genommen. Den Schutz des Arbeiters habe Ar- Untere Saar 1935! Kauft das neue Saar-Jahrbuch! Immer näher rückt der große Schicksalslag des deutschen Saarvolkes. Blatt um Blatt des 10 0- Tage - Saar - Kalenders fällt. An 750 000 Stellen erinnert er an die entscheidenden Tage des Endkampfes. Dieser 100-Tage-Kalender stellt ein Gemeinschaftswerk dar, dessen Erlös dem Winterhilfs- werk der Saar zuflietzk. Er ist restlos a u s v erkauft. Mit dem 13. Januar ist aber der Kampf noch nicht beendet. Erst dann werden die ganzen Probleme aufgerollt. Das ganze nächste Jahr wird noch im Zeichen der Saar stehen. Diesen Kampf auch vom Volke hev zu unterstützen, dient das neue Werk, das in diesen Tagen zum Vertrieb kommen wird. Es ist das Jahrbuch „Unsere Saar 1 9 3 5 !“ Erprobte Kämpfer des Saarlandes, Arbeiter, Wirtschaftsführer, Journalisten und Künstler haben es geschaffen. In volkstümlicher Weise werden alle Jragen des Saarlandes behandelt, die das Jahr 1935 beherrschen werden. Auch der Erlös dieses Jahrbuches — es kostet eine Mark — fließt dem Winterhilfswerk der Saar z u, das in der Hauptsache mit diesen Mitteln auf- gebaut wird. Darum ergeht heute wieder der Appell an das Volk und alle Parteidienststellen, Behörden und den Buchhandel, mitzuhelfen, daß dieses neue Jahrbuch jeden Volksgenossen an das Schicksalsjahr unserer Saar mahnt und ihn über ihre großen Aufgaben unterrichtet. Bestellungen werden sofort entgegengenommen. Auch die noch nicht ausgeführten Aufträge für den ausverkauften 100-Tage-Kalenbe« werden mit diesem Jahrbuch beliefert. Es ist das einzige, offiziell zugelassene Jahrbuch d e r S a a r des ganzen Reiches. 1933 die Parole ausgegeben habe „Ehret die Arbeit und achtet den Arbeiter!" Die Feier des 1 Mai, die Zerschlagung der Gewerkschaften, die Auflösung der Arbeitgeberverbände, die Bildung der Deutschen Arbeitsfront, die Einsetzung von Treuhändern der Arbeit, die Schaffung der Feierabend-Organisation „Kraft durch Freude" und als Krönung die in dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit enthaltene neue Arbeit s- jetzt der Staat durch die Treuhänder selbst übernommen. Deshalb seien die Rechte des Arbeiters heute gesicherter denn je. Das neue Arbeitsgesetz könne sich erst voll in der Zukunft auswirken, wenn alle schaffenden Volksgenossen von den nationalsozialistischen Grundsätzen durchdrungen seien. Bis dahin bedürfe es noch einer langen und zähen Erziehungsarbeit. Aber der Staat werde streng darüber wachen, daß kein Schaffender durch Mißbrauch verliehener Rechte gegen das Recht der Gemeinschaft, wie es die neue Arbeitsverfassung formuliere, verstoße. Mit einem Appell an weitere unentwegte und selbstlose Mitarbeit an dem Ziel des Führers, der inneren und äußeren Freiheit Deutschlands, schloß der Bundesführer seine Ausführungen. isheben, indem der Anregung der Deutschen isltsfronk Folge geleistet wird. (gez.) Sprenger Gauleiter von Hessen-Rassau. (gez.) Schwarz Treuhänder der Arbeit Bezirk Hessen. (gez.) Becker Bezirkswalter der DAF. Bezirk Hessen. kommunistische und marxistische Hetze, es würde aber auch zu einem Gefahrenherd für Europa. Läßt sich vorstellen, daß es sich Deutschland gefallen lassen könnte, daß unmittelbar an seiner Grenze, daß auf uraltem deutschen Boden sich ein Seuchenherd auftun würde, um das deutsche Volk in Unruhe und Erregung zu versetzen? Wer aber soll im Saargebiet, immer den Status quo vorausgesetzt, der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht sein? Wenn im Völkerbundsrat einmal sowjetrussische Einflüsse überwiegen, so könnte es möglich sein, daß im Saargebiet eine Regierung vom Völkerbund geduldet würde, die der kommunistischen Verseuchung Westeuropas vom Saargebiet her keinen Widerstand leisten würde. Eine zweite Abstimmung ist unzulässig aus völkerrechtlichen und politischen Gründen, so daß es eigentlich Sache der Regierung wäre, die Wühlarbeit für eine zweite Abstimmung zu verbieten. 2lber die Regierungskommission hat offenbar andere Sorgen als die, eine wirklich unparteiische Führung der Geschäfte zu versuchen. Sie hat sich vor einigen Wochen mit dem Verbot des Arbeit s d i e n st e s für die jungen Saarländer lächerlich gemacht, nicht nur weil das Verbot nach Willkürherrschaft schmeckt, sondern vor allem des- h^!d, weil die Gründe für das Verbot aus der Giftküche der Landesverräter stammten. Die Reichsregierung hatte der Knox-Regierung den Vorschlag gemacht, den Arbeitsdienst an Ort und Stelle, also in Deutschland selbst auf Geist und Wesen zu prüfen. Die Knox-Regierung hat sich nun zu einer Antwort aufgerafft, in der sie sich selbst gründlich widerlegt. Wer etwas verbietet, muß das, was er verbietet, doch e r st k e n n e n. Die Knox- Regierung kennt den Arbeitsdienst nicht, die Schriftstücke, auf die sie sich in ihrer Antwort beruft, beziehen sich nicht auf den Arbeitsdienst, wie er sich inzwischen entwickelt hat. Und auf diesen Arbeitsdienst kommt es an, also auf eine Einrichtung, bei der nichts verheimlicht und beschönigt wird. Es ist Sache der deutschen Reichsregierung, im Auftrag des deutschen Volkes dafür zu sorgen, daß alle jungen Deutschen, auch die jungen Saarländer, i n Seltsame Sozialfürsorge unter dem Völkerbun-sregi'me. Oie Regierungskommission verhindert das rechtzeitige Einsehen des Winterhilfswerks an der Saar. An die Industrie- und Wirt- schastsführer des Gaues Hessen-Nassau. Cs ist das Bestreben der Deukfchen Arve i ls f r o n t ZU erreichen, daß d l e M i l g l i e d s- kbeiträge der in der Industrie und Wirtschaft Beschäftigten Mitglieder genau wie die Steuer, kran- k'enkafsenbeitrag, Jnvalidenverficherung usw. durch >ie Lohnbüros an den Lohnen und Gehäl- lem einbehalten werden. Der größte Teil der Wirtschaftsführer in unserem Bau hat sich hierzu ohne weiteres bereit erklärt. Selbst die größten Firmen haben eine derartige Regelung der Beitragsfrage schon früher vorge- ich l a g e n und begrüßt. Leider wird festgestellt, !mß immer noch einzelne Betriebsführer sich auf !«n Standpunkt stellen, daß sie diese Maßnahmen lur dann durchführen können, wenn ein entspre- brechendes Gesetz hierzu erlassen wird. Demgegen- jegenüber stelle ich fest, daß der freie Wille in keiner Weise eingeengt ist und bitte illle Industrie- und Wirtschaftsführer, fich in den >ienff der sozialen Sache der Deut- i'chen Arbeitsfront zu st eilen und zu lslfen, die Schwierigkeiten des Beitragseinzugs zu Verfassung seien die ragenden Säulen auf dem Wege der sozialen Reform, die sich der Führer zum Ziele gesetzt habe. Damit sei die wichtigste soziale Aufgabe, die dem neuen Staat gestellt sei, nämlich die Eingliederung des Lohn- arbeitersin den Staat, entscheidend in Angriff “ ' Ordnung und Zucht heranwachsen, denn das deutsche Volk will eine große und starke Ration sein. Die Knox-Regierung macht es mit ihrer Willkürherrschaft den Saarländern eindeutig klar, bgß nur d i e Heimkehr zum Reich dieser Willkür das verdiente Ende bereitet. Der Status quo würde dieser Willkür, sowie der Verseuchung mit Marxismus und Kommunismus, mit Landesverrat und Verbrechertum Tür^und Tor öffnen. Wichtig für Gaarabstimmungsberechtigte! Der Bund der Saarvereine teilt uns mit: Jede im Saargebiet wohnende Person kann E i n- sprach gegen d i e Eintragung einer bereits in die vorläufige Abstimmungsliste aufgenommenen Person erheben. Die Abstimmungskommission hat nun verfügt, daß derjenige, der einen solchen Einspruch erhebt, eine Abschrift desselben durch eingeschriebenen Brief dem Betroffenen mitzuteilen hat, und zwar an dessen Anschrift im Saargebiet. Der Betroffene muß innerhalb von vier Tagen seit Aufgabe dieses Einschreibebriefes zur Post (also nicht seit dem Tage, an dem er ihn erhält) seine Einwendungen gegen diesen Einspruch dem zuständigen Kreisbüro schriftlich mitteilen. Er muß ferner das ihm abschriftlich zugeslellle Einspruchsschreiben des Enspruch Erhebenden seiner Erwiderung an das Kreisbüro beifügen. Also: Wer einen solchen Brief über seine Anschrift im Saargebiet erhält, muß sofort feine Einwendungen schriftlich — Unterschrift nicht vergessen — unter Beifügung der Schrift des Gegners an das zuständige Kreisbüro der Abstimmungskommission senden. In Zweifelsfragen wende man sich sofort an die Ortsgruppen des Bundes der Saarvereine. 180000 Volksgenossen müssen hungern und frieren. Saarbrücken, 20. Oft. (DRV.) Wie im Vorjahre, so sollte auch in diesem Winter ein großzügiges Winterhilfswerk an der Saar aufgezogen werden. Die karitativen Verbände zusammen mit der Sozialabteilung der Deutschen Front wollten fich in den Dienst der großen Sache für die leidenden deutschen Volksgenossen an der Saar stellen. Die beteiligten Stellen hatten sich bereits Witte September an die Regierungskommission mit der Bitte um Genehmigung der Sammlungen für das Winterhilfswerk gewandt. Rach wochenlangem Schweigen erteilte die Regierungskommission einen abschlägigen Bescheid mit der eigenartigen Begründung, daß sie sich im Hinblick auf die bevorstehende Abstimmung auf den grundsätzlichen Standpunkt stellen müsse, keine Sammlung zu einem Winterhilfswerk zu genehmigen, wenn die Träger oder Witträger eine an der Abstimmung beteiligte politische Organisation sei. Es muß merkwürdig berühren, daß der ablehnende Bescheid der Regierungskommifsion mit p o- litischen Gesichtspunkten begründet wird, obwohl es sich bei der Durchführung des Winterhilfswerkes um eine rein karitative Angelegenheit handelt. Sinn und Zweck des Winterhilfswerkes an der Saar und im Reiche ist einzig und allein, d i e R o t der Aerrnften zu lindern, zumal von dem Winterhilfswerk des Saargebieles wie stets alle notleidenden Saarländer ohne Rücksicht auf die politische Einstellung erfaßt werden sollten. Auf den abschlägigen Bescheid der Regie- Sozialpolitik im nationalsozialistischen Staat. ReichsarbeitsministerSeldtesprichtaufemerStuttgarterTagung des RSOFB. (Stahlhelm) rungsfommiffion hin halten sich bann die karitativen Verbände allein an die Regierungskommission gewandt. Vis heule ist ihr am 5. Oktober gestellter Antrag ohne jede Antwort geblieben. Bei dem abgekehnten Dinterhilfswerk handelt es sich um die Verforgun,g von rund 1 8 0 0 0 0 Volk s g e n o f s e n. Es halte am 1. Oktober beginnen sollen. Man fürchtet den Witz. Rundfunkveranstaltunq verboten. Ein Komiker festgenommen. Saarbrücken, 21. Okt. (DRV.) Der Verband deutscher Rundfunkteilnehmer an d e r S a a r, der in den wenigen Monaten seines Bestehens bereits wertvolle Pionierarbeit für den Saarrundfunk geleistet hat, hatte den 21. Oktober zum Tag des Deutschen Rundfunks an der Saar bestimmt. Zur Feier dieses Tages waren außer einer Funk- und Trachten-Schau, die am Samstagabend eröffnet wurde, zwei lustige Abende und eine Matinee für Sonntag- oormittag vorgesehen. Bei diesen Veranstaltungen sollten eine Reihe Künstler, hauptsächlich Rundfunkkomiker aus Frankfurt, Leipzig, Köln und München, mitwirken. Nachdem die Polizeiverwaltung vor acht Tagen diese Veranstaltung genehmigt hatte, wurde sie am Samstagnachmittag verboten, und zwar, wie es in dem amtlichen Text heißt, „a u f Grund grundsätzlicher Erwägungen." Wir wissen nicht, welches die grundsätzlichen Erwägungen sein mögen, aber man wird nicht fehl- gchen in der Annahme, daß die Regierungskommission mit diesem Verbot den Deutschen Rundfunk, besonders aber den Reichssender Frankfurt treffen will. Daß man sich dafür das Treffen der Rundfunkkomiker ausersehen hat. Stuttgart, 20. Okt. (DNB.) Zu einem großen Kameradschaftsabend des Landesverbandes Württemberg des N S D F B. (Stahlhelm) erschien auch der Reichsarbeitsminister Franz Seldte, um noch einmal in grundsätzlichen Ausführungen das Wesen und Ziel des NSDFB. darzulegen. Er begründete eingehend den Weg, den er mit dem Stahlhelm seit dem 30. Januar 1933 gegangen ist. Nach diesem Tage habe kein Zweifel bestanden, daß der Stahlhelm fich mit der ganzen Kraft seiner Tradition und seines Wesens f ü r de n Führer einsetzen mußte. Für alle £ie, die die neue Zeit nicht begreifen konnten, sei kein Raum im NSDFB. Er wisse, daß die alten Kameraden bereit seien, sich restlos für den neuen Staat und seinen Führer einzusetzen. Der NSDFB. strebe dahin, in Harmonie und Kameradschaft mit allen Gliedern der großen natio- nalsozialistischen Bewegung gemeinsam den Weg in Deutschlands bessere Zukunft zu gehen. Frontsoldatentum verbinde sich eng mit dem Begriff eines echten Sozialismus. Darum fei er auch dem Rufe des Führers gefolgt, das Reichsarbeitsmini st erium zu übernehmen. Der Minister wies darauf hin, daß die ersten sozialen Verbesserungen den Kriegsbeschädigten und ihren Hinterbliebenen gegolten haben. In dem Gesetz vom 3. Juli 1934 erklärt die Reicksregierung, daß sie die Versorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen neu ordnen wolle. Allerdings nähme die Schaffung von Arbeit und Brot für unsere Volksgenossen zunächst noch gewaltige Mittel in Anspruch, daß noch nicht alle geplanten Verbesserungen hätten erreicht werden können. Aber die Kriegsopfer dürften der Ueberzeugung sein, daß die Reichsregierung ihr Versprechen ein- losen werde, sobald es nur irgend gehe. Es war eine soziale Großtat der neuen Reichsregierung, daß sie mit einem entscheidenden Werke der Arbeiterschaft die Sicherung ihrer Invaliden-, Alters- und Hinterbliebenenversorgung wiedergegeben habe. Nach menschlichem Ermessen sei die Invaliden- und Angestellten- versicherung saniert. Zwar habe man nicht die Renten erhöhen können, aber die Reichsregierung hoffe, daß die von ihr getroffenen Maßnahmen ebenso wie die noch geplanten sich auf die Dauer gesehen in einer Verbesserung der Lei- st u n g e n auswirken werden. Durch eine umfassende Revision der Krankenversicherung sei eine Säuberung der Krankenkassen vorgenommen worden, die sich schon vielfach in Beitragsherabsetzungen wohltätig ausgewirkt habe. Die großen Grundlinien für einen organischen und straffen Neubau der Sozialversicherung seien festgelegt. Durchführungsverordnungen würden den Rahmen des Gesetzes ausfüllen. Endlich fei es auch gelungen, ein einheitliches Kaffenarztrecht herzuftellen. All das stehe auch im Einklang mit dem Bestreben des Nationalsozialismus, die Volksgesundheit zu heben. Deshalb werde die Sozialversicherung in Zukunft auch ganz anders wie bisher für die Behandlung der Volkskrankheit en eingesetzt werden. Der Führer selbst habe die Grundlinie für die Sozialpolitik festgelegt, als er am 1. Mai M. 247 Erstes via« w. jat>rgang Mittag, 22.Maber lN« Erscheint täglich, außer v Sonntags und Feiertags Annahme von Anzeigen Beilagen: Die Illustrierte . für die Mittagsnummer Gießener Familienblätter M Ab 8^,Uhr des Vormittags Hrä: iniPRPTiPr zllTt 9t tö(r 2,1 Ö)Qb m 85i 'n derts । eren y ner | 5 |oj: schul btunq i isch-l Die CnMtkküng der Ge i-fttz nvörrZfe fn der Landwirtschaft zeigt, daß bei der Verwendung zu Futterzwecken offensichtlich Zurückhaltung geübt wird, denn der Vorrat mit rund 2,13 Millionen Tonnen bleibt weniger hinter der Vorjahrsziffer zurück als man nach dem Ernteausfall annehmen müßte. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Hafer. Hier waren die ersthändigen Bestände um rund 1,4 Millionen Tonnen größer als im Vorjahre, obwohl die Ernte um 1,7 Millionen Tonnen kleiner ist. Das Bild der Futterversorgung gestaltet sich noch günstiger, wenn man die günstige Entwicklung der Hackfrucht - und Rübenernte sowie des Wetten Schnfkles während der letzten Wochett berücksichtigt. Nach den neuesten Feststellungen liegt auch die Kartoffelernte trotz der noch vor wenigen Wochen geäußerten Befürchtungen sogar über einer Normalernte. Das Gesamtbild der Versorgungslage muß also auf Grund der ersten Vorratserhebung als d u r ch- aus günstig angesehen werden. Dieser Erfolg wäre nicht möglich gewesen ohne die weitschauenden Maßnahmen der nationalsozialistischen Bauernpolitik, insbesondere ohne den Neubau unserer Getreidewirtschaft. f e n. Das ist schließlich auch wichtiger als die Schaffung von Voraussetzungen für einen gesunden brauchbaren zivilen Luftverkehr. ■ u» Das große Lustrennen England — Australien. London, 20. Okt. (DNB.) Das Luftrennen England — Australien begann am Samstag um 6.30 Uhr in Mildenhall mit dem Start des Ehepaares M o l l i s o n in seinem Flugzeug „Black- Magic". Der Wettbewerb besteht aus einem Schnelligkeitsrennen und einem Handicap-Rennen. Die Zwangslandeplätze sind Bagdad, Allahabad, Singa- pore, Port Darwin in Nordaustralien, Charlesville in Queensland und Melbourne. Das Ehepaar Molli s o n hat gleich am ersten Tage Bagdad erreicht. Es durchflog die etwa 4050 Kilometer lange Strecke von Mildenhall in 12 Stunden 50 Minuten, legte also stündlich über 300 Kilometer zurück. Um Mitternach (Sonntag auf Montag) war der der Stand des Luftrennens wie folgt: Die Führung hat das britische Cometflugzeug von Scott und Black, die sich bereits auf dem Wege nach Port Darwin in Australien befinden. Das holländische Flugzeug ist auf dem Wege nach Sin- gapore. Drei weitere Flugzeuge, ein amerikanisches und zwei britische, sind noch in Vorderindien. Die M o l l i s o n s sind auf den vierten Platz geraten. Die beiden neuseeländischen und dänischen Flugzeuge sind in Kleinasien. Zwei britische, ein amerikanisches und ein australisches sind in Griechenland, zwei britische, sind in Rom und eins in Marseille. Das Flugzeug von Neuguinea ist noch in Le Bourget. Vier Flugzeuge haben aufgegeben. Einweihung der Motorsportschule Tübingen. ‘ kkmer von ihnen müßte Ins Krankenhaus gekrachk t werden. Der Führer des Personenkraftwagens war ■ angetrunken und nicht im Besitze seines Füh» ' rerscheines. Er wurde festgenommen. Sein Fahrzeug wurde beschlagnahmt. Chinesische Räuber überfallen ein Dorf. — I Fast 300 Todesopfer. : Nack) einer Reutermeldung aus Schanghai. Das : -pori Kaoyu (Nord-Kiangsu) wurde von 250 Räu- ■ bern überfallen. 