Nr. 20 Lrttes Blatt 184. Jahrgang Mittwoch, 24. Januar (9Z4 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats-Vuch- und Zteindruckerei R.Lange in Gießen. 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Der Reichsbauernführer wurde durch dieses Gesetz ermächtigt, Tausende von landwirtschaftlichen Vereinen und Gesellschaften aufzulösen. Sie alle wurden in den Reichsnährstand überführt, der heute die alles umfassende große Gemeinschaft des deutschen Bauerntums darstellt. Im Laufe dieser Entwicklung wurde auch in diesen Tagen dieDeutscheLand- wirtschafts-Gesellschaft in den Reichsnährstand eingeglietert. Die DLG. besteht damit als selbständige Körperschaft nicht mehr, ihre Arbeit wird aber in dem großen Rahmen des Reichsnährstandes für alle Zeiten erhalten bleiben. In Anerkennung der Arbeit soll hier noch einmal der segensreichen Arbeit dieser Gesellschaft gedacht werden, die sich um die Förderung der Landwirtschaft unbestritten bleibende Verdienste erworben hat. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft wurde im Jahre 1885 von dem Ingenieur und Dichter M a x E y t h gegründet und sah ihr Hauptaufgabengebiet in der aarartechnischen Förderung der deutschen Landwirtschaft. Führende Männer des Berufsstandes stellten der DLG. ihre reichen Erfahrungen und ihre ehrenamtliche Mitarbeit zur Verfügung. Die DLG. führte jährlich viele große öffentliche Veranstaltungen durch, in deren Mittelpunkt d i e großen Wanderaus st e Hungen standen, die einen wertvollen Ueberblick über die Arbeit der Gesellschaft und über den Stand und die Entwicklung der Landwirtschaft gaben. Die damit verbundenen Tierschauen wurden zum Vorbild und Ansporn für die gesamte deutsche Tierzucht. Aber nicht nur die Spitzenleistungen unserer Tierzucht wurden auf diesen Ausstellungen gezeigt, sondern auch eine umfassende Uebersicht über die besten deutschen Landmaschinen gegeben. Alljährlich veranstaltete die DLG. durch oft monatelange praktische Arbeitsversuche Prüfungen bestimmter Maschinengruppen, die den Dauern davor bewahrten, unzweckmäßige oder veraltete Geräte und Maschinen zu kaufen. Darüber hinaus wurden auf den Wanderausstellungen dem Erzeuger die Probleme des Marktwesens und desMarktbedarfes nähergebracht, während auf der anderen Seite der Verbraucher auf die nationalpolitische Bedeutung des deutschen Bauerntums hingewiesen wurde. Reben dem stark entwickelten Ausstellungswesen befaßte sich die Arbeit der DLG. vor allem mit allen Fragen der landwirtschaftlichen Theorie und Praxis. Auf großen Arbeitstagungen wurden die Mitglieder und alle interessierten Kreise der deutschen Landwirtschaft in öffentlichen Versammlungen mit den Ergebnissen und Erfahrungen der Arbeit der DLG. bekannt gemacht. Auf dem Gebiete des Anerkennungswesens und in der Pflanzenzucht hat sich die DLG. ebenfalls große Verdienste erworben. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft wollte n i e S e l b st z w e ck sein, sondern sie hatte nur eine Aufgabe, dem deutschen Bauern zu dienen. Der Gründer ter DLG. wollte mit ihr eine große Reichsorganisation schaffen, die heute durch den Reichsnährstand zur Wirklichkeit geworden ist. Die Aufgabe der DLG. als selbständige Gesellschaft ist mit der Verwirklichung des Reichsnährstandes abgeschlossen. Sie gliedert sich ein in die große Organisation des deutschen Bauerntums. Ihre wertvolle Arbeit kann erst hier richtig zur Auswirkung kommen, wobei die Arbeitsgebiete der DLG. im Reichsnährstand weiterhin vertieft und ausgebaut werden. Der gesamte Reichsnährstand bildet die Grundlage eines gesunden deutschen Bauerntums und damit auch die Grundlage für die kraftvolle Fortentwicklung der deutschen Nation. Die französische Volksseele kocht immer noch, Ü e r Stavisky-Skandal zieht diesmal sehr viel weitere Kreise, als man es sonst bei ähnlichen Fallen gewohnt war. Die betrogenen Sparer sind sogar wieder auf die Straße gezogen und haben vor der Kammer Alarm geschlagen. Zu allem Unglück hat sich jetzt sogar noch ein Nachfolger Stavlskys gefunden, der ebenfalls einige Dutzend Millionen verplempert hat. Die Herren Abgeordneten glauben also daß sie etwas tun müssen, um ihre Wähler zu beruhigen, und der Sturm gegen das Kabinett CH autemps hat von neuem eingesetzt Das Vertrauensvotum der vergangenen Woche ist schon wieder vergessen, Chautemps muß noch einmal um feine Existenz kämpfen Man spricht sa- gar von der Möglichkeit, daß es Ende d-r Woche doch zum Sturz dieser Regierung kommt. Das ist vor der j)anb eine Uebertreibung ^Ider m seiner Not sucht Ehautemps begreiflicherweise nach einem Ausweg. Sein Wunder, wenn er ba bei ben deutsch - sranzösi, chenVerhanblungen einhakt, unb hier eine Gelegenheit zur Rettung sucht Es ist unverkennbar, daß die -lonart der französischen Presse innerhalb der letzten ™runte zwanzig Stunden umgeschlagen ift. ^on der Verbindlichkeit in der Form, die unmittelbar nach der Überreichung der deutschen Antwort sich zeigte, ist nichts übriggeblieben. Zwischen den Zeilen ist eigentlich nur ^ch dgs Nein zu lesen: die Absage an die deutschen Wunsche. Das ist im Augenblick sicher noch voreilig, die französischen Sachverständigen prüfen die deutsche Note erst und werden mit ihrem Gutachten kaum vor einigen Tagen fertig fein. Wir würden uns aber doch einer verhängnisvollen Täuschung bingeben, wenn wir etwa annehmen würden, daß die Preße- stimmen in ten Redattionsstuben selbst entstanden Oie britische Vermittlung in der Abrüsiungsfrage. London, 24. Jan. (Reuter. Funkspruch.) In der Sitzung des Kabinettsausschusses für Abrüstung am Dienstagnachmittag wurde sehr eingehend die Frage geprüft, ob die englische Regierung einen Vorschlag machen könne, der zur Aussöhnung zwischen der deutschen Gleichheitsforderung und dem französischen Sicherheitswunsche führen könnte. Man glaubt, daß möglicherweise ein Vorschlag zur Besserung der Lage vor die am Mittwochnachmittag tattfindende Kabinettssitzung gebracht werde. Außenminister Sir John Simon wird vielleicht in der nächsten Woche im Unterhaus eine entsprechende Erklärung abgeben. Die Abrüstungsarbeiten stehen auch im Vordergrund des Interesses der englischen Presse. Ueber die Aufgaben, die der gegenwärtige britische Konventionsentwurf dabei zu lösen habe, gehen allerdings die Anschauungen der Blätter auseinander. „Daily Telegraph" vertritt die Anschauung, daß man es nur nötig habe, im Konoentionsentwurf einige Slenberungen anzubringen, um die deutsch-französischen Meinungsverschiedenheiten zur Frage der Probezeit auszugleichen. „Morning Post" will indessen wissen, daß das britische Kabinett einen gänzlich neuen Konventionsentwurf ausarbeiten werde. Dieser neue Entwurf werde dann den Anregungen Deutschlands entsprechen; u. a. werde man Deutschland wahrscheinlich einige D e - fensivwaffen, darunter Tanks und Erkundungsflugzeuge zugestehen. Das Problem der Probezeit werde man möglicherweise dadurch umgehen, daß man die Umbildung der Reichswehr mit der allmählichen Abschaffung der Offen- fivwaffen der anderen Mächte zeitlich koppele. „Times" schreibt, die Minister seien der Meinung, daß jetzt, wo der Notenwechsel deutlich die Hauptschwierigkeiten zwischen dem französischen und dem deutschen Standpunkt gezeigt hat, eine Erklärung der britischen Politik so bald wie möglich erfolgen sollte. Es ist bekannt, daß eine Darlegung der britischen Stellungnahme in Paris ebenso wie in Berlin begrüßt werden würde. Die Minister hoffen noch immer, daß ein Mittelweg gefunden werden kann, der die Wiederaufnahme der Tätigkeit der Abrüstungskonferenz ermöglichen wird. Man glaubt, daß Mussolini ebenfalls dringend wünsche, eine Erklärung über die italienische Politik abzugeben, wenn sich eine geeignete Gelegenheit dafür biete. Im „Star" fordert Gardiner, daß die englische Regierung sich mit Nachdruck für ben Grundsatz der deutschen Gleichheit und dessen rascheste Inkraftsetzung erklären soll. Gleichlaufend hiermit müsse eine Garantie für eine wirkungsvolle und unparteiische R ü st u n g s ü b e r- wachung gegeben werden. Deutschlands Forderung sei nicht unberechtigt und könne nicht als verfrüht bezeichnet werden, nachdem 15 Jahre seit Kriegsende verflossen seien. Es handle sich um Zugeständnisse, die der deutschen Regierung v o r I a h - r e n hätten gemacht werten müssen, wenn man die in Versailles gegebenen Versprechungen gehalten hätte. Frankreich müsse heute für den Ruhrwahnsinn und alle die SünSen Poincarös, und England müsse heute die Jahre des knechtischen Sich- fügens in diese Sünden bezahlen. Es sei klar, daß der Gedanke einer „Probezeit" vollkommen erledigt sei. Wenn Deutschland die Gleichheit als Teil eines europäischen Abkommens erhalte, werde endlich die Grundlage zu einem Weltfrieden gelegt fein. Will Frankreich keine Verständigung? Der Pariser Ministerrat hat die Prüfung der deutschen Antwortnote beendet. Paris, 23. Jan. (DNB.) Die Prüfung der deutschen Antwort auf die französische Denkschrift ist von den zuständigen Stellen des Quai d'Orsay und des Ministeriums für die nationale Verteidigung beendet worden. Das Ergebnis dieser Prüfung fußt das „Journal" dahin zusammen, daß die deutsche Antwort nichts anderes darstelle, als einen Rechtfertigungsversuch der deutschen Stellungnahme. Die Antwort Frankreichs werde weder zweifelhaft sein, noch lange auf s i ch warten lassen. Wahrscheinlich werde der nächste Ministerrat sie festlegen, so daß dem am 13. Februar in London zusammentretenden Kleinen Büro der Abrüstungs- k o n f e r e n z, falls Englands Vermittlung ergebnislos sein sollte, nichts anderes übrig bleiben werde als die Aufforderung an den Generalausschuh, „unverzüglich die Schlußfolgen aus dem Scheitern der deutsch-französischen Aussprache zu ziehen". Asien in Bewegung. Oie britische Flottenkonferenz in Singapore. Singapore, 23. Jan. (DNB.) Die