jSi? einen, rJlßs. ?ini4 iss» stz K über bi, .^Decker ?e D°m ’öer, Qnut^egeben ?; Jm Hinblick ■mbenben Lie- Dietzen ange< *) k>n regerer Vorstand, be= llh. Lecker klsitzer Louis lh- Schnei. wieder. Ver- 1 Schlußwort n wäre, wenn ^>en Männer u Reihen des meinschch zu. Eng wurde obersten Füh. chlossen. Sonntag fand i Obst- und Jahresbericht ieit der Pflege )bst- und Gert sei in der Sommer einigen. Der Der» 1933 auch im i gewesen fei. ' einzelne seine ! die zwangs- ngsbekämpsung wurden aufge- hführung dieser tsbürgerineister it dem Verein, -kämpfung solle htung geschenkt ter angewiesen, Landwirt nutzenden Weide« stag hielt Ä aalbau 6d)ege in ber Abrüstungsfrage leisten sollten. Von jr sofortigen Einberufung einer Viermächtekonfe- wiz sei nicht bie Rebe gewesen. „Morning Post" will Assen, baß über ben Inhalt bes neuen britischen Drüstungsvorschlages, ber bie gegensätzlichen Auf- Mfunqen Frankreichs unb Deutschlanbs versöhnen sllle, Einmütigkeit erreicht worben sei. „Daily Mail" elbet, baß bas Kabinett beschlossen habe, nächste >oche beim Wieberzusammentritt bes Parlaments ।ne enbgültige Erklärung über bie Ab- iftungspolitif abzugeben. Die Regierung werbe i :rin die Fortsetzung der diplomatischen rörterungen anregen. Am Donnerstag soll ’T Abrüstungsausschuß des Kabinetts bie Einzel- iten biefer Erklärungen besprechen. )aris über Vie englische Ver- mttttungsabsichi verstimmt. Paris, 25.Jan. (DNB. Funkspruch.) Die aus bnbon oorliegenben Meldungen über eine Vermitt- Iimg in ber Abrüstungsfrage, die die britische Regie- r. ng in Berlin unb Paris versuchen könnte, befrie- bgen bie französische Presse keineswegs. Der „E x- c>lifior" bezeichnet bie Erfolgsaussichten ber dri- ichen Vermittlung als mittelmäßig. Zweifellos i^che sich Macbonalb selbst gar keine Illusionen über ?cn Vermittlungsanerbieten. Er würbe wohl in gcoße Verlegenheit geraten unb die Beruhigung der öffentlichen Meinung in Englanb 'liLirbe wohl noch größer sein, wenn Frankreich diese Anregung unter der Bedingung annehmen würde, s>: ß England schwarz auf weiß d i e Verantwortung für alle möglichen Folgen ül ernehmen würde. Aehnlich skeptisch äußert sich „£ i g a r o", der schreibt, der englische Vermittlungs- v rschlag laufe darauf hinaus, eine Reihe der b-* u t f d) e n Derteidigungsmaßnahmen o ne die geringste Gegenleistung nur um der Liebe ‘ gitr Freiheit willen z u erlauben. ,„L e Iou r" bringt einen mit drei Sternen ge- | zjjchneten Artikel, der vermutlich von einer hohen N^litärischen Persönlichkeit geschrieben ist. Eingangs t„rb darin bemerkt, daß der Oberste Kriegsrat und uqr zu jem, uun u « v v 1 -- v \:r7* .großen z\e|uiniKii cuvyuinH ..... — ber unmittelbaren beutsch-franzosischens t)aoon jst vergangen, unb schon sehen wir Davon erhält ber Bedürftige mit eigenem yaus- ... -------- «kor - halt ober eigenem TNietzimmer nach Maßgabe !arbeitsloser Menschen sind in die «MMjeu» v-— . < . c. Fabriken und Kontore zurückgekehrt, fe.en so argwöhnisch gegeneinander geworden, daß Bauern|(anö iff in seinen Cebensgrunötaqen iirhunqen b^r Völker störe, bas seien bie Leiben-! ^hen Kamps um seine Ehre und Gleichberechtigung Lebensmittelgutschem. __ iiri/ungcH, uu j hi« Aus eiaenen Mitt' Amerika erwartet ' einen Konflikt im Vazifik. Ausbau der amerikanischen Flotten- nnd Luftstreitkräfte bis zur dö hstgrenze. Washington, 24. Jan. (DNB.) Das Weiße hcus lehnte eine Stellungnahme zu ber Frage, ob ii( amerikanische Kriegsflotte zu ber durch ben Ecnboner Pakt festgelegten hoch stgrenze a u s- ( baut werben soll. ab. Die Stimmung chem loch für einen Ausbau ber Fl otte zu Zechen. In Marinekreisen wünscht man daruver li aus auch bie Vermehrung ber Lusl- zikhunqen Der 'ZjOirer iiure, uu3 ' jagen itumy [iaften, bie ber Kontrolle entgegen, ferner die Reste; „ach außen, ptlitischer Streitigkeitsn, bie sich auf bem Papier^ Heqierunq weiß sehr wohl, bah es ihr in lich-n unboor allem das geftorte mitt- 'L.' gelungen ist. alle Jlot zu schaftliche Gleichgewich. # i befeitigen. Das wäre auch über Menschenkraft ge- Der Pariser Vertreter ber „Times" melbet: Tieigangen. Der Führer hat bei der Wahl am 5.März jc einen Zentner Steinkohle ObtV ... . ...li-.a---Im SRnrtc frhot= mii 1 « k r o X o i I nofnrhprf. II NI feine ' — . , . , . . Randnoten. Die monatelange Geschäftigkeit ber Balkan- biplomaten hat jetzt ihr erneutes Ziel gefunben, der neue Block ist fertig unb ist von ben teil» nehmenben Mächten bereits unterschrieben worden. Mühe genug hat es gekostet. Eigentlich seit dem September haben die Außenminister Jugoslawiens, Rumäniens, Griechenlands und der Türkei Rundreisebillette in der Tasche gehabt. Bald trafen sie sich in Sinaia, bald in Belgrad, bald in Bukarest, bald in Saloniki, wobei beachtenswerterweise auch die Monarchen selbst sich einschalteten und in einer Reihe von Zusammenkünften den Boden für die Bildung des neuen Blocks vorbereiten halfen. Auch Bulgarien ist bemüht worden, König Cyrill hat seine Visitenkarte in Bukarest wie in Belgrad abgegeben. Es cheint aber vorläufig noch nicht, als ob er Neigung hat, sich an dieser neuen Lölkerbundsfraktion zu beteiligen. Er kann es ja eigentlich nicht gut, denn irgendwie ist der Bund doch auch gegen Bulgarien gerichtet. Selbstverständlich verfolgt er nach seinem offiziellen Programm nur friedliche Ziele mit wirtschaftspolitischem Einschlag, aber das ist doch mehr der Vorwand, hinter dem sich die eigentlichen Absichten verbergen. Man konnte beinahe vor dem Versuch einer Verwirklichung der „M onroe« Doktrin des Balkans" sprechen unter der Parole: Der Balkan den Balkanvölkern, wenn nicht eben auch in diesem Falle unter den Balkanvölkern nur bie siegreichen Staaten verstanden wären, der tiefere Sinn also auf die Niederhaltung Ungarns und Bulgariens gerichtet wäre. Wobei sich die Linien teilweise überschneiden, denn gegen Ungarn ist ja schon die Kleine Entente zusammenge- braut, deren eigentlicher Daseinszweck nur in der negativen Aufgabe besteht, zu verhindern, daß Ungarn einen Teil der ihm abgenommenen Gebiete zurückerhält. Der nationale Elan der Ungarn hat sich doch so weit durchgefetzt, daß er sogar in England eine moralische Unterstützung fand, abgesehen von der Sympathie, die Deutschland als alter Bundesgenosse und Italien aus wirtschaftlichen Gründen für die Ungarn zeigte. Zum Teil ist also der neue Balkanblock eine Art Wurmfortsatz der Kleinen Entente, zum Teil ist er aber auch mehr. Er ist auch ein Ausfluß der Bemühungen, die gegenseitigen wirtschaftlichen Nöte durch ein engeres Aneinanderrücken zu bekämpfen. Er ist aber auch eine wichtige Figur auf dem europäischen Schachbrett. Denn der diplomatische Kampf der letzten Jahre wurde vielfach bestimmt durch das große Ringen zwischen Frankreich und Italien um den Einfluß auf den Balkan. Lange hat Italien vorne gelegen. Jetzt ist es von Frankreich ausgestochen, denn dieser Balkanblock wird naturnotwendig zunächst im französischen Fahrwasser segeln und dadurch die Machtposition Frankreichs über die Kleine Entente hinweg befestigen. Aber doch wohl nur vorläufig, denn einmal muß der Augenblick kommen, wo sich zeigt, daß stärker als alle Sympathien bie wirtschaftlichen Notwendigkeiten sind. Da aber kann Frankreich nicht helfen. Der Weg zu einer Gesundung geht nur über Deutschland. Das will man in Bukarest heute noch nicht sehen — Belgrad ist schon etwas hellhöriger geworden — aber ehe diese Erkenntnis sich durchgesetzt hat, kann und wird auch der Balkan trotz aller schönen Blockbildungen nicht voran- kommen. Kein Tag vergeht, der uns nicht Kunde von schweren inneren Kämpfen im österreichischen Staate gibt, von Kämpfen, die um so erbitterter werden, je unhaltbarer sich die Lage der Regierung Dollfuß gestaltet. Der Kamps geht um das Schicksal von fast sieben Millionen Deutsche, die nicht von den Nachbarvölkern aufgerieben sein wollen. Das Oesterreich von heute ist ein Torso, ein Staatskörper, dem der Keim des Zerfalls bei seiner Gründung von den Alliierten 1919 mit voller Absicht eingeimpft wurde. Das Wilsonsche Selbstbestimmungsrecht der Völker, von dem so weitgehender Gebrauch gemacht wurde, wurde Oesterreich durch den Friedensvertrag von St. Germain vorenthalten. Ja, selbst die beabsichtigte Zvllvereinigung mit dem Deutschen Reich wurde brutal unterbunden. Aus der Ost- m-ark hervorgegangen, gewann das Land unter den 5)absburgern durch Heiraten und Verträge eine gewaltige Macht, vor der der türkische Halbmond immer weiter zurückweichen mußte. Mit den Ungarn und slavischen Stämmen bildete es eine Monarchie, deren Kern und Rückgrat Oesterreich war. Was die Oesterreicher der deutschen Welt und der Menschheit an Kulturgütern geschenkt haben, an großen Geistern auf allen Gebieten, ist bekannt. Leider waren die habsburgischen Herrscher von dem Wert, von der Unersetzbarkeit ihrer deutschen Bürger nicht immer so erfüllt, wie es im Interesse des Staates gelegen hätte. In dem Maße, in dem der nichtdeutsche Einfluß beim Wiener Hof und der Drang der slawischen Stämme zur Selbständigkeit wuchs, begann das Staatsgefüge zu bröckeln. Franz Joseph hielt zwar noch den imposanten Bau, in dem es aber schon unheimlich knisterte, zusammen, doch als er während des Weltkrieges die Augen schloß, war der Zerfall nicht mehr aufzuhalten. Nach dem militärischen Zusammenbruch erfüllte sich das Schicksal. Das heutige Oesterreich nimmt ein Achtel der einstigen Monarchie ein. Wien, die Kaiserstadt, eine Weltstadt von fast zwei Millionen Einwohnern, liegt gefährdet an der Ostgrenze des Staates. Von den 121/2 Millionen Deutschen, die vor dem Kriege in der Monarchie lebten, müssen über 5V-2 Millionen in den „Nachfolgestaaten" für ihren kulturellen Fortbestand kämpfen. Ein Teil des heutigen Oesterreich ist vorherrschend industriell, ohne jedoch die Möglichkeit einer lohnenden Ausfuhr zu besitzen. der dritte Teil der ganzen Bevölkerung ist in Wien zusammengedrängt, das viel von seinem einstigen Glanz eingebüßt hat. Die Finanzkräfte des Landes sind schwach, die Kosten einer schwerfälligen Verwaltung sind daher umso empfindlicher. Um sich wenigstens notdürftig über Wasser halten zu können, hat die Regierung widerholt Anleihen ausgenommen, die sie von den Geldgebern nicht nur wirtschaftlich, sondern noch viel mehr politisch abhängig machten, und doch nur Tropfen auf dem heißen Stein waren. Das Elend in den Städten, besonders in Wien hat bedrohliche Formen angenommen. Die Bemühungen, Ersatz für die deutschen Reisenden zu schaffen, haben sich als hoffnungslos erwiesen. Die Landwirtschaft ist der Konkurrenz der viel billiger produzierenden Nachbarstaaten nicht gewachsen und kämpft schwer um ihr Dasein. Uns Reichsdeutschen kann und darf das tragische Schicksal des Bruderstammes in diesem Lande, das so kerndeutsch ist, so reich an Kulturschätzen und so treu im nationalen Denken, nicht gleichgültig sein. Im Weltkriege haben die Oesterreicher schwerste Blutopfer für die gemeinsame deutsche Sache gebracht, das wird ihnen nicht vergessen. Wir halten auseinander: das österreichische Volk und eine kleine Schicht despotisch Regierender, unterstützt von einem politisierenden Klerus. Wir wissen wohl, was in Wahrheit die Wiener Parole „ein unabhängiges Oesterreich", mit dem das Volk gewonnen werden soll, bedeutet. Es heißt, ein Land, das nicht leben und nicht sterben kann, ein Land, das vor allem den großdeutschen Gedanken preisgibt. Es ist ein falsches Spiel, das in Wien getrieben wird, ein Spiel, das uns sehr angeht, denn es geht um einen Teil des deutschen Volkes. Oesterreich ist die Lücke in der Einkreisung Deutschlands und der Keil in den deutschfeindlichen Osten. Es ist der deutsche Gebirgsriegel nach dem Süden, aber auch die Brücke nach dem wirtschaftlich so wichtigen Balkan. Das wissen die Gegner Deutschlands sehr genau. In einer an deutsch- seindlichen Intrigen so reichen Zeit kommt es für die Außenpolitik darauf an, überall den Verdächtigungen entgegenzutreten, als trachte das Deutsche Reich nur nach einem Vorwande, um sich Oesterreichs zu bemächtigen, wie man es immer wieder in französischen und englischen Zeitungen liest. Davon kann gar keine Rede sein, aber es gehört schon kaltes Blut und große Beherrschung für das deutsche Volk dazu, tatenlos zusehen zu müssen, wie ein deutsches Brudervolk schwer um sein Dasein ringt. Wir zweifeln nicht daran, daß die nationalen Ocsterreicher nicht eher vom Kampf ablassen werden, bis sie ihr Ziel erreicht haben, mag es auch noch eine Weile dauern. Oer Giaviskyskandal. Guebin einer der Hauptdrahtzieher. ' Paris, 25. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der Vollzugsausschuß der Radikalen Partei hat beschlossen, den Ausschluß des radikalen Abgeordneten Bonnaures zu beantrag en. Bon- naures ist in den Staoisky-Skandal verwickelt. Die Kammer hat seine parlamentarische Immunität bereits aufgehoben. Mitglieder der Action F r a n - oaise drangen am Mittwochnachmittag in den P a r i s e r I u st i z p a l a st ein, wo sie Flugschriften verteilten und lärmende Kundgebungen veranstalteten. Einem Mitarbeiter des Unterrichtsministers de M o n z i e, der zufällig in den Wandelgängen des Justizpalastes erschien, wurde übel mitgespielt. Mehrere Anwälte, die im Stavisky- Skandal eine regierungsfeindliche Haltung eingenommen haben, benutzten die Gelegenheit, um dem Angegriffenen heftige Vorwürfe zu machen. Der lebhafte Wortwechsel hätte fast zu Tätlichkeiten geführt. Der verhaftete Direktor der Versicherungsgesellschaft „Consiance", G u 4 b i n, soll nicht nur mit Stavisky unter einer Decke gesteckt haben, sondern sogar einer der Anstifter der Betrugsaffäre gewesen sein. Guebin soll die Anweisung gegeben haben, in Bayonne für mehrere Millionen Franken falsche Kassengutscheine auszustellen, die er, Guebin, dann bei Banken und Versicherungs- gssellschaften untergebracht habe. Guebin habe jährlich 60 000 Franken als Direktor seiner Versicherungsgesellschaft verdient, aber monatlich 12 0 0 0 0 ausgegeben. Im Anschluß an eine Unterredung zwischen dem Ministerpräsidenten und dem Handelsminister sind im Zusammenhang mit dem Staoisky-Skandal der Generalinspektor für bas Kreditwesen im Handelsministerium, Delamarche, und ein st e l l v e r t r e t e n d e r Abteilungsleiter desselben Ministeriums vor den Disziplinarrat bestellt worden. Beide Beamte haben ihre Amtstätigkeit sofort einzustellen. Der Taxator des Bayonner Leihhauses, Henri Cohen, wurde verhaftet. Er soll Schmucksachen, die höchstens 39 500 Franken Wert hatten, zur Beleihung mit 1 800 000 Franken abgeschätzt haben. Cohen erklärt, die ihm jetzt vorgelegten Schmucksachen seien nicht mit denjenigen identisch, die ihm seinerzeit zur Abschätzung ooraeleqt worden waren. Deutscher Sieg im Kairoer Zuden- prozeß. . ® a,' r °/ 24. Jan. (DNB.) Der Internationale Ge- richtshof hat heute mittag unter atemloser Spannung der dichtgedrängten Zuschauermenge die Klage der Weltliga zur Bekämpfung des Antisemitismus als unzulässig ab gewiesen. Der Kläger wurde außerdem zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Der staatliche Vertreter Aegyptens beim Gemischten Gericht kennzeichnete die Schwächen der Klage und kam ebenso wie die deutsche Verteidigung zu dem Endergebnis, daß die von der Weltliga angestrengte Klage vollkommen haltlos sei. Die ägyptische Regierung hätte ohnehin gegen die aufklärende Broschüre des Deutschen Vereins eingegriffen, wenn der Inhalt irgendwie strafbar oder beleidigend gewesen wäre, so daß es des Eifers der Welt- laga gar nicht bedurft hätte. Kirchliche Feiern am 30. Januar. t Berlin, 24. Jan. (DNB.) Der Reichs- b l f ch o f Hat, wie der Evangelische Pressedienst mitteilt, an die Landeskirchenregierungen folgenden Erlaß gerichtet: Am 30. Januar 1934 istderJahrestagder BerufungunseresFührerszumKanz- I e r des Deutschen Reiches. In Dankbarkeit gegen Gott gedenkt das deutsche Volk an diesem Tage ganz besonders der Rettertat Adolf Hitlers. Ich rege deshalb an, daß am Dienstag, 30. Januar 1934, in den Kirchen Abendgottesdienste stattfinden, die der Bedeutung dieses Tages Rechnung tragen. Fahnenweihe der Hitlerjugend am Grabe Friedrichs des Großen. In Treue zum Führer wird die Jugend Pionier der Gemeinfchastsidee sein, die zum neuen Deutschland führt. Die Weiherede des Reichsjugendführers. Potsdam, 21. Jan. (DNB.) In der Garni- s o n k i r ch e wurden am Mittwoch an der Gruft des großen Königs die 342 Bannfahnen der Banne der Hitlerjugend von dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach geweiht. Unter den Gästen bemerkte man u. a. die Reichsminister Dr. Goebbels, Dr. Frick, von Blomberg, Stabschef Röhm, den Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley, Admiral Raeder, Reichsbifchoff Müller und den Polizeipräsidenten Graf Helldorf. Das Innere des Gotteshauses war mit den Fahnen des neuen Deutschlands und mit den alten historischen Fahnen geschmückt. Nachdem auf der Orgel eine Fantasie zum Lied der Hitlerjugend „Die Fahne flattert uns voran" vorgetragen war, hielt der Reichsjugendführer Baldur von Gchirach die Weiherede. Er führte u. a. aus: Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte steht die geeinte Jugend an der Gruft unseres größten Königs. Es ist nur wenige Tage her, da waren wir in Weimar Zeugen eines für uns alle gewaltigen Erlebnisses. Dort trafen sich die Bauern des Reiches zum Bekenntnis ihrer Einheit. Weimar und Potsdam, die beiden Pole des ewigen Deutschtums, haben in diesen Tagen eine neue tiefe Symbolik erhalten. Die jetzt noch verhüllten Fahnen der Hitlerjugend sind die Zeichen einer Revolution, die von Bauern und Arbeitern erkämpft wurde. Sie dienen darum dem Bestand des Werkes, das diese treuesten Söhne der Nation geschaffen haben. Sie sollen niemals gebraucht werden für die Interessen einer Schicht und einer Kaste, noch einer Krone, sondern des ganzen Volkes und des Führers, der dieses Volk zusammenschloß. Heute vor zwei Jahren wurde der Hitlerjunge Herbert Norkus von marxistischen Verbrechern auf furchtbare Weise ermordet. Herbert Norkus war das Sinnbild der jungen Generation. An seinem Geist hat sich nicht nur eine ganze Jugend erhoben, sondern auch alte Menschen fanden im Gleichnis seines Lebens die Kraft zu neuer Hoffnung. 21 starben, und wenn wir „Norkus" sagen, meinen wir heute nicht mehr diesen einzelnen Jungen, sondern jene Formation, die ich einmal die „u n st e r b l i ch e Gefolgschaft" genannt habe. Der Totalitäts- und Führungsanspruch, den die Hitler-Jugend innerhalb der deutschen Jugend erhebt, ist in diesem Toten begründet. Sie geben uns das Recht, den Nachwuchs des Volkes in unsere harte Zucht zu nehmen. Schon vor dem 30. Januar war die Hitler-Jugend die größte deutsche Jugendorganisation, und wenn das System von Weimar verzweifelte, so nicht zuletzt darum, weil Adolf Hitler bereits zu der Zeit, als er noch nicht die politische Majorität besaß, den größten Teil der deutschen Jugend hinter sich gebracht hatte. Wenn ich das Programm in der kürzesten Formel umreißen sollte, dann würde ich sagen: Wir haben die ganze Jugend zu Herbert Norkus hinzuführen. Damit ist das Wesen dieser für die Welt rätselhaften Jugendorganisationen enthüllt. Sie ist heroisch, und weil sie heroisch ist, ist sie die Erfüllung der Sehnsucht der Besten unserer Jugend. Wir meinen nicht ein Heldentum, das mit der Waffe zu tun hat, und keiner mißversteht uns mehr, als der, der von uns behauptet, wir führten diese Jugend zu kriegerischem Handwerk. Die Herren Pädagogen haben uns immer die Vorsicht empfohlen, aber wir dachten an die Ehre und bekannten uns zu ihr. Darum haben auch die Pädagogen kein Recht auf diese Jugendbewegung. Der Niedergang unseres Volkes und damit das unverschuldete Elend unserer Jugend war nur möglich, weil Klassen- und Kastengeist das Volk vernichtet hatten. Das wahre Erlebnis des Volkes haben unsere Väter und Brüder gehabt, die in den Schlachten des Weltkriegs die Geburtdes deutschen Sozialismus erlebten. Wenn man im Zusammenhang mit dem deutschen Zusammenbruch von Schuld reden will, dann darf man nicht nur die angreifen, die als Meuterer den Dolchstoß verübten, sondern man muß auch die Kreise schuldig sprechen, die kein Volk mehr kannten, sondern nur ihre sogenannte gute Gesellschaft. Wenn man von guten alten Zeiten spricht, so meinen wir, diese Zeiten seien sehr schlecht gewesen. Ein Deutschland, in dem der deutsche Arbeiter nicht wirklich zu Hause ist, ist für uns kein Deutschland. Die Geburt ist kein Vorrecht, sondern eine Vorpflicht, und wer Vorrechte besitzen will, der darf sie nur b u r cf) Leistung erwerben. Da Deutschland an den Klassen zugrundeging, können wir es nur durch Gemeinschaft wieder aufbauen. Die Jugend ist gemäß dem Befehl ihres Führers Adolf Hitler Pionier dieser Gemeinschaftsidee. Sie ist Tag für Tag bestrebt, diese Idee in die Tat umzusehen. Wir haben das Jahr 1933 dazu benutzt, um in diesem Geiste zu wirken. Alle marschieren heute in einer Front. Alle kragen das gleiche Hemd. So steht das junge Deutschland wieder über Ständen, Klassen und Konfessionen hinweg in einem großen Bunde zusammen. So wurde die Hitlerjugend die größte Jugendorga- nrsation der Welt. Je mehr die uns anoertraute Jugend alles Trennende überwindet, um so mehr können wir alle Gefahren bannen. Aus Öiefern Grunde dulde ich in der mir anvertrauten Jugend meöer konfessionellen Streit, noch Vertretung irgendwelcher Sonder- Interessen, besonders aber keinerlei Propaganda für irgendeine bestimmte Staats form. Ein Bekenntnis zu Potsdam ist zugleich em Kampfruf gegen die Reaktion, d. h. gegen jene bürgerliche Dummheit, die das Alte nur deswegen lobt, well sie das Neue nicht sehen will. Die Jugend fühlt sich nicht mit den Einrichtungen verbunden, sondern mitPersonen, und zwar solchen Personen, die atemberaubende Ideen verkörpern. Das Volk ist unvergänglich, der Staat wandelt sich. DerFühreristdie Verkörperung des Volkes. Darin liegt seine weltgeschichtliche Bedeutung. Wenn diese Jugend vor allem den Führer verehrt, so ergibt sie sich damit dem Deutschtum überhaupt. Weil Deutschland nichts notwendiger braucht als Treue, Treue und nochmals Treue, deswegen sage ich „Sieg dem F ü h r e r!