aufgehoben worden ist, mit Beginn des Sommersemesters an die Hochschule für Lehrer- bildung in Dortmund. Der Festzug marschiert in 6 großen Gruppen, die durch Ehrenkompanien, Fahnenabord- lungen und Musikkapellen untereinander verbunden and. Die 6 Gruppen sind: 1. Betriebe und Arbeiter, i. Handel, Handwerk und Gewerbe, 3. Behörden mit Universität), 4. Freie Berufe und Angestellte, >. Landstand. 6. Vereine (aber nur Fahnengrup- sen), Festwagen fahren bei dem Betrieb bzw. der Druppe, zu der er gehört. Eine Verteilung der Wa- jen über den Zug findet nicht statt. (Eine bestimmte Reihenfolge der einzelnen Betriebe, Vereine, Verbände ufro. innerhalb der 6 Marschgruppen ist nicht sestgelegt, sondern die Teilnehmer marschieren ohne weiteres in die Ausmarschstrahen ein, so daß sich die Reihenfolge nach dem zeitlichen Eintreffen bestimmt. Die Leiter der 6 Gruppen sind berechtigt, von ich aus Umstellungen vorzunehmen. Im Einzelnen: Spitze: SS., Reichswehrkapelle mit Spiel- nannszug, Ehrenkompagnie der Reichswehr. Gruppe 1: Betriebe und Arbeiter. Er ist ein braver Mensch; er verfügt über die Gaben des ruhelosen Fleißes, und der zähen Beharrlichkeit. Ich könnte ihn lieben, wenn nicht die Sache mit der Egge wäre. Die Egge steht zwischen Kersten und mir. Den ganzen Tag liegt mir Kersten wegen seiner Egge in den Ohren. Seme Egge soll auf dem Platz vergraben sein, auf dem sich das Haus erhebt. Sie steckte mit den Zinken in der Erde, behauptet Kersten; die Bauhandwerker hätten meine Holzbude einfach auf den Rahmen der Egge gestellt. Das sei unstatthaft. Eine Masse Gesetzesparagraphen ständen ihm zur Seite, und wenn ich seine Egge nicht gutwillig herausgäbe, dann würde er Gewalt anwenden. Kersten wird mir langsam verhaßt, und seine Egge kommt mir zum Halse heraus. Manchmal ertappe ich mich bei dem Wunsch, Kersten möge sich zur Hölle scheren, und feine beiden Kühe sollen ihn begleiten. Meine Frau hatte sich ein bißchen Salat gezogen, den haben die Kühe aufgefressen, und dafür haben sie eine Bezahlung hinterlassen, die den ganzen Garten unwegsam macht. Kerstens Eggen- Schmerzen sind durch unseren Salat-Aerger kompensiert, das will ich auch alle Instanzen hindurch vertreten. Es muß noch ein Wort über die munteren Vögel gesagt werden, die mir mein Morgen- und mein Abendlied fingen. Diese Vögel haben sechs Füße und einen Säugrüssel. Der Volksmund nennt sie Mücken. Sie treten in Rudeln auf, und sie haben mich in einer einzigen Nacht so zugerichtet, daß ich wie ein Himbeerpudding aussah. Alles in allem genommen, sind das keine Zustände, die meine Entwicklung zu einem Menschen mit pazifistischen Anschauungen begünstigen. Ich habe mir den Agenten kommen lassen. „Herr Neunauge ..." habe ich begonnen. „Pardon, mein Name ist Achtauge!" hat er mich unterbrochen. „Natürlich, Achtauge! Ich konnte mir denken, daß Ihnen ein Auge fehlt. Sie sind kurzsichtig, -Herr Achtauge. Kurzsichtig wie ein toter Falke. (Erinnern Sie sich, daß Sie mir gesagt haben, dies sei die Stelle, wo früher das Paradies gestanden hat/ Ja." „Nun also, wenn dies die Stelle ist, dann muß ich erklären, daß der Himmel in [einem Zorn zu weit gegangen ist. Er hat das Paradies 3*yfd)Iagen; nichts ist davon übriggeblieben als ein Misthaufen, und in diesen Misthaufen werde ich Sie mit dem Kopf voran stecken, wenn Sie unfern Vertrag nicht annullieren." Er zuckte die Achseln. Zeitschriften. — Die „Süddeutschen Monatshefte" behandeln im Aprilheft eine Reihe grundsätzlicher Fragen des deutschen Theaters von heute, seiner geistesgeschichtlichen Grundlagen und seines Entwicklungsstrebens. Walter Stang eröffnet das Heft mit einer Einführung „Nationalsozialismus und Theater". „Die Grundlagen des Deutschen National- theaters, Wesen und Mächte seiner Schöpfung" heißt ein Aufsatz von Erich von Hartz (Darmstadt). Unter dem Titel „Staat und Drama" gibt Gustav (Stein- bömer eine neue Orientierung der dramatischen Grundbegriffe, die er zumal an Shakespearischen und Schillerschen Stücken durchführt. Den Begriff „Zeittheater" entwickelt Josef Magnus Wehner in einer Darstellung der seelischen Sehnsüchte des heutigen deutschen Menschen. Hans Brandenburg und Wolfgang Nufer führen in Entwicklungsrichtungen des Theaters ein, die schon vor dem Aufbruch der Nation ansetzten, nun aber zu Problemen von unmittelbarer Aktualität geworden sind. Walther Eckart schließt sich diesen Gedankengängen mit seinem Aufsatz „Das Laienspiel im neuen Reich" an. Eine Novelle „Die goldene Hochzeit" von Friedrich Forster, „Unbekannte Briefe Richard Wagners an Kabinettskassier Lorenz Düfflipp" von Sebastian Röckl runden den reichen Inhalt des Heftes ab. Es nehmen teil: Polizei, Arbeitsamt, Amts- aericht, Landgericht, Reichsbahn, Biebertalbahn, Finanzamt, Kreisamt, Provinzialverwaltung, Zollamt, Reichsbank, Dersorgungsamt, sonstige Landesbehörden (Forst, Vermessung und andere), Postamt, Krankenkasse, Schulbehörden, geiftlid)e Behörden, Stadtverwaltung, alle bisher nicht genannten kleineren Behörden, Feuerwehr. Dann Universität, Fahnengruppen, Lehrkörper, Studentenschaft (ausgenommen Kliniken — Gruppe 1 — und Versuchsgüter — Gruppe 5 —). Ueberleitung : Kapelle der HI. mit Ehrenkompanie der HI. und Fahnengruppe. langsam rhin Zu- iii5 höhe, lgscharat- mäßigen, ewölkung zelt noch mit vor- arm, ein« । kein be« Es nehmen teil: Nattmann, Bänninger, Gaswerk, Elektrizitätswerk, Eisenbahn, Sparkasse, Joppe, Schafsstaedt, Bataillonsverwaltung, Heiland Pflegeanstalt, Handels-und Gewerbebank, Den- uv,.y~, nnaboff Gießener Anzeiger, Kliniken, Stempel- übrigen BerufsoerelNigungen, freutet, DpeL Hvchbauamt, Tiefbauamt Grieb, Izierer-Jnnung. Sämtliche Einzelbetriebe (Geschäftes 14,5 Grad morgens mum 6,4 liefe am ril: mor- nden. Lange. Wilhelm , für den igenleiter: t der An- >50. Drv/ uch- M ©iefoen. PO.-ASVO.-M.-Sludentenschast. Am Dienstagnachmittag fand im Konferenzzimmer des Gießener Studentenhauses eine Zusammen- fünft von Vertretern der Kreisleitung der NSDAP., der Arbeitsfront Gießen, der „Kraft durch Freude" und der Gießener Studentenschaft statt. Der Hoch» schulgruppenfuhrer des NSDStB. Gießen, Bernhard Edler von Graeve, berichtete zunächst von der geleisteten und für die kommenden Semester geplanten Arbeit der Studentenschaft und des Studentenbundes. Hieran schloß sich eine lebhafte Aussprache an, die mit einem vollen Erfolg endete. In Zukunft werden die obengenannten Organisationen in engsterZusammenarbeitihre gleichen kulturellen Aufgaben gemeinsam zu lösen suchen. Als erstes äußeres Auftreten in der Oeffentlich- keit werden die einzelnen Organisationen die Walpurgisfeiern am Montag, 30. April, abends, a u f dem Gleiberg veranstalten. Hier soll bei einem Walpuraisfeuer der von den Vätern gepflegten Sitten und des Erwachens der Natur und nicht zuletzt der erwachten Nation gedacht werden. Gedichte, Sprechchöre, Volks- und Fruhlingsliedervorträge, sowie Volkstänge werden die nächtliche Feier umrahmen. Von der Gauleitung ist Besuch zu erwarten, ebenso werden von der Kreisleitung der Studentenschaft Vertreter erschei- nen. Nach Abbrennen des Feuers findet dann im Kaisersaal des Gleibergs kameradschaftliches Beisammensein statt, wobei auch zum Tanz aufgespielt werden wird. Hoffentlich hilft auch das.Wetter dieser ersten Veranstaltung zum Erfolg. Für die Pfingstwoche ist die Abhaltung einer Singfreizeit geplant, die mit einer gemeinsamen großen Veranstaltung in der Dolkshalle abschließen soll. Für Juni/Juli soll ein deutsches Volksstück im Laienspiel auf dem Gleiberg uraufgeführt werden. Wir begrüßen es, daß die einzelnen Organisationen von jetzt ab gemeinsam arbeiten und wünschen ihren Veranstaltungen vollen Erfolg. Hausfrauen lernt Mädchen an! Nahezu 3000 Mädchen in Oberhessen — 200 allein von den Gießener Stadtschulen — haben jetzt Ostern die Schule verlassen. Sie wollen ins Leben, in die praktische Arbeit, wollen ihre Kräfte im Dienst einer Aufgabe entfalten und bewähren. Nur ein verhältnismäßig kleiner Teil von ihnen konnte in Lehrstellen, oder sonstige Arbeitsplätze gebracht werden. Viele werden vorerst zu Hause bleiben, sich im Haushalt der Mutter betätigen können. Wer eine weitaus größere Anzahl bleibt übrig. Was geschieht mit diesen jungen Mädchen? Sollen sie der Straße überlassen werden, sollen sie untätig bleiben und verbummeln? Deutsche Hausfrauen, es wäre unverantwortlich, wenn Sie diesem Geschehen tatenlos zusehen mürben! Helfen Sie, diesen jungen Mädchen den Eintritt in das Leben zu ermöglichen! Helfen Sie, ihnen Arbeitsplätze zu schaffen! Helfen Sie, sie in das Volksganze einzugliedern, an der Stelle, wo ihre künftigen Aufgaben liegen, im Haushalt! Alle diese jungen Mädchen, die in der entbehrungsreichen Zeit kurz nach dem Kriege geboren wurden, deren Kindheit unter dem Zeichen des härtesten Existenzkampfes, den unser Volk zu führen hatte, stand alle diese jungen Mädchen wollen einmal Hausfrauen und Mütter werden. Mehr als je eine Generation bringen sie die Bereitschaft, sich für den Dienst am Volke einzusetzen, mit Mutig wollen sie jetzt beginnen, sich auf die großen Aufgaben in der Familie, im Volk vorzubereiten. Das Schicksal unseres Volkes und das Glück künftiger Generationen werden davon abhängen, wie diese jungen Mädchen für ihre Ausgaben erzogen wer- den. Deutsche Hausfrauen, deutsche Mütter, geben Sie den jungen Mädchen Gelegenheit, sich im haushalt auszubilden! Nehmen Sie junge Mädchen in Ihren haushalt auf! Machen Sie sich die Mähe, sie anzulernen! Sie erweisen damit nicht nur der einzelnen Familie, die oft gar nicht in der Lage ist, die Schulentlassenen auch nur kurze Zeit wirtschaftlich mit durch- zuhalten und nicht nur dem jungen Mädchen selber, das damit vielleicht für das ganze Leben Halt und Richtung mitbekommt, einen großen Dienst. Nein, Sie leisten dem ganzen Volk unersetzbare Dienste, Sie helfen Haus und Familie der Zukunft mit aufbauen. Arbeitsamt Gießen. nungs(euten In Empfang genommen und zum Aufstellungsplatz geleitet werden. Fe st wagen fahren ausnahmslos auf der Grün- berger Straße weiter, ohne auf den Trieb selbst zu kommen. Man beachte die Anweisung der Ordnungsleute. Oie Aufmarschleitung: gez. Hopfenmüller,stellvertr. Kreisleiter Aus her Provinzialhauptstadt. Oie Sprache des Pulses. Von Or. med. August Wallraf. Es gibt Aengstliche und Ueberängstliche, die der Meinung sind, daß ihr ganzes Heil und ihr Gesundheitszustand von der Anzahl ihrer Pulsschläge abhängt. Auf diesem Gebiet wird durch übertriebene Selbstbeobachtung eine vollkommen unnötige Krankheitsangst heroorgerufen, die verurteilt werden muß. Der Puls gibt zwar die Zahl der Herzzusammenziehungen an und schafft uns daher Aufklärung über die Arbeitsweise unseres wichtigsten Organs. Trotzdem müssen wir immer bedenken, daß auch bei völlig gesunden Menschen der Puls im selben Zeitraum ganz verschieden schlägt. Bedenklich ist nur der plötzliche Wechsel der Pulsschläge, nicht aber jede Abweichung von der normalen Zahl. Diese normale Zahl hängt von den verschiedensten Umständen ab, wobei Alter, Geschlecht und Körperlänge zu berücksichtigen sind. Im ersten Lebensjahr beträgt die Schlagzahl pro Minute oft weit über 100, im Laufe der Kindheit sinkt die Zahl langsam ab, am Anfang des zweiten Jahres auf etwa 110, im dritten Jahr auf 100, im fünften Jahr auf 90. Beim völlig Erwachsenen bis zum beginnenden Alter wird dann die bekannte Zahl von 72 Schlägen pro Minute erreicht, um in höherem Lebensalter bis auf 65 zu sinken. Im hohen Greisenalter dagegen tritt wieder eine leichte Erhöhung auch ohne äußeren Anlaß ein. Bei Frauen ist der Puls im Durchschnitt etwa 6 bis 8 Schläge schneller, als beim Manne. Interessant und wenig bekannt ist die Tatsache, das besonders lange Leute meist etwas weniger Pulsschläge aufzuweisen haben, als kleinere Figuren. Wann tritt nun eine plötzliche Pulsbeschleunigung auf? In erster Linie natürlich bei jedem Fieberanfall. Das Fieber bedingt ja eine gewaltige Stosf- wechselsteigerung und zwingt daher das Herz zu einer Mehrarbeit, die es durch eine gesteigerte Anzahl von Zusammenziehungen auszugleichen versucht. Sehr häufig ist auch die Pulsbeschleunigung durch eine Ueberlabung des Körpers mit den Produkten der Schilddrüse (Basedowsche Krankheit). Mitunter jedoch können auch Störungen der Herznerven, ober des allgemeinen Nervensystems höhere Pulszahl Hervorrufen. Bei allen Untersuchungen muß man jedoch immer die Stellung des Körpers, also Sitzen, Stehen ober Liegen, berücksichtigen; auch etwa unmittelbar vor- hergegangene geistige ober körperliche Anstrengungen spielen bei der Pulsbeschleunigung eine Rolle. Mitunter ist es auch möglich, aus der Beschleunigung des Pulses nach solchen Anstrengungen die Leistungsfähigkeit des Herzmuskels zu beurteilen. Zu diesem Zweck werden die bekannten 10 Kniebeugen vorgenommen. Sie müssen in ca. 40 Sekunden ausgeführt werden. Als normal ist dann nach diesen 40 Sekunden eine Pulszunahme van nicht mehr als 10 Schläge zu betrachten. Diese Zunahme muß jedoch innerhalb zwei Minuten bei einem gesunden Herzen wieder dem Normalzustand weichen. Allerdings kommen auch oft ohne Organschäbigun- gen lediglich durch nervöse Einflüsse Abweichungen von diesen Regeln vor. Manche klagen ständig über Pulsverlangs^mung. Falls Pulsschläge bis herunter zu 54 einen Dauerzustand bilden, liegt kein Anlaß zur Beunruhigung vor. Es können solche Leute trotz der angeborenen S)ie echte und die falsche Sor alies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (6.) 