Nr. 145 Erster Blaff 184. Jahrgang Montag, 25. Juni 1934 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen »sw» w äs Heimat im Bild - Die Scholle ■ H A W $|g M vG- M M tAHM 1® S MH Bi M Wv Grundpreise für 1 mm höhe äsä« llllr Twk^11le I zl 114r lllt^l SSL^ : 'S K/ iV IIVIIVI 44HIV IHV4 SÄALASL NolgrÄ^ZZ'S M V -rmähig,- G-undpre.,-: HM General-Anzeiger für Bberhesfen WM StOTifurt am Main liess Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStrvuch- und Steindruckerel «.Lange in Siehe«. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schlllftratze 7 M°n^nab,chlü^st°ff^s Wer die besten Nerven hat, wird siegen! Reichspropagandaminister Dr. Goebbels fordert alle Volksgenossen auf, am Beispiel des Führers Zähigkeit und Härte, Klarheit und Ruhe zu lernen. Landnöten. „Wir kamen mit dem Entschluß, einen Frieden der Gerechtigkeit und Weisheit zustandezubringen; wir gingen mit dem Bewußtsein, daß die Verträge, die unseren Gegnern aufgezwungen wurden, weder gerecht noch weise waren". So Harold N i c o l s o n , der der britischen Friedensdelegation als Sachverständiger des Foreign Office für die südosteuropäischen Fragen attachiert war, in seinem Buche „Friedens- macher 191 9". Der letzte Satz des gleichen Buches heißt: „Zu Bett, krank vor, Lebensekel". Ni- colfon hatte wirklich wie mancher'junge Engländer und Amerikaner und wie vielleicht auch mancher junge Franzose aufrichtig daran geglaubt, daß Europa und die Welt nach dem Ende des vierjährigen blutigen Ringens schöner und besser eingerichtet würden. Er mußte die niederschmetternde Erfahrung machen, daß die Gestaltung einer neuen Welt in der Hand eines rachsüchtigen Tigers und eines schwächlichen Ideologen lag und daß sein eigener Delegationsführer, Lloyd George, zu spät „wie ein kleiner tapferer Terrier" gegen seine eigenen und gegen die Fehler der anderen ankämpfte. Nicolson kam von der Front. Ihm ging es wie der gesamten Frontgeneration: er verstand einfach eine Welt nicht mehr, in der nicht die höchsten Mannestugenden gelten. So packte ihn der Ekel vor dem ganzen Dasein, in dem Gemeinheit, Heuchelei, Wucher, Haß und Ungerechtigkeit zu triumphieren schienen. Aber war dem deutschen Volke damit geholfen, daß die Männer der Front auf der Gegenseite sich schaudernd von einem Werk abwandten, das ihre Politiker angerichtet hatten? Eine einzige starke Stimme des Protestes gegen die Vergewaltigung von 90 Millionen deutschen Menschen hätte un- acahnte Energien der Ablehnung und des Widerstandes in Deutschland ausgelöst und damit neue Voraussetzungen für einen gerechten Frieden geschaffen. Aber die Männer der Front auf der Gegenseite blieben stumm und machten sich damit mitschuldig an dem größten Betrug und der größten Ungerechtigkeit der Weltgeschichte. Denn was uns immer aufs tiefste empört, was uns beim Klang des Wortes Versailles das Blut zum Herzen treibt, das ist ja das Wissen um das Unrecht, das uns zugefügt wurde. Allzu geduldig trägt das deutsche Volk viel Schweres, das ihm zugefügt wird. Aber eins trägt und verträgt es nie: Ungerechtigkeit. Denn wie sagte schon Goethe?: „Gerechtigkeit: Eigenschaft und Phantom der Deutschen!" Aber es ist doch mehr als Eigenschaft und Phantom; es ist die unerschütterliche Ueberzeugung, daß es keinen Frieden, keine Ordnung zwischen Völkern und Staaten geben kann, die sich nicht auf Gerechtigkeit gründet! Wenn wir Gleichberechtigung fordern, so nicht nur um unserer schwer bedrohten Sicherheit, sondern um der Gerechtigkeit willen. Wenn wir uns gegen die Vergewaltigung unserer österreichischen Brüder wehren, so um der Forderung willen, daß eine gerechte Regierung das Volk gerecht befragen muß. Wenn wir die Verständigung mit unserem polnischen Nachbarn gesucht und gefunden haben, so nicht nur um der Entlastung unserer Ostflanke, sondern um des gerechten Ausgleichs des beiderseitigen Volkstums willen. Was aber, so müssen wir uns fragen, ist denn Gerechtigkeit? Darauf hat Nietzsche in seiner „Genealogie der Moral" einmal geantwortet: „Gerecht sein ist immer ein positives Verhalten ... Der aktive, übergreifende Mensch ist immer noch der Gerechtigkeit hundert Schritte näher gestellt als der reaktive ... Tatsächlich hat deshalb zu allen Zeiten der aggressive Mensch als der Stärkere, Mutigere, Vornehmere auch das freiere Auge, das bessere Gewissen auf seiner Seite gehabt". Nichts offenbart denn auch die Ungerechtigkeit des Versailler Diktats stärker, als daß seine Hauptschuldigen i n die Verteidigung gedrängt sind. Nichts spricht besser für die Gerechtigkeit der deutschen Sache, als daß wir Versailles an greifen. Aggressiv gegen Versailles im Sinne Nietzsches wurde das deutsche Volk aber erst mit dem Tage, da Adolf Hitler Kanzler wurde. ♦ Zn Genf war wieder einmal die sog. A r b e i t s - konferenz versammelt. Man nahm den Jahresbericht des Direktors des Internationalen Arbeitsamtes entgegen und diskutierte tagelang darüber. Dabei tat sich erneut die Kluft der Gegensätze auf, die über die verschiedenen sozialen Fragen bestehen, und man ist in der Wertung der eigenen Arbeit schon sehr vorsichtig geworden. Etwas Positives konnte nicht geleistet werden, schon deshalb nicht, weil die Weltwirtschaftskrise alle Länder erfaßt hat und die Auffassungen über die Art der Bekämpfung der Krise fast überall verschieden sind. Der Direktor des Arbeitsamtes in Genf Butler glaubte der Ueberzeugung Ausdruck geben zu müssen daß ohne diese Organisation die sozialen Uebel, unter denen die Welt seit Beginn der Krise leidet, noch schlimmer wären. Das ist nichts anderes als ein Spiel mit Worten. Es ist eine durchaus negative Einstellung, die nur den erneuten Beweis dafür bringt, daß auch im Rahmen der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf Positives nicht geleistet werden kann. Denn der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes wird doch im Ernste die Welt nicht glauben machen wollen, daß die sozialen Uebel der Weltwirtschaftskrise noch schlimmer aeworden wären, wenn man aus die papierenen Entschließungen der Internationalen Arbeitskonferenz m den letzten Jahren hätte verzichten müssen. Im nächsten Satz hat dann auch der internationale Arbeitsamts- Direktor zugeben müssen, daß die Heilung sehr langsam vor sich gehen werde, wenn auch die größte t^^fahr in der Welt überstanden sei. Diese Bemer- Essen, 24. Juni. (DNB.) Am Sonntag fand in der mit den Symbolen der Bewegung und des Reiches geschmückten Ausstellungshalle des Essener Gruga-Geländes der erste Kongreß der NSDAP. Gau Essen seit der Ma^tergreifung statt. Zu vielen Tausenden hatten sich die Amtsleiter der Bewegung aus dem Gaugebiet Essen eingefunden. Gauleiter Staatsrat Terbooe'n begrüßte die Gäste. Stürmisch begrüßt trat sodann Dr. Ley an das Rednerpult. Er erklärte u. a.: Die wenigsten Menschen unterscheiden zwischen Gewalt und Macht. Man glaubt, wenn man als Gewaltmittel Polizei, Maschinengewehre, Kanonen und Pistolen habe, daß man damit die Macht hätte, daß man mit diesen Gewaltmitteln ein Volk in der Hand haben könne. Die größte Macht ist dann vorhanden, wenn es den Männern, die ein Volk regieren, gelingt, die Nation und die Willensbilüung und -äußerung eines Volkes zusammenzufassen und auf'ein klares Ziel hinzulenken. Dieses gewaltige Heer von politischen Offizieren und Unteroffizieren muß bis hinein in die kleinsten Zellen des Volkes den Willen des Führers durchsetzen. Das Volk muß das Empfinden haben, daß es wieder eine Führung hat, die sich um es kümmert und sorgt. Immer neuer Beifall begrüßte den Reichspropagandaminister Nr. Goebbels der dann u. a. ausführte: Meine Parteigenossen und Parteigenossinnen! Niemand soll glauben, daß die Bewegung und das Volk in Zukunft von Krisen und Gefahren verschont bleiben könnte. Für ein Kampfgeschlecht gibt es keine Stunde, in der es sagen könnte: Nun ist der Kampf zu Ende, nun können wir uns in Sieg und Frieden wähnen. Ich bin der Meinung, es gibt kein Unglück, das von Menschen ersonnen ist, das nicht auch von Menschen behoben werden könnte. Das Schicksal hat uns derart verwöhnt, daß wir deshalb auch heute das Maß für momentane Schwierigkeiten verlieren. Es soll niemand glauben, unsere Feinde hätten sich in die Mauselöcher für dauernd verkrochen. Sie nisten darin — aber sie warten auf ihre Stunde. Es soll niemand glauben; daß wir diese Stunde nicht sehen. Wenn wir sie in Ruhe lassen, so nur deshalb, daß sie aus ihren Mauselöchern heraus- kommen. Geschenkt wird ihnen nichts. (Stürmischer Beifall.) Ich bin der Meinung, daß die nationalsozialistische Erziehungsarbeit den größten Erfolg bei der Arbeiterschaft gehabt hat. Der Arbeiter ist vernünftig. Er weiß, durch eine jahrzehnte lange Leidenszeit geschult, zu gut, daß ihm die gebratenen Tauben nicht in den Mund fliegen. Der Feind des Nationalsozialismus sitzt nicht bei den Arbeitern, sondern bei den vornehmen Herren (Bravo), bei denen, die in dem Nationalsozialismus nur eine Zeiterscheinung sehen. Es wäre absolut falsch, wenn der Nationalsozialismus sich mit dieser Clique auseinandersetzte. Der Nationalsozialismus muß sich Über diese Clique mit dem Volk auseinander- sctzen. Das Volk muß diese Clique erkennen, und das Volk muß wissen: das ist eigentlich dieselbe Clique, wie wir sie vor dem Kriege und während des Krieges erlebten, und sie hat nichts hinzugelernt, und sie würde heute genau dasselbe machen, was sie gestern gemacht hat. Wenn man mir heute vorhält, daß das nationalsozialistische Wirtschaftsprogramm noch nicht erfüllt sei, so kann ich ruhig eingestehen, daß dies der Fall ist, weil der Nationalsozialismus es eben noch nicht konnte Eine einzige ungeschickte Handlung könnte das ganze Wirtschaftsleben vernichten. Ich sage, wir müssen in der Krise, die wir nicht etwa nur dieses Iahr, sondern wahrscheinlich auch in den nächsten zehn und zwanzig Iahren zu überwinden haben, nicht so kuna ist deshalb interessant, weil sie das Einge- stänonis der Machtlosigkeit der Internationalen Arbeitskonferenz bringt. Herr Bulter hat nur vergessen, hinzuzufügen, daß d i e Völker, die ein Abnehmen des Krisenzustandes verzeichnen können, aus eigener Kraft gehandelt haben und unter einer entschiedenen Führung, die das nationale Bewußtsein wieder geweckt hat. Das gilt vor allem für Deutschland mit seinen riesigen Erfolgen auf dem Gebiete der Arbeitsschlacht und damit der Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Was es in Wirklichkeit mit der Internationalen Arbeitskonferenz auf sich hat, das hat bei der Besprechung des Jahresberichtes der schwedische Unternehmerdelegierte W i e t r a n d zum Ausdruck gebracht, als er erklärte, man baue in Genf einen Turm von Babel aus aufeinander gehäuften sozialen Reformen ohne wirtschaftliches Fundament. Unter Hinweis darauf, daß Kapitalismus und Liberalismus als überwunden angefehen werden müssen, betonte der italienische Arbeitervertreter Gianetti, daß man in Italien, Deutschland und den Vereinigten Staaten neue Formen produktiver Tätigkeit gesucht habe und daß dem Korporationsgedanken mit der unmittelbaren Beteiligung des Arbeiters an der Wirt- schaftsleitung die Zukunft gehöre. Es gibt keine bessere Charakteristik dieser Internationalen Arbeitskonferenz, als der Vergleich mit dem Turm verfahren, wie die Deutschen 1918, die in Optimismus machten entgegen den Engländern, die ihrer Nation sagten, es ist höchste Gefahr im Verzüge und es steht alles auf dem Spiet, und die dann alle Mann zu erfassen wußten. Auch das deutsche Volk muh immer die großen Schwierigkeiten erfassen und verstehen, in denen es sich befindet, um fie voll einschähen zu können. Wenn wir uns für spätere Zeiten eine Erhöhung des deutschen Lebensstandards vornehmen, so ist das eine erstrebenswerte und gute Sache. Wenn wir die Arbeitslosigkeit beseitigt Haden, werden wir einen neuen Vierjahresplan zur E r - Höhung des Lebensstandards einleiten. Kurz und gut, die nationalsozialistische Bewegung muß richtig und psychologisch klug geleitet werden, und sie wird dann niemals das deutsche Volk verlieren. So ist es auch auf anderen Gebieten. Ich weiß besser als alle anderen, daß auch auf dem Gebiete der Kulturpolitik noch manches geändert werden muß, und auch auf dem Gebiete der Presse ist nicht alles so, wie es sein soll. Ich kann zwar Pressegesetze, aber keine Journalisten erfinden. Die müssen erst in ihre Aufgabe hineinwachsen. Meine Parteigenossen, das Recht zur Kritik hat nur die NSDAP, allein. Allen anderen spreche ich sie ab. Das Recht der Kritik wird von der NSDAP, in ausreichendem Maße in Anspruch genommen. Ich halte es aber nicht für richtig, daß Bedenken der führenden Schicht vor die ganze Oeffentlichkeit gebracht werden. Es genügt, wenn die Unmittelbare Vezichung Die neue Methode Aehnlich ist es mit der Außenpolitik. Frankreich treibt heute eine zielbewußte Bündnispolitik, die zu nichts anderem führen kann, als das nationalsozialistische Deutschland zu isolieren. Wenn die nationalsozialistische Bewegung sich nun allmählich daran macht, den uns umgebenden Ring zu sprengen, so muß sie natürlich eine neue Methode einfcf)lagen. Wenn der Führer nach Venedig geht, um sich dort mit dem großen Duce des italienischen Volkes zu unterhalten, so weiß jedermann, daß dort nicht Phrasen gedroschen worden sind, sondern dann weiß jedermann, daß diese beiden Männer die Möglichkeit haben, Bindungen einzugehen, Mussolini für Italien genau wie Hitler für Deutschland. Das heißt also, daß wir durch den Besuch in Venedig oder Warschau eine unmittelbare Beziehung der Völker zueinander suchten und fanden. Das ist eine praktische nationalsozialistische Außenpolitik, die darauf hinausläuft, den Ring zu durchbrechen, der um uns gelegt worden ist. Genau fo ist es in der Abrüstungsfrage. Es soll niemand glauben, daß diese Frage ruhe, sie ist dauernd in Bewegung. Man darf nur nicht die Nerven verlieren. Der die letzte Belastungsprobe besteht, siegt. Unsere Lage war nie leicht, aber sie ist es auch heute nicht. Es muß sich jeder darüber klar sein, daß es des ganzen Mannes bedarf, um über den Berg Hinwegzukommen. Die Tagung soll uns erfüllen mit der Härte, die notwendig ist, um das harte Leben zu meistern. Wir in Berlin haben das Glück, täglich den Führer zu sehen und können in ihm die Tugenden bewundern, die sich, von ihm ausstrahlend, über die ganze Bewegung ausgebreitet haben. Ich habe noch nie eine Stunde erlebt, in der er den Mut verloren hätte. Auch in den schwierigsten Situationen ist er stets von Babel. Denn man hat tatsächlich jahrelang dort von allen möglichen und unmöglichen sozialen Reformen gesprochen, ohne auch nur den Ver - suchzu machen, ein wirtschaftliches Fundament für die Durchführung solcher Reformen zu legen. Wie gefährlich und unsinnig die in einzelnen Ländern ausgesprochenen Drohungen mit einem Zwangsclearing sind, zeigen Mitteilungen schweizerischer Finanzkreise über spekulative Manöver mit der Aoung anleihe und anderen deutschen Anleihen. Diese Bonds werden jetzt in der Schweiz aufgekauft, um sie in den Besitz französischer oder britischer Staatsbürger zu bringen. Die Spekulanten hoffen nämlich, daß dann die Zinsen dieser Anleihen mit Hilfe des Zwangsclearings in fremde Währungen transferiert werden können. Die englische Regierung hat bereits vor solchen Ankäufen deutscher Bonds gewarnt und angekündigt, daß sie die nach einem bestimmten Stichtage aufgekauften Anleihen nicht als britischen Besitz anerkennen werde. Es ist aber trotzdem sehr wohl möglich, daß sich plötzlich die deutschen Ausländsanleihen in denjenigen Ländern ansammeln, in denen man glaubt, daß sie Clearingämter errichten werden, um die Ueberschüsse der deutschen Wareneinfuhr dem Schulden- und Zinsentransfer dienstbar zu machen. Auf diese Weise würde natürlich das ClearingoerSchicht, die die Mängel* ändern kann, über die Mängel spricht. Diejenigen, die die Mängel nicht ändern können, brauchen auch nicht darüber zu reden. Und wenn von der Presse behauptet wird, daß sie zu einförmig geworden sei — was übrigens zum großen Teil von ihr selbst behauptet wird —, daß die Presse zu langweilig geworden sei, so ist da nicht der Loser schuld, sondern der Journalist soll etwas frischer werden. Ihr müßt in der Presse das goldene Mittel finden. So ist es auch mit den Kirchen. Wir stehen auf dem Boden des positiven Christentums. Wir können uns nicht an eine Konfession binden. Wir sind nicht katholisch, find nicht protestantisch, sondern Deutsche. Wir haben gar nicht das Zeug zur religiösen Reformation in uns. Dafür sind wir zu wenig Asketen. Wir begnügen uns mit einer durchaus irdischen Ausgabe. Wir glauben aber auch, daß diese irdische Aufgabe ihre religiöse Note trägt. Wir wünschen mit der Kirche in Frieden zu leben, aber die Kirche muß auch uns in Frieden lassen. Die Revolution ist im Zeichen der Disziplin und Loyalität verlaufen. Gewiß haben wir den Marxismus vernichtet, aber wir dulden im Lande noch die Reaktion. Wenn der Führer heute vor die Bewegung träte und sagte, meine Parteigenossen, jetzt wollen wir ihnen zeigen, was wir mit ihnen machen, in 24 Stunden wären sie verschwunden. (Tosender Beifall.) Ich bin überhaupt der Meinung, daß wir die Macht haben, alles zu tun, was wir für richtig halten. Unsere Macht ist unbeschränkt. i der Völker zueinander, in der Außenpolitik. Herr derselben. Wenn ich nun alle feine Tugenden nebeneinanberfteüe und sie in Vergleich ziehe, fo komme ich doch zu dem Ergebnis, daß eine alle anderen überragt, nämlich feine Zähigkeit. Er gibt nie nach, es kann jede Gefahr auftauchen, er verliert nie die Nerven, er will nicht heute die Früchte pflücken, die erst morgen reifen werden. Ruhig, fachlich, alles zu feiner Zeit, Stück für Stück, Zug um Zug. Das, meine Kameraden, soll uns allen ein Beispiel sein. Wir müssen am Führer lernen, wir müssen genau s o hart, so klar, so ruhig in unserer Weltanschauung stehen, ohne nach links oder rechts zu schauen, wie der Führer. Wir müssen im Augenblick, wo die Gefahr kommt, den ganzen Mut und die Kraft zu» fammenfaffen und gegen die Krise anstürmen, bis sie am Boden liegt. Wenn sie nicht beim ersten Stoß fällt, dann beim zweiten, das muß uns die Vergangenheit gelehrt haben. Wir haben gar keinen Grund, am Schicksal unseres Landes zu zweifeln. Großes haben wir vollbracht und Großes werden wir noch zu vollbringen haben. Deutschland wird niemals untergehen, wenn wir nur den Mut haben, größer zu sein als die Not, die uns zu Boden geworfen hat. ♦ Die Abschlußkundgebung im Duisburger Stadion am Sonntag konnte wegen des plötzlich einsetzenden heftigen Regens nicht in der vorgesehenen Weise durchgeführt werden. In kurzer Ansprache übermittelte der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, die Grüße des Führers. Er erklärte, daß er die vorgesehene Rede am Montag im Rundfunk halten werde. Gauleiter Staatsrat Terboven verkündete sodann das Ende des Gauparteitages und bat den Stellvertreter des Führers, dem Führer zu melden, daß der Gau Essen weltanschaulich und organisatorisch gerüstet ist, und daß sich der Führer auf diesen Gau verlassen kann. fahren sehr bald auch für die deutschen Auslandsgläubiger praktisch unwirksam werden. Die Regierungen der Gläubigerländer, die ihren Staatsangehörigen Vorteile auf Kosten anderer Gläubiger zu verschaffen versuchen, werden sehr bald erkennen, daß sie hierdurch die wohlverstandenen Gesamtinteressen der Gläubiger aufs schwerste gefährden. Es gibt nichts Törichteres, als einen Schuldner, der zahlungswillig ist und nur den Transfer der Zahlungen für eine Zeitlang notgedrungen eingestellt hat, durch einseitige Zwangsmaßnahmen zahlungsunfähig zu machen. Ein englischer Bischof gegen Versailles. Ein anerkennenswertes und mutiges Bekenntnis. London, 25. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Bischof von Birmingham, Dr. Barnes, sagte in einer Predigt am Sonntag, wenn es nach ihm ginge, würde die Ungerechtigkeit des Versailler Vertrags gutgemacht werden, und Deutschland würde die ihm in Versailles abgenommenen Kolonien zurückerhalten. Der Bischof erklärte ferner, feiner Meinung nach sammluw seinen pel zu bauen, sondern um ein deutsches auf alle Ewigkeit zusammenzuschliehen Pech und Schwefel. (Lebhafter Beifall), verlangen, daß man von uns nicht aufs fordert, daß wir uns trennen sollen von Volk wie wir neue dem. Englands Aufrüstung. „AufdenFehlschlag inGenf zurückzuführen" London, 25. 