Nr. 275 Erstes Blatt 184. Zahrgang Samstag, 24. November 1934 Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift sür Drahtnachrichten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11086 Gießener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverftlSk-Vuch- und Skinbruderd R.Lange in Gießen. 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Aber inzwischen fehlt es iden in Genf versammelten Diplomaten keineswegs •an Unterhaltung. Südflawien hat in berechtigtem Schmerz über den Tod seines Herrschers und •in verständlichem Zorn gegen die Urheber des ffcheußlichen Attentats von Marseille seine Ankün- idigung wahrgemacht und in einer Note an das Dölkerbundssekretariat den Antrag gestellt, die Er- wrterung der politischen Hintergründe des Verbrechens auf die Tagesordnung des Wölkerbundsrats zu setzen. Die südslawische Mote ist auch entgegen allen Erwartungen sofort ver- »ö s f e n t l i ch t worden. Auch ihr Inhalt bietet eine Meberraschung. Die Hoffnungen, die man in Paris «auf die oeruyigende Wirkung der Genfer Völker- lbundsatmosphäre gesetzt hatte, haben sich nicht er« hüllt. Der französische Außenminister Laval war persönlich nach Genf geeilt, um in Besprechungen nnit Südslawiens Außenminister Jeftitsch und seinen Mollegen von der Kleinen Entente und vom Bal- llanbund seinen beschwichtigenden Einfluß dahin ggeltend zu machen, daß die südslawische Beschwerde seine Form erhalte, die keine neuen Spannungen won unabsehbarer Tragweite schafft. Da Laval schon mach kurzem Aufenthalt in Genf wieder heimge- areist war, glaubte man, seine Bemühungen um rrine ruhigere Beurteilung der durch das Attentat ®on Marseille ans Tageslicht gezogenen Intrigen ggegen den europäischen Frieden wären von Erfolg ggekrönt gewesen. Um so größer ist nun die Ueberraschung, daß die südslawische Note einmal jetzt schon veröffent- icht wird, wo man glaubte damit erst zur Januar- !:agung des Völkerbundsrats rechnen zu müssen, und lium andern, daß sie ungewöhnlich scharfe A n - griffe gegen Ungarn enthält, obwohl man angenommen hatte, daß gerade dies zu vermeiden Laval sich in Genf zur Aufgabe gestellt hätte. Für Regentschaft und Regierung in Belgrad war angesichts der wachsenden Empörung in der öffentlichen Meinung Südslawiens eine Aktion vor dem Wölkerbundsforum zu einer Notwendigkeit geworden. Die ungemein heftige Pressefehde südslawischer Blätter, die anfangs gegen Italien und Ungarn gerichtet gewesen war, hatte immer mehr die ungarische Regierung allein aufs Korn genommen. Ws war ihr der schwere Vorwurf gemacht worden, ckaß sie nicht nur südslawischen politischen Flüchtlingen in Emigrantenlagern auf ungarischem Bocken Unterschlupf gewährt habe, ohne ihre politische ^Betätigung ausreichend zu kontrollieren, sondern ijie habe auch geradezu mit terroristischen Elementen unter den Emigranten in Verbindung gestan- cken und ihren verbrecherischen Plänen Vorschub geleistet. Diese gleichen Anklagen, die in der Belgrader Presse seit Wochen erhoben wurden, wiederholt nun die Note der südslawischen Regierung, unerhört schwere Vorwürfe, die ein Land gegen seinen Nachbarn nur .erbeben darf, wenn es untrügliche Beweise für die Stichhaltigkeit dieser Anschuldigungen in Händen hält. Die Note kündigt die Vorlegung hinreichenden Beweismaterials an. Vermutlich waren die Bemühungen Lavals darauf gerichtet, mit der Veröffentlichung der Note zu warten, bis auch dieses Material zur Hand ist. Aber Südslawien hat geglaubt, eine weitere Verzögerung im Hinblick auf die empörte Stimmung iies südslawischen Volkes nicht hinnehmen zu können und die beiden andern Mächte der Kleinen Tntente, die Tschechoslowakei und Rumänien, haben, um ihre Solidarität mit dem Bundesgenossen zu bekräftigen, sich dem südslawischen schritt angeschlossen. Südslawien hat sich bei seiner Aktion auf den Artikel 11 Absatz 2 der Völkerbundssatzung berufen. $r bestimmt, „daß jedes Bundesmitglied das Feundschaftliche Recht hat, die Aufmerksamkeit der Bundesversammlung oder des Rats auf jeden Um« ilanb zu lenken, der von Einfluß auf die inter« nationalen Beziehungen fein kann und daher den Frieden oder das gute Einvernehmen zwischen den Nationen, von dem der Friede abhängt, zu stören Iiroht". Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß Südslawiens Beschwerde den Voraussetzungen des ungezogenen Artikels des Völkerbundsstatuts ent« Vricht, und es zeugt von dem ernsten Willen zur Bereinigung des Konflikts auch auf der Gegenseite, liiafc Ungarn unter entschiedenem Protest gegen ü»ie südslawischen Anschuldigungen die u n v e r - ü gliche Behandlung der südslawischen Be- dchwerde vor dem Dölkerbundsrat fordert. Die ungarische Regierung macht geltend, daß Südslawien «ine schwere Anklage der Duldung terroristischer Organisationen, ja der Beihilfe zum Attentat er« webt, „ohne ins einzelne gehende Kenntnis der Sache und unter Berufung auf die angeblich zur Verfügung stehenden bisher aber nicht nachprüf- . Karen Beweise". Die südslawische Regierung habe bislang noch nicht einmal alle ihr als Grundlage der Beschuldigung dienenden Schriftstücke den ungarischen Behörden zur Nachprüfung mitgeteilt. Damit rührt der ungarische Ministerpräsident Görnbös .n der Tat an eine wunde Stelle in der Anklage Südslawiens, die vielleicht einen Aufschub der Aktion Ms zum Januar und damit bis zu einer weiteren Klärung gerechtfertigt hätte. Den drei Großmächten England, Frank- utid) und Italien wäre eine solche Besin- Der Weg zur Freiheit ist ein Weg der Opfer! Neichspropagandaminister Or. Goebbels spricht im Berliner Sportpalast. Berlin, 24. Noo, (DNB.) Auf einer Massenkundgebung des Gaues Groß-Berlin der NSDAP., zu der sich Freitag abend fast 20 000 Volksgenossen im Sportpalast eingefunden hatten, hielt der Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels eine zweieinhalbstündige Rede über die Grundzüge der Regierungspolitik. Der Gauleiter wandte sich einleitend gegen die ewigen „Romantiker der Erinnern n g", die hinter der Zeit herlaufen, im Gefühl eigener Unzulänglichkeit zu jeder tätigen Arbeit unfähig sind und sich über die Aufgaben der Gegenwart naiv mit dem Spruch Hinwegtäuschen, daß doch „früher alles viel schöner" gewesen sei, die sich nur des Guten der Vergangenheit erinnern und für das Leid und den nationalen Schmerz der vergangenen Zeit ein schlechtes Gedächtnis haben. Wer wolle bezweifeln, daß auch die Gegenwart mit ihrer grauen Romantik des Alltags ihre Schönheiten hat? Ls gilt, die Aufgaben derzeit anzupacken. so wie sie sind, mit Eifer, Fleiß und Zähigkeit. Wir haben Besseres zu tun, als immer Hurra zu schreien, denn auf die Dauer wird ein Volk davon nicht satt. Vielleicht werden die Romantiker dann in zehn Jahren auch mit seligen Erinnerungen an die Aufgaben denken, die wir heute zu erfüllen haben. Dr. Goebbels setzte darauf auseinander, daß eine Regierung, die die Absicht hat, Geschichte zu machen, auch den Mut haben muß, auf langeSichtzu arbeiten und Unpopuläres zu tun. Denn unpopuläre Entschlüsse in der Gegenwart würden letzten Endes immer zum Segen der Völker in der Zukunfr. Große Politik könne immer nur mit Opfern gemacht werden. Hinzu komme, daß die nationalsozialistische Regierung nicht in der Lage gewesen sei, sich ihr politisches Erbe auszusuchen. Unsere Vorgänger haben mit sträflichem Leichtsinn für 20, 30 Milliarden Kredite ins Land genommen. Wir dagegen haben nicht einen Pfennig Schulden im Auslande gemacht (stürmischer Beifall), wohl aber mehrere Milliarden der Schulden unserer Vorgänger bereits wieder zurückgezahlt! Wenn wir durch die vergangene Politik schon die Reserven verloren hatten, so mußten wir den Mut haben, zunächst dieseReserven wieder auf- zufüllen. Das erfordert harte Maßnahmen, zunächst mußte bas ^Bauerntum als die Grundlage des Staates einer Sanierung entgegengeführt werben und danach als wichtigstes Problem der Kampf gegen bie Arbeitslosigkeit in Angriff genommen wurde. Weiter mußten wir bie Wi rtschaft in ben Dienst des Volkes stellen, ohne daß wir dabei, da uns ja die Not unter ben Nägeln brannte, riskante Experimente machen konnten. So waren wir gezwungen, auch diese oder jene Maßnahme z u r ü ck z u st e l l e n, selbst wenn wir davon überzeugt waren, daß sie als Grundsatz richtig ist. Es war z. B. selbstoerstänblich, baß infolge ber unumgänglichen Sanierung des Bau^^ntums d i e Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse erhöht werden mußten. Rohstoffknappheit mußte eintreten, weil wir vier Millionen Menschen wieder in ben Arbeitsprozeß einglieberten. Dadurch stieg der Konsum und deshalb mußten wir auch mehr Rohstoffe, bie in Devisen kosten, einführen. Selbstverständlich nahmen wir für einen solchen Erfolg bie Reglementierung ber Devisen- und Rohstoffoor- r ä t e gern in Kauf. Es gab für uns nur eine Wahl: Au f dem Wege der Vorgänger weiterzugehen — bann wäre Deutschlanb bie Zinskolonie des internationalen Wellkapitals geworben — ober diesen Weg zu beenden und den anderen, wenn auch dornigen Weg zu gehen, an dessen Ende aber d i e FreiheilunseresVolkes steht. Was wir da zu wählen hatten, war klar. Wir haben den Weg des Opferganges gewählt. Allerdings muhten wir uns dafür vorweg die Sicherheit verschaffen, daß das Volk uns in völliger Disziplin folgte. Diese Sicherheit haben wir uns auf jedem Gebiet geschafften. Wir hatten dabei das Glück, daß das Volk uns verstand. Es empfand, daß eine Bewegung, die es fertiggebracht hat, sich ohne Geld, ohne Namen und ohne Protektion emporzukämpfen, die Führung der Nation auch wirklich verdient. Mit einer Aufzählung ber vielen sichtbaren Erfolge ber nationalsozialistischen Regierungspolitik trat bann Dr. Goebbels ben Beweis bafür an, daß ber nationalsozialistische Staat auf allen (gebieten an bie Arbeit gegangen ist: Die beutsche Presse ist mieber sauber geworben, die Kultur wirb neuer Blüte entgegengeführt, allenthalben wächst bie Arbeitsfreubigkeit, und Hanbel und Wanbel können sich wieder i n Sicherheit und Stabilität vollziehen. Sobald sich in diesem Aufbauwerk irgendwo Schäden bemerkbar machten, die nicht im Sinne ber Regierung lagen, griff ber Staat zu, gegebenenfalls mit exemplarischen Strafen, bie ihre abschreckende Wirkung auf die, die sich gegen ben Staat versünbigten, nicht verfehlen konnten. Im Kampf gegen bie soziale Not ist ganz Großes burch bas Winter- Hilfswerk unb bie „K r a f t-b u r ch-F r e u b e"- Drganifation geleistet worben. Auch bie ärmsten Volksgenossen haben nicht mehr bas Gefühl, gänzlich verlassen zu sein. Heute kann auch jeher Aus- iänber, selbst wenn er uns mit vielen Vorurteilen gegenübertritt, unschwer feststellen, baß in Deutschlanb Fleiß und Ordnung, Betriebsam- feit unb Jbealismus zurückgekehrt fmb unb rauschende Feste ebenso zu ihrem Recht kommen, wie bie nüchterne Alltagsarbeit. Deutschland verteidigt nm sein Lebensrecht. Wir suchen keinen Tiuhm in Eroberungen, sondern nur in großen Friedenstaten. In einer kurzen außenpolitischen Betrachtung unterstrich Dr. Goebbels erneut den ehrlichen Friedenswillen des deutschen Volkes. Wir wollen, so rief er unter stürmischem Beifall der Wenge aus, mit Lrnst und Leidenschaft alles tun, um mit Frankreich zu einer endgültigen Versöhnung zu kommen. Wir sagen das aus ehrlichster Heber- Beugung und nicht aus pazifistischer Wehleidigkeit. Wer uns aber angreift und uns mit Gewalt das Lebensrecht ab st reitet, soll wissen, daß er es mit einem Volk zu tun hat, das seine Selbsterhaltung und seinen Daseinswillen mit äußerster Entschlossenheit zu verteidigen gewillt ist. Wir sagen der Wett offen, was wir ihr zu sagen haben. Für uns ist es keine Unehre, für den Frieden zu arbeiten, und ebensowenig bedeutet es eine Schande für uns, Zugeständnisse zu machen; wissen wir doch, daß der Friede nur möglich ist, wenn alle Zugeständnisse machen. Aber wir wollen auch nicht, daß wir das allein tun müssen. (Erneuter stürmischer Beifall.) Wir suchen nicht unseren Ruhm in Eroberungen, sondern in der Losung unserer großen Zeitaufgaben. Die Nachwelt wird nicht den Stab über uns brechen, wenn einmal die Geschichte von uns sagt, daß wir zwar keine Kriege führten, aber den Ruhm großer F r i e d e n s t a t en auf die Nachwelt vererbt haben. Der Führer hat ja selbst schon zum Ausdruck gebracht, daß die deutsche Armee keine Veranlassung hat, ihre Waffenehre wiederher- zuslellen, weil sie diese Waffenehre niemals verloren hat. Wir sehen heute wie früher allein in ber Arbeit unsere Ehre unb unsere Leidenschaft unb glauben, bah bas Lanb unsere Dienste bis zu unserem letzten Atemzug nötig haben wirb, unb wir hoffen, baß einst auch unsere Kinber im Blick auf unsere Arbeit stark unb mutig genug sein werben, um bas Leben zu meistern. Nicht nach materiellen Dingen streben wir, wir finb allein geizig nach ber Ehre. Wir hanbeln wie e i n B e r g st e i g e r, ber einen unbewanderten Touristen trotz seines manchmaligen Widerstrebens durch Schneestürme führt, weil er weiß, daß dieser Mann umkommen würde, wenn er ihn sich niedersetzen ließe. So müssen auch wir mit dem Volk durch die Lawinen, Stürme und Krisen unserer Zeit hindurch. Diesem Volke sind wir verbunden, nichts mehr, keine Sorge und kein Glück kann uns von ihm trennen. Deutschland ist arm geworden an materiellen Gütern, aber wer von uns möchte Kind eines anderen Volkes sein? Wir wollen nicht nur beten, sondern auch arbeiten. Unsere Arbeit heißt Pflicht, und unser Gebet lautet: „Herr, wir selbst werden nach besten Kräften dafür sorgen, daß wir nicht zugrunde gehen. Wir bitten Dich nur, daß Du unsere Sorge segnen und uns nicht verlassen mögest! Wenn Du uns* nicht hilfst, hilf auch unseren Feinden nicht!" Die Menge dankte Dr. Goebbels für seine aufrührenden und zu Herzen gehenden Ausführungen mit stürmischem Beifall. nungspaufe natürlich höchst willkommen gewesen. In London erhofft man von dem Ausgang ber beoorstehenben Besprechungen zwischen Laval unb Mussolini einen wesentlichen Beitrag zur Besrie- bung bes Kontinents. Die Zuspitzung bes Zwistes zwischen ben beiben Schützlingen Frankreichs und Italiens nun könnte diese Hoffnungen schnell vereiteln, denn der südslawisch-italienische Interessengegensatz an der Adria ist ja das Haupthindernis einer Annäherung zwischen Italien und Frankreich. Rückt erst eine erregte Aussprache über die politischen Hintergründe bes Attentats von Marseille jede Aussicht auf eine Besserung bes Verhältnisses zwischen ber Kleinen Entente unb Italien-Ungarn in weite Ferne, so entschwinbet damit auch die Möglichkeit für eine italienisch-französische Annäherung, denn Laval wird so wenig wie seine Vorgänger auf bie alten Freunbschaften im Südosten verzichten wollen zugunsten einer sehr launischen Liebe, die durchaus durch den Magen geht, deren Appetit aber mit bloßen Versprechungen nicht zu stillen sein wird. So sieht sich auch die französische Politik vor großen Schwierigkeiten, die ber süb- slawische Schritt in Genf noch vermehrt hat, benn schließlich ist ja auch ein französischer Außenminister ben Kugeln bes Marseiller Attentäters zum Opfer gefallen. Die öffentliche Meinung ber Völker ber Kleinen Entente empfinbet schon die reservierte, auf Besänftigung hinarbeitende Politik Frankreichs als peinlichen Gegensatz zu dem doch gemeinsam gebrachten Opfer und zu den Bündnispflichten. Man beutet biefe Zurückhaltung mit der Furcht vor einem erneuten Aufrollen des Versagens ber französischen Polizei in Marseille, aber bie tieferen Grünbe bafür bürsten wohl in bem Wunsch liegen nach einem gangbaren Weg aus der Zwickmühle zwischen der alten Bundesgenossenschaft der Kleinen Entente unb ber erhofften neuen Freundschaft zu Italien. So wirb Frankreich vermutlich, nachbem bie Bombe gegen seine Absicht vorzeitig geplatzt ist, alles tun, um' bie Wirkung abzuschwächen, unb ba- her die Besprechung des südslawischen Antrags bis zur Januartagung bes Völkerbunbsrats hinauzzu- zögern versuchen. Es wirb habet sicherlich auch mit ber Unterstützung Englanbs unb Italiens rechnen bürfen, benen ebenfalls alles daran gelegen ist, die Aussprache möglichst allgemein zu halten, um schwerere Komplikationen zu vermeiden. Damit wird sich auch wohl Südslawien abfinden. Ungarn hat nach dem richtigen Fechtergrundsatz, daß der Hieb die beste Parade ist, die unverzügliche Behandlung des südslawischen Antrags ae- fordert. Es ist also anzunehmen, daß Ungarn beabsichtigt, einen Dringlichkeitsantrag zu stellen, um die sofortige Verhandlung schon auf dieser Herbsttagung des Dölkerbundsrats zu erreichen, weil es hofft, wenn bie Eiterbeule einmal aufgestochen ist, auch bie heftige Presfepolemik, bie Ungarns Ansehen schwer schäbigt, ihr Ende finden wird. Doch Ungarn wird vermutlich mit diesem Wunsch aus den schon bargelegten Grünben nicht einmal bei seinem Freunbe Italien, geschweige benn bei England und Frankreich auf Verständnis stoßen. Ob bann schließlich im Januar bei einer allgemeinen Aussprache vor bem Völkerbunbsrat trgenb etwas Greifbares herausspringen wirb, bas ist eine neue Frage. Dringlicher ist zweifellos bie Vorsorge, baß bis bahin die Gewehre nicht von selber los« gehen ober bie Parteien sich so ineinanber verbeißen, baß eine Befriedung die Kräfte bes Völker- bunbes übersteigt. Wie schwach es mit ihnen bestellt ist, erlebten wir ja am Chaco-Konflikt, ber gerabe eben wie- ber vor der Völkerbundsversammlung zur Debatte steht. Nachdem einmal ber Krieg zwischen Bolivien unb Paraguay um bas Urroalbgebiet bes Gran Chaco am oberen Parana offen ausgebrochen war, hatten bislang alle Versuche, zwischen ben kriegsfüh- renben Parteien, bie ja beibe bem Völkerbunb angehören, zu vermitteln, keinen Erfolg. Weber bie Bemühungen ber Vereinigten Staaten, noch bie bes Panamerikanischen Kongresses ober ber brei ABC - Staaten ober schließlich gar bes Völkerbunbes haben an bem tatsächlichen Kriegszustand ber schon lau« jenbe von Opfern auf beiben Seiten geforbert hat, irgenb etwas änbern können. Nun hat ein von ber Völkerbunbsversammlung eingesetzter Ausschuß unter bem Vorsitz des tschechischen Gesandten in Paris Osubsky einen Vermittlungsoorschlag ausgearbeitet, ber bestrebt ist, erst einmal die Kriegführenden auseinander zu bringen. Er sieht deshalb Einstellung der Feindseligkeiten und eine 100 Kilometer breite neutrale Sicherheitszone sowie bie Entsen- bung einer Kontrollkommission vor. Da beibe Kriegführenben ben Völkerbunbspakt verletzt hätten, sollen alle Mitgliebsstaaten sich verpflichten, jebe Waffenlieferung nach Bolivien wie nach Paraguay einzustellen. Auf einer nach Buenos Aires einzu- berufenben Friebenskonferenz soll inzwischen eine Einigung ber Parteien versucht werden. Gelingt sie nicht innerhalb vyn zwei Monaten, so soll der ständige Gerichtshof im Haag die neue Grenze zwischen Bolivien und Paraguay im strittigen Chaco-Gebiet festsetzen. Dieser durchaus vernünftig klingende Vorschlag hat den einzigen Fehler, beiden streitenden Parteien zu mißfallen. Bolivien bemängelt, daß auch ihm bie Waffenzufuhr gesperrt werden soll, obwohl Paraguay allein ber Angreifer gewesen fei. Paraguay lehnt die oorgeschlagene entmilitarisierte Zone mit der Begründung ab, daß die Truppen im Urroalb- gebiet dort bleiben müßten, wo sie Wasser fänden. Die Aussichten, daß die Friedensvermittlung des Völkerbundes diesmal erfolgreicher fein wird, finb also vorerst äußerst gering. Paraguay droht sogar bereits offen mit feinem Austritt, wenn ihm der Völkerbund Auflagen machen werde, bie es mit feinen nationalen Interessen für unvereinbar halte. Es ist also wahrlich nicht so einfach, ben Friedensengel zu spielen, nicht im Urwald des fernen Südamerika und noch weit weniger auf dem heißen Boden Europas, wo auch der kleinste Konflikt sofort das ganze Gewirr von Bündnissen unb Freunbschaften aufreifet, bas eine kurzsichtig in ben Vorstellungen ber Dorkriegsära befangene, nur auf Sicherung ber eigenen Hegemonie bebachte französische Außenpolitik über bie sich nach friedlicher Zusammenarbeit und freier nationaler Entwicklung sehnenden Völker gespannt hat. Oie Gauleiter in Berlin. Empfang beim Führer. Berlin, 23. Nov. (DNB.) Wie die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz meldet, fand am Freitag in Berlin eine Gauleitertagung der NSDAP, statt, in deren Mittelpunkt ein Empfang beim Führer stand. In kameradschaftlichem Beisammensein erörterte der Führer die politischen Fragen. Die Tagung war eingeleitet worden durch eine Besprechung unter dem Vorsitz des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, die sich mit politischen Fragen befaßte. Hauptamtsleiter H i l g e n f e l d gab einen Bericht über die Arbeit der NS. - Dolkswohlfahrt. In diesem Sommer wurden von der NSV. allein 500 000 Kinder verschickt, 35 000 Müttern geholfen und im großen Umfange wurden Betten^ilfen, Wohnungshilfen, Umzugshilfen durchgeführt. Heber den gegenwärtigen Stand des Winterhilfswerkes Konnten günstige Angaben gemacht werden. Reichspropagandaleiter Dr. Goeb- b e l s kündigte für das Winterhilfswerk einen großen Tag der nationalen Solidarität an, sowie besondere Ausgestaltungsmöglichkeiten der Weihnachtsfeiern der Parteiorganisationen. Die Gauleitertagung befaßte sich anschließend mit Einzelfragen wirtschaftlicher und sozialpolitischer Natur, soweit sie Den deutschen Arbeiter betreffen. Mit einem Referat des Hauptamtsleiters S e l z n e r über die Organisation der Deutschen Arbeitsfront und der NSG. „Kraft durch Freude" wurde eine Aussprache eingeleitet, in der besonders die Bezirkswalter der Deutschen Arbeitsfront aus ihren Arbeitsgebieten Bericht erstatteten. Es folgte ein Referat des Hauptamtsleiters Dr. Frauendorfer über Schulunasfragen, in dem u. a. mitgeteilt wurde, daß heute bereits in den 50 Schulen der Partei jährlich etwa 30 000 Parteigenossen an vierwöchigen Schulungskursen teilnehmen. Der Gauleiter von Baden, Pg. Robert Wagner, sprach über die politische Arbeit der Gauleiter. Oer Oanziger Genats- präsident zurückgetreten. Danzig, 23. Nov. (DNB.) Der Danziger Senatspräsldent D r. Rau sch n in g, der schon seit längerer Zeit wegen Krankheit von seinem Posten beurlaubt war, hat am heutigen Freitagabend seinen Rücktritt erklärt. In einer von ihm der Presse übergebenen Erklärung heißt es u. a.: „Indem ich von Danzigs Bevölkerung Abschied nehme, rufe ich in dem Sinne, in welchem ich mein Amt zu führen bemüht war, die Bevölkerung auf, jeder an seinem Platze möge sich seiner Mitverantwortung für das große Ganze bewußt sein und das kleine Eigene zurllckstellen. Ich gebe der festen Zuversicht Ausdruck, Danzigs Bevölkerung werde sich im Danziger Staat immer mehr zu einer unver - brüchlichen Schicksalsgemeinschaft zu- fammenfinben. Durch mein Ausscheiden wird fich an unserem großen Ziel nichts ändern." Die Wahl des neuen Danziger Senatspräsidenten wird in den nächsten Tagen durch den Danziger V o l k s t a g stattfinden. Sicherung von Marschkolonnen «rgen rücksichtslose Kraftfahrer. Berlin, 23. Nov. (DNB.) Der R e i ch s m i n i - st e r d e r I u st i z hat einen Erlaß an alle Strafverfolgungsbehörden über die Sicherung von Marschkolonnen gegen rücksichtslose Kraftfahrer gerichtet. Der Erlaß erwähnt neun Unalücksfälle aus dem Reich aus der Zeit vom Juni 1933 bis November 1934, die durch rückfichtsloseKraft- fahrer verursacht worden sind und zusammen 4 Tote und 44 Verletzte forderten. Fälle rücksichtslosen oder nur fahrlässigen Anfahrens marschierender und arbeitender Kolonnen sind von der Staatsanwaltschaft mit allergrößter Beschleunigung zu bearbeiten. Jndesondere ist zu prüfen, ob Anlaß zur Annahme besteht, daß der Täter sich der Strafe zu entziehen versucht, und ob nicht deshalb sofortige Verhaftung angezeigt erscheint. Dies um so mehr, als die vorgeschriebenen Schluß-, Seiten- und Brustlichter marschierender Abteilungen ebenso wie die Kennzeichnungen von Arbeitsstellen aus Straßen es dem aufmerksamen Kraftfahrer leicht machen, Marsch- und Arbeitsabteilungen rechtzeitig zu ernennen. Bei der Bearbeitung solcher Fälle muß die Staatsanwaltschaft davon ausgehen, daß die freie Entwicklung des Kraftfahrweiens verlangt, daß der Kraftfahrer bei Begegnen und Ueberholen marschierender oder arbeitender Kolonnen eine G e s ch w i n . digkeit, die ihm ein jederzeitiges sofortiges Halten ermöglicht, unter keinen Umständen überschreitet. Bei Beantragung des Strafmaßes ist dem Gesichtspunkt weiter Raum zu gewähren, daß derjenige, der gewissenlos oder fahrlässig die Sicherheit marschierender Kolonnen oder arbeitender Gruppen gefährdet, imbesonderen M aßeverantwortungs- losgegendie Volksgemeinschaft handelt. Die Empsindlichkeit und Schwere der in solchen Fällen von der Staatsanwaltschaft beantragten und vom Gericht erkannten Strafe muß für jeden gleich Gewissenlosen ein warnendes Beispiel sein. „Reichs-Giudeuieuwerk." Ein Erlaß des Rcichserziehiingsministers. Berlin, 23. Nov. (DNB.) Reichserziehungs- Minister Rust hat aus den privaten Vereinen „Deutsches Studentenwerk" und „Darlehnskaste des Deutschen Studentenwerks" eine 21 n ft a 11 „Reichsstudentenwerk" gebildet. Der Erlaß stellt dem Reichsstudentenwert die Aufgabe, jeder volksdeutschen Begabung ohne Rücksicht auf Herkommen und wirtschaftliche Kraft den Zugang zur Hochschule zu ermüg- l i ch e n. Sein Ziel ist die Auslese der Tüchtigsten im Sinne nationalsozialistischer Forderungen. Im einzelnen bestimmt der Erlaß: Das „Reichs- Studentenwerk" untersteht der Aufsicht des Reichserziehungsministers, der auch den Leiter ernennt. Die bestehenden Einrichtungen des studentischen Selbsthilfewerkes sind nach Bestimmung des Reichserziehungsministers in das Reichs- Studentenwerk zu überführen. Das ,Reichs-Studentenwerk" und seine Gliederungen werden getragen durch Zuweisungen aus Mitteln des Reiches und der Länder, durch Selbsthtlfebeiträge der Studie, renben und durch freigewordene Mittel Die Selbsthilfebeiträge der Studierenden roerbeit durch den Reichserziehungsnunister festgesetzt. Da; „Reichs-Studentenwerk" bildet einen Freundes, rat, welcher der Werbung von Förderer« und Stiftern zur Durchführung seiner nah», nalsozialistischen Volksausgabe dient. Die Leitung des Reichs-Studentenwerks ist Pg. Dr. Streit übertragen. Kontrolle der Blumenpreise am Totensonntag. Berlin, 23. Nov. (DNB.) Anläßlich des Buß und Bettages hat sich die unerfreuliche Erscheinung bemerkbar gemacht, daß beim Verkauf v o n Blumen und Kränzen an den Fried. Höfen vielfach wesentlich überhöhte Preise gefor. dert worden sind. Der Reichskommissar für Preisüberwachung weist darauf hin, daß am kommenden Totensonntag durch Stichprobe^ eine Kontrolle der Blumenpreise statt, finden wird und gegen Blumenverkäufer, die sich de, in diesem Falle als roenig anständig anzusehend« Handlung der Preisüberhöhung schuld^ machen, scharf vorgegangen wird. Die russisch-französische Entente. Die Vorkriegsmethode. Die Franzosen versuchen, ihrer Dorkriegsleier in- sofern einige neue Töne zu entlocken, als sie ein Militärbündnis mit Rußland nicht für hinderlich erachten, durch einen Ostpaktplan ergänzt zu werden. Der „Temps" wußte zu rnel- den, aus den Unterredungen zwischen Litwinow und Laval fein ein Militärbündnis entsprungen, und in dieser Beziehung hat Laval unzweifelhaft die bolschewistenfreundliche Art des bourgeoisen Dourner- gue fortgesetzt. Aber wenn die Franzosen glauben, damit .den Ostpaktplan wieder aufleben zu lassen, irren sie sich. Wir haben gar keine Veranlassung, einem System beizutreten, das so einseitig gegen Deutschland sich wendet und Polen, an das Laval eine Note richten will, wird heute noch weniger als früher sich der Pression beugen, die Frankreich durch Näteruhland ausübt. Der Barthousche Plan ist und bleibt tot und herausgekommen ist nur ein fowjet- russisch-französisches Militärbündnis. Die peripheren Mächte haben sich gegen den Kern Europas geeinigt, aber diese Einigung selbst muß mit französischen Franken bezahlt werden, und wenn diese ausbleiben, schmollt der Bolschewik. So ist diese Verbindung recht ungleicher Partner doch von vornherein brüchig und nur die Not hält das Verhältnis eine zeitlang aufrecht. Daran andern auch die Vorwürfe und Anklagen nichts, die bei der Beratung des Heeres- Haushaltes die Lautsprecher der französischen Regierung gegen Deutschland richteten. Noch unlängst hat der Führer durch zwei französische Frontsoldaten seinem Wunsche nach Verständigung mit Frankreich Ausdruck gegeben. Wenn die französische Presse diese Verständigung ablehnt und sich dafür Räterußland in die Arme wirft, dann ist das eine Malaise, die das französische Volk mit ewigen Rüstungen bezahlen muß, aber es ist das Gegenteil von Dernunftvolitik. Die Kanonenkönige und sonstigen Jnteressentengruppen, die das französische Volk durch ihre Presse beschwatzen, mögen dabei auf ihre Kosten kommen, das Volk selbst aber verkürzt sich sein Stück Brot nur, um Soldaten auf der Wacht zu halten gegen einen Feind, der gar nicht beftebt. Denn die deutschen Anstrengungen, nach dem Zusammenbruch der Abrüstungskonferenz seine Verteidigungskraft aufrecht zu erhalten, sind doch nicht vergleichbar jenen ungeheuer- liehen Programmen, die Frankreich und Rußland schon in den Jahren durchführten, als selbst der französische Oberbefehlshaber feststellte, Deutschland habe alle Bestimmungen des Versailler Vertrages erfüllt. Wir sind zur Abrüstungskonferenz in der Hoffnung auf Gleichberechtigung und auf wirk- llche Abrüstung gegangen. Nicht wir, sondern die Franzosen haben sich um eine Verpflichtung aus dem Versailler Vertrage, und zwar um eine Kern- Verpflichtung, gedrückt. Und es gehört der ganze Mut von Leuten, die ihre Zeit verpaßten, dazu, den Friedenswillen Deutschlands in einen Kriegswillen umzufälschen. Paris, 23. Nov. (DNB.) Freitagvormittag setzte die Kammer die Aussprache über den Haushalt des Kriegsministeriums fort. Der Berichterstatter Archimbaud erklärte, man würde der Sache des Friedens schlecht dienen, wenn man die Auffassung zulasten würde, daß Hit- ler die Bestimmungen des Versailler Vertrages genau einhalte. Sowjetrußland habe Frankreich als erstes darauf aufmerksam gemacht. Nur eine Union zwischen Frankreich und Rußland werde den Frieden festigen. Es fei zu hoffen, daß die Abrüstungskonferenz Ergebnisse zeitige. Man könne aber nicht damit rechnen. Archimbaud erklärte wörtlich: „In der Erkenntnis, daß die Haltung Deutschlands den Frieden Europas zu gefährden droht, haben Frankreich und Rußland ihre Freiheit sichern wollen, und es ist nicht zu leugnen, daß eine Verständigung (entente) zwischen beiden Ländern besteht. Ich spreche weder das Wort Bündnis (alliance) noch das Wort JNililärabkommen (accord militaire) aus. Ich stelle lediglich fest, daß die russische Armee stark ist und sehr gut ausgerüstet und daß sie uns im Falle eines Konfliktes mit Deutschland angeboten ist (offerte).