britische Flvttenkanferenz im Hafen von Singapore wurde am Dienstag an Bord des Kreuzers „Kent" unter den strengsten Vorsichtsmaßnahmen für eine Geheimhaltung der Besprechungen eröffnet. Fünf Kriegsschiffe, nämlich drei Kreuzer, ein Flugzeugmutterschiff und ein Kanonenboot, sind im Hafen von Singapore zu diesem Zweck versammelt. Das Interesse an der Konferenz ist durch die Erklärung des japanischen Außenministers H i r o t a und den amerikanischen Vorschlag für den Bau von 120- neuen amerikanischen Kriegsschiffen erhöht worden. Das Programm der Flottenkonferenz umfaßt, wie man annimmt, nicht nur einen Ausbau des Hafens von Singapore als Flottenstützpunkt, sondern die gesamte Lage im Fernen Osten. Die Anwesenheit australischer und neuseeländischer Vertreter läßt vermuten, daß auch die kommende Entwicklung im Stillen Ozean bei den Verhandlungen zur Erörterung kommen wird. Ehinesisch-Tmkestan erklärt seine Unabhängigkeit. Schanghai, 23. Jan. (DNB.) Wie die Telegraphenagentur der Sowjetunion aus Taschkent meldet, wurde in Kachgar die Selbständig- keitvon Chinesisch-Turke st an unter Führung von Sabi-do-Mulla ausgerufen. Nach einer weiteren Mitteilung hat die neue Regierung erklärt, daß alle Chinesen das Land verlassen müßten. Die Regierung hat eine Abordnung nach Kabul entsandt, um zu versuchen, d i e afghanische Regierung zur Anerkennung des neuen Staates zu bewegen. Die Abordnung soll später auch nach Indien fahren. Wie die russische Telegraphenagentur weiter behauptet, sollen im Dienst der neuen Regierung in Kachgar zahlreiche türkische Emigranten stehen, die als Gegner Mustafa Kemals die Türkei verlassen mußten. Auch die Mongolei will selbständig werden. Schanghai, 24. Jan. (DNB.) Die sich zur Zeit in Nanking aufhaltenden mongolischen Vertreter sollen, wie verlautet, von der Nankingregierung die Selbständigkeit des mongolischen Staates verlangt haben. Ueber 100 Vertreter der Mongolei forderten in einer Versammlung in Nanking, daß die Nankingregierung das Abkommen über die Selbstverwaltung der Mongolei für ungültig erkläre. Die mongolischen Vertreter erklären, daß die jetzige politische Lage die vollständige Selbständigkeit des mongolischen Staates erheische, da sonst d i e Japan e r die Mongolei von China losreißen würden. Die Entscheidung der chinesischen Regierung ist zur Zeit noch nicht bekannt. Hayaschi als Nachfolger Arakis japanischer Kriegsminister. Tokio, 23. Jan. (DNB.) Der Kaiser hat am Dienstag das Rücktrittsgesuch des Kriegsministers Araki genehmigt. General Araki wurde zum Mitglied des Obersten Kriegsrates ernannt. Kriegsminister wurde der Chef des Militärschulwesens, General H a y a s ch i, Chef des Militärfchulwesens der stellvertretende Stabschef des Generalstabs, M i f a k i. Washington Beziehungen zu Lateinamerika. Das Ergebnis der Südamerikareise Staatssekretär Hulls. Oer neue Kurs. „Gutnachbarliche Beziehungen" statt Bevormundung. W a s h i n g t o n, 22. Jan. (DNB.) Der van einer längeren Reise durch Südamerika zurückgekehrte Staatssekretär Hüll konnte als Ergebnis seiner Verhandlungen mit den leitenden Politikern aller lateinamerikanischen Staaten eine bedeutende Besserung der allgemeinenStimmung und begründete Aussicht auf eine engere Z u - fammenarbeit sämtlicher amerikanischer Staaten feststellen. Als Beispiel erwähnte Hüll vor allem das Zustandekommen des Weihnachtswaffenstillstandes im Chaco-Gebiet. Ein weiteres Zeichen für die Absicht der Vereinigten Staaten, mit den füdamerikanifchen Republiken zu einer engeren Zusammenarbeit zu kommen, ist die Konferenz im Weißen Hause, zu der Roosevelt sämtlichediplomatischenDertreterder süd- und m i 11 e l a m e r i f a n i f d) e n Staa - t e n einberufen hat, um mit ihnen die Frage der Anerkennung der neuen kubanischen Regierung zu besprechen. Don Staatssekretär Hüll wird darauf hingewiesen, daß es das erstemal sei, daß ein Präsident der Vereinigten Staaten eine solche Konferenz einberufe. Die Tatsache beweise den Willen der amerikanischen Regierung, den außenpolitischen Grundsatz Roosevelts, der „gutnachbarlichen Beziehungen" in die Wirklichkeit umzusetzen. Die amerikanische Regierung werde nach Anerkennung der neuen kubanischen Regierung bestrebt sein, der kubanischen Regierung baldigst „wieder auf die Beine zu helfen". Auch hierbei sei sie bereit, mit den lateinamerikanischen Staaten zusammenzuarbeiten. Ein weiterer Programmpunkt sei der Abschluß einer Reihe von zweiseitigen Zoll- und Handeln er trägen, in denen jedoch allen anderen Staaten die Meistbegünsti- g u n g angeboten werden solle. Staatssekretär Hüll hofft, bald mit Präsident Roosevelt über eine Botschaft an den Kongreß verhandeln zu können, in der die Ermächtigung zum Abschluß solcher Verträge mit allen fremden Mächten gefordert werden soll. Das Ziel der amerikanischen Handelspolitik sei, über möglichst viele Waren, bei denen das Konkurrenz- Problem nicht so dringend sei, Handelsabkommen abzuschließen. Amerika verzichtet auf fein Interventionsrecht in Kuba. Washington, 23. Jan. (DNB.) Präsident Roosevelt hat der kubanischen Regierung mitgeteilt, daß die Vereinigten Staaten die Regierung des neuen Präsidenten Mendieta anerkennen. Die übrigen amerikanischen Republiken werden die Anerkennung jedenfalls ebenfalls in Kürze aussprechen. Danach wird Staatssekretär Hüll mit wären. Die Vermutung liegt nahe, daß sie vom Quai d'Orsay beeinflußt sind. Wenn auch vielleicht nur, um bestimmte Wirkungen in England auszulösen. Paul-Boncour scheint sich die weitere Entwicklung so vorzustellen, daß er die deutsch-französische Aussprache zum Abschluß bringt und ihre Unergie- bigkeit zu Protokoll gibt. Er will dadurch die Engländer veranlassen, dann von sich aus eine kleinere Konferenz e i n z u b e r u f e n — deren Ergebnis nach französischen Wünschen in der Fortsetzung der Abrüstungskonferenz liegen soll. Deshalb möchte Frankreich die Vermittlungstatig- keit, wie sie England und Italien ins Auge gefaßt hatte, so aufgezogen sehen, daß der neue englische Vorschlag nahe genug an den französischen Gedankengängen liegt, um Deutschland die Zustimmung unmöglich zu machen.. Wir können uns vor der Hand nicht denken, daß die Engländer und Italiener auf diesen Leim kriechen. Sie haben bisher immer ein gewisses Verständnis für die deutschen Lebensnotwendigkeiten gehabt. Und sie werden es sich auch drei Mal überlegen, ob sie wirklich dazu beitragen sollen, den eurpäischen Unfrieden zu verewigen nur aus Rücksicht auf die innerpolitifche Lage Frankreichs. * Das eine Gute haben die Verhandlungen des Dölkerbundsrates übet die Saar nun wenigstens gehabt, daß die Tatsache der Abstimmung im nächsten Jahr endgültig protokollarisch festgelegt ist. Die Bemühungen der Franzosen, den Zeitpunkt zu vertagen, um auf diese Weste den Zwischenzustand der Saarregierung zu verlängern und vielleicht so gar zu verewigen, sind also g e - scheitert. Bedauerlich nur, daß nicht gleichzeitig auch ein bestimmter Tag schon angesetzt worden ist. Nach deutscher Auffassung muß spätestens bis zum 11. Januar abgestimmt werden. Wir hätten gewiß nichts dagegen einzuwenden, wenn der Termin noch weiter nach vorn geschoben würde. Je eher, desto besser, schon damit die Leidenszeit der Saardeutschen tunlichst abgekürzt wird. Ein hartes Jahr steht ihnen ohnehin noch bevor. Denn der famose Herr Knox wird nur ungern von feinem Ministersessel Abschied nehmen und wird es vermutlich die Saardeutschen bitter entgelten lassen, daß sie für feine Regierungsmethoden so wenig Verständnis aufgebracht haben. Eine vom Rat eingesetzte besondere Abstimmungskommissiön, die ja eigentlich eine Art Konkurrenz für die wirkliche Saarregierung darstellt und das Recht hat, sich durch technische Sachverständige zu ergänzen, soll bei der Ratstagung im Mai ihre Pläne über die technische Durchführung der Abstimmung vorlegen. Ihr Vorsitzender, der Italiener A 1 o i s i, dürfte für eine Wahrung der Unparteilichkeit bürgen, ob- wohl die Franzosen mit dem Spanier Madarin g a ihren ausgesprochenen Vertrauensmann hineingeschmuggelt haben. Ihre weitergehenden Pläne auf Errichtung einer eigenen Polizei mußten die Franzosen allerdings zurückstellen. Sie werden aber sicher im Mai darauf zurückkommen, in der Hoffnung, daß Knox bis dahin weiteres Material gesammelt hat über den Terror, unter dem die armen Saaradeutschen stehen. Paul-Boncour hat ja sogar im Rat das große Wort ausgesprochen, daß die Unabhängigkeit der Abstimmung gewährleistet werden müßte. Dafür sind wir ihm dankbar. Das ist ja gerate das, was Deutschland immer verlangt hat. Wir hoffen nur, daß er das Material, das zu diesem Punkt auf deutscher Seite vorliegt, unbefangen prüfen wird. Bisher war davon wenig zu merken. Denn die französischen Schulen, die im Saargebiet errichtet wurden, haben ja überhaupt ihre Schüler nur dadurch bekommen, daß die Grubenangestellten und andere abhängige Existenzen vor die Wahl gestellt wurden, entweder entlassen zu werden ober ihre Kinder in diese französischen Schulen zu schicken. Jedenfalls werden wir dafür sorgen, daß bis zum Mai reichliches Material über die Art vorliegt, wie seit Jahr und Tag die Deutschen an der Saar wegen ihres Bekenntnisses zum Deutschtum gequält und gepeinigt worden find, dem kubanischen Botschafter über eine rasche Aufhebung oder Revision des Jnterventions- rechts verhandeln. Wie Präsident Roosevelt am 28. Dezember 1933 in seiner Rede vor der Wilson- Gesellschaft ausführte, ist es sein Ziel, daß künftig sich alle amerikanischen Republiken gemeinsam mit derartigen Problemen befassen, so daß die Vereinigten Staaten ihrer undankbaren Rolle als Schiedsrichter oder Ordnungsstifter enthoben werden. Vorläufiges Handelsabkommen Deutschland-Chile. B e r l i n , 22. Jan. (DNB.) Am 22. Januar 1934 ist vom Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und