“ auch in dieser Stunde. Ich sage es »in Eurem Namen, meine Kameraden, die Ihr hier auf den Bänken der alten Garnisonkirche in Potsdam zusammengekommen seid, und sage es für Euch, Ihr jungen Millionen. Ihr alle versteht mich, wenn ich ausspreche, daß wir kein größeres Erlebnis haben als das dieses Führers, der ein unbekannter Arbeiter war wie viele in unseren Reihen, die für Deutschland gestorben sind. Vor mir stehen die 342 neuen Fahnen der Hitler-Jugend. Der Adler Friedrichs des Großen ist auf diese Fahnen geheftet. Das Vermächtnis Friedrichs des Großen weht in ihnen für alle, die der Hitlerjugend angehören. Euer Weg zur Unsterblichkeit führt durch diese Fahnen. Ich weihe sie dem Gedächtnis des großen Toten und für bas Werk des größten Deut-f scheu, der in uns lebt. Den Mmn desGwßenFriedrich Nächtliche Feierstunde in Sanssouci. Nach Beendigung seiner Rede legte Baldur von Schirach an der Gruft Friedrichs des Großen einen Lorbeerkranz nieder. In tiefem Schweigen verließen die Reichsminister und Ehrengäste das Gotteshaus. Dann begann im Lustgarten der Vorbeimarsch vor dem Führer der Hitler- Jugend. Voran die Blutfahne, gefolgt von den übrigen Fahnen der Hitler-Jugend und dem Ehrenbann Brandenburg-Süd. Dann zog der nach Zehntausenden zählende Zug durch die Straßen Potsdams hinaus nach Sanssouci, das, von zwölf riesigen Scheinwerfern bestrahlt, sich vom winterlichen Abendhimmel abhob. Fackelträger hatten auf den Terrassen Aufstellung genommen. Von zwei hohen Kandelabern loderten Feuer auf. Rechts und links des Schlosses, auf dessen Dach die stolze Preußenfahne wehte, nahmen die Bannfahnen Aufstellung. Dann wurden sie in bas Schloß Sanssouci getragen. Ehrenwache am Grabe des Hitlerjunge» Herbert Norkus. Berlin, 24. Jan. (DNB.) Zum zweiten Male jährte sich am Mittwoch der Tag, an dem der 16- jährige Hitlerjunge Herbert Norkus von Kommunisten in roher, hinterhältiger Weise e r st o ch e n wurde. 21 Hitlerjungen starben für Deutschland, fünf allein davon waren Berliner Jungens. Sie sind nicht vergessen, sie leben in der Erinnerung der Kameraden wie Herbert Nor- k u 5 , Herbert Libsch , Hans Hoffmann, Georg P r e i f e r und Walter Wagnitz. Draußen auf dem Johannis-Friedhof ruht Herbert Norkus. Käme- raden feines Banns halten die Ehrenwache. Zahlreiche Blumen schmücken das schlichte Grab, zu i dem seit den frühen Morgenstunden zahlreiche Ka- l meraben bes Toten unb viele Freunde ber Hitler- I Jugenb pilgern. Arbeitstagung des Bundes Deutscher Mädel. P o t s b a m, 24. Jan. (DNB.) Am 24. Januar fanb im Rahmen ber feierlichen Bannfahnenweihe ber Hitlerjugenb bie erste große Arbeitstagung des Bunbes Deutscher Mädel statt. Im festlich geschmückten Sitzungssaal des Potsdamer Stadt- sch lass es hatten sich die Gauverbands-, Obergau - unb Gauführerinnen aus bem ganzen Reiche eingefunben. Als Gäste bes Reichs- jugenbführers waren anwesend ber Stellvertreter bes Reichsjugendführers Nabersberg, der Leiter ber Abteilung Organisation, John, unb der Leiter des deutschen Jugendherbergsverbandes, Ro- d a tz. Die Obergauführerin Inge Petri als Beauftragte der Reichsjugendführung eröffnete die Arbeitstagung, auf der die Arbeit des BDM. für 1934 festgelegt werden soll. In großen Zügen berichtete Inge Petri über die bisherige Entwicklung des BDM., der sich ebenso wie die HI. müfrfam kämpfend aufgebaut habe. Noch vor nicht allzulanger Zeit habe ber BDM. mit seinen HJ.-Kameraben in Lokalen unb auf der Straße für bie Jbee bes Führers werben müssen. Der Reichsjugenbführer habe bas Wort für das kommenbe Jahr gegeben: Schulung unb Vertiefung. — Es folgten Vorträge, bie knapp zusammengefaßt bie einzuhaltende Linie aufzeigten. Das Staatsbegräbnis des Architekten pavl Ludwig Troost. Zn Anwesenheit des Führers auf dem Münchener Nordfriedhof. München, 24. Jan. (DNB.) Am Mittwochvormittag wurde auf dem Nordfriedhof in München der große deutsche Architekt Professor Paul Ludwig Troost, der die Pläne zum Haus der deutschen Kunst geschaffen hat, unter großer Anteilnahme ber Bevölkerung zuGrabe getragen. Schon lange vor Beginn bes Traueraktes waren bie Zugänge zum Friebhof dicht umlagert. In ber Aussegnungs- Halle beckte ben Sarg das Banner ber Bewegung. Zu den Füßen des Toten lag ber L o r b e e r k r a n z bes Führers. Eine Abordnung ber SA. hielt am Sarg die Ehrenwache. Am Portal der Halle empfing die Reichsleitung ber NSDAP., der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Nubolf Heß, ferner Reichsstatthalter General Ritter von Epp mit ber bayerischen Staatsregierung ben Führer. Von ber Aussegnungshalle bewegte sich ber Trauerzug zum freien Platz auf bem Friebhof unter Vorantritt einer SS.-Abteilung mit Fahnen. Dann folgte ber Sarg, besten Bahrtuch bas Symbol ber Partei trug. Unmittelbar bahinter schritt bie Witwe bes Verstorbenen mit besten Bruber unb hinter biefen Reichskanzler Adolf Hitler, bie nächsten Anverwanbten unb Freunbe bes Verstorbenen, bie Reichsleitung unb bie bayerische Staatsregierung unb bie Vertretungen ber Künstlerschaft Münchens mit Präsibent Bestelmeyr an ber Spitze. Die Klänge bes „Schicksalsliebes" von Brahms, vorgetragen vom Reichssymphonieorchester unter Leitung bes Kapellmeisters Franz Abam eröffneten bie Feier. Dann sprach Pfarrer D. Wegener über bas Wort: „Ich bin bie Auferstehung unb bas Leben, wer an mich glaubt, wirb leben, wenn er gleich stürbe." Paul Lubwig Troost habe nicht nur zahlreiche Beweise feiner großen Kunst gegeben, fonbern auch mit seinem bas Wesen ber Dinge zwingenben Blick erkannt, baß bie nationalsozialistische Bewegung mehr sei, als ber Drang zu neuen Zeiten, baß es sich vielmehr um bie Gesamtumstellung ber Welt, baß es sich um ein neues Leben für bie Zukunft handele. D. Wegener gedachte bes großen Menschen unb Künstlers, ber vom Führer berufen worben sei, um ber beutschen Baukunst neue Wege zu öffnen. Sein Schöpfergeist habe auch bie Wege gefunben, bie zu bem neuen Ziel führen sollten, in innerer Verbunbenheit mit ber Volksseele unb in innigster Verbunbenheit mit unserer Bewegung. Unter Vorantritt einer SS.-Abteilung mit Fahnen würbe ber Sarg zu Grabe getragen unb unter ben Klängen bes Horst-Wessel-Liebes ins Grad gesenkt. Gin kurzes Gebet bes Geistlichen beenbete bie Feier. Erfolge deutscher Konjunkturpolitik. Gleichmäßige Befruchtung aller Teile der Wirtschaft das nächste Ziel. Die konjunkturelle Belebung ber Wirtschaft macht von Monat zu Monat weitere Fortschritte. Zwar zwingt ber Winter einige Wirtschaftszweige bazu, bie Arbeit vorüber- gehenb einzuschränken ober gar einzustellen. Davon abgesehen aber regen sich, wie im neuesten Vierteljahrsheft bes Instituts für Konjunkturforschung ausgeführt wirb, überall bie Kräfte in ber Wirtschaft von neuem. Am einprägsamsten finb bie Erfolge ber zurückliegenben Monate auf bem A r - b e i t s m a r f t. Die Gesamtbeschäftigung (Arbeiter unb Angestellte) hat bisher von ihrem Rückgang bereits roieber etwa ein Viertel aufgehalt. Um ungefähr ben vierten Teil bes Rückgangs hat sich bisher auch bie gewerbliche Güterprobuk- t i o n erhöht. Der Güterverkehr hat feinen Rückgang zu etwa einem Fünftel mieber wettgemacht. Das Arbeitseinkommen ist gestiegen, aller- binas bis jetzt noch nicht um ben zehnten Teil bes oorhergegangenen Absturzes. Die Preise, vor allem in ber Jnbustriewirtschaft, haben sich nur wenig erhöht. Der Außenhanbel bagegen stagniert. Dabei ist überall in ber Wirtschaft 'bie Investitionstätigkeit auf bem Weg nach oben am weitesten fortgeschritten. Die Jnvestitionsgüter- probuFtion hat bereits ein Drittel ihres Rückgangs aufgeholt. Das Krebitvolumen ber Wirtschaft beginnt sich etwas auszubehnen, bie Sparkassen können wachsenbe Einzahlungen ber Sparer verbuchen, unb bie Kurse an den Effektenmärkten finb babei, sich von bem Rückschlag ber Sommermonate mieber zu erholen, auf bem Markt ber festverzinslichen Papiere haben sie ihn schon roieber wettgemacht unb liegen sogar hoher als im November 1927. Clarke Ausbehnung der Investitionstätigkeit, gewisse Erhöhungen bes Verbrauchs unb bes Einkommens bei unbedeutender Steigerung ber Preise, barnieberliegenbem Export unb nur geringer Verflüssigung der Kreditmärkte find also die Kennzeichen der neuesten Konjunkturentwicklung. Diese Konstellation erklärt sich einerseits aus den Krifenresten, mit denen die Wirtschaft noch immer Zu kämpfen hat, und andererseits aus der wirtschaftspolitischen Aktivität der letz' ten neun Monate. Erst als mit bem politischen Umschwung in Deutschlanb neue Kräfte mit neuen Zielen unb neuen Methoben ans Ruber tarnen, würbe bie Wirtschaft aus bem Zustanbe ber Erstarrung gelöst. Die Konjunkturpolitik ging babei oon folgenben Grunbsätzen aus: Sie hat sich vornehmlich auf ben Binnenmarkt beschränkt, schon weil bie Lage ber Weltwirtschaft keine Hoss- nung ließ, auf bem Weg bes Exports einen für die Gesamtwirtschaft entscheidenden Erfolg zu erzielen. Sie suchte an bie Stelle ber versagenden Kreditmärkte andere Finanzier ungsmetho- b e n zu setzen. Sie suchte gleichzeitig jebe inflationistische Aufblähung unb Preissteigerung zu ver- meiben. Sie wollte bie Initiative ber freien Wirtschaft nicht lähmen, fonbern ersetzen und so weit wie möglich anspornen. Verwirklicht würben biefe Grunbsätze in zahlreichen Gesetzen, bie freilich nicht immer nur konjunkturpolitischen Zielen bienen sollten, als Ganzes betrachtet aber folgenbe Mittel ber Konjunkturpolitik zur Anwenbung brachten: Dec ö f f e n t l i ch e k r e d i l ist in großem Mm- fcen als dec biel ivu 5t In bie 5r bie 5t her Bai fe> juni fN bis zu Ber! offentliä chafism Meinen । -rer Win i(iii5 bell Mtionalf t ine h I ft. Das "hes weit Werhöltni Lperpsl ' Internet) chattete «in, insbi i ä n b e i ichts. I Ueuhänt Mellt i| Bias befti |j Aus di Ijur Äg Keichsmi I >ie je i O.Ap I nnöcr I (mbere ' i die Re? i totsbanr unter : Und bai miniftei unq qt I tellung I er Ar ! lend iv eaus kReichsre lyaltn Auf öi Weife ro, mberte ' i to^g Mi I loder’ hüt ei 81 ti 01 rieben iber v Met) । ®)en den 2er Unt« Irbeitern nicht nur -Treulich Udazu foi 3(5 ei fe, > dnrchau . f Der I fahr be Ipcn, bii -Derabv LNe f ff brauc Sy Mn Ai um । sandeln Mnalso'z) R Best Ochste gjn letzt <115 zu G '«iionalso hen, Da Wb ist b- (‘bne j); arbeite A eine J der V. r\r wirkli »l in bie tRi ^*t ML 'N chl°ß ", ,,U[oen i ?r 6°ren ; '"'«leb’ taertüi,, m Q n n, (Ür ^rkus. ÄQt yrenwQt chl'chte Trab, n Mhlrijch, \ ""de der W rate 11 Weiten r^dew be?: I r»et 24.5Qnt ^nnfahnenU- ^e'tstagung b e>tlich geschM wer Stab' 1Derbani)5 1 n n e n aus bt We des Reich öer StellDerir:' ersberg, z 3 o h n, unb b soerbanbes, R, Petri als r '9 eröffnete ! 1 des BM. j 'oßen Zügen t rige Entwickle )ie f)3. mühjr nicht allzulam ^.-Kameraden ie Ädee des Fi ugendsührer hc gegeben: S ch Es folgten $i die einzuhaltri ’bW. lmeyr an V. \ von Dr ahm: üeorchester uic »Adam eröfr. er l). Wegen- erstehung und V d leben, wenn roost habe ni: jen Kunst gege^ Wesen der N die national^ r Drang zu ncut 1 die Gesamte ein neues Lek ener gedachte, der vom Fu er deutschen !» Schöpfergeist h- dem neuen d ; mdenheit mi undenheit mit u Bingm^N qen und unter ins S-°"L beendete die W A Ichst- 3ie‘- .eftitionstatig’^ ltaud)5 °«d ” "Ä einerlei *V^'\ ts »“ ? ,r Hl I ,i*a* 6 o*l nut?,?mit $ I ■5M, S*’,g erUt'L iiX „eitig 2 zu f. | < H loÖtf'^lZ Durch die Aenderung des herangezogen. Ein Gespräch mit Reichswirtschastsminister Schmitt. 1 e Vankgesehes, die der Reichsbank erlaubt, 0 f - fene - Markt. Politik zu treiben, sind zunächst wenigstens Voraussetzungen dafür geschaffen, daß der Kapitalmarkt ergiebiger wird. Auch die Gemeindeum- fange für die Arbeitsbeschaffung eingefeht worden, und zwar teils dadurch, dah Kreditmittel als Zuschüsse oder als Kredite für Investitionen der privaten Wirtschaft, namentlich auf dem Gebiete der Vauwirtschaft zur Verfügung gestellt wurden. — Auf verschiedene Weise wurde der Steuerdruck erleichtert. Lrsahanlagen Investitionen usw. auf den verschiedensten Gebieten sind von der Steuer befreit worden. Das System der Steuergulscheine wurde bis zum September 1933 .beibehalten, hinzu kamen besondere Steuersenkungen fürdiekraft- fahrzeug- und die Landwirtschaft. Schliehlich hat die Reichsregierung neuerdings auch die Steuerrückstände zur Arbeitsbeschaffung Im Waldorf-Astoria-Hotel in Neuyork, einem der größten der Stadt, traten wegen der Entlassung eines Unterkochs plötzlich ungefähr 600 Kellner, Köche und weiteres Küchenpersonal in den Streik. Die Gästen in den Eßsälen versammelt waren und Speisen bestellt hatten. Alles Einwirken der Hotel-Leitung auf das Personal blieb erfolglos, so daß die drei großen Hauptrestaurants des Hotels geschlossen werden mußten. Später konnte ein Teil des Betrie- m e r i t e, die sich zu ihrem ersten Kameradschaftstreffen in Deutschland zusammengefunden hatte, versammelte sich am Geburtstag Friedrichs des Großen im Lichthof des Zeughauses in Berlin, wo Ehrenstürme der SA. und SS. Aufstellung genommen hatten. Anschließend zogen die Ordensritter in geschlossenem Zuge zum Ehrenmal und dann zum Denkmal Friedrichs des Großen, wo Kränze niedergelegt wurden. Plötzlicher kellnerflreik in einem grohen Reuyorker Hotel. schuld«ng soll u. a. die Lage am Kapltal- markl bereinigen. — Die grundlegende Ilm* Heilung der Agrarwirtschaft hat Bauerntum und Landwirtschaft vor der Gefahr des Zusammenbruchs bewahrt und sie zugleich aufnahmefähiger für Jndustrieerzeugnisse gemacht. — Der Verbrauch ist direkt angeregt worden durch Ehestandsdarlehen, Bedarfdeckungsscheine und Steuerbefreiung einmaliger Zuwendungen an Arbeitnehmer. Das Schwergewicht aller dieser Maßnahmen liegt einmal darin, die Investitionstätigkeit an allen mög- lichen Stellen der Wirtschaft anzuregen und nament- lich d t e B a utätigkeit wieder in Gang zu bringen Es ist klar, daß der Einsatz konjunkturpoli- tlicher Maßnahmen in einem Teil der Wirtschaft z u n ä ch st nichtalleGebietegleichmäßig befruchten kann. Es wird daher vor allem für die nächsten Monate darauf ankommen, daß der Aufschwung sich möglichst über alle Teile der Wirtschaft gleichmäßig ausbreitet. bes wieder ausgenommen werden. Streikunruhen in Spanien. — Eine Tote, vier Schwerverletzte. In einem spanischen Dorfe in der Nähe von Co- runa wurden Arbeiter, die mit der Verlegung einer elektrischen Hochspannungsleitung beschäftigt waren, von Gruppen st reitender Bauarbeiter, unter denen sich zahlreiche Frauen befanden, tätlich angegriffen und als Streikbrecher beschimpft. Die Polizei, die bei ihrem Erscheinen von der Menge mit Steinen beworfen wurde, versuchte, die Angreifer mit Schreckschüssen zu vertreiben. Als dies nichts nützte, schoß sie auf die Menge; eine Frau wurde getötet, drei Frauen und ein Mann schwer verletzt. Erdbeben in Rordchina. Wie Reuter aus Schanghai meldet, wurden die nordchinesischen Provinzen Schansi und Suijuan von einem Erdbeben heimgesucht, das zwei bis drei Minuten dauerte. Im Bezirk von Wujuan im Süden der Provinz Uijan stürzten zahlreiche Gebäude ein und begruben die Bewohner unter den Trümmern. Man befürchtet, daß zahlreiche Tote und Verletzte zu verzeichnen sind. Zwei Töchter des Königs von Nepal beim Erdbeben getötet. Zwei Töchter des Königs von Nepal sowie die jüngste Tochter des Premierministers wurden während des Erdbebens, als ein Teil des Königspalastes umstürzte, getötet. Aufgehobenes Todesurteil. Das Reichsgericht in Leipzig hob auf die Revision des 21jährigen Schmiedes Georg K a s p a r i k das Urteil des Chemnitzer Schwurgerichtes vom 20. Oktober 1933 auf unter gleichzeitiger Zurückverweisung der Sache an die Vorinstanz. Durch das angefochtene Urteil war der Angeklagte wegen Mordes zum Tode verurteilt worden. Er hatte am 7. November 1932 den SA.-Scharführer Oskar M i l d- n e r in Chemnitz durch drei Messerstiche getötet. Das höchste Gericht sah durch die bisherigen Urteilsfeststellungen als nicht restlos bedenkenfrei erwiesen an, daß der Angeklagte die Tat mit lieber» legung ausgeführt, also einen Mord verübt hatte. Senkung der Angestetttenverbands- beiträge. Berlin, 24. San. (DNB.) Am 1. Februar 1934 tritt eine wesentliche Senkung der Beiträge zu den Angestelltenverbänden ein, die vor allem durch eine großzügige Staffelung der Beitragssätze ermöglicht wurde. Künftig gelten für alle Angestelltenverbände einheitliche Beitragssätze. Einschließlich der Lehrlinge und Arbeitslosen sind im ganzen neun verschiedene Beitragssätze vorgesehen. Für 70 v. h. sämtlicher Mitglieder der Angestelltenverbände bedeutet die Neuregelung eine erhebliche Beitragssenkung. Wenn ein Kaufmannsgehilfe beispielsweise 150 Mark verdient, zahlt er in Zukunft statt 4,60 Mk. nur noch 2 Mark Verbandsbeitrag. Für 20 v. h. der Mitglieder bleibt der Beitrag unverändert, und für 10 v. h., nämlich für die Mitglieder mit einem Einkommen über 4 0 0 Mark, tritt eine geringe Erhöhung ein. Handel und Gewerbe in Oesterreich fordern Verständigung mit dem Reich. Gegen übermäßige Beanspruchung der Schuljugend. Berlin, 24. Jan. (Vdz.) In den „Leitgedanken zur Schulordnung" sind die Ansprüche der Schule und der Hitler-Jugend auf die Schüler und die Rechte des Elternhauses auf Erhaltung des Familienlebens in der erforderlichen Weise abgegrenzt worden. Aus verschiedenen Vorstellungen entnimmt jedoch der R e i ch s i n n e n- Aus aller Welt. Die Ritterschaft des Ordens Pour le mSrite am Geburtstage Friedrichs des Grohen. Die Ritterschaft des Ordens Pour Suvich gab, plötzlich in den Prunkräumen des Bundeskanzleramtes die Musik einer Gpielbofe, die den versammelten Diplomaten und deren Damen das Hör st- Wessel- Lied in Erinnerung brachte. Der Bundeskanzler gab sofort Anweisung, bei den Gästen nach dem Besitzer der Spieldose zu suchen. Es gelang auch schließlich die Spieluhr zu finden, aber erst, nachdem die vier Verse des Horst-Wessel-Liedes abgespielt waren. Die Spieldose steckte in der großen Standuhr, die das Büfett des Speisesaales des Bundeskanzleramtes ziert. Kiesige Waffenfunde bei Sozialdemokraten in Niederösterreich. Wien, 24. Jan. (DNB.) Die Sicherheitsbehörden von Niederösterreich haben verschiedene vertrauliche Anzeigen erhalten, daß in Gebäuden, die der sozialdemokratischen S t a d t g e m e i n d e Schwechat bei Wien gehören, so im städtischen Bad und in Wirtschaftsgebäuden Waffen des aufgelösten Republikanischen Schutzbundes verborgen sind, der bekanntlich die Wehr- formation der Sozialdemokraten war. Bei einer den ganzen Mittwochvormittag anbauerben Haussuchung würben in Schwechat 40 Maschinengewehre, 70 Gewehre, 200 bis 300 Handgranaten, bavon 100 scharf geloben, runb 38 000 Schuß Jnfanterie- munition unb sonstiges Material gefunden unb beschlagnahmt. Bisher sind 30 Personen verhaftet worden, sämtlich Funktionäre des Schutzbundes und Gemeindeangestellte. halb von Schule und Jugendbund von den verschiedensten Organisationen und Vereinen i n einer oft geradezu gesundheitsschädigenden Weise in Anspruch genommen i wird. Die Schüler werden dabei zu öffentlichen Kundgebungen, Vereinsfesten, Theaterausführungen usw. bis in die späten Nacht st unden herangezogen. Der Reichsinnenminister erklärt in einem Schreiben an die Landesregierungen dies für einen Raubbau an der Gesundheit der Schüler. Er bittet daher, einer solchen mißbräuchlichen Ausnutzung der Schuljugend ohne Rücksicht auf die betreffende Organisation entschieden entgegen» 3 u t r e t e n. Oer Schuldienst darf nicht leiden. Berlin, 24. Jan. (VdZ.) Wiederholt ist darüber Salzburg, 25. Jan. (DNB.) Auf der Tagung des Reichs-Hagobundes, der ältesten überparteilichen Spitzenorganisation des freien Handels und Gewerbes in Oesterreich, wurde eine Entschließung gefaßt, in der erklärt wird, daß die von der Regierung erlassenen Verordnungen zum wirtschaftlichen Neuaufbau Stückwerk bleiben müßten, wenn nicht d i e Voraussetzungen für eine wirkliche Aufbauarbeit geschaffen werden. Diese Voraussetzungen seien aber nur dann gegeben, wenn Oesterreich mit allen Nachbarstaaten im freundschaftlichen Verhältnis lebt. „Wir fordern", heißt es in der Entschließung, „die Wiederherstellung der freundschaftlichen Beziehungen m i t dem Deutschen Reiche. Bei Zurückstellung jeder Prestigepolitik sind die Voraussetzungen hierzu gegeben. Es wird erwartet, daß kein Mittel unversucht bleibt, um diese notwendige Grundlage für einen gesicherten Wirtschafts-Neuausbau zu schassen." , Die Zeitungen, die diese Entschließung veröffentlichen, u. a. das Süddeutsche Tageblatt in Graz und die Grazer Tagespost, sind beschlagnahmt worden, und zwar wegen des Satzes von der Wiederherstellung des freundschaftlichen Verhältnisses mit dem Deutschen Reiche. Das Horst-Weffel-Lied im Bundeskanzleramt. Berlin, 25. Jan. (DNB.) Nach Blättermeldungen aus Wien ertönte bei dem Empfang, den der Bundeskanzler dem italienischen Staatssekretär gen selbst für unwahr gehalten zu haben. Das Gericht verkennt nicht, daß es im dienstlichen Interesse wesentlich sein kann, daß der Pfarrer seine Ka- pläne über die Stimmung in Kommunistenkreisen unterrichtet, doch hätte er den Kaplänen ein Schweigegebot auferlegen und sie davon unterrichten müssen, daß er selbst die ihm mitgeteilten Behauptungen für unwahr halte. Strafmildernd wurde berücksichtigt, einmal sein Geständnis, dann die Tatsache, daß er als Kriegsteilnehmer voll seine Pflicht getan habe und innerhalb seines Pflichtenkreises dem Marxismus entgegengetreten sei. Erschwerend dagegen wirke die Ungeheuerlichkeit der Behauptungen und die Tatsache, daß Muhler in seinem Amt z u einer besonderen Zurückhaltung verpflichtet gewesen wäre. bewährt haben, Gelegenheit, sich für das ganze Volk zu betätigen. Nachdem dann Reichswirtschaftsminister Schmitt in Wiederholung früherer Aeutzerungen Preis- i e r wü n [ch t be- ' iftung ofsbann stehen alle Lohnbewegungen mter der Kontrolle des Treuhänders nd damit des Staates. Sie wissen, fuhr der Reichs- rinifter fort, daß die Reichsregierung die Anwei- iitg gegeben hat, daß, solange um die Wiederher- !>llung der deutschen Wirtschaft und die Beseitigung liT Arbeitslosigkeit gekämpft wird, wir keine lenderung des Lohn- und Preisni- ]|eaus dulden können. An diesen Leitsatz wird die Reichsregierung auch nach dem 1. Mai fest - jia 11 e n. Auf die Frage, ob die Entlohnung in der starren T eise wie bisher für alle Zukunft bleiben solle, er» to berte ber Reichsminister: Das ist bamit feines» W’gs gesagt. Im Gegenteil, mir erscheint eine Auf - Lieferung — hoffentlich imZusammenhang n i t einer anfteigenben Konjunktur — d rchaus erwünscht. Der Besucher erfunbigte sich bann, ob nicht Ge- •icEjr bestehe, baß bie Unternehmer einzelner Grup- lin, bie sich ja doch alle mehr ober weniger kennen, brabrebungen über Maßnahmen in allen Betr.eben ber betreffenben Branche treffen. Demgegen- i: er verwies ber Reichsminister auf bie in bas tz.