zreitag, 23. Marz 1934 184. Jahrgang Nr. 70 Erstes Blatt __ — Annahme von Anzeige« Erfcheml täglich, außer ® W für die Mittagsnummer Sonntags unb Feiertag« ▼ . . . . . . Y ▲ A A bis8>/,Uhrb-sVormittag, UZ- miAKOttoy ,1 bsh$ W-Z General-Anzeiger für Oberhessen WM richten. Anzeiger Gießen Vereins- u. Tageskalender 8ronN?m Main 11686 Druck unb Verlag: Vrühl'jche UniverfitStr Such- und Steinbruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftrftelle: Schulftrahe 7 im T-xtt°ii 12 Rps. je mm Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Der Haushaltsvoranschlag des Reiches für 1934/35 mit 6,4 Billiarden in Einnahmen und Ausgaben verabschiedet. Künftig zweimalige Auslosung der Anleiheablösungsschuld. — Tlachtbackverbot bis zum 30. September ausgehoben. Ein umfangreiches Gesehgebungswerk. nicht selten niedrig st en Motiven entspringen. Der preußische Justizminister kerrl hat deshalb an die ihm unterstellten Staatsanwaltschaften einen scharfen Erlaß gerichtet, der die Bekämpfung des Denunziantentums zum Gegenstand hat. In dem Erlaß wird darauf hingewiesen, daß sowohl die Reichsregierung, wie auch die preußische Regierung wiederholt die Niedrigkeit und Verächtlichkeit des Denunziantentums gegeißelt und den festen Willen bekundet hatten, gegen diese widerwärtige Erscheinung mit aller Schärfe vorzugehen. In Verfolg dieser Bestrebungen ersucht der Minister die Slrasverfol- gungsbehörden, gegen Denunzianten mit allem Nachdruck einzuschreiten. Die ReichsfiMalter Bürgen der Reichseinheii. $ür Wirtschafts- und Finanzpolitik allein die zentralen Reichsstellen zuständig. Chinas ringender Nationalismus. Von Otto Corbach. Warum finden die politischen Ereignisse im Fernen Osten, die die ganze Welt zu erschüttern beginnen, in Europa so verhältnismäßig wenig wirkliches Verständnis? Weil man in der Gegenwart oder jüngsten -Vergangenheit nach geeigneten Vergleichs maß st äben sucht, die nur in den ersten Jahrhunderten der neuzeitlichen Entwicklung des Abendlandes zu finden find. Für die Völker Ostasiens bedeutet die Ueberwindung der größten Wasser wüste, des Stillen Ozeans, einen ähnlichen Vorgang wie die Ueberque- rung des Atlantischen Ozeans für die Völker Europas. England bildete, solange das romantische Mittelmeer das Haupthandelsmeer war, die „tote Ecke" Europas. Die Blockierung der alten Handelsstraßen nach dem Orient durch die Eroberungen der Türken und die dadurch angeregte Entdeckung einer „neuen" Welt jenseits des Atlantik machten dagegen England in langwierigen Kämpfen mit festländischen Kolonialmächten zum Hauptschaupla^ für die Vermittlung zwischen „alter" und „neuer' Welt. Dem entspricht die Wandlung Japans von einer „toten Ecke" Asiens zum Hauptverkehrsmittelpunkt und Haupt-Machtzentrum im Fernen Osten. Natürlich muß man bei solchen Vergleichen das sprichwörtliche „Körnchen Salz" berücksichtigen, aber man wird auch den ungeheuren Schwierigkeiten, mit denen die Chinesen zu kämpfen haben, um die durch fremde Seemächte hervorgerufenen Gleichgewichtsstörungen auf dem asiatischen Festlande zu überwinden, besser verstehen, wenn man sich vergegenwärtigt, was alles' der europäische Kontinent an kriegerischen Wirren in den Jahrhunderten durchzumachen hatte, die der Entdeckung Amerikas folgten. Dabei bedingen die inzwischen erzielten gewaltigen Fortschritte der Verkehrs- und Kriegstechnik, daß sich die Beoölkerungsmassen Asiens in Jahrzehnten neuartigen äußeren Verhältnissen anpassen lernen, die die Völker des Abendlandes Jahrhunderte dazu in Anspruch nehmen ließen. Auf lange Sicht ist inzwischen auch die Machtausbreitung Japans auf dem Kontinent nicht beunruhigender, als es einst für die kontinentaleuropäischen Völker die militärischen Eroberungen Englands diesseits des Kanals waren. Während die Entfaltung des Seeverkehrs auf dem Stillen Ozean Japan gleichsam aus einem jahrtausendelangen Dörnröschenschlaf weckte und ihm für die Ausnützung eines ungemein vorteilhaften Lagenwechsels die ihm selbst mangelnden Rohstoffe wie die technischen Mittel für eine moderne Entwicklung zur Verfügung stellte, raubte sie China das Hauptelement seiner Sicherheit. Die ungeheure Weite des Stillen Ozeans hatte das Reich der Mitte Jahrtausende hindurch gegen überseeische Feinde geschützt. Es brauchte sich nur gegen „Barbareneinbrüche" aus dem Innern Asiens zu verteidigen, dessen Sandwüsten ihm einen ausreichenden Schutz auch gegen abendländische Eroberungszüge zu Lande boten. Wohl wurde es wiederholt'von Nomadenhorden aus Steppengebieten Jn- nerasiens unterworfen, aber die Möglichkeit rascher Vermehrung in fruchtbaren Stromebenen gestattete dem chinesischen Volke regelmäßig, vermöge seiner überlegenen Kultur die wenig zahlreichen Eroberer rasch in sich aufzusaugen. Jedenfalls konnte es sich in langen friedlichen Zeiträumen, den Rücken der Küste zugewandt, ungestört west-, süd- und nordwärts ausbreiten, bis es, auf mehrere Hunderte von Millionen angewachsen, einen unüberwindlichen einheitlichen Block bildete, dessen Vorposten sich an den uralten, nach Europa führenden Handelsstraßen vortasteten und auch die Herrschaftsgebiete der nomadisierenden Steppenbewohner immer mehr auflockerten. Die Entfaltung des modernen Seeverkehrs auf dem Stillen Ozean brachte eine stürmische Entwicklung von Handels- und Industriestädten an der Küste und eine Verödung des Binnenhandels, eine Umwandlung des Dranges nach Jnnerasien in einen solchen nach den Küstengebieten, unter den Schutz fremder Schiffsgeschütze, mit sich, mit der Zeit einen völligen Zerfall des alten Kultur- und Wirtschaftsorganismus zugunsten der Bildung moderner „Wasserköpfe" m den Küstenstrichen, wo die fremden Machte kraft ihrer Seeherrschaft das Austauschverhältnis zwischen Ein- und Ausfuhr zur See kontrollieren. Braucht es wunderzunehmen, daß feit dem Zusammenbruch des alten Kaiserreiches die regionalen Interessen immer weniger den auf einen neuen politischen Ausdruck für eine uralte Kulturgemem- schast hindrängenden Bestrebungen entsprechen? Daß die militärischen Machthaber im Innern des riesigen Landes immer wieder versuchen, einer durch Abschnürung vorn Weltverkehr mit Ersticken be= drohten Bevölkerung durch Vorstoße nach der Küste Luft zu schaffen wo von einheimischem oder fremdem Handelskapital genährte Monopole das „rückständige A"terland aus- wuchern? Diesem Gegensatz zwischen Wirtschafts- Traditionalismus der inneren Provinzen und einem modernen rationalistischen Kommerzialismus blühender Handels- " o Ind ustriestädte, Toren zum Weltverkehr über den großen Ozean, oder den Widersprächen zwischen den die See beherrschenden fremden Kolonialmächten entsprangen die chinesischen B u rger- kriege der letzten Jahrzehnte; aber weltgeschichtlich bedeuten diese nur die Geburtswehen einer Einheitsbewegung, die mit einem vielversprechenden ideologischen wie machtpolitischen Elan im Süden begann, um mit der Fortbewegung ihres organisatorischen Mittelpunktes von Kanton über Wuhan DieDonnerstagssitzungdesNeichskabinetts. Berlin, 22. März (DNB.) Das Reichs- k a b i n e 11 beschäftigte sich in der Sitzung vom 22. März in mehr als vierstündigen Verhandlungen in der Hauptsache mit dem Reichsetat für 1934/35. Das vom Reichsfinanzminifter vorgelegte und eingehend begründete Reichshaushaltsgesetz Ür das Rechnungsjahr 1934 wurde verabschiedet. Der Reichshaushaltsplan ist ausgeglichen und chließt in Einnahme und Ausgabe mit rund 6,4 Milliarden RM. ab. Die beiden Seiten des Haushalts weisen mithin gegenüber dem Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1933 eine Steigerung um rund 500 Millionen RM. auf, die auf der Ausaabenfeite, insbesondere durch Ausgaben zur Abdeckung der Vorbelastung für die verschiedenen A r d e i t s b e s ch a f f u n g s- mahnahmen bedingt ist. Ferner verabschiedete das Reichskabinett ein Gesetz zur Aenderung und Ergänzung von Vorschriften auf dem Gebiete des Finanzwesens. Der hauptsächlichste Zweck dieses Gesetzes ist, über verschiedene Gesetze verstreute Vorschriften finanzieller Art in einer Weise umzugestalten, die den erhöhten Anforderungen, die die Wiederaufrichtung des Wirtschaftslebens an die Finanzkraft des Reiches stellt, besser als bisher gerecht wird. Zu diesem Zweck werden u. a. das Garantiesonder- vermögen für Exportkredite und der Anleihetilgungsfonds aufgelöst, wobei jedoch Vorsorge getroffen ist, daß die Erfüllung der bisher mit deren Hilfe zu bewirkenden Leistungen nicht beeinträchtigt wird. Auch wird an Stelle der bisher nur einmaligen Auslosung der A n - leiheablösungsschuld des Reiches in Zukunft eine zweimalige Auslosung zum 1. Oktober und zum 1. April erfolgen. Unter den zahlreichen Vorlagen, die in der heutigen Sitzung weiterhin vom Reichskabinett verabschiedet wurden, sind zu nennen: Ein Gesetz über den Verkehr mit industriellen Roh st offen und Halbfabrikaten, durch das die Versorgung der Industrie mit den lebenswichtigsten Rohstoffen in einer wirtschaftlich möglichst günstigen Verteilung sichergestellt wird. Zu diesem Zweck werden Ueberwachungsstellen für bestimmte Warenarten errichtet. Ferner ein Gesetz zur Ordnung der Arbeit in öffentlichen Verwaltungen und Betrieben, ein Gesetz über die Heimarbeit, ein Gesetz über Verkehr mit Tieren und tierischen Erzeugnissen, ein Gesetz über die einstweilige Neuregelung des Straßen- wesens unb der Straßenverwaltung, ein Gesetz über die Aenderung der Vorschriften über die Ehrengerichtsbarkeit b e r Rechts anwaltschaft, ein Gesetz über weitere Maßnahmen auf bem Gebiet ber Zwangsvollstreckung unb ein Gesetz zur Aenberung bes Gesetzes zur Wieberherstellung bes B e - rufsbeamtentums. Danach sollen u. a. auch bie §§ 5 unb 6 biefes Gesetzes bis zum 30. Sep- tember 1934 in Geltung bleiben. Schließlich beschloß bas Reichskabinett, bas Nachtbackverbot für bie Zeit vom 1. April bis 3 0. September aufzuheben. Die Beratungen bes Reichskabinetts über eine große Anzahl weiterer Vorlagen werben am Freitagnachmittag fortgesetzt. Schärfste Maßnahmen gegen Denunzianten. Anweisung zum Einschreiten an dieStaats- anwattschasten in Preußen. Berlin, 22. März. (DRV.) Amtlich. Reuer- bings mehren sich wieder die Fälle, in denen namentlich gegen Persönlichkeiten, die im öffentlichen Leben stehen, und die leitenden Beamten von Behörden und verbänden erfundene und leichtfertig nacherzählte Verdächtigungen erhaben werden, die nach Nanking an werbender Kraft durch innere Spaltungen immer mehr zu verlieren. Interessante Einblicke in das Wesen der Krise, die die Nankinger Regierung oder, was so gut wie dasselbe ist, die persönliche Diktatur des Generals Tschiangkaischek, an innerer Stärke in dem Maße verlieren ließ, wie sie an äußerer Macht gewann, gewährt ein in Schanghaier Blättern erschienener Aufruf führender Kuomintang-Politiker, wobei es von besonderem Reiz ist, daß darin das neue Deutschland als vorbildlich hingestellt wird. Es heißt da: „Es besteht ein schroffer Gegensatz zwischen der Nankinger Diktatur und der Diktatur, die wir empfehlen, zwischen der Nankinger Diktatur und ber Diktatur in Deutschland ... Ein fremder Bewohner Schanghais, der gerade aus Deutschland zurück- gekehrt ist, (ein Amerikaner, b. 23.) erzählt uns in Reichsstatthalterkonferenz beim Führer. Berlin, 22.März. (DRB.) Am 22.März fand in der Reichskanzlei eineSihung derReichs- st a l t h a l t e r statt, die den ganzen Vormittag in Anspruch nahm. Reichskanzler Adolf Hitler sprach über die staatspolitischen Aufgaben der Reichsstatthalter, wie sie sich aus der Durchführung des Gesetzes über den Reuaufbau des Reiches vom 30. Januar d. 3. ergeben. Rach den Ausführungen des Reichskanzlers sind die Reichsstatthalter, die der Dienstaufsicht des Reichsinnenministers unterstellt worden sind, die Träger des Willens der obersten Führung des Reiches, nicht aber die Sachwalter der einzelnen Länder. Ihre Aufgabe kommt nicht von den Ländern, sondern vom Reiche; sie vertreten nicht die Länder gegenüber dem Reiche, sondern das Reich gegenüber den Ländern. Der Reuaufbau des Reiches erfordert eine einheitliche klare und dauerhafte Konstruktion der Staatsverwaltung mit logischer Gliederung der Verwaltungseinheiten unter einer zentralen Reichsgewalt. Der Rationalsozialismus hat die historische Aufgabe, das neue Deutsche Reich zu schaffen, nicht aber die Aufgabe, die Länder zu konservieren. Somit sind die Reichsstatt- halter in er st er Linie hoheitsträger der nationalsozialistischen Idee und Sachwalter des Rationalsozialismus, nicht aber Verwaltungsträger eines bestimmten Staates. Berlin, 22. März. (DNB.) Reichshandwerks- fährer Schmidt hatte zu einem Vortragsabend geladen. Er hob hervor, daß die Bestrebungen des Handwerks, die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zu fördern, nur bann Erfolg haben würben, wenn bie öffentliche Meinung unb ihr Vertrauen gewonnen fei. Dem Rufe bes Führers folge bas Handwerk mit feinen zahlreichen Betrieben, bie b r e i e i n = halb Millionen Menschen beschäftigen könnten, um alle Kräfte ber privaten Wirtschaft zu mobilisieren. Dabei erwarte er bie volle Unter- stützung ber B a n k w e 11. Eine blühenbe Bauwirtschaft sei ber Ausbruck einer blühenben Volkswirtschaft. Jnfolgebessen fei beren Neubelebung von entscheibenber Bebeutung für bie Arbeitsschlacht. Für bie Pläne bes Handwerks erbitte er von allen gelbgebenben Stellen denselben Mut und dieselbe Kühnheit für die Unterstützung, wie das Handwerk sie aufgebracht habe. Dr. Weber sprach bann über „Die Selbsthilfe bes Handwerks zur Neuordnung ber privaten Bauwirtschaft mit bem Ziele ber finanziellen Entlastung von Reich unb Gemeinben". Der Reichsstanb bes Deutschen Handwerks habe in Verbindung mit den berufsständischen Versicherungsanstalten und bem BDA. burch bie Grünbung ber Ireubau A G. eine großzügige Selbsthilfe bes Hanbwerks organisiert für bie privatwirtschaft- ben „North China Daily News", wie gut bie nationalsozialistische Partei organisiert ist, wie überall bie Treue von Millionen zum „Heil Hitler!" zutage tritt, unb baß unter nationalsozialistischer Herrschaft alle Anzeichen für bie Möglichkeit einer Erneuerung bes Lebens unb einer B e - Übung ber nationalen Hoffnungen sprechen. Herrn Hitlers starke Entschlossenheit und fester Wille, den Versailler Vertrag, den Deutschland als „ungerecht" betrachtet, trotz des französischen Widerstandes zu revidieren, hat ihm bie Unterstützung ber ganzen Nation gewonnen unb ihn vom nationalsozialistischen zum nationalen F ü hrer erhoben." „Was bebeutete bemgegenüber bie Nankinger Diktatur? Offenbar ist sie nicht eine Diktatur ber Partei, weil bie herrschend Partei (bie Kuomintang) jetzt in sich zerfallen ist. Sie ist nur eine Der Reichskanzler trug den Reichsstatthallern auf, dafür zu sorgen, daß ein felbsiändigesVor- gehen einzelner Partei- und Dienst- stellen in wirtschafts- und finanzpolitischen Dingen überall unterbunden wird, da für die Wirtschafts- und Finanzpolitik einzig und allein der Reichswirtschaftsminister und der Reichsfinanzminister und für die Getdpolikik und die Vankpolitik nur der Reichsbankpräsident zuständig seien. Ehe Lokal- und Landesstellen oder Dienststellen in der Partei und Parteiorganisationen wirtschaftliche ober finanzielle Anordnungen treffen, müsse in jedem Falle eine vorherige Klärung mit der zentralen Reichsbehörde stattgefunden haben. Dies gelte naturgemäß auch für alle anderen Verwaltungszweige. In diesem Zusammenhang sprach der Reichskanzler in längeren Darlegungen über die notwendige Einheit zwischen Staat und Partei. Im Anschluß an die Darlegungen des Reichskanzlers gab Reichsinnenminister Dr. Frick noch verschiedene Verwaltungsanweisungen bekannt, die die Durchführung der von dem Reichskanzler vorgetragenen Grundsätze gewährleisten sollen. An den Besprechungen nahmen sämtliche Reichsstatthalter, der Stellvertreter des Führers Reichsminister Heß, der preußische Ministerpräsident General Göring, die Staatssekretäre Dr. Lammers und Funk sowie der Stabsleiter des Stellvertreters des Führers, Reichsleiler Bormann teil. liche Betätigung in ber Bauwirtschaft. Als Aufgabengebiet komme in erster Linie bie bautechnische unb finanzielle Beratung bau« luftiger Volksgenossen in Frage. Bei ber finanziellen Beratung sei unbebingt Ziel ber Treubau, bie Vollfinanzierung jebes Projektes sicherzuftellen, bamit roeber ber Bauherr, noch bie ausfährenben Hanbwerker Schäbigungen erleiben. Voraussetzung sei, baß ber Bauherr ein Eigen- kapital von minbestens 20 bis 30 v. H. bes Bau - unb Bobenwertes burch Sicherstellung nachweise. Die besonbere Schwierigkeit ber Beschaffung ber zweiten Hypothek wolle bie Treubau nicht mehr auf bem Wege über öffentliche Hilfe, fonbern burch Einschaltung bes Gemeinschaftssparens sehen. Durch bie 20prozentige Kapitaleinzahlung unb starke Tilgung werbe bie Zuteilunasmöglichkeit so verstärkt, baß bie Zahl ber wartenden Sparer außerorbent- lich gering sei. Die Treubau habe ben Plan ber Einschaltung bes Bausparvertrages mit ber bem Hanbwerk nahestehenben B a u sparkaffe „Deutscher Bausparer A G." Köln ausgearbeitet unb bie grunbsätzliche Genehmigung bes Reichsaufsichtsamtes gefunben. Sie sei aber nach biefer Vorarbeit bereit, mit öffentlichen unb anberen privaten Bausparkassen auf ähnlicher Grunblage zusammenzuarbeiten. Diktatur einzelner Personen ... Was bie Diktatur in Deutschlanb tut, hat bie sichere Wirkung, bas Vertrauen unb bie Achtung ber Nation zu gewinnen; was hingegen bie Diktatur in Nanking tut, hat bie unfehlbare Wirkung, sich bas Vertrauen unb bie Achtung ber Nation zu verscherzen. Daß bie eine willkommen geheißen wirb, um lange zu bauern unb zu blühen, unb baß bie an- bere bestimmt ist, angefeinbet unb überrounben zu werben, bebarf keiner Frage. Eine solche Diktatur, bie man wohl als eine mittelalterliche „autokratische" bezeichnen kann, ist nicht bas, was wir wünschen. Wir wünschen eine Regierung in Nanking, bie stark unb zentralisiert ist unb boch bem Willen des Volkes gemäß hanbelt ... Wir wünschen einen Diktator, ber feine ganze Kraft für bie Rettung bes Laubes einsetzt unb dessen Politik unb Handlungsweise es recht. Selbsthilfe des Handwerks bei Finanzierung privater Bauvorhaben. fertigen, in ihm „Chinas Großen Patrioten" zu sehen, nicht nur einen Partei-, sondern auch einen nationalen Führer ..." Die Uneinigkeit im Lager der Kuomintang ist gewiß nicht allein die Folge übersteigerten Machtwillens Tschianakaischeks und seines immer kleiner werdenden Kreises, sondern vielleicht in noch höherem Maße durch die Unzulänglichkeit der weltanschaulichen Grundlage bedingt. Auch die Lehren Sun Jatsens, des Bearünders der Kuo Min Tang, standen noch au sehr im Banne der liberalistischen Gedankenmsteme aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die im Fernen Osten ebenso wenig mehr den Forderungen des Tages genügen wie im Abendlande. Ein japanischer Vorstoß in Hinterindien. England fühlt sich in Singapur bedroht. Seit einigen Wochen wird davon geraunt, daß Japan mit der siamesischen Regierung wegen eines Durch st ichs der Landenge von Malakka bei dem Ort K r a, nicht weit von der äußersten Südspitze des britischen Birma, in Verhandlungen stehen soll. An dieser Stelle scheinen die Voraussetzungen für einen Kanalbau besonders günstig zu sein. Selbstverständlich verfolgt das Projekt nur wirtschafliche Ziele, was aber schon genügt, um die ohnehin nervösen Engländer noch unruhiger zu machen. Denn wenn hier ein Schiffahrtsweg gebaut wird, dann nimmt er künftig den gesamten Verkehr auf, der heute durch die Straße von Singapur strömt. Aber Kanäle dieser Art lassen sich nicht einfach als ausgesprochen verkehrsfördernde Einrichtungen aufziehen. Auch der Panama-Kanal besitzt einen unerhörten militärischen Wert. Zudem wird Japan gerade jetzt im fernen Osten nichts unternehmen, was nicht gleichzeitig seiner militärischen Kraft zugute kommt. Eine Londoner Zeitung schlägt Alarm, weil sie glaubt, daß dem englischen Flottenstützpunkt Singapur Gefahr drohe. Die Aufregung ist zunächst noch übertrieben. Denn England ist noch immer stark genug, um bei der siamesischen Regierung dahin zu wirken, daß auf der Halbinsel von Malakka nichts passiert, was sich gegen Singapur richtet. Außerdem dürften wohl viele Jahre ins Land gehen, bis das erste japanische Kriegsschiff diese Straße zur Umgehung des englischen Flottenstützpunktes benutzen kann. Aber das Rätselraten um Kra ist doch bezeichnend für das fernöstliche Kräfte- fpiel. Oie Kämpfe in Ost-Turkestan. Moskau, 22. März. (DNB.) Wie die Tele- graphenagtenur der Sowjetunion aus Bachty meldet, hat die unter dem Oberbefehl von Matfchuin stehende Tunganen-Armee eine Niederlage erlitten und versucht, sich auf ihre Operationsbasis in der Provinz Kansu zurückzuziehen. Der Rückzugsweg wurde der Armee von dem Gouverneur S ch e n a abgeschnitten. Die Tunganen waren genötigt, für ihren Rückzug die Straße nach Kaschgar zu benutzen. Bei der Verfolgung besetzten die Provinzialtruppen die Städte Karaschar, Kurle und Kuschta in Ost-Turkestan und erbeuteten die gesamte Artillerieder Tunganen. Außerdem nahmen sie mehr als 1000 Tunganen gefangen. Matschuin ist mit seinem Stab in Automobilen aus Kurle geflüchtet. Sowjet - Rußland und der Völkerbund. Französische Hoffnungen. Paris, 23. März. (Funkfpruch.) Der angeblich bevorstehende Beitritt Sowjetrußlands zum Völkerbund wird von einigen Blättern ange- -kündigt. Der „Petit Parisien" berichtet, daß die Russen in Genf und Paris vorgefühlt und den Eindruck gewonnen hätten, daß ihre Kandidatur nicht nur sympathisch ausgenommen werde, sondern daß sie in anbetracht ihrer Machtstellung höchstwahrscheinlich sogar einen Sitz im Völkerbund s r a t erhalten würden. „Echo de Paris" weift auf Vorbedingungen hin, die nicht ohne Schwierigkeiten erfüllt werden könnten. Doch suchten die Russen diese Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen durch den Vorschlag, die Befugnisse und Aktionsmittel des Völkerbundes zu erweitern