30 Einwohner wurden erschossen, 30 weitere verbrannt und 216 ins Wasser ^trieben, wo sie ertranken. Don den 300 Hausern des Dorfes wurden 254 eingeäschert. Ungefähr 150 überlebende Einwohner sind gefluchtet. Annähernd 80 sind zurückgeblieben, obwohl ihnen ihre ganze Habe genommen ist. Die Verteidigungsmannschaft des Dorfes hatte eine Gruppe Räuber, die 16 Mann als Geiseln entführen woll- ten beschossen. Darauf zogen sich die Banditen zu- : ruck. Sie kamen aber nach kurzer Zeit mit Der- starkung wieder und überfielen das Dorf. . Gefängnisstrafe. für einen früheren französischen General. 1 Der frühere General Bardi de Fourtou, : der einem Staviski-Unternehmen angehörte und deshalb bereits verschiedene Auseinandersetzungen mit den Justizbehörden hatte, hatte sich dieser Tage vor der 11. Pariser Strafkammer wegen Mißbrauch seines Generalstitels'zu verant- warten, den er zugunsten einer englischen Kraftwagenfirma für die Erteilung von Aufträgen durch das französische Kriegs- und Luftfahrtmi'nisterium in die Waagschale zu werfen gewußt hatte. Bardi de Fourtou wurde zu 18 Monaten Gefängnis und 200 Franken Geldstrafe verurteilt. Die englischen Schatzgräber auf der Cocos-Insel verhaftet. Die 18 englischen Schatzgräber, die, wie bereits gemeldet, nach der Cocos-Insel ausaefahren waren, um den sagenhaften Schatz des „Schwarzen Jack", des Seeräubers und späteren Gouverneurs von Jamaica, Henry Morgan, zu heben, sind von der Polizei von Costarica (Mittelamerika) verhaftet worden. Gleichzeitig wurde auch ihre Ausrüstung beschlagnahmt. Die Verhafteten werden nach der costaricanischen Hafenstadt Puntarenas gebracht. „Der Tag" geht im „Berliner Lokal-Anzeiger" auf. In einer Mitteilung an seine Leser gibt „D e r T a g" (Verlag Scherl) bekannt, daß nunmehr der Scherlsche „Berliner Lokal-Anzeiger" die Aufgaben des „Tag" unter Fortsetzung seiner Tradition übernimmt. Die Leser des „Tag" erhielten mit der nächsten Ausgabe morgens die Tag-Ausgabe des „Berliner Lokal-Anzeigers". Kunst und Wissenschaft. Heues aus dem kunsthistorischen Museum der Universität Marburg. Das Kunsthistorische Museum der Universität Marburg ist im Laufe der letzten Zeit durch verschiedene Neuaufstellungen bereichert worden. Es kamen zur Neuaufstellung: Die Bibliothek aus der Reformationszeit der lutherischen Pfarrkirche mit hervorragenden Schweinsledereinbänden Marburger Buchbinder; ein Schrank mit Apothekengläsern und -gefäßen; drei Kabinetts wurden neu eingerichtet: das eine für die hessische Münzsammlung, ein weiteres für Gemälde und Zeichnungen (vorwiegend aus der Stadt Marburg), ein drittes mit 26 Handzeichnungen, vor allem Marburger Motive Adolph Menzels. Neu aufgebaut wurden in den Sälen für Keramik sechs Eisenöfen, weiter kamen zwei Löwenfiguren aus dem Marburger Rathaus, der Werkstatt Ludwig I u p p e s entstammend, zur Aufstellung. Die Neuerwerbungen zielten vor allem auf den Ausbau der V o l k s k u n st a b t e i l u n g, die in diesem Winter eingerichtet werden soll, hin. Es sind einige hervorragend schöne Truhen darunter, dann Trachtenstücke, ein großer Grabstein aus Dautphe bei Biedenkopf und mehrere reichgeschnitzte Bauernhaustüren. Eine Glocke mit Chr'istuskopf- relief wurde aus Klein-Gladenbach (Kreis Biedenkopf) angekauft. Der bekannte Kunstmaler Geheim- rat B a n tz e r stiftete sein großes Gemälde „Abendruhe der Landleute". Ferner erwarb die Universität für die Galerie des Museums drei Gemälde hessischer Meister: „Landschaft bei Roppershausen" von Hch. Giebel, „Landschaft bei Marburg" von K. B a n tz e r, „Erdhausen im Winter" von Karl Lenz, „Gehöft in Toskana" von Paul Baum. Bei Helgoland gestrandeter USA.-Dampfer wieder flott. Der bei Helgoland gestrandete amerikanische Dampfer „Topatopa" konnte wieder flottgemacht und nach Hamburg abgeschleppt werden. Die Ladung des Schiffes brauchte nicht gelöscht zu werden. Das Leck ist in dem Bodentanks entstanden, so daß in die Schiffsräume selbst kein Wasser gedrungen ist. Französisches Auto im Gebirge abgestürzt. — Sechs Tote, ein Schwerverletzter. Eine siebenköpfige französische Familie wollte in einem Kraftwagen das auf dem 1645 Meter hohen Puy de Dome bei Clermont-Ferrand gelegene Observatorium erreichen. Auf einem für Kraftwagen nicht zugänglichen Weg stürzte der Wagen einen steilen Abhang hinab und begrub alle Insassen. Sechs Personen waren auf der Stelle tot, während eine Person schwere Verletzungen da- oontrug. Vertretern aus 57 Ländern durch den Präsidenten des japanischen Roten Kreuzes Fürst T o k u g a w a eröffnet. Prinz Kanin verlas eine Botschaft der Kaiserin, in der mit Befriedigung die Entwicklung der Rote-Kreuz-Beweguna sestgestellt und der Tagung ein erfolgreicher Verlauf gewünscht wurde. Richter P a y n e vom amerikanischen Roten Kreuz und Oberst Fabre vom Internationalen Ausschuß des Roten Kreuzes antworteten auf die Botschaft der Kaiserin. In einer einstimmig angenommenen Entschließung wurde als Tagungsort der nächsten Internationalen Rote-Kreuz-Konferenz 1938 Madrid bestimmt. Her Bericht über die Botschaft der Kaiserin und die Ansprache Tokugawas, Paynes und Fabres wurde durch Rundfunk nach Deutschland und Amerika verbreitet. Besuch deutscher Kriegsschiffe in Schottland und Holland. Das Panzerschiff „Deutschland" — das erste deutsche Kriegsschiff, das Schottland nach dem Kriege besucht — ist in Leith eingetroffen. Die „Deutschland" schoß beim Vorbeifahren an der Insel Jnchkeith Salut. Die Geschütze beim Edinburgh- Schloß erwiderten den Salut. Konteradmiral Carls ging an Land, um Konteradmiral Herdman Hounes, den befehlshabenden Offizier der schottischen Küste, seine Aufwartung zu machen. Botschaftsrat Fürst Bismarck von der deutschen Botschaft in London trifft am Samstag zum Besuch auf der „Deutschland" ein. Am Samstag und Sonntag wird die „Deutschland" für deutsche Besucher zur Besichtigung freigegeben. Das Linienschiff „S ch l e s w i g - H o l st e i n" traf zu einem fünftägigen Besuch in Amsterdam ein. Der Einfahrt in den Hafen wohnte eine große Zuschauermenge bei, unter der sich auch marxistische Elemente befanden. Die Polizei war jedoch zahlreich zur Stelle und sorgte dafür, daß sich keine Zwischenfälle ereigneten. Das Hafengebiet ist unter verschärfte polizeiliche Bewachung gestellt worden. Bald nach der Ankunft begab sich Kapitän z. S. Schuster an Land, um dem Bürgermeister von Amsterdam einen Besuch abzustatten. Reichsjägermeister Göring enthüllt das Misentmal in der Schorfheide. Reichsjägermeister Hermann Göring enthüllte am Sonntag in der Schorfheide im Beisein einer großen Anzahl von Jägern und Jagdfreunden, Vertretern von Behörden und von Zoologischen Instituten ein von Prof. Max Esser gestaltetes, fast drei Meter hohes Wisent-Bildwerk. Unter den 250 Gästen sah man Reichsminister Rust, Reichsbankpräsident Dr. S cha ch t, die Generale der Landespolizei Daluege, Wecke und v. Zeppelin, Gras von Arnim-Boitzenburg, Oberlandforstmeister Haussen- dorff; Herzog von Croy, Oberbürgermeister Dr. Sahm und Generalforstmeister Dr. v. Keudell. Auch die Leiter des Berliner Zoologischen Gartens waren zur Besichtigung des neuen Wisentgeheges anwesend. Ein Förstertrupp blies auf Waldhörnern die „Begrüßung". Dr. Lutz Heck bewillkommnete den Reichsjägermeister mit einem kräftigen „Waidmannsheil". Er teilte mit, daß das Freigehege zur Zeit mit 23 Wisenten besetzt ist. Königin und Kronprinz von Dänemark zu Besuch in Berlin. Ihre Majestät die Königin von Dänemark und Se. königliche Hoheit der Kronprinz von Dänemark trafen zu einem Besuch auf Schloß Cäcilienhof in Berlin ein. Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers überreichte Legationssekretär von N o st i tz von der Protokollabteilung des Auswärtigen Amtes der Königin einen Blumenstrauß bei ihrer Ankunft auf dem Stettiner Bahnhof, wo sie von ihrer Schwester, Kronprinzessin Cäcilie, und dem königlich-dänischen Gesandten, Kammerherrn Zahle, und Frau Zahle begrüßt wurde. Diplomalenhochzeit in Washington. In der deutschen Concordia-Kirche zu Washington wurde die Tochter Gertrud des deutschen Botschafters in Washington, Dr. Luther, mit dem Legationssekretär v. H a e f t e n getraut. Diele Vertreter der amerikanischen Regierung, mehrere fremde Di- e. Reitz-' Pro^ lehte dah- eaterl' in ? ! ander! 3U? gt, ? W M, he A"l pkdr n W N n9fl b? । en! «ft A Inzwischen liegen auch zahlenmäßige Beweise für das Funktionieren der Getreidewirtschaft vor. Diese finden sich in den Ziffern der Vorratserhe- b u n g nach dem Stande vom 30. September. Da im Gegensatz zu früheren Jahren die Vorräte der ersten und zweiten Hand jetzt am gleichen Stichtage erhoben werden, gewinnen wir monatlich einen Gesamtüberblick der Getreidevorratslage und der Getreidebewegung. Es braucht nicht weiter hervorgehoben zu werden, daß die erste Vorratserhebung des Getreidewirtschaftsjahres 1934/35 unter den gegebenen Verhältnissen mit besonderer Spannung erwartet wurde. Um so erfreulicher ist die Feststellung, daß die Entwicklung der Dersorgungslage durchaus als normal anzusehen ist, wenn auch die einzelnen Gebiete einige Unterschiede zeigen. Dorauszuschicken ist, daß die Weizenablieferung in den östlichen Anbaugebieten stärker war als im Vorjahre. Bei allen Getreidearten entsprechen aber im ganzen die noch vorhandenen ersthändigen Bestände unter Berücksichtigung ber gegenüber der vorjährigen Rekordernte diesjährigen niedrigeren Ernte vollauf den Erwartungen. Die Landwirtschaft hat also nicht nur die für die Brotversorgung erforderlichen Weizen- und Roggc,mnengen, sondern sogar noch etwas mehr abgeliefert. Schon diese Tatsache allein sollte genügen, um die immer wieder in Auslandsmeldungen auft auch enden Gerüchte über eine angebliche Gefährdung der deutschen Brotversorgung zu zerstreuen. Die Zahlen im einzelnen verstärken diesen Eindruck noch mehr. Aus Grund der bisherigen Vorratsentwicklung ist eine besonders starke Verfütterung von Roggen nicht festzustellen. Es befanden sich nämlich' am 30. September beim Winterroggen noch 74 Prozent der Gesamternte in den Händen der Landwirtschaft gegenüber 76 Prozent vor einem Jahr. Danach war unter Berücksichtigung der geringeren Ernte die Verringerung der in der Landwirtschaft vorhandenen Vorräte bis Ende September etwas geringer als im Vorjahre. Die Vorräte bei der Landwirtschaft insgesamt beliefen sich auf rund 5,4 Millionen Tonnen Roggen gegenüber rund 6,4 Millionen Tonnen vor einem Jahr. Demgegenüber waren in den Mühlen und Lagerhäusern noch rund 1 Mill. Tonnen vorhanden gegen 790 000 Tonnen vor einem Jahr. In dieser Menge sind aber die in den Kleinmühlen unter fünf Tonnen Tagesleistung und den kleineren Lagerhäusern mit weniger als 150 000 Tonnen Fassungsraum befindlichen Roggenmengen ebensowenig enthalten, wie die in Kähnen eingelagerten ober rollenden und schwimmenden Mengen, so daß sich also das Vorratsbild noch günstiger gestaltet. Da die Lagerbestände an Roggen außerhalb ber Landwirtschaft feit Ende August um rund 120 000 Tonnen zugenommen haben, muß man an» nehmen, daß von der Landwirtschaft im ganzen in diesem Zeitraum etwas mehr Roggen abgeliefert wurde als für die laufende Vermahlung nötig war. Die Winterweizen Vorräte wurden am ■ 30. September 1934 auf 72 Prozent der Gesamt- i 'ernte gegenüber 77 Prozent vor einem Jahre beziffert. Das entspricht einem Gesamtvorrat von drei Millionen Tonnen gegenüber 4,1 Millionen Tonnen im Vorjahre. Auch hier erklärt sich der Rückgang Der ersthändigen Bestände aus dem Ernteausfall. Die Weizenablieferung hielt sich etwa auf der gleichen Hohe wie im Vorjahre, zeigt allerdings entsprechend den Ernteausfällen der einzelnen Gebiete größere Abweichungen. Da auch die Weizenbestände n den Mühlen und Lagerhäusern gegenüber dem Vorjahre um 200 000 Tonnen zugenommen haben. Im festlichen Rahmen wurde die von der Stadt Tübinaen neu erbaute Motorsportschule ein» geweiht. An ber Feier nahmen Obergruppenführer Hühnlein, ber württembergische Minister Dr. Schmidt, Generaldirektor Dr. Kissel von den Daimler-Benz-Werken und Gruppenführer Lubin teil. Obergruppenführer Hühnlein betonte, baß biefer Neubau ein wuchtiges Denkmal der Geschichte des deutschen Kraftfahrwesens sei, das ihn mit besonderem Stolz und Befriedigung erfülle. In der Motorsportschule soll unsere bewährteste und be= fähigste Jugend eine möglichst vollkommene Ausbildung erhalten. Wenn auch die Motorausbildung hier im Vordergründe steht, so wollen wir uns immer dessen bewußt sein, daß wir vor allem auf einer nationalsozialistischen Schule sind. Unsere Jugend soll in diesen Schulen ihre beste allgemeine Ausbildung in körperlicher, seelischer und sittlicher Beziehung finden. Meine schwerste Aufgabe ist die Auslese des besten Führermaterials. Ich weiß, daß Härten in ber Führ er auslese sich nicht immer werben vermeiben lassen, boch muß dieser Weg gegangen werden, dann unsere Jugend steht uns über allem. Schlagwetterexplosion ans einer westfälischen Zeche fordert sieben Todesopfer Auf der Zeche Konstantin IV/V in Herne (Wests.) ereignete sich bei der Vornahme von Reparatur- arbeiten eine örtliche Schlagwetterexplosion. Sieben Bergleute wurden getötet, vier wurden verletzt. Folgende Einzelheiten werden dazu bekannt: Auf der vierten Sohle des Schachtes V waren ein Schlosiermeisier und sieben Grubenschlosser mit Jnslandsehungsarbeiteu an einer Rohrleitung beschäftigt, während etwa 150 Meter entfernt vier Grubenhauer in einer Richtstrecke gleiche Arbeiten ausführten. Auf bisher noch nicht geklärte Weife entstand eine Schlagwetterexplosion, durch die die sieben Grubenschloffer getötet wurden Die weiter entfernt arbeitenden vier Grubenhauer kamen' mit dem Leben davon, erlitten aber durch Stichflammen schwere Verbrennungen. Auf die Nachricht von dem Unglück sammelte sich vor dem Zechentor alsbald eine große Menschenmenge an, die der Bekanntgabe der Namen der Opfer harrte. Die Beamten der Zechenverwaltung leiteten die Bergungsarbeiten persönlich. Die Leichen der sieben tödlich verunglückten Knappen wurden nach dem Evangelischen Krankenhaus in Herne geschafft und dort aufgebahrt. Die Verum glückten wurden ins „Bergmannsheim" nach Bochum gebracht. Ihr Befinden soll den Umständen nach entsprechend gut sein. Die Toten und Verletzten sind fast ausnahmslos Familienväter. Internationale Rote-Kreuz-Konferenz in Tokio. Die 15. Internationale Rote-Kreuz- Konferenz wurde in Tokio im Hauptquartier des japanischen Roten Kreuzes in Anwesenheit von plomaten sowie Mitglieder ber deutschen Kolonie hatten sich in der Kirche eingefunden. Vier Streckenarbeiter getötet. Montagmorgen wurden um 7.45 Uhr zwischen den Stationen Friedrichsseld und Wieblingen im dichten Nebel vier Streckenarbeiter die durch Signal vor einem herannahenden Zuge gewarnt worden waren, vom Personenzug Mannheim—Heidelberg überfahren und getötet. Die Verunglückten waren anscheinend auf ein falsches Gleis geraten. 