1515: R rF :e er ab 5 16 >e, je wur- i- 9, ebeln 64, 311 o eil 32 bis is-35, W ,V\5 is 42, lütt«! d) 41 a. y hM'l RZ Ä 55 Ä L rf Sie, unb übe °rk, id)t. bis 160, Le- •Qge >ner 41. 75. . 6.30: orgen« 5 8.45: . 11.45: irbienft ufuh. trau, )renb irnen Wz. eben- s 10, )is 8, ital, Duib 15 45, is 44, is 13. joemf . 18.4$: . 19.45: inde b?t 64» i. 221» Ha»* ik. Bei ehr ma. 101)1 s 1, topf- )b R et. )s. 65, in. be- H 'S M. 250 Erstes Blatt 184. Jahrgang Donnerstag, 25. ©Woher 1934 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Sietzen p«ftsche. e die wieg n- die ltheri- löüer, eu ist Atzung aller Werten 1 ge. ).bem iligten Eifert m die .nach :ü ge> 'e ge- mf/en lebet, l. Die Deluna iie auf elfische lufbau i) dem Preise, Kreis- och die w sich delsten neuen . ineben, >essische ] befon« ianbes- !5 das behan- Kreis- hläge mb bi' !5 ar wend; rn W । einen tg de- ige- in bie n zur :e 1934 Bürger- (enben fff Mm 'Brot- je ooü Nr. 250 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 25. Oktober 1934 Terry I., Globetrotter und Zorschungsreisender. Der Roman eines Neufundländers. Vor 14 Jahren warf die „Windward" im Hafen von Schanghai Anker, um eine Ladung amerikanischer Nähmaschinen zu löschen. Kapitän Vancroft ging jeden Tag an Land, um in einer Hafenschänke mit Kameraden zu plaudern und einige Gläschen Genever zu trinken. Dabei traf er einmal einen Hund ohne Maulkorb und Marke". Er wurde vom Hundefänger eingefangen, und sein Herrchen hatte große Mühe, ihn wieder frei zu bekommen. Die rätselhafteste Epoche seines Erdendaseins aber durchlebte Terry anschließend an einen Aufenthalt des Schiffes in der australischen Hafenstadt Sidney. Abermals ging Terry an Land, diesmal kam er jedoch nicht zurück, und Kapitän Vancroft gab ihn schweren Herzens verloren. Vier Jahre später hatte die „Windward" wieder eine Ladung nach Sidney. „Hier habe ich meinen Terry das letzte Mal gesehen!" sagte Vancroft wehmütig, als er mit einigen seiner Offiziere an Land ging. Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen, als er von einem riesigen Neufundländer angesprungen und von oben bis unten „abgeküßt" wurde. Terry! Doch wie sah dieser Ausreißer nach diesem vierjährigen Australien-Bummel aus! Er war ankernden Schiffe auf Halbmast geflaggt. Dieses Zeichen der Trauer galt aber nicht etwa einem Seemann, sondern einem Hund. Terry, genannt der „Globetrotter", der Weltenbummler, von den Seeleuten aller Nationen gekannt und geliebt, war in das Hundeparadies eingegangen. Terry war ein ungewöhnlich großer und schöner Neufundländer, ein Prachtexemplar seiner Rasse. Gelb war die Farbe seines Fells, wie die Mähne eines Löwen, nur seine Brust war weiß. Sein Herr war ein alter Seefahrer, Kapitän Jonathan Vancroft aus Galveston in Texas. Vancroft ist Eigentümer und zugleich Kapitän eines Segelfrachtschiffes, der 2000 Tonnen großen „Windward". Das Schiff ist jahraus, jahrein auf der Fahrt zwischen den Häfen des Erdballs. In Lissabon hatten kürzlich alle auf der Reede I schwand Terry auf zwei Wochen, in Valparaiso isAifio mtf halbmast aeflaaat. Dieses gar auf einen ganzen Monat. Immer aber kam er rechtzeitig zurück. In Hamburg wäre es ihm beinahe sehr schlecht ergangen, als „herrenloser schmutzig, räudig und so abgemagert, daß man seine Rippen zählen konnte. Terry wurde von den Matrosen ausgenommen wie ein verlorener Sohn. Auf so abenteuerliche Art hatte alle fünf Erdteile kennengelernt. Sicher ist er der weitestgereiste Vierfüßler der Welt gewesen. Sein schlimmstes und letztes Abenteuer hatte er in Lissabon. Auch hier verschwand er wieder von Bord. Kapitän Vancroft machte sich weiter keine Sorgen. Er fuhr weiter nach einem holländischen Hafen und hielt dann — es war gegen Ende des vorigen Monats — auf der Rückfahrt in Lissabon, in der stillen Hoffnung, Terry wieder zu gewinnen. Und richtig — gleich nach der Ankunft im Hafen schlich sich Terry an Bord, gefolgt von einem ganz kleinen Neufundländer, nach der Aehnlichkeit ohne Zweifel sein Sohn. Aber diesmal war Terry ernstlich krank. Seine Augen tränten, er konnte kaum laufen. Der Kapitän ließ einen Arzt an Bord kommen, der feststellte, daß Terry —. wohl aus übergroßem Hunger — einen Stein verschluckt hatte. Und daran ging Terry, der Globetrotter, auch zu Grunde. Sein Sohn, Terry II. genannt, wird von Kapitän Vancroft erzogen, aber so, daß er nicht solch ein „Forschungsreisender" wie sein Vater werden kann. An der Wand der Kapitänskajüte hängt zum Andenken an Terry I. sein Halsband mit der Marke... englischen Soldaten, der ein ganz junges Hündchen auf dem Arm trug. Es gefiel dem Kapitän so gut, daß er es dem Soldaten für zehn Dollar abkaufte. Aus diesem Hündchen wurde im Laufe der Zeit Terry, der gewaltige Neufundländer. Er wuchs an Bord der „Windward" heran und wurde zum Liebling der Matrosen. Als das Schiff wieder in den Heimathafen einlief, ließ der Kapitän Vancroft dem Hund eine silberne Halskette machen, an dem eine Marke mit folgender Inschrift hing: „Terry, Eigentum des Kapitäns Jonathan Vancroft, Galveston, Texas, USA." Im Jahre 1922 — Terry war damals etwa zwei Jahre alt — begab es sich, daß die „Windward" abermals in Shanghai ankerte. Kapitän Vancroft sah, daß Terry unruhig auf dem Verdeck herumlief und dann mit einem kühnen Satz auf den Strand sprang. Er legte der Sache keine Bedeutung bei, da er annahm, das Tier wollte sich ein wenig auslaufen. Als Terry aber nach einigen Wochen noch immer nicht zurück war, machten sich einige Matrosen auf, um ihn zu suchen. Sie kehrten unverrichteter Dinge zurück. Kapitän Bancrost mußte schweren Herzens ohne seinen Liebling abfahren. Nach einem Jahr fuhr die „Windward" wieder in den Hafen von Schanghai ein. Kaum war der Laufsteg ausgelegt, als schon ein zottiger, verwahrloster Neufundländer an Bord stürzte. Es war Terry. Er wurde vom Kapitän und der Mannschaft freudig begrüßt und bekam zunächst einmal eine tüchtige Portion Fleisch mit Kartoffeln zu fressen, die er heißhungrig verschlang. Dann wurde er gebadet und gebürstet, denn Terry war gar kein Gentleman mehr, sondern nur noch ein verwahrloster Straßenköter. Was hatte der Hund zwölf Monate in seiner Geburtsstadt gemacht? War er dort auf Liebesabenteuer ausgewesen oder hatte er eine Entdeckungsreise durch China gemacht? Die nächste Reise führte das Schiff in den amerikanischen Hafen Tampico. Solange das Schiff in der Reede vor Anker lag, solange trieb Terry sich in der Stadt herum. Erst als die Segel zur Abfahrt gelichtet wurden, kam Terry, der Bummler an Bord. Bei einem Aufenthalt in Vancouver ver- 9Jt. 5 26:22 7:3 5 24:19 6:4 6 31:34 6:6 5 26:30 4:6 5 27:35 2:8 1 5:9 0:2 • 4 19:30 0:8 als klares Bild über die Kreisklasse II: Tv. Garbenheim I — Tv. Wehlar II 7:4 (2:2). Das Spiel war bis zur Pause durchaus offen und brachte jeder Partei zwei Erfolge. Der große Eifer der Platzmannschaft entschied den Kampf. Io. Burggemünben — Tv. Homberg 4:1 (2:1). Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. Das Spiel nahm einen spannenden Verlauf. Die Stürmerreihe der Platzelf entschied durch ihre besseren Schußleistungen. Kreisklasse III: Tv. Lühellinden II — Tv. Heuchelheim II 7:5 (1:3). Das Spiel hatte zwei grundverschiedene Halbzeiten. Während die Gäste die erste Spielhälfte für sich hatten und eine 3:1 herausholten, vermochte Lützellinden nach der Pause durch bessere Leistungen den Kampf für sich zu entscheiden. Jugend: 2NTV. Gießen — Tv. Lang-Göns 10:1 (5:0). Trotz der hohen Niederlage, die die Gäste einstecken mußten, konnten sie durch ihren Eifer gefallen. Beide Mannschaften spielten einen schönen Handball und zeigten sich von der sportlich guten Seite. MTV. diktierte den Kampf und gewann verdient. Fußballklub 4926 Großen-Buseck. FL. Großen Vuseck — VfB.-R. Reserve 14:1 (5:0). Die Mannschaft des FC. Großen-Buseck ist gegenwärtig in bester Form. 1900s Reserve mußte sich mit 6:0 geschlagen bekennen und nun die gleiche Mannschaft des VfB.-R. mit 14:1 Toren. Wenn die Großen-Busecker Elf mit dem gleichen Geist und Plan weiterspielt, wird sie ein ernstes Wort um die Meisterschaft mitreden können. Obwohl die Gastgeber keine schlechte Mannschaft ins Feld stellten, so konnten sie aber doch nicht gegen die Großen-Busecker ankommen. Man sah viele gut placierte Schüsse. In der zweiten Halbzeit schossen die VfBer das verdiente Ehrentor. Fechten im Turngau Nordheffen. Lehrgangsarbeil In Gießen. Unter Leitung von Gaufechtwart Studienrat Reuter- Kassel veranstaltete die Fechterschaft des Turngaues Nordhessen Samstag und Sonntag im Schützenhaus in Gießen einen Lehrgang im Fechten, der in erster Linie der Ausbildung von Kampfrichtern galt. Daß auch der Fechtwart der DT., Ludwig Staffen-Hanau a. M., anwesend war und sich rege an der Arbeit der zwei Tage beteiligte, gab dem Lehrgang eine besondere Note. Don Bedeutung war Stassens einführender Vortrag, mit dem er den aus allen Fechterabteilungen des cm M- EH lener I eind 6268A| che.i Uhr. bet len osiv lef Sem MU MM. Vornan von Gert Nothberg Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 23. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Brigitte setzte sich überwältigt. „Jetzt hat sich die Welt gründlich geändert. Das Oberste ist nach unten gedreht — und umgekehrt! Tante Adelheid! Wie kann das nur fein? Es ist ja beinahe nicht zu glauben. Aber ich will mich darüber freuen. Und ich bin froh, daß du nun endlich heiraten wirst. Das wird wohl Tante Adelheid auch gedacht haben, daß es besser ist, du heiratest ein armes, kleines Mädel, als du heiratest gar nicht. Immerhin bist du der letzte Berken." „Daran hab' ich gedacht, Brigitte! Und Käthe ist so schön und blond und zart. Es ist gut, wenn sie mir Kinder schenkt. Blonde, schöne Kinder! Die letzten Berkens waren alle dunkel! Vielleicht sogar ein bißchen häßlich — nicht wahr?" „Du nicht! Aber ich! Deine Kinder möchten nach der jungen Mutter sein, dann hätte ich was zum Verhätscheln und Liebhaben. Wie ich mich freue!" Es war keine Phrase: Brigitte freute sich wirklich von ganzem Herzen, und Arndt kannte seine Schwester auch viel zu gut, um das nicht genau zu wissen. So war denn alles in bester Ordnung. Und Brigitte schrieb an Tante Adelheid, ob sie ihr Käthe bringen dürfe. Denn nun, wenn die Verlobung bekanntgegeben wurde, konnte Käthe nicht mehr im Hause bleiben. Käthe blickte ängstlich auf, als sie es ihr sagten, daß sie für einige Wochen nach Pommern reifen würde. Aber sie sah die Notwendigkeit der Reise bann ein. Sie schrieb einen lieben Brief an Olga und die Mama Kulick nach Berlin. Es dauerte einige Tage, ehe sie Antwort bekam. Aber sie saß dann ganz still und traurig bei ihrem Brief, auf den sie so lange gewartet hatte! Frau Kulick war vorige Woche gestorben. Sie war nur ein paar Tage kränklich gewesen, hatte nicht gewollt, daß Olga der kleinen Käthe etwas davon schrieb. Aber sie hätte immer von ihr gesprochen, hätte noch den letzten Tag gesagt: „Unser blondes Prinzeßchen ist in einem Schloß. Und sie wird dort bleiben für immer — eine Ahnung fagt es mir. Ich freue mich so! Ich freue mich, Olga!" Unb dann schrieb Olga noch, daß sie in einer großen Zeitung gelesen habe, daß Kapitänleutnant von Bodenstein an einem gefährlichen Fieber in den Tropen verstorben sei! Seine Angehörigen hätten es bekanntgegeben. Und sie, Olga, hätte sich nun auch einen andern Lebensweg gesucht. Sie werde barmherzige Schwester! Die weiße Haube schütze sie vor allen Gefahren des Lebens, unb —- sie wolle nichts mehr vom lauten Leben, von schillernden Vergnügen wissen. Und nun könne sie wenigstens den schönen, frohen Menschen lieben, könne ihm treu sein bis in Ewigkeit. Der Tote gehöre ihr! Den Lebenden hätte man ihr niemals gelassen! Olga schrieb dann noch, sie wünsche alles Gute und alles Glück. Also hätte die arme gute Mama Kulick doch recht behalten. Unb das sei gut so! Käthe werde nun geborgen sein in den Armen des Gatten. Das sei eine große Beruhigung für sie. Und sie werde bald wieder etwas von sich hören lassen, wenn sie eingewöhnt sei in dem neuen Berufe. Die Oberin sei sehr lieb und gütig und die verschiedenen Schwestern auch. Käthe solle manchmal an sie denken, wie auch sie ihre kleine Käthe nie vergessen würde! Käthe weinte. Und Arndt kam und tröstete sie. Und dann lächelte sie doch wieder glücklich zu ihm auf. Die Hochzeit sollte in Pommern auf Tante Adelheids Gut gefeiert werden — die alte Dame wünschte das so. Es waren noch sechs Wochen Zeit bis dahin. Und Käthe konnte sich von ihrer Krankheit erholen. Am Montag würde Brigitte mit ihr reifen. Und am Samstag vorher wurde die Verlobung öffentlich bekanntgegeben. Das gab ein Hallo! Wagen fuhren von einem Gut, von einem Schloß zum andern. Man wurde so schnell mit dieser Neuigkeit nicht fertig. Also doch! Alles war Wahrheit gewesen! Diese Person hatte sich den Arndt geangelt. Es war zum Haare-Ausziehen! Was sollte man tun? Man müßte diese Sache ignorieren. Jawohl! Totschweigen! Einige wollten sich der Baronin Gleiberg bei dieser schweigenden Verachtung anschließen. Andere wieder nicht. Schließlich gab Frau Doktor Weitz die Parole aus: „Arndt von Berken ist im Vollbesitz seiner fünf gefunden Sinne. Wenn er das schöne kleine Mädel an seine Seite stellen will, hat es uns andern auch recht zu fein. Ich fahre jedenfalls mit Blumen hin. Ich werde mich hüten und so tun, als ob mir da was nicht paßte bei der Verlobung. Das ist ganz allein Arndt von Berkens Sache!" Diese Rede gab den Ausschlag! Die anderen Nachbarn