1H Jahrgang Eichener Anzeiger M.M Srftesvlatt rsr. Zahrgang Samstag, 2S.ZUNIM-» LLLLLÜ AM44| A A| g| AAA A▲ A|| Heimat im Bild - Die Scholle Ä ■ M W / ■ ■ J| W> ■ ■ E Bfc Ä KB M MM »▼ Grundpreise mm höhe Monatr-Vezugsprels: ■ ■ W O W^M B B R z B ■ I I B/ B M M B für Anzeigen mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 WM M ■ ■T ■WMF ■ ■ BF ■ MF ■ ■ ■ BF B Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte „ 1.80 M W W M «k , ■ B VHk U H Vk M anzeigen von70mm Breite Zustellgebühr.. „ V ■ M W W W> »MW W W W- 60Npf.,Plahvorschriftoder Auch bei Nichterscheinen ■ M w ™ Ä Ml schwieriger Satz 25°/0 mehr m7°,g7'hd7°r°?". V omatigt. ®run6preife: MWL General-Anzeiger für Oberhessen WZ jyronffud am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitatrVuch- und Ztemdruckerei R. Lange in Gießen. Lchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 menrgbJnabt^^?ü^e95taf^^)B Englands Antwort auf die deutsche Transfernote. Oie englische Regierung schlägt Verhandlungen in London vor. Europa in Bewegung. Seit die Genfer Tagung der A b r ü st u n g s - konferenz trotz äußerlicher Einigung mit einem glatten Mißerfolg geendet hat, steht die europäische Politik im Zeichen noch stärkerer Bewegung und Spannung denn zuvor. Die Völker Europas suchen die Folgerungen aus der neuen Lage zu ziehen und sich für die Zukunft einzurichten. Die Zusammenkunft zwischen Hitler und Mussolini in Venedig — die ein englisches Blatt „das größte und wichtigste Ereignis seit Kriegsende und Friedensschluß" nennt — die Warschauer Reise des Reichsministers Dr. Goebbels, die Konferenz der Kleinen Entente in Bukarest, der Besuch des französischen Außenministers Barth ou ebendaselbst, die Aussprache des Beauftragten der Reichsregierung für Abrüstungsfragen von Ribbentrop mit Barthou kennzeichnen das europäische Kräftespiel, das durch die von der französischen Kammer bewilligte Erhöhung der Militärkredite und die Ankündigung des Baues zweier Großkampfschiffe durch die italienische Regierung noch in ein besonderes Licht gerückt wird. Während bei den hochgerüsteten Mächten der Widerstand gegen jegliche, auch noch so beschränkte Abrüstung wächst, zeigt sich gleichzeitig eine zunehmende Häufuno politischer und Militär - p o l i t i s ch e r A b r e d e n, die zum mindesten unter englischer Duldung von Frankreich und unter fran- zöstscher Führung getroffen werden. Neue Blöcke sind geschmiedet worden, oder sollen geschmiedet werde«. Di?s/ Bündnisse, im Namen der „Menschlichkeit und Kultur" geschlossen, bedeuten nichts, anderes als eine Wiederholung der Einkrei- s u n g s p o l i t i k der Vorkriegszeit. Solche „Re- gionalpakte" müssen zwangsläufig zur Blockbildung in Europa führen. Gerade jetzt berät in Genf der neu eingesetzte S'.cherheitsausschuß über die „ R e g i o n a l v e r - träge'', durch die die Grundsätze der Locarnooerträge auch in Gebieten Anwendung finden sollen, für die die Locarnoverträge keine Geltung -haben. Ein solches Ostlocarno — zwischen Sowjetrußland, Polen, der Tschechoslowakei und dem Deutschen Reiche — unter französischer „Garantie" (bei gleichzeitiger sowjetrussischer Garantie der alten Locarnoverträge) ist für das Deutsche Reich ahne S i n n. Die deutsch-russischen Beziehungen sind durch den Rapallo- und den Berliner Vertrag hinreichend geregelt; mit Polen besteht das große Verständigungsabkommen. Außerdem bat Deutschland sich bereiterklärt, mit ollen seinen Nachbarn Nichtangriffspakte zu schkeßtzn. Barthous Fahrt nach Bukarest erhält ihre besondere Bedeutung dadurch, daß sie im Zuge der in Genf eingeleiteten regionalen Bündnispolitik Frankreichs erfolgt, und zum anderen soll Barthous Anwesenheit die französische Patenschaft bei der Anerkennung der Sowjetunion durch Bukarest und Prag dokumentieren. Ueber- raschend ist die Schärfe, mit der sich der rumänische Außenminister T i t u l e s c u erneut gegen den „von Ungarn gemeinsam mit Italien betriebenen Revisionismus" wandte: Rumänien wolle „lieber den Krieg, als einen erniedrigenden Frieden". Unter diesen Umständen ist die Stellung Ungarns an der Seite Italiens und Deutschlands gegeben, wie es der ungarische Ministerpräsident G ö m b ö s in seiner Oedenburger Rede ausdrücklich feststellte. Venedig hat der Welt gezeigt, daß Deutschland nicht gewillt ist, sich als Faktor der Politik in Europa ausschalten und sich nicht wieder, wie vor dem Krige, „einkreisen" zu lassen. Mit den Reisen Hitlers nach Venedig zu Mussolini und Dr. Goebbels nach Warschau erscheint Deutschland wieder als aktives Element der europäischen Politik. Treffend hat Hitler diese aktive Rolle der deutschen Politik in seiner Rede in Gera mit den Worten umrissen: „Je mehr die Welt von Blockbildungen redet, um so klarer wird uns, daß man besorgt sein muß um die Erhaltung der eigenen Kraft. Wir heben keine Komplotte mit anderen Völkern geschmiedet, haben aber besorgt zu sein dafür, daß nicht Komplotte anderer eines Tages da s deutsche Volk vernichten und es um den Segen seiner inneren Arbeit bringen." Es konnte sich in Venedig bei dieser ersten Zusammenkunft zwischen dem Schöpfer des italieni- Idicn Faschismus und dem Führer der deutschen nctwnalsozialistischen Bewegung und des gesamten deutschen Volkes lediglich darum handeln, über die großen Grundlinien für eine Zusammenarbeit beider Länder Klarheit zu gewinnen. Mussolini hat als erster der führenden Staatsmänner Europas der Forderung Deutschlands nach Gleichberechtigung durch die Tot Verständnis entgegengebracht. Bei der fast völligen Gleichheit der italienischen wie der deutschen Ziele in der Abrüstungsfrage könnte eine gemeinsame Marschroute für die Zukunft nur von Vorteil fein. Die deutsche Auffassung, daß eine Rückkehr des deutschen Reiches an den Genfer Verhandlungstisch erst denkbar ist, wenn ihm die praktische Gleichberechtigung zuerkannt ist, wird auch von Mussolini geteilt. Auch Macdonald hat erst vor einigen Tagen wieder ausdrücklich anerkannt, „daß Deutschland auf dem Fuße der Gleichberechtigung behandelt werden würde". Wenn der englische Ministerpräsident dann allerdings von dem Deutschen Reich einen „weiteren Re,trag" verlangte, „um andere Nationen keine Ursache zum Mißtrauen zu geben", so muß man erflaunt fragen, aus welchem Grunde sich Macdo- nalD mit diesem Ersuchen nicht an die französi - she Adresse gewandt hat, zumal er selbst, wie kaum ein anderer, die Sabotagetaktik der Franzosen aus eigener Anschauung kennt. A a r 11) o u will demnächst auch London und 3t o m auf suchen. In London tuschelt man über London, 22. Juni. (DNB.) Auf die deutsche Transfernote vom 14. Juni 1934 hat die englische Regierung dem deutschen Botschafter in London am 21. Juni eine Antwortnote überreicht, die nunmehr veröffentlicht wird. In der Note betont die britische Regierung eingangs, daß sie zu ihrem Bedauern die Wahrnehmung machen müsse, daß die Note keinen praktischen Gedanken darüber enthalte, wie der weitere A n l e i h e d i e n st für die Dawes- und die Younganleihe vor sich gehen solle. Die britische Regierung würdige die Schwierigkeiten der deutschen Regierung in der Devisenfrage, fei aber nicht der Ansicht, daß diese eine vollständige Aushebung des gesamten Transfers für die Schulden Deutschlands im Gefolge haben müßten. Die Gründe der deutschen Note würden stichhaltig sein, wenn gesagt worden wäre, daß Deutschland auch weiterhin den vollen Anleihedienst für alle seine Schulden decken müsse. Die Vertreter der Gläubiger seien durchaus bereit gewesen, sich mit zeitweiligen, behelfsmäßigen Konzessionen einverstanden zu erklären, die ihrer Ansicht nach angemessen waren, um die gegenwärtigen Transferschwierigkeiten zu überwinden. Sie hätten Gründe für die Annahme gefunden, daß das augenblickliche scharfe Fallen der Reichs- dankreferoen wenigstens zum Teil die Folge von außergewöhnlichen Belangen sei, die später Berücksichtigung finden würden, und daß gewisse Deviseneingänge zu erwarten seien, die überhaupt nicht in Rechnung gestellt wären. Die britische Note betont dann, daß die Gläubiger bereit gewesen wären, die gesamte Nicht- Reichsschuld zu fundieren, vorausgesetzt, daß bft Zinsen für die Dawes- und die Poung- anleihe voll gezahlt würden. Die finanziellen Folgen hiervon wären gewesen, daß man lediglich 90 Millionen Mark in bar hätte transferieren müssen, während Deutschlands gesamte Devisenverpflichtungen in lang- und mittelfristigen Anleihen sich auf 716 Millionen je Jahr belaufen. Demgegenüber schätzt die britische Note Deutschlands Deviseneinkommen aus unsichtbaren Quellen auf 250 Millionen Mark, den Ertrag der Ausfuhr auf 350 bis 400 Millionen Mark je Monat, so daß die Zinsen für die Dawes- und die Pounganleihe nur etwa 2 v. H. des deutschen Bruttoeinkommens in Devisen betrügen. Der Vorschlag bedinge also keine große Beanspruchung der verfügbaren Devisenbestände. Die britische Note gibt dann der Ansicht Ausdruck, daß die Gläubiger den Satz von 40 v. H. für Nicht-Reichsanleihen nicht als angemessen an- fehen könnten, wenn die Bedingungen, auf die er sich gründete, nicht erfüllt würden. Es bestehe auch keinerlei Begründung für die Behauptung, daß eine völlige Aussetzung des Transfers auf sechs Monate unbedingt notwendig wäre, ganz gleich, was in der Zukunft geschehe. Die Devisenzahlungen für die Zinsen der Dawes- und der Zounganleihe für die nächsten 6 Monate stellen sich auf 45 Millionen Mark. Dieser Betrag, so meint die Note, müsse laufend aus der zusätzlichen Ausfuhr gedeckt werden können, die vom Oktober 1933 bis März 1934 erfolgt fei. Die Weigerung der Reichsregierung, auf die Bedingungen der Gläubigervertre- t e r einzugehen, könne die britische Regierung nicht als gerechtfertigt anerkennen, denn die britische Regierung sehe in diesen Bedingungen eine für Deutschland äußerst günstige Lösung. Die britische Note erwähnt hier, daß die deutsche Auslandverschuldung von 1930 bis 1934 von 33 Milliarden auf 18 Milliarden zurückgegangen fei, und daß bis zum 28. Februar 1934 nicht weniger als 767 Mil- Pläne für eine militärische Zusammenarbeit der beiden General st äbe, die gelegentlich der Anwesenheit des französischen Generalstabschefs General Weygand in London besprochen werden sollen. Wir kennen solche militärische Abreden zwischen den beiden Generalstäben aus der Zeit vor dem Kriege, Abmachungen, die zu Bindungen führten, die den Krieg schließlich unvermeidlich machten. Ob England wirklich bereit ist, sich auf solche Dinge wieder einzulassen? In Rom wird Barthou sein Werben um Italien fort» etzen, bisher aber hat Frankreich Italien noch keine Zugeständnisse gemacht, die eine Entspannung des zweifellos bestehenden französisch-italienischen Gegensatzes ermöglichen könnten. Mussolini wird Barthou sicher über seine Einstellung zur Abrüstungsfrage und die von ihm als notwendig erkannte praktische Gleichberechtigung für Deutschland nicht im Zweifel lassen. Ob es dem Duce gelingen wird, Frankreich von seiner starren Haltung abzubringen und damit den Weg für eine Rückkehr Deutschlands nach Gens zu ebenen, ist eine andere Frage. Nach Barthous Rückkehr aus London und Rom wird man über die französische Haltung klarer sehen. Die deutsche Auffassung den leitenden französischen Kreisen erneut nahezubringen, hat der Beauftragte der Reichsregierung für Abrüstung von Ribben- tr o b bei seinen Konferenzen mit Barthou und Doumergue Gelegenheit gehabt. Die „Abrüstungspolitik" des französischen Generalstabs, die in der Erhöhung der Militärkredite und in dem Plane der zweijährigen Dienstzeit ihren Niederschlag findet, läßt aber vorerst noch eine Einigungsmöglichkeit reichlich vage erscheinen. Der ergebnislose Verlaus der Genfer Abrüstungs- lionen Schuldverschreibungen zurückgekauft worden seien. Diese Umstände machten den Eindruck unvermeidlich, daß Deutschlands Politik darin bestehe, zu behaupten, es seien keine Devisenbestände verfügbar, um den Dienst der deutschen Anleihen zu bestreiten, und sodann die Bestände, die zur Begleichung des Anleihedienstes hätten verwendet werden müssen, dazu zu benutzen, um seine Anleihen zu den niedrigen Preisen, die die Folge der Nichtbezahlung seien, zurückzukaufen. Die Darlegungen der deutschen Note über den Handel hindernde Maßnahmen, die gewisse Gläubigerländer gegen deutsche Waren angewendet hätten, träfen auf Großbritannien nicht zu. Die deutsche Einfuhr nach England habe allein in den letzten 12 Monaten um etwa 3,5 Millionen Pfund zugenommen. Die Einfuhr aus Deutschland in das Vereinigte Königreich sei stets größer gewesen, als die Einfuhr von britischen Produkten nach Deutschland. Der Ueberschuß genüge, um die Zinsen sämtlicher in London aufgelegten deutschen Anleihen mehr als dr ch zu decken und die Zinsen des Londoner Anteils der Dawes- und der Pounganleihe mehr als zehnfach. Anderseits beschwert sich die britische Regierung darüber, daß deutscherseits gegenüber dem britischen Handel, besonders für Baumwolle und andere Garne, Beschränkungen eingeführt worden seien. Sie könne eine Fortsetzung der günstigen Behandlung der deutschen Waren auf dem englischen Markt nicht in Aussicht nehmen, wenn britische Waren in wachsendem Maße Beschränkungen auf dem deutschen Markt unterworfen und die gerechten Ansprüche britischer Anleihebesiher ohne Ausgleich abgewiesen würden. Die britische Note erklärt bann, Großbritannien wolle keineswegs die deutsche Ausfuhr unterbinden und wolle ebensowenig irgendwelche ungerechtfertig- London, 23. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die englische Presse beschäftigt sich ausführlich mit der deutschen Schuldenfrage und unterstreicht besonders die in der englischen Antwortnote an Deutschland enthaltene Einladung, daß deutsche Vertreter zwecks einer Regelung des Problems nach London kommen sollen. Wie „Time s" feststellt, sind die Londoner Geschäftsleute sich im klaren über die praktischen Schwierigkeiten eines C l e a r i n g s y st e m s. Man möchte es lieber vermieden sehen, weil man fürchtet, daß dadurch ein neues Hindernis für den internationalen handel geschaffen wird. Nicht nur in England selbst, sondern auch in Deutschland müßte ein Clearingamt eingerichtet werden, um eine reibungslose Arbeit des Systems zu ermöglichen. Im ganzen genommen würden die englischen Geschäftsleute die Schaffung einer Sonderabgabe nach der Art der Recovery act, die seinerzeit zur Erlangung der Reparationszahlungen geschaffen wurde, einem Clearing-System vorziehen. „Times" polemisiert dann gegen die Forderung Dr. Schachts, daß die deutsche Rohstoffbasis durch Rückgabe der deutschen Kolonien wiederhergestellt werden soll. Die letzten Ausgaben des amtlichen deutschen Kolonialkonferenz zwingt auch Italien, an seine Sicherheit zu denken. Italien, das bisher die ihm im Washingtoner Flottenabkommen für feine Schlachtschiffflotte zugebilligte Tonnage nicht voll ausgenutzt hat, will zwei neue Schlachtschiffe von je 35 000 Tonnen bauen. Demgegenüber plant Frankreich als Gegenzug ebenfalls den Bau solcher Schiffe. So hat auch zur See das Wettrüsten eingesetzt, kein glückliches Vorzeichen für die jetzt beginnenden Vorbesprechungen für dje Flottenkonferenz des nächsten Jahres. Die politische Konstellation in Europa bleibt somit nach wie vor gespannt. Alles hängt einzig und allein von Frankreich ab. Der deutsche Standpunkt bleibt dabei der alte: So aufrichtig die deutsche Friedensliebe ist, so wenig Deutschland einen Krieg will, so fanatisch wird es für die deutsche Freiheit, die deutsche Gleichberechtigung und dis Ehre des deutschen Volkes eintreten . Gauleiter Sprenger wieder im Dienst. Das Gaupresseamt berichtet: Mit dem gestrigen Tage hat der von schwerer Krankheit wieder gesundete Gauleiter seinen Dienst in vollem Umfange ausgenommen. Als er gegen 10 Uhr am festlich geschmückten Adolf-Hitler-Haus eintraf, wurde er durch Marschklänge der SS.-Kapelle und feinen gesamten Mitarbeiterstab herzlichst begrüßt. Außer feinen Amtsleitern und der gesamten Belegschaft des Gauhauses sah man Ministerialrat Pg. v. Z e n g e n • Berlin, den SA. - Brigadeführer ten Forderungen britischer Anleihebesitzer vertreten. Sie sei jedoch der Ansicht, daß die Weigerung, den Dienstler Dawes- und Young-Anleihe fortzusetzen, ungerechtfertigt erscheine. Die Note weist dann darauf hin, daß England an der Wiederherstellung des deutschen Wohlstandes und des deutschen Kredits gelegen fei und hierfür Opfer, z. B. in der Reparationsfrage, gebracht habe. Diese Bemühungen wären jedoch vergeblich, wenn Deutschland auch weiterhin so handelte, daß sein Kredit zerstört werde. Der Zinssatz der Anleihen, über den in der deutschen Note Klage geführt werde, entspreche dem deutschen Kredit bei Begebung der Anleihen und könne nur geändert werden, wenn Deutschland seinen Kredit so hebe, daß ein Konversionsangebot für die Gläubiger annehmbar werde. Zum Schluß erwähnt dann die Note die Tatsache, daß die Regierung sich Vollmachten für die Ein- füljrung eines Clearing-Abkommens habe geben lassen, um die britischen Interessen zu schützen. Das Ausmaß des Schutzes werde davon abhängen, was für Vereinbarungen die Reichsregierung über diese Frage mit anderen Ländern zu treffen in der Lage sei. Die britische Regierung behalte sich vor, Maßnahmen zu treffen, um die materielle Diskriminierung der britischen Gläubiger zu verhindern. Die britische Regierung fei jedoch bereit, Erörterungen über die Möglichkeit aufzunehmen, um eine -(Einigung über die Behandlung der britischen Gläubiger zu erzielen, damit die Notwendigkeit eines Devisenclearings Überhaupt fortfiele; oder auch darüber zu verhandeln, auf welche Weise ein derartiges Clearing mit einem Mindestmaß von Störung für den Handel beider Länder gehandhabt werden könnte. Sie schlägt daher vor. bevollmächtigte Vertreter zu solchen Verhandlungen nach London zu entsenden. Handbuches hätten einwandfrei gezeigt, daß die deutschen Kolonien eine Belastung, nicht ein Akti- vum gewesen seien. In der „Daily Mail" wird der englischen Regierung geraten, ein überstürztes Vorgehen in der deutschen Moratoriumsfrage zu vermeiden: „Wir haben nicht zuviele Ireunde auf dem Festlande, und es gibt Leute, die sich nur freuen würden, wenn England in einen erbitterten Streit mit Deutschland geriete, in dem Dergeltungs- und Wiedervergeltungsmaßnahmen sich jagen. Wir sind durchaus dafür, daß die englischen Gläubiger, soweit praktisch möglich, geschützt werden; aber in diesem Falle dürfte durch extreme Maßnahmen kaum etwas gewonnen werden." „D a i l y E x p r e ß" findet, daß es n i ch t S a ch e der englischen Nationalregierung sei, mit Zöllen, Verboten, Boykottmaßnahmen oder gar Kanonenbooten dafür zu sorgen, daß die Besitzer ausländischer Wertpapiere ihre Zinsen erhalten. Die Blätter schenken auch den Meldungen über die neue deutsche Devisenverordnung starke Beachtung. „Morning Post" überschreibt ihre Meldung: „Deutschland schlägt zurück", während „Daily Expreß" von einer deutschen „Bombe" spricht. Die führende „Financial New s" bringt besonders scharfe Angriffe gegen die Aeußerungen von Rödel, den SS.-Standartenführer Schwarz, den Handelskammerpräsidenten Dr. L ü e r und den Landesobmann der DAF., Pg. Becker. Gauleiter Sprenger, der einen frischen und erholten Eindruck machte, begrüßte dann in der Kantine feine Mitarbeiter durch Handschlag und richtete in der ihm eigenen, alle mitreißenden Weise das Wort an sie: „Parteigenossen, ich kann euch die Mitteilung machen, daß ich nunmehr in alter Frische den Kampf an eurer Spitze wieder aufnehmen werde. Dies um so lieber, als wir gerade in letzter Zeit wieder merken mußten, wie nötig es ist, voll auf dem Damm zu fein. Wir sind es gewohnt, zu kämpfen, und wir werden immer siegen, wenn wir uns unseren Kampfgeist erhalten. Man hat hier und dort versucht, einen angeblichen Gegensatz zwischen SA. und PO. zu konstruieren. Ihr lacht darüber mit Recht, und ich erkläre daher für alle, die es wissen wollen: Wer der SA. feind ist, ist Gegner der PO.; wer die PO. angreift, hat die SA. gegen sich. In jedem Fall aber ist er ein Feind der Partei, ein Gegner Adolf Hitlers. Unsere große und berechtigte Hoffnung ist die Jugend, denn aus der heutigen Generation läßt sich das neue Deutschtum in seinem ganzen Umfang nicht mehr schaffen. Auf dieses Ziel hin wollen wir unsere Arbeit einstellen, in dieser Richtung rastlos wirken und darin nicht ein Opfer, sondern eine heilige Pflicht und ein besonderes Vorrecht erblicken." Nach einem stürmischen Heil auf den Führer begab sich der Gauleiter in fein Arbeitszimmer. Am Nachmittag fuhr Sprenger in das Reichsstatt« Halterhaus nach Darmstadt, um auch hier seins Dienstgefchäfte wieder aufzunehmen. Das Äeamg-Sysiem ein Hindernis. Oie englische presse empfiehlt ihrer Regierung Besonnenheit. Dr. Schacht. Die „verhältnismäßig gute Aufnahme", die das Clearing-Gesetz in der City gefunden habe, fei möglicherweise eine Erwiderung auf die „aggressive Erklärung" Dr. Schachts. Oeviseu-Repariieruug der Reichsbank. Berlin, 22. Juni. (DBB.) Die .angespannte Devisenlage der Reichsbank macht es notwendig, die täglichen Devisenabgaben bis auf weiteres so einzuschränken, daß sie nicht höher sind als die Eingänge an demselben Tag. Die Reichsbank wird daher von Montag, 25. Juni 1934, ab nach Maßgabe der Deviseneingänge eine Repartierung der angeforderten Beträge vornehmen. Die Zuteilung wird nicht für alle Anforderungen und Währungen die gleiche sein. In erster Linie wird darauf Bedacht genommen werden, daß der Bedarf an Rohstoffen und Lebensmitteln in ausreichender Weife gesichert wird. Grundlage für die Devisenanforderungen bei der Reichsbank bleiben, wie bisher, die Einzelgenehmigungen und allgemeinen Genehmigungen der Devisenstellen. Die Repartierung macht es erforderlich, daß auch alle Zahlung en an das Ausland, die bisher in mittelbarer $ otm, insbesondere durch Verrechnung, geleistet wurden, als De- Visen an forderungen an die Reichsbank gelangen. Genehmigungen im Warenverkehr werden daher künftig nur noch in der 5crrm erteilt, daß sie zu Anforderungen von Devisen bei der Reichsbank berechtigen. Auch Auslandzahlungen im Po st verkehr find nicht mehr zulässig. Die allgemeinen Genehmigungen für den Warenverkehr werden mit Wirkung vom 1. Juli 1934 entsprechend neugeregelt. Die Einzahlungen auf die Sonderkonten für den Warenverkehr und auf die Konten der Rotenban - k e n , mit denen Verrechnungsabkommen bestehen, werden durch die Repartierung nicht berührt. Die bisher vorgesehene beschränkte Kompen- fationsbefugnis der Devisenbanken entfällt: ebenso werden die den einzelnen Importeuren zugeteilten Devisenfonds aufgelöst. Die Schweiz für Verständigung. Bern, 23. Juni. (DNB.) Der schweizerische Bundesrat befaßte sich am Freitagnachmittag mit dem Stand der deutsch-schweizerischen W i r t s ch a f t s v e r h a n d I u n g e n. Der vor einigen Tagen zur Einholung neuer Instruktionen aus Berlin zurückgekehrte Minister S t u ck i berichtete eingehend über die in Berlin geführten Verhandlungen über die Transferfrage und die Wirtschaftsangelegenheiten. Stucki hatte am Freitagoormittag Besprechungen mit Vertretern schweizerischer Wirtschaftsverbände, um die Möglichkeiten einer Verständigungsgrundlage zu prüfen. Der Bundesrat erklärte in feiner über die Sitzung herausgegebenen Verlautbarung, obwohl die bisherigen deutschen Vorschläge den schweizerischen Belangen in der Stellung der Schweiz als bedeutendster Abnehmer deutscher Waren nicht entsprächen, habe sich die Regierung entschlossen, die Verhandlungen fortzu setzen. Minister Stucki erhielt weitere Weisungen des Bundesrates, feine Bemühungen fortzusetzen, mit der deutschen Regierung zu einer Verständigung zu gelangen. Schweden ebenfalls fürÄerhandlungen Stockholm, 23. Juni. (DRB.) Das Auswärtige Amt teilt Freitagabend mit: Die schwedische Regierung hat gestern die deutsche Rote in der Transferfrage beantwortet. In ihrer Antwort hat die Regierung die bei dem Empfang der Rote abgegebene Erklärung wiederholt und sich bereiterklärt, mit der deutschen Regierung Verhandlungen über die Möglichkeit und die Voraussetzungen für ein Abkommen aufzunehmen. Die schwedische Delegation besteht aus Staatssekretär Richert, Bankdirektor Jakob Wallen- b e r g und Dr. A. Johanson. Deutsch-französische Handelsvertrags- Verhandlungen ausgenommen. Berlin, 22. Juni. (DRB.) Die deutsch- französischen Handelsvertrags-Verhandlungen haben Freitagnachmittag programmäßig begonnen. Treuhänder-Wechsel im Wirtschaftsgebiet Hessen. Frankfurt a. M., 22. Juni. (LPD.) Nachdem der Präsident der Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages, Dr. Carl ßüer, M. d. R., vor einigen Wochen zum Reichsführer des Handels ernannt worden ist, anderseits die Treuhänder der Arbeit entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen Reichsbeamte sind und infolgedessen andere Stellungen nicht bekleiden dürfen, hat Dr. ßüer sein Amt als Treuhänder der Ar- deitfürdasWirtschaftsgebietHessen niedergelegt. Der Reichsarbeitsminister hat ihn jedoch bis zur Ernennung seines Nachfolgers mit der kommissarischen Führung der Geschäfte beauftragt. Nunmehr ist Pg. Franz I. Schwarz, der Führer der 2. SS.-Standarte Frankfurt a. M. zum Nachfolger Dr. Lüers als Treuhänder ernannt worden. Schwarz wird fein neues Amt am l.Juli antreten. Der neue Treuhänder für das Wirtschaftsgebiet Hessen ist am 26. Mai 1890 in Mehlem bei Godesberg a. Rh. geboren. Er war an verschiedenen Bankinstituten im Rheinland und in Berlin an verantwortlicher Stelle tätig, zuletzt als Direktor der Dresdner Bank in Frankfurt a. M. Treuhänder Schwarz hat den Krieg an der Front von Anfang bis zum Schluß als Offizier mitgemacht, war dreimal verwundet und wurde mit dem E. K. 2. und 1. Klaffe ausgezeichnet. Nach dem Kriege betätigte er sich als Freikorpskämpfer an verschiedenen Fronten. Pg. Schwarz ist seit vielen Jahren aktives Mitglied der nationalsozialistischen Bewegung. Er führt auch weiterhin die 2. SS.-Standarte Hessen- Nassau-Süd Frankfurt a. M., während er seine wirtschaftlichen Ehrenämter, wie Mitglied des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages usw., nieder legte. Reichsminister Dr. Goebbels über das neue Deutschland. betät-! xechtsl reich- 3" Eine Rede auf dem ersten deutschen Thingplah bei Halle. Halle, 23. Juni. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sprach am Freitagabend auf dem ersten deutschen Thingplatz in den Brandbergen bei Halle. Der Tag in Halle gestaltete sich zu einer der größten Kundgebungen — wenn man von den Niesenaufmärschen auf dem Tempelhofer Feld absieht — im Reiche überhaupt. 160 000 Leute waren gemeldet, aber etwa 225 000 waren herbeigeströmt, um Dr. Goebbels, der zum erstenmal seit der Machtergreifung in Halle sprach, zu hören. Die Stadt selbst war wie ausgestorben. Aus weitester Umgebung waren die Menschenmassen in allen nur erdenkbaren Verkehrsmitteln nach Halle gekommen. Immer wieder wurde bei der An- und Abfahrt der Kraftwagen des Ministers von Menschenmaffen eingefchlofsen, die den Fahrdamm trotz aller Äb- sperrungsmaßnahmen immer von neuem eroberten und überfluteten, um den Kraftwagen zum Halten zu bringen. Der ganze weite Talkessel des Thingplatzes, der mit seiner Festspielstätte nach den Worten des Ministers zu den schönsten in Deutschland gehört, war bis zum Kamm der ihn umgebenden Höhenzüge herauf von den riesigen Kolonnen der Aufmarschierten besetzt. Zu ihnen sprach nach kurzer Begrüßung durch den Gauleiter Staatsrat Jordan Reichsminister Dr. Goebbels in eineinhalbstündiger Rede. Er sagte u. a.: Jedermann weiß, daß uns große Aufgaben gegeben sind, für die es sich zu leben verlohnt, daß wir einen Teil dieser Aufgaben schon gelöst haben, und daß wir mit der Lösung der übrig bleibenden bereits begonnen haben. Wir sind nicht stärker geworden an Waffen. Wir sind stärker geworden an geistiger Kraft. Stärke, Zucht und männliche Lebenshaltung sind in Deutschland wieder zum öffentlichen Merkmal unserer nationalen Existenz geworden. Diese Nation hat trotz eines fast entmutigenden Mangels an materiellen Waffen den Mut gehabt, der Welt entgegenzutreten und ihr unabänderlich das Recht auf Ehre und Gleichberechtigung anzumelden. Das Deutschland der Unterwürfigkeit, das aus der schmachvollen November- revolte hervorgegangen war, existiert nicht mehr. Das Deutschland von heute, das nun der Welt sein Gesicht zeigt, ist ein Deutschland der Männlichkeit und eines heroischen Volkes. Dieses Deutschland weist von sich den Gedanken, mit seinen Sorgen die Welt zu belästigen. Dieses Deutschland ist stolz darauf, daß es sich selbst hilft. Dieses Deutschland bringt jedem anderen Volke alle Hochachtung entgegen; aber es verlangt von der Welt auch, daß sie ihm die Hochachtung nicht versagt. Diese Ration ist fest entschlossen, ihr nationales Lebensrecht zu wahren und zu vertreten. Wir sind der Uebergeugung, daß wir eine große Aufgabe zu erfüllen haben, die an den Grenzen des Reiches nicht aufhört. Wenn das nationalsozialistische Deutschland das Recht aus Waffen proklamiert, dann tut es das nicht, um einen neuen Krieg zu provozieren, sondern weil wir wissen, daß der Friede niemals bei Feigen ist, sondern nur bei den Starken, und daß der Friede nicht mit pazifistischen Phrasen, sondern nur mit Waffen zu sichern ist. Wir sind der Meinung, daß ein wehrloses Deutschland inmitten einer gerüsteten Welt eine Aufreizung zum Kriege fein muß. Und der Sache des Friedens ist auch nicht gedient mit pietistischen Redensarten. Wir wissen, daß wir manchmal Anstoß erregt haben, weil wir die Wahrheit sagten. Die Welt kann uns aber nicht zwingen zu lügen, weil andere lügen. Das Verhalten des Auslandes, fuhr Dr. Goebbels fort, beruhe auf der offenbar noch immer vorhandenen Einschätzung des neuen Deutschland nach den Erfahrungen, die man mit den Regierungen des alten Systems machte. Die Methoden würden sich aber ändern, wenn man wisse, aus welchem anderen Holze die Männer des neuen Reiches geschnitzt sind. Die Zeilen seien vorbei, in denen deutsche Regierungen vor jedem Diktat kuschten. Riemais wieder werde die deutsche Unterschrift unter einen Vertrag gesetzt werden, den zu halten das deutsche Volk nicht in der Lage sei. Unlogisch sei die Sorge des Auslandes, Deutschland könne in anderen Ländern nationalsozialistische Propaganda treiben. Nationalsozialismus | e i keine Exportware. Jedes Land müsse die ihm gemäße politische Entwickelung durchleben in seinem eigenen Tempo. Deutschland sei gerade glück- lich über den Vorsprung, den die nationalsozialistische Revolution ihm in der europäischen Entwick- lung gegeben hat. Bord an einem Amtswalter derASDAP. Das Staatsbegräbnis für Amtsleiter Elsholz. T- A W Berlin, 22. Juni (DNB.) Am Donnerstag ist in Potsdam die Beerdigung des ermordeten Guts-, Inspektors Elsholz erfolgt, der von einem gewissen Meißner auf dem Gute Gollmütz bei Schwerin an der Warthe in bestialischer Weise errxorbet worden ist. Die Meldungen in einigen Zeitungen, daß der Mörder der KPD. nahegestanden hatte, treffen nicht zu. Im Gegenteil ist feftgestellt worden, daß er einer der Begründer der „Deutschen Jugendkraft" (eines katholischen Jugendverbandes in Schwerin an der Warthe) ist. Zu der Mordtat selbst erfahren wir von unterrichteter Seite, daß sie in außerordentlich scheußlicher Weise vor sich ging. Elsholz war als Kassenwart der NSDAP.