26 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Alles erledigte sich rasch und glatt; der Justizrat konnte sich bald empfehlen. Er tat es mit dem warm klingenden Wunsch: „Fröhliches Weihnachtsfest!" Draußen auf dem Flur sagte er zu Holm Meerhold, der ihn hinausbegleitet hatte: „Schicken Sie lieber gleich nach dem Arzt! Besser ist besser! Ich glaube zwar nicht, daß unmittelbare Gefahr droht, sondern nur, daß der alte Herr unter dem Einfluß einer Stimmung leidet, die der heutige Abend in ihm heroorgerufen hat. Mancher wird ja am Christabend melancholisch." Doktor Meerhold wollte umkehren, da sah er sich Ägina gegenüber. Sie war ihm rasch gefolgt, flüsterte: „Er möchte wieder ins Weihnachtszimmer." Sie gingen zusammen ins Arbeitszimmer, und auf die Arme der beiden gestützt, schritt Jobst Freese zurück in den großen, altmodisch möblierten Raum, tn dem Frau Malwine die brennenden Kerzen des Weihnachtsbaumes behütete. Sie entfernte sich auf einen Wink ihres Herrn sofort, und Regina zog die Vorhänge fest zu. In der Ecke des braunen Plüschsofas saß jetzt der alte Herr und blickte in das Kerzengefunkel des Baumes, sagte fast vergnügt: „Nun noch ein wenig Weihnachtszauber, den doch nur der lichtergeschmückte Baum geben kann, dann wollen wir essen. Mir ist mit einem Male wieder sehr wohl." Regina atmete auf. Dem Himmel fei Dank, da würde sie Jobst Freese in den nächsten Tagen wohl bewegen können, das Testament zu ändern, dessen Inhalt sie bedrückte. Denn die Erbschaft durfte sie nicht annehmen, die hätte sie nicht verdient. Mit großen Augen sah der alte Herr in bas fröhliche Kerzenleuchten. Plötzlich rief er: „Mein letzter Weihnachtsabend ..." Er taumelte jäh empor, streckte beide Arme dem Baum entgegen, murmelte: „Stille Nacht, heilige Nacht..." Holm Meerhold konnte gerade noch zuspringen, um ihn vor dem Fall zu bewahren. Ein Stöhnen klang auf, ein ganz eigenes Lächeln umspielte die Lippen Jobst Freeses, und ein bläulicher, wundersamer Schein breitete sich über die klugen Züge. Die Augen schlossen sich — der Tod stand unter dem glänzenden Baum und winkte. Da tat das Herz des alten Mannes seinen letzten Schlag. Holm Meerhold hielt einen Toten im Arm. Regina starrte fassungslos auf den Leblosen, den Holm Meerhold mit Anstrengung auf das Sofa bettete. Danach öffnete er weit das Fenster. niederen Pulszahl ein hohes Lebensalter erreichen. Beängstigend ist nur das plötzliche Absinken einer an und für sich normalen Pulszahl. Es empfiehlt sich, dann sofort einen Arzt um Rat zu fragen. Kreisleitung der NSDAP. Gießen. Amt für Volkswohlfahrl. Arn Donnerstag, 26. April, um 19 Uhr, findet in Gießen, im Caf6 Leib, Walltorftraße, ein Amtsleiter Appell des Amtes für Volkswohlfahrt statt. Es sprechen über „Bevölkerungspolitische Maßnahmen" der Leiter des Aufklärungsamtes für Be- völkerullgspolitik und Rasfenpflege Pg. Dr. Kranz (Gießen) und der Leiter des Gesundheitswesens im Amt für Volkswohlfahrt Pg. Dr. Hofmann (Gießen). An diesem Appell haben alle Ortsgruppen-, Zellen- und Stütz>punktamtsleiter des Kreises Gießen teilzunehmen. Heil Hitler! Gez.: Klöß, Kreisamtsleiter. An dem am Donnerstag, 26. April, um 19 Uhr in Gießen im Cafä Leib, Walltorftraße, ftattfinben» Von irgendwo draußen klang es aus Kinderkehlen ins Zimmer: „Stille Nacht, heilige Nacht..." Und es schneite noch immer, dichter und dichter fielen die Flocken. Regina kniete vor dem Sofa nieder, betete für den guten Mann, der sie in einer trüben Stunde ihres Lebens vertrauend zu sich ins Haus genommen, und Träne auf Träne rollte über ihre Wangen. Hell und fröhlich funkelten die Kerzen am Baum, aber mit ernstem Gesicht schaute Holm Meerhold in das Geflimmer. Er fuhr sich mit dem Taschentuch über die Augen, sie brannten plötzlich so sehr. Ihm war es, als ob sein Vater, der schon vor Jahren gestorben, noch einmal von ihm gegangen wäre in dieser Christnacht. Justizrat Stein sagte in freundlich beruhigendem Ton: „Aber bitte, verehrtes Fräulein Graven, seien Sie doch nicht eigensinnig. Welchen vernünftigen Grund hätten Sie denn, die Erbschaft auszuschlagen? Gar keinen! Sie täten ja dem alten Herrn noch Schmerz über das Grab hinaus an, wenn Sie bei Ihrem Entschluß blieben. Er hat seinen Entschluß, Sie zu seiner Erbin einzusetzen, bei vollem Bewußtsein gefaßt, und es war feine letzte Freude." Es war feine letzte Freude!, klang es in Regina nach. Es war am Tage nach dem Begräbnis, und Regina befand sich mit Justizrat Stein im Arbeitszimmer des Verstorbenen. Regina erwiderte leise: „Warum ich nichts annehmen möchte? Sehr einfach: Weil ich nicht begreifen kann, daß er mir, gerabe mir, alles hinterlassen hat. Er war doch sonst schon gut genug gegen mich. Ich habe das bedrückende Gefühl, mir etwas anzueignen, worauf ich fein Recht habe, und das häßliche Wort .Erbschleicherin' quält mich." Der Justizrat lächelte ein wenig belustigt. „Das unsichere Gefühl wird sich geben. Das verliert sich bald, und daß Sie und das Wort .Erbschleicherin' nicht zueinander passen, sieht jeder auf den ersten Blick." Er wurde sehr ernst. „Ein Recht auf den Nachlaß aber gab Ihnen der Verstorbene selbst, und er war der einzige Mensch, der darüber zu entscheiden hatte. Ich rate Ihnen nochmals und dringend, nehmen Sie die Erbschaft an. Sie berauben ja niemanden. Von all den persönlichen Annehmlichkeiten abgesehen, die Sie sich fortan werden leisten können, kommen Sie auch in die ßage, Gutes tun zu dürfen. Sie werden schöne Reisen machen, etwas von der Welt sehen und..." Helles Rot stieg plötzlich in Regina Gravens ®efid)t. Ein Gedanke war da plötzlich, ein Gedanke, Öen sie schon früher als heiße Sehnsucht gehegt. Aber als eine unerfüllbare Sehnsucht. Jetzt winkte mit einem Male die Erfüllung. Sie lächelte ein wenig und fiel dem Justizrat ins ^ort: Ich mache keinen Einwand mehr, nehme die Erbschaft an und bitte Sie, alles zu regeln." Der Justizrat nickte zufrieden: „Endlich sind Sie 'vernünftig!" den Amtsleiter-Appell des Amtes für Volkswohl- fahrt haben die Bürgermeister des Kreises Gießen teilzunehmen. Heil Hitler! Gez.: Kloß, Kreisamtsleiter. NG.-Aerztebund Kreis Gießen. Hiermit fordere ich die Parteigenossen und Mitglieder des NS.-Aerztebundes des Kreises Gießen auf, an der Veranstaltung der NS.-Volkswohlfahrt am Donnerstag, 26. April, um 19 Uhr, im Cafö Leid teilzunehmen. Heil Hitler! Gez.: Dr. Vetz berger Kreisabteilungsleiter für Volksgesundheit. Aus parteiamtlichenBekanntmochungen Das 21 mt für Beamte, Kreis Gießen, weist nochmals auf den am morgigen Freitag, 20 Uhr, im Hause der Deutschen Arbeitsfront stattfindenden Fachschaftsabend der Fachschaft 12 (All- aemeine Länderverwaltung) hin, an dem alle Fach- schaftsmitglieder teilnehmen müssen, während die Berufskameraden der übrigen Fachschaften eingeladen sind. Er dachte: „Die Aussicht auf schone Reisen hatte Regina Graven bezwungen, endlich nachzugeben. Seit einer Stunde plagte er sich ja schon herum mit ihr, die durchaus die Erbschaft hatte ausschlagen wollen, weil sie behauptete, kein Recht darauf zu haben. Sie hatte jetzt leuchtende Augen und fah wunderschön aus in dem einfachen schwarzen Trauerkleid, das sie sich gekauft. Wie zufrieden und glücklich die kurz zuvor noch so nervös scyeinende Regina Graven mit einem Male dreinschaute!, mußte der Justizrat denken. Am Nachmittag schon fand er sich wieder ein, saß ihr gegenüber im Arbeitszimmer des Verstorbenen und berichtete, ein bißchen sachlich betonend: „Ich habe, da ich schon zuweilen mit der Ordnung von Dermogensangelegenheiten vom Herrn Landgerichts- bireftor betraut wurde, leicht meine Erkundigungen einziehen können. Außer dem Grundstück, das nur mit einer kleinen Hypothek belastet ist, liegen auf der Bank Schnydder gute Wertpapiere für annähernd hunderttausend Mark. Das Barvermogen beträgt hundertzwanzigtausend Mark, so daß Sie, das Grundstück eingeschlossen — es ist mit sechzig- tausend sehr niedrig taxiert —, jetzt über ein Vermögen von etwa dreihunderttausend Mark verfügen." Regina verstand ja nicht allzuviel von Vermögens- dinaen. Bisher schienen ihr, für ihre Begriffe, tausend Mark schon eine Unsumme. Und wenn sie nun auch angenommen hatte, das Haus wäre sehr wertvoll, blieb es doch immerhin zunächst nur ein Gegenstand. Eine Barsumme dagegen sah für sie 9an3 anders aus. Sie hatte angenommen, daß Jobst Friese höchstens über zehn- ober zwanzigtausenb Mark verfügt hätte, hatte geglaubt, weil er fach- schriftstellerisch noch so fleißig tätig gewesen war, er hätte bas Einkommen nötig gebraucht, um sein kleines Vermögen nicht anzugreifen, unb hielt jetzt förmlich ben Atem an vor Schreck über bie eben gehörte Summe. Justizrat Stein schien zu erraten, was sie bachte. Er sagte: „Herr Freese war reich unb lebte verhältnismäßig einfach. Man vermutete gar nicht so viel Gelb hinter seiner Schlichtheit — nicht wahr?" Regina nickte, unb auf ihrem Gesicht lag noch immer grenzenloses Erstaunen, blieb barauf liegen währenb ber ganzen weiteren Unterhaltung. Sie war froh, als sich ber Justizrat empfahl. Ganz benommen blieb sie zurück. Sie saß an bem geschnitzten Schreibtische, einem wertvollen antiken Möbel, unb hatte ben tief geneigten Kopf auf die gefalteten Hände gelegt. Sie sann: wie so ganz anders, als vorauszusehen war, hatte sich doch ihr Leben gestaltet, unb nur baburch, daß sie an Stelle von Doralies Wolfram nach Berlin gereift war. Sonst säße sie jetzt noch als Arbeitslose in Mooshausen unb wäre wohl auf die Unterstützungskasse bes Städtchens angewiesen. Statt dessen gehörte ihr nun eine vollständig und bequem eingerichtete große Villa mit schönem Gar- Die NS.-Haga Ortsgruppe Gießen» Süd und Gießen-Nord machen ihre Mit« glieber auf bie am morgigen Freitag, 20 Uhr, ig ber Liebigshöhe ftattfinbenbe Kunbgevung aufmerk« sam unb forbern zu vollzähligem Besuch auf. Redner ist Pg. F e i ck e r t - Frankfurt a. M. Ortsgruppe Sießen-Süd. Dom Donnerstag, bem 26., bis Montag, ben 30 b. M., findet in ber Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenschaft eine ßebensmit- t e I f a m m I u n g für bie NS. -Dolkswohl« fahrt statt. Es ist Pflicht eines jeden Volksgenossen, zur Linderung der immer noch bestehenden Not zu seinem Teil tatkräftig beizutragen. Ich bitte, bie Lebensmittelspenbe zur Abholung bereitzuhalten. gez. Zoll, stellv. Ortsgruppenamtsleiter. Deutscher Heimarbeiter- und Haus- gehitfen-Verbanb. Derbandsort Gießen. Achtung! töerbanbsmitglieber! Am Freitag, 27. April, 20.30 Uhr, finbet eine wichtige Mitglieberverfammlung im Saale bes Caf6 Leib statt. Es spricht ber Derbanbs- bezirksleiter Pg. Paul Rahner (Frankfurt a. M.). Zur Unterhaltung spielt bie SA.-Kapelle Niebergall. Restloses Erscheinen ist Pflicht. Gez.: Zotz, Verbandsortsleiter. Von der HI. Der ehemalige Oberiungdannführer des Oberjungbanns V Rheinpfalz, Ruprecht Hainer, wurde zum Gebietsjungvolkführer in das Gebiet Hessen-Nassau berufen. Heini Jung, der bisherige Gebietsjungvolkführer, übernimmt die Leitung des Sozialen Amtes in der HI. im Gebiet Hessen-Nassau. Oie Wertquittungen des WHW. Am 2. IHai Ablauf der Wertqutttungen für die Sohlenverforgung des DHD. Die Reichsführung des WHW. gibt bekannt: Es wurde wiederholt durch Rundschreiben und Notizen in der Fach- und Tagesvresse darauf hingewiesen, daß die Gültigkeit der Wertquittungen für die ge- samt« Kohlenversorgung im Reiche mit dem 2. Mai 1934 abläuft. Die Kohlengutscheine der letzten Ausgabe Serie „F", welche von den Kohlen-Kleinhändlern bis zum 10. April 1934 nicht bei den zuständigen Ortsgruppen des WHW. abgerechnet wurden, sind verfallen. Die bis zum 10. April 1934 ausgestellten Wertquittungen sollten bis zum 20. April 1934 von ben Kohlenkleinhänblern bei ben Kohlengroßhänblern in Zahlung gegeben fein. Die Kohlen-Großhändler haben biefe Wertquittungen bis zum 25. April 1934 bei den Syndikaten einzureichen. Der Einreichungstermin der Syndikate bei der Reichsführung ist der 2. Mai 1934. Nach dem 20. April 1934 hat der Kohlen-Kleinhändler, nach dem 25. April 1934 hat der Kohlen-Großhändler keinen Anspruch mehr daraus, baß chm eine Wertquittung abgenommen wirö. Wenn ein Kohlen-Großhändler trotzdem nach dem 20. April 1934, oder wenn ein Syndikat nach bem 25. April 1934 noch eine Wertquittung annimmt, so tun sie das auf eigene Gefahr, da bie Reichsführung nach bem 2. Mai 1934 grundsätzlich keine Wertquittungen mehr entgegennimmt. Es wirb nochmals, unb zwar nachdrücklichst, barauf aufmerksam gemacht, baß von ber Reichsführung nach bem 2. Mai 1034 keine Wertquittungen mehr angenommen werden. Tagung der Landessynode. Die Lanbessynobe der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen tritt am Freitag, 27. April, vormittags 10.30 Uhr, tn dem Synodalgebäude zu Darmstadt zu einer Sitzung zusammen. Einziger Punkt der Tagesordnung ist bie Ueberführung der Evangelischen San» ten in einem Vorort Berlins, und ein Vermögen dazu. oie konnte und wollte das noch nicht fassen. Ueberroältigenb war die Vorstellung. Sie grübelte: Peter Konstantin verurteilte die Luge — und ihre Lüge war doch so überreich belohnt worden. Belohnt worden? War sie wirklich belohnt worden? Hatte sie nicht durch ihre Lüge Peter Konstantin kennengelernt und damit das Leid? Sie liebte ihn doch, das wußte sie nun. Und ihr Herz krampfte sich vor Weh zusammen, wenn sie an ihn dachte. So jämmerlich klein stand sie ja in seinen Augen da, die sich in seinem Beisein mit der Polizei hatte drohen lassen müssen. Sie seufzte und schloß die Augen, sann: wie schön wäre jetzt alles, wenn sie Holm so lieben könnte wie Peter Konstantin — Holm, der dem anderen so sehr ähnelte und doch wiederum nicht. Es klingelte am Gittertor. Sie hob en Kopf aui ihren Händen, warf einen Blick durch das Fenster. Draußen stand Holm Meerhold. Sie erinnerte sich unwillkürlich daran, wie erschrocken sie gewesen war, als sie ihn zum ersten Male so wartend vor der Gartentür hatte stehen sehen, und wie sie bestimmt gemeint hatte, es wäre Peter Konstantin. Der Irrtum wäre jetzt wohl nicht mehr möglich. Ein paar Minuten später klopfte es, unb bie hohe Gestalt Holm Meerholbs trat ein. Regina ging ihm ein paar Schritte entgegen; aber ohne baß sie es eigentlich wollte, war ein Etwas in ihrer Haltung, bas wie leichter Wider- ftanb, wie Ablehnung war. Regina Graven und Holm Meerhold reichten sich die Hände. Er fragte: „Wie geht es dir? Wir haben uns feit gestern vor der Beerdigung nicht mehr gesehen? Du bliebst ja zu Hause, was auch gut war; es hätte dich doch nur aufgeregt, die ganze traurige Zeremoni« mitzumachen. Sie bat: „Setze dich, Holm, unb bann erzähle mir, wie das Begräbnis gestern verlief. Ich las heute früh schon in ber Zeitung barüber. Unb Justizrat Stein meinte auch, es wäre alles sehr feierlich gewesen; aber ich höre gern noch von bir, wer dabei war. Ich sah und hörte doch nichts davon." Er dachte: Wie kam es nur, daß Regina ihm jedesmal, wenn er sie wiedersah, noch schöner und begehrenswerter erschien, obwohl er wußte, sie liebte ihn nicht, sondern einen anderen, der ihm ähnelte — einen, den er deshalb haßte, weil sich ohne ihn jetzt vielleicht alles so wunderschön gestaltet hätte. Er berichtete: „Die Beerdigung war sehr feierlich, die Predigt klug und warm zugleich; verschiedene Reden ebenfalls. Nur war niemand da, dem man, Beileid aus« I drückend, die Hand geben konnte. Das ist immerhin etwas Seltenes unb fiel auch auf." (Fortsetzung folflt) j Die Feueralarmftrenen werden am I Das erste Schulungslager aus der Vurg Gleiberg Ttsleiter. mit Ql Staatsbürger und staatsbürgerliche Verpflichtung rsT. n für die Samstag um 15 Uhr probeweise in Betrieb gesetzt. Grund zur Beunruhigung beim Heulen der Sirenen besteht also nicht. ** Die Straßensammlung für das ugendherbergswerk am vorigen Sonntag des Ober Hainer dar Tebic gvollsührei mtes in bt ^gabe Ser inblern b ibigtn Orb n, sind di: ausgefteOtc ril 1934 ui- iroßhändler TroßhäM April 19:. ünreichuH irung ist d 934 hat k ril 1934 k ih mehr N irnrnen w: m nach t at nach bc annimm/, )i e h keine M' rb nodjM 'amgeiM Mai IE txi west-. M kv angelt ;essentir ).3O Uhr.l >t zu ei« finbet ei, ‘Ung j. .MnJ surt a.A ^iebergoi Anordnung! Vetr.rKampfbund derDeutschenArchitekte« und Ingenieure. Ls ist Pflicht jedes nationalsozialistischen Architekten, Technikers und Ingenieurs, dem Aampfbund der Deutschen Architekten und Ingenieure beizutreten. Der KDAI. hat die Zusammenfassung aller deutschen Techniker zum Ziel und ist die für die Schulung der Techniker im nationalsozialistischen Sinne von der Reichsleitung der NSDAP, allein anerkannte Stelle. Ls muh mit der Vereinsmeierei und Zersplitterung nun endlich einmal Schluh gemacht werden. Ich kann es daher, im Interesse der gewaltigen Aufgaben, die der Technik bei dem Aufbau des Staates gestellt sind, nicht mehr zulassen, dah sich die Architekten, Chemiker und Ingenieure in einem Dutzend von vereinen und Bünden verlieren, und werde, wenn hier nicht ia aller Kürze ein Zusammenschluh erfolgt, die mir geeignet erscheinenden Maßnahmen treffen. Anmeldungen für den Gau Hessen-Nassau sind an die Gebietsleitung, Frankfurt am Main, Adolf-Hitler-Haus, Gutleutstr. 