und unverzüglich Garantieverträge gegen einen etwaigen Angreifer abzufchlicßen. Das Blatt glaubt, daß die französische Regierung derartige Vorschläge begünstige, weil sie angeblich geeignet seien, den Graben zwischen Rußland und Deutschland noch zu verbreitern und außerdem die italienischen Dölkerbundsreformpläne, die gegen die Aufrechterhaltung der territorialen Ordnung gerichtet feien, zunichte zu machen. „Republique" sagt, weder Japan noch Deutschland hätten ein Interesse daran, außerhalb des Völkerbundes zu bleiben, sobald die Sowjets eintreten. Die Grenznachbarn Rußlands dürften durch dessen Eintritt in den Völkerbund beruhigt werden. Frankreich werde bei dieser politischen Entwicklung eine Hauptrolle zu spielen haben. Diese optimistische Auffassung wird von anderen Blättern nicht geteilt. So schreibt „Petit Bleu": „Es ist klar, daß die Annäherung der Sowjets an den Völkerbund, der auf Japan schlecht zu sprechen ist, ein politisches Manöver darstellt. Man braucht sich also nur als „guter Europäer" auszugeben, um für den immer wahrscheinlicher werdenden Fall eines ruffisch-japanischenKrie- g e s Unterstützung zu erlangen. Wenn die West- mächte [ich auf dieses Manöver einließen, würden sie gefährliche Ueberraschungen erleben, sobald der Konflikt ausbreche. Oie Regierungskrisis in der Schweiz. Bundesrat Musy zurückgetreten. — Oer Freisinnige Baumann als Nachfolger Haeberlins in den Bundesrat gewählt. Bern, 22. März. (DNB.) Die Vereinigte Bundesversammlung trat zusammen um vier wichtige Wahlakte oorzunehrnen. Außer dem durch den Rücktritt des Bundesrats H a e b e r l i n freigeworde- ncn Bundesratsposten ist noch derjenige des Bundeskanzlers sowie zweier Bunde srichter neu zu besetzen. Die katholische Fraktion schlug zusammen mit den Liberal-Konservativen den Baseler Negierungsrat Dr. Ludwig, den Leiter des Justiz- und Polizeidepartements, als Nachfolger Haeberlins vor, der im 45. Lebensjahre steht und sich in der Schweiz durch seine energische Bekämpfung des Marxismus allgemeines Ansehen errungen hat. Die Freisinnigen und die Bauern- und Bürgerparteien stellen öen 60jährigen Ständerat Johannes Baumann aus Herisau, einen erfahrenen Regierungsmann und Politiker, auf, die Sozialdemokraten den Nationalratspräfidenten Johannes Huber. Im dritten Wahlgang wurde mit 141 von 214 gültigen Stimmen Baumann gewählt. Regierungsrat Ludwig wurde mit 73 Stimmen stark in die Minderheit versetzt. Den Ausschlag gaben die Sozialdemokraten, denen Regierungsrat Ludwig wegen seiner Strenge und Unerbittlichkeit gegenüber den marxistischen Umtrieben ein Dorn im Auge ist. Die Bundesversammlung wählte ferner den bisherigen Vizekanzler Dr. Georg B o v e t zum Bundeskanzler. Zu Bundesrichtern wurden der Bundesgerichtsschreiber Dr. Huber von Lausanne und Oberrichter Paul K a s s e r in Bern gewählt. Der neugewählte Bundeskanzler ist ein geborener Neuburger und steht wie der neugewählte Bundesrat im 60. Lebensjahr. Eine Reihe von Jahren wirkte er als Journalist, und zwar als Bundesstadtredakteur des freisinnigen waatländischen Blattes „Revue". Sein Auftreten für die internationale Verständigung betätigte er praktisch durch Mitarbeit auf dem internationalen Friedensbüro, das früher feinen Sitz in Bern hatte. Im Nationalrat wirkte er viele Jahre als Ueberfetzer. Wie wir erfahren, hat Bundesrat M u s y, der Leiter des Finanzdepartements, dem Bundesrat fein Rücktrittsgesuch überreicht. Mit seinem Rücktritt mußte man seit acht Tagen rechnen. Nach der Verwerfung des sogenannten Staatsschutzgesetzes am 11. März und dem Rücktritt von Bundesrat H ä b e r l i n beantragte Bundesrat Musy die Gesamtdemission des Bundesrates; die übrigen sechs Mitglieder, auch Bundesrat Häberlin, waren gegen einen derartigen Schritt. Bundesrat Musy reichte hierauf ein wirtschafts- und finanzpolitisches Programm ein. Diese Vorgänge hatten zur Folge, daß im Nationalrat von verschiedenen Parteien Interpellationen ein- qereicht wurden. In einer hieß es, daß die U n - stimmigkeit im Bundesrat peinliches Aufsehen erregt hätte und geeignet sei, die parlamentarischen Einrichtungen und das Ansehen des Bundesrates selbst in der öffentlichen Meinung herabzumindern. Der Bundesrat beschloß heute, diese Interpellationen noch in dieser Session zu beantworten. An einer zweiten Sitzung des Bundesrates nahm der Finanzminister nicht mehr teil. Es wurde bekannt, daß er dem Präsidenten der Vereinigten Bundesversammlung seine Demission eingereicht habe. Er erklärt darin, daß er während 14 Jahre als Mitglied des Bundesrates auf schwierigstem Posten gestanden habe und das dringende Bedürfnis zu einem längeren Erholungsurlaub empfinde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen würde er eine längere Abwesenheit vom Amte nicht rechtfertigen können, und ersuche daher die Bundesversammlung, seine Demission anzunehmen. Aus diesem Grunde wird voraussichtlich die Dauer der Bundesversammlung verlängert werden. Die Ersatzwahl soll Anfang nächster Woche stattfinden. Litauens neuer Angriff aus das Recht von Memel Das Memelland besitzt nach seiner Losreißung von Deutschland eine ganz eigenartige Verfassung. Der eigene Landtag des Memelgebiets ist der Ausdruck der Autonomie des Landes; da er eine erdrückende deutsche Mehrheit aufweist, ist das „M e m e l d i r e k t o r i u m", die eigentliche Regierungsbehörde, aus deutschen Männern zusammengesetzt. In Memel sitzt auch der „Gouverneur" der litauischen Regierung, er ist der Vertreter des Gesamtstaates.'Der Landtag von Memel entsendet einige Abgeordnete in d i e litauische Volksvertretung in Kowno, doch ist ihr Einfluß dort gleich Null. Seit Jahren geht das Bestreben Litauens dahin, die ihm unbequeme Autonomie des Memellandes auszuhöhlen. Das Memel-Statut des Völker- bundes, in dem die Rechte der Memelländer festgelegt sind, wird kaum noch beachtet. Nachdem es nicht gelungen ist, den „großlitauischen" Anhang in Memel wesentlich zu verstärken, erfolgt ein Anschlag nach dem andern gegen d i e Selb st Verwaltung des Memelaebiets. Verschiedentlich hat Deutschland gegen alle diese Methoden, die sich in der Entlassung deutscher Beamten, in willkürlichen Eingriffen der Kownoer Regierung, in deutschen Zeitungsverboten usw. äußerten, scharfen Einspruch erhoben. Sogar die Signatarmächte des Völkerbundes haben schon Veranlassung gehabt, bei den Machthabern Litauens Protest zu erheben. Vor kurzem hat der Präsident des Memeldirektoriums, Schreiber, eine klare und zugleich loyale Rechtsverwahrung der memelländischen Bevölkerung in einer Landtagsrede abgegeben. Er appellierte darin auch an den Rechtssinn des litauischen Staatspräsidenten, die verbrieften Rechte des Memelgebiets zu achten. Einige Tage später ging die Meldung durch die Presse, daß der litauische Gouverneur den Präsidenten Schreiber zur Niederlegung seines Amtes aufgefordert habe. Die „Litauische Telegraphen- Agentur" setzte dieser Meldung ein entschiedenes Dementi gegenüber. Kein Wort sollte wahr sein. Einige Tage später aber brachte dasselbe amtliche Organ der Regierung in Kowno die Meldung, der Präsident Schreiber sei aufgefordert worden, 2 9 Beamte, darunter 21 Mitglieder der Landespolizei zu entlassen, weil gegen diese Persönlichkeiten ein Strafverfahren im Gange sei, da sie verbotenen Organisationen angehören, die mit Waffengewalt litauisches Staatsgebiet entreißen wollten. Zu den so beschuldigten Persönlichkeiten gehören auch die Führer der Deutsch-christlichen Volksgemeinschaft, Dr. Neumann und Baron von der Ropp. Diese Vereinigung ist Oie Reichsautobahnen beginnen die zweite Arbeitsschlacht mit 15000 Mann. Sür 33 Millionen neue Aufträge vergeben. — 1500 Kilometer Baustrecke in Angriff genommen. Berlin, 22. März. (DNB.) Zur Eröffnung der Arbeitsschlacht 1934 haben die Baustellen der Reichsautobahn Tausende neuer Arbeiter ausgenommen. Die Gesamtstrecke, die bis zu diesem Termin vorn Generalinspektor für das( deutsche Straßenwesen, Dr.-Jng. Fr. Tod t, zum Bau freigegeben wurde, hat die Länge von 1500 Kilometern (gegenüber 1000 Kilometer am Ende des Jahres 1933) erreicht. Die Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen schuf durch beschleunigte Bearbeitung der Vorentwürfe hierzu die Voraussetzung. 14 von der "Gesellschaft „Reichsautobahnen" eingesetzte Bauleitungen machen die freigegebenen Strecken vergebungsreif und leiten die Bauausführung. Im Bau befinden sich ab 21. März teils im ganzen, teils in Teillosen folgende Strecken: km । Bremen—Hamburg—Lübeck 169 Hannover—Magdeburg 135 | Duisburg—Dortmund 66 i Düsseldorf—Köln 24 Frankfurt — Heidelberg — Mannheim 100 Stuttgart—Ulm 85 München—Landesgrenze 100 Halle—Leipzig 20 Merane—Dresden 105 \ Breslau—Liegnitz 70 J Elbing—Königsberg 110 Stettin—Berlin 92 1076 l In Bauoorbereitung stehen die Strecken: km Düsseldorf—Duisburg 25 Frankfurt«. M. — Eisenach (Teilstr.) 30 Heidelberg—Karlsruhe 41 Bayreuth—Leipzig 162 Beuchen—Hindenburg—Gleiwitz 20 Fürstenwalde—Frankfurt a. d. O. 30 Stettin—Augustwalde 44 Brandenburg—Berlin 35 Ostteil des Berliner Ringes 30 417 Als am 23. September 1933 die Bau arbeiten auf der ersten Baustelle der Reichsautobahnen in Frankfurt a M. eröffnet wurden, waren dort 7 0 0 Mann angetreten. Heute ist die Baustelle Frankfurt—Mannheim—Heidelberg im 23 o 11- betrieb und stellt zur Eröffnung des Arbeitsjahres 1934 allein 6000. Insgesamt haben die Baustellen der Reichsautobahnen die Arbeitsschlacht 1934 mit 15 000 Mann begonnen. In den einzelnen Bauabschnitten wurden in diesen Tagen für 33 Millionen Mark neue Aufträge vergeben. Damit kommen die jetzt in Angriff genommenen Baustrecken voll zur Entfaltung, so daß die Zahl der beschäftigten Arbeiter von jetzt ab von Woche zu Woche wächst. Der ermordete Galmot war Staviskys Todfeind. Befand sich Tardieu unter den Scheckempfängern des Schwindlers? Paris, 23. März. (DNB.-Funkspruch.) Der parlamentarische Stavisky-Ausschuß, der am Donnerstag die früheren Minister Durant und Dalamier verhörte, ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß Durant sich einwandfrei habe rechtfertigen können, während Dalamier sich in Widersprücheverwickelt habe, die zweifellos eine nochmalige Vernehmung notwendig machen dürften. Die vom Abgeordneten H e n r i o t eingereichten Unterlagen über den Fall G a I m o t sind inzwischen an die Generalstaatsanwaltschaft und von dieser an den Untersuchungsrichter weitergeleitet worden. Die Annahme, daß der Abgeordnete von Guayana Galmot, auf Deranlasung Stavaskys umgebracht wurde, scheint sich zu bestätigen durch eine Erklärung des Schriftstellers Josef Kessel, der mit Stavisky sehr befreundet war. Kessel hat ein Buch über Stavisky geschrieben und darin u. a. eine Unterredung mit Stavisky geschildert, der Galmot als seinen Todfeind bezeichnete und drohte, ihm den Garaus zu machen. Nach dem „Echo de Paris" sind durch die Aussagen Henriots auch der frühere Generalstaatsanwalt Prouharam und der frühere Minister Ren6 Renault schwer belastet worden. Ein Scheckabschnitt trug den verstümmelten Vermerk „Tard...", was von der sozialistischen als „Tardieu" gelesen wurde, während die Rechtspresse unter Protest nach anderen Lesarten sucht. Der sozialistische „Populaire" veröffentlicht jetzt ein angebliches Empfehlungsschreiben des damaligen Ministerpräsidenten Tardieu an den Gerichtsresidenten von Marokko. In diesem Empfehlungsschreiben werden dem im Stavisky-Skandal verhafteten Dubarry bestimmte wirtschtliche Pläne besonders empfohlen. Das Blatt gibt, ohne eine direkte Schlußfolgerung zu ziehen, der Veröffentlichung einen entsprechenden Rahmen, durch den die Verbindung Tardieu-Stavisky-Dubarry beleuchtet werden soll. Man dankt Die SPD-Emigranten wollen von Prag nach Paris übersiedeln. Paris, 23. März (DNB. Funkspruch) Ministerpräsident Doumergue hat in dem am Donnerstag abgehaltenen Kabinettsrat ein Schreiben des Sozialistenführers L 6 on Blum verlesen, das den Wunsch des in Prag sein Unwesen treibenden sogenannten Vorstandes der „Sozialdemokratischen Partei Deutschlands" zum Ausdruck bringt, sich in Paris niederlassen zu dürfen. Der „Vorstand" beklagt sich darüber, seit den Vorgängen in Oesterreich Schwierigkeiten in seinen Verbindungen und Jnformationsmöglichkeiten zu haben und bittet Leon Blum, bei der französischen Regierung wegen einer etwaigen Ueberfieblung nach Paris vorstellig zu werden. Der Kabinettsrat hat keinen Beschluß gefaßt. Er wird seine Antwort von einer eingehenden Prüfung der Frage abhängig machen, wie sich der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Frankreich z u betätigen gedenkt. Nach dem „Echo de Paris" stehen die meisten Regierungsmitglieder dem Antrag ablehnend gegenüber. Oie Miliz der französischen Marxisten. Paris, 23. März. (DNB. Funkspruch.) Die sozialistische Presse unter Führung des „Populaire" war mit voller Entschiedenheit Gerüchten entgegengetreten, daß die sozialistischen Verbände sich bemühen, eine Miliz aufzurichten. Besonderen Eifer sollten die nordfranzösischen Bezirksverbände nach, dieser Richtung an den Tag gelegt haben. Das „Echo de Paris" hatte sich bei der Verbreitung derartiger Behauptungen auf ein g e h e i m e s Rundschreiben berufen, das jetzt vom „Matin" ver- öffentlicht wird. Dieses Rundschreiben, das an die Liller Sozialisten gerichtet ist, kündigt die Notwendigkeit der Schaffung einer derartigen Arbeitermiliz an. Besonderen Eindruck glaubt der Aufruf durch die Bemerkung zu machen, daß die französischen Arbeiter unmöglich das Schicksal ihrer Brüder in Italien, Deutschland und Oesterreich teilen könnten. Die Adressaten werden um Angabeihrer Eignung für den Heeresdienst gebeten. Ableistung der Ehrendienstpflicht und Altersgrenze von 45 Jahren werden in dem Rundschreiben als Bedingungen für den Eintritt in die Miliz angegeben. * lieber das F r e i m a u r e r t u m im französischen Parlament veröffentlicht das „Echo oe Paris" die erste Namenslifte von Abgeordneten und Senatoren, die der französischen Freimaurerbewegung angeboren. Es handelt sich anscheinend uni den ersten Teil einer nach dem Alphabet geordneten Lifte der Abgeordneten und Senatoren. Aus dieser ersten Veröffentlichung, die 50 Namen enthält, feien erwähnt: Abg. Vincent Auriol, Senator Verenger, Senator Besnard, Senator Bienvenu Martin, Abg. Läon Blum, der in Bayonne wegen des Stavifky-Skandals verhaftete Ada. Bonnaure, der Abg. von Gouadeloupe-Candace, Abg. Camillo Chautemps, Abg. Dalimier, Abg. Dumesnil, Senator Dumont. die jetzt einzige politische Vertretung der deutschen Mehrheit im Memelgebiet. Von deutscher Seite ist sofort festgestellt worden, daß es sich bei den Vorwürfen gegen die Beamten um völlig unbewiesene und unbegründete Behauptungen handelt. Der Zweck des Vorgehens ist klar: weigert sich das Memeldirektorium, solchen, wenn auch sachlich unbegründeten Weisungen zu folgen, dann hat der litauische Gouverneur eine Handhabe, das ihm wegen seiner deutschen Gesinnung unbequeme Direktorium in seinen Rechten anzutasten. Aus indirektem Wege könnte so erreicht werden, was durch einen willkürlichen Angriff nicht möglich erscheint. Präsident Schreiber hat diesen Vorstoß mit einer Erklärung pariert, in der er mitteilt, daß gegen die namhaft gemachten Beamten sofort ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird. Damit soll sofortige Klarheit geschaffen und allen Vorwänden der Boden entzogen werden. Die angeschuldigten Beamten selbst weisen die gegen sie erhobenen Behauptungen entschieden zurück. Die völlig sachliche und loyale Einstellung der deutschen Selbstverwaltungsorgane ist durch diese Haltung erneut bewiesen. Es wird sich sehr bald zeigen, welches n e u e Spiel ersonnen wurde, um das Mcmelstatut auf die Seite zu schieben. Litauen wird sich aber hoffentlich darüber im Klaren fein, daß feine fortwährenden Angriffe und Rechtsverletzungen ein sehr schlechtes Bild geben müssen. Eines Tages könnte man sich fragen, ob mit einem solchen Staate noch vertragliche Beziehungen möglich sind. Tschechisches Hahmteil. Die 72iährige Anastasia Zidek aus Schepantowitz (Tschechoslowakei) hatte sich vor einem tschechoslowakischen Gericht wegen eines „Verbrechens" gegen Paragraph 12 des Schutzgesetzes der Republik zu verantworten. Auf einen Stock gestützt, wankte die alte Frau zur Anklagebank. Der Briefwechsel mit ihrem Neffen, der in West- fakender SA. an gehört, bildete die Grundlage der Anklage. Wegen Unterlassung der o o r g e f djriebenen Anzeige wurde das alte Mütterlein nach Beratung zu einem Mona t Kerker und tausend Kronen Geldstrafe oder zu weiteren zehn Tagen Werter verurteilt. Die Schilderung des Lebens in der SA. war der Greisin zum Verhängnis geworden. Oesterre chs Zukunst. Pariser Bedenken gegen Beneschs „europäische Lösung". Paris, 23. März. (DNB. Funkfpruch.) Die von Dr. Benesch vorgeschlagene europäische Lösung der österreichischen Frage wird von der französischen Presse nicht für unbedenklich gehalten. <5te laufe, so schreibt der „Jour", auf die Erhaltung des Status quo, d. h. die Balkanisierung des Donauraumes hinaus, wobei schließlich die „deutsche Lösung", d. h. der Anschluß, den Sieg daoontragen werde. Seltsam sei, daß Benesch sich dieser Losung nur aus einer Pflicht der Loyalität gegenüber Frankreich zu widersetzen scheine. Die „Action Franxaise" glaubt, daß Benesch sich schon jetzt mit dem Anschlußgedanken vertraut machen wolle, da er die Tschechoslowakei nicht für ftarf genug halte. Widerstand zu leisten. „Echo de Paris" meint, die Kleine Entente erwarte von den Großmächten die Verhinderung des Anschlusses, während sie sich selbst die Aufgabe stelle, die Schaffung einer italienischen Schutzherrschaft oder Einflußzone zu Der* hindern. Jedenfalls sei für Erhaltung des Status quo die Annäherung zwischen Italien und der Kleinen Entente notwendig. Leider hab« die Un- der Der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes schreibt: Die stetige Zunahme der Arbeitslosigkeit in den eli Aus aller Oie Zuerkennung der Hochschulreife. 23er« der fähigkeit der mit dieser Aufgabe betrauten französischen Diplomaten, in erster Linie de Jouvenels, dies unmöglich gemacht, doch werde Mussolini eines Tages einsehen, daß der deutsche Borstoß in Mitteleuropa nur ausgeschoben, aber nicht ausgehoben sei. Kampf gegen Pfuscher und Schwarzarbeiter in der Gärtnerei. Meine politische Nachrichten. Am 28. Februar 1934 betrug die Summe der schwebenden Schuld des Deutschen Reiches 2243,4 Millionen Mk., gegen 2167,1 Millionen Mk. am 31. Januar 1934. An Steuergutscheinen waren im Umlauf: 1326,3 (1278,7) Millionen Mk., und für Zwecke der öffentlichen Arbeitsbeschaffung der Reichsbank als Sicherheit überlassen 600 (600) Millionen Mark. Premierminister Hertzog gab im Senat der südafrikanischen Union bekannt, daß die Regierung in Berlin und Paris eigene diplomatische Vertretungen Südafrikas einrichten werde. Der Vertreter in Berlin würde gleichzeitig in Stockholm beglaubigt werden. Das Sozialamt der Deutschen Arbeitsfront gibt im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsministerium und dem Reichsarbeitsministerium bekannt, daß mit der Aufstellung der Li st en für die Vertrauensräte und mit sonstigen Wahlvorbereitungen entsprechend dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit und den dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen unverzüglich zu beginnen ist. * Die Reichsleitung der N S. - H a g o und der Be- alftragte für die deutschen Verbrauchergenossenschaften haben eine Vereinbarung getroffen, nach der die Werbung der Verbrauchergenossenschaften sich ausschließlich auf ihre bisherigen oder auf ihre ausgeschiedenen Mitglieder zu erstrecken hat. Sämtliche Dienststellen der NS.-Hago sind angewiesen worden, jeden Kampf gegen die Verbrauchergenossenschaften zu unterlasse^ Bei der Aufstellung der e st n i s ch e n Präsidentschaftskandidaten erzielten General L a i d o n e r und Ministerpräsident P a e t s in den ländlichen Bezirken erheblich mehr Unterschriften als der Kandidat der Freiheitskämpfer, General L a r k a. Die ländlichen Stimmen sind für die Wahl enscheidend, da die Landbevölkerung 71 v. S). Gesamtbevölkerung Estlands ausmacht. Kunst und Wissenschaft. Generalmusikdirektor Werner Ladwig f. In Dresden verstarb nach kurzer Krankheit der Leiter des Dresdener Philharmonischen Orchesters, Generalmusikdirektor Werner Ladwig. Er hat ein Alter von nur 35 Jahren erreicht. Der Dresdener Philharmonie stand er erst seit dem 1. September 1933 als alleiniger Dirigent vor. Deutschland beteiligt sich an der Brüsseler Weltausstellung. Die Reichsregierung hat der belgischen Regierung mitgeteilt, daß sie die Einladung zur Teilnahme an der „Internationalen Meltaus st e l - Lung Brüssel 1 935" annimmt. Zur Durchführung der erforderlichen Maßnahmen wurde vom Reichswirtschaftsminister im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Dolksaufklärung und Pro- paganda der Geh. Regierungsrat Dr. Mathies zum Reichskommissar für die Weltausstellung bestellt. Zum stellvertretenden Reichskommissar wurde der Referent im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda Dr. B ä h r e n s ernannt. Internationale Konferenz für Krebsbekämpfung in Paris. In Paris begann eine vorbereitende internationale Konferenz, auf der Vertreter von Verbänden und Einrichtungen zur Bekämpfung des Krebses aus zahlreichen Ländern teilnehmen. Als Vertreter des Reichsausschusses für Krebsbe- kämpfung sind eingetroffen der Präsident des Reichsausschusses, Geheimrat B o r st, der stellvertretende Direktor des Universitätsinstituts für Krebsforschung in Berlin, Dr. A u l e r, und Prof. H o l t- h u s e n'(Hamburg). Die Pariser Tagung geht, auf die Beschlüsse des im Oktober 1933 in Madrid abgehaltenen ersten internationalen Krebskongresses Zurück, der die Schaffung einer internationalen Union als Zentralstelle der einschlägigen Verbände und Einrichtungen vorgesehen und die Ausarbeitung der Satzungen einem engeren Ausschuß übertragen hat. aufs schmählichste bekämpft hat, grundsätzlich nicht wünscht. Zu der Veröffentlichung in der Berliner Jllu- strirten Zeitung teilt der Führer des Deutschen Luftsports, Präsident Loerzer, mit: Ebenso wie der Reichsminister der Luftfahrt weise auch ich die begonnene Artikelserie in der „Berliner Jllustrirten Zeitung" über „Kriegserlebnisse des Fliegerleutnants Göring" energisch zurück. Die Bezugnahme im Artikel auf angebliche Kriegstagebücher der Brüder Loerzer ist vollkommen aus der Luft gegriffen. Weder ich noch mein Bruder haben jemals ein Kriegstagebuch besessen. Ebensowenig habe ich dem Verfasser sonstige Informationen gegeben, noch mein Einverständnis zu einer derartigen Veröffentlichung erteilt." — Probst Loerzer teilt mit: „Der Verfasser hatte sich wegen Überlassung von Bildmaterial zu einer Schilderung von Kriegserlebnissen an mich gewandt. Ich habe jedoch weder Bildmaterial noch andere Unterlagen zur Verfügung gestellt, sondern diese Dinge den zuständigen Stellen überlassen. Die falsche Angabe, daß ein Wunsch des Herrn Reichsministers der Luftfahrt zur Abfassung eines Buches über Treue und Kameradschaft im Kriege vorliege, bewog mich, dem Verlangen nach einem Vorwort stattzugeben. Die Verwendung dieses Vorworts jedoch in der nunmehr erfolgten Art stellt gröbsten Mißbrauch dar." Berlin, 22. März. (DNB.) Nach der fügung des Reichsinnenministeriums und Reichsleitung des Deutschen Arbeitsdienstes sind die Direktoren aller deutschen Schulen verpflichtet, bis zum 20. März 1934 die Ra - men und Anschriften s ä m t l i ch e r A b l t u- rienten an den für den Schulart zuständigen Arbeitsgau bezw. bei den Abiturientinnen an die zuständige Landesstelle zu melden. Da bisher nicht alle Direktoren ihrer Meldepflicht bis.zum festgesetzten Termin, am 20. März 1934, nachgekommen sind, fordert die D e u t s ch e S t u d e n- tenschaft die Direktoren, die die Meldung noch nicht vorgenommen haben, auf, die Namen und Anschriften der Abiturienten dem zuständigen Arbeitsgau, die der Abiturientinnen der zuständigen Landesstelle bis spätestens zum 26. März 1934 zu übersenden. Alle Abiturienten und Abiturientinnen werden darauf hingewiesen, daß sie bei der Meldung zum Dien st Halbjahr eine amtliche Mitteilung über die Zuerkennung der Hochschulreife vorweisen müssen. Alle Abiturienten und Abiturientinnen, die die Hochschulreife erhalten und zu studieren beabsichtigen und damit zur Ableistung des Diensthalbjahres im Sommer 1934 verpflichtet sind, müssen deshalb diese schriftliche amtliche Mitteilung selbst anfordern, wenn ihnen die Hochschulreife bisher nur mündlich Anerkannt worden ist. letzten Jahren hat auf allen Gebieten der Wirt- schäft ein Pfuscher- und Schwarzarbeitertum übelster Sorte gezüchtet. Besonders breit und sehr zum Schaden der reellen Gärtner haben sich diese Elemente auf dem Arbeitsgebiet der Gartenausführenden und Friedhofsgärtner gemacht. Leute, die den Gärtnerberuf nicht genügend ober überhaupt nicht erlernt haben, bieten den Gartenbesitzern und Grabstelleninhabern ihre Arbeit zu Preisen an, die oft weit unter den tariflich fe ft gefegten oder ortsüblichen Löhnen liegen, so daß es dem anständigen Gärtner, der seinen Gehilfen und Arbeitern Die ihnen zustehende Löhne zahlt, von vornherein unmöglich gemacht wird, Aufträge zu erlangen. Die unausbleibliche Folge dieses Unwesens ist eine Z u - nähme der Arbeitslosigkeit bei den gärtnerischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Diese Pfuscher und Schwarzarbeiter, die weder Steuern noch soziale Abgaben bezahlen, lassen sich nur wirksam bekämpfen, wenn alle Gartenbesitzer es ablehnen, von derartigen Leuten ihre Gärten betreuen zu lassen. Nur dann wird es möglich sein, dem reellen Gärtner vermehrte Arbeit zuzuführen und den Gärtnerberuf gegen das Pfuschertum zu schützen. Schwere Explosion auf einem französischen Pelroleumkahn. — Zehn Tote, zehn Verletzte. Als der Transpo.ikahn „La Girafe" in dem unweit von Rouen gelegenen Seine-Hafen Port Jerome festmachen wollte, explodierte aus noch nicht geklärter Ursache die aus vollen Petroleumfässern bestehende Ladung mit donnerähnlichem Getöse. Das Fahrzeug stand alsbald in Hellen Flammen. Das Unglück dürfte zehn Tote und zehn Verletzte gefordert haben. Die Explosion ereignete sich, wie ergänzend gemeldet wird, in dem Augenblick, als die Petroleumtanks des Schiffes durch Röhren mit dem Petroleumbehälter an Land verbunden waren und die Abfüllung begann. Fünf Leichen sind bereits geborgen, fünf andere hat man unter den brennenden Ueberresten des Schiffes erkennen können. Unter den Toten befinden sich drei Angestellte der Französisch-Amerikanischen Petroleumraffinerie, ferner vier Offiziere, ein leitender Monteur und zwei Matrosen des Transportkahns. Das Feuer konnte nach vierstündigen Bemühungen gelöscht werden. Todesstrafe für pflichtvergessene russische Eifenbahnbeamte. Wie aus Moskau gemeldet wird, hat der Oberste Staatsanwalt der Sowjetunion Akulow, der gleichzeitig der Stellvertreter des Vorsitzenden der OGPU ist, ein Telegramm an sämtliche Staatsanwalt chaften gerichtet mit der Aufforderung, sorgfältig die Gründe und Ursachen zu prüfen, die zu den letzten Eisenbahnunglücken geführt haben, und gegen gewissenlose Eisenbahnbeamte als exemplarische Bestrafung nur die Tod esst r a f e zu verhängen. Der Oberste Staatsanwalt erklärt daß nur mit härtesten Maßnahmen die Disziplinlosigkeit unter den russischen Eisenbahnbeamten beseitigt werden könne. Wie die Telegra- phen-Agentur der Sowjetunion ferner meldet, sind ein Lokomotivführer und ein diensthabender Stationschef bereits zum Tode verurteilt worden. Sie waren angeklagt, die Eisenbahnkatastrophe auf der Station Tawatui verschuldet zu haben. Fünf Angeklagte wurden zu Freiheitsstrafen von verschiedener Dauer verurteilt. Schwere Ausschreitungen streikender Taxichauffeure in Rewyork. Das Newyorker Theateroiertel war in den letzten Nächten, in der Zeit zwischen dem Schluß der Vorstellungen und dem frühen Morgen der Schau- vlatz heftiger Zusammenstöße zwischen der Polizei und st r e i k e n d e n T a x i ch a u f f e u r e n, Die durch Straßenpöbel weiteren Zuzug erhalten hatten. Sie suchten jeden Taxiverkehr zu unterbinden, indem sie die Wagentüren abrissen, die Insassen, darunter viele Frauen in Abendkleidern, zum Aussteigen zwangen und die Taxis demolierten, so daß der mittlere Broadway schließlich den Anblick eines großes Trümmerfeldes bot. Die Streikenden fuhren in großen Omnibussen zu Hunderten nach dem Theateroiertel, wo sie ausstiegen und ihr Zerstörungswerk begannen. Der Polizei gelang es schließlich, die Demonstranten m die Seitenstraßen abzudrängen. Jedoch kamen immer wieder Überfälle von Streikenden, die sich in eleganten Privatwagen befanden, auf Nichtstreikende vor Etwa 500 Streikende veranstalteten einen Demonstrationszug, der sich über den unteren Broadway naa) Citggall bewegte. Polizeibeamte, die den Zug auflosen wollten, wurden tätlich angegriffen und zuruckgetrie- ben. Die Streikenden zerstörten e t w a 5 U Auiodroschken. deren Chauffeure sich dem Streik nicht angeschlossen hatten. Zum Teil wurden die Wagen auch in Brand gesteckt. Die arbeitswilligen Chauffeure wurden so mißhandelt, daß sie blutüberströmt und bewußtlos zu Boden stürzten. Der Verkehr auf dem Broadway ruht fast völlig. Andere Abteilungen zogen nach der Times Square und den Zentralbahnhöfen, um im Theaterviertel den nach Schluß der Vorstellungen stark einsetzenden Verkehr lahmzulegen. Die von den Streikenden durchzogenen Straßen ähnelten Schlachtfeldern. Immer neue Terrorakte in Spanien. In Santander überfielen zwei aus je vier Mann bestehende Banden zur. gleichen Zeit zwei Banken, deren Angestellten sie mit der Waffe bedrohten und einsperrten. Es fielen ihnen insgesamt über 150000 Peseten in die Hände, mit denen sie unerkannt entkommen konnten. Aus dem Provinzmuseum in Burgos wurde von einem unbekannten Täter ein arabisches Schmuckstück gestohlen, dessen Wert eine halbe Million Peseten beträgt. Bei Vigo wurde eine Dorskirche von einem Anarchisten in Brand gesteckt. In Valencia dauern die Sabotageakte an den elektrischen Hochspannungsleitungen an. In der vergangenen Nacht sind allein 14 Bomben an Leitungsmasten zur Explosion gebracht worden. Opfermut zweier Vahnangestellteu verhütet ein Eifenbahnungtück. Ein Zug der Bernina-Bahn ist, wie aus St. Moritz gemeldet wird, mitsamt seinen Passagieren durch den Opfermut zweier Arbeiter aus einer schweren Gefahr gerettet worden. Kurz bevor der Zug auf der Station Bernina-Häuser einfahren wollte, 'löste sich von dem über dem Ort hochstrebenden Mont Pers eine große Schneelawine los und stürzte auf das Bahngleis nieder, das auf einer Strecke von etwa 800 Metern und einer Höhe von drei bis vier Metern zugedeckt wurde. Zwei Bahn- angefteUte liefen, mit Signalen bewaffnet, dem Zug entgegen und konnten ihn noch im letzten Augenblick zum Halten veranlassen. Im selben Moment wurden die beiden von nachstürzenden Schneemassen verschüttet. Der eine konnte nach einer Stunde als Leiche geborgen werden, während die Leiche des anderen Bahnängestellten noch gesucht wird. Todesstrafe und lebenslängliches Zuchthaus für Raubmörder. Das Schwurgericht in Oels (Schlesien) verurteilte den Arbeiter Josef Knospe aus Gimmel (Kreis Oels) wegen Raubmordes zum Tode. Sein Mittäter, der Fleischergeselle Adolf Wollny aus Schönau (Kreis Oels) wurde zu lebensläng, lichem Zuchthaus verurteilt. Beide waren in der Nacht zum 15. November 1932 in das Geschäft der Kolonialwarenhändlerin Else Wein er t in Freyhan (Kreis Militsch) eingedrungen. Als die Ladeninhaberin sie dabei überraschte, wurde sie von Knospe mit Faustschlägen bearbeitet, so daß die Frau bald danach starb. Das Urteil im Düsseldorfer Giftprozeh. Im Düsseldorfer Giftprozeß verurteilte das Reichsgericht in Leipzig wegen Vorbereitung zum Hochverrat den Schleifer und Galvaniseur H i 11 g r a f zu drei Jahren Z u ch t h a u s und fünf Jahren Ehrenrechtsoerluft, den Schlosser Wein- z i e b r zu zwei Jahren Gefängnis und den Sattler Saalwächter zu zwei Jahren Gefängnis, wegen Beihilfe zur Vorbereitung des Hochverrates den Kraftfahrer Hans Wienke zu einem Jahr drei werden solle, wobei das Kölner Organ nur als Kopfblatt der DAZ. weitergeführt würde, falsch sei. Die „Kölnische Zeitung" werde in jeder Beziehung unverändert weiter erscheinen. Monaten Gefängnis Bei den Deruneilten werden je elf Monate und drei Wochen für bie erlittene Untersuchungshaft in Abzug gebracht. Die Ange« klagten Ludwig und Schmidt werden frei« gesprochen. Hinrichtung eines Gattenmörders. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit« teilt, ist in Arnsberg (Wests.) der durch Urteil des Schwurgerichts in Arnsberg vom 15. September 1933 wegen Mordes zum Tode verurteilte Albert Heinz aus Niederschelden h i n g e r i ch t e t worden. Der preußische Ministerpräsident hat von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil Heinz mit ungewöhnlicher Heimtücke und verbrecherischer Hartnäckigkeit etwa zwei Jahre lang feiner Ehefrau Arsenik beigebracht und hierdurch allmählich ihren qualvollen Tod herbeigeführt hatte. Gewitter über Thüringen. — Eine Kirche eingeäschert. lieber die Pößnecker Gegend (Thüringen) gingen heftige Gewitter nieder, die von schweren Hagelschlägen begleitet waren. Ein Blitz schlug in die Kirche des Ortes Daumitzsch und zündete. Die Kirche wurde völlig ein Raub der Flammen. Der 36 Meter hohe Turm, der drei Glocken trug, stürzte krachend zusammen. Auf dem Friedhof wurde durch den stürzenden Turm und das Stein- und Balkenwerk der Kirche großer Schaden angerichtet. Eine wertvolle Diamanfenfenbung verschwunden. Aus bisher unaufgeklärter Ursache ist eine Dia - mantenfenbung im Werte von etwa 175 000 Mark, bie am 12. Februar von Amsterbam nach Wien abgegangen war, verloren gegangen. Ein belgischer Diamantenhänbler aus Antwerpen will bas Paket bis zu bem genannten Zeitpunk in Amsterbam als postlagernbe Senbung nach Wien aufgegeben haben. Als ber belgische Hänbler einige Tage darauf das Paket in Wien persönlich in Empfang nehmen wollte, stellte sich heraus, daß man dort von dem Eingang eines solchen Paketes nichts wußte. Sowohl von der Amsterdamer wie von der Wiener Polizei werden eingehende Nachforschungen nach dem Verbleib der Sendung, die versichert war, angestellt. Die Brandkatasirophe von Hakodate. — Schwerer Sturm über Iapau. Nachrichten über Einzelheiten von der furchtbaren Brandkatastrophe in Hakodate laufen bisher nur sehr spärlich in Tokio ein, da fast sämtliche Verbindungen unterbrochen sind. Aus diesem Grunde ist auch eine genaue Feststellung über die Zahl der Opfer noch nicht möglich, man spricht jedoch von 1000 Toten und 15 000 Verletzten. Ein furchtbarer Sturm trägt zur Erhöhung der in der Stadt herrschenden P a ni k bet und verhindert die Löscharbeiten. Am Donnerstag» morgen war noch kein Nachlassen des Feuers zu beobachten. Das Geschäfts- und das Vergnügungsviertel sind fast vollkommen zerstört. Das Gefäna- nis brannte bis auf die Grundmauern nieder, fo daß die Gefangenen von Militärabteilungen aus der Stadt herausgeführt werden mußten. Das Militär ist im übrigen in sehr weitgehendem Maße au den Hilfsarbeiten eingesetzt. — Nach den bisherigen Meldungen sind bei dem Taifun, der über Japan und besonders über Tokio wütete, allein in Tokio und Umgebung 80 Personen ums Leben gekommen; über 300 Personen wurden verletzt. Der vom Sturm angerichtete Sachschaden ist außerordentlich groß. Zahlreiche Telegraphenverbindungen wurden zerstört, mehrere Eisenbahnlinien unterbrochen. Der Rundfunksender in Tokio mußte wegen größerer Schäden für einige Zeit stillgelegt werden. Die Regierung hat für die notleidende Bevölkerung besondere Hilfsmaßnahmen ergriffen. „Quer durch die Wett ohne Geld." — Hochstapler mit Eouleurband und Parteiabzeichen. Zwischen 15 und 20 fühlt der Jüngling den Drang in sich, die Welt zu erobern. Glücklicherweise verzichten die meisten daraus, ihren Neigungen in dieser Hinsicht nachzugehen und bleiben brav in der Lehre, weil sie frühzeitig genug zu der Erkenntnis kommen, daß man ohne Geld die Welt nicht erobern kann, man also klüger tut, zuerst sich Geld zu beschaffen. Anders ein achtzehnjähriger junger Mann, der von Hamburg nach Berlin kam, um hier mit der Welteroberung den Anfang zu machen. In Hamburg hatte er sich Postkarten drucken lassen, die ihn in schmucker Sportkleidung als Radfahrer zeigten. Die Karten trugen die Unterschrift: „Quer durch d i e Welt ohne Geld". Er verkaufte diese Postkarten in Kaffeehäusern und Gastwirtschaften, und er wäre ja wohl auch noch ein Stück weiter auf feinem Wege quer durch die Welt gekommen, wenn er feine Ausrüstung nicht durch ein Eouleurband und das Parteiabzeichen der NSDAP, vervollständigt hätte. In einem Restaurant wurde er von einem Akademiker über seine studentische Verbindung näher befragt. Auf gut Glück nannte der iugendliche Hochstapler eine Burschenschaft, bereu Farben jedoch mit denen des Couleurbandes nicht übereinstimmten. Als er sich dann noch einem SA.- Mann gegenüber in Widersprüche hinsichtlich seiner Parteizugehörigkeit verwickelte, wurde der Ausreißer festgenommen und nach dem Polizeipräsidium gebracht. Hier förderte man aus seinen Taschen einen Paß zutage, in dem der hoffnungsvolle junge Mann selbst seinen Beruf hineingeschrieben hatte: „Weltreisender". Wettervoraussage. lieber Mittel- und Süddeutschland ist der Luftdruck weiterhin angestiegen und dürfte vorübergehend zu stärkerer Aufheiterung führen. Dabei werden die Temperaturen tagsüber etwas höhere und nachts etwas tiefere Werte erreichen. Da abev die nördliche Störungstätigkeit noch nicht abgeschlossen ist und von Island her wieder ein neuer Wirbel vorschreitet, ist noch mit zeitweiser Bewölkung und später mit aufkommender Niederschlags« neiaung zu rechnen. Vorhersage für Samstag: Neblig, wolkig mit Aufheiterung, zunächst meist trocken, nachts etwas kühler, tagsüber milder. Lufttemperaturen am 22. März: mittags 9,2 Grad Celsius, abends 6,2 Grad; am 23. März: morgens 4 1 Grad Celsius. Maximum 9,7 Grad, Minimum 3 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. März: abends 6,7 Grad; am 23. März: morgens 4,9 Grad. — Niederschläge 0,9 mm. — Sonnenscheindauer eine halbe Stunde. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch» und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. seiner eigenen Kriegserlebnisse in einem Blatts Der Verlag der „Kölnischen Zeitung" teilt mit, des Verlages Ullstein, der bis zur Macht- daß eine Meldung, wonach die „Kölnische Zeitung" Übernahme durch den Nationalsozialismus diesen mit der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" fusioniert neichswohnfmsorge für kinderreiche Familien. Berlin, 22. März. (DNB.) Zur Förderung des Baues von Not - und Behelfswohnungen für die minderbemittelte Bevölkerung erhalten die Gemeinden nach den Bestimmungen des Reichsarbeitsmimsters zinsfreie Reichsdarlehen, deren Höchstlatz allgemein 1000 Mark für jede Wohnung beträgt. Aus Anregung des Reichsarbeitsministers hat sich der Reichsfinanzminister neuerdings damit einverstanden erklärt, daß für Wohnungen kinderreicher Familien ein Zusatzdarlehen von 3 0 0 Mark gegeben wird. Angestelltenstetten bei Behörden für nationalsozialistische Kämpfer. Berlin, 22. März. (DNB.) Im Einvernehmen mit dem Reichswehrmini st er hat sich der Reichsinnenmini st er damit einverstanden erklärt, daß zugunsten von bewährten Kämpfern für die nationale Erhebung die bei den Behörden vorhandenen Ange st eilten st eilen auch weiterhin und zwar bis Ende September 1 9 34 nur ju 50 o. H. mit Versorgungsanwärtern besetzt werden. Die den Schwerkriegsbeschädigten ^gebilligten Vorzugsrechte werden durch diese Maßnahme nicht beschränkt. Auch die Vorbehalte der Beamtenstellen ändern sich nicht. Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in der Werbung. Der Präsident des Werberats der Deutschen Wirtschaft hat angeordnet, daß für wirtschaftliche Zwecke mit Abbildungen, Aussprüchen oder Lebensgewohnheiten lebender Persönlichkeiten des politischen oder öffentlichen Lebens nur mit deren ausdrücklicher und schriftlicher Zustimmung geworben werden darf. Dank - und Empfehlungsschreiben dürfen nur mit ausdrücklicher und schriftlicher Zustimmung der Schreibenden und unter genauer Angabe ihres Namens, Berufes und ihrer genauen Anschrift sowie von Ort und Zeit der Ausstellung der Schreiben verwendet werden Der Inhalt der Schreiben muß den Tatsachen und den Richtlinien des Werberates entsprechen. Dank- und Empfehlungsschreiben, für die Zuwendungen irgendwelcher Art v e r s p rochen oder gewährt worden sind, dürfen zur Wirtschaftswerbung nicht verwendet werden Bei der Wirtfchaftswerbung muß insbesondere die Möglichkeit einer Irreführung durch die Bezeichnung einer Ware und die Angaben über sie vermieden werden. Keine Veröffentiichung der -Kriegs- erlebniffe des Fliegerleuknants Hermann Körmq". Berlin, 22. März. (DNB.) D-r R-ichsminist-r für Luftfahrt Hermann Göring hat die wettere Veröffentlichung der Artikelferie „Dw Kneg-. erlebniffe des Fliegerleutnants Hermann Gorina tnder „BerlinerIlluftr , rtenZ - t iu ng untersagt, weil einmal die Ueberschrift irreführend ist, weil zum anderen der Bericht in feinen wesentlichen Punkten auf f r e i e r E r f l n d u n g beruht, weil er ferner in der reportagehaften Darstellung dem schweren Ernst des Krieges nicht gerecht wird und weil schließlich Der Reichsminister für Luftfahrt eine Veröffenlltchung 'Rosemarie, Rosemarie... Roman von Käthe Metzner. 23. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Wie an jenem Abend, so stand er auch jetzt wieder in seiner kleinen Mauerecke in der Nähe des Portals und wartete, aber heute in Begleitung des Justizrats. Sie hatten Glück! Der Schließer kam heute. Ein Geldstück wirkte Wunder. Bei Cojazzi aßen Fürst Lueberg und die Bergmann. Schon oft hatte er in der gediegenen Weinstube das Souper bestellen oder bestimmte Plätze reservieren lassen müssen. Für heute war es zu spät geworden. Aber morgen!, morgen! Am nächsten Abend war Wangenheim nicht im Theater. Schon von zehn Uhr an sah er mit dem Justizrat bei Cojazzi. Die Weinstube war heute fast unbesucht. Erst nach Schluß des Theaters kamen noch einige Gäste. Für Fürst Lueberg und Fräulein Bergmann waren bestimmte Plätze reserviert. Sie würden sich in den kleinen Nebenraum setzen, schlug Wangenheim vor. Da würde man sie kommen sehen, ohne daß man selbst bemerkt werden konnte. r., . Der bedienende Ober hatte bereits vorsichtig angedeutet, daß Fürst Luebergs und Fräulein Bergmanns Verhältnis zu einander freundschaftlich, kameradschaftlich sei. Mehr habe er beim besten Willen bisher nicht feststellen können. Die Uhr schlug nun elf mal. Silberhell zitterten die Schläge durch den dämmerigen Raum. Die Zeit verrann. Jeden Augenblick muhte sie eintreten. _ „ Ein Viertel nach elf Uhr. Ein Boy riß die Tur ganz weit auf. Frau Bergmann, Rosemarie und Fürst Lueberg traten in das Lokal. Wangenheim, der soeben sein Weinglas zum Munde führte, mußte es schnell wieder auf den Tisch stellen. So sehr zitterte seine Hand. Ab und zu hatte er Gelegenheit, an den Tisch hinüberzublicken, an dem Rosemarie saß. Ihr Gesicht war im hellen Lichtkreis der Lampe, und so konnte Wolfgang Wangeheim es ganz deutlich erkennen. Am liebsten wäre er aufgesprungen und zu ihr geeilt, aber das war nicht möglich — nichts war möglich. Andere waren da; andere, die er nicht kannte, nahmen, ohne zu fragen, von ihr Besitz, von ihr, die ihm gehörte, jetzt und immer. Es war ja nur Schein, was dort geschah. Zu ihm gehörte sie. Zu ihm allein! War Rosemarie nicht freudig erregt? Stand nicht ein heller Schein der Freude in ihren Augen? Und wie herzlich und lebhaft plauderte ihre Tante Berta, die ihn damals so kalt abgewiesen hatte. „Ich konnte mir denken", härte er den Fürsten sagen, „daß er Sie zur Erbin einsetzen würde. Das Testament war selbstverständlich schon lange vorher fertig. Oft hat er mir gesagt, daß er Sie lieb hatte wie ein eigenes Kind. Und andere Erben besaß er doch nicht." „Ja, aber er hat schon so viel an mir getan...", wehrte Rosemarie. „Doch es ist ja so lieb und gut von ihm, daß uns nicht aus seinem Hause weist, sondern daß wir in aller Liebe sein Vermächtnis verwalten dürfen. Wie trostlos sah mich vor wenigen Tagen die Zukunft noch an, und wie licht ist sie jetzt geworden! Der gute Onkel Brunner! Wolfgang Wangenheims Augen hingen an Rosemaries Gesicht, rasch ging sein Puls. Ein paarmal hob Rosemarie wie lauschend den Kopf, in ihre Augen trat eine selige Versonnenheit, und wie so oft, gingen ihre Blicke scheinbar durch Wände und Türen hindurch in eine unergründliche Ferne. Fast lähmend wirkte auf Wolfgang die Stille in diesen Räumen, die nur ab und zu durch leises Murmeln unterbrochen wurde. Er drückte die Hände an die schmerzhaft pochenden Schläfen. Sollte er hinübergehen? Sollte er vor sie hintreten? Schon stand er auf. Da gewahrte er in einer Ecke des Raumes ein Klavier. Wie mit magnetischer Kraft zog ihn das Instrument in seinen Bann. Da trat er entschlossen heran, schlug den Deckel leise zurück. Kühl, beruhigend hoben sich die Tasten aus der Dämmerung. Wie im Traum begann Doktor Wangenheim zu spielen. Melodien klangen auf, versanken ... So still war es in den Weinzimmern, daß man eine Nadel hätte fallen hören können. Selbst das Murmeln der wenigen Gäste war jetzt verstummt. Alle lauschten Wangenheims Spiel, fühlten, daß Ungewöhnliches verging. Plötzlich löste sich aus den Variationen ganz klar eine schlichte bekannte Weise. Mit unsagbarer Inbrunst spielte Wangenheim das Lonssche „Abendlied". Er wußte selber nicht, daß seine Lippen sich öffneten, und daß er qualdurchbebt die Worte sang, die sein Schicksal geworden waren: Jedwede Nacht, jedwede Nacht hat mir im Traume dein Bild zugelacht, kam dann der Tag, kam dann der Tag wieder alleine ich lag. Rosemarie fühlte, wie alles Blut ihr zu Herzen strömte. Das Lied! Ihr Lied! Wie ein Messer durchbohrte jeder Ton ihr Herz ... Wer? Wer wagte das? Wer riß mit grausamer Hand die Wunden wieder auf, daß sie bluteten, bluteten? „Wir werden immer beisammen sein, hörst du, Rosemarie, immer!" hörte sie eine Stimme neben sich. Da stand sie wie eine Schlafwandelnde auf. Sie mußte sehen, wer das Lied spielte. Jetzt bin ich alt, jetzt bin ich alt, aber mein Herz noch immer nicht kalt, schläft wohl schon bald, schläft wohl schon bald, doch bis zuletzt noch es hallt: Rosemarie, Rosemarie, sieben Jahre mein Herz nach dir schrie, Rosemarie, Rosemarie, aber du hörtest es nie... Die Töne verhallten. Bleich wie der Tod lehnte Rosemarie an einer Säule. Sie konnte den Sänger nicht sehen, dessen Gesicht ganz im Schatten war. Wangenheim hatte geendet. Nun wandte er langsam den Kopf und erhob sich schwer. Da trafen sich ihre Augen. Wie flüssiges Feuer raste das Blut durch des Mannes Adern. Er preßte die Zähne aufeinander. Sie liebte ihn also, liebte ihn noch immer — nicht den anderen. Sie hatte das Lied nicht vergessen — ihr Lied! „Rosemarie!" Das Wort brannte in ihrem Herzen. Ein heftiger Kampf tobte in ihr. Sie schlug die Augen nieder und wandte den Kopf zur Seite. Ihr Herz gehörte ihm — nur ihm. Aber hatte er sie nicht verraten? Hatte er sie nicht allein gelassen in der schwersten Stunde ihres Leben? Alles, was er ihr gesagt, all seine heißen leidenschaftlichen Worte, all seine Liebe — war Lüge gewesen. Jeder Nerv an ihr bebte. Warum ließ sie es nur geschehen, daß er wieder ihre Hände nahm, die wie im Fieber zuckten? Eiskalt ruhten sie in den seinen. Rosemarie wußte, daß sie sich nicht wehren konnte gegen die Macht, die von ihm ausging. Ihr Herz hatte ihn freigesprochen in all den Jahren und — in aufsteigendem Jubel fühlte sie es — sprach ihn auch jetzt frei. Sie hob die Augen zu ihm auf, aber vor dem heißen Strahl der Liebe, die ihr aus seinen Augen entgegenflammte, schloß sie sie wieder, als ob chr vor dem großen Glück schwindelte. Da nahm er sie an sein Herz. Stand das Rad der Zeit still? Auf leisen Sohlen war der Justizrat hinaus- gegangen. Die Liebenden waren ganz allein in dem kleinen dämmerigen Raum. Behutsam zärtlich glitten seine Hände über ihre goldblonden Locken. Doch dann suchte sein Mund ihre Lippen, und er küßte sie wie ein Verdurstender. * In dieser Nacht fand Rosemarie keinen Schlaf. „Wolfgang! Wolfgang!" flüsterte sie immer wieder. Wie lange hatten sie noch bei Cojazzi gesessen, und wie sehr hatte sich der Fürst als wahrhafter Freund erwiesen, als Doktor Wangenheim ihm vorgestellt wurde. Mit herzlichem Handschlag hatte er ihn begrüßt, und eine rasche Sympathie hatte die beiden Männer zusammengeführt. Rosemarie ahnte nichts von der Aussprache, die Fürst Lueberg und Wolfgang Wangenheim gehabt hatten in dieser Nacht. „Ich weiß nicht, ob es wirklich die große Liebe war, die mich zu Rosemarie Bergmann hinzog. Das eine aber weiß ich gewiß, es war der Wunsch, dieses holde, reine Geschöpf zu schützen vor Bosheit und Neid, und ihr nach Kampf und Not endlich die Ruhe zu geben, die sie bitter notwendig braucht." Doktor Wangenheim hatte verständnisvoll genickt, und der Fürst fuhr fort: „Es war mir nicht möglich, Rosemarie für mich zu gewinnen. Das schmerzte tief. Nun aber weiß ich, daß ich sie bitter unglücklich gemacht, wenn ich versucht hätte, sie gewaltsam an mich zu ketten. Ich bin jetzt ganz ruhig. Frauen spielen in meinem Leben keine große Rolle. Schon immer hatte ich mir ausgedacht, einmal unvermählt zu bleiben. Nun wird es auch so kommen, und das ist vielleicht das Beste für mich. (Schluß folgt.) Deutsche Schuhe deutschen Kaufmann Schuhhaus Bernhardt Schuhhaus Neumeier Schuhhaus Weidemann Schuhhaus Zurwonne 1663 A in nachfolgenden Fachgeschäften- Schuhhaus Benner Schuhhaus Haas Schuhhaus Waldschmidt Schuhhaus Wolff Nach Gottes unerforschlichem'Ratschluß starb heute morgen 3 Uhr nach kurzer schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit, mein herzensguter Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, unser braver Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Ludwig Heinrich Schlapp im 38. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Schlapp, geb. Böcking und Kind Wilhelm Ph. Schlapp und Frau Katharine, geb. Klingelhöfer Lina Schlapp Konrad Möller und Familie Heinrich Pflüger und Familie Ernst Schlapp und Familie. Mainzlar, den 22. März 1934. Die Beerdigung findet statt: Samstag, den 24. März, nachmittags 4 Uhr. __________1779D Gießen, den 23. März 1934. 0157 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge unseres lieben Entschlafenen, für die vielen herrlichen Kranzspenden, sowie für die lieben Worte, die Herr Mader vom Verein Wandervogel-Höhenflug am Grabe sprach, sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten und innigsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Karl Göbel. Solides Hausmädchen gesucht. 01557 Mourant Boller Bahnhofstraße. Ehrlich.,sauberes Mädchen nicht u.!8Jahr., f. sofort gesucht. Zeugnisse o. Referenz.erwünscht (Gastwirt illielm FrieS, W Krofdorf S Tel. 3979. 1757V Alle Schweine und solche mit steifen Beinen, gesunden und entwickeln fich überraschend schnell wenn Sie durch iedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSO L»-,ä mengen. Verlangen Sie nur echtes Raffo! in Originalflaschen und weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein Hersteller:(5ngelapotbekcGießen. Zu baden in allen Apotheken. 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Die Einweihung des größten Schiffshebewerkes der Welt in Niederfinow war nach der Rede des Führers in Unterhaching das bedeutendste Ereignis am Eröffnungstage des zweiten Jahres der Arbeitsschlacht. Als Vertreter der Reichsregierung eröffnete der Reichsverkehrsminister E l tz von Rübenach (im Kreis) dieses modernste Werk deutscher Technik. Haltet die deutsche Landschaft rein! Gegen die Verschandelung unserer Heimat durch die Auswüchse fehlgeleiteter Reklame.-Die Tageszeitung als wirksamstes Mittel der Maffenwerbung. Vom Amt Volkstum und Heimat in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und vom Reichsbund Volkstum und Heimat, Berlin NW 40, gehen uns die folgenden beherzigenswerten Ausführungen zu, die den ungeteilten Beifall aller Freunde der deutschen Landschaft finden werden. Die vollständige Bereinigung der freien Landschaft von Reklame fordert selbstverständlich der Heimatschutz in allen seinen Gliederungen als ein lange umkämpftes Ziel. Die revisionsbedürftige alte Gesetzgebung für Reklamefragen unterschied „landschaftlich hervorragende Gegenden" und solche, „die jeglichen Reizes entbehren". Diesen Gesichtspunkt lehnen wir ab, sowohl in Bezug auf Landschaften als auf Ortschaften. Denn sie alle sind in erster Linie nicht für den Aestheten und Genießer da, sondern sie sind der Heimatraum des. deutschen Menschen. Der muß überall erhalten und gesund weiter entwickelt werden. Wohl soll man dabei auf städtebaulich kostbare Punkte ganz besonders Rücksicht nehmen und in jedem Fall zwischen Geschäfts- und Wohnstraßen unterscheiden, in welch letzteren Reklame überhaupt nichts zu tun hat. Wit der Säuberung der Landschaft darf aber nun nicht die Gefahr heraufbeschworen werden, daß die Flut der bisherigen Landschaftsreklame unsere bereits von Reklame allzusehr verheerten Ortschaften noch mehr überschwemmt und sich besonders an den Ortsrändern unerträglich staut. Ein einzelner Wirtschaftszweig hatte sich bedauerlicherweise diese Grenzzone durch einen Erlaß der früheren preußischen Regierung gesichert und sich so einen Ausgleich für Einschränkung der Landschaftsreklame zu schaffen gesucht. Die Großstadt. Noch 1910 war Berlin vom Standpunkt der Reklame ein wahres Dorf. Betrachtet man es heute, so faßt man sßß) an den Kopf und fragt sich: Wie ist es überhaupt möglich, daß Millionen Menschen dieses tolle, unablässige Geschrei widerstandslos ifber sich ergehen lassen. Verkehrsmittel, viel begangene Treppen, Ueberführungen Brandmauern, Zäune, die Hausfronten von unten bis oben und über die Dächer hinaus blitzen, brüllen und fratzen dich bei Tag und Nacht an; Zahnpasta und Schokoladen senden Himmelsgrüße, unsere Plätze sind nur noch Rummel- und Tummelstätten für die unerfindlichsten Sorten von Reklameträgern. Aus Straßen mit anständigen Häusern hat das wüste Durcheinander von Kinofassaden, Riesenschaufenstern, Gaststätten-Lockung, von viel zu großen Schildern, überstockwerkhohen Buchstaben, Laufschrift- und Bildgeflimmer einen grauenhaft häßlichen Jahrmarkt gemacht. Mittel- und Kleinstadt, und selbst das Dorf, sind von diesem Fieber mit ergriffen. Erst tauchen die tausendfach gesehenen, Papier- und Emaille-Schilder der bekannten Marken-Artikel vereinzelt und bald in Die erste Durchschleusung in Aiedersinow. K W Das.Schiff mit den Ehrengästen in dem gewaltigen Trog des stählernen Fahrstuhls. Der Trog wiegt im gefüllten Zustand 4200 Tonnen, würde also dem Gewicht nach die gesamte Bevölkerung Potsdams aufnehmen können. Rotten an Läden und Hauswänden auf. Es folgen protzenhafte, höchst überflüssige Riesenschauläden, die das ehrwürdige Fachwerkhaus und die Einheit der Straßenflucht zerreißen. Die schildbeladene Tankstelle baut sich ausgerechnet dort auf, wo sie städtebaulich nicht hingehört. Pfahlschilder der Kur- und Fremdenpensionen verderben die Aussicht auf das bisher wohl erhaltene Ortsbild. Dieses unablässige Gekläff der Reklamemeute hilft tatsächlich Niemandem. Die einen verärgert es, oder stumpft es völlig ab, die Reklamemacher kostet es ein Heidengeld, das fast nutzlos vertan wird. Es ist also sowohl für die Heimat als auch für die Wirtschaft untragbar. Wie aber kommt man aus diesem Tohuwabohu heraus? Erziehung und G e \ i n - nungs wandel sind die Hauptsache, das Gesetz kann nur eine Grundlage schaffen. Grundsätzlich sind auseinanderzuhalten: Die Werbung für die eigene Leistung an der Arbeits- und Vertriebsstätte und die mechanisierte und industrialisierte Warenwerbung für Massen-Erzeug- nisse. Die Eigenwerbung muß, wie es immer war, vom einzelnen Menschen und vom besonderen Fall her entwickelt werden. Die Massenwerbung ist eine heutige Erscheinung mit vollständig anderen Voraussetzungen. Sie gehört zukünftig nur an di» amtlich dafür vorgesehenen Anschlagflächen und Litfaßsäulen, soweit sie nicht im Geschäft selbst oder in den Schaufensterflächen Platz findet. Für alles übrige an IHaffenroerbung ist der Prospekt und vor allem die Tageszeitung und die Zeitschrift der richtige Platz. Vor allem mit Hilfe des Werberates der deutschen Wirtschaft muß es zukünftig unmöglich werden, daß die Klebekolonnen ihre Papierplakate und die anderen Austräger ihre Blechschilder sinn- und wahllos anbringen und häufen. Selbstverständlich ist Zahl und Größe der Anschlagflächen und -säulen sorgfältig nach den tatsächlichen Bedürfnissen zu regeln und ihre Aufstellung mit den städtebaulichen Erfordernissen in Einklang zu bringen. Ein Bedürfnis aber nach solchen Flächen liegt nicht etwa überall da vor, wo heute die Reklame der Massenarttkel durch Zufall oder Methode gehäuft ist. Ist diese Art von Reklame an die richtige Stelle verwiesen und, was für viele heute schon zutrifft, im einzelnen gut gestaltet, so ist sie keine Plage mehr für die Menschen und kann ihre werbende Wirkung erfüllen. Die Eigenwerber zukünftig zu beraten, wird Aufgabe einer großen Arbeitsgemeinschaft sein: Nicht nur der künftigen Werbefachleute mit Qualitätsgefühl und Gemeinschaftsgesinnung, sondern des Werberates der deutschen Wirtschaft, der Reichskammer der bildenden Künste, des Reichsbundes Volkstum und Heimat, des Amtes für Volkstum und Heimat in der NS. ° Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und anderer berufener Körperschaften. Auf dem Gebiet der Eigenwerbung hat die Industrie oder haben ganz bestimmte gewerbliche Zweige, welche die Arbeit in den letzten Jahren mehr oder minder brutal an sich gerissen haben, keinerlei gerechtfertigten Anspruch auf Monopolstellung. Es muß hier vielmehr unbedingt ein edler Wettstreit des Handwerkers, des Künstlers und guter industrieller Stätten einfehen. Wenn die einschlägige Industrie immer wieder behauptet, daß durch den von uns geforderten Umbau der Werbung Tausende von deutschen Arbeitern brotlos gemacht würden, so ist dagegen zu sagen, daß diese Industriezweige vorher ihrerseits Tausende werktätige Volksgenossen aus dem der Heimat dienenden Werk- und Kulturschaffen ausgeschaltet haben. Ihnen ist es leichter, sich auf nützliche Sonderzweige anderer Art umzustellen, soweit das etwa nötig wird, als dem handwerklichen Kleinbetrieb und der Einzelpersönlichkeit. Aus der bisherigen rücksichtslosen Einseitigkeit und aus der Stumpfheit des Volkes sind die genugsam bekannten Verballhornungen zu erklären. So bekommt man es immer wieder fertig, Werksteinfronten mit schematisierten Glasschildern zu be- Cäsar. Die Iden des März 1934. Von unserem römischen E.-Koirespondenien. Rom, im März. In der Senatssitzung vom 15. März 44 vor Ehr. wurde der Führer ermordet. An den Iden des März 1934 huldigte sein Nachfolger den Manen des „Diktators auf Lebenszeit". Mit einer genialen Selbstverständlichkeit schlägt Rom einen einzigen Brückenbogen über zwei Jahrtausende. Es war großes Leben in der Urbs, aus dem fernen Siam kam das Herrscherpaar hergereist, die hohen Abgesandten Ungarns und Oesterreichs verhandelten mit dem Duce, König und Papst empfingen die Gäste, im Opernhaus gab man „Aida" als Galavorstellung, und auf den höchsten Gipfel von Tuskulum wälzten sie ein ungeheuerliches Kreuz hinauf, daß es sichtbar sei von der Via del 1‘Impero — das Volk aber legte auf der gleichen Straße des Imperiums frische Blumen zu Füßen Cäsars nieder Und der Statthalter von Rom, Fürst Bon- compagni-Ludovisi, ließ .einen riesigen Lorbeerkranz herbeischaffen, auf dem zu lesen stand: Roma al Fondatore del 1‘Impero. Rom dem Gründer des Reiches. Darauf taten die Kriegsfreiwllllgen ein Gleiches und ein unbekannter Bürger heftete an einen Strauß von roten Nelken die Beglettworte: Für Casus Julius Cäsar die Faschisten Mussolinis —- 2687 A. U. C. — XII E.F. Das heißt: im Jahre 2687 seit der Gründung Roms, im Jahre 12 der faschistischen Zeitrechnung...... Die Acta diurna Mussolinis, die Tageszeitungen, beschäftigen sich sichtlich lieber mit Casar als mit Dollfuß, die Redner bestiegen die ^ostra und eiferten als sei der Leichnam noch nicht ganz von den Flammen verzehrt. Der Senatspra ident selber, Luigi Federzoni, der frühere Führer der nationalen Blauhemden, machte im Mausoleum des Augustus den elenden Mördern den Prozeß er beschuldigte Cicero der doppelzüngigen Feigheit und berief ihn aber auch als Zeugen dafür daß das Volk bewuchert werde, 48 Prozent Zinsen nehme man von ihm. Wie groß dagegen stehe der Heros da, Cäsar, heute mehr als je Sinnbild der lateinischen Rasse, Licht der Zivilisation, das unter dem Zeichen des Liktorenbündels wieder 'm hellsten Mittag erstrahlte, mahnende Stimme des Schicksals und der Pflicht. a Und Lorbeer lällt, Lorbeer, Lorbeer. Emen Lorbeerkranz windet der Führer der 3ournahften um die Büste Cäsars in Rom, Lorbeerkränze flicht jvv- mini, wo der Justizminister De F r a n c i s l spricht vor der Statue, die Mussolini der Stadt schenkte auf daß fie errichtet werde an der Stelle, wo der Diktator seine Legionen sammelte zum Marsch auf Rom: „Die Statue gleicht dem bronzenen Standbild, das auf der Via del 1‘Impero errichtet wurde. Stellt sie auf die Säule, von der Julius Cäsar zu seinen Legionären sprach, als er den Würfel geworfen und den Rubikon überschritten hatte. Schmückt sie alle Jahre mit Blumen zu Ehren des Reichsgründers!" Rimini und Rom — heute wieder erste und letzte Etappe einer Tat, eines Willens zur Größe und Macht, wie er noch vor wenigen Jahren für immer verschüttet schien unter den Trümmern. Als 1898 der Altar Cäsars auf dem Forum ausgegraben wurde, da war das nichts als eine archäologische Begebenheit mäßiger Bedeutung, und zwei Jahre später ließ man den zweitausendsten Geburtstag des größten Römers völlig unbeachtet vorubergehen. Jetzt rüstet man bereits zur Zweitausendjahrfeier des Augustus, die im Jahre 1937 stattfinden wird. Niemand wagt mehr von einem Neuheidentum zu sprechen, wiewohl die Heiligenstatuen des Vatikans keine fünf Taximinuten entfernt von den Kaiserstatuen stehen. Und die wenigsten, die sich mit der Ausdeutung der Romgespräche über den Donau- raum beschäftigen, ahnen, warum Cäsar in die Reihe der Lebenden zurückgerufen wird. Tiere als Schauspieler. Beobachtungen an Bären, Seelöwen und Affen. Die stärkere Betonung des Tierschutzes in unserer neuen Gesetzgebung stellt auch die Frage wieder zur Erörterung, inwieweit Dressurakte zulässig sind und inwieweit sie auch ohne jede Härte bei der Einübung eine Quälerei des Tieres darstellen können. Dabei darf man die Tatsache nie vergessen, daß viele Tiere eine natürliche Gabe für die Ausführung von Tricks haben, und daß sie durch diese Fähigkeit den Wünschen des Dresseurs freiwillig entgegenkommen. Dieses „Schauspielerische" im Tier ist von hervorragenden Zoologen immer wieder hervorgehoben worden; ja, man hat sogar ganze Bücher darüber geschrieben. Der Schauspieler im Tier zeigt darin Ähnlichkeit mit dem Menschen, daß die treibende Kraft häufig nicht nur der Wunsch nach einem materiellen Lohn, sondern auch die Begierde nach Beifall und eine gewisse künstlerische Eitelkeit ist. Man kann solche natürliche Schauspielerei in jedem Zoologischen Garten beobachten und aus ihr auch das Wesen der „Mimen" studieren. Im Bärenzwinger hat fast jeder der zottigen Bewohner fernen besonderen Trick. Der eine steht auf den Hinterfüßen und schwenkt vielleicht eine Vordertatze rhythmisch wie zum Gruß, ein anderer breitet sitzend die vorderen Gliedmaßen weit aus, als wollte er die Welt umarmen; ein dritter tritt von einem Hinterbein auf das andere und wiegt sich so stark hin und her, daß man meint, er müsse jeden Augenblick umfallen. Diese Vorführungen erfolgen nur vor einem verehrten Publikum. Keinem der Bären würde es einfallen, so etwas zu tun, wenn er sich nicht beobachtet weiß, und wenn die Zuschauer nicht mit irgendwelchen eßbaren Spenden antworten, dann nimmt die Vorstellung ein jähes Ende, und der Künstler ermangelt nicht, seiner Verachtung vor der unverständigen Masse deutlich Ausdruck zu verleihen. Vor einigen Jahren, so erzählt der englische Zoologe Boulenger, zeigte ein Eisbär eine große Geschicklichkeit im Zerstören von Regenschirmen. Ein Zuschauer mochte ihm wohl einen Leckerbissen mit seinem Schirm zugeschoben haben, und der Bär hatte den Schirm aus Zufall zertreten. Seitdem fand er ein wahrhaft teuflisches Vergnügen in der Vernichtung dieser nützlichen Gegenstände und führte eine ganze Komödie auf, indem er absichtlich etwas Eßbares so weit schob, daß er es scheinbar nicht erreichen konnte, um dadurch den Schirm eines „barmherzigen Samariters" in Reichweite für seine Zerstörungswut zu bekommen. Die Leistungen dressierter Seelöwen erscheinen dem Laien häufig als etwas Unnatürliches, liegen aber völlig in Dem Bereich ihres angeborenen Könnens, denn der Seelöwe ist in Freiheit ein hervorragender Jongleur, dem die außerordentliche Biegsamkeit seines Halses gestattet, den einmal erbeuteten Fisch noch öfters in die Luft zu werfen und ihn dann so aufzufangen, daß er ihn am besten verschlucken kann. Wenn die Seelöwen des Zoo guter Laune sind, dann improvisieren sie mit irgendwelchen in das Wasser geworfenen Gegenständen, wie Stöcken, Apfelsinen usw., ein Schnau- zen-Ballspiel, indem sie das betreffende Ding einander immer wieder zuschnellen und es mit unglaublicher Geschicklichkeit auffangen. Der Dresseur braucht also nur die Naturgabe dieser Tiere auszunützen. Zweifellos wird man den sog. Menschenaffen die stärkste schauspielerische Begabung innerhalb