* Dabei ist es interessant, daß in der französischer Kammer der Berichterstatter Archimbaud deut, sich auf das Bündnis mit Sowjetrußland abzieltt und der bekannte Oberst Fabry ausplauderte, bah die Nachrichten über angebliche deutsche Rüstungen aus--Soroj etruhl and stammten. Kam- munistische Quellen versorgen also die französisch! Propaganda. Das ist bezeichnend genug und charak. terisiert die ganze Skrupellosigkeit der Mache. Uir sich nicht mit Deutschland verständigen zu muffen fällt man von einer Sünde in die andere uni wundert sich schließlich noch darüber, daß man fällt Die Radikalsozialisten zögen es vor, Kredite für Kriegsmaterial zu bewilligen als für Erhöhung der Effektivstärken. Mit einem einzigen Jahrgang unter den Waffen wäre es schwer gewesen, die Ostgrenze von der Nordsee bis zum Mittelmeer' zu verteidigen, wenn nicht die berühmte Linie aus Beton errichtet worden wäre. Die einjährige Dienstzeit reiche aus, aber man müße ba« beste Kriegsmaterial besitzen. Der Berichl- erftatter bemängelte daher die Kürzung der Kredit»« für neues Kriegsmaterial um 400 Millionen. Finanzminister Germain-Martin betonte, er habe die Pflicht, dafür zu sorgen, daß das Schatz, amt in den ersten Monaten des Jahres 1935 g e - schmeidig bleibe. Er habe dem Krregsmrmfte r erklärt, daß er ihm nicht 800 Millionen an zusatz:- lichen Krediten bewilligen könne, aber Marschau P6tain habe ihm geantwortet, daß er eine B k r b c^ Haltung der einjährigen Dienstzeit sicherstellen wolle und die zweijährige Dienstz«: nicht vorzubereiten wünsche. Er verfolge die richte über die deutschen Rüstungen sehr genau. Ei werde 800 Millionen an zusätzlichen Krediten an- fordern, die für bie Motorisierung unö Modernisierung der Armee beftimmil seien. Der Finanzminister erklärte, daß er sich daher bereitgefunden habe, die Kredite in einer Sondervorlage aufzunehmen. Offenherzigkeiten in der pariser Kammer. Volksdeutsches Totenopfer. Von Or.Or. Friedrich Lange. Weit über die Grenzen des Rumpfdeutschland von Versailles hinaus ruft das Totenfest 1934 unsere Gedanken und Wünsche, gerade weil der harte politische Daseinskampf im Alltag unser Mühen und Ringen an den eng gewordenen Grenzen so oft eine Schranke finden läßt. Das Fest der Toten aber gehört allen Deutschen, sie mögen heute — um ein tschechisches Wort zu gebrauchen — „welchem Staate immer angehören". Da lind zunächst die teuren Toten des Weltkrieges. 20 Jahre sind es her, daß der Tod unter unserer Jungmannschaft feine grausige Riesenernte mit vollem Einsatz begann. 20 Jahre gerade, als es uns klar wurde, daß der uns auf- gezwungene Waffengang nicht in wenigen Monaten ein Ende finden, sondern viele bittere Jahre mit unsicherem Ausgang heischen würde. Aus dem jubelnden Sterben Des „heiligen Frühlings", der 1914 mit Blumen am Helm hinausmarschierten Aktiven, Reservisten und ersten Freiwilligenverbände wurde gerade damals der Antritt aller Waffenfähigen zu Dem Appell, der für so viele der letzte werden sollte. Die Gräber jenseits der Grenzen sind Zeugen. Immer wieder packt es den Grenzland- wanoerer, wenn man auf das erste Kriegsgrab von 1914/18 draußen trifft, fei es am Rande des alt- belgischen hochdeutschen Sprachgebiets, im Elsaß, in Kärnten oder Polen. Millionen sind es, bie im reichsdeutschen oder österreichischen Feldgrau für ihr deutsches Volk starben, viele hunderttausend Gräber draußen, die sich ähnlich wie einst der lebende Wall hinter den Grenzen um das deutsche Binnenland legen. Den Toten des Weltkrieges verdanken wir es, daß unsere Heimat nur an wenigen Randstellen, im Elsaß und in Ostpreußen von Feinden betreten und verwüstet wurde, jenem Ostpreußen, wo nun auch der jüngst von uns genommene getreue Eckart unseres Volkes auf dem Schlachtfelde von Tannenberg zwischen seinen gefallenen Kameraden ruht. Wir sehen im Geiste die endlosen Reiben der Gräber in Flandern und Nordfrankreich, in der leiderfüllten Champagne, in Karpathen, Alpen und Karst, in Mazedonien, Palästina, Mesopotamien und den entrissenen reichsdeutschen Schutzgebieten. Wie grauenvoll sind allein die Zehntausenbe von Reihen- aräbern um Wirten-Verdun, das in früheren Jahrhunderten nur durch Verrat dem Reich entrissen werden konnte und noch jahrzehntelang dem Reich bie Treue hielt, nun aber als „französischste" oller Stäbte bei Freund und Feind eine Million Tote forderte, eine Million, über deren Leidensort bas abenblidv Sch-ttuverferlicht bes Leuchtturms von Douaumont kreist. Wie viele Wirten-Verduns gibt es an Deutschlands alten und neuen Grenzen?! Auch bie Toten des Seekrieges sollen nicht ver- gessen werden, die in den drei Meeren, bes mittelalterlichen Reiches (Ostsee, Nordsee, Adria) wie in vielen anderen geblieben sind, zumal sich in wenigen Tagen bas 20. Jahr seit der ebenso rühm- vollen wie unglücklichen Schlacht bei den Falklandinseln vollendet. „Der Schmerz wird neue, es wiederholt bie Klage bes Lebens labyrinthisch Irren Lauf ..." Und ein neuer Schmerz gesellt sich Heuer hinzu. Deutlicher als je zuvor schauen mir bie furchtbare Tragik, die noch im Weltkrieg in aller Ehrbarkeit an so vielen Stellen Deutsche gegen Deutsche kämpfen ließ. Deutschbalten mußten für Rußland ihr Leben lassen, in Flandern kämpften Vlamen gegen Niedersachsen, die beide abends zuvor dieselben -eimatlichen Lieder über die Gräben hinweg gelungen hatten. An der Maas, der so oft tm Deutsch- and-Lied bedungenen, kämpften 1918 mit letzter Verbissenheit Deutschamerikaner gegen Reichsdeutsche... Dieser furchtbare Widersinn brachte dann freilich auch die Ueberwindung der früheren rein staatlichen Betrachtungsweise durch den Volksdeutschen Gedanken. In der Not des Zusammenbruchs wurde die Erkenntnis wach, daß Deutschsein nicht von Staatsgrenze oder Staatszugehörigkeit bestimmt wird, daß Deutscher ist, wer deutscher Abkunft ist, deutsch spricht und deutsch fühlt. Seine Krönung fand dieser Gedanke in den letzten Monaten, als in der Hand des österreichischen Grenzlandsohnes alle Gewalt des Deutschen Reiches vereinigt wurde. Es war indessen ein weiter Weg von den Toten des Weltkrieges zur gestrafften Lebensfülle der Gegenwart. Er ist im Binnenland, aber erst reckt im Grenzkämpfertum wiederum mit Blut besiegelt. Eine heilige Verbundenheit führt von den Kärtner und Posener Befreiungskämpfen zu den Kämpfern nach Oberschlesien, dem Baltenlande und dem deutschen Westen, wo Separatismus mancherlei Färbungen nur durch deutsche Blutoofer zurückgeschlagen werden konnte. Aber noch ist der Separatismus nicht ausgestorben. Immer wieder fordert er irgendwo in deutschsprachigen Landen Opfer, bie nicht beshalb vergessen find, weil man sie nicht einzeln aufzählt. Eine Bewegung, die aus dem Erlebnis des Gefamtvolkes kommt, wird auch jener gedenken, die einsam und scheinbar auf verlorenem Posten geblieben sind. Wir denken an bie sudeten- beutschen Märzgefallenen von 1919, an ben Sübtlroler Noldin, ber sich in seiner Verbannung auf den Schwefelinseln den Tobeskeim holte, an ben Donauschwaben Jakob Sieger, dem über bas Leib seiner Landsleute bas Herz brach, bis zu dem deutschen Schüler von Riga, ber 1934 von Mitschülern wegen eines deutschen Liedes erstochen wurde usw. Sie alle sind dem dunklen Schoß der heiligen Erde anvertraut, und wir hoffen, daß diese Saat einst „aus den Särgen erblühen soll zu schönrem Los.,," Das Totenfest ruft uns Lebende. Nie wieder sollen wir vergessen, wofür die Besten von uns ihr Leben gelassen haben, für den Glauben an Deutschlands Einheit! Unsere polnischen Nachbarn, zu denen das Hitlerreick zahlreiche alte und neue Gemeinsamkeiten gefunoen hat, haben anderthalb Jahrhunderte unter Beweis gestellt: Verloren ist trotz allem äußeren Druck ein Volk nur, wenn es sich selbst verloren gibt, wenn es irre an sich wird und der Bruder sich über ben Bruder erhebt. Wir rund 100 Millionen Deutsche auf dem Erdball unterstehen samt und sonders einer Gemeinschaftshaftung. Keiner von uns kann und darf hoffen, ihr gewissermaßen durch eine Mauerlücke zu entfliehen. Wir können vielmehr höchstens daran gehen, und sollen es in enger Verbundenheit, Stein für Stein jenes Gefängnisses abzutragen, in bas Die Bestimmungen von Versailles und St. Germain unser Volk gesteckt haben. Hinter diesem Gebot der Toten muß alles zurücktreten, was alte Gegensätze wieder aufreißen oder neue Wunden schlagen könnte. Wir wollen den Frieden — in einer Zeit, wo anderwärts fieberhaft gerüstet wird, wo fremde Staatsmänner durch Mörder fallen und Emigranten ber verschiedensten Völker und Staaten einen Vernichtungskrieg aller gegen alle entfesseln wollen. Nichts kann unserem Wunsche nach einem Frieden der Ehre und der Gleichberechtigung mehr helfen, als wenn wir ben Fremden zeigen, daß unser deutsches Volk drinnen und draußen sich endgültig zusammengefunden hat und über alle veränderlichen Staatsgrenzen hinweg geistig und seelisch zufammensteht im Geiste unserer Toten, von denen ein Denkmal an Oesterreichs Grenze in deutscher und magyarischer Sprache das alte Bibel- wort kündet: „Niemand hat größere Liebe denn bie, daß er sein Leben löstet für feine Brüber." Kunst und Wissenschaft. Das Unvergängliche im deutschen Schrifttum. Die Reichsstelle zur Förberung bes deutschen Schrifttums unb bte Preußische Staatsbibliothek in Berlin haben es unternommen, das Unoer- gänglicke im deutschen Schrifttum von der gothiscyen Bibelübersetzung des U l f i l a s bis zu Hindenburgs „Aus meinem Leben" und Adolf Hitlers „TIein Kamps" in einer Reihe elnbrucks- voller Zeugnisse ins Bewußtsein zu rufen und anschließend die Auslese des heutigen Schrifttums als Ergebnis der Tätigkeit der Reichsstelle vor Augem zu führen. Die Ausstellung wurde in ber Staats-- bibliothek feierlich eröffnet. Reichsleiter Rosenberg sagte in seiner Absprache u. a., erst eine spätere Zeit werbe bie GW der Kämpfe ermessen können, in denen wir heÄi stehen. Die deutsche Seele sehne sich nach Saim- lung und Muße, um die tausendjährige deutsche Geschichte besser zu verstehen. Diese Sehnsucht sprecht sich auch aus in dem Verlangen des Volkes nach dem deutsch en Buch. Es gelte ntdjt bloß, neue Gedanken zu produzieren, sondern Diel' mehr den Gehalt der Jahrtausende lebendig im Bewußtsein der Gegenwart hervortreten zu lassen. Das sei der Hauptzweck dieser Ausstellung. Die Forderung deutschen Schrifttumes dürfe nicht nur ein« Sacke festlicher Veranstaltungen bleiben, sondern müsse täglich geübt werden. ^Oer Triumph des Willens." Reichsminister Dr. Goebbels besuchte die Ar- beitsräume ßeni Riefen st ahls in Berlin-Neu- kölln, um sich von ben Fortschritten bes Films vorn Reichsparteitag 1934 zu überzeugen, der nach dein Willen des Führer ben Namen „Der Tr i umpv des Willens" trägt Der fertige Film ist nur ein Bruchteil bes ungeheuren Materials, bas nW renö bes Reichsparteitages aufgenommen wurde. Runb 128 000 Meter würben in Nürnberg ausgenommen, an denen allein 32 Kameraleute gearbeitet haben. Ein Monat war nötig, um das Material zu fichten und auf feine Zusammenstellung hin Z" prüfen. Nach diesen technischen Dingen beginnt J* Aufeinanderfolge der einzelnen Bilder, die Ein^' gung bestimmter Momente, bie Abstimmung einen Teils auf ben anberen. Äst bas vorüber, ginnt bas eigentliche „Schneiden", das 3ufamrnW fügen ber Filmstreifen nach den Ideen der Kun!.' lerin. Der Minister verfolgte ben Werbegang nu großem Interesse und ließ sich die schonfertig Teile vorsühren. Dr. Goebbels äußerte wieberyou seinen Beifall. Die Havarb-Universltat lehnk wiederum eia Stipendium ab. Die Havard-Universität hat ein von Matthew Mellon, einem Neffen des früheren Ministers Mellon, angebotenes Stipendium in ■W von 1500 Dollar für ein einjähriges«1 * bium in Deutfchlanb a b g e l e h nt. von der Universität dabei eingenommene Hauu » ähnelt jener bei der Ablehnung bes von Han i ftaeng! angebotenen 1000-Dollar-Stipenbium. Der Sekretär ber Havarb-Universität, I. ® erklärte, Mellon habe feine Absichten so ausbru w mit jenen Hanfstaengls identifiziert, daß sick Unioerjität gezwungen sah, das Angebot abzuley ’’»et !N K iit JS -«r? tiit $ tKsv ^Proh ’^e sich; '’Whfn! xb baub br. lanb abzjtz lautierte, i e Jütfiime unten. S? ! sranzöp: I unb chL- Mache.; i zu mir! anbeie g ch maniüi twW [ bet W Kredite • kchöhmst en 3,-1' wer gro n Miür )mle ! re. ®i- in wiü^ Der M ]htr£M tfßm. n betont; barTch^ . 1935 ji ugsrnmijl n an -H r MarsL ie B?it ;enst zl Diensti bie f r genau1 hätten t u/ifl ui Leste'M er sich einer Sm n seiner rbe die C> ien wir । nach b e deuG - Bl sondern >endig ’®, en zui- ung.$il nicht's iben, r lt< i Saft’ es«! der nW' r r-i', FillN ’;1 als, dar' nvnen c' lmberg^ üeutee d°s leM; • Te er, die« kS° :Sr jerWrtJ 1»»”^ rte «n■»>'* P --«jv il'> ttVy i#» Der kriegsmmister warnt vor Panikstimmung aus Aus aller Well r u .Daily j u r i st i s ch e Ilbordnun, Rote a u Güdslawiens Aktion in Genf. Mrd Ungarn die sofortige Prüfung des Materials fordern? Wichtig für Saarabstimmungsberechtigte, deren Eintragung in die Ab« stimmungSlisien noch nicht feststeht. Berlin, 16. Hot>. (DDtB.) Der Bund der Saar vereine teilt mit: Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß die Rekurse gegen die Entscheidung eineskreisbüros auf den amtlichen, von der Abstimmungskommifsion herausgegebenen weihen Formularen einzulegen find. Diese müssen a u f das sorgfältigste ausgefüllt werden. Der Abstimmungsberechtigte läuft sonst Gefahr, daß der Rekurs wegen formeller Mängel verworfen wird. Dem ein solches Formular nicht zugegangen ist, wende sich an den Vertrauensmann, die Ortsgruppe oder die Geschäftsstelle des Bundes der Saarvereine, Berlin SW 11, Strefemannstr. 42. Die genannten Stellen sind auch bei der Ausfüllung der Formulare behilfich. London, 24. Nov. (DNB. Funkspruch). Der Aimes". Vertreter in Genf berichtet, die britische Es fehle nur noch das Material, Um dar. aus die erste Luftmacht der Welt zu machen. Frankreich verfüge über ein Befestt - gungssystem, das die motorisierten Angriff aufhalten könnte, die einem An. griff zur Luft folgen würden. Es fehle aber an Spezialtruppen, um die Verteidigung der Befestigungslinie ständig zu gewährleisten. Für das Kriegsmaterial genüge es, Geld zu haben, aber das Kriegsmaterial fei nutzlos ohne Kaders. Lalleneinsturz in Brüssel. 6 Tote, 21 Verletzte. Auf dem Gelände der Brüsseler Weltausstellung stürzte am Freitagnachmittag plötzlich eine der beiden großen belgischen hallen ein. Der Bau dieser hallen war bereits sehr weit fortgeschritten. Rach den bis jetzt vorliegenden Rachrichlen wurden sechs Arbeiter getötet. Zwei Arbeiter werden noch vermißt. 21 sind verletzt worden, doch sind ihre Verletzungen glücklicherweise nur leicht. Das Eisengerüst der linken Seife des Gebäudes ist an drei Stellen, und zwar in einer Länge von 50 Bieter und in einer Breite von 40 Bieter eingestürzt. Blan rechnet damit, daß auch der noch stehengebliebene Teil des Gerüstes einstürzen wird. Die Rettungsarbeiten, an denen sich als erste die in der benachbarten deutschen Halle beschäftigten deutschen Arbeiter beteiligten, wurden durch den fast undurchdringlichen Rebel, der auf dem Ausstellungsgelände herrschte, erschwert. Das Rätsel der Galapagos-Inseln. Durch ein Funktelegramm über die bereits gemeldete rätselhafte Auffindung der Leichen auf den Gala p agos .Inseln aufmerksam gemacht, fuhr der Kapitän eines Fischdampfers, Fred Ost rem, zu der Märcheninsel. Er will dort die zwei Leichen, über deren Auffindung wir berichteten, als die des Norwegers Artur E st a m p a von den Jndefatigable-Jnseln und des Alfred Lorenz, des Begleiters der Baronin Wagner-Wehrborn, festgestellt haben. Kapitän Ostrem soll angeblich alle Einwohner der Galapagos-Jnsel kennen und ist der Meinung, daß das Boot Estampas ein altes Lotsenboot ist, welches Estampa seinerzeit von Oberst Theodore Roosevelt geschenkt bekam, als er vor mehreren Jahren die Charlesinseln mit Vincent A st o r besuchte und dabei bei der Märcheninsel Schiffbruch erlitt. Ostrem erklärte, Estampa habe Lorenz vor drei Jahren, als er sich zur Jagd auf die Charlesinseln begab, kennengelernt. Die Baronin Wagner-Wehrborn soll ihn drei Tage lang gefangen gehal - t e n haben, weil sie sich als Herrin der Insel betrachtete. Lorenz habe ihn dann aus der Gefangenschaft befreit. Ostrem berichtet weiter, bei Estampa seien Briefe einer Frau Wittmann und die Bekleidung eines kleinen Kindes gefunden worden, die Estampa ohne Zweifel von Frau Wittmann zur Weiterbeförderung erhalten habe. Ein Rabenvater in Schutzhaft genommen. In Kempten wurde der verheiratete Roman Stoll in Schutzhaft genommen und feine Verbringung nach Dachau veranlaßt, weil er zur Ab- geltung von 8 Mark Bierschulden in einer Wirtschaft zwei Zentner Kartoffeln, die feine Familie vom Winterhilfswerk bekommen hatte, verkaufte bzw. anrechnen ließ. Stoll ist Vater von vier Kindern. In Trunkenheit hat er wiederholt Frau und Kinder mißhandelt. Die Düsseldorfer Raubmörder verhaftet. Der Düsseldorfer Polizei ist es gelungen, die bei- den Verbrecher, die, wie gemeldet, den Juwelier Max Schlingermann ermordet und be- raubt haben, am Freitag in Köln f e st z u n e h - men. Es handelt sich um den 20jährigen Franz Otten aus Köln und den 20jährigen Alfred I a - n i k aus Berlin. Janik trieb sich seit längerer Zeit ohne festen Wohnsitz in Köln herum. Otten hatte bei seiner Festnahme eine entsicherte SelbstladePistole im Besitz, von der er aber infolge Ueberrumpelung durch die Beamten keinen Gebrauch machen konnte. Die beiden Verhafteten haben bereits ein Geständnis abgelegt. Von einer Eisenstange aufgespiehl. Einem gräßlichen U n g l ü ck s f a l l fiel ein Knabe in dem Hunsrückdorf Seibersbach zum Opfer. Er spielte mit einem Kameraden im Schulhof und wollte einen Eisenzaun überklettern. Hierbei kam er zu Fall und stürzte so unglücklich in die Eisenstangen, daß er an einem Bein aufge- spießt wurde. Eine Eisenstange war ihm durch den Oberschenkel gedrungen bis zum Beckenknochen. Völkerbund durch die Erklärungen des ungarischen Ministerpräsidenten und des ungarischen Vertreters in Genf geraten ist. Durch diese Aeuße- rungen könnte sich der Völkerbund gezwungen sehen, die sofortige Beratung des Falles auf die Tagesordnung zu fetzen. Das „Journal" ist der Ansicht, daß es vielleicht vorteilhafter wäre, die ganze Angelegenheit nicht auf die lange Bank zu schieben. Südslawien habe sich ja damit einverstanden erklärt, keine Sanktionen zu fordern, sondern lediglich eine Verurteilunge des Terror ismu s durch den Völkerbund anzu- streben. Dies hätte erreicht werden können, wenn sich die südslawische Regierung darauf beschränkt hätte, die Behandlung der Angelegenheit für die Januartagung zu fordern. Die südslawische Anklage habe aber den Charakter einer Anzeige angenommen. Sie habe Ungarn zu Gegenmaß- Der Vorsitzende des Heeresausschusses, Oberst Fabry, folgte Archimbaud mit Enthüllungen über die angebliche deutsche Aufrüstung. Nicht uninteressant war die Feststellung Oberst Fabrys, daß iiie Nachrichten über die angeblichen deutschen Rü- stungen vor allem aus Sowjetrußland stam- :men. Frankreich habe in Genf alles getan, um eine Herabsetzung der Rüstungen zu ermöglichen. Die ^französische Organisation entspreche nicht mehr dem Deutschland, das man jetzt vor sich habe. Frankreich werfüge über eine Luftarmee und über Menschen. te n, unter gewissen Voraussetzungen Frankreich militärisch zu helfen, aber Frankreich habe diesen Vorschlag abgeroiefen. Es verlaute, daß Laval bei feinen Genfer Besprechungen mit Litwinow nachdrücklich erklärt habe, von einem französisch - russischen Militärbündnis, das Polen und infolgedessen auch Deutschland a u s s ch l i e h e, könne keine Rede sein. Der Pariser Vertreter der „Morning Post" meint, es bestehe bereits eine ausgedehnte Zusammenarbeit zwischen den Außenministerien und den Kriegsministerien Frankreichs und Rußlands. Es stehe aber noch nicht fest, welche G e ft a'l t diese Zusammenarbeit schließlich annehmen werde. Die Beziehung Frankreichs zu England hätte an- cheinend nicht gelitten, aber mit der franzö - isch-polnischen Freundschaft st ehe es ch l e ch t, denn die starke, gut ausgerüstete Sowjetarmee „könne gegen Deutschland nur vorgehen, wenn Polen das Schlachtfeld sei." der südslawischen Oessentlichkelt vorgelegt habe, um sich über die Gefahren klar zu sein, die mit einer Verschleppung der Angelegenheit verbunden seien. Die Haltung der italienischen Regierung, die angeblich daraus hinausaeht, die Aussprache über die südslawische Note auf eine breitere Grundlage zu stellen und alle Terrormaßnahmen in Europa zu verurteilen, hat hier einigermaßen überrascht. Man schreibt dem Duce die Absicht zu, zu fordern, daß die gefährlichen Elemente in allen Ländern verfolgt und ausgewiesen werden. „Echo de Paris" fragt sich, zu welchen Auseinandersetzungen das führen würde, wenn dem italienischen Wunsch Rechnung getragen würde. Der südslawische Außenminister habe Laval mehrere Male erklärt, Südslawien werde sich vom Völkerbund zurückziehen, wenn es keine Genugtuung erhalte. Der Ostpatt. Frankreichs Antwortnote an Polen. p a k t nicht warten bis er den polnischen Außen- Minister in der kommenden Woche gesprochen haben wird. Die französische Note ist am Freitag fertiggestellt worden, soll heute morgen dem Ministerrat zur Begutachtung unterbreitet werden und am Nachmittag dem französischen Botschafter in Warschau zur Weiterleitung an die polnische Regierung übermittelt werden. An zuständiger Stelle weigert man sich, irgendwelche Angaben über den Inhalt der Note zu machen, die ebenso wie die polnische Denkschrift nicht veröffentlicht wird. Es scheint sich aber zu bestätigen, daß die französische Regierung den polnischen Wünschen weitgehend entgegengekommen ist. Sie trägt den polnischen Einwendungen betreffend Litauen und die Tschechoslowakei Rechnung, ebenso wie der Tatsache, daß Polen mit Deutschland ein zehnjähriges Abkommen getroffen hat. Wie der „Paris Soir" versichert, würde die Note Polen das Recht zugestehen, die ihm auf Grund des Beistandspaktes obliegende Garantie nicht auf die polnisch-litauische und die polnisch-tschechoslowakische Grenze auszudehnen. Ferner werde sie darlegen, daß der Plan seinen vollen Wert nur durch d i e Mitarbeit Deutschlands erhalten würde. Nur mit Mühe gelang es, den Verunglückten aus seiner Lage zu befreien. Der Junge wurde sofort dem Krankenhaus zugeführt, wo er schwer bar- niederliegt. Drei Personen im Lastkraftwagen verbrannt Auf der Straße von Sukorad nach Groß-Hubina in Nordböhmen geriet ein Lastwagen der Liebe- schitzer Brauerei in einer Kurve aus der Fahrbahn. Der Wagen stürzte über eine etwa 8 Meter tiefe Böschung in den Straßengraben, wo er sich überschlug und in Brand geriet Die auf dem Führersitz befindlichen drei Personen verbrannten bei lebendigem Leibe. Zwei weitere Mitfahrer wurden schwer verletzt. Der Wagen brannte vollständig aus. Großes Schadenfeuer im Berner Zeughaus. In einem Schuppen des eidgenössischen Zeughauses in Bern richtete ein Brand großen Schaden an. Außer tausend Militärfahrrädern wurden etwa 20 000 bis 30 000 Uniformstücke vernichtet, bzw. stark beschädigt. Der Schaden, der auf 500 000 Franken geschätzt wird, ist durch Versicherung gedeckt. Die Brandursache ist noch unbekannt. Die Höhe des Gebäudeschadens steht gleichfalls noch nicht fest. ssisches Militärabkommen zu schließen. . aily Telegraph" schreibt, Rußland habe zwar Anfang dieses Jahres Frankreich angebo- ertreter in Genf berichtet, die britische anaenommen. Sie habe Ungarn zu Gegenmatz- habe bei der Bemühung, die südslawische nahmen herausgefordert. Man brauche sich nur den das juristische Gebiet zurück- Fragebogen anzusehen, den die ungarische