Nr. 47 Erstes Blatt 184. Jahrgang Samstag, 24. Februar 1934 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Siehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts Such und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. 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Kaum war diese Ortsgruppe der Partei inmitten des bekannten Wirrwarrs völkischer und auch-völkischer Vereine und Verbände gegründet, als sich aus den ersten dutzend Mitgliedern auch schon Bannerträger fanden, die die Hakenkreuzfahne ins Land trugen, nach Darmstadt, Wiesbaden und Bad- Nauheim zunächst, besonders aber hinaus ins flache Land des Gaues. Durch ein Telegramm, das der damalige Ortsgruppenleiter der „deutschen Partei", unser derzeitiger Gauleiter, dem Führer in die Festungshaft schickte, erfuhr Hitler, daß auch im Rhein-Main-Gebiet seine Getreuen weiterkämpften. Mit vereinten Kräften, unabhängig von der zeitweiligen Trennung in hessisches und preußisches Gebiet, wurde ein Stütz punktnach dem anderen gewonnen. Eine kleine Schar äußerst beanspruchter Gauredner hat die Leistungen vollbracht, die rückblickend kaum noch faßbar erscheinen. Wer weiß es heule noch, daß einmal ein unbekannter Postbeamter und ein Hilfsarbeiter aus Frankfurt das Land durchzogen, mit dem Rucksack voller Flugblätter und Plakate, die sie selbst verteilten und anklebten. Bis dann die Ramen Sprenger und Gemeinder immer häufiger und gehässiger in der roten und rosaroten Presse genannt wurden. 3m hessischen kam ein bis dahin ebenfalls unbekannter Volksschullehrer, der spätere Gauleiter und derzeitige Ministerialrat Ringshausen dazu. Allmählich bildeten sich festere Ortsgruppen mit eigener SA und Sonderformationen, die sofort bei,, । übergingen, ihr Gebiet selbständig zu bearbeiten Die meisten Kreisleiter des Gaues sind früher diese ersten Leiter selbständiger Ortsgruppen gewesen Die bekanntesten Vertreter der anderen Parteien wurden dem ungestüm vordrängenden Angriff entgegengestellt, aber die jungen ersten Aktivisten Haselmeyer, Stier, Kampke Klaus S e l z n e r (Worms), gegenwärtig in der Reichsleitung der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Krebs (Frankfurt), Leopold G u t t e r e r und Gerd Rühle, jetzt Regierungsräte in Berlin, Walter Heyse, der Adjutant des Gauleiters, Pg. S i - m 0 n, damals noch Student, heute Gauleiter in Koblenz, Gustav Staebe, zur Zeit in der Reichsführung der HI., das waren die ersten Verkünder der Idee in unserem Gebiet. Dem Terror wurde die Gewalt entgegengesetzt. Der erste Frankfurter SA.Führer war der jetzige Landrat des Oberlahnkreises, Pg. Lange. Jeder feiner Kameraden, die von damals bis heute ourchgehalten haben, könnte stundenlang über seine Erlebnisse berichten, ohne je zu langweilen. Dann gingen die Parteigenossen Günther Gräntz und Hermann Hirth an die Organisierung der SA. tm Gau, in Hessen die Parteigenossen Schneider, Abt und Wetzel von Darmstadt, letzterer zur Zeit Bürgermeister von Heidelberg. Unter Führung des Schlossers Fritz Weitzel, des jetzigen Führers der SS.-Gruppe West und Düsseldorfer Polizeipräsidenten, bildete sich in Frankfurt die erste Schutzstaffel. Die bald sehr gefürchtete Truppe ist der ehrenvolle Kern der 2. deutschen SS.-Standarte geworden, die zusammen mit den alten Stürmern der SA. und Partei in die roten Hochburgen einrückten, Versammlungen und Kundgebungen sicherten und den Terror niederschlugen, wo sie ihn fanden. 3m April 1927 wurde SA.-Mann Karl Ludwig, Wiesbaden, der erste Blutzeuge im Gau, vier Wochen darauf wurde S2L- Wann Wilhelm Wilhelm! in Rastätten erschossen, dann folgten in Hessen die SA.Kame- raden Heinrich k 0 t t m a n n , Pfungstadt, und Erich 3 0 h st aus Lorsch a. d. B. Diese Kamen 1. Otto Keil, Langsdorf 74 995 2. Wilhelm Weber, Ettingshausen 73 768 3. Hermann Stoll, Garbenteich 62 828 4. Wilhelm Schepp Saasen 70 974 5. Heinz Horn, Gießen 84 166 6. Georg Ermert, Gießen 95196 7. Wolfgang Lotze, Gießen 2903 8. Adam Lotz, Gießen 65 643 9. Adolf Treser, Gießen 66 758 10. Wilhelm Wenderoth, Gießen 71 143 11. Otto Kempff, Gießen 85 580 12. Friedrich Walter, Gießen 71140 führen die Liste der im Frontabschnitt Hessen- Rassau im Dienst gefallenen Rationalsozialisten. Auch drei hitlerjungen muhten im Gaugebiet ihr Leben für die 3dee opfern. Die dienstältesten Verwaltungsmitarbeiter der Gauleitung in Frankfurt und Offenbach, die Parteigenossen A G i m b e l und Fritz K r e tf e stehen auch heute noch unermüdlich im Dienst. Gewaltigen Auftrieb brachten immer wieder gerade die von den Systembehörden unglaublich schikanierten Gau- Parteitage und die für ganz Deutschland in ihrer Wucht und Eindrucksstärke einzigartigen Kundgebungen des Führers in der Frankfurter Festhalle. Unvergessen sei im Odenwald jener vom Gauleiter Sprenger, der damals noch als Bezirksleiter Frankfurt im Lande wirkte, in Beerfelden i. 0. erstmalig judenfrei durchgeführte Viehmarkt. Unvergessen sind im Vogelsberg, im Westerwald und Taunus die stattlichen Aufmärsche und P r 0 p a g a n b a f a t) r t e n der 13. August Horn, Gießen 75 000 14. Jean Bullmann, Gießen 90 317 15. Adolf Münker, Gießen 84 165 16. Hermann Bender, Hungen 44 986 17. Anton Dietz, Lich 76 925 18. Heinrich Höch st, Grünberg 77 834 19. Frarlz S 0 ldan, Gießen 90127 20. Hermann W 0 bker, Heuchelheim 25 507 21. Baumgärtner, Gießen 80768 22. Lorenz Eifert, Gießen 63715 23. Paul Schneider, Gießen 72 622 24. Fritz Röder, Gießen 41 462 Der alte Kämpfer -er NSDAP. Das Höchste im Dienste der Zdee ist die selbstlose Treue. Sie folgt bedingungslos der Fahne und dem Führer. Sie ist unpersönlich, unermüdlich, unwiderstehlich. Selbstlose Treue, sturmsesi geworden im zähen Gingen um die Macht, ist das Geheimnis der Alten Garde. Die Geschichte sichert ihr den höchsten Lohn, wie ihn keine Macht und kein weltlicher Reichtum verleiht^ Den Lohn ehrenvoller Ltnsterblichkeii Parteigenossen des Kreises Gießen mit der Alitgliedsnummer unter 100 000 rhein-mainischenBraunhemden, unfreiwillig aber regelmäßig von Systempolizei verstärkt, unvergessen die besonders heftigen und blutigen Zusammenstöße in Mainz, Michelstadt, Offenbach, Griesheim (wo der Gauleiter fast allein den roten Bierflaschenwerfern gegenüberstand),Worms,Hanau. Die in diesen Kämpfen erprobten Männer sind auch hinausgegangen ins Reich, außer den bereits Genannten, so der Reichsbauernführer Darre und der Landesinspetteur für Oesterreich, Pg. Habicht aus Wiesbaden, der Reichsführer der deutschen Beamtenschaft aus Frankfurt, der Reichshandwerksführer Pg. Schmidt und so mancher andere bewährte Kämpfer. Alle lebendige Zeugen dafür, daß der Kampf Männer schafft, weil er Männer braucht. Den Tausenden aber, die inzwischen zu unseren Fahnen gestoßen sind, muß jede Gelegenheit, besonders aber die eines Gautages, dazu dienen, den Geist e y r ' n v 0 l l st e r Tradition der rhein- mccknischen Nationalsozialisten mitzuempfinden. Ein einziger Blick auf das nüchtern sachliche Bild der darstellenden Kurven der Abteilung Statistik des Gaues zeigt, daß das alte Gebiet Hessen-Nassau- Süd immer beträchtlich über dem preußischen und dem 'Reichsdurchschnitt und nie darunter gelegen hat. Unsere Kameraden im Hessischen haben es niemals an Anstrengung fehlen lassen' die Frontlinie miteinzuhalten. Mag es als symbolhafte Bestätigung der Verbundenheit dieses in jeder Hinsicht offenkundig zusammengehörigen Gebietes in der Geschichte der nationalen Revolution feflgehalten werden, daß der Führer unseres Abschnittes, Gauleiter Sprenger, am gleichen Tage das Frankfurter Rathaus und das hessische Staatsministerium von den Systemträgern reinigte und unsere herrliche Flagge auffehen ließ. Der Gau zählt in rund 381OOO Gebäuden der 2060 Ortschaften seines Gebietes fast 3 Millionen Einwohner, welche in über 1000 Ortsgruppen und Stützpunkten der Partei erfaßt sind. Die Stärke allein der Parteiorganisation unseres Gaues ist so, ' daß beispielsweise bei der nach ihrer jeweiligen Stärke erfolgten Teilnehmerkontingentierung zum Nürnberger Kongreß Hessen-Nassau an dritter Stelle im Reichsgebiet stand So bleibt es die schönste und beste Belohnung aller Mühen und Opfer, wenn der Führer auf diesen Gau st 0 lz ist. Wir wissen aus den Erfolgen der vergangenen Kämpfe, daß wir nicht nur in Nürnberg einen so hervorragenden Platz errungen haben. Es gibt für uns alle auch heute, mit der gewaltig gesteigerten Kraft unseres Frontabschnittes, kein höheres Ziel, als daß dieser Stolz des Führers und seine Zufriedenheit unserem Gau immer erhalten bleiben möge. Wir sehen heute neben der Aufgabe der steten inneren Festigung des organisatorischen Parteige» füges unsere Pflicht in starkem Maße darin, der Arbeit aller Behörden und Hilfsstellen der neuen Regierung immer wieder nachdrücklich den Stempel einer ausschließlich nationalsozialistischen Initiative aufzudrücken. Aioichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger^ Totenehrung Wir wollen heute eines Kameraden gedenken, der sein Leben hingab im Dienste der Bewegung, der durch fein vorbildliches Streben und unermüdliches Schaffen uns allen ein Vorbild geworden ist, unseres Pg. Rudolf Breh. Er selbst schrieb über fein Leben: „Ich bin geboren am 7. Februar 1908 in Bad Schwalbach. Nach beendigter Schulzeit machte ich meine dreijährige Lehrzeit als kaufmännischer Lehrling durch. Nach beendigter Lehrzeit fand ich sofort in Hungen (Oberhessen) eine Stellung als Verkäufer, wo ich mich 2% Jahre befand. Ich war dort kurze Zeit im Hungdo'. kurz darauf trat ich zur NSDAP, über. Infolge meiner Betätigung mußte ich meine Stellung verlassen, fand aber sofort eine neue Stellung als 1. Verkäufer in Wetzlar. Nach 1% Jahren wurde ich auf Betreiben der Freimaurer entlassen, fand jedoch sofort in Gießen bei einem Freimaurermitglied Stellung, flog hier wieder raus und bin heute arbeitslos." S) Dl igt unk ggig Strömen ai ''ärts t ib 1 I Kreisleiter Dr. Hgrth, Gauleiter Sprenger an seine Unterführer in -er PO heule die vor der Geschichlc veranlworttichen „Polltljchc Letter polttl|u)c melier o eiter bes Deutschen Reiches. Sie meine ,41 erkannt erhalten. Es gibt keinen höheren ur Leiter des Deutschen Reiches. Sie meine Parole Arbeit und Friede. nen parteigefchichte -es Kreises Gießen der Jahre 1924 bis 1933 zeigen. Landtagswahlen Reichstagswahlen — Winter 108. 7. 8. 9. 10. 11. klang 3. 4. Sturmsichrer S)orft Wessel, « un= 5. Als vor Pfarrer da war 160 000 Politischen Leiter und Amtswalter: „Die nationalsozialistische Partei ist der Staat geworden und ihre Führer sind im Frontabschnitt Hessen-Nassau! Der letzte Parteitag des Gaues stand unter der K. P. W. Wenn wir heute auf die vergangenen Jahre des Kampfes zurückblicken, so können wir das nicht tun, ohne denen in erster Linie zu danken, die in unermüdlichem Schaffen einen Stein auf den anderen setzten, um so mitzuhelfen, das große Werk zu vollenden. Schier riesenhaft und unüberwindlich waren die Schwierigkeiten, die dem Aufbau der NSDAP, gegenüberstanden. Das Werk, das deutsche Kämpfer 1923 begannen aufzubauen, zerschlug der haß eines roten Regiments im Jahre 1925. Doch nur den Auf- bau zerschlug es, nicht aber den unerfchütler- Heß. Georg, Leiter des Amtes für Beamte. Sprechstunden: Dienstag und Freitag von 16 bis 20 Uhr, Bismarckstraße. Seyb, K., Kreisgerichtsvorsitzender. Sprechstunden: durch Kreisleitung. Wagner, Hermann, Kreisbetriebszellen' obmann. Sprechstunden: täglich von 19 bis 20 Uhr, Haus der Deutschen Arbeitsfront. K l ö s, Heinrich, Leiter der NS.-Volkswohl- fahrt. Sprechstunden: durch Kreisleitung. D ö r r s ch u ck, Adam, landw. Fachberater. Sprechstunden: Freitag von 15 bis 17 Uhr, Liebigstraße 16. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter-Partei Völkisch-Sozialer Block......... Deutschnationale Volkspartei (Kampffront) . Bauernbund (Hessischer Landbund) .... Deutsche Volkspartei.......... Evangelische Volksgemeinschaft...... Volksrechtpartei (Geusen)........ Wirtschaftspartei (Mittelstand)...... Zentrum............... Demokraten (Staatspartei)....... Sozialdemokratische Partei........ USP. (Sozialistische Arbeiter-Partei) . . . Kommunistische Partei......... Bevölkerung. der Septembernoahl des Jahres 1930 Pg. a. D. M ü n dm et) er in Gießen sprach, der Bann mit einem Male gebrochen. rung. Sprechstunden: siehe oben. Pape, Karl Otto, Kassenwart und Leiter des Amtes für Kriegsopferoersorgung. Sprechstunden: Dienstag und Freitag von 20 bis 23 Uhr und Samstag von 16 bis 20 Uhr. Schmelz, Heinrich, Propagandaleiter. Sprechstunden: täglich von 17 bis 19 Uhr. Jung, Otto, Personalamtsleiter und kom- munalpolitischer Fachberater. Sprechstunden: täglich 16 bis 18 Uhr. AOK. Ludwigstraße. Im Jahre 1931 übernahm der jetzige Kreisleiter, Pg. Dr. Harth, die Leitung des Kreises. Un- ermüdich baute er das begonnene Werk weiter. Groß und immer größer wurde der Terror, der dann unter der Leitung des Oberregierungsrates a. D. Ritzel einsetzte. Versammlungsverbote, Verbote von Aufmärschen, Aufreizung zum gleichmäßigen Terror nationalsozialistischer Versammlungen waren auf der Tagesordnung. Aber unter diesem Druck entstand eine Ortsgruppe nach der anderen, die Mitgliederzahl wuchs von Tag zu Tag. Der irn Mai 1931 siattfindende SA.Aufmarfch unter der Leitung des Standartenführers Pg. D i h e l, anläßlich der Gründung der Standarte 116, zeigte den Marxisten in Gießen zum ersten Male, daß ihnen die Straße nicht allein gehörte, und trotz aller Bemühungen, trotz oet- 6. Michel, Artur, Presseamtsleiter und Kreisschulungsleiter. Sprechstunden: täglich außer Samstag von 17 bis 18 Uhr. Fahnen heraus! Durch das Zusammenfallen der Vereidigung der PO. mit dem Heldengedenktag haben sich bezüglich des Flaggens Unklarheiten ergeben, weshalb das Gau-Preffeamt folgendes mitteilt: Zu Ehren der PO. anläßlich ihrer Vereidigung wird die Bevölkerung um Fahnenschmuck der Häuser ab Samstag früh gebeten. Erst ab Sonntag 12 Uhr nach vollzogener Vereidigung und mit Beginn der Reichsgedenkfeier für die Gefallenen des Krieges und der Bewegung find die Flaggen auf halbmast zu sehen. Oie evangelischen Kirchen am Helden-Gedenktag. Berlin, 23. Febr. (DNB.) Gemäß einer Anordnung des Reichsbischofs werden die evangelischen Kirchen und kirchlichen Gebäude am Heldcngedenk- tag Halbmast flaggen. In besonders auswollen, t 'den suchten Terrors: die Begeisterung dieser Tage nach in vielen taufenden herzen der Wer heute zur Vereidigung auf unsere heilige Fahne antritt, soll und muh sich eindeutig klar darüber sein, daß er mit allem, was er »st und allem, was er hat, sich der Beroe- qung verschreibt und im Gau hessen- Rassau nicht zurückstehen darf vor den stolzen Leistungen der alten Kämpfer, die unseren rhein - mainischen Frontabschnitt aufgebaut haben. 3n diesem Sinne schworen wir Adolf Hitler unverbrüchliche Treue, ihm und den von ihm bestimmten Führern unbedingten Gehorsam. Es lebe der Führer! gez. Sprenger. verkannt erhalten. Es gibt keinen höheren und ehrenvolleren Titel im neuen Deutschland, als den eines Politischen Leiters und Führers innerhalb der nationalsozialistischen Bewegung. So verschwören wir uns an diesem Gautag in 38 KreÄädten des Gaues zur Harm o^e $ör?n unk ^gleich mit f T r?u ° "und 's -°l b sNo, igkeit' im Dienste der Nation und des Führers! 12. Schimmel, Karl, Leiter der NS.-Hago. Sprechstunden: täglich 9 bis 12 und 15 bis 17 Uhr, Seltersweg 89. II. Abteilungsleiter der Kreisleitung: 1. Dr Kranz, Leiter der Abt. f. Volksgesundheit Sprechstunden: täglich von 11 bis 12 Uhr. Frankfurter Straße 24. 2. Dörr, Wilhelm, Funkwart. Sprechstunden: Samstag 17 bis 18 Uhr. 3. Kurz, Adolf, Leiter der Witab. Sprechstunden: Montag von 9 bis 11 Uhr, Damm- straße 35 bis 37. SA. Standartenführer Lutter, Martin (Gießen). Sprechstunden: täglich von 15 bis 19 Uhr, Lanü- graf-Philipp-Platz 2 (Neues Schloß). SS. Sturmbannführer: Nickel, E. (Gießen). Sprechstunden: Landgraf-Philipp-Platz 1 (Polizeiamt). HI. Bannführer: Häuser, W. (Gießen). Sprechstunden: Asterweg 27 (Jugendherberge). bekannter Soldat der Braunen Armeen innerhalb vier Jahren ist er zum Märtyrer ^ber Wieder- erhebun» einer ganzen Nation geworden. Damals schrieben wir: Es kommt die St'nlde, da werden die Bauern auf den Feldern ifnb die Arbeiter in den Fabriken und die KirMr auf den Straßen sein Lied singen, Vas Lied der deutschen Revolution. Eher als wir das glauben konnten, ist die Prophezeiung wahr geworden. Marxistische Parteien verbreiteten unter dem Schutze der roten Polizei Flugplakate gemeinsten Inhaltes, deren Folge roar^ daß die Turnhalle lange vor Beginn überfüllt räar und polizeilich gesperrt werden mußte. In einer Parallelversammlung sprach damals unse? verstorbene Pg. Bretz, bis dann Münchmeyer erschien und eine zweite 23er» sammlunH dort nochmals abhielt. Dem kleinen Trupp der barials bestehenden SA. war es gelungen, den vorhandenen roten Terror durch mutiges und entschloßenes Auftreten zu brechen. Die gemeine Hetze Etzels verftieg sich soweit, daß er im Jahre 1931 'Ten Versuch unternahm, eine Versammlung, in der der Führer sprechen sollte, zu verbieten. Jämmerlich schlug dieser Versuch fehl, die Versammlung ging vonstatten und ward eine riesenhaft, in Gießen bis dahin noch nicht erlebte Kundgebung. Schon im Jahre darauf sprach Adolf Hitler zum zwei- Weitere Abstimmungen. Rcichsprüfidentenwahl: Erster Wahlgang (13. 3. 1932): Duesterberg 1738 — Hindenburg 30152 — Hitler 24413 — Thälmann 3611 Zweiter Wahlgang (10. 4. 1932): Hindenburg 30034 — Hitler 27 607 — Thälmann 2195. Abstimmung über die Auflösung des dritten Hessischen Landtages (5. Dezember 1926): Es stimmten mit Ja 18941, mit Nein 14633. aus, um zu werben für das neue Deutschland und um somit den Grundstein der Bewegung im Streife Gießen zu legen. Die Schar der Kämpfer wuchs tagtäglich. Immer neue Gesichter tauchten in den Versammlungen auf, deren Durchführung teilweise sehr stark unter dem Drucke des roten Terrors stand und dabei eine unerhörte Opferbereitschaft, einen unbändigen Kampfeswillen und einen rie en- großen Glauben an Deutschlands Auferstehung for- derte. Die Zahl der Anhängerschaft wuchs ständia, wie die nachstehend angeführten Wahlergebnisse Amtswalter sind vor Gott und unserer Ge- schichte dafür verantwortlich, daß durch politische Erziehung der deutschen Menschen niemals wieder ein November 19 18 in der deutschen Geschichte möglich wird. Sie sind als die Träger der politischen Organisation verpflichtet, jene Führerhierar chie zu bilden, die wie ein Fels unerschütterlich im Getriebe des Lebens unseres Volkes steht!.. Diese Worte des Führers haben wir zum Leitsatz unseres Dienstes gemacht. Die lebendigen Kräfte des Staates liegen somit im Nationalsozialismus. Wer nicht begreift, daß d i e Partei überall vorherrschend ist und bleiben muß, wird s i ch niemals in der Neugestaltung zurecht finden und früher oder später von seinem Platz zurücktreten müssen, wenn er im öffentlichen Leben steht. An allen verantwortlichen Stellen des öffentlichen Lebens sollt Ihr als die Männer stehen, die durch Bewährung im Kampf eingesetzt wurden und vom Führer der Bewegung und des Reiches für ihre Bewährung die neue Bezeichnung gestalteten Gottesdiensten werden die evangelischen Gemeinden der Toten unseres Volkes gedenken. Für die Mittagsstunden ist, wie in den Vorjahren, in allen Kirchen eine Viertelstunde großes Geläut angeordnet. Zum Programm des 24. Februar in München. Berlin, 23. Febr. (DNB.) Im Programm der Münchener Veranftaltunaen am Samstag, 24. Februar, treten folgende zlenberungen ein: 19 Uhr großes Symphoniekonzert im Odeon (statt 20 Uhr); 20 Uhr Parteigründungsfeier im Hofbräuhaus-Feftsaal, Kongreß der alten Garde (statt 20.30 Uhr); 20 Uhr Kameradschaftsabende (nicht 20.30 Uhr). Dementsprechend ändern sich auch die Zeiten für die Rundfunk- Übertragung. Die Rundfunkübertragung des Wagner-Konzertes mit der Ansprache Alfred Rosenbergs findet von 18 bis 19 Uhr (nicht von 19 bis 20 Uhr) statt. gerredjt der Reichshaupt st adt z u verleihen und ihm damit ihren Dank für die Befreiung Berlins vom roten Terror und marxistischer Mißwirtschaft und für die Wiederherstellung des Ansehens der Reichshauptstadt zum Ausdruck zu bringen. Dr. Goebbels hat folgendes geantwortet: Ich nehme das mir verliehene Ehrenbürgerrecht der Stadt Berlin mit herzlichem Dank an im Na men und als Wort- und Sachführer vieler Tausender braver Parteigenossen, SA.-, SS.-Männer und Hitler j u n g e n, die im Kampf und in der (Eroberung der Reichshauptstadt geopfert, gelitten und geblutet haben, und von denen über 40 das große Ziel mit ihrem Leben bezahlten. Wenn Sie in meiner Ehrung sie ehren wollen, dann brauche ich nicht beschämt zu sein. Ihnen gilt mein Dank und unser aller Verpflichtung, niemals müde zu werden in der Arbeit für das ewige Deutschland. Was wir in der Vergangenheit oft sagten — für die Gegenwart sei es gesagt und für die Zukunft fei gelobt: der Mann mag fallen, aber die Fahne nicht. Die Fahne muh stehen und ewig flattern über dem Reich! Die tiefe Ergriffenheit, die die Menge bei diesen Worten erfaßt hatte, löste sich schließlich in stürmischem Beifall und den immer wiederholten Heilrufen auf Dr. Goebbels aus. Dr. Goebbels Ehrenbürger von Berlin. Berlin, 23. Febr. (DNB.) Die Berliner Stadtverwaltung hat beschlossen, dem Reichsminister Dr. Goebbels als dem Eroberer Berlins für die nationalsozialistische Idee das Ehrend ür- Or. Goebbels spricht im Sportpalast. Eine revolutionäre Feierstunde der Berliner alten Garde. Berlin, 23. Febr. (DNB.) Die aus der „Verbotszeit" bekannte SA.-Standarte 8 veranstaltete im Sportpalast eine revolutionäre Feier st und e. Der Saal war ebenso ausgeschmückt und mit denselben Aufschriftenbändern versehen, wie man es damals gewohnt war. Nach der Eröffnung durch Standartenführer Karl Heck wurden Ausschnitte aus Reden Dr. Go e b- bels aus der Kampfzeit von 1926 bis 1933 von Schallplatten übertragen. Während der Uebectragung marschierten die Vorgänger der SA. in den riesigen Versammlungsraum ein, voran Der Frontbann Kreuzberg in der Windjacke der er st en Berliner SA., dann eine getarnte Formation der SA., der Sport- und Spielverein Südwest, die erste und zweite „Ver- bots-SA." in weißen Hemden und Zivil und zum Schluß die Standarte 8 in ihrer jetzigen Form. Besonders starker Jubel brauste in dem riesigen Oval auf, als D r. Goebbels dann selbst das Haus betrat und die Frontbannmänner und die alte Garde einzeln begrüßte. Dr. Goebbels trat bann an das Mikrophon und hielt eine Ansprache, edlen Beispiel erhebt. Wir stehSW«. 0089 MWix Gießen Du« Sonntag, 25. 2., 19—21.45 Uhr: Auß. Abonnern. Kleine Preise: 0,30—1,50 RM. Zum letzt. Mal! Alle geg. binen - Gincr f. Alle. Schauspiel von Forster- Burggraf. 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Zugleich aber erweckte er in Tausenden wieder die Todbereitschaft: ein Zeichen, daß er wahrhaft im Namen der Helden sprach und mahnte. Und so brachen sie wieder auf, die Besten der Jungmannschaft unter der Führung der Grauen des großen Krieges, und sie ließen ihr Leben zu Hunderten in den Kämpfen im eigenen Lande, SA., SS. und Stahlhelm und alle die Gruppen und Freikorps, die in den Jahren feit 1918 aufstanden, um Deutschlands Ehre wieder zu gewinnen. Wieder starben sie für Deutschland, für nichts als Deutschland. Und wieder wurde ihr Blut Beschwörung des Genius der Nation. Ohne Opfer kein Leben, ohne Tod keine Neugeburt Sturm. Ich spüre noch den scharfen Geruch des Gases, das dünn über die Krater strich — und plötzlich hörte ich deine Stimme, blickte zur Seite an die Nahtstelle unserer Regimenter und sah dich schrecklich und plötzlich in einem Feuerbusch niederbrechen. Ich war bald bei dir — trug dich in einen tiefen Trichter — ich hatte den Sturm vergessen — und verband dich dort. Dein Gesicht war voll Frieden, obwohl der Tod nahe war. Was hätten wir reden sollen? Das Eisen krachte — da war kein Raum für Hölderlin, den wir im ersten Holunderduft als Studenten lasen, für Ekkeharts Gottesmmne, in deren Abgrund wir einst hinunterstiegen. Und kurz — du wiesest mich zur Front, und ich verließ dich. Es mußte sein. Doch die vier Leute, die ich in der Nacht zu dir führte, daß sie dich zurücktragen sollten auf den Verbandplatz, begriffen dich besser als ich. Du hast jede Hilfe abgewiesen. Die Manner Heute stehen wir im gereinigten und geeinigten Reich und unter der Flagge, für die die Millionen des großen Krieges fielen. Und daneben weht die andere Fahne, mit dem Hakenkreuz, für die wieder Scharen von Toten hinsanken. Unter diesen Farben und Zeichen erst ist neues Leben wieder möglich, weil sie mit dem Blute der Opfer geweiht sind. Nur der Tod verpflichtet zu letztem Dienst und neuem Opfer. Gewiß — wir trauern um unsere Toten, wir vermissen sie schmerzlich unter uns, aber wir sind ihrer gewiß in dem Ganzen, in Deutschland, das mehr ist als seine einzelnen lebenden Glieder. Sie leben dennoch mit uns, mit unserem Ewigen, und so können wir ihrer wieder froh werden. Unsere Trauer sei also Dienst und unsere Ehre Opfer. Noch immer ist der gute Kampf um Deutschlands Freiheit uns aufgegeben, wir haben ihn auszukämpfen in jeder Form. Und so wird dieser Volkstrauertag zu einem Tag des Gelöbnisses: Von den Ahnen zu den Erben reichen wir das Banner weiter, das geweiht ist: durch die Toten, Zeichen uns der Ewigkeit! gingen still wieder zur Front, nur nicht, als ich deine kalte weiße Hand beschwor ... Ich sah dein Beispiel Oer Mann im Trichter 23on Josef Magnus Wehner. Oer Toten Zurückkunst. Zum Heldengedenktag. Von (Surf Hohe! (GOS.j. Eine Nation besteht nicht nur aus den Lebenden, sondern auch aus den Toten und den Kommenden. Diese Grunderkenntnis gibt uns heute neue Kraft, dieses Grundbekenntnis macht uns wieder zu Deutschen, die dieses Namens würdig find. Keine Kultur ist möglich, ohne den Dien st an den Ahnen, den Helden, den Toten, die um des Volkes und Vaterlandes willen dahingingen — und ohne den heiligen Willen, ein neues Geschlecht zu erzeugen, das in sich alles Gewesene steigert und in immer höheren Stufen vollendet. Ahnendienst und Erbenvermachtms ist nicht nur eine biologische Funktion, nicht nur Sache der Erhaltung des guten Blutes, sondern damit auch höchster Dienst an d e r S e e l e. Nicht alles Gewesene ist heilig und nicht alles Kommende ist Schicksal. Der Ahnendienst ist den Toten geweiht, die sich hervorhoben ihrerseits im Dienst an dem Volke, am Staate, an Deutschland, dem Reiche der Deutschen, wo es in der Innerlichkeit lebte und webte. Deshalb gilt dieser Dienst vor allem den Helden, die im Kampfe um Deutschland fielen. , Als ein gefährlich langer Friede im Jahrhundert der Vollendung der westeuropäischen Zivilisation das Leben des einzelnen bis zu einem unwahrscheinlichen Grade gesichert hatte, da brach der l Krieg in diese Hürden friedlicher Menschenherden i ein wie ein reißender Wolf, und vor seiner Macht < und Majestät erbebten die Völker. Jetzt entschied es sich ob diese Europäer noch dem Tode gewachsen i waren, oder ob sie auf dem Wege zum „letzten : Menschen" blieben, der am verlöschenden Feuer blinzelnd das Glück sucht und weiter nichts will als — leben ... Wir können heute an dem Verhalten der Völker nach dem großen Ringen ablesen, wo noch Jugend und Wille zum Opfer, Wille zum Neuen, Wille zur Steigerung und Vervollkommnung um jeden Preis ist — oder Angst um Bestehendes, Furcht vor dem Opfer, krampfhaftes Bemühen um Sicherheit um jeden Preis. Die jungen Völker trauern um ihre Toten nicht wie um Verlorenes, Unwiederbringliches, sondern sie ehren in ihnen das höchste Gut und Sinnbild des guten Kampfes, zu dem wir alle verpflichtet find und auch alle, die hach uns kommen.. Nicht Denkmäler in Stein und Erz, blinder Verewigungswille in der Zeit und im beschränkten Raum, bezeichnen unter uns Deutschen den Dienst an den Taten — sondern die lebendige Tat, die Schöpfung, immer wieder das erneuerte Opfer. Da erst enthüllt sich die wahre Religion des Unsterblichkeitsglaubens, wo der ewige Sieg des Lebens über den Tod zur schöpferischen Gewißheit wird. Wo nur das als tot empfunden wird, was nicht mehr aus sich heraus zur Schöpfung zwingt und zum immer erneuten Opfer. Abgesunkenes Leben — das noch immer gierig schlingt, aber ohne Seelenkraft und ohne Gestalt ist, das ist uns der wahrhafte Tod in dieser Welt. So wird der Dienst an den Toten zu einer hohen Forderung und Verpflichtung. In einem heute von der Jugend mit Begeisterung aufgenommenen Kriegsdrama sagt ein kluger deutscher Führer zu den ungeduldigen Freiwilligen von 1914: Es ist oft schwerer für eine große Sache zu leben, als für fie zu sterben I Abqewandelt gilt dieses Wort auch für bas Totengedächtnis: Es ist leichter, sich au der gleichen Todesbereitschaft mit dem feiernden Munde zu bekennen, als das zu vollenden, was die Toten uns als Aufgabe hinterließen! Melden- Gedächtnis ist Aufgabe! Denn es kommt nie auf das Gewesene an, sondern immer darau, roas wir Heutigen daraus machen für die Zukunft. Das Gewesene ift Lehre, Beispiel - es wird erst Wesen und Kraft in uns, wenn wir es aus dem bloßen Vergangenfein empörteren, emportatigen ^Lf'deNN- Stufe is'^ldeng-dächtnis dann Einssein mit der Seele der Helden "ad Opfer. „Der Toten Zurückkunft" nennt es der «roße Dichter Stefan George, dessen Totengedachtms wir nun auch feiern. Hier auf der höchsten Stufe ist es nicht mehr eine sittliche Verpflichtung was zur Verehrung treibt, sondern unmittelbare Gegenwart. Wenn die Alten glaubten, der Gott selber fei herabgestiegen vtib greife in den Kampf ein, wenn sie ihn leibhaft zu sehen