-Ortsgruppe besonders aktiv. Der Mord erfolgte, obwohl sich der Ermordete mit dem Mörder in keinerlei persönlichen politischen Auseinandersetzungen befand. Meißner steckte sich zur Begehung der Tat ein großes Fleischermesser ein und fiel über Elsholz bei der Arbeit her. Er trat ins Zimmer und schlug den Jnsepktor über den Kopf. Als Elsholz aus dem Zimmer flüchten wollte, schlug Meißner ihn nieder und versetzte ihm ein paar Stiche. Mit welcher Wucht und Brutalität die Tat ausgeführt wurde, beweist die Tatsache, daß der linke und der rechte Oberarm vom Körper Elsholz' fast vollständig abgetrennt sind. Auch die Brust ist durch fünf tiefe Messerstiche vollkommen zerfleischt. Als der Schwerverwundete auf dem Hof auf der Erde lag, versuchte der Mörder, ihm mit dem Fleischermesser den Hals abzuschneiden. Er wurde daran durch das Dazwischentreten eines Melkers verhindert, der dem Mörder über den Kopf schlug, so daß er feftgenommen werden konnte. Mit dieser scheußlichen Mordtat scheinen noch weitere Kreise verknüpft zu sein. Außer dem Mörder selbst wurden der Lehrer des Dorfes und 11 weitere Leute fest genommen, von denen 9 Mitglieder der „Deutschen Jugendkraft" sind. Nach den bisherigen Feststellungen haben sie den Mörder beeinflußt, die bestialische Tat auszuführen. Zur Klärung der ganzen Angelegenheit wurde der katholische Pfarrer von den oberen geistlichen Behörden nach Tütz in der Grenzmark versetzt und hält sich dort zur Verfügung der Kriminalpolizei. Der Verband „Deutsche Jugendkraft" ist für die Grenzmark verboten worden. Politische Beweggründe. Meseritz (Grenzmark), 22. Juni. (DNB.) Da die Untersuchung des Gollmützer Mordes, dem der Schulungsleiter der Ortsgruppe Gollmütz der NSDAP. Gutsinspektor Kurt Elsholz zum Opfer gefallen ist, ergeben hat, daß p o l i t i f d) e . Beweggründe Anlaß zur Mordtat gewesen I sind, ist die weitere Untersuchung in der Angelegen-, heit an die Staatsanwaltschaft bei dem für den hiesigen Bezirk zuständigen Sondergericht in Elbing übergeben worden. Die Kriminalpolizeit hat im Verlaufe der (Ermittlungen zur Aufklärung der Hintergründe des Mordes weitere elf Festnahmen oorgenommen. Trauer aller Politischen Leiter. München, 22. Juni. (DNB.) Der Stabsleiter der obersten Leitung der PO. gibt bekannt: „Der Ortsgruppen-Kasfenwärt Pg. Kurt Els» holz ist von ruchloser Seite ermordet worden. Wir beklagen in ihm ‘einen Toten der Bewegung, der unserer Weltanschauung wegen gefallen ist. Wir werden ihn nicht vergessen. Ich ordne an, daß alle politischen Leiter ab sofort bis Freitag, den 29. d. M. einschließlich auf der Armbinde einen Trauerflor zu tragen haben. Bei dienstlichen Anlässen während dieser Zeit, bei denen Fahnen gezeigt werden, sind diese gleichfalls mit einem Trauerflor zu versehen." Oer Kamps um Oesterreich. Eine liebe des Landespreffechefs der NSDAP. Oesterreichs. Frankfurt a. M., 22. Juni (LPD.) Anläßlich einer großen Massenversammlung des Kampfringes der Deutfch-Oesterreicher sprach an Stelle des in letzter Stunde verhinderten Gauleiters Frauenfeld- Wien, der Landespressechef der NSDAP. Oesterreich, Pg. Heinz, über den Kampf der 6V2 Millionen Oesterreicher unter dem Dollfuß- Regime. Landespressechef Heinz führte u. a. aus: Die Unabhängigkeit Oesterreichs werde heute nicht, wie man in der Weltpresse behaupte, von den österreichischen Nationalsozialisten gefährdet. In Wirklichkeit gebe es seit 1919 kein unabhängiges Oe ft er* reich mehr. Das heutige Oesterreich sei nichts anderes als ein Mißprodukt unserer ehemaligen Feinde, dazu bestimmt, Bollwerk gegen das neue Deutschland zu sein. Sämtliche österreichischen Regierungen von 1919 bis zu Dollfuß hätten allein die Politik derer gemacht, die Oesterreich als Büttel gegen Deutschland benutzen wollten. In Wirklichkeit regiere heute in der Ostmark nicht Herr Dollfuß, sondern vier ober fünf Experten des Völkerbundes. Herr Dollfuß fei allein das Ausführungsorgan jener internationalen Dunkelmächte. Vor Jahren schon habe der (Bauleiter Frauenfeld gesagt: „Wenn der Nationalsozialismus die Macht im Reich früher erhält als in Oesterreich, dann wird dieses das Sammelbecken aller Gauner Mitteleuropas werden." Angesichts dieser Gefahren, die dem neuen Deutschland vom Oesterreich des Herrn Dollfuß drohten, sei der Kampf der 6'/- Millionen Deutsch- Oesterreicher nicht nur ein Kampf um die eigene Sache, er sei eine Angelegenheit des ganzen Slebzig. Millionen-Deutschen-Volks. In Oesterreich gebe es heute nur zwei Fron - *_c "-Alst der einen ständen alle anständigen Deutsch-Oesterreicher, auf der anderen Herr Dollfuß nut einem Häuslein Legitimisten und den 450 QOQ in der Vaterländischen Front organisierten Juden, denen allerdings ein Dollfuß lieber sein müßte als ein Adolf Hitler. Genau so, wie der Kampf gegen die Clique des „kleinen Mannes" Dollfuß gehe, genau so richte er sich gegen den Legitimismus. kein deutschbewußter Oesterreicher werde jemals vergessen, welche Verbrechen die Französin Zita in den schwersten Stunden des Krieges gegen das deutsche Volk begangen habe. Es werde nie das Ziel der NSDAP. Oesterreichs sein, einen gewaltsamen Anschluß an das Reich zu vollziehen. Aber es werde der Tag kommen, an dem die Diktate revidiert würden, an dem auch die Welt einsehen werde, daß man Oesterreich das S e l b st b e - stimmunasrecht nicht vorenthalten könne. Dann aber sei es das Ziel, aus dem Bollwerk gegen Deutschland einen Eckpfeiler des Reiches zu machen. Das deutsche Volk Oesterreichs verlange heute nichts anderes, als eine Feststellung der wahren Volksstimmung durch eine Volksbefragung: für Dollfuß oder für den Nationalsozialismus? Werde eine solche Befragung durchgeführt, dann werde die Welt die Wahrheit erfahren. Das Regime verhindere heute eine solche Abstimmung, weil es wisse, daß der letzte Tag der Wahl der erste Tag der eigenen Vernichtung sei. Aber auf die Dauer lasse sich keine Macht mit von fremdem Geld bezahlten Bajonetten behaupten. Auch mit dem Standgericht und mit dem Galgen könnten diese Herrschaften das deutsche Volk Oesterreichs nicht von seinem Verzweiflungskampf abhalten. In dem einen Jahr des Verbotes habe sich die RSDAP. Oesterreichs trotz 265 000 Bestrafungen und insgesamt 60 000 Festsetzungen in Konzentrationslagern um das dreieinhalbfache vermehrt. Keine Macht der Dell werde die Be- lveguug dazu bewegen, illegal zu werdenl Ein solches System, das nach außen zwar den christlichen Mantel umhänge, nach innen aber von einer asiatischen Bestialität sei, werde sich von selbst richten. Pflicht aller Deutschen im Reich sei es, diesen heroischen Kamps zu unter« stützen, denn um Deutschlands willen müsse Deutsch-Oesterreich leben. Oottfuß besucht Mussolini. Ein Bericht Suvichs über Benedist. Wien, 22. Juni. (DNB.) Aus diplomatischen Kreisen verlautet, daß Bundeskanzler Dr. Doll« s u ß sich Ende Juli zu einem Besuch bei Mussolini nach Riccione begeben werde. Der Besuch soll auf eine Einladung zurückgehen, die Mussolini kürzlich Dollfuß habe übermitteln lassen. Weiter verlautet, daß Bundeskanzler Dr. Dollfuß über die Zusammenkunft von Venedig jetzt durch ein persönliches Schreiben des Staatssekretärs S u v i ch unterrichtet worden ist. In dem Bericht des österreichischen Gesandten in Rom Dr. Rintelen, der von den amtlichen Stellen streng geheimgehalten wird, wird, wie verlautet, darauf hingewiesen, daß in der Zusammenkunft von Venedig die Notwendigkeit einer Heber« einftimmung zwischen Italien und Deutschland in der österreichischen Frage fest- gestellt worden ist. Rektorwahl an der Wiener Universität. Wien, 22. Juni. (DNB.) Nach wochenlangen Verhandlungen und mehrmaliger Verschiebung wurde am Freitag die R e k t o r w a h l an der Universität Wien endlich durchgeführt. Nach Alter und Rang wäre an erster Stelle Prof. Dr. Otmar Spann in Frage gekommen. Da dieser aber wegen nationalsozialistischer Gesinnung der Regierung nicht genehm war, entschloß sich das Prosessoren-Kollegium zu einer ausgesprochen nen Kompromißlösung und wählte Prof. Dr. Hold von Ferneck zum Rektor der Universität Wie» für das Studienjahr 1934/35. Prof. Dr. Hold von Ferneck gilt als nationaldenkender Mann, ohne sich ifl LatioaaljoMWHer Richtung kgenwi- Vi Schw liste ein Schv! den 5 zohln W nahes neu- beim bie fit abge werden Begna! Schützt verbüß Di (5ta: Komi Pay den. Pay aus ® teilt. wurde, kapseln, ferner bemotr Wretsü nertirc und U' körper rechtze abgelö\ Der Kreisen innenm wendur Reich beutj des Q (Freib und B der B Dauer Bei Don be Wrbeitsl wiMd weite um rui zahl a rund 1 Prozer jahres. Die war ii als die Die G einmal Zugend Schule darin, i llenang, stellung wieder dee Ber zum Er 1 934 f lausen i hUjt 31 verleih Neuzei anleihe tausch । ^rer fr zum u 1934 qi ^er putsch« dem vr Nuno: ft Kl für we ttiri, hj , V°rb< Wft in rur h- |‘[ zun P Zug Sf. 8 L 9ei-: 5 Ütl betätigt zu haben. Er war seinerzeit der Staats- rechtslehrer des nachmaligen Kaiser Karl von Oesterreich. Zuchthaus für nationalsozialistische Zettelverteiler. Wien, 22. Juni. (DNB.) Vor einem Salzburger Schwurgericht wurden zwei Nationalsozialisten, die F l u g z e t t e l ausgestreut hatten, zu ein UÜ b sechs Monaten schweren Kerkers verurteilt. Diese Strafe übertrifft bei weitem die Strafen, die jetzt gegen den größten Teil der Schutzbündler verhängt wurden, welche aktiv an den Kämpfen des 12. Februars teilgenommen und zahlreiche Menschenleben auf dem Gewissen haben. Neue Gnadenakte — ober immer nur für Schutzbündler. Wien, 22. Juni. (DNB.) Das der Regierung nahestehende „Kleine Blatt" berichtet, daß eine neue Begnadigungsaktion für sozialdemokratische Schutzbündler bevorsteht, die sich auf solche Häftlinge erstreckt, die bereits abgeurteilt worden sind. Ende des Monats werden im Zuge einer sogenannten Administrativ- Begnadigung alle diejenigen sozialdemokratischen Schutzbündler, die bereits die Hälfte ihrer Strafe verbüßt haben, in Freiheit gesetzt werden. Hohe Kerkerstrafen gegen Grazer Kommunisten. Wien, 22. Juni. (DNB.) In dem Grazer Standgerichtsprozeß gegen die beiden Kommunisten Gottfried W r e t s ch k o und Franz P a y e r l ist heute mittag das Urteil gefällt worden. W r e t s ch k o wurde zu 15 Jahren, Payerl zu 18 Jahren schweren Kerkers auf Grund des § 6 des Sprengstoffgesetzes verurteilt. In den Wohnungen der beiden Angeklagten wurden große Mengen von Zündschnüren, Sprengkapseln, Sprengkörpern, Ammonit, Sauerstofflaschen, ferner Vervielfältigungsapparate und reiches fozial- demokratiscbes Propagandamaterial aufgefunden. Wretschko soll nach der Anklage in der Franziska- nerkirche, im Keller des Städtischen Amtshauses und unter dem Büro der Pdlizeiwachstube Sprengkörper niedergelegt haben. Sie wurden jedoch rechtzeitig entdeckt und die brennenden Zündschnüre ab gelöscht. Das Reichskonkordat. Besprechungen in Berlin. Berlin, 22. Juni. (DNB.) Wie aus kirchlichen Kreisen verlautet, werden am 25. Juni im Reichsinnenministerium die Besprechungen über die Anwendung des Reichskonkordats zwischen der Reichsregierung und drei Vertretern des deutschen Episkopates beginnen. Von feiten des Episkopates sind Erzbischof Dr. Gröber (Freiburg), Bischof Dr. Berning (Osnabrück) und Bischof Dr. Bares (Berlin) mit der Führung der Besprechungen beauftragt wovden. Ueber die Dauer der Besprechungen ist Näheres nicht bekannt. Weitere Zunahme der Beschäftigtenzahl. Berlin, 22. Juni (DNB.) Das Ergebnis der von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung geführten Krankenkassen- mitglieder-Statistik für Mai 1934 weisen eine weitere Zunahme der Beschäftigten um rund 236 000 oder 1,5 o. H. aus. Die Gesamtzahl aller am 31. Mai 1934 Beschäftigten betrug rund 15 559 000, das sind rund 2 379 000 oder 18 Prozent mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Die Zunahme der Beschäftigten (plus 236000) war im Monat Mai wiederum erheblich größer, als die Abnahme der Arbeitslosen (minus 80 000). Die Gründe dafür dürften, wie auch im April, einmal in der erfolgreichen Unterbringung von Jugendlichen, insbesondere von Ostern aus der Schule Entlassenen zu suchen sein, dann aber auch darin, daß viele Volksgenossen, vorwiegend Familienangehörige, die früher kaum Aussicht auf Einstellung hatten, bei der gebesserten Beschäftigtenlage wieder in Arbeit gekommen sind. Oie 4 v.H.-Anleihe des Deutschen Reiches von 1934. Berlin, 22. Juni. (DNB.) Die Anmeldungen zum Erwerb der 4 v. H.-R eichsanleihen von 19 3 4 sind in sehr befriedigendem Umfang einge- laufen und haben ein Gesamtergebnis von fast 300 Millionen R M. erbracht. Hiervon verteilt sich knapp die Hälfte etwa gleichmäßig auf Neuzeichnung und Umtausch der 1929er Reichsanleihe, während die andere Hälfte auf den Umtausch der Anleiheablösungsschuld entfällt. Von letzterer sind rund 80 v. H. des umlaufenden Betrages zum Umtausch in die 4 v. H. Reichsanleihe von 1934 angemeldet worden. Bedingte Eintrittsmöglichkeit für Jugendliche in die OAF. Berlin, 22. Juni. (DNB.) Das Jugendamt der Deutschen Arbeitsfront erläßt in Verbindung mit dem Organisationsamt der DAF. folgende Anordnung: „Die Aufnahmesperre der DAF. für männliche Jugendliche bis zu 18 Jahren und sür weibliche Jugendliche bis zu 21 Jahren wird hiermit aufgehoben. Vorbedingung für die Erwerbung der Mitgliedschaft in der DAF. ist jedoch die Z u g e h ö r i g k e 1t zur HI. bzw. zum BdM. Die NSBO.-Dienststellen können also Jugendllche bis zum obengenannten Alter nur dann auf- nehmen, wenn diese bei ihrer Aufnahme in die DAF. ihre Zugehörigkeit zur HI. bzw. zum BdM. nach- veisen. Gez.: Langer, Leiter des Jugendamtes, OBF. und Referent in der RIF. „ Gez.: Selzner, Organisationsamt der DAF. Arbeitsdienstpflicht in Danzig. Danzig, 23. Juni. (DNB.) Der Danziger Senat hat durch Verfügung das obligatorische Ar - beitsdienstpflichtjahr sür jeden arbeitsfähigen Danziger Staatsbürger vom vollendeten 17. bis 25. Lebensjahr eingeführt. Die Verordnung bestimmt, daß die Arbeiten des Danziger Arbeitsdienstes grundsätzlich ifo auszuwählen und zu gestalten sind, daß sie nach Möglichkeit nicht die freie Wirtschaft beeinträchtigen und keinen Arbeitnehmer aus seiner Dienststelle verdrängen. Macdonalds Ltrlaub. Krisengerüchte in der englischen Oppositionspresse. London, 23. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Ministerpräsident Macdonald wird seinen auf drei Monate bemessenen Erholungsurlaub voraussichtlich noch vor Ende nächster Woche antreten. Macdonald möchte ihn an sich zum größten Teil in seiner Heimatstadt L o s s i e m o u t h verbringen. Sein Augenarzt Horder empfiehlt jedoch einen Aufenthalt im Aus lande. Vertreten wird Macdonald durch Baldwin. Die Oppositionspresse schlachtet die Nachricht von Macdonalds Erholungsurlaub aus, um wieder einmal weitgehende Mutmaßungen über eine Kabinettsumbildung in Umlauf zu setzen. Die liberale Zeitung „News Chronicle" schreibt, es sei recht ungewiß, wie sich die Zukunft des Kabinetts gestalten werde. Macdonalds Erholungsurlaub fei für ihn nicht nur eine körperliche, sondern auch eine geistige Erholung von dem wachsenden Druck der konservativen Minister, der die endgültige Zustimmung des Kabinetts zu einer Politik der Wiederaufrüstung und Isolierung herbeigeführt habe. Die dauernde Unterordnung der „Nationalen" unter die Konservativen habe Dem Ministerpräsidenten beinahe das Herz gebrochen. Es sei durchaus denkbar, daß Macdonald zurücktrete, vielleicht auch Baldwin. Jrn Falle eines Rücktritts Macdonalds könne man mit Neuwahlen rechnen. Das sozialistische Oppositionsblatt „Daily Herold", das sich häufig in sensationellen Aufbauschunaen gefällt, will sogar wissen, daß „die plötzliche Mitteilung von Macdonalds Rücktrittsabsichten große Aufregung in politischen Kreisen hervorgerufen habe. Man flüstere bereits von einem Kabinett, in dem Macdonald nicht mehr Ministerpräsident sein würde, sondern nur noch Berater, während die rechtskonservatioen Kreise darin in stärkerem Maße vertreten sein würden. Baldwin, der sich aufs engste mit den politischen Gedankengängen Macdonalds verbunden fühle, würde dann ebenfalls zum Rücktritt gezwungen sein. Demgegenüber warnt der politische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" davor, den Gerüchten über etwaige Kabinettsänderungen Glauben zu schenken. Macdonald werde an der Spitze der Regierung bleiben. Die einzige Aenderung würde vielleicht dahingehen, daß Macdonald von dem rein bürokratischen Teil seiner Amtsgeschäfte entlastet würde. Genugtuung in Paris. Paris, 22. Juni. (DNB.) Die aus London ein- treffende Nachricht, daß Ministerpräsident Macdonald auf ärztliches Amaten einen dreimonatigen Erholungsurlaub antreten wird, wird in gewissen Pariser Kreisen mit Genugtung ausgenommen. Man rechnet damit, daß Außenminister Barthou bei seinem Besuch in London nicht von Macdonald, sondern von Baldwin empfangen wird. Dies ist, so schreibt in diesem Zusammenhang ein Abendblatt, vom außenpolitischen Gesichtspunkt aus sehr wichtig, da der Führer der Konservativen Partei immer in der Wirklichkeit gedacht und für den französischen Standpunkt großes Verständnis habe. Barthou in Bukarest. „Vollständige Uebereinstimmung." Bukarest, 23. Juni. (DNB.) Der französische Außenminister Barthou empfing am Freitag, dem dritten Tage seines Aufenthalts in Rumänien, Pressevertreter, vor denen er besonders betonte, daß im Verlaufe einer Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Tatarescu eine vollständige Uebereinstimmung Frankreichs und Rumäniens festgestellt worden sei. Die rumänische Akademie hat in feierlicher Sitzung Barthou zum Ehrenmitglied ernannt. Barthou dankte in einer kurzen Ansprache für diese Ehrung. Der König hat Barthou den Orden für kulturelle Verdienste verliehen. Am heutigen Samstagvormittag trat der französische Außenminister die Weiterreise nach Belgrad an. Aus aller Wett. Dr. Goebbels über aktuelle Fragen des Films Auf Einladung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, fand im Propagandaministerium eine Aussprache über aktuelle Filmfragen statt, an der die führenden Persönlichkeiten der Filmwirtschaft und Filmkunst teilnahmen. Präsident Dr. Scheuermann betonte die schwierige Lage der Theaterbesitzer, die durch die noch immer nicht beseitigte Lustbarkeitssteuer, die in Wahrheit eine exorbitante Sonderumsatzsteuer darstellt, sowie durch sonstige Abgaben schwer zu leiden hätten. Reichsminister Dr. G o e b b e l s erklärte, er werde sich nach wie vor dafür einsetzen, daß die wirtschaftliche Lage der Filmindustrie eine Besserung erfahre, anderseits müsse er aber auch verlangen, daß das nationalsozialistische Prinzip im deutschen Film stärker zur Geltung komme als bisher. Er verlange keine nationalsozialistischen Programmfilme oder gar eine Darstellung von politischen Ereignissen, sondern eine Durchdringung des Stoffes mit nationalsozialistischen Ideen und Problemen und eine Anerkennung und Darstellung des Prinzips höchster Verantwortung, aber auch höchster Autorität. Er verlange eine Filmkunst, die klar und hart auf ein bestimmtes Ziel hinsteuert. Es fei nicht wahr, daß das Ausland nur den deutschen Ausstattungsfilm wolle. Man solle dann lieber auf den ganzen Film verzichten, wenn in aller Zukunft nur solche deutschen Filme hergestellt werden könnten. Er wende sich nickst gegen den Lustspielfilm, sondern gegen den gei st losen Lustspielfi l m. Es müßten noch mehr als bisher junge Kräfte herangezogen werden, die das große Erleben unserer Zeit auch im Film künstlerisch zur Darstellung bringen. Der Minister sprach sich gegen eine die Leistung nivellierende Gehaltsnor- mung aus, verlangte aber, daß sich die soldatische Disziplin auch in der Arbeitsweise unseres künstlerischen Lebens durchsetzen müsse. Dies sei kein Hinderungsgrund dafür, daß sich die Filmkunst ihren leichten, phantasiebeschwingten Sinn bewahre. — Die Herren aus der Filmwirtschaft versicherten, daß sie alle Kräfte anspannen würden, um im Sinne der von dem Minister aufgestellten Richtlinien die deutsche Filmproduktion zu führen, wobei sie die Förderung, die die Filmwirtschaft durch Dr. Goebbels erfahren hat, dankbar anerkannten. Der Hirtsiefer-Prozeß. Zu Beginn der Freitagverhandlung im Hirtsiefer-Prozeß wandte sich der Vorsitzende gegen einige unrichtige und übertriebene Presseberichte übet den ersten Verhandlungstag. Dann wird in der Vernehmung der Angekagten über ihren Tätigkeitsbereich fortgefahren. Der Angeklagte Ministerialrat i. e. R. Dr. Alexander Schneider gibt an, daß er Vorsitzender der Reichszentrale „Landaufenthalt" gewesen ist. Er äußert sich eingehend über die Tätigkeit dieses Verbandes und seine eigenen Aufgaben innerhalb dieser Organisation. Auf Befragen erklärte er, er habe von der Reichszentrale eine monatliche Aufwandsentschädigung von 100 RM. erhalten, seine Reiseentschädigung sei die für Beamte übliche mit einem Zuschlag von 20 v. H. gewesen. Für die in der Anklage gerügten Mißstände macht der Angeklagte in der Hauptsache den jetzt angeklagten Geschäftsführer der Reichszentrale Dr. G e r l i ch verantwortlich. Es kommt bann eine Reihe von Protokollen zur Verlesung, die das organisatorische Verhältnis der einzelnen Wohlsahrtsverbände und der Reichs- und Staatsressorts im Rahmen der Reichszentrale „Land- aufenhalt" zum Gegenstand haben. Als letzter der vernommenen Angeklagten schilderte Dr. G e r l i ch seine Arbeit, die nach seiner Bekundung im nationalpolitischen Sinne lag. In längeren Ausführungen wendet sich der Angeklagte dann gegen die Vorwürfe, die die Angeklagten Schneider und Peters im Verlaufe ihrer Ausführungen gegen ihn erhoben haben. Am Schluffe der Derhandluna überreichten die Verteidiger der Angeklagten Hirtsiefer, Peters und Gerlich dem Gericht einen Antrag, der die Einstellung des Verfahrens bezüglich des Anklagekomplexes „Verleihung des Ehrendoktortitels auf Grund des politischen Amnestiegesetzes fordert. — Der Vorsitzende erklärte, daß sich die Gerichte demnächst über diesen Antrag schlüssig machen werde. — Am Montag wird die Verhandlung fortgesetzt werden. Kapitän petermoeller von der „Dresden" erstattet Bericht. Der Norddeutsche Lloyd teilt mit: Von Bord des zurzeit auf der Reise von Stavanger nach Bremerhaven befindlichen Dampfers „Stuttgart7' des Norddeutschen Lloyd ging ein Funkspruch ein, der u. a. besagt, daß Kapitän Petermoeller Dampfer „Dresden" nach der Grundberührung 5 Seemeilen von der Unfallstelle entfernt mit dem Vorderschiff an einem von ihm sorgfältig ausgesuchten Platz auf Grund gesetzt habe, da der Schiffs- boben schwer beschädigt war. Das Anstrandsetzen bes Dampfers „Dresden" erfolgte so rechtzeitig, baß alle an Borb befindlichen Personen durch Schiffsboote bezw. Hilfsboot» ohne Uebereilung gelandet werden konnten. Die reibungslose Landung ist den tadelfrei funktionierenden Rettungsgeräten, den umsichtigen Maßnahmen des Kommandos und der vollkommenen Seemannschaft der Besatzung zu- aufdjreiben. Die Bemühungen wurden unterstützt durch die Ruhe und Selbstbeherrschung aller Fahrgäste, unter denen sich keine Spur von Panik bemerkbar machte. In höchster Weise ist die dem Dampfer „Dresden" erwiesene Assistenz durch die durch ihn herbeigrufenen norwegischen Hilfsdampfer anzuerkennen. Beim Herablassen von Boot II fielen einige Passagiere ins Wasser, Besatzungsmitglieder sprangen von der Höhe des Bootsdecks nach. Leider sind später zwei Frauen auf dem Transport nach Stavanger verstorben. Alle privaten und amtlichen Stellen irr Kopervik und in Stavanger wetteiferten miteinander im Empfang und in der Unterstützung der Gestrandeten. Dem Verhalten aller am Hilfswerk beteiligten norwegischen Stellen und Persönlichkeiten muß großes Lob gezollt werden. Lloyddampfer „Stuttgart" übernahm sämtliche Passagiere, sowie die gesamte Besatzung der „Dresden". Die Stimmung unter den Heimkehrern ist gut. Alle Fahrgäste erkennen die beschleunigte Hilfeleistung des Dampfers „Stuttgart" an. Dampfer „Stuttgart" trifft am Samstag, .23. Juni, um 13.30 Uhr in Bremerhaven ein. — Dr, Ley wird sich nach Bremerhaven begeben, um dort die Fahrgäste der bei Stavanger gescheiterten „Dresden" persönlich zu empfangen. Das französische Marineministerium hat telegraphisch den französischen Konsul in Bremen beauftragt, dem Norddeutschen Lloyd zu dem Unglück der „Dresden" aufrichtiges Mitgefühl, zugleich aber auch volle Anerkennung für das heldenmütige Verhalten der Besatzung des Schiffes nach dem Unfall auszusprechen. Neuer Bericht von der deutschen Himalaja-Expedition. Dem Drahtlosen Dienst ist von der Deutschen Himalaja-Expedition ein neuer Bericht durch Funk, Boten und Kabel zugegangen. Der Leiter der Expedition Willi M e r k l meldet, daß die Arbeit am Berg nach der Beisetzung des verstorbenen Kameraden'Alfred Drexel sofort wieder in Angriff genommen wurde. Vom Hauptlager am Nanga Parbat aus werben im Pendelverkehr die Hochlager 2 bis 4 mit Proviant und Ausrüstung versorgt. Das Lager 1 ist stark lawinengefährdet. Es wird deshalb nur als Durchgangslager benutzt. Es wurde ein Hilfslager drei Stunden vom Hauptlager entfernt hinter der Moräne des Rakiot- Gletschers errichtet. Die Balti-Träger sind oberhalb des Lagers 2, das in 5100 Meter Höhe liegt, nicht mehr zu verwenden. Von dort ab kann der Angriff also nur mit den 30 Darjeeling-Hochträgern geführt werden. Am 15. Juni erstiegen Ulrich Wieland und Eaptain Sang st er zu Erkundungszwecken den 5000 Meter hohen Buldar-Peak. Von dort aus konnten sie die geplante Route des Anstieges einsehen. Der Weg wurde als gangbar, wenn auch schwierig befunden. Im Lager 4 in 5800 Meter Höhe wird eine Akklimatisierungspause eintreten. Der deutsche Konsul Kapp hat am 17. Juni die Expedition verlassen und den Rückweg nach Bombay angetreten. Dag letzte Opfer von Karsten Zentrum geborgen. Am Freitagnachmittag wurde der Lehrhäuer Johann Hoheisel aus Beuthen als letztes Opfer des schweren Unglücks in Karsten Zentrum geborgen. Wir wir erfahren, wird die gemeinsame Beisetzung der fieben auf dem Felde % der Arbeit gefallenen Bergleute am Sonntag um 16 Uhr in Beuthen erfolgen. Brand in einer Braunkohlengrube. Aus bisher noch nicht bekannter Ursache brach in der zur Horremer Brikettsabrik gehörigen rheinischen Braunkohlengrube Fischbach, die im Tagebau betrieben wird, Feuer aus, das auf den Oststoß der Grube überschlug und dort bald großes Ausmaß annahm. Die Freiwilligen Feuerwehren der Umgebung und zwei Löschzüge der Kölner Feuerwehr bekämpften den Brand mit etwa 30 Schlauchleitun- gen. Es wird damit gerechnet, daß etwa 50 000 Kubikmeter Braunkohle den Flammen zum Opfer fielen. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Die OGpU. sucht Sündenböcke. Wie aus Moskau gemeldet wird, hat die OGPU. im Zusammenhang mit der Explosionskatastrophe „Funse" 11 Verhaftungen vorgenommen. Mit weiteren Verhaftungen ist zu rechnen. Der Schaden beträgt über 2 Millionen Rubel. 4000 Hühner und 10 000 Eier verbrannt. Ein weiteres Opfer der großen Trockenheit in England wurde eine Hühnerfarm bei Clacton-on- Sea (Grafschaft Essex); dort war ein Brand ausgebrochen, der wegen Wassermangel nicht gelöscht werden konnte. 4 0 0 0 Hühner und 10 000 Eier fielen den Flammen zum Opfer. Die Feuerwehr mußte erst in einen aus- getrockneten Teich tiefe Löcher graben, um genügend Wasser zur Rettung des Hauptgebäudes der Farm zu bekommen. Dorfbrand in Aegypten. — 10 Tote, 40 Schwerverletzte. In einem Dorf in der Nähe von Bilbeis in Aegypten ereignete sich ein Brand von großem Ausmaß. Dabei kamen 10 Personen ums Leben, während 40 Leute schwere Verletzungen erlitten. 200 Behausungen wurden durch das Feuer zerstört. Selbstmord durch Sprung aus dem 27. Stockwerk. Die frühere Privatsekretärin des wegen Fälschung verurteilten amerikanischen Bankiers Harriman beging Selb st mord, indem sie sich aus dem 27. Stockwerk eines Wolkenkratzers in der Fifth Avenue in Neuyork hinab stürzte. Die Selbstmörderin, Miß Burke, war u. a. auch Vorsteherin einer Bankabteilung der Harriman National-Bank Trust Company. MeberfaU von mexikanischen Gottlosen auf eine Dorfkirche. Wie aus Merida (Mexiko) gemeldet wird, überfielen Atheisten die Kirche des Dorfes Nukuni im Staate Campeche. Sie zerstörten dabei ein Chri» stusbild und ein Bild des Schutzheiligen des Dorfes. Bei dem Ueberfall fangen die Atheisten die Internationale. Die Bevölkerung konnte nach kurzer Zeit die Eindringlinge vertreiben. Einige von ihnen wurden schwer verletzt. Wirbelsturm in USA. — Bisher 6 Tote, 100 Verletzte. Ein überaus heftiger Wirbelsturm richtete in Mississippi und Luisiana schweren Schaden an. Nach den bisherigen Meldungen sind sechs Personen getötet und etwa 100 verletzt worden. Man rechnet jedvch damit, daß die Zahl der Todesopfer sich bedeutend erhöhen wird, da die Berichte aus den entlegeneren Landesteilen noch ausstehen. Kleine politische Nachrichten. Reichskanzler Adolf Hitler empfing am Freitagmittag den Gauleiter der Kurmark Oberpräsident und Staatsrat K u b e zu einer ausführlichen Besprechung der wirtschaftlichen und politischen Lage der beiden ihm anvertrauten Provinzen Brandenburg und Grenzmark. Reichskanzler Adolf Hitler hat die Ehrenpatenschaft für das 11. lebende Kind der Maurermeisterseheleute Michael und Maria Hoos in Riedenheim übernommen und seinen Glückwunsch mit einem Geldgeschenk von 100 Mark übermittelt. , * Vorn Gauparteitag der Gauleitung Essen der NSDAP, überträgt der Neichssender Köln, wie die Reichssendeleitung mitteilt, am Samstag, 23. Juni, in der Zeit von 21 bis 22 Uhr aus dem Stadion in Duisburg die Abendkundgebung mit einer Rede des Reichsministers Dr. Goebbels. Am Sonntag, 24. Juni, gibt der gleiche Sender einen Bericht vom Aufmarsch der SA., SS., PO. usw. (3e spricht Reichsminister Heß. Diese Rede und der Bericht werden am Sonntagabend von 20 bis 21 Uhr von Wachsplattenaufnahmen wiedergegeben. Wettervoraussage. Durch den Zustrom kühler Luft des über Skandinavien abziehenden Tiefdruckgebietes hat über dem Kontinent ^arometeranstieg eingesetzt, was zur Entwicklung eines Hochdruckgebietes mit seinem Kern über den Alpen führt. Im Bereich hohen Druckes wird das Wetter zunächst meist heiter und trocken bleiben, wobei infolge ungehinderter Sonnenstrahlung die Temperaturen tagsüber kräftig ansteigen. Aussichten für Sonntag: Teils heiter, teils wolkig, warm und trocken. Aussichten für Montag: Keine wesentliche Aenderung. Lufttemperaturen am 22. Juni: mittags 24,1 Grad Celsius, abends 16,6 Grad; am 23. Juni: morgens 16 Grad. Maximum 24,9 Grad, Minimum 11,6 Grad. Erdtemperatureir in 10 Zentimeter Tiefe am 22. Juni: abends 20 Grad; am 23. Juni: morgens 16,3 Grad. — Sonnenscheindauer 9,3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Weisse und gesunde Zähne Die Wiederholung bedeutet bei der Aufgabe von Anzeigen die Wiederholung der Anzeigenkosten. Wann und wo? Es ist nicht nebensächlich, wann man eine kleine Anzeige erscheinen läßt. Wer ein Zimmer schon in der ersten Hälfte des Monats anzeigt, zu der im allgemeinen weniger „Zimmeranzeigen" in der Zeitung stehn, hat oft bessere Aussichten als derjenige, dessen Anzeige „kurz vor dem Ersten" unter vielen ähnlichen erscheint, und die deshalb gleichzeitig mit vielen anderen gelesen wird. Die Vermeidung des herkömmlichen Zeitpunktes kann somit günstige Wirkungen haben. Man sollte beim Verkehr mit kleinen Anzeigen auch „auf die Zeichen der Zeit" achten l Wenn zum Beispiel alle Anzeichen dafür vorhanden sind, daß das „Ausflugsjahr" gut wird, dann sollte jeder, der draußen auf dem Lande ein „Ausflugsziel"— Wohnung, Verpflegung, Gastwirtschaft, Kaffee und bergt— anzubieten Hat, kluge und ernste Maßnahmen treffen, um die Ausflügler, Fahrer und Wanderer „in sein Haus" zu lenken. Das geschieht am besten durch kleine, einladende Anzeigen. Bei der Wahl der Zeitungen braucht man nicht in die Ferne zu schweifen? das Gute liegt auch hier nahe. Es ist die Heimatzeitung, in der jedermann seine Ziele für Wochenend- und Sonntagsausflüge sucht. Liebe Leser, laßt euch was von der kleinen Anzeige erzählen. Motorrad NSU., 500 ccm, neuwertig, wen. gefahren, preiswert zu verkauf. Lich, Butzbacher Straße 7 . 376oD Großer Kassenbücher) -Schrank I. Gemeinden, Genossenschaften nsw. geeignet, fär H DI.200 z.verkanl. Ebenso Bollschr. Schriftl. Angeb. n. 3768D a. Gieß. Anz. 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Immer noch stößt man hier und da auf einen Volksgenossen, der einem Hinweis auf das Gefahrvolle unserer bevölkerungspolitischen Luge entgegenhält, daß sich bei objektiver Betrachtung der Dinge die Lage doch wirklich nicht Io schlecht darstelle, wie es nun seit über zwölf Monaten in Presse, Rundfunk und Öffentlichkeit immer wieder geschildert wurde. Bei diesem Einsatz oller Werbemittel müßte man jo beinahe glauben, daß es mit unserer Volkskrast bald am Ende sei und wir ein lebensmüdes Volk seien. Bei all den Mühen und der Schwere der Zeit (so fährt unser Volksgenosse fort), gelte es vor allem, einen klaren Kopf zu bewahren und sich einmal die wahren Zahlen anzusehen. Danach stehe es doch unerschütterlich fest, daß unser Volk sich seit dem vorigen Jahrhundert in ungeheurem Moße vermehrt und selbst die schwere Erschütterung des Weltkrieges in bewundernswerter Weise überstanden habe, so daß sogar die Spanne von 1925 bis zur letzten Volkszählung 1933 einen Zuwachs gebrocht hätte. Und dann — hiermit glaubt er uns endgültig geschlagen zu hoben — müsse mon die große Not in unserem Lande, das viele Elend und dos Unglück der Arbeitslosigkeit berücksichtigen, die doch jedem Verlangen nach kinderreichen Familien entgegenstünden. Gegen solche Feststellungen, daß unser Volk in den letzten Jahrzehnten dauernd im Wachsen gewesen ist und daß heute die schlechte wirtschaftliche Lage bedrückend auf viele Volksgenossen wirkt, ist an und für sich nichts zu sagen. Sie stimmen als Einzeltatsachen. Aber sie genügen nicht, um zu sehen, wo dos Leben unseres Volkes als Ganzes steht. Das Leben der Nation ist vielgestaltig, alte und junge Generationen haben an ihrem Aufbau Anteil, und in jedem Augenblick greifen Tod und Geburt in diese Vielheit der Erscheinungen ein und verändern das Gesamtbild. Wenn wir die Kraft und die biologische Stärke eines Volkes beurteilen wollen, so genügt nicht allein die Feststellung der Gesamtzahl, sondern wir müssen die Zunahme ober Abnahme der Fruchtbarkeit eines Volkes beobachten. Hier an der Nahtstelle der Generationen entscheidet sich das Leben einer Nation, ob es weiter wachsen und sich seine Zukunft gestalten will, ober ob es mübe Verzicht leisten will auf alles, was Zukunft und Hoffnung für ein unbekanntes Kinderland in sich birgt Bei einer solchen Betrachtung muß man ober feststellen, daß der biologische Lebenswille unseres deutschen Volkes erheblich im Schwinden ist und daß seit der Jahrhundertwende die Geburtenziffer so st eil gesunken ist, daß sie heute schon nicht mehr ausreicht, um auch nur den Bestond zu erhalten. Wenn die absolute Zahl des Volkes nicht zurückging, sondern vorläufig noch anstieg, so hat bas seinen Grund darin, daß infolge der medizinischen Fortschritte, besonders in der Frage der Seuchenbekämpfung und in der Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit, die Zahl der Todesfälle sehr stark gesunken ist und wir demgemäß viel mehr Menschen in höherem Lebensalter in unserem Beoölkerungsaufbou haben. Diese Bevölkerungsschicht der Vierziger und Fünfziger wird außerdem noch dadurch bedeutend verstärkt, daß sie aus den geburtenreichen Jahrgängen der Jahrzehnte vor 1900 stammen. Es ist aber klar, daß, sobald diese Generationen in das natürliche Sterbealter einrücken, die Sterb e- ziffe r. wieder hinaufgehen muß. Dies wird in ungefähr 10 bis 20 Jahren der Fall sein. Schon in allernächster Zeit, die wir selbst noch miterleben werden, wird, wenn die Entwicklung so fortschreitet wie bisher, noch dem anfänglichen Geburtenrückgang auch ein nach außen hin deutlicher Rückgang der Gesamtzahl der Bevölkerung zwangsläufig eintreten müssen und bann in einigen Jahrzehnten die Gefahr für bas Wohl unb den Bestanb aller unumgänglich heraufbeschwören. Die Geschichte bulbet keine leeren ober schwach be- siebelten Räume, und der bevölkerungspolitische Druck des Slawentums wird zu einer Öejahr für den Bestand der deutschen Nation. Dieser Gefahr kann sich auch der nicht entziehen, der heute besonders klug zu handeln glaubt, wenn er sagt, mein Kind soll es einmal leichter haben als ich. Diese Denkweise ist kurzsichtig und bedroht, wenn sie weiter ungehindert die zukünftige Entwicklung beeinflussen darf, schließlich auch den einzelnen in der Sicherung seines Daseins. Der Reichsbankpräsideni vor derAuslandspreise. Dr. Schacht bei seinem Vortrag, den er über die deutsche Devisen- und Schuldentilgungspolitik im Reichspropagandaministerium vor den Vertretern der Auslandpresse hielt. — Am Tisch vor dem Rednerpult Reichsminister Dr. Goebbels und Staatssekretär Funk. M, - v HM 'V . /V' 1 5 wn Wvz, ’ x*', * ...