3unL (DRB.Fuukspruch.) (Ein Sonderkorrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Erweiterungsprogramme für Heer, Flotte und Luftwaffe werden gegenwärtig von der britischen Regierung erwogen. Jedes dieser Programme bringt eine wesentliche Erhöhung der nationalen Aufgaben mit sich. Wenn die vorgelegten Pläne unverändert angenommen werden sollten, so würden die Gesarntkosten bei weitern die Summe über st eigen, die das Land gegenwärtig für diese Zwecke ausgeben kann. Die Regierung wird daher darüber zu entscheiden haben 1. welche Gesamtsumme für die nationale Verteidigung verfügbar fein soll, 2. wie diese Summe auf die drei Waffengattungen zu verteilen ist. Die Entscheidung wird schwerlich bis zur Zeit der Vorbereitung der nächstjährigen Voranschläge aufgeschoben werden, sondern dürfte im Laufe dernächsten Wochen fallen. Die Rotwendigkeit der Erhöhung der Wehrausgaben ist auf den Fehlschlag in Genf zurückzuführen. Der Führer verfolgt vom Oberschberg aus den DeuWandflug. Rudolf Heß an die Führer -er HL Der Stellvertreter des Führers zeigt die Aufgaben der jungen Führer. können uns heute, nachdem uns einmal dieses Gesetz bekannt geworden ist, nicht mehr von ihm lösen. Wir sehen nicht nur auf die Gestalten Widukinds und Heinrichs des Löwen. Es erscheinen vor unseren Augen auch jene Gestalten, die deutsche Sittlichkeit und deutsche Naturoerbundenheit in grauer Vorzeit als Göttergestalten schuf. Wir lieben diese Gestalten und verwahren uns gegen jene ewig Unverbesserlichen, die sagen, wir wollten neben die gotischen Dome Wotanhallen bauen. Darauf haben wir nur eine Antwort: Wir haben nicht gekämpft, um heidnische lem- roas unseren Vätern heilig und edel war. ((Erneuter Beifall). Wie wir keine Tempel bauen wollen gegen die christlichen Kirchen, so wollen wir auch keine Walhalla als Ersah für den christlichen Himmel. Aber eins wollen wir: (Es soll sich dieser christliche Himmel wölben über einer freien deutschen Erde (Lang anhaltender Beifall), und diese (Erbe wird nur frei sein, wenn ein einiges Volk dasteht, das auf dieser (Erbe sich seiner Schicksalsv'erbunbenheit auf ewig bemüht ist, unb barum wollen wir nicht, bah biefes Volk in Konfessionen auseinanber- geht, fonbem bah es sich zusammenfinbet. Der Minister verwies bann auf seine vor zwei Wochen gemachten Ausführungen, die den unnützen Kampf beenden sollten, und wiederholte, man möge den letzten Schritt tun und das Kreuz in der Kirche unb das Hakenkreuz auf dem Thingplatz und dem Sportplatz herrschen lassen. Dort, wo wir weltanschaulich die deutsche Zukunft und die deutschen Menschen zusammenbringen können, da dürfen sie nicht voneinander getrennt werden. Kein Stahl Streik in Amerika ? 90% der amerikanischen Stahlarbeiter gegen den Streik. Neuyork, 25. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Das „American Iran and Steel Institute" weist darau hin, daß der geplante Stahlstreik angesichts der Abstimmungsergebnisse über die Drganifations- frage bei den großen Stahlwerken äußer st unwahrscheinlich ist. Bon 214 000 Arbeitern stimmten 90 o. h. zugunsten der Betriebsgewerkschaften und somit gegen den von der American Federation of Labor begünstigten allgemeinen Metallarbeiterverband. Braunschweig, 25. Juni (DNB.) Die Kundgebung bei der Burg Heinrichs des Löwen in Braunschweig gestaltete sieb zu einem machtvollen Abschluß des in Verden (Aller) am Samstag begonnenen Niedersachsentages. Nach offizieller Begrüßung durch den Gauleiterstellvertreter, Schmalz, uno dem Niedersachfenlied sprach zunächst Reichsleiter Alfred Rosenberg, der den Kampf des deutschen Volkes um seine Wiederbesinnung auf sein ureigenes Wesen als die gerechte Bewertung der geschichtlichen Persönlichkeiten und der Tatsachen darlegte. Neichsminister Rust erinnerte einleitend an das genau vor zehn Jahren in Braunschweig veranstaltete Sonnenwendfeuer und erklärte: Wir hatten damals schon Tage feierlichen Rückblicks auf Zeiten uralten germanifd)en Vorlebens und gingen dann wieder m die Ver- Reichsminister Rufi über -ie deutsche Gchicksalsverbundenheit „Wir wollen nicht, daß dieses Volk in Konfessionen auSeinandergeht." Barthou in Belgrad. Belgrad, 24. Juni. (DNB.) Der französische Außenminister B a r t h o u traf am Sonntag um 7.15 Uhr mit dem Donaudampfer „Alexander , der ihm bis Orsawa entgegengefahren war, in Belgrad ein. Ministerpräsident Uzunowitsch begrüßte ihn an der Spitze sämtlicher Kabinettsmitglieder. Begrüßungsansprachen wurden jedoch nicht gewechselt. Ainring benachrichtigt wurde, beobachtete den Verlauf des sich über mehrere Stunden erstreckenden Gebirgsfluges mit großer Aufmerksamkeit und äußerte sich sehr befriedigend über die gegeigten Leistungen. Inzwischen hatte sich auf dem Oberfalzberg in unmittelbarer Nähe des Hauses Wachenfeld eine nach Taufenden zählende Zuschauer- menge eingefunden, die dem Führer begeisterte Kundgebungen bereitete. Während einer Flugpaufe begrüßte der Führer die aus allen Gauen des Reiches zusammengekommenen Volksgenossen, die begeistert das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied anstimmten. Um 15 Uhr nachmittags traf Flugkapitän Ritter v. Gruny, der Führer der zweiten Untergruppe, mit feinem Stabe am Haus Wachenfeld ein und überbrachte dem Führer einen riesigen Strauß gelber und roter R o - s e n, von denen jede von einem der teilnehmenden Flieger während des Deutschlandfluges m i t geführt worden war und die man zu einem Strauß mit roten und blauen Bändern vereinigt hatte. Die mit dem Hakenkreuz und den Fliegerabzeichen geschmückten Bänder trugen die Aufschrift: I n Dankbarkeit und Verehrung, die Teilnehmer des Deutfchlandfluges 1934 dem Führer. Deutscher Luftspvrtverband. Der Führer dankte und unterhielt sich dann längere Zeit mit den Fliegern der Untergruppe. sollte Großbritannien auf feben Fall a b r ü ft e n, ohne sich um die Haltung der anderen Mächte zu kümmern, und sollte fein Vertrauen in eine „Politik internationaler Rechtschaffenheit" fetzen. Halbmast am Tag von Versailles. Berlin, 23. Juni (DNB.) Die Reichsregierung hat angeordnet, daß zum Zeichen der Ablehnung des vor 15 Jahren befchlof- fenen Diktats von Versailles und zum Ausdruck der Trauer, daß das deutsche Volk noch ilnmer unter dem harten Druck dieses Diktats steht, am Donnerstag, 28. Juni 1934, sämtliche Dienstgebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden sowie die Gebäude der Körperschaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen halbmast flaggen. Diese Anordnung wird hiermit den Behörden amtlich mit dem hinzufügen bekanntgegeben, daß eine schriftliche Mitteilung der Anordnung an sie nicht ergeht. Gedenktafeln für preußische Truppenführer. Weihe in der Ruhmeshalle des Zeughauses Berlin, 24. Juni. (DNB.) In der Ruhmeshalle des Berliner Zeughauses erfolgte Sonntag die feierliche Einweihung der Gedenktafeln für die im Weltkriege gefallenen Kommandeure selbständiger preußischer Truppenteile. Der Feier wohnten neben den Angehörigen der Gefallenen Reichswehrminifter Generaloberst v. B l o m b e r g, Vertreter des Reichsinnenminister. bzw. des preußischen Ministerpräsidenten Göring, Ministerialdirigent Dr. Doehle vom Büro des Reichspräsidenten, Vertreter der übrigen Reichs- und Länderministerien, zahlreiche höhere Offiziere der alten und neuen Wehrmacht, Führer der SA. sowie Vertreter der Landespolizei Göring, des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes, des Reichskriegerbundes Kyffhäufer und des Reichsverbandes Deutscher Offiziere bei. Unter den zahreichen Ehrengästen bemerkte man den Chef der Heeresleitung General der Artillerie Freiherr von Fritsch, General Wecke von der Landes- polizei-Jnspektion Berlin-Brandenburg und Generalfeldmarschall von Mackensen. Nachdem eine Ehrenkompanie der Reichs- wehr mit zwölf Fahnen und ein SA. - Ehren - ft u r m mit den Blutfahnen von sieben Berliner Stürmen um den Altar herum Aufstellung genommen hatten, leitete ein Choral der Reichswehr- kapelle die Weihestunde ein. Nach einer Weiherede des evangelischen und des katholischen Feldbischofs der Wehrmacht nahm Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg die Weihe vor. Er verlas eine Botschaft des Reichspräsidenten, des Generalfeldmarschalls von Hindenburg, die mit den Worten schloß: Unser heutiges Deutschland, in dem der Sinn für Heldentum wieder erwacht ist und das soldatische Haltung zu würdigen weiß, grüßt feine gefallenen Führer und ehrt in ihnen Den deutschen Soldaten des Weltkrieges. Mit den Angehörigen des Reichsverbandes Deutscher Offiziere, deren Anregung diese Ehrung der gefallenen Kameraden zu danken ist, weiß ich mich eins im Gefühl d e r Dankbarkeit und Treue gegenüber diesen Toten, deren Namen fortan in der Ruhmeshalle des Zeughauses verewigt werden und im Herzen des deutschen Volkes fortleben sollen." Generalmajor von der Goltz übergab darauf die Tafeln in die Obhut des Staatssekretärs Körner als des Vertreters des preußischen Ministerpräsidenten mit einer Ansprache. Staatssekretär Körner übernahm die Tafeln namens des Ministerpräsidenten in feine Obhut. Das Lied vom guten Kameraden, das Lied der Deutschen und das Sturmlied horst Wessels schlossen die Weihestunde. Anschließend erfolgte ein Vorbeimarsch der Reichswehr, der SA. und des Kyffhäuserbundes. Vom Reichswehrminifter wurde dann ein Lorbeer- kränz der Wehrmacht in den Farben der Reichskriegsflagge und ein Eichenkranz des Infanterieregiments Feldmarfchall von Hindenburg am Ehrenmal niedergelegt. die Gesamtheit. Das Gegengewicht sei Disziplin, die Zucht. Es sei notwendig, daß bei aller Freiheit der Mensch einen Spritzer Preußentum in seinem Blute habe. Preußentum bedeute noch nicht Kasernenhof, Preußentum im besten Sinne an sich habe der Führer, Preußentum sei Härte sich selbst gegenüber. Preußentum töte keineswegs den Geist. Strenge Disziplin, geboren aus der Liebe zum Führer, müsse die Jugend beherrschen. Zur Disziplin gehöre auch Verschwiegenheit. Aus der Schwatzhaftigkeit sei unserem Volke schon viel Schaden entstanden. Wenn die Jugend nicht das Schweigen lerne, im Alter wäre es erst recht nicht möglich. Selbstverständlich sei auch eine Disziplin gegenüber dem Körper und der Seele zu fordern. Nur wenn die Seele der Kommenden rein sei, könne auch die Seele des Volkes rein fein. „Wir", fuhr Rudolf Heß fort, „die wir jung geblieben find, und ihr, die ihr jung seid, wollen gemeinsam schaffen fürbas neue Reich, das in vielem anders aussehen wird, wie mir es heute sehen." In das dreifache Sieg-Heil auf den Führer stimmten die Teilnehmer dieser eindrucksvollen Kundgebung mit Heller Begeisterung ein. Das Horst- Wessel-Lied beschloß die Führertagung. Durch die flaggengeschmückten Straßen begab sich der Stellvertreter des Führers unter dem Jubel der spalier- bildenden Menschen nach Duisburg. Obersalzbera, 24. Juni. (DNB.) Reichskanzler Adolf Hitler, der sich am Samstagabend in Begleitung feines Adjutanten, Gruppen- ührer Brückner, und des Reichspreffechefs der llSDAP. Dr. Dietrich nach Haus Wacheneid auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden beaeben hatte, verfolgte am Sonntag von der Terrasse seines Hauses aus mit größtem Interesse die Flualeistungen der Deutschlandflieger im Gebirge. Als Beauftragter des Deutschen Luftportoerbandes war Flugkapitän Bieber anwesend, der die Grüße des Präsidenten Loerzer überbrachte und dem Führer über Einzelheiten des Fluges Bericht erstattete. Gegen 9.30 Uhr erschien d i e erste Flugstaf - e l des Deutschlandfluges, vom Flugplatz Ainring bei Reichenhall kommend, an der Wendemarke am Lockstein bei Berchtesgaden und nahm von dort aus Kurs zurück durch das Achental. In majestätischem Flug bei strahlendem Sonnenwetter folgt Staffel auf Staffel und zog vorbei an dem Felsenriesen des hochkalter und der Reiteralpe durch die herrlichen Täler des Berchtesgadener Landes. Auf dem grünen Hintergrund der Täler und bewaldeten «höhen waren die Maschinen vom Haus Wachenfeld aus weithin sichtbar. Der Führer, der von einer telephonischen Verbindungsstelle der Leitung des Deutschlandfluges jeweils über den Start der Maschinen von den Flugplätzen Prien und M ü l h e i m, 24. Juni. (DNB.) Auf einer Führer tag u na der Hitlerjugend des Bezirkes Niederrhein-Nuhr in der Stadthalle in Mülheim- Ruhr empfingen Fanfarensignale und Chorgesang den Stellvertreterdes Führers und den Gauleiter, die mit begeistertem Jubel begrüßt wurden. Gebietsführer D e i n e r t meldete Rudolf Heß die Führer von 200 000 hitlerjungen und BdM. von Ruhr und Niederrhein. Keine Grenzen kannte die Begeisterung, als sich der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß in eindringlicher Rede an die versammelten Führer der HI. wandte. Er begründete die enge Verbundenheit zwischen der HI. und der Gesamtbewegung. Das könne auch nicht anders fein; denn die Jugend der Bewegung fei das Werdende der Bewegung wie das Werdende des Volkes. Diejenigen täuschten sich, die glaubten, einen R i ß zwischen der Jugend und den Aelteren feftfteüen zu können. Immer sei die Jugend radikaler gewesen, und immer habe sie mehr Schwung gehabt. Pflicht der jungen Führer aber sei es, mit großem Feingefühl und feinem Abwägen Führer der Jugend zu sein, dafür zu sorgen, daß dieser Schwung nicht Schaden leide, auf der anderen Seite aber auch abzuwägen, wo die Grenzen seien, daß nicht Schaden entstehe für Sin neuer Bischof von Hildesheim. DNB. Rom, 23. Juni. Papst Pius XI. hat den Professor des Priesterseminars in Hildesheim, Dr. Joseph Machens, auf den verwaisten Bischofs- ftuhl von Hildesheim berufen. Professor Dr. Machens ist 1886 in Hildesheim geboren. Nach Absolvierung des Gymnasiums bezog er die Universitäten von Innsbruck, Bonn und Münster und vollendete seine Studien am bischöflichen Priesterseminar in Hildes- heim. 1911 wurde er zum Priester geweiht. 1919 promovierte Machens in Münster zum Doktor der Theologie und kam 1920 als Professor an das Bischöfliche Priesterseminar nach Hildesheim. Dr. Machens ist seit mehreren Jahren Domprediger in Hildesheim. gssäle, um uns mit dem Marxismus und Spießgesellen auseinanderzusetzen. Die Symbole, die wir hatten, ehe Hitler aufstand. Die Führer der Betriebe werden vielmehr im 23er- trauensrat zu prüfen haben, wie weit ihre lieber- nähme den Bedürfnissen des Betriebes entspricht. Abgesehen von den Treuhändern der Arbeit steht niemandem ein Einfluß auf die Gestaltung der Betriebsordnungen zu. Jeder Betriebsführer nutze 'Dal)er die nochmals gewährte Zeitspanne zum baldigen Erlaß einer eigenen Betriebsordnung aus. Die Fristverlängerung für den Erlaß von Betriebsordnungen bedingte noch eine weitere Terminverlegung. Nach einer Anordnung des Reichsarbeitsministers vom 28. März 1934 gelten die am 30. April 1934 laufenden W e r k - (F i r m e n-) Tarifverträge noch bis zum 30. Juni 1934 als Tarifordnung weiter, soweit sie nicht schon vor- her durch eine Betriebsordnung (Dienstordnung) oder durch Anordnung des Treuhänders aufgehoben werden. Eine neue Anordnung des Reichsarbeits- minifters spricht nunmehr ihre W e i t e r g e 11 u n g bis zum 30. September 1934 mit der vorgenannten Einschränkung aus. Zwei Verordnungen des Hessischen Staatspolizeiamts. Religiöse Beilagen und öffentliches Auftreten konfessioneller Jugendverbände verboten. LPD. Darmstadt, 24. Juni. Das hessische Staatspolizeiamt teilt folgendes mit: Auf Anordnung des Herrn Staatsministers wird auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 folgendes bestimmt: Tageszeitungen, die im Gebiet des Landes Hessen gedruckt und verlegt werden, dürfen keine religiösen Bei- lagen haben. Zuwiderhandlungen gegen die Anordnung werden nach § 4 der Verordnung des Reichspräsidenten vorn 28. Februar 1933 bestraft. Auf Anordnung des Herrn Staatsministers wird auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk uno Staat vom 28. Februar 1933 für das Gebiet des Landes Hessen im Interesse der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung den Angehörigen der ton- feffionelen Jugendverbände bis auf weiteres untersagt: 1. Jedes geschlossene Auftreten in der Öffentlichkeit. 2. Das öffentliche Tragen von Bundestracht oder von Abzeichen, die sie als Angehörige konfessionellerJugendorganisationen kenntlich machen. Unter dieses Verbot fällt auch das Tragen von Bundestracht oder zur Kluft gehöriger Kleidungsstücke und Abzeichen unter Verdeckung durch Zivilkleidungs stücke (z. B. Mäntel), sowie jede sonstige einheitliche Kleidung, die als Ersatz für die bisherige Bundestracht anzufehen ist. 3. Das Mitführen oder Zeigen von Wimpeln oder Fahnen in der Öffentlichkeit. 4. Das öffentliche Vertreiben von Preffeerzeugniffen konfessioneller Jugendverbände (Jugendzeitungen, Jugendzeitschriften, Flugblätter). 5. Jede sportliche oder g e ■ ländesportliche Betätigung innerhalb konfessioneller Jugendverbände, hierunter fällt auch das gemeinsame Wandern und die Errichtung von Gruppenlagern. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden nach § 4 der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 28. Februar 1933 bestraft. Die Anordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Wegen DerdachtsdervolkSschädigenden Untreue in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Die Justizpresse stelle Berlin teilt mit: Der Vernehmungsrichter beim Amtsgericht Berlin hat gegen den Generaldirektor und Oberbürgermeister a. D. Dr. jur. Kurt Woelck Haftbefehl erlassen, weil der Beschuldigte dringend verdächtig ist, sich in den Jahren 1932/33 des Verbrechens der volksschädigenden Untreue schuldig gemacht zu haben. Wölck, der geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Buchdruckervereins war, soll erhebliche Geldbeträge aus dem Vermögen des von ihm verwalteten Vereins unberechtigt entnommen haben. So wird ihm vorgeworfen, er habe angebliche Dienstreisen nach mehreren Großstädten Deutschlands liquidiert, ohne diese Reisen ausgeführt zu haben. Des weiteren soll er aus der Vereinskasse 500 Reichsmark entnommen haben mit der Begründung, ihm sei auf der Reise ein Geldbetrag in Dieser höhe gestohlen worden. Da jedoch der Diebstahl an dem Privatvermögen des Beschuldigten begangen sein soll, so wäre der Beschuldigte zur Entnahme des Geldes aus der Dereinskasse nicht berechtigt ge- . wesen. Endlich wird dem Verhafteten vorgeworfen, daß er ein zinsloses Darlehen in höhe von 50 000 waren nicht unsere. Die besten von ihnen hatten ihren Ursprung in Dynastien und Staaten, aber keines von ihnen sprach vom deutschen Volk, von seiner ewigen Sehnsucht. Unser Führer Adolf Hitler gab uns das Symbol des Hakenkreuzes als ewiges Zeichen uralten Arlertums. Aber er steckte es auf die blutrote Fahne einer neuen Volksgemeinschaftsbewegung. Das deutsche Volk hat neu wallfahrten gelernt. Wir wandern zum einsamen Gedenkkreuz Schlageters, zum Grabe horst Wessels, dem Symbol des Kämpfers der letzten 15 Jahre, wir schauen zurück in die Geschichte und erkennen Gestalten, die einsam kämpften und nicht immer Sieger waren. Von ihnen lernen wir Das, was uns heute beseelt. Wir stehen hier beim Denkmal des Löwen an heiliger Stätte. Zwar könnte man die Zerschlagung der Macht des Löwen durch Barbarossa als ein geschichtliches Ereignis bestrafter Disziplinlosigkeit bezeichnen, wenn wir nicht die Zusammenhänge sehen würden, die das Schicksal noch größer machen. Die römische Kaiseridee, die dem handeln Barbarossas zugrunde lag, war eine Belastung mit fremdem Gut. Man hat sich zu unrecht mit dieser fremden Tradition belastet und die Folgen dieser fremden Tradition sind nicht ausgeblie- ben. Immer wieder mußten deutsche Kaiser und Könige hinunterziehen und deutsches Blut vergießen im Morgenlande und in Italien. Gegen diesen Traum stellte der Löwe seine Welt, und wir fügen hinzu, unsere Welt. Wir erkennen das ewige Gesetz, das Menschen, die sich aus der eigenen Geschlechterkette lösen, anfechtbar werden in der Weltgeschichte. Das bat bereits Heinrich der Löwe erkannt. Er kämpfte für dieses Volk und für seinen Platz. Wir Frist für Erlaß von Betriebsordnungen bis zum 1. Oktober verlängert. Werktarifordnungen noch bis zum 30. September. Beilin, 23. Juni. (DNB) Nach dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit soll in allen Betrieben der privaten Wirtschaft, in denen inder Regel mindestens 20 Arbeiter und Angestellte beschäftigt sind, biszurn 1. Iull eine den Vorschriften des Gesetzes entsprechende Betriebsordnung vom Führer des Betriebes nach vorheriger Beratung im Vertrauensrat erlassen werden. Viele Unternehmer haben sich aber noch nicht in dem Maße mit den Vorschriften und dem Geiste des neuen Gesetzes vertraut gemacht, daß bis zu dem genannten Zeitpunkt die ordnungsmäßige Durchführung des Gesetzes gewährleistet erscheint. Der Reichsarbeitsminister hat sich daher im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister veranlaßt gesehen, die gesetzte Frist einmal u m drei Monate zu verlängern. Er geht dabei von der Erwartung aus, daß es bis dahin jedem Führer eines Betriebes möglich ist, die wenigen wichtigen Bestimmungen einer Betriebsordnung entsprechend den Vorschriften des dritten Abschnittes des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit im Geiste wahrer B e - triebs - und Arbeitsgemeinschaft ohne die Krücken sogenannter „Musterbetriebsordnungen" selbständig festzulegen. Wenn anläßlich des Versagens mancher Betriebs- führer einzelne Treuhänder gewisse Richtlinien ür den Erlaß von Betriebsordnungen herausgeben