Presse Kriegsminister General Blaurin betonte die Verdienste des französischen Militärattaches in Biostau um die Annäherung zwischen der französischen und der russischen Armee. Das Sprichwort: „Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor" müsse in seinem zweiten Teil richtig eigentlich heißen: „ ... bereite dich für den Krieg vor". Alles Kotige werde veranlaßt werden, damit eine Ueber- raschung feine ernsten Folgen habe. Dmmerhin könne nicht die aanze Armee in Friedens- geiten an die Grenze verlegt werden. Die außerhalb des Haushaltsplanes angeforderten 800 Millionen Franken würden 1935 verwendet werden. Lln dem Gesetz über die einjährige Dienstzeit würde er festhalten, falls nicht außergewöhnliche Umstände eintreten. Wenn man ihn aber frage, ob die Jahrgänge, die im April oder Mai einberufen werden oüen, früher einberufen werden würden, könne er darauf noch nicht antworten. Die Antwort hänge nicht von Frankreich ab. Er werde alles in '•einen Kräften Siebende tun, um die Neueinstellungen und Wiedereinstellungen zu fördern. Die bisherigen Ergebnisse seien noch nicht zufriedenstellend. Zum Schluß ermahnte der General zur Ruhe. Er hoffe, daß man auf die Vernunft der Völker vertrauen könne. Diejenigen, die den Krieg m i t g e m a ch t hätten, hätten sicher keine Lust mehr, einen neuen Krieg zu sehen, aber es kämen neue Generationen, die die Schrecken des Krieges nicht kennen. Wenn es zu einem neuen Kriege komme, würde die Zivilisation Europas vernichtet werden. Er sehe nicht ein, warum große Völker, die stets ein Beispiel der höchsten Kultur gewesen seien, sich zerfleischen sollten um Fragen, die man auch a u f andere Weise regeln könne. Die Kammer dürfe versichert sein, daß alles geschehen werde, um die Landesverteidigung in Frankreich sicherzustellen, aber man solle auch keine Panikstimmung aufkommen lassen. — Die Worte des Generals Blaurin gegen den Krieg wurden von sämtlichen Abgeordneten von der äußersten Linken Große Erregung in Budapest. Protestkundgebung desParlaments geplant B u d a p e st, 23. Nov. (DNB.) Die Entscheidung über die durch die südslawische Note notwendig gewordenen Schritte der Regierung ist bisher noch ii i ch t getroffen. Die Regierung scheint jedoch entflossen, der einmütigen Forderung der öffentlichen Meinung Ungarns Rechnung zu tragen, die jetzt inne sofortige Untersuchung der gegen die Ihre Ungarns gerichteten schweren Anschuldigungen und eine Klärung des gesamten Tatbestandes vom Völkerbunde fordert. In Abgeordnetenkreisen wird lebhaft ber Gedanke Hner einheitlichen Kundgebung des Parlamentes erwogen. Während jedoch die Regierungspartei darauf hinweist, daß Ministerpräsident G ö m b ö s bereits zu der Note Stellung genommen hat und dem Parlamet eine abwartende Haltung anempfiehlt, vertreten die oppositionellen Parteien den Vorschlag einer Konferenz sämtlicher Parteien des Hauses, um zu den südslawischen An- ^Huldigungen in einem feierlichen Beschluß Stellung pi nehmen. Die gesamte Presse weist außerordentlich scharf titie Beschuldigungen SüdslaWiens zurück und erklärt, ti'ie südslawische Note verfolge rein politische Ziele, um Ungarn als den Hort des Revisions- Gedankens und des Kampfes gegen die Friedens- Verträge zu vernichten. Die Blätter heben hervor, !mß von neuem von Südslawien her der europäische Friede bedroht sei. Der „Pester Lloyd" stellt fest, i-gß man es bisher nur mit einem isolierten Vorgehen der Kleinen Entente zu tun habe und keine andere europäische Macht sich vor hen Karren Belgrads spannen lasse. Die versöhn- lii ch e n Ratschläge des französischen Außen- Ministers Laval seien an der Hartnäckigkeit der Belgrader Regierung a b g e p r a 111. Für Franksch habe sich damit eine heikle Lage ergeben. Snglani» such« zu beschwichtigen. zubringen, die Führung übernommen. Es verlautet, daß die Besprechungen Edens mit den Vertretern der Kleinen Entente darauf abzielten, eine ruhi - aere Auffassung über die Lage herbeizuführen. Er scheine dabei beträchtlichen Erfolg gehabt zu haben. Je genauer die Note geprüft werde, einen um so merkwürdigeren Eindruck mache sie. Man sei jetzt geneigt, in ihr eine Solidaritätskundgebung der Kleinen Entente zu sehen, bei der bas Zusammengehörigkeitsgefühl die Oberhand über die kaltblütige Beurteilung der Lage gewonnen habe. Die Gereiztheit des südslawischen Volkes und ihre Rückwirkung auf die Kleine Entente würden dabei in Rechnung gestellt. Der Völkerbund werde die Aufgabe haben, die Meinungsverschiedenheit aus der Atmosphäre des Streites in die der juristischen Ruhe zurückzubringen. Der Völkerbund in der Klemme. Die Gefahren einer Verschleppung. Paris, 24. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Die ungarische und nicht zuletzt auch die italienische Haltung gegenüber der südslawischen Note wird in der französischen Presse eifrig besprochen. Die Blätter verkennen nicht die äußerst heikle Lage, in die der Wettervoraussage. Die unter strichweise leichten Regenfällen jetzt auch nach Süddeutschland eingedrungenen milden ozeani- scheu Luftmassen sind über Nord- und Mitteldeutschland bereits durch kältere Luft ersetzt. Mit ihr hat das westliche Hochdruckgebiet eine neue Verstärkung und Ausdehnung erfahren, so daß sein Einfluß auf unser Wetter zunächst sich wieder verstärken wird. Aussichten für Sonntag: In den Niederungen vielfach Nebel oder Hochnebel, sonst aufheiternd, nachts wieder vielerorts Frost, schwache Luftbewegung. Aussichten für Montag: Fortdauer des in den Niederungen vielfach nebligen Wetters mit nächtlichen Frösten. Lufttemperaturen am 23. November: mittags 3,3 Grad Celsius, abends 3,8 Grad; am 24. November: morgens 3,1 Grad. Maximum 4,0 Grad, Minimum 0,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. November: abends 3,4 Grad; am 24. November: morgens 3,3 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. Hauptschriftleirer: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. bis zur Rechten mit stürmischem Beifall begrüßt. Paris dementiert... Paris, 23. Rov (DBB.) Bon arn11icher französischer Seite werden die im Anschluß an die Ausführungen des Abgeordneten Archimbaud in der Kammer verbreiteten Gerüchte von dem Abschluß eines französisch-russischen Militärbündnisses für unzutreffend erttärt. Englische Betrachtungen. London, 24. Nov. (DNB. Funkspruch.) Obwohl die Presse berichtet, daß die aufsehenerregende Erklärung Archimbauds über das sowjetrussischfranzösische Verhältnis unzutreffend sei, oder, wie einige Blätter sich ausdrücken, verfrüht gewesen sei, wird sie doch ausführlich besprochen. Der „Times"-Vertreter in Paris sagt, die Kammererörterung sei bemerkenswert gewesen durch die Offenheit, mit der die Möglichkeit eines deutsch-französischen Zusammen st o- ßes erörtert worden sei. Es wäre aber voreilig, aus diesen Worten auf ein französisch- Paris, 24. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Wie zuverlässiger Quelle verlautet, wird der französische Außenminister Laval mit der Ueberreichung der Antwortnote an Polen über den O st - »RUNDE SORTE« O/M im Aegypterformat mit Stickereien MWiPfer» mittelschwer, 6894D Frankfurt am Main. 6901V 70 im O). 6895D Lw. E. 53a/34. Das Holz ist ohne Rinde gemessen und nicht ent- II: Kolonialwaren. III: Bohnenkaffee. IV: Frischgemüse. Los Los Los Los Los Der Handwerker denkt kaufmännisch! Er ist Geschäftsmann und weiß, daß die Güte seiner Arbeit ihn nur dann empfehlen kann, wenn auch andere darum wissen. Deshalb stellt er die „Kleine“ in seinen Dienst. Sie ermöglicht ihm, für wenig Geld immer wieder seinen Namen und seine Leistung bekannt zu machen. — Für einige Mark schon kahn der Handwerker seine Empfehlung mehrmals in die Zeitung und damit unter die Leute bringen! I: Kolonialwaren. II: Bohnenkaffee. III: Frischgemüse. IV: Obst- und Gemüsekonserven. 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Eine Berichtspostkarte für die Anbauflächen« erhebung des Wintergetreides. 3. Einen Vordruck für die Erhebung der Falles filos. Bürgermeistereien, die bis zum 28. November die vorerwähnten Zählpapiere nicht erhalten Habs; wollen unverzüglich das Landesstatistische Amt, Fem ruf Darmstadt 2657, benachrichtigen. Die auf den Erhebungspapieren aufgedruct^ „Anleitungen" wollen die Bürgermeistereien soi«? fällig beachten und auch die Zähler mit ihrem Jnhrl eingehend vertraut machen. Die Viehzählung umfH diesmal wieder eine Ermittlung der Hausschlachtm- gen von Schweinen, sowie eine Feststellung der 'Li den letzten drei Monaten erfolgten Kälbergeburle: Ferner sind auch die Kaninchen in die Viehzählmj einbezogen. Die Erhebungen dienen ausschließli^ statistischen Zwecken. Sie dürfen zu keinem andern Zweck verwendet und keiner anderen Behörde ail» unmittelbar dem Landesstatistischen Amt zügelet werden. Das Kreisamt empfiehlt den Bürgermeis^ reien, die Zählungen (Viehzählung und Futtersilo erhebung) ortsüblich bekanntzumachen. Die ausgefüllten Zähllisten und Gemeindebog«' der Viehzählung sind spätestens bis zum 10. Dezember, die Berichtspostkarte für die Wintergetreide-Anbow flächenerhebung und die Fragebogen der Juttet}^* erhebung spätestens bis zum 15. Dezember unmittelbar an das Landesstatistische Amt in DaM' stadt einzusenden. mer 122, aus. Sie sind daselbst gegen Zahlung einer Gebühr von 50 Rpf. erhältlich. Angebote mit der Aufschrift: „Angebot auf Lebensmittel für 1. Januar bis 30. Juni 1935" find bis zum 5. Dezember 1934, 10 Uhr, der Küchenverwaltung nur durch die Post einzusenden. Angebote mittels Bietungsscheins, den die Küchenoerwaltung unentgeltlich verabfolgt, können nur auf ganze Lose gemacht werden. Bieter sind nach der Verdingungsordnung bei der Oeffnung der Angebote nicht zugelassen. Wenn Bewerber bis zum 20. Dezember 1934 nicht benachrichtigt worden sind, mußte das Angebot unberücksichtigt bleiben. __________Küchenverwaltung II./Inf.-Regt. Gießen. Mtolz liefert FobannesWelker Zimmerei unb Sägewerk Leihgestern b. Gießen 5069v w von einem Kipp- wagen verloren. Abzugeben geg. Belohn. (6897E) Alicenstraste 42. festen Preisen verdungen. I: Fleisch- und Wurstwaren. V: Obst- und Gemüsekonserven. Die Bedingungen liegen bei der Küchenverwaltung des II./J.-R. Gießen, Am Kugelberg 73, Zim- Samstag, den 1. Dezember 1934, vormittags WA Uhr, werden auf hiesigem Rathaus nachstehende Holzsortimente auf dem Submissionswege vergeben: Langholz (Güteilaste N). Ganz junger glatthaariger MM z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 6908va.d.G.A. Beschluß. lieber den landwirtschaftlichen Betrieb des Christian Piß und Ehefrau Henriette Wilhelmine, geb. Leidich. in Gröningen wird das Entjchuldungsver- fahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom l.Juni 1933 heute um 8 Uhr eröffnet. 6925D Die hessische Landesbank — Staatsbank — Darmstadt wird zur Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 30. Dezember 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meidung der in § 11 Abs. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 19. November 1934. Hessisches Amtsgericht. Kriegerverein Gießen Am Totensonntag, vorm. 10.30 Uhr, Marktlauben |6891D Mleeo MKanmüHen Der Bereins- führer. Beschluß. Ueber den landwirtschaftlichen Betrieb des Wilhelm Görlach und Ehefrau Anna, geb. Decker, zu Lang-Göns wird dos Entschuldungsoerfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. Juni 1933 heute um 10 Uhr eröffnet. 6924V Die Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar e. G. m. b. h. zu Frankfurt a. 2H. wird zur Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 2. Januar 1935 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meldung der in § 11 Abs. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 15. November 1934. Hessisches Amtsgericht. Schreibmaschinen- Mechaniker für Kundendienst-Werkstatt z. sof. Eintritt gesucht. Bedingg.: mit allen Systemen und i.Berk. mit der Kundschaft vertraut. Ausf. Bewerbungen m. Zeugnisabschrift usw. unt. 5.9Z.171 an „Weira**, Werbege«. m.b.B., 12000 RM. als 1. Hypothek für ein Wohn- u. Geschäftshaus gesucht. Schr. Ang. unt. 05624 a.d.G.A. ZwecksBetriebs- erweiter. sucht hies. Firma Kapital und bietet stille Beteil, mit Schr. Ang. unt. 6883va.d.G.A. 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Polizeiverordnung über die Herstellung und das Abbrennen von Brandsätze^ Auf Grund des Artikels 64 des Gesetzes betr. - v innere Verwaltung und die Vertretung der W6' und Provinzen vom 8. Juli 1911 wird mit ZuM' mung des Kreisausschusses und mit Genehmig des Hessischen Staatsministeriums, Abteilung lb " Innere Verwaltung — vom 9. Oktober 1934 zu St. M. Ib 37 023 für den Kreis Gießen folgende W, lizeiverordnung erlassen: 6907a* § 1. Wer Brandsätze, die in ihrem Aufbau und iM Wirkung zur Brandstiftung dienen können oder W Wirkungsweise von Brandstiftungsmitteln ze>^ sollen, Herstellen will, bedarf dazu der Genehmigt des Kreisamts. • , Wer Brandsätze der in Absatz 1 bezeichneten übbrennen will, bedarf dazu der Genehmigung d« Ortspolizeibehörde. Wer ohne die in § 1 vorgeschriebene Genehmigulrg Brandsätze der dort bezeichneten Art herstellt: abbrennt, wird gemäß § 367 Ziffer 4 unb 8 Reichsstrafgesetzbuches mit Geldstrafe bis 150 W-- obe£ mit Haft bestraft. Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Veröffentlichung im Amtsoerkündigungsb.att Kraft. +OameDbari (Gesichtshaare) u.al.täst.Haarew. nurki dievonmn angew,emz.fich Meth unt. Gar nnm.mltd.Wurz. 'chmeril.entferni 12,1 obre Praxis Frau B. Gulden. Lprechnd. teöen Freitag,(Vesten H'ndenburgw.15 'i-7 Ubv dmchg Herrschaftliches Einfamilienhaus mit Garten, in ruh. Lage (Kli- niksnähe), mit 7 Z., Veranda, Heizung u. reicht. Zubeh., in beit. Zuit., zu verkauf. Zum 1. 4. 1935 beziehbar. [05592 Näh. A. Becker, Kevlerstraße 9. Televbon 3804. Geschäft gutgeh. (k. Lad.), sich. Lebensexist, f. junge od. alt. Dame z. vk. Er- sord. 2000 RM. Schr. Ang. unt. 6902V a.d.G.A. Die Bedingungen liegen bei der Küchenoerwaltung des Bataillons, Kaserne I, Zimmer 156, aus. Sie sind daselbst gegen Zahlung einer Gebühr von 0,50 RM. erhältlich. Angebote mit der Aufschrift: „Angebot auf Lebensmittel oder Küchenabfälle für 1. Januar bis 30. Juni 1935" sind bis zum 4. 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November 1934, für die Diens- lag-Abonnenlen in der Zeit von 10 bis 13 Ahr, Dienstag, den 27. November 1934, für die Witt- woch-Abonnenten in der Zeit von 10 bis 13 und von 17 bis 18 Uhr, Mittwoch, den 28. November 1934, für die Freitag- Abonnenten in der Zeit von 10 bis 13 und von 17 bis 18 Uhr. Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210 Kasse des Stadttheaters Gießen erfolgt Uebersendung der Abonnementskarten. Die zu zahlende dritte Rate beträgt für: Ranglogen 2 bis 6 und 13 bis 17, 1. Rang RM. (Reihe 1 und 2) 14,— Ranglogen 7 und 8, 11 und 12, Proszeniumslogen 14,— Ranglogen mit 4 Plätzen 30,— Sperrsitz (Reihe 1 bis 9), 1. Rang (Reihe 3 und 4) 12,— Sperrsitz (Reihe 10 bis 13), 1. Rang (Reihe 5 und 6), Logenrückplätze 10,— Sperrsitz (Reihe 14 bis 18), 2. Rang Vorderplatz R. 1, Mitte 7,— 2. Rang (Reihe 2 und 3) 5,— 2 Rang (Reihe 4 und 5) unb 2. Rang (vordere Seitenreihe) 4,— Die Einlösung muß vor der 9. Abonnementsvor- stellung erfolgt fein. Gießen, den 21. November 1934. Die Bürgermeisterei: Ritter._________ m. 275 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Samstag, 24. November 1934 Le- wie in Bergwerken und vor allem beim Bau von Australiens wurden mit ihrer Hilfe erschlossen. Sie Berliner WaKlruppe vor dem Shei her Seeresleiinng in das Zimmer und läßt das Haus erzittern. 30 bis t Die Am on Messie .'H fr? 22.15 üj: Tie on Meim eit, 30.fr, bis 22.i: ’ Die Bre on Mei», mist., i.j bis Tie Bn i on Mei umt, A. bis AM Tas **to w WM hitisw M. u. Wstich ec Hebung! »ine Gerne nehmen. ? v (Semeini: rmtet, gelt*' dumpf von der Schaufel auf die hohlen Bretter, in denen der Greis zur ewigen Ruhe untergeben, pcicnpuD uw* y«» hat, und ein Helles, gellendes Kommando wirft das; geistert leibhaftig durch den Raum. Die Vogelkara- In dem atemlosen Schnellauf des modernen . bens gilt vielen der Totensonntag als eine unbequeme, weil mit trüben Nichtigkeitsvorstellungen verbundene Mahnung, das Tempo einmal für kurze Zeit zu verlangsamen und Ideen nachzuhängen, die den normalen Geschäftsgang stören und nach den Satzungen der Lebensklugheit doch zu keinem positiven Ergebnis führen. Sie verscheuchen den Gedanken ah den Tod wie eine jener lästigen Novemberfliegen, deren Summen uns auf die Nerven fällt. Im Grunde genommen lebt trotz allem Christentum die homerische Auffassung weiter: Der Tod ist das Ende. Anderen wieder ist dieser Sonntag ein willkommener Anlaß, sich die radikale Wertlosigkeit ihres irdischen Daseins erneut bestätigen zu lassen und den Tod als den Beginn jenes wahren Lebens in Gott zu betrachten, das den Frommen als das Ziel aller christlichen Sehnsucht erscheint — eines Jenseits, dessen Seligkeit eben darin bestehen soll, daß es nichts von alledem enthält, was uns das rtFifr w ziehen an einem bleichen Nachmittag hoch über die । Land, die Meere der Aecker — ihr Anführer weiß — ' • *• ~ z~* r‘ 1 - den besten, den kürzesten Weg. Er lenkt ihre Schar, schleppen. Nichts furchtbarer als der Besuch des homerischen Odysseus im Hades! Nun können wir uns aber gar keine andere Auferstehung als die mit einer Wesenswandlung verbundene vorstellen. Tod und Metamorphose sind Wechselbegriffe, ähnlich den ungezählten Toden und Auferstehungen, die uns in der Natur umgeben, und die der sterbende Mensch stündlich an sich selber erlebt. Wenn ich eine lange festgehaltene Ansicht zugunsten einer besseren Erkenntnis aufgebe, wenn es mir wie Schuppen von den Augen fällt, so stirbt etwas in mir ab, und ein Neues erhebt sich an seiner Stelle. Jede Hingabe des Menschen an einen andern, des Forschers an eine Idee, des Künstlers an sein Werk, ist ein solches Sterben und Auferstehen im Geiste. Aber gerade darin, in dieser unaufhörlichen Metamorphose, erblicken wir ja die Botschaft alles wahren Lebens. Bin ich mir aber dessen bewußt, daß alles wertvolle Leben ein ewiges Umschaffen und Neuwerden ist, so vermag ich auch den materiellen Tod nur noch als das Zwischenglied einer unend- ( portugiesischen Konkurrenz und erreichten es, daß lichen Kette zu betrachten. । das Geschäft in Macao unterdrückt wurde, um, in Am Sonntag der Toten pflegen mir mit unseren zivilisierteren Formen, unter dem Schutze von „pro- Abgeschiedenen Zwiesprache zu halten, zumal am tectors of Chinese“, in Hongkong wieder heutigen, wo 20 Jahre nach dem Beginn des gro- aufzuleben verkehren sollen, lehrt uns die Bl^e auf ihren Saf)nen Westen Kanadas wie der Norden Orabhugeln, die sich mit aufgeschlols n m 4 9f n ff r n l i p n 5 wurden mit ihrer .fiilfp prfrhlnh'pn zum Licht drangt, und der Schmetterling auf ihren. Steinen, das tiefsinnige Symbol der aus dem Pup- Das Sprechen fällt ihm schwer. Schließt die al“9Tönneb fk*«'«warten '©rauhen Gewehr" über." ©ie" Knüpp"elmüsik",ockfrde7 Marsch' wane' peE die Be'reiche der ©ämmeruüg, des heult e?n Schlepper und ^ie chafe^bahn r°M dicht baut die Beine auf das Pilaster, die Gewehre wip-Nebels, der Saite Die Fmskrnis d,e drohend hm- an den stleMern oarbei mir» lckwar^e Schatten pen leicht über den Stahlhelmen, und die Krähen ter den Bergen dunkelt. Sie ^erwandern das an oen tfenjtcrn vorbei, wirst icywarze harren p > sx>n*miHr.n hn* ühor hi J Pnnh die Meere der Aec 5: F - . :........— nell 30 bis 35 Schilling beträgt. Dabei muß man sich vergegenwärtigen, daß der Reallohn der farbigen Seeleute bedeutend niedriger ist als der Minimallohn; denn der indische, chinesische oder -nalayische Seemann muß einen beträchtlichen Teil ieines Lohnes an die verschiedensten ihn aussaugen- en Vermittler bezahlen. In dem Maße nun, wie sich die Völker Asiens nach dem Beispiel Japans mit modernen Waffen und Wer k ze u g e n ausrusten, wächst naturgemäß für die Völker weißer Rasse die Gefahr einer Umkehrung des Vorzeichens der Unterdrückung im Verkehr mit farbigen Völkern, eine Gefahr, die nachgerade überhaupt nur dadurch überwunden werden kann, daß man das berüchtigte Sy st em „ungleicher Verträge", wodurch die weißen Herrenvölker sich ja seit dem großen Kriege auch gegenseitig zu- arundezurichten trachten, einem internationalen Verkehr nach ehrlichen Spielregeln Platz machen läßt. Die Erfahrungen, die in kolonialen Ländern mit farbigen Sklaven oder „Kulis" gemacht wurden, hätten den „weißen Mann" längst darüber aufklären sollen, daß sich jeder Mißbrauch seines Vorsprunges in der Beherrschung moderner Technik gegenüber anderen Rassen an ihm selb st rächen muß. Auf den Baumwollfeldern und Tabakpflanzungen V i r g i n i e n s und Carolinas lösten Negersklaven weiße Kontraktarbeiter ab, die es eher schlechter als besser gehabt hatten. Es waren großenteils deportierte Sträflinge, die für vier, fünf bis sieben Jahre durch einen Vertrag in eine Art Leibeigenschaft traten und dabei von ihrem Herrn weitervermietet oder verkauft werden konnten. 1620 brachte ein holländisches Schiff die ersten zwanzig Neger nach Virginien, aber noch 1671 zählte der Bericht des Gouverneurs Barkeley unter 40 000 Einwohnern neben 2000 Schwarzen nicht weniger als 6000 „christliche Knechte". Neger wurden dann mehr und mehr bevorzugt, weil sie einmal das Klima bei schwerer Arbeit besser vertragen und zweitens wegen ihrer Hautfarbe leichter wieder eingefangen werden konnten, wenn sie entliefen. 1750 machten schwarze Sklaven mehr als die Hälfte der Bevölkerung Virginiens aus. „Christliche Knechte" stiegen zu Aufsehern über die Neger auf. Körperliche Arbeit überhaupt galt bald für unter der Würde des weißen Mannes. Das wurde den „christlichen Knechten" wie ihren Herrn nach Aufhebung der Sklaverei meist zum Verhängnis. Karl Schurz kennzeichnete die Weißen des Südens nach Beendigung des Bürügerkrieges als ein ,/ganz verkommenes demoralisiertes Volk", das nur durch eiserne Gewalt in Rand und Band gehalten werden könne. Daraus erklärte sich der große Umfang, wozu d i e Schicht der „armen Weißen" anschwoll, eine Art Pariakaste, die noch heute materiell wie moralisch tiefer steht als der Durchschnitt der Neger. Aus ähnlichen Gründen hat sich auch in Südafrika eine solche Schickt „armer Weißer" entwickelt. Alle schwere und schmutzige Arbeit gilt als „Kafferarbeit". Es ist der Eingeborene, der die Straßen baut und die Schächte gräbt, der die Kohlen schleppt und die Stiefel putzt, der die Kloaken reinigt und das Essen macht. Der weiße Mann hat die gelernte Arbeit und die Aufsicht über die Arbeit der Schwarzen sich vorbehalten. Ein besonderes Gesetz macht es zum Verbrechen für einen Eingeborenen, den Posten eines „gelernten" Arbeiters auszufüllen, obgleich ein weißer Arbeiter alle eigentliche Arbeit, die ihm obliegt, durch schwarze „Boys", die er für seinen Lohn mit unterhalten kann, verrichten zu lassen pflegt. Dieses Gesetz stempelt aber zugleich jeden Weißen, der, etwa als zugrundegerichteter Kleinbauer, keinen Beruf erlernt hat, zu einem Paria, weil ihm gewohnheitsmäßig niemand die Ausführung von „Kaffernarbeit" überträgt. Fast jeder zehnte Weiße in Südafrika ist ein solcher „Poor White". Tausende und aber Tausende solche verkommenen Angehörigen der weißen Rasse führen ein Leben, wie in Europa die Zigeuner, ohne dauernden Aufenthalt, in Zelten oder Grashütten, bettelnd und stehlend. Inzwischen vollzieht sich i n asiatischen Län- d e r n eine noch bedenklichere Wandlung in den Lebensbedingunaen weißer Menschen. Aus der großen Masse russischer Emigranten, die nach Theaterbesuch in Gießen. Von Will Quadslieg. Das dramaturgische Büro des Stadttheaters bittet um Aufnahme der folgenden Ausführungen des jugendlichen Helden. Ich möchte als einer der jungen Schauspieler einige Worte zum Theaterbesuch im allgemeinen, und im besonderen hier in Gießen sagen. Wir sehen, daß Kreise, die man im Theater wissen mochte, da sie die geistigen und materiellen Mittel besitzen, die unsere Arbeit fördern, den Vorstellungen fernbleiben. Wir fragen uns danach, wie dem abzuhelfen sei, und wer die wichtigsten Schritte tun muß, um die Zusammenarbeit zwischen Schauspieler und Publikum zu fördern und zu sichern. Wir sind unserseits mit allem glühenden Willen zum Dienst an unserer Kunst hierhergekommen; wir sehen, wie sich Intendant und Spielleiter in gewissenhafter Arbeit einsetzen, und doch fehlen große Teile des für unsere Bühne wichtigen Publikums. Wir bemühen uns im größtmöglichen Maße, objektiv nach den Gründen zu suchen. Es gibt wohl sehr selten Theatervorstellungen, in denen gar keine Schwächen aufzuspüren wären, auch kann man über keine künstlerische Arbeit derart geteilter Meinung sein, wie über die des Schauspielers. Aber wir sehen, daß oftmals nur die Schwächen hervorgehoben und daß das Ganze nur nach den Schwächen beurteilt wird. Nun ist der Schauspieler in hohem Maße von der Einstellung des Zuschauers zu seiner Arbeit abhängig. Während seiner Arbeit fühlt er genau die Schwingungen jenseits der Rampe, die ihm helfen und sein Spiel heben oder — im anderen Falle — sein Wollen drosseln und sogar vernichten. Viel wäre geholfen, wenn jeder Zuschauer die Verpflichtung erkennen würde, die der Theaterbesuch in sich trägt, mit bereitwilligem Herzen und mit offenem Ohr das Spiel des Schauspielers zu erleben; denn die Arbeit des Mimen braucht liebevolles Verstehenwollen. Nur der hat ein Recht, ja sogar die Pflicht zur Kritik, der von sich aus alles zum Gelingen des Theatererlebnisses und zum Bestand des Theaters tut. Unsere alten Freunde, die unsere Liebe zur Welt des Theaters teilen, und durch ihren treuen Besuch beweisen, werden uns zustimmen, daß sehr oft ohne ein Verstehenwollen eine Aufführung und alle voraufgeaangene Arbeit abgelehnt wird; ja daß man sogar, oyne den zu einer Kritik nötigen Besuch der Vorstellung, die gesamte Anstrengung und Arbeit unseres Theaters von vornherein ablehnt. Unsere Arbeit ist unmöglich und nichts ohne das Publikum. Die Lebensbedmgun'en des Schauspielers und seiner technischen Mitarbeiter sind heute China verschlagen wurden, sanken mit der Zeit zahllose Elemente bis zur Kuli-Rasse herunter. Weiße Rikscha-Kulis sind schon keine Seltenheit mehr in Schanghai. In Charbin sind Straßenkehrer und Gepäckträger meist Russen; Dienstboten und Prostituierte auch in wohlhabenden chinesischen Familien großenteils Russinnen. Man nennt in den Vereinigten Staaten den Baumwollgürtel bezeichnenderweise die „schuhlose Zone". Die Produktionsverhältnisse auf wenigen modernen mechanisierten Riesenfarmen bestimmen den Marktpreis. Die breite Masse der mittleren und kleinen Farmer sinkt zu Pächtern her- a b und vermehrt das seit der Sklavenzeit sowieso große Heer „armer Weißer". Zerlumpte, barfüßige Gestalten, deren Vorväter vielleicht einst über schwarzen Sklaven die Peitsche schwangen, pflücken einen großen Teil der Baumwolle, die zu Schleuderpreisen ausgeführt, in japanischen Spinnereien zu den Stoffen verarbeitet wird, deren Dumping- Preise auf den Weltmärkten die westlichen Textilindustrien zu ruinieren drohen. Wäre es so ungereimt, zu oefürchten, daß mit der Zeit Millionen und aber Millionen armer Weißer sich abrackern müßten, um für die Industrien der Länder mit farbiger Bevölkerung billige Rohstoffe und Lebensmittel zu beschaffen, während es sich bisher zugunsten hoher Profite für weihe Unternehmer und hoher Löhne für weiße Arbeiter umgekehrt verhielt? Die Vormächte der weißen Rasse tun alles Mögliche, eine solche Entwicklung zu einem unausweichlichen Verhängnis zu machen, indem sie die Völker, für deren Schicksal sie verantwortlich sind, in unlösbare Schuldenprobleme verstricken, ihre Produktivkräfte in falsche Bahnen lenken und ihre Kaufkraft zerrütten. Solange sich daran nichts ändert, wäre eine „Einheitsfront der weißen Raffe" für unterdrückte weiße Völker Torheit. Die s ch l i m m st e n Verderber der weißen Rasse stehen in ihren eigenen Reihen. Kühe haben die Leute wenig. Das ist erstaunlich Auf zehn Pferde vielleicht vier Stück Rindvieh. Oe Weide ist schlecht, und Futter bauen sie nicht m. Im Winter sieht das rotbraune Angerer Vieh giini Erbarmen aus. Mit Maislaub allein kann man allerdings auch kein Stück Vieh richtig satt machen Darum fand ich überall außerordentlich groheg Interesse für den Sojabohnen-Anbau. 