Dienstag, 2^. April M4 184. Jahrgang Nr. 95 Erster Blatt Ä ._.— — Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer WM w für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags AA bis 8'/,Uhr des Vormittags i=== /IlttMtM* =sss Mit 4 Beilagen RM.1.95 WV W I 8^ |l|f ■ 88^ 8^ A 8 8 ^88^ 8 8l 8 Bk^ » AW-Z VlV|)VIIV4 44iyviyvi —g WW General-Anzeiger für Oberheffen MM richten. Anzeiger Hießen Vereins» u. Tageskalender $ron«u°?tfam m"in 11686 Druck unb Verlag: vrühi'fche UnioerfitStr vuch. Md Steinbruck-rel 8. Lange in Siezen. Schrlslleitung und Seschüftrftelle: Schulstratze 7 ,m T-Mil 12 M- i- mm Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesien Befr.: Die , 24. April. (DNB. Funkspr.) Man-1 nicht etwa wurde Barthou von Marschall dern der Machtübernahme I 2HU diesem Ruf haben wir uns im vergangenen rgung begeht das, Iahr an das deutsche Bolt gewandt. Unter ihm Zum zweiten Male feit der zerstreut wor- Bündnis nicht, unterzuordnen. Bündnis aus- ben e u r o - fchen Bündnisses restlos den. Allerdings bedeute dieses sich fremden Einflüssen Ferner wird betont, daß das Oeffenttiche Kundgebung anläßlich des Spatenstichs zum ersten Thing- p l a h im Gau Hessen-Rassau aus der Loreley durch Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger. dem Herrn Reichsminister für Bolksaufklä- hinweg bekennt sich hier eine ganze Ration einig und geschlossen zu ihrem B o l k s t u m . zur sittlichen Kraft ihres Lebenswillens und zu dem unbeugsamen Entschluß ihrer nationalen Selbstbehauptung. Während am 1.IHal des vergangenen Jahres noch die Gewerkschaften und Parteien in Deutschland ihr Unwesen trieben, sind sie im Berlauf der weiteren Entwicklung durch die dynamische Wucht der nationalsozialistischen Idee und Bewegung zu Boden geworfen worden, und über ihnen allen triumphierte das deutsche Bolk in seiner ewigen Unsterblichkeit. Dieses Bolk. heute eine einzige Gemeinschaft von Brüdern, hat mit Wut und Selbstvertrauen den Kampf gegen die große Rot ausgenommen. Keine Gefahr und keine Krise konnte es davon abhalten, die Wittel and wöglichkeiten zu organisieren, mit denen es dem allgemeinen Berfall entgegentrat. Eine Umwälzung, die ihresgleichen in der Geschichte sucht, ist in Deutschland Tatsache geworden. Eine Revolution im wahrsten Sinne des Wortes wurde vollzogen. Das alte Regime zerfiel unter dem An- sturm der nationalsozialistischen Erhebung. Die soziale Volksgemeinschaft ist Wirklichkeit geworden. appellieren wir in diesem Jahr aufs Reue an die Ration und sind davon überzeugt, daß. wenn vor Jahresfrist noch viele zweifelnd beiseite standen, diesmal das ganze Bolk einig und ge- Das deutsche Bolk begeht am 1. wai dieses Jahres in einer nationalen Demonstration ohnegleichen die Feier der Arbeit. Im vo- rigen Iahr hat der Führer sich in seiner großen Rede auf dem Tempelhofer Feld vier Jahre ausbedungen, um die Krise sichtbar zu wenden und die furchtbare Rot der Arbeitslosigkeit von Deutschland zu bannen. Im Ablauf eines einzigen Jahres schon ist es ihm gelungen, dem ganzen Bolk wieder Selbstvertrauen. Hoffnung und Glauben an die Zukunft zurückzugeben. Die Wirtschaft Hal fich merklich erholt, die Arbeitslosigkeit ist um die Hälfte gesunken, die politischen Verhältnisse sind geklärt, und im Kampf um unsere Gleichberechtigung und Ehre beginnt die Welt allmählich Deutschlands Standpunkt zu verstehen und ihm Rechnung zu tragen. Ein Iahr unerhörter und vor zwölf wonaten kaum vorstellbarer Erfolge neigt fich damit seinem Ende zu. Am 1. wai will die Regierung vor dem Bolte Rechen- fdjaft ablegen über die geleistete Arbeit und das Bolk dem Führer aufs Reue feine unverbrüchliche Treue und innerste Berbundenheit mit dem nationalsoziatiftifchen Staat und dem grandiosen Aufbauwerk der Regierung bekunden. Es soll ein Tag der Freude, des Stotzes und der Genugtuung werden. Richt nur auf das. was hinter uns liegt, wollen wir zu- cückfchauen, sondern auch vorwärts schauen auf das, was vor uns liegt. In starkem Selbstvertrauen wollen wir bei diesen gewaltigen Demonstrationen Mut und Kraft fammeln für die schweren Kämpfe, die uns um die endgültige Rettung unseres Boltes aus wirtschaftlicher Rot und außenpolitischer Entrechtung noch bevorstehen. Ehret die Arbeit unb achtet den ArbeUert Japan schließt die offene Tür in China. schlossen hinter ben Führer tritt, bec uns allen den weg zur Reugestaltung des Reiches weist. wieder stehen für einen Tag die Räder still und ruhen die wafchinen. wieder ehrt Deulfchland die Arbeit, von deren Segen das Bolt ein ganzes Iahr leben soll. IKänner und Frauen! An Euch Alle ergeht der Ruf! weg mit den wiesmachern, tonfeffioneüen Hetzern und kopitaliftifchen Profitjägern! her mit der deutschen Bolksgemeinschaft, die nicht Phrase bleiben, sondern Tat werden soll! wir rufen Alle auf in Stadt und Dorf! An die ganze deutsche Jugend geht unser Appell! Die deutsche Volksarmee des Friedens marschiert mit dem Führer in eine bessere Zukunft hinein: befeelt von dem Glauben an Deutfchlands Größe unb Unsterblichkeit, vereinigen sich arm und reich und hoch und niedrig in der festen Zuversicht, daß es unfern vereinten Kräften gelingen wird, die Rot zu überwinden und das Reich des Rationalfozialis- mus zu vollenden. durch Adolf Hitler unb feine Bewegung deutsche Volk im Zeichen des Rationalfozialisnms den deutschen Feiertag des 1. wai. Heber alle Stände, Schichten unb Konfessionen rung unb Propaganda unterstellte „Hefsen-Rassau- ische Spielgemeinschaft für nationale Festgestaltung" kann infolge der umsichtigen Förderung durch ben (Bauleiter Reichsstatthalter Sprenger bereits am l.wai mit dem Bau des ersten großen, 12- bis 15 000 wenschen fassenden Thingplahes für den Gau Hessen-Rassau beginnen. Der erste Spatenstich wird zu einer kulturellen Kundgebung größter Bedeutung ausgestaltet. Die gesamte Bevölkerung ist einge« laden! Alle führenden Persönlichkeiten im Gebiet des Gaues Hessen-Rassau werden aufgeforberf, burch ihr Erscheinen bie Bedeutung der Kundgebung noch zu unterstreichen. Vertreter des Reichsministeriums für Botfsauf- flärung und Propaganda find angesagt. Die öffentliche Kundgebung beginnt pünktlich 21 Hhr. Extrazüge find vorbereitet. Die An- unb Abfahrtsstraßen für Kraftfahrzeuge werben in bet gesamten Presse bekanntgegeben. Das Programm ber Kunbgebung wirb in ben nächsten lagen veröffentlicht. Gez.: wüller- Scheib. Gaupropaganbaleiter und Leiter der Landesstelle Heffen-Raffau des Reichsministeriums für Volks- auftlärung unb Propaganda. möge bie Welt an biefen grandiosen Demonstrationen unseres Lebenswillens erkennen, daß Deutschland den Frieden will, aber sein nationales Dasein zu beschützen entschlossen ist. Die Ration ist e r w ach t! Sie marschiert im alten Zeichen vo n Freiheit und Brot! Am l.mai ruht die Arbeit! Bekränzt eure Häuser und bie Straßen ber Städte unb Dörfer mit frifchem Grün und den Fahnen des Reiches! Von allen Last- und Personenautos, aus allen Fenstern sollen die Wimpel und Fahnen der nationalsozialistischen Revolution flattern? Kein Zug und keine Straßenbahn fährt durch Deulfchland, die nicht mit Blumen und Grün geschmückt ist. Auf den Fabriktürmen und Bürohäufern werden feierlich die Fahnen des Reiches gehißt! Kein Kind ohne Hakenkreuzwimpel? Die öffentlichen Gebäude. Bahnhöfe. Post- und Telegraphenämter sollen in frischem Grün erstehen? Die Verkehrsmittel tragen Fahnenschmuck? Die ganze Ration vereint sich in unerschütterlichem Glauben an die deutsche Zukunft und in fester Zuversicht auf die niemals zu brechende Kraft unseres deutschen Lebenswillens! Das ganze Volk ehrt sich selbst, wenn es der Arbeit die Ehre gibt, die ihr gebührt. Deutsche aller Stände, Stämme, Berufe unb Kon- feffionen reicht euch bie hänbe! Für Arbeit, Frieden und Ehre! Es lebe unser Volk und unser Reich! Der Reichsminister für Volksaufliärung und Propaganda Or. Goebbels. An das ganze deutsche Volk! Ein Aufruf des Reichspropagandaministers zum 1. Mai. schließlich dem Zwecke diene, päischen Frieden aufrecht zu erhalten, wobei Polen bemüht fei, „alle Verständigungen auf realer Grundlage zu suchen". Das zweite Ergebnis läßt sich nach meinung des „Kurjer Porany" durch folgenden Sah umreihen: „Das deutfch-polnifche Abkommen hat in keiner weife das polnifch-franzöfifche Bündnis beeinträchtigt. Zwischen Polen und Frankreich gebe es keinerlei Unterschiede in der Beurteilung dieser Tatsache." Das deutsch-polnische Abkommen ist für die Befriedung Europas eine Wohltat; dadurch ist es vom Standpunkt der Ziele des polnisch-französischen Bündnisses aus gesehen, eine günstige Erscheinung. Zum Schluß wird mit Genugtuung hervorgehoben, daß Barthou den Unterschied zwischen dem Polen von 192 1 und 1934 bemerkt unb auch zum Ausdruck gebracht habe, bah „Polen eine Großmacht ist". Es gehe nunmehr barum, bah bie Feststellung bk- ses Unterschiebs auch entsprechenbe praktische Folgen auf allen Gebieten ber ge- Barthou verläßt heute Warschau. Rücksprache mit Marschall Pilsudski.-Die polnische presse stellt befriedigt fest, daß Barthou den Unterschied zwischen dem Polen von 1921 und dem von 1934 bemerkt Habe.-Erst nach der Anerkennung Polens als gleichberechtigte Großmacht ergibt sich eine nützliche Auswertung des französisch-polnischen Bündnisses. Der 1. Mai! Neunte Sonder-Bekanntmachung. Neunzehn Jahre nach' dem ersten japanischen Versuch vom 18. Januar 1915, ganz China zu bevormunden und der chinesischen Souveränität das Rückgrat zu brechen, hat am 18. April 1934 die japanische Regierung die Zeit für gekommen erach» tet, sich nicht nur zum Vormund Chinas auszuwer» fen, sondern eine Monroe-Doktrin für Asien zu verkünden. Der japanische Außenminister HJrota hat offiziell erklärt, auch wenn die chinesische Regierung wolle, werde sich die japa» nische Regierung gegen alle Maßnahmen anderer Mächte wenden, die geeignet seien, den Frieden im Ostasien zu stören. Er hat sogar die Gewährung von Darlehen, die Tätigkeit militärischer Instrukteure unter diesen Begriff gesetzt. Damit wird das bisher von der Nanking-Regierung befolgte System der wirtschaftlichen und militärischen Reorganisierung Chinas, ein System, das durch die japanische Eroberung der Mandschurei und der nordchinesischen Provinz Dschehol als chinesische Selbstsiche- rung erforderlich wurde, ruiniert. Die Nanking-Regierung ist damit ein Mündel des japanischen Vormundes. Noch mehr: die bisherigen Beziehungen aller anderen Nationen zu China werden zerrissen, der japanische Befehl greift tief in die Rechte und Verträge ein, die diese Nationen abschlossen und vor allem wird auch Amerika getroffen, da heute noch der Hay-Pauncefort-Ver- trag von 1899 in Kraft ist, der allen Nationen in China die offene Tür gewährt. Aus dieser gelben Monroe-Doktrin heraus wird das Riesenreich China zum japanischen Vasallenstaat gemacht, die Nanking-Regierung wird in ihren Souveränitätsrechten beschnitten und darf ohne Erlaubnis von Tokio nichts tun und lassen. Das ist eine weltgeschichtlich entscheidende Gelegenheit, die alle anderen Nationen in ihren Lebensinteressen, soweit sie mit China zusammenhängen, trifft. Nachdem Japan im Kriege 1894/95 Korea und Formosa vom chinesischen Körper amputierte, und auch die Provinz L i a u t u n g besetzte, mußte es Liautung auf Druck der europäischen Mächte herausgeben. China wurde im Jahre 1912 Republik, 1921 trennte sich unter Sunyatsen der Süden zeitweilig vom Norden, im nächsten Jahre aber wurde durch die europäischen Mächte Japan gezwungen, die sieben Punkte fallen zu lassen, die der heutigen Monroe-Doktrin gleichen wie ein Japaner dem anderen. <5 d) a n t u n g wurde damals vo n Japan g e r ä u m t. Aber Japan vergißt nichts. Was es mit den sieben Punkten vom 18. Januar 1915 bezwecken wollte verfolgte es auf anderen Wegen. Im 3abre 1931 begann es, obgleich China und Japan den Kriegs» ächtungspakt des amerikanischen Staatssekretärs Kellogg unterzeichnet hatten, den Angriff auf bie Mandschurei, gegenwärtig beherrscht es die Mandschurei, Nordchina, sein Einfluß reicht über Peking hinaus und in der Sudmongolei mar- schieren Japans Truppen. Japan glaubte die Zeit reif um diesmal ohne europäische Gegenwirkung, das' 400-Millionen-Volk der Chinesen unter Kura- tel zu stellen und da« von Japan noch nicht unterworfene China durch ein diplomatisches Aktenstück zur Ausbeutungskolonie der Japaner machen zu können. o, .. Formal ahmt Japans Erklärung vom 18. Avril 1934 die Doktrin des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika, James Monroe, vom 2. Dezember 1823 nach. Selbscherrlich, ohne etwa die Mittel- oder Südamerikaner zu fragen, stellte । Monroe drei Sätze auf. Der erste besagte, die euro- päischen Mächte hätten auf dem amerikanischen Festland kein Jnterventionsrecht, ber Warschau, tag nachmittag wurde Barthou von , , Pilsudski empfangen. An der Besprechung, die etwa eineinhalb Stunden dauerte, nahmen genfeitigen Beziehungen. Das regierungsfreundliche „WilnaerSlowo wendet fich heftig gegen die untertänige Auslegung des polnisch-französischen Bündnisses durch die nationaldemokratische Presse und erklärt mit besonde- rem Nachdruck: „Kein Bündnis kann uns Nutzen bringen wenn wir dem Bundesgenossen a u f Gnade und Ungnade Pre isgcgeb en sind Das System der französischen Politik, das durch bie Vorgänger Barthous angewandt wurde, war für uns ungünstig. Polen will bie Verständigung mit Frankreich für den Frieden auswerten, auch für einen Frieden Zwischen Deutsch- land und Frankreich. Nur Dank Becks ha- ben wir ausgehört, die kränkende Rolle des „bedrohten Bundesgenossen" 3U JpieJen und erst seht erwarten wir von dem Bündnis mit Frankreich für uns wirklich gute, wirklich nützliche Ergebnis e". „ Pariser Einbrücke. Paris, 24. April. (Funkspruch.) Havas schreibt, Polen habe sich bemüht, seine Beziehungen zu seinen unmittelbaren Nachbarn zu bessern. Deshalb habe es z u n ü ch st m i t S o w i e t r u ß l a n o verhandelt und kürzlich mit dem nationalsoz allst.- schen D e u t s ch l a n d ein Abkommen abgeschlossen, aber die U n a b h ä n g i g k e l t s e l n e r Poll tik werde durch diese Initiative in keiner Weise be rührt. Die polnische Öffentlichkeithabe es in letzter Zeit gewiß nicht an Kritik am Völkerbund fehlen lassen, aber die führenden Kreise wurden anscheinend nicht soweit gehen, sich vom Völkerbund ^"^PeM^Parisien" und „Oeuvre" lassen sich von ihren Sonderberichterstattern melden, Marschall Pilsudski habe sogar die Versicherung gegeben daß das deutsch-polnische Abkommen keine Geheimklauseln enthalte und seit seinem Abschluß feine diplomatischen Verhandlungen zw'sch den beiden Regierungen stattgefunden hatten. In ber Umgebung Pilsudskls mache marHem W daraus, daß man nicht geneigt fei, noch weiteren Anschluß an Rußland zu suchen. Dabei sprachen Ist Trotzki noch in Barbizon? Paris, 24. April. (DNB. Funkspruch.) Die Leo Trotzki gestellte Frist zur Abreise aus Frankreich war Montag a b g e l a u f e n. Trotz aller Bemühungen findiger Reporter war es nicht gelungen eftzustellen, ob der ehemalige russische Volkskommissar noch in Barbizon bei Paris weilt. Seine Be- gleituna hat die Abreisevorbereitungen beendet. Eine Menge Neugieriger umlagert die Villa. Auch Italien und polen protestieren gegen die Prager Schmutzkarrikaturen Prag, 23. April. (DNB.) Nach den Protesten des deutschen und österreichischen Gesandten gegen die aus der Karikaturen-Ausstellung Manes ausge st eilten Greuelbilder der Emigranten hat nunmehr auch der italienische Gesandte in Prag gegen ein von dem Karikaturisten Anton Pelc ausgestelltes Bild beim Prager Außenministerium Beschwerde eingelegt. Das Bild verzerrt die Gestalten des italienischen Königs und des Papstes. Es stammt aus der Prager modernen Galerie und wurde der Internationalen Karikatur- Ausstellung leihweise überlassen. Gleichzeitig hat auch der polnische Gesandte in Prag gegen die versuchte Herabwürdigung des Mar- schalls Pilsudski durch ein Bild in der Prager Illustrierten Emigrantenzeitschrift „Sim- plicus" Beschwerde erhoben. Es ist noch nicht be- farmt, was das Prager Außenministerium auf die österreichische, italienische und polnische Beschwerde geantwortet hat. ' " ' i gefühlsmäßige Erwägungen mit, son- Marschall glaube nicht an die Stärfe und an die Dauer Sowjetruß- l a n d s. In den Festesjubel der französischen Presse gießt einen Tropfen Wermut die „Dictoire" von Gustave Heros: „Es wäre gefährlich, wenn unter Volk glauben tonnte, daß die polnische Allianz ü r uns eine ernsthaste Friedensgarantie sei. Es gibt für uns und Europa nur eine einzige ernsthafte Friedensgarantie, die reimütige und loyale deutsch-französische Aussöhnung. Wenn wenigstens bie Reise nach Warschau nur eine Vorbereitung der Reise Barthous nach Berlin wäre!' Außenminister Beck, ber stellvertretende Außenminister Czembeck unb ber französische Botschafter teil. Es mürbe lediglich ein furze amtliche Verlautbarung ausgegeben, bie aber nichts über ben Inhalt ber Unterrebung sagt. Auch französischerseits schweigt man sich aus. Barthou hatte am Vormittag bie Presse in ber französischen Botschaft empfangen. Er sprach über ben großen Aufschwung unb bie glänzende Entwicklung Polens unb bezeichnete bas Lanb zweimal als Großmacht. Das polnisch- französische Bünbnis sei unerschütterlich unb von dem beutsch-polnischen Abtommen in feiner Weise beeinträchtigt worben. Meinungsverschiebenheiten gebe es auch zwischen besten Freunben. Ein Bünbnis sei ein Abkommen, bas unter ebenbürtigen Partnern mit ben gleichen Verpflichtungen abgeschlossen sei. Wenn bas beutsch-pol- nische Freunbschaftsabkommen bem Frieben biene, wie könne Frankreich etwas bagegen sagen, ba es doch selber nur ben Frieben wünsche. Am Dienstag gegen 17 Hhr erfolgt bereits die Abfahrt Barthous nach Krakau. Der regierungstreue „Kurjer P o r a n y" glaubt, bas Ergebnis des Besuchs in folgenden drei wichtigsten Punkten zufammenfaffen zu können: Einmal feien die verschiedentlich auf- getauchten Zweifel über das Bestehen und die Dauerhaftigkeit des p o l n i f d) - f r a n 3 ö f i - zweite, der Erwerb amerikanischen Gebietes durch europäische Mächte sei verboten, der dritte, die Union habe eine Schutzherrschaft auch über die mittel- und südamerikanischen Staaten, denn Amerika gehöre nur den Amerikanern. Javan erklärt jetzt nicht, Asien gehöre den Asiaten, sonderen China gehöre Japan. Die sieben Punkte von 1915 umfaßten eine Verlängerung der Abtretung von Dalny und Port Arthur auf 99 Jahre, zweitens weitere Konzessionierung der südmandschurischen Eisenbahn, drittens Handelsfreiheit für Japan und auch das Recht für Japan, Grundeigentum in ganz China zu erwerben, während bisher die Europäer nur innerhalb der Ver- traashäfen Grundstücke erwerben durften. Noch schlimmer war der vierte Punkt, der gerade jetzt, da Japan die Mandschurei sich nahm und . in der Südmongolei vordringt, besonderes Interesse weckt. Dieser Punkt verlangt den Einschluß der Südmandschurei und südlichen Mongolei in die Japan ausschließlich vorbehaltenen Jnteressenzonen. Der fünfte Punkt sollte S ch a n - t u n g Japan einoerleiben. Genau wie heute Japan den Ausschluß europäischer Instrukteure des chinesischen Heeres fordert, besagte damals der sechste Punkt: Uebertragung der Instruktion des chinesischen Heeres und der chinesischen Marine an japanische Offiziere. Das bedeutet in der Praxis die völlige militärische Ab hängig- k e i t Chinas von Japan. Und schließlich bezweckte der letzte und siebente Punkt die Ernennung japanischer Berater bei den chinesischen Ministern für Finanzen, Unterricht und Verkehr. Diese Maßnahmen richteten sich direkt gegen die Mächte, die China Anleihen gegeben hatten, wie England, Frankreich, die USA. Das chinesische Außenministerium hat eine formal sehr geschickte, innerlich schwerwiegende Antwort an Tokio gegeben, die zunächst einmal feststellt, daß kein einziger Staat alleiniger Friedensgarant sein dürfe. Das ist insofern richtig, als alle Waffengänge der letzten Jahre und Jahrzehnte im Fernen Osten ausgelöst wurden durch Japans Expansionspolitik, und es ist selbstverständlich, daß ein Staat mit derartig imperialistischen Tendenzen ebensowenig die Rolle eines Friedensgaranten für sich in Anspruch nehmen kann, wie in Europa etwa Frankreich. Die weitere Feststellung, nur China habe über die Mittel zu bestimmen, die es für seinen Aufbau für geeignet hält, berührt das Geoiet der Souveränität, der Selbstbestimmung, das Japan glatt für sich über China in Anspruch nimmt. Hiermit wird aber auch die Kernfrage berührt. Wenn China mit feinen Kräften und mit den Hilfsmitteln, die ihm genehm sind und von ihm bestimmt werden, sich finanziell und wirtschaftlich und militärisch wieder ordnet, dann ist diese chinesische Reform in ihrem Ziel doch nur angesetzt, um die Integrität Chinas gegenüber fremden Einflüssen zu sichern und behaupten zu können. Bisher war ein solches Streben nach Besänftigung des Chaos im völkerrechtlichen Gebrauch auch von anderen Nationen begrüßt worden. Es ist Japan vorbehalten geblieben, dieses chinesische Sehnen nach Ordnung und Einheit, wobei doch nicht die Mittel, sondern das Ziel maßgebend sind, als — Beeinträchtigung des Friedens im Fernen Osten hinzustellen. Aus der Diplomatensprache übersetzt heißt das: Japan will die Verewigung des chinesischen Chaos und der Schwäche des Riesenreiches. Dabei ist es eine untergeordnete Frage, wer China die Mittel für die Entwirrung zur.Verfügung stellt. Als sich die Vertreter der Gläubigerländer Chinas vor kurzem bereitfanben, der Nanking-Regierung neue Kredite zu geben, erhob Japan dagegen Einspruch. Aber Japan selbst hat derartige Kredite China nicht angeboten und kann es auch nicht, da die Finanzierung seiner militärischen und wirtschaftlichen Expansion trotz des Hilfsmittels der Yen-Inflation die Kräfte Japans aufs äußerste angespannt hat. Dieses japanische Streben hatte also nur den Zweck, eine Sanierung der chinesischen Wirtschaft zu verhindern, und das trifft mit der gesamten Richtung der japanischen Politik gegenüber China zusammen. So ist über Nacht im Fernen Osten ein Konflikt ausgebrochen, der alle Streitigkeiten, die bisher die Gemüter bewegten, weit in den Schatten stellt. Was zuerst als eine unbesonnene Aeußerung ober als teere Drohung angesehen würbe, ist bitterer Ernst geworben: Japan macht Ansprüche geltenb, die glatt auf eine Unter st ellung Chinas unter b i e japanische Vorherrschaft hinauslaufen. Das Interview, bas ber Botschafter Saito bem „Washington Star" gegeben hat, läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die Mächte wissen nun, woran sie sind, sie sollen, um es einmal ohne Umschweife auszubrücken, aus- geschaltet unb schließlich aus China verbrängt werben. , Das ist natürlich nur möglich, wenn die an China interessierten Staaten die angestrebte japanische Vormundschaft widerspruchslos hinnehmen unb ber Tokioter Regierung freie Hand lassen. Japan nimmt nun em Einspruchsrecht bei Verhandlungen zwi- ich?" China und anderen Staaten für sich in Anspruch, was bedeuten kann, daß es zu jeder wirtschaftlichen und finanziellen Vereinbarung Nein sagt, wenn seine Interessen berührt werden. Nun ist aber China ein wertvoller Markt für viele Völker, die ohnehin schon unter dem Verlust der russischen