Samstag, 22. September 1934 Nr. 222 Erstes Vlatt 184. Zahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erichemi lägUch. auher ÄH® • Ä A Annahme von Anzetgr« Sonntags und Feiertags ▼ fF |H ▼ für die 9ntttagsnümN|iet Beilagen: Die Illustrierte J a A A Bk Ak A A. A A, A A A A. A A A. A AA bis8'/,UhrdesDormittäg» WH (hlCnCllCt 211HCWI MZ K/IVIIVIIV4- VII11 VlWLVl Ws»«« von einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer «BemaU # w Stellen:, Vereins., gemein- SSL General-Anzeiger für Oberhesfen richten: Anzeiger Gietzen t/ I I II ^en, Bäder.^Unterrichts-n. Zronttm/am^main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche Unloerfitats-Vuch- und Steindruckerei R.Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlüss^staffe?s Wo bleibi die Antwort? Die Herbsttagung des Völkerbundes hat ihre erste und vermutlich auch einzige Sensation gebracht. Sowjetrußland hat seinen Einzug in das Genfer Bölkerbundspalais gehalten, nachdem die Präliminarien, vor allem die Zuerkennung des ständigen Ratssitzes, dank der Geschäftigkeit des französischen Busenfreundes zur Zufriedenheit vonstatten gegangen waren. Wenn es dabei immerhin einige für Herrn Barthou unliebsame Erörterungen gegeben hat, so mußten sie int Interesse des großen Ziels der russisch-französischen Allianz und der Komplettierung des recht lückenhaft gewordenen Völkerbundes eben mit in Kauf genommen werden. So ganz ohne Begleitmusik, wie es sich Herr Barthou so schön gedacht hatte, ging der Einzug seiner kommunistischen Freunde doch nicht ab. Dazu haben Liefe zuviel aus dem Kerbholz und es war schon ein erstaunliches Zeichen von politischem Fatalismus, daß nur Bundesrat Motta in einer mutigen und schlagkräftigen Rede die ernsten Bedenken der Schweiz gegen die moralische und politische Zuverlässigkeit dieses seltsamen Kandidaten für einen Rats- sitz in der als Friedensorganisation der Kulturvölker gedachten Liga der Nationen zum Ausdruck brachte. Die Geschichte der bolschewistischen Revolution und die Praxis des aus ihr hervorgegangenen Sowjet - Systems machten es dem Schweizer nicht schwer, seine entschiedene Ablehnung der Russen zu begründen. Weder läßt sich die blutige Schreckensherrschaft, mit der eine kleine kommunistische Clique das russische Volk beglückt, auch nur annähernd mit den Grundsäken einer Selbstverwaltung vereinbaren, die die Aufnahmebedingungen des Völkerbundsstatuts für alle neuen Mitglieder gewährleistet sehen will, noch sprechen die brutale Unterdrückung der nationalen Minderheiten wie der christlichen Kirchen und die kommunistische Weltpropaganda der mit der Sowjet- regierung tatsächlich gleichzusetzenden Komintern für die aufrichtige Absicht Sowjetrußlands, seine internationalen Verpflichtungen zu erfüllen, wie sie die Aufnahme in den Völkerbund ebenfalls voraus- ietzt. Barthou, der glänzende Redner und nie verlegene Debatter, mußte auf die peinlichen Fragen des aufrechten Schweizers die Antwort schuldig bleiben. Sein Hinweis auf die erstrebenswerte Universalität des Völkerbundes, von dem man das Hundertmillionenvolk der Russen nicht fernhalten dürfe, war eine Verlegenheitsfloskel, die die innere Unsicherheit und Hohlheit der moralischen Begründung einer rein machtpolitischen Maßnahme deutlich an der Stirn trug. Frankreich hat eben wieder einmal den Völkerbund, dieses echte Kind des Systems von Versailles, unter seinen Stiefel gezwungen, um dem rein imperialistischen Zielen dienenden Bündnis mit Moskau den Mantel völkerverbindender Friedenspolitik umzuhängen. Und die Mehrheit der Völkerbundsstaaten beugte sich widerspruchslos entgegen eigener besserer Erkenntnis dem Wunsche des allmächtigen Frankreich. Wie sollte sie auch gegen den Stachel löcken, wenn es selbst das Britische Reich für klug gehalten hat, dem Russen den Steigbügel zu halten, obwohl die Briten daheim wie in den Dominions und Kolonien die kommunistische Propaganda sehr unangenehm empfinden. So war der Weg in den Völkerbund trotz Widerspruchs des Gastlandes für die Bolschewiken geebnet. Herr Litwinow nahm ohne die Einladung des Präsiedenten abzuwarten mit seinen Kollegen ungeniert unter den andern Delegationen Plag und spielte in seiner Antrittsrede