Ur. 225 (Erttcs Blatt 184- Jahrgang Montag, 24. September gÄ'S'&S ♦ * *.< ' • ----- iLSLLLÜ ilÄf flAAA äa aaä “•“s Heimat lm Blld Die Scholle ■ HW ■ ■ W / ■ ■ H 1W IB Bl F 1 W ■ 1 w Wv Grundpreise mm höhe Monatr-Vezugspretr: ■ B B B WX B^A Wx B B WX B B B B B X B B B HLx B für Anzeigen von mm Mit 4 Beilagen NM. 1.95 ■ B ■ W M B ■■ B B BT B X B B B W Br B B B Br B Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte HF M B ■ B B B Bk „ B >18 B B B H . B Bl B BL _ B anzeigen von 70mm Brette Zustellgebühr.. „ -.25 U B B B W M» M B B B IlBVW 60Rpf.,Platzoorschriftoder Auch bei Nichterscheinen ■ B ™ ™ Ä B schwieriger Satz 25°/0 mehr "mTolgr^r^eTwaU V -'mäh.gte ®runOprd(e: MW Seneral-Anzeiger für Sberheffen Sronffud am Main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche UniverfitStr-Vuch' und Zteindruckerei R.Lange in Giehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 ^^nrgVnab^^^"ü^c9s”a^?B „Wir kennen nur ein Ziel: Deutschland!" Das Saarland beginnt den Kampf um die Rückkehr ins Reich. Ab- Wer da glaubt, am 13. Januar zu einer Abstim- stimmungskamps im Saargebiet hat heute begonnen. mung gehen, der sieht di- Sach- schief. Wir sind Aus allen Orten, in denen Versammlungen statt- heute schon entschieden, müssen aber trotzdem anden, laufen die Nachrich^n über Ma, f ende- kämpfen, denn unsere Gegner find viele Es uch em. So waren >n S aarbruck - n allein finb mächtige Gegner. Das ganze Ausland steht f p eh << An p hießt hefpfct unh anhlfnfp Btttnrber ___________;-7i___v.. r. sechs Säle dicht besetzt und zahllose Besucher zu ein Kampf der Ideale, und im Ent- scheidungskampf werden diese Ideale den Entscheid herbeiführen. Wer die stärksten Ideale hat, der wird am 13. Ianuar siegen. gegen uns, wenigstens die ausländische Presse, soweit sie vom Völkerbund und von Frankreich beherrscht wird. Sie alle stehen auf dem Status quo, und wir haben nichts als unser einfaches und lebendiges Beispiel dafür ist, daß nur der Idealismus allein etwas zu vollenden vermag. Alles, was heute in Deutschland steht als Staat, als Volk, ist einzig und allein der Selbstlosigkeit einiger weniger Menschen entsprossen. Es würde gänzlich gleichgültig sein für die Jugend unseres Volkes, ob wir noch weitere Millionen von Jugend sammeln oder nicht, wenn wir diesen Grundsatz, der uns groß gemacht hat, verraten würden. Es würden uns dann alle äußeren Erfolge nichts nützen. Und aus dieser Verantwortung für das Reich, für die Zukunft, für das Kommende heraus möchte ich gerade euch als Führer und Führerinnen eines sehr wichtigen Gebietes der HI. ans Herz legen, daß ihr niemals vergessen mögt, daß die Selbstlosigkeit unserer Kameradschaft zugleich auch die Größe der HI. ausmachen muß, und daß die Selbstlosigkeit dieser Kameradschaft auch den Bestand des deutschen Volkes in der Zukunft ausmacht. Es ist so, daß hin und wieder von dem Recht der jungen Generation geredet wird. E s gibt kein Recht der jung en Generation, es gibt nur eine Pflicht dieser Jugend, Pfarrer Wilhelm schloß: Schon im Mai 1922, als ich zum erstenmal das Rednerpult bestieg, habe ich gesagt: Eher werden München und Leipzig französisch, als daß Saarbrücken für Frankreich stimmt, und diesen Worten habe ich auch heute nichts hinzuzusetzen. Rach den Ausführungen Pfarrer Wilhelms geriet der Saal in Freudentaumel, und der endlose Jubel, die immer wieder anschwellende Begeisterung klang im Saarlied aus. von der deutschen Regierung am 2. Juni 1934 übernommenen Verpflichtungen stehe, wonach die Reichsregierung auf jeden direkten oder indirekten Druck verzichtet, der die Freiheit und Ehrlichkeit der Stimmabgabe beeinflussen könnte. Der Präsident der Abstimmungskommission bittet, diese Frage deshalb zur Kenntnis des Völkerbundsrates zu bringen. an der stimmungspartei den gleichen Anlaß einer Beschwerde beim Völkerbund sieht. Oie Deutsche Front kämpft nur legal. Pirro berichtigt Herrn Knox. Saarbrücken, 22. Sept. (DRB.) Der Präsident der Regierungskommission, Knox, versucht in einem Begleitschreiben an den Völkerbund zu einem von ihm beschlagnahmten Brief des Landesgeschäftsführers an den Landesleiter der Deutschen Front den Anschein zu erwecken, als ob nach einer Aeußerung des Staatsrates Spaniol mit Putschabsichten der Saarländer, die sich im ganzen Reich im Arbeitsdienst befinden, zu rechnen sei. Diese Folgerungen des Herrn Knox sind völlig absurd, weil über den deutschen Arbeitsdienst nur der Reichsarbeitsführer zu befehlen hat, der sich zur Frage der Saarländer im Arbeitsdienst bereits völlig eindeutig geäußert hat. Das Gleiche geht aber auch aus folgender E r - klärung des L a n d e s l e i t e r s der Deutschen F r o n t, als Adressat des von Herrn Knox falsch ausgelegten Briefes hervor: „Zu dem Brief der Regierungskommission des Saargebietes an den Generalsekretär des Völkerbundes habe ich festzustellen, daß ich jederzeit die Legalität der Deutschen Front betont und die Angestellten der Deutschen Front darauf hingewiesen habe, daß mir jeder Versuch illegaler Maßnahmen gemeldet werden müsse, damit den Gegnern der deutschen Sache keine Handhabe geboten werde. Wenn mir daher der Landesgeschäftsführer der Deutschen Front von einer angeblichen Aeußerung des Staatsrates Spaniol über den Arbeitsdienst seinerzeit Meldung gemacht hat, so hat er nur seiner Pflicht gemäß und entsprechend meiner ausdrücklichen Anordnung gehandelt, da jeder Angestellte der Deutschen Front sofort entlassen wird, wenn er derartige ihm bekanntgewordene Dinge verschweigt. Das Verhalten des Landesgeschäftsführers beweist also selbst für den Fall, daß die Aeußerung Spaniols zuträfe, daß die Deutsche Front unbeirrt an ihrer legalen Haltung fest hält und außerdem allen unverantwortlichen Machenschaften sofort von sich aus entgegentritt. Massenkundgebungen im ganzen Saargebiet. Saarbrücken, 23. Sept. (DNB.) Der len Fällen der Name Major Laurezac als vorgeschobene Anschrift im Saargebiet benannt worden. Die „Union franco sarroise“ arbeitet mit den französischen Staatsbehörden eng zusammen. Major Laurezac, ihr Vertrauensmann im Saargebiet, ist fr a n z ö s i s ch e r Staatsbeamter. Man darf daher gespannt sein, ob die Abstimmungskommission etwa auch in dieser Werbemethode der französischen Ab- K ö n i g s b e r g, 23. Sept. (DRB.) Reichsjugendführer Baldur von Schirach sprach in Königsberg vor den Führern der HI. des Gebietes Ostland. Er führte dabei u. a. aus: Es ist notwendig, festzustellen, daß, wenn man heute von der Staatsjugend spricht, wir innerlich ebenso die V o l k s - j u g e n d sind. Die Verbindung dieses Nachwuchses und dieser Jugend zur Führung des Staates soll nun nicht so ausfehen, daß jeder, der mit- zehn Jahren in das Jungvolk eintritt einen Garantieschein in der Tasche hat für seine spatere Versorgung, für sein späteres Auskommen. Ich möchte mich ganz entschiedet zur Wehr setzen gegen eine solche Auffassung. Ich will nicht daß nun alle Eltern Deutschlands meinen, und vielleicht mit ihnen auch ihre Kinder, durch die Zugehörigkeit zu dieser riesigen Jugendorganisation die den Nachwuchs aller Organisationen in Deutschland stellt, sei nun die wirtschaftliche Frage des Lebens gelost. Wir sammeln nicht die Massen, wir sammeln nicht diejenigen die versorgt sein wollen, wir sammeln b t e selbstlosen Menschen. Wehe uns, wenn wir einmal von dieser Haltung abgehen sollten. Vergeßt nicht, daß die ganze Bewegung ein großes Genf, 22. Sept. (DNB.) Das Dölkerbundsfekre- i tariat veröffentlicht einen Brief des Präsidenten der Abstimmungskommission de Jong an den Generalsekretär, der sich mit einem Rundschreiben des Reichsmini st ers des Innern an alle Länderregierungen und alle amtlichen Stellen in Deutschland befaßt, und das durch einen Zufall in die Hände der Abstimmungskommission gelangt sei. Aus dem Schreiben gehe hervor, daß das Reichsministerium des Innern Eintragungsbüros für die Abstimmungsberechtigten errichtet habe, deutsches Recht. 800000 Deutsche ... Saar rufen: „Hier ist Deutschland!" Diesmal geben die ideellen Kräfte den Ausschlag. Wir lassen uns nicht in Bockshorn jagen, wir kapitulieren nicht. Die pflichten der jungen Generation Baldur von Schirach an die Führer der Hitlerjugend. muhten wieder umkehren, da sie keine Plätze mehr finden konnten. In Saarlouis waren sämtliche Säle zum Brechen gefüllt. Auch hier mußten die Menschen vielfach wieder umkehren. Versammlungen fanden ferner statt in Völklingen, St. Ingbert, St. Wendel, Neunkirchen und zahllosen kleineren Orten. In Saarbrücken sprach Landesleiter pirro Er ging davon aus, daß die Deutsche Front stets und zu allen Zeiten st ä r k st e Disziplin bewahrt habe, daß sie st e t s legal gekämpft habe und auch weiterhin sich durch keine noch so schändliche Provokation, durch keine Rechtsbeugung und durch keinen Neutralitätsbruch in diesen letzten drei Monaten aus der Fassung bringen lassen werte. Aber es gehört keineswegs zu unseren Legalitätsverpflichtungen, daß wir uns von hergelaufe- nem.Gesindel, von Emigranten und Verbrechern verhöhnen und mißhandeln lassen müssen. Will uns dieses in den letzten Monaten hier Das Recht zur Organisierung und Aufklärung der abstimmunLSberechtigten Saarländer. Eine einseitige Beschwerde der Abstimmungskommission. Es ist nicht recht verständlich, welcher Zusammenhang zwischen Organisierung und Aufklärung der Abstimmungsberechtigten einerseits und einer angeblich dadurch gefährdeten Freiheit und Ehrlichkeit der Stimmabgabe bestehen sollte. Eine entsprechende Organisierung der deutschen Stimmberechtigten hat selbstverständlich auch bei früheren Volksab- stimmungen, wie in Oberfchlesien, bestanden. Im übrigen wird von französischer Seite die Organisierung der Abstimmungsberechtigten i n gleicher Weife durchgeführt. Hier ist es der von der französischen Grubenverwaltung angestellte Major Laurezac in Saarbrücken, der die in Frankreich wohnenden Abstimmungsberechtigten organisiert und betreut. Die „Union f r a n c o sarroise“, deren Saarbrücker Vertreter Major Laurezac ist, hat unter Mitwirkung der Staatsbehörden eine Reihe von Abstimmungsberechtigten Rundschreiben zugehen lassen, in denen aufgefordert wird, die formularmäßigen Anträge auf Abstim- mungsberechtigung nicht direkt an die zuständigen Gemeindeausschüsse im Saargebiet, sondern a n d i e Hauptgeschäftsstelle der „Union franco sarroise“ zu richten. Dabei ist in vie- bisher. Alles das, was in der letzten Zeit an Terror, Gewaltmaßnahmen, Verdächtigungen, Lügen und Beleidigungen von uns ertragen werden mußte, leitet sich von dem unheilvollen Einfluß jener verabscheuungswürdigen Methoden her. Wir aber werden weiter Disziplin halten. Drei Monate sind eine kurze Zeit im Vergleich zu den überstandenen 15 Jahren. Wir lassen uns nicht beleidigen und auch nicht mißhandeln, nur weil wir Deutsche sind und nichts anderes auch in Zukunft sein wollen als,Deutsche, Deutsche auf freier deutscher Erde. Es lebe unser ewiges Deutschland. — Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Deutschland und seinen Führer beendete Landesleiter Pirro seine Ausführungen. Das Deutschlandlied und das Horst- Wessel-Lied bildeten den weihevollen Abschluß. Pfarrer Wilhelm führte dann u. a. aus: Der Kampf um die Saar wird heute, am 23. September, von der Deutschen Front auf der ganzen Linie eröffnet. Jetzt heben sich irie Fronten scharf gegeneinander ab. Hie deutsche Front, hie französische Front, denn die Front des Status quo ist auch französisch. Eine andere als diese beiden Fronten gibt es nicht. Es ist eine Volksabstimmung, und sie kann sich n u r um am ei Dinge drehen, erstens um deutsche Kultur und zweitens um franzöfischeKul- tur, ein drittes gibt es nicht. Die Parole der Deutschen Front ist schlicht und einfach, jedes Kind kann sie begreifen und behalten, sie heißt: Unser De u t s ch l a n d. Die Deutsche Front ist das Instrument, mit dem wir die Saar zu Deutschland zurückführen. Wir kennen keine politischen Sonderziele, wir kennen nur e i n Ziel und dieses Ziel heißt Deutschland. Wir müssen den Kampf um die Saar hinaufheben auf die Höhe der Volksgemeinschaft, auf die Ebene der deutschen Familiengemeinschaft, denn das deutsche Volk ist nicht mehk ein Volk von Staatsbürgern, sondern ein Volk von Kameraden und Genossen. Der Kampf um die Saar muß emporgehoben werden auf die Höhe der Geschichte. Wir dürfen unsere Politik nicht ein« stellen a u f kurze Sicht. In diesem Kampfe geht uns die Jugend voran. Die Jugend fiebert im nationalen Gedanken. Wenn wir Alten am 13. Januar unsere Pflicht nicht täten, wenn wir ein frivoles Spiel mit unserem Vaterlande, wenn wir Volk und Vaterland verrieten und irgendwelcher Rühlich- keitsgründe wegen, wenn wir am 13. Januar uns nicht vorbehaltlos und rückhaltlos einseh- ten für Volk und Vaterland, dann wird diese Jugend, die seht noch in die Volksschule geht, unsere Knochen im Grabe verfluchen. (Tosen- der, brausender Beifall. Die Menge springt von den Stühlen.) Recht, Moral, Ehre und Gewissen, das sind die Kräfte unseres Kampfes um die Saar, und diese Kräfte geben den Ausschlag. Mögen viele Dinge in diesen Kampf hineingezogen worden sein, letzten Endes ist es eingedrungene Gesindel einen Vorgeschmack geben, von jenem Status quo-Paradies? Heute weiß und daß es den Stimmberechtigten empfiehlt, a l s jedes Kind im Saarland, daß der Status quo das U d r e f f e im Saargebiet das Auskunfts- letzte, verzweifelt angestrebte Ziel gewisser franzo- büro der Deutschen Front in Saarbrücken sischer Politiker ist, die Gewalt des französischenJ anzugeben. In dem Erlaß des Ministeriums des Kapitalismus und Imperialismus für alle Zeiten Innern soll es dann weiter heißen, daß die Ab- an der Saar zu befestigen. Aber ebenso wenig wie stimmungsberechtigten bis zur Abstimmung von sie die deutsche Saarbevolkerung und das deutsche Vertrauensleuten des Bundes der Recht dieser Bevölkerung vertreten, ebenso wenig Saarvereine betreut werden. Diese Der- vertreten sie die wahren Interessen des f r a n z ö s l- trauensleute sollten von den amtlichen Stellen in s ch e n Volkes, zu dessen Ehre wir annehmen dur- jeder Weise unterstützt werden. fen, daß es gar nicht weiß, was hier mit uns .......... - , - Die Abstimungskommission habe sich nun, wie es gemacht wird. Wenn sie als wirkliche Gegner, wahr, j„ dem Schreiben de Jongs heißt, die Frage ge- klar und ehrlich aufträten, dann hatten wir weiß stellt, ob dieses Vorgehen i m Einklang mit den Gott mehr Hochachtung vor unseren Gegnern als . .. - • - - ----- ... eine Pflicht, die gewaltiger ist als irgendein Recht. Es gibt in Deutschland eine Generation von Frontsoldaten. Es gibt eine Generation von Menschen, die den Kampf als Nationalsozialisten auf ihren Schultern getragen haben, und es gibt eine Generation, die beides in sich verkörpert. Wie kann da unsere Generation diesen anderen gegenüber, die ein Primat der Leistung haben, sagen sie hätte ein Recht? Nein! Ihr habt, verglichen mit allen diesen, eine zehntausend- f a ch größere Pflicht. Repräsentiert wird eure einzigartige Stellung dadurch, daß ihr ein gemeinsames Volk darstellt, daß ihr aufwachsen dürft in einer Gemeinschaft, die alle diese Trennungen und Hemmnisse nicht kennt, unter denen die anderen einst leben mußten, daß ihr die Voraussetzung für eure Entwicklung habt und ihr gemeinsam für etwas kämpfen könnt, wo andere Generationen gegeneinanbe.r standen und entzweit waren Ihr habt euer ganzes Dasein in ganz anderem Maße als andere Generationen unterzuordnen dem Lebenskampf der Nation. Ihr habt auf alles Verzicht zu leisten, was euch von eurer Aufgabe ableiten könnte, alles hintan- zustellen, was euch verlocken könnte, davon abzugehen, was euch vom Führer gegeben ist. Ein Jahr Reichsautobahnen. Huldigungstelegramme an den Führer. Berlin, 22. Sept. (DNB.) Der Vorsitzende des Verwaltungsrats und Vorstand der Gesellschaft Reichsautobahnen, Generaldirektor Dr. Dorp- müller hat aus Anlaß der einjährigen Wiederkehr des Tages des ersten Spatenstichs an den Reichsautobahnen an den Führer und Reichskanzler ein Huldigungstelegramm gerichtet, in dem es u. a. heißt: „Der Tag, an dem Sie, mein Führer, am 25. September 1933 in Frankfurt a. M. den ersten Spatenstich ausführten und den Befehl zum Beginn der Arbeit gaben, ist der Geburtstag der Reichsautobahnen. Er soll fortan e i n Ehren- und Festtag für alle Reichsautobahner und für alle meine Arbeitskameraden fein, die an Ihrem großen Werk mithelfen. Im Namen aller Reichsautobahner — 2549 Ingenieure, Techniker, Kaufleute und Angestellte sowie von 61500 Arbeitskameraden — entbiete ich Ihnen zu diesem Ehrentag unsere herzlichsten Glückwünsche und Grüße." Von der Direktion Reichsautobahnen erging ferner für sämtliche Baustellen, Baubüros und Dienst- gebäube Anweisung zur festlichen Beflaggung. Die Stelle, an ber ber Führer vor einem Jahr ben ersten Spatenstich bei Frankfurt a. M. vollzog, ist mit ©irlanben unb Blumen geschmückt worben. Gleichzeitig hat Dr. Dorpmüller an bas Personal ber Gesellschaft Reichsautobahnen unb alle an ben Baustellen schaffenben Volksgenossen einen Aufruf gerichtet, in dem auf bie Bedeutung bes Tages hingewiesen wirb. Das „Äationalhaus der Deutschen Arbeitsfront" in Köln Köln, 22. Sept. (DNB.) Der Stabsleiter ber PO. unb Führer ber Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley, hatte bie Kölner Stabtverwaltung unb kommunale Behörbe in ben Muschelsaal bes Kölner Rathauses gebeten, um bie Mobelle des „Nationalhauses der Deutschen Arbeit", die von dem Architekten Klotz entworfen und inzwischen vorn Führer und Reichskanzler Adolf Hitler gebilligt wurden, zu besichtigen. Dr. Ley erklärte,' das neue Bauwerk werde zu den größten gehören, unb ein Symbol für ben Aufbau unserer Zeit barstellen. Da bie erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung ftänben, könne jetzt an bie Verwirklichung bes Bauplanes herangegangen werben. Es soll ein Bauwerk geschaffen werben, in bem 100 000 Menschen Platz finben. In ber großen Kongreßhalle sollen alle vier Jahre bie Kongresse ber Deutschen Arbeitsfront ftattfinben. Im übrigen soll bie Kongreßhalle zu gemeinsamen Treffen ber westlichen Gaue bienen. Das „Nationalhaus ber Deutschen Arbeit" wird sich auf ber rechten Rheinfeite in einer Länge von 1.5 Kilometern am Rhein entlang ziehen, unb 1,6 Millionen Kubikmeter Gebäuberaum umfassen. Die Gesamtlänge bes Baues beträgt 370 Meter. Die Breite bes mittleren Baues soll 150 Meter betragen. Ein Ehrenhain, ber hinter bem Gebäube selbst hergerichtet wirb, vervollstänbigt bie Anlage. Gowjeirussiche Wühlarbeit in der finnischen Armee. Neuer Spionagefall in Biborg. Helsingfors, 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) In Helsingfors mürbe ein neuer Spionage- fall aufgebecft, ber, wie ber Spionagefall ber Frau Martin unb bes Generalstabsoffiziers Pentikäinen zeigt, baß die von Sowjet- rußland unterstützte Wühlarbeit in ber finnischen Armee weiter anbauert. Die Polizei verhaftete wegen Spionage einen Sergeant namens Niskanen, ber Registrator beim Stab bes Armeekorps Helsingfors war, unb zwei einer Gehilfen, bie aus Arbeiterkreisen stammten. Die finnischen Militärbehörden finb allerbings ber Ansicht, daß Niskanen kaum Gelegenheit gehabt haben dürfte, wichtiges Material in seine Hände zu bekommen. Oie feierliche Einführung -es Reichsbischofs Feierstunde der inneren MM Saalwächter sprach am Gedenkstein für die U. -Bootwaffe, der den Namen Otto Weddigen trägt. Er beschwor die Heldentat des U 9 vor 20 Jahren herauf und feierte das Beispiel Otto Weddigens. Am Gedenkstein für die Flieger, dem Andenken Bölctes geweiht, hielt Präsident Ebert in Vertretung des Reichsluftfahrtministers die Gedenkansprache. Er schilderte die Bedeutung der Fliegerwaffe im großen Kriege und fand ergreifende Worte für das Heldenleben Bölckes und Jmmelmanns. heit gegeben. . Nun kehrte man zur Burg zurück und im Geister- rittersaal mit seinen 17 großen Büsten bedeutender Deutscher wurde die Weihe der neuaufge« stellten Adolf Hitler-Büste durch den Bürgermeister von Windsheim vorgenommen. Der Bürgermeister umriß in einer zündenden Ansprache die Persönlichkeit des Führers und Kanzlers, erinnerte an die nationalsozialistische Tradition der Burg Hoheneck und ließ seine Ansprache ausklingen in ein Gelöbnis unwandelbarer Treue zum Führer. Kleine politische Nachrichten. Der Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h. c. R a e d e r, hat vom 17. bis 21. September an Bord des Kreuzers Leipzig" an den in der Ostsee abgehaltenen Herbstmanövern der Flotte teilgenommen. Die Hebungen wurden am 20. September mit einem Vorbeimarsch aller Fahrzeuge vor dem Chef der Marineleitung beendet. Die Regierung plant, auf dem Wege eines Sondergesetzes die Adelstitel in Oesterreich wieder zuzulassen. Heber das Gesetz soll gleich nach dem Zusammentritt der neuen beratenden Organe der Gesetzgebung entschieden werden. In der Praxis sind bereits seit einigen Monaten die alten Adelstitel der Vorkriegszeit in Oesterreich wieder eingeführt worden. Ansprache des MchsblBoss, in der er u. a. sagte: Laßt mich in dieser für unsere Deutsche Evangelische Kirche und für mich selbst so bedeutungsvollen Stunde ein kurzes Wort sagen von unserer Kirche, von unserem Amt, von der Gemeinde. Die Kirche ist geworden durch den Einbruch Gottes in diese Welt, als er sich offenbarte in Christus, unserem Heiland. Die irdische Welt ist immer wieder gebannt von den Mächten der Finsternis, von Not und Tod. Christus kam. Er hat diese Mächte der Finsternis besiegt und überwunden. Es sott uns niemand vorreden, daß es keine Schuld gibt. Gerade die deutsche Seele ist empfänglich für das Bewußtsein der Schuld, nicht nur Menschen gegenüber, sondern ganz besonders vor Gott. Es sind die wertvollsten Menschen, die immer empfinden, wieviel sie Gott schuldig bleiben. In allen Kirchen steht im Mittelpunkt das Kreuz. Es ist und bleibt das sieghafte Zeichen der Kirche Christi. Die Kirche aber lebt nicht nur vom Karfreitag, sondern erst recht vom Ostermorgen. Die Kirche hat soviel Leben, als Christus in ihr lebendig ist. Das aber ist unsere frohe Hoffnung und unsere Zuversicht: Das Feld muß Er behalten! Daraus ergibt sich, liebe Amtsbrüder, unser Amt! Wir haben nur e i n Amt, das ist die Verkündigung des Wortes Gottes, des Evangeliums von Christus und von seiner Gewalt im Himmel und auf Erden. Laßt mich ein Wort sagen vom Amt des Bischofs, auch von meinem Amt: Ein Bischof ist soweit wirklich Bischof, als er Verkündiger des Wortes Gottes ist, soweit, als er auch das persönliche Leben auf dieses Wort Gottes gründet. Mein letztes und wärmstes Wort gilt dir, der Gemeinde! Du bist nicht für uns Geistliche da, sondern wir sind für dich da! Wir können die Kirche nicht bauen, wenn ihr nicht m i t b a u t. Aus der Ewigkeit lebt die Kirche hier in dieser Zeit. Für ihr inneres Leben gilt allein: Gottes Wort. Wir möchten diesen Staat und dieses Volk von Herzen gern dienen mit unseren besten Kräften und mit unserer ganzen heißen Liebe. Deutsche evangelische Christen! Euer erster Re-ichsbischof bittet euch: Sie Einweihung der Heeresgedenksteine aus der Vurg Hoheneck. Gedenkstein der Infanterie sprach Oberst Ritter v. Schober, der die Infanterie als Element der Initiative, der Tapferkeit, der Opfertreue und als die Grundwaffe des Volkes bezeichnete. Am Gedenkstein der Kavallerie, der Eberhard von Schmettow gewidmet ist, legte General von B e - l o w einen Kranz nieder. Konteradmiral von Ein Festakt im Preußenhaus. Berlin, 23. Sept. (DNB.) Die Reichstagung der „Deutschen Christen" veranstaltete einen Fest- a Et im Preußenhaus. Im großen