glaubten im Ge- tümel: fo war das jenes innerste Ergriffensein von der Allgegenwart unsterblicher Seelen. Der Mensch, der kämpfend fein Leben wegwirft, um es zu gewinnen, der inne wird, daß nur der höchste Einsatz den unmittelbaren Gewinn der Ewigkeit in uns verbürgt — dieser Mensch wurde zu allen Zeiten als der „Sohn der Gotter" geehrt. Wenn etwas in Deutschland in dem gräßlichen Sturz der Ehre und der Würde als Menetekel blieb, An Kriegergräbern. Eine JReife an die Westfront. Von Or. Botho Winter. Kinder sind selten dankbar; Völker noch weniger. Heldenverehrung und Erinnerung an die unsterblichen Taten des Weltkrieges standen bei uns nicht allzu hoch im Kurse. Wäre es so weiter gegangen wie bisher, fo hätte wahrscheinlich schon die Gene- eation der Enkel der Kämpfer des Weltkrieges, soweit nicht die häusliche Erziehung ein Gegengewicht bot, nur noch legendär an die großen Ereignisse der Jahre 1914 bis 1918 gedacht. Der po- litische Umschwung hat erfreulicherweise bereits dafür gesorgt, daß diese Gefahr nicht mehr besteht. So weiß man heute, daß die fast zwei Millionen Tote, die Reste des Walls, den unsere Männer gegen die Mächte der ganzen Welt im fremden Lande aufrichteten, um das Vaterland davor zu bewahren, Kriegsgebiet zu werden, nunmehr der Gefahr entrissen werden, der Vergessenheit anheim- zufallen, obwohl sie nach Kriegerbrauch in der Erde ruhen, auf der sie geblieben sind. Es erscheint besonders glücklich, daß diesen Toten nachträglich ein Staatsbegräbnis zuteil geworden ist, wenn man auch bedauern muß, daß der Staat wenigstens in Frankreich für die Gräber dieser Toten Mittel nicht zur Verfügung hatte, sondern die Totenehrung der privaten Initiative Überließ, indem Einzelpersonen und Vereine, die sich diesen Toten verbunden fühlten, dieser an sich selbstverständlichen Pflicht nachkommen, die Gräber der Gefallenen der Vergessenheit zu entreißen. Denn die private Fürsorge hat auch in solchen Fällen wie hier zweifellos eine mehr persönliche Note als ein staatliches Wirken. Wenn in Belgien, wo das Reich 1926 die Pflege der Grabstätten selbst in die Hand nahm, diese Gefahr vermieden wurde, so ist das der Tatsache zu danken, daß die Ausgestaltung an eine Persönlichkeit geriet, die sich in den Ge- danken der Verbundenheit unseres Volkes mit die- fen Gräbern hineinzufinden verstand. In Frankreich, wo 930 000 Gefallene die Erde deckt, hat der „Volksbund Deutsche Kriegsgräber f ü r s o r g e" sich der Grabpflege angenommen und in der verhältnismäßig kurzen Zeitspanne von fünf Jahren eine sehr schwierige Arbeit geleistet, die ihm das deutsche Volk wahrscheinlich erst in späterer Zeit in vollem Umfange danken wird. Wer das Glück hat, die ehemalige Westfront besuchen zu können und voll Spannung und seelischer Erschütterung den Spuren des großen Ringens nachgeht, wird mit starker innerer Anteilnahme die Stätten betreten, auf denen die Kämpfer ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Getrennt nach Nationen liegen sie dort, und man kann sich des Gefühls nicht erwehren, daß die Geister sich aufmachen und in den Lüften den Kampf weiterführen, der von diesen Toten, die im Glauben an den Sieg fochten, zu frühzeitig abgebrochen werden mußte. Verschieden wie die Ruhestätten ist auch die äußere Gestaltung der Friedhöfe. Prunkvoll, heroisch der amerikanische Geschmack, der bei dem gewaltigen Friedhof von Romagne einen großartigen Ausdruck findet, wo mit einem Aufwand von 16 Millionen Reichsmark eine Anlage hergestellt wurde, die schon durch die erhebliche Verwendung von Marmor und durch monumentale Bauten zeigt, daß hier der Wunsch bestand, ein reiches Volk zu repräsentieren. Ebenfalls unter Anwendung erheblicher Mittel und von Bauwerken, die den Ruhm der Gefallenen aere perennis zu verkünden in der Lage sind, und die den Anspruch Englands, der Retter Frankreichs gewesen zu fein, sichtbar zur Schau tragen, sind die Ruhestätten der gefallenen englischen Soldaten hergestellt. Sie scheinen förmlich auf dem Land zu lasten, das der Hilfe bedurfte und lassen dort, wo sie stehen, keinen Raum für die Anerkennung der Verdienste anderer. In Stein gehauen künden Name, Charge und Todestag der Gefallenen, daß fie starben für ein kraftvolles Land, das sich für feinen Verbündeten einsetzte. Der englische Friedhof „Tyne Cot" bei Paschendaele, dessen Wandelhalle die Namen von 46 855 hier gefallenen englischen Soldaten aufweist, bildet dafür das beste Beispiel. Die französischen Friedhöfe entsprechen einem südländischen Geschmack, der uns nicht liegt, und sind nach Form und Material Zeugen des Siegerstolzes und der sichtbaren Verkündung der Taten derjenigen, die zur Befreiung der vaterländischen Erde jeder zu seinem Teil beigetragen haben. Den stärksten Ausdruck für diese Empfindungen hat man wohl an dem Douaumont-Fried» Hof, wenn man aus der stimmungsvollen Gebeinhalle, in der unter 50 Marmorsarkophagen die Ueberrefte derjenigen Franzosen ruhen, die in den Kämpfen von Verdun geblieben sind, ohne daß ihre Identität festgestellt werden konnte, in das Freie tritt und — noch geblendet durch das warme nur dich. So ging ich bedrückt vorwärts zu meinen Leuten. Es mag eine halbe Stunde langsamen Weges zwischen deinem und meinem Trichter geleaen sein. Zwei Tage standen wir im Gegenangriff, dann regnete es. Ich wußte, was dir drohte. Und es kam auch so. In der vierten Nacht nach dem Sturm murren wir abgelöst. Ich fand in der pfadlosen Wüste den Weg zu dir. Denn der Regen hatte aufgehört, und der Vollmond schien. Er stand hell über der Maas, und man sah die Blitze der Granaten auf dem kalten Erdrücken nicht mehr. Selbst der Sarg von Douaumont schwamm gleißend im Licht. So glänzte auch dein Stahlhelm wie von Silber. Ich sah ihn über dem Rande des Trichters stehen, ein wenig vornüber geneigt, und er schattete dein Gesicht. 211 s ich mich aber zu dir niederbückte, und dir noch einmal unter die Arme griff, vom Rücken her — denn dein Leichnam stak im zähen Schlamm bis an die Brust — da fühlte ich die Kolben zweier Gewehre unter deinen Armhöhlen. Ja, du bist stehend gestorben, das Gesicht nach Süden, auf die Krücken zweier Gewehre gestützt. Dein Gesicht war weiß und nicht bitter. So gab ich dir die letzte Ehre. Immer sehe ich dich so stehen, wie du dich zur letzten Stunde selbst aufgebaut hast. Du hast mir geholfen, wenn ich müde wurde — und wenn mir der Schlamm bis zur Brust stand, dachte ich an deine letzte Stunde. Ich habe dein Beispiel begriffen und will es weitergeben und so den Sinn des Krieges erfüllen. Du siehst und hörst mich, wie ich dich sehe und höre. Meine Sinne sind voll von Erinnerung, und ich glaube, du wirkst bei allen wichtigen Entscheidungen, die mein Schicksal betreffen, von oben her mit. So war es doch: Südwestlich von Fleurn brach der Sturm los, der letzte gegen Verdun. Ich hatte dich in den bald zwei Frontjahren nur einmal flüchtig gesehen — in der Nacht an der Somme, als dein Regiment das meine ablöste. Zwei fliehende Schatten lagen sich da einen Herzschlag lang in den Armen, und erst viel später wußte ich, daß du es wirklich gewesen warst, dein Arm, dein Lockenkopf unter dem Helm, ja deine dunkle, gefaßte Stimme, die mir einen längst bereiteten Spruch ins Ohr sagte: „Der Weg in die Ferne geht durch den Tod ..." Dann sah ich dich bei Fleury, mitten im Der filzige Hühnerthorir. Eine alte nordgermanische Bauerngeschichte. Von Dr. Ioh. Hoffmann. Der Winter wurde je länger desto härter, und bei manchem der Bauern schaute die Not zu allen Ecken heraus. Es war im März, da kamen zwei Pächter zu Blundketil; sie waren noch am leidlichsten gestellt in Geldsachen, und doch war ihnen jetzt das Heu aus- gegangen und sie baten um Hilfe. Der Bauer antwortete, er habe nichts vorrätig, und noch mehr von seinem Vieh wolle er nicht schlachten. Sie fragten nach, ob er vielleicht Leute wisse, die Heu zum Verkauf hätten. Er sagte, es fielen ihm keine ein. Sie drangen in ihn und sagten, ihr Vieh würde sterben, wenn sie bei ihm nicht Hilfe fänden. Er meinte, das sei ihre eigene Schuld: „Uebrigens hat man mir berichtet, der Hühnerthorir habe wohl Heu zu verkaufen." Sie erwiderten: „Don ihm bekommen wir nichts, außer wenn du mit uns gehst; dann wird er gleich verkaufen, wenn du Bürgschaft für uns übernimmst." Er antwortete: „Das kann ich tun und mit euch gehen, es ist nur billig, daß die verkaufen, die Vorrat haben." Sie machten sich früh am Morgen auf den Weg. Es blies ein Nordwind, ein recht kalter. Bauer Thorir stand aerobe draußen vor dem Hause. Er sah die Leute auf die Hofmauer zureiten, da ging er hinein, schloß die Tür hinter sich und schob den Riegel vor. Er setzte sich zum Frühstück. Jetzt wurde an die Tür geklopft. Der kleine Helgi fing an und sagte: „Geh hinaus, Pflegevater! Es werden dich Leute besuchen wollen." Thorir sagte, er wolle zuerst essen. Der Knabe aber lief hinter dem Tisch hervor, ging zur Tür und hieß die draußen freundlich willkommen. Blundketil fragte, ob Thorir drinnen sei. Er sagte ja. „Da sag ihm, er möge herauskommen." Der Knabe tat so und sagte, Blundketil sei draußen gekommen und wolle ihn sprechen. Thorir antwortete: „Wonach hat Blundketil hier zu schnüffeln? Soll mich wundern, wenn er was Gutes bringt! Ich habe keine Geschäfte mit ihm." Der Knabe ging hin und sagte, Thorir wolle nicht herauskommen. „Ach so", sagte Blundketil, dann wollen wir hineingehen. Sie gingen in die Stube. Man begrüßte sie, nur Thorir schwieg. „So liegt die Sache", sagte Blund- ketil, „wir möchten Heu bei dir kaufen, Thorir!" Thorir antwortete: „Dein Vieh ist mir nicht lieber als meines!" Bludketil sagte: „Es macht sich mal so mal so!" Thorir antwortete: „Warum hast du reicher Mann Heumangel?" Blundketil sagte: „Ich habe nicht eigentlich Heumangel; ich will für meine Pächter kaufen, die hilfsbedürftig sind. Ich möchte ihnen gern etwas verschaffen, wenn es zu haben wäre." „Es wird dir völlig frei und unverwehrt ein, andern das deine zu spenden, aber nicht das meine!" Blundketil antwortete: „Ich will es nicht als Geschenk erbitten; laß den Kreisvorsteher Old den Kaufpreis in deinem Namen bestimmen, und obendrein will ich dir noch Geschenke machen." Thorir sagte, er habe kein Heu zu verkaufen: „Und ich will auch keines verkaufen!" Da ging Blundketil hinaus und feine Begleiter und der Knabe Helgi mit ihnen. Da fing Blundketil an: „Wie ift's? H a t dein Pflegevater kein Heu zum Verkauf oder will er nicht verkaufen?" Der Knabe erwiderte: „Gewiß hat er, wenn er nur will!" Blundketil sagte: „Führ uns einmal zu dem Heu hin." Er tat so. Nun berechnete Blundketil das Futter für Thorirs Vieh, und es wollte ihm scheinen, auch wenn bis Allding (d. h. Mitte Juni) hin im Stalle gefüttert würde, so würden doch noch fünf Fuder übrig bleiben. Dann gingen sie wieder hinein. Blundketil sagte: „Mir will's so scheinen mit deinem Heuvorrat, Thorir, daß ein guter Posten übrig bleiben wird, auch wenn all dein Vieh drinnen gefüttert wird bis zum Allding, und diesen Rest möcht ich kaufen." Thorir erwiderte: „Was soll ich da im nächsten Winter haben, wenn der ebenso wird oder noch schlimmer?" Blundketil antwortete: „Ich biete dir an, dir im Sommer Heu zu verschaffen, ebenso viel und genau eben so gutes wie das hier, und es dir ins Haus führen." Thorir antwortete: „Wenn euch jetzt das Heu nicht langt, was werdet ihr da im Sommer besser daran sein? Aber ich weiß, du bist so viel mächtiger, daß du mir das Heu wegnehmen kannst, wenn du willst." Blundketil antwortete: „So ift’s nicht gemeint. Du weißt, Silber deckt alle Schulden hier zu Land; damit bezahl ich dich." Thorir antwortete: „3d) begehre dein Silber nicht." „So nimm an Ware (d. h. Wollstoff), was der Vorsteher Old dir zu Händen berechnet." „Es sind hier wenig Arbeiter", sagte Thorir, „und ich selbst habe keine Lust zum Hin- und Herziehen und will mich mit so etwas nicht abrackern." Blundketil erwiderte: „So will ich dir's heimbringen lassen." Thorir sagte^ ,Hch habe nicht Räume dazu, daß man sicher sein könnte, daß es nicht verdorben geht." Blundketil antwortete: „Ich will Häute dazu geben und die Ware so ein« schlagen, daß nichts geschieht." Thorir antwortete: „Ich will nicht das Getramvel von anderen Leuten in meiner Wohnung haben." Blundketil entgegnete: „So soll's den Winter über bei mir sein, und ich roill’s in Verwahrung haben." „Ich kenne dein Schönreden", sagte Thorir, „und ich will kein Geschäft mit dir!" Blundketil sagte: „Dann um so schlimmer! Wir werden nichtsdestoweniger das Heu mitnehmen, magst du es auch verbieten. Den Wert legen wir an feine Stelle. Wir wollen's uns zu nutze machen, daß wir in der Mehrheit sind." Da schwieg Thorir, und es wurde ihm bös zu Mute. Blundketil ließ Stricke holen und das Heu zusammenbinden, danach luden sie die Lasten auf die Pferde und führten das Heu weg. Aber für Thorirs Vieh hatten sie es reichlich berechnet. Jetzt ist es zu erzählen, was Thorir anfing. Er machte sich auf den Weg und fein Pflegesohn Helgi mit ihm. Sie ritten nach Breitfarm. Old hieß ihn freundlich willkommen und fragte, was es Neues gäbe. „Neueres hab' ich nicht vernommen als den Raub?" „Was für ein Raub war das?" sagte Old. Thorir erwiderte: „Blundketil hat mir all mein Heu weggenommen, so daß ich jetzt gänzlich entblößt bin. Ich möchte gern deinen Schutz haben. Die Sache geht auch dich an, da du der Vorsteher hier im Kreise bist, du hast das Krumme gerad' zu machen." Old fragte: „War es so, Helgi?" Dieser sagte, Thorir entstelle gewaltig. Er beschrieb dann, wie es zugegangen war. Old antwortete: „Da mische ich nuch nicht ein. Ich hätte es auch so gemacht, wenn ich s nötig hätte." Thorir antwortete: „Es ist wahr, wie es im Sprichwort heißt: „Der üble Gefährt kommt vom eigenen Herd!" Damit ritt Thorir davon und Helgi mit ihm. Er kam nach Haus und war ge- wattig unzufrieden. Revolution um einen Brief. In einem französischen Dörfchen in der Nähe von Saint-Nazaire hat sich in aller Stille eine kleine Revolution abgespielt. Es handelte sich um einen Brief; der Streit um diesen Brief hat die Bewohner des Dörfchens in zwei Parteien gespalten. Adressiert war das Schreiben an die Familie Coquard. Aber Co- quards gibt es in dem Dorf mehr als einen. Im Verhältnis waren die Coquards in jenem Dorf ungefähr so zahlreich, wie die Lehmanns in Berlin. Kann ein Briefträger vielleicht einen Brief richtig zustellen, der die Aufschrift trägt: An die Familie Lehmann in Berlin? Na also! Auch jener französische Landbriefträger mit seinem Brief war rat- und hilflos. Er wollte erst den Brief öffnen, um vielleicht aus dem Inhalt auf den Empfänger schließen zu können. Aber das wäre eine schwere Ueberfdjreitung seiner Amtsbefugnisse gewesen. Er entschloß sich zu einer politischen Behandlung der Angelegenheit und berief alle Coquards des Dörfchens zu einem Kongreß zusammen, damit die Coquards sich selbst über den Brief einigen könnten. Hätte er geahnt, daß die Sippe der Coquards heftig verfeindet ist, dann hätte er auf dieses Parlamente Sonnenlicht, bas «ns nach dem Dämmer dieses großzügigen Mausoleums entgegenleuchtet — den sanft abfallenden Hügel hinunterblickt auf die fast unendlich scheinende Reihe der weißen Kreuze, die auf den Einzelgräbern von 9000 französischen Gefallenen stehen. Die deutschen Soldatenfriedhöfe sind von ganz anderer Art. Prunk und Heroentum in der äußeren Aufmachung fehlt hier überall. Für sie ist keine Schablone benutzt worden, sondern sie sind — obwohl uns der Platz nicht wie den alliierten Freunden gefd)entt oder verkauft, sondern uns je nach den örtlichen Verhältnissen zur Verfügung gestellt oder leihweise kraft Friedensvertrag überlaste» wurde — mit liebevollem Blick in die Landschaft y'meingelegt und zum mindesten durch Bepflanzung ihr so angepaßt worden, daß die Verbundenheit der Grabstätten und derer, die in ihnen liegen, mit dem heiß umkämpften Boden symbolisch verwirklicht worden ist. Hier haben sich überall deutsche Menschen in den tiefen Sinn eines Weges vom Leben zum Tode, den diese Hunderttausende im Bewußtsein ihrer Pflichten gegen die Volksgemeinschaft gegangen sind, hineingedacht, und aus ihrer Beschäftigung mit dieser Idee ist eine Gestaltung unserer Soldatengräber entstanden, die unser deutsches Empfinden auf fremde Erde verpflanzte und den Besucher für Augenblicke oer- geffen läßt, daß die Heimat weit ist. Die schwarzen weißbeschrifteten Holzkreuze, die die deutschen Gräber schon aus der Ferne kennzeichnen und nach und nach durch Schieferkreuze ersetzt werden sollen, haben nichts Niederdrückendes und Dufteres, sondern geben im Verein mit einer sehr verschiedenen, aber stets stimmungsvollen Bepflanzung dem Ort den Charakter einer ernsten, aber doch erhebenden Weihestätte, wie sie unser deutsches Gemüt liebt. Es ist erstaunlich zu sehen, in welchen verschiedenen, nie ermüdenden Formen dieser Ausdruck gefunden wird, den wir am besten vielleicht in den Versen wiedergeben, die eins der überall aufgestellten, stets prunklosen Grabdenkmäler trägt: Wir liegen zusammen in Reih' und Glied, Wir standen zusammen im Leben; Drum gleiches Kreuz und gleicher Schmuck Ward uns aufs Grob gegeben. Nun ruhen wir aus vom heißen Streit Und harren getrost der Ewigkeit. Der aus diesen Zeilen sprechende Gedanke der Kameradschaft im Leben und im Tode ist als Grundidee aller Friedhofsanlagen anzusehen. Ihm entspricht auch das gleichmäßig bepflanzte, hügellose Grabfeld, das dem Begriff des Kameradschaftsfriedhofs erschütternden Ausdruck verleiht. Unter diesem Gesichtspunkt soll jeder Besucher diese Gräber betrachten, und er wird gewiß zu dem Schluß kommen, daß der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge", die ihm zur Verfügung stehenden bescheidenen Mittel im richtigen Sinne verwendet, und daß er als berufener Verwalter der Spenden anzusehen ist, die Einzelpersonen, Organisationen usw. der Kriegsgräberfürsorge in der Erkenntnis zuführen, daß hier Geben die Erfüllung einer selbstverständlichen Dankespflicht an die Toten ist. Vom Vosponis zum Syrischen Golf. Von unserem A.S.-Sonderberichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Mersin (Golf von Alexandrette), Febr. 1934. Istanbul, „Mittelpunkt des Islam", Stadt des großen Konstantin und des sagenhaften Byzas, ihres Gründers, die „Herrliche" und die „Erhabene", wie sie die Araber nannten, diese Metropole am vielleicht schönsten Hafen der Welt, läßt ihre Pracht nur ganz erkennen, wenn man sie — aus der Ferne betrachtet. Im Häusermeer Konstantinopels selbst sieht man nur allzu schnell die Fältchen und Runzeln im Antlitz der einst so verwöhnten Schönen, die heute vor Ankara, dem Lieblingskind des großen Kemal, etwas stark vernachlässigt wird. Die neue Hauptstadt im Herzen Anatoliens hat Istanbul seines politischen Rangeß enthoben, im ehrwürdigen Gebäude der Hohen Pforte, wo vor noch nicht allzu langer Zeit Geschichte gemacht wurde — wenn auch nicht von den Türken selbst — haust ein simpler Statthalter, und der griechische Piräus reißt allmählich den Handel und Schiffsverkehr an sich, der früher über das Goldene Horn gegangen war. Aber unvergänglich ist die Pracht und Schönheit der Kuppeln und Minaretts auf den Hügeln Konstantinopels und die wehmütig schöne, unwirkliche, märchenhafte Bucht am Eingang des Bosporus mit ihren orientalischen Fürstenschlossern, an deren Grundmauern sich die Wasser zweier Meere vermählen. Ein Lokaldampfer, einer deutschen Werft entstammend, führt in kurzer Fahrt zum asiatischen Ufer, und einer der letzten Eindrücke, den man von Europa mitnimmt, ist das Denkma l Kemal Paschas an der Spitze der Landzunge, auf der der alte Suttanpalast steht. Die Kolossalstatue zeigt den Führer der jungen Türken, wie er, stolz und entschlossen, hinüberblickt nach Anatolien, dem Zukunftsland. Und es ist wahrlich nichts „Asiatisches", das einen da in Haidar Pascha, der Kopfstation der Bagdad-Bahn, empfängt: Ein moderner, gro- ßer Bahnhof, ungleich schöner als sein europäischer Bruder am anderen Ufer, prächtige Landhäuser, große Gärten, gutgepflegte Oemüfeplantagen, Weinfelder und Aecker. Ein Bild, das sich nicht ändert, solange der Zug am Golfe von Jsmid entlangfährt, zwischen Olivenbäumen, Platanen und Zypressen. Don Bursa grüßt der bithynische Olymp herüber, und mitten im Golf der Kranz der Prinzeninseln, wo jetzt mit aller Kraft gearbeitet wird, um im Frühjahr mit einer Ba defaison größten Stils zu beginnen. Man hofft auf einen großen Zustrom von Fremden und von — Devisen, denn nicht nur ein Krieg kostet Geld, fdnbern auch ein friedliches Aufbauwerk. Im Innern des Golfes begegnet man einigen Kriegsschiffen. Die türkische Flotte hat sich wegen der zwischenstaatlichen Bestimmungen aus dem Goldenen Horn hierher zurückgezogen, wenn es sich auch nur um einen taktischen und nicht um einen militärischen Rückzug handelt. Diesen Begriff kennt die junge Türkei nicht. Ihre Losung ist Vormarsch auf allen Gebieten. Anatolien beginnt erst, wenn die Stadt Jsmid hinter einem liegt. Die subtropische Pflanzenwelt ist jäh verschwunden. Noch einmal unterbricht der See von Sebandscha die einförmliche Landschaft, aber dann hat das Auge mir noch an den Windungen des schmaler und schmaler werdenden Sakaria- Flusses einen Ruhepunkt, jenes Gewässers, mit dessen Namen der türkische Befreiungskrieg aufs engste verknüpft ist. Der Busch nimmt einen auf, höher und höher geht's in dieBergwelt Kleinasiens, und bald zeigt sich zu beiden Seiten des Schienenstranges der erste Schnee. Die Nacht ist längst herabgefunken, wenn die erste größere Stadt Eskifchehir, erreicht ist. Ihr Name ist heute ein Begriff geworden. Die gesamte Republik blickte vor wenigen Wochen mit Stolz auf diesen Knotenpunkt, an dem der Schiene nstrong vom Gleise der Bagdad-Bahn nach der Hauptstadt Ankara abzweigt. In Eskifchehir wurde eine Zuckerfabrik eröffnet, erste Etappe des türkischen Fünfjahresplans, der die heimische Industrie auf eine bisher nicht geahnte Höhe bringen soll. Selbstversorgung, lautet der wirtschaftliche Schlachtruf der Türken. Die Erreichung des Zieles ist aber in noch weite Ferne gerückt, und den eigentlichen Grund erkennt man erst, wenn man weit von Eskifchehir entfernt am nächsten Morgen vor und hinter der Stadt K o n i a, am Rande der Salz- fteppe, die weite, die endlose Einöde betrachtet, in der zwei Dinge fehlen: Wasser und Menschen! Stunden über Stunden vergehen, ohne daß das Auge durch irgendeine Aeußeruna von Leben in der Wüste erfreut würde. Svärlich die Stationen, an denen nicht, wie sonst in Anatolien, fast die gesamte Einwohnerschaft des betreffenden Ortes her- beieilt, um Brot, Obst, Eier oder gar ganze gebratene Hühner dem Reisenden anzubieten. Die Leute sind hier selber ftoh, wenn sie etwas haben, und nur eine halbwilde Hundeart kommt bettelnd an die Wagenfenster, unter denen dann um jeden Bissen Brot ein wütender Kampf der erwachten Bestie losbricht. Der salzige Boden frißt jeben Tropfen des feuchten Elements in sich hinein. Hier harrt em Bewässerungsproblem größten Stils ferner Losung. Einer Lösung, bie übrigens gefunben werben wirb, ba in Ankara ein fester Wille vorhanben ist. Dann aber kann Anatolien auch in feinen ärmsten Teilen ein Türkenvolk beherbergen, bas bas Vielfache dessen barstellt, was jetzt hinter ben Grenzposten in Kleinasien, Syrien unb Europa bie turamsche Zunge spricht. , Die Sonne neigt sich abermals bem Untergang entgegen, wenn bie ersten Vorberge bes Taurus erreicht finb, unb es roieber in ben Winter hineingeht, in kühnen Serpentinen, immer höher unb >öher, bis in bie Wolken hinein. Unb bann, wenn bereits ber schwarze Erbschatten mit ben letzten Stunben bes Tagesgestirns kämpft, wirb bie Wasserscheibe überschritten, geht es vom Paß hinunter durch zahllose Tunnels, an beren seitlichen Oeffnungen man Tausenbe von Meter hinab zu blicken vermag. Das ist ber technische Höhepunkt bes Meisterwerkes ber Bagdad-Bahn, von beutschen Hirnen ersonnen, von deutschen Händen geformt... Unb wenn schon der Abenbstern mit strahlender Helle über ben schneebebeckten Gipfeln leuchtet, wenn bereits von ben Minaretts bie elektrischen Glühbirnen das Ende des Ramadans künden, rast der Zug durch eine andere Natur. Die syrische Ebene ist erreicht, bie geographisch auch diesen Raum um ben Golf von Alexanbrette unb Merstne umfaßt zahlreich bie Sieblungen, unzählige Bache stürzen zu Tal, an deren Ufern noch im Januar bie Platanen grünen. Nach eineinhalb Tagen grüßt man bie Zypresse roieber, unb in der spärlichen Beleuchtung ber Bahnhöfe erkennt man Palmen unb Drangen ... „ . , Ein kurzer Halt dicht vor der Baumwollstadt 21 b an a. Man wechselte ben Zug, ber nun weiter ins französische Manbatsgebiet Syrien rollt, und in weniger als zwei Stunben ist ber Hafen M er - fine erreicht, in besten Bucht bie Schiffe aus allen Mittelmeerlänbern vor Anker liegen. — Ueberall aber, ob am Golf von Jsmib ober unter ben Palmen jenseits bes Taurus, fanben wir 21 r bett, Vertrauen unb Zuversicht, drei unsichtbare Sterne im Banner der Türkei Kemal Paschas. Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Der gespenstige Radioapparat. i. Chicago. Hier ist unlängst ein Geschichtchen passiert, das wie aus einem Kriminalroman anmutet und bei dem Hauptbeteiligten einen furchtbaren Schrecken her- oorgerufen hat. Ein Einbrecher hatte einen Radioapparat gestohlen, was an sich durchaus nichts Ungewöhnliches ist, unb er wollte bie Diebesbeute nun „verschärfen". Also ging er in ein Geschäft unb bot ben Apparat als „Gelegenheit" an. Da ber Kaufmann nicht bie Katze im Sack kaufen wollte, prüfte er natürlich zunächst ben Apparat unb stellte ihn richtig ein. Im gleichen Augenblick begann ber Apparat zu sprechen unb beschrieb sich selbst ganz genau in allen Einzelheiten unb warnte vor feinem Ankauf. Eine Polizeistation gab nämlich im selben Moment einen Rabiobericht über ben Einbruchs- diebstahl. ben ber im Laben stehenbe Mann verübt hatte. Ueber diese gespenstige Rache war ber Einbrecher berart entsetzt, baß er sich wiberstanbs- los festnehmen ließ. Frechheit siegt! D. San Franzisko. Die Hausglocke ging. Freb Bernsen fuhr auf unb eilte zur Tür. Es war ber Postbote gewesen. Hastig griff Freb nach bem umfangreichen Stoß Briefe. Seine Blicke überflogen bie Zeilen. „Weg damit!" einen leisen Fluch zwischen ben Lippen wirft er bas zerknitterte Papier von sich. Der nächste Brief ... Aber es ist immer bas gleiche. „Wir bebauern außerorbentlich ..." bas ist ber Anfang, bann ein paar höfliche Phrasen — oh, Freb kennt bas nun schon seit zwei unb einem halben Jahre. Man könnte verzweifeln. In Freb steigen bunfle Gebauten auf. Aber nein, ba ist bas Mädel, bie Mary — „Du mußt burchhalten" hat sie zu ihm gesagt, „irgenbroann bietet sich auch Dir bie Gelegenheit, bie große Chance; an Dir liegt es, sie zu ergreifen unb auszunützen!" Unb auf biefe Gelegenheit wartet er nun — Tage, Monate, Jahre ... Da fällt sein Blick auf bie Morgenzeitung, bie er achtlos beiseite geschoben hatte. — „Arbeitsmarkt" — ein Gesuch neben bem anberen, unb nirgenbs — boch halt — ein einziges Angebot. „Junger Mann ... intelligent ... eigene Initiative ..." Fabelhaft! Aber wo ist bie Annonce aufgegeben? San Franzisko? Unb er sitzt in St. Louis — aus ist ber Traum. Bis feine Bewerbung ihr Ziel erreicht, werben Hunberte ihm zuvorgekommen fein. Da kommt ihm ein Gebaute. In fliegenber Haft stürzt er zum Telegrapheubüro, füllt er bas Formular aus: „Au Firma . . Sau Franzisko ... Stellung angenommen! ... eintreffe morgen ... Kosten für Telegramm bitte abzieheu vom ersten Gehalt ... Freb Bernsen." Zwei Stunben später stampfen unter seinen Füßen bie Räber bes Zuges, unb knappe vierunbzwauzig Stunben danach steht er vor bem Direktor ber Firma. Zwei ruhige Augen sehen ihn prüfenb an, unb eine Hanb streckt sich ihm entgegen — „Darf ich bitten, Sir, hier ist ber Austellungsvertrag — es fehlt bloß noch Ihre Unterschrift ...' Ein Mann erregt Aufsehen. (u) Paris. Der schnurrige Louis Dechoullieres war in ben ganzen 70 Jahren feines Erbenwalleus ein braver unb pünktlicher Steuerzahler gewesen. Aber in bie- fern Jahre fiel es ihm auf einmal sehr schwer. 