2it Bohne gedeiht in dem warmen Klima, ohne daß man die Böden vorher besonders vorbereiten müßte. Die Erträge sind zwar nicht sehr hoch, aber am Weizen- und Maisertrag gemessen, ausreichend. Nur wußte man bisher noch nicht, was man mit der Bohne anfangen sollte. Verkauft konnte sie in den geringen Mengen nicht werden, und das Vieh fraß die ganzen Bohnen nicht; beim Mahlen aber ver. schmierten die Mahlsteine und auch dann noch Derrn ei gerte das Vieh das allzu fetthaltige Schrot. Sobald Deutschland von dort unten Sojabohnen in größeren Mengen ab nimmt, wird der Anbau lohnend. Die schwäbischen Bauern als die Fortschrittlichen im Lande werden zu der neuen Frucht übergehen. Sie, die bisher schon die Vorkämpfer für die Verwendung deutscher Geräte und Werkzeuge waren, werden so in noch engere wirtschaftliche Verbindung mit der alten Heimat kommen. Wenn sich Bessarabien erst einmal von der russisch- müden Lebensauffassung freigemacht hat, wird eg sich rasch entwickeln und auch dank seiner starken deutschen Bevölkerung in einen lebhaften Handel mit Deutschland kommen. Dazu bedarf es aber noch brauchbarer Landstraßen, die bei jedem Wetter befahren werden können und neuer Eisenbahnlinien. Jetzt merkt man dem Lande noch sehr an, daß es Hinterland von Odessa war, und noch keine rechte Verbindung zum neuen Staatsland hat. Gute Bahnlinien nach den Schwarzmeerhäfen Galatz und Braila werden das Land aber an den Ueberfeeverkehr anschließen und damit billigere Frachten nach Deutschland ergeben, als die Banater Schwaben über den Donau- weg nach Regensburg haben. Ohne Genehmigung keine ASOAp-Kundgebung. Der - Reichspropagandaleiter der NSDAP, gibt bekannt: Im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers erlasse ich folgende Anordnung: Öffentliche Versammlungen und Kundgebungen der NSDAP., all ihrer Gliederungen und aller an- geschlossenen Verbände, bedürfen der Genehmigung des zuständiaen Hoheitsträgers, der über ihre Durchführung im Einvernehmen mit dem jeweiligen Propagandaleiter entscheidet. Diese Veranstaltungen werden genehmigt: 1. durch den zuständigen Ortsgruppenleiter, wenn die Bedeutung der Veranstaltung nicht über den Ortsgruppenbereich hinausgeht; 2. durch den Kreisleiter, wenn die Bedeutung der Veranstaltung über den OrtsgruppenbereiH hinausgeht; 3. durch den Gauleiter, wenn die Veranstaltung eine allgemeine politische Bedeutung für tws Gaugebiet besitzt. Vor den Veranstaltungen von Kundgebungen, Nie von allgemeiner politischer Bedeutuna für das Reich sind, ist meine Stellungnahme rechtzeitig vorher ein- zuholen. Die schlagartige Veranstaltung von Versammln n« gen für ein Gebiet, das mehrere Gaue umfaßt, ist nur mit meiner Genehmigung zulässig. Gez.: Dr. Goebbels Reichspropagandaleitung der NSDAP. Gefängnis für einen Schwätz e. LPD. Marburg, 23. Nov. Dor einigen Wochai wurde ein verheirateter Mann namens Baum- bad) in Kirchhain verhaftet, nachdem er ffch in angeheitertem Zustand in verächtlicher Wei:e über ein Bild des Führers geäußert hatte, das Sn einem Gasthaus hing. Vor dem Marburger Schö-> fengericht versuchte Baumbach, die ihm zur Lost gelegten Redensarten abzuschwächen, was ihm, jedoch nach Anhörung der Zeugen nicht gelang. Das Urteil lautete auf sechs Monate Gefängnis, wobei die Untersuchungshaft nicht angerechnet wird. Vater stand vor einem Rätsel. Sobald Mutter den Geschwistern heimkehrte, erzählte er ihnen i großer Aufregung den rätselhaften Vorfall, und i« Nacht verging für die ganze Familie in Spannung und Unruhe. Am andern Morgen kam eine Depesche. Sie enthielt in kurzen Worten die Nachricht, daß Fr«« Fanny St. um neun Uhr abends in Krakau eiirr« plötzlichen Todes verstorben sei. Und die Erklärung des Unerklärlichen? Dielleickt hat die Willenskraft der Sterb enden bh ehernen Gesetze von Raum und Zeit überwunden Vielleicht hat die von der Erdenlast befreite Seel« auf dem Wege in das unbekannte Land noch ei nm! ihr irdisches Gewand angelegt, um dem geliebte» Bruder Lebewohl zu sagen. Oder hat vielleicht eiw höhere Macht hier gewaltet? Lauter Fvaaen, auf die unser Menschenhirn wa(|l niemals eine Antwort haben wird ... Zeitschriften. — Das Fest der Geburt Buddhas in Japan wird u. a. in der neuen Nummer der Jllustri»' t e n Zeitung (I. I. Weder, Leipzig) in eine oi reich bebilderten Beitrag von I. Körber beschriebe». In die Welt der Antike versetzt uns Professor Df- Walter Bombe durch feinen Bericht über die Df grabungstätigkeit im neuen Italien, die eine FD von antiken Kulturresten zutage gefördert hat, hon unter den jüngst in Pompeji gefundenen reiche.' Silberfchatz. Eine ungeheure technische Leistung & Gegenwart: die 2000 Kilometer lange ErdölleitiB von den Mosulfeldern zum Mittelmeer wird ” ihrer ausschlaggebenden Bedeutung nicht nur ß den Vorderen Orient, sondern auch für Welthand i- und Weltpolitik von Dr. Klopp vom Hofe eiir gehend gewürdigt. Den Maler Max Unold un> seine reiche künstlerische Begabung behandelt ea» Kunstbeitrag von Dr. Bruno Kroll. Dem Photr' liebhaber gibt ein Aufsatz „Der Winter malt i” Schwarz und Weiß" an Hand von künstlerisch^ Winterbildern Anregungen zu guten Winter-Am" nahmen. Hochschulnachnchten. Prioatdozent Dr. Hans G l u n z von der Unioen- sität Köln ist zum ordentlichen Professor für lische Philologie und als Nachfolger von Profesftc I m e I m a n n zum Direktor des Englischen Senin- nars an der Universität Frankfurt ernannt mov den. Professor Glunz hat die beiden Aemter st« Beginn des Wintersemesters vertretungswelse g führt. Bei deutschen Bauern in Bessarabien. Das Land des Uebermaßes. — 10 Eier für 20 Pfennig. — Oie Zukunst der deutschen Siedler. Von Otto Schnellbach. Bessarabien: Von der weiten, baumlosen, fruchtbaren Ebene, von den breiten Dorfstraßen und -den noch breiteren Landstraßen, auf denen man nur bei trockenem Wetter oder im tiefsten Winter fahren kann — bis zur Pelzmütze und -dem Teetrinken, mutet das Land russisch an. Man rechnet noch nach Desjatinen und Pud, und russisch (unb -deutsch) hört man mehr sprechen als rumänisch. Die Rumänen lassen gerade in dieser Ecke ihres Landes den Minderheiten weit mehr Freiheit als sonstwo. Auch die Deutschen nehmen eine Sonderstellung ein; sie haben nach der Revolution mit großer Tapferkeit gegen den Ansturm bolschewistischer Truppen aekämpft, und -dafür räumt man ihnen auch Anstellungen bei Post und Eisenbahn sowie im staatlichen Schuldienst ein. Das deutsche Gymnasium in Tarutino und die deutsche Lehrerbildungsanstalt in Sa rata machen sich -deshalb vorerst noch keine Sorgen darüber, was ihre Zöglinge einmal werden sollen. Wenn man fragt, wie teuer ein Ei ist, bekommt man zur Antwort, daß zehn Stück 20 Pfennig kosten. Hühner werden nur paarweise gehandelt. Alles ist imUeberfluß und unmäßig: die weite Landschaft, die scharfen Winde, die Zeitverschwendung und das Essen. „In unserer scharfen Luft muß man gut essen", sagen sie und sie tun's auch. Alles steht hier im Anfang. Diesen Eindruck des Primitiven, Naturhaften, Urwüchsigen, Gesund-Einfachen hat man besonders dann, wenn man von Siebenbürgen kommt. Dort fragt man sich schon: was soll aus der Jugend werden, die in die höheren Schulen drängt? Wo sollen unsere Jungbauern neues Land herbekommen, -da wir unsere Aecker nicht mehr weiter teilen können und -die Häuser in unseren Dörfern schon dicht beieinander stehen? Wie steuern wir der Kinderarmut? Wie vermeiden wir, daß unser tausendjähriges Volkstum von den anspruchsloseren Rassen in seinem Besitz verdrängt wird? Solche Fragen kennt man in Bessarabien noch nicht. Man klagt zwar auch, daß kein freies Land mehr Da sei, aber bis jetzt bringt es jeder Bauer noch fertig, seinem zweiten -und dritten Sohn ein paar Hektar Land zu kaufen und neue Häuser darauf zu bauen. Man teilt -das Land selten und teilt auch nie die Hofreite. Die Häuser stehen noch r^cht weit auseinander. Dabei sind solche Landkäufe ziemlich umständlich in einer Gegend, in der es kein Grundbuch und keine Feldvermessung gibt. Das Ackerland ist Schwarzerde und trägt immer noch Frucht, obwohl -man seit hundert Jahren einen unerhörten Raubbau treibt. Immer Halm frucht, keine Brache, kein bißchen Dünger. Was aus dem Stall kommt (und das ist viel, denn man hat viele Pferde) wandert auf -den Misthaufen (der wird gut gepflegt, wie ich wollte, -daß es unsere deutschen Bauern täten). Dann aber wird der schöne, speckige Mist auf dem Hof -ausgebreitet, mit Walzen zu einer dicken Lage gewalzt und, wenn er abgetrocknet ist, in torfähnliche Placken geschnitten, -in großen Haufen aufgesetzt und im Winter verbrannt. Ein Jammer ist das! Daher sind auch die Ernten in Bessarabien trotz des guten Bodens geringer als in anderen Teilen Rumäniens. Die Durchschnittsweizenernte der letzten fünf Jahre war in der Bukowina 8,5 dz/ha; in Siebenbürgen 8, im Allreich 7 und in Bessarabien nur 5 dz/ha! Die Feldbestellung ist sehr einfach. Gepflügt wird mit guten, meist deutschen Geräten; aber man arbeitet nicht tief. Bestellt wird mit der Drill- maschine. Aber dann überläßt man dem lieben Gott die weitere Sorge. ©ibt,s Im Frühjahr noch einen guten Regen, dann gibt’s eine gute Ernte. Regnet es nicht mehr, -dann gibt’s nicht etwa eine schlechte Ernte, sondern dann gibt’s gar keine. Alle paar Jahre hat man eine vollkommene Mißernte. Dann geraten Mensch und Vieh in dem reichen Lande in große Not — Unmäßigkeit selbst der Natur! Die Ernte ist sehr einfach. Mit einem Mittelding zwischen Grasmäher und Ableger wird das Getreide geschnitten und dann fährt man mit dem gezackten Dreschstein über die ausgebreitete Frucht, wobei der Stein und die trappelnden Pferdehufe die Dresch- arbeit leisten. Mit zwei Dreschsteinen und vier Pferden kann man im Tag 1000 bis 1300 Kilo Weizen austreten. Wenn man bedenkt, daß die kleinste deutsche Handdreschmaschine -schon eine Tagesleistung von 1000 Kilogramm -yat, dann ist es unverständlich, warum in -dem ganzen Land nur ein paar deutsche Gemeinden Dreschmaschinen haben. Nach der Ernte von Mais und Wein kommt dann bald der harte russische Winter. Da tun die Leute dann nichts. Auch hier nicht etwa weniger, als im Sommer, sondern gar nichts. Man kommt alle Woche einmal auf den Markt; Mann und Frau auf dem Schlitten, ein Ferkelchen oder ein Schaf -darauf. Das Jungpferd und die alte Sau, die man verkaufen will, laufen friedlich mit dem Hofhund neben dem Schlitten her. Und wenn niemand sie hat kaufen wollen, dann laufen sie ebenso friedlich wieder mtt nach Hause: -das nächste Mal vielleicht -bann! Schönes Vieh haben die -deutschen Bauern dort unten. Neben -den kleinen Panjepferdchen der Russen und Bulgaren sieht man die prachtvollen, schnellen Pferde der deutschen Kolonisten. Die schnellen Traber find notwendig, denn bei Entfernungen der Außenschläge vom Dorf von 10 und 14 Kilometer kämen die Leute mit schweren Pferden, die sonst des schweren Bodens wegen gut wären, nicht herum mit ihren Pflug- und Erntearbeiten. wie die unserer Zeit: das heißt härter denn je. Aber all unser Idealismus ist vergebens, wenn große Kreise unserer Einwohner unseren Rus nicht hören und in einseitiger Beurteilung unserer Arbeit dem Theater fernbleiben. Wir wollen nicht nur einsehen, daß gerade in unserer schweren Zeit die Ziele des Theaters, Loslösung vom Alltag, wichtig sind; sondern wir wollen auch erkennen, daß die Verwirklichung nur möglich ist, wenn alle Kreise der Bevölkerung zu uns kommen und alle offenen, bereitwilligen Herzens ins Theater gehen. Dann können wir Entspannung und Kraft geben. Kraft aus der Freude und — ebenso wichtig! — Kraft aus dem Ernst, also Kraft aus dem Theatererlebnis. Unvergeßliches Erlebnis. Don Tudors von Eichthal Kein Erlebnis meiner Kindheit hat auf mich einen -fo tiefen und nachhaltigen Eindruck gemacht wie das folgende, das sich zutrug, als ich ein Knabe von acht Jahren war. Zum ersten Male im Leben stand ich damals vor einem ganz und gar unfaßbaren Ereignis, zum ersten Male dämmerte in der nachdenklichen Knabenseele -die Ahnung auf, daß es in diesem Leben Dinge gibt, die mit dem Menschenverstand absolut nicht zu fassen sind. Mein Vater, ein alter pensionierter Offizier, besetz zu jener Zeit in einer kleinen nord-mährischen Prooinzst-adt ein weitläufiges altes Haus, das wir, meine Eltern, meine Geschwister und ich — allein bewohnten. Vor -der Familie meines Vaters lebte zu jener Zeit nur noch eine Schwester, an der er mit außerordentlicher Liebe hing. Kein Tag verging, ohne daß er der Sehnsucht nach seiner lieben Fanny, die als einsame Witwe in Krakau lebte, lauten Ausdruck gab, und auch die Briefe der Entfernten erschöpften sich in Ausdrücken der zärtlichsten Liebe für den schon viele Jahre nicht mehr gesehenen einzigen Bruder. „Mein lieber, lieber Louis", schlossen sie jedesmal, „meine Sehnsucht nach dir ist grenzenlos, und was auch geschehe, ich muß und werde dich vor meinem Tod noch einmal wiedersehen. Es ist der einzige Wunsch, den ich auf Erden noch habe, und der liebe Gott wird ihn mir sicher erfüllen." Aber wie das schon so ist: die Entfernung war für damalige Begriffe ziemlich groß, -das Reisen umständlich und kostspielig, kurz — die Erfüllung dieses Wunsches verzögerte sich von Jahr zu Jahr. Eines Winterabends — Mutter mit den älteren Geschwistern war im Theater — befand ich mich mit Vater ganz allein im Wohnzimmer. Es war das ein sehr großes, langgestrecktes Gemach, in dessen einer Ecke sich die Eingangstüre befand, während wir, Vater und ich, in der diagonal gegenüberliegenden Ecke an einem Tisch sahen. Vater legte nach seiner Gewohnheit die große Napoleons-Patience, ich machte meine Schulaufgaben. Der Winterfturm tobte um das alte Haus, im Ofen pfiff und fang es, sonst war kein Geräusch zu hören. Plötzlich — eben hatte es vom nahen Rathausturm neun geschlagen — ging die Zimmertüre. Mein Vater, seit der Schlacht von Königgrätz auf einem Ohr taub, hörte das Geräusch nicht. Ich aber spähte in -die Dunkelheit, die die auf dem Tisch stehende Petroleumlampe nur sehr mangelhaft zu durchdrin- gen vermochte. Anfangs konnte ich nichts wahrnehmen. Plötzlich -aber trat eine hochgewachsene Gestalt aus dem Dunkel in den Lichtkreis der Lampe. Es war eine ganz in schwarz gekleidete Dame, die einen bis zum Boden herabfallenden dichten Kreppschleier trug, -der ihre Züge vollkommen verbarg. „Papa, schau, wer da ist!" sagte ich erstaunt und deutete auf den späten Besuch. Mein Vater schaute auf. Er war von -dem Anblick der unangemeldet eingetretenen Dame so überrascht, daß er, der stets ritterliche alte Offizier, sogar vergaß, aufzustehen und dem Besuch entgegenzugehen. „Wer sind —, mit wem habe ich das Vergnügen?" stammelte er betreten. Die Fremde stand einige Sekunden regungslos. Dann erhob sie — genau entsinne ich mich noch jeder ihrer Bewegungen — langsam die schwarzbehandschuhte Hand und schlug den Schleier zurück. Ein mir völlig unbekanntes Gesicht kam zum Vorschein, dessen wachsgelbe Färbung mir besonders auffiel. „Fanny, liebe, liebe Fanny!" rief in -diesem Augenblick, indem er aufsprang, mein Vater. „Du kommst mich besuchen? Wie lieb ist das von dir!" Die fremde Dame antwortete nicht. Mit einem unbeschreiblich wehmütig-zärtlichen Ausdruck sah sie meinen Vater einige Augenblicke lang an. Dann ließ sie den Schleier langsam wieder fallen, wendete sich lautlos um und verschwand in der Dunkelheit, wie sie gekommen war. „Fanny, ja wohin gehst du denn!" rief mein Vater, die Lampe erfassend und ihr nacheilend. Durch die jähe Bewegung erlosch jedoch die Lampe. „Geschwind, lauf ihr nach!" gebot mein Vater, indem er sich bemühte, die La-mpe wieder anzuzünden. Aber ich fürchtete mich und wich nicht von der Stelle. Sobald das Licht wieder brannte, eilten wir der Entschwundenen nach. Aber so sehr wir auch das ganze Haus absuchten, wir konnten sie nicht finden. Weder die Magd in -der Küche noch die Köchin, die nach ihrer Gewohnheit um diese Zeit unten am Haustor lehnte und auf die Straße blickte, hatten irgendetwas von einer fremden Dame bemerkt. unter Kirchliche Nachrichten Amtsgericht Gießen am k BebeutungH jruppenber DermstMj i itung für toi: yMM die für bas !Re\d) i vorher ein« Ätt^ammlun«» e nmfch, ist» alb Mutter f te «r ihnen Zorfoll, und' ? in Spannn p*®V icht, daß ö" n Krakau?■’ ibung. gt «iellvertred Unung: Kundgebung!! und aller ai 'er ® e n e Hoheit.^ ng im Einvei mbaleiter et i genehmig!! enleiter, tuen nicht über toi *“«r &* 1 uxrben ton. e-^A'Ner!, 5 Windung ^Imien nach werden ^Eichi 'kuhchland m ir den 2)0^ Montag, 26. November. Lollar. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, 29. November. Daubringen. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Freitag, 30. November. Mainzlar. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 24. November. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte, W oütrr. oiM Wochen n ms Baum" fjbem er sich i sicher ®eiie Halle, bas in tat 6d)oj« ih»ff ßa[t n, ihm nich M onalt^1 chaft chen? Sierbenben^ ;it überuM t befreite $ mb noch g i dem M it vielleicht ° nfchenhiruc III’. Der Gibraltar-Tunnel. Don Major Hans Rohde. Frankreichs Imperialismus am Mittelmeer. W 'M Neh fll ’$■ «btt . 11 mit l te sj° ft ”s M°h & '««bttJ ” "°ch t» e^tot. «Sft m .d,t “btt. ?Pf« für li, ÄX Sonntag, den 25. November. 27. und letzter Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Frauen: 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, 26. November. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, 28. November. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Neuapostolische Gemeinden Gießen. Sonntag, den 25. November. Lokal: Händelstrahe 1. 9.30 und 16 Uhr: Gottesdienste. Lokal: Cderstraße 13. 16 Uhr: Gottesdienst. Mittwoch, den 28. November. 20.30 Uhr. Vaplisten-Gemeinde. Sonntag, den 25. November. 9.45 Uhr: Prediger Lotz; 11: Kindergottesdienst; 20.30: Prediger Falk. Donnerstag, 29. November. 20.30 Uhr: Bibelbesprechung, Prediger Lotz. Veffentllcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf leit« fon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. 21 erste: Dr Wolf, Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. Schüttler. Apotheke: Pelikanapotheke. Frankreich ist bekanntlich seit langem mit allen Mitteln bestrebt, sich neben seinen Seeverbindungen mit dem afrikanischen Kolonialreich über Spanien auch eine Landverbindung zu schaffen, um auf diese Weise jede Gefährdung oder Unterbrechung seiner farbigen Transporte aus Afrika nach dem europäischen Frankreich tm Ernstfälle soweit wie nur irgend möglich auszuschließen und diese Transporte damit auf eine sichere Basis als bisher zu stellen. Dieses Bestreben war schon vor dem Krieg sehr stark. Es ist in den Jahren danach mit der Zunahme der politischen Spannungen im Mittelmeer, insonderheit mit der Verschärfung des italienisch-französischen Gegensatzes und der gegen früher wesentlich größeren Rolle der farbigen Truppen im Rahmen der französischen Wehrmacht noch sehr viel stärker geworden. Den ersten französischen Schritt in dieser Richtung stellt ein Abkommen dar, das am 18. August 1904 zwischen dem damaligen spanischen Botschafter in Paris d e Leon y Gastillo und dem französischen Außenminister D e l c a s s S abgeschlossen wurde und den Bau von drei Eisenbahnlinien über hie Pyrenäen nach Nordspanien vorsah. Diesem ersten Schritt sind in der Nachkriegszeit noch eine ganze Anzahl weiterer gefolgt. Nicht nur, daß von den drei im Jahre 1904 vereinbarten Eisenbahnlinien zwei tatsächlich gebaut und in den Jahren 1928 und 1929 dem Verkehr übergeben wurden, begann Frankreich darüber hinaus fast gleichzeitig auch mit der spanischen Regierung in Madrid Verhandlungen, die den zweigleisigen Ausbau der großen von der französisch-spanischen Grenze nach Südspanien führen- renben Eisenbahnen und deren Umstellung auf französische Spurweite sowie die Herstellung einer ganzen Anzahl in gleicher Richtung führender A u - tomobil st raßen zum Ziele hatten. Vor allen Dingen aber griff es im Jahre 1929 den alten spanischen Lieblingsgedanken der Untertunne» * Vergleiche Gießener Anzeiger vom 10. und 17. November. Beuern. 13.30: Gottesdienst. — Steinbach. 9.30: Gottesdienst unter Mitwirkung des Gesangvereins „Eintracht", Kollekte. — Albach. 12.30: Gottesdienst, Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors, Kollekte; 11: Kindergottesdienst (1. Abteilung). — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: kurze Gefallenen-Ehrung durch die Konfirmanden am Heldendenkmal; 11.15: hl. Abendmahl für die Jugend von Daubringen. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a. Lda. 10: Hauptgottesdienst, Kollekte; 13: Totengedächtnisfeier auf dem Friedhof. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst; 14: Totengedenkfeier. — Watzenborn-Steinberg 13: Kinüergottesdienst; 14: . Hauptgottesdienst; anschließend Feier am Denkmal. — Garbenteich. 10.30: Gottesdienst, Mitwirkung des Gesangvereins „Viktoria". — hausen. 12.30: (Bottes« . dienst, Mitwirkung des Frauenchors. — Birklar. 1 9.30: Hauptgottesdienst. — Langsdorf. 11: Haupt- . aottesbienft, Kollekte; 19.30: Totenfeier. — Betten- I hausen. 13.30: Hauptgottesdienst, Kollekte. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 15: Feier auf dem Friedhof. — Langd. 13: Gottesdienst. — Beitsberg. 9: Gottes- । dienst, Kollekte. — Wirberg. 10.30: Gottesdienst, Kollekte. — Beltershain. 12.15: Gottesdienst, Kol- lekte. — Harbach. 13.30: Gottesdienst, Kollekte. — • Ober-Gleen. 9.30: Kindergottesdienst: 10.20: Haupt- ! gottesdienst; 16.15: Friedhofsandacht. — Kirtorf. • Kinder- und Hauptgottesdienst fallen aus; 15.15: ' Friedhofsandacht. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; ! Kirchenchor; Kollekte; 15.30: Feier auf dem Fried- I Hof; Posaunenchor. — Nieder-Bessingen. 13.45: ; Stiftsdechant Kahn; Schülerchor; 15: Feier ! Denkmal. Der Plan, durch den Bau eines Tunnels ______ der Straße von Gibraltar eine Landverbin- bun g zwischen Europa und dem afrikanischen Kontinent zu schaffen, ist zunächst neben dem französischen „Canal de deux mers" (Verbindung zwischen dem Golf von Biskaya und dem Mittelmeer) und der ebenfalls französischen Trans- Sahara-Bahn das dritte große Verkehrsprojekt im Mittelmeerraum, das sich anschickt, aus dem Rahmen der Problematik und Utopie herauszutreten und Wirklichkeit zu werden. Es ist zwar feinem ganzen Ursprung, seiner geo« graphischen Lage und Geschichte nach ein in erster inie spanisches Projekt, nicht minder aber heute zugleich, so eigenartig dies auf den ersten Blick erscheinen mag, ein Projekt französischer Machtpolitik. 'M di- li”*,1- Äd-rt F. i J* - K Der wegen Bettelei schon vielfach vorbestrafte H. S. aus Chemnitz wurde wegen desselben Deliktes in der Umgegend Gießens vorgeführt. Das Gericht erkannte in Betracht der einschlägigen Vorstrafen au 6 Wochen Haft unter Anrechnung von 3 Wochen Untersuchungshaft. Außerdem wurde die lieber» Weisung in das Arbeitshaus angeordnet. Wegen Uebertretung nach der KVO. erhielt der H. R. aus Frankfurt durch Strafbefehl 2 0 Mark Geldstrafe. Der Angeklagte überholte auf der Straße nach Frankfurt, entgegen bestehender gesetz- licher Bestimmungen, fahrlässigerweife ein anderes Fahrzeug. Gegen den Strafbefehl verfolgte er, jedoch ohne Erfolg, Einspruch. Das Gericht verurteilte den Angeklagten nach Vernehmung zweier Zeugen entsprechend dem Antrag des Amtsanwalts zu der im Strafbefehl festge etzten Strafe und in die Kosten des Verfahrens, luna der Straße von Gibraltar wieder auf, oer feit der Milte des vorigen Jahrhunderts bereits die spanischen Gemüter bewegte, bis zum Jahre 1929 aber über rein theoretische Erörterungen nicht hinausgekommen war. Frankreich begann, sich in Wort und Schrift mit aller Macht für feine Verwirklichung einzufetzen und stellte schließlich der spanischen Regierung auch die nötigen Geldmittel zur Verfügung, um die erforderlichen Vorarbeiten durchzuführen. Diese Vorarbeiten haben in den letzten drei Jahren in Gestalt von Bohrungen, geologischen Untersuchungen und Tiefseelotungen an verschiedenen Stelle der Straße von Gibraltar stattgefunden und nach einem Bericht der damit beauftragten Kommission an den spanischen Ministerpräsidenten vom Dezember vorigen Jahres angeblich auch den Beweis für die technische Durchführbarkeit des Unternehmens erbracht. Ihre Grundlage bildeten Entwürfe eines höheren spanischen Artillerie-Offiziers, des Obersten Pedro Jeve- n o i s. Diese Entwürfe, die im Jahre 1929 von der spanischen Regierung angekauft waren, empfahlen im Gegensatz zu früheren Vorschlägen, den Tunnel nicht an der schmälsten Stelle der Meerenge zwischen Punta De Canales und Punta Circes, sondern mit Rüsicht auf die geringe Tiefe und sonstigen günstigeren Geländeverhältnisse weiter westlich zwischen der alten spanischen Festung T a r i f a und Ras e l B u a r a an der marokkanischen Küste ostwärts von Tanger, also unter Umgehung des englischen Stützpunktes Gibraltar zu bauen. Der Tunnel würde hier 320 bis 400 Meter unter dem Meeresspiegel liegen und eine Länge von 30 bis 40 Kilometer haben. Die Höhe der Kosten wurde auf 200 bis 220 Millionen Mark veranschlagt, die Bauzeit auf fünf bis sechs Jahre geschätzt. Soweit die Vorschläge des Obersten Jevenois. Ob und wie weit sich die Ergebnisse der auf ihrer Grundlagen inzwischen an Ort und Stelle ausgeführten Untersuchungen mit ihnen decken, ist nicht bekannt geworden. Es besteht aber kein Zweifel, daß diese Untersuchungen nur dank einer weitgehenden finanziellen Unter- stützung durch Frankreich möglich waren, daß Spanien menschlichem Ermessen nach niemals aus eigener Kraft an eine Verwirklichung des ganzen Vorhabens denken kann, daß diese, wenn überhaupt möglich, so nur durch Frankreich herbeigeführt werden kann. Frankreich aber scheint fest entschlossen, dieses Unternehmen zu wagen. Es ist die treibende Kraft, die hinter dem gewaltigen Plane einer Untertunnelung der Straße von Gibraltar steht, nicht um der verkehrspolitischen, wirtschaftspolitischen und kulturpolitischen Bedeutung dieses Werkes willen, sondern einzig und allein aus machtpolitischen Gründen. Sein Ziel ist es, seiner schon heute gewaltigen Machtstellung im Mittelmeer und in Europa eine neue Grundlage zu schaffen, und damit die Frage des Gibraltartunnels im heutigen Stadium ihrer Entwicklung in Wirklichkeit nicht anders zu werten wie der „Canal des deux mers" und die Transsahara-Bahn: als ein Kennzeichen des keine Grenzen kennenden französischen Imperialismus. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 25. November. 26. nach Trinitatis. Totensonntag. Stadlkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde im Markusfaal, Pfarrassistent Balz; 17: Pfarrassistent Balz. Litur- gischer Gottesdienst. — Johanneskirche. 9.30: Pfarr- af fist ent Balz, 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; 17: Pfarrer Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfarrer Anthes. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfarrer Anthes. — Petruskapelle. 9.30: Pfarrer Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde, Pfarrer Trapp; 17: Pfarrer Becker. — Kapelle des Neuen Friedhofs. 14: Pfarrer Trapp. — Wieseck. 10: Hauptgottesdienst (Chorgesang, Kollekte); 19.30: Abendseier (Chorgesang). — Alten-Vuseck. 9.30: Gottesdienst (Frauenchor), Kollekte; 13: Gottesdienst. — Grohen-Buseck. 10.30: Gottesdienst (Kirchenchor, Kollekte). — Oppenrod. 9: Gottesdienst, Kollekte. — Das Mädchen und die lieben Freuden fen strampelnder Mädchenarme und Bubenbeine im Schwimmbad herausgriff, um mir Unterricht im Erawlen ,Da ist Schwester Martha, die mir die Hand hielt in der langen Macht vor der Operation. Oa ist Paul, der Portier des Bürohauses, der im rechten Augenblick sagte: (Sie hieß Karoline, und die Ungewöhnlichkeit des Namens in einer Zeit, die Mia und Baby, Io,Oaisy und Swen als erste durchs Ziel gehen ließ, ist meine früheste Erinnerung an sie. Miß. verstehen Sie mich nicht. Karoline war gar nicht unmodern. Sie war Abteilungsleiterin in einer großen Firma, geschäftstüchtig, fleißig und dabei zu geben, das ist die zweite Erinnerung. Und Karoline eine Meisterin in der Kunst, ihr Gesicht schön zu machen, ohne das Auge des Bewunderers ihrer Figur zu beleidigen / Wie sie mich aus einem Hau- Freuden, die mir geschenkt worden sind, und die Mehrzahl der sieben weiß wohl gar nicht, daß sie es fafeif / vl »Wie schön scheint praL die Sonne heute, M Irolleia«, als ich einmal ganz ver- zagt dachte, alles V sei zu Ende. Oa ist im seligen Walzerschritt die dritte — am Abend, an dem ich zum £>$ ersten Male mit Onkel ausgehen durste / Immer der gleiche, frohe und ausgeglichene Kamerad, das ist Karoline pK yb (und seit dem Schwimmunterricht darf ich sie olle paar Wochen besuchen) / Als ich sie gestern überraschen der Omnibusschaffner, der immer ein wenig wartet, wenn ich verspätet zur Haltestelle laufe. Oa ist Fräulein Berger, Herr Schmidt, die Mutter Moser und nicht zuletzt der kleine Fritze, der so wunder- voll spucken kann und mir das Murmelspielen beigebracht hat.« Jetzt darf ich mitwählen und mitaussuchen,um sieben Menschen tz Zreudezu schenken. Dann darfich helfen,siebenpaketezu machen, in Weihnachtspapier gepackt und mit bunten Bändern ver. schnürt. Dann werde ich helfen, sie zur Post zu trogen. Aber «S werden vierzehn Pakete sein und nicht sieben, denn meine eigenen sieben Freuden werden auch dabei fein / Ltnd dann, das weiß ich, werde ich Karo- M(. (ine so glücklich sehen, wie damals im seligen Walzerschritt. Zx"-M> ' wollte, fand ich sie am Schreibtisch — verlegen zum ersten Male, seit ich sie kenne. »ES ist Adventszeit«, sagte sie, »Zeit zum Nach. /jy/zT denken, wer mir Gutes getan hat in diesem Jahre, bewußt oder unbewußt. Hier äUl siehst Ou sieben Namen. Sie bedeuten sieben __ Beachten Sie in der nächsten Woche Wocke VOM 2*NOV.-1 DEZ. 1934 Waldschmidt, Plockstraße 2 Weidemann, Seltersweg 59 Wolff, Seilersweg 4 Zurwonne, Mäusburg 12 unsere Schaufenster-Auslagen 6923 D Wissen Sie schon? Den gutsitzenden, korrekten Herrenschuh für Gesellschaft, Straße und Sport finden Sie in nachstehenden Fachgeschäften r Benner, Marktstraße 34 Bernhardt, Schuistraße io Haas, Marktplatz 7 Neumeier, Sonnenstraße 20 Herrenschuh-Woche b. 1. Dezember Verbrauchergenossenschaft hieben e.G.m.b.H. Einladung Am 2. Dezember 1934, vormittags 9 y2 Uhr, findet im Katholischen Vereinshaus zu Gießen die diesjährige orflenlMe Vertreter-Versammlung Statt‘ Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht, über das abgelaufene Geschäftsjahr: a) des Vorstandes, b) des Aufsichtsrates, c) Entgegennahme der gesetzlichen Revisionsberichte, 2. Genehmigung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, 3. Deckung der Sonderabschreibung aus den Reserven, 4. Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, 5. Bestätigung von Vorstandsmitgliedern, 6. Wahlen in den Aufsichtsrat 7. Satzungsänderungen: §§ 50 II, 56 III und IV, 8. Anträge (gemäß § 33, Ziffer III des Genossenschafts-Statutes). Der Aufsichtsrat der Verbrauchergenossenschaft, Giefien Heinrich Schneider, Vorsitzender des Aufsichtsrates. 6686a Vortrags-Vereinigung (Goethe-Bund und Kaufmännisch.Verein) Montag abend 8 Uhr, Neue Aula 2. VORTRAG: in! GreOlierfang-Expedilioo in Oslakika Mitglieder des G.-B. und des K.V. freien Eintritt. Nichtmitglieder 1.25 M. 6872 D keltoall liir H- und Serielle Detektiv K. Gen Bad-Nauheim Kurslraße 17, er« leö. alle vertrau« hebe Privat- unr Geichaitsanaeie« nenbeiten, rote Auskünfte,Beob« nebtunnen, Ur» Mittelungen,Be- ichanung vonBe« weismatertm m Straf» unö-Broth urot., ftrcnp diskret. Svrechit.: !»-12'/«u Bin Briefumschläge bei Brühl, Gießen MIT SCHNELLDAMPFER .COLUMBUS« 32565 BR.R.T. ABFAHRT MONACO 8. 2. • ANKUNFT BREMEN 16. 4.1935 FAHRPREIS: TOURISTEN-KL. AB RM1036-, I.KL. AB RM 2065.- INDIEN • AFRIKA I 'Q l WEZ I I 1 / ' A 1 r \ . ' .»* - TEILSTRECKEN-PREISE AUE ANFRAGE AUSKUNFT UND PROSPEKTE DURCH UNSERE VERTRETUNGEN UND N O RDfrEU TS C H E R L LO Y B R E M EH In Gießen: H. Kretzschmar, Seltersweg 24 Wtt.WOWIttk 35 cm aufwärts stark, für Möbelholz zu kaufen gesucht, auch Makler hierfür gesucht. 06604 L.Kol!mar,Holzhandlung Pohlgöns bei Buübach. 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Arnold Gießen, Bahnhofstraße 13 6899 D Schlechte Augen sind schechte belfer im Kampf ums Dasein,sie schaden mehr als sie nutzen. Und rote unschön sieht es aus, roenn Sie lesen! Mit einem guten Augenglas :BriUe oder KneiseristIhnen geholfen. Fragen Sie Optiker M agnus der gibt Ihnen guten Rat, am Seltersroeg33, nicht zu übersehen durch seine Auslagen. Lieferant sämtl. Krankenkassen. Geldlotterie *f> d. ehemßad- Ktieqwbund Ziehst. gas ernt' N-.Dezeznb.34 694 b Gew.wAM nooo iWOO 13000 I>000 loi50d JoppeHos1 “Porto u. fiste 30 4 Külp.Staatl.Lott- Einn., Darmstadt, Schulstr.15. Postsch. 24500 Frankf. u. alle Verkantete!!, mw Einzelmöbel sowie Modernisieren der Möbel 5158 D A. Rudi, Roonstr» 5, am Ludwigsp^^ Günstige Zahlungsbedingungen Ehestands-Darlehen werden entgegengenommen» Nr. 275 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderheffen) Samstag. 24. November (934 Wild für das: XX interhilfswerk I Ein Aufruf des Reichsjägermeisters Göring. — Oie Maßnahmen in Hessen. Der Reichsjägermeister, Ministerpräsident Hermann Göring, veröffentlicht folgenden Aufruf: Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat zum Winterhilfswerk 1934/35 ausgerufen. Bereits im Vorjahre haben sich wohl die meisten Jäger an dem Winterhilfswerk beteiligt und so ihre soziale Verbundenheit gerade mit den Schichten unseres Volkes bewiesen, die nur dadurch von der Rot bewahrt bleiben, daß jeder hilft, der zu helfen vermag. Ich rufe daher die deutsche Iägerschaft auf. sich für das Winterhilfswerk 1934/35 mit aller Kraft einzusehen. Ich erwarte, daß die Iagderträgnisse einer Woche, und zwar der Woche vom 9. bis 15. Dezember, dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt werden, damit durch das Wild- pret gerade in den Weihnachtstagen den notleidenden Volksgenossen eine Freude bereitet wird. Wegen der Ablieferung des Wildes setzen sich die Kreisjagermeister mit den zuständigen Kreisbeauftragten des Winterhilfswerkes in Verbindung und treffen die für die Ablieferung notwendigen Vereinbarungen. lieber den Erfolg des Winterhilfswerkes haben mir die Kreisjägermeister auf dem Dienstwege zum 1. Februar 1935 zu berichten, unter möglichst genauer Zahlenangabe, welche Mengen von Wild aus den einzelnen Kreisen dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt worden sind. Ich verlasse mich auf die bisher bewährte Volksverbundenheit der deutschen Iägerschaft und erwarte, daß jeder deutsche Jäger seine Pflicht tut. Anordnung des hessischen Staatsministers. Der hessische Staatsminister, Forstabteilung, hat an die hessischen Forstämter eine Verfügung gerichtet, in der es u. a. heißt: Zu dem anliegenden Erlaß des Reichsjägermeisters vom 3. November d. I. wird bestimmt, daß in den selb st bewirtschafteten Staatsjagden der Hauptabschuß des im laufenden Jagdjahr noch zu erledigenden Abschusses in der Woche vom 9. bis 15. Dezember vorgenommen wird. Sämtliches in dieser Woche auf den Regiejagden erlegte Wild ist restlos dem Winterhilfswerk zur Verfügung zu stellen. Die Forstämter setzen sich alsbald mit den zuständigen Kreisbeauftragten des Winterhilfswerkes wegen der Ablieferung des Wildes in Verbindung. Aufruf des hessischen Glaatsministerö an die Jäger. Unter Bezugnahme auf den vorstehenden Erlaß des Herrn Reichsjägermeisters fordere ich die hessische Jägerschaft auf, sich mit dem zuständigen Kreisbeauftragten des Winterhilfswerkes wegen der Ablieferung von Wild für das Winterhilfswerk unmittelbar in Verbinduna zu fetzen. Ich erwarte, daß auch die hessische Jägerschaft dem vorstehenden Aufruf des Reichsjägermeisters zur Beteiligung am Winterhilfswerk 1934/35 mit allen Kräften nachkommt. Der hessische Staatsminister: Jung. Aus der Provinzialhauptstadt. Totensonntag. „Wir Toten, wir Toten sind größere Heere Als ihr auf der Erde, als ihr auf dem Meere." Das Jahr der christlichen Kirche fetzt an fein Ende das Gedächtnis ihrer Toten, Allerseelen für das katholische Bekenntnis, den Totensonntag in den protestantischen Gegenden. Das Wort, daß ein Tag im Jahre den Toten frei sei, findet darin feinen sinnvollen Ausdruck, nicht nur nach Wort und Ueberlieferung, sondern auch im tiefsten Her- zen aller Bevölkerungskreise. An diesem Tage ist niemand zu arm, um nicht das Grab seiner letzt- verstorbenen Angehörigen zu schmücken mit den Zeichen des Gedenkens und der Liebe, ist keine Brust so verschlossen, um nicht der teuren Toten zu gedenken, die am Ziele sind, während er selber twd) durch das Leben wandert und sei es in den [fernften Ländern. Erinnerungen steigen in jedem «auf- an den Freund der Jugend, an den Kamelraden, der einst an seiner Seite schritt, an den und jjenen, mit dem er in langen Jahren verbunden imar, sei es im engsten Familienkreis, sei es der Mitarbeiter im Berus, oder ein guter Nachbar ge- uvesen. Dank und Treue werden wieder lebendig, Liebe und Freundschaft winden unvergängliche Kränze, über allem aber besteht für jeden die Mahnung, daß alles Irdische Ziel und Grenze hat, Laß der Erdenwanderer darum schaffen soll, sv- lange es Tag ist, daß er aber sich immer bereit» Kalten muh, an das Tor der Ewigkeit zu treten. So ist der Sinn dieses Tages nicht nur die Erinnerung an alle, die uns lieb und wert waren, sondern für die Lebenden die eherne Mahnung: Dedenke! Unser Gedenken führt in dieser Zeit mit einem paft inneren Zwange in die Tage vor zwanzig Jahren. Damals beging Deutschland den ersten Totensonntag im Weltkriege. Noch war nicht ab» Zusehen, wie gewaltig und opfervoll das Ringen «ein würde, aber schon die ersten Monate hatten »es edelsten Blutes viel gekostet. Eindruckstief und erschütternd war die Totenklage in der Heimat, ergreifend vor allem durch die aufrechte und stolze chaltung, mit der damals unser Volk seiner Toten gedachte. Und immer neue Opfer wurden gefordert, immer wieder traten Feldfoldaten an die offene ©ruft ihrer Brüder, immer wieder wunden daheim loie Häuser von tiefem Schmerz erfüllt, wurde ein Oahr nach dem andern der Tag der Toten zur ittummen Huldigung für die Gräber in der Ferne. Mochten die Trauernachrichten die Heimat erfüllen, nie Sorgen sich berghoch türmen: unser Volk hat seine heilige Pflicht getan! Draußen und daheim? Der Gedanke der Gemeinschaft war Tat und Triebhaft, ohne daß viel davon gesprochen wurde. Dieses Vermächtnis aus dem großen Kriege ist uns ws auf diesen Tag geblieben, ist nach Zeiten der Wirrnis das kostbarste Gut dieser Zeit geworden, wächst der Tatsache, daß der Opfertod unserer Brüber die deutschen Lande vor den Schrecknissen Ises Krieges bewahrte, ist das Erbe des Gemein» lthaftsgedankens das Größte, das uns die Gefallenen des Krieges schenken konnten und wofür wir innen ewigen Dank schulden. „Niemand hat größere i iebe erzeiget, als wer das Leben ließ für feine trüber." Oft haben wir biefes Wort an ben offenen Gräbern im Felbe gehört. Der Mann aber, !»er unserem Volke Vorbild und Führer war in der Eingabe für Ehre und Vaterland, der Reichspräsi- fdent und Generalfeldmarschall, ist an diesem Tage !ns Gedenkens zum ersten Male nicht mehr lebend ,inter uns. Auch an feine Gruft sei der Kranz der Dankbarkeit gelegt. Das deutsche Volk erinnert sich am diesem Tage in Dankbarkeit auch der Kämpfer, liie ihr Leben für die deutsche Erneuerung opferten im Glauben an das deutsche Volk und an eine bessere Zukunft unseres Vaterlandes. * Das Jahr geht zur Neige, die Scheuern sind ge» füllt, und der Winter kündet fein Kommen. Mit dem Advent beginnt das neue Kirchenjahr, und es bringt als den Lichtpunkt im Dunkel der Jahreszeit das liebe Weihnachtsfest. Freilich: Viel Sorge geht noch durch das Land, so erfreulich der Kampf gegen die Not voranschreitet. Die Zahl der Arbeitslosen weiter zurückzudrängen ist in den Wintermonaten schwerer, als in der warmen Jahreszeit, wenn in den Außenbetrieben sich neue Arbeitsgelegenheiten schaffen lassen. Hier ergeht von neuem der Ruf bei Gemeinschaftsgebankens zur Bruberhilfe, für ben unser Volk in Not unb Kamps bis zum Tob herrliche Beispiele gegeben hat. Denn ber Tob ist bie letzte unb größte Gemeinschaft, für alle ohne Unterschieb. Wie aber bas Christentum im Auferstehungs» glauben bea Tob überroinbet, wie in ber Natur auf ben Winter ber Frühling folgt, so finb wir als Deutsche bes Glaubens, baß wir bie Schwierigkeiten ber Zeit bezwingen werden durch die Kraft unfers Wollens unb burch ben Glauben an bas Ewige. Heber Grüber vorwärts? Das ist bas Gebot für den einzelnen wie für ganze Völker. Zeigen wir uns der .loten würdig, um die Zukunft Der Kommenden zu gestalten. * Es genügt aber nicht, daß wir der Toten dankbar gedenken und daß wir ihre Ruhestätten mit Grabsteinen unb Blumen schmücken. Vielmehr müssen sie fortleben unter uns mit ihres Wesens bestem Teile unb uns Mahner unb Freunbe bleiben in unserem Lebenskämpfe. Der Tob ist nur eine anbere Erscheinungsform bes einen, großen, ewigen Lebens! Je stärker wir burch unsere Toten werben, je treuer unb bankbarer erweisen wir uns ihnen, unb um so sicherer unb stolzer werben wir bas Leben meistern, um so zuverlässiger Dienst an unseren Volksgenossen zu vollbringen vermögen unb um so freubiger in Gottes Gemeinschaft eingehen. „Im Himmel unb auf Erden, Herr, die Gewalt ist Dein, Du wirst der Sieger werden. Der Herrscher Du allein. Ob hoch bie Wogen wallen Im großen Völkermeer, Sie kommen unb sie fallen, Wenn Du es willst, o Herr. Du schlugst uns tiefe Wunden, Es traf uns Not unb Schwert, Weih uns bie Trauerstunben, Mach uns ber Toten wert. Mach uns zu Dienste fertig Unb treu bis in ben Tob Dem Daterlanb gewärtig. Wo ihm ein Unheil brohi.* * Gefallenengedenkfeier am Totensonntag. Es fei noch einmal baran erinnert, baß die von ber Arbeitsgemeinschaft ber Militär- unb Regimentsvereine Gießen für ben morgigen Totensonntag vorgesehene Gefallenen-Gebenkseier am 116er- Denkmal aus bem L a n b g r a f - P h i l i p p- Platz — nicht, wie gestern irrtümlich berichtet, auf bem neuen Friebhof — ftattfinbet. Nach einem um 11.15 Uhr in ber Stabtkirche beginnenben Svnber- Der bekannte Frankfurter Pianist Professor Alfred Hoehn spielt im nächsten Konzert bes Gießener Konzertvereins. Gottesbienst werben sich bie Teilnehmer an ber Feier geschlossen zum 116er-Denkmal begeben, um bort ber gefallenen Kameraben zu gebenden. Die Reichswehr, bie Spitzen ber Behörben, bie Partei unb ihre (Blieberungen, sowie alle beutschen Volksgenossen finb zu biefer Gesallenen-Ehrung einge» iaben Die NS.-Kriegsopferversorgung, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet eine Gefallenen-Ehrung mit Kranz- nieberlegung vormittags 11 Uhr auf bem Helben- friebhof (Neuer Friebhof). Heinrich Launspach IO Jahre alt. Am fommenben Montag, 26. November, kann ber langjährige Vorfitzenbe bes Gießener Hausbesitzervereins, Weißbinbermeister Heinrich Launspach, in voller Frische seinen 70. Geburtstag begehen. Herr Launspach, ber aus Hattenrob (Kreis Gießen) gebürtig ist, in Gießen feine Lehrzeit verbrachte unb bann beim hiesigen Regiment feiner Militärpflicht genügte, hat sich nach jener Zeit in Norbbeutfchlanb beruflich betätigt, schließlich im Jahre 1894 nach feiner Rückkehr nach Gießen hier felbftänbig gemacht. Er ist somit auch feit rund 40 Jahren feibftänbiger Gießener Hanbwerksmeister. Er gehört zu ben Mitgrünbern bes Gießener Haus- besitzervereins unb war viele Jahre lang im Vorber- grunbe bes öffentlichen Lebens als Führer ber Gießener Hausbesitzer unb Dorstanbsmitglieb im Hessischen Hausbesitzerverbanb tätig. Mehrere Jahre gehörte er bem Gießener Stabtrat an. Die Führung bes Gießener Hausbesitzervereins ist ihm jetzt noch anvertraut. Der Jubilar hat seine Kraft unb fein Streben stets in eifriger Weife in ben Dienst ber von ihm vertretenen Aufgaben gestellt. Das Ergebnis der (kintopfgericht- fommlung in Stadt und Kreis Giesien Wie bie Kreisamtsleitung ber NS.-Volkswohlfahrt mitteilt, brachte bie Eintopfgericht-Sammlung in Stadt und Kreis Gießen vom vergangenen Sonntag den Betrag von insgesamt 7895,38 Mark. In MM, «MN tRoman von Klothilde v. Stegmann. E3 Fortletzung Nachdruck verboten? „O Verzeihung!" Der junge Detektiv wich eil- fertig zur Seite: aber wie der dünkte, elegante fyerr in einem der Zimmer verschwunden war, tagte er halb zu sich, halb zu dem Verschwundenen: „Wart' nur, mein Junge, ich kann besser sehen, issls du dir denkst! Erst der eine, dann ber anbere... Wenn das nichts zu bedeuten hat, bann heiße ich friafe." „Also, Herr Gaßnow, haben Sie sich schon einen (öchlachtplan gemacht? fragte Robby Herman. Statt einer Antwort fragte Gaßnow: „Her Direktor, wer ist ber große, dunkle Herr? (fr hat ein scharfes Gesicht, eine harte Stimme, s,»richt das ,R' aus wie ein Slawe — er verschwand im Zimmer dreiundachtzig." „Nach Ihren Schilderungen kann das nur Di» lüftor Studczynski sein." Soso?!" meinte Peter Gaßnow nachdenklich. .Direktor Studczynski? Darf ich fragen: Hat ber Herr eine leitenbe Stellung in Ihren Betrieben? „Durchaus! Warum?" „Weil er ein fanatischer Spieler ist. Ich habe ihn mehrfach in verbotenen Spielklubs beobachtet. Er tat Unsummen gesetzt. Gewonnen, aber auch verloren. Das würbe mich nicht stutzig machen: aber taß er in seiner Abteilung auch noch einen jungen Mann hat, ber gleichfalls eine berüchtigte Spiel- Hatte ist unb um ein Haar bei ber letzten Razzia ritt hätte auf bie Polizei roanbern müssen, das ge» fällt mir nicht." „Sie meinen also ...?" „Ich meine noch gar nichts, Herr Direktor. Nur, taß ich mir die beiden mal sehr genau anschauen raufe. Ich werde heute nachmittag Herrn Korn» riiissar Schöttner darüber berichten." Er unterbrach sich. Es klopfte an die Tür Peter (ilafenoro setzte sich eilig an ben kleinen Arbeitsplatz r?ben dem Diplomatenschreibtisch von Herman und schien eifrig auf das Diktat zu warten Herman Taef: „Herein?" Ein Bote kam. „Eine Kabeldepesche, Herr Direktor?" „Aha, von Kutschner?" sagte Robby. Sein Gesicht wurde verblüfft. Das wurde ja immer Der» r.orrener. Denunziation gegen betreffende Dame hier be« ciits vor Ihrem Kabel von unbekannter Seite ein» pllaufen. Verdacht vollkommen sinnlos. Reise mit Jcppelin nach Berlin. Kutschner. Robby reichte das Telegramm Peter Gafenow hinüber. „Da — sehen Sie nur? -Peter Gaßnow las die Zeilen, em-, zweimal, bann nickte er anerkennend mit dem Kopse. „Ein sehr vernünftiger Herr, der Herr Direktor Kutschner?" Robby war verblüfft. „Ja, kennen Sie ihn denn?" „Nee, das gerade nicht. Denn ihn Amerika war ich leider noch nicht. Aber bas Fräulein von Dö- nitz kenne ich. Ich bin nämlich heute in aller Herr- gottsfrühe hinausgefahren und habe mal so ’n bißchen um das Haus spioniert. Da habe ich die junge Dame am Fenster gesehen. Nein — nein, Herr Direktor, ich habe es bloß nicht sagen wollen, weil der Herr Kommissar Schöttner nun mal auf die Dame getippt hat. Da kann ich als junger Schnösel doch nicht anderer Ansicht sein, ehe ich sie nicht begründen kann. Aber soweit ich Gesichter beurteilen kann, Herr Direktor, diesem Gesicht traut man nur bann etwas Schlechtes zu, wenn man —" Er lachte auf. „Darf ich's sagen?" „Nur heraus damit, Herr Gaßnow!" „Wenn man entweder ein Kriminalkommissar ist und überall Perbrecher wittert — ober ein Jbiot!" „Danke!" sagte Robby Herman trocken „Den Idioten nehme ich für mich in Anspruch." Und dann lachte er und schlug Gaßnow auf bie Schulter. Gaßnow lachte aleichfalls mit. „Aber, Herr Direktor, Sie haben doch dem Fräulein von Dönitz so etwas nicht zugetraut? Das kann ich gar nicht glauben. Dazu denke ich zu gut von den Menschen. So ein Gesicht kann doch gar nicht lügen." Da wurde Robby Herman sehr ernst. „Lieber Herr Gaßnow — schön, wenn man noch so glauben kann." „Und wenn man’s nicht mehr kann, Herr Direktor, wenn man so jung ist wie Sie, kann man’s ja schließlich noch lernen." Robby sah Gaßnow einen Augenblick verdutzt an. Dann war er mit einem Sprunge an seinem Kleiderschrank, holte Mantel unb Hut heraus. „Wenn Sie mich brauchen, Herr Gaßnow, für bie nächsten zwei Stunden bin ich nicht zu haben." Damit war er zur Tür hinaus. Da pfiff Peter Gaßnow wieder fröhlich vor sich hin. ♦ In ihrem Zimmer draußen in Wannsee saß Edelgard. Sie schrieb. Aber immer wieder unterbrach sie ihre Arbeit, denn immer wieder stiegen ihr Tränen in die Augen. Dennoch, ber Brief mußte fertig werben. Enblich ftanb in feiner, klarer Mäbchenhanb- schrift auf dem Papier: Lieber Rudolf! Ich habe lange geschwiegen. Seien Sie mir nicht gram. Ich habe hier etwas sehr Schweres und Schmerzliches durchgemacht. Sie haben mir einmal gesagt, wenn ich nur ein bißchen Zuneigung für Sie empfände und zu Ihnen kommen wollte, nur mit Achtung und Freundschaft zu Ihnen im Herzen, das wäre Ihnen schon genug. Lieber Rudolf, ich habe gekämpft und gekämpft. Und bis vor kurzem glaubte ich noch, ich könnte es. Heute aber weiß ich, es wäre ein Betrug an mir selber und ein Unrecht an Ihnen. Ich weiß jetzt, was Liebe ist. Und darum muß ich Ihnen sagen: ich kann nicht. Zürnen Sie mir nicht und denken Sie nicht, daß ich einem anderen gebe, was ich Ihnen versage. Meine Liebe ist hoffnungslos. Der Mann, bem mein Herz gehört, ist gebunben unb verheiratet. Aber dennoch will ich lieber einsam bleiben, als Ihnen etwas vortäufchen, was ich nicht empfinde und was Ihnen auf die Dauer doch kein wahres Glück geben könnte. Ein Mensch wie Sie, lieber Rudolf, verdient ein volles, reiches Glück. Er verdient eine Frau, die ihn restlos und unteilbar liebt. Gebe Gott, daß Sie diese Frau finden mögen! Dann werden Sie verzeihen Ihrer dankbaren Freundin Edelgard von Dönitz. Edelgard hatte das letzte Wort geschrieben. Nun überlas sie diesen Brief noch einmal. Hatte sie die rechten Worte gefunden, um dem gütigen Freunde in der Ferne das Schwere möglichst leicht zu machen? Wer so litt wie sie, wußte, wie solche Enttäuschung einen anderen schmerzen konnte — aber sie wollte nun an dem Briefe nichts mehr ändern. Gerade war sie im Begriff, den Umschlag zu schreiben, als hastige Schritte bie Treppe hinauf» eilten. Die Tür würbe aufgeriffen. „Fräulein Ebelgarbchen, Fräulein Ebelgarbchen" — die alte Marie war ganz atemlos —, „ber Herr Direktor Herman ist schon roieber unten. Er müßte Sie unbedingt sprechen." Ebelgarb erhob sich zitternb. „Du weißt boch, baß ich ihn nicht sprechen will." „Das habe ich ihm gesagt: aber er läßt sich nicht abweisen." Wieber eilige Schritte bie Treppe aufwärts. Robby Herman ftanb in ber Tür. „Nein, ich lasse mich nicht abweisen!" klang es laut unb bestimmt. Ebelgarb sank kraftlos auf ihren Sessel zurück. „Jesus, bas Fräulein!" schrie bie alte Marie auf unb wollte auf ihre geliebte junge Herrin zustür- zen. Aber Robby nahm bie Alte sanft bei ben Schultern unb brehte sie zur Tür hin. „Bitte, verschwinben Sie! Das kann ich besser!" Schon war Marie braufeen unb bie Tür von Robbys Hanb energisch geschlossen. „Ebelgarb", sagte Robby, unb aller Groll, aller Zweifel schwanb vor bem rührenben Zauber ihres Gesichts, „Ebelgarb, so entgehen Sie mir nicht. Ich beschwöre Sie... Warum haben Sie mich gestern nicht sprechen wollen? Warum kamen Sie heute nicht ins Büro? Warum weichen Sie mir aus? Ebelgarb, mein ganzes Leben hängt bavon ab, baß Sie mir bie Wahrheit sagen. Was es auch sei, nur sagen Sie mir bie Wahrheit!" Edelgard senkte den Kopf sehr tief. „Warum sind Sie noch einmal gekommen?" fragte sie leise. „Warum quälen Sie mich? Gehen Sie doch!" schrie sie auf. „Gehen Sie doch zu Ihrer Frau!" Robby taumelte zurück. „Zu meiner Frau? Um Gottes willen, Edelgard, wer hat Ihnen gesagt, daß ich verheiratet bin? Wer hat diese infame Lüge aufgebracht?" Jetzt blickte Edelgard auf. Ein vollkommen ratloser Ausdruck war auf ihrem Gesicht. „Eine Lüge? Aber Studczynski sagte doch —* „Er sagte, daß ich verheiratet bin?" Sie nickte nur. „Und er hat Ihnen nicht gesagt, daß meine Frau — daß sie nach vielen Irrfahrten verdorben — gestorben ist?" Ein schluchzender Laut der Erlösung brach aus Edelgard. Sie streckte die Hände aus, und schon fühlte sie sich umschlungen, emporgerissen, fühlte sich an der Brust des Mannes geborgen. Fühlte feine Lippen auf ihrem Haar, auf ihren tränen- nassen Wangen. „Edelgard, weißt du es nicht, daß ich dich liebe, unsagbar liebe? Ijaft du es nicht gefühlt?" „Ich habe es nicht zu glauben gewagt", flüsterte sie, „und als Studczynski es mir sagte, da ... Oh, wie unrecht habe ich dir getan, Liebster!" Robby zuckte zusammen. Sie klagte sich an? Sie, die beste und reinste Seele — und er? Wie furchtbar war fein Verdacht gegen Edelgard gewesen! Alles wurde ihm jetzt klar. Studczynski mußte hinter all dem stecken. Peter Gaßnow hatte recht. Studczynski mußte bei ber Spionage feine Hanb im Spiel haben. Genau so wie bei bem furchtbaren Mißverstänbnis zwischen ihm unb Ebelgarb. Aber noch ahnte Ebelgarb ja nichts von all biesen Dingen. Noch war es möglich, sie vor aUbem zu schützen. Er brauchte nur bem Kriminalkommissar Bescheib zu sagen. Unb Edel» garb würbe niemals ahnen, in welchem Verbacht sie gestanben hatte. Es war ein schwerer Kampf, ben Robby Herman m diesem Augenblick kämpfte. Aber er wurde Sieger Er mußte Edelgard diese Schuld beichten. Mit dieser Gedankenjünde gegen bie Geliebt» durfte er nicht neben ihr leben. Und wenn fein Lebensglück darüber zerbräche, nur die Wahrheit durfte der Boden ihrer Gemeinschaft werden „Ich habe dir Diel, Diel mehr abzubitten, mein Liebling", sagte er leise. „Willst du mich anhören?" Und dann saßen die beiden zusammen, und Robby Herman sprach. Nichts Derbarg er. Schonungslos klagte er sich an. „Wenn es eine Entschuldigung für mich gibt, Edelgard", sagte er zum Schluß, „so ist es diese: Seit ben furchtbaren Enttäuschungen an meiner ehemaligen Frau lebte in mir ein tiefes Mißtrauen gegen alle Frauen. Nur so konnte es geschehen, baß ich dich, mein Liebling, oerfannte. Wirst du es mir vergeben? (Schluß folgt.) der Stadt Glotzen wurden Insgesamt 3815,90 Mark gesammelt. Die Eintopfgericht-Sammlung t>es Vormonats brachte in Stadt und Kreis Gießen 7629,90 Mark. Zf|ra. Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung e. V. Ortsgruppe Gietzen. Totensonntag, 11 Uhr, findet auf dem Helden- friedhof (Neuer Friedhof) eine Gefallenen-Ehrung mit Kranzniederlegung statt. Wir bitten unsere Mitglieder um zahlreiche Beteiligung. Der Obmann: Müll. Oie Gchuhwirtschast wirbt. Aus dem Kreise der Schuhwirtschaft geht uns die nachstehende Mitteilung zu: Es gibt verschiedene Maßstäbe für die Beurtei- lung des Reichtums oder der Armut eines Volkes. Die einen Statistiker nehmen den Durchschnitt der Sparkasseneinlagen als Maßstab, die anderen den Verbrauch an Luxusgütern, die dritten das Jahreseinkommen eines Volkes. Daß man aber auch vom Schuhoerbrauch her Statistiken darüber anstellt, ob ein Volk reich ist oder nicht, dürfte immerhin neu sein. Eine amerikanische Statistik, die kürzlich herauskam, macht diesen Versuch. Sie stellt fest, daß in Amerika 2,5 Paar Schuhe pro Kopf der Bevölkerung im Jahr gekauft werden, daß in England etwa 1,9 Paar neu gekauft und getragen werden, daß man sich in Frankreich mit 1,7 Paar pro Jahr begnügt und daß in Deutschland der Verbrauch etwa bei einem Paar Schuhe pro Jahr liegt. Dabei ist auffällig, daß der Verbrauch der Frauen an Schuhen fast doppelt so hoch ist, als der der männlichen Bevölkerung. Das ist modisch begründet, dann aber auch dadurch zu erklären, daß die Frau in gewissen Dingen praktischer und logischer denkt als der Mann. Die Aufklärung der Herren in dieser Frage ist deshalb auch eine Pflicht gegenüber der Volksgesundheit. Die deutsche Schuhindustrie hat sich zu diesem Zweck mit dem deutschen Schuhhandel zu einer gemeinsamen Aktion vereinigt, die vom 24. November bis zum 1. Dezember stattfindet, in der man für den praktischen und korrekten Herrenschuh wirbt und gleichzeitig zeigt, welche modischen und gesundheitlichen Notwendigkeiten für den Herrenschuy gegeben sind. Im Rahmen dieser Werbewoche treten auch die Gießener Schuhgeschäfte durch die Ausgestaltung ihrer Schaufensterauslagen, auf die sie im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes aufmerksam machen, vor die Oeffentlichkeit, um deren Interesse d der Grenzlanddeutschen im Osten. Der Deutsche Ostbund habe es sich zur Aufgabe gemacht, die Schicksale der Grenzlanddeutschen nicht in Vergessenheit geraten zu lasten. ** Westerwald-Verein, Ortsgrunne Gießen Man berichtet uns verspätet: Der W-V., Ortsar. Gießen, unternahm am 4. November feine 24. Vlanwanderung. Morgens 8 Uhr brachte uns bei herrlichem .Herbstwetter das Damvfroß nach Metzlar. Nach kurzer Besichtigung führte uns der Weg nach Nauborn. Hier ersteigen wir den Schieferberg und geben dem soa. Pfgrrweg entlang. Herrlichen Rückblick auf Wetzlar genießen wir. Vor uns im goldenen .Herbstkleid die Wälder und dos Siebenmühlental. Unser Herz schlägt immer schnel- ler vor Ueberraschungen der Natur. Bald gelangen wir zur Honigmühle. Hier wird gefrühstückt. Froh, liche Lieder steigen, und bald rücken wir weiter. Nun durchwandern wir herrliche hohe Duchenwäl- der, wo wir die Zeichen des Lahnhöhenwegs ke- nutzen. Es folgt bann Schmalbach. Auf dieser Höhe genießen wir herrlichen Blick auf die Lahnberge und die Höhenzüge des Westerwaldes. Dor uns im Sonnenschein sehen wir Schloß Braunfels. Bald gelangen wir durch Bonbaden und kommen so in das malerische Solmsbachtal. In einem Steinbruch wird abgekocht, und Alt und Jung ergötzt sich an unserem gut gelungenen Eintopf. Kurses Spiel füllt die Mittagspause aus, aber bald heißt es weiter. Immer wieder durch herrliche Wälder, das Auge wird nicht müde, gelangen wir nach Braunfels. Schloß und die alten Fachwerk-Bauten am Marktplatz besichtigen wir gewissenhaft. Von Braunfels aus folgen wir dem schwarzen Strich über die Oberndorfer-Hütte immer wieder durch WaldrL Allmählich senkt sich der Tag. Träumerisch erfüll die Abendsonne durch die Bäume auf das Buckim. lauf). Manch Lied erschallt. Nach ca. zwei StunM I kommen wir aus dem Wald. Dor uns in der fterJ Wetzlar im Lichtschimmer. Links erhebt sich dg Silhouette Schloß Altenberg. Wir streifen den Mg, dalenen-Hof und aelangen nach einer weiters Stunde nach Wetzlar. Hier wird nochmals einet« kehrt und der Rest des Rucksackes gelüftet. Uhr verlassen wir den Bahnhof Wetzlar und lam den gesund und munter wieder im Heimathafen Wenn diese Wanderung körperlich auch etwas ngl langte, so wird man doch noch lange von dieses Naturgenüssen des Herbstes zehren. Was will das Volksbildungswerk der NG-Gemeinschast „Kraft durch Freude"? Don der Volkshochschule Gießen wird uns geschrieben: Wir sind in eine äußerst bewegte Zeit hineingestellt, eine Zeit so bedeutungsvoll, wie sie nur selten im Laufe der Jahrtausende ein Volk erlebt. Altes vergeht, bricht zusammen, Neues will werden. Neue Kräfte sind in unserem Volk lebendig geworden, regen sich mit impulsivem Drängen und suchen alle Gebiete menschlichen Lebens neu zu formen, neu zu gestalten. Die schöpferischen Menschen unseres Volkes sind eifrigst bei der Arbeit, Tausende, ja Millionen sind in ihren Bann gezogen, schaffen und wirken in ihrer Gefolgschaft. Andere wenige stehen noch abseits, mißtrauisch, mißmutig. Ihnen ists ungemütlich, all dies Eilen und Hasten, diese Ruhe- losigkeit. Tag für Tag, nun schon monatelang. Wundert sich jemand darüber? Und wenn der schönste Prachtbau errichtet wird, auf der Baustelle ist's nun einmal ungemütlich, wer da nichts verloren hat, der bleibe weg, sonst wird er gestoßen, beschmutzt oder gar verletzt. Neues will werden. Es geht heute um das Neuwerden unseres Volkes. Volk kann aber nur neu werden, wenn seine Menschen sich neu gestalten, neu formen lassen, neu werden. Eine neue Weltanschauung kann nur dort einziehen, wo überlebte, alte, abgewirtschaftete Anschauungen weggeräumt werden. Wenn liberalistische, ober marxistische Gedanken einen Menschen beherrschen, kann er nicht Nationalsozialist sein. Schließlich fordert aber diese Weltanschauung so viel von den Menschen unserer Tage, daß nur der all diesen Forderungen auf die Dauer gerecht werden kann, der nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich von der Richtigkeit ihrer Oberheffen. Oie Urkunde in der neuen Aidda-Drücke in Schotten. c Schotten, 23. Nov. Der Neubau der Brücke über die Nidda in der Dogelsberg- straße schreitet rüstig vorwärts. Die eine Hälfte ist bereits hergestellt und wird dem Verkehr freigegeben, nun wird auch die andere Seite von Grund auf neu errichtet. Beim Abbruch der alten Brücke fand man eine alte Urkunde über die Grundsteinlegung am 8. 8.1823. In das Fundament der neuen Brücke wurde ebenfalls eine Urkunde gelegt, trie folgenden Wortlaut hat: „Die alte Brücke über die Nidda, im August 1823 erbaut, in der Vogelsbergstraße unserer Stadt, hatte 111 Jahre dem öffentlichen Verkehr gedient, bis sie den gesteigerten Verkehrsbedürfnisien nicht mehr gewachsen war. Als die Straßenverwaltung noch in den Händen des Kreisamts lag, hatte dieses schon den Umbau der Brücke vorgesehen, nun hat die Provinzialdirektion und Provinzialstraßenverwal- tung, als die große Durchgangsstraße Rixfeld—Wie- senho-f—Poppestruth—Götzen, Wasserwerk—Molkerei—Stadt Schotten völlig neu im modernen Stampf- betonverfahren hergestellt wurde, auch die Brücke über die Nidda von Grund auf erneuert. Beim Abbruch der alten Brücke fand man eine alte Urkunde über den ersten Bau vom 8. August 1823, abgedruckt im heiligenden Schottener Kreisblatt vom 8. November 1934. An der Spitze der Provinz stand Drovinzialdirektor K l o st e r ni a n n , Leiter der Provinzialstraßen - Verwaltung waren Oberbaurat Cella r iu s und Baurat Gr ü n.ew ald, den Straßenbau und den Brückenneubau leitete Baupraktikant Rückert in Schotten. Die Stadtverwaltung leitete Bürgermeister Mengel, Beigeordneter Straub, die Gemeinderäte Buß, Cella- rius, Hafenauer, Hertel, Hofmann, Kromm, Meiski, Neumann, Rühl, Wetz- ler, Zeschkp, M e y r e r. Die Stadt Schotten dankt der Provinzialverwal- tung für idas große Entgegenkommen und die wertvolle Hilfe. Die neue Sraße und Brücke werden bei dem im neuen Reich einsetzenden gesteigerten allgemeinen Verkehr, besonders bei den kommenden, alljährlich wiederkehrenden großen Motorradrennen „Rund um Schotten" sich bestens bewähren und den Namen unserer engeren Heimat, unseres Vogels- berges und unserer Stadt Schotten weit in die Lande tragen. (Bott schütze unsere Heimat, unser Volk und Vaterland! Heil Hitler!" (Unterschriften.) Der Kreis Lauterbach wirb wieder arbeiislosenfrei. LPD. Lau ter dach, 23. Nov. Auf der gestri- gen letzten diesjährigen Tagung der Kreisabteilung Lauterbach des Hessischen Gemeindetages, der außer den Bürgermeistern und Beigeordneten auch die Politischen Leiter beiwohnten, konnte der Vorsitzende, Bürgermeister Peter, mitteilen, daß der Kreis Lauterbach bis auf wenige Ausnahmen in allen feinen Orten arbeitslosenfrei ist. Die wenigen noch nicht im Arbeitsprozeß stehen-1 den Volksgenossen sollen in den nächsten Tagen ' teils örtlich, teils in der Nachbarschaft in 8rbtVi gebracht werden. Zuchtvieh-Versteigerung in Alsfeld. * Alsfeld, 24. November. Eine große Zuchist vieh-Dersteigerung veranstaltet das Tieg, zuchtamt Gießen am Mittwoch, 5. Dezember, in dek Dolkshalle auf dem Lindenplatz in Alsfeld. Zuk Versteigerung kommen über 40 Bullen des hessisch-, Fleckviehs, deren Mütter unter LeistungskontrM stehen. Interessenten seien auf die heutige Bekamt machung besonders hingewiesen. Landkreis Gießen. * Steinbach 23. Nov. Dieser Tage rourtoi hier der in Sängerkreisen sehr bekannte' Sange-, bruber Karl Magel vom Gesangverein „Gei. mania" zu Grabe getragen. 45 Jahre hat der"Dem storbene bem beutschen Männergesang gebiemt Der Gesangverein „Germania", dessen Gesan'gstundst er noch bis vor 14 Tagen besuchte, ehrte ihn noif Beginn der letzten Fahrt durch ein geistliches Lisib unb fang auch am Grabe zwei Lieder. Der Dereinsi. führer Jakob Schneider schilderte in kurzes Worten das Leben des verdienten Sängers uni) legte einen Kranz nieder. Pfarrer D ö H hielt biai Grabrede. Im Auftrage der Firma Schmal/" Gießen, bei der der Verstorbene lange Jahre di Weißbinder gearbeitet hatte, legte ein ehemals Arbeitskollege einen Kranz nieder. * Leihgestern, 23. Nov. Dieser Tage fand iai Vereinslokal die Jahreshauptversammlunä des G?" fangoereins „L i e d e r k r a n z" statt. Till Feier wurde durch Musikvorträge und Chöre ver- schönt. Es wurde an diesem Abend zweier Jubilar!» besonders gedacht. Der Chorleiter des Vereins (fiert! Blaß) konnte im Februar auf eine 15jährige Stab" fübrung im „Liederkranz" zurückblicken. Dem Ebm- Mitglied Karl Faber wurde die Silberne für 40jährige Sängerschaft überreicht. Wegen die» ser besonderen Anlässe war der Kreiswalter bell Sängerkreises Güßen (Herr Koch) persönlich anwesend, um die Ehrungen vorzunehmen Insbesondere würdigte er die Verdienste des Chorleitern ■ Blaß um das deutsch? Lied und bcn deutschen Männergesang. Der zweite Vorsitzende des Verein« Karl Faber, der die JahreshauptversaminluMI leitete, sand auch treffliche Worte für Herrn B lasi : und ernannte ihn zum Ehrenmitglied des Derei-is.. Nach Abwicklung der reichhaltigen Geschäftsordnung wurde die Versammlung geschlossen. < Holzheim, 23. Nov. Die Sammlung vani Eintopfgericht am vorigen Sonntag, die oai der NS.-Frauenschaft durchgeführt wurde, erflfii den Betrag von 61,15 Mark für das Winterhilft werk. G Wirbera, 23. Nov. 31 Saarkinb-b Jungens und Mädels aus Beltershain, Harba^ Rpinhardshain unb Saasen, fanben sich gestern ti’-' mittag auf dem Wirberg zusammen. Das war günstig, so daß sie sich im Freien ttimm^ konnten in ftöhlichem Spiel. Sie ließen sich er.zciW von dem ehemaligen Kloster Wirberg, das einst f)i?t stand, betrachteten, was noch an Ueberreften allda maliger Zeit zu sehen ist, und interessierten R besonders für den alten Klosterkeller, der burd) D. Glaubrechts Erzählung „Der Stalervbermann vow Deitsberg" sehr bekannt geworden ist. Im PfaE' Gedanken überzeugt ist. Bis der letzte unseres Dsj, kes solches innere Neuwerden erlebt hat, bcy braucht es noch lange Zeit und viel Geduld, T> eine lernt es früher, der andere später, manch, j ersaßt es gefühlsmäßig, andere mehr verstände» mäßig. Erfassen aber sollen es unb müssen es aß» Das Volksbilbungswerk der NS.-Gemei» schäft „Kraft durch Freude" will hier eine wertvoll» Hilfe geben. In einer Anzahl von Lehrgängen ty'j es allen Volksgenossen die Möglichkeit bieten, tiefg einzudringen in bas Wesen der nationalsozialistisch^ Weltanschauung, will Verständnis wecken für bei Werden unseres Volkes in grauer Vorzeit, tnij die Politik der Gegenwart erhellen durch die Kennt! nis der geschichtlichen Vergangenheit, lieber rasi« politische Gedanken unb Gesundheitspflege wird ein Lehrgang, den der NS.-Aerztebunb übernommeq hat, unterrichten. Doch soll auch bie Kunst nicht,pi kurz kommen. Die Werke unserer mobernen DichtH werben vor uns kbenbig werben. Eigenes Singci und Musizieren wird Gelegenheit geben, bie groft Kunst der Meister verstehen und lieben zu lernen. Wer vorwärtsstreben will, wer nicht nur oben flächlich dies oder jenes kennen möchte, der komir^ und beteilige sich an unseren Lehrgängen. UnW Lehrkräfte werben bafür sorgen, baß es niemarj gereut. Vor allem, kommt zum Eröffnungs< a b e n b, ber heute, Samstag, 20 Uhr, im Großes Hörsaal ber Universität ftattfinbet unb an bem jebj frei unb unverbinblich einen Einblick in unfett Arbeit gewinnen kann. Die Lehrgänge und Bon tragsreihen beginnen von Montag, 26. November, ab. Näheres ist aus dem Arbeitsplan zu ersehen Wmn cs noch tauen Kathreiner gäbe, dann müsste er sshlarnigst erfüllten werben. Studio Unverbindliche Vorführung In jedem Fachgeschäft Künstlerisches Edelholzgehäuse mit wertvoller Handschnitzerei Neue Synchroluxskala mit zwangsläufiger Buchführung Wechselstrom 252.-— m. R.) Selbstverstöndllch Gleichstrom.. 264.50 m. R.J auch auf Teilzahlung Haft in £■ Higer Peters und Kettag wurde auch rW. chZuä)!' t bas litri mb?r, in btt UM. Ar des HGchi tuntjsfo ntn Sefani die. — Am Buß- und durch den Sportverein Deutsche Jugend will kulturellen Aufbau! Am ihr ein Arbeiten zu ermöglichen, braucht sie Heime. Gebt deshalb der Hiller- Jugend Heime. Mensunpen ein Spiel zugunsten der W i n° iserhilfe ausgetragen, das gut besucht war, so baß ein ansehnlicher Betrag überwiesen werden bonnte. J Nieder-Ohmen , 23. Nov. Am zweiten Sonntag des Eintopfgerichtes wurden in ionferer Gemeinde 60 Mark gesammelt. — Am Büßend Bettag fand ein Fußballspiel zwischen Niederem en und Flensungen statt, dessen Einnahmen dem Winterhilfswerk zuflossen. Es konnte der Betrag von 11,65 Mark an die Ortsgruppe abgeführt »«erden. st. Kirdorf, 23. Nov. In der Ortsgruppe j'irtorf der NSV. erbrachte die Kartof- sselsammlung für das Winterhilfswerk folgende Nengen: Kirtorf 122,86 Zentner, Lehrbach 100,15 Zentner und Erbenhausen 105,56 Zentner. Die Kartoffeln wurden bereits verladen. — Um der Ge- fchr der weiteren Ausbreitung der Scharlach- r-krankungen entgegenzuwirken, mußte man sich rn Einvernehmen mit dem Kreisarzt — nachdem be Volksschule bereits vor einiger Zeit geschlossen riurde — zu weiteren Schutzmaßnahmen entschliefen. Es dürfen bis auf weiteres keine öffentlichen Veranstaltungen stattfinden. Der Gottesdienst fällt k°enfalls aus. Die Angehörigen der an Scharlach kirkrankten sind gehalten, sich im öffentlichen Ver- llhr Zurückhaltung aufzuerlegen. Kreis Lauterbach. La. Lauterbach, 22. Nov. Der Flieger- ' ützpunkt Lauterbach hat vor kurzer Zeit ■ine in langer Arbeit fertiggestellte erste Schulungs■Äs »Ä! ps! ldlwhI 9e wSI f j)?rrn r leschasts^ onntaj > .'S !.»-Ä Hain, K« s & * r' Haus fand eine fröhliche Kaffeetafel statt: kleine, lustige Geschichten und eine kleine Lichtbildervorführung sorgten auch hier für kindertümliche Unterhaltung. Schon brach allmählich die Dunkelheit herein, als die Kinder den Heimweg antraten. Möge der gemeinsam verbrachte Nachmittag dazu beigetragen haben, das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit zu stärken und zu festigen. * Harbach, 24. Nov. Am morgigen Sonntag, 25. November, kann unser hiesiger ältester Mitbürger, Jost Scheld in geistiger und körperlicher Frische seinen 9 3. G eb urtsta g feiern. < Lauter, 23. Nov. Am Sonntag feiert unser Mitbürger Förster i. R. Georg Träller seinen 81. Geburtstag. Nach 50jahriger Dienstzeit in Rudingshain und Weickartshain trat er im Oktober 1921 in den wohlverdienten Ruhestand und siedelte nach Lauter über. Im Jahre 1932 konnte er nut ! seiner Gattin, die im Januar nächsten Jahres ihr Unseres| T-dM, j maill aussen ez t r^.-Teni, toertD! ■oraangen , bieten, ti ^laliftjk letfen für i Vorzeit, t N bie ßer lleber tc ''lege toirb, -Ubernonv Kunst nichi 'bernen Dih 'genes 6ii» ben, die $ 'n zu lernet icht nur fr >te, her kor Mgen. M B es nieir? ’ö ff nunc br, im W d an bem jf lick in nge unb M 26. OloDer- an zu er|". Tage wir nnte Sami inmin ,,A' hat her ®? ffebifii falontflunl* arte ihn ooi MLrr M >Wins* rtt ’i W BF ■" vSllB' ia ßdiffic mge W ein eheim r lag? W ntuna des f fto?'. mb Thön zweier ; Vereins J 15jäW’ en. Tim® Alberne I ht. ffiegfl tteiswali« i perfW imn.^"- des ThM 1 de" T ibe des 5 82. Lebensjahr vollendet, im Kreise von 7 Kindern, 71 Enkeln und 3 Urenkeln das Fest der goldenen Hochzeit feiern. — Bei der Sammlung vom Eintopfgericht gingen 24,40 Mark ein. — Die Kartoffel sammlung ergab hier etwa 100 Zentner. öp L i ch, 23. Nov. Die Sängervereini- g u n g „Cäcili a", eine der ältesten Sängeroer- sinigungen unserer Provinz, beging in Steins Saal» bau ihr 9 6. Stiftungsfest. Der zweite 23er- sinsleiter Jakob Uhrhan begrüßte, in Verhinderung des ersten Vereinsleiters Karl Lotz, die Gäste und nahm im Verlauf des Abends die Ehrung inniger verdienter Sänger vor. Es erhielten die Bänger Karl Albohn und Karl Vogt für vierzigjährige ununterbrochene Sängertätigkeit die Ehrennadel des Hessischen Sängerbundes, ferner wurde der Sänger Hermann Neudeck für 25» iähriae Sängertätigkeit mit der Sänaerncwel des Hessischen Sängerbundes ausgezeichnet. Der stellvertretende Dereinsleiter widmete den verdienten Sangesbrüdern anerkennende Worte für ihre Tätig» Die unter Leitung von Chormeister Ernst DIge vorgetragenen Chöre legten Zeugnis ab von gründlicher Arbeit des Chores und seines Dirigen» oen. Bei guten Musikstücken der Kapelle Sommer, nei gemütlichem Beisammensein und Tanz verlief liier Abend in harmonischer Weise. Es mar dies, Inas 96. Stiftungsfest, zugleich das erste Stiftungs» sest der Sängervereinigung, das nach Zusammen- aegung mit dem Rothschen Männerchvr gemeinsam Meiert wurde. Kreis Schotten. x Schotten, 23. Nov. Dieser Tage wurde das neuerbaute Selbstanschlußamt des hiesigen Postamtes in Betrieb genommen. Der Fernsprech» merkehr in der Stadt hat damit eine wesentliche Verbesserung bekommen. Eine ungestörte, stete Verbindung bei Tag und bei Nacht ist damit für die Fern» Zrechteilnehmer geschaffen worden. — In der Turn» Kalle fand eine gut beschickte Ausstellung des hiesi» (»en Kaninchenzuchtoereins statt, bei der schöne, raffenreine Zucht und großes Interesse für liefe Kleintierzucht festzuftellen war. — Die Ein - lio p f s a m m l u n g in der Stadt brachte rund '.AO Mark ein. — Die Ortsgruppe Schotten des Bundes der Kinderreichen hielt dieser £age eine Versammlung ab, die auch aus den Nachbarorten sehr zahlreich besucht war. Der Vorsitzende Bierheller sprach über die Ziele des Bundes. Bürgermeister Menge! sprach namens der Stadt Jber Unterstützungs- und besonders über Siedlungs» -ragen und den Bau von Kleinsiedlungen. Kreis Alsfeld. N. Flensungen, 23. Nov. Vorn 18. bis 21. lilooember fanden Im hiesigen Bibelheim Flenfun- aer Hof Bibel- und Evangelifations- jage statt. Die Versammlungen wurden täglich dreimal abgehalten und waren, insbesondere von Auswärtigen, gut besucht. Redner waren die Pre- letzter ö.J.-fporl In der Zeit vom 21. bis 25. November sind die hrenden Jugendleiter des Deutschen Fußball-Bun- « im SRnnhpahpim Steinbnrll in hpr l(iinphnrnpr Zwei Bäckereien in Worms polizeilich geschloffen. Worms, 23. Nov. (LPD.) Bei den in führenden _ _ , , ____ Des im Bundesheim Steinhorst in der Lüneburger maschine durch Fluglehrer Köhler auf der Bils- kuppe bei Maar einfliegen lassen. Nunmehr wurde durch Stützpunktleiter Bürgermeister Peter die Taufe dieses ersten Zöglings vorgenommen. Flieger- kamerad Weinberger sprach als Einleitung einen von ihm selbst verfaßten Dorspruch, In dem Sinn und Ziel des Segelsports seinen Ausdruck fand. Bürgermeister Peter (Lauterbach) nahm den Taufakt vor. Er dankte allen, die in uneigennütziger Weise und mit unermüdlichem Eifer oft bis in die tiefe Nacht hinein arbeiteten und das erste Flugzeug erstehen ließen. Das sei und bleibe wahrer Kameradschaftsgeist. Besonders einer fyabe sich der Sache in besonderem Maße angenommen und, den andern immer vorbildlich voran, sein Können und Wissen in den Dienst dieser vaterländischen Arbeit gestellt. Darum solle auch dieses erste Segelflugzeug seinen Namen tragen. Der Redner taufte es auf den Namen „Hans" (Vollmöller). Auch denen, die durch Materialbeschaffung und Geldspenden das Werk gefördert haben, sprach Bürgermeister Peter feinen Dank aus. Sein Dank galt ferner der Gemeinde Maar, bei der die jungen Flieger eine so herzliche Aufnahme gefunden haben. Ortsgruppenleiter I o» b e I e i t (Maar) hieß namens der Gemeinde und der Ortsgruppe die Flieger willkommen und gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß gerade diese schönste aller Sportarten hier eine Pflegestätte gefunden habe. Er sicherte jede mögliche Unterstützung der Gemeinde sowohl tote auch der Ortsgruppe zu. Im Anschluß daran wurde der Schulungsbetrieb bis in die späten Nachmittagsstunden aufgenommen. Während des Nachmittags stattete auch Graf Solms z u ßaubad), der Führer der Flieger - Untergruppe 6, den Junafliegern einen Besuch ab. Ein zweites Schulungsflugzeug (Zögling) ist im Bau. Es soll im Laufe des Winters fertiggestellt werden. vergessen wurde auch die Anleitung zur Bewertung der turnerischen Hebungen, die der langjährige Oberturnwart der Tgm. Friedberg, Hch. Jäckel, vvrnahm. Am Samstagabend trafen sich die Teilnehmer zu einem Dietabend, an dem der Dietwart der Tgm. Friedberg, Hans Hartmann, zeigte, wie turnerische Arbeit mit Dvlkstumsarbeit verbunden werden muß. Zwei arbeitsreiche Tage, die für viele Vereine reichen Segen bringen werden. Oer Fußball-Vereinspokal. Der erste Januarsvnntag bringt in allen deutschen Fuhballgauen den Start der Kreisklassenmannschaften zum ersten deutschen Fußball-Vereins-Pokal. Der Reichsspvrtführer hat einen Wanderpreis gestiftet, um den alle deutschen Fußballvereine kämpfen werden. Es wird also eine Pokalkonkurrenz, wie sie in diesem Ausmaße bisher noch niemals da war. Die Teilnahme der Gauliga und der Bezirksklassenvereine ift Pflicht, wohingegen für die Kreisklassenvereine kein Zwang zur Teilnahme besteht. Aber kein Verein sollte die gute Gelegenheit versäumen, um seine Kräfte mit einem stärkeren Gegner messen zu können. Der Sieger des Pokals, der in je drei Vor-, Zwischen-, Haupt- und den Schlußrunden ermittelt wird, bekommt neben einem Wimpel den Wanderpreis auf die Dauer eines Jahres. Die Spieler der siegreichen Mannschaft erhalten Plaketten. Gewinnt ein Verein den Pokal dreimal hintereinander oder viermal außer der Reihe, so geht dieser endgültig in feinen Besitz über. Die Paarung der Gegner wird durch das Los bestimmt, nur in den Schlußrunden werden sie nach Zweckmäßigkeit und auf neutralen Plätzen gepaart, weil innerhalb des weiten Bundesgebietes große Entfernungen überwunden werden müssen. Die drei Vorrunden finden an den ersten Sonntagen im Januar, Februar und März statt. Am ersten Aprilsonntag steigt die erste Zwischenrunde. Die Haupt- und Schlußrunden gehen in die neue Spielzeit über, so daß zu dem Zeitpunkt, zu welchem die Meisterschaft noch völlig ungewiß ist, die Pokal- Entscheidungen fallen. Es sollte damit im nächsten Jahr eine besonders interessante Spielzeit geben. Gau Nordheffeu gegen Gau Mitte in Erfurt. Am morgigen Sonntag wird nunmehr in Erfurt der Futzball-Gaukampf Nordhessen gegen Mitte ausgetragen. Man erwartet einen ausgeglichenen Kampf zweier starker Vertretungen, der aber mit einem knappen Siege des Gaues Mitte enden kann. In der Gaumannschaft wirkt auch diesmal wieder der Gießener 1900er Lippert mit, der in der Verteidigung auf einetn verantwortungsvollen Posten steht. Die Fußballmeisterfchaflsfpiele im Gau Nordhessen. Jrn Programm der Meisterschaftsspiele der Gaumannschaften in Nordhessen sind für den morgigen Sonntag folgende Spiele vorgesehen: Hanau 93 gegen Kassel 03, Hersfeld — Kurhessen Kassel, Langenselbold — Sport Kassel. Die Spiele der Vettrksklasse Giehen-Dill am 2. Dezember. Für den nächsten Spielsonntag, den 2. Dezember, sind in der Bezirksklasse Gießen-Dill folgende Begegnungen vorgesehen: In Gießen wird ein Lokalkampf zur Durchführung kommen. Die Mannschaften des VfB -Reichsbahn und der Spielvereinigung 1900 stehen sich auf dem Waldsportplatz im Rückspiel gegenüber. Als Schiedsrichter ist Wingen- feld - Fulda genannt. Ferner spielen: Dillenburg gegen Sinn (Vorspiel), Wetzlar — Naunheim (auch ein Lokalkampf!) und Fronhausen — Watzenborn- Steinberg. Borussia Fulda in Dresden. Der Fußball-Meister des Gaues Nordhessen, Borussia Fulda, wird am morgigen Sonntag in Dresden ein Freundschaftsspiel gegen den Dresdener SC. austragen, wobei erstmals drei Nachwuchsspieler eingestellt werden, da Borussia für den Gaukampf gegen Mitte drei Spieler abstellen muß. Vorbereitung für die Umorganisation der OFB.