ebenso harmlos den Friedensengel und braven Hausvater eines Landes, in dem nach seinen Worten „mehr als zweihundert Nationalitäten friedlich und in voller Rechtsgleichheit Zusammenleben", als ob es niemals so etwas wie Massenhmrichtungen der Tscheka, Verbannungen in die Wälder Sibiriens und durch verbrecherische Wirtschaftsexperimente verursachte Hungersnot in dieser einstigen Kornkammer der Welt gegeben hatte. Der Schweizer Motta hat die Mitglieder des Völkerbundes aufgefordert, nun wo die Sowjetunion schon einmal in ihren Kreis eingeführt worden fei, sich auch die Gelegenheit nicht entgehen zu lassen, den Bolschewiken scharf auf die Finger zu sehen und alles das rücksichtslos an den Pranger zu stellen, was sich Sowjetrußland entgegen seinen internationalen Verpflichtungen zuschulden kommen läßt. Man wird gespannt sein dürfen, wie weit die maßgebenden Herren in Genf, vor allem Frankreich, dem ja die größte Verantwortung für die Mitarbeit des russischen Bolschewismus zufällt, ihrer ihnen von Motta eindeutig vorgehallenen Pflicht nachkommen werden. Vorerst hat man sich in Genf anderen Problemen zugewandt. Da ist vor allem Polens Vorstoß gegen die einseitige Handhabung des Minderheitenschutzes, die es als Verstoß gegen den Grundsatz der Gleichberechtigung empfindet. Wir haben die Vorgeschichte der Minderheitenschutzabkommen hier schon erörtert und auch die Bedeutung des polnischen Schritts für das Problem der Minderheiten wie für die Existenz des Systems der Pariser Friedensverträge überhaupt beleuchtet. Polen hat seinen Antrag auf Einberufung einer Konferenz für Verallgemeinerung des Minderheitenschutzes zwar überraschend zurückgezogen, nachdem es in der politischen Kommission hat erleben müssen, daß zwar die von der einseitigen Anwendung des Minderheitenschutzes selber betroffenen Mächte, wie die Kleine Entente ebenso wie andere weniger interessierte Staaten sich zustimmend geäußert haben, von den Mächten jedoch, auf die es Polen in erster Linie ankommen mußte, nur eine ab-- lehnende oder ausweichende Antwort erfolgte. Da für die Annahme des polnischen Antrags Einstimmigkeit erforderlich gewesen wäre, hat Polen seinen Antrag zwar als aussichtslos zurückgezogen, aber es lehnt nach wie vor das einseitige DieAusweriungdesfranzösisch-russischenBündniffes Die Paffpläne noch nicht aufgegeben. - Frankreich in der Zwickmühle zwischen Moskau und Tokio. — Oas Bündnis nur auf Europa beschränkt. Minderheitenschutzabkommen ab, bei dessen Kontrolle durch den Völkerbund es seine Mitarbeit einstellt. Polen hat sich also durch das gereizte Echo, das gerade dieser Teil seiner Politik in Paris gefunden hatte, nicht ins Bockshorn jagen lassen. Im übrigen ist besonders bemerkenswert, daß Warschau bei seinem Vorstoß in Genf die Unterstützung der Kleinen Entente gesunden hatte, die zwar sonst die zäheste Verfechterin der Versailler Ordnung ist, aber hier eine Gelegenheit witterte, sich unbequemen Verpflichtungen zu entziehen. Daß Polen selber seinen Vorstoß so nicht gemeint hat, hat Oberst Beck bereits bei seinem ersten über« raschenden Auftreten in Genf erklärt. Er versicherte, daß die Minderheiten im Bereich des polnischen Staatsgebiets „in ihren realen Interessen" durch die Verfassung geschützt seien, die „den Minderheiten der Rasse, Sprache und Religion die volle Freiheit ihrer kulturellen Entwicklung und die Gleichheit in der Behandlung garantiert". Die Polen würden es selbst für töricht halten, leugnen zu wollen, wie häufig sie in der Vergangenheit gegen diese lobenswerten, wenn auch selbstverständlichen Grundsätze einer gerechten Minderheitenpolitik gesündigt haben. Aber man darf es als ein erfreuliches Zeichen des guten Willens zu einer Neuorientierung nehmen, daß gerade eben die „D e u t- sche Vereinigung" mit dem Sitz m Bromberg als die Volkstumsorganisation polnischer Staatsbürger deutscher Abstammung in den Woiewod- schaften Posen und Pommerellen die Anerkennung ihrer Satzungen gefunden hat. In der gleichen Rich- tung liegt auch das Verbat des °ber,chlel>,chen Wojewoden, bei Vermittlung von ^.rJ)ei^5P^a^.en Angehörige der deutschen Minderheit ihrer Natw- nautat wegen schlechter zu behandeln als