Nr. 169 Erster Blatt 184. Jahrgang Montag, 23. Juli 1934 Gießener Anzeiger Regime mit Tardieu an -der Spitze Ruder kommen,so würde sich >das Bündnis z ans w i - listen und Kommunisten bedroht wird. Während die Sowjets mit allen Völkern den Austausch von Politikern und Schriftstellern pflegen, sollte das gleiche auch mit den verwandten Kreisen unserer beiden Nationen geschehen. Die Reden Hitlers und Heß haben aus dem Grunde nicht den Einfluß in Frankreich gehabt, weil zuviele Zeitungen den wahren Inhalt verschleiert haben. Dafür soll Frandkreich durch den Einfluß der Ju- die Ansicht von manch anderem Franzosen, st e t s auf der Seite des Stärk ft en stehen." Frage: „Glauben Sie, daß die ehemaligen Frontkämpfer eines Tages aktiver an der Politik Frankreichs teilnehmen werden, und, wenn dies der Fall ist, daß sich dadurch eher ein Weg zur Verständigung eröffnet?" Antwort: „Zur Zeit sehe ich noch Schwierigkeiten für die politischen Absichten der Frontkämpfer. Man hat diese entzweit und untereinander getrennt, man hat sich nur mit ihrer Existenzfrage befaßt, ohne auch an ihre Seele zu denken, was Sie als Deutscher am besten verstehen können. Die wahren französischen Frontkämpfer hat man bisher in Deutschland nicht kennengelernt. Bisher wurden nur die Phänomene eingeladen und empfangen, die man pazifistische Frontkämpfer nennt. Was hat das schon zu sagen. Als ob ein alter Frontkämpfer, sei es bei Ihnen oder bei uns, den Krieg nochmals herbeiwünschte. Der echte französische Frontkämpfer will mit offenen Karten mit Ihnen spielen. Wird es gehen? Ja, es wird gehen." Es gibt keinen Gegensatz in der Auffassung des Kampfes gegen Kommunismus und Freimaurerei. Auf diesem Gebiet können wir mit voller Loyalität auf einander zählen, denn auf ihm fußt die menschliche Sicherheit Europas, die immer wieder von Juden, Freimaurern, gewissen Kapita- Verlin, 21. Juli. (D31B.) Der Reichsminister der Justiz Dr. G ü r t n e r hat am 20. Juli 1934 folgenden Erlaß an alle deutschen Justizbehörden gerichtet: „Durch die Niederschlagung der hoch- und landesverräterischen Angriffe auf die Volksgemeinschaft vom 30. Juni, 1. und 2. Juli 1934 ist die innere Kraft des Reiches gefestigt und gesichert worden. Mehr denn je ist Voraussetzung für die weitere Arbeit der Reichsregierung am Neuaufbau des Reiches, daß die Achtung vor dem G e f e h, die der Reichskanzler als Oberster Führer der SA. in seinem Befehl an den Chef des Stabes der SA. am 30. Juni 1934 von den SA.-Führern gefordert hat, auch für jeden Volksgenossen das ober st e Gesetz seines Handelns bilde. Der Rechtspflege erwächst die besondere Aufgabe, mit Nachdruck für die gewissen- hafte Wahrung von Gesetz und Recht einzutreten und gegen jeden Rechtsbruch, insbesondere gegen jede strafbare Handlung, entschieden vorzugehen. Die Rechtspflege darf sich dabei von keinerlei Rücksichten auf die Person des Beschuldigten leiten lassen. Sie dient allein dem Wohl des Volkes und der Gerechtigkeit. Versuche Unberufener, auf den Gang des R e ch t s v e r f a h r e n s einzuwirken, sind nachdrücklich 3 ur ü tf 3 u- weisen und alsbald den vorgesetzten Behörden 3« melden. In keinem Falle dürfen sie den ordnungsmäßigen Fortgang des Verfahrens, insbesondere die sachgemäße Durchführung der Ermittlungen ver3ögern. Bei allen Maßnahmen ist eines besonders 311 beachten: Der gehobenen Stellung des Trägers eines deutschen Amtes, eines Führers oder Unterführers entsprechen erhöhte Pflichten. Wer sie verletzt, wer insbesondere als Amtsträger oder Führ er sich gegen das Gesetz auflehnt, Ausschreitungen begeht oder sich sonst des in ihn gesetzten Vertrauens unwürdig erweist, ist nachdrücklich und unnachsichtig 3 u verfolgen. Die Volksgemeinschaft darf erwarten, daß die Strafe, die gegen ihn verhängt wird, nach Art und höhe der gehobenen Stellung des Beschuldigten Rechnung trägt.- Ein französischer Frontkämpfer antwortet Rudolf Heß. jetunion getrieben werden, gegen die wir uns jetzt und immer wenden, weil wir das als schmählichen Hochverrat empfinden. Es gibt zwei große Bewegungen in der Welt: den Nationalsozialismus und den Bolschewismus. Die Geheimpolitik der Freimaurerei treibt uns unweigerlich in die zweite, wenn wir nicht sofort ^mit den'nationalen Kräften dagegen Front machen." Frage: „Bedeutet das erneute Erwachen des französischen Nationalismus auf der anderen Seite keine Gefahr, z. B. für das Abrüftungspro- blem? Sie werden verstehen, daß ich als Deutscher aus begreiflichen Gründen darauf Hinweise." Antwort: „lieber die Abrüstung habe ich eine klarumrissene Auffassung. Sie gefällt zwar nicht jedem, doch urteile ich hier als guter Patriot, wie ich dem anderen das Recht zubillige, ebenso zu denken. Es ist meine feste Ansicht, daß jedes Land seine Sicherheit haben muß, sich seine Grenzen schützen und eine schlagkräftige Armee besitzen soll. Wenn man nicht dem Herzen und dem Gei st e n ach abrüstet, so wird es immer Schafe und Löwen geben, und dann ist es natürlich besser, nicht zu den Schafen zu gehören. Die menschlichen Rechte werden am besten durch ein Bündnis von st arten Völkern geschützt. Es ist das einzige Mittel, den Krieg zu vermeiden. Ich glaube nur an die Tat, an die Autorität, an den Edelmut, das Recht und das starke Blut der Völker." Amerikas Lust-und Seerßsiungen Neuyork, 23. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Präsident Roosevelt versprach in einer vor der Mannschaft des Kreuzers „Houston" gehaltenen Rede, daß die amerikanische Kriegsflotte im Laufe der nächsten drei oder vier Jahre bis zu der vertraglich zugelassenen Höch st grenze c u 5 g e b a u t werden wird. Der Präsident erklärte, der Kongreß und das Land ständen hinter dem Flottenbauprogramm und erwarteten von den Seestreitkräften die allergrößte Leistungsfähigkeit. Der Kreuzer Houston", aus dem der Präsident gegenwärtig eine Ferienreise unternimmt, ist jetzt auf dem Wege nach Honolulu, wo er am Donnerstag erwartet wird. Der Luftfahrt-Sonderausschuß beim amerikanischen Kriegsministerium veröffentlicht einen Bericht, in dem festgestellt wird, daß das amerikanische Heer eine Luftflotte von einer Minde st friedens st ärke von 2320 Flugzeugen braucht. In dem Bericht wird ferner die finanzielle Unterstützung der privaten amerikanischen Flugzeugindustrie durch Regierungsaufträge empfohlen. Weiter sei eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Heeresflugwesen und dem Zivilflugwesen und der Ausbau des Streckennetzes sowie der gesamten Bodenanlagen wie Flughäfen, Orientierungszeichen und Streckenbefeuerung bei derzivilen Luftfahrt notwendig. Neuer Gauleiter in Pommern. München, 21. Juli. *(DNB.) Die Reichs- presse ft eile der NSDAP, gibt bekannt: Der Gauleiter von Pommern, Wilhelm K a r p e n - stein, wurde wegen wiederholter Nichtbefolgung von Anordnungen der Parteiführung heute vom Führer seines Postens enthoben. Zum neuen Gauleiter von Pommern wurde der Pg. Franz Schwede, der bisherige Oberbürgermeister von Koburg, ernannt Pg. Franz S ch w e d e ist mit der Mitgliedsnummer 1584 eines d e r ältesten Mitglieder der NSDAP., er wurde am 5. März 1888 im Memelland geboren, machte den Weltkrieg bei der Marine mit, nahm an der Versenkung der Flotte vor Scapa Flow teil und kam 1921 aus englischer Gefangenschaft. Pg. Schwede wurde durch seinen erfolgreichen Kampf in Koburg bekannt, vor allem dank seiner Arbeit erreichte die NSDAP, hier zum erstenmal die absolute Mehrheit, und damit wurde Koburg die erste nationalsozialistisch regierte Stadt in Deutschland. In Koburg organisierte Pg. Schwede bereits 1930 den ersten Freiwilligen Arbeisdienst. Die Neuordnung in der Deutschen Studentenschaft. DNB. Berlin, 21. Juli Der neue deutsche Studentenführer Andreas F e i ck e r t hat nach seinem Amtsantritt sämtliche Hauptam^ts- I e i t e r und Amtsleiter der Deutschen Studentenschaft ihrer Aemter mit sofortiger Wirkung enthoben. Sie führen ihre Aemter mit den alten Vollmachten bis zur Neubesetzung, die umgehend erfolgen wird, kommissarisch weiter. Die Führer der örtlichen Studentenschaft und ihre Hauptamtsleiter werden -Ende August in Mittmarshausen bei Göttingen in einem ersten Reichsführerlager zusammengefaßt werden. Auf diesem Lager werden die Richtlinien für die Arbeit der nächsten Semester bekannt- gegeben werden. ' yg, der studentischen Presse ist eine Aenderung : eingetreten insofern, als die „Deutsche S t u - t dentenzeitung" aufgehört hat, amt» 1 liches Organ der in der Reichsschaft der Studierenden zusammengeschlossenen deutschen Studen- : tenschaft und Deutschen Fachschulschaft zu fein. Die ' bisherige Monatsschrift „Der deutsche Stu- 1 dent" bleibt amtliches Organ der Deut- i scheu Studentenschaft und wird in einigen Gebieten ausgeschaltet werden. ! Einheitliches Verfahren bei der 7!en- 1 besehung von Lehrstühlen. B e r [ i n, 21. Juli. (DNB.) Um ein planmäßiges - Verfahren nach einheitlichen Richtlinien im Sinne Unnachsichtige Ahndung jedes Rechtsbruches Erlaß des Reichsjustizministers an alle deutschen Justizbehörden. scheu Marxisten und K 0 m m u n i ft e n als wertvoll erweisen. Der Kampf gegen das faschistische Regime würde in Frankreich erfolgreich sein, weil die Volksmassen an den Freiheiten festhielten, die sie in geschichlichen Kämpfen errungen hätten. Der Faschismus sei aus der Krise des Kapitalismus hervor- gegangen. Tatsächlich müsse aber der Sozialismus an die Stelle des sterbenden Kapitalismus treten. Die Erinnerung an Jaures, der bereits 1904 für die Einheitsfront der Arbeiterschaft gekämpft und 1914 verzweifelte Versuche zur Rettung des Friedens unternommen habe, müsse wach bleiben. Oie Kommunisten kündigen Sabotage der Lyoner Luftschutzmanöver an. Paris, 23. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Durch Maueranschlag fordert die Kommunistische Partei in Lyon ihre Anhänger auf, bei den Luftschutz- manövern in Lyon die Abwehrmaßnahmen zu sabotieren. Die Arbeiter sollen dem Befehl, die Lichter zu löschen, nicht nur nicht nachkommen, sondern sie sollen in der Nacht, wenn der „D unke l a l a r m" angeordnet wird, überall, wo sie nur können, Beleuchtungskörper a n - zünden. Truppenübungen teilzunehmen. Frankreich dürfe deshalb nicht mehr zögern, „das Volk in Waffen" zu verwirklichen, wie es feine Nachbarn schon getan hätten. Bei den Parlamentsaussprachen über die einjährige Dienstzeit im Jahre 1927 sei auf die Bedeutung der militärischen Jugendausbildung hingewiesen worden. Heute müsse damit endlich ernst gemacht werden. Die Mittel, die den Verbänden für militärische Jugendvorbereitung zur Verfügung ständen, müßten erhöht werden. Pstain wandte sich weiter scharf gegen die Kampagne zugunsten der Kriegsdienstverweigerung. Er schloß mit den Worten: „Wir wollen den Frieden der Wiedergutmachung, den uns 1 500 000 Tote erworben haben, in Würde bewahren." Hon Slum fordert den Rücktritt des Kabinetts. Paris, 23. Jul-i. (DNB. Funkspruch.) Leon Blum, der Führer der französischen Sozialisten, hielt am Sonntag nach Enthüllung einer Büste von Jean Jaures eine Rede, in der er auf die Unstimmigkeiten im Kabinett Doumevgue zu sprechen kam. Blum verlangte den Rücktritt lies Kabinetts und Neuwahlen auf Grund eines neuen Wahlrechtes. Sollte aber ein faschistisches Berlin, 21. Juli. (DNB.) Da die Reden Hitlers und Heß infolge der bekannten Abhängigkeit der französischen Presse nicht das Echo in der Öffentlichkeit gefunden haben, das das französische Volk empfindet, hat der Pariser Berichterstatter der „D A Z." den Führer der zur Zeit stärksten nationalfranzösischen Bewegung, der „So- lidaritL Franchise", Jean 9t e na u b , um eine Aeußerung gebeten. Der Schriftsteller Jean Renaud, der a l s Major im Felde verwundet und während der letzten Februar-Unruhen auf der Place de la Concorde verhaftet wurde, erklärte u a • Die Rede von Rudolf Heß scheint mir die größte Aufmerksamkeit zu verdienen weil sie m u - tiq ist und weil sie geradewegs auf eine noch umstrittene Wahrheit hinsteuert, nämlich eine Wahrheit, die den Zusammenschluß d er st arten Mächte gegen die revolutionären Elemente und die politisch Gewlnnsuch- tl§ufn bie^rage: „Glauben Sie an den Erfolg einer solchen Annäherung?" antwortete Jean Renaud: „Zweifellos, weil 'ch. den Glauben a n bie Macht ber Autorität habe, bie einzig unb allein imstande ist, den Frieden'zu gewährleisten. Sehen Sie, ebensowemg wie man einen starken Mann angreift, greift man em mächtiges frieden gebrochen habe. Don den verschiedenen Möglichkeiten einer Beilegung des entstandenen Konfliktes wurden Sonntag nur zwei ernstlich erwogen: Entweder Tardieu und Herriot verlassen beide, sei es freiwillig, sei es mit Hilfe einer Kabinettsdemission mit Neubildung durch Dournergue, den Kreis der Minister, oder beide verbleiben provisorisch bis zum Ende der Parlamentsferien im Kabinett. Herriot, so behauptet man in gewissen gewissen politischen Kreisen, würde unter Umständen die Zeit bis zu seinem Austritt aus dem Kabinett dazu benutzen, um auf dem Lande in Reben und Vorträgen das stark gesunkene Ansehen der radikalsozialistischen Partei wieder zu heben. Denn Herriot hat im Gegensatz zu den meisten führenden Persönlichkeiten seiner Partei weder durch die Ereignisse des 6. Februar noch durch die Skandale Schaden erlitten. „Volk in Waffen." Der französische Kriegsminister fordert praktische Ausbildung der Reserveoffiziere und der Jugend. Paris, 22. Juli. (DNB.) Die Landestagung des Verbandes französischer R e s e r v e 0 f f i z i e- r e hielt am Samstag unter dem Vorsitz des früheren Ministers Desire F e r r y in St. Malo ihre letzte Sitzung ab. Die 800 Abgeordneten der verschiedenen französischen Reseroeoffizierverbände beschäftigten sich hauptsächlich mit den verschiedenen Problemen,der nationalen Verteidigung. Im Anschluß daran wurde das Saarproblem ausführlich besprochen und der bezeichnende Wunsch geäußert, daß die französische Regierung schon jetzt die notwendigen Maßnahmen ergreifen möge, um die französischen B e - sitzungen jenes neutralen Territoriums, dessen Schicksal durch eine kommende Abstimmung entschieden wird, und auf dem sich die Deutschen schon jetzt als Herren und Meister aufspielen (!), zu schützen. In diesem Sinne bringt die Versammlung den Wunsch zum Ausdruck, daß die französische Regierung im Saar-Gebiet eine rege Propaganda unternehmen möge, die den Saarbewoh- nern beweise, daß Frankreich sie nicht vergesse. KnegSmimster Marschall peiain hielt auf der Tagung eine Rede über die Aufgaben der Reserveoffiziere. Der nächste Krieg werde wie ein Blitzschlag ausbrechen. Die Reserveoffiziere müßten sich schon im Frieden auf die schweren Aufgaben oorbereiten, die ihnen plötzlich bei Kriegsbeginn zufielen. Pötain empfahl den Reserveoffizieren, sich nicht mit der theoretischen Ausbildung zu begnügen, sondern ihren Privatberuf von Zeit zu Zeit zu unterbrechen, um an den Paris, 22. Juli. (DNB.) lieber die einstündige Unterredung, welche am späten Nachmittag des Samstag zwischen Dournergue und dem 'Justizminister C h e r 0 n auf dem Landsitz des Minister- vräsidenten stattgefunden hat, ist strengstes Stillschweigen bewahrt worden. Cheron hat die Fahrt nach Südfrankreich — Tournefeuille, das Landhaus Doumergues, liegt in der Nähe von Toulouse — im Kraftwagen unternommen und befand sich Sonntagmorgen bereits wieder auf dem Rückweg nach Paris. Es kann jedenfalls als feststehend angesehen werden, daß Dournergue nicht daran denkt, den Konflikt zu benützen, um sich selb st wieder aus der Politik zurück- z u z i e h e n. Vielmehr rechnet man bestimmt mit der Wiederher st ellung der Einigkeit im Burgfriedenskabinett Dournergue. Der Ministerpräsident trifft am Dienstag in Paris ein. Am Mittwoch wird unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republick der entscheidende Ministerrat stattfinden, der über die künftige Zusammensetzung des Kabinetts Klarheit schaffen wird. Durch die Parlamentsferien und das Fehlen der Aufregung in den Wandelgängen der Kammer konnte eine besonnenere Beurteilung der Lage in den maßgebenden politischen Kreisen rasch Platz greifen. Man ist sich auf beiden Flügeln des Regierungslagers in dem Wunsche einig, unter allen Umständen wenigstens bis zum Herbst am Kabinett der nationalen Einigung festzuhal - t e n. Die Sonntagspresse gibt beredten Ausdruck darüber. „Schluß mit der Politi k", schreibt „Matin" und fügt daran die Aufforderung, die wirtschaftlichen Belange des Landes und aller Stände an die erste Stelle zu fetzen. Sowohl den Radikalsozialisten wie den Konservativen wird vor Augen gehalten, daß der Streit lediglich der marxistischen Einheitsfront zugutekomme. Der „Jour" äußert sich dahin, daß das Verschwinden des Kabinetts Dournergue eine Katastrophe für das Land bedeuten würde. Der Gegensatz der beiderseitigen Auffassungen besteht dann, daß die Rechte der Ansicht ist, Tardieu habe von seinem guten Recht als Zeuge vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß Gebrauch gemacht, als er Chautemps auf das heftigste in der Stavisky-Affäre beschuldigte, ^ie Radikalsozialisten verlangen dagegen den Rück t t Tardieus, weil er einen politischen Angriff auf lyre Partei . nd deren Führer gemacht und damit den politischen Burg- Ruhigere Beurteilung der innerpolitischen Lage in Frankreich. Das Kabinett des Burgfriedens soll bis zum Herbst im Amt bleiben. Erscheint täglich, außer MW* A. --M» Annahme von Anzeigen Heimat im Bild - Die Scholle ■ H 1 W ■ M M M ▼ ■ ■ 8 Jl rf Grundpreise für 1mm Hohe Monatr-Bezugsprelr: ■ M H ■ H H W ■MH H ■ W H für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 MM ■ ■ Hf 1» H B Hk B /■ II B Breite 7 Rpf für Tex - Ohne Illustrierte , 1.80 M M ■ HL, N 3 U H WM. . H M W Hk. M anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr .. „ -.25 W U W B H W W IMF W W tjk' 60Rpf.,Platzvorschrift oder Auch bei Nichterscheinen ~ ™ ” ” " ” schwieriger Satz 25°/„ mehr ?n7o19:n3Wt^U= V 'V WU Srnndpr-ise- GWM General-Anzeiger für Oberhessen ndjten. Anzeiger Gießen V I G r r gen, Bäder-,Unterrichts- u. Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Sranfftirt am Main 11686 vrum und Verlag: vrühl'sche UniverfitatsVuch- und Steinörudcrd R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlüsse staffel ö ^ftraar Haben Sie bestimmte Gedanken einer Verbindung in diesem Sinne?" Antwort: „Ja e in Bündnis zwischen Frankreich Deutsch- land und Italien. Dann werden die übrigen Staaten genötigt sein, sich mit dieser mächtigen Einheit zu verständigen. Vor allem die Sowjetunion und die revolutionären Kräfte in allen Staaten." ftrage- Und wie wird sich England dazu stel- fen?" Olntroort: „Hierüber habe ich nur meine per-1 —u----------, _ föniidje Ansicht; England wird, und das ist auchIden und Freimaurer m öie Arme der Sow r e d Wagner muß das hohe Zeugnis ausge- Das K Ü n i nun in 22 Mit einer völlig neuen Gestaltung des P a r f i - al wurden die Festspiele eröffnet. Frau Winni- Verkehr brachte, der stärker war denn je. Aber das, was die Feststimmung zur Hochstimmung machte, war die Gewißheit, daß der Führer in Dürreliste stehen 1224 Regierungsbezirke Bundesstaaten. Aus aller Welt. Das Schicksal der Himalayaexpediiion. Berlin, 23. Juli. (DJiB. - Funkspruch.) Dom Standlager der deutschen Himalaya-Expedition ist dem „Drahtlosen Dienst" ein kurzes kabel zugegangen, in dem der Tod der beiden deutschen Bergsteiger Delzenbach und Wieland mitgeteilt wird. Das Schicksal Werkels ist noch ungewiß. Schweres Unwetter über Bacharach. In den Rachmillagsslunden des Sonntags entlud sich über Bacharach und den Winzer-Dörfern Mannebach, Oberdiebach und Rheindiebach ein schweres Unwetter, das von heftigen Hagelschlägen begleitet war. Der Regen ging wolkenbruchartig nieder. Reihende Bäche ergossen sich von den höhen ins Tal und rissen alles, was sich den Wassermassen in den Weg stellte, mit. In Bacharach liegen die Erdmassen und das Geröll etwa 2 Meter hoch, so dah der Verkehr völlig gesperrt ist. 3n den Weinbergen der benachbarten Dinzerdörfer wurde der grühte TeilderRebstöckezuTalgerissen. Autos und Motorräder blieben auf der Landstraße im Schlamm stecken. Die Traubenernte in den heimgesuchlen Delndörfern, sowie der südliche Teil der Bacharacher Weinberge sind vollständig vernichtet. Roch mehrere Stunden nach dem Unwetter lagen die haselnuhgrohen Hagelkörner in den Berghängen. Auf dem Rhein fiel bei dem starken Sturm ein Passagier über Bord und ertrank. Auftakt tu Bayreuth. Beginn der Festspiele in Gegenwart des Führers. Mit Tränengas gegen streikende Bauarbeiter. ^^0-Arbeiter weigerten sich in M a d r i d , die im Bau befindlichen unterirdischen Tresor« lbe d er B ank von Spanien zu Der« WfcBt der Urotejj endete auj dramatijchL WeitStz Revolvern von 15 Bundespolizisten gegenüber, die sofort auf ihn schossen und ihn mit ihren Kugeln buchstäblich durchlöcherten. Eine in der Nähe befindliche Frau wurde durch einen Fehlschuß schwer verletzt. Dillingers Leiche muß durch die Anzahl der auf chn ab- gefeuerten Geschosse stark entstellt sein, denn di« Po- lizei verweigerte auch Pressevertretern jeden Blick auf den toten Verbrecher. Die Bundespolizoi hatte auf die Mitteilung hin, daß Dillinger in das Lichtspieltheater gegangen sei, alle Ausgänge des Theaters mit Kriminalbeamten besetzt. In der Nachbarschaft des Theaters wurde dieses Treiben verdächtig gefunden und man ver- ständiote die Stadtpolizei davon, daß offenbar ein Ueberfall auf das Theater geplant fei. Das Mißverständnis wurde jedoch bald aufgeklärt. Oie Hitzewelle in LtGA. Bisher 250 Todesopfer. — Roosevelts Kampf gegen die Dürre. Bayreuth, 22. Juli. (DNB.) Bayreuth ist in F e st st i m m u n g. Die Stadt hat wieder einmal für vier Wochen ihr alltägliches Gewand abgestreist und ist Großstadt geworden. Der Fremdenzu- st r o m ist sehr groß. Das werktätige Bayreuth ich mit den festlichen Ereignissen auf dem Hügel eng verknüpft und auch daran beteiligt. Singen doch etwa 700 Bayreuther in den Chören mit. Aber auch die, die nicht unmittelbar mit den Ereignissen im Festspielhaus in Verbindung stehen, wollen dabei sein. Schon Stunden vor der Auffahrt sammelten sich wohl an 20 000 Menschen. Gegen 15 Uhr begann die Auffahrt, die einen Gefolge, von IS MhÄSS I ichub" hatsch,über diese klare und ein« anpalrungen abgesagt und die genaue Ankunftszeit *■' ' * — non König Prajadhipok und Königin Rambai Barni nicht bekannt gegeben worden war, hatten sich zahlreiche Frankfurter eingefunden, um das Königs- paar bei seiner Ankunft herzlich zu begrüßen. In Begleitung der Gäste befand sich Dr. Klugki st vom Auswärtigen Amt. Kurz nach der Ankunft empfingen der König und die Königin den Vertreter der in Deutschland studierenden Siamesen. Dann fand eine Rundfahrt durch Frankfurt statt. Den ersten Abend benutzte, das Königspaar dazu, um eknem Lichtspieltheater einen Besuch abzustatten. ?1nnta9mor9en Überbrachten Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger und Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs den Gästen 'die Willkommensgrüße der Stadt Frankfurt. Die Gäste werden in den nächsten Tagen Bad Homburg einen £eju$ abjtaüen und dann über Bonn und Köln nach Brussel Weiterreisen. Der amerikanische Landwirtschaftsminister hat für Montag eine D ü r r e k o n f e r e n z nach Kan- 05 City einberufen, an der Vertreter der Staaten Missouri Kansas, Nebraska, Oklahoma und Arkansas teilnehmen werden. Die Farmkreditverwaltung hat die seit Ende Mai eingestellte Kre- PtnL9 ImLh» k U n 9 x roieber ausgenommen. Um einer Wiederhoung der augenblicklichen ungeheueren Dürre vorzubeugen, hat Roosevelt wie Landwirtschaftsmmister Wallace bekanntgab, ein Donlfl75 tot f°rV!)9Spr09ramni 'n Höhe ?on9r75 M'Üwnen Dollar ausgearbeitet, das sofort J-9nÄ! 9Cnommen werden wird. Dieser Plan die Anlage eines 1000 Meilen l a n- r p ?9^^els von der kanadischen Grenz e durch Norddakota, Süddakota, Nebraska, Kanjas Oklahoma und Texas bis zur rneri- Dor. Die Forstverwaltung oc Anlage als einen aus etwa 100 je 35 Meter breiten parallel laufenden Waldgürtel, sogenannte Windbrecher, die in einem Abstand von Q« x c^eiIe ""gelegt werden sollen. Das Landwirtschaftsministerium hat bereits eine vor- aufige Summe von 15 Millionen Dollar zur Aufforstung von 7284 Hektar zur Verfügung gestellt. Der Ehikagoer Bandit Iobn Dillinger von der Polizei erschossen. Der berüchtigte Bandit Dillinger, der sich kleineren Kino in Nordchikago gerade SichVfiImtin9e^e^en hatte, sah U® heW VeMUtzA AichtfplMrrstLkS plötzlich des wandfreie Bestimmung der Saarsatzung hinweggesetzt, ohne daß der Völkerbundsrat bisher Veranlassung fand, dagegen einzuschreiten. Es sind recht üble Burschen, die der Regierungsausschuß für geeignet gefunden hat, im Saargebiet hohe Polizeistellen einzunehmen. Darunter ist der frühere Polizeihauptmann M a ch t s , der nach geltendem deutschen Recht wegen Feigheit vor dem Feinde bestraft worden ist. Das ist ein Verbrechen, das an und für sich schon die Person ungeeignet macht, in ein Beamtenverhältnis einzurücken. Die Bevölkerung des Saargebietes hat sowohl die Ernennung Machts zum Polizeibeamten als auch die Eingliederung feiner Spießgesellen in die Polizeiverwaltung als eine Beleidigung empfunden. Was würde wohl geschehen sein, wenn der Präsident Knox einige Personen, die im Stavisky-Skan- dal bloßgestellt und flüchtig geworden sind, im Saargebiet als Beamte untergebracht hätte? Die Machts und Genossen sind nicht um Haaresbreite besser, ganz abgesehen davon, daß Machts sowie seine Spießgesellen auch nicht die sittlichen Eigenschaften besitzen, die in Deutschland die Voraussetzung dafür sind, in das Vertrauensverhältnis eines Reichs- oder Staatsbeamten eintreten zu können. Der Präsident Knox hatte sich über alles | Auch über Rheinhessen ging am Sonntagnachmittag ein schweres Hagelunwetter nieder, das großen Schaden anrichtete. Ungeheure Wassermassen, die die Weinberge herunterströmten, überfluteten die Bahndämme und machten die Straßen unpassierbar. In Nierstein wurden dis Keller unter Wasser gesetzt Der Schaden in den Weinbergen ist sehr groß. Freiwillige Feuerwehr, SA. und Arbeitsdienst waren bald zur Stell«, um wenigstens die B a h n st r e ck e Nierstein^ Nackenheim von Geröll freizulegen. Schwere Stürme auf dem Bodensee. — Fünf Paddler vermißt. Wie am Samstagabend, so brach auch am Sonn- tagabend ein heftiger G e w i 11 e r st u r m über Dem Bodenfeegebiet los. Das Motorboot der Landespolizei rettete einige Segelboote, die gekentert waren. Dagegen wird von den In- Wen eines Paddlerbootes der 19jährige Wolfgang Seidler aus Leipzig vermißt. Das Boot wurde geborgen. Vermißt wird ferner bis zur Stunde ein in Bad Schachen von Kurgästen gemietetes Paddelboot mit zwei Insas- sen. Außerdem liegt von einem Ruderboot mit zwei Lindauer Bootsfahrern bisher keine Nachricht vor. ’ Autobus rast in ein Holzlager. — 10 Todesopfer, 20 Verletzte. . Ein Autobus mit 40 Neuyorker Fahrgästen, die einer sportlichen Veranstaltung im Sing-Sing-Ge- fangnis beigewohnt hatten, geriet während der Heimfahrt plötzlich ins Schleudern, rannte in ein Holzlager, stürzte um und ging in Flarn - m e n auf. Das Feuer griff sodann auf di« auf- gestapelten Holzvorräte über, so daß die Feuerwehr große Mühe hatte, an das Wrack des Autobusses heranzukommen. Zehn Personen fanden in den Flammen den Tod; 20 andere, die Brandwunden und sonstige Verletzungen erlitten, wurden ins Krankenhaus geschafft. Das Holzlager brannte völlig aus. Der Schaden wird auf 150 000 Dollar geschätzt. Ist endlich Schluß mit dem Emigrantentenor Schwere Schikanierung von Memel- I im Saargebiet? Beamten. Ein Engländer zum Inspekteur der Polizei im Saargebiet ernannt. M e rn e s, 22. Juli. (DNB.) Von den 400 Memel- - m .. r p _ ländern, die in litauischen Diensten, und zwar bei . Der Volkerbundsrat ist der Treuhan. der Eisenbahn, bei der Post und im Zolldienst tätig öer f ur öas Saargebiet, wobei nach der waren, sind 175 fristlos ohne jede Ent- ^aarsatzung vorgesehen ist, daß die Regierung im schädigung entlassen worden. 135 von ihnen Saargebiet einem Ausschuß übertragen werden wurden nach Großlitauen strafversetzt ’oItl Nun bestimmt § 23 der Saarsatzung, daß alle und sind dort schwersten Schikanierungen Gesetze und Verordnungen, die am 11. November ausgesetzt. So sind Fälle bekannt, daß Schal- 1918 in Kraft gewesen sind, aufrechterhalten terbeamte Aborte reinigen mußten wo- Reiben. Auf Grund dieser Bestimmung ist die so- rauf ihtzen bei Beschwerden erklärt wurde, daß fie genannte Saarregierung zu keiner Zeit befugt ge- erst einmal die litauische Sprache lernen ®^en' Personen in ein Beamte nverhält- sollten, bevor sie Ansprüche auf Ausübung ihres n *5 unterzubringen, die im Deutschen Reich nicht regulären Dienstes erheben. Von den etwa 800 Beamte sein können. Wer nach dem deutschen Beamten der autonomen Organe sind bis jetzt 160 Staats- und Verfassungsrecht aus irgendwelchen entlassen bzw. gekündigt worden, 110 reichsdeutsche Gründen strafrechtlich verfolgt wird, kann Lehrer und Beamte sind endgültig entlassen. Ferner "icht Beamter sein, so daß, wenn Personen, die ist eine weitere Liste mit Entlassungen ^"r im Reiche Beamte gewesen, aber wegen Ver- Don Lehrern und Staatsbeamten bereits oorJ Zehen und Verbrechen entlassen sind und verfolgt bereitet. werden, auch im Saargebiet keinen Unter- schlupf als Beamte finden dürfen. Der Regierungs- JiOni00püOr t>O6l OlOttl ausschuß hätte also die flüchtigen Landesverräter in Frankfurt. nicht in hohen Polizeistellen unterbringen dürfen, ' . selbst dann nicht, wenn die Verfolgung aus politi- ?°n traf mit schen Gründen geschah. Der Landesverrat ist im- eldelberg kommend, in Frankfurt mer ein Verbrechen gewesen. Der Regierungsaus- I HIV* z u/ui Viv vug v v i (J u ip l l l II Bayreuth erhält das erste Denkmal Bayreuth weilt. So harren Tausende in freu- der nationalsozialistischen Bewegung. Bayreuth, 21. Juli. (DNB.) In Bayreuth fort. Als der Führer, der sich in Begleitung seines fand am Samstag die feierliche Enthüllung des Adjutanten Brückner befindet, vor dem Haupt- ersten Denkmals der nationalsozialistischen Bewe- portal oorfährt, kennt die Begeisterung keine Gren- gung statt. Staatsrat Dr. Ley führte u. a. aus, die Zen. Immer wieder brausten die Heilrufe über Partei sei eine Ganzheit, ein lebevoller Organis- den Platz, bis das letzte Fanfarenzeichen zum Benins, in dem jeder nur ein Teil mit bestimmten ginn der Aufführung gegeben war. Reichsminister Aufgaben ist. Jeder müsse sich bewußt sein, daß Dr. Goebbels und seine Gattin wurden von aber der ganze Körper krank sei, wenn nur ein der Menge gleichfalls stürmisch begrüßt. Glied krank ist. Es mußten einfache Menschen kom-' z men, die die Not des Volkes kannten, die dem Volk wieder den Glauben an sich selbst gaben. Das v „ z z _____o_ waren die ersten Prediger des Nationalsozialismus, prochen werden, daß sie zusammen mit ihren Mit- das waren die politischen Leiter. Eine Bewegung arbeitern und hierbei wieder an erster Stelle mit •fei so viel wert, wie die Menschen bereit sind, ihr dem Berliner Generalintendanten Tietjen durch Blut für sie zu opfern. Der Garant unseres Sieges den Parsifal dieser Festspielreihe vor aller Welt und der Erfüllung der nationalsozialistischen Orga- den festen Willen bekundet hat, das Bayreuther nisation seien die Blutopfer der Bewegung. Mit den Erbe in echter und unantastbarer Form zu wah- Worten: Es lebe das ewige Deutschland, es lebe ren. Die von Professor Alfred Roller entworfe- Adolf Hitler, nahm er die Enthüllung des Denkmals vor.— Gauleiter Staatsminister Schemm gab in seiner Ansprache eine symbolische Deutung des Denkmals, das aus einem riesigen Hakenkreuz besteht, aus dem sich eine eherne Faust emporhebt, die drei Schlangen zerdrückt. Die neue Getreideordnung. , Berlin, 21 Juli. (DNB.) Um ein unbedingt zuverlässiges Arbeiten der neuen, im Aufbau be- griffenen Getreidewirtschaftsorganisation zur Siche- rung von Getreideabsatz und Brotversorgung von vornhereln zu gewährleisten, wurden in den letzten Tagen die in Berlin zusammengerufenen Lande sb a ue rn f u h r e r einerseits und die Gau- leiter der Partei bzw. ihre Vertreter andererseits eingehend über Sinn und Zweck der von der Nelchsregierung zur Neuordnung der Getreidewirt- jchaft getroffenen Maßnahmen unterrichtet. Maßgebende Vertreter des Reichsernährungsmini- Reichsnährstandes gaben in aus-, lösend7n"An^P»^. Uebert?Iicf über die zu Die Zahl der in den letzten Tagen der ^i6e- Doraefebenen 9T?pnp X? *lC dcrl£rer Bewältigung w e l l e zum Opfer gefallenen Personen beträgt 250. wurden i n n?X9P i verbliebene Unklarheiten In St. Louis wurden 4 5 Grad, in vielen ande- Uärt i?«9p^^ Ä r Aussprache g e - ren Gegenden 40 Grad Celsius gemessen. Im Staate bauernführer nur ö,e Landes- Iowa und in den Gebieten des mittleren Westens vauernfuhrer, sondern insbesondere a u ch d i e p o - herrscht bedrohlicher Wassermangel Es be- dem ^!nf*pC V “n 9 Ö ?r ® au C ertÜIIt 'st von steht vorerst auch keine Aussicht auf Abkühlung möalff 'in erfQmer Arbeit iüe größt- Ein Gewitter, das sich am Freitag über Neuyork ♦ reLj. r nf lJA° m ™‘ e n b e 11 der Ge- entlud, war von einer heftigen Springflut begleitet Es dürfte feme^n ^mp°ifprbnV ?• s'^rzustellen. Die Meldungen aus den Dürregebieten werden täg- HandAandarbP unterliegen, daß das Uch alarmierender. Im Staate 9t e b r a s f a wird rium ÄsSüXnh’X” ^^,^^5e^Xfen95P?in'^tedbcL?u^^e^abßn ^tzt auf 156 Millionen Dollars in Ten (9aueX P.„Pn n n m der politischen Leitung geschätzt. Missouri meldet, daß die Haferernte Getrefde^rTunaXierbürOat °l0 ÖGr neuen nur 10 die Weizenernte nur 15 v. H. des D^r- . 9 verbürgt. lahresertra^es bringen werde, während die M a i s- Ralionalsozialistische Jugendgruppe reist durch Polen or c- T5 ö J.9 aus falle. Ein Drittel aller Eine nationalsozialistische Iugendgruppe die JTr mttr Wasseranfuhr be- unter Führung des Hauptamtswalters^ Dr^Kü a^ I^Hnm d^ teilweise über Strecken von 15 ler steht, und eine Reise durch Polen untcV Xw to XiU n r heran geschafft werden nimmt, ist in Warschau eingetroffen nadibem fL \S’ Der Wasserverbrauch wirb in vielen Land- bie Karpathen und das polnische H v ch w a s s e r« ratl0Jllert sehnlich lauten die Meldungen gebiet besucht hat. Die Warschauer^k hen anderen Staaten. So rechnet das reiche d°r NSDAP., veranstaltete für K ffläfÄ6J 0 * “ mi‘ einem Ernte- Reich ein geselliges Beisammensein an dem auch ™ 6,5 3n Südjowa er« Mitglieder der deutschen Gesandtschaft und VertÄ man kemen Hafer, keinen Weizen, wenig t°r d°- Warschauer^Deutschtumsteilnahmen D?- kenäti^ ■'ef' für Futterzwecke nationalsozialistische Jugendgruppe wird von War- 0 f I a h n m 7 Neglerungsbezirke des Staates schau nach Wilna fahren. Es ist dies derersteBe-1 her ffZ“ Ä™ mit bem G e s a rn t v e r l u st such der zu einer unmittelbaren Fühlungnahme ber 21 erroarten 10 ö. Sy einer deutschen mit der polnischen Iugend Nen soll !^us?n^ Arkansas. Die Der deutschen Hitlerjugend ist von den polnischen West"staa?en ^furE^ungssysteme angewiesenen Behörden und der Bevölkerung größtes entgegen” Mexiko ß?für a L 9b k)°' Kalifornien und Neu- Lommen gezeigt worben. jMexiro befürchten das^Schlirnmste für 016 uiugii und GemujLsrute. Auf be< ber nationalsozialistischen Staatsauffassung bei ber Pflege von Lehre unb Forschung unb bei ber Besetzung ber Lehrstühle an allen beutschen Universitäten unb Hochschulen zu ge- währleisten, hat ber Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung unb Volksbilbung, Rust, in einem an die ßänber gerichteten Erlaß angeorbnet, baß ihm jede freie ober freiroerbenbe planmäßig e, orbentliche oder außerordentliche Professur unter Angabe des Faches anzuzeigen und nach Abschluß der Berufsverhandlungen feine Zustimmung zu der bei dem zuständigen Reichsstatthalter in Vorschlag zu bringenden Ernennung einzuholen sei. In diesem Erlaß ist ferner angeordnet, daß vor Schließung bestehender oder Eröffnung neuer wissenschaftlicher Insti - tute wie bei jeder grundlegenden Abänderung der akademischen Lehrpläne und Prüfungsordnungen die Zustimmung des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung unb Volksbilbung einzuholen ist. Das deutsche Jnstallateurgewerbe lagt in München. Der Reichsverband des deutschen Installateur- geroerbes hielt in München seine 32. Haupt- a e r s am mlung ab. Der Reichshanbwerksführer Schmidt betonte die innige Verbundenheit des ganbroerfs mit bem Führer Abolf Hitler unb legte bie Aufgaben ber Hanbwerksführung dar. Der Vertreter bes bayerischen Innenministeriums teilte mit bafj bas Staatsministerium im Begriffe steht, auf ben Abbau ber Jnstallationsabteilun- gen sowie bes Verkaufs unb bes Hanbels b*.r gemeinblichen V e r f o r g u n g s b e - triebe hmzuwirken. Der Reichsführer bes Jnstal- lattonsgewerbes G a m o r (Worms) berichtete, baß durch bie ©runbung ber Elektrofront 20 000 Elektroinstallateure wieber Arbeit fanben. Auch die Arifeure tagten in München. 3n München fanb am Samstag und Sonntaa 61 Bunbestag des Bundes deutscher Friseure statt, aus dessen Anlaß eine dreitägige große Fachausstellung er- srourb,e-(.?eim ®röffnungsaft sprach der Reichshandwerksfuhrer Schmidt. Die Grundsätze der Voksgememschaft und des Gemeinnutzes sind, so führte der Reichshandwerksführer aus, im Hand- roerf am leichtesten zu verwirklichen. Die ideelle Gestaltung des deutschen Handwerks müsse auch diesem w i e d e r g o l d e n e n B o d e n bringen. Er betonte nachdrücklich das Vertrauen des Handwerks zum Führer und wies darauf hin, daß das Der- trauen auf das Handwerk die neue Gesetzgebung ge djaffen hat Der Vertreter der Reichsregierung, CllaJblre^or Dv- Wienboeck, erklärte bar- or neue Gesetzgebung bas Hanbwerk vor Äf9s-brn ünb 9r°6e Verantwortung stellt !nli*ba^- blefe Gesetzgebung bas Vertrauen ber apmm5r;Cr?lef“X? r hoß das Handwerk reif genug ist, s i ch selbst zu verwalten. nen Bühnenbilder und Kostüme unterstrichen das Mystische und Magische des Grals- motlves. Unter Richard Strauß erklang auch diesmal wieder die Parsifal-Musik in ihrer ganzen Erhabenheit. Der neue Bayreuther Parsifal Helae Roswaenges bestach durch die Geschlossenheit des mimischen und darstellerischen Ausdruckes, allerdings in stimmlicher Hinsicht seine Vorbilder nicht ganz erreichend. Die Kundry gab wiederum Martha Fuchs, die, reifer geworben, ihren besten Vorgängerinnen nunmehr gleichkommt. Herbert Janssen als Amfortas, Ivar Anbresen als Gurnemanz, Robert Burg als Klingsor waren weitere Glanzpunkte ber ausdrucksvollen, recht befriedigenden Aufführung, die eine ganz besondere Note durch die Schönheit, Sicherheit und Klangreinheit der Chöre erhielt. Das Haus, das ausverkauft war, wie es übrigens die sämtlichen folgenden acht Festspielabende sind, nahm die Wiedergabe in ehrfurchtsvollem Schweigen ohne jede Beifallsäußerung auf. In der Pause entwickelte sich das altgewohnte Treiben vor dem Festspielhaus und dem Festspielrestaurant. Man hörte wohl fast alle Weltsprachen. Unter den Besuchern sah man viele bekannte Persönlichkeiten, so den Großherzog von Hessen mit seiner Familie, Prinz August Wilhelm, den Herzog von Coburg, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Staatsminister und Gauleiter Schemm, zahlreiche Musiker und Wissenschaftler. Alle Besucher haben nur eine Stimme der vollen Anerkennung. Sie sind ergriffen von dem gewaltigen Eindruck der neuen Bühnenbilder zum „Parsifal" sowie von der glanzvollen Leistung des Orchesters unter der Leitung des Meisters Richard Strauß. 