und Bekannten der Berkens schlossen sich nach und nach der Ansicht der Frau Doktor Weitz an und fuhren alle mit Blumen und Geschenken nach Berkenhofen. Frau Baronin Gleiberg stand zuletzt allein. Wutschnaubend stellte sie es fest. Ihr Gatte hatte den Gärtner beauftragt, alle Maiglöckchen zu schneiden, die der Park nur hergab. Der Gärtner brachte die Blumen dann herauf. Und ihr wundersamer Duft durchzog das alte Schloß. „Was soll das heißen? Hast du einen Wutanfall — was haben dir die Blumen getan?" fragte die Baronin, als der Gärtner wieder gegangen war. Ihr Gatte lächelte. „Wutanfall? Aber Mira, den darfst doch bloß du haben. Nee, nee, ich hab' für unfern Besuch in Berkenhofen die Blümchen schneiden lassen. Wenn du es dir in Ruhe überlegst, wirst du selber zu der Einsicht kommen, daß du nichts Klügeres tun kannst. Und wenn du nicht mitkommen willst, dann fahre ich allein mit den Mädels. Uebrigens — ich traf den Lothar Rühlhammer, und er sagte mir, ob er uns einen Besuch machen dürfe. Und ich sprach gleich ein bißchen von Gisela, damit nur ja nicht erst wieder ein Irrtum Vorkommen konnte und wir uns umsonst freuen. Aber er gab mir zu verstehen, daß er wegen Gisela komme." Baronin Gleiberg weinte. Und ihr Gatte sagte: „Weine nicht, Mira! Wir wollen doch bann gleich fahren. Die Mädels wissen schon Bescheid!" Nun war wirklich alles in Ordnung. Und Arndt von Berken und Brigitte freuten sich doch, daß sie alle gekommen waren. Man war eben doch wie in einer großen Familie. Und wenn bei besonderen Anlässen einer fernblieb, bann fehlte einem eben doch etwas! Am Montag reifte Brigitte mit Käthe nach Pommern. Und Arndt brachte sie zur Bahn. Käthes junges Gesicht drückte sich noch einmal an die Schulter des Verlobten. „Arndt, ich kann es noch immer nicht fassen." Er küßte sie herzlich. „Du hast ja Zeit, dir in den nächsten Wochen ganz genau klarzumachen, daß du mir altem, großem Brummbären gehören willst, kleines Mädel." „Arndt — ich habe dich so lieb!" „Es macht mich glücklich, Mädelchen." Aber er sagte nicht: Ich liebe dich auch über alles! Und Käthe lauschte ängstlich. Und ihr Herz tat einen schweren, dumpfen Schlag! Und dann stand Arndt auf dem Bahnsteig und sal dem ausfahrenden Zug nach. Und Käthe winkte, solange sie Arndt noch sah. Brigitte aber lächelte. 13. Kapitel. Ein schönes, kleines, gepflegtes Gut! Und eine weißhaarige, alte Dame, umgeben von Hunden, Katzen, einer zahmen Elster und einem Reh stand am Eingang und begrüßte die Ankommenden herzlich. Und ringsum blühte es! Es duftete! Und ein dunkelblauer Himmel spannte sich über dieses gesegnete Fleckchen. „Na, da seid ihr ja endlich. Heute abend kommen Ostens'ein bißchen herüber. Ihr nehmt jetzt ein Bad, dann essen wir, dann gehen wir ein bißchen durchs Haus, und dann wird geschlafen. Ihr könnt bas auf der Veranda tun. Da seid ihr am Abend frisch. Ich hab' mich auf euch gefreut. Und die kleine Braut werde ich schon vollends gesund pflegen. Mit solch einem schmalen, blassen Gesichte! geht sie mir nicht in die Ehe. Das gibt es nicht." Und Tante Adelheid gab Käthe einen herzlichen Kuß. Brigitte aber drückte sie nur kräftig die Hände. Dann gingen sie ins Haus hinein, und zwei alte Diener schleppten die Koffer, die der Christian vom Kutschsitz heruntergelangt hatte. Das war dann sehr gemütlich! Und Käthe fühlte sich schon nach einer Stunde hier wie daheim. Die Stunden vergingen wie im Fluge. Ein alter Springbrunnen plätscherte, und Vogel sangen. _ , , ,, . , ,Jch richte also die Hochzeit aus. Ich hab mich nun schon so gut eingelebt in die Geschichte. Von der Rosemarie her! Und es ist auch richtiger, die guten Leute in Berkenhofen beruhigen sich. Und die ganze Umgegend dazu. Laßt ihnen Zeit. Mit sowas Ungeahntem muß die liebe Mitwelt immer erst einmal gründlich fertig werden, und da bietet man nicht gleich wieder was Neues. Obendrein kränkt ihr sie, wenn sie nichts von der ganzen Hochzeit zu sehen bekommen. Arndt und seine kleine Frau fahren dann von hier aus ein paar Wochen fort, unb wenn sie zurückkommen, dann haben sich die Lieben, Guten beruhigt. So macht man bas!" Am Abend kamen die Ostens wirklich. Rosemarie freute sich, daß Arndt nun doch heiratete. Sie war sehr lieb zu Käthe und ließ sich absolut nichts merken, daß sie selbst einst Arndt von Berken geliebt hatte. Aber jetzt schien sie mit ihrem Mann sehr glücklich zu sein. Brigitte stellte es mit Genugtuung bei sich fest. Brigitte blieb zwei Tage. Dann reifte sie wieder ab. Und Käthe war täglich im Garten, machte sich irgend etwas zu schaffen. Sie saß nie müßig. Nur daß sie sehr viel schlief, darauf hielt die alte Dame sehr streng. Der Termin der Hochzeit rückte näher unb näher. Und jeden zweiten Tag erhielt Käthe einen Brief von Arndt, den sie immer sofort beantwortete. Käthe blühte auf. Rosig, wunderschön schritt sie durch den alten Garten von Gut Adelshof. Und an einem wundervollen Sommertage war dann ihre Hochzeit! Käthe wußte später nie mehr, wie alles gewesen war. Sie wußte nur, daß Arndt ihre Hand ganz fest in der seinen gehalten hatte. Und die Glocken hatten geläutet, und viele Leute hatten ihr die Hand gedrückt. Und Arndt hatte sie vor allen Leuten geküßt. Dann war eine Feier im engsten Kreis im alten Speisezimmer von Adelshof, und das schöne alte Silber blitzte hell, und Tante Adelheid sah aus wie eine Fürstin, wenn sie den Dienern, die heute alle in kaffeebrauner Livree waren, einen Befehl gab. Und dann führte Brigitte Käthe hinaus. In ihr Zimmer. Sprach noch eindringlich und gut mit ihr wie eine Mutter. Käthe legte ihr beide Arme um den Hals. „Brigitte, ich habe euch so sehr lieb — dich unb Arndt!" Brigitte küßte sie herzlich. „Wir dich doch auch, Kleinchen. Und nun will ich dich allein lassen. Arndt holt dich dann. Ich hab' dir hier eine Kleinigkeit zurechtgelegt, damit du dich nicht immer an deinen Mann wenden mußt. Hier!" Es war eine kleine, rote Brieftasche aus weichem Saffianleder, die dick gefüllt war. Käthe nahm die Tasche an sich. „Ich danke dir, Brigitte. Ich werde es aber wohl nicht brauchen." „Nimm es nur mit auf die Reise, Käthe. Man kann manchmal nicht wissen." Noch ein letzter Kuß, ein herzliches Lebewohl, unb Brigitte ging. Von den andern wollten sie sich nicht verabschieden, um den alten Hochzeitsbrauch zu wahren. (Fortsetzung folgt!) Gaues erschienenen 24 Teilnehmern ein anschauliches Bild zeichnete von der Stellung und der Bedeutung des Fechtens im Reichsbuno für Leibesübungen. Die Aufgaben der Fachschaft Fechten im Reichsbund und die Betätigung der DT. auf dem von ihr schon lange mit Erfolg gepflegten Sportgebiete wurden klar aufgezeigt, und neben den organisatorischen fanden auch die technischen Fragen eingehende Behandlung. Die sehr aufschluß- und lehrreichen Ausführungen wurden mit dankbarem Beifall ausgenommen. Die praktische Kampfrichterbelehrung wurde dergestalt durchgeführt, daß aus den Teilnehmern des Lehrganges zwei Mannschaften gebildet wurden, die zunächst einen Florettkampf austrugen. Das Kampfgericht hatte jede einzelne fechterische Handlung zu beurteilen, was der Leitung (TD.-Fecht- wart Stassen und Gaufechtwart Reuter) immer wieder Gelegenheit zu grundlegender Belehrung und Anweisung gab. Es schloß sich daran ein Säbelfechten, und auch der Degen kam nicht zu kurz. Dankbar ausgenommen wurden einige sehr wertvolle Schulübungen im Florett, die von L. Stassen zusammengestellt sind und deren Anwendung von ihm gründlich erläutert wurden. Hierbei gab der Fechtwart der DT. in meisterlicher Klingenführung Proben seines reifen und sicheren Könnens, das bei Teilnehmern und Zuschauern Anerkennung und Beifall auslöste. Die schriftliche Ausarbeitung der von L. Stassen gezeigten Florettbewegungen, die für die Schulung in den Vereinen wertvolle Unterlagen bieten, wurden sämtlichen Fechterabteilungen des Gaues ausgehändigt. Gaufechtwart Reuter schloß den anregend verlaufenen Lehrgang mit einem Ausblick auf die zukünftige Arbeit und mit einem herzlichen Dankes- wort an DT.-Fechtwart Staffen für die gewährte Unterstützung und freudige Mitarbeit. Abturnen im Turnverein Londorf. Am vergangenen Sonntag hielt der obengenannte Verein sein diesjähriges Abturnen ab, das aus einem leichtathletischen Wettkampf bestand. Mit den Leistungen der Turner, besonders der Jugendlichen, konnte man sehr zufrieden sein. Die Führung hofft, den Verein auf noch höhere Stufen turnerischen Könnens führen zu können. Ferner wird der Verein am ersten Weihnachtstag mit dem Tonfilm (Treu unserem Volke) vom Deutschen Turnfest in Stuttgart vor die Oeffentlichkeit treten, um noch manchem Volksgenossen klar zu machen, was die DT. bedeutet und daß die Juaendertuchtlgung not tue. Wir wollen hoffen, daß dieses so gut durchdachte Werk seinen Zweck nicht verfehlt. Mit einer Siegerehrung und einem gemütlichen Beisammensein im Vereinslokal fand die Veranstaltung ihren Abschluß. Kurze Sportnotizen. Riebschläger-Zeitz, der Europameister im Kunstspringen, erhielt vom Deutschen Schwimm- Verband in Anerkennung seiner großen Verdienste die Verbands-Ehrennadel. ♦ Das Internationale Ringer-Turnier in Malmö brachte den deutschen Teilnehmer keine besonderen Erfolge. Lediglich Schäfer (Schifferstadt) placierte sich im Weltergewicht als Dritter. In den übrigen Klassen blieben jeweils die Schweden in Front. * In einem Aufruf wendet sich die Deutsche Turnerschaft an ihre Vereine mit der Aufforderung, das große Winterhilfswerk in diesem Winter mit allen Kräften und Mitteln zu unterstützen. Wirtschaft. Oie Erzeugermindestpreise für Hühnerpreise. LPD. Der Bezirksbeauftragte und Vorsitzende des Eierverwertungsoerbandes Hessen teilt mit: Die Erzeugermindestpreise für Hühnereier werden mit Wirkung vom 22. Oktober 1934 auf Grund der 2. Verordnung über die Regelung des Eiermarktes vom 3. Mai 1934 im Einvernehmen mit dem Reichskommissariat für die Vieh-, Milch- und Fettwirtschaft für das Wirtschaftsgebiet des Eierverwertungsverbandes Hessen auf 1,65 RM. je Kilogramm festgesetzt. Der Preis versteht sich ab Hof des Erzeugers. Der festgesetzte Preis ist Erzeugermindestpreis und darf seitens der Aufkäufer nicht unterboten, wohl aber Überboten werden. Stückweises Aufkäufen ist nicht gestattet. Die Preisfestsetzung vom 8. Oktober 1934 wird durch diese Anordnung aufgehoben. Frankfurter Börse. Milkagsbörfe lustlos. Frankfurt a. M., 24. Okt. Die Börse eröffnete bei außerordentlich ruhigem Geschäft nicht ganz einheitlich, aber doch überwiegend etwas schwächer, die Haltung war ausgesprochen lustlos. Die schwache Beteiligung der Kundschaft löste bei der Kulisse Zurückhaltung aus, und auch seitens der Banken bestand kaum Unternehmungslust zu neuen Käufen. Der bevorstehende Ultimo mag hierbei schon mitgewirkt haben. Deshalb kam auch verschiedentlich kleines Angebot heraus, das bei der herrschenden Geschäftsstille die Kurse zumeist leicht drückte. Im ganzen war die Grundhaltung aber ziemlich widerstandsfähig, wobei die vorliegenden günstigen Industrie-Nachrichten eine Stütze boten. Ein ausschlaggebendes Moment für die starke Zurückhaltung war auch die weitere Abschwächung der Altbesitzanleihe auf 103,75 bis 103,50 nach 104,13. Die übrigen variablen Rentenpapiere gingen gleichfalls um 0,25 bis 0,50 v. H. zurück. Im Freiverkehr blieben russische Vorkriegsanleihen und Warschau-Wiener behauptet. Am Aktienmarkt lagen Montanaktien trotz des lebhaften Roheisengeschäftes und der weiteren Steigerung des Ruhrkohlenabsatzes schwächer, und zwar verloren Gelsenkirchen und Harpener je 1 v. H., die übrigen Werte zumeist bis 0,50 o. H. Farbenindustrie notierten mit 142,75 bis 142,90 um 0,25 v. H. niedriger, Deutsche Erdöl gaben 1 v. H. nach, während Scheideanstalt behauptet waren. Elektropapiere bröckelten überwiegend um 0,25 bis 0,50 v. H. ab, Betula allerdings lagen 0,65 v. H. höher. Schifffahrtswerte gingen bis 0,40 v. H. zurück, AG. für Verkehrswesen wichen nach festerem Beginn (plus 0,90 v. H.) später ebenfalls um 0,50 v. H. Sonst eröffneten u. a. Reichsbankanteile behauptet, Ce- ment Heidelberg 1,50 v. H. fester, anderseits Daimler 0,65 v. H., Westdeutsche Kaufhof, Zellstoff Waldhof und Conti Gummi bis 0,25 v. H niedriger. Bei sehr kleinem Geschäft zeigte der Rentenmarkt I im Verlaufe eher etwas höhere Kurse, so z. B. für. Altbesitz 103,75 nach 103,40 und späte Reichsschuldbuchforderungen 95,25 nach 95,13. Im übrigen blieben die Anfangskurse etwa behauptet. Am Pfandbriefmarkt bröckelten die Kurse allgemein um 0,25 bis 0,50 v. H. ab, Preuß. Landespfandbrief-Anstalt, Berlin, blieben aber unverändert. Stadtanleihen lagen nicht ganz einheitlich, die Veränderungen hielten sich mit 0,50 d. H. nach beiden Seiten jedoch in engen Grenzen. 