Dienstag, 24-Zuli WH 184. Jahrgang Nr. 170 Erstes Blatt Englands Abmarsch zum Wettrüsten di«!-..Bekehrung W» A&MTÄÄ eS S61 3 e ip- S- geflissentlich zu unterstützen. Denn während 5rant= reich selbst sich zu Lande und in der Luft auch einem hochgerüsteten Großbritannien noch immer überlegen fühlt, rechnet es damit, daß diese neuen englischen Rüstungen drüben die Vorstellung der notwendigen Einheitsfront der beiden Weststaaten in einem europäischen Konflikt wieder neu beleben werden. Das Paradoxon der englischen Wehrverfassung liegt ja in der Tat in der doppelten Front nach Volkes, die sich teilweise in die Partei einzuschleichen verstanden haben, immer wieder versucht wird, geht aus einer großen Anzahl von Beschwerden hervor, die von meinen Beauftragten an Ort und Stelle nach Möglichkeit auch alle feigen, anonymen Denunzianten durch das öffentliche oder Parteigericht zurRechenfchaft ziehen zu lassen. von allen Führern der NSDAP, aber erwarte ich, daß sie ihr Verhalten so einrichten, daß jeder Partei- und Volksgenosse vertrauend zu ihnen i aufschauen und sich willig ihrer Führung unterord- I nen kann. Rudolf Heß. Stellen-., Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder., Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Glaube zugebilligt werden kann. Anderseits aber bin ich entschlossen, mich schützend vor jeden treuen und sauberen Führer der NSDAP, zu stellen, der als Vertreter der Bewegung zu Unrecht verleumdet wird, und künftig böswillige und leichtfertige Verleumder und Ehrabschneider sowie untersucht worden sind. Wer in berechtigter Sorge um die Bewegung unter Nennung seines Namens mein Eingreifen gegen Schädlinge und Versager unter den Führern der NSDAP, erbittet, darf stets meines Schuhes gewärtig sein, auch dann, wenn seine Angaben sich als nicht ganz richtig erweisen, die Untersuchung aber ergibt, daß ihm der gute Berlin, 24. Iuli (DNB.) Wie der „V. B.“ meldet, hat der Stellvertreter des Füh - r e r s folgendes bekanntgegeben: „Ich habe am 18. April dieses Jahres bekanntgegeben, daß jedem Partei- oder Volksgenossen, den die ehrliche Sorge um Bewegung und Volk dazu treibt, der Weg zum Führer oder zu mir als seinem verantwortlichen Vertreter, offen steht, ohne daß er deshalb zur Rechenschaft ge- Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 81/alU)r des Vormittags Grundpreise für 1mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Saarbrücken, 23. Juli (DNB.) Das Verbot der deutschen Zeitungen im Saargebiet hat die Evangelische Synode von Saarbrücken und St. Johann zu einem P r o t c ft veranlaßt. Die Superintendenten der Evangelischen Synode haben an den Oe kume nischen Rat in Genf folgendes Telegramm gerichtet: „Die Regierungskommisfion des Saargebiets hat die d e u t f ch g e f i n n t e n Zeitungen des Saargebiets auf drei Tage verboten. Die für dieses Verbot der Oeffentlichkeit bekannt- gegebenen Gründe widersprechen aufs neue einer t r e u h ä n d e r i f ch e n Neutralität und wirklichen Gerechtigkeit. In dem Eingriff der Regierungskommission in die freie Meinungsäußerung der deutschgesinnten Bevölkerung sehen wir ein neues Hemmnis für eine wahre Befriedung der Bevölkerung. Gebunden an Gottes Wort und die Vekenntniffe der Vater legen die Unterzeichneten als die Vertreter der deutschen evangelischen Gemeinden an der Saar zogen werden kann. Ich bin nach wie vor fest entschlossen, im Interesse der Sauberkeit und Reinheit der Bewegung energisch auch gegen verdiente Führer der NSDAP., die durch Verfehlungen das Ansehen der Bewegung schädigen, mit den schärfsten Maßnahmen vorzugehen und aus jeder berechtigten Beschwerde, die mir durch mein Gewissen als Nationalsozialist und durch mein Verantwortungsgefühl dem Führer gegenüber vorgeschriebenen Folgerungen zu ziehen. Ich kann aber nicht zulassen, daß meine Anordnung vom 18. April von gewissenlosen berufsmäßigen Denunzianten miß- braucht wird, um verdiente und mäkeltose Führer, die seit Jahren treu ihre Pflicht erfüllt haben, bewußt oder leichtfertig in den Schmutz j u ziehen und damit auch das Ansehen der Bewegung in weiten Kreisen des Volkes herabzusehen. Daß dies von Feinden der Bewegung und des) Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern • infolge höherer Gewalt Zernsprechanschliifse unter Sammelnummer 2251 3 2-"0 0 -r-ZZZ 5 » p 2 n 2." 5ft 1 ft P IP r5 3 igä) g d 2.er? cf? Gegen Denunzianten und Ehrabschneider Kundgebung des Stellvertreters des Führers. GegendieünterdrülkungderdeutschenSaarpreffe Energischer Protest der Evangelischen Synode. 2 § 2. , _c <£3 T 2.J 8 o- 2 Bon der obersten GA-Hührung. Berlin, 24. Juli. (DNB.) Die Adjulanlur des Ehefs des Stabes der SA. wird mit Wirkung von Montag, 23. Juli 1934, verlegt nach Berlin, Wilhelmstrahe 106, Fernruf Flora 7281. 3n München befindet sich lediglich eine Ab- wicketungsstelle der Adjulanlur. Alte übrigen Dienststellen der obersten SA.-Führung haben nach wie vor ihren Dienstsih in M ü n ch e n , Barren- 2üi die Adjulanlur des Ehefs des Stabes sind ausschließlich den Ehef des Stabes persönlich angehende Schriftstücke zu senden. Der gesamte übrige Schriftverkehr ist nach wie vor an die oberste SA.-Füh- rung, München, zu leiten. Der Eef des Stabes. Gez.: Luhe. Oer Au ficht des UeichsfchatzmeisterS der PO unterstellt. Berlin. 24. Juli. (DNB., Der Stellv er- treter d e s Führers hat, wie der „Völkische Beobachter" meldet, die folgende Verfügung er» lQ Sie Deutsche Arbeitsfront ist durch einen revolutionären Akt der Partei geschaffen worden; mit der Führung ist der Stabsleiter der PO., Dr. ^Laut^Dicnstbuch^cr DAF. sind alle Aemter der Abteilung des Organisationsamtes der PO„ das Personalamt der DAF. eine Abteilung des Personalamtes der PO. usw. • p » 'S' 1 ? z” vor der ganzen evangelischen Christen- heit f ärmlichst und feier t ich st Protest gegen die Entrechtung des deutschen Volkes an der Saar ein. „ Gez..- Die Superintendenten: N o t d, I m t g. Neue Verbote. Saarbrücken, 23. Juli. (DNB.) Die Regie» rungskommission hat soeben das „Saarbrücker Abendblatt" auf 5 e h n T a g e v e r b o t e n. Die Begründung ist die gleiche wie bei dem Verbot der übrigen Zeitungen. Die Regierungskommission hat außer den 26 Zei- tunaen des Saargebietes soeben auch Zwei reichsdeutsche Zeitungen verboten. Diese neuen Verbote sind nicht befristet, son dern gelten „bis auf weiteres". Es handelt sich um den „Westdeutschen Beobachter" und um das Mannheimer „Hakenkreuzbanner". Die Begründung stützt sich auf die Verordnung vom 18. 6 1923 betreffend Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit. Auf Wunsch des Stabsleiters der PO. Dr. Ley genehmige ich, daß auch bas Sch atzamt der DAF. der Aufsicht des Reichsschatzmei- sters der Partei unter st eilt wird. Ausführungsbestimmungen erläßt ber Reichsschatzmeister im Einvernehmen mit bem Führer der DAF. Gez. R. Heß. Der Geist des neuen Deutschland. Ein gerechtes englisches Urteil. ßonbon, 24. Juli. (DNB. Funkspruch.) Aeuße- runqen über bie jetzigen Zustänbe in ^eutsälland, halb freunblicher, halb weniger freunblicher Art, bil- schon seit langem einen beinahe regelmäßigen Be- ftanbteil ber Briefkästen ber Lonboner Presse bie sich übrigens bei solchen Veröffentlichunge burch große Unparteilichkeit auszeichnet unb beide Selten zu Worte kommen läßt. Am Dienstag brachte bie ,T i m e s" bas Schreiben eines englischen, i n Deutschland lebenben Künstlers, m dem es u. a. heißt: Ich kann mir nicht vor- stellen, daß ein Volk glücklicher im Geiste friedlicher Kameradschaft ver° eint sein könnte. Die Sorge für arme Kinder in den Städten und die Vorkehrungen für ihre Serien sind in Deutschland so ausgedehnt und so er- folgreich, daß andere Nationen diesem Beispiel folgen könnten. Die gute Behandlung der Tiere durch die Deutschen ist eine Offenbarung für mich, und ich habe nirgends em schlecht ernährtes ober armselig aussehenbes Haustier gesehen. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen SS Druck und Oerlag: vrühl'sche UnwersitSt-.Quch- und Sieindruckerel R. Lange in Stehen. Schrlstlettung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 M^abfchmn-st-ffeitz „glänzende Isolierung" läßt sich gerade nicht burch- führen, wenn nicht bei einem weltpolitischen Konflikt um bas Empire die europäische Rückenftellung Englands offen daliegen soll. Deswegen stellen die Anhänger einer englisch-französischen Bündnis-Pomik >das Problem gern auf den Kopf und fordern England auf, sich vor allem gegen eine Bedrohung vom ! europäischen Kontinent her zu schützen, und zwar ! erstens aus eigener Kraft und zweitens durch Neichsstaiihalter Sprenger zum 50. Geburtstag. Don Oberbürgermeister, Kreisleiter z.b.D. Heinrich bitter, Gießen. Unser Gauleiter Jakob Sprenger begeht am heutigen Tage seinen 5 0. Geburtstag unter freudiger Teilnahme seines ganzen Gaues. Insbesondere beglückwünscht das hessische Vvlk seinen Reichsstatthalter in tiefempfundener Dankbarkeit für die Verdienste, die er sich um das hessische Volk erworben hat. Die Bewegung, die in vielen Herzen mutiger und entschlossener Männer im Hessenlande Widerhall gefunden hatte, war jahrelang geradezu von Mißgeschick verfolgt, da sie einerseits unter dem Terror 0 5 0 10 9t 2.$. s5 »ä kZ -- 2di d h s? p Sd d6 et Fünf Tage nach Sir Simons großer Verteidi- i gungsrede des französisch-russischen Nordostpaktes < und knapp 14 Tage vor der zwanzigsten Wiederkehr des Kriegsanfangs erlebt die Welt eine ganz 1 entscheidende Wendung der internationalen Politik. Der englische Vizepremier und bekannte konservative Führer Oliver Baldwin hat am 19. Juli die traditionelle Abrüstungspolitik seines Landes praktisch abgeschlossen mit der Ankündigung, daß England in den nächsten fünf Jahren 41 neue Luftgeschwader mit 460 Kriegsflugzeugen erster Klasse in Dienst stellen wird. Be- onders aufsehenerregend ist dabei die Tatsache, daß allein 33 Geschwader zur Verstärkung der „home- defence", d. h. für bie britischen Inseln selber, bestimmt sind. Trotzdem wirb bie Gesamtkraft Englands in der Luft mit etwa 1300 Kampfmaschinen noch immer um runb 400 hinter Frankreichs Luftflotte, um rund 200 hinter ber Sowjet-Rußlands zurückbleiben. Allein, ber erste Schritt zu Englands Beteiligung am Wettrüsten ist getan, und zwar gerade auf dem Gebiete des Flugwesens, das von einer gewissen französischen Propaganda systematisch als die wunde Stelle der britischen Reichsverteidigung bezeichnet wurde. D i e grundsätzlichen Abrüstungsgegner m Paris haben ihr Ziel erreicht. Die von Grund auf kriegsfeindliche britische Nation verleugnet ihre Vergangenheit und macht einen dicken Strich unter ihre ganze Nachkriegspolitik. „Der Beitrag, den ein relativ abgeruftetes Großbritannien für den Frieden leisten kann, ist erschöpft", schreibt die „Times" und rückt so die etwas dunkle Begründung Baldwins, wonach die neuen Rüstungen vor allem zur Einhaltung der bestehenden englischen Verpflichtungen im Völkerbund und im Lol-arno-Vertrag nötig seien, in ihr wahres Licht. Allerdings hat England mit seinen Versuchen, das europäische Wehrsystem gleich nach dem Kriege ganz abzubauen, wenig Glück gehabt. So war z. B. Lloyd Georges Abneigung gegen die allgemeine Wehrpflicht Schuld, daß man m Bersail- - les dem Deutschen Reich nicht wenigstens 200 000 Mann, sondern nur ein Berufsheer von 100 000 < Mann beließ: — das französische Heer wurde also . noch überlegener, als es schon ohnehin war. Und - wenn heute die englische Arbeiterpartei heftig gegen - die Rüstungspläne der Regierung protestiert, so mag der kranke und weit weg auf Urlaub befindliche Premierminister Macdonald habet recht bittere Gefühle empfinden. Es sind jetzt bald zehn Jahre her, daß er als erster sozialistischer Regierungschef Englands feinen Glauben an bie Abrüstung unb ben besseren Frieben mit ungeheurem Schwung im Dölkerbunb predigte. Schon damals stieß er sofort auf ben Gegenangriff ber sranzost- chen Sicherheitspolitik, in Gestalt bes Genfer Pro- tofolts zur gegenseitigen Unterstützung gegen den unbekannten Angreifer. Immerhin fiel dieses Protokoll zu Gunsten des Locarno-Vertrages; und in !d-n nächsten J°hren begann das zähe Rmgen um leic • C/K • $3 3 2. S - p ß cP3 C ® J 3 Ü > 2^ ft ft 2 " Sgl'!=3- 3-0 2- 2 - P O’gjt Öl^~2 SL2.8-s 1 ° ft ° 8® 1 8^-53Z 1 ft Ss KüiiSS EäüÄSÄ Ägg SS» BM. Zielklaren Erkenntnis und seinem Willen, Industrie, mie gesagt, das raffinierie p -------- sandel und Gewerbe zu unterstützen, zu verdanken. —— eihm der aus dem schaffenden Volke kommt, der A;nhotHifher Wille, bieten unerschütter- denWert des deutschen Arbeiters von jeher erkannte, geschlossener eih l«h Widerstand. Hier gilt das n ÄS sä«: &.rs~,. ;s? £ eRWWfiWx'fiSSaB ffitesSS öes Willens Adolf Hitlers. lösen deutschen Menschen Anteil am deutschen Boden Nelchsst hatte Oberhausen (Bezirksamt Bergen geben durch Mitarbeit an den Plänen der Reichs-l am 24. ^^^einpfald) geboren, besuchte bis regierung, durch großzügige Siedlungen den heute Zubern mrDgt)mnafium in Bergzabern unö biente noeb in menschenunwürdigen Wohnungen leben» 1901 _ t 17 Jahren als Einfahrig-Freiwil- Vilksaenossen ein eigenes Heim und einen eige- anschließend m 7 Infanterie-Regiment. Den XX9T !dmffen Auch der Bauer, im neuen hgertm 18. 1^ ^utnant d. L. mit. feiner Bedeuttmg entsprechend anerkannt Weltkrieg macht pr 9 bayrische goldne Tap- Nelchesemer ^umn» 1und Er erhielt das E. K^ ^Mjlitärverdienstorden mit SÄSStaS? wÄftm endlich die Vorbedin- ferke.tsmeda.lle den^ Verwundetenabzeichen in X für einen gesunden Aufbau und gesicherte Schweptern ^ «Sprenger als Beamter m den ©aues I . ohne jede Erschütterung ger s iagZ wurde Gauleiter Sprenger Tage E der 30J3uni D9 J 'eben diese Am 6 Mm ® Bevölkerung nach mit'b-r zumVichsstatthalt-r in H-ss-n ■ft - wS.2 Or» er*' Stosse ft 5 gd 3 gO13 2 er Cf ; 3 Qr t-2.| 12, 3 co s A3 § |.|*H Ölern ft «-5 ft 3 3 3 C 0,3 2?® — 0 ”>d'> c 2 3 3=® « 2o 0 0 o-^ftcrc- ° 3 n n 19 2. punkte in Belgien und Frankreich von der Presse eifrig diskutiert. So erscheint heute das Baldwin-Programm in recht merkwürdigem Lichte. Wenn England glaubt, wegen der „Unruhe in Europa" und des Scheiterns der Abrüstungskonferenz sich ernstlich auf Krieg vorbereiten zu müssen, soll das dann heißen, daß es mit fliegenden Jahnen ins französische Lager übergehen will? Es gibt auch in der Politik den „Selbstmord aus Angst vor dem Tod", und in der englischen Politik ist dieses jammervolle Schicksal anscheinend besonders den Liberalen Vorbehalten. Bor zwanzig Jahren ermöglichte Sir Edward Grey den Erfolg der französisch-russischen Zusammenarbeit zum Kriege dadurch, daß er sich formal bis zur letzten Minute eine Entscheidung Vorbehalten wollte, die in Wirklichkeit längst zugunsten des anti-deutschen Dreiverbandes getroffen war. Heute gibt fast mit den gleichen Argumenten und jedenfalls in der gleichen Selbsttäuschung Sir John Simon dem französisch-russischen Nordostpakt mit Deutschland, Polen, Baltikum und Tschechoslowakei seine würmsten Empfehlungen mit auf den Weg. Vielleicht glaubt er, damit ein direktes französischrussisches Bündnis als die größere Gefahr zu vermeiden. In Wirklichkeit ist seine überkluge und typisch liberale Haltung in ihrer Zweideutigkeit genau so unheilvoll, wie seinerzeit die Schaukelpolitik seines Vorgängers Grey. Im eigenen Lande gibt er der konservativen Meinung Oberwasser, daß England die Kontrolle über den Gang der Ereignisse zu verlieren droht und ihm nichts anderes mehr übrig bleibt, als sich durch erhöhte militärische Anstrengungen wieder Achtung zu verschaffen. In Frankreich entsteht ebenfalls der Eindruck einer britischen Abdankung, so daß man schließlich alle Scheu fallen läßt und die alte einseitige Bündnispolitik wieder mit allen Kräften betreibt. Die Frage ist nur, welche Rolle dann schließlich auch ein militärisch stärkeres England spielen kann, oder vielmehr spielen muß. Wenn das große Jnselreich sich heute von einer Kriegspanik 'fortreißen läßt, wie es gestern in «wie iyi4 oie umi]O)iUBfreigeu ycriuiiiiiicn Hand zu blutigen Taten geführt werden, ehrlich fürchtet und verabscheut! Richtig ist, daß der Frieden in Europa eine unerläßliche Vorbedingung für die Sicherheit der britischen Weltpolitik bedeutet. Richtig ist ferner, daß dieser Frieden zum größten Teil von den Kontinentalstaaten und ihrer mehr oder weniger vernünftigen Einsicht selber abhängt. Allein, England verliert das letzte Viertel an Einfluß — und dieses englische Mertel könnte auch morgen wieder entscheidend werden, wie es vor dem Weltkrieg entscheidend war —, wenn die britische Außenpolitik sich aus Schwäche oder aus sentimentalen Gründen verleiten läßt, Partei zu ergreifen. Es besteht nicht die geringste Gefahr, daß etwa eine deutsche Luftflotte aus Gründen der nationalen Verteidigung