1 hinweggesetzt, obschon Paragraph 19 der Saar- ' satzung ausdrücklich bestimmt, daß der Regierungs- i ausschuß alle Befugnisie auszuüben hat, di« früher i Preußen und Bayern ausübten. Dies« Befuanisse erzwingen es aber geradezu, bei der Auswahl der Be- amten gerade so vi e l Vorsicht walten zu lassen, als das unter der rechtmäßigen Regierung Preußens und Bayerns auch der Fall war. Der Präsident Knox hat es bisher unterlassen, die Regierung so aus- zuüben, daß sie die Belange der Bevölkerung schützt und wahrt und sie nicht bei jeder Gelegenheit empfindlich verletzt. Gerade weil die Saarabstimmung unmittelbar vor ber Tür steht, ist es die Pflicht und Schuldigkeit des Herrn Knox, sorgfältig darauf zu achten, daß Ruhe und Ordnung gewahrt bleiben. Statt dessen hatte Herr Knor es zugelassen, daß Machts und seine Spießgesellen zum Angriff gegen die Deutsche Front eingesetzt wurden, was unbedingt die Störung der Ruhe und Ordnung herbei- >führen mußte. Daß das trotzdem nicht geschehen ist, ist nicht das Verdienst des Herrn Knox, sondern der Manneszucht der saardeutschen Bevölkerung zu verdanken. Präsident Knox war aber noch weiter gegangen. Er hatte nicht nur den Angriff ber Machts unb seiner Spieß gesellen auf die Deutsche Front und damit die Störung der Ruche und Ordnung zugelassen, er hatte es bar über hinaus auch nicht verhindert, daß fast die gesamte Tagespresse des Saargebietes v e r b o te n wurde, weil diese in Ausübung ihrer Pflicht die Bevölkerung zwar zur Ruhe mahnte, aber auch ber Katze bie Schelle umhängte. So entstand der naheliegende Verdacht, daß es dem Präsidenten Knox darauf ankam, Unruhe und Aufregung in die Bevölkerung hineinzutragen, um, menn das gelingen sollte, es seinen Helfershelfern außerhalb des Saargebietes zu überlassen, ein« Vertagung der Abstimmung herbeizufübren. Diese Auffassung muß sich roobi auch in letzter Stunde im Völkerbundsrat durchgesetzt haben, denn die Berufung des Engländers Hems- ley zum Inspektor für die gesamten Polizei- und LandjägerkräftedesSaargebietes ist zweifellos darauf zurückzuführen, daß die Zustände in der saarländischen Polizei unter dem Emigranten Machts als nicht mehr tragbar angesehen wurden. Dem neuen Leiter der Polizei Pird von ber Saarbevölkerung Vertrauen entgegen- 1 gebracht, denn sie hofft, daß bie Saarpottzei ~ wirklich unparteiisch ihres Amtes walten wirb. JETZT 400 WÄGEN PRO TAG! OJtXfport In Baden-Baden waren am Ziel sehr wenig Zuschauer anwesend, da man die ersten Fahrer nicht chon zu einem so frühen Zeitpunkt erwartet hatte. Wie schon gesagt, ging B i g a l k e um 6.08 Uhr über das Zielband, um 6.34 Uhr folgte Neumann und kurz darauf kamen Jslinger und Klein. Als erste Motorradfahrer erreichten die N8O.-Fahrer P f i st e r e r und Fischer das Ziel. Um 7.35 Uhr lief als erster Vertreter der schwersten Klasse Bernet mit seinem Mercedes ein. Die Zuschauer, die nun chon bedeutend zahlreicher vertreten waren, begrüßten jeden neu ankommenden Fahrer herzlich. Abschließend sei gesagt, daß der Verlauf auch dieser „2000 Kilometer" die Daseinsberechtigung der gigantischen Veranstaltung vollständig bewiesen hat. Fahrer, Zuschauer, Veranstalter und ... die Maschinen haben gezeigt, daß sie einer so großen Aufgabe und Belastung, wie sie ein solches Rennen zwangsläufig mit sich bringen muß, in jeder Beziehung gewachsen sind. Männer-Turnverein Gießen bei den Gau-Leichtathletikmeisterschasten in Saffet Bei der in der Samstag-Ausgabe des Gießener Anzeigers vom VfB. - Reichsbahn veröffentlichten Tabelle über die „G e s a m t w e r t u n g der Vereine" von den Gaumeisterschaften in Kassel ist noch einiges hinzuzufügen. Bekanntlich kamen am 7. und 8. Juli in Kassel die Leichtathletik- Meisterschaften des Gaues Nordhessen sowohl für Männer als auch für Frauen zum Austrag. Dementsprechend hat dann bei einer „Gesamtwertung der Vereine der Männerturnveroin Gießen, der 1 zweiten, 4 dritte und 4 vierte Plätze belegen konnte, insgesamt 24 Punkte und wird mit dieser Punktzahl hinter den beiden großen Kasseler Vereinen, der Universität Marburg, dem VfB. Gießen und der Turngemeinde Fulda den 6. Rang ein- nehmen. Wenn man berücksichtigt, daß der Gießener Männerturnverein nur mit 2 Turnerinnen und 5 Turnern an den Gaumeisterschaften teilgenommen hat, so muß man zugeben, daß sich diese kleine Truppe recht wacker geschlagen hat. WB.-Veichsbahn-Leichtathletik. Oer Abschluß. Die größte kraftfahrsportliche Prüfung, die 2000- Kilometer-Fahrt durch Deutschland, hat am Sonntag einen überaus erfolgreichen Abschluß gefunden. Allgemein kann man sagen, daß man mit dem Ausgang und den erzielten Leistungen restlos zufrieden " sein kann. Obwohl die vorgeschriebenen Durchschnittsgeschwindigkeiten erhöht worden waren, ist die Zahl derer, die innerhalb der Sollzeit das Ziel in Baden-Baden erreichten, immer noch recht groß. Die teilnehmenden Italiener äußerten sich über den Verlauf der Veranstaltung überaus lobend und dankten für die ihnen überall entgegengebrachten Sympathien. Besonders erfreut waren sie über den guten Zustand der Straßen. Die 2000 Kilometer sollen aber den 6000 Kilometer durch Italien in nichts nachstehen. Auch.im nächsten Jahre wollen die Italiener an dieser gewaltigen und sehr gut organisierten Veranstaltung teilnehmen. Drei schwere Ünglücksfälle. Leider forderte die Prüfung auch einige Todesopfer. Der bei Ingolstadt verunglückte Frentzel (München) ist seinen Verletzungen im Krankenhaus erlegen, während sein Beifahrer nur leicht verletzt wurde. Durch Achsenbruch wurde dieses so folgenschwere Unglück hervorgerufen. Der 30jährige Werner S ch m o e k e r stürzte in der Nacht kurz nach dem Start in einer Kurve am Dietrich-Ring im Stadtgebiet von Leipzig. Er erlitt einen Oberschenkelbruch und eine Gehirnerschütterung, an deren Folgen er in der Nacht im Krankenhaus gestorben ist. Wie aus Halberstadt gemeldet wird, stürzte am Sonntag früh bei der Durchfahrt durch Halberstadt der DDAC.-Fahrer Horst Brandstetter (Leipzig) mit seinem Rade und mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Dort ist er Sonntagvormittag seinen Verletzungen erlegen. Hinter den Kuliff en der L000-Kilometer-Fahrt. nachdem die Arbeiter fast 60 Stunden ohne Nahrung dort zugebracht hatten. Noch tn den ersten Nachmittagsstunden erklärten die Arbeiter, nur nach Zusicherung der geforderten Lohnerhöhung ihren Widerstand aufgeben zu wollen. Da schon Samstag eine tumultartige Protest- manifestation von der Polizei auseinandergetrieben worden war und man von großen Sympathiestreiks für den Monat sprach, wurden gegen 4.30 Uhr 160 Mann der polizeilichen Stur m- truppen zu dem Neubau beordert. Die Arbeiter wurden aufgefordert, binnen einer halben Stunde die Gewölbe zu verlassen, sonst würden Tränengasbomben angewendet werden. Die Arbeiter weigerten sich nach wie vor, worauf das Gas eingelassen wurde. Nur wenige Arbeiter kamen heraus. Fast alle begaben fick in noch tiefer gelegene Räume ohne Licht. Nachdem aber große Mengen Gas eingedrungen waren, mußten die Streikenden den Widerstand aufgeben. Teils sehr erschöpft und halb betäubt kamen sie einzeln nach oben, viele in beklagenswertem Zustande. Einige wurden ohnmächtig. Nach polizeilicher Na- mensfeststellung durften sie sich nach Hause begeben. Zuletzt durchsuchten Feuerwehrleute und Arbeiter mit Gasmasken die ausgedehnten Gewölbe, um dort vielleicht noch Bewußtlose zu finden. Auf der Straße herrschte lange Zeit hindurch große Erregung unter den dort wartenden Familienmitgliedern der Arbeiter. Doch war das Gebäude in weitem Umkreis abgesperrt. Es kam nur zu unbedeutenden Zwischenfällen. Aus Geiz fünf Jahre im Schweinstall. Auf Veranlassung der Kreiswohlfahrtsbehörde wurde dem Kasseler Karlshvspital ein 77jähriger Invalide aus Niederzwehren bei Kassel zugeführt, der infolge Altersschwachsinn und aus Geiz seit fünf Jahren im Schwein st all genächtigt hatte und vollständig verwahrlost war. Kunst und Wissenschaft. Der Adlerfchild für Geheimrat Schmidt (Gotha). Der Herr Reichspräsident hat Geheimrat Pro- essor Dr. Adolf Schmidt in Gotha anläßlich seines 74. Geburtstages den A d l e r s ch i l d des Reiches mit der Widmung „Dem verdienstvollen Forscher und Gelehrten" verliehen. In dem herzlichen Glückwunschschreiben des Herrn Reichspräsidenten werden die Verdienste Geheimrat Schmidts um die Förderung der Geophysik und insbesondere der erdmagnetischen Wissenschaft gewürdigt. berungen, die an die Teilnehmer gestellt werben, roteber zahlreiche Ausfälle zu verzeichnen. Oer Sonntag. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag sowie ben ganzen Sonntag lief noch die 2000-Kllometer- Fahrt burch Deutschland. Da °m Samstag um 23 Uhr in Leipzig erst die Solo-Motorradfahrer m ben Kampf eingriffen, zog sich natürlich die Veran- taltung über den ganzen Sonntag hm. Ueberall wo )ie Fahrer burchkamen, war die Strecke durch SA. und NSKK. hermetisch abgeschlossen, überall staute ich aber auch das Publikum hinter dein lebendigen braunen Wall. Am schnellsten mit dem Rennen fertig wurde der Berliner Fiatfahrer B igalk e, der bereits am Sonntag um 6.08 Uhr tn Baden-Baden wieder eintraf. Er hat bamit eine Rekordleistung vollbracht, denn er unterbot seine Sollzeit um nicht weniger als 7 Stunden und 13 Minuten. Auch seine Markengenossen Neumann Jslinger (Mannheim) und Klein (Berlin) trafen fast sieben Stunden früher als vorgesehen m Baden-Baden em Diese Leistung eines Wagens, mit nur einem Liter Zylinderinhalt, verdient ehrende Beachtung, wem» auck eine derartige Raserei nicht gerade nach dem Sinne der Schöps-r der 2000.Kil->meter-Fahrt durch Deutschland ist. , ... Von der Berliner Avus aus begab sich das über 650 Kilometer auseinandergezogene Held nach Magdeburg wo der Stuttgarter N80.-Beiwagen- m n nerer als Erster am Samstag um 1814 Uhr eintraf. Auch in Kassel und Dortmund war der Stuttgarter noch der Anführer der Wagen- und Motorrad-Kolonnen. Erst auf der Strecke zwischen Dortmund und Frankfurt gelang es Bigotte, ’S, nn, libm liegende Beiwagen-Maschine zu über- und weit Zurückzulassen. Neben Biaalke gingen auch noch Neumann und Klein an dem N80.-Fahrer vorbei. , „ Von ben schweren und schwersten Wagen bekam man diesmal nicht allzumA zu sehen Lediglich bie alten Kämpen Prinz zu Schaumburg-Lippe (Merce- des, 4 Liter) unb I. Bernet (Mercedes, 5 Liter) vermochten ich vorne zu halten. Prinz zu Schaum- burg-ÄPpe passierte Frankfurt als Siebenter unb Satte htu bereits die Sollzeit beträchtlich unterboten. Die größte motorfportliche Prüfung ber Welt, bie von ber Obersten Nationalen Sportbehörbe (ONS.) veranstaltete 2000-Kilometerfahrt burch Deutfch- lanb, würbe am Samstagmorgen zum zweitenmal in der herrlich gelegenen Karstadt Baden-Baden gestartet. Das Echo, das diefe Fahrt gefunden hat, ist unbeschreiblich. In Baden-Baden, dem Startplatz der Wagen, unb in Leipzig, bem Ausgangspunkt ber Motorräder, gingen am Samstag genau 2575 Fahrer auf 1745 Fahrzeugen an ben Start. Auch bas Ausland war diesmal stark vertreten. Oer Start der Wagen in Baden-Baden Der Führer des deutschen Kraftfahrwesens, Obergruppenführer Hühnlein, gab in Baden-Baden bereits um 3 Uhr das Zeichen zum Start. Polizei- General Daluege und Dr. Schiff er er vom Polizeifportverein Berlin gingen als Erste auf bie Strecke. Dann folgten bie weiteren Wagen ber Wertungsgruppe IV (1500 bis 2000 ccm). Ganz besonderes Interesse brachte man am Samstagrnor- ben dem Start der Wagen in ber Wertungs- klasse I (über 4000 ccm) entgegen. 20 Fahrer würben ab 7.15 Uhr vom Starter auf die Strecke geschickt, unter ihnen eine oollftänbige Mercebes-Benz- Mannschaft mit Geyer, Henne unb Kappler am Steuer. Hinter bem Felb gingen zwei Kontrollwagen auf bie Strecke. lieber Freudenstadt, Freiburg unb Ulm würbe zunächst Augsburg erreicht, wo bie kleinen, zuerst gestarteten Wagen weiter in Führung lagen. Zwei Fiat-Wagen mit H. unb A. Klein am Steuer passierten bereits um 9.35 Uhr bie Stabt. Um 10.15 Uhr trafen bie Berliner Fiat-Fahrer Giachino und Bolz als Erste in München ein. Die beiden Berliner blieben dann auch auf der weiteren Strecke in Front. Sie erreichten schließlich über Nürnberg unb Leipzig, wo um 14 Uhr ber Start von 229 Seitenwagen erfolgte, bie Kontrolle auf ber Berliner Avus, wo sie von Obergruppenführer Hühnlein burch Hanbschlag zu ihrer bisherigen großartigen Fahrt beglückwünscht würben. Vor ihnen waren bie ersten Motorrabfahrer in Berlin eingetroffen. Die Berliner Schreiber-Bobbe (595 ccm BSA.) trafen um 16 08 Uhr am Avustor ein, währenb Giachino erst ji/2 Stunben später, um genau 17.42 Uhr, einge» troffen war. Natürlich sind bei ben großen Anfor- Das große Rennen ist vorbei. Einen Tag lang würben Fahrer unb Maschinen auf eine unerhörte Probe gestellt, einen Tag lang rasten Automobile unb Motorräber aller Klassen unb Größen durch Deutschland. Das ganze Volk nahm begeistert und bewundernd an diesem Erlebnis teil. Wenige aber nur mögen daran gedacht haben, welche ungeheure Vorarbeit geleistet werden mußte, um dieses Rennen zur Tat werden zu lassen. Wieviele Fragen muhten in wochenlanger Vorarbeit gelöst werden. Welche organisatorische Leistung ist allein die Absperrung durch die 150 000 SA.-Männer, die in 24- ftünbigem Dienst bie Gewähr für bie reibungslose Durchführung bes Rennens gegeben haben. Unb welche Großtat ist bie reibungslose Betreuung ber Fahrer auf ber Strecke, bie von Baben-Vaben burch ganz Deutschlanb mieber nach Baben-Baben zu- rückführte. An ber Frankfurter Dienststation an ber Forsthausstraße war es uns vergönnt, jene stillen Helfer all ber 2000-Kilometer-Fahrer bei ber Arbeit zu beobachten, bie Tankwarte. In tagelanger Arbeit waren hier 10 000 Liter Brennstoff auf Kannen gefüllt, tankfertig für jeben einzelnen Fahrer bereit. In enblofer Reihe ftanben in Kanniftern 1800 Kilogramm Del übernahmefertig. Mit ber Bereithaltung erfrifchenber Getränke unb kalter Imbisse war an bas leibliche Wohl ber Teilnehmer gedacht. Gruppenweise eingeteilt versahen bie von ben benachbarten Tankstellen zusammengezogenen Tankwarte bie ganze Zeit über ihren Dienst. Be- sonbere Tankwagen warteten barauf, auf ber Strecke liegen gebliebenen Fahrern ben nötigen Brennstoff an Ort unb Stelle zu bringen. Die Station selbst war währenb bes Rennens burch einen bireften Draht mit ben Nachbarstellen unb mit Baben- Baben oerbunben, um jeberzeit Melbungen ber Fahrer an bie nächsten Kontrollen unb an bas Ziel weitergeben zu können. 24 Stunben taten auch hier bie Helfer ihren Dienst; auch ihnen gebührt ein Anteil an bem Erfolg, zu bem bie biesjährige 2000- Kilometer-Fahrt geworben ist. 2000-Momeierfchrt durch Deutschland Die größte Motorsportveranstaltung der Welt. Die zweite Pyrenäen-Etappe führte am Samstag über 165 Kilometer von Ax les Thermes nach Lu- chon. Die Aufgabe war für bie Fahrer nicht leicht, da einige sehr schwere unb steile Pässe zu über- roinben waren. Als Erster traf am Ziel ber junge Italiener Dignoli nach einer Fahrzeit von 5:26,14 allein ein. Vier Minuten später folgte eine zehn Mann starke Gruppe, geführt von bem Franzosen Lapebie, bie in 5:30,16 Stunben einkam. Unter ihnen befanb sich auch ber beste Deutsche, Geyer, ber auf ben 9. Rang gefetzt würbe. stoßen unb Dreisprung. Als neutraler Schiebsrichter und Kampfrichter stellte sich dankenswerterweise ber Kreissportwart ber DT., Herr L. M a l k o m e s i u s, vom Mtv. Gießen zur Verfügung. Die Leichtathleten bes VfB.-Reichsbahn waren auch am Sonntag in guter Form unb erzielten teilweise roieber glänzende Leistungen. Da auch ber Durchschnitt überaus gut war, seien die ersten Fünf jeber Uebuna genannt. 300 Meter: 1. Jäger, 37,4 Sek., 2. Luh, 37,4 Sek., 3. Robriguez, 38,3 Sek., 4. R. Fischer, 38,6 Sek. 5. E. Specht, -39,4 Sek. Jäger unb Luh liefen Vere'insbestleistung. Für den Werfer Luh eine erstaunliche Leistung. Dreisprung: 1. G. Schäfer, 12,46 Meter, 2. E. Specht, 11,39 Meter, 3. Jäger, 11,29 Meter, 4 Luh, 11,26 Meter, 5. W. Siegmund, 10,91 Meter. Schäfer stellt hier Vereinsbestleistung auf. Seme Leistung ist sehr gut zu nennen. Äugel ft ofeen: 1. Luh, 14,01 Meter, 2. Mohl (Unteroffizier 3./15), 12,42 Meter, 3. E. Jakob, 11,56 Meter 4. G. Schäfer, 11,20 Meter, 5. Rodriguez, 10,37 Meter. Von der „Tour de France". Geyer Neunter, Vuse auf dem 14. Platz. Wettervoraussage. Obwohl nach verbreiteten Gewitterstörungen die Luftdruckgegensätze nicht sehr groß sind, wird durch ein Tief über Polen fortgesetzt ozeanische Luft nach dem Kontinent angesaugt. Somit gestaltet sich das Wetter weiterhin wechselhaft, zeitweise treten noch schauerartige Niederschläge auf, die mitunter auch von Gewitterstörungen begleitet sein werden. Da sich aber infolge Druckanstieges von Westen her die Störung allmählich aufzufüllen scheint, ist später wieder mit einer Besserung der Wetterlage zu rechnen. Aussichten für Dienstag: Wechselnd bewölkt und zeitweise auch aufheiternd, noch mäßig warm, einzelne schauerartige Niederschläge, teils ge- witterhafter Art. - Aussichten für Mittwoch: Teils wolkig, teils aufheiternd, etwas wärmer, meist trocken. Lufttemperaturen am 22. Juli: mittags 28 Grad Celsius, abends 17,2 Grad; am 23. Juli: morgens 16,7 Grad. Maximum 28,9 Grad, Minimum 15,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Juli: abends 23 Grad; am 23. Juli: morgens 120,2 Grad. — Niederschläge 3 mm. — Sonnen» scheindauer 3,8 Stunden. Auftakt der Deutschen Kampfspiele. Das zweite Hauptereignis des Wochenends waren neben der 2000-Kilometer-Fahrt die zahlreichen Wettbewerbe der Deutschen Karnpsspiele, die sich zum Teil in Nürnberg selbst, zum größeren Teil aber auswärts abspielten. In Nürnberg fiel bereits die erste Entscheidung im Fechten; Herman- nia Frankfurt holte sich erneut die Mannschaftsmeisterschaft im Florett. Ebenfalls m Nürnberg wurden die Vorrunden zum Wasserball-Turnier und ein Spiel der Zwischenrunde ausgetragen. Bisher steht der SV. Augsburg allein unter den „letzten Acht". Im Mainzer Floßhafen wurden bie R u b e r w e 11 b e w e r b e, zugleich als Deutsche Meisterschaft, abgemufelt. Braun-Möller oerteibigten im Zweier ohne Steuermann als einzige Vorjahresmeister ihren Titel. Im Doppelzweier siegten R o ß m a n n - Wöllert (Frankfurt a. b. Ober), ben Emer gewann Schäfer (Dresben); hier gab ber erkrankte Dr. Buhtz auf. Im Vierer ohne Steuermann siegte ber Würzburger R u b e r - V e r e i n , ber sich damit für bie verlorene Achter-Meisterfchaft ent- schäbigte. Der Achter fiel an Hellas Berlin unb Sturmvogel Spinblersfelb gewann den Vierer mit Steuermann, fo daß drei Titel nach Berlin fielen. Den Damen-Wettbewerb im Gig- Doppelvierer gewann mit dem RE. Havel Brandenburg ein weiterer Berliner Verein. Die Ergebnisse. Vierer ohne Steuermann: 1. Würzburger Ruder-Verein 6:45,4; 2. WSV. Godesberg 6:50,1; 3. Sturmvogel Spindlersfeld 6:54; Hellas Berlin aufgegeben. . Einer: 1. Schäfer (Dresdener Ruder-Verem) 7:34,1; 2. Pirsch (Alemannia Berlin) 7:46,1; 3. G. v. Opel (Rüsselsheim) 7:47,6; Dt. Buhtz (Berlin) aufgegeben. _ , Vierer mit Steuermann: 1. Sturmvogel Die Arbeitsgemeinschaft ber Deutschen Reichs- bahn-Turn- und Sportvereine Berlin hat ihren an- geschlossenen Vereinen die Austragung eines modernen sportlichen Fünfkampfes zur Pflicht gemacht. Der Kampf besteht aus 300-Meter-Laufen, Kugelstoßen, Dreisprung, 100- und 300- Meter-Sckwim- men, Gewichtheben, Turnen, Kleinkaliberschießen und einem 25-Kilometer-Gepäckrnarsch. Die erzielten Leistungen werden nach Punkten bewertet und so der beste Reichsbahn-Turn- und Sportverein ermittelt. Auch der VfB.