6proz. Darmstadt v. 1928 waren zu 90 nach 88 v. H. gesucht. Staatsanleihen lagen sehr ruhig und auch Industrie-Obligationen wiesen keine stärkeren Veränderungen auf. Von fremden Werten notierten Ungarn mäßig fester. Auch am Aktienmarkt blieb die Umsatztätigkeit minimal, die Kurse zeigten aber nur geringfügige Veränderungen, wobei Schiffahrtspapiere bis 0,50 und auch Betula 0,50 v. H nachgaben. Farbenindustrie blieben mit 142,75 bis 143 gut gehalten. Fester waren Rhein. Braunkohlen mit plus 1 v. H. Die heute erstmals zur Notiz gekommenen neuen Bemberg-Aktien lagen mit 133,50 gegen Bln. unv. Tagesgeld blieb zu 3 v. H. unverändert. Abendbörfe: ruhig. Gleich dem Mittagsverkehr zeigte auch die Abendbörse nur sehr kleines Geschäft, da die Zurückhaltung aller im Börsengeschäft beteiligten Kreise anhielt. Die Stimmung war nicht unfreundlich, und die Mittagsschlußkurse blieben zumeist behauptet, hier und da wurden die Berliner Schlußkurse allerdings auch um 0,25 bis 0,50 v. H. unterschritten, insbesondere bei Montanwerten und Reichsbank. Auch am Schiffahrtsaktienmarkt gaben Hapag erneut 0,40 v. H. nach, während Bemberg leicht anzogen und Lahmeyer auf der stark ermäßigten Basis von 113,50 v. H. behauptet blieben. Am Rentenmarkt ergaben sich bei ebenfalls kleinsten Umsätzen keine Veränderungen von Belang. Von Kassarenten allerdings kamen 6prozentige Schatzanweisungen des Deutschen Reiches 10 bis 1000 $ mit 68 (nach zuletzt am 22. Okt. 78,25) in Anpassung an Brelin sehr schwach zur Notiz. Im Frciverkehr erhielt sich etwas Interesse für Russen- Prioritäten und Warschau-Wiener. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 103,40, 6 v. H. Stahlverein 80,65, Commerzbank 72,50, Ov-Bank 74,50, Dresdner Bank 77, Reichsbank 145, Gelsenkirchen 62, Harpener 106,25, Rheinstahl 90.25, Stahlverein 41,25, AKU. 62,25, Bemberg 133,75, Cement Heidelberg 115,65, Scheideanstalt 212,50, Deutsche Linoleum 59,75, IG. Farben 142,75, Ges- fürel 111, Holzmann 78, Lahmeyer 113,50, Schuckert 92, AG. für Verkehrswesen 80,25, Hapag 28,75, Nordd. Lloyd 30,75. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 24. Okt. Am Getreidegroßmarkt herrschte weitgehendste Geschäftsstille. Das Angebot in Körnerfrüchten blieb infolge der starken Beanspruchung der Landwirtschaft mit Feldarbeiten weiter klein, in Weizen ist es allerdings mehr als ausreichend. Roggen, Hafer und Futtergerste begegnen weiterhin guter Nachfrage und sind schlank ab- Oie Fleisch- und urstpreise in Hessen. Das Staatspresseamt teilt nachstehende Bekanntmachung des Hessischen Staatsministeriums mit: In den letzten Tagen ist eine fühlbare Beunruhigung in der Bevölkerung wegen der Bildung der Fleisch- und Wurstpreise eingetreten. Zur Aufklärung der Bevölkerung habe ich daher veranlaßt, daß der nunmehr kraft Reichsgesetzgebung für die Bildung der Fleisch- und Wurstpreise verantwortliche Bezirksbeauftragte für die Schlachtviehverwertung in Hessen zu der Neuregelung ausführlich Stellung nimmt. Diese Stellungnahme lautet: „Der Verkaufserlös der Landwirtschaft aus Schlachtvieh hat vor der Machtübernahme durch die nationalsozialistische Regierung derartig niedrig gelegen, daß der weitaus größte Teil aller bäuerlichen Betriebe an den Rand ihrer Existenz gekommen war. Die geltenden Preise für Schlachtvieh deckten in den meisten Fällen nicht mehr die Produktionskosten eines verkauften Tieres, geschweige denn die Aufwendungen an Arbeit. Sollte die deutsche Volkswirtschaft wieder gesunden, so müßte hier eine Angleichung der Verkaufspreise an die Erzeugungskosten erfolgen. Die nationalsozialistische Regierung hat daher in planvoller Weise eine langsame und stetige Besserung der Schlachtviehpreise angestrebt. Hierbei war der oberste Grundsatz, daß eine Steigerung der Verkaufspreise nach Möglichkeit zu vernieiden war. Nur dort, wo bereits aus Grund der niedrigen Einkaufspreise auch die Ladenverkaufspreise für Fleisch und Fleischwaren gesenkt worden waren, müßte eine Angleichung an vertretbare Ladenoerkaufspreise erfolgen. Von feiten des Hessischen Ministeriums wurden mit Wirkung vom 25. Oktober 1933 für Fleischund Wurstwaren Preise festgelegt. Diese Ladenverkaufspreise waren aus einem Lebenügewichtpreis aufgebaut, der dem Bauer zur damaligen Zeit zum Teil keine ausreichende Existenzmöglichkeit beließ. Die Preisanordnung ist demzufolge von dem Hessischen Ministerium mit Wirkung vom 7. Oktober 1934 aufgehoben worden. Mit der Aufhebung der Höchstpreisanordnung mußte selbstverständlich im Bezirk Hessen dafür gesorgt werden, daß nicytver- tretbare Erhöhungen der Ladenpreise vermieden werden. Der Bezirksbeauftragte des Reichskommissars für die Vieh-, Milch- und Fettwirtschaft hat demzufolge der Landesinnung der Metzger genaue Vorschriften über die zu fordernden Höchstpreise gegeben, die sich wie folgt gliedern: RIN. Schweinefleisch la Qualität (Bratenfleisch) mit Knochen, Höchstpreise auf dem Lande 0,90 Schweinefleisch la Qualität (Bratenfleifch) mit Knochen, Höchstpreise in der Stadt 0,95 Ochsenfleisch la Qualität mit Knochen, Höchstpreise auf dem Lande 0,75 Ochsenfleisch la Qualität mit Knochen, Höchstpreise in der Stadt 0,80 Kalbfleisch la Qualität mit Knochen, zum Braten, Höchstpreise auf dem Lande 0,85 Kalbfleisch la Qualität mit Knochen, zum Braten, Höchstpreise in der Stadt 0,90 Diese Preise stellen Höchstpreise dar und muh Fleisch aus Schlachtungen geringerer Qualität entsprechend niedriger gehalten werden. Um hier die notwendigen Vergleichsmöglichkeiten zu haben, ist gleichzeitig von der Bezirksvereini- Sfür Schlachtviehverwertung Hessen angeordnet en, daß mit Wirkung vom 1. November 1934 der Kennzeichnungszwang in den Verkaufsläden der Metzger für Fleischwaren durchzuführen ist. Es muß also in Zukunft der Ladenfleischer deutlich sichtbar angeben, ob es sich um I. Qualität Ochsenfleisch oder um II., um I. Qualität Schweinefleisch oder um IL Qualität handelt usw. Für die Kontrolle dieser Anordnung sind die Kreis- oder Landratsämter bzw. ihre nach, geordneten Organe beauftragt. Gleichzeitig ist angeordnet worden, daß die Laden. Verkaufspreise für einfache Blut- und Leberwurst auf dem Lande pro Pfund 0,75 RM. und in der Stadt 0,80 RM. nicht übersteigen dürfen. Preis- festsetzungen für die übrigen Wurstwaren dürften zwecklos sein, da die Qualitäten der Wurstwaren je nach den Wünschen der Kundschaft von selten der Metzger außerordentlich verschieden hergestellt werden. Mit der Aufhebung der Höchstpreisanordnung vom 25. Oktober 1933 sind sich alle beteiligten Stellen darüber im klaren gewesen, daß nach Möglichkeit eine Preissteigerung derjenigen Fleischqualitäten, die ganz besonders von feiten der minderbemittelten Bevölkerung gekauft werden, unter allen Umständen zu vermeiden sind. Der Bezirksbeauftragte für Schlachtviehverwertung Hessen." Nach den vorstehenden Erklärungen des Bezirksbeauftragten haben die Kreisämter die Weisung, die Durchführung der neuen Preisbildung aufs peinlichste zu überwachen. Gemäß dem Wortlaut der Bekanntmachung des Bezirksbeauftragten bezieht sich die erfolgte Höchstpreisfestsetzung nur auf la Qualitäten. Aus dieser Regelung gehl einwandfrei hervor, daß der Verkauf der für den allgemeinen Verbraucher wichtigen Durchschnitlsware nicht zu diesen Höchstpreisen erfolgen darf, vielmehr muh sich die Preisgestaltung bezüglich dieser Durchschnittsqualität auf einer entsprechend niedrigeren höhe halten. Dadurch ist die Gewähr dafür geboten, dah nicht ein schematischer und einheitlicher verkauf aller Fleischsorten zu dem Höchstpreis erfolgt. Die Preisüberwachungsstelle wird mit aller Konsequenz im Einvernehmen mit dem Bezirksbeauftragten dafür sorgen, dah die Durchfchnittsware dem Verbraucher im wesentlichen zu den gleichen Preisen wie bisher zur Verfügung stehen wird. Sofern sich hier Mhbräuche Herausstellen sollten, etwa dahingehend, dah die nötige Menge an Durchschnittsware künstlich nicht zur Verfügung gestellt wird oder künstlich als nicht vorhanden vorgetäuschl wird, werde ich die schärfsten Maßnahmen gegen die ergreifen, die den Verbrauchern die Möglichkeit nehmen, ihr Fleisch und ihre Wurst für den täglichen Lebensbedarf zu einem tragbaren Preis zu erwerben. Um die obigen Grundsätze der neuen Preisgestaltung durchzuführen, habe ich daneben noch folgende Anordnungen getroffen: 1. Die Kreisämter und Polizeidirektionen werden mit sofortiger Wirkung angewiesen, die strikteste Durchführung der Einführung der Qualitätsbezeichnungen, die der BezirksbeauftraAte mit Wirkung vom 1. November 1934 verfugt hat, zu überwachen. 2. Die Kreisveterinärämter erhalten die zlnroei- hing, die anzubringenden Qualitätsbezeichnungen auf die Richtigkeit hin laufend zu über. prüfen. Stellen sich anläßlich dieser Ueberwachung Der- fehlungen heraus, so bietet das Gesetz die schärssten Mittel, um solchen Schädlingen an dem Dolksgan- zen ihr Handwerk zu legen. Ich bin auch bereit, die äußerste Konsequenz zu ziehen und zur Geschäftsschließung neben der Zuführung zu dem ordentlichen Strafrichter zu schreiten. Gez.: Jung, Staatsminister. zusetzen. Am Kraftfuttermittel hält die lebhafte Nachfrage des Konsums für ölhaltige Artikel an, während das Angebot weiterhin unzureichend ist. Das Mehlgeschäft zeigte keinerlei Belebung. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen V? IX 200, W XIII 204, W XVI 208, Roggen R IX 160, R XIII 164, R XV 168, Futtergerste G IX 162, G XI 165, G XII 167, Hafer H XIII 160, H XIV 162, Weizenmehl Type 790 W XIII 27,15, W XVI 27,15, Roggenmehl Type 997 R XIII 23,60, R XV 24,00, Weizennachmehl 16,25, Weizenfuttermehl 12,50, Weizenkleie W XIII 10,40, W XVI 10,60, Roggenkleie R XIII 9,60, R XV 9,84, Soyaschrot 13,00 Palmkuchen 13,30, Erdnußkuchen 14,50, Treber 16,75 bis 16,50, Heu 11,00. Gchweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 157 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel bis 6 Wochen alt 10 bis 12 RM., 6 bis 8 Wochen alt 12 bis 14 RM., 8 bis 13 Wochen alt 14 bis 16 RM. Tendenz gut; geringer Ueberftand. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 25. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 16 Rinder (8 Ochsen, 2 Kühe, 6 Färsen), 836 Kälber, 330 Schafe, 412 Schweine. Es kosteten: Kälber 28 bis 54 Mark, Härnrnel 26 bis 38, Schafe 22 bis 36, Schweine 44 bis 53 Mark. — Marktoerlauf: Kälber langsam, Schafe rege, Schweine anfangs rege, später abflauend. Schwelnemarkt in Friedberg. LPD. Friedberg, 24. Okt. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 422 Jungtiere auf- getrieben. Es wurden bezahlt: für bis sechs Wochen alte Tiere 7 bis 8 Mark, sechs bis acht Wochen alte Tiere 8 bis 12 Mark, acht bis zwölf Wochen alte Tiere 12 bis 16 Mark. Der Handel war lebhaft. Es verblieb nur geringer Ueberftand. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. Banknoten. 1,3 7 14 7.75 Die hinter den Papieren a enen Dividende an. — Reichsvankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. die der 28,5 1,3 7,9 7,13 <% Oesterretchljche Goldrente.... 4,20% Oeslcrreichlsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *ya% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I 29 1,3 7,6 7,25 7,2 13,5 29,25 1,3 7,65 7,25 7 13,6 .yrantiu;. u. Dl. Berlin Trankiun a. Di. Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abcnd- börse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse Schluß- kurs Schluß:. Abendbörse Schluß« kurs Schluß!. Mittagbörse Oatum 23-10 24 11' 23-10 24 10. Datum 23-10 24-IO- 23-10- 24-10- 4% desgl. Serie 11 ............. 7,75 — — — Mansfelder Bergbau....... .. 0 79 79 79,25 79,13 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,5 4,5 4,45 — Kokswerke ................ .. 0 — — 96,9 97,4 4^r°X>Rumän.vereinh.Rentev.l9i3 — — —— 6,65 Phönix Bergbau........... .. 0 49 48,75 49 48,5 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,05 4,1 34,5 4 4,1 Rheinische Braunkohlen .... . 10 227,5 228,5 228 228 2^% Anatolier ............... 34,55 35 35 Rheinstahl................ .. 0 90,25 90,25 90 90,4 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 42 41,25 41,75 41,4 amburg-Amertka-Paket ..... 0 -amburg-Südam. Dampfschiff. 0 wnsa-Dampfschiff........... 0 Norddeutscher Lloyd ........ 0 29,75 31,9 28,75 30,75 29,75 25 31,9 29,13 26 30,75 Ltavi Minen ............. Kaliwerke Aschersleben...... Kaliwerke Westeregeln...... Kaliwerke Salzdetfurth..... .. 0 .. 5 .. 5 1V1 13 117,5 118 13 117 116 155 13 118 116,5 155,25 13 117 116 155,5 «.(9. für Verkehrswesen Akt. .. 0 80 80,25 80,4 80,25 I. G. Farben-Jndustrie..... Berliner Handelsgesellschaft ... 4 — 95,25 96 96 .. 7 143,25 142,75 143,4 143 Kommerz, und Privat-Bank ... 0 72,25 72,5 72 72,5 Scheideanstalt............. .. 9 212,5 212,5 — Deutsche Bank und Disconto. Goldschmidt .............. .. 0 91,25 90,5 91,13 90,5 . Gesellschaft................n 75 74,5 74,75 74,5 Rütgerswerke ............ .. 0 39,4 39,13 99,25 98,25 Dresdner Bank..............o 77 77 77 77 Meiallgesellschaft........... .. 0 — — 83,65 85,5 Reichsbank ................ 12 146 145 145,9 145,4 Philipp Holzmann......... .. 0 79,25 78 79,25 78,13 A.E.G................ 0 Bekula............ o fflettt. Lieferungsgesellschaft''' 6 28,75 142,75 104,25 28,4 143,13 104 28,9 142,25 104,25 28,5 143,4 104 Zementwerk Heidelberg .... Cementwelk Karlstadt....... .. 0 .. 0 114,5 133 115,65 133 - Licht und Kraft ........... R 119 118,75 118,75 118,5 SchultbetS Patzenhoser ..... .. 0 — — 109,75 109,75 teilen öc lyUIUedllTTie .. n 75,75 75,5 76 75,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 62,25 62,25 62,9 62,65 N"!L-^ ^bktr.Unternehmung. 6 Nheinische Elektrizität .....u 5 111,65 111 111,9 111,65 Bemberg................. .. 0 67 133,65 134 134,25 101,75 101,75 102 102 Zellstoff Waldhof.......... .. 0 48,75 48,25 48,65 48 \2u)Uu£u öc ViO........ . k Siemens L Halske............ 7 92,65 92 93 92,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 65,5 65,5 66,25 66,25 141 141,5 141,5 141 Dessauer Gas ............. .. V — 123,5 123 LahmeyerLEo........ jq — 113,5 —— 113,5 Daimler Motoren.......... .. 0 49,65 48,5 49,65 48,75 Deutsche Linoleum......... .. 0 59,75 59,75 60 60 Buderus .................... 86,5 86 86,5 85,25 Orenstein L Koppel ........ .. 0 —- 90,75 91,75 Deutsche Erdöl .............. 