M Zahrgang zu umgehen. gez. Adolf Hiller. Einheitliche Front Polen-Estland zu seiner Tat trieben, auch keinerlei Vermutungen aussprechen kann. Festgestellt werden kann aber am meisten entspricht und konkrete Ergebnisse zur Festigung des Friedens zeitigt. Aus den Unterredungen Becks mit den führenden Staatsmännern E st l a n d s hat sich weiter ergeben, daß weder die e st nische Regierung, noch das Volk bereit sind, die bisherige Methode der zweiseitigen Regelung der zwischen st aatlich en Beziehungen zu verlassen. 3n der Frage der Pakte wartet L st land in Ruhe die Ergebnisse der schwebenden zwischenstaatlichen Verhandlungen ab, die zu einer Klärung der Frage Warschau, 25. 3uli. (DRV. Funkspruch.) Wie die halbamtliche „3fkra'-Agentur aus Reval meldet, haben die bisherigen Verhandlungen des polnischen Außenministers Beck mit den Staatsmännern Estlands eine völlige Ueberein- siimmung der politischen Ziele ergeben. Sie bestätigen erneut den willen zur engsten Zusammenarbeit der beiden Regierungen. Berlin, 24. Juli. (DRB.) Reichskanzler Adolf Hiller hat an die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei folgenden Aufruf gerichtet: 3n hingebungsvoller Arbeit hat eine große Zahl von Mitgliedern der Partei, der SA., der SS.» der NS.-Frauenschaft, der H3. in den letzten Monaten sich dem Einsammeln von Spenden gewidmet, um Not zu lindern oder sonst zur Erfüllung wichtiger Aufgaben der deutschen Volksgemeinschaft beizutragen. 3hnen allen danke ich ebenso wie den Volksgenossen in- und auherhalb der Partei, die Spenden gegeben haben. Nunmehr hat die R e i ch s r e g i e r u n g ein Gesetz erlassen, durch das alle Sammlungen von Geld- oder Sachspenden auf Straßen und Plätzen, von Haus zu Haus, in Gastoder Vergnügungsstätten oder in anderen öffentlichen Orten bis zum 31. Oktober 1934 verboten werden. Bis zu diesem Tage sollen gleichsam Sammelferien sein. Sie sollen den stimmung der Ostpark überhaupt keinen Wert haben könne. In ähnlicher Weise, wenn auch etwas zurückhaltender, hat man in Riga seinen Willen kundgetan, sich der polnischen Antwort auf das in London ausgeheckte Paktprojekt auszuschließen. Es wird dem Obersten Beck nicht schwer fallen, in der lettländischen Hauptstadt dieselbe Uebereinstimmung der Ansichten herbeizuführen, wie in Reval. Rur Litauen hat es bisher vermieden, sich in der! einen oder anderen Richtung festzulegen. Es ver-! sucht, die werbenden Großmächte und ihre Wünsche gegeneinander auszuspielen, aber leicht könnte es dabei geschehen, daß sich die Regierung in Kowno zwischen sämtliche Stühle setzt. Deutschland, das an irgendeiner Einflußnahme auf die Politik der baltischen Staaten kein Interesse hat, kann nur wünschen, daß die ausgezeichneten Beziehungen zu Lettland und Estland Sammlern selbst und allen Volksgenossen zugute kommen, die in der letzten Zeit oft über ihre Kräfte hinaus Opfer gebracht haben. Rur in ganz besonderen Ausnahmefällen, die lediglich der Stellvertreter des Führers im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen bestimmen kann, werden in der Zeit bis zum 31. Oktober Sammlungen genehmigt werden. 3n Aussicht genommen sind solche Ausnahmen durch Gestattung eines Sammeltages für das Hilfswerk „Mutter und Kind- sowie für einige Haussammlungen karitativen Charakters. Am 1. Rovember soll es dann mit frischen Kräften an das Hilfs werk für den Winter 1 9 3 4/35 gehen. Ich empfehle der Partei und allen ihren Gliederungen die st r e n g e Durchführung des erlassenen Gesetzes und verbiete jeden Versuch, seine Bestimmungen auf irgendeinem Wege die heute in den Mittagsstunden im Gebäude d e r „D e u t s ch e n Front" vorgenommen wurde. Ein starkes Polizeiaufgebot, darunter etwa 20 berittene Landjäger, riegelte diesmal die Waterloostraße ab und besetzte sogar die Vorgarten der Häuser. Die mit der Aktion betrauten Beamten gaben als ihren Auftrag an, sie hätten die Raume zu prüfen und zu versiegeln. Auch auf der Redaktion und in der Wohnung des Chefredakteurs des „Saarbrücker Abendblattes" wurde eine Haussuchung vorgenommen, hier wegen „intellektueller Urheberschaft oder Mittäterschaft". Wie groß die Nervosität und Ratlosigkeit der Regierungsstellen ist, geht aber auch daraus hervor, daß die Kriminalpolizei sich nicht gescheut hat, eine Haussuchung sogar in den Räumen der Saarbrücker Zweigstelle des Deutschen Nachrichtenbüros vorzunehmen, eines Büros, das gar keine andere Tätigkeit ausübt, als die Versorgung der Presse mit Nachrichten aus dem In- und Auslande. Während der Aktion wurden die Zugangsstraßen und die Straße selbst durch ein starkes Polizei- und Landjägeraufgebot abgesperrt. Nicht weniger als vier Kriminalbeamte hatte man benötigt. | Dieses ungeheuerliche Vorgehen kennzeichnet wohl den, weil Baumgärtner als politisch unzuverlässig galt. Der Landesleitung der Deutschen Front hat er am Montag einen Einschreibebrief geschickt, der schon seiner ganzen Form nach auf den verworrenen Geisteszu- stand des Verfassers deutliche Rückschlüsse ziehen läßt. Der Brief hat folgenden Wortlaut: „Ich melde mich hiermit von der „Deutschen Front" ab. Gründe: Durch ihre allzugroße Nachsicht gegenüber den Vaterlandsoerrätern und Emigranten und durch das dauernde Predigen von Disziplin, das als Mitglied der „Deutschen Front" eine erste Stelle einnimmt. hochachtungsvoll! Hans Baumgärtner!" Die Landesleitung der „Deutschen Front" hat dieses Schreiben sofort der Staatsanwaltschaft übergeben, um auch ihrerseits alles in ihren Kräften Stehende zur Aufklärung der Beweggründe der Tat zu tun. Die „Deutsche Front" lehnt es selbstverständlich ab, sich diese Gewalttat eines geistig verwirrten Menschen an die Rockschöhe hängen zu lassen. Die Landesleitung wird, wie wir hören, in einer offiziellen Erklärung in schärfster Form gegen der- ^Daß ^an ^trotzde^ bh> Deutsche Front" in Zu-1 am besten die Wahl- und Ziellosigkeit der Polizei- sammenhang mit diesem Vorfall zu bringen sucht, liehen Maßnahmen. scheint aus einer Haussuchung hervorzugehen,' führen sollen. Eile scheint nicht geboten, und die leichtfertige Unterzeichnung der Pakte erachtet man als unzulässig; deshalb nimmt Estland zusammen mit Polen zu den neuen paklvorschlägen eine abwartende Haltung ein. Der regierungsfreundliche „kurzer p o r a n y" veröffentlicht in diesem Zusammenhang bemerkenswerte Unterredungen seines nach Reval entsandten Sonderberichterstatters mit dem estländi- schen Außenminister S e l j a m a a und dem General L a i d o n e r. Außenminister S e l j a m a a erklärte, Estland wolle und werde mit Polen zusammen vorgehen. Eine Annäherung der baltischen Staaten an Polen erachte er als dringende Rotwendigkeit. General L a i d o n e r erklärte: Polen und Estland müssen auf allen Gebieten aufs eng sie Zusammenarbeiten. Diese Zusammenarbeit ist notwendig, weil unsere geopolitische Lage übereinstimmt. Uns trennen nicht die geringsten Streitfragen, die die Zusammenarbeit trüben könnten. Zum O st p a k t gab der General folgende Versicherung ab: 3ch zweifle an der Möglichkeit und Durchführbarkeit der Pakte. Zür zweiseitige Regelung der zwischenstaatlichen Beziehungen. - Abwartende Haltung gegenüber den Ostpaktplänen. h a w a i i n s e l in Honolulu ein. Dem Besuch des Präsidenten auf diesem Außenposten des amerikanischen Machtbereichs wird angesichts der Lage im Fernen Osten besondere Bedeutung beigelegt. Mehr Klugzeuge zum Schutze des Panamakanals. Panama, 25. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der amerikanische Kriegsminister George D e r n , der soeben eine Inspektionsreise im Gebiete des Panamakanals beendet hat, erklärte, daß für eine angemessene Verteidigung des Knals mehr Flugzeuge und mehr Flugzeugabwehrgeschütze notwendig seien. Der Führer beglückwünscht Dorpmüller Berlin 24. Juli. (DNB.) Reichskanzler Adolf Hitler sprach dem Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellfchaft Dr. h. c. Dorpm-üller anläßlich seines Geburtstages mit Hinweis auf fein von restlosem und verdienstvollem Schaffen für das deutsche Vaterland erfülltes Leben seine Glückwünsche aus. Roosevelt auf Hawaii. DNB. h o n o l u l u, 24. Juli. Präsident Roosevelt traf am Dienstag an Bord des Kreuzers „Houston" als erster Präsident d e r V er - einigten Staaten zu einem Besuch der Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen schon jetzt, daß Baumgärtner im Zeitpunkt der Begehung der Tat keinerlei Beziehungen mehr zur Deutschen Front hatte. Er ha» auch nicht der früheren RSDAP. oder gar der früheren SS. angehört. Sein Aufnahmegesuch in diese Organisation war vielmehr bereits im April v. I. abgelehnt wor- Aufruf des Führers an die Partei Die Sammelferien bis zum 31. Oktober streng einhalten polnischen Außenpolitik hat offenbar im baltischen Raum schon Früchte getragen, denn neben der all- Der Engländer Arthur hemsley, Inspekteur mählichen Gewinnung der litauischen Öffentlichkeit der Saarpolizei. i machte auch die Ausgestaltung der freundschaftlichen 1; Beziehungen zu den beiden anderen Randstaaten wenigstens den Einmarsch fremder Lettland und Estland gute Fortschritte. Die von ei zu rechtfertigen, um auf diesem Umwege Litauen mit dem Zwecke der Proklamierung Einfluß auf den Ausgang der Wahlen zu bekom- , eines französischorientierten Balten - wen. Aber selbst die aufreizenden Haussuchungen blocks einberufene Konferenz in Kowno hat diese hnrch den kriminellen Spitzel und Emigranten, den Entwicklung nicht verhindern können. Der starke deutschen Fahnenflüchtigen und Schlappmacher des polnische Einfluß an der Ostseeküste bekommt aber Weltkrieges, Machts^ hat zu nichts geführt; es seine besondere aktuelle und allgemein-europäische ^i denn, daß das daraufhin erfolgte Verbot der Bedeutung erst durch das Projekt des Nordost- deutschen Zeitungen als ein „Erfolg" der Emigran- paktes, der nach dem Willen seiner russischen tenpartei gewertet werde, obgleich stimmungsmäßig und französischen Urheber außer Deutschland, der das Gegenteil der Fall ist. Dienstag früh nun ist Tschechoslowakei, Polen und Rußland auch sämt- ejn „Attentat" auf Machts verübt worden, das liehe übrigen Länder des Ostseeraumes umfassen ,war für ihn zu keinerlei Folgen führte, das aber soll. So treibt die russisch-polnische Rivalität an wohl einige interessante Hinweise gestattet. Ent- der Ostsee einer notwendigen Entscheidung zu. weder gedenkt man nun mit fingierten Un- Der auch von Deutschland gegenüber dem r u h e n zu arbeiten, oder treiben wirklich einige Nordostpakt eingenommene Standpunkt, daß eine disziplinlosen Elemente — mögen sie g e k auf t erneute Garantie des Friedens und der sein oder nicht — die Dinge auf die Spitze! lieber Grenzen im Osten angesichts der bereits bestehen- die Einzelheiten des Zwischenfalles war noch nichts den zweiseitigen Nichtangriffsverträge nicht nur zu erfahren. Jedenfalls war der Marktplatz m völlig überflüssig, sondern sogar s ch ä d - Saarbrücken, wo die Schüsse auf Machts fielen, m l i ch und f r i e d e n s g e f ä h r d e n d'sei, ist auch auffälliger Eile mit Emigranten und K o m- von Finnland und Schweden schon zum Ausdruck m uni st en besetzt, gerade als ob diese daraus gebracht worden. Der schwedische Außenminister gewartet hätten. Ob man nun einen Grund ge- Sandler erklärte in einer Rede: „Für S ch w e - fanden haben sollte? Man darf gespannt daraus den besteht kein Grund, am Ost Pakt jein, welche Hintergründe dieser Zwischenfall ge- teilzunehmen." Aehnlich äußerte sich die habt hat. große nationale Presse Finnlands. Die Widerstands- front gegen das französische Knebelungs- ZwIstyeNsUN. system der 3 e g e n s e i t i g e n K r i e g s v e r - ^l'0Nt hat damit nichts zutun. pflichtungen ist im Wachsen begriffen. Ob \\e\^ > sich von dem äußeren Ring der Ostfeeländer auch Saarbrücken, 24. Juli (DNB.) heute morgen auf das Zentrum des geplanten Systems mit der- hat ein gewisser Johann Baumgärtner aus । selben Entschiedenheit ausdehnen wird, das hängt Saarbrücken auf den Polizeikommissar Machts , - tsuütnh* mif zum großen Teil von den Besprechungen ab, die einige Schüsse abgegeben, die f e h l g i n g e n. Das Zusammengehen Polens und Estlands aus Oberst Beck gegenwärtig in Reval mit dem est- Machts machte seinerseits kehrt- und gab mehrere internationalem Boden wird fortgesetzt, zuländischen Außenminister S e l j a n a führt. Die S ch ü s s e auf Baumgärtner ab. Dieser brach ma( sich beide Regierungen dahin einigten, daß estländische Regierungspresse hat es bereits offen zusammen und mußte ins Krankenhaus eingeliefert &-cfe Methode den 3ntereffen der beiden Völker ausgesprochen, daß die Regierung in der Frage werden. ....... Ä £" des O st pattes genau dieselbe Entscheidung fällen Baumgärtner ist bisher noch nicht verneh- werde wie Polen. Will man aber den bisherigen mungsfähig, so daß man über die Gründe, die ihn Auslassungen der halbamtlichen Warschauer Zei-' ~ ' ' ' ' tungen Glauben schenken, dann wird diese Entscheidung negativ ausfallen. Noch zuletzt führte der regierungsfreundliche „Expreß Poranny" aus, daß Polen zu dem Ziele des Friedens und der Sicherheit durch unmittelbare zweiseitige Abkommen strebe und daß die Erreichung dieses Zieles auf dem Wege der Paktomanie in Warschau unmöglich erfcheine. S e l j a n a wiederum machte darauf aufmerksam, daß ohne Deutschlands Zu- ,©ieEmigrantenhche gegen das deutsche Saarvolk. umworben worden wie in diesen Tagen der^ E)ie Tat eines verworrenen Menschen wird zu neuen Gewaltakten der Emigranten gegen mEen^sich dm^hre"Gunst^wöbe^Po°?n auf die Deutsche Front benutzt. — Reue Störungen des Hausfriedens. der einen Seite steht, während Rußland und O 1 Frankreich am gleichen Strange ziehen. Wer von ihnen wird diesen Wettbewerb gewinnen? Eines der hervorstechendsten Merkmale der deut- Frankreich begann die diplomatische Offensive scheu Politik im Saargebiet ist die Unmensch- mit der Entsendung des bekannten radikalsozialisti- (i ch e Geduld und Selbstbeherrschung, schen Journalisten Pfeiffer, der die propa- die die Deutsche Front trotz aller Drangsale gandistische Vorbereitung des Ostpaktes übernehmen und' Schikanen an den Tag legt. Nur so war es und zugleich durch die Unterstützung der litauischen möglich, daß der Völkerbund zu einer frühzeitigen Ansprüche auf das LVilnagebiet die polnische Regie- Festsetzung des Abstimmungstermins gezwungen rung unter Druck fetzen sollte. Wenn die Entwick- war, obgleich die Mehrheit seiner Mitglieder die lung nicht völlig in ihr Gegenteil umschlägt, wird Entscheidung am liebsten verschoben haben würde. Herriot in seiner amtlichen Eigenschaft als Nun verjucht man, mit Provokationen aller Staatsminister die Mifsion Pfeiffers vollenden. Die Sowjetregierung sandte mit denselben Zielen einen ihrer geschicktesten Unterhändler, den vor dem Kriege wegen Unterschlagung aus der polnischen Sozialdemokratie ausgeschlossenen Ra- Lek (S o b e l s o h n), auf die baltische Besuchstour und übermittelte außerdem dem litauischen und estländischen Außenminister die Einladung Litwinows zu einer für den 1. August bzw. 28. Juli | eingesetzten Reise nach Moskau. Die W a r s ch a u e r Regierung, aus naheliegenden Gründen von jeher an der engen Anlehnung eines baltischen Blocks an die polnische Politik aufs stärkste Interessiert, ist ebenfalls nicht müßig geblieben. Schon seit Monaten haben die polnischen Versuche in verstärktem Maße eingesetzt, durch wiederholte Reisen hervorragender Staatsmänner nach Kowno und durch entsprechend freundliche Presseäußerungen die Litauer für eine Annäherung zu gewinnen. Dabei spielte der von Warschau lancierte Plan einer engeren staatsrechtlichen Verbindung der beiden Länder nach der Formel „Mehr als ein Bündnis, weniger als eine Union" und der Vorschlag einer Neutralisierung des umstrittenen W i l nage b i e t e s eine große Rolle, und es war erstaunlich zu sehen, daß der bei früheren ähnlichen Gelegenheiten in der litauischen Presse einsetzende Proteststurm gegen solche Zumutungen diesmal ganz ausblieb. Die Aktivität der von Oberst Beck geleiteten Nr. 171 Erstes Blatt 184. Zahrgang Mttwoch, 25.Zuli 1934 „ ä Annahme von Anzeigen ®khe9ner‘ FamilienblStter ■ 'Ä W ■ Grundpreis- mm Heimat im Bild-Die Scholle ■ ■ M M I ■ I ■ ■ ■ ■ M ■ÄH M H für Anzeigen mm MM VMuHvl 41 IHv Ulvi WM Auch bei Nichterjchemen ■ ■ Bf Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern . V Stellen-, Vereins,, gemein. ML General-Anzeiger für Oberhessen MM richten: Anzeiger Gießen v w • behördliche Anzeigen 6Rpf. SranifurtÄainliese Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfttäts-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäslsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlnsse Staffel» nicht durch ein Pakt,gstem belastet werden, das seiner Natur nach Mißtrauen zwischen seinen Teilnehmern säen muß und das außerdem dem Imperialismus gewisser Ru- stungsstaaten Vorschub leisten wurde. Die Terrorherrschast der Litauer, d,e ,m M-m- - aebiet eine Art permanenten Kriegszustand geschaffen haben, ist für uns ein warnendes Beispiel, denn sie war nur möglich, weil man in Kowno den starken Rückhalt anderer Machte suhlte. Wenn aber schon die Unterzeichnung des feierlich beschworenen Memelstatuts bei einer so offenkundigen Verletzung des Rechtes versagen, was soll man dann von einem Paktsystem erwarten, das das Unrecht legalisiert? Jer 50. Geburistag des Reichsstatthalters Gauleiters Sprenger. Frankfurt a. M., 24. Juli. Das Gaupresseamt berichtet: Die Mitarbeiter des Adolf-Hitler- Hauses, d. h. die gesamte Belegschaft, trat heute um 10 Uhr in der Kantine an, um in einer der Persönlichkeit des Gauleiters entsprechenden schlichten Feier ihm Glückwunsch und weitere treue Mitarbeit zu geloben. Zum Wortführer aller machte sich der Stellvertreter des Gauleiters, pg. Reg.-Rat deiner der in der ihm eigenen, soldatisch knappen Art dem Gauleiter gegenüber das aussprach, was wir alle dachten. U. a. führte er aus: „Ich weiß, mein Gauleiter, daß Sie jeder Beweihräucherung Ihrer Person abhold sind, und es liegt mir auch nicht, viele Worte zu machen. Wenn ich dennoch meine Zustimmung nicht nur zu dieser schlichten Feier gegeben, sondern mir sogar das Wort vorenthalten habe, so dürfen Sie den Schluß ziehen, daß es mir ein Herzensbedürfnis war, Ihnen unsere treue Ergebenheit zu zeigen. Sie waren nicht nur Führer, sondern auch Mensch. Kaum einer wird unter uns sein, der nicht schon Ihre Nachsicht nötig hatte. Sie haben ihm diese Nachsicht rückhaltlos zuteil werden lassen. Jeder hat schon Ihren sicheren Rat in Anspruch nehmen müssen und mancher von uns war nur durch eine schöne Tat Ihrerseits vor dem sicheren Versinken zu retten. Auch hier haben Sie niemals einem Kameraden die hilfreiche Hand verweigert. Wir wissen, mein Gauleiter, was wir an Ihnen haben und stellen nur die eine Forderung und Bitte an das Schicksal: Es möge Sie uns noct) lange Jahre nicht nur zum Segen des Rhein-Main-Gaues sondern zum Segen ganz Deutschlands erhalten. Ich weiß mich eins mit allen Parteigenossen, wenn ich Ihnen in diesem Sinne für die Zukunft alles Gute wünsche." Nie Antwort des Gauleiters war, wie bei ihm nicht anders gewohnt, der Hinweis auf Adolf Hitler, ohne den wir nichts wären. Dank und Anerkennung für die treue Anerkennung all derer, die ihm im Kampf und auch heute restlos zur Seite standen, ein flammender Appell für die weitere Pflichterfüllung in Gegenwart und Zukunft. Nicht Terror dürfen wir gebrauchen, sondern unsere Wurzeln wollen wir tief ins Volk hineinversenken, um es so nach und nach in unsere Weltanschauung hineinführen zu können. Die breite Masse des Volkes, soweit es nicht zur Bewegung und zur Partei gehört, soll wissen, daß es heute unter dery Schuhe der Partei sieht. Geduldig wollen wir uns bemühen, um die Menschen, die zwar zu uns aufschauen, jedoch unsere Weltanschauung in ihrer Totalität noch nicht ganz erfühlen und erschauen können, im Sinne Adolf Hitlers zu formen, keine Mähe wollen wir scheuen, um alle im guten aufzuklären. Das ist das beste Mittel. Aber autti das Wort des Stellvertreters des Füyrers werden wir, wo es nicht anders geht, uns zu eigen machen, d. h., wenn z u g e - schlagen werden muß, dann hart. Ja, härter noch als in der Vergangenheit, so wie es der Führer uns durch sein Beispiel zeigte und gelehrt hat. Wenn wir alle zusammen stehen, rückhaltlos der eine für den anderen eintretend, dann glaube ich, so führte der Gauleiter aus, werden wir wahre Kämpfer Adolf Hitlers genannt werden können. Nur eine geschloffene Familie kann sich gegen alle Widersacher behaupten. Mit Recht wies der Gauleiter darauf hin, daß die Zeiten nicht leicht sind, daß wir nicht siegten, um in Selbstgeruhsamkeit dahinzuleben, sondern das eroberte Feld nunmehr auch zu behaupten hätten. Noch harte Proben sind für uns alle zu bestehen. Alle Brücken sind hinter uns abgebrochen, aber der Boden, auf dem wir stehen, ist so breit und fest, daß wir uns rückhaltlos entfalten können und jeden Kampf bestehen. Seine Worte klangen aus im Gedenken an den Führer Adolf Hitler. Noch sind wir alle ergriffen von der Feierlichkeit der Stunde. Im Geiste drücken wohl Hunderttausende jetzt unserem Gauleiter die Hand. Die alten Kämpfer der Bewegung, darüber hinaus aber auch alle Ehrlichen und Aufrechten im Rhein-Main-Gau. Der beste Glückwunsch für Gauleiter Sprenger zu seinem 50. Geburtstag ist ihm das Gelöbnis der Treue zum Führer. Die Worte des Glückwunsches sind nun vorbei, wir werden sie im Sinne unseres Gauleiters nach altgewohnter Sitte durch die Tat, d. h. durch Arbeit, Pflichterfüllung, Dienen und Opfern für Deutschland ersetzen. Eine Fülle von Glückwünschen GPA. Frankfurt a. M., 24. Juli. Wie zu erwarten war, brachte der heutige Tag dem Gauleiter und Reichs st atthalter eine Fülle von Aufmerksamkeiten und Glückwünschen. Neben dem herzlichen Glückwunschtelegramm des Führers und eines gleichen vom Stellvertreter des Führers Pg. Heß erfreute den Gauleiter der frühe Besuch eines Spielmannzuges der H I. ganz besonders. In der Wohnung Sprengers brachten die Vertreter der hessischen Regierung und des rhein-mainischen Lebens ihre Glückwünsche dar. Bemerkenswert war, daß außer einer beträchtlichen Anzahl der ersten Frankfurter Nationalsozialisten unerwartet auch Glückwünsche ehemaliger politischer Gegner eingingen. Das erste Glückwunschtelegramm war von der Frankfurter SA:- Brigade 4 9. Nach dem nur kurz unterbrochenen Vormittagsdienst im Adolf-Hitler-Haus begab sich Sprenger am Nachmittag im 2000-Kilometer-Siegerwagen seines Fahrers nach D a r m ft a d t in das Reichsftatthalter- haus, um dort seinen laufenden Regierungsarbeiten nachzugehen. Nachdem sich Sprenger auch an diesem Tage fein tägliches Schwimmbad nicht entgehen ließ und zu diesem Zweck das Neu-Isenburger Waldstadion aufgesucht hatte, war er am Abend zusammen mit Frau Sprenget Gast des Frankfurter Schauspielhauses. Französischer Starrkrampf. Von unserem z-Serichierstaiier. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verbotenl Paris, 22. Juli. Mit dem 6. Februar, dem Blutsonntag, ist die französische Bevölkerung in eine Erregung geraten, die durch eine routinierte Kammer- und Presse» kamarilla unter gut gemeinten Rundfunkreden des Ministerpräsidenten der Rückwärtsregierung Dou- mergue nicht beschwichtigt werden konnte. Nach außen hin bietet Frankreich das alte Bild der Um entwegtheit, aber die Uebernervosität der französischen Außenpolitik läßt sich nur darauf zurückführen, daß im Innern einiges verrottet ist. Und seit Jahrzehnten zum erstenmal wird die Poli- t i k e r k a st e beherrscht von der W a h l f u r ch t. Im Oktober wollen die Radikalsozialisten in Nantes ihren Parteitag abhalten. Unmittelbar vorher finden die Bezirkswahlen statt, die ein Barometer für die Votksstimmung sind. Nun hat T a r d i e u nicht ungeschickt gerade den Fraktionsführer der Nadikal- sozialisten, den ehemaligen Ministerpräsidenten Chautemps, öffentlich bezichtigt, feit Jahren um die Machenschaften S t a v i s k y s gewußt zu haben. Dieser Angriff soll dadurch abgebogen werden, daß bis nach den Bezirkswahlen die ganze Angelegenheit vertagt wird. Aber der Franzose außerhalb dieser Kammerkreise fragt sich, ob nicht eine solche Hinausschiebung der Aufklärung schlimmer ist als ein scharfer Verschnitt, ob nicht Dou- mergue und Barthou die Gesamtlage noch verschlimmern, wenn sie aus taktischen Gründen ebenso wie die Radikalsozialisten darauf verzichten, die Zeugen anzuhören, die Tardieu als Beweiskorona dafür genannt hat, daß der Führer der Radikalsozialisten um die Schwindeleien Staviskys wußte und nichts tat, um sie unmöglich zu machen. Für die nächsten Ereignisse in Frankreich kommt es wesentlich darauf an, was der ehemalige Front- fämpfer, der unter dem Steuer- und Wirtschafts- druck seufzende Kleinbürger, der Besitzer von landwirtschaftlichen Zwergbetrieben denkt. In der französischen Presse findet deren Stimmung keinen Widerhall aber die Wahlen werden zeigen, daß das von Doumergue auf die Wogen gegossene Oel nicht langt. Ein äußeres Zeichen, eins der wenigen für das Mißtrauen gegenüber dem jetzigen Kurs, ist der S p a r e r ft r e i f. Mit unglaublicher Geduld und einer gewissen Kurzsichtigkeit hat, wie er einst vor dem Kriege 23 Goldmilliarden Franken an das Ausland verlor, feit 1926 der französische Sparer eine der inneren Anleihen nach der anderen gezeichnet und vielfach überzeichnet, die den Zweck hatten, die gewaltigen Fehlbeträge infolge einer falschen Steuer- und der Aufrüstungspolitik zu decken. Am 12. Juli hat der französische Finanzminister eine neue Anleihe z u 4 v. H. heraus» gebracht, und zwar zu außerordentlich günstigen Bedingungen. Aber die Anleihe ist bis jetzt noch nicht gedeckt, obgleich man erwartete, sie würde innerhalb 5 bis 6 Tagen überzeichnet sein. Dieser Streik der kleinen Sparer ist nicht nur für die französischen Regierungskreise eine überraschende und unangenehme Situation. Denn bei dem sanguinischen Temperament des französischen Staatsbürgers ist ein solcher Pessimismus gegenüber den Künsten der eigenen Regierung eine ganz außerordentliche Seltenheit. Der Schwarzseher sind Legionen geworden. Die Reklamepresse der Rüstungsfabrikanten und die Regierungspolitiker versichern zwar, Frankreich werde sehr bald das größtmöglichste Maß von Sicherheit erhalten. B a r t h o u sei ein außenpolitisches Genie: man hat ihm reichlich Vorschußlorbeeren gespendet, aber bei Licht besehen hat das O st p a k t s y st e m doch einen Skeptizismus ausgelöst, der einigermaßen Verwirrung stiftet. Jeder Franzose weiß, daß Bündnisse allein den Krieg nicht fernhalten. Soweit der Franzose über die französische Grenze hinausschaut und ein ruhiger Staatsbürger ist, empfindet er gegenüber der marxistischen oder bolschewistischen Kumpanei jene radikale Abneigung, die nach der Jakobinerherrschaft, in der Junischlacht von 1848, in den furchtbaren Kämpfen gegen die Kommune 1871 sich in etwas barbarischen Formen entlud. Das Bündnis mit dem Zarismus beruhte auf ganz anderen Voraussetzungen, als die künstliche Konstruktion des Herrn Barthou mit den Moskowitern. Die proletarische Einheitsfront verkündet heute, der französische Soldat müsse Rußland helfen. Dor dem Kriege war es anders. Damals sollte der Russe dem Franzosen helfen. In der Barthou-Preffe wird aber die instinktive Abneigung der französischen Massen übersehen, nicht direkt für Frankreich als Soldaten zu kämpfen, und auch der französische Marxismus ist insofern national-egoistisch gewesen, als er zwar flammende Resolutionen freigiebig faßte, wenn international-marxistische Belange in Betracht kamen, aber materiell nichts opferte, weil selbst der überzeugte französische Marxist nicht gerne einen Sou für Auslandsmarxisten opfert. Der Durchschnittsfran- zose mag eine direkte deutsch-französischen Verständigung zunächst wohl für unmöglich halten, aber was ihm auch feine Presse vorsetzt — er ist doch in dieser Annahme nicht mehr so sicher, seitdem das deutsch-polnische F r i e d e n s a b k o m m e n geschlossen wurde und Polen sich sehr kalt den Bar- thou-Anregungen gegenüber verhält. Und ein zweites kommt hinzu. Allgemein und jahrelang war der Franzose des Glaubens, mit England werde es nach einigen Irrungen doch roicöer zu dem intimen Verhältnis kommen, wie in der Vorkriegszeit. Daß aber England keinen direk- ten Vertrag mit Frankreich abschloß, während Deutschland auch zu einem solchen zweieiigen Abkommen mit Frankreich slch bereiter Härte, daß ferner England und Italien durch den O st p a k t keinerlei Verpslichtunge nübernehmen wollen, hat stutzig gemacht. Vielleicht war hier der entscheidende Punke für den ganzen Barthou-Plan. Soll der französische Soldat allein marschieren, Frankreich noch einmal die schwersten Opfer bringen? Bleibt nicht, wenn Italien und England, Deutschland und Polen kühl sind, das ganze Bündnissystem ein Bruchstück — für das der französische Sparer neue Ausländsanleihen zeichnen soll? Schon jetzt hält Rumänien die Hand auf, erwarten französifche Finanzkreise einen neuen Run der kleinen Verbündeten der Barthou- Politik. Man ist reichlich nervös, man fühlt sich im Schwebezustand, kalkuliert; irgendwie habe die Barthou-Rechnung doch sich nicht durchgefetzt. Zwar liegt Ferienruhe über Frankreich, aber alle Betriebsamkeit der Barthou-Faktoren vermag doch nicht die Zwickmühle zu beseitigen, in die Frankreich innen» und außenpolitisch geraten ist. Eins steht fest: Solange nicht eine Wahl die wirkliche Volks st immung miebergibt, wird der jetzige Kurs mit verstärkten Mitteln zu retten versuchen, was zu retten ist. Marxistische Einheitsfront zu Gunsten der Kommune. P a r i s , 24. Juli (DNB.) Die sozialistisch- kommunistische Einheitsfront, die vor einiger Zeit in ganz Frankreich zustande gekommen ist, hat sich bei den K o rn m u n a l w a h l e n in Mirarnes bei Marseille ausgewirkt. Im ersten Wahlgang hatten die Radikalsozialisten durchschnittlich auf jeden ihrer Kandidaten 255 Stimmen Bereinigt, die Sozialisten 215 und die Kommunisten 419. In der Stichwahl verzichteten die Sozialisten zugunsten der Kommu» n i st e n, die ihre gesamte Liste mit einem Stimmendurchschnitt von 580 Stimmen für den Kandidaten durchbrachten, während die Radikalsozialisten nur durchschnittlich 290 Stimmen für ihre Kandidaten erhielten. Keine marxistische Einheitsfront in England. London, 25.3uli. (DNB. Funkspruch.) Erneute Vorschläge der Kommunistischen Partei Großbritanniens zur Bildung einer Einheitsfront gegen Faschismus und Krieg wurden am Dienstag vorn gemeinsamen nationalen Ausschuß des Gewerkschaftsrates, des Gewerkschaftskongresses, des Vollzugsausschusses der Arbeiterpartei und des Vollzugsausschusses der parlamenta» rischen Arbeiterpartei abgelehnt. Es wurde erklärt, es bestehe kein Anlaß, die bisherige Haltung zu ändern. Oer Konflikt im französischen Kabinett vorläufig beigelegi. Oie endgültige Bereinigung bis zum radikalsozialistischen Parteitag im Oktober verschoben. Paris, 24.Juli (DNB.) Jrn Kabinettsrat am Dienstag, der von 17 bis 19 Uhr dauerte, wurde ein Ausgleich in dem Zwischenfall Tardieu- Chautemps herbeigeführt. Ministerpräsident Doumergue richtete an die Regierungsmitglieder den dringenden Aufruf, das Burgfriedenskabinett in feiner bisherigen Zusammensetzung weiter bestehen zu lassen, andernfalls er die Schlußfolgerung ziehen und auf jede weitere politische Betätigung verzichten müßte. Entweder Beibehaltung des Durgfriedens- kabinetts oder Rücktritt der Gesamtregierung und Bildung eines anderen Kabinetts unter einer anderen Persönlichkeit. Herriot verlas eine Erklärung, wonach die radi - kalsozialiftischen Mini st er auf ihrem Posten verbleiben, jedoch müsse die Lage, die sich aus den Ereignissen ergebe, im Oktober der Radikal sozialistischen Parteitagung unterbreitet werden. Der Zwischenfall ist damit vorläufig beigelegt. Dramatischer Verlauf der Kabineitssihung. Paris, 25. Juli (DNB. Funkspruch.) Aus den Berichten der Morgenpresse gewinnt man. den Eindruck, daß in dem Kabinettsrat am Dienstagnachmittag, der den Konflikt Tardieu — Chautemps beilegte, bie Entfcheibung auf b e 5 Messers Schneibe stanb. Ministerpräsident Doumergue war entweder für unveränderte Beibehaltung des Ministeriums, ober für den Gesamtrücktritt. Nachdem Doumergue dies gesagt hatte, soll herriot im kabinettsrat erklärt haben, er müsse erst feine Parteifreunde befragen. Doumergue habe ihm daraufhin das Wort abgefchnitten und Anstalten gemacht, das Rücklriltsfchreiben aufzu- fehen. Diesen Augenblick benutzte Kolonialminister L a - v a l, der schon im Februar die größten Anstrengungen gemacht hatte, damit das Kabinett Doumergue zustande kam, um vermittelnd einzugreifen. Es wurde eine Sitzunaspause eingelegt, und die fünf radikalsoziali st scheu Regierungsmitglieder besprachen sich über eine Stunde lang unter sich und kamen bann mit ber gemeldeten kurzen Erklärung zurück, die ein Weiterbestehen des Ministeriums in der bisherigen Gestalt erlaubt. Doumergue war so gerührt, daß er mit Tränen in den Augen Tardieu und Herriot umarmte. Die beiden Staatsmänner schüttelten sich bann herzlich die Hände. Scharfe Kritik in der radikalsozialistischen Partei. Verschärfte Gegnerschaft gegen Tardieu. Paris, 25. Juli. (DNB. Funkfpruch.) Die Beilegung des Konfliktes Tardieu-Chautemps durch den Ministerpräsidenten Doumergue hat in den Reihen ber rabikalfozialiftifchen Partei noch am Abenb des Dienstags ein Nachspiel gehabt, das erkennen läßt, daß der Konflikt zwar für die Regierung geregelt scheint, daß aber in den Kreisen der radikalfozialistischen Partei eine verschärfte Gegnerschaft gegen Tardieu zuM Ausdruck kommt. In einer Sitzung des Vorstandes des Vollzugsausschusses der rabikalsozia- listischen Partei, an der die radikalsozialistrschen Minister teilnahmen und die von 21 bis 23 Uhr dauerte, mußte sich Innenminister Sa r r a u t zeitweise sehr entschieden gegen die Vorwürfe seiner Parteifreunde verteidigen, die den radikalsozialistischen Mi- nistern ihre entgegenkommende Haltung im Falle Tardieu oorhielten. Mehrere Radikalsozialisten richteten an die Minister die Frage, welche Haltung sie in Zukunft einnehmen würben, wenn Tardieu einen neuen Vorstoß gegen führende Persönlichkeiten der radikalsozialistischen Partei unternehmen mürbe, und ob sie sich das dann auch wieder gefallen lassen würden. Als Abschluß der Beratung wurde eine Entschließung angenommen, die den Ausdruck des Bedauerns, den INinisierpräfident Doumergue bezüglich des Vorstoßes Tar- dieus gebraucht hatte, in einen regelrechten Tadel umdeutet. Oie Gefahren des Nordostpaktes. Llmherspazieren von acht Armeen im Herzen Europas, also in Deutschland. London, 24. Juli. (DNB.) Ein Reutervertreter hatte Gelegenheit, sich mit einer beutln privaten Persönlichkeit, bie ben offiziellen Kreistn in Berlin nahesteht und die sich einige Tage hier aufhält, über ben Norbostpakt zu unterhalten. Die Unterhaltung ergab etwa folgendes Bild von ben in Berlin herrschenden Ansichten: Wahrend Locarno für Deutschland und Europa einen nicht fort denkbaren Faktor i m Wiederaufbau Europas bedeutet, fragt sich jeder Deutsche heute besorgt, ob nicht ber Nordost - pakt die segensreichen Auswirkungen von Locarno schwer beeinträchtigt. Die gegenseitige bewaffnete Hilfeleistung, die der neue Vertragsentwurf sogar unbekümmert vor die konziliation seht, bedeutet das Umher- fpazieren von acht Armeen im Herzen Europas, und im Herzen Europas liegt Deutschland. Mehr als zwanzig Konfliktfälle sind zwischen den acht Staaten des Vertrages leicht errechenbar, und in all diesen Fällen soll Deutschland Etappe, wenn nicht Kriegsschauplatz werden. Wenn heute die Vorkriegsdiplomatie nicht hoch im Kurse steht, so hat sie doch eine These hochgehalten: Es muß in jedem Fall versucht werben, einen Streitfall z u lokalisieren. Hier wird das Gegenteil erstrebt. Im Falle eines kleinsten Konfliktes — und den Streit z. B. zwischen zwei baltischen Staaten kann man unmöglich einen europäischen Konflikt nennen — dürfen, ja sollen sich die schwerbewaffneten, modernst ausgerüsteten Riesen- Heere von Großmächten in Bewegung setzen können, eine Vorstellung, die auch einen beherzten Europäer schaudern läßt. Wie soll das abgerüslele Deutschland einen solchen Vorschlag seiner Hochgerüstelen Abrüsiungs- schuldner mit Begeisterung aufnehmen können? Wie ferner Deutschland an ber Mehrzahl ber möglichen Streitfälle, für die der Vertrag Vorsorge treffen soll, uninteressiert ist und sein wird, so werben hier künstlich durch die Garantien Interessen geschaffen, die bisher zum Segen Europas nicht bestanden. Hatte Rußland bisher glücklicherweise keine Interessen im Westen Europas, so wird hier künstlich ein Russie prolon- g£e au bord du Rhin geschaffen. Wäre aber Ruß- land Garant im Westen, dann dürfte seine Jnteressennahme nicht an ber beutsch-französischen Grenze Halt machen, sondern würde logisch und zwangsläufig darüber hinaus vorstoßen bis an die Nordfee und deren Anlieger unmittelbar berühren. Und Frankreich östlicher Garant? Gemeinhin verbindet man mit dem Begriff Garant eine neutrale, nicht unmittelbar interessierte Macht, die sich im Dienst der großen Idee des Friedens in einen ihr an sich fremden Jnteressenkreis hineinbegibt, um neutraler, oojek- tiver Sachwalter im Interesse ber Staaten zu werden, die eine nach allen Seiten gleichmäßig auswirkende Stütze suchen. Die französischen TNililärbündnisse mit einigen der vom Ostpakl zu erfassenden Staaten verbieten aber selbstverständlich, daß Frankreich je die Rolle eines parteilosen Garanten übernehmen könnte. Von vornherein Partei, durch derartige Bündnisse einseitig orientiert, mühte Frankreich logischerweife von sich aus ablehnen, eine Rolle zu übernehmen, deren Durchführung die Aufgabe aller seiner Sonderbindungen gebieterisch verlangen sollte. Sie fragen mich, wie ich Englands Rolle bei der jüngsten Entwicklung ber Dinge ansehe. Der soeben von Englanb beschlossene F ü n f j a h - resplan ber Luftaufrüstung bedeutet, daß England zu ber schmerzlichen Erkenntnis gekommen ist, baß bie sehr starke Zunahme ber Reichweite von Artillerie unb Flugzeugen ihm ben in» fularen Charakter enbgültig genommen hat unb baß es den Schutz seines Landes nicht mehr allein Flotte und Heer anvertrauen kann. Ist aber England Kontinentalmacht geworben, bann fragt man sich, wie kann bann Englanb glauben, baß es sich künftig aus einem ber zahlreichen möglichen Streitfälle, die ber Norbostpakt vorsieht, heraushalten könnte, zumal bie Tenbenz bes Vertrages gerabe auf eine G e - neralif ierung anstatt auf eine Lokalisierung der Konflikte ausgeht? Angesichts der Tatsache, daß durch bas Losbrechen ber Afsistence mutuelle in jebem Falle englische Interessen berührt werben müssen, ist es dann wohl folgerichtiger, wenn England gleichfalls als Garant des Nordosi- pakles auftritt und Europa gegenüber eine Bürgschaft übernimmt, die es nicht nur als fein Recht ansehen -kann, sondern als seine Pflicht gefordert werden müßte. Wie England im Westen Garant von Locarno ist, so ist es im Osten Garant des Wemelstaluts. Aber unabhängig von der Garantiefrage: die deutsche öffentliche Meinung sieht mit Sorge, wie mn i-1! & ' das angesichts feiner Weltintereffen Politik auf lange Sicht treiben sollte, aus einer nur vorübergehenden Auffassung über die Entwickelung eines anderen Landes heraus Europa den Weg ebnet für eine Masse unübersehbarer Abenteuer, die der Nord- ostpakt wie das trojanische Pferd in seinem Innern birgt W -Wy/. ', 4- W, , Sludeni Im Bobenfec erfrunfen. Gchlächterstreik in Ehikago. den Dein Viktor Lutze." Aus aller Wett M. zu .. Süß [en, wobei ein tötet wurde. iV. Ultimatum an streikende Lastkrast- wagenführer in Minneapolis. Die Zuständigkeit des Reichs« Propagandaministeriums. ckteter Ernte wird mit vier luauionen oiDU> veranschlagt. Zwei Bergleute verschüttet und schwer verletzt. Auf dem Ostseid der Königsgrube in Groß- begonnen, die schwächeren Tiere noch vor der Aus- ladung zu erschießen, um das Ausladen der stärkeren Tiere nicht aufzuhalten. türkischen Küstenwache b e italienischer Matro München und Südbayern die freien Zimmer. Der Verkehrsverband gibt diese Meldungen an die Presse und die wichtigsten Reisebüros weiter. weiter fahrt der klonte Rosa". Athen, 25. Juli. (DRB.'Funkspruch.) Rach griechischen Meldungen aus R h o d o s ist es zu °in-m ita 1 i - ni, ch . turk,, ch - n Z w - sch en - fall gekommen, der dem kürzlichen englisch-turki schen Zwischenfall sehr ähnelt. Em italient- transportiert hatten. Ein neuer marxistischer Aufstandsplan. haben. Standgerichtsurteile in Salzburg. Wien, 24.Juli. Das Standgericht in Salzburg verurteilte die Angeklagten Rudol Käfer und Leopold Bach zu 12 und 18 Jahren schweren Kerkers. Beide hatten einen Bombenanschlag auf das Herz-Jesu-Kloster in Kie- fering unternommen, wobei vierhundert Fensterscheiben, zum Teil mit wertvollen Glasmalereien, zertrümmert wurden. Ein Schöffensenat in Salzburg verurteilte 23jährigen Johann Stöger zu sechs Jahren chweren Kerkers, weil er in Hofgastein drei kombenanfchläge, und zwar gegen das Kurhaus, gegen das Hotel Mariahilf und im Gemeindepark ausgeführt hatte. Die Anschläge find noch vor der verschärften Verordnung erfolgt. Der gleiche Schöffensenat verurteilte zwei 19jäh- rige Burschen zu 5Vz und 6 Jahren schweren Kerkers, weil sie Sprengstoffmaterial Obergruppenführer von Jagow für Berlin- Brandenburg. Berlin, 24. Juli. (DNB.) Der Chef des Stabes hat an SS.-Gruppenführer General der Landespolizei Kurt Daluege folgendes Schrei- den gerichtet: „Lieber Kurt! Der Führer hat mit der Führung der Gruppe Berlin-Brandenburg Obergruppenführer von Jagow beauftragt. Obergruppenführer von Jagow wird die Gruppe Berlin- Brandenburg in Den nächsten Tagen aus Deinen Wien, 24.Juki. (DRB.) In dem Prozeß gegen die beiden wegen Sprengung der Donau« uferbahn und Mordversuchs an einem Wachtbeamten vor dem Wiener Standgericht angeklagten Sozialdemokraten Gerl und Anz- böck erkannte das Gericht gegen beide Beschuldigte lauf Todesstrafe. In der Verhandlung gab der Hauptangeklagte G e r I an, daß er einen Terrorakt gegen die Regierung beabsichtigt habe, weil die Regierung das V o l k versklave und die Arbeiter- schäft unterdrücke. ,Zch kann schon jetzt sagen", fuhr der Angeklagte schreiend fort, „in Zukunft wird es statt sieben Selbstmördern täglich sieben AttentätergegendieRegierung geben." Auf die weitere Frage des Vorsitzenden erklärte der Angeklagte, daß ihm von allen politischen Parteien die Nationalsozialistische weitaus am besten gefalle, daß er aber aus Gesinnungstreue die Sozialdemokratie nicht verlassen wollte. Seinen Mitangeklagten versuchte er so weit als möglich zu entlasten. Ueber die Herkunft der Spreng- I stosse verweigerte er jede Auskunft. Nach Mitteilung aus dem Justizministerium ist der heute vom Standgericht zum Tode verur- teilte Rudolf Anzböck zu lebenslänglichem schweren Kerker begnadigt worden. Bezüglich des zweiten Verurteilten Iosef Gerl ist kein Gnadenakt erfolgt Gerl I lst um 20.45 Uhr hingerichtet worden. Um Ruhestörungen zu vermeiden, wurde eine Kompanie Infanterie zur Absperrung des Geländes rund um das Gerichtsgefängnis eingesetzt. Wie verlautet, soll der tschechoslowakische Geschäftsträger im Interesse des Gerl, der tschechoslowakischer Staatsangehöriger ist, heute nachmittag gleich nach Bekanntwerden des Todesurteils im Bundeskanzleramt vorgesprochen Ernste Sorge um Admiral Byrds Schicksal im Südpolargebiet. Wie aus Little America, bem_ Hauptquartier der Byrd-Expedition im Südpola r g e b t e t gemeldet wird, ist man »ort meaen des Schicksals des Leiters der Expedition, de- Admirals Richard Byrd, in großer Sorge. Byrd befindet sich stit vier Monaten in einer 200 Kilometer vom Hauptlager entfernten einsamen Schneehütte, wo er W-tter-B-obachtungen durchfuhren will. Seck einiger Seit ist jede Verbindung nut Bem Admiral u nterbroch-n. nachdem Zunächst sein chauptrundsunksender und späterhin auch derEr atz sender unbrauchbar geworden sind. Ein-sunsk°p sige Expedition, die sich mit einem Schne traktor aus den Weg gemacht batte, um Admiral Byrd abzulösen, war gezwungen, nach 57 Kilometer u m zukehren, weil die Schneekennzeichen durch Schneestürme unkenntlich geroorBen roaren. Trotz ungünstiger Eisoerhältmsse wird eine neue Exxe dition ausgerüstet, um den Admiral aus der Eis Obergruppenführer Dietrich von Jagow, der bisher die Obergruppe V (Frankfurt a. M.) führte. Händen übernehmen. Don den fünf Gruppen im Osten des Reiches, mit deren kommissarischer Führung Dich der oberste Führer in den bitteren Tagen der Niederschlagung der Röhm-Revolte beauftragt hatte, gibst Du damit die letzte Gruppe in die Hände eines alten SA.-Führers. Bei dieser Gelegenheit Dir, lieber Kurt, kameradschaftlichen und herzlichen Dank zu sagen für Deine mühevolle Arbeit unter wenig schönen Um-1 ständen ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis. Wenn Du mit diesem Tage auch wieder aus dem Führerkorps der SA., in dem Du kommissarisch in schweren Tagen mit mir zusammen an Der Erhaltung Der SA. für unseren Führer gearbeitet hast, scheidest, so werden mich mit Dir doch nach wie vor die engen kameradschaftlichen Bande verbinden, Die uns in langen Kampfjahren stets zusammengehalten haben. Es lebe der Führer! Es lebe Deutschland! Stets pinem Jabr ein schwerer Arbeitsunfall. Unter mar längere ken Druck der Kohlenmassen yab der Ausbau an " in einer Stelle nach. Don Den einstürzenden Kohlenmassen wurden zwei Bergleute verschüttet. wüste zu erretten. Ehrenpatenschaft für Drillinge. LÄZ-'M'sE noch Geschenke zu. Ungeklärter IHorD. Ein junger Mann aus Labach (Kreis Saarlouis) fand beim Beerensuchen die Leiche eines Mannes, dessen Nacken bis auf die Knochen durchschnitten und dessen Schädeldecke zertrümmert war. Er glaubte zuerst, daß es sich um einen Schlafenden handele. Der Tote lag mit dem Gesicht zur Erde, die rechte Hand war geschlossen und läßt auf einen verzweifelten. Kampf schließen. Neben der Leiche lag ein großes offenes Taschenmesser, ferner fand man bereits schwarz gewordene Blutspuren. Der Tote lag schon । einige Tage an der Stelle, denn es zeigten sich bereits Anzeichen von Verwesung. Don dem Mörder fehlt bisher jede Spur. Von einer Kuh in Stucke gerissen. In Der Nähe des Hunsrückdorfes Merschbach er* eignete sich ein schrecklicher U n g l ü ck sfa l l, dem ein achtjähriger Knabe zum Opfer fiel. Der Junge hütete in der Nähe des Ortes die Kühe seines Vaters. Plötzlich wurde eines der Tiere wild und griff den Knaben an. Die Kuh nahm den Jungen auf die Hörner und drückte ihn gegen einen Holzzaun. Dabei wurde dem Jungen ein Arm und ein Dein buchstäblich abgerissen. Außerdem erlitt er schwere innere Verletzungen. Man fand ihn nach einiger I Zeit t o t auf. Schrecklicher Tod im brennenden Auto. lich bis zur Unerträglichkeit überfüllt. 75 000 Stück Vieh wurden am Dienstag gewählt, davon 42 000, die von der Regierung im Rahmen der Hilfsmaßnahmen für die Farmer aus den Dürregebieten Wien, 24. Juli. (DNB.) Wie man erfährt, soll tatsächlich ein Putschplan der radikalen Sozialdemokraten und Kommunisten ür die nächste Zeit bestanden haben. Die Marxisten I wollten einen Zeitpunkt, an dem die österreichische Regierung ihre Aufmerksamkeit in erster Linie auf Sprengstoffanschläge richten mußte, dazu benutzen, um einen neuen Aufstand zu entfachen. Be- anders in den Arbeiterbezirken Floridsdorf und Ottakring geht dieser Plan flüsternd von Mund zu Mund. Die Schutzbündler besitzen noch von früher her zahlreiche Waffen, die sie in sicheren Verstecken untergebracht haben. An- geblich oll es Gemeindehäuser geben, in denen auch jetzt noch Waffen versteckt sind. Die Bevölkerung ist hauptsächlich durch die Erhöhung der Mietpreise in den Gemeindehäusern sehr aufgebracht. Anscheinend ist der Plan durch frühere Sozialdemokraten den Behörden zur Kenntnis gekommen. Wie man hört, befinden sich auch bekannte Marxistenführer unter den Verhafteten. Die Namen werden von den Behörden sorgfältig geheimgehalten. Wieviel Sozialdemokraten und Kommunisten in Haft sind, läßt sich nicht genau feststellen, doch dürfte die Z a h l 6 0 0 ü b e r st e i g e n. Dor dem Notarrest kommt es dauernd zu An- s a m m l u n g e n von Angehörigen der Derhafteten. Weitere Verhaftungen in Wien. W i e n, 25. Juli (DNB.) Am gestrigen Dienstag wurde in Wien wiederum eine Reihe ra« dikaler Marxisten verhaftet, lieber die genaue Zahl war eine amtliche Angabe nicht zu erhalten, Doch wird hier von 300 Derhaftungen gesprochen. Dieses Vorgehen gegen die radikalen Marxisten soll im Zusammenhang stehen mit der von der Kommunistischen Partei zum sogenannten „Weltrevolutionstag" am 1. August ausgegebenen Parole. Äüa des Norwegers Major denken an den ersten Aug oes zy. Juli 1914 Irgggoe ube Dienstagmittag trafen die unternommen wirb. mit den sechs drei norwegisch^ ein. Die Nor- ^ger^nb^nad) einer kleinen Stärkung -um Weiter- iflua nach Paris aufgefhegen. Der Fremdenverkehr in Südbayern. T'or s^ndesverkehrsverband München und Süd- ^?ern teilt mit Südbayern ist zur Zeit lehr \ T . i, h t bi* n i*t überfüllt. Um allen Z.U t des e tz ' Aessenten über die Belegung Der und Jnter-^n E aIlem üb„ bHie wem- ^ren?(n Cirte SüDbayems eine genaue Ueber» S°r bUtenOr^Suvv Y a!Ie Orte ta Ä °° den Pert-hr-verband Siandgenchtsjustiz über Oesterreich Todesurteile und Hinrichtung in Wien. Oie evangelische Kirche am 2. August. Verordnung des Neichsbischofs. Berlin, 24.Juli. (DNB.) Der Reichsbi- schof hat zur 20jährigen WieDerkehr des Tages des Kriegsanfanas folgende Verordnung für die evangelische Kirche erlas- DNB. Berlin, 24. Juli. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda ist für alle Aufgaben der geistigen Einwirkung auf die Nation, der Werbung für Kultur und Wirtschaft und der Unterrichtung der in- und ausländischen Öffentlichkeit Überdies zuständig. Danach fallt in feinen Geschäftsbereich auch Die Durchführung aller Veranstaltungen der Reichs-, Landesund Parteidienststellen politischer, kultureller und wirtschaftlicher Art. Aus gegebenem Anlaß weist der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda erneut Darauf hin, daß die Durchführung selbständiger Veranstaltungen im Rahmen der oben festgelegten Zu- ftänbigfeiten ohne seine Unterrichtung und Beteiligung unzulässig ist. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen, insbesondere solchen, bei denen das Diplomatische Korps und die ausländische Presse eingelaben werden, behält sich der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda die Einladung und Betreuung der ausländischen Diplomaten und ausländischen Pressevertreter vor, die er im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt (Chef des Protokolls) durchführt. Alle Dienststellen des Reiches und der Länder sowie die Parteidienststellen sind in einem Rundschreiben angewiesen worden, diese Vorschrift nachdrücklichst zu beachten. am Mittwoch erreichen. . , Während Polen noch mit den Nachwirkungen Der ersten Wasserkatastrophe zu kämpfen hat, kimdiat sich bereits ein neues Unheil an. Die Flusse Im Karpathengebiet, die kaum wieder in ihre Ufer zurückgetreten waren, haben infolge neuer Wolken b r ü d) e in der vergangenen Nacht ihr Bett wieder verlassen. Es stehen bereits sieben Dörfer in dieser Gegend unter Wasser. Die Bevölkerung war zur Räumung ihrer Behausungen gezwungen. An der Mündung des San in die Weichsel bei Sandomir ist die Lage ganz besonders bedenkllch. Dort hat das Hochwasser die Eindeichung zerstört, so daß sich ein Riesensee gebildet hat; seine , Länge beträgt 50, seine Breite 7 Kilometer, stellenweise steht das Wasser 5 Meter hoch über dem Grund. 