•£«.£ - ~~ * f* »1* Der neue Mrtschastskörper im Werden. Von Dr. 3. Serie, Geschäftsführer des Reichsstandes der Deutschen Industrie. Der Besuch des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels in Warschau hat der ganzen Welt erneut gezeigt, daß das neue Deutschland entscheidenden Wert darauf legt, auch jenseits der Grenzen um Verständnis für die politisch-geistige Struktur des Nationalsozialismus zu werben. Selbst der wohlmeinende Ausländer ist nicht so wie der Inländer in der Lage, die Grund- elemente und Ziele der neuen deutschen Staats- und Volksführung mit der Klarheit und Sicherheit zu erkennen, die notwendig ist, um ein wirklich zutreffendes Urteil über die Entwicklung fällen zu können. Dies gilt so gut für bas politische unb kulturelle, wie für bas wirtschaftliche Gebiet. Gerade triefe Tatsache konnte ist noch vor einigen Wochen bei internationalen Verhandlungen im Auslande, an benen Jndu- strievertreter aus 14 europäischen Staaten teilnah- men, gut beobachten. Auch in ber beutschen Wirtschaft vollzieht sich gegenwärtig eine Umstellung, bie nicht einfach an Erscheinungen ber Oberfläche, ober an einzelnen Ereignissen gemessen werben kann, son- bern bie nur aus einem Einblick in bie grunblegen- ben Elemente des neuen Wirtschaftsaufbaues heraus begriffen werden kann. „Alles wurde hinter zwei Aufgaben zurückgestellt, bie in einem inneren Zusammenhang stehen, nämlich der Rettung des deutschen Bauerntums durch die Sicher st ellung des deutschen Bauernhofes und der Rettung der deutschen Arbeiterschaft durch die Sicher st ellung des Arbeits- platzes" — diese Feststellung, die der Führer traf, zeigt deutlich, daß sich die nationalsozialistische Regierung bei ihrer Machtübernahme von vornherein des Unterschiedes bewußt war, ber sich nach Lage ber Dinge für bie Erfüllung ber einzelnen Teile bes nationalsozialistischen Wirtschaftsprogramms ergab, nämlich ber Glieberung in bie primären, materiellen Sofortaufgaben einerseits unb bie Gesamt- unb Dauerum- st e l l u n g ber Wirtschaft auf bie nationalsozialistischen Karbinalgrunbsätze anberseits. In schnellem Tempo würbe ber Neuaufbau ber Land- wirtschaft in Angriff genommen, unb mit ber gleichen Energie ging bie Regierung an bie Ueberwin- bung ber Arbeitslosigkeit. Der Einsatz ber staatlichen Krebitbewilligung unb Krebitbeschaffung führte auch zu einer alsbalbigen Lösung der bestehenden Erstarrung auf dem deutschen Geld- und Kapitalmarkt. Darüber hinaus sind bereits eine Reihe grundlegender Maßnahmen getroffen worden, die den Umriß des künftigen Gebäudes und die wichtigsten Wege für die Erreichung der nationalsozialistischen Endziele auf dem Gebiete der Wirtschaft deutlich erkennen lassen. Zwei Eckpfeiler des Programms ber NSDAP, von 1920 finb es vor allem, durch die diese Endziele gekennzeichnet werden, nämlich erstens der Grundsatz des Punktes 24 des Programms: Gemeinnutz vor Eigen- n u tz, zweitens die Forderung des Punktes 11, die Gottfried Feder in seinem Kommentar als das „Herzstück des Nationalsozialismus"^bezeichnet hat, nämlich die Brechung der Zinsknechtschaft. Während ber ersterwähnte Grunbsatz ebenfalls nach einem Ausbruck von Feber — bie Gesinnung bes ganzen Programms ber NSDAP, barstellt unb seine Anwenbung sich in- solgebessen auf alle Bereiche bes völkischen, staatlichen, kulturellen unb wirtschaftlichen Lebens erstreckt, trägt bie zweite Forberung insbesondere wirtschaftspolitischen Charakter. Sie geht weit über das Teilgebiet bes eigentlichen Zinsproblems hinaus, indem hierdurch Die ©runbfrtigen ber Wirtschaftsgestaltung überhaupt erfaßt werben, so bas Verhältnis zwischen Kapital unb Arbeit, Unternehmertum unb Staat, Wirtschaft unb Volk. Das wesentliche ist, baß bas Kapital seiner bisherigen Rolle als Beherrscher bes Staates, Beherrscher ber Wirtschaft, Beherrscher ber Arbeit unb bes Arbeiters entfleibet wirb unb baß es ftattbeffen nun Diener ber Wirtschaft, Diener bes Staates, Diener ber Arbeit werben soll. An Stelle eines anonymen, unkontrollierbaren Herrschaftsbereiches mit stärksten Expansionstendenzen für bie Ausübung bes Machteinflusses soll ber vom Staat überwachte, von ber persönlichen Verantwortung getragene Einsatz bes Kapitals an ber richtigen Stelle, zu bem richtigen Zeitpunkt unb zu ben richtigen Bebingungen treten. Eine derartige Umformung ber aefamten wirtschaftlichen Struktur ist selbstverständlich nicht von heute auf morgen zu erreichen. Grab unb Tempo bes Erfolges hängen in weitem Umfange von ben Maßnahmen ab, bie zur Erreichung dieser Ziele auf dem Gebiete der Menschenführung im wirtschaftlichen Leben, wie auf dem Gebiete der besonderen sachlichen Wirtschaftsführung selber getroffen werden. Die allgemeine Menschenführung und die Erziehung zur Volksgemeinschaft auf dem Gebiete des Wirtschaftslebens hat die Deutsche Arbeitsfront bereits mit Tatkraft in Angriff genommen. Daneben ist aber auch der Neuaufbau und die Neubildung ber eigentlichen Wirtschaftsführung im Sinne ber sachlichen unb fachlichen Leitung unb Beeinflussung ber Wirtschaftsvorgänge eine unerläßliche weitere Voraussetzung für ben Dauererfolg. Wenn bie fachliche ober regionale wirtschaftspolitische Apparatur ber Unternehmer nicht von ben gleichen obersten Zielsetzungen beherrscht wäre, wie sie ben allgemeinen Erziehungsprinzipien bes Nationalsozialismus entsprechen, bann würbe auf bie Dauer eine unerfreuliche Diskrepanz zwischen ber Menschenführung und ber Wirtschaftsführung entstehen müssen, unb es wäre unmöglich, zu einer fruchtbaren Synthese zwischen ber selbstverständlichen Unterorbnung unter bas Gemeinwohl unb ber —• gerabe auch nach ben Ausführungen Abolf Hitlers — absolut unentbehrlichen Entfaltung der schöpferischen Einzelkräfte zu gelangen. Dieser neue Wirtschaftskörper ist jetzt im Werden. Seine organisatorische Grundlage ist das Gesetz zur Vorbereitung bes organischen Aufbaues ber Wirtschaft, durch bas ber Reichswirtschaftsminister ermächtigt würbe, Wirtschaftsverbänbe als allgemeine Vertretung ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen, solche Verbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen, ihre Führer zu bestellen und abzuberufen und Außenstehende an Wirtschaftsverbänbe anzuschließen. Am 13. März würbe Direktor Keßler zum Führer ber Gesamtorganisation ber gewerblichen Wirtschaft, Graf von ber Goltz zu seinem Stellvertreter ernannt. Damit ist ber grunblegenbe äußere Rahmen für ben organisatorischen Aufbau bes neuen Wirtschaftskörpers geschaffen. Es wirb jetzt daran gearbeitet, die Vielgestaltigkeit des Bestehenden in den neuen Rahmen einzufügen und ihn im einzelnen so auszufüllen, wie es dem Sinne dieses großen schöpferischen Aktes entspricht. Ein deutscher Wirtschaftskörper, der in der geschilderten Weise aufgebaut unb mit nationalsozialistischem Geiste erfüllt ist unb ber seine ganze Arbeitsfähigkeit entschlossen unb zielbewußt in ben „Kientopp um 1900." Aus der Entwicklungsgeschichte des Films. Die NS.-Gerneinschaft „Kraft burch Freude", bie Deutsche Bühne unb ber Kampfbund für deutsche Kultur hatten zu einem interessanten Filmvortrag eingeladen: der Schriftsteller Walter Steinhauer (Leipzig) gab unter der Ueberschrift „Kientopp um 1900" in ber Aula einen ebenso amüsanten wie aufschlußreichen, zum Nachbenken unb zu mancherlei Vergleichen anregenden Querschnitt durch bie Entwicklung des Films von seinen ersten schüchternen Anfängen bis in die Gegenwart und illustrierte seine Darlegungen durch ein reiches und seltenes Material aus seinem Filmarchiv. Der Gießener Ortsgruppenleiter der Deutschen Bühne, Dr. K. E. Ruckelshausen, gab einleitend einen kurzen Rückblick über die Entwicklung des Films, der gerade heute wichtig sei, um die noch zu lösenden Probleme vor allem künstlerisch-kultureller Art zu erfassen; er wies auf die oft festgestellte Tatsache hin, daß die technische Entwicklung die künstlerische überrannt habe, daß man aber ebenso oft übersehe, was seit den fast vergessenen Anfängen zur Hebung der Filmkultur und des Film- gcschmacks bereits geschehen sei. Heute nun solle mit Humor gezeigt werden, welche Abstände zwischen i jenen ersten Versuchen und der modernen Technik sich auftun. Herr Walter Steinhauer begann die Vorführung seines heiteren Raritätenkabinetts mit einem Dank an die Veranstalter. Er sprach zunächst von ber rasenben Entwicklung, welche bie Erfinbung ber Kinematographie durchgemacht habe; wir haben schon den Blick für bie Anfänge verloren, die Er- Iinnerung an die Unzulänglichkeiten und den Kitsch aus den Kinder- und Flegeljahren des Films. Eine Reihe ältester, alter unb neuer Filme solle veranschaulichen, was sich in den letzten vier Jahrzehnten auf diesem Gebiet ereignet hat. Steinhauer entwarf dann ein lebendiges Bild jener Jahrmarktsbuden, in denen das „größte Weltwunder des Jahrhunderts" zuerst vor dem staunenden Publikum erschien. Er erinnerte daran, wie das Interesse des Publikums damals schnell erlahmte unb bereits um 1900 bie erste Filmkrise zu erleben war — aus Kinomüdigkeit und Mangel an geeig- Inetem Stoff. Eine erheiternde Schilderung des alten, 'chlechtgelüfteten Ladenkinos mit 15-Meter-Filmen, mit Anreißer und Bilderklärer versetzte bie Hörer n bie typische Situation jener Sturm- unb Drang- Ö eit zurück. Oskar Meßter, einer ber verdientesten deut- 'chen Filmpioniere, schus eilte Neubelebung durch die Einführung einer vorerst noch sehr bescheidenen „Hanblung" in bas bisher nur bewegliche Bilb. Durch eine sinnreiche Zusammenschaltung mit Schall- platten entstaub sogar schon um 1903 so etwas wie ber erste Tonfilm. Jetzt begann sich auch bas Publikum für bie ersten Filmschauspieler zu interessieren: Asta Nielsen, Wanda Treumann, Viggo Larsen unb Waldemar Psilanber hießen bie Berühmtheiten jener Zeit. Hand in Hand ging die technische Verfeinerung der Kinematographie. Aus dem Kientopp erwuchs das Lichtspielhaus; der Film wurde langsam gesellschafts- unb weltmarktfähig. Er würbe Lehr- unb Werbemittel weit über unsere eigenen Grenzen hinaus. — Die anschließenben Bilber- unb Szenenfolge war gleichermaßen aufschlußreich für bie technische wie bie geschmackliche Entwicklung seit ber Jahrhundertwende. Die Vorführung begann mit einer kleinen Geschichte der Kinematographie; sie erläuterte im Bild zunächst die optischen, technischen und historischen Voraussetzungen der Erfindung, die im Prinzip bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Man sah die ersten tastenden Versuche, lebende, d. h. bewegliche Bilder hervorzubringen; man sah die Vorläufer des Kinos in den „ßebensräbern", in Wundertrommeln und Wunberbüchern, schließlich ben ersten Filmapparat von 1888 — ein wahrhaft abenteuerliches Instrument. An der eigentlichen Erfindung waren Deutsche, Franzosen und Amerikaner ziemlich gleichzeitig beteiligt. 1895 erschienen bie ersten Kurzfilme ber Brüber ßumiere in Paris. Diese seltenen Dokumente aus ber Geschichte der Kinematographie wurden hier gezeigt, vier Jahrzehnte alt, und mancher wird über bie verhältnismäßig erstaunliche technische Reife bieser ersten Filmaufnahmen gestaunt haben. Interessantes Material sah man auch aus ber aktuellen Berichterstattung um 1900; ber (leiber unechte, b. h. gestellte) Bismarck-Film von Meßter, bie „Ausfahrt ber Chinakrieger" unb die Bilber von Zeppelin unb König Albert von Sachsen können als früheste Vorläufer ber heutigen Wochenschau gelten. Don heiterster Wirkung war einer ber ersten Trickfilme jener Zeit, „Das verkehrte Berlin". Die ältesten Spielfilme charakterisieren sich meist schon burch ihre Titel als harmloser Klamauk: „Der gefräßige Neger", „Die Gliederpuppe", „Der kleine Apfeldieb", „Die Schmetterlingsjagd". Eine zweite Gruppe arbeitet bereits mit ausgesprochenen Spannungsmomenten („Kinb unb Revolver") — auch bie Groteske taucht bereits bamals im Film auf („Der Traum bes Fischers"). Eine große Anzahl älterer Filme, französischer Herkunft, charakterisiert sich burch einen erotischen Einschlag unb kennzeichnet das geschmackliche Niveau des damaligen Publikums. Die Entwicklung führte bann in bie Vorkriegszeit, bie Kriegs- unb Nachkriegszeit; hier war insbesonbere bie zunehmende Verfeinerung bes Darstellungsstiles zu beobachten an interessanten Aufnahmen aus ben Anfängen berühmter Schauspieler (Deibt, Porten, Nielsen, Krauß). Zum Schluß einige Proben von ber gereiften und-technisch vollkommenen Kamerakunst ber Gegenwart in Ausschnitten aus bem „Blauen Licht" unb „Wilhelm Tell". Der Vortragenbe schloß seine Ausführungen mit bem Appell an bas Publikum, ben guten, künstlerisch wertvollen Film, ben bie neue Regierung als einen staats- unb kulturpolitischen Faktor von hohem Rang geroürbigt wissen wolle, mit allen Kräften zu förbern. Die Hörerschaft bankte mit lebhaftem Beifall für bie vielseitig anregenbe unb mehr als nur unterhaltsame Veranstaltung. — llnromantische Rosenernte. Bulgarien bietet in biefen Wochen für den Rei- fenben eine befonbere Anziehung, benn im Monat Juni erreicht bie Rosenernte hier ihren Höhepunkt, unb bas „Tal ber Rosen", bas sich östlich von Sofia von Pirdok nach Kasanlik in westlicher Richtung erstreckt, wirb zum beliebten Ausflugsort. In ben Stäbtchen unb Dörfern bes Tales, unter benen gegenwärtig Kliffura, Ramanlare, Asiklare, Karlowa unb Kalofer bie wichtigsten sind, werden 80 Prozent jenes köstlichen Rosenöles gewonnen, das die Grundlage für alle Rosendüfte der Parfümeriefabriken liefert. Das Tal verläuft am Fuße des Balkan, der sich hier bis zu einer Höhe von etwa 2000 Meter erhebt, unb zwar an ber Süd- feite, bie steil abfällt, währenb bie Norbfeite in welligem Hügelland verebbt. In ben letzten breißig Jahren ist bas Tal der Rosen allmählich westwärts gewandert. Früher war Kasanlik der Mittelpunkt ber Rosenernte, ganz eingebettet von Rosengärten, aber heute blüht östlich von Kasanlik keine Rose mehr. Krankheit ber Pflanzen unb schlechte Bewirtschaftung haben biefen Niebergang verursacht, benn bie Blume, bie bie buftenbe Essenz birgt, ist eine sehr zarte unb launische Pflanze, bie sorgfältiger Pflege bebarf. Die befonbere Stellung, Die bas Rosental einnimmt, verbankt es zum guten Teil bem Umftanb, baß es bas einzige Gebiet in Bulgarien ist, bas am frühen Morgen reichlich Tau erhält. Der Tau aber ist notwendig, um ber Blume bie volle Entfaltung ihres Duftes zu ermöglichen. Wer die bulgarische Rosenernte mit der Erwartung besucht, hier paradiesische Farben und eine mächtige Formenfülle zu genießen, wird freilich zunächst schwer enttäuscht sein. Die bulgarische Rose hat nichts von der Schönheit und dem Glanz der Blumenkönigin unserer Gärten; sie sieht auf den ersten Blick recht unscheinbar, ja überhaupt kaum wie eine Rose aus. Was man erblickt, sind keine prächtigen Blumenbeete, sondern Felder mit Büschen, die eher wie Kohl als wie Rosen wirken. Die Blume selbst hat die Gestalt einer Moschusrose, aber die Farbe ist unrein, schmutzig-weiß und blaß- rosa. Wenn man sich jedoch von ber ersten Enttäuschung erholt hat, bie bem Auge bereitet wird, dann erhält bie Nase einen befonberen Genuß, benn bie ganze Luft ist von einem herrlichen Geruch erfüllt. Zum Besuch ber Rosenernte muß man früh aufstehen. Schon vor Sonnenaufgang finbet man bie Bauernmäbchen aus ben kleinen Orten eifrig beschäftigt, bie Knospen zu pflücken, fo lange noch der Tau auf ihnen liegt. Es hat nichts Romantisches, wenn man zuschaut, wie bie Rosen abgerissen unb in Säcke gestopft werben, woraus sie zur Destillation kommen. Hier werben bie Blumen in einen Kochkessel geworfen, in bem ber Wasser- bampf burch ein Labyrinth von Röhren geleitet wirb. Nachbem bie Blätter biefen Weg gegangen finb, tropft aus einem Hahn eine Flüssigkeit in eine Glasflasche, in ber man bas Rosenöl auf bem Rosenwasser schwimmen sehen kann. Auch bie Rosenernte Bulgariens ist von ber allgemeinen Wirtschaftskrise nicht unberührt geblieben; sie bat sogar befonbers barunter gelitten, denn bas Rosenöl ist ein Luxusartikel, ber von ber Konkurrenz billiger Ersatzstoffe, befonbers bes Geranien-Oels, schwer betroffen wirb. Schließlich mußte sich bie bulgarische Lanbwirtschaftsbank ber noHeibenben Rosenbauern unb Destillateure annehmen. Gegenwärtig ist bie Lanbwirtschaftsbank bie Großunternehmerin, bie bie Rosen kauft unb bie Destillierung besorgt. Die Großhändler kaufen wieder von d"r Bank ober diese setzt bas Rosenöl selbst ab. Mit bieser Zentralisierung ist noch ein anberer Vorteil verbun- ben. Man hatte nämlich angefangen, bas Rosenöl mit Geranienöl zu versetzen, um es billige zu machen. Diese Verfälschung, bte zwar streng verboten ist unb schwer bestraft wirb, aber boch immer vorkam, ist nun burch bie Bank ausgeschaltet, von der die Reinheit des Produktes garantiert wird. ßocbfdwlnothridrten. • Der Ordinarius für innere Medizin an der Deutschen Universität Prag, Prof. Dr. W. Nonnen- bruch, erhielt einen Ruf auf den Lehrstuhl für innere Medizin an der Universität Hamburg. Der frühere Ordinarius für Sieblungsforschung unb Geschichte an der Universität Innsbruck, Professor Dr. Adolf Helbok, hat einen Ruf als Ordinarius an die Universität Berlin erhalten. Dienst der khm übertragenen materiell-wirtschaftlichen Aufgaben stellt, wird auch für die Wirtschaften der anderen Länder ein Faktor sein, der eine gesunde Grundlage für eine fruchtbare und dem Besten aller beteiligten Völker dienende Zusammenarbeit bildet. Das Abzeichen zum Reichsparteilag 1934. Die Plakette, die für die Teilnehmer des am 1. und 2. September in Nürnberg stattfindenden Parteitages der NSDAP, zur Ausgabe kommen wird. Sie ist ein Werk des Professors Richard Klein in München. Müschafisresewe Afrika! Don Or. Paul Rohrbach. Die Kolonialtagung in Kiel am 15. und 16. Juni hat den älteren Teilnehmern, die noch Vergleiche mit der Vorkriegszeit machen konnten, die Tatsache bestätigt, daß es in Deutschland jetzt fast ein lebendigeres koloniales Interesse gibt, als zu der Zeit, da wir Kolonien besaßen. Nichts wäre irriger, als zu glauben, es handle sich dabei um „Kolonialromantik". Allmählich kommt auch weiteren Kreisen in unserem Volke zum Bewußtsein, daß uns d i e Kolonien im F r i e d e s d i k t a t durch ein Spiel mit falschen Karten genommen worden ist. Wilson hatte in Punkt 5 seiner Friedensprogrammrede vom Januar 1918 eine vollkommen gerechte und unparteiische Behandlung der Kolonialfrage zugesagt. England, Frankreich und Japan hatten sich aber schon lange vorher über die Verteilung der Kolonialbeute, auf die sie rechneten, verständigt und mußten nun Wilson bewegen, auf die Geltendmachung seines Punktes 5 zu verzichten. Dazu wurde in dem eroberten Südwestafrika das berühmte Lügenblaubuch fabriziert, in dem so viel erfundene deutsche „Kolonialgreuel" standen, daß man Wilson die Einwilligung entreißen konnte: Da die Deutschen sich „unwürdig" gemacht haben, Kolonien zu besitzen, so dürfen sie ihnen fortgenommen und als „Mandate" an die Sieger verteilt werden. Das Lügenblaubuch aber wurde schon vor acht Jahren im Landesrat von Südwestafrika durch einstimmigen Beschluß der deutschen, burischen und englischen Mitglieder als ein Erzeugnis der Kriegspropaganda annulliert; der südafrikanische Premierminister Hertzog sagte öffentlich, es sei ein Pamphlet, dem nur Vergessenheit gebühre; Philip Snowden, der bald darauf englischer Schatzminister wurde und jetzt als Discount im Oberhause sitzt, bekannte seinerzeit, es sei „eine kostspielige, unwahre Weltpropaganda getrieben worden, um Deutschland die Kolonien zu nehmen und es dadurch für die Dauer wirtschaftlich zu verkrüppeln." Damit ist eingestanden, daß falsche Karten im Spiel gebraucht wurden, und wenn irgend jemand, so mußten die Männer, die es bekannt haben, Bescheid wissen. Dieser Zusammenhang der Dinge kommt in Deuschland allmählich immer weiteren Kreisen zum Bewußtsein und erregt unseren nationalen Unwillen. Dahinter aber verstärkt sich die Einsicht, daß, wenn wir heute unsere Kolonien noch hätten, unsere Versorgung mit industriellen Rohstoffen leichter und unser Absatzmarkt größer und gesicherter wären. Das ist nicht „Kolonialromantik", sondern nüchterne, volkswirtschaftliche Rechnung. Afrika ist der koloniale Erdteil und als solcher das größte und entwicklungsfähigste Reservegebiet, das die Wirtschaft der europäischen Kulturvölker überhaupt noch besitzt. Von der Forderung, an dieserReserve beteiligt zu werden, können wir nicht abgehen. Die sog. expansive Periode der Weltwirtschaft ist für absehbare Zeit vorbei. Sie war dadurch bedingt, daß erst die europäische und dann auch die amerikanische Großindustrie ihren Absatzmarkt, ihren Produktionsapparat und die Zahl der beschäftigten Kräfte immerfort vergrößern konnten, weil der Markt für die erzeugten Waren sich ausdehnte. Jetzt haben aber viele Länder sich industriell selbständig gemacht, und um die Krises noch zu verschärfen, ist in den alten Industrieländern die technische Rationalisierung seit dem Kriege so fortgeschritten, daß es mehr Arbeitshände gibt, als zur Bedienung der Fabrikationsanlagen notwendig sind. Als ich vor einigen Jahren die großen leerstehenden Lade- und Löschanlagen in Quebec am Lorenzstrom besichtigte, sagte mein alter französischer Kutscher mit melancholischem Kopfnicken: „Ja, mein Herr, es gibt zu viel große Maschinen!" In diesem einfachen Wort eines einfachen Mannes steckte eine Menge Verständnis für die Weltkrisis. Afrika, das heißt die Hauptmasse des Erdteils zwischen den beiden Ozeanen und der Großen Wüste, ist fast doppelt so groß als Europa und hat nicht viel mehr als ein Viertel der Einwohnerzahl unseres Erdteils. Der afrikanische Mensch, die schwarze Rasse, wird n i e (sagt jemand: vielleicht doch in Jahrhunderten, so bedeutet das praktisch dasselbe) dahin gelangen, eine ähnliche Erfindungsgabe und Organisationskraft zu entfalten, wie Die weißen Völker. Afrika aber kann in wei - t e m Umfange „saniert" werden. Malaria, Schlafkrankheit, Hakenwurm sind keine unüberwindlichen Uebel, die Tsetsekrankheit des Viehs i t es auch nicht. Die eingeborene Bevölkerung wird sich durch die Sanierung verdoppeln, vervierfachen; die modernen Verkehrsmittel werden immer tiefer ins Innere dringen; die Bedingungen für die Erzeugung von industriellen Rohstoffen und unentbehrlichen Genußmitteln werden sich damit verbessern, die Konsumkraft des Erdteils wird gewaltig steigen: das alles zum Nutzen der europäischen Völker, die einen Anteil an Afrika besitzen. Afrikanische Kolonialwirtschaft in diesem Sinne ist erweiterte Eigenwirtschaft ür jedes europäische Volt, dem ein Stück Afrika gehört. Als ich vor bald dreißig Jahren zum erstenmal in Ostafrika war, spielte europäische Kleidung bei den Eingeborenen noch eine sehr geringe Rolle. Heute wird sie entlang den großen Verkehrswegen auch von den Schwarzen etwas mehr gebraucht, aber immer noch in bescheidenem Maß. Im vorigen Jahr begegnete ich, tief im Innern, einem Trupp Eingeborener, die nur ihren primitiven Lenden- churz trugen. Sie kamen aus einer dicht bevölkeren Landschaft am Njassa-See, um Arbeit auf deut- chen Kaffeepflanzungen zu suchen. Wir waren im Auto unterwegs, und indem die Leute an uns vorbeimarschierten, fragte mich der Chauffeur: „Wieviel Einwohner haben die deutschen Kolonien vor dem Kriege gehabt?" „Dreizehn oder vierzehn Millionen", erwiderte ich, „jetzt mögen es wohl schon (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Die russisch-französische Verschwörung gegen den Weltfrieden ist schon seit geraumer Zeit jenseits des Rheins ftimmungsmäßta vorbereitet worden: Schon seit einem Jahr war es in Frankreich große Mode geworden, Missionen aller Art ins Sowjet- „Paradies" zu entsenden, die die Annäherung zwischen Paris und Moskau vorwärtstreiben sollten. Wir geben im Folgenden dem Mitglied einer solchen Kommission, einem französischen Arzt, das Wort, der nach seiner kürzlich erfolgten Rückkehr aus dem Reich des roten Zaren den Mut fand, feinen Landsleuten die Wahrheit zu sagen. Lyon, Juni 1934. Herr Paul Mi chand, so heißt der französische Gelehrte, der sich in seiner Heimat auf Grund seiner Leistungen auf dem Gebiete der Chirurgie einen Namen gemacht hat, führte in einem Gespräch unter anderem Folgendes aus: „Herriot ist mein Freund. Seinem Rat bin ich gefolgt, als ich mich entschloß, nach Rußland zu reifen, um als ehrlicher Förderer einer Wiederaufnahme der Zusammenarbeit zwischen meinen Volksgenossen und der großen slawischen Nation im Osten Europas zu wirken. Ich habe diese Reise unternommen. Z u r ü ck g e k e h r t bin ich jedoch a l s Faschist und Gegner des Sowjet- y st e m s , der seinen Freund Herriot nicht ver- ehlen wird, entsprechend zur Rede zu stellen. Was herrschen im Reiche Stalins für Zustände, die jeder Kultur und Zivilisation Hohn sprechen, und die zu grauenhaft sind, um sie auch nur annähernd richtig beschreiben zu können! — Hat man je soviel Elend und Armut gesehen, wie sie in Moskau heute zutagetreten? — Diese zerlumpten Menschen, denen der elementare Hunger aus den trüben Augen blickt! — Dieses dumpfe Dasein, das ein tierisches Dahinbrüten aber kein Leben mehr ist! Dabei ist man als Ausländer noch bei weitem besser gestellt als die Einheimischen. Allerdings hat man auch dann noch nicht die Unzahl der Vorrechte derer, die heute in Sowjetrußland allmächtig inb: Der Beamten der GPU.! Wohl kann man in den Kooperativen für Fremde alles erstehen, was dort vorhanden ist. Aber welche Preise werden da gefordert! Selbst in der dort geltenden Rechnungseinheit, dem Torgsin-Rubel — rund 25 Papier-Rubel, also 300 französische Franken (50 teidjsmart) — klingt die Summe des Geforder- en noch reichlich hoch. Das ist kein Verkauf mehr, andern Beraubung des Kunden! Aber selbst als Ausländer kann man verrecken, wenn man nicht gerade einer Mission angehört oder unter der Schirmherrschaft des amtlichen Reisebüros, des „Jnturift", steht. Ich habe selbst gesehen, wie ein Amerikaner, die an sich hier noch am höflichsten behandelt werden, der auf gut Glück nach Moskau gekommen war, eine geschlagene Stunde im Speiseraum eines der größten Hotels der Stadt saß, ohne auch nur einen Bissen zu essen zu bekommen. Die Leute bedauerten, ihn nicht bedienen zu können. Er mußte also knurrenden Magens das Hotel verlassen. Fremdenverkehrspropaganda der Praxis! — Und dabei hinter jedem Ausländer die Spitzel der GPU!! — Jeder Schritt, den man tut, wird beobachtet. Vier Klassen von Menschen gibt es in Sowjetrußland. An der Spitze marschieren die Angehörigen der GPU. Sie werden am besten bezahlt und ernährt. Sie haben alles. Dann kommt die Rote Armee. Aber während die Beamten der GPU. für ein Kilogramm Butter sechs bis acht Rubel bezahlen, müssen die Rotarmisten in ihrem Kooperativ für dieselbe Menge bereits 12 bis 15 Rubel bezahlen. An dritter Stelle stehen die Wissenschaftler, die Gelehrten, die den Machthabern des Kreml angeblich so sehr am Herzen liegen. Nun, diese „Lieblingskinder des Proletkults" erhalten so wenig Gestalt, daß sie k a u m d a v o n leben können! Ich habe zum Beispiel in Moskau einige Wochen hindurch bei dem berühmtesten russischen Chirurgen als Assistenz gewirkt. Tag und Nacht hatte dieser Mann fast ununterbrochen zu tun. Muhte sich zum mindesten jederzeit bereithal- Der deutsche Arbeitsdienst ist das jüngste Kind der nationalsozialistischen Bewegung. Aber er steht heute mit am stärksten beachtet im Hellen Licht der Öffentlichkeit. Er hat sich seinen Platz durch L e i - st u n g erworben. Verstummt sind die Kritiker, seit die Weltanschauung dem schon früher um Anerkennung ringenden Arbeitsdienstgedanken die eindeutige und einheitliche Form gab. Seit es nur noch einen nationalsozialistischen Arbeitsdienst gibt, hat auf der Ebene der Arbeit der Kampf um Deutschlands Erneuerung seine folgerichtige Fortsetzung gefunden. Arbettsdienst — ehedem Experiment. Flickwerk, sogar kapitalistisches Werkzeug — ist Erziehungsschule deutscher Jugend, ist sozialistischer Aufbau geworden. Aus seinem wirken wachsen Land und Brot und neue Menschen. Vor einem knappen Jahr erfolgte die Gleichschaltung der früheren zahlreichen Arbeitsdienstverbände. Diese Gleichschaltung bedeutete die endgültige Beantwortung der vorher strittigen Frage: Wie soll der Arbeitsdienst dem deutschen Volke Dienen? Die einen meinten, er solle die Arbeitslosen von der Straße holen; die anderen, er solle eine Besserungsanstalt für jugendliche Taugenichtse sein; em paar Millionen mehr fetn.* Daraus der Mann: „Was würde es für Deutschland ausmachen, wenn jeder Schwarze im Jahr eine Hose und ein Hemd und jedes Weid ein Stück Zeug zu einem Kittel kaufte, und wenn in jede Hütte statt im Tontopf in eisernem Kessel gekocht würde?" Auch in dieser einfachen Frage steckte mehr volkswirtschaftliches Verständnis auf kolnialem Gebiet, als bei manchem von uns zu Hause. In Ostafrika, in Kamerun, in Togo kann die Zahl der (Eingeborenen, können ihre Arbeitslöhne, kann ihre Produktion, kann die Zahl der Pflanzungen und Farmen, die uns Textilroh- ftoffe, Oelfrüchte, Kautschuk, Kaffee, Tee, Tabak liefern, durch Sanierung, gute Verwaltung, richtige wirtschaftliche Leitung sich noch gewaltig vermehren. Das ist die große afrikanische Reserve, von der uns ein angemessenes Stück gebührt! ten. Operationen am laufenden Band. Und dabei erhält dieser Mensch, der sein Leben und seine Ge- undheit opfert, eine wirkliche wissenschaftliche Kapazität, 250 Rubel im Monat und zahlt für ein Kilogramm Butter 20 bis 25 Rubel! Ja, und dann kommt die vierte Klasse, die der Fabrikarbeiter, Beamten und Staats- a n a e st e l l t e n. Sie werden im „Arbeiterpara- biesy' entsprechend noch schlechter gestellt, noch kürzer gehalten. Was aber auch nicht einmal zu dieser Klasse gehört, das ist für den Staat nicht vorhanden. Das kann zugrunde gehen. Das ist zum Tode verurteilt! — Kulturschande ohnegleichen, der ein Europa, das das Wort „Kultur" so gerne im Munde führt, tatenlos zusieht. Um wieder auf die Medizin zu sprechen zu kommen, die ja mein eigentliches Gebiet ist, so muß ich sagen, daß, obwohl sich gerade auf sie die Sowjets so viel zugute tun, die Zustände hier traurig, ja katastrophal sind. Auch an Heilmitteln ein fürchterlicher Mangel. In ganz Moskau ist n i ch t eine einzige Tablette Aspirin aufzutreiben! Mindestens genau so schlecht ist es um die Instrumente bestellt. Ich hatte das Unglück, mein Thermometer zu zerbrechen. Ich bat im Hotel, mir ein neues zu beschaffen. Um 10 Uhr vormittags ging ein Laufbursche fort, um eins zu holen — er kam um sieben Uhr abends unverrichteter Dinge zurück. Nicht eine Moskauer Apotheke hatte ein Thermometer zu verkaufen. Ein anderes Geschäft kam aber nicht in Frage. Zuletzt riet man mir, mein Glück im Torgsin-Laden zu versuchen. Und hier — oh Wunder — fand das Mädchen, das mich bediente, nach vielem Suchen eine Schachtel mit fünf medizinischen Wärmemessern. Sie feuchtete das Thermometer an, rieb es mit rasender Geschwindigkeit an einem Wolltuch, — offenbar durch Erfahrung mit Instrumenten im Sowjetstaat gewitzigt — um zu jehen, ob es auch funktionierte. Nun, das erste Thermometer blieb von der Prozedur völlig unberührt. Beim zweiten, dritten, vierten war dasselbe der Fall. Beim letzten endlich war uns das Glück hold. Dieses Thermometer, das einzige, das ich in Moskau auftreiben konnte, war zu gebrauchen. Man wäre versucht, zu lachen, wenn sich hinter diesen Dingen nicht eine ungeheure Tragik verbergen würde. Aber mir sollte es vergönnt sein, Sowjetrußland noch besser kennenzulemen. Ich war in Moskau zwei Stunden lang Gefangener der GPU. Mein ganzes Leben lang werde ich das Grauen nicht vergessen, das ich in dieser doch verhältnismäßig nur kurzen Zeit empfand. Ich hatte mit einem photographischen Apparat auf einem Spaziergang in der Staat verschiedene Aufnahmen gemacht, nichts Böses ahnend, und war gerade dabei, besonders krasse Szenen des Straßenlebens festzuhalten, als mich zwei Beamte der GPU. anhielten und abführten. Ich mußte ihnen in den Kreml folgen. Vergebens bat ich den dortigen Kommissar, die französische Botschaft anrufen zu Dürfen. Man nahm mir Den Apparat ab, und zwei Stunden war ich genötigt, meiner Freiheit beraubt, im Kreml zu sitzen, rechts und links flankiert von je einem Beamten des fürchterlichsten Polizei- und Terrororgans der Welt, der GPU. Da kam mir in meiner Todesangst — wie viele Leute find in Rußland auf Nimmerwiedersehen verschwunden! — ein rettender Gedanke: Bevor ich von Paris nach Moskau abgefahren war, hatte ich Den mir bekannten Sekretär Der russischen Botschaft aufgesucht unD von ihm eine Empfehlungskarte erhalten. Diese Karte zeigte ich jetzt vor, und nun durfte ich erst mit der diplomatischen Vertretung meines Landes telefonisch sprechen. Die Botschaft schickte dann einen Sekretär in den Kreml zur Verhandlung mit der GPU., und schließlich kam ein Oberst und teilte mir mit, daß ich frei sei. Meinen Film hielt man zurück, mit dem Versprechen, ihn in Moskau entwickeln zu lassen und mir dann nachzuschicken. Das wohl wird am St. Nimmerleinstag geschehen, oder es wird ein anderer Film, ein Film der GPU. Daraus. Ich war aber über alle Maßen froh, Moskau nach wenigen Tagen verlassen zu können. So habe ich als Franzose unD Freund des heutigen Rußland den Sowjetstaat erlebt . . ."