3m Segelflugzeug tödlich abgestürzt. Aus dem Segelflugplatz Pasing bei München ist ber ehemalige Kampfflieger Boening in seinem Segelflugzeug „Zögling" a b g e st ü r z t. Er erlitt babci einen Schädelbruch und würbe ins Krankenhaus Pasing eingeliefert, wo er balb barauf starb. Schiffsbrand in Kanada. — Neun Menschen ertrunken. Auf dem Winnipegosis-See, etwa 280 Kilometer nordwestlich von Winnipeg im Staate Manitoba (Kanada) brach auf einem Schiff, auf dem sich zehn Personen, Männer, Frauen und Kinder, befaiü>en, ein 23 r a n b aus. Neun Personen kamen umsLe - b en, als das Schiff sank. Betrunkener Autoführer verursacht schweren Verkehrsunfall. Auf ber Kesselsdorfer Straße ist ein nach Dresden fahrender Dresdner Personenkraftwagen auf einen auf Dienstfahrt befindlichen Polizeikraftwagen aufgefahren und hat sich dann überschlagen. Durch die Heftigkeit des Zusammenstoßes wurden die fünf Insassen bis auf den Wagenführer schwer verletzt und mußten dem Krankenhause zugeführt werden. Bei einer Person besteht Lebensgefahr. Der Polizeikraftwagen, der mit fünf Beamten besetzt war, wurde um seine eigene Achse gedreht, wobei sämlliche Beamten verletzt wurden. Während im vorigen Jahre durch den Zusammen» schluß der Mühlen und die Einführung des Fest» preissystems für Brotgetreide die Grundlage für die nationalsozialistische Getreidepolitik geschaffen wurde, konnte in diesem Jahre durch die A u s - behnung des Fe st preissystems auf Futtergetreide und die einheitliche Z fammenfaffung des gesamten G treidever kehrs vom Erzeuger zum Verbraucher ber Aufbau der nationalsozialistischen Getreidepolitik in den Grundzügen erfolgen, wie sie im agrarpolitischen Apparat der NSDAP, bereits 1932, also vor der Machtergreifung, beschlossen worden waren. Die Arbeit nach den neuen Grundsätzen ist bereits feit Wochen im Gange. Dabei hat es sich gezeigt daß gewisse Aenderungen bei der Handhabung der Bestimmungen notwendig sind, die durch eine soeben im Reichsanzeiger veröffentlichte Verordnung getroffen werden. Hierbei wird die Möglichkeit geschaffen, gewisse Härten bei der Einlage- £ u n 9 s p. s l i cht 3U beseitigen, insbesondere werden die Kleinmühlen von ber Einlagerungspflicht befreit. Dies konnte geschehen, weil bas große Ziel ber organischen Getreidevorratswirtschaft hier- durch nicht gefährdet wird und weil andererseits die Einlagerungspflicht für die Kleinmühlen wegen Mangel an Lagerraum und Kapital eine besondere 5)ärte darstellte. Eine weitere Vervollkommnung des Gesamtaufbaues wird durch die Einbeziehung der Teigwarenhersteller in die Getreide- wirtschaftsverbände erreicht. Für die Getreide abliefernden Bauern ist es von besonderer Bedeutung, daß künftig Abschläge und Zuschl ä g e wegen geringerer bzw. besserer Beschaffenheit der Ware mit bindender Wirkung festgesetzt werden. Es war notwendig, diese Gewähr dafür zu schaffen, daß für bessere Beschaffenheit des Getreides angemessene Zuschläge gezahlt werden, da den Bauern trotz der geringeren Ernte mit Rücksicht auf den Brotpreis für durchschnittliche Ware keine nennenswert höheren Preise als in der gleichen Zeit des Vorjahres bewilligt werden konnten. Eine Rückwirkung auf den Brotpreis werden diese Zuschläge nicht haben, weil Getreide von besserer Beschaffenheit auch eine bessere Ausbeute bei den Mühlen ergibt. Bindende Vorschriften für d i e Bemessung bei der Getreideablieferung von unterdurchschnittlicher Qualität haben sich als notwendig erwiesen, um den Bauern vor äu hohen Abzügen bei Getreide von minderer Beschaffenheit zu schützen. Um die Bewegung des Futtergetreides zum Verbraucher zu erleichtern, kann künftig ein Verteilungshändler mit Zustimmung des Kreisbauernführers an einen anderen Derteilungshändler unter Berechnung des ortsüblichen Aufschlages auch dann weiter liefern, wenn dies nicht nur gelegentlich geschieht; allerdings muß die Verkaufsmenge an Futtergerste und Hafer zusammen im Eiüzelfall weniger als 5 Tonnen betragen. Die hier getroffenen Aenderungen brauchen nichts an den bisherigen grundsätzlichen Bestimmungen zu ändern, da sich diese durchaus bewährt haben. erifi lttichj Mgeot Y all, ? "r chluß i ■ M. 1 die z alisU A, ? end £ .n> Wettervoraussage. Der neue Tiefdruckwirbel bei Island hat sich erheblich verstärkt und wird allmählich auch Einfluß auf unser Wetter gewinnen. Der vor allem in Süddeutschland noch wirksame hohe Druck dürfte jedoch in unserem Bezirk vorerst eine durchgreifende Wetterverschlechterung verhindern. Aussichten für Dienstag: Neblig-dunstig und bewölkt mit kurzer Aufheiterung, im ganzen noch mild, vereinzelt etwas Reaen. Aussichten für Mittwoch: Voraussichtlich etwas wechselhafteres Wetter. Lufttemperaturen am 21. Oktober: mittags 13 Grad Celsius, abends 11,3 Grad; am 22. Oktober: morgens 6,8 Grad. Maximum 13,2 Grad, Minimum 6,3 Grad. — Erdtemperauren in 10 cm Tiefe am 21. Oktober: abends 11,3 Grad; am 22. Oktober: morgens 9,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2,9 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch» und Steindruckerei R. Lange, K.«G., sämllich in Gießen. Ein russisches Riesenflugzeug. Die Bolschewisten Heben das Gigantische, sie haben infolgedessen auch die Pläne des Ingenieurs Dupolew nach allen Kräften gefördert, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, ein Riesenflugzeug zu bauen. Das Flugzeug verfügt über acht Motoren mit 5000 PS. Es kann eine Besatzung von 14 Mann und rund hundert Fahrgäste aufnehmen. Die Maschine trägt den Namen Maxim Gorkis. Ursprünglich sollte das Riesenflugzeug in den Dienst des Verkehrs gestellt werden. Aber in der Sowjetunion gibt es keine Privatpersonen, die sich eine ßuftreife erlauben können. Hier ist man froh, daß man überhaupt nicht z u reisen braucht, denn die Benutzung der überfüllten und klapprigen Eisenbahnen ist mit Lebensgefahr verbunden, und ist man schon gezwungen, eine Reise au unternehmen, dann reicht meist das Geld nicht hin noch her. Man quält sich auf der Eisenbahnachse durchs Land, spielt den blinden Passagier und sucht die Kontrollbeamten zu täuschen, eben weil man nicht in der Lage ist, eine Fahrkarte zu kaufen. Das Riesenflugzeug „Maxim Gorki" ist denn auch einer anderen Bestimmung zugeführt worden, es soll ununterbrochen das Luftgebiet der Sowjetunion durchkreuzen und Werbematerial abwer- iet i rfc' ifrCT Mv in Sin M W UWj > ck her! lufti- da- ink ! W die 8 ck h E ernaü." ideal erpch" eine * gkeilt- -"V Som „33t in" zum Mesenlustschiff „LZ 129" Zur Erinnerung an den ersten Ozeanflug des Zeppelins vor zehn Jahren. Es war der erste große Siea, den das im Weltkriege unterlegene Deutschland nach eben jener durch das Versailler Diktat beschlossenen Tragödie erfochten hatte, als unter den Klängen des Deutschlandliedes am 15. Oktober 1924 das deutsche Luftschiff Z R III auf amerikanischem Boden landete. Deutsches Material, deutsche Technik und Werkmannsarbeit hatten sich auf dieser ersten Fahrt eines Zeppelins über den Ozean bewährt. Und daß zu diesem Siege mitten im Frieden deutscher Wagemut und deutsches Können ihr Teil beitrugen, da- zeugt am eindringlichsten die Tatsache, daß die Amerikaner mit diesem inzwischen ja auch schon wieder abgewrackten Luftschiff nie etwas rechtes anzufangen wußten. Gewiß, es war ein großer Sieg deutschen Geistes und deutscher Arbeit. Aber den Segen trug nicht Deutschland davon. Denn ZR III wurde umgetauft in „Los Angeles" und blieb in USA. Es war „Tribut an die Siegermächte", Reparationsarbeit und ein Gegenstand der „Wiedergutmachung" nie begangenen Unrechtes ... Drei Tage lang verfolgte die Welt mit unerhörter Spannung den Flug des deutschen Luftschiffes über das große Meer. Jene Tage vom 12. bis 15. Oktober 1924 werden in der Geschichte der deut- schen Luftfahrt und erst recht in den Evinnerungs- blättern der Zeppelin-Luftfahrt einen besonderen Raum sinnehmen. Mit dem Gelingen dieses damals noch als eine geradezu waghalsige Fahrt angesehenen Ozeanfluges stand ja nicht nur das Ansehen Deutschlands, sondern viel mehr noch das Lebenswerk des Erfinders Grafen Zeppelin auf dem ‘5pm. Der große Wurf gelang; und unter dem für Reu- yorker Empfänge charakteristischen Papierregen hatte die Mannschaft des Z RIII nach dessen glücklicher Landung in Lakehurst einen wahren Triumph- zug über den Broadwey zurückzulegen. Was vor 10 Jahren noch eine Großtat darstellte, ist inzwischen zur S e l b st v e r st ä n d l i ch k e i t geworden. Wenn in den brpi Oktobertagen des Jahres 1924 die ganze Welt mit fieberhafter Spannung auf Nachrichten von Bord des ZR III oder auf Sichtmel- dungen über den Verlauf seines Fluges wartete, so nimmt sie heute kaum noch Notiz von den Fahrten, die das deutsche Luftschiff „Graf Zeppelin regelmäßig von Friedrichshafen nach Südamerika urn durchführt. Wir wollen das nicht etwa als mangelndes Interesse beklagen, sondern diese Tatsache » m ihrer wirklichen Bedeutung werten: daß dieseFahr- ten kein Aufsehen mehr erregen, beweist das uin b e» dingteVertrauenm die zur ^tagllchkeit ge wordenen Leistungen von Schiff und Mann chaft Ein Vertrauen, das um so mehr ehrt, als es wirklich ehrlich gemeint ist und sein kann! Und doch hat na- natürlich auch die erste Ozeanfahrt des „Graf Zep- velin" der aus freiwilligen Spenden des deutschen Volkes, veranlaßt durch die Werbetätigkeit Dr. Eckeners von 1926 bis 1928 tn Friedrichshafen gebaut wurde, großes Aufsehen erregt. Es ist ja ein deutsches Luftschiff, das aus Amerika zuruckkehren durfte und seit jener ersten Fahrt im August 1929 'gezählte glückhafte Reisen durchführte. Derweil geht nun m Friedrichshafen em drittes deutsches Schiff seiner Vollendung entgegen Es wird das größte — und in Anwendung der mit dem „Graf Zeppelin" gemachten Erfahrungen _ auch das modernste Luftschiff. Don allen maschinellen und betrieblichen Verbesserungen abgesehen, wird der „L Z 1 2 9", da er nicht mit Was» serstoff, sondern mit unbrennbarem H e l i u m g a s gefüllt'werden soll, den Fahrgästen auch eine Ueber- raschung in Gestalt eines Rauchsalons bringen. Das ist eine, insbesondere für mehrtägige Fahrten, gewiß nicht zu unterschätzende Neuerung. — Wie man kürzlich aus Rio de Janeiro hörte, soll das dort aufgetauchte Projekt, mit dem neuen deutschen Zeppelin die riesigen brasilianischen Urwälder zu erforschen und die Geheimnisse einer längst untergegangenen Kultur zu ergründen, durchaus ernst genommen werden können. Und Dr. Eckener selbst hat ja unter Erfüllung gewisser Voraussetzungen seine Bereitschaft mitgeteilt, den „LZ 129^ über diese bisher unentdeckten Urwaldgebiete zu führen. Wenn man heute bereits derartige phantastisch anmutende Pläne mit guter Aussicht auf Erfolg schmieden darf, und wenn ein deutsches Luftschiff mit unerhörter Pünktlichkeit und erstaunlicher Regelmäßigkeit den Ozean in beiden Richtungen überquert, so bereitete den Weg dazu die vor nunmehr zehn Jahren erfolgte Amerikafahrt des ZR III. A. S c h m a 1 f u ß. Psychiater-Tagung in Gießen. Im Anschluß an den Fortbildungskursus für praktische Aerzte am 20. und 21. Oktober im Hörsaal des Physiologischen Instituts unter der Leitung des Direktors der Psychiatrischen und Nervenklinik, Prof. Hoffmann, die 57. Tagung der S ü d w e st - deutschenPsychiater statt. Das Interesse und der starke Beifall, den diese Tagung fand, erhellt am besten daraus, daß einige der Hauptvorträge von 130 bis 150 Hörern besucht waren. Als Vertreter der Hessischen Staatsregierung war Obermedizinalrat Dr. Schmidt (Darmstadt) erschienen. Die Hessische Aerzteschaft vertrat SA.-Sanitäts-Oberführer Dr. E n d e. Ferner waren anwesend der Leiter des Aufklärungsamtes für Rassenpolitik Dr. Kranz (Gießen) und Vertreter der Landes- Universität. Die haupworlräge waren darauf abgeslimml, die Pflicht der ärztlichen Wissenschaft zu umreiten und zu begründen, mit allen der modernen Wissenschaft zur Verfügung stehenden Mitteln dem rassenhygienischen Niedergang unseres Volkes Einhalt zu gebieten. Unter diesem Leitsatz wurden Probleme der Erbforschung, der Sterilisation, der Eheberatung u. ä. mehr behandelt. Das Ziel ist, die krankhaften Erbanlagen und Keimmassen auszumerzen und dafür eine Auslese zu treffen, vor allem auch Bekämpfung der Ehescheu und Nachkommenscheu. So zeigte Professor Schulz (München), wie man mit Hilfe der Familienforschung unter Anwendung bestimmter Methoden überprüfen kann, ob alle Personen, die die Anlage zu einer bestimmten Geisteskrankheit in sich tragen, auch wirklich erkranken, oder ob darin familiäre Verschiedenheiten bestehen. Professor Luxenburger (München) zeigte, wie man mit Hilfe der Zwillingsforschung zu einem Urteil darüber gelangen kann, wieviel Menschen, die zu einer bestimmten Geisteskrankheit veranlagt sind, im Laufe des Lebens wirklich erkranken. Frl. Dr. Juda (München) berichtete über Untersuchungen hinsichtlich Zahl und Beschaffenheit der Nachkommenschaft von frei in der Bevölkerung lebenden Schwachsinnigen. Dr. Ritter (Tübingen), der erst vor kurzem als deutscher Delegierter an dem internationalen pädagogischen Kongreß in Krakau und Warschau teil» genommen hatte, ging in seinem Referat von seinen Erfahrungen in der Tübinger Eheberatungsstelle aus. Er betonte, daß jeder Eheberatung eine frühzeitig einsetzende Erbgesundheitserziehung der Jugend vorangehen müsse. Es müsse für die deutsche Jugend zur Selbstverständlichkeit werden, die Wahl der Ehegatten vorwiegend nach dem Erstwerk der z« Erwählenden zu treffen. Es dürfe ebensowenig nur der bequeme Weg der Einheirat in ein Geschäft gesucht werden, wie etwa nur das bekannte Ausschauhalten nach Titeln, Bankkonto, Aussteuer, Grundbesitz oder „äußerer Erscheinung. Jede tiefere Einsicht in die Ergebnisse der Erb- und Sippenforschung lehre, daß letztlich die sicherste Gewähr und Vorsorge für das soziale Fortkommen der Kinder und Kindeskinder nur darin liege, daß der junge Mensch einen Gatten oder eine Gattin sinde, die gute und gesunde Erbanlage als Mitgift mitbringe. Aufgabe jedes ehewilligen jungen Menschen fei es daher, sich rechtzeitig vor der Bindung. vor der Verlobung, darüber zu unterrichten, ob die Sippe des für die Wahl in Frage kommenden Menschen des anderen Geschlechtes sozial tüchtig, ethisch zuverlässig, begabt und frei von Erbkrankheit sei. Nur der handele wirklich verantwortlich, der sich des Ernstes und der Bedeutung seiner Wahl für die folgenden Generationen voll bewußt sei. .. Anschließend behandelten dann Prof. Funf- aeld (Frankfurt), Westphal (Marburg) und Kloos (Freiburg) interessante klinische Fragen. Arn Nachmittag des 20. Oktober fand eine gemeinsame Sitzung der Psychiater mit der Hessischen Vereinigung für gerichtlichepsychologie «.Psychiatrie statt. Sie wurde von dem Ehrenvorsitzenden der letzteren, Geh. Rat Sommer (Gießen), mit Begrüßung der Vertreter der hessischen Regierung, des Generalstaatsanwalts Dr. Eckert und der Vertreter der Landes-Universität eröffnet. Der Vorsitzende gab dann einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Vereinigung, in der gemeinsam von Juristen und Medizinern grundsätzlich praktische Menschenkunde im Gebiet des Kriminellen und Psychopathischen getrieben worden sei. Der Vorsitz ging danach an den Landgerichtspräsidenten Dr. Schneider über. Sodann hielt Prof Me zger aus München das Hauptreferat über die Behandlung der kriminellen Psychopathen im Strafrecht des nationalsozia li st i-schen Staates: Die strafrechtliche Behandlung der kriminellen Psychopathen bildet feit langem eines der schwierigsten und bedeutsamsten strafrechtlichen Probleme. Erst der neue nationalsozialistische deutsche Staat, der als autoritärer Staat die Belange der Volksgemeinschaft vor die des Einzelnen stellt, hat die Lösung dieser Frage praktisch weiter geführt. In dem Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher vorn 24. November 1933 sind neben die her- kömmliche Strafe besondere sogenannte Maßregeln der Sicherung und Besserung gestellt worden. Die Strafe trifft auch den kriminellen Psychopathen, der in der Regel nicht unzurechnungsfähig, sondern nur vermindert zurechnungsfähig ist. Der neue Paragraph 20a des StrGB. sieht außerdem für den gefährlichen Gewohnheitsverbrecher, auch für den psychopathischen gefährlichen Gewohnheitsverbrecher, eine sehr empfindliche Strafschärfung vor. An Maßregeln der Sicherung und Besserung kennt das Gewoynheitsverbrechergesetz daneben folgende einzelne Maßregeln: Die Heil- und Pflegeanstalt, für Trunksüchtige usw. die Trinker-Heil- oder Entziehungs-Anstalt, für Arbeitsscheue das Arbeitshaus und für gefährliche Gewohnheitsverbrecher die — nötigenfalls lebensfange — Sicherungsverwahrung. Als Sondermaßnahmen sieht das Gesetz ferner bei gefährlichen Sittlichkeitsverbrechern die Entmannung und bei Berufsmißbrauch die Berufsuntersagung vor. Diese mannigfaltigen straftechtlichen Maßnahmen des neuen Gesetzes geben dem Richter, der in ihrer Anwendung weitgehende Wahl hat, die Handhabe zu einer sehr sachgemäßen Bekämpfung der mannigfachen Formen krimineller Psychopathie. Sie sehen freilich ein enges. vertrauensvolles Zusammenarbeiten zwischen Richter und ärztlichem Sachverständigen voraus. Sie bedeuten mitunter harte Maßnahmen, die einer vergangenen weichlichen Zeit wenig zu- sagten. Sie dienen aber im Sinne des heutigen Staates dazu, die Verantwortlichkeit des einzelnen festzulegen und die Aufartung des Volkes durch Ausscheidung seiner raffeschädlichen Bestandteile zu fördern. Die umfassende Darstellung zeichnete sich durch große Klarheit