dem chilenischen Gesandten in Berlin ein vorläufiges Abkommen über den Handels- u rtb Zahlungsverkehr zwischen dem Deutschen Reich und der Republik Chile unterzeichnet worden. Das Abkommen regelt die Handels- und Schifffahrtsbeziehungen zwischen den beiden Staaten auf der Grundlage der M e i st b e g ü n st i g u n g. In dem Abkommen sind außerdem Vereinbarungen über dieAuftauungderin Chile eingefrorenendeutschen Forderungen aus dem Wirtschaftsverkehr getroffen. Die Auftauung dieser Forderungen erfolgt in der Hauptsache durch die Einräumung von Einfuhrgenehmigungen für Chilesalpeter nach Deutschland in Höhe von 106000 Tonnen, ein Betrag, der durch zusätzliche Bestellungen und Aufträge Chiles in Deutschland noch um weitere 24 000 Tonnen erhöht werden kann, ferner durch zusätzliche chilenische Kupferlieferungen und durch Lieferungen sonstiger chilenischer Erzeugnisse. Das Abkommen ist für die Dauer des laufenden Düngemitteljahres, d. h. bis zum 30. Juni 1934, befristet. planen die Separatisten einen Aufstand im Saargebiet? Oer Vorwand zur Einsetzung einer internationalen Polizeitruppe. Be r l i n, 23. Jan. (DRB.) In Saarbrücken war am 3. und 5. Januar die Filmvorführung „Flüchtlinge" dadurch gestört worden, daß von einem Kommunisten im Zuschauerraum fünf Flaschen niedergelegt worden waren, deren Inhalt, eine Flüssigkeit, dazu bestimmt war, während der Vorführung Brände und somit eine Panik unter b en Besuchern zu erzeugen. Wie der „Tag" nunmehr ergänzend meldet, ist die Befürchtung aufgetaucht, daß dieser Versuch noch der ganzen Anlage in enger Verbindung mit der Brand st iftung im Reichstagsgebäude stehe. Die explosive Flüssigkeit sei geruchlos. Sie entwickele keinen Rauch, ebensowenig wie die Flüssigkeit, von der noch Spuren nach dem Reichstagsbrände im Dollsitzungssaal gefunden worden waren. Seit längerer Zeit wird im Saargebiet eine sehr aktive Tätigkeit sozialdemokratischer Formationen beobachtet, die auch mit den Kommunisten und mit den (Emigranten in Verbindung stehen. Man nimmt an, daß von dieser Gruppe der Plan erörtert worden ist, durch kleinere Terroraktionen allmählich die Vorbedingung für den Versuch eines separatistisch-kommunistisch-marxisti- schen Aufstandes zu schaffen. Der Volksverräter Matz Braun hat bekanntlich die Entsendung einer internationalen Polizeitruppe in das Saargebiet propagiert. Die Voraussetzung dafür könnte, so befürchtet man im Saargebiet, geschaffen werden, wenn es den Separatisten und Kommunisten gelingen sollte, durch Terrorakte die Bevölkerung zu beunruhigen. Man muß erwarten, daß die Regierungskommission den Brandstiftungsversuch in dem Lichtspielhaus sehr objektiv untersucht und dabei die Parallelen zum Reichstagsbrand und die Fäden zu den Aufstandsabsichten der Separatisten und Kommunisten b e - 'sond/ rs aufmerksam prüft. tiebcrfüll auf einen Hitler- jungen im Saaraebiet. Saarbrücken, 23. Jan. (DRB. Funkspruch.) Wie der „Dillinger Anzeiger" meldet, wurde in Dillingen in der Nacht zum Dienstag der 18jährige Hitlerjunge Willi Litzenburger auf dem Nachhausewege von zwei übelbeleumdeten Kommunisten, den Gebrüdern Rhein, in der Strese- mannstraße überfallen und schwer mißhandelt. Zeugen haben festgestellt, daß ber eine ber Burschen bem Hitlerjungen mit einem Messer eine schwere Kopfwunbe beibrachte. Als ber Bruber bes Ueberfallenen zu Hilfe kam, ließen bie beiben von ihrem Opfer ab unb flohen. An ben Geschäfts ft ellen ber NSDAP, in Fremersborf unb Dillingen würbe das an der Hausfront angebrachte Hoheitszeichen der NSDAP, mit einer teerartigen Masse besudelt und beschmiert. Außerdem wurden an der Hausfront faschistenfeinbliche Inschriften angebracht. Die Täter konnten noch nicht festgestellt werden. der Kammer. Paris, 23. Jan. (DNB.) Die ftanzösische Kammer setzte am Dienstaavormittag die Aussprache über den Gesetzentwurf fort, der jedem wegen Vergehens gegen das Sparkapital Verurteilten die Vornahme von Finanzoperationen verbietet. Die Regierung hält sich zurück. Man hat den Eindruck, daß die ersten Säuberungsmaßnahmen, die Chautemps bekanntgegeben hat, nicht den gewünschten Widerhall in der öffentlichen Meinung gefunden haben. Sogar nicht oppositionell eingestellte Blätter betonen, daß es sich nur um halbe Maßnahmen handele und daß die Hauptschuldigen noch im Schatten blieben. Die Stimmung ist nach wie vor nervös. Nachmittags unternahm der Abgeordnete Henriot einen neuen Vorstoß gegen die Regierung. Als Henriot die Rednertribüne betrat, bemächtigte sich des Hauses eine gewaltige Erregung. Es ertönten laute Rufe und Zischen. Henriot kündigte an, daß er neue belastende Schriftstücke bekanntgeben werde. Der Abg. Henriot hat u. a. den Ministerpräsidenten Chautemps persönlich blohzustellen versucht mit ber Erklärung, baß Ehautemps 1932 ber Rechtsbeistanb bes Generals Barbier be Fouton gewesen sei, ber bem Verwaltungsrat eines Stavisky-Unternehmens angehört habe. Henriot behauptete weiter, baß ber Name bes Justizministers Raynalby in ben Aktenstücken einer Stavisky-Affäre stehe. Die Gerichtsverfahren stockten, weil Einflüsse aus bem Parlament ober aus ben Regierungskreisen ben Gang ber Rechtsprechung verfälschten. Diese Bemerkung veranlaßte ben rabikalsozialistischen Abge- orbneten BvuessS zu bem Zwischenruf: „Wieviel bezahlt man Ihnen?" In bem Lärm, ben dieser Zwischenruf auslöste, rief BouessS bem Ab- georbneten Henriot weiter zu: „Ich erwarte Ihre Kartellträger!" Das war bas Signal für ein Pfeifkonzert auf ber Rechten. Gleichzeitig stimmten die Kommunisten die Internationale an. Der Lärm wurde schließlich so groß, daß der stellvertretende Kammerpräsident die Sitzung auf» hob. Sämtliche Zuschauertribünen wurden geräumt. Nach Wiederaufnahme der Sitzung setzte Henriot seine Angriffe gegen die Regierung fort. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen dem ehemaligen Ministerpräsidenten H e r r i o t und dem früheren Handelsminister R o 11 a t n sowie zu lärmenden Kundgebungen von rechts und links. Als Ministerpräsident Chautemps die Tribüne bestieg, um auf die Angriffe Henriots zu antworten, mußte er sich ebenfalls ständig Unterbrechungen gefallen lassen. Von rechts wurde immer wieder in den allgemeinen Lärm hineingerufen: „Untersuchungsausschuß, Untersuchungsau s- schuß!" Der Ministerpräsident wies die von Henriot vorgebrachten Beschuldigungen als unzutreffend zurück und verwahrte sich daaegen, daß der Stavisky- Skandal systematisch zu Angriffen gegen die Regierung mißbraucht werde. Chautemps erklärte, man müsse ber Gerechtigkeit ihren freien Lauf lassen. Er habe eine Untersuchung in ben einzelnen Ministerien zugesagt, bie bereits im Gange unb teilweise schon abgeschlossen sei. Man bürfe bte notroenbigen Maßnahmen aber nicht überstürzen. Schließlich schritt bie Kammer zur Abstim - mung über bie Rückverweisung eines Kapitels bes zur Aussprache stehenben Justizhaushaltes, gegen bie ber Ministerpräsibent bie Vertrauensfrage gestellt hatte, um sofort bas Mehrheitsverhältnis in ber Kammer zu klären. Mit 367 gegen 201 Stimmen trat bie Kammer für ben Antrag ber Regierung gegen bie Rückverweisung ein unb sprach ihr somit bas Vertrauen aus. Barrikaden aus pariser Boulevards. Paris, 24. Jan. (DNB.) Die Ecke Boulevarb Saint Germain unb Boulevard Raspail war am Dienstagabend wieder der Schauplatz lärmender Kundgebungen, an denen sich viele Tausende von Menschen unter Führung der Action Fran^aise beteiligten. Die Gegend bildet den gleichen Anblick wie Montag: Umgeworfene Straßenbänke, herausgerissene Daumschutzgitter, Polizeikolonnen, die überall gegen die Demonstranten vorrücken. Nur insofern hat sich das Bild verändert, als diesmal auch berittene Polizei eingesetzt wurde, die in die Menschenmenge hineinritt, wenn sie sich nicht auf die erste Anforderung hin zurückzog. Von überall her ertönten Rufe, Pfiffe und Gesang. Aus vielen Fen» stern wurden Knallbomben gegen die anreitenden Polizisten geworfen. Auch Wasser wurde aus den verschiedenartigsten Gefäßen aus den Fenstern gegossen. An der Kirche Saint Germain kam es zu einer erheblichen Schlägerei unter den Kunb- gebern. Dort waren Baumschutzgitter auf die Schienen der Straßenbahn geworfen, so daß blaue Stich- flammen aufschlugen. Die Straßenunruhen flackerten in der Nacht zum Mittwoch hier und da wieder auf. Auf dem Platz vor der Kirche St. Germain und auf dem Boulevard Raspail hatten Demonstranten aus Bänken, Baumgittern und anderem Material eine Barrikade errichtet unb ben Verkehr in dieser Straße völlig stillgelegt. Die Polizei konnte bie Menge schließlich abbrängen unb die Barrikaben roieber abtragen. Auf bem Danton-Platz kam es in der Nacht ebenfalls zu Zusammenrottungen. Auch dort wurde eine Barrikade errichtet; ihre Beseitigung führte zu Zusammenstößen mit den Polizeibeamten, bei denen es zahlreiche Verletzte auf beiden Seiten gab. Auf dem Boulevard Mont- parnaffe versuchten Kommunisten, die aus einer Versammlung kamen, nach Mitternacht einen Demonstratio ns zug zu bilden, der jedoch von der Polizei aufgelöst wurde. Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit veröffentlicht Berlin, 23. Jan. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt vom 23. Januar (Teil I Nr. 7) wird nunmehr das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 20. Januar 1934 veröffentlicht. Das Gesetz, dessen wesentlichster Inhalt bereits am 16. Januar bekanntgegeben worden ist, ist vom Reichskanzler, bem Reichsarbeitsminister, bem Reichswirtschaftsminister, bem Reichsminister ber Justiz, bem Reichsminister ber Finanzen unb bem Reichsminister bes Innern unterzeichnet. Es gliebert sich in sieben Abschnitte mit 73 Paragraphen. Der erste Abschnitt ist überschrieben: „Führer des Betriebes undVer- t r a u e n 5 r a t", ber zweite Abschnitt: „Treuhänder ber Arbei t", ber britte Abschnitt: „Betriebsordnung unb Tarifordnung" ber vierte Abschnitt „Soziale Ehrengerichtsbarkeit", ber fünfte Abschnitt „Kündigungsschutz, ber sechste Abschnitt „Arbeit im öffentlichen Dien st" unb der siebente Abschnitt „Schluß- unb Uebergangsvorschriften." Die Zahl ber Vertrauensmänner, die dem Führer des Betriebes aus der Gefolgschaft beratend zur Seite stehen und mit dem Führer und unter feiner Leitung ben Vertrauensrat bes Betriebes bilben, beträgt in Betrieben mit 20 bis 49 Beschäftigten 2 in Betrieben mit 50 bis 99 Beschäftigten 3 in Betrieben mit 100 bis 199 Beschäftigten 4 in Betrieben mit 200 bis 399 Beschäftigten 5 Ihre Zahl erhöht sich für je 300 weitere Beschäftigte um einen Vertrauensmann unb beträgt höchstens 10. In gleicher Zahl finb Stellvertreter vorzusehen. Aus bem Wortlaut bes Gesetzes ist noch eine Reihe von bisher noch nicht allgemein bekannten Einzelvorschriften hervorzuheben. Im ersten Abschnitt des Gesetzes wird bestimmt, daß das Amt des Vertrauensrates nach der regelmäßig am 1. Mai erfolgenden Verpflichtung beginnt unb jeweils am 30. April bes darauf folgenden Jahres endet. Das Amt eines Vertrauensmannes erlischt, abgesehen von der freiwilligen Amtsniederlegung, mit dem Ausscheiden aus dem Betrieb. Die Kündigung des Dienstverhältnisses eines Vertrauensmannes ist unzulässig, es fei denn, daß sie infolge Stillegung des Betriebes ober einer Betriebsabteilung erforberlich wirb, oder aus einem Grunde erfolgt, der zur Kündigung des Dienstverhältnisses ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist berechtigt. Der zweite Abschnitt des Gesetzes, der die Funktionen des Treuhänders der Arbeit um- reißt, sieht bekanntlich vor, daß der Unternehmer eines Betriebes verpflichtet ist, vor größeren Entlassungen dem Treuhänder Anzeige zu erstatten. Größere Entlassungen liegen dann vor, wenn in Betrieben mit in der Regel weniger als 100 Beschäftigten mehr als neun Beschäftigte und in Betrieben mit in der Regel mindestens 100 Beschäftigten zehn vom Hundert der im Betrieb regelmäßig Beschäftigten oder aber mehr als 50 Beschäftigte innerhalb von vier Wochen entlassen werden sollen. Heber die Zusammensetzung des vom Treuhänder der Arbeit zu berufenden Sachverständigen- Beirates besagt das Gesetz, daß die Sachverständigen zu dreiViertel ausVorschlags- listen der Deutschen Arbeitsfront entnommen werden, die in erster Linie geeignete Vertrauensleute ber Betriebe bes Treuhänberbezirks unter Berücksichtigung ber verfchiebenen Berufs- gruppen unb Wirtschaftszweige in größerer Zahl in Vorschlag zu bringen hat. Führer ber betriebe unb Vertrauensmänner finb in etwa gleicher Zahl in bie Liste aufzunehmen. Ein Viertel ber erforderlichen Sachverständigen können die Treuhänder aus sonst geeigneten Persönlichkeiten ihres Bezirks berufen. Soweit durch Gesetze ber Reichsregierung eine ständische Gliederung der Wirtschaft durchgeführt ist, hat die Deutsche Arbeitsfront die von ihr zu benennenden Sachverständigen im Einvernehmen mitden Ständen vorzuschlagen. Vor Beginn ihrer Tätigkeit sind die Sachverständigen durch ben Treuhänber der Arbeit zu vereidigen. Sie haben zu schwören, baß sie nach bestem Wissen unb Gewissen unparteiisch bas Amt eines Sachverständigen ausüben, keine Sonderinteressen verfolgen und nur dem Wohle der Volksgemeinschaft dienen werden. Zwei schlagen sich durch. Don Georg von der Dring Als ich im September 1918 eine sächsische Kompanie im Cheppywald ablöste, erzählte mir der Kompanieführer folgendes: Vorige Woche ist hier was Komisches passiert. Die Stellung hier, so einfach unb ruhig sie ausschaut, ist nicht ganz ohne. Ich muß sagen, baß ich noch selten in einer so unheimlichen Stellung gelegen habe. Spukt es hier benn? fragte ich. Nee, nee, sagte er, lassen Sie mich aber weiter- reben. Sie werben ja in ber Frühe ganz nach vorn gehen, ba werben Sie es selber merken. Er beugte sich über bie Karte unb fuhr fort: Hier, biefer Berg, ist ber Vauquois, nicht wahr. Dort der Cheppywald. Zwischen Vauquois unb Cheppywalb biegt sich die Stellung weit zurück. Unten am Bach ist sie nur durch eine Pendelpatrouille gesichert. UeberaH liegen da Tretminen. Diese Stelle am Bach heißt „Das Knie". Sie werden schon gemerkt haben, daß es hier lauter Berliner Namen gibt. Hinten, zwischen Monfaucon und Cheppy, liegen der „Große Stern" und ber „Kleine Stern". Da bei dem „Knie" ist es so unheimlich? fragte ich. Nee, nee, sagte er, da nicht. Da sollen allerdings schon Spione durchgeschlüpft fein — also Vorsicht! Mir persönlich ist es anderswo viel unheimlicher. Hier nämlich! Wieder zeigte er auf die Karte und erklärte mir: Diese Stellung am Rande des Cheppywaldes hat nämlich einen vorgeschobenen Graben. Er verläuft hinter der Straße Avocourt—Darennes. Dicht davor liegt eine zerstörte Ferme, Hardonnerie heißt sie. Dieser Graben von Hardonnerie ist nur am Tage von uns besetzt. Abends räumen wir ihn, und in der Frühe geht einer von uns mit einer Patrouille durch und führt die Tagesposten auf. Alle Morgen ist es ein kleines Unternehmen, denn der Franzose kann sich ja während der Nacht eingenistet haben, nicht wahr. Der Hardonnerie-Graben ist furchtbar verwüstet, streckenweise ganz verfallen, abgesoffene Unterstände, voll Ratten und so weiter. Neulich nachts passierte da also folgendes: Als wir so gegen halb ein Uhr, in ber Geister- ftunbe also, hier in meinem Unterstand sitzen und fleißig Doppelkopp spielen, kommt ber Unteroffizier vom Grabendienst und meldet mir: Es scheint, daß der Hardonnerie-Graben besetzt ist! Das wäre des Teufels, sage ich, schmeiße die Spielkarte weg und gehe mit ihm. Wir stehen dann im Graben und lauschen über den Bach. Die Posten berichten: Vor zehn Minuten schrie da vor uns jemand. — Was schrie er? fragte ich. — Wir konnten es nicht verstehen. Dazu wurde geschossen. Die Franzosen schossen von der (Eigalerie herüber. Sie schossen auch viel Licht. Vielleicht ein Ueberläufer, dachte ich. Wir gingen dann im Laufgraben bis an den Bach vor. Es war stockfinster. Wir konnten auch hier nichts Horen. Sollte man hinüber und hinein in den Hardonnerie- Graben? Zuletzt entschloß ich mich dazu. Wenn ber Franzose sich über bas Geschrei aufgeregt unb geschossen hatte, bann war es gewiß nicht von ihm verursacht worben. Entweber war es ein Ueberläufer ober eine von unseren Patrouillen aus bem Nachbarabschnitt. Es war ein ekelhafter Weg burch diese Grabenruinen. Mein Auge ist bei Nacht gut geschult, aber trotzdem stieß man zuweilen an Blech ober Holz unb verursachte Geräusch. Wir waren zu brüt, der Unteroffizier vom Grabendienst, eine Ordonnanz und ich. Wir gingen, bogen um Reste von Schulterwehren, blieben stehen, lauschten, unb gingen wieder. Wir hörten nichts. Blödsinn, hier nachts herumzustiefeln! dachte ich und hielt mein Ohr vor jeden abgesoffenen Unterstand, um es drinnen rascheln ober tröpfeln zu hören. Als wir zur Mitte bes Grabens gelangten, stiegen wir heraus unb gingen bis ans Drahtverhau vor. Nirgenbs ein ungewohnter Laut. Sicher haben sich bie Kerls was eingebilbet, dachte ich ärgerlich und war schon entschlossen, zum Dop- pelkopp zurückzukehren. Plötzlich vernahmen wir hinter uns im Graben einen Schritt. Ich gab mei» nen beiden Begleitern ein Zeichen und kroch die paar Meter zum Hardonnerie-Graben zurück. Es gab ba viel Geröll unb so Zeug ...Ich lag bann biajt am Graben und lauschte. Nach einer Weile hörte id) flüstern. Es kam ganz deutlich aus dem Graben ba unten. Ich strengte mein Gehör aufs Aeußerste an, konnte aber kein Wort verstehen! Es war mehr ein Stöhnen als ein Flüstern. Also Vorsicht und ab- warten! So vergingen vielleicht fünf Minuten. Jetzt horte rch, daß jemand aufftanb und unter mir im Graben vorbeiging. Ich erhob mich und wollte hineinspringen, als der Mann da unten zu schreien begann und losrannte. Er schrie furchtbar, ganz hemmungslos. Der Franzmann schoß fortwährend Licht. Wir drückten uns flach gegen den Boden. Plötzlich verstand ich, was der Mann schrie. Er schrie auf deutsch und immer dasselbe, nämlich: „Nicht schießen, Kameraden! . . . Nicht schießen, Kameraden!" Er rannte den Graben entlang zum Bach hinunter und hörte nicht mit schreien auf. Ich wußte nun natürlich Bescheid. Wir sprangen in den Graden unb liefen ihm nach. Unten am Bach beim Doppelposten holten wir ihn ein. Er lag am Boden und schrie: „Wo ist Hasselmann? ... Wo ist Hasselmann?" Um es kurz zu machen: Sie waren zu zweien gewesen, zwei Hannoveraner, seit der Sommeschlacht in Gefangenschaft und in dieser Nacht durch die Linien zurückgekehrt. Sie hatten fertiggebracht, was nur selten gelungen ist. Alle Achtung! Dieser, ber hier lag, hieß Stege. Er geberdete sich wie verrückt, einfach zusammengebrochen war er unb schrie: „Wo ist Hasselmann? Er ist getroffen! Holt ihn boch, los! Holt ihn boch!" Ich schickte eine starke Patrouille los, die nach seinem Kameraden suchen sollte. Stege lag dann bei mir im Unterstand und hatte Weinkrämpfe. (Es war ein ganz junger Bursche. Halb verhungert sah er aus. Seine Uniform war ein einziger Fetzen. Erst gegen morgen beruhigte er sicd ein wenig. Er war ja völlig erschöpft. Uno dann passierte das Komische: Ein großer Kerl steht auf der Treppe und fragt: Bitte, eintreten zu dürfen! Genau fo ausgehungert das Gesicht, stoppelbärtig, die Uniform zerfetzt und mit weißen Buchstaben bemalt. Natürlich, sage ich, nur hereinspaziert. Sind Sie Hasselmann? Jawoll, sagte er, und zwar direktemang aus Paris. Er setzte sich und trank gierig. Ich hatte noch Brot und etwas Wurst und gab ihm davon. Aber er konnte nichts essen. Die Hände zitterten ihm zu sehr. Stege ist schon hier, sagte ich ihm dann. Ich habe ihn schreien hören, nickte Hasselmann. Liegt er da oben? In diesem Augenblick rieb Stege die Augen. Er drehte den Kopf her unb streckte bie Hanb aus. Sie war vollstänbig zerschunden