8/12, bzw. an die betreffenden Bezirksleitungen zu richten. Frankfurt a.M., 20. April 1934. Gez.: Sprenger. n Vermöge nicht jass« Sie grübelt — und ih lörben. !lich belohi >r Konstant Sie liebte ih U krampfte \t n dachte- e n Allsten ° Polizei hat nn: ®i«j* lieben kann >m anderen > 6 N4 Ä leren, J sich ch, ii'febl® schon Schulung". Aus der Praxis'der politischen, Schulung innerhalb der studentischen Kamerad- ®as schließt am 5. Mai schaftserziehung wird von Graeoe noch berich- Verlauf dieses Lagers werden wir noch berichten, ten. Der Sontag nachmittag ist freigehalten für I --------- ergab in der Stadt Gießen den Betrag von 836,95 Mark. R. D. H. Tränkt die Tiere reichlich! Auf das Tränken wird in der Tierpflege oft zu wenig Wert gelegt. Manches Pferd würde bei der gleichen Futtermenge besser ernäyrt aussehen, wenn es Gelegenheit hätte, während der Mahlzeit etwas Wasser zu sich zu nehmen. Beim Füttern auf der Straße erhält eine große Anzahl Pferde auch hinterher kein Wasser. Da das trockene Futter den Durst erhöht, hört manches Pferd vor Durst auf zu fressen. Wenn nur irgend Wasser erreichbar ist, sollte das Pferd auch nach der Mahlzeit ausgiebig getränkt werden. Ein genügend getränktes Tier kann besser arbeiten, als ein durstendes. Auch den Kettenhunden stelle man immer Wasser zur Verfügung und gebe ihnen während der Sommerhitze einen chattigen Platz. Dasselbe gilt für die Kaninchen. Käfigvögel dürfen ebenfalls nicht der heißen Sonne bh ?10 01)1, (sgeno(. bitte, i Matten Weiht, Haus. bekannt: (< unb Notiz«: hingewich: für bieji dem 2. M Schon seit einigen Wochen ist der Umbau des Albertus-Baues der Burgruine Gleiberg fertiggestellt. Die Räume, die für zukünftige Lager bestimmt sind, wurden von jugendlichen ortsansässigen Handwerkern in selten schöner Art erneuert. Nun wird Ende dieser Woche Leben auf der sonst so stillen Burg einziehen, da die zukünfti- ;en Kameradschaftsführer der Studentenschaften Marburg, Gießen und Frankfurt, sowie die Führer ür die Wohnkameradschaften der einzelnen Korporationen dieser Universitätsstädte hier für einige Tage zu ernster Arbeit zusammenkommen werden. Das Schulungsiager, das im Auftrag des Leiters des Amtes für Kame- radfchaftserziehung der Deutschen Studentenschaft durchaesührt wird, steht unter der Gesamtleitung des Führers des Gießener Kameradschaftshauses cand. theol. Paul Seipp. Die Schulungsleitung liegt in Händen des Hochschulgruppenführers des NSDStB. Gießen und politischen Schulungsleiters bei der SA.-Standarte 116 cand. rer. pol Bernhard. Edler von Graeoe. Die Lagerleitung wurde cand. rer. nat. Hans Fritz Schuster, dem Hauptamtsleiter für Aufklärung und Werbung der Gießener Studentenschaft, übertragen. Die Arbeitstagung steht unter dem Motto: „Ziel und Weg der tudentischen Kameradschaftserz ie- h u n g". Nachstehend eine kurze Uebersicht über den Tagungsverlauf:. Freitag vormittag nach der Eröffnung und Flaggenhissung Referate von Prof. D. Born- kämm und B. E. von Graeve. Nachmittag Freizeitgestaltung unter Leitung von Stud. Pom- m e r e n i n g. Der Samstagmorgen bringt Referate von Seipp, ferner von Obertruppführer Nahm und einen Vortrag des Obertruppführers Heinz Horn über: „SA.-Geift in das Kameradschaftshaus und in die Wohnkameradschaft". Der Nachmittag bringt wieder Fortsetzung der Uebungen zur Ausgestaltung einer Freizeit. Am Samstagabend findet nach dem Abendbrot ein kameradschaftliches Zusammensein der Lagerteilnehmer mit der Leitung des Gleiberg- vereins, mit der Gemeindeführung von Gleiberg und Krofdorf, mit der SA. von Gleiberg und Krofdorf und mit Gästen aus Gießen und Wetzlar statt. Am Sonntagmorgen wird zuerst Professor Pfähler über: „Die Verantwortung des Kameradschaftsführers als Erzieher" zu den Studenten sprechen. Im Anschluß dgran, referiert Prof. Duken über: „Die Voraussetzungen der politi- einer einheitlichen Führung durch die Reichsgewalt, wies der Redner auf die starken Schattenseiten her früheren Ländermacht hin, in deren Kreis sich im Rheinland und in Bayern Loslösungs- und Separatistenbestrebungen geltend machten, die bereit waren, auch den Bestand des Deutschen Reiches für ihre egoistischen Ziele des Separatismus preiszugeben. Daß diese üblen Dinge durch Adolf Hiller endgültig beseitigt und auch für die Zukunst unterbunden sind, wird von den aufrechten deutschen Volksgenossen mit rückhaltloser Befriedigung anerkannt. Der Redner versäumte in diesem Zusammenhang« nicht, eindringlich vor den geistigen Mächten zu warnen, die früher bei den Loslösungs- unid Sepa- ratisten-Bestrebungen die Triebkraft waren und die auch heute wieder unter dem Deckmantel von Kulturarbeit am Werke sind, dem deutschen Neubau unter Adolf Hitlers Führung Schwierigkeiten und Widerstände zu bereiten. Der Redner ließ keinen Zweifel darüber, daß der nationalsozialistische Staat derartigen Bestrebungen zur gegebenen Zeit mit allem Nachdruck entgegentreten wird, er wies aber auch -darauf hin, daß in dem von jenen Kräften heute noch geführten Teil der Jugend keine Liebe und kein Verständnis für derartige Bestrebungen vorhanden sind, sondern alles Drängen und Sehnen auch dieser Jugend nur dem von Adolf Hitler geschaffenen und geführten nationalsozialistischen Deutschland gilt. Jeder Deutsche hat die Verpflichtung, die Jugend in dieser Einstellung zu stärken und zu fördern und selbst mit allen Kräften an diesem Aufbauwerk mit- zuhelfen. Dabei will der Nationalsozialismus keinen einzigen deutschen Volksgenossen zuruck st oßen oder beiseite stehen lassen, er will sie alle gewinnen, er ringt mit der ganzen Kraft seiner Idee und mit den Herzen ihrer Träger um die Gewinnung aller deutschen Volksgenossen zum bedingungslosen Glauben an Deutschland im Gei st e Adolf Hitlers. Während z. B. in Frankreich durch das starke Eindringen fremder Rassen im Volksleben und in der Verwaltung immer mehr der Verfall des Volkstums um sich greift, ist im Deutschland Adolf hitlers aus der Grundeinstellung nach Blut und' Boden der Aufstieg und Bestand des deutschen Volkstums gegeben und gesichert. Dieses Deutschland muh auch für die Zukunft frei und rein erhallen werden, und deshalb kann es keinen Staatsbürger geben, der nicht deutschen Blutes, deutscher Gesinnung und des gleichen deutschen Herzschlages ist. wie Deutschland zu einem Bollwerk gegen den Bolschewismus geworden ist, so wurde es auch ein Bollwerk gegen den verfall der weihen Haffe und ein Schuhwall gegen das herandrängen der anderen Raffen. Für dieses Deutschland ringt auch unsere Jugend, die Adolf Hitler treue Gefolgschaft leistet und der mir einst das Geschick Deutschlands ruhig in die Hände geben können, weil diese Jugend i m Gleichschritt mit Adolf Hitler auf ihre große deutsche Aufgabe vorbereitet und gefestigt worden ist. Mit dem eindringlichen Appell an die Zuhörer, im gleichen G e i st e und mit derselben freudigen Gläubigkeit wie die Jugend unserem Führer Adolf Hitler treue Gefolgschaft 3U leisten und damit für das neue und bessere Deutschland zu arbeiten, schloß der Redner seine von glühender Begeisterung für das Werk Adolf Hitlers getragenen mitreißenden Darlegungen. Die Versammlung dankte dem Redner mit lebhaftem Beifall. Bezirksleiter Kurz unterstrich anschließend in einigen Sätzen nachdrücklich und wirkungsvoll die Ausführungen des Redners, der selbst noch einmal einige Gesichtspunkte besonders hervorhob und dabei, auf dringenden Wunsch des Versammlungsleiters, für Juni einen weiteren Vortrag im KDAJ. zusagt«. reiner Zustimmung am folgenden Werktag das klöbnis des Dertrauensrats geleistet werden. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen. Eine vorbildliche soziale Tat. Der Inhaber der Lebensmittelhandlung Gustav ' e i ß e, Seltersweg, hat den 42 Angestellten sei- ?s Hauses zum bevorstehenden Tag der nationalen rbeit den Festanzug der Deutschen Arbeitsfront - nit Mütze als Feiertagsgeschenk der Firma zur Verfügung gestellt. Im Sinne unseres Führersund wlkskanzlers Adolf Hitler hat Herr Gustav ' e i ß e mit dieser Stiftung seinen Mitarbeitern ne Freude bereiten, zugleich aber auch dem heimi- hen Handwerk eine Derdienstmöglichkeit erschließen rollen. Die Abgabe von Fichtenschniuckreisig. Die Bürgermeisterei gibt im heutigen Anzeigen- Ht bekannt, daß das bestellte Fichtenschmuckreisig inb die Fichtenbäumchen am kommenden Samstag in Hofe des Gymnasiums abgegeben werden. In- tnefsenten seien auf die Bekanntmachung besonders en Nf ® Sie «rinnen n fit V«* wart-"» * d wie si- * t Ronftan* m-h- "T , und in Ule *,* | ld reichte" f I (eit rfj I n’ l-n bd | « hätte i j den allgemeinen Feierlichkeiten des 1. Mai ohne Überanstrengung rechtzeitig teilnehmen kann. In en Fällen, wo dies nicht möglich ist, kann L.'.l Nundfunkprogramm. Freitag, 27. April. 6.05 Uhr: Gymnastik. 7.10: Frühkonzert (Schall- platten). 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I (Schallplatten), slawische Tondichter. 13.20: Mittagskonzert II. Ausführung: Standartenkapelle Kurfürst, SA.-Reseroe I, Mainz: Leitung: Sturm- führer Hermann Holzapfel. 14: Mittagskonzert II! (Fortsetzung). 14.40: Stunde der Frau: Kinderspiel und Kinderspielzeug. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. Ausführung: das Rundfunk Im Anschluß an die Arbeitstagung der studentischen Kameradschaftsführer wird von der Juristi- scyen Fachschaft an der Universität Gießen ein juristisches Schulungslager durchgeführt. Die Schulungsarbeit liegt in Händen der Herren Prof. Dr. Bley, Dr. Bötticher, Dr. Gal- l a s und Gaugruppenleiter Rea.-Afs. Denker. Die Lagerleitung hat wieder cand. rer. nat. h. F. Schuster. Die Eröffnung des Lagers erfolgt am 2. Mai 20.15 Uhr. Zur Begrüßung werden neben dem Führer der Studentenschaft, cand. jur. Adam, der Gauführer Hessen des Bundes Nationalsozialistischer Juristen Pg. Rechtsanwalt A m e n d (Darmstadt), der Dekan der juristischen Fakultät an der Universität Gießen Prof. Dr. Bley und der Gaugruppenleiter Hessen der Referendare und Assessoren im BNSDJ. Pg. Reg.-Ass. Denker sprechen. Lager schließt am 5. Mai abends, lieber den einen Bummel der Lagerteilnehmer in die Stadt Gießen, hier ist Gelegenheit geboten, die Stadt Gießen mit ihren Sehenswürdigkeiten und die Universität mit allen Instituten zu besichtigen. Am Montag morgen spricht zunächst der Direktor des Gießener Studentenhauses Dipl.