und Uebersichtlichkeit aus und sand lebhaften Beifall. Unter dem Eindruck dieses Vortrages war die Erörterung kurz. Es sprach dazu mit Zustimmung Professor Gaupp (Tübingen), der sich insbeson- dere für eine Beibehaltung und bessere Ausgestaltung der Trinkerheilstätten im Interesse des (nach erzwungener Abstinenz meist bald ganz geordneten und besonnenen) Trinkers aus. Inhaltlich schlossen sich die Vorträge von Professor Fleck (Göttingen), Professor Pönitz (Halle) über die diagnostische und soziale Bedeutung des angeborenen Schwachsinns und Professor geringer, Freiburg über die partielle Geschäftsfähigkeit an. Prof. Fleck ging von den Worten des Leiters des Sachverständigenbeirats für Volksgesundheit auf dem Münchener Parteitag aus, daß für Deutschland bei feinen 70 bis 80 000 Hilfsschülern jährlich über 75 000 000 RM. für schulische Ausbildung zu zahlen habe. Das legte es nahe, unter neuen Gesichtspunkten die Erfolge der Hilfsschulausbildung zu überprüfen. Dabei zeigte sich, daß die z. T. sehr guten Erwartungen für Hilfsschüler doch sehr gedämpft werden müssen. Nur ein kleiner Bruchteil sei lebenstüchtig, ein anderer Teil werde kriminell. Aus den hier gewonnenen Erfahrungen sind manchs Schlußfolgerungen, besonders im Sinne einer be< sonderen Auswahl für die Hilfsschule zu ziehen. Die Sonntags-Sitzung begann mit einem Vortrag des Herrn Professor Burker (Gießen) über ü e n Elektrotonus des Nerven. Der Vortragende geht zunächst auf die Reizwirkung und bann auf die elektrotonischen Wirkungen ein, die entstehen, wenn man einen konstanten Strom durch einen Nerven hindurchschickt, und seht letztere Wirkungen in Beziehung zum Ort der Prüfung, zur Stromstärke und zur Zeit des Stromflusses. Er behandelt dann den genaueren Verlauf der extrapolaren elektrotonischen Ströme und weist auf eine neue Stromschwankung hin, die er im Anelektrotonus gefunden hat. Weitere Untersuchungen haben ergeben, daß dis elektrotonischen Ströme nicht momentan vorhanden sind, und daß mit ihnen gleichzeitig der Aktionsstrom interferiert, wobei dieser im Anelektrotonus verstärkt, in Katelektrotonus geschwächt wird. Aethev beseitigt die Stromschwankung im Anelektrotonus und den Aktionsstrom, nicht aber den elektrotonischen Strom. Es werden Anhaltspunkte zur Erklärung dieser Erscheinungen gegeben und durch Versuchs und Projektion das Gesagte erläutert. Professor Ieß (Gießen) führte dann das von ihm erfundene und erprobte Hemikinesimeter (Hersteller Firma Leitz, Wetzlar) vor, ein Apparat, der für die Lokalisation von Gehirngeschwülsten und deren operative Entfernung von ganz ausschlaggebender Bedeutung ist. Prof. T ö n n i s (Würzburg) berichtete an Hand von Projektionen über die Erkennung und Behandlung einer bestimmten Art von Gehirngeschwülsten. Geheimrat Sommer (Gießen) führte in feiner bekannten, fesselnden Art sehr interessante und wichtige Experimente aus dem Gebiet der Elektrotherapie vor. Professor P i tz e n (Gießen) gab einen interessan- ten Einblick in die neuartige Behandlung von Muskelüberdehnungen besonders bei Lähmungen von Gliedmaßen. In den Schlußvorträgen berichteten Büttner und Jacobi (Gießen) über eine neue sich anbahnende Forschungsrichtung in der Erkennung und Behandlung von Geisteskrankheiten, nämlich über pathophysiologische und insbesondere Stoffwechsel- Probleme bei Geisteskrankheiten. Erprobt«! Rezept: Wirsingkohl für 4 Personen 2 Pfund Wirsingkohl, 2 Eßlöffel (40 s) Fett, 2 Eßlöffel (40 g) Mehl, 2 Maggi s Fleischbrüh* würfel, 1/2 Titer Gemüsebrühe oder Dosier. f)cn Wirsingkohl putzen, waschen, in leichtem Salzwasier weichkochen, auf dem Durchschlag abtropfen lassen (Gemüsewasier auffangen), ausdrücken und grob hacken. — AuS Fett und Mehl eine Helle Mehlschwitze bereiten und 2 Maggi's Fleischbrühwürfel in ’/2 Titer Gemüsewasier auflösen. Die Mehlschwitze damit ablöschen, den gehackten Wirsingkohl daruntermengen und nochmals gut durchkochen. Als Beigabe: Fleischklößchen, Koteletts mit Salz- oder Brottartoffeln. Bahnhof-Gaststätten Von der Reise zurück 6224 D ZMWMWMW Immer preiswert und gut 6136 D Lichtspielhaus - Gießen IAb heute, Montag Ein 6roß-Lustspiel der Terra chiitzenkonig | Iwird der Felix nach dem gleichnam. Roman I von Hans Holm Hauptrollen: Ursula Grabley, R. Platte Paul Heidemann, 6. Tiedtke Vorher: Auserw.Beiprogramm der I Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6, 8.30 Uhr 612sA Betr.: Kartoffelsubmission. Die am 13. Oktober 1934 ausgeschriebene Kartoffelsubmission, Einreichungstermin 17. Oktober 1934, wird hiermit aufgehoben. 6223D Verwaltung der Provinzial-Pftegeanstalt. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Heinrich Hub spielte den Zarömba etwa auf der Linie seines Zsupan im „Zigeunerbaron", aber um einen halben Grad gedämpfter und seriöser, und hatte mit dem in erstaunliche organische Tiefen reichenden Diplomatenlied einen Sondererfolg. * Als Helena hatte Hansi S a l z m a n n ausführlich Gelegenheit, ihre Qualitäten im Soubrettenfach herauszustellen; sie sang, spielte und tanzte recht munter und fand insbesondere mit einer merkwürdigen Art von polnischem Schuhplattler (zusammen mit Karl Ludwig Lindt) im zweiten Akt großen Beifall. ßuije Decker spielte die Tänzerin Wanda Kwa- sinskaia machte eine vorteilhafte, elegante Figur und hdlte aus der nicht übermäßig dankbaren Partie das Möglichste heraus. Vom übrigen Ensemble machten sich in komischen Partien Frau S ch u b e r t - I ü n g l i n g und K. L. V t n o t, sowie das Quartett der Kavaliere, Kühne, Tank, Valckenberg und F e u ß e r, um die Aufführung verdient. '' * D^V.orstellung war gut besucht; es gab rauschenden Beifall und verschiedene Wiederholungen. hth. Bauerngeschirr in alter Zeit. Jur Volkskunde her deutschen Tonkeramik. Bevor sich feit Ende des 14. Jahrhunderts das „Steinzeug" und damit eine Herstellungsweise durch- gesetzt hatte, die eine größere Mannigfaltigkeit in tform und Schmuck ermöglichte, war das allgemeine Gebrauchsgerät in Deutschland die einfache Tonkeramik. Wenn sie auch verhältnismäßig gleichförmig war, so ist die bisherige Volkskunde doch meist zu Unrecht an ihr vorbeigegangen, denn aus ihr lassen sich wesentliche Aufschlüsse über das Leben der drei- teren Volksschichten, vor allem das Bauerntum, aber auch der kleineren Leute in den Städten gewinnen. Gebrannte Gefäße in einfacherer Ausführung sind in ältesten Zeiten nachweisbar, denn gemeine Lehmerden sind in Deutschland fast überall anzutreffen. In der jüngeren Steinzeit, also etwa 4000 bis 2000 v. Ehr. gibt es schon viele Formen und Verzierungen wobei vor allem zwischen der vornehmlich nordischen Tiefstichkeramik, der mitteldeutschen Schnurkeramik mit dem Zentrum im Saalegebiet und der donauländischen Bandkeramik zu trennen ist, deren Verzierungen das Gefäß in gewundenen Bändern umgaben. In der Bronzezeit, etwa 2000 bis 800 v. Ehr., herrschen bauchige, weitmündige Urnen» und Terrinenformen mit Buckel- und Rillenverzierungen vor, die zum Teil zu den Formen der eisen- zeitlichen germanischen Gefäße überleitet. Der keltische Einfluß ist besonders am Rhein recht bedeutend, während der römische bemgegebenüber stark zurück- tritt. In der Kirchenkunst spielen die römischen Formen allerdings eine große Rolle, aber für sakrale Geräte kommt der Ton erst im späten Mittelalter, und auch nur recht spärlich, in Betracht. „Das tägliche Geschirr des Bauern bleibt von den modischen Wandlungen der international gewordenen Schichten unberührt, es zeigt noch in romanischer Zeit denselben eisenzeitlichen Charakter, den es vor der Zeitenwende besaß. Wohl in keiner anderen Technik wird es so deutlich wie in der Töpferei, daß eine Linie volkstümlich-uralter Gestaltgebung schon damals neben der klassisch „gehobenen" Kultur des Kunstgewerbes einherläuft, eine Erkenntnis, die wesentlich der Widerstandsfähigkeit des gebrannten Tones zu danken ist", bemerkt Dr. Oswald Ad. Erich in seinem Beitrag „Volkskunst und Volks- inöuftrie" zu dem in der Akademischen Verlagsgesellschaft Athenaion in Potsdam herauskommenden Handbuch der deutschen Volkskunde. Der Unterschied zwischen den beiden großen germanischen Stämmen der Sachsen und Franken prägt sich auch in der Keramik sehr eindringlich aus. Fernab vom römischen Einflußbereich haben die Sachsen und Friesen am stärksten an ihrer „grobschlächtigen Bauernware" festgehalten, während die beweglicheren Franken manche Anregungen der römischen Kultur ausgenommen haben. Sowohl der Einschlag des keltischen Blutes als auch die entwickelte römische Technik verleihen ihrer Keramik eine besondere Rote; ihre Becher und Krüge sind schlanker und feiner profiliert als die „barbarische" Volkskeramik der Sachsen. Beliebt ist bei ihnen vor allem die ,Rädchenverzierung", d. h. ein Kranz eingedrückter, auf einem Rädchen angeordneter Stempel. Die sächsischen Formen wurden durch die „gehobenen" frgnkischen aber erst verdrängt ober mit ihnen verschmolzen, als die Sachsen schon fünf Jahrhunderte in das Reich einbezogen waren. Diese Auseinandersetzung der beiden Formenwelten vollzieht sich in romanischer Zeit im Süden des alten Herzogtums Sachsen, und es entsteht gegen Ende des 13. Jahrhunderts eine sächsisch-fränkische Misch- feramif mit überwiegend fränkischem Einschlag, die sich bald darauf vom Bistum Magdeburg aus bis weit nach Ostpreußen hinein verbreitet und die als wahrhaft volkstümliche Ware mitten in einer Zeit romanischer und gotischer Dombauten bestehen bleibt. So bilden sich die schlanken Kannen und Becher heraus, „deren gemünöelter Rand, von oben gesehen, an die Vier- und Fünfnässe gotischer Fenster erinnert. Die schönsten dieser Gefäße er- schließen ihre Ränder wie Blumen und ihre allmähliche Entwicklung aus durchaus volkstümlich- einfachen Formen zeigt deutlich genug, daß gelegentlich auch „gehobenes" Kulturgut aus der Volkskunst zu zunftgerechtem Kunstgewerbe emporfteigt/* Alte Liebe rostet nicht. Vor fünfzig Jahren hatte John Hall der hübschen Helen den Hof gemacht, aber erst als weißhaarige alte Leutchen haben die beiden sich nunmehr vor dem Traualter gefunden. In dem Heiratsregister in Wretham, einem kleinen Ort in der Grafschaft Suffolk stand kürzlich zu lesen, daß zur Heirat aufgeboten seien: „John Hall, 72 Jahre alte, Witwer aus Wrentham und Helen Reeves, 70 Jahre alt, Witwe aus Leslie-grvve, East Croydon, Surrey". Die Hochzeit der beiden Aufgebotenen wurde ein großes Fest für den ganzen Ort, aber nur die ältesten Einwohner konnten sich der Liebesgeschichte vor fünfzig Jahren erinnnern, die nicht durch Abneigung von feiten des Burschen ober bes Mäbchens unb auch nicht durch irgenbeinen Wiberstanb gegen eine Eheschließung ihr Enbe fanb, fonbern so auf- hörte, wie es oft ber Fall ist — bas Mäbchen kam nach Lonbon in Stellung» unb ber Bursche kam von bem kleinen väterlichen Geschäft nicht los. Die beiben jungen Leute trafen sich zwar noch zwei ober breimal, aber bann trennte sie bie Entfernung ooneinanber unb bie Zeit, bie zwischen ihren Begegnungen lag. John Hall verheiratete sich in seinem Heimatort unb Helen würbe in Lonbon Frau Reeves. Erst nach bem Tob ihres Manne, kehrte bie Frau wieber in ihre Heimat zurück unB fanb in bem grauhaarigen John Hall, ber ebenfalls Witwer geworben war, einen neuen Lebensgefähr- ten. Beibe haben Kinber, aber ba biefe schon groß unb selbst verheiratet finb, so ftanb ber Eheschlie- ßung ber beiben alten einsamen Leute nichts tm Wege. „Wir werben unsere alten Tage miteinanber verbringen", sagten sie, „wir lieben uns noch und werden sicher glücklich sein." M. 247 Zweiter Blatt Tleßener Anzeiger b°, den hachpra^t.g n S z Nachdruck »erboten Ohne Gewahr 113921 119074 132181 167190 193814 211633 238448 253029 292112 327551 340630 366548 394748 115900 156699 178949 216229 229075 249082 289530 311432 347252 119810 135970 168464 194346 212250 240709 260417 300755 329035 342620 376056 123596 157700 187794 217563 233262 256117 293499 316666 367140 120349 138971 182870 201570 215547 241236 263028 303413 335170 344277 382031 131852 165793 197292 221192 237306 261612 297958 324597 383128 133237 166462 204069 223490 240733 273155 300526 327972 388589 150519 186466 209769 225062 247343 263061 322234 338786 346203 389086 166555 214367 223934 243476 273791 301789 336284 390147 110167 148490 171282 215403 228167 248411 288826 307691 338064 390364 121266 139019 185952 206627 221050 243929 263034 303796 335756 345510 388146 131649 164734 188721 210332 237334 249108 289171 327288 339878 360686 394001 (Leitung: Frl. Jäger) sang das „Ständchen" von Schubert, sowie ein schlesisches und mährisches Volkslied („Da droben auf dem Berge" und „Müllers Abschied"), unter Leitung von Kreisverbandsmeister für Volksmusik Ziegler- Gießen übte Jung und Alt im Kanonsingen, ein Glückwunschtelegramm der Für st in Karl zu Solms« Hohensolms-Lich aus Castell in Bayern wurde bekanntgegeben, zwischen den einzelnen Darbietungen spielte die Feuerwehrkapelle auf, immer wieder rauschte reicher Beifall auf, bis zuletzt Die Entscheidung trifft in diesen Fällen der Prä« sident der Reichsanstalt in Verbindung mit den fachlich zuständigen Reichsministerien. Bei einer planvollen Ausschöpfung all dieser Möglichkeiten wird es gelingen, einem an sich im Winter saisonmäßig bedingten Anschwellen der Arbeitslosigkeit mit Erfolg entgegenzuarbeiten. Möge die Arbeit der Kinderschule auch im neuen Jahrhundert in gleicher Weise gesegnet sein! Gewinnauszug 1. Klasse 44. Preußisch-Süddeutsche (270. Preuß.) Staats-Lotterie Briefkasten der 'Rehoffwn. Schachfreund aus Langsdorf. Die weißen Steine sind vollzählig angegeben. Allerdings ist bei der ^ahlenangabe ein kleiner Fehler vorgekommen. Richtig muß es 8 S t e i n e heißen. Run guten Erfolg zur Lösung. Der angegebene Losungszug zur Aufgabe Rr. 378 ist richtig. seiner Ansprache so recht den Weg zu den -erzen der Kinder fand und ein -och auf Kmderschule und das erste Geburtstagskind im neuen Jahrhundert (-ermann Keil) ausbrachte und die Verteilung der von der Stadt gestifteten großen Brezeln em- leitete, da erreichte die Begeisterung der Klemen ihren -öhepunkt. Die Hellen Kinderaugen leuchte« ten, die Erinnerung an dieses schone Fest wird viele Kinder durch ihr ganzes Leben begleiten. Der Nachmittag klang in einem fröhlichen, von rechter Volksgemeinschaft erfüllten Zusammensein aus Unter den Klängen der Feuerwehrkapelle tanzten die Mädels vom Turverein und BDM. Reigen und sangen Volkslieder und Kinderlieber. Frau Wagner, Frau Volz und Frl. Fey trugen unter Klavierbegleitung von Frl. Jäger mit ihren geschulten Stimmen prächtige Lieder vor, die sich so recht in die frohe Stimmung des Festtages einpaßten („Sonntag" von Brahms, „Ständchen" von -aydn, „Der Zeisig" von Wittig, zwei Duette „Kinderlieber" von Ernst Frank), der Frauenchor In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 100 M. gezogen 6 Gewinne zu 3000 M. 250177 348888 352595 4 Gewinne zu 2000 M. 231299 271066 10 Gewinne zu 1000 M. 105597 109014 210132 259222 328654 28 Gewinne zu 800 M. 8932 46394 55296 59692 90089 91961 148612 156551 193410 266534 272487 306396 356030 363728 52 Gewinne zu 500 M. 5226 30480 48376 53259 79084 100194 103482 135870 145684 164955 167258 185695 192371 202339 209538 223740 233808 240818 249407 306066 318945 327994 Oie Notstan-sarbeiien während der Wintermonate Erleichterungen in der Durchführung. 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 26201 60878 104834 130614 200566 204721 243196 261952 310115 383935 Wert nur von untergeordneter Bedeutung ist. Ferner kommen auch Forstkulturarbeiten in Frage, wenn sie sich zur Prüfung des Arbeitswillens von Frauen eignen. Wichtig ist hierbei die Bestimmung, daß in allen diesen Fällen auch ein Land als Träger auftreten kann und daß derartige Arbeiten auch in Privatforsten dann durchgeführt werden können, wenn als Träger eine Gemeinde oder eine andere öffentliche oder gemeinnützige Instanz eingeschaltet wird. Ebenso sind auch die Länder wieder als Träger zugelassen bei großen Arbeiten zur Erschließung neuen Siedlungslandes, zum -ochwasserschutz, beim Bau von Talsperren und bei Flußregulierungen, owie beim Bau solcher Straßen, die nicht als „Reichsstraßen" anzusehen sind. Um eine stärkere Entlastung der von der Arbeitslosigkeit besonders betroffenen Großstädte zu erreichen, sollen nach Möglichkeit großstädtische Arbeitslose bei Notstandsarbeiten in ländlichen Gebieten eingesetzt werden. Zur Erleichterung dieser Maßnahme kann in Zukunft die Reichsanstalt die Reisekosten, die kosten der Arbeitsausrüstung, sowie die Familienzuschläge nicht nur für hauplunterslühungsempfänger, sondern auch für anerkannte Wohlfahrtsempfänger insoweit übernehmen, als die Heimatgemeinden diese kosten aus eigener kraft nicht aufzubringen in der Lage find. Soweit in Ausnahmefällen es dem Träger der Arbeit nicht zugemutet werden kann, solche Notstandsarbeiter, die wegen Erreichung der -öchstbe- schäftigungsdauer eigentlich ausscheiden müßten, durch Erwerbslose aus den Großstädten zu ersetzen, kann unter gewissen Voraussetzungen während der Wintermonate derNotstandsarbeiterauch über 5 2 Wochen hinaus bet Notstands- arbeiten beschäftigt werden. Schließlich können zur Förderung unserer wirtschaftlichen Unabhängigkeit aus Mitteln der wertschaffenden Arbeitslofenfürsorge nunmehr auch private, auf Erwerb gerichtete Unternehmungen gefördert werden, die den Ersah ausländischer Erzeugnisse durch inländische bezwecken, soweit die Aufnahme dieser Produktion für die einzelnen Unternehmungen ein besonderes Risiko bedeutet und dafür ein überwiegendes öffentliches Interesse in Frage steht. 