und blutig gerissen. Hasselmann ergriff diese zerschundens Hand und sagte: Tag, Bubi. Biste da? In dem Blick, den die zwei miteinander wechselten, lag etwas unbeschreiblich Triumphierendes, Freude über das Gelingen der Flucht, Spott über die Franzmänner, die nun doch übertölpelt waren, und eine ganze Portion Schalkhaftigkeit, wie sie bei jeder echten Kameradschaft dabei fein muß. Ihr seid zwei! sagte ich anerkennend. Tja, nickte Hasselmann, da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich! Or. h. (. Hedwig Heyl f. 3m Alter von 83 Jahren starb in Berlin eine ber bekanntesten beutschen Frauenführerinnen, die Präsibentin des Deutschen Lyceurn-Clubs, Dr. h. c. Hedwig Heyl. Hedwig Heyl, am 5. Mai 1850 in Bremen geboren, war die Vertraute der Kaiserin Friedrich bei deren Wohltätigkeitsbestrebungen und spielte bald in der deutschen Frauenbewegung eine führende Rolle; sie kämpfte für die Anerkennung ber Frauenarbeit in Hauswirtschaft unb Beruf, wirkte für die Ausbildung von Hauswirtschaftslehrerinnen, richtete u. a. als Vorstandsmitglied des Nationalen Frauendienstes die erste deutsche Mittelstandsküche ein und organisierte die städtischen Massenspeisungen. Don ihren zahlreichen hauswirtschaftlichen Schriften ist das „ABC. der Küche" bereits in 13. Auflage erschienen. rer Vorträge. ♦ lglischen Arbeits- Stand der eng» Der Unterstaatssekretär im en; lingt, und daß erhebliche Summen zur Beschulung, gesetzt, daß es nicht wie in England < Ausbildung und Berufsgliederung blinder Geistes-Ilichen Unterstützungsinstitut ausarte. Kunst und Wissenschaft Aus aller Wett >s- \e» gleichen oder ähnlichen Gebrechen deal l e n werden. Sie hoffen, daß durch diesen freiwilligen Verzicht auf Nachkommenschaft die Ausmerzung der erblichen Blindheit ge- Der neue Darmstädter Generalintendant. Franz E v e r t h, der erste Oberspielleiter der Städtischen Bühnen in Köln, langjähriger Ober- pielleiter des Düsseldorfer Schauspielhauses und Nitarbeiter von Luise Dumont, wurde als Nach- olger des mit dem Ende der laufenden Spielzeit ausscheidenden Generalintendanten Dr. RolfPrasch auf zwei Jahre zum Generalintendanten des Hessischen Landestheaters in Darmstadt berufen. Während eines vertraglichen Urlaubs von vier Wochen wird er im Staatstheater München gastweise als Spielleiter und Hauptdarsteller tätig sein. Der Hamburger Lessingpreis. Der Lesfingpreis derStadt Hamburg in Höhe von 5000 Mark, der alle drei Jahre verliehen werden soll, wurde in diesem Jahre vom Senat der Freien und Hansestadt zu gleichen Teilen den Dichtern Konrrrd B e st e und Friedrich Griese zugesprochen. Das Gutachten der für die Preisverteilung verantwortlichen Vertrauensleute betont, daß die Verleihung grundsätzlich dem kulturpolitischen Willen der nationalsozialistischen Regierung entfpre- chen müsse, und daß in erster Linie niederdeutsche Dichter und Gelehrte zu berücksichtigen seien. Das Schaffen von Konrad Beste sei als ein Sinnbild des Entscheidungskampfes unseres Volkes zu bewerten; Grieses Werk sei eine heroische und visionäre Schau, die als eine Tat der nationalen Selbstbesinnung und Erneuerung begriffen werden müsse. Beide Dichter stehen im Alter von 44 Jahren. Von Beste, der aus Braunschweig gebürtig ist, sind vor allem die Romane „Grummet" und „Das heidnische Dorf" bekannt geworden. Friedrich Griese stammt Oie Opfer -es Betrügers Alexandre Der Lehrmeister Staviskys. wickelt sein. u ,fl ,, . . Die Bilanz der Opfer Alexandres ift erschreckend Nicht weniger als drei Abgeordnete, 18 Präfekten, 30 Hauptkassierer verschiedener Gesellschaften, zwölf Gerichtsvorsitzende, zwei Staatsanwälte, zwei Senatoren, 50 Richter, 12 Polizeikommissare und eine noch nicht übersehbare Menge von Offizieren und mittleren und kleinen Beamten haben dem Großbetrüger ihre Ersparnisse anvertraut. Alexandre scheint auch der Lehrmeister Staviskys gewesen zu sein; denn Stavisky ist vor einem x>ahre in einem Unternehmen Alexandres, der nach außen sehr bescheiden auftrat, angestellt gewesen. „Ein Iahr am Werk." Der Zentral-Parteioerlag Franz Eher, München, bringt zum 30. Januar, dem Jahrestag der Machtergreifung, eine Sondernummer heraus, die in öd Bilderseiten einen ausgezeichneten Ueberblick über die Entwicklung der Partei und des Staates gibt Unter der Leitwort „Ein Jahr am Werk ist hier ein Bildmaterial zusammengetragen, das in seiner Gesamtheit zweifellos einen historischen Wert darstellt. Einzelpreis der Sondernummer 20 Pf. Schuhhaft für einen unsozialen Gutsleiter. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Pommern Dr. Graf von der Goltz hat veranlaßt, daß der Leiter eines vorpom- merschen Gutes in Schutzhaft genommen wurde. Auf dem Gute herrschten, wie der Deutsche berichtet, skandalöse Zustände. Die Landarbeiter mußten teilweise zu zweien in einem Bett schlafen und auch zu zweit mit einem Handtuch vorliebnch- men. Das Schmalz wurde in gebrauchten Briefumministerium, Hudson, gab den lisch en A r b e i t s l o s e n z i s f e r mit rund zwei Millionen an. Nach seiner Auffassung ist das System der Arbeitslosenversicherung die geeignetste Abwehrmaßnahme, vorausgesetzt, daß es nicht wie in England zu einem staat- Jn den Vorschriften über die Betriebsordnung und die Ta r i f o r d n u n g ist für bestimmte Fälle noch die Ernennung eines Sonder- c treuhänders derArbeit vorgesehen. Ferner kann der Reichsarbeitsminister Sondertreuhänder zur Erledigung bestimmter Aufgaben bestellen. Aus den Schluß- und Uebergangsvorschriften des t Gesetzes, das in seinen wesentlichen Teilen bekannt- j lich am 1. Mai d. I. in Kraft tritt, ist noch hervor- i zuheben, daß die Ueberführung der Stellung des ( Treuhänders der Arbeit in das Reichsbeamtenverhältnis mit dem 1. April 1934 in Kraft tritt. Durch die Schlußvorschriften wird ferner noch bestimmt, ( daß, soweit in Betrieben, in denen nach diesem Ge- ( setz eine Betriebsordnung zu erlassen ist, eine Ar- i beitsordnung nicht vorhanden ist oder die vorhan- ! bene Arbeitsordnung nicht den Vorschriften dieses : Gesetzes entspricht, eine Betriebsordnung spätestens bis zum 1. Juli 1934 vom Führer des Betriebes zu erlassen ist. Bis zum Inkrafttreten einer Betriebsordnung gilt die bisherige Arbeitsordnung als Betriebsordnung weiter. Oer erste nationalsozialistische Minister. Eine Erinnerungsfeier in Weimar. Weimar, 23. Jan. (DNB.) Am 23. Januar jährt sich zum vierten Male der Tag, an dem zum erstenmal in Deutschland ein Na- tionalsozialist Mini st er wurde. Dr. Frick, der jetzige Reichsinnenminister, wurde i n Thüringen zum Innen - und Volksbildungsminister gewählt. Dem Gedenken dieses Tages galt eine Erinnerungsfeier, die in Anwesenheit von Reichsminister Dr. Frick von der Thüringer Regierung im Landtagssitzungssaal zu Weimar veranstaltet wurde. Nach einer Begrüßungsrede des Staatsministers W ä ch t l e r unterstrich Reichsminister Dr. Frick die Bedeutung des 23. Januar 1930 für den nationalsozialistischen Endsieg in Deutschland. Es sei e i n Experiment gewesen, als die Nationalsozialisten damals in die Regierung eines kleinen deutschen Landes gingen. Dank der genialen Führung Adolf Hitlers, der trotz aller schweren Bedenken diesen Schritt wagte, habe sich die nationalsozialistische Bewegung auf legalem Wege bis zum endgültigen Erfolge durchgesetzt. Heute seien Partei und Staat eins. Die Partei fei der alleinige Träger des Staates und die einzige Quells, aus der die Parteigenossen in den Regierungsstellen ihre Kraft zur Erfüllung der ihnen vom Führer aufgegebenen Aufgaben schöpften. Niemals dürfe daher ein Minister die Verbindung mit der Partei verlieren. Reichsminister Dr. Frick richtete zum Schluß seiner Rede eine Warnung an alle diejenigen, die den Zeitpunkt für gekommen halten, eine Frage „M onarchie oder Republik aufzurollen. Adolf Hitler und seine Mitarbeiter, so betonte der Reichsminister nachdrücklichst, werden den Platz, auf den die Vorsehung sie gestellt hat, bis zum letzten Atemzuge verteidigen und niemand solle glauben, daß man sie durch irgendwelche Machenschaften dazu bewegen könne, ihre Politik aufzugeben. _ Reichsstatthalter Sauckel dankte Dr. Frick für seine in Thüringen geleistete Arbeit. Am Abend fand zu Ehren des Reichsministers Dr. Frick im Deutschen Nationaltheater eine Festvorstellung von Richard Wagners „Rheingold" statt, die sich zu einer erhebenden Kundgebung für den Reichsminister gestaltete. Oie Neuordnung des weiblichen Arbeitsdienstes. Berlin, 24. Jan. (VdZ.) Auf Grund des Erlasses des Reichsbeauftragten für den Arbeitsdienst der NSDAP, ist bestimint worden, daß der weibliche Arbeitsdienst die Bezeichnung .-Deutscher Frauenarbeitsdienst" führt. Die Reichsleiterin ist Frau Gertrude S ch o l tz - K l i n k aus Karlsruhe. Sie hat ihren Sitz in Berlin. Im Reich sind 13 Landesbezirke gebildet worden, die sich mit den Landesarbeitsbezirken decken. Die Bedingungen für die Aufnahme in den Frauenarbeitsdienst sind folgende: 1. Eingestellt werden nur Bewerberinnen, die das 17. Lebensjahr bereits vollendet und das 25. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. 2. Bei der Bewerbung sind vorzulegen: handgeschriebener Lebenslauf, Lichtbild und Gesundheitszeugnis. , . v er 3. Die Meldungen zur Aufnahme m den Frauenarbeitsdienst nehmen nur die Landesstellen des Freiwilligen Arbeitsdienstes bei den jeweiligen Landesarbeitsämtern entgegen. 