Nr. 48 Erstes vlatt 184. Jahrgang Montag, 26. Zebruar 1934 Erfchemt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatz-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechonschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten : Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Umverfitätr Buch- und §teindruckerei R.Lange in Gießen. 5chriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Te?t* anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrist oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein* spalttge Gelegenheitsanzei* gen 5 Rpf., Familienanzei* gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6 Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm Der Schwur auf den Führer. Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß nimmt über eine Million politische Leiter in Treue und Gehorsam. Die Feierstunde auf dem Münchener Königsplatz. München, 25. Febr. (DNB.) Während schon lange vor Anbruch der Morgendämmer",ng d i e Kolonnen der politischen Leiter ihren Aufmarschplätzen zuströmten, sammelten füh um 6.30 Uhr, als eben der strahlende Sonntag herauf- zog, sich die Abordnungen der 5 Banne derHI. zum großen Wecken. Um 7 Uhr rückten sie aus den verschiedenen Stadtteilen unter Dorantritt von Musikkapellen strahlenförmig in das Zentrum der Stadt ein, von der Bevölkerung freudig begrüßt. Punkt 8 Uhr setzten sich von der Türkenkaserne und von der Elisenstraße aus d i e Formationen der Amtsleiter und der Arbeit s d i e.n st f ü h r e r, von der alten Pinakothek aus d i e Gruppen der HI. - Führer in Bewegung und gliederten sich in musterhafter Ordnung in den großen Aufmarsch am Königs- p l a tz ein. Ein prächtiges Bild im Glanze der Frühlingssonne bot der Einzugder 300 Fahnen und Wimpeln der HZ. und des Fahnenwaldes der NSBO. Schlag 10 Uhr kündeten Fanfaren von den Zinnen der Propyläen den Abschluß des Riesenaufmarsches, der wiederum ein glänzendes Meisterstück der Organisation und Disziplin bildete. Gleichzeitig flammten von den Pylonen am Eingang des Königsplatzes und auf den Propyläen Flammen auf. Um 10 Uhr kamen vom Hofe des Brapnen Hauses her die Angehörigen der Reichsleitung in geschlossenem Zuge an und nahmen vor den Propyläen Aufstellung. Kurz darauf nahm im Braunen Hause der Stellvertreter des Führers gesondert die Vereidigung der Reichsleiter und Amtsleiter vor. Um 10.20 Uhr erschollen auf dem Königsplatz abermals Fanfarenklänge. Gauleiter Staatsminister Wagner traf urtter lebhaften Heilrufen an der vor den Propyläen errichteten Rednertribüne ein, wo sich bereits der Stab seiner engeren Mitarbeiter mit dem stellvertretenden Gauleiter Nippold eingefunden hatte. Kurz darauf fuhren auch die führenden Männer des Stabes vor, voran Reichsstatthalter General Ritter v. Epp und Ministerpräsident Siebert. Es folgten die Meldungen. Dem Stabsleiter der PO. Dr. Ley meldete Gauleiter Minister W a g - n e r 14 200 politische Leiter des Gaues München- Oberbayern. Anschließend wurden 215 Stabswalter der Reichsleitung gemeldet. Gebietsführer Klein des Gebietes Hochland meldete dem Reichsjugendführer Baldur v. Schirach 16600 Führer und Führerinnen der HZ., des Jungvolkes und des BdM., Gauarbeitsführer Baumann meldete dem Reichsarbei>zführer Hier! 488 Arbeitsdienstführer. Punkt 10.30 Uhr kam vom Braunen Hause her, im Auto stehend, der Stellvertreter des Führers, ReichSminister Rudolf Heß. Auch er wurde von Fanfarenklängen und von lebhaften Heilrufen aus der weiten Runde begrüßt. Als er die Tribüne betreten hatte, wurden ihm sofort die Meldungen aus dem ganzen Reiche erstattet. Skobsleiter der PO. Dr. Ley meldete 795000 Amtswalter im Reich zum Appell angetreten. Reichsjugendführer von Schirach meldete 130 477 Führer der f)3., 43 062 Führerinnen des BdM. und 990 Führer des RS. Deutschen Studentenbundes, Reichsarbeitsführer hierl meldete 18 500 Führer des Arbeitsdienstes als zur Dereidigung angetreten. Der Stellvertreter des Führers Rudolf heh begrüßte die einzelnen Gruppen mit einem kräftigen heil, das tausendfältigen Widerhall fand. Reichsjugendführer Baldur von Schirach sprach dann nach kurzen Begrüßungsworten des Gauleiters zu den in ganz Deutschland Versammelten: Heute vor vier Wochen haben wir in Potsdam an der Gruft Friedrichs des Großen unsere neuen Fahnen geweiht. An diesem Tag nun sollt ihr, Führer und Führerinnen der deutschen Jugend, das Gelöbnis, das lch für euch am Sarge unseres größten Toten gesprochen habe, persönlich wiederholen. In allen Gauen Deutschlands steht ihr so wie hier in Mün- chen bereit, um Rudolf Heß, dem Stellvertreter des Führers den Eid unverbrüchlicher Treue zu Adolf Hitler und feinem Werk zu leisten. Ihr seid die Jugend Adolf Hitlers. Die Jugend, die freiwillig, selbstlos und gläubig zu ihm gegangen ist und dies zu einer Zeit, als noch Millionen von Volksgenossen die in ihm ruhende Zukunft nicht begreifen konnten. Wir gingen zu Hitler, weil der Weg zu ihm der Weg zu Deutschland war. PO. und SA. ergänzen sich aus einer Gemeinschaft, der Hitler-Jugend. Die Hitler-Jugend ist sich der Verantwortung vor Volk und Geschichte bewußt, die in dieser Tatsache begründet liegt. Sie ist bereit und entschlossen, sich in harter Zucht für ihre zukünftigen Aufgaben einzusetzen, um so das Recht zu erringen, dereinst das Werk der politischen Soldaten Adolf Hitlers fortsetzen zu dürfen. Der Kampf der hiller-3ugend ist nicht zuletzt ein Ausdruck des gesunden Dranges der deutschen Jugend zur Disziplin und zur Anerkennung der echten Autorität. Das ungebundene Schwärmen, dem sich früher einmal die Jugend ergeben hatte, und das dennoch in seiner Zeit gut und richtig war, ist vorüber. Was wir deutschen Jugendführer heute wollen, ist nicht wirklichkeitsfremde Romantik, sondern junges Sp acta. Freiwillig beugt sich das ganze junge Deutschland unter ein Gesetz. Der Wille eines Einzigen bestimmt den Marschtritt unserer jungen Kolonnen. Unser Führer und unsere Pflicht sind die treibenden Momente unseres handelns und Denkens. Stellvertreter des Führers! Es ist für jeden von uns eine Ehre, heute durch Sie, den vertrautesten Mitarbeiter Adolf Hitlers, dem Führer d a s G e - lübde selbstloser Hingabe und Treue aussprechen zu dürfen. Es ist nicht die Art der neuen Jugend, die erhabene Feierlichkeit einer solchen Stunde mit schönen Worten zu schmücken; die Tat ist stumm, wie unsereToten es sind, die mit dem Namen „Adolf Hitler" auf den Lippen klaglos und gleichsam selbstverständlich in ihre ewige Heimat gingen. Diese Jugend, die hier vor Ihnen steht, Rudolf Heß, besteht nur aus solchen entschlossenen Kämpfern, wie diese es waren. Alle können für diesen einen Adolf Hitler schweigend sterben als Diener ihrer harten Pflicht. Melden Sie das dem Führer als die Botschaft seiner treuesten Jugend. Der ©Weiter Der PO. Dr. Robert Ley führte dann u. a. aus: Unserer Generation ist es vergönnt, die größte Revolution unseres Volkes miterleben zu dürfen. Und wir, die Politischen Leiter, sind vom Schicksal berufen, die Träger des politischen Willens unseres Führers zu fein. Ein namenloser Frontsoldat Adolf Hitler nahm in der schwersten Stunde unseres Volkes die Fahne der Freiheit aus den Niederungen der Schande, Entehrungen und Demütigungen auf, um sie mit einem heiligen Feuer der Begeisterung, mit einer unerhörten Zähigkeit vorwärts zu tragen. Eine kleine Gemeinde sammelte sich um den Führer und seine Begeisterung riß uns alle mit. Ungeheuerlich waren die Opfer, die jeder einzelne bringen mußte. Wenn wir zuerst wähnten, wir seien Freiwillige, so mußten wir bald erkennen, daß über uns allen ein ehernes „Muß" hing, das die letzte und höchste Kraft von uns verlangte. Manchmal wollten wir verzweifeln und Hoffnungslosigkeit zog in unser Herz, immer wieder riß uns der Führer hoch. Politische Leiter! Es ist notwendig, daß wir heute in der Stunde des Sieges, uns all dieser ungeheuerlichen Opfer erinnern, und es ist vor allem notwendig, den neu hinzugekommenen Politischen Leitern und Amtwaltern immer wieder diese unerhörten Opfer ins Gedächtnis zu rufen. Und wenn man sagt, wir sollten nun endlich Ruhe geben, wir hätten die Macht, so antworten wir jenen: „Wir können nicht eher Ruhe geben, bis wir das gesamte Volk von der Richtigkeit und Größe unserer Idee überzeugt und dafür gewonnen haben." Deshalb soll auch der heutige Tag, wo wir dem Führer ein heiliges Gelöbnis der Treue geben, verbunden sein mit dem Schwur: „Wir wollen nicht ruhen und rasten, bis Deutschland und sein Volk nationalsozialistisch geworden ist." Wir erheben für unsere Weltanschauung den Anspruch auf die absolute Totalität. Wir glauben allein an unseren Führer und seine Idee und können deshalb nicht dulden, daß neben ihm andere Führer anderer Weltanschauungen ebenso den Anspruch erheben, vom Schicksal zur Führung dieses Volkes berufen zu sein. Wir werden deshalb weiter- Oie Heldengedenkfeier in Berlin. Oben: Der Vorbeimarsch der Ehrenkompanie vor dem Reichspräsidenten Unter den Linden. — Unten: Reichspräsident und Reichsregierung vor dem Mahnstein des Ehrenmals. Von links nach rechts: Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt, Admiral Rae der, Vizekanzler von P a p e n, Reichskanzler Adolf Hitler, Oberst von Hindenburg, der Reichspräsident, Ministerpräsident Göring, Reichswehrminister von Blomberg, Reichsminister S e l d t e und der Chef der Heeresleitung General von Fritsch. kämpfen, denn der Kampf ist unseres Lebens Inhalt. Wir erklären, daß wir nie und nimmer die Verbindung mit dem Volk verlieren werden, damit uns der sichere Instinkt, der durch den Kampf in uns erweckt und geschärft wurde, nie wieder ver- lorengehe. Wir sind Soldaten und Werber zugleich. Wir werden in allem und jedem dem Führer blind gehorchen und im Predigen und Werben nie erlahmen. So werden wir den Eid leisten, der für die alten als die Bestätigung ihrer Treue, die sie durch die Opfer bewiesen haben, zu gelten hat, und für die neuen Politischen Leiter als das Bekenntnis, dieselben und wenn notwendig noch größere Opfer und Hingabe an den Führer auf sich zu nehmen, wie es ihnen die alten als Beispiel vorgelebt haben. Als letzter sprach bann der Stellvertreter des Führers: Deutsche Männer, deutsche Frauen, deutsche Jungens, deutsche Mädels, die ihr zu dieser Stunde alerorts im ganzen Deutschen Reiche in einer Zahl von weit über einer Million zusammengekommen seid! Ihr werdet anläßlich des Jahrestages der Programmverkündung gemein* s a m den Schwur der Treue und des Gehorsams auf Adolf Hitler ablegen und damit in aller Form vor der Welt bekräftigen, was euch längst selbstverständlich war und was ihr in euerem Handeln meist schon durch Jahre hin und oft unbewußt zum Ausdruck brachtet. Ihr schwört euren Eid an einem Tage, der zugleich erstmals als H e l d e n g e d e n k t a g in Deutschland begangen wird. Wir senken die Fahne zur Weihe dieses Tages und gedenken allem voran und mehr denn je derer, die als Helden lebten und als Helden starben. Die Fahnen sind geneigt vor den Großen unserer Geschichte, vor den Kämpfern für Deutschland, vor den Millionen des Weltkrieges, vor denen, die starben als das wegbereitende Opfer für das neue Reich. Ich nenne Horst Wessel, weil sein Name uns als Symbol wurde und ich in ihm aller gedenke, die „Rot-Front und Reaktion erschossen". Wehe dem Volk, das keine Heldenverehrung mehr kennt. Ls wird auch einst keine Helden mehr kennen, mehr hervorbringen, denn auch der Held entsteht aus der Wesenheit eines Volkes. Lin Volk ohne Helden ist aber ein Volk ohne Führer, denn nur der heldische Führer ist ein wahrer Führer und wird in schweren Zeiten standhalten. Aufstieg oder Untergang eines Volkes kann bestimmt werden durch das Vorhandensein oder Fehlen eines Helden. Wir ehren das Heldentum an sich und können daher auch jenen die Achtung nicht versagen, die i n Oesterreich für Idee und Pflicht ihr Leben lie- ßen. Zwar ist die Idee von uns als falsch erkannt, aber das Sterben derer, die ihr opfernd folgen, war nicht weniger heroisch wie der Tod der Männer, die in soldatischer Pflichterfüllung vielleicht gegen ihre bessere Ueberzeugung, einem gegebenen Befehl befolgend, tapfer stritten und star- 6en. Kaurn einer auf beiden kämpfenden Seiten wird sich voll bewußt sein,daß er das Werkzeug unsichtbarer Kräfte im Hintergrund war. Wir aber hegen die Hoffnung, daß auch hier im deut- schen Bruderkrieg, in Oesterreich wieder ein Teil jener Kräfte wirkte, die „stets das Böse will und stets das Gute schafft". Erfüllt sich unser Hoffen, dann sind auch diese Opfer nicht umsonst gebracht worden. wir wollen nicht vergessen die Mütter, Frauen und Kinder, die ihr Liebstes — oft ihren Ernährer — hingeben und im stillen Heldentum ihr Schicksal tragen. Dem ehrenden Erinnern an kampfstarkes männliches Heldentum und dem Gedenken des schweigenden Opferlums der Mütter und Frauen gilt uns Deutschen die Treue gleich in der Heiligkeit des Begriffs. Die Fahnen, die wir wieder erheben, find die Symbole dieser Treue, die für den nordischen Menschen nur Lebenskraft ijat in enger Verbundenheit mit Heldentum. Der Held germant- fcher Prägung ist treu bis zur Selbstaufgabe. Seid euch dessen bewußt, indem ihr Treue schwört am Tage des Heldengedenkens. Nicht allein Treue an der Tat, auch Treue in der Gesinnung wird von euch gefordert. Treue in der Gesinnung bedeutet unbedingter Gehorsam, der nicht fragt nach dem Nutzen des Befehls, der nicht fragt nach den Gründen des Be- fehls, sondern der gehorcht um des Gehör- f a m s willen. Der Gehorsam wird dann zum Ausdruck heldischer Gesinnung, wenn die Befolgung des Befehls dem Gehorchenden zum persönlichen Nachteil zu gereichen, oder dessen eigenster lieber- Zeugung zu widersprechen scheint. Es ist Adolf Hit- l e r s Führerstarke, daß er in der politischen Organi- lation fast stets durch die Kraft seiner Ueberzeugung wirkt und nur selten befiehlt. Er muß aber wissen, daß, wenn er befiehlt oder befehlen läßt, der Befehl auch unbe- Dingt befolgt wird bis herab zum letzten Dlock- wart. Die Schlagkraft und die Wirkungsmöglichkeit einer an sich guten Organisation ist um so größer, je größer ihre Disziplin. 3e mehr ihr G e - horsamübt bis ins Klein ft e, je klarer ihr rechtsum oder linksum nach dem Befehl des Führers macht, je sicherer ihr der Weisung zum Kurztreten oder Langsamschreiten nachkommt, desto sicherer kann der Führer Schritt für Schritt die Voraussetzungen schaffen zur Verwirklichung des nationalsozialistischen Programms. Hitlerjungen! Ihr habt euch dem Führer in jener bedingungslosen Hingabe an Deutschland unterstellt, die vor 20 Jahren von Deutschlands jüngster Kampfgruppe, von den Freiwilligen von Langemarck das große gemeinsame Heldensterben für Volk und Reich verlangte. Ihr selbst habt euch diese Jugend von Langemarck zum Vorbild gestellt. Ihr habt das Glück, in einem Reich zu leben, das den besten Stürmern von 1914 nur als Hoffnung und Ahnung vorschwebte, ein Reich, das für die Ewigkeit zusammengeschmiedet, eine untrennbare Einheit bleibt, wenn ihr eure Pflicht tut. Für euch heißt Pflicht tun: des Führers Befehlen wortlos folgen. In lebendigem Erinnern ehrt ihr eure toten Kameraden des ersten Kriegsjahres am stärksten, wenn ihr deren Disziplin in euren Reihen wachhaltet. Für den HJ.-Führer muß Disziplin umso mehr erstes Gebot sein, je mehr Disziplin er von seinen Jungen verlangt. Disziplin muß er aber um so mehr von ihnen verlangen, je mehr die Jugend von Natur in schönem Freiheitsdrang zur wilden Ungebundenheit sich sehnt. Umso leichter aber müssen Disziplin und Unterordnung gepaart mit Achtung vor der Leistung der führenden Generation den Jungen von heute fallen, als die führende Generation größtenteils die Generation des Weltkrieges ist. Ich weih, wie ihr verfolgt, geschmäht, verachtet und verhöhnt worden seid wegen eures Glaubens an den Führer. Ich weiß um euren Opfermut und kenne die Gefahren, die euch täglich bedrohten und die vielen Kameraden aus euren Reihen das junge Leben raubten. Das alles weih ich. Ich weih aber auch, dah alle Gefahren und Leiden eines einzigen Tages, sollten, mit brutaler Gewalt diesen Dolkswillen zu überrennen und zu unterdrücken. Als Künder und Schirmer des Nationalsozialismus sind beide, der SA.-Mann und Politische Leiter, die Arme der Bewegung. Beide sind nach wie vor unentbehrlich und gleichwertig. $21. und politische Leiter haben ihre gemeinsame Tradition, die verkörpert ist in der „alten Gard e". Sie umschlicht alle, die früh ihr Leben einsehten oder gaben für Deutschlands Wiederaufstieg im Nationalsozialismus., Das Fortbestehen der Kampfgemeinschaft, wie sie euch die „alte Garde" vorgelebt hat, findet heute darin seinen Ausdruck, dah eine Unzahl alter SA.- Männer und Führer unter uns ist, die als politische Leiter, HI.- oder Arbeitsdienstführer Dienst tun. Anderseits hat eine grohe Zahl von euch das Recht, ehrenhalber das Dienstkleid der $A. zu tragen. Mit Stolz kann ich darauf Hinweisen, dah ich selbst einst zum ersten Dutzend SA. - Männer gehörte, in den Reihen der SA. blutete und lange Zeit SA.-Führer war. Und mit Stolz bekenne ich, dah ich — mit der ehrenvollen und schweren Aufgabe, Stellvertreter des Führers zu sein, betraut — im Denken und Fühlen und handeln genau so politischer Führer und SA. - Mann bin und bleibe, wie damals, als mich der erste Schlag für meinen Führer traf. Ich mühte sonst nicht Nationalsozialist sein. Ihr werdet den Schwur ablegen auf den Führer, der damals und heute tatsächlich sowohl wie symbolisch oberster politischer Leiter und oberster SA.- Führer in einer Person war und ist. Kaum je in der Geschichte brachte ein Volk einem Führer der einen Schwur forderte, so re st los Vertrauen entgegen, wie das deutsche Volk Adolf Hitler. Wir haben das unendliche Glück, den Schwur ablegen zu dürfen auf den, der für uns Inbegriff des Führers an sich ist. Wir schwören auf den Kämpfer, der über ein Jahrzehnt sein Führertum bewies, der stets recht behielt und stets den rechten Weg ging, auch wenn bisweilen der größte Teil seiner Anhänger ihn nicht mehr verstanden haben mochte. Sucht Adolf Hitler nicht mit den Hirnen, mit der Kraft eures Herzen findet ihr ihn alle. Wer für Hitler schwört, schwört für Deutschland. Schwört auf das große Deutschland, dessen Söhnen und Töchtern überall in der Welt die Heimat jetzt durch mich ein feierliches Gedenken sendet. Bevor ich zur Vereidigung schreite, bitte ich jeden, vor seinem Gewissen zu prüfen, ob er sich stark genug fühlt, den Eid auf Adolf Hitler in seinem Geiste zu halten. Kein Nachteil soll dem erwachsen, der nicht mitschwört und dann offen und ehrlich sein Amt niederlegt, weil er sich für zu schwach hält. Wehe aber dem, der schwört und seinen Schwur bricht. Oer Schwur. Wir kommen zum Eide. Sprecht hier und in allen Gauen des deutschen Vaterlandes mir nach: „Ich schwöre Adolf Hitler unverbrüchliche Treue, ihm und den mir von ihm bestimmten Führern unbedingten Gehorsam." Die größte Eidesleistung der Geschichte ist geschehen! Dem Führer Sieg-Heil. Unmittelbar ehe der Stellvertreter des Führers den Massen den Schwur auf den Führer abnahm, erklang weihevoll das Deutschlandlied, während im Strahle der Sonne zehntausende von Händen sich zum Himmel erhoben. Dann erfolgte der überaus eindrucksvolle und weihevolle Akt der Eidesleistung, bei dem der Wortlaut des Treueschwures von den schwörenden langsam und feierlich nachgesprochen wurde. Musikklänge schlossen die Feier, die die Reihe der großen nationalsozialistischen Kundgebungen in der Geburtsstadt des Nationalsozialismus um eine weitere vermehrt hat. Nach der Feier wurden die Münchener Standarten unter den Klängen des Badenweiler Marsches in bas Braune Haus gebracht, während ein großer Teil der braunen Kolonnen in Neuner- und Zmölferreihen am Braunen Haus vorüberzog. Große Menschenmassen bewegten sich auf und ab promenierend und dichtes Spalier bildend in der Umgebung des Braunen Hauses. Besonders freundlich begrüßt wurden im Stadtbild die Mitglieder des Bundes deutscher Mädels, die in ihrer kleidsamen Tracht mit den blauen Röcken und den braunen Westen eine besonders farbige Note in das sonnenbeschienene menschenwogende Straßenbild brachten. Oie Feier der Vereidigung in Berlin und im Reich. Berlin, 24. Febr. (DNB.) Alle deutschen Städte standen am Sonntag im Zeichen der Vereidigung der Politischen Leiter der NSDAP, und der Heldengedenkfeiern. Die Veranstaltungen nahmen ebenso wie die Parteigründungsfeiern am Samstag überall unter stärkster Beteiligung der Bevölkerung einen eindrucksvollen und harmonischen Verlauf. Die Gauleiter würdigten das historische Ereignis der Vereidigung in zu Herzen gehenden Ansprachen, die häufig in die Mahnung ausklangen, nicht nachzulassen im Ringen um die deutsche Seele; denn dieser Kampf fei noch längst nicht als abgeschlossen zu bettachten. In Hamburg leisteten rund 20000 Politische Leiter dem Führer den Treueid, in Oldenburg 27 400, in Mannheim 10 000, in Köln 50 000. Die Berliner Politischen Leiter, 75 000 an der Zahl, wurden im Lu st garten vereidigt, der besonders festlich ausgestaltet war. Ein Riesen- Hoheitszeichen auf schwarzem Grunde grüßte, flankiert von zwei großen Hakenkreuzfahnen, vom Schloß her die Teilnehmer. Auf dem Platz selbst flatterten 15 große Banner. Unmittelbar vor den Terrassen der Schloßfreiheit hatten etwa 2 0 0 0 Fahnen Aufstellung genommen. Hinter ihnen standen 23 000 Leiter der PO., 21 000 der NSBO., 13 000 der HI., 8000 der NS.-Haao, 2500 des Amtes für Beamte und ebenso viele Der NSKOV., 1200 des NS.