festlich geschmückten Sitzungssaal versammelten sich die Mitglieder des Geistlichen Ministeriums, der Reichssynode, der Landes- und Provinzialsynoden, die Landesbischöfe und Bischöfe sowie die Vertreter der theologischen Fakultäten. Eröffnet wurde die Kundgebung mit gemeinsamem Gesang, worauf der Vikar der Deutschen Evangelischen Kirche D. Dr. Engelke eine Andacht hielt. Die Festansprache hielt der Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche Ministerialdirektor Dr. Jäger. Danach sprachen Landesbischof Coch- Dresden für die deutschen evangelischen Landesbischöfe und Bischöfe sowie das evangelische Volk, Professor D. Schmidt- Halle im Namen der evangelischen theologischen Fakultäten Deutschlands und der bei diesem Festakt versammelten Dekane, Kaufmann Bernhard Lorenzen aus Bedstedt (Schleswig-Holstein) für das evangelische Volk in dem meerumschlungenen Schleswig-Holstein sowie dre Brüder und Schwestern im abgeteilten Nordschleswig, Kreisschulrat Curth- Tauberbischofsheim für die Grenzmark Südwesten, Telegrapheninspektor Richter- Königsberg im Namen der ostpreußischen Provinzialsynode und des ostpreußischen Kirchenvolkes und Oberlehrer Lange-Hamm L W. für die Heimat des Reichsbischofs, die Provinz West- ^Jn tiefer Ergriffenheit dankte Reichsbischof Müller für die ihm dargebrachten Glück- und Segenswünsche. Ministerialdirektor Jäger schloß tue Kundgebung mit einem freudig aufgenommenen dreifachen' Sieg-Heil! auf den Führer und das deutsche Volk. Der Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes beschloß die Feierstunde. Vom Preußenhaus aus begab sich der Reichsbischof mit der übrigen hohen evangelischen Geistlichkeit zum Dom. Wie wir nachträglich erfahren, ist die Entlassung Dr. Schilds, des Generalsekretärs des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages, erfolgt, weil er versucht hat, die Deutsche Arbeitsfront gegen das Reichswirtschaftsministerium auszuspielen. Der frühere französische Ministerpräsident C haute m p s ,A.der Präsident der radikalsozialistischen Kammergruppe, ist am Sonntag in der Stichwahl zum Senator in Blois gewählt worden. Im ersten Wahlgang errang Chautemps 218 von 620 Stimmen, im zweiten Wahlgang 345 Stimmen. ♦ General O'D uffy ist am Samstag überraschend von der Leitung der VereinigtenJrland- Partei und der Blauhemden-Organisation zu- rückgetreten. Sein Nachfolger als Führer der Blauhemden ist Oberst Cron in, während der ehemalige irländische Staatspräsident Cosgrave die Vereinigte Irland-Partei leiten wird. Der Rück- tritt O'Dufsys ist auf die starken Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und den anderen Parteimitgliedern zurückzuführen, die sich besonders in der Frage der Eintreibung der Landabgaben und der Haltung gegenüber Nord-Irland ergeben hatten. ob ihr Glieder der Evangelischen Kirche seid, schart euch mit mir z u s a m m e n z u e c n e r bleibenden innigen Gemein sch a st, damit wir die großen Aufgaben, die die Deutsche Evangelische Kirche in unserem Volke zu lösen berufen ist, mit gemeinsamen Kräften anpacken. Wir find im Innersten davon überzeugt, in einer großen Zeit unseres Volkes zu leben. Große Zeiten in der Volksgeschichte sind i m m e r Zeiten d e s Glaubens gewesen. Darum eben ergeht an uns alle der Ruf, starken, männlichen, frohen und sieghaften Glauben zu beweisen und die Quelle der ewigen Kräfte für unser evangelisches Volk zu erschließen. Es geht in der Tat an diesem Tage um eine geschichtliche Stunde der Deutschen Evangelischen Kirche. Durch meine Einführung als Reichsbischof ist äußerlich sichtbar in die Erscheinung getreten, daß wir in Deutschland eine einige Evangelische Kirche haben. Nach langen Jahrhunderten der Zersplitterung und der Auflösung in einzelne Landeskirchen ist jetzt die Einheit aller einzelnen Kirchengebiete zu der einen Deutschen Evangelischen Kirche errungen worden. Im einigen deutschen Volk Haden wir für alle evangelischen Volksgenossen eine Eoangelsiche Kirche. In dieser Einheit verbindet uns nicht nur unser Volkstum, nicht nur unsere Sprache. Es verbindet uns als Glieder der Evangelischen Kirche die Gemeinschaft des evangelischen Glaubens. Das wird eine echte Deutsche Evangelische Kirche sein, wenn wir untereinander verbunden sind nach 'dem Worte und Vorbild und in dem Geiste unseres Herrn und Meisters: „Habt Siebe untereinander!" Mit dieser herzlichen Bitte begleite ich euch in eure Häuser und in eure Heimat und füge noch das andere hinzu: .Wir alle sind einander verbunden nach dem Wettervoraussage. Durch den Kaltlufteinbruch an der Rückseite des schnell ostwärts wandernden Tiefdruckwirbels hak im Laufe des Sonntags kräftiger Luftruckanststg eingesetzt, der am Tage Aufheiterung und nachs in' folge Ausstrahlung starken Temperaturrückgang verursachte. Ein neues Jslandtief hat sich aber bereits südöstlich nach den Britischen Inseln hin verlagert, so daß mit erneuer Wetteroerschlechterungj zu rechnen ist. Bei auffrischenden westlichen Wm-- den gestaltet sich der Witterungscharakter wiedec wechselhaft und zeitweise regnerisch. Aussichten f ü r Dienstag: Meist bewölkt, vorerst etwas milder, zeitweise Niederschläge. Aussichten für Mittwoch: Unbeständiges und wieder kühleres Wetter mit Niederschlags» wach werden und feierte als höchstes kes die Freiheit auch auf den Meeren. Dre Tat Ad- miral Scheers werde wirken bis in die fernste Zukunft des deutschen Volkes. Der Zuq begab sich sodann an den Gedenkstein für die Pioniere. Von unserem M u d t a sprach in seiner Gedenkansprache General Röthardt, der diesen Heerführer in seinem Wesen und feinen Taten zeichnete, an die Kämpfe in den Argonnen erinnerte und an die 65 000 Pioniere, die ,m Kriege für das Vaterland fielen. Der Enkel des Verewigten legt mit dem Redner Kränze nieder. Der Gedenkstein für die Artille r i e gilt bem Andenken des Obersten Bruchmuller, dessen Name für immer mit den berühmten Durchbruchschlachten des Weltkrieges verbunden ist. Der österreichische General von Krauß hob in seiner Ansprache Die Tat der Artillerie im Kriege hervor, die die eigent- liehen Schlachten lieferte, aber den Sieg nicht er- ringen konnte. Er legte einen Ehrenkranz meöer. Nach jeder Ansprache intonierte die Kapelle die den einzelnen Waffengattungen eigenen Lieder, während von der Höhe Böllerschüsse in die weite Ebene dröhnten. Am Gedenkstein für den Tag von Düppel trug der Enkel des Burgherrn Lehmann das Fontanesche Gedicht über diesen Tag vor, während schließlich am Steine Albert Leo Schlageters Obergebietsführer Stellrecht sprach. Auch ihm wurde der Kranz der Unvergessen- Schließt die Reihen! Steht fest zusammen. Werdet nicht müde, Gott zu bitten, daß er durch seinen Heiligen Geist unter uns wirke! Eine Deutsche Evangelische Kirche! Der gemeinsame Gesang des Luther-Liedes „Em feste Burg ist unser Gott", das Vaterunser und der Segen sowie ein Orgelnachspiel bildeten den Abschluß der feierlichen Handlung. Unter dem Gelau der Domglocken verließ daraus der Reichsbijchof mit den Bischöfen und Geistlichen das Gotteshaus. DieSegriißmig deSReichSbischoss Auf der Freitreppe führte der Reichsleiter der „Deutschen Christen" Dr. Kinder u. a. aus: Herr Reichsbischof! In dieser feierlichen Stunde haben Sie um Gottes Segen für Ihr hohes Amt gebeten. Die Bischöfe der deutschen Landeskirchen haben siirbittend sich mit einem Wort aus der Heiligen Schrift um Sie gestellt. Die deutsche evangelische Christenheit erlebt an dem Tage Ihrer Einführung die Einheit ihrer Kirche. Als der verantwortliche Leiter der „Deutschen Christen" spreche ich zu Ihnen in dieser Stunde: Darin sehen wir die Segenshand Gottes über dieser Feier, als es Ihrem Wirken und unserem Einsatz nach der unendlichen Güte des Ewigen geschenkt sein möge, daß Volk und Kirche im neuen Deutschland sich zusammenfinden. Reichsbischof Müller, ging in feiner Rede auf alle Ansprachen ein und führte u. a. aus: Ich bin gebeten worden, für den Frieden zu arbeiten. Bereits eine Stunde nach meiner Wahl zum Reichsbischof habe ich meinen Mitarbeitern den Auftrag gegeben, mit allem Nachdruck daran zu arbeiten, daß wir zu einer Verständigung mit denen kommen, die noch abseits stehen. Ich kann versichern, daß wir diese Verständigung oft und ehrlich gesucht haben, wo es nur möglich war. Ich kann auch versichern, daß ich den Willen zum Frieden und zum Verstehen heute noch genau so lebendig habe, wie in der ersten Stunde. Ich bin um so ruhiger und zuversichtlicher, als eines in dieser Zeit schon geklärt ist. Wenn die, die noch abseitssteh.n, sich so ausdrücklich als Bekenntnis l e u t e bezeichnen, muß ich noch einmal fest- Die Reichspost teilt mit, daß wegen Verdachtes nationalsozialistischer Betätigung Hausdurchsuchungen bei den Mitgliedern der Wiener Staatstheater, Kammersängerin U r s u 1 e a c (früher in Frankfurt) ninb Kammersänger Hammer vorgenommen wurden. Die Hausdurchsuchung hatte kein Ergebnis. ♦ Die amerikanische Textilarbeitergewerkschaft hat am Samstagnachmittag den Streik in der Textilindustrie für beendet erklärt und die Arbeiter angewiesen, am Montagfrüh die Arbeit wieder aufzunehmen. Der Führer des Streiks erklärte, die Arbeiterschaft habe im wesentlichen den Streik gewonnen. Der Ausstand habe die ganze ungerechte Struktur der Nira aus« einandergerissen und die Arbeiter von einer Last befreit. Alarmzustand über ganz Spanien. Madrid, 23. Sept. (DNB.) Jrn Staatsanzeiger vom Sonntag wird ein Erlaß veröffentlicht, durch den über ganz Spanien der Alarmzustand verhängt wird. Der Innenminister erklärte, diese Maßnahme diene hauptsächlich der Erleichterung der polizeilichen Nachforschungen in der Angelegenheit der marxistischen Umsturzpläne. In Barcelona verübten Syndikalisten drei Bombenanschläge, durch die in einem Stadtviertel die Licht-, Gas- und Wasserleitungen zerstört wurden. Bei Satander brannten Marxisten eine Dorskirche von großem künstlerischem Wert nieder. Der Festgottesdienst im Berliner Dom. Berlin, 23. Sept. (DNB.) Der feierliche Gottesdienst, mit dem heute mittag der Reichsbischof in sein hohes Amt eingeführt wurde, gestaltete sich zu einem weihevollen Akt. Lange vor Beginn des Gottesdienstes strömten von allen Seiten die Gläubigen zum Dom, der von einer andächtigen Gemeinde bald gefüllt war. U. a. bemerkte man auch Neichsinnenminister Dr. Frick, Staatssekretär Dr. Meißner, den stellvertretenden Gauleiter Gör- l i tz e r, Oberst v. K e i s e r vom Berliner Wacht- regiment und den Kommandanten der Berliner Schutzpolizei, Oberst Dillenburger. Von den hohen Emporen rings um die gewaltige Kuppelhalle leuchteten die Fahnen des Dritten Reiches. Als die Abordnungen der evangelischen Pfarrerschaft, der theologischen Fakultäten in ihrem Ornat und schließlich die Landesbischöfe mit dem Neichsbischos an der Spitze in langem Zuge im Dom erschienen, erklang feierliches Orgelspiel, und die Gemeinde erhob sich zur Begrüßung. Der Vikar der Deutschen Evangelischen Kirche, D. Engelke, verkündete den Eingangsspruch und hielt die Schriftlesung aus Johannis 17. Dem Gemeindegesang „O Heil'ger Geist, kehr bei uns ein" folgte das Glaubensbekenntnis, das der Reichs- b i f ch o f las, und fein Gelöbnis: „Ich gelobe in Gegenwart des Allmächtigen, im Namen des Herrn Jesus Christus, im Angesicht dieser Gemeinde: Ich bin willens, bas Amt eines lutherischen Reichsbischofs der Deutschen Evangelischen Kirche dem heiligen Evangelium gemäß zu führen, wie Martin Luther es uns bedeutet hat, zur Ehre Gottes, zum heil feiner Kirche, zum Wohle des Volkes.' Gott helfe mir.“ Darauf knieten der Reichsbischof, der Vikar und der älteste der deutschen evangelischen Bischöfe Kühlewein (Baden) vor dem Altar nieder, und Vikar Engelke brachte die Fürbitte der Gemeinde in einem Gebet zum Ausdruck. Nunmehr begrüßten sämtliche Landesbischöfe den Reichsbischof durch Bibelworte und gelobten ihm treue Gefolgschaft. Mit diesem weihevollen Akt trat symbolhaft die ganze Deutsche Evangelische Kirche in Erscheinung. Dann erklang der achtstimmige A-cappella-Gfyor „Fürchte dich nicht". Ein Gemeindegesang „Sollt' ich meinem Gott nicht fingen" leitete über zu einer Aus Anlaß der Einführung des Reichsbischofs hielt die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche am Sonntagnachmittag eine Feierstunde im Preußenhause ab, zu der auch der Reichsbischof mit feinen nächsten Mitarbeitern erschienen war. Der Feierstunde wohnten außerdem bei Mitglieder der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, des Deutschen Roten Kreu- zes, des Deutschen Cavitas-Verbandes, der Schwe- stern-Organisationen und des Männerwerkes. Der Präsident des Zentral- Ausschusses für bie Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche, Pfarrer Thernel, nannte in feiner Eröffnungsrede die Innere Mission den Boden, auf dem die verschieden st en Menschen und Kräfte sich zum brüderlichen Gespräch treffen und trotz ihrer Herkunft aus verschiedenen kirchlichen Lagern gemeinsam Zusammenarbeiten. Er richtete an den Reichsbischof die Bitte, noch einmal den Versuch zu machen, über die tiefen Gräben hinweg, die der kirchliche Kampf aufgetan habe, eine Brücke zu schlagen und bot hierzu die Hilfe und den Dienst der Inneren Mission an. Seine Bitte ging weiter auch an diejenigen, die noch abseits stehen, gemeinsam mit am Werk des Friedens zu bauen. Der Vertreter des Gustav-Adolf-Vereins, Professor Dr. Bruhns, bat den Reichsbischof im Namen der Diaspora, unseren Brüdern draußen, die im Kampf um Volk und Glauben stehen, die sehnsüchtig nach der Kirche des Heimatlandes blicken, jein Verständnis und seine Liebe entgegenzubringen. Der Präsident des Evangelischen Bundes, Ministerialdirektor Dr. Contze, gab der Freude Ausdruck, daß das prophetische Wort, das Fricke 1887 in Frankfurt a. M. aussprach, zur Wahrheit geworden sei: Die evangelische Kirche muß nachwachsen der Nation. — Die Führerin der evangelischen Frauen und des Frauenwerkes der Provinzialkirche Westfalen verbreitete sich über die Aufgaben der Frauen in der neuen einigen deutschen Reichskirche und gelobte treue Mitarbeit der evangelischen Frauen bei der Arbeit für Volk, Kirche und Evangelium. Pfarrer Schirmacher, der Direktor des Zentralausschusses für Innere Mission, sprach über den Dienst der Inneren Mission sowie über ihre Aufgaben in der Zukunft. Er betonte, daß die Innere Mission mit dem Nationalsozialismus auf das innigste verbunden fei. Der Reichsbifchos stellen, daß auch wir alle auf bem 93 e - tenntnis stehen und daß von uns noch niemand in der Kirche gehindert worden ist, diesem Bekenntnis zu folgen. Ich muß hier aber auch ein ernstes Wort sagen über die Vokabel „Bekenntnis": Wenn wir Theologen von Bekenntnis sprechen, so können wir uns darunter etwas vorstellen. Aber wenn die einfachen Leute draußen im Lande hören, daß das Bekenntnis in Gefahr fei, so glauben sie, das Bekenntnis zu Christi sei in Gefahr. Das muß ich mit allem Ernst aussprechen. Wir wollen ja nichts anderes, als daß Christus wie- der in Deutschland verkündet wird. Ich habe die Empfindung, daß manchmal mit etwas wehleidigem Einschlag von dem gestörten Frieden gesprochen wird. Man vergißt, daß Friede und Friede zweierlei ist. Wenn der Heiland vom Frieden sprach, dann meinte erben Frieben in b e r $ r u ft. In biesem Frieben find wir uns alle einig. Diesen inneren Frieden brauchen wir gerade füer den Kampf. Kampf wird immer bleiben und soll immer bleiben. Ich habe die Empfindung, ich müßte sogar mit allem, was mir zur Verfügung steht, dahin arbeiten, daß in dieser Kirche nicht etwa ein Kirchhofsfrieden sich breit macht, daß wir gerade ringen müssen, den lebendigen Christus ins Volk zu bringen. Diese Stunde hat von neuem den Beweis erbracht, daß wir innerlich zu- jammengehören und auch innerlich zu denen gehören, die noch meinen, sie könnten uns noch mißverstehen, und die sicher auch erkennen, daß wir sie mit unserer ganzen heißen Liebe noch packen werden. — Weiter versicherte der Reichsbischof, daß die Arbeit des Gustav-Adolf-Vereins stets eine lebendige Förderung und Mitarbeit finden werde. Er gedachte mit besonders warmen Worten der Brüder in Oesterreich, im Memelland und überall jenseits der Grenzen. Die Sicherung des reformierten Bekemttm'sstandes. Berlin, 24. Sept. (DNB.) Der Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche hat im Benehmen mit dem reformierten Mitglied des geistlichen Ministeriums die erste Ausführungsverordnung zum Kirchengesetz zur Sicherungdesreformierten Bekenntnis ft an des vom 9. August 1934 schauern. Lufttemperaturen am 23. September: mittags lo,o Grad Celsius, abends 8,9 Grad; am 24. (Septembers morgens 4,7 Grad. Maximum 19 Grad, Minimum iiuiicuiiuiuis. 2,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Xtefe am Admiral von Trotha sprach dann am Ge- 23. September: abends 14,4 Grad; am 24. Septem- erlassen. Die Ausführungsbestimmungen regeln die Gesetzgebung in der evangelisch-reformierten Landeskirche ber Provinz Hannover. Dem Landeskirchentag wird ein weitgehendes Mitbestimmungsrecht eingeräumt. Er regelt nicht nur die zum Bekenntnis gehörenden Angelegenheiten der inner- kirchlichen Ordnung selbst, sondern erhält weiter bas Recht, Gesetze beim Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche zu beantragen und über andere zustandegekommene Gesetze zu beschließen. Denn nach reformierter Auffassung stellt derLan - beskirchentag selb st die Leitung ber Kirche bar. Im übrigen kann zur Sicherung des reformierten Bekenntnisstandes das reformierte Mitglied des geistlichen Ministeriums Einwand gegen ein vom geistlichen Ministerium beschlossenes Gesetz erheben. Es wirb fobann bas Gutachten der beratenden „Reformierten Kammer" der Deutschen Evangelischen Kirche eingeholt. Die „Resormierte Kammer" besteht aus dem reformierten Kirchenausschuß für Deutschland. antwortete hierauf u. a.: In tiefer innerer Bewegung komme ich aus dem Gotteshaus, wo ich vor dem Angesicht des Höchsten Bekenntnis und Gelübde getan habe, das Amt des Reichsbischofs der Deutschen Evangelischen Kirche getreu dem Evangelium zu führen. Ich bitte euch alle, evangelische Christen, ob ihr in einem Amt der Kirche steht oder 1 Grundsatz des Dienstes . Neustadt a. d. Ai sch, 23. Sept. (DNB.) Burg Hoheneck bei Ipsheim, auf der schon der Führer in den Kampfjahren der Bewegung geweilt hat, ist von Verlagsbuchhänder J.F. Lehmann- München schon seit Jahren zu einem „Fränkischen Walhalla" ausgestaltet worden. Er ist auch der Schöpfer des Heldenweges am Süd- honge der Burg und ber Veranstalter der Einweihung der Gedenksteine für die sieben Waffengattungen: Infanterie, Artillerie, Reiterei, Flotte, Unterseeboote, Luftflotte und Pioniere, die hier mit Bildnissen bedeutender Heerführer geschaffen wurde. In Vertretung der bayerischen Regierung überbrachte Regierungsdirektor Kleinschmidt herzlichste Grüße, während Gruppenführer v. O b e r - n i tz die Grüße des Chef des Stabes der SA. überbrachte. Am Grabe des 1925 im Dienste der Bewegung gefallenen früheren Münchener Polizei- v v H —.... «... — uv<_,lU9 x wtt4V> ______ Präsidenten Ernst P ö h n e r legte der Burgherr mit denkstein für die Marine. Er ließ vor seinen Zu- ber: morgens 10,3 Grad. — Niedellchläge 2 mm, Worten des Gedenkens einen Kranz nieder, Amlhürern die große Schlacht bei Skagerrak wieder Sonnenschsindauer 7 Stunden, Furchtbare Bergwerkskatastrophe in Mittelenglan-. Explosion setzt die Schachtanlagen von Wrexham in Brand. - Es muß mit 260 Toten gerechnet werden. Hunderte von Bergleuten im brennenden Schacht. London, 22.5ep. (DRV.) 3n einem Kohlenbergwerk in der Rähe von Wrexham im mittel- englischen Industriegebiet hat sich eine schwere Explosion ereignet. Die Schachtanlagen sind in Brand geraten. Kurz vor der Explosion waren gerade 400 Bergleute eingefahren. 156 Bergleute befanden sich in dem Teil der Grube, der von der Explosion betroffen wurde. Die Rettungs- arbeiten werden durch den Brand überaus stark behindert. Unter Verwendung von Sand und Erde und allen anderen erdenklichen Mitteln versuchte man, der Flammen Herr zu werden. Aerzte und Sanitäter, die aus der ganzen Umgebung herangezogen worden sind, können wegen des Brandes noch nicht im ausreichenden Mähe eingesetzt werden. Die Rettungsmannschaften arbeiteten unaufhörlich die ganze Rächt hindurch, um die Bergleute, die in der Grube eingefchloffen sind, zu erreichen. Bisher sind keine weiteren Leichen gefunden worden. Das Feuer ist jetzt eingedämmt. Der Lhefinspektor der Gruben, Sir Henry lewcastle Bradford Wrexham iqhton LAND f=Jfwristol London Walker, ist am Samstagmorgen in den Schacht eingefahren, um die weitere Untersuchung zu leiten. „Eine undurchdringliche Feuerwand." Zu der furchtbaren Bergwerkskatastrophe bei Wrexham werden weitere Einzelheiten bekannt. Danach besteht kaum eine Hoffnung auf Rettung der mehr als 200 abgesperrten Bergleute. Alle verfügbaren Polizeibeamten, Aerzte, Krankenschwestern und Apotheker des Bezirks wurden an Ort und Stelle gesandt. Viele Mitglieder der Rettungsmannschaften brachen trotz ihrer Sauerstoffmasken zusammen und mußten aus dem von Sch l a g w e t t e r n erfüllten Bergwerk an die frische Luft gebracht werden. Sie wurden aber in jedem Falle sofort von Freiwilligen ersetzt. Das Bergwerk beschäftigte 1859 Arbeiter unter Tag und 375 über Tag. Im Laufe des Samstagnachmittags wurden aus dem brennenden Schacht des Kohlenbergwerks bei Wrexham neun Tote geborgen. Es handelt sich dabei aber um sieben Schlepper, die in der Nähe der Schachtöffnung tot aufgefunden wurden, und um zwei Angehörige der Rettungsmannschaft, die bei dem Versuch der Hilfeleistung ums Leben kamen. Von den Bergarbeitern, die im Innern des Bergwerks gearbeitet hatten, konnte noch kein einziger geborgen werden, da eine u n - durchdringliche Feuerwand das Eindringen der Rettungsmannschaften unmöglich machte. Die brennende Grube wird zugeniauett. Aus Wrexham wird berichtet, dah nur zehn Leichen geborgen worden sind, darunter die von zwei Mitgliedern der Rettungsabteilungen. 3n der Rächt zum Montag wurden die überlebenden Grubenponys an die Oberfläche gebracht. Zur gleichen Zeit war in 800 Metern Tiefe eine Abteilung von Bergleuten damit beschäftigt, den brennenden Teil der Grube durch Querwände aus Ziegelsteinen und Zement luftdicht abzusperren. Da jetzt endgültig mit einer Verlustliste von 260 Toten gerechnet werden muh, ist die Katastrophe von Wrexham die drittschwerste, die England in diesem 3ahrhundert getroffen hat. Die Zahl der Opfer war nur in zwei Fällen gröher, nämlich im 3ahre 1910, wo in Lancafhire 344 Bergleute den Tod fanden, und im 3ahre 1913, wo in Glamorgan 439 Bergleute starben. G e l d s a m m l u n g e n für die Hinterbliebenen des Drexhamer Anglücks find bereits in vollem Gange. Am Sonntagabend waren über 7000 Pfund Sterling gezeichnet. Schreckliches Vraudunglück auf einer oberschleffchen Kohlenhalde. 34 Arbeitslose in Flammen. — Bisher 6 Todesopfer. k a t t o w i h, 22. Sept. (DRV.) Auf der Kohlenhalde des Klara-Schachtes bei Kuba ereignete sich am Samstagvormittag ein entsetzliches Unglück. Wie gewöhnlich war die Kohlenhalde, die noch an verschiedenen Stellen mit glühender Schlacke durchsetzt ist, von zahlreichen Arbeitslosen bevölkert, die dort Kohlen sammelten. Als von einem Grubenzug neue Kohlenabfälle abgeladen wurden, schlugen plötzlich aus der Halde in grohern Umfange Flammen empor. 