polnisch- Arbeitsuchende. „, .. , Damit hat Polen begonnen, sich die moralische Plattform au schaffen, von der es an die nicht vertraglich an Minderheitenschutzverpslichtungen gebundenen Mächte die Frage richten kann: „W a s• t u t denn ihr für eure Minderheiten? Eine Antwort hat man, wie schon gejagt bislang nicht zu hören bekommen. Sowohl Frankreich wie Italien haben sich in Schweigen gehüllt als der Pole Raczynski in der politischen Kommis wn des Völkerbundes ganz unmißverständlich die seltsame Taktik dieser beiden Machte glossierte zwar zu behaupten, daß bei ihnen die Minderheiten — soweit deren Existenz überhaupt zugegeben wirb — die großzügigste Behandlung erfahren, aber trotzdem sich der Uebernahme irgendwelcher Verpflichtung, die dann doch nur eine Formalität sein könne, mit Händen und Füßen zu widersetzen. Erst vor wenigen Wochen wurde der französische Justizminister zur Vorlage eines Ausnahmegesetzes gegen „Angriffe auf die nationale Einheit" ermächtigt, zweifellos ein eindeutiger Beweis, wie unbequem der Wille zur völkischen Selbstbehauptung gegen die gewaltsame Verwelschung in Elsaß-Lothringen, in der Bretagne, in den katalanischen Gebieten der Pyrenäen-Departements empfunden wird. Und wie rücksichtslos Italien mit seinen völkischen Minderheiten umspringt, obwohl es um das Schicksal der eigenen Landeskinder in Süd frankreich, im französischen Tunis, in Nord- und Südamerika ängstlich besorgt ist, das haben die Tiroler und Slowenen in langen bitteren Leidensjahren erfahren müssen. Es sieht vorerst nicht so aus, als ob Frankreich und Italien Farbe bekennen wollten, wenn Polen seine unbequeme Frage wiederholen wird, was man vorzieht: die Lösung der einseitigen Minderheitenabkommen und damit die Aufrollung der Revisionsfrage überhaupt für den Gesamtkomplex der Pariser Friedensdiktate oder die Uebernahme der Minderheitenschutzoerpflichtung auch für die eigenen Länder Betretenes Schweigen oder gar eine Flut argwöhnischer Gegenfragen aus sturem Nichtverstehenwollen heraus ist bislang auch die einzige Antwort geblieben auf jeden noch so eindringlichen und aufrichtigen Appell, den das deutsche Volk durch den Mund seines Führers und anderer berufener Männer an d i e Verständigungsbereitschaft Frankreichs gerichtet hat. Auch in einer Zeit des hemmungslosen Wettrüstens, der Militärbündnisse und imperialistischer Tendenzen in aller Welt, wird das nationalsozialistische Deutschland in dem eigenen tiefen Bedürfnis nach ungestörter Arbeit an dem großen Friedenswerk des sittlichen und wirtschaftlichen Neubaus nicht müde, feine Stimme ßu erheben und seinerseits alles zu tun, um die Mauer des Mißtrauens abzutragen, die die beiden großen Völker des europäischen Kontinents immer noch trennt. Der Stellvertreter des Führers, dessen große Friedensrede an die Frontkämpfer beider Nationen keiner ernsthaften Antwort gewürdigt wurde, ist darüber nicht resigniert — verstimmt. Er weiß, welcher Anstrengungen es be- — Idarf, zum Ohr eines Volkes zu gelangen, dessen Paris, 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die außenpolitische Berichterstatterin des „Oeuvre" will ihrem Blatt aus Genf die Geheimnisse der fran- zösisch-sowjetrussischen Politik enthüllen können. Nach ihrer Ansicht könnten Barthou und Litwinow gegenwärtig in vollem Einvernehmen mit ihren beiden Regierungen untereinander das a b s ch l i e- ßen, was Frankreich 1921 mit Polen abgeschlossen habe, also einen Vertrag zur gegenseitigen Garantie gegen einen deutschen Angriff (!) Aber beide Staatsmänner stünden auf dem Standpunkt, daß die Aussichten auf Verwirklichung eines Ostpaktes noch nicht geschwunden seien. Polen habe den Wortlaut seiner Antwort mehrmals abgeändert, man erwarte den endgültigen Text in Genf für Ende nächster Woche. Sollte die polnische Antwort allzu negativ ausfallen und zeigen, daß Polen „auf die deutsche Karte setze", dann würden es Paris und Moskau vielleicht vorziehen, zur Aufrechterhaltung des Friedens in Europa zu versuchen, einen Pakt mit den baltischen Staaten, der Kleinen Entente und den Balkanstaaten abzuschließen, und zwar nach dem Grundsatz, daß es besser sei, mög- lichst viele Länder zur Verteidigung gegen einen zu befürchtenden Angriff zufammenzudringen. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Senates, Verenger, befaßt sich in der „Agence Economique et Financiöre" mit der häufig mit Beunruhigung aufgeworfenen Frage, ob die russisch- ranzösische Annäherung Frankreich an der Seite der Sowjetunion in einem russisch-japanischen Krieg verwickeln könnte. Eine solche Möglichkeit, schreibt Verenger, würde in der Tat äußerst gefährlich sein. Die französische Diplomatie habe aber Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um Frankreich dagegen zu schützen. Frankreich, das in Jndochina große Interessen besitze, habe von jeher freundschaftliche Beziehungen zu Japan unterhalten und wünsche sie auch weiterhin zu unterhalten und möglicherweise sogar noch auszubauen. Das Abkommen mit Sowjetrußland sei ausschließlich auf Eurpa beschränkt und könne in keinem Falle auf asiatische Dinge ausgedehnt werden. Die französisch-russische Annäherung werde auch in keiner Weise die Innenpolitik der beiden Länder ändern. Aus diesen Gründen könne man in der gegenseitigen Annäherung nur eine Konsolidierung der französischen Sicherheit und eine Stärkung der französischen Diplomatie erblicken. Sie löse zwar nicht das hauptsächliche europäische Problem, die Frage der Donaustaaten, bringe Frankreich aber gewisse nützliche Garantien. tfeberall französische Truppenverstärkungen. Paris, 22. Sept. (DNB. Funkspruch). Im „Figaro" nimmt General Niessel zu Pressemeldungen über die Verstärkung der Garnison Paris Stellung und sucht die Wirkung dieser Meldungen dadurch abzuschwächen, daß er schreibt, in Wirklichkeit würden nahezu überall mehr oder weniger bedeutende Truppenverstärkungen Dorgenommen. Umfangreich seien diese Verstärkungen besonders in der Gegend der Grenzbefestigungen. Leider liege Pari- nahe der französischen Ostgrenze; es sei daher logisch, daß auch die Pariser Garnison an dxr durch die Gesamterhöhung der Kontingentziffer begründeten Verstärkung teilhabe. . > Die furchtbare Taifun-Katastrophe in Zapau. Bis jetzt 943 Tote, 3738 Verletzte, 503 Vermißte. - Springfluten, Schiffsuntergänge, Eisenbahnunfälle, Einsturz zahlreicher Häuser und Brücken. ^77 Die Stadt Osaka, in der Hunderte von Menschen ums Leben kamen. Furchtbare Einzelheiten. Osaka, 21. Sept (DNB.) Von dem furchtbaren Taifun-Unglück werden weitere erschütternde Einzelheiten bekannt. Danach sind 47 Schulen eingestürzt 225 Kinder wurden getötet, während 820 mehr oder weniger schwere Verletzungen erlitten und drei noch vermißt werden. 3n 188 vollständig zerstörten und 260 stark beschädigten Häusern fand man 96 Tote und 298 Verwundete auf. 20 Häuser wurden durch die Springflut vollständig fortgerissen, < Ü b e t schwemmt wurden insgesamt etwa 160 000 Häuser. Die Irrenanstalt in Osaka wurde durch die Flutwelle vernichtet. Mehr als 60 Geifteskratzke werden vermißt Unter den zehn Eisenbahnzü^n, die durch die Gewalt des Taifuns umgeworfen wurden, befindet sich auch der aus zehn Wagen bestehende Exprehzng Tokio-Schimonoseki, der' mit 250 Reisenden beseht war. Der Zug stürzte gerade Presse Tag für Tag Argwohn und Mißtrauen, sät, weil nur auf dem Boden des Unfriedens und der Zwietracht zwischen den Völkern der Weizen tret Rüstungsindustrie blüht. So hat sich R u d o l f H 6 ß nicht abschrecken lassen, in einer großen französischen Zeitung, die vorurteilslos genug mar, auch einen deutschen Staatsmann zu Wort kommen, zu lassen, Deutschlands Friedenswillen und Verständigungsbereitschaft zu wiederholen. Und gleichzeitig hat der Reichsaußenmini st er am Schlußtage ' des internationalen Straßenbaukongresses vor einem Forum aufgeschlossener und allen Friedensbestrebungen Verständnis entgegenbringender ' Männer noch einmal die Grundsätze der deutschen Friedenspolitik bargelegt. Eine Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich ist bei gutem Willen auf beiden Seiten durchaus möglich, sie ist notwendig, wenn der stärkste Unsicherheitsfaktor für eine wahrhafte Befriedung Europas endgültig ausgeschaltet werden soll. Nur zwei Punkte gibt es, an denen sich das Mißverstehen zwischen beiden' Nationen immer wieder nährt, die R ü ck g l>i e b e • rung des Saargebiets und die wehr- politische