4 Jede Bewerberin verpflichtet sich bet der Annahme dir Bewerbung zu einer ununterbrochenen Dienstzeit von 20 Wochen. Nach der neuesten Zusammenstellung, die die Reichsleitung des Arbeitsdienstes veröffentlicht, gibt es im Frauenarbeitsdienst gegenwärtig 242 Arbeitsdien st Heime. Diese verteilen sich auf die 13 mit dem Landesarbeitsamtsbezirk überein- ftimmenben Landesstellen des Frau-narb-ltsdi-nstes folgendermaßen' Pommern 33 Heime Westfalen 30, Brandenburg 28, Schlesien 24, Niedersachstn 22, Nordmark 21, Südwest 20, Ostpreußen 18, Bayern 10, Rheinland 10, Sachsen 9, H e s, e n 8 und Mit- teldeutschland 7. Starke Zunahme der Eheschließungen. Berlin, 23. Jan. (DNB.) Nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes wurden im Jahre 1933 in den deutsche'n Großstädten im ganzen rund 209 000 Ehen geschlossen, das sind ?uLd 40 000 mehr als im Jahre 1932. Der grübt- Teil dieser Zunahme der Ehesch >-ßung°n mit rund 34 000 entfallt auf die Monate August bis Dezember d. h. also in die Zeit nach dem Jn- kratttreten des Gesetzes zur Forde- runa der Eheschließungen Die Ieirats- zister h-trug im Jahre 1933 10 7 auf 1000 Emrooh. ner der Großstädte. Sie war damit die höchste lei t d euer st e n N a ch k r i e g s , a h r - n, ,n denen die Heirat-Häufigkeit bekanntlich Mit dem Nachholen der während der Kriegsjahre unterblie- Ä!»ÖSÄ“ w- der 1932. Studentische Wechestunde am kommenden Montag. Berlin, 23. Jan. (DNB.) Die vom Allge- meinen Deutschen Wafsenring im Ein- vernehmen mit der Deutschen Studenlen. jchaft am Montag, den 29. Januar veranstaltete Paris, 23.Jan. (DNB.) Der neue Betrug; skandal, der zur Verhaftung des Leiters der W amtenbank, George Alexandre, geführt hat, scheint dem Stavisky-Skandal nicht nachzustehen. Man behauptet, daß zahlreiche bekannte Personen den Verwaltungsräten der von Alexandre gegründeten elf Gesellschaften angehört haben. Ein inzwischen verstorbener ehemaliger Finanzminister, mehrere Abgeordnete und frühere Parlamentarier sollen in die Angelegenheit verschlügen verabreicht. Als sich die Arbeiter beschwerde- führend an den Deutschen Landarbeiterverband wandten, wurde eine Reihe von ihnen wegen Un- ruhestiftung entlassen. Wir begrüßen, so schreibt der Deutsche, die scharfen Maßnahmen gegen diese unsozialen Elemente sehr und würden wünschen, daß die nationalsozialistischen Unternehmer Mittel und Wege finden würden, um von solchen Störern der Volkseinheit abzurücken. Verächtlichmachung des neuen Staates in Auslandbriefen. Das Berliner Sondergericht verurteilte die 30jährige Lagerarbeiterin Frieda Zorn auf Grund des Gesetzes zur Abwehr heimtückischer Angriffe zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis. Die Angeklagte hatte in Briefen an ihre in Neuyork lebende Schwester unwahre Behauptungen aufgestellt, die geeignet sind, das Ansehen des nationalsozialistischen Staates zu gefährden. Diese Briese waren bei der Devisenkontrolle als verdächtig angehalten und geöffnet worden. Die Beisetzung der Opfer der Baseler Vlörder. Am Dienstagvormittag wurden die Opfer der Baseler Mörder, zwei Detektivkorporale und ein Polizist, auf dem Zentralfriedhof in Bafel b e i- gefetzt. Die Trauerfeierlichkeiten in der Abdankungskapelle gingen unter gewaltiger Anteilnahme der Bevölkerung, der Polizeikorps verschiedener Kantone und in Anwesenheit auch einer Abordnung der deutschen Schutzpolizei vor sich. Die gewaltige Menge der Kränze hatte in der Kapelle feinen Platz gefunden und mußte auf den Stufen am Gin- a niedergeleat werden. Nach den Feierlichkeiten en die Leichen eingeäschert. Zwei Tote auf der Landstraße. Auf der Landstraße Osterburg-Wittenberge, am sog. Drüsedaurer Heuweg, fanden Fußgänger den Biehhändler Friedrich Beyer aus Aken (Elbe) mit seinem völlig zertrümmerten Motorrad t o t auf. Neben ihm lag ein unbekannter Mann, der durch einen schweren Schädelbruch schwer verletzt war und bei seiner Einlieferung ins Krankenhaus starb. Die bisherigen Untersuchungen haben ergeben, daß Bayer durch einen Kopfschuß getötet worden war. Die Pistole lag neben dem Motorrad. Da der Mitfahrer keine Äusweispapiere bei sich hatte, konnten die Personalien noch nicht feftgefteüt werden. Man vermutet, daß Beyer, der auf dem Seehäujer Fer- Weihestunde findet in allen deutschen Hoch- ch u l st ä d t e n gleichzeitig statt. Die Teilnahme an der Berliner Feier im Sportpalast haben außer zahlreichen anderen Ehrengästen bisher zuge- agt: Der Reichsaußenminister, der Reichsinnenmini- ter, der Reichswehrminister, der Reichswirtschaftsminister, der preußische Justizminister, der Reichsjustizkommissar, mehrere Staatssekretäre, die Rektoren der Berliner Hochschulen, die Gruppenführer Ernst, von Setten, von Morosowitz, Fliegergrup- lenführer von Gronau, Reichsfportführer von Tschammer-Osten und viele andere hohe SA.- und SS.-Führer. Die Festrede hält Oberpräsident Staatsrat Wilhelm K u b e. Außerdem werden sprechen der Reichsführer der Deutschen Studentenschaft, Dr. S t ä b e l und der Führer des Allgemeinen Deutschen Waffenringes, L a n g h o f f. Oie Blinden und das Gterilifationsgeseh. Vorstand und Arbeitsausschuß des Vereins der blinden Akademiker Deutschlands e. V. stellen sich hinter die Maßnahmen der Reichsregierung zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Sie empfehlen den erbkranken blinden Geistesarbeitern, dieses Opfer in innerer Freiheit zu bringen, nach Anhören einer Autorität den Antrag auf Unfruchtbarmachung selbst zu stellen und nicht zu warten, bis er von einem beamteten Arzt oder einem Anstaltsleiter gestellt wird. Sie betonen dabei die Schwere des Opfers, das die Sterilisierung für einen seelisch- jeiftig vollwertigen Menschen bedeutet, erkennen eine Notwendigkeit um der Zukunft des deutschen Volkes willen rückhaltslos an. Als blinde Geistesarbeiter, die im Beruf stehen und daher wissen, welche äußeren Hemmungen und Schwierigkeiten die Blindheit für ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Gleichstellung mit sich bringt, wollen sie durch diese Mahnung ihre erbuntüchtigen Schick- alsgesährten davor bewahren, die chwere Verantwortung aus sich zu nehmen, daß Kinder und Kindeskinder von einem arbeitet der jetzigen und der kommenden Generation frei werden. Hierzu sei noch folgendes bemerkt: Es ist irrig, nun in jedem blinden Volksgenossen einen erbuntüchtigen und dann in diesem blinden Erbkranken, der unter das Gesetz fällt, schlechthin einen Minderwertigen zu sehen. Blindheit ist in den meisten Fällen ein rein körperliches Gebrechen. Das Fehlen eines Sinnes ist eine körperliche Behinderung bei seelisch-geistiger Doll-, ja oft Hochwertigkeit. Erblich Blinde können nickt nur seelisch-geistig, sondern auch wirtschaftlich vollwertig fein. Es liegt im Interesse der Allgemeinheit, daß man die schulische und berufliche Ertüchti- aung der Jugendblinden nicht vernachläfsigt. Der Allgemeinheit würden sonst auf die Dauer weit Größere finanzielle Lasten aufgebürdet. Unseren blinden Volksgenossen bringen wir nach wie vor Verständnis und Mitgefühl entgegen, damit sie ihr unverschuldetes Gebrechen nicht als ein zu hartes Schicksal empfinden. Kleine politische Nachrichten. Sämtliche höheren Führer der Hitler- Jugend, die Führer des Deutschen Jungvolks und des Bundes Deutscher Mädel versammelten sich am Dienstagabend zu einer Führertagung in Potsdam. Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach hielt eine grundsätzliche Rede, in der er die künftigen Ziele und Wege der Hitler-Jugend darlegte. Es folgten eine Reihe roeite- aus Mecklenburg; von ihm sind an erster Stelle die Romane „Die letzte Garbe", „Der ewige Acker", „Winter" und „Das letzte Gesicht" zu nennen; auch als Dramatiker hat er sich einen Namen gemacht: seine Bauerntragödie „Mensch aus Erde gemacht", wurde erst vor kurzem am Berliner Staatstheater uraufgeführt. TNinister Dr. Goebbels' Beileid zum Tode von Professor Troost. Reichsminister Dr. Goebbels richtete als Prä- siedent der Neichskulturkammer an die Gattin des verstorbenen Baumeisters Paul Ludwig Troost ein in herzlichen Worten gehaltenes Beileidsschreiben, in dem es u. a. heißt: Das junge Deutschland hat in Paul Ludwig Troost den Mann verloren, der dazu berufen war, auf dem Gebiete der Baukunst wegbahnend einer ganzen Künstlergeneration voranzu- schreiten. Dieser Verlust ist um so tragischer, als er zu einem Zeitpunkt eintritt, an dem der Heimgegangene nach jahrzehntelangem Kampf um seine künstlerische Berufung eben das Glück erlebte, vom Führer mit großen, neuen Aufträgen zu künstlerischer Gestaltung berufen zu werden. Das einzige, was Sie und uns dabei trösten kann, ist die Tatsache, daß der Verstorbene wenigstens in einer Reihe von genialen Entwürfen die Große seines Denkens und Formens der Nachwelt übergeben konnte. Die am Mittwoch um 11 Uhr erfolgende Beisetzung des Architekten des Braunen Hauses Professor Paul Ludwig Troost im Nördlichen Friedhof in München wird auf Weisung des Führers als Staatsbegräbnis durchgeführt. In den Abendstunden des Dienstag wurde auf Weisung der Bundespolizei der großoeutfche stellvertretende Bürgermeister von Innsbruck Dr. Walter Pembauer verhaftet, lieber die Gründe der Verhaftung ist noch nichts bekannt. In der letzten Zeit wurden in der christlich-sozialen Presse heftige Angriffe gegen Dr. Pembauer erhoben. kelmarkt Vieh aufkaufen wollte, gegen einen Baum gefahren ift und aus Verzweiflung darüber, daß der Sozius dabei schwer verletzt wurde, Selbstmord verübt hat. Nicht ganz ausgeschlossen ist aber auch die Vermutung, daß der unbekannte Mitfahrer den Viehhändler hinterrücks erschossen hat, um ihn zu berauben und so das Unglück verschuldet hat, bei dem er selbst den Tod fand. Von der Untergrundbahn überfahren und unverletzt geblieben. Wie Berliner Blätter melden, hat sich auf dem Untergrundbahnhof Seneselder Platz ein aufregender Vorfall ereignet. Eine junge Frau, die hart an der Bahnsteigkante stand, erlitt plötzlich einen Ohnmachtsanfall und stürzte auf die Gleise, gerade in einem Augenblick, als ein Zug ein- uhr. Der Zugführer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, so daß mehrere Wagen über die Frau hinwegrollten. Alle Zeugen des Vorganges glaubten mit Bestimmtheit, daß die Frau den Tod gefunden habe. Als jedoch die herbeigerufene Feuerwehr den Wagen anhob, wurde die Frau zum allgemeinen Erstaunen völlig unverletzt geborgen. Sie war so unglücklich zwischen die Schienen gefallen, daß ämtliche Wagen, ohne sie zu berühren, über sie hin- oeggefahren waren. Aufsehenerregende Verhaftung eines estnischen Generals. Im Zufammenhang mit einem großen t- nnen. 3m ver> neu aufgenom- , daß sich die n befinde und entlasten. Dem 15 Rechnungs- rnft Bierau Lwari.Su' sangsabterlung auch hier lc?cr g des Dererns neisterEule. > geistige rer Ismus undd^ eifachen itlerundw ite* wurde die ar. 3mW bei den W fall. Der D, einem ms M .. b t u n d z u rss «s ’U »‘ VfttnK :fe?5 aab fflie6en « W <(.r , 5^5,jW ‘9enolio ri' un rwrt fartö b,,I(il U1 $*!»