34 Arbeitslose, die sich in der Rähe des Grubenzuges befanden, wurden von den Flammen ersaht. Unter gellenden Hilferufen liefen die Unglücklichen, brennenden Fackeln gleich, auseinander und bemühten sich vergeblich, sich der brennenden Kleider zu entledigen. Einige von ihnen sprangen in einen in der Rähe liegenden Grubenteich, wodurch es ihnen gelang, dem Flammentod zu entrinnen. Alle 34 erlitten schwere Brandwunden. Von ihnen sind inzwischen sechs unter schrecklichen Quoten verstorben. Unter den Toten befinden sich zwei Frauen. Sechs weitere Schwerverletzte befinden sich noch in Lebensgefahr. Zu dem Brandunglück werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Der Gegenzug, der die Kohlenabfälle aus der Grube auf die Halde bringen sollte, wurde bereits während der Fahrt, gewöhnlich von zahlreichen Arbeitslosen bestiegen, die auf diese Weise möglichst zuerst die in dem Abfall noch enthaltenen echten Kohlenstücke bei der Entladung der Wagen an sich nehmen wollten. Diese Wagen waren von einer dicken Kohlenstaubschicht bedeckt, die sich beim Entladen offenbar an den aus der Halde vereinzelt emporschlagenden Stichflammen entzündeten. Die Folgen waren furchtbar. Der heftige Ostwind trieb eine zehn bis fünfzehnMeter hohe Flammenwand von etwa 30 Meter Länge und 20 Meter Breite über die Halde. Ein Arbeitsloser nach dem anderen wurde von den Flammen erfaßt. Entsetzliche Szenen spielten sich ab. Die mit Kohlenstaub bedeckten Kleidungsstücke der Arbeitslosen brannten wie Zunder. Die Rettungsaktion wurde von der Grubenwehr sofort eingeleitet. Aus aller Welt. Letzte Verlustziffern von der japanischen Taifunkatastrophe. Das japanische Innenministerium teilt die Liste der Opfer der Taifunkatastrophe mit. Danach fanden den Tod 2054 Menschen, 13 335 wurden verletzt, 258 werden vermißt, lieber den Materialschaden der Wirbelsturmkatastrophe liegen folgende amtliche Ziffern vor: 8200 Häuser wurden vom Wasser fortgespült, 18000 stürzten ein, 22 000 wurden beschädigt, 170 000 wurden überschwemmt: üoer 200 Schulen sind zerstört oder beschädigt; 330 Brücken und 500 Fahrzeuge aller Art haben Schaden gelitten. An vielen Stellen längs der Küste wurde das Land bis zu einer Tiefe von 400 Meter von großen Flutwellen überschwemmt. 3nbisches Fährboot gekentert. — 93 Menschen ertrunken. In der Nähe von Manuro in der Präsidentschaft Bombay kenterte ein Fährboot. Don 226 Passagieren sind 93 ertrunken. Ungefähr 100 konnten gerettet werden. Heber 30 werden vermißt. Eröffnung des Münchner Oktoberfestes. Am Samstag fand die Eröffnung des größten deutschen Volksfestes, des Münchener Oktober f e st e s , nach altem Brauch und alter Sitte mit einem großen prachtvollen Festzug statt. Reichsstatthalter Ritter von Epp, Ministerpräsident Siebert, die Staatsminister Wagner und Esser mit Oberbürgermeister Fichler nahmen von der Ehrentribüne im neuen Renn- und Turnierplatz den Vorbeimarsch des Zuges ab. 50 originelle Gruppen der Zünfte, voran Musik in der Uniform der alten Bürgergarde und SS. zu Pferde bildeten zusammen mit dem Zug der Schützen und einer Gruppe von Schenkkellnern zu Pferd den festlichen Reigen, für dessen Zustandekommen sich der Präsident des Münchener Stadtrates Weber besondere Verdienste erworben hat. Die künstlerische Leitung des Zuges lag in den Händen von Professor Haager und Stadtrat Flüggen. Das altgewohnte fröhliche Leben und Treiben auf der belebten Wiese kam bei dem verlockenden Herbstwetter schon in den ersten Nachmittagsstunden in Schwung. Tausende durchströmten die Straßen der Wiesen zu dieser Zeit, so daß sich bald em wollendes Gedränge entwickelte. Viele strömten zu dem ersten Rennen, dem ersten richtigen Wiesenrennen, das seit langer Zeit wieder die Münchener und ihre Gäste aus nah und fern erfreute Auch das Oktoberfest-Landesschießen begann zu gleichen Zeit. Diesem kommt eine besondere Bedeutung zu, weil dort auch die deutschen Meisterschaften ausgetragen werden. Die ersten Sonderzüge zum Oktoberfest sind in München eingetroffen. „Kraft-durch-Freude - Urlauber, die ihre Heimfahrt nach Hamburg unterbrachen, und ein Sonderzug mit Festbesuchern aus Zürich. Festnahme eines Werkspions auf der „Bremen". Auf dem Lloyddarnpfer "Bremen" ist ein 32jähriger Mann namens Kurt S. fest genommen worden, der bei den deutschen Polizeibehörden feit längerer Zeit im Verdacht des Patent- diebstahls und schwerer Werkspionage Hebt S war bis zum Oktober vorigen Jahres bei einer Berliner Radiofirma als Versuchsmechaniker tätig Bei der Firma war der Verdacht aufgetaucht, daß er Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse an ausländische Firmen verriet oder zu verraten suchte. Als man ihn festnehmen wollte, war er spurlos verschwunden. Die Ermittlungen ergaben, daß er sich tatsächlich wichtige Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse sowie Zeichnungen angeeignet und damit das Weite gesucht hatte. Man stellte weiter fest, daß S. sich zeitweise in Paris und London sowie in Italien und zuletzt in Neuyork aufgehalten hat. Als S. nun von Neuyork aus auf der „Bremen" nach Deutschland unterwegs war, wurde er auf dem Dampfer festgenommen. Von Bremen aus ist er nach Berlin gebracht und dem Richter vorgeführt worden. Gtosch-Garrasaui t Der weltbekannte deutsche Zirkusdirektor Hans Stosch-Sarrasani ist, wie bereits kurz gemeldet, im Alter von 61 Jahren im Deutschen Krankenhaus von Sao Paulo (Brasilien) g e ft o r» den. Mit ihm verliert die internationale Zirkuswelt einen ihrer bedeutendsten Vertreter. Darüber hinaus hat Deutschland den Heimgang eines Mannes zu beklagen, der für den deutschen Namen auf bas erfolgreichste gewirkt hat. Sarrasanis Leben war ungewöhnlich bewegt. 1873 als Sahn eines Landgutbesitzers in der Provinz Posen geboren, wurde er mit 16 Jahren Stallbursche in einem Wanderzirkus. Bereits nach einem halben Jahr trat er als Tierclown auf. Als einmal ein Löwe ausbrach, rettete Stosch einem Kinde das Leben und wurde dafür zum Stallmeister ernannt. Als Clown Sarrasani bereiste der junge Mann bald ganz Europa. Er führte dressierte Affen, Gänse, Katzen, weiße Ratten usw. vor und holte sich damit große Erfolge. Seinen ersten Zirkus begründete er als 29jähriger mit drei Wagen und fünf Pferden. Von jetzt ab wechselten Glück und Unglück fortwährend. Bei der Eröffnungsvorstellung des „Zirkus Sarrasani" riß ein Sturm das Zelt ab. Doch Stosch ließ sich nicht entmutigen und vergrößerte sein Unternehmen bald durch die Erwerbung der Tierbestände des Zirkus Busch und des Kostüm- fundus des Zirkus Schumann in Berlin. Mit diesem Bestand errichtete er in Dresden einen eigenen festen Zirkusbau und machte außerdem weite Reisen. Als der Krieg ausbrach, hatte er bereits 211 europäische Städte besucht. Im Kriege selbst verrichteten seine Pferde und sogar seine Elefanten Dienste für bas Vaterland. Danach ging Sarrasani ins Ausland. Durch seine Tüchtigkeit hat er maßgebend baran mitgewirkt, daß in ben Jahren nach bem Kriege besonbers in den südamerikanischen Staaten Deutschland sich bald wieder seines früheren Ansehens erfreute. Fünf Menschen von einer Granate zerrissen. In einem kleinen Dars im Grappa-Tal nordwestlich von Treviso (Oberitalien) sanden junge Leute in einem Dickicht eine offenbar aus der Kriegszeit stammende 21-Zentimeter-Gra- na t e. Gemeinsam mit anderen Dorfbewohnern versuchten sie, das Geschoß zu öffnen. Dabei ging es unter furchtbarem Krach in die Luft. Die Umstehenden wurden zu Boden geschleudert. Fünf Personen wurden durch Splitter gräßlich zugerichtet und sanden den Tod. Eine Geheimschrift aus der Zeil Ludwigs XIV. Im Polizeimuseum von Neuyork ist augenblick- lich ein sehr seltenes und interessantes Schriftstück ausgestellt. Es handelt sich um einen Schlachtbefehl, der die Unterschrift des Marschalls Ludwigs XIV., Catinat, trägt. Dieser Befehl rourbd in jener Geheimschrift abgefaßt, bie nur Ludwig XIV. und feinen drei Marschällen bekannt war. In dieser sogenannten „Großen Geheimschrift" gab der Sonnenkönig auch den Befehl zur Zerstörung der Pfalz. Erst im Jahre 1900 wurde diese Geheimschrift entziffert. Von den Dokumenten, die in dieser Schrift abgefaßt sind, sind nur ganz wenigs vorhanden. Mister kench kehrt reumütig zurück. Als dieser Tage der Direktor des amerikanischen Staatsgefängnisses in Jefferson City morgens seinen Dienst antreten wollte, wurde ihm in dringlichster Angelegenheit ein Mister Arthur Kench gemeldet. Dem Direktor kam es so vor, als habe er einmal einen Mann dieses Namens irgendwie kennengelernt, aber er entsann sich im Augenblick nicht mehr genau. Bis Herrn Kench eintrat: da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen, denn dieser Herr war vor elf Jahren aus seinem Gefängnis ausgebrochen und bis heute von der Polizei nicht wieder gefunden worden. — Mister Kench stellte sich freiwillig zur Verbüßung seiner damals unterbrochenen Strafe, deren Rest noch acht Jahre beträgt Nach seiner Flucht betätigte sich Kench im Alkoholschmuggel und verdiente damit sehr viel Geld. Aber nach der Aufhebung der Prohibition mußte er, um so mehr, als er für Gangstergeschäfte wie Entführungen und dergleichen nicht mehr elastisch genug ist, hungern. Die Armut hat ihn nun wieder ins Gefängnis zurückgetrieben. „Ich bin froh", sagte er dem Direktor, der ihn mit allen Anzeichen herzlicher Freude in seinen vier Wänden willkommen hieß, „wieder ein Dach über dem Kopf und die Gewißheit zu haben, jeden Tag dreimal ordentlich zu essen zu bekommen. Acht Jahre habe ich noch gut, vergessen Sie das bitte nicht, Herr Direktor, und dazu kommen noch zwei Jahre roeaen gewaltsamen Ausbruchs, — ich bin demnach für die nächsten zehn Jahre untergebracht —." Zwei Streckenarbeiter vom U-Vahnzug überfahren. Ein folgenschwerer Unfall ereignete sich auf dem U-Bahnhof Vinetastraße in Berlin-Pankow. Dort wurden zwei auf den Gleisen beschäftigte Arbeiter von einem rückwärtsfahrenden U-Bahnzug, der umrangieren sollte, erfaßt und überfahren. Während der eine auf der Stelle getötet wurde, erlitt sein Arbeitskollege schwere Verletzungen am Kopfe und an den Unterschenkeln, sowie eine Gehirnerschütterung. Die Ursache des bedauerlichen Unglücksfalles bedarf noch eingehender Untersuchung. Pestepidemie In der Mandschurei. — Bisher 140 Todesopfer. Die mandschurische Agentur Kokuzu teilt mit, daß in Tunljao 30, in Nuan 90 und in Taiping 20, insgesamt 140 Personen, an Pest verstorben sind. Die mandschurischen Behörden haben umfangreiche Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche getroffen. Chinesische Seeräuber überfallen einen Dampfer. Chinesische Seeräuber überfielen einen zwischen Tientsin und Schangfang verkehrenden chinesischen Dampfer, e n t f ü h r t en 56 männliche Passagiere als Geiseln und plünderten den Dampfer vollständig aus. Die an Bord befindlichen Frauen blieben unbehelligt. Frauenmord im Walde. Vor einigen Tagen hatte sich die Maurersgattin Rosine Horn st einer aus Adlkofen bei Landshut (Niederbayern) auf den Weg gemacht, um sich mit dem Rad zu ihrem Bruder nach Jesendorf zu begeben. Als die Frau am nächsten Tage nicht nach Hause zurückkehrte, fuhr der Mann zu seinem Schwager und mußte zu seinem Schrecken erfahren, daß die Gattin gar nicht dort angekommen war. 'Wenig später fanden die beiden Männer dann die Gesuchte im Kroeninger Forst t o t auf. Die Leiche weist eine Schnittwunde am Hals auf. Der Tod dürfte durch Verbluten eingetreten sein. Nach den Spuren zu schließen, hat ein Kamps mit dem Opfer stattgefunden. Der Mörder konnte noch nicht gefaßt Kunst und Wissenschaft. Reue Bücher von Friedrich Schnack. Im Jnseloerlag erscheinen demnächst die neuen Bücher von Friedrich Schnack: der Mädchenroman „Der erfrorene Engel" und die Bilderbogengeschichte „Land ohne Tränen". werden. Llm die Ausklärung des Falles Lindbergh. Vor einer zweiten Verhaftung? - Hauptmann leugnet hartnäckig und wird erneut belastet. DNB. Neuyork, 22. Sept. Wie die „Los Angeles Times" erfährt, haben Agenten des Bundes- juftizamtes in Los Angeles der Polizei in Neuyork Mitteilungen gedrahtet, die voraussichtlich zu der Verhaftung von mindestens einem Mann in Neuyork führen wird, der an der Entführung des Kindes Lindberg hs beteiligt fein soll. Die Agenten behaupten, ermittelt zu haben, daß sich Hauptmann im Jahre 1931 mit einem ihm sehr ähnlich sehenden Manne in Los Angeles auf- gehalten habe. Daß mindestens noch ein Zweiter an dem Verbrechen beteiligt ist, geht auch aus einer Aussage Dr. Londons, des Mittelsmannes Lindberghs, hervor, der bei der Auszahlung des Lösegeldes an der Kirchhofsmauer den Eindruck hatte, daß ein zweiter Mann in der Nähe „Schmiere" stand. Die Neuyorker Geheimpolizei begann mit der Suche nach der Frau, die, wie angenommen, an der Entführung beteiligt war. Der Leiter des Detektivbüros, Polizeiinspektor Sullivan, erklärte, daß nach der Entführung des Kindes unter den Fenstern des Lindberghschen Hauses in Hopewell (New Jersey) weibliche Fußtapfen entdeckt worden seien. Ein gegenwärtig dienstlich in Wien weilender deutschsprechender Neuyorker Detektiv, Arthur Johnson, wurde telegraphisch angewiesen, sich nach Leipzig zu begeben, um die Erklärung des verhafteten Hauptmann nachzuprüfen, daß ihm ein Mann namens Isidor Fisch die in der Garage gefundenen 13 750 Dollar zur Aufbewahrung gegeben habe. Johnson hat weiterhin den Auftrag, nach Kamenz zu fahren, um Besprechungen mit den Polizeibehörden aufzunehmen, da man annimmt, daß ein Teil des Lösegeldes von Hauptmann möglicherweise an Angehörige in Kamenz geschickt worden ist. Viertägiges Verhör. Nach viertägigem, fast ununterbrochenem Verhör, während dessen 'er nur wenig Nahrung erhielt, oer- blieb Hauptmann bei seiner Aussage, daß er w e - der mit der Entführung, noch mit bem Lösegeld etwas zu tun habe. Dr. Conti o n äußerte die Ansicht, daß wenigstens drei Personen an dem Entführungsplan beteiligt gewesen seien, und daß eine davon später ermordet worden sei. Condon erklärte, daß der bereits mehrfach erwähnte Isidor Fisch, ein anderer Mann und eine Frau sich von den Vereinigten Staaten nach Deutschland begeben hätten. Nach Amerika zurück- gekehrt seien jedoch nur die Frau und der andere Mann. Fisch sei in Deutschland gestorben und liege auf dem Leipziger Friedhof. Condon regt an, die Leiche Fischs wieder a u s z u g r a b e n, um die Todesursache festzustellen. Die Schriftsachverständigen erklärten, daß im Lindbergh-Fall sämtliche belastende schriftlichen Aeu- ßerungen zweifellos von Hauptmanns Hand stammen. Das Bundesjustizamt hält die Annahme aufrecht, daß mindestens zwei Personen an dem Verbrechen beteiligt sind. Die Polizei in New Persey nimmt sogar an, daß zwei Männer und eine Frau in das Verbrechen verwickelt sind. Den Aussagen eines gewissen Paullin, der seinerzeit einen Brief in Geheimschrift von Hauptmann erhalten haben will, wird wenig Bedeutung beigemessen. Dagegen wurde eine blonde Frau vom Distriktsanwalt vernommen, deren Aussagen ernster genommen werden, lieber den Inhalt des Verhörs ist noch nichts bekannt geworden. * Oberst Lindbergh und feine Frau haben am Sonntagnachmittag von Los Angeles im eigenen Flugzeug die Reise nach Neuyork angetreten, um den Behörden bei der weiteren Untersuchung gegen Richard Hauptmann zur Verfügung zu stehen^ Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für Öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'jche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämllich in Gießen. Oberheffen 5520 A Vorher: l WERDE MITGLIED IM 552’D PFLICHT! | Vermietungen John. 551** Preise. 551rA [Verschiedenes] Kreuzplatz9 1 Belon-tasa-fcta Port einig.Möbel. (Sehr. 2[rtaph. mit Sckr. Angeb. mit Euler, Hamm- Preis unt. 04612 straße 16, Tele- an den Gietz.Anz.' fon 2095. o für Schadenverhütung, Lehrer Appenheimer > (Groß-Eichen), erläuterte Die Lichtbilder. Mit einem : Sieg-Heil auf den Führer schloß der Ortsgruppen- t amtsleiter der NSD., Pfarrer König (Groh- r Eichen), die Veranstaltung. ! Verkäufe" Oien Trächtige Jährlich zu verkaufen. Annerod, Kirchstraße 20. Rotbrauner Laoghaardackel (Rüde) 2 Jahre, laStanunbaum, Umstände halber zu verkauf. i^ao Hindenbnrg- wall 18 I. 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Die Gauführerin Fachberaters unserer Ortsbauernschaft, Hugo Kam - Else Staab (Hungen) und die Ringführerin Hilde m e r, fand in der alten Schule ein unentgeltlicher Böhm (Lich) waren hierzu erschienen. In einer Kursus zur Bereitung von Süßmost kurzen Ansprache wurden in schlichten Worten die. statt. Leiterin des Kurses war Frl. Hossinger fahrbar, für Ri em enantrieb, nut Besch.-Hebewerk und Friktions winde, ca. 300 Liter, ttn Betrieb z besichtigen, verkauft ev. Vermieter Karl Haardt, Dillenburg Werkzeuge, Geräte und Maschinen 3 Röhren „Seibt" mit erstkl. Laut- svrech.Jahrg.32. Neuwert 3OOM., fast ungebraucht, für 95 M. gegen bar abzugeben. Herzig oeei« Zeughauskaserne Birnen undQuitten zu verkauf. 01022 Marburger Str. 83 Mittwoch, den 26. September, 15 Uhr. im Caf€ Leib, Gießen. Walltorstraße KUNDGEBUNG d. gesamten Gaststättengewerbes f. d. Kreis Gießen Es spricht Bezirksfachgruppenwaltor kg. Morlan, Frankfurt a. M. über: Wiederaufbau des deutschen Gaststättengewerbes Bedeutung der neuen Tarifordnung — Jeder Im Gewerbe tätige Volksgenosse hat zu erscheinen — llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllli Volkstümliche Naturwissenschaft in rcichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durcherweitertesWissen erhöhte Freudean den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen >ie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag \ Berlin-Lichterfelde | reicht. w rag. Großen-Buseck, 23. Sept. Dieser Tage ereignete sich im Steinbruch am Attenberg ein Unfall. Der Wagen des Fuhrmannes Wilhelm Scheld HL,. der mit 1,5 cbm Auffüllmaterial beladen war, kam auf dem abschüssigen Abhang im Bruch auf bis jetzt noch ungeklärte Weise ins Rollen und stürzte eine 5 bis 6 m hohe Böschung in den Welsbach hinunter. Hierbei Überschlug s i ch der Wagen und ging vollständig in Trümmer Zum Glück war der Wagen noch ——a—,—o -------------<, - . nicht mit Pserden bespannt. Die im Bruch beschäs-. Mühlsachsen und Has Atbach durchgeführten Obst- tigten Arbeiter konnten sich rechtzeitig in Sicherheit b a u m 3 ä h lu n 8 wurden an tragfadjigen Obst- - • bäumen gezahlt: 7610 Apfelbaume (November 1932 6737), 1517 (1479) Birnbäume, 2206 (3152)Zwetschen- und Birnbäume, 159 (140) Mirabellenbäume, 70 Z326A Motorrad 200 DEN billigst abzugeben. 0<6i3 Hch. Hahn, Steinbach Adolf Hitler- Straße 88. per 1. Oktober 1 zu vermiet. 5325D 1 Stückrath ] Asterweg 47. ] Mietgesuche] Per sofort gesucht 5-6-5laimet- Muna mögl. mit Bad in Gießen oder nachsterUmgebg. 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Im Zuge der Neuordnung der Deutschen Studentenschaft, welche durch die Erlasse der MinffterHeß und Rust eingeleitet ist und bei der für die verschiedenen Arbeitsgebiete Pg. Derichsweiler als NSDStB.-Führer und ich als Führer der Deutschen Studentenschaft für eine endgültige Vereinheitlichung und Arbeitsmöglichkeit der Studenten Sorge zu tragen haben, sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, deren Notwendigkeit nur zu verstehen ist aus der bisherigen Lage und aus dem Aufbau der Studentenschaft überhaupt Meine Hauptaufgabe wird es sein, von der Phase des rein propagandistischen Angriffs der Studentenschaft gegen die heutige Wissenschaft weg zu einem tatsächlich konkreten Arbeitseinsatz der Studentenschaft in der Wissenschaft und für eine nationalsozialistische Wissenschaft zu kommen. Der nationalsozialistische Staat braucht in seinen Akademikern Männer der sachlichen Tat und nicht des Wortes allein. Die Linien, die die Studentenschaft hier beschreiten wird, werden aus den demnächst erfolgenden praktischen Arbeitsansätzen klar hervortreten. Um diesen geistigen Kampf gewinnen zu können, braucht die Studentenschaft eine fest geschlossene, in sich politisch und weltanschaulich klar ausgerichtete einheitliche Mannschaft, die bisher großenteils nicht vorhanden war. Bisher überlieferte T r a - ditionen und Lebensformen find uns wertvoll, soweit sie lebendig sind und für einen Neuaufbau eingesetzt werden können. Ich glaube hier aber grundsätzlich, daß es zur Zeit vorwiegend darauf ankommt, die Form der Einheitlichkeit der Studentenschaft auch in ben äußeren Lebensformen zu dokumentieren und zu fördern. Der Kampf um die Neugestaltung der deutschen Wissenschaft, genau wie der Kampf der NSDAP, um die Erringung des Staates kann nicht von einer Vielfalt der verschiedensten Organisationen unter den verschiedensten Führern und nach verschiedensten Richtlinien geführt werden, sondern muß von einer geschlossenen studen- tischen Jugend, die mit einem Ziel, einer Aufgabe von einem Führer geleitet wird, durchgesetzt werden. Dieser Notwendigkeit, für die Zukunft zu schaffen, dient meine Verfügung über die Kameradschaftserziehung. Ihr Prinzip liegt darin, daß ich das, was an bisherigen Formen des ftudentenfchaftlichen Lebens bestand, durchaus anerkenne und es nicht angreife, daß aber von dem jetzigen Zeitpunkt ab die aus der HI., SA. und Arbeitsdienst kommende Hochschuljugend zu einer geschlossenen einheitlich geführten studentischen Mannschaft geformt werden muß. Nur dadurch wird die Großartigkeit und Kraft einer Arbeit her Jugend zur Ueberwindung einer überalterten Form der Hochschule gewährleistet. Ich bin mir darüber klar, daß ein Teil der Altherrenschaft diese Neuregelung mit sehr gemischten Gefühlen ansehen wird, daß auch ein Teil der studentischen Jugend in dieser Neuregelung Härten finden wird. Man kann nicht jedem alles recht machen. Regelungen, die eine Neuentwicklung einleiten, sind immer von Geburtswehen begleitet, welche überstanden werden müssen. Es wird eine Frage der Kraft und des Willens gerade auch der Altakademikerschaft gemeinsam mit der studentischen Jugend sein, ob sie den Mut aufbringt, in neuen Zeiten neue Regelungen zu bejahen und an ihnen mitzuarbeiten. Es geht nicht darum, das Uebertommene anzugreifen, sondern es zu überwinden. Der größte Teil der Mitarbeiter am Aufbau innerhalb der Reichsführung und Kreisführungen der Deutschen Studentenschaft setzt sich zusammen aus Korporationsstudenten, die heute noch in allen Ehren ihr Band tragen, die als Nationalsozialisten erprobt und bekannt sind und für eine na- tionalfozialistische Durchführung der Arbeit unter Achtung und Wahrung des Ueberfommenen Sorge tragen. Für die Neuregelung der Kameradfchaftserziehung steht eines fest. Ein Teil der Korporationen wird nicht herangezogen werden können. Es ist das eine Notwendigkeit, die von der Deutschen Studentenschaft nicht beeinflußt werden kann. Die Ausweitung der Korporationen ist zu verstehen gewesen aus der ständigen Erhöhung der Zahl der Studierenden an den Hochschulen vor der nationalsozialistischen Revolution. Wir haben demgegenüber heute den Zustand, daß, ob wir wollen oder nicht, die Zahl der Studenten sich in einem gesunden Absinken befindet. Während bor anderthalb Jahren noch an 1OOOO bis 12 000 erste Semester auf die Hochschule tarnen, werden zum Wintersemester 1934/35 nur etwa 4000 Studenten, voraussichtlich noch weniger, ihr Studium an deutschen Universitäten und Hochschulen beginnen. Diese niedrige Zahl wird nach menschlichem Ermessen während der kommenden Jahre nicht zu-, sondern abnehmen. Es wird dadurch dafür Sorge getragen, daß die heute für die Hoch- schulen der ganzen Welt drängende Frage der Schaffung eines akademischen Proletariats für Deutschland in absehbarer Zeit gelöst fein wird. Für diese 4000 ersten Semester stehen andererseits heute etwa 1 5 0 0 Korporationen zur Verfügung. Jeder vernünftige Mensch kann sich ausrechnen, daß auf Grund ganz praktischer Notwendigkeiten ein großer Teil der Korporationen einfach an der Nachwuchsfrage scheitern muß! Selbstverständlich könnte man die Dinge jetzt laufen lassen und sagen, wenn diese Entwicklung eintreten wird, bann soll man die Entscheidung nur der Entwicklung überlassen. Das geht aus drei Gründen nicht: 1. Jede Korporation spürt heute die Nachwuchsfrage als die für sie dringendste Frage und versucht unter allen Umständen und mit a l l e n M i 11 e l n , sich weiteren Nachwuchs zu beschaffen. 