4 1Ö7 106 106,75 105,9 Leonhard Tietz............ .. 0 33,4 33,13 32,9 32,65 Selsenkirchener............... 63,25 62 63,4 62,13 Chade .................... ..10 216 214 215,5 216 harpener...................ö 107,65 106,25 108 106,65 Accumulatoren-Fabrik...... .. 0 ■— 165 165 165 ioesch Elsen—Köln-Neuessen .. 0 78 77,65 Conti-Gummi............. .. 0 132,75 132,25 133 133 Ilse Bergbau ...............e 149,25 — 150 152 Ilse Bergbau Genüsse........6 ilödnerroerte ...............0 119,25 119,5 119,75 119,75 Gritzner.................. .. 0 I 29,5 21,75 30 77.13 76,75 76,75 76,5 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 83,75 83 । 29,9 Mannesmann-Röhren........0 7P 75,25 76 75,75 Süddeutscher Zucker....... .. 8 1RP 1RR 189 Frau.'un a. DL Äer nii Schluß- kurs Schluß!. Abend- börst Schluß- lurs Schluß! Mittag, börsc Datum 23-10- 24-10 23 10. 24-10- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 96 95,75 96.25 6% ehe m.7% Dt.Reichsanl.v.1929 — — 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 93,65 93,5 93,75 93,75 AuSios.-Rechten ............. 104,13 103,4 104 103,4 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... — 6% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 95,75 96 96 96 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6¥i% Hess. Landes-Hypolheken- 93,5 93,25 93,25 93,25 bank Darmstadt Ligui......... 93,5 93,75 — _ Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. 110,5 102 —— — Deutsche Komm. Sammelabl. An» leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 101,75 101,13 101,5 101,4 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 93,25 93 93,5 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 93,25 93 — — ehem. 4%% Franks. Hyp.- Banl-Liqu.-Pfandbriefe....... 93,5 93,5 — 6y,% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 94,75 94 —» 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 94,75 94,75 94,75 94,75 6% ehem. 7% Pr. Landespsand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 94,75 94,75 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 101,9 101,9 101.9 101.9 23-Oktober 24-Oktober Amtliche Dotierung Amtliche Dotierung Seid | 3rie- Geld Urte Buenos Sitte 0,643 0,647 0,644 0,648 Brüssel ... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia .... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,10 55,22 55,19 55,31 Danzig ... 81.10 81,26 81,10 81,26 London ... 12,34 12,37 12,36 12,39 HelstngforS Paris .... 5,45 5,46 5,46 5.47 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .. 168,38 168,72 168,43 168,77 Italien... 21,45 21,49 21,45 21,49 Japan.... 0,713 0,715 0,714 0,716 Jugoslawien 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo..... 62,01 62,13 62,10 62,22 Wien..... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.. 11,20 11,22 11,22 11,24 Stockholm. 63,65 63,77 63,74 63,86 Schweiz .. 81,05 81,21 81,12 81,28 Spanien.. Prag..... 33,99 34,05 34,02 34,08 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest . — —— Reuyork.. 2,483 2,487 2,484 2,488 Serlin, 24.Oktober Geld —M Amerikanische Roten.............. 2,436 2,456 Belgische Roten.................. 58,01 58,25 Dänische Roten ................. 55,04 55,26 Englische Roten ................. 12.325 12,365 Französische Roten............... Holländische Roten............... 16,34 168,01 16,40 168,69 Italienische Roten................ 21,23 21,31 Norwegische Noten .............. 61,94 62,18 Deutsch Oesterreich, 6 100 Schilling — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 63,57 63,83 Schweizer Noten................. 80,94 81.26 Spanische Noten................. 33,88 34,02 Ungarische Noten ................ — Ar. 250 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag. 25. Oktober 1934 Das Werden unserer Stadt. Der Ortsring Gießen des Reichsbundes Volkstum und Heimat eröffnet seine Winterarbeit. Gießen als Festung zu Beginn Des 16. Jahrhunderts. HASSÖRVM Der vor einem Jahre gegründete Ortsring Gießen des Reichsbundes „Volkstum und Heimat" vereinigte am gestrigen Abend in der Aula des Landgraf Ludwig-Gymnasiums zahlreiche Volksgenossen und Mitglieder zur Eröffnung der Winterarbeit. Die Veranstaltung nahm einen außerordentlich anregenden Verlauf und war ein glücklicher Auftakt für die Reihe von Vorträgen und Veranstaltungen, die der Winter bringen soll. Die Musikgilde des Lobedachores (Leitung Otto Sieg« l e r) leitete mit einem Musikstück den Abend ein. Der Groß'sche Männerchor sang zwei Lieder heimatlichen Charakters („Heimweh" und „Unter der Dorflinde") und fand dafür dankbaren lebhaften Beifall. Der Führer des Ortsringes Gießen des Reichsbundes für Volkstum und Heimat Lehrer Dr. Miche« hielt die Eröffnungsansprache. Seinen Worten sei folgendes entnommen: Mit dieser ersten Veranstaltung trete in das kulturelle Leben unserer Stadt ein neuer Bund, von dem viele Volksgenossen allerdings noch nicht viel wüßten. Der Sinn des Bundes sei, daß durch ihn unseren Volksgenossen alle Werte unserer Heimat vor Augen geführt und die Heimat allen lieb und wert gemacht werden solle. Alle Schichten unseres Volkes sollten im lebendigen Wissen um die gemeinsame Heimat geeint werden. Der Reichsbund erfülle mit dieser Aufgabe eine bedeutsame völkische Mission und weise den Weg zurück zur Heimat. Das Vortragsprogramm sei „nicht weit her", denn der Wert der Stoffgebiete und des zu Vermittelnden steige nicht dadurch, daß das Thema oder der Redner räumlich recht weit von uns entfernt feien. Vielmehr sei es doch so, daß. je mehr sich die Stoff- gebiete von uns entfernten, sie umfo weniger bedeutsam für uns seien. Alle Bildungsarbeit habe aber nur dann Sinn, wenn sie restlos unserem Volke diene Das Wissen um unsere Heimat müsse im Vordergrund stehen. Die Heimat müsse Ausgangspunkt und Ziel zugleich sein. Heimat und Volkstum sollten nicht totes Mu- seumsgut fein, sondern beseelte Kraft in uns. Die gemeinschaftsbindenden Kräfte in unserem Volke auszulösen und wirksam werden zu lassen sei die große Aufgabe des Reichsbundes. Im weiteren Verlauf des Abends sprach dann Stadtbaurat Gravert über das Thema: „Wie unsere Stadt entstand !" Der Redner schilderte zunächst in klarem lieber« blick und an Hand von aufschlußreichen Zeichnungen das Gebiet, in dem sich die Stadt Gießen entwickelte. Er schilderte das große Sumpfland des Gießener Beckens, in dem viele Wasserläufe zusammen- flossen, deren Wassermengen sich aber erst einen Weg durch die Hügel in der Richtung nach Wetzlar bahnen mußten. Die dadurch entstandene Stauung habe dazu geführt, daß der Raum innerhalb der Höhen der Hardt, des Nahrungsberges, und des Rodtberges zu einem Sumpfgebiet geworden sei, das von verschiedenen Bachläufen durchzogen war. Der Redner schilderte gleichzeitig die große geologische Formation unseres Gebietes, die bestimmt fei von dem Ausgang des rheinischen Schiefergebirges und dem hier beginnenden Basalt- massiv des Vogelsberges. Die Hänge der genannten drei Hügel seien schon um das Jahr 800 besiedelt gewesen. Aus den Bewohnern der umliegenden Orte kropbach, Leuferlsrod, Diedetshausen, Achstadt und Selters habe sich die Einwohnerschaft der Stadt Gießen ergeben. Innerhalb des Sumpfgebietes habe sich eine Anhöhe von wenigen Metern erhoben, die im Norden steil, nach Süden zu aber allmählich abfiel. Auf dieser Insel sei dann die Stadt Gießen erstanden, nachdem Ende des 12. Jahrhunderts die Burg ,,ze den gießen" erbaut worden war, um die sich bald verschiedene Wohnhäuser scharten. Diese bildeten den Anfang einer kleinen Marktsiedlung, den Beginn des Werdens der Stadt Gießen. Die Westmauer der Burg Gießen fei noch heute zwischen den Häusern Laib und Wallenfels zu erkennen. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner insbesondere mit dem Aussehen der Gießener Burg, die acht Burgmannensihe in sich vereinigte und von einem tiefen Burggraben umzogen gewesen sei. An Hand von Zeichnungen konnte man die Form der Burg sehr gut erkennen. Die Achse der sich an die Burg anlehnenden Marktsiedlung bildeten der Marktplatz und der Weg zum Kreuzplatz. Die Wahrscheinlichkeit, daß Gießen anfänglich nur zwei Tore gehabt habe, sei nicht groß, vielmehr dürfte damit gerechnet werden, daß ein drittes Tor an der Neustadt errichtet wurde, da ja eine Verbindung für die Einwohner von Kropbach zu ihrem Ort und von ihrem Ort nach der Stadt bestehen mußte. Der verlauf der Stadtmauer sei in seinen Hauptzügen durch eine Reihe von Ausgrabungen, die vom Stadtbauamt in letzter Zeit gemacht wurden, ziemlich eingehend festgelegt. Damit sei auch eine Reihe von Theorien beseitigt worden, die früher über den Umfang des Stadtkernes bestanden. Wann die Stadt Marktrecht erhalten habe, sei leider durch keine Urkunde mehr nachzuweisen. Erst im Jahre 1248 sei zum erstenmal von Bürgern der Stadt Gießen die Rede. Es sei allerdings anzu- nehmen, daß Gießen schon vor dieser Zeit Stadtrechte erhielt, denn bereits im Jahre 1197 sei die Burg Gießen Witwensitz der Gräfin Salome gewesen. Die älteste Stadtmauer sei von der Entwicklung der Stadt bald überschritten worden; die Stadt dehnte sich nach Norden, wie auch nach Süden zu aus. Am Lauf der unteren Wieseck habe sich außerdem ein kleines Industrieviertel gebildet, in dem die Wasserkraft der Wieseck ausgenützt wurde. Verschiedene Straßennamen (Mühlstraße, Wolken- (Walken-) gasse, Löwen- (Lohgerber-) gaffe) deuteten noch darauf hin. Ob Gießen bis zum Ausbau als Festung durch Philipp den Großmütigen eine Zwischenbefestigung gehabt habe, sei fraglich. Es seien nirgends Reste einer solchen gefunden worden. Der heute noch erkennbare Umriß unserer Altstadt sei (unter zwangsweiser Verlegung der Wieseck) durch den Festungsgürtel, der im 16. Jahrhundert geschaffen wurde, festgelegt worden. An der Stelle unserer gegenwärtigen Grünanlagen sei ehedem ein tiefer Graben und ein hoher Schutzwall aufgeworfen gewesen. Ein klarer Plan ließ die Zuhörer auch diesen Stand der Entwicklung unserer Stadt erkennen. Der Redner, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Entwicklung der Stadt Gießen nur bis zum 13. Jahrhundert aufzuzeigen (das Stoffgebiet fei viel zu umfangreich, um es innerhalb eines ein« stündigen Vortrages umreisten zu können), schloß seine hochinteressanten Ausführungen mit einigen Gedanken über das Wesen von Stadt und Land und betonte dabei, dah die Stadt eine uns durch« aus artgemätze Entwicklung unseres völkischen Lebens darstelle und daß Die Bevölkerung der Stadt ebensowohl eine bodenständige Bevölkerung fein könne, wie die des Landes. Der Dortraa fano lebhaften Beifall. Der Lobedachor fang dann unter musikalischer Begleitung durch die Musikgilde des Lobedachores ein feines Lied: „Es wollt' ein Jägerlein jagen!" in einem Satz von Paul Kickstatt und sicherte sich damit dankbaren Beifall. Der Grostsche Männer« chor brachte außerdem noch zwei vaterländische Chöre zu Gehör („Deutschland, heilger Name" und „Mahnung"). Lehrer Dr. Michel hielt die Schlußansprache. Er dankte zunächst allen Mitwirkenden, die zur Verschönerung des Abends beitrugen, und wies dann auf die nächsten Veranstaltungen des Ortsringes hin. Er machte besonders darauf aufmerksam, daß demnächst eine Führung durch die Stadt unternommen werden solle, bei der die Anfänge der Stadt Gießen an Ort und Stelle betrachtet werden sollen. Ferner wies er auf den Ausflug nach dem Schiffenberg hin, der ebenfalls einen interessanten geschichtlichen Rückblick bringen werde. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer Adolf Hitler, auf Heimat und Vaterland und mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes wurde die anregende Veranstaltung geschlossen. Spenden für das Mnterhilsswerk Sämtliche Zahlungen für den kreis Gießen, die das Winterhilfswerk 1934/35 betreffen (Spenden, Strahensammlungen, Haussammlungen, Eintopfgerichte usw.), sind nur auf Konto der Vezlrksfparkasfe Gießen, Nr. 4600 einzuzahlen bzw. zu überweisen. 