Gleichberechtigung Deutschlands. Wer heute noch der normalen vertragsmäßigen Abwicklung der Saarfrage. Schwierigkeiten entgegenstellt oder Folgerungen aus der Rückgliederung dem Abstimmungsergebnis vorwegzu- nehmen unternimmt, handelt zweifellos nicht im Interesse einer Versöhnung beider Völker und einer restlosen Bereinigung dieser letzten zwischen ihnen bestehenden territorialen Frage. Freiherr von Neurath hat keinen Zweifel darüber gelassen, daß irgendwelche Pläne, die den klaren Vertragsbestimmungen zuwiderlaufen, niemals Deutschlands Zustimmung finden werden. Er hat auch nicht verhehlt, daß Deutschland nicht gewillt ist, wehrpolitisch länger ein Land minderen Rechts zu fein, schon deshalb nicht, weil nichts für die Bewahrung des Friedens gefährlicher ist, als ein zur Selbstverteidigung unfähiges großes Land inmitten fchryer gerüsteter Nachbarn. Deutschland hat Barthous Oft- pah abgelehnt, weil es nicht wieder Tummelplatz fremder Heere zu werden wünscht, wie in früheren Jahrhunderten. Und aus dem gleichen Grunde muß es auch auf der praktischen Anerkennung feiner wehrpolitischen Gleichberechtigung bestehen. Deutschland hat erneut gesprochen. Es wartet auf Antwort. in dem Augenblick um, als er eine über einen MH führende Brücke paffierfe. Glücklicherweise hielt das Geländer stand, so dah der Zug nicht in den Fluh stürzte. Der amtliche Polizeibericht von Osaka meldet den Tod von 100 Personen und die Ueber- schwemmung von 50 000 Häusern allein in Osaka. Rach Mitteilungen aus Schirnonoseki sind vier Dampfer, die mit insgesamt 500 Mann Besatzung und Fahrgästen den Hafen verliehen, bis jetzt nicht in ihren Bestimmungshäfen eingetroffen. Man befürchtet, dah sie gesunken sind. Rach weiteren Nachrichten ist zwischen Ragoya und Tioto ein Arbeitszug beim Einsturz einer Brücke in den Fluten versunken. Viele Arbeiter sind u m gekommen. Vach den bisherigen Mitteilungen hat Japan durch die Naturkatastrophe insgesamt 33 Flugzeuge verloren. Die telegraphischen Verbindungen zwischen Kobe und Osaka sind notdürftig wiederhergestellt worden; der Rundfunk in Kobe soll heute seine Arbeit be- helfsmähig wieder aufnehmen. In Kobe versuchten nach der Sturmkatastrophe mehrere Koreaner zu plündern. Sie wurden von Polizeiposten sofort erschaffen. Die Mitglieder des diplomatischen Korps haben der japanischen Regierung ihr tiefstes Beileid ausgesprochen. Oie letzte Verlustliste. T o k i o , 21. Sept. (DRV.) Rach den letzten Berichten des japanischen Innenministeriums hat die T a i- f u nk a t a st r o p h e in 18 Städten des Landes insgesamt 94 3 Todesopfer gefordert, 3738 Personen wurden verletzt, 503 werden v e r m i h t. Allein in der Präfektur Osaka zählte man 767 Tote und 3058 Verletzte, während 488 vermißt werden. Tokio. W o liiotoSA In Kioto fanden 104 Personen den Tod und 306 erlitten Verletzungen. Die Hauptstadt Tokio ist mit vier Toten und 33 Verletzten verhältnismähig noch glimpflich davongekommen. Rach einem Funkspruch aus Takamatsu fürchtet man dort, dah über 2300 Fischerboote von der Insel Schikoku gesunken find. Das japanische Innenministerium hat unter Vorsitz des Innenministers Goto einen Ausschuh zur Prüfung der Schäden und Opfer des Taifuns und der Springflutkatastrophe eingesetzt. Die Potizeibehörde von Schimonosoki teilt mit, dah ein Ausflugsdampfer mit 350 Personen an Bord, der vor mehreren Stunden den Hafen verlassen habe, bisher noch nicht zurückgekehrt sei. Man befürchtet, dah der Dampfer von der Springflut er- ereilt und gesunken ist. In Kioto wurden ein Amtsgebäude und mehr als 10 Schulhäuser vernichtet Dabei sind etwa 10 0 0 S chulkinder unter den Trümmern begraben worden. Etwa 500 von ihnen konnten sofort nach dem Unglück wieder befreit werden. Das Schicksal der übrigen Kinder ist ungewih. Der Eisenbahnverkehr zwischen Tokio, Osaka und Shimonoseki ist unterbrochen. Zahlreiche Züge sind verunglückt hierbei sind etwa 10 0 Todesopfer zu beklagen. Auch der Telegraphen- und Telephonverkehr im Unglücksgebiet ist unterbrochen. Das Rettungöwerk der Regierung. Auf Veranlassung der japanischen Regierung sind eine Anzahl Flugzeuge aufgestiegen, um zusammen mit japanischen Pioniertruppen die Rettungsaktion