2. Bei ständiger Verkleinerung des Nachwuchses muß ein Kampf um jeden einzelnen jungen Studenten einfetzen, der mit allen Mitteln von Angeboten, Vergünstigungen usw., die nicht nationalsozialistischen Motiven entspringen können, durchgeführt werden muß und zum großen Teil eine ständige Kampfstellung einer Korporation gegen die andere her- beiführen müßte. Die Unruhe auf der Hochschule und in der einzelnen Studentenschaft würde ständig vergrößert. 3. Der Leidtragende in diesem Falle wäre der junge Student, der in einen ungeheuren Streit der Meinungen hereingerissen würde, während gerade die Aufgabe darin liegt, ihn zu einem klaren Einsatz in seinem Studium kommen zu lassen. Diese Gründe machen es für die Studentenschaft notwendig, ordnend einzugreifen. Sie wird aus den Wohnkameradschaften der be stehenden Korporationen nach Maßgabe des vorhandenen Nachwuchses die besten herausgreifen und diese für die Arbeit der nationalsozialistischen Erziehung einsetzen. Die Entwicklung des letzten Jahres hat es möglich gemacht, die Qualität der einzelnen Wohnkameradschaften nach unserer Wertung festzustellen Ob die Durchführung einer nationalsozialistischen Arbeit jetzt möglich sein wird, liegt nicht an der Führung der Deutschen Studentenschaft allein, sondern liegt an der studentischen Jugend und an der Altakademikerschaft. Die Einheit der politischen Arbeit des deutschen Arbeiters ist heute gewährleistet. Die Einheit innerhalb der geistigen Schichten auf der Hochschule und in der studentischen Jugend ist n o ch nicht durchgeführt. Ob die Akademikerschaft, ob die studentische Jugend den Augenblick jetzt erfassen kann, ob sie begreift, daß der Neubau der Erziehung des studentischen Nachwuchses im nationalsozialistischen Sinne letzten Endes eine Frage der Kraft und des Einsatzwillens der geistigen Schichten Deutschlands für den Nationalsozialismus bedeutet, das muß sich zeigen. * Der Führer der Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen, Andreas F e i ck e r t, wird am Montag, dem 24. September um 19 Uhr, über den Deutschlandsender zur deutschen Akademikerschaft sprechen. Hermann Löns kehri heim in die Heide. 'M W m Ir Am Wo Hermann Löns künftig ruhen soll: Die Steinhäuser bei Fallingbostel in der Lüneburger Heide. — Wir gedenken des gefallenen Dichters ausführlich im heutigen Familienblatt. Braucht die Landwirtschaft neue Kredite? Von Dr. Arthur Herrmann. In Anbetracht der Wichtigkeit dieses Themas ünd mit Rücksicht auf die ab 1. Oktober 1934 ablaufende Frist über Hypotheken- ünsermähigung bringen wir nachstehend Äußerungen des.stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Agrarkredit bei der Hauptgruppe 10 (Danke n) der deutschen Wirtschaft. Unbedingte Vertragstreue und zuverlässige Zahlungsmoral sind die Grundlagen jeder gesunden Kreditwirtschaft. Auf dem Gebiete des Agrarkredits find durch die Fehler einer liberalisti- fchen Wirtschaftspolitik, die die Landwirtschaft in das kapitalistische Wirtschaftsgeschehen einbezog, schwere Fehler gemacht worden, die die oben genannten Grundsätze erschüttert haben. Das Reichs- e r b h o f g e s e tz hat die Voraussetzungen geschaffen, um Vertragstreue und Zahlungsmoral wieder auf einen hohen Stand zu bringen, indem es die Quellen der Ueberschuldung der Landwirtschaft beseitigt hat. Hypothezierte Restkausschulden und Erbteilsabfindungen werden in Zukunft nicht mehr den Bauern und Landwirt in Zins- und Schuldknechtschaft stürzen. Neben diesen grundlegenden Mißständen hat die liberalistische Wirtschaftspolitik der Vergangenheit den Fehler begangen, daß sie bei ihren Maß- nahmen für die Landwirtschaft bewußt nicht klar unterschieden hat zwischen Krediten und Subventionen. Indem man der Landwirtschaft Subventionen in der Form von Krediten gegeben hat, hat man selber die Axt an die Wurzel der Zahlungs- moral gelegt. Es war ein verhängnisvoller Fehler, daß die früheren Regierungen nicht den Mut aufgebracht haben, von vornherein Subventionen auch als solche zu kennzeichnen. Der Nationalsozialismus hat hier grundsätzlich Wandel geschaffen. Das Reichserbhofgesetz wird feine segensreichen Wirkungen auf dem Gebiet des Agrarkredits bann zeigen können, wenn die Entschuldung der Erbhofe einmal durchgeführt sein wird. Wir befinden uns gegenwärtig in der ersten Etappe: der der Umschuldung. Die zweite Etappe wird eine Entschuldung fein, die die Voraussetzungen schaffen roirfJ und schaffen muß, um im Sinne des Programms des Reichst) auern- führers nicht nur den Bauern des Gebrauchs von Ländlicher Herbst. Von Peter Bauer. Die Dorf st raße. Dom blau-weiß marmorierten Himmel strahlt die Sonne wie ein riesiger Scheinwerfer hellen Glanz in die schmale Häuserschlucht der Dorfstraße. Gleich blanken Knöpfen funkeln die schwarzblauen Schot- terfteine ihres sanft gewölbten Rückens, und ver- einzelt schimmern zuweilen aus dem grauen Gossen- staub zierliche Goldstäbchen von Strohhalmen auf. Leer und abgefchirrt stehen hochräderige Leiterwagen, die das letzte Grummet eingeholt haben. Sein süßer Duft ist überall zu wittern. Er bringt durch Scheunenwände und Stalltüren. Dor Gartenzäunen und neben Haustreppen liegen Reisigbündel und Stammholz zum Trocknen aufgeschichtet. Da und dort spalten schon blitzende Beilhiebe auf knorrigen Haustümpfen die ersten kleingesägten Klötze zu schmalen Scheiten. Herber Harzgeruch verströmt letzte Waldkraft. Hinter Fenstern und in kleinen grüngestrichenen Gitterkästen davor glühen noch immer Geranien mit ihren ziegelroten Ballen voll praller Fülle, und an den Zweigspitzen rundkroniger Fuchsienstämm- chen tanzen die zierlichsten Blüten in~ roten Miedern mit bald weißen, bald blauen Röckchen unbekümmert von einem Tag in den andern. Sie nehmen aus den sonnigen Nachmittagen noch Glanz ufrö Wärme genug in den Abend mit, um in kühlen Stern"nnächten und unter den tief durchs Tal schleifenden Nebelschleppen der Morgenfrühen nicht schauern und frieren zu müssen. Der Wiesenpfad. Es gab eine Zeit, da man ihn suchen mußte, so dicht bogen sich die schwanken Halme und Stengel der Wiesenblumen von beiden Seiten über ihn, als wollten sie den Menschen den Zutritt wehren in ihre wogende Farben- und Duftwildnis. Da wimmelte es von Dolden und Rispen, von Aehren und Glocken in buntem Gepränge, und weiß, braun und zitronengelb gaukelten die honiglüsternen Falter in der Sonne auf und nieder. Jetzt hebt sich der Pfad wie ein schmaler brauner Läufer weithin sichtbar von der grünen Fläche ab. Er ist kahl und leer geworden, wie ein Allee, der man die schattenden Bäume gefällt hat. Die von der letzten Schur noch mooshoch zurückgebliebenen Gräserstummel können mit ihrem schon selbst ab« geblaßten Grün die vielen fahlen und braunen Stengel kaum mehn verdecken Alles Leben der Wiese scheint ausgeftorben wie in einer zerstörten Stadt, aus der die Bewohner geflüchtet sind. Spär- lich leuchten wie verglimmende Lichtstümpfe verstreute Herbstzeitlosen. Nur die kleinen Heuschrecken springen übermütig in den Stoppeln umher, als hätten sie Freude daran, daß sie sich jetzt so muhelos tummeln können. Sie brauchen nicht Die Fluge! zu entfalten, wenn sie sich emporschnellen, denn es sind keine hohen Hindernisse mehr zu nehmen. In flachen Bogen fetzen sie, durch die Erschütterung nahender Schritte aufgeschreckt, bald rechts, bald links über den Pfad. Und weithin erfüllt das schrille Sirren der Männchen, die um die Gunst der stummen Weibchen ein wahres Wettfiedeln veranstalten, die Luft. Oft steigern sich Tempo und Tonstärke der hitzigen Freier bis mit dem endlichen Sieg des Erhörten die eintönige Musik iah abbricht. Sie mag den Werbern wie den Umworbenen liebliche Herzenssprache sein, irgendwie an scharfen Sensenfchnitt erinnernd stimmt sie nachdenklich und schwermütig. Der Waldsteig. Er ist steil und steinig. Den klimmenden Schritten dienen die wenigen Grasbüschel als Stufen. An den Rändern platzen lautlos Samenkapseln an braunen Blumenstengeln. Die zwar noch immer dunkelgrünen, aber besenkahl gewordenen Ginster- büsche rascheln mit ihren schwarzen ausgeschuttelten Schoten. Zwischen dicken Mooskissen glüht brano» und weinrot das niedrige Laubdickicht der Heidelbeere. lieber ihm lodern auch in den sperrigen Eichen- und Haselhecken schon die Feuer des Herbstes. Die Blätter gilben bis ins Zitronenhelle, bekommen zwischen dem grüngebliebenen Geäder wie auch an der Kerbung leben und ^arrubraune Flecken und Flächen und krümmen schließlich ihre Ränder nach innen wie sich schließende fionb«;, bie genug empfangen und nichts mehr zu erwarten haben. Während die Eichen schon größtenteils ihre grünen, glänzenden Früchte abwarfen, halten die Hafeln ihre Nüsse noch bis zum völligen Braunwerden in schützenden Laubzipfeln fest. Die an ben Unterteilen ber Eichenblatter murmelgroß aufge- fchwollenen Gallen gleichen m lhrer halb gelben, halb roten Färbung mit ben vielen helleren Punk- ten reifen Erdbeeren. Aus ben verschwender.schduf- tenben Geisblattblüten sind kleine lohanmsbeer- artige Früchte geworben, ebenso sichere Erkennungs- Zeichen wie Die prall prangenben Hagebutten ber Heckenrose. In ben Lichtungen beherrscht weithin die zu dich- fern Gestrüpp verwucherte Herde das Erdreich und die stimmenden Plenen tummeln sich mit Elser zwischen den lila leuchtenden Bluteninseln. Zuwe» len enthuscht eine überraschte Eibechse, bie auf einem angewärmten Stein bem Sommer nachträumte, wie es mit gleichem Behagen ber Flug kleiner Bräunlinge unb Nesselfalter zu tun scheint. Im Tann. Zwischen ben rötlichbraunen Stämmen mit bem bürren Untergeäft war es schon bem Frühling unb bem Sommer zu bunfel. Wie sollte ba ber Herbst etwas finben, woran sich seine Freube entzünben könnte? Im verwitterten Nabelschutt kriechen wie immer bie gekrümmten Wurzeln gleich armbicken Nattern umher unb bringen jeben Schritt ins Stolpern. Lockt einmal ein leuchtender Pilz, so verwan- delt sich im letzten Augenblick ber vermeintliche Hut in einen freisrunben Lichtfleck, ben bie Sonne mit einem Golbstrahl an ben Boben tupft. Knistert es plötzlich hinter einem unb setzt es mit Sprung unb Husch ben nächsten Stamm hoch, bann scheint sich ein zappeliger Kobolb unb nicht ein Eichhörnchen im Wipfelgezweig zu verstecken. Es ist nicht geheuer im Tannenforst, unb bie Jahreszeit hat keine Macht über ihn. Darum fetzt ber Herbst ben roten Fingerhut vor feine Finsternis wie einen Wegweiser, vorüberzugehen. Fingerabdrücke durch Bildfunk und Ueberseekabel. Das Fingerabbruckverfahren erweist sich, nach- bem jetzt auch burch Bilbfunk eine Uebermittlung ber Fingerabbrücke in kürzester Zeit auf weitere Entfernungen möglich geworben ist, als ein immer wirksameres Mittel zur Jbentifizierung von Verbrechen. Ehe man bieses Verfahren kannte, war man auf bie Anwenbung bes viel umstänblicheren Bertillonschen Systems angewiesen, einer „antro- pometrischen Registratur", einer Körpermessung unb einer Beschreibung ber Physiognomie nach bestimmten Eigenschaften. Vielfach hatte man auch anbere äußerliche Merkmale zur Beurteilung eines Beschuldigten herangezogen. So konnten geschulte unb erfahrene Beamte bestimmter kriminalistischer Sonberadteilungen schon aus Blick unb Hänben gewisse Folgerungen ziehen, z. B. verriet ein eigentümlicher Glanz unb eine fladernbe Unruhe ber Augen bei gespannter Aufmerksamkeit einen Falsch- spielertyp. Als „Berufsmerkmale" konnten auch sorgsam mit Glyzerin unb Golbcreme gepflegte Hände gelten, bie zubem eine befonbere Sensibilität aufweifen mußten, um bie winzigen Markierungen auf ben Spielkarten abzutasten. Aber unbe- dingt schlüssig waren alle diefe Erkennungsmerkmale nicht. Erst der Fingerabdruck gab eine solche Jdentifizierungsmöglichkeit, insbesondere weil er den Verbrecher zugleich unauflöslich mit feiner Tat selbst verband. Allerdings muß an diesem Fingerabdruckverfahren mit Zähigkeit und Geduld festgehalten werden; ein besonderes Schema nach Lage und Richtung der „Schleifen" und Zahl der „Seiften" ermöglicht die geordnete und übersichtliche Aufbewahrung der Abdrücke, so daß sie jederzeit rasch zum Vergleich herangezogen werden können. Oft ist so erst nach geraumer Zeit die Aufdeckung eines Verbrechens, manchmal alsdann aber gleich einer ganzen Kette von Verbrechen möglich. Eine absichtliche Verletzung der Fingerspitzen kann nur für einen kurzen Zeitraum die Abdrücke wertlos machen, denn bald prägen sich die Schleifen, Wirbel und Spiralen der Tastlinien wieder in der ursprünglichen Form aus. Neuerdings wurde in Dänemark ein System der Klassifizierung ausgestellt, durch das auch ohne Vorlage des Abdrucks ein Vergleich angestellt werden kann. Darnach ist es nunmehr möglich, unabhängig von der Bildübertragung, nach einem bestimmten Code den Fingerabdruck zu kabeln, so daß beispielsweise für eine Uebermittlung des Abdrucks nach Australien, einschließlich des dort angestellten sorgfältigen Vergleichs und der Refultatübermittlung nicht mehr als 24 Stunden beansprucht werden. Öocbfcbulnacb richten. Professor Dr. Franz B e y e r l e, Ordinarius für deutsches, bürgerliches und Handelsrecht an der Universität Frankfurt, hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Leipzig angenommen. Professor Dr. Hellmut Hasse, Ordinarius für Mathematik an der Universität Marburg, hat einen Ruf als Ordinarius für Mathematik an der Universität Göttingen angenommen. Der Baudirektor Heinrich Blecken in Duisburg hat einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für Bauwesen an der Technischen Hochschule in Breslau angenommen. Der Direktor des Städtischen Pathologisch-Hygienischen Instituts in Chemnitz, Professor Dr. Martin Staemmler wurde zum ordentlichen Professor der allgemeinen Pathologie und pathologischen Anatomie an der Universität K i e l als Nach, folger von Professor L. I o r e s ernannt. In Halle ist Geh. Rat Professor Dr. Philipp Strauch im Alter von 82 Jahren gestorben, der $is 1921 als o. Professor der deutschen Sprache uqs Q^Urnhir an der Universität Halle wirkte. IU lUKlUllU 4. V ••• || ' • . . , g^n sind abzulehnen, da sie immer nur kreditver- Wirtschaft Das rollende Bett. Zum 7S. Geburtstage des Schlafwagens. Don Hermann Ulbrich-Hannibal. Wahrend nach und nach alle Eisenbahnen in den verschiedenen Ländern der Erde daran gingen, öte Bequemlichkeiten im Eisenbahnv er« kehr nach diesem amerikanischen Muster einzufun» ren verbesserte Pullman den Eisenbahnverkehr von Jahr zu Jahr und wurde der Bahnbrecher des modernen Reisens. Er schuf den sogenannten Langstreckendienst,, sorgte dafür, daß die verschie. denen Eisenbahngesellfchaften die gleichen Wagen bemühten, so daß die Reisenden mcht mehr am Endziel einer Eisenbahngesellschaft die Wagen, mit denen der anderen Gesellschaft zu wechseln brauchten. Er erbaute sodann den ersten Speisewagen und erfand als einen der größten Sicherheitsfaktoren im Eisenbahnverkehr den Vestibülwagen. Als er am 19. Oktober 1897 die Augen schloß, hatte er sich mit der Schaffung des Schlafwagen- dienstes ein unsterbliches Verdienst erworben. Sem Leben war ein ständiger Drang nach der Vervvll- kommnung des Eisenbahnverkehrs. Sem erster Wagen war nur halb so lang wie tue modernen Pullmanwagen, und er war sogar zehntausend Pfund leichter als allein die Räder eines solchen. Wie hat er die Bequemlichkeit des Reisens durch ständige neue Einrichtungen gehoben! Und doch war sein erster Wagen mit einem Ofen, der mit Holz geheizt werden mußte und mit O e l l a m p e n — gegen das Kerzenlicht, das vorher benutzt wurde — vielleicht für die Menschen vor 75 Jahren em noch größeres Wunder, als für den Reisenden un-^ erer Tage der moderne Pullmanwagen, in dem sich z. B. über zwei Kilometer elektrischer Draht und fast ein Kilometer Rohr für Heizung, Wasser und Luft befinden. Schlafwagen in Dienst zu stellen. Aber da kam ihm das Schicksal zu Hilfe. Der amerikanische Präsident Lincoln wurde am 14. April 1865 ermordet. Die Ueberführung in seinen Heimatstaat sollte eine große Huldigung für den toten Präsidenten fein. Aber das konnte sie nur werden, wenn sie m Pull- mans neuen Wägen vorgenommen wurde. Unö deshalb wurden in der größten Eile die Bahnsteige und Brücken so abgeändert, daß Pullmans Schlafwagen den Leichnam des Präsidenten von Chikago nach Springfield bringen konnte. Die Ueberfuhrung wurde nicht nur eine ehrenvolle Huldigung für den Präsidenten Lincoln, sondern zugleich auch eine würdevolle Einweihung des neuen Schlafwagens! Pullman ging nun mit großer Energie an die Erbauung von „rollenden Betten". Als eine Eisen- bahngesellschaft ihm die Befürchtung aussprach daß die Fahrgäste lieber mit den alten Wagen fahren würden, um den höheren Fahrpreis für den Pullmanwagen zu sparen, sagte er kühn: „Ja, sie werden sie bezahlen. Rehmen Sie beide Wagen zu den verschiedenen Fahrpreisen und überzeugen Sie sich! Und richtig, das Publikum stürmte die Pullmanwagen und ließ die anderen alten Eisenbahnwagen leer. Pullman gründete nun die große nach ihm benannte Gesellschaft und dehnte sein Arbeitsgebiet auch nach Europa aus, da die Pullmanwagen die europäische Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatten. Die Midland-Railway in England errichtete einen Pullmcmdienst, und der König von Italien ließ eine Pullmanlinie vom englischen Kanal durch Frankreich und die Schweiz nach Italien ins Leben rufen, die von der damaligen Menschheit als ein „europäisches Wunder" gefeiert wurde. teuernb wirken. .. .... - Dem Reichsnährstand fällt nun im Hinblick aus die neue Kreditversorgung eine doppelte Aufgabe zu. Er muß einerseits den Schuldner, d. Y. die Bauern und Landwirte schützen, aber ebenso auch die Kreditinstitute. Der Schulner soll die Kredite billig und so befristtet erhalten, daß er sie auch tatsächlich bei ordnungsmäßiger Bewirtschaftung zurückzahlen kann. Dem Gläubiger, der diesen Forderungen entspricht, kann der Reichsnährstand mittels der Disziplinargewall ine Rückzahlung seiner Kredite s i ch e r st e l l e n. Voraussetzung für die Erfüllung dieser hoppelten Aufgabe wäre, daß der Reichsnährstand sich in die Beziehungen zwischen Schuldner und Gläubiger überwachend und steuernd einschaltet. Der Reichsnährstand müßte Art, Tempo und Höhe der Verschuldung bei jedem einzelnen Betrieb, wie wir im Ganzen jederzeit übersehen können und die Möglichkeit haben, nach jeder der genannten Richtungen seinen Einfluß hin gellend zu machen. Der Reichsnährstand will mit dem eigentlichen Kreditgeschäft selbst nichts zu tun haben und will den Bauern nicht der Freiheit der Wahl des Kreditgebers berauben. Er will die Kreditzufuhr nicht an der Quelle regulieren, sondern er will den aus den verschiedensten Quellen fließenden Kreditstrom so in die Landwirtschaft schleusen, daß weder Kredit-Ueberschwem- mungen noch Kredit-Dürren entstehen. Dabei sollte unter allen Umständen vermieden werden, daß eine Bürokratisierung des Agrarkredits eintritt. Der Reichsnährstand will weder den Kredit selbst geben, (von den Genossenschaften abgesehen), noch den Kredit vermitteln. Er will den Kredit steuern. Er will weder die Kreditinstitute in den Nährstand einbeziehen, noch den Nährstand in die Kreditinstitute einbeziehen. Was der Reichsnährstand will ist praktisch Wiederherstellung der Vertragstreue, Hebung .der Zahlungsmoral, Schutz b e s dauern vor sachwidriger und un- zweßmäßiger Kreditaufnahme und Schutz der Kreditinstitute vor Verlusten und damit Schutz der Volkswirtschaft vor Kapitalfchlleitungen. Die organisatorische Durchführung die-ser Aufgaben wird nunmehr in Angriff genommen werden. ländlich werden alle bisher im Agrarkredit ge- chäftstätigen Kreditinstitute an der großen national» ozialistifchen Aufgabe der Ernährungs- und Rah- toffsicyerung mitwirken müssen. Monopolbestrebun- hn Hinblick auf die nationalpvlitische Ausgabe zu befriedigen ist. Wenn somit die Frage, ob die vanb= wirtschaft neue Kredite braucht, bejaht werden muß, so entsteht damit die weitere Frage, wer diese Kredite geben soll. Selbstver- Schon während seiner Arbeit in Albion war ihm seine Schlafwagenidee gekommen. Warum, so fragte er sich eines Tages auf einer längeren Eisenbahnfahrt, während welcher es ihm im Abteil sehr ungemütlich vorkam, haben die Eisenbahnwagen gar keine Bequemlichkeit^ warum erbaut man nicht solche Wagen, die man während des Tages als bequeme Polsterwagen benutzen und zur Nacht zu angenehmen Schlafwagen umwandeln kann? Und jetzt, nachdem er in Chikago mit einem guten Gewinn abgeschlossen hatte, griff er seinen alten Einfall wieder auf und kaufte von einer Eisenbahngesellschaft zwei alte Eisenbahnwagen, um sie in Schlafwagen umzuwandeln. Er baute seinen historischen Wagen Nummer 9 als den luxuriösesten Eisenbahnwagen der damaligen Zeit. Es war ein aufsehenerregendes Ereignis, als dieser Wagen zum ersten Male im September 1859 auf den Schienen rollte. Das Volk nannte ihn voller Begeisterung den „Palast a u f R ä d e r n". Da die Verhältnisse zu dieser Zett in Amerika aber viele Truppen- und Munitionstransporte erforderten, konnte Pullman noch kein Geschäft machen. Nachdem sich aber innerhalb fünf Jahren die Verhältnisse gebessert hatten, nahm Pullman seine Schlafwagenidee wieder auf. Er baute jetzt -einen Schlafwagen, wie er ganz seinem Ideal entsprach, länger, breiter, höher, mit guten Polstern, mit einem Gesellschaftszimmer und allen möglichen Luxuseinrichtungen. Dieser Wagen, den er den „Pionier" nannte, kostete nicht nur fünfmal soviel wie der beste Eisenbahnwagen vorher jemals' gekostet hatte, er war auch viel zu groß, um in den Dienst gestellt werden zu können. Die Eisenbahnfachleute bewunderten ihn, zuckten aber die Achseln und sagten: „Zu breit für die Bahnsteige und zu hoch für die Brücken". Worauf Pullman entgegnete: „Dann ändert die Bahnsteige und Brücken". Keiner der Eisenbahnfachleute hätte wohl je daran gedacht, die Aenderungen an den Bahnsteigen und Brücken vorzunehmen, um Pullmans neuen Es ist heute saft etwas Selbstverständliches, wenn man eine große Eifenbahnfahrt oorhat, des Abends einen Platz im Schlafwagen aufzusuchen, um am nächsten Morgen, am ersehnten Ziel, aus dem Bett zu springen. Und doch ist in diesen Tagen erst ein dreiviertel Jahrhundert vergangen, feit die Menschen zum erste Male auf unserer Erde Gelegenheit hatten, die Nacht im rollenden Bett zu schlafen und einige hundert Kilometer von dem Ort, wo sie sich schlafen legten, aufzustehen. Der Vater des Schlafwagens ist der Schöpfer der Reisesicherheit und Reisebequemlichkeit George Pullman, dessen Lebenslauf, der Weg aus dem armen Handwerkerhause zu den Höhen des Ruhmes und Reichtums, zu den bedeutendsten Lebensaufstiegen in der Welt zählt. Der Eintritt George Pullmans ins Leben fiel fast mit der Geburt der amerikanischen Eisenbahn zusammen. Als er am 3. März 1831 in Brocton im Staate Neuyork als der Sohn eines Mechanikers das Licht der Welt erblickte, bestand die erste amerikanische Eisenbahnlinie gerade fünf Monate. Sie war zwei Jahre später mit einem Streckennetz von 137 englischen Meilen die damals größte Eisenbahnlinie der Welt. George Pullman, der wie sein Vater Mechaniker geworden war, begann nach dem Tode seines Vaters zweiundzwanzigjährig, eine selbständige Laufbahn. Der Staat Neuyork wollte den Eriekanal erweitern lassen. Zu diesem Zweck mußten viele Gebäude von seinen Ufern fortgeschafft werden. Neben Bißen andern bot auch George Pullman dem Staate einen Kontrakt an, hatte Erfolg, gab feine Tätigkeit in Albion auf und half die Häuser vom Eriekanal fortzuschaffen. Als diese Arbeit beendet war, verfügte er über einen Reingewinn von sechstausend Dollar. Das veranlaßte ihn, nicht wieder zu seiner alten Tätigkeit zurückzukehren. Er wandte sich nach Chikago, wo ein großer, auf einem sumpfigen Gelände liegender Teil der Stadt erhöht werden sollte, und hatte das Glück, auch hier einen Auftrag zu erhalten, der ihm einen Reingewinn von zwanzigtausend Dollar einbrachte. Organische Entwicklung der Speise- kartoffelpreise. Der Reichsbeauftragte für di^ Regelung des Absatzes von Kartoffeln gibt folgendes bekannt: Es hat sich herausgestellt, daß infolge der erhöhten Nachfrage nach gelben Speisekartoffeln für diese Sorten willkürliche und erhöhte Zuschläge erhoben wurden. Um eine organische Entwicklung der Speisekartoffelpreise zu gewährleisten und den Preiszuschlag für gelbe Sorten zu begrenzen, wird für das ganze Reich ein einheitlicher Preiszuschlag für gelbe Sorten von 20 Pf. je Zentner zu den für die einzelnen Gebiete bestehenden Erzeugermindestpreisen festgesetzt. Der Preiszuschlag gilt für Käufe beim Erzeuger ab Montag, 24. Sept. 1934. Es wird aber be- onbers darauf hingewiesen, daß durch diesen Zu- chlag keineswegs eine Erhöhung der Verbraucherpreise eintreten darf. Für alle anderen Sorten Speisekartoffeln bleiben die bisher von mir festgesetzten Erzeuger-Mindestpreise unverändert bestehen. ♦ * Anordnung über Kartoffelflocken. Der Reichsbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln hat in Ergänzung seiner Anordnung vom 30. August 1934 unter dem 21. September 1934 angeordnet, daß bei der Herstellung von Kartoffelflocken auf dem Wege der Lohntrocknung seitens der Kartoffelanlieferer und der Trocknungsbetriebe einschließlich Gutstrocknereien folgende Grundsätze einzuhalten sind: 1. Der anliefernde Landwirt erhält für 90 Pfd. in Kartoffeln angelieferte Stärke 100 Pfd. Kartoffelflocken zuruck; der Lohntrocknungslohn ist damit abgegolten. 