300 Frauken stauben auf ber Steuerrechuuug, bie er mit bem besten Willen nicht zusammeubriugen konnte. Steueraufschub ober ähnliche Daseinserleichterun- geu, wie sie heute in Kutturläuberu üblich siub, kennt man in Frankreich nicht. So kam es, baß ber Steuereiuzieher — schließlich in einer so kleinen Stabt wie Maintenon, wo sich bie Sache zutrug, keine unbekannte Persönlichkeit — Tag für Tag bei Louis reklamierte. Er hielt ihn auf ber Straße an, im Geschäft, im Cafö unb mahnte an die 300 Frauken. Schließlich würbe es Louis boch zu bunt. Er ging nach Hause, zog feinen Sountagsauzug an und roanberte auf bas Steueramt. „Hören Sie mal", sagte er sehr ruhig zu bem Kassierer, „ich habe kein Gelb. 2lber sie bebrohen mich unb wollen nicht mehr länger warten. Gut, ich werbe Ihnen hier genug an Dingen hinterlassen, um bie Steuersumme zu decken." Damit begann er feinen Rock auszuzie- hen, feine Weste, feine Hofe — bis er schließlich im Abamskostüm vor bem sprachlosen Beamten staub. Unb bann waubeite er in biefem Aufzuge nach Hause. Die Kleiber hat bie Steuerbehörde auf alle Fälle beschlagnahmen lassen, bie Polizei untersuchte ben Fall unb ber Regierung hat man einen ausführlichen Bericht geschickt. Vielleicht wirb nun boch in Frankreich ein kleiner Steueraufschub für jene gebulbet, bie wirklich nicht zahlen können, ba- mit nicht noch mehr Louis' sich im Steueramt bis auf bas Allerletzte entfleiben. Man stelle sich vor, ber Fall könnte Schule machen in Frankreich ... Käse aus Cypern. A. S. ß o n b o n. Es gibt eine Menge von schönen Dingen auf ber Insel Cypern im östlichen Mittelmeer, bie heute eine britische Kolonie ist unb seit ben Tagen bes britten ägyptischen Thotmes, ber hier als erster Eroberer auftrat, burch bie Hcmbe fast aller Völker gegangen ist, bie bie Küsten ber antiken See bewohnten unb bewohnen. Nicht zuletzt siub es bie Schätze bes klassischen Altertums, an benen Cypern so reich ist. Sie zieren erst zu einem kleinen Teil bie Säle ber Museen, während noch eine Unmenge von Herrlichkeiten, die ben Neib jebes Sammlers unb bas Entzücken bes Forschers zu erregen geeignet finb, in ber cyperischeu Erde schlummern unb bes Ent- berfers harren. Kein Wuuber also, daß viele hier ihr Glück versuchen wollen unb mit bem Spaten in ber Hand ben Spuren ber ionischen Kunst unb Keramik uach- rische Hilfsmittel verzichtet. Denn feber von ben Coquarbs verlangte nun ben Brief für sich. Der Brief tarn aus Nantes unb alle Coquarbs behaupteten einen Brief aus Nantes zu erwarten. Dieser einen Brief von ber Taute, jener einen vom Dukel, usw. Der „Kongreß" nahm leibeuschaftliche Formen an, laute unb lange Reben würben gehalten, bann steigerte sich ber Streit zur Schimvfkano- nabe, schließlich flogen Stühle burch bie Luft. Das Faustrecht würbe proklamiert, jeber versuchte, bem Briefträger ben Brief mit Gewalt zu entreißen unb für sich tu Besitz zu nehmen. Der Briefträger aber steckte ben Brief in bie innere Tasche feines Uni- formrocfes unb gab ihn bann mit ruhigem Gewissen als unbestellbar zurück. Leiber war auch einiges Blut aus Munb unb Nase geflossen, unb so mußten einige ber Beteiligten zu Gefängnisstrafen verurteilt werben. 3eiffd>riffen. — „Der Deutsche Stubeut." Wilh. Gottl. Korn Verlag Breslau. Einzelheft 0,60 Mark. — Das Februarheft wirb eingeleitet burch einen Aufsatz bes Reichsführers ber DSt. unb bes NSDStB. über bie Aufgaben ber Stubeuteuschaft im Jahre 1934, über ben neuen Aufbau ber Kameradschafts- unb Wohnheime, über bie organisatorische Erfassung aller Studierender burch biefe Heime unb burch bie SA., über bie Trennung ber Aufgaben zwischen studentischen Verbanb unb SA. Es folgen bie genauen Richtlinien für Kamerabschafts- unb Wohnheime. Ferner einige beachtliche Aufsätze über die Stellung bes Stubenten zur „Hochschulreform", zwischen Wissenschaft unb Wirklichkeit. Aufsätze, bie in ihrem Stoff über bas rein Stubentische hinausgrei- fen, finb überschrieben: „Krisis ber Vokabulatur", „Durch Lanbbienst unb Sieblung zu neuem Bauerntum" unb „Der deutsche Mensch im osteuropäischen Raum". ßod)fd)ulno(b richten. Der Göttinger Aegyptologe Prof. Dr. Kees hat einen Rus auf bas Ordinariat für Aegypto- loaie an der Universität Leipzig erhalten. Professor Dr. H. H. Rebel in Göttingen erhielt einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für Zahnheilkunde an der Universität Freiburg im Breisgau. Der Ordinarius für deutsche Rechtsgeschichte und bürgerliches Handelsrecht an ber Universität Halle, Professor Dr. G. Kisch, rft auf Grunb bes § 3 bes Berufsbeamtengesetzes in den Ruhestanb versetzt worden. sehen. Aber die cyprlsche Regierung hak ein scharfes Auge für solche Schatzgräber und erließ Gesetze und Verordnungen, die den illegalen Handel oder Iiar die Ausfuhr von Altertümern mit harten Stra- en belegen. Trotzdem gibt es natürlich Schwarz- landler und Schwarzkäufer genug, und dabei werden oft die absonderlichsten Wege beschritten, um den Behörden ein Schnippchen zu schlagen. Cypern ist, wie gesagt, reich an vielen schönen Dingen. Darunter auch an einem höchst wohlschmeckenden Käse, der unter dem Namen „Hallu- mi" weit über die Insel hinaus auch an den Küsten Syriens und Anatoliens wohlbekannt ist. Dieses Erzeugnis der cypriotischen Landwirtschaft ist aber ein sehr heikles Ding, und seine Kenner behaupten, es könne nur in Blechkisten unter einer isolierenden Flüssigkeit versandt werden, wenn es seinen ursprünglichen Wert nicht einbüßen will. Daher tragen besagte Kisten den deutlichen Vermerk in der Sprache Homers: „Nicht kippen!" Aber so gut der Hallumi-Käse auch schmecken mag, es mußte doch mit der Zeit auffallen, daß seine Ausfuhr ein für die Wirtschaftskrise der Welt ganz absonderliches Ausmaß annahm, wobei noch der Umstand hinzukam, daß die erwähnten Blechkisten immer größer wurden. Aber es währte lange, bis ein mutiger und findiger Beamter trotz des warnenden Vermerks die Käseoerpackungen einer genaueren Untersuchung unterzog — und unter dem duftenden Hallumi die schönsten Erzeugnisse der mykenischen und der klassischen Kunst entdeckte. Man braucht wohl kaum noch zu erwähnen, daß die Ausfuhr von Cypernkäse merklich nachgelassen hat, seitdem man seiner Verbindung mit dem klassischen Altertum von Amts wegen ein jähes Ende bereitete. Schmalspurbahn macht Seitensprünge! (I.) Belgrad. Auf der Schmalspurstrecke Dupnitza—Petritsch, die im Weltkriege von deutschen Pionieren erbaut wurde und jetzt im Frieden den armen mazedonischen Grenzgebieten wertvolle Dienste leistet, läuft eine alte, brave Lokomotive. Besser gesagt, ein Loko- motivchen. Im Volksmunde auch „Teekocher" genannt. Schön ist sie nicht. Aber treu und pflichtbewußt erfüllt sie seit 20 Jahren ihre Aufgabe: Jahrein, jahraus fährt sie ihre Strecke Dupnitza—Petritsch, Petritsch—Dupnitza. Manchmal geht's ein bißchen schwer, denn das Gebiet ist gebirgig und der Weg oft steil. Doch noch immer brachte sie ihr Zügelchen mit den Bauern, Schafen und Hühnern über Berg und Tal ans Ziel. Doch dieser Tage erlaubte sich der sonst so friedliche Veteran einen Seitensprung, der unabsehbares Unglück hätte herausb^schwören können. Mitten während der Fahrt koppelte sich der „Teekocher" zusammen mit dem Gepäckwagen von dem übrigen Zugteil los und sprang geradewegs über die Böschung in eine 20 Meter tiefe Schlucht hinab. Während der Gepäckwagen an einem Baum hängen blieb, sauste die Lokomotive ungehemmt weiter, überschlug sich noch zweimal unterwegs und blieb schließlich in der Tiefe des Abgrunds schön aus ihren vier Rädern stehen. Oben auf dem Geleise aber hatten die beiden mit Fahrgästen vollgepfropften Personenwagen und einige Güterwagen nach etwa 40 Meter Weiterfahrt hübsch halt gemacht. Die Bäuerlein, Schafe und Hühner waren zwar etwas bleich geworden, aber sonst ganz unversehrt geblieben. Das Abenteuer war auch für den Lokomotivführer und den Heizer, die sich mit ihrem lieben Maschinchen plötzlich unten in der Schlucht sahen, halbwegs gut ausgegangen. Sie hatten rechtzeitig und geschickt die Köpfe eingezogen und waren mit einigen Schrammen, sonst aber mit dem bloßen Schreck davongekommen. Schwarze Wölfe — oder Enten? (1) Sofia. Jedes Land hat seine Sensation. England z. B. sein Seeungeheuer, Rumänien seinen ehrlichen Finder und Bulgarien jetzt seine schwarzen Wölfe. Schon seit Jahren sind unter der bäuerischen Bevölkerung Burgas Gerüchte über das Vorkommen schwarzer Wölfe im Umlauf. Diese Gerüchte sollen nun dieser Tage ihre Bestätigung gefunden haben. Denn ein Rudel schwarzer Wölfe hat, wie aus Burgas gemeldet wird, bei einem nahen Dorfe eine Schafherde überfallen und zahlreiche Tiere zerrissen. Ein Feldhüter gab mehrere Schüsse auf die Bestien ab, allerdings ohne zu treffen. Wie er und der Hirt mit Bestimmtheit behaupten, waren die Wölfe „pechschwarz mit wunderschönem glänzenden Fell". Da nun schwarze Wölfe eine große Seltenheit sind und nur vereinzelt auftreten, sind die Zoologen zunächst noch sehr mißtrauisch. Die Behörden haben eine Prämie von 1000 Lewa für die Einlieferung solch eines schwarzen Wolfes — tot oder lebendig — ausgesetzt. Spötter meinen, daß diese schwarze Bestien vielleicht doch nur „Enten" seien, da ja die Burgaser Gegend an solchen Enten ziemlich reich sei. Kam doch vor etwa einem halben Jahre ein bekannter englischer Ornithologe nach Burgas, um in der Umgebung auf weiße Pelikane Jagd zu machen, die dort in großer Menge aufgetaucht sein sollten. Das Jagdglück war dem Gelehrten auch günstig, denn er brachte nach einiger Mühe zwei weiß gefiederte Vögel zur Strecke — die sich bei näherer Betrachtung als zahme Enten entpuppten und der Zuchtfarm des deutschen Konsuls entstammten. Die Jagdbeute kam dem englischen Gelehrten ziemlich teuer zu stehen, der sich nie wieder zu einer Pelikanjagd im Burgaser Gebiet verleiten ließ. Die rettenden Melonen. Da. Konstantinopel. 2lbo Namir war Kassierer. Seine Vorgesetzten schätzten ihn als einen fleißigen und gewissenhaften Arbeiter. Nur eine dumme Angewohnheit konnte sein Chef nicht vertragen: wo Abo Namir ging und stand, trug er eine Melone bei sich, die er mit großem Appetit verzehrte. Der Direktor liebte diese Leidenschaft seines Untergebenen nicht, und das hatte seinen guten Grund: Die Arbeitsräume Abo Namirs glichen eher einer Fruchtwarenhandlung als einem ordentlichen Kontor. Der Direktor vertrat aber die verständliche Ansicht, daß ein Büro eben ein Büro und keine Aufbewahrungsanstalt für Melonen ist, und kurzerhand verbot er seinem Kassierer eines Tages überhaupt das Melonenessen in den Geschäftsräumen. Abo Namir schien sich seltsamer Weise rasch zu trösten, und bald dachte niemand mehr an die Geschichte. Da brach eines Tages ein verheerender Brand in dem Hause der Firma aus, und das gesamte Gebäude wurde in Trümmer gelegt. Das einzige, was unter dem Schutthaufen noch unbeschädigt hervorgeholt werden konnte, waren die feuerfesten Geldschränke. Aber als man sie öffnete, wurden die Gesichter der Anwesenden lang und länger — die gesamten Wertpapiere und Geldscheine, die darin aufbewahrt waren, hatten sich unter der Einwirkung der starken Hitze in Wohlgefallen beziehungsweise in Staub und Asche auf- gelöst. Um so größer war das Erstaunen, als man bei der Oeffnung des letzten Tresors den ganzen papierenen Inhalt — im Werte von 200 000 türkischen Pfunden — fast unversehrt vorfand. Bald entdeckte man des Rätsels Lösung: die traurigen Ueberreste zweier Melonen, die durch das Verdunsten ihres Saftes — etwa zwei Liter — das Geld vor der Vernichtung bewahrt hatten. Wie die Melonen dort hinkamen? Abo Namir hatte diesen sicheren Ort als geheimen Aufbewahrungsplatz für die verbotenen Früchte gewählt. Es erübrigt sich zu sagen, daß dem schlauen Kassierer diese vorschriftswidrige Handlungsweise nicht übel vermerkt wurde, und daß er heute wieder so viele Melonen verzehren darf, wie er will. Der Gauschulungsleiter in Schotten. —.— Schotten, 20. Febr. Am Sonntag fand hier eine Schulungstagung statt. Der Vormittag vereinigte sämtliche Schulungsleiter des Kreises zu ernster Arbeit. Um 15 Uhr schloß sich nach kurzer Mittagspause eine öffentliche Versammlung in der Turnhalle an, die einen so starken Besuch aufwies, daß die Teilnehmer nicht alle Platz fanden. Dicht gedrängt saßen und standen die Volksgenossen im Saale. Viele konnten nicht mehr eingelassen werden. Man schätzte die Besucherzahl auf etwa 1500. Aehnliche Versammlungen hatte Schotten nur gesehen, als in der Zeit des Kampfes die ersten Führer der Bewegung sprachen. Ein Marsch des Musikzuges V/466 eröffnete die Versammlung. Dann sprach Kreisschulungsleiter pg. Hofmann-Freienseen die Begrüßungsworte. Er stellte die Idee der Marxisten von der Weltrepublik und die Idee des Nationalsozialismus gegenüber und betonte, daß der Weltfrieden eher erreicht würde, wenn jedes Volk für sich in der großen Völkerfamilie die guten Eigenschaften fördert, die von Anfang an in feiner Wesensart begründet find. Das deutsche Volk betrachte die Ausbildung und Höherentwicklung der altgermanischen Tugenden als seine höchste Aufgabe. Wir sind überzeugt, daß dann das Wort Geltung erhält, daß an deutschem Wesen einmal die Welt genesen wird. Wir werden unsere Aufgabe erfüllen, wenn wir die Idee verwirklichen, die uns der Führer gab. Nach einem Prolog eines der ältesten Pgg. des Kreises, des Kreisobmannes des NSLB. im Kreise Schotten, Lehrer Schneider, Babenhausen, ergriff Kreisleiter pg. Kromm das Wort. Für uns so führte er u. a. aus, ist es selbstverständlich, daß wir alle zur Stelle sind, wenn die Partei ruft. Die heutige Versammlung ist dafür Beweis. Die Mission des Ralionalsozialismus ist dann erfüllt, wenn jeder einzelne in feinem Tun und handeln als Rationalfozialist erkannt wird. Wir wissen, daß war das Erwachen der Nation nur einem Mann verdanken, unserem großen Führer. Wir wollen ihm heute wieder danken, indem wir rufen: Unserem geliebten Führer ein dreifaches „Sieg-Heil". Stehend wurde das Horst- Weffel-Lied gesungen. Gauschulungsleiier prof. Werner führte dann in längerem Vortrag etwa folgendes aus: Der erste derartige Schulungskurs im Gau Hessen-Nassau findet in Schotten statt, weil der Kreis Schotten als erster im gesamten Gau für den Führer eine absolute Mehrheit brachte. Der 30. Januar wird zum nationalen Feiertag werden, denn damals ist eine Welt versunken, die niemals wiederkommen wird und niemals kommen darf. Dafür sorgt die braune Armee und die junge Kämpferschar, die HI. Grundlegend ist der Unterschied unserer Staatsidee von der früherer Zeiten. Wir schützen die Autorität des Staates nicht mit Gummiknüppeln, auch libera- listifche Ideen vertreten wir nicht. Der Dualismus, der Gegensatz zwischen Regierung und Regierten, besteht nicht mehr. Jlur einer befiehlt in Deutschland, unser Führer. Ueberall begegnet uns etwas Neues auf allen Gebieten des staatlichen Lebens. Um alle zu lehren, diese neue Welt zu verstehen, ist Schulung unabänderliche Forderung der Zeit. Früher wurde der Staat zusammengehalten durch ein Band, das man Verfassung nannte. Unser Staat wird zusammengehalten durch die Weltanschauung und die unendlich große Liebe zum Führer. Auch unsere Führerauslese ist anders als in der Zeit der Monarchie. Die Deukschnationalen wählten ihre Führer aus nach der sozialen Stellung, bei uns geschieht die Auslese nach Persönlichkeit und Charakter. Die Monarchie wurde 1918 zu Grabe getragen. Die monarchische Idee kann nur so hoch bewertet werden, als ihre Träger dafür zu opfern bereit sind. Die Träger der Monarchie haben sich abfinden lassen und deshalb haben wir uns mit ihnen abgefunden. Die noch übrig gebliebenen Deutschnationalen hassen uns ja nicht, weil wir eine Idee haben, ihr Haß resultiert aus dem verletzten Geltungsbedürf- nis. Wir achten die schwarzweißrote Fahne, weil sie die Fahne des starken Deutschlands und die Fahne der Toten des Weltkriegs war. Wir verlangen aber von jedem Volksgenossen, daß er gleiche Achtung den Sturmfahnen unserer Bewegung entgegenbringt. lieber die Kirchen führte Prof. Werner folgendes aus: Wir brauchen keine kämpfenden Kirchen, sondern Kirchen, die erziehen und erbauen. Die Kirche ist uns zu heilig. Wir lassen sie nicht besudeln und beschmutzen. Der Beichtstuhl darf nicht benutzt werden, um zu hetzen. Aufgabe des Pfarrers ist, daß er feiner Gemeinde ein rechtes Leben vorlebt. Die gesamte politische Schulung steht unter der Leitung und bedarf der Genehmigung des Gau- bzw. Kreisschulungsleiters. Wilde Schulung, d. h. Schulung von Unberufenen, ist streng verboten. Die nationalsozialistische Bewegung ist den Organen des Staates, der Behörde, übergeordnet. Das ist die Voraussetzung für die Erhaltung des nationalsozialistischen Staates. Auf die Schulung hat der Führer den größten Wert gelegt. Nur alte Pgg. dürfen nach dem Willen des Führers schulen. Eine Schulung nach Ständen und Berufen ist nicht gestattet. Die Schulungskurse gelten für alle, ohne Unterschied des Berufes. Der Klassenkampf von links ist beendet, der Standesdünkel von rechts steht noch in Blüte. Unser Ziel ist das Ziel des Führers: e i n Volk zu schaffen. Dieses eine Volk haben wir noch nicht. Es zerfiel in Hunderte von Kasten. Während der deutsche Arbeiter in der Zeit des Marxismus das deutsche Volk vom Standpunkt des Geldbeutels beurteilte, tat dasselbe der Unternehmer vom Standpunkt der Dividende. Unsere Wissenschaft beschäftigte sich mit allem Möglichen, nur nicht mit dem Volke. Auch hier werden wir dafür sorgen, daß die Wissenschaft wieder volksverbunden wird. Der Arbeiter konnte für diese Dinge der zurückliegenden Zeit kein Verständnis aufbringen. Unsere Sozialdemokraten waren nichts anderes als ganz unzufriedene Menschen. Dazu hatten sie ein Recht, weil die anderen Klassen es nicht über sich brachten, in ihnen auch den Menschen zu sehen. Die Unsitte, daß das Dienstpersonal nicht mit der Herrschaft an einem Tische essen durste, war sogar bis in unsere Bauernhöfe gedrungen. Das war der Anfang zum Untergang des deutschen Bauern. Merkte der deutsche Arbeiter, daß er von allen deutschen Volksgenossen gleichgeachtet war, dann war er der dankbarste Mensch, ein Beweis dafür, daß er nicht materialistisch dachte. Leider waren solche Fälle sehr selten. Deshalb haben wir es uns selbst zuzuschreiben, wenn der Arbeiter fremden Führern nachlief. Es mußte doch jede deutsche Mutter und jeden deutschen'Vater aufs tiefste empören, daß ihrem Kinde nicht dieselbe Aufstiegsmöglichkeit im Leben offenstand, als dem Sohn eines höheren Beamten oder eines reichen Fabrikbesitzers. tachei h so eutschen Volkes I deutschen Volkes ;deutschen VoIkA a deutschen Vol« es deutschen Ko3 des deutschen Vol «des deutschen 1A ? des deutschen! vK dec deutschffl vwerMifsem an «Wtnterhtlfswerk de, s ‘Wtnterhtlfawerk dl Vsoer) 'Ifsioei Wtntel 'JFintl V Wi n Iki oA HHir WH ■Jto ■tob ■ Vc ■n V*. Hien B Khem «sch© Btscb eutso tieutsf ' deute >s deu \es de des dl l 9rh nterl 'Intel WinA wv. 71 1 ■htlfsu.'trk de \rh i ifp.-crk dl L'V?! 1/ocerk » L l *.ia*<* I? M. * ML' . r-. 6 » • • Dir stehen auf dem Standpunkt, daß die Vorrechte aus dem akademischen Studium aufhören müssen, das akademische Studium darf keine einseitige Berechtigung fein, sondern muß vielmehr die doppelte Verpflichtung dem Volke gegenüber in sich tragen. Eine der größten Dummheiten, die es je gegeben hat, ist es, daß sich Frauen so gerne mit dem Titel ihres Mannes anreden lassen, wozu sie doch wirklich keine Veranlassung haben. Die NSDAP, soll nicht alle Deutschen aufnehmen. Denn die Partei soll die Elite des Volkes fein, die wie ein Sauerteig das Mehl, so das Volk mit den Ideen des Nationalsozialismus durchsetzt. In Zukunft wird der Weg in die Partei über die HI. und die SA. führen. Wir dürfen nie vergessen, daß die Rassen- frage das Rückgrat unserer Bewegung ist. Wir dürfen die Juden nicht vergessen. Und wenn deutsche Mädchen sich mit Fremdrassigen abgeben, bann nehmen wir uns das Recht, einzuschreiten. Wie Jesus den Tempel von den Krämern und Händlern reinigte, so ist es unser Ziel, das deutsche Volk von fremdem Blute zu reinigen. Heute kaufen wieder viele Volksgenossen sogar ihre Weihnachtsgeschenke in jüdischen Geschäften. Hier laste auf dem oeutschen Kaufmann eine große Verantwortung. Wir werden nicht gestatten, daß ein Teil des Volkes sich auf Kosten des anderen bereichert. Der Vefih an sich gibt keine Berechtigung, sondern bedeutet eine Verpflichtung. Ausführlich erörterte der Redner die Reichskanzlerrede am 30. Januar und betonte, daß der Führer das gehalten hat, was er versprochen. Nach dem deutschen Grundsatz: Treue um Treue haben wir jetzt die Pflicht, uns einzusetzen für die große Idee der Bewegung. Vor allem kommt es zunächst darauf an, d i e Gedanken des Führers in das Volk hineinzutragen. Diese Gedanken, die schon vor zehn Jahren in dem Buche „Mein Kampf" niedergelegt wurden, hatten Geltung im Anfang der Bewegung und haben Geltung auch noch heute. Dieses Buch muß in allen Zellen der Partei die Grundlage der Schulung sein. Jeder Volksgenosse muß den Inhalt des Lebenswerkes unseres Führers in sich aufnehmen. Für das Verständnis muß die Schulung sorgen. Es geht, so schloß der Redner, nicht um uns, sondern um unsere Kinder, denen wir eine deutsche Heimat und eine deutsche Freiheit erkämpfen wollen. Dem scheidenden Gauschulungsleiter übertrug Kreisleiter Kromm die Grüße des Vogelsberges an den Gauleiter mit dem Gelöbnis unverbrüchlicher und unwandelbarer Treue zum Führer. Musikstücke des Musikzuges V/466, Darbietungen des Gesangvereins und deutsche Tänze des BdM., Schotten, gaben den Rahmen zu dieser mächtigen Kundgebung des Vogelsbergkreises Schotten für die großen Ideen der NSDAP. <*> TO CO Wolle tBy wasche beide mit Persil I Vor der Schule 1—2 Eßlöffel Biomalz, in Milch oder Kaffee verrührt, das ist der Wunderttank, der müden und schläfrigen Schülern Geistesfrische verleiht. VerlangenSie das Biomalz- Kochbuch gratis von den Biomalz-Werken, Teltow. Es bringt Ihnen viel Nutzen! Alle Biomalzsorlen in Apotheken und Drogerien zu haben. 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Sie hatte eine gute Schulbildung genossen, aber weiter reichte die Beihilfe nicht, und Berta Bergmanns Einkommen war auch nicht so groß, daß sie Rosemarie in einen höheren Beruf hätte bringen können. Das junge Mädchen mußte zum Lebensunterhalt beitragen, und war glücklich, als es eine Stellung im Büro erhielt, in der es feine ausgezeichneten Sprach- kenntnisfe vervollkommnen konnte. Bielleicht konnte sie doch später einmal Korrespondentin werden? Sie war ja fleißig und strebsam und schien manchmal gewaltsam aus den engen Verhältnissen hinauszuwollen. Rosemarie lächelte. Warum antwortete Tante Bertchen nicht auf ihre Frage. Wahrscheinlich hatte sie schon wieder ihre Arbeit im Kopfe und berechnete, was sie diese Woche noch liefern mußte. Frau Bergmann fühlte die fragenden Augen des Mädchens und machte sich gewaltsam von den Gedanken frei, die sie soeben gefangen genommen hatten. Wieder einmal war ihre Ueberzeugung stärker geworden, daß Rosemarie von dem Schicksal ihrer Eltern nichts erfahren sollte, damit sie mutig und tapfer ihren eigenen Weg gehen konnte. „Du wirst wirklich einmal als Kind sehr lebhaft geträumt haben", antwortete sie mit Rosemaries eigenen Worten. „Du hast vielleicht irgendwo einmal einen schönen Eindruck gehabt, und weil du ein sehr aufnahmefähiges Kind warst, ist er in deiner Seele haften geblieben." Schwer wurden der lieben Frau diese Worte, aber Rosemarie merkte es nicht. Sie gab sich zufrieden. Sie tauschten auch heute, wie allabendlich, ihre Tageserlebnisse aus; aber zum Schrecken der Tante erzählte Rosemarie auch heute wieder, wie schon öfter in den letzten Wochen, daß ihr die Arbeit bei Lachstedt & Co. gar keine rechte Freude mehr mache. „Du glaubst nicht, Tantchen, was für gräßliche Menschen die Kollegen dort sind! Glaubst du, manchmal denke ich, daß ich ganz verblödet sein muß, weil sie immer etwas an mir auszusetzen haben. Fräulein Lobe nörgelt jetzt so oft an meinen Briefen. Sie findet sie nicht sauber genug getippt, und dabei... Du weißt doch, Tante, wie oft ich mir die Hände wasche, damit ja alles recht korrekt aussieht. Das habe ich doch schon immer zu deiner Zufriedenheit gemacht, wenn ich früher deine kleinen Rechnungen und Kundenbriefe erledigte. Ich habe es nicht vergessen, daß du oft sagtest: ,Kind, der Brief muß die Visitenkarte des Absenders fein!* Und nun passiert es mir so oft, daß sie sagt: ,Fräulein Neuß, wie können Sie sich nur erlauben, dem Herrn Direktor so schmutzige Briefe in die Unterschriftsmappe zu legen?' Oder oft greift sie mich auch persönlich an und sagt, wenn ich morgens komme: >Na, nicht ausgeschlafen? Bei Ihnen fleckt's wieder mal gar nicht. Wer weiß, wo Sie sich gestern abend wieder herumgedrückt haben.' Dann lachen die anderen natürlich, während ich heulen könnte. Aber ich heule nicht, Tante. Lieber beiße ich ganz fest die Zähne zusammen. Ich kann doch nichts gegen sie machen. Sie steht nun einmal unserer Abteilung vor, und da muß man sich fügen." Die arme Kleine! Tante Bergmann war entsetzt über Rosemaries Worte und bedrückt zugleich. Rosemarie mußte sich nach einer anderen Stellung umsehen, das war klar — aber wo gab es heute noch eine Stellung? Es war ja so ein Zufall gewesen, daß sie damals bei Bachstedt untergekommen war. „Und dann..." Rosemarie berichtete weiter: „Da ist doch in unserer Firma der Doktor Wangenheim, das ist ein Neffe des Chefs, und sozusagen sein Stellvertreter. Ich glaube, Tante, die Lobe liebt ihn, denn ich habe gemerkt, sie quält mich doppelt, seitdem er neulich einmal zu mir sagte: ,Na, wollen Sie für mich einmal Stenogramm aufnehmen, kleine Schönheitsköniginn?' Es war doch nur ein dummer Scherz von ihm, Tantchen; aber es hat sie wohl schwer erregt. Dabei habe ich noch nie den Eindruck gehabt, daß er sich etwas aus ihr macht." „Kind, du mußt dich jetzt aber fertigmachen. Wir haben über diesen unangenehmen Dingen fast vergessen, daß du heute abend noch so viel Schönes erleben wirst. Also schnell fertigmachen! Ein viertel nach acht Uhr wollte Ilse mit ihren Eltern kommen. Rosemarie sprang auf. „Ja, jetzt schnell! Es dauert bei mir nicht lange." Sie schlüpfte hinüber ins Schlafstübchen und stand wenige Minuten später wieder vor der Tante, die nun doch selbst von der Lieblichkeit der Nichte überrascht war. Alles, was sie soeben noch schwer bedrückt hatte, war von ihr gewichen. Ihre schönen blauen Augen leuchteten in Freude und Dankbarkeit. Einen Augenblick lang durchfuhr Frau Bergmann ein stechender Schmerz. Wie lange noch würde Rosemarie ihr so bleiben? So kindlich-freudig, so engelsrein? Sie war unsagbar schön, wie sie jetzt so in ihrer knospenhaften Lieblichkeit vor der Tante stand. Aber die Tante hatte auch wohl gesehen, wie die Blicke der Männer der Nichte folgten, wenn sie durch die Straßen gingen. Wer würde als erster seine Hand nach der lieblichen Blüte ausstrecken? Und war er Rosemaries würdig? „Schon wieder grübelst du, Tantchen! Was geht dir denn heute nur immer durch den Kopf? Es wird Zeit, daß du mal ein paar Wochen ausspannst. Zu dumm, daß ich nicht etwas unsanfter mit dir verfahren bin, als du heute abend wieder zu Hause bleiben wolltest, wo es doch mein erster Ball ist", beschloß sie träumerisch ihre scherzhafte Gardinen- predigt. „Du weißt doch, Herzchen, daß ich bis zum Zwölften die Garderobe für Frau Direktor Schonholz fertig haben muß. Und heute ist schon der Siebente. Da heißt es, sich sputen. Und die Zeiten sind nun mal so, daß man keinen Kunden vor den Kopf stoßen darf, indem man ihn nicht auf die Stunden pünktlich beliefert." „Ja, ich weiß alles, du seelengutes Tantchen! Aber horch, es klingelt. Ich komme!" sagte sie gedämpft auf die Straße hinunter. Schnell zog sie ihren schon bereitliegenden guten Mantel über, nahm ihr Täschchen und die Handschuhe und küßte die liebe gute Tante hastig ein über das andere Mal auf die Wangen, bis sie diese gewaltsam hinausschob. „Also recht viel Vergnügen, meine Nosemie! Ich kann ja unbesorgt sein. Ringleins bringen dich ja nach Hause." Unten nahm Familie Ringlein Rosemarie freundlich in Empfang. „Wir fahren mit der Zweiundzwanzig", sagte Herr Ringlein freundlich. „Es hat zwar glücklicherweise zu regnen aufgehört; aber bis zum Gloria- Hotel ist es doch ziemlich weit. Also, nehmen wir Rücksicht auf unsere jungen Damen, deren Beinchen nicht zu früh ermüden sollen, damit sie heute abend recht das Tanzbein schwingen können." Rosemarie war alles recht. Wieder saß sie in der „Zweiundzwanzig", die an dem im Dunkel des Abends liegenden großen Gebäudekomplex von Bachstedt & Co. vorüberfuhr. Selten genug kam es bei Rosemarie vor, daß sie zweimal am Tage Elektrisch fuhr. Sie wandte das Gesicht von der Fabrik weg, die sie unheimlich und drohend aus ihren dunklen Augen anstarrte. . Die Mädchen waren in festlicher Stimmung und tuschelten eifrig. Das Ehepaar Ringlein, das in der überfüllten Bahn keinen Platz neben ihnen erhalten hatte, stellte Betrachtungen an. Es kam zu dem Entschluß, daß ihre Ilse zwar sehr hübsch, aber die Rosemarie Neuß doch eben eine ganz aparte Schönheit sei. „Wenn sie unserer Ilse nur nicht mal die besten Bewerber wegschnappt!" sagte Frau Ringlein etwas kleinlich. „Ach, Mutter, das liegt doch noch weit im Felde! Vorläufig find sie ja beide noch blutjung. Die sollen sich erst mal ein bißchen amüsieren, ehe sie ans Heiraten denken. Eine Ausstattung kann bis jetzt noch keine von ihnen vorweisen — na, und die reichen Bewerber sind heutigentags nicht so dick gesät." Frau Ringlein mußte ihm recht geben. Die Bahn hielt vor dem Gloria-Hotel. Rosemarie hatte das vornehme Gebäude nur immer von außen gesehen, und als sie jetzt mit Ringleins die mit roten Läufern belegten Stufen emporstieg, fühlte sie sich wie in eine andere Welt versetzt. Ob Ilse überrascht war, wenn sie jetzt 8eü Mantel ablegte? Sie hate es sich verkniffen, schott in der elektrischen Bahn von Tantes Geschenk zu erzählen. . Vater Ringlein bemühte sich um die Garderobe seiner drei Damen. Frau Ringlein und Ilse roareit von Rosemaries Aussehen mehr als überrascht Ilse empfand in dem Augenblick, da Rosemarie sa schön wie ein Märchenbild vor ihr stand, doch etwas Neid. Würde sie da nicht in den Hintergrund treten? Sie ärgerte sich schon im stillen, Rosemarie für heute abend eingeladen zu haben. Aber wer konnte auch denken, daß Frau Bergmann dem Mädel so etwas Apartes zusammennähte? Doch es war jetzt wenig Zeit für solche Gedanken. Durch einen raschen Blick in einen der großen Spiegel überzeugte sie sich schnell, daß auch sie in ihrem blaßblauen Kleid allerliebst aussah. Dann ging es wieder teppichbelegte Stufen hinauf, die in den Weißen Saal führten. Rosemarie war geblendet von so viel Glanz und Schönheit. Lockende Musik erklang. Bunte Seide schimmerte. Sie hatten sich alle so schön wie möglich geputzt, die Frauen und Töchter der Angestellten der Chemischen Werke. Ringlein wurde von Kollegen begrüßt, grüßte achtungsvoll Vorgesetzte. Vorläufig war man noch nicht zur Ruhe gekommen. Der kleine Buchhalter wurde wider Erwarten ausgezeichnet. Seine beiden Mädels machten entschieden Eindruck. • Das Programm lief gut und in vorgefchrlebener Form ab. Dann eröffnete die große Polonaise den Ball, an der alle Anwesenden bis auf einige aus- gesprochene Nichttänzer ober alte Leute teilnahmen. Bewegung entstand. Junge Herren schritten schnell und gewandt über das Parkett. Aeltere Herren suchten ruhig und behäbig Kollegenfrauen als Partnerinnen. Ilse fieberte. Wer würde sie holen? Rosemarie duckte sich, unwillkürlich etwas befangen, hinter Frau Ringlein. Sie betete im stillen, daß ja nicht die Wahl eines der Herren auf sie fallen möchte. Noch niemals hatte sie eine Polonaise getanzt und würde sich gewiß recht ungeschickt anstellen. Aber — Herr Ringlein war bereits verschwunden, um eine Kollegenfrau zu engagieren, da wurde auch Ilse bereits zur Polonaise aufgefordert und tauchte in der Reihe der anstehenden Paare auf. Da strebte aber auch schon ein älterer Herr auf Ringleins Tisch zu und verneigte sich vor Frau Ringlein. Nun saß Rosemarie allein am Tisch. Ties erglühend neigte sie den Kopf. War es nicht, als ob aller Augen sich auf sie richteten? Ich bin so froh, daß mich keiner holt, dachte sie erleichtert — aber die Sitzengebliebenen nennt man wohl Mauerblümchen? (Fortsetzung folgt.) tungskrankheiten. Stark harn- säurelösend.bakterientötend! 