1^. AM XU* Alter Winkel (abgebrochen) zwischen der Stadtmauer und der Schloßgasse am Hochstätterschen Haus. „Die Insel" Lichtspielhaus „Die Insel" heißt ein Theaterstück von Harald Bratt, das die Grundlage für das Drehbuch zu einem der letzten großen Filme der Ufa bildete. Damit wurde für den Film ein (soweit wir sehen können) ganz neues Gebiet erschlossen; oder es wurden doch jedenfalls Motive des Gesellschaftsund Kriminalstückes in einen Umkreis verlegt, dem sich die Kamera bisher noch nicht genähert hatte. Die Insel —: das ist der kleine, völlig in sich abgeschlossene Bereich der diplomatischen Vertretung in einem fremden Lande. Der Name ist ein Symbol: wie eine winzige Insel im weiten Meer liegt die Botschaft inmitten des fremden Staates und Volkes, vorgeschobener und äußerst exponierter Posten des eigenen Landes, ein Stückchen Heimat, begabt mit außerordentlichen Vollmachten, belastet mit außerordentlicher Verantwortlichkeit. Die Menschen auf dieser Insel bilden eine kleine, auf Tod und Leben miteinander verbundene Besatzung, sie stehen sozusagen Tag und Nacht im Belagerungsoder Ausnahmezustand und sind untertan alle nur einem einzigen Gesetz: der Idee des Staates, der sie hinausgeschickt hat. Dieser auf den ersten Blick theoretisch scheinende Grundgedanke wird beispielhaft entwickelt an einer ungemein spannenden Kriminalaffäre; es mag dahingestellt bleiben, ob ein Fall, wie er hier beschrieben wird, in seinen Voraussetzungen praktisch möglich, in seiner Lösung taktisch und strategisch richtig und einwandfrei behandelt ist; ob etwa gewisse an sich belanglose Formfehler unterlaufen: wesentlich scheint uns zu sein, dah das Interesse des Beschauers nicht völlig von dem Fall als solchem, der ja nur als Beispiel 3U gelle" hat, in Anspruch genommen und gleich- fam aufgezehrt wird, sondern daß dem Beschauer hier ein Einblick in Lebensbereiche, Daseinsformen und Gesetzmäßigkeiten eröffnet wird, die dem Durchschnittspublikum vermutlich sehr fern liegen; und daß über dem Fall an sich die grundsätzliche Bedeutung eines solchen, vermutlich in so zugespitzter Form ziemlich seltenen Falles, also der Grundgedanke und die, wenn man will, erzieherische Mission des Filmes nicht übersehen werden und verloren gehen. Es kommt daher weniger auf die fast sensationell klingenden Tatbestände an: der Abschluß eines wirtschaftspolitisch wichtigen Handelsvertrages wird durch plötzlich auftauchende mili- ckärifche Dokumente schwer gefährdet; der Kampf um diese geheimnisvollen Papiere droht sich zu «einem gesellschaftlichen Skandal von unabsehbarer Tragweite auszuwachsen; der Bestand der „Insel" scheint in seinen Grundlagen erschüttert zu werden.. Sondern es kommt auf die Folgerungen an, die aus der Abwicklung der Affäre gezogen werden: die Besatzung der Insel ist sozusagen unantastbar, aber das persönliche Schicksal und die Ehre des einzelnen Mannes werden belanglos, wenn es um die Ehre, das Ansehett und die Wohlfahrt des Staates geht, dem allein die Arbeit der Männer auf der Insel gewidmet ist. Die Spielleitung hatte Hans S t e i n h o f f; er bewies mit der Inszenierung dieses Filmes, daß er sowohl ein Gesellschaftsstück mit aller kriminalistischen Spannung zu spielen als auch den theoretischen Kern einer ungewöhnlichen Fabel mit bildhafter Eindringlichkeit zu behandeln versteht; er verfügt neben den konventionelleren Episoden, die man aus vielen andern Filmen kennt, über eine intime, exakte und sehr gepflegte Dialogführung, wie sie sonst im Film nicht besonders häufig, aber gerade hier von wesentlicher Bedeutung ist; daß die Regie die überaus wirksame Kontrastierung der beiden wichtigsten Schauplätze, innerhalb und außerhalb der „Insel", vollkommen beherrscht, mag nur nebenbei bemerkt sein. Die Arbeit der Spielleitung wird durch ein sehr gutes Ensemble unterstützt, dessen Geschlossenheit nicht darunter leidet, daß es neben prominenten auch ganz unbekannte Namen aufweist. Den Botschafter spielt Otto T r e ß- l e r mit einer so noblen Haltung und weltmännischen Sicherheit, daß man ruhig zugeben darf, wie verblüffend er gelegentlich in Erscheinung und Tonfall an Bassermann erinnert. Brigitte Helm: kühl, elegant, verhalten noch in der Erregung eines starken Gefühls, tritt im Gesamtbild ein wenig zurück hinter den wichtigeren Männerrollen Willy Fritsch, Günstling des Publikums, anfangs nur liebenswürdig wie immer, wächst zusehends in die über eine oberflächliche Kavalierrolle hinausrei- chende ernsthafte Aufgabe hinein. An sehr sichtbarer Stelle ein ganz unbekannter Mann: Heinz von Cleve als Militärattache, knapp, beherrscht, über» Zeugend. Waller Franck war schon durch seine äußere Erscheinung der gegebene Darsteller für den fremden Minister; überdies spielt er ausgezeichnet. Auch Meyerinck paßt glänzend in die ihm zugedachte Rolle auf der Insel; er kann geradezu als Typ gelten. Fran?oise Rosay verleiht der maßlos ordinären Dame Silvia mit beängstigender Treffsicherheit eine fatale Umrißschärfe. Andrews Engelmann, ebenfalls neuer Name beim Film, und Hans L e i b e l t runden den Kreis der wichtigsten Figuren untadelig ab. * Aus dem Beiprogramm nennen wir den Kulturfilm „Als man anfing, zu filmen" mit einem interessanten Bericht des bekannten Filmpioniers Oskar Meßt er: eine ebenso amüsante wie lehrreiche Sache; ähnliche, teilweise auch die gleichen Dokumente aus der Kinderzeit des Films wurden übrigens vor einiger Zeit bei anderer Gelegenheit hier in Gießen dem staunenden Publikum vorgeführt. —r— Som Alter der Tiere In der Volksüberlieferung ist man stets schnell bei der Hand für manche Tiere ein geradezu sagenhaftes Alter anzunehmen. Christian Morgenstern hat das in geistreicher Weise in einem seiner Gedichte an der Schildkröte dargestellt. Den Rang des Methusalem billigt man im allgemeinen auch noch dem Elefanten und dem Papageien zu. Es ist eigentlich verwunderlich, daß noch verhältnismäßig wenig umfassende und wissenschaftlich zuverlässige Erhebungen über diese Frage angestellt worden sind. Man geht bei derartigen Ermittlungen häufig von der Annahme einer durchschnittlichen Lebensdauer aus und vergleicht sie mit der Zeit, die das Lebewesen bis zur Vollreife braucht. Nimmt man an, daß der Mensch sein höchstes Wachstum mit achzehn Jahren erreicht hat, so kann seine Gesamtlebensdauer auf durchschnittlich ungefähr das Dreifache der Wachstumsperiode angesetzt werden. Bei den Tieren liegen die Verhältnisse weitaus günstiger. Die meisten Säugetiere leben das Acht- bis Zehnfache ihrer Wachstumszeit, ja es gibt Fälle, in denen sie das Zwanzigfache erreichen. Hunden werden 15 bis 20 Jahre alt, auch Katzen bringen es bis zu einer Lebensdauer von 20 Jahren. Hasen leben bis zu 12, Eichhörnchen bis zu 8, Mäuse bis zu 6 und Löwen bis zu 35 Jahren. Bei Bären tafln man mit einer Lebensdauer von 40 Jahren rechnen und Schafe werden 15 Jahre alt. Don Kühen und Ochsen sind Fälle bekannt, in denen Tiere 30, ja bisweilen 40 Jahre erreichten. Auch bei Pferden sind derartige Höchstleistungen des Organismus nicht selten; ein Pferd soll sogar das ungewöhnliche Alter von 61 Jahren erreicht haben. Kamele können bis 80 Jahre alt werden. Unter den Säugetieren scheinen tatsächlich die Elefanten, die bisweilen 150 Jahre erreichen, die Siegespalme beanspruchen zu dürfen. Die Hindus schreiben diesem Dickhäuter foaar noch eine größere Lebensdauer zu und erzählen von 300 Jahre alten Elefanten. Daneben erscheinen die Insekten als von der Natur nicht sonderlich bevorzugt. Immerhin bringt es die gewöhnliche Fliege auf eine Lebensdauer von mehr als sechs Monaten, bisweilen sogar bis auf ein Jahr. Die Stechmücken leben zwei bis drei Monate, eine Bienenkönigin ein bis zwei Jahre. Dagegen ist ein Fall beobachtet worden, in dem eine Ameise unter besonders günstigen Umständen das stattliche Alter von 15 Jahren erreichte. Besonders langlebig sind die Fische. Neunaugen trotzen in Fischteichen dem Tod manchmal 50 Jahre lang, ja manche von ihnen sollen 60 Jahre alt geworben sein. Ein zähes Leben haben auch der räuberische Hecht und der Karpfen, die nicht selten unter günstigen Verhältnissen 150 Jahre leben. Einem großen Hecht in einem roürttembergifdjen See wird sogar ein Alter von über 260 Jahren zugesprochen. Der Lachs lebt dagegen durchschnittlich nur vier Jahre. Schild« träten werden oft über 250 Jahre alt; das Krokodil braucht allein für sein Wachstum ein Jahrhundert. Unter den Vögeln kann der Sperling 20 Jahre und das Rotkehlchen 25 Jahre leben. Eine Berbertaube hat ein Alter von über 30 Jahren erreicht. Von Papageien ist ein Lebensalter von 80 Jahren bekannt, von Raben nahezu 70, von Reihern 60 und von Adlern 100 Jahre. Einen Rekord der Lebensdauer haben für ihre Gattung ein Schwan mit 70 Jahren, ein weißköpfiger Geier mit 180 Jahren und eine Silbermöve mit 65 Jahren aufgestellt. B. ßocbfcbulnachricbfetL Der ao. Professor Dr. Hans N a u j o k s von der Universität Marburg ist zum o. Professor der Gynäkologie an der Universität Köln ernannt worden. Der ao. Professor Dr. Hans P l i s ch k e von der Universität Göttingen, Direktor des Seminars für Völkerkunde und der Ethnographischen Sammlung, wurde zum ordentlichen Professor in Göttingen ernannt. Der Privatdozent Dr. Paul Raethjen von der Universität Königsberg wurde zum o. Professor der Meteorologie an der Universität Hamburg ernannt. Der Privatdozent Dr. Hans K o ch an der Universität Wien wurde zum Ordinarius für Kirchen« geschichte an der Universität Königsberg ernannt. Professor Dr. Otto Schultze, Ordinarius an der Universität Königsberg, wurde auf den Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Halls berufen. Der Privatdozent Dr. Walther Eiliger an bet Universität Halle ist als Ordinarius für Kirchen« geschichte an die Universüät Kiel berufen worden. Aus der provinzialhaupistadt Gar zu leicht kommen ja die Manner in das politische Fahrwasser und sind dann oft sehr hitzig.! Au« parteiamtlichenBekanntmachungen rufenen ordentlichen Professors Dr. k a m p ernannt. Oie Deutsche Arbeitsfront TlS-Semeinschast »Kraft durch Sreube*. di- Leiter der Bezirkssrbeitsg°m-in,chast-n und der Giekener Sckularuppen am kommenden iyreira0, 16 Uhr, im Hotel Köhler zu Gießen. Der Bezirk Grünberg versammelt sich am 27. Oktober 15 Uhr, zu einer Tagung in Grünberg im „Wllden Mann . Neuer Direktor der Medizinischen Klinik Von der Pressestelle der Universität Gießen wird Neue Wohlfahrts-Wertzeichen. Die Deutsche Reichspost gibt am 5. November neue Wohlfahrtswertzeichen zu Gunsten der Deutschen Nothllfe heraus. Es sind, wie im vorigen Jahre, wieder neun Marken: zu 3 plus 2, 4 plus 2, 5 plus 2, 6 plus 4, 8 plus 4, 12 plus 3, 20 plus 10, 25 plus 15 und 40 plus 35 Reichspfennig und eine Postkarte zu 6 plus 4 Reichspfennig. Die zusätzlichen Betrage geben die Wohlfahrtszuschläge an. Der Vertrieb durch die Postanstalten und durch die Deutsche Nothllfe dauert bis Ende Februar 1935. Die Gültigkeit der Wertzeichen hört mit Ende Juni 1935 auf. Für die Marken sind Darstellungen gewählt worden, die die friedliche Tätigkeit des deutschen Volkes in allen einen Ständen am Wiederaufbau des Reiches aus- drücken sollen. Die Bilder zeigen den Kaufmann, Schmied, Maurer, Bergmann, Baumeister, Bauer, Forscher, Künstler und Richter. Das Wertzeichen der Postkarte trägt das Brustbild eines SA.-Man- nes als Sinnbild für die deutsche Volksgemeinschaft. Die Entwürfe stammen von Professor Ferdinand Spiegel. Deutsche Aerzte in Ostafrika. Gozialarbeit in der Hitler-Lugen- Tagung der Sozialwarte der HI. im Bann 116 Gießen. Aber die Wogen glätten sich schnell, wenn unsere Frauen eingreifen und wieder leichtere Sachen vorbringen. Klatsch und Tratsch darf es natürlich nicht sein. Dafür sind solche Abende zu schade. Sehr schön ist ee, wenn ältere Leute sich zu uns gesellen und nun aus früheren Zeiten erzählen. Das gibt dem Abend die rechte Stimmung. Man fühlt sich dann schön geborgen im warmen Zimmer, mag es auch draußen stürmen und regnen. Die Kunst der Unterhaltung ist ja nicht schwer, man muß nur den andern auf die Augen schauen und zuhören, auch einmal schweigen können. Wenn wir. uns nach einem solchen Abend verabschieden, freuen wir uns schon auf die nächste Zusammenkunft. Damit nun „nichts dazwischen kommt", wie es jo oft heißt, legen wir am besten einen bestimmten Tag fest. Es wird hier lind da Schwierigkeiten geben, aber schließlich geht es doch. Der Anfang ist immer am schwersten. Wenn sich die Menschen aber erst gefunden haben, dann kommt das Bedürfnis ganz von selber, sich von Zeit zu Zeit einmal zu 'sehen und zu sprechen. Versuchs nur einmal, wenn du einsam bist! Laß deine Arbeit einmal liegen und plaudere mit deinen Freunden! Du wirst bald merken, wie ein solcher Abend Erholung und Entspannung bringt. W. Hebet die Durchführung der zusätzlichen Berufs- fchulung in der Hitler-Jugend in Verbindung mit Der Deutschen Arbeitsfront sprach sogann der Berufsreferent im Sozialamt des Bannes 116 Der in diesem Jahre durchgeführte Reichsberufswett» kampf der deutschen Jugend und der sich immer stärker bemerkbar machende Mangel an Facharbeitern mahnt uns zu beruflicher Arbeit. Nicht allein die Berufsschule mit ihrer nur theoretischen Der- mittlung beruflicher Kenntnisse und die oft sehr ein« fertige Lehre können junge Menschen zu Höchstlei« stungen auf beruflichem Gebiet bringen. Die Hiller-Jugend schaltet sich daher mit einer Schulung in Arbeitskameradschaften, Lehrwerkstätten, Scheinfirmen usw. ein, wo — wie im Heimabend — gemeinsam etwas in freudigem Wollen und Schaffen erarbeitet wird. In Erkenntnis dieser wichtigen Schulung hat der Gebietsführer Walter Kramer für die HI. einen Tag in Der Woche zum Berufsdlenst der HI. an« gesetzt, wo jeder Jungarbeiter die zusätzliche Berufsschulung durchmachen soll. Die Hitler-Jugend sorgt so dafür, daß Deutschland der Qualitätsarbeiter erhalten bleibt. Sodann referierte über die Berufsberatung in Verbindung mit der HI. der Leiter der Berufsberatungssteile des Arbeitsamts Gießen. Er stellte in längeren Ausführungen die Anhaltspunkte für die berufliche Beratung an jungen Menschen heraus und betonte, daß weniger die Neigung, als dis wirkliche Eignung zum Ergreifen eines Berufes ausschlaggebend ist. Bei der Berufswahl hat der junge, ins Leben hinaustretende Mensch sich aber auch zu fragen, ob der von ihm erwählte Beruf nicht allein zu seinem Nutzen, sondern auch der gesamten Nation von Nutzen ist. Der Gedanke an das eigene Ich oder das Verlangen nach höchster Verdienstmöglichkeit ist den Erfordernissen des Dolkek hintanzustellen. Schon hier kann der junge Mensch zeigen, ob er den Nationalsozialismus richtig begriffen hat und bereit ist, seinem Volke zu dienen und zu opfern. Während früher bei der Berufsberatung nut das Urteil der Lehrer, der Eltern und die Eignungsprüfung allein ausschlaggebend waren, hat man jetzt noch zur Ergänzung die Beurteilung der Jungen und INädel durch die Hitlerjugend herangezogen. Mancher junge Mensch entwickelt im Kreise seiner Kameraden, im Dienst, im Zeltlager oder wo •* sonst