2. Im Lohntrocknungsoerfahren hergestellte Kartoffelflocken verbleiben im Besitze des Kartoffelanlieferers. Der Kartoffelanlieferer hat den Verkauf der nicht in feinem wirtfchaftseigenen Betrieb verwendeten Kartoffelflocken nur durch die für den Kartoffelflockenverkauf vorgesehene Stelle vorzunehmen. Diese Anordnung tritt mit dem 21. September 1934 in Kraft. * Neue Erdölq uelle in Deutschland. Die Deutsche Vacuum-Oel-AG. ist soeben mit ihrer Bohrung auf Bau 1 fündig geworden. Die Bohrung wurde durch die Bergbau AG., Salzgitter, niedergebracht. An der Gerechtsame ist außer der Deutschen Vacuum Oel-AG. die Gewerkschaft Siegfried Hannover beteiligt. frankfurter Börse. Börse widerstandsfähig Frankfurt a. M., 22. Sept. Die Wochenschluß- • börse zeigte sich gegenüber der großen Geschästs- : stille ziemlich widerstandsfähig, wobei einige vorteilhafte Mitteilungen aus der Wirtschaft, sowie die gebesserte Finanzlage und die neuen Bauplane bei - der Reichsbahn eine Stütze boten. Bei wieder um ; einheitlicher Kursgestaltung war die Börse im gan- ! zen gesehen nur wenig verändert. ; Am Aktienmarkt erfolgten noch einige Glatt- > ftellungen zum Tausch gegen Rentenwerte, die heute meist weiter befestigt waren. So gewannen - Altbesitz 0,40 v. H., Kommunal-Umschuldung bei i größerem Umsatz 0,25 v. H., späte Schuldbuchfor- t berungen und Zinsvergütungsscheine lagen gut behauptet. Von Aktien eröffneten Montanwerte überwiegend um 0,25 bis 0,50 leichter, nur Harpener 0,13 v. H. und Ilse Genuß 1 v. H. freundlicher. Far- beninbuftrie gaben 0,25 v. H. nach, Metallgesellchaft etwas mehr gebrückt unb minus 1,50 v. H., Deutsche Erböl behauptet. Elektrowerte konnten sich überwiegend um 0,50 bis 0,75 v. H. befestigen, le- biglich Schuckert verloren 0,50 v. H. Schiffahrtspapiere waren gut behauptet, AG. für Verkehrswesen 1 v. H. fester. Höher setzten ferner ein Zellstoff Aschaffenburg und Südd. Zucker mit je plus 1 v. H„ Braubank mit plus 0,50 o. H. Reichsbankanteile gingen auf die Mitteilung, daß am 1. Oktober feine Abfchlagsdividende zur Auszahlung gelangt, um 1,50 v. H. zurück. Etwas lebhafteres Ge- schäft entwickelte sich am Auslandsrentenmarkt, wo neben Mexikanern, Oesterr. Goldrente, Ungarn und Macedonier bis 0,50 v. H. anzogen. Am Rentenmarkt blieben die Anfangskurse bei relativ lebhaftem Geschäft gut behauptet, Kom- munal-Umschuldung bröckelten allerdings geringfügig ab. Goldpfandbriefe blieben ziemlich unver- ändert, während Liquidationspfandbriefe und Kom- munal-Obligationen meist um 0,25 bis 0,50 v. H. anzogen. Stadtanleihen lagen ruhiger und nur wenig verändert. Am Auslandsrentenmarkt blieb das Geschäft in mexikanischen Anleihen bei weiter anziehenden Kursen lebhaft. — Tagesgeld war wie-, der leichter und wurde um 0,25 v. H. auf 3,25 v. j). ermäßigt. Frankfurter Erermarkt. F r a n k f u r t a. M., 22. Sept. Das Angebot in frischen Eiern geht weiter merklich zuruck, es wer- den bereits größere Mengen Kühlhauseier heran- gezogen. Der Verkauf an den Kleinhandel ist nur Plein Die Preise zogen etwas an und es notierten in Dfinnig prp Stück frei Frankfurt a^^im Großhandel an den Einzelhandel: Deutsche Markeneier S 11V- bis 12, A 11 bis IVA, B 10V- bis 103A C 93/4 bis 10, D 9‘A bis 93A. Holländer und Dänen S 11, A 103A, B 10V-, C 10, Bulgaren 9V< bis 9V-, Rumänen 9, Jugoslawien 9V< bis 9V-. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 22. Sept. Das Buttergeschäft nimmt zurzeit einen sehr ruhigen Verlauf, so daß die geringen Anlieferungen vollkommen ausreichen. Die Preise blieben weiterhin unver- ändert. Deutsche Markenbutter 145, feine deutsche Molkereibutter 142 bis 143, deutsche Molkereibutter 138 bis 140, Landbutter 120 bis 130. Holländische Markenbutter 145 bis 148, andere ausländische Butter 140 bis 145 Mark pro 50 Kilogramm. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 24. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: l^h Rinder (419 Ochsen, 107 Bullen, 373 Kühe, 367 Färsen), 626 Kälber, 6 Schafe, 28 Hammel, 4490 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 25 bis Mark, Bullen 24 bis 34, Kühe 12 bis 34, Färsen (Kalbinnen) 24 bis 37, Kälber 26 bis 48; Hammel 28 bis 33; Schweine 40 bis 53 Myrk. — Marktver- lauf: Rinder mittelmäßig, Kälber, Hämmel una Schafe ruhig, Schweine anfangs rege, spater ab* flauend. Kredit weitgehend zu entwöhnen, sondern aber auch — wenn notwendig, um dem Bauern wieder die Möglichkeit zur Erlangung von kurzfristigen Betrieb skrediten und rnittelfristigsn Meliorationskrediten zu geben. Damit ist die eingangs gestellte Frage in bedingter Form bejaht. Selbstverständlich ist, daß eine ständige Neuverschuldung unter keinen Umständen mehr eintreten darf. Die fristgemäße Rückzahlung von Krediten muß eisernes Grundgesetz werden. Daher wird die Kreditversorgung der Landwirtschaft in Zukunft einer ständigen Ueberwachung und Steuerung bedürfen. Eine brennende Frage ist nun die der Krobttver- sforgung der Landwirtschaft, vor allem aber der Erbhöfe in der Ueb ergangszeit bis zur Durchführung der Entschuldung. Der Landwirtschaft ist die Ausgabe gestellt, die nächstjährige Ernte unter allen Umständen so vorzubereiten, daß nach menschlichem Ermessen die Nahrungsmittelfreiheit unter allen Umständen gesichert bleibt. Darüber hinaus muß alles getan werden, um eine größtmögliche Steigerung der Ernteerträge vorzubereiten. Aus der allgemeinen außenwirtschaftlichen Lage Deutschlands rückt noch ständig mehr in den Vordergrund die der Landwirtschaft zuwachsende Aufgabe der Schaffung von neuen Roh st offen als Ersatz für die fehlenden oder knappen Auslandrohstoffe. Diese Erfordernisse rücken die Notwendigkeit einer ausreichenden Kreditoersorgung für die allernächste Zeit in den Vordergrund. Nicht nur das kurzfristige Kreditbedürfnis ist somit zu befriedigen, sondern auch das mittelfriftige Kreditbedürfnis. Hier ist nun ganz besondere Aufmerksamkeit zu schenken den im Entschuldungsverfahren befindlichen Betrieben, die jetzt von der Kreditzufuhr abgeschnitten sind. Dies ist um so bedenklicher, als das Entschuldungsverfahren sich voraussichtlich, doch längere Zeit, vielleicht auf Jahre hinziehen wird. Es ist natürlich ausgeschlossen, daß in dieser Zeit die Gefahr einer Devastierung der Betriebe mangels Kreditzufuhr heraufbeschworen wird. Aber auch nach Beendigung des jetzigen Entzschul- ldungsverfahrens wird ein gewisses Kredttbedürfnis weiterhin gegeben sein, weil die Betriebe voll und ganz in dem Zinsen- und Tilgungsdienst für die alten Schulden eingespannt sind, weil die Zins- Leistungsgrenze voll ausgenutzt ist, und somit die meisten Betriebe über bare Betriebsmittel nicht Der- fügen werden. Aber auch die noch unverschuldeten Betriebe, insbesondere die Erbhöfe, wie auch die nichtentschuldbaren Betriebe werden -im Hinblick, insbesondere auf die großen Aufgaben, die der Landwirtschaft zufallen ein Kreditbedürfnis zeigen, das Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Berlin Franriun u. Di. 25eruu Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börsc Oatum 21-9. | 22-9. 21.9. 22.9. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 95,25 95,25 95,4 95,5 6% eljem.7% Dt.ReichSanl.v.1929 — — 6*/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 94 93,75 93,6 93,25 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Recksten ............. 97,75 98,13 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... — _ 6% eljem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 94 94 94 94 6% Hess. Landesbank Darmstadt (5)010 R. 12.................. 91,25 91,25 b'/r% Hess. Lander-Hypotheken. 90,5 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. 102 102 102,5 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 100,25 100,25 100,25 100 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 91,5 91,5 — 91 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 91,5 91,5 — 91 V/i% ehern. 4¥t% Franks. Hhp.- 92 91,4 - ehern. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpfe..... 91,5 91,5 — — 6% ehern. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 93 93 93 93 6% ehern. 7% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 93 93 93 93 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 101,75 101,75 101,75 101,75 4% Österreichische Goldrente.... — 32,75 30,13 32,5 4,20% Oesterreilyische Silberrente 1,15 1,15 —— 1,2 7,85 -1 1J 7,85 7,9 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7,4 7,25 7,15 7,15 4ya% desgl. von 1913.......... 7,25 7,65 7 7,13 5% abgest. Goldmexikaner von 99 13,9 14,75 13,7 14,8 4% Türkische Zollanleihe von 1911 — -w — 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l.............. ...... 8 8 vranriut. u. DL ■öerhn Schluß, kurs Schluß!. Abendbörse. Schluß, kurs Schlußk. Mittag, börse Datum 21-9. 229 21-9. 22-9. 4% dcsgl. Serie 11 ............. 8 8 7,8 — 5% Nu man. vereinh. Rente ti.1903 4'/2%Rumän.vereinh.Rcnlev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2*4% Anatolier............... 4,8 7,25 4,5 36,9 25,5 29 76,5 96,75 67,5 73 75 150 27,65 148,75 101,5 119,5 75,75 110,5 103 94,25 147 124 86,9 115 61,75 105,4 — 170 127,5 81,13 74,75 4,9 7,5 4,65 38 4,75 7,75 4,55 37 4,8 7,4 4,6 38,13 Hamburg-Amerika-Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Hansa-Dampsschifs...........O Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... O Deutsche Bank und 2) is conto» Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank .................. A.E.G....................... Bekula.....................0 Elcktr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft .............g Felten & Guilleaume.........0 Gcsellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Schuckert L Co...............5 Siemens L Halske............7 LahmeyerLCo.............10 Buderus ...................c Deutsche Erdöl..............4 Gelsenkirchener.............. Harpener................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ Klöcknerwerke ............... Mannesmann-Röhren........ 25,75 28,75 77,5 96,25 67,5 72,75 75 148,5 28,13 148,75 101,5 119,9 75,75 111 103 94 146,5 123 86,4 115 62,25 104,5 170 128 81 74,5 25,75 25,4 28,9 77 96,25 67,5 73 75 149,5 27,65 148,4 102 119,5 76,25 110,65 102,5 94,5 147 124 86,25 115,13 62,25 105,25 76,5 170,25 128 81,5 74,75 25,5 25 28,9 77,65 96,5 67,5 72,75 75 148 28,13 148,65 102 119,75 75,75 110,65 103 94,25 146,5 123,5 86 114,9 62,9 104,5 76,75 170,5 128,25 81,25 74,76 Schlußkurs schluyl. Abend. börse Schluß, kurs Schluß!. Mlitag- börle Datum | 21.9. 22.9. 21-9. 22-9 Mansselder Bergbau........ . O 78 77,26 78 77,5 Kokswerke................. . u — • 100 100 Rheinische Braunkohlen ..... . 0 48 48,25 48 48,5 10 243 245 243,5 243 . 0 92,5 92,25 92,75 92,75 Vereinigte Stahlwerke....... . u 41,4 41,25 41,4 41,25 . 0 13,7s 13,5 13,5 13,4 Kaliwerke Aschersleben...... . b — — 127,4 127 Kaliwerke Westeregeln...... 126 126 —— 126 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y3 — — — 157,5 I. G. Farben-Jndustrie..... 7 143,25 143,75 143,13 143,75 Scheideanstalt............. . 9 216 216 — — Goldschmidt .............. . 0 94,25 94 94 94,5 RütgerSwerke ............. . 0 42,13 42 42,13 42 Metallgesellschast........... . 0 92,25 90,75 92,25 90,5 Philipp Holzmann......... .. 0 81,25 82,13 81,75 81,5 Zementwerk Heidelberg .... .. (1 117 Cementwerk Karlstadt....... .. u 132 132,5 — Schultheis Pahenhofer ..... Mu (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldhof .......... .. 0 .. 0 .. 0 .. 0 65 67,25 49,25 65,5 66,5 49 112 64,9 135 49,65 112,75 65,75 134,25 49,65 Zellstoff Aschaffenburg ..... Dessauer Gas ............. .. 0 68 69 68 124 69,5 126,75 Daimler Motoren.......... .. Ü 50,75 50,5 51,13 51,25 Deutsche Linoleum......... .. Ü 57 56,5 57 56,5 Orenstein & Koppel........ .. 0 — 89,25 90,55 Leonhard Tietz............ .. (I 29,25 29,4 29,25 29,9 Chade .................... ..IC 217 217,5 216 218 Accumulatoren-Fabrik...... .. c 179,5 — 179 — Conti-Gummt............. .. boch er mit irpen würbe en ein en um n dem Draht Wasser Die Veranstaltungen des letzten Tages der Feuerschutzwoche waren dazu angetan, den letzten Volksgenossen auf diese zielbewußten und ernsten Maßnahmen der Reichsführung zur Bekämpfung des Landschadens aufmerksam zu machen. Die Umzüge und vor allem die große Waldbrandübung waren nicht nur Dmonstrationen einer gut disziplinierten und exakt geschulten Feuerwehr überhaupt, sondern der ernste Hinweis auf eine der großen Pflichten jedes Einzelnen, nämlich die der Brandverhütung. Mit dem von der Feuerwehrkapelle ausgefuhrten Wecken begann der Sonntag. Mit schneidiger Marschmusik zog die Kapelle um 7 Uhr vom Brandplatz aus durch die Straßen der Stadt. Sie war noch rechtzeitig vor dem großen Regenschauer kurz vor 9 Uhr zurückgekehrt. Don der Marktlaubenstraße aus, wo die Formationen sich aufgestellt hatten, marschierten die Sanitätskolonne, die Musikkapelle der Feuerwehr und die Freiwillige sowie die Gailsche Feuerwehr mit ihren Fahnen zum 116er-Gefallenendenkmal zur Gedenkfeier. Nach dem von der Musikkapelle gespielten ersten Gruß an den Reichssporkführer. Aus Vorschlag des Veranstaltungsleiters, Turner Karl Müller, erklärte sich die Turnergemeinschaft einstimmig mit folgendem Telegramm an den Reichssportführer von Tschammer und Osten einverstanden: Denken und Fühlen in eine Parallele stellen mit der heutigen Zeit unter der Führung Adolf Hitlers. Die weitestgehenden Träume Jahns sind in Erfüllung gegangen. Jahn hatte den festen, unerschütterlichen Glauben an das deutsche Volk, der ihn nie verließ, selbst in den schwersten bittersten Zeiten nicht. Jahn hatte ein langes Leben von 74 Jahren, und nur 9 Jahre davon sind für ihn strahlend hell gewesen. In diesen neun Jahren steht Jahn als Mann voller Kraft und Herrlichkeit da, bewundert und verehrt. In dieser kurzen Zeit leistete er bas Höchste, was ein Mensch leisten kann, er wirb zum Lehrer unb Führer seines Volkes bis in bie fernste Zukunft. Was uns Jahn gerade in der gegenwärtigen Zeit in den Vordergrund rückt, find feine Ziele, die er verfolgte. Bei diesen Betrachtungen war er, das mag ruhig an dieser Stelle gesagt sein, der Wegbereiter für die heutige Zeit. Schon im Jahre 1806 schrieb Jahn fein „Volkstum". Wer dieses kennt und mit echtem deutschen Geist studiert hat, weiß, mit welch ungeheurem Scharf- und Weitblick er das Deutschtum vorwärts trieb. Von seinen Turnern verlangte er vor allem, daß sie deutsch waren, und unter deutsch verstand er unbegrenzte Liebe zum Vaterland, stark, wahrhaftig und treu sein. Freiheit und Recht, Tugend und Glück der Menschheit, ewiger Friede unter den Völkern der Welt, das sind nach Jahn die letzten Ziele, denen wir Menschen nachzustreben haben. Ein Volk, das mit Lust und Liebe die Ewigkeit '[eines Volkstums ausfaßt, kann zu allen Zeiten sein Wiedergeburtsfest und seinen Auferstehungstag fei- «81W «ÖtM jlHoinßt in uutf e bt--' tere> ollöiA jglflfi. 1' :anw ack •ri< trieb’ A 1®*. « 2^3» -s 3*5 fpäier ab- Die Feuerwehr geht mit dem Wasserstrahl gegen die Flammen vor. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Gin Treffen alter GießenerTnrnfestsieger Oie Besten der Gießener Turnerschast feiern Wiedersehen. Sämtliche Ansprachen wurden mit starkem Beifall ausgenommen. Zwischendurch wurden gemein» am schöne Turner- unb Daterlanbslieber gesungen, bei bereu Klang allenthalben bie Herzen warm würben. Es war ein Abenb, ber von ebelstem Turnergeist reich erfüllt war unb barum unvergeßlich fein wirb. Feier am Zahnaedenkstein. Am gestrigen Sonntagmittag traten bie Turnfestsieger unb eine Anzahl Turnerinnen unb Turner ber beiben Vereine an ber Turnhalle am Oswalds- garten zu einem Marsch b u r d) b 1 e S t a b t nach dem Jahngedenkstein an. Unter Vorantntt von Mitgliedern der Stahlhelmkapelle und unter Mit- führung der Turnerfahne und ber beiden Derems- fahnen ging der Marsch durch mehrere Straßen des Stadtzentrums, wobei die Turnfestsieger rechts und links von Turnerinnen begleitet wurden. Am Jahngedenkstein hatte sich mittler- weile eine ansehnliche Menschenmenge „gesunden, ! die sich in Gemeinschasl mit den Turnern im Halb- kreis um den Gedenkstein gruppierte. Der Führer der Gießener Turnerschafi Andreas Deining wies in einer kurzen Ansprache auf den Anlaß zu dieser Feierstunde hin und hob dabei hervor, bah bie Stabt Gießen von jeher eine Statte turnerischer Höchstleistungen gewesen sei. Die Gießener Turner- schäft habe sich immer bie körperliche unb 9eifa9 Ertüchtigung ber Jugenb zur Aufgabe 9efteUt, aber auch bem Alter Gelegenheit geboten sich Körper unb Geist frisch zu erhalten. Der Redner hieß Johann alle von auswärts herbeigeeilten Turner herzlich willkommen. Weiter bezeichnete er es als eine Selbstverstänblichkeit, baß an einem solchen Tage das Bekenntnis zu der großen Deutschen Turnerschaft, der umwälzenden «Bewegung von Friedrich Ludwig I a h n , die auch unser Führer und Kanzler Adolf Hitler in seiner großen Stuttgarter Rede mit Anerkennung gewürdigt l)abe, erneuet wer t Die Gießener Turnerschaft gelobe damit aufs neue unwandelbare Treue und Hingabe 3ur |d) Turnerschaft und zum deustchen Dc. erlande. Mit dem „Gut-Heil"-Gruß an Gießen die Stadt des alten deutschen Turneraeistes und deußchen Turnertreue, schloß der Redner ferne Ans^ache. Oberfinanzrai Adolf Schä^er-Berlm, ein ehemaliger 1. Sieger der GießenerTurnerschaft, hielt anschließend die Hauptansprache, m ber u.a. 10 ®s ist mir von den ehemaligen ersten Preis- .raqern'd°? Siebener Turnerlchaft ber; IS?7b^ttmL°de?»"Ln^ ^-n^Di°K^Kranznl°ede?legün7 fott^dn vater bewahrten und bewahren werdem Gleich- zeitia soll diese Kranzniederlegung zu Ehren ber er ten Sieger erfolgen, bie in den Kußtapfen Jahns manbelten unb heute nicht mehr unter uns weilen. In kurzen Abrissen möchte ich heute Jahns brüber! Diese Gesinnung sei heute noch in ber DT. i retten! Aber nur durch uns selbst. Wir lebendig, und die alten Turner seien stolz darauf, l brandyen zur Wiedergeburt keine fremden Geburts- daß die DT. sich nichts vorzuwerfen und auch Helfer, nicht fremde Arzneien, unsere eigenen Haus- nichts abzubitten habe. Dieser Geist solle und werde mittel genügen. Freiheit und Einheit sind die Grund- auf die Turnerjugend übertragen werden. Die . Peiler'der Deutschheit, das war Jahns unumstößliche Jugend könne bei diesem Geist auf den Wegen « - weitergehen, den die Alten beschritten haben. Junge und alte Turner gehören zusammen in engster Verbundenheit in der Deutschen Turnerschaft. Die Turner, alte und junge, gingen in Treue weiter den Weg, den Jahn gezeigt habe, den Weg, den uns heute der Führer Adolf Hitler zeige, „treu unserer Sache, treu unserem deutschen Daterlande, treu unserer Deutschen Turnerschaft." Der frühere Gauoberturnwart Will gab seiner Freude über diese Wiedersehensfeier Ausdruck, rühmte bie vorbildliche Zusammengehörigkeit ber alten Turner unb wünschte bie gleiche enge Der- bunbenheit ber jungen Turner, nach bem Dorbilb ber alten. Zum Schluß erinnerte er an ben verstorbenen langjährigen Führer ber DT., Professor Dr. Berger, besten die Versammlung still gedachte. Weitere Ansprachen, zum Teil von schönem Humor erfüllt, hielten noch die Turner Fischer- Alsfeld, Ludwig Klotz- Gießen, Ehrenmitglied des Turnvereins 1846, und H e n ß - Darmstadt. Die Redner gaben mancherlei Erinnerungen an die Jugendzeit bekannt und rühmten den hohen Wert der deutschen Turnerei für das deutsche Volkstum. uns vok ihm in Ehrfurcht. In die neue Zeit uns einzuleben, war uns auf Grund unserer turnerischen Erziehung gegeben. Alle die Tugenden, die heute im Vordergrund des deutschen Lebens stehen, wie Kraft, Mut, Stärke, Charakter, Tugendhaftigkeit, Disziplin, Ehre, Volksgemeinschaft und nicht zuletzt Treue gegen uns selbst und unsere Mitmenschen sind uns Allgemeingut. Sb paar sich der Ju- aenb Feuer mit gereifter Manneskraft und des Alters reicher Erfahrung. So ist ein echtes Volk durchdrungen vom Machtgefühl seines eigenen Volkstums, eine menschliche Meisterschöpfung, die selbst wieder Schöpfungskraft äußert und so im ewigen Kreislauf das Schaffende und Erschaffene einigt. Solche Meisterschöpfung kann nicht untergehen. Gleich Hitler hat auch Jahn ausgesprochen: „Meine Hoffnung für Deutschland und für Deutschheit lebt, mein Glaube an das deutsche Volk wankt nicht: denn unverrückt sehe ich die ewige Ordnung der Dinge walten." Unb so stehen wir Turner mit Stolz unb mächtiger Kraft hinter dem Führer Adolf Hitler unb bewahren ihm die Treue gleich unserem Turnvater Jahn bis zum letzten Atemzuge. Wenn das deutsche Volk sich unter der Führung Adolf Hitlers weiterhin auf sich selbst besinnt, wenn jung und alt im Gleichschritt durch die beut- fchcn fanbe liehen, bann ro rb Deutschland einstmals bas mächtigste, kenntnisreichste, aber auch friebliebenbfte unb fleißigste Volk ber Welt fein. Daß bem fo komme. Das walte Gott. Damit lasten Sie mich, meine lieben Turnbrüder unb -schweftern, meine Worte beenden und aus» klingen mit dem Ruf: Unserem geliebten deutschen Vaterlande, dem Führer und Kanzler Adolf Hitler, dem deutschen Turnwesen und unserer alten Turnerstadt Gießen ein dreifaches Gut Heil! Freudig stimmte die Menge in den Ruf ein. Anschließend wurden die ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Westel-Liedes gesungen, ferner Idas alte Turnerlied „Deutschland hoch in Ehren". Damit fand die Feier ihren Abschluß. Am Nachmittag folgte als Abschluß der «Beran- ftaltung ein gemütliches Beisammensein in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Oberstnanzrat Schäfer bei feiner Ansprache am Jahngedenkstein. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) gebe es nicht in den Reihen der Turner, aber die < Liebe zu den deutschen Volksgenossen und zum s deutschen Vaterland werde jederzeit in der Turner- ( schäft gepflegt und zu der steten Bereitschaft vertieft, für das Vaterland auch zu sterben. Die Turnerschaft, insbesondere auch die alten Turnbrüder, erfülle nur ein Gedanke: Volksverbundenheit und Volksgemeinschaft. Die Turner erfülle es mit besonderer Freude, daß im Dritten Reich der Geist Jahns verwirklicht werde. Was , bisher in der Deutschen Turnerschaft geleistet war- , den fei, stelle echten Nationalsozialismus im besten Sinne des Wortes dar. Der Redner gedachte sodann der verstorbenen Turnbrüder, der Gefallenen des Weltkrieges und der Gefallenen des innerdeutschen Freiheitskampfes, deren Andenken die Versammlung stehend mit einer Minute des Schweigens ehrte, wahrend die kleine Hauskapelle leise das Lied vom guten Kameraden spielte. Mit begeistertem dreimaligen Sieg-Heil auf die Deutsche Turner- schaft und den Reichssportführer von T s ch a m - ; mer und Oft en, sowie auf das deutsche Vaterland und seinen großen Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, der mit der Deutschen Turner- schaft eng verbunden sei, wie Stuttaart gezeigt habe, schloß der Redner seine sehr beifällig aufgenommene Ansprache. Anschließend wurden vom Deutschlandlied und vom Horst-Wessel-Lied je der erste Vers gesungen. Der stellv. Gauvertreter des Gaues Hessen, Schneider (Butzbach), überbrachte die herzlichen. Grüße und Wünsche des Gaues, wobei er- die Gießener Turnerschaft dazu beglückwünschte, daß sie so viele erste Sieger in ihren Reihen habe. Das dreimalige Gut Heil! des Redners galt diesen ersten Siegern. \ Turner Adolf Schäfer (Berlin), em geborener Gießener, der jetzt in «Berlin als Oberfinanzrat tätig ist, dankte namens der 1. Sieger der alten Turner- ftabt Gießen, wies dann auf gemeinsame turnerische Jugenderinnerungen hin und betonte, daß die alten Turner niemals irgendwelche Klassen- oder Stan- desunterschiede kannten, sondern nur das Bestreben hatten, einig zusammenzustehen und den Turnersieg zu erringen. Wenn die alten Turner nicht so festen Boden gefaßt und dem Reiche alles gegeben hätten, so wäre es oft um die deutsche Turnsache schlecht bestellt gewesen. „Wir alten Turner haben geopfert und wir werden weiter opfern. Wir sind deutsch, wir bleiben deutsch, denn Turner sein heißt deutsch sein!" Zum Schluß brachte der Redner auf die alte Turnerftadt Gießen dreimalige freudig aufgenommene Gut-Heil-Rufe aus. Der Kreisführer des Kreises Lahn-Dill, dem tue Gießener Turnvereine angehören, D a u p c r t (Wieseck), rühmte den guten Turnergeift, der bei dieser Veranstaltung in so schöner Weise zum Ausdruck komme. Auf die alten Turner, die sich in echter turnbrüderlicher Verbundenheit zum Träger des schönen deutschen Turnertums machten, seien die jungen Turner stolz. Deutsche Turnerschaft bedeute Bindung zur deutschen Heimat, zum deutschen Volk und zum deutschen Volkstum. Die deutschen Turner waren immer wirklich kernhafte Deutsche. Die alten Gießener Turner hätten sich das große Verdienst erworben, seinerzeit hinauszugehen in die Umgebung von Gießen, in den Ortschaften zu werben für ben deutschen Turngedanken, für deutsches Turner- tum und damit für'deutsches Volkstum Der Erfolg dieses Werbens sei ja auch in der Gründung von Turnvereinen der DT. zum Ausdruck gekommen. Möchten die alten Turner immer so bleiben, wie bisher, zum Segen der deutschen Turnsache. Das Gut-Heil! des Redners galt den alten Turnern. Turner Adalbert B i n d e w a l d erinnerte bann an bie Einweihung bes Jahngebenksteines am Vers des Niederländischen Dankgebetes hielt Pfarrvikar Balz eine eindrucksvolle, gedankentiefe Ansprache für die gefallenen Feuerwehrleute, der er den Text: „Darum ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in Euch! (2. Korintherbrief, Kap. 4, V. 12.) zugrunde legte. Wir leben heute in einer Zeit, fo führte er u. a. aus, die das Problem des Todes, des Sterbens für den Anderen wieder besser versteht. Wir wissen wieder darum, was es für einen Menschen heißt, alles hinzugeben für den Nächsten, für den Kameraden, sich selbst zanz aufzuopfern. So stehen wir auch in Gedanken vor den Gräbern der Wehrmänner, die genau so für ihr Volk ihr Leben Hingaben wie die Anderen. In der Front der echt deutschen Männer stand auch der unbekannte Feuerwehrmann, Seite an Seite mit seinen Brüdern, und Seite an Seite fiel er für sein Volk und Vaterland. Der unbekannte und doch bekannte Wehrmannn, der ein Herz hatte wie jeder von uns, er ruft uns zu: „Wir find gefallen, damit ihr das Leben habt. Darum ist der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch!" Und der Tote mahnt uns: Sich opfern kann man auch im Frie- den, in ber Heimat. Unser Volk wird leben, wenn Am Samstagabend und am gestrigen Sonntag vereinigten sich die ehemaligen ersten Mehrkampfsieger ber Gießener Turnerschaft (Turnverein 1846 und Männerturnverein) hier zu einer Wiedersehensfeier, bei der erneut die enge und unlösbare turnbrüderliche Verbundenheit dieser Besten der Gießener Turner eindrucksvoll zutage trat. Ein geselliger Abend am Samstag bei dem Turnbruder Ludwig «Bep- ler, Bahnhofstraße, vereinigte die ersten Turner- steger, die Vorstände der beiden Vereine, deren Ehrenmitglieder und geladene Gäste in kleinem Kreise zum Auftakt der Wiedersehensfeier. Turner Karl Müller als Leiter der ganzen Veranstaltung begrüßte die Gäste, die Vorstände und die übriaen Turner, wobei er hervorhob, die Turner feien die alten geblieben und gehörten nach wie vor dem Vaterland. Die Einstellung der Turner fei völkisch, deutsch, ihre Erziehung im Jahnschen Geist schlicht, einfach, ohne Hochmut und überheblichem Stolz, Rang- und Standesunkerschiede men Aus -er Provinzialhaupista-t Ost- GG-Konzeri in -er Volkshalle Dos Feldzeichen der EG. zum ersten Male in der Oeffentlichleii. Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher bunb) hielt seine jüngste Monatsversammlung im „Hotel Köhler" ab, zu der wieder mehrere neue Landsleute erschienen waren. Landsmann Gärtner Korus hatte wieder für frischen Blumenschmuck Zugunsten der Wohlsahrtsarbeit innerhalb der SS. fand am Samstagabend in der Volkshalle ein Konzert statt, das von dem Musikzug der 83. SS.- Standarte unter Leitung von Musikzugführer Wilhelm Bach- Hanau ausgeführt wurde. Ein schneidiger Marsch („Deutsche Wacht") leitet den Abend ein. Im Anschluß daran hörte man zwei Darbietungen klassischer Musik, und zwar die Ouvertüre zu „Rienzi" und den „Pilcherchor und Lied an den Äbendstern" aus der Oper „Tannhäuser" von Richard Wagner, Der Musikzug brachte diese beiden Kompositionen unter der sorgfältigen Leitung von Musikzugführer B a ch so ausgezeichnet zum Vortrag, daß auch die letzten Feinheiten der Werke völlig ausgeschöpft wurden. Die Zuhörer folgten der Musik mit großer Aufmerksamkeit und dankten mit anhaltendem herzlichen Beifall. tragt ist, hielt sodann eine kurze Ansprache. Er hieß alle Teilnehmer des Abends herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt den Kameraden der Reichswehr und den Fördernden Mitgliedern der SS. Er führte sodann u. a. aus, daß die Kameraden der SS. noch heute ganz unter den Eindrücken des Reichsparteitages von Nürnberg stünden. SS. Die Standarte, die in ihrem Aussehen dem Feldzeichen der SA. sehr ähnlich sieht, trägt auf dem in schwarzer Farbe gehaltenen, silberumrahmten Quersteg den Namen unserer Stadt Gießen in klarer Versalienschrift. Die Schnur um das schwere Tuch des Feldzeichens ist in schwarz und weiß gehalten. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches wurden Feldzeichen und Fahnen in den Saal gebracht und von allen Besuchern mit erhobener Hand gegrüßt. ES.-Gturmbannführer Iakober. der mit der Führung der 83. SS.-Standarte beauf- t e l einen interessanten Einblick in den auf seine Anregung zum ersten Male in Schlesien durchge- ührten „wissenschaftlichen Arbeitsdienst". Der erste Versuch wurde in dem Grenzstädtchen M i l i t s ch nahe der Posener Grenze, das durch seine Karpfenzucht im Reiche bekannt ist, unternommen. Hier waren den stellungslosen Akademikern die Aufgaben zur Erforschung des Problems der Verdichtung der Bevölkerung im Osten un-d des Studiums der Teichwirtschaft gestellt. Eine zweite Gruppe von etwa dreißig Mann wurde in dem Gebirgsdörfchen Löwe n b e r g eingesetzt, die lange Zeit bei den Bau ern untergebracht war und es zum ersten Male fertiggebracht hat, eine bäuerliche Kultur greifbar werden zu lassen. Diese hat den Beweis erbracht, daß es eine Geschichte der Erbhöfe, der Flurnamen, der Flurstücke und Besitztümer gibt, von denen die Bauern nichts mehr wußten. Diese Gruppe hat das erste dörfliche Heimatmuseum im Osten eröffnet. Nun sind weitere Gruppen eingesetzt worden, die die dringendsten Fragen der Bevölkerung des Lan- des, der Erschließung neuen Landes und seine wirtschaftlichen Möglichkeiten und die Verbesserung der Verkehrsmöglichkeiten im Grenzlande selbst, sowie einer besseren Verbindung mit dem Reich bearbeiten werden. Auch in Hessen sollen solche Versuche des wissenschaftlichen Hilfsdienstes unternommen werden. Kreispropagandaleiter der NSDAP., Schmelz, betonte die Notwendigkeit der Zusammenfassung aller Vereinsbestrebungen nach einheitlichen Gesichtspunkten im Sinne des Nationalsozialismus. Erst der neuen Führung ist es gelungen, die Wechselwirkungen der Grenzlande mit dem Reich auf fruchtbare Basis zu stellen. Führende Deutsche sind Grenzlandsöhne, die den deutschen Gedanken stärker erlebten und in ihrer Seele ausgenommen haben. Dies ist ein großes Geschenk, das wir dem Grenzgesorgt. Vereinsführer Kostorz hieß u. a. den Kreispropagandawart der NSDAP. Schmelz willkommen. Nach dem Hinweis auf einige organifato- rische Notwendigkeiten gab er nochmals den Arbeitsplan für die nächsten Monate bekannt, in dessen Mittelpunkt jeweils ein Vortrag über eine unseren Osten betreffende Frage stehen werde. Im Oktober soll auch ein Hausfrauen-Nachmittaa statt- sinden, der in erster Linie auf Erzeugnisse des deutschen Ostens Hinweisen soll. Für den am Erscheinen verhinderten Ostreferenten der Gauleitung der NSDAP, referierte der Dereinsführer kurz über „Ziel und Aufgabe der ostdeutschen Heimatverbände". Er erinnerte an die Umbildung der zahlreichen früheren Heimatorganisationen unter eine einheitliche, straffere Führung im nationalsozialistischen Geiste und sprach von der noch im Entwicklungsstadium befindlichen neuen Arbeit an den vom Führer Adolf Hitler neugestellten Aufgaben. So wie das Ziel der Arbeit in den früheren Jahren stets auf die Heimat gerichtet war, der in in schicksalsschwerster Zeit tatbereite Heimatliebe bewiesen und später alle seelischen Kräfte wachgehalten und aufgerüttelt wurden, um die Zurückgewinnung der entrissenen Lande vorzubereiten, so gilt alle Arbeit auch heute wieder der Heimat. Dieser Arbeit hat Adolf Hitler neue Wege gewiesen, wie er auch dem ostdeutschen Volksgenossen nach Jahren des Zweifelns und Miß- trauens wieder neue Hoffnungen auf den Erfolg gegeben hat. Wie in den früheren Jahren gilt es nun für alle Ostdeutschen, sich einzugliedern in die Volksgemeinschaft, mitzuhelfen, daß der Osten dem Westen nahegebracht wird, daß die Schönheiten des Ostens, die Handwerkserzeugnisse u. a. im Westen bekannt werden, daß der Germanenzug vom Osten nach dem Westen gestoppt werde.. Dieser Arbeit darf kein Ostdeutscher sich entziehen, er muß Propagandist seiner Heimat sein. Die Ausrüstung hierzu erhält er nur in den Heimatverbänden, wo seine Erinnerungen an die Heimat aufgefrischt, seine Heimatsprache gesprochen wird. Anschließend gab Universitätsprofessor Dr. Bech - Gießfaßwagen der Stadt mit 5000 Liter Wasser folgte unmittelbar. Nachdem die Feuerwehr und der Arbeitsdienst über die Sachlage unterrichtet worden waren, ging es unter der Aufsicht des Forstassessors von Gall an die Feuerbekämpfung. Zunächst wurde vom Arbeitsdienst und von der Feuerwehr ein breiter Schutzgraben um den Feuerherd gezogen. Hieraus die Bekämpfung der Flammen selbst mit Schaufeln und Pickel vorgenommen. Schließlich trat auch die Schlauchmannschaft mit ausgiebiger Wasserbekämpfung in Tätigkeit, lieber« all sah man die Mannschaften in zweckmäßigster und umsichtigster Weise arbeiten, wobei sie bekundeten, daß die Schulungsarbeit auf diesem Gebiete des Dienstes für die Allgemeinheit von vollem Erfolg begleitet war. In kurzer Zeit waren die Flam- niedergekämpft. Zum Schluß bildeten auf der einen Seite der Brandstätte die Feuerwehr, auf der anderen Seite der Arbeitsdienst Sprechchöre, die der großen Zuschauermenge, die sich rings um das Uebungs- gelände aufgestellt hatte, zuriefen: Raucht nicht Im Walde! kein Aeuer im Walde oder in der Rahe des Waldes anmachen! Der Wald ist wertvollstes Allgemeingut! Mit dieser eindringlichen Ermahnung fand die interessante und lehrreiche Hebung, die die vollste Schlagkraft der Feuerwehr und des Arbeitsdienstes erwiesen hat, ihren Abschluß. landdeutschtum zu verdanken haben. Aber die Zu« tauft Deutschlands wird nicht an der Grenze entschieden. So müssen die grenzdeutschen Helmatver- eine sich in der Erkenntnis dem Nationalsozialismus einordnen, daß ihre Arbeit durch die Weckung und Förderung seelischer Kräfte, wie es die Pflege der Heimatliebe, die Förderung heimatlichen Brauchtums usw. ist, eine wertvolle Vorbereitungsarbeit für Deutschland ist. Der Dereinsführer dankte Universitätsprofessor Dr. Bechtel für feine fehr interessanten Ausführungen und Kreispropagandaleiter Schmelz für das große Verständnis, das er der Arbeit des Bun- des entgeaenbrinat, und sprach das Gelöbnis zu treuer Gefolgschaft aus. Borriotizen. — Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zigeunerblut" mit Son- derbericht vom Reichspartoitag in Nürnberg. * ** Straßensperre. Wegen Ausführung von Walzarbeiten wird die Provinzialstrahe Schotten — Laubach (Gemarkung Schotten) vom 26. September ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleituna erfolgt über Einartshausen—Rainrod— Eichelsachsen. ** Eine Achtzigjährige. Am morgigen Dienstag kann Frau Übrig, Krofdorfer Straße 39, in voller körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag feiern. Das Ehepaar Übrig ist feit über 55 Jahren treuer Leser des Gießener Anzeigers. ** Silberne Hochzeit. Das Ehepaar Joh. Heinrich Fischer und Frau Elisabeth, geborene Trechsler, wohnhaft Weferstraße 8, kann am morgigen Dienstag das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Das Jubelpaar ist seit 25 Jahren Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Die Jugenderholungspflegekinder kehren zurück. Am heutigen Montag, 24.September, 15.26 Uhr, kehren die 4 Wochen lang int Kreise Groß-Gerau untergebrachten Kinder nach Gießen zurück. ** Verkehrsunfall. In unmittelbarer Nähe des Gasthauses „Bayerischer Hof" in der Bahnhofstraße ereignete sich am Samstagvormittag ein Derkehrsunsall. Ein Lastkraftwagenführer, der in der Richtung nach dem Marktplatz fuhr, geriet, da er anscheinend ein am Bürgersteig stehendes Fahrrad nicht umwerfen wollte, mit feinem Wagen gegen einen Straßenbahnwagen, der m der Weiche stand und auf den Wagen aus der anderen Richtung warten muhte. Der Lenker des Lastkraftwagens geriet dabei mit feinem Fahrzeug gegen den Führerstand des Straßenbahnwagens, der mit großer Gewalt aufgerissen und schwer beschädigt wurde. Der Führer erlitt glücklicherweise nur unwesentliche Hautabschürfungen. Menschen In Ihm sind, die die Mahnung der Ge- faUenen hören und sie ernst nehmen. Der Tod ist s nicht das Ende, sondern bedeutet erst das Leben, i Weil wir an Christus glauben, glauben wir an das i Leben aus dem Tod! Und Christus jagt es uns: । Ihr Tod ist auch nicht umsonst gewesen. Sie sind i nicht tot, sie leben weil auch ich lebe! Sinnvoll ist i das Walten Gottes. Wir spüren auch da, wo der । Tod scheinbar mit rauher Hand unbarmherzig Men- 1 schenleben vernichtet, Gottes väterliche Liebe. Denn 1 weil Christus nicht im Tode bleibt, sondern aufer« । steht, darum leben unsere Helden ewiglich. Das ist der gewaltige Trost des Evangeliums: Freude trotz Leid, Leben trotz Tod. So bekennen wir uns zu dem lebendigen Christus, der da spricht: ,Zch bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe, und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben." Das Volk wird werden, wenn wir uns opfern. Unser deutsches Volk wird leben, wenn es das große Christusopfer versteht. Das Volk wird werden, wenn es in feinem Leben dem Christus nachfolgt, der auf Golgatha für uns gestorben ist. Die toten Helden mahnen uns. So fei unsere Losung: Wir stehen ein für unsere Brüder, treu dem Befehl unseres Gottes. Wir stehen ein für die Brüder, auch wenn wir sterben müssen. Wenn auch der Tod mächtig ist in uns, dann ist aber das Leben mächtig in euch! Nach einem weiteren Choral sprach Pfarrvikar Balz ein Gebet. , , . Hierauf gedachte Branddirektor Braubach der Kameraden unter dem grünen Rasen und aller Gefallenen und legte am Gefallenenehrenmal einen großen Krieg zu ihrem Andenken nieder. Er sprach aus, daß die Wehrmänner treu wie bisher ihre Pflicht selbstlos und opferbereit erfüllen und in Treue zum Führer und Reichskanzler weiterhin dienen werden dem Nächsten und damit dem geliebten deutschen Vaterlande. Er brachte ein drei- faches Sieg-Heil auf den Führer und das deutsche Vaterland aus, in das die Teilnehmer laut einstimmten. Mit den gemeinsam gesungenen ersten Versen des Deutschlandliedes und des Horst-Wesfel- Liedes wurde die Feier beschlossen. Gegen 11 Uhr traten die Wehren wiederum am Brandplatz, diesmal mit ihren Geräten zum Marsch durch die Stadl an. Die Kameraden der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz eröffneten den Zug. Der Musikkapelle folgten die Führer der Wehren, Branddirektor Braubach und Kommandant Wenzel, sowie Kreisfeuerwehrinspektor B ou f f i e r. Die Mannschaften führten ihre großen Leitern, die Handwagen mit den Schläuchen und die motorisierten Fouerwehrspritzen mit. Mit flotter Marschmusik bewegte sich der stattliche Zug durch die Landgrafenstraße nach dem Adolf-Hitler-Wall, die Walltorstraße über den Kirchen- und Marktplatz, durch die Schul- und Sonnenstraße, über den Kreuzplatz, durch den Seltersweg, den Horst-Wessel-Wall, die Bahnhofstraße, Kaplansgasse, den Neuenweg, über den Ludwigsplatz, durch die Lundwig- und Bis- markstraße zum Hindenburg-Wall und schließlich durch die Senckenbergstraße, durch die schon der BdM. marschierte, zum Brandplatz, wo sich der Zug auflöste. Eine große Waldbrandübung fand von 15 bis gegen 16 Uhr auf einem abgeholzten Waldstück an der Grenze des Dhilosophen- waldes in der Richtung nach dem Flughafen zu statt. Dort war unter der Aufsicht des zuständigen Forstamtes, vertreten durch Forstafsessor v. Gall, in dem auf der Erde lagernden Reisig eine große Brandstätte angezündet worden, die sich bei ziemlichem Winde rasch ausbreitete. Aufgabe der alarmierten Feuerwehr und des gleichfalls alarmierten Arbeitsdienstes war es, diesen Brand zu löschen und dabei zu zeigen, in welch zweckmäßiger Weise bei dieser Feuerbekämpfung oorgeganqen wird. Um 15 Uhr war der Zeitpunkt des Feueralarms, 15.20 Uhr kam der Arbeitsdienst im Laufschritt quer durch den Wald auf der Brandstelle an, wenige Minuten später war auch die Feuerwehrmannschaft, bestehend aus Mannschaften der Feuerwache, der Freiwilligen und der Gailschen Feuerwehr, auf einem Lastauto zur Stelle. Der große Die beiden Darbietungen waren ein würdiger Auftakt für die nun folgende Einbringung des der SS.-Standarte vom Führer verliehenen und ge-- v-r----------------------a ।------ weihten Feldzeichens und der drei Sturmfahnen 6er1 Die $$. stehe darüber hinaus im Geiste unter Kreisleitung Gießen. Kreispropagandaleiter. Die Gießener Ortsgruppen veranstalten den E r n t e d a n k t a g am 30. September mit folgenden Dörfern zusammen: Gießen-Mitte in Watzenborn-Steinberg, Gießen-Ost in Steinbach, Gießen-Nord in Heuchelheim, Gießen-Süd in Leihgestern. Wir bitten die Gießener Bevölkerung diese Ordnung einzuhalten und sich dort an der Feier zu beteiligen, wo sie der Ortsgruppe nach hmgehort. Bund heimattreuer Schlesier. (Deutscher Ostbund.) Abschied vom Boot. Von Eva Maag. Weiße Schaumkämme trägt der See. Graue W^gen gurgeln — es ist wie am Meer. Wir müssen kräftig ziehen, der Win6 bläst um die Ohren. „Einsatz! Ein—satz!" schreit der Steuermann. Die Blätter bleiben häufig in den Wellen hängen, wir „fangen Krebse", und der Hintermann wird dabei klitsch- nasch gespritzt. Man schimpft und schüttelt sich wie ein Pudel, aber dieser Kampf mit dem Element stärkt die Muskeln und die gute Laune. Ein etwas wilder und aufregender Abschied vom Sommer, vom Rudern und vom Doot. Jetzt gelangen wir in ruhigeres Wasser. Auch hier Himmel grau, Wasser grau und Wind. Aber wir können doch den Schlag länger durchziehen, auch mal wieder ein Wort reden, Gott sei Dank. Denn das strenge Schweigen, für das der Steuermann bei dem Kampf mit den Wellen sorgen muß, fällt uns Ruderfrauen doch recht schwer. Da ist das Bootshaus, der Steg, wir sind da. Vorbei ist die Abschiedsfahrt. Zwar steigt so mancher später ins Boot, es gibt auch sonnige Herbsttage. Aber man kann nicht mehr damit rechnen, die Saison ist vorbei, man friert an Finger und Zehen. Und mit Pulwärmern und Handschuhen zu rudern, scheint uns nicht recht das Geeignete. Wir holen den Kahn (offiziell verpönter Ausdruck) über die Rolle herauf, legen ihn auf die Bocke, und beginnen die letzte Wgfchung. Sonst eine unbeliebte Arbeit, heute durch die Wehmut etwas beliebter. Alles Kleinzeug heraus, und nun mit der großen Gießkanne Strahl auf Strahl hineingespritzt, bis alles vor Nässe blinkt. Mit Lappen wischen wir nach, und mit dem Schlauch holen wir das Wasser heraus. Mit Kunst und Geschick drückt man sich nach Möglichkeit vor dem Dollenabwischen. Na, schon, heute zum letztenmal — es soll uns nicht darauf ankommen! Die Laufbretter, die Rollsitze usw. wieder hinein — und das blitzblanke Pracht- eremplar wird zugedeckt mit der großen, weißen Plane. Alles verhüllt sie, die verbogene Dolle, die von dem Zusammenprall mit dem Achter herrührt, der uns partout „verschmieren" wollte (Männerachter gegen Damenvierer — Kunststück!), die Kratzer, die Risse, das abgeschabte Lausbrett (besonders hinten beim Steuermann und Kielschwein) — und der ach! so unentwegt quietschende Rollsitz, der sich charaktervoll jeder Oelung widersetzt, um dessentwillen wir hundertmal auf der Fahrt anhielten, um ihn ins Wasser zu stippen, und der doch bis zuletzt muntere Tone von sich gab. Alles wird gnädig und liebevoll verhüllt vom Tuch. Und im nächsten Jahr, wenn wir wieder beginnen, sind die Spuren verschwunden, denn während des Winterschlafs hat 6er Bootsdiener die Schäden repariert. Das Boot ist verstaut, nun gehts an die Sachen. Schwerste Aufgabe: der Kocher. Er hat viel geleistet an Würstchen, Setzeiern, Bratkartoffeln und Kaffee für die halbe Ruderwelt, er hat genug geschafft unb verdient, daß man ihn wenigstens einmal im Jahr gründlich scheuert. Mit zusammengebissenen Zähnen schrubben wir ihn mit Sand, und siehe! das kohl- chwarze Gebilde wird allmählich wieder silberweiß. Das ist ein freudiges Wiedersehen mit der alten Farbe. Das Geschirr wird gründlich gewaschen und verpackt, liebevoll in den Geschirrkorb geschichtet. Eigentlich ist in diesem Sommer