15 000 Hektar Ackerland sind damit un- brauchbar gemacht, 52 Dörfer und 1500 Emzelhau- ser stehen unter © a f f e r. Bis fetzt sind 4200 Personen in Sicherheit gebracht, ber Rest hat Zu- flucht auf den Hausdächern gesucht und harrt sehn- lichst der Rettung. Militär- und Zivilpersonen sind I zur Hilfeleistung aufgeboten. Mein der Verlust an u .... re__l. __:„S veAt mar STI?IllmtTPn Hl Din Minneapolis, 25. Juli. (DNB. Funkspruch.) Staatsgouverneur O l s o n hat erklärt, daß die streikenden Lastkraftwagenführer den Streik binnen 24 ©tunben auf geben müßten, andernfalls werde Militär ein"' u,„ ... ... ------------- —, ifefet werben. Einstweilen sind 1000 weitere nähme Der Transporte dienen, sind bereits fämt-»tionalgardlsten m Minneapolis emgetroften. Der WafferstanD der Weichsel betrug am Montag und in der Nacht zum Dienstag tn Warschau durchschnittlich 5.40 Meter. Gegen Mor- gen ließ sich ein leichter Rückgang beobachten. Die Behörden nehmen an, daß Der Wasserstand am Dienstag seinen Höhepunkt erreichen mtrb, daß aber der Hauptstadt keine größere Gefahr droht. Entscheidend wird sein, ob die Weichseldämme noch längere Zeit den Fluten standhalten können Der Schwerpunkt der Hochwassergefahr scheint sich jetzt nach dem Unterlauf der Weichsel verschoben zu haben. Die Hochwasserwelle nähert sich, wie aus Danzig gemeldet wird, dem Unterlauf der Weichsel. Am Dienstagvormittag wurde folgender Stand über normal gemessen: Bei Thorn 3,67 Meter, bei Graudenz 3,63 Meter, bei Kurzebrack 3,40 Meter, bei Dirschau 2,57 Meter, und an der Mündung der Stromweichsel bei Schiewenhorft (Freistaat Danzig) 2,72 Meter. Zwischen Thorn und Dirschau sind die Ufer bereits stellenweise Überschwemmt. Eine Gefahr für die Deiche und damit für die tiefliegenden Niederungsgeblete 'besteht vorläufig nicht. Der Höhepunkt der Flutwelle wird die Danziger Grenze allerdings erst C h i k a g o, 24. Juli. (DNB.) In den Schlacht- höfen sind 700 Schlächter plötzlich in den Streik getreten. Gerade in diesem Augenblick ist die Einstellung der Arbeit besonders verhängnisvoll. Es treffen nämlich dauernd aus Den Viehgebieten des Westens Züge mit Vieh ein, das infolge der Dürre und der Futtermittelknappheit abgeschlachtet werden muß. Die Leitung der Schlachthöfe sieht sich deshalb unver- mutet vor die Aufgabe gestellt, mit unzureichendem Personal die Tiere zu füttern und zu tränten. Die großen Viehhöfe, die der vorübergehenden Huf» Ein gräßliches V e r k e h r s u n g l ü ck ereignete sich auf der Chaussee von Rhede nach Borken (Westfalen). Ein Kraftwagen aus Münster, der an Der GemeinDegrenze RheDebrügge—Altrhede Die Eifenbahnstrecke überqueren wollte, fuhr gegen einen Personenzug. Durch Die Wucht Des Anpralls explodierte der Benzintank, und der Wagen stand sofort in Flammen. Es war nicht mehr möglich, den Wagenführer, der in dem zertrümmerten Wagen eingeklemmt war, zu retten, so daß er in den Flammen umtam. Dreister Raubüberfall in Eharlottenburg. Die 46jährige Ehefrau Des TabakwarengroßhSnD- lers Steinbrecher in Eharlottenburg wurde Das Opfer eines dreisten Raubüberfalles. I grau Steinbrecher wurde von einem angeblichen Kunden, Der vorgab, Tabakwaren abholen zu wollen, überfallen unb Durch mehrere wuchtige Schlage auf Den Kopf schwer verletzt. Der Täter raubte bann Die auf Dem Packtisch des Verkaufsraumes stehende Geldkassette, in der sich 400 RM. befanden, und konnte unerkannt entkommen. Die Elbe hat ihren niedrigsten wasserstand erreicht. Der Lauenburger Pegel zeigt mit minus 0,61 Meter den niedrigsten Wasserstand der Elbe seit Einführung Der Wasserstandsmessungen I am Normalpegel. Schon seit langem bietet die Elbe I bei Lauenburg nicht mehr das Bild Des majestätischen Stromes. Wie stark sich Die lang anhaltende Trockenheit auf Das Elbwasser auswirkt, geht Daraus hervor, Daß eine Differenz von 6,61 Meter zwischen Dem augenblicklichen WasserstanD unD Dem Höchststand vom Jahre 1895 mit 6 Meter über 0 besteht. Der ungewöhnlich niebrige Wasserstanb Der Elbe hat bei Unbefanbten eine neue Sandbank aus Dem Strom auftauchen lassen, bie ben Schiff* fahrtsverkehr f a ft völlig lahmlegt. Auf einer Strecke von 10 Kilometer warten fast 200 Fahrzeuge auf Die Durchfahrt. Ost ziehen vier Dampfer oder Motorkähne ein einziges Fahrzeug, um es wieder flott zu machen. Em bei Unbefangen auf Grund gegangener Kahn aus Hamburg mit Schwefelkies ist vollständig verloren. Er ist mehrmals gebrochen. Die polnische Hochwasserwelle. — Verheerende Ueberschwemmungen im karpathengebiet. Wie Die Harnburg-SüDamerikanifche Dampf» schiffahrtsgesellschaft in Hamburg mitteilt, hat das Motorschiff „Monte Rosa" nach erfolgter Unter» uchung des Schiffsbodens durch Taucher das See- tüditigreitsatteft erhalten. Das Schiff hat die Fahrt am Dienstag um 15 Uhr fortgesetzt und wird die Nordkapreise programmäßig zu Ende führen. An Bord ist alles wohlauf. Das Urteil im Fürsienwalder Kabelwerk-Prozeß. Nach fast Drei Monate langer DerhanDlungs- Dauer murDe in Frankfurt (Oder) Das U r t e i l t m I Kabelwerk-Prozeh verkünbet. Verurteilt wurden: Dr. Heinrich Bürger zu neun Monaten Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe, Will; Pickardt zu 500 Mark Geldstrafe und Mlli Oertelt zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde bet Dr. Bürger und Oertelt in Höhe von je vier Monaten und zwei Wochen angerechnet, während dte Strafe bei Pickardt als verbüßt gilt. Die übrigen beiden Angeklagten, Siegfried und Ernst Hirschmann, wur- Den freigesprochen. Bei den Angeklagten handelte es sich um ehemalige Mitglieds des Vor- standes und Aufsichtsrates der Deutschen Kabel- werke AG. in Ketschendorf bei Fürstenwalde, die! wegen Betruges angeklagt waren. Die Der- Handlungen fanden vor der Großen Strafkammer Des Landgerichts Frankfurt (Oder) statt. Rechtskräftiges Todesurteil. Das Reichsgericht hat Die Revision Die von dem 20 Jahre alten ® o e 11 e r aus Domtborf bei Bay- reutb gegen bas Urteil des Münchner Schwur- Berichts Dom 8. Mai eingelegt worden war als un- begründet verworfen. Damit ist der Angeklagte wegen Raubmordes rechtskräftig zum Tode verurteilt. Goeller hatte am 8. März ben 42 Jahre alten Kriegsinvaliben Johann Brey in strnem bei Murnau gelegenen Blockhaus mit einem Seil nie- bergefchlagen, bann erbroffelt unb seinem Opfer schließlich bie Barschaft von 49 Mark geraubt. wegen Hochverrats verurteilt. fen: „Am 2. August begeht bas deutsche Volk den Tag, an dem derWeltkriegseinenAnfang nahm. Vor 20 Jahren zog die Blüte deutschen Mannestums hinaus, um die Heimat zu schützen. In allen lebte die reine, heilige Bereitschaft, für Die gerechte Sache Des Vaterlandes tn einem uns aufgezwungenen Kriege sich zu opfern. Die erneuerte Nation gedenkt in schweigender Ehrfurcht jenes unvergleichlichen Heldentums, I das sich auf diesem Opfergange bewährt hat. Dte deutsche evangelische Kirche ruft als Kirche des Volkes die deutsche Nation dazu auf, diese Stunde würdig im Angesicht des ewigen ©Ottes zu begehen. Deshalb ergeht hiermit Anweisung an alle kirchlichen Stellen, daß am 2. August von 12 bis 12.15 Uhr die Glocken aller evangelischen Kirchen zur Erinnerung an die Gefallenen geläutet werden. Soweit zum Gedächtnis dieses Tages Feld g o 11 e s d i e n st e. nuuj 0- «nortflieaet. Dorqefeben sind, ist die kirchliche Mitwirkung hier. Ländrrflug norroegif*« Sporn 9 bei selbstverständliche Pflicht. Darüber hinaus sind $ie brei norwegischen SportflUAeuge, die in den Gemeinden gottesdienstliche 21»■ o5[0 kommend in Berlin ft ~ n dachtstunden zu veranstalten. Diese feiern (ol- am Dienstagvormitt^ pom Tempelhoser Mu^ax-N len dazu bestimmt sein, daß tn dem gewaltigen ach Köln gestartet. Dieser Flug ist die dritte v Schicksal unseres Volkes uns der ewige Gott Ländersluge- v-lo-«°P-nh°g°n-B-r. begegnete. Wo in kleineren, besonders ländlichen Ln—gbln—Paris—London und Oslo,___„,äu^ ®n, Gemeinden eine besondere Feier aus den Verhält-' - **— *"u‘ nisten sich nicht ergibt, ist Die ErinnerungsstunDe auf ben barauffolgenben Sonntag zu verlegen. Dabei wirb allen ©ebenffeiern gemeinsam sein: Das Dankbare Bewußtsein, Daß Gott uns aus Not unb Schanbe zur Erneuerung Der Nation im Nationalsozialismus emporgeführt hat. Zum Zeichen besten werben Die Kirchen am 2. August Die Fahnen Des alten unb bes neuen Reiches zeigen." Italienisch-türkischer Zwischenfall. Von fünf auf Dem Bodensee während eines schwer ren Sturmes vermißten Kahnfahrern konnten! !— u-.....- — .. . _ v. , vier eine sichere Landestelle erreichen. Der 19jährig>a nach Chikago gebracht worden sind. Da fortgesetzt Student Wolfgang S e i D l e r dagegen ift e r t r u n - neue Viehlleferungen eintreffen, hat chan bereits jx § n. Es wäre viel Aufregung unb auch aefahrvolls Mühe erspart geblieben, wenn alle Kahnsahrer, die irgendwo mit ihren Booten an Land gegangen sind. Den Ausgangshasen sofort oerftönbigt hätten. Waffe vschutz und Polizei hätten unablässig nachgeforscht und waren natürlich nicht angenehm berührt, als sie von der Lässigkeit der Vermißten erfuhren. Wegen hochverräterischer Umtriebe ------- ——— würben durch Urteil des Strafsenats des Ober- Dernichteter Ernte wird mit wer Millionen Zloty landesgerichtes Karlsruhe vom 18. Juli 1934 ver- - 1 urteilt: Gustav Adolf Süß aus Neustadt a. d. H. zu zwei Jahren und sechs Monaten Z u ch t h aus unter Aberkennung der bürg-rttch-n Idr°nr°chte i »u, sich unter Tag aus di- Dauer von sun Wen. Elsa S H 1 “'| A r b ei! s u n s a I l. Unter dem star- geb. Braun, aus Frankfurt a. M. und sechs Monaten Ge ängnis. _ N Zeit Redakteur an der „Arbeiter-Zeitung Mannheim. AaamAaJ sches Fischerboot aus Kastellos, das von Nalueges Auftrag veenuet. »Rhodos abgetrieben war und in der zur Türkei gehörenden Makri-Bay Schutz suchte, wurde von der Sie wurden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus geschafft, wo sie in bedenklichem Zustande darniederliegen. Der Tod in den Bergen. In den Dolomiten ereignete sich eine Reihe schwerer Bergunfälle. Ein Bozener Alpinist namens Thurner stürzte im Rosengartengebiet vom Delagoturm, einem der drei südlichen Vajolettürme, 400 Meter in die Tiefe, wo er zerschmettert liegen blieb. Die Leiche wurde geborgen. Ein zweiter tödlicher Unglücksfall ereignete sich in der Mendelgruppe. Ein 19jähriger junger Mann aus St. Pauls in Eppan stürzte beim Edelweißpflücken am Großen Gangkofer tödlich ab. In den Sextuner Dolomiten stürzte ein Wiener Student bei der Besteigung des Kleinen Turms ab. Er war sofort tot. Gewitterslurm über London. Das von langandauernder Trockenheit ausgedörrte London erlebte am Dienstagnachmittag einen Gewitter ft urm von ungewöhnlicher Stärke, der großen Schaden anrichtete. Stundenlang zuckten Blitze und rollten heftige Donnerschläge. Starke Regenfälle verwandelten die Straßen und Plätze in Flüsse und Seen und heftige Hagelschauer prasselten gegen die Fensterscheiben. Zahlreiche Blitzschläge trafen die Gebäude. Im Park Wimbledon setzte ein Blitzschlag eine kleine Kapelle in Brand, doch konnte die Feuerwehr den Brand rasch löschen. Die Themsebrücke im westlichen Stadtteil Hammersmith wurde ebenfalls vom Blitzschlag getroffen und mehrere elektrische Kabel unterhalb der Brücke gerieten in Brand. Am schwersten wurden die südlichen Stadtteile Londons von dem Unwetter heimgesucht. Bei Acton mußte die Untergrundbahn den Verkehr einstellen, und auch der Eisenbahn- und Straßenverkehr erlitt erhebliche Störungen. In einem Teil des Hydeparks in der Rahe des Albert-Tores stand das Wasser 30 Zentimeter hoch. Bei Willesdon lockerte sich das Holzpflaster der Straße derart, daß ein Autobus von der Fahrbahn geriet und in eine Fensterscheibe hineinrannte. Hitzewelle auf dem Balkan. — Fünf Todesopfer. Die Balkanhalbinsel, auf der bisher zum großen Teil kühles und regnerisches Wetter geherrscht hat, wurde plötzlich von einer außerordentlich starken Hitzewelle erfaßt. Das Thermometer stieg in Südserbien auf 46 Grad im Schatten und 60 Grad in der Sonne. In Belgrad wurden 37 Grad im Schatten gemessen. Der Ministerrat beschloß, die Dienstzeit bei den Behörden auf die Vormittagsstunden zu beschränken. Die Hitze hatte zahlreiche Unglücksfälle zur Folge. In Bosnien starben drei Menschen a.m Hitzschlag. In Slowenien ertranken zwei Schüler vor >den Augen ihrer Mutter. Starke Hitze und Stürme in Ankara. Aus Jstambul wird gemeldet: Die Hitzewelle breitet sich unter Ansteigen der Temperaturen immer weiter aus. In Ankara ging am Dienstag ein Sandsturm nieder, der die Stadt in eine dichte Wolke glühendheißen Sandes einhüllte und zahlreichen Sachschaden anrichtete. Eine Viertelstunde lang ruhte jeder Verkehr. Wenig später wurde die Stadt von einem wolkenbruchartigen Regen heimgesucht. 700 Todesopfer der Hitze in Amerika. Im Mittelwesten Amerikas machen sich noch keinerlei Anzeichen bemerkbar, die auf eine bevorstehende Abkühlung schließen lassen. Die Rekordhitze hält an. Ueberall liegen die Temperaturen weit über 30 Grad. Die Gesamtzahl der Todesopfer ist auf siebenhundert gestiegen. In Cincinnati allein st a r b e n in den letzten 24 Stunden 20 Menschen an den Folgen der Hitze. Zwei Armenier wegen Ermordung des Bischofs Tourian zum Tode verurteilt. In dem Reuyorker Prozeß wegen des Anschlags auf den Bischof Tourian wurden zwei Armenier des Mordes für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Die übrigen sieben angeklagten Armenier erhielten Gefängnisstrafen von 10 bis 20 Jahren. Kunst und Wissenschaft. Aerztliche Fortbildungskurse zur Förderung des Gesundheitswesens im neuen Deutschland. Die Berliner Akademie für ärztliche Fortbildung, Berlin NW 7, veranstaltet im Oktober d.J. eine Anzahl wichtiger und mteressan- ter ärztlicher Fortbildungskurse. Dom 1. bis 13. Oktober wind die innere Medizin mit besonderer Berücksichtigung der Tuberkulose behandelt. Ferner findet vom 15. bis 20. Oktober im „Waldhaus Charlottenberg" ein weiterer spezieller Tuberkulose-Kursus statt. Eine geburtshilflich-gynäkologische Fortbildungswoche ist gleichfalls auf den 15. bis 20. Oktober gelegt. Außerdem wird vom 1. bis 13. Oktober über Hals-, Rasen- und Ohrenheilkunde gelehrt, vom 22. bis 27. Oktober über das Gebiet der Kinderheilkunde und vom 29. Oktober bis 2. November über die Chirurgie intrathorakaler Erkrankungen. Außerdem finden Einzelkurse über sämtliche Gebiete der Medizin mit praktischer Betätigung am Krankenbett und im Laboratorium statt. Bei diesen Kursen wird besonderer Wert auf die praktische Tätigkeit gelegt. Alle näheren Auskünfte erteilt die Geschäftsstelle der Berliner Akademie für ärztliche Fortbildung, Berlin NW 7, Rudolf-Koch-Platz 7 (Kaiser- Friedrich-Haus), Deutsche reichsangehorige Aerzte arischer Abstammung, sowie Aerzte ausländischer Staatsangehörigkeit können an den Kursen teilnehmen. ir, Die erhöhte Aufmerksamkeit, die bas neue Deutschland dem Gesundheitswesen und der vorbeugenden Fürsorge zuwendet, hat eine erhöhte Tätigkeit vieler Organisationen bei der Betreuung ihrer Mitglieder mit sich gebracht. Das Hilfswerk „Mutter und Kind" stellt gleichfalls hohe Anforderungen an die ärztliche Beratung. Auch das Winterhilfswerk wird in diesem Jahr mit ganz besonderer Sorgfalt nach gesundheitlichen Gesichtspunkten und ärztlichen Ratschlägen arbeiten. Darum ist eine auf der letzten Höhe der Vervollkommnung stehende Fortbildung der deutschen Aerzteschaft dringendes Erfordernis. Eine starke Inanspruchnahme dieser besonders günstigen Gelegenheit zur Fortbildung auf den wichtigsten Spezialgebieten ist also dringend zu erhoffen. Deutscher Journalist in Rom gestorben. Am Dienstag starb in Rom nach kurzem Leiden der Senior der deutschen Journalisten und der ausländischen Pressevertreter in Rom, Wolfgang Ludwig Stein im Alter von 67 Jahren. Vor 42 Jahren nach Rom gekommen, war er in Rom als Vertreter der „Kreuzzeitung", „Schlesischen Zeitung", „Deutschen Tageszeitung" und anderer deutscher Blätter tätig. Auch an italienischen Blättern und Zeitschriften arbeitete er vielfach mit. Wettervoraussage. Während in Südwesten kräftigerer Luftdruckanstieg eingesetzt hat, ist über Island ein neues Tief östlich vorgerückt. Die Luftdruckgegensätze haben sich somit erheblich verstärkt und die Zufuhr maritimer Luft dauert fort. Da wir im Grenzgebiet zwischen hohem und tiefem Druck liegen, wird das Wetter teilweise aufheiternd fein, doch werden sich stellenweise Gewitterstörungen herausbilden, die auch Niederschläge mit sich bringen. Aussichten für Donnerstag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, schwül, stellenweise Gewitterstörungen, dann kühler. Lufttemperaturen am 24. Juli: mittags 22,8 Grad Celsius, abends 14,7 Grad; am 25. Juli: morgens 14,3 Grad Celsius. Maximum 23,5 Grad, Minimum 12 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Juli: abends 21,2 Grad, am 25. Juli: morgens 17,7 Grad. — Niederschläge 2,2 Millimeter. — Sonnenscheindauer 6V2 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Gießen, im Juli 1934. 432 2D Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme bei unserem schweren Verlust dankt herzlichst im Namen der Hinterbliebenen Ottilie Loos, geb. Müller. Bilanz her VezirkOarkaffe Gießen für 1932. Vermögen: RM. 1. Hypotheken.... 5 295 449.32 2. Darl.anGemeind., Kirchen n.Komm.- Verbände ......5 945 424.45 3. Darleh. an Private gegen Bürgschaft. 118135.72 4. Darleh. an Private geg. Hinterlegung von Wertpapieren 9 411.62 5. Kurspapier.l Kurswert)..........1561 355.00 6. Wechsel ..... 35 494.48 7. Konto - Korr.-Verkehr (Debitoren). .2 309157.34 8. Bantverkehr-Girogelder ....... 952 586.27 9. Immobilien..... 130 000.00 10. Mobilien . _____ 20 000.00 11. Rechnungsrest ... 324 976.85 16701991.05 Schulden: RM. l.Svaroerkehr 13 284 073.97 2. Konto-Korr.-Verk. (Kreditoren) .. 2 756 966.68 3. a) Reichsbanklom - bardkonto 100.00 b) Lcmd.Komm.- Bk.-Girozentrale für Hessen, Bau- sparkonten-Best. RM. 939.53 1039.53 4. Rücklage..... 494 503.59 5. Fond zur Erricht. ein. StifUm" nn(. d. lOOjähr. Besteh. der Svartaue. . 40 000.00 6. Risikorücklage... 50 000.00 7. Reingewinn..... 75 407.28 16 701 991.05 Vorstehende Bilanz wird gemäß Art. 3 Abs. 4 des Gesetzes über die öffentlichen Sparkassen vom 8. August 1902 zur Kenntnis der Nezirksangehöngen gebracht. Gießen, den 23. Juli 1934. Dev Divektov dev Vezivkssvavkasse Gietzen _________________________Zach eis. ______4313D Lw. E. 8 (a) 134. Beschluß. Das Entschuldungsverfahren über den landwirtschaftlichen Betrieb des Landwirts Otto Wilhelm Warfleller und dessen Ehesrau Emma, geb. Sern, in Orüningen wird eingestellt. 4327V Gießen, den 18. Juli 1934. __________ Hessisches Amtsgericht._______________ Bekanntmachung. Die bereits fälligen Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet für den Monat INai 1934 können noch bis zum 4. August d. I. ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu die em Termin erfolgt Beitreibung und Sperre auf Kosten des Abnehmers. Die Kaffen des Elektrizitäts-. Gas- und Wasserwerks befinden sich Gartenstraße 3. 4319V Gießen, den 23. Juli 1934. Direktion der Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke. __Lotz. ________________ Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Gießen. Betr.: Dampfkesselanlage des Philipp Schäfer VI. zu Beuern. Der Zimmermeister Philipp Schäfer VI. zu Beu- ern beabsichtigt, auf seinem Grundstück Flur I Nr. 93 einen Dampfkessel aufzustellen. Pläne und Beschreibung liegen in der Zeit vom 26. Juli bis 8. August d. J. einschließlich zu jedermanns Einsicht auf der Bürgermeisterei Beuern offen. Einwendungen gegen den Plan können innerhalb der Offenlegungsfrist bei der Bürgermeisterei Beuern schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Nach Ablauf der Frist können Einwendungen nicht mehr geltend gemacht werden. Vermietungen Schöne 6—7- Zimmer-Wohn. m. Badezimmer sowie Zubehör i. 2.St. ver l.Okt. zu verm. 03602 Wilbelmstr.8lU 4-Zrmni.-Wohnung mit Zubehör so- fortz.vermieten. Wo? sagt d.Gieß. Anzeiger. osk3» Zwei leere Zimmer I in neuem Einf.- Haus m.Heizung zmnMöbelunker- stellen evtl, auch als Wohnung, jedoch ohne Kuch.- Benutz. z. verm. Wo? sagtd.G.A. Mietgesuche öd. 2 Zimmer mit Küche zum 1.8. ob. später zu mieten gesucht. Schriftl. Ang. u. 03642 a.d.G.A. Leeres Zimmer zum 1. Aug. gesucht. Schriftl. Angeb. u. 03643 an den G. Anz. Dr. Malech verreist bis 16. August Vertreter: Dr. Kn au ff. Ludwigstrafie 37 Dr. Mehl, Ludwigstrafie 28 4328 D nachmittags 2 Uhr versteigereich zwangsweise gegen Barzahlung im .Löwen", Neuenweg 28, dahier: 1 Klavier, 1 Schreibtisch, 2 Büfetts, 1 Kredenz, 1 Nadioanlage, 1 Bohner, 1 Staubsauger, 1 Backofen, 1 Eiskonservator, 3Grammovhone, 6 Sofas, 1 Tisch, 1 Vertiko, eine Nähmaschine, 1 Badeofen mit Wanne, 4 Glasschränke, 1 Klavier, 4 Chaiselongues, 2 Sessel, 1 Kommode, 1 Kleiderschrank. Ferner an Crt und Stelle, Bekanntgabe im Versteigerungslokal: 3000 kl. Fläschchen, 300 Kartonnagen, 1 Sessel, 1 Vertiko, eine Chaiselongue, 2 Diwans, 1 Opelpersonenwagen, 1 Kautsch, drei Grammophone, 1 Piano, 1 Korbmöbelgarnitur, 5 Schränke, zwei Schreibmaschinen, 1 Klavier, eine Standuhr, iBroschürheftmaschine, versch. Sorten Papier, 2 Schreibtische, 1 Kassenschrank, 1 Laden- theke, versch. Haushaltungsgegenstände wie: Waschmaschine, -kessel, Kaffeemühlen, Feldstaschen, Gießkannen,Wärmflaschen,Fußmatten, Butterkühler, Kohlenkasten, Brotbüchsen, Küchenwaagen, Ofenschirme, Fuhrleinen, Kuchenformen Usw. 4320D Bestimmt: 6 Damenhandtaschen, 1 Dtzd.Biesenbügel, 1 Harmonium. Möll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 I, Telefon 3239. VW« von 6-7 Zimm, mit Zentralheiz. in guter Lage gesucht. Aeußerste schriftl. Preisangebote u. 03641 andenGieß.Anz. Kaufmann sucht 34-Mohn per 15. August. Schr. Ang. unt. 03644 a.d.G.A. ZZimmer u.Kiiche von jungem Ehepaar gesucht. (Mietei.Voraus) Schr. Ang. unt. 03640 a.d.G.A. 4 0Ö.5-M- MNW zum l.S.ob.1.9. (nur Parterre) gesucht. Ang. m. Preisangabe an Dr. Dlnndowski, Plockstr. 14 43260 llllllllllllllllllllllllllllll Raum (evtl. Mansarde) zum Unterstellen von Möbeln ab 15. 8. ges. Schr. Ang. m. Preis u. 03645 a.d.G.A. Freilichtaufführung des Stadttheaters im Garten lies Stadthauses, Bergstr. heute Mittwoch, abends 8 Uhr: Was Ihr wollt Lustspiel von Shakespeare. Leit.: Intendant H. König. 4315D Musikai.Leitung: F. Kerzisnlk. Ein gesunder Junge ist angekommen 3rene und August Allroggen geb. Walther Gießen, Liebigstr. 43 Bochum, Gabelsbergerstr. 26 24. Juli 1934 4323 D Waldeslust am Flughafen Morgen, Donnerstag ab 5 Uhr Stadtkaffee-Kapelle Bester Familienaufenthalt Eintritt frei! 43140 ist nicht das einzigste, woran Sie denken müssey. Sie gebrauchen auch irgend eineErfrischungwie: Himbeersaft,Brausepul- ver u§w. Auch gehört eine Taschen-Apoth. i. d. Rucksack. Mittel gegen Schnakenstiche: Schnakencreme25Pf.,Stif' tegegenSchnakenstiche, Salmiakflacons. Bei Wanderungen müssen Sie die Füße gut pflegen.Fußpuder,Ger- laclis Gehwohl Präs. Creme, Salicyltalg, Hirschtalg gebrauchen Sie unbedingt, bevor die Wanderung losgeht. Kommen Sie zu Drogerie 4312A Kreuzplatz 10 Meine Praxis ist bis 6. 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Wenn auch nicht allen Wünschen der Kleinrentner durch das neue Gesetz Rechnung getragen wurde, so bricht dies nicht auf mangelndem sozialem Verständnis für die Rot dieser Volksgenossen, sondern in den Schwierigkeiten der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse, die namentlich eine materielle Aufbesserung z. Zt. noch nicht gestatten. Das Gesetz beschränkt sich zunächst auf Erleichterungen in den Fürsorgebestimmungen, wobei der Gesetzgeber naturgemäß auf die Leistungsfähigkeit der Fürsorgeverbände Rücksicht nehmen mußte. Dem grundsätzlichen Begehren der Kleinrentner, sie aus der öffentlichen Fürsorge auszuscheiden und ihnen einen gesetzlichen Anspruch auf eine Rente einzuräumen, ist nicht entsprochen worden, weil eine solche Regelung zur Zeit eine untragbare hohe Finanzlast bedingt hätte. Das neue Gesetz umgrenzt den Personenkreis, den es erfassen will, glücklicherweise genau. Die persönlichen Vorbedingungen für die Erlangung der Kleinrentnerhilfe sind: Der Antragsteller muß alt oder erwerbsunfähig sein. Die Voraussetzung des Alters ist gegeben für Männer, wenn sie das sechzigste, für Frauen, wenn sie das fünfundfünszigste Lebensjahr vollendet haben. Stichtag für dieses Alter ist der 1. September 1934. Erwerbsunfähigkeit ist dann anzuerkennen, wenn körperliches oder geisti- Eine wesentliche Aufbesserung der Unterstützungsleistung des Fürsorgeverbandes konnte der Gesetzgeber aus allgemeinen finanzwirtschaftlichen Gründen zur Zeit noch nicht vornehmen. Immerhin sind Bestimmungen getroffen, die auch in der materiellen Unterstützung recht beachtlich sind. Es war in den dies macht eine eingehende und sorgfältige Nachprüfung sämtlicher Unterstützungsfälle erforderlich. Es ist dabei zu erwarten, daß bei einer beachtlichen Zahl von Unterstützungsempfängern die im neuen Gesetz vorgeschriebenen Voraussetzungen nicht gegeben sind. Es würde eine soziale Härte sein, wenn Glasknopf blicktest, sahst du nach Bedarf den Königstein, eine Allgäuer Milchkuh oder das Familienbad am Ostseestrande. Ja, es foll sogar vorgekommen sein, daß durch Verwechslungen der Packungen des „Souvenir-Fabrikanten" - das Familienbad im Federhalter auf der Kurpromenade in Reichenhall feilgeboten wurde, oder die geheimnisvolle Glas- knopfausficht auf den „Riesen Roland am Rathause zu Bremen" in der fidelen Studentenstadt Jena zum Verkauf gelangte. Im letzteren Falle wurde der Schwert- und Schildträger Roland mit dem bierehrlichen Hannfried" verwechselt. Denn Johann Friedrich, der Stifter der Universität Jena, trägt auch derlei in der Hand, nämlich seinen Richts^atz der allgemeinen Fürsorge^ mindestens I diesen Kreis der Unterstützungsempfänger besondere ein Viertel übersteigt. 