-Reichsbahn beteiligt sich an dieser interessanten Prüfung. Auf Grund seiner Mitgliederzahl von über 1200 muß jer VfB.- Reichsbahn Gießen zu jeder Uebung 16 Teilnehmer stellen. Am vergangenen Sonntag erledigte ber VfB.-Reichsbahn Gießen auf seinem Platze die Leistungsprüfung über 300-Meter-Laufen, f „ Die 17. Etappe ber Tour b e France führte am Sonntag bie Fahrer von Luchon über nur 91 Kilometer nach Tarbes. Sieger würbe mit sieben Minuten Vorsprung ber führende Magne ie Lei- vor bem Spanier Trueba unb bem Belgier S. Maes. Kugel-1 Geyer kam biesmal auf bem 13. Platz ein. Drei Vorzüge schätzt der Opelfahrer immer und immer wieder an seinem Wagen: die unbedingte den ehrlichen Gegenwert, 7 die ausgeglichene Konstruktion. OPEL Wirtschaftlich, zuverlässig, bequem Volksautoraobil 1,2 Liter 4 Zylinder ab RM 1880.-/ Opelwagen mit »Opel Synchron-Federung« 1,3 Liter und 6 Zylinder. Preise ab RM 2650.-, ab Werk. Günstiger Finanzierungs- undVersiche- rungsdienst. Nicht versäumen« Beim Opel-Händler prüfen, was Opel Ihnen bietet I Adam Opel A.G.,Rüsselsheim-M Spindlersfeld 7:01,4; 2. Etuf Essen 7:04,3; 3. Frie- Jen Berlin 7:13,3; 4. Viktoria Danzig 7:21,3. Zweier ohne Steuermann (zweimal gewartet): 1. Braun-Möller (Wiking Berlin) 7:53,4; 2. Botz-Cellarius (Köln 1877) 7:55,3; 3. Eichhorn- Zahn (Mannheimer RE.) 7:58; 4. Rückert-Holz (Danziger RD.) 8:08,8. Doppelzweier (zweimal ausgetragen): 1. Roßmann - Möllert (Frankfurt a. d. Ober) 6:53,4; 2. Bohmitt-Bayerwaltes (RV. Bamberg) 6:56,3; 3. Frankfurter RG. Germania Frankfurt a. M. (Paul- Hüllinghoff) 7:05. (MSB. Godesberg im ersten Lauf ausgeschlossen). Achter: 1. Hellas Berlin 6:00,7; 2. RD. Würzburg 6:00,9; 3. Berliner Ruderklub 6:04,7; 4. Mainzer RD. 6:04,9. ♦ Auf dem Starnberger See wurden die Kanu- Lang st recken-Mei st erschuften abgewickelt. Hier setzten sich Horn-Hanisch (Berlin) im Zweier und H r a d e tz k i (Rosenheim) im Einer durch. Die in Halle vorgesehenen B a h n - R a d - Wettbewerbe fielen dem Regen zum Opfer und wurden um 24 Stunden verschoben. Oie deutschen Straßenmeisterschasten. Auf der Strecke Nürnberg—Regensburg—Nürnberg, die 4 durch trie Berge der Ober Pfalz und den Fränkischen Jura führte, lieferten sich 66 der besten Straßenamateure einen sportlich hochstehenden Kampf, den schließlich K r ü ck l - München im Spurt zu seinen Gunsten entschied. Nach einer Fahrzeit von 7 :50 :50 Stunden für die 244,4 Kilometer lange Strecke traf er als Erster am Ziel in Nürnberg vor Fuhrmann- Berlin (eine Länge), K r a n z e r - Nürnberg, Hupfeld-Dortmund, Balzer- Berlin und Dreißig- Berlin (alle dichtauf) ein. Als 16. kam der Frankfurter G u t in 8 : 03,45 vor Löber - Frankfurt am Ziel an. Nordheffens Turnvertretung bei den Kampfspielen. Zu den Deutschen Kampfspiälen in Nürnberg sind von den 16 Gauen der Deutschen Turnerschaft insgesamt 1117 Meldungen für die Turnwettbewerbe gemeldet worden. Am stärksten ist der Gau XIII Südwest mit 147 Meldungen vertreten. Verhältnismäßig gut für einen der kleinen DT.-Gaue ist mit nahezu 60 Teilnehmern das Meldeergebnis aus unserem heimischen Turngau XII Nordhessen. Bei den Turnern vermißt man allerdings einige Spitzenkönner, so die guten Limburger Turner, die kürzlich beim Bezirksturnfest in Friedberg ihre Befähigung für Nürnberg durchaus nachgewiesen haben. Der Marburger Ahrens kann, wie wir erfahren, wegen Verletzung nicht teilnehmen. Unter den Bewerbern befinden sich die Gießener Zwillingsbrüder Herbert und die drei Brüder Fink aus Marburg, von denen einer jetzt für Kassel turnt. Eine etwas zahlreichere Beteiligung hätte man aus dem Lager der Turnerinnen erwartet. Nachstehend nennen wir die nordhessischen Turner und Turnerinnen, die in Nürnberg starten: Turner-Zwölfkampf: W. Schmidt, Tgm. 1837 Hanau; Adolf Fink, TuSpv. 1860/85 Marburg; Walter Fink, TuSpv. 1860/85 Marburg; Karl Schiebeler, CT. Kassel; Hch. Schmeissing, Tgm. Witzenhausen; Adam Fahrenkopf T.- u. Spvergg. 1860 Hanau; Ernst Schöfsmann, Tv. Wieseck; Karl Lettin, Tv. Wieseck; Alfred Oswald, Tv. Wieseck; Otto Gergs, AeCT. Kassel; Kramer, AeCT. Kassel; Kurt Schneider, AeCT. Kassel; Richard Seth, Tv. Großen-Linden, Karl Schick, To. 1846 Gießen; Ludwig Herbert, Tv. 1846 Gießen; Hch. Herbert, To. 1846 Gießen; Hch. Schäfer, T.- u. Fechtklub Fulda. Turner-Neunkampf: Rolf Ebeling, Tgm. 1837 Hanau; Heinz Bräcklein, CT. Kassel; Leo Wiese, CT. Kassel; Hermann Eckhardt, CT. Kassel; Ferdinand Schönewolf, CT. Kassel; Heinz Rinke, CT. Kassel; Erich Fink, CT. Kassel; Bauckhardt, CT. Kassel; Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen; Emil Wald, T.- u. Fechtklub Fulda. Turner-Fünfkampf: Hans Peters, Tv. Maffenheim; Johannes Artz, Tv. Massenheim; Willi Beaupain, T.- u. Spv. 1860/85 Marburg; Fritz Janke, CT. Kassel; W. Salomon, CT. Kassel; Hans Rübe, CT. Kassel; Kurt Lange, AeCT. Kassel; Karl Michels, Tv. 1846 Gießen; Karl Schuster, Tv. Wetzlar; Gustav Bott, Tv. Wetzlar; Otto Werner, Tv. Weilmünster; Walter Riedel, Tv. Herborn; Bernhard Schöpf, T.- u. Fechtklub Fulda; Karl Storch, T.- u. Fechtklub Fulda; Rudolf Gehrte, Tgm. 1837 Hanau a. M. Turnerinnen-Siebenkampf: Frau Kalk, Tv. Wetzlar; Gretel Breul, AeCT. Kassel; Anni Klinge, AeCT. Kassel; Erna Hofmann, T.- u. Spv. Hanau; Sophie Unkel, Reichsbahn-T.- u. Spv. Marburg. Turnerinnen-Sechskampf: Gretel Dietrich, T.- u. Spv. 1860/85 Marburg; Friedel Hiefer, AeCT. Kassel. Turnerinnen-Vierkampf: Marta Ara- bin, Tv. Wetzlar; Elfriede Hormann, „Jahn" Esch- roege; Dora Eisenhuth, „Jahn" Eschwege. Leichtathletik: Pontow, Tgm. Fulda (100- Meter- und 200-Meter-Lauf); Werner, Tv. Weilmünster (Dreisprung). Wolff Hirth flog so eine Stunde und auch ein großer Teil der übrigen Maschinen vermochte sich über eine halbe Stunde über den Hängen der Was. serkuppe zu halten. Lediglich der Mannheimer PilotHosmann konnte mit seinem „Rhön-Adler" durch eine Thermik-Säule Anschluß an eine vorüberziehende Gewitterwolke finden, erreichte über der Wafferkuppe bereits eine Höhe von c a. 900 Meter und gewann damit den ausgesetzten Tagespreis für die größte Höhe. Nach einem wohlgelungenen Ueberlandflug landete er in dem Lustlinie 115 Kilo- meter entfernten Kronach bei Koburg. Kurze Sportnotizen. Der Kölner Weinkötz stellte beim „Amerikaner-Sportfest" in Frankfurt a. M. wieder einen neuen deutschen Hochsprung-Rekord auf. Er übersprang diesmal die Höhe von 1,98 Meter. Auch sonst gab es einige hervorragende Leistungen. Borch- meyer lief über die 100 Meter die Zeit von 10,3 Sekunden, D^ s s e ck e r (Stuttgart) schlug den Amerikaner V e n z k e über 800 Meter in 1:52 Minuten, und Dr. P e l tz e r brachte Venzke im 1500-Meter- Lauf in 3:58,1 Minuten die zweite Niederlage bei. Aus aller Welt. Ein Wilderer auf frischer lat erschossen. Am Samstag wurden der 28jährige Jakob G u m b a r t und der 35jährige Konrad Schreiber von dem Jagdpächter Sittich angetroffen, wie sie in einer umfriedigten Hege im Walde zwischen Kelsterbach und Walldorf (zwischen Frankfurt und Groß-Gerau) ein Reh einfangen wollten. Vorher war aus der gleichen Richtung ein Schuß abgegeben worden, auf den der Jagdpächter Sittich mit einem Schreckschuß geantwortet hatte, worauf die beiden Wilderer im Dickicht eines Pflanzengar- tens verschwanden. An der Eingangstür zu diesem Garten wurden die beiden Wilderer bald darauf von dem Jagdpächter wieder gesehen. Schreiber soll hierbei seinem Freunde Gumbart zuaerufen haben: „Jakob, auf ihn!" In diesem Augenblick soll Gumbart das Gewehr in Anschlag gebracht und auf Sittich gerichtet haben. Da der Jagdpächter befürchten mußte, von Gum- bart erschossen zu werden, riß er selbst seine Flinte hoch und feuerte aus einer Entfernung von 120 Meter auf den Wilddieb. Dieser wurde durch einen Schuß in den Kopf auf der Stelle getötet. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'fche Unioerfitäts - Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Oie Eröffnung der „XV. Rhön". Hofmann-Mannheim gewinnt den ersten Tagespreis. Am Vorabend. Regstes Treiben herrschte während des Samstags, dem Vortage zum XV. Rhönsegelflug-Wettbewerb auf der Wasserkuppe in der Rhön, der durch das Rekord-Melde-Ergebnis von 135 Segelflugzeugen, von denen trotz der wesentlich vergrößerten Unterbringungsmöglichkeiten nur 101 Ma- chinen zugelassen werden konnten, zum a rösten Segelflug-Wettbewerbe der Welt werden wird. Mittels Motorflugzeug-Schlepp und Automobilen trafen seit Mitte der Woche nahezu 70 Maschinen im Fliegerlager Wasserkuppe ein. So aus Westdeutschland die Aachener, Gelsenkirchener, Essener und Bonner Ortsgruppen mit je zwei Segelflugzeugen und die Berliner Ortsgruppen des DLV. mit fünf Maschinen. Auch aus Schwaben und Baden sind nahezu alle gemeldeten Teilnehmer bereits eingetroffen, angeführt von Wolff Hirth, der wiederum seine bestbewährte „Moazagotl" fliegen wird. Kassel ist mit zwei Segelflugzeugen und Frankfurt mit vier Maschinen der Type „Rhön- Bussard" im Laufe des Samstags eingetroffen. Mit fünf verschiedenen Konstruktionen, darunter Grön- hofss Rekordmaschine „Fasnir", die Peter Riedel fliegen wird, der Neukonstruktion „Präsident", die von Wiegmeyer geflogen wird, einem „Rhön- Bussard" und dem „Windspiel", mit dem Fischer vor wenigen Wochen die Streckenflug-Weltbest- leistung erzielte, nimmt die Darmstädter Ortsgruppe an der „XV. Rhön" teil. Alle bekannten Segelflugpiloten sind bereits ausnahmslos mit ihren Maschinen eingetroffen. Oer erste Wettbewerbstag. Am Sonntag wurde dann die „XV. Rhön" in Anwesenheit einer großen Anzahl von Landesgruppenführern des Deutschen Luftsport-Verbandes und des gesamten Flieger-Lagers sowie einer großen Zuschauermenge um 8 Uhr früh mit der feierlichen Flaggenhissung eröffnet. Prof. Dr. Georgii - Darmstadt, der Führer des deutschen Segelflugwesens im DLV. richtete in Vertretung des Präsidenten des DLV., Hauptmann a. D. Bruno L o e r z e r, herzliche Begrüßungsworte an die Erschienenen und fand vor allem Worte des Dankes für Luftfahrtminister Göring, dem die Segelflug-Bewegung den starken Aufschwung des letzten Jahres in besonderem Maße verdankt. Unter den Klängen des Deutschland- und des Hvrst-Wessel- Liedes wurden sodann die Flaggen vor dem Ursi- nus-Haus hochgezogen. Die Witterung schwankte, als die Sirene um 9 Uhr früh zum Start ertönte, noch zwischen Sonnenschein und Regen, und erst gegen 14 Uhr, nachdem etwas Wino aufgekommen war, begann ein reger Startbetrieb. Bis gegen 17 Uhr konnten insgesamt 30 Starts durchgeführt werden. Herr Wilhelm Hormann im Aller von 65 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Mäusburg 6), den 23. Juli 1934. 4297 D Allendorf a. d. Lahn, den 23. Juli 1934. Die Beerdigung findet Dienstag, 24. Juli, nachm.3 Uhr statt. 4296 D Ira Beiprogramm: 4295 A Die Beisetzung findet auf Wunsch des Verstorbenen in der Stille statt. — Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. Gestern starb plötzlich und unerwartet unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, was man hat muß scheiden Lustspiel - Kulturfilm - Ufa-Ton-Woche Täglich 4. 6 und 8.30 Uhr. Lichtspielhaus • Gießen ■ Heute Montag: ■ Luise Ulrich Richard Romanowsky I Gay Christi, Ed. Wesener I in dem reizenden Lustspiel GlückimSchloO ■ nach dem weltberühmten Bühnen werk: ■■ Vater sein dagegen sehr I Plötzlich und unerwartet entschlief sanft am Samstag nachmittag, 3% Uhr, nach kurzem schweren Leiden unser innigstgeliebtes. einziges Töchterchen Elfriede im 7. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Otto Euler und Frau nebst allen Angehörigen Wissenschafti. Werke Sondergebiet der BrQhrschenDruckerei ( Mietgesuche | Lade« mit Nebenraum sofort ob. später zu miet, gesucht. Gefl. schriftliche Angeb. m. Ang. der Lage und des Mietpreises unt. 03622 a. b.G.A. Kühles möbl. 8immer zum I. Aug. ges. m. Nachtruhe ab 22 Uhr, für ca 15 Mk. mtL, von ölt. Akademiker. Schr.Angeb.unt. 03625 a.b. G.A. Zementwarenfabrik sucht tüchtigen Kaufmann Führerschein erwünscht.Näh.bei WilhelmRinnS. Abendstern bei Gießen. 03624 Verkäufe "| Mn- unö WWlUM billig zu öerUacvi Alicenstr. 20 I. 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Die Bürger« meister bestimmen im Einvernehmen mit dem zuständigen Ortsbauernführer, welche Sachverständigen zur Durchführung der Obsternteermittelung hinzuzuziehen sind. Für die ehrenamtliche Tätigkeit als Obsternteschätzer kommen insbesondere führende Persönlichkeiten des Obst- und Gartenbaues, Baumwärter, Feldschutz- personal usw. in Frage. Die Fragebogen find nach gewiffenhafter Ausfüllung bis spätestens 5. Oktober 1934 unmittelbar an das Landesstatistische Amt einzusenden. Richtlinien für die Durchführung der Obsternteermittelung befinden sich auf der Rückseite der vor- erwähnten Fragebogen.4293 c Bekanntmachung aus dem Kreise Wehlar. Die nächste unentgeltliche Beratungsstunde für Nerven- und Seelenkranke findet am Donnerstag, dem 26. IuU b. I. nachmittags 2 Uhr, im Untersuchungszimmer des neuen Kreishauses statt. 4294 c Kreiswohlfahrtsamt. .... und zum Bauen Abermann. Empfehlungen TORPEDO nur RM. 188.— schon für 4ie9o 7.90 monatlich Alleinverkauf Niederhausens Co. 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In seinen oberhessischen Romanen „Die Steinfeldbauern" und „Die Leute vom Burgwald" wuchs er rasch über eine herkömmliche Schreibweise hinweg und zu einer von heimatfestem Geblüt erfüllten, Natur und Volkstum des hessischen Landes lebensvoll darstellenden Epik hinauf, die seinen Namen alsbald und nachdrücklich in das Ehrenbuch neuer deutscher Erzählkunst einzutragen vermocht hat. Die ihm eigene mit einem beweglichen Temperament verbundene Lebensweisheit hat in ihm überdies einen Humor gedeihen lassen, der überall in seinen Werken, besonders aber in den Sammlungen „Stille Winkel", „Aber he?", „Leichtes Volk" in köstlichen Blüten zu finden ist. So gehört Valentin Traudts dichterisches Schaffen zu den reizvollsten Erscheinungen deutscher Dorf- und Kleinstadtpoesie, dieses Wort im schönsten Sinne geommen. Noch vor wenigen Jahren ist Traudt mit dem „Lustigen Bab- benheimer" ein vollgültiger, wetterharter Bauernroman gelungen, ein Beweis, daß seine schöpferische Entwicklung vor dem äußeren Alter nicht Halt gemacht hat und vielleicht noch manches in die Scheuern zu sammeln vermag. Will Scheller. Diele Liebhaber-Photographen bringen von ihren Wanderungen und Reisen mangelhafte Bilder mit, denen der Erfahrene sofort ansieht, daß sie mißlingen mußten. Sie unterschätzen die Schwierigkeit, Nahes und Fernes, grell und spärlich Beleuchtetes zusammen einwandfrei auf die gleiche Platte zu bekommen. Beseitigt der Rollfilmapparat die Schwierigkeiten der sonst fehlenden einheitlichen Tiefenschärfe, so schafft er dagegen eine Gleichmacherei, die dem Bild unserer Netzhaut gar nicht entspricht. Ein Bild soll mit einem einzigen Blick in seinen wesentlichen Bestand- nassen sein. Das ist für ein Photogramm ich mir eine Blume durch den Gartenzaun gepflückt habe? Da werden mir die Haare schön in die Stirn geweht fein, wo doch gerade solcher Wind ging... Dasselbe ging für Aufnahmen von Kindern und überhaupt für Menschen jeden Alters. Ehe alle Photo- Sportler tüchtige Portätphotographen geworden sind, wird die Vier-Mark-Box einen Compurverschluß haben. Für den Photo-Sportler kommen, wenn es sich um Personenaufnahmen handelt, in erster Linie die Zufallstreffer in Frage, die lebendige, wenn auch nicht alle Gesetze der Bi Id kom Position restlos erfüllende Bilder schaffen. Dazu wird es freilich nötig sein, daß er mehr oder weniger ständig auf der Lauer liegt, den Apparat immer schußbereit bei sich hat. Spielende Kinder sich selbst überlassend und scheinbar wegen ganz anderer Motive mit dem Apparat hantierend, bekommt er mit der rechten Geduld, die besten Kinder-Aufnahmen. Und auch für „Große", die ja nicht immer nur des Weges gegangen kommen müssen, gilt Aehnliches, zumal im Sommer mit seinem Spiel und Sport, mit feinem Babeleben im Wasser und am Strande. Daß auch dabei oft Bilder gestellt werden, ist allerdings bekannt. Doch tun wir gut, in solchen Fällen immer eine Gruppe, mindestens zwei Personen zu irgendeiner gemeinsamen Tätigkeit zu vereinen. Dabei kann es sich um das Allereinfachste handeln, etwa gar bloß des Weges daherzukommen. Aber der Photograph muß es verstehen, die beiden so frei über die Landschaft ober sonstwas plaudern zu lassen, daß sie ben Augenblick seines Knipsens weder erwarten noch wissen, ehe alles vorbei ist. Alles Erwähnte sind nur Beispiele. Aber es steckt vieles Grundsätzliche in ihnen, das jeder mit einiger Ueberlegung auf jedes andere, vergleichbare Motiv übertragen kann. Kernsichten. Es kam, wie es zu kommen pflegt: eines Tages hatten die Kinder die Zwingertür schlecht geschlos- en, und Vössing war verschwunden. Alles Weinen nutzte nichts. Er kam nicht wieder. „Das hatte ich längst erwartet", sagte der Forster. „Als ich jung war, habe ich wohl ein Dutzend Füchse im Zwinger gehabt; ausgebüxt sind sie mir alle, der Drang nach der Freiheit stirbt nie, und einmal findet der Gefangene doch ein Loch Hum Durchschlupfen. Vössing ließ bald von sich Horen. Nicht lange, da vermißte man den Haushahn, seine Federn fanden ich dicht bei der Försterei. Der große Bronceput- hahn, der Stolz des Hofes, erschien eines Tages böse zerzaust. Sein Rad wies klägliche Lucken auf, am Halse zeigte er große Kahlflecken und Bisse am Brustansatz, und er hatte lange keine Lust mehr, im Walde zu bummeln. . v . Ab und zu sah man den Fuchs m der Nahe des Hofes. Dann lieh er die Kinder auf dreißig Schritt herankommen und hielt den Kopf schief wie ein Hund, wenn sie seinen Namen riefen. Aber für allzu große Zärtlichkeit war er nicht zu haben, sondern empfahl sich eiligst beim Naherkommen. Noch einige Hühner verschwanden, die Hausfrau jammerte, aber der Forster brummte: „Was soll er denn machen? Die Menschen haben ihn eingesperrt, den Mäusefang konnte ihn seine Mutter nicht Uhren, Gras zu fressen hat ihm die Natur nicht bestimmt, und leben will er doch, wie mir alle Aber als Vössing wieder einmal ein Huhn W len wollte, brannte der Förster ihm eins auf. Doch es waren nur feine Schrote gewesen Immerhin: Seitdem mied Vössing die Öörfteret. Dafür machte er den Bauern am Rande des Reviers jetzt eine Besuche und zehntete deren Huhnerbestände Aber er war vorsichtig geworden seitdem es eines Nachts oben aus einer Baumkrone heraus5 geblitzt und gedonnert hatte, wahrend er sich an Fleischresten, die dicht an dem Baum lagen, Sich tat; ein paar grobe Schrote hatten semen rechten Hinterlauf gefaßt, so ^aß er fortan lahmte nnd nachdem er auf einer Treibjagd arg angebleit und nur mit knapper Not au- dem K-M sich hatte retten können, wechselte er wieder nach den großen Wäldern hinüber. Der strenge Win er lieh ihn nicht Not leiden, denn immer gab es allerhand Fallwild, am S-eus-r sand er em paar Klein- nlöti-n oder Barsch-, die von der Eisfischerei liegen- M-b-n malen, und als das Frühjahr herankam lernte er mit Leidenschaft, Mause zu fangen und fnnnte sogar ab und zu eine Schnepfe, die hier : auf der Rückreise aus dem Süden zur Rast einge- t fallen war, übertölpeln. Dann lernte er noch etwas Herrliches kennen: vor Aufregung verpaßt, dann bekommt der Kavalier unter Umständen wirklich ein Bild, auf dem eine lausende junge Dame zu sehen ist. Aber — jeder, der das Bild sieht, muß Angst haben, daß sie im nächsten Augenblick über ihre eigenen Beine stolpern wird, weil sie nicht auf den Weg auf paßt, sondern so seltsam den Bildbetrachter anstarrt, mit anderen Worten, weil sie während des befohlenen, also gestellten Lausens unablässig in die Linse ftar te Ist es denn so schwer, Aufnahmen au machen, die der Photographierte wirklich im Augenblick des Knipsens nicht erwartete? Auch auf die Gefahr hin, daß eine junge Dame vielleicht böse sein will und sagt: Du hast mich doch nicht etwa geknipst, wie teilen zu er! lassen nach viertägigem Besuch am Zarenhof kron- nur der erste A k t der größten Tragödie der I stadt. """W M .