-Volkswirt Grebe über: „Die wirtschaftliche Seite der studentischen Kameradschaftserziehung" und „Die Beteiligung der Studentenwerke an der Kameradschaftserziehung". Anschließend folgt ein Referat des Führers der Gießener Studentenschaft cand. jur. Adam über die Themen: „Kameradschaftserziehung und Fachschaften" und .Kameradschaftserziehung und Korporationsleben". In der Schlußsitzung am Nachmittag wird von cand. theol. P. Seipp eine Zusammenfassung unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse der korporativen Wohnkameradschaften zum studentischen Kameradschaftshaus gegeben. Am Montag, 20.30 Uhr, wird dann auf dem Gleiberg van der Studenten- schäft eine „Walpurgisfeier" abgehalten, zu der schon heute namhafte Gäste ihr Erscheinen zugesagt haben. Am Tag der Nationalen Arbeit wird das Lager an dem Festzug in der Gemeinde Krofdorf teunehmen. Nach dem Umzug wird dieses Lager mit einer feierlichen Flaggeneinholung geschlossen. Wir hoffen, daß dieses erste Lager auf der Burg Gleiberg den erwünschten Erfolg bringt und heißen schon heute die Teilnehmer recht herzlich willkommen. Wir werden unsere Leser auf dem laufenden halten und ausführliche Berichte von den einzelnen Sitzungen bringen. Juristisches Schulungslager auf der Burg Gleiberg. Wandel in Deutschland, der viele Millionen deutscher Volksgenossen erfaßt hat, ist nicht etwa aus einem Programm zu erklären, sondern nur dadurch, daß der deutsche Mensch den Führer Adolf Hitler mit dem Herzen ersaßt und verstanden hat, weil eben diese Idee aus bem Herzen des Führers gekommen ist. Dieser grundstürzende Wandel hat auch die jüdische Herrschaft in Deutschland, die sich im politischen, wirtschaftlichen und geistigen Leben allenthalben bestimmend geltend machte, beseitigt und damit dem ©egenemanbertreiben beutscher Volksgenossen ein Enbe gesetzt. Abolf Hitler hat burch seine Jbee einen völlig neuen B e - griff b e 5 Staatsbürgers geprägt unb ihn aus feinem Herzen in seinem Buche „Mein Kampf" in bie Herzen ber Deutschen hineingetragen. Aus diesem neuen Begriff ergibt sich auch, dah im Dritten Reich jeder deutsche Volksgenosse dem anderen deutschen Volksgenossen helfend und fördernd zur Seife stehl und alle einander als gleichwertig anerkennen. Als besondere Aufgabe des Nationalsozialismus und als staatsbürgerliche Verpflichtung der beut- schon Volksgenossen ist nunmehr bie ganze Masse ber beutschen Menschen aus ber geistigen Demoralisierung ber letzten 14 Jahre her- auszuholen unb a u f ben richtigen Weg, ben Aböls Hitler uns gewiesen, zu führen. Dabei ist befonbers zu beachten, baß ber Nationalismus unb ber Sozialismus o o ne inan b e r abhängig sinb, baß ber Sozialismus Abolf Hitlers bie Orunblage ist unb niemand national fein kann, wenn er nicht zugleich auch im Sinne Adolf Hitlers Sozialist ist. Wenn auch bie vollkommenste Auswirkung biefes Oebanfengutes wohl erst bei ber kommenben Gene- ration zutagetreten bürste, so muß aber boch schon jetzt jeder beutsche Volksgenosse sich mit aller Kraft bemühen, fein Leben unb Wirken nach biefen beiben Grunblagen einzurich- ten unb bergcftalt bie staatsbürgerlichen Verpflich- tungen im Dritten Reich zu erfüllen. Von biefer Grunblage aus wirb er bann auch bas Streben unb Arbeiten bes Führers richtig versieben unb mürbigen, ebenso bie bisherigen großen Leistungen, wie sie bas erste Jahr ber Regierung Abolf Hitlers gebracht hat, gerne anerkennen. Nach einem Hinweis auf bie von Abolf Hitler burch Beseitigung ber Länberherrschast vollbrachte politische Einheit Deutschlands unter ausgesetzt werden, wie das öfters In guter Absicht geschieht. Die Tiere leiden unter der prallen Sonne. Schöffengericht Gießen. Wegen D-rstoß gegen den § 3 der Verordnung des Reichspräsidenten vorn 21. März 1933 erkannte das Gericht gegen den Wilhelm Ortmüller aus Gießen auf 2 Monate Gefängnis. Der Angeklagte beleidigte anläßlich der Verhaftung feines Sohnes aufs schwerste die Reichsregierung. An Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat erhielt ein Mann aus Nidda 150 Mark Geldstrafe. Als Führer eines Lastwagens unterließ es der Angeklagte am 22. November 1933 in Nidda, seine Fahrgeschwindigkeit so einzurichten, daß er in ber Sage war, seinen Verpflichtungen Genüge zu leisten. Daburch fuhr er gegen einen Hanbkarren unb tötete ein den Wagen brücfenbes 8jähriges Kind. Der Hermann Walldorf von hier erlaubte sich gegen bie Regierung gerichtete Urteile über unsere Wahrung, wofür er 4 Monate Gefängnis erhielt unter Anrechnung von 15 Tagen Untersuchungshaft. !esklrche Nassau-Hessen in die Deut- iche Evangelische Kirche. Evangelische Kirche und 1. Mai. EPH. Nachdem schon im Vorjahr in den meisten wangelischen Kirchenaemeinden am Tage ber natio- taten Arbeit gottesdienstliche Feiern eingerichtet Daren, ist nunmehr die Beteiligung der Kirchen tn diesem Festtag der Nation kirchlicherseits einheitlich geregelt worden. Es ist bestimmt worden, daß am Vorabend des Hages der nationalen Arbeit Gottesdienste au alten sind, die die nationale Arbeit und ihren Festig unter Gottes Wort stellen. Die Kirchengebäude nd am 1. Mai zu beflaggen. Die Glocken sind zu iuten. Am Sonntag vor dem 1. Mai ist in den Oottestnenften für den Tag der nationalen Arbeit Fürbitte zu tun, und bei den Ankündigungen sind iie Gemeindeglieder zur Teilnahme an den Der- cnftaltungen herzlich aufzufordern. Das feierliche Gelöbnis (»es Vertrauensrates zum 1. Mai 1934 Nach dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Ar- Jeit legen am 1. Mai 1934 die erwählten bzw. be- nfenen Mitglieder des Vertrauensrates tot der versammelten Gefolgschaft ein feier» liches Gelöbnis ab wie folgt: „Wir geloben, in unserer Amtsführung nur dem Wohle unseres Betriebes und der Gemeinschaft aller Volksgenossen unter Zurückstellung eigennütziger Interessen zu dienen, unb wir wollen in unserer Lebensführung unb Diensterfüllung allen Betriebsangehörigen Vor- bilb sein." Mit diesem Gelöbnis verspricht der ©erfreuens- tat feierlich, feine im Gesetz niebcrgelegten Pflichten erfüllen, wobei es selbstverständlich ist, daß bie t ngelnen Betriebe bafür besorgt sinb, baß bas Ge- libnis in einem mürbigen äußeren Rahmen abgelegt wird. Wie die einzelnen Betriebe diese Feier- Ichkeit ausgestalten, bleibt diesen überlassen. Zeitlich ist die Betriebsfeier des Gelöbnisses bes »ertrauensrates so anzusetzen, baß bie Gefolgschaft Der zweite Schulungsabenb bes KDAJ. (Kampfbund Deutscher Architekten und Ingenieure), ber Sestern unter Leitung bes Gießener Bezirksleiters iberingenieur Kurz im Eaf6 Ebel ftattfanb, brachte ben zahlreichen Besuchern einen Vortrag bes KreiSpreffewartsundSchuiungSleiters Michel über bas Thema „Staatsbürger unb staatsbürgerliche Verpflichtung". Der Rebner betonte einleitenb, baß bas Wart Staatsbürger heute eine ganz anbere Deutung hat als früher, wo jeher, ber nach Deutschland) kam, auch ber frembstämmige Jube, sich um bas Staatsbürgerrecht bewerben konnte unb es erhielt. heule ist es ausgeschlossen, daß Fremde gleichberechtigt als Staatsbürger mit dem urdeutschen Menschen dastehen, denn Adolf Hitler hat Deutschland den Deutschen roiebergegeben, ben fremb- ftämmigen Einfluß von früher beseitigt unb bas beutsche Volk zusammengeführt unter einem Führer zu einem Volk, in bem es nicht mehr Stänbe unb Klassen gibt, sonbern nur noch gleichberechtigte Deutsche als Staatsbürger, in beren Gemeinschaftsleben bie frühere silbische Machtstellung keinen Platz mehr hat. Mit biefer Einigung bes beutschen Volkes hat ber Nationalsozialismus bie jahrhunbertelange Geschichte ber beutschen Zerrissenheit unb Uneinigkeit abgeschlossen unb in beren Stelle bie heißersehnte beutsche Einheit gesetzt. Der Rebner wies Johann auf bie egoistische Hausmachtpolitik früherer beutscher Fürsten zum Nachteil ber beutschen Volksgesamtheit hin, erinnerte an bie vielfachen Erscheinungen von Eigennutz auf allen Gebieten bes Volkslebens vom Mittelalter bis in bie neueste Zeit hinein, machte auf bie selbst innerhalb ber Familien vielfach herrschenbe Zerrissenheit in ber Einstellung zu ben Jbealen bes Lebens unb bie baburch bebinqte Uneinigkeit auch in ben großen Fragen bes Volkslebens aufmerksam unb stellte allen biefen unliebsamen Erscheinungen das gewaltige deutsche Linigungswerk des Nationalsozialismus gegenüber, für bas sich ganz naturgemäß bie tn bas beutsche Leben hineinwachsenbe Jugenb befon- bers begeistert unb bamit bem Führer Abolf Hitler bie festeste, in bie deutsche Zukunft weisende Gefolgschaft gibt Dieser gewaltige hngewiosen. Zweckverband Arbeitsdienstabteilung Gießen. Im Regierungsgebäube in Gießen fanh unter dem Fvrsitz von Sürgermeifter Dr. Hamm (Gießen) Sc konstituierende Mitgliederversammlung bes weckverbandes Arbeitsbienstabteilung 222/5 Stand- n:t Gießen statt. An bem Zweckoerband sinb betet- l:,t bie Stabt Gießen, bie Gemeinden Albach, Stilen- Lrf (Lahn), Alten-Buseck, Annerod, Daubringen, Lroßen-Linben, Hausen, Leihgestern, Lollar, Rödgen, Lüttershausen, Steinbach, Watzenborn-Steinberg unb Wieseck. Außerbem hat sich das Forftamt Cchisfenberg durch einen Zusatzvertrag bem Zweck- v.rband angeschlossen. Zum Derdanbsvorsteher trurbe Oberbürgermeister Ritter, als dessen Stellvertreter Bürgermeister Dr. Hamm bestellt. Aufgabe des Zweckverbandes ist ber Betrieb unb fre Unterhaltung ber Unterkunft ber Arbeitsbienst- Abteilung und bie Durchführung volkswirtschaftlich wertvoller Maßnahmen gemäß ber Landesplanung M Bereich der Arbeitsdienstabteilung mit Hilf« des Arbeitsdienstes. Die Entrümpelung der Oachspeicher. RVH. Zur Zeit werden mit Rücksicht auf ben Luftschutz überall bie Dachspeicher entrümpelt. Es b-lteht hierbei bie große Gefahr, haß wertvolle alte Tnpiere, Bücher ober anbere Altertümer aus Un- kcnntnis verbrannt, ober sonstwie vernichtet werben. t?r Reichsbunb Volkstum unb Heimat bittet barum biingenb, alle Dinge, bie sich auf Speicher befinben mb bie als Altertümer irgenbmie wertvoll fein formten, pfleglich zu behanheln unb sie in keiner Keife zu vernichten. Wenn solche irgenbroo gefunben werben, setze man sich sofort nut bem Ortsringführer dks Reichsbunbes Volkstum unb Heimat in Serbin- bung, ber für ihre fachgemäße Behanblung unb Unterbringung Sorge tragen wird. Gickcncr Wochenmarktpreise * Gießen, 26. April. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: ßanbbutter, bas Pfund 1,30 bis 1,35 ! Mark Kochbutter 1,10 bis 1,15 Mark, Matte 20 bis 25 Pf, Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische, noch Gewichtsklasse) 8% bis 11, Weißkraut, bas Mund 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Ruben 12 bis 15 Rote Rüben 10, Spinat 10 bis 12, Spargel 40 bb 60, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 65 Pf- Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis ^0, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Rhabarber 12 bis 15, Kartoffeln U Pf., ber Zentner 2,80 bis 3 Mark, Aepfel, bas Mund 20 bis 25 Pf-, Suppenhühner 70 bis 80, Alumenkohl, das Stück 30 bis 50, Salat 15 bis 20, Salatgurfen 50 bis 60, Lauch 5 bis 10, Rettich 20, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bund 10 Pf. Bornottzen. — Tage skalender für Donnerstag: Kreisleitung der NSDAP., Amt für Volkswoh - Ichrt, 19 Uhr, Eaf6 Leid, Amtsleiter-Appell mit Barträgen von Dr. Kranz unb Dr. Hofmann. — NS.-Frauenschaft Gießen, 20.30 Uhr, Turnstunde in ber Schillerschule. — Lichtspielhaus, Bahnhof- Haße: „Mein Herz ruft nach Dir". — 2Iftorta- üichtspiele, Seltersweg: „Der Abenb bes 13. Juni urb „Moberne Mitgift". — Oberhessischer Kunstoer. «iil, Turmhaus am Branbplatz, 16 bis 17 Uhr, Aus- Mlung. — Aus dem Stadttheaterbüro. Mor- Ri, Freitag, abend zum ersten Mal das Traueret „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" von bhiller. (Siehe heutige Anzeige.) orchester; Solist: Karlrobert Steifen (Klavier); Leitung: Dr. Reinhold Merten. 17.30: „Der Urmensch von Heidelberg", Vortrag von Georg Walter tzuppin. 17.45: Kleine Unterhaltung, Lönslieder von Hans Finken. 18: Stunde der Jugend: HI. am Oberrhein, eine Stunde der Freiburger Hitler- Jugend. 18.25: Englischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Allerlei Tanzmusik. 19.45: „Aus der Arbeit einer Gauführer-Schule", ein Bericht von Dr. K. Klinghardt (Frankfurt a. M.). 20.15: Von Köln: Reichssendung: Stunde der Nation. Der deutsche Schmied, eine Hörfolge aus dem deutschen Handwerk von H. W. Kroening. 21.15: Orchesterkonzert Ausführende: das große Rundfunkorchester; Solist Artur Haagen (Klavier); Leitung: Ferdinand Drost. 22.15: Von Stuttgart: Du mußt wissen... 22.40: Kleine Unterhaltung. 23: Dom Schicksal des deutschen Geistes. Stimmen der Nacht. 24 bis 1: Nachtmusik (Schallplatten). der oberhessische Am gestrigen Mittwoch bildete ben Auftakt zu dieser Tagung in Gießen die Pflichtoersammlung der kreis- und Ortsführerinnen vormittags im Markussaal. Nach dem Lied „Lob Gott getrost mit Singen", behandelte Pfarrer Becker (Gießen), Jes. 40, 26 — 31 und zeigte, wie der nimmermüde Gott der Vereinsarbeit Frühlingskräfte leiht, wenn wir mit ihm verbunden bleiben. Er ist der Entscheidende in Natur, Geschichte und Menschenleben nicht nur, sondern in der durch Ostern wieder in das Menschenleben gestellten Geschichte Christus. Nach Gebet, Vaterunser und Schlußvers begrüßte Frau Heraeus (Offenbach) die Versammlung und wies darauf hin, daß nach den letzten Abmachungen die ungestörte Arbeit der evangelischen Frauenhilfen gesichert ist. Die evangelische Frauenhilfe und ihr Mütterdienst hat die ganze Pionierarbeit für das Werk „Mutter und Kind" geleistet. An der Aktion für „Mutter und Kind" haben sich die Frauenhilfen stark zu beteiligen; sie ist am 14. und 15. Mai. In Hessen hat der Verband seit 1927 allein Mütterarbeit getrieben. Im Amt für Volkswohlfahrt ist der Verband gleichberechtigt mit anderen vertreten. Die führenden Stellen sind froh für unsere Mitarbeit. 16 Frauen sind als Pfleglinge der Volkswohlfahrt im „Hirschpark" bisher in diesem Jahr ausgenommen worden. Die Aufbauarbeit des Verbands auch auf diesem Gebiet kann nur auf evangelischer Grundlage geschehen. Eine Mutter von 9 Kindern bekannte, in diesem Jahr im Erholungsheim zum erstenmal erlebt zu haben, was Frühling ist! Adolf Hitler muß man dankbar sein, daß er auch für diese große Aktion „Matter und Kind" eingetreten ist. Ein' neuer Satzungsentwurf liegt vor. Der neue Name heißt: „Evangelische Reichsfrauenhilfe — Landesverband Nassau-Hef- s e n". Zweck des Verbandes ist, die kirchliche Gemeindearbeit aller evangelischen Frauenhilfen des Landes Nassau-Hessen zusammenzufassen und zu führen, seine Mitglieder im christlichen Leben zu vertiefen und gemeinsame Aufgaben von sich aus in die Hand zu nehmen. Seine besonderen Ziele sind: 1. Anregung und Durchführung volksmissionarischer Aufgaben in den Gemeinden; 2. Veranstaltung von Lehrgängen und Tagungen, Austausch und Nutzbarmachung der in praktischer Vereins- und Gemeindearbeit gesammelten Erfahrungen; 3. Vertretung der Belange der evangelischen Frau in Kirche, Gemeinde und Volk gegenüber den Behörden; 4. Pflege der Verbindung mit anderen Verbänden, insbesondere mit denen des kirchlichen und deutschen Frauenwerkes; 5. Anstellung von Schwestern und anderen Personen, die sich in freier Liebestätigkeit der öffentlichen unentgeltlichen Pflege der Armen und Kranken unter Mitwirkung der Vereinsmitglieder widmen; 6. Ausbildung und Anstellung von Berufsarbeitern, Gemeindehelferinnen, Haushaltspflegerinnen ufw.; 7. Mütterdienst; 8. Kinderfürsorge; 9. Schaffung und Erhaltung von Erholungs- und Altersheimen. lieber den Entwurf entspann sich eine rege Aussprache. Samstag, 2S. April. 6.05 Uhr: Gymnastik. 7.10: Früchkonzert (Schallplatten). 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 10.10: Schulfunk. Aus der Geschichte des Saargebiets. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I der Theaterkapelle Rolf Miller. 13.20: Mittaaskonzert II (Schallplatten), Zupfinstrumente. 14: Mittagskonzert III (Schallplatten). Eine Landpartie. 14.30: Fröhliches Wochenend: „Frankfurter Würstchen". 15.10: Lernt morsen! 15.50: „Wirtschafts-Wochenbericht". 16: Nachmittagskonzert der Dresdner Philharmonie. 18: Stimme der Grenze. 18.35: Stegreifsendung. 19: Ringsendung des Reichssenders Frankfurt mit feinen Nebensendern: Der fröhlichste Sender! 