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Und so sind die Ehrentage der nationalsozialistischen Bewegung Ende Februar mehr als Ehrentage der Partei, denn alles, was die Partei berührt, ist heute Sache des Volkes. Dreimal waren Tage im Februar entscheidend für die nationalsozialistische Bewegung. A m 2 4. Februar 19 20 wagte die junge Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei zum ersten Male die Abhaltuna^einer großen Massenversammlung in München, die nach anfänglichen Störungsversuchen der Kommunisten ein riesenhafter Erfolg wurde. Damit war die erste Durchbruchsschlacht geschlagen und die Keimzelle gelegt zu allem, was dann in 14 Jahren wurde. In der gleichen Versammlung verkündete Adolf Hitler zum ersten Male die 2 5 Programm- punkte der Partei und damit die Lebens- arundsätze, nach denen der neue Staat heute geformt wird. Der 9. November 1923 zerschlug zunächst die äußere Form der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, der Geist aber und ihr Programm blieben bestehen, und als Adolf Hitler Weihnachten 1924 die Festung Landsberg am Lech verlassen hatte, ging er sofort wieder daran, der Idee eine Form zu geben, die ihr Zukunft und Leben verbürgt. In der Zwischenzeit hatten zwar die „Führer" der völkischen Gruppen versucht, die Führung der nationalsozialistischen Bewegung an sich zu reißen, aber sie waren kläglich gescheitert, weil eine alte Erfahrungstatsache lehrt, daß es nicht dasselbe ist, wenn zwei daselbe tun, zum zweiten weil sie das sozialistische Programm der Bewegung verwässerten und den undefinierbaren verschwommenen Begriff „völkisch" an seine Stelle zu setzen versuchten. Falsche Propheten, die es vielleicht gut meinten, trugen das Ihre dazu bei, der völkischen Bewegung den Todesstoß zu geben, indem sie sie der Lächerlichkeit preisgaben. Sie glaubten ein Volk retten zu können, indem sie die germanische Vorzeit wieder lebendig zu machen versuchten, ohne zu berücksichtigen, daß 2000 Jahre an der Entwicklung der Menschheit nicht spurlos vorübergehen. Am 2 7. Februar 1925 sprach der Führer zum ersten Male wieder in einer öffentlichen Versammlung in München und verkündete die N e u - gründung der Partei. Die völkischen Ideologen wollten oder konnten diesen Schritt nicht verstehen. Sie sprachen von Spaltung, von Antiparlamentarismus, den sie zu vertreten vorgaben, wobei allerdings nach dem Wahlmißerfolg vom 7. Dezember 1924 das Gleichnis vom Fuchs und den sauren Trauben anzuwenden wäre. Adolf Hitler hat die Wahl der Form einer Partei, die sich 1919 zwangsläufig aus der politischen Entwicklung und 1925 erneut aus den Erfahrungen des 9. November 1923 ergab, in seinem Buche „Mein Kampf" wie folgt begründet: „Jede Weltanschauung, sie mag tausendmal richtig und von höchstem Nutzen für die Menschheit sein, wird solange für die praktische Ausgestaltung eines Völkerlebens ohne Bedeutung bleiben, als ihre Grundsätze nicht zum Panier einer Kampfbewegung geworden sind, die ihrerseits wieder solange Partei sein wird, als sich ihr Wirken nicht im Siege ihrer Idee vollendet hat und ihre Parteidogmen die neuen Staatsgrundgesetze der Gemeinschaft eines Volkes bildet." Hat nicht die Entwicklung die Richtigkeit dieser Definition voll und ganz bestätigt? Wer vermag heute noch diesen damals so umkämpften Schritt anzuzweifeln? Es hat sich gezeigt, daß man einen Gegner mit den gleichen Waffen schlagen muß, die er anwendet, und daß man nicht mit geschwungenem Säbel gegen einen Gasangriff vorgehen kann. Das Programm der Nationalsozialistischen Deutschen. Arbeiterpartei — wie wurde allein diese Bezeichnung von den völkischen Kreisen angefeindet — hat in allen Stürmen und Kämpfen nicht nur seine Anziehungskraft, sondern auch seine Richtigkeit erwiesen, obwohl es einmal eine Zeit gab, wo die ewigen Besserwisser auch dieses Programm zu zerpflücken und anzuzweifeln wagten, nicht weil es ihnen nicht gefiel, sondern weil sie den Grundsatz der Programmlosigkeit vertraten. Ich erinnere mich eines völkischen Agitators, der 1925 vor allen Programmen warnte, weil sie nur tote Versprechungen seien, die niemals in die Wirklichkeit umgesetzt würden. Das mochte — bezogen auf die Programme der bürgerlichen und marxistischen Parteien — richtig sein. Denn der Marxismus hatte die Macht und versäumte es, seine programmatischen Forderungen durchzusetzen oder nur einen Versuch dazu zu unternehmen. Die bürgerlichen Parteien versprachen das Blaue vom Himmel, obgleich sie auch niemals nur einen Bruchteil dieser Versprechungen hätten erfüllen können, denn „hart im Raum stoßen sich die Dinge". Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei stellte nur einen einzigen einprägsamen Grundsatz auf: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz", und aus diesem Grundsatz allein ergab sich alles weitere Sie versprach nicht jedem alles, sondern im Sinne jenes preußischen Sozialismus „Jedem das Seine". Die Ehrlichkeit dieses Programms, die Tatsache, daß er keine goldenen Berge versprach, sondern nur Lasten und Mühen, bis einst das ganze Volk wieder zu gesunderen Zustanden geführt sein würde, die Ehrlichkeit seiner 25 Punkte, sicherten dem Nationalsozialismus Zukunft und Führung. Und sie wurden nach und nach bis in die letzte Hütte getragen und damit bewiesen, was der Führer über das Programm der Partei sagt: „Die organisatorische Erfassung einer Weltanschauung kann aber ewig nur auf Grund einer bestimmten Formulierung derselben stattfinden, und was für den Glauben die Dogmen darstellen, sind für die sich bildende politische Partei die Parteigrundsätze." Der 24. Februar hat deshalb im neuen Staat eine besondere Bedeutung erhalten, denn er ist nun der Tag der Lebensgrundsätze des deutschen Volkes. Symbolhaft kommt hinzu, daß für die Durchsetzung dieser Lebensgrundsätze Ströme von Blut geflossen sind, und gerade einen Tag vor der 10. Wiederkehr der Verkündung des Parteiprogramms jener Kämpfer für Deutschland für immer die Augen schloß, der als sichtbarer Zeuge jener ungeheuren Blutopfer der nationalsozialistischen Bewegung im Herzen jedes Deutschen fortlebt: H 0 r st Wessel. Am 24. Februar 1934, ein Jahr nach der Ergreifung der Macht durch Adolf Hitler, werden nun in ganz Deutschlano Hunderttausende von Amtsträgern der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei noch einmal den Eid lei st en auf ihren Führer und seine Getreuen, in denen sich Werden und Wesen der nationalsozialistischen Bewegung und ihr Programm unlöslich verkörpern. Auf den 25. Februar 1934 fällt der Heldengedenktag für die zwei Millionen Toten des großen Krieges. Wenn am 24. Februar Hunderttausende den heiligen Eid auf den Führer leisten, dann tragen sie damit auch einen Teil des Dankes ab, den Deutschland den zwei Millionen unbekannten feldgrauen Helden schuldet, die auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges ihr Leben gaben, um Deutschland zu retten. Zum ersten Male kann aber dieser Tag mit dem Bewußtsein begangen werden, daß die Opfer nicht u m f 0 n ft waren und daß aus den Gebeinen der Toten des Weltkrieges den Lebenden die Kraft erwuchs, Opfer auf sich zu nehmen und das große Werk zu beginnen und zu vollenden, das dem deutschen Volk Leben und Freiheit sichert für ein neues Jahrtausend deutscher Geschichte. Oer Reichsbischof beruft das neue gelstbche Mmiüerium Berlin, 23. Febr. (DNB.) Amtlich. Der Reichsbischof hat zu Mitgliedern des geistlichen Ministeriums berufen: Den Pfarrer v. Or. F 0 r slh 0 f f, zur Zelt stellvertretender Landespfarrer in Koblenz, den Pastor v. Enge l k e, Direktor des Rauhen Hauses in Hamburg. Das reformierte Mitglied des bisherigen geistlichen Ministeriums, Studiendirektor Pfarrer Weber aus Elberfeld, führt die Geschäfte kommissarisch weiter. Die Mitglieder des geistlichen Ministeriums führen ihr Amt ehrenamtlich. Die Amtsbezeichnung „Kirchenminister" fällt in Zukunft fort. Das geistliche Ministerium wird am Donnerstag nächster Woche zusammentreten und eine Erklärung abgeben. * D. Dr. Heinrich F 0 r st h 0 f f, das unierte Mitglied des geistlichen Ministeriums, ist 1871 im Rheinland geboren. Seit über drei Jahrzehnten war er in verschiedenen Gemeinden des rheinischen Industriegebietes tätig, zuletzt in Mühlheim an der Ruhr. Anfang dieses Jahres wurde er zum stellvertretenden Landespfarrer für das Rheinland berufen. D. Fritz Engelke, das lutherische Mitglied des geistlichen Ministeriums, ist 1878 in Schleswig- Holstein geboren. Er war zunächst Geistlicher der Inneren Mission in Schleswig-Holstein und wurde 1910 an die Hauptkirche nach Altona berufen. 1925 übernahm er die Leitung des von Wichern begründeten Rauhenhauses in Hamburg. Bis zum Jahre 1932 war er Vorsitzender des Nordbundes evangelischer Jungmännervereine. Direktor Otto Weber, das reformierte Mitglied des geistlichen Ministeriums, ist 1902 im Rheinland geboren. Er wurde 1928 Dozent, später Direktor der reformierten theologischen Schule in Elberfeld. Im reformierten Kirchentum des Westens nimmt er eine führende Stellung ein. Seit dem Frühjahr vorigen Jahres hat er im Stab des Reichsbischofs gearbeitet und war an den Vorarbeiten für die neue Kirchenverfassung beteiligt. Direktor Weber gehörte schon dem ersten auf der Wittenberger Nationalsynode vom Reichsbischof berufenen geistlichen Ministerium sowie dem zweiten Anfang Dezember gebildeten Ministerium an. Italiens Pläne im Donauraum. Die Vorbereitung der Dreiertonserenz in Rom. m t - v.;< WM k ■ V -i i J M .WM M WG W - ■ ? X Jfe M gr*u Görnbös und Dollfuß diesen Verhandlungen irgendeinen sichtbaren Niederschlag geben soll. Kein Zwei- gyarsag" (rechtsradikale Opposition), das seinerzeit einen sichtbaren Niederschlag geben soll Kein Zwei- die erste Meldung über eine angebliche Dreierbetreibende fel, daß Italien dabei d i e gegnung Mussolini - Görnbös - Dollfuß brachte, weiß Kraft ist. Mussolini hat mit Recht den Bal - heute als einziges Blatt zu melden, daß Göm - Verhandlungen gegen keine Macht, auch Oie letzte Fahri König Alberts Die Lafette mit dem Sarg König Alberts im Leichenzug. Die Meinungen über den Sinn und Zweck des Besuches, den der italienische Unterstaatssetretär Su0 i ch als Vertrauensmann Mussolinis in Buda p e st abgestattet hat, gehen sehr weit auseinander. Die Italiener haben die Behauptung, daß bei dieser Gelegenheit ein Organisation st atut über ein engeres Zusammenarbeiten zwischen Italien, Österreich und Ungarn vereinbart fei, sehr scharf dementiert. Aber trotzdem braucht der Grundgedanke, der darin zum Ausdruck kommt, noch nicht falsch zu sein. Sicher ist jedenfalls, daß irgend etwas im Werden ist und daß eine demnächst in Rom vorgesehene Aussprache zwischen Mussolini, heikle Situation ergeben habe, die heute noch nicht zutreffend beurteilt werden könne. Im Namen der ungarischen Journalisten dankte dem Staatssekretär Suvich Chefredakteur Veczi. Suvich nimmt in Wien Aufenthalt. Budapest, 24. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der italienische Staatssekretär Suvich, der gestern mit dem Nachtschnellzug abreisen wollte, hat feine Abfahrt verschoben, um bei Tage in Wien einzutreffen, wo er angeblich seine Reise unterbrechen will, um mit führenden Persönlichkeiten z u sprech en. — „Ma nicht gegen die Kleine Entente, gerichtet hätten. Der einzige Zweck der Budapester Besprechungen sei die Prüfung der Wege und Mittel, durch die im Donauraum der Friede, und zwar vor allem der Wirtschaftsfriede wieder herge- stellt werden könne. Keine Spitze gegen Deutschland. B u d a p e st, 24. Febr. (DNB.-Funkspruch) Der „Pester Lloyd" wendet sich zunächst gegen die übertriebenen Gerüchte in der Weltpresse, wonach der Besuch Suvichs in Budapest der Schaffung eines Siaatenblockes oder einer Zollunion gegolten haben soll und schreibt dann weiter: Nach einer dritten Leseart soll der Zweck der ins Auge gefaßten wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn vor allem darin bestehen, den Anschluß Oesterreichs an Deutschland zu verhindern. Von da braucht man nur noch einen Schritt, um eine feindliche Spitze gegen Deutschland zu vermuten. Das Blatt kennzeichnet jbiefe Behauptung als „phantastische U/i t e r st e l l u n g ". Es sollten keine neuen Konflikte geschaffen, sondern Gegensätze ge' formatierten des Blattes darüber, ob auch Doll- f u ß nach Rom reift, sind weniger bestimmt. Budapest erklärt: »Kein Gtaatenblock" Budapest, 23. Febr. (DNB.) Zu der Meldung über die Schaffung eines außenpolitischen Statutes wird von amtlicher ungarischer Seite erklärt, daß die Schaffung eines Staatenblockes nicht in Aus-, sicht genommen worden sei und daß sich diese mildert werden. Die Fürstlichkeiten im Trauergefolge. In der ersten Reihe: Rechts der König von Bulgarien, links der Präsident der französischen Republik Lebrun. — In der folgenden Reihe von links nach rechts der Prinzgemahl der Niederlande, KronprinzO l a f von Norwegen, der Prinz von Wales und der Erbprinz von Schweden. aus mit großer Geschicklichkeit vorbereitet war, der aber nicht ganz ins Schwarze traf, weil es Rom rechtzeitig gelang, wenigstens die Bulgaren und die Albay^r aus' diesem Pakt herauszuhalten, der dadurch seinen eigentlichen Inhalt verlor und nun weiter nichts ist als eine Ergänzung der Kleinen Entente. Doch war damit die Hoffnung Italiens auf die ausschlaggebende Stellung im Balkan zerschlagen, und wenn im inneren Zusammenhang damit das Freundschaftsverhältnis zwischen Italien und Rumänien gekündigt wurde, so liquidierte Mussolini nur eine Stellung, die weder politisch noch wirtschaftlich irgendwelchen Wert für ihn besaß. Aber gerade politisch und wirtschaftlich braucht er eine Sicherung, die über den Rahmen einer Abwehr der Gefahr der Einkesselung zwischen Frankreich und Frankreichs Bundesgenossen hin- ausgeht; politisch, weil die italienische Groß- machtftelluna sonst dauernd unter Druck steht, und wirtschaftlich, weil sich Italien einen Markt für seine Erzeugnisse sichern muß, weil schließlich auch Triest und Fiume, wenn sie als Häfen nicht abfterben wollen, engere Beziehungen zu ihrem Hinterlande gewinnen müßten. Ein O r gart i s a t i 0 ns st a t u t würde nur nach der politischen Seite hin etwas Luft schaffen, würde bestenfalls eine neue Fraktionsbildung für den Völkerbund bedeuten, nur eine Ergänzung nach der wirtschaftlichen Seite hin könnte das bringen, was Italien braucht. Aber gerade da liegt das Bedenken vor, daß die drei Länder sich nicht hinreichend ergänzen, denn Italien ist nicht i m st a n d e, die Agrarüberschüsse Ungarns und Oesterreichs abzunehmen. Und zwischen Oesterreich und Ungarn allein ist auf diesem Gebiete überhaupt keine Verständigung möglich. Das hat Dollfuß, der in seinen Anfängen Geschäftsführer einer agrarischen Organisation war, immer anerkannt. Deshalb war ja auch der Ausgangspunkt der italienischen Donaupolitik der Zusammenschluß der drei Mächte mit Deutschland zu einem großen Wirtschaftsblock. Dann wären die Vorbedingungen für eine gegenseitige wirtschaftliche Befruchtung und einen Austausch aller Erzeugnisse gegeben. Die Tonart, die aus der italienischen Presse in den letzten Wochen gegen Deutschland entlang, war mehr als un-1 freundlich. Wir können uns aber nicht verstellen, daß deswegen Italien den Versuch machen wollte, den natürlichen wirtschaftlichen Notwendigkeiten Gewalt anzutun. Jedenfalls würde es damit nicht einmal zu seinem eigenen Vorteil handeln. Die Dinge liegen nun einmal so, daß das Problem des Donauraumes ohne ober gegen Deutschland nicht zu lösen ist. Alle Versuche, die an dieser einfachen Erkenntnis vorbeigehen, sind von vornherein zum Scheitern verurteilt. Guvichs Mission in Budapest beendet. Budapest, 23. Febr. (DNB.) Die von dem italienischen Staatssekretär Suvich in Budapest geführten Verhandlungen wurden abgeschlossen. Besonders die Form zur F e st l e g u n g einer gern e i n j a m e n außenpolitischen Linie soll nochmals diskutiert worden sein. Amtliche Meldungen stellen in Abrede, daß es zu einer vertraglichen Vereinbarung gekommen sei. Das ist insofern richtig, als ein Abschluß der Konferenz in Rom, an der auch der österreichische Bundeskanzler teilnehmen soll, Vorbehalten ist. Staatssekretär Suvich erklärte der Presse, daß es sich in Budapest um einen Meinungsaustausch und nicht um Verhandlungen gehandelt habe. Ungarn befinde sich in einer Lage, die Italien Verpflichtungen und Aufgaben auferlege, denen es weder ausweichen könne, noch wolle. Stufenweise, aber in positivem Geiste aufgefaßte Lösungen seien wichtiger als Programme von großer Tragweite, die aber eben deshalb unklar und allgemeiner Natur feien. Auf die Frage, wie Suvich die österreichische Lage beurteile, meinte der Staatssekretär, daß sich in Oesterreich eine außerordentlich , V 4 V 4V 11101 V v 4 *4 4 4 0 44 I I l V 4 V ' II, V V4 | J lll fanpatt m feiner ganzen Anlage als eine per- bÖ5 unb Außenminister Konya sich am sönliche Niederlage empfunden denn dieser Balkan- i o. M ä r z n a ch R o m begehen werden. Die Jn- patt war ein antntallenischer Stoß, der von Pans - -- - - & Verlagerung des politischen Schwerpunkts? parifer Betrachtungen zur Europa-Politik Englands. Paris, 24. gebt. (DNB. Funkspruch.) „Repu- blique" zweifelt an dem Wert der Europareise Edens. Auf alle Fälle dürfe man ihr nicht die Bedeutung beimessen, wie der letzten Reise Sir John Simon. Denn England könne heute nicht mehr so auftreten wie früher. Als sich die internationale Politik fast ausschließlich i n Genf abwickelte, habe sich England auf seine Dominien stützen können. Bei unmittelbaren Verhandlungen habe es aber nicht dasselbe Gewicht gehabt. Außerdem müsse man sich in England inzwischen darüber klar geworden sein, daß sich i n den französisch - italienischen Beziehungen etwas geändert habe. England habe sich in der österreichischen Frage so vorsichtig wie möglich benommen, Frankreich und Italien hätten sich dadurch gezwungen gesehen, das alte Sprichwort anzuwenden: „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott." Wenn es aber zutreffe, daß die Reise Edens nur informatorischen Charakter trage, so könne er bei seiner Rückkehr nach London seiner Regierung drei wichtige Erklärungen abgeben, nämlich 1. daß Deutschland weiter aufrüste (!) und „seine Hegemoniepläne" (!) in Mitteleuropa weiter verfolge, 2. daß Italien und Frankreich in der österreichischen Frage durch die Ereignisse eng verbunden seien und in Zukunft sicherlich durch die beiderseitigen Staatsmänner auch bleiben würden, 3. daß Frankreich in Zukunft Genf nur diejenige Bedeutung und Autorität einräumen werde, die es verdiene, und bei der Aussprache mit anderen Mächten, eine sehr viel ruhigere Haltung einnehmen und eine sehr viel deutlichere Sprache sprechen werde. Bulgarien und der Balkanpakt. Paris, 24. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Außenminister B a r t h o u, der am Freitag eine Unterredung mit König Bons von Bulgarien hatte, erklärte Pressevertretern, daß sich die Aussprache hauptsächlich auf Balkanfragen und auf das österreichische Problem bezogen habe. Der B a l k a n p a k t habe den König naturgemäß besonders interessiert. Bulgarien habe sich diesem Pakt zwar noch nicht angeschlossen, aber die Zeit werde auch hier ihre Arbeit verrichten. Man dürfe die Ereignisse nicht überstürzen. Es sei schon sehr wertvoll, daß in Sofia ein König regiere, der jung und aktiv sei und der Frankreich seine Sympathien versichere. Der Kampf um die Macht in Oesterreich. Die Christlich Sozialen wollen sich gegen die Ansprüche der Heimwehren sichern Wien, 23. Febr. (DNB.) Aus den bisherigen Derhandlungen der Regierung mit den Landeshauptleuten über die innerpolitischen Fragen, insbesondere über Veränderungen in der Verwaltung der Bundesländer ergibt sich jetzt der überraschende Eindruck, daß eine grundlegende Umgestaltung nicht eintreten wird. Die Posten der Landeshauptleute in den neun Bundesländern werden auch weiterhin zum entscheidenden Teil in den Händen der Christlich-Sozialen Partei bleiben. Man will verfassungsmäßig die Landeshauptleute, wie bisher, durch die Landtage wählen lassen. Infolge des Verbots der Nationalsozialistischen Partei und der Sozialdemokratischen Partei, deren Landtagsmgndate gestrichen wurden, ist der Christlich-Sozialen Partei in den Landtagen b i e Mehrheit g e - sichert. Bei der Neuwahl würde sie ihre Kandidaten ohne Schwierigkeit durchbringen. Nur, wo die Wahl durch den Landtag nicht zustande kommen sollte, will man den verfassungsmäßigen Weg verlassen und einen Regierungskommis- f a r ernennen. Dabei soll es sich aber nur um ein kurzfristiges Uebergangsstadium handeln, bis zur Einführung der neuen Verfassung, die eine st ä ritz i s ch e Gliederung des Staatswesens vorsieht. Die Stellung der Christlich-Sozialen Landeshauptleute von Vorarlberg: Ender, Niederösterreich: Reiter, Steiermark: Dienstleder, Tirol: Stumpf, gilt für die Zukunft als gesichert. Der christlich-soziale Landeshauptmann von Salzburg, R e h r l, hat seinen Rücktritt eingereicht, soll jedoch in den nächsten Tagen wiedergewählt werden. Im Burgenland ist gestern der christlich-soziale Landrat Silvester zum Landeshauptmann gewählt worden. Eine Entscheidung als Nachfolger des Landeshauptmanns von Oberösterreich, Schlegel, der infolge des Angriffs des Fürsten Star- Hemberg zurückgetreten ist, wird der Christlich- Sozialen Partei angehörende Staatssekretär Gleiß- n c r genannt. Für das Land Wien hat bekanntlich der christlich-soziale Bundesminister Schmitz die Verwaltung übernommen. Lediglich in Kärnten soll an Stelle des zurückgetretenen Landeshauptmanns Kernmayer ein Heimwehrmann, der General H ü l g e r t h , zum Landeshauptmann gewählt werden. Von den neun Bundesländern wurde also nur in einem Lande der Landeshauptmann von den Heimwehren gestellt. Legikimistifche plane des Dollfuß-Negimes. Wien, 23. Febr. (DNB.) Nach Pressemeldungen beabsichtigt die Regierung die Wiederzulassung der Adelstitel, die bekanntlich nach dem Umsturz von 1918 von Karl Renner für ganz Oesterreich verboten wurden, ferner die Aufhebung der Landesverweisung der Habsburger und Rückgabe des beschlag- nahmten Eigentums der Habsburger bereits in der nächsten Zeit zu erörtern. Dahingehende Forderungen sollen aus führenden christlich-sozialen Kreisen und auch von Heimwehrseite bereits öfter erhoben worden sein. An den zuständigen Stellen wird demgegenüber erklärt, daß derartige Maßnahmen vorläufig nicht geplant feien und erst im Zuge der kommenden Verfassungsreform gelost werden können. Das Echo in Belgrad. Besorgnis vor einer Restauration der Habsburger. Belgrad, 23. Febr. (DNB.) Besonderen Eindruck macht in Belgrad die Erklärung des italienischen Unterstaatssekretärs S u v i ch, er hätte lieber großungarisches Gebiet betreten, als den Boden des verstümmelten ungarischen Staates. In allen Berichten wird ferner die Aufhebung der gegen die Habsburgerbe st ehenden Gesetze in Oe st erreich und die Reise des Fürsten Starhemberg nach Brüssel, wo eine Zusammenkunft zwischen ihm und dem E r z h e r - 30 g Otto stattfinden soll, erwähnt. Das „Agramer Morgenblatt" erklärt, man könne nicht umhin, die Frage zu stellen: Quo vadis Austria? (Oesterreich wohin gehst du?). Das Blatt meint weiter, daß d i e Heimwehr im Oien ft e Italiens stehe und daß ihre Führer heute in Oesterreich allmächtig seien. — Die „Nowosti" will einer drohenden Rückkehr der Habsburger begegnen Das Blatt betont, daß Italien stets die frühere Kaiserin Zita unter st ützt habe und heute in den Heimwehren ein Mittel besitze, feine Politik weiterzuführen. Außerdem sei König Albert tot, der die frühere Kaiserin Zita schon einmal vor politischen Abenteuern zurückgehalten habe. Mussolini müßte aber trotzdem an die Kleine (Entente denken, die sich stets der Restauration der Habsburger widersetzt habe. Die Belgrader „Prawda" erklärt, daß Dollfuß alle Sympathien in London und Paris eingebüßt habe. Das Blatt spricht sich zwar auch gegen den Anschluß aus, kommt aber zu der bemerkenswerten Feststellung, daß der Natiosialsozia- lismus in Oesterreich unter Wahrung seiner staatlichen Unabhängigkeit heute die beste Lösung aller vorhandenen Lösungsmöglichkeiten sei. Vor drei Tagen fanden gegen das österreichische Konsulat in Agram Kundgebungen statt, bei denen mehrere Fensterscheiben durch Steinwürfe zertrümmert wurden. König Leopolds III. Lid aus die Verfassung. Herzliche Sympathiekundgebungen der Brüsseler Bevölkerung für den neuen Herrscher. Brüssel, 23. Febr. (DNB.) Der Thronfolger Kronprinz Leopold ist heute, begeistert von der Bevölkerung empfangen, in Brüssel eingezogen, um vor dem vereinigten Parlament den vorgeschriebenen Eid auf die Verfassung zu leisten. Durch diesen Akt der Eidesleistung erfolgt formell die Besitznahme der Königskrone, die der Nachfolger Alberts I. nunmehr als Leopold III. tragen wird. Das Bild der Stadt hat sich über Nacht verändert. Die Zeichen der Trauer find von den Straßen verschwunden. Die Fahnen, die gestern schwarz verhängt waren, flattern heute fröhlich im Winde. Glockengeläut von allen Türmen, Salutschüsse von den Wällen der Stadt verkünden der Bevölkerung, daß Leopold III. den Thron seiner Väter besteigt. In der Frühe sanden in allen Kirchen Gottesdienste statt. Um 9 Uhr begaben sich alle höheren Offiziere ins Schloß, um, an der Spitze der Generalstab der Armee, ihrem obersten Kriegsherrn ihre Huldigung darzubringen. Um 9.30 Uhr erschien Leopold zu Pferde vor dem Schloß in Generalsuniform, um die Brust das Band des großen Leopoldordens. (Er war begleitet von seinem Bruder, dem Prinzen von Flandern, sowie zahlreichen höheren Offizieren. Am Ausgang des Schlosses wurde der König vom B ü rger- rn e i st e r der Stadt Brüssel begrüßt. Unter begeisterten Rufen der Menge zog der König in die Stadt ein. Fanfarenbläser zu Pferde eröffneten den Zug. Zwei Reiterschwadronen folgten, dann die Königsstandarte, dahinter, hoch zu Roß, der König, gefolgt von seinen Ordonnanzoffizieren. Ihm schlossen sich Prinz Karl und die Offiziere des Generalstabes an. Ueberall bildeten Truppen, Kriegsteilnehmer und Schulkinder Spalier. Vor dem vereinigten Parlament leistete bann König Leopold III. im Beisein der 7Nit- glieder des königlichen Hauses, zahlreicher fretn- der Fürsten und prinzen. der Vertreter der Staatschefs vieler Länder und vor den 2Hit- gliedern des Diplomatischen Korps feierlich mit erhobener Hand den vorgeschriebenenE ib auf bie Verfassung, und zwar in französischer und flämischer Sprache. In feiner Thronrede, die der König ebenfalls in beiden Sprachen verlas, betonte er, daß die verfassungsmäßigen Einrichtungen genügend weit und schmiegsam seien, um sich a u f durchaus legalem Wege den verschiedenen Notwendigkeiten der Gegenwart anpassen zu können den sozialen Frieden wolle er durch Versöhnung der Interessen und durch Einheit der Herzen verwirklichen. Er werde alles tun, um Wirtschaft und Handel wieder zu beleben und die traurige wirtschaftliche Lage zu beseitigen, von der insbesondere Mittelstand und Arbeiterschaft betroffen feien. Zum Schlüsse erklärte der König- „Die Unabhängigkeit des Landes und die Unversehrtheit des Gebietes sind von der nationalen Einheit nicht zu trennen. Das unteilbare und unabhängige Belgien ist ein geschichtlicher Faktor für das Gleichgewicht (Europas. Die Eintracht und Einigkeit, die sich in diesem Augenblick kundtun, berechtigen mich in dieser Hinsicht für die Gegenwart und Zukunft die stärksten Hoffnungen zu hegen." Belgien wird auch in Zukunft mitarbeiten an der Organisation des Friedens und es hofft, daß ein direkter und ehrenvoller Friede durch die Annäherung der Völker der Welt lange erhalten bleibt. Belgien bleibt auch in Zukunft zu allen notwendigen Opfern entschlossen, um die Unversehrtheit feines Bodens und feine Freiheit zu sichern. Nach der Eidesleistung hielt der neue Herrscher seinen Einzug ins Schloß. Der Zug führte am Grabmal des unbekannten Soldaten vorbei. Der König hielt kurz an und grüßte ehrfurchtsvoll, während die Menge einen Augenblick ebenfalls in ihren begeisterten Zurufen innehielt. Am Eingang des Schlosses wurde der König nochmals vom Bürgermeister von Brüssel begrüßt. Kaum hatte der König und die Königin das Schloß betreten, als die Menge die Absperrungen durchbrach und auf den Platz vor dem Schlöffe flutete. In einem gewaltigen Chor fang das Volk die Braban^onne, die belgische Nationalhymne. Der König und die Königin zeigten sich wiederholt auf dem Balkon des Schlosses. Die Schüler der Militärakademie, die den Ehrendienst vor dem Schloß hatten, mischten sich in die Bevölkerung und schwangen begeistert ihre Gewehre 3um Balkon hinauf. Den ganzen Nachmittag war das Schloß von Menschen umlagert. Absage flämischer Nationalisten an König Leopold III. Brüssel, 23. Febr. (DNB.) Einige Gruppen flämischer Nationalisten mit Ausnahme der flämischen Dinasos (faschistische Frontkämpfer) veröffentlichen eine Kundgebung an das f l ä m i = s ch e Volk, in der gesagt wird, daß die Versprechungen des Königs Albert auf Gleichheit de jure und de facto für die Flamen nicht verwirklicht worden feien. Es sei unnötig, dem König Leopold die Forderungen der Flamen zu unterbreiten, da im Rahmen des belgischen Staates die Interessen der Flamen nicht gewährleistet werden konnte. Die flämischen Nationalisten erklären, den Kampffortführen zu wollen, bis Flandern über s i ch selb st verfügen könne. Das Manifest trägt die Unterschrift des Flamenführers Dr. B o r m s. Am Grabe Horst Wessels. Berlin, 23. Febr. (DNB.) Zum vierten Male jährte sich am Freitag der Tag, an dem Horst Wesfel im damaligen Krankenhaus in Friedrichshain an den Folgen der Schüsse, die der Staffelführer des Notftontbuntzes Ali Hohler auf Befehl der KPD. auf ihn abgegeben hatte, starb. Berlin hat feinen Arbeiterstudenten und Sturmführer des Sturmes 5 nicht vergessen. Seit den frühen Morgenstunden war ein wahrer Pilgerzug zu diesem Heiligtum des Dritten Reiches unterwegs. Vor dem mit zahllosen Kränzen geschmückten Grabmal hielten acht Mann des Sturmes 5 mit der Fahne, die Horst Wessel selbst getragen hat, Ehrenwache. In den frühen Morgenstunden erschienen die Mutter des Gefallenen und seineSchwe» st e r I n g e am Grabe Später erschienen Gruppenführer Ernst und Gruppenführer Prinz August Wilhelm, die ebenfalls Kränze auf das Grab legten. Der Gauleiter von Berlin Reichsminister Dr. Goebbels, legte am Grabe feines jungen Mit- ftreiters einen Kranz nieder, dessen Schleife die Inschrift trug: „Gauleitung. Gau Groß-Berlin — Unserem Kameraden Horst Wessel". Dr. Goebbels legt einen Kranz am Grabe Horst Wessels nieder. Reichsminister Dr. Goebbels am Grabe des Freiheitskämpfers auf dem Mcolai-Friedhof in Berlin. Maffia, Mord und Mißtrauen in Paris. Von unserem —ri.