'Bestimmungen getroffen werden. gründet. Die vom Gesetz geschaffenen Erleichterungen sind folgender Art: Der im Fürsorgerecht den Fürsorgeverbänden grundsätzlich zustehende Anspruch an den Unterstützten oder seine unterhaltsverpflichteten Angehörigen auf Ersatz seiner Unterstützungsleistung ist durch das neue Gesetz auf dem Gebiet der Kleinrentnerfürsorge wesentlich beschränkt worden. Ein solcher Anspruch besteht gegen den Empfänger der Kleinrentnerhilfe, seinen Ehegatten oder seine Eltern über- Einkommen aus Aufwertungsansprüchen, die nach den gesetzlichen Bestimmungen der letzten Jahre ganz anzurechnen waren, bleiben bis zum Betrage von 22,50 R2N. monatlich frei. Arbeitseinkommen ist bei der Festsetzung der Unterstützung nicht zu berücksichtigen, wenn es weniger als die hälfte des Richtsatzes beträgt. Uebersteigt es diesen Betrag, so darf höchstens die Hälfte des Mehrverdienstes angerechnet werden. Ob und inwieweit das Einkommen beispielsweise aus Untervermieten Ar b e i t s verdienst ist, wird besonderer Anordnung bedürfen. Unterstützungsaufwendungen, die bisher dem Fürsorgeverband ersetzt worden sind, können von diesem nicht zurückgefordert werden. Nachdem der Anspruch des Fürsorgeverbandes auf Erstattung seiner Unterstützungsleistungen gegen den Kleinrentner, den Ehegatten, seine Eltern und den nächsten Erben aufgehoben worden ist, sind auch Sicherheiten für den Kostenersatz freizugeben. Dementsprechend werden Sicherungshypotheken zu löschen und verpfändete, bewegliche Vermögenswerte aus dem Pfand freizugeben sein. Die Freigabe dieser Sicherheiten bedeutet für die Bezirksfürsorgeverbände einen recht erheblichen Verzicht auf Vermögenswerte, für die Stadt Gießen kommen etwa rund 100 000 Mark in Betracht. Um Mißverständnisse zu vermeiden, sei besonders darauf hingewiesen, daß die dargelegten Verbesserungen und Erleichterungen nur für solche Kleinrentner in Betracht kommen, für die die angegebenen Bestimmungen für die Kleinrentnerhilfe zutreffen. Das kleinrentnergeseh tritt am 1. September 1934 in Kraft; „Schild", die Bibel und das Kurschwert! Die wenig frommen Jenenser Studiker aber sagen, es sei die „Bierfibel" und der „Hieber"! Diese kleinen Reiseandenken früherer Zeit waren recht zwecklos. Sie- waren vor allem in der Art ihrer Herstellung so geschmackslos und unkünstlerisch, wie nur möglich. Noch geschmackloser aber waren die „Mundtuchringe mit Kurhaus", die Aschenbecher mit dem Kyffhäuser und die mit schaurig-schönen Flundern bemalten Muscheln, die kein Mensch am Nordseestrande fand, da sie aus dem Mittelmeere gefischt waren. Diese „sinnigen" Geschenke fristeten später ihr unwürdiges Dasein als Staubfänger in den Fremdenzimmern. Das Dritte Reich, das allen kunstgewerblichen Gebieten seine besondere Aufmerksamkeit zugewandt hat und auf allen Gebieten zur Wertarbeit anregt, hat dank seiner unermüdlichen und tüchtigen Erziehungsarbeit eine günstiae Wandlung des Geschmackes angebahnt. Der Kitsch und die Freude — die geheuchelte Freude — am Kitsch verschwinden langsam. Aber die Freude am Schenken lebt, gottlob! Von sauer verdientem Spargeld schenken, das macht doppelt Spaß. Aber es soll auch Sinn und Verstand haben, was man verschenkt, nicht wahr? Was schenkt man also am besten? Sehr einfach: Kaufe in dem Orte, wo du den glückbringenden Gedanken zum Schenken faßtest, etwas ein, was für jenen Ort charakteristisch ist! Ob du nun aus Frankfurt „Frankfurter Würstchen", aus Plauen „Plauener Spitzen", vom Schwarzwald - Dorfe „Schwarzwälder Holzschnitzerei", aus dem Hessenland „Bauerntöpfe aus Ton", von der Ostseeküste Bernstein oder vom Rhein eine oder zwei Flaschen zialen Struktur des Hilfsbedürftigen. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen sind: Grundsätzlich muß Hilfsbedürftigkeit im fürsorge- rechtlichen Sinne vorliegen. Hiernach ist hilfsbedürftig, wer den notwendigen Lebensbedarf für sich und seine unterhaltungsberechtigten Angehörigen nicht oder nicht ausreichend aus eigenen Kräften und Mitteln beschaffen kann und ihn auch nicht von anderer Seite, insbesondere von Angehörigen, erhält. Ferner ist der Nachweis zu führen, daß am 1. Januar 1918 ein Kapitalvermögen von mindestens 12 000 Mark vorhanden war oder daß ein Anspruch auf eine jährliche Rente von mindestens 500 Mark auf Lebenszeit bestanden, hat. Haupt nicht mehr. Gegen die Erben des Kleinrentners besteht indessen der Erstattungsanspruch unverändert fort mit der Einschränkung, daß der Ehegatte, sowie die Verwandten auf- und absteigender Linie des Erblassers nicht zum Ersatz herangezogen werden können. Im Falle des Ablobens eines Kleinrentners darf also weder von der Witwe noch von den Kindern oder Enkeln Rückersatz der Unterstützungsaufwendungen begehrt werden. Gegen die Übrigen Erben bleibt der Erstattungsanspruch jedoch, wie schon erwähnt, bestehen. Das neue Gesetz untersagt den Fürforgeverbän- den, die Gewährung der Kleinrentnerhilfe von einer Arbeit gemeinnütziger und öffentlichrechtlicher Art abhängig zu machen. Man muß sich wundern, daß es in dieser Richtung eines Einschreitens des Gesetzgebers bedurfte, denn anscheinend haben einzelne Städte oder Gemeinden von den Kleinrentnern Pflichtarbeit verlangt. Dies ist also künftighin nicht mehr zulässig. Eine Heranziehung der Unterhaltungspflichtigen durch den Fürsorgeverband im Verwaltungsweg (Resolutoerfahren)- ist in der Kleinrentnerfürsorge künftighin ebenfalls ausgeschlossen. Es ist nur noch der ordentliche Rechtsweg gegeben. IasGesehliberKlemreninerhilsevomSJMl93^ Von Verwaltungs-Amtmann Kether, Gießen. ges Gebrechen es unmöglich macht, die Hälfte des letzten Jahren in das Ermessen der Bezirksfürsorge- Lebensbedarfs zu erarbeiten. Der Lebensbe- verbände gestellt, in welchem Maße sie die Kleinrent- darf für Hilfsbedürftige wird im allgemeinen durch ner in der Betreuung besser stellen wollten gegenüber den Richtsatz befriedigt. Richtsatz ist ein in Geld den übrigen Unterstützungsempfängern. Sie sind,,— ----- —• , uct ausgedrückter Maßstab für den notwendigen Le- nunmehr gehalten, die Unterstützung für den Emp- dieseetwa inbie allgemeine^ur|orge! übergehn ' ■ ■ ■ ' ' - ' ' ' - - -- sänger der Kleinrentners- ,° sestzusttzen, daß sie wiirdew Es ist mit Sicherheit zu -rwar °n dah sur ! y << .■..... cr"„t„___I x;hör ITntorfhihimnciPmnmnoßr veionoere „Wer glücklich ist, kann glücklich machen! Wer's tat, vermehrt sein eigen Glück!" — Du bist auf der freudig erwarteten Ferienreise. Oft schweift ein Gedanke, oft fliegt ein Gruß an die Lieben daheim zurück! Wenn doch alle Menschen, die du liebst und alle guten Freunde alles Schöne miterleben könnten! Nun, du wirst ihnen alles erzählen, du wirst auch, einem alten guten Brauche folgend, diesem und jenem „etwas mitbringen"! Es hat vor nicht zu langer Zeit eine Epoche unseres Volkes gegeben, wo man — mit Verlaub zu sagen — schauderhafte Dinge „mitbrachte"; Dinge ohne Geschmack und Sinn, ohne Schönheit, und die noch dazu sehr überflüssig waren. Es gab so „reizende" Federhalter; die bekamst du auf der Bastei in Sachsen, in Heringsdorf am Ostseestrande und — ungelogen — sogar im bayerischen Almen- Verordnung zum Schutze des Waldes Der Hessische Staatsminister Jung hat zum Schutze des Waldes folgende Verordnung erlassen: Im Walde oder in gefährlicher Nähe von Wäldern dürfen Zelte ober sonstige Lagerstätten nur mit besonderer schriftlicher Erlaubnis der Forst- polizeibehörde und nur innerhalb der im Erlaubnisschein freigegebenen Flächen erdichtet werden. Es ist bis zum 30. September 1934 im Walde und in gefährlicher Nähe von Wäldern verboten, im Freien offenes Feuer oder Licht anzuzünden, unverwahrtes Feuer ober Licht mit sich zu führen ober zu rauchen. Dieses Verbot erstreckt sich auch auf bie öffentlichen Wege unb bie zur Errichtung von Zelten unb sonstigen Lagerstätten freigegebenen Flächen. Zuwiberhandlungen werben mit Gelbstrafe bis zu 150 Mark ober mit Hast bestraft. Diese Verorbnung tritt heute in Kraft. Neue Landesdienststelle Hessen/Hefsen- Naffau im deutschen Genieindeiag. Der Reichsminister des Innern hat bie Zusammenlegung der beiden Dienststellen, ber Lanbesbienst- stelle Hessen unb der Provinzialdienststelle Hessen- Nassau im Deutschen Gemeindetag zu einer Dienststelle genehmigt. Die vereinigte Dienststelle führt künftighin die Bezeichnung Deutscher Gemeindetag, Landesdienst st elleHesfen/ Hessen-Nassau mit dem Sitz in Frankfurt am Main. Vorsitzender ist der Leiter des Amtes für Kommunalpolitik der Gauleitung Hessen-Nassau, Bürgermeister Linder, M. d R., Frankfurt a. M. Gleichberechtigte Stellvertreter sind Oberbürgermeister Lahmeyer (Kassel) und Oberbürgermeister Ritter (Gießen). Leiter der neuen Landesdienststelle Hessen/Hessen- Riesling mitbringst, das kommt eben auf deine Reisegelegenheit, auf deine Freigebigkeit und auf den Empfänger ober bie Empfängerin an. Freube macht es sicher! Außerbem tust bu noch ein gutes nationalwirtschaftliches Werk. Du wirbst mit beiner Gabe für einen Ort, ber bir Gastfreunbschaft bot, unb in bem bu bich wohl fühltest. Außerbem bekommst bu vielleicht von bem Beschenkten eine „Frankfurter" ober ein Gläslein „Riesling" ab! Na, also! — V. A. Glückwünsche an Reichsstatthalter Sprenger. Gestern mürben - bem Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger zu seinem 50. Geburtstage bie nach- stehenden Glückwunschtelegramme aus Gießen übermittelt: „Der Kreis Rhein-Main ber Deutschen Studentenschaft fenbet in treuer Verbundenheit bem Förberer ber stubentischen Arbeit, unserem Reichsstatthalter unb Gauleiter zum 50. Geburtstage bie herzlichsten Glückwünsche. v. G r a e v e, Kreisführer." „Unserem Gauleiter unb Reichsstatthalter zu seinem 50. Geburtstage herzliche Glückwünsche. Die Gießener Stubentenschaft." An alle Führer und Gefolgschaften der BetriebSgemeinschasten. Die Deutsche Arbeitsfront teilt mit: Führer unb Gefolgschaften ber Betriebsgemeinschaften forbere ich hiermit auf, bei Durchführung bes Aufbaues ber DAF. tatkräftig Hilfe zu leisten. Allen Block- waltern ist bei Feststellungen unb Eintragungen bereitwilligst Auskunft zu geben. Es werben in Kürze Formulare (Fragebogen) heraus- gefchickt, beren Ausfüllung äußerst wichtig ist. Diese Fragebogen sinb Unterlagen für bie genaueste Erfassung bes Mitgliederbestandes. Ich erwarte, baß alle mithelfen, ganz gleich wo sie stehen, bas Auf- : bauwerk bes Führers schnell zur Vollendung zu bringen. s Gez.: Becker, MdR. Bezirksleiter der DAF., Bezirk Hessen. Vermögen- oder Rentenanspruch müssen durch bie Inflation entwertet sein. Hierbei ist ber Gesetzgeber von ber Erfahrungstatsache ausgegangen, daß ein Kapitalvermögen von 10 000 Mark in ber Vorkriegszeit in den meisten Fällen eine ausreichende Altersversorgung mar. Am 1. Januar 1918 entsprachen 12 000 Papiermark etma 10 000 Goldmark. Da bas Gesetz nur das Vorhandensein von Kapitalvermögen voraussetzt, ist Grundbesitz, der am 1. Ja- -— d--- nuar 1918 dem Antragsteller gehörte, unerheblich lanbe. Wenn durchs emen^ ve^steckt^ angelegten und ein Antrag auf Kleinrentnerfürsorge unter Hinweis auf früheren Grundbesitz, dessen Erlös der Geldentrnertung zum Opfer gefallen ist, märe unbe- bei Ruth Schaumann. Für Philosophen, Liebende Mütter und Dichter. Lieber Freund! zugleich. Warum für Liebende? Die Hänge sind vertieft zu Mulden, die Mulden voll Gras und allerlei Blumen und die Vogelmeidhöfe sind jenseits zu schauen mie das Notsn'buch zu: Unter der Linde auf der Heide, danach fingen die Liebenden gerne unb der Kuckuck beantwortet ihre Fragen, bie töricht süßen nach ber Dauer ber Liebe, ber Zahl künftiger Kinber mit Einsicht unb Weisheit, das heißt: unzählige Male. Warum für Mütter? Die stille Fruchtbarkeit ringsum ist ein fchmefterliches Vorbild, in den kleinen Nestern: Barbian, Villanders, spielen Kinder vor allen Schmellen, gemahnen an das eigene Glück, selbst Kinder geboren zu haben, oder an das nahende Kommen dieses Glückes, alle Wehmut ist zugleich Süße mie der zerflatterte Blust ber Kirschenbäume sich gerunbet und röter mird als ein Warum für Dichter? Nun denn: Berge und Gipfel im roanbernben Mittagsgemölk, Grillen wie Schellen ber Ministranten, rollenber Mond über den Wäldern aus Lärchen, Sonne auf den Schwellen der Kirchenpforten, darin die Stille wie eine Eidechse ruht, und aus aller Kreatur tritt irgend ein schöner Gedanke, reif geworden in der klaren Höhenluft, alt und neu zugleich wie jeder Halm, jede -ölume, wer sie pflückt, dem gehören sie; dicke Kranze mache ich jeden Tag und lege sie in St. Gertraud auf den Auf „für" kommt die Anfrage: was? Und die Antwort lautet: Dreikirchen. Hast Du noch nichts beschlossen und findet sich Dir und den Deinen eins von den Obengenannten, so kommt herauf. Sogleich oder, bist Du Philosoph, nach einigem Sinnen. Bis dann sind die Erdbeeren reif und das Kätzchen im Hause hat Junge bekommen, kleine Katzen mit großen Köpfen. Vielleicht ist ein Getigertes dabei, das nimmst Du Dir mit zum Gedenken. Da ich Dir schreibe, sitze ich auf der Bank der drei Kirchen: St. Nikolaus, St. Magdalena, St Gertraud» sie sind klein, mit Schindeln gedeckt und haben hölzerne Türmchen, zweien ist die Glockenzunge verstummt, an St. Gertraud aber, barem sich auch ber alte Altar St. Nikolaus (er könnte von Pacher sein) gerettet hat, wirb noch alle Mittage qdäutet, bann steigst Du, wo Du auch seist, ms Babhaus zur Tafel herab unb tust ber Küche unserer Frau Rampolb alle Ehre — benn bie Gute der Wirtin ist das kostbare Kräutlein „Niesmitlust , das die schönsten Gerichte über sich selber erhöht. Warum für Philosophen? Es ist einsam und alle Wege führen zu einem Ziel, Höhe und Himmel Die Lebensgeschichte einer Dichterfiqur. rr. pnnftfcher Gelehrter hat die kühne Pehaup- timn nuhi9efteUt Napoleon sei nur ein Mythos, der tun9hprrlirhuna des englischen Volkes erfunden Ld^n1°7 Wem sich nun freilich die Gefchichtttch- des Korstn nicht leugnen läßt. fo ist es doch „id/ ungewöhnlich, daß die Volksphontasie eine historische Persönlichkeit zu einer Sagenfigur um- xJf? ffinrfi merkwürdiger ist es, wenn eine Gestalt, die^ die menschliche Einbildungskrast er- hat damit gewiß Recht, denn letzten Endes wird jeder Dichter feinem Geschöpf das Beste und Tiefste seines eigenen Wesens geben. Er selbst wollte allerdings von diesen Detektivgeschichten nicht viel wissen und hielt seine anderen schriftstellerischen Arbeiten für wertvoller. Als ihm William Gillette, der mit der Dramatisierung der Novellen ein Vermögen verdiente, telegraphierte: „Darf ich Holmes verheiraten?" antwortete Doyle, der damals von dem südafrikanischen Krieg völlig m Anspruch genommen war: „Sie können ihn verheiraten ober ermorden oder mit ihm tun, was Sie wollen!" Abschluß der Marburger Feftspiele. Die Marburger Festspiele haben nunmehr ihre von bestem Wetter begünstigte diesjährige Spielzeit geschlossen Sie fanden einen überaus heiteren Ausklang mit der Aufführung von mehreren Hans-Sachs-Schwänken, aufs glücklichste verbunden durch bäuerliche und Satyrtänze sowie den Vortrag von volkliedhaften Balladen. Noch einmal fanden die Schauspieler und die Angehörigen der an den Spielen beteiligten Tanzschule Gelegenheit, ihr Können auch in den grotesken Schwänken des einfachen Schuhmacher-Dichters zu beweisen. — Zehntausende von Besuchern aus breitesten Schichten der Bevölkerung des Hessenlandes haben sich in der nunmehr verflossenen Festspielzeit an den Aufführungen der „Wallenstein"-Trilogie, des „Sommernachtstraumes" und des „Wintermärchens" erfreut. Nach Schluß der letzten Aufführung des , Wintermärchens" wurde dem verdienstvollen Fest- fpielleiter, Dr. Fritz Budde, in Anerkennung ferner mühevollen Arbeit ein Lorbeerkranz überreicht. In Würdigung der künstlerischen Leistung der Marburger Festspiele besteht seitens des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda die Absicht, die Festspiele im kommenden Jahre zu reichswichtigen Spielen zu erklären. W. docbfdyulnocbricbfen. Der Privatdozent an der Universität Leipzig Dberregierungsrat Dr. Heinrich Lange ist zum ordentlichen Professor für bürgerliches Recht, römisches Recht und Zivilprozeß an der Universität Breslau als Nachfolger des verstorbenen Professors Richard Schott ernannt worden. Dr.Lange wurde 1933 Hochschulreferent im sächsischen Unterrichtsministerium in Dresden. Er ist Mitglied der Akademie für deutsches Recht. Von seinen Schriften nennen wir „Liberalismus, Nationalsozialismus und bürgerliches Recht", Ich weiß nicht, ob im Baedeker ein Stern hinter Dreikirchen steht. Es müßten ihrer viele fein, spräche Baedeker nach unserm Herzen. Frau Rampvld darf die Sterne ja nicht auf ihren kleinen Prospekt letzen, darum will und muß ich es tun, bester Freund. Ein-Stern bedeutet: bist Du müde, so halte hier Rast. Der zweite: bist Du leidend, Du kannst hier baden alle Tage in den i)ol3ernra Badekammern, deren Einrichtung -in Kunsthistoriker am besten mit gotisch umschreibt. Em Stern ist die Kost der mütterlichen Frau Rampold einer, emgroßer, ihr Herz, einer die freundlich sauberen Kammern, ein kleiner die Schublade Bucher für, und die Tageszeitungen und die W für bie Kim der der Welt, denn — das dicke Ende kommt nach — Du wirst hier zwei Wegstunden bergan von der letzten Station Ponte all’ Isarco entfernt fern, d^ kannst Du zu Pferde ober zu Fuß bmter Dich bringen und das wirst Du tun, denn vor den Ruhm setzen die Götter gerechterweise den Schweiß, vor die Rast den Ausstieg, und wird Euch fünf Minuten, ehe das braune Giebelwerk von Dreikirchens Bade- st°®D«'kirch°. CS' ... Menschen, einstimmend in den Lobgesang Deiner fanden hat, plötzlich ein Eigenleben erhält. Mancher glaubt Gestalten leibhaftig zu begegnen, die er doch nur aus Dichtungen kennen gelernt hat. Es ist ein Merkmal berühmter Schöpfungen der Poesie, daß sie wie lebendig fortbauern. Ein solches Schicksal hat bie bekannteste Detektivgestalt ber Weltliteratur, Sherlock Holmes, gehabt, besten „Privatleben" ber Amerikaner Vincent Starrett in einem soeben erschienenen Buch schilbert. Wir hören hier, daß dieses Erzeugnis von Arthur Conan Doyle alle Anzeichen einer wirklichen Existenz besitzt. Erinnerungstafeln sind an den Häusern angebracht, in denen er gelebt haben soll, Straßen tragen seinen Namen und Verehrer seiner Taten und Abenteuer unterhalten sich über ihn, als ob sie ihn persönlich gekannt hätten. Zweifellos sind die Sherlock Holmes-Erzählungen einer der größten Erfolge der Literatur gewesen. Die Detektivgeschichte erhielt durch diese Figur ihre klassische Prägung, nachdem der geniale Poe die Möglichkeiten einer solchen Erfindung aufgezeigt hatte. Unzählige Nachahmungen folgten dem interessanten Analytiker des Verbrechens auf den Spuren. Buhne, Kino, Parodie bemächtigten sich des dankbaren Stoffes, und fast unzählig sind die Veröffentlichungen, die an Doyles Werk anknüpfen. Dabei ahnte zunächst niemand, daß sich hier ein Weltschlager darbot. Als der unbekannte Arzt Dr. Arthur Conan Doyle seine erste Holmesgeschichte „Eine Stunde in Scharlach" den Verlegern und Zeitschriften anbot, wurde er überall zurückgewiesen, bis schließlich die Erzählung 1887 für „Leetons Weihnachts-Jahrbuch" angenommen und mit 25 Psund bezahlt wurde. Die Nummer der Zeitschrift, m der die Geschichte erschien, wird heute höher bezahlt, als damals das Honorar war. Dann brachten die weiteren Geschichten der Serie dem neubegründeten „Strand-Magazin" Ruhm und Vermögen. Selten hat sich eine Zeitschrfit so rasch eingeführt wie das „Strand", das immer neue Abenteuer des Detektivs veröffentlichte, bis er endlich 1893 „starb". Dieser Tod wurde aber so schmerzlich beklagt, daß Holmes wieder auferstehen mußte. So erschien er 1901 im „Hund von Baskervi11e" von neuem zum Entzücken der Leser und Leserinnen. Doyle hat ihn dann noch öfters sterben lassen, weil er den armen Sherlock haßte, durch den seine Begabung so einseitig abgestempelt war, aber immer mußte er ihn wieder auferwecken, zuletzt noch kurz vor feinem eigenen Tode. Ueber das Urbild des । Sherlock find viele Bücher geschrieben worden. All- ; gemein glaubte man, es sei Dr. Joseph B e 11 i (1837—1911), der Arzt, bei dem Doyle seine Aus- ; bildung erhielt. Aber Starrett ist der Ansicht, . Sherlock Holmes sei Conan Doyle selber, und er Lustschuh als Erziehung zum Gemeinschafisgedanken. Nassau ist der bisherige Geschäftsführer der Provin- zialdienststelle Dr. G öb (Frankfurt«. M.). Der Vorsitzende, Bürgermeister Linder, wurde bereits vor einem Jahre bei der Reorganisation der kommunalen Spitzenverbände in den vorläufigen Vorstand des neuen Einheitsverbandes Deutscher Gemeindetag berufen und gleichzeitig mit dem Vorsitz des Hessen-Nassauischen Gemeindetages betraut. Die Zusammenfassung der in der Provinz Hessen- Nassau bestehenden kommunalen Spitzenverbände zum Hessen-Nassauischen Gemeindetag hat er in kürzester Zeit durchgeführt. Bei der Bildung des endgültigen Vorstandes des Deutschen Gemeindetages wurde er ebenfalls zum Mitglied berufen. Außerdem gehört Bürgermeister Linder den beim Deutschen Gemeindetag beste- benden Ausschüssen für Angestellten- und Arbeiterfragen, sowie für gemeindliche Derkehrswirtschaft an. Ein hessisches Gesetz zur Bekämpfung von Bienenseuchen. Schon seit Jahren ist es der Wunsch führender Jmkerkreise, daß den ansteckenden Krankheiten, die sich unter den Bienenvölkern immer mehr ausbreiten, durch ein Sondergesetz wirksam entgegengearbeitet werden solle. Dieser Forderung ist jetzt in Hessen mit Genehmigung des Herrn Reichsministers des Innern und des Herrn Reichsftatthalters stattgegeben worden, nachdem andere deutsche Länder bereits früher Bekämpfungsmaßnahmen erlassen haben. Das hessische Gesetz vom 12. Juni 1934 ist veröffentlicht im Regierungsblatt Nr. 16; es erstreckt sich nicht aus alle ansteckenden Krankheiten der Bienen, sondern nur auf die zur Zeit meist verbreiteten und wirtschaftlich schädlichsten Bienenseuchen, die Faulbrut (•ein massenhaftes Absterben der Brut in den Waben) und die Nosemaseuche (eine ruhrartige Erkrankung der Flugbienen). Um die Durchführung der Vorschriften zu gewährleisten, sind diese beiden Bienen- seuchen den anzeigepflichtigen Tierseuchen im Sinne des Reichsviehseuchengesetzes eingegliedert, d. h. der Besitzer von Bienenvölkern oder sein Beauftragter ist verpflichtet, der Ortspolizeibehörde und dem beamteten Tierarzt sofort, spätestens innerhalb 24 Stunden, Anzeige zu erstatten, sobald sich in seinem Bienenbestande Krankheitserscheinungen zeigen, die den Ausbruch einer Seuche befürchten lassen. Auf der anderen Seite wird eine Entschädigung gewährt, wenn die Abtötung eines verseuchten Volkes oder von Teilen eines solchen sich als erforderlich erweisen sollte und wenn die Vorschriften des Gesetzes von dem Besitzer befolgt worden sind. Dem mit der Bekämpfung der Tierseuchen beauftragten beamteten Tierarzt wird in den einzelnen Amtsbezirken ein besonders ausgebildeter und erfahrener Bienenseuchensachverständiger beigegeben, damit eine fachmännische Behandlung sichergestellt ist. Das Gesetz trat mit der Verkündung in Kraft. Nachträgliche Aufwertung von Sparguthaben. Die Aufwertungsgesetzgebung schreibt vor, daß in der Inflation abgehobene Sparguthaben nicht aufgewertet werden. Es ist aber wenig bekannt, daß zur Vermeidung von Härten unter gewissen Bedingungen eine solche Aufwertung trotzdem möglich ist. Die „Deutsche Steuerzeitung" teilt mit, daß der letzte Zeitpunkt für die Beantragung'einer Aufwertung eines Sparguthabens, das an einer preußischen Sparkasse in der Inflationszeit abgehoben wurde, unwiderruflich der 30. September 1934 ist. Aussichten für eine Berücksichtigung haben in erster Linie, aber nicht ausschließlich, Anträge von Personen, die in schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen leben und die nachweisen können, daß ihre Spargeldabhebung zu einem Zeitpunkt stattfand, an welchem der zurückgezahlte Betrag in gar keinem Verhältnis zu dem eingezahlten Betrag gestanden hatte. Es kommen demnach vor allem Abhebungen aus der Zeit von Ende 19 22 b i s November 19 2 3 in Frage, unter Umständen aber auch vor dieser Zeit getätigte Abhebungen. Der Antrag des früheren Sparers oder seines Erben kann schriftlich oder mündlich zu Protokoll der Sparkasse gestellt werden. Zur Auffindung des alten Kontos sind Unterlagen beizubringen, das Sparkassenbuch oder sonstige zweckdienliche Angaben, wie Datum und Höhe der Anlage usw. Es empfiehlt sich, schon im Antrag sich zu jeder weiteren Auskunftserteilung bereitzuerklären. Die Höhe der Aufwertung richtet sich nach den Mitteln der Sparkasse, mit denen sie den sogenannten Härtefonds versorgen kann, und nach der Zahl der Anträge. Der Aufwertungssatz darf aber nicht über den für die einzelnen Provinzen Preußens zugelassenen gesetzlichen Aufwertungssatz hinausgehen. Gebietsaufmarsch der HI. in Frankfurt. Das Gaupresseamt teilt mit: Der Tag des ersten großen Gebietsaufmarsches der Hitlerjugend des Gebietes 13 Hessen-Nassau rückt immer näher. Immer größer und größer werden die Vorbereitungsarbeiten, die geleistet werden müssen, um diesen Tag der 100 000 zu einem Erlebnis seltenster und schönster Art zu gestalten. Jeder hat sein Bestes und Möglichstes zu tun, damit alles zum Klappen kommt. In 70 Sonderzügen werden die 100 000 Hitler- jungen und Jungvolkpimpfe in Frankfurt eintreffen, um an dem großen Tag der HI. mitmarschieren zu können. Von dem reichhaltigen Programm wollen wir zunächst nur auf die große Ausstellung „Kampf und Sieg der HI.", die am 19. August, 11 Uhr vormittags, auf dem Frankfurter Messegelände eröffnet wird, sowie die beiden Riesenzeltlager, die größten, die man bei der HI. bisher gesehen hat, das Massensportfest im Stadion, die Rede des Reichsjugendführers Baldur v. Schirach mit anschließender Weibe von 1000 Fahnen und großem Zapfenstreich der 1000 Spielleute, den Nie- senfackelzug der 50 000 zum Zeltlager und schließlich den am Sonntag erfolgenden Vorbeimarsch und die abends stattfindende Kulturveranstaltung auf dem Römerberg erwähnen. Große Tage werden es fein, die das 100 000- Mann-Heer zusammenführen und Kunde von dem Wollen, Wirken und Werden der HI. geben und jedem, der dabei sein durfte, ein tiefes und unvergeßliches Erlebnis vermitteln. Für jeden Volksgenossen heißt schon jetzt die Parole für den 25. und 26. August: Auf zum Tag der 100 000 nach Frankfurt. Achtung, Rürnbergfahrer! Der Wochenendzug nach Nürnberg zu den Deutschen Kampfspielen fährt Donnerstagabend um 22.50 Uhr in Kassel ab. Er hält auf folgenden Stationen: Guntershausen 23.09 Uhr, Melsungen 23.23 Uhr, Malsfeld 23.31 Uhr, Bebra 0.02 Uhr, Hersfeld 0.12 Uhr, Fulda 1.03 Uhr, Gemünden 2.32 Uhr, Wurzburg, Fürth. Die Teilnehmer, soweit sie nicht in Kassel wohnen, müssen an ihrem Heimatort bis zu den angegebenen Haltestationen Die Vorbereitungen für einen Schutz der Heimat gegen eventuelle Luftangriffe sind heute eine der wichtigsten Ausgaben der Gegenwart. Diese Arbeiten, die der vom Reichsminister gegründete Reichs- luftfchutzbund zu erfüllen hat, find im höchsten Maße „Dienst am Volke". Neben der praktischen Arbeit, wie Schulung der Hausmarke und Vlockwarte, Entrümpelung der Böden und Bau von Schuhräumen, sieht der Reichsluftschutzbund eine weitere große Aufgabe in der Erziehung zum Gemeinschaftsgedanken.' Nicht an dich selbst und an dein eigenes Wohl und Wehe sollst du denken, wenn du deinen kleinen Beitrag zum RLB. bezahlst. Der Mindestbeitrag ist nur klein, aber groß die Mittel, die notwendig sind, um alle Aufgaben erfüllen zu können. Gemeinschaftsgeist soll dich leiten, wenn du deinen Boden entrümpelst, denn es kommt deinen Mitbewohnern zugute, wenn bei Bom- ihre Fahrt selbst bezahlen und erhalten auf Grund der Fahrkarte nach Fürth eine 60prozentige Fahrpreisermäßigung für Hin- und Rückfahrt. Fahrkarte und Quartierzettel werden den Teilnehmern rechtzeitig durch die Post zugeschickt. Der geplante Anschluß-Sond>erzug von Marburg über Gießen, Friedberg, Hanau, Frankfurt, Würzburg muß wegen zu geringer Teilnahme ausfal - l e n. Die in Marburg einsteigen wollten, müssen nach Guntershausen, die in Gießen nach Fulda, die in Friedberg, Hanau und Frankfurt einfteigen wollten, müssen nach Gemünden fahren. Sollten die Kosten von einigen Teilnehmern noch nicht gezahlt sein, müssen sie sofort per Postanweisung an das Amt für» Reisen, Wandern und Urlaub der NSG. „Kraft durch Freude", Kassel, Weigelstraße 4, eingezahlt werden. Freilichtaufführung des Stadttheaters Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Der Gedanke der Freilichtaufführung scheint bei den Theaterfreunden großen Beifall und reges Interesse zu finden. Man darf mit Freude feststellen, daß die Einladung zum Besuch der heutigen ersten Freilichtaufführung großen Widerhall gefunden hat. Es ist selbstverständlich, daß der Gedanke des Freilichttheaters auch einen Sonderspielplan verlangt. Dieser Forderung wird seitens «der Intendanz durch die Inszenierung des Shakespeare-Lustspiels „Was ihr wollt" Rechnung getragen. Spielleitung dieser humorvollen Szenenfolge hat Intendant Hanns König; musikalische Leitung der von Albert Krämer zusammengestellten Musik hat Konzertmeister F. Kerzisnik. Die günstige Lage des Stadthaus-Gartens macht die Aufführung dieses Werkes besonders reizvoll. Eingang nur von der Bergstraße aus. (Siehe heutige Anzeige.) ^oviton^cn. — Tageskalen de r für Mittwoch. 20.30 Uhr im Cafe Leib, Walltorftraße 38: Versammlung für alle Mitglieder und Amtswalter der NS.-Volks- wohlfahrt. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Reifende Jugend".— Stadttheater Gießen: 20 bis 22.15 Uhr im Garten des Stadthauses, Bergstraße: Freilichtaufführung „Was ihr wollt". * ** Polizei- und Gendarmerie-Personalien. Der Reichsstatthalter in Hessen hat die am 28. Juni 1933 gemäß § 4 des BVG. ausgesprochene Dienstentlassung des Polizeihauptwachtmeisters August Bock in Gießen aufgehoben. — Das Personalamt des Hessischen Staatsministeriums gibt bekannt: Der Polizeihauptwachtmeister Heinrich Ludwig in Gießen wurde mit Wirkung vom 1. August 1934 zum Polizeiverwaltungsassistenten ernannt. Der Gendarmeriehauptwachtmeister a. Pr. Wilhelm Straube in Schotten wurde zum Gendarmeriehauptwachtmeister ernannt. ** DieSprech stunden des Hessischen Staatsmini st ers fallen aus. Das Staatspresseamt teilt mit: Die Sprechstunden des Herrn Staatsministers fallen am Samstag, 2 8. Juli, aus. ** Warnung. Das Staatspresseamt teilt mit: Der „Hauptdirektor" der „Modern School of Lan- guage“ und „Nya Privata Sprakläroanstalten“ in Helsingfors (Finnland), ein Reichsangehöriger namens Weichert, fordert durch Anzeigen in deutschen Zeitungen Personen mit Sprachkenntnissen und Kapital auf zur Beteiligung an diesem Unternehmen, dessen Geschäftsmoral jedoch keine gute Beurteilung erfährt, so daß der Firma mit Vorsicht zu begegnen ist. ** S e m e st e r - Schlußgottesdienst. Heute, Mittwoch, 20 Uhr, findet in der Kapelle auf dem Alten Friedhof der Semester-Schlußgottesdienst für evangelische Studenten statt. Die Predigt hält Studentenpfarrer S u ck e r. ** Kinder reifen an d i e Ostsee. Heute nacht treten 26 Gießener Kinder unter der Begleitung von zwei Herren des Kreisjugendamts Gießen mit dem Zuge D 75, Gießen ab 22.11 Uhr, die Reise nach Bad St. Peter-Ording an der Ostsee an, um dort mehrere Wochen zur Kur zu verbringen. ** Landhelfer kommen nach Oberhessen. Am morgigen Donnerstag treffen von Dortmund her in Gießen etwa 90 Landhelfer ein, von denen eine Anzahl die Fahrt in die Gegenden von Friedberg und Alsfeld und ein Teil in die preußischen Gebiete von Gladenbach und Treysa fortsetzen wird. ** Rundfunkkonzert des Stad tth ea° ter-Orchesters. Das Orchester des Stadttheaters gibt heute abend aus dem Stadttheater unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister Fritz C u j 6 ein Nachtkonzert, das vom Reichssender Frankfurt übertragen wird. Aus diesem Grunde und wegen der Mitwirkung des Orchesters bei der Freilichtaufführung fällt heute abend das Promenadenkonzert aus. Vortragsfolge des Rundfunkkonzertes: Ouvertüre zu „Der Wildschütz" von A. Lortzing; Ouvertüre zu „Die luftigen Weiber von Windsor" von O. Nicolai; Marsch aus „Gasparone" von Mil- löcker; Ouvertüre zu „Die schöne Galathee" von Franz von Suppe; „Seid umschlungen, Millionen", Walzer von Strauß; Ouvertüre zu „Prinz Methusalem" von I. Strauß; Florentiner-Marsch von Fucik. ** Straßensperre. Wegen Ausführung von Kleinpflasterherstellungen ist die Ortsdurchfahrt Lollar der Provinzialstraße Gießen — Marburg seit Montag für jeglichen Verkehr gesperrt. den- und Brandgefahr das leicht brennbare Gerümpel weggeschafft ist und die Feuerwehr freie Bahn für ihre Löscharbeit findet. Gemeinschaftsgeist ist es auch, wenn du als Brand- roart auf dem Boden stehst und mit Schippe, Feuer- patsche und einem Kochtopf als Stahlhelrnerfatz ausgerüstet die Wacht gegen Brandbomben halst. Du bist bann ebensogut ein Soldat der Heimat, wie der Mann im Schützengraben, der das Höchste an Gemeinschaftssinn darstellt, das wir kennen. Wer bisher noch nicht den Weg zur nationalsozialistischen Bewegung gefunden hat, bte als erste den Grundsatz: Gemeinnutz gehl vor Eigennutz! aufstellte, dem wird sicher die Bedeutung dieses idealen Leitgedankens aufgehen, wenn er einmal bei den Leuten des Reichsluftschutzbundes mitgearbeitet und den Geist der Selbstverleugnung und Aufopferung für das Gemeinwohl kennengelernt hat, der diese Leute beseelt. Die Umleitung erfolgt für den Fern- und Lastwagenverkehr über Marburg—Gladenbach—Wetzlar—Pohl-Göns; für den leichten und Nahverkehr über Saubringen—Staufenberg. ** E i n Verkehrsunfall ereignete sich gestern gegen 21.30 Uhr in der Frankfurter Straße in Klein-Linden. Dort wurde der auf feinem Fahrrad vom Dienst heimkehrende Reichsbahnzugschaffner Adolf Weinandt aus Klein- Linden von einem Klein-Lindener Auto, das ihn überholen wollte, angefahren und eine Strecke weit geschleift. Der Autolenker, der den Verunglückten nicht bemerkt haben will, brachte ihn in seinem Auto sofort zur Chirurgischen Klinik. Anscheinend hat der Bedauernswerte innere Verletzungen erlitten, besonders klagt er über Schmerzen in der Hüftgegend. ** Fällige Strom- und Gasgelder. Die Direktion der Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke teilt mit, daß die fälligen Strom- und Gasgelder für den Monat Mai noch bis zum 4. August ohne Kosten bezahlt werden können. (Siehe heutige Bekanntmachung.) ** Saisonschlußverkauf 1 934. Der Rhein-Mainische Industrie- und Handelstag teilt mit: Zur Behebung von Zweifeln hat der Herr Reichswirtschaftsminister mitgeteilt, daß Ankündigungen des Saifonfchlußoerkaufes und Mitteilungen durch Schaustellung von Waren in Schaufenstern, Schaukästen und dgl. bereits am Samstag, den 28. Juli d. I., abends nach Ladenschluß der Besichtigung durch das Publikum freigegeben werden dürfen. Große Strafkammer Gießen. Das Gericht hatte sich zunächst mit einer Frau aus Butzbach wegen Kuppelei zu befassen. Im Laufe der Verhandlung nahm die Angeklagte ihre Berufung zurück. Der K. A. aus Rodheim v. d. H. verstand es, durch Vorspiegelung falscher Tatsachen, sich bei seinen Gläubigern Kredite zu verschaffen, indem er, obwohl er den Offenbarungseid geleistet hatte, seine Zahlungsfähigkeit betonte. Außerdem gab der Angeklagte an, er habe noch höhere Beträge an Außenständen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu acht Monaten Gefängnis und zu den Kosten des Verfahrens. Wegen fdjroerer Amtsvergehen hatte sich der Max Drescher aus Butzbach zu verantworten. Der Angeklagte unterschlug in seiner Eigenschaft als Postassistent einen Betrag von 436,05 Mark. Um die Verfehlungen zu verdecken, führte er Bücher bzw. Register unrichtig und verfälschte sie. Außerdem unterdrückte er eine ganze Anzahl Zahlkarten, Postanweisungen und Briefe. Der Angeklagte verwandte das Geld in der Hauptsache zur Befriedigung feiner Rauchlust. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gesamtzucht haus- strafe von einem Jahr und zwei Tagen, sowie 15 0 Mark (Selb {träfe und zu den Kosten des Verfahrens. Zwei Monate erlittener Untersuchungshaft werden dem Angeklagten angerechnet. Der Antrag der Staatsanwaltschaft lautete auf ein Jahr ein Monat Zuchthaus und 200 Mark Geldstrafe. Amtsgericht Gießen. Ein Mann aus Allendorf (Lumda) und ein Mann aus Londorf durchfuhren am 13. Mai Allendorf mit ihrem Kraftwagen bzw. Kraftrad, ohne die Fahrgeschwindigkeit so einzurichten, daß sie bei dem schlechten Ueb erb lick über die Fahrbahn ihren Verpflichtungen Genüge tun und ihren Wagen bzw. das Kraftrad aus die kürzeste Entfernung anhalten konnten. Sie wurden deshalb zu je 10 M a rk Gelüst r a fe und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Ein Mann aus Münzenberg fuhr mit feinem Auto in der Frankfurter Straße in Gießen beim Ueberholen eines Radfahrers und bei der beabsichtigten Einfahrt in die Veterinärklinik den Radfahrer an, so daß dieser zu Fall kam. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte die Kurve zu eng gefahren war. Das Gericht erkannte auf eine Geldstrafe do n 100 Mark. Die Kosten des Verfahrens tragt der Angeklagte. Große Arbeiiöbeschaffungsprojekte des. Oberwesterwaldkreises. LPD. W e ft e r b u r g, 24. Juli. Der Oberwesterwaldkreis bereitet in dem Bestreben, einen vernichtenden Schlag gegen die Arbeitslosigkeit zu führen, großzügige Arbeitsbeschaffungspläne vor. Zunächst hat sich ein Zweckverband für Meliorationen gebildet, dem fast alle Landgemeinden des Kreises angeschlossen sind. Vorsitzender des Zweckverbandes ist Bürgermeister S e il e r von Langenbach bei Marienberg. Der Zweckverband hat die besondere Aufgabe, die Meliorationsbestre- bungen zu fördern und für entsprechende Arbeitsgelegenheit zu sorgen. Es werden allein über 100 000 Tagewerke für d i e Regulierung der Wasserläufe, Wiesenmeliorationen und Drainagen beantragt. Die Genehmigung dieser 100 000 Tagewerke soll unmittelbar bevorstehen. Die Gesamtbaukoften dieser umfangreichen Arbeiten betragen etwa 250 000 Mk. Der Betrag soll als Darlehen aufgenommen werden. Mit den Arbeiten hofft man in Bälde beginnen zu können. Für den Herbst will der Zweckverband für Meliorationen weitere 100 000 Tagewerke beantragen, um auch in den Herbst- unb Wintermonaten Arbeitsgelegenheit zu haben. Warnung vor einem Postdieb und Scheckfälscher. LPD. Frankfurt a. SO?., 24. Juli. Die Polizei warnt vor einem angeblichen Harry O. Hartmann, einem amerikanischen Staatsangehörigen, der sich in Hotels und auch in privaten Zimmern einmietet, die er als fein Büro angibt. Zahlungen leistet er mit Schecks, die zum Teil als Blankoschecks in Postwagen usw. gestohlen sind. Er ist ein gewandter Kaufmann, der in Geschäfts- und Börsenangelegenheiten sehr bewandert ist. Der Betrüger legt sich alle möglichen Namen und Titel zu und wird wegen seiner Betrügereien von Amerika aus gesucht. iRunhfunfprogramm. Mittwoch, 25. Juli. 12 Uhr: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: 3 mal 15 Minuten aus dem Sendebezirk. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.20: Stunde der Jugend: „Junge Gefolgschaft". Chorisches Spiel der Hitler- Jugend. 18: Reichsfendung: Kunterbunt aus den deutschen Kampfspielen. 18.30: Junge deutsche Dichtung: Rudolf Kipp. 18.50: Griff ins Heute. 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. 20.10: Reichssendung: Unsere Saar. Den Weg frei zur Verständigung! 20.35: Reichssendung: Stunde der Nation. Appell durch den Reick)sjugendführer und Obergebietsführer Dr. Stellrecht. 21: SS.-Konzert. 22: Weltpolitischer Monatsbericht. 22.25: Nachrichten. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Donnerstag, 26. Juli. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Kinderstunde. 15.35: Wirtschaftsbericht. 15.50: Kunstbericht der Woche. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Die sechs Bücher zum Zeitgeschehen. Zwiegespräch. 17.45: Aus Zeit und Leben. 18: Kunterbunt aus den Deutschen Kampfspielen. 18.30: Spanischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht! Soziales Funkbild. 19: Bunte Stunde. Grüße aus Kahlau. Die Reisezeit in Witz und Lied. 19.30: Saar-Umschau. 19.40 Bunte Stunde. 20: Zeitangabe, Nachrichten und Mitteilungen aus dem kultu- rellen Leben. 20.15: Stunde der Nation. „Intermezzo", ein heiteres Hörspiel von Alfred Schnura. 21: Konzert. Eine Faust-Symphonie (nach Goethe) in drei Charakterbildern. 22.20: Nachrichten. 22.30: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.40: Tagesecho der Deutschen Kampfspiele. 23: Badische Komponisten. 24 bis 1: Aus Mozart-Opern. Die Segelflieger aus der Wafferkuppe. Blick vom Startplatz auf der Wafferkuppe. V? ... ft . -- UM V: WM- Lunge deutsche Nation Augen die Titel von Nachdem ihm vom 11 i'thor hip anläuft. Ich hatte diese Hordenkeile gar nicht angeordnet. Das ging eben so seinen Gang. Dann machte die Trommel nur noch ganz kurz und kläglich — peng — peng! pen 'war.-- Dann kam die Hauptsache für mich: die erste Nacht im Stroh. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und habe mich bloß gewundert, wie die anderen das konnten. Phantasiert hat einer, und kalt war es auch etwas. Es dämmerte schon, als ich am nächsten Tag nach Hause kam. Ich hatte keinen Hausschlüssel, so mußte ich über Zaune und Planken in den Hof und von da aus tn unsere Wohnung klettern. Die vielen Fragen meiner Mutter habe ich gar nicht beantworten können, weil ich nur so ins -Bett gesunken und vorläufig nicht wieder aufgcwacht bin. Stump. und spielen." Richtig, da sind sie! Eine Schar Iungmädel tollt umher und stürzt jetzt herbei,- um uns zu begrüßen. Nun wird auf der Spielwiese weiter getanzt und gesungen. Nicht eine ist unzufrieden oder mißmutig, allen sieht man an, wie wohl sie sich hier suhlen. Am ausgelassensten -ist Lotte, die jüngste, ganze sieben Jahre alt. Sie ist der Liebling des ganzen Lagers. „Wer ist denn nun deine Beste hier?" wird sie gefragt. Nachdenken. „Keine!" Kleine Pause. „Alle!" Und dann fast empört und mit der ganzen Wichtigkeit ihrer sieben Jahre: „Ich bin doch Nationalsozialist!" * Stundenlang fahren wir nun weiter durch das Oderbruch in Richtung Seelow. Ein Landhaus lugt zwischen alten Bäumen hervor, Kletterrosen ranken um Parkmauern. Einst gehörte dieses Besitztum einem Juden; heute flattert die HJ.-Fahne darüber, und unsere Jungmädel aus den Städten finden hier Augenblicke. Ion Karl Heinz Holzhausen. Fahrt im Regen. In den vielen Löchern der Landstraße steht das Wasser. Manchmal tritt einer rein. Dann spritzt es dem Nebenmann an die Knie. Sie triefen alle von dem Gewitterregen, der eben plötzlich über sie kam. Das Wasser strömt im Bach neben der Straße. Als vorhin die Sonne noch stach, waren sie zum Reden zu müde gewesen, und jetzt hat ihnen die Nässe die Lust zum Reden genommen. Wohl denkt der eine oder der andere an die Nacht heute. Der Boden ist Zeucht — die Sachen sind feucht —. Das müßten aber schon Feiglinge se-in, die sich fragen, warum sie eigentlich die Fahrt mitmachen. Gleichmäßig heben und senken sich die Stiefel... * Mann über Bord. Meine erste Fahrt. Meine erste Fahrt, das war so eine besondere Geschichte. Ich hatte viel zu spät zu Hause um die Erlaubnis gefragt. Als ich nun Freitagabend stotternd meine große Bitte vorbrachte, da gabs erst mal ein langes „Balaver". Tausend Fragen wurden an mich gestellt. Vater wollte alles wissen, bis ins kleinste. Ich konnte natürlich nicht auf alles antworten, weil ich selbst nicht viel von einer Fahrt wußte. Endlich wurde beschlossen, daß ich mitdürfte, aber Vater wollte erst noch mal den Führer sprechen. Nacht auf dem Meer. Es ist ein Sommernachmiltag an d-er Nordsee. Unser Zelt steht weiß und leuchtend gegen den durchsichtig blauen Himmel. Die Hitze liegt drückend über Sand und Dünen. Der Strandhafer wiegt sich in den Atemzügen des Windes; ab und zu rieselt Sand zwischen den Gräsern. In der Ferne dröhnt die See in langgezogenem Grollen. Weit am Horizont zieht eine Wolke wie ein SckM dahin, wird länger und zerfließt langsam. Manchmal springt der Wind lebhafter auf, legt sich aber sogleich wieder, als habe er noch üicht Lust, sich jetzt auszutoben. Die-Sonne sinkt schon tiefer und zeichnet einen breiten, flammenden Streifen auf das Meer. Bald ist sie verschwunden, nur noch eine einzelne Wolke glüht auf. Plötzlich, wie adgoschnitten, ist der Tag zu Ende. Graue Schatten kriechen über die Erde. Mit jedem Augenblick wird es dunkler, die Schatten werden schwarz, und wie ein dichtes Gewebe liegt die Nacht über uns. Das Meer rauscht leiser; die schläfrige Stille des Tages ist der feierlichen der Nacht gewichen. Ein, wenn auch nur geringer, Trost bereitete ihm die Tatsache, daß bisher noch keiner seiner Mitschüler einen tadellos beschriebenen Bogen auf dav Katheder hatte legen können. Noch einmal wechselte er die Maschine, um sein Gluck zu versuchen. Als er den Bogen einspannte, war er sich klar darüber daß er nicht eher von dieser Maschine aufstehen würde, bis er die viermal vier Satze einwandfrei zu Papier gebracht hatte. „Ich muß es eben schaffen", sagte er sich und wurde bei diesem festen Vorsatz seltsam ruhig. Langsam aber sicher reihte er Buchstaben an Buchstaben. Dem ersten Satze folgten die anderen, und ehe er sich versah, füllten die verlangten 16 Sätze den Bogen. Auch bei sorgfältigster Nachprüfung konnte Gunther Ue= benau keinen Fehler entdecken. Er hatte es endlich geschafft. Mit stiller Genugtuung reichte er dem Lehrer als erster die fertige Arbeit Eine kleine Schnitte wäre setzt nicht zu.verachten, meinte er und begann sich nach seiner Aktentasche umzusehen. Ja, wo war sie denn nur? Natürlich, jetzt fiel es ihm ein, sie mußte doch links an dem Schreibmaschinentisch lehnen, an den er sich zuerst Alarm! Alarm war durch den Jungzugführer angesagt. Um 4 Uhr bekamen die Jungenschaftsfuhrer die Meldung: „5 Uhr. im Heim, Uebung". Ich war unterdessen mit Uli im Heim und wartete auf die Meldefahrer. — Es klopft: „Herein! sagt Uli. Es ist Schwarze, Ulis Meldefahrer. Er empfangt die Befehle. Zu jedem Jungen der Jungenschast „Zork muß er fahren und ihn zum Alarm rufen. Der nächste Meldefahrer bekommt seine Befehle von Kaks, der inzwischen auch gekommen ist, schwarz auf weiß, und rast mit seiner Karre los Kaks Uli, Kurt und ich überlegen uns, wie der Angriff gemacht werden soll. Endlich ist der. Plan fertig. Die Losung war: „Ruhig und ungesehen den Feind um- zingeln." Um 4.45 Uhr kamen die ersten Fungens. Natürlich ganz rot im Gesicht. Emer hatte noch sein Brot in der Hand. — Punkt 5 Uhr war der Jungzug mit 45 Mann zur Stelle. Alle m Kluft. Finster war der Himmel. Regenwetter — kalt. Ein Pfiff- Die Jungenschaftsführer treten zusammen, erhalten Befehle, und Jungenschaft nach Jungenschast verläßt leise das Heim. — Der Wind pfeift und heult. Endlich haben wir unfern Lager- platz erreicht. Langsam gehen wir dem nahen Wald zu Unsere Vorhut muß sehr aufpassen. Kemer spricht ein Wort, ein Ruf ertönt. Die Vorhut kommt — der Feind ist da. Alles ist in Ordnung, der Trompeter bläst, wir schwärmen aus — und sind Sieger« p 1 Werner Malbeck. Im Nu ist die Schüssel leer. Wir singen gemeinsam ein Lied, und dann heißt es für die Jungmadel: Hinauf in die Zimmer zur Mittagsruhe! * Weiter geht es! Bald sind mir in Küstrin. Im Nordosten der Stadt, mitten im märkischen Kiefernwald, liegt das flache, helle Waldheim. Wir kommen gerade zur Besuchszeit. Jeden Sonntagnachmittag dürfen nämlich die Eltern aus Küstrin kommen und sich überzeugen, daß es ihren Kindern wirklich vorzüglich geht. Punkt fünfzehn Uhr öffnet Else, die gestrenge Hausmutter, das Gartentor, und Väter, Mutter und Geschwister strömen herein. Zwei Stunden lang geht es nun sehr lebhaft zu. Küche, Tagesraum, Schlafsaal, Liegehalle und Spielplatz werden eim gehend besichtigt: und zu erzählen gibt es natürlich unendlich viel. Ein Lied wird gesungen, Die Jungmädel zeigen was sie in der letzten Woche gelernt haben, und dann werden die Eltern höflich, aber bestimmt „hm- ausgeworfen". Die Hausordnung wird unter allen Umständen eingehalten; denn Ordnung und Ruhe sind wichtige Vorbedingungen, wenn der Aufenthalt im Waldheim für die Kinder körperlich und seelisch Großstadtkinder in Feld und Wald Besuch in den Ierien-Kinderheimen des BOM. Getränke. Eben sind wir in der Jugendherberge eingetrof- fen Axel, unser Koch, hat bereits das erste flufeiae Herbergsgetränk fertig gebraut. Ernst und Ghandi sitzen mit übergeschlagenen Beinen und schlurfen das kostbare, aber undefinierbare Naß. „Teufel! Schmeckt der Kaffee heut bitter" „Du bist wohl nicht recht bei Trost! Das ist doch Tee. Es ist Kaffee!" „Tee!" „Dein Geschmack ist wohl aus Urlaub?" „Das ist doch ausgesprochener Kaf ee- dunst'" Ach nee, dann hat wohl der Tee im Kaffeesack gelegen!" „Mensch, ich bin doch nicht mit Limonade aufgepäppelt worden/ „Und ich nicht mit Bier." „Also ist es Kaffee!" „Nein, es ist Ceylon- Tee!" „Wetten?" „Ja." „Ich wette ein Stuck Jagdwurst."' „Und ich ein Messer." Da schreit aus der Ferne der Küchenbonze: „Wer will hier noch K a k a o ?" n' „So ein verdammter Ast —!" Ganz oben.in der Tanne wiegt und wippt Steffen. Höher kann er nicht. Schade! Die schlanke Krone der Tanne neigt sich hin, neigt sich her — immer weiter wird der Bogen. Ob Steffen nicht bald seekrank ist? Unten steht Werner und halt die Hände als Sprachrohr hinauf zu der luftigen Hohe: „Gehst du mit zum Dachsbau? Du!?" Weiter wippt Steffen hin — her — hin. „Ja ich komme aleich!" Dabei hält sich der Kerl nur mit einer Hand fest und steht da oben wie ein Matrose auf einem Segelschiff. „Los, ckornrn doch!" wird Werner ungeduldig. Gerade will er den Steffen holen, als der runterkommt. Es geht verflucht schnell wie Steffen da runterklettert. Werner macht kehrt und will zum Lagerkommandanten, um sich aus dem Lager zu melden. Da gibt es einen Krach hinter ihm. Ein Rauschen und Bersten unten in der Tanne. Plumps — liegt Steffen unten und rührt sich erst mal nicht. Werner — hin zu Steffen. E? fragt: Was machst du denn auch!" Steffen reibt sich hinten die Sitzfläche. Da hat er sich genau drauf- qesetzt. Also nicht so schlimm. „So ein verdammter Äst wollte nicht..." * Peng — Peng- Kurze Rast beim Marsch. Hein, der neue Trommelbube hat sich, sage und schreibe, auf die Trommel gesetzt. So was sah ich noch nie. Eben setzte ich an, um ihn anzufahren. Da gibt ihm Per neu Schlenker, und Hein fliegt um - Trommel fliegt um — Hein auf Trommel. Krach — sagt es! Das konnte die Breitseite der Trommel nicht aushalten Nun hat sie einen Schandfleck — ein Loch. Erst gibt es mal Hordenkeile, daß Hein rot und roter Gechszehn Sätze einwandfrei. Bon Heinz Breiienborn. Heute wollen wir vom Gau Neumark unsere ersten vier Ferien-Kinderheime besuchen. Zuerst geht es in das Stemberger Land. Von weitem schon grüßen seine dunklen Waldhöhen. Hell leuchten die Felder mit reifem Getreide heraus. Hinter Zielenzig liegt das Dorf Räuden, und dort, zwischen Wald und See, das saubere, rote Häuschen mit grünen Fensterläden und schönen Blumen .. - Hoch darüber die flatternde HJ.