nicht viel passiert: Fünf Tassenhenkel, zwei Kannendeckel, ein Zuckerdosendeckelgriff und eine Teekannentülle sind abgeschlagen. Sämtliche Teelöffel sind abhanden gekommen — das ist ja immer so — drei Messergriffe brachen ab, viereinhalb Gabelzinken. Da sind mir Schlimmeres gewohnt. Ist es zu glauben? Die Faß- maranöa ist nicht verlorengegangen, die gute, kleine, geliebte, unentbehrliche und ständig von andern gemopste Faßmaranda! (Faß-mal-ran-da - Einhängegriff zum Kochtopfanfassen.) Der Schrank ist keine reine Freude. Was sich so für Gelumpe innerhalb eines Jahres ansammelt' Drei fremde Baskenmützen, ein ausgeleiertes Strumpfband, ein fremder, zerknautschter Rock. Dafür ist der eigene verschwunden. Man soll eben keinen Rock besitzen, wenn Hosen es auch tun. Aber natürlich sind die Trainingshosen vertauscht, da hängen ein paar Blaue neben der schwarzen Jacke. Wo hat man sich nur diese entsetzlichen Flecke geholt? Das kann doch nicht einfache Skullschmiere fein? Das ist mindestens Tunke aus einem Höllenkessel. Die Jacke sieht besonders schlimm aus. Kein Wunder, wenn Medizinbälle gegen die Rudererbrust prallen, wenn Regen und Wind sie zausen, und selbstgekochte Gerichte aller Art bekleckern. Alle Sachen werden verpackt, Jacken, Hosen, Bademäntel, Handtücher, zur Generalreinigung zuhause. Es wir6 ein Riesenpaket — aber die Schuhe, die Stiefkinder, hat man roiebermal vergessen. Traurige, grau-schwarze Gestelle, die durch viel Schlamm, Schilf, Wasser, Moos und Wiese gestakt sind. Einmal im Jahre müht auch ihr geputzt werden! Das Gummikissen ist verschwunden, statt dessen fand sich ein Filz. Auch recht, besser als gar nichts. Der Sonnenbrille wurde übrigens ein Auge herausgetreten. — Das ist also die Jahresbilanz — und nun sollte der Schrank eigentlich geschlossen roerben. Aber da man den dritten Schlüssel in dieser Saison verloren oder vergessen hat, sind wiedermal die Krammen gewaltsam geöffnet worden, damit man überhaupt an die Sachen herangelangen kann, und jetzt gehts also nicht zuzuschließen, und das neue Jahr wird mit der gleichen Unordnung beginnen, wie das alte vorübertrollte. Nun Abschiedsbesuch auf dem Schlafboden, lieber die Leiter und durch die Klappe (die schon jedem mal auf den Kopf gefallen ist) klettern wir hinauf. Die Betten werden abgezogen, denn es schläft sich nicht mehr gemütlich, wenn der Herbstwind durch die Ritzen fegt. Hier ist der alte, liebe Pfeiler, an den man so oft im Dunkeln rannte. Selige Zeiten, als man sich Beulen stieß (scheint uns jetzt!). Und hier dies aufgerauhte Bodenbrett mit den Spänen ohne Zahl. Wenn man sich einmal keinen Splitter in den Fuß riß, war das wahrhaft erstaunlich. Kahl die Betten, kahl der Raum. Und wir treten zur Luke, durch die Wasser, Bäume und Bootsplatz reizvoll in kleinem Ausschnitt erscheinen. Das Wasser schäumt, die Bäume biegen sich im Wind, unb den Bootsplatz verlassen soeben die letzten Ruderinnen. Mit lautem Knall schlägt das Gitter zu — Vorbei! (Kastenrudern und Waldlauf wird für den Winterschlaf dringend empfohlen.) „Aufs Kom nehmend Eine ganze Reihe volkstümlicher Redensarten find dem Jäger zu verdanken, unb aus ihrer weiten Verbreitung kann man den Schluß ziehen, daß unseren Vorfahren die Jagblust tief im Blut gesteckt hat. Bei manchen Ausdrücken, wie dem „Aufs Korn nehmen", der plattdeutsch zuweilen heißt „Den hebb ick upn Kieker", ist die Herkunft jedermann leicht deutlich. Ursprünglich hieß das Korn auf dem Gewehr die „Absicht", unb dieser Ausdruck wurde hinterher auf das Zielen und schließlich auf jedes Streben nach einem Ziel übertragen. Diese Erklärung, die Victor Hornig in „Westermanns Monatsheften" gibt, ist schon weniger allgemein bekannt und daß „Auf dem Strich haben" ebenfalls eine Redewendung des Jägers ist, ist für viele eine Überraschung. Das Gewehr trug nämlich früher der Länge nach auf dem Lauf einen eingeritzten Strich, der beim Zielen in die Mitte der Kimme gebracht werden muhte. Auch der Ausdruck „Auf den Busch klopfen" stammt aus der Jägersprache; bei der Treibjagd mußten die Treiber, die ein Gehölz umstellt hatten, vordringen unb auf den Busch klopfen. Manches Tier ging dabei „durch die Sappen". Der Hase ergreift, wenn er „mit allen Hunden gehetzt" ist, das „Hasenpanier", er „schlägt Haken" und „drückt sich" an den Erdboden. An dem Hunde liegt es alsdann, dem Hasen „auf die Sprünge zu kommen" und „ihm den Rang abzulaufen ; Rang kommt von „Rank" und bedeutet so viel wie Krümmuna unb „Ränke" ist bie Mehrzahl biefes Wortes. Auch bie Rebensarten „in bie Binsen" gehen ober „in bie Wicken" ist auf Jagb- aus6rücke zurückzuführen; es sinb bie Enten unb die Hasen, die angeschossen so dem Jäger verloren gehen. Von der alten Vogelstellerei her stammen noch bie Wendungen „er hat den Pfiff heraus", „er ist pfiffig" ober ein „Pfiffikus", dem bie Vogel „ins Netz gehen" ober „auf den Leim kriechen". Der gefangene Vogel ist ein „Pechvogel", ber an ben mit Pech bestrichenen Ruten hängen blieb. Wenn man heute jemanden beim „Schlafittchen nimmt", denkt man wohl kaum mehr an den Jäger, ! ber den angeschossenen Vogel bei ben Schlagfittichen i festhielt. Schließlich ist hier noch anzuführen, batz die Bezeichnung „vorlaut" ebenfalls aus ber Jägersprache entnommen ist und einen Hunb bezeichnet, ber vorzeitig bei ber Jagb einen Laut von sich gibt. In früherer Zeit mußten bie Bauern oft ihren Hunben „einen Knüppel ans Bein binben", bamit bie Hun6e nicht jagten; so sagt man heute auch: „Da liegt ber Knüppel beim Hunb" unb meint damit, man möchte etwas unternehmen, aber barj unb kann es nicht. Auch bas Wörtchen „unbänbifl beschreibt bas Benehmen bes Jagbhundes, ber jago- luftig wilb am Bande zieht. Alle 6iese Wendungen haben so einen volkskundlichen und sprachgeschicht' lichen Wert. Beethoven spielt im Nebenzimmer. Als Beethoven einmal gebeten wurde, als Gast im Hause eines reichen Bankiers zu spielen, erklärte er sich dazu bereit unter ber Bebingung, baß er in einem Nebenzimmer spielen unb ungesehen bleiben bürfe. Als sich jeboch ein Gast währenb bes Spiels zu ihm ins Zimmer hereinschlich, stanb Beethoven auf unb verließ roütenb bas Haus. Der Stören- frieb wettete nun mit bem Gastgeber um hunbert Dukaten, Beethoven werbe bennoch wieberkommen unb spielen, unb erbot sich, selbst zu ihm zu gehen unb ihm hunbert Dukaten zu bringen. Beethoven aber schrie empört: „Ich gehe nie wieber in bas Haus eines Wortbrüchigen", unb wies ihm bie Tur. Erst als ber Gastgeber bie hunbert gewonnenen Dukaten ben Armen gab unb sich bie Besuche jenes Storenfriebs verbat, betrat Beethoven wieber fein Haus. §Jl.-'SVOTt Das Sportfest -er SA Gruppe Hessen das am Samstag er-Lauf in der Zeit von 2:04,6 Min. Fünf- (Rad) gelangte, war das zweite seiner Art, aber bedeu-j tend reichhaltiger und größer als das Fest im Vorjahre. Herrliches Wetter lag über dem Stadion, als die Im Rahmen der außerordentlich starken Beteiligung konnten sich verschiedene Angehörige der StanPrüfungen am Sonntagnachmittaa begannen. Entsprechend der Bedeutung des Festes waren unter den zahlreichen Zuschauern neben den Führern der Gruppe Hessen, der Gauleiter, Reichsstatthalter Sprenger, Reichssportführer, Gruppenführer von Tschammer und Osten u. a. Führer der nationalsozialistischen Bewegung. Die Ergebnisse waren teilweise sehr gut. Im Rahmenrogramm sah man Ausschnitte aus der Turn- und Sportarbeit der SA., so Segelflüge, Dreier-Flugzeug- Ketten, Turnen am Reck usw. Lebhaften Beifall erhielt die Körperschule, die gymnastische Hebungen zeigte und zum Abschluß ein riesiges Hakenkreuz bildete. Den Abschluß des Festes, das unter dem Motto „Fürs Vaterland gilt es, wenn wir zu spielen scheinen" stand, bildete die Siegerehrung, verbunden mit einer Ansprache des Gruppenführers B e ck e r l e, und der Große Zapfenstreich der Stan- darten-Kapellen. Schöne Erfolge der Standarte 116. dem konnte er sich in die Liste der besten kämpfer an dritter Stelle eingetragen. Oie Ergebnisse: Mannschafts - Geländefahrt der nicht allzu Überragenden Leistung von 63,54 Meter vor dem Oppelner Polizisten Steingroß mit 60,98 Meter. Die Franzosen Dore und Gaßner warteten mit weit schwächeren Würfen auf. Den 200-Meter-Lauf gewann Hornberger in 22,3 vor Schein (22,5) sowie Guillez und Joyce. Einen recht knappen Ausgang gab es im Weit- s p r u n g, den der deutsche Meister Long mit 7,27 Meter vor Paul-Frankreich (7,25 Meter) gewann. Biebach erreichte mit 7,21 Meter den dritten Platz. Voigt blieb über 800 Meter in 49,1 Sekunden vor Skawinsky (Frankreich) erfolgreich. Hamann kam hinter Boisset nur auf den letzten Rang. Europameister Norman (Frankreich) holte sich die 15 0 0 Meter in 3:59,8 vor Stadler, Böttcher und Leduc. Im Kugel st oßen schaffte der deutsche Meister Wöllke mit 15,86 Meter die Jahresbestleistung. Schröder kam mit 15,56 Meter auf den zweiten Platz. Mit der mäßigen Höhe von 1,85 Meter gewann Weinkötz den Hochsprung vor dem Kieler Martens mit 1,80 Meter. Das Diskuswerfen war dem französischen Rekordmann Winter mit 49,92 Meter (neuer französischer Rekord) nicht zu nehmen. Sievert sicherte sich mit 47,14 Meter den zweiten Platz. Heber 110-Meter-Hürden blieb Wegner klarer Sieger in 15,1 vor den Gebr. Vernarb, während Welscher wegen Reißens dreier Hürden disqualifiziert werden mußte. Der hart umstrittene 5000-Meter-Lauf ergab neuerlich einen Sieg von Rochard in 15:27,9 vor Syring. Mit den erwarteten deutschen Siegen endeten die Staffeln. Heber 4X100 Meter brauchte unsere Mannschaft 42,1. In 3 :18 holten wir uns die 4X400 Meter ebenso überlegen. Das große SA.-Sportfest der Grupve Hessen,!sehen. So konnte sich der in Gießen und weit dar- is am Samstag und Sonntag zur Abwicklung über hinaus bekannte Läufer Baumstieger im .... ~ . - ' • >800-Mete " ' ' ‘ ~ “ ------ über 44 Kilometer: 1. Standarte 81 1:23:33 Std.-, 2. Standarte I. 11 1:23:45; 3. Sturmbann VII/83 1:27:33. 10X100 - Meter - Staffel: 1. Pioniersturmbann VII/83 1:55 Min.; 2. Standarte 25 1:55,8; 3. Standarte 83 1:58,4. Alarmlauf ohne abgemesseneStrecke: 1. SA.-Hilfswerklager Höchst; 2. Schmidt; 3. Röhrig (alle SA.-Hilfswerklager Höchst). Keulen - Mannschaftskampf: 1. Brigade 147 18,2; 2. Brigade 47 17,6; 3. Brigade 48 17,0 (Durchschnittspunktzahl). Weitsprung, Einladung: 1. Hassinger-SA. 6,81 Meter; 2. Acker-SA. 6,50 Meter; 3. Fichnich (SS.) 6,44 Meter. als erster Sieger eintragen. Ein eindrucksvoller Sieg war dann der Standarte 116 beschieden, die den Fuhball-Entscheidungskampf gegen die Standarte 91 mit 4:2 Toren gewinnen konnte. Unfere hiesige Standarte wurde ferner ausgezeichnet durch Luy vertreten, der im Kugelstoßen offen für SA. mit 13.35 und im Einladungswettbewerb mit 13,84 Meter jeweils erster Sieger wurde. Außer- Rundfunkprogramm. Dienstag, 25. September. 5.50 Hhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert Hl. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.10: Für die Frau. 15.30: Koffer und Taschen erzählen. 15.50: Kunstbericht der Woche. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Aus Wald und Flur. 17.45: Jägerlieder. 18: Vorne — hinten —oder wie bisher? Heber die verschiedenen Antriebsarten unserer Automobile. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit. 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Hnterhaltungskonzert. 19.45: Der Zeitfunk bringt: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Unbefannte Lieder von Robert Schumann. 20.40: Gelnhausen, eine versunkene Kaiserstadt. 21.10: Hnterhaltungskonzert. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen ... 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Orchesterkon- gung konnten sich verschiedene Angehörige der Stan- zert des Rundfunkorchesters. 24 bis 1: Nachtmusik, barte 116 mit ausgezeichneten Leistungen burch- Deutschland kann auf seine Leichtathletik-Mann- schast stolz sein. Das ist schon mehr als einmal fest- gestellt worden, und man darf es auch ohne Heber« heblichkeit tun. Zunächst wurde zu Beginn der Saison die Schweiz geschlagen, gegen Schweden gab es eine unglückliche und ebenso knappe Niederlage, die Europameisterschaften edeten mit großen deutschen Erfolgen, Finnland unterlag und jetzt mußte sich auch Frankreich klar mit 95:55 Punkten beugen. 15 000 Zuschauer wohnten am Sonntag in der flaggengeschmückten Anlage von Kricket / Viktoria Magdeburg den Kämpfen bei und erlebten deutsche Siege in zwölf Wettbewerben. Drei Konkurrenzen, die 1500 und 5000 Meter sowie das Diskuswerfen, blieben den Franzosen vorbehalten. Deutschland errang allein sieben Doppelsiege und hat somit seine Leichtathletik- Saison mit einem neuen unübertrefflichen Triumph beendet. Nach dem feierlichen Aufmarsch der beiden Mannschaften und dem Abspielen der Nationalhymnen leitete der kameradschaftliche Akt des Wimpelaustausches zwischen den beiden Führern, Sievert und Keller, au den Wettbewerben über. Mit einem deutschen Doppelsieg über 100 Meter fing es an. Borchmeyer gewann in 10,7 vor Gillmeister (11,1) und den mit klarem Abstand folgenden Franzosen Paul und Ragot. Den Stabhochsprung sicherte sick Europameister Wegner mit 3,90 Meter vor Schulz (Berlin) mit 3,70 und den beiden Franzosen Crepin und Vintousky, die noch 10 Zentimeter weniger sprangen. Dessecker und Mertens holten sich in 1:54,1 bzw. 1:55,3 über 8 0 0 Meter nach überlegenem Lauf die Punkte vor Petit und Keller. Weimann beendete das Sperwerfen mit Leichtachletik-Län-erkampf Deutschland-Frankreich 95:55 dem für sie ganz besonders wichtigen Ereignis, daß unser Führer den Männern, die sich während der Kampfzeit hervorragend geschlagen haben, ein Feldzeichen verliehen Hal. Er (Redner) habe dem Führer schon bei verschiede- nen Gelegenheiten die Hand reichen dürfen, in jener Sekunde aber, da er das Feldzeichen aus der Hand des Führer habe übernehmen können, fei in ihm bas gewaltige Bewußtsein lebendig geworden, das olle diejenigen erfüllt habe, die am 1. August 1914 hinauszogen, um die heilige Pflicht zu erfüllen, das Vaterland zu verteidigen. Der Kampf um die Erneuerung Deutschlands sei geführt worden, weil jene alle, die in den Jahre 1914 bis 1918 vor dem Feinde standen, nicht zurückfinden konnten in jenes bürgerliche Leben, bas sich nach dem Kriege anbahnte. Er (Redner) habe, als er das Feldzeichen übernahm, für sich und feine Kameraden geschworen, baß sie das Vaterland nie verlassen würden, solange noch mit uns blutsverbundene Menschen lebten. Unb sie würden vor der Jugend stehen, die einst das Dritte Reich in alle Zukunft hinein verankern solle. Dazu bedürfe es der restlosen Treue zu Volk, Führer und Vaterland. Mit dreifachem Sieg-Heil! auf den Führer Adolf Hitler schloß der Redner seine begeistert aufgenommene Ansprache. Nachdem gemeinsam der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes gesungen worden war, wurden Standarte und Fahnen in feierlicher Weise wieder aus dem Saal gebracht. Das Konzert nahm seinen Fortgang mit der musikalisch sehr lebendigen Komposition von Großmann. „Der Geist des Wojewoden" und dem Marsch „Adler von Lille." Nach einer Pause hörte man den schneidigen Defiliermarsch (Armeemarsch Nr. 168) und „Leichte Cavallerie", jene bekannte und immer wieder gern gehörte Komposition von Supp6. Der Musikzug bewies auch hier seine Hniversalität und fiene große Sicherheit, die alle Darbietungen zu einem großen Genuß werden ließen. Ein Klarinettensolo, das volkstümliche „Lang, lang ift’s her" (Solist: SS.-Mann H. L a n g), unter verständnisvoller Begleitung durch den Musikzug wiedergegeben, wurde mit besonderer Freude aufgenommen. Man hörte noch den „Orchideen-Walzer" und dann ein Marsch-Potpourri „Alle mit uns!" (Han- nemann), die beide ebenfalls eine ausgezeichnete Wiedergabe erfuhren. Das „Niederländische Dankgebet", in einer Fassung von starker künstlerischer Eigenart und in seiner Wirkung durch Glockenklänge gesteigert, bildete den würden Abschluß des schönen Konzerts. Wie wir hören, wird der SS.-Standarten-Musik- zug im Laufe des kommenden Winterhalbjahres noch zwei Konzerte geben, auf die schon heute aufmerf- tarn gemacht sei. Die restlichen Stunden des Abends waren dem Tanze gewidmet. DoooiootrieiliiolilrW Vornan von Anny von panhnys. Hrheberrechtsschutz: Füns-Türme-Verlag, Halle (S.) 25 Fortjetzung Nachdruck verboten! Donata hob wieder bas Glas und dachte verwundert, ihre Gedanken mußten doch ziemlich verwirrt sein. Denn da oben, wo sie vor Minutenfrist Detlef Westkamp entdeckt zu haben glaubte, saß eine alte Dame mit schneeweißem Haar, und wie sie auch herumspähte, fand ie auf der Galerie weder Detlefs Gesicht, noch e ns, das dem seinen auch nur im entferntesten ähnelte. Sie schalt sich selbst. Ihr Denken war zu viel bei dem Geliebten, und so kam es, daß sie geglaubt hatte, ihn gesehen zu haben. Sie fühlte sich leichter, freier, nachdem sie sich überzeugt, nur ein Irrtum hatte sie genarrt. Sie dachte auch nicht weiter darüber nach, denn eben trat ihr Vater unten vor das Pult, auf dem eine Partitur lag. Das letzte Nachstimmen der Instrumente verklang. Das letzte Geflüster verhauchte, und tiefes Schweigen legte sich über den großen Saal. Die dritte Leonoren-Ouvertüre begann, und die herrliche Musik war wie ein Göttergeschenk, das man beglückt entgegennahm. Der Ouvertüre folgte stürmischer Beifall, und Werner Olden verneigte sich mit strahlendem Gesicht. Er hatte sich nun auch als Beethoven-Dirigent bewährt. Donata aber war wie berauscht vor Freude. Der Prinz beglückwünschte die Mutter und sie. Detlef Westkamp warf wieder einen Blick durch sein Glas, und gerade als der Prinz Donatas Hand schüttelte. Es war, als fühlte Donata seinen scharfen Blick, und unwillkürlich schaute sie nach oben. Bog sich nicht hinter einer Säule der Kopf des Geliebten vor? Im nächsten Moment war er verschwunden. Sie nahm das Glas, sah aber nichts, denn form» lich in sich zusammengekrochen saß Detlef Westkamp hinter der Säule, und Donata lachte sich wieder selbst aus. Detlef befand sich in Sachsenhausen, aber sie dachte so viel an ihn, daß sie ihn zu sehen glaubte. Der Prinz bewunderte immer wieder das feine Profil Donatas; fein Herz schlug lebhaft. Er machte Pläne. Eine Donata Olden war die Lebensgefährtin, die er brauchte. Er glaubte das wenigstens, und er flüsterte ihr ein paar Schmeicheleien zu. Leise, ganz leise, damit sie Frau Olden nicht hören sollte. Donata wußte nicht recht, was sie mit den Schmeicheleien anfangen sollte, und da die nächste Programmnummer begann, machte sie ein Zeichen des Schweigens. Sie empfand Verstimmung, weil sie anstatt weniger immer mehr an den Geliebten denken mußte. Auch während des Vaters Symphonie durch Den Saal klang, zog ihr Denken immer wieder zu Detlef Westkamp, wie Vögel, die der Heimat zu fliegen. Der Beifall, den heute die Symphonie auslöste, übertraf noch den des vorigen Konzertabends, und Werner Olden dankte mit raschen Verneigungen und blitzenden Augen. Jung, ganz jung machte ihn der Beifall. Heute war fein feierliches Festessen vorgesehen. Werner Olden wollte nur mit seinem Verleger und Frau und Tochter ein paar gemütliche Stunden im Hotel verleben. Der Prinz ließ es sich nicht nehmen, die Damen zu begleiten, und Werner Olden bat ihn, am Essen teilzunehmen. Während die anderen in den Speisesaal gingen, fuhr Donata unter einem Vorwand mit dem Lift nach oben, suchte ihr Zimmer auf. Der Abend war herrlich gewesen; der Erfolg ihres Vaters hatte sie stolz und glücklich gemacht. Aber der Prinz hatte sie gestört; seine unverblümte Bewunderung war überflüssig. Sie mußte einige Minuten allein mit sich sein, mußte erst zur Ruhe kommen. Sie war innerlich so wirr, ihr war bang nach Detlef Westkamp. Wie hatte sie sich darauf gefreut, neben ihm in der Loge zu sitzen und dem Konzert zu lauschen. Warum mußte er wieder absagen? So krank war seine Mutter nicht, daß sie ihn nicht einige Stunden hätte entbehren können. Er hatte nicht kommen wollen, [ein Dickkopf plagte sich wieder mit allerlei Einbildungen. Sie lächelte weich, flüsterte leise: „Ich tjabe dich doch so unsagbar lieb, du bummer Schatz! — Sie trat vor den Spiegel. Fremd fand sie sich jetzt in dem eleganten Kleid mit der Perlenkette. Der große Solitär ihres Ringes funkelte in allen Farben. Sie dachte: Wie eine Filmprinzessin sehe ich aus ober wie eine Dame ber ganz großen Welt. Vielleicht gehörte sie jetzt zur ganz großen Welt, als Tochter bes Komponisten Werner Olden. Ihr war es, als stände neben ihr Prinz SBolfbert von Weitz-Schlehen und schaue sie mit seltsam verlangendem Blick an. Sie lachte kurz aus. Wie eigen das Lachen in die Stille des Hotelzimmers sprang! , . Sie nickte sich im Spiegel zu, raunte gegen das Glas: „Donata SBefttamp. (Bartnersfrau in Sachsen- *"sanz warm und wohl wurde ihr wieder. Die Tür öffnete sich, ihr Vater trat em. Was drückst du dich denn hier oben herum, Mödel? Was soll denn der Mumpitz? Unten war- ten wir auf dich mit dem (Elfen, unb du stehst oor dem Spiegel und staunst dich an I Er lächelte und legte den Arm um sie. Kleine Donata, ich bin nach dem Erfolg ein ganz anderer Mensch geworden. Bin der andere Mensch geworden, der so lange in mir hat schlummern müssen, ber nie erwacht wäre, wenn ich es nicht noch einmal gewagt hätte, eine Arbeit vorzulegen." Er strich zärtlich über Donatas Haar. „Ich habe viel mehr erreicht, als mir in meinen kühnsten Träumen vorgeschwebt, bin nicht nur als Komponist, fonbern auch als Dirigent anerkannt worben. Unb jetzt träume ich von einem Häuschen in lanbschaftlich rounberbarer Gegenb, träume von Reisen nach bem ©üben — ach, was weiß ich." Seine Augen strahlten unternehmungslustig. Donata zog ben Kopf bes Vaters tiefer, legte ihre Wange an feine Wange. „Vater, bu kannst natürlich tun, was bu willst, unb wir haben jetzt auch keine Zeit, uns barüber zu unterhalten. Aber selbst wenn bu irgenbroo anbers wohnen möchtest, unser Fachwerkhäuschen mit bem tiefen Schieferbach mußt du immer behalten, denn in dem Häuschen hast du dock geschaffen, was dich berühmt gemacht hat. Unb die Reisen nach dem Süden kannst du auch machen, aber denke vorher gründlich darüber nach, welche herrlichen Gegenden es auch in unserem lieben Vaterlande gibt, die es ebenso verdienen, gesehen und bewundert zu werden wie manche Landschaft im Ausland." Er lachte. „Du redest nicht schlecht, Donata, was du sagst, hat Hand unb Fuß. Doch das Thema hat wirklich noch Zeit. Komm also jetzt, wir dürfen unsere Gäste nicht länger warten lassen. Der Prinz langweilt sich ohne dich, man sieht es ihm deutlich an." „Der Prinz kann mir gestohlen bleiben", gab sie zurück. Werner Olden wiegte den Kops hin und her. „Nicht so von oben herab! Die Anrede .Hoheit* klingt doch nicht übel?" lächelte er. Sie nickte. „Möglich! Das ist Geschmackssache, Vater! Ich zum Beispiel werde schon mit der An- rede .Gnädiges Fräulein* nur schwer fertig, vor dem Titel .Hoheit* nähme ich Reißaus." Er zog die Augenbrauen zusammen. „Ich will dir ja deinen Detlef nicht fortnehmen, Kind — aber das kannst du ihm wörtlich bestellen, geärgert hat es mich ganz verflixt, daß er sich auch diesmal von meinem Konzert gedrückt hat. Das ist eine Art Nichtachtung, die mich aufregt. Wenn er heute im Konzert gewesen wäre, stände ich anders zu ihm. Ich ärgere mich maßlos über ihn. Unb nun komm — es wäre unhöflich, noch länger auf uns warten zu lassen." Donata schwieg. Sie konnte bem Vater nicht ganz unrecht geben; bem Konzert hätte Detlef Westkamp wirklich nicht fernbleiben bürfen. Achtunbzwanzigstes Kapitel. Detlef Westkamp war burch bie alten Straßen von Mainz geirrt. Er hatte lange vor bem Dom gestanben unb war lange am Rhein entlang gelaufen. In ihm saß die Eifersucht. Schließlich fiel Handball • Entscheidung: Standarte 25 gegen Standarte 81 8:4. 