-setz eingebauten Sicherungen, insbesondre ben T euhänder, unb fuhr bann fort: Wir müssen aber d-zu kommen, baß wir biese Fragen von beiben Seiten aus vom Stanbpunkt bes an» ftinbigen Menschen möglich st ohne Eingriff des Staates regeln. Es muß «In Zug von Kameradschaft und Verständnis zwi- |»en den Männern in der Wirtschaft Platz greifen. Str Unternehmer muß sich auch einmal mit den Arbeitern seines Betriebes an einen Tisch setzen, nicht nur bei schönen Festen, sondern darüber hin» dU5 zu ernster kameradschaftlicher Aussprache. Die nationalsozialistische Gesinnung muß sich durch- schen. Dann besinnt sich auch jeder auf seine Pflicht unö ist bereit, am gemeinsamen Ziel und et ne Hintergedanken freudig mitzu- d b e i t e n. ..... Zu einer Erkundigung über bas künftige Schickste der Verbänbe führte ber Minister aus: Wenn mi- wirklich in unserem Volke ben Klassenkampf «nbqültiq ausrotten wollen, so scheinen mir Ar - leitqeb er= unb A r b e i t n e h m e r v e r - Hnbe für bie Zukunft unerträglich. Nr brauchen für bie Zukunft Einrichtungen m deren sich bie schasfenben Menschen zusammenftnben, richt um ihre materiellen Dinge im Streit aus» guhanbeln, fonbern um das Gedankengut unserer miionalsozialistischen Staatsauffassung m gemein» tomer Besprechung zu vertiefen Gerade da haben die tüchtigen Mitarbeiter aus ben Verbanden, bie sch im letzten Jahr im nationalsozialistischen Sinne ?r Lage sei, Löhne herabzusetzen, erinnerte ber i eichsminister baran, baß zunächst burch bas Gesetz i e jetzigen Tarifverträge bis zum! . . r. ~ s r-^ <•' k v c. 0. A p 7 il verl ationalsozialistischen Auffassung über Führertum ine hohe Verantwortung auferlegt st. Das Gesetz läßt zwar dem Führer des Betne- es weitgehende Freiheit in der Gestaltung des Zerhältnisses zu seiner Gefolgschaft. Freiheit >erpflichtet aber. Für den Fall, daß die dem Internerer eingeräumte Freiheit mißbraucht wird, chattete der Gesetzgeber eine Reihe von Sicherungen in, insbesondere bie Einrichtung bes Treu- änbers unb bes sozialen Ehrenge - ichts. Ich bin überzeugt, baß bie Einrichtung bes ireuhänbers, bie ganz auf bie Persönlichkeit ein» ^stellt ist, sich, wie schon in ber Vergangenheit, auf □s beste bewähren wirb. Aus bie Frage, ob ein Unternehmen überhaupt in Oer (Sinn des Gesetzes znr Ordnnng der nationalen Arbeit Für die uns zu unserer goldenen Hochzeit in so großem Maße dargebrachten Ehrungen, Geschenke und Glückwünsche sagen wir allen hiermit unseren herzlichen Dank Wilhelm Niebch und Frau Krofdorf, im Januar 1934 0413 Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Naturwissenschaftliche Abteilung) Freitag, den 26. Januar 1934, 20.15 Uhr im Physikalischen Institut Vortrag von Herrn Professor Gerthsen: Gelier Kosmische Strahlung (HObensirahiung) Gäste willkommen! H enneberg, Vorsitzender. * Verschiedenes Die Anstreicherarbeit, im Ueber- nachtungsgebäu. de des Bahnhofs Gießen, Frankfurter Str. 132, sollen vergeben werden. Angebotsmuster werden, solange der Vorrat reicht,für 1.20 NM. (feilte Briefmark.) abgegeben. Verding am 5.Febr. 1934,11 Uhr. Zuschlagsfrist 14, Tage. Pret- Neichsbatuerbaupt Betriebsias ganze Gießerhen wird. Geschänscrn' Rechn ro0*en N'cht Briefb großen See- Briefe Vergünsn» gA, die Abqeschie- bei inen Plätze wie Das Rätsel einer Frühlingsnacht Vornan von Gert Gothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Verlag, Halle, Saclle 8 Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Schmerzliches und Schweres? Ick weiß heute nicht einmal mehr, ob es schmerzlich und schwer war. Vielleicht war es nur eine Strafe?" „Rudolf?" Entsetzen war in ihren Augen, Entsetzen in ihren Worten. Er kam zu sich, verstand sie. Erkannte, daß sie jetzt an ein Geständnis seiner Schuld — ein Geständnis der furchtbaren Tat glaubte. Seine Hand strich das dunkle Haar zurück. Rudolf Härtlingen lächelte. Und sagte leise, fest: „Ich habe es nicht getan. Beim Andenken an meine Mutter schwöre ich es dir, Tante Malchen!" Tante Malchen stand auf. Sie konnte nicht anders; sie fiel ihm um den Hals. „Rudolf, ach, daß du das zu mir sagen konntest! Das! Jetzt halte ich immer zu dir, Rtckolf!" „3a — ich danke dir! Aber erklären kann ich dir vorläufig nichts weiter. Vielleicht kann ich es später einmal. Ich stehe vorläufig selbst vor etwas Dunklem, Unfaßlichem, was aber die Wahrheit sein wird. Gedulde dich, Tante Malchen. Wenn ich das Rätsel gelöst habe, sollst du die erste sein, die es erfährt." ,Zch bin nicht neugierig. Ich bin froh, daß ich hier bei dir bleiben kann. Und — der alten Gor- mann werde ich nicht in die Töpfe gucken; ich werde nur für dich da sein, wenn du mal einen Menschen brauchst, mit dem du sprechen willst. Ich mache gern Handarbeiten, bin ein bißchen im Park und im Obstgarten. Nützlich mache ich mich bestimmt, ohne deine alte Gormann zu beleidigen." „Wie gut und verständig du bist, Tante Malchen! Auf die Plauderstündchen mit dir freue ich mich wirklich", sagte er herzlich. „Ich mich auch! Das hatte ich mir schon lange vorgenommen. Ich bleibe also gleich hier bei dir. Meine Koffer stehen gepackt daheim. Seifert kann sie mir morgen — ach du lieber Gott, der steht ja noch unten im Hof mit den Schimmeln. Bitte, ordne doch an, daß er etwas zu futtern bekommt für sich und die Pferde. Und dann soll er heimfahren. Warte, das sage ich ihm selber." Tante Malchen ging an ihrem Stock hinaus. Seifert verbarg ein schadenfrohes Lächeln. Aha, also doch an die Luft gesetzt!, mochte er denken. Tante Malchen sagte freundlich: „Seifert, das Grinsen hätten Sie sich sparen können! Ich bleibe nämlich hier, und morgen früh erwarte ich die zwei großen Koffer, die daheim in meinem Zimmer stehen." „Verzeihung, gnädigste Komteß? Ich —" „Sie haben Hunger? Vielleicht auch Durst? Die Pferde auch? Kann ich mir lebhaft denken. Aber warten Sie noch ein bißchen! Es wird Ihnen gleich was gebracht werden. Auf Wiedersehen, Seifert!" Stramm stand der Kutscher da. Tante Malchen wandte sich ihm noch einmal zu: „Seifert, bestellen Sie daheim bei meinem Bruder einen schönen Gruß, und ich müßte dem Geheimrat vollständig recht geben. Im übrigen ließe ich in der nächsten Zeit von mir hören." Sehr zufrieden mit ihrem Ausflug in die verbotene Stadt ging Tante Malchen wieder die Treppe hinauf. Gormann brachte dem Kutscher ein Tablett. Allerlei Gutes stand darauf. Seifert blickte sich das mit großen Augen an. Dann saß er auf der Holzbank vor dem Küchenfenster und ließ es sich schmecken, während Gormann für die Pferde Hafer holte und einen großen Eimer mit frischem Wasser zurecht stellte. Kopfschüttelnd aß Seifert all die guten Sachen. Und kopfschüttelnd fuhr er endlich heim. Tante Malchen aber ging am Spätabend mit dem Neffen durch den Park. Er hatte ihren Arm durch den seinen gezogen. Er wollte es sich selbst nicht eingestehen, welch ein Geschenk ihm die Anwesenheit Tante Malchens war. Aber es war doch so. Er fühlte es während dieses verträumten Hin- schlenderns immer deutlicher, welch wertvoller Mensch die kleine alte Tante Malchen war. Und Tante Malchen freute sich, daß sie diesem prächtigen Menschen etwas sein konnte. Am anderen Tage kamen die Koffer, und Tante Malchen richtete sich in zwei schönen Zimmern von Schloß Härtlingen häuslich ein. Ein Bries war auch mitgekommen. Graf Eno tadelte seine Schwester scharf, ging dann aber später in eine andere Tonart über und legte ihr ans Herz, wenn sie erst einmal Fuß gefaßt habe, ihre und feine Schwester Luise nebst ihrer Tochter Gerda einzuladen. Sie wisse, wie unversorgt Baron Herster die Seinen zurückgelassen habe, und ihm, Graf Eno, fiele es doch wahrhaftig schwer genug, ihr ab und zu eine Unterstützung zukommen zu lassen. Es wäre doch immerhin möglich, daß durch diese Einladung noch etwas Gutes bei dem ganzen Aerger herauskäme, den Rudolf feinen Angehörigen bereitet. Tante Malchen faltete den Brief fein säuberlich zusammen und legte ihn in ein Fach des kleinen Mahagoni-Schreibtisches in dem für sie bestimmten, mit viel Geschmack eingerichteten Wohnzimmer. „Das könnte euch so passen. Die Gerda! Seht einmal an. Das habt ihr ja wieder einmal großartig ausgeheckt. Damit nur ja kein Glück nach Härtlingen kommt, denn diese gefallsüchtige, oberflächliche Modepuppe, die Gerda, die brächte es bestimmt nicht hierher — das Glück. Sieh einer an! Die Gerda! Mit einem Male ist wohl der Rudolf | fein Mörder mehr? Nein! Er soll feinen Frieden haben, der arme Junge. Frieden in erster Linie vor , beutegieriger, heiratswütiger Verwandtschaft!" Uebrigems, wie schrieb denn da Eno? Glaubte er, daß sie auf solche Befehlshabertöne hin ihre Rente schicken werde? Nein, da mochte er sich doch etwas manierlicher benehmen, wenn er diese Rente auch weiterhin haben wollte. Sie würde da doch erst einmal abwarten, bis der nächste Brief kam und in welchem Sinne der gehalten fein würde. Die Wochen vergingen. Tante Malchen ging zum Friedhof hinüber und trug Blumen hin. Sie sagte nichts, wenn Rudolf sie einmal auf einem dieser Wege traf und, ihr Ziel erkennend, sich wortlos wegwandte. Graf Härtlingen ging auch nachts nicht mehr zum Friedhof. Er verlachte sich jetzt ob seines Schmerzes um die schöne, falsche Lelia. Sämtliche Bilder, die von ihr herumstanden, hatte er weggeräumt. Er sagte sich auch, daß die alten Gor- manns vielleicht in dieser plötzlichen Wandlung eine Schuld sehen könnten, nachdem er solange den vor Schmerz halb Wahnsinnigen gespielt hatte. Aber es war ihm gleich, was seine zwei alten Getreuen dachten. * Rudolf Härtlingen kam vom Vorwerk nach Hause. Er war seit früh vier Uhr da draußen gewesen, hatte mit dem Förster und dem Rentmeister allerlei besprochen, war im Walde und auf den Feldern gewesen. Vom Vorwerk aus gehörten noch einige Morgen zur Selbstbewirtschaftung. Die Luft bekam ihm gut. Seine Augen blickten wieder klar und besonnen. Er konnte es fast nicht erwarten, daß der Vertrag mit dem Pächter ablief, damit er die Aufsicht über seine riesigen Felder, Wälder, Wiesen wieder selbst übernehmen konnte. In der Nachbarschaft verhielt man sich vorläufig noch passiv. Aber Freiherr von ©Übebrunn hatte tags zuvor vom Walde herüber gegrüßt und ein paar freundliche Worte herübergerufen. Rudolf Härtlingen hatte vor sich hingelächelt. Machte die Anwesenheit der kleinen alten Tante Malchen in Härtlingen wirklich so viel aus, daß die Nachbarschaft jetzt plötzlich aus der bisherigen Reserve heraustreten wollte? Nun, er hatte es ihnen nicht verübelt, daß sie sich zurückgezogen hatten. Mehr wie im Recht waren sie gewesen. Aber er dachte nicht daran, aus seiner selbstgewählten Einsamkeit sich wieder in den geselligen Strudel hineinziehen zu lassen. Vorläufig wenigstens nicht. Rudolf Härtlingen schritt schneller aus. Er hatte sich etwas verspätet — Tante Malchen würde schon auf der Terrasse auf ihn warten, und die gute Gormann würde sich halb tot ängstigen, daß nur ja auch ihr vorzügliches Mittagessen keinen Schaden erlitt ob dieses langen Wartens. Tanke Malchen erwartete ihn jedoch nicht auf der Terrasse, sondern am kleinen Parktürchen, durch das er stets kam. „Rudolf, ein Mensch wartet auf dich!" Er blickte sie belustigt an. „Tantchen? Den hättest du doch gar nicht herein, gelassen. Ein Mensch! Damit kannst du doch Höch, stens einen ganz verlotterten Kerl meinen." „So ist er ja auch. Und er sagte, er müßte den Herrn Grasen in einer dringenden Angelegenheit sprechen. Nun sitzt er oben in der Halle", sagte Tante Malchen mit Grabesstimme. „Na, da werde ich wohl oder übel mit ihm sprechen müssen." „Ja — nat—natürlich wirst du das müssen. Wenn es doch so wichtig ist, was er dir zu sagen hat." Sie gingen nebeneinander dem Schloß zu. In der Halle erhob sich ein Mensch mit verwildertem Haar, unordentlicher Kleidung und einem krankhaft gelben Gesicht. Der Schloßherr sah ihn starr an, erkannte die Ähnlichkeit und wollte doch nicht, daß es Wahrheit sei. Zusammengedrückt stand an der Tür Tante Malchen. Graf Härtlingen winkte ihr zu: „Tante Malchen, ich will allein fein mit dem da!" sagte er, und seine Stimme klang fremd, rauh! Still entfernte sich Tante Malchen. Graf Härtlingen trat dicht auf den Fremden zu, sagte langsam, wuchtig: „Ich irre mich nicht, du bist es! Du? Venjo Holm! Das also hat die Schuld aus dir gemacht!" „Ja! Ich bin's! Schuld? Du weißt es also bereits, daß ich zum Verräter an dir geworden bin?" Die Hände des Grafen krampften sich um die Lehne des hohen Stuhles. Seine Augen loderten es dem ehemaligen Freunde entgegen, was er von ihm dachte. Venjo Holm nickte schwer. „Du bist im Recht, tausendmal bist du es, wenn du mich verachtest. Aber ich möchte trotzdem nicht sterben, ehe ich dir eine vollständige Beichte abgelegt habe." „Sterben? Warum? Bist du so krank, daß du daran denken müßtest?" Da kam die Erinnerung, packte ihn, legte Grauen in seine schönen Züge. Der da, der Verräter, hatte doch Lelia ermordet! Und wenn er nun beichten wollte, dann würde er doch sterben müssen, denn auf Mord stand doch noch immer der Tod. Der andere sah ihn aus müden, eingesunkenen Augen an. „Wenn du wüßtest, was ich um dich gelitten habe!" sagte er dann leise, kaum verständlich. Verständnislos sah ihn Graf Härtlingen an. „Um mich? Weshalb um mich? Wenn du es doch erst fertigbrachtest, diesen schwarzen Verrat an mir zu üben?" (Fortsetzung folgt.) 500 A Gießen • Bahnhofstraße 2-4 in unseren bekannt guten Qualitäten in Kleider-, Seiden- und Waschstoffen, Gardinen, Weißwaren, Spitzen und Besätzen. Eine riesige Auswahl der schönsten Stoffe liegen für Sie bereit. Es sind darunter viele Stücke in Längen von zirka 4 Meter, für Kleider ausreichend. Kommen Sie daher frühzeitig, weil die am meisten gesuchten Waren immer schnell vergriffen sind. Nur noch 3 Tage genießen Sie die Vorteile des Inventur-Verkaufs Zum Schluß des Inventur-Verkaufs bringen wir große Mengen Reste Ä. 3 BIO. 0.55 Irische Seefische undFluhfische empfiehlt billigst Sl.rttorbKachfolgev Mausburg 15 «««d Televdon 3612 Druckschriftenft'*«?™ °°°°" In gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. 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Eintritt 75 Pf.,für Mitglieder des Goethe-Äundes 40 Pf., für Studenten 20 Pfennig. - benutzen Sie den Vorverkauf Leihgesterner Weg 16 del Amtsleiter Schuster, Jtuf 3100. 498D 9euteaöen0201lOt Neue Aula Lichtb.- Vortrag U-Boots-. Abenteuer rm Weltkrieg. Gegen Äusweis- Borzugsvreise^, SlMWM Gienen 375» Freitag, den 26 Januar 20-22.30 Uhr: 16. ^reit.-AblM- Gewölml. Prelle U-Boot 116. Schausp.inMtt- von Karl Lerbs. Treppe zu seinem Garderoberaum hinauf- oder hinunterzusteigen. Wer zählt die Stunden immer wiederkehrender Proben, der Gelenkigkeitsübungen, die Tag um Tag auch der routinierteste Artist vornehmen muß? Ich habe Gnrico Rastelli gut gekannt, bin ihm oft begegnet in Berlin, Hamburg, London, in Zürich und 'm Wien. Ob ich ihn vormittags traf, kurz nach dem Mittagessen, eine Stunde vor dein Auftritt, ja, auch dann/ wenn das Orchester bereits die Einleitungsmusik für seine „Nummer" spielte, nie sah ich Rastelli anders als mit Bällen, mit Stäbchen jonglieren, in einem Training, das wahrhaftig ohne Pause war Ich entsinne mich an einen Abend im Hansatheater Hamburg, als ich in der Garderobe von vier Mu- sikal-Clowns saß und einen von ihnen tröstete, der persönliche Sorgen hatte. Plötzlich klopfte es an der Tür, Rastelli kam herein, radebrechte sein Beileid und hockte sich auf den Schminktisch, strich dem Clown mit der Rechten zart und gütig über den Kopf Keiner von uns hat es als störend empfunden, keiner den Ernst von Rastellis Mitgefühl angezweifelt deswegen, weil des Jongleurs Linke zwei Balle bewegte, und ein dritter auf der Spitze des vorgestellten Fußes selbständig weiterwippte „Rastelli ist ein guter Artist, er kommt am Morgen als erster zur Probe und arbeitet immerzu", sagte mir einmal ein alter Bühnenportier, der seine Leute keineswegs nach der Höhe ihrer Gagen einschätzte. Und ich muß an dieser Stelle auch den Ausspruch eines sehr feinsinnigen Theaterkritikers wiederholen, der sich über die Artistenwelt ungefähr so geäußert hat: Hier ist der unverdorben echte, sieghafte Mensch, Kraft und Anmut, Witz und Tapferkeit. Dazu eine Kunst, die von „Können" kommt ,9eü jungen Dessauers große Liebe/' ' Der Stoff dieses neuen Ufa-Films ist hinlänglich bekannt. Wir haben ja erst vor kurzem die Operette Anneliese von Dessau" im Theater gehabt, tue genau die gleiche Fabel behandelt. Und ebenfalls vor nicht langer Zeit hat Friedrich von Oppeln- Bronikowski an dieser Stelle — im Zusammenhang mit dem Film — den geschichtlichen Umriß der Gestalt des Fürsten ausgezeichnet. Es ist nun im Film wie in der Operette: man muß sich von den landläufigen Vorstellungen, die sich zwanglos einstellen, ein wenig frei machen. Freilich gibt auch hier die altpreußische Melodie „So leben mir, so leben wir " das musikalische Leitmotiv der Handlung ab, aber Leopold ist eben hier nicht der „Alte Dessauer", dessen Bild uns gemeinhin geläufig ist, nicht so sehr der klassische Exerziermeister, der den Gleichschritt und den eisernen Ladestock bei der Infanterie einführte, sondern eben der junge Dessauer, jugendlicher Draufgänger, getreuer Liebhaber und Held einer romantisch klingenden Herzensgeschichte mit der hübschen Apothekerstochter Anneliese Foese. Kabale und Liebe in der kleinen Dessauer Residenz — aber mit gutem Ausgang: das ist der Grundton, auf den der Film gestimmt ist. Das Drehbuch von Ph. L. M a y r i n g und B. E. L ü t h g e bedient sich der gleichen dankbaren Motive und Konflikte wie das Libretto der Operette. Eduard K ü n n e f e schrieb eine Musik, deren kriegerischer Rhythmus von einigen zärtlichen Melodien im Stile der Zeit heiter unterbrochen und kontrastiert wird. Arthur R o b i s o n führt Regie; ihm dienten offenbar die großen Historien und Staatsaktionen der Ufa, vor allem die unterschiedlichen Fridericus-Filme zum Vorbild: er bringt eine große Ausstattung, viel historisches Kostüm und Uniform, läßt idyllische und repräsentative Szenen, Massenaufzüge und intime Einzelbilder, Heiteres und Ernsthaftes geschickt ineinanderfließen; außerdem verfügt er über ein großes und gewähltes Ensemble Leopold von Dessau ist Willy Fritsch, er bemüht sich, die (Erinnerung an seine ehemaligen Lustspiel- und Operetten-Helden zugunsten eines seriösen Eindruckes vergessen zu lassen: er gibt den Fürsten frisch unbekümmert, gradezu, ehrlich und herzlich, und man kann sich vorstellen, daß der schnauzbärtige Alte in seiner Sturm- und Drangzeit ungefähr so dahergekommen ist. Ein neues Gesicht: Trude Marlen; sie führt sich mit der Apothekerstochter nicht übel ein und gibt ein hübsches, couragiertes Bürgermädel, das Herz, Mundwerk und Singstimme auf dem rechten Fleck hat. Ida W ü st als Fürstin-Mutter hat es nicht ganz leicht, ihre angeborene Schalkhaftigkeit hinter mütterlicher Würde und Strenge zu verstecken; scharmant ist ihre Szene mit dem Kaiser in Wien: ihn gibt Hörbiger. unter der Allongeperücke mit habsburaischer Leutseligkeit und Unfeierlichkeit. Alice Treff: die Prinzessin Marie von Hessen, die von der Gegenpartei vergeblich ins Feuer geschickt wird, als ein kokette« und galantes Persönchen. Tiedtke macht den allen Foese mit büraerlichern Ernbonpoint und bärbeißiger Ehrbarkeit. Wir nennen noch Gustav Waldau (Chalisac), Speelrnans (Sergeant), Alexander Engel (Kandidat Schmitt) und Meye - r i n ck (Graf von Otjrinoen). — Im Beiprogramm sieht man u. a. die neue Wochenschau den Vorinann zur „Stimme der Liebe" ^Wittrisch und Maria Geling) und einen hübschen Tierfilm der Ufa. —r— Kleine Verwechslung. George G r o s s m i t h, einer der beliebtesten und originellsten Schauspieler und Humoristen Englands, kann jetzt auf ein ereignisreiches Bühnenleben zurückblicken. Einem Menschen wie ihm mußten natürlich mancherlei luftige Dinge passieren. Er erzählt selber immer wieder gern die Geschichte eines Freundes aus Nord-England, der eigens nach London kam, um .George Grossmith in der „Gaiety" in dem Lustspiel „Die Sturmschwalbe" spielen zu sehen. Eines Vormittags bekam er den Besuch dieses Freundes aus dem Norden, der sich sehr erstaunt zeigte, daß der Schauspieler lustig und guter Dinge war. „Ich dachte, du wärst krank. Ich war gestern abend im Theater. Du warst aber nicht auf der Bühne. Auch Gerti Millar fehlte. Uebrigens in dem ganzen Stück nicht eine Note Musik, lieber» Haupt, die tollste Sache, die ich bisher gesehen habe. Ich mußte nachher eine halbe Stunde Bridge spielen, um mich wieder in Ordnung zu bringen/* Grossmith war erstaunt. „Bist du denn auch in das richtige Theater gegangen?" fragte er. „Ja, es war die ,Wildente^ von so einem Mann mit dem Namen Ibsen." „Aber, Menschenskind, ich spiele doch in der ,Sturmschwalbe<." — „Siehst du, ich wußte doch, daß es was mit einem Vogel zu tun hatte." Oer „Flitterwochen"-Monat in Margate Die Behörden vor Margate, einem der bekanntesten Kur- und Badeorte im Südosten Englands, bei absichtigten die Durchführung einer Einrichtung, hi, von vielen Heiratslustigen gewiß mit Freuden bei grüßt und die vielleicht auch manche Nachahmung finden wird. Margate wird im Juni dieses Jahre, einen „Flitterwochen-Monat" haben Während dieser Zeit erhalten alle iungoerheirateten (Ehepaare Vergünstigungen aller Art; sie brauchen keine Kur- tare zu zahlen können an den sportlichen und geselligen Veranstaltungen zu stark ermäßigten Preisen teilnehmen und werden in dieser Zeit überhaupt wie Ehrengäste behandelt, um die sich das ganze Kurleben in liebenswürdiger Weife drehen wird. Immerhin darf man einige Zweifel hegen, ob manches frischgebackene Ehepaar die Flitterwochen n-cht lieber fernab von dem Treiben eines großen Seebades verbringen wird, denn die größte Vergünfn» gung, die man ihm gewähren könnte, die Abgeschiedenheit und das Alleinsein, können Plätze wie Margate kaum bieten. "mit z. rmd, rau|)! Fremden? s» dichs» ;u! imadjt!" U es also fr geworden bir 2. M um t Wn lodern en, was er w b« bot?' ' er miik Müssen, hl 'M 15 Mit vem l"9 und 2 Inh"' ,Ql> ' Inb wollte t !r rrotzdem nit ' Beichte abgi krank, daß t. W Traun Lelio ermord« dann würde । 1 stand doch not r» eingesunkene m dich gelittr (stündlich. Engen an. Benn du es du Verrat an in E ind nur einige iele. 1 OOdev. -idungsstück. verbilligt. Modell- Anzüge ,ERES" Mäntel Iso auch die esten Stucke nd verbilligt! > V )N 1L und kostenlos. B Hosen und ’n. 'M -Jie« ä „W! 88 Kr. 2! Zweites Blatt Eichener Anzeiger (Generat-Anzelger sur wveryeneu, Wochenendflug nach Afrika. Von unserem Sonderberichterstatter Alfred W Kames Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tripolis, im Januar 1934. Es ist heute möglich, das Wochenende, ohne daß einem die Reise auch nur soviel Anstrengung kostet, wie sie im allgemeinen in überfüllten Zügen einer gebräuchlichen Wochenendfahrt angetroffen wird, in einem anderen Kontinent zu verbringen. Die Deutsche Lufthansa befliegt die Strecke Berlin —Rom im Sommer in einem Tag; im Winter legt ne allerdings in München eine Nachtpause ein. Man kann also theoretisch an einem Freitag abflie- gen und ist bann, wenn alles klappt, bereits am Samstagnachmittag in der 4. Stunde im Hafen von Tripolis in Nordafrika. Die Entfernung von Berlin nach Rom beträgt rund 1250 Kilometer und die von Ostia, dem Wasserflughafen Roms, nach Tripolis stellt ungefähr die gleiche Strecke bar. Es ist ungefähr b e r s ch ö n st e' Flug, ben man In der Welt überhaupt zurücklegen kann. Er führt über das deutsche Mittelgebirge, die bayerische Seenplatte, die dem Bergland vorgelagert ift„ dann über die Kette der Drei-Länder-Alpen, Venedig, die Adria, quer durch den Apennin, die Windungen des Tiber immer wieder überschneidend zur Ewigen Stadt und von dort an der Küste entlang nach Neapel. In einem unvergeßbaren Meeresflüg am Vesuv, dem rauchenden Stromboli vorbei durch die Straße von Messina, den Aetna und Siziliens herrliche Landschaft grüßend, führt er weiter nach dem historischen Syrakus und in zwei großen Sprüngen über das englische Malta nach Lybiens Hauptstadt. Wenn alles klappt .. rc r Auschistischen Zehnjahresausstellung mit 70 v. H. Ermäßigung gewährt und außerdem noch allerlei andere Verbilligungen bringt. Auch wenn man auf .Rückfahrt verzichtet, hat man noch immerhin 20 Prozent Nachlaß auf die einfache Fahrt. Strömender Regen in Rom. Kalt und unfreundlich ist es, so gar nicht der Vorstellung vom sonnigen Süden entsprechend. Dazu sind die Hotels überfüllt. Früh um 6 Uhr steht man naß und frierend an der P^zza Colonna, den Autobus nach O ft i a erwar- tenö, aber ohne viel Hoffnung, daß der Wettergott ein Einsehen haben wird. So klettert man eine Stunde später frierend und wenig ausgeschlafen, aber doch beglückt in den Bauch des Wasserflugzeuges, das wie eine vorsintflutliche Wespe seine , farbigen Flügel streckt und mit tosendem Gebrumm I an seiner Kette zu zerren beginnt. 