Absatzgebiete unendlich schwer leiden und die in neue wirtschaftliche Schwierigkeiten hin- emgeraten müssen, wenn eine andere Macht kurzer- Hand die Eingangstore zum chinesischen Reich zu- schlagt, nur um selbst den chinesischen Markt unumschränkt beherrschen zu können. Betrachtet man die Tokioter Politik von ber wirtschaftlichen unb finanziellen Seite, bann wirb der Vorstoß gegen bie chinesische Souveränität einigermaßen verstänblich. Denn Japan bürste sich nicht im Unklaren darüber fein, daß es seine derzeitige Exportpolitik auf die Dauer nicht fortsetzen kann. Der Gedanke liegt nahe, daß es sich setzt den chinesischen Markt sichern und damit ber japanischen Wirtschaft für etwa in Verlust geratenden anderen Markt ein neues Betätigungsfeld reservieren will. Wenn Japan nun China strikt untersagen will, nicht-japanische Instruktoren für Chinas Heer ein- RufteUen, wenn es Europäer und Amerikaner aus der chinesischen Verwaltung entfernt wissen will, wenn Japan dazu den Gläubigern Chinas die Mög- lichkeit nimmt, durch einen Zuschuß für bie Entwirrung der chinesischen Wirtschaft, ihre eingefrorenen Anleihen später zurückzuerhalten, so ist das nichts anderes als das Zuschlägen der offenen Tür für jeden Nicht-Japaner. Es ist, haben wir festgestellt, eine Außerkraftsetzung des Hay- Pauncefort-Vertrages von 1899, in dem damals die chinesische Regierung jeder Macht die Tür zu China öffnete. Die anglo-amerikanische Regierungen wissen, um was es geht, die Presse hat darauf aufmerksam gemacht, baß Japan zum Sprunge ansetzte. Die machtpolitischen Vcrhältnisie im Fernen Ein deutscher Sonderbeauftragter für Abrüstungsfragen. Oer alte Kurs, aber neue Wege in der Abrüstungspolitik Deutschlands. Osten hätten, wenn Japans Anspruch burchginge, sich grunblegenb geänbert unb Japan wäre in Wirklichkeit bie allein gebietenbe Macht über China unb über ben Stillen Ozean bis Hawai unb Singapore. Wie Japan die asiatische Monroedoktrin begründet. Genf, 23. April. (DNB.) Der japanische Generalkonsul in Genf erklärte ber Auslanbspresse, es sei nach wie vor ber Wunsch Japans, China in freundschaftlicher Weise in seinem Aufbauwerk zu helfen. China begegne jedoch dabei oft durch die inneren Kämpfe großen Schwierigkeiten, und die Anhänger einer antijapanischen Bewegung hätten sich verschiedentlich der Hilfe dritter Mächte bedient, um Kampfmittel gegen ihre Gegner zu bekommen, was eine latente Gefahr für ben nationalen Frieden in Oftafien bedeute. Japan habe die Verantwortung für die Aufrechterhaltung des Friedens im Fernen Osten in Zusammenarbeit mit China. Es strebe keinerlei Hegemonie in China an, wolle aber bas Prinzip ber offenen Tür verfechten, um allen -Völkern den ungehinderten und freien Handel zu ermöglichen. Seine Politik sei von jeher bestrebt gewesen, zu der Aufrechterhaltung der Ordnung im fernen Osten beizutragen. Das Vorgehen Japans Inder Mandschurei sei ebenfalls, obschon oft mißverstanden, nach japanischer Ansicht d a s b e st e Mittel gewesen, Ordnung und Frie- ben in diesem Teil der Welt zu sichern. Japan wende sich nur gegen die Hilfe fremder Staaten, die diesem hohen Ziel zuwider- laufen. B e r l i n, 23. April. (DNB.) Der Herr Reichs- Präsident hat Herrn Joachim von Ribbentrop zum Beauftragten für Ab- rüslungsfragen ernannt. Joachim von Ribbentrop stammt aus einer Offiziersfamilie; sein Baler war Oberst. Schon vor bem Kriege hat der neue Sonderbeauftragte für Abrüstungsfragen das Ausland durch zahlreiche Reisen kennengelernt. Den Krieg machte Herr von Ribbentrop als Husarenoffizier mit. Er kam nach dem Kriegsende in das Kriegsminsterium und war in der Friedenskommission tätig. Herr von Ribbentrop nahm dann seinen Abschied und widmete sich einer geschäftlich-kaufmännischen Tätigkeit, die ihn wiederholt ins Ausland führte, wo er ausgedehnte Beziehungen zu politischen und anderen Persönlichkeiten gewann. Seit 1932 hat Herr von Ribbentrop auch in der deutschen Innenpolitik eine erhebliche Rolle gespielt, die zwar nach außen nicht in Erscheinung trat. Er bemühte sich vor allem um die Vermittlung zwischen Popen und Adolf Hitler. 3m Zuge dieser Bemühungen Hal Ribbentrop dann jene berühmt gewordene Begegnung zwischen Adolf Hitler und von Popen Anfang 1933 in Köln a. R h. zur Zeit der Regierung Schleicher zustandegebracht. Wil besonderen außenpolitischen Aufgaben ist der neue Sonderbeauftragte für Abrüstungsfragen als Bertrauensmann des Führers bereits im vergangenen Sommer verschiedentlich betraut worden, die ihn nach London. Paris usw. führten. So ist eingeweihten Kreisen seine Ernennung keineswegs überraschend gekommen. Wit der Beauftragung Herrn von Ribbentrops durch den Reichspräsidenten tritt keinerlei Aenderung oder neue Wendung in der deutschen Abrüstungspolitik ein, sondern es werden lediglich neue Wege außerhalb des üblichen diplomatischen Berfahrens beschritten, wie dies auch in anderen Ländern bei ähnlichen Anlässen verschiedentlich der Fall war. Das Echo in London. London, 24. April (DNB.-Funkspruch) Die Ernennung des Hern von Ribbentrop zum Beauftragten für Abrüstungsfragen wird von verschiedenen Blättern als überraschend bezeichnet. Der Berliner „Times"-Korrespondent sagt, Herr von Ribbentrop sei neuerdings viel gereift und habe sich häufig in London, Paris und anderen Städten gezeigt, wo er mit Politikern, Diplomaten und anderen Persönlichkeiten Unterredungen gehabt hatte. In der „Daily-Mail" heißt es, die Ernennung sei etwas ungewöhnlich, aber es werde vermutet, daß Hitler es vielleicht als notwendig empfinde, abge- fehen von den amtlichen diplomatischen Wegen, auch eine selbständige Verbindung mit den ausländischen Staatsmännern zu haben. Der Berliner Korrespondent des „New Chronicle" spricht von der Möglichkeit, daß der Reichskanzler versuchen werde, durch Herrn von Ribbentrop d i e jetzige Stockung in den Abrüstungsverhandlungen zu beseitigen. plant Italien eine neue Initiative für einen Rüstungsausgleich. Oie französische Politik wird in Rom als taktische Vorbereitung eines Kuhhandels betrachtet. Suvichs Besuch in London. London, 24. April. (DNB.-Funkspruch.) „Daily Telegraph" schreibt: Die Besprechungen des italienischen Unterstaatssekretärs S u v i ch mit Simon, Eden und dem Unterstaatssekretär des Aeußeren Vansittart dürften an Wichtigkeit durch die Tatsache noch gewinnen, daß am Dienstag der Abrüstungsausschuß des Kabinetts eine weitere Sitzung — die vierte feit Eingang der französischen Note — abhalten wird. Mussolini bemüht sich jetzt um einen Plan, der eine B e - g r e n 3 u n g der Streitkräfte Frankreichs und ein gewisses Maß deutscher Rüstungsangleichung einschließen soll. Auch ist er bereit, mit Großbritannien vernünftige Ausführungsgarantien zu erörtern, die Frankreichs Wünsche befriedigen würden. Allerdings wird bei jedem Plan über die Begrenzung der Rüstungen auf ihrem jetzigen Niveau die nachdrückliche Forderung der britischen Regierung nach Gleichheit der Luftrüstungen aller Großmächte berücksichtigt werden müssen, die nach britischer Ansicht am besten in einer Verminderung der Luftstreitkräfte der anderen auf das britische Niveau bestehen würde. Wie man aber hort, hat es Ministerpräsident D o um e r g u e bei seiner Unterredung mit Suvich in Paris abgelehnt, Frankreich auch nur grundsätzlich „auf den italienischen Plan festzulegen . Frankreich werde in Genf von „flagranten Vertragsverletzungen" Deutschlands auf dem Gebiete des Rüstungswesens sprechen. Die französische Regierung rechne auch mit dem Bei - stand der Kleinen Entente, die von einer Aufrüstung Ungarns und Bulgariens nichts wissen wolle. Somit scheine der italienische Plan ebenso wie der britische infolge der Stellungnahme Frankreichs zum Mißerfolg verurteilt zu sein. Das Blatt schließt: „Trotzdem aber sehen weder London noch Rom die Lage als ganz aussichtslos an. Besonders der italienischen Regierung ist es nicht entgangen, daß Frankreich zwar den britischen und den italienischen Plan in gleicher Weise verwirft, die französische Regierung und die öffentliche INeinung Frankreichs aber forlfahren, Garantien der Ausführung und der Sicherheit zu verlangen. Diese Haltung ruft den Eindruck hervor, daß Frankreich durch seine Taktik vielleicht lediglich einen hartnäckigen Tauschhandel vorbereitet, um gleichzeitig ein Höch st maß an Garantien und ein Winde st maß an französischen Rüstungseinschränkungen sowie an deutscher Rüftungsangleichung zu erreichen. Bielleicht ist dies der Grund dafür, daß in Rom entschiedener als in London die Neigung besteht, bald einen weiteren Bersuch zu unternehmen, auf diplomatischem Wege eine einstweilige Beilegung der deutsch - französischen Gegensätze zu er- reichen." Oie Genfer präsidiatsihung auf Ende Mai vertagt. Die Franzosen planen einen Borstotz. Genf, 23. April. (DNB.) Der Präsident der Abrüstungskonferenz Henderson hat die Mitglieder des Präsidiums um ihre Zustimmung gebeten, die Sitzung des Präsidiums auf den 2 9. Mai vormittags anzusetzen und für den Nachmittag desselben Tages bereits den Hauptaus - schuß einzuberufen. „Daily Herold" schreibt zu der von Henderson vorgeschlagenen Verschiebung, die Annullierung der Sitzung vom 30. April sei selbstverständlich, nachdem die französische Reaierung die direkten Verhandlungen so schroff abgebrochen habe. Denn die Aufgabe des Präsidiums sei ausschließlich gewesen, den Fortschritt dieser Verhandlungen zu prüfen. Es sei jetzt wahrscheinlich, daß die französische Abordnung bei Zusammentritt des Hauptausschusses eine Erörterung der deutschen Aufrüstung beantragen werde. Es verlaute, daß das französische Außenministerium eine Erklärung für den Ausschuß vorbereitet habe, in der Beweismaterial für eine ausgedehnte deutsche Aufrüstung seit mehreren Jahren gegeben werde (?). Die Franzosen beabsichtigen, den Ausschuß aufzufordern zu beschließen, daß der Frage der europäischen Sicherheit angesichts der Aufrüstung Deutschlands der Vorrang vor jeder Abrüstungserörterung gebührt. Barthou bemühe sich in Warschau, bie restlose Unter- stützung des französischen Standpunktes durch Polen sicherzustellen. Englische Rückfrage in Tokio. Beunruhigung im englischen Unterhaus. London, 23. April. (DNB.) Die japanische Dar- legung über die Politik Japans im Fernen Osten, die als Kontrollanspruch über Chinas Außenpolitik ausgelegt worden ist, hat im Parlament zu einer großen Zahl von Anfragen geführt. Sir John S i m o n teilte mit, daß er den ©ort- laut der Mitteilung des japanischen Außenministeriums in Umlauf setzen werde. „Diese Erklärung scheint eingegeben zu sein durch die Besorgnis vor gewissen Gefahren für den Frieden, für gute Beziehungen zwischen China und Japan ober für bie Unversehrtheit Chinas, bie sich aus gewissen Hanblungen anberer Mächte in China ergeben könnten. Keine biefer Gefahren braucht befürchtet zu werben aus ber Politik ber britischen Regierung, bie tatsächlich barauf hinzielt, sie zu vermeiden. Andererseits sind der Charakter der Erklärung und gewisse Einzelheiten, wie z. B. die Be- zugnahme auf Einwendungen gegen fin- n anstelle Unterstützung Chinas so be- schaffen, daß ich es für notwendig gehalten habe, mich mit der japanischen Regierung in D e r b i n - düng zu setzen, um den Standpunkt der britischen Regierung klarzustellen." Keine Besoldungsreform zu erwarten. Entgegen manchen in letzter Zeit angestellten Erörterungen über eine angeblich bevorstehende Umstellung der Beamtenbesoldung gab der stellvertretende Beamtenführer Stabsleiter R e u s ch auf einer Arbeitstagung des Amtes für Beamte ber NSDAP, in Berlin bie Erklärung ab, baß eine Befolbungsreform nicht be vorst ehe. Die barüber umlaufenben Gerüchte feien sämtlich falsch. Stabsleiter Reusch teilte weiter mit, baß eine Reihe von befonberen beamtenpolitischen Fragen, die m der letzten Zeit aufgetreten seien, demnächst im Reichsministerium des Innern besprochen wer- den würden. Zur organisationspolitischen Lage der Beamtenschaft erklärte Reusch, daß der Gedanke der Beamteneinheitsorganisation dauernd an Boden gewinne. In absehbarer ZA werde auch der letzte Beamte für den (Sebanmt unb bie Ziele bes Reichsbundes der Deutschen Beamten gewonnen sein. Ebenso würden in Kürze die noch aus der früheren Zeit vor- handenen Beamtenverbände überholter Art zu bestehen aufgehört haben. Stabsleiter Reusch machte schließlich die Mitteilung, daß der Reichsbund als neue soziale Einrichtung für feine Mitglieder die Gewährung von Rechtsschutz einführen werde. Lohnzahlung am 1. Mai Berlin, 23. April. (DNB.) Wie wir erfahren, wirb am 1. Wai, bem nationalen Feiertag bes beut- schen Bolfes, entsprechen!» ber Praxis bes vergangenen Jahres unb entgegen bisherigen anberslaufen- bew Meldungen Lohn gezahlt. Nähere Ausführungsbestimmung ergeht in ben nächsten Tagen. Wechsel in der Führung der Eüdw est deutschen Studentenschaften. Der bisherige Kreisführer Südwest der Deutschen Studentenschaft, Kamerad Gustav Adolf S ch o e l - Heidelberg, wurde mit Wirkung vom 15. April 1934 in die Reichsführung der Deutschen Studentenschaft berufen. Gleichzeitig wurden die Landesführungen Baden-Pfalz, Hessen und Württemberg des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes aufgehoben und zur Kreisführung Südwestdeutschland des NSDStB. zusammengeschlossen. Zum Kreisführer Südwest- deutschland (Baden,Württemberg,Hessen,Pfalz) des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, der Deutschen Studentenschaft und der Deutschen Fachschulschaft wurde der bisherige Stabsleiter bei der Reichsführung der Deutschen Studentenschaft, Kamerad Harald A s k e v o l d , ernannt Askevold war vor mehreren Jahren Führer der Karlsruher Studentenschaft und Kreisleiter VI der Deutschen Studentenschaft. Im Juli 1931 wurde er auf dem Deutschen Studententag in Graz als einer der beiden ersten Nationalsozialisten in die Führung der Deutschen Studentenschaft berufen. Später setzte er fein Studium in Karlsruhe fort, bis der Reichsführer Dr. Stäbe! ihm im Oktober 1933 wieder in die Führung berief. Mit feiner Stellvertretung beauftragte er den bisherigen Landesführer Baden- Pfalz des NSDStB., Kamerad Willi Kunzmann. Der Sitz der vereinigten Kreisführungen ist Karlsruhe. Oie Bäcker stiften 250000 VM. Reichsminister Dr. Goebbels empfing Montag den Präsidenten des Germania-Verbandes deutscher Bäcker - Innungen, Grüßer, und den Reichshandwerkführer Schmidt. Präsident Grüßer machte Dr. Goebbels die Mitteilung, daß die deutschen Bäcker-Innungen neben den namhaften Geld- und Sachspenden, die von den einzelnen Mitgliedern für das Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt worden sind, noch eine Sonderspende in Höhe von einer Viertel Million Mark aufgebracht haben. Diesen Betrag stellt das deutsche Bäckerhandwerk dem Reichsminister für Volksaus- klärung und Propaganda für die Aktion „Mutter und Kind" der NS.-Volkswohlfcchrt zur Verfügung. Dr. Goebbels sprach dem Präsidenten Grüßer als Vertreter der deutschen Bäcker- Innungen Anerkennung und Dank aus und erklärte, daß diese 250 000 Mark für die B e - schaffung zusätzlicher Nahrungsmittel für besonders bedürftige Kinder Verwendung finden sollen. Eine soziale Tat des Reichsbundes der deutschen Beamten. Am Geburtstag des Führers hat der Reichsbund der deutschen Beamten durch den Leiter des Amtes für Beamte der Obersten Leitung der PO., Pg. Hermann Neef, dem Führer als Ausdruck der freudigen Teilnahme an seinem Geburtstage den Betrag von 50 000 RM. für bie Linderung der allgemeinen N o t zur freien Verfügung gestellt. Vor Illusionen wird gewarnt Die elsässischen Autonomisten fordern Rückgabe des Saargebiets ohne Abstimmung. Straßburg, 23. April. (DNB.) Seit langem versuchen elsässische und deutsch-lothringische Blätter auf Grund ihrer besonderen Kenntnis der Verhältnisse im benachbarten Saargebiet, bie französische Bevölkerung über bie wahre Stimmung ber Saarbeoölkerung aufzuklären und vor Illusionen zu warnen. Einen besonders eindringlichen Versuch in dieser Richtung bedeutet eine Straßburger Kundgebung von über 500 Vertretern der Unabhängigen Landes« Partei und der mit ihr vereinigten au ton o« mistischen Kampfgemeinschaft. Es wird nachdrücklichst betont, daß bie gerechte Lösung ber Saarfrage eine unbedingte Voraussetzung b e 5 Ausgleiches zwischen Frankreich und Deutschland ist, dieser wesentlichen Forderung des Grenzlandes Elsaß- Lothringen. Es werden alle Bestrebungen verurteilt, die Zugehörigkeit des ganzen Saargebietes oder einzelner feiner Teile von machtpolitischen und privatwirtschaftlichen, namentlich schwerindustriellen Sonderinteressen abhängig zu machen. Auf Grund der Einsicht in die bisherigen Verhältnisse im Saargebiet glaube man, daß das Saarvolk bei uneingeschränkter Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes ebenso sicher zum Reich zurückkehren werde wie bei entsprechender Lage etwa das lothringische Erzgebiet von Briey zum französischen Mutterlands zurückkehren würde. Frankreich wird gewarnt, Hoff' nungen auf Gegensätze zwischen den Anhängern des Nationalsozialismus und Andersdenkenden zu gründen, die rein innerpolitischer Natur seien. Nur durch friedliche Verhandlungen könnten die großen wirtschaftlichen Belange Frankreichs und namentlich Elsaß-Lothringens im Saargebiet gewahrt werden. Eine Abstimmungskampagns würde aber die schon vorhandene Erregung erheblich {teigem, den deutsch-französischen Gegensatz verschärfen und dadurch solche friedlichen Verhandlungen erschweren oder gar unmöglich machen. Aus diesen Erwägungen heraus wird Seut. 3°. vür, o«t Dor. ? SU be. ? lnacht, M Q[j jeher bi, e'nfuhrey •jH. M* bM. 8> »et. '’S« bet ?’!>!. ’hoj "lobten, ks beul, 'ergänze, rslauten. Aussüh. agen. ötvesi i. Drachen schoel. lpril 1934 i Stuben« ! Laubes« ^rttemberg ätubenten« Mg Süd, menge» tibmeft» ien. Pfalz) Menten« unb ber ige Stabs« ohibenten« ernannt, ihrer ber •r VI ber würbe er als einer i Führung Jäter fehle ier Reichs« wieber in tretung ■er Baben« Kunz« iführungen Frankreich empfohlen, freiwillig auf die Abstimmung z u verzichten, deren Ergebnis ja dach nicht mehr zweifelhaft fein könne. Eine solche befreiende Tat würde einer schweren Belastung der deutsch-französischen Beziehungen ein Ende bereiten und könnte zu einem praktischen Zeugnis deutsch-französischer Annäherung und Zusammenarbeit werden. Neuer Uebergriff gegen die Memelautonomie. Ein litauischer Untersuchungsrichter bestraft den Mcmelpräsidenten. Memel, 23. April. (DNB.) Der Präsident des Landesdirektoriums Dr. Schreiber ist durch einen Beschluß des Untersuchungsrichters Nezkbi- !auskas mit einer Geldstrafe von 250 i2it (etwa 100 Mark) bestraft worden, weil Dr. Schreiber es abaelehnt habe, der Aufforderuna des Untersuchungsrichters, zur Vernehmung als Zeuge liU erscheinen, Folge zu leisten. Dazu schreibt der „Völkische Beobachter" u. a.: Dian hat einen in Jnnerlitauen amtierenden litau- jschen Untersuchungsrichter gegen Dr. Schreiber »argeschickt, der im Einverständnis mit dem Gouverneur gegen Dr. Schreiber eine Geldstrafe erlassen hat. Dr. Schreiber hatte sich mit Recht als Zn- Haber der Exekutivgewalt des autonomen Memelgebietes geweigert, einer Ladung des Untersuchungsrichters zur Vernehmung vor der litauischen Polizei Folge zu leisten. Man bezeichnet den Landespräsidenten des autonomen Memelgebietes in der litauischen Presse als einen „Hergelaufenen". Das Direktorium hat sich nunmehr genötigt aefehen, gegen d i e unverschämten litauischen Hetzblätter Strafantrag zu stellen. Nachrichten darüber wurden vom litauischen Kriegskommandanten bezeichnenderweise wieder einmal unterdrückt. Die deutschmemelländischen Blätter, die eine sachlich behaltene Darstellung des Direktoriums hierzu veröffentlicht haben, wurden in den letzten Tagen beschlag- n a h m t. — Die D A Z. saat: Die Laae im Memel- aebiet hat in der letzten Zeit eine Zuspitzung erfahren, die hochpolitische Bedeutung besitzen rann. Der neue litauische Gouverneur hat sowohl politisch wie polizeilich zu Schikanen gegen die deutsche Bevölkerung gegriffen, Die darauf hindeuten, daß man nur nach dem Vorwand zu einer Aktion gegen das Memel- gebiet sucht. 30 Millionen Menschen in der Deutschen Arbeitsfront. Die größte Organisation der Welt und ihre Neuordnung. Berlin, 24. April. (DNB. Funkspr.) Die politi- chen Leiter der NSBO. und die Amtswalter der deutschen Arbeitsfront des Gaues Groß-Berlin «hielten von dem Organisationsleiter der NSDAP. 8g. Klaus Selzner, der gleichzeitig auch >rganisationsleiter der Deutschen Arbeitsfront und !«er NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" ist, Mitteilungen über den Aufbau und die Neuorganisation der Deutschen Arbeits- r o n t. Danach seien heute in der Arbeitsfront über 22 Millionen schaffender deutscher Menschen jllsammengefaßt. Wenn hierzu dieinderPartei Organisierten — ohne die SA. — gerechnet würben und noch diejenigen, die nach Erledigung ihrer Anmeldung, bzw. nach Durchführung der «aenroärtigen Werbeaktion Mitglieder seien, dann «hörten der Deutschen Arbeitfront wohl wenig- ens 30 Millionen Mitglieder an, die torporatio Angeschlossenen und die in der Landwirtschaft Tätigen eingerechnet. Mit Recht wies der ffiebner darauf hin, daß es eine Organisation in ihnlichem Ausmaß nicht gibt. Um zu verhüten, daß die Organisation auseinanderfalle, fei eine U m o r g a n i f a t i o n der Deutschen Arbeitsfront in Aussicht genommen. Zur sicheren Garantie der Arbeit der Partei ebenso wie der Arbeitsfront werde die mufter» aültige Gliederung der Partei auf die Arbeitsfront übertragen, so daß man auch hier künftig den Bl o ck, bestehend aus 25 Mitgliedern, die Zelle, die Betriebsgemeinschaft, die Ortsgruppe, den Kreis, den Gau und — als neues — den Bezirk kennen werde. Zu dieser regionalen Gliederung trete die vertikale Gliederung der 18 Reichsbetriebsgemeinschaften, die edne Gliederung nach den Berufs st änden darstellt, aufgebaut auf den einzelnen Betrieben über die Ortsgruppen dis zu ihrer obersten Spitze, der Reichsbetriebsgemeinschaft. 16 dieser Reichsbetriebsgemeinschaften wurden von der NSBO., zwei von der NS.