800-Meter-Lauf, offen für SA.: 1. Baumstieger, Standarte 116, 2:04,6 Min.; 2. Ries, Standarte 83, 2:05,4; 3. Rampold, Standarte 83, 2:08,2. 3000 - Meter - Hindernislauf der Brigademannfchaften: 1. Brigade 47 10,30 Min., 40 Punkte; 2. Brigade 48 10,34 Min., 38 P.; 3. Brigade 49 10,40, 35 P. Fußball - Entscheidung: Standarte 116 gegen Standarte 97 4:2. Weitsprung, offen für SA.: 1. Haslinger, Brigade 49, 6,92 Meter; 2. Scheller, Brigade 46, 6,49 Meter; 3. Witzei, Brigade 49, 6,30 Meter. 100-Meter-Lauf, offen für SA.: 1. Henkel, Standarte 88, 11,5 Sek.; 2. Müller, Standarte 98, 11,6 Sek.; 3. Wieden, Standarte I. 33, 11,7 Sekunden. 100-Meter-Lauf, Einladung: 1. Wagner, Standarte 99 (SA.), 11,3 Sek.; 2. Zinke, Polizei, 11,4; 3. Amstütz, Polizei, 11,4 Sek. Tauziehen: Standarte R. 224 gegen M. Standarte 47, Sieger: R. 224. Mannschafts k ä m pfe für Standarten: 1. VII/83/47 307,1 Punkte (Fünfkampf 82,4 Punkte, 10X100°Meter 31 P., Gepäckm. 100 P., Schießen 93,7 P.); 2. 83/47 277,7 P.; 3. 81/49 274,3 P.; 4. I. 11/48 272,4 P.; 5. 87/148 272,4 P. 800-Meter-Lauf, Einladung: 1. Lücke-SA.- Standarte 25 2:03,3 Min.; 2. Stamm-Polizei 2:06,6 Min.; 3. Pferffer-Feldjäger 2:09,8 Min. G e s ch i ck l i ch k e i t s p r ü f u n g für Kraftwagen: 1. Kraftwagen-Abteilung 46 531 Punkte; 2. K.-Wag.-Abt. 147 607 P.; 3. K.-Wag.-Abt. 47 779 Punkte. Gefchicklichkeitsprüfung für Krafträder: 1. Motor-Standarte 146 169 Punkte; 2. M.-Standarte 148 187 P.; 3. M.-Standarte 48 203 Punkte. Kugelstoßen, offen für SA.: 1. Luh- Standarte 116 13,35 Meter; 2. Hartung- Standarte 83 12,91 Meter; 3. Jlmenstcidter-H. W. L. H. 11,76 Meter. Kugelstoßen, Einladung: 1. Luh- SA. 13,84 Meter; Hartung-SA. 12,65 Meter; 3. Franzke-Po- lizei 11,58 Meter. 4 mal 100-Meter-Staffel, Einladung: 1. SA.-Staffel I 44,8 Sek.; 2. SA.-Staffel II 45,8 Sek.; 3. SS. 48,2 Sek.; 4. Polizei 48,8 Sek. Feld- jäger 49,8 Sek. Rugby-Entscheidung: Gem. Mannschaft Standarte 81 und 88 — Standarte 25 8:0. 20 mal 250-Meter-Staffel: 1. Brigade 49 10:36 Min.; 2. Brigade 47 10:41,6 Min.; 3. Bri- gäbe 148 11:05,4 Min.; 4. Angabe 147 11:19,5 Min.; 5. Angabe 146 11:42,1 Min.; 6. Brigabe 48 12:46,4 Min. Entscheibungskämpfe im Boxen: 1. Brigabe 49 46 Punkte; 2. Brigabe 147 12 P.; 3. Hilfswerklager Höchst 4 P.; 4. Brigabe 48 4 P.; 5. Brigabe 148 4 Punkte. Die besten Fünfkämpfer: (Auszug aus ben Mannschaftskämpfen für Standarten): 1. Greß- fängels-J. 11/48 98 Punkte; 2. Plum-J. 11/48 95 P.; 3. Kenner°7/83 94 P.; 3. Luh- 116/147 94 P.; 4. Metzger-7/83 93 P.; 5. Scheller-418/46 91 Punkte. Gesamtwertung der Brigademannschaften: 1. Brigade 47 431,7 P.; 2. Brig de 48 390,5 P.; 3. Brigade 148 385,9 P.; 4. Brigcn ' 146 378,9 P.; 5. Brigade 147 370,8 P.; 6. Brigabe 49 355,5 P.; 7. Brigabe 46 275,2 Punkte. 1900 bezwingt den Aordhessen- meister TV. Wetzlar 4:3. Der Start ber Gauliaahanbballmannschaft der Spielvereinigung 1900 gestaltete sich zu einem großen Erfolg. Mit der in der Aufstellung Enders I; Volkmann, Birkenstock; Funke, Cremers, Reist; Schüler, Krüger, Steines, Betz und Dieffenbach spielenden Mannschaft bezwang sie den Wetzlarer Turnverein auf heimischem Boden mit 4:3 Toren. ihm ein, nun war es spät geworden, nun hatte er den letzten Zug nach Frankfurt versäumt und mußte in Mainz übernachten. Er sehnte sich mit einem Male nach Ruhe, nach dem Versinken in tiefen Schlaf, damit ihn die marternden Gedanken freigäben. Er suchte ein Hotel, und ihm fiel das Hotel ein, in dem Donata mit ihren Eltern wohnte. Es zuckte ihm durch den Kopf: er wollte in dasselbe Hotel gehen, dann konnte er Donata am Morgen begrüßen. Vor einem Blick ihrer reinen, klaren Augen verging dann wohl alle böse Eifersucht. Er betrat bald darauf die Halle des Hotels, erklärte dem Portier, er hätte den letzten Zug nach Frankfurt versäumt, wäre deshalb ohne Gepäck und möchte um ein einfaches Zimmer bitten. Er hielt Umschau. Die Oldens hatten ein elegantes Hotel gewählt, das erkannte man schon in der Eingangshalle. Er füllte den Meldezettel aus, dachte: Hier gehöre ich nicht her, viel zu vornehme Gäste wohnen hier. Donata paßte jetzt hierher, er nicht! Er näherte [ich der Tür des Speisesaals. Er wollte eine Kleinigkeit genießen, er verspürte jetzt Hunger. Ein festlick heller Raum nahm ihn auf, in dem noch ziemlich viele Gäste saßen. Er wählte einen Eckplatz neben der Tür, machte eine bescheidene Bestellung; dann ließ er die Blicke umherschweifen. Seine Augen blieben an einem großen Tisch haften. Da saßen Donatas Eltern, ein Herr, den er nicht kannte, Donata selbst und neben ihr der Prinz. Alle bösen Geister wurden wieder in ihm wach. Wie schön Donata war, wie elegant gekleidet! Unb wie ber Brillant ihres Ringes auffunkelte, wenn sie bie Hanb bewegte, an ber sie ihn trug! Donata ahnte nicht, wie scharf sie beobachtet würbe. Der Platz, ben Detlef Westkamp gewählt hatte, lag etwas versteckt hinter anberen gut besetzten Tischen, unb sie war jetzt leiblich vergnügt. Ein paar Gläser Schaumwein hatten ihre allzu ernsten Gebanken fortgespült. Sie wollte nicht Spielverberber sein an bem Abenb, ben ihre Eltern frohen Herzens genossen. Sie stieß auch mit Prinz Volkbert an. Detlef Westkamp stellte es mit Erbitterung fest. Donata würbe mübe; sie wäre gern nach oben gegangen, aber es hieß warten. Der Prinz roanbte sich an Steffi Olben: „Ich hoffe, ich barf Ihnen nächstens in Frank- furt meinen Besuch machen, gnädige Frau?^ Er sah dabei mehr Donata als ihre Mutter an. Frau Steffi neigte den Kopf: „Sie werden uns immer willkommen sein, Hoheit! Aber unser Heim ist schlicht, es ist ein Alt Bornheimer Haus in ber Spillingsgasse." Er lächelte. „Wie interessant, gnäblge Frau! Ich freue mich schon, Ihr Heim kennenzulernen." (Fortsetzung folgt.) ' T - : . - MH T W « E 8* .< • M * *; Ä* Mtz ' * , stehend die (Ergebnisse: heutigen deutschen Mädel. Dqa Leben dieser Frau und die Mädchen in bunten Kleidern folgten. Die gend von heute die Verantwortung für Jahrtausende vor den Lebendigen und den Toten und — Aus dem Waldsportplatz des VfB.-Reichsbahn, dem idealen Schauplatz für die Veranstaltung des BbM., der vom Glanze der spätsommerlichen Sonne überstrahlt war, hatten sich viele Zuschauer, insbesondere aber viele Eltern der Mädels eingefunden, um sich von der körperschulenden Arbeit im BdM. zu überzeugen. Leider begann die Veranstal- Der Sieg kommt um so überraschender, als die 1900er mit vierfachem Ersatz der kompletten Wetzlarer Els gegenüberstanden. Der Kampf war außerordentlich hart, insbesondere in der zweiten chalb- zeit hielten sich die Handlungen der Platzbesitzer nicht immer im Rahmen des Erlaubten. Bereits fünf Minuten nach Spielbeginn konnten die Spielvereinigungsleute durch Betz, der sich schön freigespielt und den Tormann geschickt getäuscht hatte, in Führung gehen. Ein zweites Tor folgte alsbald durch Krüger im Anschluß an einen Strafwurf. Die Wetzlarer setzten nun auch alles daran, zu Erfolgen zu kommen, was ihnen ebenfalls durch Strafwurf gelang. Bis zum Seitenwechsel wogte das Spiel hin und her. Jede Partei war denn auch noch einmal Am gestrigen Sonntag fand unter starker Beteiligung der jugendlichen Radfahrer aus dem Bezirk ein großes Bezirks-Jugendtreffen statt, das verschiedene interessante Wettbewerbe brachte. Am frühen vielen anderen, die sich natürlich nicht alle aktiv an den Darbietungen beteiligen konnten, setzten sich in hellen Haufen — eine leuchtende lebendige Mauer — an der Ostseite des Spielfeldes zusammen und verfolgten von hier aus die Darbietungen, die nun die nächsten zwei Stunden füllten. Nach einem Sprechchor (Aus „Deutsches Bekenntnis" von G. Kolbenheyer) hielt die Gauführerin Else Staab eine kurze Begrüßungsansprache, hieß die Ehrengäste und besonders die Eltern der Mädchen herzlich willkommen, betonte, daß dem, was heute morgen bei der Morgenfeier von Pfarrer Rühl gesagt wurde, nichts hinzuzufügen sei, wies aber besonders darauf hin, daß der BdM. den Sport nicht als eine Spielerei betrachte, sondern als eine ernste Aufgabe, an deren Erfüllung alle Man verdient das Leben erst, wenn es zum DU- nen bestimmt ist. Es hat zu dienen der Menschengemeinschaft, in die es Gott hineingestellt hat. Un- ere Lebensaufgaben sind uns neu gestellt worden. Im gewaltigen Werden unseres Volkes ist auch der Befehl gegeben, daß auch der Körper in den Dienst der großen Sache gestellt wird. Deshalb ist der Sport nicht Nebensache, sondern ein Stück Dienst am Volke. Und wir spüren, daß uns dieser Dienst nicht nur Menschensache ist. Unser Volk erscheint uns nicht als ein auf menschlichen Verträgen beruhendes Volk, sondern als die Verkörperung eines gewaltigen Gottwillens. Das deutsche Volk ist zur Erfüllung großer Aufgaben berufen. Unser Dienst ist Verantwortung vor tausend Geschlechtern, die vor uns waren und vor tausend Geschlechtern, die nach uns kommen sollen. Wir sind hineingeschweißt als Glied in eine gewaltige Kette. Einst wird man fragen, ob die Jugend 1934 ihre Pflicht getan hat. Verantwortung tragen wir noch vor mehr: vor dem ewigen Gott! In unserem Volke sind Kräfte aus der Ewigkeit am Werke. Kein Volk der Erde hat eine solche Fülle von großen Männern und Frauen hervorgebracht. Kein Volk trug je solche Lasten, wie das deutsche. Kein Volk hat ein solch schönes Land wie wir. Dieses Land muß man lieben, wenn man darin geboren ist. Diesem Land gegenüber tragen wir Ju- großer Begeisterung bei der Sache. Ueber den Verlauf der Kämpfe werden wir noch berichten. Nachwar jene Verantwortung vor Gott. Das entscheidende ist, daß das Herz der deutschen Frau wieder siegen lernt, daß das Gemüt wieder jene Innigkeit bekommt, aus der die letzten tiefen Quellen fließen, die das Leben befruchten. Die wertvollsten Frauen, Elisabeth von Marburg und ^Königin Luise haben ihre tiefsten Kräfte gewonnen aus Jesus Christus, der ein Frauenbefreier im besten Sinne war. Er hat die Frauen frei gemacht, Mütter ihres ganzen Volkes zu werden. Beugen wir uns vor jenem Gott und seinem Heiland! lieber dieses Beugen hinaus gehe aber unsere Aufgabe des Tages, müssen wir Kraft gewinnen, hinauszugehen in den Kampf für unser Vreußen. Kreis We^lor. O Wetzlar, 23. Sept. Auf der Provinzial« straße Wetzlar—Butzbach fand dieser Tage die Versteigerung des Ob st es statt. In der Hauptsache wurden gute Tafeläpfel versteigert. Es wurde bezahlt für Wirtschaftsobst 3 bis 4 Mark, für Tafeläpfel 5 bis 7 Mark je Zentner am Baum. Für Birnen wurden 2 bis 3 Mark je Zentner be- Zahlt. 0 Groß-Rechtenbach, 23. Sept. Die dieser Tage abgehaltene Ob st Versteigerung unserer Gemeinde brachte einen befriedigenden Erlös. Es wurden erzielt für Wirtschaftsäpfel 2 bis 4 Mark, für gute Tafeläpfel 3 bis 5 Mark je Zentner am Baum. Für Birnen wurden 2 bis 3 Mark je Zentner am Baum bezahlt. 0 Aus dem Kleebachtal, 23. Sept. Ueber- all hat man in hiesiger Gegend mit der O b st - ernte begonnen. Der Ertrag ist befriedigend. Nur auf ganz trockenen Böden sind die Früchte etwas kleiner geblieben. Die Qualität des Obstes ist vorzüglich. Schon am Samstag beherrschten die vielen Gruppen marschierender und singender Junamäd- i chen und Mädchen des BdM. in ihren kleidsamen Blusen und dunklen Röcken das Bild unserer Stadt. Die Gießener Gruppen marschierten schon kurz nach Mittag geschlossen zum Bahnhof, um dort die Kameradinnen aus dem oberhessischen Land, aus vielen Dörfern der näheren und weiteren Umgebung abzuholen. Auf dem Bahnhof herrschte ein reges Leben und Treiben. Die Gäste von auswärts wurden zunächst in ihre Privatquartiere geführt und bekamen Gelegenheit zu Ruhe und Stärkung. Dann traf man sich auf dem Waldsportplatz, auf dem zunächst einige Uebungen geschlossen durchgenommen wurden. Zeitig herrschte Ruhe, denn für den Sonntagmorgen war zu früher Stunde Wecken angesagt. Der Sonntagmorgen bot sich wider aller Erwartung und entgegen aller Hoffnung wenig freundlich dar. Aber doch fanden sich nicht weniger denn etwa 3000 Mädchen aus allen Teilen des Gaues 4/13 des BdM auf der weiten Fläche des Universitätssportplatzes ein, um an der vorgesehenen Morgenfeier teilzunehmen Leider gestattete das Wetter die Abhaltung der Feier im Freien nicht, sie mußte vielmehr, da der Regen stärker eingesetzt hatte, in die Volkshalle verlegt werden. In geordnetem Marsche bewegten sich die Mädchen nach der Volkshalle, die bald nahezu bis auf den letzten Platz an den Tischen vollbesetzt war. Das BdM -Orchester Gießen, ein verhältnismäßig stattlicher Klangkörper von großer Einheit, brachte zur Einleitung einen feierlichen Marsch von Schubert zu Gehör und schuf damit die vorbereitende Stimmung für die Ansprache des Jugendpfarrers Rühl. Seinen eindrucksvollen Worten sei folgendes entnommen: Es konnte wohl kaum eine Sache die gewaltige Umstellung, die der Sport bei uns gefunden hat, so charakterisieren, wie die Tatsache, daß wir den heutigen Tag mit einer ernsten Morgenfeier beginnen. Der bisherige Sport vertrug das nicht. Er war zum Teil auf Eitelkeit und zum anderen Teil auf Geschäft eingestellt.. Uns aber ist der Sport ein Stück Dienst am deutschen Volk! Für uns ist er eine heilige Sache. Vor diesem Dienst am Volk muß alles Kleinliche verschwinden, lieber der deutschen Jugend ist die Sonne aufgegangen. Die Jugend der Vergangenheit hatte kein anderes Ziel, als einem Teilchen Genuß nachzujagen. Unser Ziel ist uns riesengroß vorgezeichnet in der Gestalt des Führers Unser Ziel heißt: Deutschland! Unser Leben ist nicht mehr nur für «ns da, es ist nur noch Dienst am deutschen Volke. „Deutschland, du wirst leuchtend stehn, sollten wir auch untergehn!" Volk, bereit zu sein, alle Lasten zu tragen, die deutschen Frauen zugemutet werden müssen. Damit unser Volk lebe!" Das gemeinsam gesungene Lied „Und wenn wir marschieren...!" beschloß die würdige Morgenfeier. Unter dem Dorantritt eines Musikzuges, eines Spielmannszuges und einer Gefolgschaft der HI. marschierten dann die etwa 3000 Mädels durch die Stadt und ließen eindeutig äußere und innere Einheit erkennen. Es war wohl das erstemal, daß die weibliche Jugend unserer Heimat in so stattlicher Zahl, geeint im nationalsozialistischen Willen, in unserer Stadt marschierte. Unterwegs wurden viele Lieder gesungen. Alle, vom Jungmädel bis zum Kleinsten im BDM., waren lustig und guter Dinge. Eine lange Pause und ein kräftiges Mittagessen gab dann allen, die sich an dem Marsch beteiligten, genügend Zeit zur Ruhe und zur Stärkung. Auf dem Universitätssportplatz, dem Lager der Mädchen, waren einige schöne Zelte aufgebaut worden, und es entwickelte sich beim schönsten Sonnenschein in den Mittagsstunden ein vielfältiges Lagerleben. Sport und Spiel auf dem Waldspoitolah. Die Hitler-Jugend half, soweit sie helfen konnte, tn der Organisation. Die Freiwillige Samtats- kolonne stellte starke Abordnungen von Hilfsmann, schäften, die bei der großen Menge der Teilneh- merinnen an der Veranstaltung immer wieder einmal einzugreifen hatten. Die Veranstaltung in ihrer Gesamtheit nahm einen befriedigenden Verlauf. Fußball im Bezirk Gießen-Dill. Die Ergebnisse der Bezirksklasse. 1900 Gießen — Steinberg 4:1 (1:0). Sinn — VfB.-Reichsbahn 2:3 (0:2). Dillenburg — Naunheim 4:4. Bissenberg — Frohnhausen 6:1 (2:1). Resultate der Spielvereinigung 1900. 1900 I. — Watzenborn-Steinberg I. 4:1. II. — Grünberg I. in Grünberg 3:0. III. — Grünberg II. in Grünberg 0:3. I. Jugend — Lich I. Jugend in Lich 3:1. II. Jugend — Steinbach I. Jugend in Steinbach 2:L Schüler — Krofdorf Schüler 4:0. Die Spiele des BfB. Reichsbahn. VE. Sinn I — VfB.-Reichsbahn I 2:3 (0:2). Die Ligamannschaft konnte in Sinn nach einem harten, aber dank der ganz ausgezeichneten Leitung des Schiedsrichters sich immer im Rahmen des sportlich Erlaubten abspielenden Kampfes den Sieger stellen. Dieser Erfolg sollte, abgesehen von dem Punktgewinn, in moralischer Hinsicht für das Selbstvertrauen der Mannschaft von ausschlaggebender Bedeutung sein, denn sie konnte selbst feststellen, daß, wenn alle von dem Ersolgswillen beseelt sind, auch die UnzulänKichkeit eines Platzes und der Gegner überwunden werden kann. Die Gäste zeigten, von einigen Mängeln abgesehen, endlich wieder einmal ein ansprechendes Spiel, und hier war es der Sturm, sonst das Schmerzenskind des Vereins, der sich, von Birkenbiel glänzend geführt, zu einer Einheit aufraffte und auch produktiv arbeitete. Die Hintermannschaft löste in sicherer Weise ihre Aufgabe. Dem Unparteiischen stellten sich die VfBer bis auf den rechten Läufer und rechten Verteidiger in gewohnter Besetzung. Der Spielverlauf: Bis zur Ankunft Rit- ters, der infolge beruflicher Abhaltung erst zehn Minuten später kam, wurden die Gießener in die Defensive gedrängt. Zwei in dieser Zeit erzielte Ecken für Sinn bringen nichts ein. Dann drängen die Gäste. In der 20. Spielminute bringt Birkenbiel auf Vorlage des Mittelläufers durch geschicktes Umspielen der gegnerischen Verteidigung und unhaltbaren Schuß seine Mannschaft in Führung. Unentmutigt greifen die ©inner an und können zwei zwingende Torchancen herausarbeiten, die aber im Üebereifer vergeben werden. Langsam wird der VfB. feldüberlegen und zeigt gutes Kombinationsspiel. Wieder rollt in der dreißigsten Spielminute ein Angriff auf das ©inner Tor Birkenbiel legt den Ball Zwischen die Verteidigung, und der schnell- startende Fehling schlägt den gegnerischen Tormann zum zweitenmal. Bis zur Halbzeit verteiltes Spiel. Nach Wiederbeginn verschärfen beide Mannschaften das Tempo. Die ©inner erzwingen ihre dritte und gleich darauf ihre vierte Ecke, die zum ersten Tore für den Gastgeber führen sollte. Den gut hereingegebenen Ball, vom Mittelstürmer zum Halbrechten mit dem Kopf weitergelenkt, schießt der Letztere kurz entschlossen ein. Dann kann Heß einen gegnerischen Angriff stopven, er gibt zu Fenster, der zum Rechtsaußen verlängert, abgewebrt kommt der Ball zurück und wird sofort zum Halbrechten weitergegeben. Stellungswechsel zwischen ihm und dem Rechtsaußen, und Mattern schießt zum viel- heiubelten dritten Tore ein. Aber die ©inner gaben fi* noch nicht gefdilaaen In einem hinreißenden Endspurt gelingt es dem Halblinken bei einem Gedränge an dem sich dazwischenwerfenden Lehrmund vorbei ein Tor aufzuholen. Bei diesem Stand blieb trotz beiderseitigen Anstrengungen bis zum Schlüsse. Die 2 Mannschaft ertrotzte in Heuchelheim ein Unentschieden, ein Erfolg, der der Kampfkraft der Gießener das beste Zeugnis au«ftellt. Die l.Juaend mußte in Wieseck eine 4:1* Niederlage hinnehmen. blieben leicht im Vorteil und Kruger stellte durch einen 25-Meter-Wurs den Sieg sicher Zur Mannschaftskritik ist zu sagen, daß die 1900er durchaus als verdiente Sieger aus dem Kampf hervorgingen. Die Mannschaft kämpfte mit großem Elan. Ausgezeichnet hielt sich der Ersatztorwart Enders I. Die Wetzlarer waren mit großem infer bei der Sache. Ihr Hüter war ebenfalls in guter Form. Gefährlich war der Stürmer Nold. Schiedsrichter Walther vom VfB.-Kurhessen Marburg hatte das Spiel jederzeit in der Hand. Tv. Dorlar I — 1900 II 16:5. Weniger glücklich kämpfte 1900s zweite Garnitur. Durch Spielerabgabe an die erste Mannschaft war eine etwas unglückliche Aufstellung zustande gekommen, die die Dorlarer Turner nicht tm Schach halten konnte. Auch muß festgestellt werden, daß 1900s Torhüter weit unter Form spielte. Bezirksjugendsportfest der Radfahrer. S e ch se r ° © ch u l r e i g e n: 1. 1885 Gießen, 169,3 Punkte: 2. RV. Niedergirmes (Mädchen), 165,6 P.; 3 RV Anspach, 164,8 P.; 4. RV. Niedergirmes (Knaben) 159,9 P.: 5. RV. Krofdorf, 152,5 P. E i n e r - K u n st f a h r e n: 1. Franken (Limburg), 195,3 P.; 2. Leicht (Krofdorf), 166,7 P. Zweier-Kun st fahren: 1. Leicht-Heyer (Krofdorf), 124,3 Punkte m ei Zweier-Radball: 1. RV. 1885, 6 P.- 2. RV. Niedergirmes, 4 P.; 3. RV. Wieseck I, 2 P.;' 4. RV. Wieseck II 0 P. Straßenrennen über 35 km (13 Teil- nehmer): 1. Will (Limburg), 1:13,10 Stunden, 2. W. Riegel (Anspach), 1:13,19 Std.; 3. Baum (Gießen), 1:13,21 St.: 4. W. Lotz (Niedergirmes), 1:16,02 Std.: 5 I. Schneider (Niederbrechen), 1:16,03 Std.; 4. 215. Gemmer (Gießen), 1:20,55 Std.: 1. Kaill Grau vor Gott. In Deutschland leben deutsche Menschen tung erst eine Stunde später als vorgesehen war, und wir müssen in unserem Herzen Bruder und j0 daß die Geduld der Wartenden aus eine harte Schwester in jedem Volksgenossen suhlen. Liebe ist s$robe gestellt war. Gegen 16 Uhr flanken bann nichts anderes denn Verantwortung vor Gott. In DOm Universitätssportplatz, auf dem die Jungmäd- diese Verantwortung hinein gehört das deutsche chengruppen und der BdM. Aufstellung genommen Madel, das einst die deutsche Frau werden soll. > hatten, die Trommeln und Pfeifen der Hitler- Wenn die deutsche Frau versagte, wenn sie sich in Jugend herüber und verrieten, daß sich der Zug Nichtigkeiten verlor, so ging das Volk zurück , wenn ^er Mädchen in Bewegung gesetzt hatte. Bald sie zunahm an innerer Kraft, dann stieg auch die, marschierten dann auch die langen Reihen der ^raft des ganzen Volkes. — Es ist eine Verbin-1 Mädchen auf, in zwei geschlossenen Gruppen wur- dung von der Heiligen Elisabeth von Marburg zum bcn bie Wimpel vorangetragen, die Sportlerinnen uvtri mu11v <_2----- । y , ■ ajer Gelegenheit am Tage des einjährigen Bestehens des Gaues vereinigt zu sein. Nun folgten in buntem Wechsel die verschiedenen Darbietungen. Zunächst zeigten verschiedene Mab- chen ihre GeschicklichkeitimZelted au. Es dauerte gar nicht lange, da stand das Zelt vor- schriftsmäßig und sauber gespannt da. Rasch wurde es wieder abgebrochen. Unter der Leitung der Sportreferentin des Gaues wurden dann Uebungen der Körperschule vorgeführt, die ganz ausgezeichneten Eindruck machten und eine starke Disziplin der Mädels erkennen ließen. Unter den Klangen der Musik des BdM.-Orchesters Gießen wurden dann von vielen Jungmädchen in bunten Kleibern - den Zuschauern bot sich ein überaus prächtiges, farbenfreubiges unb bewegtes Bllb — einfache Reigen getanzt, bie lebhaften Beifall auslosten. Gerne hätte man mehr bieser Spiele gesehen. Inzwischen stauben aber schon roieber bie Sportlerinnen bereit unb traten rasch zu den Uebungen im Bob en turnen an, bie burch ihre Originalität viel Anlaß zu herzlichem Beifall gaben. Eine luftige Geschicklichkeitsstaffel würbe mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Nachbem noch gemeinsam bas Lieb: „Vorwärts, vorwärts gesungen, worben war, fanb bie erste Sportveranstaltung des Gaues 4/13 des BdM. mit dem geordneten Abmarsch seinen Abschluß. Zu Fuß, zu Rade und mit der Eisenbahn kehrten die Mädchen singend wieder erfolgreich. Nach dem Wechsel ging das Spiel in forschem Tempo weiter. Die Wetzlarer brängten mit aller Macht auf Verbesserung bes Ergebnisses, aber auch bie 1900er waren nicht müßig. Verschiebene wohlgemeinte Würfe (von Krüger unb Schüler) gingen an bie Latte. Mehr Glück hatte ber bekannte Wetzlarer Stürmer Nolb, ber, eine Situation blitzschnell ausnützenb, ben Ausgleich herbeiführte. Nun fetzte ein erbittertes Ringen um ben Sieg unb bie bamit oerbunbenen wertvollen zwei Punkte ein. Ganfporifest des BdM. in Gießen. 3000 Mädchen marschieren. — Morgenfeier. - Auf dem Waidsporiplatz. bene interessante '^5enoeweroe oraajie. nm iiu«« V An • r ©nri (Gießen! Links oben: Nach dem langen Marsch burch die Stadt schmeckte das Mittagessen besonders gut. - Rechts oben: Auf dem Walbsportplatz: Beim Zeltebau — Links unten: Ausschnitt aus ben Uebungen ber Körperschule. — Rechts unten: Ein luftiger Geschicklichkeits-Wettbewerb. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.)