-Lehrerbundes und viele Hunderte der Frauenschaft, des Arbeitsdienstes, des Juristenbundes und andere. Auf der Freitreppe der Nationalgalerie standen die Führerinnen des BDM. Die Berliner'Bevölkerung umsäumte in Massen den Lustgarten und die Anmarschstraßen. Um 10 Uhr begann die Übertragung aus München. Bald darauf schritt der Gauleiter von Berlin Reichs- ministex Dr. Goebbels in Begleitung des stellvertretenden Gauleiters G ö r l i tz e r die Front der Fahnenabordnungen ab. Die in Berlin weilenden Mitglieder der Reichsleitung waren vorn Adolf-Hitler-Haus nach dem Lustgarten geschloffen marschiert. Klar und deutlich schallten die aus München übertragenen Reden über den weiten Lustgarten. Am Schluß reckten sich 75 000 Arme in die Höhe zum Treueschwur auf den Führer. Das Horst-Wesfel-Lied beendete die Berliner Veranstaltung. denen ein hillerjunge in den rötesten Gebieten in den Iahren vor der Machtergreifung ausgesetzt war, nicht vergleichbar sind den Gefahren und Leiden eines einzigen Tages Trommelfeuer, den ein Angehöriger der Frontgeneration durchlebte. Vergeßt das nie, wenn euer Führer, den dieses Trommelfeuer für uns verschonte, harte Selbstzucht von euch verlangt. Den politischen Leitern wiederhole ich, was ich ihren Kameraden vom Gau Thüringen vor deren Vereidigung im letzten Jahre gurtef: Seid treu im Geiste Hitlers. Fragt in allem, was ihr tut: W i e würde der Führer handeln, gemäß dem Bilde, das thr von ihm habt, und ihr werdet nicht fehlgehen. Treu sein Hitlers Geist nenne ich, sich bewußt sein, daß ein Führer nicht nur Rechte, sondern vor allem Pflichten hat. Treu sein Hitlers Geist nenne ich, ft e 15 der ganzen Welt Vorbild fein. „Führer sein heißt v o r l e b e n", so wie Adolf Hitler euch und der Mitwelt vorlebt. Treu fein Hitlers Geist heißt zurückhaltend und unabhängig von Äußerlichkeiten bleiben. Treu fein Hitlers Geist heißt in guten und in bösen Tagen Nationalsozialist bleiben durch und durch. Seid st e t s Diener am Ganzen auch in der Bewegung und wisset, daß die Bewegung in Ganzheit, nicht aber ein Teilglied, den Sieg bewahren und die Eroberung der Zukunft bringen kann. Seid nicht dünkelhaft, weil ihr in hohem Amte steht, seid nicht eifersüchtig, weil andere ein höheres Amt bekleiden. Seid euch stets bewußt, wo ihr auch stehen möget, ihr steht dort dank dem Führer, weil seine Führung allein den Siea ermöglichte. Dünkel hat nichts zu tun mit Stolz. Stolz dürfen wir sein, ftoh müssen wir sein auf das, was wir alle — politische Leiter und SA. — unter Führung Adolf Hitlers geleistet haben, und auf das, was wir unter feiner Führung — wir wissen es — noch leisten werden für Deutschland. Denn dessen seien wir uns bewußt: der geistige Kampf des Nationalsozialismus hat erst begonnen: Schafft nicht an Stelle des schwindenden Standesdünkels in euerem Volke einen Standesdünkel in euerer Bewegung. Fühlt euch nicht zuerst als Angehörige einer Sondergrupe innerhalb der NSDAP., nicht als Angehörige einer Teilorganisation, fei es der PO., fei es der SA., fei es einer anderen Formation. Dünkt euch nicht mehr als euere Brüder. Euere Aufgaben find so groß, die Bereitschaft, die Deutschland von euch verlangt, so immerwährend, die Arbeit so lebenfüllend, daß ihr in euch nicht Raum habt für kleines Formations- denken, nicht Zeit für die Verfolgung kleiner Ziele, statt des einen großen. Bleibt ihr immer dem großen Ziele treu: Deutschland für alle Zukunft mit Hitlers Nationalsozialismus zu er- füllen, so habt ihr euch nicht allein den Dank des Führers erkämpft — in den Herzen der Deutschen von morgen werden euch Altäre der Dankbarkeit brennen. Niemand wird behaupten wollen, daß die politische Erziehung des Volkes, die Verbreitung nationalsozialistischen Gedankengutes abgeschlossen ist — viele, die sich Nationalsozialisten nennen, müssen erst erfahren, was wirklicher Nationalsozialismus ist. Und niemand wird behaupten wollen, daß diese Erziehung des deutschen Volkes ungestört möglich wäre, wenn nicht im Hintergrund schirmend d i e SA. stünde und jedem Gegner, gleichgültig ob rechts oder links, die Lust nähme, auch nur den Versuch zu machen, dem Nationalsozialismus die Macht durch Schaffung eines neuen „Bodens der Tatsachen" ftreitig zu machen. Wer glaubt, der Gedanke an einen „Putsch" einer energischen Minderheit fei absurd und die SA. demgemäß überflüssig, dem sei erwidert, daß der Gedanke nur deshalb so absurd ist, weil die SA. mit ihrem Millionengewicht bereit steht, in einem einzigen schnellen Schlage jedem Gegner des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland ihre, allen Feinden der Idee furchtbare Kraft zu beweisen. Die politiscke Organisation unserer Bewegung schuf in langen mühevollen Jahren den einheitlichen Volkswillen der Deutschen. Die SA. schützt Volk und Staat vor Kräften, die es wagen Der Führer spricht an historischer Stätte zur alten Garde. Oie Bewegung, die aus dem Volke kam und alte Kraft in den Oienft des Volkes stellte, wird sich immer wieder an das Volk wenden. München, 24. Febr. (DNB.) Das ganze Reich nimmt an den Münchener Festtagen teil, an denen vor 14 Jahren die Bewegung geboren wurde, die heute Deutschland ist. Während am 24. Februar 1920 nur die 2000 ersten Kämpfer Adolf Hitler im Hofbräuhaussaal hören und feine 25 Programmpunkte mit eigenen Ohren vernehmen konnten, vermittelte der Rundfunk am Samstag die Feierstunde bis in die kleinste Gemeinde, bis in das abgelegenste Gehöft — aber auch der ganzen Welt, die wieder einmal — aus berufenstem Munde hören konnte, was der Nationalsozialismus ist, und was er will: Arbeit, Frieden, Ehre und Gleichberechtigung. Im großen Hofbräuhaussaal hatte sich am Samstagabend d i e Alte Garde versammelt, um den Führer zu ehren. Der g le i ch e Saal, bei dem man vor 14 Jahren bange hatte, ob er auch gefüllt werden würde, war überfüllt. Bei der A n - f u n f t des Führers vor dem Hofbräuhaus gab es eine reizende Szene. Plötzlich stürmten vier kleine Mädchen an den Wagen und überreichten dem Führer vier Nelken, die sie sich kurz vor Geschäftsschluß von ihrem ersparten Geld gekauft hatten. Eines der Mädchen wollte dem Führer auch etwas sagen. Der Führer drückte den Mädchen die Hand und sagte lächelnd: „Mädels, ich habe leider keine Zeit". Die Mädchen hatten lange unter Tischen versteckt im Hvfbräuhaus auf den Führer gewartet. Sie strahlten förmlich vor Glück, als es ihnen gelang, dem Führer die Blumen zu überreichen. Dann schreitet der Führer unter den Klängen des Deutschlandliedes durch die Reihen feiner Getreuen. Alle Hände streckten sich ihm entgegen. Unermüdlich schüttelt Adolf Hitler die Hände seiner Garde. Er kennt sie alle. Seinem Gedächtnis entfällt nichts, am wenigsten Namen und Gesichter feiner treuesten Freunde. Unter den alten Kämpfern sieht man Oberbürgermeister Pg. Fiehler-München, Staatssekretär T a u p e r, Oberstadtschulrat Bauer — alles Parteigenossen, die bereits in d e n Jahren vor 1 9 2 3 in Hunderten von Versammlungen unter großen persönlichen Opfern mit unerhörter Bravour die nationalsozialistische Idee ins Volk trugen. Man sieht wieder den Frontkameraden des Führers im Felde Pg. Amann, den ersten Geschäftsführer der Partei bis zu ihrem Verbot im Jahre 1923. Nach einem dreifachen Sieg-Heil der Alten Garde auf den Führer ergriff Adolf Hitler unter stürmischem Jubel das Wort. Oie Rede des Führers. In feiner mehr als einftünbigen, von Beifallsstürmen begleiteten Rede rief der Führer einleitend die Erinnerung zurück an jenen Tag, an dem vor 14 Jahren die versammelten alten Kämpfer als kleine und unbekannte Bewegung zum ersten Male in diesem Saal vor die Oeffentlichkeit und damit vor das deutsche Volk traten. Damals war das deutsche Volk noch erfüllt von der ganzen Hoffnungslosigkeit des deutschen Schicksals, erfüllt von Gleichgültigkeit und tausend Zweifeln. „Gibt es noch einen Weg, der unser Volk aus diesem Tiefpunkt feiner nationalen Existenz herausführen kann, ist diese Not das E n d s ch i ck s a l unseres Volkes, oder ist es nicht am Ende doch nur eine Prüfung des Herrn, um uns zur Sinke h r zu zwingen?" Das fei die Frage gewesen, die sich die ersten Kämpfer der Bewegung damals vorlegten. Sie seien aber von vornherein überzeugt gewesen, daß die Freiheit eines Volkes nicht geschenkt wird, daß man das Schicksal nur wenden kann, wenn man felbft für diese Wende kämpft, und daß jeder einzelne für sich den Kampf beainnen muß. (Stürmischer Beifall.) Dor allem fei man sich zu jener Zeit aber auch darüber klar geworden, daß es nicht angehe, 3" denken, die Wende des deutschen Schicksals konnte von denen ausgehen, die das deutsche Volk vorher in das Unglück gestürzt hatten, daß nicht die Parteien und nicht die Männer der Vergangenheit die Führer in die Zukunft fein konnten. „IDir waren überzeugt, daß man neue Kräfte gewinnen müffe, Kräfte, die in der Tiefe der Nation vorhanden waren, aber bisher nicht zur Wirkfamkeit kommen konnten. Nur ein einziges Mittel gab es: Im ganz Kleinen beginnen, um so die Organisationen, die langsam Staat im Staate wurden, Träger der neuen Zukunft werden zu lassen. Es war notwendig, daß die Führung der deutschen Geschicke nunmehr von ganz anderen jungen und durch nichts belasteten Männern in die Hand genommen wurde. Und es war noch etwas notwendig: Daß diese Männer aus der Front kamen, die V/2 Jahre am tapfersten das deutsche Leben vertreten hatten. Nicht aus dem faulen Sumpf unserer alten Parteien konnte die deutsche Rettung kommen, sie konnte nur kommen aus dem Teil der Nation, der anständig seine Pflicht erfüllte. (Stürmischer Beifall.) So sind wir damals als deutsche Soldaten an dieses werk gegangen, haben neue Prinzipien aufgestellt, haben sie als neue Männer vertreten und haben für diese Prinzipien und ihre Vertretung eine durch und durch neuartige Organisation geschaffen, die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Die neue Partei mußte erfüllt sein von dem Gedanken ihrer Ausschließlichkeit. Sie mußte Immer noch besser, man verzichtet auf die scheinbaren Köpfe und hat das Volk, als man besitzt diese „Köpfe" und verliert das Volk. Wer nur solche Köpfe kennt, wird sich in kurzer Zeit in einem luftleeren Raum sehen. Wer aber ein Volk sein eigen nennt, wird es erleben, daß sich immer wieder neue Köpfe aus ihm erheben. (Lebhafte Beifallskundgebungen.) So hat unsere Bewegung, im Laufe von wenigen Iahren, allmählich die Vorkämpfer des neuen Staates aus der Millionenzahl der Menschen herausgezogen, hat Unbekannten einen Namen gegeben, und sie zu Trägern der deutschen Zukunft heranreifen lassen, so dah die NSDAP, nach kaum 15 Iahren heute in der Lage ist, tatsächlich das Schicksal des Volkes in ihre starke Faust zu nehmen. Der Führer ging bann auf die besondere Bedeutung der Erinnerungsfeier ein. Vor 14 Jahren, am 24. Februar 1920, seien die alten Kämpfer zum ersten Male in diesem Saal zusammengetreten, um in großen Zügen bie Thesen eines neuen Programms ber beutfchen Welt $u verkünben. Nicht ganz 2000 Menschen seien in Diesem Raum gewesen. Diese 2000, bie sich bamals gläubig mit ber Bewegung oerbunben haben, finb Pioniere eines neuen beutschen Zeitalters geworben. Durch sie würbe ich erst ber „Dolksführer" unb bann ber Kanzler ber beutschen Nation. (Lauter Beifall.) Es ist baher heute nur eine Pflicht aller Nationalsozialisten, baß sie in biefer Stunbe allen denen banken, bie bamals schon vor 14 Jahren sich mutig zu unserer neuen Bewegung bekannt haben. Sie, bie Sie hier finb, können stolz fein, mit zu den ersten Gläubigen biefer Fahne gezählt zu haben, bie nunmehr zum Symbol ber Deutschen Auferstehung geworben ist. Das ist ber Dank für bie Zeiten ber Verfolgung, des Hohnes und des Spottes. Was in der Zukunft das deutsche Volk zum Nationalsozialismus führen muß, kann nur durch eine ewig gleichmäßige Erziehung gelingen. Gewaltig sind die Aufgaben, die uns bevorftshen: Aus einem Lippenbekenntnis müssen wir eine Herzensbekenntnis machen. Wir sehen vor allem die d e u t s ch e Jugend als den kommenden Träger dieser Entwicklung an. tatsächlich intolerant fein, sie mußte vom ersten Tage an ein Glaubensbekenntnis politischer Art aufstellen und sie mußte erfüllt sein von dem eisernen Grundsatz: Wir dulden keine zweite politische Erscheinung neben dieser in Deutschland! Wenn die Partei ihr Ziel erreichen wollte, dann mußte sie ein neues deutsches Volk, eine neue deutsche Volksgemeinschaft schaffen. Der Führer schilderte dann den Entwicklungsprozeß, ber es ber Bewegung möglich machte, bie wertvollen Elemente au sammeln, bie allein Träger ber Geschichte bes Volkes für bie Zukunft fein konnten. Indem wir Nationalismus unb Sozialismus vereinigten, haben wir sowohl bie bürgerlichen Nationalisten wie bie internationalen Marxisten fortgescheucht, um bafür aber in bem unerschöpflichen Brunnen unseres Volkstums unermeßlich neue Kräfte zu finben. Wer Treue unb Glauben, Zuversicht, Fanatismus unb beharrliche Hingabe finben will, ber muß borthin gehen, wo biefe Tugenben noch zu finben finb. Sie finb aber nur zu finben in ber breiten Masse biefes Volkes. (Segeifternbe Zustimmungsrufe.) Nur bort herrscht biefes gläubige Vertrauen, biefe blinbe Hingabe, biefe Anhänglichkeit unb biefer heroische Mut, für ein Jbeal einzutreten. Unb wenn man uns aus ber intellektuellen Oberschicht sagte: „Ihr habt boch keine Köpfe, wie wollt ihr einst bas beutsche Schicksal meistern?", bann konnten wir antworten: Die Kraft eines Volkes ist nichts anderes als die Einmütigkeit und die in sich geschloffene Verbundenheit des Volkes. Darin muß die Bewegung auch in der Zukunft ihren wirksamsten Ausdruck finden. Damit wird sie der politischen Entwicklung Stetigkeit und Sicherheit geben, denn sie wird dem deutschen Volke eine politische Führungshierarchie schenken, so daß es für alle Zukunft nicht mehr als Opfer böswilliger Spekulanten und eigensüchtiger Interessenten verfällt. Sie wird dafür sorgen, daß das deutsche Volk für alle Zukunft nur noch eine Nation nach außen und e i n Dolk nach innen ist. (Stürmischer Beifall.) Und so, wie einst die Bewegung von diesem ^>aale ihren Ausgang nahm in bie deutsche Nation, Jo nahm von diesem Saale aus ein Jahr später ihren Ausgang auch die SA. Es ist wirklich ein historischer Saal. Nicht bloß die erste Versammlung hat hier stattgefunden, auch der erste Kampf bis aufs Messer und mit der Pistole wurde hier ausgetragen. (Laute Zustimmung.) In diesem Saale maren zum ersten Male junge Nationalsozialisten als Parteigenossen zu einer Gemeinschaft vereint. Die unmißverständlich einen Entschluß proklamiert bat: Mit dem Geist wollen wir die Nation erobern, aber mit der Faust jeden bändigen, der es wagt, den Geist durch Terror zu vergewaltigen. (Stürrni- scher Beifall.) Das war die Gründung der S A., der großen Kraftarmee der Partei. Wir haben eine ungeheure Verpflichtung für bie Zukunft. Das Vertrauen, bas uns bas Bolk am 12. November geschenkt hat, verpflichtet uns alle, stets an dieses Volk z u denken und für dieses Volk einzutreten. Indem wir auch heute nur das fein wollen, was wir einst waren, werden wir auch in Zukunft bleiben, was wir heute sind! (Lebhafte Zustimmung.) Aus dem Volke finb wir gekommen, unb bem Volke wollen wir für immer gehören. Wenn wir unserem Doll in Der Zukunft so bienen wie in der Vergangenheit, bann wirb uns bas beutsche Volk auch in ber Zukunft genau so gehören wie es uns in der Vergangenheit gehörte. ÄieVerbnndenheiimiidemVolkederbesteAnspom für eine Politik des ausbauenden Friedens. wir wollen daher auch in dieser Lrinnerungs- stunde unserer Bewegung das Bekenntnis und das Gelöbnis ablegen: In unserem ganzen Der- hallen, in unserem ganzen Wirken, in unserer ganzen Auffassung und Aufführung nicht abzuweichen von dem, was wir viele Jahre als nationalsozialistisches Ideal gepredigt haben. Wir wollen auch in der Zukunft nichts anderes als Beauftragte des Volkes fein und unser Leben auch in der Zukunft so gestalten, daß wir vor den Augen eines jeden Deutschen anständig und in Ehren bestehen können. Es ist notwendig, dah die Bewegung immer wieder, Jahr für Jahr, sich dieses Bekenntnis vor Augen hält, denn nur so wird die Verbindung der Führung mit dem ganzen deutschen Volk für immer garantiert sein. In dieser Verbindung aber liegt die festeste Garantie für die Zukunft. Wir sind daher auch der Ueberzeugung, daß wir immer wieder vor dieses Volk hintreten müssen. Wir erleben es jetzt in einem anderen Staate, wohin es führt, wenn man nicht mehr den Mut hat, vor die Nation hinzutreten und sie um ihr Bekenntnis zu bitten. (Stürmischer Beifall.) Niemals darf es bei uns so weit kommen, daß wir aus Anast, eine Ablehnung zu erfahren, vielleicht zur Gewalt greifen müssen! Stets wollen wir dessen eingedenk sein, daß die Kräfte des deutschen Volkes nicht im Innern vergeudet werden dürfen. Wir wollen daher auch in der Zukunft wenigstens einmal in jedem Tag dem Volk die Möglichkeit geben, sein Urteil über uns zu fällen. So wie wir früher in 10 000, in 100 000 einzelnen Kundgebungen vor das Volk getreten sind, um immer wieder sein Votum zu erbitten, so müssen wir auch in Zukunft diesen Kampf fortführen in 10 000 und 100 000 Kundgebungen und Versammlungen, um jedes Jahr wenig st ens einmal einen Appell an die gesamte Nation zu richten. Geht der Appell schlecht aus, dann soll keiner sagen: das Volk ist schuld, sondern er soll wissen: Die Bewegung ist träge geworden, die Bewegung kämpft nicht mehr richtig, die Bewegung hat die Fühlung mit dem Volke verloren. Und dann wird man daraus erneut lernen können, wieder in das Volk hineinzugehen. Darin liegt unsere Kraft. Kein Politiker kann der Welt gegenüber mit mehr auftreten, als er hinter sich hat. wenn uns das Schicksal die Kanonen genommen Hal, die Maschinengewehre, die Flugzeuge und die Tanks, dann sind wir um so mehr verpflichtet, wenigstens das Volk in seiner Gesamtheit um uns zu scharen. (Stürmischer Beifall.) Das ist zugleich auch die größte Friedenspolitik, die denkbar ist. Wer ein ganzes Volk vertritt, der wird sich reichlich die Folgen überlegen, die ein leichtsinnig vom Zaun gebrochener Streit nach sich ziehen kann! Der nur einen kleinen Klüngel sein eigen nennt und fürchten muß, vom Volke beseitigt zu werden, der mag der Versuchung verfallen, durch äußere Erfolge die mangelnden inneren auszugleichen. Wir brauchen keine außenpolitischen Erfolge, um das Volk zu gewinnen, denn das Volk gehört uns. (Stürmischer Beifall und langanhaltende Heilrufe.) Wer ein ganzes Volk in feiner Gesamtheit hinter sich fühlt, der wird besorgt sein, daß er dieses Blut nicht leichtsinnig vergeudet, und er wird unentwegt daran denken, die Interessen des Volkes wahrzunehmen mit den Mitteln des Friedens, der Arbeit und der Kultur, die der Geist dem Menschen gegeben hat. Er wird nur im äußersten Notfälle appellieren an die nationale Kraft? Wer aber sein Volk so hinter sich weiß und hinter sich hat, der kann dann auch schweren Zeiten ruhig entgegensehen. (Lebhafter Beifall.) Wenn wir eintreten für einen wahrhaften Völkerfrieden, so können wir aber auch verlangen, daß dem deutschen Volke das nicht verweigert wird, was jedes anständige Volk zu fordern berechtigt ist. Darum sind wir ebenso fanatische Verfechter des Friedens wie wir Verfechter der Rechte und damit der Gleichberechtigung und damit der Lebens- rechte der deutschen Nation sind. Wir wollen in dieser Stunde, in der wir uns gemeinsam als erste Repräsentanten der nationalsozialistischen Bewegung fühlen, auch derer gedenken, die aus unseren Reihen den heutigen Tag nicht mehr erleben können. (Die Versammlung erhebt sich.) Die Saat, die sie mit ihrem Opfer persönlich dem deutschen Volke geschenkt haben, ist als Ernte aufgegangen. Ihre Not und ihr Leid ist zum Unterpfand der deutschen Zukunft geworden. Ihre Opfer müssen uns aber lehren, daß keiner auch nur eine Sekunde zögert, wenn das Schicksal von uns dasselbe Opfer fordern sollte E i n deutsches Volk, e i n deutsches Reich, eine einmütige deutsche Nation, stark, frei, geachtet, lebensfroh, weil ihr das Leben wieder möglich geworden ist. So wollen wir in dieser Stunde unseren alten Kampfruf erheben: „Unserer Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, unserem deutschen Volk und unserem Deutschen Reich Sieg-Heil?" Heute wird Gdeu von Mussolini empfangen. Rom, 25. Febr. (DNB.) Großsiegelbewahrer Eden, der in Rom eingetroffen ist, hat mit italienischen politischen Kreisen noch keine Fühlung genommen, sondern sich bisher lediglich von dem englischen Botschafter über die römische Auffassungen unterrichten lassen und sich dem Studium des aus London vorliegenden Materials gewidmet. Sein Empfang durch Mussolini ist auf Montag, 17 Uhr, festgesetzt. Vorher wird er jedoch wahrscheinlich eine Besprechung mit Staatssekretär Suvich haben. In römischen politischen Kreisen vertraut man darauf, daß die Besprechungen nut Eden einen günstigen Verlauf nehmen werden. Man legt freilich Wert darauf, daß das italienische Memorandum die Grundlage der Besprechungen abgeben solle. Auch Berlin, so erklärt man, ziehe das italienische Memorandum als Besprechungsgrundlage vor. Suvich „inkognito in Wien". W i e n, 24. Febr. (DNB.) Das unerwartete Eintreffen des italienischen Staatssekretärs Suvich in Wien wird in diplomatischen Kreisen als ein neues Anzeichen für den jetzt mit großem Nachdruck betriebenen diplomatischen Versuch Italiens zur Sicherung seines Einflusses in Oesterreich und Ungarn angesehen. Zu dem Besuch wird amtlich verlautbart, daß Suvich „incognito für einige Stunden" in Wien eingetroffen sei. Suvich empfing in den Nachmittagsstunden den Bundeskanzler Dollfuß mit einigen leitenden Beamten des Auswärtigen Amtes in der italienischen Gesandtschaft zu einer längeren Unterredung. In den Abendstunden verließ Suvich Wien im K raftwagen und bestieg sodann unterwegs den Schnellzug nach Rom, um eine offizielle Verabschiedung auf dem Bahnhof zu vermeiden Eine amtliche Mitteilung über die Unterredung wird nicht veröffentlicht. Man betont auf italienischer Seite, daß der rein private Charakter dieses Besuches in jeder Richtung hin gewahrt worden ist. Unterredungen mit dem Vizekanzler Fey und dem Heimwehrführer Starhemberg, haben nicht stattgefunden. Mehr Polizisten als Demonstranten. Ruhiger Verlauf des Londoner Hungermarsches. London, 25. Febr. (DNB.) Die Kundgebung der kommunistischen Hungermärschler am Sonntagnachmittag im Hyde-Park verlief vollkommen ruhig und ohne irgendeinen Zwischenfall. Es wurden nur zwei Kommuni st en verhaftet. Das Interesse der Oeffentlichkeik an der Kundgebung war sehr gering, wozu auch das schlechte Wetter mit beitragen mochte. In der Gegend des Hyde- Parks sah man mehr Polizisten als Demonstranten. Die Zahl der demonstrierenden Kommunisten aus allen Teilen Englands betrug nicht einmal 2000, während insgesamt 20 000 Schutzleute zu Fuß und zu Pferde aufgeboten worden waren. In Viererreihen geordnet und von Hunderten von Polizisten geleitet, marschierten die Kommunisten von der Peripherie Londons nach dem Hyde-Park. Sie nahmen am Schluß der Kundgebung eine Entschließung an, in der u. a. die sofortige Zurückziehung der neuen Arbeitslosengesetze und die Einführung der 40-Stunden- W o ch e gefordert wurde. Die Hungermärschler werden einige Zeit in London bleiben, in der sie Abordnungen in das Unterhaus und zum Ministerpräsidenten senden wollen. Meine politische Nachrichten. Zur Führerin der NS.-Frauenschaft und zur Führerin des deutschen Frauenwerkes ist Frau S ch o l tz - K l i n k ernannt worden. Gleichzeitig wurde Frau Scholtz-Klink mit der Stellvertretung des Amtsleiters im „Amt für Frauenfchast Berlin, 25. Febr. (DNB.) Aus Anlaß des Heldengedenktages hatten am Sonntag alle Dienstgebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden und sonstiger Körperschaften sowie die Kirchen und die Privathäuser die Fahnen auf Halbmast gesetzt. In den Kirchen wurde in den Gottesdiensten der toten Helden besonders gedacht. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der feierliche Staatsakt in der Staatsoper Unter den Linden, der am Mittag stattfand. Punkt 12 Uhr erschien in der Staatsloge der Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg, gefolgt von Reichskanzler Adolf Hitler, der am frühen Morgen aus München wieder in der Reichshauptstadt eingetroffen war. Alle Anwesenden erhoben sich von den Plätzen und grüßten mit erhobenem Arm. Der Reichspräsident nahm in der Mitte der ersten Logenreihe Platz. Rechts von ihm Reichskanzler Adolf Hitler, Vizekanzler von Popen, Reichsminister Dr. Goebbels, zu seiner Linken Reichswehrminister von Blomberg, Reichsminister Ministerpräsident (Bärin g, Reichsminister Seldte. In der zweiten Reihe sah man die Reichsminister Freiherr von Neurath, Graf Schwerin von Krosigk, Dr. Gürtner und Freiherrn von Eltz- R ü b e n a ch , den Chef der Heeresleitung General FreiherrnvonFritsch, den Chef der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Raeder und zahlreiche hohe Offiziere sowie SA.- und SS.