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: Bunter Abend des Reichssenders Stuttgart in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude. 22.40: Kleine Unterhaltung. n Frauenhilsen. Im dichtbesetzten Saale des Cafö Leib fand am Nachmittag die Parallelversammlung der Darmstädter Hauptversammlung statt, eingeleitet mit dem Lied: „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut". In ihren Begrüßungsworten gedachte die Vorsitzende der aus dem Vorstand ausgeschiedenen Frau von M u s s o w, Darmstadt, und Frau Kindt, Gießen, Frau Professor Engel, Mainz; für sie traten ein Frau Pfarrer Becker, Gießen und Frau B e r n b e ck , Darmstadt. Stellvertretende Vorsitzende wurde F ü r st i n Erbach-Schönberg. Der Ausgeschiedenen wurde dankbar gedacht. Das abgelaufene Jahr war eines der schönsten, arbeits- und sorgenreichsten der ganzen Verbandsgeschichte. Unendlicher Dank gebührt dem Führer. Die evangelischen Frauen sind besonders zur Aufbauarbeit mitberufen; sie sollen helfen, Spannungen zu überwinden. Die Grundlage für den Wiederaufbau muß die religiöschristliche im Sinne des Führers fein. Propst Knodt, durch die Bischofseinführung schon in Wiesbaden, sandte Grüße. Den Jahresbericht gab die Geschäftsführerin Fräulein Wahrendorff. In 372 Vereinen sind 45 000 Mitglieder zusammengeschlossen. Der Verband wurde an die Reichsfrauenhilfe ange- schlossen; es folgte eine Vereinigung evangelischer Frauenoerbände Hessens und die Arbeitsgemeinschaft im Frauenwerk der Landeskirche Nassau- Hessen. „Mutter und Volk" bezeichnet ein gut Teil der Arbeit des letzten Jahres. Gemeindepflegen und Kleinkinderschulen werden zum guten Teil von Frauenhilfen erhalten. Im eigenen Hilfswerk mit dem Ergebnis von 7000 Mark wurde mit Zuschüssen von Staat und Reich ein neues Heim im Hirschpark (Alsbach) eröffnet. Meist wurden Müttererholungskuren durchgeführt; das Zusammenarbeiten mit der Staatsrat Fritz Hille (Gotha) in Grimberg. + Grünberg, 25. April. Am 24. April jährte sich zum 10. Male der Tag, an dem Staatsrat Fritz Hille (Gotha), ein geborener Grünberger, für die H i t l e r b e w e g u n g in einer öffentlichen Versammlung im „Rappen" als Redner auftrat. Von der Ortsleitung der NSDAP, war zur Erinnerung an diesen Tag zu einer großen Kundgebung in der Turnhalle eingeladen worden. Es mögen wohl 800 Besucher gewesen sein. Die Sturmfahnen der SA. umsäumten im weiten Halbkreis die Bühne, während die Halle selbst mit zahlreichen Hakenkreuzfahnen geschmückt war. Staatsrat Hille bei seinem Erscheinen stürmisch begrüßt und durch Ueberreichung von Blumensträußen geehrt, führte u. a. folgendes aus: Wir stehen noch im Anfang des Dritten Reiches. In grober Linie ist bisher der Aufbau durch Hitler nach dem 30. Januar 1933 erfolgt; erst galt es, die staatliche Macht fest in die Hand zu bekommen und zu untermauern. Der Unfug mit den vielen Parteien mußte verschwinden; erst kamen die Linksparteien zum Verbot, aber auch die Rechtsparteien verfielen der Auflösung. Alle Organisationen und Verbände sind in den neuen Staat NS.-Volkswohlfahrt ist erfreulich; die Kuren dauern im Durchschnitt drei Wochen. Dr. Georgi (Nieder- Ramstadt) und Dr. Klingelhoffer (Seeheim) ist besonders au danken. Oefter fanden Vereinsbesuche statt, die rechtzeitig angemeldet sein müssen. Es sollten bei den Kuren möglichst junge und kinderreiche Frauen berücksichtigt werden. Die Leitung liegt in den Händen von Frau Ohly und Fräulein von Plönnies, die auch in Lehrgängen mitarbeiteten; ferner Fräulein Werner (Darmstadt) und Fräulein Siebert als Theologin. In Alsbach fanden drei Lehrgänge des Mütterdienstes, und zwar zwei für Führerinnen (hic.-Führer), einer in Gießen statt. Rund 70Kreis- verbandsverfammlungen fanden statt; die Arbeit des Kreisverbands Gießen gilt wieder als vorbildlich. Neue Vereine wurden in Oberheffen gegründet: Allertshausen, Lehnheim, Schlitz, Rimbach, Grebenau, Stockheim, Bellersheim, Weckesheim, Kirch- Göns. Aufgelöst hat sich der Verein in Lindenstruth. Größere Jubiläen feierten die Gießener Vereine, der von Lollar und Klein-Linden. Die Verbindung mit hessischen Verbänden wurde gepflegt. 28 Anschreiben an die Vereine wurden nötig. 2500 Ein- gänae und 3400 Ausgänge wurden gezählt. Die Verbandsrechnung zeigt an Einnahmen 23 000 Mark; an Ausgaben 21 237 Mark. Nach dem beifällig aufgenommenen Jahresbericht dankte Frau Heraeus allen Mitarbeitern und ermunterte zu weiterer Opferfreudigkeit, auch bei dem Werk „Mutter und Kind". Die Reichsführerin des Frauenwerkes der deutschen Evangelischen Kirche, Frau Agnes von Grone sprach über „Evangelische Frauenarbeit und das Frauenwerk". Als starke konfessionelle Säule ausdrücklich anerkannt, dürfen wir jetzt an die Arbeit gehen, und in der Reichsfrauenhilfe eine Bereicherung erfahren. Wir gehören als evangelische Frauen mitten hinein in den Aufbau des deutschen Volkes; der Führer will den christlichen Staat. Aus einer kleinen Gemeinde kommend, rühmt die Rednerin die einzelne Frauenhilfe, die systematisch ihren Gliedern den Wert der Kirche zeigt. Die Frau muß vom Evangelium her Antwort geben auf die Fragen der Zeit. Das Frauenwerk ruht auf fünf Säulen; der Marxismus hat vielen evangelischen Frauen das Bekennen schwer gemacht. Die evangelische Frauenhilfe als erste Säule, tritt neben die zweite, die berufliche; in der dritten Säule sind die Religionslehrerinnnen u. a., in der vierten die Mütterarbeit, in der fünften die weibliche Diakonie. Anschaulich schilderte sie die Arbeit in Kinder- und Jungmütterabenden, für die Schulungswochen gehalten werden. Im Braunschweigischen Land, aus dem sie kommt, wurden sie kaum der Arbeit Herr. Die Arbeit wird mit der NS.-Frauenschaft und Volkswohlfahrt zusammen getrieben; es gilt tapfer geradeaus gehen. Die Frage nach der Bibel muß angesichts der Sekten noch lebendiger werden, in den Häusern muß evangelisches Leben lebendiger gemacht werden. Es ist hier eine Arbeit am Neubau, die kein anderer uns abnehmen kann. Der mit lebhaftem Dank aufgenommene Vortrag fand feinen Abschluß im Lied: „Ach bleib mit deiner Gnade". eingeschaltet worden. Lange Zeit hierzu hat man den kirchlichen Verbänden gelassen, aber auch mit ihnen wird jetzt Ernst gemacht. Hitler hat keine Furcht vor Moskau und Genf gezeigt, er weicht auch vor den Kirchen und besonders vor Rom nicht zurück. Er will aber anderseits auch nicht einen Staat aufbauen, um ihn dann den Herren von der Reaktion zu überliefern. Das beweist deutlich die baldige Auflösung der im Januar in Westdeutschland gegründeten monarchistischen Kaiserpartei, die noch nicht bis zu Kaisers Geburtstag (27. Jan.) bestand. Es sind auch heute noch Gegner des jetzigen Staates vorhanden, wahrscheinlich ist ihre Zahl in den ehemaligen Rechtsparteien größer, als bei den früheren Kommunisten und Sozialdemokraten. Gerade in letzteren Kreisen hat Hitler die meisten Eroberungen zu verzeichnen, der kommende 1. Mai wird das unter Beweis stellen. Den heimlichen Gegnern sei in aller Offenheit gesagt, daß man gut orientiert ist und zur rechten Zeit schon zugreifen wird. Oft hört man jetzt die Frage: Was hat das Dritte Reich mir gebracht? Schon diese Fragestellung ist falsch. Die NSDAP, hat nie für einen einzelnen Stand gekämpft, wie früher einzelne Parteien, sie sieht ihre Aufgabe in der Rettung und dem Wohlergehen des Gesamt Volkes. Als vordringlichste Aufgabe hat Adolf Hitler die Rettung der Erwerbslosen durch den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit angesehen, und hier kann selbst der größte Gegner tau Erfolg nicht abftreiten. Das beweisen Zahlen: Sechs Millionen bei der Machtübernahme und heute unter drei Millionen. Ein weiterer Erfolg ist das Winter, Hilfswerk, das Gesetz der nationalen Arbeit, NSBO., „Kraft durch Freude", Erbhofgesetz u. a. So geht auf allen Gebieten ein langsamer, aber stetiger Aufbau vor sich. Die früher nie für möglich gehaltene Reichsreform hat Hitler mit starker Hand erfolgreich begonnen: Reichsstatthaltergesetz, Aus, Hebung der Einzellandtage sind schon erfolgt, und die restlose Durchführung wird zur rechten Zeit ge. schehen. So werden noch manche wichtige Aufgaben ihrer Losung zugeführt werden, z. B. die Kriegs- opferversorgung, Schulreform, Abbau überhöhter i Gehälter u. a. Energische Worte fand der Redner gegen die in Prag, Paris usw. sich aufhaltenden Emigranten, die sich nicht scheuen, die Wetl gegen uns auszu- Hetzen und uns außenpolitisch zu schaden suchen. Auch außenpolitisch arbeitet die neue Regierung stetig und in grober Linie und sucht die Gleich, berechtigung, wie sie uns als Nation gebührt, mit aller Macht zu verwirklichen. Mit einem Treuegelöbnis an den Führer schloß der Redner seine Ausführungen, die oft Beifall er« weckten, der am Schluffe sehr stark erklang. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied folgten, nachdem Propagandaleiter Harder dem Redner den Dank ausgesprochen hotte und chn mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" ehrte. Landkreis Gietzerr. ? L i ch, 24. April. Am gestrigen Tage konnte Gerichtsvollzieher Heinrich M o r i von hier auf eine 2 5jährige Tätigkeit beim Amts» gericht L i ch zurückblicken, nachdem er im vergangenen Jahre bereits sein 40jähriges Berufsjubiläum begehen konnte. Aus diesem Anlaß wurde ihm von der Ministerialabteilung Justiz und von feiten des Amtsgerichts durch den dienstaufsicht- führenden Richter, Oberamtsrichter Dr. Bern- Hard, in Anwesenheit der Beamten des hiesigen Amtsgerichts die Glückwünsche und die Anerkennung für die geleisteten treuen Dienste zum Ausdruck gebracht. Während seiner 25jährigen Tätigkeit in Lich hat sich Gerichtsvollzieher Mori durch fein bescheidenes und freundliches Wesen und die Ruhe und Menschlichkeit, mit der er sein schweres Amt ausübte, die Achtung und das Vertrauen oller Mitbürger und der Einwohner seines Amtsbezirks erworben. • Lich, 23. April. Der Männergesang- verein „Cäcilia" 1 8 3 8 L i ch veranstaltete gestern nachmittag fein diesjähriges Chor- und Orchesterk.onzert unter Mitwirkung eines Kinderchores unserer Stadt und des Musikkorps des Gießener Reichswehrbataillons unter persönlicher Leitung des Obermusikmeisters K r a u ß e. Trotz des schönen Frühlinaswetters hatte sich in der Turnhalle eine große Besucherschar, auch aus der weiteren Umgebung, eingefunden, die voll und ganz befriedigt wurde. Der Chor unter der be- währten Stabführung seines Chormeisters Lehrer I l g e gab überzeugende Proben seines gediegenen Könnens, die nicht nur großen Fleiß, sondern auch sehr viel Hingabe an die Sache verrieten. Der Erfolg der Veranstaltung darf dem Dirigenten und dem Chor in gleicher Weife zugefchrieben werden. Von den zahlreichen klangvoll und gut ausgearbeitet vorgetragenen Chorwerken feien „Gotentreue" von Richard Wagner, „Der Besenbinder" von Othe- graven, „Feiger Gedanken" von Lißmann (mit Orchester), „Radetzkymarsch" mit Orchester, die qe- mischten Chöre „Flamme empor" und „Ein Spielmann kommt aus Franken" von W. Rinkens erwähnt. Das Orchester aab der Veranstaltung mit Werken von Richard Wagner, C. M. v. Weber, Kaempfert, Urbach, Rhode u. a. einen wirkungsvollen instrumentalen Rahmen. Die Darbietungen, i insbesondere die der Solisten, bewiesen vorbildlichen Eifer und gediegenes Können. Chor und Orchester mußten sich zu mehrfachen Zugaben entschließen. Der MGV. „Cäcilia" und das Reichs- ! wehrmusikkorps haben mit dieser Veranstaltung den | Besuchern einen erhebenden Nachmittag bereitet, für den den Mitwirkenden Dank zu zollen ist. Insbesondere verdient die Arbeit des Chorleiters Lehrer Ernst I l g e, der als Anreger und Ausgestalter eines solchen Konzertes am Bau unserer nationalen Erneuerung tatkräftig mitwirkt, vollste Anerkennung. * Grünberg, 26. April. Gestern abend wurden hier zwei Fahrräder, die SA.-Männern von auswärts gehörten, gestohlen. Sofortige Nachforschungen führten zur Ermittlung der Täter, die noch im jugendlichen Alter stehen. Während die beiden zunächst in Verwahrung genommen wurden, konnten die Fahrräder aus dem Versteck im Keller wieder herbeigeschafft werden. Heute nachmittag 3 Uhr entschlief sanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elise Bourgeois geb. Größer. In tiefer Trauer: Adolf Bourgeois und Angehörige. Gießen (Neuen Baue 16), den 25. April 1934. Die Beerdigung findet in der Stille statt ---------------619D letzt ^ebi's önmierund drüber.. denn das große Frühjahrsreinemachen setzt ein. Seien Sie schlau: Lassen Sie gleich mit tapezieren . . . dann geht’s in einem dahin und Sie haben wieder ein schönes, neues Heim für lange Zeit......I TapetenhaasHochstätler^d 2516 A Alleinverkauf Niederhalen ACo. Bahnhofstraße fieienüb.HotelSchfltz lllllmllllllllllllllllllllll Gelegenheit zur Mitnahme von Gütern jcd. Art von Gießen nachKassel Göt- tingcu u. zurück. Moermletung ©Atmet Wilbelmstratze25 Tel. 2802. zszsd Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vormühlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.7 Abgabe von Fichienschmuckreisig zum 1. Mai 1934. Das bestellte Fichtenschmuckreisig und die Fichtenbäumchen werden am Samstag, dem 28. April 1934, 12 bis 14 Uhr, gegen Vorzeigung der ausgestellten Gutscheine im Hose des Gymnasiums abgegeben. Gießen, den 25. April 1934. 25140 Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bartholomäus. Bekanntmachung. Ueber die nachstehenden landwirtschaftlichen Betriebe wurde das Entschuldungsverfahren eröffnet: 1. am 16. April 1934, 16.05 Uhr, bezüglich der Wietzner, Heinrich Fünfter, und Katharine, geb. (Moos, in Allendorf (Lumda) (Lw. E. 22 jas/33); 2. am 20. April 1934, 11.50 Uhr, bezüglich der Wallenfels, Karl Zweiter, und Anna Katharina, geb. Benner, in Allendorf (Lumda) (Lw. E. 21 [aJ/33). Entschuldungsstelle in beiden Sachen die Landesbauernkasse Rhein-lNain-Neckar e. G. m. b. h. in Frankfurt O.2IL, B Ockenheimer Landstraße 25. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 15. Ttfai 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meldung der in § 11 Abs. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 20. April 1934. 25260 Hessisches Amtsgericht. | Kaufgesuche | hunger brauner Dackel z^kaufen gesucht. ^chr.Angeb.unt. 02218 a.d.G.A. Wellblech- Garage für klein. Wagen gesucht. Schnftl. 