-Hago betreut. (Eingebaut in diese neue Organisation wurden die B e r u f s ä m t e r der Kreise, die die Ausbildung des einzelnen und seine Aufstiegmöglichkeiten bis zur höchsten Stelle zu überwachen haben. um l Moickz rbanbes Srüfeer, H PH Reichsminister Geldte spricht in Magdeburg zum NGOKB. Mitteilin i den W« , bie doi für das I Mellt nde in r 'SUxt w deutsche Wsauf« Alt io n kswvM dem M hen Bfe !ank W ir die Bf* liasiini' e Kindt! bundeö i 'S hat h« । den Leit« Leitung btf r als Aus- m Geburt- l für hii> Not zu Magdeburg, 23. April. (DNB.) Im Gründer- («au des Stahlhelms hielt der Nationalsozia- jiistische Deutsche Frontkämpferbund «s t a h l h e l m) in Gestalt einer Auszeichnung ter alten Kämpfer des Stahlhelms aus dem Sabre 1919 feine erste große Kundgebung nach der Umbildung ab. Führer der braunen und feldgrauen Scharen, Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, von Industrie und Handel und viele fffreunde und Verwandte der alten Kameraden hat- Isn sich eingefunden. Franz S e l d t e s erste Worte («alten dem Führer, dem er im Namen des ASDFB. eine große Büste mit der Inschrift „D e m Führer und Frontsoldaten" überreicht ioabe. Dann traten die einzelnen alten Kameraden iror, um aus der Hand des Bundesführers das Ehrenzeichen zu empfangen. Der Bundesführer schillerte dann Entstehen und Vergangenheit des Stahl- iaelms. Von Anfang an habe der Stahlhelm die un- isheuren Werte erkannt, die im deutschen Arie i t e r stecken, und er habe sich dafür eingesetzt, inß diese Werte nicht einer schwarz-rot-goldenen, Ic ner gelben oder roten Führung anheimfallen. Es f: i ihm als Minister eine große Freude gewesen, düs er mit Reichswirtschaftsminister Schmitt das besetz der nationalen Arbeit fertig hatte, das aus tem Arbeiter einen Richtmann mache, das lern Arbeiter die Ehre gebe, indem es ihm Ehren- ssrichte zuerkannte. Besonders ausführlich ging der Minister auf die letzten Jahre ein. Er habe, erklärte er, nicht zu den Leuten gehört, denen die Ereignisse des Jahres 1933 überraschend gekommen seien. Schon 1932 habe er erkannt, daß nicht der reine Soldat siegen würde, sondern der Politiker, der politische Soldat. Es sei gekommen, wie er vorausgesehen habe. Ein Mann aus dem Volke sei erschienen und habe dank seines Frontsoldatenerlebnisses, dank der Reinheit seines Willens und seiner Ziele und dank seiner Fähigkeiten gesiegt. Mit Bewunderung und Anerkennung sähen die alten Kämpfer der Jahre 1914 bis 1918 und von 1918 bis heute auf diesen Frontsoldaten. Längere Darlegungen widmete der Minister der Umbildung des Stahlhelms. Die Treue der Stahlhelmleute sei belohnt worden, ihnen bleibe die Fahne, die Farbe und auch das stolze Stahlhelmsymbol, aber, und das tue er, der Minister, freiwillig und bewußt zusammen mit dem Hakenkreuz. Das sei für ihn kein Nachgeben gewesen, sondern ein Hineingehen in d i e große Kraftquelle der Nation. Der Minister schloß: Wir kämpfen für die Ziele Adolf Hitlers. Sein Reich ist auch unser Reich, für das wir arbeiten, für das wir sterben wollen. Wir wollen aber leben, denn wir wollen das Ziel erreichen für Vaterland, Hindenburg und Adolf Hitler. Sieg Heil! — Die Rede klang aus in dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und des Horst- Wessel-Liedes. slaÄU dcrii'M stimliM Seit W M-E btt E sranzö^ch timmun utläre en. fer NiM q von autono ft Es ßöfun! «fe Lol ' «E h ift, huij L 's Bf? lebietks ’-'tM etDarn Aus aller Welt., Bei einem Brand ums Leben gekommen. Vermutlich infolge einer Fahrlässigkeit ist in Unterschwaningen (Mittelfranken) das Doppelhäuschen d r Schuhmacherswitwe Kapp und der Landarbei- hrin Christine Ott v o n einem Schadenfeuer e ngeäf d)ert worden. Bei den Aufräumungs- a beiten fand man die halbverkohlte Leiche der Zujährigen Frau Kapp unter den Schuttresten auf. Das gefährliche Slreichholzspiel. In der „Neumühle" bei Schönburg (Prov. Sach- kn) verursachten zwei vier- und sechsjährige Kinder durch Spielen mit Streichhölzern einen Jranö Das vierjährige Kind fand den Tod in b»n Flammen. Der Vater zog sich beim Rei- timgsversuch erhebliche Brandwunden zu. Drei wagen eines Neuyorker Bororlzuges ausgebrannt. In Nevark brach infolge einer durchgebrannten Sicherung in einem Personenzug, der auf der Fahrt nuch Neuyork war, Feuer aus. Drei Wagen brann- trn vollständig aus. Der Zug konnte noch recht- z ntig zum Stehen gebracht werden, so daß d i e Fahrgäste unverletzt blieben. Auch ein altes Bahngebäude auf der Strecke fing ?2uer und ging in Flammen auf. Dillinger und seine Bande wieder entkommen. Wie aus (Eagle River gemeldet wird, war es dir Bundespolizei und der Gendarmerie gelungen, ir der Nähe von Mercer in einem W alv - Inger Dillinger und feine Bande erneut zu stellen. 1 iüinger hatte sich dort in einer Waldschenke nieoer- gllassen, die in weitem Umkreis umzln- gs 11 wurde. Die Polizisten warfen Tranen - gasbomben in die Waldschenke und gingen dmn vor. Zu ihrem großen Erstaunen fanden sie o:oer nur drei Frauen vor, die entschieden Luaneten, Dillinger und seine Bande zu kennen. Blllinger war wieder einmal ein Durchbruch gelungen. (Ein Gendarm, der bei dem Feuergefecht, in dessen Verlauf drei Polizisten erschossen worden waren, am Sonntag verwundet worden war, ist seinen Verletzungen erlegen. Schweres Brandunglück in der Slowakei. Der Ort B a b i n im Komitat Arva wurde von einem großen Brand, der sich infolge des Sturmes mit rasender Schnelligkeit ausbreitete, heimgesucht. 130 Häuser brannten nieder. Der ganze Ort besteht nur noch aus Trümmern. Drei Menschen fielen den Flammen zum Opfer. Auch viel Vieh kam in den Flammen um. Wettervoraussage. Die neue Störung rückt schnell ostwärts vor und bringt feuchte Luft nach dem Festlande. Somit wird sich der Witterungscharakter weiterhin wechselhaft gestalten, so daß bei meist bewölktem Himmel zeitweise Niederschläge auftreten. Aussichten für Mi11woch: Mejst wolkiges und wechselhaftes Wetter, Temperaturen wenig verändert, zeitweise Niederschläge. Aussichten für Donnerstag: Teils bewölkt, teils aufheiternd, noch einzelne schauerartige Niederschläge. Lufttemperaturen am 23. April: mittags 10,4 Grad Celsius, abends 7,9 Grad; am 24. April: morgens 7,3 Grad. Maximum 10,5 Grad, Minimum 6,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. April: abends 10,6 Grad; am 24. April: morgens 8,7 Grad Celsius. — Niederschläge 1,3 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: I Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. HI. 34: 11550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. ERNTEN 28 BIS 30 ♦ MUSTERCIGARETTEN ♦ MISCHUNGSNUMMER R 6 o/M [e wird ausschließlich ohne sämtliche Tabkke zweimal LD REEMTSMA CIGARETTENFABRIKEN G.M.B.H. ALTONA-BAHI ein 'lagen unseres technischen Mustervöllig neuen Methoden hergestellt. Fabrikations- auf I vd § r, 1 0 Aki Oie Cigaretten Uu: Methoden, die ruMiM Ä- ■ ■J - y ‘ 1 Die edite und die falsche Dor alles Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag. Halle (6.) 24 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Ihre Erregung, ihre Angst von vorhin waren plötzlich wieder da, und in ihren Ohren klang es nach: Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, ich werde Sie vom erstbesten Schupo verhaften lassen, wenn ich Sie noch einmal, so wie heute, dabei ertappe, daß Sie weiter unter falscher Flagge segeln! Der Teufel mußte sein Spiel mit ihr treiben, oder war es der Wein, der sie zwang, die Worte zu Doktor Meerhold zu sagen? Wenn auch mit unterdrückter Stimme, so doch klar und deutlich. Doktor Meerhold erwiderte ihren Blick völlig verständnislos. Was meinte denn Regina Graoen eigentlich? Der Satz, den sie so betont gesprochen, hatte doch gar keinen Sinn. Er zuckte lächelnd die Achseln. „Ich segle bestimmt nicht unter falscher Flagge, Fräulein Groven. Was meinen Sie mit den Worten? Wollen Sie sich nicht, bitte, etwas deutlicher ausdrücken?" Reginas Augen waren von feuchtem Schimmer überzogen. „Ach du lieber Himmel, Sie haben mich völlig mißverstanden. Ich wollte Ihnen nur sagen, daß das mit meinem Rechtsgefühl nicht stimmt. Das von eben, dem Schupo und dem Segeln unter falscher Flagge, das hat man zu mir gesagt." Sie preßte durch die Lippen hervor: „Das habe ich mir jagen lassen müssen! Also, mit meinem Rechtsgefühl ist es nicht so weit her. Eine Schwindlerin bin ich, habe mich unter falschem Namen in ein fremdes Haus eingeschmuggelt, und es ist ganz in der Ordnung, wenn man mir vorwirft, ich hätte danach kein Recht mehr, mich mit einer hochachtbaren jungen Dame an einen Tisch zu setzen." Doktor Meerhold legte impulsiv seine Hand auf die ihre, die, ihm nahe war. „Liebes Fräulein Graven, Sie reden irr. Ich bin in Sorge um. Sie, der Wein ist doch wohl zu schwer. Kommen Sie, ich geleite Sie heim, denn Sie sind unfähig, das zu tun, dessen Sie sich anklagen. Wenn S i e eine Schwindlerin sind, bin i ch ein Hochstapler!" Sein Glaube an sie tat ihr gut, war wie ein erfrischender Luftzug in der heißen Beklemmung von Scham, in die sie Frau von Stübnitz gejagt. Sie sah ihn dankbar an und sagte leise: „Der Herr Landgerichtsdirektor weiß die Wahrheit, nun sollen Sie die Wahrheit auch wissen." Er ließ seine Hand wie beruhigend auf der ihren. und Regina erzählte ihm alles. Erzählte ihm, warum Sie getan, was Frau von Stübnitz, die doch jo lieb und gut zu ihr gewesen, nicht verstand oder verstehen wollte. Ganz still hörte Holm Meerhold zu, bis sie geendet, sagte dann halblaut: „Ein ganz verrücktes Stückchen hat das Müdel da in Mooshausen in Szene gesetzt, und es gehört allerhand Mut von Ihnen dazu, in dem Stückchen mitzuspielen. Aber Frau von Stübnitz Hütte den Streich mit Humor parieren jollen statt mit Verachtung und Strenge." Er lächelte: „Arme Regina Graven, Ihre Hilfs- bereitschaft für die übermütige Freundin ist Ihnen sehr schlecht bekommen. Im übrigen war das Zusammentreffen heute ein großer Zufall. Davor brauchen Sie sich nicht mehr zu fürchten, der Zufall dürfte sich kaum wiederholen. Schlagen Sie sich die Gedanken aus dem Kopfe und freuen Sie sich, auf dem Umweg über Ihr Berliner Abenteuer zunächst im Hafen einer guten Stellung gelandet zu sein. Nebenbei bemerkt, ich sehe Sie, nachdem ich alles weiß, noch genau so wie vorher." Regina Graoen erwiderte dankbar: „Wie gut Sie sind, wie viel milder als Doktor Konstantin!" Wie eigen Sie den Namen aussprach! Weich und sehnsüchtig! Er sah sie forschend an. „Sie lieben Peter Konstantin? Ich kenne ihn auch." Sie blickte verträumt ins Leere. „Ich weiß es nicht, aber es mag wohl so sein." Er empfand plötzlich Zorn gegen Peter Konstantin. Wußte der denn nicht, daß er dem schönen Mädchen nicht gleichgültig war? Und wenn er es auch nicht wußte, so hätte er es doch nicht geschehen lassen dürfen, daß Regina Graven in seiner Gegenwart beleidigt wurde. So schwer beleidigt. Sie gingen jetzt, und draußen in der kalten Luft begriff Regina mit einem Male nicht mehr, daß sie so offen zu Doktor Meerhold gesprochen hatte. Am nächsten Tage begriff sie es noch weniger. .Sie verschwieg Jobst Freese sowohl ihr Zusammentreffen mit Frau von Stübnitz und Peter Konstantin i als auch das mit Doktor Meerhold; denn Holm' Meerhold hatte gemeint, es wäre besser so, da Jobst Freese seinen Kopf nicht, unnütz belasten solle. Als der junge Anwalt am nächsten Tage ins Zimmer trat, dachte Regina, durch die gestrige Begegnung noch erregt, sofort an Peter Konstantin. Die Aehnlichkeit bedeutete für sie zugleich Glück und Schmerz. Und sie ließ ihre Phantasie frei schalten und walten, bildete sich ein, Doktor Meerhold wäre der andere, den sie nicht vergessen konnte und dem sie doch gar nichts galt, gar nichts, sonst hätte er es nicht geduldet, daß man sie in seiner Gegenwart so entsetzlich tief erniedrigte. Holm Meerhold ging mit prüfenden Augen um den großen Weihnachtsbaum herum, der am Boden stand und beinah bis zur Decke reichte. Er lobte: „Fein haben Sie die Tanne geschmückt, Fräulein Graoen, und noch dazu ganz allein. Allerhand Hochachtung ffir die Leistung. Wundervoll steht das zusammen aus, die dünnflockige Watte und die schmalen Silberfäden. Wenn die Kerzen nachher brennen, muß es ein märchenhafter Anblick sein." Regina lächelte ein wenig und dachte, wenn sie nur das bange, schwere Gefühl verscheuchen könnte, das von dem gestrigen Erlebnis in ihr zurückgeblieben. Jobst Freese hatte den jungen Anwalt, seinen Mitarbeiter, am Abend zur Weihnachtsfeier eingeladen. Er sagte freundlich: „Ich freue mich, den heiligen Abend mit zwei jungen Menschen zu feiern. Voriges Jahr war ich recht einsam." „Ich auch!" schloß sich Regina Graven an. Doktor Meerhold nickte: „Ich ebenfalls. Im vorigen Jahre hatte ich mir eine winzige Tanne in einem Blumentopf gekauft und mir einen neuen Rasierapparat zugelegt, mich selbst damit beschert." Er seufzte erinnernd: „Weihnachten so mutterseelenallein ist sehr traurig." Er schloß mit frohem Blick: „Dieses Jahr feiern wir es zu oritt — hübsch ist das!" Es ging auf sechs Uhr, und draußen fiel der erste Schnee in diesem Jahre. Zart und flaumig schwebten die Flöckchen nieder. Um sechs Uhr begann die erste Christandacht. Man ging zu dritt in die nahe Kirche, und als Regina zwischen den beiden Männern Platz genommen, empfand sie ein wohliges Gefühl von Geüorgensein. Die Orgel erhob ihre mächtige Stimme, die hallend von den Wölbungen des Gotteshauses zurückprallte und sich in der Kuppel machtvoll zusämmenfand, zu einer dichten Wolke von Wohllaut. Der Kirchenchor setzte ein, und hell wie aus Engelskehlen klang es aus der Höhe: „Es ist ein Ros' entsprungen..." Dann sprach der Pfarrer, ein Mann mit liebem, altem Gesicht. Seine Rede war warm und zu Herzen gehend. Er schloß: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!" Regina dachte an den Abend zuvor, tupfte ver- stöhlen eine Träne ab.- Sie verscheuchte die Rührung sofort. Nur jetzt nicht meinen —- nein, nur jetzt nicht meinen! Sie hatte rnohl allen Grund, mit ihrem Schicksal zufrieden zu sein. Es ging ihr gut, es ging ihr sogar sehr gut, rno es allzuvielen schlecht ging; sie hatte sich aus der Arbeitslosigkeit retten können hinein in einen ihr lieben Beschäftigungskreis, und gute Menschen standen ihr bei. Dankbar sah sie Jobst Freese an, der ihr freundlich zunickte, als verstehe er den Blick. Ein rnenig scheu sah sie dann den schlanken Mann an, der an ihrer linken Seite saß. Er mar emst, aber ein Lächeln mar in feinen Augen. Sie mußte mieder an den anderen denken, an Peter Konstantin. Um sieben Uhr ging man heim, und kaum zu Hause angekommen, baute der alte Herr gleich auf, steckte die Kerzen am Baume an, rief dann Regina, Doktor Meerhold und die Wirtschafterin, Frau Malmine. Der Daum sah wirklich herrlich aus. Er stand in einer Ecke, füllte sie ganz aus; feine Spitze stieß fast an die Decke. Wie hell die Kerzen leuchteten, wie die Silberfäden funkelten und gleißten! Der alte Herr saß am Klavier und spielte. Breit und getragen schmebte es durch das große, behaglich altmodisch eingerichtete Zimmer: „Stille Nacht, heilige Nacht..." Regina begann leise mitzusingen; allmählich mürbe ihre Stimme lauter, und Die rneiche Altstimme schmiegte sich kraftvoll und doch biegsam in die Akkorde des Pianos. Der letzte Ton verhallte, und Holm Meerhold lobte erstaunt: „Welch schöne Stimme haben Sie, Fräulein Graven!" Der alte Herr hatte Regina ein paar gute Bücher, ein elegantes Handtäschchen mit einem größeren Geldschein und eine Bonbonniere geschenkt; auch Holm Meerhold erhielt etmas von ihm. Regina schenkte dem alten Herrn ein Kissen für seinen Schreibtischstuhl. Nachdem noch die Wirtschafterin von Jobst Freese an ihren Gabentisch geführt morden mar und nun ganz versunken und glücklich davorstand, langte Holm Meerhold in die Tasche und zog ein kleines Etui hervor. Er hatte nicht gemußt, mas er Regina schenken sollte und doch das Verlangen danach ge- habt. Besonders seit dem vergangenen Tage. Sie tat ihm so leid, er mollte ihr auch eine Freude bereiten. Auch münschte er, sich dankbar zu ermeisen, meit sie so fleißig und geschickt arbeitete. Ihm mar aufgefallen, daß Regina Graven gar keinen Schmuck besaß, nicht einmal ein einfaches Ringlein. Und schließlich lieben wohl alle jungen Damen Schmuck. Deshalb hatte er noch am Abend zuvor, im ersten Impuls nach dem Zusammensein mit Regina in der kleinen Weinstube, in einem Juweliergeschäft einen sogenannten Freundschaftsring gekauft. Er mollte ihr durch das Geschenk sagen, sie könne immer auf seine Freundschaft bauen. Jetzt reichte er Regina Graven den Ring, sagte lächelnd: „Ich hoffe. Sie verstehen, mas Ihnen der Ring sagen soll, und denke, Sie nehmen ihn von mir an. Sie mürben mich baburch glücklich machen." Es klang sehr marm, unb ber alte Herr, ber ben beiben eben halb ben Rücken zugemanbt, brehte sich hastig um, strahlte plötzlich über bas ganze Gesicht unb schüttelte bem etmas verblüfften Doktor Meer- holb lebhaft beide Hänbe. „Eine glänzenbe Idee, lieber junger Freunb!" Er atmete etmas kurz; in letzter Zeit litt er an Atembeschmerben. „Ja, ja, ich glaub's, Regina gefällt Ihnen. Unb schnell haben Sie sich verliebt. Habe nichts baoon bemerkt. Ader Sie können sich gar nicht vorstellen, mie ich mich über Ihren Ent- jchluß freue." Er nickte bem jungen Mäbchen zu. „Liebe Regina, ben Ring sollen Sie nehmen — einen zuverlässigeren ßebensfameraben als meinen lieben Holm Meerholb können Sie gar nicht finben." (Fortsetzung folgt.) r w .UAWtz. Bei Magen und varmleiden bringt regelmäßig getrunken rafch Linderung. Er fchmocht angenehm, ist leicht verdaulich und gibt neue Kräfte. Rur echt in blauen Schachteln ju 90 Pfg. niemals Io f e! Zirka 60 000 Fichtenpnanzen gibt ab r««M Gntiverwaltung G rzhamen Marburg a.d.Lahn (Land) Aigelkahn z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 2465D an ben Gieß. Anz. I Verschiedenes I Erbsemelier Bohnenstangen Bosen- nnd TomatenpUhle empfiehlt billigst H. 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April entschlief unser Kamerad Herr August Schwan der 45 Jahre dem Verein als treues und eifriges Mitglied angehörte. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 25. April, vormittags 11 Uhr, auf dem Alten Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vereinsitihrer. . __2467 1' Nachruf. Tief erschütterte uns die Kunde von dem Ableben unseres 1. Vorsitzenden Herrn August Schwan Gießen, der 32 Jahre lang mit großer Umsicht und Tatkraft unseren Verein leitete. Wir verlieren mit ihm nicht nur einen guten Berater,sondern aueh einen treuen Freund. Wir werden daher seinen Namen stets in Ehren nennen. Der Verein Hundesport Gießen u. Umg. ________________________________________________2470 0 Untor Garantie worden auch Jhre ommersprossen u. HHhjnrmigkeilen durU> CH DrudtreyJ Drula Bleichwachs Wi restlos beseitigt, jetzt nur 2mm.. Nur in Apotheken erhältlichI Zu verkaufen: GB3limnet-, SdjIoßUnm.. -fiüdjen- und sonstige möbel. SSlas Sosa am 26. 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Wie sehr die Siedlung sich entwickelt hat, zeigt unser Bild rechts, das einen Ueberblick über die heutige Stadt Lüderitzbucht gibt. — Oben rechts: Die Hissung der deutschen Flagge in Angra Pequena durch die Mannschaft der deutschen Korvette „Leipzig", deren Entsendung den ersten militärischen Schutz für die neue Kolonie bedeutete. Mit den deutschen Leitern in Nizza. partements Alpes Maritimes Benedetti, der hiesige Divisionskommandeur und die Turnierleitung, deren Seele Graf Gantier-Dignal ist, haben ihr Möglichstes getan, um den zahlreichen ausländischen Gästen den Aufenthalt angenehm zu gestalten. Die Natur und die Lage Nizzas boten die besten Voraussetzungen dazu. Alles in allem kann man es schon heute als sehr erfreulich bezeichnen, daß Major von Walden fels mit seinen Reitern die weite Fahrt von Hannover bis Nizza unternahm. Unseren Reitern wünschen wir für Nizza und für das anschließende Turnier von Rom den besten Erfolg, wie freuen uns an dem Eindruck, den sie hinterlassen haben. Wenn die Trinksprüche auf den Reichspräsidenten und den Präsidenten der französischen Republik, sowie auf die deutsche und die französische Armee, die hier gewechselt wurden, mit dazu helfen, daß unnötige Hemmungen zwischen hüben und drüben beseitigt werden, so sind nicht umsonst die Farben des Dritten Reiches in l'Arenas aufgezogen und das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied vor den Franzosen erklungen. Ser28.Sängeriag desSeuffchen Sängerbundes 1 I Der Bundesvorsitzende und die Ehrengäste der Berliner Tagung. — Don links: Der württem- bergische Staatsminister Schmidt; der Leiter des Außenpolitischen Amtes der NSDAP., Alfred Rosenberg, der als Ehrenführer des,Bundes der Tagung beiwohnte; der neue Vorsitzende des Bundes, Oberbürgermeister Meister (Herne i. W.); der bisherige Bundes- Vorsitzende Rektor Brauner. Kameradschaftlicher Willkomm. - Starke Konkurrenz. Don unserem nach Nizza entsandten v. G.-Sonderberichterstatter Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Nizza, den 22. April 1934. Sollte man es glauben? Sechzehn Jahre nach dem Kriege sind deutsche Uniformen in Nizza noch ein Ereignis. Aber es ist kein Zufall, daß eine sportliche Veranstaltung den Anlaß für den ersten offiziellen Besuch einer deutschen Offiziersmannschaft in Frankreich gab. Auf dieser Grundlage vermögen sich erfahrungsgemäß Vorurteile und Mißverständnisse und son- stiae Abneigungen, die zwei Völker trennen könnten, nicht zu behaupten Als die deutschen Reiter die Einladung zum 14. Internationalen Militär-Reitturnier nach Nizza annahmen, um den Besuch der französischen Offiziersmannschaft in Berlin zu erwidern, hätte so mancher, der die Stimmung in Nizza und Umgebung kannte, nicht geglaubt, daß die Aufnahme unserer Offiziere hier so herzlich und kameradschaftlich ausfallen würde, wie wir sie in diesen Tagen erleben. Reiter und Pferde sind auf das beste untergebracht und genießen olle Aufmerksamkeiten, die man sich denken kann Die Berührung französischer und deutscher Reiteroffiziere in Berlin und Nizza hat sogar manches sonst ablehnende französische Blatt dazu bewogen, dem Reitsport die Rolle einer Entspannung in den deutsch-französischen Beziehungen zuzubilli- gen. Dabei hätten unsere Offiziere um dieses Er- gebnis nicht einmal zu reiten brauchen: ein im Bild festgehaltener Händedruck eines französischen Das Daimler-Denkmal in Schorndorf In dem Städtchen Schorndorf bei Stuttgart wurde zum Gedenken an den Pionier des Kraftwagenbaues, Gottlieb Daimler, der vor 100 Jahren dort geboren wurde, ein Denkmal enthüllt. — Unten links: Der württembergifche Reichsstatthalter Murr bei feiner Weiherede, W und deutschen Generals vor dem Ehrenmal der Gefallenen von Nizza und der persönliche Kontakt des Publikums mit den Reichswehroffizieren waren in dieser Hinsicht wirkungsvoller als die sportlichen Leistungen der deutschen Equipe. Auf alle Fälle ist es eine Tatsache, daß auch das Reitturnier von Nizza zur gegenseitigen Verständigung beiträgt. Nizza beherbergt diesmal neben der französischen sechs ausländische Offiziersmann- j ch a f t e n, die an dem Turnier teilnehmen: bis auf die Deutschen — fast alles altbekannte Gäste. Die Ita- l i e n e r sind in einer hervorragenden Besetzung erschienen und haben sich bisher täglich einen ersten und mehrere dritte und vierte Preise geholt; Pferde und Reiter machen einen vorzüglichen Eindruck und selbst an die neue Uniform gewöhnt man sich all- mählich. Die Italiener haben nicht umsonst ihren Pferdebestand in den letzten Jahren durch Ankauf französischer hoch im Blut stehender Pferde ergänzt. Ihnen ist hier eine willkommene Gelegenheit geboten zu zeigen, was sie inzwischen aus dem französischen Material gemacht haben Die Schweizer können vor allem auf den jungen Dragonerleutnant Schwarzenbach stolz sein, der sich mit seinen beiden gut und ruhig gerittenen Pferden bereits zweimal an erste Stelle gebracht und außerdem stets wohlverdienten Beifall gefunden hat. Die französische Equipe zeichnet sich durch glänzendes Material aus. Frankreich verfügt über eine eindrucksvolle Zahl von Spitzenpferden mit ungeheurem Galoppiervermögen und großartiger Sprungleistung. Unsere Pferde sind in Nizza fast ausschließlich auf den Wettbewerb mit französischen Pferden angewiesen, da außer Frankreich und Italien auch die Spanier, Portugiesen und einige Schweizer ebenfalls auf französischen Pferden reiten. Die französische Mannschaft hat bisher trotz