-Führer. Im Ersten Rang und in den Logen hatten die Staatssekretäre des Reiches und Preußens, der Berliner Polizeipräsident, die Polizeigenerale, viele hohe Offiziere des alten Heeres und der Reichswehr sowie die hohe evangelische Geistlichkeit, die Führer des Kyffhäuser und der Parteiorganisationen ihre Plätze. Als der Reichspräsident und der Reichskanzler Platz genommen hatten, ertönten die ernsten Klänge von Beethovens Coriolan-Ouvertüre. Der Vorhang zur Bühne öffnete sich, und man sah im Hintergrund auf schwarzem Samt drei große silberne Kränze. Der mittlere von ihnen war auf schwarzweißrotem Tuch, das das Eiserne Kreuz zeigte und von Hakenkreuzflaggen flankiert wurde, angebracht. Vorn auf der Bühne stand die Fahnenabordnung der Reichswehr mit den Fahnen der alten Garderegimenter. Die Gedenkrede hielt dann der Reichswehrminister. Generaloberst von Blomberg Herr Generalfeldmarschall, Herr Kanzler, Kameraden, deutsche Männer und Frauen! In dieser Weihestunde des deutschen Heldengedenktages, die der Erinnerung an die Toten des Weltkrieges gilt, vereinigt sich das ganze deutsche Volk in stolzer Trauer. Als im August des Jahres 1014 die Kriegsfurie entfesselt wurde, da hatte das deutsche Volk — vom Ersten bis zum Letzten seiner Glieder keine Schuld daran. Daran ändert ein aufgezwungenes Schuldbekenntnis nichts. Als damals eine unendliche Flamme der Einigkeit, der Hingabe, der Bereitschaft zum Tode auf dem Schlachtfeld uns alle umgab, erwärmte, erleuchtete, da waren uns die Gefühle, die später dem Geschlagenen als Schuld auf die sinkende Waagschale gepackt wurden, wahrlich fremd. Wir zogen aus, Mann und Jüngling, der Starke und der Schwache, weil es galt, den deutschen Boden, der uns heilig ist, zu schützen. An jedes Herz drang der Ruf: Das Vaterland ist in Gefahr und alle, alle kamen. Vor uns steht das Bild der dahinsturmenden Krieger der ersten Weltkriegsmonate, der siegesbewußten deutschen Soldaten der folgenden schweren Jahre und der trotzigen Kämpfer der Letzten bei der Obersten Leitung der PO." beauftragt. Die Leitung des deutschen Frauenarbeitsdbenstes behält Frau Scholtz-Klink wie bisher. * Der Oberpräsident in Münster hat die Zeitung „T r e m o n i a" auf die Dauer von vier Tagen verboten auf Grund eines Artikels „Seelsorger und Arzt" in der Ausgabe vorn 18. Februar. * Durch Erlaß des Landesbischofs ist der rheinische Generalsuperintendent D. Stoltenhoff zum 1. April 1934 in den Ruhestand versetzt worden. Mit Stoltenhoff scheidet eine der bemerkenswertesten Persönlichkeiten aus der rheinischen Landeskirche. 1928 erfolgte seine Ernennung zum rheinischen Generalsuperintenden. Nach Abgang des Präsidenten des evangelischen Oberkirchenrats D. Kappler hat Generalsuperintendent D. Sto-lten- hoff vorübergehend die Präsidentenstelle verwaltet. ♦ Die Ratifizierungsurkunden der deutsch-polnischen Erklärung vom 26. Januar d. I. wurden Samstag vormittag in Warschau durch den polnischen Minister des Aeußern Beck und den deutschen Gesandten von Moltke ausgetauscht. Damit ist die Erklärung in Kraft getreten. Außenminister Beck erklärte, er begrüße mit ehrlicher Befriedigung diesen letzten formellen Akt. Sowohl die Form des Abkommens, als auch die Art, in der die darin enthaltenen Fragen berührt und erledigt worden feien, unterstrichen die Klarheit dieses politischen Entschlusses der beiden Regierungen und erhöhten seine Bedeutung. „Ich bin überzeugt", sagte der Minister, „daß wir nunmehr eine neue bessere E p och e in den Beziehungen zu Deutschland beginnen. Im Konservativen Klub der Oxforder Universität kam es zu einem Wortgefecht zwischen Winston Churchill und einem jungen deutschen Studenten. Churchill hatte gestattet, daß jeder Student Fragen stellen könne. Der deutsche Student fragte: „Glauben Sie, daß das deutsche Volk für den Krieg verantwortlich war?" Nach einigem Zögern sagte Churchill: „I a !" Der deutsche Student erhob sich sofort und verließ unter großem Beifalk der Studenten den Versammlungsraum. * Der derzeitige britische Botschafter in Brüssel Str John Clerk ist zum Nachfolger des in Kürze in den Ruhestand tretenden Pariser Botschafters Lord Tyrrell bestimmt worden. Tyrrell war von 1907 bis 1915 Privatsekretär des Staatssekretärs des Aeußern Sir Edward Grey. 1925 wurde er ständiger Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt und 1928 übernahm er den Pariser Botschafterposten. Monate dieses Ringens. An unserem Blick zieht vorbei der endlose Strom unserer sieghaften Toten, deren Ruhm die Geschlechter künden werden, solange die deutsche Zunge klingt. Wir schauen zurück auf die befreiten deutschen Lande, auf die hart umkämpften Gräben im Westen, die blutgetränkten weiten Fluren des Ostens, auf Bergesgipfel und Wüstensand, auf alle Fronten dieses gewaltigen Ringens, die deutsches Siegen und deutsches Sterben sahen. Wir trauern mit der ganzen Kraft unserer Herzen. Wohl jeder unter uns hat seine Toten zu beklagen. Verwandte, Freunde, Kameraden, und alle Toten umfangen wir als unsere Brüder einer gleichen Heimat. Aber klagende Trauer ist nicht Soldat e n a r t und schlechter Totendienst wäre es, die alten vernarbten Wunden des herzens immer wieder aufbrechen zu lassen nur in Schmerz und Gram. Sie starben nur für die, die für sie leben. Wir sollen unseren Toten heimrecht geben, wie es einer der Besten unter ihnen selbst gefordert hat. Nicht kalter Stein, nicht totes holz ist letzte Ehrung dieser Helden. Ihr Ehrenmal soll weiter, größer sein. In unse- r e m h e r z e n soll ein Opferfeuer brennen, das nie erlöscht. In unserem Blute soll ein Talenfeuer brennen, das unser Wollen nie erlahmen läßt. Nicht Worte dienen solchem Dank, nur Taten können Dankesschuld begleichen. Das deutsche Volk weiß wieder, was es seinen toten Helden schuldig ist. Der heldische Gedanke, der die deutsche Front im Kampfe gegen eine Welt bestehen ließ, ist wieder wach. Er hat das ganze Volk ergriffen und eine Jugend wächst heran, die wieder leben darf in Ehrfurcht vor dem großen Opfer, das diese zwei Millionen ihrem Deutschland brachten. Heldentum prahlt nicht mit Worten; es • wird gelebt und mit dem Tode besiegelt. So war j es an der Front, wo Glaube an den Sieg, ! Liebe zu Volk und Vaterland und der feste Wille, die Heimat zu schützen zur hingebenden Pflichterfüllung trieb. Wir beugen uns aber auch vor dem stillen Heldentum der Heimat, wo Mütter und Witwen das Schwere trugen und doch ihren Kindern und ihrem sonstigen Menschenkreise ein zuversichtliches Herz und einen stolzen Sinn zeigten, wo Entsagung geübt und in Haltung getrauert wurde. Dann aber denken wir noch derer, die das härteste Los traf, der Kameraden, die unverschuldet in Gefangenschaft fielen. Mehr als 150 000 Krieger starben auf fremdem Boden, hinter Stacheldraht, in Sehnsucht nach dem elementarischen Bedürfnis jedes Menschen — der Freiheit. Wir denken ihrer mit besonderer Anteilnahme und Verbundenheit. Von Heldentum sprechen heißt z u m Nach- eifern mahnen, heißt zu neuen Opfern rufen, ohne die Großes nicht ersteht und nicht erhalten werden kann. Denn auf der Bereitschaft zum Opfer und auf den der Verteidigung des Vaterlandes geweihten Waffen ruht der Staat. Dieser Opfergeist soll in den Reihen unserer Wehrmacht, die das heilige Erbe unserer gefallenen Brüder zu wahren berufen ist, aber darüber hinaus in allen Bünden und Gemeinschaften der deutschen Männer und uer deutschen Iugend niemals verlöschen. Denn nur im solchen Opfergeist wird sich das ganze Volk wieder sammeln, wenn die Not des Vaterlandes einmal zur Verteidigung seiner Grenzen rüst. So soll uns würdigstes Heldengedenken an diesem Tag sein, dah wir uns über alle Trauer hinweg erheben an dem Beispiel unsterblichen Deutschland dankt seinen gefallenen Men Oie $eier des Heldengedenktages in der Berliner Staatsoper in Anwesenheit des Reichspräsidenten und des Führers. Opfersinns, das uns und unseren Nachkommen die Toten dieses größten Krieges gaben. Ein neues Reich ist auferftanben, erstellten von jungen Kämpfern. Auch in diesem Kampfe war hoher Sinn, volle Hingabe und die Bereitschaft zu jedem Opfer gefordert. Auch in diesem Streite haben viele unscheinbare Helden gekämpft und geopfert. Ihre Todesopfer schließen wir in unser heutiges Gedenken ein. E i n neues Deutschland ist geschaffen unter der Schirmherrschaft unseres ehrwürdigen Generalfeldmarschalls, der im Weltkriege unser und der toten Helden Führer war; ein neues Vaterland ist uns gegeben durch den Führer, der in den grauen Reihen selbst um den Siegeslorbeer stritt. Wenn wir heute im Geist vor die heiligen Gräber des Krieges treten, dann sind wir stolz und glücklich bei allem Schmerz, weil wir bekennen können: Das Deutschland, für das ihr euer Höchstes gabt, ist wieder neu erstanden; das Volk, das einst nur dumpfe Trauer kannte, hat sich zurückgefunden zu den männlichen Idealen, für die feine besten Söhne draußen blieben. Noch drücken die Fesseln eines unseligen Diktats, noch darf ein großes Volk die Waffen nicht tragen, die unsere Helden nur im Todeskampfe fallen ließen. Aber wie aus dem Sterben der Natur immer wieder neues junges Leben sprießt im ewigen Wechsel der göttlichen Bestimmung, wie eben das Leben den Tod immer wieder überwindet nach dem allmächtigen Willen Gottes, so wird auch im Leben der Völker ein neuer junger Geist immer wieder die starr gewordenenen Formen überwinden. Danken wir Mitlebenden inbrünstig, daß wir teilhaben dürfen an der Wiedergeburt unseres Volkes. Ein Land, um dessen Grenzen Millionen von kreuzen an krieg erinnern, ein Volk, das fast eine Generation seiner Besten hingab, das die Schrecken des Krieges und einer endlos langen Nachkriegszeit in hunger und Not bis in die fernste Hütte spürte, wünscht keinen Krieg. Ein solches Volt will nur den Frieden, den es braucht, um die Wunden zu heilen und aus den Trümmern wieder aufzubauen. Aber ein Volk, das so viel Heldensinn geboren hat, kann nicht verzichten auf das freie Recht der Völker, den Schutz der Heimat. Aus allen Heldengräbern raunt der Ruf zur Waffenpflichl, wenn wieder einmal Deutschlands Grenzen in Gefahr sind. Den Ruf wird niemand überhören. Und keine Macht kann uns den Glauben aus dem Herzen reißen, mit dem die Besten unseres Volkes fielen: den Glauben an ein freies deutsches Vaterland. So wollen wir uns nun erheben und die Fahnen senken. Dir grüßen unsere toten Helden in Ehrfurcht und in Dankbarkeit, mit Stolz und mit dem heiligen Eide: Wir wollen im Leben ihres Todes würdig sein! Bei den letzten Worten des Ministers senkten sich die Fahnen und die Versammlung erhob sich von den Plätzen. Das Lied vom guten Kameraden und Wagners Trauermarsch aus der Götterdämmerung, gespielt von der Staatskapelle Berlin, ertönten. Sodann nahm der Führer von der Loge aus das Wort: Soldaten, Männer und Frauen! Unser ewig deutsches Volk, sein Führer im großen Kriege, der Präsident des Deutschen Reiches, Generalfeldmarschall von Hindenburg hoch, hoch, hoch! Begeistert stimmte die Menge in den Hochruf ein. Mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel- Lied schloß die Feier. Anschließend begaben sich der Reichspräsident und der Reichskanzler, gefolgt von den Reichsministern und den Ehrengästen, jum Ehrenmal, wo der Reichspräsident einen Kranz niederlegte und einige Augenblicke schweigend verharrte. Darauf nahmen sie, umgeben von den Ministern und der Generalität, die Parade der Fahnenkompanie, drei weiterer Reichswehrkompanien, sowie der drei Hundertschaften der preußischen Landespolizei und der Polizeigruppe „General Göring" ab. Bei der Abfahrt wurden der Reichspräsident, der Reichskanzler, die Reichsminister und die Generale, ebenso wie bei ihrer Anfahrt, von den gewaltigen Menschenmengen, die von langen Absperrungsketten nur mühsam zurückgehalten werden konnten, stürmisch begrüßt. Am Ehrenmal wurden während des ganzen Sonntags von Abordnungen der verschiedensten Organisationen und von Privatpersonen Kränze und Blumen niedergelegt. Das Ehrenmal trug als schlichten Schmuck an der Vorderfront zwei riesige grüne Kränze. Zahlreiche Flugzeugunfälle in USA. — 14 Tote. Wie Reuter aus Neuyork meldet, sind während der letzten Tage zahlreiche Flugzeugunfälle zu verzeichnen, und zwar handelt es sich um Militärflieger, die neuerdings den Postdienst in den Vereinigten Staaten versehen. In den verschiedenen Teilen des Landes haben sechs Piloten ihr Leben eingebüßt. — Ein mit acht Personen besetztes Verkehrsflugzeug, das in einen Schnee sturm geraten war, ist am Rande einer tiefen und engen Schlucht zerstört aufgefunden worden. Die Jn- faffen sind bei dem Unglück ums Leben gekommen. Wettervoraussage. Nachdem die Ausläufer des sich heute über Skandinavien bewegenden Störungssystems auch bei uns Niederschlagstätigkeit veranlaßt haben, baut sich im Nordwesten wieder hoher Druck auf. Aus ihm stießen recht kalte Luftmassen südwärts, die beim Vordringen auf das Festland den Witterungscharakter unbeständig gestalten und Temperaturrückgang zur Folge haben. Stellenweise tritt in der Nacht leichter Frost ein. Auch kommt es infolge der Kaltluft zu schauerartigen Niederschlägen, die teils, besonders in den Bergen, als Schnee fallen werden. Aussichten für Dienstag: Wechselnd- wolkig mit vorübergehendem Aufklaren, im ganzen kalter, stellenweise nachts leichter Frost, einzelne Schauer, teils als Schnee. Aussichten für Mittwoch: Weiterhin unbeständiges und naßkaltes Wetter. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theoder Kümmel. DA. 1.34: 11 700. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Nachdruck verboten! 2. Fortsetzung. Opekta DICK R UH D (Deutsche Himalaja- Expedition 1929/31) iiesD Mitglieder freien Eintritt. Verbandsmitgl. 60 Pf., Nichtmitgl. 1 Mk. Netteres geben ihre Vermählung bekannt vom 1.3 bis 16.4. Gießen, 24. Februar 1934 01035 Wllllllllllllllllllllllllll Möhl. Zimmer Leistlings!. Großhandel Drogerien usw. nachw. gut einyef. Reisenden oder Vertreter, der imstande ist, erstll.Markenw.l Seifen, Schuhkrem, Lederfett, Bohnerw., Zahnkrem, Putzmittel, für Süddeutschland neu) einzuf. Erleicht. Beding. Ausf. schriftl. Angebote unt.l202D an denGießen.Anzeig. {Rosemarie, (Rosemarie... Roman von Käthe Metzner. vom Diktat kam, empfing sie oft ein wahrer Gewitterguß von spitzen Bemerkungen. Was war? Was geschah hinter ihrem Rücken? Oder was war schon geschehen? Immer kreiste Ania Lobes Denken um diese Fragen. Auch heute morgen, als sie wieder so un- gewöhnlich früh die Büroräume betrat, um wenigstens zehn Minuten lang in der Korrespondenz, abteilung allein sein zu können. Und sie hatte Glück. Ihren spähenden Augen entging es nicht, daß auf dem frisch geölten Boden sich die Abdrücke von Herrenschuhen abhoben, die bis zu Rosemaries Platz führten und dann wieder zur Tür hinaus wiesen. Mit zitternden Händen hob sie den Deckel von Rosemaries Schreibmaschine. Wenn etwas zu entdecken war, dann nur jetzt. Aber enttäuscht sah sie, daß unter der Maschine nur der Gummi lag und daneben ein kleiner Kalenderzettel. Es war also nichts. Trotzdem nahm sie den Kalenderzettel in ihre spitzen Finger und drehte ihn und wendete ihn, als ob er das Geheimnis lüften könnte. Was für ein Spruch konnte es wohl sein, den Rosemarie so sorgfältig aufgehoben hatte? Ha, er trug ja das Datum des heutigen Tages und ganz unten stand mit Bleistift gekritzelt ein winziges „Dein Wolf"... Wenn sich die Wimpern senken zur nächtlich stillen Ruh', bist du mein erstes Denken, mein erster Herzschlag du. Und wenn sie froh sich heben zum Tageslicht zurück, bist du mein erstes Leben, bist du mein erstes Glück. Anna Lobes Gesicht wurde aschgrau. So, sie hatte doch recht geahnt. Also hier lag des Rätsels Lösung. Es stimmte: die unverschämte, scheinheilige Neuß — und Wangenheim. Im selben Moment war es Anna Lobe klar, daß sie alles tun würde, um das liebliche Verhältnis, das sich da angebahnt hatte, zu zerstören. Arme Rosemarie, wenn du geahnt hättest! Sie hatte bis heute schon nichts zu lachen gehabt, aber von nun an war sie den rachsüchtigen Plänen der Abteilungsvorsteherin rettungslos preisgegeben. Die Lobe saß lange schon an ihrer Schreibmaschine und tippte eifrig, als Rosemarie zwei Minuten vor acht Uhr erschien. Auf ihr freundliches „Guten Morgen!" fagte die andere nur boshaft: „Ja, ja, die jungen Frauenzimmer! Anstatt sich pünktlich in den Dienst zu scheren, drücken sie sich nachts auf dfn Promenadenbänken herum und sind dann natürlich am anderen Morgen müde und können nichts leisten. Wenn das mit Ihnen so weitergeht, werde ich bei Herrn Bachstedt Ihre Entlassung beantragen! Merken Sie sich das!" (Fortsetzung folgt.) Rezept IPfd. getrodm. Aprikosen mit Vj* Liter Wasser über Nacht einweichen. Sodann die Früchte in allerfeinste Stückchen zerschneiden oder durch die Fleischmaschine drehen. Die so zerkleinerten Früchte mit dem Einweichwasser und 3^2 PfcLZucker zum Kochee bringen und W Minute» gut durchkochen. Hierauf 1 NormoWasche Opekta zu 86 Pfg. hinzurühren u. in Gläser füllen. — Ausführt. Rezepte für diese und fdv andere WintermaanetodeQ liegen jeder Flasche bs*. in grosses, helles ebenster zur Aushilfe ges. Zu erfrag, in der Geschäftsst. des Gieß. Anz. oiom illlllllllllllllllUilllllim Verein Creditrelonne.V. Generalversammlung am 1.März 1934, 17 Uhr, in den Geschäftsräumen des Bereins. Tagesordnung: l.Bericht des Geschäftsführers für 1933. _ ^Satzungs-Änderung. 01031 Z.Ergänz.-Wahl des Vorstands. 4.Verschiedenes. Der Vorstand. Paul Kartte staatl. Oberrentmeister Elisabeth Kartte, geb. Weydemeyer i Vermieden | ^Stellenangebote 1----1 UlMeta MM bereitet [Sie Marmelade ftfockf» Ul Opekta in Pulverform u. wUdgee^jB tüt tfeine Mengen Marmelade u. lüc TonenUbergüste verwerfe NR6=3i „2>as (Grossformat verlängert den genoss!" MIT BILDERN1 WIE DIE ANDEREN GEROSTET SIND!... 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Gegen drei Uhr schickten sich schon viele zum Gehen an, und auch Bater Ringlein mahnte energisch, ungerührt durch die flehenden Blicke der Mädels und ihre Bitten, noch zu bleiben, da doch morgen Sonntag sei und man ausschlafen könnte. Der letzte Tanz kam. „Wir wollen jetzt gehen", sagte Rosemarie zu Wangenheim, und sah mit aufsteigender Freude, daß er ein sehr betroffenes Gesicht maä)te. Doch dann geschah etwas gänzlich Unerwartetes: „Dann werde ich mir erlauben, Ihre Bekannten zu fragen, ob ich Sie nach Hause begleiten darf?" sagte er lächelnd. Rosemarie wehrte entsetzt ab. „Aber gewiß — wenn Sie es selbst nicht wünschen, Gnädigste!" sagte er langsam und schwer. Da wurde Rosemarie unschlüssig. „Ich selbst, ich würde mich allerdings freuen..." Ein seltsames Fluidum ging von Wangenheim aus, dem auch Rosemarie sich nicht entziehen konnte. Dieser Mensch mit seinen tadellosen Manieren, seiner gepflegten Eleganz und der selbstbewußten Art, sich zu geben, weckte in Rosemarie Empfindungen, die sie noch nicht gekannt hatte. Ringleins gestatteten die Begleitung. Was sollten sie dagegen haben?! Rosemarie war ja auch nicht ihr Kind. Eine elektrische Bahn fuhr nicht mehr. So ging man den ziemlich langen Weg zu Fuß. Doktor Wangenheim hatte Rosemarie stützend den Arm geboten; doch nicht lange waren sie geschritten, da suchte Wangenheims Hand kosend die ihre — und dann gingen sie in der schützenden Dunkelheit... Nichtssagende Worte wurden gewechselt, so daß Familie Ringlein ganz ohne Argwohn war. Aber ungesehen spielten ihre Hände das Spiel aller Liebenden. Sie lösten sich und schlossen sich fest wieder zusammen. Und schließlich lag Rosemaries feine, schmale Hand bebend wie ein hilfloser Bogel in der starken Hand des Mannes, dem dieses Spiel der Liebe zwar reizvoll, aber nicht neu war. An Ringleins Hause verabschiedete man sich. Ohne Bedenken ließen Ringleins Rosemarie von ihrem Begleiter die wenigen Häuser weiterbringen. Erst als sich die Tür hinter Ringleins geschlossen hatte, fühlte Rosemarie das Ungeheuerliche. Undurchdringliches Dunkel der Nacht und dicht an ihrer Seite ein junger, begehrenswerter Mann, der mit langsam fallenden Worten um ihre Jugend und Schönheit warb ... Rosemarie konnte den Gedanken nicht zu Ende denken. Ein hochgewachsener, sehr eleganter Herr hatte sie erspäht und stand plötzlich mit tiefer Verbeugung vor ihr. Sie war reizend in ihrer Hilflosigkeit. Einen Augenblick schien sie zu zögern. Sollte sie ablehnen? Aber da war sie schon aufgestanden und bot ihrem Tänzer den Arm. Rosemarie hatte noch keinen Blick auf den Herrn geworfen, als sie mit einem Male eine Stimme hörte, die ihr bekannt schien. „Nun, Fräulein Neuß, daß wir in Ihnen eine kleine Schönheitskönigin bei Bachstedt haben, habe ich schon immer gesehen, daß Sie aber so berückend schön aussehen können, sehe ich erst heute abend." Da erst hob Rosemarie den Kopf und sah in die Augen ihres stellvertretenden Direktors — Doktor Wangenheim. „Herr Doktor!" Es war ein gedämpfter Schrei maßloser Ueberraschung. Wangenheim, der von den Kolleginnen so vergötterte, verehrte Wangenheim! Er, um dessentwillen sie von der Anna Lobe jebtn Tag die häßlichsten Schikanen über sich er« gehen lassen mußte, nur, weil er einmal jenen kleinen dummen Scherz gemacht hatte. Wangenheim, der durch einen befreundeten Diplom-Ingenieur heute abend hier eingeladen war, hatte Rosemarie sofort entdeckt. Sein Herz klopfte. Dieses kleine Tippfräulein, dessen auffallende Erscheinung er im Büro schon so oft heimlich bewundert hatte, sah ja bildschön aus. Rosemarie stand schweigend da, bis die Musik das Zeichen zum Beginn gab. Langsam setzten sich die ersten Paare in Bewegung. Rosemaries Unsicherheit wich. Es schien nicht so schwer zu sein. Man brauchte nur nachzumachen, was die anderen oortanzten. Wunderhübsch war Ja so eine Polonaise. Die vielen Figuren! Wie sich der Reigen löste und wieder schloß. Rosemaries Füße, die noch nie das glatte Parkett eines Tanzsaales betreten hatten, schwebten graziös darüber hin, als sei das gar nichts Ungewöhnliches. Ein Walzer schloß die Polonaise ab. Rosemarie flog, von Wangenheim sicher geführt, durch den Saal. Immer schlug sie verwirrt die Augen nieder, wenn seine heißen dunklen Augen die ihren suchten. Ringleins waren in bester Laune. Rosemarie und Ilse tanzten jede Tour. Ilses Neid auf Rosemarie schwand, als diese ihr erklärte, daß der elegante junge Herr, der sie so häufig aufforderte, ein Vorgesetzter von Bachstedt sei. ________________ Rosemarie öffnete schon ihr Täschchen und klapperte mit den Schlüsseln. Aber Wangenheim biß sich auf die Lippen. Sollte er sich um den Abend betrogen sehen? Ganz nahe beugte er fein Gesicht über das ihre, aber Rosemarie zuckte zurück. Da sagte er in die mädchenhafte Angst ihrer schreckhaft geweiteten Augen hinein mit unsagbarer Weichheit: „Hab doch keine Angst vor mir! Schlaf schön!" Aber während Rosemarie eine Sekunde lang besinnend die Augen schloß, riß er sie plötzlich in seine Arme und bedeckte ihren Mund, der ihm entgegenblühte, mit Küssen. Die Stunde verrann. Dom Kirchturm schlug es fünf Uhr. Da löste sich Rosemarie gewaltsam aus Wangenheims Armen, aber auf ihrem schönen Gesicht lag so viel Seligkeit und Hingabe, daß es ihn zwang, ihr ehrerbietig die Hand zu küssen. Wie Rosemarie die Treppen hinaufgekommen war, wußte sie nicht. Sie lag noch lange mit glänzenden Augen da, hörte die rauschende Musik des Festes, hörte Wangenheims bewundernde, werbende Worte und fühlte feine Lippen auf ihrem Munde, den kein Mann vor ihm geküßt hatte. 