-Zuqend. Zeit wiederholt vorgenommenen Kontrollen des Brotgewichtes wurde in den Bäckereien Josef Vergold und Valentin Haxaire an zwei verschiedenen Tagen im Laden zu leichtes Brot für den Verkauf vorgefunden. Da die beiden Bäckermeister sich das Ergebnis der Kontrollen nicht zur Warnung dienen ließen und bei ihnen erneut minder- gewichtiges Brot für den Verkauf vorgefunden wurde, wurden die beiden Bäckereien mit Ermächtigung der Preisüberwachungsstelle des Hessischen Staatsministeriums polizeilich geschlossen, und zwar die Bäckerei Bergold für einen Tag, die Bäckerei Haraire für drei Tage. Gegen beide Bäckermeister wurde außerdem ein Strafverfahren eingeleitet. Ein Jahr Turngau Äordhesseu. Gairtrrrntag des Gaues Nordhessen inFulda Bei der Neueinteilung von Turnen und Sport entstand im vergangenen Jahre als einer der 16 deutschen Turngaue der Gau 12 Nordhessen. Er umfaßt in seinem Nordbezirk (Kassel) im wesentlichen Gebiete des ehemaligen Oberweser-Kreises der DT., während der Südbezirk (Gießen) vorher ein Glied des großen Mittelrheinkreises der DT. war. Beide Teile haben sich — das kann heute gesagt werden — gut zusammengefunden und tm ersten Jahr gemeinsamen Schaffens ein gut Stück Aufbauarbeit geleistet, nachdem der erste (Sauturntag am 5. Nebelmond (November) 1933 im Rat- Hause zu Kassel Inhalt und Richtung turnerischen Wirkens im neuen Reiche klar aufgezeigt hatte. Am morgigen Sonntag wird in Fulda nun zum zweiten Male der (Sauturntag zusammentreten und der Gauführung Gelegenheit geben, Rechenschaft über das verflossene Turnjahr abzulegen. Dessen Arbeit war vielseitig, auf organisatorischem Gebiete sowohl als auch auf den verschiedensten Feldern turnerischer Betätigung. Und mancher schöne Erfolg ist zu buchen gewesen im (Sau, in den Bezirken und Kreisen und darüber hinaus auch bei Veranstaltungen der DT. und des neuen Reichsbundes für Leibesübungen: dank der nie ermüdenden, immer schöpferischen Schaffensfreude des Gau- oberhirnroarts R. Paul (Gießen) und feiner Mitarbeiter im (Sau, in den zwei Bezirken und den 12 Turnkreisen. Am heutigen Samstagnachmittag finden bereits vorbereitende Sitzungen m Fulda statt. Der eigentliche (Sauturntag wird Sonntag früh durch DT.-Gau- führer K. Damer - Hersfeld in feierlicher Weise eröffnet. An die Jahresberichte des DT.-Gauführers, des ©auoberturnroarts R. Paul- Gießen und des Gaukassenwarts Herzog-Kassel schließt sich eine Aussprache. Dann wird der Gauoberturnwart den Arbeitsplan für das kommende Turnjahr erläutern und dabei den Blick vor allem auf das erste Gauturnfest richten, das die alte Turnerstadt Gießen übernommen hat, und das bekanntlich eine Veranstaltung des Reichsbundes für Leibesübungen werden wird. Zur Erörterung steht selbstverständlich auch der Haushaltsplan für das kommende Jahr und im Zusammenhang damit die Steuerfrage. Der stellvertretende Führer und Oberturnwart der Deutschen Turnerschaft, Karl S t e° ding» Berlin, wird dem Turntag als Gast beiwohnen. Hessen — Saar. Lin kunslturn-lNannschaftskampf in Vad-Aauheim. Am 16. Julrnonds (Dezember) treffen sich voraussichtlich in Bad-Nauheim Nordhessens b e ft e Geräteturner mit den Spitzenkönnern von der Saar zu einem M a n n s ch a f t s k a m p f im Kun st turnen. Der Kampf wird von drei Bezirksmannschaften bestritten, deren jede aus acht bis zehn Turnern bestehen soll. Dem Bezirk Saar (Gau Südwest) stehen gegenüber die nordhessischen Bezirke Kassel und Gießen. Das Treffen soll zu einem großen und eindrucksvollen Treuebekenntnis der nordhessischen Turner zu den Brüdern an der Saar gestaltet werden. Lehrgangsarbeit im Turnkreis Wetterau - Vogelsberg. Die wichtigste Aufgabe einer verantwortungsbewußten Führung ist die Ausbildung tüchtiger Turnwarte und Abteilungsleiter. Deshalb veranstaltet der Turnkreis Wetterau-Vogelsberg schon seit Wochen zweitägige Wochenendlehrgänge, in denen die durch die Kreisfachwarte die Turnwarte und Vorturner der Vereine gründlich ausgebildet werden. Den Frauenlehrgängen in Gedern und Friedberg folgten in Büdingen und am letzten Sonntag in Friedberg Lehrgänge für das Männerturnen. Kreisoberturnwart Dr. Siegert (Stockheim), Kreismännerturnwart Eschenfelder (Büdingen) und UnterEreisturnroart Fink (Dorheim) hatten sich in die Arbeit geteilt, um eine möglichst gründliche Ausbildung in der kurzen Zeit zu erreichen. Alle Zweige der vielfachen Ausbildungsmöglichkeiten wurden gründlich geübt und besprochen. Die frohe Mitarbeit der Lehrgangsteilnehmer zeigte, daß sie alle dankbar das Gebotene aufnahmen. Nicht Heide versammelt. Die Leitung des Gemeinschaftslagers hat der Bundesjugendwart Oberstudiendirek- tor Dr. Erbach. Der Zweck ist, durch kameradschaftliche Gemeinschaftsarbeit, praktisch und theoretisch für die im Januar einsetzende große Um« Organisation bes gesamten Jugendsportbetriebes im DFB. völlig gerüstet zu sein. Der Bundesführer Regierungsrat Sinne- mann legt dieser Schulung solchen Wert bei, daß er in den letzten Tagen an dem Schulungslehrgang teilnimmt. Weitere Winterhilfespiele. Atten-Buseck I — Lollar I 2:0. Das Spiel begann mit einigen wuchtigen Angriffen der Gäste, die jedoch an der vortrefflichen Hintermannschaft der Einheimischen scheiterten. Die körperlich schwächeren Spieler der Alten-Busecker verstanden es jedoch, das Spiel offen zu gestalten. Sait) erzielten die flinken Stürmer der Platzmannschaft ihr erstes Tor. Mit diesem Resultat wurden bie Seiten gewechselt. Nach Wieberbeginn hatte sich ber Sturm ber Alten-Busecker wieher schön durch- spielt unb ein zweites Tor würbe erzielt. Lollar versuchte nun burch heftige Angriffe bas Torver- hältnis zu verbessern. Vergeblich! Auch einige Ecken für Lollar brachten nichts ein, und so endete das Spiel mit einem überraschenden 2:0-Sieg für Alten- Buseck. Vorher sah man eine Begegnung zwischen einer kombinierten Stadt- und einer Landjugend-Mannschaft. Die Stadtmannschaft setzte sich aus Jugendlichen der beiden Gießener Vereine und Leihgestern, die Landmannschaft aus Jugendlichen von Großen- Buseck, Treis und Alten-Buseck zusammen. Die Landmannschaft fand sich sehr schnell und entschied das Spiel mit 7:2 Toren für sich. Fellingshausen vehberg komb. — Rodheim 1:3 (0:1). Obige Mannschaften trafen sich am Buß» und Bettag zu einem Spiel, zugunsten des Winterhilfs- roerfs. 300 Zuschauer hatten sich eingefunden. Sofort nach Anstoß legten beide Mannschaften ein schnelles Tempo vor, das bis zum Ende durchgehalten wurde. Zunächst sah man Rodheim etwas mehr im Vorteil, da sich bie kombinierte Mannschaft noch nicht verstaub. Aber allmählich sah man bie kombinierte Mannschaft von Fellingshausen- Vetzberg im Felbspiel überlegen. Auf beiben Seiten würben schöne Kombinationszüge gezeigt, hauptsächlich sah man bie kombinierte Mannschaft mit tabellosem Zusammenspiel aufwarten, die aber vorerst durch großartige Paraden beider Torleute um den Erfolg gebracht wurden. In der 23. Minute konnte Rodheim burch einen glücklichen Schuh an bie Jnnenlatte, ber von bort ins Tor sprang, in Führung gehen. Bei biesem Staube würben bie Seiten gewechselt. Durch zwei unhaltbare Schüsse bes Rechtsaußen konnte Robheim balb feinen Vorsprung auf 3:0 erhöhen. Trotzbem bie kombinierte Mannschaft bauernb überlegen spielte, blieb ihr ber Erfolg versagt. Kurz vor Schluß fiel bas längst verbleute Ehrentor. Bekanntmachungen des Vertrauensmannes des Sportbeauftragten. Der Vertrauensmann des Sportbe» a u f t r a g t e n bes Reichssportführers für Main- Hessen, Sturmführer Söhngen, gibt bekannt: 1. Betrifft Prüfung für bas Reichs- Sportabzeichen: Zum Obmann bes Prüfungsausschusses für das Reichs - Sportabzeichen habe ich Herrn August Q e u n t n g ernannt. Ohne dessen Kenntnis und Einverständnis sind weder Termine anzusetzen, noch Prüfungen abzunehmen. — Bei ben leichtathletischen Hebungen ist bie eine ber beiben Unterschriften von ihm zu vollziehen. Fehlt biefe Unterschrift, wirb bie Leistung nicht anerkannt. — Vor bem 1. April 1935 sind keine Termine anzufetzen. — Vorgesehene Prüfungen innerhalb von Vereinen finb nicht gestattet. — Turnlehrern als solchen ist bie Abnahme des Reichs- Sportabzeichens nicht erlaubt. 2. Betrifft Bezeichnung „Vereinsfüh - rer": Nach wie vor ift die Bezeichnung Vereinsführer die allein zulässige. Die Bezeichnung Vereinsleiter ist nicht anzuwenden. 3. Betrifft Turnhallen-Benützung durch Vereine: Es bleibt vorläufig bei der bisherigen Regelung und Belegung zu den von den Vereinen gewünschten Zeiten. JtunÖfunfprogramm. Dienstag, 27. November: 6: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 9.15: Nachrichten. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Deutsche Balladen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzer I. 13: Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Für die Frau. 15.55: Kunstbericht der Woche. 16: Nachmittagskonzert. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit. Kurzberichte aus dem Reich und von der Saar. 18.30: Unser Außenhandel erholt sich! Die ersten Zeichen einer Ausfuhrsteigerung. Bericht von Dr. Gustav Plum, Frankfurt a. M. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.30: Kundgebung der NSG. „Kraft durch Freude" — Ein Jahr Kraft durch Freude. 22: Nachrichten. Kunst und Wissenschaft. Deutsche Dichtung im Ausland. Von Friedrich Schnack, dessen Bücher „Das Leben der Schmetterlinge" und „Im Wunderreich der Falter" bereits in englischer, französischer unb hollänbischer Übertragung vorliegen, werben demnächst bie bänische Übersetzung seines Romans „Klick aus bem Spielzeuglaben" (Insel- Verlag) sowie eine englische unb eine amerikanische Schulausgabe bes gleichen Buches erscheinen. 2 VxOlLUTbZWb WüWrt Ml ROS Ist der vollendete und doch preiswerte Helmsuper. Er bringt Ihnen - selbst In schwierigster Empfangslage — eine Fülle von Sendern, automatisch getrennt und hin« reißend klangecht. Was Ihn vor anderen auszeichnet: Optimaler Schwundausgleich. 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November 1934. 6885 D 5875 D Große 6879 D r TEX Ti LH AU S DAS HAUS DER GUTEN JEN L 'A' ■ Die Einäscherung fand dem Wunsche des Verstorbenen entsprechend in aller Stille statt Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen Pianos Flügel Harmoniums H M. i. vorzügliche) Auswahl von wohlfeilen bis ersten Marken nur vom Fachmann mit dem neuesten Kadus- Apparat, 5 Minuten Heizung. Keine Hitze mehr. bietet Ihnen reichlich Gelegenheit, Ihren Bedarf bei mir zu decken Ich erbitte Ihren zwanglosen Besuch Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Donnerstagabend meinen lieben Mann Meine liebe treusorgende Frau, unsere herzensgute Schwester, Schwägerin und Tante R Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Rosa Philipp, geb. Volz Beachten Sie bitte meine Ausstellung schöner Weihnachts - Geschenke 6887 A 2-Sitzer-Opel (4/20 PS) in sehr gut. Zustande, für 380 KM. einschl. Versicherung bis November 1935 zu verkauf. Zu erfrag, in der Ge- schäftsst. des Gieß. 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D De u t f könne eine dei Opfern u Traum £ der mi fltrns un; ^Onbe °«1chiL 9i stehen sind Rebhügel, Trümmer antiker Bauwer Legendensammlung, der in der wohl Neue Romane deutscher Erzähler ’füinn Ai mtner । !k Ansa blieb ein nach, fern Silkes letzte Gedichte geringe iffcas kW. Kinderbücher undZugendschristen -y- 6, stände vl )arf inst Der a Das K ö Pgesührte ttieb von und taun hämn änderten sthwächer dusuetla vom? Dbroot) eingestellt als dynastisch. Den Gedanken des Rech verkörperte die nach beispiellosen Siegen volkstm- lich gewordene Gestalt des Prinzen Eugen. Aus düsterer Jugend steigt er auf gegen Haß und > in Form von Erbfolgestreiten auf. Ludwig XIV, von Frankreich, der seinem Zeitalter den Namen gegeben hat, hat es ja besonders verstanden, [eie Streben nach Erweiterung der französischen Mochl- sphäre durch Vorbringen von Erbfolgeansprüchi mit dem Mantel scheinbaren Rechts zu umfleiben Die Politik der Habsburger wie der meisten deutschen Territorialfürsten jener Zeit war selten ander. kampfes ist abaelöst von der Epoche Ringens. Der Kampf um die Macht volv Die W blieben Jj Fra lenber *] tige Mii den Gr, austräge Umfang uud -unl 50 big enige was be Reiches Prinz Eugen. Verlag G. Stallin ©ui Oldenburg 1.0 Preis in Ganzleinen 5,50 Marl' UM ab — (403) — Das Jahrhundert zwischen dem Wes^ ’l-ijere Mischen Frieden und der Thronbesteigung Friedrichs „ Mag des Großen, das Zeitalter des späten Barocks, ij' g u t: wie kaum ein anderes angefüllt mit Kriegen unl Ln Wie politischen Verwicklungen Die Zeit des Glauben»' SItHermet '---““ Epoche dynastisch« t Macht tritt zumch' rtitf Quhmtn VII! katholisches Lebensgefühl, heitere Weltfreude auf 1 einen Seite, Flachland, breit dahingehende Strön Preußentum, ernste protestantische' Haltung, ab auch religiöse Schwärmerei auf der anderen, ö lichen Seite. Wieder weiß die Dichterin Mensch« und Bewegungen machtvoll zu zeichnen, roieii nartt m einen au seinem sprühenden Temperament und seinen vielseitigen Talenten mitten hinein gekommen in die geistig interessierten Kreise Berlins, war Zeitungsmann, Plauderer, Erzähler, Bühnenautor und daneben Bibliophile; seine Kenntnis seltener Bücher war unübertrefflich. Er blieb, reifend und gereift, bis in fein spätes Alter die gesellige, gewinnende, durch Geist und Witz bezaubernde Persönlichkeit. Es ist ein hoher Genuß, ihn nun, da er verstummt ist, zuzuhören, wenn er über sich und andere spricht. Denn zahllos sind die originellen und interessanten Charaktere, deren er in seinen Erinnerungen gedenkt. Er hat große Reisen gemacht-, nichts Entzückenderes, Farbigeres als Zobeltitzsche Reisebilder. Er hat ein Menschenalter hindurch in Berlin gewohnt. Nun schildert er die Entwicklung der preußischen Residenz zur Reichshauptstadt, ihre Entfaltung unter drei Kaisern, ihre Umwandlung nach dem Kriege. Unerschöpflich in Anekdoten, ist er der anmutigste Genremaler, der in kleinen Szenen Vergangenes mit köstlicher Feinheit heraufbeschwört. So wird dieses Buch zahlreiche Freunde finden. um Jahr, das große Vermächtnis liebevoll und würdig verwaltend, einen neuen Band heraus- aebracht, der das Bild vom Wesen und Werk des Dahingegangenen rundete und verdichtete. Nach den zuletzt erschienenen Briefbänden, die ebenfalls an dieser Stelle besprochen worden sind, beschenkt die Insel uns heute mit einer Gedichtsammlung, wie sie vielleicht auch die Freunde Rilkes nicht mehr erhofft oder erwartet hatten Diese „Späten Gedichte", die nun wohl endgültig den Kreis schließen, welcher mit den „Ersten" und den „Frühen" begann, entstammen der Zeit kurz vor Rilkes Ende, der Zeit der „Duineser Elegien" und der „Sonette an Orpheus", — einer Zeit also der letzten Reife und Vollendung. Der größere Teil dieser Gerichte wurde, was manchen überraschen mag, hier zum ersten Male gedruckt. Es ist nicht ganz leicht, den Eindruck des Buches zusammenzufassen, sicher ist, daß vieles in ihm beschlossen liegt, das mit Bekannterem und Vertrauterem bald zum Edelsten ge- zählt werden wird, was Rilke uns hinterließ: wir nennen etwa den „Sankt Christofforus", der schon im letzten „Jnselschiff" zu lesen war, die „Skizze zu einem Sankt Georg , „Tränenkriiglein", „Narziß", „Der Magier", die drei Gedichte für Anton Kippenberg, Rilkes Freund und Verleger, „An Hölderlin", die „Fünf Gesänge" vom August 1914, die Rilke, wie uns scheint, unter dem Eindruck des ungeheuren Erlebnisses, von einer ganz neuen Seite zeigen, „Der Liebende" und jenes tiefe und aufschlußreiche Gedicht „O das Neue, Freunde". Vielleicht kann man diese „Späten Gedichte" am besten so kennzeichnen, daß man sagt, es sei in ihnen noch einmal, wie in einem Spektrum, der ganze Rilke zusammengefaßt, aller Glanz, alle Farbe und Stimmung, Gedanke und Gefühl, vielfältige Form, wie sie bisher zerstreuter auf uns gekommen war, man wird bald an die frühen Anfänge, bald ans Marienleben, bald an die letzten großen Strophen erinnert, dennoch ist alles neu und, wenn wir es recht verstehen, immer strenger verdichtet, ganz aus der Tiefe heraus gesprochen Das macht diese Gedichte zu einer nicht immer bequemen und einfachen Lektüre, aber darauf hat es ja Rilke wohl auch zeitlebens nicht abgesehen gehabt. Seine zahlreichen Freunde werden die späte Gabe mit Freuden in die schon stattliche Reihe der vornehmen dunklen Bände mit den goldenen Initialen R M R aufnehmen W P* q 0 D 1 Lk6te", Ln oon1 Ettet wer E diese a k zu den Der Geist besten Frontsoldatentums spricht aus diesem schlichten, ehrlichen Buch, kein Wort gespreizten Stolzes auf Heldentaten und Aberteuer, kein Ton eines unechten Patriotismus und doch ein beredtes Dokument von der stillen Pflichterfüllung des tapferen deutschen Mannes, das wahre hohe Lied feldgrauen Heldentums, das die Stunden nicht verschweigt, wo Schwäche und Verzagtheit den Mann im Granatloch anfechten, und nichts beschönigt, wo wilde Urinstinkte durchbrechen, das aber auch in stolzer Bescheidenheit sich zu den Leistungen bekennt, die im kleinen wie im großen Deutschlands feldgraues Heer nicht vergessen lassen —e. — Fedor von Zabeltitz: Ich hab' so gern gelebt. Lebenserinnerungen Im Ullstein- Verlag, Berlin, mit zahlreichen Bildern. Preis in Leinen geb. 6,80 Mark —(524) — Als Zabeltitz mit 76 Jahren van uns ging, war ein Leben beendet roorben, das es wert gewesen war, gelebt zu werden Denn ein wahrhafter Lebenskünstler hatte es gestaltet und mit feinen vielfältigen Gaben gewuchert Nach feinen Kadettenjahren war Z mit intn Se-te Ä, SB J 0,ööfe. & 5a ;iVe ehe, tjtem । S" ern. 7 I pSUffdj, M — Kampf. Lebensdakumente deutscher Jugend van 1914 bis 1934. Mit einem Geleitwort oon Reichsminister Dr. Wilhelm Frick. Zusammengestellt und herausgegeben oon Bert Roth. Mit 16 Bildern. Ganzleinen RM. 4,80. Philipp Reclcnn jun., Verlag, Leipzig. — (474) — Ein Gemeinschaftswerk deutscher Jugend, so frisch und aktivistisch, daß man es von der ersten bis zur letzten Zeile mit Spannung lieft. In diesem Gemeinschaftswerk steht neben dem Studenten der Arbeiter, neben bekannten Schriftstellern der unbekannte Soldat im Kampf um die Erneuerung Deutschlands. Alle aber eint das Grundgefühl ihrer Generation: Volk steht über dem Ich, Gemeinschaft über dem Einzelnen. — Das Deutschland-Jahrbuch für die deutsche Jugend und das deutsche Volk. Neue Folge. Leipzig 1934 K. F. Koehler Verlag. 366 Seiten. Mit über 140 Abbildungen. Ganzleinen 4,80 Mk. — (495) — Die neue Folge des Deutschland-Jahrbuches bietet eine Fülle von fesselnden Beiträgen, die mit besonderer Sorgfalt auf die gemeinsamen Interessen der deutschen Jugend von heute abgestimmt sind. Den oorangeftellten Kernworten des Führers folgt die packende Schilderung einer „Großfahrt ins grüne Herz Deutschlands" Werner Beu- melsburgs fesselnder Aufsatz „Der Tag von Lange- marck 1914" leitet über zu einer Reihe oon Beiträgen aus dem kämpferischen Erleben des Weltkrieges. Der Kampf um den Durchbruch des Nationalsozialismus spiegelt sich wider in dem packenden Bericht aus den Kämpfen einer Landstandarte von Herbert Schulzebeer. Der Betrieb beim Arbeitsdienst, eine reichbebilderte Beschreibung eines Ma- rine-SA.-Sportlagers, ein Aufsatz über die Reichsführerschule der SA. in München werden jeden deutschen Jungen interessieren. Ebenso unterhaltend wie belehrend sind die Aufsätze über technische Wunderwerke wie Raketenflüge, den Bau des neuen Zeppelin oder die Reichsautobahnen. Schon beim flüchtigen Durchblättern wird man van der Fülle ausgezeichneter Bilder gewonnen. Das Jahrbuch wird vielen jungen Lesern willkommen sein. — E. M TZungenaft* Der Held van Tannenberg. Ein Hindenburg-Buch für die Jugend. Großoktav. 112 Seiten Mit einem Titelbild und acht Vollbildern oon Professor Geora W. Rößner, sowie einem Plan der Schlacht oon Tannenberg. In Ganzleinen gebunden mit farbigem Schutzumschlag van Oswald Voh. 3 Mark. Herold- Verlaa R. & E. Lenk, Stuttgart-W. — (510) — Ein Frontsoldat hat dieses begeisternde Buch für die deutsche Jugend geschrieben. Inmitten der Schlachten entsteht die reckenhafte Gestalt des Generalfeldmar- schalls, der die russischen Heere mit vernichtenden (B schwa i lud) die 2l ‘ i rie um di ’j Odern si h alben aus 11 «schlich Qt ' 6omm [i am unoei 1 i Tanne i Uebertragung der herrlichen Legend „Blüten des heiligen Franziskus besten Uebersetzung: van Freiherrn Otto v. Taube. Außerdem enthält die Ausgabe zwei eigene Schriften des Franziskus, in der Uebersetzung Wolframs von den Steinen. Der Bilderapparat hat folgende Kunstgeschichte. — Henry Thode: Franz von Afstsi und die Anfänge der Kun st der Renaissance in Italien. Vollständige Ausgabe. Neue erweiterte Auflage. 870 Seiten mit 136 Kupfertiefdruckbildern. Ganzleinenband 4,80 Mark. Phaidon- Verlag, Wien. — (520) — Unsere Vorstellung vom Frühling der Renaissance ist unlösbar mit der legendenumflossenen Gestalt des heiligen Franziskus verbunden. Der Heilige, der mit der Gläubigkeit und Unschuld eines Kindes Vögeln und Fischen predigte und der Sonne und der Erde ein glühendes Liebeslied fang, lebte in den Tagen des Minnesangs und am Ausgang der gotischen Mystik. Die neue Ausgabe des Tbodefchen Standardwerkes ist nicht nur ungekürzt, sondern um wesentliche Teile vermehrt: Vor allem enthält sie eine vollständige — Marie Hamsun: DieLangerudklM der. Erzählung. Neue Ausgabe mit 4 farbig Vollbildern und 42 schwarzen Federzeichnungen w« Hermann Pezold. In Leinen 3,80 Mark. Verteil Albert Langen / Georg Müller, München. — W —- Marie Hamsun, die Gattin des Dichters, ist 3 ihrem Buch nichts weiter als eine gescheite Frau ur) eine glückliche, liebevolle Mutter, die unoerbomfl und frisch erzählt, was sie mit ihren Kindern erlet Was ist das für eine entzückende Welt dort oM auf ßartgerub und gar erst auf der Sommerafc! Wie ist das echt gesehen, die jungen Menschen wr) die Tiere, wie schlagt ein warmes Herz in dem W" richt oon all den kleinen Erlebnissen und Beg^? nungen dieser vier Kinder, Ola und Einar, Ingers und Martha! Nun hat der Verlag eine neue iOu* ftrierte Ausgabe herausgebracht: Hermann Pez-^ hat in vielen Federzeichnungen und vier farbig Vollbildern festgehalten, was Marie Hamsun erjäW hat. Kinder werden ihre Freude dran habens fast mehr noch die Eltern, gerade weil es kein I^T pisches oder verzärteltes Buch ist — ganz im genteil: es geht karg und hart zu auf Langerud, Kinder müssen helfen, wo man sie braucht. Das eine gesunde, frohe Jugend — und wie sind ■*' Kinder in ihrer Eigenart charakterisiert, Ola in ’1'' ner frühen Besinnlichkeit und seinem Hang (JJ! Alleinsein und Sinnieren, Einar, der etwas Wy in den Tag hineinlebt und nicht gern an das gen denkt, Die kleinen Mädchen dann mit ihren W pen und ihren Spielen! Man liest diese Geschiß eines kurzen, nordischen Sommers in einem xW durch und hat seine Freude dran. — I. Anker Larsen: Der Stein Weisen. Roman aus dem Dänischen. Buchau- ftattung Edmund Schaefer, Charlottenburg 382 tcn. Wohlfeile Ausgabe. Carl Schünemann, Verlos Bremen. — (511) — Wenn wir dieses Buch der Hand legen, klingt in uns nach der Zauber eim-r auf dem Lande verlebten Jugend Diese Kinder, v' in einem Jnseldorf an der Ostsee aufwachsen, i leben in innigem Einverständnis mit den Blumen« Kräutern und Tieren, sie leben umschlossen vom w- heimnis der Natur Wohl begleitet der Dichter auf ihrem Wege weiter, auf ihrem vielgestaltig Wege: dieses Mädchen heiratet früh, jener Jun geht zum Studium auf die Hochschule, der bleibt o Bauer oder Hirte daheim. Wir wandern mit o' Heranwachsenden durch kleine und große stao» erleben Glück und Leid strebender und irreni Menschen, Liebeshändel, ernste Leidenschaft, schildert sie nicht nur die sichtbaren Denkmäler, fon1 ool dern auch die unsichtbaren Kräfte, die bas Oefiii gegen ber Stäbte formten. JI- w« — Hellmuth Rößler: Der Soldat bei? TL.vbiete1 — Emil Strauß: Das Riesenspiel- zeug. Roman. Verlag Albert Langen / Georg Müller in München. 1934. 992 Seiten. In Seinen gebunden RM. 10,50. — (457) — Die deutsche Welt vor der Jahrhundertwende ist es, die Strauß lebendig werden läßt in seinem „Riesenspielzeug" In Berlin beginnt das Geschehen, in der ruhig vornehmen Welt alter Offiziere und der betriebsamen Zeitungswelt; dazwischen steht der junge Schwabe Dr. Haugh, den der Zufallsruf zweier Landsleute der Wahl zwischen der Journalistik und dem Hauslehrerdasein enthebt. In die Südwestecke des Reiches, in den Schwarzwald rufen ihn feine Studienfreunde, wo ein idealistischer Reformer mit ihrer Hilfe ein Schloßgut umgestalten will zur vernünftigen Lebensstätte junger Menschen, die den modernen Betrieb leid sind, denen das laute Treiben der Gründerzeit zuwider ist. Denn die Sehnsucht nach dem Acker, nach der Wiederverwurzelung im Boden der Heimat setzt ja schon damals ein mit frühen Siedlungsversuchen, und Emil Strauß gehörte zu den Vorläufern, denen es ernst war damit, die wirklich Hand an den Pflug legten und es sich nicht verdrießen ließen, zu ackern, den Stall zu besorgen, Mist zu fahren und zu tun, was sonst die Bauernwirtschaft verlangt. Das „Riesenspielzeug" ist eben dieses Schloßgut am Oberrhein, auf dem wir die drei jungen Schwaben, den Besitzer Hasenstab mit seiner Gattin und einigen Mitarbeitern und Helferinnen, am Werk sehen von einem Frühjahr bis zum Herbst, von der Saat bis zur Ernte. Die Arbeit mit ihren kleinen und großen Schwierigkeiten, das menschliche Mit- und Gegeneinander dieser sehr verschiedenen Menschen mit Spannungen, Krisen und Lösungen bildet den äußeren, handlungsreichen Rahmen des Buches. Das tiefere Thema ist freilich, wie überhaupt junge Menschen aufbrechend aus den gesicherten Bahnen der bürgerlichen Welt, zu einer neuen Gestaltung des Gemeinschaftslebens, zu einem neuen Ethos ber Arbeit zu kommen versuchen. Eine Fülle von Begebenheiten und Gestalten rundet das Geschehen ab, dessen tiefster Sinn im Titel des Buches liegt: „Das Riesenspielzeug": Man erinnert sich der Ballade, die Chamisso vor 100 Jahren schrieb. — Friedrich Schnack: Der erfrorene Engel. Roman eines Mädchens. 