sehr schöner Leistungen aber nicht den Erfolg der Italiener und Schweizer aufzuweisen vermocht. Zum Sport gehört Glück! Die Polen hinterlassen einen gediegenen Gesamteindruck, die Portugiesen und Spanier sind neben wunderhübschen Spitzenleistungen in diesem Jahr ungleichmäßiger als sonst. Unsere eigenen Kanonen sind bisher noch nicht in Erscheinung getreten. Der Grund mag darin zu suchen sein, daß die neuartigen Ausschreibungen und eine unbekannte Bahn erst näher einstudiert werden müssen. Der Turnierplatz in dem wesllichen Viertel von Nizza, l'Arenas, am Strande gelegen, gewinnt bei näherer Betrachtung durch das einzigartige Panorama, das Meer, Berge, Himmel und Flora in weitem Kreise um ihn bilden. Gewärmt von südlicher Sonne sitzt man auf den geräumigen Tribünen und läßt seinen Blick von den Schneekoppen der Maritimen Alpen bis zu den am Horizont verschwindenden Kriegsschiffen schweifen. (Zwischendurch hat auch hier ein verheerender Sturm geherrscht. D. Red.) Einen festlichen Anblick bietet auch die stattliche Menge, die Tag für Tag aus Nizza und Umgebung zusammenströmt, um dem Reitturnier zu folgen. Der Mode scheint freierer Lauf gelassen. Helle Farben herrschen vor. Neu sind die kleinen Sträuße aus bunten Feldblumen auf den Hüten. Inmitten der verschiedenen Uniformen zeichnet sich der rote Burnus Ge - neral Blanchards, des Präsidenten der Jury, ab, den er als ehemaliger Kommandeur der Kavallerie von Tunis und Algier trägt. Neben General Blanchard sieht man meist den deutschen General Freiherrn von Dalwigk zu Lichtenfels, den Kommandeur der Reitschule Hannover. Unter den Zuschauern erkennt man verhältnismäßig viele Deutsche: u. a. den Generalkonsul aus Marseille, Dr. Meyer-Rodehüser, der durch seine persönlichen Beziehungen zu den Behörden von Nizza viel zur Vorbereitung der Atmosphäre beigetragen hat, ferner Generalleutnant Kühlenthal, den deutschen Militärattache in Paris. Auch in diesem Jahr ist das Reitturnier von einem Kranz eleganter geselliger Veranstaltungen umgeben. Der Bürgermeister der Stadt, der gleichzeitig Präsident des Turniers ist, der Abgeordnete M e d e e i n, der Präfekt des De« Schnelligkeit und Sicherheit im Ausbau des deutschen Luftverkehrs. Neuerungen für den Sommerfahrplan der Lufthansa. B e r l i n, 23. April (DNB.) Direktor Wronsky von der Deutschen Lufthansa gab der Presse zu dem am 1 Mai in Kraft tretenden neuen Sommerflugplan Erläuterungen. Seit Jahren verfolgte die Deutsche Lufthansa den kühnen Plan, eine Luft Verbindung nach Amerika zu schaffen. Deutschland, ohne Kolonialbesitz, Der« ügt über keine Stützpunkte in Heber» e e, die allen anderen Großmächten zur Der- ügung stehen. Dennoch wurde der Luftweg über den Ozean von der Deutschen Lufthansa im planmäßigen Verkehr erschlossen. Jahrelange Vorbereitungen waren erforderlich, bevor die Deutsche Lufthansa an die Schaffung des schwimmenden Flugstützpunktes „Westfalen" und die Aufnahme des Flugdienstes gehen konnte. Der Dampfer „Westfalen", der erste schwimmende Flugstützpunkt der Welt, ist in der Lage, den wechselnder Wetterlagen durch Standortwechsel zu entsprechen und so den Flug durch das jeweils günstigste Wetter möglich zu machen Dadurch, daß die Flugboote des Deutschen Transozeandienstes an keinen starren Flugweg gebunden sind, ist es gelungen, die planmäßig angesetzte Reisezeit in den meisten Fällen erheblich zu überbieten. Während die planmäßige Reisezeit von Deutschland bis zur brasilianischen Küste fünf Tage vorsieht, gelang es erst kürzlich, den Flug in zwei Tagen 23 Stunden durchzuführen. Durchschnittlich werden etwa vier Tage benötigt. Im Sommer 1934 wird der 14tägige Dienst zu einem 7tägigen verdichtet. Zunächst durch die Fahrten des Luftschiffes „Graf Zeppelin", später dann auch durch Lusthansa-Flug- zeuge. Durch die Einführung einer Funkbake, die dem Flugzeugführer die unmittelbare Erkennung seines Landefluyweges auch bei unsichtbarem Wetter ermöglicht, wird eine bedeutende Entlastung der Besatzung bei der Schlechtwetterlandung eintreten. Diese Bake, die aus technischen Gründen auf einer Wellenlänge von 9 Meter arbeitet, legt bis zu einer Entfernung von etwa 30 bis 40 Kilometer einen Richtstrahl in die Anflugrichtung. Der Flugzeugführer kann mit Hilfe einer Empfangsanlage optisch und akustisch den Richtstrahl verfolgen und somit, ohne durch Windversetzungen vom richtigen Kurse abgebracht zu werden, durch die Hinderniszone den Hafen anfliegen. Als weitere Verbesserung der Einrichtungen für Schlechtwetterlandungen sind kleine Markierungsbaken geschaffen worden, die in bestimmter Entfernung von Flughäfen aufgestellt sind und dem Flugzeugführer die Möglichkeit der Entfernungsbestimmung geben. Als neues Flugzeug im Personenluftverkehr wird das Schnellverkehrsflugzeug Heinkel He 70 auf den Blitzstrecken verwendet werden. Mit ihrer Höchstgeschwindigkeit von über 360 Sdkm. ist die He 70 das zurzeit schnellste Verkehrsflugzeug der Meld. Die Kabine dieses Flugzeuges bietet vier bis fünf Fluggästen Platz. Außerdem werden von der Deutschen Lufthansa Schnellverkehrsflugzeuge vom Typ Junkers Ju 160 in Dienst gestellt, dis zur Aufnahme von sechs Fluggästen und zwei i Mann Besatzung eingerichtet sind. Mit diesen Flugzeugen will die Deutsche Lufthansa auf den Strecken fliegen, die zur Zeit noch mit älteren und langsameren Flugzeugmustern beflogen werden. „Sibyllen und Propheten.. Unpolitischer Brief aus der Reichshauptstadt. Mit dem 1. Mai tritt für den Landesbezirk Der- lin eine Polizeiverordnung in Kraft, durch die dem „W a h r f a g e - U n w e f e n", wie es in der Der- ordnung heißt, ein Ende gemacht werden fall. Sie richtet sich gegen V o l k s f ch ä d l i n g e, die die Leichtgläubigkeit und Torheit anderer ausnützen und sie durch ihren angeblichen Einblick in die Schicksalsgestaltung oft genug nicht nur materiell schädigen, sondern seelisch und geistig in Verwirrung stürzen So „Helle" die Berliner im allgemeinen sind — es gibt doch Tausende und Abertausende, die ihre Zuflucht zu jenen weisen Frauen nehmen, denen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Fragenden in Spielkarten und Kaffeesatz offenbart. Erschütterte Zeiten leisten der Neigung des Menschen, dem Unerforschlichen auf dunklen Wegen beizukommen, natürlich besonders Vorschub und so ist es begreiflich, daß nach dem Kriege alles, was mit Okkultismus zufammenhing: Wahrsagen aus Karten, Handlesen, Horoskopdeutung u. ä. einen großen Aufschwung nahm und durch die Verbreitung in allen Schichten zu einer Gefahr wurde. Okkultismus wurde „große Mode" und ein Geschäft aller Grade. Dom primitiven Bauchladen mit dem Wellensittich, der für einen Groschen aus einem Kästchen einen „Glücksbrief" zupfte, bis zu den „okkulten Logen", in denen durch einen sehr amerikanisch betriebenen kaufmännischen Apparat denen die nicht alle werden, für teures Geld okkulte Bücher, siderifche Pendel, Planeten und Gestirn- stunden-Tabellen und andere geheimnisvolle Hilfsgeräte verkauft wurden, gab es alle Möglichkeiten, das Schickfalsgeheimnis zu enträtseln. Schwindler und Betrüger bemächtigten sich tröst- und HUsesuchender Seelen, brachten sie um Vermögens- refte ebenso wie um karge Groschen. Man raunte sich die Adressen hellsehender Frauen und dämonischer Männer zu, die alle „fabelhaft" waren. Man flüsterte von „großen Politikern", die sich ihre Weisheiten bei Madame X holten ... • Die arme Arbeiterfrau schlicht heimlich zu „M u t- ter Mild e", die für fünfzig Pfennig aus schmutzigen Karten las, daß „überm großen Weg" eine Erbschaft in Aussicht stehe. Von einer braven Arbeiterfrau, die einen guten Mann und vier gesunde Kinder hatte, erzählte ein Armenanwalt, daß sie sich scheiden ließ, weil eine Sibylle ihr geweissagt hatte, daß „n* jekreentet Haupt" sie zu heiraten beabsichtige. Um für diesen großen Augenblick frei zu fein, ließ die Frau sich scheiden. Der Mann willigte schließlich ein, weil die Frau, verrückt gemacht durch die Prophezeiung, ihre Familie vernachlässigte, das Geld zu Wahrsagerinnen trug, die ihr das kommende Glück und das „gekrönte Haupt" nicht großartig genug schildern konnten. Erbschaftsprozesse auf dem dunklen Hintergrund „okkulter Erlebnisse" gab es in Masse, Selbstmorde, Irrsinn. Erst dieser Tage las man von einer Frau, die an einer spiritistschen Sitzung teilnahm, in der der Geist ihres verstorbenen Mannes zitiert wurde; der erklärte ihr, daß sie am 10. April sterben werde. Die Frau bestellte sich einen Sarg, benachrichtigte ihre Verwandten, legte sich im Totenhemd in den Sarg und erwartete in geistiger U m n a ch t u ng ihr Ende ... Ein Fall unter vielen. Sibyllen und Propheten! Wer dächte nicht an die Anfang Januar 1933 verstorbene Frau Lisbeth S e i d l e r, deren Kundenkreis dis zu den Gebrüdern Sklarek reichte! Denn die großen Betrüger wollten auch ihrerseits betrogen fein und besonders war es Max Sklarek, der vor jeder „Transaktion", durch die er die Berliner Bürgerschaft betrog, von Frau Seidler „beraten" werden wollte, um ganz sicher zu gehen. Aber so hellsichtig war nun wieder die berühmte Frau Seidler nicht, daß sie die wirkliche Zukunft der trefflichen Gebrüder vorausgesehen hätte. Im Gegenteil, die Hellsichtigkeit von Frau Lisbeth erwies sich für sie und andere Leute als eine äußerst dunkle Angelegenheit, die ins Verderben führte. Frau Seidler war es, die durch ihre medialen Fähigkeiten die Geschäftsverbindung zwischen den Gebrüdern Sklarek und Herrn K i e - bürg, dem Direktor des Berliner Anschaffungsamtes herstellte. Natürlich auf „okulte" Weise. Die „Pythia", wie die dankbaren Brüder Sklarek Frau Seidler nannten, flüsterte im Trance Max Sklarek die Weisung zu, nach dem Herrmansplatz in Neukölln zu fahren und dort neben dem Zeitungskiosk einen Herrn anzusprechen, der aus einer grauen Tüte essen werde. Das Wunder trat ein: neben dem Zeitungskiosk stand Herr Kieburg und aß Keks aus einer grauen Tüte. Die Geschäftsverbindung der sauberen Leute war hergestellt und stand sichtlich unter dem Schutz okkulter Kräfte ... Der Stadt Berlin kam diese Hellseherei der Frau Seidler ziemlich teuer zu stehen. Große Betrüger, kleine Betrüger, arme Betrogene, dumme Belogene, Schwindler und Gutgläubige — alle stellen sie die Gemeinde der „Hellseher^ und derer, die sich hellsehen lassen wollen, ein kleiner Hexensabbath. Nun hat er ein Ende. Reine, klare Luft soll im neuen Deutschland wehen, all der Spuk von Gerissenheit und Dummheit wird ausgefegt. Die „astrologischen Läden" obskurer Herkunft verschwinden, der Kaffeesatz wird seiner mystischen Eigenschaften entkleidet, die Sibyllen und Propheten müssen sich auf ehrlichen Erwerb umstellen. Die Dummheit wird vor sich selbst geschützt. Ein Tunnel unter Eisfeldern. Dor der Verwirklichung eines sensationellen Projektes? — Oer Montblanc-Tunnel soll gebaut werden. Don Franz Dietrich. Vor zwanzig Jahren noch hätte niemand geglaubt, daß es möglich sein könnte, durch das gewaltige Montblanc-Massiv einen Eisend ahn- t u n n e l zu bohren. Im letzten Jahrzehnt hat die Entwicklung der Technik so große Fortschritte gemacht, daß man heute ernstlich daran gehen kann, sich mit allen Einzelheiten eines solchen Planes auseinanderzusetzen. Seit Jahren schon trug man sich mit der Absicht, den Montblanc mit einem Tunnel zwischen dem italienischen Courmayeur und dem französischen Chamonix zu durchbohren. Es war ein unerhörtes, aufsehenerregendes Unterfangen, als sich zum ersten Mal die fähigsten Ingenieure aller Länder an einen Tisch setzten, um darüber zu beraten. Gewiß: im Bau von Alpenbahnen, die in schwindelerregender Höhe zwischen himmelragenden Felswänden und gähnenden Abgründen dahinführen, hatte man bereits eine beträchtliche Erfahrung. Wahre Wunder der Technik sind auf diesem Gebiete schon geschaffen worden. Der Reisende, der zum ersten Male in seinem Leben die Eisenbahnlinien in den Alpen benützt, fällt von einem Erstaunen in das andere. Hier fahren die Züge durch wildzerklüftete Gebirgstäler, sie brausen über mächtige Viadukte. In der Schweiz befinden sich Eisenbahnen, die 3u,ben kühnsten und gewaltigsten Bauten solcher Art in ganz Europa gehören. Bewundernswert ist die Leistung jener Ingenieure, die vor der scheinbar unlösbaren Aufgabe standen, die ragenden Felswände der Alpen zu durchbohren. Von den zahlreichen Tunnels der Alpen ist der S i m p l o n - T u n n e l der längste. Er mißt 19 803 Meter. Nach ihm kommt der Gotthard-Tunnel mit einer Länge von 14 998 Meter und als dritter Alpentunnel der Lötschb erg-Tunnel, der 14612 Meter lang ist. Die Verhandlungen, die zwischen Frankreich, Italien und der Schweiz schon vor Jahren wegen des geplanten Montblanc-Tunnels gepflogen wurden, scheinen nunmehr in ein konkretes Stadium getreten zu fein. Früher mußte der Plan immer wieder zurückgestellt werden. Man bedenke, was es heißt, durch den höchsten Berg Europas einen Tunnel anzulegen! Niemand hatte den Mut, dem gigantischen Projekt näherzutreten. Da ergaben sich Hunderte und aber Hunderte von Einwänden und Schwierigkeiten, praktischer und finanzieller Natur. Wenn man den neuesten Berichten Glauben schen-, ken darf, so sind bereits zwischen den einzelnen Ländern gewisse Vereinbarungen getroffen worden, die sich sogar schon auf technische Einzelheiten erstrecken: der geplante Tunnel soll bei Chamonix beginnen und an der Südseite des Montblanc-Massiv auf das Tal von Aosta münden. Seine Länge würde 12 Kilometer betragen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 300 Millionen französische Franken, nach deutschem Geld etwa 50 Millionen Mark. Diese Summe wäre nebst dem beträchtlichen Zinsendienst durch die Obligationsanleihe einer Gründergesellschaft aufzubringen, die von der italienischen und französischen Regierung die Garantie für die Zinszahlung der Anleihe bekommen würde. Die Amortisation der Anlage ist in 50 Jahren gedacht. Die investierten Summen sollen durch eine Wegsteuer hereingebracht werden, die sämtlichen Automobilen auferlegt wird, welche den Tunnel passieren. Es erhebt sich die Frage: ist der Bau eines solchen Tunnels eine zwingende Notwendigkeit oder wäre er nur ein Luxus für verwöhnte Reisende, die über die nötigen Geldmittel verfügen? Genügen nicht die schon vorhandenen Verkehrswege? Dazu ist zu bemerken, daß zwischen Italien und Frankreich ein direkter, fahrbarer Verbindungsweg nicht besteht. Das gewaltige Massiv des Monte- bianco ist ein ungeheures Hindernis für den internationalen Verkehr. Während die direkte Verbindung zwischen Norden und Süden von Deutschland über den Brenn er Verhältnis» mäßig einfach ist, ergeben sich in der Schweiz die größten Schwierigkeiten. In der Schweiz sind die Alpen am höchsten. Ein Verkehr auf den Paßstraßen ist im Winter meist nicht möglich, da diese Straßen vollkommen vereist und verschneit sind. Wer von Frankreich nach Italien gelangen will, muß wohl oder übel einen Umweg benutzen. Zu diesem Zweck wurden seinerzeit der Mont-Cenis- Tunnel und der Simplon-Tunnel erbaut. Das ist jedoch keine direkte Verbindung zwischen Paris und Mailand. Der geradeste Weg müßte mitten durch das Montblanc-Massiv hindurchführen. Ein Gedanke, der auf den ersten Augenblick als heller Wahnsinn erscheint. Wie wäre selbst die modernste Technik, wie wären selbst die waghalsigsten und genialsten Ingenieure in der Lage, einen Berg zu durchbohren, der eine Höhe von 4810 Meter besitzt! Wieviele Jahre müßte man in härtester, gefahrvollster Arbeit zubringen, um diese gewaltigen Felsmassen zu erschließen! Der Bau von Alpentunnels ist seit jeher mit den größten Gefahren verbunden. Es kann immer wieder vorkommen, daß die Decke zusammenstürzt und die Arbeiter unter sich begräbt. Selbst die modernsten Maschinen können die heimtückischen Einflüsse der 'Witterung nicht beseitigen. Trotz allem hat der menschliche Forscherund Erfindergeist immer wieder bewiesen, daß es ihn reizt, gerade die schwierigsten Probleme zu lösen. So scheint auch hier bei dem geplanten Bau des Montblanc-Tunnels, die Zeit einer neuen Initiative angebrochen zu sein. Technische Schwierigkeiten spielen keine ausschlaggebende Rolle mehr. Man unterhält sich bereits über die finanziellen Dinge. Der Bau des Montblanc-Tunnels würde den Weg von Paris nach Mailand um rund hundert Kilometer abkürzen und dadurch die Bedeutung des Simplon sowie des Mont-Cenis stark beeinträchtigen. Der Tunneleingang soll in einer Höhe von etwa 1250 Meter angelegt werden. Es ist noch nicht bekannt, wie die Strecke genau verlaufen wird. Auf jeden Fall kann man schon heute prophezeien, daß der internationale Verkehr durch den Montblanc-Tunnel eine außerordentliche Belebung erfahren würde. Aus aller Welt Oie Bergwerkskatastrophe in Bosnien o Mostar Nach den letzten Meldungen sind bis Montag abend auf dem Bergwerk S e n i tz e bei Serajewo 10 9 Leichen geborgen worden. Die Rettungsarbeiten nehmen ihren Fortgang. Für die Hinterbliebenen der ums Leben gekommenen Bergarbeiter hat König Alexander 100 000 Dinar zur Verfügung gestellt. — Unsere Karte zeigt die Lage des Bergwerks in der Nähe des bosnischen Städtchens Visoko. Die Einfahrt des Bergwerks bot auch heute dasselbe Bild wie in den beiden letzten Tagen. Frauen und Kinder, die seit 48 Stunden kein Auge geschlossen haben, umlagern noch immer unermüdlich den Eingang und warten auf die Leichen ihrer Angehörigen. Sie haben jede Hoffnung aufgegeben, ihre Männer und Väter lebend wiederzusehen, da gestern und heute nur noch Tote zutage gebracht werden konnten. Die Belgrader Blätter berichten auch weiterhin zahlreiche Einzelheiten über den heldenhaften Opfermut der Rettungsmannschaften. Der Direktor des Bergwerks, Obenngenieur K u t f ch a n , wurde bei einer Bergungsaktion schwer verletzt. Der Staat und das Rote Kreuz wollen sich der Hinterbliebenen annehmen, die sich zum Teil in einer furchtbaren Notlage befinden, da manche Familien Väter und sämtliche Söhne verloren haben. Lin Salzburger Alpenholel niedergebrannt. Das früher von deutschen Gästen viel besuchte Kesselfall-Hotel im Kapruner Tal bei Zell am See in der Nähe von Salzburg ist einem Großfeuer zum Opfer gefallen. Offenbar durch Funkenflug entstand auf dem Schindeldach des Touristenhauses ein Feuer, das sich infolge des starken Sturmwindes in rasender Schnelligkeit ausbreitete und dem trotz verzweifelter Bemühungen der Einwohnerschaft kein Einhalt geboten werden konnte. Das H o t e l g e b ä u d e, die in der Nähe befindliche Kirche, das Touri st enhaus, das Verkehrsbüro, die Stallungen und das Schalthaus des Elektrizitätswerkes wurden bis auf die Grundmauern eingeäschert. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Die eingeäscherten Häuser liegen in der Nähe des Kesselfalles in den Hohen Tauern, des berühmten und größten Wasserfalles der Ostalpen. Sturm und Wolkenbruch über Oberitalien. Am Sontagnachmittag gingen über ganz Oberitalien von Sturm und Hagel begleitete Wolkenbrüche nieder, die Giebel abdeckten, Bäume entwurzelten, Fensterscheiben zerstörten und mannigfache Schäden anderer Art anrichteten. Auch auf der Mailänder Messe wurde einiger Schaden verursacht. In Besto riß der Sturm die Mauer eines Sportplatzes in einer Länge von etwa 100 Metern ein. Im Monte-Rosa-Gebiet sperrte er in der Nifetti-Schutzhütte dreißig Touri- sten von der Außenwelt ab, doch besteht keine Gefahr, da sie mit Lebensmitteln reichlich versorgt sind. In G e n u a war die Feuerwehr den ganzen Nachmittag dabei, umgestürzte Bäume zu entfernen, Hausdächer zu stützen und überschwemmte Keller leer zu pumpen. Im Hafen von Livorno löste sich ein kleines Schleppschiff von den Ketten. Es wurde an die Mole geschleudert, bekam ein Leck und versank. Dabei ertrank die Frau des Schiffseigners mit ihrem achtjährigen Töchterchen. Wit dem Auto in die Weichsel gestürzt. An der Fährstelle bei Letzkau, Kreis Danziger Niederung, fuhr ein Kraftwagen in voller Geschwindigkeit in die Weichsel, da die Bremse versagte. Auf der Fähre, die gerade auf der Mitte des Stromes war, wurde das Unglück gesehen und ein SS.-Mann und der Fährmann ruderten in dem Begleitkahn eiligst nach dem Letzkauer Ufer zurück. Die Insassen des geschlossenen Wagens waren mit letzter Kraft aus dem Wagen gekrochen, jedoch hielt sich nur der Kraftwagenführer über Wasser, während die beiden Insassen, der Geldverwalter der 71. SS.