England angreift, ganz ab- gesehen davon, daß keine deutsche, sondern nur eine überlegene französische Luftflotte diesseits des Kanals besteht. Die viel größere Gefahr für den europäischen Frieden liegt darin, daß der letzte Funke von Vernunft und Zurückhaltung aus der französischen Politik verschwindet, wenn sie zu ihrer eigenen gewaltigen Streitkraft und ihren alten oder neu entstehenden Bündnissen stillschweigend auch noch die englischen Machtmittel einrechnet. Es mag sein, daß Englands Wort bisher wegen seiner militärischen Schwäche zu Land und in der Luft nicht stark genug war. Wie aber, wenn die verstärkte Macht nur eingesetzt wird für eine Politik der Abdankung? Damit gerät England wirklich in Lebensgefahr, weil auf diese Weise der Frieden in Europa nie und nimmer durch gerechten Ausgleich gesichert werden kann. Es wäre daher gerade für England selber das schwerste Verhängnis, wenn es in Europa versagt, fünf Minuten vor Beginn der neuen großen Auseinandersetzung über die Verteilung der Seestreitkräfte draußen in der Welt. Ein politisch unfreies England, das in europäischen Dingen durch dick und dünn mit Frankreich geht, wird sich den japanischen Ansprüchen im Pazifischen Ozean schwerlich mit Erfolg erwehren können. Dann werden sich Herr Baldwin und der Kriegsminister Lord Hail- sham vielleicht sehr rasch dem wirklichen Sicherheitsproblem des britischen Reiches in einer Posi- , tion gegenübersehen, bei der ihnen das Gefühl der rosigen pazifistischen Utopien schwamm, so könnte i Scheinsicherheit durch ihre neue europäische Luft- ihm in der entscheidenden Stunde wieder genau > flotte wenig oder garnichts nützen wird. planmäßiges Zusammenwirken mit der großen«wie 1914 die Entschlußfreiheit genommen und die französi chen Armee. Anläßlich des Besuches, den der | Hand zu blutigen Taten geführt werden, bte es französi ehe Generalstabschef Weygand kurz vor feinem Außenminister in London abstattete, wurde die Einrichtung britischer Luftstütz- Das Oberhaus über die Aufrüstung in der Lust. Mit vollen Segeln ins Fahrwasser Frankreichs. London, 23.Juli. (DNB.) Im Oberhaus begann heute nachmittag die Aussprache über die von der Regierung geplante Verstärkung der Luftwaffe. Von der Arbeiterpartei lag ein Antrag vor, der Regierung wegen dieser Vorlage die Mißbilligung fres Hauses auszusprechen. Begründet wurde dieser Antrag von Lord ponsonby, der die geplante Verstärkung als sensationell darstellte. Wenn das Programm durchgeführt werden sollte, werde England rund 13 0 0 Frontflug- zeuge besitzen. Man müsse sich fragen, was der Zweck dieser Erhöhung fein solle. Frankreich verfüge bereits jetzt über 1650 Flugzeuge, die russische und die italienische Luftflotte zählten deren 1500. Trotz des großen Programms werde England also nicht auf den gleichen Stand kommen wie andere Mächte. Deshalb könne man sich auch nicht auf den von der Regierung erhobenen Paritätsanspruch berufen, wenn man jetzt mit der Ankündigung der neuen Luftrüstungen Unruhe in das Land trage. Ls fei bedauerlich, daß Großbritannien niemals ernstlich sich um die Durchsetzung des Gedankens bemüht habe, daß alle Nationen auf den Stand Deutschlands abrüsten müßten. Die Lage jetzt lasse sich vergleichen mit den ersten Monaten des Jahres 1914. Auch jetzt herrsche wieder das Wettrüsten, derselbe unbestimmte Argwohn und dasselbe Gefühl der Unsicherheit. Es mangele an einer kühnen Führung, die die richtige Richtung einzuschlagen wisse. Wo sei denn die akute Gefahr, die eine Rüstung notwendig mache? Alle Länder seien augenblicklich mit dem Wiederaufbau im Innern beschäftigt. Auch die Spannung zwischen Deutschland und Frankreich habe in der letzten Zeit sehr nachgelassen. Ponsonby beschäftigte sich auch noch mit dem Londoner Besuch Barthous und dessen Ergebnissen, wobei er ironisch bemerkte, daß die französische Diplomatie offenbar mit Recht berühmt sei. Wann werde demgegenüber man in den Kreisen der britischen Diplomatie erkennen, daß es Verpflichtungen gebe, die durchaus nicht in irgendwelchen Dokumenten ihren schriftlichen Niederschlag finden mühten. Es gebe auch Verpflichtungen der Ehre, die lediglich darauf begründet sein könnten, daß auf Grund freundschaftlicher Beziehungen von England unter gewissen Umständen in irgendeiner Gestalt ein Eingreifen erwartet werde, Auch durch solche Verpflichtungen könne sich England unter Umständen gebunden sehen. Eine Abmachung über den Osten, so fuhr Ponsonby fort, würde mit den Abmachungen von Locarno durch die Teilnahme Frankreichs in enge Beziehungen gebracht sein. Wenn Frankreich verpflichtet sei, Rußland gegen einen etwaigen deutschen Angriff zu unterstützen, so sei es nicht undenkbar, daß ein Krieg an Deutschlands Westgrenze aus- breche. In einem solchen Krieg würde England ohne weiteres hineingezogen werden. Wenn die britische Regierung aus heiterem Himmel plötzlich erkläre, sie müsse die Luftwaffe um 75 v. h. verstärken, fo sei das Oberhaus berechtigt, sich zu fragen, ob es nicht irgendwelche versteckten Verpflichtungen gebe, von denen das Land nichts wisse. Sicher habe die Mitteilung der Regierung über die Luftflottenverstärkung erheblichen Argwohn über den Inhalt der kürzlich mit Frankreich geführten Besprechungen ausgeübt. Im weiteren Verlauf der Aussprache erklärte sich 'eine Anzahl von Oberhausmitgliedern je nach ihrer politischen Stellung für und gegen die Luftauf- rüstungspolitik der Regierung. Besonderes Aufsehen erregten die Ausführungen eines zweiten Redners der oppositionellen Arbeiterpartei, des Lord Arnold. Er sagte u. a., die Regierung habe zwar den Kellogg p a k t unterzeichnet. Das hindere sie jetzt nicht, wieder aufrüsten zu wollen. Der Loear- nooertrag sei mausetot. Er habe gar keine rechtliche Gültigkeit mehr, denn Frankreich habe seit der Unterzeichnung des Locarnovertrages so schnell, wie seine Finanzen es gestatteten, fort» laufen d wieder aufgerüstet. Schon in der Tatsache, daß es nicht abgerüstet habe, sei ein Bruch der Locarnoabmachung zu erblicken. Unter diesen Umständen habe man kein Recht, zu erklären, daß die Jugend Englands wegen des Locarnopaktes in den Krieg ziehen und ihn mit ihrem Blut besiegeln müsse. Keine britische Regierung werde sich imstande finden, ein Heer auf die Beine zu stellen, wenn es gelte, wegen des Locarnovertrages in den Krieg zu ziehen. Der Standpunkt der Regierung wurde durch den Lustfahrtminister Lord Londonderry vertreten. Er legte den Urhebern des Mißbilligungsantrages gegenüber eine ziemliche Gereiztheit an den Tag. Von den Sozialisten sei eine Politik einseitiger Abrüstung für England stets ausdrücklich verworfen worden. Nun werde dieser Antrag eingebracht in einem Augenblick, wo die Regierung die Politik einseitiger A b - rüstung aufgegeben habe, weil es ihr nicht gelang, die so beharrlich erhofften Ergebnisse zu erzielen. Im weiteren Verlaufe seiner langen Reoe befaßte er sich mit den Verhältnissen im Ausland. In fast jedem Lande sei man dabei, umfangreiche Programme zur Ausgestaltung der Luftwaffe durchzuführen. Keine verantwortliche Regierung könne es zulassen, daß die Luftstreitkräfte Englands weiterhin denen des Auslandes in so starkem Maße unterlegen seien. Die Zeit fei gekommen, wo man der Wirklichkeit ins Gesicht sehen müsse. Von den politischen Parteien sei die Regierung berechtigt zu fordern, daß sie sich ebenfalls mit den Tatsachen abfinden. Niemand könne als Luftfahrtminister die Verantwortung dafür übernehmen, daß im Frieden vernünftige Vorsichtsmaßnahmen unterlassen würden. Denn im bedauerlichen Falle eines Krieges werde man dann Flugzeugführer in den Kampf senden müssen, die nur über eine unzureichende Ausbildung verfügten, weil man die Luftwaffe in der Eile habe improvisieren müssen. Eine schwache Luftwaffe bilde kein wirksames Verteidigungsmittel. Andererseits lasse sich eine angemessene Verteidigungsorganisation nicht erst beim Ausbruch des Krieges und womöglich unter Angriffen des Feindes aus dem Boden stampfen. Oer Antrag der Arbeiterpartei abaelehnt. Der Antrag der Arbeiterpartei, wurde mit 54 gegen 9 Stimmen abgelehnt. Während der Aussprache kreuzten 24 Militärflugzeuge, die an einem Manöver teilnahmen, über dem Parlamentsgebäude. Eine Erklärung Eowjetrußlands zum Ostpakt. Berlin, 23. Juli. (DNB.) Der bisherige Botschafter der UdSSR., Herr C h i n t s ch u k, hat vor seiner gestrigen Abreise am Samstag imAuswär- t i g e n A m t die Erklärung abgegeben, daß die R e - gierung der UdSSR, mit der Ausdehnung der Locarnogarantie der Sowjetunion auf Deutschland und der Verbreiterung der französi- scheu Garantie aus dem Ostpaktprojekt auf Deutschland, wie von der englischen Regierung vorgeschlagen und von Frankreich angenommen, einverstanden sei. Die Erklärung stimmt überein mit den Erklärun- gen, die die Botschafter der UdSSR^ in Paris und London der französischen bzw. der englischen Regierung zu diesem Punkt abgegeben haben. Berlin, 23.Juli. (DNB.) Der Botschafter der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, Leon Chintschuk, hat gestern in Begleitung seiner Gattin um 23.30 Uhr Berlin vom Bahnhof Friedrichstraße aus in Richtung Moskau oerlaUtn. Staat und Kirche. Minister Rust über die Aufgaben der. staatlichen und kirchlichen Leiter. Berlin, 23.Juli. (DNB.) Der preußische Kul- tusminister Rust empfing heute den neuernannten Bischof von Hildesheim, Dr. Machens, der in Begleitung der Domkapitulare B l u e I und Schneider in Berlin eingetroffen war, zur Vereidigung im preußischen Kultusministerium. Auf die von freundschaftlichem Geist getragene Ansprache des Herrn Bischofs antwortete Reichs- und Staatsminister Rust mit folgenden Worten: Das Amt, das Sie übernehmen, ist das eines Seelenhirten der römisch-katholischen Kirche. Ihrer geistlichen Führung anvertraut sind aber zugleich deutsche Menschen und Bürger des nationalsozialistischen Staates. Das Gedeihen des deutschen Volkes und die Macht des nationalsozialistischen Staates aber beruht vor allem anderen auf dem Bewußtsein der Blutsverwandtschaft und des schicksalmäßigen Aufeinanderangewie- sen-Seins aller Deutschen ohne Unterschied auch der Bekenntnisse. Der Wille des Führers dieses Volkes und seiner Regierung ist daher daraus gerichtet, in höchstmöglichem Zusammenleben und Zusam- mengehörigkeitsbewuhtsein die Garantie gegen das tragische Auseinanderfallen der Nation zu schaffen, von dem die deutsche Geschichte leider zu oft zu berichten weiß. Die traurige Machtlosigkeit Deutschlands, die im Westfälischen Frieden des Jahres 1648 und im Versailler Diktat zutage tritt, macht uns zur Pflicht, der Wiederkehr von volkszerstörenden Konfessionsund Klassenkämpfen vorzubeugen. lieber die Erfüllung dieser völkischen Erziehungspflicht will die verantwortliche nationalsozialistische Staatsleitung keineswegs Konflikte mit den Führungen der christlichen Kirchen herbeifiih- ren. Die Aufgaben des nationalsozialistischen Staates sind andere, als die der christlichen Kirchen, stehen aber zu diesen nicht in feindlichem Gegensatz. Ein Vernichtungskampf beider für das Wohl derselben Menschen in ihrer völkischen und kirchlichen Zusammengehörigkeit verantwortlichen Führungsmächte könnte nur dem Todfeinde einer christlich-germanischen Sittlich, feit und abendländischen Kultur zum Siege verhelfen. Es ist nicht möglich, Meinungsverschiedenheiten im einzelnen und Zusammenstöße einzelner zu verhindern. Es ist aber nicht nur möglich, sondern notwendig, daß die verantwortlichen Leiter die menfd)- lichen Gemeinschaften der Geführten nicht zum kampfschauplah machen, sondern als verantwortliche Führer unter sich zur Klärung und Entscheidung kommen. Sie, hockwürdigster Herr Bischof, find als Niedersachse in Volk und Heimat persönlich fest verwurzelt und haben dem früh schon durch Ihre schriftstellerische Arbeiten Ausdruck verliehen. Sie nehmen den Stad des Bischofs Bernhard in die Hand und treten damit in eine große Tradition von Männern, die Staatund Kirche in gleicher Weife zu dienen wußten^ Die Staatsregie» rung hat darum zu Ihnen das Vertrauen, daß Sie die Ihnen anvertrauten Diözesanen auch als Deutscher und Staatsbürger recht zu lenken wissen werden. In diesem Vertrauen heiße ich Sie als Bischof der Diözese Hildesheim herzlich willkommen und wünsche Ihnen für Ihr hohes Amt Gottes Segen, und so wollen Sie nunmehr den Treueid leisten. An die Eidesleistung schloß sich ein Empfang beim Staatsminister Rust, an dem Bischof Dr. Machens, seine Begleitung, Vertreter des preußischen Staates und preußischen Kultusministeriums teil» nahmen. Umgruppierung im französischen Kabinett? Künstliche Verlängerung des politischen Burgfriedens? Paris, 24. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Ministerpräsident Doumergue trifft am Dienstagvormittag wieder in Paris ein, um den politischen Auswirkungen des Streits zwischen T a r d i e u und Chautemps zu begegnen. Während Ministerpräsident Doumergue um 11.30 Uhr Tardieu empfängt, hält Herriot mit den radikalsozialistischen Ministern und dem Vorstand des Vollzugsausschusses der Radikalsoziali- stischen Partei eine Beratung ab. Der Pariser Bezirksverband der nationalen Vereinigung der ehemaligen Frontkämpfer und der Verband der Steuerzahler haben an den Ministerpräsidenten Doumergue eine Kundgebung gerichtet, in der sie sich für die Aufrechterhaltung des politischen Waffen st ill st andes einsetzen. Man scheint in politischen Kreisen damit zu rechnen, daß es Doumergue nicht gelingen wird, den jetzigen Status einfach aufrechtzuerhalten. Tritt Tardieu zurück, so wird vermutlich auch Herriot sein Amt niederlegen, damit die politische Dosierung des Ministeriums nicht aus dem Gleichgewicht kommt. Es fragt sich nur, ob das Kabinett durch den Verlust der beiden Staatsminister in parteipolitischer Hinsicht nicht allzu geschwächt sein dürfte. Man fchreibl daher dem Ministerpräsidenten Doumergue die Absicht zu, die Rücktrittsgefuche aller feiner Minister entgegenzunehmen, ohne daß er selbst zurücktritt, um die Ministerposten dann neu zu verteilen. Bei dieser Umbildung der Regierung würde also weder der Präsident der Republik, noch das Parlament in Anspruch genommen werden. Die Morgenpresse erörtert alle möglichen Lösungen, ohne für eine bestimmte Lösung Stellung zu nehmen. Man begnügt sich im großen und ganzen damit, die weniger wahrlcheinlichen Lösungen auszu- schalten und dann bei zwei ober drei Voraussagen stehen zu bleiben. „Echo de Paris" macht heute früh auf die schlimmen Folgen aufmerksam, die eine innerpolitische Krise auf die französische Außenpolitik haben dürfte. Das Blatt bestreitet in diesem Zusammenhang, daß B a r t h o u in die Fußtapfen B r i a n d s trete, auch wenn Barthou das von sich behaupte. Vor der Regierungsübernahme durch Doumergue und Barthou habe Frankreich in Mitteleuropa den Dingen freien Lauf gelassen, selbst für den Fall, daß ein deutsch-ungarisches Mitteleuropa entstehe. In den letzten 10 Iah- ren sei wohl kein Monat vergangen, in dem die polnische Botschaft in Paris nicht nach Warschau berichtet habe, daß es zwecklos fei, im Falle einer Gefahr für den Korridor oder Oderfchlesien auf Frankreich zu zahlen. Maffenverhastungen vvnMarxisten in Oesterreich. Ein großes Komplott zum Sturz der Regierung Dollfuß entdeckt? Wien, 23. Juli. (DNB.) In allen Bezirken Wiens find am Montag Maffenverhaf- tungen von Sozialdemokraten und kommuni st en erfolgt. Die Festgenommenen wurden, da das Polizeigefängnis überfüllt ist, in den leerstehenden Montagehallen der karofferie- fabrik Armbruster im 9. Bezirk untergebracht. Man spricht von etwa 600 bis 1 000 Verhaftungen. Die Fabrik wird scharf bewacht. Starke Schuhkorpsabteilungen wurden in das Gebäude gelegt. Heber die Gründe der Verhaftungen find verschiedene Ansichten im Umlauf. Man hört, daß die Polizei einem großen marxistischen Komplott zum Sturz der Regierung auf die Spur gekommen sei. Line Bestätigung dieser Lesart war nicht zu erreichen. Die Behörden behaupten, daß es sich um eine Razzia handele, die keinen bestimmten Anlaß habe. Man erfährt auch, daß die Marxisten in den letzten Tagen eine rege unterirdische Tätigkeit entfalteten und Leute für die illegale Schuhbundformationen angeworben haben. Auch aus der Provinz laufen private Meldungen über zahlreiche Verhaftungen unter den Marxisten ein. Es kracht weiter. ??.!fn' 23- Auli. (DNB.) Von amtlicher öfter» relchlscher Seite wird mitgeteilt, daß in Villach Kärnten) in einem Hause 22 Gewehre ge- u n d e n worden seien. Gegen den Hausbesitzer wurde die Standrechtsanzeige erstattet. In Mauth e rn (Steiermark) wurde ein Fuhrunternehmer verhaftet, weil er im Verdacht steht, Spreng- material befördert zu haben. Am 22. Juli abends wurde vor einem Hause in Str affen gl m Steiermark ein Papierböller