-Berichierstatier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, 22. Februar 1934. Der Mord an dem Pariser Richter P r i n c e hat mit einem Schlage gezeigt, welches Verbrechertum hinter der Stavisky-Afsäre stand. Prince hatte alle Fäden in der Hand, kannte alle hohen Personen, die mit Stavisky geschoben, er galt als energisch und kümmerte sich nicht um die Parteikoterien, die die Korruption decken oder verhüllen wollen. Er mußte hinweggeräumt werden und der französische Innenminister Sarraut hat soeben der Presse erklärt, er selbst glaube an das Bestehen einer Maffia, nachdem heute wieder kein Lichtstreif das Dunkel erhellte. Also an einen Geheimbund wie er unter dem Namen Camorra in Neapel, als Maffia in Sizilien seit etwa 1800 allmächtig war, bis erst in unseren Tagen Mussolini ihn erdrosselte. Diese Maf- fiosi, die sich selbst Giovanni d'onore, „ehrenhafte Jünglinge" nannten, haben eine Schreckensherrschaft ausgeübt, die von allen Nationen als Ausfluß schwacher Staatsgewalt und politisch-polizeilicher Korruption etwa so betrachtet wurde w'. das Gangsterwesen in Chicago. Sarraut hat mit dem verkommenen Jtalienertum vergangener Jahre d i e Zustände in Frankreich verglichen und Paris, das Mekka der Zivilttation, die Stadt des Lichtes, die Demokratie Der Vernunft und der Freiheit fühlt die dunklen Gewalten, die zum direkten Angriff gegen die Staatsautorität schreiten. Nach dem Blutdienstag, da ehrliche Frontsoldaten ohne Waffen gegen die Korruption demonstrierten und niedergesäbelt wurden, hat Doumergue ein Kabinett gebildet, das angeblich Frankreich säubern soll. Aber als Stavisky fiel, hieß es, er sei den Machthabern und manchem Parlamentarier sehr gelegen gestorben, und an seinen Selbstmord glaubte niemand. Man zeigt heute mit Fingern auf Minister und Senatoren und Parlamentarier, die Staviskys Halunkereien deckten, weil sie selb st sonst kompromittiert worden wären. Daß die Untersuchung des Skandals, genau wie die des Panamaskandals, versanden würde, war allgemeines Empfinden. Nur e i n Untersuchungsrichter, Prince, galt als unerschrocken, er hatte ahnend gesagt, es klebten so hohe Persönlichkeiten am Rattenkönig der Korruption, daß er ein Attentat fürchten müßte, wenn nicht einige andere Männer alles das wüßten, was er in den Akten habe In welchen Abgrund läßt allein diese Befürchtung schauen. Werden, fragt sich Frankreich, die Männer, die wie Prince „informiert" sind, schweigen aus Furcht vor der Maffia? Unmittelbar vor dem Mord hatte „man" im Stavisky-Spektakelstück ein Ablenkungsmanöver unternommen, hatte den deutschen Bösewicht, den deutschen Spion entdeckt und zwei deutsche Jüngerinnen der sehr leichten Muse an- geschuldigt, mit Stavisky Spionage zugunsten Deutschlands getrieben zu haben. Diese Seifenblase zerplatzte bald: aber da die gesamte Pariser Presse unmittelbar vor dem enthüllten Mord dieses Filmschauerstück aufführte, kennt sie natürlich die Urheber dieser Ablenkungslügen, und es ist offenbar, daß diese Urheber irgendwie ein Interesse daran hatten, daß die Schmach Frankreichs und seiner korrupten Politiker auf die Schultern einer Tänzerin und den Rücken des deutschen Michels abzuladen versucht wurde. Herriot hatte geschrieben, aus dieser Prüfung werde Frankreich herrlicher als jemals hervorgehen. Dabei war fo nebenher enthüllt worden, daß in die Bettugsaffäre des „Unternehmens für Luftfahrtwerbung" in Lyon mit den Taten des Schwindlers Blaine auch Herriot verwickelt war? Denn er gehörte dem Berwaltungsausschuß ebenso an wie der frühere Luftfahrtminister L a u - rent-Eynac. Und das französische Publikum hatte die Lose dieses Unternehmens ebenso gekauft wie die Papiere des Schwindlers Stavisky.' Wie einst nach dem Panamaskandal spielen d i e Schecks wieder eine Rolle, es sind mindestens siebenhundert und jedermann weiß, daß darauf Namen hoher Politiker stehen, die solche Schecks von Stavisky für gewisse Dienste empfingen, woraus sich erklärt, daß trotz aller Anzeigen Stavisky von der Politik und Polizei geschützt wurde. Es liegt nahe, die Maffia in den Kreisen der Scheck- gesegneten zu suchen. Denn die Namen dieser Scheckempfänger waren Prince bekannt und schon feit Wochen sprach man von einer Justizkrise, da die Feststellung der Schuldigen auf gewisse Widerstände stieß und an der dick wattierten Wand ab- prallte, die die Korruptionisten gebildet hatten. Nur einer, der ermordete Prince, kümmerte sich nicht darum. Er wurde abgeschlachtet. Zum ersten Mal hat durch die Staviskyaffäre und ihre Hintergründe der Franzose sein Gleichgewicht, den Glauben an das System, verloren. Das Volk wartet auf eine Tat, aber mißtraut jetzt auch dem Kabinett der Säuberung, weil in ihm und in dessen Parteien Leute sitzen, die schwer vorbelastet sind. Eine neue Giftwelle des Mißtrauens, die Krise der Politik und der Justiz frißt sich in das Denken jedes Franzosen ein. Man darf niemals vergessen, daß Jahrhunderte lang die französische Richterstellung käuflich, daß auch nach 1870 die Richter lediglich Befehlsausführer der jeweiligen politischen Par- teien-Konstellation waren, wenn irgendeine Schandtat die Grenze der Politik, des Parlamentarismus und damit der Geschäftstüchtigkeit von Politikern streifte. Auffällig war, wie die Pariser politische Presse Nebendinge der Untersuchung breittrat, aber um die Kernpunkte (jerumging. Und doch steht fest, daß der von Polizei und Gerichten verfolgte Stavisky die Bayonner Pfandanstalt nur mit Hilfe von Politikern und Abgeordneten als Betrugsanstalt beherrschte, daß er an ihr mit 200 000 von 250 000 Franken beteiligt war, daß er sogar ber Finanzagent des Credit Municipal gewesen ist schon die erste beim Publikum unterge- bradjte Emission von Kassenscheinen ber Bayonner •u L den Betrag von vier Millionen Franken einbrachte, unb niemanb aus bem Kreise der Abgeordneten und Würdenträger nahm daran Anstoß- Sie bekamen Schecks, wie einst die Abgeordneten, die für die Panamaaktien stimmten. Wer bekam sie, wie hoch sind die Beträge? Es ist be- kannt, baß viele diefer Schecks auf ben Namen ihrer (Empfänger ausgestellt sind, man zeigt mit [.aurf fic, aber bas offizielle Frankreich unb bie Justiz schweigen. Wirb enblich bas zum Himmel schreiende Blut eines tüchtigen unb furchtlosen Richters bem Skan- bal em Enbe machen, die Pest ber Korruption bes ?>E0es und der Geschäftstüchtigkeit von Politikern beseitigt? Niemals lebte Frankreich feit bem Pa- namalffandal in größerer Erwartung, ob wenigstens bie Staatsgewalt Maffia, Morb unb Miß- beseitigen vermag. Aber, zuckt man mit Den Achseln: mit dieser Kammer, diesen Justiz- beamten? Vielleicht weiß bie Maffia genau, wieweit sie gehen kann. Gtavissy-Akien verschwunden. Paris.LS. Febr. O9i$.) Das „Echo de Paris melbet, daß aus dem Arbeitsmini st erium Aktenstücke, bie mit ber Arbeitserlaubnis für Die Schauspielerinnen Rita Georg unb Marianne Hupfer, bie Empfehlungsschreiben h o ch- der Pe r s o n l ichkeiten enthielten, plötzlich verschwunden sinb. Der Arbeitsminister nabe biese Akten angeforbert. Der mit ber Registratur betraute Beamte hat lebiglich feststellen können, baß bie Aktenstücke von britter Seite Durchwühlt unb alle irgenbroie tompromit» e J ende n P api ere entfernt morden find. u-- l°a J1? um Schriftstücke handeln, die die Um- ftande betreffen, unter denen Dalimier seiner- Seit als Arbeitsminister den VersicherunqsqestNschaf. ten d-n Ankauf von Kasfengutscheinen des Bayon- ner Leihhauses empfahl. O-erheffen Sonnfagsbienff. Gedenket der hungernden Vögel! Ohne Gewähr Nachdruck verboten 13. Ziehungstag 22. Februar 1934 213253 6501766917 87544 94627 101227 135020 ie geschehen ist. Groh. Schmal l. x id 80616 oie* ’tor. IQ w Ö7. »Z> r>, I0Ü’ Daimler-Benz A.G. Verkaufstelle Frankfurt/Main, Frankenallee 139—149, Fernr. 75241-42. Verkaufsdienst Gießen; In Firma Kraftfahrzeug-Reparatur Neils & Kraft, Gießen, Marburg. Str. 68, Fernr. 2749 22928 43630 68275 80976 105490 119634 134052 147653 156662 167486 180648 194048 205488 219981 229926 235399 240458 256907 278865 283631 300837 308681 317092 323274 330346 343987 355031 365223 374538 393589 28001 125424 230995 302567 377426 147066 256083 299035 362442 396413 11802 26731 34821 46741 69409 95500 109676 115280 126096 148518 160250 175979 183817 204267 213621 234668 256853 269987 280297 306150 321323 338150 348891 365699 383146 398878 13163 33165 46801 68893 81056 14367 26733 36247 46897 74131 95956 13343 34307 49961 72032 81419 15372 37781 50268 75675 88845 179930 53692 51032 31063 27273 78281 165629 95490 22601 52527 344085 129487 312416 14386 105769 298983 189790 378137 55763 40399 t 18312 I 42813 t 64555 > 79133 l 101593 115687 130449 144461 153233 159890 176011 188622 203457 214333 227981 234664 239982 251903 275716 282423 297642 305958 315636 320618 325995 341968 353962 360377 372843 386330 > 8633 19208 31678 44843 66602 85596 103158 M m ne Andacht. — Lollar. 8.45: Jlibba. 8.30: Hochamt mit 348487 222412 83694 354131 237643 15459 122868 229912 299668 366273 9126 23821 31934 45239 69005 87337 106612 115117 124997 148329 159711 169414 183264 195344 213136 234252 242249 267587 279991 303936 316867 337937 343934 364743 382742 392994 sse m ich er« nit )e- 100 >ar ilut an- des ern pa- ufl5 Hb; IN» 182841 261062 316727 368814 109024 123549 138269 150345 157025 169479 181192 194649 205587 222971 231982 235811 245713 261240 279443 287385 303091 309458 318513 323400 333429 346394 359153 367637 375072 393898 56111 143760 242613 312580 387479 14524 26925 36793 48270 74796 97676 212887 262823 330473 380237 109989 117252 131138 153214 166786 179720 188751 211292 224781 238556 260882 272099 291610 309584 328332 339232 357232 375492 383970 215544 263589 335446 383474 3260 - 115035 129133 139782 152360 159886 175847 182172 202437 212044 226056 233373 238231 249694 273596 282281 297608 305926 313017 320354 324421 338417 350431 360174 371359 385340 396986 19016 29638 39768 50960 83825 101838 276158 333922 130793 55611 350006 149439 342026 15151 106032 201912 277072 356468 114114 122619 144995 155762 167289 182646 191894 213012 227670 240778 265233 277936 303476 316038 337470 342164 363499 379130 385356 17109 27114 37441 50885 81063 99923 110260 122528 137312 153270 167046 181342 188997 211683 226802 239686 264286 274231 301023 314407 331373 340184 360021 378568 384600 17594 42340 50864 75879 96410 F -er en er n- ler Heien B ind es rß ng igs ir- ib- U5 rn ■ 222315 I I 286419 1 i 340382 ! ' 386232 : 4150 4959 2 Gewinne zu 20000 M. 6 Gewinne zu 10000 M. 4 Gewinne zu 5000 M. 10 Gewinne zu 3000 M. 358326 377172 18 Gewinne zu 2000 M. 124863 270157 312729 16 Gewinne zu 1000 M. 247215 262533 263129 58 Gewinne zu 500 M. 162089 177013 264559 273468 317040 346301 59684 55045 137713 223277 291365 344019 396108 > 7676 20258 43340 65380 80579 105380 118872 133056 144988 153705 162257 178434 192260 205475 218956 228934 234688 240416 255240 278284 282706 298227 306669 316507 320324 327780 343424 354917 363992 374169 388489 Giehen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Vortrag; 11: Messe mit Vortrag; 15: Ansprache an die Kinder; 20.15: Vortrag. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünbecg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 4 Gewinne zu 5000 M. 10 Gewinne zu 3000 M. 260455 386013 4 Gewinne zu 2000 M. 12 Gewinne zu 1000 M. 96492 128534 154808 70 Gewinne zu 500 M. 109714 116044 127198 152063 164410 177345 185699 208544 224109 234969 259147 270535 286779 309054 321679 338871 356945 372890 383318 114438 125215 138781 150551 158192 173516 182050 201145 210861 224149 233150 235993 248225 267286 281641 295702 305153 312207 319210 324060 337637 349353 359920 368605 379264 396209 ®Mq tt. iris um für nnt ten, !stet efli' 'Suite '■i 110' jm' ier/ Li Jm Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 800000, 2 zu je 75001, 6 zu je 30000, 6 zu je 20000, 16 zu je 10000, 112 zu je 5000, 20 zu je 3000, 308 ut je 2000, 530 zu je 1000, 1658 zu je 500, 10778 zu je 300 und 340 Tagesprämien zu je 1000 Mark. Landkreis Metzen. 8 Alten-Buseck, 23. Febr. Gestern abend fand im Saale von Ph. Einhäuser eine stark besuchte Kundgebung der NSDAP, statt, in welcher Pg. Rektor N e b e l i n g - Gießen über die Ursachen des Zusammenbruchs des alten Staates und die Voraussetzungen für den Wiederaufbau im nationalsozialistischen Geiste sprach. Weiter beleuchtete der Redner die zielbewußte und erfolgreiche Außenpolitik Adolf Hitlers gegenüber der schwächlichen und nachgiebigen Haltung unserer früheren Vertreter im sogenannten Völkerbund. Auch die monarchistischen Anwandlungen mancher „Vereine" aus letzter Zeit wurden gewürdigt und die fragwürdigen Ziele ihrer Urheber ins richtige Licht gestellt. Die Persönlichkeit, die Deutschland zu seiner Wiederaufrichtung und Gesundung benötige, besäßen wir voll und ganz in Adolf Hitler, dem das ganze Volk in unverbrüchlicher Treue und vollem Vertrauen zu folgen gewillt sei. Die sachlichen und klaren Ausführungen des Redners fanden große Aufmerksamkeit und starken Beifall. Flotte Märsche der SA.-Kapelle Großen-Buseck trugen zur Verschönerung der Veranstaltung bei. Zellenleiter Becker dankte dem Redner für seinen Vortrag und forderte die Anwesenden auf, die vortrefflichen Worte zu beherzigen und in die Tat umzusetzen. Mit dem Horst-Wejsel-Lied fand die Kundgebung ihren Abschluß. wg. Großen-Buseck, 24. Febr. Am heutigen Samstag kann unser Mitbürger Christoph Wagner XX. seinen 87. Geburtstag feiern. Der Greis, der sich der besten geistigen und körperlichen Gesundheit erfreut, ist Altveteran von 1870/71. * Beuern, 24. Febr. Gastwirt Christoph Wagner und dessen Ehefrau feiern heute im ön der heutigen Vormitlagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 20 Tagesprämien. Auf febe gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1060 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 35146 46949 48420 68823 71565 94818 111014 124662 275783 284200 „Sieg-Heil!" auf Führer, Volk und Vaterland wurde der Schulungsabend geschlossen. > Rodheim a. d. B., 23. Febr. Auf Einladung des Ortsgeistlichen versammelte sich am gestrigen Donnerstagabend im Benderschen Saale eine interessierte Gemeinde, um einen Vortrag des bekannten ehemaligen Burenkommandanten Koos I o o st e entgegenzunehmen. Herrn Joostes Leben ist, worüber wir kürzlich schon berichteten, so bewegt und bunt und seine Art zu erzählen so natürlich, so humordurchwürzt und doch wieder von so tiefer Liebe zu deutscher Art und deutschem Volkstum durchdrungen, daß es zu einem Genuß wird, ihn plaudern zu hören. Aber Herr Jooste ist nicht nur ein gemütvoller und launiger Plauderer, sondern er weiß seinen Zuhörern auch Dinge zu sagen, die von tiefem Verstehen für die geopolitischen Verhältnisse unserer Tage zeugen. So dürfte es ihm wohl gelungen sein, das bei seinen Zuhörern zu wecken, worauf es ihm in seinem ganzen Vortrage ankam: Tiefe, glühende Liebe zu unserem herrlichen deutschen Volk und Vaterlande mit seinem Führer an der Spitze und Verständnis, Achtung und Liebe für das stammverwandte, vielverkannte Burenvolk am Südzipfel Afrikas. <3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Kreise ihrer Kinder und Enkel, in geistiger und körperlicher Rüstigkeit im Alter von 77 Jahren das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Herr Wagner dürfte Vielen Lesern des Gießener Anzeigers in Stadt und Land als langjähriger Maurerpolier des Baugeschäftes Winn bekannt sein. Seit Generationen hält man im Hause Wagners dem Gießener Anzeiger die Treue. . 6 Steinbach, 23. Febr. Die N S. - F r a u e n- Ichaft hatte gestern abend zu einem Frauen - A b e n d eingeladen. Jm Saale des „Einhorn" hatte sich eine stattliche Zahl Frauen und Mädchen eingefunden. Die Leiterin, Frau Lehrer K l ü ck e r, eröffnete den Abend, die Frauenschaft sang das Frauenschaftslied. In ihrer Begrüßung gedachte die Leiterin besonders des Redners, Beigeordneter Bartholomäus-Gießen, und der beiden evangelischen Bünde des Ortes, Frauenhilfe und Chor. Einige Mitglieder trugen Gedichte vor und fanden freundlichen Beifall. Der Redner verstand es, in 322 Gewinne zu 300 M. 2211 7985 386 Gewinne zu 300 M. 1,1265 ...... ' 20: Christenlehre und Messe mit Predigt. — Predigt. Oeffenlllcher Auf der Grube Messel zu Tode gedrückt. LPD. D a r m st a d t, 23. Febr. Auf der Grube Messel verunglückte heute der 26Jahre alte verheiratete Maschinist Peter Georg Funk aus Altheim bei Dieburg tödlich. Mit anderen Arbeitern war Funk damit beschäftigt, eine betriebsunfähig gewordene Maschine zu reparieren. Während dieser Arbeiten sind anscheinend durch falsche Weichenstellung andere Wagen auf diese Maschine aufgefahren und haben die aufgebockte Maschine weggeschoben. Hierbei wurde Funk zu Tode gedrückt. Die Ermittlungen wegen der Schuldfrage sind noch im Gange. Eine Bande von Fassadenkletterern festgenommen. LPD. Frankfurt a. M., 23. Febr. In den letzten Monaten wurde Frankfurt von Fassadenkletterern heimgesucht, die zahlreiche Einbrüche in Geschäfts- und Büroräume verübten und dabei zum Teil erhebliche Beute machten. Jetzt ist es der Polizei gelungen fünf Mitglieder der Bande fe st zu nehmen, während zwei geflüchtet sind. Fast alle sind schon erheblich mit Gefängnis und Zuchthaus vorbestraft. Unter den Geflüchteten befindet sich der 36jährige Kupferschmied Georg Frank aus Nürnberg, der als Haupttäter in Frage kommt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller Unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) „Unweidmännische Erlegung eines Dachses." Die Pächter der Stadtwald-Reviere III und V legen Wert darauf, ausdrücklich festzustellen, daß sie mit dem am 20. und 22. dieses Monats geschilderten Vorgänge „Unweidmännische Erlegung eines Dachses" nichts zu tun haben und daß dieses Vorkommnis, über welches sie sich eines Urteils enthalten, nicht in einem der genannten Reviere Gemeinderat in Grünberg. t Grünberg, 22. Febr. Bürgermeister Dr. Mildner teilt in der heutigen Hitzung des Gemeinderats mit, daß die Madt für 1933 einen Derwaltungskoftenzufchuß in Höhe von 719,80 Mark erhalten habe. Die Stadt übernimmt die Bürgschaft für ein Schuldscheindarlehen des Turnvereins in Höhe von 7000 Mark, das der Verein zur Finanzierung des Umbaues der Turnhalle bei der hiesigen Bezirkssparkasse aufnimmt. Zur Sicherung der Stadt wird eine Grundschuldforderung auf das Grundstück und die Halle des Turnvereins gerichtlich eingetragen. Ebenso erklärt sich die Stadt grundsätzlich bereit, von dem zum Umbau der Turnhalle benötigten Holze — 70 Kubikmeter — ein gewisses Quantum unentgeltlich zu stellen, sofern der Stadt ein Sonderhieb gestattet wird und die Firma Haas & Co., welche das Holz gestellt hat, mit der Lieferung im nächsten Jahre einverstanden ist. Für Bereitstellung von Räumung zur Unterbringung der Geschäftsstelle des Jungbannes 2/116 wird ein monatlicher Betrag von 20 Mark bewilligt, desgleichen ein Beitrag von 5 Mark zur Schulung der HI. im Bereich des Bannes 116. Infolge der angespannten finanziellen Lage der Stadt soll in diesem Jahre vorerst nur die U m - Pflasterung der Markt g ässe im Wege von Notstandsarbeiten vorgesehen werden. Ein hierzu vorliegendes Angebot eines Unternehmers: Lieferung Der Pflastersteine pro Quadratmeter 27,50 Mk. und Pflasterarbeit pro Quadratmeter 1,45 Mark wird zur Kenntnis genommen. Der Bürgermeister soll weitere Angebote einholen. Da die Stadt für die ärztliche Behandlung Hilfsbedürftiger in einzelnen Fällen stark belastet wird, soll mit den beiden hiesigen Aerzten ein Vertrag abgeschlossen werden, der für die ärztliche Behandlung eines Hilfsbedürftigen im Vierteljahr eine Pauschalvergütung von 4 Mark vorsieht. Der vom Bürgermeister oorgelesene Vertragsentwurf wird gutge- heißen. Aehnlich dem Vorgehen des Staates will auch die Gemeinde Steuerrückstände, die aus der Zeit vor 1933 herrühren, erlassen, sofern die Rückstände zur Flüssigmachung für Arbeitsbeschaffung verwendet werden sollen. Auf ein Gesuch des hiesigen Vovschußvereins um Erlaß der Gewerbekapitalsteuer von den Genossenschaftsanteilen der Mitglieder wird für 1932 und 1933 ein Drittel der Steuer erlassen. Eine Anweisung des hessischen Finanzministers sieht einen Erlaß zur Hälfte vor. Der Jagdpächter C. Repp bittet, ihm den Pachtnachlaß für 1933 von 25 auf 30 Prozent zu erhöhen, und er bezieht sich dabei auf einen anderen Jagd- pächter, dem ein Nachlaß in dieser Höhe gewährt wurde. Der Gemeinderat beharrt auf dem Nachlaß von 25 Prozent, der außerdem auch für 1934 gewährt werden soll; im angeführten Falle hätten besondere Umstände einen höheren Nachlaß gerechtfertigt. Die früheren Pächter der Fischerei im Aeschers- bach bitten um Entschädigung für zugrunde gegangene Fischbrut infolge Verunreinigung des Baches durch städtische Abwässer. Die Stadt lehgt eine Entschädigung ab, denn die kürzlich vorgenommene Verpachtung, die einen bedeutend höheren Pachtpreis ergeben habe, sei Beweis, daß die Fischerei nicht beeinträchtigt werde. Da der Voranschlag für 1934 vorerst noch nicht fertiggestellt werden kann, um aber anderseits eine rechtzeitige Zustellung der Steuerzettel nicht zu ver? zögern, wird beschlossen, für 1934 für die Gemeindesteuer die gleichen Sätze wie im Vorjahre zu erheben. seinen Ausführungen „Warum Frauenschaft?" die Besucher für die Ausgaben der deutschen Frau im Dritten Reich zu begeistern. Mit dem Deutschlandlied und dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer schloß seine Ansprache. Den Schluß bildete das Horst-Wessel-Lied nach einem Schlußwort der Leiterin. H. L. G e r h a r d-Steinbach sprach darauf nochmals Dank aus und unterstrich die Ausführungen des Redners. 6 Steinbach, 24. Febr. Am heutigen 24. Februar feiern die Eheleute Heinrich Arnold IV. und Karoline Sophie, geb. Roth, das Fest der goldenen Hochzeit in geistiger und körperlicher Frische und Gesundheit. D L i ch, 23. '"Febr. Das Gießener Stadttheater brachte in der Turnhalle das Lustspiel „Der Herr Senator" von Schönthan und Kadel- burg zur Ausführung. Die Rollen waren aufs beste verteilt, so daß dem Stück ein voller Erfolg beschie- den war. — Die am Sonntag in unserer Stadt von dem BDM. durchgeführte Sammlung zum Besten des Winterhilfswerkes (Verkauf der Plauener Spitzenrosetten) ergab den Betrag von 90,26 Mk. Dorf-Gill, 24. Febr. Der hiesige Gesangverein „Heiterkeit" hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Der 1. Vorsitzende Otto Mulch gab zunächst einen Rückblick auf das verflossene Vereinsjahr. Der Geschäftsbericht und die Rechnung wurden verlesen und genehmigt. Dem Rechner Sarnes wurde Entlastung zuteil. Für fleißigen Singftundenbesuch konnte Richard H e ck - mann mit der silbernen Nadel ausgezeichnet werden. Die Mitglieder wurden aufgefordert, dem Verein und dem deutschen Liede auch fernerhin die Treue zu halten. Nachdem noch verschiedene Lieder gesungen waren, schloß der Vereinsführer mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Reichspräsidenten und auf den Volkskanzler die Versammlung. — Die Eheleute August Weitz konnten dieser Tage das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 25. Februar. Reminiszere. Volkstrauertag. Sladlkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 18: Pfr. Trapp. — Iohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; Militärgottesdienst; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 18: Pfarrassistent Balz; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Lenz. .— Kapelle des allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergesneinde; Pfr. Lenz. — Petruskapelle. 9.45: Pfr. Trapp. — Wiefeck. 9.45: Hauptaottesdienft; Kollekte; 11: Kinderkirche. — Alten-Buseck. 10: Gottesdienst; 19.30: Passionsandacht. — Grotzen- Vuseck. 10.30: Gottesdienst; Posaunenchor, Gesangverein; Kollekte. — Oppenrod. 9.15: Gottesdienst; Kollekte. — Albach. 12.30: Volkstrauertag; Kollekte. — Steinbach. 10: Volkstrauertag; Kollekte; 19: Passionsandacht. — Heuchelheim. 10: Hauptgottes- dienft (Heldengedenkfeier) unter Mitwirkung des Konfirmandenchors (Leitung Lehrer Wolffchmidt); 11.15: 1. Kindergottesdienft; 13: 2. Kindergottesdienst. — Kirchberg. 9.30: - Gottesdienst; Kollekte; 10.30: Feier am Gefallenendenkmal; Kollekte. — Daubringen. 13.30: Gottesdienst. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und heiliges Abendmahl für die männliche Jugend; 11: Kinderkirche. — Watzenborn - Steinberg. 13.15: Hauptgottesdienst. — Garbenteich. 10: Gottesdienst. — hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 9: Pfr. Dr. Heymann; 13: Kindergottesdienst. — Langsdorf. 10.30: Gedächtnisgottesdienft; Mädchenchor; Kollekte für Kriegsaräberfürsorge; 20: Abendgottesdienst. — Bettenhausen. 14: Gedächtnisgottesoienst; Gesangverein; Kollekte für Kriegsgräberfürsorge.— Hungen. 9.45: Gottesdienst; anschließend Feier am Kriegerdenkmal; 19.30: Gottesdienst. — Langd. 13: Gottesdienst; anschließend Fsier am Kriegerdenkmal. katholische Gemeinden. Samstag, 24. Februar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 25. Februar. 2. Fastensonntag. Beginn der österlichen Zeit; Beginn der religiösen Woche. Kreis Schotten. □ Laubach, 22. Febr. Am Mittwochabend hielt Pfarrer S Losch (Wittenberg) in unserer Stadtkirche einen gutbesuchten Lichtbilder- d ort rag über das Wirken der Diakonissen in Brasilien. Der Vortragende gab einen Einblick in die Ausbildung der Diakonissen im Wittenberger Mutterhaus, von dem aus sie den Weg zu den Glaubensgenossen in Brasilien antreten. Man lernte den vielseitigen Pflichtenkreis kennen, der sie dort erwartet. Der Redner betonte, daß die Schwestern in Brasilien eilte Hauptstütze des Deutschtums feien, da sie oft als einzige der Jugend den Zusammenhang mit dem deutschen Vaterland vermitteln. Leider fehlten auch hier öfters die Mittel, um das Liebeswerk jo auszuüben und auszubauen, wie es bei der großen Anzahl der deutschen Kolonisten angebracht wäre. Preußen. Kreis Wetzlar. * Launsbach, 24. Febr. Der 30jährige Arbeiter Wilhelm Müller von hier kam gestern so unglücklich zu Fall, daß er eine Gehirnerschütterung erlitt und auf Veranlassung des Arztes in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. 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Frau Lemke war eine ehrliche Haut, einfach und geradeaus im Denken und Handeln. Einen grundgütigen Mann und zwei liebliche Kinderchen nannte sie ihr eigen. Ferner lebte im gleichen Hause eine Witwe Bach, die einen hartnäckigen Schnurrbart und einen langjährigen Zimmerherrn hatte — übrigens eine wundervolle Mcnschenseele, die weder rauchte noch trank. Was rechtschaffene Frauen sind — die sparen wo sie nur können. Zu diesem Zweck lasen die beiden Familien ihre Heimatzeitung gemeinsam. Mit'ihrem gesunden Menschenverstand und ihren fünf Fingern hatte Frau Lemke der Witwe Bach vorgerechnet, daff sie durch solch ein Dertragsbünd- nis beinahe 6 Pfennig tagtäglich einsparen könnten. Ist doch fabelhaft! Da konnte dann ruhig einmal die Mild) überkochen oder das Essen anbrennen, wenn man gerade dabei war, sich gegenseitig und strahlend die eigene Sparsamkeit auf der Treppe vor Augen zu führen. Nun kommt es gleich ganz anders, das Barometer fällt, rasch zunehmende Bewölkung, die Temperaturen steigen und zum Schluß hagelt's. Wie eine kollernde Truthenne saß Witwe Bach auf dem Sofa und nahm übel. Sie hatte nach dem Mittagessen Geschirr gewaschen, und eigentlich war ihre behagliche Stunde gekommen. Sie hätte jetzt die Fortsetzung 5es spannenden Romans genießen können, wenn die Lemken nicht die Zeitung hätte. Die war ihr nun auch mit den ganzen Familiennachrichten um eine Nasenlänge voraus. Fünf Minuten wollte sie noch warten, wenn dann die Lernten die Zeitung nicht heraufgeschickt haben würde, dann sollte die sie mal kennenlernen. Sie war empört. Ist ja verständlich. Die Muße des Zeitungslesens gehörte bei ihr nun mal zum Nachmittagskaffee wie die Fliege ins Rosinengebäck. Aehnlich war auch die Gemütsverfassung der Frau Lemke. Die hatte zwar „ihre Zeitung" sorgfältig studiert, besonders auch den Anzeigenteil — ober das kommt später ... Jedenfalls korkste sic hilflos am Radio herum. Das Funkprogramm in der gestrigen Nummer hatte natürlich wieder die Bachen. Ist ja lachhaft. Einer von uns beiden muß fich eben eine Rundfunkzeitung halten — am besten die Bachen — die hat's ja, wenn.sie auch iipmer so tut. Mit bewölkter Stirn beschloß sie, das der Bachen bei Gelegenheit auf der Treppe zu sagen. 3eber Tag schenkt uns einen friedlichen Abend. So auch hier. Herr Lemke seinerseits wog nahezu 100 Kilo, halte seinen Tee zum Abendbrot extra nicht ganz ausgetrunken, um behaglich bei Zigarre und Zeitung hin und wieder noch einen Schluck naschen zu können. Was nun fehlte, war natürlich die Zeitung! Die hatte der Zimmerherr der Witwe Bach natürlich immer noch! Wozu braucht der überhaupt eine Zeitung! Von Politik verstand er nichts, während für Herrn Lemke jede Zeile des Hauptblattes von Wichtigkeit war! Im Aerger darüber nahm er feine brennende Zigarre verkehrt in den Mund. Lange hielt er das allerdings nicht aus, ihm schwollen die Stirnadern, [eine Temperatur stieg. Es geht ja schließlich niemand etwas an — aber hinter dem Hause war ein Garten, den sich beide Parteien geteilt hatten, um im frühesten Frühjahr junge Erbsen hervorzulocken. Aber nicht nur für junges Gemüse war hier gedeihlicher Platz, sondern auch für die Menschen. Und so hatten Lemkes sowohl wie Bachens — jeder für sich — ihre Sommersitze hinter Fliederbüschen. Das heißt, die eigentlichen Sitze fehlten noch. Frau Lemke wollte im Anzeiger aufpassen, ob sich nicht eine günstige Gelegenheit zum Kauf von gebrauchten Gartenmöbeln böte. Den gleichen Plan hegte auch Witwe Bach, und in Gedanken strich sie schon die Gartenstühle liebevoll grün an. Aus diesem Traum sollte sie grausam gerissen werden, denn eines Tages muhte sie sehen, wie Frau Lemke zwei Gartenstühle nebst Tisch und Bank von einem Handwagen vor der Haustür in Empfang nahm. Zch hab schon mal einen schwarzen Schornsteinfeger vor Wut erbleichen sehen. Aber dieser krasse Farbenwechsel war gar nichts gegen den von Frau Bach. Die rang nach Fassung, bahnte sich dann aber mutig hinunter und stellte mit tiefer Damenstimme Frau Lemke zur Rede. Frau Lemke machte em unschuldiges Gesicht wie ein Engel mit offenem Haar und vergoldeten Flügelchen Die Gartenmöbel? „Heute mittag hat doch eine Anzeige in der Zeitung gestanden, da bin ich gleich hingegangen. Wenn Sie nicht aufpassen — dafür kann 1 ch doch nicht!" Hier war die Stelle, wo Frau Bach ihre vornehme Puppenstube vergaß, und sie polterte los. Sie, die Lemken, habe das Blatt unterschlagen, absichtlich zurückbehalten, um ihr zuvorzukommen und ihr die günstige Gelegenheit wegzuschnappen: man .habe ihr nicht an der Wiege gesungen, daß sie sich mit Leuten wie Lemkes jemals im Leben würde herumschlagen müssen. Jetzt gab auch Frau Lemke Gas. Es hagelten im heftigsten Wortwechsel Vergleiche aus dem Tierreiche. Nein, es kommt wirklich nichts dabei heraus, wenn zwei Familien eine Zeitung gemeinsam halten. Es lohnt einfach nicht. 0896 Sämtliche aus der Universitäts - Bibliothek vor dem 22. Januar 1934 entliehenen Bücher (mit Ausnahme der von Studierenden entliehenen) sind bis spätestens 10. März 1934 zurückzugeben. 1063d Gießen, den 19. Februar 1934. Die Direktion. ZnrFrählalus-Saai Saat-Hafer: 1M4A Original Breustedts Frühhafer Original Gebr. Dippes Ueberwinder Original Gebr. Dippes Gelbhater 1. anerkannte Absaat Strubes Gelbhafer 1. anerkannte Absaat Hohenheim. Weißhafer Saat-Gerste: Original Breustedts Harzer-Gerste 1. anerkannte Absaat Bethges XIII Saat-Weizen: Orig. Breustedts rot.Bordeaux Sommerweiz. Samenhans Heinrich Hahn Bahnhofstraße, Ecke Wolkengasse, Telephon 3403 Spare für Dein Eigenheim bei der erfolgr eichen und soliden Aachener Bauioarhafle Zwechiparverhaflii für Eigenheime A. 6. SSL??.Millionen RM. wurden bis heute an über 3400 Mitglieder für Hausbau, Hauskauf und Besitz- Entschuldung ausgezahlt. Zuteilungen erfolgen monatlich. Lassen Sie sich durch nachstehende General-Agentur beraten, wie Sie zu billigem Zins ein unkündbares Tilgungsdarlehen erhalten können. General-Aoeninr: L F. Schmitt, Architekt Gießen, Friedensftrafte 12. 1137 V iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^ Nr. 47 viertes Blatt Gietzener Anzeiger (Generul-Anzelger für Gberhesfen) Samstag, 24.8ebruaN934 Raggen Am Samstag, 24. Februar, ist der Gründungstag der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei. Am Sonntag, 25. d. M., findet in Gießen d i e feierliche Vereidigung der politischen Leiter und Amtswalter des Kreises Giehen statt. Um der Verbundenheit der Bevölkerung mit der nationalsozialistischen Bewegung Ausdruck zu verleihen, fordern wir die Einwohner der Stadt Giehen auf, heraus! die Häuser an beiden Tagen reich zu beflaggen. Am Sonntag, 25. Februar, ab 12 Uhr, dem Heldengedenktag, sind zu Ehren der im Kriege und in der Freiheitsbewegung Gefallenen — einer Anordnung des Herrn Staatsministers entsprechend — die Flaggen auf halbmast zu sehen. heil Hiller! Giehen, 23.Febr. 1934. Bürgermeisterei Giehen. I. V.: V a r l h 0 l 0 m ä u s. Silber vom Großseuer im Sägewerk Abendstem. Oben links: Ueberblick über die Brandstätte. — Oben rechts: Brennende Holzstöße (im Hintergrund das erhaltene Wohnhaus). — Mitte links: Die Feuerwehr verhindert durch das Beiseiteräumen von Holzstößen eine weitere Ausbreitung des Feuers; große holz- vorräte konnten dadurch gerettet werden. — Mitte rechts: Zwei große Holzbearbeitungsmaschinen inmitten der Trümmer der zerstörten Aufbereitungshalle. — Unten links: Die Feuerwehren von Heuchelheim und Kinzenbach bemühen sich in aufopfernder Weise um die Bekämpfung, des Feuers. — Unten rechts: Die zerrissenen Mauern des Maschinenhauses wurden von der Feuerwehr nach außen geworfen. Unser Bild zeigt eine der Seitenmauern im Augenblick des Niederbruches. Aus der Provinzialhauptstadt. Durch die Blume gesprochen. Der Morgen war ungemütlich kalt gewesen, doch mittags kam die Sonne heraus. Zuerst zögernd und wolkenabtastend, dann aber strahlend und siegreich, und sie lächelte breit über den Marktplatz und besonders interessiert in die kleinen Glashäuschen hinein, in denen Rosen, Tulpen, Nelken und alle anderen Blumen eines fernen Sommers sich liebenswürdig andufteten. Nun wurden sie herausgeholt und auf die Gestelle der Stände anmutig und verlockend aufgebaut. Sechs Grad über Null, da konnte man es wagen, dachten die Händlerinnen. Die Blumen selbst waren anderer Ansicht. Sie standen wie erstarrt. Nein, war das eine Temperatur! Sie waren besseres gewöhnt, Treibhausluft, sie waren unendlich sorgsam gehütete und aufgezogene Geschöpfe bis hierhin gewesen und mußten sich nun so etwas bieten lassen. Sie behielten Haltung. Aber sie vergaßen ganz, zu duften. Viele wurden gekauft. Ließen sich voller Spannung und Hoffnung davontragen, alle andern aber mußten OieNEV.will ein gesundesVolk schaffen Denke an Dein Kind, werde Mitglied! ausharren, bis ihnen von den Türmen die Erlösungsstunde schlug und sie sich wieder im Glashaus zusammenfanden. Gemeinsam erlittene Unbill verbindet und macht mitteilsam. Daher wandten sich die Nelken an die benachbarten Mimosen: „haben Sie auch s 0 gelitten? Wir glauben, daß man dies Gefühl frieren nennt, es war uns bisher fremd, wir kommen nämlich von der Riviera." „Wir auch", riefen die Tazetten und nickten mit allen weißen Sternen auf einmal, „welch eine Gegend!" „Wem sagen Sie das?" entgegneten die Mimosen und falteten ihre graugrünen Fächerblättchen aufatmend auseinander, „wem sagen Sie das? Ist Italien nicht unsere Heimat? O bella Napoli! Kennst du das Land, wo die Mimosen blühn usw? Und neben Ihnen sehen wir ja auch Rosen aus dem Süden — dürfen wir Sie als Landsmänninnen begrüßen?" Die Rosen neigten schwermütig die gelbblassen, wunderschönen Häupter: „Wir kommen aus Holland, edelste Produkte einer hochentwickelten Treibhauskultur", klärten sie in matter Vornehmheit auf. Die Hyazinthen und Tulpen fühlten sich sofort angenehm berührt. Zwar waren sie schon in aller- frühester Jugend, als sie noch im Zwiebelkleide, nach Deutschland versandt und in Berlin getrieben worden, aber Jugendeindrücke sind stark und bestimmen die Denkweise. So standen sie steif, ruhig und leidenschaftslos, taten jedoch das ihre, um das allgemeine Duften im Gange zu erhalten. lieber allen aber breiteten sich die zarten, langschwanken Zweige der Forsythien. „Sind Sie holländisch oder italienisch?" wurden sie vorsichtig durch die Blume gefragt. „Deuts ch", sagten sie stolz, „deutsch bis ins Mark, sogar aus einer hiesigen Gärtnerei stammend." „Unmöglich", sagten die andern, „blicken Sie doch hinaus, alles ist tot und grau in diesem Winterland, wie sollten Sie da zur Blüte kommen?" „Wir wurden in einer Küche getrieben, seit Wochen", erklärten sie wichtig, „unsere Händlerin hat weder Mühe noch Kohlen gescheut, um uns durchzubringen, und es war sehr interessant, sich so im häuslichen Kreis schnell und frühreif entwickeln zu sehen. Im Frühling blühen kann jede Fortsythie." Die Ausländischen dufteten betreten. Da war man ja mit „Küchenkräutern" in einen Blumentopf geworfen! Wie peinlich! Sie schwiegen. Die Forsythien aber lächelten goldig und klingelten mit iyren zipflichen Glöckchen: „Am stillen Herd, zur Winterszeit ..." Und das klang ganz wunderschön. Beinahe nach Wagner. Eva von M a s f 0 w. Der Heldengedenktag im Rundfunk. Der Volkstrauertag 1934 am 25. Februar findet natürlich auch im Rundfunk seine besondere Berücksichtigung. Der Südwestfunk wird in mehreren Darbietungen ganz besonders auf die Bedeutung dieses Tages Hinweisen, der dem Gedenken an die Gefallenen des Weltkrieges und der Kämpfer um Deutschlands Freiheit und Einheit gewidmet ist. Schon mit der Standmusik von der Feldherrnhalle in München, mit der das Tagesprogramm eingeleitet wird, ist ja aufs engste die Erinnerung verknüpft an die ersten Blutopfer des Dritten Reiches. Um 9 Uhr wird Intendant Walther Beumelburg, der als Frontsoldat das Sterben so vieler Kameraden miterlebte, und den der Tod gar oftmals streifte, kurze Worte zum Trauertag sprechen. Von 10.20 bis 11.30 Uhr wird dann das Volkstrauertag-Programm unterbrochen durch einen Hörbericht und die „Feierliche Vereidigung aller Amtswalter in Deutschland" durch den Führer auf dem Königsplatz in München. Die anschließende Bach-Kantate und das besinnliche Konzert aus Stuttgart sind natürlich ganz und gar auf diesen Trauertag des deutschen Volkes abgestimmt. „Feierliche Sendung" nennt sich sodann eine Darbietung um 19.45 Uhr, in deren Mittelpunkt eine Dichtung Rudolf G. Dindings steht, die die Stimmen der unsichtbaren Gewalten des Krieges hörbar macht. In die Erlebniswelt des großen Krieges mitten hinein führt ein Hörspiel von Werner W. Knoeckel um 19.05 Uhr, das unter dem Titel „Vom Stürmen und Sterben deutscher Soldaten" Ausschnitte aus Kriegserlebnissen bringt, die das hohe Lied der Kameradschaft erklingen lassen. Den Abschluß des Abends bildet eine Übertragung aus Stuttgart, wo in einer Funkbearbeitung Schillers „Wallenstein" zur Aufführung gelangt. Keine Lustbarkeiten am Helden-Gedenktag. Wie in den vergangenen Jahren wird auch in diesem Jahr der 25. Februar als Volkstrauertag begangen. An diesem Tage werden nach einer Verfügung des hessischen Staatsministers keinerlei Lustbarkeiten oder sonstige Veranstaltungen (Theater, Lichtspieltheater usw.), die mit dem Ernst des Tages nicht in Einklang zu bringen sind, gestattet. Sämtliche staatlichen und gemeindlichen Behörden flaggen halbmast. NS-VolkswohlfahrtdesKreisesGießen Belr.: Amtswalter-Vereidigung. An der am Sonntag stattfindenden Vereidigung haben alle Amtswalter und Amtswalter i n n e n vollzählig teilzunehmen. Die Ausweise erhalten Sie von Ihren zuständigen Ortsgruppen- roaltern. Im übrigen siehe „Gießener Anzeiger" von gestern. heil Hitler! Gez.: K l ö s, Kreiswalter der NSV. F.d. R.: Gez.: Mo Haupt, Kreisgefchäftsführer des WHW. AG.-Hago, Kreis Gießen. Die Ortsgruppenamtsleiter des Kreises haben mit sämtlichen Amtswaltern zu der Vereidigung am Sonntag, 25. d. M., pünktlich 8 Uhr vormittags, am Oswaldsgarten zu erscheinen. Soweit Fahnen vorhanden, sind diese mitzubringen. Der Ring und die Granatterne. Von Wilhelm von Scholz. In dem Buche von den „Taujend-und-em-Tagen" — das ein späteres Gegenstück zu den „Tausend- und-e'.n-Nächten" ist — stehen viele schöne Geschichten, aber eine, deren tiefen Schicksalssinn man nicht genug bewundern kann. Diese Erzählung handelt von einem Vezier, der ein Schoßkind des Glückes ist, dem alle Unternehmungen gelingen, der in der höchsten Gunst des Kalifen sich sonnen kann, dadurch eine unwiderstehliche Macht ausübt, verehrt, geliebt, vergöttert wird; der in seinem Harem die schönsten Frauen, in seinem Stall die schnellsten Pferde, die herrlichsten Kamele hat. r _ . , Der Vezier steht am tiefen Springbrunnen im Blumenhof eines seiner bewunderten Palmengärten und freut sich am Spiel der Goldfische, der Schleierbarben und Segelflosser, denen er Futter streut, wenn sie aus den Schlinggewächsen und Algen des unsichtbaren Beckengrundes herauftauchen ins Durchschlmmerte, Durchsichtige. Da fällt sein etwas zu weiter, kostbarster Ring zugleich mit den Brotkrumen seiner Spende ihm vom Finger — In dem kurzen Augenblick, der mit dem hinübergleiten des goldenen Reifs über die oberen Gelenke und Glieder' des Fingers begann — das der Vezier schon wahrnahm aber noch nicht anzuhalten fähig war — und mit dem Berühren des Wassers durch den fallenden Ring endete, durchzuckte den Vezier der tolle und unwirkliche Wunsch, der Ring mochte nicht ins Wasser geraten, nicht in den Tang und die Fäden der Grundgewächse verschwinden. So schnell ist der Gedanke und sein Weg so breit, daß neben einem Gedanken der nächste —- wie ein Wettrenner neben dem anderen — mit- laufen, ja den ersten Gedanken selbst überholen kann. Nicht nur der Wunsch der Erhaltung des Ringes hatte sich in dem Vezier gebildet, sondern auch eine unerklärliche Angst, der überhebliche Wunsch könne erfüllt werden. Und diese Angst war rascher am Ziel als der Wunsch. Sie war allem auf dem Platz, als der Ring den Spiegel berührte und — entsetzlich zu sehen! — auf der hauchzarten haut des Wassers liegen blieb, ohne unterzusinken. Kaurn hatte der Vezier diese unglaubhafte Ueber- gipfelung seines sprichwörtlichen Glückes — den Ring auf der Oberfläche des Fifchbeckens — gesehen, als er sofort sein Haus bestellte und seinem vertrautesten Diener bedeutete: die Zeit des Glückes sei vorbei! Eine so abenteuerliche Gunst wie dieses Liegenbleiben des kostbaren Ringes auf dem Wasser gewähre das Glück nur, wenn es schon im Begriffe fei, sich abzuwenden. Er hatte sich nicht geirrt. Die Häscher, die ihn gefangen setzten und seine Schätze beschlagnahmten, pochten eben ans Tor. Neidlingen war es gelungen, dem Vezier die Gunst des Kalifen zu entwenden und den bisher gnädigen Herrn haß- und zornerfüllt gegen feinen obersten Diener zu stimmen, für den nun Jahre elender und trostloser Gefangenschaft anbrachen. Er war im Kerker wie ein gemeiner Verbrecher gehalten, durfte mit niemandem sprechen, keine Bucher lesen, täglich kaum einige Schritte in dem eng ummauerten Hofe gehen. Seine Nahrung war die denkbar schlechteste Ohne zu klagen, ertrug der Vezier sein Unglück, wie er auch ohne Uebermut, eher manchmal erschreckt, sein Glück hingenommen hatte. Und der Gedanke, der seinen Geist mehr peinigte als seinen Leib das Fehlen jeder Behaglichkeit, jeder guten Nahrung und Bequemlichkeit, war nur immer wieder: ob er sein Glück nicht selbst weise hätte dämpfen ober gar zerbrechen müssen, um so tiefen Sturz aufzuhalten, statt es mit dem törichten Wunsch, den Ring zu bewahren, abenteuerlich zu überfrönen. Eines Tages — nach Jahren des Gefangenseins — schien ihm eine kleine Gunst zu lächeln, daß der Vezier aufmerksam ward, der Wärter brachte ihm ein Schüsselchen Granatkerne, die des Veziers Lieblingsspeise waren und die er nicht mehr gesehen geschweige denn gegessen hatte seit dem Tage, an dem ihm der Ring vom Finger glitt. Als die Granatkerne vor ihm standen, sann der Vezier einen Augenblick seinem Geschick nach und fand: es würde nun lange so bleiben, da es. gewohnt geworden, sich bessere. Sich dieser schmerzlichen Erkenntnis beugend, sieht er mit Erschrecken, wie eine Maus plötzlich über den Tisch läuft und feine Granatkerne frißt. Da lacht fein Auge. Er weiß: vorüber ist die Zeit feines Unglücks! Wie einst die Gunst des Geschickes, hat es sich übersteigert, indem es ihm die erste Freude zerbricht, die ihm seit Jahren geworden. Er hat kaum Zeit, in Erleichterung aufzuseufzen, als schon die Boten des Kalifen, der sein Unrecht und die neidische Verleumdung von damals erkannt hat, eintreten und den Vezier in all seinen Besitz, seine Macht, seinen Einfluß zurückführen. — Immer wieder erfüllt mich diese kleine Geschichte mit staunender Bewunderung. Sie zieht den Leser so in ihre Gewalt, daß er zumindest, so lange er liest, glaubt: hier ist ein Wesenszug des Schicksals richtig gedeutet. Aber wenn das der Fall ist, was vielleicht wirklich sein mag: wo ist der Vezier, diesen Zug in einem anderen Schicksal hellsichtig zu erkennen, zu wissen, was dem Ring gleicht, der auf Iber Haut des Wassers liegen bleibt, was den Granatkernen, welche die Maus frißt? Uni) werden wir nicht, wenn die Rolle des schicksalskundigen Veziers spielen sollen, von unserem steten Hoffen und Streben irregeleitet, oft glauben, ein Ungemach, das uns begegnete, entspreche den Granatkernen — und fast nie uns eingestehen, dies ober jenes seltene Glück könne ben tragischen Sinn des golbenen Reifs haben, der nicht untersinkt? Und doch kann uns diese alte Fabel eine große und tiefe Anregung für unser eigenes Leben geben. Sie kann uns lehren, auf unser Schicksal wie auf ein fremdes zu achten, es nicht nur egoistisch mit Furcht und Hoffnung anzusehen, sondern mit Erkenntnistrieb als eben das eine Schicksal, das uns genauer gezeigt wird als alle anderen. Es gibt nichts innerlich Befreienderes, Erlösenderes als so — fremd und doch erkennend — das eigene Leben zu betrachten und zu erforschen. Wenn wir auch keine Regeln daraus abzuleiten lernen wie der kluge Vezier, vielleicht können wir so — nur so! — einen Sinn darin finden. Sinn in einem Leben aber hilft und tröffet über manches hinweg. Georg Büchmann und seine „Geflügelten Sorte". „Seitdem Georg Büchmann seinen ,Zitaten- schatz des deutschen Volkes' erscheinen ließ, also seit 1864, wurde der Name Büchmann vielfach für zitatenreiche Leute (z. B.: ,Sie sind ja der reine Büchmann!') verwendet." Mit diesen Worten konnte Büchmann sich selbst bereits als „geflügeltes Wort" zitieren und damit am besten die Unsterblichkeit beweisen die er sich mit seiner Leistung erworben hat. Dieser tüchtige Philologe und verdienstvolle Gymnasiallehrer, der am 4. Januar 1822 geboren wurde und am 24. Februar 1884, vor 50 Jahren also, starb, gehört zu den Persönlichkeiten, die durch einen glücklichen Einfall einen Welterfolg errangen, wobei freilich auch Fleiß und Scharfsinn bedeutsam mitgewirkt haben. Büchmann, der nach längerem Studium 1854 Oberlehrer an der Fried- richs-Werderschen Gewerbeschule in Berlin wurde, hatte eine besondere Begabung für das Erlernen von Sprachen. Während er sich mit Griechisch, Hebräisch und Lateinisch nur in seiner Studienzeit beschäftigte, wandte er sich dann den neueren Sprachen zu, besonders Französisch und Englisch, machte sich jedoch auch mit dem Spanischen, Italienischen, Polnischen, Dänischen und Schwedischen vertraut. Bei seinen Forschungen lernte er zwei Bücher kennen, in denen Engländer und Franzosen ihren Reichtum an landesüblichen Zitaten gesammelt hatten, und das regte ihn an, für Deutschland dasselbe zu versuchen. In einem Vortrag über „laichläufige Zitate" prägte er 1864 die seitdem weltbekannt gewordene Bezeichnung „geflügelte Worte", und als daraufhin ein Verleger ihn aufforderte, den Vortrag zu einem Buch auszuarbeiten, ließ er noch im selben Jahre als eine bescheidene Schrift von 220 Seiten seine „Geflügelten Worte" erscheinen. Aus dem dünnen Buch ist heute ein umfangreicher Wälzer geworden, der ein Hausbuch des deutschen Volkes ist, in stets neuen Auflagen vermehrt und verbessert auf weit über 4000 Zitate anwuchs und von jedem zu Rate gezogen wird, der sich auf diesem Gebiet unterrichten will. Der Ausdruck „geflügelte Worte", der bei Homer über hundertmal auftritt, war schon vorher im deutschen Schrifttum heimisch, hat aber durch Büchmann seine besondere Prägung erfahren. Die genaue Definition, die Abgrenzung gegen das eigentliche Zitat, gegen Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten, machte große Schwierigkeiten. Dies ist wohl der einzige Punkt, an dem dis Kritik einsetzte, denn schon Büchmann selbst hatte den Begriff ausgedehnt und seine Nachfolger, die die späteren Auflagen betreuten, gingen darin noch weiter. Sein erster Nachfolger R 0 dert -1 0 r - now gab folgende Erklärung: „Ein geflügeltes Wort ist ein in weiteren Kreisen des Vaterlandes dauernd angeführter Ausspruch, Ausdruck oder Name, gleichviel welcher Sprache, dessen historischer Urheber oder dessen literarischer Ursprung nachweisbar ist." Bei dieser Fassung kam man aber nun dazu, auch die für wissenschaftliche Fächer, Apparate usw. erfundenen Worte oder Verdeutschungen von Fremdwörtern mitaufzunehmen. Die Grenzen sind immer fließend geblieben, und die späteren Herausgeber haben alles Erdenkliche getan, durch Ausscheiden und Neu-Aufnahmen das Werk immer mehr zu vervollkommnen. Die entscheidende Grundlage aber hat Büchmann noch selbst geschaffen, der bis zur 18. Auflage unermüdlich daran arbeitete. Sein Hauptziel war echt deutsche Gründlichkeit, und in einer Anweisung für spätere Bearbeiter forderte er vor allem die ständige philologische und geschichtliche Nachprüfung des vorhandenen Stoffes. Er hatte sich der Mitarbeit weiter Kreise zu erfreuen und führte schließlich einen Briefwechsel mit 900 Korrespondenten über alle möglichen Fragen des „Büchmann". Sein Werk wurde in die meisten Kultursprachen übersetzt und erlangte hohes Ansehen. Auch als er 1877 in den Ruhestand trat, widmete er sich der Ausgestaltung seiner Schöpfung durch ein unermüdliches Studium der Weltliteratur, bis ihn der Tod abrief. „Sein Name", sagt ein Biograph mit Recht, „wird unvergessen bleiben, so lange es auf Erden gebildete und gründliche Deutsche gibt." Aufruf an alle schaffende Kameraden im Jungvolk Meldungen können an ♦♦ Meine Strafkammer Gießen. Wegen Erpressung wurde ein Mann aus Friedberg vom dortigen Amtsgericht zu6WachenGe- f ä n g n i s verurteilt. Der Angeklagte schloß e>n,e^ Kaufvertrag über ein Hausgrundstück, dessen Wert 16 000 Mark betrug. Bei der notariellen Beurkundung gab man zwecks Steuerermäßigung nur 13 000 Mark als Kaufpreis an. Als der Verkäufer den restlichen Betrag geltend machen wollte, drohte der Angeklagte mit einer Anzeige wegen Steuerhinterziehung. Die gegen das obige Urteil eingelegte Berufung wurde entsprechend dem Antrag der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Ein Mann aus Butzbach stieß mit seinem Auto gegen einen Radfahrer, so daß dieser erhebliche Schäden erlitt. In der Berufungsverhandlung — der Angeklagte war vom Amtsgericht Butzbach zu einer Geldstrafe verurteilt worden —, mußte mangels Beweises Freisprechung erfolgen. Der Antrag des Anklagevertreters lautete entsprechend. Ein Kaufmann aus Gießen verkaufte einer Hausangestellten von hier eine Nähmaschine. Wie sich später herausstellte, war das Mädchen finanziell nicht imstande, sich in dieser Höhe zu verpflichten. Dem Angeklagten ging es nur darum, sich durch fingierten Auftrag die Provision zu beschaffen. Wegen Betrugs — es wurden ihm noch andere Fälle zur Last gelegt — verurteilte ihn das hiesige Amtsgericht zu einer Gefängnis ft rafe von vier Monaten. Die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung wurde kostenfällig verworfen. Auch am Donnerstag machte die Kammer wieder von dem Gesetz zur Unschädlichmachung gefährlicher Gewohnheitsverbrecher gegenüber dem zur Zeit in der Zellenstrafanstalt in Butzbach befindlichen Otto Kresinsky, der schon mehrmals wegen Raubes, schweren Diebstahls usw. bestraft ist, Gebrauch. Es wurde Sicherungsverwahrung angordnet. Ein Bettler trieb sein Unwesen in der Umgebung von Alsfeld. Das dortige Amtsgericht verurteilte ihn zu 14 Tagen Haft und verfügte die Verweisung an die Landespalizeibehörde. Gegen die letzte Verfügung verfolgte der Angeklagte das Rechtsmittel der Berufung, der stattgegeben wurde, da es sich nach Auffassung des Gerichts um keinen gewerbsmäßigen Bettler handelt. Wichtig für Gauparteitag-Teilnehmer. Sonntagsfahrkarten nach Frankfurt am 24. Februar ab 0 Uhr. Amtsgericht Gießen. Ein hiesiger Kaufmann stellte in der Nacht zum 21. November 1933 in den Lagerraum seiner Firma ein Auto unter, trotzdem in diesem Lagerraum leicht brennbare Stoffe, Oele und Fette, lagern. Das Gericht erkannte auf eine G e l d st r a f e von 10 Mark, evtl, zwei Tage Haft. Wegen groben Unfugs erhielt ein Student einen Stralbefehl über 30 Mark. Dagegen legte er Einspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlunq erwies sich, daß der Angeklagte in angetrunkenem Zustand in der Walltorstraße die Scheibe eines Ausbängekästchens einschlug. Wegen d"r Harmlosigkeit der Straftat ermäßigte das Gericht die Strafe auf 10 Mark. Ein Hausmeister aus Falkenstein bog mit seinem Motorrad, vom Hitlerwall kommend, in die Marburger Straße ein. In demselben Augenblick kam aus entgegengesetzter Richtung ein Milchausträger mit seinem Fahrzeug. Da beide verkehrswidrig fuhren, kam es zu einem Zusammenstoß. Der gegen beide erlassene Strafbefehl von je 25 Mark wurde auf 15 bzw. 5 Mark ermäßigt, da nur geringer Sachschaden entstanden ist. nicht deutsch und deshalb ungeeignet, an dem Kulturleben der deutschen Schaffenden teilzunehrnen. Wenn in den letzten Jahren die deutsche, nordische Empfindung für Kunst, Musik, Schrifttum, Theater, Tanz, Film, Feste und alle anderen Aeuße- rungen des inneren Wollens unseres Volkes von den fremden Empfindungen zurückgedrängt, ja abgetötet wurde, so ist es gerade unsere Aufgabe, das verlorene Gefühl für arteigene Kulturgestaltung wieder zu wecken. Gerade wir sind berufen, alle schöpferischen Kräfte der deutschen Nation insbesondere die der deutschen Jugend, zu einigen und der Hilfe und größten Unterstützung zuteil werden zu lassen. tigen Blatte, die der Beachtung der interessierten Mitbürger empfohlen sei. ** Das Museum t m Alten Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Die Bauarbeiten zur Erweite- rung der städtischen Kläranlage wer. den in unserem heutigen Anzeigenteil zur Vergebung ausgeschrieben. Es handelt sich um die Erbauung eines Schlammsaulbehälters von ca 1500 Kubikmeter Inhalt in Eisenbeton, den Einbau eines Sandfanges und die Schaffung von Schlamm- zeworfen. Mit einem Bruch des rechten Unter- chenkels mußte die Bedauernswerte von M Freiwilligen Sanitätskolonne nach der Ehlrurgischen Klinik gebracht werden. ** Vorsicht bei Verletzungen mit Tintenstift! Ein Vorfall, der jedermann zur Warnung dienen sollte, ereignete sich in dem Dorfe Bleidenrod (Kr. Alsfeld). Dort zog sich die 22 Jahre alte Hilde Lein, Tochter eines Landwirts, mit einem Tintenstift eine Verletzung an der Hand zu, die sie nicht weiter beachtete. Die Verletzung führte leider zu einer Zellgewebeentzündung, die es notwendig machte, das bedauernswerte Mädchen der Chirurgi-schen Klinik in Gießen zuzuführen. Hier mußte sofort eine Operation vorgenommen werden, um eine Blutvergiftung und damit Lebensgefahr für das Mädchen zu verhindern. RDH. Setzt Tiere nicht aus! Mancher Tierbesitzer ist gezwungen, sich von seinem Tier zu trennen, sei es, daß er die Steuer nicht mehr zahlen kann, oder daß in der neuen Wohnung keine Haustiere gehalten werden dürfen. Wer fein Tier verkaufen oder verschenken will, tue es aber nicht, ohne sich vorher zu überzeugen, daß es wirklich in gute Hände kommt. Findet man für sein Tier keine gute Stelle, so lasse man es schmerzlos töten. Grau- sam aber ist es, ein Tier an einen fremden Ort auszusetzen und es seinem Schicksal zu überlassen. Wer ein eigenes Haustier aussetzt, um sich des Tieres zu entledigen, verstößt gegen das Reichs-Tierschutzgesetz vom 24. November 1933 und wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bestraft. Gau der Deutschen Turnerschaft, des deutschen Fußballoereins, und die Sportabteilung des BAT. in Südamerika veranstalteten zugunsten der Winterhilfe der Reichsregierung gemeinsam ein Sportfest. Der deutsche Sportklub in Antwerpen spendete 1757 belgische Franken, die aus einem Werbeabend, einem Winterhilfsspiel und sonstigen Spenden eingingen. Dem Winterhilfswerk in Oederan bei Dresden wurde der schöne Betrag von 500 Mark von einer deutschen Krankenschwester überwiesen, die gegenwärtig auf der Insel Sumatra in Niederlän- disch-Jndien tätig ist. Ein in Ober-Glogau geborener und jetzt in Südwe st-Afrika wohnender Farmer hatte in einer Nachlaßsache, in der er ganze 2 Mark erbte, an Gebühren und Auslagen 1,15 Mark zu zahlen. Er sandte nach Ober-Glogau eine englische Pfund- note und bat, den Restbetrag für das Winterhilfswerk zu geben. Daten für Samstag, 24. Februar. 