274 Seiten In Leinen 5 Mk. Im Insel-Verlag zu Leipzig. — (402) — Nach der heiteren und weihnachtlichen Knabengeschichte vom kleinen „Klick" aus dem Dresdener Spielzeualaden schrieb Friedrich Schnack die bitterlich-süße Liebesgeschichte eines jungen Mädchens, der siebzehnjährigen Freiburger Juwelierstochter Petra Urach. Sie erlebt einen Sommer lang das große Glück einer ersten Liebe und wird »Wt- 3nft j 1 eitere ! Lebenserinnerungen — Die Kriegserinnerungen des Grenadiers Rudolf Koch im Insel-Verlag zu Leipzig Preis in Leinen geb. 4,50 Mark. — (465) — Diese ursprünglich nur für seine Kinder bestimmten Aufzeichnungen des im Frühjahr 1934 allzu früh von uns gegangenen „Offenbacher Schreibers" zeigen den prachtvollen Geist dieses großen Künstlers und edlen Menschen. Als Neununddreißigjähriger ist Rudolf Koch als einfacher Soldat ins Feld gezogen. Was er an der Front erlebt, hat er mit offenem Blick geschaut und mit der graben, ehrlichen Aufrichtigkeit seines Wesens zu Papier gebracht. Er hat, wie er selber schreibt, zu seinem Stolz unb seiner Freube die Waffen getragen, als bas Vaterland es von ihm forberte, unb seine Kriegsaufzeichnungen hat er bem „preußischen Kommis" gewidmet, ohne dessen Zucht und Ordnung, Härte und Straffheit kein Heer der Welt aufrechterhalten werden kann. ein wenig später aus aller Seligkeit in tiefste Verzweiflung und in einen frühen Tod getrieben: Der Geliebte, Severin, verunglückt im Gebirge, unb auch bas Mäbchen finbet in Der winterlichen Bergeinsamkeit in Schnee unb Eis ein schmerzloses Ende. So traurig enbet biefer Roman, ber an eigentlicher Handlung nicht eben viel bietet über den angebeuteten einfachen Tatbestand hinaus. Aber es kommt ja wohl hier weniger auf die Tatsächlichkeiten, auf die Realität der Begebenheiten an als auf die Heiterkeit, den Glanz und Die Wärme eines ersten jungen Gefühls; und auch der traurige und unwiderrufliche Ausklang des Buches scheint überstrahlt und gemildert durch die Erinnerung an das zarte, sommerliche, naturfrohe Erlebnis, daran uns der Dichter teilnehmen läßt in einer Schilderung, die feine lyrische Grundhaltung vielfach offenbart und den Roman stellenweise wie ein Märchen zu erzählen weiß. So fügt sich auch dieses neueste Buch oon Friedrich Schnack ohne Zwang in die Reihe der ftüheren Bücher ein, die wir von ihm kennen; es steht, innerlich verwandt, neben bem „Blauen Geisterhaus" so gut wie neben bem „Sternenbaum" unb ben Falterbüchern, unb es wirb ben Freunben des Dichters eine willkommene Weih- nachtsgabe sein, die vom Verlag auch äußerlich mit gewohnter Sorgfalt und geschmackvoller Gediegenheit ausgestattet wurde. —y— — Rudolf Presber, Das Horn von Thurn und Taxis. Roman. In Leinen RM. 5,50. (Deutsche Verlags - Anstalt, Stuttgart und Berlin). —(456)— Nikolaus Sennelaub, einst vor 40 Jahren wegen einer dummen Geschichte aus Frankfurt nach Amerika ausgeriffen, kehrt als reichgewordener Sechziger zu einem Besuch in die alte Heimat zurück. Auf eine abenteuerliche und lustige Weise lernt er die zwanzigjährige bildhübsche Eugenik, die Tochter des Hauptmanns a. D. Veronius aus Potsdam, kennen und nimmt sie als neugebackene Nichte in feinem prächtigen Wagen mit nach Bad Homburg. Selbstverständlich in allen Ehren. In Homburg setzt die unerschöpfliche Fülle Presberscher Einfälle und Ueberraschungen ein. Die ganze Frankfurter Verwandschaft des alten Sennelaub marschiert vor uns auf, und zwischen diesen liebevoll und humorvoll gezeichneten Menschen knüpfen sich, verwirren sich und lösen sich zu guter Letzt die Fäden eines freundlichen Schicksals. Das alte Posthorn von Thurn und Taxis aber, vor 150 Jahren einmal von einem Sennelaub aus Frankfurt in deutschen Gauen geblasen, fällt dem amerikanischen Heimkehrer zu — ein schönes, ein wenig wehmütiges Symbol für des amerikanischen Onkels deutsche Sehnsucht. Schlägen über Die deutschen Grenzen zurücktrieb. In unerbittlicher Pflichterfüllung, an der Spitze seiner mit glühendem Heldenmut kämpfenden Soldaten er- ftritt er unvergängliche Siege Die riesigen russischen Heeresmassen, die gleich einer Dampfwalze über Ost- Preußen hereingebrochen waren, lagen zerschmettert am Boden, und Hindenburg wuchs immer größer empor zum Schirmer unb Vater bes Vaterlandes — ErnaHeinberg: Das Wunderkind. Eine Erzählung für junge Mädchen. Aus dem Dänischen übertragen oon Pauline Klaiber-Gottschau. Mit 4 farbigen Bildern oon Karl M. Schultheiß. Halbleinen 2 Mark. K. Thienemanns Verlag, Stuttgarts. — (539) — Conny, das zwölfjährige Künstlerkind hat schon in vielen Städten in russischer Nationaltracht getanzt und gesungen Als ihre Eltern unterwegs mittellos festsitzen, nimmt Tante Constanze, eine Oberlehrerin, das Kind zu sich in die Kleinstadt und in ihre Schule, wo Conny allmählich zu einem tüchtigen Menschenkind heranreift. Nur einmal holl Conny wieder die Rufsenbluse her- vor, als sie bei einem Schulfest nach langer Zeit wieder ihren Tanz aufführt. Das „Wunderkind" erntet reichen Beifall, aber sie will nichts mehr davon wissen und lehnt es ab, mit ihren Eltern wieder durch die großen Städte zu ziehen. — Josephine Siebe, Lump und Schlingel. Eine luftige Dackelgeschichte. 168 Seiten. Mit drei farbigen Vollbildern und 40 Textbildern oon A. Roeseler. In Ganzleinen gebunden mit farbigem Schutzumschlag und einem kleinen Holzdackel' an einem Seidenband als Lesezeichen 4 RM Herold- Verlag R. & K. Lenk, Stuttgart-W. - (503) — Dackel sind schon immer die spaßigsten Gesellen unter den Hunden gewesen. Ganz besonders übermütige Racker müssen aber die beiden Dackelbrüder in der neuen Erzählung von Josephine Siebe fein, baß man ihnen die vielsagenden Namen „Lump" und „Schlingel" gegeben hat. Selbstverständlich steht ihre Wiege in einem Forsthaus — wie wäre dies bei richtigen Dackeln auch anders möglich — wo die zwei Wildlinge in ihrer Jugendzeit nach Herzenslust tollen konnten. Diese zwei — man könnte sie auch Max unb Moritz nennen — kommen nun zu einer alten Dame, die einen dicken Mops als Hausgenossen hat, in die Großstadt. Na, da kann man sich schon ausdenken, was sie hier für Unheil anrichten, was für urkomische Situationen entstehen, was die gute Tante und vor allem der arme Mops unter bem Uebermut ber schlimmen Dackelbuben alles auszustehen haben. Josephine Siebe hat bie Streiche ber beiben in ihrer humorvollen Weise geschilbert unb uns ein Buch beschert, bas allen Kindern große Freude machen wird. Ite — Rainer Maria Rilke: Späte _ . dichte. 170 Seiten. In Leinen 5 RM. Jnsel-Der- lag, Leipzig 1934. — (437) — Nach der wunderschönen Gesamtausgabe hat der Insel-Verlag Jahr Gliederung: ein reich komponierter Atlas, enthaltend das Leben und die Legenden des Franziskus in Bildern und Plastiken von Künstlern feiner Zeit; außerdem im Textteil zahlreiche Bildtafeln: Wiedergabe der Hauptwerke der Frührenaiffance (Gemälde, Plastik, Architektur). Dieses Werk ist eine ber grunblegenben Einführungen in bas Verständ- nis ber religiösen, geistigen und künstlerischen Strömungen der beginnenden Neuzeit. Im Kern eine Biographie, lehrt uns das Buch die Wurzeln der neuen abendländischen Kultur verstehen — Wolfgang Graf oon Rothkirch: Deutsche Kun st. Eine Auswahl ihrer schönsten Werke mit einem Geleitwort oon Geheimrat Professor Dr. Wilhelm Pinder. 80 Seiten Text, 350 Abbildungen, 8 farbige Tafeln. Ganzleinen 4,80 Mark Im Propyläen-Verlag, Berlin — (536) — Dieses Bilderwerk entstand aus den in vielen Jahren angesammelten Schätzen der großen Propyläen-Kunstgeschichte Es zeigt die schönsten und typischsten Werke deutscher Künstler, von Anbeginn deutschen Kunstschaffens bis zur Gegenwart: Bauten, Bildwerke und Gemälde, musterhaft gedruckt und meist ganzseitig Ein schönes und unendlich reiches Erbe haben die deutschen Künstler uns hinterlassen; aber wie wenige wissen um diesen Schatz. Ihn zu heben, die ganze Spannweite und Tiefe dieser Erscheinungswelt mitzuerleben, war Aufgabe dieses Werkes, das zum Bücher-Bestand einer jeden deutschen Familie zählen sollte Zudem ist diese „Deutsche Kunst" so billig, daß Die Anschaffung jedem kunstinteressierten Volksgenossen möglich ist. Wer immer mit offenen Augen durch den Bildersaal geht, den diese Blätter umschließen, den wird das Gefühl stolzer Bewunderung erfüllen angesichts der unerschöpflichen Ausdrucksfülle und der überragenden Kraft unserer deutschen Kunst. 1 iebei n Dichter; ltforben l vich bie Ü bis G e Geschichte. — Ricarda Huch: I m alten Reich. Lebensbilder deutscher Städte. Die Mitte des Reiches 22 Städtebilder mit 44 Zeichnungen von Prof, Meid, Berlin, und 22 Stadtwappen. Preis 3,25 jfe Carl Schünemann, Verlag, Bremen. — (515) _ Der dritte (Schluß-)Band jener Lebensbilder beul- scher Städte liegt vor, die den Deutschen zeigen, toi- im Antlitz ihrer Städte die Geschichte des Reich«- geschrieben steht, führt uns von ben alten Stotter bes römischen Imperiums, oon Aachen, Trier bi; in bas ostelbische Koloniallanb, in bie Mark un| Schlesien. Dieser geographische Querschnitt enthH zugleich ben ganzen landschaftlichen und klimatische. Aus fremden Literaturen. ! — Ernest Claes : Black, dieGeschi ch,|! eines Hundes, aus dem Flämischen. Jnsel-Viet- lag, Leipzig, Leinen Preis 3,80 Mark. — (430) - Black ist ein edler Gordon Setter, der auf bwm o Lande groß geworden ist und nach der ftrengim Schule des Jägers alle Freuden in Feld und Bü' ch der weiten flämischen Landschaft genießt. In ttir Stadt wird er geliebt und verwöhnt, aber der der Wildnis ist übermächtig. Von allnächtliÄ» Spaziergängen in die Freiheit heilt ihn erst« ausbruchsicherer Zwinger. „Black wird ein W guter Hund, ohne tolle Streiche, ganz dem Sp und seinen Bewohnern ergeben." Claes hat urt diesem Hundeleben eine liebenswerte Dichtung N schaffen, die auch in Deutschland viele FreiM finden wird. trige zum Feldherrn des Reiches, der einem ganzen Zeitalter Symbol der Einheit der deutschen Naim wird. Aber mit seiner Zeit war auch Eugen in Vergessenheit versunken. Die Erinnerungsfeiern yr ....... die Türkensiege vor 350 Jahren, das wieder d« hierfür I hielte Problem Oesterreich führten erst wieder Jtopffonnl Eugen. Es ist ein Verdienst Rößlers, den gros-'.n Menschen Eugen in seinem Ringen um bie fitii Entfaltung feiner Persönlichkeit treffenb gefcfjilüed zu haben, ber Felbherr unb Staatsmann wird n ichl, (gegen 1- mii ber gleichen Klarheit beutlich. Trotz ber kurzen' ' historischen Uebersichten, bie Rößler jebem Kapitel r waren sta voranstellt, verleitet ihn bie heute recht häufig Furcht, Tatsachen sprechen zu lassen, zu verschwm4: währenb ! menen Ausbeutungen, wo schlichte SchilberLnm hgMen fn mehr gesagt hätte Am besten sinb bem Verfasser diel Euch auf liebevoll entworfenen Porträtskizzen ber brei Ka.isMchgcre Zu; Leopold, Joses und Karl gelungen, wie auch dm! f«n Absatz, Charakterschilderungen der großen Feldherr« " Eugen, Marlborough und Ludwig von Baden Gchelngütern. Aber hnmer läßt der Dichter irkltngen die Melodie der zauberhaften ersten Wirtschaft befestigt. Montanaktien lagen überwiegend von 0,50 Oie Regelung des Kartoffelabsahes ohne nicht Rundfunkprogramm !„d Ifaum veränderten Preisen geräumt. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL Sranhun a. DL Berlin Berlin .vrani ur. u. Dl 6*6- Ä tur* bön> PHUwp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......0 Cementwerk Karlstadt......... O| 75 I 111 135 I 75,13 73,75 Banknoten. 0 Schultheis Patzenhofer 1,18 8,13 74 110 134,75 87,5 92,13 135 207,5 87,75 37,5 80 135 207 87,25 37 79,5 7 9 0 0 0 27 81 171,5 135,13 88 92,5 80 25 1,13 7,05 6.75 6,8 11,5 27z5 173 27 1,2 7,4 7 7 12,25 27 1,15 7,3 6,9 7 11,9 Grttzner................... Mainkraftwerke Höchst a-M... Süddeutscher Zucker......... Ls. -s.-Rechten ............. Dlechphne Auslos.-Rechte...... W %4)^n.8% Hess. Volksstaat 1929 g eine nek nd 1 H* »ran W toeil . 6- Ifibcltsche Reichsanleihe o. 198? — ganj 6« KH'M.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 PanflU1 51loung-Anleihe von 1930 .. braucht ® K?-2, Aul.-Ablos.-Schuld mit mb wie fiert, Dl-, »er * ern nf'Ä [I di>! ; in«"" ZNonlag, 26. November: 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgen- spruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk — Saarland, Saarland I 10.45 Uhr: Praktische Ratschläge für Küche und Haus 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderstunde. 15.30: Der Zeitfunk sendet Kurzgeschichten aus dem Leben. 15.45: Studenten von heute!. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jugendfunk. Seemannsgarn! 18.15: „Hufschlag im Blut." Vom Schicksalsweg der Balten. Von Achim v. Akerman. 18.45: Von Konstanz: Musik aus „In einem kühlen Grunde". Singspiel. 19.45: Das Leben spricht! 20: Nachrichten. 20.10: Volk und Wirtschaft an der Saar. 20.30: Aus dem Goethehaus Frankfurt a. M. Musik um Goethe. 21.10: Die Versailler Saaroerhandlungen. Ein Hörspiel über die Vorgänge, die zur Lostrennung des Saargebiets führten. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Konzert. 23: Doppel-Konzert. 24 bis 2: Nachtmusik. einheitlich, Altbesitz 013 v. H. höher, späte Schuldbücher mit 97 behauptet, dagegen Kommunal-Um- schuldung 20 Pfennig, Zinsvergütung 0,13 v. H. und Stahlverein-Bonds 0,25 v. H. niedriger. Goldpfandbriefe lagen zumeist unverändert, Liquidationspfandbriefe und Kommunal - Obligationen sowie Stadtanleihen waren nicht ganz einheitlich bei kleinen Veränderungen. Auslandsrenten lagen zumeist schwächer, so Ungarn, Türken und besonders wieder die meisten Valutawerte, hauptsächlich die Schweizer Papiere. Tagesgeld unverändert leicht und 3,50 v. H. Abendbörse: behauptet. An der Abendbörse erfuhr das Geschäft zwar keine Belebung, zumal Orders der Kundschaft kaum vorlagen, doch war die Stimmung im Anschluß an die leichte Befestigung im Mittagsschlußverkehr weiter etwas freundlicher. Sie wurde unterstützt durch die bessere Beurteilung der außenpolitischen Lage, insbesondere in der Saarfrage; angesichts des Wochenschlusses blieb aber die Kulisse zurückhaltend. Im allgemeinen waren die erhöhten Schlußkurse der Mittagsbörse voll behauptet. Farbenindustrie zogen gegen Berlin um 0,25 v. H. an, Siemens lagen auf die neuen Auslandsaufträge 0,50 v. H. fester, auch Rheinstahl blieben gesucht, während Schiffahrtswerte sehr ruhig lagen und ohne Notiz blieben. Am Rentenmarkt war die Altbesitzanleihe um 0,13 v. H. freundlicher, auch sonst lagen die variablen Rentenwerte eine Nuance höher. Von Auslandswerten waren Kunstseide AKU. knapp gehalten, während vierprozentige Schweizer Bundesbahn mit 170 um 0,75 v. H. erholt waren. U. a. notierten: Altbefitz 104,75, 6 v. H. Stahlverein 85,25, Schutzgebietsanleihe 9,55, Commerzbank 67,75, vv-Bank 69,50, Dresdner Bank 72, Frankfurter Hypotheken-Bank 78, Gelsenkirchen 56, Harpener 101, Phönix 44,50, Rheinstahl 86,50, AKU. 55,75, Bekula 139,50, Kemberg 135,50, IG. Chemie Basel, volle 151,50, leere 121,50, Scheideanstalt 207, Licht und Kraft 115, IG. Farben 135, Gesfürel 104,50, Holzmann 74, Mainkraft 81, Metallgesellschaft 79,50, Schuckert 91,25, Siemens 137,50, Reichs- bahn-DA. 113,90. --s'Ä ielibE y, efe- 'O 'M X x Der Reichsbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln gibt folgendes bekannt: Es wird zunächst hingewiesen auf die Verfügung des Reichskommissars für ine Preisüberwachung vom 19. November 1934, in der dieser eindeutig feftlegt, daß unter Aufhebung oder Abänderung aller bisher erfolgten abweichenden Bestimmung en die Festsetzung von Preisen lediglich beim Reichskommissar selbst verbleibt. Eine Ausnahme hiervon wird nur für solche Preise gemacht, die rein örtliche Bedeutung haben. Da die Erzeugermindestpreise für Kartoffeln für das ganze Reichsgebiet festgesetzt und aufeinander abgestimmt sind, fällt der Kartoffel er- ^eugerpreis nicht unter die räumlich begrenzte Ausnahmemöglichkeit. Er darf also örtlich, oder gebietsweise nicht verändert werden. Alle widersprechenden Mitteilungen sind also hinfällig. Es bleibt somit im Verkehr mit Kartoffeln bei den bisherigen Bestimmungen des Reichsnährstandes. Dabei ist zu beachten, daß bereits in der Bekanntmachung vom 2. November 1934 des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft nochmals darauf hingewiesen wurde, daß nach wie vor die unmittelbare Beliefe- fefter. Andererseits gaben Siemens 1 v. H., Reichs- ...... " .......... v. H. m ä du Htnen auai ••• «vyuuuiuuu uu| ein Sr ^aulv^it'estmaß beschrankt. Die Marktlage wurde ‘‘.We aubi'xrum durch die nur ungenügende Beschickung We Ctröekcmzeichnet. Das Angebot der Landwirtschaft hat Haltung, ^ch nicht erweitert, vielmehr ist es noch geringer r oberen cunrben, da sie weiterhin ihre dringenden Feld- ’!c,rin Mensssbiten fortsetzt. Die Lage ist zur Zeit so: auf der yien, toifitu: Seite sehr geringes Angebot, zum andern Denkmäler, fußrordentliche Nachfrage, die in den meisten Fäl- bas Qty’ri »eine volle Befriedigung findet, zumal aus an- err Gegenden aus frachtwirtschaftlichen Grün- Solbat jtnl'aum Angebot vorlag, vielmehr sonstige Heber- Q9 T. StEi-Webiete als Käufer auftreten. Soweit Abschlüsse 1en 5,50 Wtcigt wurden, wickelten sie sich auf Basis der chen dem jeftrreife ab. Für besonders hohe Naturalgewichte, 'SunaFriEsisondere bei Weizen, wurden die festgeleg- len Barockz in Zuschläge 9ern vergütet. rit Kriegen t,511 Futtermittelmarkt erfuhren die amt- bes Notierungen für Weizennachmehl und Wei- lche dynMN^termehl eine Erhöhung um je 25 Pf. je Dop- ht tritt luJl^ntner auf 16,50 bzw. 12,75 Mark. Ludwig xD- Anfall in Mühlennachfabrikaten blieb infolge benNa^)s chwachen Mehlgeschäfts ganz gerinn verstandendie Abrufe auf frühere Kontrakte haben sich, zösischen um die Mitte des Monats üblich, verringert. dfolgeanspAopem sind die Mühlen für Brotgetreide allenl- 3 iu aufnahmebereit, obwohl die Mehllager sehr «"gefüllt find. 'ar kltenQp,l‘<5',mmer 9 er c für Brauzwecke hatte nten des ^^'unveränderten Preis von 195 bis 200 Mark liegen oolfc6}1,nne nur kleines Geschäft. HlHfe. 16 unkündbar bis 1936 ifiem. V/x% Franks. Hyp.. S°i;.Liqu.-Pfmidbriefe....... 61 Üi ,ehem. 4/,% Rheinische jEprBank-Liqu.-Goldpfe..... 6®fcil)3n. 8% Pr. Landespfand. infrnftalt, Pfandbriefe R. 19 «Hij-rn. 7% Pr. Landespfand. b-tsnistali, Pfandbriefe R. 10 6i ^jnutfcf). Verrechnungskurs .. -IovanAmmers-Küller: Prinz In- d i n i t o. Roman. Carl Schünemann, Verlag, rtien. — (513) — Jo van Ammers-Küller gibt ci ein Bild der großbürgerlichen Gesellschaft aus »«letzten Jahren, da Glanz und Machtentfaltung von wirtschaftlichen und sozialen Krisen über» lihcrtet werden. Sie zeigt, wie fragwürdig, wie brü- z.)Dr,igDiese äußerlich intakte Gesellschaft ist im Gegen- ÄfriU den Eltern wächst eine junge Generation auf, 1 Jle des ’R-.E '/ten S chen, 4®’«. Wochenbericht »»d om Frankfurter Produktenmarkt. __________ _________________.......... Klima c Z.e Umsätze am Frankfurter Getreidegroßrnarkt 0,75 v. H., lediglich Siemens waren entgegen der zu Lilien auch in der abgelaufenen Woche auf ein Allgemeintendenz ohne besondere Ursache um 2 v. H. 61 fryÖeN. Landes-Hypötheken^ iet«Darmstadt Ltqui.... C ■t-'- Isen Provinz-Anieihe ' mit ^.-Rechten ............. Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhos ............0 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 Dessauer Gas ......... 7 Daimler Motoren............ 0 Deutsche Linoleum ........... 0 Lrenstetn L Koppel ..........0 Leonhard Tietz ..............0 Chade......................10 Aeeumulatoren-Fabrik........° Tonti-Gummi............... 0 Datum Mansjelver Bergbau.........0 Koköwerke .................. 0 Phönix Bergbau............. 0 Rheinische Braunkohlen .....10 Rheinstahl ..................0 Bereinigte Stahlwerke........0 Ltavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln....... b Kaliwerke Salzdetfurth.....7Y2 bis 1 c. H. schwächer, so Gelsenkirchen, Harpener, Mannesmann, Klöckner, Phönix, Stahlverein und Ilse Genuß. Von Kaliwerten blieben Salzdetfurth zu etwa 151 gut behauptet. Für Rheinstahl zeigte sich etwas Interesse, sie blieben mit 85,50 unverändert. Schiffahrtswerte konnten sich etwa behaupten, dagegen büßten AG. für Verkehrswesen 1,50 v. H. ein, Reichsbahn-VA. lagen 0,13 freundlicher. Von Einzelwerten gingen Süddeutscher Zucker in Anpassung an Berlin erneut um 2,25 v. H. zurück, ferner verloren AKU. und Zement Heidelberg je 1 v. H. und Deutsche Linoleum 0,25 v. H. Reichsbankanteile und Moenus-Maschinen lagen gut behauptet. Auck am Rentenmarkt bröckelten die Kurse bei sehr kleinem Geschäft ab. So Altbesitz und Kommu- nal-Umschuldung um je 0,25 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen um 0,50 v. H. und Zinsvergütungsscheine um 0,13 v. H., während 6 v. H. Stahlverein-Bonds 0,13 v. H. gewannen. Auslandsrenten waren ebenfalls schwächer, Anatolier Eisenbahn I und II minus 0,75 v. H. Die Börse blieb auch im Verlaufe sehr sttll und die Entwicklung der Kurse war etwas uneinheitlich, aber überwiegend noch etwas schwächer. Farbenindustrie unter kleinen Schwankungen auf 134,50 (133,90) erholt, ferner Schiffahrtspapiere befestigt, Hapag um 0,40 v. H. und Norddeutscher Lloyd um 0,75 v. H., außerdem lagen Bemberg um 1,75 v. H. Ute Besitz verachtet und Ne sich nach Leistungen I sehnt. Auch die Liebe, die sich zwischen der reichen Dame und einem von äußeren und inneren Nöten gehetzten Schriftsteller spannungsreich und farbig entwickelt, ist nichts mehr als elegante Spielerei. Die Dichterin schildert diese Gestalten nicht ohne Mitgefühl, ihre Bewunderung und ihre Liebe gehören einer Deutschen. Sie ist die Gesunde, Lebenstüchtige, gehärtet vom Schicksal des Krieges und der Nachkriegszeit. Stark und zuversichtlich schreitet sie durch eine überzüchtete Welt, als die Bürgin einer gesunden Zukunft. waren besonders Elektrische Lieferungen mit minus 3,40 v. H. und Lahmeyer mit minus 2,25 v. H. gedrückt, auch sonst ergaben sich Verluste von 0,25 bis Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 23. Nov. Bei sehr starkem Angebot und unbefriebigenber Nachfrage waren bie Preise am Gemüsemarkt kaum verändert. In Wirsing, Weißkraut, Eskarol, Spinat und Weiße Rüben verblieb Ueberftanb. U. a. notierten: Blumenkohl 15 bis 30, Eskarol 4 bis 8, Feldsalat, groß 20 bis 25, klein 40 bis 50, Karotten 3 bis 4, Kartoffeln, gelbe, 50 Kilo 3,30 bis 3,50, Kohlrabi, unter 3 bis 4, Kopfsalat 3 bis 15, Lattich 2 bis 3, Meerrrettich 20 bis 25, Römischkohl 5, Rosenkohl 14 bis 17, Rote Rüben 3 bis 4, Rotkraut 5 bis 7, Sellerie, je nach Größe 8 bis 30, Spinat 5 bis 6, Schwarzwurzel 14 bis 20, Treibhaus-Tomaten 45 bis 50, Weißkraut 2,50 bis 3, Wirsing 2,5 bis 4, Winterkohl 5 bis 6, Weiße Rüben 3 bis 4, Zwiebeln 6 bis 6,5. Am Obstmarkt lassen die Zufuhren leicht nach, fie überiteigen anbes immer noch die Nachfrage. Für Aepfel haben sich bie Preise leicht erhöht, gute Aus- lesen 20 bis 30 v. H. höher. Apfelsinen waren etwas stärker als bisher am Markt. U. a. notierten: Aepfel I 12 bis 16, II 8 bis 10, Wirtschaftsäpfel 6 bis 9, Goldparmänen I 12 bis 16, Boskoop I 12 bis 15, Graurenette, unsortiert 9 bis 11, Schafsnase 6 bis 7, Birnen I 12 bis 15, II 8 bis 10, Kochbirnen 4 bis 8, Bananen, Kiste 12,5 Kilo 600, Kam., 650 bis 700 Jam., Smyrna-Feigen 36 bis 50, Haselnüsse, rund 30 bis 38, lang 33 bis 40 itaL, Mandarinen 15 bis 18 span., Apfelsinen 14 bis 18 span., Quitten 8 Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 23. Nov. Angesichts des herannahenden Monatsendes nahm das Geschäft unter 65 Gramm 1ÖK bis ff, Kl. B unter 60 Ns 55 Gramm 10% bis 10%, Kl. C unter 55 bis 50 Gramm 9%, Kl. D unter 50 bis 45 Gramm 9 bis 9%. Ausländische Frischeier: Holländer Kl. S 66/67 Gramm 13% bis 13%, Kl. A 62/63 Gramm 13 bis 12'/«, Kl. B 57/58 Gramm 12'/- bis 123/«, Kl. C 52/53 Gramm 12 bis 12%. Dänen Kl. S 12%, Kl. A 12%, Kl. B 11%, Kl. C 10%. Bulgaren 11 bis 11%, Rumänen 9% bis 10'/«, Jugoslawen Kl.C 10% bis 11. Frankfurter Duttermarkt. Frankfurt a. M., 23. Nov. Ab 21. d. M. gelten inj ganzen Reich Festpreise für Butter. Obgleich das Geschäft bisher sich auf ähnlicher Basis abwickelte, ist die Neuordnung noch nicht voll durchgedrungen, insbesondere wird im Großhandel darüber geklagt, daß die Molkereien noch weit höhere Preise als die amtlich festgelegten verlangen. Man rechnet aber stark damit, daß sie sich schon in allerkürzester Zeit auf die neue Lage umstellen werden. Die Zufuhren aus allen deutschen Erzeugergebieten blieben auch in dieser Woche sehr schwach, so daß das Angebot äußerst knapp blieb. Trotz des bevorstehenden Monatsendes war die Nachfrage noch gut, so daß die Anlieferungen glatt geräumt wurden. Mit Beginn der Hausschlachtungen auf dem Lande wird indes mit einer Besserung der Zufuhren gerechnet. Es notierten als Großhandelsverkaufspreise in RM. pro 50 Kilogramm ab Frankfurt a. M.: Deutsche Markenbutter 148, feine deutsche Molkereibutter 145, deutsche Molkereibutter 142, Landbutter 130, Kochbutter 120. Holländische und dänische Butter 148, österreichische Butter 145. Mainzer Getreidemarkt. Mainz, 23. Nov. Es notierten (Großhandelspreise je 100 Kilogramm loco Mainz) in RM.: Weizen 21, Roggen 17, Hafer 16,70 ab Station, Braugerste 20 bis 20,75,Jndustriegerste 19,75 bis 20, Malzkeime 16,25 bis 16,50, Weizenkleie 10,72 (Mühlenpreis), Roggenkleie 9,96, (Mühlenpreis), Weizenfuttermehl 13,65 bis 13,75, Biertreber 17 bis 17,25, Sonntag, 25. November. 6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten, 8.25: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästsein. Zum Totensonntag: „Ein Volk stirbt nie!" 10.15: Der baltische Dichter Werner Bergengruen lieft aus seinem Erlebnisbuch „Deutsche Reise". 10.30: Chorgesang. 11.10: Totengedenken! Eine Hörfolge. 11.30: Ostpreußische Feierstunde am Totensonntag. 12: Orgelkonzert. 12.30: Requixm von Giuseppe Verdi. 14: Kinderstunde: Kinder spielen Zirkus! 15:Stunde des Landes: Die Krötenburg. Bauernhof und Mühle an der Nidda. Ein Funkbogen. 15.30: Der Bauer gedenkt der Toten. Funkfolge. 16: Nachmittagskonzert. 18: Mozarts letzte Stunde. Eine Funkfolge von Artur Treumann. 18.30: Der Forstmann im Wandel der Jahreszeiten. Funkfolge. 19.10: Orgelmusik. 19.35: Bekenntnisse zur Zeit: „Auf großer Fahrt". Von der Auslandsfahrt des Kreuzers Köln". 19.50: Sportbericht 20.05: 1. Dolkskonzert der Museums-Gesellschaft. 21: Der blinde Thomas von Karl Heinrich Waggerl. Ein Schicksalsbild. 21.30: 6. Meisterkonzert des deutschen Rundfunks. Gerhard Hüsch singt. 22.05: Nachrichten. 22.20: Nachrichten aus dem Sendebe^irk. 22.25: Der Zeitfunk bringt den Sportspiegel Des Sonntag. Slletf?!? Komm. Sammeläbl läiESede 1 mit Auslos.-Rechlen sl li't'M. 8% Franks. Hyp.-Bank CiL We. 15 unkündbar bis 1935 s?klhM. 7% Franks. Hyp.-Bank rung des Verbrauchers durch den Erzeuger ohne Beschränikung gestattet und daß der Erzeuger nicht gehalten ist, einen höheren als den Mndestpreis zu fordern. In einer Aussprache zwischen dem Reichskommissar für die Preisüberwachung und dem Reichsbeauftrag» ten für die Kartoffelabsatzregelung wurde eindeutig festgelegt, daß eine Senkung der Erzeugermindestpreise nicht erforderlich ist. Um in einigen besonders notleidenden Gebieten, die vom Reichskommissar für die Preisüberwachung und dem Reichsbeauftragten für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln gemeinsam festgelegt worden sind, kaufschwachen Volksgenossen in erhöhtem Maße die Möglichkeit zu geben, ihren Bedarf an billigen Winterkartoffeln zu decken, wird eine Sonderhilfsaktion durchgeführt, die die Möglichkeit geben soll, in der Zeit bis zum 15. Dezember Speisekartoffeln zu einem verbilligten Preise einzukaufen. Zu den hierfür in Frage kommenden Gebieten werden die Mchtlinien für diese Hilfsaktion durch die zuiständigen Gebietsbeauftragten für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln bekannt- gegeben. j>. mmel und Schafe hatten bei fast unver- art-& -a Wen Preisen sehr ruhigen Handel, der erheblich M wisolMchere Auftrieb von 215 (614) Tieren wurde ich taUflfcfauft. FeidE Frankfurter Börse. ü. Miltagsbörse: schwacher. ;n aünad)6 F। ankfurt a. M., 23. Nov. Bei nahezu feh- ilt ihn Publikumsbeteiligung verkehrte auch die heu- wird ein v tilge Mittagsbörse in meist schwächerer Haltung. Bei ganz dein dik u Wroßoanken lagen erneut einige Verkaufs- Glaes jol ai irt:rige vor, die, obwohl sie keinen nennenswerten rte DM Mf.ing hatten, bei der herrschenden Geschäftsstille viele Fi ui n) i unlust weitere durchschnittliche Rückgänge um 0,50 8bis 1 v. H. am Aktienmarkt auslösten-, nur 2 . durch niedrige Preise rrjL Wollkleider aus modischen GewiU in den neuesten FtQ 34.- 29.50 26.-1 Fesche Seldenklf in flotten jugendl. A rungen und Frauenk i. Spezialschnitt, mo Stoffe, gute Qualität 45.- 39.50 29.75 Flotte Sportmänt in kleidsam. Schnitt ei sportl.,tragfähigen S| 36.- 29.75 25.-1 und höher Pelzbesetzte Ml in neuart. F assons.voi einfachst, bis zu d.eli testen Ausführ., für je* schmack etw. Zusagf jtaatlic freien taufd) Mtfi betau M ter i der Mii len. steril omf joun * hören Prlenn Adler-Bembergselde, 80 cm breit, fürWäsche und Blusen..............................p. m Kunstseiden-Marocaine, 90 cm breit, in vielen Einige praktische Fragen an die Hausfrau: Rat und Auskunft: Gas-Gemeinschaft Gießen 6918 A ist heute die Gasheizung für Küche und Bad Wohnung und Büro Laden und Werkraum wirtschaftlich s? UM" Jtit < ' Di*.3 Großwäscherei Edelwei Giehen, Fernsprecher Nr. 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