erfolgreich durchzuführen. Die Flugzeuge werden auch Lebensmittel mitnehmen, da es Städte gibt, die zur Zeit auf normalem Wege nur sehr schwer zu erreichen sind. Don japanischer Seite wird mitaeteilt, daß alle Gerüchte, daß bei dieser Katastrophe die japanische Marine gelitten habe, nicht den Tatsachen entsprechen. Auf Veranlassung des japanischen Kriegsministers Hajsi sind technische Truppen eingesetzt worden, um die Hilfsaktion für die Bevölkerung zu beschleunigen, die noch unter den Trümmern begraben liegt Bei Osaka ist es gelungen, ein Entbindungs- heim teilweise auszugraben, wobei ein Teil der Insassen gerettet werden konnte. Die Funkverbindung zwischen Osaka und Tokio war unterbrochen, sie soll heute wieder hergestellt werden. Ganz Japan trauert wegen dieser furchtbaren Katastrophe, die auch in den ausländischen Kreisen stärkste Anteilnahme hervorgerufen hat. Der japanische Kaiser hat den Innenminister Goto empfangen, der ihm einen Bericht über die Katastropye erstattete. Erzeugung künstlichen Radiums. „Rews Chronicle" meldet, die langgesuchte Formel für die Erzeugung künstlichen Radiums fei von dem Wissenschaftler I o l i o t nach lebenslänglichen Forschungen gefunden worden. Die aufseheneregende Entdeckung, die Anfang nächsten Monats auf einer Konferenz von 600 Gelehrten in London und Cambridge verkündet werden soll, würde eine neue Aera im Kampfe gegen den Krebs bedeuten. Tausende von Opfern würden in der Lage sein, Radium in nötigen Mengen und billig zu erhalten. Frau Jollok ist die Tochter der verstorbenen berühmten Frau Curie, die gemeinsam mit ihrem 1906 verstorbenen Gatten Professor Pierre Curie das Radium und das Polonium entdeckte und 1911 mit dem Robelpreis für Physik und Chemie erhielt. Die Reichstagung -er Deutschen Christen. Zwei große Massenversammlungen in Berlin als Auftakt zur Einführung des Reichsbischofs. Berlin, 21. Sept. (DNB.) Die 2. Reichstagung der Deutschen Christen wurde am Freitagabend durch zwei Massenversammlungen in den beiden größten Räumen her Reichshauptstadt, dem Sportpalast und den Tennishallen, eröffnet. Beide Versammlungen waren überfüllt. Rund 25 000 Volksgenossen aus allen Gauen des Reiches wohnten dieser Eröffnungskundgebung bei. Rach dem Einmarsch der Fahnen erschien, von den Versammlungsteilnehmern mit lauten Heilrufen begrüßt, der Reichsbischof Ludwig Müller, gefolgt von den Bischöfen der evangelischen Kirche und den Gauobmännern der Deutschen Christen. Die brausenden Heilrufe, die dem Reichsbischof galten, wiederholten sich minutenlang. Der Reichsleiter -erDeuffchenChristen,Dr.Kilider begrüßte alle Volksgenossen und Mitkämpfer, insonderheit die Ehrengäste von der Saar, aus Danzig, aus Nordschleswig und aus den anderen abgetrennten Gebieten. Er führte darauf u. a. aus: Wenn wir uns heute zu unserer 2. Reichstagung versammeln, dann dürfen wir mit allen treuen und zähen Kämpfern uns in dem frohen Bewußtsein zusammenfinden: Das erste große Ziel i st erreicht. Am Sonntag wird unser hochverehrter R e i ch s b i s ch o f in sein hohes Amt ein- g e führt und damit öffentlich dokumentiert: Eine Entwicklung von 400 Jahren seit den Tagen der Reformation ist zum Abschluß gekommen. Wir haben eine Deutsche Evangelische Kirche. Die Voraussetzungen dafür hat der Führer und Reichskanzler geschaffen, denn erst mußten die trennenden Ländergrenzen fallen, und wir alle, in Nord und Süd, Ost und West uns in dem einen Bewußtsein zusammenfinden, daß wir Deutsche sind und immer wieder Deutsche. Wir Deutschen Christen haben damit die weitere Aufgabe, daß wir diese unsere Kirche mit innerem Leben erfüllen. Wir bieten allen Glaubensgenossen unsere Hand. Unsere Idee ist so voll Wahrheit, daß wir in der einheitlichen Kirche ein einiges Kirchenvolk haben werden. Unsere erste große Aufgabe im seelischen Leben unseres Volkes ist die Ueberwindung des Materialismus. Andere Kreise wollen das Gottsbild als ein Produkt der deutschen religiösen Phantasie. Wir bekennen uns zu dem ewigen Gott Himmels und der Erde, der in Christus aus ewiger Allmacht heraus sprechen konnte. „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen." Wir alle tragen in uns das Bewußtsein, daß Gott da ist. Das