zur Explosion ge- bracht, durch den Sachschaden verursacht wurde. Die A 11 e n t a t s w e l l e ist am Sonntag und auch am Montag nicht zum S t i l l st a n d gekommen. Am Sonntagabend explodierte in Klagenfurt vor dem Polizeigebäude eine m ° n i t p a t r o n e, die Sachschaden verur- achte. Zu gleicher Zeit explodierte vor dem Gebäude der Kärntener Landesregierung Sprengkörper, der einen Mauerpfeiler leschadlgte und eine große Anzahl von Fenster- cheiben zertrümmerte. Am Montag früh explodierte vor dem Gebäude des Landgerichtes in Klagenfurt ein Sprengkörper, der ebenfalls größeren Sachschaden verursachte. Zu gleicher Zeit wurde in den Garten eines Pfarrhofes in Klagen» furth eine Bombe geworfen, die nicht explodierte. Oie Sprengstoffablieferung. Wien, 23. Juli (DNB.) Staatssekretär Dr. K a r w i n s k y gab der Politischen Korrespondenz eine Erklärung ab, in der Angaben über die Menge der abgelieferten Sprengstoffe gemacht werden. Danach sind 106 Kilo Ammonit und Dynamit, 202 Pakete dieser Sprengstoffe, 1150 (Spreng» kapseln, 2300 Glühzünder, 621 Meter Zündschnur, ferner Sprengröhren und anderes Sprengmaterial den Behörden abgeliefert worden. Dr. Karwinsky erklärte sodann, daß es den Attentätern nicht gelingen werde, die Negierung auf die Knie zu zwingen, sondern daß sie alle, soweit sie verhaftet werden konnten, die volle Schärfe des Gesetzes spüren würden. Diese Aeußerung wird dahin aufgesaßt, daß im Laufe dieser Woche noch zahlreiche Todesurteile gefällt werden dürften. Polen und die baltischen Staaten. Reval, 23. Juli. (DNB.) Der polnische Außenminister Beck traf mit seiner Gattin am Montagnachmittag im Flugzeug in Reval ein, um dem estländischen Außenminister S e l j a - m a a den angekündigten Besuch zu machen. Estland für Annäherung. Warschau, 24. Juli. (DNB.) Der „Kurjer P o r a n n y" veröffentlicht am Dienstag eine Unterredung mit dem estnischen Außenminister S e l j a rn a a aus Anlaß Des Besuches des polnischen Außenministers Beck in Reval. Unter Bezugnahme auf die engen freundschaftlichen Bande zwischen Estland und Polen erklärte S e l j a m a a u. a., er halte eine Annäherung der baltischen Staaten an Polen für eine unbedingte Notwendigkeit. Hinsichtlich des aeplanten O st p a f t e s sagte Seljamaa, daß Estland und Polen eine gemeinsame poll« tijdje Grundlage ausarb.eiteu müßten. Estland Jei auf jeden Fall entschlossen, in dieser Frage mit Polen gemeinsam vorzugehen. lnspruch th auf bie, innerpoli- Außen- »streitet in u in bie ng beim r. Ma. eußischen ms teil. Lösungen, g zu neh. ganzen ba- |en auszu-' »raussagen i Barthou rungsüber- ibe ftranb Sauf ge» i)=un^ari« \ dem bie Warschau Falle einer )lesien auf bildung räsidenl 5. lieber. X^V\\. °n durch verliehen. Q.rb in die ition von reicher QQkregie. rQuen, nen auch recht zu en heiße "herzlich ohes Amt nehr den 1g. retär Dr. ^spondenz bie Nenze e gemacht inb Dyna- ) Spreng* ünbschnur, irwrnsky > r n nicht Knie SU verhaftet fe des :ung Dir» W । ©erben l, ohne krposten lohoen. lnensil). ht zum veranl. ’9 und »mische Aeval 6eljfl' »en- V MIT GOLD E w- E w- £ UND OHNE «UM W S11 7 l II1 N ? II i WWW ÄWMW ft I WW Oberhessen. Gemeinderat in Lich. ./. Lich, 23. Juli. Der Gemeinderat der Stadt Lich hielt am Donnerstagabend im Rathaus eine Gemeinderatssitzung ab. Zu Punkt 1 der Tagesordnung erstattete der Vorsitzende, Bürgermeister Geil, Bericht über die Jahresrechnung der Stadtkasse Lich in den Rechnungsjahren 1930 und 1931, und legte dieselben zur Prüfung und Begutachtung vor. Im Rechnungsjahr 1930 schließt die Betriebsrechnung in Einnahmen mit 373 573,43 Mark und in Ausgaben mit 314 249,93 Mark ab, so daß ein Rechnungsrest im Betrage von 59 323,50 Mark in die Rechnung für 1931 überführt wurde. Die Betriebsrechnung für das Rechnungsjahr 1931 schließt in Einnahmen mit 350 655,71 Mark und in Ausgaben mit 300 603,35 Mark ab, so daß ein Rechnungsrest von 50 052,36 Mark auf neue Rechnung vorgetragen werden konnte. Da die vom Gemeinderat bestellten Rechnungsprüfer die Betriebsrechnung vorgeprüft und für richtig befunden hatten, wurde auf Antrag vom Gemeinderat beschlossen, die Rechnungsprüfung damit als erledigt anzusehen. Zum nächsten Punkt erstattete der Vorsitzende Bericht über die Wasserversorgung der Stadt. Da die Stadt in den letzten Jahren in den Sommermonaten stets mit Wassermangel zu kämpfen hatte, ist in den Wingerten neben dem neuen Brunnen am Breuerberg ein Brunnen hergestellt worden, der eine zusätzliche Wassermenge von ca. 100 Kubikmeter bei natürlichem Wasserlauf ergebe. Es ist Anordnung getroffen worden, diesen Brunnen so bald als möglich mit dem in nächster Nähe gelegenen Wasserbehälter zu verbinden. Dieser Brunnen, auf dessen Sohle fester Basalt angetroffen wurde, wird durch Handbohrung noch um einige Meter vertieft werden, um seine Ergiebigkeit noch zu erhöhen. — Zum nächsten Punkt der Tagesordnung wurde dem Antrag des Verkehrs- und Ver- fchönerungsverein Lich entsprochen und eine Beihilfe von 60 Mark für den Ausbau und Ausstattung des vom VVL. errichteten Heimatmuseums bewilligt. — Die Gebühr für die Benutzung der städtischen Badeanstalt durch Kinder beträgt pro Kind eine Mark für ein Jahr. Kinderreichen Familien wird für die Zukunft folgende Vergünstigung gewährt: die Karte für das dritte Kind kostet 50 Pf., jedes weitere Kind ist frei. — Der seitherige Beitrag für den Hessischen Landesverband zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heilstättenverein) in Darmstadt wird von 10 auf 20 Mark erhöht. — Unter Punkt Verschiedenes wurden noch einige Vorlagen dem Antrag des Vorsitzenden entsprechend erledigt. Einweihung eines Ehrenmales in Bad Vilbel. LPD. Bad Vilbel, 23. Juli. Am Sonntag fand in Bad Vilbel die Einweihung des von dem Frankfurter Künstler Seiler geschaffenen Ehrenmals statt. Bereits am Samstagabend fand ein Gedächtnisgottesdienst auf dem Ehrenfriedhof statt, an dem auch die Formationen der NSDAP, teilnahmen. Bürgermeister Seitz legte nach einer kurzen Ansprache einen Kranz für die Gefallenen nieder. Am Kriegerdenkmal 1870/71 sprach später der Führer des Vilbeler Kriegervereins, B e u l e r. Am Sonntagvormittag wurde das Ehrenmahl nach einem Festgottesdienst durch den Gauobmann der NSBO., Ziegler (Frankfurt), eingeweiht. Mit einer Kundgebung am Nachmittag und einem mit einer Illumination des Kurparkes verbundenen Militärkonzert am Abend fanden die Feierlichkeiten ihren Abschluß. Ieuerwehrtag in Ulrichstein. § Ulrichstein, 23. Juli. Gestern fand hier ein Bezirksfeuerwehrtag statt, der mit der Feier des 10jährigen Bestehens der Ulrich st einer Freiwilligen Feuerwehr verbunden war. Im Vormittagsgottesdienst, an dem die Wehr geschlossen teilnahm, predigte Pfarrer Trapp über das Christentum der Tat, das sich besonders auch in dem Wirken der Feuerwehrmänner zeige. Zu Beginn der Festversammlung in der Markthütte begrüßte Oberbrandmeister W. Schmidt, der Führer der hiesigen Wehr, die zahlreich erschienenen Gäste und Ehrengäste. Die eifrigen Förderer der Feuerwehrsache im Kreis Schotten, Regierungsrat Schwan und Kreisfeuerwehrinspektor E b e r h e i m , wurden dabei durch Verleihung der Ehrenmitgliedschaft besonders geehrt. Der Vorsitzende des Prooinzial-Feuerwehrver- bandes, Branddirektor Braubach- Gießen, sprach dann in anschaulicher Weise über die Aufgaben der Feuerwehren im Rahmen des Luftschutzes. Nach Glückwunschansprachen des Herrn Regierungsrat Schwan, des Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzenden Stang und des Bürgermeisters Geiß von Ulrichstein zeigte die Ulrichsteiner Feuerwehr durch verschiedene Vorführungen ihr praktisches Können und fand dafür volle Anerkennung. Ein Festzug, an dem die Schuljugend, die Ortsvereine und viele Feuerwehren der Umgebung sich beteiligten, führte nachmittags durch die festlich geschmückten Straßen des Städtchens. Ansprachen und ein Gedichtvortrag (Frl. E. Schmidt) beendeten am Adolf-Hitler- Platz die Feier. Ein kameradschaftliches Zusammensein vereinte die Festteilnehmer noch manche Stunde. Landkreis Metzen. )( Großen-Linden, 24. Juli. Ludwig Ft- scher IV. und seine Ehefrau Karoline, geb. Röhrs- heim, feiern am morgigen Mittwoch das Fest der silbernen Hochzeit. (D Grüningen, 22. Juli. Bei dem gestrigen Gewitter schlug der Blitz in zwei auf dem Felde stehende Getreidehaufen und zündete. Das Getreide verbrannte. $ Alten-Buseck, 23. Juli. Am Samstagabend wurde im Saale von PH. E i n h ä u s e r der Tonfilm „Helden der Luft" durch die Landesfilmstelle Frankfurt vorgeführt. Die einzelnen Abschnitte des Filmes zeigten in lehrreicher Weise Vorgänge aus dem Segelflugsport. Sie erbrachten den Beweis, wie durch Mut und kühne Entschlossenheit unserer männlichen wie auch der weiblichen Jugend ganz hervorragende Leistungen im Segelflugwesen erzielt werden. * Beuern, 24. Juli. Gestern nachmittag mußte der 20 Jahre alte Steinbrucharbeiter Albrecht Brandenburger von hier in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden, da er bei seiner Arbeit verunglückte und anscheinend i n n e r-e Verletzungen erlitt. D Reiskirchen, 23. Juli. Die Straßen- arbeiten auf der Straße Reiskirchen — Grünberg schreiten rüstig vorwärts. Gegenwärtig befinden sich die Arbeitskolonnen in und oberhalb Lindenstruth. Anschließend an die Neuherrichtung der Prooinzialstraße wird die Ortsdurchfahrt Reiskirchen gepflastert. Während aus der ganzen Umgebung eine große Anzahl — ja in manchen Dörfern fast alle arbeitslose — Arbeiter beschäftigt ist, haben auch die Fuhrwerksbesitzer eine lohnende Beschäftigung, durch das Anfahren der Steine für den Unterbau, Straßenschotter und Pflastersteine, gefunden. Die beiden hiesigen, Steinbrüche mußten zusätzlich Arbeiter einstellen, um den großen Arbeitsanfall zu bewältigen. § Hattenrod, 23. Juli. Ein schweres Gewitter ging gestern über unserem Dorfe und unserer Gemarkung nieder. Neben einem fast wölken- bruchartigen Regen schlug der Blitz in drei Kornhausten, die sofort im Flammen aufgingen. So schnell das Gewitter kam, verzog es sich auch wieder. co Linden st ruth, 23. Juli. Gestern nachmittag ging hier ein schweres Gewitter nieder. Da infolge der Straßenarbeiten dem Wasser jede Abzugsmöglichkeit genommen war, staute es sich und gefährdete in manchen Hofreiten die Ställe und Scheunen, so daß sich die Landwirte gezwungen sahen, ihr Vieh in Sicherheit zu bringen. ch Aus dem Lumdatal, 23. Juli. Die langanhaltende Trockenheit hat das Getreide zur Reife gebracht Während im Vorjahre erstmalig Anfang August mit der Ernte begonnen wurde, hat der Schnitt der Frucht bereits vor mehr als einer Woche eingesetzt. Der Ertrag ist mittelmäßig: die Halme haben nicht die übliche Länge erhalten. Winter- wie Sommergerste befinden sich schon in der/ Scheune. Das Ernteergebnis wird voraussichtlich/ merklich hinter dem des Vorjahres Zurückbleiben. Der Hafer ist schon in das Notreifestadium getreten. Lagerfrucht ist kaum anzutreffen. Mehr denn je, können sämtliche Erntemaschinen zur Bergung der Ernte herangezogen werden. Die Stauden der Frühkartoffeln sind bereits abgestorben. Der Knollenertrag ist knapp. Die Spätkartoffeln stehen in Blüte und können nur durch einen kräftigen Regen noch eine befriedigende Ernte bringen. Dasselbe gilt auch von den Dickwurzeln. Die Schafzucht steht in vielen Dörfern unserer Gegend auf beachtlicher Höhe. Gegenwärtig wird die Wolle aus der letzten Schafschur von bestellten Aufkäufern bei den Schafhaltern abgeholt. Für das Pfund wird vorerst durchschnittlich 1,20 Mark bezahlt. * Lich, 24. Juli. Am Sonntag ereignete sich hier am Kirchplatz ein schwerer Unfall. Ein junges Mädchen aus Gießen, das sich mit seinem Fahrrad unterwegs befand, wurde von einem Personenkraftwagen angefahren, der von einer Frau aus Ulrichstein gesteuert wurde. Das Mädchen wurde zu Boden geschleudert, erlitt eine s ch w ere Gehirnerschütterung und mußte besinnungslos in das Licher Krankenhaus gebracht werden. Der Verunglückte befindet sich erfreulicherweife bereits wieder auf'dem Wege der Besserung. Kreis Büdingen. lH N i d d a, 23. Juli. Dieser Tage stieß zu abendlicher Stunde Rechtsanwalt S p a m e r, der bei seinem Bruder auf dem Motorrad saß, mit einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Lieferwagen von auswärts zusammen. Rechtsanwalt Spamer stürzte auf die Straße und erlitt eine sehr schmerzhafte Nierenquetschung. Der Motorradfahrer kam mit dem Schrecken davon. Durch den an seiner Haltestelle haltenden Omnibus der Linie Nidda—Bad Salzhausen war den Fahrern die Sicht versperrt. Die Polizei nahm den Tatbestand auf.— Am kommenden Sonntag findet hier der Kreisfeuer, wehrtag des Kreises Büdingen'statt. Eine Festlich, keit ist mit diesem Tag nicht mehr verbunden. * Borsdorf, 24. Juli. Der hiesige 27jährige Maurer Ernst Michel mußte mit einem Bruch des rechten Beines in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Kreis Schotten. X Schotten, 23. Juli. Die NSBO., die Deutsche Arbeitsfront und die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" gaben in der gut besuchten Turnhalle einen großen bunten Abend. Eine Reihe Frankfurter Künstler wirkte mit. Nach einleitenden Musikstücken und Begrüßungsworten des Kreisbetriebszellenleiters Schneidmüller stellte der Ansager des Abends die Verbindung zwischen der Künstlertruppe und dem Publikum her. Schöne Tänze zeigte Trude M o n t a n i und das Geschwi- sterpaar M a t t ä. Ein musikalischer Clown auf seinen verschiedenen ulkigen Instrumenten, ein Tylophon-Virtuose und das musikalische Rätsel „Perkeo" ernteten besonderen Beifall. Jongleur Sylvestro erwies sich als außerordentlich geschickt. Der Ansager als „oberhessischer Käsfabrikant" forderte mit seinen oberhessischen Heimatgedichten das Publikum zu Beifallsstürmen heraus. Kreis Aisielo. LPD. Alsfeld, 23. Juli. Von einem nicht all» zu hoch beladenen Erntewagen mit Getreide, den er auf der Getreideladung sitzend lenkte, stürzte der 75jährige Landwirt Krämer I. aus dem Kreisort Leusel ab. Das schwere Fuhrwerk ging dem Mann über den Hals, wodurch der sofortige Tod eintrat. Der hinter dem Wagen hergehende Enkel des Verunglückten konnte seinen Großvater nur tot unter dem Wagen hervorziehen. <£ Ober-Ohmen, 23. Juli. Im Zusammenhang mit verschiedenen Meldungen vom außergewöhnlich frühen Wegzug von Störchen in südlicher Richtung, dürfte auch folgende hier gemachte Beobachtung von Interesse für den Ornithologen sein. Dieser Tage zogen gegen 21 Uhr in der Flugrichtung Nordost-Südwest über das Ohmtal zwei größere Vögel, deren Lautgebung beim Flug auf W i l d g ä n s e schließen ließ. In Jagdkreisen vermutet man, daß es sich bei den beiden Vögeln um Trappen gehandelt haben könne. Vielleicht siüd die Vögel auch noch andersweitig auf ihrem Fluge gesichtet worden. <£ Schellnhausen, 23. Juli. Die Pflast e- rungsarbeiten an der Durchgangs- straße nach Alsfeld dürften in etwa 10 bis 14 Tagen bis zur „Hölzernen Hand" fertiggestellt sein. Die Fortführung kann erst dann geschehen, wenn die Erdbewegungsarbeiten am „Gäriger Berg" beendet sind, eine Arbeit, die infolge ihres größeren Ausmaßes immerhin noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. • Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Der« antwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyviot, für den üorigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Wir sind als amtliche Verkaufsstelle für bis man auf einer Tabelle Gießen (Seltersweg 31), den 24. Juli 1934. Die Beerdigung fand in aller Stille statt 03630 JlkaessHaM Kreuzplatz 15 Kreuzplatz 15 4303 A Gießen (Weserstraße 3), den 24. Juli 1934. 03627 Gießen, im Juli 1934 4302 D 4310 D Wie lange dauert es Die trauernden Hinterbliebenen: Familien Prinz und Schneider. Auf Wunsch der Entschlafenen hat die Bestattung in aller Stille stattgefunden. nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 63 Jahren. Lotte Görlach Reg.-Medizinalrat Dr. med. Rudolf Görlach und vier EnkeL Kothen, Waschen Heiß- und Kalt - Spülen in einem Arbeitsgang Emil Lang und Kind Familie Wilhelm Steckenmesser. Vornehm! Geschmackvoll! Persönlich ! Dleee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Famllien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 INH: WILHELM HOHN UND SOHN Unsere liebe, treusorgende Mutter und Großmutter Frau Karoline Görlach, geb. Weinei ist am 19. Juli von ihrem schweren Leiden erlöst worden. Am. ^amstag, dem 21. d. M., abends 8.30 Uhr^ verschied plötzlich und unerwartet infolge eines Unglücksfalles meme hebe Frau, meine herzensgute Mutter, unsere gute Tochter, Schwester und Schwägerin Ebba luchsen, geb. Manritzson im Alter von 37 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Tüchsen und Kind Eltern und Geschwister Theo Tüchsen. Lollar, Helsingborg, Wilhelmshaven, den 24. Juli 1934. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 25. Juli, nachmittags 4 Uhr, in Lollar statt. die Belichtungszeit ausrechnet. Am schnellsten und genauesten arbeitet derelektr. Belichtungsmesser. - Jedes Bild wird ein Volltreffer! Der Ombrux - Belichtungs - messer ist für Sie der richtige. Ich zeige Ihnen gerne diese Neuheit und ich weiß im voraus, Sie werd, erfreut sein. - Kommen Sie mal zu Photo 4301A Kreuzplatz 9 Doppel-Flinte Kalib. 16, prima Schutzleist., weg. Jagdaufg. billig zu verkaufen. Schriftl. Anfrag, unter 4307D an denGietz.Anzeig. | Verkäufe | WWW 2 X 3 und 1 X 4 Zimmer, mit Hintergebäude günstig zu verkaufen. 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Juli (934 Amerikas „Staatsfeind Ar. 1" ist tot! Oer Schwerverbrecher John Dillinger in Ehikago erschossen. Das ganze Land atmet auf. Chicago, 23. Juli. (DNB.) Von amtlicher Seite wird nunmehr der Tod des berüchtigten Banditen John Dillinger bestätigt. Dillinger, der sich in einem kleineren Kino im Norden Chicagos gerade einen Verbrecherfilm angesehen hatte, sah sich beim Verlassen des Lichtspieltheaters plötzlich den Revolvern von 15 Vundespolizisten gegenüber, die sofort auf ihn schossen und ihn mit ihren Kugeln buch st üblich durchlöcherten. Eine in der Rühe befindliche Frau wurde durch einen Fehlschutz schwer verletzt. Dillingers Leiche muh durch die Menge der auf ihn abgefeuerten Geschosse stark entstellt sein; denn die Polizei verweigerte auch Pressevertretern jeden Blick auf den toten Verbrecher. Die VuN- despolizei hatte auf die Mitteilung hin, datz Dillinger in das Lichtspieltheater gegangen sei, alte Ausgänge des Theaters mit Kriminalbeamten beseht. In der Nachbarschaft des Theaters wurde dieses Treiben verdächtig gesunden, und man verständigte die Stadtpolizei davon, datz offenbar ein Veberfall auf das Theater geplant fei. Das Mißverständnis wurde jedoch bald aufgeklärt. An der Stelle, wo der Bandit John Dillinger erschossen worden ist, sammelten sich innerhalb von wenigen Minuten Tausende von Neugierigen an. Da der tote Verbrecher sehr schnell ab- transportiert worden war und niemand an die Leiche herangelassen wurde, tauchten die vordersten in der Menschenmenge ihre Zeitungen in die Blutlache; andere wischten das Blut mit ihren Taschentüchern auf. Aehnliche widerliche Szenen wiederholten sich in der Leichenhalle, wo Andenkenjäger und Neugierige mit der Polizei um ihre Zulassung regelrechte Kämpfe ausführten. Die Polizei gestattete jedoch niemandem den Eintritt. Mgemeine Befriedigung. Das Justizamt in Washington drückte seine G e - nuatuung über das rasche und entschlossene Handeln seiner Beamten aus. Die Erschießung des Verbrechers bildet die Sensation des ganzen Landes, denn es gab während der letzten Monate kaum einen Staat, wo dieser rücksichtsloseste aller amerikanischen Banditen nicht angeblich gesehen worden war. Unter tausenden von falschen Fährten hatte die Bundespolizei jedoch kürzlich eine richtige gefunden und die Kriminalbeamten waren bereits in der Nacht zum Samstag darüber unterrichtet, daß Dillinger sich den betreffenden Verbrecherfilm ansehen wolle. So stand der Gangster bereits unter schärfster Kontrolle, als er seine Eintrittskarte kaufte. Beim Heraustreten aus dem Theater hat Dillinger nach den Angaben einiger Augenzeugen Verdacht ge- chöpft und eine Bewegung nach seinem Revolver gemacht. Bevor er jeooch diesen zu ziehen vermochte, war er bereits durch j)ie Schüsse der Kriminalbeamten niedergestreckt. Seine rasche Er- chießung war die Folge eines Kongreßaktes des letzten Winters, der den Kriminalbeamten das Recht gab, Schußwaffen zu tragen. Dillinger hatte versucht, sein Aussehen möglich st zuverändern, so hatte er sich die Haare ärben lassen und seine Gesichtsnarben und seine Nase operativ verändern lassen. Auch die Hautlinien an den Fingerspitzen hatte er sich durch Säuren entfernen lassen. Die Suche nach Dillingers Komplicen. Auf die Nachrichten von dem Ende des Banditen- ührers Dillinger hin atmete ganz Amerika e r l e i ch t e r t a u f. Die Blätter widmen der kurzen aber sensationellen Laufbahn des 32jähvigen Verbrechers ganze Seiten. Die Behörden begannen sofort die Suche nach den drei Hauptkomplicen Dillingers. Bei der mehrere Monate dauernden Suche nach Dillinger wurden 16 Polizeibeamte getötet. Die Beute des Verbrechers bei den verschiedenen Banküberfällen wird auf etwa eine Viertelmillion Dollar geschätzt. In der Taschenuhr Dillingers fand die Bundespolizei ein Bild von Evelyn Frechette, die neben mehreren anderen Personen wegen Beherbergung Dillingers verurteilt worden war. Der Vater Dillingers, ein geachteter Farmer in Mooresville im Staate Indiana, erfuhr den Tod seines Sohnes durch Radio. Er fuhr sofort nach Ehikago, um die Leiche abzuholen. Ueber die Quelle der Information, daß Dillinger in Ehikago weilte und ein Kino besuchen wurde, lehnen die Behörden jede Auskunft ab. Angesichts der Schwäche Dillingers für Frauen wird aber vermutet, daß eine Frau die Polizei unterrichtet hat. Für die Ergreifung Dillingers war eine Belohnung von 15 000 Dollar ausgesetzt. Die Polizei von Ehikago hat festgestellt, daß Dillinger sich einen falschen Paß besorgt hatte, um in den nächsten Tagen die Vereinigten Staaten zu verlassen. Er habe sich wahrscheinlich nach Südamerika begeben wollen, um dort eine Farm zu kaufen. — Dillingers Vater beabsichtigt, die Leiche seines Sohnes nach der am Mittwoch erfolgenden Einsegnung neben dem Grab der früh verstorbenen Mutter in'Indianapolis beisetzen zu lassen. vom Schwurgericht Stuttgart wegen Mordes zum Tode verurteilte Rudolf Reiter hat Ende letzter Woche im Gerichtsgefängnis feinem Leben selbst ein Ende gemacht. Zwei Todesopfer eines Autounglücks. Auf der Landstraße von Ronnenberg nach Ihme (Landkreis Hannover) verunglückte ein Per- onenkraftwagen aus Benerode, der die Mitglieder unes Kegelklubs vom Steinhuder Meer heimfahren ollte. Der Kraftwagen fuhr in einer Kurve gegen einen Baum. Der Sattlermeister Eugen Thymian und der 40jährige Karl Wuelfing fanden auf der Stelle den Tod. Der Fahrradhändler Heinrich Ebeling aus Hannover wurde schwer verletzt. Drei andere Personen kamen mit leichteren Verletzungen davon. Grohseuer legt einen ganzen Häuserblock in Asche. In den Anlagen der .Holzhandlung Gebrüder Schultze in Brake an der Unterweser brach in der Nacht ein Brand aus, der in dem aufgestapelten Holzmaterial reiche Nahrung fand und bald einen ganzen Straßenzug gefährdete. Durch das Feuer, das erst gegen Morgen eingedämmt werden konnte, ind der Schuppen Der Holzhandlung, zwei Wohnhäuser, eine ehemalige Fabrik, eine Gastwirtschaft und einige andere Holzschuppen vernichtet worden. Bahnstrecke Tennstedt—Straußfurt durch einen Wolkenbruch unterspült. Am Sonntagabend wurde der Damm der Bahnstrecke Bad Tennstedt—Straußfurt in der Nähe des Bahnhofs Schwerstedt durch die Wassermassen eines wolkenbruchartig niedergegangenen Gewitters an drei Stellen auf 200 Meter Länge unterspült. Die Strecke ist unbefahrbar. Der Personenverkehr zwischen Bad Tennstedt und Straußfurt wird durch Kraftwagen aufrechterhalten. Man hofft den Betrieb in kurzer Zeit wieder aufnehmen zu können. Zwei Todesopfer, vier Verletzte durch Blitzschlag. Bei einem Gewitter, das über dem Waldenburger Bergland niederging, wurden drei vom Baden heimkommende Kinder vom Blitz getroffen. Ein Kind war sofort tot, die beiden anderen wu- den verletzt. Ueber Pömbsen (Kreis Sauer) ging ein schweres Gewitter nieder, das zwei Bauern und einen zu Besuch dort weilenden Studenten bei einem Spaziergang über die Felder überraschte. Ein Blitz tötete den Jungbauern Haering und verletzte den Bauern Reinert schwer, während der Student leichtere Verletzungen davontrug. Noch immer sehr ernste Lage im polnischen Hochwassergebiet. Trotzdem die Flutwelle in der Nacht zum Montag um 10 Zentimeter gesunken ist, bleibt die Lage in der Gegend von Warschau und besonders von Wilanow auch weiterhin sehr e r n ft. Man rechnet damit, daß die Deiche in der Nähe von Wilanow den Wassermassen nicht standhalten werden. Zwei. Kompanien Infanterie sind in das gefährdete Gebiet beordert worden. In der südlichen Weichselniederung hat die Flut während der letzten Stunden roiebergu ft eigen begonnen. Der Raba-Fluß ist um 50- Zentimeter gestiegen. Der Dunajec steigt fortwährend weiter. Die Weichsel ist in der Nähe von Sandizmir über die Ufer getreten. Ein Gebiet von etwa 8 Kilometer Ausdehnung wurde unter Wasser gesetzt. ♦ Ein schweres Unwetter ist gestern in der Wojewodschaft Lodz niedergegangen, das großen Schaden verursachte. In der Ortschaft Sulmirschutz schlug der Blitz in eine Kirche, die trotz der Bemühungen der Feuerwehr niederbrannte. Auch in der Gemeinde Jasna hat der Blitz gezündet. Zwölf Siedlungen sind den Flammen zum Opfer gefallen. Bei den Löscharbeiten kamen zwei Menschen ums Leben. Schwere Unwetter in der Tschechoslowakei. lieber der tschechischen Bezirksstadt Nagy Szöl- lös und Umgebung ging am Sonntag ein heftiges Gewitter, verbunden mit wolkenbruchartigem Regen, Hagelschlag und orkanartigem Sturm nieder. Das Gewitter forderte ein Todesopfer, 12 Schwerverletzte und einen Leichtverletzten. Außerdem wurden riesige Schäden in den Weingärten, an den Obstbeständen und den Tabakfeldern angerichtet. Fast alle hölzernen Tabaktrockenschuppen wurden weggefegt. Das Haus eines Weinbergwärters wurde durch gewaltige Waffer- maffen zerstört, die große Steinblöcke mit sich führten. Ein drei Monate altes Kind ist ertrunken; eine« Frau und zwei Kinder wurden schwer verletzt. Auf einem Großgrundbesitz suchten fünf Arbeiter und die Frau eines Verwalters Zuflucht in einem Tabakschuppen, der unter der Wucht des Sturmes zusammenbrach. Alle sechs Personen wurden durch die niederstürzenden Balken schwer verletzt. Explosion einer Fischfangbombe. — Fünf lote. In der Nacht zum Montag forderte in Pulsano, einem italienischen Fischerdorf bei Taranto, ein ungewöhnlicher Unglücksfall fünf Menschenleben. Als gegen Mitternacht der Fischer di Eesario mit seiner Frau und drei Söhnen in seinem Hause saß, um die Fanggeräte, unter denen sich auch selbstverfertigte Bomben befanden, wie man fte leichtfertigerweife vielfach zum Fischfang benutzt in Ordnung zu bringen, explodierte eine der Bomben. Die Explosion war so stark, daß das Haus und ein Nachbarhaus einstürzten. Unter den Trümmern fand man den Fischer und zwei feiner Söhne als Leichen. Seine Frau und der dritte Sohn wurden noch lebend geborgen. In dem ein- gestürzten Nachbarhaus fand man die Frau und die Tochter des Hausbesitzers 10 t unter den Trümmern. Explosion auf einer Oelbarke fordert drei Todesopfer. Als sich nach dem Löschen eines Oelbrandes auf der Oelbarke „Enerco" bei Toronto (Ontario) Feuerwehrleute und Besatzungsmitglieder an Bord begaben, erfolgte eine heftige Explosion. Elf Mann wurden in die Luft geschleudert, drei wurden getötet, die übrigen zum Teil schwer verletzt. Ueber 400 Todesopfer der Hitzewelle in USA. Die große Hitze in Amerika hat nach neueren Meldungen bisher 410 Tote zur Folge gehabt. — Während in den Oststaaten ein frischer Wind Abkühlung gebracht hat, dauert die Rekordhitze im Mittelwesten an. Sie forderte erneut 13 Todesopfer. 16 Todesopfer des Neuyorker Autobusunglücks. Die Gesamtzahl der Todesopfer des schweren Kraftomnibusunglücks in der Nahe von Neuyork ist- auf 16 geftiegem Man befurchtes daß noch mehrere Insassen des Kraftwagens in den Hudson - Fluß gestürzt und ertrunken sind. Ueberlebenöe erklären, daß der Kraftwagen schon vor der Katastrophe wiederholt Bremsschwierigkeiten hatte. 41 Todesopfer einer Feuersbrunst in der Mongolei. Bei Dolonor in der Mongolei brach in der Stadt Fazin ein Feuer aus, das sich mit rasender Schnelligkeit verbreitete und über 200 Häuser vernichtete. Auch ein Krankenhaus fiel ihm zum Opfer. Einige Schwerkranke, die nicht rechtzeitig gerettet werden konnten, verbrannten. Insgesamt sind 41 Personen ums Leben gekommen. Freispruch imHirisiefer-prozeß Berlin, 23. Juli. (DNB.) Die Große Strafkammer des Berliner Landgerichtes fällte am Montag im Hirtsiefer-Prozeß folgendes Urteilt Das Verfahren gegen den angeklagten'Geschäftsführer Dr. Heinrich G e r l i ch und den früheren 'Ministerialdirektor Hermann Peters im Falle der Verleihung des dritten Ehrendoktortitels an Minister a. D, Hirtfiefer wird auf Grund der politischen Amnestie eingestellt. Im übrigen werden sämtliche Angeklagte, also Staatsminister a. D. Dr. Heinrich Hirtsief er, Staatssekretär a. D. Professor Dr. Adolf Scheidt, Ministerialdirektor i. e. R. Alexander Schneider und Ministerialverwaltungsdirektor a. D. Geheimrat Tillich, freigesprochen. Das Urteil, so führte der Vorsitzende in der Begründung u. a. aus, beendet einen Prozeß, der in der Öffentlichkeit stärkstem Interesse begegnet ist, einmal wegen der beteiligten Persönlichkeiten, von denen einige im politischen Leben eine führende Rolle gespielt haben, andererseits wegen der gegen sie erhobenen Vorwürfe, unter denen der wichtigste der ist, daß öffentliche Gelder in unverantwortlicher Weise vergeudet worden sein sollen. Das von der Staatsanwaltschaft sehr sorgfältig geführte Ermittlungsverfahren endete mit der Fest- tellung, daß ein großer Teil der gegen die Angeklagten erhobenen Vorwürfe unbegründet oder nicht zu erweisen war. Insoweit kam es zur (Einteilung, ohne daß eine Hauptverhandlung ftatt- and. Wegen eines anderen Teiles erhob die Staatsanwaltschaft Anklage, da hinreichender Verdacht gegen die Angeklagten vorlag. Das Gericht hätte nicht die Aufgabe gehabt, über das politische Wirken der Angeklagten zu urteilen, sondern es habe zu prüfen, ob sie sich in dem Teil der Anklage einer strafbaren Handlung schuldig gemacht haben oder nicht. Die Achtung vor dem Gesetz, die der Führer foroert, mußte für das Gericht oberste Richtschnur jein. Das Gericht durfte sich durch Rücksichten auf die Person der Angeklagten nicht leiten lassen. Für das Urteil ist es ohne jede Bedeutung, daß das Verfahren sich gegen einen früheren Minister und einen Teil feiner nächsten Mitarbeiter richtete, die nach dem Siege der nationalsozialistischen Bewegung von ihren Posten abtreten mußten. Mag ihre Persönlichkeit auch arg umstritten sein, vor dem Gesetz wird der gestürzte politische Gegner auf dieselbe sachliche Beurteilung rechnen können wie jeder andere Volksgenosse auch. Der Vorsitzende ging dann im einzelnen auf die Gründe ein, die zu dem freisprechenden Urteil führten. Sieben Todesurteile in Moskau. M 0 s f a u, 23. Juli. (DNB.) Wie erst jetzt amt- lich mitgeteilt wird, fand kürzlich vor dem Obersten Gericht der Sowjetunion ein Spionage-Pro- z e ß gegen eine Gruppe von 23 Ingenieuren und Technikern statt. Es handelt sich um Ingenieure der Verwaltung der Eisenbahn Moskau — Ka- s a n und um Ingenieure und Techniker des Loko- motiv-Reparaturwerkes in Murom. Den Angeklagten wurde Spionage zugunsten einer fremden Macht und Anschläge auf Eisenbahnzüge und wichtige Eisenbahnknotenpunkte vorgeworfen. Ferner wurden Mobilmachungspläne der Eisenbahnstrecke nach dem Fernen Osten ausgekundschaftet und einer fremden Macht übermittelt. Angesichts der schweren Vergehen — es gilt als erwiesen, daß die Gruppe mehrere Eisenbahnkata- strophen verursacht hat, z. B. bei der Station Tscherna an der Linie Moskau—Kasan und bei der Station Panki — und der Tatsache, daß Hochverrat oorliegt, wurden sieben Mann, die die Leitung der Gruppe hatten, zum Tode durch Erschießen verurteilt. Die anderen wurden zu zehn Jahren Konzentrationslager verurteilt. Kunst und Wissenschaft. Nie „OTciflfcrftnger" in Bayreuth. In der im Bühnenbild und der gesamten szenischen Fassung aus dem Vorjahr unangetastet gebliebenen festlichen „M e i st e r s i n g e r" - Auffüh- rung in Bayreuth ließ sich am Montag ein internationales Publikum zu begeisterten Kundgebungen hinreißen. Generalintendant Tiet- j e n hatte feine meisterhafte Regieleistung, die von Aufzug zu Aufzug einem Höhepunkt zustrebt und die Schlußszene zu einer wunderbaren Krönung des Hochgesangs auf die deutsche Kunst abstellt, durch eine Reihe neuer Einfälle ausgebaut und zu einem gewaltigen Ganzen zusammengeschweißt. Auf der Grundlage einer solchen Kunst erhoben sich die musikalischen, insbesondere die gesanglichen Leistungen. Als wahrhafte Meistersinger wirkten auf der Bühne B 0 ckelmann (Sachs), Lorenz (Stolzing), Maria Müller (Evchen) und Ruth Berglund (Magdalena), hinzu traten in Martin Kremer ein beweglicher und gesanglich hochstehender David und Herbert Janssen als Pogner. Josef von Manowarda stellte einen eindrucksvollen Kothner auf die Bretter, in Spiel und Gesang seinen Mitspielern gleichkommend. Chor und Orchester waren Bayreuths würdig. Generalmusikdirektor