*-4 • Während eines ganzen Feuerwerks, das vielleicht eine Stunde dauert, den Apparat offen zu lassen, ergibt zwar ein imponierendes Bild. Aber das Gewirr aufsteigender und fallender Linien, wirbelnder Sterne und sprühender Funken ist allzu phantastisch, als daß wir uns daraus viel entnehmen könnten. Begnügen wir uns also lieber mit einer viel geringeren Zahl von Raketen und sonstigen Effekten — genau so, wie wir bei den ebenfalls einfachen Gewitteraufnahmen nicht alle Blitze eines Gewitters auf die Platte haben wollen! Für beide Motive gilt die Forderung, daß zwischen Linse und Motiv keine Helle künstliche Lichtquelle sein soll. Je näher sie vor der Linse wäre, um so mehr müßte mit Schleiern gerechnet werden. Kassetten mit eingelegten Platten werden ost nicht gut verwahrt. Auch wenn die Platten zur baldigen Verwendung bestimmt sind, sollten wir uns gut überlegen, wo für sie samt den Kassetten der rechte Platz ist. Wir legen sie beispielsweise an eine schattige Stelle nahe beim Fenster. Eine halbe Stunde später ist vielleicht die Sonne weit genug, sie prall zu bescheinen. Liegt dann gar noch die Seite mit dem Kassettenschieber nach oben, so können selbst bei gut schließenden und nicht etwa schadhaften Kassetten Vorbelichtungen der Platten (oder Planfilms) erfolgen. Aehnliches gilt auch für Aufnahmen im Freien, bei denen wir nicht länger als nötig mit den gefüllten Kassetten in vollem Sonnenlichte hantieren sollen. Auch das Einlegen von Rollfilmen braucht nicht gerade in der hellsten Sonne zu geschehen. Da wir nach dem Abreißen der Verschlußmarke zwar fest, aber nicht zu fest andrücken sollen, lockern sich die einzelnen Bindungen etwas. Je Heller dann das umgebende Licht ist, um so größer -die Gefahr, daß es an durchaus störenden Stellen Zugang findet. Das neue Reichsjagdgesetz. III. Schon jetzt ist verboten: Der Schrot- und Postenschuß und der Schuß mit gehacktem Blei, auch als Fangschuß, aus Wisent-, Elch-, Rot-, Dam-, Sita-, Stein-, Muffel-, Reh-, Gems- und Schwarzwild sowie Robben, der Schuß auf Schalenwild mit Randfeuerpatronen oder mit Patronen, deren Hülsen kürzer als 40 Millimeter sind, die Lappjagd inerhalb einer Zone von 300 Meter von der Grenze, die Jagd durch Abklingeln der Felder und die Treibjagd bei Mondschein. Dem Federwild darf nicht zur Nachtzeit nachgestellt werden, d. h. nicht eine Stunde nach Sonnenuntergang und eine Stunde vor Sonnenaufgang. Das Verbot betrifft nicht die Jagd auf künstlichen Teichen auf Fischreiher, Möwen und Taucher und nicht die Jagd auf Gänse, Enten, Schnepfen, den Auer- und den Birkhahn. Verboten ist ferner das Verwenden künstlicher Lichtquellen beim Fana oder Erlegen von Wild aller Art, das Aussetzen oder Empfangen von Belohnungen für den Abschuß oder den Fang von Raubvögeln, das Anlegen von Saufängen, von Fang- und Fallgruben ohne Genehmigung des Kreisjägermeisters, desgleichen von Entenfängen. Schlingen oder Tellereisen, in denen sich Wild fangen kann, dürfen nicht aufgestellt werden. Fanggeräte oder Selbstschüsse, die auf Pfählen, Bäumen oder auf anderen aufragenden Gegenständen angebracht sind, sind gleichfalls untersagt. In Notzeiten darf Schalenwild nicht in einem Abstand von weniger als 200 Meter an Fütterungen geschossen werden. Die Verwendung von solchem Vogelfang- geräte ist verboten, das tue Vögel weder unversehrt fängt noch sofort tötet Verboten ist ferner die hetz- oder Treibjagd oder die Beteiligung an solchen Jagden an gesetzlichen Sonn- und Feiertagen während der ortsüblichen Zeit des Hauptgottesdienstes, sofern hierdurch der Gottesdienst gestört wird, und das Vergiften jagdbarer Tiere. Schließlich ist die Verwendung von sog. Bracken, d h. lautgebender (bellender) Laufhunoe auf Jagdbezirken von weniger als 1000 Hektar Bodenfläche untersagt. Eine gesetzliche Beschränkung oder Erweiterung dieser Verbote ist zulässig. Die Ausübung der Jagd ist ferner dort verboten, wo sie die öffentliche Ruhe, Ordnung oder Sicherheit stört, oder das Leben von Menschen gefährdet, auf Anlagen der Landesverteidigung oder der Luftfahrt, und sie wird noch für Naturschutz-, Baumschutz- und Wildschutzgebiete, sowie Wildgärten und Gatterreviere besonders geregelt werden. Von hoher Wichtigkeit für die Jägerwelt ist die künftige Abschußregelung, die gleichzeitig den Interessen der Land- und Forstwirffchaft dienen soll und der Erhaltung eines in seinen einzelnen Stücken gesunden Wildstandes für die Nachwelt. Den Abschußplan genehmigt der Kreisjägermeister stets für drei Jahre, dem auch auf Verlangen eine Abschußliste vorzulegen ist. Nach den Grundsätzen weidgerechter Wildhege werden Jagdzeiten und Schonzeiten geregelt werden. Jagdbare Tiere, für die eine Jagdzeit nicht festgesetzt ist, sind während des ganzen Jahres zu schonen. Der Kreis der jagdschutzberechtigten Personen ist gesetzlich umgrenzt und festgelegt. Jagdaufseher haben Rechte und Pflichten des Beamten des Polizei- und Sicherheitsdienstes und gelten als Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft. Sie müssen Diensthut und Abzeichen tragen, desgleichen die Iagdausübungsberech- tigten das für sie bestimmte Reichsjagdfchuh- abzeichen, sobald sie in ihrem Bezirk den Jagdschutz ausüben. Jagdschutzberechtigte üben auf jedem Jagdbezirk polizeiliche Rechte aus, also auch hinsichtlich der Namensfeststellung von Jagdfrevlern, und können Hunde, die im Jagdbezirk außerhalb der Einwirkung ihres Herrn, und Katzen, die in einer Entfernung von mehr als 200 Metern vom nächsten Hause betroffen werden, töten! Das Gesetz regelt weiter das Fernhalten des Wildes von Grundstücken, die Verminderung übermäßigen Wildstandes, die Beschränkungen der Hege für Schwarzwild (Sauen) und das Aussetzen ausländischer Tierarten, den Wildschaden, der durch aus einem Gehege ausgetretenes Stück Schalenwild verursacht wird, den Umfang der Ersatzpflicht und den durch Jagdausübung etwa entstandenen Schaden. Das Verfahren in Wild- und Jagdschadensangelegenheiten findet im Verordnungswege seine Regelung: der Wildhandel wird bestimmten Beschränkungen unterworfen werden. Es werden Jagdgaue geschaffen, die mehrere Jagdkreise umfassen. Die Jagdbehörden arbeiten im Einvernehmen mit den Behörden der allgemeinen Verwaltung. Das Verfahren in Jagdangelegenheiten findet seine Regelung im Verordnungswege. Sämtliche Inhaber der Jahresjagdschelne werden im Reichsbund „Deutsche Jägerschaft" zu- fammengeschlosfen. Diese ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit einer Satzung, die der Reichsjägermeister erläßt. Neben der Deutschen Jäqerschaft sind Vereinigungen mit gleicher oder ä nticher Zielsetzung unzulässig. Am Sitz der Gaujägermeister werden Jägerehrengerichte mit Derurteilungsrecht errichtet. Für Zuwiderhandlungen gegen die Schonzeiten und für zahlreiche andere Jagddelikte sowie für das unbeaufsichtigte Laufenlassen von Hunden und Katzen in einem Jagdbezirk werden Strafen festgesetzt. Ein ehrengerichtliches Verfahren kann eingeleitet werden, wenn eine rechtskräftige Verurteilung erfolgt oder wegen Zurechnungsunfähigkeit nicht erfolgt ist. Der Strafrichter des ordentlichen Strafverfahrens kann schon in diesem neben der Strafe die Entziehung des Jagdscheines (Passes) aussprechen, sowohl für dauernd, als auch für nur vorübergehend, wenn der Angeklagte für unwürdig befunden wird, die Jagd auszuüben. Die Rechtsänderungen, die durch das Jagdgesetz, seine Rebssrleitungs-, Durchführungs- und Ergänzungsvorschriften herbeigesührt werden, begründen für die hierdurch Betroffenen keinen öffentlichen oder privaten Anspruch auf eine Entschädigung. Spätestens am 1. April 1935 treten auch die letz- ten, die Jagd betreffenden Landesgesetze außer Kraft. Aus der proviuzialhauptstadi. Stadijugeud-Landjugend! Von der NS.-Dolkswohlfahrt, Kreisleitung Gießen, wird uns geschrieben: Vom Leben und der Tätigkeit der Städter hat die ländliche Jugend oft nur einen verschwommenen Begriff: umgekehrt ist es genau so. Ein Junge vom Land weiß natürlich, daß sein Alterskamerad aus der Stadt nicht wie er hinter dem Pfluge oder der Egge arbeitet, aber er weiß natürlich nicht, wie nervenzerstörend und kräfteverzehrend die Arbeit in der Fabrik ist, im Gegensatz zu der ebenso schweren, aber gesunden Landarbeit. Vielleicht weiß der Landbewohner auch nichts von der heimlichen Sehnsucht des Stadtjungen, einmal heraus zu kommen aus der atembeklemmenden Enge der Großstadt, einmal Ruhe zu haben vor dem ewigen Lärm der Maschinen. Schon mit 14 Jahren geht der Städter täglich an seine Arbeitsstelle. Da er oft körperlich nicht dazu befähigt ist, diese schwere Arbeit dauernd zu verrichten, braucht er Ausspannung, um dann wieder mit neuer Kraft und neuem Mute sein Brot verdienen zu können. Auch die Schuljugend muß oft schon zur Unterstützung der Familie durch Zeitungsaustragen, oder ähnliche kleine Arbeiten Geld verdienen. Auch sie wünscht nichts sehnlicher als einmal fern vom Getriebe der Großstadt zu sein, einmal bei ihren Kameraden auf dem Lande sich ausruhen zu können von all den Mühen und Anstrengungen der Großstadt. Wie gern würden sie einmal Die herrliche, reine Landluft in vollen Zügen genießen. Ihr deutsche Bauern, werdet diesen Herzenswunsch bestimmt verstehen! In früheren Jahren hat man sich wenig um die hohlwangige Kinder gekümmert, weil man eine Volksgemeinschaft, wie wir sie heute haben, höchstens dem Namen nach gekannt hat. Laßt die Jugend einmal ihr Deutschland in allen seinen Schönheiten und Eigenheiten erleben. Sie sollen ihr Vaterland kennen und lieben lernen. Gebt den deutschen Kindern Freistellen, ihr gebt ihnen Kraft und Lebensfreude. An alle Amtswalter und Mitglieder der 7lS -Volkswohlfahrt. Am Mittwoch, 25. Juli, abends 20.30 Uhr, findet im Cafe Leib, Walltorstraße 38, eine Versammlung für alle Mitglieder und Amtswalter der NS.-Volkswohlfahrt statt. Cs spricht Kreisschulungsleiter Pg. Michel. Thema: „Die Aufgaben der NS.-Volks- w o h l f a h r t". Erscheinen ist Pflicht! Der Besuch der Versammlung von Amtswaltern und Mitgliedern der anderen Gießener Ortsgruppen ist erwünscht. Kreisleitung der NGOAp. Kreisrundfunkberatungsstelle Gießen. Betr.: „Sonderzüge zu den großen Rundfunk- Kundgebungen und Funktagungen in Berlin mit Besuch der Funkausstellung vom 17.—26. Juli 1934". Allen, die die vorjährige Leistungsschau des deutschen Rundfunks besucht haben, wird dieses unvergeßliche Erlebnis heute noch im Gedächtnis stehen. Der Reichsverband deutscher Rundfunkteilnehmer plant nun, um die Volkstümlichkeit des Rundfunks immer mehr zu heben, die Funkausstellung durch Schaffung billiger Sonderzüge nach Berlin möglichst vielen deutschen Volksgenossen zugänglich zu machen. Im ganzen Reichsgebiet werden diese Sonderzüge nach Berlin geführt, und auch in unserer engeren Heimat wird man Gelegenheit haben, auf diese preiswerte Weise die Hauptstadt Berlin zu besuchen. Die Fahrkosten betragen ungefähr 11 RM. Teilnehmen kann jeder deutsche Volksgenosse. Der Ausgangspunkt des Sonderzuges für unser Gebiet steht noch nicht endgültig fest und wird in der Presse noch bekannt gegeben. Alle Interessenten, welche die billige Gelegenheit zur Reise nach Berlin benutzen wollen, werden gebeten, sich bei den örtlichen Funkwarten zu erkundigen und eine schriftliche Meldung an die Kreisleitung, Abteilung Rundfunk, unter dem Stichwort „Funkausstellung Berlin" einzureichen. Alles Nähere durch die Presse. '.{Ao rnotc.cn — Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Glück im Schloß". * Lollar, 22. Juli. Gestern abend ereignete sich vor Lollar auf der Strecke Lollar—Londorf an einem unbewachten Bahnübergang ein tödlicher Unfall. Die 37 Jahre alte Ehefrau des Elektrovorarbeiters T ü ch f e n passierte den Bahnübergang und wurde vom Zuge erfaßt und überfahren. Die bedauernswerte Frau erlitt so schwere Verletzungen, daß sie vom Gießener Roten Kreuz zur Chirurgischen Klinik nach Gießen gebracht werden mußte, wo sie kurze Zeit nach ihrer Einlieferung geftorben ist. Der Fall ist umso trauriger, als am vergangenen Freitag der Mann der Frau nach wochenlangem schweren Krankenlager in den Gießener Kliniken nach Hause entlassen war. * Climbach, 21. Juli. Der vor einigen Tagen durch einen Hufschlag seines Pferdes am Unterleib schwer verletzte 60 Jahre alte Landwirt Melchior W i ß n e r von hier ist in der Chirurgischen Klinik zu Gießen leider seinen schweren Verletzungen erlegen. * Lumda, 21. Juli. Vor einigen Tagen wurde hier — wie berichtet — der 48 Jahre alte Landwirt Karl Kappes von feinen scheugewordenen, vor den Wagen gespannten Kühen nach Sturz von dem Wagen geschleift und d a b eck schwer verletzt. Der bedauernswerte Mann ist nun in der Chirurgischen Klinik zu Gießen, wohin man ihn schnell überführt hatte, seinen schweren inneren Verletzungen erlegen. • * Leihgestern, 21. Juli. Hier stürzte der 13 Jahre alte Sohn des Schuldieners Krey mit seinem Fahrrad so unglücklich, daß der bedauernswerte Junge mit einer schweren Schädelverletzung nach der Chirurgischen Klinik zu Gießen gebracht werden mußte. Oie Verleihung des Ehrenkreuzes für Kriegsteilnehmer. DNB. Berlin, 21. Juli. Trotz der amtlichen Bekanntmachung, daß zur Entgegennahme der Anträge auf Verleihung des Ehren- kreuzes für die Teilnehmer am Weltkrieg ausschließlich die Ortspolizeibehörden zuständig sind und der Tug, von dem ab die vor- geschriebenen Vordrucke zur Stellung des Antrages bereitgehalten werden, in den einzelnen Gemeinden zur allgemeinen Kenntnis gebracht werden wird, gehen dem Reichsministerium des Innern täglich ungezählte Verleihungsanträge zu. Es wird daher nochmals amtlich darauf hin- gewiefen, daß diese Anträge völlig zwecklos sind und unerledigt bleiben müssen. Jeder spare sich also diese Mühe und Portoausgabe und warte mit Geduld die weiteren öffentlichen Mitteilungen ab., Es ist dafür gesorgt, daß sich das Verleihungsverfahren so rasch wie möglich abwickeln wird. Schultag im Fels. Bon Louis Barcata. Copyright by I. L. A. Wien. Der Himmel ist noch wolkengrau. Die Felswände der Nordkette steigen fast senkrecht zum Brandjoch, zur Frau Hitt, zu den Sattelspitzen empor, drohend, düster, von den Schauern der Gebirgsnacht noch nicht erlöst. Heber dem Jnntal lagert in ungefähr elfhundert Meter Höhe ein weißer, flockiger Nebel, der aussieht wie ein in mächtiger Bewegung erstarrter Milchschaumfluß. Die Höttinger Alm, in der die Kletterlehrlinge mit ihrem Lehrer schlafen, liegt lautlos in der ungeheuren Stille des werdenden Tages. Plötzlich schrillt der Wecker. Einer von den zehn Schläfern schießt mit gesträubten Haaren auf, die anderen schlafen weiter, schlafen „wie die Ratzen". Klettern ist anstrengend, man bekommt davon einen gesunden Schlaf, man wird immun gegen Geräusche. Der Erwachte ist der Lehrer. Er schüttelt einen nach dem anderen, pufft die Schlaftrunkenen mit harten Fäusten und begrüßt sie mit gesunden, gut gemeinten Flüchen. Es ist Der durch seine Mitarbeit an den Trenkerfilmen bekannt gewordene Kletterlehrer und Bergführer Alfons Schmied t. Eine junge Gestalt nach der anderen löst sich aus dem ©rau Der Kammer. SobalD sie wirklich wach finD, haben sie es eilig, Denn wer zuletzt fertig ist, muß Diesen Tag den Rucksack mit den Geräten tragen und Der Vorletzte wirD zum Koch für Den nächsten Tag bestimmt. Sie laufen mit nacktem Oberkörper hinaus in Den kalten Morgen unD Drängen sich plätschernD unD spritzenD um Den mit eisigem Wasser gefüllten Almbrunnen. Nun find sie schon erfrischt, aus braunen, jungen Gesichtern leuchten weiße Zähne unD Das Lachen bricht wie Fanfarenstöße in Die Stille Der FelswänDe, vielfaches Echo weckend. Zehn Minuten lang werden gymnastische Hebungen gemacht. Man hört nur die scharfe Stimme des Lehrers und das Keuchen der Turnenden. Ein dünner Rauch steigt indessen in den nun stahlgrau gewordenen Himmel, der im Osten orangene und goldene Farben bekommt. Zum Frühstück gibt es Jägersuppe und schwarzes, stein- hartes Bauernbrot. Aber es schmeckt nach der Frühgymnastik wunderbar und die hölzernen Schüsseln und Löffel haben in Dem rußgeschwärz- ten, nieDeren Raum, in Den Der Geruch, Das Ge- muh und Gestampfe Der erwachenDen Kühe her« überDringt, ebensoviel Stil wie Das Dünne Meißener Porzellan bei festlichem Essen. Vor Dem Abmarsch wirD noch kurz Die Wetterlage besprochen. Die zukünftigen Bergführer sollen zur Beobachtung des Wetters angehalten und in der Aufstellung von Prognosen geübt werden. Denn wenn zum Beispiel ein Gewitter im Anzug ist, Dann geht man nicht in Die WanD. ZweihunDert Meter ragt Die WanD empor. Sie ist noch grau unD fleckig. Am BranDjoch flammt Die Sonne wie ein Fanal. Seile, Mauerhaken, Die wie große zweifingerDicke NaDeln aussehen, unD Hämmer roerDen ausgepackt, Die Dünnen Kletterschuhe aus Zelttuch über Die nackten Füße gestreift. Der Lehrer erklärt in wenigen Worten Die Theorie Des WanDkletterns. Dann teilt er feine Leute in Drei Gruppen zu je Drei Mann, bestimmt bei jeher Gruppe einen zum Vorkletterer unD weift jeDer Gruppe Ausgangspunkt unD Ziel zu. Die Drei Routen, Die, eine in knapper Entfernung von Der anDeren, in Die WanD fuhren, kann er von seinem StanDpunkt aus bequem übersehen. Da er jeDen Griff Der Drei Routen genau kennt kontrolliert er nur Durch Zuruf seine Schüler. Später, wenn Die Kursteilnehmer Die Technik Des Kletterns hinreichenD beherrschen, wirD ihre Aufgabe DaDurch erschwert, Daß sie selbst Einstieg unD Weg zu einem gegebenen Ziel finDen müßen. Gelingt ihnen Dies in schwierigen Fällen in Der WanD, am Grat unD im Kamin, Dann ist ihre AusbilDung abgeschlossen. Der Führer Der ersten Gruppe steigt nun, Das Seil unter Den Armen um Die Brust geschlungen, in Die WanD ein. Die inzwischen aufgegangene Sonne bescheint Die WanD schräg, Das ist angenehm, Denn jeder Vorsprung wirft einen Schatten und Die GriffinDung wirD erleichtert In kleine Spalten bohren sich Die taftenben Finqer ein, Der Körper wirD flach an Die WanD gepreßt. Das Gewicht ruht auf einem winzigen Vorsprung, auf Dem zwei Zehen Platz gesunden haben. Im Rücken gähnt Die ungeheure Leere. Nun hat Der