2. Kapitel. Die elektrische Uhr zeigte auf ein Viertel vor acht Uhr, als Anna Lobe als Erste die Büroräume von Bachstedt & Co. betrat. Sie war sich über die treibende Kraft ihres Handelns selbst nicht klar, aber mit dem sicheren Gefühl der Intrigantin witterte sie, daß mit der Neuß und Doktor Wangenheim „iryend etwas nicht stimmte". So lauerte sie und schnüffelte schon seit Wochen herum, ohne jedoch etwas anderes zu entdecken, als daß Rosemarie seit einiger Zeit wie verändert war. Selbst ihre gehässigsten Worte schienen an dem Mädchen abzu- aleiten. Immer antwortete sie auf den härtesten Tadel mit gleichmäßig liebevoller Demut. Es war etwas so großartig Verzeihendes in all ihren Worten und Bewegungen, daß manche es fühlten und in einer plötzlichen Aufwallung vergessener Empfindungen ihr mit derselben Herzlichkeit entgegenkamen. Ja, manchmal wußte die Lobe ganz genau, daß sie mit ihren dauernden Versuchen, Rosemarie bei den Kollegen zu verkleinern, kaum Gehör mehr fand. Aber am härtesten traf es sie stets, wenn Wangenheim durch die Büroräume schritt und in seiner lässig-vornehmen Art nicht mehr wie früher sie, sondern fast ständig Rosemarie zum Diktat bat. Dann glaubte sie zu sehen, wie der glückliche Schein, der schon seit Wochen aus Rosemaries Augen strahlte, sich noch vertiefte, wie die Glut ihrer zarten Wangen noch purpurner wurde. Und Wangenheim lächelte immer so liebenswürdig, ja, manchmal war fast eine scheue Befangenheit dieser Gans gegenüber in feiner wohllautenden Stimme. Anna Lobe tobte bann innerlich, und wenn Rosemarie mit gesenkten Augen aus dem Chefzimmer Familien- DrUCkSaChen Verlobungsanzolgen Vermählung eanzelgen bei Brühl,SchulstraOeT Geburtsanzeigen Amtliche Bekanntmachung des Kreises Wehlar. Die nächste unentgeltliche Beratungsstunde für Nerven- und Seelenkranke findet am Dienstag, dem 27. Februar 1934, nachmittags 2 Uhr, im Unter« fuchungszimmer des neuen Kreishauses statt. Kreiswohlfahrtsamt. 1205C ■5? ( UM8 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzelger für Gberheffen)__________lNontag, Zß.Zebruar 1954 Oer Tag der Vereidigung. Eindrucksvolle Feier in Gießen. — Treffen der allen Garde des Gaues in Frankfurt. — Gauleiter Sprengers Appell an die politischen Leiter. Ein feierlich-festliches Ereignis, das keiner der Teilnehmer jemals im Leben vergessen wird. Weihevoll waren die Stunden der Vereidigung aus den Führer und Volkskanzler Adolf Eitler überwältigend das in dieser (Eidesleistung enthaltene unverbrüchliche, alles überragende Bekenntnis zu dem vom Führer geschaffenen national- sozialistischen Deutschlands Wunderbar war der Zu- sammenklang der Herzen und die Einheit der Gedanken und Gefühle, in der sich die auch in unserer An der Spitze des Zuges schritten hinter der großen! Fahnengruppe der Kreisleiter Dr. Harth und der' stellv. Kreisleiter Hopfenmüller, gefolgt von den übrigen Mitgliedern der Kreisleitung, denen sich dann die politischen Leiter der zahlreichen Orte und die Führer der HI. und des JV. anschlossen. In flottem Marsche durchschritt der Zug seinen Weg durch die Stadt, die nicht nur in den Marschstraßen, sondern allenthalben in reichem Schmuck der Flaggen des Dritten Reiches prangte. Um 9 Uhr traf Amtsleiter und Abteilungsleiter der Kreisleitung Gießen. In der Mitte Fünfter von rechts Kreisleiter Dr. Harth, daneben nach links stellvertretender Kreisleiter Hopsenmüller, komm. Beigeordneter Bartholomäus, Kreiswalter der NS.-Volkswohlfahrt K l ö s, landwirtschaftlicher Kreisfachberater D ö r r s ch u ck ; von Kreisleiter Dr. Harth nach rechts hin Kreiskassenwart Pape, Krewpersonalamtsleiter I u n g, Kreisfunkwart Dörr, Kreisbetriebszellenleiter Wagner. — Zweite Reihe von links nach rechte- RS.-Beamtenleiter Heß, Witab-Leiter Kurz, Kreisgerichtsvorsitzender Seid, Kreispressewart Michel, Rektor N e b e l i n g , Kreisgeschäftsführer Frank. — (Aufnahme: Photo-Pfaff. Gießen.) Stadt zu vielen Hunderten versammelten politischen Leiter und Amtswalter für alle Zeiten mit ihrem ganzen Sein dem Führer und seinem Werk verschworen. Fürwahr ein Erleben, das Ewigkeitswert in der Geschichte unseres deutschen Bottes und unserer engeren Heimat hat... der Zug vor dem Cafe Leib ein. Dann begann der Einmarsch in den Saal, in dem die SS. wieder in ausgezeichneter Weise den Ordnungsdienst versah. In wenigen Minuten war der Saal bis zum letzten Platz besetzt. Die Feier im Cafe Leib. Amtswalter vereidigt. In Gießen wurden 167* Amtswalter der Partei und ihrer Untergliederungen vereidigt. Davon gehören 599 zur PO., 215 zur HI. und JV., 80 zum BDM., 80 zur RSBO., 570 zur NS.-Frauen- fchaft, 3 zum RS.-Lehrerbund. 50 zur NSV., 67 zu den NS.-Beamten und 7 zum FAD. Oer Auftakt. Schon früh wurde es am gestrigen Sonntagmorgen in den Straßen unserer Stadt sehr rege. Don allen Seiten strebten die politischen Leiter der NSDAP, und die Amtswalter ihrer Untergliederungen den befohlenen Treffpunkten zu. Auf O s - waldsgarten versammelten sich die politischen Leiter der PO. und die Führer der HI. und des JV., um von dort in geschlossenem Zuge zum C a f 6 Leib zu marschieren, wohin sich die Führerinnen des BdM. gesondert begaben. Der weite Platz des Oswaldsgarten war ringsum von den Gruppen der politischen Leiter umsäumt, die sich zum gemeinsamen Marsch formierten. Viele Fahnen der Ortsgruppen des Kreises Gießen und der übrigen Formationen wehten hoch über der Gefolgschaft und gaben dem eindrucksvollen Bild dieses Aufmarsches ein besonders festliches Gepräge. Gegen 8.30 Uhr begann der Marsch des langen Zuges. Zur gleichen Zeit strömten von allen Seiten Männer und Frauen der Turnhalle zu, in der sich die Amtswalterin- nen der NS.-Frauenschaft, die Amtswalter der NSBO., der NS.-Hago, der NS.-Lehrer, der NS.- Aerzte, der NSV. und der NS.-Beamten versammelten. Der Marsch vom Oswaldsgarten zum Cafe Leib ging unter guter Marschmusik des Spielmannsund des Musikzuges der SA.-Reserve durch die Neustadt, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Seltersweg, Hindenburg-Wall, Neuen Bäue, Schulstraße,.Markt- platz, Kirchenplatz, Lindenplatz und Walltorstraße. Im Saale saßen die politischen Leiter, auf der Galerie hatten die Führerinnen des BdM. und die Führer der HI. und des JV. Platz genommen. Arn Tische der Leitung aus der Bühne saßen Kreisleiter Dr. Harth, stellv. Kreisleiter H o p f e n rn ü l l e r, komm. Beigeordneter Bartholomäus, Kreispressewart Michel, SS.-Sturmführer Hainbach, SS.-Verwaltungsführer Scharführer G r u • newald, HJ.-Bannführer Häuser, BdM.- Führerin Lotte C r ö o n. Nach der feierlichen Einbringung der Fahnen eröffnete Kreisleiter Dr. Harth die Tagung und gab sofort dem komm. Beigeordneter Bartholomäus das Wort zu einer Ansprache über die B e d e u - tungdes Tages der Vereidigung. Dieser sagte In seinen eindringlichen Ausführungen u. a.: Wenn heute in ganz Deutschland die politischen Leiter der NSDAP, und die Amtswalter aller Nebenorganisationen vereidigt werden, so hat dieser Tag und diese Handlung eine ungeheure innere Bedeutung. Nachdem der Führer am 30. Januar 1933 zum Volks- und Reichskanzler ernannt wurde, hat die Partei den er st en Schritt in die zweite Etappe des Kampfes getan. Durch die Machtübernahme ist die Partei mit allen Nebenorganifationen der Träger des neuen Deutschland geworden. Der Nationalsozialismus war es vom ersten Tag seines Kampfes ab gewohnt, nach dem Grundsatz zu handeln: Alles oder gar nichts! Weil in unserer Partei die große Volksgemeinschaft verankert ist, in unserer Partei alle Berufsstände, alle Berufsarten, wie überhaupt alle produktiven Arbeiter zusammengefaßt sind, steht unsere Partei auf dem Standpunkt, daß in ihren Reihen die Volks- 1 M <>.V ' ( vor der Vereidigung. Die Fahnengruppe bei der Aufstellung vor dem Cafe Leib.— (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) * .M, NT HI. beim Einmarsch in das Caf6 Leib zur Vereidigung. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) gemeinschaft so weit gefaßt ist, daß nur derjenige, der Mitglied dieser Volksgemeinschaft ist, ein Recht hat, sich Träger des Staates zu nennen. Allen anderen, den Auch-Nationalsozialisten und denen, die irgendwie in der Ferne herumschweifen, rufen wir zu: Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns! Heute findet nicht nur die Vereidigung der Amtsleiter der Partei , sondern auch aller Träger des neuen Staates statt. Diese Vereidigung gibt uns nicht nur Rechte, Rechte zu Gesetzen am und im Staate, sondern diese Rechte als Amtsleiter sind einstmals teuer erkauft worden und müssen in Zukunst noch teuer erkauft werden. Nur der hat Rechte, der zuvor seine Pflichten erfüllt hat. Deshalb sind wir Nationalsozialisten stolz darauf, daß wir unter unseren Fahnen mit dem Hakenkreuz trotz aller Widerstände den 30. Januar er- Der Hewen-Gedenkiag in Gießen. Die Gottesdienste am gestrigen Heldengedenktag waren dem Gedächtnis der Kriegsgefallenen gewidmet. Früh um 8 Uhr fand in der Johannes- kirche ein besonderer Militärgottesdienst für unsere Garnison statt, an den Hauptgottesdiensten in der Stadt-, wie in der Johanneskirche nahmen größere Stahlhelmformationen teil. Sämtliche Gottesdienste, auch die am Abend, waren gut besucht. Die Predigten hoben den Schmerz um die Gefallenen des großen Krieges hervor, in dem sich das ganze deutsche Volk am Heldengedenktag vereine. Als herrliche Saat aus ihren Gräbern erblühe uns jetzt die seit Jahrhunderten ersehnte Einigung unseres Volkes unter Adolf Hitler. Gedenkfeier und Kranzniederlegung der GAR I (Stahlhelm). Den Tag des Gedenkens an die gefallenen Helden des Weltkrieges beging die S A. - R e f e r v e I (Stahlhelm) am gestrigen Sonntag zunächst mit gemeinsamem Kirchgang. Im Anschluß daran fand auf dem Landgraf-Philipp-Platz, am Denkmal der 116er, eine Gefallenenehrung und Kranzniederlegung statt. Die Stürme, die unter Begleitung des Musikzuges von der Stadtkirche bzw. von der Johanneskirche nach dem Denkmal marschierten, nahmen vor dem Ehrenmal Aufstellung. Oberstleutnant a. D. Loppe sprach, nachdem er einen prächtigen Kranz niedergelegt hatte, von dem Opfer der gefallenen Kameraden, von ihrem geistigen Erbe, von unserer Pflicht, sie niemals zu vergessen und ihnen Treue zu halten bis zum Tode. Bei gesenkter Fahne spielte anschließend die Musikkapelle das Deutschland-Lied. Damit wurde die kurze Feier, an der auch zahlreiche Mitbürger teilnahmen, beendet. Gemeinsam marschierten die Stürme dann nach dem Stahlhelmheim in der Moltkestraße. Dort löste sich der Zug auf. *> 1 .1 I W- Z-z-- A . , A, / ****** - v M r । Ortsgruppenleiter Oberstleutnant a. D. Loppe bei der Ansprache. Bei gesenkter Fahne wird der GeMeusn gedacht, L - leben konnten, daß unsere Bewegung es gewesen ist, die den Staat nicht nur erobert hat, sondern ihm ein Fundament gibt, auf dem er jahrtausendelang leben soll. Diese Großtat verlangt aber, daß die Träger des Staates ihre Pflicht weiter in hingebender Treue und idealem Kampfesmut unerschrocken Ende führen. Dazu muß jeder Träger des Staates die innere Revolution des Nationalsozialismus Hundertprozen- tig an sich erlebt haben. Jeder, der Träger des neuen Staates sein will, muß restlos mit der Vergangenheit brechen, muh alles frühere restlos aus seinem Herzen verbannen, nur die 25 Punkte der nationalsozialistischen Bewegung in sich aufnehmen und danach handeln. Jeder Amtswalter muß in seinem Kreise der wachsame Hüter der Gesetze sein, die von unserer Regierung herausgegeben werden. Die schönsten Gesetze wären zwecklos, wenn nicht jeder einzelne deutsche Volksgenosse bestrebt ist, sie einzuhalten. Die Pflicht jedes Amtsleiters ist es dafür zu sorgen, daß in seinem Kreise die Gesetze restlos von jedem deutschen Volksgenossen eingehalten werden. Deshalb haben wir das große Recht, Träger des Staates zu ein. Wir haben eine ungeheure Scheu gegen die rühere Art von Behörden. Nachdem wir aber nun elbft Behörde und Träger des Staates sind, haben wir die Macht der Behörde unter die Autorität des nationalsozialistischen Amtsleiters gestellt. Nationalsozialistischer Amlsleiter sein ist Aulo- rllät für die Behörden, d. h. wir sind zugleich Träger des Staates. Wenn irgendwelche Beamte der alten Zeit sich dem nicht fügen wollen, dann ist es die Aufgabe der Amtsleiter, jenen Beamten den Begriff des neuen Staates beizubringen. Der nationalsozialistische Amtsleiter muß sich aber auch immer bemühen, das Vertrauen und die Achtung der Volksgenossen zu erringen. Unsere Aufgabe als nationalsozialistische Amtsleiter, Träger und Verwalter des neuen Staates zu sein, ist eine heilige Pflicht. Deshalb müssen wir auch so leben, dah wir immer beispielgebend und vorbildlich sind, damit jeder deutsche Volksgenosse sich an uns ein Beispiel nehmen kann und muh. In dieser Verpflichtung enthält der heutige Tag eine besondere Weihe und Heiligkeit für uns. heute ist auch der Gefallenen-Gedenk- tag. Gerade weil unsere Vereidigung mit diesem Gedenktag zusammenfällt, sollen unsere Vorkämpfer von 1914 bis 1918 draußen im Kriege bei der Abwehr der Feinde und unsere Vorkämpfer in den 14 Jahren des Freiheitskampfes unserer Bewegung mahnend vor uns stehen, sollen sie uns Vorbild im Opfer für unsere Handlungen sein. Wem sein materieller Vorteil und seine persönliche Bequemlichkeit lieber sind als die Arbeit für die Volksgemeinschaft, wer sich nicht dazu bekennt, daß als Amtsleiter sein Leben ganz dem Vaterland gehört und er für sich nichts hat, der mag den Eid nicht leisten. Wahrer und echter nationalsozialistischer Amts- teiter sein, heißt allem entsagen und nur Dienst an votk und Staat leisten. Unter diesem Gedanken ist der Tag der Vereidigung mit dem Gefallenen-Gedenktag verschmolzen worden. Wenn wir auch bisher gekämpft, unsere Gesundheit drangegeben, ja, im Gefängnis gesessen haben und noch sonst allerlei durchmachten, aber noch das Leben und die Kraft in uns snüren, dann reicht unser Opfer noch immer nicht heran an das gewaltig große Opfer jener Brüder, die ihr Leben für uns gelassen haben. Deshalb wollen wir heute auch die Toten ehren, die ihr Leben für Deutschland gaben. Getreu dem Wort unserer Führers: „Nichts für mich, alles für das Vaterland" wollen wir den heiligen Akt des Lides begehen. Wenn wir den Eid geleistet haben, gehören wir ganz der Bewegung, ganz dem Staate, ganz dem deutschen Volke. Unter diesem Wort wollen wir ehrenwerte Mitglieder der Bewegung sein, auf deren Schultern Deutschland und Deutschlands Zukunft ruht. Das soll für uns der schönste Beweis des Vertrauens fein. Schwören wir in Gedanken mit, daß wir das Vertrauen, das der Führer in uns fetzt, niemals brechen wollen, dann können wir getrost den neuen Aufgaben des Staates entgegengehen! (Stürmischer Beifall.) Bannführer Häuser wandte sich mit seiner kurzen Ansprache an die Jugend. Er sagte u. a.: Hitler-Jugend! Deutsche Jugend ! Du schwör st dem größten Sohne Deutschlands treue Gefolgschaft! Deutsche Jugend, auf deinen Schultern liegt die Verpflichtung, das Werk des Führers für alle Ewigkeit zu erhallen. Die Führerschaft der deutschen Jugend hat nicht nur die Pflicht, schließlich zum Sterben für Deutschland bereit zu sein, sie muß auch für Deutschland leben können. Was wir von dem einfachen Hitler-Jungen verlangen, müssen wir Führer besser können. Wir sind in der Hitler-Jugend alle eine Einheit. Wir Führer stehen immer vor der Mannschaft, nie über ihr. Dieser Geist, im Weltkrieg geboren, hat unsere Bewegung zum Siege geführt. Dieser Geist ist es auch, der diese Bewegung immer im Siege erhalten wird. Dieser Geist ist es, unter dem Deutschland ewig leben wird. Die Hitler-Jugend wird diesen Geist ewig in sich tragen und damit ihren weg marschieren, damit Deutschland lebt. Wer auf die Fahne Adolf Hitlers schwört, gehört nur noch dem Vaterland, ihm selbst gehört nichts mehr. Deutsch sein! Für uns ist es leicht, diesen Weg au gehen! Unsere Gefallenen im Kriege und im deutschen Freiheitskriege lebten und starben uns vor. Diesem Weg werden wir in Treue folgen! Und „Unsere Fahne flattert uns voran!" (Starker Beifall.) Oie Vereidigung. hierauf wurde in andachtsvoller Stimmung die Münchener Uebertragung der Dereidigungsfeier gehört. Beim Beginn der Feier, als der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes erklang, erhob sich die ge- wattige Versammlung und fang, lm deutschen Gruß verharrend, den deutschen Trutz- und Freiheits- fang mit. Voll Hingabe wurden die packenden Reden in München, über die an anderer Stelle des heutigen Blattes berichtet wird, angehört, insbesondere übte die Rede des Stellvertreters des Führers, Pg. Rudolf Heß, mit ihrem ernst mahnenden Schluß eine tiefe Wirkung aus. Stillgestanden wurde dann feierlich gemeinsam der Eid gesprochen, den Rudolf Heß auf den Führer abnahm. Ein ergreifender Augenblick, der alle in seinen Bann schlug! Nach dem Abschluß dieser Feier folgte eine kurze Pause, die zu der Gefallenen-Gedenkfeier überleitete, hierbei hörte man die Uebertragung der Heldenehrung in Berlin, die von der Reichsregierung in Gegenwart des Herrn Reichspräsidenten und des Führers und Volkskanzlers veranstaltet wurde. Auch dieser Feier gab sich die Versammlung mit ganzem Herzen hin. Oer Abschluß. Nach dem Ende der Berliner Feier wurden die Fahnen feierlich aus dem Saale gebracht. Sodann schloß Kreisleiter Or. Harth die Tgung mit folgenden Worten der Mahnung und des Gelöbnisses: Amlsleiter! Unsere Ehre ist Adolf Hitlers Ehre! Adolf Hitlers Ehre ist unsere Ehre! Geht hinaus und macht Adolf Hitler weiter Ehre wie bisher! Begeisterten Widerhall fanden diese Worte in den vorn Kreisleiter Dr. Harth anschließend ausgebrachten dreimaligen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Damit fand die Tagung ihren Abschluß. Oie Feier in der Turnhalle verlief in der gleichen würdigen und eindrucksvollen Art, wie im Caf6 Leib. Auch die Besucher der Turnhalle waren erfüllt von dem Bewußtsein der treuesten Verbundenheit mit dem Führer. Die überfüllte Versammlung wurde von dem NS.- hago-Führer Pg. Schimmel geleitet, der in einer Ansprache die Bedeutung Des Tages eindrucksvoll würdigte. Der Gaulag heiliger Verpflichtung. Frankfurt a. M., 25. Febr. (GPA.) Noch dröhnt in dem Augenblick, in dem diese Zeilen niedergeschrieben werden, der Marschtritt von Deutschlands nun durch heiligen Eid seinem Führer zugeschworenem politischen Führerkorps durch die Straßen im ganzen Reich. Feierlicher Ernst liegt auf den Gesichtern der Männer, wie auch der heran- reisenden Jugend im braunen Ehrenkleid. Sie alle spüren die große Verantwortung, die nun doppelt schwer auf ihren Schultern liegt. Freudig aber leuchten dennoch die Augen und stolzer trägt heute jeder fern Braunhemd. Auch die Volksgenossen, welche in dichten Scharen die Straßen säumen, finden sich in diesem Geiste mit den Männern der braunen Kolonnen. Es ist nicht der laute Jubel von sonst, der uns immer begleitet und von jung und alt entgegentönt. Denn auch das Volk begreift die tiefe Bedeutung der feierlichen Handlung der Eidesablegung. Das Genie unseres Führers hat es fertiggebracht, all das unerhört Umstürzende und Neue dem eigenen Denken des Volkes so nahe zu bringen, daß von einem jeden die Notwendigkeit und der tiefe Sinn des Geschehens begriffen wird. So gestaltete sich auch schon der Vortag, der im Zeichen der alten Garde stand, zur würdigen Vorbereitung auf diesen Augen- blick der feierlichen Eidesleistung. Was da beim Antreten am Börsenplatz am Samstagmittag sich an den ältesten Kämpfern des Gaues zufammen- fand, das war nicht ein zufällig zusammengekomme- ner Menschenhaufen. Zum überwiegenden Teil waren es harte, scharf geprägte Gesichter. Männer, erprobt in schwersten Jahren des Kampfes, erprobt in sturmfester Treue, als es wahrlich noch nicht so leicht war, das Braunhemd zu tragen, wie heute. Die Stadt Frankfurt a. M. darf es sich zur Ehre anrechnen, daß gerade sie ikuu ausersehen war, die alten Kämpfer in ihren Mauern aufzunehmen. Denn jene wunderbaren Worte des Führers in der großen Nürnberger Rede, hier wurden sie zum lebendigen Erlebnis, als er, über die Entstehung dieser gewaltigen Bewegung sprechend, sagte: „Man fordere aber Opfer und Mut, Tapferkeit, Treue, Glaube und Heroismus, und melden wird sich der Teil des Volkes, der diese Tugenden fein eigen nennt. Dies aber war für alle Zeiten jener Faktor, der Geschichte machte." hier standen nun jene Männer beisammen, die in unserem Abschnitt Hessen-Nassau im buchstäblichsten Sinne des Wortes zum gestaltenden Faktor unserer Geschichte geworden sind. Es ist der Stoßtrupp 1925—1928, der zum steinernen Fundament der Treue und Hingabe an die große und umfassende Idee geworden ist. Frankfurt hatte aus Anlaß dieser denkwürdigen Tage reichen Flaggenschmuck angelegt. Die Vorstellung am Nachmittag für die alten Kämpfer im Sck-auspielhaus von Bethges packendem Frontsoldatenstück „Reim s" paßte sich dem gestellten Rahmen würdig an, so daß zwischen Bühne und Zuschauerraum rasch eine feste Brücke geschlagen war. Denn was sich dort abfpielte, das ganze Wesen der packenden Handlung, es war ja den meisten gut vertraute Wirklichkeit von ehedem und zugleich die Grundlage des handelns auch von heute. Als nach der Vorstellung sich der lange Zug vom Schauspielhaus durch die Straßen der Stadt nach dem in den Kampfjahren bereits viel benutzten „Schützenhof" in der Vergerstraße bewegte, nähmet? die den Straßenrand dicht säumenden Volksmassen den regsten Anteil. Besonders Gauleiter Sprenger, der es sich nicht nehmen lieh, den Marsch feiner ältesten Mitkämpfer persönlich anzuführen, wurde immer wieder Gegenstand herzlicher Kundgebungen. Im Saale erwartete die Gäste eine von der Kreisleitung Frankfurt a. M. gegebene einfache Bewirtung. Es verdient hier festgehalten zu werden, daß ein erheblicher Teil der entstehenden Unkosten von der hiesigen Bevölkerung gespendet war, die es sich nicht hatte nehmen lassen, auf diese Weise einen kleinen Teil ihrer Dankesschuld diesen verdientesten Kämpfern gegenüber abzustatten. Begeisterten Widerhall fand die Ansprache, welche der Kreisleiter, Pg. Dr. Krebs, selber einer der alten Garde, an seine Gäste richtete: „Wir find Kämpfer bis zur Selbstaufopferung gewesen und werden es sein nun und immerdar, unlösbar verbunden mit unserem Führer, nicht aus Gehorsam nur, sondern auch aus der frei- willigen Erkenntnis unserer gemeinsamen schicksalhaften Verbundenheit." Gauleiter Sprenger auf das stürmischste begrüßt, richtete dann packende und mitreißende Worte an seine Kampfgefährten: „Am Anfang der Bewegung stand nichts als der Führer und fein heiligstes Wollen. Das, was er dann als Saat im deutschen Volk ausstreute. es ist zuerst aufgegangen im Herzen des unverdorbenen deutschen Menschen. Auf , diesem Fundament baut sich nun die Treue auf, die keine Stunde kennt und keine Verhinderung. die immer, allgegenwärtig dasteht. Und dieses Unterpfand der Treue, es soll uns bleiben und unvergänglich sein ..." Während der Rede des Gauleiters kam die Meldung, daß trotz ursprünglicher Verhinderung der Führer soeben im Rundfunk spreche. Sofort wurde auf den Lautsprecher umgeschaltet, und zum unvergeßlichen Höhepunkt dieses denkwürdigen und erlebnisreichen Tages wurde es für alle, als diS Stimme des Mannes, auf den sich heute die Gedanken des ganzen Volkes noch mehr richten als bisher, mit klarer Deutlichkeit und ungeheurer Lebendigkeit des Ausdrucks zu hören war. Wie leuchteten die Augen aller, als der Führer an feine damaligen Worte erinnerter „Es wird eine Zeit kommen, da werden die alten Kämpfer ftol/j darauf fein, schon damals in Treue zu ihrem Führer gestanden zu haben. Aus dem Volk heraus sind wir gekommen und zum Volk wollen wir heute und auch in aller Zukunft immer wieder gehen." Anschließend an die Rede des Führers bereiteten der N S. - C h o r der Kreisleitung Groß-Frankfurt unter Leitung von Kapellmeister Pg. Kreisch- mar und Künstler der hiesigen städtischen Bühnen in flotter Folge ein paar luftige »Kraft-durch- Freude"-Stunden. Bis in die Mitternachtsstunden waren die alten Kämpfer in harmonischer Stimmung vereint und rückten dann in die für die Auswärtigen bereitgestellten Quartiere. Schon früh am nächsten Morgen hallte in den Straßen wider der Marschtritt der braunen Kolonnen. Der Gautag heiliger Verpflichtung war gekommen, und am Börsenplatz sammelten sich nach einem genauestens im voraus auf- gestellten Drganifationsptan die gesamten Politischen Leiter und Amtswalter der Untergliederungen der Bewegung. Alles klappte auf die Sekunde genau. Punkt 8 Uhr nahm Kreisleiter Pg. Dr. Krebs aus den Händen des stellvertretenden Kreisleiters Pg. Görner die Stärkemeldung entgegen. Dann setzte sich ein fast endloser Zug durch die Straßen der Stadt nach dem Hippodrom zu in Bewegung. Am Roßmarkt nahm Gauleiter Sprenger, im Wagen stehend, den Vorbeimarsch ab. Fm Hippodrom. Reibungslos und pünktlich auf die vorgesehene Minute vollzog sich der Einmarsch in die große Römischer Brief. Don unserem römischen E.