der Tierwelt zusprechen müssen, denn ihr Nachahmungstalent ist außerordentlich. Wenn die Schimpansen im Zoo in durchaus menschlicher Form eine Mahlzeit einnehmen, so braucht ihnen das nicht erst beigebracht zu werden, denn sie haben ihre Wärter so oft essen sehen, daß sie ganz von selbst auf ähnliche Haltungen und Handgriffe kommen. Boulenger erzählt, daß er einen jungen Schimpansen, der geradewegs aus dem Kongo-Urwald kam, mit zu sich genommen habe, damit er an einer Gesellschaft teilnehme. Obwohl das Tier vollkommen ungeübt war, benahm es sich doch bei Tisch ganz gesittet, trank aus einem Glas und benutzte Mester und Gabel, wie es dies bei den anderen Gästen beobachtete. Als aber zum Nachtisch eine Schale mit Kirschen, der Lieblingsfrucht des Schimpansen, auf dem Tisch erschien, kam unter der zivilisierten Oberfläche sein ursprüngliches Wesen zum Ausbruch, und laut schrei» end vor Freude versenkte der kleine Affe seine Hände tief in die Schale. Als darüber die anderen Gäste in ein lautes Gelächter ausbrachen, ließ er seine Beute hastig wieder fahren und versteckte in schrecklichster Verlegenheit sein Gesicht. Der Schimpanse zeigt unter allen Tieren die größte Schwäche für den Beifall der Menge. Der berühmte „Con- sul", der vor Jahren eine Sehenswürdigkeit war, wohnte einmal in Paris einer Zirkusvorstellung bei und bewies besonderes Interesse an dem Trick eines beliebten Clowns, durch den dieser allgemeinen Beifall und Gelächter hervorrief. Am Abend erfreute Consul das Publikum des Varietes, indem er auftrat, durch einige derselben Scherze, die er an dem Clown gesehen hatte. Schauspieler, die großen Wert auf die Haltung des Publikums legen, sind auch die Papageien, die sich durch Beifall zu immer neuen Sprechkünsten 'anfeuern lassen. Sochschulnachrichten. In München starb im 74. Lebensjahre Geheimrat Professor Dr. jur. Dr. rer. pol. h. c. Reinhard von Frank, der seit 1914 an der Münchner Universität über Sttafprozeßrecht und Völkerrecht las. Namentlich sein Kommentar zum Strafgesetzbuch hat ihm den Ruf eines der bekanntesten Strafrechtslehrer Deutschlands verschafft. Reinhard von Frank, am 16. August 1860 in Reddighauserham- mer (Hessen-Nassau) geboren, wirkte von 1890 bis 1900 als Professor an der Hessischen Landesunioer- fität Gießen, siedelte 1900 nach Halle über, ging 1902 nach Tübingen und 1914 nach München, wo er vor zwei Jahren seine Lehrtätigkeit niederlegte. Außer dem bereits genannten Strafgesetzbuch-Kommentar nennen wir folgende Arbeiten von Professor von Frank: „Die Wolffsche Strafrechtsphilosophie"; „Naturrecht, geschichtliches Recht und soziales Recht"; „Freiheitsstrafe, Deportation und Unschädlichmachung"; „Studien zum Polizeistrafrecht". Zu ordentlichen Mitgliedern der Physikalisch- mathematischen Klasse der Preußischen Akademie der Wissen sch aften in Berlin sind gewählt und vom Preußischen Staatsministerium bestätigt worden der ordentliche Professor und Direktor des Pathologischen Instituts an Der Uni- versität Berlin, Dr. Robert R ö ß l e, und der Direktor des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Biologie in Berlin-Dahlem und Honorarprofessor für Zoologie an der Universität Berlin, Dr. Max Hartmann. Wirtschaft 1,25 v.H. im übrigen kirchen, Harpener, Rheinstahl und Stahlverein je 1 v. 5)., nur Phönix konnten sich behaupten. Von Kaliaktien gaben Aschersleben 2 v. H. nach. Matt lagen auch Schiffahrtswerte, wo Hapag und Nordd. Lloyd 1 v. H. verloren. Ji „ eröffneten Reichsbankanteile und Kunstseideaktien je 1 v. H., Daimler 0,75 v. H. und AG. für Verkehrswesen 0,50 v. H. niedriger. Cement Heidelberg kamen nach zweitägiger gestrichen Geld-Notiz heute mit 105 v. H. zum Kurs nach zuletzt 99 v. H. Der Rentenmarkt wies besonders für um- Handels und GewerbebankGießen Nie 75. ordentliche Generalversammlung. zogen um 0,75 v. S). an. Hier und da bröckelten die Kurse auch noch etwas ab. Der Rentenmarkt wies nur kleine Umsätze aus bei gegen den Mittagsschluß gut behaupteten Kur- sen. Neubesitzanleihe waren im Verlaufe leicht be- festigt. . „ Am Kassamarkt waren Hoch- und Tiefbau angeboten und 5 v. H. schwächer, während Cement Karlstadt nach Pause um 5,50 v. H. auf 106 v. H. anzogen. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 22,40 bis 22,50, Altbesitzanleihe 96,25, 6 v.H. Stahl- verein-Bonds 76,25, Schutzgebietsanleihe von 1915 9,55, vv-Bank 63,50, Reichsbank 152, Buderus 80, Harpener 95, Mannesmann 68,50, Rheinstahl 94,75, Stahlverein 44,25, AKU. 58,50, AEG. 29,65, Conti Gummi 151,50, Daimler 47, Scheideanstalt 183,50, Deutsche Linoleum 51,50, Licht & Kraft 103,75, IG. Farbenindustrie 140, Gesfürel 101,50, Holz- mann 74,50, Hoch- & Tiefbau 108, Rütgerswerke 59, Lahmeyer 115, Schuckert 104,25, Siemens 145,75, Zellstoff Waldhof 52, Reichsbahn-VA. 112,65, AG. für Verkehrswesen 67,50, Norddeutscher Lloyd 33,13. Frankfurter Schlachtvichrnarkt. Frankfurt a. M., 22. März. Auftrieb: Rinder 50 (gegen 42 am letzten Donnerstagsmarkt), Kälber 1161 (1072), Schafe 154 (204), darunter 89 (122) Hämmel, Schweine 703 (818). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 47 bis 48, b) 43 bis 46, c) 36 bis 42, d) 29 bis 35. Lämmer und Hämmel bl) Stallmasthämmel 34 bis 36, c) mittlere Mastlämmer und ältere Mast- hämmel 31 bis 33, d) geringere 28 bis 30. Schafe e) 34 bis 35, f) 30 bis 33, g) 23 bis 29. Schweine a) 42 bis 45, b) 42 bis 44, c) 40 bis 44, d) 37 bis 43, e) 35 bis 41, !) und g) nicht notiert. Im Preis- vergleich zum letzten Donnerstagsmarkt zogen gute Kälber 2, geringe bis 6 und Schafe 3 bis 4 Mark an, Hämmel und Schweine notierten unverändert. Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine ruhig, ausverkauft. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 1071 Viertel Rindfleisch, 210V- ganz Kälber, 8 ganze Schafe bzw. Hämmel, 615 Schweinehälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleich I 48 bis 54, II 44 bis 50. Bullenfleisch 46 bis 52. Kuhfleisch II 36 bis 44, III 24 bis 32. Kalbfleisch II 62 bis 70, III 50 bis 60. Hammel- fleisä) 68 bis 75. Schweinefleisch I 60 bis 65. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig. Schweinemarkt in Grünberg. + Grünberg, 22. März. Der heutige Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von 422 Ferkel. Folgende Preise wurden erzielt: 6 Wochen alte Ferkel 18 bis 20 Mk., 6 bis 8 Wochen alte 20 bis 25 Mk., 8 bis 13 Wochen alte 25 bis 28 Mk. Tendenz: gut, geringer Ueberstand. Außerdem waren drei Stück Rindvieh aufgetrieben, em halb- jähriges Rind wurde für 68 Mk. verkauft. Schweinemarkt in Gedern. y Gedern, 22.. März. Gestern fand hier Schweinemarkt statt. Es waren 485 Tiere aufgetrieben. Für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel wurden 17 bis 20 Mk., für 8 bis 10 Wochen alte Ferkel 20 bis 24 Mk., für Läufer 30 bis 32 Mk. pro Stück bezahlt. Der Handel war rege, der Markt wurde nahezu ausverkauft. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 23. März. Gießen. Kapelle des Alten Friedhofs. 20 Uhrr' Passionsandacht: Pfr. Lenz. — Petruskapelle. 20: Passionsandacht,- Pfr. Trapp. aenossenschasten, die trotz ihres genossenschaftlichen Charakters unter der marxistisch-liberalisufchen Fuy- rung in scharfem Gegensatz zu den national und sozial eingestellten Genossenschaften des gewerblichen Mittelstandes standen. Zunächst ist es zu einer Art Burgfrieden gekommen, um den künftigen Entscheidungen der Reichsregierung nicht vorzugreifen. Man hat von einer Schließung der Konsumvereine abgesehen, weil ihr Zusammenbruch allerschärfste wirtschaftliche Folgen nach sich gezogen hätte, da die deutschen Konsumvereine die Verwalter von fast 500 Millionen Reichsmark Spargeldern aus den Kreisen der deutschen Arbeiterschaft sind. Die Zukunftsgestaltung der Konsumvereine, die zunächst der Deutschen Arbeitsfront unterstellt worden sind, ist noch ungeklärt. Jedenfalls wird wohl eine Form gefunden werden, die keine Schädigung des Einzelhandels und des * gewerblichen Mittelstandes bedeutet. Den Kreditgenossenschaften, die in erster Linie das fiy den gewerblichen Mittelstand unent- kleistern, wo etwa metallene Einzelbuchstaben am Platze wären. Man pflastert an jede Kneipe so und so viele feste Quadratmeter vom Biergroßkonzern geliefertes Reklameblech, wo und welcher Art sie seien. Der Kaffee-, Butter- oder Fußbekleidungs- Händler bringt seine normierte Filialfassade in jedes Haus- und Straßenbild, ganz unbekümmert darum, was Maßstab, Rhythmus, Werkstoff, Farbstimmung, Nachbarladen fordern. Der Leitgedanke aber für eine gute Ligenwerbung muh sein: soweit sie im Ortsbild in die Erscheinung tritt, darf sie nicht zum Selbstzweck ausarten. Sie muh vielmehr aus der Eigenart der Landschaft, der Besonderheit des Orlsbildes, der Ganzheit des Straßen- und Plahraumes und aus den Formen und Proportionen des Baukörpers entwickelt werden. Der gute moderne Laden liebt im übrigen ruhige Flächen rund um das Schaufenster, damit der Blick nur durch die wirklich geschmackvolle Auslage gefangen wird. Tausendfältig sind die Möglichkeiten und verpflichtenden Gegebenheiten, die sich aus der reichen Sinnbildwelt der Handwerke und Gewerbe, aus den werkgerechten alten und gandaleiter Assessor Heinrich Schmelz, Autohändler Otto Faber, Kaufmann Fritz Jung, Kaufmann Hartmann L o t h, Bäckermeister Wilh. L o e b e r. Amtsgerichtsrat Gros erstattete den Bericht über die Revision der Bank durch den Verbandsrevisor, der die Vermögenslage der Bank als gesund bezeichnet. Zum Schluß hielt Direktor Mattern einen Vortrag über Nationalsozialismus und Genossenschaften". Er betonte einleitend, daß sich in kürzester Zeit unter der Führung eines einzigen Mannes eine Erneuerung von Volk, Staat und Wirtschaft vollzogen habe, die nur aus der überragenden Persönlichkeit des Volkskanzlers erklärt werden könne. Hoffnungsfreudigkeit und Vertrauen seien nach tiefster seelischer und wirtschaftlicher Depression wieder eingekehrt. Die schwierigsten Probleme auf geistigem und wirtschaftlichem Gebiet seien mit Erfolg in Angriff genommen worden. Wenn wir auch erst mitten in der völligen Umgestaltung unseres wirtschaftlichen, politischen und sozialen Lebens stehen, so sind die Ziele doch klar und deutlich vom Führer vorgezeichnet. Als Richtschnur für die künftige deutsche Wirtschaftspolitik hat er den Vorrang der Politik vor der Wirtschaft verkündet, während in den letzten 14 Jahren die Wirtschaft glaubte, die Politik beeinflussen zu müssen. Das Volk lebt nicht für die Wirtschaft und die Wirtschaft nicht für das Kapital, sondern umgekehrt, das Kapital für die Wirtschaft und die Wirtschaft für das Volk. Zu den wirtschaftspolitischen Zielen gehört ferner auch die Förderung des Mittel st andes, dem der Kanzler sein besonderes Interesse zugewandt hat. Die deutschen Genossenschaften als wichtige Glieder der mittelständischen Wirtschaft haben sich der neuen Bewegung rückhaltlos angeschlossen, trägt doch der Grundgedanke der deutschen genossenschaftlichen Arbeit gewissermaßen den Geist des neuen Staates in sich. Echte genossenschaftliche Betätigung stand schon von jeher unter dem Leitsatz: „Einer für alle, alle für einen." Weil eben dieser genossenschaftliche Gedanke dem nationalsozialistischen Denken und Fühlen so eng verwandt ist, konnte die Eingliederung der Genossenschaften reibungslos und ohne Schwierigkeiten vollzogen werden. Direktor Mattern kam dann auf die Einfügung der Wirtschaft in den neuen Staat durch den ständischen Aufbau zu sprechen, der nicht unter dem Gesichtspunkt der Interessengegensätze, sondern des gemeinsamen Dienstes an der Gesamtheit erfolgt. Dabei sollen Privatinitiative, Wettbewerb und Leistung keineswegs zu kurz kommen. Was die Eingliederung der Genossenschaften in den Ständestaat anbelangt, so sind die landwirtschaftlichen Genossenschaften bereits restlos in den Reichsnährstand eingegliedert, während die gewerblichen Genossenschaften ständemäßig sowohl zu dem Reichsstand des Handwerks, wie auck zu dem Reichsstand des Handels gehören, über deren endgültige Abgrenzung aber eine Entscheidung noch nicht getroffen ist. Stark umkämpft sind noch die Warengenossenschasten und vor allem die Konsumgetauschte Dollar-Bonds feste Haltung und lebhafteres Geschäft a< wobei sich durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. ergaben. Deutsche Anleihen lagen wider Erwarten ruhiger als an der Vorbörse, waren aber ebenfalls leicht erhöht. Späte Reichsschuldbuchforderungen gewannen 0,40 v. H. Im Verlaufe blieb die Tendenz für Aktien schwächer, und meist bröckelten die Kurse weiter ab, besonders Farbenindustrie, die nochmals 1 v. H. nachgaben. Stahlverein waren andererseits um 0,50 v.H. erholt, während Phönix später 1 v.H. verloren. Von später notierten Werten fielen wieder Elektroaktien durch besonders schwache Haltung auf, so verloren Licht & Kraft 4,25 v. H., Elektr. Lieferungen 4 v. H., Betula 2,25 v. H., daneben Holzmann 2,50 v. H. schwächer. Am Rentenmarkt wurde es im Verlaufe ebenfalls ruhiger, und die Kurse waren nicht immer voll behauptet, so gaben Neubesitzanleihe um 15 Pf. auf 22,45 v. H. nach. Dollar-Bonds blieben meist unverändert. Liquidationspfandbriefe waren gesucht und von 0,50 bis 1 v. H. fester, auch Goldpfandbriefe lagen teilweise 0,25 bis 0,50 v. H. freundlicher. Kommunal-Obligationen lagen meist unverändert. Stadtanleihen tendierten uneinheitlich bei Abweichungen von 0,50 bis 1 v. H. nach beiden Seiten. Staatsanleihen lagen ruhig, ebenso fremde Werte. Tagesgeld blieb gesucht unö zum Satz von 4 v. H. unverändert. Abendbörse beruhigt. Die Abendbörse hatte «zwar nur kleines Geschäft, doch machte sich nach den starken Kursrückgängen im heutigen Mittagsverkehr eine gewisse Beruhigung bemerkbar. Derkaufsaufträge lagen nur noch ganz vereinzelt vor, anderseits zeigte sich auf manchen Marktgebieten seitens der Kulisse etwas Rückkaufsneigung. Die Berliner Schlußkurse erfuhren daher vielfach eine leichte Erholung. Farbenindustrie behrliche kleine bankmäßige Personalkreditgeschast betreiben, ist von der Reaierung weitgehende Forderung zugesagt worden. Ihre besondere Bedeutung im neuen Staat ist auch in den Verhandlungen der Bankenenquete erneut anerkannt worden, geht doch auch die Politik der nationalsozialistischen Regle- runa daraus hinaus, die freiwillige Jnitatwe zu fördern und einen großen Teil ihrer bisherigen Aufgaben wieder ihren Volksgenossen m Selbst- Verwaltung zu geben. Regierung und Genossenschaften handeln in der alten Erkenntnis, daß nur durch Selbsthilfe. Selbstverwaltung und Selbstverantwortung die wirtschaftlichen Kräfte wachsen. Die Generalversammlung schloß mit einem drei- fachen Sieg-Heil auf das deutsche Vaterland den Reichspräsidenten und unseren Volkstanz- ler Adolf Hitler. neuen Arbeitsweisen ergeben. Wir besitzen an geschmiedeten und getriebenen Formen, an Setüch- lerter, gemalter, geschnitzter und gemeißelter Arbeit, in Schrift und Zeichen ein Kulturgut aus Dem wir unter Ansatz aller fähigen Kräfte Neues ohne Sentimentalität und falsche Nachahmung sinnfällig und lebendig entwickeln können. Die zuständige Industrie hat uns des öfteren Verständnislosigkeit in Wirtschaftsfragen vorae- morsen und mag vielleicht hier und da unsere Losung „Reinigt das Bild der Heimat als wirtschaftsfeindlich ansehen. Dem ist keineswegs so. Werden die Kräfte von Technik, Handwerk und Künstlerschaft recht verteilt, so ist solcher Dienst am Bild der großen deutschen Heimat zugleich Dienst im Sinn nützlichster und wertvollster Arbeitsbeschaffung. Der Reichsbund Volkstum und Heimat und das Amt für Volkstum und Heimat in der NS.-Ge- meinfchaft „Kraft durch Freude" find überzeugt da- von daß sie recht daran tun, wenn sie solchen Ge° dan'kengängen im Geist der neuen Zeit zum Siege verhelfen. Sie sehen hierfür die deutsche Presse als allerwichtigsten Bundesgenossen an. Frankfurter Börse. Wittagsbörse: Aktien schwächer. Frankfurt a. M., 22. März. Die Umschichtung des Wertpapierbesitzes, die sich bereits gestern in Auswirkung der Führerrede bemerkbar gemacht hatte, blieb auch an der heutigen Mittagsbörse in Front, nachdem schon im Vorbörsenoerkehr lebhaft tere Rentennachfrage zu verzeichnen war. Indessen war die Publikumsbeteiligung nicht so groß, als man angenommen hatte, so daß sich das Geschäft hauptsächlich innerhalb der Börse selbst abwickelte. Die Kulisse und zum Teil auch das Publikum setzten ihre Tauschoperationen fort, auch kamen einige Verkäufe zur Ausführung, deren Auswirkung sich in einer recht schwachen Haltung am Aktienmarkt zeigte. Ganz besonders die in letzter Zeit gestiegenen Spezialpapiere wurden ziemlich hart betroffen, büßten doch IG. Farben 2,75 v. H., Th. Goldschmidt 3 v. H., Rütgerswerke, Deutsche Erdöl je 1,50 v. H. und Scheideanstalt 1 v. H. ein. Daneben lag insbesondere der Elektrom-arkt ausge- sprachen schwach. An der Spitze standen Lahmeyer mit minus 5 v. H., ferner gaben Gesfürel 3 v. H., Siemens, Schuckert und Felten je 2 v. H. nach, Rhein. Elektro Mannheim lagen 1,50 v. H. und AEG. 0,25 v. H. niedriger. Bergwerksaktien tendierten ebenfalls schwächer, und zwar verloren Mannesmann und Klöcknerwerke je 1,50 v. H., Gelsen- Das Institut hielt gestern abend seine 7 5. or- < deutliche Generalversammlung ab. Der I Vorsitzende des Aufsichtsrats, Kommerzienrat N o l l, 1 begrüßte die erschienenen Mitglieder und wies in : seiner Eröffnungsansprache auf die große nationale Umwälzung des vergangenen Jahres hin, die neben i der Umgestaltung unseres politischen und sozialen : Lebens auch eine Neugestaltung unserer Wirtschaft mit sich brachte. Er betonte, daß durch die zahlreichen Watz- nahmen, die zur Gesundung des deutschen Voltes und der deutschen Wirtschaft ergriffen wurden, wieder Vertrauen eingekehrt sei. Der starke Rückgang der Arbeitslosenziffer sei das erfreulichste Ergebnis der Bemühungen der Regierung. Den Geschäftsbericht für 1933 erstattete Direktor Arnold. Er betonte, daß der Umschwung in der wirtschaftlichen Entwicklung bereits in den Bilanzziffern zum Ausdruck komme. Wenn auch das Gesamtbild noch nicht nennenswert verändert sei, weil die erste Hälfte des Berichtsjahres noch stark unter der Depression litt und die Arbeitsbeschaf- fungsmaßnahmen erst nach und nach zur Auswirkung kamen, so sei doch festzustellen, daß die Umsätze der Monate des 3. und 4. Quartals höher sind als die Umsätze der entsprechenden Monate des Vorjahres. Don Interesse sind folgende Bilanzziffern: Gesamtumsatz 78 Millionen Mark gegen 80 Mill. Mark im Vorjahre, Bilanzsumme 3 121 633,40 Mark E 3 022 245,74 Mark, Einlagen 2 135 134,16 gegen 2 012 985,31 Mark, Geschäftsanteilguthaben 555 700 Mark gegen 592 692,60 Mark, Reserven 240 000 Mark gegen 235 000 Mark, Debitoren 2 005 714,43 Mark gegen 1 989 015,66 Mark, Wech^ sei 408 156,41 Mark gegen 387 791,90 Mark, Grundstücke 315 500 Marl gegen 302 456 Mark, Wertpapiere 82 489,15 Mark gegen 66 561,25 Mark, Bankguthaben 94 858,95 Mark gegen 93 613,09 Mk., Reichsbank- und Postscheckguthaben 86 003,50 Mark gegen 70 637,93 Mark, Kassenbestand 40 517.47 Mk. gegen 31440,76 Mark. Der Reingewinn belief sich auf 26 292,35 Mark. Es gelangt daraus wiederum eine Dividende von 4 Prozent zur Verteilung. Die Zahlungsbereitschaft war auch im abgelaufenen Jahr befriedigend. Die flüssigen Mittel deckten am Bilanzsiichtag die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit 97 v. die gesamten Verbindlichkeiten mit 33 v. h. Direktor Arnold wies darauf hin, daß die Genossenschaft im vorigen Jahr auf eine 75jährige Tätigkeit zurückblicken konnte. Er gab einen kurzen Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte und gab ein Bild von der wachsenden Bedeutung des Instituts für die mittelständische Wirtschaft unserer Stadt. Es erfolgte alsdann die Neuwahl des Aufsicht s r a t s, die nach den Gleichschaltungsbestimmungen erforderlich wurde. Der neue Aufsichtsrat besteht aus folgenden Personen: Amtsgerichtsrat Franz Gros, Metzgermeister Louis Vogt, Fabrikant Hans Will in Leihgestern, Weitzbinder- meister Ludwig S t ü h l e r , Oberstudiendirektor Dr. W o l k e w i tz, Schreinermeister Rudolf Blum, Bäckermeister Georg Schilling, Kreispropa- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt o. ZR. Frankfurt a. M. 21.3. 22-3- 21-3. 22 3. 29 29,65 Banknoten. io 20,5 0 6,65 6,7 6,65 0 0 33,13 67,5 88,5 49,75 119,5 66,75 68,5 63,5 65,5 151,75 28,75 29,4 65,83 81,06 34,25 4 0 0 5,65 8,25 4,45 30,65 79,5 115,9 68 96,5 34,25 69 88,5 50 65 66,25 154,75 29,75 30 80 113,65 66,5 95,25 76,5 143,25 119,75 66,25 68,5 jlfe Bergbau tilenüffi Älödnerroerfe....... VlanneSmann-Röbre» 65 66,25 153,5 100 103,75 61,75 101,5 95,75 104,25 145,75 115 6,75 r,5 34,75 68,25 89 50 8,05 8 33,13 66,75 88 49,75 80 114,25 66,25 95 29,65 128,75 100 103,75 61,25 101,25 95 104,25 145,75 114 30 132,25 103,75 107,25 63,25 104,65 97 107,75 146.5 145,75 121 69,5 69,7r Gesellschaft.. Dresdner Bank RetchSbank 20,9 ' 1,4 8,3 7,95 8,15 8,3 6,7 63,5 65,5 152 8,3 7,8 8 8 6,65 4,5 30,9 6,75 5,4 8 4,6 31,5 30,4 132,65 103,25 107,75 63,25 103,75 97.5 108 148 119 5,5 8,6 4,6 31,5 Die hmter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an — Reichsbankdiskont 4 vH. Lombardzinsfuß 5 o. H. thiecnw Deuticke Erd-l Gelsenkirchener.............. o Sarpener ................ 0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. o Alse Bergbau .. ........ g 20,9 1,4 8,4 7.9 8,15 8,2 6,7 78,5 116 68,5 97,25 78,75 145,5 122,25 68,75 70.6- 4% Oeslerrelchtsche Goldrente. .. 4,20% Lestcrreichische SUberrente 4% Ungarische Goldrente ...... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4V?% desgl. von 1919 ....... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 *% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdavb ahn-Anleihe Vamvurg-Amerika-Paker 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Hansa-Dampfschifs ......... 