Erste ein schmales BanD erreicht, Das sich quer Durch Den Felsen zieht, er schlägt einen Der Haken, Die er bei sich führt, tief in "Den Fels ein, befestigt Das Seil daran, und jetzt kann der Zweite, derart gesichert, nachkommen, und nach ihm der Dritte. Finger und Zehen werden bei Dieser Arbeit stark in Anspruch genommen unD oft zittern Die Mus- Nein nach einer besonDeren Anstrengung noch minutenlang wie erschöpft. Ader währenD der Arbeit im Fels Darf es kein Nachlassen, keine Erschöpfung geben, denn die geringste Erschlaffung, eine Verminderung der Aufmerksamkeit, der Kraft, bringt das eigene Leben und das Der anDeren in Gefahr. Auf unD Abstieg Dauern stundenlang. SobalD alle Drei Gruppen roieDer unten finD, hält Der Lehrer, Der unermüDlich ist im Bewahren, Schimpfen, Fluchen, Brüllen, Der keinen einzigen seiner Schüler aus Den Augen läßt, einen kurzen Vortrag, in Dem Leistung geroürDigt, Fehler gerügt werden. Dann werfen sich alle ins kurze Veragras. Der Koch macht die Saufe zurecht. Es ist schon neun Uhr geworden und die Sonne brennt mit tropischer Glut hernieder. Nach Der Jause wanDert Die ganze Schule weiter. Es gilt noch einen schwierigen Kamin zu bewältigen. Der Kamin liegt im Schatten, es ist ein finsterer, feuchter Schlund, Der sich als schmaler Riß weit emporzieht. Diesmal geht SchmieDt selbst voran, mit gespreizten Beinen, einen Fuß auf Die Felswand auf Der einen Seite Des Risses, Den zweiten auf Die an Der anDeren stützenD. Höher unD höher arbeitet er sich empor, unermüdlich ermahnend, schimpfend, lobend. Die anderen folgen ihm schweigend, schwitzend nach. Manchmal rinnen ihnen Schneewasserbäche oben in das Hemd und über Den heißen Körper. Sie schütteln sich, lachen. Weiter geht es, mit gespreizten Beinen, zerschundenen Knien unD unD blutenben Fingern. Die Teilnehmer Des Kletterkurses erhalten ein Zeugnis. Zur Absolvierung Der Bergführerprüfung ist Die Vorlage eines solchen Zeugnisses erforDerlich. Alle Teilnehmer Des Kletterkurses bereiten sich auf Die Bergführerprüfung vor. Es finD zwei Doktoren Der Rechte, Drei Hochschüler, ein Malergehilfe unD Drei Bauernsöhne. Vor Der Aufnahme in Den Kurs muß sich jeder einer Untersuchung durch den Sportarzt unterziehen. Der Leumund der Teilnehmer muß einwandfrei, ihr Alter nicht unter achtzehn und nicht über dreißig, ihre Größe mindestens 1,65 sein. Der Kurs Dauert je nach Der „VorbilDung" Der AngemelDeten von einer Woche bis zu zwanzig Tagen. AbenDs kommen zehn abgerissene, müde, braungebrannte, blutende Männer zur Alm zurück. Manchmal hinkt auch einer. Sie machen keinen hervorragend guten Eindruck und wenn man ihnen im Walde begegnen würde, wäre es vielleicht nicht schandbar, sich vor ihnen zu fürchten. Schmiedt host das Aeußerste aus ihnen heraus, Denn er steht auf Dem StanDpunkt, Daß sie jetzt schon für alle Strapazen trainiert roerDen sollen, Die ihrer als Bergführer harren, wo sie mit dreißig Kilo schweren Rucksäcken und mehr oder weniger korpulenten Fremden am Seil im prallen Sonnenschein steigen müssen. Wenn sie ihre heißen Körper ins Wasser getaucht haben, müssen sie mit müden Gliedern noch zehn Minuten lang- Entspannungsgymnastik treiben, denn durch die unerhörten Anspannungen bei der Arbeit im Fels werden die Muskeln leicht hart. Während sie turnen, fteiqt ihnen der Geruch der kuhwarmen Milch in Die Pasen, Die von Der Sennerin in großen Kübeln aus Dem Stall in Die Stube getragen wirD. Die Sonne geht unter hinter Wolken aus zerfetztem GolD. Graue Schleier fallen über Die Berge unD Der AbenDwinD erwacht. Von Der StaDt blitzen Die ersten Lichter herauf unD Der Fluß wird schwarz. Schnell fällt die Nacht ins Tal. Drinnen in Der Alm fingen sie alte Tiroler Lieder, spielen auf der Zupfgeige und führen Schuhplattlertänze auf. Um 21 Uhr jagt sie Schmiedt ins Bett. Dann rinnt nur mehr der Brunnen vor der Hütte und die Berge stehen feierlich im blaffen Licht der Sterne. Sochscbuinacbnchten. Der Ordinarius für spezielle Pathologie und Direktor der Medizinischen Universitätsklinik in Tübingen, Professor Dr. Ottfried Müller, ist von seinen Amtspflichten entbunden worden. Professor Dr. Bacher von der Universität R o ■ ftorf, wurde beauftragt, in Der Fakultät für Stoff- wirtschaft Der Technischen Hochschule Berlin Die Vertretung Des Lehrstuhls für organische Chemie unD Die vertretungsweise Leitung Des Organisch- Chemischen Instituts zu übernehmen. PrivatDozent Dr. Hermann Franken an Der Universität Freiburg (Geburtshilfe unD Gynäkologie) rourDe zum außerorbentlichen Professor ernannt. Professor Dr. Hans Volkelt, Der kommissarische Direktor Des PäDagogischen Instituts an Der Universität Leipzig, Der bisher einen Lehrauftrag für KinDes- unD päDagogifche Psychologie hatte, ist zum Professor für Entwicklungspsychologie unD politische PäDagogik bestimmt roorDen. M. 109 vnm§ Blatt Girhener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 2.UUIH934 Der Vierte 116er«$ag in Gießen. Ein erhebender und denkwürdiger Tag der alten Soldaten. Ankunft der Traditionskompame vor dem 116er-Denkmal. Die ehrwürdigen Feldzeichen des Jnf.-Regt. 116 werden am Bahnhof abgeholt. V. M D' „4. Lebende Bilder beim Deutschen Abend. Oben: „Fidericus Rex". — Unten: „Argonnerwald". ■ Gefallenen-Gedenken bei gesenkten Fahnen vor dem 116er-Denkmal. j । i ■ ß •* MW - ’S * WM'WM» | V» * l Die Musik in der alten 116er-Uniform. Der Ehrensturm der SA. in der Stunde des Eefallen°n.G-d°nk-ns V°r der Front Im J Vordergrund Standartenadjutant Sturmbannführer Munk er. Der Wagen mit dem Kriegsgefangenenlager. (Gesamte Bildberichterstattung: Photo-Pfaff.) Ein wichtiges Kapitel der Gießener Geschichte. Die ehemaligen 116er haben mit ihrem vierten Wiedersehenstag in der überreich mit Flaggen geschmückten Stadt Gießen großes Glück gehabt. Bei dem Wettergott sind sie sicherlich besonders gut angeschrieben. Denn am Samstagnachmittag, gerade zur Stunde des Festbeginns, türmte sich nach der neuen anhaltenden Hitzeperiode ein Gewitter auf, einige Donner rollten kräftig — aber das Wetter verzog sich noch rechtzeitig nach der Lollarer Gegend hin und regnete sich dort aus. Die 116er konnten ungestört ihr Fest begehen. Und am Sonntagmorgen, als die Sonne wieder heiß vom Himmel brannte und die Luft sehr schwül war, zogen erneut dicke, unheilvoll drohende Wolken auf, sie verkrümelten sieb aber bald wieder — alles war und blieb in Oronung. Sonntagnachmittag bewegte sich der Festzug trotz schwüler Sonnenglut flott durch die Straßen, dicke Wolken zogen wieder auf, aber der Zug kam unbegossen zum Trieb, konnte dort auch noch bei leichtem Regen die Festrede hören, und als diese und damit der Festverlauf im Freien beendet war — da meldeten sich mehrere Gewitter zu Wort, die sich hier zwar nicht mit aller Kraft auswirkten, aber doch kräftigen Regen brachten. Jedoch — das Fest war mit einer Rasen-' lange vor dem Wettergott glücklich gewonnen, die Stimmung war allenthalben ausgezeichnet — Ende gut, alles gut! Soldatenglück! Und auch mit der Auswirkung ihres Festes in die Breite und die Tiefe können Die 116er sehr zufrieden sein. Sie haben die hohe Ehre gehabt, den treuen Paladin unseres Führers, den Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, als freudig begrüßten Gast in ihrer Mitte zu sehen und ihn ein- drucksvolle Worte sprechen zu hören; sie haben die beglückende Tiefe der unerschütterlich festen kameradschaftlichen Verbindung mit dem Waffenträger des Reiches, der Reichswehr, und mit den politischen Soldaten des Führers, der SA. und SS., aber auch das Band frontkameradschaftlicher Verbundenheit mit den im RSDFB. stehenden Waffengefährten des Weltkrieges erneut feststellen können; sie haben die ganze Liebe der alten Garnisonstadt Gießen an Hand der überaus reichen Beflaggung der Straßen und in den herzlichen Willkommengrüßen von Mensch zu Mensch wieder verspürt; sie haben bei allen Veranstaltungen eine sehr große Menschenmenge in soldatenfreunblichster Gesinnung um sich versammelt; und aus alledem haben sie neue wertvolle Kräfte der Seele und des Geistes gewinnen können, die für sie im Schaffen des Werktages förderlich sein werden. Fürwahr eine gute Hinterlassenschaft dieses Tages der alten Soldaten! Die Einholung der Regimenlsfahnen vom Bahnhof am Samstag gegen Abend leitete die Veranstaltung in würdiger Weife ein. Eine riesige Menschenmenge umsäumte und füllte den Bahnhofsplatz, um Zeuge dieses immer wieder eindrucksvollen Geschehens zu sein. Wenige Minuten vor 17.30 Uhr, pünktlich zur vorgesehenen Zeit, rückte unter Führung ihres Chefs, Hauptmann Schiel, die 2. Kompanie I. Bataillon Infante- rie-Regiment 15, die Traditionstruppe des ehemaligen 2. Großherzoglichen Hessischen Infanterie-Regiments (Kaiser Wilhelm) Nr. 116, mit klingendem Spiel auf den Bahnhofsplatz an, nahm dort Paradeaufstellung und empfing unter den Klängen des Präsentiermarsches die vier ehrwürdigen Feldzeichen des alten Regiments 116, die von der Fahnengruppe feierlich aus dem Bahnhofsgebäude herausgebracht wurden. Dann folgte der Abmarsch der Kompanie, die von einer riesigen Menschenmenge begleitet wurde, durch die Bahn- hofftraße, Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Sonnenstrahe, Schulstraße, Kirchenplatz, Lin- denplatz, Walltorstraße, Hitlerwall, Landgrafenstraße zum 116er-Denkmal auf dem Landgraf- Philipp-Platz. Gottesdienst am 116er-Oenkmal. Am Denkmal hatten ein Ehrensturm der SA.- Standarte 116 unter dem Kommando des Standar- ten-Adjutanten Sturmbannführer Münker, ein Ehrensturm des RSDFB. unter dem Kommando des Kameraden Grün, die Angehörigen des ehemaligen Infanterie-Regiments 116 und seiner Kriegsformationen, die Militär- und Regimentsvereine unserer Stadt, sämtlich mit ihren Fahnen, viele Ehrengäste und eine große Menschenmenge Aufstellung genommen. Das Denkmal war mit Blumen schön geschmückt. Nachdem die Traditionskompanie auf ihrem Platze angekommen und von ihrem Chef, Hauptmann Schiel, dem Bataillonskommandeur Oberstleutnant von Wachter gemeldet worden war, schritt dieser in Begleitung von Generalmajor a. D. Mohr und des Verbandsführers der ehemaligen 116er Oberst a. D. K ö t t j ch a u die Front der in Paradeaufstellung stehenden Kompanie ab. Nunmehr begann der Gottesdienst. Die Bataillonskapelle unter Obermusikmister K r a u ß e leitete die Gottesdienstfeier mit Choralmusik ein. Hierauf sprach als Vertreter der evangelischen Gemeinde, zugleich auch als Angehöriger des ehemaligen Re- ferve-Jnfanterie-Regiments 222 Pfarrer Trapp-Gießen über das Wort l.Johs. 5, 4: „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat". Er sagte u. a.: Höher schlagen in dieser Stunde in stolzer Bewegung unsere Herzen. Voll gespannter Erwartung sind wir hierher geeilt, um nach Jahren wieder uns hier zusammenzufinden in unserer alten, vertrauten Garnisonstadt Gießen. Der Ruf zum heutigen Wiedersehenstag hat uns mit Macht getroffen, hat all die großen stolzen Erinnerungen geweckt an die Zeit, wo wir hier unsere Ausbildung empfangen haben zum Dienst für Volk und Vaterland, viele in den Reihen unseres stolzen Gießener Jnf.-Rgt. 116, an dem wir mit ganzer Liebe hingen, und Dann viele, viele bei seinen Kriegsformationen. Und wenn wir jetzt hier stehen, auf dem Platz an unserer alten Kaserne, deren altersgraue Mauern herabsehen auf das 116er-Denkmal, so werden wir mit Staunen inne, daß in wenigen Tagen schon volle 20 Jahre vergangen sind, seit der gewaltige, heilige Ruf zu den Fahnen an uns erging, der Ruf hinauszuziehen, um Deutschland gegen eine, Welt von Feinden zu verteidigen. 20 Jahre sind seitdem verflossen. Wir, die wir heute hier zufammengeeill sind, waren Soldaten durch Jahre, manche durch Jahrzehnte hindurch, mit Leib und Seele und fühlen es heute mit aller Kraft: wir bleiben Soldaten im Kern unseres Wesens, solange wir leben, und der ausländische Staatsmann hat Recht, der da kürzlich sagte: erst Krieg und Waffendienst machen den Wann wirklich zum Wann! Ein Wort unseres vorhin gehörten Textes hat allezeit auf Soldaten eine ungeheure, mitreißende Wirkung ausgeübt: das ist das Wort Sieg. Auch wir haben unser alles und letztes eingesetzt für den Sieg. Strahlend, bezwingend stand die Aussicht auf den Sieg uns in den Jahren des gigantischen Ringens vor Augen und riß uns immer wieder mit. Mit stolzer Freude soll heute jeder unter uns daran denken, daß er den frischen Impuls der besten Jugendjahre oder auch des reifen Mannesalters hat daransetzen dürfen, fürDeutfchlandzu streiten, unseren Fahnen den Sieg zu erringen. Zum besten, köstlichsten Besitz sind diese Jahre uns geworden, von denen wir freilich nicht Zeugnis abzulegen vermögen in der begeisterten, romantischen Sprache der Sänger der Freiheitskriege, eines Theodor Körner etwa. Das riesige Ringen des Weltkrieges, in dem wir standen, mit seinen gigantischen, kaum faßlichen Ausmaßen hat auch in den Herzen der Kämpfer anderes Echo, andere Empfindungen geweckt, als das große Ringen 100 Jahre vorher. Unvergleichliche Taten wurden vollbracht in dem unerhörten Ringen des Weltkrieges, das uns erzog zu einem Wah der Pflichterfüllung und Opferbereitschaft, wie es wohl früher kaum möglich war, im Grauen der Waterialfchlachten mit ihren immer furchtbarer werdenden Kampfmitteln und durch die lange Kampfdauer Anforderungen von vorher nicht gekannter Größe an den einzelnen stellte. Unter übermenschlichen Anstrengungen und Entbehrungen stand das beste Heer der Welt länger als vier Jahre im Feld und wand neuen, unverwelklichen Lorbeer um feine Fahnen. Der Sieg, an den es glaubte, Den es erhoffte, blieb ihm versagt. Mit dem starken deutschen Schwert ist in den trüben Novembertagen von 1918 auch in der deutschen Seele etwas zerbrochen. Aber nicht zerbrochen war in ungezählten Herzen der Glaube an Deutschlands Größe und seine Erneuerung aus der Nacht des Zusammenbruchs, und der Mann, der diesen Glauben am stärksten nährte, steht heute an der Spitze des neuen, wieder auferstandenen Reiches: unser geliebter Führer und Kanzler Adolf Hitler. Unerschütterlicher Glaube, daß Gott die Seinen nicht verlaßt, hat zum Sieg geführt. Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Ein freudiges, sieghaft-mutiges Wort des jungen Christentums! Kameraden, auch wir wissen von der Gewalt und der Wahrheit dieses Wortes zu jagen. Glaube ließ uns ins Feld ziehen gegen eine Welt von Feinden, Glaube, daß Gott uns nicht verlassen werde im Kampf auch gegen eine erdrückende Ueberzahl von Gegnern. Viele haben von neuem glauben gelernt, über viele ist im Krieg draußen das Erlebnis der Wirklichkeit des allmächtigen Gottes, feines Waltens in der Weltgeschichte, auf ihren Höhepunkten, mit Urgewalt gekommen. Die haben recht, die da sagen, es gab draußen Augenblicke, wo es wichtiger war, sein Neues Testament zu kennen, der Gemeinschaft mit dem allmächtigen Gott, dem Lenker der Schlachten gewiß zu .fein, als ein Maschinengewehr bedienen zu können. Daß christlicher Glaube nicht aus den Herzen gerissen war, sondern uns aufrechthielt all die Jahre hindurch, das war eine entscheidende Tatsache, die uns vor allem die Neugeburt unseres Volkes und seinen Wiederaufstieg möglich machte. Ist uns der letzte, endgültige Sieg auf dem Schlachtfeld auch versagt geblieben, so hat doch die Kraft des Glaubens im Innern gesiegt, uns eine Wiedergeburt von vorher kaum erhoffter Gröhe erleben lassen. Als Soldaten wissen wir etwas von der weltbewegenden und -überwindenden Kraft des Glaubens, fühlen wir uns aufgerufen zu solchem Glauben im gewaltigen Geschehen unserer Zeit, das von 1914 an seinen Ausgang genommen hat. Hier geht es nicht bloß um Menschenschicksal, Gott selbst greift ein in die Geschichte und begegnet seinem deutschen Volk in diesen großen, umwälzenden Ereignissen. In diese Schicksalsgemeinschaft fühlen wir uns gestellt am heutigen Tag als Angehörige eines Regiments, verbunden auch mit denen, die ihre Treue zu ihrem Volk mit ihrem Blut besiegelten und denen unser stilles Gedenken gilt. Wir halten Glauben und wir halten Treue, wie sie es getan haben: wir glauben, Herr, hilf unserem Unglauben. Amen! Die Bataillonskapelle spielte sodann das Largo von Händel. Anschließend sprach als Vertreter der katholischen Gemeinde und ehemaliger Musketier im Infanterie-Regiment 447 Kaplan Oeuster-Äießen. Er sagte u. a.: Wer über die Gefallenen sprechen will, der muß eine lebendige Anschauung haben von den großen Tagen des Krieges und ihren Opfern und Schrecken. Wenn ich der Toten hier gedenken soll, dann steigt all das wieder auf, was als das tiefschürfendste Erlebnis der ganzen Lebenszeit im Gedächtnis blieb, das Kriegserlebnis Die Völker haben nach dem Krieg in ihren Hauptstädten sich ein Grabmal geschaffen vom „Unbekannten Soldate n". Mein Grabmal des „Unbekannten Soldaten" liegt in Frankreich in der Nähe von Peronne. Dort habe! ich mit einem Kameraden einen gefallenen Soldaten Zur Ruhe gebettet; ick weiß feinen Namen nicht, aber ich schätze mich glücklich in ihm, meinem „Unbekannten Soldaten", der unabsehbaren Schar gefallener Kameraden auch meinerseits einen bescheidenen Liebensdienst erwiesen zu haben. Es ffeigen mit diesem Gedanken auf all die anderen Erinnerungen an das Soldatenleben an der Front, den hunger, den Durst und die kalte, die durchwachten Rächte und das geflossene Blut, den Kanonendonner und das Bersten der Grauten, den Schmutz und Schlamm der fremden Erde. Ich sehe vor mir die Zelte und Baracken der Gefangenenlager mit ihrem dumpfen Schmerz der Verlassenheit und Abgeschlossenheit. Durch diese Vergegenwärtigung der Kriegserlebnisse möchte ich bei euch und bei mir die Wirklichkeitsnähe erzeugen, die notwendig ist, um mit ergriffenem Herzen, nicht nur mit äußerlicher An- Wesenheit diese Gedenkstunde der Toten zu begehen. Dem Geistlichen steht es gut an, die dauernden und ewigen Werte, die aus dem Felderlebnis sprossen, hervorzuheben. Und so möchte ich Gott aus dem Buch der Bücher zu uns sprechen lassen, wie ich bei Jeremias 31, 16 und 17 lese: „So spricht der Herr: Laß ruhen deine Stimme vom Klagen und dein Auge vom Weinen, denn deine Trübfal findet ihren Lohn; sie kehren heim aus dem Feindesland, es kehren zurück deine Kinder in ihre Gemarkungen." Die größte Trübsal, die uns traf, war der Verlust so vieler edlen Menschen, bei ihre Tapferkeit mit ihrem Blute besiegelten. Jeder von uns weiß da gef-alleneVerwandte und Freunde aufzuzählen, die eine große Lücke in den Herzen riff en. Mit ungeheuerem Weh haben wir jedesmal eine Todesnachricht aufgenommen, sahen wir einen Kameraden an der Seite sinken, gedenken wir heute noch der vielen Toten, heute besonders her gefallenen Angehörigen des Gießener Regimentes und feiner Feldformationen. Aber sagt uns das Wort der Schrift: „Die Trübsal findet ihren Lohn." Wohl nahm der Krieg für uns Deutsche kein freudiges Ende, wohl kehrte unfer Heer nicht als Sieger zurück, aber es kam auch nicht in die Heimat als Besiegter. Aushungerung und innere Unruhen halten vollbracht, was die feindlichen Waffen in vier Jahren nicht erreicht hatten: dem deutschen Volke einen Waffenstillstand aufzuzwingen. Die Gefallenen sind deshalb nicht umsonst gestorben. Die Opfer des Krieges find aufgezeichnet im Buche des Lebens; darin wird von Gott für den einzelnen Menschen nicht der äußere Erfolg gewertet, sondern die Gesinnung, in Der die Tat vollbracht wurde. Ein größeres Opfer treuer Pflichtgesin - n u n g kann aber niemand bringen als der, der sein Leben dafür opfert. Die Blutopfer der Gefallenen sind auch für das ganze Volk eine ungeheuere Lebenskraft, ein Lebenskapital, das niemand rauben kann. Deswegen wollen wir jeder Witwe und jedem Kriegerhinterbliebenen, jedem betrübten Freunde und jedem Volksgenossen zurufen: „Laß ruhen deine Stimme vom Klagen und dein Auge vom Weinen, Denn deine Trübsal findet ihren Lohn." Wir wollen vielmehr mit Festigkeit und Ernst, mit edlem Neid und stillem Stolze unserer Helden und ihrer Taten gedenken. Doch wir wollen nicht bei dem bloßen Gedächtnis stehen bleiben. Gottes gütige Vorsehung hat es uns vergönnt, in die Heimat zurückzukehren. „Sie kehren heim aus dem Feindesland, es keyren zurück deine Kinder in ihre Gemarkungen", so heißt es in dem Gotteswort. Aber das ist kein Zu rück kehren mit leeren Händen, ein Zurückkehren um dasselbe gemächliche und unbekümmerte Leben zu führen, wie vorher. Rein, wer aus einem solchen Kriege heimkehren darf, dem ist das Leben von Goll zum zweiten Wale geschenkt, auf dem ruht eine ernste und heilige Verpflichtung; es wartet eine gewaltige Ausgabe auf ihn, der er sich nicht entziehen darf. Das bis aufs tiefste erschütterte Vaterland muß neu gefestigt, muß neu aufgebaut werden. Welche im Kriege errungenen Werte bringen da die ehemaligen Frontsoldaten mit? 1. Den Sinn für Einfachheit in der Lebensführung. Wer mit karger Nahrung, mit einem kleinen Trunk monatelang, jahrelang ausgenommen ist, der ist nicht verwöhnt. Wer im primitivsten Raume, im Freien und auf dem Boden zu schlafen hatte, der wird nicht anspruchsvoll sein. Der braucht nicht auf das Bessere, das ihm jetzt die Heimat wieder bietet, zu verzichten; aber was ihm ge» i boten wird, das wird er um so mehr schätzen. Und I im Notfall ist er auch ohne Murren zu den größten Opfern bereit. 