gibt Besonnenheit in guten und ruhige Kraft in schweren Tagen. Das gibt Pflichterfüllung. Da wächst eine gesunde Jugend heran, da sind glückliche Ehen, da wird Opferbereitschaft des ganzen Volkes. Wir tragen als Deutsche Christen die ernste Verantwortung, daß die Formungen des religiösen Lebens der Art des deutschen Volkes entsprechen. Statt einer Allerweltsidee im Frömmigkeitsleben nachzulaufen, wollen wir echte deutsche Frömmigkeit pflegen. In Abkehr von dem vielfach schematischen kirchlichen Leben der 14 Jahre der Systemszeit wollen wir e i n e echte Volks- kirche lutherischen Gepräges. Im Aufblick zum Herrn der Kirche, unseren Heiland Jesus Chri« stus, wollen wir kämpfen und darum ringen, daß er das innere Leben unseres Volkes segne, damit eine volksverbundene Kirche werde, in der jeder protestantische deutsche Volksgenosse seine Heimat findet. Die Ansprache des Reichsbischofs. AeWbischos Ludwl« Müller nahm darauf das Wort, er dankte für die ihm in so reichlichem Maße zugegangenen Segenswünsche aus allen Teile des Reiches, die Zeugnis ablegten von dem gewaltigen Willen zu einer großen geschlossenen evangelischen Kirche zu kommen. Der Reichsbischof fuhr dann u. a. fort: Ich will mit der Würde dieses Amtes nichts anderes, als der Kirche und unserem Volke mit ganzer und voller Hingabe dienen. (Lebhafter Beifall.) Niemals hätten wir diese Stunde erlebt, hätten wir nicht den Nationalsozialismus erlebt und wäret Ihr nicht so treu gewesen als Deutsche Christen. Ich betone an dieser Stelle, daß ich immer Deutscher Christ gewesen bin und sein werde. Wenn ich eines gelernt habe in dem tiefen inneren Ringen um das eigene Freiwerden, dann ist es die Wahrheit des Heilandswortes: „Wer nicht für mich ist, der ist wider mich!" Wir danken aus innerstem Herzen allen, die in Deutschland 14 Jahre lang zäh gekämpft haben für Deutschlands Befreiung und wir danken besonders herzlich dem Mann, den wir aus Gotteshand nehmen durften, unserem Führer Adolf Hitler. Wir danken der nationalsozialistischen Bewegung, daß wir wieder ein einiges, großes deutsches Volk geworden sind, daß wir unsere innerste Verbundenheit mit deutschem Blut und Boden von neuem erkennen und in uns verankern. Der Reichsbischof beschäftigte sich sodann mit dem Verhältnis der Deutschen Christen zu den katholischen Glaubensbrüdern und führte u. a. aus: Wir Deutschen Christen haben es oft genug gesagt, daß wir es auf das schärf st e ablehnen, uns mit unseren katholischen deutschen Glaubensbrüdern auch nur im geringsten in irgend einer Form auseinanderzusetzen. Wir sehen in ihnen unsere Volksgenossen und möchten am liebsten mit ihnen Schulter an Schulter den neuen deutschen Menschen schaffen. (Anhaltender lebhafter Beifall.) Arn törichsten und boshaftesten ist die Verleumdung, wir wollten Christus vom Thron stoßen. Das ist Lüge und immer wieder Lüae. Ich benutze die Gelegenheit, um in diesem Zusammenhang zu geloben: „Ich will mit allem, was ich bin und habe, nichts anderes, als dah ich zur Erfüllung bringe, was ich dem alten Generalfeldmarfchall in die Hand versprochen habe, dah Christus in Deutschland wirklich gepredigt wird. (Neuer stürmischer Beifall.) Ich will aber auch, dah dieser Christus in deutschen Landen deutsch gepredigt wird, und ich muh dafür sorgen, dah er in der Sprache verkündet wird, die mein brauner Kamerad, der Mann im Arbeitsrock genau so gut versteht, wie der gelehrteste Professor. Darum wollen wir es von neuem so machen, wie Luther selbst es gemacht hat, wir wollen uns selbst und wollen unserem Volk mal wieder aufs Maul sehen, wollen sehen und hören und mit heiher Liebe danach suchen, dah wir die Wege finden, die zum Herzen gehen mit Worten, die unser deutscher Volksgenosse versteht, damit wieder ein Christus gepredigt wird mit guten, klaren, ehrlichen deutschen Worten. Unsere Losung und unser Kampfruf soll sein: Alles was wir tun können zum Aufbau unserer Kirche soll geschehen zu Ehren Gottes, zum heil seiner Kirche, zum Wohl unseres deutschen Volkes und Vaterlandes. Stärkster, sich immer erneuernder Beifall danktck dem Reichsbischof für feine Worte. Immer wieder wurden Heilrufe laut, und immer aufs neue ertönte Händeklatschen. Unter