sein mag, Fähigkeiten, die zu entwickeln « zu Hause oder in der Schule keine Möglichkeit hat- Den Ostern 1935 zur Schulentlassung kommenden Jugendlichen werden schon jetzt von der HI. aUk Beurteilungebogen ausgestellt, die bei der Berufs' beratung wesentlich in die Bewertung gezogen werden. Das Arbeitsamt teilt dann später oem Sozialamt der HI. mit, wo die einzelnen Jungen und Mädel untergebracht worden sind. Man sieht auch hier wieder, wie sich die Hitlerjugend überall einschaltet, um mitzuhelfen am Neubau unseres deutschen Volkes. An die Vorträge schloß sich eine längere Aussprache an, in der noch manche Frage geklart werden konnte. । Wenn man den Eifer und den Ernst beobachtet, । mit dem die Hitlerjugend gerade auf sozialem Gebiet arbeitet, dann muh man fest stellen, dah 1 hier etwas geschaffen wird, das zum grohen Teil zum Bestand und zum Aufbau unserer Nation beitragen muh. ■ Durch die gewaltige Organisation des Sozialamtes ist es mögrtch, jeden einzelnen Jugendlichen zu Gießener Einzelhändler werben! Unter diesem Stichwort erscheint in der heutigen flummer des Gießener Anzeigers eine Sonderseite, sn der vertrauenswürdige Unternehmungen des Gießener Einzelhandels mit ihren Empfehlungen hervortreten. Die Einreihung jedes einzelnen Geschäftes ist nach Geschäftszweigen übersichtlich geordnet. Ein kraftvoller Holzschnitt mit der Darstellung des fahrenden Handelsmannes im 15. Jahr- hundert, wie er vom Jrachtwagen aus verkauft, belebt die Sonderfeite, die abschließt mit der Feststellung, daß sich das deutsche Volk seit der Erhebung immer mehr vom Kauf der Massenware ab« gewandt hat. Der Aufforderung „Raufe Qualitätsware beim Einzelhändler" schließen wir uns auch an dieser Stelle an und bitten unsere Leser um die eingehende Beachtung der Werbung des Gießener Einzelhandels. Zwanglose Geselligkeit. Die Herbststürme fegen über das Land und zerren die bunten Blätter von den Bäumen. Regen strömt hernieder und schwere Nebel liegen auf dem Land. Der gute Freund unseres Hauses, der Ofen, ist wieder in seine Rechte eingesetzt worden. Wir eilen, daß wir aus dem feuchtkalten Wetter in die warme Stube kommen. Die Abende, die wir draußen in der Natur verbrachten, sehen uns nun im Kreise der Familie. Doch die Kinder gehen bald zu Bett. Und nun? Sind sie nicht langweilig, die e Abende? fragen die einen. Im Gegenteil, sagen die andern, ich habe immer bis spät in die Nacht zu dss-Universität Gießen Dr. Eduard Bötticher mit Wirkung vom 1. Oktober 1934. Rundfunkprogramm Freitag, 26. Oktober. 8 Uhr: Dauernfunk. 6.15: Gymnastik L 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühm-ldungen. 6.55: Margen, (prud) — Choral. 7: Fruhkonzert 8.30 bis 8.45. Gymnastik. 9: Werbekonzert. 9.15: Nachrichten. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunks „Der Hamburger Hasen . Funkberichte. 10.45: Praktstche Ratschlage für Küche und Haus. 11.45: SoMdienst 12: M,t- tag-konz-rt I. 13: Saardienst. Nachrichten 13.10. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 18.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wlrtschasts- bericht für di- Saar. 15: Nachrichten 15.15: Für di- graul 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Neueste Schallplatt-N. 18:, Hitler-Jugend Im Sjeimabcnb! 18.15: „Mit erhobenem Zeigesinger! Kleine Mahnung und Plauderei. 18.25: Gespräche um das Bolksauto. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.«: Po- litis-her Kurzbericht. 20: Nachrichten. 20.15: Wag- ner-Konzert. 21.40: Heitere Begebenheiten aus J Bayern. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem S-nd-bezirk. 22.15: Saarländer sprechen. 22.30: Der Zeitfunk bringt die Sportvorschau. 23: Menschen und Landschaft. 24 bis 1: Nachtmusik. ^Der^Profrssor Dr. Helmut R e in w e i n - Hanno- oer, wurde vom 1. November 1934 flum liehen Professor in der Medizinischen Fakultät und zum Direktor der Medizinischen Klinik unserer Um- versität als Nachfolger des nach Freiburg i B. berufnen ordentlichen Professors Dr. Bohnen Am vorigen Sonntag fand in den Räumen der Oeffentlichen Handelslehranstalt in Gießen eine Tagung der Sozialwarte der HI., des BDM. und des Jungvolks im Bereich 116, sowie der Kreis- und Ortsjugendleiter der DAF. statt. Oer Leiter desSozialamts imBannl 16 begrüßte die etwa 100 erschienenen Referenten und Referentinnen und sprach anschließend über den Aufbau und die einzelnen Aufgabengebiete des Sozialamts der Hitler-Jugend. Die soziale Arbeit an der deutschen Juaend ist eine der wichtigsten Aufgaben der Hitler-Jugend, wie der Sozialismus überhaupt die Grundlage des Nationalsozialismus ist. Man verstehe das Wort „sozial", so führte er aus, oft gar zu falsch, indem man dabei an „Almosen geben", „Kranken- und Krüppeloersorgung" oder dergleichen denke. Das wirkliche Ziel dieser Arbeit sei die Gesunderhaltung und die Kräftigung der gesamten Jugend, sowie deren Erziehung zum Beruf und die Abwendung der mit diesem oft verbundenen Gefahren. Es sei daher naturgemäß, daß mit dieser Arbeit schon im frühesten Alter des Jungvolks und der Hitler-Jugend begonnen werde, um so eine Generation heranzubilden, die ihre Aufgaben unb Pflichten als schaffendes Volk ganz und gar erfüllt. Er erläuterte bann weiter die einzelnen Arbeitsgebiete der Sozialarbeit, wie Jugendpflege, Jugendfürsorge, ErhSlungspflege, Lehrstellenvermittlung, Lehrlingsbetreuung, Jugendaesunbheitsführuna, Ar- deitsbienst, Landhilfe, Landjahr, Berufsarbeit, soziale Versicherungen, Eingliederung der ßanhjugenb in bie Hitler-Jugenb, Zusammenarbeit mit Behörden unb Parteistellen unb bie naturgemäß mit bem ein- setzenden Winter eintretenben sozialen Sofortmah- nahmen. Sobann sprach ber Sozialamtsleiter weiter über bie Zusammenarbeit ber HI. mit bem BDM. unb bem Jungvolk, welche beiben letzteren Einheiten bem Sozialamt ber Hitler-Jugenb bereits seit längerer Zeit unterstehen, um so auf gemeinsamen Weg unb gemeinsamer Front für bie sozialen Belange ber deutschen Jugend sich einzusetzen. Er appellierte am Schluß seiner längeren Ausführungen an bie Sozialwarte, ihre Augen offen zu halten in ihren Einheiten, jeben einzelnen Kamerad unb jebe Kameradin zu beobachten unb zu erfassen, bamit die soziale Arbeit der HI. fruchtbringend für die gesamte deutsche Jugend und damit für das ganze deutsche Volk wirken kann. Jeder Deutsche müsse erkennen, daß bie soziale Arbeit in Verbinbung mit ber weltanschaulichen, politischen Schulung unb sportlichen Körperertüchtigung ber Hitler-Jugenb mit ber wichtigste Be- stanbteil zum Aufbau unserer Nation ist. Oer Referent für Zugendrecht im Sozialamt des Bannes 116 hat. Lebhafter Beifall dankte bem Rebner am Schlüsse seiner Ausführungen, bie durchdrungen waren von Liede zu Lanb unb Leuten in Ostafrika. Anschließenb machte ber Gauvorsitzende Wei - g e l (Gießen) einige Ausführungen über Zweck unb Ziel des Guttempler-Orbens. Mit Dankesworten ftn ibn und an Dr. Kuhl schloß darauf ber Dorsitzenbe Weder die Veranstaltung. Vornotizen. — Tageskalenber für Donnerstag: NS.-Frauenschaft, Ortsgruppe Mitte, 20 Uhr, Saal ber Herberge zur Heimat, Ortsgruppenabend. — Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr, „Polenblut" (NS.- Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Die Insel". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg, „Das Taucher-Duell". — Oberh. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Gemälde-Ausstellung. — Volksmissionarisches Amt der evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen, 20 Uhr, Dolks-Missionsvortrag „Chri- stentum oder germanische Religion?" Gießener Wochenmarktpreife. erläuterte anschließend die Arbeit dieses Referats. Man verstehe unter, dieser Arbeit ost etwas ganz Verkehrtes. Die Jugend hat einen Rechtsanspruch auf ihre Belange, insbesondere in den arbeitsrechtlichen Verbindungen. Die Jugend soll straff und streng erzogen werden, besonders im Beruf, aber man sollte diese Gedanken nicht in eine Ausnutzung ber Jungarbeiter urnbrehen. So steht das Rechtsreferat dauernd in Verbindung mit den Jugend- gerieten, Handwerks- und Handelskammern unb onberen Stellen, um ben Belangen der Juaend im Rahmen nationalsozialistischer Auffassung Gel- hing zu verschaffen. Der Rechtsreferent ist aber auch Berater ber Jugend in allen Rechtsfällen, er will als Kamerad die Scheu der Juaend vor den Gerichten auszutreiben suchen und in Schulnngs- abenben ber Jugend das deutsche Recht näher- Aufruf zur Beteiligung an einer Bastel-Ausstellung. Jeder Arbeitskamerad hat ein Steckenpferd, das er in feiner Freizeit reitet. Der eine bastelt, baut Rundfunkgeräte, ber andere weiß mit ber Laub- äge gut umzugehn und baut Lampenschirme usw. zusammen. Wieder ein anberer photographiert ober versucht zu malen, oder betätigt sich sonst irgendwie schöpferisch. "Wir fordern hiermit alle Arbeitskameraben aus dem Kreise Gießen auf, bie ihre Freizeit im Winter auf diese Weiss tätig ausfüllen, sich an einer Ausstellung selbstgefertigter Gegenstände zu beteiligen. Ä w Die Ausstellung ist geplant vom 9. bis 18. November. Bis spätestens Samstag, 27. Oktober, erbitten wir folgende Meldung: 1. Name, 2. Beruf, 3. Betrieb, 4. Art des Ausstellungsgegenstandes (Photo, Schnitzerei, Oelgemälde). bas Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Kuben 8 bis 10, Spinat 10 bis 12, Römiichkohl 8, Untertohirabi 8, 9to|enfof)I 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, lomaten 12 bis 15, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 40, Kartoffeln 4 Pst, d-r Zentner 3.20 b 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 1? Pf., der Zentner 8 bis 12 Mk., Birnen, das Pfund 8 bis 12 Pf., Nllst- 25 bis 30, junge Hahne 80 bis 90, Suppen. Hühner 60 bis 70, ®än[e 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Endivien 5 bis 15, Dbertoblrabt 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Pf. * •• Heffifche Hp ch fch u l p e r f o n a l i e n. Der Reichsstatthalter in Hessen gibt bekannt: Ernannt wurden: der planmäßige außerordentliche Prosestor für äronautische Meteorologie an der Technischen Hochschule Darmstadt Dr. Walter Georgll zum persönlichen Ordinarius; die Privatdozentin an der Technischen Hochschule Darmstadt Dr. Ottilie R ad Y zum außerplanmäßigen außerordentlichen Professor mit Wirkung vom gleichen Tage. Aus dem hessischen Staatsdienst entlassen wurde der außer- ordentliche Professor für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht mit ihren Nebengebieten an der Lan- * Gießen, 25. Oft. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (in- ländische Kühlhauseier) 10 bis 12, (ausländische) 10 bis 11. Wirsing, das Pfund 10 Pf., der Zentner 6 bis 8 Mark. Weißkraut, das Pfund 6 bis 7 Pf., der tun. . , । So sind die Menschen. Diele fühlen sich einsam, wenn sie in ihren vier Wänden sitzen, andere wie- der müssen immer tätig jein. Beides ist verkehrt. Einsam brauchen wir nie zu sein. Es gibt ja Freunde in der Welt. Es müssen nicht immer Menschen sein. Die treuesten Freunde sind unsere Bücher. Auch gute Hausmusik verschönt das Leben. Aber dauernd tätig zu sein, das macht müde, und die Leute, die nie Zeit haben, sind unzugänglich unb unzufrieden. Gewiß wollen wir tätig sein, sicher wollen wir auch einmal In stillen Stunden einsam sitzen und unser Leben überdenken, aber Dauerzustände sollen das nicht sein. Wir stehen mitten unter den Menschen und sollen deshalb auch mit ihnen zusammen leben. Wir sollen uns mit ihnen freuen, sollen ihr Leid verstehen lernen und Anteil nehmen an ihren Schicksalen. Wer sich ganz von der Welt abschließt, wird zum Einsiedler. Nach des Tages Arbeit brauchen mir Erholung, Entspannung. Erst bann kann uns der neue Tag frisch und arbeitsfroh sehen. Die mancherlei Fra- gen aber, die das Leben täglich stellt, das Weltgeschehen draußen, bewegen uns auch noch in den Abendstunden. Und da gibt es keine schönere und bessere Erholung als die zwanglosen Zusammenkünfte, bei denen sich Mensch zu Mensch findet. Aus das Wort zwanglos ist der Hauptton zu legen. Abendunterhaltung, Festlichkeiten, die „veranstaltet" werden und zu denen wir eine Einladung erhalten, fallen nicht unter das Wort zwanglos. Es gibt frei- tich auch Leute, die ohne diese Abendfeierlichkeiten nicht austommen können. Ob sie aber Entspannung bringen? Man wird da wohl schon ein Fragezeichen setzen dürfen. Man hat ober doch einen ober mehrere Freunbe unb auch Freundinnen. Kann man sich da nicht an einem Tag in der Woche so weit freimachen, daß man für einige Stunden zusammenkommt? Bei gutem Willen geht das sicher. Dazu braucht man keine Abendkleidung, kein Festessen, überhaupt gar kein Tagesprogramm. Wir kommen abwechselnd bei diesem ober jenem in seiner Wohnung zusammen. Das kann am Nachmittag sein, auch am Abenb, das ist ja ohne Bedeutung. Die Hauptsache ist, daß wir zusammenkommen. Wenn man nicht in der Arbeit ober in leichter Vergnügungssucht ertrinken will, bann braucht man ein Ruheplätzchen, auf dem man sich erholen kann. Und dieses Ruheplätzchen finden wir in der Geselligkeit. Da können wir uns einmal aussprechen. Es ist ganz selbstverständlich, daß bei solchen Zusammenkünften kein Aufwand getrieben wird, schon wegen der Hausfrau, denn gerade sie soll doch auch etwas von dem Abend haben. Wir sitzen beim traulichen Schein der Lampe in einer gemütlichen Ecke unb plaudern. Da sind die Erinnerungen vom letzten Sommer, wir haben vielleicht eine Reise gemacht, wir haben Bilder mitgebracht. Kleine Erlebnisse oder frohe Begegnungen werden aufgefrischt. Sind wir musikalisch, dann setzen wir uns an das Klavier, unb etliche alte schöne Volkslieder werben gesungen. Auch Gedichte werden vorgelesen ober kleinere Abschnitte einer Novelle. An Stoff fehlt es nie. Zur körperlichen Stärkung gibt es einen guten Apfel unb ein Butterbrot. Vielleicht auch ein Glas Most ober eine Taffe Tee. Auf diese Art hat doch auch die Hausfrau ihre Ruhe und kann sich an den Gesprächen beteiligen. Zu einem Lichtbildervortrag über Ostafrika hatte ■ ber ©uttemplerorben, Ortsgruppe Gießen, auf gestern abend in bie Herberge zur Heimat eingela- den Der Vorsitzende der Ortsgruppe Weber hieß die Erschienenen willkommen. Dann sprach Dr. Kuhl (Holzheim), ber vier Jahre in Ostafrika als Missionsarzt der Bethel-Mission wirkte. Er zeigte an Hand von zahlreichen Lichtbildern seine Tätigkeit als Missionsarzt, schilderte aus eigenen Erlebnissen das Leben der Eingeborenen unb ihre Eigenarten, sprach von der Schönheit des Landes unb der fortschreitenden Wirksamkeit ber Missionsarbeit. Nach der Schilderung seiner Abfahrt von Genua im Februar 1931 unb seiner Ankunft in Tanga im März 1931 ging er über zur Schilderung ber Mis- ionstätigfeit an sich. Tanga ist bie zweitgrößte Ha- enftabt von Ostafrika, bebeutenb als Ausfuhrhafen ür Kaffee unb Sisalhanf. Mehrere Bilber von Usambara, dem schönsten Teil Ostafrikas, vermittel- ten ein eindrucksvolles Bild von der eigenartigen Schönheit dieses Landes. Von Tanga aus führte ber Weg des Vortragenden zu feiner eigentlichen Wirkungsstätte, der Station Bombuli. Zu dieser Station führt nur eine einzige Straße, bie das ganze Jahr hindurch befahrbar ist, während alle übrigen Straßen nur in den trockenen Jahreszeiten zu gebrauchen sind. Teilweise mit dichtem Urwald bedeckt, bringt das Land u. a. Zedern- und Oliven- holz hervor, das dort verarbeitet wird und zur Ausfuhr kommt. Die Häuser der Einwohner sind meistens Rundhütten, mit Roterde beworfen und von einem Grasdach bedeckt. Sie haben einen Durchmesser von 10 bis 16 Meter und bieten Raum für eine ganze Familie. Das Leben auf ber Station unterscheidet sich nach ben Ausführungen von Dr. Kuhl kaum von dem europäischen. Heute gibt es dort schöne Häuser, teilweise sogar mit Wasserleitung unb mit elektrischem Licht. Die als Gehilfen beschäftigten (Eingeborenen find sehr geschickt. Wer es versteht, sie heranzubilden, ist erstaunt, wie schnell sie sich in ihre Arbeit einfinden und als brauchbare Menschen ihren Dienst verrichten. Das Hospital ber Station wurde in den Jahren 1926/28 erbaut und ist für Ostafrika vorbildlich geworden. Es besitzt 145 Eingeborenenbetten und etwa 20 Betten für Europäer. Die Organisation ist sehr gut geregelt. Der Operationssaal und die Apotheke genügen auch europäischen Ansprüchen vollkommen. Die Patienten setzen sich aus etwa 70 Dolksstämmen zusammen, mit denen die Verständigung sehr gut ist, da fast nur Suaheli gesprochen wird, eine Küstensprache, die von den Arabern in das Innere des Landes getragen wurde und heute in ganz Oft« ' afrifa so durchgedrungen ist, daß man mit ihr ' überall auskommt. In dem zur Station gehörenden = Aussätzigen-Asyl werden heute ebenfalls große Erfolge erzielt, nachdem man weiß, daß der Aussatz nicht so gefährlich ist, wie z. B. die Tuberkulose. Ebenso ist etwa 40 Meilen von Bombuli ein Heim für Geisteskranke errichtet, in dem eine segensreiche Tätigkeit entfaltet wird. Die Erfolge dort find heute so, daß die meisten Kranken wieder als geheilt entlassen werden können. Zum Schluß seines Dortrages zeigte der Redner noch prächtige Aufnahmen des Kilimandscharo, insbesondere bes Kibo-Gipfels (6010 Meter), den er bis zu einer Höhe von über 4000 Meter bestiegen Dann suchen wir die besten Gegenstände aus, um eine Ausstellung zu machen, um ben Volks- genossen, bie sich seither noch nicht an eine berartige Arbeit wagten, eine Anregung zu geben. Auch berufstätige Frauen können sich an ber Ausstellung beteiligen, für sie soll bie Ausgestaltung ber Wohnung mit einfachen, aber schönen Mitteln im Vorbergrunde des Interesses stehn. Jeder, der sich tätig an der Ausstellung beteiligt, hilft mit, Anregungen zur Ausgestaltung ber Frei- zeit weiter zu geben, schöpferische Kräfte bei allen Volksgenossen zu wecken. Die Ausstellung wirb noch im November sein, es ist zu erwarten, daß sie von Schulen und Erwachsenen stark besucht wirb. Da wir keinen Handwerker schädigen wollen unb dürfen, sind alle Gegenstände unverkäuflich. Die Orts- unb Betriebswarte der NS.-Gernein- schäft „Kraft durch Freude" haben sofort eine Liste aufzulegen, in die sich jeder, ber an ber Ausstellung teilnehmen will, eintragen kann. Es wirb bann von uns auch noch ein Termin festgesetzt, an bem von uns aus in ben Betrieben bie Gegenstänbe eilige» sehen werden. Im N S L B., K r e i s Gießen, findet für die Abteilung Höhere Schule, Fachschaft für „Neuere Sprachen", die nächste Sitzung am kommenden Freitag, 16 Uhr, in der Oberrealschule statt. Die Arbeitsgemeinschaft „Technische Lehrerinnen" hat eine Zufammenkunft am kommenden Samstag, um u .... ri------ - - -- 13.30 Uhr, in ber Mädchenberufsschule, Kirchstraße. Zentner 3,50 bis 4 Mark, Rotkraut das Pfund uoenuen In der Fachschaft „Volksschule" versammeln sich 110 Pf,, der Zentner 7 bis 8 Mark, Gelbe Ruben, l bringen. den Deutschland braucht Kolonien! setzen. Anschließend sprach in etwa einstündigem Vortrag über Das Thema „Kolonien oder nich t?" Or. jur. Sauer, Sonn 1662 den des der und Schwestern in der Heimat erforderlich, um die notwendigen Geldmittel zusammenzubringen. schen Lei st ungen in den Kolonien gegenüber. Er betonte in diesem Zusammenhang mit Nachdruck, füt Deutschland sei die koloniale Schuldlüge erst tot, wenn der deutschen kolonialen Ehre von den Kriegsgegnern voll Genüge getan und die deutschen Kolonien an uns zurückgegeben seien. der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und die NSDAP, den deutschen kolonialen Gedanken grundsätzlich bejahen. Der Führer strebe dahin, auf dem Wege der Verhandlungen und in friedlicher Regelung mit den anderen Mächten die Kolonialfrage in guter Weise für uns zu lösen. Ala Anzeigen AttiengeleMa!! Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften 6ießen. 56ulfiraBellr.7 in eigenen deutschen Kolonien für h verwies demgegenüber auf unser jetziges Abhängigkeitsoerhältnis in der Rohstoffbescyaffung aus dem Kolonialbesitz anderer Völker. Mit Nachdruck betonte er: Zukunft ganz und gar heimabgebunden sein mutz, i stürzung unter der Einwohnerschaft auslöste. Der r.j. ----l bis Dor brel Jahren mit Erfolg hier wirkende Leh- Deutsche Devisen- und deutsche Rohstoffnot ist nichts anderes als deutsche kolonialnott Die Generalvertretung: Gustav Heuser, Frankfurt a.M. Ruf: Carolus 41987/88 Hanauerlandstraße 200 Zukunft ganz und gar heimabgebunden sein mutz Zu diesem Zwecke schließen sich vorteilhaft ganz kleine Nachbarschaften zu Arbeitsgruppen auf den verschiedenen Gebieten der Heimatlehre zusammen. Dabei darf sich keine Gruppe etwa Beobach, tungen verschließen, die auf dem Arbeitsfelde einer anderen Fachgruppe liegen. Alle müssen mit und für einander und also für das große Eine arbeiten. Die Ergebnisse müssen auch schriftlich niedergelegt, beson. ders wertvolle veröffentlicht werden. Nach und nach muß dann für jedes Dorf, für jede Schule, ein H e i m a t b u ch erstehen auf Grund dessen jeder neu in Dorf und Gegend kommende Erzieher fruchtbringende Arbeit in der Heimatschule fortsetzen kann. Eine gut besuchte Versammlung im Saale des Cafe Leib, zu der auf gestern abend der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft und der Frauenoerein für Deutsche Uebersee (Deutsches Rotes Kreuz) eingeladen hatten, diente der Werbung für den deutschen Kolonialgedanken. Zu Beginn der Versammlung begrüßte die Leiterin des Frauenbundes, Fran Hummel hier müsse jeder mtthelfen und jeder opfern, alle Deutschen müßten einmütig zusammenstehen. Unsere Volksgenossen draußen müßten wissen, welchen starken Rückhalt in der deutschen Heimat sie haben, und aus diesem Bewußtsein heraus müßten sie immer die Kraft schöpfen können, sich mit Nachdruck für die Erhaltung ihres Deutschtums einzu- Mit Bitterkeit wies der Vortragende darauf hin, daß keine der Regierungen des Weimarer Systems jemals für die Rückgewinnung unserer Kolonien aufgerufen habe, ja daß sich in jener Zeit sogar Kolonialgegner in Deutschland selbst betätigen konnten. Erst mit dem Durchbruch des Nationalsozialismus zur Macht habe sich auch in kolonialer Hinsicht bei uns ein grundlegender Wandel vollzogen, erst seitdem gehe auch hierin ein Erwachen durch Deutschland. Das deutsche Volk sei sich der Größe und der Bedeutung eines deutschen Kolonialreiches wieder bewußt geworden ...... 1 ' ' > an uns begangene kolo- Kreis Alsfeld. xx Nieder-Ohrnen, 23. DEL Der Steinbruch von Corte im Mühlberg ist den ganzen Sommer über in Betrieb gewesen. Dadurch konnten mährend des Sommers etwa 18 Arbeiter lohnenden Erwerb finden. Da das Material im ursprünglichen Bruch aber nicht mehr einwandfrei war, wurde in einer Entfernung von etwa 200 Meter ein neuer Bruch eröffnet. Die Steine werden von hier aus mit einer Zugmaschine bis zur Klopfmaschine be- fördert, wo sie dann zerkleinert und am Anschluß- gleis verladen werden. — Auch in der Eisen» st e i n g r u b e herrscht wieder reger Betrieb. H. Wettsaasen, 24. Okt. Don einer Kommission wurde das Land unserer Gemar- kung untersucht. Es handelt sich dabei um die Feststellung des Einheitswertes, der bei der Steuerfestsetzung für den Landwirt maßgebend ist. Die Einschätzung war seinerzeit zu hoch erfolgt und wurde auf eine Beschwerde der Bauern noch einmal einer Nachprüfung- unterzogen. — Die B e - stell ung des Feldes ist im großen und ganzen beendet. Die Ernteerträgnisse sind durchschnitt- lieh als gut zu bezeichnen. Preußen. Kreis Wetzlar. (D Launsbach, 24. Okt. Heute traf eine Trauerbotschaft in unserem Ort ein, die tiefe Be- Reiches stellte. Nach einem kurzen geschichtlichen Rückblick auf die Entstehung der deutschen Kolonien und die Tätigkeit unserer großen Kolonialpioniere wie Lüdentz, Peters, Nachtigal usw. streifte der Vortragende kurz die Fehler der deutschen Kolonialpolitik unter dem Nachfolger Bismarcks, den Reichskanzler General Caprivi, erwähnte weiter die bittere Enttäuschung Karl Peters usw. und stellte zusammen- fassend fest, daß jene deutsche Kolonialpolitik im lideralistischen Fahrwasser sich immer mehr von der guten Grundlage des wirklichen Schöpfers der; deutschen Kolonien Karl Peters entfernte. Trotz dieser Fehlgriffe entwickelten sich unsere deutschen Kolonien immer mehr, und die Früchte der deutschen Kolonialarbeit reiften immer schöner heran. Da brach der Weltkrieg aus. Durch Verletzung der Kongo-Akte trugen unsere .^Kriegsgegner den Krieg in die Kolonien hinein, fo daß Deutschland zur Abwehr der vom Feinde begonnenen Feindseligkeiten in den Kolonien zur Verteidigung seines Kolonialbesitzes schreiten mußte. In diesem Kolonialkriege, der durch die Schuld der anderen entstand, offenbarten sich deutscher Heldenmut, deutsche Hingabe und deutsche Treue in glänzender Weise, womit die innige Verbundenheit unserer Kolonialdeutschen mit der neuen Heimat und mit der eingeborenen Bevölkerung, aber auch deren Treue zu den deutschen Männern in Überzeugender Weise zum Ausdruck kam. Der Redner erinnerte sodann an die Schmach des Diktats von Versailles, an die unerhörte Lüge der • Feindmächte von der deutschen Kolonialschuld und: der angeblichen deutschen Unfähigkeit zu aufbauender kolonisatorischer Arbeit, und stellte diesen Lugen | und Verleumdungen die bis zum heutigen Tage; bewahrte Treu und Anhänglichkeit der Eingeborenen, sowie die tatsächlichen deui- ihre letzte Vorstellung, betitelt „Haß und Liebe". Das Stück fand bei besetztem Saale guten Anklang. wg. Grohen-Buseck, 24. Okt. Ein arges Mißgeschick passierte dieser Tage einer Frau auf dem hiesigen Bahnhof, die in Richtung Fulda mit dem Zuge abfahren wollte. Die Frau hatte ihr dreijähriges Kind in ein Abteil hineingeschoben und wartete dann vor dem Wagen das Aussteigen der Reisenden ab. Mittlerweile beschäftigte sie sich mit ihrem Gepäck so gründlich, daß sie die Abfahrt des Zuges nicht bemerkte und erst darauf aufmerksam wurde, als die Wagenreihe mit ihrem Kinde davonrollte. Die Wiedervereinigung von Mutter und Kind erfolgte später auf einer anderen Station. — Die hiesige N S. ° Frauenschast eröffnete ihre Winterarbeit mit einem Heimabend, bei dem die Führerin Frau Schneider das Arbeitsprogramm für den kommenden Winter bekanntyab und ferner über den Reicheparteitag 1934 berichtete. X Göbelnrod, 24. Okt. Ein tragisches Unglück ereignete sich in unsrer Gemeinde. Der Kreisstraßenwart i. R. Heinrich Schulz stürzte aus dem drei Meter hoch gelegenen Fen st er seines Zimmers auf die Erde. Dabei zog er sich Verwundungen am Kopf, aber anscheinend auch innere Verletzungen zu. Der Arzt, der alsbald zu Hilfe gezogen wurde, legte dem Bedauernswerten einen Kopfverband an. Alle Bemühungen, ihn am Leben zu erhalten, waren aber vergeblich. Gestern abend verschied er. Der Verstorbene war 83 Fahre alt und Mitglied des hiesigen Gesangvereins. Kreis Friedberg. ■-V Butzbach, 24. Okt. In diesem Jahre war die Bautätigkeit so rege, wie selten in einem der verflossenen Jahre. Eine ganze Anzahl Wohnhäuser wurde im Rohbau und zum Teil auch fertiggestellt. Gegenwärtig sind noch zwei Häuser im Bau. Eine größere Zahl Um- und Anbauten wurde auegesührt. Daneben wurde die Stadtrandsiedlung mit neun Doppelhäusern errichtet, deren Fertigstellung man noch in diesem Herbst ermöglichen will. Die verlängerte Bismarckstraße hat verschiedene Neubauten aufzuweifen, an denen gegenwärtig und für die Folgezeit noch zu arbeiten ist. Die Firma T r ö st e r sah sich gezwungen, ihre Lagerräume zu erweitern und hat einen großen Bau an den bereite vorhandenen an der Taunusstraße angeschlossen. Die Wetterauer Nudelfabrik mußte ebenfalls eine Vergrößerung ihrer Fabrikanlage vornehmen, deren Ausbau gegenwärtig erfolgt. Allgemein kann gesagt werden, daß das gesamte Bauhandwerk vollauf zu tun hatte und auch weiterhin mit Aufträgen versehen ist, so daß die Zahl der Arbeitslosen in unsere Stadt eine wesentliche Senkung erfahren hat. Kreis Bübingen. mit lüft- und wassergekühlten Vergaser- oder Dieselmotoren für 2-81 Nutzlast Schon für M.1.25 bzw.1.50 monatlich - bei Abnahme einer Lieferung zu RM.2.50 bzw. RM.3.- afler zwei Monate - erwerben Sie bas bekannte Pracht- und ornithologische Gtandarbwerk: Or. O. und Frau M. Heinroth DU Högel MlelmvW in allen Lebens- unb Gntwicklungs- ftusen photographisch ausgenommen und in ihrem Seelenleben bei der Aufzucht beobachtet. 4 Äde., in Ganzleinen, in Halbleder oder in 100 Lieferungen erhältlich, lieber 4000 Abbildungen auf mehr als 500 bunten und einfarb. Tafeln. Oer Bezug in Lieferungen ermöglicht Ihnen den Äesih ohne drük- kende wirtschaftliche Äelaftung. Verlangen Sie Angebot und Probelieferung Das Werk kann durch jede Äuch- handlung bezogen werden. HugoVemühler Verlag LerliN'Lichterfelde z. Nidda, 24. Okt. Schon feit Jahren können sich die hiesigen Metzger und Gastwirte mit Eis aus dem inzwischen vergrößerten und zur Abfahrt praktisch angelegten Eisteich hinter dem Amts- gerichtsgebäude voll eindecken. Trotz mäßiger Abgabe hierfür von den Geschäftsleuten bleibt für die Stadt noch eine erkleckliche Summe Geld. Im Sommer bient der Teich zum Ruder- und Paddelsport, wofür ein Pächter etwa 60 Mark zahlt. Nun kommt ein weiterer Erlös daraus in Betracht. Auf Anregung des früheren Bürgermeisters R u l l m a n n wurde Ende Mai dieses Jahres eine Brut von Forellen und Schleien in diesen Teich gesetzt' die jetzt Aum Verkauf kommen. Da das Wasser durch Ab- und Zufluß stets erneuert wird, so rechnete man von vornherein mit guter Qualität, worin man nicht getäuscht wurde. Dementsprechend war auch flotter Absatz zum Preise von 0,80 Mark je Pfund. Der Fang belief sich auf etwa l1 /* Zentner. Kreis Schotten. rl. Gedern, 22.Okt. Die OEtobertagung des Bezirks Gedern desNSLB. war trotz schlechten Wetters von allen Mitgliedern besucht. Kamerad Küster (Steinberg) behandelte Zunächst die verschiedenen früheren Lösungsversuche der Judenfrage, denen er die nationalsozialistische gegen- überstellte. — Die Leiter der umgeformten Arbeitsgemeinschaften, Schnierle, Kalmar und E i - t e l klärten über ihre Stoffgebiete und die Art ihrer Arbeit auf. Es kommt weniger auf Organisation an, als auf regste heimatliche Forscherarbeit und methodische Ausgestaltung ihrer Ergebnisse für die Zwecke unserer Volksschule, deren Lehrplan in fassen. Es ist traurig, wenn es hie und da tn Deutschland noch Jugend gibt, die das noch nicht erkannt hat und der Hitlerjugend noch heute abseits steht. Es gibt nur eine deutsche Jugend und das Ist die Hitlerjugend. Sie wird auf allen erdenklichen Gebieten für Den Bestand und die Belange der rer Alb. Sachweh ist tödlich verunglückt. Lehrer Sachweh, der in Hennweiler auf dem Hunsrück tätig war, wollte mit dem Auto nach einem Nachbarort fahren, um einen Kollegen zu vertreten. Plötzlich losten sich die Bremsen des am Hang stehenden Wagens, der rückwärts rollte. Lehrer Sachweh, der schwer kriegsverletzt war, {prang | au5 dem Wagen und wurde heftig an einen Daum gedrückt, wodurch er eine furchtbare Quetschung am Oberschenkel erlitt. Trotz sofortiger Ueberführung mit oem unbeschädigt gebliebenen Wagen in das nächste Krankenhaus, konnte der Verletzte nicht mehr gerettet werden. Er starb kurz nach der Einlieferung infolge starken Blutverlustes. Die sterblichen Ueberreste des Entschlafenen, der im 40. Lebensjahr stand, sollen in seinem Heimatort Garbenheim zur letzten Ruhe gebettet werden. Kreis Biedenkopf. LPD. Weidenhausen, 24. DFL Glück im Unglück hatte ein Geschäftsmann aus Marburg. An der Zollbuche bei Weidenhaufen geriet infolge Ver- aaserbruchs sein Kr a f t ro a g e n in Brand. Der Wagen brannte vollständig aus, nur das Eisengerippe blieb übrig. Der Reisende konnte rechtzeitig aus dem Wagen springen und kam ohne Verletzung davon. Garagenbrand durch Benzinexplosion. LPD. Frankfurt, 24. Okt. In der Garage auf dem Lagerplatz der ©erüftbaugenoffen- schäft der Malermeister in der Ginnheimer Landstraße ist heute früh ein Brand aus- gebrochen. Zwei Benzinfässer wurden von den Flammen zur Explosion gebracht. Das Feuer fand dadurch reichliche Nahrung und setzte den ganzen Garagenbau schnell in helle Flammen. Die alarmierten Feuerwehren konnten nichts anderes tun, als den Brand zu beschränken. Nachdem die Garage völlig ausgebrannt war, konnte das Feuer nach einer halben Stunde gelöscht werden. Zwei Bulldoggs, die in dem Gebäude untergestellt waren, wurden von dem Brand restlos zerstört. Kolonialfrage ist die Conditio sine qua non für die Erweiterung des deutschen Lebensraumes. Eigener Kolonialbesitz ist aber auch, von der weltwirtschaftlichen Seite her gesehen, ein Gebot der wirtschaftlichen Vernunft. Weiter machte der Redner auf die hohen ideel« len Werte des eigenen deutschen Kolonialbesitzes für unser Volkstum aufmerksam, da dort draußen den jungen deutschen Menschen nicht allein wirtschaftliche Entfaltungsmöglichkeiten gegeben werden könnten, sondern ihnen vor allem auch die Möglichkeit einer heroischen Charakterbildung und einer daraus entsprungenen Lebenshaltung erwüchsen. Gerade die Heranwachsende deutsche Jugend, die erfreulicherweise vom besten deutschen Geiste erfüllt sei, müsse immer wieder auf den kolonialen Gedanken hingewiesen und mit ihm in engster Weise vertraut gemacht werden. Am Schlüsse seiner interessanten Darlegungen: machte der Vortragende noch auf die deutsche Forderung auf Gleichberechtigung mit allen anderen Völkern auch in kolonialer Hinsicht und auf die Notwendigkeit der Gemeinsamkeit der weißen Rasse gegenüber der farbigen Welt dringend aufmerksam. Er betonte abschließend mit Nachdruck: Der mit deutschem Blut getränkte Boden der deutschen Kolonien ist für uns heiliges Landl Angesichts der deutschen Blutopfer dort draußen wollen wir unsere Fahne weitertragen in friedlichem Kampfe für die koloniale Wiedererhebung unseres Volkes. Dann wird der Tag kommen, an dem das Hoheitszeichen des neuen deutschen Dritten Reich c s auch über deutschem Boden in Asri- k a wehen wird. (Starker Beifall.) Sie Leiterin des Frauenbundes, $rau Hummel, knüpfte an den Vortrag die eindringliche Aufforderung zur Unter ft ützung aller Arbeit, die auf Wiedergewinnung unserer Kolonien gerichtet ist, und forderte auf, mit vollstem Vertrauen auch in dieser Hinsicht unserem Führer und Kanzler Adolf Hitler als dem Bahnbrecher der kolonialen Wiederauf« bauarbeit für Deutschland zu folgen. Mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer und Kanzler als Treugelöbnis fand die Versammlung ihren Abschluß. 00 Klein-Linden, 25. Okt. Für Dolksbund Deutsche Knegsgraber- fürsorae sammelte am vergangenen Sonntag die NS.Kriegsopferversorgung (NSKOV.) unserer Gemeinde in einer Dorfsammluna den stattlichen Betrag von 90,25 Mark. — Die in Den letzten Tagen durch die Schüler der Oberklasse in unserer Gemeinde durchgeführte H a u s s a m m l u n a für den .Volksbund für das Deutschtum im Ausland" (VDA.) ergab den Betrag von 29,80 Mark. — Von dem Amtsgericht in Gießen wurde der Dermal- tungsbeamte Rud. Jung zum Ortsgerichtsvorsteher in unserer Gemeinde ernannt. § Aus der nördlichen Wetterau, 24. Okt. Bei dem günstigen Herbstwetter schreiten die Feldarbeiten rüstig vorwärts. Wohl sieht man heute noch in vielen Gemarkungen die Landwirte daran, die letzten Kartoffeln zu ernten. Es dreht sich dabei in der Hauptsache um btf Spätkartoffel „Ackersegen", die nach dem Eintritt der letzten Regenzeit erst recht in ihr Wachstum getreten ist. Das Korn ist restlos gesät und steht durchweg schon als üppige Saat auf den Fluren. Da auch hie Dick- wurz in der letzten Zeit am meisten an Größe Angenommen haben, hat der Bauer keine Eile, sie einzufahren, da bis jetzt keine Frostgefahr bestand. Zur Zeit wird die Weizenaussaat vorgenommen. Die Futterknappheit wie im Sommer und Nachsommer ist behoben. Jetzt stehen große Mengen ©rünfutter, wie Erbsen, Stoppelklee und Stoppelrüben zur Verfügung, wodurch die Wintervorräte noch unangetastet bleiben. — Mit dem Slufgang der Hasenjagd sind die Jäger eifrig am Weidwerk. Trotz des günstigen Sonnenwetters ist ein mittelmäßiger Hasenbestand anzutreffen. § Mainzlar, 24. Okt. Gestern abend gab die seit einigen Tagen hier weilende Thüringer Dolksoühne im Saale des Gastwirtes Koch deutschen Jugend eintreten. Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und Reichsjugendführer beschloß die Arbeitstagung Sozialamtes. Oberhessen. Landkreis Sichen. Der Redner tm«, e W daraus hin daß d°-^r°ß°^ R° deutsche Volk in der Zeit vor Bismarck sich leider S « ® b allen kolonialen Bestrebungen serngehalten hat, die deutsche «ntschast und der deutsche Mensch sein Wissen und seine Kraft in den Kolonien immer nur im Dienste anderer Völker einfetzte, die sich ein riesiges Kolonialreich aufbauen konnten, während das deutsche Vaterland aus dieser Arbeit seiner Söhne nicht den geringsten Nutzen hatte. Sodann erwähnte der Redner die grundlegende Wendung unter der Kanzlerschaft Bismarcks, der Deutschland endlich auch jur Kolonialmacht werden ließ und die Arbeit der deutschen Kolonialpioniere unter den Schutz des Im weiteren Verlaufe seines Vortrages machte der Redner in überzeugender Weise die gewaltige Bedeutung dieser Aufgabe für unser Volk klar. Er wies auf den M angel an Raum für unser <. ständig wachsendes Volk im deutschen Vaterlande hin und stellte dieser Tatsache den „Raum ohne Volk" in den Kolonien gegenüber; er schilderte ' ~ 1 ‘ ' "^hstoss- insbesondere die Frauenschaft, um deren Unterstützung der Arbeit der kolonialen Frauenvereine sie bat. Ferner machte sie mit den Aufgabengebieten der beiden Vereine bekannt, wobei sie betonte, daß der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft vor allem die Möglichkeit schaffen wolle, die Kinder unserer deutschen Volksgenossen in den Kolonien draußen in deutsche Schulen zu schicken oder in Deutschland unterrichten zu lassen, während der Frauenverein für Deutsche Uebersee seine Kraft für vtl ______________________M. „________ die Schaffung von deutschen Krankenhäusern, für unfo strebe dahin, daß das an uns begangene kolo- die Ausbildung von Pflegerinnen und für die ftör» j njale Unrecht wieder beseitigt werde. Unter Hinderung aller Gesundheitseinrichtungen in den Ko-1 TOex5 auf den dritten Punkt des nationalfozialisti- Ionien einsetzt. Für beide Aufgabengebiete sei die; sch?n Parteiprogramms und unter Zitierung von hingebungsvolle Opferfreudigkeit der deutschen Brü- wiederholten Aeutzerungen des Führers stellte der fr'””1'11- orfnrhprfirh 'INI Redner in klarer und überzeugender Weife fest, daß Kunll und Wissenschaft. Dr. Finsterwalder über die Jtanga-JJarbaG Expedition. Dr. Finsterwalder von der Technischen Hochschule Hannover, der wissenschaftliche Leiter der N a n g a - P a r b a t - E x p e d i t i o n, ist nach Hannover zurückgekehrt und äußerte sich zu einem Mitarbeiter des „Hannoverschen Anzeigers" über den Verlauf der Expedition. Er gedachte zunächst der schweren Opfer, die die ungeheure Wetterkatastrophe mit dem Tode von Willi M e r k 1, Willi W e l z e n b a ch und Ulrich Wieland forderte. Während die bergsteigerische Seite der Expedition zu einem Mißerfolg wurde, nahm der wissenschaftliche Teil des Unternehmens einen glücklichen Verlauf. In vielen anstrengenden Einzelunternehmun« gen wurden etwa 30 Gipfel zwischen 4000 und 6000 Meter Höhe in der Umgegend von Nanga Parbat bestiegen, um von ihnen aus vor allem kartographische, geographische und geologische Aufnahmen zu machen. Die hier bearbeitete Gegend bot sowohl in bergsteigerischer als auch klimatischer Hinsicht die größten Schwierigkeiten. Am Durchbruch des Indus, der am Fuß des Nanga-Parbat vorbeifließt, sind die größten Höhenunterschiede der Erde und entsprechend gewaltigen klimatischen Gegensätze. Rund 400 von Dr. Finsterwalder gemachte photo. grametrische Meßaufnahmen, die das gesamte etwa 4000 Quadratkilometer große Expeditionsgebiet erfassen, ermöglichen es, nun eine genaue Photo« grametrische Karte dieses Gebietes herzu« stellen, die jetzt im Geodätischen Institut der technischen Hochschule Hannover ausgearbeitet werden soll. Die Abwicklung der Expedition, die von Bergsteigern und Wissenschaftlern gemeinsam vor- genommen wurde, stieß auf größte Schwierigkeiten» da die Träger vollständig versagten. Schließlich gelang es aber doch, die wichtigsten Hochlager zu räumen und die Expedition geschlossen und aufrecht nach Indien zurückzuführen, wo ihr durch die englischen Behörden und besonders von den dortigen Deutschen ein herzlicher Empfang zuteil wurde. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Saniskag nachmittag geschloffen. 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