-Fahne ... Das'Nest scheint leer zu sein. Doch halt auf dem Hof, in der Laube zwischen den grünen Birken regt sich etwas Drei von den kleinen Fe?iengasten sind eifrig beim Kartoffelschälen. „Wir haben Küchendienst!" erklären sie stolz, „die anderen sind drüben Um 16 Uhr am Samstag sollten wir uns treffen. Um 13 Uhr ist der Führer bei uns und redet lange mit Vater und Mutter. Er scheidet mit dem Versprechen, mich abholen zu kommen. Dann geht die Packerei los. Ich soll eine ganze Ausrüstung mit- nehmen. Alle Versuche, ihnen klarzumachen, daß man für eine Zwei-Tage-Fahrt nicht soviel braucht, scheitern. Als Koteletts, Eier, Brote, Schlafsack, Schuhbürste, Waschzeug u. a. m. in dem Affen verstaut sind, kommt der Führer. Ich schnall den Affen auf und los gehts. Doch Dgter kommt uns nachqelaufen und fragt, ob ich Geld brauchte. Alfa 50 Pf. für den Notfall! Mutter ruft oben vom Balkon noch einmal: „Haft du auch ein Taschentuch?" — Dann schieben wir endlich ab. Zehn Mann sind wir im ganzen. Einer trägt einen Wimpel. Ich komme mir merkwürdig vor, mit dem Affen auf dem Rücken durch die Gegend zu marschieren. Dann singen sie. Ich kenne feind ihrer Lieder. So geht es ein paar Stunden, bis wir Haltmachen und was essen wollen. Ich packe mein Brot seelenruhig aus und fange an zu essen. Einer sieht es und kommt auf mich los. Im Nu ist die schönste Rollerei im Gange. Ich bin damals auch das erste Mal richtig verrollt worden ... Ich konnte ja nicht wissen, daß der „Fraß verteilt wird. Aber ich ärgerte mich doch. Dann ging das Kriegsspiel los. Ich habe stundenlang lautlos am Rande des Waldes Wache gelegen, den Feind habe ich nicht gesehen, wohl aber der Feind mich. Nämlich meinen Haarschopf. Aber gemein wars, als das nachher erzählt wurde und alle lachten. Ich wurde endlich abgelöst und kam als Patrouille gegen den Feind. Wir haben dann das feindliche Lager überfallen und dem schreienden Koch Den Pott mit Grießbrei vom Feuer weggeklaut unD finD Damit, verfolgt von einem Haufen von Fem- ben Durch Den WalD getobt. In unserem Lager mußten wir erst eine Dicke Schicht von Blattern unD Zweigen abheben, bevor wir feststellen Eonn- 1 ten, Daß es ein versalzener, ungenießbarer Klum- Berufe gefaßt. Es ist nicht weiter verwunDerlich, Daß er eines AbenDs in feiner Berufsschule etnfanD, um an einem Schreibmaschinen-Kursus teilzunehmen. Da -s Frühling war, stand nur knapp °>n Dutzend, Jünglinge in dem praßen Schulzimmer zwischen den vielen Schreibmaschinen. Der Lehrer entpuppte. f d) als ein junger srischer Mann, der sich "°ch herzlichen Worten der Begrüßung alle Herzen uns Sturm eroberte. Die erste Ausgab' , fHct>er[icb Jungens stellte war — ehrlich gejagt ,rfu[)ren Alle Kursusteilnehmer grienten, als sie ersteh , daß sie nichts als vier mal 1°. den sollten, die der Lehrer mit steiler Schr.st be Dächtig an Die Tafel malte. RalchelnD rourDen Die weißen Bogen hinter Die Walzen geklemmt und langsam begannenbter ■ unb dort die Tasten, von ungeübter Hand geschlagen. De, wenn rauh ein ^unoollenoele g * Maschine gezerrt unD Has ig^^ GrEenntnj5 um steckt wurDe. Langsam 9 p-^bp in sich hätten, sich zu greisen daß » 'X^nen BescheiDen unD ungefährlich 9 d Tafel herunter W°".e °-a °.l° Bannte °°n aber um sie sehlers u>Wille *ötig Hatte man roar mehr als jLfdirieben, so genügte em un- um die°begonnene Ar- ‘VÄ Lenaus Freude haperte es bei QJunigei die Papierkorbe Der anDe- i^m nicht allem. $ ,u Men. Eine halbe cT bh Kar bol $ verstrichen unb noch kein einziger StunDe warb I . ‘Jj Sätzen aufwarten. Unser ?Dnnte ™ |aft immer an der glei- «Nime Seine Maschine kannte kein großes X U stand aus der einen Taste -in kleines 1 -A S man aber diese bei gleichzeitigem Nie- : t,u v -J» nmlchalters, so erschien auf Dem ' DerDrutfen M fonDern Das eigenartig §- ; &' ■ Kur- stand von Wert fein soll. * Wir lassen uns auch mit hinauswerfen, fahren weiter nach Dem Dorf RaDuhn, Das im Kreise Königsberg, in Der Nähe Der StaDt SchweDt liegt. In einem ehemaligen Forsthaus finD hier über vierzig MäDel einquartiert. Die Einrichtung machte zunächst Schwierigkeiten, Denn man überließ uns nur Das leere Haus. Doch hilfreiche Menschen sorgten Dafür, daß wir ein freundliches unD gemütliches Heim schaffen konnten. Auf halber Höhe Des Berges liegt Das Haus. Unten fließt Die DDer, in Der alle Tage gebaDet roirD. Drüben Dehnt sich weit Das linke DDerufer, unD man kann qeraDe in Die untergehenDe Sonne schauen. Im Park Des JagDschlosfes Darf man nach Herzenslust spielen. — Wir müssen nun an Die Heimfahrt Denken. In Der Tür, auf Der Vortreppe, an allen Fenstern hocken Die MäDel unD winken unD fingen: „Muß i Denn, muß i Denn ..." Es ist ein wunderhübsches Bild, dieses Haus voll lachendem jungen Leben. Wir werden es immer vor Augen haben, wenn wir wieder in unseren Arbeitsräumen im Gau sitzen. Für jene Mädel da draußen, für eine gesunde, frohe und gemeinschaftliebende Jugend wollen wir Weiterarbeiten. Gerda Klug. gefetzt hätte. Er hatte sie dort stehen lassen, als er au die Jagd nach einer besseren Maschine gegangen war. Nanu? Da lehnte ja seine alte schon etwas abgewetzte Mappe an seinem jetzigen Schreibmaschinentisch Da war er also ganz unbewußt auf einer Wanderung bei der ersten Maschine gelandet und hatte auf ihr die Aufgabe fehlerfrei geloft Günther ßiebenau war ehrlich genug, sich selber einzuqestehen, daß es also nicht an Den Schreibmaschinen gelegen haben mag, wenn es mit Dem Schreiben nicht klappte. Daß sich aber mit dieser Erkenntnis eine Lebenserfahrung in fein noch sun- aes Hirn senkte, wurde ihm gar nicht recht be- I raufet, als er mit gesundem Appetit m seine Schnitte bife. Man muß sagen: Der Anfang Kiner Lehrzeit wurde Günther ßiebenau sehr schwer. Mit frischem Mut und vielen guten Vorsätzen hatte er die Schulbank mit einer ßehrstelle bei der alteingesessenen Rückert-Buchhandlung vertauscht. Staunend stand er am ersten Tage vor den prächtig gefüllten, bis fast an die Decke reichenden Regalen und las mit liebevollen Augen die Titel von den gewölbten Buchrücken. Nachdem -H77 ersten Gehilfen ein flüchtiger Ueberbluf über die Gliederung des reichhaltigen Buchlagers gegeben war, mußte er zu feinem größten ßetbroefen die Hinteren Räume der Buchhandlung auffuchen, um dort unter Der Anleitung eines freunDIidjen Packers Den untersten Teil Der sogenannten Pike, von Der auf man geDient haben muß, näher kennenzulernen. In Der Rückert-BuchhanDlung bestanD Die „Pike zum größten Teil in Dem Aus- unD Einpacken Der Bücher sowie Dem säuberlichen Einschreiben Des Preises. Seltsamerweise machte ihm, Der im Turnen am Reck ohne weiteres Drei Riesenwellen hm- tereinanDer schlug, Das Oeffnen Der großen Kisten ungeahnte Schwierigkeiten. Obwohl Günther ßiebenau spielenD Gleichungen mit mehreren Unbekannten in Der MathematikstunDe lösen konnte, mußte er es sich hier erst vom Packer zeigen lassen, wie man anhand Der mitgesanDten Fakturen am schnellsten unD sichersten Den gewährten Nachlaß errechnet. Wollte er anfangs schier verzweifeln, wenn er sich roieDer einmal lächerlich ungeschickt angeftellt hatte so bekam er Doch im ßaufe Der Zeit jene Sicherheit, Die man nur im praktischen ßeben erringen kann. Kein Ballen Bücher war Dann mehr so groß, Daß er ihn nicht kunstgerecht packen konnte. Den klebrigsten ßeim quirlte er balD mit Selbstoer- stänblichkeit zusammen. Mußte er vorn im ßaDen während des Hochbetriebs der Abendstunden aushelfen, fo trug er zur stillen Freude seines Lehr- h-rrn mit großer Sachkenntnis eine reiche Auswahl paßender Bücher zusammen um im hr°r Fülle den Kunden zusrieden zu stellen. Kurz ge Auf Dem See flutschst eine Jolle hin. Zack — einen Bogen — zack — Die Kurve rechts — Daß Der Großbaum nur so rumwutscht — unD Das Segel zusammensackt. Doch schon hat es der Wind wieder. Weiter zischt Die Fahrt Durch leichtgestürzte Wellen. Ein Junge lehnt im ßuo über BorD. Ein anDerer hat Das Segel — hat Die ßeine unD jetzt — hat ihn Der Teufel? — Der Kerl läßt Die ßeine schießen. Der WinD Drückt Segel unD Großbaurn im Schlagraum, unD Der auf Dem BorDranD muß — klatsch — ins Wasser. Da schwimmt er nun prustenD. Das Boot ist schon Davon — vor Dem WmDe fliegt es wie eine Möwe. EnDlich hat Der Kerl in Der Jolle Die flatternDen Segel roieDer in Der Gewalt unD bringt Das Boot an Den WinD. Dann kreuzt er nach Dem Mann über BorD. ,;Du Düffel — Du!" sagte Der bloß, als er roieDer klatschnaß in Die Jolle enterte. Wir gehen langsam am Strand entlang. Auf Der I linken Seite rauscht das Meer, unD rechts singt Der WinD in Den Dünen. Der feuchte SanD knirscht unter unseren Schritten; Die Wellen fluten in kurzen AbftänDen bis an unsere nackten Füße, ßints sehen wir nun die schwarze Fläche des Meeres, auf der in immerwährender Abwechslung die weißen Striche Der Schaumkämme aufleuchten und wieder verschwinden. Vor uns liegt ein großer, schwarzer Fischerkahn. Wir steigen ein. Keiner spricht ein Wort. Ich lege mich auf Den Boden des Kahnes unD verschränke die Hände unter Dem Kopf. So sehe ich Den dunklen, geheimnisvollen Himmel unD höre leise das Wasser vorbeirauschen. Der Mast steht spitz in Den Himmel und sieht aus wie ein Wegweiser. Die Gedanken folgen ihm, und die Weite ersaßt* uns und läßt uns mitschwingen im unendlichen Rhythmus. Und das Meer verlangt plötzlich etwas von uns. Es verlangt Wahrheit und Klarheit und Reinheit. Wir fühlen: diese Forderung wird nun immer bei uns sein, immer wird uns Das Meer mit feiner Weite anschauen. Dann können wir nicht anders und müssen wahr und rein sein. Lange fahren wir noch, und werden uns der Zeit erst bewußt, als die Nacht verblaßt und der graue Morgen schon Die Sterne erblassen läßt. Da ruDern wir das Boot an den Strand und kriechen ins Zelt. A. Holzapfel. Unfer Land. Die Nacht ist grau. Der Nebel fällt. Uns hielt es nicht in eurer Welt! Wir laufen weiter, fest und stumm — Warum? Der Weg ist hart. Das Dunkel droht. Wir fürchten nicht den Kampf, Den ToD, Denn hinter grauer NebelroanD Liegt unser ßanD! Helmut Pleß. Erholung. GeraDe roirD zum Essen gerufen. In Dem hellen Taqesraum, von Dem man weit in Das ODerbruch hinaussehen kann, finDen wir uns alle zusammen. Ein ßieD roirD gesungen, unD Dann geh es an Das einfache, aber kräftige Esten. Zum Nachtisch gibt es eine Riesenschüssel voll Stachelbeeren. Selbstqepflückt!" roirD uns stolz verkünDet. — Einen Teil De- täglichen DbftbeDarfes ernten Die MäDel sechst in Dem großen Garten Der zum Heim gehört Das ist für unsere GrofestaDtkinDer, Die oft nus Den ärmlichsten Verhältnissen kommen, eine ganz neue, sehr begehrte Tätigkeit.___________ SS SS Da hatte Gunther ßiebenau festen Fuß I fuchte sich Die schmuckste aus unD begann Drauflos lieh’3u tippen. MerkroürDigerroeise war es h/er Das 1 1 „k" Das sich feinen Bemühungen widersetzte. Diese Taste hakte irgendwo, so daß der Buchstabe nur 'XenD ! ganz schwach sichtbar wurde. Schlug er das „k Suöenö । 9^ö m traf er entweder einen anderen Buchstaben, oder fein Finger schlug auf die Daneben- I liegende „l"-Tafte. Der Erfolg war in beiden Fallen der gleiche: der Bogen wanderte in den Papier- ! korb. Hier war also auch nichts 5" sollen. — Die dritte Maschine entpuppte sich als der reinste Mar- terfaften. Wohl waren alle Tasten einwandsrei und gut geölt, dafür liefe aber die Seüeneintetlung zu wünschen übrig. Bei der vierten Maschine liefe leider die Randeinstellung kein sauberes Schreiben zu. Glaubte Günther alle Sätze genau und ordentlich untereinander zu haben, so mußte er beim J)er- ausnehmen des sonst einwandfrei beschriebenen Bogens erschüttert feststellen, daß der achte Satz ■ um einen Buchstaben hervortrat und damit die , Harmonie der gleichmäßigen Satzordnung empfmD- 9.JL~fpori Oer Kreisbeauftragte des Heichssport- führerS für den Kreis Gießen. An alle dem Reichsbund für Leibesübungen angehörenden Vereine der Stadt und des Kreises Gießen. Alle Vereine füllen nach untenstehendem Muster einen Fragebogen in dreifacher Ausfertigung aus, den sie bis zum 29. Juli an ihren Fachgruppenleiter einsenden. Ich erhalte die Fragebogen bis zum 1. August von den Fachgruppenleitern. Der Fragebogen ist möglichst in Maschinenschrift auf Din- fdrmat auszufertigen. Fragebogen. Kreis: Stadt und Kreis Gießen. Vertrauensmann: Wilhelm Mohr, Sportlehrer, Gießen, Mühlstrahe 18. Fachgruppe: Verein: Zeit der Gründung: Uebungsgebiete: Mitgliiederstärke am l.Juli 1934: f)at der Verein eigne Halle? Hat der Verein eignen Platz? Hat der Verein- eigne Schwimmbahn? Hat der Verein eignen Schießstand? Wenn nicht: Wem gehören die Uebungplätze oder -räume? Wo vollzieht sich der Vereinsbetrieb im Winter? Vereinsleitung: (Diese Angaben für jedes 'einzelne Amt auf einzelnen Dinbogen beilegen.) Amt: Name: Alter: Beruf: Mitglied seit: NSDAP, seit: Vermögen des Vereins beim Jahresabschluß: Schulden des Vereins beim Jahresabschluß: Monatlicher Mitgliedsbeitrag? Wieviel jugendliche Mitglieder im Alter von 14 bis 18 Jahren hat der Verein: Jungen: Mädchen: Wieviel jugendliche Mitglieder im Alter von 6 bis 14 Jahren hat der Verein: Jungen: Mädchen: Gez.: Mohr, Kreisbeauftragter des Reichssportführers für den Kreis Gießen. Zwei Gießener Studenten bei der r000-Kilometer-Iahrt erfolgreich. Gestern nachmittag kehrten der Stabsleiter des NSDStB. Gießen cand. med. Theophil Hey und cand. med. Weber vom Zielort der 2000-Kilo- lneter-Fahrt, Baden-Baden, zurück. Beide hatten die Goldene Medaille erhalten. Hey, der eine Durchschnittszeit von 84 Kilometer fuhr, wurde persönlich von Obergruppenführer Hühnlein beglückwünscht. Die im Studentenhaus versammelten Studenten begrüßten die erfolgreichen Fahrer mit einem kräftigen „Sieg-Heil!" Dritter Tag der „jtlfön". Am dritten Wettbewerb des 15. Rhön-Segelflug- Wettbewerbs wurden bereits die Bedingungen zu den zwei bedeutsamsten Preisen erfüllt. Der Mannheimer Pilot Ludwig Hofmann erflog in den Morgenstunden als Erster den Milseburg-Preis. Die schweren Bedingungen für den mit 4000 RM. ausgestatteten Fern-Ziel-Flug, der einen Hin- und Rückflug nach dem Oechzenbera und Landung auf der Wasserkuppe vorschreibt, erfüllte Wolf H i r t h - Hornberg aus „Moazagotl". Er legte die 70 Kilometer lange Gesamtstrecke in einem 3Vrstündigem Flug zurück. Die Deutschen Kampfspiele. Erster Haupttag in Nürnberg. Am Eröffnungstag der 4. Deutschen Kampfspiele in Nürnberg herrschte wieder vom frühen Morgen an ein lebhafter sportlicher Betrieb. Im Tiergartensaal traten die Fechter zu den Vorentscheidungen um die Mannschaftsmeisterschaft im Degen an, im Luitpoldsaal ermittelten die Amateurboxer die Tell- nehmer der Schlußrunden und im gleichen Hause rollten wieder die Kugeln der Kegler. In der Schwimmbahn des Stadions nahmen die Schryimm- wettkämpfe ihren Anfang und in der großen Kampfbahn wurde das Handballentscheidungsspiel um den dritten Platz ausgetragen. Weihestunde im Stadion. Der Nachmittag brachte dann im Stadion den ersten Höhepunkt mit der offiziellen Eröffnung. Pünktlich um 4 Uhr marschierten in drei Säulen die 8000 Teilnehmer an den Spielen, alle im bunten und farbenfreudigen Dreß, in die Kampfbahn. In der Mittelsäule, die der Träger der Traditionsfahne der fränkischen Nationalsozialisten eröffnete, marschierten auch die Teilnehmer der Marineschule Flensburg-Mürwick, der Badischen Landespolizei und der Deutschen Hochschule für Leibesübungen Berlin. Eine Gruppe von SA.-Sportlern mit den Fahnen des neuen und alten Reiches machte den Schluß. Als die vielen Tausend Aufstellung genommen hatten, marschierten Ehrenkompanien der Bayrischen Landespolizei und Reichswehr in den Jnnenraum und dann folgte die Totenehrun'g. Die Fahnen senkten sich, und stehend hörten die 20 000 Zuschauer und die Teilnehmer das Lied vom guten Kameraden. Auf der Ehrentribüne hatten neben dem Reichssportführer von Tschammer und Osten der Frankenfuhrer Streicher, Minister Schemm und Polizeigeneral D a l u e g e Platz genommen. Oberbürgermeister Liebel entbot den Gruß der Stadt Nürnberg, dann erklärte der Reichssport, fuhrer in einer kurzen Ansprache, die in dem Satz „Dem Vaterlande gilts, wenn wir zu spielen scheinen" gipfelte, die 4. Deutschen Kampfspiele für eröffnet. Unter dem wieder großen Beifall der Massen vollzog sich der Ausmarsch. Die Wettbewerbe. Vorführungen der Badischen Landespol i- -el, die Bodengymnastik und Turnen am lebenden Reck zeigte und der Marineschule Mür- w l ck tue mit Sprüngen am hohen Tisch aufwartete, begann das Hauptereignis des ersten Tages, das Endspiel um den Handball-Kampfspielpokal. Hier standen sich die beiden mitteldeutschen Gaumannschaften von Sachsen und Mitte gegenüber Die Sachsen errangen einen glücklichen und nicht ganz verdienten Sieg mit 7:6, nachdem der Gau Mitte bei der Pause noch 5:2 geführt hatte Der Gau Mitte mußte von der 10. Minute ab durch Verletzung b?mes ausgezeichneten Halblinken Klinger mit 10 Mann spielen, ein Umstand, der auf das Ergebnis von entscheidendem Einfluß war. In der Pause des Handballspieles zeigte die D e u t s ch- la n d r i e g e der DT. mit Reck-Weltmeister Ernst Winter-Frankfurt unter großem Jubel der Zuschauer ihr einzigartiges Können. Der Sport des Vormittags. Am Vormittag fand in der Kampfbahn das Handballspiel um den dritten Platz und Nordmark fta . Die Badener hatten ihre Mannschaft vorteil. umsestellt und konnten einen verdienten Sieg P,atz errang ““ bem bcn dritten Bei den Boxern wurden am Vormittag sämtliche Teilnehmer an den Endkampfen ermittelt. Es gab noch einige Ueberraschungen, besonders in den ^wereren Gewichtsklassen. So schieden die beiden Schwergewichtler Runge (Elberfeld) und Kohl- haß (Munster) aus und im Halbschwergewicht unterlag der Westdeutsche Figge dem Singener Maier. Für die Endkampfe haben sich folgende' ©Ofer qualifiziert: Fliegengewicht: Rappsilber (Frankfurt) - Brofazi (Hannover). Bantamge- i °"^^mer. (Köln) - Miner (Breslau). Feder- YEwlch: Schöneberger (Frankfurt) - Kästner1 (Erfurt). Leichtgewicht: Schmedes (Dortmund) ge-, gen Frey (München). Weltergewicht: Campe gegen I I Lüdtke (beide Berlin). Mittelgewicht: Schmittinger (Würzburg) — Bernlöhr (Stuttgart). Halbschwer- gewicht: Maier (Singen) — Pürsch (Berlin). Schwergewicht: Fischer (Nürnberg) — Eckstein (Lübeck). Die Schwimmer begannen ihre ersten Kämpfe im Stadion. Es kamen die Vorläufe der Damen im 200-Meter- Brustschwimmen und der Herren im 100-Meter- Rücken-, 200-Meter-Crawl- und 400-Meter-Crawl- schwimmen sowie die ersten Kämpfe zum Kunstspringen zum Austrag. Durchweg setzten sich in allen Konkurrenzen die Favoriten durch und es gab nur wenige Ueberraschungen. Die geschwommenen Zeiten waren mäßig. Bei den Fechtern traten sechs Mannschaften zum Kampf um die Deutsche Degen-Mannschaftsmeisterschaft an. Hier sieht es bei den noch nicht beendeten Kämpfen diesmal nach einem Siege der beteiligten Mannschaft der Reichswehr aus. Die Frankfurter Hermannia schlugen den Turnerbund Stuttgart mit 14:2 und die Turnerschaft Freiburg mit 15:1. Nächst den Frankfurtern war die Mannschaft der Reichswehr mit Siegen von 11:5 gegen den Frankfurter TV. 1860 und mit 13:2 gegen die Stuttgarter am besten. Die Kämpfe werden erst in den späten Abendstunden beendet. Am Montagabend wurde noch zu später Stunde das Florettfechten der Herren beendet. Sieger wurde hier der Frankfurter E i s e n e ck e r nach einem Stichkampf gegen den Meister Heim (Offenbach). Beide Fechter hatten sieben Siege. Dritter wurde der Ulmer G e i w i tz mit 6 Siegen vor R o s e n b a u e r (Frankfurt), Adam (Wiesbaden), Jewarowski (Frankfurt), Berthold (Chemnitz), Kolbing er (München) und Döblinger. Auch beim Kegeln fiel am späten Abend noch eine Entscheidung. Auf der S ch e r e n b a h n siegte der Berliner Roschilb mit 1451 Holz bei 200 Wurf vor Bleiß (Thale, Harz) und D ü r h e i d e (Braunschweig). Die Tennisspieler in München. Im Münchener Tennis - Stadion begann am Dienstag das Kampfspiel-Tennisturnier im Beisein zahlreicher Zuschauer und bei annehmbaren Wetterverhältnissen. Leider waren eine Anzahl der gemeldeten Spieler und Spielerinnen nicht am Start, so daß vom Programm des ersten Tages 13 Spiele kampflos gewonnen wurden. Der deutsche Meister G. v o n (Tramm hatte in Dr. Heitmann (Krefeld) einen beachtlichen Gegner, den er aber doch sicher mit 6:4, 6:2 abfertigen konnte. Schwer zu kämpfen hatte Frl. Hammer (Stuttgart), die 24:20 Spiele brauchte, um Frl. Ott« b e rg - Krüger (Essen) 15:13, 9:7 besiegen zu können. Von den übrigen Spielen ist noch der Sieg von HenkelII-Denker im Herrendoppel über die Bayern H e l m i s II - M i t t e r e r mit 6:3, 6:2 zu erwähnen. Marieluise Horn ließ Frl. Dollinger (Leipzig) mit 6:0, 6:0 nie eine Chance. Starke Beteiligung der Wehrmacht an den Kampfspielen Unter den Teilnehmern an den Deutschen Kampf- spielen in Nürnberg befinden sich auch starke Abordnungen der Wehrmacht. Das Reichsheer ent- sendet allein 51 Leichtathleten, u. a. die bekannten Läufer Unteroffizier L e i ch u m (100 Meter), Jäger III (800 Meter) und Reiter Sander (10 000 Meter). Feldwebel Huber wird beim Zehnkampf starten. An den turnerischen Wettkämpfen nehmen ferner drei, am Schwimmen neun, und an den schwerathletischen Kämpfen zwei Angehörige des Reichsheeres teil. Am modernen Fünfkampf beteiligen sich 13 Offiziere, darunter der bekannte Oberleutnant H a n d r i ck , und am Fechten Hauptmann Höfter, Hauptmann H a x, sowie drei weitere Offiziere. Die Reichsmarine stellt 24 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften an den Wettkämpfen im Turnen, Leichtathletik, Schwimmen, Schwerathletik, Boxen, Schießen und Fechten. Außerdem wird von einer Gruppe von 50 Soldaten der Reichsmarine, unter denen sich sieben Einzelkämpfer befinden, als Schauvorführung ein Hechtspringen vorgeführt. Der Verbandsachier der MG. 1877 auf der Misterschasts- und Kampfspielregatta. Wie schon in unserer Vorschau berichtet, ging die Mannschaft der GRG. 1877 mit nicht geringen Aussichten auf Erringung einer Kampfspielmedaille oder Meisterschaftsplakette an den Start. Das Abschneiden der Mannschaft hat denn auch bewiesen, daß sie, wenn sie auch nur ein wenig mehr vom Glück begünstigt gewesen wäre, eine entscheidende Rolle hätte spielen können. Das geht auch aus den Tatsachen hervor, daß der Führer des Deutschen Ruderverbandes, Herr Reg.