großen Kundgebungen verließ der Reichsbischof den Sportpalast, um sich nach der Parallelversammlung in den Tennishallen zu begeben. Im Anschluß daran sprachen verschiedene Gauvertreter. Pg. Müller übermittelte die Grüße aus der S a a r. Wenn irgendwo mit deutschem Christentum der Kampf unlösbar verbunden fei, dann an der Südwestgrenze des Reiches, an der Saar. Für die Saarländer stehe eines fest: Zurück zu Deutschland! (Stürmischer Beifall.) Nun seien die Saarländer nach Berlin gekommen, um die Einheit der Deutschen Evangelischen Kirche zu sehen, zu erleben und zu feiern. Die Saarländer würden nicht die Nerven verlieren, da sie wüßten, daß hinter ihnen das geeinte Volk des Dritten Reiches und die starke Kraft einer einheitlichen evangelischen Kirche stehe. (Stürmischer Beifall.) Der württembergische Vertreter betonte, daß die Bewegung der Deutschen Christen den Brückenkopf im Süden mit eiserner Zähigkeit gehalten habe, weil man im württembergischen Volke nichts mehr wissen wolle von Bestrebungen, die auf kirchlichem Gebiet ein Sonderdasein neben her geeinten deutschen Reichskirche führen wollten. — Der Berliner Gauleiter, Pfarrer Tausch, sprach das Schlußwort. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer wurde die gewaltige Kundgebung ge- schlossen. Vor derAufklärung des FallesLindbergh Ein aus Deutschland geflüchteter Verbrecher als Täter. Ein Ereignis erster Ordnung in der amerikanischen Oeffentlichkeit. Das Verhör. R e u y o r k, 21. Sept. (DRV.) Die Aufdeckung und Aufklärung des Falles Lindbergh bedeutet für die amerikanische Oeffentlichkeit ein Ereignis erster Ordnung. Die Zeitungen widmen dieser ganzen Angelegenheit mehrere Seiten und bringen Rückblicke auf das damalige gemeine Verbrechen, das an der populärsten Persönlichkeit Amerikas im letzten Jahr- zehnt verübt worden war und ganz Amerika in Trauer verseht hatte. Es hat sich inzwischen herausgestellt, dah es sich bei dem Verhafteten um einen vor 11 Jahren aus Deutschland geflüchteten Verbrecher namens Bruno Richard Hauptmann handelte, der seinerzeit als blinder Passagier amerikanischen Boden betreten hatte. Er leugnet bisher jede Beteiligung an dem an Lindbergh verübten Verbrechen. In diesem Zusammenhang warnt „Washington Post" davor, aus der Tatsache, dah es sich um einen heimlich eingewanderten Ausländer handele, irgendwelche Fehlschlüsse zu ziehen. Allein entscheidend und von größter Bedeutung sei lediglich der Umstand, dah zur allgemeinen Befriedigung das Verbrechertum wieder einmal im Kampf gegen die zivilisierte Menschheit unterlegen sei, und dah die amerikanische Justiz wieder eines der grohen Verbrechen habe aufklären können. Das bedeutet für die anständigen Bürger eine grohe Beruhigung. Im Reuyorker Potlzelhauptquartier wurde der Verhaftete B. R. Hauptmann eingehend vernommen. Auf die Frage, wie er in den Besitz des Geldes in feiner Garage gekommen fei, erklärte Hauptmann, fein Freund Isidor Fischer, ein früherer Teilhaber seines Pelzgeschäftes, habe ihm alle seine Effekten zur Aufbewahrung übergeben, bis er aus Europa zurückgekehrt fei Sein Freund fei jedoch im Dezember in Deutschland g e st o r b en. Er, Hauptmann, habe erst vor drei Wochen entdeckt, dah das Vermögen seines Freundes 1 4 000 Dollar betrug. Er habe aber nur 150 Dollar von dieser Summe ausgegeben. 3m weiteren Verlauf des Verhörs erklärte Hauptmann, er habe feit 1932 nicht mehr ständig gearbeitet, sondern von Spekulationen gelebt. Lr bestritt, jemals in hopewell (Rew Jersey), wo sich der Landsitz Lindberghs befand, gewesen zu sein. Rach dem Verhör wurde Hauptmann dem Pollzelgericht in Vronx vorgeführt unter der Anklage, 5 0 0 0 0 Dollar Lösegeld erpreßt zu haben. 3m Verlaufe des Verhörs bekundete Hilfspolizeiinspektor Sullivan, dah Hauptmann bei dem ersten Versuch, amerikanischen Boden zu betreten, den falschen Ramen Karl P e l l m e i e r gebrauchte. Hauptmann sei am 14.3uli 1923 als blinder Passagier an Bord des Dampfers „Hannover" aus Bremen in Reuyork eingetroffen. Drei Tage darauf sei er mit dem gleichen Dampfer wieder abgeschoben worden. Später sei er als Matrose mit dem Dampfer „Washington" herübergekommen und habe das Schiff in Reuyork verlassen. