nr. 248 Erster vlatt 184. Jahrgang Dienstag, 23. Oktober 1934 Eichener Anzeiger ; 2 eute, arbeitet die Propaganda der Welt gegen Deutschland mit der Forderung der totalen Äbrü- ung. Die Welt motiviert ihre Hochrüstung mit der 2. Die Krisis des Vurgsriedenskabineiis 3. C9 = 4. ras ö ■ ni ' V I 1 ;itljung und rLeoenskamps eines Volkes, welches ca in seinen oolklichen Halt und Gemeinschaftsdienst eimben hat. Dieses Soldatentum ist nie von _ 51 Aw der die der des ein -Zr- 5* 3* •I Militarismus und Soldatentum 9<1f r c 3^ : o 1 * 5 ung. Die Welt motiviert ihre Hochrustung Mit der eutschen Gefahr. Das Scheitern der Abrüstungskon- :renz wird als deutsche Schuld ausgelegt. Die Auf« ahme Rußlands in den Völkerbund wird der Welt jt-ecfen und Zielen bestimmt, sondern ist die Form iirsr inneren Haltung, ist immer auf die Gemein- huft ausgerichtet und nie auf eine Gruppe von Amschen. ks ist darum für ein soldatisches Volk nicht der Angriffs und die Methoden. Daß die Qualitäten des Frontsoldatentums über die ehrenvolle Wahrung der Tradition hinausgehen, und daß dieses beste deutsche Mannestum der alten Frontsoldaten heiß und innig verlangt, am Staate Adolf Hitlers Mitarbeiten zu können, diesem berechtigten Wunsche aller meiner Kameraden will ich auch hier Ausdruck geben." Die alten Kameraden des Stahlhelm wollten ehrlich und fest an dem Aufbauprogramm des neuen Deutschland Mitarbeiten, es sei zweifellos, daß von dem Frontsoldatentum als dem Träger des Frontsozialismus Brücken zum Nationalsozialismus und dessen deutscher Weltanschauung führten. Dem Lande und den Menschen, für die man sich im Felde geschlagen und eingesetzt habe, gehöre man, so lange man atme. Deshalb höre er als Bundesführer auch nicht auf, mit an der Zukunft des deutschen Volkes und des deutschen Landes zu arbeiten und unermüdlich alle Kameraden zur Mitarbeit aufzufordern. Diese finde ihren Rahmen in dem neuen einigen Reich. Die gestellte Aufgabe heiße für die alten Frontsoldaten immer nur: Deutschland! jedtellt ist. Soldatentum ist eine Haltung, Ergebnis von Er- — und Lebenskampf eines Volkes, welches Cn0 3 Ke - 3 »32 staltungen durch den Besuch des Bundesführers, Reichsarbeitsminister Franz S e l d t e. Der Minister wurde von dem Landesführer Wenzel und den Vertretern der Stadt und des Staates begrüßt und von Ehrenstürmen der SA. und SS. und einer Ehrenabteilung der NSDFB. (Stahlhelm) empfangen. Beim Führerappell hielt der Bundesführer eine Ansprache, aus der ein starkes Bekennt- nis zum Führer Adolf Hitler und der feste Wille zur Mitarbeit am nationalsozialistischen Staat durchklang. Nach einem Vorbeimarsch fand eine große Kameradschaftsfeier statt, zu der als Ehrengäste Vertreter der Regierung, der Partei, der SA., SS. usw. erschienen.waren. Der Bundesführer Reichsminister S e l d t e erklärte in einer Ansprache, für das erfolgreiche Durchhalten sei nichts so wichtig als die Tatsache, daß heute die alte deutsche Sehnsucht nach einem Reich, einem Volk und einem Führer erfüllt sei. Da gebe es für keinen echten deutschen Mann irgendein Zögern. Mit Stolz könnten die Stahlhelmer heute von sich sagen, daß auch sie zu den Freiheitskämpfern gehörten, die in jenen düsteren Novembertagen mit dem gleichen Ziel wie Adolf Hitler und seine Getreuen angetreten seien. Schon seit dieser Zeit habe der Stahlhelm für den Führer, der einmal kommen mußte, gearbeitet, für den Führer, der alle Kräfte der Nation, der Arbeiter, der Soldaten und der Bauern hätte zusammenfassen müssen, um den Sieg zu erringen. Diesen großen deutschen Sieg habe Adolf Hitler errungen. Der Weg zum Siege lehre, daß beide Bewegungen, nämlich der politische Nationalsozialismus und der soldatische Stahlhelm- geisi, zusammengehörten. „Eine harte und scharfe Luft", fuhr der Bundesfuhrer wörtlich fort, „weht um die umbrochene Scholle. Aber Umbruch bedeutet bereitstellen für neue Ernte. Wir haben keine Zeit in diesem Kampfe, uns zu falscher Stunde kritisch über die Methoden zu äußern. Mitmachen heißt es! Und derjenige, der aus den Reihen heraussprang, der den Fuhrerruf über das Feld ertönen lieh: Die Kompame hort auf mein Kommando!, der gibt auch die Form des Geldte auf dem Freiburger Frontsoldaten - Appell. Freiburg, 22. Qkt. (Funkspr.) Die alle badische Unversitätsstadt Freiburg stand am Samstag im Zeichen des NSDFB. (Stahlhelm). Der Landesverband Baden beging die Traditionsfeier zur Erinnerung an die Gründung des badischen Stahlhelm vor zehn Jahren in Verbindung mit einem Führerappell. Ihre besondere Wethe erhiellen die Beran- lehnt werden sollte. Man glaubt, daß die radi- kalsozialistischen Kabinettsmitglieder von sich aus weder der Entscheidung des Ministerpräsidenten noch der der beiden Kammern vorgreifen werden, so daß verschiedene Möglichkeiten offenbleiben. Sollte sich die Kammer gegen die Auflösung der Kammer aussprechen, würde der Ministerpräsident den Senat um das Recht, Neuwahlen auszuschreiben, ersuchen, d. H. das Land zum obersten Schiedsrichter machen. Sollte der Senat die geforderte Kammerauslösung verweigern, würde Doumergue dem Präsidenten den Rücktritt seines Kabinetts überbringen. Dasselbe würde er tun, wenn die Nationalversammlung von Versailles sich gegen die Abänderung der Verfassung aussprechen sollte. Wenn auch ein Teil der linksstehenden Presse die Lage als willkommenen Anlaß nimmt, um gegen die „antirepublikanischen oder bonapartisti- schen Pläne" des Ministerpräsidenten Sturm zu lausen, so ist immerhin die warnende Stimme von Die Senatsmehrheil gegen Doumergue. Heute entscheidender Ministerrat. Paris, 22. Qkt. (DNB.) Unter dem Vorsitz Präsidenten der Republik findet am Dienstag et' 1 V.' sv r '' Si 1 % Doumergues Kampf um die Staalsrefom in Frankreich Radikalsozialistischer Widerstand gegen das Recht auf Auflösung der Kammer. Q3® er — - 0 3 = 3 er» 3 2 o p t"? ? D - t -t I» » 2,5« ^2 Vor dem radikalfozialistischen Parteitag. Don unserem Dr. K. Z.-Korrespondenien. Paris, 22. Oktober 1934. Der alljährliche Parteitag der Radikalsozialen, der gewöhnlich in der letzten Woche des Monats Oktober stattfindet, pflegt den Auftakt für das politische Leben und die parlamentarische Arbeit des Winters zu geben. Der Verlauf dieses Kongresses der seit Jahrzehnten stärksten und fast immer ausschlaggebenden Partei läßt in der Regel gewisse Rückschlüsse auf die innenpolitische Konstellation der kommenden Monate zu. So wurde auf dem Parteitag von Angers im Oktober 19 2 8 beschlossen, daß die radikalsozialen Minister, zu denen auch damals Herriot und Sar- raut gehörten, sich aus dem Burgfriedens- Kabinett der „Union nationale" z u - rückziehen sollten, das 1928 von Poincare (wie das heutige von Doumergue) geleitet wurde. Wenn der Auszug der Radikalsozialen aus der Regierungsmehrheit damals nicht den Sturz des Gesamtkaoinetts herbeiführte, so lag es daran, daß im Frühjahr 1928 die sogenannten „Poincars- Wahlen" stattgefunden hatten, welche die Linksmehrheit von 1924 in eine Mehrheit des Rechtsblocks verwandelt hatten. Mit diesem konnte Poin- car6, unter Verzicht auf die radikalsozialen Stimmen, wenn auch auf einer erheblich geschmälerten Majoritätsgrundlage weiterregieren. Würden heute die radikalsozialen Minister zurücktreten, so wäre die Demission des Ge- snmtkabinetts unvermeidlich. Den „Poincarö-Wahlen" entsprechende „Doumergue- Wahle n", welche den Wunschtraum der Rechtsparteien bilden, stehen noch aus. Ob sie je erfolgen werben, ist mehr als fraglich. Die nächsten ordentlichen Neuwahlen finben verfassungsmäßig e r st im Frühjahrl936 statt. Eine vorzeitigeAuf- 13 3 ! t > E t - 5 3 FE • 3 1 irmirft werden können. Das Gegenteil war ' e r F a l l. Die Behauptung, der deutsche Militaris- ms sei eine Gefahr, ist geblieben. Damals wie Grad der Bewaffnung entscheidend, wo hingegen der Grad der Bewaffnung für den Militarismus das A und O bedeutet. Militaristisch sind in diesem Sinne Staaten wie Frankreich, dessen Heer zweck- bestimmt ist, Werkzeug zum Zweck und zum Schutz von Interessen. Die Friedensbeteuerungen solcher Länder sind ein Mittel zur eigenen Tarnung und sind ein Mittel zur Diffamierung des politischen Gegners, der des Militarismus' nicht bedarf, aber in seiner Grundhaltung „soldatisch" ist. Die unüberbrückbare Gegnerschaft dieser beiden Formen hat im Tiefsten ihren Grund in dem Minderwertigkeitsgefühl des Militarismus, der weiß, daß die Kraft einer inneren Haltung in der Lage ist, auch der besten technischen Ausrüstung zu trotzen: Der Weltkrieg hat bewiesen, was echtes Soldatentum vermag. Hier an dieser Stelle ist die Wurzel der Propaganda zu suchen, denn der unehrliche Makler einer Sache wird immer versuchen, seine wirklichen Absichten zu tarnen. Wer nicht selbst hinter einem Busch sitzt, wird keine anderen dahinter suchen. Die Geschichte der Völker lehrt uns, daß in Völkern, wo das „Soldatische" den Charakter der Menschen bestimmt, auch bei vollkommenster Abrüstung die innere soldatische Haltung nicht verloren geht. Dies wissen aber auch die Regierungen, die sich in ihrer Gegnerschaft zu Deutschland zusammengefunden haben, womit verständlich wird, warum man von einem deutschen Militarismus redet, der nie in Deutschland bestanden hat. K. M. lösung derKammer kann zwar von dem Präsidenten der Republik und dem Senat gemeinsam beschlossen werden. Ein solcher Fall ist aber in der Geschichte der dritten Republik noch nichtdage- wesen und wird aller Voraussicht nach auch nicht eintreten, da die ftreng konservative Haltung des französischen Senats Derartigen Neuerungen im Wege steht. Ueberdies hat die Generalprobe der Kantonalwahlen den Rechtsparteien die Lust zu Neuwahlen genommen. Der erwartete Rechtsruck, von der im Amt und in der Macht befindlichen Regierung nach Kräften begünstigt, ist ausgeblichen. Die hauptsächlichen Gewinner waren die K o m m u n i ft e n, die ihre Generalratssitze von 10 auf 33 vermehren konnten. Ihre starke Stimmenzunahme gerade in den ländlichen Bezirken beweist, daß ihre Anziehungskraft nicht von dem marxistischen Parteiprogramm ausging, sondern von der klaren Oppositionsstellung zu der reaktionären Rechtsregierung, wodurch nachweislich zahlreiche radikalsoziale, also kleinbürgerliche Wähler gewonnen wurden. Die Rechtsparteien Louis Marins und Tardieus haben gegenüber den Kantonalwahlen von 1928 zwar 29 Sitze gewonnen, aber gegenüber 1931, als die andere Hälfte der Generalräte und Arron- disfementsräte, die noch bis 1937 im Amt find, erneuert wurde, nicht weniger als 42 Sitze verloren. Die Hauptleidtragenden find die Radi- ka Asozialen, da sie kein klares Ziel vor Augen hatten. Sie vermochten sich weder eindeutig für noch gegen Doumergue zu entscheiden. Im Ganzen ge- sichen, sind die Veränderungen überhaupt nicht sehr groß. Als Hauptergebnis bleibt festzuhalten, daß die Linke trotz ihrer ungeheuren parlamentarischen Mißwirtschaft seit den Maiwahlen von 1932 bis zum Regierungsantritt der „Union nationale" nach dem blutigen 6. Februar ihren Besitzstand behaupten konnte, und daß Doumergue keineswegs über eine so starke Machtstellung verfügt, wie Poin- car6 sie 1928 unter ganz ähnlichen Umständen inne hatten Das erleichtert die Lage der Radikalsozialen, Schulungsräume für die HI. Berlin, 22. Okt. (DNB.) Die Reichsjugendfüh- rung hat mit der Ausführung eines S ch u l u n g s - Programms begonnen. Zu dessen Unterstützung hat Reichserziehungsminister R u st angeordnet, daß die erforderlichen Zusammenkunftsräume (Heime) allen Einheiten der Hitlerjugend zur Verfügung gestellt werden. Es werden in der Hauptsache Räume für kleinere Einheiten benötigt, also für 20 bis 60 Jungen. In vielen Fällen sind staatliche wie kommunale Baulich« feiten noch bei weitem nicht voll ausgenutzt. Auch Räume in öffentlichen Schulen, soweit sie sich dafür eignen, sind bis auf Widerruf für die Durchführung des Schulungsprogramms zur Der» fügung zu stellen. Wenn auch Klass enräums hierfür nicht geeignet fein werden, so sind keinerlei Bedenken gegen eine Ausstattung leerer Räume durch die Einheiten der HI. selbst. 5. Im Rahmen der Verfassung wird ein B e - a m t e n g e s e tz erlassen. Der Direktionsausschuß der demokratischen Linken des Senats, die den Radikalsozia list en in der Kammer entspricht und über die absolute Mehrheit verfügt, hat sich gegen die Absicht Doumer- gues ausgesprochen, die Kammer ohne o i e Zustimmung des Senats auflösen zu können. Eine Abordnung hat dem Ministerpräsidenten die Beschlüsse des Ausschusses mitgeteilt. Doumergue erklärte, seine Reformpläne feien fertig- gestellt, er werde sie in einer Rundfunkrede am kommenden Samstag dem Lande Mitteilen. Er denke nicht daran, davon Abstand zu nehmen, sondern beabsichtige, es darauf a n - kommen zu lassen. Die öffentliche Meinung Doumergues bester Verbündeter Der Einspruch der Radikalsozialistischen Senatsgruppe gegen die Reformpläne Doumergues und dessen entschiedene Versicherung, daß er mit allen gesetzlichen Mitteln die Verwirklichung seines Planes betreiben werde, haben in parlamentarischen Kreisen und in der Presse einen Wiederhall gefunden, der die Zuspitzung der innenpolitischen Lage erkennen läßt. Das Ergebnis des Ministerrates und besonders die Haltung der radikal- sozialistischen Kabinettsmitglieder werden deshalb mit Spannung erwartet. Doumer- gue hat insofern eine klare Lage geschaffen, als er den radikalsozialistischen Senatoren erklärt haben soll, er werde um jeden einzelnen Punkt seines Planes kämpfen und erst dann gehen, wenn dieser Plan als ganzes abge- amit begründet, daß man den Weltfrieden sichern volle, der durch Deutschland gefährdet fei. So geht ach wie vor ein Gerede und Geraune durch die Belt, Deutschland sei der Friedensstörer, Deutschland 1 -i das Land, welches alle anderen Länder zwinge, ch mit einem Wall von Eisen zu umgeben. Seit Jahrzehnten geht diese Lüge um die Welt, jllle Bemühungen, dagegen die Wahrheit aufzurich- 1 n, ttafj Deutschland alles andere wolle als den Jirieg, scheinen vergeblich zu sein. Wenn man sagt, tiügen haben kurze Beine, so müssen wir hier sagen, i ese Lüge hat unendlich lange Beine. Woran liegt Ins? Sind wir ein solches Volk, oder sind wir es i.cht? Es muß auf diese Frage eine Antwort geben. (ehen wir zunächst einmal davon aus, daß in jeder lüge, und sei sie noch so groß, ein Körnchen Wahr- ; hüt liegt, bann müssen wir bestätigen, daß auch in . tiefer Lüge eine Wahrheit steckt, die wir nicht nötig ; fiiben, zu verstecken. Wenn man uns nachsagt, daß viir Deutschen das Soldatische lieben, dann netten wir dies nicht bestreiten; es ist so, aber doch §anz anders, wie es unsere Gegner meinen. Wir lie- b n das Soldatische nicht, weil wir den Krieg wol- Itm, sondern weil wir unser Leben nicht ohne 2 i e n ft am anderen vorstellen können. Dieser lenst an der Gemeinschaft aber kann nur exerziert Md geübt werden — so ist jedenfalls unsere Ersah- r. ng — nicht durch Ueberrebung, sonbern durch ’jnl b atif d) e s D i e ne n. Damit stehen wir aber auch vor ber Grunblüge der Feindpropaganda: Das, ms in Deutschland als eine Vorbereitung für den lienft an der Gemeinschaft angesehen wird, wird m Ausland als eine Vorbereitung zum Kriege ge- iiutet. Soldatische Disziplin ist in Deutschland: Die I tebung, sich in der Gemeinschaft einordnen zu kön- i n. Im gegnerischen Ausland ist sie: Der Drill fü» tuen Krieg. Militarismus und Soldatentum zeigen sch hier als vollkommen verschiedene Erziehungs- nerte. «Es gibt eine innere und äußere Haltung eines Menschen, die wir als „soldatische" ansprechen. Diese jnltung trägt als Kennmerkmal, bestimmte Dinge t-s Lebens bestimmten Wertungen zu unterziehen: liie Ehre dem Vorteil, die Pflicht dem Behagen, dis Harte dem Angenehmen,die Sache der Gemein- fciaft dem eigenen Wohlbehagen. Diese Haltung tmn der Lebensstil einzelner fein, es können Grup- pm und ganze Einheiten sich in einer solchen Hal- limg verpflichtet fühlen. Es kann aber auch fein, MB ein ganzes Volk biefen Sinn bes Lebens so a: sfaßt. Der Typus des Soldaten kann fo das K-sicht eines ganzen Volkes bestimmen, daß er den (i-unbfon feiner Lebenshaltung ausmacht. Nirgenb- in war dies fo deutlich wie in Preußen: Der preu- jj ehe Lebensstil verpflichtete den Menschen zur ,letzten Dienstverpflichtung für die Gemeinschaft. Hub es ist deshalb ganz verständlich, daß, je mehr di: ser Lebensstil in Deutschland durchbrach, Deutsch- Icnb immer mehr soldatisch werden mußte, und, ji- uns heute absolut verständlich, auch feine Geg- i.aschaft in dem Maße zunehmen muhte, wie dieser SBbensftil an Größe und Macht gewann. Alle Geg- mir wissen dies und haben ihre Propaganda auf bi:-fe dem gemeinen Menschen verständliche Ebene s choben, auf die äußerlich sichtbare, auf die solda- !iche Form der Erziehung. Denn — und bas ist bas Entscheibenbe! — all Ulfe Erziehungselemente sind für den „echten Mili- laiismus" unerheblich. Der „echte Militarismus', tri dem die Gegner reden und den sie als IdTectenbes Beispiel an bie Wand malen, ist ein Biruf, wie jeber anbere, ist im Grunbe genommen fixe Zweckfache. Ist eine Einrichtung, mit ber ein Mtimmter Zweck erreicht werben soll im Dienste liier Gruppe. Ist ein Werkzeug wie jebes andere im Dienste einer Absicht, bie auf Nutzen aus if- Ist im Jbealfall ein schlagkräftiges Heer für dm Einsatz von Absichten und Unternehmungen frier Schicht, bie sich bieses Heer hält zum Schutz iiilb zur Eroberung. Es ist eine Sölbnerarmee, bie licht im Innersten auf eine Fahne verewigt ist, ioibern die auf bie absolut sichere Führung ber zynischen Mittel exerziert wirb, die nötig sinb, um dm Gegner zu vernichten. Es kommt im „echten Mlitarismus" im wesentlichen barauf an, technisch ii;? ber Höhe zu fein, weil fein ganzer Sinn unb $trf auf bie Erreichung von materiellem Nutzen Erscheint täglich, außer /■■F • M Annahme van Anzeige« Sonntags und Feiertags ▼ für die Mittagsnummer HeimaUm Bild-Di-Scholle I I 1 V I 7 |> I I IW VH MM Srundpreist fSNmmhoh« äöä» Ullr nr llrl ZI llir Hlr I w« S&2 VlvIlVIlVl 44IMVIUV1 von einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise: MW General-Anzeiger für Oberheffen BZW richten: Anzeiger Gietze« V w I • I I gen, Bäder-, Unterrichts- tu $t- ständnisse des Täters Peter O r e b enthüllt, der i m Dezember 1933 König Alexander ermorden sollte. Oreb hatte damals von Pawelitsch den Auftrag erhalten, nach Agram zu fahren, um den Anschlag durchzuführen, wofür ihm 500 000 Dinar (etwa 30 000 Mark) versprochen wurden. Oreb erhielt zwei Bomben, zwei Revolver mit 90 Schuß sowie gefälschte Pässe und Ausweise. Er traf auch rechtzeitig in Agram ein, batte aber beim Einzug des Königs Alexander nicht den Mut, den Anschlag durchzuführen. Von seinen Gefährten mit Vorwürfen und Drohungen überhäuft, versprach er, den König am nächsten Tage zu töten. Inzwischen hatte aber die Agramer Polizei von seiner Anwesenheit erfahren und drang in den frühen Morgenstunden überraschend in seine Wohnung ein. Zwischen Oreb und den Polizeibeamten kam es zu einem Feuerkampf, bei dem ein Polizei- beamtet getötet und ein anderer schwer verletzt wurde. Oreb wurde noch am gleichen Abend in der Nähe von Agram verhaftet. Der Gerichtshof zum Schutze des Staates verurteilte ihn zum Tode. Oreb hatte ein umfassendes Geständnis über I das Lagerleben von Borgotaro abgelegt und u. a. erzählt, daß die Zahl der dort versammelten „Auf-j (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Mexiko-Stadt, 12. Oktober 1934. (Durch Flugpost.) Das mexikanische Volk, das — abgesehen von einigen bestimmten Kreisen — im allgemeinen politischen Fragen fein allzu großes Interesse ent- gegenbringt, befindet fick augenblicklich in höchster Aufregung angesichts Der geplanten Verfassungsreform über das Unterrichtswesen. Schon der im Dezember vorigen Jahres vom Jahreskongreß der die Regierungszügel in ihren Händen habenden National-Revolutionären Partei — kurz PNR. genannt — angenommene Sechsjahresplan sah diese Reform vor, und seitens der PNR. ist niemals ein Zweifel darüber gelassen worden, daß man es mit ihr ernst meint. Auf Grund der mexikanischen Verfassung vom 5. Februar 1917 ist für den Unterricht keinerlei bestimmte Tendenz vorgeschrieben, außer daß der in den Regierungs- und Privatschulen erteilte Unterricht weltlich sein muß und daß keine Religionsgemeinschaften geistliche Volksschulen einrichten oder leiten dürfen. Gemäß den Anschauungen der Regierung und der PNR., die auf durchaus marxistischen Grundlagen beruhen — allerdings mit dem Unterschiede, daß man von der Weltverbrüderung, die ja der deutsche Marxismus predigte, nichts wissen will, sondern einer ausgesprochen nationalistischen Auffassung huldigt — soll nunmehr zwangsweise der Unterricht auf ausgesprochen sozialistische Tendenz umgestellt werden. Die Kinder sollen in marxistischem Geiste erzogen werden, um auf diese Weise die Vorbedingungen für eine allmähliche Sozialisierung d e r gesamten Produktionsmittel zu schaffen. Besonders stark ist dabei der Wunsch nach völligem Ausschalten irgendwelcher religiöser Einflüsse auf die Kinder, die nach Ansicht maßgebender Kreise nach wie vor vorhanden seien. Diese kirchlichen Einflüsse sind natürlich die größten Hindernisse auf dem Wege der Schaffung des areligiösen Staates, wie er den Regierungskreisen vorschwebt. Von dem Standpunkt ausgehend, daß demjenigen die Zukunft gehört, der die Jugend hinter sich hat, soll eben jetzt die Jugend für die vorherrschende Staatsauffassung gewonnen werden. Die Widerstände, die sich diesen Plänen entgegenstellen, sind aber außerordentlich groß, denn die Mehrzahl der Bevölkerung ist durchaus religiös und gerade in den Mittel- und Oberschichten des Volkes, die etwas zu verlieren haben, steht man den Reformplänen keineswegs freundlich gegenüber. Beide Seiten haben ihre Indischen" bet feiner Msteffe 400 betrug. Die ßä* gerinsassen feien in graue Uniform gekleidet und hätten täglich militärische Hebungen abzuhalten. Sie seien besonders im Bombenwerfen und Re- volverschießen ausgebildet worden. Eine südslawische Note an Ungarn. Budapest, 23. Okt. (Ungar. Tel.-Büro.) Der südslawische Gesandte übergab dem Stellvertreter des Ministers des Aeußern eine Verbalnote, in der um die Feststellung und Verhaftung eines Kroaten gebeten wird, der auf Grund der Aussage eines in Frankreich verhafteten Attentäters der Mitschuld verdächtigt wird. Die ungarischen Behörden haben unverzüglich eine energische und weitgehende Erhebung eingeleitet. Das neue südslawische Kabinett. Belgrad, 23. Okt. (DNB.) Usunowitsch hat die Regierungsbildung beendet. Das Kabinett besteht aus folgenden Mitgliedern: Ministerpräsident U s u n o w i t s ch , Außenminister Ieftitsch, Kriegs- und Marineminister General Gifkv - witsch, Inneres Lasitsch. Als Minister ohne Geschäftsbereich gehören dem neuen Kabinett die ehemaligen Ministerpräsidenten Marinkowitsch und S r s ch k i t s ch an. Kräfte mobilisiert und die Presse beschäftigt sich ausführlich mit dem Für und Wider der Reformpläne. Zahlreiche Versammlungen der verschiedensten Organisationen haben stattgefunden, in denen der sozialistische Unterricht rundweg ab gelehnt wurde, während andere Vereinigungen der Ansicht sind, daß die geplanten Maßnahmen noch längst nicht radikal genug seien. Besonders stark macht sich die Agitation im Landesinnern bemerkbar, wo der marxistische Schulunterricht vielleicht auf einen noch stärkeren Widerstand stößt als in der Hauptstadt. Die Absicht, den sozialistischen Unterricht auch auf die Universitäten auszudehnen, hat auch die Studentenschaft auf den Plan gerufen, deren Großteil für den freien Unterricht eintritt und feiner Ansicht in zahlreichen Kundgebungen Ausdruck gibt. An verschiedenen Universitäten sind die Studenten in einen 48ftünbigen Prote st streik getreten, wobei es zu gelegentlichen Ausschreitungen gekommen ist. Ende September hat die Regierungspartei ihren Parlamentsfraktionen das entsprechende Reformprojekt zugeleitet. Die von den Fraktionen eingesetzten Ausschüsse haben sich eingehend mit ihm beschäftigt und den entsprechenden Gesetzentwurf ausgearbeitet, der nunmehr der Kammer und dem Senat zugeleitet und von diesen zweifellos in der jetzigen Fassung angenommen wird, so daß die Reform bereits am 1. Dezember, dem Tage der Amtsübernahme des neugewählten Präsidenten Cardenas, in Kraft treten Fann. Das neue Projekt ist nicht so radikal, wie man ursprünglich nach den Aeußerungen einer Anzahl von Volksvertretern hätten annehmen können. Insbesondere werden von dem sozialistischen Unterricht gewisse Schularten, wie Universitäten und Berufsschulen und andere ausdrücklich ausgenommen, die nicht unter die Reihe der Volks- und Mittelschulen fallen. Interessant ist das Gutachten, das die Ausschüsse in der Fraktionssitzung der PNR. erstattet haben und in dem es heißt, es fei wichtig, darauf hinzu- weifen, daß man nicht die Verwirklichung der sozialen Umwälzung auf dem Wege der Schule erwarte. Was man wolle fei, daß die Kinder ihren Geist in der Wahrheit bilden, soweit die zeitgenössische Wissenschaft diese Wahrheit aufweise, daß sie in das was Gewißheit ist, die objektive Realität, und in dem was nur Hypothese ist, deren Charakter erkennen, aber ohne daß sie sich daran ge- wöhnen, mit Falschheiten die unvermeidlichen Lücken der Erkenntnis auszufüllen. Als grundlegender Punkt der Reform wird in dem Gutachten niedergelegt, daß der vom Staat zu erteilende Unterricht sozialistisch sein und unter Aussch luß jeg - 'fr ch er r efi gl'Sfe r Doktrin en den Fän ... mus und die Vorurteile bekämpfen werde. Zu die. fern Zweck werde die Schule den Unterricht und ihre Betätigung in einer Form entfalten, die es er. laubt, unter der Jugend eine vernunftmäßige und exakte Auffassung des Universums und des sozialen Lebens zu schaffen. Allein der Staat werde den Unterricht an den Volks- und Mittelschulen und an den Lehrerbildungsanstalten erteilen, doch könne er auch Privatpersonen die Genehmigung zur Erteilung von Unterricht in diesen drei Gruppen gemäß den in dem Gesetzentwurf vorgesehenen Normen gewähren, wobei er jedoch diese Genehmigung jederzeit wieder zurückziehen könne. Die radikalen antikirchlichen Bestrebun. genundStrömungen Haden sich überhaupt in der letzten Zeit we-sentlich verschärft. Während zeitweilig die Kultusbeftimmungen nicht mit so gro. ßer Strenge durchgeführt wurden, hat man jetzt dir Zügel wieder fester angezogen. In den verschiedenen mexikanischen Staaten sind die seit längerem aus. gearbeiteten Religionsgesetze verkündet roon den, die d i e Zahl der Geistlichen außeror. dentlich stark einschränken und auf je 50OOC bis 60 000 Einwohner nur noch einen Priester zu. lassen. Durch diese Einschränkung der Geistlichenzajj' stehen natürlich zahlreiche Kirchen leer, und die Regierung hat mit ihrer Zurückziehung vom Gottesdienst begonnen und sie dem Finanzministe. rium für andere Zwecke unterstellt. Da- bei muß allerdings darauf hingewiesen werden, daß es sich hierbei nicht -um eine einfache Beschlagnahme oder Wegnahme handelt, denn sämtliche Kirchen in der ganzen Republik sind verfassungsmäßig Staatseigentum und wurden den Religions- aemeinschaften zur Ausübung ihres Kults lediglilh leihweise überlassen. Diese Verschärfung begründe! man mit der endlich restlosen Durchführung der Ver- faffungsbeftimmungen und teilweise auch damit, daß sich die kirchlichen Kreise wieder in einem reaftionä. ren Sinne zu betätigen begonnen hätten und eine Unruhe unter der Bevölkerung zu entfachen versuch, ten. (Der letzte Schritt in dieser Richtung ist die gestern gemeldete Ausweisung -des römisch-katholi« schen Episkopats. D. Red.) Opfer der roten Schreckens» Herrschaft in Asturien. Madrid, 22. Okt. (DNB.) In Madrid trafen 20 Waisenkinder von Pvlizeibeam« tenfamtlien aus Asturien ein. Die Kinder, deren Väter bei Ausübung ihrer Pflicht von den marxistischen Horden ermordet worden sind, und die ihre Mütter z. T. auf dieselbe Weise verloren haben, sind z u m Teil geblendet, 3 um Teil am Erblinden. Die Bewohner der Hauptstadt werden aufgefordert, diesen unglücklichen Opfern der marxistischen Revolution eine neue Heimat zu geben. Flüchtlinge erzählen Einzelheiten über die Tage der roten Herrschaft in Oviedo. 3n den Reihen der Aufständischen haben Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren mit Schußwaffen gekämpft. Unter den Anführern der roten Banden befand sich eine 25« jährige Frau, die, bekleidet mit einer roten Bluse, Gamaschen und Ledermantel, mit der Pistole in der Hand auf der Straße Befehle aus» teilte. Als gefangengenommene Einwohner unter Bedeckung bewaffneter Aufstän« bischer abtransportiert werden sollten, durchbrachen Frauen mit Messern in d e r Hand die Sperrkette und stürzten sich mit dem Ruf: „Tötet die Faschisten!" auf die wehrlosen Qefange* nen. Nur mit Mühe konnte der Führer des Trans* Ports die Rasenden von ihrem Vorhaben abbringen. Eine der Hauptsorgen der Aufständischen war zunächst die „Eroberung" der Ledens- mittelgefchäfte. Geschäftsinhaber, die sich den Weisungen der Aufständischen widersetzten, wurden gefangen'genommen oder ermordet. Währendes Transports von Waffen und Munition, die von Aufständischen zurückgelasstn worden waren, ereignete sich auf dem Wege nach Oviedo eine schwere Explosion. Hierbei wurden 32 Soldaten getötet und eine noch größere Zahl verwundet. Man glaubt, daß die Aufsländi- schen den Weg, den der Munitionstransport nehmenmußte, unterminiert chatten. Kamps um Kirche imd Schule in Mexiko. Von unserem ständigen K. B.-O.-Äerichierstaiier. Deutsche Kunst im Saargebjet. Von Or. Otto Peters. Das ©aargJbiet ist mehr noch als das Rheinland in den entscheidenden Jahrhunderten der Vergangenheit ein Kampfland zwischen den westlich und östlich gerichteten Kunst- und Kulturströmungen gewesen. Die großen künstlerischen Bewegungen, die von Paris über Köln und von Reims über Mainz ihre Wellen nach Deutschland schlugen, nahmen ihren Weg über bie alten Kulturstätten Lothringens und des Saar- gebietes. In ber Kunst ber Grenzgebiete spiegelt sich der Jbenkampf zweier Welten so stark, baß in der Zeit des Kampfes die Richtungsstärke ber einzelnen Ströme kaum zu erkennen ist. In ber Endphase folgt sie jedoch in ihrem künstlerischen Ausdruck der jeweils stärkeren Bewegung. In diesem Ringen zeigt sich die geistige Haltung des Volkes vielleicht am allerklarsten. Denn die Empfindung des Volkes der Kunst gegenüber ist in ber Gnbftimmung ein absoluter Erlebnisausdruck, ber nicht von politischen Zufälligkeiten ober äußerem machtpolitischem Zwang abhängig ist. Das Volk nimmt als ganzes nur bas auf, was feinem inne» ren Wesen am nächsten steht, was sich mit ihm zu einem hingebungsvollen seelischen Akkorb oerbinbet. Besonbers an geistesgeschichtlichen Wenbepunkten, an denen bie Völker mit ihrer ganzen inneren Kraft an ber Ausbilbung eines neuen Zeit- und Stilgefühls beteiligt sind, in denen bas künstlerische Triebleben am stärksten sich offenbart, entbrennt in Grenzgebieten ein bitterer Kampf um Form und Inhalt der neuen Zeit. Die geistige Basis, auf der solche Kämpfe geführt werden, ist entscheidend für den Ausgang dieses seelischen Ringens. Im Saarland ist zu allen Zeiten, abgesehen von Einzelerscheinnungen, bie außerhalb aller Volks- verbunbenheit von Volksfremden als Frembkörper geschaffen würben, bas Kunstwollen an ben großen geistigen Wenbepunkten b e u t s ch gewesen, von deutschem Denken und deutschem Fühlen getragen worden. Ja, weit mehr noch als im Inneren des Reiches trat hier ein geistiger Widerstand gegen das Fremde zutage, weil ber kulturelle Selbsterhaltungstrieb in Gebieten, bie ftänbig in ber Ge- fahr ber Ueberfrembung leben, ungemein stark ist. Zweimal haben von ben nahen französischen Kul- rurzentren künstlerische Bewegungen, die das ganze •äbenölanb m Spannung hielten, ihren ersten forma en Ausdruck erhalten: Im 13. Jahrhundert die ©oüf unb im 18. Jahrhunbert bas Rokoko. Nicht, daß beide Bewegungen französische gewesen wären sie waren abendländische Stile unb vom abendländischen Gefühl getragen — nein, Frankreich hat ihnen nur zuerst die reife Form gegeben. Das Saargebiet erfüllte nun die für dip ganze deutsche Kunst der damaligen Zeit so wichtige Mission, von den vordringenden französischen Formen der Gotik und dem Hinüberspielen des Rokoko das Gefühlsmäßige unb Gebankliche bes westlichen Geistes abzulösen unb bas Allgemeingültige nach Deutschlanb weiter zu leiten. In biesem Weiterleitungsprozeß vollzieht sich zugleich auch bie bewußt beutsche Formgebung. Welch ganz anberen Charakter trägt bie Gotik des Saargebietes gegenüber ber Gotik bes benachbarten Frankreich. Der Repräsentationsbau ber saarländischen Gotik, bie Stiftskirche St. Arnual in Saarbrücken, erhebt sich aus ber ganzen Westeuropa überflutenben Umbrandung ber französisch-gotischen Welle als ein Monumentalzeugnis deutscher Emp- finbungswelt. In biefer Kirche ist ein bewußtes Abducken von ber zitternben Zerbrechlichkeit ber gotischen öüeberbauten Frankreichs festzustellen. Das waghalsige, leichtfertige Spiel ber Konstruktionen, ?ie geistreich erklügelte Phantasie französischer Ueberschwanglichkeit, finden sich nirgends in den gotischen Kirchen des Saarlandes. Dafür lebt bie saarländische Gotik in einem ernsten mystisch-germanischen Streben nach oben. Die aufgelocterte J\aumheU,gfeit mit ben in Maßwerken unb Bogen- Deraftelungen zierlich tanzenden Lichtreflexen wird ’n ftper deutschen Gotik zu einem immateriellen Ho.bvunkel zuruckgedämpft, aus dem heraus sich in frafttgen Umrissen bie spitzbogige Architektur ab- hebt- Die Auflockerung ber Masse ist hier wirklich seelisch bebingt, während sie in Frankreich aus »sende am sinnlichen Spiel der hauchartigen Stein- gheberungen geschieht. Die Pfarrkirche in St. Wen- oel, die spätgotische Schloßkirche in Saarbrücken, Die Kirchen m Ottweiler unb Wiltingen tragen alle ben typisch deutschen Zug ber Vermnerlichsing ber beo Liebe zur Heiligkeit des Jnnenraümes: sie sind Zeugnisse deutscher Empfindungswelt bereits im hohen Mittelalter. Wie in der Gotik ist auch im Rokoko das Saar- gebiet em Schutzwall vor ber Beherrschung ber bcutfAen Äunft durch französischen Geist geivesen. Für Deutschland stand im 18. Jahrundert bie Frage zur Entscheidung, ob die französische Kunstgesinnung auch über bie von ihr beeinflußten Fürstenhöfe hinaus in bas Kunstempfinden bes Volkes einbringen sollte. In ben Grenzgebieten würbe ber Kampf um ben geistigen Ausbruck bes 18. Jahrhunderts mit aller Schärfe geführt. Die Volkssprache in der Kunst äußerte sich jedoch im Gegensatz zu Frankreich alsbald weniger geziert unb in ber Verfeinerung weniger zugespitzt. Die Haltung ber Volkskunst im Saargebiet war nicht angekränkelt von dem schwächlichen Hauch schaler Empfindsamkeit. Das Volksempfinden entschied ben Kampf an ber Westgrenze bes Reiches zugunsten Deutschlands. Große Baumeister wie Sciz, Stengel, Neumann unb Kretschmar trugen von hier aus eine neue Äunftgefinnung in bas beutsche Lanb hinein, bas rheinisch-fränkische Barock. Sie griffen zwar bie französischen Formen auf, gaben ihnen aber unter Ablehnung aller Merkmale bes Westens eine streng beutsche Haltung. Die französische Leidenschaftlichkeit widersetzt durch deutsche Bewegungsstärke, kokette Erregung durch impulsive Spannung. Alle Empfindungsstärke ist auf den deutschen Pulsschlag abgestimmt. Wie deutschgebunden bas natürliche Empfinden der Saarländer von jeher war, das zeigen auch die Burgen und Klosteranlagen, die Grabplastiken und Ritterdenkmäler, die aus urdeutscher Kraftgesinnung des Mittelalters geschaffen sind und in gerader Linie zu den Anlagen und Denkmälern im Rheintal und im Frankenland hinführen. Das Saarland wurde in den wichtigsten geistesgeschichtlichen Epochen als Durchgangsland westlicher Kunst- und Kulturströmungen zu einem Klärbecken, in dem das Volksfremde abgeschieden unb bas für bie beutsche Gefühlswelt Tragbare neu geformt würbe. „Schützenkönig wird der Felix." Einen vergnügten Abend erlebten die Besucher »^^^Espielhaufes, die sich gestern das Lustspiel vom Schützenkönig Felir ansahen. Die Terra hat diese hanebüchene Kleinstadtgeschichte nach einem gleichnamigen Roman von Hans Holm mit allerlei situationskomischen Einfällen ausstaffiert und vom Regisseur Carl B 0 e s e , der sich mit ähnlich gearteten Abenteuern beim Film seine Sporen verdient hat, auf eine Art und Weise in Szene setzen lassen, daß bes Gelächters im Zuschauerraum kein Enbe ist. Felix ist eigentlich Reifeoertreter in Babeanzügen" für ben Bezirk Norbbeutschland und kommt zur Königswurde von Koppelstädt wie der böse Bub zur Ohrfeige. Wie das im einzelnen vor sich geht, mag sich jeder selbst ansehen. Rudolf P l a 11 e ist der schüchterne und ehrbare Schlemihl der wahrhaftig aus Versehen eine Zwölf schießt und dazu noch bie Braut heimführt. Dies ist Ursula G r a b l e y , eine hübsche unb unternehmungslustige junge Dame, wie geschaffen für bas Kompanie- geschäst mit entsprechendem Dienstvertrag. Paul Heidemann ist als eleganter Draufgänger aus Operette und Film längst gut bekannt: Tiedtke Sima, Schaufuß, Ettel, Briese und D a m m a n n stellen eine Anzahl handfester unb ulkiger Honoratiorentypen. Marc Roland hat einen melodischen langsamen Walzer dazu geschrieben. Im Beiprogramm etwas sehr Lustiges: „Stummfilm-Sterne 1920 bis 1925" mit ironischen Randbemerkungen, übrigens ein lehrreicher Beitrag 3ur Entwicklungsgeschichte des Films. Ferner eine Reise durch das schöne Thüringen auf Goethe- Spuren, die Wochenschau und je ein Vorspann zu den Filmen „Die Insel" (mit Brigitte Helm), „Der Herr der Welt" und „Das Taucher-Duell". Uraufführung am Frankfurter Schauspielhaus. Das Frankfurter Schauspielhaus brachte seine erste Uraufführung in dieser Spielzeit heraus: „Die Ausgrabung ber Venus", eine Komödie in vier Akten von Kurt Kluge. Klügelst an der Berliner Hochschule für bildende Kunst als Professor für Erzgießerei und Metallbildhauerei tätig. In dieser Eigenschaft restaurierte er die Quadriga auf dem Brandenburger Tor. Sein Debüt als Dramatiker gab Kluge im vorigen Jahre in Berlin mit dem Schauspiel „Ewiges Volk". „Die Ausgrabung ber Venus" bankt ihr Entstehen dein Gegensatz zwischen bem geistigen Europäer und dem Naturkind bes Orients, ben ber Dichter selbst bei Ausgrabungsarbeiten in ber Türkei fennen^nt , hat. Der enbliche Ausgleich wird in bem gemeinsamen Element bes Eros gefunben. Kluge hat e5 ! nicht vermeiden können, daß bie Komöbie in man- chem zur Groteske abrutscht. Bemerkenswert erschien die Inszenierung von Richard Salzmann, der es verstanden hat, sich , mit einfachen Mitteln dem Charakter des Werkes anzupassen. Darstellerisch trugen ben Erfolg ber Ur- I aufführung vor allem Cara G y l, Maria Wimmer, Walter K i e 51 e r unb Robert Taube. ßod)fd)ulnacbrid)fe!L Der bekannte Breslauer Altertumsforscher Unioerfitätsprofeffor Dr. Ernst Korne mann wurde in feierlicher Form zum Ehrendoktor der Budapester Universität ernannt. Der Gelehrte, der sich vor allem durch seine Forschungen aus dem Gebiete der schlesiscyen Altertumskunde einen Namen gemacht hat, hat sich in den letzten Jahren in hohem Maße um den engeren Ausba« ber kulturellen Beziehungen zwischen Deutschlarw unb Ungarn unb befpnbers ben Professorenaustausch zwischen der Breslauer und Budapester Universität verdient gemacht. i 1 :andeshandwerksführer' Aus aller Welt itiö 'Al VA© Sucht den Mann, der noch nicht Es wird Ihnen nicht leid tun, denn sondern für anspruchsvolle Raucher waren zuletzt von den 20 gestarteten Flugzeugen noch 14 im Rennen. Während der Australienflug bisher, abgesehen von kleineren Schwierigkeiten, ohne Unfall verlaufen ist, hat sich nun ein schwerer Unglücksfall, der zwei Menschenleben forderte, ereignet. Ein englisches Flugzeug mit den Insassen G i l m a n und B a i n e s stürzte am Montagfrüh in der Nähe von Palazzo San Gerusio in Süditalien ab und ging in Flammen auf. Die beiden Insassen, die sich auf dem Fluge von Rom nach Athen befanden, kamen ums Leben. ne C ■ 2fuf rchbr: 'an! fe London, 23. Oft (DRV.-Funkspruch.) Das englische Spihenflugzeug der Australienflieger mit der Besatzung Stoff und Black ist am Diens- fagfrüh in Melbourne gelandet. Lauf amt- licher Feststellung sind die beiden Sieger genau um 6.34 Uhr (MEZ.) auf dem Melbourner Flugplatz Flemingfon niedergegangen. Die Gesamfflug- dauer für die 20 000 Kilometer lange Strecke Mildenhall—Melbourne betrug, wie amtlich berichtigend mitgeteilt wird, zwei Tage, 2 2 Stunden und 58 Minuten. Auf dem Flemington- Flugplah in Melbourne hatten sich ungefähr 30 000 Menschen versammelt, um den Sieger im Luftrennen England—Australien zu erwarten. Auch die Hausdächer von Melbourne waren schwarz von Tausenden von Schaulustigen. Der Himmel war bedeckt, aber ein feiner Regen, der auf die Wartenden niederfiel, hörte kurz vor Eintreffen des Flugzeuges auf. Die beiden Flieger, der 31jährige Eharles Scott und der 35jährige Campbell Black, wurden von der Menge begeistert begrüßt. Das zweite Flugzeug, ein holländisches mit drei Passagieren, darunter die deutsche Sportfliegerin Thea Rasche, befindet sich von Port Darwin unterwegs nach Charlesville. Die amerikanische Maschine unter Turner hatte eine Zwischenlandung in Koepang auf der niederländischen Insel Timor vornehmen müssen. Sie befindet sich aber noch an dritter Stelle. Die an vierter Stelle liegende britische Maschine unter Jones und Waller befindet sich über Niederländisch-Jndien zwischen Singapore und Port Darwin und hat Aussicht, an die dritte Stelle aufzurücken. Die M o l l i s o n s haben in Allahabad noch den fünften Platz inne, werden aber für die Reparatur ihres Flugzeuges mehrere Tage brauchen. An nächster Stelle kommen dann die beiden neuseeländischen Maschinen, von denen die eine unter Macgregor und Jodhpur auf dem Wege nach Allahabad gelandet ist, um Reparaturen vorzunehmen. Die andere unter Hewett befindet sich zwischen Bagdad und Karachi in der Luft. Die sieben anderen Teilnehmer sind auf dem Wege nach Kleinasien. Das Neuguinea- Flugzeug hat endgültig aufgegeben. Im ganzen Gehen Sie der Sache mit ALVA auf den Grund! ntia^ rM i i, omi iäljui ' .ndD 'W Weg: erbe'1 >ch c Aus spon Furchtbares Autounglück bei Siegburg Drei Personen verbrannt. Siegburg, 23. Off. (DNB. Funkspruch). 3n der Nacht zum Montag, 2 Ahr, ereignete sich in der Nähe von Siegburg ein furchtbares Autounglück. Ein L a st k r a f f w a g e n aus Einhorn prallte aus bisher unbekannter Ursache mit solcher Wucht gegen einen Baum, dah der vordere Teil des Wagens, in dem zwei Brüder und eine junge Frau Platz genommen hatten, vollständig eingedrückt wurde. Der Benzintank explodierte und der Wagen geriet in B r and. Die drei Personen, denen jede Reltungsmöglichkeit fehlte, da sie auf ihren Plätzen eingeklemmt waren, verbrannten bei lebendigem Leibe. Bibelausstellung in Dillenburg. Anläßlich des Jubiläums der Vollendung von Luthers Bibelübersetzung ist in Dillenburg eine Bibelausstellung zu sehen, die aus Sammlungen und Schätzen des theologischen Landesseminars in Herborn zusammengestellt HM e sei"! i't hr ' eine . W M KlM rte ek seifig W, oll'- \W' et M Englischer Sieg im Lustrennen England-Australien Scott und Black erreichen Melbourne in knapp drei Tagen. Zwei Teilnehmer tödlich verunglückt. ■nner em lug« sie1 iertf jen v der wurde. Die Ausstellung veranschaulicht den Werdegang der deutschen Bibel vom frühen Mittelalter bis heute durch Handschriften und Drucke. Es werden etwa 100 große Nachbildungen der ältesten Bibelhandschriften in hebräischer, griechischer, lateinischer und deutscher Sprache gezeigt, ferner eine große Anzahl alter Bibeldrucke in diesen Sprachen. Darunter befinden sich große Seltenheiten. Kreuzer „Karlsruhe" zur Ausbildungsreise in See gegangen. Der Kreuzer „Karlsruhe" ist Montag vormittag von der Blücherbrücke im Kieler Hafen mit einer Besatzung von etwa 600 Mann zu seiner achtmonatigen Ausbildungsreise in See gegangen. 'Bei der Abreise hatten sich auf der Blücherbrücke und dem in der Nähe gelegenen hin- denburg-Ufer eine mehrtausendköpfige Menschenmenge, darunter die Angehörigen der Besatzungs- mitglieder, eingefunden. Der Führer und Reichskanzler hat dem ausreisenden Kreuzer folgendes Telegramm geschickt: „Kreuzer „Karlsruhe", Kiel. Ich erwarte, daß der Kreuzer „Karlsruhe" auf feiner Auslandsreise in treuer Pflichterfüllung für die jeweils elastisch der preis- und mengenmäßigen Versorgungslage im In- und Auslande anpassen. Damit ist die Möglichkeit gegeben, auch die Schmalzeinfuhr in gleicher Weise stärker als bisher handelspolitisch auszunutzen, wie das schon seit längerem bei der Einfuhr anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse gehandhabt worden ist. (Butter, Käse, Eier usw.) .0U k He ’,N erb« l W Sfr* 3ß bet. s% •lt N rebu W Wieben, r?t Qu nbef .Qu6ert le 50o Kr, Elly Beinhorn wirbt für die olympischen Winterspiele 1936. Die deutsche Fliegerin Elly Beinhorn hat sich, nachdem sie die mittelamerikanischen Staaten und Mexiko besucht hat, nunmehr nach den Vereinigten Staaten gewandt. Sie wird dort einen Film oor- sühren, der der Werbung für die v ly mp i- scheu Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen dient. Der Film, der zum erstenmal am Schauplatz der 10. olympischen Spiele in Los Angeles aufgeführt werden wird, zeigt in eindrucksvollen Bildern die Schönheiten der deutschen Alpen und gibt einen Ueberblick über die bereits für die Winterspiele fertiggestellten Anlagen. Zwei weitere Todesopfer der Schlagwetterexplosion in Herne. Das Oberbergamt in Dortmund teilt mit: Aus Anlaß des Grubenunglücks auf der Schachtanlage 4/5 der Zeche Vereinigte Constantin der Große wurden die betroffenen Grubenbaue von Vertretern des Oberbergamtes unter Leitung des Berghauptmannes und unter Zuziehung des Unfallausschusses und Vertretern der Versuchsstrecke befahren. An der Befahrung und der nachfolgenden Besprechung beteiligte sich u. a. der Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Bergbau Pg. Stein. Es wurde festgestellt, daß es sich bei der Explosion um eine Entzündung von Schlagwettern gehandelt hat, die sich in der Firste eines Querschlages infolge von Abbauwirkungen angesammelt hatten. Es kann als sicher angenommen werden, daß die Entzündung des Schlagwetters durch einen Schweißbrenner hervorgerufen worden ist, der bei Reparaturarbeiten an einer Druckluftleitung entgegen den bestehenden Bestimmungen Verwendung gefunden hat. Durch die Explosion sind, wie bereits mitgeteilt, sieben Bergleute zu Tode gekommen und vier weitere verletzt worden. Don den Verletzten sind im Laufe des Montags die Grubenhauer F l o r k o w s k i aus Effen-Steele und Lohmann aus Wanne-Eickel gestorben, so daß sich die Zahl der Toten damit auf neun erhöht. Die bergbehördliche Untersuchung nimmt ihren Fortgang. Amerikas neuer Slaafsfelnd Jlr.l erschossen. In East Liverpool im Staate Ohio wurde der mehrfache Bankräuber und zehnfache Mörder „Pretty Boy" Floyd, der nach dem Tode D i l - lingers zum Staatsfeind Nr. 1 erklärt worden war, bei seiner Festnahme tödlich verwundet. Bundespolizisten und Ortspolizisten hatten Floyd im Gehölz in der Nähe einer Farm, in der er Lebensrnittel erpressen wollte, umstellt. Floyd eröffnete sofort das Feuer aus zwei Maschinenpistolen und floh. Er wurde aber tödlich verwundet und starb innerhalb einer Viertelstunde. Floyd war neben Dillinger der gefährlichste Gangster in den Vereinigten Staaten. Er wurde wegen Bankräubereien in 15 Bundesstaaten feit langem gesucht. 1933 hatte sich Floyd in Akins im Staate Oklahoma ein Grab vorbereitet, und feiner dort lebenden Mutter hung v- nMir M I - 'eligion । Wün! ! der >amit, reaktiv? und r 'n nerfu: ng ist \ !ch-k Ler und der treu zu ihnen stehenden Askar.- während des Weltkrieges. Hans Herbert Schweitzer Mitglied des Präsidialrates der Reichskammer der Bildenden Künste. Reichsminister Dr. Goebbels hat dem Zeichner Hans Herbert Schweitzer, der unter dem Namen „Mjölnir" zum ersten bildenden Darsteller der Bewegung wurde, zum Mitglied des Prastdial- rates der Reichskammer der Bildenden Künste ernannt. Verbilligtes Kali steigert die landwirffchastliche Erzeugung. orbnung für Kali ist die auf Wunsch des Reichsnährstandes durchgeführte Verminderung der Kalisalz-Sorten von 8 auf 5. Sie erleichtert dem Landwirt die Auswahl unter den verschiedenen Düngemittelsorten und dürfte ihn daher ebenfalls zu vermehrter Anwendung der ertragfördernden künstlichen Düngung veranlassen. Endlich sind auch bei der Festsetzung der Preise für die einzelnen Kalisalzsorten produktionstechnische Gesichtspunkte stärker berücksichtigt worden. So soll z. B. eine 25prozentige Senkung des Preises für schwefelsaure Salze d i e Faserpflanzen, Tabak und Gemüse anbauenden Landwirte zu einem Mehrverbrauch dieses für intensive Bodenausnützung besonders in Betracht kommenden Düngemittels anreizen. Die Neuregelung ist also daraus eingestellt, den inländischen Kaliverbrauch zu fördern und dadurch eine intensive Ausnützung des deutschen Bodens zugunsten der Volksernährung zu ermöglichen. Bisher lagen die Kalipreise noch um etwa 5 v. H. unter dem Vorkriegsstände, während die Preise des anderen wichtigen künstlichen Düngemittels, des Rohstoffs nach der Preislenkung zu Beginn dieses Jahres die Vorkriegspreise um etwa die Hälfte unterschritten haben. Dabei muß man natürlich berücksichtigen, daß die Herstellungskosten des Stickstoffs durch Bestgestaltung der Erzeugung seit der Vorkriegszeit wesentlich gesenkt werden konnten, während im Kalibergbau, der ja wesentlich älter ist, keine bedeutende Aenderung der Produktionsmethoden mehr eingetreten ist. Nach der jetzt beschlossenen starken Verbilligung werden aber auch die Kalipreise beträchtlich unter dem Vorkriegsstände liegen. Die auf Grund dieser Maßnahme zu erwartende Zunahme des Verbrauchs künstlicher Düngemittel wird voraussichtlich schon im nächsten Jahre zu einer erhöhten Ausnützung des deutschen Bodens und damit zu einer Steigerung des Ertrages der deutschen Landkreis Gietzcn. £ Hungen, 22. Okt. Dieser Tage wurde die Straße von Hungen nach Inheiden fertiggestellt. Hierdurch wurde einem langjährigen Bedürfnis abgeholfen, da man den Jnheidener Berg, der besonders im Winter bei Schnee und Eis für den starken Fuhrwerksverkehr eine Gefahr war, nun so gesenkt hat, daß man von einer guten Lösung der Provinzialstraßenbauverwaltung sprechen kann, wofür ihr Dank gehört. Die Gemeinde Hungen hat diese Gelegenheit wahrgenommen, und durch eine Kanalanlage für guten Wasserabfluß gesorgt. Auch wurden Bürgersteige angelegt. Damit ist die Straße in bester Ordnung und die Provinzialstraße von Hungen bis Friedberg vollkommen fertiggestellt. Ferner wurde die Anfuhr nach dem Fried - h 0 f gesenkt. In der Niddaer Straße, an der Molkerei, wurde bie Straße mit Kleinpflaster versehen. Dadurch wurde ein Uebelstand (Winterschmutz) beseitigt. Lauter, 22. Okt. Bei der durch das Jungvolk durchgeführten Brotsammlung für das Winterhilfswerk wurden in unserem Orte 56 Laib gesammelt. — Bei der Sammlung für die Kriegsgräber, die hier durch den NSDFB. durchgeführt wurde, kam in unserer Gemeinde ein Betrag von 48,30 Mark zusammen. Es ist erfreulich, daß die Bewohner den guten Sinn der Sache erkannt haben und in so reichem Maße ihr Scherflein beitrugen, damit die Gräber derer, die in dem gewaltigen Ringen ihr Leben für das Vaterland dahingaben, auch in fremder Erde geschmückt werden können. ch Dorf-Gill, 22. Okt. Von der Gaufilmftelle der NSDAP, wurde der Film „Kampf um b i e Scholle" vorgeführt. Er gab einen erschütterten Einbruck, wie unter ber Feldherrschaft bes Jubentums ein großer Gutshof dem Ruin nahegebracht wurde, wie aber auch andrerseits Menschen rechtzeitig die Gefahr erkannten und eine Versteigerung des Hofes verhinderten. Der Film wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. — In der Opferwoche für das Deutschtum im Ausland wurden durch die Schulkinder 18,50 RM. gesammelt. Die Sammlung für di» NSV. hatte folgendes Ergebnis: 35,10 RM. für Eintopfsammli'ng, 5 RM. durch den Verkauf von Bernsteinnadeln. tc? Beltershain, 22. Okt. Dieser Tage wurde in feierlicher Weise im Saale Erb die Verpflichtung der Frauenschaft vorgenommen. Die Frauen von Beltershain, Reinhardshain, Stangenrod und Göbelnrod hatten sich hierzu eingefunoen. Nach einleitenden Worten der Frauenschaftsführerin sprach der Kreisschulungsleiter Pg. Michel (Gie- Eine aufeerordentlicbe Leistung des Knaur - Verlags I Eine »Weltgeschichte« von derUrzeit bis zur Gegenwart, ca. 950 Seiten, 520 Abbild., 7 Färb- lat.. 52 Kartentaf. u.v. a. Herausg. sind die Herr. Prof. K. A. v. Müllet und Dr. P.R. Rohden, unt. Mitarb, eines groß. Stabes hervorragend. Fachgelehrten. Der Band ist in schön. Lein. geb.inLexi- C KOI/ konformat u. kostet nur: U-JU*'11“ Vorrätig und ohne Kaufzwang Bäckerlehrling sof.gesucht.Schr. Angeb. U.6242D an d. Gieß. Anz. ßen). Die Feier wurde mit einigen schönen Liedern umrahmt. — Die Jugend unternahm am Freitag- vormittag die B r 0 t s a m m l u n g für das Win^r- Hilfswerk. — In diesen Tagen veranlaßt die Gemeinde einen energischen Feldzug gege n bi e Feldmäuse. Zwei Mann wurden bestimmt, Acker für Acker systematisch vorzunehmen und einen Bau nach dem anderen auszuräuchern. Die Feldmäuse haben auf verschiedenen Aeckern bereits großen Schaden, insbesondere an der aufgehenden Frucht, getan. — Gegenwärtig werden an den Provin- zialstraßen die Kleberinge angebracht. Es wäre wünschenswert, wenn die Bauern diesem Beispiel folgen würden. < Ober-Bessingen, 22. Okt. Dieser Tage war jung und alt in unserem Dorfe Gelegenheit gegeben, einmal recht herzlich zu lachen. Das „Ergötzliche Kasperltheater Rudi - Rul- lala" aus Mainz war auf Veranlassung der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hierher gekommen. Nachmittags begeisterte es die Kinder mit dem Stück „Kasperle im Saargebiet". Am Abend konnten Erwachsene sich an den aufgeführten Stük- ken freuen. Die künstlerisch ausgestattete Bühne erhöhte die Wirkung des Spieles. Kreis Friedberg. $ Münzenberg, 21. Okt. Am 17. Oktober begingen das Fest der silbernen Hochzeit im Kreise der Kinder und des Enkels in rüstiger Gesundheit der Bauer Heinrich Boller II. und seine Ehefrau Marie, geb. Messerschmidt. Während der Ehemann von hier ist, stammt die Ehefrau aus Dors- Gill. — Der diesjährige Konfirmandenjahrgang hat die seltene Stärke von 25 Konfirmanden, nämlich 16 Jungen und 9 Mädchen. Dazu kommen 8 Konfirmanden, nämlich 4 Jungen, und 4 Mädchen aus Trais-Münzenberg. Während die Konfirmatio- neu in den beiden Gemeinden getrennt vorgenommen werden — nur wenn es iN^Trais-Münzenberg weniger -als vier Konfirmanden find, findet die Konfirmation gemeinsam in Münzenberg statt — ist der Konfirmandenunterricht immer gemeinsam in Manzenberg im kirchlichen Vereinsraum. In Münzenberg wurde diese Stärke seit 1926 und in Trais- Münzenberg seit 1920 nicht erreicht. KrerS Schotten. ch Groß-Eichen, 22. Okt. Am Samstag wurde durch das Jungvolk die Brotsammlung für das Winterhilfswerk vorgenommen. Es wurden hier 64 Laib Brot gespendet. Von den hiesigen Bauern wurden für das WHW. 16 0,25 Zentner Kartoffel und 42,35 Zentner Frucht gezeichnet. Kreis Lauterbach. ♦ Lauterbach, 22. Okt. In unserem Kreise wurden vom Jungvolk 3700 Laib Brot get sammelt, die nach Hanau verbracht wurden. Ehrliches, fleißig. Hatbtags- mädchen nicht unter 19 I. alt, ab 1. ob. 15. Nov. ges. Vorzustellung zwischen 3 u. 5 Uur. esu? Goethestr. 44 I. Dauerbrenner gut erhalten, zu verkaufen. 05122 Faber, Mflhlstr. 22 Weiß emailliert. _. _ -----luie uü Meine Anz ei gen L Nov. gesucht. Im Siebener Anzeiger >£Cbr. Ang. unt. werden von Tausenden 6244Vtt. d. G.A. beachtet und gelesen. In Küche und Haushalt erfahr. Mädchen sucht z. 15. Nov. Stellung. Schr. Angeb. u. 05116 an b. Gieß. Anz. Gebild.Mädchen i.langj.Stellung, verf. im Koch. u. allen Hausarb. s. Stellg.alsStiiße z. 1.11. ob. spat. Schr. Ang. unt. 05125 a.b.G.A. Saub., ehrliches Mädchen 20 I. alt, sucht Stellung in kleinerem Haushalt. Schr. Ang. unt. 6246Va.b.G.A. | Verkäufe""] Aelt.,mittelschw. Vierrd Grauschimmel, z. verkaufen. C232d Hrch. 