1 Es fleht los! Von der berühmten Bläue des Tyrrhenischen Meeres ist nichts zu erblicken. Noch kämpft die Nacht mit dem heranbrechenden Tag. Alles ist grau in grau. Dann aber steigt die Sonne aus dem Meere auf. Es wird hell und licht um uns. Durch die kleinen Bullaugen sieht man das sanfte Gelb des Latinischen Strandes, N e 11 u n o, offensichtlich in den letzten Jahren erheblich ausgebaut, gleitet, in warmes Grün gebettet, unter uns dahin. i Trotzig liegt auf einem Fels im Meer ein altes Kastell, offenbar eine jener Burgen, die einst Piraten als uneinnehmbare Nester dienten. Weit überblickt man das Gebiet der Pontinifchen Sümpfe, im Hin- | tergrunb begrenzt von Bergketten, um die sich der 1 Nebel ballt. Hier hat vor einigen Jahren die faschistische Kolonisierung eingesetzt, und es ist kaum vorstellbar, welche großen Erfolge sie schon in so kurzer Zeit erzielte. Die neuen weißen Häuschen, die deutlich erkennbaren Entwässerungsanlagen, die systematisch aufgeteilten Anbauflächen und schließlich die buchstäblich aus dem Sumpfboden hervorgezauberte Stadt Elena können wir von hier oben gut überblicken. Dann schwebt das Flugzeug über dem Golk von Gaeta Schneebedeckt grüßen die, Felsenspitzen des Vorgebirges herüber Immer näher tritt es an die Küste heran und bald läßt es keinen Raum mehr für Straße oder Siedlungen. „Neapel sehen und dann sterben" — dieses so oft gebrauchte Sprichwort gewinnt auf einmal eine überzeugende Bedeutung Man hat nicht genug Augen, um al? das Schöne schauen zu können In gewaltigem Schwung öffnet sich die Bucht, am Horizont begrenzt von den Kalkfelsen Sorrents und der aufgereckten Silhouette Capris. Das Häusermeer Neapels strahlt das Gold der Sonne und das Blau des Meeres wider. Villen grüßen von den Hügeln und die schlanken Pinien schauen wie sehnsüchtige Frauen auf das Meer hinaus. Heber allem steht beherrschend, schneebedeckt mit abgehackter Kuppe der Vesuv, dessen Rauchfahne langsam und träge im Blau des Himmels hin- und herschwingt. Die halbe Stunde Aufenthalt im Hafenbassin vor dem grauen Kastell genügt gerade, um mit einer Zigarette ein wenig das aufgeregte Herz zu beruhigen. Dann trinken die Augen schon wieder neue Schönheiten. Stundenlang schwebt man über den Wassern dahin. Dann auf einmal mitten im Meer taucht der rauchende Stromboli auf, zeigen sich wie graue Flecken im azurnen Blau die Liparischen Inseln, die dem faschistischen Regime als Derbannungs- ort dienen. Schmal und langgestreckt steigt d i e Küste Siziliens auf. lieber die neue Stadt mit Schon in München sieht es so aus, als wollte einem der Wettergott einen bösen Strich durch die Rechnung machen. Dicker gelber Nebel liegt über dem weiten Flugplatz. Es ist kaum zu glauben, daß der Start doch vor sich geht. Ein eigentümliches Gefühl, zwischen gläsernen Wänden zu sitzen und nichts, rein gar nichts draußen erkennen zu können! Das Flugzeug schraubt sich hoch. Jetzt hat es die Nebeldecke durchbrochen und segelt hinein in goldenes Sonnenlicht. Es ist als wäre man in die Gefilde der Seligen gekommen. Und dann strahlt die Alpenkette auf; Wanderwege, die man so oft beschritt, Berggipfel, die man mühsam erklomm, grüßen von unten herauf, von einem weichen, weißen Schneegewand umhüllt. Von hier oben gesehen liegt auch Oesterreich in tiefstem Frieden. Die Zugspitze bleibt rechts liegen, und immer näher schwingt sich die vielzackige Kette der Zentralalpen auf uns zu. Schon ist d e r B r e n- ner überflogen. Dräuend starren die dunklen Grate und Abstürze der Stubaier-Alpen herauf, Friaul ist ganz in einem weißen Nebel versunken. Dann gehts hinein in das Felsengewirr der Dolomiten, über den Rosengarten hinweg, der hier mit rotglühenden Bergspitzen seinem schönen Namen doppelte Ehre macht. Kampsgelände des Weltkrieges, das nun wieder in grauen Nebelschleiern versinkt. Der Flugzeugführer manöveriert. War der Start schwierig-, so ist die Landung doppelt schwer und wohl auch gefahrvoll. Aber die wackere Maschine schaffts. Mit sanftem Gleitflug setzte sie auf dem vorgesehenen Platz im Flughafen des Lido von Venedig auf. Nur schattenhaft erblickt man von hier die berühmte Silhouette der Adriakönigin. • Wenn alles klappt ... • Der Wettergott macht doch noch seinen Strich. Der Nebel wird immer dichter und der Flug nach Rom muß deshalb ausfallen. Ein ratterndes Motorboot bringt uns zum Markusplatz und von dort ein „Vapore" zur Station St. Lucia. Zum Glück gibt es einen Zug, der Rom noch am gleichen Abend erreicht. Und es gibt sogar eine Möglichkeit, die die Fahrt erheblich verbilligt. Die großangelegte Verkehrs- und Reisepolitik Mussolinis hat u. a. das sogenannte „Faschistenbillet" geschaffen. Das ist ein Fahrscheinheftchen, das von jedem Punkt Italiens aus die Hin- und Rückfahrt nach Rom zum Besuch Das Treffen der Mer des Pour le merite. «ML M In Berlin kamen 160 Ritter des Ordens Pour le merite zusammen, um am Geburtstag Friedrichs des Großen, des Stifters dieser höchsten preußischen Kriegsauszeichnung, an der Gruft des großen Königs in der Garnisonkirche zu Potsdam einen Kranz niederzulegen. — Unser Bild zeigt die Versammlung der verdienten Heerführer während der Begrüßung durch General von Witzleben. Von rechts nach links: Generäl von Loßberg, General von Walter, General Eberhard, Admiral v o n L a n z, General von Horn und Generaloberst Heye. Artisten arbeiten. Von Paul Eipper Beifall und Tusch: der Vorhang fällt, hebt sich sogleich wieder: eine neue „Nummer" tritt auf, wird üon der dritten, vierten abgelöst. So gehl es weiter, zwei Stunden lang, fast ohne Pause. Das Variete-Theater ist die Stätte der mannigfaltig bunten Darbietungen, ist in Rhythmus und Tempo ein wahrhaftiges Spiegelbild des zwanzigsten Jahrhunderts, Entspannung für unfern Alltag und Ansporn zugleich. Denn, so verschiedenartig die Darbietungen auf solch einer Spezialitatenbuhne sind in einem gleichen sie sich alle, in der Ernsthafligkei ber Leistung, im Einsatz der ganzen Kraft; ledesmal und in jeder Sekunde. Wenn der Schauspieler, der Sänger, Musiker oder Filmkünstler im Scheinwerferlicht erscheint, sagt nian: er tritt auf, er spielt. Der Artist dagegen me - def ich arbeite! Nirgendwo unter Künstlern herrscht ar öftere Selbstdisziplin als bei ihm, markieren gibt ?s auf keinem Variete; das 697. Auftreten mutz thenin fauber ebenso vollkommen ein, wie die Pre- S; .benn ätbenb für Abend bei jeder Verstellung steht unsichtbar neben dem Artisten— der Toir Eine Keine Nachlässigkeit, ein Augenblick des Nicht-bei- ber-Sache-Seins", und Der Partner, der Leben und Gesundheit im Vertrauen auf die Kameradschaft bedingungslos in die Hand seines Kollegen gab. stürzt, ieitzt den Urheber ins Unglück mit Wer von den vielen tausend Varietebeluchern die cllabendlich die Theater der großen Städte füllen, die über ein komisches Turnerpaar lachen, einer ckrobatischen Tänzerin Beifall klatschen, den Salto Mtaunen, den der Seil pnnger oben auf dem schwankenden Stahldraht dreht: wer von ihnen allen chnt, welche Unsumme anstrengendster Fleißarbeit law gehört, bis der Sprung in seiner ganzen Leich- itgteit' unfehlbar sicher gelingt; wieviele Opfer ei futer Artist immerzu bringen mutz, um seine Ner icn, seine Muskeln, seinen ganzen Körper in dieser Vollkommenheit leistungsfähig zu erhalten. Zehn bis zwölf Minuten dauert der Auftritt, und nenn dann der Artist lächelnd hinter dem Borhang erschwindel, mag mancher Zuschauer denken, daß stich ein Mensch sein Geld leicht und schnell verdiene^ Ach möchte das Publikum einmal hinter die Szene sthen lassen, möchte ihm zeigen, daß dieses l^adlende Lächeln nichts ist als eiserne Disziplin, und daß der lErtift schweißüberslrömt, ausgepumpt irgendwo auf (inen Stuhl sinkt, um das Zittern seiner Muskeln etwas abebben zu lassen. Er ist zunächst unfähig, Die Donnerstag, 25. Januar 1934 schnurgeraden Straßen, quer über Messinas nach dem letzten schrecklichen Unglück in unablässiger Arbeit zäh wieder aufgebautes Dasein hinweg geht der Flug durch den Engpaß der Wasierslraße. Langsam tritt das italienische Festland zurück, uns aber immer noch eine geraume Strecke mit einem grauen Schattenriß begleitend. Die Augen suchen die berühmten Orte zu erkennen. Dort muß Taormina liegen, die Sehnsucht aller Schönheilssucher. Grün sind die Hänge, gelb der Strand, braun das Massiv der Felsen, die sich höher und höher türmen. Wir schneiden die Bucht von Catania, haben plötzlich wieder eine kurze Nebelstrecke zu durchfliegen und gehen dann in strahlendem Sonnenlicht in Syrakus nieder. Weiler gehts. Wieder ist nur Wasser und Himmel um uns. Die Küste Siziliens ist längst hinter uns versunken. Auf einmal scheint voraus ein Viereck im Meer zu liegen. Es wird größer und größer und Oie NSV. will ein gesundes Volk schaffen. Denke an dein Kind, werde Mitglied! je näher wir ihm kommen, um so zackiger zersplittert es sich. Das ist Malta. Da hat man die Vorstellung von einer dunklen stickigen Festung, einer Art mittelalterlichen Burg, an deren Mauern noch das Blut unzähliger Kämpfe klebt, die in Jahrhunderten über diese Insel hinweggegangen sind. Und was man sieht, das ist ein liebliches Eiland mit weiter baumloser (Ebene, mit unzähligen Kirchen und mit Wein- und Blumengärten. Vom Flugzeug aus erschaut man mehr als der Erdenwanderer sehen kann. Da sieht man Wasseradern unter der Erdkruste und Untiefen im Meer. Aber manchmal mag der Blick vom Himmel her auch täuschen. So auch hier. Das ist alles so licht und froh und so freundlich — und doch lauert Dunkel hinter diesem Licht. Immer noch spielen sich Kämpfe hier ab, unblutig zwar, aber darum nicht weniger fanatisch und verbissen. Englands Hand lastet schwer auf dieser Insel ... Im Gleitflug gehl unser Flugzeug hinter der mächtigen weil ausholenden Mole des Hafens von Tripolis nieder und schon umfängt uns Lärm und Geschrei der anderen Welt ... Veränderungen im Stabe der Landesbauernschaff. LPD. Frankfurt a. M., 23. Jan. Der bisherige Hauplftabsleiter der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Oberlandwirlschaflsral Dr. Richard G ä r l a ch , ist mit sofortiger Wirkung zum Reichskommissar für das landwirtschaftliche Schulwesen ernannt worden. Als sein Nachfolger wurde vom Landesbauernführer Dr. Wagner der seitherige Slabsleiter der Landeshauplableilung II, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Otto Finger, ernannt. Der bisherige Tierzuchtdireklor Dr. Rodert wurde zum Stabsleiter der Hauptabteilung II der Landesbauernschaft Hessen-Nassau ernannt. Eingliederung der landwirtschaftlichen Vereinigungen in die Landesbauernschast. LPD. Darmstadt, 24. Jan. Der Landes- bauernführer Dr. Wagner hat eine Anordnung auf sofortige Eingliederung der landwirtschaftlichen Vereine, Vereinigungen und Fachverbände innerhalb des Gebiets der Landes-Bauernschaft Hessen-Nassau in den Reichsnährstand erlassen. Inwieweit die landwirtschaftlichen Vereine, Vereinigungen und Fachverbände in den Reichsnährstand einzugliedern, anzugliedern ober aufzulösen sind, bleibt späteren Entschließungen vorbehalten. Aue der Provinzialhauptstadt Oberhes^scher und „Die Nürnberger Puppe". Der Wau auf Vurg Gleiberg beendet Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr, „Der betrogene Kadi" Der ersie Arbeitstac, der Dienstag, begann mit einer Andacht, gehalten von Pfarrer Becker (Gießen), über das Textwort aus Jesaja, Kp. 8, Vers 10. Pfarrer Decker führte aus, daß Gottes Hilfe nicht ausbleiben könne, wenn zu dem Werk, das wir begonnen hätten, wirkliches Bedürfnis im Volk vorhanden fei. Der gesamte Aufbau unseres Volkes stehe und falle mit seinen Müttern, deshalb sei Mütterdienst eine hohe Aufgabe. Frau Heraeus begrüßte die an Stelle der erkrankten Reichsführerin erschienene Rednerin, Frau Lic. Führer (Potsdam), die in längeren Ausführungen das Thema „W arum Mütterschulung ?" behandelte. Mütterschulung sei aus Not erwachsen, führte die Rednerin u. a aus. In den vergangenen Jahrzehnten sei unser Volk innerlich und äußerlich zerfallen. Die meisten Jungmütter hätten nicht an ihrem gottgewollten Platz im Haus und in der Familie gestanden, sondern seien als Heim- und Fabrikarbeiterinnen ihrem Haushalt entzogen worden. Hier müsse Mütterdienst einsetzen, und zwar in erster Linie durch Vermittlung praktischer Vorschläge. Man denke an Krankenpflege, und Säuglingspflege, in denen viele Mütter vollständig ratlos dastünden. Rlütterschulung sei eine volksmissionarische Arbeit. Besonders sei zu erstreben, daß die Mutter im „Zeitalter des Mannes" wieder lernen müßten, heim und he mal zu gestalten, Familien zu Stätten der Ruhe und Geborgenheit auszugesiailen. Mütterdienst bedinge aber auch, daß man Müt- tererholungsstätten schaffe. Hier sei die evangelische Frauenhilfe die Wegbereiterin gewesen, habe sie doch im vergangenen Jahre mehr als eine Million Ferientage für erholungsbedürftige Mütter ermöglicht. Eine fruchtbare Aussprache schloß sich dem Vortrag an. Nach der Mittagspause sprach Frau Lic. Führer über „W e r b u n g für d i e Mütterschulungskurse". Die Rednerin berichtete über ihre Tätigkeit auf diesem Gebiet in der deutschen Ostmark, wo man Bilder und Filme neben guten Vorträgen als Werbemittel mit gutem Erfolg verwendet habe. Durch geeignete Kurse würden die Mütter für ihren Hauptberuf, Mutter zu fein, geschult. Mütterdienst sei aber nicht nur eine private Sache, sondern eine Angelegenheit des Staates. Mütterdienst sei auch nur möglich auf religiöser und kirchlicher Grundlage, sie sei die dankbarste, aber auch die wichtigste Aufgabe. Auch an diesen Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an. Cafe Leib, Versammlung der oberhessischen Frauen- Lauterbach (den sämtlichen Riedesel Freiherren zu vereine; 14 Uhr Vortrag über „Die volksmissiona- Eisenbach, Erbmarschalle zu Hessen, steht das Prärische Verantwortung der evangelischen Frau", I sentationsrecht zu). Mrennnenlehrgang über MtterWkmgsarben des Verbandes Evangelisch-Kirchlicher Franenvereme in Hessen. Kunstoerein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Des jungen Dessauers große Liebe". — Vortrags-Vereinigung 20 Uhr, Neue Aula, Vortrag von Kapitänleutnant Frhr. von Spiegel über „0-Boots- Fahrten und Abenteuer im Weltkrieg". — Oberhessischer Geschichtsverein, 20,15 Uhr, Kunsthistorisches Institut, Jahrhundertfeier der Errichtung des deutschen Zollvereins. — Evangelischer Frauenverein, ♦* Städtische Brennholzver steigern n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung in den Waldungen der Stadt Gießen (Distrikt Fernewald) wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 1. Klasse 10,50 Mark, 2. Klasse 8,60, Hainbuchenscheiter 8, Eichsnscheiter 1. Klasse 7,50, 2. Klasse 5,50, Buchenknüppel 8, Hainbuchenknüppel 6,60, Eichenknüppel 5,50 Mark je Raummeter. Buchenreisig 2. und 3. Klasse kosteten 16 Mark je 100 Wellen, Hainbuchenreisig 2. und 3. Klasse 10 Mark je 100 Wellen. Die angebotenen Mengen wurden restlos verkauft. ** Freie evangelische P f a r r st e l l e n. Zur Wiederbesetzung sind von der evangelischen Kirchenregierung in Hessen ausgeschrieben: die evangelische Pfarrstelle zu Schlierbach, Dekanat Erbach; die evangelische Pfarrstelle zu Staden, Dekanat Büdingen (dem Grafen von Schlitz, genannt von Görtz, steht das Präsentationsrecht zu); die evangelische Pfarrstelle zu Engelrod, Dekanat 15.30 Uhr Vortrag über „Mutter und Volk". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Ich bin ein entflohener Kettensträfling". — Ortsgruppe Gießen- Mitte, Cafä Leib, 20.30 Uhr, Ortsgruppenversammlung. — Ortsgruppe Gießen-Süd, Zelle 2, 20.15 Uhr, „Graf Zeppelin", Block 2 und 3, Blockabend. — Aus dem Stadttheaterbüro: Morgen, Freitag, abend das Schauspiel „U-Boot 116" von Karl Serbe. (Siehe heutige Anzeige.) — Die Vortragsvereinigung (Goethe- Bund, Kaufmännischer Verein, Gewerbeverein) erinnert im heutigen Anzeigenteil noch einmal an den heutigen Lichtbildervortrag über „0-Bootsfahrten und Abenteuer im Weltkrieg". Ferner wird in dieser Anzeige auf einen Vortrag von Herbert Volk am kommenden Sonntagabend hingewiesen. (Siehe Anzeige.) — D i e Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Naturwissenschaftliche Abteilung) lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zu einem Vortrag am morgigen Freitagabend ein. (Siehe Anzeige.) Der Verband der Evangelisch-Kirch-' von Liederoorträgen des Mädchen- und Frauen- lichen Frauenvereine (Fra'uenhilfe) chors der Vorortgerneinde Klein-Linden. hat für feine oberhefsifchen Vereine für die Zeit Als vor Jahresfrist die schon länger aktuelle Frage der dringlichen Instandsetzung des im Laufe der Zeit baufällig gewordenen Alb er tu s- baues auf Burg Gleiberg vom neuen Vorstand des Gleibergvereins erörtert wurde, bestand sofort die einmütige Auffassung, der sich dann die Generalversammlung einstimmig anschloß, daß die Herrichtung für Zwecke im Sinne des Aufbaues des neuen Staates geschehen müsse. Auch in dem weiteren großen Kreis der Gleiberg- freunde konnte niemals ernstlich zweifelhaft fein, daß dieser Weg der Erhaltung des alten Baues die einzig richtige Lösung war. Zur Wiederherstellung des fast 400jährigen Bauwerkes wurden im Laufe des vergangenen Sommers die erforderlichen Vorbereitungen getroffen, so daß im Herbst Maurer und Zimmerleute die Arbeit beginnen konnten. Um vielfach falsch unterrichteten Bevölkerungskreisen richtige Aufklärung zu geben, sei gesagt, daß nicht Umänderungen der bisher betretbaren Räume im Nassauerbau vorgenvm- men wurden; der Albertusbau ist der Teil der Unterburg, in dem sich der große Torbogen zum heutigen Hauptburgeingang, also vom Auffahrtweg her, befindet. Das Erdgeschoß mit der ehemaligen alten großen Burgküche und einem großen, mit Wandsprüchen gezierten Saale und weiteren Räumen enthält die Stallungen des Burgwirtes. Hausbesitz namhafte Kredite für Jnstandfetzungs- arbeiten zu garantieren. Allerdings steht diese Kreditorganisation auch nur dem organisierten Hausbesitz, der sich an dem Opfer beteiligt, zur Verfügung. Erfreulicherweise kann heute schon festgestellt werden, daß zahlreiche Hausbesitzer dem Rufe des Führers der Organisation gefolgt sind, weil sie gerade im Hinblick auf die große Bedeutung des Arbeitsbefchaf- fungswerks nicht länger abseits stehen wollen. Die Prämienzahlungen auf Versicherungen bei ausländischen Versicherungsgesellschaften. Die Industrie- und Handelskammer Meßen macht darauf aufmerksam, daß nach einer neuerdings von der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung erlassenen Verfügung Prämienzahlungen bei Versicherungen, die mit im Inland zugelassenen ausländischen Versicherungsgesellschaften abgeschlossen worden sind, nicht unmittelbar an die ausländische Hauptniederlassung, sondern lediglich an eine inländische Niederlassung, insbesondere also etwa an den inländischen Hauptbevollmächtigten, erfolgen dürfen. vom 22. bis 25. Januar in unserer Stadt einen Führerinnen-Lehrgang über Mütter- schulungsarbeit eingerichtet, der im Vereins- Haus der Inneren Mission (Herberge zur Heimat) abgehalten wird. Am Montag wurde in Gegenwart vieler Mit- ! glieder aus allen Teilen der Provinz der Lehrgang mit einem Brgrüßungsabeud eingeleitet. Die hessische Verbandsvorsitzende, Frau Heraeus (Offenbach a. M.) begrüßte zunächst die Teilnehmer, dankte den Gießener Frauenvereinen für ihre freundliche Mitarbeit an den Vorbereitungen und führte dann u. a. folgendes aus: Dank unserer nationalen Regierung und dank des Willens unseres Volkskanzlers und Führers Adolf Hitler fei unser Volk zu dem Erbgut unserer Väter, dem christlichen Glauben, wieder zurückgekehrt. Allenthalben in Deutschland könne man fest- stellen, daß das deutsche Volk auf dem Dege sei, sich in Religion und Kirche wieder heimzufinden. Dies bewiesen auch die Zahlen der Neugründungen und Anschlüsse von kirchlichen Frauenvereinen. Allein in Hessen seien im letzten halben Jahr mehr als dreißig Frauenvereine dem Hauptverband beigetreten. Aufbauarbeit am Volk müsse aber aus der Heiligen Schrift ihre Kraft schöpfen. Um Bibelarbeit im besonderen Maße für die angeschlosfenen Vereine leisten zu können, habe der hessische Verband eine Theologin angestellt, die ununterbrochen tätig sei und schon für viele Wochen hinaus Arbeit übernommen habe. Neben Bibelarbeit sei der Mütterdienst ein wichtiger Dienst am Volk. Unser Führer und Kanzler sei sich der Wichtigkeit der Mitarbeit der konfessionellen Verbände bewußt. Frau Pfarrer Becker (Gießen) grüßte im Namen der Gießener Vereine und wünschte der Tagung gesegneten Verlauf und Erfolge von bleibendem Wert. Anschließend zeigte die Geschäftsführerin Fräulein Wahrendorf (Alsbach a. d. Bergstraße) den Film „Schwert, Spaten und Wiege", den Frau L ö n n i e s (Berlin), die Reichsführerin des Müt- terdienftes der Evangelischen Kirche, zusammengestellt hat. Die Bilder veranschaulichten die Wehrhaftigkeit, die Bodenverbundenheit und die Fruchtbarkeit des Volkes. Alle drei find Grundbedingungen eines gefunden Volkslebens: Schwert und Spaten führen ein Volk zum Siege, aber ohne Fruchtbarkeit ist das Volk zum Untergang verdammt. Umrahmt wurde der Begrüßüngsabend Das erste Stockwerk, das bislang zur Aufbewahrung der Heu- und Strohvorrät-e diente und dem der Zusammenfall drohte, hat man unter geschickter Ausnutzung der vorhandenen Dimensionen einer Verwandlung unterzogen, die in jeglicher Hinsicht als vorteilhaft gelungen bezeichnet werden kann. Bauinspektor Mohr (Gießen), der bereits drei Jahrzehnte zu jeder Zeit in Liebe und Treue feine Kräfte in den Baudienst der Burg gestellt hat, entwarf die Pläne zum Umbau und für die Inneneinrichtung. Unter seiner ehrenamtlichen Leitung geschahen die an Unternehmer vergebenen Rohbauarbeiten, nach deren Beendung dann das von der Gießener Studentenschaft eingerichtete Jugend- notwerk eingesetzt wurde. Ungefähr 20 junge arbeitslose Weißbinder und Schreiner aus Orten in der Umgebung des Gleibergs zogen ein, um unter technischer Leitung fünf Stunden am Tage zu werken. Es roar eine Freude, die jungen Leute bei der Arbeit zu sehen. Mit Fleiß, gutem Willen und Dankbarkeit für die Arbeitsmöglichkeit haben sie ein Werk geschaffen, das des Lobes wert ist. Eine Dodenflache von ungefähr 200 Quadratmeter ist in einen Tagesraum, ein Führerzimmer, den Schtaffaal und einen Dafchraum mit Brause aufgeteilt. Durch eine breite Doppeltür betritt man von dem Treppenflur aus die neuen Räume, deren Decken und Wände sämtlich in Weiß gehalten sind. Gleich Nauhreif. (Sorten, Feld und Wald erglänzen in