0 Norddeutscher Lloyd 0 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... * Commerz- und Privat-Bank ... o Deutsche Bank und Disconto- Brief 2,47 58.48 56,91 12,78 16,52 169,24 21,45 64,13 A.S.G......................n Bekula o Slektr. LieferungSgesellschafl« Licht und Kraft - Sellen & Guilleaume o h 4U!<*, mef25Untccne6inunfl- 6 orheinische Elektrizität ..... 5 «chuckert 8 do 5 Siemen» 8 HatSke. Lavmever & Lo. Berlin börse Datum 4% dettgl. Serie II ............ 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4tz%Ruman.vereinb.Rentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente .. 9 Vi% Anatolier börse Arankturi a. Ul. Berlin Schluß» kur» Schluß«. Abend- börfe Schluß» furd Gchlußk. Mittag« börfe Datum 21.3. 22-3. 21-3. 22.3. Mansselde, Bergbau .. ...... O — — 74,75 71,75 Kokswerke ....... 0 — — 99,4 97,5 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen 53 52,13 53,75 52,65 .....10 208 208,5 208 206 Rheinslahl ......... .......0 95,5 94,75 96,5 94 Bereinigte Stahlwerke. .......0 44,5 44,25 45,65 44 Otaoi Minen ........ .......0 15 15 15 14,75 Kaliwerke Aschersleben. ....... 6 117,5 115,75 118 115 Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth ....... 5 119 116 118,75 115,75 .....IV, 152 147,5 151 147 3. •. Farden-Industri» »cketdeanstaU........ .......7 142,75 140 143,5 139,25 .......9 185 183,5 —— — .......O 61,65 58,25 61,5 58 .......0 60,5 59 60,9 58,9 Metallgesellickafl...... ....... 0 — 85 84 Philipp Holzmann .... .......0 78 74,5 78 74,4 Zementwerk Heidelberg Lew entwert Karlstadt. ......0 ....... 0 105 Schulthet» Patzenhoser ....... 0 — — 107,5 104,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 60 58,5 60,25 58,5 Bemberg......... ....... 0 64 61,5 64,5 62,25 Zellstoff Waldhos ..... .......0 52,25 52 51,75 52,75 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 42,25 41,75 43,5 41 Dessauer GaS ..... ....... 7 — —- 123 119 Daimler Motoren..... ...... 0 47,5 47 48,13 47,4 Deutsche Linoleum .... ....... 0 54 51,5 54.75 51 Ören stein L Koppel ... ...... 0 —— — 71,13 69,25 Leonhard Tietz ....... .......0 22 21 21,65 21,5 khade............ .......10 161,5 153 161,5 159 5 AerumuIatoren-FabrS .......0 184 182 184 182,70 Lonti-«»»ml........ .......0 153,25 151,5 153,25 151,25 Grttzner........... .......0 1 2 T I 27 I 27,75 ' 26,5 Mainkraftwerke Höchst O.8R---4 76 74,25 Süddeutscher stucker ......e 1 174.25 I 173 I 173.5 172,25 Frantlun a. M. Berlin Gchluß- hird Echlußk. Abendbörse Schluß» furd Schlugt Mittag- börse Datum 21-3. | 22 3. 21.3. 22-3. 8% Deutsche Reichsanleihe v. 192? 96.65 96 96 96 -»/«. ehem.7°/«» Dt. Reichöanl. v. 1929 200,1 100,1 100,1 100 6y,% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöl.-Schulb mü 93,9 93,4 93,75 93,75 96,5 96,25 22,5 96,25 22,45 96.25 22,4 De-gl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% ehem.8"/«, Hess. Bolkästaal 1929 22,5 93,75 (rückzahlb. 102%) ........... 94 93,65 6% Hess. Landesbank Darmstadt 92 92,5 Gold R 12 ........ 92 5y,% Hess. Lander-Hypotheken« 91 91,4 Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ...... Deutsche Komm. Sammelabl. An- — 94 — — leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 95 95 95,25 95,25 8% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1985 1% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank 92 92 — — 92 Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 92 -* —- l¥i% ehem. *y,% Franks. Hyp.- Bank-Ltgu^Psandbriese...... 91,25 92 _ •y.% ehem. V/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe 92,75 93,25 — — 6% ehem. 8% Pr. LandeSpfand- oriefanstalt, Pfandbriese R. 19 94,25 94,25 94,25 94,25 •% ehem. 7% Pr. Landespfand. vriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 Steuergutsch. Verrechnungskurs 97,2 97,2 97,2 97,2 21. März 22-März Amtliche -Notierung Amtliche Rotteruna meld Brie Geld Brie Heisings 0^.. 5-644 5,656 5,634 5,646 Wien....... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag....... 10,38 10,40 10,38 10,40 BudapeA ... — Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,83 169,17 168,83 169,17 Oslo ...... 64,29 64.41 64,04 64,16 Kopenhagen. 57,14 57,26 56,94 57,06 Stockholm. . 65,93 66,07 65,73 65,87 London ..... 12,795 12,825 12,745 12.775 Buenos Aires 0.634 0,638 0,632 0,636 Reuyorf.... 2.507 2,513 2,497 2,503 Brüssel..... 58,42 58,54 58,40 58,52 Italien..... 21,51 21,55 21,49 21,53 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 schweiß .... 80,90 81,06 80,92 81,08 spante».... 34,22 34,28 34,25 34,31 Danzig..... 81,62 81,78 81,66 81,82 Japan ..... 0,756 0.758 0,754 0,756 Rio de Jan. . Jugoslawien. Lissabon .... 0,212 5,664 11.65 0,214 5,676 11.67 0,211 5,664 11,61 0,213 5,676 11,63 _ _ Berlin, 22-Man Geld Amerikanische Rote».............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Note»............... 2,45 58,24 56,69 12,70 16,46 168,56 21,37 63,87 Schwedische Note»............... Schweizer Noten................. Spanische Note»................. 65,57 80,74 34,11 ' vnoarilcke {Rotes Nr. 70 Dritter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Freitag, 23. März (934 Der Komponist Franz Schreker t- Trauerfeier für Rektor Kling und Der Präsident der Reichsbahndirektion Frankfurt im Gießener Vahnhos. Gestern nachmittag fand auf dem Neuen Friedhof unter außerordentlich starker Beteiligung die Trauerfeier für Rektor Georg Kling statt. Schon lange vor Beginn der Feier war die Trauergemeinde so groß, daß nur ein kleiner Teil die Möglichkeit fand, der kirchlichen Feier in der Kapelle beizuwohnen und sich damit begnügen mußte, an der kameradschaftlichen Abschiedsfeier im Vorhof der Kapelle teilzunehmen. Vom Stahlhelm war ein Sturm mit der Fahne und einer Gewehrsektion erschienen, die Turnerschaft war mit der Fahne in ansehnlicher Stärke zugegen, das gleiche ist von der Sängeroereinigung „Liederkranz-Heiter- keit" zu berichten. Daneben waren noch viele Leidtragende aus den Kollegen-, Freundes- und Bekanntenkreise des Heimgegangenen, ferner feine Schulklasse anwesend. Bei der kirchlichen Trauerfeier in der Kapelle nahmen die Fahnenabteilungen des Stahlhelm, der Turner und der Sänger zu beiden Seiten des Sarges Aufstellung, die Ehrenwache am Sarge stellte der Stahlhelm. Pfarrassistent Balz hielt die Gedenkrede auf Grund des Bibelwortes „Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden". Er schilderte den Heimgegangenen als einen guten Schulmann und Kollegen, väterlichen Freund und Förderer seiner Schüler, aufrechten deutschen Mann von unwandelbarer nationaler Gesinnung, hingebungsvollen Freund der guten Aufbauarbeit im deutschen Turnen und im Gesang, treuen und frommen Christen, guten Hausvater und arbeitsfrohen Förderer des Wohls der Allgemeinheit. Bei der anschließenden kameradschaftlichen Trauerfeier im Vorhof der Kapelle hatten der Stahlhelm, die Turner und die Sänger an den beiden Längsseiten Aufstellung genommen, während die übrige Trauergemeinde sich dahinter gruppierte. Der Sarg war in der Mitte des Vorhofes, beiderseits von den Fahnenabordnungen begleitet, aufgestellt. Nach einem Chorgesang der Sängervereinigung „Lieder- kranz-Heiterkeit" sprach zuerst Schulrat N e b e l i n g als Vertreter des Kreisschulamts Gießen und des N'S.-Lehrerbundes, der den Entschlafenen als treuen und pflichtbewußten Lehrer und Beamten, sowie als guten Kameraden rühmte. Als Vertreter des Lehrerkollegiums der Pestalozzischule widmete Rektor Kaufmann dem Heimgegangenen Kollegen und warmherzigen Jugenderzieher herzliche Worte des dankbaren Gedenkens, wobei er die Schlichtheit und Aufrichtigkeit, das offene, gerade Wesen und die echt deutsche Gesinnung des Entschlafenen, aber auch seine große Liebe zur deutschen Jugend in eindrucksvollen Worten hervorhob. Der Name des Entschlafenen werde für alle Zeiten mit der Pestalozzischule Während der Besichtigung. Im Vordergrund (Heller Mantel) der Präsident der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. Dr.-Jng. Steuernagel. O-ean". — Vortragsvereinigung (Goethebund, Kaufmännischer Verein, Gewerbeverein) 20 Uhr in der Neuen Aula: Vortragsabend. — 20 Uhr, Alte Friedhofskapelle: Musikalische Passionsandacht. — Aus dem Stadttheaterbüro. Morgen, Samstagabend, Deutsche Bühne, Reihe 2, mit dem Lustspiel „Schneider Wibbel" von Hans Muller- Schlösser. (Siehe heutige Anzeige.) — D i e Vortragsvereinigung (Goethe- Bund, Kaufm. Verein, Gewerbe-Verein) lädt im heutigen Anzeigenteil nochmals zu dem heute abend statt indenden heiteren Vortragsabend „Zwei Stundet der Freude" des bekannten Vortragsmeisters Emil Kühne ein. (Siehe Anzeige.) — Der Ob st- und Gartenbauverein Gießen veranstaltet am kommenden Sonntag im Hörsaal des Landwirtschaftlichen Instituts einen Vortrag. Dr. T e m p e l, der Vorsteher der Hauptstelle für Pflanzenschutz, spricht über das Thema: „Schädlingsbekämpfung im Obst- und Gartenbau . (Siehe heutige Anzeige!)* ** Verlegung des Kreisveterinäramtes. Die Polizeidirektion teilt mit, daß das Kreisveterinäramt Gießen vom 29. März ab sich im Hause Alicenstraße 18 befindet ** Sonntags-Rückfahrkarten zum Palmsonntag. Zu B-,uchsfahrten am Palm- fonntag werden von allen Bahnhöfen der Reichs- erhielt, leitete jahrelang die Staatliche Hochschule für Musik in Berlin. Schreker gehörte als einer der Bahnbrecher der sogenannten atonalen Musik nicht nur zu den bekanntesten, sondern auch zu den umstrittensten Komponisten unserer Zeit. Von seinen Opern sind „Der ferne Klang", „Die Gezeichneten , „Die Schatzgräber", „Jrrelohe", „Der singende Teufel", „Christophorus" und „Der Schmied von Gent" besonders bekannt geworden und über viele deutsche und ausländische Bühnen gegangen. Auch als Musikpädagoge hat Schreker einen weitreichenden Einfluß ausgeübt. 1932 legte er die Leitung der Hochschule für Musik in Berlin, die er seit 1920 leitete, nieder und übernahm auf eigenen Wunsch eine Meisterschule für musikalische Komposition bei der Preußischen Akademie der Künste. Unzufriedenheit des Lehrkörpers mit seiner Geschäftsführung war der Grund zu seinem Schritt. Um nur seiner künstlerischen Arbeit leben zu können, überließ er seit Jahren die Geschäfte seinem Stellvertreter, Professor Schünemann, der dann auch sein Nachfolger wurde. Schreker war mit der Opernsängerin Maria Binder-Schreker verheiratet, die eine Interpretin seiner Kompositionen ist. Aufenthalts-, die Speiseräume und die Schlafgelegenheiten auch jener Arbeiter, die auf vorgeschobensten Posten Dienst tun müssen, einer sorgfältigen Betrachtung unterzogen. Nach Verabschiedung von den Amtsvorstehern und den Betriebsvertretern setzten die Frankfurter Herren nach kurzer Mittagspause die Fahrt nach Wetzlar fort. Weitere Besichtigungen sind in Weilburg und in Limburg vorgesehen. Der bekannte Komponist Franz Schreker ist in Berlin am Vorabend seines 56. Geburtstages nach langer Krankheit an einem Schlaganfall g e st o r- den. Schreker, der am 23. März 1878 als Kind österreichischer Eltern in Monaco geboren wurde ' in Wien seine erste musikalische Ausbildung bahn nach den Orten im Umkreis von 75 Kilometer des Ausgabebahnhofes Sonntags-Rückfahrkarten verabfolgt. Die Sonntagskarten gelten zur Hinfahrt von Samstag, 24. März, 0 Uhr, bis Sonntag, 25. März, 24 Uhr, zur Rückfahrt von Samstag, 24. März, von 12 Uhr ab, bis Montag, 26. März, 12 Uhr. ** Regimentsfeier der ehemaligen 168er und der Feldformationen. Anläßlich der 20. Wiederkehr des Tages der Feuertaufe des ehemaligen Infanterie-Regiments 168 planen die Regimentsvereinigungen und die Feldformationen für den 14. und 15. Juli eine Regiments-Gedächtnis- und Wiedersehensfeier in Butzbach. Die vorbereitenden Arbeiten find im Gange. ** Der VWA. (Berufsgemeinschaft der weiblichen Ange st eilten) hatte für Dienstagabend zu einer musikalischen Frühlingsfeier im Singsaal des Realgymnasiums eingeladen. Die Konzertsängerin Fräulein Käte Gärtner und Herr Pianist Hahn hatten sich — wie man uns berichtet — in liebenswürdiger Weise für den Abend zur Verfügung gestellt, wodurch der volle Erfolg der Veranstaltung von vornherein gesichert war. Es waren schöne Feierstunden, die die Zuhörer mit den beiden Künstlern verleben durften. Herr Hahn, dessen glänzende Technik und feiner Vortrag in Gießen längst bekannt sind, leitete den Abend ein mit der Toccata und Fuge von Bach- Tausig und erfreute im weiteren Verlaufe des Abends die Zuhörer mit einem Impromptu von Schubert und der Polacca von Weber. Reicher Beifall dankte dem Künstler für seine glänzenden Darbietungen. Die Vorsitzende des VWA., Fräulein Gross art, hielt eine kurze Ansprache, in der sie rückblickend auf den Frühlingsanfang des vergangenen Jahres und die Erfolge der Hitler- regierung hinwies und dem Wunsche Ausdruck gab, daß alle Anwesenden von der Frühlingsfeier die frohe Zuversicht mitnehmen möchten: nun muß sich alles, alles zum Guten wenden. Fräulein Käte Gärtner, die über eine selten umfangreiche Altstimme verfügt) gewann durch ihren seelenvollen Vortrag die Herzen aller Zuhörer. Lieder von Schuhmann und Schubert sang sie ebenso meisterhaft wie die Wiener Lieder „Nun blühen im Prater die Rosen" und „Wien wird erst schön bei Nacht". Zwei Volkslieder von Hildach schenkte sie den Zuhörern für den reichen Beifall, der ihr gespendet wurde. Mit innigem Verständnis begleitete Herr Hahn die Lieder am Flügel. Zwei Frühlingsgedichte, versaßt und vorgetragen von Fräulein G r o s s a r t, und zwei deutsche Tänze, getanzt von Mitgliedern der Jugendgruppe des VWA., paßten schön in das Programm des Abends. Zum Schluß wurde mit einem dreifachen Sieg-Heil in Dankbarkeit des Führers gedacht, und alle verließen den Saal in froher Stimmung. innig verbunden bleiben. Ein Schüler des Heimgegangenen brachte sodann dem verewigten Lehrer den letzten Gruß seiner Klasse dar. Im Anschluß an einen weiteren Choralgesang der Sängerschaft sprach der Sängerführer Amtsgehilfe Koch (Gießen) namens der Vereinigung „Liederkranz-Heiter- keit" herzliche Worte des Abschieds von dem in 40jähriger Sängerschaft und in 15jähriger Vorsitzendenarbeit reich bewährten Sangesbruder. Der zweite Führer des Männerturnoereins, Kaufmann Willy Georg, brachte dem verewigten Turnbruder und langjährigen ersten Sprecher des Vereins unter dankbarer Würdigung seiner großen Verdienste den letzten Gruß seiner Turnbrüder dar, ferner widmeten als Turnervertreter der Gauoberturnwart Reallehrer Paul (Gießen) im Namen des 12. Gaues Nordhessen, der Führer des 8. Kreises Lahn-Dill, Bankbeamter Karl D a u p e r t (Wie- seck), und der Führer des Turnvereins von 1846, Kaufmann R e i n i n g, dem Heimgegangenen Turnbruder und Turnerführer herzliche Worte treuen Gedenkens und aufrichtiger Dankbarkeit für sein außerordentlich arbeitsreiches und fruchtbares Wirken zum Wohle der deutschen Turnsache. Universitätsprofessor Dr. B ü r k e r sprach herzliche Worte des Gedenkens im Namen der Altersvereinigung von 1872, die Georg Kling gegründet hatte. Anschließend sprach ein Vertreter des Gesangvereins „Liederkranz" in Nieder-Weisel, dem der Verstorbene aus seiner früheren Lehrerzeit in Nieder-Weisel als Ehrenmitglied angehörte. Der Stenographenführer, Kaufmann Kuhl (Gießen) gab dem treuen Gedenken und der Dankbarkeit der Gießener Stenographen für den verewigten Kunstfreund und uneigennützigen Lehrer der Stenographie Ausdruck. Der Ortsgruppenführer des Stahlhelm, Oberstleutnant a. D. Loppe, rühmte den Heimgegangenen als aufrechten Bekenner und Verfechter der deutschnationalen Gesinnung, treuen Soldaten und guten Kameraden, dem die Gewehrsektion des Stahlhelm drei Ehrensalven über den Sarg als letzten Gruß darbrachte. Ministerpräsident a. D. Professor Dr. Werner nahm als letzter Sprecher mit eindrucksvollen Worten Abschied von dem langjährigen politischen Freunde, eifrigen Vorkämpfer und Mitstreiter für den völkischen Gedanken, aufrechten deutschen Manne und standhaften treuen Menschen, dem ein dankbares Gedenken aller guten Deutschen für immer gesichert sei. Hierauf wurde der Sarg unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden, gespielt von der Stahlhelmkapelle, in das Krematorium der Friedhofskapelle gebracht, wo heute die Einäscherung stattfindet. Gestern vormittag traf im Sonderwagen der Präsident der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M., Dr.-Jng. Steuernagel im Gießener Bahnhof ein. In seiner Begleitung befanden sich Vertreter der Deutschen Arbeitsfront, sowie Mitglieder der Reichsbahn-Verwaltung. Der Besuch diente dem Zweck, die sozialen, hygienischen und sanitären Anlagen im Gießener Bahnhof zu besichtigen, sowie Wünsche und Beschwerden, Anregungen für mögliche Verbesserungen usw. entgegenzunehmen. An der Besichtigung nahmen folgende Herren teil: der Präsident der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. Dr.-Jng. S t e u e r n a g e l, der stellvertretende Gaubetriebszellenleiter Pg. Wagner, der Bezirks leiter des Deutschen Arbeiteroerbandes der öffentlichen Betriebe Gauinspektor Pg. Goebel, der Adjutant des Gaubetriebszellenleiters Pg. Ginkel, der Bezirksfachschaftsleiter „Reichsbahn" für Hessen und Hessen-Nassau der Deutschen Arbeitsfront Pg. I a m i n ; die Bezirksbetriebsräte bei der RBD. Frankfurt a. M. D i e ß n e r und Höhn; der Beauftragte des Führerstabes bei der Reichsbahndirektion Reichsbahnrat Pg. Krug; die Reichsbahnräte Nierstein und N i e d e r st r ä ß e r ; der Bezirksfachschaftsleiter bei der Reichsbahn Pg. Weber; der Pressebeirat bei der RBD. Lebeau und Dr. Koch, als Vertreter des Treuhänders der Arbeit Dr. Lüer. Don der Leitung der Deutschen Arbeitsfront in Gießen nahmen Kreisbetriebszellenleiter Pg. Wagner, der stellvertretende Kreisbetriebszellenleiter Pg. Hahn, der Verbandskreisleiter der öffentlichen Betriebe Pq Wehrum und der Kreisfachfchaftswart und Betriebsrat Schädlich teil. Von der Reichsbahnverwaltung in Gießen waren die Amtsvorsteher der einzelnen Dienststellen, ferner die Betriebsvertreter der Dienststellen zugegen. Die Besichtigung war sehr eingehend. In der Aus prache wurden die bestehenden Verhältnisse beurteilt und gleichzeitig der Versuch gemacht, Mittel und Wege zu finden, wie verschiedenen Unzulänglichkeiten abzuhelfen ist. Besonders erfreulich war es, daß die Teilnehmer der Besichtigung auch die 9eam M^MSrz hat die Ortsgruppe Gießen des R-ichsluftichutzbundes mit zwei neuen Schu ungs- turfen für Lustschutzhauswarte im zivilen Lustschutz beaannen Dabei wurde sestgestellt. daß e,n erheblicher der von der Pvlizeidirektwn bestimmten Luitickukhauswarte diesen Kursen trotz Einladung LN äüäs? i" S!7 ASS« soll die hiesige Bevölkerung in den notwendigsten Vernicht vorsorg t, t st nicht 9 e f cy u g r Wir" f°rdek?de-h°lb'Nochmals alle diesenigen Pionen aus die von der Palizeidirektion als Lu 1- schutzhauswarte bestimmt sind, d.ese lehrreichen Kurse zu besuchen. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater, 20 bis 22 Uhr: „Hokuspokus . — fpielhaus Gießen, Bahnhofstraße: „Hans Westmar . — Astoria-Lichtspiele, Soltersweg: „Hotel auf dem Schwurgericht Gießen. Unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Heid verhandelte das Oberhessische Schwurgericht gestern gegen den 35jährigen Rudolf Philippi von Trais-Horloff, dem die Anklage Totschlag, begangen an seiner Ehefrau, zum Vorwurf machte. Der Angeklagte lebte seit längerer Zeit in den unglücklichsten ehelichen Verhältnissen, die dadurch bedingt waren, daß sich seine Ehefrau mit einem verheirateten Manne aus Trais-Horloff abgab. Die Eheleute lebten, da die Gegensätze zwischen beiden immer größer wurden, getrennt. Am 8. August 1933, am Tage vor der Tat, wurde auf Veranlassung des Angeklagten eine Versöhnung herbeigeführt. Die Eheleute begaben sich darauf mit ihren Kindern in ihre Wohnung. Am folgenden Morgen kam es wieder zu gegenseitigen Vorwürfen, wobei der Angeklagte zum Rasiermesser griff. Während einer sich anschließenden Balgerei wurde die Ehefrau verletzt. Sie sprang hilserufend an das Fenster. Der Angeklagte holte sie zurück und brachte ihr eine ganze Anzahl Schnittwunden in der Hals- aegend bei, die den Tod herbeiführten. Als der Angeklagte die Folgen seines Tuns sah, brachte er der Frau aus einem Revolver noch einen Schuß in die Schläfe bei. Die umfangreiche Beweisaufnahme — es wurden etwa 15 Zeugen und zwei Sachverständige gehört — hatte das einheitliche Ergebnis, daß es sich bei dem Angeklagten um einen fleißigen friedfertigen Familienvater handelte, der, gereizt durch das verbrecherische Verhalten seiner Frau, sich zu der Tat hatte hinreißen lassen. Die Sachverständigen schilderten den Angeklagten als einen erblich belasteten Psychopathen, dessen Konstitution mildernde Umstände gemäß § 51 Abs. 2 RStGB. beanspruche. Der Vertreter der Anklage,, Staatsanwalt Dr. Finke, beantragte unter Annahme mildernder Umstände, jedoch die Schwere der Tat berücksichtigend, eine Gefängnis st rafe von 5 Jahren, Einziehung des Rasiermessers und des Revolvers. Die Anrechnung der Untersuchungshaft stellte er dem Gericht anheim. Nach etwa einstündiger Beratung erkannte das Gericht wegen Verbrechens im Sinne der §§ 212, 213, 51 Abs. 2 RStGB. auf drei Jahre Ge« fängnis unter Anrechnung von sieben Monaten Untersuchungshaft und' Einziehung obiger Gegenstände. Am Samstag, 24. März, wird ab 14 Uhr in ' der Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, an jede aus . dem Winterhilfswerk unterstützungsberechtlgte Familie aus der Ortsgruppe Süd 1 Laib Brot gegen Zahlung von 10 Pf., sowie verschiedene andere Lebensmittel ausgegeben. Gez.: Z ö l l, stellv. Ortsgruppenwalter. Kundgebung der RS.-Hago. Die Kreisamtsleitung der NS.-Hago (GHG.) Gießen veranstaltet am heutigen Freitag, 23. Marz, 20 Uhr, auf der Liebiashöhe eine große öffentliche Kundgebung von Handwerk und Handel. Pg. Dr. Röder- Gießen ist Redner des Abends. — Die Ortsgruppen haben mit ihren Fahnen eine Viertelstunde vor Beginn zu erscheinen. NSLB., Kreis Gießen. Bdr.: Monatsbeiträge. 1. Die Mitgliedschaft bei anderen NS.-Organisa- tionen (einschl. SU.) hat keine Ermäßigung des NSLB.-Beitrags zu Folge. 