315731 317124 68 Gewinne au 500 M. 6553 9671 12976 16450 48652 91076 106543 114435 116786 122903 140192 147772 150024 157346 180553 217550 230947 235612 237741 239373 259859 260118 270257 299239 306138 340504 354299 362936 385186 170 Gewinne zu 200 M. 10172 22524 23275 32229 34983 36363 42086 65679 57122 77456 86945 93140 95576 99688 101400 107902 111646 ------ ------ ------ ----— 127396 Diese Werte erhöhten sich um 1 bis 2 v.-., wobei vielfach nur beschränkt zugetetlt wurde. Auch Gold- und Liquidationspfandbriefe wiesen Erhöhungen um 0,25 bis 0,50 v. -. auf, während Kommunal- Obligationen auf dem erhöhten Kursstand unverändert blieben. Etwas fester lagen auch einige niedrig stehende Industrie-Obligationen. Am Aus- landsrentenmarkt waren Schweizer Bundesbahn- Anleihen 5 bis 7 v.-. niedriger. Der Aktienmarkt zeigte im Verlaufe eine leichte Erholung und die anfangs ermäßigten Papiere konnten zumeist 0,25 bis 0,50 v. - an- Sieben. Die Umiahtätigkeit blieb hierbei aber klein. Sehr fest wurden Ilse Bergbau mit etwa 145 (nach 137) taxiert. Schwach zur Notiz kamen Lahmeyer mit 119,50 (121,75). — Tagesgeld war mit 3 d.S). wieder etwas leichter. Frankfurter Schlachwiehmarkt. Frankfurt a. M., 22. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1500 Rinder (460 Ochsen, 108 Bullen, 489 Kühe, 443 Färsen), 429 Kälber, 86 Schafe, 4724 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 26 bis 36 Mark, Bullen 25 bis 36, Kühe 14 bis 36, Färsen (Kalbinnen) 25 bis 39, Kälber 28 bis 54, -ärnrnel 31 bis 36, Schweine 42 bis 53 Mark. — Marktoerlauf: Rinder, Kalber und Schafe ruhig, Schweine anfangs gefragt besonders fette Ware, später stark abflauendes Geschäft, geringe Schweine fast unverkäuflich. Die Pressestelle des Landesarbeitsamts -essen teilt mit: Der neue Erlaß des -errn Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, über dessen Inhalt bereits kurz berichtet wurde, erleichtert zunächst ganz allgemein die Durchführung neuer Notstandsar- beiten und gibt die Möglichkeit, auch solche Ar- beitsoorhaben durch verlorenen Zuschuß der Reichsanstalt zu fördern, die nach den im Sommer gültigen, bewußt einengenden Bestimmungen nicht als Notstandsarbeiten anerkannt werden durften. Es wird nunmehr gelingen, durch verstärkten Einsatz der im Sommer durch Drosselung der Notstandsarbeiten ersparten Mittel einen beträchtlichen Teil der Arbeitskräfte aufzufangen, die in den saisonbedingten Industriezweigen und teilweise in der Landwirtschaft zwangsläufig zur Entlassung kommen werden. Vor allem wird sich die Möglichkeit, den Grundförderungssatz auf 3 Mark pro Tagewerk zu erhöhen, in der beschleunigten Ingangsetzung solcher Arbeitsvorhaben auswirken, die bisher, insbesondere von finanziell leistungsschwachen Gemeinden, bei einem Zuschuß von nur 2,50 RM. nicht in Angriff genommen werden konnten. Um darüber hinaus die weitere Durchführung solcher Arbeiten, die bei intensiver Fortsetzung im Winter mehr Kosten erfordern und dadurch eine besondere Belastung für den Träger bedeuten, sicherzustellen, kann für die ab Oktober anfallenden Tagewerke die Grundförderung auch bei denjenigen Maßnahmen auf 3 RM. festgesetzt werden, die bereits unter Bewilligung eines niedrigeren Förderungssatzes vor dem 1. Oktober begonnen worden find. Besonders bedeutungsvoll für den waldreichen Bezirk Hessen ist die Ausdehnung der Grundförderung auf bisher nicht zugelassene forstwirtschaftliche Arbeiten. Neuaufsorstungen, Wiederaufforstungen von Flächen, die seit mindestens drei Iahren nicht aufgeforstet werden konnten oder durch Waldbrände, Schädlinge, Unwetter vernichtet worden sind, können seht ebenso als Notstandsarbeiten durchgeführt werden, wie der Bau von Degen, die der Holzabfuhr und anderen vorwiegend forstwirtschaftlichen Zwecken dienen. Es ist also nicht mehr erforderlich, daß es sich um Verkehrswege handelt, deren forstwirtschaftlicher am stärksten aus. Bei dem geringprozentigen Kainit, bei dem die Belastung hoch ist, trat aus diesem Grunde eine Erhöhung des Einstandspreises bei nahen Entfernungen ein. Die Senkung der Preise für die schwefelsauren Salze hat eine besondere Bedeutung dadurch, daß diese Salze durch ihre Verwendung die einheimische Rohstoffbasis stärken helfen. Die gleichzeitig bekanntgegebenen Staffelpreise für das ganze Düngejahr erleichtern dem Bauern den Bezug der Kalidüngemittel zu den jeweils für ihn vorteilhaftesten Preisen und Liefe- 345410 361690 368849 376183 160 Gewinne zu 200 M. 4348 4866 8619 11649 13028 24590 27584 27720 37555 39289 46847 51600 53780 65958 66488 67195 69697 71313 82837 87814 89626 103836 105695 108700 108989 ------ ------ ------ ------ 134068 Zur Sicherung der deutschen Nahrungsfreiheit und zur Erweiterung unserer inländischen Rohstoffgrundlage, wie auch zur vermehrten Erzeugung von Eiweiß, Fett, Wolle und Faserstoffen, ist eine gesteigerte Kalidüngung erforderlich. Um diese dem Bauern zu erleichtern, sind auf Grund einer freundschaftlichen Verständigung zwischen Kalisyndikat und Reichsnährstand mit Wirkung vom 16. Oktober 1934 ermäßigte Preise und Lieferungsbedingungen für Die zur unmittelbaren Verwendung als Kalidüngemittel in der deutschen Landwirtschaft bestimmten Kalisalze festgesetzt worden. In Zukunft werden nur noch fünf Kalisorten zur unmittelbaren Verwendung als Kalidüngemittel an die deutsche Landwirtschaft geliefert werden. In diesen Kalisorten wird die Einheit Kali zwischen 11 und 38 v. -. des zuletzt vom Reichskalirat festgesetzten Preises gesenkt. Gleichzeitig werden Frankopreise eingeführt. Da die durchschnittliche Frachtbelastung bei der Einheit Kali bei den 1. Ziehungstag 19. Oktober 1934 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 100 M. gezogen 2 Gewinne zu 6000 M. 327978 2 Gewinne zu 3000 M. 272630 4 Gewinne zu 2000 M. 18547 41170 ,2 Gewinne zu 1000 M. 7924 44383 129180 220007 272031 341363 24 Gewinne zu 800 M. 8946 37629 76417 94793 106691 164868 193432 252657 257269 276851 rungsbebingungen. Der Reichswirtschaftsminister hat im Zusammenhang mit der Senkung der Kalipreise die Bekanntmachung des Reichskalirates über die Festsetzung der bisherigen Preise für Kalisalze mit Wirkung vom 16. d. M. aufgehoben. Frankfurter Börse. Tendenz behauptet. Frankfurt a. M., 20. Okt. An der Wochen- chlußbörse war die Umsatztätigkeit eng begrenzt. Seitens der Kundschaft lagen nennenswerte Aufträge kaum vor, während die Kulisse nach ihrer tarfen Betätigung während der ganzen Wochenverlaufs eher zu einigen Glattstellungen neigte, -iervon wurde auf dem Rentenmarkt in erster Linie die Altbesitzanleihe betroffen, die mit 106,50 knapp behauptet einsetzte und später etwa 0,40 v. -. nachgab. Für andere Rentenwerte mit niedrigerem Kursstand bestand aber weiterhin Kaufinteresse, und die Grundhaltung des Rentenmarktes ist durchaus weiter fest. So zogen Kommunal-Umschuldung 0,25 v. -., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,13 v. -. und Reichsbahn-VA. wegen ihres rentenähnlichen Charakters ebenfalls 0,13 v. -. an. Zinsvergütungs- scheine lagen mit 85,75 bis 85,90 o. -. behauptet. Stahlverein-Bonds konnten sich um 1 v. -. befestigen. Die Umsatztätigkeit war im ganzen gesehen aber recht klein. Von fremden Werten lagen Mexikaner uneinheitlich, 5 v. -. äußere Gold 13,65 (14,40), dagegen 5 v. -. innere Silber 6,65 (6,50). Der Aktienmarkt lag ohne Anregung und verkehrte überwiegend etwas niedriger, doch erreichten die Rückgänge nur kleines Ausmaß. Farbenindustrie waren weiter angeboten und gingen auf 142,50 nach 143,25 v. -. zurück, Metallgesell-1 schäft verloren 1 o. -., Deutsche Erdöl 0,25 v. -. Elektropapiere lagen außerordentlich still, zunächst kamen nur Gesfürel mit + 0,50 v. -. zur Notiz. Montanwerte konnten sich gut behaupten, etwas fester notierten Phönix, Gelsenkirchen und Mannesmann mit + 0,25 bis 0,50 v. -., während Rheinstahl 0,90 v. -. nachgaben. Von Zellstoffwerten gingen Aschaffenburger um 1 v. -. zurück, Wald- Hof zogen 0,25 v. -. an. Im e.nzelnen eröffneten Reichsbankanteile 0,75 v. -., j)apag 0,40 v. -., Daimler 0,25 v. -. leichter, Westdeutsche Kaufhof, -anfwerke Füssen und Moenus lagen unverändert. Im Verlaufe wurde das Geschäft zum Teil etwas lebhafter. Am variablen Rentenmarkt erfolgten noch eher Realisationen, so daß die Kurse überwiegend leicht abbröckelten. Altbesitz stellten sich auf 106 o. -. Fest lag der gesamte Kassarentenmarkt, insbesondere waren Stadtanleihen stark gesucht und zumeist mit Plus-Plus-Zeichen versehen. hatte, prachtvolle und nützliche Geschenke aller Art für Kinder und Station (Schaukel, Eisenbahn, Puppen, Baukasten, Perlen, Bilder u. a. m.). Auch die Nachkommen der Familie Reger, mehrere Geschäftsleute und Gemeindeglieder folgten diesem schönen Brauch und schenkten Schaukelpferd, Grammophon, Kinderstühle, Pferdeleinen mit Schellen, andere schone Spielsachen und Geldbeträge zur Anschaffung derselben, so daß zuletzt die Geschenktische reich bedeckt waren. Mit dem ersten Vers des -orst-Wessel- und des Deutschlandliedes und einem Andante auf dem -armonium wurde die Feier geschlossen Uhrmachermeister Schwab machte in dankenswerter Weise noch mehrere Bildaufnahmen. Am Nachmittag kamen die Kinder zu ihrem Recht. Sie zogen unter Dorantritt der Feuerwehrkapelle (Leitung Postsekretär Freitag), geleitet, von der Schwester und ihrer -elferin und betreut von SA.-Männern und Mädels des BdM. von der Kleinkinderschule zur Turnhalle, wo zunächst eine photographische Aufnahme gemacht wurde. In der überfüllten Turnhalle wickelte sich dann ein rechtes Kinder- und Volksfest ab. Nach musikalischer Einleitung durch die Feuerwehrkapelle (-ymne von Beethoven: „Die -immel rühmen") und machtvollen Festchören der Sängervereinigung Cäcilia („Ich hebe meine Augen auf"), sowie des Kirchenchors („Lobe den -errn") begrüßte Beigeordneter Wahl die Gäste und sprach auf den Führer. In bunter Reihenfolge trugen die Kinder der Kinderschule nun Gedichte vor, fangen herzige Kinderlieber, führten frohe Spiele auf, erfreuten die -erzen der Großen mit allerliebsten Aufführungen, stellten sich als kleine -andwerks- meifter vor, unterhielten mit lustiger Kapelle, ließen die Alten wieder jung und froh werden, überreichten Bürgermeister Geil einen Rosenstrauß und ernteten für ihre Darbietungen reichen und verdienten Beifall. Als dann Dechant Kahn in Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar fe einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Datum 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 6% ehem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 6*/i% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. Desgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% efcm.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6¥i% Hess. LandeS-Hypothekn- bank Darmstadt Ltgui......... vberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% eifern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-BKtk Goldpse. 16 unkündbar biS 1936 bVi% ehem. 4’/,% Franks. Hyp^ Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6Vi% ehem. 4'/,% Rheinische Hyp..Bank-Ltqu..Goldpfe 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 8% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. *% Oesterretchische Goldrente.... *,20% Oesterrelchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... *% Ungarische Staatsrente v. 1910 *%% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 *% Türkische Zollanlethe von 1911 *% Türkische Bagdadbahn-Aulethe Serie 1..................... Frankfurt a.M. Frannur. o. JJi. Devisenmarkt Berlin Benn. vorse börse 2g.Oktober 19-Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung >9-10- ] 2010- 3rir Geld 19.10. | 20.10. Geld 96 96,25 96,5 96,65 93,5 93,3 93,3 93,5 106,65 105,75 105,9 105,9 95,75 96 96 96 93 93,5 93 93,5 93,5 93,25 103,25 102,65 103,5 102,7 93 93,5 o| 93 93,5 0 93,75 94 94,65 95 Berlin, 20- Oktober 94,75 94,75 94,75 94,75 101,75 101,8 101,8 101,75 121,75 o 131 14,4 I 30,41 ; 82 I 1891 01 8] 5 v. -. Die hinter den Papieren angeführten o 0 0 6 6 0 0 75 75.5 120,5 75,9 76,13 9 0 0 o 49,25 59,75 32,75 210 85,5 106,25 62,5 106 o 0 0 0 o 7 0 0 0 0 .10 , 0 0 117,5 75 75 Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener 27,5 142,75 104,5 118,13 74.4 110,75 98,65 92 140 119,5 143,25 215 90,25 38,75 28 143 104,75 118 74,5 110 97,75 91,75 60 67,13 48 66,25 die -ohe der zuletzt be|d)loffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. 27,75 142,4 104,65 118 74,75 111,13 99 92 140 121,5 106,13 62 106 48,5 227,25 90 41,5 13 122 120 155 86,25 105,75 62,25 106,5 77 140,5 117,65 75 75,4 28 142,25 104,75 117,5 74,75 110.65 98 92 140,5 120,75 6,85 13,9 6,8 7 14,4 Gritzner Mainkrastwerke Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker....... 63,38 81,19 33,97 1,3 7,6 6,95 F. G. Farben-Jnbustrie Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke ....... Metallgesellschaft...... 63,12 80,87 33,83 27,25 1,3 7,55 86,25 105,75 62,5 106,75 77,5 7 6,9 13,65 . (i . o . 0 10 . o . o . o >. 5 >. 5 7Vi Aires Brüssel..... Mo de Jan. . Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Heljingfors.. Parts ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien. Lslo : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Reuyork... Kokswerke......... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Vereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth PhUtpp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Amerikanische Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, t 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten................. Spanische Noten Ungarische Noten................ Harpener Hocsch Eisen—Köln-Neucssea Ilse Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse ..... Klöcknerwerke........ Mannesmann-Röhren A.E.G...................... Betula.................. Elektr. Lieferungsgesellschaft... Licht und Kraft .......... Felten & Guilleaume......... Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. Rheinische Elektrizität ....... Schuckert L Co............... Siemens L Halske............ Lahmeyer LEo Schultheis Patzenhofer Aku kAllgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ............. Daimler Motoren Deutsche Linoleum ........ Orenstein K Koppel ....... Leonhard Tietz Chade................... Aeeumulatoren-Fabrik Conti-Gumm»............. . 0 0 . 6 . 6 0 1-6 . 5 . 6 . 7 10 MU 2,445 58,25 54,86 12,28 16,40 168,69 21,41 61,74 i 78 I 0 116,75 133 | Geld 2,425 58,01 54,64 12,24 16,34 168,01 21,33 61,50 Ärie 0,648^ 58,29 0,206 3,053 54,90 81-24 12,305 5, Ü 16, W 168,77 21,49 0,705 5,706 61,78 49,05 11,155 63,41 81,21 34,03 10,395 2,477 .?rantmr> a. JJi. Berlin Schluß« kurs Schluß«. Abend- börse Schluß« kurs Schluß«. Mittag« bö'rfc Datum 19.10 20-10- 19-10. 20-10- .yiaiitiur u. JJI. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend« börse Schlußkurs Schluß!. Mittag« börse Datum 19-10- 20-10. 19-10. 20-10. 4% desgl. «serie 11 ............. — — — — 6% Rumän. vereinh. Rente 6.1903 4,6 4,7 4,8 4,5 6,9 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l913 —— 7,1 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,2 4,05 4,05 4,05 214% Anatolier ............... 