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Mit der östlichen Verlagerung des nördlichen Tiefs gelangt durch (eine Rückseite nach Vorüberzug der Warmluft wieder kältere Luft nach dem Festland. Der Witterungscharakter wird sich daher etwas wechselhaft und kühler gestalten, wobei auch vereinzelt Niederschläge auftreten. Aussichten für Mittwoch: Wechselnd wolkig mit vorübergehendem Aufklaren, kühler, Der* einzelte Niederschläge. Lufttemperaturen am 22. Oktober: mittags 13,9 Grad Celsius, abends 5,7 Grad; am 23. Oktober: morgens 7 Grad. Maximum 14,5 Grad, Minimum 3,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Oktober: abends 9,4 Grad; am 23. Oktober: morgens 7,9 Gr-ad Celsius. — Sonnenscheindauer 5,8 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Junges Ehepaar! sucht Wohnung sofort ob. später. Schr.Angeb.unt. 62291) a.b.G.A. Jg.Ehepaar sucht 2-Zim-tin. mit Zubehör. Schr. Ang. unt. 05124 a. b.G.A. 1—2 leere Zimmer mögl. mit Kochgelegenheit von solidem Dauer- miet. v.15.Nov., spätest.l.Dezbr., z.mieten gesucht. Schr.Angeb.unt. 05120 a.b.G.A. Heute morgen 10V« Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine liebe, gute Frau, unsere stets treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Elisabethe Euler, geb. Dreuth im 65. Lebensjahre. I Kaufgesuche"! Kaufe Regale and Schränke für mein Lager rnitHolz- 0.Glastüren , Angabe ber Höhe, Breite u. Tiefe. Kaufe Tische für Ja- brikationsräurne, Angabe b. Länge u. Breite. Schr. Ang. unt. 05118 nn 0. Gieß. An;. 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Die große Vogelsberg-Geländefahrt des NSKK. und DDAC., die am Sonntag mit dem Start und Ziel iji Schotten durchgeführt wurde, verzeichnete im einzelnen folgende Ergebnisse, (lieber den Verlauf der Veranstaltung berichteten wir bereits gestern ausführlich.) Krafträder (Solo): Strafpunktfrei: Gg. Krömmelbein, Lauterbach, 1,49 Stunden. M. Lehmann, jungen, 1,52; M. Naujoks, Frankfurt a. M., 1,54; H. Weckesser, Ortenberg, 2,03; E. Dinges, Frankfurt a. M., 2,13; O. Zeschkey, Schotten, 2,15; L. Erbecher, Frankfurt a. M., 2,15; .R. Ringshausen, Nidda, 2,16; I. Kap- hingst, Marburg, 2,17; K. Aff, Queckborn, 2,19 Stunden. B i s 2 5 Strafpunkte: R. Alles, Gambach, 2,20 Stunden; R. Weppler, Lich, 2,24: Sy Ortwein, Frankenberg, 2,29; W. Görnert, Queckborn, 2,29; W Nord, Battenberg, 2,30; K. Jrrle, Allendorf, 2,30; M Zinßer, Frankfurt a. M., 2,34; Th. Faust, Gießen, 2,37; Sy Mohr, Gießen, 2,37; R. Moll, Utphe, 2,39; Sy Siegfried, Wiesbaden, 2,39. M. Kemler, Frankfurt a. M., 2,42; P. Freidhof, Marburg, 2,32. K. Theiß, Göbelnrod, 2:43 Stunden. lieber 2 5 Strafpunkte: Sy Wetzler, Schotten, 2,51 Stunden; L. Weber, Alsfeld, 2,58; K. Christ I., Gießen, 3,02; R. Müller, Hungen, 3,11; E. Bender, Langsdorf, 3,19 K. Schmidt, Lich, 3,21; K Kniese II, Schotten, 3,57; M. Sinjkowski, Lich, 4,51 Stunden. Solo-Motorrad-TNannschaften: Nord (Battenberg), Jrrle (Allendorf) und Ortwein (Frankenberg) zusammen 32 Strafpunkte Krafträder mit Seitenwagen. Strafpunktsrei: A. Weber, Wiesbaden, 1,52 Stunden. Bis 25 Strafpunkte: D. Schöffel,, Friedberg, 2,45 Stunden. Ueb er 25 Strafpunkte: W. Rackowitz, Frankfurt a. M., 2,56 Stunden; Fr. Beißwenger, Frankfurt a. M., 3,12; E. Weber, Gießen, 3,06; K. Herderich, Frankfurt a. M., 3,37 Stunden. Kraftwagen. Strafpunktfrei: Hauptmann Schmitz, Kaf- fel-Nord, 1,48 Stunden; Walter Glöckler, Frankfurt a. M. 1,59; I. Schreiber, Frankfurt a. M., 2,00; Schneiderhan, Kaffel-N., 2,02; Amm, Kassel-Nord, 2,03; A. Sack, Heuchelheim, 2,05; Fr. Schwamm, Wiesbaden, 2,26 Stunden. Bis 25 Strafpunkte: E. Nagel, Lauterbach, 2,31 Stunden; O. Brenntzell, Nidda, 2,37 Stunden. Ueber25 Strafpunkte: W. Hinkel, Frankfurt a. M., 3,05 Stunden; A. Otterbein, Schlitz, 3,05; Schultze-Stepprath, Frankfurt a. M., 3,08; E. Pil- llardy jun., Kassel-W., 2,52; W. Reith, Gießen, 3,14; ,H Loth, Gießen, 3,08; Hs. Rothe, Lauterbach, 3,20; F. K. Schöpper, Frankfurt a. M., 3,17; C. Heil, Frankfurt a. M., 3,17; Hz. Brendel, Frankfurt .a M., 3,17; C. Sy Schlüter, Gießen, 3,09; R. K. Hnapp, Dauberu, 3,24; Fr. Kratzsch, Friedberg, 4.05; O. Birbaum, Betzdorf, 3,56; Hs. Jllert, Hanau, 13,57; W. Rüdiger, Frankfurt a. M., 3,43; Hs. König, 'Gießen, 3,55; Sy Metz, Frankfurt a. M., 4,15; W. Zillich, Frankfurt a. M., 4,15; K. Kraft, Gießen, 3,55; A. Habrlch, Gießen, 3,55; Fr. Ringel, Gießen, 3,59; G. Schmidt, Gießen, 3,59; Hch. Appel, 3,59; Fr. Dreßbach, Frankfurt a. M., 4,15 Stunden. kraflwagen-INannschaflen. K. Schöpper, C. Heil, Brendel (sämtlich Frankfurt), 174 Strafpunkte; — A Habrich, P. Kraft, König (sämtlich Gießen), 316 Strafpunkte; — H. Metz, Fr. Dreßbach, W. Zillich (sämtlich Frankfurt), 338 Strafpunkte; — Sy Appel, F. Ringel, G. Schmidt (sämtlich Gießen), 340 Strafpunkte. Radsportwerbetag in Großen-Linden. Am Sonntag hielt der Radfahrerverein 1891 Großen-Linden einen Radsportwerbetag, verbunden mit einem Vereinsrennen, ab. an dem sich aus drei Gruppen des hiesigen SA.-Stur- mes 41/116 beteiligten. Sonntag früh starteten in kurzen Zeitabständen um sieben Uhr die drei Gruppen zu je fünf Mann, einem Führer und einem Ersatzmann in SA.-Uniform auf gewöhnlichen i Tourenrädern zu dem Rennen über annähernd ’ 25 Kilometer. Trotz schlechter Straßenverhältnisse wurden außerordentlich gute Ergebnisse erzielt. Gewertet wurde nach Benehmen, geschlossenem Abfahren und Ankommen der Gruppe, sowie nach Zeit. Als erster Sieger ging die Gruppe des Trupps 3 unter Führung von Sturmmann Ernst Seth mit 56,5 Punkten hervor. Zweiter wurde die Gruppe des Trupps 1 (Leihgestern), Führer Althaus mit 50 Punkten und dritter die Gruppe des Trupps 2, Führer R. Heß, mit 49,5 Punkten. Bei den Einzelrennen in der /^-Klasse über 25 Kilometer wurde mit 58 Minuten Erich Lang erster Sieger; Heinrich Meid mit 58,30 Min. zweiter Sieger und Wilhelm Eckard t mit 60 Min. dritter Sieger. In der» 8 - K l a s s e (Jugendliche) gab es eine Ueberaschung. Bei derselben Strecke ging als erster Sieger mit 56 Min. (also zwei Minuten besser als der beste Fahrer in der ^-Klasse) Karl Jung durchs Ziel. Zweiter wurde Friedrich Spengler (Lützellinden) mit 58,30 Min. und dritter Helmuth Rinker mit 61 Minuten. Am Nachmittag zeigten dann die Radler im Saale des Gastwirts Ludwig Schaum Kunst- Reigen- und Gruppen-Fahren. Besonderen Beifall erntete dabei der zweite Gaumeister im Kunstfahren Paul Gaßmann im 1er-, sowie im 2er- und 3er-Fahren. Ebenso gefiel ein 4er-Einrad-Reigen besonders. Arn Abend fand die Siegerverkündigung durch den Vereinsführer Pg. Heinrich Faber statt, der in einer kurzen Ansprache den Sinn und Wert des Radsports darlegte. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß auch die SA. teilgenommen habe. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Führer und Reich und mit dem Gesang des Horft-Wessel-Liedes schloß der Redner. Pg. Sturmführer Willi Becker betonte, daß die SÄ. sich auch weiterhin in den Dienst der guten Sache stellen werde, um tatkräftig mitzuarbeiten an dem Werk, das noch nicht vollendet sei. Die erste Dreiermannschast verläßt Schotten. 8 ü'r* ■ ■ Ä 'v ■ F' > / KW • - -* ■»* i # ■ n- Spielvereinigung 4900 Gießen. Spielvereinigung 1900 schlägt Vissenberg 3:1 (1:1). Es lohnte sich schon, am vergangenen Sonntag, zwei Nachmittagsstunden auf dem Sportplatz der Spieloereinigung, zuzubrinaen. Es gab zwischen den beiden Mannschaften der Bezirksklasse der Gruppe Gießen-Dill, der ersten Elf der Spielvereinigung 1900 und des Turn- und Sportvereins Bissenberg, vor allem ein sehr temperamentvolles Spiel zu sehen. Die technischen Leistungen hielten dem Temperament nicht ganz die Waage. Schade! Sonst wäre das Spiel zu einem seltenen Genuß geworden. Trotzdem stand dieser Kampf etwas über dem allgemeinen Niveau. Die Zuschauer gingen lebhaft mit. Während der ersten Halbzeit überraschten die Gäste durch ihr schnelles Spiel. Sie verschärften das Tempo von Minute zu Minute. Die Blauwei- ßen fanden sich nicht gleich und mußten dem Gegner zunächst einige Feldüberlegenheit gestatten. Schon in der zweiten Minute gab es aber eine Überraschung für die Bissenberger. 1900 konnte durch Heilmann in Führung gehen. Es hatte ein heftiges Geplänkel vor dem Tor der Biffenberger gegeben. Der Tormann wollte, indem er herauslief, die Situation retten. Es gelang ihm nicht! Heilmann erhielt den Ball und konnte sehr entschlossen einsenden. Der Kampf wurde in aller Heftigkeit weitergeführt. Bei einem stürmischen Angriff der Bissenberger kam es vor dem Tor der Platzbesitzer zum Gedränge, Schlarb wehrte in kritischer Situation ab, der Ball kam dem Verteidiger Lippert vor die Füße und dieser schoß unglücklicherweise, im Bestreben, den Ball fortzubringen, in das — eigene Tor. So stand es also 1:1. In der Folge, d. h. bis zur Halbzeit, änderte sich an diesem Ergebnis nichts. Die Gäste gefielen durch ihr schnelles und gewandetes Spiel (sie spielten geradezu beispielhaft schnell ab), vor dem Tor vermochten sie sich aber nicht durchzusetzen. Die Verteidigung der Spielvereinigung war andererseits kaum zu überwinden. System hatten die Gäste nicht viel aufzuweisen, betrieben vielmehr ein ausgesprochenes Zerstörungsspiel, das nicht immer gut wirkte. In der zweiten Halbzeit änderte sich die Situation sehr wesentlich. Die Gäste waren zwar weiterhin unvermindert eifrig, sie kamen aber nicht mehr so häufig zum Zug, wie zu Beginn des Spieles. Die Spielvereinigung kam mehr und mehr auf, ja bald es klar, daß das Glück nicht auf der Seite der Grunweißen stand, denn sonst wäre sicherlich ein Unentschieden, wenn nicht gar ein Sieg erzielt rooröen. Nachdem Wohlgemuth noch einen schönen Alleingang unternahm und von Lehrmund erst in letzter Sekunde gestoppt werden konnte, erklang der Halbzeitpfiff. Nach Wiederbeginn des Spieles drängten die Gastgeber besonders durch den geschickten Einsatz ihrer Flügel die Gästemannschaft stark in die 23er« teimgung. Als in der 16. Minute der Schiedsrichter em Vergehen Lehrmunds mit einem Elfmeterball ftrafte und dieser Ball zum Tor verwandelt wurde, war das Schicksal d.r Gießener entschieden. Aber trotzdem flackerte der Kampfgeist der Grün-Weißen noch einmal auf und sie drängten für geraume Zeit. Als Ritter im Strafraum einmal hart getreten wurde, gab es abermals einen Elfmeterball, dem die Gießener aber nicht auswerten konnten. Der Rest der Spielzeit gehörte dann wieder den Platzbefitzern, die jedoch trotz allen Drängens keinen zählbaren Erfolg mehr verzeichnen konnten. Die glücklichere Mannschaft errang den Sieg. Sportverein 4920 Heuchelheim Die erste Mannschaft von Lich zog es vor, nicht anzutreten, so daß die Einheimischen die Punkte kampflos erhielten. Die zweite Elf siegte bei einem schönen fairen Kampf gegen die erste Mannschaft von Frankenbach 2:1. Dem Spielverlauf nach mußte der Sieg höher ausfallen. Das Spiel wurde fast ausschließlich in der Hälfte des Gegners ausgetragen, der einheimische Sturm verstand es jedoch nicht, weitere Erfolge jui erzielen. Die erste Jugendmannschaft mußte in Krofdorf-Gleiberg eine Niederlage von 3:2 hinnehmen. Durch dieses Spiel wurden die Einheimischen von der Tabellenspitze verdrängt und stehen nunmehr mit Krofdorf-Gleiberg punktgleich. Fußbollabteilung des Turnvereins Fellingshausen. Hohensolms — Fellingshausen 1:2 (1:1). Auch Hohensolms mußte am Sonntag den besseren Fellingshäusern Sieg und Punkte überlassen. Von Beginn des Spieles entwickelte sich ein flotter aber harter Kampf, der durchaus offen war. In der 30. Minute fiel auf Vorlage des guten Mittelstürmers Bender das erste Tor für die eifrigen Auf steiler Strecke: Der Beiwagenfahrer muß Hilfe in Anspruch nehmen (das gibt Strafpunkte!). va dirigierte sie den Spielverlauf und die Gäste kamen nur hin und wieder zu Durchbrüchen, die allerdings meist nicht ungefährlich waren. Zum befreienden Torschuß reichte es aber nicht. Vielmehr konnten die Blauweißen nach einem ausgezeichneten Zusammenspiel durch einen entschlossenen Schuß des Halblinken zum Führungstor einschießen. Die Gäste verloren dann einen ihrer Läufer, nachdem ein Intermezzo mit dem Schiedsrichter oorausgegangen war. Der Spieler leistete sich dann etwas besonderes, insofern, als er, nachdem er herausgestellt war, plötzlich mit einem Kopfball in das Spiel eingriff. In der Folge wurden die Spielvereinigungsleute, die sich nun vollkommen auf die ihnen sonst eigene Spielweise besonnen hatten, mehr und mehr überlegen, während die Gäste zerfahrener spielten und kaum mehr etwas zu Wege brachten. Hammer konnte noch auf 3:1 erhöhen und stellte damit den Sieg sicher. Gegen Schluß flaute das Spiel etwas ab. Schiedsrichter Pfeil- Marburg amtierte zufriedenstellend. VfB.-Reichsbahn Gießen. Sportverein Wetzlar I — VfB.- Reichsbahn I 2:0 (1:0). Die Gießener traten mit Ersatz für Birkenbiel und Leutheuser in Wetzlar an und lieferten trotz des Ersatzes kein schlechtes Spiel. Das kommt schon im Ergebnis zum Äusdruck. Dem Sturm wäre es sogar vorbehasten gewesen, durch größere Einsatzbereitschaft das Spiel für sich zu entscheiden. Drei sichere Chancen wurden ausgelassen. Der Schiedsrichter zeigte während der zweiten Halbzeit verschiedentlich Schwächen. Die Gießener hatten Anstoß. Vom Halblinken zum linken Läufer wurde aber schlecht abgespielt und schon konnte sich der- Rechtsaußen des Gastgebers in den Besitz des Balles setzen; er raste die Linie entlang und schon mußte Schwan sein Können unter Beweis stellen. Im Gegenangriff erzwangen die Gießener kurz hintereinander zwei Ecken, sie ließen aber den letzten Einsatz vermissen. Schwan meisterte dann kurz danach einen Schrägschuß des Linksaußen, der aus einem Strafstoß herrührte, indem er ihn über die Latte schlug. Äus der Ecke heraus fiel das erste Tor für die Wetzlarer. Der Ball konnte von Schwan nicht weit genug befördert werden und im Nachschuß ging der Ball in die äußerste Ecke ins Netz. Die Gäste eröffneten nun, angefpornt durch diesen Erfolg der Wetzlarer, eine ©eneraloffenfioe, die aber nicht zum Ausgleich durchgesetzt werden sollte. Ritter schoß einmal in aussichtsreichster Stellung daneben. Eine Flanke vom Halbrechten zum Rechtsaußen wurde von letzterem übertreten und damit begab man sich der zweiten Chance. Als Ritter vor dem'Tormann allein stand und auch diese Gelegenheit ausließ, war Gäste, dem die Leute vom Platzverein nichts entgegensetzen konnten. Fünf Minuten vor Halbzeit fiel durch Fehler der Verteidigung, der rechte Verteidiger trat über den Ball, der Ausgleich. Das Spiel nahm nach Halbzeit an Härte und Schnelligkeit zu, Torchancen waren auf beiden Seiten vorhanden, doch beide Torleute übertrafen sich gegenseitig im sicheren Fangen der schwierigsten Bälle. 18 Minuten nach Halbzeit fiel der längst fällige Siegestreffer nach prachtvoller Vorlage des Linksaußen an den Halbrechten, der den Ball aus der Luft einfchoß. Das Spiel stand unter der guten Leitung des Schiedsrichters Kreiling (Gießen), der alle Härten rechtzeitig unterband. Fußball-Ergebnisse der Kreisklaffen aus dem Bezirk Gießen-Dill. 1900 II —SBiefetf 0:3; VfB. II —Großen-Bufeck 1:14; Heuchecheim — Lich (Lich nicht angetreten); Heuchelheim II — Frankenbach 2:1; Steinbach — Leihgestern II 0:3; VfB. III — Grünberg II 6:1; Steinberg II — Lollar II 8:0; Wiefeck III — Treis 4:4; Krofdorf II — Erda 3:2; Launsbach — Vetzberg 5:0; Hohensolms — Fellingshausen 1:2; Aßlar — Werdorf 4:0 (abgebrochen); Burgsolms — Nauborn 1:0; Oberbiel — Bechlingen 9:0; Spfr. Wetzlar II — Burgsolms II 2:5. Ringen der Gauliga. Am Wochenende trug der G ie ßener Kraft- und Sportklub 1 8 9 3 zwei Wettkämpfe im Ringen aus. Der Meisterschaftskampf der Gauliga gegen Hessen-Preußen Kassel wurde von den Gießenern nach hartem Kampf mit 12:9 Punkten gewonnen, der Rückkampf gegen Friedberg mit 7:12 Punkten verloren. Kurze Sportnotizen. Das 300 00 0. Sportabzeichen wurde vom Reichsbund für Leibesübungen am 17. Oktober verliehen. E i n Pionier des deutschen Ruderboot-Baues, der Würzburger Michael Ziegler, wurde in diesen Tagen 70 Jahre alt. Seinen zahlreichen Verbesserungen ist zum Teil die Freimachung der deutschen Ruderer vom englischen Bootsbau zu verdanken. Auf der Schauinsland-Renn st recke bei Freiburg wurden am "Samstag die zwei Ent- scheidungsläüfe für die Deutsche Bergmeisterschaft ffti Krafträder der Klassen bis 500 und bis 1000 Kubikzentimeter ausgetragen. In der schweren Klasse siegte der Breslauer Mansfeld auf BMW. mit 8:45,1 Min. (82,2 Stundenkilometer) vor Bodmer- Ebingen. Der Godesberger Loof auf Jmperia holte sich den Titel in der Halbliterklasse in 9:02,2 Min. (79,6 1 Stundenkilometer) vor Petruschke-Berün. Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront in Lich preuften od)0' Wirtschaft *Bc Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse ^raiii'un u. i>(. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt o. ZU. Berlin 6S* Mittag' _________ borfe bö'rfe 20 10- I 2210. 22-10. 29,25 28,75 28,75 101,75 >02,7 ReichSbank 78,25 79,5 Banknoten. Lerlin, 22-Oktober 94,75 94,75 101,8 101,9 101,8 101,9 30,251 —I 82 82,75 1 1891 189 1 28,5 u 190 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern die Hohe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. 5)., Lombardzinsfuß 5 o. H. alcn akau 95,75 93,5 93,75 96,4 93,3 103,9 96 93,5 96,65 93,75 103,75 86,5 107 63 62,85 80,84 33,85 96,25 93,3 105,75 96 93,5 93,25 101,5 93,5 93,5 93,9 95 94,75 95,75 93,25 0 0 0 * 0 0 . 0 12 6 6 0 0 30,75 78,5 71,5 74,5 77 144 85,5 106,25 62,5 106 75 75,5 31,13 80 71,75 74,5 77 145 120 75,75 76,25 28,9 142,65 104,13 75,9 111,5 100 92,25 141 120,25 31,4 80,25 96 71,5 74,75 77 145 61,13 66,25 48,75 65,75 50 58,5 33,5 211 167 132,25 142,9 212 91,5 39,5 83,5 79,5 115 133 143 90 99,25 83 143 91,75 99,25 27,5 142,75 104,5 118,13 74,4 110,75 98,65 92 140 119,5 0 0 0 0 0 , 7 0 0 0 0 ,10 , 0 , 0 7 9 0 0 0 3 143 214 89 39,75 83 60,25 66,65 48,25 64,65 49,4 60,25 33,13 208 164 131 110,25 60,5 133,75 48,25 65 121 49,5 59,5 90,75 33.13 207,5 164 131 63,11 81,16 33,99 86,65 106,25 62,75 108,25 78 147,25 121 77 76,65 102,65 93,5 93,5 94 95 94,75 28,65 142,75 104,25 118,13 75 111 99,75 141 120-75 27,75 142,4 104,65 118 74,75 111,13 99 92 I40 121,5 soll für 0,645 58,29 0,206 3,053 54,67 81,26 12,25M 5,405 i 16,42 168,85 21,49 0,705 5,706 61,52 49,05 11,11 63,14 81,18 34,05 10,395 2,476 Amtliche Notierung Geld | Ärie Buenos Atre. 0,644 0,648 0,641 Brüssel..... 58,17 58,29 58,17 Rio de Jan. . 0,204 0,206 0,204 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 Kopenhagen. 54,80 54,90 54,57 Danzig..... 81,08 81,24 81,10 London ..... 12,275 12,305 12,225 HelsingforS.. Paris ...... 5,42 5,43 5,395 16,38 16,42 16,38 Holland .... 168.43 168,77 168,51 Italien..... 21,45 21,49 21,45 Iavan ...... 0,703 5,694 0,705 0,703 Jugoslawien 5,706 5,69a Oslo.....: 61,66 61,78 61 40 Wien....... 48,95 49,05 48,95 Lissabon... 11,135 11,155 11,09 Stockholm... 63,29 63,41 63,02 Lchwetz .... 81,05 81,21 81,02 Spanien.... 33,97 34,03 33,99 Prag....... 10,375 10,395 10,375 Budapest ... — Neuyork... 