Elmendorff darf ein überragendes Verdienst am Erfolg dieses Abends zugeschneben werden. Wettervoraussage. Die Polenstörung wandert östlich ab, während von Biskaya Druckanstieg erfolgt. Wohl fließt bei westlichen Winden ozeanische Luft nach dem Kontinent, die vorübergehend Bewölkung verursacht und stellenweise auch Anlaß zu gewitterhaften Störungen geben wird, doch wird sich der hohe Druck wieder durchsetzen und ruhiges und vorwiegend trockenes Wetter bewirken. _ Aussichten für Mittwoch: Bewölkt und heiter, wärmer, meist trocken. Lufttemperaturen am 23. Juli: mittags 17,6 Grad Celsius, abends 17,1 Grad; am 24. Juli: morgens 15,4 Grad. Maximum 18,4 Grad, Minimum 13,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Juli: abends 20 Grad; am 24. Juli: morgens 17,8 Grad» Niederschläge 8,4 mm. Aus aller Well. Die Versuche des Motorschiffes „Monte Rosa", mit eigener Maschinenkraft wieder freizu - kommen, haben am Dienstag gegen 7 Uhr zum Erfolg geführt. Der Regierungsdampfer „Arcus leistete bei den Bemühungen des Schiffes weitgehendste Unterstützung. Die „Monte Rosa" bleibt zunächst bei der Unfallftelle in der Nähe von Thors- Haven liegen, um durch Taucher feststellen zu lassen, ob und welche Beschädigungen des Schiffes bei dem Auflaufen eingetreten sind. Sollte die Annahme der Schiffsleitung, daß Beschädigungen des Schiffsbodens nicht vorhanden sind, durch die Untersuchungen bestätigt werden, so wird die „Monte Rosa" die Fahrt fortsetzen. Nach dem aufgestellten Reiseprogramm wäre das Schiff noch bis zum 4. August unterwegs. Merkls Schicksal noch immer ungewiß. Von der deutschen H i rn a l a j a e x p e d i t i 0 n ist nach der kurzen Meldung vorn tragiischen Tode der beiden deutschen Bergsteiger Welzenbach und Wieland ein neues kurzes Kabeltelegramm beim Drahtlosen Dienst eingetroffen. Das Kabel stammt vorn 18. Juli, also vom vorigen Mittwoch. Es berichtet, daß sich Merk! feit dem 14. Juli zusammen mit einem treuen Träger ohne Schlafsack in einer Eishöhle am Nanga Parbat im Lager 6 befindet. Vom Lager 4 werden von den Kameraden Merkls verzweifelte Rettungsversuche unternommen, die bisher ohne Erfolg blieben, lieber die SBetter» und die Schneeverhältnisse am Berg wird tm Slurmsührer Ziegler zum Reichssührer der Deutschen Fachschulschaft ernannt. Der Führer der Reichsschaft der Studierenden Pg. Andreas Feickert, hat am Montag den bisherigen stellvertretenden Reichsführer der deutschen Fachschulschaft Sturmführer Hermann Ziegler zum Führer dieser Selbstverwaltungsorganisativn der Fachschüler ernannt. Ziegler, der selbst Fachschüler war, steht seit längerer Zeit in der Fachschularbeit des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes und konnte dort die Erfahrungen sammeln, die für den Aufbau der Deutscher Fachschul- jchast notwendig sind. Dampfer „Monte Rosa" aufgelaufen, keine Gefahr für Schiff und Passagiere. Der Dampfer „Monte Rosa" von der Hamburg- Südamerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft, der sich zur Zeit auf einer Vergnügungsreise nach dem Nordkap befindet, ist bei der Ausfahrt aus Thors- havn (Faröer-Jnfeln) infolge dichten Nebels auf einem Riff festgekommen. Wie die Reederei mitteilt, besteht keine unmittelbare Gefahr für Schiff und Passagiere. Alle Schotten halten dicht. An Bord befinden sich etwa 1200 Fahrgäste, zum größten Teil Deutsche. Die Besatzung besteht aus 280 Köpfen. Im Augenblick des Festkommens bewegte sich die „Monte Rosa" nur mit ganz langsamer Kraft. Andere Schiffe bemühen sich bereits, die „Monte Ro-sa" flott zu bekommen. Wie zu dem Unfall weiter bekannt wird, hatte das Schiff am Montagmittag Dhorshavn verlassen, um nordwärts weiterzufahren. Bald nach der Ausfahrt geriet das Schiff bei Glivamaes im Nebel fest. Da es nur ganz langsame Fahrt machte, blieb es völlig unbeschädigt. Der Kapitän der „Monte Rosa" fünfte an seine Reederei, daß alle Räume dicht seien und daß man hoffe, bei dem nächsten Hochwasser aus eiaener Kraft wieder flott zu kommen. An der Unfallftelle herrsche ruhiges Wasser, so daß keinerlei Gefahr für das Schiff bestehe. Dementsprechend verhalten sich auch die Fahrgäste vollkommen ruhig. misch) geschafft. „Gras Zeppelin" hatte eine günstige Fahrt. Wie die Deutsche Seewarte in Hamburg mitteilt, stand das Luftschiff „Graf Zeppelin" am Montag 9 Uhr MEZ. bereits nahe den Capverdl- fchen Inseln. Bei nördlichen Winden hat es eine äußerst günstige Fahrt gemacht und dabei im Mittel 170 km je Stunde seit Mitternacht zuruckgelegt. Emigrant bei einem Einbruch niedergeschossen. In der Nacht zum Montag drang der in Köln geborene Norbert Wilden bei dem Wirt Go Ho in Saarbrücken in die Wohnung eim Als ihn der Wohnungsinhaber überraschte, gab Wilden auf d völlig Waffenlosen ohne weiteres mehrere Schu se ab und verletzte ihn am linken Oberarm und am Unterleib sehr schwer. Der Sohn Gollos kam seinem Vater zu Hilfe und streckte den Einbrecher durch mehrere Schüsse nieder. Beide Verletzten mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Wilden Gehört au jener zahlreichen Rotte von Emigranten, U sich im Saargebiet ohne polizeiliche Genehm,, auna aufhalten und das ihnen gemährte Asylrecht in einer Weise mißbrauchen, daß sie fast zu einer Landplage geworden sind. Zwei Mörder in Stuttgart hingenchtet. erm fiofp des Justizgebäudes in Stuttgart wurden h Äe richt et-Der am 2. März d. I. vom Schwurgericht Stuttgart wegen Mordes zum Tode verurteilte geschiedene Wilhelm Ulrich von Schwaikheim (Oberamt Waiblingen) und der am 5 1 fflt vom Sondergericht Stuttgart wegen poli- Hfrfipn Mordes zum Todes verurteilte ledige Minnich von Steinschönau (Tschechoslomrakei). — Ulrich hatte am 23. Oktober 1933 seine Geliebte, die eine Eheschließung mit ihm abgelehnt hatte, erschossen. Minnich der noch im Frühjahr d. I. in Backnang als rühriger Kommunist staatsfeindliche Tätigkeit entfaltete hat dort am 15. Mai den verdienten Polizeiwachtmeister Bucke, der gegen ihn einschreiten wollte, durch eilten aus nächster Nahe abgegebenen Herzschuß getötej. — Per am 17. Februar d. I. Kabel nichts näheres mitgeteitt. Es ist jedoch mit Sicherheit anzunehmen, daß durch weitere schwere Schneestürme die Rettung bisher unmöglich gemacht wurde. Vier Bergsteiger tödlich verunglückt. Seit Donnerstag voriger Woche wurden, einer Meldung aus Oberstdorf zufolge, der Regierungsrat Georg Bauer und der Studienprofessor Wallner .aus Kempten, die im Allgäu eine Höfats-Besteigung unternommen hatten, vermißt. Am Sonntagmittag wurden nun die Leichen der beiden Bergsteiger von einer Rettungsexpeditton gefunden, doch konnten sie noch nicht geborgen werden, da das mitgenommene Seilmaterial nicht ausreichte. Vermutlich sind die Bergsteiger von dem Grat ab gestürzt, der von der Kleinen Hofats zum dritten Höfats-Gipfel hinüberzieht. Die Ab gestürzten dürften sofort tot gewesen sein. Wie das Unglück geschehen konnte, ist unerklärlich, da Bauer sowohl wie Wallner geübte Bergsteiger waren und es niemals an der nötigen Vorsicht und Sicherung fehlen ließen. r, „ ,, ... . Nach Mitteilung der Deutschen Bergwacht ist der Postreferendar Wolfgang Schultheiß aus Murn eben an der Nordostwand der Alpspitze tödlich verunglückt. Die Leiche wurde unter schwierigen Verhältnissen geborgen und nach München ge- Jm Höllentalferner stürzte Frou Therese Sauer aus Mannheim in eine Gletscherspalte. Die Le ich e wurde geborgen und nach Ober-Gramau (bet Gar- Aussiellung„Handwerk und Volk" Eröffnung durch den Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger. LPD. D a r m st a d t, 23. Juli. In Anwesenheit von Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, in Begleitung von Regierungsrat Reiner, Staatsminister Jung, Oberbürgermeister Kreisleiter W a m b o l d t, Staatspressechef, Regierungsrat Mahr, Handwerksführer Müller, Landesbauernführer Dr. Wagner und zahlreicher Vertreter der Behörden und Körperschaften wurde gestern vormittag im ehemaligen Gewerbemuseum die Handwerksausstellung des Jnsti- tutes für Volkskunde und Arbeitsbildung in Darmstadt feierlich eröffnet. Diese Ausstellung entstand auf Anregung des Herrn Reichsstatthalters und mit Unterstützung von dessen Vertreter, Regierungsrat Reiner, ferner des Staatsminister Jung, Verwaltungsdirektor Löwer und des Oberbürgermeisters W a m b o l d t; sie wurde zusammengestellt durch den Leiter des Institutes für Volkskunde und Arbeitsbildung, Architekt Ernst W. M ü l l e r. Reichsstatthalter Sprenger hielt die Eröffnungsansprache, in der er nach einem Vorspruch „Handwerk tut not" von dem Mitglied des Hessischen Landestheaters Göbel u. a. ausführte: Handwerk ist Sache des Volkes. Wenn das Volk zerrissen ist, wird auch ein Handwerk niemals bestehen können Die Geschichte des Handwerks zeigt, daß dieses aus dem Volke, besonders in den nach und nach entstehenden Städten, herausgewachsen ist. In dem Maße wie das Volkk erstarkte, so erstarkte auch das Handwerk. Wir mußten erleben, daß das Handwerk nahezu zu Grunde gegangen wäre in einer Zeit, die in der Lage gewesen wäre, einen blühenden Handwerkerstand zu erhalten und ihm die Unterlage zu geben für eine neue Glanzzeit. Der Abstieg im gesamten deutschen Leben hatte auch dem Handwerk den Boden entzogen. Das Volk griff lieber zum Kitsch, anstatt sich an handwerkliche Facharbeit zu halten. Einer der Vertreter des Liberalismus, Rathenau, hat ja in seinen Werken diesen Abstieg geschildert. Wir sind die letzten, die einem technischen Rückschritt das Wort reden wollen. In einem gesunden Volke steht beides in Einklang: Industrie und Handwerk. Was gut sein soll, muß wenigstens aus dem Handwerklichen geschöpft sein. Wenn das Handwerk die Muster für die Maschine vorlegt, dann ist Raum für beides. Aber das Handwerk tut auch not für die Entwicklung der Kunst, die jetzt einer Wiedergeburt entgegensieht. Denn auch die Kunst erfordert, daß zunächst einmal technische Fähigkeiten handwerksmäßig ausgenommen werden. Auf einem Gebiet aber tut Handwerk ganz besonders not: dem der Hausbedarfsartikel. An dem Ererbten kann man den Aufbau einer Familie beobachten. Gerade in die Familie muß der Gedanke wieder hineingelragen werden, das heim allmählich aufzubauen, anstatt eine fertige Einrichtung hinzustellen. Die junge Familie kann sich zunächst mit dem begnügen, was sie am notwendigsten braucht. Das Alte, so herrlich es ist, braucht im Handwerk nicht immer nachgeahmt zu werden. Die junge Generation des Handwerks soll selbst schöpferisch arbeiten lernen. So kann in allmählicher Entwicklung beiden gedient werden: dem Volk und dem Handwerk. Und so wird auch die nationalsozialistische Weltanschauung befruchtend auf das Handwerk wirken. Handwerk und Volk sind verbunden auf Gedeih und Verderb. In welchem Maße der Aufstieg erfolgen kann, das liegt an uns allen. Das Werken mit der Hand tut wahrhaft not. Tlur dann wird auch die gesamte Wirtschaft wieder aufblühen, wenn das deutsche Handwerk wieder festen Boden unter den Füßen gewonnen haben wird. Dazu wollen wir alle beitragen. Der Ausstellungsleiter, Architekt Müller, dankte dem Reichsstatthalter, dem Staatsmimlter und allen Förderern und Mitarbeitern für das Zustandekommen der Ausstellung. Danach schloß sich ein Rundgang der Ehrengäste an. Wirtschaft. frankfurter Börse. TNittagsbörse: ruhig, freundlich. Frankfurt a. M., 23: Juli. Da der Ordereingang seitens der Kundschaft sich auch weiterhin nur auf wenige Spezialpapiere beschränkte und besondere Anregungen nicht Vorlagen, eröffnete die Börse zum Wochenbe-ginn in ruhiger, aber durchaus freundlicher Haltung, zumal Verkäufe kaum vorlagen. Die Kursbildung war weiter nach oben gerichtet, und im Durchschnitt ergaben sich Besserungen von 0,50 bis 1 d. H. Elektrowerte traten etwas stärker hervor, besonders einige Mittelwerte, so Felten mit plus 1,13 v. H. und AEG. auf die Verwaltungs- äußerung über den Geschäftsgang mit plus 1 v. H. Daneben gewannen Tarifwerte, wie Bekula, Licht und Kraft und Geffürel je 1 v. H., Schuckert erhöhten sich um 0,40 v. H., während Accumulatoren 1 v. H. verloren. Am Montanmarkt waren Mannesmann wieder bevorzugt und 1,40 v. H. höher, im übrigen ergaben sich hier Befestigungen von 0,50 bis 0,75 v. H., lediglich Harpener und Jlfe Genuß gingen um je 0,65 v. H. zurück. Farbenindustrie lagen weiter sehr ruhig und mit 149,25 v. H. unverändert. Scheideanstalt eröffneten 0,90 v. H., Metallgesellschaft 0,25 v. H. niedriger, während Deutsche Erdöl und Goldschmidt bis 0,50 v. H. höher lagen. Fest lagen weiterhin auch Conti Gummi mit plus 1,50 v. H., Zellstoffaktien erhöhten sich bis zu 1 v. H. Sonst eröffneten u. a. AKU. 0,40 v. H., Daimler 0,25 v. H., Hapag 0,13 v. H. niedriger, Gebr. Junghans 0,40 v. H. und Cement Heidelberg 0,25 v. H. freundlicher. Reichsbankanteile lagen behauptet. Der Rentenmarkt lag außerordentlich still. Altbesitz eröffneten 0,13 v. H., Stahlverein-Bonds 0,75 v. H. schwächer, späte Reichsschuldbuchforderun- gen etwa behauptet. Im Freiverkehr waren Russen- Prioritäten gefragt, Gulden-Russen 1,55 bis 1,60, 1902er Russen 1,55 v. H. Im Verlaufe blieb das Geschäft bei meist wenig veränderten Kursen klein. Fest lagen aber Harpener (plus 2 v. H.), Mansfelder (plus 2 v. H.), Goldschmidt (plus 0,50 v. H.), ferner lagen Metallgesellschaft 0,50 v. H. erholt, wogegen AEG. und Mannesmann bis 0,50 v. H. nachgaben. Auch am Rentenmarkt ergaben sich später kaum Veränderungen, nur Russen-Prioritäten lagen all- gemein etwa 5 Pf. schwächer bei größeren Umsätzen. Pfandbriefe und Stadtanleihen tendierten nicht ganz einheitlich bei kleinen Abweichungen. — Tagesge-ld 3,25 v. H. Abendbörse fest. An der Abendbörse setzten sich die Kursbesserungen in leichtem Ausmaß fort. Im Vordergrund des Interesses standen Montanaktien, für die einige Publikumsaufträge vorlagen. Da auch die Kulisse in manchen Papieren zu kleinen Käufen schritt, wurden die schon festen Berliner Schlußkurse meist um 0,25 bis 0,50 v. H. überschritten. Auf den übrigen Marktgebieten war die Kursbildung nicht ganz einheitlich, doch ergaben sich gleichfalls überwiegend leichte Befestigungen. Das Geschäft war im ganzen etwas lebhafter. Im Verlaufe blieb die Haltung fest, die Umsätze wurden allerdings etwas kleiner. Phönix und Farbenindustrie zogen nochmals leicht an. Der Rentenmarkt war dagegen sehr ruhig und vernachlässigt, die Kurse blieben aber behauptet. Am Auslandsrentenmarkt setzten Schweizer Bundesbahn-Obligationen ihre Steigerung um 1,50 v. H. fort; 4-v.H.- 184 (182,50), 3,50-v. H.- 172 (170,50). Im Freiverkehr hatten Russen-Prioritäten zu unveränderten Kursen noch etwas lebhafteres Geschäft. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 95,13, 6-v. H.-Stahl- verein-Bonds 78, Reichsbank 155, Buderus 79,50, Gelsenkirchen 64, Harpener 109,50, Klöckner 76,75, Mannesmann 69,50, Mansfeld 80, Phönix 50,50 bis 50,75, Rheinstahl 94, Stahlverein 43, Aku 62,25, AEG. 26,50, Bekula 145, Conti Gummi 139,75, Daimler 47,75, Scheideanstalt 207,50, Elektrische Lieferungen 99, IG. Farben 149,75 bis 149,90, Felten 69,75, Geffürel 112, Goldschmidt 81,50, Holzmann 66, Lahmeyer 122, Schuckert 92, Südd. Zucker 186, AG. für Verkehr 67, Nordd. Lloyd 30,65. AriüEurt"" ^Macktvicttmarkt. Frankfurt a. M., 23. Juli. Auftrieb: Rinder insgesamt 1300 (gegen 1390 am letzten Montagsmarkt), davon 457 Ochsen, 100 Bullen, 340 Kühe und 403 Färsen. Kälber 595 (632), Hämmel 16 (39), Schafe 16 (12), Schweine 3745 (4251). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 33 bis 34, b) 31 bis 32, c) 27 bis 30, d) 22 bis 26, Bullen a) 28 bis 29, b) 26 bis 27, c) 24 bis 25, d) 21 bis 23; Kühe a) 29 bis 30, b) 25 bis 28, c) 19 bis 24, d) 11 bis 18; Fünfen a) 33 bis 34, b) 31 bis 32, c) 27 bis 30, d) 22 bis 26. Kälber: Sonderklasse —, andere a) 42 bis 45, b) 34 bis 31, c) 28 bis 33, d) 18 bis 27; Lämmer und Hämmel b2) 32 bis 34, c} 28 bis 31; Schafe f) 23 bis 27, g) 18 bis 22. Schweine al) 51 bis 52, a2) 48 bis 50, b) 47 bis 50, c) 46 bis 49, d) 42 bis 48, e) 40 bis 44, f) —, gl) 40 bis 43, g2) 36 bis 38. Im Preisoergleich zum letzten Montagsmarkt blieben Rinder und Kälber unverändert, Schweine zogen in guten Qualitäten 2 bis 3, in geringen Qualitäten 5 bis 6 Mark an. Marktverkauf: Rinder ruhig, geringer Ueberstand. Kälber, Hämmel und Schafe schleppend, geräumt. Schweine lebhaft, ausverkauft. F l e i s ch g r o ß m a r k t. Beschickung: 615 Viertel Rindfleisch, 77 ganze Kälber, 17 ganze Hämmel, 453 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 46 bis 50, II 40 bis 45; Bullenfleisch 42 bis 48: Kuh fleisch II 32 bis 38, III 24 bis 30. Kalbfleisch II 65 bis 70, III 55 bis 64. Hammelfleisch 70 bis 75; Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 60 bis 69. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 23. Juli. Der Getreidegroßmarkt verkehrte in ruhiger Haltung. Neuer Roggen war etwas stärker, aber nicht drängend angeboten, die Qualitäten sind weiterhin befriedigend. Am Weizenmarkt ist das Angebot von altem Weizen zurückgegangen, neuer Weizen wird nur in ganz geringem Umfange offeriert. Abschlüsse wurden nicht bekannt. Alter Hafer ist ziemlich angeboten und ging im Preise erneut erheblich zurück. Am Mehlmarkt bestand lebhaftes Interesse für altes Roggenmehl, neues wurde heute erstmals zu den neuen Bedingungen notiert. Der Abruf auf Weizenmehl ist normal. Futtermittel lagen bei unveränderten Preisen allgemein etwas ruhiger. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen 207 bis 209, Roggen R 9 157, R 13 161, R 15 165. Futtergerste 09 159, G11 162, G12 164. Hafer alter Ernte 182,50 bis 185, Weizenmehl Festpreisgebiet W X 28,90 plus 0,50 Frachtausgleich, do. W VII 28,60 plus 0,50, Roggenmehl Type 997 Festpreisgebiet R 9 23,00 plus 0,50, R13 23,35 plus 0,50, R15 23,75 plus 0,50, Weizenmehl IV B 17 bis 17,25, Weizennachmehl 16,50 bis 16,75, Weizenfuttermehl 12,75, Weizenkleie fein 11,40 bis 11,50, grob 11,75 bis 11,85, Roggenfuttermehl 13,25, Roggenkleie 12,50, Soyafchrot 15,80, Palmkuchen 15,70, Erdnußkuchen 17,20, Treber 17 bis 17,25, Heu 11, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,80 bis 2,90. Preußen. Ehrung des Telefonerfinders Reis. Gelnhausen, 22. Juli. (LPD.) Unter Teilnahme zahlreicher Vertreter der Wissenschaft, der der Technik und der Behörden beging Gelnhausen, die Vaterstadt des am 7. Januar 1834 hier geborenen nachmaligen Erfinders des Telephons, Philipp Reis, eine große Gedenkfeier und verband damit gleichzeitig die Erinnerung an den Tag der Stadtgründung durch Kaiser Friedrich Barbarossa. Die Festlichkeiten wurden am Samstag durch einen schlichten F e st a k t eröffnet, wobei für die Stadtverwaltung und die NSDAP. Gelnhausen Kreisleiter Lang die noch lebenden Anverwandten des Telephonerfinders begrüßte. In den Abendstunden des Samstags fand in den beiden größten Sälen der Stadt eine öffentliche Feier statt, bei der Professor Dr. Rudolph, der Leiter des Instituts für angewandte Physik bei der Universität Frankfurt, den Festvortrag hielt und dabei mit dem von Reis konstruierten Telephonapparat die llebertragung von Tönen und Worten praktisch vorführte. Den H a u p t f e st - a k t des Sonntags eröffnete der Landrat des Kreises Gelnhausen, Hausemann, mit einem Bekenntnis zu Reis und seiner Forschertätigkeit. Die Festrede hielt Professor Dr. Hahn (Frankfurt) und würdigte in ihr die Reissche Erfindung als Frucbt planvoller Forschertätigkeit. Anschließend hob Reichs st atthalter und Gauleiter Sprenger vor allem die außerordentliche menschliche Bescheidenheit hervor, die Philipp Reis trotz seines großen Könnens an den Tag legte. Hätten alle Forscl' r in dieser Weise gehandelt, so wäre der Menschheit sicher ein reicher Segen beschieden gewesen. Der Redner geißelte insbesondere die Haltung derjenigen, die die Erfindung des Friedrichsdorfer Lehrers scheitern ließen, jo sogar als Unsinn bezeichneten. Dieser Vorgang offenbare die außerordentliche Kluft zwischen Wissenschaft und praktischem Leben der damaligen Zeit, eine Kluft, die zum Teil auch heute noch bestehe. Der Nationalsozialismus denke darüber entschieden anders. Verweisend auf die vielen Errungenschaften, die das deutsche Volk der Welt gegeben habe, erinnernd an die Pioniertätigkeit deutscher Männer wie Reis und Benz, betonte der Reichsstatthalter, es gelte das Weltgewissen wachzurütteln und der Welt zu zeigen, wieviel Großes ihr durch Deutschland an Kultur- und Geisteswerten gegeben würde. Werte, die sich aus dem kulturellen Weltbild nicht mehr hinwegdenken ließen. Wenn einige Volker der Welt glaubten, mit ihrer Politik die friedliche Arbeit eines Volkes wie des deutschen hemmen zu können, dann müsse ihnen zugerufen werden, daß ein Volk wie das deutsche niemals aus der Gemeinschaft der Volker ausgeschaltet werden könne, ohne daß die anderen Völker sämtlich Schaden nehmen. Der Reichsstatthalter schloß seine Ausführungen mit dem Appell, für Adolf Hitler und sein Werk durch stete Einsatzbereitschaft den Weg zu bereiten. Großfeuer au'? einem Rittergut. Marburg, 23. Juli. (LPD.) Dieser Tage wurde um Mitternacht die Marburger Kreismotor- spritze nach dem Rittergut Schönstadt gerufen, wo ein Großfeuer im großen Viehstall ausgekommen war, das an den lagernden Heu- und Strohvok- räten so reiche Nahrung fand, daß es sich rasend ausbreitete. Glücklicherweise konnten die Kuhställe und das Vieh durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr gerettet werden. Der durch den Brand angerichtete Sachschaden dürfte recht erheblich fein, lieber die Ursachen des Brandes ist zur Zeit noch nichts bekannt. Oer neue Präsident desLandeöarbeitsamts Hessen ernannt Frankfurt a. SDL, 23. Juli. (LPD.) Zum Präsidenten des Landesarbeitsamts Hessen ist der bisherige Präsident des Landesarbeitsamts Pommern, Kretschmann, ernannt worden; er hat die Dienstgeschäfte am 18. Juli d. I. übernommen. zLreis Bid rcnkapr LPD. Biedenkopf, 23. Juli. Als am Samstagnachmittag Mutter und Sohn der Familie Ein- o l f auf dem Felde beschäftigt waren, wurden sie von dem heftigen Gewitter überrascht, das über Biedenkopf und Umgegend am Samstag nie- öerging. Ein Blitzschlag traf die Mutter, die z u m Teil gelähmt rouroe. Den Sohn traf der Blitz ebenfalls und durchlief den Körper. In schwer verletztem Zustand wurde der junge Mann der Marburger Klinik zugeführt. Gondergerichi in Gießen. Das Hessische Sondergericht hielt gestern eine Sitzung in Gießen ab. Wegen geringfügiger Bemerkungen wurden zunächst zwei Angeklagte frei- gesprochen. Ein Angeklagter namens Heinrich W e h r u m aus Echzell nahm die Rede des Vizekanzlers von Papen in Marburg zum Anlaß, um unwahre Behauptungen über den Führer und Papen aufzustellen. Für sein haltloses Geschwätz wurde der Angeklagte zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte Albert H a b i ch t aus Gießen, der der Sekte der sog. „Ernsten Bibelforscher" an» gehört, hatte ebenfalls beleidigende und unwahre Behauptungen über die Reichsregierung verbreitet. Das Gericht erkannte gegen ihn auf eine G e - füngnis strafe von acht Monaten. Der aus Büdingen stammende Angeklagte Karl H o ch st e i n machte bei einem Friseur in Hirzenhain unwahre Redensarten, durch die die Staatssicherheit und die öffentliche Ruhe gefährdet wurden. Für seine böswilligen Verleumdungen erkannte das Gericht auf ein Ja h r und sechs Monate Gefängnis. Ein Angeklagter namens Kurt G l a a b aus Metz verbreitete unter Zigeunern lügnerische Bebauptun- gen über den Führer und Volkskanzler. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 10 Monaten Gefängnis. Die Angeklagten Adolf Schmidt und Ricbord S t o l a r f k y ließen sich in einem Cafö in Bad- Nauheim schwere Beleidigungen gegen die Reichsregierung und die SA. zuschulden kommen. Beide Angeklagten wurden zu je 10 Monaten Gefängnis verurteilt, gegen Schmidt erging Haftbefehl. (SmaefanM. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Hahrl der Dachdecker an den Rhein. Die kürzlich berichtete Fahrt des Dachdeckermeisters Lapp entsprach nicht der Initiative des Herrn Lapp, sondern war ein Beschluß der Dachdeckerinnung Gießen und Umgegend. An dieser Fahrt waren alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Bezirk Gießen beteiligt, außer der Firma Lapp. Die Fahrt wurde mit einem Omnibus der Reichspost ausgeführt. Es wurde nicht allein die Grube „Erbstollen" sondern auch die Grube „Rhein" auf der bei Kaub gegenüberliegenden Hohe besichttgt. Aus beiden Gruben hielten die Betriebsingenieure lehrreiche Vorträge. Es zeigte sich auch hier der wahre Sinn der Volksgemeinschaft. Fachschaftsleiter der Dachdecker Theodor Rohrbach. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Banknoten. Berlin, 23 Iuli Schweizer Noten. Amerikanische Notes.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten ............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 100 Schwing Rumänische Noten ............. Schwedische Noten............... Franlsur! a. DI Berlin Frankfurt a. M. «Berlin Frankfun a. M Berlin Schluß« kurs Echlußk. Abend« börse Schluß« kvrs Schlüßk. Mittag« bflrfe Schlußkurs Schluß!. Abend« börse Schluß» kurs Echlußk. Mittag» börse Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk Minag« börse Datum 20-7. 23.7. 20.7. | 23.7. Datum 20-7. 23-7- 20.7. 23-7. Datum 20-7. 23-7. 20.7. 23-7 •% Deutsche Retchöanleihe v. 1927 •% efjem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.«Ablös.«Schuld mit AuSlos.-Rechten ...... Desgl. ohne AuSlol.-Rechte...... 6% eljem.8% Hess. Volksstaat 1929 lrückzahlb. 102%) .......... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold N. 12 ....... 6Vi% Hess. LandeS-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ..... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 1% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 *h% ehem. 4/,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu^Psandoriese V/x% ehem. 4 y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse. 6% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- briefanstalt, Pfanvbriese R. 19 6% elicm. 7% Pr. LandeSpfand- brlefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Eteuergutsch. Verrechnungskurs 4% Oesterretchtsche Goldrenre.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ..... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 *Vi% deSgl. von 1913 ......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 6e*l ^^badbahn-Anlethe 93,13 90,75 95,5 91,75 89,75 89,75 95,5 95,9 89,75 89,75 89,65 90,4 92 93 101,4 26,4 1,25 7,4 7 7,13 9,13 7,5 1A 92,65 90,9 95,13 91,75 89,75 89,65 95,5 96,25 89,5 89,5 89,75 90,5 92 93 101,4 27 7,3 7 7 9 7,75 W» 93,5 91 95,65 92 89,75 96,25 92 93 101,4 26,65 1,2 7,15 7,5 7,25 9 7,9 93 90,9 95,13 92 89,75 96,5 90 92 93 101,4 26,75 7,4 7,13 7,25 8,95 — 4 5 4 4 2 l 6 N -21 B C T T R ö L ? t> $ G 8 4 3 S 1 i }/0 desgl. Serie 11 /> Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4%Rumän.vereinh.Rentev.iS13 Z> Rumänische vereinh. Rente .. Y*% Anatolier ..... amdurg-Amertka-Pakel ..... 0 amburg-Südam. Dampfschiff. 0 ansa-Dampfschifs o orddeutscher Lloyd .......0 G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 erltner Handelsgesellschaft ... 4 ommerz- und Prioat-Bank .. 0 eutsche Bank und Disconto« Gesellschaft................ o resdner ©an!.............. o eichsbank ....... 12 Lö.e....................... lekula...................... lektr. Lieferungsgesellschaft... 6 icht und Kraft ... 6 reiten & Guilleaume....... 0 esellsch.s.Elektr.Unternehmung. 5 rheinische Elektrizität ....... 6 schuckert LCo. ............ 5 Siemens L Halske............ 7 ^bmeverLLo............. 10 hibetu» ........... 0 deutsche Erdöl............... Gelsenkirchener.............. 0 aroener ............... 0 oesch Eisen—Köln-Neuesfea .. 0 flfe Bergbau ..............fl lse Bergbau Geuüsf« ........ 6 llöcknerwerke...............0 UamxrfmanjkRfibmi ........ 0 7,6 4,25 7,2 4,15 35,45 27,13 30,9 65 90,5 57 62 65 153 24 143 94,5 111 67,4 110,5 102,5 91 148,5 121 77,5 117,5 62,4 107,25 165 74,5 66,25 7,6 4,25 7,25 4,13 35,5 27 30,65 67 90,5 57,75 62,75 65,5 155 26,5 145 99 113,75 69,75 112 103 92 149 122 79,5 117,5 64 109,5 164,75 127,9 76,75 69,5 4,5 7,4 4,2 35,25 27 22,5 30,75 64,25 91 57 62 65 153,5 24,25 143,4 94,75 110,9 67,9 110,65 102,75 91,4 148,5 121,25 77 117,75 62,4 107,5 75,75 165 128 74,4 66,25 4,65 7,5 4,15 35,5 27 22,5 30,75 66,9 91 57,75 62,75 65,5 155,4 26,4 145,13 99,15 114,75 70 111,75 103 92,5 147,5 122 79,9 117,4 63,75 110 77,5 164,75 129,5 76,4 69,13 Mansfelder Bergbau......... 0 Kokswerke ...............0 Phönix Bergbau............. 0 Rheinische Braunkohlen .....10 Rheinstahl ...............0 Bereinigte Stahlwerke........0 Olavi Minen ............. 0 Kaliwerke Aschersleben........ 6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth..... iyt I. G. Karden.Jndustrte ....... 7 Scheide anstatt...............9 Goldschmidt .......... 0 RülgerSwerke ...............0 Metallgeiellschaft............. 0 Philipp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......0 Leroeutwerk Karlstadt.........0 Schultheis Payenhoser .......d ölfu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg .... 0 Zellstoff Waldhof ............ 0 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren ............0 Deutsche Linoleum........... 0 Orenstetn L Koppel ..........0 Leonhard Tietz ..............0 Thade...................... Leru mulatoren-Fabrü........0 Lontt«Gurnmi ........... g Grttzner.................. 0 Mainkraftwerke Höchst a " 4 Süddeutscher Zucker —,,,,, g 77,25 49 243 92 42 13,75 124,5 124,5 165 149,5 207 79,5 39,25 88,5 62,5 108 62,5 67,25 48,25 64,25 48,9 60,13 22 200,5 177,5 132,75 23,13 74. 80 50,75 245 94 43 14,5 122 164 149,9 207,5 81,5 40,25 88,25 108?5 125,5 62,25 67 47,75 61,5 47,75 60,25 20,75 174,25 139,75 75 186 77,5 94,5 49 92,25 42,25 13,9 124 122 165 149,25 79,4 39,25 89 62,75 117 62,25 67,25 48 62 128 48,13 60 72 21,25 200 177 133 23d 169,5 80 95,9 50,4 245 93,9 42,9 14,25 122 122 165 149,75 82 40,25 88 66,25 118 62 67,75 47,75 61,5 127 47,75 60,65 78 21,65 206,5 175 139 25,5 1 85 20-Iuli 23-IuU Amtliche Notierung Amtliche Notierung meld Srie Geld I Brie Buenos Aires 0,611 0,615 0,616 0,620 Brüssel..... 58,59 58,71 85,61 58,73 Rio de Jan. . 0,182 0,184 0,184 0,186 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,59 56,71 56,55 56,67 Danzsg..... 81,72 81,88 81,72 81,88 London ..... 12,675 12,705 12,665 12,695 Helsingfors.. 5,594 5,606 5,594 5,606 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,58 21,62 21,58 21,62 Japan ...... 0,749 0,751 0,749 0,751 Jugoslawien 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo..... : 62,69 62,81 63,66 63,78 Wien....... 48,45 48,55 48,70 48,80 Lissabon.... 11,49 11,51 11,49 11,51 Stockholm... 65,34 65,48 65,31 65,45 Schweiz .... 81,65 81,81 81,64 81,80 Spanien.... 34,32 34,38 34,32 34,38 Prag....... Budapest ... 10,44 10,46 10,44 10,46 Neu York ... 2,512 2,518 2,512 2,518 Geld Brief 2,465 2,485 58,45 58,69 56,50 56,72 12,62 12,68 16,46 16,52 169,31 169,99 21,46 21,54 63,49 63,75 — — — — 65,15 65,41 81,46 81,78 34,18 34,32 — — Kr. 170 Drittes Blatt Gießener Anzeiger -General-Anzeiger für Vberheffen) Dienstag, 24-Zuli 103^ Vor 20 Jahren. Das Großfeuer in Dorf-Gill. Sie Tragödie der 13 Tage. — Ein Zeitkalender der Tage des Kriegsausbruchs vom 23. 7. — 4. 8.1914. Der zweite Tag: 24. Juli. Deutschland schlägt vor, den Konflikt zwischen Österreich und Serbien zu „lokalisieren". Oe st erreich - Ungarn erklärt an Ruhland, d-h es keine Annexionen in Serbien plane und Serbiens Unabhängigkeit nicht antasten wolle. Der Thronsolger-Regent Alexander von Serbien richtet an Zar Nikolaus ein Hilfegesuch. Italien mißbilligt Oesterreichs Vorgehen sowie ton Inhalt des Ultimatums und behält sich freie hmd vor. 12.30 Uhr bis 15 Uhr: Unterredung des russischen Außenministers S a s a n o w mit den Botschaftern Englands (Buchanan) und Frankreichs (p a - l(otogue). paleologue sichert Ruhland $rant- nichs Hilfe zu. Safanow zum österreichischen Botschafter Grafen Szapary: „Sie wollen Serbien mit Krieg überziehen. Sie haben die Brücken hinter sich verbrannt. Sie stecken Europa in Brand!" 