diesen Tagen im Schmucke des Rauhreifs. Sie sind überstreut mit Millionen von Eiskristallen. Entzückt bleibt der Wanderer stehen und genießt das wundervolle Bild. Das kalte Antlitz des Winters erscheint in dieser zauberisch schönen Landschaft viel heller und freundlicher. Alles ist wie verjüngt. Das Schwarz der Schollen ist überstreut mit silbernen Kristallen! Wo uns sonst die harte Erde entgegenstarrt, da gläck- zen nun im Lichte der Sonne die feinsten und zierlichsten Edelsteine. Jedes ärmste Grashälmchen, jedes dürre Aest- chen, alle haben ihren Schmuck. Alle Bäume, von der Wurzel bis hoch hinauf zum letzten Zweiglein, sind mit dem schönsten, glänzendsten Kleide angetan! Ringsum leuchtet es von funkelnden Schätzen, die von unsichtbaren Händen überallhin ausgestreut sind. Buchen, Eschen und Ahorne, sie sind fast alle gleich in ihrem neuen Gewände. Nur die Eichen erkennt man sofort, denn bei ihnen heben sich die Aeste knorriger und zackiger von ber Umgebung und dem blauen Himmel ab. Wie schön sind die Tannen und Kiefern! Jede einzelne Nadel dicht mit Eiskristallen besetzt, daß man kaum noch das dunkle Grün durchschimmern sieht. Am Wege steht ganz einsam ein vergessenes Fichtenbäumchen. Ist es eine Blautanne, eine Edelfichte? In seiner schneeweißen Unschuld, mattsilbern glänzend, ist es ein Abbild des verzauberten Winterwaldes. In solcher Herrlichkeit wagt man kaum zu atmen, geschweige zu sprechen. Das Laub raschelt nur leise, denn es ist mit Kristallen so überkleidet, daß es die Schritte dämpft. Man geht wie auf einem Teppich. Ein Eichelhäher fliegt schreiend vorüber und stört die Stille des Waldes. Er setzt sich gerade über mich auf einen schwankenden Ast, und schon rieselt ein feiner, klingender Juwelenregen auf mich nieder. Die kleine Waldwiese, eingerahmt von hohen Buchen und Eichen, glänzt zauberisch schön. Sanfte Schatten breiten sich vom Boden bis zu den dünnsten Grasfpitzen aus. Selbst fo nüchterne Gegenstände wie Telephonstangen und die summenden Drähte der Ueberland- leitung sind vom Rauhreif verschönt. Sie haben eine Seidenhülle um, und es geht von ihnen ein schwirrender Klang aus. Es ist fo, als ob sie von der Schönheit des Winters erzählten. Feld und Wald im Schmuck des Rauhreifes! Der Winter verwandelt den dichten, schweren Nebel in die zierlichsten Edelsteine, überstreut die Erde und alle Gegenstände mit einem duftigen, flimmernden Seidenkleide. K. M. Der Oberbürgermeister an pg. Ob-rinaenieur Kurz Anläßlich des Ausscheidens des Pg. Ober- tngenieur Adolf Kurz aus dem Gießener Stadtrat hat Oberbürgermeister Dr. Keller unter dem 19. Januar folgendes Schreiben an Herrn Kurz gerichtet: „Sehr geehrter Herr Kurz! Hierdurch bestätige ich den Empfang Ihrer Zuschrift vom 15. d. M., betreffend Niederlegung Ihres Amtes als Stadtratsmitglied. Ihr Ausscheiden aus dem Stadtrate, dem Sie seit dem Jahre 1926 ununterbrochen angehört haben, erfüllt mich mit lebhaftem Bedauern. Es bedeutet für den Stadtrat einen sehr schweren Verlust, daß ihm Ihre Arbeitskraft, Erfahrung und Sachkenntnis, sowie Ihr sicheres Urteil fernerhin fehlen werden. Ich spreche Ihnen für Ihre zum Wohle der Stadt mit Objektivität und Sachlichkeit geübte Tätigkeit hiermit den herzlichsten Dank der Stadt Gießen aus und gebe der Hoffnung Ausdruck, daß Ihre Wirksamkeit im Stadtrate Ihnen in angenehmster (Erinnerung verbleiben wird. Heil Hitler! Gez.: Dr. Keller, Oberbürgermeister." Amt für Beamte der NSDAP, Kreis G ehen. Schulungsabend am Montag, 29. Januar, 19 bis 20 Uhr, im Saal des Cafä Leib, Gießen, Walltorstraße. — Thema: Der deutsche Beamte in der Wirtschaftspolitik. Redner: Kreisbeamtenschulungsleiter Dr. W o d a e g e. Anschließend Besprechung der politischen Tagesereignisse. Erscheinen ist Pflicht für alle Mitglieder der Fachschaften. Schriftliche Entschuldigungen an den.zuständigen Fachschaftsleiter. Gäste willkommen. gez. Heß. Oer Tag des deutschen Schäferhundes zu Gunsten des Winterhilfswerkes. Der bereits in der Presse angekündigte Tag des deutschen Schäferhundes findet am Sonntag, 28. Januar, statt. Aufstellung des Zuges hat pünktlich 12,30 (nicht 10,15) auf Oswalds- garten in Gießen stattzufinden. Die Schäferhunde find mit gutem Halsband und guter Leine zu versehen, bissige Tiere mit Maulkorb. Die Sammlung während des Zuges wird restlos dem Winterhilfswerk überwiesen. Deshalb darf kein deutscher Schäferhundebesitzer und -besitze- rin in Gießen und Umgegend fernbieiben, auch diejenigen Schäferhundebesitzer, welche den Vereinen nicht angehören. Gruppen von Hirten-, Sanitäts-, Meldehunden usw. werden gezeigt. Schäfer haben in vollständiger Uniform zu erscheinen. (Einteilung erfolgt pünktlich um 12,30 Uhr auf dem Oswaldsaarten. Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1933/34 Kreisführung Gießen Mohaupt Oer Pflichtbeitrag der Hausbesitzer für denNbein-MainischenGarantieverband Die kürzlich gebrachte Mitteilung, wonach der Führer des Verbandes der Haus- und Grundbesitzervereine des Rhein-Maingebietes E. V., Pg. Otto Simon, alle organisierten Hausbesitzer des Gebietes angewiesen habe, zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung einen Pflichtbeitrag für den Rhein- Mainischen Garantieverband zu zeichnen, hat vielfach bei Hausbesitzern den Eindruck erweckt, als ob hier eine große Leistung gefordert würde. In Wirk- lichkeit soll jeder Hausbesitzer im Verlaufe von zwei Jahren 2 Mark opfern, die in Dierteljahresraten von 25 Pfennig abgeführt werden. Trotz der Geringfügigkeit dieses Opfers kann dadurch die zahlenmäßig starke Haus- befitzerorganifation des Gaues Großes für das Ar- beitsbefchaffungswerk leisten, weil der großzügig durch Handelskammerpräfident Pg. Dr. fiü er geschaffene Rhein-Mainifche Garantieverband dadurch in die Lage verseht wird, für den organisierten rechter Hand liegt das kleine, aber anheimelnd-ge- mütliche Führerzimmer, dessen Inhaber jederzeit durch ein Fenster in der Wand zum Schulung»- raum die ihm anvertrauten Leute überwachen kann. Die nötigen Möbel (Bett, Tisch, Stühle, Spind und eine niedliche aus Holz gefertigte Lampe) geben ein wohnliches Gepräge. Direkt zum Derweilen lädt der Tages- oder Schulungsraum mit feinem freundlichen Aussehen ein. Die Abtönung der Farben ist so einfach, und doch konnte sie harmonischer nicht getroffen werden. Die braune Umrahmung der alten wieder verwendeten Fenster zum Burghof hin und die in gleicher Farbe gehaltene, an der gegenüberliegenden Wand entlangführende Bank heben sich in vorteilhafter Weise von dem weißen Verputz ab. Die Rechteckigkeit des Raumes erfährt eine an» genehme Abwechselung durch einen in der linken Ecke vorspringenden kaminähnlichen Vorbau, der zur Aufnahme des großen Ofens dient und von einem handgearbeiteten Holzgitter umschlossen ist. Zwei in die Wand eingelassene Tafeln deuten auf den Zweck des Raumes hin. Große, breite Tische mit wundervoll im Stil des bäuerlichen Barock gehaltenen Stühlen nehmen den größten Teil des über neun Meter langen Raumes ein. Was dem Besucher aber wohl am meisten ins Auge fällt, und Bewunderung weckt, ist der rotbraune hölzerne Kronleuchter, der in feinen wuchtigen Dimensionen, an hellen Ketten hängend, dem absichtlich einfach gehaltenen Schützt die Familie! Werdet Wiuterhilfs-pateu! Raum eine Ausschmückung verleiht, die etwa noch anderen angebrachten Schmuck überflüssig erscheinen läßt. Im Achteck erstrahlen die Kerzen mit einer großen Mittellampe. Ein alter Eichen-Bauern- schrank fügt sich stilvoll dem Ganzen ein. Gegenüber dem Führerzimmer liegt der Waschraum mit weiß-roten Fußbodenfließen, zahlreichen Waschbecken und einer zum Brausebad einladenden Nische. Auch dieser Raum ist ganz dem Gesetz der Zweckmäßigkeit unterworfen, ohne irgend nüchtern zu wirken. Von ihm gelangt man in den heizbaren S ch l a f r a u m, der eigentlich zweiteilig ist, dessen kleinerer Teil in der Umwandung des ehemaligen wuchtigen Rauch- fanges zu liegen kam, der aus bauhistorischen Gründen erhalten geblieben ist. 24 Holzbetten in zwei (Etagen stehen hier, wenn auch etwas eng, in Reih und Glied. Das rot-grün-braune Farbenspiel des Anstriches gibt im Gegensatz zu den weißen Wandflächen dem Raum eine Freundlichkeit sondergleichen. Auch die entsprechende Anzahl Spinde ist in denselben Farben gehalten. Aus den mit Sitzgelegenheit versehenen Fensternischen, deren von Marburger Sandstein umrahmten Fenster zum Teil zugemauert waren, aber jetzt dem flutenden Tageslicht wieder geöffnet sind, geht der Blick ncd) Süden weit in die Lahnebene. Drei geschmackvoll hergestellte Holzlüster sorgen für abendliche Beleuchtung. — Alles in allem genommen verdient die handwerkliche Ausgestaltung ein Gesamtlob, und sie macht Herrn Mohr besondere Ehre. 2Tl:.f dem nun beendeten Umbau hat der Gtei - bergverein eine Glanzleistung vollbracht, die in seiner Geschichte ein Markstein bedeuten wird. Getreu seiner Tradition hat er in der Erhaltung der Burganlage seine Schuldigkeit getan, gleichzeitig aber auch in freudiger Erlen nt- nis der Aufgaben der Gegenwart se'n Erbgut in den Dienst des.nationalsozialistischen Staates gestellt. Der liebe alte Gleiberg will jeden, der die Heimat liebt und ehrt, nach wie vor in seine Mauern aufnehmen, sei es zum Rundblick über unsere gesegnete Fluren, oder zum still-frohen Verweilen in Hof und Burg, er will aber auch fein Teil beitragen, Männer und Führer zu b i l d e n , die mit des Vaterlandes Geschick in Händen und Herzen zu tragen berufen sind. Der Geist echter, wahrer Volksgemeinschaft im Sinne Adolf Hitlers soll in und um der Burg spürbar werden. Das wird die dem- nächftige Einweihung im Beisein des Herrn Reicysstatthalters Sprenger besiegeln. Amtsgericht Gietzen. Ein Ziegeleibesitzer von auswärts überfuhr beim Ueberholen einer Schafherde auf der Straße nach Watzenborn mit feinem Auto einen Hammel. Er erhielt deswegen einen Strafbefehl in Höhe von 6 Mk. Der dagegen eingelegte Einspruch wurde gestern kostenfällig verworfen. Wegen Verstoßes gegen die Kraftfahrzeugverkehrsordnung erhielt ein Kraftfahrzeugunternehmer aus Göttingen eine Geldstrafe von 5 Mk. Die gestrige Hauptoerhandlung ergab, daß der Angeklagte entgegen der Mahnung des Hauseigentümers feinen Anhänger vor dessen Hauseinfahrt am Horst-Wefsel- Wall stellte. Es standm sich zwei widersprechende Aussagen gegenüber. Dem Grundsatz in dubio pro reo folgend, sprach das Gericht den Angeklagten von Kosten und Strafe frei. Schöffengericht Giehen Ein Maurer und ein Mechaniker aus Groß-Karben hatten sich gestern wegen schweren Diebstahls bzw. Hehlerei zu verantworten. Der Maurer nahm in einer Wirtschaft in Groß-Karben durch Einschlei- cben 43 Mark, in einem anderen Falle auf dieselbe Weise 80 Mark weg und gab einen Teil des Diebesgutes dem Mechaniker, der es auch an sich nahm. Der Maurer, der in vollem Umfange geständig war und der schon wiederholt vorbestraft ist, erhielt 2 I a b r e, der Mechaniker 1 Monat (Befäng- n i s. Der Staatsanwalt hatte gegen den Mechaniker 6 Monate Gefängnis beantragt. Wegen Unterschlagung erhielt ein Handlungsgehilfe 4 Monate Gefängnis. Der Angeklagte, der als Reisender in einer hiesigen Samenhandlung tätig mar, kassierte bei den Kunden Gelder für verkauften Samen und verwandte sie für eigene Zwecke. Ein Autobesitzer sollte auf der Straße Alsfeld — Altenburg mir feinem Wagen einen Radfahrer nn- gefahren und durch den heftigen Anprall dessen Tod verursacht haben. Die gestrige Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte mit mehreren Personen die fragliche Straße fuhr, nachdem alle Fahrgäste stark dem Alkohol zuge-sorochen hatten. Die Tür des Autos war etwas geöffnet und flog dem unglücklichen Radfahrer beim Passieren so heftig gegen den Kopf, daß der Bedauernswerte einen Schädelbruch baoontrug. Da keiner der Zeugen eine direkte Schuld des Angeklagten bekunden konnte, mußte Freisprechung erfolgen. Der Vertreter der Anklage beantragte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Oie Gutscheine für das Hilfswerk am Tag- der nationalsozialistischen Revolution. Die AussMnmgsbestimmungen. Zu der auf der ersten Seite unseres heutigen Blattes gemeldeten Ausgabe von Gutscheinen für dasHilfswerk amTage der natio- nalsozialistischen Revolution sind die nachstehenden Ausführungsbestimmungen über die Zuteilung, Belieferung und Abrechnung erlassen worden: A. Zuweisung. Es gelangen ohne Anrechnung auf die sonstigen Unterstützungsleistungen an die Bedürftigen zur Verteilung: 15 Millionen Lebensmitlelgutscheine im Werte von je 1 R7N. Der Bedürftige erhält für sich und für jedes zu seinem Haushalt gehörende bedürftige Familienmitglied nach Maßgabe obiger Menge je einen Lebensmittelgulschein. Aus eigenen Mitteln des Winterhilfswerkes des Deutschen Volkes 1933/34 gelangen außerdem, abgesehen von der regelmäßigen Zuteilung, zur Ausgabe: 6,5 Millionen Gutscheine über je einen Zentner Steinkohlen oder Braunkohlenbriketts. Davon erhält der Bedürftige mit eigenem Haushalt oder eigenem Mietszimmer nach Maßgabe obiger Menge einen Gutschein über einen Zentner Steinkohlen ober Braunkohlenbriketts. Die Zuweisung der Gutscheine an die Bedürftigen erfolgt am 3 0. Januar 1 9 3 4 durch die örtlichen WHW.-Stellen, welche die Scheine vor der Ausgabe mit ihrem Dienststempel zu versehen haben. B. Lebensmittelgut ckeme Die Lebensmittelgutscheine berechtigen zur kostenlosen Entnahme von Lebensmitteln im Werte von einer Reichsmark je Schein. Etwas anderes als Lebensmittel darf auf diese S x'»ine nicht verabfolgt werden. In der Zeit vom 30. Januar bis 15. Februar 1934 werden diese Scheine in allen Lebensmittelhandlungen in Zahlung genommen. Lebensmittelgutscheine, die nach dem 15. Februar 1934 von den Bedürftigen vorgelegt werden, oder solche, die den Stempel der Ausgabestelle nicht tragen, dürfen von den Lebensmittelhandlungen nicht in Zahlung genommen werden. Die Abrechnung dieser Lebensmittelgutscheine vollzieht sich folgendermaßen: Die Lebensmittelgeschäfte haben die in Zahlung genommenen Scheine auf der Rückseite mit ihrem Firmenstempel, oder mit handschriftlicher Firmenangabe zu versehen. Zwecks Erstattung des Gegenwertes sind die Scheine — soweit mehr als 100 Gutscheine zur Ein- lösung vorgelegt werden, zu je 100 Stück gebündelt — bis 28 Februar 1934 bei jeder Zahlstelle aller Ban- ren, öffentlichen Sparkassen, Girokassen, Girozentra- len, Stadtbanken, Kommunalbanken, landwirt chaft- uchen und gewerblichen Genossenschaften au zulie- fern, wo die Bezahlung Zug um Zug statt indet. Für Die Einlösung dürfen von den Zahl tellen keinerlei Gebühren erhoben werden. Rach dem 28. Februar 1934 dürfen die Zahlstellen diese Lebensmittelgutscheine nicht mehr einlösen. Die Zahlstellen reichen die eingelösten Lebensmittelgutscheine bis spätestens 15. März 1934 ifyren Zentralstellen ein, von der sie der Reichsdruckerei, Berlin SW. 68, Oranienstraße 90/94, unter Anzeige an die Reichsführung des Winterhilfswerkes gesammelt einzuliefern sind. Die Zentralstellen reichen bis 20. März 1934 der Reichsführung Rechnung über die an die Reichsdruckerei abgeführten Lebensmittelgutscheine zur Begleichung ein. Die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzechan- dels e. V. empfiehlt dem Lebensmittelhandel, es dem Kohlenhandel, welcher bei den Lieferungen für das Winterhilfswerk zugunsten der notleidenden Volksgenossen auf jeglichen Verdienst verzichtet, gleichzutun und eine dem Verdienst entsprechende Anzahl Lebensmittelgutscheine auf der Vorderseite deutlich sichtbar mit dem Vermerk „Ungültig" zu versehen und als Spende an die Reichsführung des Winterhilfswerkes des Deutschen Volkes 1933/34, Finanzabteilung, Berlin NW., Reichstag, direkt einzusenden. C. Kohlengutscheine Die als „Sonderausgabe zum Tag der nationalsozialistischen Revolution" zur Verteilung gelangenden Kohlengutscheine werden gemeinsam mit den gewöhnlichen Kohlengutscheinen Serie „E" verausgabt und sind genau so zu behandeln. Ihre Geltungsdauer erstreckt sich, wie die der Kohlengutscheine der Serie „E", auf den Monat Februar 1934. Auch bei diesen Scheinen hat der Bedürftige an den Kohlenhändler, bei Landabsatz an die Zeche oder das Werk, eine Anerkennungsgebühr in Höhe von 15 Pfennigen je Schein zu zahlen. Zum Unterschied von den regelmäßig zugeteilten Kohlengutscheinen des Winterhilfswerkes sind die Scheine der Sonderausgabe mit rotgedrucker Umrandung und mit einem gleichfarbigen Hinweis auf den besonderen Anlaß versehen. Die Abrechnung dieser Sonderzuweisung ist gemein mit der Abrechnung der Kohlengutscheine Serie „E" vorzunehmen; eine unterschiedliche Behandlung ist — abgesehen von der Aufstellung eines besonderen Verwendungsnachweises für die Sonderausgabe — nicht erforderlich. Genau wie bei den Kohlengutscheinen, so zieht auch bei den Lebensmittelgutscheinen jede mißbräuchliche Anwendung Zuchthausstrafe nach sich. Winterhilfswerk des Deutschen Volkes 1933/34. gez. Hilgenfeldt, Reichsführer. DerMythos derblauenKornblume Der 26. Januar im Zeichen des volksdeutschen Symbols. ZU Der 26. Januar ist der erste Opfertag des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland im Rahmen des Winterhilfswerkes. An diesem Tage steht ganz Deutschland im Zeichen der blauen Kornblume, die von den jugendlichen Sammlern und Sammlerinnen auf allen Straßen und Plätzen verkauft wird. Es ist kein Zufall, daß Der VDA. gerade die Kornblume gewählt hat. Er hat nicht irgendeine „Ansteckblume" für diesen Opfertag ausgesucht. Die Kornblume ist das Symbol des volksdeutschen Kampfes, sie ist den Deutschen jenseits der Grenzen das Sinnbild ihrer Sehnsucht nach dem Reich, und wer sie trägt, bekennt sich zur Schicksalsgemeinschaft des deutschen Hundertmillionenvolkes. Sie war einstmals die Lieblingsblume der preußischen Königin Luise. Von dieser edlen Frau hat der alte Kaiser Wilhelm, des Zweiten Reiches erster Herrscher, Die Liebe zur blauen Kornblume geerbt. UnD als Die vollzogene GrunDung des Reiches bei all Den Deutschen, Die außerhalb des Reiches bleiben mußten, stürmische Begeisterung erweckte. Da trugen sie zum Zeichen der Ver- bunDenheit mit Dem neuen Reich Die Lieblingsblume des neuen Deutschen Kaisers. Aus einem Zeichen Der Sympathie rourDe aber ein Zeichen erbitterten Am 26. Januar mag sich das deutsche Volk ihr bekennen. Kampfes, als Die Deutschen Oesterreichs ihren völkischen BestanD gegen das Slawentum unD gegen Die Regierung Des schwarz-gelben Habsburgerstaates verteiDigen mußten. Da wanDte sich Das Zeichen Der Kornblume gegen Diese FeinDe Des Deutschtums, unD sie rourDe immer mehr Das Symbol Der volksDeutschen IDee. Die alle Deutschen zur großen Einheit Der Volksgemeinschaft zusammenschließt. ADolf Hitler trug Die blaue Kornblume in Den jungen Jahren seines politischen Kämpfer- tums, er erwähnt sie auch in seinem Buch. Jetzt kehrt — ein wundersamer Kreislauf — die blaue Blume ins Reich zurück, aus dem sie ihren Weg zum Auslandsdeutschtum nahm, und sie, die Lieblingsblume der Königin Luise, des ersten Kaisers des Zweiten Reiches und nun des Führer des Dritten Reiches — sie ist es wert, Lieblingsblume, Vekenntnisblume des ganzen deutschen Volkes zu werden. Denn in ihrem Zeichen kämpften und litten Die ersten Wegbereiter einer Idee, Die uns lehrte, Daß über allem Das Volk steht. Das Durch göttlichen Willen geschaffen alles Anrecht hat auf unser Denken unD Fühlen, HanDeln unD Opfern. Luegers ReDen lebt schon viel vom GeDankengut Des Nationalsozialismus. Die Leistung Der Deutschösterreicher in Dieser Zeit war Die, Daß sie per Kitt in diesem Völkergefüge waren unD eine antiDeut|che Politik Oesterreichs verhinDerten. Den Krieg erlebten sie in höchstem nationalen Aufschwung, Das EnDe kam ihnen unerwartet, aber Die Hoffnung auf Die sichere Rückkehr zum Reich half ihnen über Den Zusammenbruch hinweg Der Anschlußge danke war sehr volkstümlich. Abstimmungen in Tirol und Salzburg fielen fast einstimmig für Den Anschluß aus, Daraufhin rourDen weitere Abstimmungen durch auswärtigen Einfluß verhindert. In DeutschlanD fand der Anschluß vielfach kühle Aufnahme, Gleichgültigkeit und materielle Interessen standen ihm entgegen. In der Hauptsache gab und gibt es Drei Parteien in Oesterreich, Die Sozialdemokraten, stark ^rjuoet, die so lange für Den Anschluß stimmten, als Deutschland „rot" war, die Christlichsozialen, deren einer Zweig, Die Legitimisten, von Der WieDereinsetzung Der Habsburger träumt, und die Daher innerliche Gegner Des Anschlusses sinD, und Die GrohDeutschen, Die national-bürgerlich, aber nicht ^"^rklassen- partei waren. Ueberaus groß ist Die Macht Des Ju- bentums, Das in Oesterreich stets stark vertreten war, nach Dem Krieg Durch Zuzug aus Dem Osten unheimlich anfchwoll unD fast Die ganze Wirtschaft, Banken unD JnDustrie in Den HänDen hat. Eine nationalsozialistische Bewegung ha schon vor Dem Krieg angefangen, sie trug sogar Denselben Ra- mern aber noch waren Die Linien unklar, es mußte erst Die fRücfÜbertragung Der geklarten Begriffe aus Dem Reich eintreten. Nun schwillt Die SBeroegung lawinenhaft an, Die Regierung wagt es nicht mehr, Wadlen auszuschreiben, sucht durch sklavische Nach- Jn der Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, sprach gestern abend in einer gut besuchten Zellen-Dersammlung im „Aquarium Um* versttätsprofessor Dr Mayer über das Thema "^Ser^ortragenbe0^"^ Auftakt einen kurzen geschichtlichen Ueberblicf über die ^"iste^ing Der Zlten österreichischen Monarchie, von Der Kolonisierung der Ostmark durch den bayerischen Stamm Stangen, über Die Babenberger bis zu Den Habs- buraern^ Die Durch mehrere JahrhunDerte hmDurch Die Deutsche Kaiserkrone getragen haben. Noch heute liegen Die alten Deutschen Reichsinsigmen, Krone, Szevter unD Reichsapfel, in Der Schatzkammer Der IVener Hofburg Oesterreichs historische Au gäbe Rutsche Re ch und mit ihm tue gesamte Vielheit Der im Donauraum lebenDen Volker zu- '“päta mit dem Erlöschen der Türkeng-sahr diese Bindung wegsiel, begannen,d>e^ Vatter au - einanDer zu streben, rourDen Durch ote Jtapoieoni scheu Kriege noch einmal zusammengehalten. Da Nalionalgesuh, erwachte erst bei den Ungarn bau bei ben Tschechen, es tarn ber DuaUsmus, °° Auflösungsprozeß begann. Als ber Welt rieg a brach, war Oesterreich nur noch em Staat ber au, Splittern einzelner Nationen bestanb, b,e ausem ^Die^Schnsucht ber Deutschen in Oesterreich wandte sich dem neuen Deutschen Reich zu, oie Wacht am Rhein war ihr Nationallieb Schönerer schus bas allbeutsche Programm, in seinen und Deutschland und Oesterreich Ein Vortrag von Universitätsprofeffor Dr. Mayer-S.eßen. ahrn-ung deutscher Maßregeln für sich Boden zu gewinnen, übt einen ungeheuren Druck aus, aber die Nationalsozialistische Partei existiert und wächst täglich weiter, massenhafte Kundgebungen Der verschiedensten Art, mit köstlichem Humor verquickt, sind nicht zu verhindern. Die Regierung wird nur noch durch auswärtiges Geld gehalten, Oesterreich ist der Treffpunkt Der politischen Kräfte geworden, hier wird die Entscheidung fallen in Dem Kampf zwischen Dem neuen Deutschland und Den ihm feindlichen Gewalten, zu Denen befonDers bas Judentum der ganzen Welt zu zählen ist. Darin liegt jetzt Die Bedeutung dieses kleinen, ohnmächtigen Staates. Daher ist auch Dollfuß nicht zu unterschätzen, aber ein Putsch kann da nicht helfen, die Entscheidung muß und wird auf legalem Wege heranreifen, wenn man ihr Zeit läßt. Aber die Deutschen im Reich haben Die Pflicht, ihren österreichischen Brüdern, die einen Kampf führen, wie er so schwer in Deutschland nie gekämpft werden mußte, mit allen moralischen und materiellen Mitteln zur Seite zu stehen, damit diese unverzagten Getreuen unseres Führers bis zum endgültigen Siege durchhalten können! Oberheffen. Ankauf eines erstklassigen Zuchthengstes für Hessen. Von ber ßanDesbauernfdjaft Hessen-Nassau, Hauptabteilung II, wirb mitgeteilt: 3n ber abgelaufenen Woche kaufte Lanbstall- meifter Dr. Sender (Frankfurt a. M.) mit ben Herren ber Ankaufskommission, Oekonomierat Dett- weiter (Wintersheim) unb Oberveterinärrat Dr. Küthe (Darmstabt), im belgischen Zuchtgebiet für Die hessische Zucht einen erstklassigen Hengst an. Es hanDelt sich hierbei um einen sechsjährigen Fuchs- Hengst „Buridan De Monti*' (hier „A l b i o n"). Der Hengst ist in Brüssel bereits mehrfach prämiiert unb stellt ganz erstklassige Qualität bar. Der Vater bes Hengstes „Avenir b'herse" ist siebenmaliger Vererbungs-Championhengst in Belgien unb verkörpert bas für Deutschlanb fast unbekannte Gewicht von über 24 Zentner mit einer Röhrbeinstärke von 32 Zentimeter unb einem Brustumfang von 2,56 Meter. Es steht zu hoffen, baß ber neue Hengst „Albion" für bie hessische Kaltblutzucht wertvolle Dienste leistet. Frankfurter Schlachtvretzmarkt. Frankfurt a.M., 25.Januar. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 882 Kälber, 133 Schafe, 664 Schweine. Es kosteten: Kälber 20 bis 40 Mark, Hämmel 24 bis 30, Schafe 20 bis 25, Schweine 42 bis 48 Mark. — Marktverlauf bei allen Viehgattungen ruhig bis langsam. Landkreis Metzen. * W i e s e ck, 24. Jan. Im Interesse der jüngeren Sportkameraden, die sonst dienstlich stark in Anspruch genommen sind, hatte der hiesige R a b *. fahrer-Verein 1900 seine Mitglieber am ■ Sonntag nachmittag zu einer Generalversammlung bei Vereinswirt Döbus eingelaben. Der Vereinsführer Abolf Schäfer erstattete Bericht über bas abgelaufene Vereinsjahr. Seinen Ausführungen war zu entnehmen, baß auch währenb bes vergangenen Jahres im Verein rabfportlich ersprießliches geleistet würbe. Oberfahrwart Otto Schnabel gab einen Ueberblicf über alle rabsportlichen Veranstaltungen, bie von ben aktiven Rabsportlern erfolgreich besucht würben. 14 Jugenbfahrer konnten nach voll- zählicher Beteiligung an ben ausgeschriebenen Gau- wanberfahrten ausgezeichnet werben. Für ben Dor- ftanb mußten einige Mitglieber neu ernannt werben; es finb bies Otto Wacker zum Schriftführer, Fritz Kling zum Presfewart unb ßubroig Jung zum Sfraßenfahrwarf. Der Kassenbericht mußte wegen bienstlicher Verhinderung des Zahlmeisters für die nächste Monats-Versammlung zurückgestellt werden. Otto Wacker und Friß. Kling wurden zu Kassenprüfern bestimmt. Eine längere Aussprache machten die Verbandsangelegenheiten erforderlich. Da hier zu zahlenden Beiträge auch in diesem Jahre verhältnismäßig hoch sind. Es konnte eine günstige ßöfung gefunden werden. Ehrenmitglied Gustav Schneider dankte dem Vereinsführer für feine rührige Tätigkeit, wodurch es möglich war, den Verein sportlich auf der Höhe zu halten. Weiter richtete Fritz Kling ermahnende Worte an die Jugend unb spornte sie an, jebe freie Zeit bem ibea- len Rabfport zu roibmen, benn nur Durch ben eisernen Willen jebes Einzelnen sei es möglich, auch im Verein wertvolle Aufbauarbeit zu leisten. Nach Er- tebigung einiger weiterer Vereinsangelegenheiten wurde die Versammlung mit Sieg-Heil auf ben Reichskanzler Abolf Hitler unb mit bem Gesang bes Horst-Wessel-ßiedes beenbet. f X r e i s a. D. ßba., 24. Jan. Am Sonntagabenb hielt Der hiesige Turnverein unter bem Vorsitz feines Führers, ßehrer Walter, seine diesjährige Hauptversammlung ab. Nach kurzen Begrüßungsworten bes Führers wurden an bie bem Verein angehörenben Sieger auf bem 60. Gautürnfest in Alsselb bie Urfunben überreicht, und zwar bem Oberturnwart G. Rabenau für ben Sieg ber Meisterriege, Karl ßeinweber für ben 1. Preis Der Oberstufe, Heinrich Rock für Den 9. Derselben Stufe, Heinr. Nickel für Den 23., Heinr. Amend für Den 28., KonraD Schaaf für Den 30. und W. Heyer für den 43. Preis in der Unterstufe. Aus Dem Jahresbericht Des Führers ergab sich, Daß Der Verein außer Dem genannten Fest in Alsfeld auch das Gaufvortfest in" Gießen, das Gaufrauenturnen in Heuchelheim besucht und Dort gut abgeschnitten hatte. Außerdem war Der Verein mit einer Fahnenabteilung auf Dem Deutschen Turnfest in Stuttgart vertreten, wo ihm ein prachtvolles FahnenbanD verliehen rourDe. Der Verein zählt 101 MitglieDer. Aus Den hierauf von Dem Oberturnwart Rabenau nnD Dem Turnwart K Leinweber erstatteten Einzelberichten ergab sich. Daß Der Verein im letzten Jahr gut gearbeitet bat. Nach Verlesung Des an alle Vereine gerichteten Aufrufs Des Kreissporttührers gab Der Kassenwart Aufschluß über Die Kassenverhältnisse Des Vereins, Die einen guten Stand aufweisen. Es wurde beschlossen, am 11. Februar den alljährlichen Familienabend abzuhalten. Zum Schluß hielt Der Vereinsführer noch einen Vortrag über Das Dietwesen unD seine Handhabung. Mit einem Sieg-Heil auf Den ReicbspräsiDenten und Den Reichskanzler rourDe Die Versammlung nach bem Gesang Des DeutschlanblleDes unD Des Horst-Weffel-Liebes geschlossen. — Am SamstagabenD rourDe in Lemvs Saal mich hier ber Ostafrikafilm burch Missionar Weisser vorgeführt unb fanb allgemeinen Beifall. (5 Allenborf a. b. ßba., 24. Jan. Am vergangenen Freitag vollenbete ber ä 11 e ft e Einwohner unserer Stabt, ber (frühere) Schneiber- meifter Phil. Krieger, sein 9 5. ßebensjahr. Der alte Herr ist körperlich unb geistig noch auf ber Höhe. Er besucht noch {eben Sonntag ben Gottesbienst. Nachbem ihm am Vormittag schon bie erste Schulklasse unter Leitung von Lehrer Strock zwei Lieder dargebracht hatte, brachte ihm ber kiesige Männergesangverein, besten Ehrenmitglied Krieger ist, unter Leitung feines Chormeisters Lehrer Schmibt von Kesselbach ein Stänbchen bar. Der Jubilar ist in seinem ganzen Leben nie krank gewesen. Außer Krieger leben in unserem Stäbtchen gegenwärtig nochl7über80Jahre alte Personen unb zwar zehn Männer unb sieben Frauen. Der Zweitälteste Ernwohn-r vollenbet in aller Kürze sein 94. Lebensjahr. — Ausweislich ber hiesigen Stanbesamtsregister kamen in unserer Stabt im Jahre 1933 21 Geburten, 13 Eheschließungen unb 21 Sterbefälle vor. — Bei ber gestern in unserem Stabtwalbe Försterei II ab« gehaltenen Holz Versteigerung würben fol- genbe Preise erzielt: Buchenscheitholz 15 bis 16,80 Mark, Eichenscheitholz 10 bis 12, Kiefernscheitholz 8 bis 9, Fichtenscheitholz 5 bis 7, Buchenknüppel 10 bis 11,50, Eichenknüppel 8 bis 9,50, Kiefernknüppel 7 bis 9,60, Fichteknüppel 5 bis 7 je zwei Raummeter; Buchenreisholz 5 bis 6, Eichenreisholz 3 bis 4, Kiefern- und Fichtenreisholz 2 bis 4 je fünf Raummeter; Buchenstockholz 8 bis 10, Eichenstockholz 5 bis 6 Mark je zwei Raummeter. + Grünberg, 24. Jan. Entgegen ber sonst üblichen Gepflogenheit, bie Holzversteige- r u n g im Walbe unter Vorzeigen bes Holzes abzuhalten, fanb biesmal bie Versteigerung im Gasthaus „Zum Rappen" statt. Da bie Stabt in biefem Jahre nur zwei Versteigerungen abhalten will, kam eine große Menge Holz zum Ausgebot, an Buchenscheit unb -knüppel annähernb 900 Raummeter. Es kosteten je ein Raummeter Buchenscheit 8,50 Mark, Buchenknüppel 5,50 Mark im Durchschnitt. <£ Hungen, 24. Jan. Im hiesigen Gemeinde- roalb fand bieser Tage Die erste Brennholz Versteigerung statt. Es wurden bezahlt für Eichenscheitholz 5 Mark, für Hainbuchen 6 Mark, für Hain- buchenknüppel 4 bis 4,50 Mark, für Eichenknüppel 3 Mark, für Buchenstöcke 5 Mark, für Buchen- und Hainbuchen-Stammreifer 5 bis 7 Mark je Raummeter. — Im verflossenen Jahre wurden in unserer , Gemeinde mit 1800 Seelen 24 Kinder (11 Knaben ; unb 13 Mädchen) geboren. — 1932 insgesamt 27, davon 11 Knaben und 16 Mädchen. Die Zahl Der Sterbefälle betrug 1933: 25, 1932: 10. Trauungen wurden nach Dem standesamtlichen Register 12 verzeichnet. 1932 waren es ebenfalls 12. Kreis Schotten. □ ß a u b a d), 24. Jan. Am Samstagabend fand im gutbefudjten Saale des „Schützenhofes" ein „Bunter Abend" Des Mäbelarbeits« lagers ßaubad) statt. 9lacf) einem Prolog wickelte sich bas mannigfaltige Programm in abwechslungsreicher Folge ab. ßieber, Gebichte und Volkstänze wechselten mit heiteren Theaterstücken. Alle Mitwirkenbsn waren mit ganzem Eifer bei Der Sache unD spielten ihre Rollen gut. Der gesamte Erlös floß Dem Winterhilfswerk zu. — Im Alter von fast 85 Jahren rourDe gestern Der ßanbroirt unD SpeDiteur Georg Kreicker II. 3 u Grabe getragen. Der Verstorbene war Altveteran Des Krieges 1870/71, Den er in Der 6. Kompanie Des Gießener Infanterie-Regiments mitgemacht hatte. Der Kriegerverein, Dessen Ehren- mitglieD Kreicker war, erwies ihm Die letzten militärischen Ehren. Von Den hiesigen 32 Altveteranen leben nur noch Die ßanDroirte KonraD Sglz« mann unD Heinrich Hornberger. Kreis Alsfeld. < Merla u, 23. Jan. Auf GrunD einer Ein- (abung Des mit Der kommissarischen ßeitung beauftragten Landwirts August Schlosser I.-Merlau rourDe eine Ortsgruppe Des Kreisobstbau- Vereins gegrünDet. Die Mehrzahl Der Anwesen- Den erklärten ihren sofortigen Beitritt. > NieDer-Ohmen, 23. Jan. Am vergangenen Sonntag sprachen im vollbesetzten Saale bei Ziegenhein Pg. Dr. Schmidt -Darmstadt über Das Thema „Rasse unD Blut". Der ReDner verstanb cs ausgezeichnet, in volkstümlicher Weise seinen Zuhörern Den Begriff „Rasse" zu erklären. An HanD von Beispielen zeigte er, Daß bie Sünde wider bas Blut burch bie Rassenmischung, sich immer an ben Völkern gerächt hat. Die Versammlung würbe mit einem breifachen „Sieg-Heil!" auf ben Führer und mit dem Gesang bes Horst-Wessel-Liebes beschlossen. *!* Ruppertenrob, 23. Jan. Die Gemeinbe versteigerte bieser Tage bas biesjährige Hvlz - aufkommen. Für Eiche (Werkholz) würben pro Festmeter 20 Mark, für Kiefern 11 bis 20 Mark und für Fichten 11 bis 15 Mark erzielt. Derbstangen kosteten 1 Mark pro Stück, Buchenscheite lBrenn- holz) kosteten pro Raummeter 7,30 Mark, Buchenknüppel 5,50, Eichenknüppel 3,60, Fichtenknüppel 3,40 Mark. Für Stammreisig würben 2 Mark, für Astreifig 1,10 Mark geboten. Die Menge bes Brennholzes betrug etwa 490 Raummeter. — Der hiesige Gesangverein hielt bieser Tage seine Generalversammlung ab, in ber zunächst ber Vereinswal- ter A. Hornberger einen ausführlichen Jahresbericht unb gleichzeitig einen Rückblick auf bie jüngere Geschichte bes Vereins gab. Es würbe Dabei befonDers Des früheren Dirigenten Lehrer Strack geDacht, Der sich große VerDienste um Den Verein erworben habe. BefonDeres VerDienft gebühre auch bem derzeitigen Dirigenten D a u p e r t -Ulrichstein, Der bie gesangliche Leistung bes Chores sehr zu stei- aern vermochte. Der Vereinsroalter bankte bem Dirigenten für feine vorbilbliche Tätigkeit, nicht zuletzt aber auch ben Sängern für ihr lebhaftes Interesse unb ihre pflichtbewußte Haltung. Das vergangene Jahr fei reich an Ereignissen gewesen. Der Verein habe sich an ben Feiern ber nationalen Bewegung lebhaft beteiligt. Außerbem seien Konzerte in Ober-Ohmen unb in Engelrob gegeben worben. In roürbiger Form würbe fobann bes verstorbenen Mitgliebes August Pfeil gebacht. Der Besuch ber Gesangsstunben war sehr gut. Insgesamt waren im Jahre 1933 55 Gesangsstunben abgehalten worben. Die Mitglieberzahl beträgt 75. Mit befonberer Freude sieht man bem bereits vorgesehenen Singen im Runbfunk entgegen. Zum Schluß ber Versammlung sprach Bürgermeister V ö l z i n g allen Beteiligten, insbefonbere bem Dirigenten unb ber Vereinsleitung ben herzlichen Dank für ihre Arbeit im Dienste bes beutfchen Liebes aus. Ein Dreifaches „Sieg-Heil!" auf Volk unD Führer beschloß Den AbenD. HEISER | ^MINERAL-PASTILLEN S.jl-tfpor/ Handball im Gau XII der OT. Mit einer großen Ueberraschung endete das am Sonntag in Hochelheim entscheidende Spiel zwischen dem Tv. Hochelheim und dem Tv. Krosdorf. Die Gastgeber wurden klar und verdient mit 8:5 geschlagen. Damit hat sich Krofdorf wieder an die Spitze der Tabelle gesetzt und wird aller Voraussicht nach nicht mehr zu verdrängen sein. Einen gleichfalls recht klaren Erfolg errang auch die nunmehr wieder an zweiter Stelle stehende Mannschaft von Atzbach über Heuchelheim. Hochelheim I — Krofdorf I 5:8 (1:6). Der Ausgang dieses Spieles bedeutet eine große Ueberraschung. Trotzdem ist der Sieg der Gästemannschaft vollauf verdient und auf Grund der besseren Leistungen errungen. Die Mannschaft bot eine sehr gute Gesamtleistung, demgegenüber der Gastgeber — vornehmlich in der ersten Hälfte — zu keiner einheitlichen Aktion fähig war. Das Spiel begann in schnellem Tempo und zeigte sofort die Gästemannschaft überlegen. Die Platzmannschaft wurde völlig zurückgedrängt und mußte bis zur Pause sechs Erfolge der Gäste zulassen wahrend ihnen selbst nur ein Tor gelang. Nach der Pause kam Hochelheim zunächst auf und verbesserte die Tordifferenz. Der Erfolg blieb auf feiten der Gaste, die bis zum Schluß auf 8:5 erhöhten. Heuchelheim I — Ahbach I 0:4 (0:3). Beide Mannschaften kämpften mit restlosem Kräfteeinsatz um die Punkte. Die Entscheidung brachte das bessere Stehvermögen und die etwas besseren Stürmerleistungen, sowie die erstklassigen Leistungen des Torhüters der Gaste Das Spiel war im Feld bis auf einige überlegen durchgefuhrte Kampfphasen der Gäste gleichverteilt. Die Gastgeber drängten sogar einige Zeit, scheiterten aber immer wieder an der starken Hintermannschaft des Gastes. Mit drei Toren der Gäste wurde die erste Hälfte beschlossen. Nach dem Wechsel gelang den Gasten bei verteilten Feldleistungen nur noch ein Erfolg. Atzbach hat durch diesen Sieg die zweite Stelle in der Tabelle wieder eingenommen. Heuchelheim II — Erda I 3:5 (0:1). Dor dem Hauptspiel trafen sich beide Mannschaften in einem wechselvollen Spiel. Die Gaste waren vor allem körperlich überlegen und spielten auch besser zusammen. Der Sieg war verdient und entsprach den gezeigten Leistungen. OSE. Gießen — Beuern I 5:3. Die Gäste zeigten nicht die Leistungen, die sie im Vorspiel zu einem 4:4 befähigten. Die Mannschaft des Siegers konnte bei einigermaßen Glück noch höher gewinnen, schoß aber mitunter etwas ungenau. Die weiter angesetzten Spiele Hörnsheim gegen Lützellinden und Gießener Turnerschaft — Burkhardsfelden kamen nicht zur Durchführung. Bernsfeld trat gegen Burggemünden nicht an und verlor kampflos die Punkte. Karl Schäfer Europakunstlaufmeister Immer noch ist Weltmeister Karl Schäfer (Wien) im Eiskunstläufen eine Klasse für sich. Er bewies das wieder durch seinen überlegenen Sieg bei den Europa- Kunstlaufmeisterschaften in Innsbruck. In den Kürübungen vergrößerte er seinen Punktvorsprung aus den Pflichtübungen noch weiter. Zweiter wurde der junge Ungar P a t a k y , der durch seine blendende Kür auffiel. Am 27. und 28. Januar finden die Meisterschaften mit den Wettbewerben der Damen und Paare ihre Fortsetzung in Prag. Olympia-Kundgebung der Leichiaihleien. Ium Abschluß der Arbeitstagung des Reichssport- Führerrings waren alle Teilnehmer am Dienstag beim er ft en Olympia-Werbeabend des Deutschen Leichtathletik-Verbandes im dichtgefüllten großen Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses in Berlin versammelt. Reichs- und Staatsregierungen waren stark vertreten. Nach Referaten von Dr' Ritter von Halt, dem Reichstrai- ner Josef Waitzer und dem Leiter der Reichsführerschule, Georg Brechenmacher gab zum Schluß der Kundgebung Reichssportfuhrer von Tschammer-Osten einen neuen interessanten Plan bekannt, der darauf hinausläuft, Talent-Suche stärker als bisher zu unterstützen. Es soll eine „Prüfung des unbekannten Sportmannes" geschaffen werden. An bestimmten Sonntagen kommen im ganzen Reich solche Olympiaprüfungen zur Durchführung. An ihnen können alle Deutschen ohne Rücksicht auf ihre Verbandsoder Vereinszuge Hörigkeit teilnehmen. Verantwortlich für die Durchführung find die Gou- beauftragten. Die erste Prüfung findet bereits am 15. April für die Langstreckenläufer und Radfahrer statt. Am 29. April folgt der Tag des K r a f t f p o r t e s, am 20. Mai der Tag der Mittelstreckenläufer und Wurfathleten, am 27. Mai der Tag des R a d s p o r t e s, am 10. Juni der Tag der Kurzstreckenläufer und Ringer, sowie am 10. und 24. Juni die Tage der Schwimme r. Die Sieger dieser Veranstaltungen werden vom Reichssportführer eine besondere Auszeichnung erhalten. Der Reichssportführer gab dann noch bekannt, daß Reichsminister Dr. G ö b b e l s die Leitung der Propaganda für die Olympiern Spiele übernommen habe und daß die oberste SA.-Führung erklärt habe, die Olympia-Vorbereitungen weitgehendst zu unterstützen. Die Vertreter der deutschen Presse forderte der Reichssportführer dann auf, bei den Kämpfern Selbstvertrauen und freudige Unterstellung unter das große Ziel zu wecken und ihnen die nötige moralische Unterstützung im Kampf zuteil werden zu lassen. Die Kundgebung schloß mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied. Großes nationales Reitturnier in Frankfurt a. M. Auch Frankfurt, die alte Reiterstadt, in der die Wiege des heute zu so ungeahnter Blüte gewachsenen modernen deutschen Turniersportes stand, tritt zum erstenmal im neuen Deutschland mit einer Veranstaltung ganz großen Ausmaßes am 10. März in die Reihe der turnierveranstaltenden Großstädte ein. Dem ganzen Unternehmen liegt der Gedanke zugrunde, auch der breitesten Oeffentlichkeit einmal Gelegenheit zu geben, sich mit dem edelsten aller Sports in allen seinen Zweigen einmal näher bekannt zu machen und sich von der außerordentlichen Aufbauarbeit zu überzeugen, die hier geleistet worden ist. Für diese Zwecke waren die den bisherigen Äer- anstaltungen im Hippodrom gezogenen Grenzen zu eng, da hier nach dem Einbau des Vorführungsfeldes nur eine so beschränkte Zahl von Zuschauerplätzen zur Verfügung stand, daß eine wirkliche volkstümliche Veranstaltung zu den hierfür gebotenen niedrigen Eintrittspreisen nicht möglich war. Der Turnierplatz wird daher, trotz der Notwendigkeit, große technische Schwierigkeiten zu Überwinden, nach der Fest- Halle verlegt, in der sich nun die Möglichkeit bietet, neben einem wesentlich vergrößerten Dorführungs- feld eine um ein vielfaches so große Zuschauerzahl unterbringen zu können und dementsprechend die Eintrittspreise so erheblich zu senken, daß eine im wahrsten Sinne volkstümliche Veranstaltung zu- standekommt. Der Reitsport hat einen ganz ungewöhnlichen Aufstieg genommen und in einer Reihe von deutschen Großstädten gehören heute die großen Reitturniere zu den bedeutendsten stehenden Veranstaltungen des Jahres. An her Spitze steht Berlin, das auch in diesem Jahre wieder mit seinem Internationalen Turnier eine Veranstaltung bietet, der Weltinteresse zu kommt. Nicht zuletzt diese großen Hallenturniere sind es gewesen, die den Reitsport vorwärts getrieben und so befruchtet haben, daß er heute auf dem besten Wege ist, ein wahrer Volkssport zu werden. UeberaU auf dem flachen Lande und mehr und mehr auch in den Städten wird geritten, und überall sind die Reiterstürme der SA. und SS. die Träger der ganzen großen Bewegung. „Viele hunderttausend traben" heute bei uns im wahrsten Sinne des Wortes. Es soll nun die Hauptaufgabe des Frankfurter Turniers neben den allgemein reiterlichen Konkurrenzen fein, dem breiten Publikum einmal ein Bild von dem Stande und von der Geschlossenheit der in den SA.- und SS.-Reiterstürmen gepflegten Reiterei zu geben und ihr auch in wuchtigen Schaubildern einen Eindruck von der Kraft und Stärke zu vermitteln, die in dieser jugendfrischen Bewegung stecken. Hier treffen sich junger neuer Geist und alte Tradition. Die Jahrhunderte alte Erfahrung vieler Reitergenerationen findet ihren Niederschlag in der modernen Reitausbildung und von den Heutigen finden sich Junge und Alte freudig in der Arbeit an der Ausgestaltung der geliebten Reiterei zusammen. Frankfurt ist in der glücklichen Lage, über eine Reihe von Fachleuten zu verfügen, die an den Anfängen des Turniersports vor vielen Jahren bereits mitgearbeitet haben und die heute, freudig bewegt über den Aufschwung ihres Sports, zusammen mit den Jungen sich für die Aufbauarbeit zur Verfügung stellen. Dem Turnier, das auch die volle Unterstützung der Berliner Regierungsstellen, der Behörden und der SA. und SS. findet, kann demnach nur eine in allen Teilen günstige Prognose gestellt werden. Kurze Eportnotizen. G u ft l Müller (Bayrischzell) wurde zum Führer der Deutschen Winterkampfspiele im Harz bestimmt. Die d e u t s ch e S k i - M a n n s ch a f t, die vom 1. bis 4. Februar an den Ungarischen Meisterschaften teilnimmt, setzt sich aus Gustl Müller (Bayrischzell), Alfred Stoll (Berchtesgaden), Franz Reiser und Anton Eisgruber (beide Partenkirchen), zusammen. * Ungarn hat offiziell die Einladung Deutschlands zu den Olympischen Spielen 1936 angenommen. Der Deutsche Amateur-Bo xsportver. band hält seinen 13. ordentlichen Verbandstag am 10. März in Stuttgart ab. * Aus der Olympia-Bobbahn am Rießer- fee kam am Mittwoch ein Viererbobrennen um den Wanderpreis des Deutschen Bobverbandes zum Austrag. Meister Kilian erreichte mit feinem Bob Olympia" mit 1:18,7 Minuten einen neuen Bahnrekord und siegte in der Gesamtzeit von 2:38,9 Mi- nuten vor dem Hannoveraner Bob „Wispo". * Nach Budapest eingeladen wurde die südbayerische Fußballelf, die vor einigen Wochen gegen Hungaria Budapest 5:1 gewinnen konnte. Sie soll in Budapest zwei Spiele gegen eine Stadtelf austragen. Gottfried von (Tramm, der deutsche Tennismeister, schlug bei den internationalen Hallenmeisterschaften von Deutschland in Bremen am Mittwoch den Italiener Quintavalle 7:5, 5:7, 6:3. * Die Sechstagemannschaft Ehmer- Funda hat sich wieder getrennt. Funda fährt zu- künftig mit Pützfeldt zusammen, während Ehmer sein Standquartier nach Kopenhagen verlegt hat, um dort Fliegerrennen zu bestreiten. Aus aller Welt. Autounglück bei Siegen. — Ein SS-Mann verbrannt, zwei weitere lebensgefährlich verletzt. Auf der Landstraße zwischen Siegen und Eiser- feld geriet infolge der glatten Straßendecke ein von Siegen kommendes SS.-Sturmbannauto ins Schleudern und stieß mit einem Kraftomnibus zusammen. Der Sturmbannwagen wurde gegen ein eisernes Schuhgeländer geschleudert, dabei entzündete sich das Benzin und der Wagen stand sofort in Flammen. Der Führer des Autos, SS.-Hlann Willi Schumacher aus Siegen, erlitt bei dem Anprall derartige Verletzungen, daß es ihm nicht mehr möglich war, aus dem brennenden Auto herauszukommen. Er verbrannte vor den Augen der entsetzten Augenzeugen. Einer der beiden andern Insassen, SS.-IUann meiner, wurde bei dem Zusammenstoß aus dem Wagen geschleudert. Er erlitt Verbrennungen und Schenkelbrüche. Der andere Mitfahrer, SS.-lftann Daub, wurde von dem Führer des Omnibusses mit großer Mühe aus dem brennenden Wagen gezogen; er trug ebenfalls schwere Brandwunden und schwere Knochenbrüche davon. Die beiden SS.-Männer kamen in lebensgefährlichem Zustand ins Siegener Krankenhaus. Der Omnibus wurde ebenfalls erheblich beschädigt, doch blieben die Fahrgäste unverletzt. Aufklärung eines Motorradunglücks. D-s Motorradunglück, das, wie bereits gemeldet, auf der Chaussee Osterburg—Wittenberge zwei Todesopfer forderte, hat seine Aufklärung gefunden. Wie erinnerlich, wurde in der Nähe von Seehausen der 21jährige Sohn des Viehhändlers Beyer aus Aken (Elbe) tot neben seinem zertrümmerten Motorrad aufgefunden. Sein Begleiter starb auf dem Transport ins Krankenhaus. Die polizeiliche Untersuchung ergab, daß Beyer von seinem Vater beauftragt worden war, auf dem Schweinemarkt Ferkel aufzukaufen und, gegen das Verbot seines Vaters, seinen gleichaltrigen Freund mitgenommen hatte. Aus bisher noch unbekannter Ursache fuhr Beyer gegen einen Baum. Während sein Begleiter schwer verletzt wurde, erlitt Beyer selbst nur leichte Verletzungen. Aus Verzweiflung über den Unfall brachte sich Beyer einen tödlichen Kopfschuß bei. Die Aufzeichnungen der Baseler Mörder. Wie die Kriminalabteilung des Polizeipräsidiums Stuttgart mitteilt, haben die beiden Baseler Mörder Waldemar Veite und Kurt S a n d w e g aus Wuppertal, wie jetzt feststeht, auch den Raub- überfall auf die Stuttgarter Bank in Gablen- berg am 18. November 1933 verübt. Es ist damals gelungen, an dem von den Tätern gestohlenen Kleinkraftwagen eine Fingerspur abzunehmen, die einwandfrei vom rechten Zeigefinger des Raubmörders Veite verursacht wurde. In einem bei Veite aufgefundenen Taschennotizbuch befinden sich u. a. folgende Aufzeichnungen: 18. 11. 33. (Atü) stu., 5. 1. 34 (13) (atü ba.). Die Abkürzung bedeutet ohne Zweifel „Autoüberfall". Die beiden angegebenen Daten stimmen mit den Ueberfällen in Stuttgart und Basel überein. Es steht fest, daß die Täter, nachdem sie Stuttgart verlassen hatten, nach Hause fuhren und sich in Düsseldorf und Köln das französische und belgische Visum besorgten. Sie sind dann über Brüssel und Antwerpen nach Paris gereist. Dort haben sie sich einige Zeit aufgehalten und sich dann über Marseille nach Basel begeben. Auch nach dem Baseler Banküberfall sind sie vorübergehend wieder in Marseille gewesen, bald darauf aber wieder nach Basel zurückgekehrt. Bei den Tätern fand man außer ihren Selbstladepistolen noch 28 Schuß Munition, Kaliber 7,65 Millimeter. Die Tagebuchaufzeichnungen werden durch die Kriminalpolizei noch weiterhin genau geprüft. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich anhand der Notizen Anhaltspunkte für die Aufklärung weiterer ähnlicher Straftaten ergeben. Verbrecherjagd im Saargebiet. — Ein Landjäger schwerverletzt. Eine Abteilung von sechs Landjägern und zwei Kriminalbeamten umstellte dieser Tage das Gelände am sogenannten Steiger-Haus bei Merchweiler (Saar), nachdem gemeldet worden war, daß sich dort der steckbrieflich bgesuchte Franz Zwinger aufhalte, der im Oktober in Karlsruhe einen Kriminalkommissar erschossen und einen anderen Kriminalbeamten verletzt hatte. Nach der Aufforderung, die verschlossene Tür zu öffnen, sprang Zwinger aus dem Fenster und gab auf die Beamten drei Schüsse ab, von Lenen einer den Landjäger Weißgerber traf, der durch Bauchschuß schwer verletzt wurde. Zwinger konnte in der Dunkelheit im Walde entkommen, obwohl ihm noch einige Schüsse nachgesandt wurden. $tug$eugunfalt LPD. Darmstadt, 24. Jan. Das in Darmstadt stationierte Sportflugzeug D 2921 erlitt heute bei der Landung einen kleinen Unfall. Die Maschine landete unfreiwillig in einer Baumkrone imEschollbrücker WaId in der Nähe der Autobahn. Der Apparat wurde v o 11 st ä n d i g zertrümmert, während der Pilot Reccius mit leichten Verletzungen davonkam. Schwätzer kommen nach Osthofen. LPD. Offenbach, 24. Jan. Die Pressestelle der Polizeidirektion teilt mit: Der bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse tätig gewesene frühere Ortsgruppenleiter der NSDAP., Ortsgruppe Buch- rain, Paul Hammer, wurde wegen Schwätze- r e i e n , die das Ansehen der nationalen Bewegung erheblich schädigen konnten, und wegen Verächtlichmachung höherer nationalsozialistischer Führer in Schutzhaft genommen und in das Konzentrationslager Osthofen überführt. Das gleiche Schicksal traf den ehemaligen Vorsitzenden des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, Ortsgruppe Sprendlingen, Ludwig Keim (Sprendlingen), der in herausfordernder Weise die SA. beleidigte und Einrichtungen der NSDAP, herabwürdigte. Anna Altendorf, geb. Vogt Gießen, im Januar 1934. 493 0 Gießen, den 25. Januar 1934. 0417 Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Jenny Joseph nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme bei unserem so schmerzlichen Verluste sagen wir herzlichsten Dank (ieöigu 2.5101 d Zimmer, Bad, Balkon, Zubehör auf den 1. Avril anderweit ru vermieten. Anzus. zwischen 11-1 u. 3-5 Uhr. Näher. Alicenstr.43. ISid Wohnung 4 Zimmer und Küche, mit Zubehör, parterre, ist per sofort zu verm. Schriitl. Angebote unter 495D an den Gieß.Anzeiger Allen, die uns ihre mitfühlende Teilnahme in unserem großen Leid und unserem lieben Entschlafenen OHnMMtor i. R. 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Stöcke, rm: 15 Buche, 30 Eiche. Auskunft durch Herrn Förster Bing zu Treis (Lumda) und das Forstamt. Gießen, den 23. Januar 1934. Hessisches Forstamt Gießen. Rutzholzversteigerung. Nächsten Samstag, den 27. Januar 1S34, kommt in Waldungen der Gemeinde Etttngshausen folgendes Ruhholz zur Versteigerung: 502D Eichen-Stämme: 1. Kl. 4,50 fm, 2. Kl. 6,80 fm. Eichen- u. Hd.-Derbstangen 0,92 fm. kiefern- Stämme: 2b-Kl. 1,96 fm, 3a-Kl. 1,43 fm, 3b-Kl. 10,88 fm, 4a-Kl. 0,75 fm. Fichten-Stämme: la-Kl. 6,54 fm, lb-Kl. 10 fm, 2a-Kl. 21,02 fm, 2b-Kl. 30,38 fm, 3a-Kl. 40 fm, 3b-Kl. 17,94 fm, 4a-Kl. 13,89 fm. Fichten-Derbstangen: 1. Kl. 25 St., 2. Kl. 28 St., 3. Kl. 154 St. Fichten-Ruhreisig in Schichthaufen 6,3 rm. Eichen-Gartenpsosten 6,7 rm. Die stärkeren Klassen (erstklassige Schnittware) ist zu Schreinerholz bestens geeignet. Beste Abfuhrlage. Zusammenkunft vormittags 9% Uhr am neuen Sportplatz in der Hard. Ettingshausen, den 24. Januar 1934. Hessische Bürgermeisterei Ettingshausen. O p p e r. 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Dazu hatten sich ferner in aner- auch in Gießen wieder eine Straßen- undHaus- kennenswerter Weise zahlreiche Helfer uneigennützig fammlung zum Besten des Winter- zur Verfügung gestellt, um mit der Sammelbüchse Hilfswerkes des deutschen Volkes ArhellSdlenstkundgevung der Universität. Unter- stärkster Beteiligung der Studentenschaft, der Dozenten und einer Anzahl Gäste fand gestern mittag in der Neuen Aula der Universität eine KundgebungfürdenArbeitsdienstund die studentische Arbeitsdienstpflicht statt. Als Vertreter des deutschen Arbeitsdienstes nahm der Gauarbeitsführer Neuerburg (Kassel) teil, der bei seinem Eintreffen mit dem Hitlergruß empfangen wurde Die Studenten des Kamerod- schaftsheims leiteten die Kundgebung mit einem frisch gesungenen Liede ein. Oer Führer des Kamerad^chastsheims Geipp eröffnete die Kundgebung im Namen des Rektors und der Studentenschaft und führte u. a. aus: Mit dieser Kundgebung werde 3um Ausdruck gebracht, daß man einig sei in dem Wunsche dem Arbeitsdienst den Weg frei zu machen für seine große Mission. Es müsse nun bewiesen werden, daß in Deutschland eine neue nationalistische und sozialistische Erziehungsform gelinge. Auf den Kampfplatz um diese neue Erziehungsform gehöre auch der Student. Der Stubent könne seine Aufgaben nur bann erfüllen, wenn er zur nationalsozialistischen Haltung geformt werbe. Dieser Formung bedürfe der Student bestimmt mehr als der junge Arbeiter und der junge Bauer Dem Gauarbeitsführer verspreche man an dieser Stelle, daß die Studentenschaft sich mit aller Kraft in den Arbeitsdienst stellen werde. Ge. Magnifizenz der ZReffor Professor Dr. Bornkamm hielt sodann eine kurze Ansprache. Die Landes- universität sei mit besonderer Freude der Aufforderung gefolgt, der Verbindung der Studentenschaft mit dem Arbeitsdienst zu dienen. Zwar habe der Arbeitsdienst an der Gießener Universität schon immer eine Pflegestätte gehabt. Hier habe sich besonders der unermüdliche Leiter des früheren Freiwilligen Arbeitsdienstes und des Hessischen Heimat- wertes, Herr Seipp, große Verdienste erworben, und es sei ihm, dem Rektor, em Bedürfnis, dieser Arbeit auch einmal von dieser Stelle aus Anerkennung zollen zu dürfen. Was die Universität aber bisher an geistiger Betreuung im Sinne des Arbeitsdienstes habe leisten können, sei noch wenig gewesen Der Arbeitsdienst mache die Universität zunächst noch zum Schuldner. Man sei nun gespannt, was der Arbeitsdienst der Universität bringen werde. Es sei eine Gefahr, sich in der Ueber- feinerung und Ueberzüchtung geistiger Arbeit an der Universität zu verschließen. Daß könne allzu leicht zu einer Verdorrung der Studenten führen. Die gesunde und fruchtbare Distanz zwischen geistiger und körperlicher Arbeit werde sich sehr günstig auswirken. So freue man sich nun auf die Generation, die aus der Schule des Arbeitsdienstes komme, eine Generation, die bestimmt nicht hinter den anderen zurückstehen werde. Man erinnere sich in diesem Zusammenhang der W e r k st u d e n t e n , die gestählt zurückgekommen seien von ihren harten Arbeitsplätzen. Beratung tm engeren Kreise. Von rechts nach links: Gauarbeitsführer Neuerburg (Kasiel), daneben (stehend) der Führer der Gießener Studentenschaft stuck, jur. Adam, dann Se. Magnifizenz der Rektor Professor D. Bornkamm , ganz links der Führer des (Peßener Kameradschaftshauses Seipp. D * 2Uan erwarte vor allem, daß der Arbeitsdienst den Stubenfen bas gebe, was ihnen bie geistige Arbeit allein nie vermitteln könne: Heranführung an bas unmittelbarste Leben bes Volkes. Daß ihnen Gelegenheit gegeben sei, zu spüren, wie hart der Kampf um die Erhaltung der Existenz ist, werde heilsam für sie sein, die Hucht körperlicher Arbeit empfinden und dabei Kamerad zu werden, den Volksgenossen achten zu lernen, das alles werden Begleiterscheinungen sein, die nur zu begrüßen seien. Es gehe immer um das gleiche: um das Volk als die uns tragende Wirklichkeit. Man müsse vom „Ich" zum „D u" kommen Hierin mündeten die Wege von Arbeitsdienst und Universität. (Lebhafter Beifall.) Sodann sprach der Gauarbeitsführer Neuerburg-Kassel. Nach kurzen Dankesworten für die herzliche Begrüßung, und nachdem der Redner seiner Freude darüber Ausdruck gegeben hatte, auch einmal an der Universität Gießen sprechen zu können, führte er u. a. folgendes aus: Fetzt habe die deutsche Studentenschaft die Arbeitsdien st pflicht eingeführt. Das sei eine Tat gewesen. Jetzt sei der Weg frei und die Studentenschaft könne mit dem Arbeitsdienst auf das engste verbunden werden. Der Arbeitsdienst fei ein Teil des nationalsozialistischen Gedankengutes, der nun festeren Boden gefunden, habe. Wer von nun an zu den Studenten zählen wolle, müsse im Arbeitsdienst tätig gewesen sein. Wer im Arbeitsdienst stebe. werde manches Bei der Kundgebung. In der ersten Reihe von rechts nach links: Gauarbeitsführer Neuerburg (Kasiel), der Führer des Gießener Kameradschaftshauses Seipp, der Führer der Gießener Studentenschaft stuck, jur. Adam. Zweite Reihe von rechts: Ortsgruppenführer der SA. R. I (Stahlhelm) Oberstleutnant a. D. L 0 p p e, daneben Kreisverbandsführer der SA. R. I Dr. Dehner. „Der Architekt des Kanzlers." Zum Tode von Professor p £. Troost Aus vollem, reifem Schassen, aus den höchsten und größten Bauaufgaben, die einem Architekten gestellt werden können, aus einer steil emporführenden Künstlerlaufbahn hat der Tod viel zu früh den Architekten des Kanzlers, Professor Paul Ludwig Tro ost, in seinem 56. Lebensjahre herausgerissen. Er starb, so hat es den Anschein, an den Folgen seiner Verarbeitung. Denn rücksichtslos gegen sich selbst und sich immer wieder zu äußerster Leistung anspornend fetzte er alles daran, die gewaltigen Baupläne des Kanzlers des Dritten Reiches gestalten zu helfen und zu verwirklichen. In Professor Troosts Münchener Atelier in der Theresienstraße reiften die Pläne zum „Haus der Deutschen Kun st", jenes monumentalen Bauwerkes, das zum Ruhme Münchens und der deutschen Kunst augenblicklich in gewisser Anlehnung an klassizistische Formen im Englischen Garten an der Prinzregentenstraße entsteht. Zur gleichen Zeit aber wurden in demselben Atelier bereits die Bläue vollendet für die beiden großartigen Neubauten der Reichsleitung der NSDAP., des Führerhauses und des Verwaltungsgebäudes. Auch an diesen Bauwerken wird schon gearbeitet, und sie erheben sich in unmittelbarer Nahe des Braunen Hauses als großartiger Abschluß des Königsplatzes an feiner Oftfeite. Das volle Vertrauen des Führers beauftragte aber auch Professor Tr 0 0 st mit der Schaffung des Hausts der deutschen Ärzteschaft m Berlin, nut der Einrichtung des neuen Reichskanzlerpalais m Berlin und mit der Errichtung eines Gebäudes für den bayerischen Reichsstatthalter in München. In diesen und anderen gewaltigen Bauaufgaben die zu gleicher Zeit an Professor Troost berantraten, verzehrte sich dieser große und gewissenhafte Künstler mit glühender Leidenschaft, indem er die höchsten geistigen und körperlichen Anstrengungen sich auferlegte. ' Professor Troost wuchs hinein in dieses gewaltige Arbeitsfeld durch das rückhaltlose Vertrauen des Führers Adolf Hitler. Diesem wurde er mehr als ein Berater in künstlerischen und insbesondere in architektonischen Dingen, er wurde ihm ein gleichgesinnter Freund, mit dem er alle seine gewaltigen Baupläne durchsprach und um die Lösung der Probleme rang. Hier hatten sich zwei Menschen gesunden, von der gleichen künstlerischen Geisteshaltung und von demselben Streben beseelt. Mit Stolz durfte sich Professor Troost, seit ihm das „Haus der Deutschen Kunst" anoertraut worden war, der „Architekt des Kanzlers" nennen, und Dr. Otto Dietrich schreibt in seinem Buch „Mit Hitler in die Macht" in dem Kapitel „Adolf Hitler als künstlerischer Mensch": „Man weiß, daß in den Fragen der Architektur Professor Troost in München seit langem des Kanzlers Vertrauter ist. Einer seiner ersten Wege, sobald der Führer nach München kommt, ist fast stets in dessen Atelier. Mit ihm konferiert er über die baulichen Probleme, spricht mit ihm seine Pläne durch und ihm sind die ge* waltigen Bauwerke anoertraut, die Zug um Zug errichtet werden. Denn Adolf Hitler geht mit einem gewaltigen Bauprogramm in die Zukunft. Wie in der Weltgeschichte immer die Zeiten eines überragenden Gemeinschaftsgefühls und nationalen Stolzes der Völker auch gewaltige Monumentalbauten aufzuweisen haben, so soll und wird auch das Dritte Reich seine Bauwerke hervorbringen." Diese Sätze eines der nächsten ständigen Begleiter des Kanzlers über Professor Troost und sein Verhältnis zum Kanzler zeigen deutlich, aus welchem weitumfassenden Schaffen heraus dieser abgerufen wurde, lange bevor seine Zeit erfüllt war. Ganz Großes hatte der Kanzler noch mit diesem vor, in ihm glaubte er, der ja in feiner Jugend selbst gerne Baumeister geworden wäre, jenen Mann gefunden zu haben, der ihm helfen sollte, das zu verwirklichen, was er in seiner Rede vom 4. April 1929 in München verkündete: „Wir wollen aus unserer neuen Weltanschauung und aus unserem politischen Machtwillen heraus Dokumente aus Stein und Erz schaffen, um in jedes einzelne deutsche Gehirn wieder den Stolz hinein zu pflanzen, Deutscher zu sein." Nach Hitlers Verbeugung wird die deutsche Kunst im Dritten Reich ihre Auferstehung feiern, und Professor Tr 0 0 st war sein Haupthelfer und Mitstreiter, im neuen Staate monumentale Baudenkmäler auch als künstlerischen Ausdruck der Neugeburt der Nation zu schaffen Länger als drei Jahrzehnte war Troost selbständig in München tätig. Aber er ist kein gebürtiger Bayer, sondern wurde 1878 in Elberfeld geboren. Bei Professor Hoffmann in Darmstadt erhielt er eine gute architektonische Ausbildung, arbeitete zunächst in München bei Professor Martin Dülfer, einem damals führenden modernen Architekten und machte sich bald selbständig. Troost schuf zunächst eine ganze Reihe großer Wohnhausbauten, wie z. B. das Haus Chillinaworth in Nürnberg, das palazzoartige Haus für Benno Becker in München, für den Maler Robert B ö n i n g e r , den Komponisten Felix von Rath und den Gelehrten Kupelwieser, sämtliche in München. Es spricht für den Künstler, daß er fast stets Bauherren aus der Welt des Geistes fand, und schon seine ersten Bauten zeigen neben eigenen modernen Ideen eine gewisse Anlehnung an die klaren schönen Formen der Antike, des Klassizismus. Weit über seinen engeren Wirkungskreis hinaus wurde Professor Troost zunächst bekannt als Innenarchitekt. Er wirkte mit an manchen kunstgewerblichen Ausstellungen, 1908 in München, 1910 in Brüssel und in Paris, 1912 wieder in München und 1914 in Köln. Durch diese Tätigkeit kam er in Verbindung zum Norddeutschen Lloyd, der ihm seit zwei Jahrzehnten die Ausstattung seiner prächtigsten Dampfer anvertraute. Professor Troost hat die erste „München", die dann an England ausgeliefert werden mußte, ebenso wie die spätere „München" eingerichtet und ausgestattet, ebenso sind sein Werk die Ausgestaltungen der Südamerikaschiffe der „Sierra"-Klasse sowie der „Weser-Werra"-Klasse (Ostindien). International anerkannte Leistungen auf diesem Gebiete sind die Ausstattung der Riesenschiffe „Columbus" und zuletzt der „Europa". Diese mit einem Höchstmaß an Wohnbehagen durch künstlerischen Geschmack ausgestatteten Ozeandampfer verbreiteten nach dem Kriege in der ganzen Welt das Ansehen deutschen Könnens. Den ersten großen Auftrag Adolf Hitlers erhielt Professor Troost vor vier Jahren, als er mit bewunderungswertem Geschick das alte Palais Barlow an der Brienner Straße in München zu dem heutigen Braunen Haus, dem Sitz der Reichsleitung der NSDAP., umwandelte. Diese Leistung leitete die Reihe der ganz großen Bauaufgaben ein, die diesem Künstler durch die neue Zeit gestellt wurden. Charakteristisch für Troost war die Vielseitigkeit seiner künstlerischen Natur, der Zusammenklang von Baumeister und Raumkünstler in einer Person, dem es vor allem darauf ankam, eine volle Harmonie zwischen der äußeren Gestaltung und der inneren Einteilung und Einrichtung eines Bauwerkes zu erzielen. Gleichzeitig aber machte er Kunstgewerbe, Malerei und Plastik in gegenseitiger Ergänzung dem Bauwerk und seiner inneren Ausgestaltung dienstbar. Im 56. Lebensjahr, bevor er seine größten Werke vollenden konnte, wurde nunmehr der „Architekt des Kanzlers" von uns gerissen: fein Tod bedeutet einen schweren Verlust für die deutsche Kunst und für alle, die dieses Künstlers Wirken ersaßt und verfolgt haben Bücherschätze auf Neu-Seelanv. Man wird auf Neu-Seeland wohl keine großen Bücherfchätze vermuten, aber es gibt auch dort allerlei, was den Bücherfreund anziehen könnte. So ist z. B. die öffentliche Bücherei von Auckland reich an mittelalterlichen Handschriften und an Erstausgaben Shakespeares; die Bibliothek in Wellington enthält außer ihrer unschätzbaren Sammlung von Werken über Neu-Seeland und den Stillen Ozean eine Fülle seltener und kostbarer Ausgaben. Aber auch bei Privatleuten findet man mancherlei Bücherschätze, unter denen zweifellos der wichtigste die Alexandre-Dumas-Sammlung von Frank Reed zu Whangarei in Nord-Auckland ist. Reed, der Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts als zwölfjähriger Junge mit seinem Vater nach Whangarei kam, brachte bereits eine große Begeisterung für die unsterblichen Geschichts- und Abenteuerromane des älteren Dumas mit. Als er feiner Drogerie einen Bücherladen angegliedert hatte, sammelte er allmählich eine immer wachsende Anzahl von Ausgaben und Vertragungen der Werke Dumas', sowie seiner Handschriften und Briefe. Schließlich veröffentlichte er eine Bibliographie aller Arbeiten dieses großen Vielschreibers. Jahrzehnte hindurch stand er mit dem Dumas- Sammler und besten Kenner Dumas' in England, R. S. Garnett, in regem Briefwechsel, und Garnett hat bei seinem Tode 1932 feine Sammlung dem Freunde in Neu-Seeland vermacht. Reeds Dumas Sammlung ist jetzt die weitaus größte, die es außerhalb von Paris gibt; sie wird mit ihren über 2000 Nummern dereinst ihre dauernde Stätte in der öffentlichen Bibliothek von Auckland finden. Zeitschriften. — Die Kunst, Monatshefte für Malerei, Plastik und Wohnkultur. Verlag F. Bruckmann AG., München. — Die Zeitschrift bringt in ihrem Januarheft einen reich illustrierten Aufsatz über den eigenwilligen und starken Tiroler Monumentalmaler Albin Egger-Lienz, lieber die Begegnung Spitzwegs mit Leibl plaudert Georg Jakob Wolf. Von gehobenen Schätzen erzählt Dr. W. Schürmeyer und gibt dazu auch interessante Bilder von solchen Funden. In vielen Abbildungen und Grundrissen sieht man bann ein Münchener Haus Professor Abels, das in der Tat ein „Haus in der Sonne" ist, so glücklich ist es orientiert und aufgeteilt. Bilder von praktischen Derwandlungsmöbeln, Leuchtern, Teppichen und Hausgärten beschließen den Inhalt des vielseitigen Heftes alich dazu da, die Arbeitslosigkeit zu Arbeitsdienst wolle vielmehr alsj Mit dem gemeinsam gesungenen Horst-Wessel-Lied wurde die eindrucksvolle Kundgebung geschlossen. dienst sei ledic mindern. Der ! und man werde alle Kräfte einzusetzen haben. Die Arbeit werde aber in Zukunft durch die Einführung der Ar beitsüienstp flicht durch die Studentenschaft klarer werden, und so werde es gelingen, das Ziel über alle Stände und Altersunterschiede hinweg zu erreichen: die Volksgemeinschaft. Jeder Student müsse sich Dafür einsetzen, daß er ein brauchbarer Helfer für den Führer werde, um ihn zur Vollendung seiner Arbeit für Volk und Vaterland nach besten Kräften zu unterstützen. (Anhaltender Beifall!) Nachdem die Studenten des Kameradschaftsheims noch ein Lied gesungen hatten, hielt der Führer der Gießener Studentenschaft, sind. jur. Adam, die Schlußansprache: Der völkische Staat werde mit dem Unfug, körperliche Arbeit zu verachten, brechen müssen. Der Arbeitsdienst habe in dieser Hinsicht manche Aufgabe zu erfüllen. Es fei heute bereits selbstverständlich, daß der junge deutsche Mensch durch SA. und durch den Arbeitsdienst gehe, hier werde das neue Deutschland geprägt. Die Arbeit bedeute Adel. Jeder Volksgenosse habe ein Recht auf Arbeit. Allerdings müsse mit der Meinung aufgeräumt werden, der Arbeits- ausgesetzt waren und nach Berechnung der Hereros dabei allmählich aufgerieben werden mußten. Aber sie hatten eben nicht mit den Deutschen gerechnet, mit deutscher Zähigkeit, deutscher Tatkraft und deutschem Ueberlegungsgeist. Was von Deutschen hatte erreicht werden können, war nach Möglichkeit a n wenigen Orten zusammengezogen worden, die festungsartig ausgebaut waren. Der Gouverneur, Generalmajor a. D. Leutwein, hatte sofort drei Abteilungen gebildet: eine Ostabteilung, die unter Major von Glasenapp die Gegend von Gobabis säuberte und die Verbindung nach Grootsontein aufrechterhielt, dann eine Westabteilung, die den Feind aus der Gegend von Omaruru vertrieb, während die Hauptabteilung bei Okandija konzentriert war, den Gegner aus den Onjati-Ber- gen vertrieb und in der Gegend von Waterberge stellte. Wie diese Gefechte aussahen, das zeigte gleich das erste bei Uitkomat, wo Oberleutnant V o l k - mann mit 12 Mann eine Hererokolonne von mehreren hundert Mann angriff und durch eine glänzend gerittene Attacke in alle Winde zerstreute. Das schwierigste bei dem Feldzug (was ja auch in der Berechnung der Gegner lag), waren die ungeheuren Märsche, die der Schutztruppe bei dem stets ausweichenden Feinde zugemutet werden mußten. Dazu kam der Wassermangel, so daß die Reit- und Zugtiere versagten und die Geschütze steckenblieben. Es kam oft genug vor, daß die Reiter, nur um sich selbst zu retten, den zusam- Vor dreißigZahren im Kamps gegen die Hereros Erinnerungen eines Schuhtruppen-Offizierö. Von Erich Beck, Oberleutnant d. :R. a. O. in der Kaiserlichen Schutztruppe. Eines der ersten großen Gefechte, das ich mitmachen durfte, fand am 25. Februar 1904 bei Otjihinarnaparero statt, wo unsere Lage sehr kritisch geworden war. Der Feind hatte aus den Bergen Verstärkung erhalten, die er auf seinem rechten Flügel zusammenzog, um einen umfassenden Angriff gegen unseren, schon zurückgezogenen linken Flügel zu unternehmen. Hier führte Oberleutnant Freiherr von Schönau das Kommando und setzte sich mit seinen wenigen Leuten energisch zur Neue erleben. Zwei Aufgaben müßten durch den Arbeitsdienst für die Studenten erfüllt werden: Dienst am Volke und — Dienst an sich selbst. Dienst am Volke heiße, Neues, Zusätzliches, Wertvolles schaffen, ohne wesentliches Entgelt dazu beizutragen, daß Deutschland seine Brotfreiheit erlange. Hier müsse immer wieder die große Aufgabe vor Augen stehen, armen Gemeinden durch Bodenoerbesserung zu helfen, eine Arbeit zu tun, die sonst nicht getan werden würde, die Äcker- Nahrung zu verbessern und dafür zu sorgen, daß Da, wo sonst e i n Halm gewachsen sei, nun zwei wüchsen. Das sei an sich eine große Aufgabe. Wichtiger für den Studenten sei aber die erzieherische Äufgabe, die der Arbeitsdienst erfüllen könne und zu erfüllen berufen sei. Durch die gegenseitige innere Verbundenheit der Kameraden im Arbeitsdienst solle man zu sich selbst und zum Volke finden. Für die ältere Generation sei das große Fronterlebnis die Quelle der Kraft gewesen, um die Nachkriegsjahre zu überleben, für die gegenwärtige Jugend müsse das Erlebnis des Arbeitsdienstes Kraft vermitteln für den Aufbau in unserem Vaterlande. Das Ziel sei immer die Volksgemeinschaft, die Gedanken des arbeitenden Menschen zu erleben, die Sprache des Arbeiters zu verstehen und sich darauf einzustellen. Die bisherige Arbeit des Herrn Seipp an diesen Zielen habe er stets mit großer Freude verfolgt, und er schließe sich gerne den Worten der Anerkennung des Rektors an. Die Arbeit müsse und könne nun auf breiterer Grundlage fortgeführt werden. Die Aufgaben seien groß wesentliches Ziel die Erziehung zum deut- mengebrochenen Tieren die Kehle durchschnitten, um schen Menschen. Arbeit sei Segen und kein ihren Durst mit dem ausströmenden Blute zu stil- Fluch, Arbeit sei Leben und krafterhaltender Kampf! | len. Dazu kam noch der Typhus, der auch manches Mit dem gemeinsam gesungenen Horst-Wessel-Lied Opfer forderte. Wehr. Major von E ß t o r f f, der die drohende Gefahr erkannte, zog alle Gewehre auf den linken Flügel herüber. Der Führer des rechten Flügels bekam den Befehl, um jeden Preis die Stellung zu halten und mit dem Rest noch dem linken Flügel Hilfe zu leisten, da dieser von den Hereros schon umgangen war. Die außerordentlich schnelle Ausführung dieses Befehls brachte aber den Erfolg auf die deutsche Seite, so daß Oberleutnant Hanne- mann und Hauptmann Franck e mit ihren Leuten den Feind, der schon den Sieg in der Tasche zu haben glaubte, in einer prachtvollen Attacke über den Haufen ritten und so den Erfolg des Tages entschieden. Es würde zu weit führen, all die einzelnen Gefechte und Erlebnisse im afrikanischen Busch zu schildern. Heldentaten wurden vollbracht, von denen sich die Heimat auch keine blasse Vorstellung machen konnte, weil sie sich in die örtlichen Verhältnisse nicht hineinzusetzen vermochte. Bis Mitte August war jedenfalls der Herero-Aufstand niedergeworfen und der ganze Stamm derart aufgerieben, daß an einen Widerstand nicht mehr zu denken war. Auch die Hottentotten hatten sich damals unter den Brüdern Witboi den Hereros angeschlossen, so daß nach der Niederwerfung des Herero-Aufstandes mit diesen abgerechnet werden mußte. Als aber Hendrik Witboi am 3. November 1905 gefallen war, brach auch diese Revolte zusammen, um sich dann im Jahre 1906 in zahlreichen kleinen Plänkeleien zu verzetteln. Dank dem Opfermut der deutschen Schutztruppe, die im Laufe der Jahre durch 1080 Offiziere, 17 600 Mann und 16 000 Pferde aus der Heimat tatkräftig unterstützt worden war, dank der ungezählten Heldentaten deutscher Männer im glühendheißen afrikanischen Sande gelang es, den Frieden in der Kolonie wieder herzustellen. Waren auch die Ereignisse wesentlich andere als die gigantischen des Weltkrieges, so sollen sie doch nicht der Vergessenheit anheimfallen: denn auch dort kämpften deutsche Männer heldenhaft gegen eine vielfache Uebermacht um das Siegesreis, das für alle Zeiten das Andenken unserer Schutztruppe schmücken wird. Wirtschaft. Dreißia Jahre sind vergangen, seit in Deutsch-Südwest-Afrika der Herero-Aufstand ausbrach, der von den schwachen Kräften der deutschen Schutztruppe unter unsäglichen Mühen und in heldenhaften Kämpfen niedergeschlagen wurde. In ganz Deutschland gab es damals kein anderes Gesprächsthema als die Nachrichten aus Deutsch- Südwest, jeder verfolgte mit Interesse die einzelnen Etappen dieses Busch- und Wüstenkrieges, und der Name so mancher Quelle und manchen Felsenhügels war damals in aller Munde. Im folgenden gibt einer der Teilnehmer jener Kämpfe ein anschauliches Bild der Ereignisse vor 30 Jahren: Man schrieb den Januar 1904. Als junger Farmer war ich um die Jahrhundertwende nach unserer Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika gegangen, einerseits, weil Abenteurerdrang und Tatendurst dort leichter befriedigt werden konnten als in der Heimat, andererseits aber, weil ich mir in wirtschaftlicher Beziehung große Hoffnungen machte. Diese hatten mich auch nicht enttäuscht; denn während der 3'/r Jahre, da ich meine Farm hundert Kilometer östlich von Okahoa bewirtschaftete, hatte es mir zwar an Mühe und Arbeit nicht gefehlt, aber der Erfolg war nicht ausgeblieben. Das Zusammenleben mit den Eingeborenen war allerdings nicht ungetrübt geblieben, denn bei diesem primitiven Menschenschlag mußte man immer mit Zwischenfällen rechnen. Aber eine gerechte, wenn auch oft harte Hand hatte ihnen allmählich unsere europäischen Begriffe beigebracht, so daß die Zusammenarbeit im allgemeinen glatt vonstatten ging. So kam es, daß ich im Jahre 1904 die Lage keineswegs für bedrohlich hielt. Zwar war mir und meinem europäischen Verwalter ausgefallen, daß unsere Schwarzen sich ungewöhnlich oft versammelten und die Köpfe zusammensteckten, aber das konnte durch Stammesstreitigkeiten bedingt sein. Selbst, als aus dem Distrikt Maltahöhe die Kunde kam, daß auf der Farm Zaris im Dezember der Farmer Jäger und seine Frau durch Buschleute ermordet worden waren, sahen wir darin noch kein allgemein beunruhigendes Zeichen; denn mit solchen Zwischenfällen muß man schließlich rechnen, wenn man unter Wilden lebt. Um die Situation richtig verstehen zu können, muh man sich klarmachen, daß die Kolonie Deutsch- Südwest-Afrika IV-jmai so groß wie Deutschland ist, auf einer Bodenfläche von nahezu 840 000 Quadratkilometer aber nur 204 600 Einwohner hat, von denen nur 4700 Weiße sind. Es kommen also dort aufdenQuadratkilometernur0,2Ein- w o h n e r. Daraus ergibt sich, daß der Ansiedler gezwungen ist, größtenteils für sich selber einzustehen, und auch im Verkehr mit den Eingeborenen geschult sein muß; denn bei diesen riesenhaften Entfernungen kann er natürlich bei einem unliebsamen Vorfall nur in den seltensten Fällen auf Hilfe rechnen. Als sich in diesen Januartagen die beunruhigenden Nachrichten häuften, beschloß ich, mit zwei Begleitern nach Epukiro zu reiten, um mit Herrn von Falckenhausen, der dort seine Farm hatte, die Lage zu besprechen. Es war eigentlich ein unbestimmtes Gefühl, das mich zu diesem Ritt verleitete, und meine Ahnung fand eine grauenhafte Bestätigung, als ich erfuhr, daß Herr von Falckenhausen ermordet worden war und' man auch seine Frau zu beseitigen versucht hatte. Man hatte am Abend vor meiner Ankunft an die verschlossene Haustüre geklopft und auf die Frage, wer draußen sei, mit verstellter Stimme geantwortet: „Ferdinand und Willfried, die einen Brief von deinem Mann bringen." Darauf hatte Frau von Falckenhausen die Türe einen Spalt breit geöffnet, und dieser Moment hatte genügt, daß die anstemmenden Hereros der Frau mit dem Kirri einen Schlag auf den Kopf versetzten, so daß sie blutüberströmt zusammenbrach. Nur durch die Dazwischenkunft von treuen Angestellten war es gelungen, die Banditen zu vertreiben und Frau von Falckenhausen das Leben zu retten. Nun gab es allerdings keinen Zweifel mehr, daß die Hereros irgend etwas gegen die deutschen Herren im Schilde führten. Auch in Okahandija hatte man am 18. Januar diese Beobachtung gemacht, als zwei- bis dreihundert bewaffnete Eingeborene sich verdächtig um den Platz herum bewegten. Nun wurden zunächst einmal die Weißen bewaffnet, der Gouverneur berief die Reserve und die Landwehr unter Waffen. Die Tatsache, daß man den Oberhäuptling Samuel Maharero nicht fand, als man ihn suchte, war Beweis genug, daß die Hereros einen Ueberfall im Schilde führten. Der Gouverneur traf sofort alle Schutzmaßnahmen, sandte reitende Patrouillen zu den einzelnen Farmen, um sie zu warnen und unter Umständen in Sicherheit zu bringen. Auch die Tatsache, oaß die Patroille Kühnel, bestehend aus einem Feldwebel und vier Mann, von den Hereros niedergemetzelt wurde, zeigte, daß man sich mit den Waffen mit dieser Gesellschaft würde auseinandersetzen müssen. Bei diesem riesenhaften Gebiet und der verhältnismäßig sehr schwachen Schutztruppe, die doch, alles in allem gerechnet, kaum tausend Mann ausmachte, war es natürlich eine Riesenaufgabe, der Gegner Herr zu werden, die nicht nur in den vorhergehenden Friedensjahren von den Deutschen außerordentlich viel gelernt hatten, sondern auch mit den Terrainverhältnissen ganz genau bekannt waren. Ihr Aufstand war im wahrsten Sinne des Wortes als Zermürbungskrieg gedacht, der die geringen deutschen Kräfte in mehrere Trupps zersplittern mußte, die auf dem außerordentlich schwierigen Gelände den allergrößten Strapazen Echweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 234 Ferkel zum Verkauf. Man bezahlte für Ferkel bis 6 Wochen alt 18 bis 20 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 20 bis 25, 8 bis 13 Wochen alt 25 bis 29 Mark. Tendenz: gut, Ueberftanb. Frankfurter Börse. Mittagsbörse: uneinheitlich. Frankfurt a. M., 24. Jan. Die Börse lag sehr ruhig unb unter bem Eindruck der weiteren Geschäftsschrumpfung uneinheitlich. Anregungen für eine stärkere Beeinflussung waren nicht vorhanden, allerdings wird auf den Erfolg der Konjunkturpolitik in der Wirtschaft, auf das bessere Geschäftsjahr bei Harpener und auf einige andere Mitteilungen von Gesellschaften über bessere Absatzaussichten verwiesen, wodurch der allgemeine Kursrückgang nur in bescheidenem Maße lag. Trotz der Harpener-Mitteilungen lagen Montan- werte durchweg schwächer, und zwar Harpener um 1 v. H., Gelsenkirchen um 0,75 v. H., Klöckner um 1,38 v. H., Stahlverein, Mannesmann und Phönix um je 0,50 v. H. Farbenindustrie bröckelten um 0,65 v. H. ab, dagegen lagen Rütgerswerke 0,65 v. H. und Deutsche Erdöl 0,40 v. H. fester. Am Elektromarkte zogen Siemens 0,75 v. H., Schuckert 0,50 v. H., Bekula 0,40 v. H. an, AEG. verloren 0,25 v. H., Gesfürel 0,50 v. H. Von Transportwerten lagen Allg. Lokal & Kraft 0,90 v. H., Hapag 0,50 v. H., Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,65 v. H. höher. Von Einzelwerten blieben Reichsbankanteile unb Conti Gummi gut gehalten, Bemberg lagen 0,90 v. H. unb Daimler Motoren 0,50 v. H. schwächer. Am Rentenmarkt war besonders Altbesitz fest unb 0,60 v. H. höher, Neubesitz unb späte Reichsschulb- buchforberungen etwa behauptet. Reichsmark-Anleihen, in benen bie Umsätze immer mehr zurückgehen, unterschieblich 0,13 bis 0,25 v. H. freundlicher. Bon Auslandsrenten waren Ungar. Anleihen weiter leicht befestigt. Im Verlaufe hielt bie Gefchäftsstille an unb, von wenigen Ausnahmen abgesehen, traten nur geringfügige Veränberungen ein. Farbeninbustrie waren um 0,50 v. H. erholt, Mannesmann bröckelten 0,25 v. H., Siemens 0,75 v. H. ab. Von später zur Notiz gekommenen Papieren büßten Chabeaktien 2 Mk., Zellstoff Waldhof 1 v. H., Accumulatoren 2 v. H. Aku. 0,50 v. H. ein, dagegen lagen Rhein. Elektro 2,50 v. H. und Südd. Zucker 2,25 v. H. fester. Der Kassamarkt lag im ganzen still und ebenfalls uneinheitlich, bie Abweichungen betrugen von 1 bis 2 v. H. nach beiden Seiten. Am Rentenmarkt war das Geschäft später ebenfalls klein, Altbesitz gingen um 0,40 v. H., Neubesitz unb späte Reichsschulbbuchforberungen um je 0,25 v. H. zurück. Staats-, Länber- unb Stabtanleihen lagen weiter ruhig und kaum verändert. Am Pfandbriefmarkt waren Goldpfandbriefe und Kommunal- Obligationen ziemlich unverändert, Liquidationspfandbriefe lagen knapp behauptet und bis 0,40 v. H. leichter. Nur das Geschäft in umgetauschten Reichsmark-Anleihen erfuhr bei bis 0,50 v. H. höheren Kursen eine leichte Belebung. Von fremden Werten waren Ungarn weiter etwas erhöht, ferner lagen Schweiz. Bundesbahnanleihen nach ihrem letzten Rückgang bis zu 2 v. H. erholt. — Tagesgelb blieb zum Satz von 3,50 v. H. unoeränbert. Abenbborse: still: Die Abendbörse eröffnete auf ber ganzen Front infolge bes Orbermangels in stiller Haltung. Die Stimmung war inbeffen nicht unfreunblich, unb die Kurse zeigten im Vergleich zum Berliner Schluß kaum eine Veränderung. Es eröffneten IG. Farben, Accumulatoren unb Harpener unoeränbert, Marisfelder 0,25 v. H. hoher, Otavi Minen gewannen 0,40 v. H., Schuckert lagen 0,25 v. H. niedriger. Reichsanleihen unb späte Reichsschuldbuchforberun- gen sowie Reichsmark-Obligationen und Dollar- Bonds lagen ruhig und behauptet. Im Verlaus war die Geschäftsstille noch ausgeprägter. Auf kleines Angebot gingen Farbeninbustrie um 0,40 v. H., Altbesitzanleihe um 0,25 v. H. unb Neubesitzanleibe um ca. 10 Pf. zurück. Am Auslanbsrentenmarkt zogen Ungarische Golbanleihe um 15 Pf. auf 6,40 v. H. an, währenb 4prozentige Schweiz. Bundesbahn von ihrem Mittagsgewinn um 1 v. H. auf 133 v. H. nachließen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 24. Jan. Bei in Brotfrucht weiterhin reichlichem Angebot, insbesondere für Weizen, bem seitens ber Mühlen auf Grunb bes fchlep- penben Mehlgeschäfts keine Aufnahmeneigung gegen- überstand, verlief der heutige Getreidegroßmarkt wieder sehr ruhig. Die Preise bröckelten bei Weizen und Roggen, sowie bei Roggenkleie unb Treber leicht ab. Futtermittel lagen ebenfalls fast ohne Geschäft. Weizen 195 bis 196, Roggen 172,50 bis 173, Gerste für Brauzwecke 175 bis 177,50, Hafer 147 bis 150, Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 29,10 bis 29,65, bo. ohne Austauschweizen 27,60 bis 28,15, Roggenmehl 0 bis 60 Prozent 23,50 bis 24, bo. fübb. Spez. 0 24, Weizenkleie 10,75, Weizenfuttermehl 11,75, Roggenkleie 10,50, Soyafchrot 15,25, Palmkuchen 15,50, Erbnußkuchen 16,75 bis 17,15, Treber 17,50, Trockenschnitzel 10,25 bis 10,40, Heu 7,00, Weizen- unb Roggenstroh drahtgepreßt 2,20 bis 2,30, bo. gebünbelt 2,00 bis 2,10 Mk. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zuletzt beid) loflenen Dividende an — Reichsbankdiskont 4 v H Lombardzinsfuß 5 o. H. .vranrrur u. )Jl Berlin Schluß, fürs Gchlußk. Abend, börse Schluß« für« Gchlußk Mittag, börse Datum 23-b 24-1. 23-b 24-1- •% Deutsche Reichsanleihe v 1927 95,5 95 95,5 94,5 6% el)em.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 100,10 100,10 100,2 100,13 6Vi% ?)ounfl-tinleihe von 1930 95,5 95,13 95,13 95 Deutsche Aul.-Mlos.-Schuld mit Auslos.-Rechten 96,65 96,5 96,6 96,75 DeSgl. ohne Ausioi..Rechte ..... 19,05 18,725 19,1 18,8 6% ehern.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)..... 94,75 94,5 95,1 94,75 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 92,5 92,5 92,25 92,75 5*A% Hess Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui 93 92,75 _ _ Cberljeifen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten 93 93 _ _ Deutsche Komm. Cammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auoios.-Rechten 96 96,5 96,13 96,6 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 93 93 — — 6% ehern. 7% Franks Hyp.-Bank Goldpse 16 unkündbar bis 1936 93 93 _ — 6%% ehern. 4y.% Franks Hyp.- Bank.Ltqu..Psandbriese 91,90 91,9 _ _ 6V,% ehern 4tz% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. 6% ehern. 8% Pr. Landespfand. briefanftalt, Pfandbriefe R 19 93,4 93 _ _ 94 94 94 94 6% ehern. 7% Pr. Landespfand, briefanftalt, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 kteuergutich. Verrechnungskurs 97 97 97 97 4% Oesterretchische Goldrente. . 20 19,75 _ 20,75 4,20% Oesterretchische Silberrente 0,90 0,90 — 0,90 4% Ungarische Goldrente ..... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6 6,4 6,05 6,2 5,4 5,8 5,7 5,8 4*4% beflgL von 1913 ...... 5,6 —— 5,75 5,75 6% abgeft. Goldmexikaner von 99 7,5 — 7,35 7,2 4% Türkische Zollanleihe von 1911 5,3 5,3 — 5,35 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie l..................... 5,45 5,45 5,3 Frankiurt a. M Serkin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schluß» kurs Gchlußk. Mittag» börse Datum 23.1. 24-1. 23-1. 24-1, 4% bcsgL Serie 11 .......... 5,5 5,5 — 5,6 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,025 4,025 — 4^r%Numän.oereinh.Rentev.iSi3 6,5 6,7 6,75 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3,45 3,425 3,45 3,4 3%% Anatolier ......... 26,5 26,25 26,5 26,4 vamburg-AmerUa-Paker .. o Hamburg-Südam. Dampfschiff o 27,13 27,5 27,40 24,5 27,5 24 Hansa-Dampfschiff ........ o Norddeutscher Lloyd ........ O 29,25 29 29,25 29,25 A-B. für Verkehrswesen Akt. .. O 65 63,75 64,5 63 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 87,75 8,25 88,5 88,5 Commerz- und Prioat-Bank . O 49 49 49 49 Deutsche Bank und Disconto- GeseUschast................ o Dresdner Bank.............. o 55,25 59,5 55,25 59,5 55,25 59,5 55,25 59,5 Reichsbank ................ zz 164 164 164 163,75 L S.«...................... o 27,5 27,25 27,65 27,13 Bekula.............. o 120,75 120,25 120,25 120 Clelti. Lieferungsgesellschaft... 6 91,75 91,5 91,65 90,25 Ltcht und Kraft . q 98,75 97,5 99,25 97 Felten & Guilleaume........ o 53 53 53,25 53,25 GeseUjcy.f.triektr. Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... ö Schuckert LCo............ 5 88,5 90 87.5 92,5 88,75 87,65 92,5 99,75 100 99,5 100,25 Siemens « Halske......... 143 143 144 143,75 Lahmeyer L Lo............. 10 109,5 109,5 110 109,5 Buben»« .................... 73 73,75 73,25 73,13 Deutsche Erdöl .............. 101,13 101,5 101,25 101 Gelsenkirchener.............. ö 56,75 56 56,75 56,4 Harpener ............... 0 86,5 85,25 86,25 85,25 Hoesch Eisen—Köln-Neuesseu .. 0 67,13 Ilse Bergbau .......... s — — 139 Zlse Bergbau Genüsse........s 108 107,25 107,25 107,75 Klücknerwerke ...............0 57,75 57,5 56,75 Mannesmana-Röbrro........ 0 59,5 58,75 59,65 59 Sranliun a. DL Berlin Schluß« kurs Schlugt. Abend- börie Schluß, kurs Gchlußk. Minaq- börse Datum 23-b 24-1. 23-b 24-1- Mansselder Bergbau......... 0 28,5 29 28,75 28,9 Kokswerke ........... 0 — — 86 85,75 Phonir Bergbau ............ 0 44,25 43,5 44,25 43,5 Rheinische Braunkohlen ..... LO 199 198,5 198,5 198,25 Rheinstahl .......... 0 85,5 84,5 85,5 84 Vereinigte Stahlwerke........ 0 37,75 37,5 38,13 37,5 Otavi Minen ........... 0 11 11,13 10,75 10,65 Kaliwerke Aschersleben........ 5 109 107 Kaliwerke Westeregeln........ 6 109 108,5 108,5 103 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 145 144 145 3- G. Farven-Industrie....... 7 124,13 123,4 124,13 123,75 ScheideanslaU............... 9 170 169,5 Goldschmidt ................ O 47,25 48,25 47,75 48,13 Rütgerswerke .............. O 51 51,5 51,25 51,9 Metallgesellichaft............. O 65,25 66 66,5 Philipp Holzmann........... 0 67,75 67,5 68,75 68 Zementwerk Heidelberg ...... 0 83 83 Zementwerk Karlstadt......... 0 94 96 — — Schultheis Payenhoser ...... 0 — — 91,75 91 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 40,5 40 40,5 41 Bemberg 0 44 43,5 44 43,25 Hellitoff Waldhos ............ 0 47 46 46,75 45 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 34 34 34 Dessauer Gas ............ 7 — — 112,25 112 Daimler Motoren............ 0 37,75 37,25 37,75 37,5 Deutsche Linoleum........... 0 47 46,5 47,25 46,25 Ctenttetn & Koppel .......... 0 — — 58,9 58,25 Leonhard Tietz ............. 0 16,25 16,5 16,5 16,4 Lhade ...................... IO 145 143 144,25 143,75 Akkumulatoren. Fabrik........ O 178 176,5 177 176,5 tontKÄummi............... 0 151,5 151 151,5 151 Grttzner.................... 0 — 19,9 20,25 — Mainkrastwerke Höchst a.fflü». 4 69,75 69,75 - Süddeutscher Zucker .•••••••• 8 186,5 188,75 188 188 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M 23-Januar 24-Zanuar Amtliche Dotierung Amtliche Jiotierunn r^elb Srie (Selb Srie Helsingfor».. 5,794 5,806 5,664 5.676 Wien ...... 47,20 47,30 47,20 47,30 Vrag ...... 12,475 12,495 12,465 12,485 Budapest ... — — —- Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,58 168,92 168,58 168,92 Oslo ...... 65,78 65,92 65,78 65,92 Kopenhagen. 58,49 58,61 58,49 58,61 Stockholm. . 67,53 67,67 67,53 67,67 London ..... 13,09 13,12 13,09 13,12 Buenos Aires 0,681 0,685 0,670 0,674 Neuyork .... 2,617 2,623 2,617 2,623 Brüssel..... 58,34 58,46 58,29 58,41 Italien..... 21,98 22,02 21,98 22,02 Paris ...... 16,44 16,48 16,44 16,48 Schweiz .... 81,10 81,26 81,10 81,26 Spanien.... 34,72 34,78 33,77 33,83 Danzig..... 81,42 81,58 81,42 81,58 Zapan ...... 0,783 0,785 0,783 0,785 de Ian. . 0,224 0,226 0,224 0,226 Zugoslawten. 5,664 5,676 5,794 5,806 Lijjabon .... 11,94 11,96 3antnoten. 11,94 11,96 Serlin, 24-Zonuar Geld Srie! Amerikanische Noten.............. 2,57 2,59 Belgische Noten.................. 58,13 58,37 Dänische Noten ................. Englische Noten ................. 58,23 13,045 58,47 13,105 Französische Noten............... 16,40 16,46 Italienische Noten................ 21,86 21,94 Norwegische Noten .............. 65,61 65,89 Deutsch Oesterreich, 1 1OO Schilling Rumänische Noten............... - _ Schwedische Noten............... 67,36 67,64 Schweizer Noten................. 80,92 81,24 Spanische Noten................. Ungarische Note» ................