>* Lunge deutsche Nation Jungvolk auf dem Marsch. — alle tragen sie Uniform und weißrote Armbinde der Hitlerjugend. Jugendwird vonJugend geführt. Die ganze Verwaltungsarbeit wird von einer Reihe von Abteilungen geleitet Personalabteilung, Sozialamt und die Abteilung SP. sind die wichtigsten unter ihnen. Ausgehend von der Erkenntnis, daß gerade in der Hitlerjugenb, ein besonders in ihrer Führerschaft, neben der rein politischen Schulung auch auf allen Die Abteilungen müssen dann die Plätze wechseln und aus den Spuren erraten, welche von den Jungen dort gegangen sind. Zum Spurenlesen gehört auch, die Stimme des Waldes zu deuten. Der heisere Ruf des Hähers zeigt an, daß er vom Menschen aufgeschreckt wurde, ebenso das Gelächter des Spechts oder das Djel, djel, djel der Schwarzdrossel. Auch vorn Wetter steht viel zu lesen im Buche der Natur. Der Bauer und Schäfer, Jäger und Heger, Seeleute und Bergführer wissen aus Wind und Wolken, aus dem Benehmen von Pflanze und Tier das Wetter zu deuten. Der Zioi- lifationsmenfch merkt nur am Rheumatismus im Bein, daß anderes Wetter wird. Du haft uns sehr gefehlt. Es tut Dir doch sicher jetzt das Herz weh, daß Du, nicht mitgefahren bist Das nächste Jghr mußt Du unbedingt dabei sein. Liselotte sieht aus wie ein Senegalneger. Aber ich glaube, bald werden die Fetzen fliegen. Weiß und braun gescheckt wirst Du sie wiedersehen. Kennst Du das Lied „Wir sind die Freunde der Berge". Es hat einen fabelhaften Rhythmus für einen schönen ßanalauf. . Nächste Woche sind wir wieder m Gießen. Wie wird uns wohl die Arbeit schmecken. Ach, ich glaube, wir haben uns hier den richtigen Mut geholt, denn das Skilaufen erfordert ja vor allen anderen Sportarten Geistesgegenwart und Ausdauer Hoffentlich gibt uns Petrus noch ein paar schone Tage mit Neuschnee, dann wäre unsere Skifahrt ja herrlich gelungen. Bon uns allen herzliche Gruße Heil Hitler! Deine Lucie. gehört die L a n d v e r s ch i ck u n g der gefunden, abe? erholungsbedürftigen Großstadtjugend, die Durchführung von Wandervorträgen auf denen, gerade unter der Jugend selbst, auf geeignete Maßnahmen zur körperlichen Ertüchtigung hingewiesen wird, die allmähliche Schaffung einer ständigen ärztlichen Jugendkontrolle u. ä. lieber 70 000 Jugendliche wurden in den letzten Monaten durch das Sozialamt in Waldheime, zu Parteigenossen auf dem Lande und in Licht- und Luftbäder verschickt. Ebenso werden von hier aus die Fragen des Arsten technischen Erfahrungen aufgebaut ist und Lebenslauf, Bild und Charakteristik aller HJ.-Führer vom Gefolgschaftsführer aufwärts enthält. An Hand dieser Kartei wird die jeweils notwendige Führerauswahl getroffen. Denn gerade die Führer, denen Erziehungsarbeit, geistige und körperliche Schulung ihrer Kameraden, verbunden mit unbedingter Kom- rnandogewalt übergeben wird, müssen selbst in körperlicher und geistiger Hinsicht die Fähigkeiten unter ihdi.. cir u -i anderen Lebensgebieten eine ungeheure geistige Er-I beitsdienstes behandelt und vorbereitende Arbeit ziehungsarbeit zu leisten ist, führt die Personalab- für die Jugendgesetzgebung geleistet. teilung eine r ies ige Kar te i. die nach den neue-l Die Abteilung SP. umfaßt Schulung, wurde. Danach richtet sie sich unb lebt nach ihnen. Wir wissen, baß es in Zukunft nur eine Jugenb geben tannn, unb bas ist Die Hitlerjugenb. Heute ist sie noch Jugenbbunb, unb bod) lebt in ihr bie Volksgemeinschaft, wie sie nur biejenigen leben können, bie bie tote Last ber bürgerlichen Bindungen hinter sich geworfen haben unb nur „Wir"- gemeinschaft kennen. Hitlerjugenb, Tatjugenb, Kampfjugenb kennt nur: unaufhaltsam, unerbittlich gegen uns selbst unb andere, oormärtsbringen; sie kennt nur ben Willen zur Zukunft. Nur von ihrem Wollen spricht sie, bas feine Vollenbung in ber großen Gemeinschaft, wo bas kleine „Ich" in bem Dienst ber Gesamtheit steht, ber größten Qugenborganifation sieht, unb so den Weg zur Nation finbet. Die Kluft, bie zwischen Stabt unb Lanb lag, würbe burch biefe Tatjugenb nicht nur überbrückt, fonbern burch ihre Opfer symbolisch ausgefuüt. Der Bauernsohn, ber Stabtjunge, ber Schüler unb ber Lehrling würben zu einer Schicksalsgemeinschaft ver-. bunben. Für bie gleichen Rechte ber ßanbjugenb wie bie ber Stabtjugenb tritt sie ein. Smb sie boch l ‘ ~ opaganba. Auch an dieser j.j Arbeitsgebiet. Gestaltung ber gesamten nationalsozialistischen Jugendpresse, Ju- - enbfunt, Kulturarbeit, Bücherei, Bildstelle, Archiv, Fe'^ und Feiergestaltung, alles in allem eine or= qam,atorische Anlage, wie sie größer und vorbildlicher kaum gedacht werden tarnt Angeschlossen ist dieser Abteilung die riesige Jugendbücherei, vielleicht die größte Sammlung von Jugendbüchern, die überhaupt existiert. In ungefähr zehnjähriger Arbeit von Karl H o b r e ck e r geschaffen, der mit der Unterstützung sämtlicher deutscher Verleger gearbeitet hat, ist hier eine Riesensammlung von Jugend- und Kinderbüchern zusammengebracht worden, deren älteste Exemplare bis in das Mittelalter zurückgehen. Daneben ist z. B. ber weltbekannte „Struwwelpeter" in 300 verschiebenen Ausgaben SJl.-Spoit Bor diesem Spiele standen sich Wiesecks II. Mann- in einem Freundschaftsspiel gegenüber. Die Jugend dert worden ist und nunmehr die Sportschriftleiter Ortslagen aus die strecke der Lang aufe spuren zu ausschließlich durch Fachausschüsse im Reichsverband können. Der Reichssportfuhrer trifft mit seinem vertreten werden Die Sportpresse ist demnach nicht Stabe am Donnerstag in Braunlage ein, um ZUsam- mehr eine gesonderte Fachsäule im Reichsführer-1 men mit dem sportlichen Leiter der Sklwettkampfe Ohne Pause wurde das Spiel fortgeführt. Wieseck 1Mj nun mehr im Angriff, war jedoch vor dem Tor von Pech verfolgt. Erst in der 13. Minute gelang der Ausgleich. Das Spiel gestaltete sich wesentlich härter. Kurz vor Schluß kam Heuchelheim abermals zum Führungstor. Noch einmal ging Wieseck inäch- tiq aus sich heraus und nur ihrem sehr guten Tormann konnten die Gäste ihren glücklichen Sieg ver- Der Arbeitsausschuß der Deutschen Winterkampfspiele gibt bekannt, daß kein Anlaß besteht, um die Durchführung der Veranstaltung in Braunlage- Schierke besorgt zu sein. In den Höhenlagen von 650 Meter an beträgt die Schneedecke noch immer 30 bis 40 Zentimeter, und ist selbst an winooffenen Stellen noch nicht unterbrochen worden. Man erwartet noch Neuschneefälle und hofft dann von den Der erste Olympia-Vorbereitungslauf der Lang- streckenläufer im Tegeler Forst war am Sonntag ein voller Erfolg. Unter den rund 400 Teilnehmern befanden sich neben der besten Berliner Klasse auch einige Läufer aus Minden und Leipzig. Um die besondere Eignung der Kandidaten für die verschiedenen Strecken zu erproben, waren drei Klassen über 6, 12 und 18 Kilometer vorgesehen, die durchweg durch recht hügeliges Gelände führten. Das Hauptinteresse beanspruchte der Lauf über 18 Kilometer, in dem der deutsche Waldlaufmeister Kohn (Polizei) eine ganz überlegene Rolle spielte. Er übernahm bald nach dem Start die Führung und lief ein Rennen für sich nach Hause, um mit über zwei Minuten Vorsprung das Ziel als Sieger zu passieren. Zweiter wurde der veranlagte Turner T h u n a ck (Fredersdorf). Im 12-Kilometer-Lauf spielte der Sieger Klos (AEG.) ebenfalls eine überlegene Rolle. Auf der kurzen Strecke über 6 Kilometer gab es einen heftigen Kampf zwischen S ch i l g e n (Sportunion Telefunken) und dem Markmeister Ebel (Bernau), aus dem der frühere Darmstädter erst im Endspurt als knapper Sieger heroorging. sie sich bis Schluß mit 2:0 Toren der größeren Routine der Platzbesitzer beugen mußten. Räther (Erfurt) und dem DSV.-Presseleiter, dis bereits an Ort und Stelle sind, die letzten Bespre- chungen zu führen. Olympia-Langstreckenläufer bereiten sich vor. Handball im Gau XII der OT. Tv. Lang-Göns — 3. Komp. L 3 -2L 5:12 (1:7). Am Sonntag hatte die erste Handballmannschaft des Turnvereins Lang-Göns die Handballmannschaft der 3. Kompanie der Gießener Reichswehr zu Gast. Die Gäste stellten eine neue, äußerst spielstarke Mannschaft ins Feld. Sofort nach einem Durchbruch der Einheimischen, der nichts einbrachte, legten die Soldaten ein schnelles Tempo vor und kamen bald zu ihrem ersten Erfolg. Die Platzbesitzer konnten aber bald ausgleichen. Nun drehten die Gäste mächtig auf und konnten dank ihrer technischen und körperlichen Ueberlegenheit die Gastgeber vollständig überrumpeln. Nach der Pause ändert sich das Bild wesentlich. Die Platzbesitzer hatten sich auf das Spiel der Gäste eingestellt, gestalteten die zweite Hälfte ausgeglichener und konnten das Resultat halten. Die Einheimischen hatten viel Pech mit Lattenschüssen. Der Geschäftsführer des Hilfsfonds für den Deutschen Sport gab einen Ueberblick über die von ihm zu leistende Arbeit, die bereits im vollen Umfange im Reichsbund in Tätigkeit tritt. Der Führer der Deutschen Sportpresse, Dr.Boll- m a n n , gab dann die Erklärung ob, daß auf Grund des Schriftleitergesetzes die Deutsche Sportpresse in den Reichsverband der Deutschen Presse eingeglie- beften deutschen Skiläufer ihre Kräfte im Langlauf, in der Kombination, im 50 - Kilometer- 2) au erlauf