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Seine Frau hatte den Glanz in den Augen, den ster des Wortwitzes. Einst wohnte er der Aufführung einer neuen Serenade von Robert Fuchs bei und traf nach dem Konzert mit dem Komponisten zusammen. „Nun, wie hat dir's gefallen?" fragte Fuchs. Darauf Hellmesberger: „Fuchs, das hast du ganz gestohlen!" Hugo Wolf haßte nichts mehr, als wenn er in Gesellschaft ohne in Stimmung zu sein, zum Klavierspielen genötigt wurde. Einmal, während eines großen Festes in einem reichen Bürgerhause, setzten ihm die Gastgeber so lange zu, bis er mit grimmigem Gesicht an den Flügel schritt und unter allgemeiner Spannung der Gäste den ersten Akkord anschlug. „Der Kasten ist ja verstimmt!" schrie er plötzlich wütend, zog aus der Hosentasche einen Stimmschlüssel, den er stets bei sich trug und beschäftigte sich während der ganzen restlichen Dauer des Festes damit, das Klavier mit peinlichster Genauigkeit Note für Note zu stimmen. Dann erhob er sich schweigend und lief davon, ohne auch nur einen Takt gespielt zu haben. jagd reiten." . Es war eine groteske Vorstellung, sich den kleinen Schreiber mit der hochgezogenen Schulter, die alle Schreiber haben, und mit den Mädchenaugen auf der Tigerjagd zu denken. „Aber man kann nicht immer reisen , lächelte ich. ponisten aufführen, die ihm als dilettantisches Machwerk erschien. Während der ersten Probe stellte sich heraus, daß die Orchesterstimmen zahlreiche Schreibfehler aufwiesen. Gereizt und ärgerlich fuhr Schalk den anwesenden Komponisten an und machte «hm wegen der fehlerhaften Stimmen Vorwürfe. „Ich weiß wirklich nicht, wie das passieren konnte, Herr Direktor", stotterte der Unglückliche, dem unter Schalks scharfen Augengläsern bereits sehr unbehaglich zumute war. „Ich habe die Stimmen von einem meiner Schüler ausschreiben lassen!" Da zog Schalk die Stirne in unsäglicher Verwunderung hoch und fragte: „Waaas? Schüler haben Sie auch?" Unter dem donnernden Gelächter des ganzen Orchesters verschwand der unselige Komponist, als Frank Schalk war wegen seiner sarkastischen Bosheit allgemein gefürchtet. Einmal mußte er in einem Konzert die Symphonie eines jungen Korn- Amüsante Musiker-Anekdoten. Bon Hanö Weygand. Copyright by I. L. A. Wien. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fanden im Augarten, dem damals beliebtesten Park von Wien, regelmäßig Konzertakademien mit Orchester statt. Bei einer solchen wurde auch Beethovens Fidelio-Ouvertüre aufgeführt. Kotzebue, der diesem Konzert beiwohnte, schrieb darüber folgende Kritik: „Alle parteylosen Musikkenner und -freunde waren darüber vollkommen einig, daß so etwas Unzusammenhängendes, Grelles, Verworrenes, das Ohr Empörendes schlechterdings noch nie in der Musik geschrieben worden sei. Die schneidendsten Modulationen folgen aufeinander in wirklich gräßlicher Harmonie, und einige kleinliche Ideen, welche auch jeden Schein von Erhabenheit daraus entfernen, worunter z. B. ein Posthornsolo gehört, das vermutlich die Ankunft des Gouverneurs ankündigen soll, vollenden den unangenehmen, betäubenden Eindruck." Mehr als hundert Jahre später kam ein berühmter Musiker zufällig in eine Probe im Wiener Opernhaus, wo gerade dieselbe Fidelio-Ouvertüre durchgenommen wurde. In der Pause begrüßte er den Dirigenten Franz Schalk und sagte: „Das war ein schönes Stück. Was war das eigentlich?" Dieser berühmte Musiker, der Beethovens Fidelio nicht kannte, war Giacomo P u c c i n i Orchesterprobe unter Richard Strauß. „Forte!" ruft er dem Trompeter zu. Dieser wird merklich lauter. „Forte!" wiederholt Strauß kopfschüttelnd. Der Mann bläst die Phrase mit aller Kraft. Aber von neuem mahnt Strauß: „Forte! Forte!" „Verzeihung, aber lauter kann ich wirklich nickt mehr!" beteuerte der Musiker. „Sollen Sie auch nicht!" entgegnete Strauß. „Forte sollen Sie blasen, und nicht Fortissimo!" „Sehen Sie, da ist Kairo. Und da Bombay. Ich weiß ja, daß ich niemals hinkommen werde. Aber wenn wir abends so sitzen, meine Frau und ich, I Er nahm einen Pappkasten aus dem Schrank und fing an, mir seine Karten vorzulegen. ~ scheidenes Abendbrot — Hinterher bot er mir eine Zigarre an. Wir rauchten. Er plauderte, ich hörte zu Zuletzt kamen Luftschlösser. An Luftschlössern entschleiert sich der Mensch. Ich fragte: „Nun, wenn Sie reich werden, was würden Sie tun?" Ja", lachte er, „wenn! Aber gewiß, setzen mir den Fall! Wieviel sprechen Sie mir zu? Das ent- „Soviel Sie wollen — Zwei-, dreimalhundert- „Damit kann man etwas anfangen. DJlan tönnte reifen. Etwa Aegypten. Oder nach Indien, einmal unter Palmen wandeln. Auf Elefanten zur Tiger- Lustschlösser. Von Wilhelm Scharrelmann. Ich erinnere mich feiner noch sehr gut. Dor Jahren habe ich einmal längere Zeit neben ihm in einem Bureau gearbeitet. Zufällig lese ich heute, daß er gestorben ist. Ein Abend fällt mir ein, den ich auf sein Drangen einmal in seiner Wohnung verlebte. Er war über die Vierzig, klein, zart und unscheinbar. Ein Gesicht, das für seine Jahre zu jung schien, und Augen, die einen sanften träumerischen Blick hatten und an Mädchenaugen erinnerten. Seine Wohnung war klein und eng, von dem Dunste der Küche erfüllt. alle Armen haben, wenn sie sich reich träumen. „Ich würde nicht reisen", sagte sie. „Jedenfalls nicht weit. Einmal in meine Heimat möchte ich wohl wieder, nach Schlesien, ein paar Wochen. Aber dann —" „Nun, dann?" „Dann würde ich ein Häuschen kaufen auf dem Lande. Nicht allzu groß, nein. In einem Garten müßte es liegen. Darin müßten Blumen stehen, blauer Rittersporn, weiße Lilien, Nelken, Rosen. Und hinter dem Hause ein Gemüsegarten mit allem, was hineingehört. Und ein Hühnerstall müßte da sein. Ein sauberer Stall mit weißen Hühnern. Unten im Hause wären die Zimmer. Die Kammer aber müßte oben sein. Ganz in Weiß. Und in der Kammer —" Die kleine, blasse Frau verstummte einen Augenblick und sagte dann resolut: „Und ein Kind müßten wir haben, ja. Das bekäme ein eigenes Bettchen mit seidenen Vorhängen." „Aber, Mile", unterbrach sie der Schreiber und versuchte eine komische Wendung. „Ein Kind ... das kann man doch nicht kaufen!" „Und eine Kommode müßte da sein, die nur für das Kind wäre. Und ein Kinderbad müßte im Hause sein und ein Wagen, in dem ich es im Garten spazieren fahren könnte. Und daß da ein kleiner Teich wäre, das wollte ich auch wohl. Darauf müßten ein paar Schwäne sein, die fütterten wir, wenn wir in den Garten hinabgingen. Und der Hund müßte ganz zahm sein und keinen Streit mit den Schwänen machen. Und im Hause ständen im Sommer die Fenster weit offen, daß die Sonne hereinschiene, und der Wind die Vorhänge ins Zimmer wehte wie weiße Fahnen. Nur wenn das Kind schliefe, zöge ich sie zu. Und das Kind würde Reinhold heißen und blaue Augen haben." „Aber, Mile, du solltest dir doch nicht das Herz damit schwer machen. Du weißt doch —" der Reiche so mittellos antritt, wie es der arme Schreiber immer war. Vielleicht rauschten die Wälder und Ströme Indiens vor feinem Ohre, als er starb, blühten Tempel und Tropennächte vor feinem Auge auf, als er fein enges kleines Leben hinter sich ließ. Oder fand die unerfüllte Sehnsucht feines Lebens in seinem letzten Traume einen Weg in Länder, die erhabener sind als alle Schätze Indiens? Seine Frau geriet in Aufregung, unerwartet Besuch zu bekommen. Fast mädchenhaft sah sie mit unruhigen, sorgenvollen Augen, wie Frau haben, die unausgesetzt auf der Hut sein müssen, zu sparen und die wenigen Groschen ihres Haushaltungsgeldes zusammenzuhalten, immer nur zusammenzuhalten, wie eine Henne ihre Küchlein zusammenhält, wenn der Habicht in der Luft steht, nur, daß der Habicht hier nie aus der Luft verschwindet. Zuerst war es eine Unterhaltung, wie man sie gewöhnlich führt, wenn man unbekannt zusammenkommt. Dazwischen die ersten Worte, die wie ein Horchen sind, wie ein leises Tasten der Seelen, sich Gewißheit zu verschaffen, wen man vor sich hat. Nach einer Viertelstunde wollte ich gehen. Aber nein, das sei ausgeschlossen. Und eine Kränkung sei es. Man sei freilich nicht recht vorbereitet. Ader wenn ich vorlieb nehmen wolle — ein be- „Ia, ich weiß", seufzte die junge Frau und verstummte, und der Glanz in ihren Augen erlosch. „Es würde also doch wohl beim Reisen bleiben. Aus einer Reise vergißt man manches, Mile. Meine Reisepläne sind am Ende ja vielleicht ebenso töricht. Aber an irgend etwas will der Mensch schließlich seine Freude haben", wandte er sich mit einem । .Lächeln wieder an mich. „Ich habe mir darum eine I Sammlung von Ansichtskarten angelegt. Wenn es 1.1 Sie interessiert?" Jeder wort halten würden. Harney. SJL-tfpoit Ausruf zur Reichsschwimmwoche Deutsche Jugend! Deutsche Frauen! Deutsche Männer' Schon 20 Meldungen für 1936. Kaurn ein halbes Jahr ist vergangen, nachdem die Einladungen zu den 11. Olympischen Spielen in Berlin 1936 versandt wurden, da kommen aus allen Teilen der Welt die Meldungen, daß sich die Sportmannschaften mit Fleiß auf starke Vertretungen ihrer Nationen vorbereiten. Schon nach so kurzer Zeit sind im ganzen, Deutschland eingerechnet, 20 Annahmen erfolgt. Es meldeten im einzelnen: Argentinien, Australien, Belgien, Bulgarien,, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Griechenland, Indien, Italien, Jugoslawien, Lettland, Mexiko, Oesterreich, Philippinen, Schweiz, Tschechoslowakei, Türkei und Ungarn Handball im San XII öer DT. Tv. Ahbach — SM.-Sturm 1/3./33 10:3. Die Platzmannschaft war ihrem Gegner in jeder Hinsicht überlegen und weit frischer. Atzbach zeigte Jeder sei Rufer im Kampf, jeder fordere für seine Aufklärungsarbeit für wenige Pfennige das Lehrbuch „Schwimme richtig" vom zuständigen Ortsausschuß der Reichs-Schwimm-Woche. Solche Stützpunkte sind in allen Städten und Landgemeinden gebildet worden. Jeder helfe mit an der lichkeit schönere Früchte zeitigt, als beim Schwimmen. Nirgendwann können sich Geistesgegenwart, Mut und Entschlossenheit tatkräftiger beweisen, als beim Rettungsschwimmen. Der Volksgenosse des Dritten Reiches muß schwimmen und retten können. Niemand darf mehr dem nassen Tod verfallen. Der Kumpf wird geführt unter der Parole, die der Reichssportführer der Reichsschwimmwoche auf den Weg gegeben hat: Zu gemeinsamer Tat rufen wir euch auf. Stellt euch in den Dienst der nationalen Forderung für die Gesunderhaltung und Sicherheit unseres Volkes, die jeder unterstützen und erfüllen kann. Sie heißt: Schwimmen muß Volksbrauch werden! Taufende ertrinken jährlich, Millionen kommen um ihre schönste Erholung, weil sie nicht schwimmen können. Die Aufgabe ist gestellt: Angriff auf den Nichtschwimmer! Schluß mit dem nassen Tod! Baut Schwimmbäder! Propaganda der Tat! einer einzigartigen und einmaligen Aktion technisch und taktisch gutes Spiel und hatte das Heft jederzeit sicher in der Hand. Futzballabteilung des Tv. Kinzenbach. Tv. Kinzenbach 3gb. — Spv. 05 Wehlar 3gd. 1:5. Zu einem Gesellschaftsspiel trafen sich beide Mannschaften in Kinzenbach. Wetzlar zeigte recht gutes Spiel und verriet durch seine technische Fertigkeit den guten Nachwuchs seines Vereins. Die Mannschaft zeigte eine gute Gesamtleistung. Auch die Platzmannschaft zeigte sich von der besten Seite und ging bald nach Spielbeginn in Führung. Die nötige Erfahrung fehlt hier, während technisch schon recht gute Fortschritte zu verzeichnen sind. Nachdem K. die Führung übernommen hatte, dauerte es geraume Zeit, bis der Ausgleich fiel. Bis zur Pause waren die Gäste noch einmal erfolgreich. Nach dem Wechsel setzte sich das bessere Stehvermögen der Wetzlarer durch. Der Wanderpokal desReichsstaiihaliers inHeffen Gauleiter Sprenger. Gestiftet anläßlich eines Rennens der nationalen Verbände in Frankfurt a. M. Deutsche ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Retter! Der Reichsspvrtführer: v. Tschamrner und Osten. Deutscher Schwimm-Verband. Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft: Georg H a x. Deutsche Turnerschaft: Karl Steding. und Behörden sämtliche Gliederungen der deutschen Nation in kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schwimm-Verband, der Deutschen Turnerschaft, der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft die schwimmerifche Durchbildung eines ganzen Volkes in Angriff nehmen und die hierzu erforderlichen Lehrkräfte zur Verfügung stellen. Im Hinblick auf die Vorbereitung der Olympischen Spiele wird im Verlauf der schwimmerischen Veranstaltungen der unbekannte Schwimmer den Weg zu sportlichem Aufstieg finden, der auf breitester Grundlage jedem Volksgenossen erschlossen werden soll. Vom 17. bis 2 4. Juni wird in allen Teilen des Deutschen Reiches als Krönung der gesamten Aufklärungsarbeit, der praktischen Durchbildung und des sportlichen Trainings das ganze deutsche Volk sich zu einer machtvollen Kundgebung zusammenfinden Die Reichsschwimmwoche wird zu erweisen haben, daß nirgendwo Selbsterziehung und Kameradschaft- Am Sonntag, 29. April, 15 Uhr, veranstaltet der Frankfurter Rennklub auf der Niederräder Rennbahn zu Frankfurt a. M. ein SA. -Flachrenne n „Preis vom Hessen-Ga u", zu dem der Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger einen wertvollen Wanderpokal gestiftet hat. Der Wanderpokal wird dem Reiter des siegenden Pferdes übergeben. Der prachtvolle Pokal muß von dem SA.- bzw. SS.