! die dritten, er solle billige Arbeitskräfte stellen; die vierten, er solle den konfessionellen Verbänden ein neues Betätigungsfeld geben; Die fünften, er solle Die fehlende Wehrpflicht ersetzen; Die sechsten, er solle Die deutschen Straßen in Ordnung bringen. Und so fort. Seit Der Nationalsozialismus die Gleichschaltung vollzog, lautet Die Frage nur noch: W i e Dient Der Arbeitsdienstdem Deutschen Volke? UnD auf Diese Frage konnte es nur noch eine Antwort geben. Sie ist enthalten in Den Aufgaben, Die Dem ArbeitsDienst im nationalsozialistischen Staate gestellt sinD. Diese Ausgaben ranken sich um Die beiden Begriffe „Arbeit" und „Dienst". Die Organisation Des deutschen Arbeitsdienstes ist nicht Die Nachahmung einer schon vorhanDenen Einrichtung. Sie ist eine Neuschöpfung, Die Deutschlands Jugend ohne Ausnahme unter das Gesetz Der Arbeit und Des Dienstes stellen will. Arbeit wird so gleichzeitig zur Leistung und zum Erziehungsmittel. Sie bewirkt zunächst die neue Einstellung einer bisher auseinander- sirebenDen, Debattierenden und diskutierenden Jugend. Vor der Arbeit sind wir alle gleich. Es kommt im nationalsozialistischen Deutschland nicht darauf an, was wir (an, sondern wte wir unsere Pflicht erfüllen. Die Achtung vor Der Arbeit Des Volksgenossen wird geboren nach Dem Willen Des Führers: „Sie sollen sich wieder achten und lieben lernen, die Arbeiter Der Stirn unD der Faust". Und aus dieser Ge - rneinschaft einer jungen Generation, Die wieder Das Ethos der Arbeit begreifen lernt, wächst Die Leistung, die wir brauchen in unserem Kampf um Die Zukunft. Unendlich sinD Die Aufgaben, die Die freie Wirtschaft nicht lösen kann, weil sie außerhalb ihres Rahmens liegen. Und doch müssen sie gelöst werden, wenn wir Die Brotfreiheit gewinnen, D. h. Den Weg zu eigenen Ernäh - rungsgrunDlagen zurückfinden wollen. Diese Notwendigkeit hat nichts zu tun mit dem nebelhaften Begriff einer wirtschaftlichen Autarkie. Sie ist zu sehen unter dem Zwang, Menschen am Boden f e stz u w u r ze l n , Die in Den Städten heute keine Ernährungsgrundlage mehr finden, weil Die Industrialisierung Der Welt Dem handarbeiten- Den Deutschen <^taDtmenschen HunDerttausenDe von Arbeitsplätzen genommen hat. Diese Menschen brauchen Land und Brot. Und dieses Land wollen wir Der Oede, Dem Moor, Dem Bruch entreißen, dieses Brot wollen wir doppelt wachsen lassen, wo Sumpf und Sand es kärglich machen auf schlechtem, verbesserungsbedürftigem Poden. Dazu werden im Arbeitsdienst die jungen Deutschen angesetzt, um hier gemeinsam Werte für die Zukunft zu schaffen, aus Denen Der Nutzen eines ganzen Volkes Dann noch wächst, wenn die, Die für ihn arbeiteten, schon einer neuen Generation Platz gemacht haben. Unser Wille lm Arbeilsdienst greift in die Jahrhunderte. Und die Denkmäler, die wir errichten, sollen deutsche Bauerndörfer fein. An Diesen Werten, Die jeDer unbekannte Arbeitsdienstwillige schaffen hilft, soll er den neuen Wertmaßstab seines Lebens gewinnen. Hier soll er lernen, was Adolf Hitler 1931 einmal formulierte im Angesicht zweier ermordeter SA.-Männerk „Du bist n i ch t s , d e i n Volk ist alle s." Er oll es lernen in der Gemeinschaft, die immer Die stärkste Kraftquelle ist. Die Kameradschaft ist fein Erlebnis, Arbeit seine Ehre, Der Glaube an Deutschland sein Gewinn, wenn er die Reihen Des Arbeitsdienstes verläßt. Denn Die staatspolitische Schulung soll und wird ihm Den Weg weisen zu seinem Volk unD ihm lebenDig machen Die Grundgesetze unser Art: Ehre, Kampf, Treue, Glaube, Recht! Sie wird ihm lebendig werden lassen die Kraft Des Blutes und des Bodens, Damit er ein Nationalsozialist wird, Der Das Dritte Reich aus glühender Seele bejaht. Diese Aufgaben Des Arbeitsdienstes, in ganz großen Strichen umrissen, sind nun ein Jahr lang Der jungen Organisation gestellt gewesen. Das ist eine kurze Spanne, wenn man schon Ergebnisse messen will. Und doch sind diese Ergebnisse weithin sichtbar. Sie bestehen zunächst in der Ablösung der früheren planlosen Arbeltsmahncchmen, die in keiner Beziehung standen zu den großen volks- wirlfchafllichen Aufgaben der Kultivierung des deutschen Bodens. Früher wurden oft genug Sportplätze und Badeanstalten gebaut, Parks hergerichtet und Wege gereinigt. Heute konzentriert sich der Arbeitsdienst nach einer systematischen Planungsarbeit auf volkswirtschaftlich wertvolle Arbeiten. Riesenhafte Maßnahmen sind in Angriff genommen. Der Ansatz Des Arbeitsdienstes erfolgt dort, wo Zukunft gestaltet wird. Das ist Das eine entscheidende Ergebnis des ersten nationalsozialistischen Jahres. Die Zahlen des Statistischen Reichsamtes geben ein Bild, welche Wucht hinter diesem Ansatz steht. Waren es 1932 erst 33,2 Millionen Tagewerke, Die geleistet wurden, so stieg diese Zahl 1933 auf 68,8 Millionen Tagewerke. Die Maßnahmen von unmittelbarem volkswirtschaftlichen Nutzen beanspruchten 81 v. H. der Arbeitsdienstwilligen. Nur 19 v. H. waren tätig bei Maßnahmen von mittelbarem volkswirtschaftlichen Nutzen, z. B. Maßnahmen zur Hebung der Volksgesundheit, Winterhilfe usw. Sonst waren hie Männer Des Arbeitsdienstes — im MonatsDurchschnitt 1933: 2 2 8 00 0 Mann — am deutschen Boden angesetzt zu Arbeiten Der Bodenverbesserung, Der Derkehrsverbesserung, bei Forstarbeiten usw. Zugleich mit her Ableistung her Arbeit aber erfolgte hie Formung hiefer Männer zu straffen. Disziplinierten, körperlich DurchgebilDeten nationalsozialistischen Kämpfern. Die Führer im Arbeits- Dienst haben mit Hingabe Die von her Reichsleitung unb ben 13 Schulen bes Arbeitsbienstes gegebenen Richtlinien in hie Front getragen unb hort Einheiten geschaffen. Die heute überall berechtigtes Aufsehen erregen. Wenn Der preußische MinisterpräsiDent Hermann Göring nach Dem 1. Mai an Den Reichsarbeits« führer Hier! schrieb: „Bei Dem Aufmarsch zum Staatsakt am 1. Mai haben mir Die Daran beteiligten Formationen Des Ihnen unterstellten ArbeitsDienstes in Haltung unb Disziplin einen befonbers guten (Ein» bruck gemacht. Es brängt mich, bies hiermit zum Ausbruck zu bringen unb Sie zu ben Erfolgen Ihrer Tätigkeit zu beglückwünschen, Die Damit Deutlich sichtbar geworben sinb ..." So ist biefe Anerkennung nur bas beglückenbe Zeugnis für ben Geist, her im Arbeitsdienst lebendig geworden ist. Dieser Geist hat die junge Organisation befähigt, die Erziehungsschule einer Jugend zu werden, die nationalen Sozialismus erlebt. Mehr als je darf man darum heute den Wunsch hegen, daß diese Erziehungsschule auch denen zugute kommt, die heute, da der Arbeitsdienst noch auf der Freiwilligkeit beruht, ihre Segnungen nicht spüren. Deutschland braucht seinen letzten Sohn, wie sein letzter Sohn Deutschland braucht! Darum sollen nicht Muttersöhnchen und Drückeberger frei ausgehen. Auch für sie gilt bas Gesetz von her Ehre her Arbeit! Die Einrichtung bes Arbeitspasses wirb heute jeher Behörde, jebem Arbeitnehmer, jebem Verband die Handhabe geben, zu prüfen, ob ein Bewerber gewillt war, seine positive Einstellung zum Staat im Arbeitsdienst zu beweisen unb ein Arbeiter füf Deutschland) zu werben. Wer diesem Gebot nicht gehorchen kann, wenn er gesund ist, steht außerhalb her größten Dienstleistung, die Deutschlands Jugend heute vollziehen kann für Die Zukunft ihres Vaterlandes! . Ein Franzose erlebt das Sowjetparadies. Von unserem as'Äerichierstatter. W ie dient der Arbeitsdienst dem deutschen Volke? Aufgaben und Ergebnisse. Praktische Hinweise zu den neuen Steuerbescheiden Don Wirtschaftsprüfer und Steuers yndikus Dr. jur. et rer. pol. Brönner, Berlin. Oberheffen stufe. Hinweise zur Ehestanbshilfe. Die Ehestandshilfe der Veranlagten für die Zeit seit dem 1. Juli 1933 wird besonders festgesetzt. Betroffen werden Personen, die nicht verheiratet sind, sowie verwitwete oder geschiedene Personen, wenn aus ihrer Ehe Kinder nicht hervorgegangen sind. Bei den Jungverheirateten muß die Ehe zur Vermeidung der Abgabepflicht entweder am 1. Januar 1933 (Beginn des Steuerabschnitts) oder später im Jahre 1933 wenigstens vier Mongate bestanden haben. Bei Unterhaltspflichten wird Befreiung nur gewährt, wenn für die bedürftigen Eltern oder die geschiedene Ehefrau mindestens ein Sechstel des Einkommens aufgewendet und aus diesem Grunde die Einkommensteuer ermäßigt ist. Auch für Frauen fällt die Ehestandshilfe fort, die 1933 für den haushalt ihres geschiedenen Ehemannes mindestens ein Sechstel ihres Einkommens aufgewendet haben. Befreit find auch verwitwete Steuerpflichtige, die Kinder des verstorbenen Ehegatten unterhalten. Die Ehestandshilfe berechnet sich für das ganze Jahr von den jährlichen, auf volle 100 Mark nach oben abgerundeten Reineinkünften — soweit sie nicht der Lohnsteuer unterlegen haben —, bei 750 Mark bis ausschließlich 1300 Mark auf 2 v. H., bei 1300 Mark bis ausschließlich 2100 Mark auf 3 v. H., bei 2100 bis ausschließlich 5500 Mark auf mensteuer 1934 können im Wege der Stundung herabgesetzt werden, wenn sich das Einkommen im Jahre 1934 voraussichtlich um mehr als ein Fünftel, mindestens aber um 1000 Mark niedriger berechnen wird als das Einkommen für 1933. Bei einem geringeren Einkommensrückgang kommt eine Stundung aus Billigkeitsgründen in Betracht, wenn sich Härten ergeben. Entsprechendes gilt für die Vorauszahlungen auf die E h e st a n d s h i l f e. Der Gewerbetreibende wird nach Möglichkeit eine Zwischenbilanz einreichen: andernfalls wird eine Gegenüberstellung der Umsätze, eine Darlegung der Unkosten usw. gegenüber dem Vorjahre erforderlich sein. In Betracht kommt auch die Geltendmachung von besonderen Abzügen vom Einkommen des Jahres 1934 wie für steuerfreie Ersatzbeschaffungen, Gebäudeinstandfetzungen und -ergänzungen usw. In diesen Fällen ist ein Entgegenkommen der Finanzbehörden bei Stundungsanträgen besonders zu erwarten. Möglich ist, daß die in dem Steuerbescheid für 1933 festgesetzten Vorauszahlungen für 19 3 4 niedriger als die bereits auf Grund des früheren Bescheids an früheren Vorauszahlungsterminen für dieses Jahr geleisteten Zahlungen find. Trifft dies zu, fo kann nach dem Mi- nifterialerlaß vom 28. Februar 1929 eine entsprechende Herabsetzung der weiteren Vorauszahlungen beantragt werden. Es ich hier ausdrücklich geltend zu machen, daß sich die Einkommensteuer 1934 voraussichtlich nicht höher stellen wird als die Einkommensteuer 1933. In den oben erwähnten Fällen, in denen sich das Einkommen 1934 niedriger stel- len wird als im Jahre 1933, kann gegebenenfalls in dem Anträge auf Herabsetzung der Vorauszahlungen — wegen Cinkommensminderung um mehr als den fünften Teil — ebenfalls verlangt werden, daß die bereits geleisteten höheren Vorauszahlungen Anrechnung finden. „Der Katholik" auf drei Monate verboten. LPD. Mainz, 22. Juni. Durch Verfügung des Hessischen Staatsministeriums vom 21. Juni 1934 ist die in Mainz erscheinende Wochenschrift „Der Katholik" auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 auf d i e Dauer von drei Monaten verboten worden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 24. Juni. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrvikar Balz; Christenlehre für die Matthäusgemeinde; 9.30: Pfr. Becker; hl. Abendmahl; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker. — Iohanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; Christenlehre für die Lukas- gemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; hl. Abendmahl; 11; Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — äapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Sucker; im Anschluß Christenlehre für die konfirmierten Mädchen der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — Vetruskapelle. 9.30; Bei günstiger Witterung Waldgottesdienst an der Bergschonke; im Anschluß daran Kinderkirche; Pfr. Trapp. — Johannessaal. 20: Pfr. Bechtolsheimer; Bibelbesprechung. — Wieseck. 9.30: Hauptgottesdienst; 10.45: Christenlehre. — Allen-Buseck. 10: Gottesdienst; 13: Gottesdienstliche Feier auf dem Kirchplatz. — Steinbach. 10: Gottesdienst und Christenlehre. — Albach. 8.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 9: Hauptgottesdienst; 10: Christenlehre. — Kirchberg. 10; 11: Christenlehre für die männliche Jugend. — Lollar. 13.30. — Watzenborn-Steinberg. 9: Hauptgottesdienst; 10: Kinderkirche. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 10.30: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 10.45: Kindergottesdienst. — Virklar. 14: Stiftsdechant Kahn. — Bettenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Langd. 13: Gottesdienst und Christenlehre. — Beltershain. 9.30: Gottesdienst; zugleich Christenlehre. — Mrberg. 11: Gottesdienst; zugleich Christenlehre. — Veitsberg. 13: Gottesdienst; zugleich Christenlehre. — Ober-Gleen. 9: Kinderkirche; 10: Hauptgottesdienst; 11.10: Christenlehre. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst; 14.10: Christenlehre; 14.30: Kindergottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 23. Juni. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 24. Juni. 5. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Presse. Montag, den 25. Juni. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. . Mittwoch, den 27. Juni. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. veffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Dr. Mehl, Dr. Hofmann. Zahnarzt: Dr. Breuning. Apotheke: Hirschapotheke. getragen. Nach Anhörung der Gemeinderäte mürben die Steuersätze wie folgt festgesetzt: Zuschlag auf die staatliche Steuer vorn Grundvermögen 350 v. h., Zuschlag auf die Gewerbesteuer nach dem Kapital und Ertrag auf 350 v. h., die Bürgersteuer auf 100 o. h. des Reichssatzes. Dieselben Sätze sind auch im Vorjahre erhoben worden. Im übrigen wurde der Haushaltsplan auf 46 750 Mark in Einnahme und Ausgabe festgestellt. Für den Gemeinde-Wegebau find im Etat 3200 Mark vorgesehen. Für die Durchführung der Wasserschürfungsarbeiten, die als Notstandsarbeit ausgeführt werden sollten, aber zurück- gestellt worden sind, sind 3000 Mark in den Etat eingestellt worden. Es ist vorgesehen, die Wasser- schürfungsarbeiten im Spätsommer auszuführen. Anschließend wurde die Gemeinderechnung für das Rechnungsjahr 1932/33 abgenommen. Die vorge- kommenen Etatsüberschreitungen wurden genehmigt. Sodann wurde noch über die Schaffung von Grünlandflächen beraten. In der Gemeinde herrscht großer Mangel an Wiesen. In diesem Jahr machte sich der Futtermangel ganz besonders bemerkbar. Es wurde erwogen, vorerst einen Teil Waldland im Distrikt Steinberg abzuholzen und dann das Land zu roden und als Wiesen anzulegen. Die Gemeinderäte erklärten sich mit dem Plane einverstanden. Die Genehmigung der Forstbehörde soll eingeholt werden. Für den Steuerpflichtigen ist es grundsätzlich zu empfehlen, den erhaltenen neuen Emkommen- steuerbescheid sobald als möglich zu prüfen und nicht bis zum Ablauf der einmonatlichen Rechtsmittelfrist zu warten. „Nicht unschuldig an der Versäumung einer Frist" ist nach der Rechtsprechung, wer mit der Absendung der Rechtsmittelschrift ohne G und bis kurz vor Ablauf der Frist wartet. Nachsicht wegen unverschuldeter Fristoeisäurnung, die an sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Tage, an dem.der Steuerpflichtige die Versäumung festgestellt 'hat, unter Nachholung des Rechtsmittels beantragt werden kann, wird hier nicht gewährt. Verspätet ist ein Rechtsmittel auch dann, wenn das Schriftstück, wie z. B. ein Telegramm, der Behörde erst nach Schluß der Dienstftunden zugestellt wird. Als Entschuldigungsgründe für einen Antrag auf Nachsicht kommen lediglich Umstände in Betracht, die nicht in der Macht des Steuerpflichtigen liegen, wie Unglücksfälle schwere Erkrankungen usw., durch die der Steuerpflichtige an der Wahrung der Frist verhindert war. Nach Möglichkeit muß aber auch in derartigen Fällen ein anderer mit der Einlegung des Rechtsmittels beauftragt werden. Rechtsunkenntnis wird nur berücksichtigt, wenn sie sich auf die Form oder die Frist des Rechtsmittels bezieht. Die Kosten des Rechtsmittels sind nicht so hoch, daß sich der Steuerpflichtige dadurch von der Einlegung des Rechtsmittels abschrecken zu lassen braucht. Bei Zurücknahme eines Rechtsmittels werden nur die halben Kosten erhoben. Wird das Rechtsmittel auf Zusagen des Finanzamts hin 3U= rückgenommen, so ist zu beachten, daß derartige Vergleiche oder Vereinbarungen für die Finanzbehörde nicht bindend sind. Als Rechtsmittel gegen den Einkommensteuerbescheid sind nacheinander der E i n^s p r u ch , über den das Finanzamt entscheidet, Landkreis Gießen. * Lo klar, 23. Juni. Aus Anlaß des am morgigen Sonntag, 24. Juni, stattfindenden Volks- liedertages wird die Sängervereini- g u n a Lollar auf dem Platze vor der Schule eine Anzahl Chöre und Volkslieder zum Vortrag bringen. # Lauter, 22.Juni. Am Sonntag, 24. Juni, feiert unser Mitbürger Heinrich M e b u s seinen 8 5. Geburtstag. Der Jubilar hütete in den Gemeinden Lauter und Groß-Eichen 54 Jahre lang die Schafe. Er blickt auf 5 Kinder, 20 Enkel und 17 Urenkel zurück. Täglich kann man den Jubilar noch in den Straßen unseres Dörfchens sehen, wenn er feinen Spaziergang macht. Auch an den politischen Ereignissen nimmt er noch lebhaften Anteil. tn. Lang-Göns, 22. Juni. Gestern abend sand hier eine eindrucksvolle Revolutionsfeier statt, an der sämtliche Organisationen geschlossen teilnahmen, sowie fast die gesamte Einwohnerschaft. Auf der Anhöhe gegenüber der Turnhalle wurde ein großer Holzstoß angezündet. Eingeleitet wurde die Feier mit dem Vortrag von Militärmärschen der hiesigen Kapelle des Motor-Sturmes. Dann ergriff Kreisleiter Haus (Wetzlar) das Wort zur Weihe- rede. In zündenden, kraftvollen Worten wies er darauf hin, daß wir heute wiederum, wie einst unsere Vorfahren, die Höhe des Jahres am flammenden Holzstoß feiern, daß dieser Brauch hinüberleite in die deutsche Vergangenheit. Wenn heute auf allen Höhen die Feuer brennten, dann sei das ein Zeichen der Verbundenheit des gesamten deutschen Volkes. Das Reoolutionsfeuer solle aber zugleich ein Mahner sein für alle deutschen Volksgenossen, daß wir auch weiterhin das Werk unseres Führers unterstützen und nicht müde werden in der Ausübung unserer Pflicht, seien wir nun Arbeiter, Bauern, Handwerker, Geschäftsleute oder Beamte. In scharfen Worten wandte sich der Redner dann gegen alle Nörgler und Miesmacher, die die Arbeit und das Werk des Volkskanzlers herabfetzten und aus dem Hinterhalte alles zerstören möchten. Der Kampf ums Dritte Reich fei nicht so schwer gewesen als der Kampf im Dritten Reich. Es gelte deshalb, diesen Schädlingen entgegenzutreten und ihre verderblichen Wühlereien zu unterbinden. In warmen Worten wandte sich dann der Redner an die deutsche Jugend, die dereinst das Erbe antreten werde, das wir in diesen Jahren erringen und verteidigen mußten. Für uns alle gäbe es nur ein Wort: Deutschland! In einem Sieg-Heil auf das deutsche Vaterland, die Heimat und den Dolkskanzler Adolf Hit- l e r klang die Weiherede aus. Nach dem gemeinsamen Gesang der Nationallieder dankte der politische Leiter der Gemeinde, Karl Wenzel, dem Redner für seine packenden Worte und schloß mit der Mahnung, nun auch im Sinne der Ausführungen des Pg. Haus zu handeln, die Kundgebung. Klein-Linden, 22. Juni. Unserem Bericht über die Jubiläumsfeier des Schützenklubs „Roland" (in der Dienstagausgabe des GA.) ist berichtigend nachzutragen, daß der Name eines der Gründer nicht Gastwirt August Lang, sondern Gastwirt August Lamm, Gießen, lauten mußte. Kreis Friedberg. * Friedberg, 22. Juni. In der Zeit vom 30. Juni bis einschl. 2. Juli finden hier zwei große sportliche Veranstaltungen statt. Die Turnge- gemeinde Friedberg richtet das Bezirksturnfest aus, der Schützenverein Friedberg begeht sein 2 5. Stiftungsfest. Mit der Veranstaltung der Schützen wird gleichzeitig, nach den neuesten Bestimmungen des Deutschen Kartells für Jagd- und Sportschießen, ein großes Wettschießen durchgeführt. Mit den sportlichen Veranstaltungen der beiden Vereine wird ein großes Volksfest verbunden sein. * G a m b a ch, 22. Juni. Gestern nachmittag ereignete sich hier ein Unglücksfall. In der Wohnung des Landwirts Otto Klein fanden spielende Kinder einen geladenen Flobert. Ein 13jähriger Junge legte, nicht ahnend, daß die Waffe geladen war, auf die 12sährige Tochter des Landwirts Klein an. Die Waffe entlud sich und das Mäd- Amtsgericht Gießen. Ein Mann war angeklagt wegen eines Vergehens gegen das Kraftfahrzeuggesetz. Er sollte mit einem Motorrad, das er in Reparatur hatte und das ohne Kennzeichen versehen und nicht versteuert war, Probefahrten ausgeführt haben. Die Beweisaufnahme hat ergeben, daß nicht der Angeklagte Halter des Motorrads gewesen ist, da er das Motorrad während der Reparatur an einen anderen verkauft hat. Der Angeklagte war deshalb freizu- sprechen. . legung des Rechtsmittels an gerechnet, — seine Einwilligung nicht, so gilt das Rechtsmittel als Einspruch. Der Steuerpflichtige kann auch noch vom Einspruch zur Sprungberufung innerhalb der feit Erhalt des Steuerbescheids laufenden einmonatlichen Rechtsmittelfrist übergehen. Zu beachten ist jedoch, daß das Finanzgericht über die Berufung, wenn der streitige Steuerbetrug nicht höher als 100 RM. ist, insbesondere wenn es die Berufung zurückweifen will, nach freiem Ermessen entscheiden kann, ohne den Sachverhalt weiter aufzuklären ober zu Rechtsfragen Stellung zu nehmen. Die Rechtsbeschwerde ist nur zulässig, wenn der Wert des Streitgegenstandes höher als 500 RM. ist oder sie vom Finanzgericht wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Streitsache ausdrücklich zugelassen wird. Nachprüfung der Steuerberechnung. Für die Berechnung der Einkommensteuer ist eine neue amtliche Tabelle maßgebend, ohne die der Steuerpflichtige die Richtigkeit der vom Finanzamt festgesetzten Steuer nicht nachprüfen kann (Bezug von der Reichsdruckerei Berlin SW 68). Die Familienermählgungen. Die Familienermäßigungen werden bei der Anwendung der Tabelle gleich berücksichtigt. Die Ermäßigungen werden bekanntlich für die mit dem Steuerpflichtigen zusammen veranlagte, zum Haushalt gehörige Ehefrau und minderjährigen Kinder, — soweit letztere nicht über 18 Jahre alt sind und eigenes. Arbeitseinkommen beziehen, — gewährt, wenn diese Voraussetzungen entweder zu Beginn des Jahres (Steuerabschnitts) 1933 vorhanden waren oder später im Laufe des Jahres mindestens 4 Monate bestanden haben, z. B. ein Kind erst nach dem 1. Januar 1933 volljährig geworden ist. Für die Zeit feit dem 1. Juli 1933 erhält der Steuerpflichtige eine Steuerermäßigung auch für Hausgehilfinnen (bis drei). Die Hausgehilfin muß bei Gewerbetreibenden usw. mindestens überwiegend für häusliche Arbeiten eingestellt fein. Für 1933 wird diese. Ermäßigung in der Weise gewährt, daß für die vollen Monate, in denen Hausgehilfinnen beschäftigt worden sind, je 50 Mark vom Einkommen in Abzug gebracht werden. Möglich ist infolge des Stufentarifs, daß sich trotz des Abzuges eine niedrigere Einkommensteuer nicht ergibt. In biefem Falle wird die tarifmäßige Einkommensteuer für jeden Beschäftigungsmonat um je 5 Mark ermäßigt, aber nicht unter die Einkommensteuer in der nächst-niedrigeren Einkommens- * n I y *. V* w.y f uvu vvil vuy U U IUJ10UIUI C Hl | U.JX2 lUt-1, die Berufung, die an das Finanzgericht geht, omie die Rechtsbeschwerde — mit Revi- ionscharakter —, für die der Reichsfinanzhof zu- tänbig ist, gegeben. Statt bes Einspruchs kann ofort Berufung (Sprungberufung) eingelegt wer- >en. Erklärt jeboch ber Finanzamtsvorsteher hierzu bis zum Ablauf eines Monats, — von ber Ein- 4 v. H., bei 5500 Mark und darüber auf 5 v. H. Für 1933 werden diese Sätze nur zur Hälfte erhoben. Auf die veranlagte Ehestandshilfe für 1933 wird die am 10. September 1933 fällig gewesene Vorauszahlung angerechnet. Gegen die Festsetzung ber Ehestandshilfe finb bie orbentlichen Rechtsmittel (Einspruch, Berufung usw.) wie gegen den Einkommensteuerbescheib gegeben. Die bei ber Einkommensteuerveranlaguna zugrunbe gelegten Einkünfte, Einnahmen usw. sind jeboch für bie Ehe- ftanbshilfe maßgebenb, ohne baß Einwendungen bei biefer noch zulässig finb. Stundung und Erlaß von Einkommensteuer. Erlaß ober Ermäßigung ber innerhalb eines Monats nach Erhalt bes Steuerbescheibs zu ent» richtenben Nachzahlungen auf bie Einkommensteuer unb Ehestanbshilfe aus Billigkeitsgründen ist nur in ganz befonberen Ausnahmefällen zu erreichen. Nach ben Anordnungen bes Reichsfinanzministers ist regelmäßig Voraussetzung, baß burch bie Ablehnung bes Erlaßantrages bie Bestreitung bes notroenbigen Lebensunterhalts vorübergehend ober bauernb gefährbet würbe, ober bei Gewerbe- treibenben unb Landwirten auch, baß eine erhebliche Gefährdung ber Fortführung bes Betriebes eintreten würbe. Bestehen Zahlungsschwierigkeiten, so wirb ber Steuerpflichtige im allgemeinen nur zinslose Stunbung unb Abtragung ber Steuer» schuld in Teilzahlungen mit Erfolg beantragen können. Die Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer 1934. Die in dem Steuerbescheid für 1933 festgesetzten Vorauszahlungen auf bie Einkom- chen erlitt lebensgefährliche Verletzungen in ber Bauchgegend. Das bebauernsroerte Kind würbe sofort in bas Johanniter>Krankenhaus nach Nieder- Weifel gebracht, wo es sofort operiert werben mußte. Kreis Schotten. □ Laubach, 22. Juni. Dieser Tage fanden hier die von der Real- und Volksschule anläßlich der Reichsschwimmwoche vorgesehenen Schwianm- ro ett Eäm p fe im städtischen Schwimmbad statt. Die sportliche Veranstaltung stand unter Leitung von Lehrer Bechthold und Reallehrer Haas. Die drei gestellten Pflichtübungen (50-Meter- Schwimmen, Sprung vom 3 Meter hohen Brett sowie 25 Meter Kleiberschwimmen) wurden von fast sämtlichen Teilnehmern erfüllt. I. Rudingshain, 22. Juni. Während der Heuernte ereigneten sich in unserer Gemeinde zwei U n g l ü ck s f ä 11 e. Die Witwe Emma Fischer wurde beim Herausführen einer Kuh aus der Scheunentenne von dem Tiere gegen die Wand gedrückt unb erlitt dabei einen Schlüsselbeinbruch. Der zweite Unfall ereignete sich auf einer Wiese. Ein Rind, von ben Bremsen beunruhigt, schlug aus unb traf dabei die Frau bes Lanbwirts Müller so heftig, baß sie einen doppelten Armbruch erlitt. — Bei einem biefer Tage niedergehenben Gewitter schlug ber Blitz in das hiesige Trans- formatorenhaus unb in den Elektromotor bes Müllers Karl Stein II. ein. Ein in ber Nähe bes Motors liegenbes Kleidungsstück fing Feuer. Der Brand konnte jedoch gelöscht werben, bevor er an Umfang gewann. Kreis Alsfeld. * Schabend ach, 22. Juni. Dieser Tage stürzte der Lanbwirt Wilh. Erd von Schabenbach auf ber steilen Straße von Deckenbach nach Gontershausen mit dem Rade unb blieb besinnungslos liegen. Die erste Hilfe leistete der als Sanitäter ausgebildete Sohn des Sägewerksbesitzers F e y h, Gontershausen. Preußen. Flucht eines Strafgefangenen. LPD. Marburg, 22. Juni. Der in Unter- suchungshast befindliche 22 Jahre alte Karl Sann aus Gießen wurde heute morgen von einem Angestellten des Amtsgerichts nach dem Landgericht gebracht, wo er sich zu verantworten hatte. Nach ber Verhanblung sollte er wieber zurücktransportiert werben. Nach bem Verlassen bes Amtsgerichts trat ein junger Mann auf ben Gefangenen zu unb wollte ihm Zigaretten zustecken, was ber Beamte verhinberte. Als sich ber Strafgefangene mit. feinem Wärter auf ber Treppe zum Rübenstein befanb, gab ber Gefangene feinem Wärter einen Stoß, fo baß er mehrere Treppenstufen hinunter stürzte. Der Gefangene ergriff bie Flucht. Erst gegen Abenb gelang es ber Polizei, ben gefährlichen Burschen, ber bei einer ihm be- freunoeten Familie in ber Altstabt bie Dunkelheit ber Nacht zur Fortsetzung seiner Flucht abwartete, zu ergreifen. Das Verkehrsflugzeug Köln-Frankfurt verunglückt. LPD. Frankfurt a. M., 22. Juni. Zwischen Köln unb Frankfurt a. M. ist am Freitagvormittag kurz vor 9 Uhr ein Verkehrsflugzeug mit fünf Personen über bem Taunus verunglückt. Vier Fluggäste und ber Funkermaschinist Hägele wurden zum Teil leicht verletzt. Ein fünfter Fahrgast Gottfried Hain del aus Düsseldorf, würbe schwer verletzt und starb noch im Laufe des Nachmittags. Der Flugzeugführer Helmer fanb ben Tob. Die Ursache des Unfalls konnte noch nicht aufgeklärt werden. Kreis 26elUar 0 Groß-Rechtenbach, 22. Juni. In ber jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Haushaltsplan der Gemeinde für das Rechnungsjahr 1934 beraten. Der im Entwurf ausgestellt« Haushaltsplan wurde durch den Bürgermeister vorIlüNLOP a« In dem Konkursverfahren über das Berm. d. Otto Bingel sen. in Gießen soll nunmehr die Schlutz- Verteilung erf. Nach Befriedigung der bevorrecht. Gläubiger steht ein Betrag von 3627,93 9!M. den nichtbevorrecht. Gläubigern mit 3545,03 RM. zur Verfüg., so daß volle Befriedigung derselbe 100. Io) erfolgen wird. Das Schlubverzerch- nis liegt auf der Geschäftsstelle des Amtsgcr. Gießen zur Einsicht auf. Gießen, den 22. Juni 1934. 3735D Ter Konkursverw.: A.Kirchner. Was mein einst war Vornan von Klothilde von Stegmann. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag -alle (S.) 12 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Zehntes Kapitel. Müde ging sie eines Abends auf dem Pincio spazieren, als ein Gespräch zweier Herren sie aufmerken ließ. Der eine dieser Herren, offenbar ein Ausländer, deutete auf eine elegante lichtblaue Limousine, die, von einer Dame im blauen Kostüm gelenkt, in sehr schnellem Tempo die Allee hinunterglitt. „Das war Madame de Lormes, eine der schönsten Frauen! Wie viele Männer sie schon auf dem Gewissen hat — toll! Der Bevorzugte soll jetzt ein junger bulgarischer Diplomat sein — nun, er wird zugrunde gerichtet werden wie alle anderen." Die beiden Herren gingen weiter und achteten nicht auf die blonde Dame, die hinter ihnen jetzt, wie von einem Schlage gefällt, auf einer steinernen Bank des Parkes zusammenbrach. Keinen Augenblick zweifelte Sofia daran, daß sie nun den Namen der Frau wußte, die sie unglüdlid) gemacht hatte. Madame de Lormes hieß sie, und sie war eine jener Frauen, an denen Männer zugrunde gingen. An eine solche mußte sie Alexanders Liebe verlieren! Sie stöhnte auf. Sie wußte nicht, was schrecklicher war: der Schmerz der Liebe oder der Schmerz der Scham. Aber gleichviel, eine Entscheidung muhte fallen, so oder so. Da Alexander offenbar vor blinder Leidenschaft zu dieser Frau unzurechnungsfähig war, mußte der Kampf zwischen ihr und der Nebenbuhlerin ausgetragen werden. Auge in Auge wollte sie es ihr ins Gesicht schleudern: ihre Verachtung, ihren Abscheu! Nicht einen Tag länger wollte sie diese unwürdige Rolle spielen. Wenn Alexander diese Dame gewählt hatte — gut, dann mochte er sehen, was aus seinem Leben würde. Sie kehrte zum Vater zurück. Wenn sie auch unglücklich war — gedemütigt neben ihrem Gatten weiterzuleben, das war mehr, als man ertragen konnte. Eilig ging sie die schattigen Wege des Monte Pincio hinab bis zu der Stelle, wo ihr Wagen auf sie wartete. Dann ließ sie sich in einen kleinen englischen Teeraum fahren, in dem auch Damen allein unangefochten verkehren konnten. In der Telephonzelle ließ sie sich mit dem Hotel verbinden, das die beiden Herren als Wohnung Madame de Lormes genannt hatten. Und wirklich bestätigte der Portier ihr auf eine Frage, daß Madame dort in dem Hotel eine Flucht von drei Zimmern bewohnte. Aber er könne Madame im Augenblick nicht telephonisch ereichen, da sie ausgegangen wäre. Am besten wäre sie morgens gegen elf Uhr nach vorheriger Anmeldung zu sprechen. Sofia hing ab, nahm ihren Tee und kehrte nach Hause zurück. Gott sei Dank war Alexander noch nicht da, und sie war dankbar dafür. Es wäre ihr schwer geworden, ihm ihren Schmerz und ihre Empörung zu verbergen.Man mußte es einzurichten versuchen, ihn nicht zu sehen, bis die Entscheidung zwischen ihr und jener Dame gefallen war. So ließ denn Sofia durch ihre Zofe Alexander, als er mittags heimkehrte, sagen, daß sie Kopfschmerzen halber im Bett bleiben wollte und nicht zum Lunch erscheinen würde. Bald darauf hörte sie auch ihren Gatten sein Zimmer verlassen und erfuhr von ihrer Zofe, daß Demidoff einen Wagenausflug in die Albaner Berge gemacht habe und erst abends wieder zurück sein würde. Sie hatte also Zeit. Der Portier des Hotels „Vendomes", in dem Madame de Lormes wohnte, war sehr erstaunt, als eine distinguierte, schwarz gekleidete Dame nach Madame de Lormes fragte. Denn Madame de Lormes, das hatte er mit dem erfahrenen Blick des langjährigen Hotelangestellten längst festgestellt, war keine Dame der Gesellschaft. Er rief sofort durch das Haustelephon die Appartements Madame de Lormes' an und meldete den Besuch einer Madame Bojanoff — Sofia hatte ihren Mädchennamen statt des Namens ihres Mannes angegeben. „Madame erwartet Sie!" gab der Portier Bescheid und geleitete die Unbekannte höflich zum Fahrstuhl. , „Zimmer dreihundertsiebenundsechzig, Madame! fügte er hinzu. Mit hart klopfendem Herzen fuhr Sofia hinauf. Gleich würde sie vor ihrer Feindin stehen. Was würde sie ihr sagen — ach, sie hatte es sich am Tage vorher während der ganzen schlaflosen Nacht zurechtgelegt, nun aber war es ihr, als wäre sie keines klaren Gedankens fähig. Sie bohrte die spitzen Nägel ihrer Finger in ihre Handflächen, wie um sich wachzumachen, diese Verstörung abzuschütteln. Sie mußte klar sein und kalt. Die Nebenbuhlerin sollte sie nicht schwach sehen. Vor der Tür des Zimmers dreihundertsiebenund- sechzig wartete eine kokett aufgeputzte Zofe, musterte Sofia mit einem prüfenden Blick, und öffnete dann mit einem zierlichen Knicks die Tür. Sofia hielt sich unmerklich an der Türfüllung fest. Die Knie zitterten ihr. Nun stand sie in einem Hotelzimmer, das, wie alle die Luxusappartements hier, mit verschwenderischer Eleganz eingerichtet war. Die Wände, mit grüner Seide bespannt, zeigten kostbare Gemälde in breiten Goldrahmen, die Fauteuils, Tischchen und Stühle waren in antiken Formen mit vergoldeten Füßen, Schnitzwerk und kostbaren Stoffbezügen. Blumen dufteten in hohen Vasen aus Porzellan und Glas. Das ganze war ein idealer Rahmen für die wunderschöne Frau, die sich setzt langsam erhob, um der unbekannten Besucherin entgegenzugehen. Prüfend sahen sich die beiden Frauen einen Augenblick an. Mit brennendem Schmerz mußte Sofia sich zugeben: die Rivalin war schön, traumhaft schön. Sofia meinte, noch nie eine so schöne Frau gesehen zu haben wie diese, die ihr hier in einem Hauspyjama aus brennend rotem Seidensamt, mit einer roten Brokatweste, entgegenkam. „Was verschafft mir die Ehre, Madame?" fragte Lou de Lormes. „Darf ich Sie bitten?" Sie deutete mit einer graziösen Handbewegung auf einen der eleganten Sessel und sah aus ihren wunderbaren Deilchenaugen freundlich auf die vornehme blonde Frau, in dem ebenso kostbaren wie zurückhaltenden schwarzen Seidenkostüm mit der kleinen Hermelinkrawatte. Sofia zögerte einen Augenblick. Die Stimme dieser Frau hatte einen so weichen, angenehmen Klang, ihre Augen einen so offenen Blick, daß sich das Bild, das sie sich von der Rivalin gemacht hatte, durchaus verschob. Und angesichts dieser schönen, veilchenblauen Augen kam eine große Ruhe über Sofia. Wie diese Frau auch sein mochte, wie schrecklich auch das Leben, das sie führte, man würde mit ihr sprechen können, offen, Frau zu Frau — und man würde zu einer Entscheidung kommen. Und so sagte sie denn fest: „Ich bin gekommen, Madame, Sie um eine Unterredung zu ersuchen. Zuvor jedoch muß ich ein kleines Mißverständnis aufklären. Ich habe mich unter dem Namen Bojanoff bei Ihnen melden lassen. Das ist mein Mädchenname. Jetzt bin ich die Gattin Alexander Demidoffs." Ein Erschrecken flog über das Gesicht Lou de Lormes'; aber kein Ausdruck von Haß oder Triumph, wie Sofia es gefürchtet hatte. „Oh, gnädige Frau", sagte sie leise, „Sie — Sie kommen zu mir! Aber bitte nehmen Sie doch Platz! Womit kann ich Ihnen dienen?" „Madame", gab Sofia entschlossen zur Antwort und sah der Fragenden klar ins Gesicht, „ich komme, Sie zu fragen, ob Alexander Demidoff, mein Gatte, Ihr Geliebter ist! Sprechen Sie nicht, lassen Sie mich erst ausreden. Ich habe Alexander aus Liebe geheiratet, ich habe um seinetwillen glänzendere Partien in meiner Heimat aus- geschlagen, ich liebe ihn noch heute. Aber wenn ich aus Ihrem Munde höre, daß er Ihr Geliebter und mir untreu ist, dann reise ich noch heute ab und reiche die Scheidungsklage ein." Ein flammendes Rot lag auf dem zarten Gesicht. „Gnädige Frau", sagte Madame de Lormes leise, „Sie sehen mich tief beschämt. Ich kann Ihnen alle diese Zusammenhänge nicht erklären. Aber das eine schwör ich Ihnen: weder ist Ihr Gatte mein Geliebter, noch wird er es jemals werden, denn ich — ich liebe ihn nicht." Faffungslos horte Sofia das Geständnis de- Madame de Lormes, die ihren Kopf tief gesenkt hielt. „Verzeihen Sie, Madame, dann bin ich falsch berichtet worden; ich glaubte Grund zu haben, an» zunehmen, daß Sie diejenige wären, die meinen Gatten von mir fortzöge; nun sehe ich, daß ich Ihnen Unrecht getan habe — verzeihen Sie mir!' Sie streckte Madame de Lormes herzlich die Hand entgegen. Madame de Lormes blickte auf diese Hand, von der Sofia den Handschuh gezogen hatte, blickte auf diese reine, schmale Frauenhand, und eine tiefe Bewegung malte sich auf ihren Zügen. Und plötzlich beugte sie sich nieder und küßte Sofias Hände unter strömenden Tränen. „Aber um Gottes willen, 3Jlabame?"fragte Sofia erschreckt. Da sah Madame de Lormes Sofia Demidoff mit todestraurigen Augen an: „Madame", sagte sie, „hören Sie mein Geständ» nis, das Geständnis einer Frau, die vielleicht mehr beklagenswert als verdammenswert ist. Ich werde Ihnen alles erklären, im Vertrauen darauf, daß Sie schweigen werden und mich nicht noch unglück» kicher machen, als ich es schon bin. Und in der Hoffnung, daß Sie Ihren Gatten mit liebevollem Takt wieder auf den Weg der Pflicht zurückführen werden. Zuvor aber muß ich Ihr Versprechen haben, daß Sie von meinem Bekenntnis zu jedermann schweigen, denn ich gebe hier auch das Geheimnis eines Menschen preis, an den ich gebunden bin." „Ich verspreche es Ihnen, Madame!" sagte Sofia ernst. Madame de Lormes senkte ihre Stimme zu einem leisen Flüstern, und erschüttert lauschte Sofia dem tragischen Lebensschicksal, das sich vor ihr entrollte. Lange sprach Madame de Lormes. Dann endete sie. In ihre Augen trat ein Ausdruck von Angst. „Sie müssen nun gehen, denn ich werde bald Besuch bekommen, der Sie hier nicht treffen darf. Sie wissen nun alles, und wissen auch, daß ich niemals beabsichtigte, Sie zu kränken. Ich habe nicht gewußt, daß Alexander Demidoff verheiratet ist, sonst hätte ich es strikt abgelehnt, dieses Spiel zu treiben. Nun aber ich Sie kenne, Madame, werde ich mich weigern, mag da kommen, was wolle." Sofia reichte der anderen mit festem Druck die Hand. „Und ich werde zu Gott und den Heiligen beten, daß Sie Kraft gewinnen werden, sich aus diesem Leben zu lösen, das Ihrer unwert ist. Wie aber wird es mir gelingen, Alexander von seiner Leidenschaft für Sie zu heilen? Was nützt es mich, wenn Sie ihn von sich weifen und er doch mit allen Gedanken und Sinnen bei Ihnen weilt?" (Fortsetzung folgt.) । Hundertjahrfeier des Männerchors Grünberg verbunden mit Gruppensingen des Kreises Ohm-Lumdatal im Hessischen Sängerbund und Wiedersehensfeier der Vereine des ehemaligen Lahntalsängerbundes Festfolge: Samstag, den 30. Juni, 21 Uhr, in der Turnhalle: Festkonzert mit anschließendem Festabend. Sonntag,den 1. Juli,9.30Uhr, in derTurnhalle: Gruppensingen! 11.30 Uhr auf dem Marktplatz: Vaterländische Kundgebung mit etwa 3000 Sängern unter Leitung des Führers des Hessisch. Sängerbundes Herrn Ministerialrat Ringshausen; Festzug, Volksfest, Einzel- und Massenchöre auf dem Festplatz. Montag, den 8. Juli, 10 Uhr: Konzertin der Festhalle; 13.30 Uhr Festzug unter Beteiligung der Grünberger Schüler und Vereine, Volksfest. 3615D Eintritt zum Festplatz 30 Pfennig Sonderzüge aus allen RichtungenTJ, ■ Achtung! Montag, 25., Dienstag,*26., u. Mittwoch, 27. Juni I zeigen w*irhin 3Nachtvorstellungen g Die Insel der Dämonen IEin Film, der wegen seines unerhörtem Erfolges u. a. in I Frankfurt am Main 35 mal wiederholt werden mußte. I Lichtspielhaus • Gießen I Vorverkauf an der Tageskasse! 3754c ■ 2 England - Irland-Fahrten mit Schnelld. „Columbus“ 32 565 Br.R.T. 9. - 17. Juli und 4. - 12. August nach Southampton-Giengarriff Reisedauer 9 Tage, ab RM. 95.- 3 Sommer - Mittelmeerfährten mit Dampfer „Dresden“ 14 690 Br.-R.-T. 30. Juni bis 15. Juli, 17. - 29. Juli • 30. Juli bis 10. August • Reisedauer 12 und 17 Tage Fahrpr. ab RM 200,- bezw. 260.- Auskunft und Prospekte durch unsere Vertretungen Norddeutscher Lloyd Bremen in Gießen: Theodor Loos, Kirchenplatz 13 in Wetzlar: Wilh. Fischer, Inh. Chr. Heberling, Lahnstr. 20 I 37HV Liebigshöhe Sonntag, den 24. Juni, ab 19 Uhr 3731 d Konzert mitTanz llllllllilllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllll Tannensiiaemehl z. Streuen kann laufend kostenlos abgeholt werden Anmachholz im Sommer bill. Bestell, v. Postk. Tamvfsägewerk Lollar B. Nuhn, A.-G. in Lollar. Ihre Vermählung zeigen an Karl Adolf Oenninghoff Anneliese Oennighoff, geb. Schlüter Gießen, den 23. Juni 1934 03169 Der Stolz der Hausfrau ist eine schöne Burg Staufenberg moderne Inhaber: Theo Heisen [3713D Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Küche Wunderbare Auswahl in allen Preislagen finden Sie im DaubrlngerStr.21 Lieferung frei, Aufbewahrung frei. Annahme v. Ehe- bedarfsdecknngs- schelnen. 3714D Sonntag, den 24. Juni 1934 großes Militärkonzert unter persönlicher Leitung von Obermusikmeister Krauße Anfang 3.00 Uhr____Anschließend Tang M Achtung! Achtung! M t Waldeslust ' m V Ul Konzert (Mitglieder d.Reichswehrkapellej . I Anschließendlanzmusik t Heute, abends 8 Uhr, Sonnenwendfeier Solistenkonzert ausgeführt von Mitgliedern der Reichswehrkapelle (Violinsolo, Klarinettensolo, Oboesolo, Trompeten- und Posaunensolo)riesiges Sonnenwendfeuer. 3774D Sonntag, den 24. Juni, nachmittags 4 Uhr, Männergesang-Verein Dutenhofen Sonntag, den 24. Juni anläßlich des Sänger-Werbetags Konzert und Tanz im Jagdschlößchen 0318i WJIESECJK Sonntag, 24. Juni 3771D hei Gastwirt Bormann Tanz INI Wwwutil WtedßX MMwd Mut foßti HergesteM io den perfilwerken! Äiteri Am 23. Juni, 22 Uhr Sonnenwendfeier anschließend Konsert der SA.-H.« Kapelle und Tans. — Eintritt tret Ab 20 Uhr verstärkter Omnibnsver- kehr vom Lndwigsplatx ans 3730D Wieseck Son ntag, den 24. Juni bei Wilhelm Dorfeld I 3758D NZ M.M Drittes Matt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 2Z.)uNilyZ4 Junge deutsche Nation. Jugend am Feuer. Wir sind nicht das Ziel, wir sind nicht das Ende, das Werk unsrer Hände gilt nicht viel. Doch tragen wir weiter, sind Wegbereiter und Wegbegleiter. Zu hüten das Feuer, das sei unser Tun und heiliges Erben; für das, was uns teuer nur niemals zu ruhn bis hin zu dem Sterben. Otto Bronn. Sommersonnenwende. Von Karlheinz Backhaus. In wenigen Stunden werden aus säst allen Gipfeln des deutschen Berglandes und in den Weiten des Nordens die Sonnenwendfeuer aufglühen und beredtes Zeugnis davon ablegen, daß sich das junge Deutschland stolz und frei wieder zu den alten Sitten und Bräuchen der Vorväter bekennt. Für unsere bäuerlichen germanischen Vorfahren waren das winterliche und sommerliche Sonnenwendfest Höhepunkte kultischen Lebens. Die Sonne war die große Lebensspenderin, von der es abhing, ob die Aecker Frucht trugen oder ob der schweren Ackerarbeit Mühe' umsonst gewesen war. Darum verehrte man sie, indem man ihr erdhastes Symbol, das Feuer, ihr entgegenlodern ließ. Riesige Holzstapel wurden in heiligen Hainen entzündet und um das Feuer sammelten sich die Sippen- und Stammesgenossen, um sich in Ehrfurcht vor der gewaltigen Urkraft der Natur zu neigen. Flammen begrüßten die Sonne, wenn sie begann, die Macht des Winters zu zerstören; Flammen dankten der Sonne, wenn sie ihren sommerlichen Höhepunkt erreicht und der Aecker und Felder Frucht hatte gedeihen lassen. Die Bräuche des Sonnenwendfeuers waren so tief und fest im Volksbewußtsein verankert, daß auch die Kirche nicht vermochte, sie abzuschaffen. Sie hat zwar auch der Sonnenwendfeier ein christliches Gepräge gegeben, indem sie auf den Tag der sommerlichen Sonnenwende den Geburtstag Johannes des Täufers legte, aber trotz der Christianisierung haben sich im Bauerntum die alten Bräuche, die alten kultischen und symbolischen Handlungen bewahrt bis in die jüngste Zeit. Am Abend Des Sonnenwendtages wurden unter feierlichem Schweigen alle Herdfeuer gelöscht. Später nahm sich dann jeder ein brennendes Scheit aus dem Stotz des Sonnenwendfeuers, um die Weihe dieses Feuers auch auf die Herdstätte und damit auf das Haus zu übertragen. Der Bauer ging wohl auch mit dem brennenden Scheit vorher durch das ganze Haus; sogar durch die Aecker und Gärten. Das Feuer sollte alle Schlechtigkeit, alle Gemeinheit und Krankheit, alle Seuche und Not bannen. Die Asche des Holzfeuers wurde später auf die Aecker und Felder verstreut, gleichsam um die Kraft der Sonne in die Erde zu senken. An verschiedenen Stellen Deutschlands wurde auch wohl eine brennende Fackel auf den Acker gesteckt, so daß in diesen Gegenden nicht nur das große Sonnenwendfeuer, sondern darüoer hinaus in der ganzen Umgebung hunderte und tausende kleiner Feuerchen brannten. Deren Anblick mag wohl geeignet gewesen sein, die Herzen der naturnahen Bauern mit heilgem Schauer zu erfüllen. Im westfälischen Warburg war es üblich, am Vorabend des Sonnenwendtages Kerzen auf den Gräbern anzuzünden; eine Sitte, die auch in dieser Form wohl eine Abart germanischen Sonnenwcndbrauches ist. Jedes Dorf setzte seinen größten Stolz darein, das mächtigste und loderndste Feuer $u haben. Schon Wochen vorher war die Jugend jenes Dorfes eifrig damit beschäftigt, alles irgendwie Brennbare zu sammeln, um nur ja nicht einem anderen Dorfe gegenüber benachteiligt zu sein. Kunstvoll wurden die Holztürme errichtet, in die man mit Vorliebe leichtbrennbares Material einbaute. Die Jugend war so eifrig bedacht, das größte Feuer zu haben, daß sie Tag und Nacht um die Gemarkung des Dorfes Wachen aufstellte, damit nicht die Jugend anderer Dörfer Brennmaterial aus dem eigenen Bezirk herausholte. Ein unendlich reicher und vielgestaltiger Kranz von Sitten und Bräuchen hat sich um die Sonnen- wendfeier gewoben, immer wieder verschieden in den einzelnen deutschen Gauen und in ihrem Sinn doch immer wieder gleich. Oft findet man besondere Quellen in der Umgebung eines Dorfes, die gerade in der Sonnenwendnacht heilkräftig find und vor den verschiedensten Krankheiten bewahren. Bestimmte Kräuter, so das Johanniskraut, der Rittersporn, die Johannishand und andere sollen — in der Sonnenwendnacht gepstückt — heilkräftige Wirkung haben. Ein schöner Brauch ist auch der, am Sonnenwendtag aus Rosen, Kornblumen, Lilien und Eichenlaub gebundene Kränze am Hausgiebel aufzuhängen. Auch wohl dem Städter noch bekannt ist die Sitte, über die Flammen des langsam zusammenfinkenden Sonnenwendfeuers zu springen. Dieser Brauch hat eine tiefe symbolische Bedeutung. Das Durchspringen des Feuers sollte alle Dämonen, alle schlechten Kräfte vernichten und die Kraft der Sonne, das Sinnbild des Wachsens und Werdens, auf den einzelnen übertragen. Volkstumsfeindliche Welten haben das Bestehen dieser Bräuche immer und immer wieder angefeindet, und in den städtischen Schichten unseres Volkes ist das Bewußtsein alten Brauchtums immer stärker zurückgegangen. Nur das Landvolk hat zäh und beharrlich der Vater Sitte und Art bewahrt. Wenn jetzt die Sonnenwendfeuer in allen Landen auflodern, ist es ein symbolisches Zeichen dafür, daß die Abkehrung von den Werten volklichen Brauchtums ein für allemal vorbei ist und sich das neue Deutschland stolz und froh zu dem ursprünglichen und naturverbundenen Leben seiner Vorfahren bekennt. Wir feiern Gonnwend! Deutsche Mädel wahren altes Brauchtum. i- M ■■ - >, Hitler-Jugend am Sonnwendseuer. Aus germanischer Geschichte herüber leuchten die Feuer der Sonnenwende in unsere Gegenwart. Zu Zeiten des widernatürlichen Lebenskreises unseres Volkes wohlgehütet, eine Glut unter schützender Asche, von wenigen Gläubigen gekannt, lodert neu die reinigende Flamme, da sie junge Frische wachblies, wie ein Fanal übers Land. Sonnenräder rollen flammend von den Bergen, Holzftöße^entzündet das freudevolle Volk auf den Halden. Sonne, am höchsten in ihrem Lauf, grüßt ein Volk des Erwachens. Das ewig junge Feuer der Sommersonnenwende wird die deutsche Jugend entzünden. Jungen und Mädel eines ganzen Volkes feiern ihr Fest. Kraft, Mut und jugendliche Beweglichkeit formen den Eingang dieses Tages durch sportliche Wettkämpfe. Disziplin und Kameradschaft werden die Sieghaftigkeit eines neuen Wollens bestätigen. Deutsche Mädel, auch von euch darf keine beiseite stehen. Hitler-Jugend und Schule — die Jungarbeiterin wie die Studentin, das Schulmädel wie das berufstätige Mädel werden bei den sportlichen Wettkämpfen nicht fehlen. Jungen und Mädel, alle werden sie die heilige, reinigende Flamme umschreiten; Jugend trägt den alten Brauch seines Volkes zu alter Ehre und junger Deutung voran. Um die wabernde Flamme stehen wir! Herangeschritten in Kolonnen, den Weg im Kampfe freigemacht, keiner mehr „Ich", ein großes Wir, in das alles, alles mündet. Einer hieß es uns tun, einer tat es vor uns. Am Abend werden deutsche Mädel in der Feierstunde der Sonnenwendnacht zusammentreten und altes Brauchtum zu neuem, bedeutungsvollem Leben erwecken. Sprüche und Lieder erklingen um die Feuer, alte Tänze leben wieder auf. Uralte Vergangenheit muß wieder zu lebendiger Gegenwart erwachen. Deutsche Jungen und Mädel, ihr alle seid aufgerufen zum Fest der deutschen Jugend am 23. Juni. Ihr alle werdet eure Gewandtheit und euren Mut im sportlichen Wettkampf beweisen, und ihr alle werdet um die Feuer stehen in allen Gauen des Reiches: Jungen und Mädel, nehmt den Feuer- schein, der über eure Geschlossenheit hinzucken wird, mit hinein in den trennenden Alltag und vergeßt es nie, daß ihr alle, so wie in dieser Stunde, unbedingt zusammengehört! Ihr, eines Volkes Jugend! Unterwegs. Trapp — trapp — trapp — sch werbena gelte Jungenstiefel wuchten über die regennasse Straße. Trapp — trapp — trapp — immer im gleichen Abstand. Wir — gehn — auf — Fahrt. Wir — gehn — auf — Fahrt. Jeder Schritt bringt uns dem Wald, dem See, den Tieren, — der Natur näher. Jeder Schritt führt uns weiter fort von dem verhaßten Häusermeer, raus aus der Enge der Großstadt. „Wir ziehen über die Straßen, in gleichem Schritt und Tritt, und über uns die Fahne, sie knallt und flattert mit." Wir fingen aus Leibeskräften, aber noch übertönt der Lärm der Straße unser Lied. Es regnet; es ist ein schönes Gefühl, wenn einem der warme Sommerregen ins Gesicht klatscht, über Hals und Brust bis zum Koppel sickert. Da geht's dann nicht weiter, das Koppel ist zu eng. Macht nichts. Wir sind doch nicht aus Zucker. „Hoffentlich bleibt es nicht so! So'n Mist." .Kommt ja gar nicht in Frage. Kannste nicht sehen, dahinten wird's doch schon wieder hell." Es wird schon stiller. Wir marschieren durch ein kleines Dorf. Vor den Häusern, auf den Bänken sitzen in Ruhe die Bauern und sonnen sich. Feierabend! — Hin und wieder braust noch ein Auto vorbei und hüllt uns in eine dicke Staubwolke. Einer schimpft: „Verdammte Nuckelpinne!" Komisch, hier hat es nicht geregnet. Wir sind doch erst wenige Kilometer aus der Stadt. Eine seine Staubschicht legt sich über unsere Sachen. Es ist schwül. Unsere Hemden sind schon lange trocken, und jetzt rinnt uns der Schweiß über die Stirne — Schweiß und Staub — wir marschieren. Don vorne hört man Lachen. „Meine Herrschaften! Sie sehen hier den Riesenaffen Jumbo. Er springt so hoch, daß er in der Luft verhungert. Deshalb benötigen wir zu jeder Vorstellung einen neuen Affen. Kommen Sie herein! Hier werden Sie genau so betrogen, wie nebenan." „Alex" sorgt für gute Stimmung. Wir marschieren — Hinter mir unterhalten sich Zwei. „Du, ich hab' neulich ein Buch über die Hitlerjugend gelesen. Weißt du, ich kam mir plötzlich vor, afe wäre ich Mitglied eines eingetragenen Vereins." „Wieso?" „Na, der Verfasser, wie er heißt, weiß ich nicht mehr, hat sich aber ein Dings ab- geklemmt." — „Na, den haben se wohl mit ’nem Wurm in den Nacken geschlagen! Der müßte mal mit uns auf Fahrt gehen!" — „Wie denkst du überhaupt über nationalen Kitsch?" — Wir marschieren — Schritt für Schritt bringt uns ©er tapfere (Spaten Verteufelt müde waren wir beide. Kurz nach Mittag waren wir von Worms abgefahren. Bald mußten wir in Rüdesheim fein. Die Sonne war schon eine zeitlang untergegangen Wo schlafen? Einen Ausweis für die Herberge hatten wir nicht. Also mußten wir das Zelt aufschlagen. Rechts von der Straße lag ein riesiger Strohhaufen Dahinter war sicher ein guter Platz zum Zelten. Die hohen, grauen Mauern des Gutshofes, unten links am Rhein, boten bestimmt eine sichere Unterkunft für unsere Näder Der Verwalter stellte bereitwillig unsere Räder in der Auwgarage unter. Das Gepäck nahmen wir auf den Buckel und zogen zu unserem Lagerplatz. An der Hinterwand hatte der Strohhaufen eine rechtwinklige Einbuchtung. Die war wie geschaffen für unser kleines Zelt. Ich warf mein Gepäck hin. „Hier ist gut fein!" „Ich schlafe oben auf dem Haufen", sagt mein Kamerad Heinz, „da ist frischere Luft" „Wie du willst. Aber wenn es diese Nacht regnet, wirst du da oben klatschnaß, und ich liege wohlverwahrt in meiner Kirche." Sofort machte ich mich an die Arbeit. Er stieg hinauf. In knapp zehn Minuten stand der Kasten. Noch schnell etwas frisches Stroh und bann hinein ins Himmelbett Ich war gerade damit beschäftigt, da kam noch ein später Gast, ein Handwerksbursche aus Recklinghausen, ein freundlicher Kerl. Sein Rad stellte er unten an den Haufen. Dann kletterte er hinauf und suchte sich ein Lager. Ich rief noch einmal „Gute Nacht" hinauf und verzog mich ins Zelt. Bevor ich die Wand zuknöpfte, schnallte ich mir den Spaten, meine einzige Waffe, ab und legte ihn griffbereit an meine rechte Seite. Behaglich streckte ich meine langen Beine aus und war bald eingeschlafen. Plötzlich weckten mich schlürfende Schritte und leises Flüstern. Ein kalter Schauer durchfuhr mich. Sofort griff ich nach meinem Spaten. Der gab mir Mut. Ganz leise knöpfte ich die Zeltbahn auf. Da...! Ein furchtbarer Schlag auf mein Zelt! Ein Schrei! Einen Augenblick lag ich wie gelähmt. Der Zeltstock lag fast am Boden. Mühsam richtete ich ihn wieder auf. Vorsichtig spähte ich hinaus. Was für ein Anblick! Da lag vor mir auf dem Bauche ein Landstreicher. Dem Gestammel und dem Gerüche nach war er stark betrunken. Er war über den Ankerriemen meines Zeltstockes gestolpert. Langstand er auf und stammelte: „Wo—wo i—ist denn hi—hier da—das Loch?" „Was für’n Loch?" „Da—bas Loch, Kumpel?" Schnell überlegte ich: Wie kannst bu ben Kerl wieder weg bekommen? „Ge—gestern war's noch hier", gröhlte er „Ah", sagte ich, „bas Loch, bas ist oben." Sofort kraxelte er an dem Haufen hoch. Ein zweiter Bursche, den ich noch nicht bemerkt hatte, folgte ihm. Beruhigt legte ich mich wieder hin. Doch da be- gann oben ein Fluchen und Schieben. „Jetzt gehen sie Heinz ans Leder", dachte ich. Den Spaten klammerte ich fest in meine Rechte und horchte gespannt zum Zelt hinaus. Nur einzelne Brocken konnte ich von dem Stottern der Betrunkenen verstehen: „Fünf Jahre.. . kommunistisches Reich... wo sind die fünf Hitlerjungen?" Dazwischen hörte ich auch die Stimme von Heinz und von dem fremden Handwerksburschen. Allmählich wurde die Unterhaltung weniger laut. „Na, vielleicht ist es eine ganz friedliche Sache", dachte ich. Ruhig, aber noch immer in Spannung, legte ich mich hin. Da kollerte plötzlich ein schwerer Gegenstand den Haufen herunter. Wieder durchfuhr mich ein Schreck, aber wieder gab mir der Spaten Mut. „Jetzt kommt der Kunde mir wieder aufs Dach!" Kaum hatte ich mich aufgerichtet, da hörte ich eine ängstliche Stimme: „Alex, laß mich ’rein!" Heinz war es. Die beiden Kunden hatten ihn oben festhalten wollen. Er war aber heruntergesprungen Schnell zog ich ihn unter das schützende Zeltdach Es war auch Zeit. Schon kam einer der Kerle hinterher. Da richtete ich mich vollends auf, meinen Spaten in der Hand. Die Angst machte meine Stimme so tief wie die eines kräftigen Mannes. „Donnerkiel", brüllte ich ihn an, „was ist denn das für ein Krach! Die ganze Nacht kann man nicht schlafen!" Er zuckte zusammen. Sowas hatte er nicht erwartet. Er starrte mich noch einmal an, wie wenn ich ein Wundertier wäre. Dann stolperte er ab. Draußen noch hörten wir ihn behaglich grunzen und gröhlen: „Die Straße frei den roten Bataillonen!" — Ich verzichtete darauf, mich länger mit dem Kerl zu befassen. Die wenigen Stunden Schlaf, die uns noch blieben, nutzten wir gründlich aus. Die Fahrt am nächsten Morgen bot uns reiche Entschädigung für diese scheußliche Nacht. Ich streichelte vor der Abfahrt noch einmal meinen tapferen Spaten. Dann radelten wir nm schönen Rhein entlang. Beide Ufer waren reichlich geschmückt mit Fahnen unb Wimpeln und grünen Girlanden: Morgen sollte der Führer kommen zu der großen Saarkundgebüng am Niederwalddenkmal. Letzte Reserve 1918. Schwarze, tiefhängende Wolken treibt der Herbst- wind über bas Land. In irgendeinem vorgeschobenen Etappenort schickt sich ein Rekrutendepot an, d>e Reservestellungen zu beziehen. Etwa 300 Mann werden es fein. Erst der Sommer des Jahres 1918. brachte ihnen die Einberufung zum Heer. Jahrgang 1900! Der letzte Jahrgang! Knaben noch! — Gerade der Schule entwachsen — vierzehnjährig — schickten sie sich an, in das Leben zu treten, als sie der Krieg überraschte. Wie schlugen ihre Herzen höher in den Augusttagen des Jahres 1914, als Die Welle der nationalen Begeisterung Deutschland erfüllte und alle Standes- und Klassenunterschiede verwischte! Wie haderten sie mit dem Schicksal, das ihnen noch nicht gestattete, selbst zu ben Waffen zu greifen! Und dann erlebten sie jene herrlichen, unvergeßlichen Tage, in denen das deutsche Heer mit unvergleichbaren Waffentaten von Sieg zu Sieg eilte. Nationaler Stolz unb das Gefühl, Deutscher zu fein, erfüllte die Brust. Diese Jungen sahen dann mit jedem Kriegsjahr die Not anwachsen, sie fühlten sie am eigenen Leibe unb boch, ober gerabe deshalb, hegten sie die stolze Hoffnung, noch in der vordersten Front für das Vaterland kämpfen zu dürfen. — Endlich nahte der heißersehnte Tag der Einberufung. Jahrgang 1900! — Eine kurze, aber harte Ausbildungszeit, unb es kam ber Transport nach Belgien, dicht hinter die Front. Schneller als sie erwartet, sollten sie nun Zeigen, ob sie als Deutsche für ihr Vaterlanb zu kämpfen und — zu sterben verstehen. Hart unb schwer war bie Ausdilbungszeit. Die Verpflegung war knapp. Die jungen, schwachen Körper litten fühlbar unter ber breijährigen Kriegsernährung. Kaum einer wog nennenswert mehr als 100 Pfund. Unb ber Stahlhelm, der Tornister drückten. Nur mühsam hielt «'der Arm das Gewehr. Wie kurz nur warfen sie bie Hanbgrana- ten. Und dann die Atemnot unter ber Gasmaske. Seitengewehr, Patronentaschen, Spaten oder Pickel unb bie schweren Stiefel machten den Marsch zur Qual. — Unb nun geht es nach vorn. Gebauten an bie Heimat kommen; an bas Vaterhaus ... Werben sie je bie Eltern Wiedersehen ...? Hunberttausenbe finb schon gefallen. Ungezählte Bataillon unb Divisionen zogen schon diese Straße. Ob sie so zweifelten wie du? — Waren nicht auch sie jung, die vor Jahren diese Straße zogen? — Gen Langemarck? — War nicht der Jahrgang vor dir auch so jung, wie du heute? Haben sie- so gezweifelt? — Nein! Sie wußten, wofür fie kämpf- I ten unb freubtg starben ... es geht ja um mehr als um bich! I Es wirb den Jungen jetzt leichter, unb mit straf- ferem Schritt gehen fie ber Feuertaufe entgegen. Doch es war diesen Jungens des flandrischen Rekrutendepots nicht mehr vergönnt, aktiv in das große Ringen einzugreifen. Noch auf dem Vormarsch erreichte sie ber Befehl zum Rückzug, ber erst in ber Heimat enben sollte. Germanikus. Abkochen. "Du, Brummer, was gibt es benn heute zum Mittag, — was? Grieß unb Rhabarber? Wieviel Gänge hat benn bas?" — Es pfeift — Heibe ist es — „also jeber hole seinen Rhabarber unb ein Messer, aber Tempo — hier im Kreis nieberlaffen — Hordentopf her — ihr beide nehmt euch eine Zeltbahn und geht Holz suchen." Wir anderen machen es uns gemütlich, schälen Rhabarber unb fingen. Eine weiß Ballaben aus bem Allgäu zu erzählen — fie vergißt ganz, ihren Rhabarber zu schälen — unb wir lachen, also geht es auch nicht allzu schnell. Schon kommen die beiden vom Holzfammeln, schwer beladen, zurück. Ob das trocken ist bei bem Nachtregen, glaube ich nicht; na, bann ist eben eine Rauchwolke beim Kochen um uns unb bie anderen sehen nicht, wenn der Grieß anbrennt. — Endlich ist auch der Rhabarber fertig geschält. Nun Feuer anmachen. Die anderen suchen sich Bäume unb ähnliche „Geräte" zum „Hindernis- turnen". — „Brummer" wäscht den Rhabarber in der Lahn. — Das Feuer brennt, ohne zu rauchen, also boch trocken. Die beiben, bie es gesucht haben, kommen eins hinauf. — Rhabarber braucht aber viel Zucker, hoffentlich reichen wir. — „Du mußt nicht bie Hälfte ausfuttern." Enblich — „er" ist weich unb kommt in bie Lahn zum Abkühlen. — Jetzt der Grieß. — „Du, ber müßte anbrennen" — „Denkste, — wir wollen mit unserem Kochen Ehre einlegen." „Hast du eigentlich Salz mit?" — „Nee, wir nehmen Sand, bas fällt bei bem Gebränge nicht auf." — Schneller als zu Hause auf bem Herd ist unser Essen fertig. — Heide pfeift — alles stürzt ans Wasser zum Händewaschen. Dann Teller und Löffel her. Wieder fetzen wir uns zu einem Kreis zusammen — Grieß unb Rhabarber in ber Mitte, — wir fingen. Dann heißt es: „wir leben nicht, um zu essen — sondern wir essen, um zu leben!" — Guten Appetit!... Käthe Orth. dem M naher. Es ist ein kleiner See, irgendwo in der märkischen Heide. Wie er heißt, weiß ich nicht. „Abteilung! Halt!" — „Weggetreten zum Zelt- bau." — „Wollen wir nicht erst essen? Ich habe fürchterlichen Kohldampf." — „Mann, du hast wohl'n Vogel! Erst muß doch das Zelt stehen." Alles packt an, im Nu sind die Zeltbahnen zusammengeknüpft. Blitzschnell und mit viel Geschrei wird das Zelt, unser Zelt aufgebaut. Zeltstöcke werden zusammengesteckt, Zeltbahnen werden gespannt und die „Heringe" werden eingeschlagen. Dann geht's ans Essen. — Eine Zeitlang hört man gar nichts. Es wird dunkel. „Himmel, war das ein Marsch heute! Das haut aber hin." Einer zündet ein kleines Lagerfeuer cm; wir legen uns ins Gras imb starren In die knisternde Glrrt Wenn die Flamme etwas aufflackert, sieht man die Gesichter der anderen. Seltsam heben sich die Jungengesichter von dem dunklen Hintergrund ab. Sie sind alle erst 16 bis 17 Jahre alt, die Jungen, aber das Feuer spiegelt sich wider in harten, wissenden Augen. Nichts ist da von der weichen, träumerischen Stimmung am Lagerfeuer! Die Glut lodert wieder in unseren Herzen und peitscht uns auf zu neuem Kampf! Es ist lange still um das Feuer. Nur noch ein schwacher rötlicher Schein geht von der Glut aus — Die Nacht ist kalt. Fröstelnd erhebt sich einer nach dem andern und verschwindet im Zelt. Trompi. Aus der Provinzialhauptstadt. Der Wald singt. Von Peter Bauer. Der Wald ist die Oase zwischen den Städten. Alle Straßen und Wege, die von den Asphaltsteigen fort zur Landschaft führen, suchen nach kurzer oder längerer Wanderschaft aus der sonnengrellen Weite der Felder und Wiesen zu entkommen und unterzutauchen in die schattenkühle Geborgenheit seiner insel- haft abgeschiedenen Wildnis. Hier hört jede Unrast auf. Dichte Hecken sperren wie Wall und Mauern eines Burghofs ab, und weitverzweigte Baumkronen biegen sich zu hohen Gewölben und Kuppeln einander zu. Die Welt der Hast und des lärmenden Verkehrs ist ausgeschlossen. Wer mit dem Auto kommt, muß aussteigen und die weiche, ost mit -niedrigen Gräsern und Moosvolstern überwucherte Walderde unter seinen Füßen spüren, wenn er sich an den geheimnisvollen Kräften des Waldes erquicken will. Er muß Zeit haben, mit offenen Augen und andächtigem Lauschen zu verweilen, um die mannigfaltige Schönheit der Baumgestalten, die charakteristischen Formreize der einzelnen Laubarten bewundern zu können und sich von den Stimmen dieser grünen Welt, dem Geflüster der Zweige, dem Gebraus der Wipfel, dem Gesang der Vögel bezaubern zu lassen. Erst seitdem der letzte Afrikaflieger, der Pirol, heimgefunden hat, ist das Waldkonzert der Gefiederten in voller Entfaltung. Hell überschallt das kurze Flötenmotiv des Spätlings, der nach seiner Ankunftszeit auch Pfingstvogel heißt, das Wispern der Meisen, das Trillern der Finken, das Schmettern der Drossel, das Zwitschern und Klimpern der Laubsänger, das Orgeln und Schwatzen der Grasmücken, das Gurren und Rucksen der Tauben, das Rufen des Kuckucks und das gelegentliche Getrommel des Spechtes. Deutlich sind aus den Pfiffen die beiden Vokale seines Namens zu hören, wenn auch oft in einer willkürlichen Verfchnörkelung, die wie „Gidi- lio" klingt. Seines scheuen Wesens wegen ist er ein selten zu sehender Vogel, der die hohen Wipfel, besonders die der Eichen liebt und kaum auf den Boden herabkommt. Die Natur hat ihm in seinem kanariengelben Gefieder, das sich von den schwarzen Schwingen leuchtend abhebt und ihm seinen dritten Namen Goldamsel eingetragen hat, ein rechtes Tropenkleid geschenkt, das ihn unter der buntprangenden Vogelwelt Afrikas nicht zurückstehen läßt. Denn er lebt unter ihnen neun Monate des Jahres und weilt bei uns nur von Mai bis Juli, um zu brüten. Gegen Abend nimmt das Vogelkonzert an Stärke und Stimmenvielheit ab, aber an melodischer Schönheit zu. Die kleinen Rufer und Schnalzer sind es allmählich müde geworden, immer wieder ihre kurzen Signale zu schmettern und verstummen nach- ernander. Der Wald wird stiller und feierlicher. Es weht wie eine Ahnung von etwas Besonderem, wie ein Erwarten festlicher Ueberraschungen über den Wegen. Träumerisch zart wagt sich der Gesang des Rotkehlchens hervor, das ein eigenartig schwermütiges Liedchen formt, dessen silberhelle Triller mit immer tiefer sinkenden Tönen ausklingen. Die liebliche Weise wird rasch abgelöst von dem lauten Stimmenschall der Singdrossel, die ihre kurzen, von kleinen Pausen unterbrochenen Strophen mit Schmelz und Schwung schmettert. Herrliche Flötenklänge, schelmische Jauchzer und zwitschernde Fragen folgen — mehrmals wiederholt — aufeinander und erfüllen den nun schon völlig schweigenden Wald mit ihrem entzückenden Wohllaut. Durch die spärlichen Lichtungen der Gipfel funkeln die Sterne des Himmelgewölbes, das auf den ragenden Stämmen zu ruhen scheint. Ein majestätischer Dom hat sich im Dunkel hinaufgebaut. Die Singdrossel verstummt vor dieser weihevollen Stimmung, der nur eine Sängerin mit ihrer Stimme würdigen Ausdruck verleihen kann: die Nachtigall. Jeder Schritt stockt, wenn diese Königin des Gesanges ihre große Liebesarie beginnt. Welche Fülle und Kraft, welche Zartheit und Tiefe, welche Reinheit des Schlages und welche Hingabe, welches Feuer im Vortrag! Sie kann schmettern und flüstern, jubeln und schluchzen, hymnisch und elegisch sein. Sie weiß in langgezogenen Tönen die Eindringlichkeit zu steigern, sie vermag sich überraschend in ein rascheres Tempo hineinzusingen und kann ebenso wirkungsvoll plötzlich abbrechen, um leise, fast zaghaft, und erst allmählich anschwellend wieder von neuem zu beginnen. Hölty hat der großen Sängerin seine schönsten Verse gewidmet: „O Nachtigall! Du tönest mir mit deiner Seele Die Liebe wach; Denn schon durchbebt die Tiefen meiner Seele Dein schmelzend Ach." Vielseitig wie dieses kleine Ausrufewort am Schluß der Strophe, das Liebesübevschwang und Seligkeit, Sehnsucht und Schwermut, Lust und Leid, Trauer und Trost auszudrücken vermag, ist der einsame Nachtaesang des im Laubdunkel verborgenen Vogels. Kein Menschenherz kann sich seiner sanften Gewalt entziehen. Dieser Sang ist Urlaut der Natur, der uns erschauernd etwas von ihrer abgründigen Tiefe und Geheimnisfülle ahnen läßt. Er ist Seelensprache und Seelenzuspruch. Ist himmliche Musik. Klingende Güte Gottes. Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen Das Amt für Beamte, Kreis (Ziehen, gibt bekannt, daß für die Fachschaften Allgemeine Län- derverwatluna und Justiz im „Haus der Deutschen Arbeit" am Montag, 25. Juni, 20.30 Uhr, ein Schulungsabend stattfindet. Pg. Dr. Röder wird spre- chen. Die Teilnahme wird den Mitgliedern zur Pflicht gemacht. Die Geschäftsstelle des NS.-Lehrerbundes, Kreis Gießen, fordert Mitglieder des NSLB., die schon Werkunterricht erteilt haben, auf, sich umgehend bei Dr. Vogt, Gießen, Licher Straße 23 II, schriftlich zu melden. Mitglieder des NSLB., die auch der Partei angehören, sollen umgehend Mitgliedsnummer und Eintrittsdatum schriftlich an die gleiche Adresse melden. Die gestrige Mitteilung über Bauernkundgebungen im Gießener Land wurde durch einen Setzfehler nur unvollständig wiedergegeben. Die Bauernkundgebung am 26. Juni, 18 Uhr, findet in Hungen und die Kundgebung am 27. Juni, 14 Uhr, in Lang-Göns statt. Wir weisen besonders darauf hin. An alle Politischen Leiter und Parteigenossen des Kreises Gießen! Wie bereits in anderen Kreisen schon durchgeführt, beabsichtigt der Kreispresseamtsleiter Pg. Michel ebenfalls die Aufstellung eines Kreis- archios, mit dessen Durchführung und Organisation er mich beauftragt hat. Es ist Ehrensache eines jeden politischen Leiters und Parteigenossen, hierfür parteigeschichtlich wertvolles Material zu liefern. Alle für die Entwicklung der nationalsozialistischen Bewegung im Kreise Gießen zeugenden Dokumente, wie z. B. photographische Aufnahmen aus der Kampfzeit, Berichte aus alten Zeitungen („Hessenhammer") usw., interessante Stimmungsberichte über stattgefundene Versammlungen und Aufmärsche sind umgehend an meine Adresse: Gießen, Asterweg 52II, einzusenden. Auch Nichtparteigenossen werden aufgefordert, hier für ein wertvolles Nachschlagewerk der Kreisgeschichte aufbauend mittätig zu sein. Im Interesse der Sache ersuche ich alle Volksgenossen um größtmöglichste Unterstützung. Heil Hitler! Willi H a i n b a ch , Leiter des Meldedienstes und des Kreisarchios. NSDAP., Amt für Aolkswohlfahrt. Der Tag des deutschen Gebrauchshundes. Am Sonntag, 1. Juli, 14.30 Uhr, veranstalten die Fachgruppen für das Schutz- und Dienstgebrauchshundewesen, Bezirk Oberhessen, auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 (Trieb) zugunsten der NS.-Volkswohlfahrt eine große Werbevorführung. Da diese Veranstaltung zugunsten der NSV. erfolgt, sich also die Fachgruppen voll und ganz in den Dienst der guten Sache stellen, müßte es Pflicht eines jeden deutschen Volksgenosien sein, diese lehrreiche Veranstaltung zu besuchen. Infolge des niedrigen Eintrittspreises, der es jedem Volksgenossen ermöglicht, diesen interessanten Vorführungen beizuwohnen, erwarten wir recht zahlreichen Besuch. Gez.: Klöß, Kreisamtsleiter NSV. Deutsche Arbeitsfront. Rechtsberatungsstelle Gießen. Sprechstunden für sämtliche Angehörige der Deutschen Arbeitsfront in sozial- und arbeitsrechtlichen Fragen finden statt: Montags und Donnerstags von 17 bis 19 Uhr, Dienstags, Mittwochs und Freitags von 11 bis 13 Uhr. Für die Angehörigen im Bergbau und in der Gruppe „Steine und Erden" werden die Sprechstunden von der Rechtsberatungsstelle Wetzlar an folgenden Tagen in Gießen abgehalten: Am 1. und 3. Donnerstag eines jäten Monats von 10 bis 13 Uhr. Die Auskünfte sind vollkommen kostenlos. Der Eingang zu den Räumen der Rechtsberatungsstelle befindet sich Horst-Wessel-Wall Nr. 39, I. Stock, Ecke Bahnhofstraße. Mehr Urlaub den Lehrlingen! Aufruf an alle Organisationen der Industrie, des Handwerks, des Handels, an alle Detriebs- führer und INeister. Die Jugend ist die Zukunft eines Volkes. Darum hat jedes Volk die Pflicht, alles au tun, damit seine Jugend körperlich und geistig gesund erhalten wird. Bleibt diese Pflicht unerfüllt, dann muß das in seiner Jugend weiterlebende Volk, Naturgesetzen zufolge, im Kampfe um das Dasein erliegen und zugrunde gehen. Linder bringen Könne in jedes tzsus Spendet für das Pilfswerfj Mutter und Lind Der Nationalsozialismus hat diese Tatsache klar erkannt und sieht es darum als seine wichtigste Auf- gäbe an, die Jugend zum Fundament des national- sozialistischen Staates zu machen. Gelingt dies, dann wird der Bestand des Staates auf weite Sicht gewährleistet sein. Denn wer die Jugend hat, der hat die Zukunft. Leider ist diese Erkenntnis noch nicht Allgemeingut des deutschen Volkes geworden. Immer noch versündigen sich einzelne Dolkskreise an der Zukunft unseres Volkes, indem sie der Jugend nicht den gebührenden Platz einräumen und deren körperliche und geistige Ausbildung hemmen. Dies trifft ganz besonders auf die Urlaubs- und Freizeitgewährung für unsere werk- t al t g e Jugend zu. Auf diesem Geknet herrschen vielfach noch Zustände, die an die schlimmsten Erscheinungen der Zeiten liberalistisch-kapitalistischer Ausbeutung erinnern. Die werktätigen Jugendlichen haben täglich ungefähr 9 Stunden körperliche Arbeit zu verrichten. In vielen Fällen jedoch ist die Arbeitszeit der Jugendlichen noch größer. Die Freizeit und Ferienzeit ist so knapp bemessen, daß vielen Jungarbeitern und Jungarbeiterinnen gar keine Erholungsmöglichkeit geboten ist. Häufig erhält der Jungarbeiter kaum 6 Tage Urlaub im Jahr, während einem Schüler 70 Ferientage zugebilligt werden. Ja, es gibt ganze Berufsgruppen, deren jugendliche Angehörige im Jahr nur 1 oder 2 Tage, manchmal sogar überhaupt keine Ferien haben. Hier wird Raubbau an unserer Jugend, an bester Volkskraft getrieben. Das muh anders werden. Deutsche Betriebsführer, deutsche Meister! Wir appellieren an euer Verantwortungsgefühl gegenüber Volk und Staat! Gebt euren Lehrlingen, die ja mitten in ihrer Wachstumperiode stehen, soviel Frei- und Ferienzeit, als sie zur Förderung ihrer körperlichen und geistigen Ausbildung benötigen. Gebt ihnen mehr Urlaub! So wie die deutsche Jugend im Reichsberufswettkampf durch die Tat ein überwältigendes Bekenntnis zum Arbeitsdeutsch- Von berühmten Leuten und gewöhnlichen Sterblichen. Kleine Blütenlese heiterer Anekdoten. Zweimal Max Reger. Als Max Reger wieder einmal nach Darmstadt kam, und wie gewohnt, in der „Pension Augusta" abgestiegen war, sand er hier dreißig Autographenbücher von ihm völlig unbekannten Leuten vor. Schmunzelnd legte sich Reger auf das Sosa und sagte zu einem seiner Schüler: „Ungerlein — nehmen Sie mal die Bücher und schreiben Sie überall hinein: „Im Auftrage von Max Reger — Dr. Hermann Unger." ' * * Eines schönen Tages äußerte der Komponist Dolckmar A n d r e ä zu seinem Freunde Reger: „Weißt du, wenn ich deine Musik höre, werde ich nie reger, sondern immer matter." Darauf der gefoppte Meister: „Und wenn ich deine hör', hör' ich immer andrä!" Bruckner bedankt sich. Die Universität Wien hatte Bruckner um seiner hohen musikpädagogischen Verdienste willen später dqs Ebrendoktorat der Philosophie verliehen. An den glanzvollen Promotionsfeierlichkeiten nahm das Wien der Diplomatie, der Kunst und der Wissenschaft teil. Vor dieser auserlesenen Versammlung sollte Bruckner in wohlgeschliffener Rede für die herzbewegenden Worte des Rektors danken. Doch der weltfremde Künstler war kein Formenmensch. So wurden denn auch die wenigen Dankesworte beileibe keine formvollendete Ansprache eines gewöhnlichen Sterblichen, aber sie bleiben Manifestationen eines Weltgenies, rührend unbeholfen und voll Selbstbewußtsein zugleich. Dr. Anton Bruckner sagte mit leiser Stimme nur: „Meine Herren, ich bin tief gerührt. Wenn ich meine Orgel da hätt, möcht' ich's den Herren schon zeigen ..." Die Prophezeiung. Theodor Fontane ging einmal in Berlin mit einem anderen Schriftsteller spazieren. Einem Manne, der etwas begabt und etwas unbescheiden war. Als sie an einem Hause vorüberkamen, wo eine Gedenktafel verkündete, daß E. T. A. Hoffmann hier gelebt habe, sagte der Schriftsteller nachdenklich: „Und nach meinem Tode, was wird man da au die Tafel am Hause schreiben ...?" u vermieten", sagte Fontane. Notbeleuchtung im Zwischendeck. Der ehemalige deutsche Großadmiral von Köster bemerkte in einer seiner klassischen Besichtigungskritiken, die scharf wie Mostrich für die Betroffenen und pikant wie englische Soße für die Zuhörer waren, u. a. folgendes: „Meine Herren! Komme ich da eben ins Zwischendeck und finde da einen Fähnrich. Ich frage den Fähnrich: „Was tun Sie, Fähnrich, wenn s hier brennt und die Notbeleuchtung versagt?" „Euer Exzellenz", sagt der junge Mann, „dann tue ich gar nicht s." Ich sage: „Nanu?" „Euer Exzellenz", sagt der Fähnrich, „wenn es hier brennt, brauche ich keine Notbeleuchtung." „Meine Herren, ich muß sagen, dieser Fähnrich war mir über." Der schweigsame Coolidge. Von dem verstorbenen ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Calvin Coolidge, gehen noch heute Geschichten um, zu denen seine Schweigsamkeit stets Material lieferte. Eines Tages versuchte eine ebenso hübsche wie ehrgeizige junge Dame, ihn aus seiner Wortkargheit herauszulocken, indem sie ihm erzählte, ihr Vater habe mit ihr gewettet, sie werde aus dem Präsidenten keine drei Worte herausbringen. Worauf Coolidge, ohne eine Miene zu verziehen, antwortete: „Papa gewinnt!" Das Personal. Der Geschäftsführer einer reisenden Schauspielertruppe depeschierte an den Pächter des kleinen Provinztheaters, wo die Gesellschaft ein paar Tage päter auftreten sollte, folgendermaßen: „anordnet Hauptprobe montag 3 uhr. sorgt daß spielleiter, friseur, beleuchter, inspizient und bühnen- arbeiter pünktlich anwesend." Vier Stunden später las er die Antwort: „einverstanden, der mann ist zur stelle". Der verlorene Sohn im wilden Westen. Vor einer Holzfällerhütte in Tennessee hält ein kostbarer Privatwagen, dem ein eleganter junger Mann entsteigt. Aus der Hütte tritt ein alter, mürrischer Holzfäller. Der elegante junge Mann geht auf ihn zu und ruft freudig: „Vater, kennst du mich nicht mehr? Ich bin dein Sohn Billy, den du vor zehn Jahren in die Stadt geschickt hast, um Tabak zu kaufen. Ich bin damals gleich dort geblieben, bin vorwärts gekommen und habe heute ein glänzendes Einkommen. Hier ist mein eigener Wagen. — Nun, Vater, was sagst du dazu?" Der Holzfäller betrachtet mißtrauisch seinen Sohn. .,So —" öffnet er endlich seinen Mund, „und wo ist der Tabak?" — — Kleiner Unterschied. Ein Ehepaar aus der englischen Provinz kommt nach London und wird auch in eine Gemäloegalerie verschlagen. Vor einem Bilde, das Adam und Eva im Paradies darstcllt, bleiben beide bewundernd stehen. „Wer sind die beiden?",fragt die Frau. Der dienstbeflissene Ehegatte blättert im Katalog, erwischt die falsche Nummer und verkündet: „Königin Elisabeth empfangt den spanischen Gesandten". Reklame in USA. Als die amerikanische Fliegerin Amelia Earhardt P u t m a n seinerzeit nach geglücktem Flug über den Ozean in Europa landete, fand sie neben zahlreichen Glückwunschtelegrammen von Bekannten und Freunden auch ein Kabel ihrer Waschanstalt vor, in der sie ihre Kleider reinigen zu lassen pflegte. Der Inhaber hatte telegraphiert: „Herzliche Glückwünsche! Wir wußten, daß Sie es schaffen würden! Wir verlieren nie einen Kunden!" Der beharrliche Leutnant. Mußten die Pioniere mal irgendwo eine Brücke bauen, wurde von dem verantwortlichen Redakteur vorher eine Art Ansichtsskizze verlangt, damit der Vorgesetzte sehen konnte, wie sich der Untergebene die Geschichte dachte. Da hatte einmal ein Leutnant ein wundervolles Gemälde gepinselt. Rechts und links war das Ufer, dazwischen floß der reißende Strom, darüber weg führte die zu bauende Brücke, ... und auf dieser Brücke standen zwei Männerchen und angelten. Der Pioniermajor fand die Zeichnung zwar sehr schön, doch beleidigten die beiden angelnden Männerchen sein militärisches Auge. So schickte er die Zeichnung wieder an den Leutnant zurück: „Die beiden Männer haben von der Brücke zu verschwinden." Der Leutnant tat wie befohlen und reichte die Zeichnung erneut ein, — aber jetzt saßen die beiden Männerchen am User und angelten. Der Major wurde böse. „Die beiden Männer haben ganz aus dem Bilde zu verschwinden — weg damit!!!" Der Leutnant tat auch diesmal wie befohlen, und als er sein Werk zum drittenmal einreichte, — da standen am Ufer zwei Grabkreuze. Das Bäumchen. Anjsn K., Gutsherr von altem Schrot und Korn, ließ feinen Neffen aut der landwirtschaftlichen Hochschule studieren. Die ersten Semesterferien durfte der Junge auf des Onkels Gut verleben. Als ihn der Alte nach der Ankunft mit Besitzerstolz durch sein Anwesen führte, fiel der Blick des jungen Mannes auf einen besonders dürftigen Obstdaum. „Entschuldige, Onkel", begann er ein wenig von oben herab, „aber ich glaube, deine Kulturmethoden sich doch schon ein bissel von gestern. Es sollte mich wundern, wenn das Bäumchen da auch nur drei Pfund Aepfel brächte ..." „Mick auch", versetzte der Alte trocken. „Es ist 'n Birnbaum..." Humor beim Tommy. Als in der englischen Stellung bei Arras eines Tages das Brot ausbleibt, wird als Ersatz Heeres- zwieback ausgegeben, der alt und schwer zu kauen ist. „Ich möchte, ich wäre ein Strauß", sagt Georgie, „dann könnte ich das Zeug besser verdauen." „Ich möchte auch, daß du's wärst", meint sein Freund Jim, „dann könnte ich beim nächsten Urlaub meiner Frau ein paar Federn für ihren Hut mitbringen." * Thompson ist nach einer Verwundung zum Ersatzbataillon gekommen, das in einer ländlichen Gegend liegt. Eines Tages bekommt er vom Syaupt* mann den Befehl, mit Schaufel und Eimer die Aepfel zu sammeln, die vom Pferdeappell liegen geblieben sind. „Möchte nur wissen, was der Käpten damit will!", brummt er. „Er will den Mist auf seinen Rhabarber tun!" belehrt ihn ein landwirtschaftlich besser bewanderter Kamerad. „Komisch ... zu Hause tun wir da Zucker brauft" Das Baby im Bade. Baby wird gebadet, und Lore, Nachbars vierjähriges Töchterlein, wohnt dem feierlichen Akt mit jenem brennenden Interesse bei, das kleine Mädchen von jeher solchen Dingen entgegenbringen. Uebri« gens ist sie nicht allein gekommen, sondern in Begleitung ihrer einarmigen, einäugigen und auch sonst ziemlich ramponierten Puppe Dolly. Geraume Zeit ist Lore wortlos in den Anblick des rosigen Menschleins versunken. Dann fragt sie plötzlich: „Wie lange habt ihr eigentlich das Baby schon?" „Drei Monate", lächelt die junge Mutter. Lore staunt: „Da habt ihr's aber gut g e< halten." Für Leute mit Sprachgefühl. Klöppel hatte in der Nacht den Arzt holen lassen. Als dieser erscheint, sagte er: „Denken Sie nur, Herr Doktor, der Anfall ist seit einer halben Stunde vorüber. Es tut mir leid, daß Sie umsonst gekommen sind." Worauf der Arzt erwiderte: „Umsonst nicht, aber vergebens!" Noch einmal Adam und Eva. Vor zwei Jahrzehnten standen in' England unter Führung von Emmeline P a n k h u r st die Suffragetten im Vordergrund des politischen Lebens, um ihre Forderung des gleichen Stimmrechts für die Frauen durchzusetzen, bis der Weltkrieg der Bewegung ein jähes Ende fetzte. Diese energischen Frauen, die selbst vor Gewalttätigkeiten nicht zurück- schreckten, mußten sich natürlich manchen Spott gefallen lassen. So wurde von Mistreß Pankhurst behauptet, sie habe die Enzyclopedia Americana aus ihrer Bibliothek entfernen lassen. Warum? Weil unter dem Schlagwort „Eva" nur stand: „Siehe Ada m.". tonb Adolf Hitlers abgelegt fyat, so beweist nun auch ihr, daß ihr Nationalsozialisten der Tat seid! Heil Hitler! Führer des Gebiets 13 Bezirksleiter der Deutschen der Hitlerjugend Arbeitsfr., Bez. Hess./H.-N. gez.: Kramer, MdR. gez.: Becker, MdR. 7!G.-Gemeinschaft„KraftdurchHreude" Amt für Reisen, Wandern und Urlaub. Betr.: Norwegensahrt mit der „M o n t e Olivia" am 23. 3 u n i. Die Teilnehmer aus dem Kreise Gießen wollen ihre Karten sofort auf der Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18, abholen. Abfahrt Samstag, den 23. Juni, 22.35 Uhr, von Gießen. Betr.: Fahrt-Swinemünde, Heringsdorf am 2 3. Juni. Die Karten find ebenfalls sofort abzuholen. Abfahrt Samstag, 23. Juni, 16.31 Uhr von Gießen. NG.-Krauenfchast, Ortsgruppe Mitte. Die NS.-Frauenfchaft, Ortsgruppe Mitte, weist darauf hin, daß am Sonntagvormittag 10 Uhr eine Führung durch den Botanischen Garten stattfindet. Heichsbund Volkstum und Heimat. Sonntag, 24. Juni, 15 Uhr, spricht Prof. Dr. Sommer an der „Deutschen Wacht" in Oberstein- berg bei Watzenborn-Steinberg über den „H e s s i - ichen Rennwe g". Bei schlechtem Wetter findet der Vortrag in der Kirchenhalle des Schiffenbergs um 16 Uhr statt. Unsere Mitglieder werden zu reger Beteiligung eingeladen. Gäste willommen! Kampfbund für Deutsche Kultur. An alle Vereine und Gesellschaften des Kreises. Da noch nicht alle Vereine der Meldepflicht nachgekommen sind, macht der Kampfbund f. D. K., Ortsgruppe Gießen, noch einmal darauf aufmerksam, daß alle Vereine, Verbände, Museen, Gemeinschaften, Gesellschaften usw. zu melden sind, die mit öffentlichen oder geschlossenen Veranstaltungen hervor- treten, die dem wissenschaftlichen, kulturellen oder gesellschaftlichen Leben dienen. Die Meldung hat umgehend an den Ortsgruppenleiter des K. f. D. K., Fritz Cujä, Kirchenplatz 23, zu erfolgen. Hitler-Jugend, Dann 116 Gießen. Achtung Gebietsausstellung! (Abteilung Grenz- und Ausland). Ende August wird die Ausstellung des Gebietes Hessen-Nassau in Frankfurt a. M. eröffnet. Auch die Abteilung Grenz- und Ausland wird ihre Arbeit zu zeigen haben. U. a. brauchen wir Bilder, die anläßlich der Saarkinderverschickung von Saar- brücken-Burbach nach Oberhessen im Winter des vergangenen Jahres ausgenommen wurden. Wir bitten nicht nur unsere Kameraden, sondern auch die Pflegeeltern, alle Aufnahmen, die das Leben der Saarkinder mit der HI. oder den Dorfbewohnern zeigen, an den Bann 116 der HI. Gießen, Asterweg, bis zum 29. Juni einzusenden. Unkosten werden auf Wunsch ersetzt. Heil Hitler! Der Führer des Bannes 116 Häuser, Gefolgschaftsführer G.A.-Referent: Berghöfer, Scharführer. Verbotene Gammelbestellungen von Beamten. Das Staatspresseamt teilt folgende Verfügung des Staatsministers Jung mit: Sammelbestellungen auf Kohlen und andere Brennstoffe zu Vorzugspreisen dürfen von Beamten und Beamten-Vereinigungen für die Folge nicht mehr aufgegeben werden. Der Kohlenhandel hat Anspruch darauf, diese Lieferungen im regelmäßigen Geschäft auszuführen. Vorzugspreise für bestimmte Berufsgruppen können dabei nicht eingeräumt werden. Andererseits wird von dem Kohlenhandel erwarbt, daß er sich bei seiner Kalkulation mit dem bescheidensten Nutzen begnügt. Wo die Preise dieser Voraussetzung nicht entsprechen, müssen sie herabgesetzt werden. Die Preisüberwachungsstelle bei dem Hessischen Staatsministerium wird gegebenenfalls das Erforderliche veranlassen. Belegschaftslieferungen werden von dem Verbot der Sammelbestellungen nicht betroffen, wenn sie in den betreffenden Betrieben seit Jahren in ständiger Hebung durchaeführt wurden. Ebenso bleibt der Bezug von Kohlensparvereinen, Bezugsgenossenschaften und dergleichen durch die vorstehenden Vorschriften unberührt. Oie Wiedersehensfeier ehem. 116er verlegt. Wie uns vom Geschäftsführenden Ausschuß des 116er-Tages mitgeteilt wird, mußte umständehalber die Feier auf den 21. und 2 2. Juli oorver- l e g t werden. In dem vorgesehenen Programm tritt eine Aen- derung nicht ein. Wir werden in den nächsten Tagen Bericht über den Fortschritt der Vorarbeiten für die Wiedersehenstage erstatten. Oie Ausbildung junger Mädchen im Haushalt. Die Allgemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen bittet uns um folgende Veröffentlichung und bezieht sich dabei auf das Reichsarbeitsblatt Nr. 15, Teil I, S. 131. Punkt 4 dieser Richtlinien sagt folgendes: „Das Anlernverhältnis soll ein Jahr dauern. Das junge Mädchen soll in alle seinen körperlichen und geistigen Kräften entsprechenden hauswirtschast- lichen und kinderpflegerischen Arbeiten eingefuhrt werden. Wo eine hauswirtschaftliche Berufsschule besteht, ist diese zu besuchen. Am Ende des Jahres erhält das junge Mädchen ein Zeugnis, aus dem hervorgeht, in welchen Gegenständen und mit welchem Erfolg die Unterweisung erfolgt ist. Die Aufnahme des Mädchens erfolgt schlicht um schlicht. Die Krankenkassenbeiträge werden von derHausfrauentrichtet. Weitere Beiträge zur Sozialversicherung falle n fort. Die Vorschriften über die Genehmigung von Steuererleichterungen für Hausgehilfinnen finden Anwendung." „ , . Den Krankenkassen ist die Ueberwachung der erforderlichen Anmeldung übertragen worden. Oie Ausübung der Jagd auf Schalenwild. Um bis zum Erlaß eines Reichsjagdgesetzes eine pflegliche Ausübung der Jagd nach allgemein anerkannten Grundsätzen deutscher Weidgerechtlgkeit sicherzustellen und eine Gefährdung des Wild stand es ourch übermäßigen Abschuß auszuschließen, ordnete der Hessische Staatsminister am 19. Juni für das Gebiet des Landes Hessen folgendes an: Kundgebung der Ortsgruppen Nord und Ost der NSDAP. Die Ortsgruppen Nord und Ost der NSDAP, hielten gestern abendgemeinsam eine aroßeKundgebung ab. Der Saal des Cafe Leib war bis auf den letzten Platz besetzt. Musik, von Mitgliedern des SAR.-Musikzuges ausgeführt, leitete den Abend ein. In feierlicher Form wurden die Fahnen der beiden Ortsgruppen eingebracht. Ortsgruppenleiter Pg. Thomas eröffnete die Kundgebung und hieß insbesondere den Redner des Abends herzlich willkommen. Er erteilte ihm sofort das Wort. Gauamtsleiter der NSV., Bürgermeister pg. Haug führte in etwa eineinhalbstündiger, lebendiger, fesselnder Rede u. a. folgendes aus: Wer heute durch Deutschland gehe, erkenne das deutsche Volk kaum wieder. Das ehemals zerrissene Volk sei heute ein neues Volk und — vielleicht zum ersten Male in der deutschen Geschichte — ein wirkliches Volk. Diese grundlegende Umgestaltung eines Volkes in so kurzer Zeit müsse aber auch dem letzten Deutschen die weltbewegende Bedeutung des Nationalsozialismus klar werden lasten. Bisher sei doch immer nur Kampf gewesen! Der Bruder habe gegen den Bruder gestanden! Die Sprache sei in den vergangenen, Überwundenen 14 Jahren doch bas letzte und und einzige Gemeinsame gewesen. Die geschichtliche Mission des Nationalsozialis- muß sei ungeheuer groß. Die Geschichtsschreibung, wenn sie eines Tages die Geschichte des nationalsozialistischen Deutschland schildern wolle, werde berichten müssen von dem unerschütterlichen Glauben der ersten Nationalsozialisten an ihren Führer, von der Tatsache, daß der Nationalsozialismus schon bald nachdem er in Erscheinung getreten sei, nicht mehr totgeschwiegen habe werden können, daß er sich gegen Lüge und Verleumdung behauptet und allem Terror getrotzt habe. Bis zur Machtergreifung des Nationalsozialismus sei es doch immer so gewesen, daß sich die vielen Parteien immer erst 14 Tage vor der Wahl des deutschen Volkes entsonnen hätten. Der-Nationalismus habe nie um die Stimmen, sondern immer um Herzen und Seelen der Volksgenossen gekämpft. Dieser Kampf dürfe nie vergessen werden. Noch sei nicht das ganze Volk nationalsozialistisch; zwischen dem nationalsozialistischen Staat und dem nationalsozialistischen Volke sei noch ein weiter Weg. Der Nationalsozialismus müsse aber in bas letzte Haus bringen. Eine Jugenb von reinstem nationalsozialistischem Geiste müsse heraufwachsen. Sie zu diesem Ziele zu erziehen, sei unsere größte Aufgabe. Alles Trennende müsse fallen. Eines Tages müßten alle gemeinschaftlich marschieren. Aber stets müsse auch darüber gewacht werden, daß der nationalsozialistische Gedanke nie verfälscht werde. Es gebe heute noch sehr viele, die eifrig vom Nationalsozialismus redeten, die aber zur Zeit des liberaliftischen Systems Geschäfte machten, wie sie es heute auch tun möchten und morgen vielleicht es unter einem kommunistischen Regime ebenfalls tun würden: die Konjunkturritter! Man treffe heute noch an Stammtischen jene Sorte Menschen, die andauernd vom Weltkriege redeten, ohne je draußen gewesen zu sein. Die gleichen feiert* es, die vom Nationalsozialismus sprächen und alles bester wüßten, ohne je gekämpft zu haben: die UOprozentigen. Vor diesen Leuten heiße es auf der Hut sein, damit nicht gerade von ihnen der Nationalsozialismus verfälscht werde. Man brauche nicht den ganzen Rockaufschlag mit allen möglichen Abzeichen zu schmücken, um nach außen hin darzutun, daß man Nationalsozialist sei, viel wichtiger sei es, durch die Tat den Nationalsozialismus zu beweisen. Der Staat unter nationalsozialistischer Führung habe im vergangenen Jahre Ungeheures geleistet. 14 Jahre lang sei der Weg nach unten gegangen, und in einem Jahre sei nicht nur Halt geboten, sondern auch der Marsch in die deutsche Freiheit angetreten worden. Die hälfte der Arbeitslosen sei wieder eingefügt in den kreis der Schaffenden, das Volk fei zufammengeschmiedet, im Ausland die Achtung wiedergewonnen, die Ehre zurückerobert, fo daß über sie kein Debattieren mehr möglich fei. Und wie falsch fei es gewesen, wenn Gegner behaupteten, daß Nationalsozialismus den Krieg bedeute. Es gebe kein friedenswilligeres Volk als das deutsche. Der Führer hpbe sich bereit erklärt, das letzte Maschinengewehr verschrotten zu lassen, wenn die Gegner so weit abrüsteten, wie es Deutschland getan habe. Und das vergangene Jahr nationalsozialistischer Regierung habe gezeigt, daß Kultur und Religion nicht vernichtet werden sollten. Wohl aber müsse festgehalten werden, daß Religion und Politik zwei verschiedene Dinge seien. Der Priester solle Priester und der Politiker Politiker bleiben. Es werde nicht mehr möglich sein, daß unter dem Deckmantel der Religion je wieder ein politisches Geschäft gemacht werden könne. Da müßten sich auch jene anpassen, die ihre Religion auch in der Politik im Vordergründe sehen möchten. Der nationalsozialistische sstaat sei kein Kirchenstaat. Es frage sich aber, ob heute noch ein Prediger auf der Kanzel stehen könne, wenn nicht der Nationalsozialismus gekommen wäre. Das vergangene Jahr nationalsozialistischer Regierung habe auch die Toleranz gegen die Juden bewiesen. Es sei lediglich ihr Einfluß zurückgewie- sen worden da, wo sie kein Recht auf Einfluß gehabt hätten, Und getan worden sei in dieser Hinsicht nur, was das Lebensrecht des deutschen Volkes erfordere. Die Grundpfeiler der großen nationalsozialistischen Forderungen seien: der wahrhaft deutsche Nationalismus und: der deutsche Sozialismus. Jeder müsse sich vor Augen halten, daß der andere Volksgenosse Kamerad sei, mit dem marschiert werden müsse. Schon regten sich Stimmen, die eine Verbürger- lichuna des Nationalsozialismus wünschten. Der Nationalsozialismus lehne es aber ab, seine kämpferische Natur und seinen deutschen Sozialismus auch nur in einer Faser aufzugeben, Deutschland sei, das dürfe nicht vergessen werden, nicht etwa durch die Kreise der Intelligenz frei geworden, sondern durch den gläubigen einfachen SA.-Mann, wenn auch einzelne unter ihnen — bestimmt nicht die Masse — aus den Kreisen der Intelligenz, aus der Studentenschaft, gekommen seien. Den Dank an den kleinen SA.-Mann abzutragen, müßten wir zu jeder Stunde bereit sein. Und weiter dürfe nicht vergessen werden, daß die deutsche Arbeiterschaft nur durch die Ueberheblichkeit und den Standesdünkel der Bürgerschaft in die Arme des Marxismus getrieben worden fei. Noch feien viele in unserem Volke, die es nicht verstehen wollten, was der Nationalsozialismus eigentlich wolle. Leider sei es auch hier die Intelligenz, die sich verschließe, obwohl sie längst ver- anmarschieren müßte. Der Arbeiter wisse längst, daß sein Geschick unlösbar mit der Bewegung verbunden sei. Wer ehrlich und reinen Herzens zum Nationalsozialismus komme, werde das Ziel leicht erkennen können. Welches Volk habe je ein solches Winterhilfswerk durchgeführt wie das deutsche? Ohne Geld sei an alle Aufgaben gegangen worden, lediglich ausgerüstet mit dem Glauben an den Erfolg sei es in Angriff genommen und durchgeführt worden. Die Aktion „Mutter und Kind" müsse eine Brücke in die Zukunft schlagen. Unser Volk befinde sich erst auf dem Weg zur Volks- und Schicksals-, zur Not- und Brotgemeinschaft. Die Lasten würden in der Zukunft nach der Stärke der Träger zu verteilen sein. Die Taten des Nationalsozialismus vor Augen würden wir den Weg zum Endziel, zur wahren Volksgemeinschaft finden. 'Und bann werde es nur noch zwei Sorten von Menschen geben, jene die guten und jene die bösen Willens seien. Mancher der Nörgler sehe heute immer nur die kleinen Dinge, vergesse aber ganz, daß in der Geschichte immer nur das Große gemessen und gewogen werde. Der Nationalsozialismus sei nicht nach dem Handeln irgend eines Einzelnen zu werten, sondern nur nach dem Handeln des Einzigen, des Führers Adolf Hitler. Auf ihn habe der Volksgenosse zu sehen. Er kenne immer nur die Sorge um und den Glauben an sein Volk. Er sei immer der gleiche geblieben, so wie ehemals zur Kampfzeit, so sei er heute noch, immer wieder Beispiel und allen, willens, das deutsche Volk hinanzuführen. In seinem Geiste müsse die Jugend erzogen werden. Wie ein Fanal müsse das eine Wort über dem Volke stehen: Deutschland! Deutschland müsse das Land werden, in dem alles Schwere gemeinschaftlich getragen werde. Dies aber sehe voraus, daß wir uns selbst treu bleiben, getreu auch der Bewegung, dem Zeichen des Sonnenrades, dem deutschen Sozialismus und dem deutschen Nationalismus, stets sich bekennend zum Geist der kampstahre. Es lebe Deutschland und die nationalsozialistische Bewegung, die die Freiheit und die Rettung des deutschen Volkes wolle; es lebe der Führer! (Lebhafter anhaltender Beifall!) Ortsgruppenleiter pg. Thomas schloß die Kundgebung mit Worten des Dankes an den Redner, mit dem Aufruf, die Nörgler beiseite zu schieben und den Weg zu gehen mit klarem Blick auf das Ziel. Mit einem von der Versammlung begeistert aufgenommenen und erwiderten „Sieg-Heil!" auf den Führer, mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Weste'l-Liedes und mit der feierlichen Ausbringung der Fahnen fand der Abend seinen Abschluß. Der Abschuß von Rot-, Dam- und Rehwild darf nur auf Grund und im Rahmen eines von dem zuständigen staatlichen Forstamt genehmigten Abschuß- planes stattfinden. Der Abschußplan ist alle 3 Jahre zahlenmäßig, getrennt nach Wildart und Geschlecht, festzusetzen. Die Jagdausübungsberechtigten (Pächter von Staats-, Gemeinde-, Mark und Privatjagden, sowie die Besitzer nichtverpachteter Eigenjagden) sind verpflichtet, dem zuständigen staatlichen Forstamt unaufgefordert bis spätestens 31. März des Jahres nach vorgeschriebenem Muster einen Abschußplan zur Genehmigung vorzulegen. Bei verpachteten Gemeindejagden erfolgt die Vorlage durch Vermittlung der Bürger- meifterei, bei verpachteten Privatjagden durch Vermittlung des Eigenjagdbesitzers. Wird trotz Aufforderung ein Abschußplan nicht eingereicht, so kann ihn das zuständige staatliche Forstamt von sich aus selbständig festsetzen. Gegen die Entscheidung des Forstamts steht den Beteiligten innerhalb einer Frist von 2 Wochen Beschwerde bei der oberen Forstbehörde zu; diese entscheidet und zwar bei GemeindejagSen im Benehmen mit der Ministerialabteilung Ib (Innere Verwaltung) des Hessischen Staatsministeriums endgültig. Die oorgeschriebenen Abschußziffern sollen tunlichst erfüllt, dürfen aber ohne Genehmigung des Forstamts nicht überschritten werden. Vor Genehmigung oder Festsetzung des Abschußplanes darf ein Abschuß nicht stattfinden. Für die Zeit bis zum 31. März 1935 gelten folgende Uebergangsbestimmungen:. a) Die Abschußpläne werden erstmalig für den Zeitraum bis zum 31. März 1935 genehmigt oder festgesetzt, b) Die Abschußpläne müssen bis spätestens I.Juli 1934 bei dem zuständigen staatlichen Forstamt vorliegen, c) Die Bestimmung in § 5, Satz 2 dieser Bekanntmachung, findet keine Anwendung. Das bis zur Genehmigung ober Festsetzung des Abschußplanes erlegte Wild ist auf die bis zum 31. März 1935 genehmigte oder festgesetzte Jahresabschußziffer anzu- rechnen. Die obere Forstbehörde ist befugt, die nach vorstehenden Bestimmungen den staatlichen Forstämtern zustehenden Befugnisse ganz ober teilweise auf bie Privatforstbeamten für ihren Dienstbezirk zu übertragen. Auf Wild- unb Tiergärten finden die vorstehenden Bestimmungen keine Anwendung. Zuwiberhanblungen gegen vorstehende Bestimmungen werben nach Art. 32 des Naturschutzgesetzes vom 14. Oktober 1931 bestraft. Diese Bekanntmachung ist bereits in Kraft getreten. Schützt den Wald gegen Brandgefahr Infolge ber anhaltenben Trockenheit sind zahlreiche Walbbrände vorgekommen. Wertvolles Dolks- vennögen wurde dadurch vernichtet. Erfahrungsgemäß entstehen Waldbrände meist durch Wegwerfen brennender Zigarren und Zigaretten, durch Ausklopfen brennender Pfeifen, durch Abkochen und leichtsinniges Feuermachen seitens spielender oder beerensuchender Kinder. Das Rauchen im Walde ist während der heißen Jahreszeit fast überall durch orts- polizeiliche Vorschrift verboten. Solche fahrlässige Brandstiftungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft, neben dem Ersatz des Schadens. Abgesehen von Verboten wird die den Wald liebende Bevölkerung von sich aus zum Schutze des Waldes gegen Brandgefahr größtmögliche Vorsicht üben und alles unterlassen, was zu einem Waldbrand führen könnte. Ganz besonders aber ist es Pflicht der Erwachsenen, der Erzieher und der Jugendführer, in diesem Sinne erzieherisch auf die Jugend einzuwirken. Gerade heute, wo es gilt, alle Kräfte zum Wiederaufbau einzusetzen, müssen wir es vermeiden, wertvolles unb unersetzliches Volksvermögen burch einen fahrlässig verursachten Branb zu vernichten. Kampf den Schädlingen unserer Kulturpflanzen! Achtet auf den Kartoffelkäfer. Die Gefahr der Zuwanderung ober ber Einschleppung des Kartoffelkäfers ist jetzt am größten. Deshalb muß jeder bie Kartoffefelber überwachen helfen. Die häufigsten Schüblinge bes Obstbaues find Blutlaus, Obstmade unb Apfelblattsauger. Am Getreide treten bie oerschiebenen Rostarten auf. Aus den zunächst kleinen Flecken oder Streifen auf den Blättern entwickeln sich später die eigentlichen Rostpusteln. Bei Befall durch Flugbrand sind die Aehr- chen in ein dunkel gefärbtes Sporenpulver umge- wandelt. Die Schwarzbeinigkeit der Kartoffel wird meist durch Bakterien verursacht. Die unteren Stengelteile der Kartoffelstaude gehen dabei unter Schwarzfärbung in Fäulnis über. An Runkel- und Zuckerrüben zeigen sich die Maden der Runkelfliege sowie die Larven bes Schild- und Rübenaaskäfers. Die Acker- und Saubohnen, später die Samenstände der Rüben, werden pon schwarzen Blattläusen, die Kohlarten, besonders an den Blütenstengeln, von der blaugrapen bestäubten Kohlblattlaus befallen. Die Wühlmäuse können in Gärten und Baumschulen großen Schaden anrichten. Das Merkblatt Nr. 5 enthält die Beschreibung und Abbildung des Kartoffelkäfers. Nm Merkblatt Nr. 8/9 find Mittel gegen Pflanzenkrankheiten, -schüdlinge und Unkräuter angegeben. Folgende Flugblätter der Biologischen Reichsanstalt behandeln bie jetzt wichtigen Schädlinge und Krankheiten: Nr. 9: Fritsliege; Nr. 21: Mutterkorn; Nr. 24: Maulwurf; Nr. 28: Schwarzbeinigkeit und Bakte- rienknollenfäule; Nr. 33: Blutlaus; Nr. 34: Reblaus; Nr. 41: Falscher Meltau bes Weinstocks; Nr. 42: Blattrollkrankheit ber Kartoffel; Nr. 48: Flugbrand; Nr. 49: Heu- unb Sauerwurm; Nr. 66: Rattenplage; Nr. 83: Mabige Kirschen; Nr. 90: Apfelblattsauger; Nr. 92: Rübenaaskäfer; Nr. 97: Schädlinge des Kopfsalates; Nr. 98: Wühlmaus; Nr. 117: Rübenfliege; Nr. 120: Kartoffelkäfer; Nr. 121: Erbflöhe. Gl ebener Wochenrnarktprcise * G i e ß e n, 23. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfunb 1,40 bis 1,50 Mark, ßanbbutter 1,30 bis 1,35, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier Klasse S 10%, Klasse A 10, Klasse B 9%, Klasse C 9, Klasse D 8, ungestempelte 7%, Wirsing (grün), das Pfunb 15 bis 18, Weißkraut 15, Gelbe Rüden, das Bündel 10 bis 15, Rote Rüben, das Pfund 20, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 25 bis 30, Erbsen 20, Tomaten 30 bis 35, Zwiebeln 15, Rhabarber 8, Kartoffeln (alte), das Pfund 4% bis 5 Pf., der Zentner 4,50 bis 5 Mark, Himbeeren, das Pfund 50 Pf., Kirschen 20 bis 30, Heidelbeeren 35, Johannisbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 50 bis 70, junge Hähne 70 bis 110, Suppenhühner 60 bis 70, Tauben, das Stück 50 bis 70, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Salatgurken 30 bis 35, Oberkohlrabi 8, Suppengrünes 5, Rettich 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf. rvornottzen. — T a g e s k a l e n d e r für Samstag: Kreisleitung der NSDAP., Schiffenberg, 22 Uhr, Sonnwendfeier. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße „Die vertauschte Braut". — VfB.-Reichsbahn, 20 Uhr, Vereinsheim, Kameradschaftsabend. — Tageskalender für Sonntag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße „Die vertauschte Braut". — Reichsschwimmwoche, 15 Uhr, Schwimmvorführungen an der Lahnbrücke; 20.30 Uhr, Pulvermühle, Strandfest. — Neue Hessische Beamten-Sterbekasse Darmstadt, „Bayerischer Hof", 11 Uhr, Mitalieder- versammlung. — Liebigshöhe, ab 19 Uhr, Konzert mit Tanz. — Die Sonnwendfeier auf dem Schiffenberg. Am heutigen Samstagabend findet auf dem Schiffenberg die Sonnwendfeler der NSDAP, statt. Oberbürgermeister Ritter wird sprechen. Es werden zwei Sonnwendfeuer abgebrannt. Der Sängerkreis wird durch gesangliche Darbietungen unterhalten, Konzert des SA.-R.-Mu- sikzuges ist ebenfalls vorgesehen. (Siehe die heutige Anzeige.) * ** E i n Achtzigjähriger. Der Bauunternehmer und Weißbindermeister Gottlieb Nauheimer, Bleichstraße 17, kann am morgigen Sonntag, 24. Juni, in geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist einer der Gründer der Gießener Rudergesellschaft. ** Die Museen im Alten und im Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Straßensperre. Wegen Ausführung von Asphaltarbeiten wird die Provinzialstraße Reiskirchen—Lindenstruth—Orfinberg vom 25. Juni an für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt für den Durchgangsverkehr über Gießen—Lich— Grünberg und umgekehrt, für den Nahverkehr über Reiskirchen—Hattenrod—Harbach—Ettingshausen— Queckborn. ** Zahlungsanmahnung. Das Elektrizi- täts-, Gas- und Wasserwerk weist daraus hin, daß die fälligen Strom- und Gasgelder für den Monat April noch bis zum 2. Juli ohne Kosten bezahlt werden können. (Siehe heutige Bekanntmachung!) ** D i e Kassen stunden der Bezirks- s p a r t a f f e betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen fei. ** Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet in Gießen Rindvieh-(Nutzvieh-) Markt statt, am Mittwoch wird Schweinemarkt ad- gehalten. (Siehe heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei.) Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. CARLJ^OWACK 3736 D liefern preiswert, billig und dennoch gut MKDKstAve MDMKS 'C.tÜÖflT&Co Gießen, p lo ckstra ß e 10 03157 3717 A Weifl- d. 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Neidet (Heuchelheim) sind aussichtsreiche Bewerber. Das Kugelstoßen bringt wieder Gugel (1900) und Luh (VfB.-Reichsbahn) zusammen. Mit Mohl (VfB.-Reichsbahn) und Kilo (1900) eine ausgezeichnete Besetzung. Im Stein- stoßen und Hammerwerfen startet Mohl (VfB.- Reichsbahn) als Favorit. Aber auch Gugel (1900) hat hier Aussichten. In den S p r u n g w e t t bewerben liegen Luh und G. Schäfer (VfB.-Reichsbahn), Beier (1900 Gießen) aussichtsreich. Die Leute her Turnerschaft starten ebenfalls mit guten Chancen. Im Speerwerfen besitzt der VfB.- Reichsbahn in Jakob und Pieh zwei 50-Meter- Werfer. Die Staffeln werden harte Kämpfe bringen. Besonders in der 4 mal 100-Meter-Staffel wird es heiß hergehen. In der Klasse III sind besonders in den Läufen Massenfelder zusammengekommen. Die Kämpfe müssen hier erst den Sieger ermitteln, da gerade bei so großer Beteiligung Ueberraschungen nicht ausgeschlossen sind. Schwimm-Wettkämpfe der GA. Der zweite Tag des Deutschlandfluges, der die Teilnehmer dieses Wettkampfes um den Preis des Reichsministers Hermann Göring nach Schlesien führte, endete mit einem vollen Erfolg der Veranstaltung. Fast sämtliche Teilnehmer des Fluges konnten die 832 Kilometer lange Strecke ohne Zwischenfall zurücklegen. von den 93 zwischen 7 und 8.20 Uhr gewarteten Maschinen waren bis 21 Uhr nur 4 noch nicht zurückgekehrt. lösten. Die Ergebnisse geben einen klaren Ueberblick über die schwimmerischen Leistungen. 100 Meter Kraul-Schwimmen: 1. Braun 16/116, 1:14,2 Min., 2. Hechler 18/116, 1:14,8 Min., 3. Schomber M. St. B. 1:21,0 Min. Streckentauchen: 1. Heil 17/116, 35 Meter, 50,8 Sek., 2. Cellarius 17/116, 34 Meter, 36,2 Sek., 3. Knaus, 13/116, 30,5 Meter, 32,2 Sek. 100 Meter Rücken: 1. Horeyseck M. St. B., 1:30,2 Min., 2. Braun 16/116, 1:35,6 Min., 3. Baumann M St. B. 1:37,3 Min. 100 Meter Brust. 1. Lauf: 1. Baumann M. St. B., 1:30,5 Min., 2. Brüning 13/116, 1:33,6 Min., 3. v. Selzam M.St. D., 1:38,0 Min. — 2. Lauf: 1. Ziegler M. St. B., 1:33,2 Min., 2. Zimmer 18/116, 1:34,5 Min., 3. Städel 13/116, 1:39,6 Min., 4. Schmitz Pioniersturm, 2:00,0 Min. 1 X 50 Meter Kraul-Staffel: 1. M. St. B., 2:27,4 Min., 2. Sturm 16/116, 2:51,6 Min. 4 X 50MeterLagenstaffel: 1. M. St. B., 2:42,6 Min., 2. 18/116, 2:53,6 Min., 3. 16/116, 3:00,2 Min., 4. 20/116, 3:07,8 Min. Turmspringen: 1. Schüler 14/116, 30,96 P., 2. Vontius 17/116, 22,20 P., 3. Brüning 13/116, 21,66 P., 4. Küthe 17/116, 19,99 P., 5. Schmelz, 13/116, 16,Q6 P., 6. Weeg, 20/116, 14,91 P., 7. Reitz 16/116, 13,36 P. 20 X 50 Meter Brust: 1. 13/116, 15:35,4 Min., 2. 17/116, 15:54,6 Min., 3. 18/116, 18:04,1 Min., 4. 16/116, 19:22,3 Min. M. St. B. (10 X 100 Meter außer Konkurrenz) 16:11,4 Min. VfB -Reichsbahn Gießen Die Liga in Watzenborn-Steinberg. Die erste Elf des VfB.-Reichsbahn hat am morgigen Sonntag zu einem Freundschaftsspiel in Watzenborn-Steinberg anzutreten. Die Gastgeber haben auf ihrem eigenen Platze schon manchem Gegner höchst unerwartete Schlappen beigebracht. Nach der Leistung der Grünweißen am vergangenen Sonntag zu urteilen, wird es den Gießenern schwer fallen, in Watzenborn-Steinberg einen Sieg zu erringen. Die Gastgeber haben vor allem einen aus- i gezeichneten Tormann stehen, was für die Mannschaft der Grünweißen nicht gerade behauptet werden kann. Es wird der Aufbietung aller Kraft be- i dürfen, wenn der kampfkräftigen Mannschaft der Steinberger eine gleichwertige Partie geliefert wer- > den soll. 1 Die zweite Mannschaft hat zum Rückspiel gegen i Sportfreunde Wetzlar anzutreten. Das Spiel findet i auf dem Platz des Gegners statt. Das Vorspiel I konnten die Gießener gewinnen. Den Sieg in Wetz- > (ar zu wiederholen, wird schwerer fallen. Die dritte > Mannschaft empfängt auf eigenem Platze die zweite > von Steinberg. Die erste Jugend fährt mit nach Der zweite lag des Wettbewerbes stellte besondere Aufgaben für die mitfliegenden Beob- achter. Im «Riesengebirge auf der Strecke zwi- schen Hirschberg und Reiße, dann zwischen Glo- gau und Guben und schließlich in der Spree- Waldgegend war den Beobachtern von der Wettbewerbsleitung die Aufgabe gestellt worden, versteckte Sichtzeichen aufzufinden und beim nächsten Zielflughafen auf Meldekarten abgezeichnet, abzuwerfen. Fehler bei der Erfüllung dieser Aufgabe bringen nicht dem einzelnen Flieger, sondern der ganzen Kapelle des Marinesturms Wetzlar haben ihre Mitwirkung zugesagt. Am Sonntag vormittag wird ein leichtathletischer Klubwettkampf ausgetragen. Am frühen Nachmittag werden die Fußballspieler in Gemeinschaft mit den hiesigen Organisationen und Vereinen zum Sportplatz marschieren. Nach der Ankunft auf dem Sportplatz wird eine Saarkundgebung stattfinden. Im Rahmen dieser Der- anftaltung sind Massenchöre der hiesigen Gesangvereine und musikalische Darbietungen vorgesehen. Nach der Kundgebung wird das Fußballspiel ausgetragen. Die Elf der Gäste von der Saar die zum Pestand der Gauligamannschaft gehört, ist als äußerst spielstark bekannt und hat seit Monaten kein Spiel verloren. Die Gäste treten in folgender Aufstellung an: Schwehm-, Welsch, Ritter; Ranft, Michel, Pleick- Hardt; Trumm, Braun, Litzenburger, Schneider, Litzenburger II. Die Einheimischen müssen diesmal mit Ersatz antreten, eine genaue Aufstellung ist bis zur Stunde noch nicht bekannt. Fußballabteilmig des Tv. Wieseck. Am morgigen Sonntag fährt Wieseck mit drei Mannschaften nach Aßlar, um die RücHpiele vom Vorsonntag auszutragen. Da die erste Mannschaft mit Ersatz antreten muß, werden die Aussichten auf ein gutes Abschneiden gering sein. Wieseck wird auf dem unbekannten Gelände alles hergeben müssen, wenn den Platzbesitzern der Sieg nicht überlassen bleiben soll. Im Spiel der 2. und Jugendmannschaften sollten die Gäste einen Sieg mit nach Haufe bringen können. Handball im Gau XII der OT. Das letzte Spiel um den Aufstieg in Lützellinden! Am morgigen Sonntag werden die Aufstiegsspiele zur Ermittlung des zur Bezirksklasse aufsteigenden Vereins mit dem Spiel in Lützellinden Tv. Lützellinden — Tv. Krofdorf abgeschlossen. Nach den bisherigen Kämpfen stehen die beiden Mannschaften von Lützellinden und Garbenteich mit je 4 Pluspunkten auf gleicher Hohe, jedoch hat Garbenteich 2 Minuspunkte mehr als die Lützellindener Mannschaft, die bei dem Gewinn des Kampfes am nächsten Sonntag endgültig, ein Unentschieden genügt schon, als aufsteigender Verein feststeht. Im Vorspiel gewannen die Platzbesitzer seinerzeit hoch mit 12:5 Toren und sollten auch diesmal einen sicheren Sieg landen können. Staffel Strafpunkte ein. Der Gemeinschaftsgedanke, der diesem Wettbewerb vor allen früheren auszelch- net, wird hier also wieder besonders betont. Die Aufgabe der Orter war zum großen Teil, wie sie nach Beendigung des Fluges feststellten, nicht sehr einfach zu lösen. Die Wertung, die bis zum Ende des ersten Flugtages noch verhältnismäßig leicht war, wird durch die Strafpunkte, me es bei der Orterprüfung gegeben hat, wesentlich beeinflußt werden. Die Ergebnisse der Güterprüfung müssen erst eingesammelt werden, um in die Wertung einbezogen zu werden. Die Auswertung der Ergebnisse des zweiten Tages wird dadurch verzögert. Es konnte also nicht, wie am Vorabend, ein vorläufiges Wertungsergebnis zusammengestellt werden. Das Wetter war im allgemeinen gut; abgesehen von einzelnen Regenschauern und einem etwas böigen Wind hatten die Flieger an diesem Tage keine Schwierigkeiten zu überwinden. Die Mannschaften des Deutschlandfluges haben ihre fliegerische Aufgabe wieder in ganz glänzender Form gelöst. Die Leistung der meist jungen Piloten und, nicht zu vergessen, die Leistung der alten Kriegsflieger, die an diesem Wettbewerb beteiligt sind, ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Stellt doch das Fliegen in geschlossener Formation besonders den jüngeren Flieger vor ganz neue Aufgaben. „Oer Tag der Jugend." Ein Aufruf des Reichssportführers. Der Reichssportführer hat zum Tag der Jugend am Samstag folgenden Aufruf erlassen: „Ein Tag im Jahr gehört der Jugend. Auf allen Spiel- und Sportplätzen tummeln sich heute von frühester Morgenstunde an Jungens und Mädels, um im Mehrkamps ihre Kräfte zu messen und zu erproben. Reichsinnen- und Reichsunterrichtsministerium haben zu diesem deutschen Jugendfest aufgerufen und mit der Lurchführung den Reichsjugendführer und den Reichssportführer beauftragt. Der Tag ist schulfrei. Aber auch für einen großen Teil der schulentlassenen Jugend sind heute vom Arbeitgeber Beurlaubungen gegeben worden, um die gesamte deutsche Jugend an diesem einen Tag zu Spiel und Sport zusammenzubringen. Im Mittelpunkt des sportlichen Programmes steht der Dreikamps, aus Lauf, Wurf und Sprung bestehend. Ihn bestreiten alle Jugendlichen männlichen und weiblichen Geschlechts vom 11. Lebensjahre an. Oft haben aber auch die Veranstalter der einzelnen Kämpfe damit Aufmärsche, Volkstänze, Spiele und Staffeln verbunden. Den Siegern aller dieser Kämpfe winkt als Anerkennung die Ehren- urkunde mit der Unterschrift des Herrn Reichspräsidenten; dazu wird eine weitere Urkunde mit den Unterschriften des Reichssportführers und des Reichsjugendführers gegeben. Als äußeres Zeichen der Zusammengehörigkeit wird das Festabzeichen getragen, das aber auch Eltern und Freunde der Jugend im Straßenverkauf haben können. Aus dem Erlös dieses Abzeichens werden die Gesamtkosten des deutschen Jugendfestes bestritten, an dem sich in diesem Jahre mehr als fünf Millionen deutscher Jungen und Mädel beteiligen. Feierlichen Abschluß des Tages bilden die Sonnenwendfeiern mit dem Treuegelöbnis deutscher Jugend zu Volk und Vaterland." An alte Leibesübung treibenden Vereine des Kreises. Riesige Aeberschwemmungen in Indien. Die indische Provinz Behar, insbesondere die Erdbebenzone von Bhagalpur und Sitamari, ist durch Ueberschwemmungen größten Ausmaßes schwer heimgesucht worden. Weite Landstriche sind völlig von der Umwelt abgeschnitten. Man befürchtet den Verlust zahlreicher Men- s ch e n l e b e n und riesigen Sachschaden. Die Behörden, die vorsichtshalber 500 Flußboote bereit» hielten, haben dringend weitere Boote angefordert. Der Nordosten der Provinz Assam ist durch die Fluten völlig abgeschnitten. In den übrigen (gebieten von Assam wurden weite Strecken überflutet, die Bahngleise und Telegraphenstangen wurden weggeschwemmt. Schwere Ueberschwern- mungsschäden werden auch aus einzelnen Gegenden der Provinz Bengalen gemeldet, in der der Brama- putra und andere Flüsse über ihre Ufer getreten Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft für Rassenhygiene des NS -Lehrerbundes Kreis Gießen fand im Hörsaal der Universitäts-Neroenklinik eine Besprechung statt, die sich auf die Gründung einer Ortsgruppe Gießen der „Deutschen Gesellschaft für Rgssenhygiene" bezog. In der außerordentlichen Hauptversammlung dieser Gesellschaft, die am 21. April 1934 in Berlin in den Räumen der Ausstellung „Deutsches Volk — Deutsche Arbeit" stattfand, gab der Reichsführer der Gesellschaft, der bekannte Psychiater, Rassenhygieniker und Erbbiologe Professor Rüdln - München die Aufgaben und Ziele für die kommende zu leistende Arbeit bekannt. Er erwähnte in seinem Vortrag u. a.: „Am Anfang steht das Volk, die Rasse, ihre Tatkraft und schöpferische Begabung. Ihre gesunde Eigenart nur schafft auch gesunde, hochstehende Arbeit und Kultur. Läßt die Zahl des deutschen Volkes nach und nimmt seine Qualität ab, so sinken auch Menge und Qualität der deutschen Arbeit und Kultur. Sorgen wir, die Deutsche Gesellschaft für Rassenhygiene und unsere Freunde von den anderen, von rassenhygienischen Anschauungen durchdrungenen Organisationen nun dafür, daß alle Vorbereitungen zur Erhaltung und Mehrung der Urkräfte, zur Erneuerung des deutschen Menschen „selbst" getroffen werden. Hur, wenn deutsches Bolk als Ganzes sich volkreich, rein, gesund und begabt erhält, wird auch deutsche Arbeit und deutsche Kultur nach Leistung und Hochstand dauernd blühen und gedeihen. Im unverrückbaren Rahmen rassenhygienischer Wissenschaft und nationalsozialistischer Weltanschauung muß die Vielfältigkeit der Behandlung des die unterwegs Beschädigungen erlitten hatten. Eine davon war jebod) noch auf dem Wege nach Berlin, nachdem die Störung behoben worden war. Endgültig um eine Maschine geschwächt werden am Samstag also drei Verbände sein, die in dieser durch die Vereine. Ich erwarte, daß in den von mir anberaumten Sitzungen der Vorsitzenden und Werbewarte alle Vereine vertreten sind. Ich werde bei unentschul- digtem Fehlen die Dereinsführer zur Rechenschaft ziehen und die säumigen Vereine dem Gaubeauftragten melden. Der Kreisbeauftragte für den Reichssportführer im Kreise Gießen gez. Mohr. Leichtathletik-Meisterschaften des KreiteS Gießen im Gau XII Nordhessen. Am morgigen Sonntag finden, wie bereits berichtet. aus dem Platze des VfB.-Reichsbahn Gießen die leichtathletischen Meisterschaften des Kreises Gießen statt. Es kommen sämtliche leichtathletischen Uebungen zum Austrag. Das Meldeergebnis ist teilweise glänzend ausgefallen. In manchen Konkur- renzen ist ein erbitterter Kampf zu erwarten, da mehrere Anwärter auf den Sieg vertreten sind Im 100-Meter-Lauf seien genannt: Eldra- eher Müller (1900 Gießen). Luh, Rodriguez (VfB.- Reichsbahn) und der gute Turner Großhaus vom Tv Lollar, lieber 400 Meter wird es wohl ein Kampf zwischen Großhaus (Lollar) und Bepperlmg (1900) geben. In den Mittel- und Langstrecken sind ebenfalls gute Felder zusammengekommen Peters (1900) Daubel, Holzapfel von der Turnerschaft ©ie- rassenhygienischen Stoffs, die Ursprünglichkeit und Schöpferkraft der verschiedenen deutschen Stämme und Persönlichkeiten zur Geltung kommen; es sollen deshalb in der Gesellschaft Männer der Wissenschaft, der Kunst und der Praxis aus allen Schichten des Volks und aus allen Berufen alle deutschen Dinge unter dem Gesichtswinkel der Rassenhygiene sehen lernen." Gemäß diesen Richtlinien führte der hiesige Orts- gruvpenleiter, Professor Hoffmann, aus er beabsichtige, die rassenhygienisch interessierten Vertreter verschiedenster Berufe in der Ortsgruppe zu vereinigen, sei es als Mitglieder der Gesellschaft oder in der Form, daß sie als Gäste die Sitzungen, die einmal im Monat geplant sind, besuchen. In den Sitzungen, die populär-wissenschaftlichen Charakter tragen sollen, wird von geeigneten, auf dem Gebiete der Erdbiologie und Rassenhygiene gut orientierten Rednern über einschlägige Kapitel berichtet, und u. IL auch über neuere Forschungsergebnisse vorgetragen werden. Nach den Vorträgen wird jeweils Gelegenheit zur Aussprache gegeben sein. Die Pflichten der Mitglieder der Gesellschaft würden in einem Jahresbeitrag von 5 Mark und in der Lektüre der führenden rassenhygienischen Monatsschrift „Volk und Rasse" bestehen, deren Bezug in der Summe einbegriffen ist. Wer für sich die Mitgliedschaft nicht erwerben möchte, sich aber für die Fragen auf rassenhygienischem Gebiet interessiert, ist zu den Sitzungen herzlich eingeladen. Die Bekanntgabe der Sitzungen erfolgt jeweils durch die Zeitung. Die Ortsgruppe möge ein Sammelpunkt fein für alle, die produktiv ober auch rezeptiv an dem rassenhygienischen Programm des nationalsozialistischen Staates teilhaben und Mitarbeiten wollen. Die Leiche am Schiffsanker. Einen grausigen Fund machten Schiffer eines Rheinkahnes in Andernach. Am Anker des Schiffes hatte sich eine männliche Leiche verfangen. Bisher war es nicht möglich, die Personalien des Toten zu ermitteln. Es handelt sich um einen etwa 21jährigen Mann, der einen dunkelblauen Badeanzug trug. Die Leiche dürfte bereits einige Tage im Wasser gelegen haben. Zugunglück in Mülhausen. — Drei Tote, drei Schwerverletzte. Auf dem Bahnhof in Mülhausen fuhr ein Eisenbahnzug gegen einen Prellbock. Die ersten vier Personenwagen schoben sich ineinander und wurden zertrümmert. Nach den bisherigen Feststellungen sind drei Personen getötet und drei schwer verletzt worden. Zahlreiche andere Personen erlitten Verletzungen leichterer Natur. Dreifacher Selbstmord aus Furcht vor Strafe. In Dresden haben sich eine 31 Jahre alte geschiedene Frau und zwei junge Männer mit Cyankali vergiftet. Die jungen Leute waren beschuldigt worden, in dem Ehescheidungsprozeß der Frau einen Meineid geschworen zu haben. Furcht vor der au erwartenden Strafe dürfte der Grund des Selbstmordes gewesen sein. Der Brand bei der Ilse-Ost zum Stillstand gekommen. Der Riesenbrand beim Tagebau der Grube Ilse-Ost der Jlse-Bergbau-AG. ist jetzt zum Still- stand gekommen, nachdem das Feuer 75 Stunden mit unverminderter Kraft gewütet hatte. Das Flammenmeer sit vollständig eingekreist; aber immer noch zeigen sich riesige Rauchschwaden. Die Leitung der Jlse-Bergbau-AG. teilte mit, daß für ein lieber greifen des Feuers keinerlei Gefahr mehr besteht. Man kann damit rechnen, daß in den nächsten Tagen der Brand vollständig niedergekämpft ist. Großer Heide- und Watdbrand in England. In der Nähe von Aldershot entstand auf etwa 45 Quadratkilometer ein Heide- und Wald- brand. 1000 Soldaten aus dem Militärlager wurden zur Bekämpfung des Brandes herangezogen. Die Löscharbeiten wurden von einem Flugzeug aus geleitet. Während man noch gegen diesen Brand anging, brach in anderthalb Kilometer Entfernung ein neues Feuer aus, gegen das 300 Soldaten eingesetzt werden mußten. Zwei Chinesen als Mörder festgenommen. Die chinesische Polizei hat, wie aus Pekina gemeldet wird, nunmehr den Mord an dem Leiter der Sanitätsabteilung der Eisenbahnlinie Peking— Schanhaikwan aufgeklärt. Es wurden zwei Chinesen festgenommen, die bereits ihre Tat eingestanden haben. Sie behaupten, aus politischen Gründen den Mord ausgeführt zu haben. Weitere Erklärungen lehnen sie ab. Wüste Lynchjustiz an einem Reger in Texas. In der Stadt Kirbyville in Texas kam es zu wüsten Ausschreitungen, die in der Lyn - chung des 30jährigen Negers Griggs ihren Höhepunkt fanden. Der Neger war in Gesellschaft eines 17jährigen weißen Mädchens gesehen worden. Darauf wurden er und das Mädchen verhaftet und in das Gefängnis eingeliefert. Da eine mehrhundert- köpfige Volksmenge das Gefängnis zu stürmen oer- suchte, wollte die Polizei den Neger in einem Kraft- wagen nach einem Nachbarort bringen. Die Menge hielt jedoch den Wagen an, entriß den Neger den Händen der Polizeibeamten und hängte ihn an einem Baume auf. Während der Neger an dem Baume hing, wurde aus der Menge siebzehnmal auf die Leiche geschossen. Schließlich wurde die Leiche von dem Baum heruntergenommen, an einen Kraftwagen gebunden und längere Zeit durch die Straßen der Stadt geschleift. Wetzlar und tritt dort gegen die erste Jugend der Sportfreunde an. Die ersten Schüler empfangen die ersten Schüler von Watzenborn-Steinberg auf dem Wattsiportplatz. (Spielvereinigung 1900 Gießen Die Liga in Klafeld-Geisweid. Die Ligamannschaft unternimmt am morgigen Sonntag erneut eine Wettspielreise ins Siegerland und trifft dort in einem Gesellschaftsspiel auf die Ligarnannschast der Spielvereinigung 08 Klafeld- Geisweid. Der Gastgeber errang in der letzten Saison die Meisterschaft der ersten Kreisklasse und anschließend daran den Aufstieg in die Bezirksklasse. Die Spielvereinigung Klafeld-Geisweid ist dem Gießener Spvrtpublikum kein Unbekannter, denn erst im vergangenen Jahre absolvierte diese Elf hier ein Freundschaftsspiel gegen den VfB., das die Gäste nur knapp mit 3:2 verloren. Heber Watzenborn-Steinberg blieben sie aber am nächsten Tage mit 2:0 Sieger. Die Blauweißen treffen in Klafeld- Geisweid einen kleinen Platz an, und es wird ihnen dort sehr schwer fallen, erfolgreich abzuschneiden. Läßt auch die Mannschaft der Gießener in ihrer derzeitigen Aufstellung einiges erhoffen, so muß dieselbe doch von Anbegiy- an mit Eifer und Energie dabei fein, wenn das Ergebnis ein Erträgliches sein soll. Grundbedingung natürlich ist, daß die Blauweißen in stärkster Besetzung fahren. Die zweite und dritte Mannschaft 1900s sind nach Wetzlar zum dortigen Sportverein 03 verpflichtet. Das Abschneiden der beiden Mannschaften war in letzter Zeit wenig befriedigend. Nur die besten Vertretungen sollten in der Lage sein, ehrenvolle Ergebnisse herauszuholen. ~ Die erste Jugendelf begleitet die Ligamannschaft auf ihrer Autoreise ins Siegerlanü. Gastgeber ist die erste Jugend des Gegners der Ligamannschaft, und man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man den Gießenern auch diesmal wieder einen Sieg zutraut. Die zweite Jugendelf hat zu Hause die Jugend vom Turnverein Treis a. d. Lda. in einem Freundschaftsrückspiel zum Gegner. (Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim I. — Borussia Reunkirchen (Saar) Ib. Der Sportverein 1920 hat für den kommenden Sonntag die Reserve von Borussia Neunkirchen zu einem Spiel verpflichtet. Die Gäste treffen bereits am heutigen Samstag hier ein und werden m einem Begrüßungsabend willkommen geheißen werden. Die hiesigen drei Gesangvereine und die scheiniaung 25 Pfg., für jeden Führerausweis 25 Pfg. Anträge, denen diese Gebühren nicht beigefügt sind, können nicht bearbeitet werden. Ich erwarte, daß die Werbewarte sich in stärkstem Maße für den Bezug und die Verbreitung des Reichssportblattes einsetzen. Es ist in allen Kreisen dafür zu werben. Insbesondere ist zu erreichen, daß das Reichssportblatt in allen öffentlichen Aemtern, in Lokalen usw. aufliegt. Ich erinnere an dieser Stelle nochmals an den Pflichtbezug des Blattes Aus Anlaß der Reichsschwimmwoche fanden gestern Abend in der Müllerschen Badeanstalt Schwimmwettkämpfe der Gießener SA. statt, die vor vielen aufmerksamen 'Zuschauern einen recht spannenden Verlauf nahmen. Vor allem die Staffel-Wettkämpfe interessierten sehr. Man sah zum Teil recht beachtliche sportliche Leistungen, die der Veranstaltung ein erfreulich ' ' Niveau gaben. Die Wettkämpfe wickelten ... rascher Folge ab. Im Turmspringen sah man von einzelnen Teilnehmern ausgezeichnete Sprünge, die berechtigten, lebhaften Beifall aus- Die Ausweise für Fahrpreisermäßi' gung werden ausgestellt vom Beauftragten des Reichssportführers für den Gau XII, Meister, Kassel, St. Martinsplatz 2. Anträge sind dorthin au richten. Es wird eine Gebühr zur Deckung der Unkosten erhoben: 1. für die Anerkennung eines Vereins und die Ausstellung der ersten Bescheinigung 50 Pfg., Deutsche Gesellschaft für Rassenhygiene Gründung einer Ortsgruppe in Gießen. t'rischast Richtpreise für Beeren und Frühobst. Um zu verhindern, daß infolge völlig unzureichen-' der Preise auch in diesem Jahre wieder große Mengen von Beeren- und Frühobst ungeerntet bleiben, oder zu völlig unzureichenden Preisen abgesetzt werden müssen, haben die Reichshauptaoteilungen II, III und IV des Reichsnährstandes und die Wirt- schaftliche Vereinigung der deutschen Obst- und Ge- müseverwertungsindustrie, Berlin, für nachfolgende Fruchtarten Richtpreise aufgestellt: Rote Johannisbeeren: Qualitätsfrüchte in Spankörben 10 bis 11 RM. Fabrikware für Marmelade und Konfitüren 8 „ 9 „ Preßware 7 „ 9 „ Stachelbeeren: Hartreif 9 „ 11 „ Pressefrüchte 8 „ 10 „ Schattenmorellen: Qualitätsfrüchte mit Stiel 15 „ 16 „ Fabrikware ohne Stiel 12 „ 14 „ Preßfrüchte 10 „ 12 „ Saure Kirschen: Pressauerkirschen 10 „ 12 „ Ammern 13 „ 15 „ Ludwigskirschen 10 „ 12 „ Die vorstehenden Richtpreise verstehen sich je 50 kg in NM. und setzen eine gute bis mittelgute Ernte voraus. Diese Richtpreise sind „Notpreise", die mit Rücksicht auf die schwierige Wirtschaftslage der Verwertungsindustrie für den Anbau als äußerst tragbar zu bezeichnen sind. Sie sollen die deutsche Obst- und Gemüseverwertungsindustrie auch in die Lage versetzen, möglichst viel Früchte für spätere Verwendung zur Herstellung von Halbfabrikaten (Pulp) aufzunehmen. Derwertungsindustrie und Handel sollen deshalb alles daransetzen, daß die vorgenannten Notpreise mindestens gezahlt werden, und daß sie darüber hinaus bewirken, dem Obstbau vermeidbare Verluste zu ersparen. Wochenbericht Dom Frankfurter vroduktenmarkt. Die Witterungsverhältnisse haben sich auch in dieser Woche am hiesigen Getreidegroßmarkt weiterhin in starken Preiserhöhungen ausgewirkt. Die Haltung für Futtergetreide und Futter mit- t e l aller Art war noch sehr fest, zumal Angebot so gut wie fehlte. Besonders Hafer hatte einen sehr festen Markt und die Notiz hatte schließlich einen Phantasiepreis von 200 RM. gegen 187,50 in der Vorwoche erreicht. Für besonders hochwertige Qualitäten wurden sogar Ueberpreise angelegt, die um 2,50 bis 5 RM. über der amtlichen Notiz lagen. fahren. Hier standen 2079 (gegen 1450) Tiere zum Verkauf, die selbst bei erheblichen Preiskonzessionen 3um großen Teil unverkauft blieben. Für die wenigen guten Qualitäten wurden noch annähernd befriedigende Preise bezahlt, aber es ergaben sich Einbußen von durchschnittlich 3 Mark. Auch die besten Tiere erlitten mit minus 1 bis 2 Mark noch beachtliche Verluste. Am Kälbermarkt war die Beschickung mit 1606 zwar um 108 Stück geringer, trotzdem setzte sich der Preisoerfall fort, wobei besonders die guten Kälber 5 Mark und die geringeren 4 Mark nachgaben. Das Geschäft nahm einen ruhigen bis schleppenden Verlauf und der Auftrieb konnte nur mit Mühe geräumt werden. Am Schweinemarkt scheint sich eine langsame Konsolidierung des Preisniveaus anzubahnen. Es ist bemerkenswert, daß selbst bei einem Auftrieb von 4947 (plus 329) Stück die Preise gut behauptet blieben. Der Verkauf war zwar schleppend, doch verblieb angesichts der starken Zufuhr relativ geringer Ueberstand. Für Härnrnel gingen die Preise bei schleppendem Handel um 2 bis 3 Mark zurück, obwohl die Zufuhr mit 59 um 29 Stück geringer war. Bei Schafen war sie mit 71 um 18 Stück größer, eine Notiz wurde aber nicht vorgenommen. Der Verkauf war bei ebenfalls etwas nachgebenden Preisen schleppend. * *180000 t Leunabenzinproduktion erreicht. Die „Krastverkehrswirtschaft" erfährt, daß durch die schrittweise Steigerung der letzten Monate jetzt eine Monatsproduktion von 15 000 t Leunabenzin erreicht ist, was einer Jahreserzeugung von 180 000 t entspricht. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 22. Juni. Die letzte Mittagsbörse dieser Woche (bekanntlich fällt auch in Frankfurt die Samstagsbörse bis Ende Juli aus) lag ziemlich ruhig. Aktien zeigten überwiegend leichte Kursbesserungen, gestützt auf Rückdeckungen der Kulisse und kleine Kundencrufträge. Besondere Anregungen lagen nicht vor. Renten neigten eher noch leicht nach unten, doch waren die Umsätze hier sehr bescheiden. Offenbar wird der Zeitpunkt der Konversion als nicht unmittelbar bevorstehend von der Börse angesehen. Aus einzelnen Gebieten zeigte sich erneutes Interesse für Renten, zumal die Pfandbriefverkäufe im wesentlichen abgestoppt sind. Für die Neubesitzanleihe wird ab heute eine offizielle Notiz nicht mehr vorgenommen. Altbesitz lagen um 10 Pf. niedriger, Stahlverein-Bonds 1 v. H. schwächer. Späte Reichsschuldbuchforderungen waren dagegen 0,13 v. H. freundlicher. Reichsmark-Obliga- G erste war weiterhin so knapp angeboten, daß eine Notiz wieder nicht erfolgte. Die Lage auf dem Kraftfuttermittelmarkt hat sich in der Berichtswoche noch weiter vefestigt. Das trockene Wetter hatte eine stärkere Nachfrage nach allen Arten von Futtermitteln zur Folge. Das Angebot der Mühlen und der Oelmüh- len war gering, wodurch die Preise eine weitere Erhöhung auswiesen. Die Preise für ölhaltige Artikel haben sich meist um 0,25 bis 0,50 RM. erhöht, ober auch die Kleiepreise und andere Mühlenfa-brikate zeigen eine durchschnittliche Steigerung bis 0,50 RM. Es notierten pro 100 Kilogramm in RM.: Weizenkleie fein 11,25 (zuletzt 10,75), grob 11,55 (11,15), Weizenmehl IV B 16,50 (16,25 bis 16,50), Weizennachmehl 16 (15,75), Weizenfuttermehl 12,25 (11,75) Roggenkleie 11,75 (11,50), Roggennachmehl ohne Angebot (16,50), Roggenfuttermehl 12,50 (12,25), Soyaschrot mit Monopolzuschlag 16,75 (16,40), Palmkuchen mit Monopolzuschlag 15,40 (15,10), Erdnußkuchen ohne Angebot (17,90), Treber 15,75 (15 bis 15,25), Trockenschnitzel 12,25 (11,65 bis 11,85). Am Rauhfuttermittelmarkt setzte sich die festere Stimmung weiter fort, Heu blieb weiterhin ohne Angebot und die Strohpreise zogen bis zu 70 Pf. an. Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3 (2,30), do gebündelt 2,80 (2,30). Am Brotgetreidemarkt war Weizen gut gefragt und zum Mühlenfestpreis unverändert 207 RM. glatt abzusetzen. Roggen war wenig angeboten. Die Notiz erhöhte sich auf 185 nach zuletzt 183 RM. per Tonne. Am Mehlmgrkt haben die Niederrhein, und süddeutschen Konventionsmühlen die Weizenmehlpreise um 0,25 RM. pro Sack erhöht. Wochenbericht Dom Frankfurter Gchlachtviebmarkt Am Frankfurter Schlachtviehmarkt setzten sich die Preisrückgänge auf fast allen Märkten fort. Die Zufuhren an Schlachtvieh waren besonders in der abgelaufenen Woche viel zu stark. Es verblieb auf den meisten Marktgebieten größerer Ueberstand. Besonders der Großviehmarkt war übertionen lagen ruhig aber gehalten. Von fremden Werten ließen Anatolier 0,75 o. H., Ungarische Goldanleihe 35 Pf. nach, während mexikanische Anleihen ziemlich behauptet waren. Am Aktienmarkt traten Elektropapiere stärker hervor, das Geschäft war allerdings nicht besonders groß. Gut erholt lagen Bekula mit plus 3 v. H., Akkumulatoren gewannen 2 v. H., Gesfürel und Siemens bis 1 v. H. AEG., Lahmeyer und Schuckert blieben gut gehalten. Am Chemiemarkt zogen Farben- inbuftrie bei etwas lebhafterem Geschäft 0,50 v. H. an, Scheideanstalt erholten sich um 2 v. H., Deutsche Erdöl behauptet. Am Montanmarkt betrugen die durchschnittlichen Besserungen von 0,25 bis 0,75 v. H., Mansfeld Bergbau gewannen 2 v. H., nur Mannesmann bröckelten noch 0,65 v. H. ab. Zellstoff- und Kunstseidenaktien besserten sich bis zu 0,50 v. H. Schiffahrtsaktien lagen etwas belebter, Hapag plus 1,25 v. H., Nordd. Lloyd plus 0,75 v. H. Don Einzelwerten gingen Gement Heidelberg und Conti Gummi noch bis 0,65 v. H. zurück, ! Reichsbankanteile und Süddeutsche Zucker lagen voll behauptet. Nachdem nach den ersten Kursen vielfach weitere Besserungen um 0,25 bis 0,50 v. H. zu vezeichnen waren, machte sich in der zweiten Börsenstunde wieder etwas Abgabeneigung bemerkbar, die mit kleinen Realisationen zum Wochenschluß zu begründen ist. Das Kursniveau bröckelte nur minimal ab, ' im ganzen blieb die etwas freundlichere Haltung bestehen. Schiffahrtsaktien lagen unter mehrfachen Schwankungen nochmals etwas fester. Am Rentenmarkt wurde für die Neubesitz- anleihe ein Spitzenausgleichskurs von 22,90 v. H. festgestellt. Altbesitz lagen 0,25 v. H. fester. Der Pfandbriefmarkt war noch uneinheitlich, doch gaben nur über 90 v. H. stehende Papiere, wie Pfälzische Hypotheken, Dayr. Boden und Preuß. Landespsand- drief-Anstalt noch 0,50 bis 1 v. H. nach. Liquidationspfandbriefe zogen teilweise 0,25 bis 0,50 v. H. an, Kommunal-Obligationen lagen verschiedentlich nochmals schwächer. Stadtanleihen waren ohne größeres Interesse und kaum verändert. Am Geldmarkt zeigte sich etwas Nachfrage, der Satz für Tagesgeld wurde um 0,25 v. H. auf 3,25 pCt. erhöht. Jranffurter Abendbörse still, aber freundlich. Frankfurt a. M., 22. Juni. An der Abendbörse blieb die Haltung freundlich, angesichts des Wochenendes konnte sich aber nennenswertes Geschäft nicht mehr entwickeln, zumal von der Kundschaft kaum Aufträge vorlagen. Auf Basis der Berliner Schlußkurse erhielt sich noch etwas Nachfrage, und die Mehrzahl der Mittagsschlußnotierungen blieben gut behauptet, teilweise ergaben sich kleine Besserungen. Etwas beachtet waren neben Farbenindustrie Scheideanstalt und die sogenannten Tarifwerte, die Bekula, Gesfürel und Licht und Kraft, die beiden letzten zogen je 1 v. H. an. Im Verlaufe blieb die Stimmung bei kleinem Geschäft freundlich. Auch am Rentenmarkt herrschte weitgehendste Geschäftsstille bei kaum veränderten Kursen. Nennenswertes Angebot war aber nicht mehr festzustellen, in Pfandbriefen zeigte sich hier und da etwas Kaufneigung; einzelne Serien von Goldpfandbriefen und Kommunal-Obligationen lagen 0,25 bis 0,50 v. H. erholt. Die Altbesitzanleihe notierte unverändert 96 v. H. Es notierten u. a.: 6proz. Stahlverein 78,50, Altbesitz 96, Reichsbank 156, Gelsenkirchen 61, Klöckner 70,75, Mannesmann 65,25, Phönix 47,75, Rheinstahl 97, Stahl- verein 41, Aku 61,13, Bekula 141,50, Daimler 48,25, Deutsche Erdöl 119,75, Scheideanstalt 205, Licht und Kraft 110, IG. Farben 150, Gesfürel 105,50, Holzmann 59,25, Schuckert 91,25, Siemens 147,25, Lloyd 33,13. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 22. Juni. Arn @ em ü fern a r 11 waren die Zufuhren in Erbsen, Kohlrabi und Gurken sehr gut. Starkes Angebot verzeichnete man für Bohnen, ferner für ausländischen Blumenkohl und Tomaten. Spargel waren bei leicht gebesserten Preisen weniger angeboten. Zum Teil waren die Preise etwas rückgängig. Das Geschäft verlief schleppend. Es erzielten: Blumenkohl (Treib) 10 bis 32, do. Steige 12 Stück 400 (holl.); Bohnen 20 bis 25; Erbsen 10 bis 12; Gewürze!, großes Bündel 25 bis 30; Salatgurken 10 bis 30, holl. 12 bis 17; Einmachgurken 8; Kartoffeln (alte, gelbe) per 50 Kilogramm 500 bis 550, Erstlinge 750 bis 775; Karotten, Bündel 4 bis 5; Kohlrabi 2 bis 4; Kopfsalat 2 bis 5; Rettich 4 bis 7; Spargel I 22 bis 24, II 12 bis 15, III (Suppenspargel) 7 bis 10; Tomaten (Treib) 24 bis 28, holl. 26 bis 27, ital. 17 bis 20; Weißkraut 7 bis 9; Wirsing 6 bis 8, Zwiebeln mit Schloten, Bündel 4 bis 6. Der Obstmarkt hatte starke Zufuhren in Kirschen und Johannisbeeren, während Erdbeeren nur noch in geringem Umfange angeliefert wekden. Himbeeren haben zunehmendes Angebot. Die Preise für Johannisbeeren und Stachelbeeren find leicht rückläufig. Für besonders schöne Kirschen la Qualität wurden 22 bis 25 Pf. erzielt. Im übrigen zeigten die Preise nur wenig Veränderung, das Geschäft war zufriedenstellend. Es erzielten: Aepfel, Kiste etwa 35 Pfund, 700 bis 850 (Austral.); Erdbeeren la 55 bis 60, I 45 bis 50, II 30 bis 40, III 26 bis 27; Heidelbeeren 25 bis 28; Himbeeren la 40, I 30 bis 35; Johannisbeeren 10 bis 12; Kirschen I 16 bis 20, II 10 bis 15, Sauerkirschen 12 bis 18, Pfirsiche 26 bis 28 (span.), 28 bis 33 (ital.); Stachelbeeren (rote) 15 bis 17, (gelbe) 12 bis 14; Zitronen, Kiste 150 Stück, 400 bis 450. Preise alles in Pfennig. Frankfurter Eiermarki. Frankfurt a. M., 22. Juni. Die Stimmung am Frankfurter Eiermarkt war während der ganzen Woche ruhig, die Haltung kann aber als stetig bezeichnet werden. Die Zufuhren zeigen weiter eine saisonmäßige Abnahme und waren nicht groß, gegen Wochenende waren die Anlieferungen aus einzelnen Gebieten etwas stärker. Die Konsumnachfrage ist zwar nicht schlecht, doch bestand kaum Neigung zu größeren Käufen. Das Interesse für die besten Sorten hielt an. Die Preise lagen allgemein unverändert. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M.: Deutsche Frischeier Kl. S 10, Kl. A 9'/r, Kl. B 83/4, Kl. C 8V4, Kl. D 7Vs. Holländer Kl. S 93/4, Kl. A 9V<, Kl. B 83/4. Dänen und Flandern Kl. S 9V2, Kl. A 9, Kl. B 8V2. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 22. Juni. Die Butternachfrage des Konsums ist im wesentlichen auf die billigen Sorten abgestellt und für diese war der Absatz etwas besser, während für die schweren Sorten die Nachfrage ungenügend bleibt. Die Anlieferungen waren trotz der noch recht warmen Witterung groß, nur aus einzelnen Erzeugergebieten läßt das Angebot etwas nach. Die überschüssigen Mengen werden weiterhin von der Reichsstelle für Oele und Fette aufgenommen und offenbar ins Kühlhaus gebracht. Die Preise blieben unverändert. Es notierten als Großhandels -Einstandspreise in RM. pro 50 kg ab Versandstation: Deutsche Markenbutter 127.00, feine deutsche Molkereibutter 123 bis 125. Allgäuer Buttermarkt. Kempten, 22. Juni. Deutsche Markenbutter (Tonnenware) 123 (unv.), deutsche (Allgäuer) feine Molkereibutter 120 (unv.), deutsche (Allgäuer) Mol- kereibutter 117 (unv.). Deutsche (Allgäuer) Land- butter einschließlich Varbruchbutter entsprechend niedriger. Die Preise sind Verkaufspreise ab Station des Versandortes einschließlich für je ein Zentner in Mark. Zum Tode vei urteilt. Mainz, 22. Juni. (LPD.) Das Schwurgericht der Provinz Rheinhessen verurteilte gestern nach zweitägiger Verhandlung in Worms und in Mainz den 21jährigen Valentin Kiefer aus Horchheim wegen Ermordung der Mutter seiner Braut, der 57jährigen Frau König, zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Kiefer hatte am 7. Juli 1933 am hellen Nachmittag in der Nähe von Horchheim die Mutter seiner Braut vorsätzlich mit einer Hacke erschlagen. Der Mörder war geständig, zeigte aber keine Reue. Er will von feiner Schwiegermutter so lange gereizt worden sein, bis der Plan, sie zu beseitigen, in ihm reifte. Der Hauptgrund zu dem Zerwürfnis war, daß die Ermordete den Verkehr ihrer Tochter mit dem Angeklagten nicht gern sah. Nach anfänglichem Leugnen gestand er die Tat. Rundfunkprogramm. Sonntag, 24. Juni. 6.15 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Morgengymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Feierstunde der Schaffenden. Vier Gesänge für Frauenchor. 10.15: Stunde des Chorgesangs. 11: Wort und Ehre deutscher Sprache. Eine Feierstunde der Hitlerjugend. 12: Mittagskonzert I. 13: Kleines Kapitel oer Zeit. 13.15: Schallplatten-Automat. 14.20: Zehnminutendienst für die Landwirtschaft. 14.30: Stunde des Landes. Auf einer Beratungsstelle für bäuerliche Siedlung. 15: Uebertragung nach Stuttgart: Kaf- perlftunbe „Kasperl in Italien". 16: Nachmittagskonzert I. 16.30: Das deutsche Derby. Hörbericht von der Rennbahn Hamburg-Horn. 17.10: Nachmittagskonzert II. 18: Bericht vom großen Jugendfest der deutschen Kinderschar im Hutpark Frankfurt a. M. 18.20: Fröhliches Zwischenspiel. 19: Militärkonzert. 19.50: Sportbericht. 20: Der Vogelhändler. Operette in drei Auszügen. 22: Kleine Unterhaltung. 22.20: Nachrichten. 22.35: Hörbericht von einer Wasserrettungsübung. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Tanz- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Buntes Nachtkabarett mit Tanz. IHonfag, 25. Juni: 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Stunde des Liedes. „Volkslieder aus Lothringen". 15.40: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Der Schang- Schorsch. Von Lili von Baumgarten. 17.45: Kleine Zithermusik. 18: Stunde der Jugend. Hitler-Jugend Kassel an die Front! 18.25: Französischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. 20.15: Reichssendung: Stunde der Nation. Der Pilger nach Wahn- fried. Richard Wagner, der Mensch. 21.15: Blas- konzert. 22: Heitere Volkslieder. Gesungen vom Frankfurter Motettenchor. 22.20: Nachrichten. 22.35: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.45: Kleine Unterhaltung. Heini Schorn bringt Lustiges zur Laute. 23: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Dienstag, 26. Juni. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sende bezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Stunde der Frau. Rosenzeit — Sommerzeit. 15.40: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 17.30: Ein Tag Missionsarzt, Vortrag von Dr/Albert Herrlich. 17.45: Kleine Violinmusik. 18: Neue Wege zur Förderung des deutschen Automobil-Exportes. Ein Bericht von Dr. Kurt Kühn, Frankfurt a. M. 18.15: „Aus Wirtschaft und Arbeit" (Kurzbericht). 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Operettenkonzert. 19.45: Tagesbericht vom Turnierplatz über das Aachener Reitturnier. 20: Nachrichten. 20.10: Komische Käuze — alte Jungfern. 22: Schwedische Studenten grüßen den Rhein. 22.20: Nachrichten. 22.30: „Die deutsche OlympiaradmannsHaft". 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Nachtmusik. Werke der Söhne Bachs. 24 bis 1: Nachtmusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. Ul Berlin Schluß- fürs Schlußl. Abendbörse Schluß fort Schlu-k. Mittag- Mrft ■Datum 21-6 22.6 | 21 - 6 | 22.6 6% Deutsche RelchSanleihe v. 1927 95.65 95,5 95,75 95 6% et)em.7% Dl. Reichsanl.v. 1929 99,6 99,75 99,7 99,7 6%% Doung-Anleihe von 1930 . 90,7 91 91 91 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 96 96 AuSlos.-Rechten ........ 96 Desgl. ohne AuSlof.-Rechte...... 22,95 — — 6% efjem.8% Hess. Bolksstaat 1929 90 90,5 (rückzahlb. 102%) ....... 90 90 6% Hess. LandeSbank Darmstadt 89,5 89,5 90 90 Gold R. 12......... 6ty% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Staut....... 88,5 89 — — Oberhesfen Provinz-Anleih» mit 96 Auslos.-Rechten 96 —— Deutsche Komm. Sammelabl. Sn- 95,13 95,13 j5 95,5 leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 89 89 89 90 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 1% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank 89,25 Goldpfe 16 unkündbar bis 1936 89 89 »y.% ehem. 4*4% Franks Hyp.- Bank-Ltqu.-Pfandbriefe 88,75 89 — — 6Ki% ehem. 4/a% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe. 6% ehem. 8% Pr. LandeSpfand- 90 89,5 — — 91,5 91,5 91 brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19 91,5 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- 92 91,5 brtefanstalt, Pfandbriefe R. 10 92 92 Steuergutsch Verrechnungskurs 100,9 — 100,9 4% Oesterreichtsche Goldrente. — 24,25 25 24,5 4,20% Oestrrreichische Silberrente — 1,25 — — 4% Ungarische Goldrente ....... 7,6 7,25 7,25 7,2 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,8 6,8 7 6,75 b, 75 4ty% desgl. von 1913 ...... 6,9 7,1 7,05 6% abgest. Goldmexikaner von 99 — 8 8,1 4% Türkische Zostanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbaha-Anleihe 7,5 7,5 Sette!..................... 7,75 7,75 ^ranffun a. Ul Berlin Schluß- kurs Schlußl. Abendbörse Schluß- kurs Schluß». Mittag- börse Datum 21.6- 22-6 21.6- 22-6. 4% desgl. Serie II 7,8 7,8 7,6 — 5% Rumün. vereinh. Rente v. 1903 4,25 4,25 4,25 4,5 4H%Rumän.vereinh.Rentev.l91L 6,5 6,65 6,65 4% Rumänische vereinh. Rente 4 3,9 3,95 4 Anatolier 36 35,25 35,75 — pamvurg-Amertka-Paket 0 26,5 28 27 28,13 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 —— — Hanja-Dampfschiff . O — — — Norddeutscher Lloyd ...... 0 31,75 33,13 31,75 33 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 62,25 62,5 63 62,4 Berliner Handelsgesellschaft 4 89 89 89,5 89,5 Commerz- und Privat-Bank . O 53,5 53,75 53,5 53,75 Deutsche Bank und DiSconto- Gesellschaft .............. 0 61,5 63 61,5 63 Dresdner Bank.............. 0 65,25 65,75 65,25 65,75 Reichsbank .......... 12 155 75 156 156,25 155,25 A.E.G..................... O 23,4 23,5 23,25 23,4 Bekula..................... 0 139 141,5 139,25 141,65 Dektr. Lieferungsgesellschaft... 6 86,25 85,25 86 85 Licht und Kraft 6 110,5 110 109,75 109 Felten & Guilleaume O 64,75 61 63,65 64,75 Gesellsch.s.Elektr. Unternehmung 6 104 105,5 104,4 104,65 Rheinische Elektrizität ....... 6 101 — 101 — Schuckert L Co............. ö 90,75 91,25 90 91 Siemens & Halske............ 7 146,75 147,25 146,75 147 Labmever LEu 0 125 125,25 125 125,75 Buderus .. ........... 0 75,5 76,5 76 77,5 4 118,5 119,75 119,5 119,65 O 61,25 61 61 60,9 Harvener ............... 0 104,25 104,5 104,4 105 Hoesch Eisen—«öln-Neuessea .. 0 — — 73,65 73,9 Ilse Bergbau ............. 8 167 166 166 167 Ilse Bergbau Genüsse........ • 125 126 125,9 126,5 0 69,5 70,75 69,5 70,5 MaimeSmamt-Rbb«« ...»•» • 66 65,25 65,9 65,75 Datum ttanfifeiber Bergbau......... 0 ftotdroerff ........... O Phönix Bergbau ............ O Rheinische Braunkohlen ..... 10 Nheinstahl ... ... 0 Bereinigte Stahlwerke........0 Olavi Minen ......... 0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........ 5 Kaliwerk» Salzdetfurth..... 7% g <8. Farden-Znousme....... 7 Scheideanstalt......... 9 Goldschmidt ................0 RütgerLwerke ...............0 Metallgesellschaft.............0 Philipp Holzmann ........... O| Zementwerk Heidelberg ...... 0 Lementwerk Karlstadt.........O| Schulthet« Payenhoser .......O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg O E stoss Waldhos ............O stoss Aschaffenburg .......O sauer Gas ............. 7 Daimler Motoren............O Deutsche Linoleum...........O Oren stein & Koppel.......... O Leonhard Tietz .............. O khade......................10 Aerunmlatoren-Fabrkk........0 lond-ijhiinmi .............. 0 GNtzner.............. 01 Mainkrastwerke Höchst 0.8L... 4 Süddeutscher Zucker.........l| Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußl. Abendbörse Schluß- fürs Schluß». Uli nag» bScke 21.6 1 22 6- 21.6- 22.6- 74,25 75,5 74,25 76 — —— 98,4 92,9 47,9 47,75 48,25 47,75 229 233,5 228,5 233 96,4 97 96,25 97 41,13 41 41,4 40,65 14,5 14,5 14,5 14,5 — 120,75 119,25 121,5 120 120 120,25 120 162 162 159 163 148,75 150 148,75 150 202 205 — — 66,4 67 66 66,75 — 39 39,75 39 83,5 84 83,25 — 59,5 59,25 59,5 59 107,5 106,75 125,5 125,5 — _ 107,5 107,65 61 61,13 61,13 61,25 68,13 69 68,25 69,25 48,25 48,9 47,75 48 49 48,75 49,5 49 — — 130 130,25 47 48,25 47 47,9 64,4 64,5 65 64 — — 64,5 65,5 20 20 20,25 19,5 185 182,5 185 184 190 192 190 190,75 137,5 137,75 137,13 137,25 22,5 - 22,5 20,5 73,9 - 179,9 179,9 179,5 180 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. 21 .Juni 22-Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung Meld Brie Geld 1 Brie Buenos Aires 0,611 0,615 0,608 0,612 Brussel..... 58,52 58,64 58,57 58,69 Rio de Jan. . 0,189 0,191 0,181 0,183 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,42 56,54 56,39 56,51' Danzig..... 81,72 81,88 81,67 81,83 London ..... 12,63 12,66 12,625 12,655 HelsingforS.. 5,584 5,596 5,584 5,596 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 21,53 170,07 21,57 Italien..... 21,61 21,65 Japan...... 0,751 0,753 0,751 0,753 Jugoslawien 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo.....: 63,49 63,61 63,44 63,56 Wien....... 48,45 48,55 48,45 48,55 Lissabon .... 11,49 11,51 11,49 11,51 Stockholm... 65,11 65,25 65,08 65,22 Schweiz .... 81,44 81,80 81,44 81,60 Spanien.... 34.34 34,40 34,32 34,38 Prag....... 10,44 10,46 10,44 10,46 Budapest ... — — Neuyork... 2,510 2,516 Zanknoten 2,509 2,515 Berlin, 22-Juni Geld Brief Amerikanisch» Noten.............. Belgische Noten.................. 2,462 58,41 56,24 12,58 16,46 169,31 21,41 63,27 64,92 81,26 34,18 2,482 58,65 56.46 12,64 16,52 169,99 21,49 63,53 6548 81,58 34,?2 Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten ............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Note» ............... Schweirer Note»_________________ 3» Note»................. he Note» ............ Das Gängertreffen in Grünberg. Hundert Jahre Männergesang in Grünberg 4- Grünberg, 22. Juni. Aus Anlaß der Hunderjahr-Feier des Männerchores Grünberg, verbunden mit Gruppensingen des Kreises Ohm- Lumdatal im Hessischen Sängerbünde und Wiedersehensfeier der Vereine des ehemaligen Lahntalsängerbundes, das am 30. Juni bis 2. Juli hier begangen wird, sei in Folgendem einiges aus der Geschichte des Vereins, sowie der beiden Sängerbünde hier aufgeführt. Als eine der ersten oberheffischen Landstädte kann Grünberg für sich den Ruhm in Anspruch nehmen, die Gründung eines Gesangvereins getätigt zu haben. Im Jahre 1834 bildete sich hier ein „S i n g v e r - e i n". Im Laufe der Zeit hat der Name noch mehrmals gewechselt: „Gesangverein", „MännergesanL- verein" und heute „Männerchor" Eine Verfügung der damaligen Bezirks-Schulkommission Grünberg aus dem Jahre 1839 fordert ehrenwerte Bürger der Stadt auf, die Bestrebungen des Vereins zu fördern. Neben der jetzigen Vereinsfahne aus dem Jahre 1904 sind noch die zwei alten Vereinsfahnen vorhanden, sie stammen aus den Jahren 1839 und 1862. Im Jahre 1862 trat der Verein dem zwei Jahre zuvor gegründeten Lahntalsängerbunde bei, dem er bis zur Auflösung angehörte. Drei Bundesfeste hat der Verein abgehalten, das IX. am 18. bis 20. Juni 1870, das XVI. am 10. und 12. Juli 1886 und das XXV. am 9. bis 11. Juli 1904. Im geistigen und gesellschaftlichen Leben unserer Stadt hat der Verein stets eine wichtige Nolle eingenommen, er wirkte bei weltlichen und geistlichen Feiern mit und veranstaltete etwa seit Mitte der fünfziger Jahre alljährlich ein größeres Konzert. Das Amt als Vorsitzender übernahm bei der Gründung der damalige Rektor August Glaser. Wie lange er es inne hatte und wer sein Nachfolger war, ist nicht bekannt. Im Jahre 1862 wird er damalige zweite Pfarrer (später Dekan) P u l l ma n n als Vorsitzender erwähnt. Die Namen der weiteren Vorsitzenden: Bürgermeister Christian Pracht (t) 1864 bis 1893, Kaufmann Ferdinand Schott (t) 1893 bis 1899, Küfermeister Georg Möller 1899 bis 1923 (jetzt Ehrenvorsitzender), Rechner Karl Möller 1923 bis 1931 und feit dieser Zeit Uhrmacher Richard I ö ck e l. Die Dirigenten des Vereins entstammten früher sämtlich dem Lehrerstande. 3n den ersten vierzig Jahren des Vereins blieb der Dirigentensiab in einer Familie und ging vom Vater auf den Sohn über. Als Eigentümlichkeit mag auch erwähnt werden, daß der erste Dirigent noch einen Rebendirigenten hatte, der das (Einüben der Baßstimmen besorgte. Die Namen der Dirigenten sind: Lehrer Peter Matz e l (t) 1834 bis 1856, als Nebendirigent Lehrer Joh. Glaser (f) 1834 bis 1847, Lehrer Karl M a - g e l (4) 1856 bis 1875, Lehrer Oppe 1 (t) 1875 bis 1885, Lehrer Mohr (f) 1885 bis 1886, Lehrer Hof (t) 1886 bis 1892, Lehrer R o t.h 1892 bis 1898, Lehrer i. R. Lauber 1898 bis 1925, Berufsschullehrer Gengnagel 1925 bis 1931 und seit dieser Zeit Musiklehrer Fr. Leib (Gießen). Der Lahntalsängerbund wurde am 5. September 1860 von 11 Vereinen aus 10 Städten, die sich über 4 damalige deutsche Bundesstaaten verteilten: Hessen, Kurhessen, Nassau und Preußen, gegründet. Anfangs alljährlich, nach 1870 alle zwei Jahre, wurden Bundesfeste abgehalten, im ganzen 37, wobei sich stets der hohe Stand der gesanglichen Leistungen der Bundesvereine feststellen lieh. Die Leitung des Bundes lag von einem Fest zum andern in der Hand des festgebenden Vereins, der Gedanke der „V o r o r t s ch a f t" war in den Bundessatzungen verankert. Gewöhnlich wurde am zweiten Tage eines Bundesfestes ein Sängertag zur Regelung der geschäftlichen Angelegenheiten abgehalten. Erst seit dem Jahre 1902 gibt es einen Bundesvorstand. Die beiden ersten Vorsitzenden: Hauptlehrer Schneider (t), Marburg, 1902 bis 1910 und Rektor Storch (t), Butzbach, 1910 bis 1925 waren umsichtige Leiter des Bundes und ihre Namen stehen heute noch bei den älteren Mitgliedern der Vereine in gutem Andenken. Von 1925 bis 1928 war Reallehrer Stroh lButzbach, jetzt Rektor in Gießen) Bundesvorsitzender und von da ab bis zur Auflösung versah dann Berufsschullehrer Gengnagel (Grünberg) dieses Amt. Die durch die Neuordnung im Sängerbundswesen notwendig gewordene Auflösung des Bundes geschah durch folgenden Beschluß: „Der Bundessängertag zu Grünberg am 8. Oktober 1933 ist mit seinem Führer einig und der Ueberzeugung: der Aufbau unseres Vaterlandes und damit die Neuordnung und Neugliederung im Deutschen Sängerbund und Hessischen Sängerbund verlangen die Auflösung des Lahntal-Sängerbundes. Im 74. Jahre seines Bestehens geben die Vereine des Lahntal-Sängerbundes ihre innige Verbundenheit hin, um in die nach geographischen Gesichtspunkten begrenzten Gaue eintreten zu können. Wir bringen dieses Opfer im Vertrauen, dem deutschen Vaterlande und dem deukschen Lied einen Dienst zu erweisen und uns der Gründer würdig zu zeigen, die das gleiche Ziel im Zusammenschluß am 30. September 1860 erstrebten. Die Bundesvereine nehmen am vorgesehenen Stiftungsfeste des Männerchors Grünberg im nächsten Jahre 1934 noch einmal als Gastvereine geschlossen teil und singen als Gesamtchöre: ..Wanderlied" von Lichner mit Orchester und „Es sind die alten Straßen noch, es sind die alten Häuser noch, die alten Freunde ak^r sind s nicht mehr". Für die Folge versuchen stets die Vereine an den Jubiläen der Vereine des Lahntal-Sängerbundes als Gäste teilzunehmen." Zuletzt bestand der Lahntal-Sängerbund noch aus 21 Vereinen, die sich auf folgende 17 Orte verteilten: Bad-Nauheim, Butzbach, Braunfels, Dillenburg, Gießen, Großen-Buseck, Grünberg, Homberg (Ohm), Hungen, Kirchhain, Langgöns, Lich, Lollar, Londorf, Marburg, Watzenborn-Steinberg und Wetzlar. Die Gründung des Ohm-Lumdatal-Vundes erfolgte im Jahre 1890 durch den damaligen Lehrer Knauß (t), Atzenhain, später Hauptlehrer in Gießen. Folgende Orte gehörten dem Bunde zuerst an: Atzenhain, Bernsfeld, Flensungen, Kesselbach, Lumda, Londorf, Merlau, Nieder-Ohmen, Ober- Ohmen, Stangenrod, Weitershain und Wettsaasen, weitere Vereine, di« im Laufe der Zeit hinzukamen, waren: Buragemünüen, Deckenbach, Groß-Eichen, Lardenbach, Lehnheim, Weickartshain u. a. Im Jahre 1926 ist die Zahl der Bundesvereine auf 27 gestiegen und es ergeht Aufnahmesperre, um die Grenzen des Bundes nicht weiter auszudehnen. Meist alle Jahre wurden Bundesfeste abgehalten, sofern nicht besondere Umstände eine Ausnahme erforderten, ebenso Sängertage, welche die geschäftlichen Angelegenheiten regelten. Die schon vor dem Kriege einsetzenden Bestrebungen, mit den Bundesfesten Wertungssingen zu verbinden, konnten nicht durchdringen, erst auf den Bundesfesten nach dem Kriege findet das Wertungssingen Eingang. Lange Jahre, von 1892 bis 1923 leitete Lehrer Gümmer (Merlau) als Vorsitzender den Bund, von da bis zur Auflösung am 5. November 1933 in Ruppertenrod war Rechner Jakob Becker (Kesselbach) als Bundesvorsitzender tätig. Der jetzige kreis Ohm-Lumdatal, der am 5. November 1933 in Ruppertenrod gebildet wurde, schließt Vereine der früheren Sängergaue: Chattia, Lumdatal, Lahntal und Ohm-Lumdatal, sowie einige früher gaulose Vereine in sich. Mit Ausnahme von Grünberg und einigen Orten südlich und südwestlich davon umfaßt er das GeNet der beiden Flüßchen Ohm und Lumda. Insgesamt sind es 45 Vereine — 43 Männergesangvereine und 2 gemischte Chöre — mit rund 1300 Sängern aus folgenden Orten: Allendorf (Lda.), Allertshausen, Altenhain, Atzenhain, Appenrod, Beltershain, Bernsfeld, Bleidenrod, Babenhausen II, Burggemünden, Büßfeld, Deckenbach, Elpenrod, Flensungen, Freienseen, Geilshausen, Göbelnrod, Groß-Eichen, Grünberg, Haarhausen, Harbach, Homberg (Ohm), Kesselbach, Klein-Eichen, Lardenbach, Lauter, Lehnheim, Londorf, Maulbach, Merlau, Nieder-Gemünden, Nieder-Ofleiden, Nieder-Ohmen, Nordeck, Ober- Ofleiden, Gontershausen, Ober-Ohmen, Odenhausen (Lda.), Queckborn, Reinhardshain, Ruppertenrod, Rüddingshausen, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain. Das Amt als Führer und Kreiswalter liegt in den Händen von Berufsschullehrer Gengnagel (Grünberg). Weiter gehören dem Vorstande an: Karl Dietrich (Lardenbach), stellvertretender Kreiswalter; Heinrich Decker (Grünberg), Schriftführer; Moritz S ch l i f f e r (Nieder-Ohmen), Schatzmeister; Lehrer Dönges (Merlau), Kreischormeister: Ehrenvorsitzender Jakob Becker (Kesselbach), Joh. S ch w ö b e l (Weitershain) und Ludwig G ö r - n e r t XIII. (Queckborn) als Beisitzer. Mitglieder des Musikausschusses sind: Lehrer Graulich (Burg- gemünden), Lehrer V i« h m a n n (Homberg) und Chorleiter D a u p e r t (Ulrichstein). Das erste Auftreten des neuen Sängerkreises Ohm-Lumdatal vor der Oeffentlichkeit findet nun in Verbindung mit der Hundertjahrfeier des Mannerchores Grünberg vom 30. Juni bis 2. Juli in Grünberg statt. Da auch di« Vereine des ehemaligen Lahntal-Sängerbundes als Gastvereine sich beteiligen, kommt diesem Sängertreffen schon einige Bedeutung zu, da annähernd 3000 Sänger daran teilnehmen. Die eigentliche Jubiläumsfeier ist für den Samstagabend vorgesehen, in der Turnhalle wird der Jubelverein ein Festkonzert geben. Der Sonntagmorgen wird ausgefüllt durch ein Wertungssingen. Hier treten die Vereine des Kreises Ohm-Lumdatal in 10 Gruppen von je 3 bis 5 Vereinen in der Turnhalle zum Singen an. Jede Gruppe trägt zwei Chöre vor, ausgewählt wurden Volkslieder, insbesondere Soldaten- und Kriegslieder in vier Jahrhunderten. Anschließend ist eine große vaterländische Kundgebung auf dem- Marktplatz vorgesehen, bei der als Hauptredner der Führer des Hessischen Sängerbundes, Ministerialrat Ringshausen (Darmstadt), sprechen wird. Massenchöre der Vereine des Kreises Ohm-Lumdatal, sowie der Gastvereine des ehemaligen Lahntal-Sängerdundes werden die Veranstaltung umrahmen. Nach einem Festzug finden am Nachmittag auf dem Festplatz auf der Käswiese weitere Gesangs- vorträge der Bundesvereine, sowie der Vereine des früheren Lahntal-Sängerbundes statt. Am Montag findet die Veranstaltung mit einem Volks- und Jugendfest ihren Abschluß. Kunst und Wissenschaft. Deutschland-Zyklus an einer amerikanischen Frauen-Universitat. Das Smith-College in Northampton, eine der führenden Frauenuniversitäten Amerikas, die jährlich am Schluß des Studienjahres besondere Vorlesungen für frühere Studenten veranstaltet, hielt diesmal eine besondere Deutschland-Tagung ab. Sie stand unter dem Leitsatz „Deutschland seit 1 8 70". Das fünftägige Programm umfaßte zahlreiche Vorlesungen über Themen wie „Bismarck und das Reich", „Die Reparationen und ihre Folgen" und „ Das heutige Deutschland" Außerdem wurden täglich deutsche Kulturfilme der Reichsbahn- zentrale für deutsche Verkehrswerbung vorgeführt. Auch fand eine besondere Ausstellung für die Entwickelung der deutschen Architektur statt. ZÜNDAPP Mein lieber Gatte, mein guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Erich Stutzenstein ist am Mittwochabend im 52 Lebensjahre sanft entschlafen In tiefer Trauer: Heuchelheim (WilhelmStraße 50), den 23. Juni 1934. Die Trauerfeier fand auf Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt 03174 3761 l| Albach, im Juni 1934. 3744 D 3762 D Brühl'eche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Fuß Häuserhof. den 23. Juni 1934. 3777 D Im Namen aller Hinterbliebenen: Katharina Müller, geb. Wehrum. Donnerstagabend 9 Uhr entschlief nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber tieusorgender Mann, mein guter Vater. Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Beerdigung: Montag, den 25. Juni, nachmittags 3 Uhr. von der Kirche Ober-Widdersheim aus Für die zahlreichen und wohl tuenden Beweise herzlicher Anteilnahme die uns bei dem so schmerzlichen Verluste unseres teuren Entschlafenen durch Schrift, Blumenspenden und ehrendes Geleit entgegengebracht worden sind, sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Verbraucher- ,7mA Genossenschaft Giessen Die Beerdigung findet Sonntag, den 24. Juni, vormittags 11 Uhr, vom Sterbehause, Bachstraße 96, aus statt Die Beerdigung findet Dienstag, den 26. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Karoline Römer, geb Hofmann Heuchelheim, den 23. Juni 1934. Heute früh verschied an einem Herzschlag unsere innigstgeliebte, treue Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Frau Marie Erb, geb. Schäfer im 63 Lebensjahr, mitten heraus aus einem arbeitsreichen, gesegneten Leben. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Erb, Inspektor. Allen denen, die unsere liebe Mutter Katharine Becker zu ihrer letzten Ruhe geleiteten, sagen wir herzlichen Dank. Besonders danken wir der Krankenschwester die uns bei ihrem langen Leiden so behilflich zur Seite stand. Die trauernden Hinterbliebenen. Rödgen, den 23. Juni 1934. Freunden. Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht. daß heute früh, 4 ’/4 Uhr, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter. Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Wagner, geb. Keil verw. Größer nach kurzem Leiden im beinahe vollendeten 65. Lebensjahre sanft entschlafen ist LThöt-Gießen f"s32572 Lieferant aller Krankenkassen I Ein Bild aus meiner Hühner- augenzeit —! Hent kenn’ Ich „Lebewohl** daher die Heiterkeit. . .! Lebewohl gegen Hühneraugen und Hornhaut. Blechdose (8 Pflaster) 68 Pf. in Apotheken u. Drogerien. Sicher zu haben: Mediz.-Drog. Haus Hindenburg H.EIges, Seltersw. 68a; Löwen- Drog. W. Kilbinger Hfl., Seltersw. 69; H. Noll Ludwigsplatz Drog. u. Neustadt-Drog. Germania-Drog. C. 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