-Präsident Pauli, unsere heimische Mannschaft gleich nach dem deutschen Meister „Hellas" Berlin und Würzburger RV. (dem vorjährigen Meister) nennt, noch vor den beiden Teilnehmern am Entscheidungslauf: Berliner RCl. und Mainzer RV. Fachleute und Kritiker sagten ungefähr folgendes: Hervorragend sportlichen Wert hatten die 5 Aus- scheidungsläufe zum großen Achter, in denen sich zwölf deutsche Elitemannschaften um den höchsten Titel bewarben. Eine ausgezeichnete Rolle spielte dabei der Gießener Achter, der in seinem Vorlauf einen grandiosen Sieg erfocht und im Zwischenlauf nach mörderischen Kampfe nur ganz knapp unterlag. Oer erste Vorlauf sah Gießen 1877, Ulm, Berliner RCl. und Germania Königsberg am Start. Nach dem Startkommando setzte sich Ulm an die Spitze, gefolgt von Berlin, Gießen, Königsberg. Doch mußten die Ulmer die Führung bald an Berlin abtreten, die von Gießen hart bedrängt, als erstes Boot die 500- Meter-Markierung passierten. In mörderischem Tempo wurden die 1000 Meter in der Reihenfolge Berlin, Gießen, Ulm, Königsberg erreicht. Der Abstand vom ersten bis zum letzten Boot betrug nicht mal eine Länge. Bei 1200 Meter fehle sich Gießen mit schneidigem Spurt an die Spitze des Feldes und ließ sich dieselbe auch trotz verzweifelter Anstrengungen der übrigen Boote nicht mehr entreißen. Der Abstand im Ziel betrug von Boot zu Boot je eine Länge in der Reihenfolge: Gießen 1877, Berliner Ruder Club, Ulm, Königsberg. Gießen bot in bezüg auf Technik und Stil eine hervorragende Leistung und errang sich schnell die Sympathie des rudersachverständigen Publikums. Die übrigen Vorläufe endeten — wir berichteten bereits darüber — mit den in unserer Vorschau angedeuteten Ergebnissen: Den 2. Vorlauf gewann der Mainzer RV vor RCl. Wannsee-Berlin, Frankfurter RV. und Leipzig. Den 3. Vorlauf sah Würzburger RV. vor Hellas Berlin, Lübeck und Mainz-Kastel in Front. Zum ersten Zwischenlauf am Nachmittag, für den Gießen als Favorit galt, lagen Gießen, Berliner RCl. und Mainz am Start. Sofort begann ein erbittertes Ringen um die Führung. Bei den Gießenern, deren Hauptstärke sonst der Start ist, klappten die ersten Schläge nicht gut, und niemand hätte voraussagen können, daß dies gerade die Entscheidung bedeutete. Mit unglaublich hoher Schlagzahl gingen die Boote auf die Reise in der Reihenfolge: Berlin, Mainz, Gießen. Bei 500 Meter hatte Gießen die Mainzer auf den letzten Platz verwiesen. In erbittertem Ringen wird die 1000-Meter-Marke passiert, die den unter Hergabe des letzten, rudernden Berliner Club mit einer Länge vor Gießen und einer weiteren Länge zurück Mainz in Front sah. Mil mächtigen Zwischenspurts gelingt es dem Verbandsachter der GRG. bis auf Luftkastenlänge an die Führenden heranzugehen. Berlin erwehrte sich der erbittert um die Führung kämpfenden Gießener tapfer und ließ sich den gewonnenen Vorsprung nicht entreißen. Noch 200 Meter waren es bis zum Ziel. Luftkastenlänge vor Gießen lag Berlin, % Länge dahinter Mainz. Da setzt Mainz auf der anderen Seite, angefeuert durch Tausende am Ufer mitlaufende Anhänger, zu einem unerhörten Endspurt ein und konnte im Ziel noch Gießen mit halber Luftkastenlänge aus der Entscheidung drängen. Das schönste Rennen der ganzen Regatta hatte seinen Abschluß gefunden und die hervorragende Zeit sowohl wie die knappe Differenz zwischen den Booten bestätigten, mit welcher Erbitterung hier gekämpft wurde. Der Verbandsführer bedauerte es selbst, daß der Gießener Achter durch seinen unglücklichen Start um den Sieg und dadurch nicht in die Entscheidung kam. Diese Tatsache fand denn auch am folgenden Tage ihre Bestätigung, indem die Gießener Mann- schäft im Vorlauf zum Ersten Achter den Mainzer Nuderverein einwandfrei mit 1% Länge schlug und damit den Beweis erbrachte, daß sie nur durch Mißgeschick nicht in die Entscheidung kam, wo sie bestimmt unter den drei Ersten zu suchen war. Ohne die Leistungen der anderen Mannschaften zu schmälern, darf aber doch hervorgehoben werden, daß unsere einheimische Mannschaft unter viel schwierigeren Verhältnissen als alle ihre Gegner trainierte. Die Leistungen sind daher besonders hoch zu bewerten. Fast alle Mannschaften ruderten in neuen Booten, die nach Größe und Gewicht gebaut wurden. Besonders großes Interesse an der Ruderei zeigte die Stadt Würzburg, die ihrer Mannschaft einen neuen Achter bauen ließ und auch einen achttägigen Aufenthalt in einer Kurstadt bewilligte. Außerdem haben sportbegeisterte Bürger der Stadt durch freiwillige Spenden einen neuen Vierer ohne Steuermann gestiftet. Zieht man außerdem noch in Betracht, daß in fast allen Vereinen Gelegenheit ist, durch systematisches Wintertraining, wie Bassin- rudern, Leichtathletik, Schwimmen usw., die Mann- sckaften von langer Hand auf diese Höchstleistungen vorzubereiten, so muß man schon zu der lieber« Zeugung kommen, daß die Gießener Mannschaft sich ganz hervorragend geschlagen hat. Mslurn-Mnnschastskampf in Kinzenbach. Sieger: Turnverein Lollar. Am vergangenen Sonntag gelangte in Kinzenbach ein Mannschaftskampf im Volksturnen (Erste Austragung) zwischen den Mannschaften der Vereine von Lollar, Kinzenbach, Odenhausen und Heuchelheim zur Durchführung. Der spannende Wettkampf endete mit folgenden Ergebnissen: 1. Tv. Lollar 11 879,22 Punkte; 2. Tv. Kinzenbach 10 586,43 Punkte; 3. T. u Spv. Odenhausen 9596,43 Punkte; 4. Tv. Heuchelheim 9202,13 Punkte. Die sorgfältigen Vorbereitungen hes Ausrichters, Tv. Kinzenbach, gewährleisteten einen reibungslosen Ablauf des Kampfes. Die Kämpfe konnten ohne jegliche Unterbrechung durchgeführt werden und sahen als Sieger, die mit einigen Spitzenkönnern besetzte Mannschaft des Tv. Lollar hervorgehen. Ueberraschend gut schnitt der Veranstalter ab. Er ließ die beiden, bestimmt nicht schwachen Mannschaften der Turnvereine Odenhausen und Heuchelheim auf den 3. und 4. Platz zurück. Oie einzelnen Wettkämpfe. (K: Kinzenbach; L: Lollar; O: Odenhausen; H: Heuchelheim.) Das Turnen begann mit dem Weitsprung und sah sofort ganz erstklassige Leistungen. Als Bester erwies sich hier Großhaus (L), der bereits im ersten Sprung 6,74 Meter erzielte. Sein Der- einskamerad V i e h l kam auf 6,65 Meter. Speier (O) 6,43 Meter; Pfaff (K) 6,21 und Kehr (H) mit 6,12 Meter waren die Nächstbesten. Im Kugelstoßen waren die Leistungen schwächer. Dietz (L) kam auf 11,64 Meter, Zecher (O) überwarf mit 11,10 Meter gleichfalls die Elf- Meter-Marke. Bereits nach diesen zwei Uebungen lag Lollar klar an erster Stelle vor Odenhausen, Kinzenbach und Heuchelheim. Besonderes Interesse beanspruchte der 100- Meter-Lauf, der in drei Läufen durchgeführt wurde. Im ersten Lauf siegte Müller (H) in 12,3 Sekunden vor Leib (K) 12,4 Sek. Im 2. Laus schlug Künkel (L) in 11,3 Sek. Pfaff (K) in 12,2 Sek. und im letzten legte Großhaus (L) gleichfalls 11,3 Sek. bin. Die Leistungen des 100-Meter-Laufes können sich gleichfalls sehen lassen und brachten Lollar um weitere Punkte stark nach vorne. Im H o ch s p r u n g gab Lollar gleichfalls den Ton an und kam mit Müller und Munzert, die 1,55 bzw 1,50 Meter erreichten, zu wichtigen Punkten. Kinzenbach verbesserte hier seine Position durch Schmidt und Pfaff mit 1,50 bzw. 1,45 Meter. Die übrigen Teilnehmer kamen alle auf 1,45 Meter. Ke ulen weitwurf: Fast sämtliche Teilnehmer überwarfen die 50-Meter-Grenze. Den ersten Platz erreichte W. Viehmann (K) mit der Leistung oon 59,10 Meter. Ihm am nächsten kam Kreipl (L) mit 56,95 Meter und Müller (H) mit 54.10 Meter. Nach diesen fünf Uebungen war der Stand des Kampfes folgender: 1. Tv. Lollar 6669,05 Punkte- 2. Kinzenbach 5588,50 ; 3. Odenhausen 5213,47; 4. Heuchelheim 5016,95 Punkte. Während Lollar also seinen Vorsprung von Hebung zu Hebung vergrö- c ,?am Kinzenbach gleichfalls mehr auf und überbö te bei der letzten Uebung Odenhausen, lag Heuchelheim an der 4. Stelle. Der 8 00-Meter-Lauf war eine sichere Sache der Gebrüder Neidel (H), die in sauberem Alle stch den jeroeils ersten Platz, in den beiden Laufen sicherten. Die Zeiten waren in Anbetracht der Grasbahn mit 2:16 und 2:18 Min. noch als gut zu bezeichnen. Während im ersten Lauf Hans Neidel m Simon (O) einen scharfen Widersacher hatte aber dessen Angriffe glatt abwies, kam sein Bruder Franz im zweiten Lauf gegen Schmidt (K) etwas leichter zum Sieg. Heuchelheim überholte nach dieser Konkurrenz Odenhausen vorübergehend, und konnte auch trotz der wenigen Punkte, die es im Stabhochsprung holte, diesen Vorsprung noch halten. Hier gab es q an CsS)?det^ ?ieg DOn Wilh. Bepler (K), der ö,20 Meter übersprang und an 3,30 Meter nur knapp, scheiterte Die nächsten Besten waren hier sieter mann unl) Großhaus (L) mit je 3,10 Das Speerwerfen brachte Lollar und Oden- haufen die höchsten Punkte. Lollar erreichte durch ?ie$'^r 48,96 Meter warf, die beste Leistung, vor Henkel (O) mit 44 Meter. Alle übrigen Teilnehmer erreichten die 40 Meter nicht. ’ Diskuswerfen waren die Leistungen ^lg Die beste Leistung erreichte Zecher (O) mit ^^ Meter vor W. Bepler (K) mit 28,82 Meter. Psinktverhaltms lag hier Odenhausen vor Lol- lar, Kinzenbach und Heuchelheim. Im Schleuderballwersen waren die Lei- Äff gleichwertig und brachten für sämtliche Mannschaften die annähernd gleichen Punktzahlen. ?nrf £ ro^r?l/m5r'. TOUer (fi) mit 46,70 Meter rJc D'ch (L) mit 45,50 Meter. Alle weiteren Teilnehmer kamen bis auf einen, über 40 Meter Ur % Ufe?u?9 ?es Kampfes, die 4 X 1 0 0 - Me - er-Staffel' sah tm Tv. Lollar den erwarteten Sieger. Die Mannschaft lief in 47 Sek. eine für die Npihlnf^okknlsse schöne Zeit heraus. Die' weitere Reihenfolge war h,er: Heuchelheim 49 2 Sek Oden- hausen 49,3 Sek., Kinzenbach 49,5 Sek ^?.L™ieber einmal mehr gezeigt, was an entwicklungsfähigen Leuten gerade in den Land- ^.den ilt. Die Leistungen des 100- 59 10 mpf/r5 hm,t r-1'3 ' des Keulenwurfes mit 5),10 Meter, der Speerwurf von 48,96 Meter die Weitfvrunge von 6,74, 6,65 und 6 43 Meter und LU' 6e ™if‘n dies eutiid). In andern Uebungsarten bemerkte man bann auch wieder an den Ergebnissen die Bevor" "X. Nichtbeachtung derselben.' Alles in «7 werden" $eranfto,tun9 0,9 gelungen betrach. Brieffoften der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der funFi 8' in O- Der in der vorigen Aus- fühM.nn9eben k erleidet nach einer Durch- d-nde eine praktisch sebr einschnei- bch^dana» ®ter Nllrge (ober Mitschuldner, d ,, - ach insoweit ein Leistungsverweigerungs- einen b(?I Befriedigung des Gläubigers haben gegen berr Betriebsinhaber E ' "Nb zwar gilt dies vom Zeitpunkt ffnfJ^rh90"965 Antrags auf Eröffnung des LbUnsfl5Derlaf)ren5 über den Antrag, sowie ?mnnnb bes Ent chulbungs- oder Zwangsvergleichsoerfahrens. Mittwoch, 25.ZEZ4 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. X7X Drittes Matt Sven Hedin inFnnerasien Nachdruck verboten! 12 Fonlegung Vor einiger Zeit haben drei Alpinisten eine der letzten noch möglichen Erstbesteigungen in den Alpen vollführt: sie erkletterten unter großen Strapazen und Lebensgefahr die Westwand des Scheiblingssteines in den Gesäusebergen. Diese Großtat ruft die Erinnerung an die erste, nach langen Fehlschlägen' und vielen Opfern gelungene Besteigung des Matterhorns wach, ein unvergängliches Ruhmesblatt in der Geschichte der Alpinistik. es denn, wenn man es einmal von Zermatt aus, also von Nordosten her, anpacken würde? Am 8. Juli erscheint er wieder bei Carrel. Und der Italiener läßt sich wirklich breitschlagen. Am 9. soll es wirklich losgehen, die O st wand hinauf. Whymper ist mit allen Vorbereitungen fertig. Da erscheint plötzlich am frühen Morgen Carrel und erklärt, etwas verlegen, er könne nun doch nicht mit, er habe sich schon früher einer anderen Reisegesellschaft verpflichtet, sie ins Tal von Aosta zu begleiten. Kaum ist er fort, erfährt Whymper, daß Carrel im Begriff ist, ohne ihn aufs Matterhorn zu steigen. Signor Sella, ein italienischer Minister, hat den Plan schon lange mit ihm vereinbart. Am Morgen des 11. Juli kann Whymper mit seinem Fernrohr beobachten, wie einige Leute von Breil aus die Abhänge des Berges erklettern. Fünf Jahre lang hat der' Mann ums Matterhorn gekämpft, und jetzt 26. Juli stürmt er gegen den Gipfel an, fünfmal hintereinander, fanatisch mit zusammengeblssenen Zähnen, bis zur völligen Erschöpfung. Es ist eine Energieleistung ohnegleichen. Diesmal ist Carrel nut von der Partie. Aber es gelingt doch nicht. Einmal türzt er eine steile Wand hinunter, mehr als siebzig Meter in die Tiefe, nur ein Zufall rettet ihm das Leben. Zwei Kilometer weit schleppt er sich mit chwer blutenden Kopfverletzungen bis zum Dorfe Breil. Er hat es gewagt, ohne jede Begleitung den Anstieg auszuführen. Als die Leute davon hören, erklären fie ihn für wahnsinnig. Aber Whymper läßt sich nicht beirren. Fünf Tage spater geht er mit Carrel wieder los. Es ist alles vergeblich. Der Berg zeigt immer neue Tücken. Whymper ist verzweifelt. In einem Anfall völliger Entmutigung hinterläßt er seine halbe Ausrüstung seinem Wirt, er solle sie jedem übergeben, den es etwa nach der Ersteigung des Matterhorns gelüste. Er selber glaube nicht mehr daran, daß es möglich sei. Aber Anfang August 1863 erscheint Whymper von neuem im Val Tourmanche. Carrel hat die verbissene Energie des Engländers imponiert, er erklärt sich bereit, es noch einmal mit ihm zu probieren Die Vorbereitungen sind so gründlich wie noch nie zuvor. Außer Carrel wird noch ein Führer angenommen, dazu drei Träger, alles bergerfahrene Leute, die schon manchen Gipfel bezwungen haben. Als sie schon weit über 4000 Meter hinter sich haben, bricht plötzlich ein wahnsinniges Gewitter los, dem ein Schnee st urm folgt, wie ihn noch keiner der Männer erlebt hat. Vierundzwanzig Stunden heult und braust es um die sechs Leute, als wolle der Berg sie mit Haut und Haaren verschlingen. Ein Steinhagel jagt den anderen, und sie können von Glück sagen, daß sie endlich doch noch wieder ins Tal kommen. Whymper muß nach London zurück, er hat nur wenige Tage Urlaub. Im nächsten Jahre legt er eine Pause em. Als , er im Juni des Jahres 1865 wieder vor dem Matterhorn steht, wird ihm klar, daß er bisher einen . grundlegenden Fehler gemacht hat. Er hat immer ' 't, den Giganten von der italienischen Breil her, zu bezwingen. Wie wäre Ministerpräsident überreicht dem österreichischen Gesandten Baron Giesl die serbische Antwortnote. — 6.30 Uhr: Baron Giesl verläßt Belgrad; Oesler- reich-Ungarn bricht die diplomatischen Beziehungen zu Serbien ab. 9.30 Uhr: Teilmobilmachung Oe ff er- re ich-Ungarns gegen Serbien. Kaiser Wilhelm II. bricht seine Nordlanb- reise ab. — poincare und Biviani treffen in Stockholm ein. Italiens Botschafter in Wien erklärt: Italien wird freundschaftliche Haltung einnehmen, behält sich aber im Falle der Besetzung serbischen Gebietes Ausgleichsansprüche vor und erwartet Herbeiführung vorherigen Einvernehmens. Hans von Kirchhofen war, nachdem er seine Braut und die Freundin nach Hause gebracht hatte mit seinem Mercedes ebenfalls heimwärts gejagt, in einem Tempo, als säße der Teufel ihm im Nacken, und als könne er durch fein Rafen feinem Zugriff entgehen. . , . Wie bange, wie feig war dieser Mann doch tm Grunde seines Wesens! Unruhevoll lief er dann in seiner Wohnung lange Zeit umher. Eine Zigarette nach der anderen steckte er sich an. L , , Seine Rechnung also über den Haufen geworfen! Ein Fehler in der Rechnung, den er wohl kaum würde ausmerzen können. Aber ruhig Blut bewahren! Kaltfchnäuzig werden! Eine neue Rechnung aufstellen! Noch war längst nicht alles verloren! Nein! Er gab das Rennen nicht kurz vor dem Ziel auf! Drei Tage Frist hatte er. In drei Tagen war e r der Verfügungsberechtigte. Am vierten Tage brauchte er nicht mehr in Berlin zu fein. Dann mochte man zusehen, ob und wo man ihn fände, ihn und das Geld, das er mitnehmen wurde. Der Traum von dauernder Macht in den Geyerling-Werken — allerdings, damit war es aus! Der dritte Tag: 25. Juli. Deutschland nimmt Greys Vermittlungsvorschlag an und gibt ihn nach Wien weiter; der deutsche Staatssekretär des Auswärtigen von 3agoro antwortet: der Konflikt bleibe zwischen Oesterreich und Serbien lokalisiert, die Mächte sollten nur zwischen Oesterreich und Rußland vermitteln. Wien lehnt Sasonows Vorschlag einer Fristverlängerung für Serbien ab. Russischer Kronrat billigt die Beschlüsse des 24., überläßt den Zeitpunkt der Teilmobilmachung dem Außenminister und seht als Beginn der „Kriegsvorbereitungsperiode" den 26. an. 3 Uhr nachmittags: Mobilmachung des serbischen Heeres — 5.58 Uhr: Der serbische Mya triumphierte: „Im Krankenhaus — bei Knauer!" Sie weidete sich ordentlich an seinem angstvollen Gesicht. „Na, nun beruhige dich nur! Knauer wird in den nächsten acht Tagen nicht wach werden." Er sah sie fragend an. „Ja — nicht wahr, da staunst du! Weißt du denn nicht mehr, daß ich selbst einmal Patient im Sankt- Hedwigs-Krankenhaus war? Es ist allerdings schon lange her. Ich wußte also Bescheid dort, und es war mir deshalb eine Kleinigkeit, Knauer zu finden. Na, und dann hatte ich Dusel. Es war niemand sonst im Zimmer, als ich eintrat. Knauer schlief. Ich habe ein Pulver in die Medizinflasche ge- chüttet... Oh!, ich sage dir, das wird ganz famos wirken!" „Bist du dessen auch sicher?" „Aber ganz und gar! Und du brauchst auch nicht zu befürchten, daß man die Tat vorzeitig entdeckt. Es ist ein bewährtes, indisches Schlafpulver, unsichtbar, r»nn es in einer Flüssigkeit ausgelöst ist..." Die Sorgenfalten auf dem Gesicht des Mannes legten sich jetzt. Er klopfte ihr befriedigt auf die Schulter: „Siehst du, ich wußte ja, auf dich ist Verlaß!" Er wollte sie umfassen. „Laß das!" fuhr sie ihn schroff an. „Das ist wider die Abmachung! Hast du das Geld?" Seiner Brieftasche entnahm er ein Bündel Scheine. Er wollte sie aufzählen. Sie wehrte aber ab. Sie nahm das Geld und steckte es in ihre Handtasche, die neben ihr lag. Am Montag würde das Geld anonym einem Wohlfahrtsinstitut zugehen. Sie wollte mit diesem Sündenlohn nichts zu tun haben. Hans von Kirchhofen rief Doktor Becker an. „Sagen Sie mal, Doktorchen — ist es wahr: habt ihr Knauer wieder mobil? Tatsächlich? — Na, das freut mich aber...! Doktor, wie ist es? Kann man den Kranken denn mal besuchen? Nun ja, es soll ja nicht schon heute abend sein. Morgen oder übermorgen! — Wie, bitte? — Na, aber natürlich! Aber sicher doch! — Um zehn Uhr? — Also dann: Auf Wiedersehen morgen früh auf dem Tennisplatz!" Er rieb sich die Hände. , Mehr wollte ich nicht wissen. Knauer hat bisher geschwiegen, Mya. Nun kommt alles darauf an, wie sich' dein Gift auswirken wird." Erlaube mal, Gift? Das Pulver ist kein Gift, sondern es schläfert nur ein. Das allerdings gründ. (i^,@ott, das ist mir doch gleichgültig! Hauptsache Ist," daß Knauers Wund bis über den Dienstag . hinaus stumm bleibt?" „Keine Sorge, mein Verehrter! Es klang spöttisch, . aber der Mann merkte es nicht. Zu sehr war er mit seinem Ziel beschäftigt. .Fortsetzung folgt.) ZweMämer und Hilda Vornan von Hermann W. Walder. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) Doktor Becker war eben von Potsdam zurück- qekehrt. Er saß an seinem Schreibtisch, den Kopf schwer in beide Hände gestützt. Vom Nachtdienst hatte er sich dispensieren lassen. Aber würde er Ruhe finden? Seine Braut hatte bereits zweimal angerufen. Er ließ sich verleugnen. m £ .. Nie und nimmer hätte er ihr in dieser Verfassung unter die Augen treten ober mit ihr reden können. Und er durfte ja auch die Situation nicht vorzeitig verraten. Es klopfte. . Eine Schwester meldete, daß eine Dame in dringlicher Angelegenheit in seinem Sprechzimmer auf ihn warte. Gr lehnte ab. Mst niemanden wollte er zusammenkommen. Die Schwester kam nach kurzer Zeit wieder und überreichte ihm eine Karte, worauf, hastig geschrieben, stand: „Dringlich in Sachen Knauer! Er las und sprang hoch. Das Ergebnis der Unterredung Mya Korbers mit dem Assistenzarzt Becker war die Abrede gemeinsamen Handelns zur Entlarvung des Verbrechers bei gegenseitigem Versprechen, dabei, solange es ging, die Oessentlichkeit auszuschalten, und der Zusicherung an die Frau, ihre Mitwirkung ebenfalls geheimzuhalten. Es kam vor allem darauf an, Kirchhofen ganz sicher zu machen. Der Arzt und Mya Korber verabredeten auch nach dieser Richtung ein bestimmtes Vorgehen. Während der Unterredung war Doktor Becker an den Apparat gerufen worden. Sein Alter Herr teilte ihm mit, daß er sich schon erfolgreich erkundigt habe: Die Kirchhofens hätten keine Nebenlinie und feinen Verwandten namens Hans. Was brauchte er mehr an Beweisen! Hans Kirchhoff, deine Stunde hat geschlagen! i Als Mya Körber ihre Wohnung betrat, kam ihr, , wie sie es erwartet hatte, Hans von Kirchhofen schon auf der Treppe entgegen i Die Frau gab ihm ein Zeichen, daß er sich - gedulden möchte. Sie zog sich mit ihm in ihr Zimmer zurück. Hier konnte sich der Mann nicht länger halten: „Wo warst du?" „Du sprichst so selbstsicher, Mya! Hast du dir chon einen Plan zurechtgelegt?" „Noch nicht! Wenigstens bin ich mir noch nicht völlig im klaren. Du mußt mir Zeit lassen. Ich werde schon rechtzeitig handeln." „Gibst du mir Bescheid?" Ja! Ich werde dich dauernd auf dem laufenden halten." Und sie fügte hinzu: „Was du auch zu hören bekommst — von mir ober von anberer Seite —: verliere bie Nerven nicht! Sie sagte es absichtlich, um ihn tn Sicherheit zu wiegen. r, Ihre Zuversicht stärkte seine Hoffnungen. Sein bleiches Gesicht bekam mieber etwa-- Farbe. „Also gut!" sagte er. „Ich gehe unb werbe bir bas Gelb beschaffen Es muß meines Erachtens jetzt noch etwas geschehen, bevor ber Knauer rebet. Wenn er bloß noch nicht gesprochen hat.... „Ja, davon wird allerdings viel abhängig sein. Aber, fo oder fo, laß mich nur machen Geh letzt, damit ich mir über die nächsten Schritte chlusslq werden kann. Es dürste dir ,a bekannt sein daß ich immer aus die besten Gedanken kommen kann, wenn ich allein bin." Hans von Kirchhofen ging. or Er war einigermaßen beruhigt, ^tzt ^ostte er sich übrigens mit Doktor Becker ini er: in‘ 9 eben Dessen Benehmen würbe ihm Aufschluß geben können was mit Knauer los war, und w.e dieser sich bisher verhalten hatte. Mna Korber ließ sich, als sie ihren früheren Freunb aus bem Hause wußte, in einen Sessel Vor 20 Fahren. Oie Tragödie der 13 Tage. — Ein Zeitkalender der Tage des Kriegsausbruchs vom 23. 7. - 4. 8.1914. Sie stiegen bann beibe in ein Auto. Dem Führer gab sie als Ziel eine Charlottenburger Abresse an. Auf ber langen Fahrt unterrichtete sie ben Rumänen über bie Ereignisse, soweit ihr bies tunlich erschien, unb gab ihm Anweisung, sofort nach Rumänien zu reifen unb Wolterstorffs Befreiung zu veranlassen. Sie ließ bann halten. Prachianu oerabschiebete sich. Dem Chauffeur erteilte sie ben Auftrag, sie nach bem Sankt-Hebwigs-Krankenhaus zu bringen. ,aernft in jüngster Zeit waren ihr öfter Bedenken Sie schüttelte sich wie im.Fieber. Em Entjetzens Mr"°kn^chh°s-- neue Sympathien! Wenn wenig. U"P“ -Sf™ Nun er würde ja sehen, »•- 7 Mit einem Mietwagen suhr fie zunächst ms Stadtzentrum, wo sie °°n einem Lokal aus Pracht- aneieanbätte Glück. Er war zu Hause. Zehn Minuten später kam er Herbetgeeilt. Das Matterhorn ist bezwungen. Nun geht es mieber hinunter. Croz ist an ber Spitze, Habow hinter ihm, bann folgen Hubson, Douglas, bie Taugwalbers unb als Letzter Whymper. Um 3 Uhr finb fie an ber schwierigsten Stelle. Michel Croz hat sein Beil beiseite gelegt, faßt Habow an ben Beinen unb bringt seine Füße in bie richtige Lage, bann will er sich um- brehen, um einen Schritt weiterzugehen. In biefem Augenblick gleitet Habow aus, Croz brüllt geüenb auf, Hubson unb unmittelbar barauf auch Lorb Douglas werben bie Füße unter ben Beinen weqqerissen. Der alte Peter Taugwalber und Whymper stemmen sich mit aller Gewalt gegen bas Gestein, bas Seil spannt sich mit einem fürchterlichen Ruck unb — reißt. Einige Sekunben lang sehen sie bie vier Männer auf ben Rücken me- bergleiten unb mit ausgeftretften Hänben nach einem Halt suchen. Dann stürzen sie mehr als 1500 Meter in bie Tiefe. Arn nächsten Morgen finb bie anberen Männer in Zermatt, mit wankenben Knien unb kaum fähig, ein Wort über bie Lippen zu bringen. Whymper bricht sofort mit einer Rettungskolonne mieber auf, um ju retten, was noch zu retten ist. Nach sieben Stunben sinb sie auf ber Hochfläche ober bem Gletscher. Mit bem Fernrohr sehen sie sie liegen: Croz etwas voraus, l Habow in seiner Nähe unb Hubson weiter hinten. X . . r. i— s. ™ et-. rf„v, kXnnnn rtöhltohon Unb Hilba? m ,.u . x f Nun auch hier blieb nur Verzicht übrig. Schabe! Aber schließlich — es gab ja noch mehr Frauen . . War es nicht bie eine, war es die andere! Vielleicht — die Mya?! . Die Mya! Ja, die Mya Körber mußte helfen! Und nun war er bei ihr. Das war wahrhaftig eine bittere Pille für ihn, als Bittender aufzutreten. Aber was half's? Es ging nun nicht mal anders. Nun gut! Ich will dir helfen, Hans! Doch erwarte nicht, daß damit unser Verhältnis das alte wird. Du zahlst mir im Voraus den Betrag von zehntausend Mark!" Keine^Wiberrebe! Nur für diesen Preis kannst du" auf meine Hilfe rechnen." Die Frau sprach kalt, geschäftsmäßig. Sie konnte sich dieses Auftreten erlauben, denn sie wußte, daß er sie brauchte und auf jede Bedingung eingehen würde, nur um zum Ziele zu kommen. Hans von Kirchhofen wäre ihr am liebsten an ben Hals gesprungen, um sie zu erwürgen. Eine ungeheure Wut erfüllte ihn. Aber er mußte sich beugen- unb sagte deshalb ja! Die erste Besteigung des Matterhorns Oie gewaltigste Leistung in der Geschichte der Alpinistik. Von Or. G. E. Meißner. ein Lager auf. Am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang geht es weiter. 20 Minuten nach 6 Uhr sinb sie bereits 4300 Meter hoch. Die Wanb erweist sich als eine mächtige natürliche Treppe. Dann wirb ber Weg schwerer. Die Steine sind mit einer bünnen Eiskruste überzogen. Zuletzt kommt eine ziemlich schlimme Ecke. Wie sie J)erum inb, seheü sie vor sich Schnee, eine kleine Strecke von 70 Metern, unb sie sinb enblich am Ziel. Ein Bilb von der jetzigen Expedition des großen schwedischen Forschers, der es sich Ziel gesetzt hat, die alte Karawanenstraße zwischen China und Curopa wied^ ^fzufinden. Bekanntlich wurde Sven Hedin während dieser Expedition mit Jemen Begleitern von Räuberbanden überfallen und gefangen genommen, nach einiger Zeit jebod) roie^e^fr^l9^aJef"- Me Aufnahme zeigt ben Forscher (rechts im langen Pelz), wie er ben Startversuch eines La - wagens überwacht, ber in bem losen Flugsand eingefunfen ift unö nun mit Hilfe von Stofs- bahnen wieder flottgemacht werden soll. - (Copyright Nordisk-Rotogravyr-Stockholm-A. PJ soll plötzlich alles umsonst gewesen sein. Plötzlich erblickt er eine kleine Gesellschaft auf dem Wege von Zermatt, ein schlanker, junger Engländer, Lord Douglas, mit Peter Taugwalder, bem berühmten Führer, unb besten beiben Söhnen. Sie wollen aufs Matterhorn. Douglas ist begeistert, als Whymper ihnen vorschlägt, sich ihnen anzuschließen. Als sie ins Monte-Rosa-Hotel kommen, sitzt vor ber Tür ber alte Michel Croz. Ein englischer Geistlicher, Charles Hubson, unb sein Freunb Habow haben ihn engagiert. Er will aufs Matterhorn. Eine kurze Beratung, und beide Gesellschaften schließen sich zusammen. Am 13. Juli um V26 Uhr morgens brechen sie auf. Acht Mann, Croz, die drei Taug- walders, Douglas, Hadow, Hudson und Whymper. Sie machten den Angriff von Osten her. Um 1M2 L Rhr°r°sind^Kach,7s Är" sL I^°Äas muß^k^n FÄ-N hangen «Meben nen- bie Steilem die von unten vollkommen unzu- fein. Man hat ferne Lelchememehr Stunden, gänglich schienen, sind so harmlos, daß man °uf Zwei Tage nach Whymper stand auch Carrel auf ihnen umherlaufen kann. Um 12 Uhr schlagen sie dem Matterhorn. 