mußten, so sollen damit keineswegs deren Bestimmungen den einzelnen Betrieben aufgedrängt werden. Sie sind nicht bindend und bedeuten keine Anweisung. Reichsmark, das er vom Verein auf feine Veranlassung im Jahre 1925 erhalten hat, in den Büchern des Vereins als getilgt hat vermerken lassen, obwohl eine Rückzahlung jedenfalls in voller Höhe nicht erfolgt sein soll. Wölck ist in das Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit überführt worden. Zulassung der Anzeigenmittler. Berlin, 23. Juni. (DNB.) Im Reichsanzeiger vom 23. Juni 1934 Nr. 144 hat der Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft eine L i st e der von ihm zugelassenen Anzeigenmittler veröffentlicht. Vom 30. Juni 1934 ab dürfen nur noch zugelassene Anzeigenmittler Anzeigenaufträge im eigenen Namen und auf eigene Rechnung vermitteln. Vom gleichen Zeitpunkt ab erlischt die bisher durch Ziffer 18 der zweiten Bekanntmachung des Werberates der deutschen Wirtschaft vorläufig erteilte Zulassung von Anzeigenmittlern. Anzeigenmittler, die vom Werberat nicht zugelassen sind, dürfen aber die bis zum 30. Juni 1934 einschl. angenommenen Aufträge noch abwickeln. Durch die Veröffentlichung der Zulassung ist nunmehr die durch die dritte Bekanntmachung vom 21. November 1933 eingeleitete Bereinigung des Anzeigenwesens zu einem weiteren Abschluß gekommen. Der Werbung Treibende wird in Zukunft damit rechnen können, daß die Aufträge, die er einem Anzeigenmittler erteilt, sachgemäß erledigt und seine Interessen von dem Anzeiaen- mittler in jeder Hinsickt verfolgt werden. Die ausgesprochenen Zulassungen berechtigen zur Annahme und Weiterleitung von Anzeigenaufträgen für alle Druckschriften, in denen Wirtschastswer- bung durch Anzeigen ausgeführt wird. Reue Ltnruhen in Frankreich. Marxisten-Terror in zahlreichen Provinzstädten. Paris, 24. Juni. (DNB.) In mehreren französischen Provinz st ädten kam es am Samstag zu Zwischenfällen, die zum Teil sehr scharfes Eingreifen der Polizei und Gendarmerie notwendig machten. Die ernstesten Zwischenfälle ereigneten sich in Lorient, wo Kommuni st en und Mar- xi st e n gegen die Abhaltung einer Kundgebung der Feuerkreuzler protestierten. Polizei und Gendarmerie, Mobilgarde und Feuerwehr mußten eingreifen, um die Ruhestörer $u verdrängen. Die Volksmenge ging gegen die berittenen Polizeimannschaften mit Wurfgeschossen, vor allem mit Steinen, Tischen und Stühlen, vor. Ein Leutnant der Mobilgarde erhielt einen Ziegelstein mitten ins Gesicht. Auch ein Polizeikommissar wurde im Gesicht verletzt. Die Polizeimannschaften hielten zunächst zwei Stunden lang in dem Hagel der gegen sie geworfenen Geschosse aus, um zu versuchen, durch kaltblütige Haltung ein Anschwellen der Zwischenfälle zu verhüten. Man zog Marinefeuerwehr hinzu, aber die Menge zerschnitt die Schläuche und griff die Feuerwehrmannschaften an. Als schließlich Fahnenmasten, die für ein am Sonntag stattfindendes Fest errichtet worden waren, von den Demonstranten zu Fall gebracht wurden und über der berittenen Polizeitruppe zusammenstürzten, ließ der Präfekt den Ordnungsdienst gegen die Menge vorrücken. Die Abteilung machte mehrere Vorstöße. Aber jedesmal, wenn sie sich längs der Kaserne wieder gesammelt hatte, war auch die erregte Menge wieder zusammengelaufen und nahm ihre drohende Haltung wieder ein. Die berittenen Gardisten erhielten bei den Vorstößen zumeist blutende Gesichtswunden. Bis gegen 1 Uhr nachts dauerte der Kampf. Die Polizei behauptete schließlich die Straße. Ueberall sind Bänke und Baumschutzgitter umgerissen worden. Gerüchtweise verlautet, daß 10 0 Verhaftungen vorgenommen worden seien. Im amtlichen Bericht wird allerdings nur von 20 gesprochen. Verletzt wurden 15 Mobilgardisten bzw. Gendarmen, von denen einer ein Auge verloren hat, vier Polizeibeamte und vier Marinefeuerwehrleute. In dem Bergarbeiterzentrum Anzin kam es zu Straßenunruhen als Protest gegen einen Fackelzug am Vorabend einer Gedenkfeier. Mehrere Demonstranten wurden verhaftet. In St. Germain nahmen Camelots du Roi den Schutz der Polizei in Anspruch, um sich einer kommunistischen Gegenkundgebung zu erwehren. Nur mit Hilfe eines zur Verstärkung aus Paris geholten Polizeilastkraftwagens gelang es, die Kämpfenden auseinander zu bringen. Ein Freispruch, den das Schwurgericht zugunsten von zwei Mitgliedern der Action franun- freiwilliger Friedens-Stifter auftrat. Daß die befsarabische Frage kurz vor ihrer Lösung stand, ließ sich bereits vermuten, als die Einzelheiten über die russisch-französische Annäherung bekannt wurden. Denn die Politik der Kleinen Entente ist ein integrierender Bestandteil der französischen Außenpolitik — beide sind ohne einander nicht denkbar, beide, gehen die gleichen Wege. Wenn sich Rußland also mit Frank- .reich einigte, mußte logischerweise auch die Kleine Entente, in Sonderheit Rumänien in das Kraftfeld dieser großen Magneten hineingerissen werden. Titulescu hat es nun — von Barthou wirksam unterstützt — ausgezeichnet verstanden, sich die Sorgen und Nöte Rußlands zu Nutze zu machen: trotz mancherlei Bedenken (Furcht vor sowjetrussischer Propaganda!) hat sich Titulescu bereiterklärt, Rußland anzuerkennen und die diplomatischen Beziehungen wieder aufzunehmen, falls Rußland rite und recte auf Bessarabien Verzicht lei st et e. Diesen offenen Verzicht hat zwar Rußland auch diesmal nicht ausgesprochen (in dem ganzen diesbezüglichen Schriftwechsel wird Bessarabien nicht mit einer Silbe erwähnt!), sondern die beiden Partner haben sich auf folgende Formel geeinigt: „Beide Staaten garantieren s i ch wechselseitig die volle und re st lose Respektierung ihrer Souveränität", — eine Formulierung, die natürlich auch diesmal wieder Alles und Nichts bedeuten kann. Die Rumänen legen sie folgendermaßen aus: Bessarabien untersteht der rumänischen Souveränität, diese wird von Rußland garantiert — also ist diese Garantie gleichbedeutend mit einem Verzicht Rußlands aus GeMchkuliffe oderDWerwort? Zur Dramaturgie des Hörspiels. Von Or. Hanns Oeyben. Drum schonet mir an diesem Tag Prospekte nicht und nicht Maschinen! Goethe, „Faust" (Vorspiel auf dem Theater). Fast scheint es so, als ob sich unsere modernen Hörspieldichter die Worte des braven, verschlagenen Schauspieldirektors in Goethes „Faust" zum Vorbild und zur Richtschnur genommen hätten. Zwar Prospekte und malerische Hintergründe und Versatzstücke gibt es beim Rundfunk nicht, wohl aber „Maschinen" und — Geräuschkulissen. Wirft man einen Blick in die beim Rundfunk eingehenden Hörspielmanuskripte, so scheint tatsächlich bei ihren Verfassern die Ansicht zu bestehen: je mehr Geräuschkulissen, desto besser das Hörspiel. Diese Ansicht ist irrig! Nicht die Zahl der raffinierten Geräuschkulissen macht die Güte des Hörspiels aus. Ja, es gibt sogar im deutschen Rundfunk einen bekannten Spielleiter, der diejenigen Hörspiel- manskriptL zu allererst und am liebsten liest, aus denen beim flüchtigen Durchblättern ersichtlich ist, daß der Verfasser fast ganz auf Geräuschkulissen verzichtet hat. Aber wie denn? Kann denn ein Hörspiel ohne Geräuschkulisse wirken? Machen wir uns zunächst einmal den Begriff Geräuschkulisse klar! Was soll sie bewirken? Welchen Zweck soll sie haben? Die Geräuschkulisse soll nach Ansicht der Manuskriptverfasser und auch vieler Rundfunkhörer das dargebotene Hörspiel vertiefen, verinnerlichen, verständlicher machen, Stimmung erzeugen und die Wirklichkeit vortäuschen. Die Geräuschkulisse soll dem Hörspielverfasser denselben Dienst leisten, wie — wiederum nach der Ansicht des Schauspieldirektors im „Faust" — die Prospekte und Maschinen beim Theater, weshalb er auch zum Dichter sagt: Ein Mann, der recht zu wirken denkt, Muß auf das beste Werkzeug halten! Die Geräuschkulisse ist also gewissermaßen das Werkzeug des Hörspieldichters. Vielleicht kommen wir aber einer Antwort auf die Frage, ob ein Hörspiel ohne das Werkzeug einer Geräuschkulisse wirken kann, näher, wenn wir erst einmal fragen: Kommt ein Theaterdichter ohne das Werkzeug von Kulissen, Hintergründen und Beleuchtung aus? Damit aber sind wir bei der Haupt- und Kernfrage jeder Bühnendichtung angelangt: Kann oder soll sogar der Bühnendichter auf alle Hilfsmittel des modernen Theaters verzichten? Raubt er mit diesem Verzicht nicht den Zuschauern jede Illusion? Bessarabien. Das ist unzweifelhaft richtig. Rußland hat o>er nicht gesagt, a u f „w i e l a n g e" es die rumänische Souveränität garantieren wird! Hier scheint der wunde Punkt des Abkommens zu liegen, denn folgendes ist durchaus denkbar: zunächst einmal will Rußland im Fernen Osten klare Verhältnisse schaffen oder sich dort für alle Eventualitäten wappnen. Infolgedessen muß es alle Hintertüren seines Hauses hermetisch verschließen und eine dieser Türen eben, übrigens die wichtigste war — Bessarabien, das ein ideales Aufmarschgelände für all jene Jnteroentionsarmeen abgeben kann, mit denen sonderbare Schwärmer auf dem Papier z. B. Einfälle in die Ukraine geplant oder entworfen haben. All diesen Experimenten mußte Rußland einen Riegel vorschieben, und Titulescu hat bereitwillig die Zusicherung gegeben, daß Rumänien bezw. Bessarabien sich niemals für derartige anti-russische Zwecke gebrauchen lassen werde. Unter diesen Umständen fiel es Litwinow für den in der Mandschurei so ziemlich alles auf dem Spiel steht — nicht weiter schwer, auf Bessarabien in einer Form zu „verzichten", die am derzeitige n Zustande sehr wenig ändert. Denn die rumänische Souveränität über Bessarabien ist nur „garantiert". Aber nicht „für immer und ewig", wie es sonst in ähnlichen Staatsverträgen lautet. Die Russen haben es also jederzeit in der Hand, die „Garantiefrist" oder „Schonzeit" als a b gelaufen zu erklären^ Nämlich dann, wenn sich die Lage im Fernen Osten zugunsten Rußlands geklärt haben sollte — bestimmt aber, wenn es Den Japanern gelingen sollte, das Fenster von Wla- d i w o st o k zu schließen. Denn dann muß das von allen Weltmeeren abgeschlossene Rußland sein Gesicht wieder nach dem Westen und nach dem Südwesten aufs Schwarze Meer richten. Dann wird Rußland sehr wahrscheinlich wieder seinen traditionellen Marsch auf Konstantinopel antreten müssen, der nur über Bessarabien führen kann. Das sind natürlich curae posteriores. Für den Augenblick muß man die derzeitige Regelung der bessarabischen Frage als einen außerordentlichen Erfolg Rumäniens und Frankreichs bezeichnen. Denn Rumänien ist jetzt bis auf weiteres die Sorgen um eine ständig vom russischen Koloß bedrohte östliche Grenzprovinz losgeworden und kann seine ganze Aufmerks , ifeit den revisionsfreudigen U n - Barn und Bulgaren widmen, denen am 9. uni plötzlich sehr viele Felle die Donau herabgeschwommen sind. Auch in innenpolitischer Hinsicht darf man den rumänischen Erfolg in Genf nicht gering anschlagen: Titulescu hat wiederum einmal außerordentlich geschickt operiert und seine Unentbehrlichkeit unter Beweis gestellt. Eine arbeitsfähige Regierung ist in Rumänien aber zurzeit nur möglich, wenn ihr Titulescu als Außenminister angehört. Da Titulescu aber ein eingefleischter Gegner jeder Diktatur- oder autoritärer Regierung ist, wurde in gewisser Hinsicht auch dem parlamentarischen Regime in Genf der Rücken gestärkt. Dazu kommen noch allerlei wirtschaftliche Vorteile: gute Beziehungen mit Rußland werden das internationale Kapital, das bisher in Rumänien sich sehr zurückhaltend gezeigt hat, vielleicht zu neuen Investitionen ermuntern, auch Bessarabien selbst wird einen Aufschwung nehmen. Denn durch die Grenzziehung von 1918 hatte sie ihr Hinterland, den „Magen Odessa" verloren; das Wirtschaftsleben Bessarabiens stagnierte 16 Jahre lang und niemand wagte irgend eine Arbeit auf weite Sicht anzufangen. Alles das hat sich mit einem Schlage geändert, und der Jubel in Bukarest ist also begreiflich. Dor allem eben, weil sich auch die außenpolitische Stellung Rumäniens mit einem Schlage wieder erheblich verbessert hat. Es ist jetzt wieder ein vollwertiges Glied in jener großen Front geworden, die sich von Paris über Prag- Belgrad durch Mitteleuropa nach Bukarest und darüber hinaus bis Moskau hinzieht, und auf deren Fahnen die Parole „gegen jede Revision der Friedensoerträge" groß ausgezeichnet ist. Und die Freude, jetzt auch das 160 Millionen- Volk der Russen im Lager der Revisions-Feinde be= grüßen zu können, ist in Bukarest beinahe noch größer als der Jubel über das bis auf weiteres gesicherte Bessarabien ... Die Geschichte des Freikorps wird geschrieben... Ein Museum sammelt Andenken und wandert durch Deutschland. Das Schlageter-Museurn in Berlin wird jetzt eine wesentliche Erweiterung erfahren: es wird zu einem Museum der Freikorps ausgebaut. Gleichzeitig werden dort alle Unterlagen gesammelt, um die Geschichte der Baltikum-, Oberschlesien- und ähnlichen Kämpfe zu schreiben. Eine stille Privatstraße in Berlin. Mitten in der Stadt, und doch abseits vom Lärm. Selten kommt ein Wagen vorbei: denn „Durchfahrt verboten" heißt es an den beiden Enden der kleinen Straße. In einem der Häuser allerdings herrscht augenblicklich viel Trubel: es wird nämlich der Grundstein zu einem Museum gelegt, das dem Freiheitskampf des deutschen Volkes nach 1918 gewidmet ist. Nicht etwa, daß nun Maurer und Zimmerleute kommen, Lastfuhrwerke Steine anfahren, über Pläne gebrütet und gar ein Haus errichtet wird: dieses Museum wird gleichsam aus dem Geistigen heraus geschaffen. Jeder Teilnehmer an den Freiheitskämpfen, mag er im Baltikum, mag er im Westen Deutschlands gegen die Separatisten, in Berlin gegen die Spartakisten oder beim Grenzschutz in Oberschlesien gestanden haben, ist zur Mitarbeit aufgefordert, jeder ist Mitarbeiter. Und jeder, der dazu in der Lage ist, trägt gern zum Aufbau dieser einzigartigen Sammlung bei. Dicke Mappen füllen sich: mit Bildern, Abzeichen, Berichten, Schilderungen von Erlebnissen, Generalstabskarten, Befehlen, Verordnungen. Aufrufen an die Bevölkerung, Flugblättern der Gegner und ähnlichem. Alles durcheinander. Die Sichtung erfolgt erst langsam — und was dabei herauskommt, wird die Geschichte der Freikorps werden. Sie soll geschrieben werden einmal nach rein sachlichen Grundsätzen, in Zusammenarbeit mit dem Reichsarchiv, und dann wieder auf Grund persönlicher Eindrücke. Weiteste Kreise beteiligen sich daran. Leute, die einst einfache Soldaten waren, aber auch Führer — bis hinauf zu den höchsten Kommandostellen von einst. Am ausführlichsten hat man bisher die Geschichte des Freikorps von Randow, das im Baltikum kämpfte. Es sind sämtliche Unterlagen da, von dem Tage, an dem seine Gründung erfolgte, bis zu seinem teilweisen Aufgehen in die Reichswehr. Jedes Gefecht ist auf einer Generalstabskarte auf- gezeichnet, jeder Befehl ist da, jede Verordnung an die Bevölkerung, in deutsch, lettisch und russisch, und sehr viele Bilder. Im Laufe der Zeit hat man f a st alle ehemaligen Freikorpsführer erfaßt. Teilweise leben sie in Deutschland, mitunter in hohen Stellen wie Ministerpräsident von K i 11 i n g e r , Oberst Reinhardt, manche sind wie Hauptmann Freiherr von B r a n b i s führend auf dem Siedlungsgebiet tätig, mitunter sind sie aber auch im fernen Ausland, dort um ein neues Leben ringend, in der stillen Hoffnung, daß auch für sie einst wieder Platz in der heißgeliebten Heimat sein werde. Nun, wir wissen, daß auf her Shakespearebühne keinerlei „Werkzeuge" und „Maschinen" vorhanden waren. Wir wissen auch, daß die Griechen im klassischen Altertum auf alle Jnszenierungskünste, wie sie etwa bei den „Meiningern" in Hochblüte standen, verzichten konnten. Und wir wissen schließlich auch, daß heute bei her Abkehr von der Guckkastenbühne und dem Drang zum Freilichtschauspiel, dem Thingspiel, auf alles verzichtet wird, was irgendwie mit „Kulisfenzauber" zusammenhängt. Trotzdem wirkten die Tragödien der Griechen, trotzdem wirkten die Dramen Shakespeares, und trotzdem wirken heute die großen Freilichtspiele. Wodurch? Sie wirken nicht durch die Illusion der Bühnenausstattung, sondern durch die Illusion des Dichterwortes! Niemand denkt daran, dem Zuschauer im Theater und (wir können es hier gleich hinzufügen) dem Hörer am Lautsprecher die Illusion zu rauben! Nur verlangen wir vom Dichter, daß e r diese Illusion bewirkt und nicht der Inspizient oder der Be- leuchtungsmeister hinter den Kulissen oder der Mann im Senderaum, der mit der Kelle in der Badewanne „Meeresrauschen" macht! Mit anderen Worten: Wie wir auf der Bühne nur den Dichter und sein Wort zur Geltung kommen lassen wollen, so auch im Rundfunk! Nicht die Geräuschkulisse soll herrschen (dominieren), sondern das Dichterwort. Nicht blasser Ersatz soll wirken, sondern das lebendige Genie des gottbegnadeten Dichters. Aus dieser erkannten Wahrheit gilt es auch für den Rundfunk Schluffe zu ziehen. Was einst im alten Rundfunk zur Modetorheit und damit zur Verkennung des Hörspiels wurde, muß verschwinden. Fort mit dem Kulissenzauber, der nur unnötiges Beiwerk ist? Weise Beschränkung auf die aller- notwendigsten Geräuschkulissen, wenn sie denn nicht gan,3 zu vermeiden sind! Das Wort des Dichters soll durch sich allein wirken und Stimmung erzeugen, Ja — so hören wir einige einwenden, wenn nur das ÄZort noch wirken soll, dann dürfen fortab ja nur wirkliche Dichter Hörspiele verfassen! Wir glauben, daß dagegen kein deutscher Rundfunkhörer etwas einzuwenden hätte. Oer beste Angler. Von Hans Natonek. Als an der Tischrunde „Petri Heil" die Frage aufgeworfen wurde, wer der beste Angler sei, wurden viele Geschichten erzählt. Solche Aale (Armbeuge im Ellenbogengelenk) und ein Fünf- Pfund-Barsch, der sechsmal anbiß, immer wieder loskam und erst beim siebenten Male festsaß, flogen nur so durch die gualmdicke Luft. „Stop", sagte da einer, der bisher nichts zum Besten gegeben hatte, „das ist alles nichts; das kennt man. Da war aber ein gewisser Wilhelm Römers, Rentenempfänger und ohne Beschäftigung, der machte jeden Tag, den Gott werden ließ, feinen Kahn fest, draußen am Dock an der alten Fähre. Er warf Grundangeln aus und angelte mit drei Stöcken und allen Schikanen, von morgens früh bis abends spät und ließ es sich nicht verdrießen, daß das Mufchelzeug sich an feinen fetten Würmern mästete. Damals war es bei Frau Röwers wieder einmal so weit und das Achte im Kommen. Sie schickte ihre Schwester ans Hafenbassin, wo die Segeljachten und Dampfer liegen, sie möchten doch hinüberrufen zur alten Fähre, damit Wilhelm rasch nach Hause komme. Wilhelm sah nach der Angel, ruhevoll, die kalte Pfeife im Mund, die warme Sonne auf den Hemdsärmeln, ließ die Würmer schwimmen, die Fische einen guten Tag haben und war versunken und glücklich eingesponnen vom Schilfgeflüster und vom Geruch des geteerten Holzes. Grete rief und winkte, Wilhelm rührte sich nicht, den Blick auf den Schwimmer, Statue eines Anglers. Der Wind trägt doch aut hinüber, denkt Grete, legt die Hände an den Mund und ruft nochmal. Er könnt doch wirklich mal rüberschauen, schließlich geschieht ja auch hier drüben was und nicht nur bei Aal und Barsch. Gerade wo sie steht, hat eine Segeljacht festgemacht. Ob der Herr nicht so freundlich sein möchte, den Angler drüben mit der Bordpfeife zu rufen; eine Bordpfeife bringt besser durch als die Stimme, bat Grete. Der Herr von der Segeljacht ließ die Bordpfeife schrillen, daß die Möven erschreckt hochgingen. Aber der Schimmer von Wilhelms Angel zuckte nicht einmal. Aus den Kojen der Dampfer und Fischkutter lugen Köpfe hervor: Was ist denn los? Stärker tönte die Bordpfeife; Grete hat dem Herrn von der Segeljagd die dringliche Ursache zugeflüstert. Ein Aufhorchen ging durch den kleinen verschlafenen Hasen. Der Frachtdampfer „Hertha Ahrens", der eben aus Stralsund eingelaufen war, ließ aus voller Kehle die Dampfsirene gehen, was er sonst niemals tat. Was war denn passiert? Kein Nebel, kein Sturm in Sicht, die See glatt und blau. Vielleicht Mann über Bord? Vielleicht brennts? Der Vergnügungsdampfer „Onkel Bräsig" ließ es sich nicht nehmen, mitzutun, und darauf sah sich die Konkurrenz „Lütte Hanne" veranlaßt, ins gleiche Horn zu stoßen. Die Fenster der niedrigen Häuschen längs des Bassins waren voll von Leuten, die irgendein aufregendes Schauspiel erwarteten. Grete blieb der Atem weg vor Bestürzung, was sie da angerichtet hatte. Nun stimmte auch noch das Lotsenboot ein, und schließlich gab es kein Schiff, das sich, angesteckt Alle haben sie gern das zur Verfügung gestellt, was sie noch besessen. Nur seltsamerweise: über den Grenzschutz 1919 ist wenig vorhanden. Wer also noch etwas darüber weiß ober gar aus biefen Tagen Andenken zu Hause hat, der gebe sie her; mag es ihm noch so unscheinbar und unwichtig dünken: hier, im Schlageter-Museurn in der Hildebrandstraße, kenn man es gebrauchen. Man ist für alles dankbar. Denn darum handelt es sich ja: das Schlageter- Museurn zu einem Museum aller Freikorpskämpfer zu erweitern. Und ihre Geschichte zu schreiben: Geschichte, nicht Geschichten. Denn es kommt unter anderem auch darauf an, die Gerüchte zu zerstören, die da behaupteten, die Krieger von damals feien eigentlich Abenteurer gewesen. Nein: es waren Helden, Leute, die ihr Vaterland über alles liebten, die nicht nach ihren persönlichen Vorteilen und Einkünften fragten, sondern nur einen Gedanken hatten: die Heimat zu retten. Und wer bei den Freikorps damals nicht so dachte, der wurde beizeiten ausgemerzt. Unter dem, was bisher schon eingegangen ist, befindet sich viel Bemerkenswertes: da ist die Flagge eines bolschewistisch-lettischen Regiments, in der Gegend von Riga im Kampfe erbeutet. Eine Seltenheit. Denn in der Regel kannte man damals keine Fahnen, höchstens einfache Abzeichen. Eine andere Fahne spricht von einem Kampf um einen Gutshof in Oberfchlefien. Die Deutschen haben sie sich vom Mast herunter geholt. Oder: das ist die Depesche, durch die Ebert den Reichswehrgeneral Selle aufforderte, im Sinne der Regierung für Ordnung zu sorgen — und dessen Antwort: er handle im Auftrag der Regierung. Aber er meinte eine andere als die Ebertsche. Da findet man die von Ebert und Scheidemann unterschriebene Verordnung über die Auflösung der Freikorps. Da kann man eine Reihe von Todesurteilen nachlesen, welche die Franzosen zur Zeit der Separatistenkämpfe erlassen hatten. Da sind Flugblätter, wirklich: Flug-Blätter, einst von den Franzosen aus den Flugzeugen abgeworfen, um die deutschen Arbeiter unter allerlei Vorspiegelungen zur Aufgabe bes passiven Wider- standes zu bewegen. Da sind Lockmittel der Kommunisten, goldene Verheißungen, da Briefe von Korpsführern aus aller Welt an ihre Leute — unzählige Beweise aus der Zeit der ersten Kämpfe gegen das alte System. Daneben dann eine Fülle anderer, mehr privater Erinnerungen. Man könnte ein Haus damit füllen. Und will es auch. Vorerst hat man allerdings in Erweiterung des Schlageter-Mufeums eine Schau zusammengestellt, die durch ganz Deutschland wandern soll. Sie wird in Stuttgart ihren Anfang nehmen, dann nach München kommen, den Westen bereifen, in Essen und Dortmund länger Halt machen und schließlich in Berlin enden, wo sie für ständig bleiben wird. Dann wird man aber auch ein eigenes Haus einrichten — ober ein altes dafür umbauen müssen. Schon jetzt braucht man, um bloß das Wichtigste zu zeigen, eine Halle von 50 Meter Länge und 23 Meter Breite. Damit ist man aber noch nicht zufrieden. Vieles fehlt noch. Mit großer Anstrengung wird zum Beispiel nach der Ühr Schlageters gesucht. Er hatte sie einst in einer kleinen Stadt versetzen müssen, weil er dringend Geld brauchte. Er hat sie nie eingelöst . . . Der Uhrmacher, der sie übernommen hatte, hat sie weitergegeben. Wer weiß, wer sie heute trägt — wer weiß, wer sie jetzt sein Eigen nennt, ohne zu ahnen, wem sie früher gehörte. Aber vielleicht läßt sie doch noch der Zufall aus dem Meer des Unbekannten auftauchen. So wird hier eine in jeder Beziehung seltsame Sammlung erstehen: das Hohelied des vaterländischen Geistes, der auch durch den Umsturz von 1918 nicht zu unterdrücken war und der jetzt, im heutigen Staat, feine beglückende Auferstehung erlebt hat. von dem quietschvergnügten Lärm, an ihm nicht beteiligte, als wäre irgendein hoher Herr angekommen ... Und selbst das stahlgraue Torpedoboot „Wolf", das am Ende des Bassins vertäut lag, hatte den Signalmaat in den Mast hinaufgeschickt, und der fuhrwerkte nun mit seinen beiden Fähnchen durch die Luft, daß es eine Lust war. Dem Herrn mit der Bordpfeife war vor Lachen die Puste aus- gegangen, und Wilhelm, der Versonnene, spürte gerade, wie ein Barsch an seinem Würmchen leckte und hielt still, wie aus Erz gegossen und ließ die Welt Welt sein. Sehen Sie, meine Herren, das war der beste Angler. Nicht weil er großartige Burschen unter den merkwürdigsten Umständen herauszog, sondern weil für ihn alles ringsherum versunken war. Ein richtiger Angler ist so wie Wilhelm: losgelöst von der Unruhe der Welt, verzaubert, glücklich in der Erwartung wessen? Einiger lumpigen Plötze. Aber der festliche Lärm war doch nicht umsonst, denn Römers der Achte war inzwischen angekommen. Zeitschriften. — „Was wissen wir vom Krebs?" Die „Süddeutschen Monatshefte" (München) lassen in ihrem Juniheft eine Reibe maßgebender Krebsforscher zu diesem Problem sprechen. Max Borst hat die Gedanken, die man sich über das Zustandekommen des Krebses macht, in feinem Artikel „Allgemeines über Wesen und Ursachen des Krebses" erörtert. Bernhard Fischer-Masels (Frankfurt a. M.), einer unserer erfahrensten Krebsforscher, nimmt zur Frage der „Reiz- und Berufskrebse" Stellung. Immer wieder wird im Volke davon gesprochen, daß der Krebs eine ansteckende Krankheit sei und durch Berührung übertragen werden könne. Daß diese Auffassung unrichtig ist, setzt Otto R. Teutsch- länder (Heidelberg) auseinander. Eine mehr theoretischen Beitrag hat Georg Herzog (Gießen) geliefert in feiner Arbeit „Krebs und Gewebezüch- tung". Aus Versuchen am gezüchteten Gewebe lassen sich Anhaltspunkte für eine wirksame Krebsdehand- lung gewinnen. Der Würzburger Chirurg Fritz König berichtet über die Aussichten von Operationen, der Strahlenforscher Hermann Holthusen über die Behandlung des Krebses durch Röntgen- und Radiumbestrahlung. Schließlich faßt Hans Auler hie anderen Möglichkeiten, den Krebs zu behandeln, zusammen. Beherzigenswerte Vorschläge macht Albert Dietrich in seinem Aufsatz „Die Organisation der Krebsbekämpfung". Hans Dornedden weift nach, daß der Krebs an Häufigkeit nicht zu genommen hat, sondern daß gewisse Fehler in der Deutung von Statistiken diesen verhängnisvollen Irrtum, der viele Menschen ganz unnötig erschreckt hat, aufkommen ließen. Ö.Ji.-'fpOTt Vorrunde um den „Adolf-Hitler-Pokal" Die Ergebnisse. Königsberg: Ostpreußen — Niederrhein 0:4 (0:3). Chemnitz: Sachsen — Pommern 7:0 (3:0). Magdeburg: Mitte — Nordmark 1:2 (1:1). Köln: Mittelrhein — Brandenburg 3:0 (0:0). Kassel: Nordhessen — Schlesien 4:1 (1:0). Karlsruhe: Baden — Niedersachsen 7:4 (3:0). Gaumeisterschasten des Turngaues Aordheffen in den Sommerspielen. Gießen holt sich zwei Faustballmeisterschaften. Dom Gauobmann für die Sommerspiele, Gutz° s ch e b a u ch (Kassel) gut vorbereitet und umsichtig geleitet, wurden gestern bei prächtigem Spielwetter und ausgezeichneten Leistungen in Kassel die Meisterschaften des Turngaues Nordhessen in den Sommerspielen ausgetragen. In der Turner-Klasse I, die in zwei Gruppen spielte, wurden äußerst hochwertige Faust- b a l l s p i e l e dargeboten, die überzeugend bewiesen, daß auch Faustball der spannenden Kampsmomente nicht entbehrt. Besonders die beiden Gruppensieger, Tv. 1846 Gießen und T g m. Friedberg, die bekannten Faustballmeister des alten Hessengaues, zeigten Faustball in vollendeter Form. Mit guten Leistungen warteten auch der Polizeisportverein Hanau a. M. und die Kasseler Tgm. auf, und auch die ländlichen Vertreter, Tv. Frankenau und To. Wasenberg, konnten sich ruhia mit ihren Gegnern messen. Der Kampf erreichte seinen Höhepunkt in dem Entscheidungsspiel Gießen gegen Friedberg, einem Faustballtreffen, das den sachverständigen Zuschauern einen ganz besonderen Genuß bereitete. Tgm. Friedberg ging anfangs in Führung, aber Tv. 1846 Gießen holte nach Halbzeit bald auf und stellte das Spiel bei Schluß der Begegnung auf 28:28. In der Verlängerung hielt die Spannung an, bis • Gießen das Spiel der vollkommen gleichwertigen Mannschaften durch den Einsatz aller Kräfte mit zwei Plusbällen für sich entscheiden konnte und damit als er st er Gaumei st er des neuen Turngaues Nordhessen ermittelt wurde. Die siegreiche Mannschaft besteht aus den Turnern Pfeffer L, Riexinger, Pfef- f e r II., Trapp W. Loh. Im Fauslball der Turnerinnen setzte sich die Mannschaft des M t v. Gießen (Paula B ü r ck, Paula Hofmann, Anni Bickelhaupt, Irmgard Fischer, Emmi Schmidt) sicher durch und schlug die Mitbewerber um den Meistertitel: C. T. Kassel und Tv. „Jahn" Eschwege. Die Turnerinnen aus Eschwege leisteten allerdings erbitterten Widerstand, mußten aber, insbesondere durch das ausgeglichene Spiel der Gießener Mittelspielerinnen, eine verdiente Niederlage hinnehmen. Die Kasseler Turnerinnen-Fünf spielte eine untergeordnete Rolle. Leichtathletikmeisterschasten im Kreise Gießen. Guter Sport auf dem Waldsportplah. Bei idealem Wetter fand am gestrigen Sonntag auf dem Waldsportplatz, ausgerichtet vom VfB.° Reichsbahn die Austraaung der leichtathletischen Kreismeifterschaften des Kreises Gießen im Gau XII statt. Mitglieder der Turn- und Sportvereine unsrer engeren Heimat beteiligten sich an den Wettkämpfen, die in zwei Klassen ausgetragen wurden. Es wurde sehr guter Sport geboten. Nachstehend seien zunächst nur die ersten Sieger, die Kreismeister also, genannt: 100 Meter: Luh (VfB.-R.) 11,2 Sek. 200 Meter: Hill (Mtv. Gießen, 3. Komp. JR.-15) 22,8 Sek. 400 Meter: Bepperling (Spvg. 1900) 53,1 Sek. 800 Meter: Peters (1900) 2:04,6 Min. 1500 Mtr.: Sobezack (VfB.°R.) 4:28,9 Min. 5000 Meter: Fr. Neide! (Heuchelheim) 16:41,7 Min. 4X100 Meter: VfB.-R. 45,4 Sek. 4 X 400 Meter: 1900 4:08 Min. 4 X 1500 Meter: 1900 I 18:57,4 Min. Diskus: Kilo (1900) 41,82 Meter. Kugelstoßen: Gugel (1900, Unterfeldwebel 1. Komp. JR. 15) 14,55 Meter. Speerwerfen: 1. Jakob (VfB.-R.) 48,40 Meter. Steinftoßen: Luh (VfB.-R.) 9,20 Meter. Hammerwerfen: M o h l (VfB.-R.) 34,90 Meter. Hochsprung: Lepper (Tv. Alten-Buseck) 1,73 Meter. Weitsprung: Luh (VfB.-R.) 6,11 Meter. Wir berichten noch ausführlich. Reichsjugendfest in Gießen. führung mit großer Aufmerksamkeit. Die vielseitigen Bemühungen der Schwimmerinnen und Schwimmer, wie auch der Lebensretter fanden dankbare Anerkennung. Nach Einbruch der Dunkelheit wurde an der Lahnbrücke eine „Venezianische Nacht" in Szene ge- etzt. Tausende vor Zuschauern hatten sich eingefunden. Es war keine Mühe gescheut woroen, etwas Besonderes zu bieten. Inmitten der Baumreihen an den Ufern der Lahn leuchteten viele Glühbirnen in bunten Farben auf; die Lahnbrücke war mit Scheinwerfern beleuchtet und bot einen schönen Anblick. Ganz besonders lebhaften Beifall fand ein Facker- reigen auf dem Wasser, der von Schwimmern ausgeführt wurde. Eine Auffahrt der mit vielen Lampions geschmückten Paddelboote wirkte sehr stimmungsvoll und bildete den Höhepunkt und Abschluß desEllnterhaltsamen Abends. Schalke - Deutscher Fußballmeister. Oer „GXub" vor 45000 Zuschauern 2:1 geschlagen. Bis auf den letzten Platz war das Berliner Post- tadion am Sonntag gefüllt, als sich der fünffache deutsche Meister, 1. FC. Nürnberg, und der FC. Schalke zum Kampfe um die 25. Deutsche Fußballmeisterschaft stellten. Der Kampf erlebte in der zweiten Halbzeit seinen Höhepunkt. In den letzten 25 Minuten gab es einen Kampf auf Biegen und Brechen. Die mit 1:0 in Führung liegenden Süddeut- chen wurden in ihrer Hälfte eingeschnürt und boten eine noch kaum gesehene Derteidigungsarbeit. Schalkes Mittelläufer Szepan war in den Sturm gegangen und er war es and), der vier Minuten vor Schluß den Ausgleichstreffer schoß. Kuzorra, Sze- pans Kampfgenosse aus tausend Schlachten, erzielte dann mit letzter Kraft eine halbe Minute vor dem Schlußpfiff den fieabringenben Treffer. Zum ersten Male sind die „Knappen" damit zum deutschen Meistertitel gekommen, nachdem ihre jahrelangen Bemühungen nie vom Erfolg gekrönt waren. Zum ersten Male hat der „Club" ein Endspiel verloren, ünfmal setzte er sich bisher in der Schlußrunde durch und noch nie hat er in diesen Spielen einen Treffer hinnehmen müssen. Schalkes erster deutscher Meistertitel bedeutet ein Jubiläum, denn zum 25. Male wurde am Sonntag der stolze Titel vergeben. Wie sie spielten ... Schalke erschien mit Mellage; Bornemann, Jasons; Tibulski, Szepan, Valentin; Kalwitzki, Urban, Nattkämper, Kuzorra, Röthardt. Der beste und überragendste Mann der Westdeutschen war Deutschlands Mittelläufer Szepan. In der ersten Halbzeit erwies er sich als dritter Verteidiger den zu dieser Zeit überwiegenden Nürnberger Angriffen gegenüber als unschlagbare Abwehr und nach dem Wechsel entschied er den Kampf als sechster Stürmer. Als er dann überhaupt mit Nattkämper tauschte, entschied er auch das Spiel. Peben ihm ist Kuzorra, obwohl durch einen schweren Leistenbruch behindert, in erster Linie zu erwähnen. Seine überragende mit letzter Kraft erzielte Einzelleistung schuf den Schalter Sieg. Nürnberg setzte vor der Pause die beiden Flügel zu wenig ein. Nach der Pause bot sich zeitweise Gelegenheit, das große Können der Außenstürmer zu zeigen und so fiel auch der Führungstreffer. Dann hatte aber Nürnberg, wenigstens in den letzten 20 Minuten, nur noch Gelegenheit, fein großes Ab- wehrkönnen zu zeigen. Was in diesen 20 Minuten von Köhl und seinen beiden Vorderleuten und dem zurückgegangenen Oehm geleistet wurde, ist wert, in die Geschichte des deutschen Fußballsportes einzu- gehen. Daß in den letzten Minuten die beiden Treffer fielen, spricht nicht gegen den „Club". Schiedsrichter B i r I e m (Berlin) war in jeder Beziehung für dieses aufregende Spiel der richtige Leiter. Torlos bis zur Halbzeit. In der ersten Halbzeit hatten die Nürnberger etwas mehr vom Spiel. Mangelnder Einsatz der Flügel verhinderte aber im Bereich des Möglichen liegende Treffer. Beiderseits waren die Hintermannschaften auf der Höhe und nur ganz selten kamen jo genannte klare Chancen zustande, bei denen in der Aufregung meist daneben ober barüber geschossen wurde, so daß die erste Hälfte torlos blieb. Die Entscheidung. Die unheimliche Spannung, die über den Zuschauern lag, löste sich in der 8. Minute der zweiten Halbzeit. Kundt raste die Linie entlang und gab den Ball zu Schmidt, der unhaltbar einschoß. Langsam machte sich dann Schalke frei, die letzten 20 Minuten sahen die Nürnberger in starker Umklammerung und der längst verdiente Ausgleich der „Knappen" fiel vier Minuten vor Schluß durch Szepan; ein Durchbruch Kuzorras ergab dann in der Schlußminute den siegbringenden Treffer. Der Schlußpfiff ging in dem Jubel der Schalter Anhänger unter. Der Reichsjugendführer hatte in Verbindung mit dem Reichsfportkommisfar zum Fest der deut- fchen Jugend aufgerufen. In allen deutschen Gauen war am Samstag die Jugend versammelt, um ihre Kräfte im sportlichen Dreikampf zu messen. In Gießen sanden die Wettkämpfe auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 und auf dem Univerfitätssportplatz statt. Prächtiges Wetter begünstigte sowohl die sportlichen Veranstaltungen des Vor- und Nachmittages, wie auch das Abbrennen der Sonnwendfeuer. Der Vormittag sah die Gießener Schuljugend unter der sportlichen Leitung des Kreisbeauftragten des Reichssportführers Mohr und des Sportlehrers Klippel in der stattlichen Zahl von annähernd 400 Mann angetreten. Die Teilnehmer wurden in Riegen je nach ihrem Alter eingeteilt. Für die jüngeren Jahrgänge waren 75-Meter-Lauf, Weitsprung und Ballweitwurf, für die Aelteren 100-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen vor- aesehen. Diese Wettkämpfe nahmen fast den ganzen Vormittag in Anspruch. Abschließend fanden Handballspiele der Gießener Schulen statt. Nach der sofort folgenden Siegerverkündung sprach der Scharführer im Stab des Bannes 116 W. Fritzges die Schlußworte: Er wies darauf hin, daß das Endziel nicht Höchstleistung einzelner in irgend- einer Sportart fei, sondern Gesundheit, Kraft und Leistungsfähigkeit aller. Abhärtung und Stählung des Körpers fei uns die Voraussetzung für ein widerstandsfähiges kommendes Geschlecht. Somit sei die körperliche Ertüchtigung der deutschen Jugend Dienst am Volk. Die berufstätige Jugend trug ihre Wettkämpfe in den Nachmittagsstunden auf dem Universitäts- sportplatz aus. Naturgemäß kamen hier nur die Wettkämpfe für die Aelterenklasse in Frage. Es wurden zum Teil recht beachtliche Ergebnisse erzielt. Ein Fußball- und ein Handballspiel und eine 4 mal 100-Meter-Staffel bildeten den Abschluß der sportlichen Kämpfe. Der Abteilungsleiter E, Scharführer Nachtigall gab in einem Schlußwort der Hoffnung Ausdruck, daß es der HI. im Laufe des nächsten Jahres aelingen möge, alle berufstätigen Jungens zu erfassen, für die die sportliche Ertüchtigung genau so wichtig ist, wie für die Schüler. Die Wettkämpfe haben gezeigt, daß ein Wille in der HI. lebt, der dazu führt, unseren Körper zu stählen und unseren Geist auszubilden. Denn wir wissen, daß wir die uns harrenden Aufgaben im Dritten Reich nur bann erfüllen können, wenn wir uns dazu oorbereiten und ganze ^Kerls an Leib und Seele werden. Der Unterbann 1/116 feierte das Fest der Sommersonnwende in der Wiesecker Sandgrube. Nachdem der Ring um den Holzstoß geschlossen war und das Lied „Wenn alle untreu werden..." den Gedanken der Hitler- jungen Ausdruck gegeben hatte, hielt der Unterbann- Adjutant V ö l z i n g die Feuerrede: Nicht eine Feier des Ueb erschwer na es romantischer Gefühl sollte dieser Tag sein, sondern um unser höchstes Eigentum wieder zu gewinnen und zu vertiefen: Dolksbewußtsein, Volksglaube und Volkstum. Als Freier im Volke zu leben, heiße kämpfen. So müsse jeder einzelne Hintlerjunge Kämpfer sein .sein Leben lang. Der stellvertretende Gebietsschulungsleiter W. Krömmelbein hielt sodann noch eine kurze Ansprache. Er führte u. a. aus: „Wenn heute abend wieder einmal die Flammen als äußeres Zeichen unseres Wollens zum Himmel schlagen, dann sollen sic all das verzehren, was störend sich heute noch in der deutschen Volksgemeinschaft breit macht. Es geht heute um ein Deutschlands nationale Ehre und um sozialistische Gerechtigkeit. Wir folgen heute und morgen und für alle Zeiten der Hakenkreuzfahne!" Nachdem die HI. ihrer Toten gedacht hatte, stieg ihr Lied „Vorwärts, vorwärts..." in die Nacht... Glanzvoller Abschluß der Reichs- schwimmwoche in Gießen. Mit einer großen Veranstaltung wurde am gestrigen Sonntag im Zusammenwirken aller berufenen Kräfte die Reichsschwimmwoche für unsere Stadt abgeschlossen. Eine große Zuschauermenge belagerte die Lahnbrücke und die beiderseitigen Ufer oberhalb der Badeanstalten, um Zeuge der vielfältigen ernsten und zum Teil auch heiteren Darbietungen zu werden. Turner-Schwimmer und Schwimmerinnen, die Mitglieder des Schwimmvereins und der Lebensrettungsgesellschaft, die Paddlergilde Gießen und ein Zug der Freiwilligen Sanitätskolonne hatten sich zur Verfügung gestellt, um der Reichsschwirnrn- woche zu einem ihrer Bedeutung entsprechenden würdigen Abschluß zu verhelfen. Die Veranstaltung am Nachmittag war von dem denkbar besten Wetter begünstigt. Aus und an der Lahn, in den Badeanstalten usw. herrschte ein Leben und Treiben, wie man es wohl seit Jahren nicht so gesehen hatte. Ein nach Zahl und Art recht eindrucksvolles Auf- schwimmen uni), eine schöne Auffahrt der Paddler bildete die glückliche Einleitung der Veranstaltung. Schwimmerinnen und Schwimmer kamen von der Müllerschen Badeanstalt her, tadellos ausgerichtet auf die Brücke zugeschwommen, während ihnen die schmucken Paddelboote folgten, die dann, nachdem die Schwimmer das Land wieder gewonnen hatten, den Schauplatz des weiteren Programms in bunter Reihe fäumten. Da sah man nun zunächst ein hvcht amüsantes Fischersiechen. Zwei Paddler bekriegten sich von ihren schwankenden Booten aus, auf dem verbreiterten Vorderteil der Boote stehend, mit langen, lappenumwickelten Stangen und versuchten sich gegenseitig von Bord zu stoßen. Das fiel nicht schwer und unter dem Gaudium der vielen Zuschauer stürzte bald der eme bald der andere der Kämpfer in das nasse Element. Dann gelangten sehr anschaulich von guten Stil- chwimmern die verschiedenen Schwimmarken (Brustschwimmen, Gleichschlag-Rückenschwimmen, Rücken-Kraul und Brustkraul) zur Vorführung und icherlich wird dabei in manchem der Zuschauer der Wunsch lebendig geworden sein, das Wasser auch so beherrschen zu können, wie diese Schwimmer, die sich im feuchten Element wie zu Hause zu fühlen schienen. Dann wurde auch das Staffel-Schwimmen vorgesührt. Allen dem Schwimmsport noch fernstehenden Volksgenossen wurde recht eindrucksvoll gezeigt, daß sich der Schwimmsport in Gießen auf einer recht beachtlichen Höhe bewegt. Den Hauptteil der Verunstaltung bildete die Vorführung des Rettungsschwimmens. Geübte Schwimmer zeigten insbesondere die einzelnen Handgriffe, so a. B. wie man den Ertrinkenden saßt, ihn im Wasser transportiert und an Land bringt, sich gegen die meist verzweifelten Anstrengungen des Ertrinkenden wehrt, der sich an ben Retter klammern will (Befreiungsgriffe) und schließlich auch noch die Maßnahmen zur Wiederbelebung. Zum Zwecke der praktischen Vorführung war ein Floß gebaut worden, bas mit mehreren Personen besetzt war und in der Mitte des Flusses kenterte. Die Schwimmer und Mitglieder der Sanitätskolonne stürzten sich sogleich in bas Wasser, imb brachten bie „Ertrinkenben" an Lanb. griff auch bie freiwillige Sanitätskolonne oom Roten Kreuz ein unb half mit ihren mobernen Wieberbelebungsäeräten unb bem