-Korrespondenten. Rom, Ende Februar. Ein uralter Krieger steigt ans Licht. Dort, wo Aeneas ans Land stieg, wo Volsker und Latiner zusammenprallten, dort hat sich wieder einmal das unerschöpfliche Gräberfeld der alten Kulturen geöffnet und ein Geheimnis preisgegeben: Weinbauern stießen beim Brunnengraben auf einen Steinsarg, einen jener Sarkophage aus grau grünlichem Peperin, wie sie um Rom schon zu Tausenden und aber Tausenden gefunden wurden. Nichts Besonderes also, so dachten sie, und auch nichts Wertvolles, denn alle diese Grüfte pflegen leer zu fein, ausgeraubt von Gott weiß wem. Denn was zog nicht alles plündernd über dieses Land hin, angefangen von den „Barbaren" bis zu den ersten Ar- d)äo-u>gen, die im Verkaufen und Verschleppen von Altertümern ihre Aufgabe erblickten. Immerhin riefen die Bauern den Kanonikus Don Galiati, der Fundort liegt dicht bei der Ortschaft Lanuoio, auf dem Ausläufer der albanischen Berge südlich vom Nemisee, und mit vereinten Kräften hob man den schwören Sargdeckel. Beinahe hätten sie ihn vor Ueberraschung wieder fallen lassen — denn in dem Sarkophag lag ein Krieger in voller Rüstung! Jahrtausendelang war kein Strahl der Sonne mehr in seine stille Klause gedrungen, die Kriege marschierten an ihm vorbei, und kein Heerführer rief ihn. Dort unten zu Füßen des Hügels dehnten sich die pontinischen Sümpfe, von dem blinden Zensor Appius angefangen, nach dem die „Königin der Straßen" benannt ist, über Eäsaren und Päpste, über Theoderich hinweg bis zu Mussolini mühten sich die Menschen um ihre Trockenlegung, Lanuoio wurde mit Lavinia verwechselt, Flugzeuge kreisten um den Asturia-Turm, wo die Hohenstaufenherrlichkeit elendiglich durch Verrat zu Ende ging — der Krieger hörte nichts. Er schlief in Waffen und Wehr, oh, er schlief schon lange vor Cäsar und Christus so, lange bevor die ewige Roma im Feuerschein der Vulkane geboren wurde, als noch ein starkes Geschlecht hier herrschte, dstten Sprache wir noch nicht kennen, dessen Schrift entziffern konnten: bas G-. gefct aber in triefe., F^^.g,onne über ben Btun{nb.n Sumpft- 'DOn St4'n, tritt der DOr-lj??€1S ^ hne9 LiO und — zerfällt im gleichen Augenblick zu >*■ Wmier Idifaaen b%s Kreuz, der Kan°nikW4L Mnz«rwA«n nach Harnisch und Schwert, er weiß, daß es das erstemal ist, daß die römische Erde die unberührten Reste eines vorrömrschen Mannes freigibt. Nun können wir wieder ein bißchen lesen in der Geschichte des fünften Jahrhunderts vor Christus ... Der Harnisch ist ein Meisterwerk der Wafsen- -schmiedekunst, dem Leibe weit genauer angepaßt als unsere modernen Stoffkleider. Brustmuskeln und Rippen sind herausgearbeitet, als habe sich der Mann soeben mit Luft oollgesaugt, um zu einer sportlichen Kraftleistung auszuholen, eine anatomische Kunstauffassung, wie wir sie vom Parthenonfries her kennen. Und in der Tat, dieser Krieger muß auch ein Sporthelü gewesen fein, denn zwischen Schwert und Schild liegt ein Diskus, liegt ein Bronzeschaber, wie ihn die Athleten zum Abschaben der Oel- und Sandschicht nach den Hebungen benützten. Seltsam lang und leicht gebogen wie eine Adlerfeder ist das Schwert, wundervoll der Helm aus teilweise vergoldeter Bronze, mit reicher Schmuckauflage und den beiden Augen aus Emaille und Gold über der Stirne. Der Mann war Reiter, eine Kandare mit Zügelhaltern beweist es. Was fehlt ihm eigentlich zum homerischen Helden? Die Helmform weist über das Etruskische hinaus, ist ganz archaisch, urlatinifch. So kam er nicht aus Hellas, nicht aus Troja? Er war unter denen, die sich Aeneas in den Weg stellten, war der erste Verteidiger römischen Bodens? Vielleicht fiel er im Kampf. Aeneas aber, Sohn der Aphrodite, faßte Fuß im Reiche des Königs Latinus, er nahm dessen Tochter zur Gemahlin, sie hieß Lavinia. Und ihre Nachkommen gründeten Albalonga, die Mutterstadt Roms. Dorthin brachte man nun Waffen und Wehr des Kriegers. Wer entziffert das Etruskische? Dor einigen Tagen ging die Meldung durch die Presse, einem italienischen Gelehrten, Pironti, lei es nach unendlicher Mühe gelungen, das Geheim- nis der etruskischen Schrift zu enthüllen, er habe heraus/eg Wörterbuch der etruskischen Sprache dieneren Journalisten in Rom, an solche h«.n!rwrUn>Pen gewohnt wie an die Auffindung »Horaz, die alle drei Jahre endgültig fest gestellt wird, gewöhnt wie an die Entdeckung der Bucher des Titus Livius und die Funde an Stradi- varius-geigen, hüteten sich freilich, bei der Verbrei- tung Der ^01)6^ Botschaft mitzuwirken, und ihre Skepsis scheint denn auch wieder einmal aerecht- V?fröen- Richtig ist, daß Pironti ein Buch -Die Entzifferung der etruskischen Sprache" herausgebracht hat und daß sich die Zeitungen f palten- lang damit beschäftigten; richtig ist aber auch, daß der Kultusminister als „umsichtiger und eifersüchtiger Hüter des guten Namens der italienischen Kultur" unverzüglich einen SachverstäMgenrat ein» berufen und ihm das sensationelle Buch zur lieber« Prüfung anvertraut hat. Schon über Nacht erwach- ten dann die Zweifel, die Kritiker fanden, daß die vermeintliche Entzifferung eigentlich nichts als eine willkürliche Auslegung fei, und in der „Nuova An- tologia" verwirft M. Pa11otino das ganze System Pironti. Also ein völliger Fehlschlag? Pironti fußt auf der vergleichenden Sprachwissenschaft, doch seine Gegner werfen ihm vor, Unvergleichbares zu dieser Methode herangezogen zu haben. Es sei nun zur Genüge bekannt, daß der indoeuropäische Sprachstamm so wenig mit dem Etruskischen gemein habe wie das Griechische oder irgendein uritalienisches Idiom. Nicht einmal ferne Aehnlichkeiten seien vorhanden, und damit stürze die Grundsäule Pirontis, die Annahme einer Wur- zeloerwandtschaft mit dem Griechischen. Alles, was an Heberlegungen und Berechnungen von einer solchen ausgehe, somit die ganze Pirontische Konstruktion, sei phantastisch. Der Gelehrtenstreit kann also weitergehen wie seit Jahrhunderten. Wir haben die Keilschrift enträtselt und die Hieroglyphen, aber die Sprache derer, die vor den Römern in Mittelitalien wohnten, bleibt uns verschlossen. Wir wissen — und somit wird bas erklärlich — nichts von diesem merkwürdigen Kulturvolk, wir glauben nur bestimmt zu wissen, daß es nicht autochthon ist, nicht italiengebürtig, sondern vom Osten her einwanderte, vielleicht über Griechenland kam, wie Aeneas, der Held von Troja. Schade, daß man mit dem erwähnten Wörterbuch Pirontis nicht wenigstens die vorhandenen Inschriften auf ihre Glaubwürdigkeit hin examiniert hat, bevor das Verdikt über fein System gefällt wurde. An Inschriften von Etruskerhand fehlt es nämlich nicht, doch dürften sie, sagen die Archäologen, reichlicher fein und sich nicht in der Hauptsache auf die Totenstädte rings um Rom beschränken. Ja, da liegt der Haken: die Etrusker scheinen eine Kultur bevorzugt zu haben, die weniger auf der Zunge, als in ihren Fingern lag: das heißt, sie haben uns im Gegensatz zu den schreibfreudigen Griechen und Romern fast lauter unbeschristete Kunstwerke hinterlassen. Ihre Prunkschalen — in Tarquinia befindet sich eine von 54 Zentimeter Durchmesser! — waren aus Gold, jedoch stumm; ihre Helme waren aus Gold oder vergoldeter Bronze, doch sagen sie nichts aus; ihre Denkmäler — wo sind sie? In ihrer Schweigsamkeit erinnert diese versunkene Kultur etwas an die germanische. Am mitteilsamsten sind noch die Grabsteine. So kann man im Museum zu Perugia einen Cippus sehen, auf dem 151 Worte ein gegraben sind. Das ist aber auch bereits eines unserer bedeutendsten etruskischen Schriftdenkmäler, in seiner Kargheit nicht' entfernt zu vergleichen mit den über und über mit Hieroglyphen bedeckten Wandflächen in Aegypten. Seltsamer Zufall: soeben trat ein Krieger aus etruskischer Zeit in Rom ans Licht, feine Rüstung ist von erhabener Schönheit, aber nur der Diskus, her bei ifjin lag, trägt eine — noch unentzifferte Inschrift. Das erste unversehrte vorrömische Grab, und — es schweigt! ^Ourch diese hohle Gaffe .. .* Wilhelm Teil mußte nach Schiller geraume Zeit Darauf warten, bis Geßler endlich durch die hohle Gaffe kam. In den Jahrhunderten hat sich vieles erheblich geändert. Die Lokalbehörden am Vierwaldstätter See erheben Klagen über die Zunahme des Verkehrs gerade in der „Hohlen Gasse", insbesondere erfuhr der Autoverkehr eine so große Zunahme daß eigentlich ein Polizist die Aufsicht übernehmen mußte. Spötter aus Zürich und Bern sind sogar der Meinung, daß man eine Verkehrsampel anbrin- ?eP müfjte. Inzwischen ist man jedoch zu der Einsicht gekommen, daß die „Hohle Gasse" für das schweizerische Volk seine besondere Bedeutung habe. Es ist durchaus nicht nötig, daß alle Kraftwagen diese Schlucht passieren, vielmehr läßt sich der Verkehr bei einigen Aenderungen in der Linienführung der Zufahrtstraßen auch recht gut umleiten. Auf piefe Weise wird die „Hohle Gasse" wieder jene ein» fame Felsgegend werden, die sie in der Zeit des schweizerischen Sefreiungstampfes war. Zeitschriften. — Die Illustrierte Zeitung (I. I. Weber, Leipzig) hat es in ihrer neuesten Nummer unternommen, das Bild jener Zeit zu entwerfen, die einen Wallenstein gebar. Dr. Walter Freier entrollt bas Ceben Wallensteins von feinem glänzenden Aufstieg bis zum tragischen Ende, und die zahlreich eingestreuten Bilder zeigen Freunde und Feinde des großen Feldherrn, halten die bedeutsamen Mo- mente und Wendepunkte seines wechselreichen Lebens r k orl Dlanck zeigt Wallenstein im Spie- $;a)tang 00N den zeitgenössischen Werken über Schillers großes Drama bis zu den Wallenstein-Romanen und -Studien der modernen ßiteratiM» Hatte des Hippodroms. Don der Decke und den Emporen grüßten die wehenden Fahnen des Dritten Reiches. Unter der Rednertribüne waren reicher Blattschmuck und Pflanzengrün aufgestellt. 9.37 Uhr trat Gauleiter Sprenger mit seinem Stab vom Festhallengelände her kommend, ein. Auf das Kommando „Stillgestanden" macht Kreisleiter Dr. Krebs ihm dann di« Meldung: „5475 Politische Leiter und Amtswalter im Hippodrom und Saxophon-Saal zur Vereidigung angetreten!" 9.48 Uhr begann der Gebietsführer der Hitler-Jugend, Pg. Kramer, feine Ansprache an die aufgestellten Jugendführer. Ruhig und gemessen spricht er von der Bedeutung dieser Stunde. Seine Worte sind ein mitreißender Appell an die Herzen der jungen Kämpfer, Gut und Blut einzusetzen im Dienste der Bewegung und dem Führer restlos die Treue zu bewahren. Dann spricht Gauleiter Sprenger: „Ganz Deutschland Ist setzt zur Stunde zur Vereidigung angetreten, um a u f A d o l f Hitler zu schwören. Sorgen wir dafür, daß jeder einzelne versucht, den Nationalsozialismus restlos Tat werden zu lassen. Aus dem deutschen Volke soll nun ein Führerkorps hervoryehen, bestimmt, uns eine Zukunft zu erhalten, rote sie uns der Führer gestaltet. Rur wenn der einzelne seine Ehre hochhäll, wird auch die Ehre des ganzen Volkes erhalten bleiben. Der Deutfchemußgewillt sein, seine Ehre über alles zu sehen. Diese Ehre ist nicht mehr die Ehre eines einzelnen, nicht mehr die Ehre eines Standes, sondern die Ehre des ganzen Volkes geworden. So ist unser Braunhemd zum Ehrenkleid geworden und wehe dem, der diese Uniform angreift. Der greift nicht nur an die Ehre des Mannes, die Ehre der Partei, sondern die Ehre Deutschlands. Diese Ehre wird gewährleistet durch die Treue, die nicht nur für Tage gilt, sondern für Zeit und Ewigkeit. Das ist die Grundlage, auf der vom heutigen Tage ab dieses neue Führerkorps steht. Und wenn wir uns hierüber alle restlos klar sind, dann allein vermag Adolf Hitler unserem Volk eine Politik zu geben, die durch diesen Führerorden im Volke selb st verankert liegt. Dann wird Deutschlands Zukunst gesichert sein für heute und alle Zeit." Dann begann die Reichssendung aus München. Wohl noch niemals ist der Technik eine derart große und gewaltige Aufgabe gestellt worden, wie in dieser Stunde. Im Norden rote im Süden, im Westen wie im Osten wissen wir Deutschlands beste und fähigste Menschen aller AUersklassen und beider Geschlechter, von einem Denken beseelt und verbunden durch das unsichtbare Band einer unverbrüchlichen Treue zusammenstehen. Alle diese hunderttaufende beseelt in diesem Augenblick e i n Geist, und diesen Geist verdanken wir dem einen Manne, der mit unwiderstehlicher Gewalt die Herzen von Millionen gerade und auf ein Ziel ausrichtet: Die Rettung des deutschen Vaterlandes aus Zeiten tiefsten Elends, bitterster Rot und sicherem Untergang. Dann sprach der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, die Eidesformel, und in heiligem Ernste sprachen die in ganz Deutschland angetretenen politischen Führer die Worte nach: „3d) schwöre Adolf Hitler unverbrüchliche Treue, ihm und den mir von ihm bestimmten Führern unbedingten Gehorsam." Was nun hier angetreten steht und in allen deutschen Gauen, es ist Deutschland verschworener Führerorden, eingeschworen auf die höchsten und heiligsten Mannestugenden, auf Treue, Hingabe und Selbstaufopferung bis zum letzten Blutstropfen. So wollen wir fein das willigste Werkzeug des Führers, feinem Gebote harrend und bereit, alles und jedes Opfer zu bringen, das die Stunde von uns fordert. In diesem Geiste treten wir ein in eine neue Zukunft, ein neues Blatt ist aufgeschlagen im Buche der deutschen Geschichte. Dieser Tag sott fortleben als ein Markstein in der Gestaltung der deutschen Zukunft, und es ist unser fester Wille, daß es dermaleinst heißen soll: „Deutschland rettete sich selbst durch die Treue, die der Führer dem Volk und das Volk seinem Führer hielt." Aus der proviuzialhaupistadi. Vogelschutz. Die milde Witterung darf uns nicht veranlassen, die Winterfütterung einzustellen. Ein plötzlicher, harter Nachtwinter bringt noch so manchem Vogel den Tod. In große Not geraten häufig die schon zeitig zurückkehrenden Zugvögel, wie die Feldlerchen, die meist fern von den Ortschaften wandern und sich auch an den Üblichen Fütterungsgeräten nicht zurecht finden. Für diese Vögel errichte man auf dem Felde, möglichst an windgeschützten Stellen, Notfutterplätze. Das Futter streut man auf den von Schnee gesäuberten Erdboden, und zum Schutz gegen Schneeverwehungen schirmt man den Futter- platz mit Fichtenästen oder Stroh ab. Zur Fütterung verwende man die üblichen Futterstoffe, der Landwirt streut, was er gerade zur Hand hat, Dreschabfälle, Scheunenkehricht und bergt Wo Hecken und Buschwerk noch nicht beschnitten sind, ist es höchste Zeit, diese Maßnahme durchzuführen. Vor großer Wichtigkeit ist das jährliche Reinigen der Nisthöhlen. Sind in einer kleinen Nisthöhle zwei oder sogar drei Nester übereinander gebaut, so ist der Snnenraum meist völlig ausgefüllt und die weitere Unterbringung eines Nestes wird unmöglich. Auch zur Entfernung des Ungeziefers ist eine Reinigung notwendig. Mäuse, die die Höhlen gern als Schlupfwinkel benutzen, vertreibe- man, dagegen sind Fledermäuse unbedingt zu schonen. Die Fledermäuse sind ebenso nützlich, wie die Vögel. Zum Reinigen versuche man möglichst die Nistkästen zu öffnen. Sollten aber die Schrauben eingerostet sein, so müssen die Niststoffe mit einem nicht zu starken Draht, dessen Ende zu einem kleinen Haken umgebogen ist, herausgezogen werden. Bei der Anschaffung von Nisthöhlen achte man deshalb darauf, daß diese leicht zu öffnen sind. Wer für Höhlenbrüter noch Nistgelegenheiten anbringen will, der kann noch in diesem Jahre mit der Annahme durch die Vögel rechnen, wenn die Kasten bis spätestens Ende Februar aufgehängt find. Kirchenmusikalische Passionsandacht in der Stadikirche. Für gestern abend hatte die Markusgemeinde in die Stadtkirche zu einer musikalischen Passionsandacht eingeladen, die zugleich eine Gedächtnisfeier zu Ehren unserer Gefallenen war. Der Heldengedenktag fand damit einen würdigen Ausklang. Wir dürfen dem Volksbund „Deutsche Kriegsgräberfürsorge" dankbar sein, daß er in 14jähriger treuer Arbeit unser Volk immer wieder an seine Dankespflicht gegenüber seinen im Weltkrieg gefallenen Brüder gemahnt hat. Und wir freuen uns, daß nun der Sonntag Reminiszere unter besonderen Schutz gestellt ist als der Tag, an dem das lebende Geschlecht in stiller Einkehr hören soll auf die Botschaft des Millionenheeres von Toten, die für Volk und Heimat ihr Leben gaben. Dabei gedenken wir auch dankbar der vielen, die in der Nachkriegszeit im Glauben und Streben nach Deutschlands besserer Zukunft als Opfer im deutschen Freiheitskampf starben. Wir glauben, daß all die vielen Opfer draußen und daheim nicht umsonst sind, sondern eine heilige Saat, die zur Ernte reifen wird. Heute, nachdem unser Volk wieder erwacht und seiner gottgegebenen Art aufs neue sich bewußt geworden ist, fällt uns solcher Glaube nicht mehr so schwer roie in den vergangenen Jahren, sondern er wird Uns zur frohen Gewißheit. Wir sehen dieses unser Volksleid eingegliedert in die große Gottesordnung aller Geschichte, daß neues Leben nur gewonnen wird durch heiliges Opfer. Darum hat das Gedenken an die Opfer für Volk und Vaterland auch feinen rechten Platz in der Passionszeit, wo das Kreuz auf Golgatha als das heiligste Opferzeichen für alle Zeiten in feiner großen Verheißuna und (einer verpflichtenden Forderung vor uns steht. Damit hätten wir schon den Wesensinhalt der gestrigen Feierstunde gekennzeichnet. Unter dem Lutherwahlspruch: „Des Christen Herz auf Rosen geht, roenn's mitten unterm Kreuze steht", gliederten sich die Darbietungen in drei Teile mit besonderem Obergedanken: Christus erlöst, Christus fordert Nachfolge, Christus gibt die Kraft zu opferwilliger Bruderliebe. Beste kirchliche Musik von I. S. Bach, I. W. Franck, A. Becker und M. Reger gab diese Botschaft in Vertonung und im Wort wieder. Violine und Orgel, Sologesang und Chorlieder, Schriftlesung und Gemeindegejang führten so in ihrem feinen Zusammenwirken hin zu dem Heiligtum von Jesu Sterben, das Kraft und Trost und Hoffnung ist in allem Menschensterben. Das Opfer der Brüder wird geheiligt von dem Christus- opfer, und der Passionsweg hier wie dort wird der Weg zu neuem Leben. Es wäre schwer, einzelnes aus den Darbietungen herauszugreifen. Es sollte kein Konzert fein, es war eine Erbauungsstunde und aus christlichem Glauben heraus ein inniger Dankesgruß an unsere draußen und daheim gefallenen Brüder, die den Christusweg der Treue bis zum Tod für uns gegangen sind. Die Zusammenstellung des feinen Programms erfolgte durch unfern Stadtkirchenorganisten Heinz Simon, der auch die Leitung hatte und die Orgel spielte, die Sololieder wurden gesungen von Fräulein Christlene Partenheimer (Sopran) und Lehrer Dietrich (Tenor), die Violine spielte stuck. Rabenau, und die Choralvereinigung der Stadtkirche wirkte als Frauenchor mit. Allen Mitwirkenden gebührt herzlicher Dank für die Feierstunde, die uns bereitet wurde und die im Sinne des Wortes von Walter Fex im Herzen der Hörer weiter wirken möge: ,Die Besten unseres Volkes sind nicht gestorben, damit die Lebenden tot seien, sondern die Toten lebendig würden!" Bornotizen. — Tage skalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Konjunkturritter". — Vortrags-Vereinigung, 20 Uhr, Neue Aula, Licht- bilder-Vortrag über Sie deutsche Himalaja-Expedition 1929/31 ,^Jm Kampf um die höchsten Gipfel der Erde". — Tierschutzverein Gießen, 20.15 Uhr, Kaufmännisches Dereinshaus, Hauptversammlung. — Theaterverein, 18 Uhr, Brand platz Nr. 4, Mitgliederversammlung. — Ortsgruppe Gießen-Nord, Zelle 1, 2 und 3, 20 Uhr, „Frankfurter Hof", Zellenabend; Zelle 4, 20 Uhr, Kausm. Vereinshaus, Zellenabend; Zelle 5, 6 unS 7, 20 Uhr, Caf6 Ebel, Zellenabend. — NS.-Frauenschaft Gießen-Mitte, -Süd und -Ost, 20.15 Uhr, Turnhalle des Gymnasiums, Turnstunde. — Aus dem Stadttheaterbüro. Morgen Dienstagabend das Trauerspiel „Julius Cäsar" von Shakespeare unter Spielleitung des Intendanten. (Siehe heutige Anzeige.) — Die Oberhessische Gesellschaft für Natur - und Heilkunde veranstaltet eine gemeinsame Sitzung mit der Gießener Chemischen Gesellschaft am morgigen Dienstagabend im Chemischen Institut. Näheres in der heutigen Anzeige. — Die Dortragsvereinigung (Goethe- bunb, Kaufmännischer Verein, Gewerbeverein) lädt im heutigen Anzeigenteil noch einmal zu dem heute abend ftattfinbenben Vortrag über bie deutsche Himalaja-Expedition 1929/31 „Im Kampf um bie höchsten Gipfel ber Erbe" ein. (Siehe Anzeige.) — Der Tiers chutzverein Gießen hält am heutigen Montagabend, wie vor einigen Tagen im Anzeigenteil bekanntgegeben, feine Hauptversammlung ab. *♦ Ein Sechziajähriyer. Man berichtet uns: Heute begeht Der Jnstttutsaehilfe an ber mebizinischen Veterinärklinik, Herr Karl Grüger, seinen 60. Geburtstag. Weit über bie Grenzen unterer Stadt hinaus ist Herr Grüger in den Kreisen ber Tierzüchter unb -besitzer als großer Tierfreund und hervorragender Tierpfleger bekannt. Mit besonderer Liebe und einem Geschick, das nur wenigen eigen ist, betreut er im April dieses Jahres 30 Jahre lang feine stummen Patienten. Wir wünschen ihm mit allen Tierbesitzern, die ihn kennen, noch recht lange die geistige und körperliche Frische, deren er sich heute erfreut, unb hoffen, baß ihm noch lange Gelegenheit zur Pflege feiner Patienten gegönnt fein möge. Gesallenen-Gedenkseier in der Heuen Aula In ber Neuen Aula ber Universität fanb gestern, Sonntag, um 12 Uhr, bie vom Volksbunb Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Lan- desverband Hessen, Bezirksgruppe Gießen, veranstaltete Gedenkfeier zu Ehren unserer im Kriege unb in ber Freiheitsbewegung Gefallenen statt. Die Aula war stark besetzt, bas Rednerpult mit ernstem Grün geschmückt. Die Feier würbe eingeleitet burch einen Chorvortrag bes Bauerschen Gesangvereins, der unter ber Leitung seines Dirigenten, Universitäts-Musikbirektors Professor Dr. Stefan Temesvary, bie dunkle und feierliche Weise des Gebetes von Friedrich Silcher eindrucksvoll zu Gehör brachte. Anschließend spielte ein Streichquartett bas „Ave verum" von Mozart; als besten zarte unb weihevolle Melobie verklungen war, nahmen bie Vertreter bes Gießener Bataillons, der Bezirksgruppe Gießen bes Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge unb ber Arbeitsgemeinschaft ber Gießener Krieger- und Regimentsvereine mit ihren Kränzen vor Dem Rednerpult Aufstellung, während Uniöerfifäteprofeffor Dr. Oufen das Podium zu einer Gedenkanfprache betrat, in ber er u. a. etwa Folgenbes ausführte: Das Gebenken bes ganzen deutschen Volkes ist am heutigen Tage bei unseren unzähligen Gräbern. Dor unserem Geiste sehen wir heute bie ungeheuren felbgrauen Kolonnen, bie unzähligen braunen Reihen marschieren. Sie finb uns heute nah unb werben es immer bleiben. Westlicher Intellektualismus hat bas Wort vom „unbekannten" Solbaten geprägt. Echte Dankbarkeit unb unauslöschliche Liebe aber läßt über jebem der zahllosen Gräber die Worte stehen: Mein bist du, mein bleibst du! Noch immer marschieren die Kolonnen; wir hören den ewigen Gleichschritt, der nie verklingt. Heiß ist unser Sieben in dieser Stunde, und wir vernehmen bas Gebot unb bas Vermächtnis ber Toten an uns, bie Sebenben: Du lebst nur aus ber Schöpfergnade deines Volkes, gedenke immer der Heimat, die liebe nb dich umfangt. Lauter als je ertönt heute die Mahnung an uns alle, die wir in tiefer Schuld stehen bei unserem Volk und unseren Gefallenen. Es ist, als werde heute jeder von uns an das letzte Lager feiner Mutter geführt. Nichts von dem gewaltigen Ringen jener Jahre darf je vergessen werden. Wortlos unb treu, voller Mut unb Opferbereitschaft zogen bie grauen unb bie braunen Kolonnen in ben Tob. Unb überall bas gleiche Bild —: übermenschlich ber Mut, unbänbig die Kraft, grenzenlos die Opferbereitschaft. Der Reiter, der im Feuer hielt, um seinem leidenden Pferde den letzten Liebesdienst zu erweisen — ber Kriegs- schifsskommanbant, ber mit zerschmetterten Beinen auf ber Brücke feines Schiffes blieb —, sie sind Zeugen jenes unzählige Male bewährten Helben- geistes, ber bie Front wie bie Heimat beseelte. Denn auch ber Mütter gebenken wir heute, bie ihre Sohne schweigenb für Deutschland zum Opfer brachten. Mut und Kraft aber war nicht die einzige Große jener Zeit; am Beispiel eines einfachen Menschen aus dem deutschen Volke, eines Bergarbeiters, mögen wir begreifen, daß die Kämpfer damals alles, was sie taten, aus jener Liebe vollbrachten, die ohne Anspruch auf Ruhm und Lohn handelt. Nie dürfen wir bas Bekenntnis jenes Arbeiters aus ben Kriegsjahren vergessen, bas mit ben Worten beginnt: „Immer schon haben wir eine Liebe zu bir gekannt", und mit der Offenbarung endet: „Daß dein ärmster Sohn auch dein getreuester war — Deutschland!" Heute nun ist ein reinigendes Gewitter über unser Land und unser Volk hingegangen; wir gedenken heute auch des einen, ber uns alle aufrief und alle einigte und zusammenschloß. Während nun die in weihevolle Worte des Gedenkens unb ber Dankbarkeit ausflingenbe Ansprache mit ben leisen Klängen bes alten Solbaten- iiebes vom guten Kameraben sich vereinigte unb bie Versammlung sich von ben Sitzen erhob, schritten bie Kranzträaer langsam zur feierlichen Nieber- leguna ber Kränze an ber Gebenktafel für die Gefallenen im Vorraum zur Neuen Aula. Dies geschah jeweils mit einigen kurzen Worten durch Lanbgerichtsrat Trümpert im Namen der Ortsund Bezirksgruppe Gießen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, durch Major von Wachter im Namen der Reichswehr und ber Gießener Garnison, unb für bie Arbeitsgemeinschaft ber Gießener Regiments- unb Kriegervereine burch beren Vorfitzenben Müller. — Mit einem stillen Gebenken wurde die ernste und würdig verlaufene Gedenkfeier beschlossen. Kranzniederlegungen. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Ortsgruppe Gießen, ehrte anläßlich des gestrigen Heldengedenktages, neben der Veranstaltung der Feier in ber Aula, bie Gefallenen bes Weltkrieges auch durch Kranzniederlegungen. Für unsere gefallenen deutschen Brüder wurden am 116er-Denkmal auf dem Landgraf Philipp-Platz in der Gefallenen- Gedenkhalle vor der Universitätsaula und auf dem Ehrenfriedhof bes Neuen Friebhofes Kränze mit ber Wibmung „Unseren gefallenen Hel - b e n" niedergelegt. Ferner wurde mit einem Kranze dessen Schleife den Ausdruck „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge" trägt, der auf dem hiesigen Friedhof der gefangenen beigesetzten russischen Krieger gedacht. Oberheffen. Sin Ferienlandheim für oberhessische Schulen. LPD. Büdingen, 25. Febr. Der Kreisleiter von Büdingen, Pg. Dr. Heiland, bat die Anregung gegeben, für eine größere Anzahl von oberhessischen Schulen ein Ferienlandheim zu errichten, in dem auch Kurse in Volkssport, Turnen usw. abgehalten werden können. Die hessische Regierung hat reges Interesse an einer solchen Einrichtung. Für die Schaffung dieses Landheims wird das etwa eine halbe Stunde von Büdingen gelegene, der fürstlichen Verwaltung gehörige Jagdschloß „Tiergarten" vorgeschlagen. Das Schloß ist von herrlichen Waldungen umgeben und liegt an einem kleinen See, der günstige Badegelegenheit bietet. Die Stadt Büdingen will bereitwilligerweise die Einrichtung beschaffen. Die fürstliche Verwaltung hat einen Mietpreis vor- qeschlagen, der von einer Reihe von Schulen mit Leichtigkeit getragen werden könnte. Wenn sich eine Anzahl Schulen beteiligt, würde für die Schule eine monatliche Ausgabe von 5 Mark für diesen Zweck entstehen. In dem Schloß können bequem 200 Jungens untergebracht werden. Durch diese Einrichtung konnten die Schulen eine Erholungsstätte für ihre Schüler schaffen, aber auch in ben Schülern neben der volkssportlichen Ausbildung das Zusammengehörigkeitsgefühl und den Gemeinschaftssinn wecken und fördern. Die begrüßenswerte Anregung bes Bübinger Kreisleiters ist ben Schulleitungen unb Gemeinbeverwaltungen zur Stellungnahme unb Zustimmung unterbreitet worben. LanVtrciH f;en 00 Klein-Linben, 22. Febr. Am Mittwoch- abenb fanb im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" eine aus allen Kreisen der Einwohnerschaft stark besuchte Versammlung ber NSDAP, statt. Nach ber Eröffnung burch den Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann sang der SA.-Sturm 46 sein Sturmlieb unb SA.-Mann Rudolf Germer trug ein Gedicht vor. Sodann sprach Kreispropagandaleiter Schmelz in längeren Ausführungen über die Erfolge ber nationalsozialistischen Regierung im verflossenen Jahr. Ausgehenb von der Bedeutung des 30. Januar 1933 behandelte ber Redner bie Wirkung des Ermächtigungsgesetzes, sprach über die Lösung der Jubenfrage vom rassifchen Stanb- punkt aus, behandelte ferner bie Reichsreform, (childerte im besonderen bie Lösung ber sozialen Frage unb streifte „bie Kaiserfrage". Er führte aus, daß sich das deutsche Volk am 12. November 1933 geschlossen hinter die Regierung gestellt, womit es den Beweis der Zusammengehörigkeit erbracht habe. Alle Volks-genossen müßten jetzt helfen, die Einigkeit zu erhalten und die Reichsregierung in ihren Bemühungen, Arbeit zu schaffen, unterstützen, damit wir einer besseren Zukunft entgegengehen könnten. Für die nationalsozialistische Weltanschauung müßte auch in Zukunft noch weiter gekämpft werden. Wie einst von dem Sonnenrad ber Germanen das Licht in bie Täler unseres schönen deutschen Vaterlandes geleuchtet habe, so müßte auch von unserer Haken- rreuzsahne bas Licht in unser deutsches Volk hinein- strahlen. Starker Beifall dankte dem Redner für feine Ausführungen. Für den Reichsbund Volkstum und Heimat warb in warmen Worten SA.-Mann Rudolf Germer. Teile des SA.-Sturms forderten mit einem Sprechchor „Was hast bu getan, um die Not zu lindem?" zur Unterstützung des Winterhilfswerks auf. Der Ortsgruppenleiter dankte bem Haupt- rebner bes Abends für seine Ansprache. Er ermahnt« noch, ben Führer in seiner Arbeit zu unterstützen unb brachte bas „Sieg-Heil!" auf unfern Führer unb Volkskanzler Aböls Hitler aus. Mit bem gemeinsam gelungenen Horst-Wessel-Lieb klang der Abend aus. Die beiden Männergesangverein« „Nationale Sängervereinigung" und „Arion" hatten mit schönen Chören den Abend umrahmt. * Leihgestern, 26. Febr. Heute begeht in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit der Landwirt Johannes Faber IV. seinen 90. G e - b u r t s t a g. Der alte Herr war viele Jahre lang Kirchenvorsteher und nimmt heute noch an allem Geschehen regen Anteil. Seit 27 Jahren ist er verwitwet. Täglich liest er die Zeitung und kann sich rühmen, noch ein scharfes Auge zu haben. Gerne erzählt er aus feinen Kindheitstagen, aus denen er sich auf alles mit großer Genauigkeit entsinnen kann. Freudig hat er den nationalen Wiederaufstieg unseres Volkes ausgenommen. Trotz seines hohen Alters verrichtet er noch manche landwirtschaftliche Arbeiten. In seinem langen Leben ist er nicht einen Tag krank ober bettlägerig gewesen. Möge ihm ein gesegneter Lebensabend beschieden sein. (D Grüningen, 25. Febr. Dieser Tage fanb in der Gastwirtschaft Bender eine Versammlung der NS. - Hago, Ortsgruppe Grüningen, statt. Der Ortsgruppenleiter eröffnete bie Versammlung. Pg. Haid- Gießen gab sodann einen ausführlichen Bericht über Zweck und Ziel der NS.-Hago. Er streifte hierbei verschiedene Fragen, die für die I Sie brauchen alle Ihre Zähne Alle Ihre Zähne brauchen: Ch lorodont Lehrlinge urrd Handwerksmeister von Bedeutung waren. Pg. S t ü h l e r, der am gleichen Abend eine Versammlung in Langgöns abgehalten hatte, ergänzte und unterstrich die Ausführungen des Redners. — Im hiesigen Rathause fand dieser Tage eine Versammlung der Milchgenossenschaft statt. Nach der Verteilung des Milchgeldes eröffnete der landwirtschaftliche Fachberater die Versammlung und teilte das Ergebnis der in der Turnhalle zu Langgöns abgehaltenen Gründungsversammlung der Molkereigenossenschaft Hüttenberg G. m. b. H. mit. Fachberater M a r st e l l e r machte Ausführungen über den Zweck und die Notwendigkeit der neuen Genossenschaft. Die Verhältnisse auf dem Milchmarkt in unserer Gegend seien derart, daß eine weitere Molkerei im Interesse der Landwirtschaft gegründet werden mußte. Wegen der ausgezeichneten Verkehrslage wurde Langgöns gewählt. Die Finanzierung der neu zu errichtenden Molkerei solle so erfolgen, daß als Bürgschaft für einen aufzunehmenden Kredit, pro Kuh 50 Mark Haftsumme eingestellt werden. Sämtliche Mitglieder sollen 10 Mark Geschäftsanteil bezahlen. Dieser Betrag soll in der Weise aufgebracht werden, daß vom Milchgeld monatlich eine Mark abgezogen wird. Eine rege Aussprache beschloß die Versammlung. Kreis Alsfeld. < Alsfeld, 22. Febr. Zugunsten der Winterhilfe der NS.-Volkswohlfahrt fand im großen Saale des „Deutschen Hauses" ein Konzert der Kapelle der Landespolizei Mainz unter Leitung von Musikzugführer Diehl statt. Das Orchester verfügt über einen schönen Klangkörper und gute Kräfte. Das Programm war sorgfältig ausgewählt. Der verdiente Beifall steigerte sich nach jeder Programmnummer. Am Schlüsse des Konzertes dankte Bürgermeister Dr. V ö l s i n g im Namen der Ortsgruppe Alsfeld der NS.-Volkswohlfahrt der Kapelle und ihrem Leiter für ihre hervorragenden Leistungen. Er wies auf die Bedeutung des Winterhilfswerks hin und hob hervor, wie durch dieses gewaltige Werk der deutsche Sozialismus und der Geist der Volksgemeinschaft verwirktlicht werde. Er wies dabei auf das Beispiel in Oesterreich hin und die dortigen erschütternden Vorgänge, die nur möglich seien, wenn keine Volksgemeinschaft vorhanden sei. Unserem Führer Adolf Hitler gebühre der größte Dank, daß er Deutschland vor solchen Zuständen bewahrt habe. Mit einem Sieg-Hell auf den Führer und mit dem Horst-Wessel-Lied, das von der Kapelle begleitet wurde, fand die Veranstaltung einen würdigen und stimmungsvollen Abschluß. — Der Gustav-Adolf-Frauenoerein und der Evangelische Bund veranstalteten einen G e- meindeabend im „Deutschen Haus", der sehr gut besucht war. Zur Aufführung gelangten zwei Theaterstücke von Frau Dekan Lehn-Offenbach, die in das Tätigkeitsgebiet des Gustav-Adolf-Der- eins führten. Die inhaltvollen Bühnenbilder machten auf das Publikum einen tiefen Eindruck. Frau Dekan Lehn gedachte in einer Ansprache des verdienstvollen Wirkens des Alsfelder Zweigvereins des Guftav-Molf-Vereins, der als ältester Verein in Hessen bereits seit 80 Jahren besteht. Den darstellerischen Teil der Veranstaltung umrahmten musikalische Darbietungen von Mitgliedern der Alsfelder Kammermusikvereinigung, Frau Apotheker Moeller-Lorenz, Forstassessor Böhringer und Rechtsanwalt Dr. D i n g e l d e y. ll. Nieder-Ohmen, 23. Febr. Am Sonntagabend veranstaltete der hiesige Gesangverein „Eintracht" im Saale von Ziegenhain einen Werbeabend. Der Dirigent Bernhard Sch l i f- f e r begrüßte die Teilnehmer und wies auf den Sinn der Veranstaltung hin. Sodann sprach Kreis» walter G e n g n a g e l (Grünberg) über die Bedeutung des Gesanges und die Notwendigkeit seiner Pflege. Zum ersten Vereinswalter des hiesigen Ver- eins mürbe durch den Kreiswalter Heinrich Hofmann bestimm.! und verpflichtet. Der Ehor des Vereins brachte sodann eine Reihe von Chören und Volksliedern zu Gehör, die dankbaren Beifall fanden. Fräulein Stoll trug zur Verschönerung des Abends mit einigen Gesangsdarbietungen bei. Die NSBO.-Kapelle füllte die Pcnsteg mit guter Musik aus. ll. Merlau, 25. Febr. Dieser Tage fand im Saal von Hörle eine Bauernversamm- l u n a statt, in deren Mittelpunkt ein Vortrag von Dr. Röttgen (Köln) über das Thema „Unkrautbekämpfung" stand. Im Anschluß daran sprach Dr. L e e d vom Landwirtschaftsamt Grünberg über die Bedeutung der wirtschaftseigenen Futtermittel. Beide Vorträge, die manchen wertvollen Ratschlag für die Praxis brachten, wurden von den Zuhörern mit großem Beifall ausgenommen. Zum Schluß wurde im Film noch die Herstellung des Kalkstickstoffes gezeigt. ll. B e r n s f e l d, 25. Febr. Bei der dieser Tage durchgeführten Holzversteigerung wurden je Raummeter folgende Preise erzielt: Scheite: Buchen 1. Klasse 6,30 Mark, Hainbuche 1. Kl. 4,50, Eiche 1. Kl. 3,75, Kiefern l.Kl. 4, Lärche 1. Kl. 5, Fichte l.Kl. 4,70 Mk.. Knüppel: Buche 1 Kl., 4,90 Mark, Hainbuche l.Kl. 4,30 Mk., Eiche l.Kl. 3 Mk., Kiefer l.Kl. 3, Fichte l.Kl. 2,75, Buchenreiser 3. Kl. 1,20 Mark. Kreis Schotten. ± Groß-Eichen, 21. Febr. Gestern abend fand in unserer Turnhalle eine große national- sozialistische Kundgebung statt. Nach Eröffnung durch den Ortsgruppenleiter Hofmann (Freienseen) sprach in sehr volkstümlicher Weise der neue Kreisdirektor des Kreises Schotten Pg. Z ü r tz. Seine Ausführungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Nachdem noch Sturmbannführer Hahn (Laubach) einige Worte an die SA. gerichtet hatte, schloß der Ortsgruppenleiter mit einem Sieg-Heil auf den Führer die Versammlung — Für die Winterhilfe wurden in unserer Gemeinde 32,5 Pfund Wurst und 23 Pfund Speck gezeichnet. — Nachdem eine Zeitlang überhaupt kein Bettler zu sehen war, hat das Bettlerunwesen jetzt wieder stark zugenommen. Es vergeht kaum ein Tag, wo nicht mehrere Bettler an den Türen um Gaben bitten. § Ulrichstein, 24. Febr. In einer öffentlichen Versammlung der NSDAP, sprach Kreisschulungsleiter Campas aus Büdingen über die deutsche Revolution. In eindringlicher Weise setzte er den zahlreich erschienenen Volksgenossen das Wesen des deutschen Sozialismus auseinander. — Milchabsatzgenossenschaften wurden m dieser Woche in Ulrichstein und in Ober- Seibertenrod in Anwesenheit eines Beauftragten des Revisionsoerbandes gegründet. An beiden Orten wurden die Ortsbauernführer zu Direktoren der Genossenschaften gewählt. Kreis Lauterbach. & Lauterbach, 25. Febr. Das Haus der Lauterbacher Kasinogesellschaft ist für 24 000 Mark in den Besitz der Stadt Lauterbach übergegangen. Die Stadtverwaltung will das Gebäude den einzelnen Parteigruppierungen als Büroräume zur Verfügung stellen. Damit ist ein schon lange gehegter Wunsch, auch hier ein Braunes Haus einzurichten, in Erfüllung gegangen. Preußen. Kreis Wetzlar. △ Großrechtenbach, 22. Febr. Am Montagabend fand in der Gastwirtschaft „Zur Post" ein Schulungsabend des Stützpunktes der NSDAP, statt, der vom Schulungsleiter Pg. Bürgermeister Dr. Neumann geleitet wurde. Den Wochenbericht erstattete Lehrer Messer- s ch m i d t - Grohrechtenbach. In einem Lichtbildervortrag zeigte Lehrer Knoche- Kleinrechtenbach die Gebiete, die Deutschland durch das Diktat von Versailles verloren hat. Pg. Bürgermeister Dr. Neumann sprach anschließend über die in der letzten Zeit erlassenen Gesetze der Regierung und erläuterte deren Sinn und Zweck. — Nach langwierigen Verhandlungen mit den zuständigen Stellen soll die durch den hiesigen Ort führende P r o • vinzialstraße W e tz l a r — B u tz b a ch innerhalb des größten Teiles des Ortes mit Klein- pflafter versehen werden. Die Kosten werden von dem Bezirksverband Wiesbaden, in dessen Unterhaltung die Straße nach der Abtrennung des Kreises Wetzlar von der Rheinprovinz übergegangen ist, getragen. Die Finanzierung erfolgt unter Inanspruchnahme eines Darlehens von der Gesellschaft für öffentliche Arbeiten. I Dornholzhausen, 22. Febr. Bei der zweiten Brennholzversteigerung der Gemeinde wurden folgende Preise erzielt: Buchenrollscheit 24 bis 25 Mk., Buchenscheit 20 bis 22 Mk., Buchenknüppel 18 bis 19 Mk. je 2 Raummeter, Buchenwellen 10 bis 11 Mk., gemischte Wellen 9 bis 10 Mk. je 50 Stück, Kiefernrollscheit 15 bis 16 Mk., Kiefernknüppel 14 bis 16 Mk., Kiefernreiserknüppel 4 bis 6 Mk., Eichennutzholz 17 bis 19 Mk. und Eichenscheit 16 bis 17 Mk. je 2 Raummeter. — Im Schulsaal fand eine öffentliche Versammlung des hiesigen Stützpunktes der NSDAP, statt. Nach Erstattung des Wachen, berichtes durch den Stützpunktleiter Pg. Reuter sprach Kreisgeschäftsführer Pg. Schönberger. Wetzlar über bevölkerungspolitische Aufgaben, ins» besondere über das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Der Vortrag wurde mit Bestall ausgenommen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Dienstag, den 27. Februar. Watzenborn.Steinberg. 20 Uhr: Ev. Frauenhilfe. Mittwoch, den 28. Februar. Klein-Linden. 20 Uhr: Passionsandacht. — Watzen- born-Steinberg. 20: Ev. Mädchenbund. — Lich. 20; Pasfionsandacht. Katholische Gemeinden. Montag, den 26. Februar. Gießen. 20.15 Uhr: Vortrag. — Laubach. 7.30: Messe. Dienstag, den 27. Februar. Gießen. 16.30 Uhr: Beichte; 20.15: Vortrag. -- Mittwoch, den 28. Februar. Gießen. 16.30 Uhr: Beichte; 20.25: Vortrag. — Hungen. 7.15: Messe. Donnerstag, den 1. März. Gießen. 16.30 Uhr: Beichte; 20.15: Vortrag. Freitag, den 2. März. Gießen. 7 Uhr: Segensrnesse; 16.30: Beichte; 20.15: Vortrag. — Lich. 7.15: Segensmesse. Gewinnauszug 5. Klasse 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staals-Lotlerie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 14. Ziehungstag 23. Februar 1934 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 ©etolnne „a 20000 M. 335 183376 2 Gewinn« zu 5000 M. 10 Gewinne zu 3000 M. 263358 6238 59453 24821b 259571 330850 14 Gewinne zu 2000 M. 15715 59626 109323 245432 305354 346633 385806 18 Gewinne,u 1000 M. 19030 58424 98552 135306 252825 257955 282812 300247 309209 60 Gewinn« zu 500 M. 18820 42032 49342 54328 67798 79591 126243 140882 143941 156469 161113 187269 190835 197023 198068 205824 217620 227957 228898 245301 254550 264913 276104 277239 283961 300901 314116 338339 366371 393915 402 Gewinn« zu 300 M. 445 784 1065 2299 3519 5663 8173 10439 11252 12274 20951 23924 27651 28296 29973 30735 31378 31613 33715 35344 38028 39413 42238 43162 43779 47523 49269 49536 60218 51914 62344 53858 57515 62034 63664 63799 64966 67938 69887 72386 76696 79733 86412 90302 90760 91438 93951 97087 103356 103485 103763 107403 108670 109051 110399 110967 111108 111309 111898 112837 114493 116556 116979 117153 117463 117642 117724 119859 119939 120921 123710 124555 124647 130099 131242 134731 136042 136257 136358 138770 138810 140413 142061 143286 144286 145215 149850 150418 154149 156886 157748 157927 159347 160496 160694 161584 163700 164771 167700 169928 172836 177760 181445 181935 183127 186192 186573 186577 187055 189331 189401 192091 192146 193977 194232 195924 196340 198667 198724 200276 203180 205041 206195 206672 208281 216042 217570 219457 224297 226860 227309 229650 231877 232049 232633 239471 243083 243607 244632 259932 260921 261742 262638 263960 264943 266290 269586 270326 271830 272416 272576 276177 277039 279253 283723 292317 294573 299628 300299 301938 304583 307207 309434 310646 311234 311925 312685 313875 313879 316104 318180 320434 323756 328463 331053 331360 332353 332529 334152 339319 339589 344555 349140 349879 361337 365238 366486 367848 368028 369894 370489 370571 371778 372024 378340 381215 382498 384203 385704 386105 398289 23. Februar 1934 14. Ziehungstag 241958 123730 107614 51245 43903 247643 185270 59549 5949 6079 960a 43618 195212 293589 103942 124414 131042 140670 150564 163429 171314 176620 208427 215377 243021 260859 276977 287177 299449 332731 352311 360851 376180 399516 22666 45236 69735 86326 103491 120886 129561 139468 149537 160172 170389 176186 206683 214618 240795 259940 271820 286854 298884 317947 347813 360554 369336 398957 104481 126515 131285 141535 154491 165318 171363 187873 210240 230824 247387 266237 277835 288749 303216 332758 353773 361249 380565 399923 113269 128294 132347 141889 156340 169492 171451 193534 212457 234025 247903 268172 279402 293116 303717 342426 355907 362288 384325 116362 128309 132818 142813 157478 169536 171564 196830 213512 238423 250131 269836 283594 295115 304415 347201 358446 365268 385937 310249 26962 129485 134460 146626 158414 170058 175552 198322 214042 238621 258194 271326 284343 297579 312160 347307 358987 368587 391223 90552 200747 308024 28168 149856 258091 2 Gewinne zu 10000 M. 8 Gewinn« zu 3000 M. 313240 1 0 Gewinne zu 2000 M. 115370 119404 10 Gewinns zu 1000 M. 270523 377348 36 Gewinne zu 500 M. 94758 129559 130268 231140 239309 256635 309152 346122 396223 296 Gewinne zu 300 W. ---- - - - - - 25415 31294 33625 34077 37823 41362 47971 51680 52830 57049 61690 64958 75099 76585 77526 77656 80238 85954 87161 88571 89256 95141 95214 96377 ------ ------ ------ ------ 116923 8n der heutigen Nachmittaasziehung wurden Gewinne Über 150 M. gezogen 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 NM gefallen, und zwar se eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 4325 61463 164359 180634 204977 247888 338468 368191 382477 389643 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 800000, 2 zu je 75000, 6 zu je 80000, 2 zu je 20000, 14 zu je 10000, 110 zu je 5000, 184 zu je 3000, 284 zu je 2000, 602 zu je 1000, 1562 zu je 600, 10080 zu je 300 und 820 SEageSjyjyyiyi zu je 1000 Mark. fd3brüh;.5uW«1 1 derer Gießen (Kaplansgasse 12), den 24. Februar 1934. Wieseck (Gänsemühle), den 26. Februar 1934. 1210c» Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. Februar, nachmittags 2 Uhr, Die Beerdigung findet Mittwoch, 28. Februar, nachm. 3 Uhr statt auf dem Neuen Friedhof statt. 1204D im 69. Lebensjahre. im 78. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Wiesede, den 26. Februar 1934. Die Beerdigung findet Dienstag. 27. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhaus Ludwigstraße 17 aus statt. 1201D 1209 D u MKGGVHeischb Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. Februar, nachmittags um 2 Uhr, vom Sterbehause Brunnengasse 7 aus statt Die trauernden Hinterbliebenen« Helene Schäfer, geb. Zecher nebst allen Angehörigen. Heuchelheim, Weilburg, Bremen, Gießen, Stralsund, Heidelberg, den 26. Februar 1934. Am 24. Februar 1934, abends 11.15 Uhr, verschied nach kurzer Krankheit unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester und Tante Frau Katharina Adolph, geb. Rinn Die trauernden Hinterbliebenen: Anna Christ, geb. Schadeck, und Kinder. Erprobtes Rezept Stnlauflopp«. (4 perfonen). Zutaten: 1-1 V. Liter Fleischbrühe an« ♦ MoggiS FleischbnchwOrfeln. 3 Eß. löffel Mehl, */, Tasse Wasser, 1 Qi. etwas frische, gehackte pelersllie. Salz, eine prife geriebene Muskatnuß. einige Tropfen Maggis Würze. Zubereitung: Mehl. Qi. Wasser und Salz verarbeitet man zu einem dickflüssigen Teig und läßt ihn unter llrnrühren in die kochende Fleischbrühe laufen. Nach kurzem Aufkochen richtet man die Suppe über die gehackte Petersilie an und schmeckt mi< einer prife Muskatnuß ab. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen herzensguten Mann, unsern lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder Emst Christ nach langem schweren Leiden im Alter von 65 Jahren abzurufen. Am Sonntagmorgen 11 Uhr verschied plötzlich und unerwartet mein Heber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater. Bruder, Schwager und Onkel Friedrich Schäfer III. Todesanzeige. Nach längerem schweren Leiden verstarb heute früh sanft meine Hebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Frau Käthe Enders, geb. Schneucker im 43. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Enders. Dienstag, den 27. Februar 1934, 14 Uhr, sollen im „Löwen" liier, Neuenweg 28 bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal), zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-, 9aden- und Büromöbel aller Art, Klaviere, Ladenkassen, Kassenschränke, Radios,Schreib', 1 Noto-, 1 Näh-, 1 Bohr- und 1 Bandschleifmaschine, Pelzmützen, 1 Friseurladeneinrichtung, 1 Auto, Stoffe, Gasbadeöfen, 1 Chamvoniercwparat, Motors, Schirme, 1 Grammophon. _ Voraussichtlich bestimmt: 1 Nu villierim'trument, 1 Goniometer, Ferngläser, 1 Schreibtisch nut Sessel, 1 Continental-Schreib' maschine u. 1 Ausstell.-Schrank. Bestimmt: 1 Mignon-Schreibmaschine, 2 Nachttisch-Lampen, 1 Elektrolux-Wascher. i«»D Grhavmarm Gerichtsvollzieher k. A., Gießen Walltorstraße 48, Televyon 3108. Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Verkäufe Dienstag, den 27. Februar, ab 2Uhr,oerkauf.ich auftragsgemäß: iBettst.m.Matr. 6 Bettbezüge, 3 Fenstervorhäng. 3 St. Läuferstoff, iSchlafz.(Eiche) nebstKavokmatr. ISviegelschrank, mehr. Spiegel, 1 schwere Mangel, 3 Wirtstische, 1 Gartengrasmäh. 2 Auszugstische, 6Stühle schwarz, je 1 Ladeneinr. r. Butt., Käse,Eier sow.Spezereien, 2 Eisschränke, 2 Chaiselongues, 6 Betten usw. ows» H. Benner II. Aukt. u. Taxator Brandgasse 3. Nr. 48 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Montag, 26.8ebruarl9Z4 Krau Senefelders Wäschezettel. Zum 100. Todestage des Erfinders der Lithographie. selber am 26. Februar starb, war der Wunsch, den er am Schluß seines Lehrbuches ausgesprochen, verwirklicht, daß die Erfindung auf der ganzen Erde verbreitet und der Menschheit durch vortreffliche Erzeugnisse vielfältigen Nutzen bringen möge. Der Zufall, der dem Erfinder hold sein muß, kann nur dann den Funken des genialen Einfalls entzünden, wenn der Geist durch lange Versuche und Denken darauf vorbereitet ist. Ein klassisches Beispiel für diese Tatsache ist die Erfindung des Steindrucks durch Aloys Senefelder. Er war der Sohn eines Schauspielers, der mit einer Truppe in Bayern und Oesterreich herum- zog, wurde 1771 in Prag geboren und versuchte sich, nachdem er den trockenen Rechtswissenschaften rasch Valet gesagt hatte, ebenfalls als Kommödiant; doch scheint er die Begabung des Vaters nicht geerbt zu haben. Als dieser plötzlich starb, blieb Aloys als dem Aeltesten die Sorge für die Mutter und acht Geschwister. Da es mit der Schauspielerei nicht ging, so verlies Aloys die Schmiere, die besonders in Schauerund Gespensterstücken geschwelgt hatte, und suchte als L u st s p i e l d i ch t e r etwas zu verdienen. Doch die Verleger ließen auf sich warten, und der junge Senefelder kam auf den Gedanken, seine Stücke selbst zu drucken. Eine Druckerpresse war zu teuer, und so wollte er ein billigeres und auch rascheres Verfahren anwenden, indem er an die Vervielfältigung einer ganzen Seite nach Art des Kupferstichs dachte. Da Kupferplatten für ihn unerschwinglich rotnen, so verfiel er darauf, mit dem leicht erhältlichen weihen Schiefer zu experimentieren, der sich bei Solnhofen in Bayern findet. Doch die verschiedensten Versuche mit Tinten und Aetzungen brachten keinen Erfolg, bis der glückliche Augenblick kam. Seine Mutter wusch damals für andere Leute, um auch etwas zum Haushalt beizutragen. „Ich hatte eben eine Steinplatte sauber abgeschliffen, um sie wieder mit Aetzgrund zu überziehen, und darauf meine Uebungen im Verkehrtschreiben fortzusetzen", erzählt er in seinem 1818 erschienenen Lehrbuch der Lithographie, „als meine Mutter von mir einen Waschzettel geschrieben haben wollte. Die Wäscherin wartete schon auf die Wäsche, es fand sich aber nicht gleich ein Stück Papier. Mein eigener Vorrat war durch Probedrucke zufällig zu Ende gegangen, auch die gewöhnliche Schreibtinte war eingetrocknet. Ich schrieb den Waschzettel einstweilen mit meiner vorrätigen, aus Wachs, Seife und Kienruß bestehenden Steintinte auf die abgeschliffene Steinplatte, um ihn, wenn frisches Papier geholt sein würde, wieder abzuschreiben. Als ich nachher diese Schrift vom Stein abwischen wollte, kam mir auf einmal der Gedanke, was denn aus so einer mit dieser Wachstinte auf Stein geschriebenen Schrift werden würd«, wenn ich die Platte mit Scheidewasser ätzte, und ob sie sich nicht vielfach nach Art der Buchdrucklettern oder Holzschnitte einschwärzen und abdrucken ließe." Und siehe da, was Senefelder erhoffte, trat t-m. Die Schrift stand wirklich nach der Aetzung erhaben auf dem Stein, und es ließ sich leicht von ihr ein Abzug machen. Damit hatte Senefelder den Steindruck erfunden und eine neue Epoche der Vervielfältigung eingeleitet. Der ganze Aufschwung unserer Reproduktionsverfahren nimmt von dem „Waschzettel der Frau Senefelder" seinen Ausgang. Der Grundsatz des Druckens von einem flachen Druckträger tritt ebenbürtig neben den tiefen Kupferstich und Holzschnitt sowie den erhabenen Druck Gutenbergs. Für Kunst und Gewerbe waren die weitesten Möglichkeiten eröffnet. Aber wenn auch Senefelder die ganze Bedeutung seiner Erfindung I ahnte, so mußte er doch noch unendliche Schwie-' r i g k e i t e n überwinden, bevor sie allgemein anerkannt war. Da er kein Geld hatte, um eine richtige Presse zu bauen, wollte er sich damit 200 Gulden verdienen, daß er für einen reichen Militärpflichtigen als „Ein stehen" bei der Artillerie in Ingolstadt eintrat. Doch da er in Prag geboren war, wurde er als Ausländer nicht angenommen. Nun mußte er als Notenschreiber sich kärglich durchbringen, und während er Nächte hindurch Note auf Note hinsetzte, stand ihm ganz deutlich vor Augen, wie viel einfacher es wäre, die Noten auf Stein aufzuzeichnen und von diesem abzudrucken. Für diesen Plan wußte er den Münchener Hofkapellmeister G l e i ß n e r zu interessieren, der ihm Geld für eine Druckpresse gab. Diese erste lithographische Presse, eine 1797 in einfachster Weise als Balken und Brettern zusammengezimmerte „Stangenpresse", steht heute an einem Ehrenplatz im Deutschen Museum in München. Aus ihr stellte Senefelder den ersten lithographischen Druck, den „Jägermarsch der kurpfälzisch-bayrischen Truppen", her. Die damit erreichte Schönheit des Notendruckes überzeugte die Musik-Verleger, und nachdem der Erfinder seine Presse vergrößert und verbessert hatte, konnte er sogar eine Ausgabe der „Z au- b e r f l ö t e" drucken. Nun waren die Hauptschwierigkeiten überwunden. Die Erfindung wurde für immer weitere Gebiete benützt. Man erkannte ihren hohen Wert für die Herstellung von Landkarten; in Wien konnte Senefelder eine Kattun- Druckerei einrichten, und dann brachte er prachtvolle Reproduktionen nach Zeichnungen von D ü - rer und Raffael heraus, die rasch Weltruf erlangten. In weniger als zwei Jahrzehnten war der Steindruck in allen Kulturländern im Gebrauch. Die Künstler bedienten sich seiner ebenso wie die Gewerbe. Eine ganze Industrie der Vervielfältigung entstand. Senefelder arbeitete unermüdlich an der Vervoll- kommung seines Verfahrens und erfand noch 1826 den Druck farbiger Lithographien Seine Versuche, die schweren Steine durch ein leichteres Material zu ersetzen, waren allerdings nicht von Erfolg gekrönt; erst in neuerer Zeit verwendet man statt Des Schiefers Aluminium-Platten. Als Sene- Buntes Allerlei. Schädel im Schrein. Die Kopfjägerei bei den Papuas ist trotz aller strengen Maßnahmen der Verwaltung noch immer nicht ganz ausgerottet und lebt jedenfalls in manchen merkwürdigen Formen der Schädelverehrung fort. Während die Kopfjagd in Holländisch-Guinea mit der Namensgebung der Kinder verknüpft war, da jedem Knaben und Mädchen möglichst bald nach der Geburt als Hauptname der Schädel irgendeiner zu diesem Zweck getöteten und getopften Person beigelegt werden mußte, läßt sich, wie der Reisende Paul Wirz im „Ethnologischen Anzeiger" ausführt, für den Schädelkult in dem unter britischer Oberhoheit stehenden Gebiet des Papua-Golfes kein eigentlicher Grund, feftstellen. Doch ist das Herrichten und Verehren solcher düsteren Trophäen noch weit verbreitet. In den großen Gemeinschaftshäusern sind solche bei der Kopfjagd erbeuteten älteren Stücke in sogenannten Agibe-Schreinen aufgehängt und spielen im Kult eine große Rolle. Manchmal sind es männliche und weibliche Figuren, die Ahnherrn und Ahnfrau darstellen, wie überhaupt die Schädel-Verehrung mit dem Ahnenglauben Zusammenhängen dürfte. Das Gesicht wird über dem Skelett des Schädels in Ton modelliert; in die Augen werden Stücke von Sagoblatt-Rippen gesteckt und manche anderen Verzierungen angebracht. Grotesk sind die auffallend langen Nasen. Schädel von erlegten Tieren, besonders Schweinen und Krokodilen, werden ebenfalls verehrt, jedenfalls nie weggeworfen; man fürchtet nämlich, man werde kein Tier mehr fangen, wenn man den Schädel achtlos beiseite bringt. Diese Tierschädel werden in kleineren Agibe- Schreinen untergebracht und auf die Schädel manchmal seltsam geformte Figuren gesetzt. Neben dieser Anbetung der Schädel im Schrein fanden sie in früherer Zeit bei Festlichkeiten Verwendung, was GroßeMolgderVerlmerSA-Mrek-Sammlung Die große Sammelaktion des Führerkorps der SA. - Gruppe Berlin-Brandenburg, ist ein großer Erfolg geworden. Am Sonntag zogen die Berliner SA.-Führer zum zweitenmal durch die Straßen Berlins und sammelten für ihre bedürftigen Kameraden im Rahmen des Winterhilfswerks. Die Berliner Bevölkerung opferte gern für die erwerbslosen SA.-Kameraden. Gerade aus den ärmsten Stadtvierteln flössen die Gaben reichlicher, als man erwarten konnte, lieber die Einzelergebnisse weiß der „Montag" folgendes zu berichten: Prinz August Wilhelm vereinnahmte am Samstag 965 Mark und am Sonntag sogar 1281 Mark. An beiden Tagen zusammen hat Sturmführer Richter mehr als 3000 Mark eingenommen. Gruppenführer Ernst lieferte am Samstagabend 6 volle Büchsen ab, in denen sich 643 Mark in bar und einige Schecks in ansehnlicher Höhe befanden. Oberführer Rieck, der am Samstag nur zwei Stunden am Potsdamer Platz sammeln konnte, vereinnahmte in dieser kurzen Zeit 465 Mark. Der 70jährige SA.- Sanitätsgruppenführer Dr. Giese betätigte sich ebenfalls mit großem Eifer und suchte selbst ab- fahrenüe Schnellzüge auf den Fernbahnhöfen auf. Das Ergebnis seiner Sammlung beträgt 326 Mark. Staatskommissar Dr. Lippert vereinnahmte 434 Mark. Sturmbannführer Oberregierungsrat Somme r f e l d t vom Preußischen Staatsministerium konnte sogar einen Scheck über 1500 Mark in Empfang nehmen. In den Sammelbüchsen befanden sich auch vier alte Goldstücke. Unser Bild zeigt Prinz August Wilhelm bei der Sammelaktion. gelegentlich heute noch geschieht. War ein frisckev Schädel erbeutet, dann wurde eine Feier im Gemeindehaus veranstaltet. Bei dem sich anschließenden nächtlichen Tanz wurde die neue Trophäe zusammen mit den alten auf Stöcken herumgetragen. Mit dem Verschwinden der Kopfjagd werden solche Veranstaltungen immer seltener. Man benutzt jetzt statt frischer Schädel rohe Nachbildungen von Köpfen aus Holz und anderen Stoffen. Die Regierung hatte die Eingeborenen aufgemuntert, sich bei ihren Festen und Tänzen statt der Menschenschädel mit solchen von Schweinen und Krokodilen zu begnügen, aber das war keineswegs nach dem Sinn der Schwarzen. Ein aus Holz geschnitzter Menschenkopf schien ihnen für ihren Kult immer noch geeigneter als ein Tierschädel. Oer Schmuckkasten der heiligen Kunigunde. Zu den schönsten und zugleich rätselhaftesten Werken des Bayerischen Nationalmuseums gehört der in blickendem Erz und reichgeschnitztem Elfenbein prangende Schatzbehälter aus Eichenholz, der im Kuppelraum unter dem Namen des Schmuckkästleins der heiligen Kunigunde aufbewahrt wird. Dieses aus dem' Bamberger Domschatz stammende Stück nimmt eine Ausnahmestellung in der mittelalterlichen Kunstgeschichte ein, da es einen Wende- Gedenket der hungernden Vögel! punkt in der Entwicklung der nordischen Tierornamentik bedeutet. Wie Alois Elsen in der Bruck- mannschen Kunstzeitschrift „Pantheon" ausführt, ist der Kasten das großartigste Beispiel für die Ausbildung eines Monumentalstils, der mit den geistigen Umwälzungen aufs engste zusammenhängt, die die Christianisierung des Nordens und Ostens im 10. Jahrhundert brachte. Seit 948 wurden in Dänemark drei neue, dem Erzbischof von Hamburg unterstellte Bistümer errichtet, und in dieser Gegend des westlichen Ostseegebietes muß das Werk entstanden sein, wie sich aus ber Tierornamentik der Elfenbeinreliefs nachweisen läßt. Doch ist die Verwendung als Re- liquiar, die man aus der Bezeichnung „Schmuckkästchen der hl. Kunigunde" herauslesen wollte, gänzlich ausgeschlossen. Elsen spricht eine andere Vermutung aus. Er weist darauf hin, daß. 1015 Kaiser Heinrich II. mit den pommerschen Liutizen, die damals stark unter dänischem Einfluß standen, ein vielbeachtetes Bündnis schloß, um sich des gemeinsamen Feindes, der Polen, zu erwehren. Nun war es damals Sitte, die Gnade und Gunst des Kaisers durch Ueberreichung eines kostbaren Geschenkes zu gewinnen. War der Prunkkasten eine solche Habe der Liutizen, dann erklärt, sich auch zwanglos, wie er in den Bamberger Domschatz kam, denn er ist dorthin von Kaiser Heinrich dem Heiligen, der Kirchen und Klöster so gern beschenkte, gestiftet worden. Arbeitsdienst-Freiwillige werden wieder eingestellt. Die Sperrfrist für die Einstellung von Arbeitsdienstfreiwilligen in den Arbeitsdienst ist, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ab 25. Februar aufgehoben. Vom 26. Februar ab können wieder Bewerber eingestellt werden. Verlängerung der Kündigungsfristen bei der Hefrag. LPD. Friedberg, 24. Febr. Die Direktion des größten Industrieunternehmens in Oberhessen, des Schwelkraftwerkes Hefrag in Wölfersheim, hat sich auf Anregung der NSBO. entschlossen, als äußeres Zeichen der Volksgemeinschaft die eintägigen und kurzfristigen Kündigungsfristen für die Stammbelegschaft, die Gefolgschaft des Werkes, in vierwöchige zu verwandeln. Vielleicht nicht ganz vorschrifismäßig. Michael Kohlhaas. Wie man einen Hafen am besten herrichtet und zubereitet, darüber gehen die Meinungen auseinander, und eine allgemein gültige Regel läßt sich, wie mir scheint, überhaupt nicht aufstellen. Der nachstehende, höchst eigenartige Fall wird das beweisen. Der Hase Löffelspiel gehörte nach Herkommen und Gesetz zur gräflich Schlottenbachischen Jagd und hatte demgemäß Anspruch darauf, dereinstens, wenn die Zeit erfüllt, in der gräflichen Herrschafts- küche mit allen Ehren kunst- und weidgerecht zubereitet und an der gräflichen Familientafel unter dem Vorsitz des altehrwürdigen Grafen und Majoratsherrn, bei genauester Einhaltung des urßstänb- lichen Zeremoniells verspeist zu werden. Vorläufig jedoch verspürte Löffelstiel noch so wenig Drang nach diesem standesgemäßen Lebensabschluß, daß er sogar mit Beginn der herbstlichen Treibjagden, der Vorsicht seines ängstlichen Naturells ebenso wie dem Zuge seines begehrlichen Herzens folgend, aus dem gräflichen Revier heraus- und in die oorstädti- schen Krautgärten hineinwechselte. Aber wie das nun einmal im tückenreichen Leben schon ist, daß wir nämlich durch ein Uebermaß von Bedachtsam- keit oft genug gerade das anziehen, was wir vermeiden wollen, hingegen den Eintritt eines wenn auch noch so ersehnten Ereignisses doch nicht zu erzwingen vermögen, — der Hase Löffelspiel fiel schon gleich im ersten Krautgarten dessen Pächter, dem unduldsamen Gelegenheitsarbeiter Jakob Holz- maier, in die Hände und befand sich bereits zwei Minuten später, anstatt doch wenigstens in der gräflichen Herrschaftsküche, mit abgeschlagenem Genick im Holzmaierischen Krautsack und eine halbe Stunde darauf in der Wohnküche der Familie Holzmaier. Frau Holzmaier, einer so plötzlichen Umstellung ihrer Kochkunst auf Wildbret nicht gewachsen, rupfte ihn, und die Kunde davon, die eine geschwätzige Nachbarin in alle Windrichtungen auseinandertrug, löste in der ganzen Hasenwelt eine noch nie dagewesene Entrüstung aus. Andererseits aber wurde durch das Gerücht der joviale Gendarmeriewachtmeister Birngruber angezogen und zu einer Haussuchung bei Holzmaier veranlaßt. Er fand dort ein auf drei Heringsbüchsen verteiltes Wesen in der Beize, in welchem er trotz Frau Holzmaiers 'Bestreitung den verstorbenen Löffelspiel zu erkennen glaubte. Doch sah er, gerührt von den begehrlich angstvollen Blicken der Holzmaierischen Kinder, von einer Beschlagnahme der drei elenden Blechbüchsen um so lieber ab, als er es auch mit der Würde der Staatsgewalt nicht vereinbar fand, daß er die Blechbüchsen eigenhändig ans Gericht transportiere. Immerhin erstattete er, seiner Pflicht zu genügen, Anzeige über den Fall. Lange vor der Gerichtsverhandlung, deren Unvermeidlichkeit übrigens den Appetit der Familie Holzmaier nicht beeinträchtigte, wurde Löffelspiel im Hause Holzmaier genossen. Nur das Geklirr der zahlreichen Gabeln und Messer und ein beglücktes Schmatzen erfüllten bei dieser Gelegenheit die dürftige Stube, darin zuletzt Vater Holzmaier an seine Abkömmlinge die inhaltschweren Worte richtete: „Also, net wahr, daß ihr's alle wißt und ja net vergeßts, sag i 's no amal: was wir iatz da gesien Ham, dös is fei unser Gockel gwen und nix anders!" „So so! Ei ei!" sagte dann in der Hauptverhandlung, die das schmachvolle Ende des Hasen Löffelspiel sühnen sollte, der Richter, „das eingebeizte Tier, Angeklagter Holzmaier, war also Ihr Haus- hahn! Nun, das läßt sich ja, Gott sei Dank, durch eine einzige Frage an den Zeugen feststellen. Wachtmeister Birngruber, treten Sie nochmals vor!" Der Zeuge Birngruber trat vor. „Nicht wahr, Herr Wachtmeister, und Sie nehmen das auf Ihren Eid: blaurot lag der Hase zweifelsohne in der Beize!" „Nein, Herr Richter", erklärte der Wachtmeister Birngruber, „gelblich-bräunlich." „Wie —?" „Gelblich-bräunlich." „Aber es war doch ein Hase!" Der Wachtmeister Birngruber zuckte die Achseln: „Meines Erachtens allerdings." „Ja, wissen Sie das nicht sicher? Können Sie denn einen Hasen nicht mit voller Bestimmtheit von einem Gockel unterscheiden?" „Im lebendigen Zustand, Herr Richter, auf den ersten Blick. Eingebeizt freilich und auf drei Heringsbüchsen verteilt und weiß Gott wie zerkleinert und zu allem hin von einer dunklen Flüssigkeit ober Soß überspielt, — wer nimmt’s auf seinen Eid, daß diese ganze Unappetitlichkeit einmal ein Has gewesen ist?" „Wie kann man nur", sagte da der Richter ernst und streng, „auf so lückenhaften zoologischen Kenntnissen eine Strafanzeige aufbauen!' und sprach Herrn und Frau Holzmaier frei. „Und hält i", bemerkte im Anschluß hieran Frau Holzmaier leise zu ihrem Gatten, „an Balg dem Malefizhasen abgezogen, nachha roaar er dringle- gen, blaurot so saudumm, in dö Haringsbüxen, und a jeds von uns hätt iatz feine vier Wochen droben; denn, i wett was, nur bloß der Balg hat'n net blau und rot wem lassen. Und drum: mi reut's aber a scho gar net, daß i den Luaderhasen vielleicht net ganz vorschriftsmäßi behandelt hab." Auf der Reeperbahn nachts um halb eins... Von Jan Hinnerk Städte haben wie Menschen ihren Ruf; beide finden ihn ungerecht und führen über die launischen Einfälle des Schicksals bittere Klage. Ein Ruf kommt angeflogen, selten weiß man woher, und er bleibt haften wie eine Klette, wenn auch noch so viele Frühlings- und Herbststürme darüber hinweggebraust sind. Der Fall Hamburg liegt nun aber wirklich ganz sonnenklar. Am Ruf dieser stolzen Hansestadt, die sich so gern ihrer ruhmreichen Vergangenheit aus den Zeiten der Viktualienbrüder erinnert und auf deren Straßen die Kinder bisweilen noch gruselige Reime vom Seeräuber Störtebecker singen, haben sich die Schlager, oder besser noch ihre Verfasser, versündigt. Was soll man auch von einer Stadt denken, die draußen allein schon wegen eines einzigen Stadtteils, des weltberühmten St. Pauli und seines Hauptbummels, der Reeperbahn, mit einem bestimmten Augenblinzeln oder gar mit einem Anflug vergnüglicher Rückerinnerung gepriesen wird? Man höre sich das nur einmal an: „Mein St. Pauli bei Nacht ...", „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins ..." ober „In St. Pauli bei Altona bin ich verlassen worden ..." Dazu nehme man noch ein paar Polizeiberichte über eine wüste Messerstecherei in der Matrosenkneipe „Zum wilden Kaffem" ober eine Razzia mit schlagenbem Ergebnis, so hat man ungefähr bas Bilb, bas man von uns Hamburgern überall in Der Welt herumreicht. Ist es ba ein Wunber, wenn wir uns mit wahrem Feuereifer auf eine fast trockene Ehrbarkeit berufen unb gern für ein wenig steif gelten wollen, bamit man uns nicht mit bem Völkergemisch einer orientalischen Hafenstabt in Reih unb (Blieb stellt? Unb boch haben wir — unter uns fei’s gesagt — noch immer bie heimliche Liebe zu Sankt Pauli in den Knochen, bas einstmals eine ibylkische Vorstabt unb ber behagliche Sitz roürbiger Büraerfami- lien gewesen ist, unb möchten biefes Stabtviertel nicht missen, bas noch immer bie Reize frember Welten mit hanseatischer Urwüchsigkeit in sich zusammenzuschließen scheint. So'n echter Hamburger, ber ben Meereswinb schon in ben Straßen unten am Hafen begierig einzuschnuppern glaubt unb ber unbewußt ben etwas schwankenben Schritt ber Seeleute nachahmt, schlenbert gern einmal in ben späten Abenbstunben burch bie verlassenen, von schweren Schatten eingehüllten Straßen vom Hasen herauf. Hinter seinem Rücken verhallen bie letzten Laute bes Schiffsverkehr, ber bas Wasser ber Elbe tagsüber aufgeregt unb eilfertig burchwühlt. Am bunklen Horizont halten bie mächtigen Silhouetten ber Michaeliskirche unb bes Bismarckbenkmals schweigsame Wacht, von ben heimkehrenben Schiffen als bie Wahrzeichen ber Hansestabt freubig begrüßt. Die Straßen haben hier ein ewiges Dämmergesicht; viele Kneipen, oft mehrere nebeneinanber, halten bunte Masken nach braußen. Die erleuchteten Schilber haben Inschriften, in benen sich bie Abenteurerromantik unb bie exotischen Träume ber ganzen Welt ein Stellbichein geben: „Kap Horn", „Bar San Francisko", „Zum Fliegenben Hottän- ber", „Honolulu-Bar", Aller Lärm ist hier verhalten, nur bas Klimpern eines Orchestrivns schwillt lauter an, wenn sich irgenbroo eine Tür öffnet. Mit einem Mal stehen wir in ber hellerleuchteten Reeperbahn: bas ist „Amüsierbetrieb" größten Stils, unb sofort etwas schal, wenn ber Hauptstrom ber hin- unb herwogenben Menschen ein wenig abgeflaut ist; vom Millerntor bis zur preußischen Grenze eine einzige Kette von Cafes, Bierlokalen „Hier ißt man w i e bei Mutter n", schreienben Varietes, bazwischen Schießbuben, ein Panoptikum mit wächsernen Fratzen unb ein Hippobrom. Die Reeperbahn hat ihren Namen nach ber ehrsamen Zunft ber Seiler (Reeper), bie vor Jahr- hunberten hier ihr Hanbwerk ausübten. Aus biefer Straße, bie bem Fremben als ber Inbegriff bes Nachtlebens von St. Pauli gilt, wirb alles ver- lockenb Frembartige burch ihre ungeheure Breite aufgelöst; kaum fallen noch bie gelben Gesichter ber Asiaten, bas schwarze Kraushaar ber Neger unb bie fremben Matrosenmützen auf. Erst in einer von Menschen vollgepfropften Nebenstraße hart an ber hamburgisch-preußischen Grenze, in ber „Großen Freiheit" — ein wirklich witziger Name