-Standarte, Bürde, und seine Frau in den Fluten verschwunden waren. Erst nach langem Suchen mit Bootshaken gelang es, die beiden im Wasser aufzufinden. Sofortige Wiederbelebungsversuche waren leider erfolglos. Wieder drei tödliche Unfälle im Rotfchacht. Aus dem Notschachtgelände der Antoniengrube im polnischen Dombrowaer-Revier ereignete sich ein schweres Unglück. Als zwei Arbeitslose in einem etwa 15 Meter tiefen Notschacht nach Kohlen gruben, lösten sich plötzlich die höherliegenden Sandmauern und begruben die Männer, die nur noch als Leichen geborgen werden konnten. Auf dem Notschachtgelände bei Hohenlohehütte wurde gleichfalls ein Arbeitsloser aus Laurahütte beim wilden Kohlenabbau verfchüt- tet und getötet. Bogoljubow im Kampf um die Schach- Weltmeisterschaft bedenklich im Hintertreffen. Die auf dem Schauinsland begonnene achte Partie um die Schachweltmeisterschaft wurde in Freiburg zu Ende gespielt. Bekanntlich hatte in der Abbruchstellung der deutsche Meister eine ganz ausgezeichnete Stellung erzielt. Die Stellung an sich war äußerst klar und es ist unverständlich, wie unser Vorkämpfer Bogoljubow an drei oder vier Stellen den klaren Gewinnsieg versäumte. Der Weltmeister Aljechin, äußerst zäh jeden zollbreit Boden verteidigend, brach durch seinen ungeheuren Widerstand, zusammen mit der Oberflächlichkeit Bogoljubows den Kampfgeist unseres Meisters, so daß dieser, wohl befangen spielend, den allgemein erwarteten Gewinn aus der Hand gab. Die Partie selbst wurde nach dem 64. Zug remis gegeben, zum großen Leidwesen der die Geschehnisse gespannt verfolgenden Zuschauer. Es ist zur Zeit beim deutschen Meister ein bedenklicher Mrngel an Technik zu verzeichnen, er müßte sonst schon mindestens mit dem Weltmeister gleichgezogen und aussichtsreiche Partien gewonnen haben. Der Stand des Sechskampfes ist nun folgender: 2:0 bei sechs Remisen zugunsten von Dr. Aljechin. Der Kampf wird am kommenden Mittwoch, 20 Uhr, in Pforzheim fortgeführt werden. (Eine Segelfliegerschule in England. Wie die „Times" meldet, sind die ersten Schritte unternommen worden, um eine britische Segelfliegerschule ähnlich der berühmten deutschen auf der Wasserkuppe zu schaffen. In Suttan Bank, 30 Kilometer nördlich von Port, ist ein geeineter Platz von der britischen Segelfliegervereinigung gemietet worden. Mit dem Bau eines Flugzeugschuppens und eines Klubhauses soll sofort begonnen werden. Die Schule wird wahrscheinlich Anfang August eröffnet werden. Das Uebeunasge- lände liegt 180 Meter Über dem umgebenden Land und hat an der West- und Südseite sanft abfallende Hänge. Zwei Knaben beim Vlumenpflücken tödlich abgestürzt. Zwei Knaben, die bei E b e n s e e im Salzkammergut auf einen Felsen geklettert waren, u m Blumen zu pflücken, sind tödlich abgestürzt. Englisch: Genügend. Äon Hans Jtie&au. i. Die folgende Geschichte hat Oberst T. selbst erzählt. Also ist sie wahr. Sie begann, als T. noch blutjunger Sekondeleutnant und auf der Kriegsschule in Nantes war. Damals fingen die ersten Aeroplane an, durch die Luft zu brummen mit dem Erfolg, daß sich sämtliche Leutnants der ganzen Welt zu den Fliegerabteilungen ihrer Armeen meldeten. Es ist leicht zu verstehen, daß diese Gesuche zu neunundneunzigkommaneun vom Hundert abgelehnt werden mußten, und daß — als unmittelbare Folge dieses äußerst geringen Vomhundertsatzes — überall in der Welt und auch in Frankreich eine übertrieben scharfe Siebung der Bewerber vorgenommen wurde. Auch dem Leutnant T. wurde ein ablehnender Bescheid zugestellt. Aber T. gab sich damit nicht zufrieden. Er schrieb seinem Onkel, dem Kolonialminister, und nunmehr fängt die Geschichte eigentlich erst an. II. „Mein lieber Pirols", sagte der Kolonialminister zu dem Offizier, der als Verbindungsmann zwischen dem Kriegsministerium und dem Kolonialministerium Dienst tat. „Ich habe hier einen Brief von meinem Neffen, der gern Flieger werden möchte. Er hat ausgezeichnete Zeugnisse, dieser Neffe, ist der beste Reiter und der beste Schütze der Kriegsschule und außerdem, wie gesagt" — der Minister lächelte — „mein Neff e". Unter diesen Umständen sollte es doch möglich sein, seinen Wunsch zu erfüllen, wie?" „Gewiß, Exzellenz", nickte Kapitän Pirois, „wenn keine formalen Schwierigkeiten da sind und zum Beispiel wirklich keine ungenügende Zensur im Zeugnis zu finden ist." „Nun", zuckte der Kolonialminister die Achsel, „im Englischen steht er, wenn ich nicht irre, schlecht, aber--" „Dann muß das Gesuch laut Dienstvorschrift abgelehnt werden", sagte der Kapitän. „Aber ich bitte Sie!" rief der Minister. „Warum muß ausgerechnet ein Flieger perfekt englisch sprechen können?" „Ich bin durchaus Ihrer Ansicht, Exzellenz", lächelte der Kapitän, „aber--" Der Minister überlegte. „Vielleicht ist es möglich", sagte er schließlich, „dem Professor, der den Sprachunterricht erteilt, zu verstehen zu geben, daß-- Natürlich wünsche ich keinerlei Druck. Es ist nur ein ganz persönlicher Wunsch." „Zu Befehl", schnarrte Kapitän Pirois und schlüg die Hacken zusammen. Das Telephon läutete. „Professor Gerönne." „Hier Kapitän Pirois vom Kolonialministerium. Seine Exzellenz, der Minister, wünscht, daß Leutnant T., Ihr Schüler, Herr Professor, im Englischen die Note ,G e n ü g e n b‘ erhält." „Aber, Herr Kapitän", sagte der Professor, „ich glaube doch, daß —" „Ich habe Ihnen nur den Wunsch des Ministers zu übermitteln." „Aber ich bitte Sie, es ist mir doch unmöglich, daß -" „Sie haben selbstverständlich volle Handlungs- reiheit, Herr Professor. Allerdings werde ich auf jeden Fall Seiner Exzellenz, dem Minister berichten." IV. An demselben Tag, an dem der Leutnant T. in einem Zeugnis: „Englisch: Genügend" las, erschien im Verordnungsblatt des Kriegsministeriums die Mitteilung, daß als Flugschüler nur Offiziere eingestellt werden könnten, die im Englischen die Zensur „Gut" erhalten haben. Die Adern auf der Stirn des Kolonialministers schwollen an. „Kapitän Pirois", sagte er, „ich frage Sie, muß ein Flugzeugführer ein Sprachgenie sein?" „Ich hin ganz Ihrer Ansicht", lächelte Pirois, „vielleicht versuche ich, eine besondere Nachprüfung des Leutnants T. herbeizuführen?" „Tun Sie das", nickte der Minister, „und stellen Sie vorher fest, wer mit der Nachprüfung beauftragt werden wird." „Zu Befehl", sagte Kapitän Pirois. V. 2In demselben Tag, an dem die Nachprüfung des Leutnants T. durch einen Offizier vom Stabe vorgenommen wurde, trat das Kabinett zurück. Kann man es dem Offizier verübeln, daß er in den Sprachkenntnissen des Leutnants T. gewaltige Lucken entdeckte? Man kann es nicht. T., der Neffe eines nicht mehr im Amt befindlichen Ministers, £am also nicht in die Fliegerabteilung 1 der französischen Armee, sondern er blieb, ein ganzes Ur noch in der Kriegsschule in Nantes. Am Lch uß dieses Jahres bestand er seine Abschluß- Prüfung mit Auszeichnung, und im Englischen erhielt er die Note „Sehr gut". der Abschiedsfeier, an der Lehrer ^riegsschüler gemeinsam teilnahmen, wagte er öie Frage, die er schon lange auf dem Herzen hatte. „Herr Professor Gerönne", sagte er, „ich habe Sie schon immer bitten wollen, mir zu erklären, warum Sie mir im vergangenen Jahr ein .Genügend^ im Englischen gegeben haben." „Das trifft sich gut", lachte der Professor, „auch ich habe Sie in dieser Angelegenheit schon immer sprechen wollen. Das Kolonialministerium, Herr Leutnant, hat mich aus Gründen, die ich selbst nicht kenne, gezwungen, Ihnen ein ,Genügend^ zu geben. Ick selbst hatte Sie schon damals auf ,Sehr gur eingeschätzt." Was ist die größte Leistung? Von Michael Kohlhaas Mein Mitschüler Joseph Heuwieser aus Obing im Chiemseegebiet wurde, trotz seiner den Lebensjahren weit oorausgeeUten Dierschrötigkeit, wegen seiner schönen Sopranstimme vom Seminardirektor dazu bestimmt, in unserer Seminar-Aufführung „Joseph in Aegypten" von Mehul, den Joseph zu spielen. Der ägyptische Joseph nun, den in den Proben der Joseph aus Obing hinlegte, war fteilich kein lebhafter Orientale und kein temperamentvoller Schauspieler, blieb vielmehr auch auf unserer Jnstitutsbühne der schwervöllige Chiemgauer, der er immer schon gewesen, hat aber gesungen, gesungen sag' ich, daß wir Lateingeier aus Quarta die Bemerkung nicht unterdrücken konnten: „Wahrscheinlich wird ja der ägyptische Joseph nicht so langweilig gewesen fein wie unser Obinger Seppi, denn sonst Hütt' er ja in Aegypten sein ganzes Vizekönigtum sauber verpaßt; aber so schön gesungen wie der Obinger Seppi wird er dafür halt auch nicht haben." Diese Abgleichung von Vorzügen und Mängeln erschien uns gerecht, und wir freuten uns schon auf unseres Mitschülers unausbleiblichen Erfolg vor der ganzen Stadt; denn der mußte ja doch unsere ganze Klasse noch besonnen. Allein es kam wesentlich anders. Der Obinger Seppl versagte. Er war in der öffentlichen Vorstellung zaghaft, schüchtern und verwirrt, und sein unsicherer, leiser Gesang spiegelte das alles getreulich wider. Wir wurden darob sehr ungehalten und flüsterten uns wechselseitig zu: „Warum schreit er denn net besser, der Lacki? Kein Mensch versteht 'n!" Man weiß: Der ägyptische Joseph trug zu der Zeit, da er noch die Schafe seines Vaters Jakob in Palästina hütete, so eine Art Kimonobluse mit Leibriemen, die ihm nicht einmal bis auf die Knie reichte, seine Beine aber waren nackt und die Füße staken in Sandalen, und genau so hatte die Spielleitung selbstverständlich auch den Obinger Seppl ausstaffiert. Weil aber in unserem Seminar die Nacktheit selbst von den Knien abwärts verpönt war, so tat die Spielleitung noch ein übriges, indem sie die Beine des Obinger Seppl in fleischfarbene Strümpfe steckte. Die waren indes selbst für den ungeschlachten Chiemgauer etwas reichlich bemessen, womit die Gefahr nahelag, sie könnten dem Obinger Seppl mitten in Palästina herunterrutschen und dem Jüngling im fremden Lande der Lächerlichkeit preisgeben. Dieses wollte die Spielleitung um jeden Preis verhindern und nähte darum kurz vor Beginn der Oper rasch entschlossen die Strümpfe über den Knien und unter der Kimonobluse an die Unterhose des Obinger Seppl an. Aber leider, leider mit bündiger Entschlossenheit und eilfertigen Fingern ist nicht immer gedient; denn dem Obinger Seppl ... Doch eins nach dem andern! Wir waren, wie gesagt, yründlick enttäuscht, und überschütteten nach Beendigung des Spiels den Obinger Seppl mit den heftigsten Vorwürfen. „Jetzt bist doch sonst", hielt ihm einer von uns vor, „a solcher Pfundhammi, der 's Maul gar net weit genua aufreißen ko, und heut hast gfunga, so wehleidig, wia a kranker Kanari! Dor der ganzen Stadt hast di blamiert." „Sing du da frischer", rechtfertigte sich jedoch augenblicklich der ägyptische Joseph aus Obing, „wann f dir d' Strümpf net bloß an d' Unterhosen, sondern mit der Unterhosen a no an d' Haut annahn!" „Ja, Depp, damischer, hättst as halt gsagt!" schrien wir da alle zugleich. Aber der Obinger Seppl zeigte sich auch diesem anscheinend schwer zu bekämpfenden Tadel gegenüber gewappnet: „I hab ja gmoant", sagte er, „dös.ghört zum Gfpiel." Womit es fraglich geworden fein dürfte, wer von den beiden die größere Leistung vollbracht hat: der ägyptische Joseph als geschichtlicher Organisator oder der Obinger Seppl als ungeschichtlicher Dulder. 6od)fd>u1nod)rid>fen. Der Rektor der Philipps-Universität zu Marburg Professor Dr. Max Baur hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der Pharmakologie an der Universität Frankfurt a. M. erhalten. — Professor Hans Gerber in Tübingen ist zum ordentlichen Professor für Staats- und Völkerrecht an der Universität Leipzig ernannt worden. Gerber war von 1922 bis 1929 Mitarbeiter des Instituts für Grenz- und Auslandsdeutschtum an der Universität Marburg und war 1929 als Nachfolger Heinrich Pohls Ordinarius für Staatsrecht in Tübingen geworden. — Der Hamburger Privatdozent Dr. Sieverts hat einen Ruf als Ordinarius für Strafrecht an die Universität Halle abgelehnt und folgt einem Rufe auf den bisher von Professor Delagtti eingenommenen Lehrstuhl für Strafrecht an &?r Universität Hamburg. Dienstag, 24. April 1934 Giehenn Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesien) Nr. 95 Drittes Blatt Aus der Provinzialhauptstadt v. Hindenburg. lich ** Der Amtsta amt Gießen am ' und und mlzkam- n, um gestürzt. Ueberlah es nicht anderen Dein Schicksal zu bessern. hilf selbst mit, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. di- epp. ole Dc>. mit il. >e im ein ineni gru- -anb« die nten. We Mir hüt. Schritte Segel- beut- ’n. fln rf, ift wap . ES i \o'ort heisch unast;.-- n Laiit : abfab Gießen, der Forstrat Kasimir Leo, Büdingen, der Kommunal-Forstwart Ludwig Leschhorn, Dillingen, und der Forstsekretär Georg Trailer, Laubach, sämtlich mit Wirkung vom 1. April 1935. ** D i e Bildung der Feisch- und Wul |t = preise betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir besonders aufmerksam machen ti. Par- Frei- n der Z aus« n sich I, wie r vier Der« t Zäh h feilt der unfe« ielenb, winn wurde großen folgen» t Mei- 'rzeich- Welt- Partien )fes ist en von nenben Derben. Fördert die Jugendherbergen! Reichswerbe- und Opferwoche vom 21. bis 29. April. Die Jugendherbergen, wanderfroher Jugend zur Rast bestimmt, sollen pflegestätten wahrer Volksgemeinschaft und treuer Heimat- und Vaterlandsliebe sein. gehen und mit Idealismus dabei sind. SA., Frauen» schaften und andere Gliederungen der Partei werden weiterhin die Erziehung vollenden und den erwachsenen Menschen zum brauchbaren Volksgenossen machen. Viele von den Alten sind in den Jahren des großen Ringens, welches jetzt erst zu Ende geht, verbraucht und abgestumpft worden. Manche Existenz wurde zerbrochen und das Leben des einzelnen zermürbt. Es sind nur wenige der Alten, die nervenstark und elastisch genug waren, den Kampf fürs Dritte Reich mit ungehinderter Kraft aufzunehmen. — Deshalb ist es die Jugend, die die gigantische Arbeit vornehmlich zu leisten hat. Und es ist gut so! Litten wir nicht an gewissen Alterserscheinungen des Parteienstaates? Um Parlamentarier zu werden, mußte man erst das „beste Mannesalter" überschrit- ten haben, ehe man zu einem solch verantwortungs- reichen Amt fähig gehalten wurde. Es war dann Gepflogenheit, daß man zu einer wiederholten Wahl nur befähigt war, wenn das Greifenalter schon längst erreicht war. Eine richtige Vergreisung der Volksvertretung! Daß wir Alten uns auch heute noch in die Reihen der jungen Kämpfer stellen, das war nur möglich durch den Einfluß unserer Jungen innerhalb unsrer Familien. Es ging nicht ohne Kämpfe und Mei- nungsverschi"denheiten ab, aber die Jugend siegte Über uns, wir wurden ihre Schüler! So schöpfen wir unfern Kampfgeist aus dem unversiegbaren Jungborn der deutschen Jugend, aus dessen Quellen wir die Kraft n"hmen, brauchbare Helfer sein zu können an dem Bauwerk eines großen deutschen Vaterlandes! h e y d. Soll sich Jugend behaupten, so muß sie auch früh gelernt haben, hart gegen sich selbst zu fein, streng in der Erfüllung übernommenen Pflichten. Unverwöhnt, hart in Beruf und Arbeit — hart aber auch genug, um einmal „nein" sagen zu können, keinesfalls so, wie Friedrich Rückert sagt: Wer stets nur will, wie die andern handeln. Und nur wie die andern wollen wandeln, Dem haben die anderen sein Selbst verhandelt Und andre haben sein Leben durchwandelt! So möge unsere Jugend sich formen in den vielfachen Gliederungen unserer großen Bewegung. Der nationalsozialistischen Jugend (HI., BDM., u. a.) feien die Jugendlichen beiderlei Geschlechts anvertraut. Die Erziehungsarbeit wird dort von denen geleistet werden, die in unserer Gedankenwelt auf« Gauleitung veranstaltete Prüfung bestanden haben. Es war das erste Mal, daß kaufmännische Lehrlinge sich einer Prüfung unterzogen, in der sie unter Beweis stellten, was sie in ihrer Lehrzeit gelernt hatten. Die Ueberreichung der Kaufmannsgehilfenbriefe soll in Form einer öffentlichen Feier unter Teilnahme der Behörden, sowie verschiedener Dienststellen der Partei, umrahmt von Musikvorträgen und Ansprachen, am 29. April nachmittags im Caf6 Leib stattfinden. ** Das Vergilben von Getreidepflanzen, wie man es im Frühjahr nicht selten beobachtet, ist bald durch Pilzkrankheiten, bald durch tierische Schädlinge (Drahtwurm, Fritfliege), bald durch Boden- oder Witterungseinflüsse bedingt. Solche Pflanzen gehen in der Folge oft völlig ein. Trifft man aber sofort Gegenmaßnahmen, so können sie sich wieder erholen, so daß der sonst unvermeidbare Ertragsverlust wesentlich gemindert wird. Auskunft hierüber erteilen die Bezirksstellen für Pflanzenschutz an den Landwirtschaftsämtern bzw. Landwirtschaftsschulen, sowie die Hauptstelle für Pflanzenschutz, Gießen, wenn ihr eine Probe der Pflanzen mit Wurzelballen, sowie eine Erdprobe unter Beifügung des einfachen Briefportos eingefanbt wird. ** Da s Holland-Gastspiel der Frank- furterOperimRundfunk. Der Reichssender Frankfurt mit seinen Nebensendern überträgt am heutigen Dienstag, 24. April, von 21.15 bis 22.30 Uhr aus Amsterdam anläßlich eines Gastspiels der Frankfurter Opernhausmitglieder den zweiten Akt aus „RofeNkavalier". Das um diese Zeit angesetzte Kurz-Hörspiel „Fliegerbomben" vom Deutschlandlsender kommt am Freitag, 27. April, von 22.15 bis 122.30 Uhr zur Sendung. Das Feuerchen im (Sorten. Als ich vor einigen Tagen allerlei Arbeiten in meinem Garten verrichten wollte, wurde ich durch starken Rauch daran gehindert. Die Luft war feucht, es ging fast gar kein Wind, und fo wälzte sich der Rauch ganz langsam über die Erde hin. Er kam von zwei Feuern, die meine Nachbarn in ihren Gärten angezündet hatten. Da waren noch allerlei lleberrefte vom vorigen Herbst: Kartoffelkraut, Gemüsestrünke, dürres Laub, kleine Aeste und Zweige der beschnittenen Rosen und Stachelbeeren u. v. a. Das war auf einen Haufen geschichtet und angezündet worden. Unwillkürlich schaute ich nach links und rechts, denn von beiden Seiten kam der Rauch. Die Nachbarn, die sich sonst im Leben nicht ausstehen konnten, hatten diesmal denselben Gedanken gehabt. Beide standen nun da und halfen mit einer Gabel nach, daß auch alles restlos verbrannte. Es sollte ja nun im Frühling nichts Altes, Welkes und Morsches im Garten bleiben. Die Natur war auferstanden, ** Straßensperre. Wegen Ausführung von Walzarbeiten wird die Ortsdurchfahrt Homberg der Provinzialstraße Homberg—Alsfeld von heute ab für jeden Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Nieder-Ofleiden, Dannenrod und Appenrod. ** Die Auszahlung der Renten für Mai. Aus Anlaß des Feiertags der nationalen Arbeit am 1. Mai beginnen die Postanstalten mit der Auszahlung der Unfall-, Invaliden- usw. Renten für Mai am 30. April, mit der Auszahlung der Militärversorgungsgebührnisse am 27. April. ** Die Deutsche Büchne veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil den Spielplan für Mai uno die Bestimmungen über die Kartenausgabe. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. ** Ueberreichung der Kaufmannsgehilfenbriefe. Wie die Industrie- und Handelskammer Gießen mitteilt, findet am 29. April die Ueberreichung der Kaufmannsgehilfenbriefe an diejenigen kaufmännischen Lehrlinge statt, die die vom Hauptausschuß für Berufserziehung beim Rhein- Mainischen Industrie- und Handelstag im Einvernehmen mit der Deutschen Arbeitsfront und der Einweihung eines Opfertempels im Oormfioöf. LPD. Darmstadt, 22. April. In Anwesenheit von Ehrenabordnungen der SA., SS., HI, des NS.-Frontkämpferbundes, der NS.-Frauenschaft, des BDM., des Arbeitsdienstes, der Landespolizei und der Technischen Nothilfe, sowie unter starker Anteilnahme der Bevölkerung Darmstadts wurde heute mittag auf dem Adolf-Hitler-Platz vor dem Monument ein Opfertempel der N S. - Volkswohlfahrt feierlich eingeweiht. Der Tempel ist ein Werk des Darmstädter Künstlers Professor A l b i n m ü 11 e r, der mit den einfachsten Mitteln ein eindrucksvolles, formschönes Werk geschaffen hat. Auf fünf schwarzweißrot gehaltenen Blöcken erhebt sich das Zeichen der NS.-Volks- Wohlfahrt und das Hakenkreuz. Als Bekrönung trägt der Tempel eine Opferschale, aus der abends. eine gewaltige Flamme zum Himmel loht und das Monument in magischen Schein versetzt. Im In- nern des Tempels liegt ein Opferbuch, das mahnt: „Ins Opferbuch trag deinen Namen ein, dann wird er unvergessen sein." Nach einer Ansprache des Gauamtsleiters des Amts für Dolkswohlfahrt Bürgermeister Haug und Darbietungen der Darmstädter Sängerschaft, der Polizeikapelle und des Musikzuges der Standarte 115 begannen die Einzeichnungen in das Opferbuch. i g bei dem Kreisfchul - Mittwoch, 25. April, ist ausnahmsweise auf Freitag, 27. April, verlegt worden. Siger Te, die f der uber= huer seien dem der eiben )arte, Der« uchen Hasser 'suche i Obing- )' Unter« n d'Haut t gsa^'" ch diesem -i gegen' agte er' den betreffenden Organen. Die Rechtsberatung innerhalb der Rechtsberatungsstellen der DAF. erfolgt kostenlos. Sie umfaßt alle Gebietszweige wie: Reichsnährstand, Industrie, Handel, Handwerk, Verkehr,_ Banken und Versicherung, geistige Berufe und Künstler. Frankfurt a. M., 23. April 1934. Der Landesobmann und Bezirksleiter der DAF. gez. Becker, MdR. föicftimcr WiH?nm^tvreisc * Gießen, 24. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1.35 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15, Matte 20 bis 25 Pf- Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische, nach Gewichtsklassen) 8% bis 11, Weißkraut, das Pfund 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 15, Rote Rüben 10, Spinat 12 bis 15, Spargel 30 bis 65, Unterkohlrabi 6 bis 8, Feldsalat 80 Pf. bis 1.— Mark, Tomaten 60 Pf., Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Rhabarber 12 bis 15, Kartoffeln 8% Pf., der Zentner 2,80 bis 3,— Mark, Aepfel, das Pfund 20 bis 25 Pf., Suppenhühner 70 bis 80, Salat 15 bis 20, Salatgurken 50 bis 60, Lauch 5 bis 10, Rettich 20, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bund 10 Pf. L^ornoNzcn. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr: „Die Frau ohne Kuß". — NS. - Frauen.schaft Gießen-Nord, 20.30 Uhr, Monatsoeksammlung im Haus der' Arbeit. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Mädel wirbelt durch die Welt". — Oberhesfifcher Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Aus dem Stadttheaterbüro Morgen, Mittwoch, abend das musikalische Lustspiel „Die Frau ohne Kuß" von Keßler-Kollo. (Siehe heutige Anzeige.) — Eoang. Frauenhilfe (Evangelischkirchliche Frauenvereine). Morgen, Mittwoch, Hauptversammlung für Oberhessen im Caf6 Leib zu Gießen. (Siehe heutige Anzeige.) ** For st Personalien. In den Ruhestand versetzt wurden auf ihren Antrag und unter Anerkennung ihrer dem Staate geleisteten langjährigen treuen Dienste und unter besonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinnes die Förster Gustav Sarnes, Langsdorf, Karl Heinrich Schäfer IL, Groß-Karben, Wilhelm Körber, Meiches, Karl Ruppert, Rainrod, Konrad Fisch III., Nieder-Mockstadt, Heinrich Lotz, Elbenrod, Jakob Karl Schmidt, Gam- bach, Wilhelm Edelmann, Merlau, Ludwig Metz, Forsthaus Glaubzahl, Karl Knaf, Düdelsheim, Nikolaus Schmidt, Eichelsdorf, sämtlich mit Wirkung vom 1. Juli 1934 ab; der Kommunal- Forstwart Johann Joseph III., Zell, mit Wirkung ■ vom 1. Juli 1934; die Förster Karl Bing, Treis ; an der Lumda, Karl Schaaf, Büßfeld, Karl i Eduard Büttner, Rainrod, Otto Buch, Glas- ■ Hütten, der Kommunal-Forstwart Heinrich H o f - ■ mann II., Wallenrod, mit Wirkung vom 1. Okto- ■ ber 1934; der Oberforstmeister Eduard Eckstein, > Grünberg, der Förster Karl Geisel, Gießen, der Kommunal-Forstwart Kaspar Herr öd er, - Nieder-Seemen, sämtlich mit Wirkung vom 1. Ja- j nuar 1935; der Oberforstmeister Karl Nicolaus, s selbst reichlich könnten erunter« lnde der > Spiel» b näfjte Gossen der Ki» eppl an. heil und XV, denn .andern! scht. und iels den >n. vor, .A nei weü so weh« ganzen Die Ministerialabteilung für Bildungswefen, Kultus Kunst und Volkstum hat in einem Erlaß an die'Direktionen der höheren Lehranstalten, der gewerblichen Unterrichtsanstalten und die Kreis- und Stadtschulämter folgendes bestimmt: Der 1. Mai, der nationale Feiertag des deutschen Volkes wird dieses Jahr in besonderem Ausmaße gefeiert werden. In der Reichshauptstadt selbst wer- d-n drei qroße F-ttrn abgef>alten. Um 9 Uhr vormittags findet im Lustgarten der erste Staatsakt als „Kundgebung der Schuljugend statt. Regie- rungsvertreter werden dabei das Wort ergreisen. Di- Kundgebung wird über all- deutschen Sender ^Wir^emps-hl-n. diese „Kundgebung der Schuljugend" zum Mittelpunkt der artigen Schultern zu machen. Die Schulfeiern f.nd n.cht m den Schu- len selbst, sondern im Freien, aus den I-weil-> für die allgemeine Kundgebung am Nachmittag vorgesehenen Aufmarschplätzen abzuhalten. Zu diesen Feiern sind die über 11 Jahre alte n S ch u • ler und Schülerinnen bis 8.50 Uhr vormittags auf den bezeichneten Plätzen zu versammeln, um dort der Übertragung des Staatsaktes aus dem Lustgarten beizuwohnen Damit wird erreicht, daß zunächst die Angehörigen der sämtlichen Schulen den nationalen Feiertag des deutschen Volkes gemeinsam begehen daß außerdem in jeder Stadt eine einheitliche ihrer Große nach überwältigende Veranstaltung, an der sich zweifellos ein großer Teil der Bevölkerung beteiligen wird, zustande kommt. Einleitend haben die Schulleiter in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung des Tages hinzuweifen und die dann folgende Rundfunkübertragung zu erläutern. Die Folge des Staatsaktes selbst wird rechtzeitig durch die Presse bekanntgegeben. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied ist von den Teilnehmern mit- -« (rg funS °° -5'5- W . ein’ Das Recht der Jugend Ein Rückblick - wie es kam. überall grünte und blühte es, und da mußten die Zeichen der Verwesung, des Todes vernichtet werden. Das Feuer besorgte das. Die Asche, es gab ein ganz schönes Häufchen, wurde bann auf das Land gestreut und half, daß die kommenden Pflanzen wieder neue Nährstoffe hatten. Ich schaute lange nach den zusammenfallenden Feuerchen, sah, wie die Flammen einmal hochzüngelten, dann wieder dicker Qualm aufstieg, wenn feuchtes Laub aufgelegt wurde. Aber schließlich waren beide Feuerchen heruntergebrannt. Der Rauch hinderte nicht mehr. Ich konnte meiner Arbeit nachgehen. Am linken Zaun stand mein Nachbar. Ich grüßte und sprach fo mancherlei mit ihm, auch über das Feuerchen. „Na, haben Sie den alten Unrat beseitigt?" „Jawohl! Jetzt wird gegraben und gesät. Ordnung muß sein!" „Das meine ich auch, erwiderte ich, „aber nicht nur im Garten!" Denn mir kam da plötzlich ein Gedanke, als er von, Ordnung sprach. Mein Nachbar stutzte. Dann fragte er: „Wieso nicht nur im Garten?" „Ich meinte, auch bei den Menschen, in ihrem Zusammenleben sollte manchmal alter, überflüssiger Unrat verbrannt werden, damit alles wieder neu werden kann." Dabei gab ich meinem Nachbar ein Zeichen und wies nach dem anderen Gärtner, der noch mit seinem Feuerchen beschäftigt war. Mein Nachbar hatte sofort verstanden. Die Feindschaft, die sich gewissermaßen über meinen Kops hinweg vor mehreren Jahren über einige Kleinigkeiten entwickelt hatte, bestand in unverminderter Stärke weiter. Deshalb erhielt ich die Antwort: „Mit manchen Menschen kann man halt nicht in die rechte Ordnung kommen." Aber ich ließ nicht locker. „Könnte man nicht einmal die Probe machen? Es sind doch jetzt schon einige Jahre her, daß Sie damals auseinandergerieten." Er schwieg. Er überlegte. Dann gab er mir plötzlich über den Lattenzaun die Hand und sagte: „Sie haben recht. Versuchen wir es einmal! Ich will nicht der hindernde Teil fein." „Darf ich das dem Nachbarn drüben sagen und ihm einen Vorschlag machen?" „Jawohl!" Ich war sehr froh an diesem Morgen. Meine Arbeit flog mir nur fo von der Hand. Ich sprach auch gleich mit dem andern Nachbar, und am Nachmittag saßen wir alle drei in meiner noch kahlen Laube und begruben die alte Feindschaft und versicherten uns gegenseitig, von nun an Ordnung zu halten, und wenn wieder einmal etwas vvrkäme, bann wollten wir an die kleinen Feuerchen denken. Es wäre schön, wenn recht viele Volksgenossen, die noch alten Unrat mit sich herumschleppen, auch zu dieser Erkenntnis kämen. Mit einem Feuerchen hält man seinen Garten in Ordnung, mit einem großen Entschluß, mit gutem Willen wird vieles im Leben wieder auf das rechte Geleife geschoben. Habe ich nicht recht? Gg. Aufhebung des hessischen Gchlacht- steuergesehes. Durch Bekanntmachung vom 20. April teilt der hessische Staatsminister mit: Gemäß Artikel 5 des Schlachtsteuergesetzes vom 24. März 1934 — RGBl. Teil I Seite 238 — treten die Gesetze der Länder über die Erhebung von Steuern auf Schlachtungen ober den Verbrauch von Fleisch und Schlachtausgleichssteuern am 1. Mai 1934 außer Kraft. Dementsprechend ist die hessische Verordnung zur Einführung einer Schlachtsteuer (Schlachtsteuergesetz) vom 9. November 1932 — Reg.-Bl. S. 147 — nebst ben hierzu erlassenen Durchführungsbestimmungen nur noch bis Ende April 1934 wirksam. Kundgebung der Schuljugend am 1. Mai. zusingen. . Aus parieiamtlichenBekannimachungen Der für heute, Dienstag, angesetzte Ortsgruppenabend der NS.-Frauenschaft Gießen- Süd ist auf morgen, Mittwoch, 20.15 Uhr, verlegt worden. In der N S. - F r a u e n s ch a f t G i e ß e n - O st inbet die Chorstunde von jetzt ab jeden Dienstag im Schützenhaus um 20.15 Uhr statt. Im NS. - Lehrerbund, Kreis Gießen, ist der festgesetzte Termin für die Entrichtung der Maibeiträge unbedingt einzuhalten Die versetzten Mitglieder sind in den Zahlungslisten noch einmal anzuführen. In einen anderen Kreis versetzte Mitglieder müssen sich bei dem zuständigen Bezirksoder Schulgruppenleiter abmelden. Soweit die Abmeldung noch nicht geschehen ist, muß sie umgehend nachgeholt werden. Die Obleute der Bezirke und Schulgruppen melden weiter an die Geschäftsführung des Kreises (Dr Vogt, Gießen, Sicher Str. 23). Solche Mitglieder, die keinem Bezirk oder keiner Schulgruppe angehören, machen ihre Abmeldung unmittelbar bei der Geschäftsstelle. Der Bezirk Londorf des NS. - Lehrerbundes hält am morgigen Mittwoch, 14 Uhr, bei Böger in Londorf eine Bezirksversammlung und Tagung der Arbeitsgemeinschaft Volksschule ab. NG.-Lehrerbund, Gießen. Mittwoch, 25. April, 15.30 Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums Bezirksversammlung der Fachschaft „Höhere Schule" (Gießen-Stadt): 1. Mitteilungen, 2. Vortrag des Kreisfachschaftsleiters über „Das neue Menschenbild". Gäste willkommen. Rechtsberatungsstellen der DAT. Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit bestimmt, daß auch im Bezirk Hessen die Rechtsberatungsstellen der DAF. noch vor dem 1. Mai ihre Tätigkeit aufzunehmen haben. Mit dem heutigen Tage haben i m Bezirk Hessen und Hessen-Nassau 32 Rechtsberatungs st elfen ihre Tätig- feit aufgenommen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiefen, daß von der Rechisberatung der DAF. nur Mitglieder der DAF. beraten werden. Das Aufgabengebiet der Rechtsberatungsstellen ist folgendes: . 1. Die Beratung aller Mitglieder der DAF. tn sämtlichen Fragen des Arbeits- und Sozialrechts, 2. dieVertretung vor dem Arbeitsgericht und den Instanzen (Öberversicherungs- und Reichsversicherungsämter), 3. die Schulung auf fachlicher Basis für Der- trauensmänner, Arbeitsrichter und Beisitzer in Wenn wir Alten die jungen Menschen verstehen 1 wollen, müssen wir ihr Leben gelebt haben. Jean Paul. Mem zweiter Urlaub aus dem Feld von der Ostfront führte mich im Frühjahr 1916 wieder einmal in die Heimat. Die Mutter hat bei den vier Kindern Vaterstelle feit eineinhalb Jahren versehen. Ihre sorgende Hand hat es fertigbringen müssen, Erziehungsarbeit zu leisten, die sonst dem Vater vorbehalten war. Meine Kinder sind mir Fremde geworden, groß und selbständig stehen die Jungens hier vor mir — die Mädels sind ruhig — ich habe das Empfinden, daß sie ernster geworden sind — in sich gekehrt. Wortkarg scheinen sie mir auch — langsam kommt eine Unterhaltung mit ihnen in Fluß. Die Buben fallen dagegen lebhaft in das Gespräch ein, alle vier finden sich auf einer gemein« amen Linie: einem unbändigen Haß gegenüber unseren Feinden. Aus allen Worten spricht das gleiche Empfinden — schade, daß wir noch nicht auch dabei sein können, wir würden ... Begeisterung — und Haß! An der Front kannten wir Alten diesen Haß in solcher Leidenschaft nicht, der sich immer wieder in einer nie vorher gekannten Schärfe bei der Jugend entlädt. — Alle sitzen wir, Vater, Mutter und die vier Sprößlinge am Tisch herum, blaß und hohläugig schauen meine Mädels drein, weil auch diesmal wieder die Buben das größere Brot auf dem Teller haben — ein fast schmerzliches Lächeln tritt in die Züge der Buben, als Mutter erklärt, daß Nelly, die Hündin, die für sechs Personen heute zugeteilten 200 Gramm Wurst bereits zu sich genommen hat. — Damit auch ich höre, wie sonst das Schicksal heutzutage einem mitspielt, wenn man glaubt dem Magen etwas anbieten zu dürfen, erzählt mir meine Jüngste, daß sie unter Tränen vor acht Tagen ein Pfund Butter einem Polizeibeamten unfreiwillig überlassen mußte... Ein frommer Wunsch für den Polizisten — den ich einwarf — löste bei allen von uns helles Lachen aus. Ein Jahr später. Der Aelteste ist inzwischen Soldat geworden ... Alles in der Familie ist darum besorgt, daß übliche Päckchen dem Bruder täglich zugehen — Freunde und Nachbarföhne fallen — und meine Mädels vergießen viele Tränen in Sorge um den Bruder. — Die Mutter erkrankt, da werden sie tapfer — sie umgeben die Mutter mit fo unendlicher Liebe und wenn sie das Krankenzimmer betreten, da kennen sie nur frohe Gesichter und herzliches Lachen. — Da muß die Mutter ja genesen. — Ganz andere Menschen sind sie geworden — Menschen mit Pflichten gegen den Nächsten — Tätigkeiten in Krankenhäusern, in Arbeitsstuben und Kochanstalten. Die Pflichten der Mädels brachten es mit sich, daß ich nur täglich kurze Zeit mit ihnen sein konnte — Niemals ist mir ein Abschied schwerer aeworden als damals. — Das waren ganz andere Menschen, sie lebten eine andere Jugend. Der zweite Junge trat nun auch in den Militärdienst ein. Die ganze Familie stand im Dienst für’s Vaterland. Jeder von uns nach seiner Art: Mir Alten taten unsere Pflicht draußen, die jungen Menschen zu Hause und auch draußen, lebten nur dem Gedanken: Alles für das Vaterland! Es erwuchs ein hartes Geschlecht, noch härter als das Bewußtsein wach wurde, daß Not zu Hause ständig zu Gast war. Dann kam der Friedensvertrag — da horchte das junae Geschlecht auf und begriff nicht, daß man in der Schule von Menschenrechten svrach, und jetzt dieser Friedensvertrag — einer Vergewaltigung aller Menschenrechte gleich? Ein freies Volk war aefnebelt! Die Freiheit wurde mit Füßen getreten! Zermürbt und ermüdet ließ die Menge alles über sich ergehen, und wo sich Widersacher aegen das System bemerkbar machten für ein freies Vaterland, da kam der Polizeiknüppel und erstickte vollends jede nationale Regung! Unsere Juaend, die von dem „Seaen" einer veraltet-n Weltanschauung nichts wußte, verlangte ihr Recht. Unverbraucht, noch mehr verwachsen mit der Natur, hatte sie bas natürliche Empfinden gegen hie Anmaßung jeder fremben Gewalt, bie ihre Stärke ein»m aroßen Volk gegenüber fühlen lasten wollte. So reifte in ber Jugenb jener Scharfblick für bas Geschehen in ber Natur, bas überall ihr sagte: Das Recht ist stets bei bem Stärkeren! Unb es kam ber Wille zur Stärke? Allen Gewalten — Zum Trotz sich erhalten? Nimmer sich beugen — Unb kräftig sich zeigen! Sie ftanb auf eignen Füßen, biefe Jugenb, stark, kühn unb fest! Hart fein, ist eine Jugenb — nicht gemeint ist bamit bie zufällige Ausnützung von Ueberlegenheit, ober die grundsätzliche Leugnung milderer Triebe. Hart fein! Es ist gemeint solche . Härte, die das Eichenholz vor Linde und Weide voraus hat — bie Härte im Sinn von Festigkeit. Oberheffen. preuheu. Als Landrat des Kreises Biedenkopf Wilhelm Engel-Schotten t- # Schotten, 24. April. Im Alter von 78 Jahren ft a r b hier der Buchdruckereibesitzer und Herausgeber des „Schottener Kreisblatts" Wilhelm Engel. Der Dahingeschiedene war in unserer Stadt auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens stets sehr rege tätig und eine der bekanntesten und beliebtesten Persönlichkeiten des Vogelsbergs. Seit einigen Jahren hatte er sich aus dem Geschäftsleben zurückgezogen und den Betrieb seinen beiden Neffen Dr. H. und E. Dambmann übergeben, die das begonnene Werk im Sinne Engels weiterführen und ausbauen. Der Verstorbene war Ehrenmitglied des Vogelsberger Höhenklubs. Großer Arbeitsauftrag der NSV. OO Alsfeld, 24. April. Am Samstag wurde der hiesigen Firma Mechanische Kleiderfabrik Georg Dietr. Bücking in feierlicher Weise in Gegenwart des stellvertretenden Gauamtsleiters G r e f ein Auftrag von 54 000 RM. für Herstellung von Arbeitsanzügen erteilt. An die Auftragserteilung wurde die Bedingung geknüpft, daß zur Herstellung der 10 0 0 0 Arbeitsanzüge eine entsprechende Anzahl neuer Arbeiter von der Firma eingestellt werden. Der Feier wohnten außer dem Gauamtsleiter der NSV. die Kreisamtsleitung der NSV, die Vertretung der Kreisleitung, der Führer und der Der- trauensrat des Betriebs bei. Fahnenweihe des Gesamt-VHE. <$ Gedern, 24. April. Anläßlich der am 27. Mai hier stattfindenden 5 3. Hauptversammlung des Vogelsberger Höhenklubs wird die von den VHC.-Schwestern gestiftete Fahne des G e f a m t v e r e i n s geweiht werden. Am Himmelfahrtstag nehmen sämtliche Zweigvereine des VHC. an dem großen Wander- treffen teil, das der Reichsverband deutscher Ge- birgs- und Wandervereine in Hanau veranstaltet. Lanvtreis Grekcn. wg. Großen-Bufeck, 23. April. Im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms ist die Provinzialstraße Gießen — Großen-Bu- s e ck vor der Ortseinfahrt Großen-Buseck (Pfingst- weg) geradegelegt worden. Der Welsbach wurde seitlich von der neuen Straße verlegt, so daß die früheren Gefahrenmomente an dieser Stelle beseitigt sind. Zwischen der Straße und dem Graben ist eine Baumanlage geschaffen worden. Die Pfingstbrücke, die über die Wieseck führt, und eine weitere Kurve wurden erheblich verbreitert, so daß auch an Liesen Stellen der Verkehr in Zukunft glatt abgewickelt werden kann. + Grünberg, 23. April. Am Samstagabend fand die Generalversammlung des hiesigen Vorschußvereins statt. Der vom Vorstandsmitglied Möller erstattete Geschäftsbericht für 1933, bas 71. Geschäftsjahr, sowie der Revisionsbericht wurden zur Kenntnis genommen. Die Bilanz, die mit einer Endsumme von 707 733,69 Mark (672 919,94 Mark in 1932) abschließt, wurde genehmigt und Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Der Verteilung des Reingewinnes von 3 796,82 Mark (4702,98 Mark in 1932) wurde in der von der Verwaltung vorgefchlagenen Weife zugestimmt. Danach gelangen 4,5 Prozent (5 Prozent in 1932) auf 72 004 Mark Geschäftsguthaben mit 3240,18 Mark zur Auszahlung, während der Rest mit 556,64 Mark den Rücklagen zugeschrieben wird. Um die Gleichschaltung des Aufsichtsrates zu ermöglichen, hatten die seitherigen Mitglieder sämtlich ihr Amt niedergelegt. Die Verwaltung hatte unter Zugrundelegung der vom Deutschen Genos- fenschastsoerband herausgegebenen Richtlinien für die Gleichschaltung eine Liste aufgestellt, welche die Zustimmung der hiesigen politischen Leitung, sowie des Beauftragten für die Gleichschaltung der Genossenschaften des Verbandes Hessen-Mittelrhein gefunden hatte. Mit fast allen Stimmen wurde diese Liste genehmigt. Der Aufsichtsrat setzt sich nun aus folgenden Mitgliedern zusammen: Buchhändler K. Büttel, Schuhmachermeister Friedrich W. Frank, Zimmermeister Georg Dan. Haas, Bauer K. I ö ck e l VIII., Rechtsanwalt Gg. Lind, Eisenhändler O. M a 11 h i e s , Schlossermeister Hrch. Schmidt II., Fabrikbesitzer Hrch. Schmidt III. und Spengler- und Installateurmeister Julius V o n - E i f f. ■ L i ch, 22 April. Die gestern abend in der Turnhalle durchgesührte Veranstaltung der NS. - Frauenschafts-Ortsgruppe L i ch, die unter dem Leitwort „Mutter und Kind" stand, er- freute sich eines außerordentlich guten Besuchs. Die geräumige Turnhalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Nach einleitenden Musikvorträgen des Posaunenchors unter der Leitung von stuck, theol. § ch 6 fer und der Begrüßungsansprache der Frauenschaftsleiterin Frau Schäfer gelangte ein reichhaltiges Programm zur Abwicklung. Gedichte, Lieder Musikvorträge, die Filme „Reisezauber", der me Schönheiten der Sächsischen Schweiz vor Augen führte, und „Bauernhochzeit in Steiermark", der die Sitten und Gebräuche des alten deutschen Landes zeigte, sorgten für reiche Abwechselung. Dann sprach die Kreisfrauenschaftsleiterin des Kreises Schotten Frau Brinkhoff-Laubach Über das Thema „Die deutsche Frau als Trägerin und Hüterin der deutschen Zukunft". Sie' ermahnte die Fraueen zur seelischen Erneuerung, ermahnte sie stolz darauf zu sein, daß sie mithelfen können am Aufbau des Dritten Reiches. Das neue Deutschland braucht neue Frauen, die in der Ehe ihre höchste Aufgabe und ihre heiligste Verpflichtung in der Erhaltung deutschen Volkstums erblicken,' die nicht mehr die Ehe zu einem Rechenexempel machen und abwägen, ob sie ohne Familie angenehmer ihr Leben gestalten können, Frauen, die dem Manne in seinem Kampf um Deutschland und seine Zukunft treue Kameradin, Mitkämpferin sind. Dann werden die Männer auch wieder mit mehr Ehrfurcht zu ihnen aufblicken, wenn sie in ihnen wieder echte deutsche Mütter, Hüterinnen der deutschen Seele erkennen. Anschließend wurde der lehrreiche Film „Das Erwachen der Seele" vorgeführt, der in lebendigen und lebenswahren Bildern das Wesen der Kinderseele und das Hohelied der Mutterschaft, das Glück der Eltern dem Zuschauer vermittelte. Die Veranstaltung darf in allen Teilen als wohlgelungen bezeichnet werden. . c5 Obbornhofen, 23. April. Dieser Tage beging hier der älteste Dorfeinwohner, Landwirt Konrad Bl o ck, seinen 89. Geburtstag. Der Jubilar ist körperlich und geistig noch recht rüstig und verrichtet noch heute landwirtschaftliche Arbeiten. — Entgegen früheren Jahren sah man erfreulicher Weise jetzt im Frühjahr allenthalben Leute mit der InstandsetzungderObstbäume beschäftigt. Auf Veranlassung der Ortsbehörde wurden sämtliche Gemeindeobstbäume gründlich gereinigt und nachher mit Obstbaum-Karbolineum bespritzt. Diesem Beispiele sind dann auch an viele private Obstbaumbesitzer gefolgt. Soweit sich jetzt übersehen läßt, tragen die Obstbäume in diesem Jahre reichen Blütensegen. Kreis Friedberg. —n. Friedberg, 23. April. Am Samstag wurde hier der Lehrer Eugen Zimmer zu Grabe getragen, der erst seit Beginn des neuen Schuljahres in Großen-Linden tätig gewesen war. Auf dem Wege zur Schule hatte den kaum Fünfzigjährigen ein Schlaganfall betroffen, der den sofortigen Tod zur Folge hatte. Rektor Siegfried und ein Vertreter der Gemeinde Großen- Linden legten mit ehrenden Worten des Gedenkens Kränze nieder. Lehrer Zimmer, dessen Vater und Großvater in Ulfa Lehrer gewesen, war früher in Wisselsheim, in Watzenborn und in Bobenhausen bei Ulrichstein tätig. Kreis Büdingen. !! Nidda, 23. April. Die Provinzialstraße N i dd a — O b e r-S ch m i 11e n, die an vielen Stellen sehr schmal und für den Verkehr gefährlich ist, weil der Schienenstrang der Strecke Nidda—Schotten am Straßenrande verläuft, soll entsprechend verbreitert und dann instand- g e) e tjt werden. Die Vermessungsarbeiten sind bereits im Gange. Die Verbreiterung macht nicht unbedeutende Erdbewegungen notwendig. Kreis Alsfeld. LzW. Alsfeld, 22. April. Im nahegelegenen Eudorf wurde bei dem Schreiner Küfer und dem Wagenmeister Ho hl.ein größerer Wäsche- d ie b stahl ausgeführt. Der Dieb, der sein Rad an einen Baum angelehnt hatte, war über den Zaun in die Grundstücke gelangt. Der Diebstahl wurde zu spät bemerkt, um den mit seinem Rad da- vonjagenden Dieb noch rechtzeitig zu fassen. ll. Merlau, 23. April. Hier fand eine Versammlung der Milchabsatzgenossenschaft statt, in der Ortsfachberater Hörle über die neuen Richtlinien für den An- und Verkauf von Schlacht- und Nutzvieh sprach. ll. Nieder-Ohmen, 23. April. In einer Versammlung der hiesigen Milchabsatzgenossenschaft sprach Ortsfachberater Eisenach über die Elerverwertung und den Absatz von Schlachtvieh an die Genossenschaft. bestätigt. LPD. Biedenkopf, 22. April. Der seitherige kommissarische Landrat des Kreises Biedenkopf, Ge- richtsassessor P ö n i s ch , ist vom preußischen Ministerpräsidenten Göring zum Landrat des Kreises Biedenkopf ernannt worden. Kreis Wetzlar. p. Bieber, 22. April. Am 20. April begingen Altzimmermeister Schiefer st ein und Frau das Fest der Goldenen Hochzeit. Ortspfarrer V ö m e l segnete im Hause des Jubelpaares die goldenen Hochzeiter erneut ein. Der Gesangverein, zu dessen Gründern Herr Schieferstein gehört, brachte den Iubilaren ein Ständchen dar. Kirche und (Schule. Lanvtrcls Gics;cn. X Wieseck, 23. April. Der Kirchenvorstand verabschiedete in seiner letzten Sitzung den Voranschlag bet evangelischen Kirche für das Rechnungsjahr 1934. Im ersten Teil (Kirche) sind bei einem Kaffenbestand von 1190,07 Mk. an außerordentlichen Einnahmen 1362,05 Mk., an ordentlichen Einnahmen 5993,93 Mk., zusammen 7355,98 Mark vermerkt. Eingeschlossen sind Religionsgemeindesteuer: a) 6 v. H. der Einkommensteuer bzw. Steuerabzug 30 000 Mk., - 1800 Mk., b) 5 Pf. auf je 100 Mk. Steuerwerk des unbebauten Grundbesitzes 2 381800 Mk. = 1190,90 Mk., c) 10 Pf. auf je 100 Mk. Steuerwerk des gewerblichen und Betriebsvermögens 294 000 Mk. = 294 Mk., zusammen 3284,90 Mk. Weiter ist unter Rubrik „Beiträge aus Gemeindekassen und Parochianen" für die Beschaffung eines Blitzableiters an der Kirche der Betrag von 325 Mk. vermerkt, von dem 40 v. H. = 130 Mk. die Hessische Brandoersicherungskammer trägt. An Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurden für äußere Instandsetzung des Pfarrhauses (zuletzt hergeftellt 1905) sowie die Nebengebäude laut Voranschlag des Hochbauamts 1600 Mk. veranschlagt, die unter Berücksichtigung der schwierigen Finanzlage der Gemeinde in vier Jahresraten zu 400 Mark zu teilen sind. Die ordentlichen Ausgaben betragen 7251,89 Mark, die außerordentlichen Ausgaben 104,09 Mk., zusammen 7355,98 Mk. Der zweite Teil (Pfarrei) zeigt an ordentlichen Einnahmen 2188,12 Mk., an ordentlichen Ausgaben 1877,14 Mk., an außerordentlichen Ausgaben 310,98 Mk., zusammen 2188,12 Mk. Ausgaben. Oer Geburtstag des Führers. Oie Feiern in der Provinz. Landkreis Gießen. ck. Heuchelheim, 22. April. Am G e b u r t s - tag des Führers fand hier eine eindrucksvolle Feier statt, an der sämtliche Gliederungen der NSDAP, beteiligt waren. Nach der Aufstellung eines Festzuges am Bahnhof der Biebertalbahn ging der Marsch unter Vorantritt des Spielmanns- zuges zunächst zum Kreuz, wo zu Ehren des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler eine Linde gepflanzt wurde. Ortsgruppenleiter W o b k e r hielt dabei eine Ansprache, in der u. a. betonte, daß die Linde allezeit ein sichtbares Zeichen der Verehrung für den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und den kommenden Geschlechtern in unserem Orte stets ein Erinnerungszeichen an die große deutsche Zeit und ihren Führer Adolf Hitler sein soll. Bürgermeister Rinn nahm die Linde in die Obhut der Gemeinde und dankte für das mit dieser Ehrung für den Führer ausgesprochene Vertrauen zur Gemeinde. Er erinnerte in feiner Ansprache daran, daß im Jahre 1913 zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig ebenfalls eine Linde in unserem Orte gepflanzt werden sollte, eine Links- Mehrheit des Gemeinderats diese vaterländische Handlung aber verhindert und damit eine unerhörte nationale Würdelosigkeit begangen habe. Der Redner huldigte sodann dem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und schloß feine Ansprache mit dreimaligem „Sieg-Heil!" auf den Führer. Mit dem Gesang des ersten Verses des Horst-Wesiel-Liedes fand die Feier ihren Abschluß. Hierauf zogen die Teilnehmer nach der Turnhalle, wo zunächst der große Nürnberg-Film vorgeführt wurde. Die NS.- Frauenschaft hatte auf der Bühne ein großes Bild des Führers aufgestellt und es mit Frühlings- blumen reich geschmückt. Nach einem Prolog hielt Dr. Reidt eine Ansprache, in der er den Lebensgang des Führers schilderte. Seine Sieg-Heil-Rufe auf den Führer wurden mit Begeisterung ausgenommen und anschließend gemeinschaftlich das Horst-Wessel-Lied gesungen. wg. Großen-Buseck, 22. April. Zur Feier des Geburtstages unseres Führers zeigte unser Dorf reichen Flaggenschmuck rn den Farben des Dritten Reiches. Am Vormittag fand ein Umzug des Jungvolkes unter Vorantritt des Spielmannszugs der HI. statt. Am Abend mar- schierte die gesamte SA. unter den Klängen des Spielmannszuges und der SA.-Kapelle durch den Ort zum Sturmlokal, in dem eine schlichte Feier zu Ehren des Führers stattfand. Die SA.-Männer Wilhelm S t ü h l e r und Lehrer O r t w e i n sprachen über die Bedeutung des Tages und schilderten in eindrucksvoller Weise das Leben und den Kampf des Führers. Nach Gedichtvorträgen, Gesängen und musikalischen Darbietungen sprach dann Sturmbannführer H ö b e I, der die SA.-Kameraden zur Selbstlosigkeit und Opferbereitschaft nach dem Vorbild des Führers aufforderte und dabei betonte, daß gerade uon den SA.