Sauerstoffapparat bei biefen bemonftratioen Wieberbelebungsversuchen mit. Die Zuschauer folgten dec dramatischen Vor- Der dritte Tag des DmWandfluges. Am Samstagmorgen stellten sich dem Starter, Vizepräsident Baur de Betaz, 22 Verbände mit insgesamt 95 Maschinen. Das Siebener-Geschwader -der Rheinländer konnte also nach Behebung einiger technischer Schwierigkeiten wieder in den Wettbewerb eingreifen. Diesmal ging es über die 1124 Kilometer lange Strecke Berlin, Goslar, Bielefeld, Quakenbrück, Oldenburg, Hamburg, Flensburg, Kiel, Schwerin, Berlin. Die teilweise sehr starken Wind- trömungen waren für die tapferen Flieger feine unüberwindlichen Hindernisse und wurden sozusagen „im Sturm" genommen. Besonders über dem harz und den Weserbergen hatten die Bewerber mit dem bockigen Wetter zu kämpfen. Im Laufe des Wettbewerbs haben sich drei Staffeln auf die zulässige Mindestzcchl von zwei Maschinen verringert; für sie trat als besondere Schwierigkeit eine Erhöhung der Geschwindigkeit in Kraft. Die Berliner Staffel unter Führung Ministerialrat Geyers wurde dieser Aufgabe glänzend gerecht. Sie lag den größten Teil der Strecke über mit weitem Vorsprung in Front und traf nach noch nicht acht- tünbiger Flugzeit als erste roieber in Berlin ein. Leiber gab es zwischen Melle unb Quakenbrück einen Absturz der Maschine 2188. Während der Pilot Wißwedel mit Verletzungen davonkam, verschied ber Orter Haaris auf der Stelle. Hochbetrieb herrschte natürlich in Kiel, wo bie Deutschlandflieger die Teilnehmer an ber Kieler Woche begrüßten. Trotz grauer Wolkenbänke unb eines scharfen Norbwests hatten sich in Fuhlsbüttel zahlreiche Zuschauer mit Reichssportführer von Tschammer unb Osten, Vertretern der Stadt Kiel, der Reichsmarine, SA. und SS. an der Spitze, eingefunden, die den eintreffen- den Fliegern herzliches Willkommen entboten. Um das Ehrenmal ßabö wurde eine Schleife gezogen; dann wurde der Kieler Woche zum Gruß die Förde gerundet. Auch auf der Samstag-Strecke hatten die Orter wieder eine Reihe von Aufgaben zu lösen. Auf der Strecke Oldenburg—Kiel waren 500 Meter südlich dem Bülker Leuchtturm und 500 Meter östlich ßabö Sichtzeichen ausgelegt, und zwischen Kiel und Berlin vier weitere, so daß also jeder Orter sechs Ausgaben zu bewältigen hatte. Auf dem Flugplatz Oldenburg begrüßte Reichs- luftfahrtminister Göring feine Kameraden. In Tempelhof traf die erste Staffel bereits um 13,54 Uhr ein. Es war die Berliner Zweierformation Geyer, die, als erste gestartet, noch nicht acht Stunden zur Bewältigung der Strecke gebraucht hatte. Es folgten weiter um 14.57 Uhr die Fieseier- Maschinen Seegers (Berlin) vor ben oberbayrischen BFW. (Scheuermann) um 15.41 Uhr, der Magdeburger Formation ßeber auf Klemm um 16.01 Ühr, der Bremer Gruppe Tank auf Focke Wulf um 16.07 Uhr, den Hannoveranern mit Weigand auf Klemm um 16.45 Uhr, den Königsbergern mit Schütze auf Heinkel um 17.01 Uhr usw. Die zuerst eingetroffene Gruppe, die mit drei Maschinen gestartet war, von denen eine unterwegs ausfiel, durchflog alle Stationen fast ohne Aufenthalt und war stets ängstlich darauf bedacht, die 85 v.H. ihrer Sollzeit.einzuhalten. Oer letzte Tag. Der Deutschlandflug kam am Sonntag mit dem letzten Streckenflug zum Abschluß. Zwischen 5 und 5.20 Uhr starteten in Berlin-Tempelhof 92 Wettbewerbsteilnehmer in zusammen 21 Verbänden. Die Strecke des vierten Tages führte nach dem Süden des Reiches, und zwar von Berlin über Gera nach Bayreuth, von dort über Regensburg nach Ainring. Von Ainring ging der Flug ins Gebirge über Reichenhall nach Berchtesgaden, zurück über Prien am Chiemsee, München und Bamberg nach Berlin- Tempelhof. Die Ankunft des ersten Teilnehmers in Berlin erfolgte sehr viel früher, als man angesichts der Schwierigkeiten der Gebirgsstrecke erwartet hatte. 1 Bereits um 13.15 Uhr passierte der aus zwei Flugzeugen bestehende Berliner Verband mit den Fliegern Goyer und Kammhuber die Ziellinie auf dem Flugfeld Tempelhof und beendete somit den Wettbewerb. Als nächste Mannschaft traf um 13.52 Uhr die Flieger-Untergruppe I Berlin mit drei Fieseler- Maschinen ein. Der Präsident des Deutschen ßuftsportverbandes, ß o e r 3 e r, hat die Flieger auf ihrem Deutschlandflug begleitet und an' den einzelnen Zwischen- ftationen die dort anwesenden führenden Persönlichkeiten im Namen des Deutschen ßuftsportverbandes begrüßt. Oer Preis des Reichskanzlers für die »Kieler Woche". Der G o l d p o k a l, den der Führer als Wanderpreis für die internationale 6-m-U-Klasse gestiftet hat. Er fällt endgültig an denjenigen Eigner, der — gleichviel, mit welcher Jacht — ihn dreimal gewonnen hat. Kurze Gportnotizen. Den Sieg im Deutschen Derby 19 3 4 errang Athanasius aus dem Gestüt Erlenhos. Der Hengst, der von I. Rastenberger ausgezeichnet gesteuert wurde, ging in der Schluhgeraden an die Spitze und ließ Blinzen, Agalire, Ehrenpreis und Ebro sicher hinter sich. Den „Grand Prix de Paris", die mit 600 000 Franks ausgestattete wertvollste europäische Dreijährigenprüfung, gewann das englische Pferd Admiral Drake unter Steve Donoghue. Union Niederrad hat sich durch einen 5:1» Sieg über Heusenstamm den Wiederaufstieg zur ersten Fußballklasse des Gaues Südwest errungen. Deutschland gewann den Schwimm- ßänderkampf gegen Frankreich in Plauen mit 2:0. Der Golf-ßänderkampf Frankrei ch— Deutschland in Frankfurt a. M. endete mit dem erwarteten 7-ä;l^-Sieg der Franzosen. biei mil Tel ein (X( der uni Pr So die die jtaa fiel: oer: gen len (! den Fir der ®ri jene eine San er i °usz Deu: |ein( 'm l Äne eint einf B. einer haus eiger ort] Deu die schli länt €ta: ®el) Gru ßefel tnög. 211 die Nil Nr. 145 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Montag, 25.3unil954 25 Jahre Kittingsfabrik Nanninger in Gießen. Große Feier der Betriebsgemeinschast in der Volkshalle. Plakette in Bronze, beschloß Ingenieur K. Müller seine Ausführungen. Herr Bänninger dankte für das sinnvolle Geschenk und versprach, daß es an einem geeigneten würdigen Platz als Symbol der Arbeitsgemeinschaft zur Aufstellung gelangen solle. Als Vertreter der staatlichen Behörden sprach W £ « . > z * Bürgermeister Dr.-Jng. Hamm Die Ehrung der fünf Jubilars. Am Rednerpult: Herr Karl Bänninger. Photo-Pfaff.) waren die noch von Gründung Die neuartigen und modernen Anlagen gaben uns wohl am Anfang einen gewissen Vorsprung, hatten aber naturgemäß auch viele Kinderkrankheiten zur Folge. Unser Vater arbeitete an der Ueberwindung aller gewaltigen Schwierigkeiten bis kurz vor seinem Tode am wies als Vertreter des Oberbürgermeisters und der Stadtverwaltung Gießen darauf hin, daß die Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und der Firma Bänninger bisher immer, auf Grund das Volk sein als Gefolgschaft eines Führers. Ehrung verdienter Mitarbeiter. Verehrte Gäste, werte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen! schwere Zeit überbrückt werde, das sei die Hoffnung aller. Dank gebühre der umsichtigen Leitung des Werkes, die immer auch Verständnis für die Belange ihrer Gefolgschaft bewiesen habe. Der Gedanke Bauunternehmer Winn sprach im weiteren Verlauf der Feier einigen Erinnerungen an die Zeit der der Firma. men, der Krieg würde nur eine kurze Zeit dauern, machten wir durch Anschlag unserer Belegschaft bekannt, daß wir die Kriegerfamilien durch w ö - chentliche Barzahlungen vor der Rot bewahren würden. Das geschah bis zum Ende des Krieges. Die zurückgebliebene Belegschaft wurde im Laufe der Zeit auf die Herstellung verschiedener Heeres- artikel umgelernt. Das Kriegsende brachte eine Verwirrung aller Begriffe und die Inflation schließlich eine 23ern)irrung aller Werte. Alle Schwierigkeiten, die in einem Betrieb immer und immer wieder entstehen können, wurden im Betrieb selbst geregelt. Für unseren Betrieb war der Umschwung im Frühjahr 1933 relativ leicht zu vollziehen. Die Arbeiter sahen ein, daß sie unrichtigen Führern gefolgt waren und traten zur NSDAP, oder zur Arbeitsfront geschlossen zur Feier des Tages der nationalen Arbeit an. Gestatten Sie mir nun zum Schluß auch noch einen kurzen Blick in die Zukunft? Vor dem Kriege hat die deutsche Fittingsindustrie fast ganz Europa und die Ueberseeländer mit Rohrverbindungsstücken versorgt. Es gab nur noch in der Schweiz eine größere und in Oesterreich eine kleinere Fabrik. Nach dem Kriege hat sich dies von Grund auf geändert. Die Fittingsherstellung ist heute kein Geheimnis mehr. Heute hat fast jedes europäische Land seine eigene Fittingsindustrie. In Deutschland gibt es heute 17 Fittingsfabriken. der Qualität solle auch weiterhin aufrechterhalten bleiben, damit der Firma auch ein weiterer Aufstieg möglich sei. Der größte Teil des bisherigen Erfolges müsse dem Wirken der Inhaber der Firma zugerechnet werden. Mit dem Wunsch, daß es ihnen vergönnt sein möge, noch recht lange Jahre innerhalb der Gefolgschaft zu verbringen und mit der Ueberreichung einer von der Gefolgschaft der Betriebsführung gewidmeten großen, von dem Bildhauer Ködding (Gießen) entworfenen künstlerischen dritte Stelle der deutschen Fittingswerke hinaufgearbeitet. Von der ganzen deutschen Fittingsher- stcllung gingen vor dem Kriege etwa 60 v. H. ins Auslands Wir konnten diesen hohen Exportprozentsatz unserer Firma im letzten Jahr allerdings nur knapp aufrechterhalten. Die ausländischen Konkur- wärtigen Exportverhältnissen ein sich stetig mehr konsolidierender Inlandsmarkt gegenübersteht, der nunmehr das Rückgrat unserer Industrie darstellt. Natürlich kann er nicht die schwindenden 60 v. H. Für die Industrie- und Handelskammer sprach Herr Schuchardl. besteht. Dieses Kuratorium kann über die Zinsen der Stiftung zu Unterstützungszwecken frei verfügen. Ich hoffe gerne, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse in Zukunft sich so entwickeln, daß eine weitere Ausfüllung dieser Stiftung im Laufe der Jahre möglich ist. Lebhafter Beifall dankte dem Redner für feine Ausführungen. Uebcrmifflung der Glückwünsche. Als Vertreter der Betriebsgefolgschaft sprach sodann der Gießereileiter Ingenieur Karl Müller die Glückwünsche der Industrie- und Handelskammer, denen in Bälde die entsprechenden Diplome für die treue Mitarbeit folgen würden. Reichsbankdirektor Klipstein übermittelte die Glückwünsche der Reichsbank und Oberregierungsrat Schmidt vom Finanzamt. Er wies darauf hin, daß die Firma Bänninger zur Arbeitsbeschaffung, der ja unser ganzes gegenwärtiges Streben gelte, ganz gewaltig beigetragen habe, sei es durch Erweiterungsbauten, sei es durch Neueinstellungen. So wie wir alle wünschten, daß es im großen Rahmen unseres Reiches aufwärtsgehen möge, so sei der Firma zu wünschen, daß es ihr in ihrem Rahmen Stiftung eines Hilfsfonds. Zum Schluß möchte ich die Mitteilung davon machen, daß die letzte Gesellschafterversammlung der Firma beschlossen hat, die Summe von 12 0 0 0 0 Mark in Bar- und Wertschriften aus ihrem Vermögen auszuscheiden und einer Stiftung zu übereignen, die den Zweck hat, in Fällen der Not unseren Mitarbeitern beizustehen. Die Verwaltung dieser Stiftung liegt in den Händen eines Kuratoriums, das aus einem Vertreter der Beamten, einem Ver- rer fünf ältesten Mitarbeiter. Fünfundzwanzig Jahre sind eine lange Spanne Zeit im menschlichen Leben und wenn man sie in treuer Pflichterfüllung an ein und derselben Dienststelle verbracht hat, geziemt es sich, die Jubilare entsprechend zu feiern. Als ältesten Mitarbeiter begrüße ich Herrn Jakob Stecker, eingetreten am 1. Dezember 1908 als Pförtner und Lohnrechner, heute Vorstand des Lohnbüros. Ferner die Herren Karl Müller (ein- getreten am 1. 4.1909 als Techniker, heute selbständiger Letter der Abteilung Gießerei und Temperei); Hermann S t ö r g e r (eingetreten am 3. Mai 1909 als Modellmacher, ist diesem Beruf treu geblieben bis heute); Ludwig Schmitt (eingetreten am 10. Mai 1909 als Modelldreher, heute Werkzeugdreher, war auch während langer Zeit Vorsitzender des Betriebsrates) und Heinrich M e n z (eingetreten am 30. November 1909 als Former, heute Führer der Sandmacherei). Nach einem gemeinsamen Mittagessen_________ Stunden des Nachmittags der kameradschaftlichen Unterhaltung gewidmet. Der Musikzug der SA.- Reserve wartete unter der Leitung von Musikzug- führer Hermann weiterhin mit hervorragenden Darbietungen auf, und die Kapelle erntete verdienten dankbaren Beifall. Mit größter Aufmerksamkeit wurden die turnerischen Üebungen (vorgeführt von Mitgliedern der Betriebsgemeinschaft) am Pferd, am Barren und am Reck verfolgt, an denen man prächtige Leistungen der Gewandtheit und der Körperbeherrschung sah. Ein Lustspiel in oberhes- sischer Mundart „Der Kaktusfreund" brachte die renzwerke dehnen sich unter dem Schutz ihrer Regie- - .. • rungen aus und unterbieten uns fortwährend auf gelingen möge, sich weiterhin günstig zu entwickeln. der ganzen Linie. Es ist ein Glück, daß den gegen-1 Bürgermeister Dr.-Jng. Hamm Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der Firma hielt die Fittingsfabrik Bänninger GmbH, in der Dolkshalle eine Jubiläumsfeier ab, die sämtliche Betriebsangehörige, einschließlich der inlandsdeut- schen Handelsvertreter der Firma in einmütigem Geiste vereinigte. Die Volkshalle war auf das geschmackvollste ausgestattet. Dor der Bühne stand ein langer Tisch mit zahlreichen Blumengebinden, die in Verbindung mit Glückwünschen von Freunden des Hauses und von Geschäftsfreunden eingegangen waren. Die Halle selbst war mit den Flaggen des Dritten Reiches geschmückt. Zwischen den Tragsäulen waren viele Tannenbäume aufgerichtet worden, die dem Festsaal eine überaus freundliche Note gabeh. . Ein schneidiger Marsch leitete kurz nach 11 Uhr die Feier ein. Der Musikzug der SAR., der sich um die musikalische Ausgestaltung der Feier ver- Die Fittingsherstellung war damals noch eine Art' Unsere Firma hat sich im Laufe der zweieinhalb Geheimkunst. Es bestanden etwa zwölf Firmen in Jahrzehnte in Bezug auf die Absatzmenge an die Deutschland, von denen die führenden alle ihre Ein- ....... ‘ " richtungen selbst entworfen und hergestellt hatten. Unser Vater wollte etwas Besseres schaffen als das Bestehende und ging vollständig eigene Wege, allerdings unter Anlehnung an amerikanische Erfahrungen, die ich vorher in den Staaten gesammelt hatte. So wurde unsere Fabrik in fast allen ihren zwölf Abteilungen vollständig abweichend von den übrigen deutschen Konkurrenzwerken ausgebaut. 15. November 1911. 3n Dankbarkeit gedenken wir heute des Gründers. Anfangs 1912 war die automatische Herstellung von Fittings so ziemlich im Gange und es wurden pro Arbeitstag Rohroerbindungsstücke im Werte von etwa 3000 Mark erzeugt, ohne daß wir einen einzigen Abnehmer hatten. Dann ging es auf die Reise ins In- und Ausland. Es war dies eine außerodentlich schwierige und aufreibende Arbeit. Durch angestrengte Verkaufstätigkeit gelang es, Absatz zu schaffen. Im freien Spiel der Kräfte gelang es uns bald, den uns gebührenden Platz zu erkämpfen. Dieses Ziel war gerade erreicht, als im Juni 1914 der Weltkrieg ausbrach und unser junges Unternehmen vor ganz neue Aufgaben stellte. Gleich am ersten Mobilmachungstag traten etwa 60 Mann unserer Belegschaft unter die Waffen. Da ein Soldat nur dann in ungehemmter Begeisterung für fein der Jahre immer reger geworden seien. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß die bisherigen guten Beziehungen auch fernerhin bestehen bleiben möchten zum Segen aller, die mit der Firma verbunden feien. Der Bürgermeister von Watzenborn-Steinberg, Herr Schäfer, übermittelte die Glückwünsche der Gemeinde Watzenborn-Steinberg, Hausen und Garbenteich und übergab Herrn Bänninger einen Ehrenbrief der genannten Gemeinden, die ja dadurch, daß zahlreiche Gemeindeglieder bei der Firma beschäftigt seien, sich ihr gerne verbunden fühlten. Der älteste Handelsvertreter der Firma, Herr kube, übermittelte die Glückwünsche sämtlicher Handelsvertreter und wünschte der Firma weiteren guten Aufschwung. Der Führer der Innung der Spengler und Installateure in Gießen, Herr Rüdiger, übermittelte in launigen Worten ebenfalls herzliche Glückwünsche und hob besonders das Entgegenkommen hervor, das die Spengler und Installateure bisher stets bei der Firma Bänninger gefunden hätten. Als Vertreter der Arbeitsfront sprach der Kreisführer der NS.-hago, Pg. Schimmel. E hob besonders hervor, daß er der Firma um so lieber Glückwünsche übermittele, als er wisse, daß dir Firma Bänninger bisher stets mit guten Beispielen vorangegangen sei und die Nationalsozialisten in ihrem Betriebe von jeher weitgehend in ihrem Kampfe unterstützt habe. Herr Bänninger dankte sodann im Namen der Familie für die Glückwünsche und Anerkennungen, die er gerne als Zeichen dafür ansehe, daß die Firma bisher den richtigen Weg gegangen fei. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß sich bald recht viele solcher Arbeitsgemeinschaften finden möchten, als Basis für die Volksgemeinschaft, auf der ja die Weltgeltung des deutschen Volkes aufgebaut werden müsse. Zum Schlüsse seiner Ausführungen gedachte er des Führers Adolf Hitler und des ehrwürdigen Reichspräsidenten von Hindenburg. Das dreifache Sieg-Heil wurde von den Festteilnehmern begeistert ausgenommen. Gemeinsam wurden sodann die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel- Liedes gesungen. Herr Export ersetzen. Wir haben deshalb die Herstellung des stets und gegenseitig herrschenden Vertrauens, verwandter Artikel in unser Programm aufge-, das denkbar beste gewesen sei. Hinsichtlich des Ver- nommen. | hältnisses zwischen Betriebsführung und Gefolg- Die Zukunftsaussichten für unseren Industrie-. schäft sei die Jubiläumsfirma beispielhaft für man- Zweig sind nicht rosig. Dies darf aber nicht bergen Betrieb unserer Heimat. Möge dieses Beispiel Grund sein, den Kopf hängen zu lassen. Die in die Zukunft weisen. Schwierigkeiten, die wir überwunden haben in den ------ - - - - - Jahren der Gründung und in all den späteren Jahren waren außerordentlich groß. Die Tatsache, daß „ . ... „ .. .. wir sie alle überwunden haben, gibt uns ben ?rf.®lcs enge Verbindung hin, die die Ja- Glauben, daß wir Mittel und Wege finden roerben, | buftrie- und Handelskammer mit bem Hause Ban- bie bestehenbe Exportkrise zu meistern. Ein Volk, ’ verbinde; fei doch Herr Dr. P a u l y der das von seinem Schicksal innerhalb zweier Jahr- Präsidentder Kammer. Das' Werk greise weit hm- zehnte soviel nationales und wirtschaftliches Leid ^us in die Welt und habe bisher allen Schwierig- zugeteilt erhielt und es überwunden hat, wird auch Öjtf” Seiftung der die heutige Exportkrise überwinden, aber einig muß ^l^nia auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung. - - ' • 6 - -...... • — y ! Herr Schuchardt übermittelte den fünf Jubilaren (Aufnahme: dient machte, bot dann eine ausgezeichnete Leistung mit der Wiedergabe der Ouvertüre zu „Wilhelm Tell" (Rossini). Die feierliche Stimmung erfuhr eine Vertiefung durch eine Darbietung „Mahnung" (Temesvary) des Gemischten Chores (Angehörige der Betriebsgemeinschaft) und des Orchesters, die unter der Leitung von Universitäts-Musikdirektor Prof. Dr. Temesvary zur Aufführung gelangte. Sodann hielt Herr Karl Bänninger die Festrede. Er begrüße zunächst die Gäste, die Vertreter politischen Organisationen, der staatlichen und städtischen Behörden sowie die tielnehmenden Nachbarn, Freunde und die Handelsvertreter der Firma, nicht zuletzt aber die Betriebsgemeinschaft in ihrer Gesamtheit. In seinen weiteren Worten führte er u a. aus: Es jährt sich heute zum 25. Male der Tag, an dem unser Vater, der Gründer der Firma, die Firma Bänninger G. m. b. H. in das Handelsregister der Stadt Gießen eintragen ließ. Der wirkliche Eründungstag liegt etwa zwei Jahre zurück in jener Zeit, in der unser Vater sich entschloß, in einem Alter von 65 Jahren mit seiner ganzen Familie aus seiner Heimatstadt Schaffhausen, in der er vierzig Jahre seines Lebens zugebracht hatte, auszuwandern, um in dem damals aufstrebenden Deutschen Reich ein industrielles Unternehmen fjir seine Familie zu gründen, ausgehend von dem auch in der nationalsozialistischen Wirtschaft wieder zur Anerkennung gekommenen Gedanken, daß Arbeitseinkommen gesünder ist und höher steht gls Zinseinkommen. Dom Tage seines Rücktritts aus der Leitung einer landwirtschaftlichen Maschinenfabrik in Schaffhausen an beschäftigte er sich mit dem Projekt eines eigenen Unternehmens und wählte dabei als Standort das ihm durch viele Reifen bekannte aufstrebende Deutsche Reich. Mit 65 Jahren bereiste er mit mir die verschiedenen Städte Mitteldeutschlands, um sich schließlich für Gießen zu entscheiden. Wir kannten damals keinen Menschen in Gießen und gelangten zuerst an Herrn Bauunternehmer Winn. Durch seine Vermittlung wurde das Gelände, auf dem die Fabrik heute steht, von der Stadt und einigen Privaten erworben. Auch Herr Geheimrat Gail willigte in den Verkauf anliegender Grundstücke ein, so daß die Ausführung des vorgesehenen Planes mit Anschluß an die Staatsbahn möglich war. Als begeisterter Ingenieur hatte der Gründer die ganze Fabrikanlage und die meisten Speziat- mafchinen schon vorher bis auf die kleinsten Details aufgezeichnet. Wir feiern heute nicht nur das Jubiläum unserer , , Firma, sondern auch das 25jährige Jubiläum unse-: erinnerte daran, wie die Beziehungen zwischen der ' " ' Reichsbank und der Firma Bänninger im Lause Vaterland kämpfen kann, wenn er weiß, daß Frau und Kinder zuhause einigermaßen ohne Not ihr freier der Arbeiter und einem Vertreter der Firma Leben fristen können, und da wir damals annah Er betonte, daß die Gefolgschaft freudigen Anteil an diesem Jubiläum nehme. Dankbar gedenke man des Herrn Karl Bänninger, des Gründers der über. Die hetzerisch tätigen Kommunisten hatten wir : Firma, der den Aufschwung leider nicht mehr habe schon lange entfernt. Am Verhältnis zwischen Ar-1 erleben können. Man sei sich dessen bewußt, daß beitgeber und Arbeitnehmer war nicht viel zu schwere Zeiten zurückliegen; daß die gegenwärtige ändern. Am 1. Mai 1933 trat unsere Firma bereits schwere Zeit überbrückt werde, das sei die Hoffnung Die Betriebsgemeinschaft der Firma Bänninger G. m. b. H. während der Feier des 25jährigen Bestehens in der Dolkshalle. — (Ausnahme Phota-PjsU T rs- A M» Sr ’i O •»' *-■ Lachmuskeln in anhaltende Bewegung. Mit ganz besonderer Freude hörte man außerdem die beiden Chorlieder „Sonnenaufgang" (Cornelius) und „Lied der jungen Schar" (Temesvary), die von dem gemischten Chor des Betriebes, unter der Leitung von Universitäts-Musikdirektor Professor Dr. Temesvary, sehr eindrucksvoll zu Gehör gebracht wurden. Professor Dr. Temesvary nahm Gelegenheit, der Firma dafür zu danken, daß sie für dieses Fest und, so hoffe er, auch für fernere Zeit, dem Gesang und Musik Raum gegeben habe. Es sei fast historisch zu nennen, daß das deutsche Lied erstmals in einem Betrieb in dieser Form Eingang gefunden habe. Er hoffe, daß die Mitsingenden auch weiterhin dem deutschen Liede treu bleiben möchten. Es würden sich sicherlich Mittel und Wege finden lassen, den Chor aufrechtzuerhalten. herzliche Worte des Dankes sagte der Redner auch dem Ingenieur, Herrn Karl Müller, für alle Unterstützung. Verschiedene gemeinsam gesungene Volkslieder, u. a. auch ein Lied, das von dem Werksangehörigen Karl Tetzner verfaßt war, verschönten die Feier. Nachdem der Musikzug der SAR. noch einige flotte Fanfarenmärsche zum Vortrag gebracht hatte, ferner einige sehr humorvolle Gesangsszenen von Betriebsangehörigen aufgeführt worden waren und einige junge Mädchen schöne Tanzreigen gezeigt hatten, hielt Herr B ä n n i n g e r zum Abschluß der Feier noch eine kurze Ansprache, in der er allen denen dankte, die sich um die Ausgestaltung der Feier verdient gemacht hatten. Dankbaren und freudigen Herzens begaben sich die Teilnehmer dieser Jubiläumsfeier nach Hause. Die Feier wird sicherlich allen lange in der Erinnerung bleiben. Aus -er Provinzialhauptstadt. Sommerbunte Wiesen. Die sommerliche Wiese ist ein bunter Teppich, der in seiner Eigenart jedesmal und beinahe in I jedem einzelnen Falle das Auge entzückt. Bald ist es eine reiche und bewegte Vielheit von Farben, die, in Gruppen geordnet, sich über den Plan verteilen, fast nichts anderes, als sei ein Maler in einer übermütigen Laune mit seiner Palette kreuz und quer gelaufen und hätte dabei das Grün der Gräser mit bunten Klecksen aufgeheitert. Hier ist Weiß hängen geblieben, dort sind rote Spritzer, hier hat er Gelb aufgetragen und wo anders Helloder Dunkelblau, wie es ihm gerade in den Sinn und in den Pinsel kam. Unter der Sommersonne leuchten die Tupfen gleich Scharen spielender Kinder auf, die in duftigen Gewändern sich mit Ringelreihen die Zeit vertreiben. Wenn die Mittagshitze brütet, und man schließt die Augenlider zu einem schmalen Spalt, dann laufen die verstreuten Farben ineinander, und auf der Netzhaut verwebt sich das Bild zu einem einzigen sonnenseligen Jauchzen. Dann scheint die Wiese keine reine botanische Angelegenheit mehr zu sein, sondern es singt aus und über ihr der Hymnus auf die Schöpfung, der in Worten nicht faßbar ist, dessen Rhythmus nur in unserem Innern zu schwingen vermag, und dessen Töne gleich Äolusharfen in Ohr und Blut klingen, mehr erfühlt als erlauscht, mehr Ahnen als Laut. „Dann gehet leise, nach seiner (tausendfältigen) Weise, der liebe Herrgott durch sein All---" In sommerbunten Wiesen liegen, ringsum das versonnene Zirpen der Grillen, bisweilen von Vogelstimmen untermalt, über sich das Wiegen und Gaukeln der verschiedenartigsten Falter und hoch oben das wolkenlose Blau der unendlichen Weite, dann verrinnen die Stunden mit erdentrückter Leichtigkeit, unbeschwert, wie der Flaum, der sich von manchen Wiesenpflanzen frei macht, um davonzufliegen, irgendwohin, in die Nähe, in die Ferne, um irgendwo wieder niederzugehen. Aehn- lich ist es mit unseren Gedanken. Sie schweifen dahin und dorthin. Sie wollen nirgends verweilen. Sie wollen nicht zu Ende gedacht sein. Denn das wäre Rückkehr zu erdgebundenem Alltag. Sie spielen mit uns und miteinander. Und Zeit und Raum haben aufgehört, wirkliche Maßstäbe zu sein. In sommerbunten Wiesen zu liegen, ist dann ein Träumen und Sichverlieren zwischen Düften und Tönen und Farben, ein Sonnen-Sonntag des anderen Jchs. Dann dichtet und liest jeder auf seine Art und nach seinen Fähigkeiten, er eine kurz-, der andere weitsichtig, den Lobgesang aller Lobgesänge. Dann ist er für Minuten Feriengast in jenen Gefilden, die die Heimat der Seele sind. Dann hat er heimgefunden zu seinem besseren Ich. Sommerbunte Wiesen sind Zaubergärten für den, der fähig ist, die Natur mit aufgeschlossenen und erlebnisbereiten Sinnen zu durchstreifen, für den, der keinen gedruckten Reiseführer nötig hat, weil er überall die Sternchen sieht, mit denen für die Kilometerfresser und Zeitraffer die Sehenswürdigkeiten besonders vermerkt werden müssen. Die Wiese in ihrem vollen Blütenflor ist ein festlicher Straub unter der Kuppel des blauen Weltendoms. K. I. G. Bornotizen. — Tageskalender für Montag: NS.- Hago Giehen-Nord, Ortsbetriebsgemeinschaft Han- del und Handwerk, 20.30 Uhr, „Aquarium", Mit- glieder-Versammlung. — Amt für Beamte, Kreis Gießen, Fachschaften Allgemeine Länderverwaltung und Justiz, 20.30 Uhr, Haus der Deutschen Arbeit, Schulungsabend mit Vortrag von Pg. Dr. Röder. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Meisterboxer"; 22.45 Uhr: „Die Insel der Dämonen". Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen Der NSLB. und der Reich sbund für Volkstum und Heimat veranstalten am kommenden Mittwoch, 15.30 Uhr, im Cafs Leib eine Kreiskonferenz. Es werden sprechen: Dr. K. R. Fischer über „Neue Wege in der Heimatforschung", Dr. Spilger, Geschäftsführer des Reichsbundes für Volkstum und Heimat in der Landschaft Rheinfranken-Nassau-Hefsen. Die Mitglieder des Reichsbundes für Volkstum und Heimat und des NSLB. werden zu dieser Veranstaltung erwartet. Eine Stunde vor Beginn der Kreiskonferenz findet im Cafe Leib eine Besprechung der Amtswal- ter des NSLB. Kreis Gießen statt, zu der sämtliche Bezirks- und Schulgruppenobmänner zu erscheinen haben. Fristverlängerung für landwirtschaftliche Entschuldungsanträge. LPD. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Am 30. Juni läuft der Termin ab, an dem Anträge auf Eröffnung des landwirtfchaftlichen Entschuldungsregelungsverfahrens gestellt werden können. Alle Bauern und Landwirte, die sich aus eigenen Mitteln nicht entschulden können, müssen sämtlich bis zu diesem Termin ihren Antrag bei dem zuständigen Amtsgericht eingereicht haben. Nähere Auskunft gibt die Landesbauernschaft und ihre Kreisgeschäftsstellen. Urlaubsfahrt „Kraft durch Freude" in die Bayerische Ostmark. Die NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude", Gau Hessen-Nassau, veranstaltet vom 7. bis 15. Juli eine Fahrt in die Bayerische Ostmark, und zwar in den schön st enTeildesBayerischenWal- d e s. Der Fahrtverlauf ist wie folgt vorgesehen: Am Samstag, 7. Juli, in den späten Abendstunden Abfahrt von Frankfurt a. M. Sonntag früh Ankunft in Regensburg. 4 bis 5 Stunden Aufenthalt. Vor der Weiterfahrt wird gemeinsam ein Mittagbrot eingenommen. Anschließend geht die Fahrt über Straubing, Plattling nach Deggendorf. Von hier aus erfolgt der Abtransport in die Quartierorte am Fuße des höchsten Berges des Bayerischen Waldes, des 1458 Meter hohen Arbers. Die Urlauber werden dort am Fuße des Arbers, mit seinem Waldreicktum und seinen schönen Ausflugsorten, schöne Urlaubstage verleben. Sie bleiben dort bis Sonntag, 15. Juli. An diesem Tage sammeln sich die Urlauber in den Morgenstunden wieder in Deggendorf zur gemeinsamen Fahrt nach Passau. Auch hier ist wieder Gelegenheit zur Besichtigung der wunderbaren Grenzstadt am Zusammenfluß von Donau und Inn. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in Passau ist dann die Abfahrt in die Heimat vorgesehen, wo dann die Urlauber am Abend eintreffen werden. Die Kosten betragen 31 Mk., einschließlich Fahrt, Verpflegung und Unterkunft. Die Verpflegung der Zugteilnehmer beginnt am Sonntag mit dem Mittagessen in Regensburg und endet am Sonntagmittag mit dem Mittagessen in Passau. Anmeldungen nehmen entgegen: die Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstryße 18, und die Ortsgruppen der NSBO. bzw. der DAF., und zwar bis Samstag, 30. Juni, spätestens. Neue Ortsmünzfernsprecher. Die Nachrichtenstelle des Reichs post- Ministeriums teilt mit: Die deutsche Reichspost hat vor einiger Zeit Münzfernsprecher für Teilnehmeranschlüsse heraus- gebracht. Da bei privaten Anschlüssen Münzfernsprecher für den Fern- und Schnellverkehr weniger im Bedürfnis liegen, konnte von der Verwendung so kostspieliger Apparate, wie sie in Fernspreck- Häuschen auf Straßen und Plätzen vorhanden sind, Abstand genommen werden. Die vereinfachten Münzfernsprecher, die als Ortsmünzfernsprecher bezeichnet werden, sind gewöhnlich nur für Ortsge- spräche gegen Einwurf von 10 Pfg. zu benutzen. Sie wurden bisher als Wandapparate geliefert. Neuerdings hat die deutsche Reichspost auch einen Ortsmünzfernsprecher in Tischgehäuseform eingeführt, der betrieblich dasselbe leistet. Während die Apparate mit Wandgehäuse für Räume mit öffentlichem Verkehr bestimmt sind (Gasthäuser, Kaufhäuser, Hausflure), eignet sich der leichter gebaute Tischmünzfernsprecher mehr als „Familienmünzfernsprecher" zur Aufftelluna in bewohnten Räu- men, wo er nur einem beschränkten Kreise gegenseitig bekannter Personen zugänglich ist. Bei allen Ortsmünzfernsprechern wird der Anruf des Fern- und Schnellamts — u. U. auch des Kundendienstes — technisch verhindert. Diese Sperre kann jedoch durch einen dem Inhaber gelieferten Schlüssel vorübergehend aufgehoben werden. Die Apparate sind dann im Orts-, Fern- und Schnellverkehr wie gewöhnliche Apparate zu benutzen^ Dienststellen mit nur zweistelligen Rufnummern (Feuerwehr, Ueberfall) können stets gebührenfrei gewählt werden. Die Ortsmünzfernsprecher sind nur in Ortsnetzen mit Selbstanschluhbetrieb verwendbar. Für ihre Benutzung wird ein monatlicher Zuschlag zur Grund« gebühr erhoben, der bei Hauptstellen 2,10 RM. für Wandgehäuse und 0,90 RM. für Tifchgehäuse, bei Nebenstellen 3,60 RM. für Wandgehäuse und 2,40 RM. für Tischaehäuse beträgt. Die Gesprächsgebühren werden dem Teilnehmer wie üblich in Rechnung gestellt. Den Münzbehälter leert er selbst. ** Finanzamtspersonalie. Regierungs- rat G u t e r m u t h vom Finanzamt Gießen ist mit Wirkung von heute ab an das Landesfinanz« amt Darmstadt versetzt worden. ** Das F e st der goldenen Hochzeit können am morgigen Dienstag der Rottenführer im Ruhestand Franz Kreuzburg und Frau Luise, Frankfurter Straße 140 wohnhaft, begehen. Das Jubelpaar ist 73 Jahre alt und noch sehr rüstig. Herr Kreuzburg ist langjähriger Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Die Auszahlung der Militär ver« sorgungsgebührnisse (Heeresrenten) für den Monat Juli erfolgt am Donnerstag, 28. Juni, die der Invaliden- und Unfallrenten am Samstag, 30. Juni. ** Sonntagsrückfahrkarten. Zu der am 7. und 8. Juli in Dillingen stattfinden 50. Jubelfeier des Kriegervereins können von den Bahnhöfen der Strecken Hungen—Mücke, Hungen— Friedberg, Gießen—Nidda, Nidda—Schotten und I Mücke—Gießen Sonntagsrückfahrkarten — auch in Blankoform — nach Villingen normaler Geltungsdauer (Samstag 12 Uhr bis Montag 12 Uhr) aus- gegeben werden. In 1 Stunde und 7 Mn.von Frankfurt nach Vertin! Gedanken und Erinnerungen eines Gießeners beim „Blihflug". Am vorigen Freitag, 22. Juni, flog Bantdirektor Grießbauer von hier mit dem neuen Schnellflugzeug von Frankfurt nach Berlin. Er übermittelt uns von diesem großen Flug-Erlebnis folgende Schilderung. D. Red. Gerade vor hundert Jahren hat ein hohes Medizinkollegium einer deutschen Universität über die in der Entstehung begriffene Eisenbahn ein Gutachten abgegeben. Es kam damals zu dem Ergebnis, daß das Eisenbahnfähren lebensgefährlich fei, eine Geschwindigkeit von vier bis fünf Meilen in der Stunde (d. f. 80 bis 35 Kilometer) könne fein Fahrgast auf die Dauer durchhalten, ja man könne allein vom Hinsehen Ohnmachtsfälle bekommen, weshalb zum mindesten jede Schienenstrecke durch eine undurchsichtige Bretterwand den Blicken der Fußgänger entzogen werden müsse. Und heute! Geschwindigkeiten von 80 bis 90 Kilometer mit der Bahn sind die Regel, und 120 bis 160 Kilometer werden die Geschwindigkeiten der nächsten Zeit auf den Hauptstrecken sein, ohne daß Insassen oder Zuschauer Ohnmachtsanfälle bekommen und in ihrer Gesundheit geschädigt werden. Und nun sollen wir in einer Stunde und 25 Minuten die etwa 440 Kilometer lange Strecke Frankfurt—Vertin im Flugzeug zurücklegenl Wer das nicht glauben will, der nehme den Sommerflugplan der Deutschen Lufthansa zur Hand. Dort steht: Abflug Frankfurt-Flughafen 17.40 Uhr, Ankunft Berlin 19.05 Uhr, d. f. eine Stunde und 25 Minuten. Ein leises Lächeln überkommt uns, wenn wir die Berichte von Teilnehmern der ersten Eisenbahnfahrt von Fürth nach Nürnberg vom Dezember 1835 lesen, die mitteilen, daß ihnen Sehen und Hören vergangen und daß die Wagen so schnell gefahren seien, daß man keine Häuser, Bäume und Menschen habe erkennen können. Und in hundert Jahren werden vielleicht unsere Nachkommen über uns lächeln, weil wir über 300-Kilometer-Stundengeschwindigkeit Aufsehens machten. Wer schon einmal geflogen ist — und unsere Verkehrsflugzeuge entwickelten bisher schon Geschwindigkeiten von 140 bis 200 Kilometer — dem wird es aufgefallen fein, daß man da oben in 1000 dis 1500 Meter Höhe gar kein Empfinden von der Schnelligkeit hat, mit der man dahinfaust, weil man keine Vergleichspunkte hat, feine Bäume, Häuser, Telegraphenstangen usw. Die Erde da drunten schwindet uns ganz langsam unter dem Flugzeug weg. Auch die auf über 300 Kilometer Slunden- geschwindigkeil gesteigerte Flugschnelligkeit kommt dem Insassen nicht zum Bewußtsein. Wenn wir den Riesenvogel, die Heinkel-Ma« s ch i n e , mit ihren schnittigen Linien, die vornehm ausgestattete Kabine mit ihren vier bequemen Sitz« Plätzen, die über jedem Platz angebrachte Lüftungsoorrichtung betrachten, die ständig fühlende Luft zuführt, und wenn dann der Motor feinen donnernden Propellergesang anstimmt und die Maschine sich nach furzem Anlauf mit elegantem Schwung in die Luft erhebt, dann erscheint uns diese Tatsache selbst wie ein Wunder, und wer sich die Fähigfeit des Staunens bewahrt hat, „der sitzt", wie ein Schriftsteller einmal gesagt hat, „näher am Weltgenuß, als die Unbewegbaren, die mit kühlem Verzicht über die Wunder Hinwegblicken." Und ein Schauer der Bewunderung ergreift den Insassen des Flugzeuges, sobald dieses, losgelöst von der Anziehungskraft der Erde, mit einem wahren Siegesgeheul über Städte und Dörfer, Eisenbahnen und Landstraßen, Berge und Täler, Wälder und Felder dahinhraust. All das, was uns erdgebundenen Menschen so selbstverständlich erscheint, wirkt auf den fliegenden Menschen als etwas ganz Neues und noch nie Gesehenes. An der zeitlich eng zusammengedrängten Form erregen all die Dinge, Die wir da unten sehen, die Bauten, die Straßen, Eisenbahnen, Brücken, die wundervoll bestellten Aecker, die gepflegten Wälder, die gewaltigen Industrieanlagen deshalb unser Erstaunen und unsere Bewunderung, weil diese Dinge von den winzigen Geschöpfen da unten, die man aus der Höhe kaum als solche erkennen kann, von den fogenannten Menschen erdacht, erfunden, gebaut und den Naturgewalten in oft jahrhundertelangen Kämpfen abgetrotzt wurden. Aber auch Bewunde- Opfer. Don Friedrich Mck-Malleczewen. Ob du dich dessen noch erinnern könntest, weiß ich nicht... Es war an der unteren Donau bei Belgrad; vom Faltboot aus hatten wir in den Schilfdschungeln des gewaltigen Stromes gebadet und lagen in der Sonne und sahen plötzlich dicht über uns einen Reiher streichen. Und ich, in der Gedankenlosigkeit, in der man so oft tötet ...ich riß die Flinte hoch und schoß und holte ihn herunter, den schönen perlgrauen Piloten. Holte ihn dir herunter, und unter deinen verwaisten Sachen liegen noch immer seine toten Schwingen. Und wir beide, du und ich... wir standen, und beide waren wir plötzlich tief beschämt ob des Mordes an dem schönen Tier und sprachen nicht und ahnten vielleicht beide zum ersten Male den Schauer der beiderseitigen Trennung... ach, so mitten heraus aus dem schmetternden Sommer ins graue Ungewisse des Todes. So standen wir und schwiegen. Und da, da kam es. — Keine Minute hatten wir bei dem Toten gestanden, da rauschte es über uns, und da war das des toten Tieres Gefährte, der nun über dem ge- faUenen Freunde feine Irauerfreife zog. Lange weite Bogen, enger und enger werdende Kreise... ohne Schrei, in tief aufwühlender Stille. Dies alles trotz der Gefahr des ja doch gewitterten Gewehres, trotz der Möglichkeit eines zweiten Schusses: eine stumme, ach so beschämende Totenfeier. iUnd dann wurden die Kreise weiter und weiter, und lautlos am weihglühenden Horizont des balkanischen Sommers verschwand der große Vogel, und weiter ging ihm und uns das Leben. Erinnerst du dich in deinem Schattenreich wohl noch des Tages und billigst mir, eine Verklarte, au, daß ich jenes Totenopfers gedenke, das wir damals sahen? * Opfer aber heißt, vom eigensten Ich etwas fort- neben, und wenn es so ist, dann ist es immer priesterliches Geben, und um seine Gebärde allem [ft verklärte Schönheit. Jene Stelle in der Odyssee schlage ich auf... ach, es war deine Lieblings- ftelle° .. und an der Unterwelt Pforte steht der Weltenwanderer und opfert den Schatten der toten Freunde. Drüber gossen wir dann für alle Toten ein Opfer, Erst von Honig und Milch und dann von lieblichem Weine, Drauf von Wasser zuletzt, mit weißem Mehl es bestreuend. Viel dann sieht und gelobt ich den Luftgebilden der Toten, Heim gen Ithaka kehrend, ein Rind, unfruchtbar und fehllos, Darzubringen im Haus und gut die Scheiter zu häufen, Auch für sie den stattlichsten Widder zu opfern, Schwarz umher, der stolz aus den Herden hervorragt. Ach, und es kommen die Schemen und trinken kurzes Scheinleben sich von der Opfergabe des Lebenden. Ich lese es und erschauere. Manchmal, manchmal vergesse ich, daß du selbst nun mitmarschierst in jenem grauen Zug der Schemen. * Weswegen ist die Gebärde des Sämannes so schön? Weil sie Spende und Segen ist zugleich. Weswegen fährt mir jenes Märchen von den Sterntalern so tief ins Blut... die Geschichte von dem Kinde, das gibt und gibt, bis es selbst nichts mehr und doch alles hat: die irdische Armut und den unbeschreiblichen Frieden derer, die da sagten: „Nicht ich, sondern du?" Weswegen sind Totenmasken um so unnahbarer, je mehr der Lebende sich selbst ver- leugnete und den Schwerpunkt seines Erdendaseins verschob aus dem eigenen Hunger, der eigenen Begier und dem eigenen tierischen Verlangen hinein in die mannigfachen Nöte des Mitmenfchen? Und weswegen kommen mir manchmal, betrachte ich das Gewimmel dieses Erdenlebens, so krause Gedanken — als käme diesem Erdball im gewaltigen Kosmos doch eine zentrale Bedeutung zu, als stünden gleichwertig sich gegenüber das Prinzip der rohen Selbstsucht und der verklärten Selbstaufopferung, als würde auf diesem kleinen durch den Himmelsraum sausenden Planeten ein erbitterter Kampf ausgefochten zwischen Gut und Böse, und als läge es an Dir selbst, kleines armes Menschenherz, wer Sieger bleibt: Gott ober Satan? ♦ Und was ist das für ein seltsamer Apparat, der uns leidlich und seelisch so häßlich und träge und übersatt macht mit der zunehmenden Bürde von Besitz und Erdenlast? Ein alter Mann in Weimar, selbst behangen mit patrizischem Wohlstand und ach so viel Ehre — er sehnt sich zurück nach den unbeschwerten und Dürftigeren Tagen Der eigenen JugenD unD Diktiert feinem Sekretär, Daß „man sich hüten solle vor Dem Augenblicke, wo man zum Sklaven seines eigenen Besitzes würDe". UnD Die eigenen Erinnerungen? Waren Die fröhlichsten Zeiten Des Lebens nicht eigentlich immer Die Dürftigsten? UnD wo erlebte man Die furchtbarsten, Die beschwingtesten StunDen? Nicht in Den großen eleganten Karawansereien, sonDern immer in Der Primitivität Des NvmaDen- unD Zeitlebens. Du kannst ungestraft Dies tun unD jenes lassen, Du magst Orgien feiern unD Durch Jahre hinDurch Dir einbilDen, Daß sozusagen „alle Tage Geburtstag" sei: eines Tages kommt Dir Doch Die Erkenntnis, Daß Das letzte Glück, Die letzte Freiheit unD ein un- irDischer FrieDe Dort beginnen, wo Verzicht unD lächelnDe Besitzlosigkeit ist. Das Glück, es liegt immer bei Den freiwillig FastenDen, Den EntbehrenDen unD OebenDen, Den Schmalhüftigen, Den WanDerern unD Den freuDig HungernDen. Es ist, in Diesen norDischen Himmelsbreiten zuminDeft, immer Das alte LieD. Ja, es heißt: „Nicht ich, sonDern Du". ♦ Das letzte Opfer heißt „Sterben für anDere" unD von keinem Bibelwort strahlt so viel Jenseitigkeit als von Dem: „Es hat niemanD so viel FreuDe, als wer sein Leben gibt für feine BrüDer". Ich Denke an Das, war mir ein Augenzeuge Der „Titanic"- Katastrophe erzählte von jenen unscheinbaren kleinen StewarDs, Die so selbstverstänDlich ertranken, nach- Dem sie zuvor höflich unD bescheiDen Frauen unD KinDern in Die Boote geholfen hatten... ich Denke an einen MönchsorDen, Den ich vor Jahren in SüD- amerika bei einer unausDenklichen EpiDemie Todesopfer auf ToDesopfer Durch feine pflegenDen BrüDer bringen fah. Diese Opferbereitschaft, Diese anstänDige unD wortlose FreuDe Des Gebens unD Des Sicy-Gebens, sie war mit Der Lehnmannstreue immer die echteste unD liebenswerteste Eigenschaft Der Deutschen, unD sie überDauerte auch jene schlimmen Jahre Der Verfettung unD Des Ungeistes. Denke ich Daran, so bin ich ruhig auch vor Den ernsten unD tragischen Aspekten Der heutigen, in Den Wehen einer WieDergeburt ächzenDen Welt. Es geht kein Volk zugrunDe an seiner Seele, solange es gibt ©er Unglücks-Diamant her Marie-Antoinette. Auf Der Weltausstellung von Chikago konnte man kürzlich für einige StunDen eine Der größten Sehenswürdigkeiten der Welt, den unheilbringenden saphirblauen „Hope" sehen, einen Diamanten, der eine ebenso berühmte, wie grausige Geschichte hat. Die heutige Besitzerin, die Gattin des amerika- schen Millionär Edward McLean hat das kostbare Stück der Ausstellung allerdings nicht überlasten wollen, und die Ausstellungsleitung hätte sich auch gar nicht dazu bereit finden können, die Bürgschaft für ihn zu übernehmen. Damit Das wertvolle Stück aber doch einmal auf der Ausstellung gesehen werden konnte, hat Mrs. McLean der Ausstellung einen Besuch abgestattet und hierbei den Diamanten in einem Anhänger getragen. Don einer Schar von Detektiven unD Polizeibeamten begleitet, Durchschritt sie Die Ausstellung, um Dann Den Diamanten sofort roieDer in ihr Safe zurückbringen zu lasten. Es hanDelt sich um einen 44'/, farätigen blauen Stein, Der ursprünglich einmal Das Auge eines burmesischen GötterbilDes gewesen sein soll. Den Dieben, Die Das Heiligtum entweihten unD Die Gottheit bestahlen, soll ein töDlicher Fluch nachgesanDt worDen jein, Der sich auf alle bisherigen Besitzer Des Steines übertrug. Seine Geschickte weiß von einer Kette von Krankheit, lob, Unfällen unD MorDen zu berichten, ehe er gegen einen Kaufpreis von über einer Million Mark in Den Besitz Des Amerikaners kam, Der ihn nun schon fünfundzwanzig Jahre verwahrt, ohne Daß ihm oder seiner Familie ein Unglück Angestoßen ist. JeDenfalls ist bekannt, Daß sich Der Stein einmal im Besitz von Marie Antoinette befanD, Die Das Sckaffot besteigen mußte, unD Daß auch Der französische Geschichtsschreiber Francois Beaulieu, Der in Den Besitz des Steines gelangte, elenD ums Leben kam. In Der Reihe Der Besitzer Des Hope-Diamanten finb Dann Prinz Kanitowski zu nennen, Der ermordet würbe, ein griechischer Juwelier, Der Durch einen Unglücksfall ums Leben kam. Der Sultan AbDul Hamll^ Der Türkei, Der feinen Thron verlor, unD ein persischer Kaufmann namens Habib, Der ertrank. runfl und tiefe Ehrfurcht vor dem Schöpfer aller Dinge durchdringen unsere Seele, und wir erkennen in dieser Stunde, wie klein, wie unendlich klein wir Menschen in dem großen Weltgeschehen sind, und Vie bescheiden wir im Grunde eigentlich sein müßten. Und noch etwas empfinden wir bei diesem rasenden Jlug: das Gefühl der unbedingten Sicherheit. Zielbewußt und mit einer unbändigen Energie strebt unser Vogel der Re>ichshauptstadt zu, mit der wir durch unsichtbare Strahlen verbunden sind. Nicht ein einziges Mal kommt uns Insassen der Gedanke, der Flug könnte gefährlich sein. Unser Flugzeug fliegt so ruhig und stetig durch die Luft, daß auch empfindsame Magennerven einen solchen „Blitzflug" in aller Ruhe wagen können. Als in der Gegend über dem bewaldeten Fläming die Maschine etwas bockte, meinte einer der Insassen, „die verdammten Eisenbahnübergänge!". Kaum hatten wir den Flughafen Frankfurt, wo ein heftiger Bodenwind in Stärke 6 wehte, verlassen, und- schon erreichten wir 1500 Meter Höhe, triß wir bis kurz vor Berlin innehielten. Da der Sturm hinter uns herwehte, so konnte unsere Maschine an diesem Tage (22. Juni) eine Schnelligkeit entwickeln, die geradezu phantastisch war. Unser Pilot reichte uns, als wir die Gegend von Halle, das wir etwa 20 Kilometer rechts im Dunst liegen Iahen, einen Zettel herein mit dem Vermerk: „Reisedurchschnitt 384 Kilometer, wir durchfliegen die Strecke Frankfurt—Berlin in einer Stunde sieben Minuten, Rekordflug!" And es stimmte auf die Minute, Abflug 17.35, Landung 18.42 Ahr, statt planmäßig 19.05 Ahr! Nur einige Zahlen: Nach 20 Minuten überflogen wir Fulda, drüben im Dunst lag die Wasserkuppe, die Geburtsstätte unserer Segelfliegerei, 15 Minuten später lag die herrliche Wartburg unter uns, wieder 10 Minuten später, eingebettet in herrlichem Wald, das Kyffhäuser-Denkmal — was mag der alte Barbarossa da unten über den gewaltigen Vogel gedacht haben? — nach weiteren 10 Minuten schob sich C ö t h e n unter uns weg. 18.32 wurde das breite Silberband der Elbe überflogen und des Deutschen Reiches Streusandbüchse lag unter uns. Interessant war der Wettlauf mit den Wolken. Obwohl sie in derselben Richtung, über die Lande eilten, wie wir, fk konnten mit unseren 384 Stundenkilometer keinen Schritt halten und mußten das Rennen aufgehen. Und nun stießen wir hinein in den Dunstkreis Berlins. „In diesem Rauch, Staub und Dunst müssen vier Millionen Menschen arbeiten und atmen, gräßlich!" Das war unser aller Gedan-ken. Die Sonnte neigte sich langsam dem Horizonte zu, wie aus Gold blinkten die Seen um Potsdam herauf zu uns, ein unbeschreiblich schönes, fast symbolisches Bild. Dir verlieren allmählich an höhe, der Propeller verlangsamt die Tourenzahl, automatisch löst sich das Fahrgestell aus, das während des Fluges zur Minderung des Luftwiderstandes elngezogen war, unter uns auf dem Tempel- Hofer Feld tauchen wie kleine weiße Motten die zahlreichen Flugzeuge des Deutfchlandfluges auf, ein Hopser — und wir sind wieder auf der Erde angelangt. Man könnte stundenlang von den gewaltigen Eindrücken berichten, die man in dieser kurzen Spanne Zeit in sich ausgenommen hat; von der verschiedenen Bauart der Dörfer; von dem Zustand der Aecker und Wiesen, die alle unter der langen Trockenheit gelitten haben; von der begeisterten Stimmung der vier Insassen; von der Kameradschaftlichkeit der Piloten; von den herrlichen Wolkenbildern und dergleichen mehr. Es mag genug sein! Line Stunde und sieben Minuten Flugzeit! Etwa die gleiche Zelt, die ein v-Zug von Gießen nach Frankfurt benötigt! Frankfurt wird Vorstadt von Berlin — als alter Frankfurter, der „e bißche was uff sich hält" sage ich umgekehrt: „Berlin wird Vorstadt von Frankfurt!" Eine Stunde sieben Minuten, eine unendlich kurze Zeit im Leben des Menschen, die aber ein gewaltiges und unvergeßliche Erlebnis in sich birgt. Mögen unsere Nachkommen in 100 Jahren über uns lächeln, für uns Gegenwartsmenschen ist ein solcher Flug Freude, Glücksgefühl, Stolz und — Gottesdienst! L. Grießbauer. Oberhessen. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 24. Juni. Der Tag des Deutschen Jugendfestes wurde in unserer Gemeinde mit dem Sportwettkampf der Schuljugend eröffnet. Nach gemeinsamem Marsch aller Schulkinder durch das Dorf traten auf dem Sportplatz die am Wettkampf teilnehmenden Knaben und Mädchen vom sechsten Schuljahr aufwärts an. Es wurde der von der Behörde angeordnete Dreikampf ausgetragen. Als Kampfrichter hatten sich neben den Lehrern der hiesigen Schule einige Mitglieder des Turnvereins 1889 Klein-Linden in anerkennenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Die Preisverteilung am Schluffe der Veranstaltung wurde von Schulleiter Rektor Dr. Crötzmann voraenom- men. Sie hatte folgendes Ergebnis: Knaben, Altersklasse 1922/23, 6. und 7. Schuljahr, 75 Meter-Lauf (15Vs Sek. — 0 Punkte), Weitsprung (200 cm — 0 Punkte), Schlagballwurf (18 m — 0 Punkte), 28 Teilnehmer mit 23 Siegern, 1. Preis mit 63 Punkten Rudolf Wagner, 2. mit 61 P. Walter Will, 3. mit 57 P. Ludwig Weigel und Albert Henkel, 4. mit 52 P. Hans Germer, Hanfried Knapp und Reinhold Weigel, 5. mit 51 P. Wilhelm Will, 6. mit 50 P. Heinrich Stein, 7. mit 49 P. Hermann Hinterlang, Alfred Weller und Paul ( 'jel, 8. mit 48 P. Egon Otto, Erwin Neurath und Friedel Ruhl, 9. mit 47. P. Helmuth Weidenhaus und Helmuth Hoßbach, 10. mit 45 P. Karl Ludwig Schmidt, 11. mit 44 P. Erwin Groos, 12. mit 43 P. Horst Lenz, 13. mit 42 P. Hanfried Klein und Ludwig Lenz, 14. mit 40 P. Walter Bepler. — Knaben, Altersklasse 1921, 8. Schuljahr, 100 Meter-Lauf (18Vs Sek. = 0 Punkte), Weitsprung (230 cm — 0 Punkte), Schlagballwurf (24 m = 0 Punkte), 15 Teilnehmer mit 7 Siegern: 1. mit 61 P. Karl Weber, 2. mit 53 P. Hermann Volk, 3. mit 50 P. Hans Weller, 4. mit 48 P. Erwin Weller, 5. mit 45 P. Walter Weiß, 6. mit 42 P. Hermann Luh, 7. mit 41 P. Helmuth Schmidt. — Mädchen, Altersklasse 1922/23, 6. und 7. Schuljahr, 75 Meter-Lauf (15V- Sek. = 0 Punkte), Weitsprung 160 cm — 0 Punkte), Schlagballwurf (5 m — 0 Punkte), 27 Teilnehmer mit 6 Siegern: 1. mit 55 P. Gertrud Hörder, 2. mit 50 P. Marie Siegmund, 3. mit 46 P. Elisabeth Hinterlang, 4. mit 44 P. Marie Weber und Marie Hofmann, 5. mit 40 P. Margot Jung. — Mädchen, Altersklasse 1921, 8. Schuljahr, 75 Meter-Lauf (15Vs Sek. = 0 Punkte), Weitsprung 195 cm — 0 Punkte), Schlagballwuvf (10 m — 0 Punkte), 16 Teilnehmer mit 5 Siegern: 1. mit 52 P. Lotte Kopp, 2. mit 45 P. Marie Rinn, 3. mit 41 P. Elisabeth Zörb und Tilli Rinn, 4. mit 40 P. Marianne Jung. Am Nachmittag führte die Hitlerjugend ihren Wettkampf durch. Das Ergebnis ist folgendes: Leistungsklasse 1: 1. Ludwig Glaum, 2. Erich Weigel, 3. Friedel Jung, 4. Rudolf Holler und Karl Marten, 5. Walter Weber, 6. Wilhelm Steinmüller, 7. Wilhelm Zörb und Hermann Fink, 8. Hermann Ruhl, 9. Erich Schepp, 10. Karl Vogel. — Leistungsklasse 2: Dreikampf, bestehend aus 100 Meter-Lauf, Weitsprung, Schlagballwurf: 1. Wil- Was mein einst war... Roman von Klothilde von (Stegmann. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.) 13 Fortletzung Nachdruck verboten! Do lächelten die traurigen Augen der schönen Frau zum ersten Male wieder: „Madame", sagte Madame de Lormes, „Sie rechnen mit einem nicht, was wir Frauen in einem Leben, wie ich es führen muß, nur zu genau kennen: der Eitelkeit der Männer! Wenn Ihr Gatte erfährt, daß ich ihn nie geliebt habe, daß es nur ein Spiel war, das ich mit ihm trieb, um eines anderen willen, wird fein verletzter Stolz auch die sogenannte Leidenschaft Überwinden." „Aber ich bin nicht imstande, ihm das alles zu sagen, was Sie mir gebeichtet haben", flüsterte Sofia mutlos. „Ich könnte feinen Schmerz, seine Scham nicht mit ansehen." Ein harter Zug grub sich um den schwellenden Mund der Madame de Lormes. „So sind wir Frauen nun", klang es bitter von ihren Lippen; aber sie sprach es ebenso zu sich selbst wie zu Sofia. „Wenn wir lieben, kann man uns allen Schmerz, allen Kummer der Welt bereiten, und wir fürchten uns, dem Geliebten auch nur den Schatten eines Schmerzes zuzufügen." Dann fuhr sie entschlossen fort: „Es gibt nur ein Mittel, gnädige Frau, um Alexander Demidoff von seiner törichten Schwärmerei loszulösen. Ich selbst muß ihm das Geständnis machen, das ich Ihnen gemacht habe — und ich will es tun. Nur weih ich nicht, ob Sie so viel Vertrauen zu mir haben werden, ihn noch einmal zu mir zu lasstn?" Da sah Sofia mit ihren klaren Augen Madame de Lormes an: „Ich vertraue Ihnen!" gab sie schlicht zur Antwort. Und dann, als wäre nun nichts mehr zu sagen, gaben sich die beiden Frauen aus den verschiedenen Welten die Hand mit einem verstehenden, erbarmenden, schwesterlichen Druck. Gleich darauf verließ Sofia das Zimmer. Madame de Lormes sah ihr mit einem weichen, nachdenklichen Blick nach. Dann setzte sie sich an den Schreibtisch, schrieb hastig em paar Zeilen auf die eleganten Seiten eines malvenfarbigen Bries- papieres und klingelte der Zofe. „Der Chauffeur möchte diesen Brief sofort zu Herrn Demidoff besorgen." . Mit starren Augen sah sie dem Mädchen, das flink hinausging, nach. Elftes Kapitel. Nun war die Entscheidung gefallen. Welch ein Glück, daß diese tapfere Frau bei ihr gewesen war, welch Glück für Demidoff! Aber was würde es ihr, der Madame de Lormes, für Unglück bringen? Das hatte sie Sofia verschwiegen. Unruhig stand sie auf und ging in ihrem Salon auf und ab. Dann blieb sie stehen, eine flackernde Angst flog über ihr Gesicht: sie hatte hinter dem Kleiderschrank nebenan das leise dreimalige Klopfen gehört, das sie kannte. Sie preßte die Hände auf die Brust, sah sich mit irren Augen um, als wollte sie fliehen — aber wieder ertönte leise, aber ungeduldiger das Klopfen. Da schloß sie rasch die Tür zum Korridor ab und öffnete den eingebauten Kleiberschrank. Gleich darauf schob sich Siemens Gestalt durch die Kleider hinein ins Zimmer. „Wie lange soll ich denn warten?" fragte er brüsk. „Warum machst du denn nicht auf, wenn ich klopfe?" „Ich habe geschlafen", gab Madame de Lormes gepreßt zur Antwort und wich seinen Blicken aus. Er sah sie mißtrauisch an, dann fuhr er fort zu sprechen: „Also paß auf! Heute abend wird der Gimpel Demidoff gerupft. Du spielst zuerst gegen mich und wirst verlieren, viel verlieren. Dein Geld wird zu Ende sein. Ich nehme an, daß Demidoff sich als Kavalier bewähren und dir sein Portefeuille zur Verfügung stellen wird. Durch einen unserer Leute, die ich im Hotel von Demidoff sitzen habe, weiß ich, daß er sich gestern Geld aus Bulgarien hat kommen lassen. Er ist also reif. Wenn du viel verloren hast und ich dir das verabredete Zeichen gebe, bann hörst du auf und sagst zu Demidoff: Ich habe heute Unglück; aber vielleicht gelingt es Ihnen besser! — Daraufhin wird Demidoff selbst zu spielen beginnen, und ich mache das Ende mit ihm. Morgen verschwindest du. Ich folge in einigen Tagen nach. Wir gehen bann nach Cannes; bort werden wir einige von diesen amerikanischen Millionären finden, die gestern abgereift sind. Ich habe die Nachricht von unseren Leuten aus Cannes. Die ganze Rechnung ist richtig und wirb glatt aufgehen." „Ja! Sie wirb glatt aufgehen!" wiederholte Lou mit einem eigentümlichen Ton, ber Liewen aufblicken ließ. „Was meinst bu benn bamit, baß bu meine Worte wieberholst? Du bist sonderbar!" Sie lachte unnatürlich laut unb grell auf. „Wieso sonberbar? Ich meine boch nur, baß bu ein sehr, sehr geschickter Rechenmeister bist, unb baß bir so leicht nichts mißlingt." „Wenn ihr nicht patzt, bann natürlich nicht!" gab Liewen siegessicher zur Antwort. „Also, bu hast verstauben? Ich gehe schon um zehn Uhr in ben Spielsalon. Du kommst, wie immer, gegen elf Uhr." „Könnte es nicht heute ausnahmsweise etwas später werben?" fragte Lou mit unsicherer Stimme. „Ich habe bem Conte d'Estrelle zum Souper zugesagt." Nun, Meinetwegen! Komm eine halbe Stunde später, das wird schließlich auch nichts ausmachen." Helm Weigel, 2. Walter Lang, 3. Wilhelm Jung, 4. Hermann Stein, 5. Wilhelm Kissel, 6. August Mülln, 7. Helmuth Weber, 8. Karl May, 9. Fritz Diehl, 10. Wilhelm Stein. Am Festabend marschierten sämtliche schulentlassenen Jugendorganisationen, ferner SA., SA.-Reserve, viele Vereine und Einwohner hinaus an das Allendörfer Wäldchen, um gemeinsam die Sonnenwendfeier zu begehen. Ein großer Holzstoß wurde angezündet, und in Sprechchören gelobten HI. unb BbM., in Einheit unb Kraft bas zu vollenden, was unser Führer von uns verlangt. Sobann würbe burch die HI. der Toten des Weltkrieges unb ber Gefallenen ber nationalsozialistischen Revolution gebacht unb ben deutschen Brüdern in den abgetrennten Gebieten das Treuegelöbnis erneuert. Karl Haas, der Führer der Gefolgschaft Klein-Linden der HI., sprach über die Bedeutung der Wettkämpfe des Tages als eines Dienstes am deutschen Volk, ferner über das ehrwürdige Brauchtum unserer Altvorderen im Sonnenwendfeuer und gelobte treue Mitarbeit der Jugend am Wiederaufbau unseres Vaterlandes. Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann schilderte den begonnenen Aufstieg unseres Volkes auf allen Gebieten, kulturell, wirtschaftlich und außenpolitisch, unb forberte auf, Kämpfer zu werben für bie große Jbee unseres Führers, um bamit bem Führer ben Dank abzustatten für bie Rettung bes Vaterlanbes vor bem Untergang. Sein „Sieg-Heil!" galt bem Volkskanzler, in bas die Menge, wie auch in das gemeinsam gesungene Horst-Wessel-, unb Deutschlandlieb, begeistert einstimmte. tn. Lang-Göns, 23. Juni. Im Rahmen bes Jugenbfeftes würben heute bie sportlichen Wettkämpfe ber vier oberen Schuljahrgänge ausgetragen. In ber ersten Abteilung (7. unb 8. Schuljahr) nahmen 21 Knaben unb 32 Mäbchen baran teil. Sieger würben in Weitsprung, Ballwurf unb Lauf: Ewalb Spies, 66,5 Punkte, Erich Arzt, 55 P., Kurt Philipp, 55 P., Otto Pflüger, 54,5 P., Heinz Müller, 53 P., Ewald Herbel, 52 P., Helmut Drücket, 51 P., Willi Reibt, 49,5 P^. Ewalb Brückel, 46 P., Otto May, 43 P. — Erna Weiß, 43,5 P., Emma Puhl, 41 P., Irene Müller, 40,5 P. In ber zweiten Abteilung (5. unb 6. Schuljahr) nahmen 25 Knaben unb 32 Mäbchen an ben Wettkämpfen teil. Sieger würben hier: Ottilie Stoll, 53 P., Erna Lechens, 50 P. — Erich Jung, 52 P., Hans Puhl, 52 P., Erich Wissig, 43 P., Reinharb Rühl, 43 P., Helmut Kuhl, 43 P., Richarb Müller, 40 P. — Die Ehrenurkunde des Reichspräsidenten erhalten: In ber ersten Altersklasse (11- unb 12jährige): Ottilie Stoll, in ber zweiten Altersklasse (13- und 14jährige) Ewald Spies. Zum Schluß wies der Führer des hiesigen Turnvereins, der den Wettkämpfen beigewohnt hatte, darauf hin, daß fast alle Sieger der Jugendabteilung des Turnvereins angehören unb forberte bie anbern Schüler auf, nun auch halb Mitglieb bes Turnvereins zu werben, bamit sie bei ben nächsten Wettkämpfen ebenfalls gut bestehen können. V Hausen, 23. Juni. Am gestrigen Freitag, 22. Juni, feierte bas Ehepaar Altbürgermeister ßubroig Happel unb Lina geb. Wehrum bas Fest ber ©eibenen Hochzeit. Am Abenb brachte ber Frauenchor Haufen seinem Ehrenmitglied ein Ständchen und ließ durch seinen Vorsitzenden, Pfarrer Steiner, zwei Blumenstöcke überreichen. Der Kirchenvorstand, dem Altbürgermeister Happel angehört, schenkte seinem Mitglied eine künstlerische Aufnahme der Kirche von Hausen mit entsprechender Widmung als Dank für die Verdienste, die sich Happel jederzeit im eifrigen und mutigen Eintreten für die Kirche erworben. Das Glückwunschschreiben des Propstes von Oberhessen, Propst Knodt- Gießen, wurde verlesen und bas babei von ber Lanbeskirche gestiftete Gesangbuch überreicht. Altbürgermeister Happel dankte in bewegten Worten, zugleich im Namen seiner Frau, für alle die Ehrungen, die ihm zuteil geworden, unb lud ben Frauenchor unb ben Kirchenoorstanb zu einer Tasse Kaffee im blumengeschmückten Hofe ein, wo bie Gäste einige gemütliche Stunben verlebten. * Ruttershausen, 25. Juni. Aus der Landstraße Ruttershausen—Odenhausen ereignete sich dieser Tage ein Verkehrsunfall, der zum Glück noch verhältnismäßig glimpflich ablief. Ein Autofahrer aus Lollar kam dort mit feinem Kraftwagen einem Fuhrwerk entgegengefahren, hinter dem plötzlich ein Radfahrer aus Odenhausen auftauchte. Um den Radler nicht zu überfahren, riß der Autolenker seinen Wagen schnell herum, er konnte jedoch nicht verhindern, daß der Radler durch ein Hinterrad des Autos gestreift und umgeworfen wurde, wodurch er leichtere Perletzungen am Kopfe erlitt. Das Auto Überschlug sich, zum Glück kamen aber auch dessen Insassen mit leichten Verletzungen davon, während der Wagen unversehrt blieb. Kreis Frievberg. 4- Fauerbach v. d. H., 23. Juni. Gestern verunglückte der hiesige Spenglermeister Gg. Schmidt tödlich dadurch, daß er bei einem Einwohner am Dache ein Kandel anbringen wollte und aus etwa drei Meter Hohe a b ft ü r 51 e. Dabei fiel er auf den Kops, der seitlich eingedrückt wurde. Ein schwerer Schädelbruch führte den sofortigen Tod herbes Der Verunglückte stand im 64. Lebensjahre. Kreis Büdingen. LPD. Bübingen, 24. Juni. Beim K i r s ch e ns pflücken stürzte ein Mann infolge eines Schroin» belanfalles vorn Baum unb bann einen Abhang herab. Dabei trug er schwere äußere und innere Verletzungen davon, bie seine lieber» führung in das hiesige Krankenhaus erforderlich machten. Kreis Lauterbach. LPD. H e r b ft e i n, 24. Juni. Hier wurde die Landwirtsfrau Schad beim Anspannen von Kühen von einer Kuh zu Boden gestoßen und bann gegen ben Leib getreten. Dabei erlitt die Frau so schwere innere Verletzungen, daß sie bald darauf starb. Kreis Weirlar. (D Krofdorf, 23. Juni. Bei strahlendem Sonnenwetter hielt die hiesige Schule nach einem Marsch mit Musik durch den Ort und nach feierlicher Flaggenhissung auf dem Platz an ber Turnhalle ihre Reich siugendwettkämpfe ab. Während von ben Jungens 50 v. H. Sieger werben konnten, lag ber Prozentsatz ber Siegrinnen niebriger. Es beteiligten sich bie Jahrgänge 1920 bis 1923. Sämtliche Schul- tinber erhielten Würstchen unb Brötchen. Mit der Siegerehrung durch den Schulleiter, mit Sieg-Heil auf Führer und Vaterland und mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes schloß die Veranstaltung. (D Gleiberg, 24. Juni. Die langanhaltende Trockenheit vor dem letzten Regen in diesem Sommer, die unsere Landwirte mit ernster Sorge erfüllte, gibt Anlaß zur Erinnerung eines ähnlichen Zustandes in unserer Gegend vor genau 7 5 Jahren. Darüber berichtet die hiesige Gemeindechronik^ „1859: Der Sommer war sehr trocken, so daß dis Pflanzen zum größten Teil nicht anwuchsen und teilweise gar nicht gesetzt werden konnten. Es gab auch viele Würmer und Engerlinge an den Pflanzen. Am 14. August gab es feit langer Zeit zum erstenmal Regen unb fingen die Leute an, Stoppel- erbten und Stoppelrüben zu säen und gelangten noch zu einer ganz vollständigen Ernte. Die Kartoffeln fingen jetzt wieder an zu wachsen, es gab auch ziemlich, jedoch wegen ihrer Unreifheit und dünnen Schale verfaulten sie in den Kellern fast halb; im übrigen war die Ernte eine mittelmäßige zu nennen." Nach dem Genuß von unreifen Stachelbeeren gestorben. LPD. H a i g e r (Dillkreis), 23. Juni. Nach dem Genuß von unreifen Stachelbeeren ist in Würgendorf das fünfjährige Töchterchen ber Familie Otto Fey nach gräßlichen Schmerzen im Krankenhaus zu Haiger, woselbst man burch eine Operation bas Leben des Kindes zu retten suchte, gestorben. Er ging mit kurzem Kopfnicken wieder auf dem gleichen Wege hinaus, auf dem er, ungesehen von allen Menschen, zu Lou de Lormes gekommen war. Niemand wußte ja von den dunklen Beziehungen zwischen diesen beiden, denn niemals ließen sie sich in der Oefsentlichkeit zusammen sehen. Lou stand mit starren Augen da. „Wenn er es erfährt, ist es aus mit mir!" flüsterte sie vor sich hin. * In dem Blauen Salon war das Spiel in vollem Gange. Es hatte sich in ganz Rom herumgesprochen, daß man hier die waghalsigsten und besten Spieler aus aller Welt antraf, uno daß ungeheure Summen umgefetzt wurden. So war es fein Wunder, wenn sich in diesem Klub die Blüte der Gesellschaft zusammenfand, um so mehr, als man nur durch besondere Empfehlungen und Verbindungen hinein- kommen konnte. Liewen stand an einem Pfeiler unb beobachtete bas Spiel, bas sich an ben Tischen entwickelte. Er selbst spielte noch nicht. Er mußte jetzt seine Kräfte für ben großen Schlag auffparen, ben er gegen Demiboff zu führen gebuchte. Er sah auf bie Uhr. Halb elf Uhr. Noch eine Stunbe, bann würbe Lou erscheinen, unb hinter ihr, wie ein getreuer Trabant, dieser Dummkopf von Demidoff. Da stutzte er. In der Tür war die zierliche Gestalt des Marquis d'Estrelle aufgetaucht. — Allein?! Liewen sah schärfer hin. Kam Lou de Lormes noch? Aber nein, ber Marquis fchlenberte, nach allen Seiten grüßenb, allein an ben Tisch heran. „Guten Abenb, Herr Marquis!" grüßte Liewen. Der anbere erroiberte ben Gruß unb sagte zu einem anberen Herrn ber Gesellschaft. „Ich bin boch eher von meiner Fahrt nach Florenz zurückgekommen, als ich buchte. Ursprünglich wollte ich ja bis morgen bleiben." Dann entnahm er seiner Brusttasche eine Hanb- voll Ships und setzte sich an einen freien Platz, um zu spielen. Liewen hatte die Worte des Franzosen gehört. Ein gefährliches Glitzern kam in feine Augen. Lou hatte ihn also belogen, als sie ihn an eine Verabredung mit dem Marquis zum Abendessen glauben machen wollte. Sie hatte gewußt, baß ber Marquis verreist gewesen, aber sie hatte nicht berechnet, baß er früher zurückkommen könnte. Aus welchem Grunbe aber hatte sie ihn belogen? Doch nur, um sich mit jemanbem zu treffen. Wer war biefer Jemanb? Nun, er würbe es halb genug herausbekommen. Unauffällig verließ er ben Spielsaal unb fuhr fo schnell er konnte zurück ins Hotel. Schon von weitem sah er hinter ben Spitzenvorhängen Licht! Ein Zeichen, baß Lou baheim war. Er fuhr mit bem Lift hinauf unb eilte in sein Zimmer. Geräuschlos öffnete er ben Wanbschrank von seiner Seite. Lou ahnte nicht, daß er es längst fertiggebracht hatte, auch von sich ause bie Tür mit Hilfe eines befonbers konstruierten Schlüssels zu öffnen. Man mußte bei Frauen immer noch vorsichtiger sein, als biese selbst zu wissen brauchen. Im Salon hörte er erregte Stimmen, bie von Lou unb — eine Männerstimme. Jetzt erkannte er sie: es war bie Stimme Demiboffs, bie lauter unb lauter anschwoll unb plötzlich wie mit einem schluch- zenben Laut abbrach. In ben Kleibern bes Wanbschranks verborgen, lauschte Liewen, aber er hörte nur noch, wie Demiboff schrie: „Diesen Verrat werbe ich nie überroinben!" Dann knallte eine Tür zu, unb Stille war. Der Lauscher hörte, wie Lou tief aufseufzte, bann vernahm er einen leisen Laut, wie wenn ein Telephon- Hörer abgenommen wirb, unb Lous Stimme, bie in französischer Sprache eine Nummer verlangte. Dann war eine Weile Stille eingetreten. Nun tönte roieber Lous Stimme: „Sie finb es, Mabame? Ich wollte Ihnen nur sagen, ich habe Ihrem Gatten alles geftanben. Er wirb sich mir nie roieber nähern. Seien Sie nun klug, Mabame, unb gut! Ich wünsche Ihnen alles Glück, bas Sie verbienen!" Ihre Stimme schwankte wie von Tränen, bann schien sie noch in ben Apparat hineinzuhören. Gleich darauf fuhr sie mit einem erstickten Aufschrei in bie Höhe. Mit einem Sprung, wie ein Raubtier, war Liewen aus bem Wanbschrank auf sie zugekommen. „Du!" raunte er, und feine Augen funkelten drohend in bie ihren. „Was hast bu mit Demiboff zu reben gehabt? Was hast bu ihm gesagt? Hast du ihm unser Geheimnis verraten? Leugne nicht! Ich habe deinen feinen Plan durchschaut. Der Marquis d'Estrelle, mit dem du angeblich soupiertest, ist soeben erst aus Florenz gekommen und versucht bereits sein Glück im Klub, indessen du — bu..." Er schüttelte sie roütenb, baß sie unter ben brutalen Hcinben bes Mannes hin unb her schwankte. „Ich bringe bich um, wenn bu nicht augenblicklich alles gestehst!" Dann ließ er sie so unvermutet los, baß sie mit einem leisen Aufschrei in bie Knie fiel. Dort blieb sie liegen, bie Hänbe angstvoll gegen bas Gesicht gehalten, um seinen brohenben Fäusten zu entgehen. Aber er riß sie roieber empor. „Du brauchst mir nichts mehr zu erzählen", sagttz er mit unheimlich leiser Stimme. „Ich weiß genug. Das wirb bich teuer zu stehen kommen, verlaß bich barauf. Ich gehe jetzt in ben Klub; bu folgst mir in einiger Zeit nach. Kein Mensch barf etwas ahnen. Ich werbe meine Leute aufstellen unb bafür sorgen, baß biefer Demiboff, an bem bu anscheinend einen Narren gefressen hast, unschädlich gemacht wird, wenn er sich etwa auf ben Weg zur Polizei machen sollte, um uns anzuzeigen." „Das wirb er nicht tun!" stammelte bie Frau mit schmerzverzerrtem Gesicht. „Er hat mir sein Ehrenwort gegeben." (Fortsetzung folgt). 1 *-> . ,1 3778 V Opekta Aus Früchten gewonnen TCohm, 4K-oh xtenigeb jtäcke* Bei der Opekta-Koch* methode muß man auf jedes Pfund Frucht auch 1 Pfund Zucker nehmen, Trotz eindringlichster Warnung gibt es immer noch Hausfrauen, welche etwas Zucker „sparen" möchten. Aber das sollte man bei Opekta nicht tun; denn das Weglassen eines Pfündchens Zucker ist kein Gewinn, sondern eirt erheblicher Verlust nicht nur an Marmelade sondern auch an Geld. Nach der» Opekta-Rezepten erhält man mit einer Normalflasche Opekta zu 8S Pfennig aus 4 Pfund Früchten 4- 4 Pfund Zucker etwa 8 Pfund Marmelade dagegen aus 4 Pfund Früchten -4- 3 Pfund Zucker nur etwa 6 Pfund Marmelade Der Verlust an fertiger Marmelade beträgt also nicht nur 1 Pfund, sondern sogar etwa 2 Pfund. Wie kommt das wohl? Ganz einfachI Wenn man nämlich 1 Pfund Zucker weniger nimmt, muß es ja natürlich auch 1 Pfund Marmelade weniger geben. Ferner muß man dann aber auch 5 bis 10 Minuten länger kochen, damit die Marmelade fest wird, wodurch gut und gerne noch ein weiteres halbes Pfund einkocht Schließlich trocknet die „zuck ersparende" Marmelade auch nachher noch besonders stark ein, selbst wenn die Gläser mit Pergament oder Glashaut verschlossen sind. Nach einigen Wochen sind dann im ganzen kaum noch 6 Pfund Marmelade, vielfach sogar noch weniger, übriggeblieben. Dort, wo man also glaubte, ein Pfund Zucker eparett m können, hat man in Wirklichkeit zwei Pfund Marmelade weniges* Rezept Z Pfd. emsrerm gewogene dunkle süße Kirschen urut 1 Pfd. Johannis- oder reife Stachelbeeren sehr gut zer* kleinern und mit 4 Pfd. Zucker zum Kochen bringen Hierauf 10 Minuten durchkochen, dann 1 Normalflasche Opekta zu 86 Pfg. hinzurühren und in Gläser füllen. — Ausführliche, illustrierte Rezepte für alle Früchte und Etü> ketten für Ihre Marmeladengläser liegen jeder Flasche beti Trocken-Opekta (Pulverform) wird gerne für kleine Mengen Marmelade, Gelee und für Tortenübergüsse verwende^ Päckchen für Pfc Pfd. Marmelade 45 Pfennig, für Torteiw überguß 23 Pfennig. — Genaue Rezepte sind aufgedrucklt Achtung! Rundfunk! Sie hören während der Einmachzeit über alle deutschen Sender jede Woche den interessanten Lehrvortrag aus der Opekta-Küche „10 Minuten für die forte schriftliche Hausfrau". — Rezeptdurchgabel Die genauen Sendezeiten ersehen Sie aus den Rundfunk-Zeitungen Kirsch- (p Johannisbeer- Marmelade bereiten SieÄ Sonnenwendseier auf dem Schiffenberg. Ein eindrucksvolles nächtliches Erlebnis. Die Kreisleitung Gießen der NSDAP, veranstaltete am Samstagabend eine Sonnenwendfeier auf dem Schiffenberg. Der Einladung zu dieser schönen nächtlichen Veranstaltung waren die Volksgenossen aus Stadt und Land in sehr großer Zahl gefolgt. Es mögen wohl viertausend Menschen gewesen sein, die sich in dem weiten Hofe und in den Gaststuben des Schiffen- bergs vereinigten, um in der 23. Stunde sich um das mächtig lodernde Sonnenwendfeuer zu versammeln. Viele pilgerten zu Fuße hinauf zum Berge, andere kamen mit den großen Kraftomnibussen der Reichspost, oder in Personenwagen. Die Gießener SS. unter dem Kommando des SS.- setzten Gebiet eine Sonnenwendseier unter den Bajonetten der Franzosen und dem Gummiknüppel unserer eigenen Polizei. Damals war es unsere Aufgabe, dem deutschen Volke immer wieder zuzurufen: Deutsches Volk in deiner N 0 t erkenne deine Schmach, deutsches Volk erwache! Dieser Ruf „Deutschland erwache!" hat Widerhall gefunden. heute hat sich das deutsche Volk wieder zusammengefunden. Und heute wollen wir uns nach alter Sitte wieder vereinigen, um uns das ins Gedächtnis einzuprägen, was unsere Aufgabe ist, unseren Mut für den Blick auf das Sonnenwendfeuer im Hose des Schiffenbergs. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) heil zu ordnen, die als Vorkämpfer befähigt find. dem Volke! einer neuen Weltsanschauung Adolf Hitler weiteren Kampf zu stählen. Leiter gibt es immer noch Menschen, die nur allzu schnell vergessen, wie groß die Not unseres Volkes war und was unser Führer seit dem vorigen Jahre alles für uns getan und erreicht hat. Im vorigen Jahre arbeitete noch die internationale Macht gegen das deutsche Volk, sein unsichtbarer Feind, das Judentum. Als diese Macht unser Land beherrschte, war das alte deutsche Erbübel wach: Sie Uneinigkeit des Volkes. Als das deutsche Volk vor dem Abgrund stand, haben wir es vor dem Untergang zurückgehalten und dem Riesenprozeß der Selb st Vernichtung eine Ende gemacht. Adolf Hitler hat unser deutsches Volk wieder zusammengeführt. Dafür müssen wir unserem Führer Dank bezeugen und uns zusammenfinden über alle kleinlichen Widerstände hinweg. Wir sind alle in einem Schiss und haben alle die Pflicht, uns in die Ruder zu legen und dem Lenker dieses Schiffes in Vertrauen und Treue zu folgen. Es ist bedauerlich, daß Menschen, die sich früher immer als Hüter des Nationalbewußtseins bezeichneten, heute noch beiseite stehen, wo es doch unser aller Pflicht ist, alles zu tun, was dem deutschen Volke frommt und seinem Wiederaufbau förderlich ist. Für die Zukunft unseres deutschen Volkes müssen wir unser ganzes Sein einsetzen und dabei zu jedem Opfer bereit sein. Das ist unsere höchste Pflicht, das ist unsere Aufgabe, die wir von den Vätern übernommen haben. Seien wir 6V2 Millionen Menschen waren hoffnungslos, dem Elend preisgegeben, sie hatten den Glauben an das Vaterland fast verloren. Da kam der Mann, der das Unheil von unserem Volke abgewandt hat: Adolf Hitler. Ihm sind wir zu unauslöschlichem Dank verpflichtet. Er gab uns den Glauben an Deutschland, an die Größe unserer Nation und den Glauben an das Recht des deutschen Volkes wieder. Wir glauben, daß unser Volk berufen ist, den Platz an der Sonne wieder einzunehmen, auf den es ein Recht hat. Wir find bereit, treu dem Führer zu folgen, der unser Volk aus der Rot geführt hat und es auch zur Freiheit führen wird. Wir glauben an die Zukunft des deutschen Volkes. Wir hoffen und glauben, daß dieses Volk sich allezeit treu, machtvoll und stark zeigen wird. Dann wird auch die deutsche Eiche wieder grünen, wenn wir bereit sind, die Volkgemeinschaft bis zum Letzten zu erleben und zu halten. Wir wissen, wie groß die Liebe des Führers z u unserem deutschen Volke ist. An uns liegt es nun, ihm diese Liebe aus ganzem Herzen z u erwidern. Wir wollen uns an dieser Flamme läutern und erneut den Schwur ablegen: Alles für unser geliebtes deutsches Volk und Vaterland ! Wir wollen uns immer wieder erneut auf unsere Pflicht besinnen und mithelfen, daß das Werk Adolf Hitlers vollendet werde. Treu zum Führer, treu zum Volk für alle Zeiten! Begeistert stimmte die Menschenmenge in das dreimalige Sieg-Heil ein, das der Redner als Treu- gelöbnis auf unser deutsches Volk und seinen Führer Adolf Hitler ausbrachte. Hierauf folgte das Horst-Wesfel-Lied. Die SA.-Reservekapelle spielte hierauf die Melodie des Liedes „Flamme empor!", das von der Menge mitgesungen wurde. Gleichzeitig loderte das Feuer des großen Holzstoßes hell auf in die dunkele Nacht hinein. Angesichts der riesigen Flamme wandte sich Kreispropagandaleiter pg. Schmelz mit folgenden Feuersprüchen an die Festversammlung: Bekenntnis. Wer diese Zeit, die innerlich krank und faul ist, heilen will, muß zunächst den Mut aufbringen, die Ursachen dieses Leides klarzulegen. Das aber soll die Sorge der nationalsozialistischen Bewegung sein: lieber alle Hindernisse hinweg aus unserem Volkstum heraus diejenigen Kräfte zu sammeln und Oberbürgermeister Ritter (auf dem Tische stehend) bei der Feuerrede. Von rechts nach links: Kreispropagandaleiter Schmelz, Bürgermeister Dr. Hamm, der Führer der NS.- Stadtratsfraktion Kaufmann Sudheime r. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) die Feuerrede, in der er u. a. sagte: Heute lodern auf allen Bergen des deutschen Vaterlandes die Flammen empor. Es ist das ewig junge Feuer der Sommersonnenwende, um das mir uns scharen, an dem sich unsere Herzen läutern sollen, an 'dem sich die ganze Nation zusammen- sindet, um sich erneut z u unserem Führer Adolf Hitler zu bekennen. Sturmbannführers Hainbach, eine Abteilung des Arbeitsdienstes und die politischen Leiter kamen gemeinsam in geschlossener Kolonne anmarschiert, bald darauf rückte der SA.-Sturmbann II unter dem Kommando des SA.- Sturmbannführers Walther an. Inmitten der frohgestimmten Menschenmenge sah man u. a. den Gießener Oberbürgermeister und Kreisinspekteur für Gießen-Stadt Pg. Ritter, Brigadeführer Schmidt und Standartenführer Lutter mit ihrem engeren Stab. Die Gebäude des Schiffenbergs am Platze der Feier waren mit Hakenkreuzfahnen in festlicher Weife geschmückt. Vor dem Brunnen war ein großer Holzstoß aufgeschichtet, dessen Scheite ein langandauerndes Feuer boten. Zu Beginn der Feierstunde ertönte das Geläut der auf Veranlassung des .Kreispropagandaleiters Pg. Schmelz wiederhergestellten Glocke des Schiffenbergs, während gleichzeitig die Menschenmasse sich in weitem Kreis um den Holzstoß vor dem Brunnen aufstellte. Der Musikzug der Gießener SA.-Reserve unter Leitung des Musikzugführers Herrmann leitete die Feier mit dem „Ave Maria" von Schubert ein. Anschließend sang der Sängerkreis Gießen unter Leitung des Chormeisters Schüttler den schönen Chor „Mahnung". Sodann hielt Oberbürgermeister pg. Ritter Das Feuer brennt. Alle Lebendigen und alle Toten sind im Ring um das Feuer oereint Heiliger Wille brennt in uns allen. Wir fühlen, daß wir Gemeinschaft sind und daß diese Gemeinschaft uns zu neuen Taten stark macht. Dies ist der Anfang. Aus den Wurzeln von Volkstum und Heimat, aus dem großen Beginn unserer nationalsozialistischen Revolution werden wir Volk werden. Wir wollen Volk werden! Volk zu sein ist unsere Sendung. Wir haben die Sonne gegrüßt, die unser Leben erhält. Wir haben den Führer gegrüßt, der uns den Weg zur Dolkswerdung freigemacht hat. Nun grüßen wir die große Aufgabe unseres Lebens: Heil dem Volk und unserer Revolution! Oer AuSklang Nach den Feuersprüchen brachte der Sängerkreis Gießen den Chor „Wo gen Himmel Eichen ragen" zum Vortrag. Anschließend wurde als Schluß bet Feier gemeinsam der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen. Der weitere Verlauf des Abends war der frohgestimmten Geselligkeit gewidmet. Die SA.-Reserve- Kapelle erfreute die tanzlustigen Besucher mit flotter Tanzmusik, zu der sich die Paare auf einem Tanzpodium im Hofe des Schiffenbergs wacker drehten. Die übrigen Besucher unterhielten sich, bei der angenehmen Temperatur der lauen Sommernacht im Freien sitzend, aber auch die Gastzimmer des Schiffenberghauses bis zum letzten Platze füllend, in angeregter Weise bis weit über Mitternacht hinaus. Die Reichspost hatte für die Heimfahrt mit ihren Kraftomnibussen gut gesorgt, daneben zogen es viele vor, die Heimkehr durch einen schönen Spaziergang in der Nacht zu bewerkstelligen. --------------- j Kein zweites Todesopfer des Flugzeugunfalls im Taunus. LPD. Frankfurt a. M., 23. Juni. Erfreulicherweise bestätigt sich die Nachricht nicht, daß der Flugzeugabsturz im Taunus noch ein zweites Todesopfer gefordert habe. Der Flugzeugführer Gottfried Haindel aus Düsseldorf wurde wohl sehr schwer, aber nicht tödlich verletzt. Falls keine Komplikationen eintreten, hoffen die Aerzte, ihn am Leben zu erhalten. uns dieser Verpflichtung immer bewußt! Wir haben in den letzten Jahren uns oft mit ..... o............. | banger Sorge die Frage vorgelegt: Wird d i e Zum ersten Ma^le"erlebte ich vor Jahren im be-!deutsche Eiche jemals wieder grünen? Druckschriften :: ssss: BO8*n In gebundenen Ausgaben klar In aer Schrift, Übersichtlich angoordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr. Industrie und Bewerbe, Landwirtschaft und Behörden. Jede Lieferung schnell, gut und preiswert durch die drühl'sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 225fi Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbcbilderten, leichtverständlich geschriebenen Wer- ken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlaes- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher" Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Xnr für Erwachsene! Gewöhnl. Preise. Lichtspielhaus Giehen 3755 C abends SMeNaMorslelltingen herigen Filmerfolge übertrifft: 27560 Dieser Film wurde wegen seines ganz außergewöhnl.Erfolgesu.a.inFrankfurt U'a-Theater bereits 35mal wiederholt. Liebe und Leben auf Bat i. Das Schönste und Interessanteste, das je ein Film aus der Südsee gezeigt hat. Montag®25.Juni 0^5 Dienstag. 26. Juni Hfl wjr Mittwoch, 27. Juni üöilerMminernnß im Germanealum 11. Indenta (Baldur und Johannes der Täufer) Oeöenti. Vortrag von Waldemar Michisch Pfarrer der Christengemeinschaft (Bewegung zur religiösen Erneuerung) am Dienstag, dem 26. Juni, 20.30 Uhr pünktlich Universität, Hörsaal 39 Eintritt 0.50—1.00 Mk., je nach Möglichkeit. [03213 Lichtspielhaus Gießen Ab heute Montag Weiß Ferdi der beliebte Münchener Komiker in einer neuen Bombenrolle, die alle seine bis- Käthe Baak Ed. Wesener Paul Henkels H.Junker mann Ein Großlustspiel 1. Ranges! Weitere Hauptrollen-. Sie lachen Tränen! Vorher: Gutes Beiprogramm und Ufa-Tnn-Woche