1468: Johann Gutenberg, der Erfinder der Buch- druckerkunst, gestorben; — 1884: der Philolog Georg Büchmann in Berlin gestorben; —- 1885: Staatssekretär Hier! geboren; — 1911: der Maler Fritz von Uhde gestorben; — 1920: erste Versammlung der NSDAP, in München (Adolf Hitler spricht.) Daten für Sonntag, 25. Februar. 1625: Hans Jakob Christoffel v. Grimmelshausen, Dichter des „Simplicisiimus", geboren; — 1634: der Generalissimus Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein, Herzog von Friedland, wird in Eger ermordet; — 1916: Fort Douaumont erobert. Gießener Wochcnmarktpreise * Gießen, 24. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 bis 1,25 Mark, Kochbutter 1,— bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 9 bis 10, Wirsing, das Pfund (gelb) 15, (grün) 20 bis 25, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 12, Rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 25, Rosenkohl 30 bis 35 Pf., Feldsalat 1,20 bis 1.50 Mark, Tomaten 50 bis 60 Pf., Zwiebeln 10, Meerrettich 40 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,80 bis 3,— Mark, Aepfel, das Pfund 15 bis 25 Pf., Birnen 15 bis 20, junge Hähne 90, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 50, Salat 25 bis 30, Endivien 15 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 25, Sellerie 10 bis 35 Pf. ’SovnotUcn — Tageskalender für Samstag: Stadttheater, 20 bis 23 Uhr, „Julius Cäsar". — Oberh. Kunstverein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung; 16.30 Uhr, Einführungsvortrag von Prof. Dr. Olt. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Konjunkturritter". — Astaria-Lichtspiele, Selters- roeg, „Der Polizeibericht meldet ..." — „Kampfring der Deutsch-Oesterreicher im Reich", 20.15 Uhr, (Saf6 Leib, Oesterreich-Abend. — Verein ehern. 116er, 20 Uhr, Postkeller, Jahres-Hauptversamm- mng. — Handweberei Schloß Westerburg, Caf4 Ebel, 11 bis 19 Uhr, Handgewebe-Ausstellung. — Tageskalender für Sonntag: Stadt- tfjeater, 19 bis 21.45 Uhr, „Alle gegen Einen — Einer für Alle" — Volksbund Deutsche Kriegs- gräberfürforge, Landesverband Hessen, Bezirks- 9nippe Gießen, 12 Uhr, Neue Aula, Gedenkfeier zu Ehren der im Kriege und in der Freiheitsbewegung Gefallenen; 20 Uhr, Stadtkirche, kirchenmusikalische Passionsandacht. — Oberhess. Shinftoerein, Turmhaus am Brand, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — trockenbeeten. t ** Die Sprech stund en der NS: - F rau e n» (haft Gießen-Mitte finden jeden Montag von 20 bis 21.30 Uhr in der Geschäftsstelle der Orts- gruppe Gießen-Mitte, Kaplansgasse x8, statt. An- y ,rK .. 2------diesen Tagen erledigt werden. t Lv _____nfaU. Gestern nachmittag wurde die 59jährige Sozialrentnerin Johanna Hardt, Kläranlage 74, das Opfer eines Derkehrs- unfalles. Sie ging hinter einem Kohlenfuhrwerk her und las sich herabgefallene Kohlen auf. Plötzlich kam ein Auto angefahren. Die Frau konnte Nicht mehr rechtzeitig ausweichen und wurde zu Boden Aber auch jede Gemeinschaft in der f)3. und im Jungvolk soll dazu beitragen, daß das große Volksgut unserer Vorfahren gewahrt wird und durch Neuschaffung eine gewaltige Mehrung erfährt. Jede Kameradschaft ober Iungenschaft sollte in der Lage sein, eigene Feste und Feiern mit eigenen kleinen Werken dichterischer oder musikalischer Art ausgestalten zu können. In jeder Einheit sind Menschen, die Veranlagung zur Schaffung kultureller Werte in sich tragen, nur muß solche Veranlagung erkannt und geweckt werden. Wenn schon in der Jugend das Gefühl für arteigene Kultur vorhanden ift, fo kann niemals ein solcher Tiefstand eintreten, wie wir ihn in den letzten Jahren erlebt haben. Es gilt nur, diese Menschen zu finden und zu unterstützen. Ihnen besondere Pflege angedeihen zu lassen, damit sie nicht in ihrer frühesten Jugend die vorhandenen Fähigkeiten verkümmern lassen. Meist sind auch die Eltern daran schuld, die auf dem Standpunkt stehen, daß die Kunst eine Sache zweiter Klasse sei. Da besonders ist unser Einsatz nötig, damit diese weitverbreitete Meinung über die Kunst verschwindet. Der wirkliche Künstler kann niemals ein Mann großer materieller Reichtümer sein, sondern er muß dauernd kämpfen, um seine Existenz zu erhalten. Braucht er das nicht, dann besteht die große Gefahr, daß er bequem und untätig wird. Ein Schaffender muß einfach leben und darf nichts auf Aeußerlichkeiten geben. Alle die Küstler, welche die Herren spielen wollen, sind keine Künstler, sondern sie bilden sich das nur ein. Nur der kann Großes schaffen, der in und mit der Natur lebt und sie kennt. Deshalb schon müssen wir unsere Jugend zur Natur bringen und sie naturverbunden aufwachsen lassen. Erst wenn das erreicht ist, daß sie die Natur und ihr Wesen versteht, dann wird sie auch die Kunst und ihre Gestalter verstehen und lieben können, dann wird die Zeit des Kitsches vorüber fein, denn nur durch den Mangel an Naturkenntnis konnte der Kitsch sich breitmachen. Bei der Kulturveranstaltung der HI. am Sonntag, 25. Februar, wollen wir den Anfang zu neuem Kulturschaffen machen. Walter Kroll, Kulturrechtwart im Oberjungbann IV/13. Feierstunde der jungen Nation. Die Hitler-Jugend weist nochmals auf die am Sonntag, 25. Februar, 20 Uhr, im Caf6 Leib statt- findende Feier st unde der jungen Nation hin. Der Abend wird dem Kulturwillen der HI. Ausdruck geben. Im Rahmen des Programms werden zwei Sprechchorspiele von W. Krom melde in und W. Kröll urausgesührt. Es werden sprechen: Oberbannführer W. Blu- menröber, Geoietsführer Walter Kramer, M. d.R. Der Pro^rammverkauf ist in vollem Gange. Weisen auch Sie den Hitler-Iungen, wenn er morgen ober übermorgen zu Ihnen kommt, nicht ab. Das Programm kostet 30 Pf. Kleinrentner, Invaliden und Sozialrentner zahlen die Hälfte. Kulturveranstaltungen dieser Art finden in diesen Tagen in sämtlichen Bannen des Gebietes statt. Der Gebietsführer wird die drei besten Veranstaltungen besonders auszeichnen. Der Bann 116 hat alles getan, um unter diesen drei Bestveranstaltungen mitzumarschieren. Der zahlreiche Programmoerkauf läßt darauf schließen, daß die Veranstaltung wiederholt werden muß. Die Anwartschaft der Arbeitslosen in der Invalidenversicherung. Die Landesversicherungsanstalt Hessen schreibt uns: Nach § 14 des Gesetzes zur Erhaltung der Leistungssähigkeit der Invaliden-, Angestellten- und der knappschaftlichen Versicherung vom 7. Dezember 1933 wird ab 1. April 1933 auch die Zeit, während der ein Arbeitsloser versicherungsmäßige Arbeitslosen- oder Krisenunterstützung erhält, oder aus der öffentlichen Fürsorge unterstützt wird, als Ersatzzeit für die Aufrechterhaltung der Anwaltschaft in der Invalidenversicherung angerechnet. Diese Ersatzzeit ist von den Umtauschstellen der Quittungskarten der Invalidenversicherung (Bürgermeistereien und Versicherungsämter der Städte) auf Grund amtlicher Unterlagen in die Quittungskarten einzutragen. Weiterhin können nach § 25 des Gesetzes Personen, die ihre Versicherung vernachlässigt haben, freiwillige Beiträge für die Zeit vom 31. Dezember 1930 ab noch bis zum 31. März 1934 nachbringen. Entsprechende Anträge sind mit Rücksicht auf die Ende März 1934 ablaufenbe Frist entroeber unmittelbar bei ber Lanbesversicherungsanstalt, Darmstadt, Wilhelminenstraße 34, oder bei den Bürgermeistereien bzw. städtischen Versicherungsämtern unter Vorlage der Gebrauchsquittungskarte und ber Aufrechnungsbescheinigung zu stellen. Ausländsdeutsche gedenken der Heimat So mancher Deutsche hat während ber letzten 14 Jahre seinem Vaterlanbe ben Rücken gekehrt. Die nationalsozialistische Revolution hat vielen von ihnen neue Hoffnung gegeben. Als nun gar bas großartige Winterhilfswerk eingeleitet mürbe, ba wollten auch sie nicht abseits stehen. Sie geben ihrer Freude über bas große Werk des tätigen Sozialismus burch eigene Mitwirkung Ausbruck. Aus allen Teilen ber Welt laufen ihre Gelbfenbungen unb Sachfpenben ein. Wie sehr biese Bewegung anhält, lehren folgenbe Beispiele aus jüngster Zeit. Aus Sübamerika schrieben brei ehemalige Einwohner ber kleinen hessischen Stabt B a b Wimpfen: „Würben Sie so gut sein unb bem Winterhilfswerk 35 Mark einzeichnen? Wir haben dieses Gelb gerne gefpenbet, benn heute wissen wir, baß es richtig verwenbet wirb." So kam biese Summe aus Valencia unb Porto Caballo als Beweis herzlicher Heimatliebe. Der La Plata- Die Zeit des Kampfes um die Straße ist vorbei. Heute geht es an den Ausbau der Gemeinschaft der NS.-Jugend. Die Schulung muß in den Vordergrund gerückt werden, um allen Führern und Jungen den Weg zu zeigen, den sie gehen müssen, um das Ziel zu erreichen, welches wir uns gestellt haben. Mit der Schulung muß gleichzeitig die Kulturarbeit laufen. Das bedeutet aber Kulturarbeit? Jedes Volk hat feine Kultur, d. h. ein gewisses Geistesleben, eine Gestaltung der Sitten und Gebräuche, eine durchgeistigte seelische Gepflogenheit. Die Hitlerjugend ist das junge Deutschland, ist dasDo 1 k Don morgen. So wie jede Generation an ihrer Gepflogenheit hängt und sie liebt, fo lieben auch wir Jungen unsere selbstge- talteten Sitten und Anschauungen und lassen sie uns nicht nehmen. Der Einfluß der alten Generation ist groß, besonders in der Schule, und wird es in vielen Beziehungen auch bleiben, denn sie hat das größere Wissen, welches wir niemanden ab« treiten wollen. Die Schule soll aber eine Bildungs- tätte fein, so wie sie ursprünglich gedacht war, doch >arf sie sich nicht auf das Privatleben der Schüler ausdehnen wollen. heule besteht die große Gemeinschaft der Jugend, die alle und alles umfaßt. Sie wird auch die Gestaltung und Formung des jungen Menschen übernehmen, ba, roo die Schule versagt hat. Wir wollen keine einseitig Gebildeten, ja verbildeten Menschen, keine mit Weisheit vollgepfropften Krüppel, sondern unser Ziel ist es, kräftige, schöne und wissende Menschen zu bilden, welche auf hoher körperlicher unb geistiger Kulturstufe stehen. Nur aus gefunben, gebildeten Menschen kann ein gesunder Staat werden, und nur ein solcher Staat hat bas Recht, auf Dauer unb Ewigkeit zu bestehen. Ein Staat, in dem ber schafsenbe Mensch regiert und keine Bonzen. Ein Staat, in dem jeber daselbe Recht hat unb es keine Klassen unb Kästen gibt. Unb ein Staat, in dem nur nach Leistungen gewertet wird. Ein solches Volk ist fähig, roieber große Männer ber Welt zu schenken. Solche Männer aber können auch mieberum nur von solchen Völkern verstauben werben, bie frei find von allen politischen unb weltanschaulichen Streitigkeiten. Von Völkern, bie stark im Glauben sind unb einig in ihrem Wollen. Ja nur von ben Nationen, bie aus innerster Ueberzeugung so hanbeln unb nicht aus Massenpsychose, aus einem momentanen Trieb süblicher Leibenschaft. Unb das werben nur bie nordischen Menschen sein, die ruhig überlegenden, standhaften, tapferen Männer und die treuen unb eblen Frauen ber germanischen Welt. In Deutschland unterscheiden wir fünf Rassen, doch ist die nordische bie stärkere. Die meisten unserer großen Männer waren nordisch unb unsere Führer werben norbisch fein. Doch wollen wir nicht in ben Fehler verfallen, zu glauben, alle anberen vertretenen Rassen wären Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Der Polizeibericht meldet ..." — Obst- unb Garten bau verein, 15.15 Uhr, Kaufm. Vereinshaus, Vortrag. — Evangelische Stadtmission, 20.15 Uhr, musikalischer Dolksabend. — Handweberei Schloß Westerburg, CafL Ebel, 14 bis 18 Uhr, Handgewebe-Ausstellung. — Aus bem Stabttheaterbüro: Morgen, Sonntag, bas nationale Drama „Alle gegen Einen — Einer für Alle" von Forster-Burggraf; Spielleitung ber Jnbenbant. Die Aufführung würbe auf Veranlassung bes Gaukulturwarts ber NSDAP, aus Anlaß bes Volkstrauertages angesetzt. — Dienstag bas Trauerspiel „Julius Cäsar" von Shakespeare. — Mittwoch: Drei Akte von Kurt Goetz „Hokuspokus". — Donnerstag Veranstaltung ber NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freube": Konzert bes Stabttheater-Orchesters. — Freitag: Drei Akte von Kurt Goetz „Hokuspokus". — Der Oberheffifche Kun st verein kün- bigt für heute nachmittag freien Besuch mit einem Vortrag von Prof. Dr. Olt an. (Siehe heutige Anzeige.) — D i e Vortragsvereinigung (Goethe- Bunb, Kaufmännischer Verein unb Gewerbeverein) veranstaltet am nächsten Montag ihren 5. Vortragsabenb mit einem Licht- bilber-Vortrag über „Die beutsche Himalaja-Expe- bition 1929/31 im Kampfe um bie höchsten Gipfel der Erde". Den Vortrag wird der bekannte Himalaja-Forscher Paul Bauer halten. (Siehe gestrige Anzeige.) — Der Obst- unb Gartenbauverein Gießen veranstaltet am morgigen Sonntag im Kaufmännischen Vereinshaus einen Vortrag. (Siehe heutige Anzeige!) — Die Hanbgewebeausftellung ber Handweberei Schloß Westerburg ist bis einschließlich morgigen Sonntag geöffnet. (Siehe gestrige Anzeige.) ** Die biesjähriaen Abiturienten in Hessen. In Hessen stehen gegenwärtig nach einer amtlich bestätigten Mitteilung 1112 Abiturienten unb 237 Abiturientinnen in ber Reifeprüfung. Von ihnen haben sich von vornherein 562 junge Männer unb 175 Mädchen für praktische Berufe entschieden. Der Rest, nämlich 550 männliche und 62 weibliche Abiturienten, haben die Absicht ausgesprochen, studieren zu wollen. Da aber das auf Hessen entfallende, vom Reich festgesetzte Jahres- kontingent der zum Hochschulstudium Zugelassenen (abgesehen von ben Lehrerstubenten am Päbago- aischen Institut) 340 männliche unb 34 weibliche Stubenten ist, werben sich also noch 210 Abiturienten unb 28 Abiturientinnen nichtakabemischen Berufen zuwenben müssen. ** Semesterschluß-Gottesbienst. Am Volkstrauertag, Sonntag, 25. Februar, finbet um 8 Uhr in ber Stabtkirche ber Semesterschluß-Gottes- bienst für evangelische Stubenten statt. Die Prebigt hält Stubenfenpfarrer Surfer. ♦* Die Auszahlung be r Militärver - ^orgungsgebührnisse (Heeresrenten) für ben Monat März erfolgt bereits am Dienstag, 27. Februar. ** Stabttheater-Abonnement. Zur Einlösung bes 6. Abschnitts bes Stabttheater-Abon- nements wird in unserem heutigen Anzeigenteil aufgefordert. Näheres in der Bekanntmachung. ** Die Gießener Wochenmärkte finden von ber nächsten Woche ab roieber breimal wöchent- lich statt. Unsere Hausfrauen mögen bie heutige Bekanntmachung ber Bürgermeisterei beachten. ** Die Ausgabe von K o h 1 e n b e z u g s - scheinen für Arbeitslose unb verschämte Arme betrifft eine Bekanntmachung bes stäbtischen Wohlfahrtsamtes in unserem Heu- SA. der NSDAP. Reserve I (Stahlhelm). Antreten aller katholischen uniformierten unb nicht uniformierten Kameraben, sowie ber Anwärter am Sonntag, 25. Februar, um 8.40 Uhr, in der Liebig- straße an ber Katholischen Kirche. Antreten aller übrigen uniformierten und nicht uniformierten Kameraben, sowie ber Anwärter um 9 Uhr am Stahlhelmheim. Kirchgang unb baran an- schliehenb Gefallenenehrung am 116er Denkmal, Landgraf-Philipp-Platz, mit Kranznieberlegung. Sturmbann I. Ortsgruppe des Stahlhelm, BdF. Montag, 26. Februar, 20 Uhr, Zusammenkunft ber Anwärter im Stahlhelmheim. Kamerab Kreisführer Dr. Dehner wirb über bie Lage berichten. Damit pünktlich angefangen werben kann, wirb Antreten ab 19.30 Uhr empfohlen. Der Ortsgruppenführer. NSDAP., Amt für Beamte, Kreis Gießen. Bis spätestens 15. März melben bie Ortswarte des RDB. im Kreis Gießen, im Benehmen mit ben Fachschaftsleitern unb Vertrauenmännern, biejeni- gen Beamten unb Ruheftanbsbeamten — auch soweit sie nicht bem RDB. angehören — bie noch nicht Mitglieber ber NS.-Volkswohlsahrt sinb. Fehlanzeige ist ersorberlich. gez.: Heß. KDAI. Bezirksleitung Gießen. Der Schulungsabend am Mittwoch, 28. Februar, fällt wegen Erkrankung bes vorgesehenen Sprechers aus. Am 10. unb 11. März Tag ber beutschen Technik in Leipzig. Alles nähere ist ber Parteipresse zu entnehmen. Wenn nötig, ergeht noch be- sonbere Weisung. Nächster Schulungsabenb voraussichtlich Mittwoch, 14. März. Bezirksleitung Gießen. gez. Kurz. Kein Urlaub für Amtswalter des NSLB. während der Schulzeit. An bie Direktionen ber höheren Schulen und die Kreis- und Stadfschulämfer richtet sich folgende Verfügung von Ministerialrat Ringshausen: „Wir haben Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß Lehrkräfte, die als Amtswalter des NSLB. tätig sind, während der Schulzeit an Sitzungen, Besprechungen usw. des NSLB. nicht teilnehmen bür- fen. Da bem Schulwesen bringenb Ruhe not tut, ift es unbebingt erforderlich, daß derartige Veranstaltungen in die schulfreie Zeit verlegt wer- ben." Hitler-Jugend. Obergebietsführung West. Die Gebietsführung Mittelrhein, Köln, Volks- gartenstrahe 62, bittet alle Jg., die sich für tunst- handwerkliches Gestalten interessieren, sich bei der Abteilung S des genannten Gebietes auf dem Dienstweg zu melden. Fachleute wollen ihr Fach mitangeben. Das Gebiet Mittelrhein wünscht diese Angaben, um diese Jugendgenossen zu kunsthandwerklichen Gemeinschaften zusammenzufassen. !«! irischast. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Der Frankfurter Getreidegroßmarkt blieb auch in d»er abgelaufenen Berichtswoche auf allen Gebieten lehr still. Das Ueberangebot beherrschte nach wie >or die Märkte, während sich die Abnehmer im Einblick auf das außerordentlich schwache Weizen- mehlgeschäft stark zurückhielten. Eine gewisse Stütze erhielt der Brotfrucht- mar k t von der günstigen Entwicklung der zum $1. Januar als Stichtag veröffentlichten Vorrats- Ratistiken der ersten und zweiten Hand. Da oder anderseits auch von feiten des Exports sowohl für Betreibe als auch für Mehle legliche Anregung »ermißt wurde, blieb die Umsatztätigkeit minimal. Indessen wird die Situation für Weizen twas besser beurteilt. Die bestehenden Weizen- mehlabschlüsse dürften bald ihrem Ende 311- newen, so daß von dieser Seite her ein merklicher Auftrieb zu erwarten sein wird. Bei nur kleinen Läufen der Mühlen blieb der Weizenpreis mit 195 i is 196 Mark per Tonne unverändert. Beim Roggenmehl ist die Lage wesentlich i-esser. Der Abruf ließ aber auch manche Wünsche : ffen. Für Roggen ist die Marktlage kaum ver- : nbert. Immerhin wurden laufend kleine Partien 11m letzten Preis von 172,50 bis 173 Mark per wOnne aus dem Markte genommen. In Futtergetreide hielt das starke Ange- tot an, während sich in den Absatzverhältnissen noch Isine Besserung zeigte. Bester Weißhafer fand hier ind da zu Saatzwecken Interesse. Die Notiz stellte s'ch auf unverändert 146 bis 148 Mark per Tonne. Braugerste war zwar nur wenig angeboten, Aachfrage war aber auch so gut wie nicht vorhan- ken. Die Borwochennotiz von 175 bis 177,50 Mark jer Tonne blieb unverändert. Am Kraftsuttermittelmarkt blieb die troos festere Grundstimmung bestehen, besonders ilhattige Artikel begegneten bei leicht gebesserten Kreisen per sofortiger Lieferung einigem Interesse, t nderseits gaben Weizenkleie, Weizenfuttermehl lös 0,25 Mark und Treber erneut um 65 Pf. je 130 Kilo nach. Die Woche schloß zu folgenden l-reifen: Weizenkleie 10 bis 10,10, Weizenfutter- irehl 11,35, Roggenkleie stetig 10,50 bis 10,60, Sojashrot 15 bis 15,25, Palmkuchen 15,15, Erdnuß- !..chen 16,25 bis 17,20, Treber 15,85, Trocken- shnitzel 9,80 Mark. Bon Rauhfuttermitteln büßte füdd. Heu dich seiner kürzlichen Steigerung merklich ein, es lotterte mit 6 bis 6,40 nach kürzlich noch 7 Mark ji 100 Kilo. Wochenbericht oom Frankfurter Gchlachtviebmarkt Das Schlachtviehgeschäft nahm in der abgelau- fmen Woche trotz der Nähe des Ultimos einen ver- hiiltnismäßig befriedigenden Verlauf. Die Rindermärkte erhielten durch die geringere Zufuhr (1252 gegen 1458) ein Stütze. Das öseschäst nahm einen mittelmäßigen Verlauf. Der Tarkt wurde nahezu geräumt. Geringe Ochsen jitgen bis 2 Mark, Kühe durchweg 1 bis 2 Mark Mrsen ebenfalls durchweg 1 bis Mark an, Bullen blhislten die oorwöchigen Preise. Das Kälbergeschäft nahm zunächst einen nlhigen, später etwas besseren Verlauf. Die Woche V laß mit einer durchschnittlichen Erhöhung um 10bis 2 Mark. Der Auftrieb hielt sich mit 1408 Stück gmau so stark wie in der Vorwoche. Die gute Nachfrage am Hammelmarkt hielt a„ es ließen sich erneut 1 bis 2 Mk. höhere Preise eigielen, während Schafe etwas weniger beachtet nnren, aber ihre letzten Preise gut behaupteten. Die Zufuhr von 287 (223) Stück wurde ausverkauft Der Schweinemarkt nahm einen zwar (dlleppenben, aber doch widerstandsfähigen 93er- Icuf, denn trotz erhöhter Beschickung (4879 gegen 4!®3) blieben die Preise der Vorwoche, die sich f ischen 36 bis 48 Mark bewegten, gut behauptet. Sur allem hielt die Nachfrage nach fetten Schwei- ütm für Extraktionszwecke an. Der Markt konnte je och nach schleppendem bis ruhigem Handel nicht vllll geräumt werden. * Neue unverzinsliche Schatzanwei- ingen. — Ermäßigung des Diskont- c tz e s. Nach Ausverkauf der letzten Emission wur- itn gestern von der Reichsbank neue unverzins- icie Schatzanweisungen per 16. Juli 1935 zur Anfügung gestellt. Der Diskontsatz, der bisher ,-80 v. H. betragen hatte, wurde auf 4,25 v. H. er» n Kigt. “ 100 Millionen Instandsetzungs- ne b i t e ber Sparkassen unb Girozen- ioa 1 e n. Der Deutsche Sparkassen- unb Girover- oib teilt mit: Durch bie Gewährung von Jn- ,0 idsetzungskrediten für ben Hausbesitz haben bie ätschen Sparkassen unb Girozentralen zur Bekämpfung ber Arbeitslosigkeit mit allen Kräften beigetragen. Bis Enbe Januar 1934 wurden Jn- standsetzungskredite von mindestens 75 bis 80 Millionen bewilligt. Darüber hinaus werden zur Zeit noch Kreditanträge im Gesamtbeträge von etwa 50 Prozent dieser Summe bearbeitet. Bei vorsichtigster Schätzung kommt man zu dem Ergebnis, daß die Gesamtbeteiligung der deutschen Sparkassen und Girozentralen am 31. März, dem für die Beendigung der Arbeiten gesetzten Termin, rund 100 Millionen Mark betragen wird. Diese Zahl wird sich aber aller Voraussicht nach noch erhöhen. Denn überall konnte beobachtet werden, daß sich seit Beginn des Jahres 1934 die Anträge auf Gewährung von Jnstandsetzungskrediten ganz bedeutend gemehrt haben. * Buderussche Eisenwerke AG., Wetz- l a r. Die Gesellschaft hat sich entschlossen, auf ihrer Sophienhütte in Wetzlar, in der von drei Hochöfen einer in Betrieb ist, zunächst einen weiteren Hochofen anzublasen. Diese Maßnahme bringt nicht nur ber Sophienhütte selbst, sondern vor allem auch dem Lahnbergbau eine beachtliche Mehrbeschäftigung. Frankfurter Börse. Hlitfagsbötfe: fest. Frankfurt a. M., 23. Febr. Die gestrigen Ausführungen des Reichsbankpräsidenten im großen Ausschuß des Centralverbandes des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes brachten eine allgemeine Beruhigung und neue Zuversicht an den Markt. Dor allem löste die Ausführung Dr. Schachts gegen jede Abwertung der Mark eine Befriedigung aus, und mit Genugtuung wurde auch die Bemerkung über die organische Zinssenkung, die auf loyalem Wege ohne jeden Druck erfolgen soll, aufgenommen. So war heute vor allem wieder Interesse am Rentenmarkt vorhanden, wo neben beachtlichen Publikumsaufträgen auch die Kulisse in größerem Ausmaße Neueindeckungen vornahm. Durch diese Bewegung wurde auch der Aktienmarkt mitgezogen und zeigte gegenüber den ruhigen Vortagen eine spürbare Belebung, die zu einer zuversichtlichen Kursgestaltung, besonders im Verlaufe, führte. Bei lebhaften Umsätzen eröffnete am Rentenmarkt Altbesitzanleihe 0,40 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,50 v. H. und Stahlverein-Bonds 1 v. H. höher. Neubesitz lagen gut behauptet. Reichsmark-Anleihen (aus Dollar-Bonds) waren fest und zogen bis 1 v. H. an. Am Aktienmarkt waren IG. Farben zunächst 0,50 v. H. leichter, glichen aber später den Verlust wieder voll aus. Th. Goldschmidt konnten sich auf Berliner Käufe um insgesamt 2 v. H. befestigen. Der Montanmarkt lag durchschnittlich bis 0,50 v. H. freundlicher, Mannesmann gewannen 1 v. H. und Laurahütte sogar 1,50 v. H. Am Elektromarkt lagen Gesfürel mit plus 1,50 v. H. fest, während Schuckert 0,75 v. H. verloren. Schiffahrtswerte weiter vernachlässigt und gedrückt, Hapag minus 0,75 v. H. Im einzelnen lagen Reichsbankanteile 0,50 v. H. höher, Zellstoff- Aktien gut behauptet, während Kunstseidenwerte bis 0,50 v. H. nachgaben. Im Verlaufe blieb der Aktienmarkt fest, die durchschnittlichen Kurssteigerungen betrugen von 0,50 bis 1 v. H. Darüber hinaus gewannen IG. Farben 1,75 v. H. Don später noch zur Notiz gekommenen Werten lagen Klöckner insgesamt 2 v. H. Elektr. Lieferungen 1,25 v. H, Siemens 0,75 v. H. und Scheideanstalt 1 v. H. fester. Am Kassa- markt war die Haltung »»einheitlich. Fester lagen u. a. Parkbrauerei 4 0. H., Württemberg. Notenbank 2 v. H., Hoch- und Tiefbau und Konserven Braun je 2 v. H. und Mänus Maschinen 1,25 v. H. Dagegen verloren Ehern. Albert 2,50 v. H., Neckarwerke Eßlingen 2 v. H., Nheinmetall 3 v. H. und Verein. Glanzstoff 3,50 0. H. Am Nentenmarkt gaben deutsche Anleihen etwas nach, da auf dem erhöhten Stand Gewinnabgaben erfolgten, die wegen mangelnder Aufnahme Rückgänge bis 0,40 v. H. hervorriefen, so Altbesitz 97,13 bis 96,75, Neubesitz 19,75 bis 19,55 und Stahlverein-Bonds 71,75 bis 71,65. Reichsmark-Anleihen blieben auf ihren erhöhten Anfangskursen behauptet. Staats-, Länderund Stadtanleihen lagen fast unverändert. Recht lebhaft lag der Psandbriefmarkt; hier waren sowohl Gold- als auch Liquidationspfandbriefe und Kom- munal-DbHgationen bis zu 1 v. H. fester. Von fremden Werten konnten sich Schweiz. Bundesbahnen bis 2 v. H. erhöhen. Im Freiverkehr waren Pokorny gefragt und mit 35 um 1,50 v. H. fester. Tagesgeld blieb zu 3,50 unverändert. Abendbörse: ruhig. Die Stimmung an der Abendbörse war freundlich, im Hinblick auf das Wochenende fanden aber größere Umsätze nicht statt. Am Aktienmarkt lagen die Kurse gegen den Berliner Schluß über- wiegend gut behauptet, vereinzelt traten auch Besserungen bis zu 0,50 v. H. ein. So wurden die meisten Elektropapiere etwas höher bezahlt, auch Montanwerte fanden etwas mehr Beachtung, wobei die fortschreitende Besserung des Auftragseinganges bei den Mannesmann-Röhrenwerken anregte. JÄ.-Far- benindustrie bröckelten nach gut behauptetem Beginn im Verlaufe leicht ab, im übrigen traten keine Veränderungen ein. Von Renten lagen deutsche Anleihen freundlich und lebhafter, Alt- und Neubesitz sowie späte Reichsschuldbuchforderungen konnten sich bis zu 0,13 v. H. bessern. Reichsmark-Obligationen lagen zwar still, aber gut gehalten. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 19,70, Altbesitzanleihe 97,13, 6proz. Stahlverein 71,65, Schutzgebietsanleihe von 1914 9,45, Commerzbank 51,75, Dresdner Bank 67, Reichsbank 171, Gelsenkirchen 63,25, Har- pener 95,25, Klöckner 67, Mannesmann 68,50 bis 68,40, Rheinstahl 91, Stahlverein 42,25, Aku 53, Bekula 129, Gement Heidelberg 93,50, Daimler 46,25, Scheideanstalt 184, Licht & Kraft 103 Frankfurter Obst- und Gemttjemarkt. Frankfurt a. M., 23. Febr. Arn Gemüse- markt waren sehr starke Zufuhren in ausländischem Eskarol und Kopfsalat festzustellen, während das Angebot von inländischem Gemüse weiter nachläßt. Die Preise lagen im allgemeinen gegen die vom Mittwoch unverändert, nur ausländischer Blumenkohl war etwas hoher. Dad Geschäft war lebhaft. Es erzielten: Blumenkohl, Steige 12 und 18 Stück, 550 bis 650 (ital.); Eskarol, Steige 18 und 24 Stück, 325 bis 400 (ital.); Feldsalat 80 bis 130; Gewürzel, gr. Bdl., 35 bis 40; Karotten 6 bis 8; Jndustriekartoffel, 50 Kilogramm, 300 bis 325; Mäuschen rot, 50 Kilogramm 500 bis 600, do. gelb, 50 Kilogramm 700 bis 800; Unterkohlrabi 5 bis 6; Kopfsalat, Steige 24 Stück, 300 bis 450 (span.), do., Steige 24 und 30 Stück, 275 bis 300 (ital.); Lattich (Treibhaus) 100 bis 110; Lauch 3 bis 7; Meerrettich 12 bis 25; Rosenkohl 24 bis 28, 22 bis 23 (holl.); Rote Rüben 4 bis 7; Sellerie je nach Große 5 bis 25; Spinat 20 bis 23, do. 20 bis 22 (ital.); Schwarzwurzeln 14 bis 20, do. 20 (holl.)! Tomaten, Kistchen etwa 10 Kilogramm, 500 (can.); Weißkraut 5'/- bis 6, do. 7 (holl.); Wirsing, spitz, 13 bis 15, do., rund, 10 bis 12, do. 5V2 bis 7 (holl.); Weiße Rüben 7 bis 8; Rotkraut 4Vs bis 7, do. 6 bis 7 (holl.); Zwiebeln, 50 Kilogramm, 600. Bei Obst und Südfrüchten verzeichnete man starke Zufuhren in Aepfeln in- und ausländischer Herkunft, in Apfelsinen war das Angebot gut. Die Preise für italienische Apfelsinen zogen etwas an, im übrigen blieben sie unverändert. Der Verkauf gestaltete sich zufriedenstellend. Es erzielten: Aepsel I 22 bis 28, II 15 bis 20, Wirtschaftsäpfel 12 bis 14, amerikanische Aepfel, rot, Kiste etwa 40 Pfund, 750 bis 1000, do. gelb 1050 bis 1500; Apfelsinen, blond, 11 bis 17 (span.), Blut 13 bis 16 (span.), italienische Apfelsinen, blond, 18 bis 20, Blut 18 bis 25; Birnen, Kiste etwa 40 Pfund, 1250, amerikanische Eßbirnen 16 bis 20, Kochbirnen 6 bis 9; Erdnüsse 14 bis 16; Mandarinen 15 bis 20; Zitronen, Korb 200 bis 250 Stück, 350 bis 400. Die angegebenen Preise sind Großbezugspreise, sie sind, sofern nichts anderes angegeben, auf 0,5 Kilogramm bzw. Stück in Pfennigen umgerechnet und verstehen sich bei Abnahme am Derkaufsstand, also ausschließlich Versandkosten. Mainzer Getreidemarkt. Mainz, 23. Febr. Es notierten (Großhandels- Einstandspreis ze 100 Kilogramm loko Mainz) in Mark: Weizen 19,60, Roggen 16,90, Hafer 14,60 bis 14,85, Braugerste 17,50 bis 18,00, Jndustrie- gerste 17,25, Mälzkeime 13,75, Weizenmehl füdd. Spez. 0 30,10, Roggenmehl 0 bis 60 Prozent nordd. 