2,473 2,477 2,472 erde wieder — und nun, am 8 0. Geburtstag Andrees, werden die toten Forscher und Helden einem Mausoleum übergeben, das fortan ein Nationalheiligtum Schwedens darstellen wird. Andröes Tagebuch konnte, nachdem man die Leiche fand, bald entziffert werden — seither liegt dem Wissenden der ganze unglückliche Verlauf der Ballonfahrt und das letzte Schicksal der Flieger klar vor Augen. Der Höhenflug des „Adlers", so rekonstruiert der zur Zeit wohl beste Experte der Polarforschung H. H. H o u b e n, das bis zum Fund auf der „Weißen Insel" im Ungewußten gelagerte tragische Geschehen dieser Polfahrt, war schon am ersten Tag zu Ende. Gasverlust. Nebel, Regen und Vereisung drückten ihn rettungslos nieder. Drei Tage stolperte er nur mehr über die wilden Trümmerhaufen des Polareises hin, bis schließlich eine Landung versucht werden mußte, die am 14. Juli 8 Uhr morgens ohne Unfall gelang. Bis fast zum 8 3. Breitengrad war man gekommen. Man rüstete zur Fuß- Wanderung mit drei Schlitten und einem Falt- boot, änderte immer wieder die Marschrichtung, furchtbare Strapazen brachen an, immer tückischer wurde das Eis, über das man sich hinschleppte. Am 15. September endlich hat man Land gesichtet, aber die saugende Strömung treibt daran vorüber. Auf einer festen Scholle höben sich jetzt die Drei häuslich eingerichtet und eine Schneehütte erbaut, denn im Zelt ist es bei 8 Grad Kälte nicht mehr auszuhalten; dabei wird das Eis von Tag zu Tag unzuverlässiger, es knackt und birst in allen Fugen. Die Scholle wird plötzlich von der Strömung beiseite gestoßen; südlich der Insel kommt man in ruhiges Fahrwasser. „Es hat den Anschein, als kämen wir von dieser Insel nicht- mehr los!" schreibt Andrse am 22. September. Sie haben auf ihrer Scholle unent« wegt weiter an der Hütte gebaut — da bricht Scholle und Hütte am 2. Oktober in tausend Stücke — und Andrees Tagebuch schweigt fortan. Nur noch wortkarge Aufzeichnungen Strindbergs verraten, daß sich die drei Män- >5 ilr, 248 Drittes Blatt k . ___ "■ —- Gießener Anzeiger sGeneral-Anzeiger für Gderheffen) Dienstag, 23.®ttoberl934 Wiederaufbau eines Staates WM!" t: jffflad) ist die alte Residenzstadt Krakau, der burgischen Regiments, daß es nach der Besetzung I), tzlu punkt unserer Jornalistenfahrt durch Polen,! Krakaus das Königsschloß, eine herrliche Bauschöp- Erpfinden und Bewußtsein des polnischen Vol- der Zeit des Flugzeugs, des Telephons und des unb Me meine Eindrücke und Ergebnisse einer Polenreise. Don unserem Or. H.-Sonderkorrespondenten. Rin, ba, Jdeenträger eines polnischen Nattonalstaates. Grobe Mißgriffe der österreichischen Verwaltung taten das Ihre, um den Funken des Auferstehungswillens einer Nation in der Schicht ihrer besten Söhne im- Warschau ist zwar als der natürliche geographische und verwaltungsmäßige Mittelpunkt auch im jungen polnischen Staat Hauptstadt geblieben. Polen hat aber doch insofern an die Tradition der Jagellonen wieder angeknüpft, als es in beschleunigtem Tempo das alte Königsschloß auf dem Wawel wieder repräsentativ Herrichten ließ und seinem Staatspräsidenten als Dienstwohnung zur Verfügung hält. In aber ist die Pflege geschichtlicher Symbole von der allergrößten Bedeutung. In den Tagen unseres Krakauer Aufenthaltes konnten wir uns davon überzeugen, daß das Königsschloß und die Kathedral- kirche von Tausenden von polnischen Staatsangehörigen aus allen Gegenden des Landes besucht wurden, und es waren absolut nicht die Vergnügungsund Erholungsreisenden, die das Gros dieser nationalen Wallfahrer stellten. Im Empfinden der polnischen Bevölkerung ist jedenfalls Krakau auch heute gewesen sind. Und als wir nachts bei klarem Mondenschein durch das schlafende Krakau schlenderten, meinten wir oft, uns habe ein Hauch des deutschen Geistes berührt, der vor Jahrhunderten diese Unvergänglichkeiten schuf. Renaissance offenbar die Beziehungen zwischen Nürnberg und Krakau sehr eng und freundschaftlich mer wieder zu schüren. So gehört es, um nur dies zu erwähnen, zu den Unbegreiflichkeiten des habs- fung des 16. und 17. Jahrhunderts, in eine riesige Kasernenanlage umwandelte. Und es ist noch unbegreiflicher, daß es sich diese Kasernenanlage zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den Krakauer Bürgern mit drei Millionen Gulden abkaufen ließ! Krakau war bis zum beginnenden 18. Jahrhundert die polnische Krönungs- und Residenzstadt. Erst in den Zeiten des Wahlkönigtums, nach dem Untergang des Geschlechts der Jagellonen, wurde die Residenz nach Warschau verlegt. Richtung Ost 10° Süd. An Bord alles wohl. Dies ist die dritte Taubenpost." Und danach — zwei Jahre Schweigen. Erst am 14. Mai 1899 wird im Kolla-Fjord an der Nordküste Islands eine der zwölf Schwimmbojen gefunden, die Andröe hier und da auswerfen wollte, und am 27. August 1900 an der Nordküste von Finnmarken eine zweite; beide enthalten kurze günstige Nachrichten, aber noch vom Abend des ersten Flugtages, und gaben keine Antwort auf die Frage: was ist nach dem 13. Juli 1897 der kühnen Piloten Schicksal geworden? Keine weitere Nachricht, das ewige Eis schwieg... Anfang August 1930 — da spricht plötzlich die Sphinx des Nordens. Da Fangschiff „Bratvaag" fährt von Spitzbergen-Nordostland nach Franz- Josephs-Land, es hat eine wissenschaftliche Expedition an Bord und steuert die „W e i ß e Insel" nördlich Spitzbergens an. Am Strand findet man Spuren von Menschen — und die Backbordseite eines Segeltuchbootes — und daneben einen Messinabootshaken mit der eingravierten Inschrift: „Andrees Polarexpedition 1896"! Und dann Fund auf Fund: ein in Eis eingefrorenes Buch ... Tagebuch Andröes... und nach und nach drei Skelette: Andröe, Fränkel, Strindberg... Da geht eine Welle der Trauer und Erschütterung durch die ganze Kulturwelt: Andröes und feiner Leidensgefährten Ueberrefte sind gefunden! Man landet sie in Schweden, gibt sie der Heimat- Oer Schicksalsflug zum Nordpol. Beisetzung Andrees und seiner Gefährten. - Oer Fund auf der „Weißen 3nfeP. Ein Tagebuch und seine Geheimnisse. N 2,90 0,75, 'erh 5,75, 'N besitz Stockholm, im Oktober. Mit großen Feierlichkeiten wird man in diesen Tagen die Gebeine des Nordpolforschers Andree und seiner Gefährten nach Stockholm heimholen und sie würdig beisetzen... um diese Zeit, da Andröe, lebte er noch, sein achtzigstes Lebensjahr vollenden würde. Da steigt er noch einmal ahnungsvoll-tragisch auf aus dem Tatsächlichen und Ungewußten, der heroisch- unglückliche Flug, den man den „Flug zum Schicksal der letzten Menschen" genannt hat und über dessen Leidensstationen und Ende man bis in die jüngste Zeit hinein nichts wußte als das eine: „Verschollen . . ." Schon 1895 entwarf der schwedische Ingenieur Salomon August Andree den Plan, von Spitzbergen aus im Ballon den Nordpol zu erobern. Auf Spitzbergen ward eine Ballonhalle erbaut, widrige Winde verhinderten den Fahrtantritt im Iahe 1896. Erst am 11. Juli 1897 stieg der Ballon „Adler" auf und nahm Kurs gen Norden — an Bord Andröe, der Ingenieur Knut Fränkel und der Physiker Nils Strindberg. „Es lebe das alte Schweden!" das war der letzte Gruß der Flieger — und das letzte Lippenwort, das die Menschheit von den Dreien vernahm. Am 15. Juli fängt ein Robbenfänger eine Brieftaube. Sie trägt die Nachricht: „13. Juli 12.30 Uhr mittags 82° 2' Breite 15° 5' östl. Länge. Gute Fahrt. .443 uhrt: III. Krakau*. Mcchdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Krakau, Oktober 1934. noch der geschichtliche Mittelpunkt des Landes. Dabei darf gerade der deutsche Anteil an der Entstehung und der Entwicklung der Stadt nicht vergessen werden. Die ersten Sie>dlungsjahrhunderte sind hier in völliges Dunkel gehüllt. Man weiß nur, daß um das Jahr 1000 herum ein Bistum Krakau eingerichtet wurde. Das 13. Jahrhundert ist dann nach der Abwehr der großen Mongolenzüge der An- fang einer auch unter heutigen Verhältnissen ungewöhnlichen Blütezeit Krakaus, das als Stadt nach Magdeburger Recht neugegründet wurde. Die polnischen Könige zogen damals Tausende von deut- scheu Siedlern, Baumeistern, Malern und Bildhauern nach Krakau. Der deutsche Anteil an den herrlichen Baudenkmälern des Mittelalters, an der Marienkirche und der alten Universität, an den Befestigungsanlagen und zahlreichen Profanbauten des Stadtkerns ist auch heute noch sichtbar. Der Markt- platz heißt hier wie in ßembera Rynek, d. h. Ring, in dessen Mitte bie Tuchhalle als Wahrzeichen lebendiger Wirtschaftsverbundenheit mit der Zeit der deutschen Hansa errichtet wurde. Von dem schönen Rathaus ist leider nur noch der Turm erhalten geblieben. Das Gebäude fiel einem Brande zum Opfer. Deutsch aber ist nicht nur das architektonische Bild der Stadt, deutsch sind auch die wichtigsten Kunst- :a manchmal vorsichtig fein. Je mehr sich aber l^'ie i3e-ehungen zwischen St. Petersburg und Wien U^iN öe: Dorkriegsjahren verschlechterten, um so zg ^räß?«llwurde auch die Ellenbogenfreiheit für die pM W- „Gießener Anzeiger" vom 17. und 20. Oft. ) 40 . ircuu ist ferner im Bewußtsein Polens der ?gcn Aili der noch bis in die Mitte des 19. Jahrhun- sich Lcs politisch e Selbständigkeit besaß. Stiener Kongreß begründete, da Oesterreich- ir, Rußland und Preußen sich nicht völlig oer» . tarn konnten, Krakau mit den umliegenden kmg. [frfen als selbständige Republik, die ^unbjpiier natürliche Sammelpunkt des nationalen ... x,__. _ v ov „ , ochase ii sittlichen Wollens im polnischen Volke wurde.' sonstigen Schnellverkehrs besteht, rein rationalistisch später km 2uch kaum 30 Jahre später, im Jahre 1846, gedacht, natürlich fein Bedürfnis dazu. Für die 23er= itjadje HlWoublit in ein Großherzogtum umgewandelt tiefung und Verinnerlichung des Nationalgedanfens q dn habsburgischen Kronländern einoerleibt ;u s;- """ 490i, Wert |(¥r pfinöen und Bewußtsein des polnischen Vol- RDl.: Dranfert. Es ist die Stadt des Heiligen Stanis- 5 34, L, neffen silberner Sarg unter einem foftbaren 5 35, Wohin in der Mitte der Kathedrale steht, und es 5 35, j zu lle ich die Stadt der polnischen Königsgräber irjen: j) ter Gedenfftätten der polnischen Freiheits- 4 bis toyfir. Die K a t h e d r a l f i r ch e auf dem Wa- 5 51 J tem Schloßberg, ist nicht nur der religiöse Tur- ."tnrelpunft, als der sie im 14. Jahrhundert er» chsi w. wurde. Sie ist der politische Wall- I 53, jii r sort des polnischen Volkes. schätze Krakaus. Zwölf Jahre hat der Nürnberger Bildhauer und Erzgießer Veit Stoß hier gewirkt, um sein Meisterwerk: den Hochaltar in der Marienkirche zu fertigen. Und Hans Dürer, ein Bruder unseres großen Nürnberger Meisters ist maßgebend an der Ausschmückung des Königsschlosses auf dem Der Herzog von Olmo, der noch heute dienst« Wawel mit Fresken aus der Geschichte Polens de-1 tuender Großzeremomenmeifter des itallemschen teiligt gewesen. Auch Peter Vischers Gießhütte.Königshofes ist, hat in voller geistiger und körper- hat der Stadt Kunstwerke von zeitloser Bedeutung' licher Frische seinen 104. Geburtstag gefeiert. Der geschenkt, wie denn überhaupt in den Zeiten des 1 Herzog, der 80 Jahre lang im Dienste der italieni* ausklingenden Mittelalters und der beginnenden ; scheu Könige stand, hat vier Königen gedient und ~ ..... ‘ sechs Päpste auf dem Heiligen Stuhl gesehen. Bei großen Feierlichkeiten führt er noch immer persönlich den Stab des Zeremonienmeisters. tagsfr'—*—---------------------------------------------------- A per spielt auf der Flöte. Don Görge Spervogel. en tir-1- lus. P-'e: ,at mit seinen vierzehn Jahren noch keine .45:nlfe^en Taten aufzuweisen, wahrhaftig nicht, re &-at i<> meber zum Segelflieger noch zum Lause- undeUnopI »der zu einem einigermaßen erheblichen SliMßH:l,pieler gebracht, ach nein, zu all dem zeigt 3 5enfr Einig Neigung. Aber was er großartig kann, ufit. lsKi Flöte spielen. s)Jlki darf auch nicht behaupten, daß er die dich« -ehr liebte, etwa eine besondere Wissenschaft ?trhe:e zu einer Sammlertätigkeit neigte oder ■rgmitteen. Ihm fehlt eine derartige Leidenschaft lemif; hr wie aller sonstige Ehrgeiz. Aber er sorgt litt «Ich für seine zwei Wellensittiche, den Alten M, tarn ünt) die Dicke Frau. lauft ihnen Futter von seinem schmalen Ta- -t\ )enuc?I . Ab und zu baut er ihnen aus Stricknadeln ib ipjoßleiften eine neue Wohnung. So schon bie J^ofyrwjgen auch finb, am liebsten sitzen bie Vogel wilden Haaren. Sie zerren und kreischen, s^ einmal mit viel Wasser und Not glatt» ftebiririe hat. Sttr) 'Pers Schularbeiten zu einem glücklichen 81-fnbii zirührt, stellt er sich vor dem Käfig auf, tri(= ’J'grt pfeift ein wenig vor sich hin. Wie ein aus- ißnemNfTner Kanarienvogel versteht er sich darauf, ißSchlÜH pmalzt und piepst, es ist wunderschön. Der ?Ullte!l ITtann und die Dicke Frau sitzen auf der ®';ptaioi£,iitrippeln hin und her, sträuben das Gefieder 6i‘ nbu Greben die Köpfe nach allen Regeln der i? lunch Manchmal sperren sie den krummen Schnabel strecken die Zunge heraus und tun so, als jf.'lb il'h e fürchterlich elend zu Mut wäre. Wi Hmettert das Sanarienlieb bis zu einer ’ S >teütie tüo er erst ganz tief kollert und plötzlich sehr j/1 och jtit,l tüt singt. Da hält es die Dicke Frau einfach idjtnnerir aus und schreit, daß man das Schlimmste vine^-hm möchte. „Lieber Gott", pflegt Per bann ft iwr, „wahrhaftig, ich hätte mir gleich denken in rote , ^baß ihr nur so eine Art Urwaldspatzen S'S idu.' y kräsch, bräbräbrä", erwidern darauf die Itj! ütti?4f ifl-jj Pöirlcmn gegen den Lärm nicht an, er muß auf j'll ®eiW liigern pfeifen, damit wieder Ruhe eintritt. ’z „Sßlti ffollte doch einmal herausfinden, ob man "a ach Ntf braten Fann", sagt Per, „bann wäret ihr fls °d) A «mal im Leben zu etwas nütze. Aber man Jj •’ 'NN I ud mästen wie man will, ihr bringt es doch zu nichts. Vielleicht sollte man euch an die Wand werfen und drauftreten." Dagegen haben die Sittiche nichts einzuwenben, putzen vielmehr ihr Gefieber. „Möglicherweise hört ihr gar nicht zu", fragt Per mißtrauisch, „wie?" „Das kannst bu dir wohl benfen", sagen bie Sittiche auf ihre Art, ,,aber bas sollte dich nicht stören." Nun, erklärt Per, sei es endlich so weit, baß er nicht mehr anbers könne, als ihnen einzeln langsam den Hals umzudrehen. Er tritt ganz dicht an den Käfig heran und fragt mit tiefer, schrecklicher Stimme: „Soll ich?" „Nur zu", erwidert der Alte Mann, „wir sind derartiges gewöhnt." Darauf greift Per in das Bauer und nimmt den Alten Mann in die eine, die Dicke Frau in bie anbere Hanb. „Je", sagt er bann, „was ihr in eurer Dummheit für Glück habt. Womit soll ich euch nun erwürgen?" Sieht auf seine Hände herab. „Verflucht", brummt er, „bas muß ich mir überlegen." Kreuzt bie Arme vor ber Brust unb beginnt im Zimmer auf unb ab zu gehen. Dabei geschieht es ganz von selbst, baß sich bie Fäuste ein wenig öffnen unb ber Alte Mann rechts unb bie Dicke Frau links an ben Aermeln feiner Jacke hochzuentern beginnt. Wer zuerst bie Schulter erreicht, kann sicher fein, baß sich ihm der Kopf zuneigt, schwer vom Nachdenken. Wenn ber Streit um den besten Platz anhebt, wenn die Schnäbel und Krallen zu wild zerren, stürzt Per zum Spiegel, besieht die Kampflage, pfeift abermals scharf auf zwei Fingern und verteilt die Plätze. Dann greift er glücklich zur Flöte und spielt und spielt. Natürlich läßt es sich nicht vermeiden, daß manches seiner Lieder entweder dem Alten Mann ober ber Dicken Frau nicht gefällt. Hin unb roieber entsteht auch ein schlimmer Ton auf ber Flöte. Jebes Mal erhebt sich in solchen Fällen ein Geschrei. Per dreht die Augen nach oben, zieht die Stirn in Falten und fuchtelt lebensgefährlich mit der Flöte. War der Ton nicht allzu falsch, stellt das den Frieden wieder her. Sonst muß abermals auf den Fingern geschrillt werden. So geht es bis zur Abendbrotzeit. Wird Per dann gerufen, legt er bas Instrument in ben Kasten unb setzt bie Sittiche in ihr Haus. Natürlich murren sie. Per meint dann, anstatt den Schnabel derart im Leerlauf gehn zu lassen, sollten sie besser ihr Gehirn einschatten. Sie konnten schon längst fix und fertige Papageien fein, vollkommene Aras oder noch mehr, wenn sie sich das angewöhnen wollten. Nein, es nütze doch nichts, an die Wand werfen und drauftreten, das wäre bei dieser Sachlage das einzig Wahre. Als ber Junge eines Tages nach Haufe kommt, sitzt die Dicke Frau aufgeplustert und träge im Bauer. Manchmal zittert sie. Per wärmt den kleinen Körper mit ben Händen. Nein, denkt er, es ist wohl besser, bu setzt bich roieber hin unb schläfst bich gesund. Tu den Kopf unter den Flügel. So. Nachdem die Schulaufgabe gelost ist, findet er den Vogel tot. „Was soll ich nun mit dir machen?" murmelt Per. „Warum bist du denn gestorben? Was soll ber Alte Mann nun alleine?" Der Alte Mann putzt sich. Ob er wohl gar nicht traurig ist? Bin ich, fällt ihm ein, bin ich eigentlich traurig? Wahrscheinlich muß man dem Alten Mann eine neue Frau kaufen. Ader die neue würde uns beide ja nicht verstehen. Sie kennt bas Spiel nicht. Wir wollen keine neue... Der Alte kann boch aber nicht allein bleiben, Mensch, bas ist doch klar genug. Woran sie wohl gestorben ist? Vielleicht wird ber Alte auch sterben. Ach, ich will ihn schon allein behalten. Aber bann habe ich. muß er denken, beim Spielen ja immer eine Hand frei, um ihm ben Hals abzubrehen. Möglicherweise macht es ihm auch keinen Spaß mehr, wenn wir ohne bie Frau flöten, nun, wo er niemanden mehr hat zum Zanken und Schreien und Spielen, wenn ich in ber Schule bin. Das würbe ja ein fürchterliches Leden für ihn. Was soll man ba nur tun? Den ganzen Nachmittag kramt Per in seinem Zimmer herum, kramt, benkt nach, sieht etwas an, kramt Es wirb früh dunkel. Er geht in einen Blumenladen und kauft einen Strauß kleiner weißer Blüten Daraus richtet er in einer Schachtel em Blumenbett her. Er sucht zwei Stöckchen zusammen, aus denen er ein Kreuz zimmert. Als die Dunkelheit vollkommen ist, nimmt er die Schachtel mit dem toten Vogel, ben Flötenkasten und ben Alten Mann unb geht fort. Er läuft lange im Stadtwalb umher, bis er eine Stelle findet, bie ihm genügend abseits zu liegen scheint. Dort gräbt er bas Grab. Dann nimmt er bie Äütze ab, setzt ben Alten Mann in sein Haar und beginnt 3u flöten. Ganz leife lotet er unb g.b f.ch unendliche Mühe, richtig zu (pielen des NSBDT., Gießen, Postfach 81, Fernruf y — unter genauer Adressenangabe — zu wenih Der Vortrag wird gegen 13 Uhr beendigt Vereinfachung des Verfahrens zur Erlangung des Ehrenkreuze« NSBDT. (früher KDAZ.). Kreisamtsleitung Gießen. v e r t hält einen Lichtbildervortrag: „Wie unsere Stadt entstanden ist." Musik, Heimat- und vaterländische Chöre. Eintritt frei für Mitglieder und Angehörigen. Nichtmitglieder 20 Pfennig. _ "Werde ich tun! Verlaß dich darauf. Und ihr Vater, der hat viele Sorgen. Da soll noch ein Wech- selchen laufen. So an die dreißigtausend. Wenn "' bloß herausbekommen könnte, wer ihn besitzt." „Leichtigkeit! Wenn dir daran liegt, beschaff' dir das Papierchen. Das mache ich gern" 12 bis 15, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6,Z 25 bis 40, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., her $ ner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund'rr 12 Pf., der Zentner 8 bis 12 Mark, Birnen.