2. Den Geist de r Ka me ra ds ch a f t. Bei dem engen Zusammenleben, das er mit feinen Kameraden führte, kann er unmöglich nun im Zivilleben sich aufs hohe Roß fetzen und einen anderen verachten, kann er unmöglich Trennungslinien ziehen zwischen zusammengehörigen Volksgenossen. 3. Den- Sinn für Autorität und Ordnung. Das militärische Leben, das notwendigerweise auf Unterordnung aufgebaut ist, das Lager im Felde und in der Kriegsgefangenschaft sind ihm greifbare Musterbeispiele jeglicher Ordnung im Staate und in der Gesellschaft. Er wird sich gerne einordnen und als Frontsoldat das größte Verständnis haben für Führertum. 4. Eine heroische Haltung und Furchtlosigkeit. Wer Das Leben schon einmal eingesetzt hat, der fürchtet sich nicht mehr, der ist nicht mehr kleinlich. Hat er etwas als Pflicht erkannt, bann tut er feinen Dienst ohne zu zaudern. Großmütig opfert er Zeit und Kraft für eine Sache, ohne immer zu fragen: „Kann man mich rechtlich dazu verpflichten?" Im Ueberfchwang der Begeisterung tritt er für eine Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes mit Heroismus ein; den hat ihm das Kriegserlebnis eingegeben, das noch größere Opfer verlangte. Das sind einige der kostbaren Gaben, die die Frontkämpfer aus dem großen Kriege nach Haufe brachten. Dar dieses kostbare Erbe manchmal vergessen, so ist es das Verdienst der Wänner, die heute Deutschland regieren, es wieder zu besonderen Ehren gebracht zu haben. Um diese wertvollen Eharaktergüter aus der Frontgemeinschaft nicht verloren gehen zu lassen, sollen sie nicht nur bei den Frontkämpfern wachgehalten, sondern auch bei der Volkserziehung eingesetzt werden. Das ist der Sinn der staatlichen Verbände, daß sie einem Volke, dem die allgemeine Wehrpflicht versagt ist, diese soldatischen Tugenden nicht verloren gehen lassen. Manch einer muß da erst mit fünfter Gewalt zu einem Glied der Volksgemeinschaft gebildet werden. Nicht um Krieg zu führen, pflegen wir diesen Geist, sondern um nännlich frei im Frieden leben z u können. Von General- feldmarschall von Hindenburg sagte Walter Flex im Kriege: „Schlachten ersinnend, erdenkt er den Frieden, Diener des Lebens, beherrscht er den Tod. Vergessen wir dieses Vermächtnis des Krieges nie und nimmer. Es ist ein Geschenk Gottes, der uns aus allem Gutes sprossen läßt, auch aus dem, was bitter und ernst ist, wie die große Trübsal eines Krieges. Mit diesen wertvollen Gaben „kehren sie keim aus dem Feindesland, kehren zurück deine Kinder in ihre Gemarkungen." Lin dauerndes Wahnzeichen an unsere Pflicht, die wir für Deutschland haben, sei das Denkmal . der Toten. Die Toten rufeirUins zu: Bewahrt uns gedenkende Liebe! Auf ein Denkmal von Stein könnten wir schließlich verzichten, aber auf das Denkmal in euren Herzen nicht. Schenkt uns nacheifernde Liebe, schenkt uns durchhaltende Liebe, schenkt uns betende Liebe. Wir werden ihnen antworten: Schwarz war die Nacht der Leiden, durch die ihr gingt, weiß war und hellglühend euer reiner Eifer und euere Begeisterung, rot war das Blut, das ihr vergoßt für die Brüder, schwarzweißrot war die Fahne, unter der i h r starbt. Nun ist zu ihr hinzugetreten das Zeichen der nationalen Erhebung und Selbstbesinnung, das Zeichen stolzen deutschen wiedererwachten Selbstbewußtseins. Die Sehnsucht jedes echten Deutschen ist es, daß in unserem neuen Reick die wertvollen Früchte aus dem kämpfenden und sterbenden Soldatentum ein wesentliches dazu beitragen, unser Volk einfach und rein, fromm und gottesfürchtig, stark und einig zu machen. Gebe Gott dazu seinen Segen! Choralmusik der Bataillonskapelle beschloß die Gottesdienstfeier. Oie Gesallenen-Ehrung. Am 116er-Denkmal ist in den letzten Tagen eine Gedenktafel für d i e Gefallenen des In nterie-Regiments Rr. 390 ange- bra. worden, das aus einer Kompagnie des Infanterie-Regiments 116 mit zufammengestellt wurde, also eine Kriegsformation unseres alten Regiments ist. Die Anbringung dieser Gedenktafel war früher übersehen worden, so daß sie nun noch einzuweihen war. Oer Verbandsführer der 116er Oberst a. O. Köttschau erinnerte in feiner Ansprache einleitend an diesen Sachverhalt und betonte, es sei für die ehemaligen 116er eine Ehrenpflicht, das Versäumte nachzuholen und den gefallenen Kameraden vom Infanterie-Regiment 390 eine würdige Gedenkstätte an dem Ehrenmal zu bereiten. Dieser Verpflichtung solle heute nachgekommen werden. Major a. O. Lindenau-Gießen, der vom Infanterie-Regiment 116 zum Infanterie- Regiment 390 gekommen war, übernahm die Ge- denktafel in die Obhut dieser Regimentsvereinigung und gelobte, die Tafel so in Ehren zu halten, wie es unseren gefallenen Helden gezieme. Er teilte dann mit, daß das Infanterie-Regiment 390 in den zwei fahren seines Bestehens 14 Offiziere und 560 Mann verloren hat. Im Geiste der Gefallenen würden die alten 390er weiterkämpfen, bis das Reich da- stehe, das wir unseren Helden schuldig seien und das unser Feldmarschall-Reickspräsident von Hindenburg und unser Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler von uns verlangen: das freie, angesehene Deutsche Reich, ein wahrer Friedenshvrt in der Welt. Hierauf enthüllte der Redner die Gedenktafel mit entsprechenden Geleitworten, während die Kapelle den Choral „Ich bete an die Macht der Liebe" spielte und die Menschenmenge mit dem Hitlergruß grüßte. Hierauf legte der Reoner einen Kranz nieder. Oer Verbandsführer der 116m Oberst a. O. Köttschau gedachte dann der Gefallenen des Infanterie-Regiments 116 und feiner Kriegsformationen, aber auch r!?retl Kameraden des ganzen deutschen Heeres. Er schloß seine Ansprache mit den Gedenkworten für unsere gefallenen Brüder: „Ihr habt wacker gekämpft, ihr habt euch für das deutsche Vaterland geopfert, wir werden euch nie vergessen und uns eurer würdig erweisen". Dann ehrte der Redner die Toten durch Kranzniederlegung. Oer Kommandeur des I. Sofl.3.»», Sh'?ÄSft’ MsZM-sE men ® Äuölterung über diese Wie. Freude der Gieße alten Garm on- dersehensfeier der Uber m19r u Q . Daß r-°btfi*rhi°er miebe” einmal um ihre ruhmgekrönten Sie sich ^r Pönnen, wird manches Soldaten- ^Q^nh!?hp?fd)Iaaen lassen angesichts der Erinnerun- herz hoher sch g Soldat hier austauschen kann mit' Kameraden" mit denen er Zeiten der Freude 7nd der Not des Vaterlandes erlebt und durchge- '"manches H-N wird nach -all Schmer, fein van was das letzte Jahrzehnt über uns brachte. Aber umso freudiger sind wir, daß Der Gau Hessen-Nassau ist groß geworden zum Führer, so wurde der Gau Aufstieg, und so wird er sein ein We- Don 20.30 Uhr ab folgte als Abschluß des ersten Tages der Wiedersehensfeier ein Deutscher Abend in der bis auf das letzte Plätzchen besetzten Volks- Halle-, schätzungsweise nahmen an der schönen Feier etwa 4500 bis 5000 Menschen teil. In der Stimmung kamen echte soldatische Kameradschaft und frohgestimmte Wiedersehensfreude allenthalben in schönster Weise zum Ausdruck. Die Mannschaften der 2. Kompanie (Traditionskompanie) Infanterie-Regiment 15 unter ihrem Hauptmann Schiel und die Bataillonskapelle unter Leitung des Obermusikmeisters Krauße waren die beiden starken Säulen, auf denen der prachtvolle Verlauf des Abends hinsichtlich der unterhaltenden Leistungen allein ruhte. Und — um es vorweg zu sagen! — sie haben beide ihre freiwillig und völlig uneigennützig übernommenen Aufgaben in glänzender, höchster Bewunderung werter Weise gelöst. D i e Frage war und ist berechtigt: was kann diese Kompanie nach ihren Darbietungen vom Samstag denn nun eigentlich nicht? Wer die wirklich staunenswerten Leistungen dieser Soldaten gesehen und gehört hat, wer sich an der prächtigen Präzision und Künstlerschaft ihrer Darbietungen erfreuen durfte, wird diese Frage verstehen und am Platze finden. Die Kapelle leitete den Abend mit dem „Alexander- mar ch", dem Parademarsch des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116, ein, dann folgte die vaterländische Festouvertüre „Dem Deutschen Volke", beide Kompositionen von der Kapelle in bekannter künstlerischer Meisterschaft zu Gehör gebracht. Oer Führer der ehem. 116er in Gießen Kamerad Bifl begrüßte die große Festversammlung im Auftrage der Festleitung des Vierten 116er-Tages und gab der Freude über den außerordentlich starken Besuch Ausdruck. Nach dem Dank an alle Mithelfer und Förderer bei der Vorbereitung der großen Feier hieß er die bis zu dieser Stunde erschienenen Ehrengäste willkommen, an ihrer Spitze Generalmajor a D Mohr und den Kommandeur des I. Batl. Infanterie - Regiment 15, Oberstleutnant von Wachter, sowie den Chef der Traditionskompanie, Hauptmann Schiel. Sodann begrüßte er die Bataillonskapelle und ihren Leiter Obermusikmeister Krauße, die Traditionskompanie, alle alten Soldaten, die Verbände, die Gießener Einwohnerschaft und die Gäste von auswärts. Er gab dann der Freude über die enge Verbundenheit der alten 116er mit der Reichswehr und dem stolzen Traditionstruppenteil in Gießen Ausdruck, und schließlich huldigte er in herzlichen Worten dem Feldmarschall und dem Gefreiten des Weltkrieges, „die beide feit 1914 im Dienste von Volk und Vaterland stehen". Er schloß feine Rede mit den Worten: „So kennt unser allverehrter Reichspräsident Iroh feines hohen Atters nur die Pflicht, feinem Vaterland zu dienen, und unser Volkskanzler hat am 30. Juni durch Entschlossenheit und soldatischen Wut unter Einsatz seines eigenen Lebens unser geliebtes Vaterland vor größten Gefahren gerettet. Wir bekennen unser Vertrauen, indem wir uns restlos hinter die Regierung Adolf Hitlers stellen Ferner gc gramm b - - , - - ----- ---~ ~, von Hessen bekannt, in dem dieser mittelste, daß er im Geiste bei der Wiedersehensfeier feiner 116er in Gießen sei und allen versammelten Kameraden ä s treudeutsche Grüße ausspreche. Schneidige Militärmusik bildete den Abschluß i°|ber denkwürdigen Veranstaltung. deln sind ein einheitlicher Guß geworden. Was auf dieser Linie steht, ist der Deutsche. Was nicht auf dieser Linie steht, hat mit dem Deutschen nichts zu tun. (Starker Beifall.) So wie die Treue dem deutschen Volke allezeit das alles umschlingende Band war, so wird, nachdem diese Gedanken Gemeingut des deutschen Volkes geworden sind, Deutschlands Aufstieg und Vormarsch nicht aufzuhalten sein. Dieses geschlossene Deutschland wird sich auch wieder den Platz an der Sonne erringen, der ihm gebührt. Glaube niemand, daß das Schicksal uns etwas schenkt. Wir haben im letzten Jahrzehnt erlebt, wohin das deutsche Volk kommt, wenn es sich bei anderen ein besseres Schicksal erbetteln will. Nur d i e eigene Leistung des deutschen Volkes ist der Weg und die sichere Bürgschaft für unsere Zukunft. Diese Leistung wollen wir in Frieden und Arbeit vor aller Welt vollbringen und durch Einheit und Arbeit werden wir uns auch das Ansehen in der Welt wieder erringen. Langanhaltende begeisterte Zustimmung dankte dem Reichsstatthalter für feine packende und anfeuernde Rede. Begeistert huldigte die Versammlung darauf dem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und dem deutschen Vaterland. Als der Reichs- st atth alter bald darauf die Kundgebung wie- der verließ, wurden ihm von der Menge herzliche Ehrungen und begeisterte Heilrufe dargebracht. Oer Schluß des Abends. Nach Beendigung der Dortragsfolge sprach der Verbandsführer der ehem. 116er Oberst a. D. Köttschau dem Bataillon, der Traditionskom- panie, der Stadtverwaltung, der Polizeidirektion, den Gießener 116ern und allen Mithelfern an dem großen Werk der Wiedersehensfeier namens des Verbandes herzlichsten Dank aus. panie brachte in feinster künstlerischer Darstellung unter dem Titel „Das deutsche Soldatenlied!" eine Folge in neun Bildern mit Prolog und Musik heraus, an deren geistiger und künstlerischer, wie technischer Durcharbeitung auch nicht das mindeste fehlte. Mit einem Wort: eine Glanzleistung größten For- mats und aus einem Guß! Die lebenden Bilder betrafen: Landsknechtlied, Prinz Eugen, Fridericus Rex, Morgenrotz Die Wacht am Rhein, Reserve hat Ruh', Ausmarsch 1914, Argonnerwald, Deutschland über alles. Die Darsteller der lebenden Bilder waren — was die Leistungen nur anerkennenswerter macht! — sämtlich Soldaten der Traditionskompanie. Zur künstlerischen Mitarbeit hatten sich in kameradschaftlicher Weise Pg. Loeser, Mitglied des Stadttheaters, und einige Mitglieder des technischen Stadttheaterpersonals zur Verfügung gestellt. Unteroffizier Hans Schmidt sprach in feiner Weise den Prolog, Obermusikmeister Krauße sorgte mit seiner Kapelle für die geschmackvolle musikalische Umrahmung. Die Gesangs abteilung der Traditionskompanie brachte mit Orchesterbegleitung unter der Stabführung des Gefreiten Dietrich den bekannten melodienreichen Straußschen Walzer „An der schönen blauen Donau" in prachtvoller, mitreißender Art zu Gehör und mußte — um den unermüdlichen stürmischen Beifallsspenden zu genügen — einen Teil der Komposition noch als Zugabe wiederhole,.. Zum Schluß überraschten die Turner der Traditionskompanie noch nut reizvollen grotesk-komischen Darbietungen, bei denen die Kompanie auch wieder die staunenswertesten Talente erkennen ließ durch Leistungen, die man auch in guten Variets- oder Zirkusbetrieben vollwertiger wohl kaum sehen dürfte. Die mirtwirkenden Mannschaften der Traditionskompanie verdienten und fanden bei allen Darbietungen stürmischen, kaum endenwollen- den Beifall, der ihnen den herzlichen Dank der Zuschauer zum Ausdruck brachte. Dankbare Anerkennung für sein unermüdliches Wirken für ein volles Gelingen der Aufführungen gebührt auch dem Kompaniechef, Hauptmann Schiel, der eifrig fordernd und anregend hinter dem geschloffenen Vorhang seine Künstlermannschaften zur höchsten Leistung führte und dergestalt an dem vortrefflichen Gesamtwert der abendlichen Unterhaltung einen hohen Anteil des ideellen Verdienstes beanspruchen kann. Nicht minder herzliche und dankbare Anerkennung gebührt und wurde durch stärksten Beifall zuteil der Dataillons- v faoette und ihrem Obermusikmeister Krauße für "Mtt°gr°ß°r ISung stimmten alle in den di- kUnstl-risch h-rv°r--.g-nd- musikalisch- B-r-ich°- Ruf ein, anschließend folgte der gemeinsame Gesang I rung des Abends. marschierten, löste allgemeine Freude aus. Der Traditionskompanie folgte eine Reitergruppe, insbesondere hessische Leibdragoner, der, wie auch der später folgenden Reitergruppe des Kavallerie-Vereins, besonderes Interesse entgegengebracht wurde. Hell leuchteten die vielen bunten Farben der Uniformen und gaben dem Auge ein großes festliches Gepräge. Sicherlich ist dabei den älteren Volksgenossen die Erinnerung an die Zeit wieder lebendig geworden, in der das deutsche Heer, ungehemmt durch Diktate, nicht nur eine Wehr erster Ordnung, sondern auch eine eindrucksvolle Repräsentation deutscher Gröhe und Kraft war. Unter der Führung des Standartenadjutanten, Sturmbannführers M ü n k e r, folgte der Ehrensturm der SA. - Standarte 116, der durch seine disziplinierte Geschlossenheit und die schneidige Marschordnung ebenfalls den besten Eindruck machte. Vor dem am 116er-Denkmal stehenden Standartenführer Lutter marschierte der Sturm in strammem Exerzierschritt vorbei, der die ausgezeichnete Manneszucht und die straffe Ausbildung offenbarte, durch die unsere Giehener SA. von ihren Befehlshabern zu einem guten und vortrefflichen Instrument des Führers und Volkskanzlers gemacht wurde. In den Gruppen der Reiter sah man die alten Uniformen der Husaren, der Ulanen, der Gardekürassiere, der Leibdragoner usw. Die Leibdragoner trugen ihre langen Lanzen und die Wimpel flatterten lustig im Winde. Die vielfarbigen Uniformröcke, die Tschakos, die blanken Helme und die schönen Schabracken boten einen prächtigen Anblick. Gut gepflegtes Pferdematerial trug weiter dazu bei, dieser Gruppe des Festzuges den guten Eindruck zu sichern. In Kraftwagen fuhren der Führer des Verbandes ehemaliger 116er, Oberst a. D. K ö tt sch au, und Generalmajor a. D. M o h r im Auge mit. Mit Freude wurde der Musikzug des NSDFB. (Stahlhelm) begrüßt, der in der alten Uniform der 116er, in weißer Hose, blauem Rock und mit der PickeN)aube auftrat und ausgezeichnete Musik machte. In Sechserreihen folgten dann die ehemaligen Angehörigen des Infanterie-Regiments 116, und zwar hatten sich alle Kameraden in ihren Kompanien zusammengefunden, so daß sich eine recht übersichtliche Gliederung ergab. In starken Formationen waren die Kompanien vertreten, und aus der Stimmung, die in den Reihen herrschte, konnte man erfühlen, daß sie sich im Geiste der Einigkeit und herzlichster Kameradschaft gefunden hatten, nachdem sie sich jahrelang, manche vielleicht über ein 'Jahrzehnt lang, nicht gesehen hatten. Diele alte Soldatenlieder, die man heute kaum mehr zu hören bekommt, wurden gesungen. Und wenn diese Lieder auch nicht mehr wie aus einem Guß klangen, so fühlte man doch aus diesem schlichten Gesang, daß ein einiger Geist in diesen Reihen herrschte. In der weiteren Folge des Festzuges sah man eine schöne Fahnengruppe von Vereinen aus der näheren und weiteren Umgebung (Offenbach, Frankfurt a. M., Mainz, Düsseldorf usw.), der ein prächtig geschmückter Wagen folgte, durch den daran erinnert wurde, wie vor 1914 die angehenden Rekruten, blumen- und bändergeschmückt, mit Musik zur Musterung fuhren. Eine ernstere Saite war von der Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener angeschlagen, die auf einem Wagen ein Krieas- gefangenenlager symbolisierte, in dem den Insassen das berüchtigte „PG" auf Uniformrock oder Mantel gemalt war. In stattlichen Formationen marschierten dann RIR. 116 und LIR. 116 auf, der Kavallerieverein zeigte sich mit seiner interessanten Reitergruppe, schließlich folgte nach der Reservekapelle der Reichs- treubund ehemaliger Berufssoldaten, Ortsgruppe Gießen. Mehr oder weniger stark nahmen die ehemaligen Regimenter Res.