3 Uhr: Russischer Rlinisterrat stellt fest, dah die militärische wie innenpolitische Lage Krieg möglich mache. Waffenhilfe-Veschluh für Serbien, prinzipielle Bereitschaft zur Teilmobilisierung gegen Oesterreich-Ungarn. Sasanow schlägt^Wien Verlängerung der Serbien gestellten Frist vor und erbittet Unterstützung dieses Wunsches durch die vier Großmächte. Grey erklärt dem deutschen Botschafter Fürst Lichnowsky: „Die Gefahr eines europäischen Krieges ist, falls Oesterreich serbischen Boden betritt, in nächste Nähe gerückt." Er schlägt Votschafterkonferenz der vier Grohmächle: Deutschland, Frankreich, England, Ruhland in London vor. Sas erste Denkmal der nastonalsozi'aliflischen Bewegung. * < I ..... w B % - <■ EM- Zwei eindrucksvolle Bilder von dem schweren Brandunglück. Aus der provinzialhaupifiadi Es ist eine alte Erfahrung aller Meteorologen, tnh, sobald ein bestimmtes Wetter einige Zeitlang cnhält, und zwar länger als sonst gewöhnlich, sofort in Publikum die Meinung auftaucht, wir gingen emer noch schlimmeren derartigen Zeit entgegen. Wenn es im Kriege einmal zwei Wochen mg rgnete oder trocken blieb, so wurde das dem (-.chießen zugeschrieben. Jetzt, wo dieser Erklärungs- ci-und nicht mehr zur Verfügung steht, denkt man En ein Austrocknen der Erde, weil es selten die Einlösungspflicht auf. Die Münzen haben dann nur noch ihren Metallwert. Die Fristen für die Einlösung mußten verhältnismäßig kurz angesetzt werden, da die neuen Fünfreichsmarkstücke fast dieselbe Größe haben wie die zur Einziehung kommenden Dreimark- und Drei- reichsmarkstücke. Die sich daraus ergebende Möglichkeit der Verwechslung dieser beiden Geldsorten muß daher möglichst schnell beseitigt werden. Um sich vor Schaden zu bewahren, liegt es im Interesse jedes Volksgenossen, so schnell wie möglich die in seinem Besitz befindlichen Dreimark- und Dreireichsmarkstücke auszugeben, damit sie zu der mit der Einziehung beauftragten Reichsbank zurückgelangen. Die zur Erinnerung an besondere Begebenheiten geprägten Dreireichsmarkstücke sind von der Außerkurssetzung nicht ausgenommen. Zum Tag der deutschen Lehrer. Roch wenige Tage trennen uns von unserer ersten großen Reichstagung in Frankfurt a. M. Sie soll und wird sein der betonte und gewaltige Ausdruck der einheitlichen Front aller deutschen Erzieher, des Nationalsozialistischen Lehrerbundes, als Glied der großen Organisation unseres Führers, der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, der Trägerin des politischen Wollens. Die Tagung wird für uns fein die Quelle erhöhter Kraft zu neuer und nachhaltiger Arbeit am Werk Adolf Hitlers: sie wird sein der Ausdruck der Treue und des Bekenntnisses zu Adolf Hitler, zut Nation und zum neuen Staat. Darum hat jeder Erzieher seine Ehre darin zu sehen, an unserer Tagung teil- zunehmen, insbesondere aber wir vom gastgebenden Gau. Ich erwarte daher von allen Kreisobleuten, daß sie, alle ihre Kreisangehörigen als Teilnehmer an der Tagung melden; ebenso auch als Ergänzung die Nichtteilnehmer bis zum 20. August. Hessen-Nassau auch in der Disziplin voran! Ringshausen, Gauobmann. Die Beurlaubung von Schulkindern. Das Hessische Staatsministerium. Ministerial- abteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volksbildung teilt in einer Bekanntmachung an die Direktionen der höheren Schulen und an die Stadt- und Kreisschulämter folgendes mit: „Einem Ersuchen der Reichszentrale „Landaufenthalt für Stadtkinder e. V." in Berlin entsprechend, ordnen wir im Einverständnis mit dem Herrn Reichsmmister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung an, daß den Schulkindern, die zum Erholungsaufenthalt auf das Land entsandt werden, weitere sechs Wochen Urlaub erteilt werden können, wenn der Landaufenthalt in die Schulzeit fällt." An alle Amtswalter und Mitglieder der NS.-Bolkswohltahrt. Am Mittwoch, 25. Juli, abends 20.30 Uhr, findet im Cast Leib, Walltorstraße 38, eine Versammlung für alle Mitglieder und Amtswalter der NS.-Volks- wohlfahrt statt. Es spricht Kreisschulungsleiter Pg. Michel. : Thema: „Die Aufgaben der NS.- Volks - : wohlfahr t". Erscheinen ist Pflicht! Der Besuch i der Versammlung von Amtswaltern und Mitglie- : dern der anderen Gießener Ortsgruppen ist er- t wünscht. Es bricht nun die talerlose Zeit an. Das mag uns vielleicht Svmbol sein. Denn der Taler war immerhin das Dreifache einer gewöhnlichen Mark wert. Wir werden uns also jetzt darauf einstellen müssen, nicht mehr in Talern, sondern in Mark zu denken und w rechnen Denn wer den Taler, zu dem 300 Pfennige gehörten, nicht wert war, der hat in einem Staat nichts zu bestellen, in dem 100 Pfennige ein Kapital sind. Dieses Kapital stellt das Entgelt für eine Summe von geleisteter Arbeit dar. zu deren Entlohnung der Staat die klingende Münze geprägt hat. Der Tod des Talers soll uns deshalb ein günstiges Vorzeichen fein. Wir wollen ihn nicht beweinen und ihm nachtrauern, sondern wir wollen den Pfennig hölM in Ehren halten. Kig. Nach einer Verordnung des Reichsministers der Finanzen vom 6. Juli 1934 gelten die zur umlaufenden Dreimark- und Dreireichsmarkstücke ab 1 Oktober 1934 nicht mehr als gesetzliche Zahlungsmittel. Diese Münzen behalten also ihre Kaufkraft nur noch bis zum 30. September 1934. In den folgenden drei Monaten, und zwar bis zum 31. Dezember 1934. werden die Dreimark- und Dreireich^ Markstücke von allen Reichs- und Landeskassen noch in Zahlung genommen und gegen andere Zahlungsmittel umgewechselt. Ab 1. Januar 1935 hört zen, sodaß Einöde eintrat und der freigelegte Sand die Seen zuschüttete. Nimmt das Oberflächenwasser ab, so verdunstet weniger Wasser, und damit wird der Niederschlag geringer. Das geschieht aber auch nur örtlich, nicht auf der ganzen Erde, denn wir haben z. B. Regenmessungen aus dem ersten Jahrhundert nach Christus von Palästina und aus dem vierten von Vorderindien, die mit den heutigen Ergebnissen völlig übereinstimmen. Wer auf die untergegangene Kultur in Mesopotamien hmweist, muß sich erinnern, daß in alten Zeiten dort em großartiges Bewässerungssystem bestand, das spater vernachlässigt wurde und jetzt wieder erneuert roer-- den soll. So verhält es sich nach Nansen auch mit Armenien. In Jndustriegegenden ist durch die Tiefbrunnen und durch die Bergwerksschächte ost die das Grund- masser tragende undurchlässige Schicht durchstoßen, so daß es in die Tiefe abfließen kann. Durch die Flußregulierung wird das Wasser schnell dem Meere Ozugeführt und durch die BesteigungI der Ufer am Einsickern und Speisen des Grundwassers gehemmt Trotzdem ist die Meinung, daß die ^een aus- trocknen, nicht zutreffend, jedenfalls nicht für alle. So gibt es eine ganze Reihe von Seen m verschiede- nen Erbteilen, die wieder an Wasser Z" nehmen. Qum Beispiel mußte die 1882 dicht am Aralsee gebaute Eisenbahn später lanbeinroart5 ^rUgt roer» den, da der Wasserspiegel stieg Beim Df roro ee in Mazedonien war das sogar dreimal notig ich konnte kürzlich nachweisen, daß .sein Schwanke lediglich davon abhing, ob unterirdische Abzugs spalten durch Steine und Sand verstopft waren ode infolge Wasserdrucks frei wurden. sich 1911 ’un $1921 wohl noch schlimmere ^^nheiten hatten Im Frühjahr 1893 regnete es vielfach an 40 bis 50 Tagen nicht einen Tropfen, unb nn f unb Winter 1908 fielen in Berlin in 62 i^agen E "mm (R Sit-r je Quabratmeter) unb tm Otafeer MLZTÄM Jahrzehnte umfaßt. _____ Schweres Unwetter über Ubembeüen. DNB Nierstein, 23. Juli. Auch über Rhein- hellen aina am Sonntagnachmittag ein schweres A J n »r9 ! n m e 11 e r nieder, bas großen Schaden nnriAtetP Ungeheure Wassermassen, die die Wein- heVunterströmten, überfluteten die Bahnberge heru s bie Straßen unpassierbar. In ÄinUnmu^tebiebSe«er Ur ®affer gefe6t jcieqmii . Weinbergen I st sehr Freiwillige Feuerwehr. SA. unb Arbeils- uvJ;ron hnfh zur Stelle, um wenigstens die d)enst Ä gtadenfjeim vom Geröll frei» jsregnet hat. In den Fachzeitschriften ist schon unendlich viel inrüber geschrieben und gelegentlich auch in den Z«ageszeitungen aber es ist eigentümlich, daß viele, de darüber sprechen, die früheren Veroffentlichun- flE?n (auch in ihrer Zeitung) nicht gelesen haben, fenn leider besteht ja in weiten Kreisen die Mei- tuung, daß jeder, wie in der Medizm, so auch beim ßetter mitreden kann, sogar mit schon von andern unzählige Male vorgebrachten faulen Witzen, wah- st-nd man doch nicht findet, daß wir Meteorologen Ms über den Beruf des Neunmalklugen luftig gemacht hätten. Ebensowenig die Mediziner! Kein Meteorologe und kein Schäfer oder Seemann kann das Wetter mit unfehlbarer Sicherheit torausfagen, und jeder preußische Schäfer wurde m 8 ayern, jeder Ostseefischer an der Nordsee elend versa gen. In der Astronomie handelt es sich um feste Qeltkörper, beim Wetter aber um Luft, die sich strtwährend verändert und daher mit Instrumenten Nid Rechnungen schwer faßbar ist. Wenn man deshalb vorläufig kaum zu einer siche- ien Wettervorhersage für die allernächste Zeit gelingen wird, so haben wir doch andererseits ziemlich vrohlbegründete Erfahrungen über den Wltterungs- otaratter kommender Zeiten. Z. B. für die Landwirtschaft ist es wichtiger zu wissen ob b e r i ä ch st e Sommer naß ober trocken fern wird, weil man danach Dünger geben ober sparen kann, cis wie das Wetter morgen ist. Unb |o können wir auch mit recht großer Sicherheit uns zu der frrage äußern, ob die Erde einer Trockenzeit ent- lLgengeht. , . , Austrocknen der Erde kann erstens erfolgen wenn für das vorhandene Wasser größere Versicke- lungsmöglichkeit als bisher entsteht, wenn cllsa die Erde mehr Risse feiner und gröberer Art mb Höhlen bekäme als früher. Davon aber ist ! e i n e Rebe, denn wenn auch durch die immer cirößere Urbarmachung von Wäldern mehr Wasser Mietern kann, so wird anderseits durch Aecker in bisherigen sandigen Einöden mehr Wasser an den Zoden gebunden. Allerdings nimmt stellenweise das Ober- s läch e nwasser ab, aber eben doch nur stellenweise- jedenfalls hat man beim Meere das nicht efun'den Wohl aber weiß man von einer ganzen Reihe von Gegenden in allen Erdteilen, daß dort Seen verschwunden sind, Quellen versiegten und Brunnen austrockneten. Vielfach kann man auch die Ursachen dafür angebem An besiedelten Gegenden wird durch Brunnen und Wasserwerke dasGrundwassersogeenkt, !..aß Teiche und Flachbrunnen versiegten- tiefer em- j efchnittene Kanäle entzogen den anliegenden Aeckern !»as Waller für die Wurzeln des Getreides, lieber- i mensi waren ““lu. mäßige Viehwirtschaft in Südafrika verbrauchte zu- Bahnstrecke N s in-el Wasser, und das Vieh zertrampelte alle Pflan- zulegen. Talers Ende. Bis zum 1. Oktober muß der „letzte Taler" in die Reichskasien zurückgewandert sein. Seine allerletzte Stunde wird alleVdings erst mit dem letzten Taae dieses Jahres geschlagen haben Dann gehört ber" Taler von dem es so viele unb schöne Geschichten unb Märchen gibt, selbst der Geschichte an. Mit dem Taler ist es übrigens schon lange eine eigene Geschichte. Dem Buchstaben nach lebte er eigentlich schon seit bem 19 Mai 1908 nicht mehr. Denn von diesem Tage ab gab es als Reichsmünze nur noch das Dreimarkstück. Beinahe em Vierteljahrhundert führt also der Taler schon em Scheindasein, obwohl er als Hartgeld von Hand zu Hand ging. Seine Volkstümlichkeit war tief in den Sprachgebrauch eingewurzelt. Bekanntlich kostete m feinen besten Zeiten „das ganze Klafter Süßholz einen Taler", wenn im Grünewald Holzauktion mar. Auch als nach der Papiersintflut wieder em mageres Silberstück im Nennwert von 3 Reichsmark geprägt wurde, hing ihm noch die alte Liebe an, und der Mischling segelte unter der Talerflagge. Nebenbei bemerkt war der wirkliche Taler schon kein Voll-, sondern Halbblut gewesen. Sein tatsächlicher Silberwert betrug ungefähr die Hälfte. Der Taler ist bis auf unsere Tage „Handelsobjekt" geblieben. Kaufhändel werden noch immer durch 'Handschlag und in Talerrechnung abgeschlossen. In den Zeiten unserer Väter und Großväter war der Taler beinahe das landläufige Geldstück schlechthin. Lohn und Geschenke des Gesindes gingen nach Talern, Einstand und Abstand ebenso. Es gab „Ziehtaler" und „Sühnetaler". Das „Handgeld" war meist ein Taler, und wer den Pfennig nicht ehrte, war des Talers nicht wert. In diesem Sprichwort wird der Taler vermutlich noch Geschlechter kommen unb gehen sehen. Auch das Märchen vom Sterntaler wird noch Kindeskinder entzücken. Der Taler war Großmutters heimlicher Schatz im Strickstrumvf, bevor sie ihn in „Goldfüchse" umwechselte Ihre Töchter brachten die Mitgift in Talern in die Ehe, und jeder Freier wußte, „wie schwer in Talern" so ein „Goldfisch" war. ein Bayreuth wurde dies Denkmal durch den Stabsleiter der Obersten Leitung der PO. Dr. L e y am 21. Juli enthüllt. Gehen wir einer Äockenheil entgegen? Don Dr. G. Kaßner, Professor an der Technischen Hochschule, Berlin. Nachklänge zum 446er-Tag zum Verse PFLICHT! des kath Reiths-ürftfdiutibunL zeigte, hi aufs nei seinem großen einsamen Schloß. Der Film oer« meidet mit Geschick die Peinlichkeiten, die der Fabel einen fatalen Beigeschmack geben könnten, und führt die anfangs schwankhaft heitere und stürmisch ge> steigerte Handlung zu einem ganz romantischen Ab- schluß. Die Regie von Hasso Preis arbeitet mit hübschen Ueberblendungen und klarer Photographie und bringt auch zwanglos eine Reihe malerischer Landschafts- und Städteaufnahmen unter. Der Berliner Komiker Romanow sky spielt den alter Baron mit kräftiger Betonung des Lustspielcharak- ters, verliert sich aber nie in bloße Karikatur uni findet zuletzt auch mühelos den Uebergang zu der stilleren und ganz gefühlvollen Tönen. Ein glücklicher Griff war die Besetzung der Anny mit Luise Ullrich, einer sehr begabten Nachwuchs-Schauspielerin von erfrischendem und natürlichem Temperament. Eduard W e s e n e r gibt einen netten jungen Liebhaber; Gay Christie, Eric Ode, Friedrich Ettel, Franz Rikli sch und Rudolf Esseck seien vom übrigen Ensemble erwähnt. — Am Beiprogramm: schöne Trachtenbilder aus dem Allgäu und die vielseitige, recht aktuelle Wochenschau. trieben anbieten, sofern dadurch die Betriebsordnung nicht verletzt wird. Gieftener Wochenmarktpreise. * Gießen, 2-1. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier Klasse S IOV2, Klasse A 10, Klasse B 9% Klasse C 9, Klasse D 8, Wirsing, das Pfund 15, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15, Gelbe Rüben Bif »K .füllten Got licher W M eines dienst. No Pater SN kloster 8U 3 VfiormoW chores oerh lichem San den feierlich dich' einstir ien Hirten Der tird Im Katholi an. Wie z füllt bis a Leitung t hillent des uner die Derar ter Crö Feier wc im Inter ' dem Jub uns alle Einen fl des flj. die vM chen r neuefl„ diesen Ä! llrheberre 11 Fortset 5s quäl renb er hj Achehen Wh, bae Zerbreche, Nechenschc letzt h n Unb ba ihm Krankheit „«mit „3al I •■Sie find “neuer •rtty m Sch N nu ba versä ’!$Q, u, ytbu ?l'ch D '8 be. « 6<»lud WERDE MITGLIED IM f *♦ Gendarmeriepersonalien. (Ernannt wurden Polizeimajor Baron von der Reck, in Darmstadt zum Kommandeur der Landesgen. darmerie; Polizeihauptmann Plappert in Mainz zum Gendarmeriehauptmann und Gendarmeriefüh. rer in Rheinhessen. ** Schulpersonalien. Ernannt wurde bet Schulamtsanwärter Karl Brühl aus Mainz Mtfdiuts Selbfridiufi! Honnertsechzeh' is e Nummer, Uff däi schtolz sei kann der Mann, Der dem Regement gehörte Früher als Aktiver an. Honnertsechzeh' is däi Nummer, Uff däi gern mei Aag sich wend't, Denn mei Mann Schosch Hannewackel Diente in dem Regement. Honnertsechzeh' is däi Nummer, Däi aich uff däin Briefcher schrieb Und an meinen Schosch abschickte. Wann er owends moal ausblieb. Honnertsechzeh' is däi Nummer Bei der mei Schosch drei volle Joahr Wenn aach net Owerscht un Gefreiter, Sou doch Kammerschuster woar. Honnertsechzeh' is däi Nummer, Deren Träger bei mir saß Owends in der Herrschaftsküche Wou vergniegt er Kottlett aß. Honnertsechzeh' is däi Nummer, ■ Däi heut soll gelte als Parol', Däi met weißer Schtrümbwoll schtickt aich Dem Schosch ins Schusterkamisol. Honnertsechzeh' is däi Nummer, Däi houch in Gäiße schtieht in Ehr' Bei de Großherzog un Kaiser Un beim ganze deutsche Heer. Honnertsechzeh' is däi Nummer, Aich sahns glei von vornherei, Wieh mich will zur Schwiegermutter, Muß e Honnertsechzehner sei. Fraa Hannewackel. , -Unb Ser 1 v "Dar Oer., « Änaue Die ( ^wandt h ®er l ber Grr Fcha Die (c Iwiß M e n * M liebt Ä S bie tteberirumpst. König Heinrich IV. von Frankreich (1553 bis 1610) war ein vorzüglicher Plauderer, den alle seine Erlebnisse und Begegnisse in der Unterhaltung dramatisch und anziehend darzustellen wußte. Darin hielt ihm einzig Gegenpart der Marschall Bassompierre, der so gut zu erzählen wußte, daß der Hof ihm mitunter atemlos lauschte — wobei sich selbstverständlich wiederholt die Eifersucht des Königs regte. Eines Tages berichtete Marschall Bassompierre der an seinem Munde hängenden Hofgesellschaft von seinen Eindrücken am spanischen Hofe, wo er im Auftrage seines Herrschers zu irgendwelchen diplomatischen Besprechungen geweilt halle. In glühenden Farben schilderte er den prächtigen Empfang, den man ihm in Madrid gewährt hatte, und bemerkte dabei: „Ich machte meinen unvergeßlichen Einzug auf dem niedlichsten, kostbarsten, kleinsten Esel, der in ganz Spanien aufzutreiben roar!" „Hm", unterbrach ihn Heinrich, der schon wieder Neid auf den erzählerischen Erfolg seines Mar« schalls zu verspüren begann, „das muß ja ein interessanter Anblick gewesen sein: ein Esel auf dem anderen!" „Jawohl, Eure Majestät", entgegnete Bassompierre schlagfertig, „ein Anblick, der um so interessanter war, als alle Welt wußte, daß der oberste Esel der Repräsentant Eurer Majestät wart" Morgendämmerung, so steht sie vor den halb aufgetanen Toren des Lebens. Tausend Wege liegen vor ihr. Tausend Möglichkeiten fühlt sie sich gewachsen. Zu tausend Zielen möchte sie sich entscheiden. Und so tausendfältig ist ihr Wesen, daß man ihr zu keinem und zu allen Wegen raten möchte. Könnte sie nicht jeden gehen? Krankenschwester? Aber wer wäre dafür geeigneter als sie! Würde man nicht schon gesund, wenn sie einem nur mit den Spitzen ihrer schlanken Finger über die Stirn striche? Oder paßte