« Pfund 8 bis 12 Pf., Nüsse 25 bis 30, Tauben« Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, 6ditl Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, h 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 201! OornvNzcn. 1 — Tageskalender f ü r Dienst^ Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr „Polen«. - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schützenkönig Durch seine Frau war er inzwischen längst» allem genau unterrichtet. Das war doch W- das kleine Mädel aus Berkenhofen, das der sich aus Berlin mitgebracht haben sollte. Unb Frau hatte gesagt, das sei ein Skandal, und" müsse die Berkens eigentlich schneiden. Und von- Brigitte sei es einfach unglaublich, zu so etwas' > Hand zu bieten, wo man immer so viel ddii- gehalten habe. Der Baron grinste vor sich hin. Warum hatten die Damen von Brigitte non fr'2 ken so viel gehalten? Weil sie in Aktion trat, andere auf der Männerjagd waren, und wn- freimütig erklärt hatte, daß sie nicht heiraten Es würde ja doch immer nur ein Mann fein •’1 nen, der um sie warb, der sie nur um ihres willen haben wolle. Denn für eine Liebeshei^" sie viel zu häßlich. Das war es, dieser Ausspruch, der Brigitt^' Damen so lieb und wert gemacht hatte. 3a jetzt ging sie seiner Frau auf die Nerven.^" wegen dieses kleinen Mädels. „Nee, so was! Da hatte seine Frau doch recht, die V mit von Henigs boimgebracht hatte, daM. von Berken wieder mit Nora von Stetten, i. Martens, angebandelt habe. Man hatte zusammen reiten sehen. Und nun schien B Mädel aus Berlin ins Wasser gestürzt ZU weil man es sicherlich fortschicken wollte. M hatte der Arndt nun eben die Kleine doch schnell herausgeholt. So war die Sache, und V Damen würden sich sehr freuen, daß er ihnen’ mal eine Neuigkeit mit nach Hause brachte. War das Mädelchen niedlich! Viel konnte er^ sehen. Aber immerhin sah er, wenn er de" ;, ein bißchen drehte, eine Fülle nassen, goldblo Haares und ein feines Profil. Hm! Hm! jy Unb der Arndt von Berken sah aus, als ob(f ganze Welt Niederschlagen wollte. i Na, man war in Berkenhofen. Man bekav'^ kurzes Danke. Man konnte heimfahren un^ Neuigkeit brühwarm überbringen. Und &er trug das Mädchen auf seinen Armen noaLj Schloß hinein. Das gehörte sich auch nicht■ * hätten die Mädchen tun können. Es gab ff weibliches Personal im Schloß. Das konnte man daheim auch noch mit verme > (Fortsetzung folgt 1) „Hattet fest am deutschen Buch!" Die Ausgestaltung der »Woche des deutschen Buches" in Gießen. „Andersen!" „Bitte?" „Andersen, ich verlaß mich auf dich!" „Kannst du — wie immer!" Andersen sah in das unschöne, hagere Gesicht des Freundes, und er dachte: Ich kenne Nora von Stetten nicht, aber vielleicht ist sie doch zu bemitleiden, wenn sie diesen da heiraten muß! Doch vielleicht tut sie es nicht. Ihr Vater allerdings, der hat beinah dafür gesorgt — daß es so werden kann. Nun, was geht's mich an? Ich werde den Wechsel besorgen, und dann habe ich mit der Sache nichts mehr zu tun! — Nora erhielt einen empörten anonymen Brief, worin man ihr vorwarf, das Geschlecht der Frauen bloßgeftellt zu haben. Und man wisse ja nun Gott sei Dank endlich, wer Rudolf Heller sei! Nora lächelte. Riß den Brief in kleine Fetzen und lächelte. Aber sie wußte nun, daß sie gegen Julchen Mittrasch sehr, sehr vorsichtig sein mußte! Käthe Randolf aber arbeitete still und fleißig. Nach und nach hatte sie Brigitte von Berken alle möglichen Arbeiten abgenommen, so daß die einmal ganz verwundert zu ihrem Bruder sagte: 'ite ihn prüfend an, aber er hielt ihren Blick lächelnd aus, meinte nur: „Hab' ich nicht recht?" Brigitte nickte, denn sie mußte ihm wirklich recht geben. 2ün Dftermorgen schien die Sonne ganz warm und hell. Und Veilchen und Narzissen und andere Frühlingsblumen hoben lauschend die Köpfchen, ^äthe hatte einen weiten Spaziergang unternommen. Neben ihr lief Flock, der kleine Hund des Gärtners, der sich sehr an sie gewöhnt hatte. An den Weiden lachten die gelben Kätzchen, und em unbeschreiblich schöner Duft erfüllte die Luft. Und Käthe ging immer weiter. Durch den stillen Wald, auf einem Wiesenweg dahin, durch die Wiesen bis zum nächsten Wald wand sich ein klares, schmales •1er’ r. an3 geschäftig plätscherte es dahin. Käthe weitete sich das Herz angesichts all der Schönheit der n° war glücklich, daß sie hier sein durste Flock trank. Und sie sah ihm zu, wie er flink die kleine rosa Zunge bewegte. Dann schritt sie weiter. Dort drüben lag Dors Unterslau! Wenn sie geradeswegs darauf zuschntt, dann konnte sie durch das Dorf gehen und dort drüben durch den Wald wieder nach Berkenhofen zurück. Dieser Frühspaziergang war herrlich Wie gut, daß sie ihn unternommen hatte! Im Schloß waren Gäste, aus Pommern. Tante Adelheid und Aus der Provinzialhauptstadt. Warnung vor Erdölspekulanten. (LPD.) Das Staatspresseamt teilt uns mit: In letzter Zeit mehren sich wieder die Fälle, in denen private Unternehmer das Publikum zur Beteiligung an Erdölunternehmungen auffordern. Die hierzu gemachten Angaben sind in vielen Fällen geeignet, über die tatsächliche Bedeutung einer solchen Beteiligung ein falsches Bild hervorzubringen. Es wird in meist übertriebener Form auf die Gewinnmöglichkeiten, die in Bohrungen auf Erdöl liegen, hingewiesen, aber verschwiegen, daß ein außerordentlich großes Risiko mit derartigen Unternehmungen verbunden ist. Ost werden diesen Angaben auch Aeußerungen Dritter, als Sachverständige bezeichneter Personen, beigefügt, durch die der Eindruck einer sicheren Gewinnmöglichkeit beim Publikum noch verstärkt wird. Demgegenüber muß darauf hingewiesen werden, daß in jedem Falle für die Niederbringung von Bohrungen erhebliche Kapitalien erforderlich sind und bei jedem Unternehmen mit Fehlbohrungen zu rechnen ist. Wie die Erfahrung zeigt, dient die oben geschilderte Reklame meist lediglich spekulativen Zwecken; die auf diesem Wege gegründeten Gesell- Er saß ab, kam auf fie zu, baß fie ir Kleider an hatte und am ganzen Körper zittere „Was war denn nur, Fräulein Randolf?" Käthe sagte es ihm. Aber sie konnte kaum spreÄ so schüttelte es sie. Da nahm Arndt von Berkens Mädchen in feine Arme. Nach Hause jetzt! So schnell als möglich /kc Hause! Er dachte es und drückte das Mädchen, bos m Kälte zitterte, fester an sich. Der Hund lief minjtP" nebenher. Am Sonntag, 28. Oktober, 11 Uhr (pünktlich), findet im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ein Film- Schulungsoortrag statt. Es sprechen der Kreis- a m t 5 I e i t e r und Pg. Oberingenieur Oster, Beauftragter der Reichsschulungsleitung vom Gau Groß-Berlin, über „Was ist und wie entsteht Elektrizität?" mit Lichtbildern und mit nachheriger Vor- führuna des Films „Freude am Werk", in dem das Anwendungsgebiet der Elektrotechnik in einem Spezialfilm dargestellt und erläutert wird. Eintrittskarten find den Mitgliedern des NSBDT. Vom 4. bis 11. November findet, worauf bereits hingewiesen worden ist, im ganzen Reich, veranstaltet von der Reichsschrifttumskammer mit den ihr ungegliederten Verbänden, die diesjährige „W o ch e des deutschen Buche s" statt. Im Zu ammen- banq mit dem bereits veröffentlichten Aufruf des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels unter dem Motto „Haltet fest am deutschen Buch!" hatte die Arbeitsgemeinschaft der Gießener Buchhändler für gestern nachmittag zu einer Vorbesprechung im Stadthaus, Bergstraße, eingeladen. Es waren anwesend Vertreter der NS.- Kulturgemeinde, des NS.-Lehrerbundes, der Universität, des Stadttheaters, der Gießener Garnison und der Presse. An Stelle des erkrankten Obmannes der Arbeitsgemeinschaft, Dr. Huch, hieß Herr Holderer die Erschienenen willkommen. Gegenstand der Vorbesprechung war die Ausgestaltung der „Woche des deutschen Buches" in Gießen und eine orientierende Fühlungnahme der Arbeitsgemeinschaft mit den für die örtliche Durchführung der Veranstaltung in Betracht kommenden Behörden und Organisationen. Herr Holderer bemerkte zunächst, daß die geplante Werbung für das deutsche Buch in enger Zusammenarbeit mit allen dafür in irgendeiner Form zuständigen amtlichen und außer- amtlichen Stellen angestrebt werde. Stadtverwaltung, Schrifttumskammer, Buchhandel und Presse müßten mit den bereits erwähnten Organen Hand' in Hand arbeiten. Er gab dann einen Ueberblick über das in der Woche vorn 4. bis 11. November vorgesehene Programm des Rundfunks, das natürlich besonders auf den Charakter der Buchwerbe- tage zugeschnitten sein wird. Eine große örtliche Veranstaltung soll überall im Reiche möglichst gleichzeitig mit der Berliner Sportpalastveranstaltung zur Buchwoche stattfinden, offiziellen Charakter tragen und in Verbindung mit den zuständigen Parteistellen ins Werk gesetzt werden. In den Schulen sollen Buchfeiern und Autorenabende statt$euer in der Jugendherberge In der letzten Nacht gegen 2 Uhr bemerktes, fanten des Asterwegs einen Brand in der herberge im Hause Asterweg 27. Die foforfw mierte Feuerwache war in wenigen Äugend« zur Stelle und fand eine Tür samt lürrafll brennend vor. Ferner war in dem Hause eine« liche Verqualmung eingetreten. Während einH der Mannschaften der Feuerwache sofort den M löschte, wurde von einem weiteren Feuerwehr^ unter Zuhilfenahme der Gasmaske ein im M Stockwerk schlafender Junge aus dem Zimnivv 1 hott und glücklich ins Freie gebracht. Ein Srll; das gleichfalls im ersten Stock Übernachtetei! durch den Brand und Qualm wach geworden I' hatte die Geistesgegenwart, sich aus dem ! zu schwingen und am Blitzableiter herunter irfl Hof zu flüchten. Der Junge und das Mädel |J| zum Glück ohne Schaden davon. Nach halbftüM Tätigkeit kehrte die Feuerwache zu ihrem StM zurück. Die Untersuchung über die Brandursatz noch im Gange. Gietzener Wochenmarktpreise. * Gießen, 23. Oft. Auf dem heutigen Ms markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund l,i 1,55 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40, Matte i 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (m difche) 10 bis 11, (inländische, Kühlhaus) 10 fr;; Wirsing, das Pfund 10 Pf., der Zentner 6 ii Mark, Weißkraut, das Pfund 6 bis 7 Pf, ; Zentner 3,50 bis 4 Mark, Rotkraut, das\ 10 Pf., der Zentner 7 bis 8 Mark, Gelbe U ; das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bi-i I Spinat 10 bis 12, Römischkohl 8, Unterkohlns; 1 Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, lo.qrt ner, nach zwei Tagen „spannender Lage", -am 5. Oktober auf den Strand der „Weißen Insel" — Ditö, wie sie offiziell heißt — retteten, sich am 6. Oktober im Schneesturm notdürftig orientierten und am 7. umzogen. Dann noch eine einzelne letzte Mitteilung vom 17.Oktober: „Nach Hause 7 Uhr 5 vormittag s". — Und kein Wort mehr ... Aus Treibholz unb Walfischknochen, die sich am Strande fanden, versuchten die Drei so etwas wie eine Hütte zu bauen, die ihr Zett schützend umgeben sollte. Fertig wurden sie damit offenbar nicht, und der Tod kam schnell und plötzlich über sie. Strindberg starb als erster und wurde von den beiden Kameraden unter Steingeröll bearaben, auf daß man ihn vor den Bären schütze. Andree als der Widerstandsfähigste starb wohl zuletzt; feine und Fränkels Leiche lagen innerhalb des Zelt- und Hüttenraumes, als man sie nach dreiunddreißig Jahren fand ... Verhungert ist keiner von den Dreien; sie besaßen Vorräte genug, wie ihr Lager noch nach Jahrzehnten bewies, Bären- und Seehundfleisch hatten sie für ein halbes Jahr in Hülle und Fülle; auch an Brennstoff fehlte es nicht. Woran sie starben? D'.e Antwort ist fast banal: fie sind erfroren! Ihre gesamte Ausrüstung war glänzend, nur — für einen Polarwinter nicht geeignet, mit dem fie immerhin hätten rechnen müssen ... Sportkleidung trugen fie — so gut wie keine Pelzkleidung, und nur einen Schlafsack ... Das ist ihr Verderben geworden ... Eine erschütternde Tragik liegt über diesem tollkühnen Versuch, mit den unzulänglichen Mitteln eines Ballons ins Wesenlose und der ewigen Sphinx des Pols entgegenzufliegen, und über dieser jahrzehntelangen Verschollenheit dreier Pioniere, deren Gebeine nach dreiunddreißig Jahren in ihre Heimat zurückkehrten... Ihrer in diesen Tagen wieder zu gedenken, ist Ehrenpflicht der gesamten Kulturwelt In den toten Pionieren, die nun in einem Nationalheiligtum feierlich beigesetzt werden, grüßen wir in heldischer Verbundenheit das ganze schwedische Volk! Herr von Osten mit seiner Gemahlin Rosemarie. Und Herr von Berken sowie Fräulein Brigitte hatten sich fehr über diesen Besuch gefreut. Kätye dachte daran, daß fie zeitig genug wieder daheim sein wollte. Denn sie konnte dann Fräulein Brigitte manches abnehmen, was ja eigentlich nicht zu ihren Obliegenheiten gehörte, was aber das gnädige Fräulein entlastete. Und fie, Käthe, tat es doch so gern. Käthe kam an einen Teich. Still, tief, voll Schlinggewächsen und Schilf, lag er vor ihr. Ringsum waren Wiesen. Nur ein kleines Gebüsch war links. Käthe in ihrem weißen, einfachen Leinenkleid mit dem blauen Jäckchen und dem weißen Hut sah entzückend aus. Die Landluft und das gute Essen hatten ihre Wangen voller gemacht. Und die dunklen, blauen Augen strahlten sehnsüchtig. Lange stand das Mädchen und blickte in das stille, tiefe Wasser. Dann fühlte fie plötzlich einen derben Stoß, verlor das Gleichgewicht und stürzte kopfüber ins Wasser. Julchen Mittrasch sah sich schcu um. Niemand war da, und dort drüben trieb der Körper schon davon. Langsam, aber sicher trieb er der Mitte des Teiches zu. Warum schrie das Mädchen nicht? War sie ohnmächtig geworden? Dann um so besser! Und Julchen verschwand wieder im Gebüsch wo sie Weidenkätzchen schnitt, die ihre Mutter auf dem Markte in der Stadt verkaufte. Die Mittrasch hatte auch schon Blumen auf dem Friedhof geholt. Man mußte sehen, wie man zurechtkam. Sie wollte auch noch einmal reich sein. Durch ihrer Hände Arbeit wurde fie es nicht. Und — die Nora von Stetten mußte ihr für das, was sie, die Mittrasch wußte, so an die dreitausend Mark bezahlen. Sonst schwieg sie nicht! Man mußte ausnützen, was man wußte! Käthe war wirklich einige Minuten besinnungslos gewesen. Jetzt kam sie wieder zu sich, wußte, daß n]a.n, fte ‘ns Wasser hlneingestoßen hatte. Und im Alchen Augenblick trieb sie auch schon wieder dem Ufer zu. Sie konnte ja schwimmen! Und neben ihr schuxAM.der kleine weiße Hund vergnügt einher. te ? ?a5 ®an3e für eine freund- li$e Aufforderung gehalten, ein Bad zu nehmen. ^rhUHn ^er den Weg raste Julchen Mittrasch. Sie hatte nur gesehen, daß der Mädchenkörper wieder ruhig und sicher dem Ufer zutrieb -Käthe kauerte jetzt auf der Wiese am Rande des leidjes, und der Hund schüttelte sich vor Vergnügen Dann sprang er nochmals ins Wasser hinein, und als er herauskam, überschüttete er sie mit einem Sprühregen. Die Sonne verkroch sich Ver- kroch sie sich, weil es ihr vor soviel Bösem graute? üsCl dachte: Wer kann das getan 'haben? 3SÄ^ne öeinbe! Ober - kin Julchen ^!"raich- Aber es ist unmöglich! Käte fror. Der Boden war noch kalt Unb hip SbCÜ n n(^ °n ^rem Körper. Ein Schüttel- N^teslenoch einer Weile. Kalt und unfreundlich war es ringsum geworden, feit die Sonne ihre goldenen Strahlen versteckt hatte. 9 Käthe erhob sich, taumelte aber und mußte sich wurde ihr schwurz Dor den Augew Dav Mädchen dachte ergeben: Ob es " besten gewesen wäre, wenn ich jetzt dort der Tiefe läge? Der weiche Boden erzitterte. Käthe wandte sich um. Ein Reiter kam Waldweg herüber, hielt auf sie zu. Sie erkannte ihn! Arndt von Berken! finden. Die Arbeitsgemeinschaft der Gießener Buchhändler, die, wie Herr Holderer erwähnte, bereits eine interne Vorbesprechung abgehalten hat, hat als Mittelpunkt des gesamten örtlichen Programms der Bücherwoche eine große Buchaus- tt e l l u n g in Gießen vorgesehen und erbittet für deren Durchführung die Unterstützung der Partei und der Stadtverwaltung. Für diese Hauptveranftal- tung könnten allerdings noch keine feftumriffenen Vorschläge gemacht werden, da es noch unbestimmt sei, wie weit und in welcher Form die anderen Stellen, zum Beispiel das Gießener Stadttheater, mitzuwirken gedenken. In der nun über die Durchführung im einzelnen folgenden Aussprache, an der sich neben dem Vertreter der Arbeitsgemeinschaft in erster Linie Intendant König vom Stadttheater, der Kreisobmann der NS.-Kulturgemeinde, Pg. Christ, und Professor Dr. Götze als Vertreter des Rektors der Landesuniversität beteiligten, wurde zunächst festgestellt, daß in Anbetracht mehrerer für ungefähr die gleiche Zeit vorgesehenen Veranstaltungen (Schillergedenktag, Langemarckfeier) möglichste Konzentration geboten erscheine; so wird man im Hinblick auf die Schil- lergedenkstunde des Goethebundes mit Wüllner von einer ursprünglich vorgesehenen Morgenfeier im Theater zweckmäßigerweise absehen, um das Interesse nicht zu zersplittern. Dagegen wird ein von der NS.-Kulturgemeinde geplanter Kriegsdichter-Abend sich gut in den Rahmen der Veranstaltungen zur Buchwoche einfügen lassen. Einiges Kopfzerbrechen verursachte die Frage nach einem geeigneten Raum für die Ausstellung des Buchhandels, die vor allem Politik, Heimatliteratur, Schöne Literatur, Jugendschriften und Fachliteratur in den Vordergrund der Werbuna stellen will. Mit der Ausstellung sollen ein Einführungsvortrag und eine Reihe von Leseabenden verbunden werden. Diese Bücherschau wird am Sonntag, 4. November, die Werbung für das deutsche Buch in Gießen einleiten. Sem kleine MUill. Vornan von Gert Rothberg. Urheberrechtsschuh: Funf-Türme-Verlag, Halle (S.). Mit großen Schritten ging Berken zu feinar Pferde zurück, nahm die Zügel über den Arschritt weiter, immer schneller. Der Baron ©leifr;; begegnete ihm mit feinem leichten 3agbn)ager..:' machte große Augen und letzte nachher ein m fniffenes Lächeln auf, als Arndt von Berken.1' bat, schnell nach Berkenhofen zu fahren. Der Baron tat es sofort! Das war doch selbsd'k stündlich! War Ehrensache. Man mußte sich W- einverstanden erklärt, daß die Vorlage^ ungsmäßig ausgestellten Besitzzeugnisfes^ die Verleihung des Verwundetenabzeichens reichender Nachweis der Frontkämpfereioe^ angesehen wird, sofern aus den sonstigen Anz des Antragstellers feine Zugehörigkeit zur fedjte Truppe unzweifelhaft yervorgeht und das wundetenabzeichen nicht lediglich wegen ü Unbrauchbarkeit erworben worden ist. 1 ÖQl; !'zi' -'orlQ. J9ni|l 9ens 1 ’fereij gen 3 Surstz bt 'egen Stt N ttl? \er Felix". — Oberhessischer Kunstverein, Turm» „aus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Gemäldeaus- tellung. — Volksmissionarisches Amt der evange- ischen Landeskirche Nassau-Hessen, 20 Uhr, Volks- ^jssionsoortrag „Luther, der Prophet der Deutzen — auch heute noch!" _ Stadtheater Gießen: Heute 20 Uhr unter der Spielleitung von Paul Wrede erste Kiederholung der Operette: „Polenblut" von Red- j al. Musikalische Leitung Kapellmeister Cuj6; Einstudierung der Tänze Theo B ä u l k e. (Siehe sestrige Anzeige.) # ** Sitzung d e s Provinzialausschus. '!s-s. Am Freitag, 26 Oktober, 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, । kandgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung ies Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen latt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des ' udwig Corde in Gießen gegen den Bescheid des ^.reisamts Gießen vom 20. 