-Kameraden der Nationalsozialismus in die Tat umgesetzt werden müffe. Nach Gedenk- Aorten für den deutschen Freiheitshelden Horst Wessel, der sein Leben für die Idee unseres Führers hlngab, schloß Sturmbannführer Hobel seine Ansprache mit dem Treugelöbnis für Führer und Vaterland und mit dreimaligen, begeistert ausge- nommenen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer. Än- icylletzend wurde gemeinsam das Horst-Wesiel-Lied gesungen. O JB e 11 e r 5 f) a i n , 23. April. Die Geburts- m Weitershain gestaltete sich zu einer macbtDoaen Treuekundgebung für den Bar PinrAH 21 b 0 1 f Hitler. Außer den L.^ielorganlsattonen hatte sich fast die gesamte ^'^ "ersch°ftim Saale der Wirtschaft Schwöbel n"9eAn--m slott gespielten Marsch der me «P? w Stutzpunktkapelle hielt Burqer- pphP» h?« lC Geburtstagsrede, in der er das öer Bnbrfpi ^r7S fd)i[b*r.te und den Werdegang der Partel m kurzen Zügen umriß. Nach der eigentlichen Feier wurde bei gemütlichem Bei- fammenfein der Tonfilm .Zarewitsch" vorgeführt, der in dankenswerter Weife von einer hiesigen Elektrofirma kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Die Frauenschaft umrahmte die Veranstaltung mit schön vorgetragenen Liedern. Auch die Hauskapelle bewies ihr Können mit flotter Tanzmusik, die alt und jung noch einige Stunden in froher Geselligkeit beisammenhielt. CD Grüningen, 23. April. Anläßlich des Geburtstages des Volkskanzlers Adolf Hitler hatte die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, zu einer kleinen Gedenkfeier eingeladen. Dem Wunsche des Führers entsprechend, wurde die Veranstaltung im schlichten Rahmen aufgezogen. Nach einem Umzug, an dem sämtliche Parteiorganisationen teilnahmen, versammelte sich fast die gesamte Einwohnerschaft in der geräumigen Turnhalle, die bis auf den letzten Platz besetzt war. Eingeleitet wurde die Feier durch zwei gut vorgetragene Chöre des Gesangvereins der AdaM-Jsheim'schen'Stiftung. Darauf begrüßte Ortsgruppenleiter Otto M a r ft e l- l e r die zahlreich Erschienenen und erteilte dem Schulungsleiter Bender das Wort, der in kurzen Zügen den Lebensweg des Führers umriß und dann den Werdegang der Partei schilderte. Der Gesangverein „Eintracht" verschönte die schlichte Feierstunde mit drei gut zu Gehör gebrachten Liedern. Auch die Jüngsten der Bewegung, Jungvolk und Jungmädel, erfreuten mit Liedern, ebenso der BdM. mit HI. und die Frauenschaft. Zum Schlüsse gab Schulungsleiter Bender bekannt, daß die Hauptstraße in Adolf-Hitler-Straße umbenannt worden ist. <5 Obbornhofen, 21. April. Hier versammelten sich am Abend des 20. April die Parteimitglieder der NSDAP., die SA., die NS.-Frauenschast, der BdM. und die Mitglieder verschiedener NS.-Berufs- gruppen zu einer gemeirtfamen Geburtstags- feier bes Führers Adolf Hitler. Zellen- leiter Kämmerer begrüßte die Erschienenen und wies auf die Bedeutung des Tages hin. Einleitend wurde der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen. Hierauf sprach Pg. Dekan Engel unter dem Leitgedanken „das deutsche Schicksal und Leben und Wesenszug unseres Kanzlers" in längeren Ausführungen. Dem deutschen Volke, das schon durch die Völkerwanderung die Gestaltung des Lebens der Völker Europas beeinflußt habe und aus dessen Mitte im Laufe der Jahrhunderte schon öfters große Männer hervorgegangen seien, sei heute in Adolf H' El er ein Führer erwachsen, dessen staatsmännische Bestrebungen Sympathie und Anerkennung erweckten. Adolf Hitler sei mit dem deutschen Volke untrennbar verbunden. Adolf Hitler, der in der Erhaltung und Erneuerung der nordischen Rasse, dem wertvollsten Gliede des Menschengeschlechts, seine höchste kultur- und volkspolitische Aufgabe sieht das deutsche Volk zu stetem Dank verpflichtet. Mit dreifachem „Sieg-Heil" auf den Führer und mit dem Horst-Wessel-Lied wurde die Feier beendet. Kreis Kriedberg. + Butzbach, 21.April. Der 45. Geburts- t a g unsere s F ü h r e r s und Reichskanzlers wurde hier m schlichter, aber eindrucksvoller Weise gefeiert. Die Hitlerjugend verkündete in aller Frühe durch Hörnerruf den Taa. Die Stadt prangte im reichsten Fahnenschmuck. Aus dem Marktplatz fand m den spaten Nachmittagsstunden ein Platzkonzert der Sturmbannkapelle statt, bas viele Zuhörer an- gelockt hatte. Gegen 20 Uhr marschierte ber gesamte Sturmbann ber SA. unb SA.-Reserve auf wobei Sturmbannführer Emrich ben Vorbeimarsch ab= nahm. Dann fanb im großen Saale des „Hessischen Hof" eine würdige Feier statt. Die musikalische Unterhaltung bestritt wiederum die Sturmbannkapelle Nach dem Einzug der Fahnen begrüßte Ortsgruppenletter, Forstasiessor Schneider, die Versammlung unb wies in kurzen Worten auf bie Bedeutung bes Tages hin. Die Gesangsabteilung ber NS.-Frauenschaft verschönerte ben Abenb durch den Vortrag zweier vaterlänbischer Lieber. Danach gab Pg. Brahms in einer Ansprache eine Cha- rakteristtk des Führers unb Kanzlers. Mit bem stnmeidung befbeniienlWlmbtr N.5.B.O. <6 »M» ' hinein in die Rufe „Volk ans Gewehr!" beenbete er ben mit großem Beifall aufgenommenen einbrucksvollen Vortrag. Der Ortsgruppenleiter wibmete dem Führer noch einige Worte, worauf ein dreifaches Sieg- Heil und das Horst-Weffel-Lied die Feierstunde beschlossen. Kreis Büdingen. [[] Nidda, 22. April. Der Geburtstag des Volkskanzlers Adolf Hitler wurde auch hier in roürbiaer Weife gefeiert. Die Turnhalle war dicht besetzt, als Ortspropagandaleiter Pg. Geiger die Erschienenen begrüßte. Nachdem die Feuerwehrkapelle verschiedene Militärmärsche zu Gehör gebracht und der Gesangverein „Sängerkranz" sein Können unter Beweis gestellt hatte, hielt Bezirksleiter der öffentlichen Betriebe Pg. Göbel (Frankfurt) eine zündende Rede, in der er u. a. betonte, daß das schönste Geschenk für unseren Führer sei, wenn alle ihm weiter treu folgen würden, damit das große Ziel erreicht werde. Nicht leere Phrasen genügten, sondern jeder müsse durch die Tat beweisen, daß er vom Nationalsozialismus durchdrungen sei. Kreis Schotten. Ö Laubach, 22. April. Reichen Flaggenschmuck hatte unser Städtchen am Geburtstage Adolf Hitlers angelegt. In der Mittagsstunde gab feierliches Glockengeläute dem Tag eine besondere Note. Abends versammelte sich die gesamte Bevölkerung im Saale der „Traube" zu einer schlichten Feier. Nach dem Badenweiler Marsch sprach Ortsgruppenleiter Braun über das Leben des Führers und über die nationalsozialistische Idee. Hitlerjungen trugen sodann Gedichte vor unb Sprechchöre wurden zu Gehör gebracht. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesänge des Horst-Wessel- Liedes war die schlichte Feier zu Ende. Die Kapelle bes Motorsturmes umrahmte den Abend mit ihren Märschen. = Ober-Schmitten, 23. April. Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, hatte am G e - burtstagdes Führers zu einem Schulungsabend eingeladen. Zellenleiter Pg. Rudolf Kirch- h o f eröffnete mit Grußworten den Abend unb brachte unserem Volkskanzler herzliche Wünsche und das Gelöbnis der Treue zum Ausdruck. Anschließend verbreitete sich der Schulungsobmann über das Thema: „Der Lebensweg Adolf Hitlers". Von ber NS. -Frauenschaft wurden verschiedene zwei- und dreistimmige Lieder überaus ansprechend vorgetragen und mit starkem Beifall bedacht. Kreis Alsfeld. ll. Merlau, 22. April. Die SA. unseres Ortes veranstaltete am Geburtstage des Führers eine Feier in der Wirtschaft von Baist, bei der Dr. Schönhalsdie Festansprache über die Entstehung und das Werden des Nationalsozialismus hielt. ll. Nieder-Ohmen, 22. April. In unserem Orte wurde ber Geburtstag des Führers mit einer Feier in der Gastwirtschaft von Döll unter Mitwirkung des Gesangvereins festlich begangen. Ortsgruppenleiter Erb hielt die Ansprache. Anschließend wurden bie ersten Richtlinien für ben 1. Mai bekanntgegeben. -er. Homberg, 22. April. Am Geburtstag bes Führers unb Volkskanzlers Adolf Hitler war unsere Stadt reich beflaggt. Am Bormittag fanden eindrucksvolle Feiern in den Schulen statt. Abends versammelten sich sämtliche Gliederungen der Partei bei ber Hitler 1 inbe, bei ber sich auch bie übrige Einwohnerschaft schon in großer Zahl eingefunben hatte. Nach bem Babenweiler Marsch, gespielt von ber SA.-Kapelle, unb bem Gelang der Hitlerjugenb, bie ihr Kampflieb zu Gehör brachte, hielt Pg. Geißer eine Ansprache, in ber er bie Bedeutung dieses Geburtstages kennzeichnete unb einen Ueberblick auf das einjährige Wirken bes Volkskanzlers als Führer des Reiches gab. Er ermahnte bie Zuhörer, stets in festem Glauben unb in unerschütterlicher Treue zum Führer zu stehen unb ihn bei seiner mühevollen Arbeit zum Wohle unseres beutschen Volkes zu unterstützen. Mit begeiferten Sieg-Heil-Rufen auf den Führer unb mit dem gemeinsamem Gesang des Hortt-Wessel-Liedes fand bie schlichte Feier ihren Abschluß. Hierauf marschierten bie Teilnehmer bei flotter Marschmusik zur Stadthalle, wo sich ber Zug auflöste. Kreis Wetzkir * Launsbach, 21. April. Gestern versammelte ich die hiesige Einwohnerschaft im Saale Rinn, um ben Geburtstag unseres Führers würdig zu begehen, sowie Zeuge zu sein bes historischen Augenblicks, wo bem jungen Stützpunkt ßauns- dach bas Heiligtum ber Bewegung, die Fahne, verliehen wurde. Die Feier wurde mit dem Badenweiler Marsch eröffnet, bei dem bie Amtswalter, bie gesamte SA., sowie die HI. einmarschierten. Es folgten bann noch zwei Konzertstücke. Hierauf begrüßte unser Propagandawart August Strack die Versammlung, besonders Pg. Kreisleiter Haus, und wies auf die Bedeutung des Augenblicks hin, wo uns diese Fahne anvertraut wurde. Er gedachte erner des Geburtstags des Führers und dankte dem Allmächtigen, daß er uns Adolf Hitler gegeben hat. Sodann ergriff Pg. Kreisletter Haus das Wort, in feiner begeistert aufgenommenen Rede übergab er uns die Fahne unb enthüllte sie. Vor unfern Augen entfaltete sich die Hakenkreuz- sahn«, die Fahne des Führers. Wie ein Bekenntnis klang es: „Die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen." Es folgten noch zwei Gedichte und ein großes Vaterländisches Potpourri. Mit starkem Beifall dankte die Versammlung der Kapelle Leib für ihre Darbietungen. Damit war der offizielle Teil der Feier beendet. Bei fröhlichem Tanz blieb alles noch ein paar Stunden beisammen. <£ Rodheim a. d. Bieber, 21. April. Gestern fand hier im Benderjchen Saale eine schlichte Feier anläßlich des Geburtstages des Führers statt, die — wie nicht anders zu erwarten war — einen sehr starken Zuspruch hatte. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Bürgermeister Pg. P e p p l e r eröffnete die Feier mit einem Begrüßungswort und forderte die Anwesenden auf, dem Führer als schönstes Geburtstagsgeschenk erneut Dankbarkeit, Vertrauen und Anhänglichkeit zu widmen, was die Versammlung mit einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil bekundete. Die Leitung des Abends lag in den Händen des stellvertretenden Ortsgruppenleiters, Gewerbelehrer Karl R e e h, der auch ungefähr emstünüige Ausführungen über das Leben und die Kämpfe des Führers machte. Hierauf folgten in bunter Reihe Gedichtoor- träge, gemeinsame Gesänge, Reigen und Volkstänze des BDM. Die Veranstaltung zeigte erneut, daß das Werk des Führers, das ganze deutsche Volk zu einen, in Rodheim in schönster Weise Vollendung gefunden hat. So mag wohl für den geliebten Führer das Bewußtsein, in so kurzer Zeit ein so gewaltiges Werk zur Vollendung geführt zu haben, die größte Geburtstagsfreude sein. p. Bieber, 22. April. Die hiesige Orts- gruppeder NSDAP. undder NSBO. beging am Freitagabend im Rahmen ihrer Monatsversammlung den Geburtstag des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler mit einer schlichten Feier. Stützpunktleiter Lerch sprach über das Leben und Wirken des Führers und forderte unentwegt treuer Mitarbeit an dem Aufbau seines großen Werkes auf. Die Ansprache schloß mit dreimaligen, begeistert aufgenommenen Sieg- Heil-Rufen auf den Führer. Damit fand die Feier ihren Abschluß. Ser Werfall auf die Vankboien In Mainz Beschreibung des Autos und der Täter. LPD. Mainz, 23. April. Die Polizeidirektion meldet: Die vielfach sich widersprechenden Angaben über das Aussehen des Wagens und der Täter des Ueberfalls auf die Mainzer Bankboten geben der Kriminalpolizei Veranlassung, nachstehend eine Beschreibung zu liefern, die nach dem jetzigen Sachstand einigermaßen Anspruch auf Genauigkeit erheben darf. Beschreibung des Wagens: Dunkelblauer großer Viersitzer (vielleicht auch Sechssitzer), vier Türen, festes schwarzes Dach (Limousine), amerikanische Bauart (Chevrolet, Chrysler, Ford, Buck). Der Wagen befand sich in gutem Zustand und trug das Kennzeichen IT 40 771. Rechts und links des Kennzeichens, das fast neu war, sahen zwei weiße Streifen heraus, so daß angenommen werden kann, daß sich unter diesem Kennzeichen noch ein anderes, altes Kennzeichen befand, unter dem der Wagen zum Verkehr zugelassen ist. Das Kennzeichen IT 40771 ist wahrscheinlich fälschlicherweise angefertigt und bald nach der Tat wieder beseitigt worden, um die polizeilichen Nachforschungen zu erschweren. Beschreibung der Täter: An der Tat waren drei Unbekannte beteiligt, von denen der eine den Wagen gelenkt hat. Der Wagenführer ist etwa 35 bis 40 Jahre alt, ungefähr 1,68 Meter groß (von mittlerer Figur), hatte dunkle zurückgekämmte Haare, blasses Gesicht, hohe Stirn, trug dunklen Anzug und war ohne Kopfbedeckung. Der zweite Täter ist etwa 30 bis 32 Jahre alt, etwa 1,75 Meter groß, gesetzt, ovales Gesicht, trug bunt- len Anzug, grauen Hut, grauen Mantel. Der dritte Täter gleiche Größe und gleiches Alter wie der zweite Täter, jedoch gesetzter und trug dunklen Mantel. Ob er eine Kopfbedeckung hatte, ist fraglich. Sämtliche Täter waren gut gekleidet und machten äußerlich einen guten Eindruck. Nach der Beschreibung eines Kassenboten waren die Täter, die die Schüsse abgaben, etwa 35 bis 40 Jahre alt und hatten gesetzte Figur. Einer der Täter soll einen bräunlichen, vielleicht bräunlichgrauen Anzug getragen haben. Ob die Täter eine Kopfbedeckung hatten, konnte der Kassenbote nicht angeben. Auch war ihm eine weitere Beschreibung der Täter nicht möglich. Für die Ermittlung der Täter hat die Staatsanwaltschaft Mainz unter Ausschluß des Rechtsweges eine Belohnung in Höhe von 300 Mark ausgesetzt. Außerdem hat die Kommunale Landesbank eine Belohnung von 700 Mark zugesichert. Ein Todesopfer. LPD. Mainz, 22. April. Der Bankbote Elsch- n e r, der am Freitag früh von Räubern durch einen Schuß schwer verletzt worden war, ist heute seinen Verletzungen erlegen. Die Täter, die mit ihrem Auto rheinabwärts geflüchtet waren, konnten bisher noch nicht gefaßt werden. Auf ihre Ergreifung ist eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt worden. Wirtschaft. Keine Heichsbanknoien in Postsendungen nach dem Auslande. Zur Erhaltung der Devisenbestände der Reichsbank hat die Reichsregierung kürzlich ein allgemeines Ausfuhrverbot für Reichsmarknoten (Reichsbanknoten, Rentenbankscheine und Privatbanknoten) und inländische Goldmünzen erlassen. Danach dürfen Reichsmarknoten und inländische Goldmünzen überhaupt nicht mehr ins Ausland, ins Saargebiet oder aus dem Inland in die badischen Zollausschlußgebiete versandt oder überbracht werden. Die bisher noch zugelassenen Versendungen von Geldsorten in Postsendungen beziehen sich nicht mehr auf Reichsmarknoten und inländische Goldmünzen. Post- fenbungen, die Reichsmarknoten und inländische Goldmünzen enthalten, werden künftig von der Annahme ausnahmslos ausgeschlossen. Die Annahmebeamten der Postanstalten werden die Auflieferer von Wertbriefen, Wertkästchen und versiegelten Wertpaketen nach dem Ausland künftig bei der Befragung nach dem Inhalt der Sendung stets auch auf das Verbot Hinweisen. ♦ * Freie W e i nausfuhr nod) USA. ab 1. Mai. Das amerikanische Generalkonsulat in Frankfurt a. M. teilt durch Rundschreiben mit, daß nunmehr die Erklärung des Staatsdepartements vorliegt, nach welcher in der Zeit vom I.Mai 1934 bis einschl. 30. Juni 1934 die Inhaber von ABb Permits alkoholische Getränke jeglicher Art, also Wein, Schaumwein, Whisky, Liköre, Kirschwasser usm., in unbeschränkter Menge gegen Zahlung der üblichen Zölle und Steuern einführen können. Diese Erlaubnis der Weinausfuhr aus allen Staaten, also auch aus Deutschland, haben die amerikanischen Firmen, die die Alkohol-Handels-Lizenz für das ganze Gebiet der Vereinigten Staaten oder für das eines Einzelstaates besitzen. Weiterhin wird darauf aufmerksam gemacht, daß auch kleinere Sendungen an Private nach wie vor ohne jede Lizenz im Gegensatz zu amerikanischen Presseveröffentlichungen, die auch teilweise in Deutschland übernommen wurden, eingeführt werden dürfen. Frankfurter Börse. TNitkagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 23. April. Der Wochenanfang zeigte das gleiche stille Aussehen wie die letzten Tage der Vorwoche. Publikum und Kulisse halten sich vom Geschäft fast vollkommen zurück, was einmal auf die Mitte der Woche beginnenden Transfer-Verhandlungen zurückzuführen ist, zum andern aber auch in den außenpolitischen Verhandlungen begründet sein dürfte. Bei sehr kleinen Umsätzen war die Kursgestaltung zwar uneinheitlich, doch überwogen leichte Rückgänge. Etwas Verstimmung bereitete der neuerliche Rückgang der Neubesitzanleihe von 20,20 am Samstag auf 19,45 v. H. heute, ohne daß hierfür neue Beweggründe bekannt geworden wären. Fester lagen dagegen Altbesitz mit plus 0,50 v. H. und späte Reichsschuld- buchforderungen mit plus 0,13 v. H. Stahlverein- Bonds büßten 1 v. H. ein und auch Reichsmark- Anleihen bröckelten eher leicht ab. Am Aktienmarkt war der Montanmarkt durchweg schwächer, stärker gedrückt waren Phönix (—1,25 v. H.) und Stahlverein (—0,90 v. H ), im übrigen hielten sich die Verluste im Ausmaße von 0,25 bis 0,50 v. H. Von Kaliaktien Aschersleben 2,50 v. H. niedriger. Elektrowerte lagen uneinheitlich: Chade plus 1 Mark, Elektr. Lieferungen plus 0,65 v. H., aber Siemens minus 0,50 v. H. und Gesfürel minus 0,75 v. H. Farbenindustrie verloren 0,50 v. H., schwach lagen Rütgerswerke (—1,50 v. H.), Deutsche Erdöl und Goldschmidt lagen gut behauptet. Im einzelnen eröffneten Allg. Lokal & Kraft 1,50 v. H., Reichsbahn-Dorzugsaktien 0,13 v. H., Reichsbankanteile 0,25 v. H. und Kunstseide Aku 0,65 vH. fester. In der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft klein, und die Kurse lagen weiterhin uneinheitlich, die Stimmung war eher etwas freundlicher. Farben zogen 0,25 v. H. an, Elektr. Lieferungen gaben 1,13 v. H. nach. Von später notierten Werten lagen Akkumulatoren 2,25 v. H., AEG. 0,75 v. H. und Schuckert 0,90 v. H. höher, ferner gewannen Bemberg 1,25 v. H. Am Rentenmarkt gingen Neubesitz bis auf 19 v. H. zurück, waren dann um 0,13 v. H. erholt, der Umsatz war minimal. Die übrigen Reichswerte blieben gut behauptet. Stadtanleihen lagen uneinheitlich bei Abweichungen von 0,50 bis 1 v. H. Gold- 'Pfanbbriefe blieben gut, Liquibationspfanbbriefe nur knapp gehalten. Kommunal-Odligationen lagen unregelmäßig bei Deränberungen von 0,25 bis 0,50. Von fremben Werten gewannen Schweiz. Bunbesbahn-Anleihen 2 bis 3 unb Anatolier 0,50 v. H. Tagesgelb blieb zu 3,50 v. H. unverändert. Abendbörse weiter zurückhaltend. An der Abendbörse war die Umsatztätigkeit im ganzen recht klein. Das wenige Geschäft beschränkte sich im wesentlichen auf die Neubesitzanleihe und Farbenindustrie, während an den übrigen Marktgebieten Stagnationen herrschte. Die Zurückhaltung von Publikum und Kulisse hielt weitgehendst an. Farbenindustrie eröffneten mit 138 v. H. zunächst unverändert, waren aber später auf Grund von Orders von ersten Adressen, offenbar im Hinblick auf die in etwa acht Tagen abgehende Dividende, um 0,25 v. H. höher. Neubesitz setzten mit 19 v. H. ebenfalls unverändert ein, gingen dann wieder leicht zurück, um schließlich wieder mit 19 v. H. zu schließen; der Einheitskurs stellte sich auf 18,90 v. H. Auf den übrigen Marktgebieten blieben die Berliner Schlußkurse meist unverändert, Montanwerte bröckelten jedoch etwas ab. Von Auslandsrenten zogen Schweiz. Bundesbahn-Anleihen erneut um 1 v. H. an. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 19, Altbesitzanleihe 95,13, Schutzgebietsanleihe von 1914 9,38, 4proz. Schweiz. Bundesbahn von 1912 144, 3proz. do. 134, Reichsbank 147, Gelsenkirchen 61, Harpener 89, Klöckner 60,50, Mannesmann 64, Phönix 48, Rheinstahl 91, Bemberg 67, Daimler 45, Scheideanstalt 183, Licht und Kraft 104,50, IG.-Farben 138 bis 138,25, Holzwann 67,50, Rütgerswerke 54,25, Schuckert 99,50, Reichsbahn-DA. 112,25, Norddeutscher Lloyd 30,25. Frankfurter Schlactitvrelirnarkt. Frankfurt a. M., 23.April. Auftrieb: Rinder insgesamt 1198 (gegen 1358 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 424 Ochsen, 78 Bullen, 352 Kühe und 344 Färsen. Kälber 608 (590), Schafe 20 (32) darunter 16 (19) Hümmel, Schweine 3700 (3915). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al 34 bis 35, b) 32 bis 33, c) 29 bis 31, d) 26 bis 28; Bullen a) 31, b) 29 bis 30, c) 27 bis 28, d) 24 bis 26; Kühe a) 29 bis 30, b) 25 bis 28, c) 20 bis 24, d) 13 bis 19; Färsen a) 34 bis 35, b) 32 bis 33, c) 28 bis 31, d) 25 bis 27. Kälber: Sonderklasse nicht notiert, andere a) 49 bis 50, b) 45 bis 48, c) 37 bis 44, d) 26 bis 36. Lämmer und Härnmel bl) Stallmasthämmel 36 bis 37; Schafe nicht notiert. Schweine al) fette Speckschweine über 350 Pfund, 67 Stück ä 50, a2) Fettschweine über 300 Pfund 38 bis 42, b) 38 bis 41, c) 37 bis 41, d) 34 bis 40, e) 32 bis 35, k) nicht notiert, g) Sauen 30 bis 39. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt vom 16. April zogen Kühe um 1 Mark an, im übrigen blieben die Preise unverändert. Marktverlauf: Rinder, Kälber, Härnmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine ruhig, ausverkauft. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 644 Viertel Rindfleisch, 78 ganze Kälber, 7 ganze Schafe, 89 Schweinehälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 52 bis 56, II 48 bis 52; Bullenfleisch 48 bis 53; Kuhfleisch II 36 dis 44, III 28 bis 35. Kalbfleisch II 70 bis 80, III 65 bis 70. Hammelfleisch 70 bis 75. Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 56 bis 60. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 23. April. Die Allgemeinstimmung am Getreidegroßmarkt blieb auch zum Wochenbeginn ruhig, besonders was Brotgetreide betrifft, in dem bei nicht starkem, aber ausreichendem Angebot die Preise unverändert blieben. Lebhafter und weiter fest verkehrten Futtermittel und Hafer bei allgemein sehr knappem Offertenmaterial. Besonders prompte Kleie, Soyaschrot und Erdnußkuchen waren gesucht und die Preise zogen um 10 bis 25 Pf. je 100 kg an. Hafer verzeichnete ebenso wie Sommergerste eine Erhöhung um 2,50 RM. per t. Das Mehlgeschäft ist weiter sehr klein und beschränkt sich fast ausschließlich auf die Abwicklung der alten Bestände. Weizen 203,00 nom. (Mühlenpreis), Roggen 173,00, Sommergerste 170,00 bis 172,50, Hafer 161,00 bis 163,50, Weizenmehl Spez. 0 mit Austaufchweizen 29,70 bis 30,25, Weizenmehl Spez. 0 ohne 28,20 bis 28,75, Roggenmehl 0 bis 60 v. H. 24,00 bis 24,50, Roggenmehl füdd. Spez. 0 24,50, Weizenkleie 10,85 bis 11,00, Weizenfuttermehl 11,80, Roggenkleie 11,10, Soyaschrot 15,65 bis 15,70, Erdnußkuchen 16,50 bis 16,75, Palmkuchen 14,15, Treber 14,10, Trockenschnitzel 10,10 bis 10,15, Heu 6,00, Weizen- und Roggenstroh 2,00, Kartoffeln: Industrie, hiesige Gegend, RM. 2,85 (unv.) per 50 kg bei Waggonbezug. Schülermützenverbrennung durch die HZ. Line Demonstration gegen den Standesdünkel. D a r m st a d t, 22. April (LPD.) Die Oberbannführung der Hitler-Jugend in D a r m st a d t hatte heute zu einer besonderen Demonstration aufgerufen. Um 17 Uhr rückte die Hitler-Jugend mit Spielmannszügen und Fahnen auf dem Paradeplatz an. Vor jeder Gefolgschaft marschierte eine Gruppe mit Degen, auf denen die altbekannten Schülermützen aufge- spießt waren. Nach Aufstellung des Zuges erklärte der Oberbannführer, daß diese Kopfbedeckung einer überwundenen Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskredltgefellschafl Berlin W 8, Behrensstrahe 21/22, sowie auf deren Reichsbankgirokonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer ber Arbeit". Zeit angehöre und in dem heutigen nationalsozialistischen Staat keinen Platz mehr habe. Angehörige der Hitler-Jugend würden solche oft schreiend gefärbten Papageiendeckel nicht tragen, die lediglich aus Geltungstrieb und um zu zeigen, daß man eine höhere Schule besuche, aufgesetzt würden. Die HI. werte und anerkenne nur Leistung. Sie kenne nur Arbeiter der Faust und Arbeiter der Stirn im braunen Ehrenkleid des Führers Adolf Hitler. Sie werde deshalb mit dieser Modetorheit Schluß machen. Nachdem dann Stabsleiter Richter vom Kampf der Jugend gesprochen hatte, wurden die Mützen verbrannt. Ein Vorbeimarsch der Hitler-Jugend vor dem Stabsleiter beendete die Kundgebung, die erste ihrer Art in Deutschland. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 25. April. 6.05 Uhr: Gymnastik. 7.05: Wetterbericht. 7.10: Frühkonzert. Musikzug der SA.-Standarte 167, Kassel; Leitung: Musikzugftihrer H. Schröder. 8.25: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. Johannes Gutenberg, ein Wegbereiter der neuen Zeit. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I (Schallplatten), Italienische Rei.se- dilder. 13.20: Mittagskonzert II. Ausführung: Das Rundfunkorchester. — Leitung: Dr. Reinh. Merter. 14: Mittagskonzert III (Fortsetzung). 14.30: 3X15 Minuten aus dem Senderbezirk: 1. Don Freiburg: Trio für Gitarre, Bratsche und Violine von Anton Sttngl. — Leitung: A. Stingl (Konstanz). 2. Von Trier: „Der Erbhofgedanke und das Trierer Land." Vortrag von Dr. A. Kneer. 3. Von Kassel: „Ab nach Kassel." Auf drei Wegen durch eine Stadt. 16: Von Königsberg: Nachmittagskonzert. Kleines Funkorchester (Eugen Wilcken). 17.30: „Was sagt uns heute Friedrich Fröbel?" Gedanken zur Erziehung von Ella Schwarz, Frankfurt a. M. 17.45: Stunde der Jugend. Bürgermeister auf einen Tag. Ein Märchenspiel von heute. Von Enja Anders. Ausführung: Oberbannfpielfchar der Hitlerjugend. Leitung: Manfred Marlo. 18.20 „Der Raum als Waffe? Betrachtungen eines Soldaten. Von Dr. Otto Nickel. 18.35: Junge deutsche Dichtung. Aus dem hessen-nassauischen Dichterkreis. Walter Best, Lucie Rohmer-Heilscher. 18.50: Griff ins Heute. 19: Der erste Preis des Roman-Rätsels vom 19. Februar wird als Hörspiel gesendet. 19.30: Von London: Englische Studentenlieder. 20.10: Von Frankfurt: Reichssendung: „Unsere Saar". Den Weg frei zur Verständigung! 20.30: Das Spitzentuch der Königin. Operette von Johann Strauß. 22.15: Von Stuttgart: Du mußt wissen ... 22.40: Von Mannheim: Zum Lob der deutschen Stände. Ausführung: Die Singschule Heidelberg. Leitung: Hauptlehrer Oskar Ehrharb, Heidelberg. 23.00: Von Stuttgart: Kammermusik. 24: Nachtmusik. Orchester-Konzert (Schallplatten). Svrca^ ui vcn Der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr 16 bi« 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Kurszettel her Berliner unb Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt veichlossenen Dividende an — Reichsbankdiskvni 4 p H Lombardzlnsfuß & o H Iranktun a. Ul. Berlin Schluß- hird Schluß». Abend» börse Schluß- tert Schlußk. Mittag- börse Datum 21.4- 23.4. 21.4. 23-4. «% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 <% efcm.7% Dt. Reichsanl. o. 1929 95,6 99,9 95,75 99,9 95,9 100. 95,9 99,9 5%% Doun'g.'Anieihe von 1930 . 92,9 92,75 93 93 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Autlos.-Rechten .......... DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte ..... 94,75 20,2 95,13 19 95,13 20,1 95,13 18,95 6% eljem.8% Hess. BolkSNaat 1929 (rückzahlb. 102-2») .. - - 91,75 93,25 92,4 92,75 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.......... 91,5 91,5 — — 6y,% Hess. LandeS^twotheken. bank Darmstadt Staut 91 90,5 — — vberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten - 94,25 94,5 — Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AnSlos.-Rechten 94,5 94,25 84,75 94,65 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar biS 1935 91,75 91,75 — — «% ehem. 7% Franks Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 91.65 91,65 — — 6K% ehem. 4K% Franks Vvv-- Bank*Ltqu.-Psandbriese 90-5 90,13 — — ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Soldpse. 91,5 92 — — 6% ehem. 8% Pr. LandeSpsan» briefanslalt, Psandbricse R 19 94,25 94,25 94,25 94,25 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- 94 94 97,9 briesanstatt, Psandbricse R. 10 94 Steuerautsch. Verrechnungskurs 97,9 97,9 4% Oetterrelchtsche Soldrrnte 22,25 22 22,5 22,5 4,20% Oesterretchtsche Silberrente 1,15 1.15 1,15 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7,8 7,4 7,75 7,4 7-9 7,55 7^55 1J *Vx% deSgl. von 1913 ..... 7,7 7,7 7,7 6% abgest. Goldmexikaner von 99 — 8,5 4% Dürkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 6,65 6,65 6,75 6,75 •e* I ....... — Frankfurt a.M. Serkin Schluß- kurS Schlußk. Abend- börsc Schluß kurs Schlußk. mittag* bfcfc Datum 21.4. 23-4. 21-4. 23.4. 4% de-gt. Serie 11 ............. 6% RumSn. vereinh. Rente v. 1903 4V»%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. Anatolier ........ Hamvurg-Amerika-Paket ..... O Samburg-Südam. Dampfschiff . O Hansa-Damvfschiff........... 0 Norddeutscher Lloyd ......... O A.S. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Prioat»Bank ... O Deutsche Bank und DisconU» GeseUschafl................ o Dresdner Bank.............. o Reichsbank .............. zz A.G.G...................... o Bekulo.....................o Slettr. Lieferungrgekllschatt... 8 Lickt und Kraft ... 8 Fetten & Guilleaume......... O Geselllch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität..... tz Schuckert S Co.............. s Siemens L Halske............ 7 Lahmey« L Co............ io Buderus ..... o Deutsche Erdöl .............. 4 Gelsenkirchen« ............. O Harpener...................O Voesch Eisen—Köln-Neuessen .. O Ilse Bergbau .......... ... 8 31 je Bergbau Genüg»........8 Klückn «werke ...............O Mannesmann-Röter»........0 6,75 4,25 7,2 3,9 29 27,5 30,75 65 85,5 46 58,75 60 148,25 25,5 128,4 98,5 103,75 57 96,5 99 136,65 117 72,4 112 62,5 89 112,25 61,5 65 6,75 4,25 7,2 3,9 29,45 30,25 64,25 85,25 46 57,5 60 147 26,25 127,5 98 104,5 55,75 95,25 99,5 135 115,5 71,13 110,75 61 89 136 111,25 60,5 64 4,3 7,05 4 29,25 27,25 24 30,5 65,5 85,9 46 58,75 60 148 26,65 137,75 98,75 104 57 96,13 99 136 116,5 71,5 111,5 62,5 88-65 71,13 138,25 112,13 61,5 65 4,25 7,25 3,9 29,4 26,75 23,5 30 64 85,75 46 57,5 60 147,25 25,75 127,5 98,25 104,75 56,25 95,75 92 99,5 135,5 116 71 110,75 61,5 89,25 70,9 136 111,5 60,5 64 Frankfurt a. Ul Lerlin Schlußkurs Schlußk. Abend* börse Schlußkurs Schlußk. Mnag- börse Datum 21-4. 23-4- 21-4- 23-4- Mansfeld« Bergbau....... 71,75 71,75 72 71,5 Kokswerke ......... O — — 94,5 93,25 Phonir Bergbau .......... . 0 50,25 48 49,75 48,5 Rheinische Braunkohlen .... 10 209,75 209,5 210,5 210 Rheimlah, .......... 91,75 91 91,75 90,9 Bereinigte Stahlwerke...... . 0 43,25 42 42,5 41,65 Otavi Minen .......... . 0 14,75 14,4 14’c5 14,4 Kaliwerke Aschersleben...... . 5 109,5 107 108,75 107 Kaliwerke Westeregeln...... . 6 108 108 108 107 Kaliwerke Salzdetfurth .... IV, 138,25 142,9 138,65 141 138 . 9 182^25 183 Goldschmidt .............. . O 61,75 61 61,5 60,75 Rütgerswerke ............. . 0 55,5 54,25 55 54,13 Metallgeiellschaft........... . 0 82 80,75 81,9 80 ,. o 68 67,5 68 67,5 Zementwerk Heidelberg .... .. O o 100,5 112 100,5 112 5 Schutthet» Patzenhofer .... .. 0 105,5 103 Aku (Allgemeine Kunstseide) . 0 63,5 63,75 64,13 63,9 em berg ........ .. 0 65,5 67 66,25 67,5 $ -llstoss Waldhos ......... .. 0 49,9 49 49,75 49 1 ellstofs Aschaffenburg ..... .. 0 43,5 — — — 1 »essauer Gas .......... . 7 — — 120,4 120,25 1 aimler Motoren.......... . O 46,75 45 47 45 65 1 »rutsche Linoleum......... .. 0 56 55,5 56 55,25 C renstein & koppel ........ .. 0 — — 65,75 65 L eonhard Tietz .......... .. 0 19,5 18,65 19,25 18,65 rbade .................. ..10 163,5 164,25 163,75 164,25 Lttumulakorrn. Fabrik...... .. 0 173 175,25 175 176 Lonti-Gumm, ..... 0 139,25 139,5 140 139,75 GNtzner.................. .. 0 25 „24 25,5 24,5 Mainkraftwerke Höchst O-SL. >. 4 74 Süddeutsch« Jucker ....... .. 9 167 167,5 168 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M 21. April 23-Apr Amtliche Notierung Amtliche Notierung Seid Srie Geld Srie Helsingsoet.. 5,659 5,671 5,649 5,661 47.20 47-30 47,20 47,30 Prag....... 10,38 10,40 10,38 10,40 BudapeK ... — 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,43 169,77 169,53 169,87 Oslo....... 64,24 64,36 64,24 64,36 Kopenhagen. 57,09 57,21 57,09 57,21 Stockholm... 65.93 66,07 65,93 66,07 London ..... 12,785 12,815 12,785 12,815 Buenos Aires 0,613 0,617 0,608 0,612 Neu York .... 2,473 2,477 2,487 2,491 Brüssel..... 58,41 58,53 58-49 58,61 Italien..... 21,26 21,30 21,27 21,31 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweiz .... 80,95 81,11 80,99 81,15 Spanien.... 34,22 34,28 34,22 34,28 Danzig..... 81,57 81,73 81,57 81,73 Zapan ...... 0,754 0,756 0,754 0,756 Rio de Ian. . 0,214 0,216 0,214 0,216 .Ingoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Ltiiabo» .... 11,65 11,67 11,65 11,67 Banknoten ____________gcrlin, 2Z. April_______ -amerikanische ’Jioteu.............. Belgische Noten ................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten ....... Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten ........... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanisch« Note» Ungarische Note»................ Geld 2,439 58,33 56,94 12,74 16,46 169,11 21,20 64,07 65,77 80,81 34,08 ~3HeT 2,459 58,57 57,16 12,80 16,51 169,79 21,28 64,33 66,03 81,13 34,22 Bekanntmachung. „Betr.: Die Bildung der Fleisch, und Wurstpreise, in Hessen. Durch Verfügung vom 25. Oktober 1933. für die einzelnen Kreise durch die zuständigen Kreisämter bekanntgegeben, sind die Verkaufspreise für Fleisch und Wurstwaren bindend im einzelnen festgesetzt worden. Ich habe Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß besonders in den Landgemeinden die für sie in Frage kommenden und aus der damaligen kreisamtlichen Bekanntmachung ersichtlichen Preise unbedingt eingehalten werden müssen. Anträge auf Erhöhung der oorgeschriebenen Preise haben bei dem augenblicklichen Stand der Einkaufspreise für Vieh keine Aussicht auf Erfolg. Die Kreisämter sind streng angewiesen, irgendwelche Preisüberschreitungen sofort festzustellen und hierher zu berichten. Jung." Orige Bekanntmachung des Herrn Staatsministers bringen wir den Interessenten zur Kenntnisnahme. Gießen, den 21. April 1934. 2485C Bürgermeisterei Gießen. J.D.: Bartholomäus. Bekanntmachung. I. Jede Neuherstellung oder Veränderung von Grundstücksentwässerungen ist nur nach vorheriger Einholung der baupolizeilichen Genehmigung zulässig. Das Ausführen jeglicher Arbeiten an Entwässerungsanlagen ist nur durch Installateure oder Unternehmer gestattet, welche den erforderlichen Zulassungsschein besitzen. 2462C II. Das Ausgießen oder Einleiten von Schmutzwasser in die Straßenrinnen ist verboten. III- Don Grundstücken, die an die Straßenkanäle angeschlossen sind, darf kein Niederschlagswasser über den Bürgersteig abfließen, auch nicht, wenn die Hof- oder Regenrohrsinkkasten verstopft sind. Die Sinkkasten sind regelmäßig zu reinigen. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen und die Unterlassung der Reinigung der Sinkkasten unterliegen den Rechtsfolgen des § 42 der Polizei- oerorbnung, die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Stadt Gießen betr., vom 1. August 1904. Gießen, den 23. April 1933. Bürgermeisterei Sieben. I. V.: Dr. Ham m. Geschäfts-Drucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge bei Brühl. Schulstraße 7 SSÄ— Evang. Frauenhilfe (Evangelisch-kirchliche Arauenvereine) Hauptversammlung für Oberbessen am Mittwoch, dem 25. Avril, nachm. 2H Uhr, im Cafä Leib zu Gießen, mit Vortrag der Reichsführerin des ftrauenwerks der deutschen evangelischen Kirche, Frau 'Agnes von Grone, über 2>80l Guano. zrMMüeit onö öos Snnwnroeti. Fahnen in jeder Größe Fahnenstoffe 80,120 und 130 cm breit, stets vorrätig 188 A H. Kaefe Nachfolger Inhaber? Wilh. Hom & Sohn. Kreuzplatz 15 SJJporf Oie Lemberger-Eh. 9 Die Leinberger-Elf, die am Samstag gegen die Stadtmannschaft Gießen und am Sonntag gegen die Stadtmannschaft von Marburg mit 3:0 bzw. 5:0 gewinnen konnte. — Von links nach rechts: Lang (Steinberg), Wohlgemuth (Wetzlar), Koller (Butzbach), K e u l (Aßlar), E i s e n r e i ch (Friedberg), S ch l a r b (Spielvereiniguna 1900 Gießen), Knauß und Wilhelm (VfB.-Reichsbahn Gießen), Fett (Steinberg), Lippert (Spielvereinigung 1900 Gießen), G ö b l er (Krofdorf). — Ganz rechts: Der Kursusleiter L e i n b e r g e r, der der Mannschaft außerordenlliche Kenntnisse vermittelte. Leinberger im Gespräch mit dem Bezirksführer Happ (Mitte) und dem Gaujugend- wart D o n d r a n. Bildbericht vom 3. Sollen-Sandball-Turnier. » » V* VT Links oben: Die teilnehmenden Mannschaften. — Rechts oben: Der Einmarsch in die Volkshalle. — unten: Spannende Kampfszene. —' Die Plakette der Gruppe I, die von der Mannschaft der Spielvereinigung 1900 gewonnen wurde. Oie Siem- und Ztelfahrt des Gaues Hessen im OOA6. Großer Werbeerfolg. Zu einer großen motorsportlichen Kundgebung gestaltete sich am Sonntag die Stern- und Zielfahrt des Gaues Hessen im DDAC. nach Marburg. Weit über Erwarten groß waren die Anmeldungen aus allen Teilen des Gaues eingelaufen. Selbstverständlich stellten die Motor-SA. und das NSKK. den Hauptteil der Fahrer. In der 3-Stundenfahrt kamen 122 Teilnehmer strafpunktfrei durchs Ziel, während nur zwölf die Bedingungen nicht erfüllten. Die 6 - S t u n d e n f a h r t, die über eine 300 Kilometer lange Strecke führte, brachte 43 Teilnehmer an den Zielpunkt. In dieser Klasse gab es teilweise hervorragende Ergebnisse, da eine ganze Anzahl Fahrer die Nichtorganisierte Fahrstrecke mit sechs Kontrollstellen in einem Stundendurchschnitt von über 70 Kilometer zurücklegte. An der P l a k e t t e n f a h r t beteiligten sich über 350 Fahrzeuge. Gau-Gruppenleiter Prinz R i - chard von Hessen, der' stellvertretende Gauführer Stempel und Gausportleiter Herrmann wohnten der Veranstaltung bei. Leider ereignete sich auch ein Unglücksfall. Motorradfahrer K a r l h ö f e r aus Marburg rannte in die Bretterverkleidung der im Umbau begriffenen Südbahnhofbrücke in Marburg. Er zog sich einen schweren Armbruch zu, während sein Beifahrer einen komplizierten Schädelbruch erlitt. Die Veranstaltung erfüllte nichtsdestoweniger ihren Zweck zur Werbung für die Popularisierung des Motorsports in vollem Matze. Oie Saar-Gif für Kastel. Am 29. April findet in Kassel im Rahmen einer Saarkundgebung ein Spiel zwischen Mannschaften des Gaues Nordhessen und des Saarbezirks statt. Die Saar-Elf ist wie folgt aufgestellt worden: Tor: Pletsch (Sportfreunde Saarbrücken); Noll (Saar 05 Saarbrücken), Hans (Sportfreunde); Läuferreihe: Zeimet (Saar 05), Sold (FV. Saarbrücken), Theobald (Borussia Neunkirchen); Sturm: Kullmann (Sportfreunde), Heimer, Conen (beide FV. Saarbrücken), Deutsch (Saar 05), Seither (Sportfreunde). Ersatz: Hingst (Saar 05), Omlor (Ensheim), Waschburger (Saar 05). Olympia-Achter starten. Wie im Schwimmen und in der Leichtathletik be- reits die Prüfungen der Olympiakandidaten vorg«. nommen worden sind und noch werden, so wird nun auch der Deutsche Ruderverband eine Prüfung seiner Olympia-Achter vornehmen. Bekanntlich sind vom Derbandsführer mehrere Verbands-Achter bestimmt worden, die im Hinblick auf die Olympischen Spiele 1936 in Berlin eine besondere Vorbereitung erhalten sollen. In der kommenden Regattazeit fallen die Achter erstmalig ihr Können unter Beweis stellen. Um die Unkosten möglichst niedrig zu ge- stalten, werden daher einzelne Regatten in nächster Zeit gebietsweise beschickt. Als erste Regatta, wo Olympia-Achter starten sollen, ist Leipzig am 1 Juli in Aussicht genommen worden. Berliner RE. am Wannsee, Wiking Leipzig und der Mainzer RV. sollen dort aufeinandertreffen. Eine Woche später ist für die Hengsteysee-Regatta der Start des Würzburger RV., der Gießener R u d e r g e s e l l s ch a f t, des Kölner Club für Was- sersport und des Berliner RV. von 1876 vorgesehen. Gleichfalls am 1. Juli sollen in Stettin der RE. Germania Königsberg, Germania Homburg, die Interessengemeinschaft des Hamburger RE und der Berliner Ruderclub am Start erscheinen. Fest steht bisher, daß sämtliche Olympia-Achter an der Meisterschafts-Regatta in Mainz teilnehmen. Außerdem will man noch den größten Teil dieser Mannschaften zur Teilnahme an der Großen Berliner Regatta auffordern, die am 16./17. Juli stattfindet. Heit-Turnier in Mza. Oberieufnanf Brandl belegt einen dritten Platz. Nach einer durch starken Regenfall verursachten 24stündigen Pause konnte das Reitturnier in Nizza am Montag fortgesetzt werden. Im Mittelpunkt der ; Montags-Kämpfe stand der Große Preis von Nizza, der über 15 Hindernisse auf einer 785 Meter langen Bahn führte. Sieger blieb der italienische Oberst B o r s a r e l l i auf Crispa vor dem Franzosen Leutnant de Maupäou auf Castag- nette und Oberleutnant Brandt auf Thora. Oberleutnant Hasse kam auf „Der Mohr" auf einen 7. Platz, mit Olaf reichte es allerdings nur zum 13. Rang. Baron IV und Baccarat (Rittmeister Momm) kamen für die Entscheidung nie in Frage. Aus dem Lager des Krastsporis. Kraft- und Sportklub 1893 Gießen Meister der A-Klaffe. Den Gießener Ringern ist nun auch der Rückkampfsieg gegen DfK. Alsfeld geglückt. Der „Kraft- und Sportklub 1893" ist damit Meister der A-Klasse im Mannschaftsringen im' Gau Nordhessen. In Kürze wird die Gießener Mannschaft gegen „Einigkeit Hersfeld" um den Aufstieg in die Gauklasse, antreten. Die einzelnen Kämpfe verliefen folgendermaßen: Bantamgewicht: G. Kainer hat in A Dürr einen äußerst zähen Gegner und mußte in 3 Minuten eine Schulterniederlage hmnehmen. 3:0 für Alsfeld. Federgewicht: In G. Götz und A. Schott I. treffen sich zwei alte Bekannte. Diesmal ist Schott der Glücklichere. Er siegt nach hartem Kampf überraschend durch Hüftschwung. Zeit 5 Minuten. 6:0 für Alsfeld. Leichtgewicht: G. Funk wird kampflos Sieger, da A. Schott II. wegen Verletzung nicht antreten kann. 6:3 für Alsfeld. Weltergewicht: G. Klotz hat in Schwalm den besten Mann der Alsfelder gegen sich. Anfänglich in Führung liegend, mußte er jedoch in 6 Minuten durch Hamerlock auf die Schultern. 9:3 für Alsfeld. Mittelgewicht: G. Wagenpfeil erringt den schnellsten Schultersieg des Tages. Durch Doppelnelson muß sich A. Geißel in 1 Minute eine Niederlage gefallen lassen. 9:6 für Alsfeld Halbschwergewicht: Nach kurzem Kampf konnte G. Bellosf feinem Gegner Wettläufer durch Hüftschwung mit Eindrücken der Brücke eine Niederlage beibringen. Er stellte dadurch das Resultat auf 9:9. Schwergewicht: Hier mutzte die Entscheidung fallen. G Emmerich rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen und zwingt A. Schneider durch Hamerlock in 2 Minuten auf die Schultern. Endergebnis 12:9 für Gießen. In einem Einlagekampf konnte der jugendliche Becker (Gietzen) feinen Gegner Schmidt überraschend in 5 Minuten besiegen. Auf her Suche nach hem unbekannten Gewichtlieber Im Hinblick auf die Olympischen Spiele 1936, stellte sich auch der hiesige 1. Kraft- und Sportklub 1893 in den Dienst der Suche nach dem unbekannten Sportsmann. Es gibt in Deutschland noch viele starke Männer, die bisher noch keinen Sport ausübten. Diese Leute dem Kraftsport zuzuführen und auszubilden, ist die Aufgabe am 29. April. Der Reichssportführer hat bei den Kraftsportlern an das Gewichtheben als meßbare Leistung gedacht Es werden Wettkämpfe im olympischen Fünfkampf veranstaltet, an denen sich jeder Deutsche, ob er einem Verein angehört oder nicht, beteiligen kann. Ins- besondere hofft man auf die Beteiligung der SA., SS., HI. und Reichswehr. Die U e b u n g en sind folgende: Reißen mit einem Arm, Stoßen mit dem andern Arm, beidarmig Drücken beidarmig Reißen und beidarmig Stotzen. Die Leistungen werden für das Sportab- Zeichen gewertet. Außerdem werden die Wettkämpfer gewogen und in folgende Körpergewichtsklassen ein geteilt, Bantamgewicht bis 112 Pfund, Federgewicht bis 120 Pfund, Leichtgewicht bis 135 Pfund. Mittelgewicht ms 150 Pfund, Halbschwergewicht bis 165 Pfund, Schwergewicht über 165 Pfund. Meldungen sind an Mitglied Hendrich, Kirchenplatz 8, zu richten. Es wird keine Meldegebühr erhoben. Den Wettkämpfern ist Gelegenheit geboten, am kommenden Mittwoch, 20 Uhr, am Training des 1. Kraft- und Sportklubs 1893 in der Turnhalle, Peftalozzifchule, teilzunehmen. Die Veranstaltung selbst findet Sonntag, 29. April im Anschluß an das Fußball-Lokalfpiel 1900 — VfB. Reichsbahn auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 statt. Kurze Sportnotizen. Die Abreise Schmelings nach Barcelona ist am Montag erfolgt. Ueber Paris führt ihn der Weg nach Spanien, wo er wieder fein Trainingslager in Sitges, etwa eine Stunde von Barcelona entfernt, aufschlagen wird. Deutsche Boxer in Göteborg hatten keinen Erfolg. Der Düsseldorfer Weltergewichtler Dre- köpf verlor gegen den Schweden Axel Lind nach Punkten. Sein Landsmann Drescher mußte dem Schweden Wennberge den Punktsieg überlassen. Den Hauptkampf dieser Veranstaltung bestritten Gunnar Andersen (Schweden) und der Kubaneger Kid Oliva, den der Schwede glatt nach Punkten gewann. Weyres (Aachen) siegte in Barcelona im Großen Motorradpreis in der Klasse der Beiwagenmaschinen. Mit seiner Harley-Davidson erzielte er eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 79,581 Stundenkilometer. Stanley Woods (Irland) kam in der 500-eem-Klasse zu seinem zweiten Erfolge. Die Spanier Aranda und Vidal belegten nach ihm die ‘Ulifclunga 3&£tnenqutEtc Bei Nieren-, Blasen- und Frauen leiden, Harnsäure, Eiweiß,Zucker Frequenz 1 933: 1 7 200 Haupt-Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6 Tel. Nr. 3888. Schriften kostenlos rar Mühe und in einem Bruchteil der bis- werden Sie finden, wenn Sie sich mit der Arbeit nicht mehr so zu plagen brauchen. Wollen Sie sich's nicht ein bißchen leichter machen als bisher* Mit Wolf - Gartengeräten lockern, häufeln, jäten Sie alles mit aerinae- K her notwendigen Zeit. Wir zeigen Ihnen gern kostenlos und ohne Kaufzwang diese praktischen Geräte und erläutern Ihnen ihre Arbeitsweise. Wenn Sie sich die Gartenarbeit in Zukunft erleichtern wollen, sudien Sie uns dodi bitte bald einmal aufc J. B. Häuser, Gießen Am Oswaldsgarten 2040* Ruf Nr. 2145/2148