und im Spezial - Sprunglauf messen. Gerade der letzte Wettbewerb am Sonntag, den 28. Januar, von der gewaltigen, landschaftlich wohl schönsten Schanze Deutschlands, der Wurmbergschanze bei Braunlage, wird Tausenden von Zuschauern Gelegenheit geben, sich von dem fortschreitenden Können unserer deutschen Wintersportler überzeugen zu können. Anschließend an die Skikämpfe werden sich in Schierke unsere besten deutschen Eishockey-Mannschaften, aus allen Gauen kommend, im Kampf um die Mestter- und Kampfspielwürde gegenüberstehen. Am Donnerstag, 1. Februar bis Sonntag, 4. Februar, folgen dann die mit den Deutschen Meisterschaften verbundenen Kampfspielwettbewerbe im Rodeln, Bobfahren, Eisschießen, Eisschnelläufen und Eiskunstläufen. Auch in diesen Sportarten kämpfen die Besten um Sieg und Kampfspiel-Meisterwürde. Dieser Kampf der Meister in unseren schonen Harzorten Braunlage und Schierke soll seine letzte Bedeutung aber schon darin finden, daß Deutschlands Jugend vor einer begeisterten und zahlreichen Zuschauermenge ihr Können zeigt. Ich rufe daher die ganze deutsche Ium- und Sportgemeinöe und ihre Anhänger aus, nach , unserem schönen har; zu kommen, um Zeuge unserer Deutschen Winterkampfspiele im Neuen Deutschen Reich zu sein. Der Reichsbund für Leibesübungen proklamiert! Sei der Tagung des Reichssportführer-Ninges. Der Keichssportführer , c und die Deutichen Wmterkampfspiele• I von Der Reichssportführer von Tschammer und ht'r Osten erläßt zu den Deutschen Winterkampfspielen einen Aufruf, in dem es u. a. heißt: In wenigen Tagen, am Freitag, 26. Januar, wird die Wintersportwoche der Deutschen Kampfspiele mit dem Start ZUM l8-Kil°m°ter-L°ngIauf ihren Anfang Spiele standen sich Wiesecks II. Mannnehmen. Diefe ersten Deutschen Kampssprele im un& [ guqenb der Spielvereinigung 1900 neuen Deutschen Reut; haben eure Besetzung gesun- m I Freundschaftsspiel gegenüber. Die Iugend- den, wie sie besser nicht gedacht werden kann. Vam ^'„^der Spi-lver-iniqung 1900 zeigten eine sehr 26 Januar bis Montag, den 29 Januar werden dic. CeiftunPfl kannten jedoch nicht verhindern, daß hnfton hoiitirhpn PiFilmifpr ihre Sl Tm tp IM rmnaiaui, ~ r ■. c. a er_____ Eportabteilung des Tv Wieseck. wieseck I. — Heuchelheim I. 1:2. In Wieseck lieferten sich diese beiden Gegner am vergangenen Sonntage bei schönstem Wetter und sehr guten Platzverhaltnissen ein sehr flottes Spiel. Beide Mannschaften traten in stärksten Aufstellungen an. Bom Beginn an hatte Wieseck etwas mehr vom Spiel, konnte aber einige sichere Chancen im Gedränge vor dem Tor der Gäste nicht verwerten. Allmählich wurde das Spiel ausgeglichener und beide Torwarte mußten öfters eingreifen. Die reguläre 1. Halbzeit verlief torlos, der Unparteiische ließ jedoch 5 Minuten länger spielen. In dieser Zeit gelang es dem Halbrechten der Gäste einen Fehler der Verteidigung der Einheimischen auszunützen und seiner Mannschaft so die Führung zu verschaffen. Der Reichssportführer hatte sich für Montag die Gaubeauftragten zu einer besonderen Aussprache nach Berlin geladen. Dadurch war es diesen möglich, auch der am Dienstag oorsichgehenden Tagung des Reichssportführer-Ringes und der Fachverbände teilzunehmen. In dieser Tagung gab der Reichssportführer einen ausführlichen Rückblick über die im Jahre 1933 geleistete Arbeit und anschließend einen Ausblick über die bevorstehenden Aufgaben des Jahres 1934. hier fleht die Proklamation des Reichsbundes für Leibesübungen an erster Und wichtigster Stelle. Durch den Zusammenschluß aller im Reichssportführerring arbeitenden Verbände im Reichsbund für Leibesübungen wird die Einheitsfront des deutschen Sports geschaffen. Schon in den nächsten Tagen werden die Ausführungsbestimmungen dieses Bundes, der am 3 0. Januar 1934 i n s Leben tritt, bekanntgegeben. Damit ist für alle Leibesübungen der Ausgangspunkt zur Angleichung unter einheitlichen Gesichtspunkten geschaffen. Im Anschluß an die Ausführungen des Reichssportführers erläuterte Regierungsbaumeister March den Plan des neuen Olympia-Stadions im Grünewald. • Ring. Durch die straffe Zusammenfassung der Sportpresse und durch das Schriftleiter-Gesetz ist die Gewähr gegeben, daß zwischen Sport und Presse ein enges Vertrauensverhältnis bestehen bleibt und damit auch weiter eine gedeihliche Zusammenarbeit gesichert ist. Als Abschluß der Vormittags-Sitzung wurden noch Erklärungen über die geplante Zusammenarbeit mit der SA. und HI. gegeben. Am Nachmittag wurde die Tagung mit einem Referat des Fußball-Führers, Kriminaldirektor Linnemann, über die Zusammenarbeit zwischen den Bezirksbeauftragten und Fachschaftsführern fortgesetzt. Es folgten dann kurze Referate über die Auslandsarbeit und die international lenBeziehungen des deutschenS ports sowie über die Aufgaben des Sportarztes in der körperlichen Erziehung. Den Berichten schloß sich eine Aussprache an, nach deren Beendigung sich die Teilnehmer zur Olympia-Kundgebung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes ins Herrenhaus begaben. Keine Besorgnisse für die Winter- kompsspiele. Die letzien Tage des Inventur-Verkaufs soll die große Säuberungs - Aktion von den angesammelten Resten bringen. Wir haben «roße Mengen 477 a Reste in: Kleiderstoffen u. Seidenstoffen Baumwollzeugen und Druckwaren Weißwaren und Hemden - Stoffen ausgelegt und verkaufen diese sehr billig! Benutzen Sie diese günstige Gelegenheit! INH: WILHELM HORN UND SOHN Kreuzplatz 15 Kreuzplatz 15 Groben-Linden, den 23. Januar 1934. Danksagung! Für die überaus vielen Beweise liebevoller Teilnahme beim Heimgänge unseres lieben unvergeblichen Entschlafenen sagen wir hierdurch innigsten Dank. L N. der trauernden Hinterbliebenen; Marie Köhler, geb. Bopf und Kinder Statt. Karten Oberhausen (RhId.X im Januar 1934. 461D Für die liebevolle Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Mutter Wilhelmine May, geb. Kilbinger danken wir von ganzem Herzen. Familie Dr. med. Wilhelm May Familie Dr. med. Franz Schulte Elektrotechnik, Match.-,Auto- und Flugzeugbau. 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An- 93 93 — — 49 49 49 49 Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschaft................ o Dresdner Bank.............. o Reichsban! .......... x.2 leihe Serie l mit Auslos.-Rechten 96 96 96,25 96,13 55 55,25 55 55,25 6% ehern 8% Franks. Hyp.-Bank 59 59,5 59 59,5 ®olbpfe. 15 unkündbar bis 1935 92,75 93 163,5 164 163,25 164 •% ehem 7% Franks Hyp.-Bank Goidpse 16 unkündbar biü 1936 Wi% ehem. se Bergbau Genüsse....... - 108 108 4^türfii$e Bagdadbahn-Anteihe 5*45 6,45 5,3 Klöcknerwerke ...........ö 57,5 59,76 57,75 59,5 58 57,5 iKaaaumaun»W0DcrB ....... 0 59,65 i 59,65 ftramrun a. DL derim Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Iß Schluß* turS Schlußi. Abend- dürfe Schluß* lurs Schluß! Mittag- dürfe 22-Januar 23-Januar Amtliche Jlotierunc AmtiiMr Notierung Geld | Vrir Dalum 22-b 23.1. 22-1- 23.1. ip-et Srie Mansseldki Bergbau.........Ol Kokswerke ........... O 28,5 44 199 86 37,25 11 108,5 111 146 124 170 48,25 51,5 65,5 67,5 84 92,5 41,25 43,75 47,75 34,9 38 47 17 150 176,5 154 20,75 66,65 1R? 28,5 44,25 199 85,5 37,75 H 109 145 124,13 170 47,25 51 65,25 67,75 83 94 40,5 44 47 34 37,75 47 16,25 145 178 151,5 69,75 IRK.5 28,9 86,25 44 199 86 37,4 11 109 110 146 123,75 48,25 51,5 65,5 67Jz 90,75 41 43 47 34,4 113,25 37,65 47,5 60,25 16,5 148 177,5 154,5 1R7.ll 28,75 86 44,25 198,5 85,5 38,13 10,75 109 108,5 145 124,13 47,75 51,25 68,75 91,75 40,5 44 46,75 112,25 37,75 47,25 58,9 16,5 144,25 177 151,5 20,25 IRR Helfingfo«.. Wien ...... 5,794 47,20 12,465 3,047 168,63 65,83 58,49 67,53 13,085 0,688 2,607 58,39 22,00 16,44 81,12 34,77 81,42 0,784 0,224 5,664 11,94 5,806 47,30 12,485 3,053 168,97 65,97 58,61 67,67 13,115 0,692 2,613 58,51 22,04 16,48 81,28 34,83 81,58 0,786 0,226 5,676 11,96 Zanknoten 5,794 47,20 12,475 3,047 168,58 65,78 58.49 67,53 13,09 0,681 2,617 58,34 21,98 16,44 81,10 34,72 81,42 0,783 0,224 5,664 11,94 5,806 47,30 12,495 3,053 168,92 65,92 58,61 67,67 13,12 0,685 2,623 58,46 22,02 16,48 81,26 34,78 81,58 0,785 0,226 5,676 11,96 Phönix Bergbau ..... O Rheinische Braunkohlen .....10 Kheinstahl .......... 0 Bereinigte Stahlwerke........O Olavi Minen ...........O Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln ........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% 3. G. Farden.Jndustrt»....... 7 Budapest ... Sofia ...... Holland .... Oslo ...... Kopenhagen. Stockholm... London .... Buenos Aires Neuyork.... Brüssel..... .Italien ..... Paris ...... Rütgerswerke ....... O Metallgeiellschast............. O Schweiz .... Spanien.... Danzig..... Japan ...... Zementwerk Heidelberg ...... O Zementwerk Karlstadt......... O Schultheis Patzenhoser ------- O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg O Zellstoff Walohos ............O Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer GaS ............ 7 Rio de Jan. . Jugoslawien. Lissabon .... Berlin, 23-Januar Geld Briel _ Amerikanische Belgische Not Dänische Note Englische Not Französische 9 Holländische 9 Italienische 9i Norwegische 9 Deutsch Gelte Rumänische 9 Schwedische 9 Schweizer No Spanische No Noten.............. 2,57 58,18 58,23 13,045 16,40 168,16 21,86 65,62 67,36 80,92 34,58 2,59 58,42 58,47 13,105 16,46 168,84 21,94 65,88 67,64 81,24 34,72 Daimler Motoren ............ O Deutsche Linoleum........... O Orenstein S Koppe! .......... O Leonhard Tietz .............O Lhade .....................10 Aeru mulatoren-Fabrü........O Lonti-Gumm» O Gritzner.................... 0 Mainkraftwerke Höchst a.®U.. 4 Süddeutscher Kucker________■ n ................. loten............... Zoten............... oten................ loten .............. rreich, i IOO Schilling oten............... Zoten............... ten................. ten................. t*e -_______________