9. 1934 wegen Versagung des Wandergewerbescheins. 2. Dienststrafverfahren gegen den Oberfeldsckützen Morler in Bad-Nauheim. 3. Klage der Elise Fritzen in Büdingen gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen vom 29. März 1934 wegen Versagung der Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft im Hause Obergasse 28/30. 4. Klage des Bezirksfür- soraeverbandes der Stadt Essen gegen den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Friedberg auf Erstattung von Unterstützungskosten für das Kind Anni Schiebahn. ** Schulpersonalien. Uebertragen wurde dem Oberstudiendirektor der Realschule in Neu- Isenburg Dr. Albert S t r e u b e r die Stelle des Oberstudiendirektors an der Ernst-Ludwig-Schule in Bad-Nauheim mit Wirkung vom 8. Oktober 1934; dem Studienrat an der Ernst-Ludwig-Schule in Bad-Nauheim Friedrich K n i e r i m eine Studienratsstelle an der Aufbauschule zu Friedberg mit Wirkung vom 8. Oktober 1934 an. btttz emerk. l der 1 lots ■ N ßener Gesangvereine, die Musikgilde der DA. und randU li Oie Winterarbeit des Reichsbunds Volkstum und Heimat. der Lobodachor im RVH. werden unsere Veranstaltungen mit gutem deutschem Liedgut bereichern. Stadtbaurat G r a v e r t eröffnet am 24. Oktober unsere heimatkundliche Vortragsreihe mit dem Thema: „Wie unsere Stadt entstanden ist" (mit Lichtbildern). Professor Dr. R a u ch wird unsere schönen alten Fachwerkbauten im Lichtbild zeigen. Professor Dr. Hummel wird mit einem Lichtbil- dervortrag in das Werden unserer Heimatlandschaft einführen. Ein Sonntagnachmittag (4. Nov.) verei- nigt uns mit der Schiffenberger Heimatvereinigung auf dem Schiffenberg, wo Regierungsbaurat Kuhl- mann durch das alte Kloster führen und Dr. Walbrach über die Geschichte des Schiffenbergs sprechen wird. Professor Dr. Funk wird an einem Abend die Schönheiten des deutschen Waldes im Lichtbild zeigen. Die Natur- und Tievschutzgedanke findet Berücksichtigung in einem jagdgeschichtlichen Vortrag von Studienrat H ö l z e l und in einer Führung durch den Schlachthof mit Vortrag von Schlachthofdirektor Dr. Keller. Auch die Üniver- sitätsbibliothek wird an einem Sonntag unseren Mitgliedern Einblick in ihre Schätze gewähren. Zwei Heimatabende sollen das Helmaterlebnis vertiefen helfen. Gesang, Tanz und Spiel unter Mitwirkung unseres oberhessischen Mundartdichters Georg Heß und einer Trachtengruppe sollen uns an die Quellen unseres Volkstums führen und das Band der Zusammengehörigkeit stärken. So wird das reichbesetzte Programm des RVH. uns manchen Winterabend wertvoll gestalten helfen. Sorge jeder durch regen Besuch unserer Veranstaltungen dafür, daß die Heimatidee in weiteste Kreise unseres Volkes getragen wird. use eint Mi ifigenlti ßiunb y Matz ! Eier ius) lf | 'ntner is 7 it, dr ®elbi den f nterfc 5 90, ich 3Ö 5 bi- . , Pf,l 5 W k, A r{ti ein ierwei n im • Eia rnachtz leoorif 1 bem . srunttif Vom OrtsringGießendesReichsbun- k s Volkstum und Heimat wird uns getrieben: In diesem Winter tritt zum ersten Male in unsrer Stadt der Reichsbund Volkstum und Heimat rit eigenen Veranstaltungen auf den Plan. Als mger Bund, kaum ein Jahr alt, bringt er den Mut un Anfang auf und rechnet auf die Zugkraft seiner »imatidee in weitesten Kreisen unseres Volkes. Die । §umat gehört uns allen, sie kann und muß mithin oi ä) zum Kernpunkt einer einheitlichen völkischen Jjltur werden, einer Kultur, die nicht nur Angeleinheit einer begrenzten Schicht von „Gebildeten ist, > Halbs • idem die Gemeingut des ganzen Volkes ist, ob )rem $ | «in oder reich, ob hoch oder niedrig. 3n der Liebe zur angestammten Heimat wollen wir alle Schichten und Stände unseres Volkes einen. । Dies ist uns bis jetzt praktisch geglückt in dem Lufbau unseres Gießener Ortrings, in seinen 740 Mitgliedern alle Schichten der Bevölkerung vertreten sieht vom Arbeitslosen bis zum 11 iversitätsprofessor. Damit ist die wichtigste Vor- ü.ssetzung für eine gemeinschaftsbildende Arbeit ge- goen. Der geringe Monatsbeitrag von 25 Pfennig, tl für die 32feitige Heimatzeitschrist „Volk und C'iolle" geliefert und freier Zutritt zu den Veran- ftltungen gewährt wird, ermöglicht auch dem wirt- senftlich Schwachen, hier mitzutun. Unsere Winterveranstaltungen sollen die helmat- neunde aus allen Schichten zusammenführen zu gemeinsamem Erleben der Heimat. freulicherweise haben wir in unseren Mauern hin- reihend Fachleute, die sich in uneigennütziger Weise in!den Dienst der Heimatarbeit stellen. Unsere Gie- ÄsätzlicheVerussschuIung durch dieHiiler-lugend i 50,i bis 10 t: Di, Dötf in M fr M ch W ibi' fen iber Barr w ich ion 5 reu djen- r bei da-- ottlU inbal. ’• in.« so tHil rigitt! ftion - 1, UIÄ heil» Dlanfi ini i6,! ßiebt* hatte. S 5'; Hf r die !, da teilt i W t w rock, K * p- öcr Eröffnungsabend. Vie Hitler-Jugend will im Zusammenwir- kn mit der Deutschen Arbeitsfront mit bei zusätzlichen Berufsschulung der deutschen Jugend lin: damit dem deutschen Volke dienen. Am gestri- c,?" Abend wurde in unserer Stadt im Caf6 Leib Line Arbeit mit einer Feier eröffnet. Der Abend mürbe von dem Berufsreferenten der HI., Fritz- geleitet. Hitlerjugend unb BDM. füllten den Saal fast tii auf den letzten Platz. Schneidige Märsche des Klsikzuges der HI., der feierliche Fahneneinmarsch, teseisterte Worte im Sprechchor und ein Lied der Jy. leiteten den Abend ein. Als erster Redner sprich der Kreiswalter der 0A§. pg. Wagner nächst über das Wesen und den Sinn der Deut- 1dm Arbeitsfront. Arbeitsfront sei nicht Fortsetzung i( Gewerkschaften, nicht Standesinteressenvertre- iuig. Durch den Nationalsozialismus seien die Ge- Mi'kschaften wohl übernommen, aber sofort zu dem «e nacht worden, was sie ihrem Sinne nach sein soll- ftr Mit der „Interessenvertretung" der vergange- mei Jahre, die latenten Bürgerkrieg bedeutet habe, । ii i uns nie geholfen. Sechs Millionen Arbeitslose litn das Ergebnis des Klassenhasses gewesen. An Sille des Klassenhasses müsse das Bewußtsein der Llltsverbundenheit treten. Die ehemaligen 146 Ge- Mschaften seien zusammengefaßt worden in 18 ietchsbetriebsgemeinschaften und in einem einzigen l?:waltungskörper aufgegangen. liie Einheit unseres Volkes müsse als Schick- falsgemeinschaft verstanden werden. littschaftsführer und Wirtschaftsgefolgschaft müß- in in der Betriebsgemeinschaft .zusammenwachsen, m gegen alle wirtschaftlichen Wechselfälle von der lein nun g her gewappnet zu sein. Wirtschaftlicher luitieg sei nur durch politische Einheit zu errei- i itr.« Der Arbeiter stehe heute restlos auf der Seite )i5 Nationalsozialismus. Der Arbeitgeber dürfe rd:t hinter ihm zurückstehen. Jeder Wirtschafts- m»er müsse sich darüber klar sein, daß Wirtschaft hjt den Bedarf des deutschen Volkes zu decken, feit und Brot dem lebendigen Menschen zu fcbin habe. Dividende, Profit, Aktienpakete seien tif das Wichtigste. Das Wertvollste sei immer der (Äifende Mensch. Wirtschaftsführer sollten sich für it Ihnen anvertrauten Arbeiter verantwortlich füh- «• Das Ziel für uns alle sei das gleiche. tue Jugend solle eine zusätzliche Verufsfchulung erfahren. Das Mädchen solle auf seinen ureigen- sm Beruf — Jrau und Mutter zu sein — ci'rbereitet werden. Den Jungens solle über ^mbrik- und Werkftattausbildung hinaus das | n'twendige geistige Rüstzeug für den Lebens- kampf vermittelt werden. In Qualitätsarbeiter, dessen Fehlen im letzten , W^Zehnt manchmal sehr unliebsam in Erscheinung dlrrten sei, müsse wieder auf breiter Front erstehen. lange sei versäumt worden, für tüchtigen Nach- HüiCTs zu sorgen. Deshalb müsse im Einvernehmen :rHber Arbeitsfront die zusätzliche Berufsschulung > m!ser aufgenommen werden. Was gebaut werde, I |e Ör uns alle. Es fei das Haus für die deutsche ; |jt. nft. Die Gegenwärtigen müßten Kern sein, ver- ! PD.elt im Boden, sich im Sturm behaupten können, ni e »voll bestehen vor der deutschen Geschichte. Von 1 rc.ein Geschlecht müsse es dereinst heißen, daß es i|ti: betrogen, geknechtet, geschlagen worden sei, sich < wti-bod) behauptet habe, im Bewußtsein dessen, daß < jlir Kampf dem deutschen Volke und dem Vater- Ibbi diene. Als zweiter Redner sprach Bezirksjugendleiter der DAF., Unterbannführer Sauer-Krankfurt/M. Die Jugend wisse, um was es gehe. Sie wisse, daß sie Gestalterin der deutschen Zukunft sei. Leider habe der Berufswettkampf ein erschütterndes Bild gezeigt. Alle Kurse und Schulungen feien dringend nötig. Wir stünden am Anfang eines neuen Wirt- schaftsdenkens, das mit allen Kräften ausgebaut werden müsse. Darüber hinaus müsse sich das Verständnis des einen Volksgenossen für die Arbeit des anderen anbahnen. Die jungen Kameraden sollten sich gegenseitig an ihren Arbeitsstätten kennenlernen. Jeder einzelne müsse auch über grundsätzliche Fragen des neuen Wirtschaftslebens im Bilde fein. Auf dem Lande liege die Lehrlingsbildung noch sehr im argen. Zusätzliche Berufsschulung sei dringende Notwendigkeit. Die HI., die schon manche Aufgabe löste, werde auch diese zu lösen wissen. Jeder einzelne müsse in seinem Berufe der Tüchtigste fein wollen, begeistert bei seiner Arbeit sein zum Wohle des Vaterlandes. Zum Schluß sprach dann noch der Gebietsschulungsleiter Unterbannführer Ruder. In der Vergangenheit sei es keiner Organisation gelungen, die Jugend zu erfassen. Das Wort „Wer die Jugend hat, der hat die Zukunft!" sei meist von Leuten gebraucht worden, die kein Verhältnis zur Jugend hatten. Reichsminister Dr. Goebbels habe das Wort umgemünzt: „Wer die Zukunft hat, der hat die Jugend". So nur konnte es fein, daß der Führer Adolf Hitler, der die Zukunft des deutschen Volkes in Jahrtausende hinein wolle, die Jugend gewann. Das Bekenntnis zum Arbeiter sei eine neue Idee, die von der Jugend wohl verstanden worden sei. Sozialismus sei ein Teil un- feres deutschen Wesens, sei Sehnsucht und Streben zum Volksgenossen. Die Arbeit sei nicht notwendiges Hebel, sondern gehöre zu unserem Wesen. Für Faulenzer sei in unserem Vaterlande kein Platz mehr. Der Arbeiter solle feine Stellung im Volke immer ftarfer und stolzer fühlen. Er solle zu feinem Berufe inneren Kontakt haben, denn nur dann könne die große Leistung erwachsen. Dann wachse der Hand- werker auch über sich hinaus und könne zum Künstler feiner Art werden. Die zusätzliche Berufsschulung solle mit allen Mitteln betrieben werden. Die Entwicklung in unterem Berufsleben müsse nach oben führen. Eine Wertung des Volksgenossen nach Herkunft und Besitz gebe es nicht mehr. Entscheidend seien Charakter und Leistung. Die Parole der zusätzlichen Berufsschulung solle kein Zwang sein. Aber wir müßten uns dessen bewußt sein, daß das Erbe des deutschen Arbeiters in der Gemeinschaft ausgenommen und bewahrt werden müsse. Der deutsche Arbeiter, der überzeugt sei von der Kraft der schaffenden Idee des Nationalsozialismus, werde mit allem Können sich dafür einsetzen, daß der Führer seine Ziele erreichen könne. Hierzu müsse jeder einzelne sein Bestes geben. (Anhaltender Beifall!) Der eindrucksvolle Abend, der durch verschiedene sinnvolle Sprechchöre bereichert worden war, fand mit dem Liede der HI. „Vorwärts, vorwärts!", mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem Fahnenausmarfch feinen Abschluß. Kreisverbandstagung der Evangelischen Franenhilfe. 00 Klein-Linden, 22. Okt. Die Evangelische Frauenhilfe des Kreises Gießen hielt am gestrigen Sonntag für die Orte Lang-Göns, Großen-Linden, Leihgestern, Watzenborn-Steinberg, Heuchelheim, Gießen, Klein-Linden und Kirch-Göns aus dem Kreise Friedberg in unserer Gemeinde eine Kreisverbandstagung ab, die von etwa 600 Teilnehmern besucht war. Im F e st g o 11 e s d i e n st sprach Pfarrer Weinberger (Darmstadt) über Epheser 5, Vers 15 bis 20 „So sehet nun zu ..." Der Redner schilderte die Pflichten der evangelischen Frau gegenüber Familie, Gemeinde und Volk an Hand folgender Leitsätze: 1. Evangelische Frauen, machet die Augen auf, 2. Kaufet die Zeit aus, 3. Haltet euch an Gottes Wort und 4. Saget Gott alle Zeit Dank für alles im Namen unseres Herrn Jesu Christi. In der N a ch v e r s a m m l u n g, die wie der Festgottesdienst in der Kirche stattfand, begrüßte die Kreisvorfitzende, Frau K r e u d e r (Gießen), die vielen Gäste und besonders die Redner des Tages und machte auf die hohen Aufgaben aufmerksam, die eine evangelische Frau und Mutter bet der Erziehung ihrer Kinder in Familie, Gemeinde und Volk zu erfüllen habe. Dem Jahresbericht sei folgendes entnommen: Im verflossenen Jahr fanden im Kreis vier größere Tagungen statt. Die Teilnehmerzahl bei der Tagung in Annerod am 26. Januar betrug 304, die Kollekte ergab 47,92 RM. An der Tagung in Beuern, die am 30. April stattfand, beteiligten sich 786 Frauen, die Kollekte ergab 88,81 RM. In Watzenborn-Steinberg, wo die Tagung am 3. September abgehalten wurde, nahmen 376 Frauen teil, die Höhe der eingegangenen Kollekte betrug 61,21 RM. Die Tagung in Birklar vom 14. Januar 1934 war von 214 Frauen besucht und hatte eine Kollekte von 40,70 RM. aufzuweisen. Die Gesamteinnahmen betrugen 256,19 RM., die Gesamtausgaben 229,50 RM., so daß ein Ueberschuß von 26,69 RM. verbleibt. Die Tagung des Bezirks für das kommende Jahr findet in Heuchelheim statt. Sodann wandte sich Frau Dr. Ohly (Alsbach) brüsten Ausführungen über das Thema: „D i e chriftliche Erziehung in Familie, Sern e i n ö e und Volk" an die Teilnehmer. Sie sprach davon, daß eine rechte Erziehung nur möglich sei, wenn die Erziehung auf christlicher @runb- lage erfolge, denn Kinder seien eine Gabe Gottes und uns Menschen besonders anoertraut. Ein wichtiges Erziehungsmittel feien die alten Sitten und Gebräuche, die dringend erhalten werden müßten. Wieviel hätten unseren Vorfahren die Glocken zu sagen gehabt, immer hätten unsere Alten sie als einen Ruf Gottes vernommen. Unser Führer Adolf Hitler könne sein Werk nur bauen, wenn das „Äch" in dem „Du" aufginge. Allezeit für unser Volk, den Führer und seine Mitarbeiter zu beten, sei dringend nötig. Die Frau und Mutter müsse in die Familie den Halt hineinbringen, der gegründet sei auf unsere christliche Religion. Heute müßten wir zum evangelischen Glauben geschlossen zusammenstehen. Es gelte, keine Stunde zu verlieren, unseren Glauben in das deutsche Volk hineinzu- Jn seinem Schlußwort forderte der Orts- geistliche, Pfarrer Bremmer, zur Mitarbeit an den großen Aufgaben auf, die in unferm Volke und in unserer evangelischen Kirche noch zu lösen seien. Der Mädchen- und Frauenchor der evangeliscyen Kirchengemeinde, der auch den Festgottesdienst mit einem Chorvortrag verschönt hatte, paßte sich mit dem Chor: „In der elften Stunde: Gehe in den Weinberg...", einer Komposition von Hoff, der Mahnung des Geistlichen an. Damit fand die Tagung ihren Abschluß. Die vielen auswärtigen Festbesucher waren bei hiesigen Gemeindegliedern zu Gast geladen. ll.CSängertag des Gaues XU in Wetzlar. Deutschland! Es lebe der Führer? Dazu werden 11. Gausängertag ab, der sehr gut besucht war. Bereits am Samstag begannen bei Ackermann die Sitzungen des erweiterten Gauvorstandes. Der Kreiswalter des Kreises Solms-Wetzlar, Lehrer Majewski (Oberndorf), begrüßte die Erschienenen und gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß der Hessische Sängerbund zum ersten Male hier in Wetzlar tage. Das sei als Zeichen der Verbundenheit der Sänger zu werten, die Grenzpfähle nie gekannt hätten. Unter dem Vorsitz von Lehrer Born, dem stellvertretenden Gauleiter begannen bann die Vorarbeiten des Gauvorstandes mit den Kreiswaltern und dem Hauptmusikausschuß, denen sich am Nachmittag die mit allen Kreischormeistern im Gau anschlossen. — Der Kreis Solms-Wetzlar veranstaltete im Schützengarten zu Ehren des Gauvorstandes und der Sängervertreter einen Vegrüßungsabend W etzlar, 21. Okt. Der Gau XII (Hessen-Darm- l unsere Arbeit wird das große Wort stehen: Es lebe stadt) im Deutschen Sängerbund hielt hier seinen' Dk"iUrblri^d! c?a foht> hör Kührori Tmut morho« wir gestärkt durch die, die ihr Leben aufgeopfert haben für das Vaterland, die den Heldentod gefallen sind, und wir gedenken in diesem Augenblick besonders der gefallenen Sangesbrüder. Der Chor fang „Selig sind die Toten" und bereitete somit den Toten eine würdige Ehrung. Der Gauführer wies dann noch auf die dem Liede innewohnenden Kräfte hin und gedachte der Brüder an der Saar, deren Kampf wir unterstützen können durch das deutsche Lied. Wir wollen ihr Deutschtum zum Siege führen helfen. Wir wollen aber auch dafür dankbar sein, daß das Schicksal uns einen Mann geschenkt hat, der uns zum Volk zurückgeführt hat und dem darum alle unsere Arbeit gewidmet fein muß. Nach dem „Saarlied" sprach der Gauchormeister Universitätsmusikdirektor Prof. Nr. Temesvary-Gießen an dem auch die Vertreter der Behörden und der Partei teilnahmen. Der Abend verlief ausgezeichnet. Unter Mitwirkung von etwa 700 Sängern wurde ein ausgesuchtes Programm unter dem Motto „Deutsches Wesen im Lied" geboten, das auf hoher künstlerischer Stufe stand. Kreiswalter M a- j e w f k i, sowie Bürgermeister Kindermann entboten den Sängergästen den Willkommensgruß und der stellvertretende Gauleiter Born dankte namens der Vertreter für den freundlichen Empfang. Am Sonntag begann im Schützengarten die Arbeitstagung zu der sich einige Hundert Vertreter aus ganz Reffen eingefunden hatten. Auch Gauleiter, Ministerialrat Ringshaufen war erschienen, der insbesondere den 72jährigen Lehrer Göbel (Burkhardsfelden), den Senior der hessischen Sänger, der im nächsten Jahre auf eine 50jährige Dirigenten- und Vorstandstätigkeit zurückblicken kann, begrüßte. Gemischte Chöre der Vereine aus Aßlar, Altenstädten, Münchholzhausen, Klein-Altenstädten und Nieder- Girmes leiteten zu der eigentlichen Tagung über. Kreiswalter Majewski, Oberndorf, entbot den Vertretern den Willkommensgruß und gab seiner besonderen Freude darüber Ausdruck, daß der Leiter des Hessischen Sängerbundes, Ministerialrat Ringshausen, trotz seiner vielen Arbeit doch noch persönlich erschienen war. Die Sänger im Solms-Wetzlarer Kreis aber erfreue es fernerhin, daß der Hessische Sängerbund in diesen Teil seines Bundesgebietes gekommen fei. Sie feien hergekommen, um den Kulturwillen zu bekunden. Es solle der Sänger über die Chorgemeinschaft und Liedgemeinschaft hinaus immer fester in die Volksgemeinschaft hineinwachsen In diesem Sinne entbot er ihnen den deutschen Gruß. Oer Gauleiter des Sängergaues XII, Ministerialrat Ringshausen hieß alle Sänger zu der 11. (Bautagung willkommen und begrüßte sie in den Mauern der alten Stadt Wetzlar. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die hessische Sängerschaft in Wetzlar so gastliche Aufnahme gefunden hat und sprach dem Kreiswalter und der Stadt Wetzlar den Dank dafür aus. Hierauf gab der Vortragende einen Rückblick und einen Ausblick und betonte, daß maßgebend für alle neue Arbeit nur der Wille des Führers ist. Das Volk hat den Führer bejaht, wie kein anderes Volk der Welt es je getan hätte, darum dürfen auch die Sänger nicht kleinlicher fein als das übrige Volk. Die Kräfte, die der deutsche Gesang immer bewiesen hat, werden jetzt besonders in ihrem ethischen und sittlichen Gehalt gefordert. Der Sangesbewegung braucht es um die Jugend nicht bange zu fein, denn das Lied als solches ist Werbung genug. Der Führer hat die seelischen Kräfte des Volkes neu erschlossen und sie zum Träger des Aufbaues gemacht. Dazu zählt auch der deutsche Sänger. Das Lied ist der höchste Ausdruck der Sehnsucht und der Hoffnung des Menschen, der deutschen Seele und zugleich die höchste Vollendung der beut- schen Sprache. Ein Volk ohne Lieder stirbt aus. Wir aber tragen in uns den Glauben an das Ewige. Wir haben eine stolze Vergangenheit hinter uns und eine herrliche Zukunft vor uns. Ueber über die Aufgaben und Ziele des Hessischen und des Deutschen Sängerbundes. Die vorherrschende Unruhe über die organisatorischen Maßnahmen, die so streng, straff und schnell ourchgeführt wurden, ist, so führte er u. a. aus, unberechtigt. Wir müssen stolz darauf fein, daß die Maßnahmen im Hessischen Sängerbund schneller als in den anderen Bünden durchgeführt wurden. Wir wären sonst zu einer Vereinsamung gekommen, so aber haben wir dem Deutschen Sängerbund ein Beispiel gegeben. Der deutsche Männergesang darf in seiner Vereinsamung nicht bleiben, und es ist erfreulich, daß er jetzt hineingestellt ist in die Kultur- und Volkstumsarbeit am Volke. Bisher gab es Zerklüftungen nach der Seite der Volksmusik und nach der der Konzertmusik, jetzt wollen wir mit unserem Gefühl und unserer Tat dort stehen, wo wir immer gestanden haben, zum Volke. So wollen wir durch die Pflege des offenen Singens das ganze Volk Mitarbeiten lassen In schlichter einfacher Weise und die Kräfte, die wir in ihm auslösen, werden auch unseren Bestrebungen wieder dienlich fein. Das Fremde muß ganz aus der Musik verschwinden. Der Platz des Sängers ist in der Mitte zwischen Volks- und Kunstmusik. Darin sind rofr in der Lage, vorbildlich zu sein. Wir wollen mit dem Volke einstimmig mitfingen und darin vo'ran- gehen, damit die anderen es lernen; denn das macht uns keine Mühe. Gleichzeitig wollen wir aber den vielstimmigen Männerchor mit Sorgfalt und Eindringlichkeit weiter pflegen. Wir wollen die Erfahrungen der Meister behalten und sie in das Volk, besonders in die Jugend tragen. Die hessischen Sänger wollen auch darin vorbildlich sein, daß sie das Volk zum Liede führen und gleichzeitig ihren Männerchor auf alter Höhe bewahren, sich so unterordnen den großen Gedanken des Führers. Sie wollen bewahren das ewige, unsterbliche Gut, das ihnen anheimgegeben ist: das deutsche Lied! Oer stellvertretende Gauleiter, Schulrat Born, gab bann eine Uebersicht über die frühere und jetzige Arbeit des Sängers. Er hielt den Sängern die (Entfernung vom Volke vor, in die sich die Vereine begeben hatten und ihr abseitiges Leben, das sich in Der Technik des Singens und in Rekordwahn verlor. Beim Aufbruch war darum die Sache nicht leicht gewesen. Der Führer bestimmte uns zum Fachwalter des Männergesanges. In Hessen unterstützte die Regierung die Sangesbewegung dadurch, daß sie Ministerialrat Ringshausen zum Führer des Sängerbundes bestimmte, der gleicheizeitig Landschaftsführer des Reichsbundes „Volkstum und Heimat" ist. Wir brauchen jetzt eine tapfere Sängerschar, die sich gern und freudig der Arbeit unterzieht und die Bereitschaft schafft für NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll Im Geichmock die großen Aufgaben, die dem deutschen Männer- gesang in der Zukunft harren. Die Sänger haben in erster Linie die Aufgabe, an der Erziehung des deutschen Menschen mit- zuarbelten, indem sie durch ihre Lieder ihn zur Volksgemeinschaft führen helfen und in ihm die soldatischen, kämpferischen und heroischen Eigenschaften wecken helfen, die er für den Kampf im täglichen Leben braucht. Durch solche Arbeit und die intensive Pflege des Liedes wird auch die Sangesbewegung über die dringlich gewordene Frage des Nachwuchses Hinwegkommen. Im Zuge der Neuordnung wurde auch die Sangesbewegung unter eine zentrale Leitung gebracht. Die Bünde wurden aufgelöst und auch der Hessische Sängerbund gehört jetzt als Gau X11 dem Deutschen Sängerbund a n. So ist es auch möglich, von zentraler Stelle aus Fragen zu lösen, wie z. B. die Zusammenarbeit mit der Reichsmusikkammer, der SA. usw. Mit der Musikkammer wird auch die Frage der Haupt- und nebenberuflichen Chordirigenten gelöst. Es ist notwendig, daß hauptberufliche Chorleiter zugunsten arbeitsloser, aber fachlich tüchtiger Dirigenten zurücktreten müssen. Die Stundenhalter müssen verschwinden. Der DSB. mit dem Reichsbund „Volkstum und Heimat" zusammen. Das ist in Hessen durch die ein= heitliche Führung im Gausängerbund sehr einfach zu bewältigen. Wir sollen das Volk singen lernen und dabei der Kerntrupp sein. Wir müssen auch zum Volks- und volkstümlichen Singen kommen, anderseits aber auch die beherrschende Stellung des Männerchores erhalten und sie der Jugend übermitteln. Zur Förderung dieser Arbeit werden Schulungslager zunächst für die Chorleiter durchgeführt. Die deutsche Sängerbewegung steht nicht in einer Krise, aber in einer Zeit des Kampfes, die erfüllt fein muß von frisch-fröhlichem Singen mit dem Ziele, seelische Kräfte im Volke zu wecken und durch die edle Sangeskunst Künder deutschen Wesens zu bleiben. Gaugeschäftsführer Wilk erstatteten den Geschäftsbericht, aus dem u. a. die Neubildung des Gauvorstandes durch Ministerialrat R i n g s h a u - f en als Gauführer, Schulrat Born, als Stellvertreter, Direktor Brückmann als Gauschatzmeister A l l e s als Provinzwalter von Rheinhessen, Wendler (Bad-Nauheim) von Oberhessen und D a l i o r von Starkenburg zu entnehmen war. Der von Gauschatzmeister Brückmann erstattete Kassenbericht ergab einen Kassenbestand von 6900 Mark im letzten Geschäftsjahr. Nachdem Schulrat Born dem Kreis Solms-Wetzlar nochmals den Dank für die Mühewaltung ausgesprochen hatte, sprach Ministerialrat Ringshausen das Schlußwort. Um die Mittagsstunde fand auf dem Domplatz eine überaus stark besuchte Kundgebung für das deutsche Lied unter Mitwirkung der Gießener Reichswehrkapelle (Leitung Obermusikmeister K r a u ß e) und eines Massenchores (Leitung: Lehrer Bock) statt. Ministerialrat Ringshausen überbrachte zunächst die Grüße des Reichsstatthalters und Gauleiters Sprenger, von dem er sagte, daß dieser mit der gleichen Energie und Zähigkeit, die er für andere Aufgaben aufwendet auch die kulturellen Belange und damit auch die Sängerschaft unterstützt. Hierauf sprach er von der Macht des deutschen Liedes und seiner sittlichen und seelischen Kraft, die zu wecken Sache der deutschen Sängerschaft, die zu pflegen Verpflichtung des ganzen Volkes ist. Durch die aus der Pflege des deutschen Liedes gewonnenen seelischen Kräfte erwachsen dem Volke und dem Führer Hilfen, die das Fundament für das Dritte, das ewige Deutsche Reich bereiten helfen. Heute muß das Lied mehr denn je Brücke sein für die Volksgenossen jenseits der Grenzen, besonders für die Volksgenossen an der Saar. Mit einem machtvollen Bekenntnis zum Führer der Deutschen Adolf Hitler schloß die Kundgebung. ■ Wx Das neue Wisenidenkmal in der Schorfheide das nach einem Entwurf von Professor Max Esser gestaltete, jetzt durch den Reichsjäger- melfter Ministerpräsident Göring geweihte Denkmal, das 3 Meter lang und 2,80 Meter hoch ist, trägt auf beiden Seiten folgende Inschrift: „Einst zog uriges Großwild durch Deutschlands Wälder seine Fährte. Jagd war Mutprobe unserer germanischen Vorfahren. Unter dem Reichsjägermeister Hermann Göring im Dritten Reich A. D. 1934 entstand hier ein deutscher Urwildpark. Wisent, Auer, Elch, Hirsch, Wildpferd, Biber und anderes Getier unserer Heimat sollen darin eine Freistatt finden, um kommenden Geschlechtern als lebendige Zeugen zu dienen vom Wildreichtum des einst nicht durch Menschen beherrschten Deutschland". Ein,Militärkonzert, ausgeführt vom Musikkorps des 1. (Hess.) Inf.-Rgt 15 schloß sich an. * Der Gauvorstand war überein gekommen, das für 1935 vorgesehene Gausängerfest, für das bekanntlich die Provinzialhauptstadt Oberhessens Gießen vorgesehen war, ausfallen zu lassen. Maßgebend für den Beschluß waren die vorgesehenen organisatorischen Umänderungen des Gaues XII mit dem Ziele eines Rhein-Main-Gaues, sowie der frühere Beschluß des Nachbargaues auf Abhaltung eines Sängertages zu gleicher Zeit, im Juli 1935 in Wiesbaden, und die Rücksicht auf das Bundesfänger- feft in Breslau. Oberheffen. Gallusmarkt-Verlosung in Grünberg. + Grünberg, 22. Okt. Am Sonntaqnachmit- tag fand in der Turnhalle bei starkem Besuch dis Ziehung der G a l l u s m a r k t v e r l o s u n g statt. Die vier ersten Gewinne fielen auf folgende Losnummern: N. 1754: ein Rind, Nr. 736: ein Schwein, Nr. 3048: ein Fahrrad, Nr. 1863: eine moderne Wanduhr. Die Glücksgöttin ließ die beiden ersten Gewinne nach Grünberg fallen. Auf dem Juxplatz, wo noch Karuffel und einige Schaubuden verblieben waren, fand mit deren Abschiedsvorstellung der diesjährige Gallusmarkt fein Ende. Oichterabend in Alsfeld. * Alsfeld, 23. Okt. Die NS. - Kulturgemeinde in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet am 2 8. O k t o b e r hier im „Deutschen Haus" ihren ersten Dichterabend mit Rudolf Herzog. Dazu schreibt man uns u. a.: Der Abend wird für alle Volksgenossen von Bedeutung sein, die Rudolf Herzog, den deutschen Mann und Dichter lieben. In schweren Notzeiten des Vaterlandes war er einer der Bannerträger deutscher Art und deutschen Wesens. Tiefe Begeisterung lösten seine Gefühle im Kriege und Wiedererstehen Deutschlands in den Herzen unzähliger Männer und Frauen aus. Durch seine Romane, von denen „Die vom Niederrhein", „Die Stoltenkamps und ihre Frauen", „Wieland der Schmied", „Das Lebenslied" u. a. in viele Sprachen übersetzt wurden, gehört Rudolf Herzog zu den gelesensten Schriftstellern Deutschlands und der Welt. An vielen deutschen und ausländischen Bühnen wurden seine Dramen gespielt. Alle Volksgenossen werden sich diesen Abend nicht entgehen lassen. (Siehe heutige Anzeige!) Landkreis (fließen. # Garbenteich, 22. Okt. Gestern ereignete sich zwischen hier und Lich, in der Nähe der Kreisabdeckerei, ein A u t o u n f a l l, der leicht schlimmere Folgen hätte haben können. Am Wagen des hiesigen Einwohners Dr. R. löste sich in voller Fahrt ein R a d . Dr. R. und fein Begleiter, ein Mann aus Garbenteich, wurden aus dem Auto geschleudert. Der Wagen überschlug sich und wurde stark beschädigt. Dr. R. klagt über starken Schmerz in der Seite, doch scheint keine schwere Verletzung vorzuliegen. Der Mitfahrer trug Verletzungen im Gesicht davon, hat aber anscheinend auch keinen größeren Schaden erlitten. > Allendors (Lahn), 22. Okt. Die für das Winterhilfswerk durchgeführte Brot- fammlung hat auch in diesem Jahre wieder einen ansehnlichen Ertrag gebracht. Die Jungvolk- Pimpfe haben insgesamt 13 5 Brote zusammengebracht. 3 Mainzlar, 22. Okt. Die B r o t s a m m - l u n g der NSV. ergab in unserem Ortsgruppenbezirk (Mainzlar, Daubringen, Staufenberg) insge- samt 326 Laib Brot, davon entfallen allein auf unseren Ort Mainzlar 120 Brote. * Burkhardsfelden, 22. Okt. Die 73 Jahre alte Frau Marie Schmidt von hier erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des lin. ken Oberschenkels. Die bedauernswerte Frau mußte zur Behandlung nach Gießen gebracht werden. r ~ r 8 Lumda, 22. Okt. In unserem Dorfe gingen für die Eintopffammlung 16,45 RM. ein; aus dem Verkauf der B e r n ft e i n n a d e l n wurden 7,40 RM. gelöst. Das Jungvolk brachte für dle deutschen Schulen tm Ausland 10 RM. zusammen, außerdem sammelten sie 60 Laib Brot für die hungernden Volksgenossen. Diese Gaben im Gesamtwert von 70 RM. wurden innerhalb einer Woche aufgebracht; wahrlich, ein guter Anfang für diesen Winter. Kreis Büdingen * Büdingen, 22. Okt. Die B r o t s a m m l u n g im Kreise Büdingen erbrachte das ansehnliche Er- gebnis von 5600 Broten. * Echzell, 22. Okt. Ein tragischer Un- glück s fall, dem leider ein blühendes Menschen- leben zum Opfer fiel, ereignete sich in unserem Dorfe. Beim unvorsichtigen Hantieren mit einer geladenen Pistole kam der 38 Jahre alte Landwirt Wilhelm Rau vermutlich dem Abzug zu nahe, so daß ein Schuß l o s g i n g, der den bedauerns- werten Mann in den Kopf traf und den sofortigen Tod zur Folge hatte. Der Verunglückte war die einzige Stütze seiner alleinstehenden Mutter. Gewinnauszug 1. Klasse 44. Preußisch-Süddeutsche (270. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 2. Ziehungstag 20. Oktober 1934 In der heutigen Vormittaasziehung wurden Gewinn^ über 100 M. gezogen Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 114509 148496 165509 181423 193943 233716 244949 264220 310784 335758 375046 108874 147836 161536 178701 192410 231723 244029 258265 296102 325415 365763 120062 154319 170835 188039 202889 234729 248174 264412 311203 342126 375175 154529 171043 188272 209045 236299 249584 266759 316068 345000 377335 155278 171460 191366 211365 239600 252155 279968 316077 347494 383179 161121 173503 191450 227184 243833 255307 293556 320910 357834 385370 2 Gewinne zu 100000 M. 277041 2 Gewinne zu 3000 M. 162705 ______ 12 Gewinne zu 1000 M. *20470 156823 18044t 193164 ©ero?nn\4zu 800?M. 12429 86825 125270 159492 165709 322057 341001 342968 _____ Bnc1_ 46 Gewinne 500 zu M. 27567 37973 51581 59517 84431 86013 93210 96869 100512 113640 120567 173637 177438 192925 197894 205916 219034 240754 249527 274955 296089 299711 334251 178 Gewinne zu 200 M. 2851 8371 12200 27803 29151 33726 35306 43755 53339 67253 69013 69653 70562 76262 76704 84303 86366 92161 ------ ------ ------ 121676 124461 133673 391111 395565 395839 395992 396936 Ön der heutigen Nachmitlagsziehung wurden Gewinne über 100 M. gezogen 2 Gewinne zu 50000 M. 361884 2 Gewinne zu 10000 M. 316341 6 Gewinne zu 2000 M. 84263 347174 358858 6 Gewinne zu 1000 M. 81773 310700 395940 12 Gewinne zu 800 SR. 3646 60583 84471 144658 241832 245110 ____ 44 Gewinne zu 500 M. 1870 19885 20675 54692 60680 79119 88191 91157 97259 112635 113534 145700 177822 183116 210204 212663 242522 281252 301900 332439 343783 393579 192 Gewinne zu 200 M. 1645 2670 6604 6833 7769 8549 8613 16192 16704 32249 33363 35939 43524 53144 53235 59369 63676 65503 67234 70550 73761 77148 83659 88587 92062 101047 102352 103684 107634 107816 109097 109416 110891 112118 113976 115057 117173 123370 124218 124245 126721 131235 150167 158524 161146 167529 168267 168552 173081 178368 179914 182344 183392 185445 187167 190852 192776 192927 195193 203556 204787 210426 211331 211591 217734 222136 230570 251407 257925 259299 267831 275116 278027 281712 284401 298523 300125 304540 306012 309085 312295 313706 315327 319931 324668 325374 331469 352769 366263 367744 369968 370936 395793 396658 396688 398817 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer find zwei Prämien zu \t 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 5920 20798 48793 78127 165427 165557 178188 199623 364438 384888 NS.-Kulturgemeinde in der NSG. Kraft durch Freude, Kreis Alsfeld Der größte lebende Dichter des 3. Reiches RUDOLF HERZOG kommt zum Dichter-Abend am Sonntag, dem 28. Oktober 1934, 8 Uhr abends, nach ALSFELD („Deutsches Haus") 6238 D .... und zum Bauen Abermann. Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 vier Personen und Gepöth und kostet nur Reichsmark2650.- ab LDerh K' Generalvertretung: H.Wagener, Gießen tranffurter Straße 45, ZRuf 4120 6231D Bahnhof-Gaststätten Das Haus der sorgsam gepflegten Küche und Getränke 6130 D mStahl-DAff AM Schlafrim.,Stahlfeder- IMz-UKIlwll und Auflegematratzen an alle,Teilz. Katal.fr. Eisenmöbelfabrlk Suhl,Th. hiiosILNe!!! fertigt n aturgetreu am 30. Oktober 1934 in Gießen, Hot.Viktoria.6226 ebrüder Müller-Welt, Stuttgart Holzkunst BilOhauer- und NeaiflernrerlMle H.Kürschner Wernerwall 5. Kunsldiinger Düngekalk MidoII 1 empfiehlt billigst M.Msler Steinstr 73 Tel 3581 Arbeitsvergebung. Für die Gemeinde Mainzlar (Kreis Gießen) sollen auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde 900 qm Ehaussierungsarbeilen in einem Los vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf dem Hessischen Kulturabauamt offen, wo Angebotsoordrucke, soweit der Vorrat reicht, unentgeltlich zu beziehen und wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, poftfrei bis zum Eröffnungstermin am Montag, dem 29. Oktober 1934, vormittags 10 Uhr, einzureichen sind. Zuschlagsfrist 3 Wochen; freie Auswahl bleibt ausdrücklich Vorbehalten. Gießen, den 19. Oktober 1934. Kulturbauamt Gießen. 2- E.: Mangold, Regierungsbaurat. Kohlen Koks „75D Briketts Eiform Happel&Co. Mühistr.H8,Ruf3925 Gutes Wiesen- Heu liefert 05126 Helnr. Müller jun. Nieder - Breidenbach bei Alsfeld Amtliche Bekanntmachungen des Kreisamts Schotten. Lehrer Sauer von Einartshausen und Schreinermeister Winter von Schollen wurden auf Grund der Durchführungsbestimmungen Art. 3 zum Gesetz, betr. die Bekämpfung der Faulbrut und Nosemaseuche in der Bienenzucht, vom 12. Juli 1934 als Bienenseuchensachverständige bestellt und verpflichtet. Betr.: Glaubergfahrt der Lehrer des Kreises Schotten. An die Schulvorstände des Kreises. Die Lehrkräfte, die an der geplanten Fahrt teilnehmen, können, soweit erforderlich, den Unterricht ausfallen lassen. 6239L Betr.: Reformationsfeier am 31. Oktober 1934. An die Schulvorstände des Kreises. In allen Orten, in denen am 31. Oktober eine Feier der Ev. Religionsgemeinde stattfindet, fällt der Unterricht aus. Unser Wohltäter vom Oswaldsgarten Ja, wie ist man jetzt doch froh um einen soliden und sparsamen Dauerbrandofen, der die Räume so schnell erwärmt und dabei wenig Arbeit macht. Bei J. B. 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