2. Ab 1. April zahlen Ruheständler den vollen Beitrag. Um etwaige Härten zu vermeiden, kann eine Ermäßigung auf die Hälfte erfolgen, wenn besondere Verhältnisse vorliegen oder das monatliche Einkommen unter 200 Mark liegt. Dem Kreisobmann ist dann in jedem Fall ein Gesuch vorzu- leqen. Betr.: Zugehörigkeit zu Logen. Frühere Mitglieder von Freimaurerlogen oder ähnlicher Organisationen (z, B. Ludewig zur Treue" „Druidenorden", „Schlaraffia u. a.) und Angehörige der aus ihnen hervorgegangenen Nachfolgeorganisationen, haben umgehend anzugeben, wie lange und bis wann sie diesen Organisationen anqehört haben. Die Angaben sind unterschriftlich zu bestätigen. Das Verschweigen der Angaben oder unrichtige Angaben haben den Ausschluß aus dem NSLB.' zur Folge. Achtung Lustschuhhauswarte! Die Polizeidirektion Gießen teilt !°l- Aus der provinzialhauptstadt. OaS Bild der deutschen Heimat. Das Bild der deutschen Heimat hat sich in den jüngsten Jahren außerordentlich verändert — und niemand hat es recht gemerkt. Gutes ist dabei nicht . herausgekommen, eben weil rechte Baugesinnung und Gemeinsinn fehlten. Am sinnfälligsten zeugen dafür die wilden Kleinsiedlungen im umkreis der großen Städte. n. . Dem Heimatschutz liegt mit in erster Lime am Herzen, daß das verschandelte Bild des Vaterlandes in seinen charaktervollen, mannigfaltigen Gestaltungen wieder allmählich gereinigt wird. Dieses Bild tat in allen seinen Zügen wohl, weil die Maßnahmen des Urbarmachens und Bewirtschaftens, des Siedelns und Verkehrswege-Schaffens sinnvolles Landesplanen war, ohne daß diese Parole jemals im Großen ausgegeben zu werden brauchte. Was aber bildmäßig wohltut, ist organisch empfunden und organisch gehandelt, d. h. nach ungeschriebenen, instinktmäßig erfühlten oder nach verbrieften, bewußt bedachten Gesetzen — nach Gesetzen, die der Mensch aus seinem Ahnen und Erkennen der Gesetzmäßigkeiten der Natur herzuleiten sich bemüht hat. Er selbst ist ja Teil dieser Natur und wurde genügend gestraft, wenn er sich durch sein Handeln in Widerspruch zu ihr setzte. Aus diesen ursächlichen Zusammenhängen ergibt sich, daß die Arbeit des Heimatschutzes an der Heimat ohne weiteres auch Dienst am deutschen Menschen und am deutschen Volk ist, sich damit also ganz von selbst den volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten unterwirft. Diese stets zu erkennen, geschweige denn anzuerkennen, fiel Wirtschastsgruppen und berufsständischen Vertretungen in den Zeiten des Liberalismus und Kapitalismus natürlich außerordentlich schwer. Es ist Aufgabe des Heimatschutzes, das Miteinander aller berufenen fachlichen Kräfte beim Entstehen des neuen großen Siedlungswerkes mitzubetreiben. Bislang war er hierbei Sachwalter einer verhältnismäßig kleinen, von vielen mißverstandenen und bekämpften Gemeinde. Das ist aber anders geworden, seitdem vor kurzem der Millionen deutscher Volksgenossen umfassende „Reichsbund Volkstum und Heimat" gebildet wurde. Dieser ist berufen, eine gewaltige Volkstumsbewegung in Marsch setzen zu helfen auf das Ziel einer in jeder Hinsicht fachlichen und guten deutschen Heimatgestaltung. Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1933/34. Kreisführung Gießen. Velr.: Eiersammlung. Gemäß meinem Rundschreiben vom 20. März sind die gesammelten Eier an den bezeichneten Sammelpunkten (Gießen, Hungen und Grünberg) bis spätestens Freitag, 2 3. März, 18 Uhr, abzuliefern, da die Autos von Frankfurt am Samstagvormittag die Lier an den vorerwähnten Sammelstellen abhoten werden. heil Hitler! Gez.: Mo Haupt, Kreisgeschäftsführer des WHM. Ortsgruppe Gießen-Güd. Betrifft: Lebensmittelausgabe. W T-T“ Die neue Arbeitsschlacht! Stellt Lehrlinge ein! Am 21. März war der große Auftakt zum Beginn der zweiten Arbeitsschlacht. Die erste große Arbeitsschlacht im Frühjahr des vergangenen Jahres hatte die Erwerbslosenziffer innerhalb unseres deutschen Vaterlandes um ein beträchtliches Maß herabgedrückt. Die Schlacht g e g en H u n - ger und Kälte ist siegreich geschlagen. Die noch beruflich untätigen erwerbslosen Arbeitskameraden sind durch die Riesenopfer des gesamten deutschen Volkes vor dem Schlimmsten bewahrt geblieben, während die neu in Arbeit gebrachten Kameraden ihren Betrieben erhalten bleiben konnten. Dies war ein riesenhafter Erfolg, doch noch lange nicht hinreichend genug. Während es sich bisher um die Unterbringung von gelernten Arbeitern handelte, ist es nunmehr von größter Wichtigkeit, sich auch um die Schaffung neuer Lehrstellen für die zu Ostern sich bewerbenden Lehrlinge zu sorgen. Die Jugend ist die Zukunst, und in demselben Maße, wie der ältere Arbeitskamerad seine schwere Arbeit stets pflichtbewußt getan hat, indem er das in präziser Arbeit bei feine m € i n ft i gen Meister Erlernte jahrelang ausfuhrte, so soll durch die Einstellung eine Höch stzahl von Lehrlingen im Verlaufe der bevorstehenden Arbeitsschiacht der deutschen Jugend die Gelegenheit geboten sein, denR uhmderdeutschenArbeit, den ihre Väter erkämpften, auch für sich zu erkämpfen und die deutsche, gewissenhafte, von aller Welt anerkannte Arbeit weiterhin zu Ehren zu führen. Die Verwirklichung der gigantischen Arbeitsbe- schafsungs-Pläne der deutschen Reichsregierung verlangt viele neue, tüchtige Kräfte. Deshalb ist es allerhöchste Pflicht jedes Betriebes, zur Sicherung der Zukunft des deutschen Volkes die Durchführung der großen Arbeiten dadurch zu gewährleisten, daß die Armee der deutschen Arbeits- Menschen um eine gewaltige Zahl von tüchtigen jugendlichen Arbeitskräften abgelöst werden kann, damit diese einst das tüchtige Handwerk ihrer Väter freudig und zuverlässig weiter fortführen können. _ portsührer vor den Arbeitern im Stadion. Gerätewettkampf Wie'eck - Waldgirmes — Burgsolms. Der Reichssportführer, Gruppenführer von Tscharnrner und Osten, versammelte Mitt- wochoormittag die beim Neubau des deutschen olympischen Stadions tätigen Arbeiter der Stirn und der Faust im früheren Rennbahn-Restaurant, um gemeinsam mit ihnen den Befehl des Führers zur neuen Arbeitsschlacht entgegenzunehmen, lieber 200 Arbeiter sind bereits auf dem ehemaligen Rennbahn- und Stadiongelände mit den Vorarbeiten beschäftigt. Der dort zur Verwirklichung kommende Plan einer in der ganzen Welt einzig da- tehenden olympischen Stätte der Leibeserziehung erfordert zunächst den Abbruch der wesentlichen bisherigen Gebäude und Stadionanlagen. Aber aus dem „Trümmerfeld" hebt sich doch schon deutlich Lage und Ausmaß der neuen Anlage ab. In den nächsten Wochen und Monaten werden zu den bisher Beschäftigten die drei- und vierfache Anzahl von Arbeitern hinzukommen. Bei gemeinsamen Eintopfmittagessen nach der Rede des Führers brachte der Reichssportführer zum Ausdruck, daß ihm das Zusammensein mit den Männern, unter deren Händen das olympische Stadion entsteht, ein inneres Bedürfnis sei. Er werde auch in Zukunft jede Gelegenheit ergreifen, um die Arbeitsstätte und die Arbeitskameraden zu besuchen. Zunächst erhalte das Werk durch die Be- chciftigung von Hunderten von Männern seinen Sinn, vollendet aber soll es künden von deutschem Am Sonntagnachmittag fand in Burgsolms die zweite Begegnung der Mannschaften der Turnver- ; eine von Wieseck, Waldgirmes und Burgsolms im Mannchafts-Gerätekampf statt. Jeder Verein hatte ' eine Mannschaft von fünf Turnern zu stellen, welche je eine Kürübung an den drei Hauptgeräten zu zeigen hatten, wozu noch die Freiübungen von zwei Teilnehmern jeder Mannschaft kamen. Diele Zuschauer füllten den geräumigen Saal, als nach dem Aufmarsch der Teilnehmer der Der- einsführer des gastgebenden Vereins die Turner und die Zuschauer begrüßte. In längeren Ausführungen sprach dann der Kreisführer des Kreises Lahn-Dill, D a u p e r t (Wieseck) über die Entwicklung des Geräteturnens, insbesondere der Mannschaftskämpfe. Er schilderte in ausführlicher Weise die Aufgabe der Deutschen Turnerschaft im nationalsozialistischen Staat und betonte, daß gerade diese Mannschaftskämpfe mit ein gutes Mittel zur Er- reichung einer echten Volksgemeinschaft sei. Es sei in dieser Zeit, da fast alle aktiven Turner der SA. angehorten, doppelter Idealismus nötig, um der Sache des deutschen Turnens zu dienen und solche Wettkämpfe auszutragen. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Dolk und Vaterland schloß er seins mit lebhaftem Beifall angenommenen Ausführungen. Kreisoberturnwart Schüler (Wetzlar) übernahm dann die Leitung des Wettkampfes. Da die Gegner Können und jedem Volksgenossen zur körperlichen Ertüchtigung offenstehen. Oie Ausführungsbestimmungen für das SA.-Spvrtabzeichen. Für das neugeschaffene SA.-Sportabzeichen hat der Chef des Ausbildungswesens der SA., Obergruppenführer Krüger, im Auftrage des Stabschefs jetzt Ausführungsbestimmungen erlassen. Die Leistungsprüfungen umfassen drei Uebungsgruppen: 1. Leibesübungen: 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Keulenweitwurf, Kugelstoßen, 3000 - Meter - Lauf. 2. Grundübungen: Kleinkaliberschießen, 25-Kilo- meter-Gepäckmarsch, Keulenzielwurf. 3. Geländesport. Das SA.-Sportabzeichen können auch Nichtangehörige der SA. erwerben, sofern sie rassisch und weltanschaulich den SA.-mäßigen Voraussetzungen entsprechen. Oie letzten Prüfungsschwimmen. Um das junge Schwimmaterial für die Olympischen Spiele und die Magdeburger Europameisterschaften möglichst umgehend und sorgfältig auszuwählen, hat der Deutsche Schwimmverband jetzt noch weitere fünf Austragungsorte für Prüfungsschwimmen bestimmt. In Berlin starten die Gaue 1 bis 4, in Leipzig die Gaue 5 und 6, in Magdeburg die Gaue 7 und 8, in Düsseldorf die Gaue 9 und 12, und Frankfurt die Gaue 13 bis 16. Deutscher Rekord im 200-Meter-Rückensckwimmen. Die ausgezeichnete Düsseldorfer Rückenschwimmerin Anni S t o 11 e hatte am Mittwochabend in Düsseldorf mit ihrem Angriff auf den deutschen Rekord im 200-Meter-Rückenschwimmen vollen Erfolg. Sie durchschwamm die Strecke in der neuen deutschen Rekordzeit von 5 :06,5 und blieb damit um 3,3 Sekunden unter der alten Rekordmarke als gleichstark bekannt waren, sah man mit großem Interesse dem Turnen am ersten Gerät, am Pferd, entgegen. Es zeigte sich jedoch, daß Wieseck seinen Gegnern im Aufbau und in der Ausführung der Uebungen überlegen war. Wieseck konnte einen Vorsprung von 22 Punkten herausholen. Waldgirmes, dem man nach Lage der Dinge die meisten Siegesaussichten gab, fiel hier schon wesenilich zurück. Auch an den folgenden Geräten bot sich das gleiche Bild. Wieseck vergrößerte seinen Vorsprung mehr und mehr. Fast an allen Geräten bekam man außer guten Durchschnittsleistungen auch Spitzenleistungen zu sehen, die vom Publikum mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden. Mit den Freiübungen fand der Wettkampf sein Ende. Die beste Einzelleistung erzielte S ch ö f f m a n n (Wieseck) mit 84 Punkten an den Geräten, einschließlich der Freiübung 109 Punkten. Kreisoberturnwart Schüler vollzog dann mit einem kurzen Ueberblick über den Wettkampf die S i e g e r v e r k ü n d i g u n g. In kurzen Worten ehrte er Sieger und Unterlegene, wobei er allen Teilnehmern dankte und sie aufforderte, sich auch fernerhin für unsere gute deutsche Tumsache ein- zusetzen. Das Ergebnis: Pferd Barren Reck Freiüb. Ges. Kurze Gportnotizen. Wieseck 122 116 124 51 413 Burgsolms 100 109 110 51 370 Waldgirmes 99 102 109 45 355 Gemeinsame Ve r s a mm l u n g d e s V f B.- Reichsbahn. In dem gestrigen Bericht über die erste gemeinsame Versammlung des VfB.-Reichs- bahn mußte der zweite Satz folgendermaßen rich- r $ ^-cn: -Der frühere Dereinsführer des VfB., Herr Michel, stellte der Versammlung den neuen Veremssuhrer, Baurat N i e d e r st r a ß e r vor. * von Elfriede Sasserath- Rheydt. Oeutsch-polnische A.dletikkämpfe. Die deutsch-polnischen Sportbeziehungen werden in diesem Jahre auch in der Leichtathletik vertieft werden. Der Studentenweltmeister Pflug wurde bereits zu einer Veranstaltung am 8. April nach Posen eingeladen. Für den 10. Mai haben der Berliner Sport-Club und Warta Posen einen Club- kampf nach Posen vereinbart. Polens beste Athletikklasse wird dann bei dem internationalen Sportfest des SC. Charlottenburg am 1. Juli an den Start gehen. Einladungen haben durch den Deutschen Leichtathletikoerband der Olympiasieger Kusocinski, ferner der Meister im Hoch- und Weitsprung, Plawczyk, der Wurfathlet Heljasz und die Olympiasiegerin Stella Walaszewicz. — Ferner ist der schon lange geplante Frauenländerkampf Deutschland — Polen fest zum Abschluß gekommen. LlmNordheffenö Handball-Meisterschaft In Nordhessen erwartet man von den Spielen des kommenden Sonntags die Entscheidung in der Meisterschaft. Ob diese aber fällt, wird man ab- warten müssen. Es müßte schon zu einem Unentschieden zwischen Tura und Tuspo und zu einem Sieg der Kasseler Turngemeinde über den Turnverein Eschwege kommen. Für den 1. April ist jedenfalls das erste Entscheidungsspiel zwischen dem Kasseler Staffelsieger und dem Turnverein Wetzlar angesetzt und am 8. April findet das Rückspiel in Wetzlar statt. Sollte der Sonntag keine Entscheidung bringen, so werden Entscheidungsspiele am Ostersamstag stattfinden 5 0 Ma nn schäften von der Saar werden an Ostern im Reich Fußball-Freundschaftsspiele ausfragen Die Mehrzahl der Spiele findet im • a,rim Rheingebiet des Gaues Südwest statt, eine Reihe von saarländischen Mannschaften weilt auch aus längeren Reisen, so Borussia Neunkirchen in Ostpreußen, FV. Saarbrücken in Sacksten, Spfr. Saarbrücken im Norden und Saar 05 Saarbrücken m Berlin. 2)ie feierliche Einweihung des Magdeburger Schwimmstadions, des Schauplatzes der Europameisterschaften 1934, erfolgt mit einem Schwimm-Städtekampf zwischen Magdeburg und Berlin am 8. Juli. ♦ 15 Nationen, darunter auch Deutschland, werden sich an den Europameisterschaften der Amateurboxer vom 11. bis 15. April in Budapest beteiligen. Deutschland wird durch die acht Boxer vertreten, die sich bei den Ausscheidungskämpfen m Stuttgart qualifizierten. ♦ a.n F fu r t s Stadtelf für den an Ostern stattsindenden Fußball-Revanchekampf gegen Hamburg spielt in folgender Aufstellung: Schmidt; Leis, Stubb; Grämlich, Tiefe!, Zipp (alle Eintracht); Emmerich (Bürgel), Möbs (Eintracht), Grebe (Kickers Offenbach), Heldmann (FSV.), Lindner (Eintracht). • D er deutsche Schwergewichtsmeister Vinzenz Hower-Köln trifft am 12. April in London auf den Südafrikaner Ben Foord. Oberheffen. G-werve- und Landwirtichastsbank Butzbach. pb. Butzbach, 21. März. Die hiesige Gewerbe- und Landwirtschaftsbank, die in diesem Jahre auf ihr 70jähriges Bestehen zurückblicken kann, hielt im Saale des „Hessischen Hofes" ihre ordentliche Generalversammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß die Bank, die im Jahre 1864 von 70 Butzbacher Handwerkern und Geschäftsleuten gegründet wurde, Ende 1933 einen Bestand von 455 Mitgliedern hatte. Die Bilanz am 31. Dezember 1933 schließt in Aktiva und Passiva mit 821 098,35 Mk. ab. Unter den Aktivaposten sind verzeichnet: Geschäftseinrichtung 1000 Mk., Umlaufsvermögen 569 827,30 Mk., Geschäftswechsel 74 652,29 Mk., Einzugswechjel 1009,70 Mk., Wertpapiere 47 300 Mk., Bankguthaben 97 403,11 Mk., Postscheck-Guthaben bei'Banken 18 390,82 Mk., Zinsscheine 210 Mk. und Kassenbestand 11305,13 Mk. Auf der Passivaseite sind aufgeführt: Geschäftsguthaben 118 975,22 Mk., Reserven 57177 Mk., Wertberichtigungsposten 8550 Mk., Verbindlichkeiten (Spareinlagen) 629 924,51 Mk., Posten die der Abgrenzung dienen 830 Mk., Reingewinn 5741,62 Mk. Dieser letztere Posten soll wie folgt verteilt werden: 5 Prozent Dividende 5112,35 Mk. Zuschrift auf Reservefonds 583 Mk. Vortrag auf neue Rechnung 46,27 Mk. Aus dem Aufsichtsrat schieden aus: Weißbindermeister Georg D a h m e r, Oberjustizinspektor Julius Dahmer, Friseurmeister Fritz Henkelmann; an deren Stelle traten Rechtsanwalt Wolf, Oberwachtmeister Klee und Kaufmann M a t h ä u s. Generalversammlung der ViehverwertungsgenoffenschastGedern z Watzenborn-Steinberg, 20. März. Die Landesfilmstelle Südwest der NSDAP, brachte hier in der Wirtschaft „Zur Krone" den großen Spionagetonfilm „Die unsichtbare Front" zur Ausführung. Das Beiprogramm brachte die Wochenschau, einen Kulturfilm und ein Lustspiel. CD Grüningen, 21. März. Am Sonntagabend hatte die hiesige Volksschule zu einem Unterhaltungsabend in die Turnhalle eingeladen. Zahlreich hatten sich die Eltern und Freunde der Schule eingefunden, so daß der geräumige Saal voll besetzt war. Der Schülerchor der Oberklassen unter Leitung von Lehrer E i f f i eröffnete mit dem Lied „Deutsch ist die Saar" die ; Feier. Darauf begrüßte Lehrer E i f f die zahlreich i Erschienenen. Ein Sprechchor „Drei gute Gesellen" i war den scheidenden Konfirmanden gewidmet. Nach einem Theaterstück führten einige Lichtbilder die aufmerksamen Zuschauer durch die süddeutschen Gaue unseres schönen Vaterlandes. Unter der Leitung von Lehrer Schaaf folgten dann Reigen und Spiele der Kleinsten. Mit Geschick und ihrer Führer der Betriebe! Deutsche Firmeninhaber und Handwerksmeister! Habt Ihr schon veranlaßt, daß sich Eure Lehrlinge und Junggehilfen zum Reichsberufswett- ;Eampf der deutschen Jugend vom 9. bis 15. April 1934 anmelden? Letzter Termin: 2 4. März 1 934! Es ist der Wille des Führers, daß Ihr diese große l. Gedern, 21. März. Im Saale der Gastwirtschaft „Zum Löwen" fand dieser Tage die Ge- neralveriammlung der Viehverwertungs- genossenschast Gedern statt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Fischer, Hof Zwiefalten, eröffnete die Versammlung und gab nach der Begrüßung einen Rückblick über das abgelaufene Geschäftsjahr 1933. Er wies besonders darauf hin, daß durch die Regierungsmaßnahmen bereits eine wesentliche Besserung der Notlage des Bauerntums zu verzeichnen sei und daß wir mit den besten Hoffnungen in die Zukunft sehen können. Zum Schriftführer wurde Hermann Will, Vol- kartshain, und zu Stimmzählern Bürgermeister P e p p e l, Ober-Seemen, und Ortsbauernführer Kaiser- Burkhards ernannt. In Erledigung der Tagesordnung erstattete der Geschäftsführer Wilhelm Birx-Gedern einen Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Er machte darauf aufmerksam, daß die Genossenschaft leider von vielen Bauern bei der Verwertung ihres Viehes nicht viel oder überhaupt nicht in Anspruch genommen würde. In Zukunft müsse das besser werden. Um das remde Händlertum ganz auszuschalten, sei es er- orderlich, daß die Bauern der Genossenschaft ihr ämtliches Nutz- und Schlachtvieh zur Verwertung anvertrauen. Wilhelm Birx gab dann einen Ueberblick über die Jahresrechnung und Bilanz. Die Bilanz wurde einstimmig genehmigt. Die Genossenschaft erreichte im Jahre 1933 einen Umsatz von 147196 Mark. Einstimmig konnte dem Vorstande und Aufsichtsrat Entlastung erteilt werden. Der Reingewinn in Höhe von 181,21 Mark soll zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebsrücklage gutgeschrieben werden. Das ausscheidende Vorstandsmitglied Wilhelm Kaiser- Steinberg wurde wieder in den Vorstand gewählt. Wieder gewählt in den Aufsichtsrat wurden P e p p e l - Ober- Seemen und Will- Volkartshain. Der Vorsitzende begrüßte sodann den inzwischen eingetroffenen Vertreter der Hauptabteilung III, Diplom-Landwirt H a a k. Dieser übermittelte die Grüße des Landesbauernführers Dr. Wagner und des Abteilungsleiters Wirth. Pg. H a a k referierte anschließend ausführlich über Schlacht- und Nutzviehverwertung, sowie über die Nutzviehverwertungsgenossenschast GmbH. Frankfurt a. M. Seine Ausführungen wurden mit größter Spannung verfolgt und mit großem Beifall ausgenommen. Die Versammlung wurde sodann, nachdem Direktor Birx die Mitglieder aufgefordert hatte, auch fernerhin treu zur Sache zu stehen, geschlossen. Lanvkreis Gieszen. OO Klein-Linden, 20. März. Die NS.- Frauenschaft Klein-Linden trat mit einem wohlgelungenen Werbeabend, der im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" stattfand, an die Oeffentlichkeit. Zunächst begrüßte die Führerin der Frauenschaft, Frau Dr. Crößmann, die vielen Mitglieder, die zahlreichen Gäste aus b?r Gemeinde und den Redner des Abend, stellvertretender Kreisleiter Pg. Hopfen müHer. Dieser behandelte in mehr als einstündigem Vortrag zunächst die Stellung der Frau im nationalsozialistischen Staat und gab einen Ueberblick über das Wollen des neuen Staates. Der Redner sprach ferner über die Bedeutung des Winterhilfswerkes, das neben dem Segen, den es bringe, auch den der nationalsozialistischen Bewegung noch fernstehenden Volksgenossen zeigen solle, daß die bestehende Volksgemeinschaft bereit sei, zu helfen Adolf Hitler habe vor allem dem deutschen Volke den Glauben und das Vertrauen an eine bessere Zukunft wieder- oeqeben. Die deutsche Frau und Mutter brauche heute nicht mehr zu verzweifeln, wenn sie-an die Zukunft ihrer Kinder denke. Starker Beifall lohnte die Ausführungen des Redners. Das Programm des Abends brachte Sprechchöre aus der Bewegung, gemeinsam gesungene Lieder und Gedichtvortrage einiger junger Mädchen. Ein gut gcfpielfer Drei= akter führte in die Zeit zuruck, m der die A^DAP. um die deutsche Seele rang, bis sie schließlich siegreich das Feld eroberte. Der Ortsgruppenleiter dankte dem Redner und allen Mitwirkenden des Abends. Er gab noch seiner Freude Ausdruck über die zahlreiche Beteiligung der Zelle Mendorf a d Lahn und forderte zur Mitarbeit am^großen Wer Adolf Hitlers auf. Mit dreifachem Sieg-Heil! auf den Volkskanzler und Führer des deutschen-Volkes und mit dem gemeinsamen Gesang ^^^"EWand liebes und des Horst-Wessel-Liedes fand der„Aden sein Ende. Die vorgenommene Geldsammlung kommt dem Winterhilfswerk zugute. _________ Kundgebung deutschen Berufsausbaues mit allen Kräften unterstützt! natürlichen und ungezwungenen Art wußten sich die kleinen Spieler in ihre Rollen zu versetzen. Reicher Beifall dankte ihren Mühen. Ein Theaterstück der Oberklasse unter Leitung von Lehrer E i f f hielt die Zuhörer über eine Stunde in Spannung; auch hier sah man, wie sehr die Kinder bei der Sache waren und mit welcher Lust und Hingabe sie ihre Rollen spielten. In bunter Reihenfolge wechselten dann Chöre, Gedichte und Vorträge miteinander ab. Mit dem Lied „Guten Abend, gute Nacht" verabschiedeten sich die kleinen Spieler. Nach kurzen Schlußworten von Lehrer Schaaf, der zum Ausdruck brachte, daß der Abend bei Eltern und Kindern in dankbarer Erinnerung bleiben möge, fand der in allen Teilen wohlgelungene Unterhaltungsabend fein Ende. — Anläßlich der Brotsamm - l u n g des oberhessischen Jungvolks für das Winterhilfswerk der Stadt Offenbach sammelte die hiesige Gefolgschaft die stattliche Anzahl von 123 Laib Brot. # Dorf-Gill, 19. März. Der hiesige Landjugendbund hielt dieser Tage in der Schule einen Missionsabend ab. Prediger Peter - s e n aus Lich leitete die Versammlung. Nach Gebet und einem gemeinsamen Liede wurden von den Burschen und den Mädchen Gedichte und Zwiegespräche vorgetragen. Außerdem wurde ein Theaterstück aus der Soldatenzeit aufgeführt, das großen Beifall fand. Der Gemischte Chor unterhielt in den Pausen mit einigen Liedern. Missionar Peter- s e n verlas sodann zwei Briefe von der Frau eines verstorbenen hiesigen Missionars, in denen die Verhältnisse in China geschildert wurden. Mit Gesang und Gebet wurde die Versammlung geschlossen. * Bellersheim, 22. März. Dieser Tage konnte die hiesige Spar- und Darlehenskasse die Feier ihres 50jährigen Bestehens begehen. — Am vergangenen Sonntag fand im unteren Schulsaal eine Ausstellung der Handarbeiten der Mädchen der Volksschule statt. Am Abend hielt die N S. - F r a u e n s ch a f t im oberen Schulsaal eine sehr gut besuchte Versammlung ab, in der Lehrer Philipp einen interessanten Vortrag hielt. Am Dienstag beschloß die NS.