sie nicht besser an das Steuer eines Fünfzigtaufend-Mark-Wagens und der Wind brauste durch ihr Haar? Oder sollte sie nicht auf-der Bühne stehen und Millionen jubeln und meinen machen unter der Gewalt ihrer Stimme? Oder . . ., ja, unerschöpflich ist das Leben und es liegt vor ihr wie eine blühende Wiese, über die noch kein Fuß geschritten ist. Welchen Weg sie aber auch einschlägt, eins ist sicher: sie wird mindestens ein halbes Dutzend Kinder haben, Jungens und Mädels durcheinander, alle mit so schimmernd-blon- dem Haar wie sie, alle mit so großen nachtbraunen Augen wie sie. Das ist sie, siebzehn Jahre alt und eine junge Königin. Sie weiß zwar schon viel über die Liebe, doch sie kennt die Liebe noch nicht. Wer sie aber als erster auf ihre blaßroten Lippen küssen wird, dem wird sie verfallen sein ihr ganzes Leben lang. Für solch ein Mädchen gibt es keinen Zweiten. Sie wird zu den Frauen gehören, die den Mann zu schönen und großen Taten begeistern. Es ist gut, zu wissen, daß sie auf der Welt ist. Renate heißt sie. poetischen Gruß an die 116er im „Gieße^ner Anzeiger" veröffentlichte, bringt diese heute wieder in Erinnerung. D. Red. Lehrer an der Volksschule zu Groß-Felda (Kreis Alsfeld) mit. Wirkung vom 1. Juni 1934 an. ** D i e Gießener Reichswehr in der Schwäbischen A l b. Unser Bataillon marschierte gestern nachmittag zum Güterbahnhof, um die Fahrt nach dem Truppenübungsplatz Heuberg in der Schwäbischen Alb anzutreten. Das Bataillon nimmt dort an einer Uebung teil und wird am 13. August wieder zurückkehren. Der Marsch der Soldaten durch die Stadt, der unter Musikbegleitung erfolgte, wurde, obwohl das Wetter nicht gerade einladend war, von den Einwohnern mit großer Aufmerksamkeit und herzlicher Sympathie verfolgt. ** Promenadenkonzerte des Stadt- theater-Orchesters. Da das Orchester des Stadttheaters bei den Freilichtaufführungen des Schauspiel-Ensembles am Mittwoch unb Samstag mitwirken muß, werden die für Mittwoch unb Samstag angesetzten Promenadenkonzerte auf Dienstag von 20 bis 21 Uhr und Freitag von 20 bis 21 Uhr vorverlegt. Das Programm am Dienstag bringt: Marsch der Regimentskolonne. Ouvertüre zur Oper „Der Barbier von Sevilla", Rossini. Fantasie aus der Oper „Die toten Augen", Eugen d'Albert. Ungarische Tänze Nr. 1 und 2 von I Brahms. „Hofball-Tänze", Walzer von I. Lanner. Pizzicato-Polka von I. Strauß. Musikalische Lotung: Kapellmeister Fritz Cuje. ** Unfall. Der 73jährige Rottenmeister i. R. Karl Haupt, Roonstratze 38 wohnhaft, kam in der Nacht zum Montag so unglücklich zu Fall, daß er eine Gehirnerschütterung erlitt und in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden mußte. ** Kinder aus dem rheinischen Jndu- striegebiet in Oberhessen. Gestern gegen 13.06 Uhr kam in Gießen ein Sonderzug an, der von Essen etwa 800 Kinder mit sich führte, bie durch die NS.-Volkswohlfahrt zum Landaufenthalt nach Oberhessen gebracht worden waren. Ein Teil der Kinder verließ bereits in Herborn, in Dillenburg und in Wetzlar den Zug, um dort in den Ortschaften der Umgebung untergebracht zu werden. In Gießen stiegen 140 Kinder aus, die in die Orte von 20 Jahren erzählten und inneren Anteil daran nahmen, ist klar. Das war „Volksverbundenheit" im wahrsten Sinne. „Wenn Sie vor der Front stehen", so sagte der „alte Mann", „dann sind Sie mein Vorgesetzter, wie damals vor 20 Jahren, wenn wir aber hier zusammenstehen, dann sind wir Kameraden." „Sa Sch ... das sind wir." Der „Gießener Anzeiger möge ruhig berichten, 'daß die Beiden noch lange zusammensaßen und noch einige Schoppen miteinander tranken, er soll aber dann auch hinzufügen, daß beide hocherhobenen Hauptes und in militärischer Haltung in später Nacht- stunde ihren „Unterstand" bezogen. Beide haben am 22. Juli trotz Hitze ihren „Dienst" in vorbildlicher Weise erledigt, wie ein alter Major (ein Württemberger) einmal sagte: „feschten Tritt, wenns auch nimmer geht." Das war nur e i n Beispiel der alten Frontkame- radschaft. Man könnte noch viele anführen, aber der „Gießener Anzeiger" muß seinen Lesern auch noch anderes berichten. Aber eines soll er noch drucken: der alte Soldatengeist lebt noch, er wird solange die alte Frontkämpfergeneration noch lebt, nicht aussterben, das haben die beiden Tage, der 21. und 22. Juli 1934 bewiesen. Die Gesichter sind älter geworden, die Haare grauer, aber die Herzen der alten 116er und ihrer Tochterformationen schlagen noch den gleichen 114er Takt wie vor zwanzig Jahren. Eine Erinnerung aus 1913. Ein gelegentlicher Mitarbeiter, der aus Anlaß der Jahrhundertfeier des Inf.-Regis. Nr. 116 am 10. Juli 1913 den nachstehenden NS.-Gememfchaft„Krast durch Freude" Kreis Gießen. Deutsches Sommerfesi in Kloster Arnsburg. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" des Kreises Meßen veranstaltet am Sonntag, 29. Juli, in ber altehrwürdigen Klosterruine Arnsburg ein Deutsches Sommerfest für bie Orte Lich, Eber stabt, Muschenheim, Bettenhausen, Birklar, Langsdorf, Steinbach u. a. Das Stadttheater-Orchester Gießen steht uns für diesen Tag zur Verfügung, unser Heimatdichter Georg Heß wird kommen, ein vorzügliches Kasperltheater wird bie Kinder unterhalten, Volkslieder werden gesungen, und man kann sich nach Herzenslust austanzen. Beginn der Veranstaltung mittags gegen 3 Uhr, Schluß abends 11 Uhr. Nachmittags gegen 5 Uhr wird — und dabei folgen wir einem alten Brauch — bie Tanzmusik unterbrochen, unb bas Stadttheater-Orchester gibt in ber Klosterruine ein gutes Konzert. Ebenso wirb nach eingetretener Dunkelheit in der schönen Kloster- ruine mit ihren gen Himmel strebenden Pfeilern Mozarts Serenade in v-Dur und die „Kleine Nachtmusik" gespielt. Programme sind im Vorverkauf zum Preise von 30 Pf. bei den Ortswarten der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und den Amtswaltern der Deutschen Arbeitsfront zu haben. Die Programme berechtigen zum Eintritt. Aufnahmen von der Rheinfahrt am 22.3uli. Gute Aufnahmen von der Rheinfahrt werden von uns angekauft und müssen sofort bei unserer Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, vorgezeigt werden. Urlaubszug vom 28. Juli bis 5. August in den Schwarzwald. Die gemeldeten Teilnehmer an der Schwarzwaldfahrt müssen die Fahrkosten von 30.RM. ab Frankfurt a. M. sofort auf unserer Geschäftsstelle ein« zahlen. Urlaubszug vom 4. bis 22. Auausi in das Glaher Bergland (Schlesien). Am 4. August fährt die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen Urlaubszug in das Schlesische Bergland, und zwar ist als Urlaubsbezirk bas Glatzer Bergland mit feinen Bergen und Wäldern um Habelfchwerdt vorgesehen. Der Zug wird am 4. August, abends, in Frankfurt a.M. abgehen. Die Fahrt wird über Halle, Dresden, Hirschberg in den Urlaubsbezirk führen. Den Urlaubern werden in dem dortigen Bezirk reiche Möglichkeiten der Erholung in dem schönen Hochwald geboten werden, während Ausflüge und Besichtigungen Gelegenheit bieten, die Badeorte und bie bärtige Heiminbustrie, die durch die Holzwarenfabrikation bekannte Gegend, kennenzulernen. Die Rückfahrt am Sonntag, 12. August, wird die Urlauber nach Breslau führen, wo Gelegenheit geboten fein wird, die alte schlesische Metropole mit ihren Inseln in der Oder und ihren alten Bauten kennenzulernen. Die Fahrtkosten betragen einschließlich Bahnfahrt, Unterkunft und Verpflegung 37,50 RM. Anmeldungen sind bis zum Freitag, 27. Juli, an die Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18, zu richten. Kartenverkauf für die NSG. „Kraft durch Freude" gestattet. Dem „Deutschen" entnehmen wir: In den letzten Tagen ist verschiedentlich die Meinung aufgetreten, daß der Vertrieb der Eintrittskarten usw. für die Veranstaltungen der NSG. ,Kraft durch Freude" in den Betrieben ebenfalls verboten sei. Wie das Propagandaamt der NSG. „Kraft durch Freude" mitteilt, ist eine derartige Auffassung dem Sinne der NSG. „Kraft durch Freude^ vollkommen widersprechend. Durch die Organisation „Kraft durch Freude" soll den schaffenden Menschen, die in der Deutschen Arbeitsfront oraanifiert sind, Gelegenheit gegeben werden, bie verschiedensten Veranstaltungen zu einem Preise zu besuchen, ber für die Allgemeinheit nicht in Frage kommen kann. Es ist daher selbstverständlich nach wie vor erlaubt, daß die Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront bzw. der NSG. „Kraft durch Freude" Karten zu Urlaubs« reifen, Theateraufführungen usw. auch in den Beschienen ist. Manchmal ist sie nur ein bißchen nachlässig mit der Aussprache, die junge Königin, sie zerquetscht die Konsonanten in der Art ihrer ber» linnahen Heimat unb verschluckt bie Enbsilben über- Haupt, aber auch bas paßt zu ihr unb man möchte es nicht missen als ein reizvolles Nebenbei ihres Wesens. Wir nerbinben ben Begriff „Jungfräulichkeit" gern mit bem Beiwort „herb" unb bas mag auch hier zutreffen, aber es trifft auch roieber nicht zu. Sie ist blühend, gefunb, lacht gern (obwohl boch immer zu Zeiten eine gewisse Schwermut durch- bricht), ist alles anbere als ein Blümlein Rührmichnichtan — unb boch scheut man sich, ihr einmal leise über das Haar zu streichen oder beim Abschied ihre Hand länger als nötig zu halten. Warum? Man weiß es nicht, irgendetwas Geheimnisvolles, Zauberhaftes muß um sie schweben, das es verbietet. Sie überstrahlt alle ihre Altersgenossinnen, ranzt wie ein Göttin, obwohl sie niemals Tanzstunde genommen hat, steht längst in dem Alter, wo andere Mädels ihre erste Liebe hinter sich haben, ist in keiner Weise spröde und zimperlich — und doch hat sich noch keiner der zahlreichen Don Juans, die den Kursaal und die Promenaden des kleinen Badeortes bevölkern, um sie bemüht. Warum? Fühlen diese Draufgänger und Kleine-Mädchen- Helden, daß sie vor den ruhig und gar nicht einmal spöttisch blickenden Augen dieses Mädchens, das kaum die Schule verlassen hat, einfach anfan» gen würden, zu stottern? Daß sie sich jämmerlich blamieren würden und wüßten nicht einmal, wes- halb? Spüren sie unbewußt, daß sie ihr gar nicht gewachsen wären an Tiefe des Gefühls und an der Kraft, es auszudrücken? Und das Seltsamste ist: diese jungen Herren wissen wiederum auch ganz genau, daß ihr bei jener Herzensfrage bestimmt irgendwie beklommen zu Mute wäre, daß sie viel- leicht nicht wenig dabei erröten würde, daß sie selbst also im Grunde gar nicht so viel riskieren würden — und doch, und doch . . . Was ist es nur? Die Sprache versagt so oft. Unsere zartesten Ge- danken können wir nicht mit Worten ausdrücken wir können nur hoffen, daß sie geahnt, daß sie mitgefühlt werden. Oder ist es vielleicht doch nicht so schwierig? Können wir nicht kurz und richtig sagen: es ist nichts weiter als der Zauber ber Rein- beit ber wie ein leuchtenber Schleier um biefes Geschöpft fließt? Das ist sie, ein großes blonbes Mädel mit gro- Ben nachtbraunen Augen. Sehr erwartungsvoll, dabei em wenig ängstlich, denn sie ist noch so jung, ejn ganz klein bißchen wehmütig, denn die Kindheit ist verflogen wie ein kurzer Traun; iq dex Das bist du, blondes Mädel! Von Joachim Lange. Als ich sie kennenlernte, war sie ein kleines Wesen von zehn Jahren, das feine Puppen bemutterte und ganze Viertelstunden den Ball unermüdlich gegen die Wand prallen lassen konnte. Ihre Stimme jubelte kindlich, die Blumen blühten, die Sonne leuchtete unb bas Leben war schon. Aber bann faß sie roieber verträumt auf ihrem Stuhl am Fenster, bie Zopfe hingen ihr still in den Schoß unb in ihren großen nachtbraunen Augen dämmerte ein ganz zarter schwermütiger Schimmer auf. Welche Gedanken unb Ahnungen burchzogen in solchen Minuten wohl ihr junges Kinberherz? Unb immer, wenn ich sie wiebersah alle paar Wochen, hatte sie sich ein gutes Stück weiteren!- wickelt an Körper unb Geist unb war boch immer bie gleiche geblieben in ihrem steten Wechseln von ausgelassener Freube zu nachbenklichem Ernst. Sie wuchs unb wuchs unb hielt sich in biefer Zeit trotz vieler Ermahnungen nicht mehr aufrecht, ja, sie ging manchmal gerabezu krumm, sie wußte oft «ar nicht, wohin sie sollte mit ihren schmalen Armen und Beinen, unb bisweilen litt sie an einem häß- "chen nervösen Zwinkern ber Augenliber, das sich nicht unterdrücken zu lassen schien. Aber ihre Zöpfe wurden immer länger und seidenweicher und herrlicher. Dabei war sie niemals das, was man unter einem Backfisch versteht; ich erinnere mich nicht, sie auch nur ein einziges Mal grundlos albern und grundlos launisch gesehen zu haben. Die Mathe- rnaük machte ihr einigen Kummer und ihr schlaksiger Gang und vielleicht noch dies und jenes, was sie verschwieg; aber im Ganzen war sie ein Schul- wobei wie viel anbere auch unb es lag wohl nur an ihrer Größe, wenn sie unter ihren Kameradin- nen auffiel unb wenn man bann unb wann überrascht hinter ihr herblickte. Unb nun ist sie erwachsen, lieber Nacht ist sie er- wachsen unb erblüht unb ist nun herrlich anzu- Idjauen m ber Süße ihrer siebzehn Jahre. Jetzt jeh^n ihre Augen klar in bie Welt, jetzt geht sie nicht mehr krumm unb schlenkert mit ben Firmen: frei unb stolz trägt sie die schimmernd-blonde Last ihres Nackenknotens, eine junge Königin schreitet ber Musik ihrer schlanken Glieder, das schönste Mädchen der Stadt, die menschgewordene Anmut, und ihre „Mutz", mit der sie in einem guten fameraofd)aftlicben Ton verkehrt, ist jetzt schon eifersüchtig auf den, der ihr einmal ihr großes Mä- del wegnehmen wird und ber noch nicht einmal er- 10 bis 12, Rote Rüben, Bund 10 bis 12, Spinat, bas Pfunb 15 bis 45, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 25, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 12, Rhabarber 8 bis 9, Kartoffeln (neue), bas Pfunb 7 bis 8 Pf., ber Zentner 6,50 bis 7 Mark, Frühäpfel, bas Pfunb 20 bis 25 Pf., Falläpfel 6 bis 8, Pfirsiche 25 bis 30, Himbeeren 20, Brombeeren 30, Birnen 20 bis 30, Kirschen 20 bis 25, Heibeiveeren 35, Stachel- beeren 15 bis 18, Johannisbeeren 15 bis 20, Zwei- Sanitätskolonne und Polizei im Dienste des 116er-r kirchlicher Vereine und Studentenverbindungen, Iss Klerus und des Kirchenvorstandes zum über» Men Gotteshaus ziehen sahen. In außerovdent- lcher Frische hielt der hochwürdige Herr unter Assi- s«nz eines bischöflichen Vertreters den Festgottes- fcenft. Noch einmal begeisterte der Festprediger, [;ater Superior Willehad aus dem Dominikaner- ! oster zu Wvnns, für das katholische Priestertum, formvollendet vorgetragene Gesänge des Kirchen- fiiores verherrlichten den Gottesdienst. Mit wirk- Ichem Danke konnte deshalb am Schlüße alles in len feierlichen Lobgesang „Großer Gott, wir loben tcri)" einstimmen und begeistert seinen sehr verdienen Hirten ins Pfarrhaus begleiten. Der kirchlichen Feier schloß sich am Nachmittag in Katholischen Vereinshause ein weltlicher Festakt in. Wie zu erwarten, war auch diesmal alles ge- Mt bis auf den letzten Platz. Zwei Triosätzs unter Leitung des stets hilfsbereiten Studienrates Dr. ! i 11 e n b r a n d und zwei Chöre unter Führung les unermüdlichen Lehrers Klein verschönerten liie Veranstaltung. In der Begrüßung führte Pfar- :»r Crönlein von Lich aus, daß die weltliche feier wohl nicht im Sinne des Jubilars fei, aber m Interesse der Gemeinde ftattfinben müsse; denn [$m Jubilar die Ehre, der Pfarrei die Freude und ms allen das Heil. Anschließend hielt der hochw. f)»err Dr. Wendelin Rauch, Professor am Bischöflichen Priesterseminar zu Mainz, eine tiefdurch- loachte Festrede über überirdischen Sinn und Wert lies katholischen Priestertums. Auf jegliche Weise Uhrte er die Gläubigen in Bedeutung und Wirken lies Priestertums ein. Der überaus große Beifall Zeigte, daß feine Worte auf guten Boden fielen und aufs neue begeisterten für den Gießener Pfarrern. Für Se. Exzellenz, den Hochwürdigsten Herrn Bischof Dr. Ludwig Maria Hugo, für das Bischöfliche Ordinariat, das Domkapitel, den Boni- -atiusoerein sprach der hochw. Herr Domkapitular Schumacher aus Mainz. Worte und Schreiben mürdigten in anerkennendster Weise die Verdienste lees Jubilars um die katholische Gemeinde Gießen . nb bie Diaspora. Definiter Crönlein brachte bie Glückwünsche bes Dekanates unb ber Pfarrei Lich '.ar, bie in Pfarrer Bayer ben Grünber unb Trauer ber betben Missionshäuser verehrt. Amts- :;erichtsbirektor Keller aebachte noch einmal im Hamen des Kirchenvorstandes, der katholischen Ver- Hne und der ganzen Gemeinde mit warmen Einen guten Verlauf nahm die Jubelfeier j e s goldenen P r i e ft ß rj u b il ä u m s des Ivchwurdigen Herrn Geistlichen Rates Bayer durch lle kirchliche unb weltliche Veranstaltung der katholi- chen Gemeinde am vorgestrigen Sonntag. Waren in Vorträgen über Werden, Wirken unb hampf des Priestertums die Pfarrangehörigen von neuem gestärkt in Treue zum katholichen Priester- tim, so zeigte die Predigt bes Festtages die Würbe les Priestertums in glänzenbstem Lichte. Einziaarti-