für biefen Ort — entfaltet sich bie Fülle unb bas Gewirr eines bunten Menschenknäuels. Von ben eng zusammengebrängten Häusern hängen bie großen schmalen Leuchtschilber herab wie bie roallenbcn Fahnen einer chinesischen Straße mit ben tanzen- ben Buchstaben. Das Tempo ist hier schneller, bie Bewegungen hastiger unb bie Laute greller, als cs ber Hamburger sonst liebt. Die Matrosen aller Meere haben eben nicht so viel Zeit. Er hat schott Recht, ber Schlager: „Das ist bie Liebe bet Matrosen ..." Jl-tfport S Trainingsgemeinfchasten- eine deutsche Sache. Ritter Dr. von Halt, der Führer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, veröffentlicht folgende Bekanntmachung, die sich mit den Trainingsgemeinschaften befaßt: ,Kaurn beginnt die Arbeit in den Trainingsgemeinschaften, wird der Versuch gemacht, diese Gemeinschaftsarbeit dadurch zu durchkreuzen, daß sie auf Verbände begrenzt werden soll. Sinn und Zweck dieser Gemeinschaften ist, wie schon die Bezeichnung sagt, eine örtliche Zusammenfassung aller Könner auf dem Gebiete der Leichtathletik, ganz gleich, welchem Verband sie angehören. Ich habe vom Herrn Reichssportführer den Auftrag, diese Trainingsgemeinschaften zu errichten. Die Bildung weiterer Gemeinschaften neben den von mir eingerichteten, kann ich daher nicht g e st a t t e n. , Die Vertretung des Sports, in diesem Falle der Leichtathletik, ist keine A n g e l e g e n h e i t eines Verbandes, sie ist eine deutsche Sache! Wenn die deutschen Kampfspiele Heerschau sein sollen über die vorhandenen leistungsfähigen Kämpfer und solche, deren Veranlagung eine Steigerung der Kampfkraft und Leistung voraussehen läßt, dann ist es notwendig, in den Trainingsgemeinschaften alle, die Könner sind und nach ihrer Veranlagung voraussichtlich solche werden, zusammenzufassen. Rur so kann die deutsche Kampfmannschaft für 1936 gebildet und ihr Kampfgeist in der Kameradschaft geschmiedet werden." Dr. Karl von Halt. Beginn der Akademiker-Skimeisterschasten. Deutsche Siege am Samstag. Die Skimeisterschaften der deutschen Studenten nahmen am Samstag in Garmisch mit 2 schönen deutschen Siegen ihren Anfang. Der Münchener von Kauf- mann holte sich den 16-Kilometer°Langlauf, an dem sich über 70 Läufer beteiligten, überlegen in 1:04:40 vor dem Japaner Shimidzu-Tokio (1:04:50) und Dr. Ziegler München. Im Eckbauergebiet wurde auch der 3-Kilometer-Abfahrtslauf entschieden. Sie- aer wurde K r a i s y - München in 3:06 vor dem Freiburger Stober und Bail-München. Nach diesen Ergebnissen führt Deutschland auch im Dreiländerkampf (Abfahrt, Slalom, Staffel) vor der Schweiz und Japan. Notter-SzollaS Kunstlauf-Weltmeister Bei den am Freitag in Helsingfors (Finnland) ausgetragenen Kunstlauf-Weltmeisterschaften für Paare kamen die ungarischen Favoriten Rotter- Szollas zum Siege vor den Oesterreichern Papetz- Zwack. Das teilnehmende deutsche Meisterpaar Her- ber-Baier hielt sich der starken Konkurrenz gegen- über sehr achtbar und erreichte einen guten dritten Platz. Nationale Schwimmwettkämpfe in Kastel. Deiters und Küppers schwimmen Winterbestzeit. Der Kasseler Schwimmoerein von 1898 brachte am Sonntag Nationale Schwimmwettkämpfe zur Durchführung, die durch die Teilnahme des Europameisters Deiters (Köln) und des deutschen Rücken- Rekordmannes Küppers (Bremen) großes In- teresse fanden. Das städtische Hallenbad war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Kämpfe wickelten sich dank einer guten Organisation glatt und reibungslos ab. Es gab auf der ganzen Linie gute Leistungen und spannende Rennen. Europameister Deiters konnte über 400 Meter Kraul eine neue Winterbestzeit aufstellen: auch Küppers gelang es, die 100-Meter-Rücken-Winterbestzeit zu unterbieten. Die Magdeburger Schwimmer von 96 holten sich die Herrenlagenstaffel der Klasse la mit der Mannschaft Schwarz, Schulze, Schäfer, konnten sich aber in den Einzelwettbewerben nicht recht zur Geltung bringen. Bei den Damen dominierte Germania Dortmund. Im abschließenden Wasserballspiel zwischen Kurhessen Kassel und Kasseler SV. siegten trie Kurhessen knapp mit 2:1, nachdem die Seiten noch mit 1:1 gewechselt worden waren. Aus dem Gau Rordheffen der DT. Die Volksturnwarte tagten ... In Marburg tagten unter Leitung des Gau- volksturnwarts Engelbrecht (Kassel) die Kreis- volksturnwarte des Turngaues Nordhessen. Nach herzlicher Begrüßung der Teilnehmer durch Gau- oberturnwart Paul (Gießen) gab Gauvolksturn- wart Engelbrecht im Anschluß an einen Bericht über die kürzlich in Berlin stattgefundene Tagung der Gauvolksturnwarte der DT. ein Bild von der Lage des Volksturnens in der DT. Sinn, Zweck und Gestaltung der leichtathletischen Veranstaltungen zeigte Kreisvolksturnwart Mauer (Eschwege) in einem ausgezeichneten Vortrag auf. Aus einer an Erfahrungen reichen Praxis gab er wertvolle Anregungen für die zukünftige Arbeit im Rahmen der durch die Neuordnung der Leibesübungen gegebenen Möglichkeiten. Besondere Beachtung müsse dem Mannschaftskampf geschenkt werden, der eine vorzügliche Schule der Erziehung zum Gemeinschaftsgeist sei. Gauvolksturnwart Engelbrecht sprach anschließend über die Zusammenarbeit der Volkstum- warte mit den anderen Verbänden, insbesondere mit der DSB. Diese Zusammenarbeit müsse durchaus vom Geist der Volksgemeinschaft getragen sein. Die gauoffenen Veranstaltungen der DSB. sollen von den Turnern nach Kräften unterstützt werden. Eine erste Möglichkeit dazu bietet sich bereits am 8. April bei den in Marbura zum Austrag kommenden Waldlauf-Meisterschaften des Gaues XII, an denen die Turner gleichberechtigt teilnehmen können. Der Turngau selbst führt 1934 in den Turnkreisen Volksturnoeranstaltungen durch, außerdem finden bei den großen Bezirksturnfesten in Bebra und Friedberg volkstümliche Fünfkämpfe statt, die sich aus 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Keulenwurf und Weithochspruna zusammensetzen. Für die gemischten Zwölfkämpfe bei den Bezirkskämpfen sind an volkstümlichen Uebun- gen vorgeschrieben: 100-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen. Zu Stellvertretern des Gauvolksturnwarts wurden bestimmt: Mauer (Eschwege) im Bezirk Kassel und L i p p st r e u (Hanau) im Bezirk Gießen. Gauoberturnwart Paul (Gießen) konnte in seinem Schlußwort seiner Freude über die anregend verlaufene Tagung mit herzlichem Dank an Gauvolksturnwart Engelbrecht besonderen Ausdruck verleihen. „Durch Jahn, mit Adolf Hitler für Deutschland!" Dieses Bekenntnis solle Leitstern aller turnerischen Arbeit sein. Zusammenschluß der Bad-Nauheimer Turnvereine. Eine große Kundgebung. In Bad-Nauheim gab der auf freiwilliger Vereinbarung vollzogene Zusammenschluß der beiden zur DT. gehörenden Turnvereine (To. 1860 Bad- Nauheim und Mänerturnoerein 1913) zu einer großen Turngemeinde Anlaß zu einer eindrucksvollen Kundgebung. Der DT.-Kreisführer Studienrat Thierolf (Friedberg) zeigte in einem geschichtlichen Rückblick den Weg auf, der die Turnerschaft von Fr. L. Jahn zu Adolf Hitler geführt hat und der sein Ziel in der Einheit der deutschen Leibesübung, in dem vom Reichssportführer von Tschammer und Osten geschaffenen Reichsbund für Leibesübungen sehe. Zum neuen Vereinsführer wurde unter dem Beifall sämtlicher Mitglieder und aller Bevölkerungskreise der Badestadt ein in der Turnerschaft und in der nationalsozialistischen Bewegung erprobter Kämpfer berufen: Sturmbannführer Rektor Walter. Er übernahm sein Amt mit dem Gelöbnis, den großen Verein im Sinne des Führers im Geiste deutscher Volksgemeinschaft führen zu wollen. Er feierte Fr. L. als den „Nationalsozialisten seiner Zeit" und entwickelte dann in grundlegenden Ausführungen sein Programm, das eine engere Zusammenarbeit zwischen SA. und Turnerschast und eine in die Breite gehende turnsportliche Schulung erstrebt, damit an jedem deutschen Volksgenossen das von Adolf Hitler beim Deutschen Turnfest in Stuttgart gesprochene wunderbare Wort „vom strahlenden Geist im herrlichen Körper" wahr werde. Die Feier gestaltete sich zum Schluß zu einer erhebenden Kundgebung für die deutsche Saar. DT.- Gaupressewart Oßwald wies auf die enge Verbundenheit mit der Saarturnerschaft hin, die im Kampfe für deutsches Volkstum und deutsche Art seit Jahren mit in vorderster Reihe stehe. Begeistert wurde von mehr als 600 Volksgenossen das Saarlied gesungen und freudig einem Grußwort zugestimmt, das den Turnern an der Saar in Dankbarkeit Treue und Unterstützung gelobt. Stadtrat L ö s ch h o r n als Vertreter der NSDAP., Dr. Rau (Butzbach) als stellvertretender DT.-Gau- führer des Gaues Nordhessen und andere Redner beglückwünschten die neue Turngemeinde zu ihrem neuen Führer, der als bewährter SA.-Führer da- für bürgen werde, daß der Verein in bestem SA.- Geist geleitet werde. Dem Bekenntnis der Turnerschaft zum Vaterland und feinem Führer wurde im Verlaufe des Abends durch Sieg-Heil auf den Volkskanzler und den Reichssportführer von Tschammer und Osten und durch den Gesang von Turner- und Vaterlandsliedern wiederholt in begeisterter Weise Ausdruck verliehen. Kurze Sportnotizen. Mit einem glatten U S A. - 6 i 6 g endete der in Neuyork ausgetragene Berufsspieler-Tennis- länderkampf zwischen Amerika und Frankreich. Am letzten Tage besiegte Tilden nor 15000 Zuschauem den Franzosen Cachet 7:9, 6:1, 4:6, 6.3, 6.3. Das Gesamtergebnis lautet- 5:0 zugunsten der Pankees. Ein großes Turnerereignis steigt am 16. September in der Dortmunder Westfalen- Halle mit dem ersten Kunftturn-Landerkampf zwi- fchen Deutschland und Finnland. Berlins Amateurboxer erlitten im Städtekampf gegen Frankfurt eine Niederlage mit 10 :6 Punkten. Frankfurts Staffel war durch zwei Wiesbadener Boxer verstärkt. Wirtschaft. »Konversion und Neuauflegung von Postschatzanweifungen. Unter Mitwirkung des Reichsanleihekonsortiums wird demnächst den Inhabern der am 1.4.1934 fälligen 150 Millionen Mark 6prozentige Schatzanweifungen der Deutschen Reichspost der Umtausch in neue 4Z4prozentige Postschatzanweisungen mit fünfjähriger Laufzeit zum Kurse von 97 v.H. angeboten. Die Umtauschenden erhalten somit eine Barvergütung von 3 v. H. des Kapitals ausgezahlt, außerdem wird ihnen ein Bonus von 0,13 v. H. gewährt. Gleichzeitig werden vom Reichsanleihekonsortium gleichartige 4Vsprozentige fünfjährige Postschatzanwei- sungen zur öffentlichen Zeichnung zum Kurse von 97 v.H. aufgelegt. Die neuen Schatzanweisungen sind reichsmündelsicher und lombardfähig. Ihr Zinslauf beginnt am 1. 4.1934. Die Auflegung der neuen Postschatzanweisungen erfolgt bereits am 1.3., damit denjenigen Barzeichnern der kürzlich aufgelegten Preußischen Schatzanweisungen, welche infolge der starken Ueberzeichnung dieser Emission nicht voll berücksichtigt werden konnten, die Möglichkeit gegeben wird, ein ähnliches Papier zu erwerben. Frankfurter Börse freundlich. Frankfurt n. M.,^ 24. Febr. Die Wochen- schlußbörfe eröffnete mit einem an allen Märkten etwas ruhigerem Geschäft. Der bevorstehende Ultimo ließ Publikum und Kulisse etwas zurückhalten. Kaufaufträge waren demzufolge auch nur in geringem Umfange an den Markt gekommen. Die au den erhöhten Kursen erfolgten Gewinnabgaben fanden teilweise keine Aufnahme, so daß die Kurse verschiedentlich eine Kleinigkeit nachgaben. Von Aktien war speziell der Montanmarkt bevorzugt, wo die Meldung der Wiederinbetriebnahme eines Hochofens bei Buderus anregte. Die Kurse lagen voll behauptet, teilweise bis 0,50 v. H. höher. Nur Kali Aschersleben weitere 1,25 v. H. nachgebend. Stärker gefragt waren auch Reichsbankanteile, da Aussichten bestehen, daß auch in diesem Jahre wieder eine Dividende von 12 v. H. zur Verteilung gelangen wird; der Kurs lag 2v.H. fester. Am Elektromarkt war die Tendenz uneinheitlich: während Lahmeyer sich um 0,65 v.H. und Gesfürel um 0,25 v. H. abschwächten, konnten Siemens um 0,25 v. H. und Bekula um 0,50 v. H. anziehen. Kleinere Umsätze wiesen Farbenindustrie bei behaupteter Notiz auf. Scheideanstalt lagen 0,50 v.H., Deutsche Erdöl 0,75 v.H., höher. Im einzelnen waren Schiffahrtswerte gehalten, Zellstoffaktien bis 1 v. H. höher, Daimler gaben 0,25 v. H. nach. Renten lagen nach der gestrigen Aufwärtsbewegung vernachlässigt und auf Gewinnmitnahmen schwächer, Altbesitz — 0,40 v. H., Neubesitz — 20 Pf. und späte Reichsschuldbuchforderungen — 0,25 v. H. Stahlverein-Bonds blieben behauptet, Reicksmark-Anleihen bei größerem Geschäft plus 0,25 vis 0,50 v. H. Im Verlaufe blieb das Geschäft bei freundlicher Stimmung ruhig. Die Kurse waren meist noch etwas höher, wenn sich die Besserungen auch in der Hauptsache nur auf einige Spezialwerte erstreckte. So gewannen Scheideanstalt nochmals 1,50 v. H., Accumulatoren 1,25 v. H. Montanwerte waren überwiegend bis 0,50 v. H. höher. Farbenindustrie leicht schwankend, aber nur wenig verändert. Reichsbankanteile waren etwas ruhiger, aber voll behauptet. Auch der Rentenmarkt blieb für deutsche Anleihen behauptet, nur Stahlverein-Bonds gaben 0,25 v. H. und späte Schuldbücher 0,13 o. H. ab. Staatsund Länderanleihen zeigten kaum Veränderungen, Stadtanleihen tendierten etwas höher. Uneinheitlich war die Lage am Pfandbriefmarkt. Während Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen 0,25 bis 0,50 d. H. anzogen, gingen Liquidationspfandbriefe um 0,25 bis 0,40 v. H. zurück. Fremde Werte lagen ruhig. — Tagesgeld unv. 3,50 v. H. t^rantfurtcr Eiermarkt. Frankfurt a. M., 24. Febr. Obgleich die Anlieferungen in frischen Eiern weiter reichlich sind, bildete sich am hiesigen Markt eine stetigere Ten- denz heraus, wooei die angetunbigten Maßnahmen der Reichsstelle, die Einfuhr in geringen Auslandeiern ab 1. März weiter zu drosseln bern Markte eine Anregung bot. Der Verkauf an das Publikum blieb in Anbetracht des Monatsendes klein^ lediglich billige Sorten gingen etwas lebhafter um. Die -prege der Vorwoche blieben unverändert, und zwar notierten in Pfennig pro Stuck frei 3ranffurt a.JUt : deutsche Frischeier Kl. 8 10)4, Kl. ^9^, Kl. 6 9, Kl. C 8%. Holländer und Flandern Kl. 8 10, M A 9)4, Kl. 8 89Ä, MC 8)4. Bulgaren Kl. 8 8%, Ungarn MC 8)4. Bayerische Landeier ohne Stempel 9 Pf. pro Stück. » Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 24. Febr. Die reichlichen Zufuhren in deutscher Butter hielten an, während die Anlieferung von holländischer Butter weiter abnimmt. Die etwas zuversichtlichere Stimmung blieb erhalten, auch die letzten Preise konnten sich gut behaupten. Der Absatz, der sich bisher fast ausschließlich auf die geringeren Sorten beschränkte, war zwar klein, immerhin erstreckte sich die Nachfrage gleichmäßig auf alle Sorten. Auslandsbutter war weniger verlangt, da vielfach der Geschmack gegenüber der deutschen Butter zu wünschen übrig ließ. Je 50 kg notierten im Großhandel frei Frankfurt a. M.: oberhessische und württembergifche Butter 130 bis 134, holländische Markenbutter 138 bis 142. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. Febr. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1287 Rinder (424 Ochsen, 128 Bullen, 431 Kühe, 304 Färsen), 442 Kälber, 152 Schafe, 3728 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen: 23 bis 33 Mark, Bullen 22 bis 29, Kühe 13 dis 28, Färsen (Kalbinnen) 24 bis 33, Kälber 25 bis 45, Härnrnel 28 bis 34, Schafe 20 bis 28, Schweine 38 bis 50 Mark. — Marktverkauf: Rinder und Schweine ruhig, Kälber, Härnmel und Schafe mittelmäßig. Tagung der Vertreter derViehverwertungs-Genoffenschasten. Frankfurt a. M., 25. Febr. Unter dem Vorsitz des Landesbauernführers Dr. Wagner tagten hier die Vertreter der Viehverwertungsgenoffen- fchaften der Landesbauernschaft Hessen-Nassau. Der Landesbauernfichrer wies einleitend auf die Bedeutung der Viehoerwertunasgenoffenfchaften hin. Für die nationalsozialistische Regierung sei es eine Selbstverständlichkeit, die bäuerlichen Erzeugnisse dem marktkapitalistischen Einfluß AU entziehen. Der Markt müsse sich nach den vorhandenen bäuerlichen Erzeugnissen richten. Für die Viehverwertung werde in Zukunft eine ähnliche Regelung geschaffen, wie für die Milchwirtschaft. Der reelle Handel werde einbezogen. Die Genossenschaften hätten bisher schon recht gute Erfolge erzielt. Jeder Bauer müsse der Viehverwertunasgenosfenschaft angehören. Direktor Oker von der Reichsviehoerwertung Berlin hielt sodann einen Vortrag über den Aufbau der Viehverwertungsgenosfenschaften im Reiche. Hauptaufgabe der ^itunft könne sein, alle Märkte zu kontingentieren. Man müsse zu einer planvollen Verteilung der Viehbestände kommen. Die ungeheuren Preisschwankungen müßten vermieden werden. Stabsleiter Beck wies darauf hin, daß bei allen auftretenden Schwierigkeiten die Hauptabteilung III der Landesbauernschaft den Viehverwer- tungsgenosienschaften zur Verfügung stehe. Diplom- Landwirt H a a k (Referent für Absatzfragen bei der Landesbauernschaft) hielt einen längeren Vortrag über die Organisation und die Aufgaben der Vieh- verwertungsgenossenschaften. Dr. Christian! sprach über Nutzviehbeschaffung. Mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. SprcMu»»iiden ver Redaktion. 11.30 bie 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloßen Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt deich lossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt o.Ul. 23-2. | 24.2. 23-2. | 24-2 6,5 27,5 27,25 Banknoten. 19 18,5 0 19,5 21,5 I 28,4 I 291 \ 74,75 75 i| -I 179,5 O| 28 29 Manne-mann-RS breu ... 0 6,6 5 6,4 6,5 — 8| 180,5 17m 30,9 66,9 94,75 51,5 46,25 48,25 31 66 94,5 51,75 118,4 67,13 68,9 27,75 25,9 46,4 48,5 65,67 80,69 33,83 . o . 0 0 . 0 . 0 27,76 25,9 29,65 129 101,75 103 99,5 99,5 65,25 67 173 65,25 67 173,4 53 53,75 47,25 38,65 102,5 150,75 117 31 66,75 94,5 51,5 28,75 130 101,5 104,75 60,65 99,25 96,75 102,25 150 117,25 186 153,25 65,26 67 171 /8,65 111 63,25 95,75 76,5 142 119,25 66,9 68 29,76 128,9 101,25 102,75 60,25 99,5 96 102,75 149,75 79,75 111,75 63 95,25 76,25 140 117,75 67 68,9 6,75 6,55 6,45 9,5 6,75 4,2 30,75 80 111,5 63,5 95,6 >amvurg-Amerika»Paket iamburg-Südam. Dampfschiff iansa-Dampfschiff . 78,5 110,75 63,25 95,26 29,5 129,75 101,13 103,5 60,75 99,5 96,75 102,75 151 116,4 52,9 53,65 47,9 39,4 184,5 154,75 65,93 81,01 33,97 104.75 52,9 52,5 48 39 121,75 46 49 71,5 21,75 165 186,5 153,9 6,7 6,5 6,5 9,5 6,65 6,9 6,65 6,6 9,25 6,5 5 7,3 4,13* 31,13 103,26 53 63,75 46,75 38 121,6 46 48,5 70,25 20 164,25 184,75 153,25 31 I 65,75 | 94,5 । 51,5 ! 65,25 ! 67 | 171 | 6,65 5,25 7,7 4,13 30 18,5 1,25 6,6 6,4 6,55 9,5 6,65 ®rt|nei................... Mainkrastw-rke Höchst o.fflU., Süddeutscher Zucker 5,1 7,5 4,05 31,75 . 0 . 0 0 142 118 67 68,5 I . o . o 12 Deseilschaft.. Dresdner Bant Reichsbank Berlin ”” börse d% Oesterrelchttche Goldrente. .. 4 20% Oesterretcytsche Stlbcrrentr 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrent« v. 1910 4/t% desgl. von 1918.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Geld 2,47 58,28 56,79 12,73 16,45 168,21 21,56 64,02 Schul ttzet« Payenhoser 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg . 0 elften Waldhof ....... 0 Iftoff Aschassenburg O sauer GaS ......... 7 Daimler Motoren ..... 0 Deutsche Linoleum ......0 Oren stein & Koppel 0 Leonhard Tietz O khade . ...................10 Arrumulaioren-Fabrik........0 Lontt-Gummt ............O ü.ö.®...................... o Bekula............... o Felten & Guilleaume o &,C1I&f^.elrt-Unfernc&niW 6 Rheinische Elektrizität ........ 5 Schuckert LCo.............. 5 Siemen«S Hallke ’’’ 7 LadmeyerSLo.............‘10 Datum 4% desgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4Vr%Rumän.veretnh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2V«% Mnatoller . ... ________ Berlin, 24-Februar Amerikanische Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ...... Englische Noten Französische Noten Holländische Noten .......... Italienische Noten ........ Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, * 1OO Schwing Rumänische Noten............... Schwedische Noten .......... Schweizer Noten Spanische Note» Ungarische Note» Buderu« ...... Deutsche Erdöl .............. Gelsenkirchener............. ßatpenet .............. Hoesch Eisen—Kvln-Neuesien . Ilie Bergbau ............ Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke .............. Norddeutscher Lloyd A G. für Berkebrswesen Akt. Berliner Handelsgesellschaft Commerz, und Privat-Bank ... O Deutsche Bank und Diskont» börse grieT 2,49 58,52 57,01 12,79 16,51 168,89 21,64 64,28 Franksun a. VI Berlin Schluß- turd Schlußk. Abeno- börse Schluß, kurs Schlußk. Mittag, börse Dalum 23.2 | 24-2- 23-2. 24-2. •% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 96,65 96,4 96,75 96,75 6% ehem.7% Dt. Rcichöanl. v. 1929 100 100 100 100 t>¥i°/o Doung-Anlethe von 1930 .. 93,65 93,13 93 93 Deutsche Anl.-Abläi.»Schuld mit 97,13 96,75 96,75 97 Desgl. ohne Auslol.-Rechte...... 19,7 19,5 19,6 19,5 6% ehem.8% Hess. Bolköstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 94,25 94,5 94,4 94,65 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12................ 92 92,25 92 92,25 6%% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liqui....... 90,75 90,75 — - Oberhessen Provtnz-Anlethe mit 92,25 Auölos.-Rechten ....... 91 Deutsche Komm. Sammelabl. An- 94,65 94,3 94,75 94,6 leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyv.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 92,25 92,5 - - 6% ehem. 7% Franks. Hyv.-Bank 92,13 92,25 Goldpfe. 18 unkündbar bis 1936 ty,% ehem. ty.% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe...... 91,9 91,65 — - 6H% ehem. iyt% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpse. ... 92,65 92,25 - - 6% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 94 94 94 Steuergutich. Verrechnungskurs. 97,13 97,13 97,13 97 13 Frankfurt 0. M. 3erlm Devi enmarft Berlin — Frankfurt tt.HL Schlußkurs Gchlußk. Abend« börse Schluß, kurs Schlußk Mittag- börse 23.Februar 24-Februar Amtliche Notierung Geld | Brie Amtliche Notierung Geld | Briet Datum 23-2. 24-2. 23-2. 24-2. ManSfelder Bergbau.........0 Kokswerke .. O Phönix Bergbau ........... 0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl................0 Bereinigte Stahlwerke........O Ctaoi Minen ..............O Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7% 3. G. Farden-Inbustrte....... 7 «cheideanstaU............ 9 Goldschmidt ................O RütgerSwerke ...............O Metallgeielllchaft............. O Philipp Holzmann......... O Zementwerk Heidelberg ...... O Zementwerk Karlstadt.........O 37 49,75 203,75 91 42,25 14,5 114 114,5 154 133,25 184 61 56,75 77 70 93,5 1 100 37,13 49,75 204 90 42,5 14,75 113,25 114 151,75 133,4 186 62 58,65 76,75 69,75 93,5 100 37 89,5 49,75 204,75 91 42,13 14,75 113,5 114 152,5 133,5 61 57 77,25 1 - 36,65 89,9 49,13 205 90,9 41,9 14,75 113,5 113,5 151 133,4 62,4 59 77,13 70 Helsingfm».. Wien....... Prag....... Budapest ... Sofia...... Holland .... Oslo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neuyork.... Brüssel..... Italien..... Paris ...... Schwei- ... Spanien... Danzig .... Japan .... Rio de Jan. Jugoslawieu Lissabon ... 5,644 47,20 10,38 3,047 168,78 64,24 57,09 65,88 12,785 0,648 2,522 5 ,44 21,87 16,49 10,84 33,97 81,70 0,764 0,214 5,664 11,64 5,656 47,30 10,40 3,053 169,12 64,36 57,21 66,02 12,815 0,652 2,528 58,56 21,91 16,53 1,00 34,03 81,86 0,766 0,216 5,676 11,66 5,639 47,20 10,38 3,047 168,63 64,19 57,04 65,83 12,775 0,648 2,517 58,44 21,68 16,49 80,87 33,97 81,70 0,757 0,214 5,664 11,63 5,651 47,30 10,40 3,053 168,97 64,31 57,16 65,97 12,805 0,652 2,523 58,56 21,72 16,53 81,03 34,03 81,86 0,759 0,216 5,676 11,65