-Reitersturm, dem der Sieger angehört, dreimal gewonnen werden, um dann in den endgültigen Besitz des Sturmes überzugehen. Die Namen der siegenden Reiter werden in den Pokal eingraviert. Die Stiftung ist ein künstlerisches Erzeugnis der Württ. Metallindustrie. sonst reißt der Faden. Es gibt andere Präzisionsindustrien, die eine i schwindelerregende Genauigkeit erfordern, z. B. die In v Uhrenindustrie ober die optische Industrie. Wie hier1 werden mit Unterstützung parteiamtlicher Stellen Wo die Geideustrümpse wachsen Besuch bei den Strumpfwirkern im Chemnitzer Zndustriebezirk. „Den Herren Einkäufern gewidmet!" So steht auf dem Einband des großen Jndustrieführers von Chemnitz und Umgegend geschrieben. Damenunterwäsche, Trikotagen, Strümpfe; Handschuhe und Wirkwaren sind neben Baskenmützen, Strickwesten und Webereien die Hauptrubriken dieses Führers, der von den elegant gekleideten männlichen Gästen dieses gediegenen Chemnitzer Hotels eifrig und sorgfältig durchblättert wird. „Von der Produktion des Chemnitzer Jndustrie- bezirks kann sich der Außenstehende kaum ein Bild machen," berichtet der alteingesessene freundliche Portier, der seine Gäste — die Vertreter und Einkäufer der großen in- und ausländischen Konfektionshäuser und Strumpfläden — schon genau mit Namen kennt und ihre Wünsche längst auswendig weiß. „Fast zwei Drittel aller Erzeugnisse wandern ins Ausland" erzählt er. Allein an Strümpfen und Handschuhen verlassen jährlich 1 5 0 0 0 0 Zentner die Stadt, deren graue, zum Teil schon etwas altersschwache Häusermauern fast 400 000 Einwohner beherbergen. Das gesamte Gebiet des großen Jndustriebezitkes wird dagegen fast von einer Million Menschen bewohnt. Ueberall in der Umgegend von Chemnitz ragen rauchende hohe Fabrikschlote in die Luft und geben der lebendigen Stadt ihr Gepräge. Chemnitz besitzt ein technisches Spezialmuss u m, das zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes zählt! Blitzende Maschinen, neuartige, stählerne Spulen stehen in dem gewaltigen Mustersaal dieses Museums, durch dessen geschliffene Buntglasfenster ein paar spärliche Sonnenstrahlen auf die 150 hier zur Vorführung bereitstehenden Maschinen fallen. Arbeiter fitzen einheitlich mit blauen Schürzen bekleidet vor einer lärmenden Massenparade öltrie- fenber Kolben und rotierender Räder. Man hat Gelegenheit einmal die einfach aus- sehende, jedoch in Wirklichkeit recht komplizierte Ent st ehungsge schichte eines Seiden- ft r u m p f e s mitzuerleben. Unerklärlich bleibt für den interessierten Betrachter, wie es möglich ist, ein Paar Strümpfe, die mehrere Stunden der aufmerksamsten Arbeitskraft beanspruchen, vielleicht schon für den Bruchteil einer Mark angeboten zu bekommen. Ein dreiteiliger Krempelsatz zerpflückt zunächst die Baumwolle, läßt sie über immer feinere Stahlwalzen laufen und stößt sie schließlich als Fäden aus. Gleich daneben verspinnt der Wagenspinner, eine Stahlbank, auf der ein Zylinderwerk hin und her gleitet, die Fäden in sausender Umdrehung. Zwirn- und Spülmaschinen richten das Garn für die weitere Verarbeitung vor. Zur Strumpffabrikation bienen Flachwirkmaschinen, das find die eigentlichen Wunder. Eine solche Maschine stellt jede Stunde zwei Dutzend langer Strümpfe her, mit jedem gewünschten Muster versehen. Fix und fertig bis auf die Naht und einige Nahtmaschen an Ferse und Spitze. Die Maschine sieht gar nicht mal kompliziert aus, sondern wie eine lange Drehbank. Spindeln sind hinten auf- gesteckt, zu den Nadelbänken laufen die Fäden, an denen die Masche entsteht. Wie das geschieht, ist auch bei noch so scharfem Zusehen nicht zu erkennen. Aber wie die Maschine völlig selbsttätig die Form der Wade und des Fußes herausarbeitet, kann man genau verfolgen. Von den Seiten greifen Nadeln ein, schieben sich vor und zurück; ganz wie es ihnen der beliebig verstellbare Mechanismus vorschreibt, lieber 7 000 Nadeln hat die Maschine und an jeder Nadel geht fortwährend ein verwickelter technischer Prozeß vor, der jedesmal um den kleinsten Bruchteil eines Millimeters exakt verlaufen muß, Härtestes, nämlich der Stahl, dort Zartestes, nämlich das Gespinst, erzeugt wird, ist ohne Gegenstück. Aber nicht nur Tausende van Arbeitern finden in den großen Chemnitzer Fabriken Arbeit und Brot, auch zahlreiche Dorfeinwohner des nahen Erzgebirges können sich heute noch, genau so wie sie es vor Jahrhunderten taten, mit der handwerklichen Strumpfwirkerei ernähren. Knappe zwanzig Kilometer von Chemnitz entfernt liegen die kleinen Dörfer im Gebirgswald versteckt. Auerbach, Thalheim und Meinersdorf find die bedeutungsvollsten. Thalheim mit seinen 9000 Einwohnern verfügt allein über sechzig Strumpffabriken und ist stolz darauf, behaupten zu können, ein Zehntel der sächsischen Gesamtproduktion zu liefern. „Täglich können in Thalheim über 100 000 Paar Strümpfe hergestellt werden", versichert der Bürgermeister dieses friedlichen Landfieckens. Thalheim ist ein wohlhabender Ort, denn die Strumpfwirker des Erzgebirges find in der ganzen Welt berühmt und begehrt. Auch Amerika holte sich in den letzten 25 Jahren 2000 Thalheimer Strumpfwirker und zahlte ihnen hohe Löhne. Diele von ihnen wurden jedoch schon nach einigen Monaten vom Heimweh gepackt und kehrten mit einem kleinen ersparten Dallarvermögen glückstrahlend in die Heimat zurück. Hier bauten sie sich auf ihrer alten Scholle freundliche, bunte Giebelhäuser und gingen in den nahen Fabriken wieder ihrer Arbeit nach. Thalheim ist ein schmuckes, sauberes Städtchen, und in dem ganzen langgestreckten Ort dürfte man wohl kaum ein einziges Haus finden, in dem nicht eine Strumpfmaschine steht. Wie andere Familien heute einen Staubsauger oder eine Nähmaschine besitzen, hat jeder Thalheimer eine elektrisch betriebene Nahtmaschine, an der das, was am Strumpf, wenn er von der Wirkmaschine aus der Fabrik kommt, noch zu tun übrig bleibt, als Heimarbeit von allen Familienmitgliedern erledigt wird. Auf den Straßen dieses Gebirgsdorfes stößt man unaufhörlich auf Männer und Frauen jeden Alters, die gemeinsam mit ihren Kindern große Bündel farbloser Strümpfe auf den Schultern von der Fabrik zur Wohnung transportieren. Eine wundervolle, gesunde Lust liegt über diesem Dorf der nie ruhenden Arbeit. Ein herrliches Fleckchen deutscher Erde, dessen zufriedene Bewohner den Begriff Arbeitslosigkeit sicher für ein Fremd- Anbetracht des zu Monatsanfang hinzukommendl Zuschlags von 30 Pf. pro Sack oas minimale 0 en minimale Ge Wirtschaft Sronfiun a. LI Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Hl. *** Ä eg* börse 24.4. I 25-4- 24-4. 25.4. 94,5 68 0 8,3 25 6,7 94,9 91,75 22 1,15 7,75 91,5 90,5 25 168,5 94,13 91,75 91,5 90 91,65 94 94 97,9 95,5 99,9 92,75 95,13 16,5 94,5 91,5 91,5 90 91,75 94 94 97,9 94,25 94 97,9 95,9 99,9 92,5 95,2 16,9 93,5 91,5 0 0 6 6 0 0 o O| 0 0 104,25 62,5 65,75 48,4 41,75 120,9 46,75 55,5 18,5 161,5 138,5 65,82 80,79 34,11 Schlußk. mittag. 1L 94,25 94 97,9 o o 0 0 0 4 0 0 0 12 71,75 111 62 89 137 112 61 64 26 127,5 97 104 54 96 99,5 134,5 o 0 0 0 0 7 0 0 0 0 10 0 0 62,25 66 48,5 42 46,25 55,25 19,0 162 137,65 103,75 63,5 66,13 48,25 42 120,5 47 55,5 64,25 19 163 173,5 138,75 66,08 81,11 34,25 22,3 7,9 26 127,13 98,4 104,9 54,25 96,25 99,75 134 117,5 71,25 111,75 62 89 137,5 111,75 60,5 64 25,13 127,5 98 105 54,13 95,5 99 134,25 116,75 Betula imann ... Heidelberg Karlstadt.. Grttzner O| Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutsch« Sud« >MMMM 95,5 । 99,9 . 92,65 [ 95,13 19,65 8,2 6,65 25,13 127,25 98 104 54,5 95,5 99 134,5 115 95,9 ; 100 93 95,1 19,25 93,25 91,75 Das größte sportliche Ereignis in unserem Da- terlande werden in diesem Jahre die Deutschen Kumpf spiele in Nürnberg sein. Noch trennen uns drei Monate von dem „Fest aller Deutschen", aber die Vorarbeiten sind bereits in vollem Gange. Angesichts des Ausmaßes der Beteiligung aktiver Kämpfer und des zu erwartenden Zustroms von Schlachtenbummlern aus allen deutschen Gauen, die in der Zeit vom 2 3. bis 2 9. Juli den Kampfspielen beiwohnen werden, ist die Inangriffnahme der umfangreichen Vorbereitungsarbeiten zu einem verhältnismäßig frühen Zeitpunkt unbedingt erforderlich, damit in der letzten Juliwoche die gesamten Veranstaltungen ohne Störung abgewickelt werden können. Das umfangreiche Programm liegt in allen seinen Teilen fest. Die Ausschreibungen werden in den nächsten Tagen erscheinen. Schon heute kann gesagt werden, daß die Nürnberger Kampf st ät- t en eine Belastungsprobe wie nie zuvor erfahren werden. Doch die „alte Noris" ist gerüstet. Allein 22 1,15 7,6 7,3 7,8 8 6,65 6,65 70,75 111 62,5 89 71 138,5 111 61 64,5 70,751 110,9 I 62,13 ' 89 ' 70,75 | 137,25 I 111 I 61 | 64,5 I Oer „Erste Schritt" 1934 Zungmannen-prüfung im Radfahren auf der Landstraße. 22 7,65 7,45 8.7 6,6 6,7 68 i 100,5 112,5 | 91,5 90,5 4% Ceflcrreid)ttd)t »olörente.. 4,20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/i% beügL von 1913 6% abgesl. Soldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlechr 62,5 66,5 48,25 42 47 55,5 19,25 163 138,75 schäft. Roggenmehl war seitens der zweiten Hand drängender und billiger angeboten. Es notierte (Getreide, je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen 203 nominell (Mühlenpreis), Roggen 173, Sommergerste 170 bis 172,50, Hafer 162 bis 164, Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 29,70 bis 30,25, do. ohne 28,20 bis 28,75, Roggenmehl 0 bis 60proz. 24 bis 24,50, do. füdd. Spez. 0 24,50, Weizenkleie 11, Weizenfuttermehl 11,90, Roggenkleie 11,20, Soyaschrot 15,65, Palmkuchen 14,15, Erdnußkuchen 16,50 bis 16,75, Treber 14,20, Trockenschnitzel 10,15, Heu 6, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2. Schweinem^rkt in Schotten. v. Schotten, 25. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren ca. 380 Ferkel aufgetrieben. Die Preise waren: Ferkel 4 bis 6 Wochen bis zu 15 Mark, 6 bis 8 Wochen bis zu 18 Mark, 8 bis 10 Wochen bis zu 23 Mark, 10 bis 12 Wochen bis zu 26 Mark und 13 Wochen bis zu 28 Mark. Der Handel war lebhaft, der Markt ausverkauft. Der nächste Markt wird am 3. Pfingstfeiertag in Form des althergebrachten Prämiierungsmarktes abgehalten. Schweinemarkt in Grotz-Eichen. ■ Groß-Eichen, 25. April. Gestern wurde hier in der Turnhalle der Schweine- und Krämermarkt abgehalten. Es standen 180 Ferkel zum Verkauf, die beinahe restlos abgesetzt wurden. Die Preise bewegten sich zwischen 20 bis 25 Mark. Auch der Krämermarkt war aut beschickt. Der Besuch des Marktes war auheroroentlich gut. rote die Reichsbank irgendetwas mit Norris zu tun haben. Im übrigen schwebt gegen ihn ein Untersuchungsverfahren wegen dringenden Verdachts ungesetzlicher Auflösung von Sperrmarkkonten in freie Mark. Ebenso muß es als ein Hirngespinst bezeichnet werden, wenn behauptet wird, daß das Reichsmini ft erium für Volksaufklärung irgendwelche Beträge von Norris erhalten oder zugesichert erhalten hat. Stahlwerk Mchling-Buderus AG., Wetzlar. Ausfuhr 1933 auf höhe früherer Jahre. Die Gesellschaft konnte in 1933, im Gegensatz zum Vorjahre, gewinnbringend arbeiten. Das Jnland- die Hauptkampfbahn des unvergleichlich schönen Nürnberger Stadions vermag 50 000 Zuschauer zu fassen. Auf der Zeppelinwiese können weitere 100 000 Besucher alle Einzelheiten der Kämpfe verfolgen. Die vorhandenen ausgedehnten Wiesenflächen geben genügend Raum für die geplanten Zeltlager, in denen hauptsächlich die erwarteten 100 000 Jugendlichen untergebracht werden, die auf besonderen Wunsch des Reichssportführers Zeugen des gewaltigen fporllichen Geschehens sein sollen. Als riesiger gedeckter Raum steht ferner die Luit- poldhalle für die Fechter, die Schwerathleten, Boxer und Kegler zur Verfügung. Der vorbereitende Kampfspielausschuß trägt aber darüber hinaus noch weitere Vorsorge, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Die Hauptkampfbahn des Stadions erhält für das Fußball-Endspiel der Gaumannschaften um den Adolf-Hitler-Pokal am 29. Juli eine ausreichende Anzahl von Reserveplätzen. Oamhutg.timertla-Bafet ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff. a-Dampfschiff......... eutscher Lloyd 0.®. für Verkehrswesen Akt. .. Berlin« Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Diöconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbanl- ........ Oie Deutschen Kampfspiele 4934 Nürnbergs große Vorbereitungen. geschäft zeigte eine- allmähliche und stetige Besse- rung, das Auslandgeschäft konnte trotz der schweren Belastungen auf der Höhe früherer Jahre gehalten werden. Auch in diesem Jahre habe man größere Aufträge aus Rußland übernommen. Nach 0,51 (0,12) Millionen Abschreibungen auf Anlagen und 0,03 (0,15) Millionen anderen Abschreibungen, ferner nach Zuführung von 0,105 Millionen an die Delkredererücklage, verbleibt ein Gewinn von 95 667 Reichsmark, so daß sich der Derlustvortrag auf 94 341 RM. mindert (im Vorjahre 0,23 Millionen Verlust, vermindert um 0,04 Millionen Gewinn- vortrag). Für das laufende Geschäftsjahr rechne man im Vertrauen auf die Stetigkeit der Staatsführung mit einem weiteren Aufbau der Wirtschaft. Rinn & Eloos AS. im Jahre 1933. Die Zigarrenfabrik Rinn & Cloos A G., Heuchelheim-Gießen, hat jetzt ihre Bilanz per 31. Dezember 1933 vorgelegt. Danach beziffert sich das Anlagevermögen auf 1 224 343 Mark, das Umlaufvermögen auf 9 975 244 Mark, das Aktienkapital auf 3 Millionen Mark, die Reserven werden mit rund 4 Millionen Mark ausgewiesen. Das Stiftungskonto verzeichnet 1 066166 Mark, die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 3103 214 Mark. Die Firma schließt das Jahr 1933 mit einem Verlust von 41 736 Mark ab, der auf den Gewinnvortrag von 1932 verrechnet wird. Zu dieser Bilanz wird von der Firma folgenbes bemerkt: Unsere Bilanz ist ein Spiegelbild der gegenwärtigen Lage unseres Geschäftszweiges. Obwohl wir auch im abgelaufenen Jahr wieder in der Lage waren, unsere Produktion mengenmäßig zu steigern, entspricht das Jahresergebnis nicht dem Beschäftigungsgrad. Eine Werterhöhung des Umsatzes war nur in geringem Umfang möglich, weil der Verbrauch billigster Zigarren weiter zugenommen hat. Gängig sind zudem nur noch diejenigen Sorten, die ganz besondere Leistungen darstellen und der Herstellung keinen Nutzen mehr lassen. Auch der Zigarrenhändel, dem unsere Industrie größere Kredite geben muß, ist durch den absinkenden Wertumsatz und die gedrückte Nutzensspanne außerordentlich notleidend. Durch Kartellbestrebungen sucht man deshalb der gegenwärtigen Schwierigkeiten mit Unterstützung des Reichsroirtschaftsmini- steriums Herr zu werden. Eine nachhaltige Besserung ist aber nur zu erwarten, wenn sich mit einer allgemeinen Wirtschaftsbesserung auch der Wertumsatz in unserem Geschäftszweig wieder hebt. Auch müßte die derzeitige starke Ueberbelastung unseres Artikels durch Zoll und Steuer gemildert, insbesondere die Ausgleichssteuer und die Umsatzsteuer auf die Banderole beseitigt werden. v. H.). Die übrigen Relchsroerte lagen unverändert. Goldpfandbrief waren teilweise etwas leichter, recht widerstandssäbig zeigten sich weiterhin Preuß. Landespfandbrief - Anstalt, Berlin. LiquidationL. Pfandbriefe und Kommunal-Obligationen blieben behauptet. Stadtanleihen waren überwiegend weiter angeboten und bis 1 v. H., teilweise bis 1,50 o. H. niedriger. Von Industrie-Obligationen blieben 6 (7) v. H. Fürstenberg angeboten und die Taxe ermäßigte sich auf 80 nach zuletzt 87 v. H. Don fremden Werten lagen Schweizer Nebenwerte 1 bis 2 v. H., Lissaboner Stadtanleihe mit 47 um 3,50 v. H. fester. Am Kassamarkt waren Franks. Hyp.