34,5 34,5 34,25 34 Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 29,13 28,75 29,13 28,9 26 — —— 26 Hansa-Dampfschiff........... o —— — — — Norddeutscher Lloyd .........o 31 30,75 31,25 31 A-G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 78,5 78,5 77,75 78,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 —— — 96 96 Commerz- und Prtoat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- 72,25 71,5 72,25 71,5 Gesellschaft................o 75 74,5 75 74,5 Dresdner Bank........ o 77,5 77 77,5 77 RcichSbank ................12 — 144 144.13 144,5 0,642 0,646 0,644 58,17 58,29 58,17 0,204 0,206 0,204 3,047 3,053 3,047 54,49 54,59 54,80 81,12 81,28 81,08 12,205 12,235 12,275 5,39 5,40 5,42 16,38 16,42 10,38 168,43 168,77 168,43 21,45 21,49 21,45 0,706 0,708 0,703 5,694 5,706 5,694 61,31 61,43 61,66 48,95 49,05 48,95 11,08 11,10 11,135 62,93 63,05 63,29 81,08 81,24 81,05 33,97 34,03 33,97 10,375 10,395 10,375 2,468 2,472 2,473 Banknoten 78 78,5 78,9 —— 94,75 95,65 49 48,5 48,75 226 226 226,5 89,13 90 90,13 41,5 41,75 42 13 13,25 12,9 122,4 122 122,25 118 120,5 119,5 156 156 156 143 144,13 143 214 — 89 90 90 39,75 98,25 99,25 83 84 83 ~~ 78,5 78,25 115,5 - 133 - — 110,25 110,25 60,25 61,4 60,5 66,65 134 133,75 48,25 48 48,25 64,65 66 65 —— 122,25 121 49,4 49,13 49,5 60,25 60 59,5 — 89,75 90,75 33,13 32,65 33.13 208 211 207,5 164 165 164 131 131 131 30,25 I 30 82 — 1 _ 189 1 190 1 190 Ur. 247 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Montag, 22. Oktober 193$ OerTagderaüenSA-KämpferinLaubach 0 Laubach, 20. Oft. In das Dasein des Dörfchens Wetterfeld hinein klingen Kampflieder. Zu Fuß, in Radfahr-Gruppen und mit Lastwagen treffen die alten Kämpfer der SA. - Standarte 116 ein, um von hier aus den Marsch nach Laubach anzutreten. Sturmbannführer Bender-Hungen, einer von den ganz alten SA. erwartet an der Straßenkreuzung die einzelnen Trupps. Standartenführer 116 Lutter, der mit dem Standartenadjutanten, Obersturmbannführer Münker, eingetroffen ist, wird freudig begrüßt. Die SA.-Männer formieren sich nach ihren Sturmbannen. 24 Sturmfahnen, geführt vom Banner der Standarte, setzen sich an die Spitze des Zuges. Dann meldet Sturmbannführer Bender )em Standartenführer Lutter 625 alte Kämpfer der Standarte 116 zur Stelle, Marschmusik setzt ein, die Wetterfelder grüßen noch einmal die braunen Kolonnen, dann folgt der Marsch nach Laubach. Die Laubacher haben ihren Gästen eine Ehrenpforte aus Tannengrün errichtet. An der „Traube" rwarten Bürgermeister H ö g y , kommissarischer Ortsgruppenführer Henze und eine Abordnung 'je Ankommenden. Als die Marschkolonnen die Stabt erreicht haben, dröhnen Böllerschüsse zur Begrüßung. Durch die flaggengeschmückten Straßen, undherum um den Kern der Innenstadt, mar- chiert die alte Garde, voran ihr Standartenführer. Aarschweisen erklingen, die engen Straßen hallen Biber von den Tritten ber Kolonnen. An ben Bür- ber SA. bie Aufgabe zu, bie Macht zu erhalten, ben anberen Gliederungen der Partei am Aufbau zu helfen. Die Gliederungen der Partei können ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn die SA. sie dabei unterstützt. Darum mögen die wenigen Stunden in Laubach eine Erholung und Stärkung zu weiterem Kampf sein! Standartenführer Lutter dankt für die freundlichen Worte der Begrüßung und sagt, daß die SA. sich dankbar erweisen, aber auch zeigen wird, daß in ihr der alte SA.-Geist noch lebt. Von diesem Geist beseelt, wird sie die Stunden nützen, damit sie gern daran zurückdenken wird. Zm Quartier. Dann folgt der Abmarsch in die Verpflegungsstätten, die in den drei größten Gasthäusern, dem „Solmser Hof", dem „Schützenhaus" und der „Traube", eingerichtet sind. Hier gibt es zunächst ein kräftiges Eintopfgericht und die Quartierscheine. Die Fahnen werden in das Schloß gebracht, wo auch der inzwischen eingetroffene Brigadeführer 147 Schmidt (Bad-Nauheim), Pg. Klo st ermann und Standartenführer Lutter mit seinem Stab Gast der gräflichen Familie waren. Die Straßen sind belebt von braunen Kämpfern, die ihre Quartiere aufsuchen. Zn den Standuartieren entwickelt sich reges Leben, alte Bekannte finden sich wieder, Erinnerungen werden ausgetauscht. Kurz nach 21 Uhr rücken die Kolonnen singend zum Schloß. Die ältesten Kämpfer der SA. des Standorts Gießen. In der Mitte stehend der Standanen- adjutant Obersturmbannführer Münker. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) 4 • ■ M * £ "9 w V7V.^7 7% J 7 * M -4 Die Fahnengruppe mit Standartenführer Lutter voran an der Spitze der Marschkolonne am Samstag auf dem Marsch von Wetterfeld nach Laubach. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) I K I i - •< . V'v;. /•z'' ' ■ '7'7 Standarte 116 sind zum erstenmal nach der Machtübernahme ihres Führers hierher gekommen, um Rückschau zu halten und dem Volke zu zeigen, daß die alte SA. noch da ist. Sie kommt hierher, um ben alten SA.-Geist zu beweisen. SA.-Geist ist geboren aus dem Frontgeist. Die 1914 auszogen, hatten es leichtep gehabt; denn das Volk war von Begeisterung erfüllt. Der Kampf der SA. war schwer, denn sie wurde verhöhnt, verspottet und geschlagen. Durch Zähigkeit, eisernen Willen, Selbstlosigkeit, ja durch Blutopfer gelang ihr der Kampf 3um Wohle, aber oft gegen den Willen des in falschen Ideen verstrickten Volkes. Zähigkeit, Mut, Ausdauer haben es zuwege gebracht, daß die SA. hier steht. Selbstlos und bescheiden sind die braven Braunhemden zur Seite getreten, als der Kampf erfolgreich beendet war. Selbstlos und treu hat ber SA.-Mann seinen Dienst weiter getan; benn SA.- Mann zu sein ist Dank genug. Der SA.-Mann ist aus bem Kampf nicht mehr fortzubenken. Die SA. hat in ber Geschichte ihren Eingang gefunben, inbem sie bas Dritte Reich eroberte. Wir müssen es jetzt befestigen. Wir wissen als Fronsolbaten, daß es schwerer ist, eine Stellung Zu halten, als sie zu nehmen. Wir haben ber alten Armee voraus, baß wir aus eigener Kraft hier stehen. SA.-Mann zu fein verpflichtet. Er ist ber Jbeen- träaer der Bewegung. Durch sein Tun und Lassen muß er beweisen, daß er Nationalsozialist ist. Es ist geredet worden, daß die SA. überflüssig ist und aufgelöst werben soll. Wir sinb und bleiben! brochen hat, sehen frohe Gesichter erwartungsvoll auf ihn. Mühelos kann er seine Ankündigung vorbringen. Tischweise holen die Braunhemden ihre Ehrenzeichen ab. Der Betrieb erfährt keine Unterbrechung. Hier kommt der Staf nicht so schnell fort, denn ihn umringen seins Kameraden. Das ist die Kameradschaft des bescheidenen, ehrlichen und treuen Nationalsozialisten. — Mitternacht ist längst überschritten. Oer Sonntag in Laubach. Am Sonntagvormittag fand F e st g 0 11 e s d i e n st statt. In feierlichem Zug marschierten die Fahnen- aborbnungen in die Kirche ein und nahmen um Altar und Kanzel herum Aufstellung. Der Geistliche legte seiner Predigt das Evangelium vom Hauptmann von Kapernaum zugrunde und führte folgende Gedanken aus: Das Ziel der SA., das einst dem Kampf gegen Bolschewismus und Untermenschentum galt, ist heute die Formung des neuen deutschen Menschen. Auch die Kirche will an diesem Ziele mitarbeiten. Nur aus dem Boden von Sittlichkeit und Christentum, nur aus dem rechten Glauben heraus kann das neue Deutschland gebaut werden, und diesen Glauben, der vom Wunderglauben zum Gehorsam und Heilsglauben führt, können wir aus der Geschichte des Hauptmanns von Kapernaum lernen. Wie dieser zum fröhlichen evangelischen Heilsglauben gelangt ist, so sollen auch wir ihn erlangen und weiter tragen. Aus bem Geiste heraus, aus Christentum und National- Msteigen stehen die Volksgenossen, grüßen das 5 ldzeichen der Standarte, die Banner der Frei- hiill, da und dort werden Blumen geworfen oder V-wunberungsrufe über den prächtigen Schellen- bmm werden laut. Am Marktplatz ürüerhalb des Schlosses nimmt der Musikzug der («andarte 116 unter Musikzugführer Herrmann ISifftellung mit der Front zum offenen Platz. Musik uii) Fahnengruppe bilden Spalier für die anmar- fttcerenben Kameraben. Ortsgruppenleiter Henze Ti tütet an bie alten Kämpfer ber SA. namens ber $0». und der NS.-Frontkämpfer herzliche Begrü- ßmigsworte. Er dankt ihnen dafür, daß sie ihren Ltpf hingehalten, sich vor die Redner als die Verlader der Idee des Führers gestellt und damit erst imögüd)t haben, daß die Idee überhaupt ver- »1 jniitet werden konnte. Sie haben den Ausbruch der Million unterstützt, den Durchbruch des neuen Reichs herbeigeführt. Nach der Machtübernahme sind iw e Kämpfer still zur Seite getreten. Der Standartenführer und die Standarte haben iw es Treffen ermöglicht, damit sich die Kameraden ttiirber einmal in bie Kampfgesichter schauen können. Mei aber soll auch derjenigen nicht vergessen wer- in, die nicht mehr hier sein können, die einem höhlen Rufe gefolgt sind. Dieses Treffen erfreut, ermahnt und hilft dem Jö-npfer für die Zukunft, die nicht leicht sein wird, ii ee um den Aufbau des Reiches geht. Dabei fällt 3m Gchwßvorhof hat sich schon eine große Menschenmenge eingefunden, die sich dieses schöne und seltene Schauspiel nicht entgehen lassen will. Die Menge säumt die linke Seite der Auffahrt. An der Schloßwand stehen der Spielmannszug der Standarte und der Musikzug des Sturmbannes I Lollar unter Leitung von Musikzugleiter Köhler, die rechte Seite nehmen die Gäste Laubachs, die alten Kämpfer ein. Unter Musikklängen werden die Fahnen aus dem Schloß herausgetragen und schließen das Viereck durch ihren Aufmarsch mit der Front zum Schloß. Der Spielmannszug und der Mufikzug kürzen bie Zeit, bis zu ber ber Musikzug ber Stanbarte von einer anberen Verpflichtung zurückkehrt. Brigabeführer 147 Schmibt (Bab-Nauheim) erscheint, dem Standartenführer Lutter den Zapfenstreich mit 625 alten SA.-Kameraden meldet. Der große Zapfenstreich beginnt. Fackeln brennen, Helles rotes Licht läßt die alten Bäume im Schloßvorhof erstrahlen und schafft ein reizvoll idyllisches Bild, dessen Eindruck die getragenen Klänge der den Zapfenstreich einleitenden Oper „Das goldene Kreuz" von Brüll noch verstärken. Es ist ein schöner Eindruck, ber ben alten SA.-Männern stets in Erinnerung bleiben wirb. Jetzt tritt Standartenführer Lutter in ben matten Lichtschein vor bem Felbzeichen ber Standarte und sagt u. a.: Die alten Kämpfer ber Rückmarsch vom Kirchgang am Sonntagvormittag in Laubach. — (Aufnahme; Photo-Pfaff.) H ws ■ v 1 \ Beim Großen Zapfenstreich am Samstagabend im Schloßhof zu Laubach. Von links nach rechts: Standartenführer Lutter, Brigadeführer Schmidt, Brigade-Stabsführer Eick, Flieger-Untergruppenführer Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubach, Standartenadjutant Obersturmbannführer Münker. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Auf dem Reichsparteitag in Nürnberg hat der Führer gesagt: „Die SA. gehörtzu mir und ich zur SA." Diesen Glauben soll uns keiner aus dem Herzen reißen. Wir wollen bescheiden und treu weiterarbeiten. Fahnen und Standarten hoch! Unser oberster SA.- Führer Adolf Hitler! Sieg-Heil! Der Ruf findet starken Widerhall, das Horst- Wessel-Lied klingt auf und Böllerschüsse unterstreichen die Feier ber Stunbe. Dann setzt bas kurze Locken ber Trommler unb Pfeifer ein, ber Zapfenstreich klingt ab. Während im Schloßgarten bunte Leuchtkugeln und Goldregen sprühende Raketen die Nacht zerreißen, rücken die SA.-Männer zu den Kameradschastsabenden ab. Im „Schützenhaus" sagt der Standartenführer den SA.-Männern, daß er ihnen zur Erinnerung an den heutigen Tag eine Plakette mitgebracht habe. Der Standartenadjutant, der sie den Kameraden überreicht, wird stürmisch umzingelt. Fast unbemerkt geht ber Standartenführer weiter. Im „Solmser Hof" ruft einer aus Leibeskräften, aber mit stolzer Freude sein „Achtung!" in den Saal und dem Standartenführer schallt ein ebenso freudiger, wie lauter Gruß entgegen. Der Musikzug hat das Spiel abgebrochen, die Sturmbannführer sind sofort zur Stelle. Obwohl die Ankunft des Standartenführers bie Unterhaltung unter; sozialismus wollen wir das neue Deutschland bauen in dem Geiste Christi, der nicht nur ein Held, der auch ein Sieger war über Welt unb Sünde. Im Anschluß an den Gottesdienst marschierte die SA. zum neuen Kriegerdenkmal, wo Standartenführer Lutter einen Kranz niederlegte mit bem Gelöbnis, im Geiste der Toten des Weltkrieges und des Befreiungskampfes der Bewegung, denen dies Ehrenmal gewidmet ist, weiter zu kämpfen. Nach einem Spiel des Musikzuges weihte der Standartenführer die jüngste Fahne der Standarte, die des Sturms 20, und übergab sie dem Kornett. Von 13 bis 14 Uhr spielte eine Musikkapelle auf dem Marktplatz Militärmärsche. Während der Nachmittagsstunden fand auf dem Schießplatz em Preisschießen statt, bis die auswärtigen SA.» Abteilungen nacheinander die Stadt wieder verließen, für die dieser festliche Tag ein besonderes Erlebnis bedeutete. Oie Heimkehr nach Gießen. Am gestrigen Sonntagabend kehrte die alte SA.- Garde von Gießen hierher zurück. Mit Autos kamen die alten Kämpfer von Laubach her bis zum Schützenhaus, wo sie von mehreren Stürmen erwartet wurden Unter Vorantritt des Musikzugs ber Stanbarte 116, ber zu beiben Seiten von Fackelträgern begleitet würbe, ging ber Marsch unter bem Kom- mando des Standartenführers Lutter durch Me Kaiser-Allee, Lubwigstraße, Bleichstraße, Hinben- burgwall, Seltersweg, Sonnenstraße zum Lanü- gras-Philipp-Platz, wo die Fahnengruppe mit der Standarte an der Spitze unter Führung des Standartenführers vor dem Standartengebäude Aufstellung nahm. Während die alte Garde und die ihr nachfolgenden Stürme des Standorts Gießen unterwegs schon von zahlreichen Volksgenossen herzlich begrüßt und begleitet worden waren, hatte sich nach der Ankunft auf dem Landgraf-Philipp-Platz im Handumdrehen eine große Menschenmenge aufgestellt, um den Abschluß des Ehrentages der alten SA.-Kämpfer mitzuerleben. Nachdem die Fahnengruppe und ihr gegenüber der Musikzug Aufstellung genommen hatten, kamen auch schon die alte Garde unter Führung des Standartenadjutanten, Obersturmbannführers Munter, und anschließend die übrigen Stürme heran. Zu den schneidigen Klängen der Musik zeigte die alte Garde einen außerordentlich zackigen Vorbeimarsch vor ihrem Standartenführer. In gleicher Straffheit und Marschdisziplin folgten dann die übrigen Stürme. Während nach dem Vorbeimarsch die einzelnen Stürme abrückten, wurden unter den Klängen des Badenweiler Marsches die Standarte und die Fahnen unter Führung des Standartenadjutanten Obersturmbannführers M ü n k e r in den Fahnensaal der Standarte zurückgebracht. Vor dem Standartengebäude hatten die alten Kämpfer in drei Gliedern Aufstellung genommen. Nach dem Passieren der Fahnengruppe ertönte das Kommando „Stillgestanden". Dann hielt Eturmhauptführer Ott eine kurze Ansprache an die alten Kämpfer, in der er sagte: Der Tag der alten SA.-Kämpfer ist vorbei. Wir sind heute marschiert wie in der Zeit, da mir gegen eine Welt von Feinden marschierten. Wir sind heute marschiert, um zu zeigen, daß die a l t e S A., d e r a l t e S A. - G e i st i n D e u t s ch- land noch regiert und am Platze ist- Wir stehen als die Garanten der deutschen Freiheit. Wir stehen zu unserem Führer, wie in den vergangenen Tagen. Er gehört uns und wir sind seine SA.-Männer. Wir warten auf den Befehl, den er uns gibt. Diesen Befehl führen wir aus, und wenn es sein müßte, besiegeln wir ihn mit dem Tode. Wir alten SA.- Männer grüßen nach altem nationalsozialistischen Brauch, wenn wir auseinandergehen, unseren Führer und Deutschland. Unser Führer ist Deutschland und Deutschland i st unser Führer. Die beiden Begriffe können durch nichts getrennt werden. Wir grüßen Deutschland, indem wir unseren Führer grüßen mit dreimaligem Sieg-Heil! Mit großer Begeisterung wurde von der alten SA. und der großen Menschenmenge der dreimalige Ruf ausgenommen. Dann kam das Kommando „Wegtreten" — der Ehrentag der alten SA. der Standarte 116 hatte seinen Abschluß gefunden. Rundfunkprogramm Dienstag, 23. Oktober. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch. — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymna- nastik. 9.15: Nachrichten. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratsckläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus idem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Für die Frau! 15.50: Kunstbericht der Woche. 16: Nachmit- tagskonzert des Philharmonischen Orchesters. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit. 18.30: Unser Junge — der Drang nach Abenteuern — und das Buch. Ein Zwiegespräch. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Liederstunde. 20.45: Hab' Achtung vor dem Menschenbild. Von Geächteten und Vergessenen. Funkfolge. 21.15: Orchesterkonzert. Franz Schubert. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Spuk in der Mühle. Kleines Volksstück von Franz Hirtler. Aus derprovinzialhaupistadi. Erfreuliche Förderung der Kriegsgräberfürsorge. Der Verkauf der Abzeichen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Besten der Herrichtung und Unterhaltung der deutschen Soldaten- sriedhöse auf den Schlachtfeldern hat sich am Samstag und am gestrigen Sonntag m Stadt und K^is Gießen in erfreulichster Weise gestattet Die Kameraden der SA., des NSDFB. (Stahlhelm) und des BdM. stellten sich in der Stadt Gießen m dankenswerter Weise mit hingebendem Elfer m den Dienst der Sache mit dem bemerkenswerten Ergebnis daß sie bereits am Samstag abend alle vorhandenen Abzeichen zum Verkauf gebracht hatten. Eine schleunigst bestellte Nachlieferung kam am gestrigen Sonntag früh rechtzeitig hier an und wurde von den wackeren Helfern der SA. und des NSDFB. (Stahlhelm) ebenfalls vollkommen abgesetzt. In den Landorten des Kreises Gießen stellten sich auch die Mitglieder der Kriegervereine und die Kriegsbeschädigten eifrig für den Verkauf der Abzeichen zur Verfügung. Insgesamt wurden in Stadt und Kreis Gießen über 10 000 Abzeichen zum Verkauf gebracht. Das finanzielle Ergebnis aus der Stadt und dem Kreise liegt heute früh abschließend noch nicht vor, da die Meldungen aus den- Kreisorten noch nicht völlig eingegangen sind. In der Stadt Gießen erbrachte die Sammlung einen Erttag von rund 2000 Mark. Angesichts dieses Bettages und im Hinblick auf die voraussichtlichen Ergebnisse aus dem Kreise dürfte — da das Ergebnis der Samm-; hing der Kreisgruppe Gießen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zur Verfügung bleibt — die Kreisgruppe nunmehr in der Lage sein, den schon seit einer Reihe von Jahren verfolgten Plan der Uebernahme eines Patenfriedhofs zur Betreuung durch unsere engere Gießener Heimat zur Durchführung zu bringen. Es ist zu begrüßen, daß die große Gebefreudigkeit unserer Volksgenossen bei dieser Sammlung die Gießener Kreisgruppe zu diesem Werk befähigt hat. Großzügige Brotspende aus dem Kreise Gießen. Die Sammlung von Brot für hilfsbedürftige Volksgenossen, die in den letzten Tagen der vorigen Woche vom Jungvolk in Stadt und Kreis Gießen im Auftrage der NSV. vorgenommen wurde, hat dank der anerkennenswerten großen Gebefreudigkeit in Stadt und Land ein vortreffliches Ergebnis gehabt. Die Kreisamtsleitung der NSV. für den Kreis Gießen war in der erfreulichen Lage, am gestrigen Sonntag mit einer Anzahl Kraftwagen, die von Gießener Firmen in selbstloser Weise zur Verfügung gestellt worden waren, in Begleitung von Vertretern der PO., der NSV. und von Jungens des Jungvolks rund 12 000 Brote aus dem Kreise Gießen nach Offenbach und einer Anzahl Orte der Offenbacher Gegend zu bringen. Von den 12 000 Broten waren allein in der Stadt Gießen rund 5500 durch das Jungvolk gesammelt worden. Die Brotspende wurde in den bedachten Orten überall mit dankbarer Freude in Empfang genommen. Das gute Ergebnis der Sammlung ist ein erneuter Beweis dafür, wie sehr der Gedanke der schicksalsverbundenen Volksgemeinschaft im Sinne des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler auch in unserer engeren Heimat Wurzel gefaßt hat. Religiöse Dortragswoche in den Gießener Kirchen. Vom 22. bis 28. Oktober werden in den vier evangelischen Kirchen und Kapellen Gießens religiöse Vortragsabende gehalten, bei denen auswärtige Geistliche sprechen werden (Siehe besondere Anzeige). Es wird also nun auch in unserer Stadt eine sogenannte volksmissionarische Woche veranstaltet, wie sie in einer Anzahl von anderen Stabten und Gemeinden unseres Landes bereits gehalten wurde. Vielen Lesern wird diese Art kirchlicher Arbeit etwas Neues sein, darum sei hier kurz ein erklärender Hinweis gegeben. Schon seit Jahrzehnten werden solche Vortrags- wachen seitens der Kirche veranstaltet^Sie stellen eine Ergänzung der regelmäßigen kirchlichen Verkündungen dar und sollen dem Bedürfnis vieler entgegenkommen, wichtige religiöse Wahrheiten, einschneidende Fragen des kirchlichen Lebens auch außerhalb des Gottesdienstes behandelt zu sehen. Diesem Bedürfnis sollen die Vortragswochen bienen, bei benen besonbers geschulte Rebner, Geistliche ber Landeskirche, zur Gemeinde sprechen. So sollen die Vorträge der Bereicherung unb, Vertiefung kirchlich-religiösen Lebens bienen unb sinb weiter eine missionarische Tat ber Kirche, mit ber sie möglichst viele zu erreichen sucht, bie burch bie sonntäglichen Gottesbienste nicht erreicht werben. Die großen christlichen Heilswahrheiten sollen in ihrer vollen Wucht und Kraft lebendig gemacht werden. Diese Aufgabe nimmt bie Kirche mit gesteigertem Nachbruck seit unserer großen nationalen Umwälzung in Angriff. Die Kirche kämpft im Dritten Reich barum, Dolkskirche zu sein, bie großen Massen unseres Volkes mit ihrer Heilsbotschaft zu erreichen, bas Leben unseres Volkes mit bem Sauerteig bes Evangeliums zu burchbringen. Volksmissionswochen wollen an ihrem Teil helfen, bie kirchliche Arbeit zu beleben, uns bewußt zu machen, welch köstliches Gut wir an dem Evangelium von Jesus Christus haben, wie es uns in der Reformation Martin Luthers neu geschenkt und von unseren Vätern überliefert ist. Christlicher Glaube mit alle seiner unerschöpflichen Tiefe, seinem Reichtum und seinen Spannungen soll.seine Stätte in unserem Volksleben haben in neuer Kraft und Reinheit, wie es vor Monaten einmal von führender Stelle (Ministerialrat Ringshausen) in einem Erlaß eindrücklich gesagt wurde: Unsere Religion heißt Christus! Die Themen der einzelnen Vorträge sind bereits in der Anzeige (Samstag) angegeben und werden noch jeweils im Tageskalender in einem kurzen Hinweis wiederholt werden. In den einzelnen Kirchen werden sprechen: S t a d t k i r ch e : Pfarrer Lic. Flechsenhaar Mainz. 'Wer fjat das StCalsßand geflößten? Die Antworten auf unsere Preisfrage laufen täglich in erfteulicher Zahl bei der Schristleitung ein. Lei einer Reihe von Einsendungen vermiffen wir aber die Äezugö- quittungeni da solche Einsendungen unvollständig und daher ungültig sind, bitten wir, darauf zu achten, daß jeder Antwort die letzte Quittung beigelegt wird. Wer das von den bisherigen Einsendern versäumt hat, kann es noch nachholen. cÜergeffen Sie die ßflezugsquittung nidjt! Der (Steg über sich selbst. Von Max Sidow Die große Tragödie von 1812, die mit dem Brand von Moskau begann und nach schweren Kämpfen unb furchtbaren Leiben auf ben Schneefeibern Polens enbete, war so arm an Beispielen wahren Helbentums unb menschlicher Größe, baß sich bie Tat eines namenlosen Deutschen, ber in ber äußersten Verzweiflung sich selbst überroanb, leuchtenb von bem büsteren Silbe ber allgemeinen Zuchtlosigkeit unb Verwilberung abhebt. Im gläsernen Frost jenes Dezembermorgens, an bem Napoleon bie flüchtenben Trümmer seiner großen Armee verließ, würbe bicht hinter Smorgon auf ber Straße nach Wilna ein Trupp Versprengter von einer Kosakenstreife angegriffen, nach kurzer Gegenwehr überwältigt unb in eine abseits gelegene Scheune getrieben. Hier würben bie Gefangenen nicht allein völlig ausgeplünbert, bie Kosaken rissen nach ihrer Weise ben Unglücklichen auch noch bie armseligen Lumpen vom Leibe, um jebe Möglichkeit zur Flucht von vornherein auszuschließen. Nur einem westfälischen Unteroffizier war neben bem Hemd noch bie Hose verblieben, enhoeber weil bas schäbige Kleibungsstück selbst ben Russen zu schlecht erschien, ober weil ber große, kräftige Mann ihnen Achtung einflößte. Der Westfale war denn auch der einzige aus dem bunt zusammengewürfelten Haufen, der an Flucht denken konnte. Er wartete, bis die Kosaken abgezogen, und der zurückgelassene Doppelposten damit beschäftigt mar, aus abgerissenen Sparren und Brettern und herbeigesuchtem Stroh ein Feuer vor dem Eingang der Scheune anzuzünden. Als aber der dicke Qualm emporschlug unb ben Scheuneneingang minutenlang verbockte, kroch er burch ein verborgenes Loch in ber rückwärtigen Lehmwanb, lief ungesehen bis zu einem nahen Walbe unb erreichte nach einem an- ftrengenben Marsch durch Dickicht und tiefen Schnee die große Heerstraße. Den Kosaken war er nun entgangen, aber dafür dem Frost ausgeliefert, der ihn jetzt mit einer weit schärferen Klinge angriff, als die feindlichen Reiter sie führten. Seine Haut zuckte unter den Peitschenhieben des Eiswindes zusammen, sein Atem gefror im strähnigen Bart zu kleinen klirrenden Zapfen, und wie er auch die Arme und Beine schlenkerte und Nase und Ohren rieb, die Kälte war stärker als seine Kraft, und er fühlte, daß seine Glieder bald erstarren mußten. Die Hoffnung, unterwegs ein paar Lumpen oder gar eine Satteldecke zu finden, trieb ihn vorwärts. Doch bei keinem der Toten, bei keinem ber verengten Pferbe, bie wie Meilensteine an ber Straße lagen, war auch nur ein Tuchfetzen zu finben. Enttäuscht spähte er zwischen halb zugefrorenen Wimpern nach ßebenben, aber weit unb breit mar niemanb zu entbetfen. Was freilich hätte er auch von ben Flüchtlingen ber Großen Armee erwarten burfen, von benen manche, schlimmer als bie Kosaken, sich wolfsgierig auf bie Schwachen unb Verwunbeten stürzten, um sie ausguplünbern? Enblich, eine volle Stunbe nach seinem Entweichen sah er vor sich im Schnee eine dunkle Gestatt. Er rannte darauf zu und schrie vor wilder Freude. Diesen Offizier, der da von einem mächtigen Säbelhieb hingestreckt zu seinen Füßen lag, hatte weder Freund noch Feind ausgeraubt, und Feind wie Freund mußten es sehr eilig gehabt haben, da sie bem Gefallenen nicht einmal ben bitten Schafspelz ausgezogen hatten. Mit klammen Hänben griff ber Westfale nach bem reglosen Körper, brehte ihn auf ben Rücken unb wollte schon bie Verschnürung bes Pelzes lösen, als er vor einem bumpfen Stöhnen zurückfuhr. Der, ben er für tot gehalten, schlug bie blutverkrusteten Augen auf, ber Blick kam aus großer Leere unb füllte sich langsam mft Erkennen, um bann in einer gewaltigen Anstrengung gegen bas herabgebeugte Gesicht emporzustoßen. An biesem Blick erkannte ber Westfale ben Schwerverrvunbeten. Es war ein hol- länbifcher Oberst, ber vor zwei Tagen ihn unb an* bere mit ber Pistole in ber Hanb aus bem Haufe getrieben hatte, barin sie einen sicheren Unterschlupf vor Nacht unb Frost gefunben. Der Liegende zwang seine letzte Kraft und hob den Kops. „Kamerad", flüsterte er heiser: „Kamerad, ich bin noch nicht tot!" Der andere nahm Haltung an. „Zu Befehl, Herr Oberst, dann werde ich einen Augenblick warten." Seine Stimme war hart, sein Gesicht verzog sich um keine Miene bei diesem ungeheuren Witz. Unbewegt stand er da, wie bei der Vergatterung, während sein Herz einen Trommelwirbel der Gefühle schlug. Der Holländer blickte ebenso reglos zu ihm auf, bis er nach einer ewigen Minute den Kopf senkte und vor seinem Schicksal die Augen schloß. Da begann sich die schweigende Starre zu lösen, unb als sei bas Schwanken ber Waage zwischen Haß unb Mitleib sichtbar geworben, mürbe ber steinern aufgereckte Körper hin unb her geschüttelt, ehe er vor bem Liegenben in die Knie sank. „Herr Oberst!", rief ber Westfale aufgewühlt: ,Kann ich Euch helfen?" „Branntwein — in meinem Brotbeutel!", hauchte ber Derwunbete, unb mit erstarrten Fingern suchte ber Knieenbe nach ber Flasche, hielt sie jenem an bie Lippen unb trank bann selber einen Schluck, ber ihn kräftig burchseuerte. Währenb er sich nun um den Obersten mühte und um dessen Kopfwunde zu verbinden, vom eigenen Hemd einen Fetzen riß, knatterte plötzlich von Smorgon herüber Gewehrfeuer, das sich bald verstärkte. Der Holländer war zusammengezuckt. Der Schrecken scheuchte sein schon halb entflohenes Leben zurück. „Die Kosaken!", schrie er auf- „Wir können hier nicht bleiben!" Der Westfale sah sich um. Noch lag die Straße leer in der winterlichen Landschaft der weiten Schneefelder unb roalbigen Höhen. Aber aus ber gefrorenen Ferne brohte bie Gefahr, kroch schon bas Grauen heran. Sie mußten weiter. Nirgenbs noch bebeutet ihnen Zögern so sicheren Tob wie hier. „Könnt Ihr gehen, Herr Oberst?", fragte er, unb als ber Offizier sich vergebens aufzurichten versuchte, griff er entschlossen zu unb lub sich ben gewichtigen Körper auf ben Rücken, nicht anbers, als schulterte er im väterlichen Hofe einen prall gefüllten Kornsack. Dann schritt er schwer vorwärts. So trug ber beutsche Unteroffizier ben hollän- bischen Obristen gen Westen, als trüge er eine Ge- wissensschulb. Schon bei ber ersten Ruhepause ließ sich ber Oberst ben Rock ausziehen unb zwang ben Westfalen, sich bamit zu bebecken. Nach unsagbaren Mühen gelangten sie am Abenb in bas Dorf Slo- bobta, wo bie Bayern unter General Wrebe lagen — bas einzige noch halbwegs kampffähige unb blszipttmerte Korps ber Armee. Hier enblich waren sie geborgen. $oUänl)er' der glücklicherweise nicht lebens- gefährlich verletzt war, fanb hier Freunbe, bie für ältliche Hilfe unb anberntags für bie Weiterfahrt m einem Schlitten sorgten. Seinen beutschen Ka- meraben aber nahm er mit, unb o würben beibe gerettet Kuriose Gäste in einem Lesesaal. Der Lesesaal bes Britischen Museums in Conbon rft seit fast einem Jahrhundert ein wichtiger geisti- ger Mittelpunkt ber englischen Bildung, ja ber Geistesgeschichte der Wett überhaupt. Mit Hilfe der unvergleichlichen Bücherschätze, die hier zugänglich gemacht werden, sind gewaltige Werke entstanden. Bedeutende Dichter unb Gelehrte haben hier bie Grundlage für ihr Schaffen gewonnen. So hat z B Shaw selbst erzählt, daß er nach einer sehr mangelhaften Schulbilbung sich erst sein Wissen burch ein fünfjähriges hartnäckiges Lesen im Britischen Museum errungen habe. Hier werben auch die Studien für große bibliographische Unternehmungen gemacht. Neben den würdigen Leuchten ber Wissenschaft und ben soliden Forschern, bie sich in biesem Raum zusammenfinden, fehlt cs aber auch nicht an kuriosen Erscheinungen, die den Lesesaal bes Britischen Museums besuchen. Von solchen exzentrischen Gestatten erzählt G. F. B a r w i ck in einem Buch, daß er dem Britischen Museum gewidmet hat. Da war z. B. ein Herr, der dadurch uni erwünschtes Aufsehen erregte, daß er seine Schreibunterlage als Plakat benutzte und auf bem Tisch, an dem er saß, aufstellte; sie zeigten in großen Buchstaben die Inschrift: „Personen, bie mich erpressen wollen, werben gebeten, sich hier ihr Geld zu holen!" Dieser Monomane, der sich von Erpressern verfolgt glaubte, hielt den ringsherum Sitzenden Vorträge über die Geschichte und die Technik der Erpressung. Als er schließlich behauptete, daß seine Peiniger ihn bis ins Museum verfolgten unb ihm auf brahtlosem Wege Drohungen zuriefen, brachte man ihn einem Nervenarzt M Beobachtung, ber Verfolgungswahn feststellte, b- anderer Stammgast des Lesesaals war ein Mel Vorkämpfer ber Nacktkultur, MacDonald, del der Würbe bes Museums das Zugeständnis maM daß er in einen großen Radmantel gehüllt im saal erschien, aber irgend eine heftigere Bewegung offenbarte unwiderleglich, baß er barunter nichts an hatte. Als man ihm wegen dieser Aergernis W regenben Toilette bie Lesekarte entzog, verschwand er für viele Jahre, doch eines Tages erschien ei» fein gekleideter Herr mit einem Zylinder, der tW Lesekarte erbat. Der alte Beamte blickte ihn prüfend an, unb eine bunkle Erinnerung stieg in W auf: „Entschuldigen Sie, mein Herr, sinb Sie iw Mr. MacDonalb, der Nacktgänger?^ „Ich ®at. es!" sagte der Herr im Zylinderhut. Ein rw* schwieriger Besucher war auch der Herr, der au Bücher bestellte, in denen Anrufungen des SW® enthalten sinb, unb nachbem er einen Berg Literatur erhalten hatte, ben diensttuenden ten um die Erlaubnis bat, alle Beschwörungen wuJ vorlesen zu dürfen. Man teilte ihm mit, daß °e- Erzbischof von Canterbury im Derwaltungsrot oes Museums säße unb daß mit Rücksicht auf w" Teufelsbeschwörungen nicht gebulbet werben konnten. Ein anderer seltsamer Besucher verlangte, das man ihm Bilbnisse von Demosthenes, $lat° u,n Aristoteles zeige, unb als er sie längere Zeit trachtet hatte, bemerkte er beim Weggehen: muß Ihnen noch sagen, weshalb ich biese Portrm zu sehen wünschte. Ich habe nämlich mit ben Sp ren gestern abenb gespeist." Unter ben Büchern ftellungen finben sich bisweilen höchst sonders Wünsche. So schrieb z. B. eine Dame: „Ich nioH gern einige Bücher über Aberglauben, Liebe, H^a- Geburt, Wetter, Blumen, Mobe, Weihnachten, M jahr, Allerheiligen, Krankheit ufw. für morgen (Sam tag) früh zur Lektüre haben." Eine anbere Dam verlangte „sämtliche Bücher in ihrem Besitz UD„ Mütter, gute unb schlechte, unb über Kriegsgreuel ■ Johanneskirche? Pfarrer Hemmer, Lehrbach. , , Kapelle bes Alten Friebhofes: Pfarrer Künkel-Oberneisen (Taunus). Petruskapelle: Pfarrer Lic. Laun, Okarben. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Am tommenben Mittwoch, 15 Uhr, finbet in Hungen, Hotel „Solmfer Hof", eine Bezirksversammlung bes NSLB. Bezirk Hungen, Fachschaft Volksschule, Reichsdunb Volkstum und Heimat, statt. Oer Hebammenverein ehrt Professor Or. Walther. Jrn Katholischen Vereinshaus fanb biefer Tage — wie man uns berichtet — eine Feier ber Ortsgruppe Gießen bes Hebammenvereins statt, bie ins« Lefonbere ber Ehrung bes weit über Gießen hinaus bekannten Professors Dr. Walther geroibmet war. Professor Dr. Walther würbe zum Ehrenvor- sitzenben bes Vereins ernannt. Wie sehr er von ben Hebammen geachtet unb geschätzt wirb, zeigte bie Zahl berer, bie gekommen war, um an ber Feier teilzunehmen. Aeltere Hebammen, bie schon längt nicht mehr im Dienste sinb, unb solche, bie mancherlei Gebrechen wegen sonst nicht in bie Versammlungen kommen konnten, waren biesmal erschienen. Ober* mebizinalrat Dr. Engau unb bie Lanbesfachschafts- leiterin Frau Wittig (Offenbach) wohnten ebenfalls ber Feier bei. Professor Dr. Walther, bet langjährige Lehrer unb Berater ber Hebammen, hält im Verein schon feit Jahrzehnten, seit bei Grünbung bes Hebammenvereins im Jahre 190$ alljährlich ohne Gegenleistung brei bis vier wissenschaftliche Vorträge. Die Hebammen im Kreise Gießen haben ihm viel zu verbauten. In allen Nöten, nicht allein in beruflichen, fanben bie.Hebammen bei bem bewährten Manne stets ein williges Ohr unb volles Derstänbnis. Die Versammlung brachte einbeütig zum Ausbruck, baß sich alle Mitglieber in herzlicher Dankbarkeit Professor Dr. Walther verbunden fühlen. Mitgliederversammlung -es Konzertvereins. Am Freitag fanb im Stabthaus bie alljährlich, Mitglieberoerfammlung bes Gießener Konzertvereins statt. In ber vorhergehenben Sitzung bes Beirats würbe enbgültig bie Konzertfolge für ben kommen, ben Winter festgesetzt, bestehenb aus vier Orchester, konzerten, bie im Theater ftattfinben, einem Chorkonzert unb vier Solistenkonzerten mit Alfred Hoehn (Klavier), Maria Neuß (Geige), Adel, heib Arrnholb (Sopran) unb bem Huber. Quartett unter Mitwirkung von Hobohm; näheres barüber wirb alsbalb bekanntgemacht werben. Zu Beginn ber anfchließenben Mitglieberver. fammlung bankte ber Vorfitzenbe bes Vereins, Professor Eger, Herrn Oberbürgermeister Rit> ter für feine verstänbnisvolle Leitung bes Gieße- ne Musiklebens unb gab bie Versicherung ab, das ber Gießener Konzertverein mit allen Kräften bemüht sein werbe, bie ihm babei übertragenen, be* beutfamen Aufgaben restlos zu erfüllen. Nachdem Oberbürgermeister Ritter in seiner Erwiberung bem Konzertverein gutes Gebeihen gewünscht hatte, erstattete ber Vorsitzenben ben Bericht über bas verflossene Vereinsjahr. Bei bem Rückblick bie währenb bes Jahres veranstalteten Konzerte, bie gut besucht waren, würbigte er insbefonbere auch bie vortrefflichen Leistungen des Gießener Orchestervereins unter ber Leitung von Professor Temesvary. In tiefe Trauer wurde der Der- ein versetzt durch das Ableben seines langjährigen Schriftführers, Dr. S z u b i n f k i, dessen ber Vor- sitzenbe mit waren Worten ber Verehrung uni Dankbarkeit gebuchte. Wichtige Aenberungen sind baburch eingetreten, baß eine Organisation bes gesamten musikalischen Lebens in Deutschlanb durchgeführt würbe, wobei nunmehr ben Gemeinden hie Aufsicht auf biesem Gebiete zusteht. In diesem Rahmen ist nach wie vor bie Veranstaltung von Konzerten Aufgabe bes Konzertvereins, ber in bie Reichsmusikkammer (Reichsverbanb für Konzert- . I ' $fl6l ’Ull jinbef k ’W ’«*, k r. I« Igl '«Ott! „b'f i«t n hln^ Jenjibnu 'Orenoo: von d. ie'gte i 'tt Fei )n länt 'ancher, '•nlurite -N-Ll. M ter tbt tjtt, l 'hamnr feit bi re 190 '.Mei tiMt i 'n ^öte mment r unbß einbeu: herM )erbunt; Ejahrli tonzech » Bei, l kvM Orches lern ß üt W ge), L Hub, o b ob nntgent tglieben 5 Len wesen) ausgenommen wurde. Die bereits fn der letzten Mitgliederversammlung beschlossene Satzungsänderung, wonach die Leitung des Vereins nunmehr nach dem Führerprinzip erfolgt, ist durchge- sührt worden. Die oorgelegte Jahresrechnung ond der Voranschlag gaben zu keinen Bemerkungen Anlaß. Mit einmütigem Beifall nahm die Versammlung von der Mitteilung des Vorsitzenden Kenntnis, daß er die Ernennung des lanmährigen, um den Verein hochverdienten früheren Vorsitzenden Geheimerat Professor Dr. Krüger, zum Ehrenvorsitzenden zu vollziehen gedenke. Die ganze Aussprache war getragen von dem Willen zu freudiger Mitarbeit an dem Aufbau des deutschen Musiklebens einerseits durch Aufrechterhaltung der hohen künstlerischen Stufe, durch die sich die Veranstaltungen des Vereins in hundertzweiundvierzigjähriger Tradition stets ausgezeichnet haben, andererseits aber auch durch das ernste Bestreben, das hohe Kulturgut der deutschen Musik möglichst weiten Kreisen der Bevölkerung zugänglich zu machen und näherzubringen. Um dies letztere Ziel zu erreichen, soll auch alsbald eine möglichst umfassende Werbung zur Gewinnung neuer Mitglieder durchgeführt werden. Erleichterter Versand von Winterhilfs- Spenden durch die Reichspost. Zur Unterstützung des Winterhilfswerks des beut- schen Volkes befördert die Deutsche Reichspost, wie im Vorjahre, von sogleich an bis Ende März 1935 wieder Postgut im Gewicht bis zu 7 kg mit Gaben für die Winterhilfe. Die sonst für die Einlieferung von Postgut bestehenden Beschränkungen sind vorübergehend für Sendungen mit Gaben für das Winterhilfswerk aufgehoben worden. Es kann also jedermann ohne Rücksicht auf den Aufgabeort und die Anzahl der Sendungen die vom Winterhilfswerk beschafften oder gesammelten und von ihm unentgeltlich an Hilfsbedürftige abzugebenden Lebensmittel, Kleidungs- und Wäschestücke versenden oder erhalten, wenn das Winterhilfswerk oder eine örtliche Vertretung entweder Absender oder Emfänger des Postgutes ist. Die Sendungen und die Postgutkarten müssen neben der Angabe „Postgut" den Vermerk „Winterhilfe" oder „Gaben für die Winterhilfe des deutschen Volkes" tragen. Vornotlzen. — TageskalenderfürMontag: Deutsche Arbeitsfront, 20.30 Uhr, Cafö Leib, Eröffnung der außerberuflichen Schulung der Jungmitglieder der DAF. — NSLB., Fachschaft Höhere Schule, Biologische Arbeitsgemeinschaft, 16 Uhr, Physiksaal des Realgymasiums, Vortrag von Dr. Weber. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schützenkönig wird der Felix".— Gießener Eisverein: 20 Uhr, Eissporthaus, ordentliche Mitglieder-Verfammlung. — Volksmissionarisches Amt der evangelischen Landeskirche Nassau- Hessen, 20 Uhr, Volks-Missions-Vortrag „Weshalb wurden unsere Vorfahren Christen?" ♦ ster X des ig ab,. Wen igenea i. M Me M euch! idW K." W' Gch ibeik uny.fi ion bi; lanb' neinb In taltii; her ir fc aru" jeum' W ine ® berr. ■ . in s- )ie niet ihr ch ü5- rin^ )te >lich W . DB roeno^ istsM r ein ' mal! dnisrr W im i Bef ter nü ■£rßn dieser Zeit die Straße strafpunktefrei durchfahren kannte, wird mit lebhaften Zurufen vom Publl- Sek.; 3. Bonarius. —.Kugelstoßen: 1. Goß 10,77 Meter; 2. Borarius 10,25 Meter; 3. Volk 10,23 Meter. — Weitsprung: 1. Volk 5,23 Meter; Goß 5,11 Meter; 3. Bonarius 4,60 Meter. Schüler: Kl. A 75 Meter: 1. W. Adolph 11,3 Sek.; 2. Seuling 11,7 Sek.; 3. h. Kraft 11,7 Sek. — Kl. 8 50 Meter: 1. h. Adolph 8,2 Sek.; 2. P. Fischer 8,3 Sek.; 3. Wehrum 8,8 Sek. — 8 00 Meter: 1. Jäger 2:37,4 Min. (vom Mal); 2. W. Adolph 2:45,5 (bei 30 Meter Vorgabe); 3. Seuling 2:48,6 (35 Meter Borg.). Weitsprung aus dem Stand: Kl. A : l.W.Adolph 2 Meter; 2.Seuling 1,91 Meter; 3. Jager 1,90 Meter. — Kl. B: 1. O. Fischer 1,80 Meter; 2. h. Adolph 1,79 Meter; 3. P. Fischer 1,76 Meter. Schlagballweitwerfen: Kl. A: 1- f)- Kraft 67,85 Meter (!!); 2. Seuling 50,60 Meter; 3. W. Adolph 38,90 Meter. — Kl. 8 : 1. O. Fischer 44,45 Meter; 2. P. Fischer 43,30 Meter; 3. h. Ockel 36,50 Meter. Frauen: 100 Dieter : 1. L. Diehl 13,8 Sek.; 2. G. Guth 14,6 Sek.; 3. R. Wehling 14,7 Sek. — Weit- sprung: 1. L. Diehl 4,33 Meter; 2. R. Wehlmg 4,25 Meter; 3. G. Bepperling 4,19 Meter — Hochsprung: 1. G. Guth 1,26 Meter; 2. L. Diehl 1,20 Meter; 3. G. Bepperling 1,15 Meter. — bürg. Im Zehnkampf der Oberstufe (ohne Ringe) waren etwas leichtere Hebungen angesetzt, hier ist bemerkenswert, wie ein Blick in die Siegerliste zeigt, daß die Nachwuchsfrage im Gau Hessen in durchaus günstigem Sinne gelöst ist. Es ist anzuerkennen, daß die Leitung den Schlußteil des Kampfes am Nachmittag au einem Schau- und Werbeturnen gestaltet hat, das vor Vertretern der Partei und Behörden, vor einer größeren sachverständigen Zuschauergemeinde stattfand. Die 15 Besten aus der Sonderstufe und der Oberstufe turnten an den einzelnen Geräten noch ihre Kürübungen und warteten mit kaum zu übertreffenden Leistungen auf. Bemerkenswert ist, daß bei diesem Schauturnen die Vertreter der Oberstufe mit ihren Leistungen sich in jeder Hinsicht neben den Turn- Fameraben ber Sonberstufe sehen lassen konnten. Der aufftrebenbe Nachwuchs zeigte und meisterte zum Teil Hebungen, die in bezug auf den Schwierigkeitsgrad nicht hinter den Leistungen der Meisterturner zurückstanden. Feierlich war als Abschluß die Siegerehrung gestaltet. Gauoberturnwart Paul fand dabei Herz- liche Worte des Dankes an die gastliche Stadt Bad Wildungen, würdigte die Leistungen der Mitturner, die bewiesen hätten, daß es um die Sache des Geräteturnens gut stehe im Gau Nordhessen, um dann zu schließen mit einem Treuebekenntnis zum deutschen Volk und seinem herrlichen Führer. Be- geistert wurden das Deutschlandlied unb bas Horst- Wessel-Lieb gesungen. Die Ergebnisse. So nb er klasse: 1. Sieger unb Gaugeräte- meister Kurt Webekinb, AeCT. Kassel, 204,7 Punkte; 2. Abolf Fink, T. u. Spv. Marburg, 192,5 P.; 3. Otto (Bergs, AeCT. Kassel, 183,5 P.; 4. Abolf Ahrens, T. u. Spv. 1860/85 Marburg. £) b e r ft u f e (32 Sieger, hier nur ein Auszug aus ber Siegerliste): 1. hrch. Schmeising, Tv. Witzenhausen, 176,2 P.; 2. Walter Fink, T. u. Spv. Marburg, 174,5 P.; 3. Kurt Schöneich, Tv. Erbach (Westerwald), 171,5 P.; 4. Fr. Zülch, AeCT. Kassel, 168 P.; 5. Karl S ch i ck, Tv. 1846 Gießen, 165,8 P.; 7. Heinrich Herbert, Tv. 1846 Gießen, 160,1 P.; 8. Ludwig Herbert, Tv. 1846 ließen, 159,6 P.; 9. Karl Bettin, Tv. Wieseck, 156,7 P.; 16. Karl Leitung und Organisation lag in den Händen von Gauoberturnwart Paul (Gießen) und Gau- männerturnroart Dahms (Bad Wildungen). Im Zwölfkampf der Sonderstufe, der aus den Hebungen für Dortmund bestand, hatten sich die besten Spitzenturner des Gaues zur Entscheidung gestellt. Die Mehrzahl der Teilnehmer wartete mit erstklassigen Leistungen auf. Der Kampf der Sonderstufe hatte das Ergebnis, daß die folgenden vier Turner als Vertreter Nordheffens nach Dortmund entsandt werden: Kurt Wedekind, A. C. T. Kassel; Adolf Fink, T. u. Spv. Marburg; Otto Gergs, Ä. C. T. Kassel; Adolf Ahrens, T.u.Spv. Mar- Verehrte Hausfrauen! Sie werden bestimmt eine Neuerung begrüßen, die Ihnen hilft, viel Geld und Zeit zu ersparen, überhaupt Ihren Haushalt erst neuzeitlich gestaltet. Deshalb laden wir Sie freundlichst ein, eine unserer Kochvorführungen zu besuchen, die wir am Montag, dem 22. Oktober, nachmittags 4 und abends 8 Uhr, im Hotel Schütz veranstalten. Wir zeigen Ihnen eine der modernsten Küchenfeuerungen, die mit einer äußerst sauberen, nährwerterhaltenden Koch-, Brat- und Backweise den großen Vorteil ganz außergewöhnlicher Billigkeit im Brennstoffverbrauch verbindet. Dabei brennt der Herd Tag und Nacht durch. Sie haben so zu jeder Zelt, Tag und Nacht, heißes Wasser und eine immer zur Verwendung bereite Feuerstätte. Sie sterilisieren, ohne Apparat, 20 bis 30 Gläser auf einmal. — Ruß, Rauch und Kochdunst sind aus Ihrer Küche verbannt. Gemeinsam mit dem Deutschen Automobilklub, Gau 3 Hessen, veranstaltete das Natwnalsoziau- stische Kraftfahrkorps, Motorbrigade Hessen am gestrigen Sonntag eine Vogelsberg-Geländefahrt für Kraftwagen und K r a f t- räder mit dem Start und Ziel in Schotten. Für die sportliche Durchführung der Veranstaltung war der DDAC. Gau 3 Hessen, für die Absperrung und den Sanitätsdienst das NSKK., Motorbngade Hessen, verantwortlich. Die Fahrt wurde durchgeführt als eine Gauveranstaltung, organi- siert nach den nationalen Sportgesetzen der ONS. Als Sportkommissare fungierten Richard Prinz von Hessen, Führer der Motorbrigade Hessen, und Dr. C. Behrens, Gauführer des DDAC., Gau 3 Hessen. Die Fahrtleitung lag in Händen des Gausportleiters des DDAC., Jng. G. A. Heinemann (Bad Homburg v. d. h.) Mit dem Bestreben, die Sportbegelsterung der Vielheit zu wecken, ihren Einsatzwillen zu stahlen und ihre Leistungen ständig weiter und höher zu entwickeln, war diese schwierige Geländeprüfung, die außergewöhnliche Härte der Fahrer und der Maschinen voraussetzte, organisiert worden. Mit ihren Anforderungen an wirkliches Können, Mut und Geschicklichkeit hob sie sich weit über den Rahmen der üblichen motorsportlichen Veranstaltungen heraus. Die Bedingungen der Geländefahrt waren so gefaßt, daß die Teilnehmer eine etwa 60 Kilometer lange Strecke genau in der vollständig abgesteckten und mit Pfeilen und Flaggen kenntlich gemachten Führung und Richtung zurückzulegen hatten. Strafpunktefrei blieb, wer die Bedingungen der Geländefahrt ohne fremde Hilfe erfüllte und für die Zurücklegung der Strecke höchstens 30 Minuten mehr Zeit beanspruchte als der beste Teilnehmer seiner Wertungsgruppe. Für jede Minute späteren Eintreffens wurde ein Strafpunkt, für jeden Fall geleisteter fremder Hilfe 10 Strafpunkte erteilt. Bei Nennungsschluß ergab sich die erfreuliche Tatsache, daß eine große Anzahl von Teilnehmern ihre Meldungen abgegeben hatten. Trotzdem ging die Veranstaltung, dank der vorzüglichen Organisation glatt vonstatten; die Fahrt brachte den Beweis, daß der luotor- sport in ganz hervorragendem Blaße dazu ge- Am 3. und 4. Nebelmonds werden — als eine Vorentscheidung für die Olympiade — die Deutschen Gerätemeisterschaften von der DT. ausgetragen, und zwar in der Westfalenhalle in Dortmund. Die Gaue der DT. haben ihre Vertreter zu den Dortmunder Kämpfen in Ausscheidungskämpfen ermittelt. Der Gau XII Nordhessen, der vier Turner nach Dortmund zu entsenden hat, trug dieses Auswahlturnen am Sonntag inBadWildungenin Verbindung mit den Gaugerätemeisterschaften aus. ' ‘ ~ " lag in den Händen l (Gießen) und Gau- Feldw. Gugel 40,04 Meter; 3. Gefr. Rebscher 30,20 Meter. Fünfkampf (bestehend aus 50 Meter, 100 Meter, Weitsprung, Diskus und Speer): 1. Feldwebel Gugel (J.-R. 15 Gießen) 3042,64 Punkte; 2. A. Kilo 3025,25 Punkte; 3. Gefr. Rebscher (J.-R. 15 Gießen) 2992,02 Punkte. Dreikampf (bestehend aus 100 Meter, Weitsprung und Kugelstoßen): 1. W. Müller 1842,20 Punkte; 2.E. Pfaff 1438,60 Punkte; 3. G. Koch 1210,45 Punkte. Kugel st oßen 1. L Diehl 8,10 Meter, 2. ©. Bepperling 7,20 Meter 3. R. Lippert 7,17 Meter. Mädchen: 5 0 Meter' M. Ockel und L. Burkhardt 8,1 >sek. -Bdtlpruiu: 1. L. Burkhard. 2 M. Ockel 3,62 Meter. — Schlag b a l l wer merf en : 1. M Ockel 37,70 Meter; 2. L. Burk Hardt 28,10 Meter. Handball der nordhessischen GauUga. Ergebnisse des Sonntags. Tv. 61 Efchweae — ET. Kassel 2:10. Kurhessen Kassel — SC. 03 Kassel14.4. Tuspo Bettenhausen — .^ura Kassel 9.6 Tv Kirchbauna — Tuspo 86/09 Kassel 12.8. Im Gau XII hatte also nur die Spie vereml- gung 1900 Gießen, der Tabel^nfuhrer, spielfrei. Da die Tabellennächsten sämtlich geschlagen wurden und keine Mannschaft mehr ohne Punktver- lult ist (mit Ausnahme der Spielverernigung 1900), stehen die Gießener ziemlich unangefochten an der Spitze. Fußball-Ergebnisse der Gauliga. Gau Nordhefsen: Borussia Fulda — Spvgg. Lanqenselbold 2:1; Kurhessen Kastel - 6® 03 Kassel 1:4; Hanau 93 — Spielverein Kassel 3:0, NfB Friedberg — Germania Fulda 4:1. Gau Südwest: FSV. Frankfurt — Eintracht Frankfurt 3:3; Sportfr. Saarbrücken — Union Niederrad 6:1; FK. Pirmasens — Saar 05 Saarbrücken 7:0; 1. FC. Kaiserslautern — Kickers Offenbach 7:0; Wormatia Worms — Phönix Ludwigshafen 1:1. Gau Bayern: ASV. Nürnberg — Schwaben Augsburg 4:3; 1860 München — Spvgg. Weiden 7:1; Bayern München — FC. Schweinfurt 2:2; Spvgg. Fürth — Wacker München 1:0; BC. Augsburg — Jahn Regensburg 1:2. Ergebnisse der Bezirksklasse, Gruppe Giehen-Dill. 1900 Gießen — T.- u. Spv. Bissenberg 3:1 (1:1); Spv. 05 Wetzlar — VfB. Gießen 2:0 (1:0); FC. Steinberg — BC. Sinn 1:1 (1:1). Plötzlich und unerwartet entschlief heute morgen sanft unser lieber Sohn, Bruder, Enkel und Neffe Ludwig Stern im 19. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Ferdinand Stern und Angehörige. Londorf (Kr. Gießen), den 21. Oktober 1934. Die Beerdigung findet Dienstag um 15 Uhr vom Trauerhause aus statt. Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Alsfeld. Betr.: Krüppelfürsorge; hier: Abhaltung von ratungsstunden. 62170 Der Leiter der orthopädischen Universitätsklinik in Gießen, Herr Professor Dr. Pitzen, hält am Freitag, dem 9. November 1934, vormittags von 10 bis 12 Uhr, in Alsfeld, Bahnhofstraße 16 (Eingang Adolf' Hitler-Straße, gegenüber dem Kreisgesundheitsamt) eine kostenlose Beratungsstunde ab. Das Kreisamt macht auf die Beratungsstunde aufmerksam und empfiehlt Interessenten -ihren Besuch._____ Amtliche Bekanntmachung des Landratsamts Wehlar. Es wird darauf hingewiesen, daß zum Schutze der Herbstbestellung die Tauben alljährlich in der Zeit vom 10. Oktober bis 9. November derart zu halteit sind, daß sie die bestellten Felder und Gärten nicht aufsuchen können. Tauben, die während der Sperrzeit auf Feldern oder in Gärten angetroffen werden, darf sich der Eigentümer oder der Nutzungsberechtigte des Grundstückes sowie der dort Jagdberechngte aneignen.