4505 Meter hoch ragt das Matterhorn auf, mitten im Massiv ber Walliser Alpen, genau an ber Grenze zwischen ber Schweiz unb Italien. Es war bie letzte ber großen Alpenspitzen, bie um bie Mitte bes vergangenen Jahrhunberts noch keines Menschen Fuß betreten hatte. Die Leute in Breil unb Zermatt am Fuß bes Berges bekreuzigten sich, wenn sie hinaufsahen. Nur einen Mann gab es in ber ganzen Gegend, einen alterprobten Bergführer, stolz und selbstbewußt, der auch das Matterhorn für bezwmglich hielt. Er hauste unten an der Südseite im Val Tournanche: Johann Anton Carrel. Schon 1858 hatte er den ersten Versuch gemacht, er hatte sogar die 4000-Meter-Grenze überschritten, aber weiter ging es nicht. Es war im Jahre 1861, als eines Tages ein junger Engländer bei ihm erschien, E d w a r d Whymper, und ihn fragte, ob er einen Angrist aufs Matterhorn wagen wolle. Sie mürben sich nicht einig. In ber ganzen Gegenb fanb sich rein anberer Führer. Whymper holte sich einen aus bem Oberlanb, aber bei ber ersten Schwierigkeit, ah es gilt, einen Karnin zu burchklettern, versagt ber Mann unb kehrt um. ..... ™ Dieser Englänber ist ein merfrourbiger Mann. Der mißglückte Versuch am Matterhorn steckt in feiner Seele wie ein Stachel. Er verbeisit sich in bie Jbee. Sie wirb ihn nicht mehr loslassen, bis er seine Sehnsucht befriebigt hat. In biefem Jahre allerbings geht es nicht mehr, Hi er muß nach Lonbon zurück. Aber schon im nach- nur versucht sten Sommer ist er mieber ba. Vom 7. bis zum! Seite, dov ■■ x Oberheffen gendzeit wach. Die Feier wurde von trefflichen auf den Führer und auf den Reichsluftfahrtminister schönt. schle.z seine Rede. Ein überraschend einsetzender Regen zwang zur Verlegung d-er flugsportlichen Vorführungen um einige Stunden. Inzwischen waren mehrere Herren Les Luftsportverbondes unü der Mnistertalabteilung für Kultus und Bildungswesen erschienen. Gegen Kreis Schotten. I. Rudingshain, 24. Juli. Die gesamte Pflichtfeuerwehr unseres Ortes hielt gestern eine Versammlung ab, zu der auch Regierungsrat ter günstig bleibe, so würden diesen in den nächsten 1 Gesängen des Gemischten Chors des Zweigvereins Tagen noch weitere folgen. Mt einem „Sieg-Heil!" j Echzell unter Leitung von Lehrer Gg. Schuch ver- nut X nrt 11 n X nut Xvin ö i cA \ i X rhtit n i ff or * Deutsche Arbeitsfront. Rechtsberatung. Von der Rechtsberatungsstelle der Deutschen Arbeitsfront Gießen werden in Nidda an jedem 2. und 3. Montag im Monat Sprechstunden in allen sozial- und arbeitsrechtlichen Fragen abgehalten. DiL Auskünfte find für die Mitglieder der DAF. vollständig kostenlos. Die Sprechtage finden in Nidda von 10 bis 13 Uhr im Sitzungszimmer des Amtsgerichts statt. Ilugsportwerbetag der Fliegerortsgruppe Nieder-Ofleiden * Nieder-Ofleiden, 24. Juli. Zu einem Fluasonntag h-atte die Ortsgruppe Nieder-Ofleiden des Luftsportverbandes eingeladen. Zahlreich war die Bevölkerung aus allen umliegenden Dörfern dem Rufe gefolgt. Vor den drei Flugmaschinen „Rhönadler" (Hochleistungsmaschine), „Falke" (Uebungs- maschine) und der „Grunau 9" (Schulmaschine) standen die Teilnehmer des zur Zeit hier stattfindenden Kursus und die Mitglieder der Ortsgruppe angetreten. Oberingenieur Maier hielt die Begrüßungsansprache. Aus kleinsten Anfängen heraus habe sich die Ortsgruppe Nieder-Ofleiden des deutschen Luftsportverbandes entwickelt. Besonderes Verdienst am Zustandekommen dieses Kurses komme dem Orts- gruppenleiter Dr. Luft (Homberg) zu. Für die energische Tatkraft des Fluglehrers R e i ch e l t zeuge die Tatsache, daß bereits fünf Teilnehmer ihre ^.-Prüfung hätten ablegen können. Wenn das Wet- zum Amtszimmer der NSDAP, und zu Gemeindebüros hergerichtet werden. Die Arbeiten werden von hiesigen Handwerkern ausgeführt. Mit der Fertigstellung des Hauses für die erwähnten Zwecke geht ein langgehegter Wunsch unserer Einwohnerschaft in Erfüllung. — Der Rosenverkauf durch die NS.-Frauenschaft erbrachte hier den Betrag von 70 Mark, der dem Hilfswerk „Mutter und Kind" überwiesen wurde. Kreis Friedberg. X Reichelsheim, 23. Juli. Im Gasthaus „Zur Post" trafen sich am gestrigen Sonntag die Zweigvereine Echzell, Mittlere Wetterau und Reichelsheim des Vogelsberger Höhen- k l u b s zu einer eigenartigen Feier ganz seltener Art. Galt es doch die 50jährige Mitglied- s ch a f t des 80 Jahre alten Postmeisters i. R. Theodor Zinser von hier zu ehren. Nach einer kurzen Begrüßung durch den hiesigen Vorsitzenden des VHC., einem Sohn des Geehrten, überreichte Rektor Ludwig D e r n (Offenbach) im Namen des Gesamtvorstanoes das von dem Klub gestiftete goldene Ehrenzeichen, rühmte in seiner Ansprache die Treue des Gefeierten zu den Idealen des Heimatbundes und forderte alle Mitglieder zu gleicher Treue auf für VHC., Führer, Volk und Vaterland. In den gleichen Gedankengängen bewegte sich die Glückwunschrede des Gauwarts vom VHC.-West, Wilh. S e i p p e l, Butzbach. Der noch sehr rüstige Jubilar dankte tiefbewegt und rief alte Vogelsbergerinnerungen aus seiner Schottener Ju- Schwan, Feuerwehrinspektor E b e r h e i m, Brandmeister Stang und Lehrer i. R. Link (Schotten) erschienen waren. Regierungsrat Schwan hielt einen kurzen Vortrag über die Möglichkeiten der Finanzierung und der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Feuerwehrinspektor Eber- heim, wie auch Brandmeister Stang sprachen in gleichem Sinne und betonten, daß Rudingshain einer der wenigen Orte sei, in denen noch keine Freiwillige Feuerwehr bestehe. Man schritt daraufhin zur Gründung einer freiwilligen Wehr, der sofort 33 Mann beitraten. Als erster Kommandant wurde der seitherige Kommandant Otto Rahn bestimmt. Zweiter Kommandant wurde Louis Adolph und Kassenwart Karl Frank II. Die Wehr soll ein neues Spritzenhaus mit Steigerturm, die Schulscheuer, erhalten. Bis zum 1. September soll das neue Spritzenhaus in Ordnung gebracht sein. Bis zu diesem Zeitpunkt soll die Wehr auch ihre Uniform erhalten. Preußen. Kreis Wetzlar. # Lützellinden, 24. Juli. Der Schützen- verein und der Kriegerverein haben hier einen neuen S ch i e ß st a n d an der Holzburg gebaut. Die Arbeiten sind von den Mitgliedern und Freunden des Schießsportes unentgeltlich ausgeführt worden. Der Schießstand, der Zeugnis von Gemeinschaftsgeist und Wehrwillen ablegt, bietet gute Gelegenheit zur Pflege des Schießsportes. — Die hiesigen Wohlfahrtserwerbslosen finden schon längere Zeit Beschäftigung bei den Wege bauten am Peenweg und Grüneweg. Die Steine hierzu werden in den Gemeindesteinbrüchen gebrochen und durch Frohnfahrten der Einwohner herangeschafft. — Im Vergleich zu den letzten Jahren ist jetzt hier eine gute Bautätigkeit zu verzeichnen. Neben mehreren An- und Umbauten sind bereits vier neue Wohnhäuser im Rohbau fertiggestellt. Außerdem befindet sich eine Scheune im Bau, während mit den Arbeiten eines weiteren Wohnhauses begonnen wird. 18 Uhr konnten bann, nachdem der Regen aufgehört hatte, die Veranstaltungen in beschränktem Maße noch durchgeführt werden. Sie begannen mit einem Modellwettbewerb der Kursteilnehmer. Das beste Modell erreichte eine Flugzeit von 1,8 Minuten, nachdem früher eine Zeit von über drei Minuten bei günstigen Windverhältnissen erreicht worden war. Ein Start des „Nhönadler" und des „Falke" von dem B-Haug und ein Kostendrachenflug erregten viel Freude unb' Bewunderung bei den zahlreichen Zuschauern. Am Abend fand im festlich geschmückten Saale von Müller ein Komeradschafts- o b e n d statt, der sehr gut besucht war. Im Auftrag des durch den Rhönsegelflugwettbewerb verhinderten Führers der Landesgruppe Südwest des deutschen Lustsportverbandes Sch edel, überbrachte der Stabsleiter der Landesgruppe, Zahn, dessen Grüße. Er betonte, daß das Wort Herman Görings, das deutsche Volk müsse ein Volk von Fliegern werden, oft falsch verstanden worden sei. Das solle nicht heißen, daß ein jeder Deutscher nun Flugzeugführer werden müsse, sondern, daß der Fliegergeist, der mit echt nationalsozialistischem Geiste identisch sei, sich über unser Vaterland ausbreite. Oberschulrot Großmann, der die Grüße des Ministerialrates RingsHaufen überbrachte, sprach sich lobend über den Geist der Kameradschaft aus, den er hier im Fliegerlager kennengelernt habe. Viel sei von der Ortsgruppe Nieder-Ofleiden und viel auch von den Leitern und Teilnehmern des Kurses geleistet worden. Diese Leistungen verdienten gebührende Anerkennung. Vor ollem gelte es, unsere Jugend für den Gedanken der Fliegerei zu begeistern. Mit' dem Segelflieger-Lied begann dann dos unterhaltsame Programm. Ernstes und Heiteres wechselte in bunter Reihenfolge und jede einzelne Nummer, war es nun ein Violinsolo oder ein Volkslied, oder waren es Landsknechtslieder, am Lagerfeuer gesungen, lösten wahre Beifallsstürme aus. t’aiiDircte (tiicfccn. * Lollar, 25. Juli. Am morgigen Donnerstag kann der Werkmeister Ludwig Klinke! auf eine 4 0jährige Zugehörigkeit zu dem Bu- derusschen Eisenwerk, Abteilung Lollar, zurückblicken. Der Jubilar, der in der Abteilung Lollar von der Pike auf diente, versieht seit Jahren den Posten eines Formermeisters und erfreut sich sehr großer Beliebtheit sowohl bei der Werksleitung wie auch bei der gesamten Belegschaft. wg. Großen-Buseck, 24. Juli. Die Lan - desfilm stelle der NSDAP, veranstaltete dieser Tage im Saale von Wilhelm Wagner einen Tonfilmabend, zu dem die Mitglieder der Organisationen der Partei, insbesondere auch des Luftschutzbundes eingeladen waren. Zur Aufführung gelangte u. a. der Tonfilm „Helden der Luft". — Das Rathaus auf dem Anger, die frühere alte Schule, erfährt eine gründliche Umgestaltung. Das Rathaus soll vorsorglich irtschafi. Zusammenschluß in der Margarineindustrie. Die Margarine- und Kunstspeisefettindustrie wird nunmehr zu einer wirtschaftlichen Vereinigung zusammengeschlossen. Gleichzeitig mit der diesbezüglichen Verordnung erscheint im Reichsgesetzblatt die vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft der wirtschaftlichen Vereinigung der Margarine- und Kunstspeisefettindustrie gegebene Satzung. Danach hat die wirtschaftliche Vereinigung die Aufgabe, die Erzeugung, den Absatz und die Preise von Margarine, Kunstspeisefett, Pflanzenfett, gehärtetem Speiseöl und gehärtetem Tran so zu regeln, daß die Versorgung der Bevölkerung zu gerechten Preisen im Rahmen des Fettplanes der Reichsregierung gesichert wird. Der Zusammenschluß wird etwa 100 Betriebe umfassen. Nicht angeschlossen sind Oelmühlen, soweit sie andere als die angeführten Fette Herstellen. Die wirtschaftliche Vereinigung untersteht der Aufsicht des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, dessen Aufsichtsbefugnis sehr weitgehend ist. Da der Handel der wirtschaftlichen Vereinigung nicht angeschlossen ist, muhte dem Reichsernährungsminister vorbehalten bleiben, Handelsspannen für den Absatz solcher Erzeugnisse festzusetzen, für die auf Grund der neuen Verordnung von der Vereinigung für deren Mitglieder verbindliche Preise festgesetzt werden. Es wird der Vereinigung eine große Reihe Aufgaben übertragen, die bisher vom Reich geregelt wurden, z. B. die Festsetzung des Gesamtumfanges der Margarineerzeugung. Die Festsetzung der Gesamtkontingente und die Richtlinien über deren Aufteilung bedürfen der Genehmigung des Reichsministers für Ernährung unb Lanbwirtfchaft. Von ber Vereinigung kann bie Bilbung eines Ausgleichsstockes angeorbnet werben, um bie Sicherung ber Verhältnisse zwischen den Butterpreisen unb ben Preisen für Margarine unb bergleichen burch Bereitstellung von Mitteln zu fördern. Die Verordnung tritt am 1. August 1934 in Kraft. Im Zuge der Neuregelung ber Marga- rinewirtschaft werben Aenberungen im Fettplan eintreten. Der Zeitpunkt dieser Äenderungen wird noch bekanntgegeben. erfolgten weitere Käufe auch seitens ber Kulisse, so baß bas Kursniveau bei nicht ganz einheitlichem Aussehen boch meist höher lag. Nach ben ersten Kursen bröckelten bie Kurse allerbings vielfach etwas ab. Mehr Interesse konzentrierte sich roieber auf ben Montanmarkt, an dem besonbers Klöckner- werke gesucht waren unb 1,50 v. H. anzogen. Auch Buberus mit + 1 v. H. lagen über bem Durchschnittsniveau von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Die Stahlvereins-Werte, also Gelsenkirchen unb Phönix, gaben bagegen bis zu 0,65 v. H. nach, Stahlverein selbst blieben behauptet. Kaliaktien konnten sich um 1 bis 1,50 v. H. befestigen, ferner lagen Ilse Genuß 1,65 v. H. höher. Chemische Werte tenbierten uneinheitlich, Farbeninbustrie bei sehr kleinen Umsätzen 0,45 v. H. unb Metallgesellschaft 1,25 v. H. niebriger, bagegen Deutsche Erböl 1 v. H. unb Golbschmibt etwa 0,50 v. H. höher. Am Elektromarkt lagen Bekula fest unb 2 v. H. über gestern, auch Licht & Kraft, Schuckert unb Siemens zogen bis 0,75 v.. H. an, AEG. unb Geffürel eröffneten unver- änbert, Elektr. Lieferungen 0,50 v. H. leichter. Chabe-Aktien Lit. A bis C notierten 210 RM. nach zuletzt 204,50 RM. Durch feste Haltung fielen Holz- mann auf, bie um 2,50 v. H. auf 68,50 v. H. an- zogen. Zellftoffpapiere unb Kunstfeibeaktien bröckelten etwas ab. Sonst eröffneten noch Deutsche Linoleum 0,50 v. H., AG. für Verkehrswesen 0,75 v. H. freunblicher, Reichsbankanteile unb Schiffahrtsaktien lagen behauptet. Renten waren roieberum sehr vernachlässigt unb kaum gehalten. Altbesitzanleihe unb späte Reichsschulbduchforberungen verloren je 0,13 v. H., währenb Stahloerein-Bonbs 0,13 v. H. gewannen. In ber zweiten Bärsenstunbe traten nur unwesentliche Veränberungen ein, wo kleine Rückgänge erfolgten, gingen sie auf Kosten ber Geschäftsstille, bie sich stark ausbreitete. Farbeninbustrie waren leicht erholt, ferner gewannen Zellstoff Walb- hof 0,50 v. H. Am Rentenmarkt waren späte Reichsschulb- buchforberungen etwas höher, Altbesitz dagegen nur knapp gehalten. Der Pfandbriesmarkt lag fehr ruhig unb bei kleinen Abweichungen etwas uneinheitlich. Stabtanleihen lagen ruhig unb meist gut gehalten. Der Auslanbsrentenmarkt zeigte heute keine größeren Veränberungen. — Tagesgelb blieb zu 3,25 v. H. unoeränbert. Abendbörse ruhig. Frankfurter Börse. Die Abendbörse nahm mangels besonderer Anregungen einen ruhigen Verlauf. Die Grundhaltung Börse rNikkagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 24. Juli. An der hielt auch heute bie freunbliche Stimmung an, ob-' war weiterhin freundlich und einzelne Spezialgleich besondere Anregungen fehlten und auch ber | papiere wiesen auch etwas größere Umsätze auf. Jn- Drbereingang ber Kunbschaft roieber etwas kleiner i teresse fanben u. a. Farbeninbustrie unb Phönix bei geworben ist. Lebiglich in einigen Spezialpapieren I leicht anziehenben Kursen. Auf den übrigen Marktgebieten ergaben sich gegen den Berliner Schluß nur unwesentliche Veränberungen, bie meisten Montan- aktien bröckelten aber leicht ab. Der Verlaus blieb allgemein sehr still, Phönix Bergbau unterlagen einigen Schwankungen. Der Renten markt stagnierte nahezu vollkommen, bie Kurse wiesen kaum eine Aenderung auf. Von Auslan-dwerten waren Montecatini stark gesucht und wurden mit 63 bis 64 v. H. nach zuletzt amtlich 55 taxiert. 4-v.-H.-Schweiz. Bundesbahn v. 1912 zog um 0,50 v. H. auf 184,75 v. H. an. Sonst notierten u. a.: Altbesitzanleihe 94,75, 6-v. H.-Stahlverein 77,75, 4,5-v. H. - Gold-Rumänen 7,50, Monopol-Rumänen 40, Buberus 79,50, Gelsenkirchen 63, Harpener 109, Klöckner 77,50, Mannesmann 69, Phönix 50,50 dis 50,25, bis 50,50, Rheinstahl 93,75, Stahlverein 42,50, AEG. 25,90, Bekula 147, Conti Gummi 138,25, Scheibeanstalt 209, Licht 8- Kraft 114,75, JG.-Far- ben 149,90, Geffürel 112,25, Holzmann 68, Rütgers- werke 40,25, Schuckert 92,50, AG. für Verkehr 67,50, Hapag 26,50. Aindermarki in ließen. Auf bem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 516 Stück Großvieh, 116 Fresser unb 123 Stück Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe ober hochtragenbe Kühe: 1. Qualität 300 bis 400 Mark, 2. Qualität 200 bis 250, 3. Qualität 130 bis 170. Schlachtkühe: a) 130 bis 240, b) 40 bis 100. Rinber: Vs- bis ^jährig 40 bis 75, 3/4= bis 2jührig 60 dis 140, tragend 160 bis 270 Mark. Kälber: das Pfund Lebendgewicht 15 bis 25 Pf. ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktoerlauf etwas lebhafter, kleiner Ueberftanb. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 24. Juli. Gemüse: Angebot allgemein gut, besonbers von Gurken, Bohnen, Kopfsalat, Kartoffeln unb Tomaten. Gefragt war Weißkraut, Wirsing unb Rotkraut. Preise für Kohlarten unb Bohnen gestiegen, für Kartoffeln weiter rückläufig, sonst kaum veränbert. Geschäft zufriebenstellenb, es erzielten: Blumenkohl 15 bis 25, Bohnen (grüne) 14 dis 18, do. (gelbe) 14 bis 18, Stangenbohnen 20 bis 23, Erbsen 28 bis 30, Eskariol 6 bis 10, Gewürze!, großes Bünbel 25 bis 30, Salatgurken 8 bis 25, Hausgurken 10 bis 25, Einmachgurken (Salz) 150 dis 210, Einmachgurken (Essig) 70 bis 120, Karotten 5 bis 6, Kartoffeln, Erstlinge 6 bis 7, Kartoffeln (Bohms) 5,75 bis 6,25, Oberkohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 5 bis 10, Petersilie 15 bis 20, Rabieschen, Bündel 3 bis 4, Rettich 4 bis 7, Römischkohl 4 bis 6, Rote Rüben 6 bis 7, Rotkraut 10 bis 12, Spinat (Neuseel.) 9 bis 12, Spinat 15, Schnittlauch 20 bis 25, Tomaten 12 bis 14, Tomaten II 8 bis 10, do. holl. 12 bis 14, do. ital. 8 bis 14, Weißkraut 6 bis 7, Wirsing 7 bis 10, Zwiebeln (Pfälzer) 7 bis 8, Zwiebeln (Schlotten) 4 bis 5. Obst: Reichliches Angebot von Birnen, Mira» - bellen, Pflaumen und Zwetschen. Uebrige Obstarten genügend. Kirschen und Himbeeren nicht mehr, bzw. nicht am Markt. Preise allgemein rückläufig, Geschäft lebhaft. Es erzielten: Sommeräpfel I 15 bis . 22, II 6 bis 12, Aprikosen I 28 bis 30, II 18 bis 22, Frühbirnen 8 bis 16, Brombeeren 30 bis 35, Heidelbeeren 18 bis 25, Johannisbeeren 12 bis 15, Mirabellen 12 bis 15, Pfirsiche I 18 bis 20, II 10 bis 15, Pflaumen 6 bis 10, Reineclauden (unreife) 10 bis 12, Spillinge 12 bis 15, Stachelbeeren 8 bis 10, Frühzwetfchen 12 bis 20. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 24. Juli. Auftrieb: Rinder 578, davon 40 Ochsen, 24 Bullen, 516 Kühe ober Färsen, 415 Kälber, 761 Schweine. Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen al) 27 bis 30, c) 23 bis 26. Bullen c) 23 bis 26. Kühe a) 23 bis 30, b) 16 bis 22, c) 10 bis 15. Färsen a) 28 bis 32, b) 23 bis 27. Kälber b) 30 bis 41, c) 24 bis 29, d) 18 bis 23. Schweine b) 47 bis 50, c) 44 bts 50, d) 42 bis 49. Marktverlauf: Rinder mäßig belebt, langsam geräumt. Kälber ruhig, langsam geräumt. Schweine ruhig, kleiner Ueberftanb. Mannheimer Schlachtviehmarkt. Mannheim, 24. Juli. Auftrieb: 198 Ochsen, 133 Bullen, 441 Kühe, 355 Färsen, 864 Kälber, 41 Schafe, 2343 Schweine, 45 Arbeits- und Schlachtpferde. Preise pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen: 28 bis 31, a2) 20 bis 23, b) 23 bis 27. Bullen: 26 bis 29, 22 bis 25, 20 bis 22. Kühe: ' 25 bis 27, 19 bis 24, 13 bis 17, 8 bis 12. Färsen: 30 bis 32, 25 bis 29, 22 bis 24. Kälber: 40 bis 44, 32 bis 38, 25 bis 31, 20 bis 24. Schafe gestrichen. Schweine: al) 49 bis 51, a2) 47 bis 51, b) 47 bis 51, 46 bis 50, 45 bis 48. Arbeitspferde pro Stück 450 bis 1100, Schlachtpferde 25 bis 115 Mark. Marktverlauf: Großvieh ruhig, Ueberftanb, Kälber ruhig, Schweine mittel, Arbeits- und Schlachtpferde ruhig. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. _________________________ Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. .Vrantiur: ü. 1)1 öerlm Frankfurt 0.277. Berlin Frankfurt a. 2J1. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt cu 2H. Schluß- kurs Schlußk. Abend» börse Schluß» fort* Schlußk Mittag, börse Schlußk. Mittag- börse Schluß- für« Abendbörse Schluß- furd oa)iugr. mittag» börse Schlußkurs «Schiuyt. Abend» börse Schlußkurs 23-Iuli 24-Juli Amtliche Jlotierung t^eld | Brie« Amtliche Notierung Geld | Srici 'Datum 23-7. 24.7- 23-7- 124-7. Datum 23-7. 24-7. 23-7. 24-7- Datum 23-7- 24-7. 23-7. 24-7. 8% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% etjem.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 6Vi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mit Auilos.-Rechien ...... Desgl. ohne Auslol.-Rechte...... 6% ebem.8% Hess. Aolksstaai 1929 (rückzahlb. 102%) 92,65 90,9 95,13 91,75 89,75 89,65 95,5 96,25 89,5 89,5 89,75 90,5 92 93 101,4 27 7,3 7 7 9 7,75 7,6 92,9 90,4 94,75 91,75 89,75 89,65 95,5 96,5 89,5 89,5 89,75 90,9 92 93 101,4 27 1,25 7,3 7,15 7 9 7,75 7,7 93 90,9 95,13 92 89,75 96,5 90 92 93 101,4 26,75 7,4 7,13 7,25 8,95 92,9 90,8 92 96,5 92 93 101,4 27,25 1,2 7,3 7,25 7,1 8,85 4% deSgl. Serie 11 .. 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^,%Rumän.vereinh Rentev.1913 4% Rumänische oercinb. Rente .. 2 Vi% Anatolier ..... Hamdurg-Amettka-Baket ..... o Hamburg-Südam. Dampfschiff . o Hansa-Dampfschiff ... o Norddeutscher Lloyd .......o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank .. 0 Deutsche Bank und Diskonto- Gesellschaft................ q Dresdner Bank........ o Reichsbank ................ A.E.«...................... o Bekula.................... Q Dektr. LieserungSgekellschaft ... 6 Licht und Kraft ... 6 Felten & Guilleaume..... o GeseUsch.s.Elekn.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... 5 Schuckert L Co.............. 5 Siemens L Halske............ 7 Lahmever L Lo............. 10 Buderu« ........... 0 7,6 4,25 7,25 4,13 35,5 27 30,65 67 90,5 57,75 62,75 65,5 155 26,5 145 99 113,75 69,75 112 103 92 149 122 79,5 117,5 64 109,5 164,75 127,9 76,75 69,5 7,7 4,5 7,5 4,13 35,25 26,5 30,75 67,5 90,5 57,75 62,5 65,5 154,75 25,9 147 99,5 114,75 112,25 103,75 92,5 149,4 80 118,25 63 109 129,5 77,5 69 4,65 7,5 4,15 35,5 27 22,5 30,75 66,9 91 57,75 62,75 65,5 155,4 26,4 145,13 99,15 114,75 70 111,75 103 92,5 147,5 122 79,9 117,4 63,75 110 77,5 164,75 129,5 76,4 69,13 4,5 7,3 4,13 35,25 26,5 24,9 30,75 67 91,25 57,25 63 65,5 154,5 26,13 147,65 99.25 114,9 70 112,5 104 92,5 149,75 123 79,75 118,25 63,4 109,9 77,75 169 129,5 78 69,25 Mansfelder Bergbau......... O Kokswerke O Phönix Bergbau............. O Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl 0 Bereinigte Stahlwerke........O Otaoi Minen .............. 0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln........ 6 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% 3. ®. Karden-Jndustrtr....... 7 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ........... O RütgerSwerke ...... 0 80 50,75 245 94 43 14,5 122 164 149,9 207,5 81,5 40,25 88,25 66 108,5 125,5 62,25 67 47,75 61,5 47,75 60,25 20,75 174,25 139,75 75 18a 80 50,25 249 93,75 42,5 14 123 123 165 149,9 209 81,25 40,25 87 68 108,5 125 61,75 68,25 48,25 61,13 47,9 60,75 21,75 210 173,25 138,25 26,5 74,65 188,65 80 95,9 50,4 245 93,9 42,9 14,25 122 122 165 149,75 82 40,25 38 66,25 118 62 67,75 47,75- 61,5 127 47,75 60,65 78 21,65 206,5 175 139 I 25,5 I 185 80 95 50,13 249 93,75 42,5 13,75 122,5 123 165,5 149,75 81 40,25 86 68,5 118,25 61,4 67 47,5 60,75 128 47,65 61 78,25 22,5 208,5 174 138,5 5 187 Buenos Aires Brüssel..... Rio de Jan. . Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingfors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... 0,616 85,61 0,184 3,047 56,55 81,72 12,665 5,594 16,50 169,73 21,58 0,749 5,664 63,66 48,70 11,49 65,31 81,64 34,32 10,44 9.519 0,620 58,73 0,186 3,053 56,67 81,88 12,695 5,606 16,54 170,07 21,62 0,751 5,676 63,78 48,80 11,51 65,45 81,80 34,38 10,46 9 51« 0,620 58,59 0,184 3,047 56,55 81,72 12,665 5,594 16,50 169,73 21,58 0,751 5,664 63,66 48,70 11,49 65,31 81,64 34,32 10,44 0,624 58,71 0,186 3,053 56,67 81,88 12,695 5,606 16,54 170,07 21,62 0,753 5,676 63,78 48,80 11,51 65,45 81,80 34,38 10,46 2,518 Lrlet 6% Hej>. Landerbank Darmstadt Gold R. 12 6%% Hess. LanbeS-Hypotheken- bank Darmstadl Ligui . . . Oberhesjen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten Deutsche Komm. SammdaBL An. leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Boldpfe. 15 unkündbar bis 1935 •% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6K% ehem. 4>/2% Franks. Hyp.- Bank.Ligu.-Pfandbriese. .. Lissabon... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Melallgeiellschaft............. O Philipp Holzmann........... 0 Zementwerk Heidelberg ......O Le «entwert Karlstadt.........O Schultheis Payenhoser .......O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg O Zellstoff Waldhof ............ O Zellstoff Aschaffenburg ....... O Dessauer Gas ............ 7 Budapest ... Reuyork... Wi% ehem iy2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpse. «% ehem. 8% Pr. Landespfand» brtefanstalt, Pfandbriefe St. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- brtefanstalt, Pfandbriefe R. 10 bteuergullch. BerrechnungSkurS <% Oesterretchtsche Goldrente... *#20% Oesterreilyische Silberrente A% Ungarische Goldrente ...... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4!4% desgl. von 1913 ....... Bantno Berlin, 24-3uli en Meld — Amerikanische Belgische Not Dänische Note Snglische Not Französische £ Holländisches Noten.............. ?n.................. 2,465 58,43 56,50 12,62 16,46 169,31 21,46 63,49 65,15 81,46 34,18 2,485 58,67 56,72 12,68 16,52 169,99 21,54 63,75 65,41 81,78 34,32 Daimler Motoren............ O Deutsche Linoleum........... O Orenstein & Koppel..........O oten............... Deutsche Erdöl .............. 4 Leonhard Dietz ..............0 khade......................10 Gelsenkirchener.............. 0 vtoten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Harpener................... 0 Hoesch Gisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau .............. 6 hlse Bergbau Genüsse........6 klöcknerwerke ............... 0 Äccu mul atoren-Fabrü........0 Lonti-Summt............... 0 Gritzner.................. 0 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zoklanleihe von 1911 4^Türktsche Bagdadbahn-Anleihe Schweizer Noten................. Mainkrnstwerke Höchst a-SL... 4 Süddeutscher Zucker ......... 8 Spanische Note» . . . ......... Ungarische Note»................