-Dank an- geboten, die Taxe lautete unter Berücksichtigung des Dividendenabschlags zirka 70 nach gestern 77,75 o. H. Tagesgeld war etwas gefragt und wurde auf 3,50 (3,25) v. H. erhöht. Im weiteren Verlaufe erfolgte in der Neubesitzanleihe ein neuer scharfer Kurseinbruch. Das Papier erfuhr einen Rückgang auf zeitweise 16,60 nach vorher 18,60 v. H. Die Umsatztätigkeit hielt sich dabei in verhältnismäßig engen Grenzen. Gegen Börsenschluß war dann eine mäßige Erholung auf 17 v. H. zu verzeichnen. Die Altbesitzanleihe ging bei kleinem Umsatz auf 94,75 (95,20) v. H. zurück. Die Aktienmärkte wurden von dieser Bewegung kaum berührt, lagen aber vollkommen geschäftslos. Gegen den Anfang überwogen jedoch hier überwiegend leicht erhöhte Kurse und zwar um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Die Nachbörse zeigte Neubesitz mit 16,75 bis 17 v. H. und Farbenindustrie mit 138 v. H. unverändert. Abendbörse: Neubesih im Vordergrund, sonst lustlos. Die Abendbörse wurde schon bei Eröffnung nur von der Bewegung der Neubesitzanleihe beherrscht, in der erneut starkes Angebot vorlag, dem jedoch auf der ermäßigten Basis etwas Kaufneigung gegenüber» stand, so daß ein weiterer Verlust zunächst vermie- den werden konnte. Zum ersten Kurs von 16,75 nach 16,90 v. H. sollen etwas über eine Million um- gegangen sein. Auf den übrigen Marktgebieten des Aktien- und Rentenmarktes war die Haltung ausgesprochen lustlos, und die Kurse waren kaum verändert. Farbenindustrie eröffneten 0,13 v. H. fester, später lagen sie jedoch etwas im Angebot. Von Renten lagen Altbesitz und späte Schuldbücher knapp gehalten. Frankfurter Schlachtvieknrarkt. Frankfurt a. M., 26. April. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 67 Rinder (19 Ochsen, 5 Bullen, 17 Kühe, 26 Färsen), 976 Kälber, 23 Schafe, 542 Schweine. Es kosteten: Kälber 25 bis 50^ Mark, Hämmel 30 bis 36, Schafe 25 bis 32, Schweine al) fette Speckschweine über 350 Pfund Lebendgewicht, a2) Fettschweine über 300 Pfund 34 bis 42 Mark. — Marktverkauf bei allen Viehgattungen mittelmäßig. Frankfurter (Getreidebörse. Frankfurt a. M., 25. April. Am heutigen Getreidegroßmarkt hielt sich das Geschäft fast allgemein in engsten Grenzen, insbesondere Brotgetreide lag nahezu geschäftslos. Lediglich in Roggen zeigten die Provinzmühlen hier und da etwas Kaufneigung. Der Futtermittelmarkt zeigte weiter feste Haltung, das Geschäft hat aber eine unverkennbare Beruhigung erfahren. Die Preise lagen dennoch meist etwas höher, auch Hafer, der um eine Mark anzog. Am Mehlmarkt überraschte in Schwedische Note» Schweizer Notes ........... Spanische Note» ... Ungarische Note» Weripapirrküufe eines Obersten Norris Eine amtliche deutsche Feststellung. Berlin, 24. April. (DNB.) An den internationalen Börsenplätzen ist in den letzten Monaten ein Oberst Norris aufgefallen, der zu angeblich erheblichen Beträgen deutsche Wertpapiere a u f k a u f t. Da diese Ankäufe zu steigenden und hohen Kursen getätigt sein sollen, zerbricht man sich nicht nur im Ausland, sondern auch in Deutschland den Kopf darüber, was hinter diesen Ankäufen steckt, und man sieht mit Spannung dem Augenblick entgegen, wo dieses Geheimnis gelüftet wird. Gegenüber den mit diesen Dingen zusammenhängenden tendenziösen Unterstellungen ausländischer Zeitungen muh noch einmal amtlich festgestellt werden, daß feine amtlichen deutschen Stellen ebensowenig Schultheis Patzenhofer Aku < Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg .............. Estoss Waldhos stoss Aschaffenburg iau« Oo5 ......... Daimler Motoren ...... Deutsche Linoleum ........ Ören stein & Koppel...... Leonhard Tietz khade Sera mulatoren-Fabrik lonri-diimnii............... Geld 2,443 58,38 56,94 12,75 16,46 169,01 21,20 64,12 241 24,5 — I — 1681 169 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Öle Höhe öei zuietzi belchiossenen Dividende an — Reichsbankdiskonl 4 o H. Lombardzinsfuß 6 o H. tigung der sportlichen Betätigung an den Sportleiter des DRV. Berlin NW. 7, Dorotheenstraße 11, zu erfolgen. Allen Teilnehmern wird kostenlos eine Reichsbahnkarte 3. Klasse vom Heimatsort nach Berlin und zurück auf Kosten des DRV. zugestellt und die Frachtkosten für den Radtransport. Die Unterbringung und die Verpflegung in Berlin vom 1. bis 3. September 1934 erfolgt auf Kosten des DRV. Dem Sieger der Zwischenentscheidung ist mit finanzieller Unterstützung des DRV. die Möglichkeit gegeben, eine erstklassige Markenrennmaschine der Firmen des Jndustrievereins zu einem Preise von 60 Mark ober einen gleichartigen Rennrahmen zum Preise von 30 Mark durch einen vom Reichsoerband des Deutschen Fahrrad Handels im Reichsverband des Mechanikergewerbes e. V. anerkannten Händler zu erwerben. Anträge sind an den zuständigen DRV. Gauführer zu richten. Gefahren wird in der Vorentscheidung eine Strecke von mindestens 30 Kilometer und längstens 50 Kilometer. In der Zwischenentscheidung und in der Endentscheidung eine Strecke von 50 Kilometer. Gefahren wird nach den Wettfahrbestimmungen des DRV. Jeder Teilnehmer führt auf eigene Rechnung und Gefahr. Veranstalter und Ausrichter lehnen Ansprüche von Teilnehmern untereinander ober gegen sich ab. Eine Haftpflichtversicherung schützt Veranstalter und Ausrichter sowie Teilnehmer gegen Ansprüche Dritter. Die Einhaltung der wegepolizeilichen Bestimmungen wird allen Teilnehmern zur Pflicht gemacht. Alle Auszeichnungen, Preise, Nennungsbogen werden vom DRV. geliefert. Ein Start- ober Melbegelb wird nicht erhoben. In unserem Bezirk wird der „Erste Schritt" am 6. Mai 1934 in folgenden Orten ausgetragen: G i e- ß e n, AlsfeU), Limburg. Der Start ist an allen Orten jeweils um 6 Uhr. Meldungen sind an folgende Herren zu richten: August Deibel (Gießen, Neuenweg 50), Ernst Schneider (Alsfeld, Volkmarstraße 13), Karl Bittendorf (Freiendiez Fei Limburg, Ratweg 9). An die deutsche Jugend und den Iungmann ergeht der Aufruf, sich restlos an dieser Veranstaltung zu beteiligen. Äriel 2,463 58,62 57,16 12,81 16,52 169,69 21,28 64,38 * Dreifacher Auftragseingang in Hansa-Lloyd-La st wagen. Bereits im ersten Vierteljahr 1934 konnten die Hansa-Lloyd- und Goliath-Werke über das Dreifache des gleichen Zeitraumes an Aufträgen für Hansa-Lloyd-Lastwagen verbuchen. Da der Auftragseingang weiter gut ist, hoffen die Werke, daß die Umsatzziffer des zweiten Vierteljahres 1934 in noch größerem Maße die Ziffer des gleichen Vierteljahres 1933 übertrifft. Frankfurter Börse. TNittagsbörse: Behauptet, Neubesih schwach. Frankfurt a. M., 25. April. An der Börse hielt die Geschäftsstille an. Die Gesamthaltung war aber bis auf wenige Ausnahmen widerstandsfähig. Die Mehrbeschäftigung der deutschen Industrie, der meliere Rückgang der Arbeitslosigkeit und sonstige Anregungen wirkten sich günstig aus, jedenfalls lagen eine Reihe von Publikumsaufträgen vor. Die Neubesitzanleihe lag über 1 v. H. schwächer, nachdem sie vorbörslich sogar noch etwas über Vortagshöhe (19,65 v. H.) gehandelt worden war. Altbesitzanleihe waren leicht erhöht, spgte Reichsschuldbuchforderungen behauptet, desgleichen Stahlverein- Obligationen. IG.-Farbenindustrie zogen in Erwartung der bevorstehenden Generalversammlung 0,25 v H. an, Scheideanstalt verloren 1 v. H., während Rütgerswerke 0,75 o. H. fester lagen. Montanwerte eröffneten fast durchweg 0,25 bis 0,5l) v. H. hoher, nur Stahlverein waren knapp gehalten. Elektroaktien lagen außerordentlich ruhig und nur unwesentlich verändert, Siemens 0,50 v. H., Gesfürel 0,50 v. H. niedriger. Kunstseibeaktien tendierten uneinheitlich, Bemberg gaben 0,50 v. H. nach, Aku zogen 0,25 v. H. an. Reichsbankanteile verloren 0,50 v. H., auch Schiffahrtswerie bröckelten bis 0,25 v. H. ab. Infolge ber Geschäftsstille verzögerte sich an den meisten Märkten die Feststellung der ersten Kurse, im freien Markt hörte man jedoch eher etwas freunblichere Kurse. Im Verlaufe stagnierte das Geschäft nahezu vollkommen, die Kurse waren kaum verändert. Mon- tanroerte lagen teilweise noch leicht erhöht. Von später notierten Papieren lagen Braunkohlenaktien fest, so Rheinbraun um 2,50 und Ilse Stamm um 1,50 v. H., ferner waren Kali Aschersleben um 2,50 v. H. erholt. Anderseits gaben Elektr. Lieferungen 1 v. H. nach. Farbenindustrie hielten bei 138 v. H. Am Rentenmarkt schwankten Neubesitz bei kleinem Geschäft zwischen 18,55 bis 18,75 v. H. (18,60 Der „Deutsche Radfahrer-Verband" (DRV.)'sucht unter den Jungmannen geeigneten Nachwuchs, der unsere Farben auf der Olymviade in Berlin im Jahre 1936 vertreten kann. Aus diesem Grunde ist der „Erste Schritt" ausgeschrieben und lautet: Teilnahmeberechtigt sind alle jungen Radfahrer arischer Abstammung und deutscher Nationalität im Alter von 14 bis 18 Jahren (Stichtag 1. Mai), ohne Rücksicht auf Verbands- ober Vereinszugehörigkeit, sofern dieselben an öffentlichen Wettbewerben auf der Bahn ober der Straße noch nicht teilgenommen haben. Es finben statt: 1. Vorentscheibunaen in den Bezirken: 2. Zwischenentscheibungen in den Gauen unb 3. Enbentscheidungen in Berlin. Die Teilnahme an einer Vorentscheibung kann nur an einer sein, unb zwar in ber Nähe des Heimatsortes bes betr. Fahrers. Die Kleidung und die Art des Fahrrades ist beliebig. Die Preise in den einzelnen Rennen sind: 1. Der Sieger jeder Vorentscheidung erhält ein Blumengebinde mit gestickter Schleife und eine Urkunde. Der zweite bis zwölfte Fahrer je eine Urkunde. Soweit diese Preisträger nicht bereits Mitglied des DRV. sind, erhalten dieselben die Mitgliedskarte des DRV. Gruppe 4. 2. Dem Sieger der Zwischenentscheidung Blumen- gebinbe mit gestickter Schleife unb vergoldete Medaille, dem zweiten bis fünften Fahrer versilberte Medaille und dem sechsten bis zehnten Fahrer bronzene Medaille. 3. Für die Entscheidung 15 wertvolle Ehrenpreise und dem Sieger außerdem Kranz mit gestickter Schleife Die Vorentscheidungen finden am 6.2Hal statt, die Zwischenentscheidungen am 29. Juli und die Endentscheidungen am 2. September in Berlin. Heber die Teilnahme an der Endentscheidung sind folgende Bedingungen erlassen worden: Teilnahmeberechtigt sind die Sieger der Zwischen- entscheidungen, im Behinderungsfalle die Zweiten dieser. Die Nennungen haben sofort nach der Zwischenentscheidung auf den durch den Gauführer erhältlichen Nennungsbogen unter Beilegung eines guten Paßphotos, einer Geburtsurkunde und eines kurzen Lebenslaufes unter besonderer Berücksich- Datum 4% OH«,. (Serie II ............. 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1908 4^A>Rumän.vereinh.Rentev.lS13 *% Rumänische veretnh. Rente .. 8%% Anatolier ...... Amerikanische Note».............. Belgische Noten....... .......... Dänische Noten ....... Englische Noten Französische Noten ........... Holländische 9?oien Italienische Noten ...... Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Roten............... Bude« ..... Deutsche Srdül ............ Gellenkirche»« gnei ................ i Sisen—KSln-Neuesseo letflbau ......... lergbau Genüsse erwecke ............. BtauiHaann.Röta» ...... SS!*- d^lerungs'ge'lells'ch'ast Licht und «rast .. Uten * Guilleaume v ®SU <*,«e,£5Untecne^muna- 6 Rheinische Elektrizität . 5 Schuilert LEo........ 5 Siemen»« HM^.. LatzmeverLLo........Jl’.W 68 I 68 I 100,5 — 112,51 - Banknoten. gerlin, 2S7Äpril | Votum •% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% ehern.7% Dt. RcichSanI. v. 1929 Doung-Anleihe von 1980 . Deutsche Ant.-AblSs.-Schuld mit AuSlos.-Rechten DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte..... 6% ebem.8% Hess. BolkSstaat 1929 lrückzahlb. 102%)......... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold M. 12 ......... 6ty% Hess. LandeS-Hhpotheken. bank Darmstadt Liqut . Oberhessen Provinz-Anlethe mit AuSloj.-Rechten Deutsche Komm. Eammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos -Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 •% ehem. 7% Frankl Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bi» 1936 ehem. 4fr% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Bsaadbriese...... »K% ehem. V/i% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. 6% ehem. 8% Pr. LanbeSpsand- briesanstait, Psandbriese R. 19 8% ehern. 7% Pr. LandeSpsand- briesanstalt, Psandbriese R. 10 Eteuergutsch. Verrechnungskurs Frankfurt a.M. Berlin Franisuri a. Dl. Berlin Schluß- furd Schluß!. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Miltag- börse Echluß- kurs Gchlußl. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse 24-4. 25-4. 24-4. 25.4. Datum 24.4. 25-4- 24.4. 25-4. — — — — iXonefelbex Bergbau......... 0 71,13 70 70,75 70 4,3 7,2 4,25 — 4,2 KokSwerke..............0 93,65 93,75 7 7,05 7,13 Phönix Bergbau............. 0 49 49,25 .9,25 49 3,9 3,9 3,9 3,9 Rheinische Braunkohlen ..... 10 209,5 210 212,25 29,4 29,5 29,4 29,4 Rheinstahl .............0 Bereinigte Stahlwerke........0 90,75 42 90,75 41,75 90,5 41,9 90,65 41,65 26,13 26,13 26,5 27 21 75 Ctaoi Minen . .........0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 14,25 104,5 14,5 107 14,25 104,5 14,5 107 Kaliwerke Westeregeln........6 107 107 105,75 107,5 29,75 65,5 29,75 65,5 29,5 66 30 65,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% 141 85,25 85,13 85,75 85,65 9. G. Farden-Invustrie....... 7 138 138,13 138 138 46,5 45,75 46,5 45,75 Scheideanstall.......... 9 Goldschmidt ................0 182 60,25 181,5 60 60 60,13 57 57 57 57 Rütgerswerke ........ 0 54,25 54,25 53,9 54,4 60,25 147 60,25 146,5 60,25 147,13 60,25 146,13 Metallgeiellschasl.............0 80 80 80 24. April 25-Apm Amtliche Notierung Amtliche Notierung (Stell' Ärle Geld Brie Heisings«».. 5,639 5,651 5,649 5,661 Wien ...... 47-20 47-30 47,20 47,30 10,38 10,40 10,38 10,40 BuoapeG ... — — Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Hollantz .... 169,43 169,77 169,43 169,77 LSIo....... 64,14 64,26 64,29 64,41 Kopenhagen. 56,99 57,11 57,09 57,21 Stockholm... 65,83 65,97 65,98 66,12 London ..... 12,765 12,795 12,795 12,825 Buenos Aires 0,603 0,607 0,598 0,602 Neuyork.... 2,481 2,485 2,491 2,495 Brüssel..... 58,54 58,66 58-54 58,66 Italien..... 21,27 21,31 21,27 21,31 16,50 16,54 16,50 16,54 Schwetz .... 80,97 81,13 80,97 81,13 Spanien.... 34,23 34,29 34,25 34,31 T anzig..... 81,57 81,73 81,57 81,79 Fay an...... 0,754 0,756 0,754 0,756 Rio de Jan. . 0,214 0,216 0^214 0,216 Fugoslawie». 5,664 5,676 5,664 5,676 Liiiado» .... 11,63 11,65 11,66 11,68