-Frauen- schaft mit einer Zusammenkunft ihre Winterarbeit. ? Reiskirchen, 21. März. Im Saalbau Gundrum fand ein Schulungsabend der hiesigen Zelle der NSDAP, statt, zu dem außer den Angehörigen der Partei und deren Nebenorganisationen auch die übrigen Ortseinwohner in großer Zahl erschienen waren, so daß der Redner des Abends, der stellvertretende Kreisbetriebszellenleiter Pg. Hahn, Großen-Buseck, vor einem überfüllten Saale sprechen konnte. Nach Begrüßungsworten durch den hiesigen Zellenwart betonte der Ortsgruppenschulungswart Pg. Heß- Winnerod, daß die politische Schulung des deutschen Volkes heute eine der wichtigsten Aufgaben der Partei sei und daß auch in Reiskirchen jetzt an eine intensive Schulung herangegangen werde. Hierauf sprach Pg. Hahn über das Thema „Was ist Nationalsozialismus?" Er schilderte den Werdegang der Partei bis zur Machtergreifung und ging dann auf die einzelnen Gedankengänge des Führers ein, die dieser seiner vollständigen Umwertung der Wirtschafts- und Lebensauffassung zugrunde gelegt hatte. Nicht nach marxistischen und liberalistischen Theorien dürfte man ein Volk regieren, denn dies bedeute den Untergang, sondern nach einer von innen heraus kommenden Kraft, eben des Nationalsozialismus müsse man handeln. Nicht der Einzelmensch, sondern das ganze Volk in seiner Gesamtheit müsse leben können, und deshalb richte er an alle Zuhörer die Mahnung, das eigene „Ich" vollständig zurückzustellen und nur nach dem Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" zu handeln. Daß das deutsche Volk dies bereits erfannnt habe, ersehe man aus den Sammellisten und Sammelbüchsen des Winterhilfswerks. Wenn auch noch hier und da hartherzige Menschen lebten, so fei dies nur höchst bedauerlich, aber keinesfalls dürfte man dies auf die Gesamtheit des Volkes ausschlagen. Wenn jeder von dem einzig wahren Geist des Nationalsozialismus durchdrungen sei und wenn jeder wieder erkannt habe, daß das Volk, das Vaterland, die Rasse über allem stehe, dann werde auch dem deutschen Volke wieder eine neue Zukunft entstehen. das Dritte Reich. Zur Verschönerung des Abends erfreute der hiesige BdM. durch einige Tänze, wahrend der Gesangverein mit zwei Volksliedern aufwartete. Den musikalischen Teil hatte der Spielmannszug III/116 von hier übernommen, der in schneidiger Weise die Pausen ausfüllte. Pg. Heß schloß den Abend mit einem Gelöbnis zum Führer und Vaterland. — Anschließend fand noch eine Amtswalterbesprechung der Ortsgruppe Bersrod statt, in der der inzwischen eingetroffene Ortsgruppenleiter Hofmann die Richtlinien und den Ver- jammlungsplan für den kommenden Monat fest- legte. (D Weitershain, 21. März. Bei der Sammlung für die Winterhilfe wurden hier 78 Laib Brot und rund 400 Eier abgeliefert. — Am Samstagabend hielt der Stützpunkt Weitershain der NSDAP, feine Monats- versammlung ab. Hierzu hatten sich die Parteimitglieder, die NS.-Frauenschaft, sowie die SA. und SA.-Reserve eingefunden. Der Stützpunktleiter betonte, daß Weitershain schon vor dem 5. März 1933 — mit ganz geringen Ausnahmen — mit 100 Prozent nationalsozialistisch war und sich am 12. November vorigen Jahres lOOprozentig zum Reichskanzler und zu der von der Regierung verfolgten Politik bekannt hat. Dann sprach Kreisleiter z. b. V. Gauredner Pg. B u l l m a n n - Gießen über Grundbegriffe des Nationalsozialismus. Im Anschluß hieran behandelte er den Zweck und Sinn aller nationalsozialistischen Organisationen, die alle das Endziel verfolgen, aus allen einzelnen Organisationen die große Organisation der Arbeitsfront des schaffenden deutschen Volkes herzustellen. In seinen weiteren Ausführungen verstand es Pg. Bull mann vortrefflich, durch Beispiele aus dem Leben den Unterschied zwischen der alten und der neuen Zeit anschaulich vor Augen zu führen. Seine Rede wurde öfters durch großen Beifall unterbrochen. In seinem Schlußwort sprach Stützpunktleiter N a u den Wunsch aus, Pg. Bullmann möglichst bald wieder in unserer Mitte als Redner begrüßen zu dürfen. Mit einem dreifachen Sieg- Heil auf unseren Führer und mit dem Deutschlandlied wurde die Versammlung geschlossen. Kreis Friedberg. Butzbach, 22. März. Am morgigen Tage begeht der Küfermeister Moritz Grüninger in seltener Frische seinen 9 0. Geburtstag. Bis in das hohe Alter konnte er noch seinem Handwerk nachgehen. Kreis Schotten. v Schotten, 21. März. Die Volksschule hatte für Samstagabend in die Turnhalle zu einem Schulunterhaltungsabend eingeladen, der äußerst stark besucht war. Nach Begrüßungsworten des Rektors Steinhauer brachte den erste Teil des Programms einen ausführlichen, interessanten Lichtbildervortrag über unser Saarland, den Lehrer Em r i ch hielt. Die schone Saar- landschaft wurde im Bild gezeigt, das Saarlied begeistert gesungen. Es folgte eine Reibe von Mär- chenspielen, die von den Kindern pracytvoll wieder- gegeben wurden. Der herrliche Märchenfilm „Tischlein, deck dich!", der in unserer schönen oberhessischen Stadt Schlitz spielt, fand bei jung und alt freundlichste Aufnahme. Der Reinertrag des Abends fällt dem Schulfunk zu. □ Laubach, 21. Mär§. Am Montagabend fand im Saale der „Traube" ein gut besuchter Lichtbildervortrag der hiesigen Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes statt. Nach der Begrüßung durch den komm. Leiter der Ortsgruppe desRLB., Architekt Silß, sprach Direktor Kretzsch- mer (Gießen) über das Thema: „Warum Luftschutz?" In einleitenden Worten wies der Redner darauf hin, daß das durch das Versailler Diktat wehrlos gemachte Deutschland ringsum von Militärmächten umgeben sei, die über starke Luftstreitkräfte verfügen. Innerhalb weniger Stunden können mehr als 10 000 Flugzeuge alle Gebiete unseres Vater- landes überfliegen und somit durch Bombenabwürfe die Bevölkerung in große Gefahr brinaen. Da wir durch das Verbot aktiver Luftkampfwaffen nur auf den feit 1926 uns erlaubten passiven Luftschutz angewiesen sind, so ist es vaterländische Pflicht jedes Deutschen, den Selbstschutz zu fördern und sich mit der Handhabung der notwendigen Schutzmaßnahmen vertraut zu machen. Nachdem der Vortragende den Aufruf des Reichsministers der Luftfahrt Her- Arbeit schafft zufriedene Volksgenoffen! mann Göring verlesen und ein dreifaches „Sieg- Heil" auf das Vaterland und den Führer ausgebracht hatte, wurde gemeinsam das Horst-Wessel- Lied gesungen. Die mit großem Interesse aufgenommenen Ausführungen des Redners wurden durch eine große Zahl Lichtbilder wirkungsvoll unterstützt. Zur Ortsgruppe des Reichsluftschutz, bundes meldeten sich etwa 50 Personen an. Kreis Alsfeld. £ Alsfeld, 19. März. Am Samstag abend fand im Gasthaus „Grüner Baum" die Jahresmitgliederoersammlung des Zweigvereins Alsfeld des Vogelsberger Höhenclubs statt. Der 1. Vereinsführer, Bürgermeister Dr. V ö l- j i n g, erstattet den Jahresbericht. Der Verein nahm auch an den größeren Veranstaltungen des Verbandes der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine teil, so am Reichstreffen in Marburg am Himmelfahrtstage und an der Feier des 50jährigen Bestehens 'des Verbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine in Frankfurt a. M. im September vorigen Jahres. Die Wandertätigkeit war auch im verflossenen Jahre im hiesigen Zweigverein recht rege. Der Vereinsführer schloß feinen Bericht mit der Mitteilung, daß auch der Vogelsberg in dem geplanten Werbefeldzug des Rhein-Mainischen Der- kehrsverbandes feinen gebührenden Platz finden wird. An die Mitglieder erging die Mahnung, weiterhin eifrig an der Vereinsarbeit mitzuwirken und dem Verein neue Wanderer zuzuführen. Der Rech- ner, Lehrer Jäkel, trug die Jahresrechnung vor und bekam von der Versammlung Entlastung erteilt. Der Voranschlag für 1934 wurde in der vom Vereinsführer vorgetragenen Form genehmigt. In der Aussprache wurden noch verschiedene Anregungen besprochen. Mit einem Sieg-Heil auf den Reichskanzler Adolf Hitler wurde die Versammlung geschlossen. = er Homberg, 21. März. Dieser Tage versammelten sich hier in der Stadthalle sämtliche Bürgermeister der umliegenden Ortschaften in Gegenwart der Herren Kreisdirektor Dr. Stammler (Alsfeld), Kreisdirektor Klostermann (Gießen) und Arbeitsgauführer Neuerburg. Man besprach die im Rahmen der Arbeitsbeschaffung durchzuführende Feldbereinigung in fast 2 0 Gemeinden. Die Arbeiten sollen von den Arbeitsdienstlagern ausgeführt werden. Dabei sollen 7,5 v. H. des Bodens zu Siedlungszwecken bereitgestellt werden. Preußen. Sozialismus der Tal! Zur Nachahmung empfohlen! Vom Gaupresseamt wird mitgeteilt: Das Kontrollamt für Arbeitsbeschaffung hat alle Volksgenossen aufgerufen, Gedanken zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bekannt zu geben. Aus der Fülle der eingereichten Vorschläge greifen wir einen heraus. Der Prokurist einer Frankfurter Großbank teilt uns folgendes mit: „Arn 29.4. 33 schrieb ich an den Vorstand meiner Bank: Der 1. Mai 1933, der Tag der nationalen Arbeit, gibt mir Veranlassung, einen arbeitslosen jungen Bankbeamten wieder in den Kreis der werktätigen Bevölkerung zurückzuführen. Die Mittel zur Bezahlung dieses Beamten stelle ich der Direktion insofern zur Verfügung, als ich ab 1. Juli d. I. bei der Auszahlung von den mir zustehenden Gehalts- gebührnissen auf einen Betrag von 200 Mark monatlich verzichte. Die Verzichtleistung erfolgt selbstverständlich nur unter der Bedingung, daß ein junger, arbeitsloser Bankbeamter bei der Bank eingestellt wird." Hierauf schrieb ihm die Bank am 18. 7.1933 folgendes: „Wir bestätigen hiermit, daß Herr ... mit feinem Schreiben vom 29. 4. 33 von feinen Gehalts- gebührnissen auf einen Betrag von monatlich 200 Mark freiwillig verzichtet hat unter der Bedingung, daß ein arbeitsloser Bankbeamter eingestellt wird. Der Gehaltsabzug erfolgt erstmals für den Monat Juli 1933. Ein Beamter wurde bereits eingestellt." Hierdurch beweist uns der Volksgenosse, daß sein nachfolgender Vorschlag auch tatsächlich durchgeführt werden kann: „Alle festbesoldeten Angestellten, die ein jährliches Bruttoeinkommen von 15 000 Mark und darüber beziehen, verzichten auf die Dauer eines Jahres freiwillig auf einen Teil ihrer Gehaltsbezüge von monatlich 150 bis 200 Mark, und zwar unter der Bedingung, daß der Geschäftsinhaber, bei welchem der Verzichtleiftende angestellt ist, einen Arbeiter oder Angestellten in seinem eigenen Betrieb ausnimmt." Das ist Sozialismus der Tat! An alle, die es angeht, ergeht deshalb der Ruf: Wer macht es nach? Meldung umgehend an das Kontrollamt für Arbeitsbeschaffung, Frankfurt a.M., Adolf-Hitler-Haus. UiT. c8>lnr * Krofdorf, 20. März. Bei der E i e r f a m m= lung gingen bei der Sammelstelle Krofdorf von den einzelnen Ortsgruppen folgende Eiermengen ein: Rodheim 438 Stück, Krofdorf 306 Stück, Launsbach 253 Stück, Bieber 249 Stück und Fellingshausen 210 Stück. — Am Freitag abend fand im Gemeinderathaus eine Sitzung der Gemeindevertretung statt. Die Einrichtung einer Polizeibeamten- ftelle für die Gemeinde wurde beschlossen, der Gemeinde dürfen jedoch hierdurch keinerlei Kosten entstehen. Zum Bullenwärter wurde Albert W i l l - Krofdorf gewählt. Die Hundesteuerordnung vom 16. März 1934 wurde einstimmig angenommen. * Kinzenbach, 21. März. Der hiesige Stützpunkt der NSDAP, hatte am Montag im Saalbau Peusch wieder einen recht gut besuchten Filrnabend. Gezeigt wurden von der Kreisfilmstelle „Die Bauernkundgebung auf dem Bückeberg" und „Wenn die Abendglocken läuten". Beim Abläufen der Bilder gab der Filmwart die jeweils nötigen Aufklärungen. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem Gesang des Horst- Wessel-Liedes wurde der Abend beschlossen. 00 Aus demAmtRechtenbach,21. März. Die Ortsbürgermeister der Gemeinden des Amtes Rechtenbach haben nach Anhörung der Gemeinderäte einen Nachtrag zu den bestehenden Biersteuerordnungen erlassen, wonach als „Einführer" des Bieres sowohl der im Gemeindebezirk wohnende Empfänger, als auch der außerhalb des Gemeindebezirkes wohnende Absender gilt; beide haften gesamtschuldnerisch für den Eingang der Biersteuer. < Ebersgöns, 21. März. Das hiesige K a l f • werk im Distrikt „Berg" ist nach längerer Stilllegung dieser Tage wieder in Betrieb genommen worden. Eigentümer der Kalksteinbrüche ist die Gemeinde Ebersgöns, die das Kalksteinvorkommen an die Oberhessische. Kalk- und Stein- Industrie G. m. b.H. in Berlin verpachtet hat. Es konnte eine Reihe von Arbeitern eingestellt werden, die bisher arbeitslos waren. Als Hauptabnehmerin kommt die FränkischHessische Kalk- und Steinindustrie G. m. b. H. in Aschaffenburg in Betracht. Rundsunkprogramm. Samstag, 24. Hlärj. 6.05 Uhr: Gymnastik. 6.55: Frühmeldungen. 7.10: Frühtonzert. 1000 Takte Frohsinn. 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13.15: Nach» richten. 13.35: Mittagskonzert II. 14.30: Fröhliches Wochenend. 15.10: Lernt morsen! 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Wochenschau. 18.35: Stegreifsendung. 18.50: Sozialdienst. 19: Stunde der Nation: Rheinisches Schilda, alte rheinische Spottgeschichten. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: Bunter Abend. 22: Nachrichten. 22.15: Du mußt wissen... 22.40: Zwischenpro- gramm. 23: Nachtkonzert Stück 30Pfg 35tück 85Pfg 'M la no'1 - PFEILRING LANOLIN-SEIFE bewährt durch viele lange ^ahre-bekannt als grundsolide Ware Jahresversammlung des Heilstättenvereins für Hessen. Lpd. Darmstadt, 21. März. Die Mitglieder des He ls fischen Landesverbandes zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heilstät- tenverein) hatten sich im Sitzungssaal der Landesversicherungsanstalt Hessen zahlreich zur Jahresversammlung eingefunden. Nach Begrüßungsworten des neuen Vorsitzenden, Oberregierungsrat Dr. Heinemann, wurde in die Tagesordnung ein- aetreten. Sie umfaßte als Hauptpunkte eine grundlegende Aenderung der Satzung, Geschäftsbericht, Rechnungsablage, Entlastung und Voranschlag. Der Beauftragte des Reichsstatthalters, Dr. Ende, hat den Vorstand des Heilstättenvereins neu berufen. Dem Vorstand gehören neben dem Vorsitzenden an: der Vorsitzende der Hessischen Aerzte- kammer als stellvertretender Vorsitzender, ferner zwei Vertreter des hessischen Staatsministeriums, Vertreter der Landesuniversität Gießen, der hessischen Kreise und Provinzen, Städte und Landgemeinden, der Krankenkassen, der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, der NS.-Volkswohlfahrt, sonstiger Wirtschaftskörper, sowie der Heilstätten des Vereins. Der Heilstättenverein konnte trotz der wirtschaftlichen Not auch im Jahre 1933 seinen Aufgaben gerecht werden. Der Voranschlag für 1934 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 674 100 Mark ab. Besonders die L u p u s h e i l st ä t t e in Gießen hatte im abgelaufenen Geschäftsjahre über schlechte Belegung zu klagen; für 1934 muß jedoch mit stärkeren Einweisungen in diese Heilstätte gerechnet werden. Jeder beginnende Lupusfall muß von dem behandelnden Arzt sofort an -bie Lupusheilstätte in Gießen gemeldet werden. Die Entlastung für Vorstand und Rechner wurde von der Mitgliederversammlung erteilt. Die Verhandlungen in der Jahresversammlung waren getragen von der Ueberzeugung, daß der Heilstättenverein, der seit nahezu 40 Jahren segensreich für alle Volksgenossen wirkt, die stärkste Beachtung und weitestgehende Unterstützung aller Volksgenossen verdient. Der hessische Staatsminister hat kürzlich in einem Rundschreiben an die hessischen Kreise auf die Bedeutung des Heilstättenvereins hingewiesen und zum Ausdruck gebracht, daß es im wohlverstandenen Interesse der Kreise und Gemeinden liege, wenn sie die Mitgliedschaft des Heilstättenvereins erwerben. Der Jahresbeitrag ist so niedrig gehalten, daß sich in einem einzigen Kurfalle die Mitgliedschaft auf Jahre hinaus bezahlt mache. Kirche und Schule. □ Laubach , 20. März. Am vorigen Sonntag fand in der gut besuchten Stadtkirche die Prüfung der diesjährigen Konfirmanden durch Pfarrer Kornmann statt. Am Ostermontag werden 3 6 Kinder konfirmiert, und zwar 18 Knaben und 18 Mädchen. Ein Lunge von Sandmasien verschüttet LPD. Groß-Gerau, 21. März. Vier Knaben im Alter von 10 Jahren gingen an eine Sandkaute zum Spielen; sie nahmen Spaten mit und wollten eine Höhle graben. Als die Jungen schon ziemlich tief gegraben hatten, brach ein Lehmbrocken herab, der die Decke mitriß. Dabei wurde der Junge Wacker unter den Sand- massen begraben und getötet. Älm Svettag, dem 23. Mavr 1934, abends 8 Uhr, findet auf der „Liebigshöhe^ eine öffentliche Kundgebung dev KS.Hago und dev Deutschen Avbettsfvont (GHG.) statt. Es spricht Vs. O. rrsdev, Frankfurt a. *55X., über dte volkswivtschaktttcheBedeutung dev selbständ. Gturelnntevnehmen Es ist pflicht alter selbständigen Kaufleute, Handwerker, Gewerbetreibenden und der in diesen Betrieben beschäftigten Angestellten, Gesellen, Lehrlingen und Arbeitern an dieser Versammlung teilzunehmen. «S.-Haso ^rveiSamiülettung Gietzen 1786D gez. Schimmel, Kreisamisleiter der NS.-Hago Margrit Richtberg Dr. med. Adolf Thiel geben ihre Verlobung bekannt Gießen, im März 1934 1754 D Ihre Vermählung beehren sich ergebenst anzuzeigen Dipl.-Kfm. Hugo Bernard Friedel Bernard,geb.Schüßler Gießen, Plocktraße16, Frankfurt/M., Gwinnerstraße 15 Klrchl.Trauung : Sonntag, 25. März 1934,14.30 Uhr, In der Nikolai kl rc he, Frankfurt/M.,Waldschmldtstr.116 WW Zum Feste Strümpfe in ungeahnter Auswahl Mattseide (feinmaschig), 4 AA bes.dehnfäh.,Reklamepreis ■•UU Mattseide, des. elegante 4 EA Ausführung.....1.95,1.75, lavU Flor mit Seide (Strapaz.- Strumpf) unverwüstlich 4 AA Reklamepreis ■■UU Mattseidem. Flor, feinere 4 EA Strapazierware .. 1.95, 1.75, l«JU Herrensocken - Kinderstrümpfe der Qual, entsprech, ungew. billig Darum denken Sie beim Einkauf Ihrer Strumpfwaren an M. G. Grode Frankfurter Straße hssa Knoblauch-Beeren „Immer jünger“ geruch- und geschmacklos, vorbeugend bei Arterienverkalkung, Gicht, Nbeuma, Magen- u. Darmstör., sow. Würm. 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Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstr., EckeWolkengasse Telephon 3403. 1693 a Zwangsversteigerung K 3282/32 Am TNonlag, dem 9. April 1934, vormittags 10.15 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude Gießen, Zimmer 221, folgende Grundstücke bzw. Grundstücksanteile versteigert: 1427V A. Grundbuch für Gießen Band IV, Blatt 190, auf den Namen: a) Sack, Heinrich, der Dritte, zu b) Sack, Emma, geb. Ulrich, dessen Ehefrau, zu % hofreite, Mr I, Nr. 555 (Marktstrahe 21) 56 qm, geschätzt 11 635,— RM., Brandtaxe 15 430, — RM., Einheitswert = 10 500 RM. B. Grundbuch für Gießen Band I, Blatt 33, auf den Namen: a) Sack, Heinrich, der Dritte, zu 1/6, b) Sack, Emma, geb. Ulrich, dessen Ehefrau, zu Vs Hofreitegrund, Flur I, Nr. 556, 20 qm, % = 200,— RM. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 24. Januar 1934. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Wagner, Ortsgerichtsoorsteher. Nutzholzversteigerung. Dienstag, den 27.2Närz, mittags 1 Uhr, wird im INarkwald der Gemeinde Lützellinden folgendes Nutzholz versteigert: 1756V 2 Kiefernstämme 2a-Klasse 0,78 fm U 2b- „ 7,06 „ 5 3a- „ 3,32 „ 4 3b- „ 5,32 „ 43 Fichtenstämme 2a- „ 21,70 „ 11 2b- „ 9,27 „ 1 Fichtenstamm 3a- ,, 1,43 „ 207 Fichtenderbstangen 1. „ 18,63 „ 162 2. „ 9,72 „ 38 3. „ 1,14 „ 26 Reisstangen 4. „ 0,52 „ 48 rm Fichtennutzscheit, 3 m lang V ortrags-Vereinigung (Goethe-Baud - Kaufmännischer Verein - Gewerbeverein) HEUTE abend 8 Uhr, Neue Aula, 6.Vortrag: Zwei Stunden der Freude mit dem heiteren «£&•***. 1753 D Vortragsmeister LsLLML SMS 1111© Mitglieder freien Eintritt. Verbandsmitgl. 60 Pf., Nichtmitgl. Mk. 1.C0 Qktit Der 29er Wein wird rar, Da er ein guter Jahrgang war Versorge Dich beizeiten! Gutgepflegte, feine 29er JKatur meine Will. Walleniels Sohn, Hießen, Braugasse 6 Haus der guten Weine und Schnäpse. 1778 D ,0. 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Er geht von Haus zu Haus und teilt Frühling und Sommer aus. — Da staunst und zweifelst? — Doch, doch, er hat seine Hütte voller duftender Frühlings- und Sommerstoffe. Die hat er sich aus der reichen Auswahl bei A olz, Bahnhofstraße 2—4, geholt. Wenn die Stoffe nicht von Volz wären, so könnte man fast an deren Güte zweifeln, so billig sind sie. 1783 A