23 bis 23,50, do. füdd. 24 bis 24,50, Weizenkleie fein 10,40, do. grob 10,90, Roggenkleie 10,50 bis 11, Weizenfuttermehl 11,75, Biertreber 15,75 bis 16, Soyaschrot 15,25, Trockenschnitzel 9,65. Tendenz: Weizen stetig, übriges Getreide unverändert. Futtermittel und Mühlennachprodukte ruhig. Rundfunkprogramm Sonntag, 25. Februar. 7.30 Uhr: Standmusik an der Feldhermhalle in München. 9: Dolkstrauertog. Der Intendant spricht. 9.10: Von Stuttgart: Katholische Morgenfeier. 9.35: Don Kassel: Evangelische Morgenfeier. 10.05: Ein Volk sorgt für seine Kriegsgräber. 10.20: Von München: Reichssendung: Hörbericht der feierlichen Vereidigung auf dem Königsplatz. 10.30: Von München: Feierliche Vereidigung aller politischen Amtsleiter in Deutschland. Anschließend: Funkstille. 12: Von Berlin: Übertragung vom Ehrenmal in Berlin anläßlich der Totengedenkfeier. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: Mittagskonzert. Tod und Auferstehung. 14.20: Der Bauer gedenkt der Toten. Hörfolge. 15: Von Stuttgart: Besinnliche Musik. 16.30: Von Stuttgart: Kinderstunde. Märchen von Andersen. 17: Nachmittagskonzert. 18: Orgelkonzert. 18.50: Vom Deutschlandsender: „... und die Fahne ist mehr als der Tod". Eine choristische Hörfolge. 19.50: Vom Stürmen und Sterben deutscher Soldaten. Szenen von Werner Wolfgang Knoeckel. 19.45: Trauer und Aufblick. Feierliche Sendung für den Rundfunk. Von Rudolf G. Binding. 20.30: Von Stuttgart: Wallenstein. 22.30: Kammermusik. 23: Von Leipzig: Konzert am Volksttauertag. 24 61s 2: Nachtkonzert. Zttontag, 26. Februar. 7.10 Uhr: Von Stuttgart: Frühkonzert der Standartenkapelle 119. 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde des Liedes. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Spiel und Spielzeug, Vortrag. 17.45: Zum 100. Todestag von Alois Senefelder, Vortrag. 18: Stunde der Jugend. „An die junge Generation". 18.50: Griff ins Heute. 19: Von Stuttgart: Stunde der Nation. „Schwaben in aller Welt." Manuskript: Paul Enderling und Dr. Klingenfuß. 20.10: Aus beliebten Opern. 20.50: „Das Grauen klopft an Peter Holls Türe." Hörspiel 21.30: Alemannische Lieder aus alter Zeit. 22.25: Der 9. November 1918, Vortrag. 22.45: Verkehrserziehung. 23: „Bin ein fahrender Gesell." Schallplattenstunde. 24 bis 1: Nachtmusik. Dienstag, 27. Februar. 7.10 Uhr: Von Kassel: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde der Frau. Mütter der Helden 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Mythische Elemente im modernen Sport, Vortrag. 17.45: Zithermusik 18: Unser Kind kommt Ostern in die Schule. — Wie bereiten wir es darauf vor? Betrachtungen. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit. 19: Stunde der Nation „Tänze nordischer Komponisten." 20.10: Richard-Wagner-Konzert. Das Südfunkorchester, Südfunkchor. 21.20: Die schöne Müllerin Liederkreis. 22.40: Pfälzische Volkslieder. 23: Englische Musik. 24 bis 1: Nachtmusik. Mittwoch, 28. Februar. 7.10 Uhr: Von Stuttgart: Frühkonzert der Stahlhelm - Kapelle. 10.10: Schulfunk. Auf den Spuren der Eiszeitjäger. Hörbericht. 12: Mittagskonzert. 14.30: 3X15 Minuten aus dem Senderbezirk: 16 Uhr: Nachmittagskonzert des Südfunk- orchesters. 17.30 Uhr: Aus Zeit und Leben, 17.45: Stunde der Jugend. 18.25 Uhr: Die Leipziger Messe im neuen Gefüge des Welthandels. 18.50: Griff ins Heute. 19: Stunde der Nation. „Die Flucht in die Heimat." Hörspiel. 20.10: Militärkonzert. 21.10: „Einladungen bei vornehmen Leuten." Eine luftige Plauderei. 22.15: Du mußt wissen. 22.40: Kleine Unterhaltung. 23: Kleine Klavierstücke. 23.30: „Gelassen stieg die Nacht ans Land ..." Eine lyrische Fantasie. 24 bis 1: Nachtmusik. Donnerstag, 1. Marz. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. Italienische Oper. 14.40: Kinderstube. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Goethes Protest gegen naturwissenschaftlichen Trug, Vortrag. 17.45: Musiker- Anekdoten 18: Warum bleiben wir in der Provinz? Vortrag. 18.15: Familie und Rasse. Vortrag. 19: Stunde der Nation. „Stimmen der Zeit." 20.10: Das Brettl. Eine lustige Stunde. 21.10 Uhr: „Goldschmied macht köstlich Ding." Eine Wanderung mit dem Mikrophon durch württembergisches Notstandsgebiet. 22.15: Du mußt wissen. 22.40: Von Karlsruhe: Das hohe C ist Trumpf. 23: „Im Varietä." Ein buntes Potpourri. 24 bis 1: Nachtmusik. Freitag, 2. März. 7.10 Uhr: Von Stuttgart: Frühkonzert der 621.» Standartenkapelle 119. 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde der Frau. Frau und Volksernährung. 16: Nachmittagstonzert des Philharmonischen Orchesters. 17.30: Neue Zeit. — Neue Zeitung, Vortrag. 17.45: Soll mein Sohn seinen Beruf auf dem Lande suchen? 18: Stunde der Jugend. 18.50: Griff ins Heute. 19: Stunde der Nation. Konzert auf Königsbergs neuer Funkorgel 20.10: Musikalische Reise. 21: Südwestfunk-Ringfendung I. Der geschichtliche Raum. 22.40: Wochenmarkt auf dem Freiburger Münsterplatz. 23: Suite für Bratsche allein in E» Moll, op. 1316 Nr. 3 von Max Reger. 23: Vom Schicksal des deutschen Geistes. 24 bis 1: Nachtmusik. Samstag, 3. März. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 10.10 bis 10.45: Schulfunk: „Altgermanische Musik." Ein Hörbericht. 12: Mittagskonzert. 14.30: Fröhliches Wochenend. 15.10: Lernt morsen! 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 19: Stunde der Nation. yDu bist gemeint ..." Der Sieg der Volksgemeinschaft vom Winterhilfswerk zu neuen Zielen. 20.05: Saarländische Umschau 20.15: Historisches Konzert. 22.30: Unterhaltungskonzert des Südsunkorchefters. 24 bis 2: Nachtmusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzi veichlossenen Dividende an — Reichsbankdiskonl 4 0 f) Lombardzinsfuß. 5 0. H. ^ranftun u. DL Berlin Vranffurt a. M Serlin Schluß- hird Schlußk. Abend, börse Schluß» fort Schlußk mittag bürte Schlußkurs Schluß!. Abend- börfc Schluß- kurS Schlußk. mittag» Mrfe 'Datum 22.2 23.2- 22.2- 23.2. Datum 22-2- 23-2 22.2. 23-2. MUeutfdje Reichsanleihe v 1927 r„ >m.7% Tt.ReichSanl.v. 1929 i Young-Anleihe von 1930 . reiche Anl.-Ablöi.-Schuld mit 97,13 99,9 96,65 100 96,75 99,9 96,75 100 4% desgl. Serie II 6% ÜRurnän. vereint). Rente v. 1903 6,4 5,25 6,5 6,5 5 6,65 5,25 93,5 93,65 93,65 93 4H%Rumän.vereinl).Rentev.lS13 4% Rumänische vereint). Rente . 7,5 4,25 4,2 7,4 4,25 7,7 4,13 96,75 97,13 96,75 97 2 %% Anatolier 30,5 30,75 31 30 ohne iIu61o).«$Red)te ..... 19,75 19,7 19,65 19,6 t)em.8% Hess. Bolksstaat 1929 94,25 94,4 94,4 vamvurg-Amerila-Patel .. Hamburg-Eudam. Dampfschiff 28 27,25 27,5 25,75 27,75 25,9 sülckzahlb. 102%) 94 0 <>, Hess. Landesbank Darmstadt Hansa-Dampfschifs 0 _ _ Sold R. 12 91,75 Rorddeulscher Lloyd ..... 0 30,75 31 30,75 31 11® Hess. LandeS-Hyvotheken- i>7Nl Darmstadt Liqui 90,5 90,75 — - A.G. für Verkehrswesen Akt. Berliner Handelsgeselljchafl 0 4 65 94 66 94,5 65,9 94,5 65,75 94,5 Hessen Provinz-Anleihe mit 91,75 Commerz und Privat-Bank 0 50,75 51,75 50,75 51,5 L.islos.-Rechten 91 Deutsche Bank und Disconto- Dt-jsche Komm. Eammelabl. An» >eche Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 94,75 94,65 94,75 94,75 Gesellschaft............... Dresdner Bank.............. 0 o 65,25 67 170,5 65,25 67 65,25 67 65,25 67 -hem. 8% Franks. Hyp.-Bank 92,25 Reichsbank ............... 171 171 i '>dpse. 15 unkündbar bi- 1935 92 — f-, chem. 7% Franks. Hyp.-Bank ® 'topfe. 16 unkündbar bi- 1936 •10 ehem. *K% Franks Hyp^ L i nk-Liqu.-Psandbriese..... IV” ehem. W1% Rheinische ibiP-Bank-Liqu.^oldpfe. f. toem. 8% Pr. Landespfand- h"fanftan, Pfandbriefe R. 19 Ihcm. 7% Pr. Landespfand. ircfanftalt, Pfandbriefe R. 10 92,13 — A.E.G..................... o 29,5 128,5 99,25 29,65 29,25 29,75 91,75 Bekula..................... o 129 128,65 128,9 91,65 91,9 — — Dektr. LieferungSgesellfchaft . 6 101,75 99,13 101,25 92,4 94 92,65 94 94 94 utchl und Kraft g Felten & Guilleaume 0 Gelellsch.s.EIektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ....... 6 Schuckert S Co............. n 102,75 59 89 96 102,5 150 103 59,5 99,5 102,5 102,13 59 98,5 96,4. 102,75 102,75 60,25 99,5 96 102,75 94 94 94 94 Siemens S Halske............ 7 150,75 149,5 149,75 Iri!?rautsch Verrechnungskurs f, ::etterretchif»e «oidrente.... flp'n Oesterreichifche ©Ubenente 1 ingarllche Goldrente ....... i Jifliirildje Staatsrente v. 1910 ü? deSgl. von 1918 ......... 97,13 19,5 1,25 6,7 97,13 18,5 1,25 6,6 97,13 19 97,13 19 LahmeyerLCo............. io 117 117 116,25 — Buderus .................. 0 79 78,5 78 /8,65 4 0 110,5 61,75 110,75 63,25 110,5 111 6,4 6,75 Gelsenkirchener ............. 61,75 63,25 6,4 6,55 9,5 6,3 6,3 9,65 6,55 6,45 ßarpener ................ 0 94,5 95,25 94,75, 95,75 6,5 9,75 öoesch Eisen—Kvin-Neuessen .. 0 76 76,5 W lögest. Soldmexikaner von 99 9,5 Alse Bergbau ........... 6 — 142 140 142 ti Lürkische Zoilanleihe von 1911 tt Lürkische Lagdadba-n-Anlet-e 6,65 6,65 6,75 6,75 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 0 118,5 64,5 118 67 119,25 64,4 119,25 66,9 68,5 Mb i.....7............7. 6,3 6,4 6,4 6,6 5 BianneSmann-Rübre» ........ 0 67 67,25 68 Franksun a. Ul. Serlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a Hl. Schluß» Schlußk. Abendbörse Schluß» kurS Schlußk Ulinag. börse 22.Februar 23-$ebiuar Amtliche Notierung Seid | Srie Amtliche Jlotleruna Datum 22-2- 23-2. 22.2. 23-2. Geld Srie" Helstngfor».. Wien ..... Prag ...... Budaped ... Sofia ...... Holland .... Oslo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neuyork .... Brüssel..... Italien..... Paris ...... Schweiz .... Spanien.... Danzig..... Japan ...... Rio de Ian. . Jugoslawien. Liiiaho» .... 5,674 47,20 10,38 3,047 168,55 64,44 57,29 66,13 12,825 0,648 2,522 58,41 21,90 16,49 80,88 33,95 81,67 0,759 0,214 5,664 11,68 5,686 47,30 10,40 3,053 168,89 64,56 57,41 66,27 12,855 0,652 2,528 58,53 21,94 16,53 81,04 34,01 81,83 0,761 0,216 5,676 11,70 Zanknoten. 5,644 47,20 10,38 3,047 168,78 64,24 57,09 65,88 12,785 0,648 2,522 5 ,44 21,87 16,49 80,84 33,97 81,70 0,764 0,214 5,664 11,64 5,656 47,30 10,40 3,053 169,12 64,36 57,21 66,02 12,815 0,652 2,528 58,56 21,91 16,53 81,00 34,03 81,86 0,766 0,216 5,676 11,66 Mansselder Bergbau......... 0 Kvksiverke 0 Phönix Bergbau ........... 0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl 0 Bereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen 0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln........ 5 Kaliwerke Salzdetsurib ... ?V, 3. G. Farven-Industrie....... 7 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ............... 0 Rütgerswerke ...............0 Metallgesellschaft............. 0 Philipp Holrmann ........... 0 Zementwerk Heidelberg ......0 Zementwerk Karlstadt ....... 0 Schultheis Payenhoser ...... 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg 0 Zellstoff Waldhos .......... 0 Zellstoss Aschafsenburg ....... 0 Destauei Gas 7 Daimler Motoren ........... 0 Deutsche Linoleum ...........0 37 49 203,5 90,75 41,4 15 115,5 154,5 132,5 182 59 56 70,25 92,5 53,25 53,75 46,75 38,25 45,5 47,65 37 49,75 203,75 91 42,25 14,5 114 114,5 154 133,25 184 61 56,75 77 70 93,5 100 53 53,75 47,25 38,65 46,25 48,25 37 89 49 204 90,65 41,4 14,75 115,25 115 154 132,4 59,25 56,13 76,75 = 99,25 53,75 53,5 46,5 37,65 120,75 45,13 47,5 37 89,5 49,75 204,75 91 42,13 14,75 113,5 114 152,5 133,5 61 57 77,25 70 103,25 53 53,75 46,75 38 121,5 46 48,5 Serlin,23 • Februar Geld Brief Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ........ ....... Englische Noten ................. 2,475 58,28 56,84 12,74 16,45 168,36 21,75 64,07 65,72 80,66 33,83 2,495 58,52 57,06 12,80 16,51 169,04 21,83 64,33 65,98 80,98 33,97 Orenstein L Koppel ..........0 19,25 163,5 184,75 154,5 28 74,75 19,5 70 70,25 Holländiiche Noten .......... Leonhard Tiey ..... 0 19,5 20 Italienische Noten................ kbade .................10 Attumulatoren-Fabra........ 0 Lonti-Gummt .............0 Gritzner.................... 0 Mainkraftwerke Höchst O.5DL... 4 Süddeutscher Zucker .•••••••• 8 184,5 154,75 28,4 74,75 163,75 184,9 154 2 164,25 184,75 153,25 28 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. 180,5 180,5 180,5 Ungarische Note» •••••••••••••••• Hitler schafft Arbeit! Weitere bewilligte Wahnahmen des Arbeils- beschaffungsprogramms im Rhein-Wain-Gebiet: Wahnahme: Tagewerke: Einbau von Wohnräumen in der Wanderarbeitsstätte in Warburg 1570 Instandsetzung des Volksschulgebäudes in St. Goarshausen 1085 Jnstandsehungs- und Ergänzungsarbeiten an öffentlichen Gebäuden in den Gemeinden Walsfeld, Spangenberg, Heßlar und Vüchenwerra im Kreis Weisungen 6530 Jnstandsehungs- und Ergänzungsarbeilen an Gemeinde-Gebäuden der Gemeinden Gonsenheim, Hechtsheim und Laubenheim 2450 Ausbau der Landstraße Weilburg—Wetzlar (Fernverkehrsstraße 49) und der Landwegdurchgangsstraße Saalburg— Anspach—Weiltal zwischen Saalburg— Anspach und Weiltal und Anspach durch Verkehrsverband Wiesbaden 11900 Ausbau der v-Slrahe Oppenheim—Undenheim—Wörrstadt und Ausbau der B - Straße Viedersolm — Stadecken — Kreuznach durch Provinzialdirektion Rheinhessen 5200 Ausbau der Bezirksstraße Rr. 199 Lehnheim — Homberg — Lehrbach durch Provinzialdirektion Oberhessen 1750 Oie Fußballspiele im Gau XII fallen aus .. . Wie wir von amtlicher Seite auf besondere Anfrage erfahren, fallen im Gebiet des Gaues 7 des DFB. am morgigen Sonntag aus Anlaß des Heldengedenktages sämtliche Fußballspiele aus. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 I. Jugend — VfB. I. Jugend. Am Sonntag treffen sich die I. Jugendmannschaften der beiden hiesigen Fußballsportvereine zum Rückspiel. 1900 tritt dem Gegner in folgender Aufstellung entgegen: Bötz, herf, Oelemann, Mank, Schmidt, Schalch, Dörr, Jung, Jacob, Schellhaas, Weiß. Dem Platzverein ist ein kleines Plus zuzusprechen. 1900 II. Jugend fährt nach Lich, um gegen dessen I. Jugend anzutreten. Den früheren Resultaten entsprechend ist der Ausgang ungewiß. 1900 Schüler erwarten den gleichen Gegner aus Steinberg. Handball im Tv. Garbenieich. Garbenleich I — 1. Komp. IR. 15 II 4:10 (1:4). Am Sonntag weilte die zweite Handballmannschaft der 1. Komp. IN. 15 Gießen in Garbenteich. Das Spiel stellte an beide Mannschaften hohe Anforderungen, da die Bodenverhältnisse sehr schlecht waren. Die Soldaten waren den Turnern technisch sowie körperlich überlegen und konnten das Spiel verdient gewinnen. Deutscher Erfolg in Gollestea. Einen schönen deutschen Erfolg gab es am Freitag bei den FIS.-Rennen in Solleftea, da die deutsche Staffel in der Besetzung Motz, Schreiner, Bogner, Leupold im 4X10-Kilometer-Staffel- lauf in 2:51,23 Stunden hinter den in 2:40,28.2 Stunden siegenden Finnen den zweiten Platz belegen konnten. Die Schlußläufer von Norwegen und Schweden hatten sich verlaufen und büßten dadurch wertvolle Zeit ein. Die vier deutschen Vertreter befanden sich in sehr guter Verfassung. Einen deutschen Skisieg gab es außerdem durch Franz P f n ü r (Schellenberg) bei den Französischen Meisterschaften in Supersbagners bei Luchon in den Pyrenäen. Der Sieger der Slalomrennen von St. Moritz gewann den Abfahrtslauf mit zwei Sekunden Dorsprung vor dem Schweizer von Allmen. Spitzenleistungen der Iahrtenruderer Der Deutsche Ruderverband gibt jetzt das Ergebnis der Fahrten-Ruderwettbewerbe des Jahres 1933 bekannt. Diese Wettbewerbe werden alljährlich für ältere Ruderer, sowie für Ruderinnen ausgeschrieben. Die Ergebnisse lassen deutlich die gesunderhaltende Kraft des Ruderns erkennen, denn in welchem Sport zeigen Fünfzigjährige Leistungen, die auch für einen jungen Aktiven ganz beachtlich sind. 16 Ruderer im Alter von 35 bis 50 Jahren schafften je 1200 bis 2160 Kilometer. Nicht weniger als 36 mehr als 50 Jahre alte Ruderer legten 910 bis 2538 Kilometer zurück. Darunter befindet sich ein 76jähriger, Hermann Adrian (Halle), der 1733 Kilometer bewältigte. Die Ruderinnen hatten als Mindestleistung 900 bis 1200 Kilometer zu bewältigen. 20 Ruderinnen haben diese Bedingung erfüllt. Die größte Zahl der Wettbewerbssieger stellte bei den Ruderern die Rudergesellschaft Breslau. Weiter sind Rudergesellschaft Nelson-Halle, Dessauer RV. und Magdeburger RE. stark vertreten. Berlin U 1 I I H i f. U 1 In tiefer Trauer! Helene Löhr, Karl Löhr Heinrich Kaietsch Paula Kaietsch, geb. Löhr Gertrud Löhr, geb Rain Arthur Löhr und 3 Enkelkinder Lollar, Gießen, den 22. Februar 1934. 15 Pf. 0942 Karl Vogt I, Lich. Erstklassige Saaikartott Industrie und Ackersegen, Ztr. 3,- NM. Säcke Darlehen langfristig, un* kündbar, zu günstigen Bedingun« gen, Zweckspar- Aktienges.Ifiainz, Mainz, Kaiserstraße 18, Unter Neichsaufücht It. Gesetz vom Mai 1933. Kostenlose Beratung: 8ioD Otto Wagner, GroßenBuseck Vertreter gesucht illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Bestens eingeführte Vers.-Gesellschaft beabsichtigt, ihre Vertretung für den Platz n53V Gießen neu zu besetzen. Herren, welche in derLagesind,eine demJnkasso entsprechende Kaution ob. Bürgschaft zu stellen und den vorhandenen Bestand mit unserer Unterstützung weiter auszubauen, werden um ausführliche Offerte gebeten u. F. M. 273 an Ala Haasenstein & Vogler, Frankfurt am Main. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHII Die Beerdigung findet Sonntag, 25. Februar, nachm. 3 Uhr, in Lollar statt. hunM durch 0845 Reinigung mitKräuterhaus Bamgleiiöl Fachgeschäft in d. Schulstraße. DANKSAGUNG Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns beim Heimgänge unseres lieben Entschlafenen in so reichem Maße zuteil wurden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Bremmer, dem Fahrbeamtenverein Gießen und dem Krieger verein für die erwiesene letzte Ehre und ehrenden Nachrufe, herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Kath. Schupp, geb. Becker Klein-Linden, den 24. Februar 1934. 0 92 Heinrich Löhr Feilenhauermeister nach sch »»crem Leiden heute nacht im Alter von 67 Jahren zu sich gerufen. Gott der Allmächtige hat meinen innigstgeliebten Mann, unseren herzensguten Vater, Schwiegervater und Großvater 11890 01018 DANKSAGUNG Für die überaus vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Heimgänge unserer teuren Entschlafenen, sowie für die reichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir allen unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Köhler und Familie. Großen-Linden, den 24. Februar 1934. Großartige Neuheit tllcht. Vettreter(tnnen) 1139 v für meine 2 konkurrenzl. einzig in der 9)1 eit dastehende neue Haushaltartikel (im Haushalt unentbehrlich), z. Besuch d. Pvivatkundschaft m Stadt u. Land bei hohem Verdienst für sofort gesucht. Nachweisb.grötzteVerdienst- möglichkeit, Dauerexistenz. Off. a. Postfach 247 Mainz HSräaterhans JUNG Mäusbnrg 1115D Wichtig für Vertreter, welche die Lebensmittelbranche besuchen! Fleißige Herren mit eigenem Auto, gewohnt, intensiv zu arbeiten,haben Gelegenheit, die Alleinvertretung in Schnellwaagen und Aufschnittschneidemaschinen von angesehener deutsch.Fabrik zu erhalten Herren, welche obigen Bedingungen entsprechen, wollen Bewerbungen einreichen an nß2V van Berkel & Co., 6. m. b. H. Fabrik BerlinO 34, FrankfurterAlleelS haben'wir‘ebie A§entur mit Inkasso zu vergeben. Zuschriften kautionsf. Bewerber die sich neben der Inkassopflege auch dem Ausbau des Neugeschäfts widmen wollen, erbet.an Berlinische 1,38 v Lebensveriicherungs-Gefellichait Bezirksdirektion Frankfurt am Blain, Hochstr. 34 Darlehen bill. d. „Fides" Zweckspar A.G. Gen.-Ag. Gieß., Franks. Str. 43. Unk. Reichsaufs. Mitarb. gesucht. ^Väulein 17 Aahre alt, zur Erlernung des Geschäfts, für sofort gesucht. ES kommen nur Damen aus guter Familie in Frage. Vorerst nur schriftliche Angebote mit Abschrift des Schul-Zeugnisses erbeten an Wer'sWee-GeWsk.SieW Alte, angesehene Versicherungsgesellschaft mit allen Branchen, sucht für den dortigen Bezirk einen General-Agenten gegen feste Bezüge. - Schriftliche Angebote unter Nr. 1194D an den Gießener Anzeiger erbeten. Mahnung. Die Beiträge für den Monat Januar 1934 können noch bis zum 28. Februar 1934 ohne Kosten bezahlt werden. 1174D Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung und evtl. Beitreibung. Auch Samstags können Einzahlungen getätigt werden. Gießen, den 23. Februar 1934. Allgemeine Ortskrankenkasse für den kreis Gießen. Ludwigstraße 12. _____________Moos, Rechner._____________ Spar- und Darlehenskasse Lollar e.G.m.h.H. in Lollar. Die oerehrlichen Mitglieder unserer Genossenschaft werden zu der am Sonntag, dem 4. Wärz 1934, nachmittags 4 Ahr, im Gasthaus „Zur Linde" bei Herrn hch. Hofmann, Lollar, stattfindenden ordentlichen Generalversammlung ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Erstattung des Geschäftsberichts des Vorstandes 1933. 2. Bericht des Aufsichtsrates. 3. Borlage und Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz per 31. Dezember 1933. 4. Beschlußfassung über Entlastung des Vorstandes. 5. Beschlußfassung über die Gewinnverteilung. 6. Wahl einer Einschätzungskommission von 3 Mitgliedern nach § 66 des Statuts. 7. Verschiedenes. Die Rechnung liegt von heute ab 8 Tage zur Einsicht der Genossen im Geschäftslokal offen. Lollar, den 24. Februar 1934. 1156D Der Vorsitzende des Aufsichtsrates: ______________Zaubert._________ EtmöeHeil- a. MMunW Wn. Der Bedarf an: L Fleischwaren usw. 2. Milch usw. 3. Brot usw. 4. an sonstigen Verzehrungsgegenständen (Oel, Essig, Zucker, Reis, Erbsen, Linsen, Bohnen, Margarine, Marmelade usw.) 5. Derbrauchsgegenstände (Reinigungsmateriglien, Seifenflocken usw.) 6. Rauchwaren soll im Wege des öffentlichen Anerbietens für das Halbjahr vom 1. April 1934 bis 30. September 1934 zur Lieferung vergeben werden. Die in Anlage A des Erlasses der Hessischen Ministerien vom 16. Juni 1893, das Verdingungswesen betreffend, enthaltenen Bedingungen für die Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen sowie die hiesigen Lieferungsbedingungen liegen nur vom 1. bis 3. Wärz 1934, vormittags von 9 bis 12 Uhr, bei uns offen. 1120D Die Angebotsformulare können gegen Erstattung der Selbstkosten von uns bezogen werden. Angebote sind verschlossen und versehen mit der Aufschrift „Angebot zu der am 21. Februar 1934 ausgeschriebenen Lieferung" bis zum Eröffnungstermin: Freitag, den 9. Wärz 1934, vormittags 10 Uhr, hierher einzureichen. In den Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen. Die einzureichenden Warenmuster müssen Getrennt von den Angeboten verpackt und mit der Aufschrift „Muster zum Ausschreiben vom 21. Februar 1934" versehen fein. Gießen, den 21. Februar 1934. Direktion der Landes-Heil- und Pflegeanstalt _____________________bei Gießen.________________ Bullenverkauf. Die Gemeinde Steinbach beabsichtigt einen fetten Bullen zu verkaufen. Angebote per Zentner Lebendgewicht sind bis zum Hlonfag, dem 26. b. 211., nachmittags 2 Uhr, auf der Bürgermeisterei einzureichen woselbst die Bedingungen bekanntgegeben werden Gleichzeitig können sich Besitzer junger Simmentaler Bullen bei unterzeichneter Stelle melden. Steinbach, am 19. Februar 1934. 1081D hessische Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Villingen für das Rj. 1934 liegt vom Samstag, dem 24. d. W., ab eine Woche lang auf dem Bürgermeistereibüro zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen aegen den Inhalt desselben können wahrend der Offenlegungszeit schriftlick) oder zu Protokoll vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 11970 Villingen, den 23. Februar 1934. Hessische Bürgermeisterei Villingsu,; Zimmer, ist überhaupt nicht vertreten, doch wird die Ehrs der Reichshauptstadt durch zehn Ruderinnen gerettet, die die Bedingungen des Fahrten-Ruder. Wettbewerbes erfüllten. Auszeichnung für verdiente Hudertrainer. Für das Jahr 1933 hat der Deutsche Ruderver- band nur drei Auszeichnungen an erfolgreiche Rudertrainer vergeben. Für ausgezeichnete Mann, fchafts - Ausbildung wurden den Amateurruderwarten A l t e n k i r ch (RG. Worms) und Walter K e e l (WSpV. Godesberg) die Auszeichnung zuteil. Besonders K e e l hat .sich durck) die Heranbildung der beiden Meisterruderer Gebr. Arenz große Verdienste erworben. Eine Auszeichnung wurde einem Berufstrainer zugedacht, und zwar dem Ruderlehrer Willi Reisinger (RE. Saar Saarbrücken), der mit feinen Mannschaften im Vierer und Achter auf fast allen süddeutschen Regatten große Erfolge zu verzeichnen hatte. Vereins-Zusammenschluß in Bad-Nauheim. = B ad-Nauheirn, 22. Febr. Die beiden hie- siaen Turnvereine (Turnverein 1860 unti N^ännerturnverein), die bisher als Bad-Nauheimer Turnerschaft schon eine Arbeitsgemeinschaft bilde- ten, haben sich nun unter dem Namen Tum- gemeinde zu einem Verein verschmolzen. Vereinsführer wurde einstimmig Sturmbannführer Rektor Walter. Auch der Zusammenschluß der beiden Männergesangvereine (Froh- sinn und Liedertafel) ist bereits erfolgt. Der neue Verein, der über mehr als 120 aktive Sänger verfügt, nennt sich Gesangverein Frohsinn- Liedertafel 1843/1929. Zum Vereinswalter wurde durch die Ortsgruppenleitung der Partei Handels-Studienrat Dr. Schmidt ernannt. Lw. E. 3 (a) / 1934. Beschluß. lieber den landwirtschaftlichen Betrieb des Landwirts Heinrich Karl Kehler Zweiter und feiner Ehe- freu Anna, geb. Reufchling, beide in Steinbach, wird das Entschuldungsverfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnissi vom l.Juni 1933 heute um 17.40 Uhr eröffnet. Die Landesbauernkasfe Rheiu-Wain-Veckar, e.L m. b. h. in Frankfurt a. W., Bockenheimer Land strahe 25, wird zur Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 30. Wärz 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren hän-en befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meidung der in § 11 Abs. 2 des Entschul- dungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. 11720 Gießen, den 13. Februar 1934. _______________hessisches Amtsgericht.____________' Amtsverkündigungen aus den oberheffischen Kreisen. Kreis Gießen. An die Bürgermeistereien des Kreises. Nach Mitteilung der Landesbauernschaft Hessen« Nassau, Hauptabteilung II, vorn 9. Februar 1934 erfolgt die Ausbildung von Baumwärtern im ordentlichen Lehrgang an der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Oppenheim und in außerordentlichen Lehrgängen (Baumwärterkursen), die an den jeweils dafür bestimmten Orten stattfinden. Bei etwaigem Bedarf empfiehlt das Kreisamt Gießen, sich unmittelbar an die Hauptabteilung II der Landesbauernschaft Hessen-Nassau in Frankfurt am Main, Bockenheimer Landstraße 25, zu wenden. Weiter macht das Kreisamt darauf aufmerksam, daß in Zukunft Beihilfen an Interessenten seitens der Landesbauernschaft nur dann gegeben werden können, wenn auch die betreffende, an der Ausbildung des Baumwärters interessierte Gemeinde die vorgesehene Beihilfe leistet. * An die Bürgermeistereien des Kreises. Am 5. März 1934 findet abermals eine Schweine- zwischenzählung statt. Verbunden mit dieser Zahlung ist die Ermittlung der nicht beschaupflichtigen Hausschlachtungen in der Zett vom 1. Dezember 1933 bis 28. Februar 1934. Die Leitung der Zählung ist dem Landesstatisti- schen Amt in Darmstadt übertragen. Die Ausführung liegt den Bürgermeistereien ob. Eine Vergütung für die Mitwirkenden wird von Staats wegen nicht geleistet. Die erforderlichen Zähllisten und Gemeindebogei werden Ihnen durch das Landesstatistische Amt unmittelbar zugehen. Diejenigen Bürgermeistereien, die bis zum l.März d.J. nicht im Besitze der Zählpapiere sein sollten, wollen sich mittels Fernnij (Darmstadt 2657) oder telegraphisch an das genannt! Amt wenden. Auf dem Gemeindebogen und der Zählliste fini Anweisungen aufgedruckt, aus denen Sie ersehen, wie die Zählung im einzelnen durchzuführen ist. Sie wollen sich mit diesen Ausführungen vertraut mache» und die Zähler entsprechend belehren. 11836 Die ausgefüllten Zähllisten und die UrschrW der Gemeindebogen sind spätestens bis zum 10. Ä 1934 an das hessische Landesstatistische Amt Darmstadt abzusenden. Der Termin muß pünktlick eingehalten werden. Reinschriften und Abschriften der Zähllisten brauchen nicht angefertigt zu werden, doch sind von dein Gemeindebogen Abschriften zu den Akten der M- germeiftereien zu nehmen. Die örtlichen ErgebB der Zählungen dürfen keiner anderen Behörde & dem Landesstatisttschen Amt übermittelt werden; den Viehbesitzern ist ausdrücklich zugesichert, daß ihre Angaben nur statistischen Zwecken dienen, keinesfalls aber zur Bemessung von Steuern oder Gebühren Verwendung finden dürfen. Wer vorsätzlich die Angaben, zu denen er bei dieser Zählung aufgefordert wird, nicht erstattet, oder wer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs | Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 vM- bestraft. Das Kreisamt Gießen empfiehlt, die Anordnungen der Zählung auf ortsübliche Werfe bekanntzu' machen und die erforderlichen Maßnahmen zur wiffenhaften Zählung alsbald zu treffen. Kreis Schotten. Mittwoch, den 28. Februar 1934, vormittags von 10.30 bis 12 Ahr, findet im Städtischen Krankenhaus in Schotten eine Beratungsstunde für Lungenkranke des Bezirks Scholten statt. Die Bürgermeistereien des genannten Bezirks wollen den Termin sofort ortsüblich bekanntgeben und die ihnen bekannten Lungenkranken noch & sonders daraus Hinweisen.