-JR. 222, JR. 186, 254, 390 und 418 am Festzuge teil. Die Ortsgruppe Gießen des Nationalsozialistischen deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) war mit starkem Aufgebot in der feldgrauen Uniform beteiligt und marschierte im Verbände der Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine. Die Mitglieder der Arbeits- gemeinfckaft der Militär- und Regimentsvereine in Gießen schloffen sich, soweit sie nicht innerhalb der Kompanien der verschiedenen Regimenter marschierten, ihrer stattlichen Fahnengruppe an. Die Technische Nothilfe, der Arbeitsdienst marschierten schneidig auf. Man sah ferner als weiteren Festwagen eine Symbolisierung der Artillerie unter dem Wahlspruch „Pro Gloria et Patria”. Eine stattliche Anzahl Gießener Vereine (Turnvereine, Schützenvereine, Sportvereine, die Feuerwehr usw.) gaben durch ihre Teilnahme ihre Verbundenheit mit den alten Soldaten kund. Diese Gruppe bildete den Schluß des imposanten Festzuges, an dem sich, soweit sich die Teilnehmerzahl überhaupt schätzen läßt, etwa 6000 Volksgenossen im Geiste der Kameradschaft beteiligten. Die zahlreichen Zuschauer, die in großen Scharen auch von den Ortschaften der Umgebung herbei- qeeilt waren, verfolgten den Marsch mit größter Aufmerksamkeit. Die meisten Zuschauer folgten dem Festzuge nach, und auf dem Platz an der Volkshalle, wie in der Volkshalle selbst und in den Gastwirtschaften am Festplatz entwickelte sich reges Leben und Treiben. Oie Abschlußkundgebung. Auf dem Trieb zwischen der Volkshalle und den Sportplätzen marschierten die Kolonnen des Festzuges in breiter Front und tiefer Gliederung auf, um hier den abschließenden Worten des Verbandsführers der ehemaligen 116er Oberst a. D. Köttschau zu lauschen. Oberst a. N. Köttschau gab zunächst Kenntnis von dem Telegramm des früheren Großherzogs, dann begrüßte er die Vertreter unseres Bataillons und der Traditionskompanie, weiter die SA., SS., den NSDFB^ die Militärvereine, die Kriegsbeschädigten und die alten 116er. Weiter wies er auf den hohen und heiligen Inhalt der Kameradschaft hin, er erinnerte an die gute Schule der alten Armee und feierte die in den Schlachten des Weltkrieges an den Fronten geborene echte Frontkameradschaft. Aus dieser Frontkameradschaft erwuchsen unserem ohne eigene Schuld niedergebeugten Vaterlande die Retter in dem Gefreiten des Weltkrieges Adolf Hiller und feinen braunen Streitern, wie in den grauen Kolonnen des Stahlhelms, die den Kamps gegen Marxismus und Kommunismus mil Tapferkeit und Zähigkeit zum siegreichen Ende führten. In dieser Frontkameradschaft sei der echte Nationalsozialismus geboren worden, der im Januar vorigen Jahres das rote System zertrümmerte, Deutschland wieder aufrichtete und ihm neue Richtung und Ziel gab. Nachdem der Redner einen kurzen Rückblick auf die neueste Entwicklung innerhalb des Verbandes gegeben, weiter (Erinnerungen an die Militärdienstzeit und an die Kriegsdienste der 116er und der Kriegsformationen wachgerufen hatte, betonte er die Größe der Heldentaten unserer alten Armee im Weltkriege, die auch durch den unverschuldeten Zusammenbruch des deutschen Vaterlandes nicht verdunkelt werden konnten. Er erinnerte dann an die nationale Wiedergeburt durch den siegreichen Befreiungskampf Adolf Hitlers und feiner Mitkämpfer, sowie des Stahlhelms. Für die Soldaten fei es das größte gewesen, daß der Führer und Kanzler Adolf Hitler den alten Soldaten die Ehre wiedergegeben habe. Der alte Frontkämpfer habe wieder die gebührende Ehrenstellung im deutschen Vaterland erhalten, für die auch die neue Stiftung des Ehrenkreuzes für die Kriegsteilnehmer Zeugnis ablege. An der Spitze des Reiches ständen jetzt Frontkämpfer unter der Führung des Reichspräsidenten, Feldmarschalls von Hindenburg und des Führers und Kanzlers Adolf Hitler. Unser Kanzler und Führer Adolf Hitler habe sich gerade in neuester Zeit erneut als Retter des Vaterlandes bewährt, als er mit beispielloser Tatkraft und rücksichtslosem Einsatz der eigenen perfon die Revolte vom 30. Juni niederschlug und die schuldigen Verräter vernichtete. Dadurch habe er von neuem das ganze deutsche Volk in Bewunderung und Verehrung um sich geschart. Für die alten Soldaten sei es ein neuer Ansporn, dem Führer bis zum letzten Atemzuge treue Gefolgschaft zu leisten. Gerade weil die Verräter dem Führer die Treue gebrochen hätten, sei es heiligste Pflicht aller Deutschen, ihm zu zeigen, daß heiße Liebe zum Vaterlande sowie die unerschütterliche Treue zum Feldmarschall von Hindenburg und zum Führer Adolf Hitler tief im deutschen Herzen wurzeln. Nachdem der Redner noch die hehren Symbole der Fahne gefeiert hatte, schloß er seine mit großer Begeisterung aufgenommene Rede mit dreimaligem, von der Menge freudig bekräftigtem Hurra auf das deutsche Vaterland, den Reichspräsidenten von Hindenburg und unseren Führer und Kanzler Adolf Hitler. Anschließend sang die Menge gemeinsam die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes. Damit fand die Kund- gebung vor der Dolkshalle ihren Abschluß. Den Abschluß der offiziellen Veranstaltungen des 116er Tages bildete ein großes Militärkonzert in der Volkshalle, zu dem sich etwa 3000 Zuhörer eingefunden hatten. Die Bataillonskapelle unter der Leitung von Obermusikmeister Krauße mar- tete wieder mit guter Musik auf. Der Marsch der 116er (C. Krauße) eröffnete die Folge der Darbietungen. Die „Ouvertüre 1813" brachte eine Reihe historischer Märsche und Freiheitslieder und schloß mit dem markigen „Der Gott der Eisen wachsen ließ". Der Katzbach-Marsch und die vorzüglich wiedergegebene, originelle Ouvertüre „Frideriziana" (im Stile Friedrichs des Großen) fanden dankbaren Beifall. Weitere Märsche, dann die populären Lieder vom „Argonnerwald" und der „Annemarie", wurden von der Kapelle gespielt und lösten besondere Freude aus. Stürmischen Beifall fanden wieder die Fanfarenmärsche mit Kesselpauken, die mit großer Exaktheit zum Vortrag gelangten. Ein Marschpotpourri beschloß das Konzert. Großfeuer in Dorf-Gill. Rund 1OOOOO M. Brandschaden. Infolge Blitzschlags bei dem schweren Gewitter, das am letzten Sonntag gegen 16 Uhr über dem südlichen Kreise Gießen niederging, entstand in dem Orte Dorf-Gill ein umfangreiches Großfeuer. Der Blitz schlug in die Scheune des Landwirts' Heinrich Martin Sarnes ein und zündete. Da das Wohnhaus direkt an die Scheune angebaut war, breiteten f i ch die Flammen schnell aus, so daß auch der stark mit den Brandherden zusammenhängende ganze Gebäudekomplex des Landwirts Ernst Sarnes auf der linken Seite und Martin Sarnes I. auf der rechten Seite in kürzester Zeit in Flammen standen. Das Feuer halle infolge der unglücklichen Bauart an dieser Stelle zwei Wohnhäuser und drei Scheunen und zwei Stallungen ergriffen, von denen die beiden Wohnhäuser und zwei Scheunen vollständig eingeäschert wurden, während eine Scheune zur hälfte noch gerettet werden konnte. Da die Stallungen massiv gebaut waren, brannten sie im Innern aus, jedoch blieben die Umfassungsmauern erhalten. Das Vieh konnte zum Teil gerettet werden, während einige Schweine notgeschlachtet werden muhten, da sie durch die Flammen gelaufen waren. Von den Hühnerbeständen ist ebenfalls ein Teil den Flammen zum Opfer gefallen. Ferner wurde die bis jetzt in den Scheunen geborgene Ernte vernichtet. Zu den Löscharbeiten wurde die Kreismotorspritze in Gießen von einem Motorradfahrer — Der Blitz hatte auch die Telefonleitung z e r st ö r t — alarmiert, der auf der Fahrt nach Gießen noch „plattmachte" und infolgedessen von einer Nebenstelle aus anrufen mußte. Ferner waren die Feuerwehren von Eberstadt, Holzheim, Garbenteich und Grüningen erschienen. Die Oberleitung der Feuerwehren hatte Kreisfeuer- wehrinspektor Bouffier, dem der Gießener Stadtbranddirektor Braubach in kameradschaftlicher Weise bei der Leitung der Wehren zur Seite stand. Der neben dem Grundstück von Heinrich Martin Sarnes gelegene Brandweiher war innerhalb einer guten Stunde völlig leer gepumpt. Nunmehr mußte die Kreismotorspritze an einem von einer guten Quelle gespeisten Bachlauf anlegen, der gestaut wurde. Hier hatte die Motorspritze während ihrer ununterbrochenen fünf» stündigen Arbeit, bei der sie ihr gesamtes Schlauchmaterial in Länge von etwa 475 Meter einsetzen mußte, völlig ausreichend Wasser. Die Hilfeleistung aller Feuerwehren war außerordentlich gut, so daß es gelang, eine noch weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten und einen großen Teil der weiteren, in dec Rahe der Brandstelle zusammenhängend errichteten Gebäude zu retten. Der Brandschaden dürfte sich auf etwa 100 000 TNark belaufen. Die zerstörten Gebäude waren zum großen Teil versichert. Ob die Versicherung aber ausreichend für die höhe des Schadens ist, bleibt dahin-» gestellt. Veranlaßt durch dieses Großfeuer sei der gesamten Landbevölkerung dringend empfohlen, dem Brandplatz f e r n z u b l e i b e n, soweit sie nicht unmittelbar an den Löscharbeiten beteiligt ist. Die Arbeit der Feuerwehren wird nämlich durch herumstehende Zuschauer nur erschwert, niemals aber gefördert. Frankfurter' Scttlachtviehmarkl. Frankfurt a. M., 23. Juli. Dorbericht. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1300 Rinder (470 Ochsen, 100 Bullen, 340 Kühe, 403 Färsen), 595 Kälber, 32 Schafe (16 Hämmel), 3745 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 22 bis 34 Mark, Bullen 20 bis 30, Kühe 11 bis 30, Färsen (Kalbinnen) 22 bis 34, Kälber 18 bis 44, Schweine al) fette Speckfchwoine über 350 Pfund Lebendgewicht 50 bis 51, a2) Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht usw. 35 bis 50 Mark. Zwei Männer und Hilda Roman von Hermann W. Walder. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 10 {Sortierung Nachdruck verboten! Heinz Woltersdorfs überwand seinen Abscheu. Er griff nach der Flasche und nahm einen kräftigen Zug. In plumper Vertraulichkeit schlug der Wächter seinem Gefangenen auf die Schulter, als wollte er ihm Anerkennung zollen. Dann faßte er seinerseits die Flasche und trank in einem Zuge den Rest. Der Bulgare war damit vollkommen betrunken. Er lallte noch ein paar unzusammenhängende Worte und drohte umzusinken. Wolterstorff peckte den Riesen und schleppte ihn nach der Ecke, wo sein Nachtlager stand. Der schwere Wein hatte des Mannes Sinne völlig umnebelt. Wolterstorff bettete ihn behaglich und wartete ein paar Augenblicke. Es dauerte nicht lange, bis der, der als fein Wächter bestellt war, sich in tiefem Schlafe befand, wovon die lauten, harten Schnarchtöne Kunde gaben. „Gut, daß du auf diese Weise erledigt bist. Es hätte mir leid getan, wenn ich dich fester anzufassen gezwungen worden wäre", sagte er vor sich hin. „Aber ein armer Kerl bist du doch, denn es wird dir sicher nicht rosig ergehen, wenn dein Herr erfährt, wie du deine Wachterpflicht erfüllt hast." Wolterstorff griff nach einem Paket, das schon seit Tagen fertig lag. Er füllte daraus feine Taschen mit Brot und Käse. Diese Lebensrnittel hatte er sich von seinen Mahlzeiten abgespart und inzwischen sorgfältig versteckt gehalten. Er mußte ja damit rechnen, auf seiner Flucht in Gott weiß welchen Einöden herumzustreifen. Da war es dann auf alle Fälle gut, wenn er so viel bei sich hatte, daß er wenigstens den dringendsten Hunger stillen konnte. Er schloß die Tür von außen zu, nachdem er sich vergewissert, daß auf Flur und Treppe sich niemand befand. Jetzt waren also die Rollen vertauscht: der Gefangene frei und der Wächter gefangen. Der Gefangene frei? Wolterstorff wurde mit einem Male ganz ruhig, ganz lleberlegung, so, wie er es immer gewesen, wenn es eine grundlegende Entscheidung von Be- beutung zu treffen galt. Frei? Nein! Nunmehr kam erst das Schwierigste — die Suche nach dem Weg aus dem Felskastell, und daß hinterher neue Schwierigkeiten zu überwinden fein würden, darüber war er sich vollkommen klar. Leise schlich er über die schweren Bohlen des Flurs und dann die Treppe hinunter, immer ge- roärtig, sofort, wenn Gefahr nahe, den Rückzug anzutreten. Einmal drang durch eine Tür am hinteren Ende eines Flurs hartes Männerlachen und gröhlendes Singen. Dort also fand allem Anschein nach das Gelage statt, dessen Opfer der Zerberus geworden war. Der Blick durch ein schmales Fenster zeigte ihm einen kleinen, stillen, menschenleeren Hof, den eine in der Mitte mit einem schweren Tor versehene, mäßig hohe Mauer abgrenzte. Dies war also wahrscheinlich der offizielle Zugang zur Burg. Es schien fast so, als habe das Haus überhaupt keine weiblichen Insassen, und als seien sämtliche männlichen Bewohner zu der Geburtstagsfeier vereinigt. Von seitwärts oben kam immer noch das Gegröhle der Trinkenden. Sonst aber zeigte sich keines einzigen Menschen Spur. Immerhin hielt es Wolterstorff doch für gewagt, über den Hof zu schreiten. Er konnte zufällig von einem der Fenster aus gesehen werden. Zudem mußte er auch damit rechnen, daß das Tor gesichert sein würde. Wenigstens vorerst wollte er deshalb der Gefahr, vorzeitig entdeckt zu werden, aus dem Wege gehen. Der Treppengang hörte noch immer nicht auf. Jetzt war er in der Höhe des Hofes, und nun mußte er sich schon weit unterhalb befinden. Die Fenster wurden kleiner und waren schließlich nur schmale Spalten. Spärlich fiel das Licht auf den Weg des Flüchtigen. Doch was war denn das? Er verhielt feine Schritte. Rechts neben sich sah er einen Mauerausschnitt von einer Größe, daß ein Mensch bequem durchschlüpfen konnte. Das Tageslicht drang durch einen schmalen Spalt einer Holzverschalung, die er vorsichtig aufstieß, nachdem er einen kleinen Riegel zurückgeschoben hatte. Ebenso vorsichtig beugte er nun den Kopf ins Freie hinaus. Im ersten Augenblick packte ihn ein Schaudern. Sein Blick fiel in einen tiefen Abgrund. Steil senkte sich der Fels. Wolterstorff war schwer enttäuscht. Hier schien sich ihm keine Aussicht zur Flucht zu bieten. (Er blickte, mutlos geworden, schräg auswärts, und... Herz, was schlägst du plötzlich so heftig...? Da war ja wahrhaftig.ein Eifensteig! Die Eisenzacken, die aus der Mauer herausragten, führten zunächst seitwärts und bann senkrecht. Offenbar so eine Art Notausgang für bie Burg- mfaffen war hier angelegt, bestimmt für Zeiten ber Bebrangms, unb ein glücklicher Zufall hatte ihn zu ihm hingebracht. Wolterstorff zwängte sich burch bie Maueröffnung. Vorsichtig schob er sich vorwärts. Er wollte auch ben kleinsten Steinschlag ver- meiben. (Er war ein alter Hochgebirgler» Jetzt tarn ihm feine Bergsteigekunst zustatten. Prall klebte er an ber Mauer. Die Tiefe bebeutete keine Gefahr mehr für ihn. Ein kleiner Schwung, ein sicherer Weitgriff, unb bann hatte er leichtes Hanbeln. Der Steig führte von ber künstlichen Mauer zum Naturfelsen, tiefer, immer tiefer. In kaum einer Viertelstunbe ereichte er ben Boben. Dunkle, riesenhafte Tannen schufen hier einen büfteren Hintergrund Es gab kein langes Besinnen. Fort, fort! — bevor man oben auf ber Burg sein Entweichen bemerkte. Hastenb brängte er in ben Walb hinein. Eintönig war bieser Walb, so kalt, fremb. Hier unb ba kam ein Stückchen bes grauen Wolkenhimmels zum Vorschein. Nur vorwärts, vorwärts! Ein Weg war nicht vorhanben. Fast unhörbar waren seine Schritte auf bem weichen Walbboben. Unheimliche Ruhe ringsumher, bie nur bann gestört würbe, wenn ber Fuß auf einen trockenen Zweig trat. Weiter, weiter! Der Walb nahm kein Enbe. Je mehr er sich ausbehnte, um so unwirtlicher schien er zu werben. Ob bie Zechkumpane wohl inzwischen nach ihrem Genossen, bem Zerberus, gesucht hatten? Hoffentlich waren sie mit bem Trinken so stark beschäftigt, baß sie ben Kameraben nicht so schnell vermißten. Es wäre nicht angenehm gewesen, wenn man sich schon jetzt, womöglich mit Hunben, auf seine Spur setzte. Dafür war er noch nicht weit genug weg von ber Burg. Der Drang nach Freiheit zwang ihn zu schnellerer Gangart. Wie mochte es in Berlin stehen? Ob man auf ihn wartete? Der Gebanke, halb roieber in ben Geyerling- Werken wirken zu können, gab seinen ©liebem febernben Schwung unb Kraft. So merkte er kaum, baß bas Oelänbe immer schwieriger würbe. Es ging halb bergauf, halb bergab. An Die' Stelle ber hochstämmigen Tannen trat zeitweise nieberes Buschwerk, bas nur mühsam zu burchbringen unb beim Gehen äußerst hinberlich war. Hilba Geyerling? Ach Gott ja! Ob wohl nun schon offizielles Verlobungsfest gewesen war? Unb überhaupt — was für ein Datum würbe geschrieben? Aber gleichgültig — wenn er nur halb roieber in eine zivilisierte Gegenb kam! Er beschloß, bis zum Abenb burchzuhalten. Dann wollte er eine Ruhepause einlegen. In ber Nacht plante er ben Berg zu ersteigen, ben er eben von einer Lichtung aus vor sich liegen sah. In ber Morgenfrühe wollte er sich von besten Spitze aus, 1° gut es ging, orientieren. Es kamen auf alle Fälle nur Nachtwanberungen in Frage. Am Tage zu fliehen, schien ihm zu gefährlich. Nachts war ein Entbecktwerben weniger zu befürchten. Außerbem mußte er schon beswegen tagsüber ber Ruhe pflegen, weil es ihm an Mantel unb Decke fehlte, unb bie Nächte waren kühl. Walter Knauer wachte am Nachmittag aus feinem Schlaf auf. Die Spritze i« ber Nacht war von guter Wirkung gewesen. An seinem Bett saß neben ber Schwester seine Frau, ein junges, hübsches, sauberes Geschöpf, das überglücklich schien, w?il es sah, daß ihr Mann gerettet war. Man hatte der Frau von Anfang an reinen Wein eingefchenkt. Sie war in all der Zeit seit ber Unfallftunbe auf bas Schlimmste gefaßt gewesen. Als man ihr bann bie Botschaft brachte, bie Gefahr fei vorüber, ba hatte sie vor freubigem Schreck beinah bie Sprache verloren, aber halb barauf trat bie Freubenreaktion auf ben Kummer ber letzten Zeit ein, bie sich in einem lange anhaltenben Tränenstrom äußerte. Dann aber eilte sie ins Krankenhaus, unb sie saß feitbem zitternb vor Freube mit erwartungs- bangem Herzen am Bett ihres Mannes unb harrte bes Augenblicks, ba er bie Augen aufschlagen unb sie zum ersten Male roieber ansehen würbe. Knauer atmete tief unb sah sich bann um. Träumte er, ober wachte er? Das war ... ja... seine... „Liesbeth!" flüfternb noch, vor Schwäche, kam es über seine Lippen. Die gefunbe Hanb strich leise über bie Decke unb hob sich bann zu ber erglüpenben Frau hin. Zitternb unb zärtlich streichelte er bereu rotleuchtenbe Wangen. „Liesbeth!" Noch einmal klang es leise, aber im Ton unendlicher Seligkeit von bes Mannes Lippen, auf bie sich jetzt ein anberes Lippenpaar brückte. Die Tränen ber Freude aus den Augen der jungen Frau netzten das Antlitz des Kranken. Dann aber ... Ein Schrei preßte sich aus dem Munde Knauers. Sein Gesicht verzerrte sich, so, als verspürte er tiefen Schmerz. Seine Hand, fein ganzer Körper zitterten. Da stand wieder das Bild vor seiner Seele, bas grauenhafte: wie er sich vergeblich wehrte gegen eine starke Umklammerung, unb wie er bann vom Maschinengetriebe erfaßt würbe. Die Schwester sah bie plötzliche Veränberung bei bem Kranken unb bebauerte schon, bie Frau an bas Krankenbett geholt zu haben. Sie konnte ja nicht ahnen, baß nicht bas Wiebersehen, fonbern ganz anbere Umftänbe — (Erinnerungen — Knauer in biefe (Erregung versetzten. Wie geistesabwesend sah ber Kranke zur Decke bes Zimmers. (Fortsetzung folgt)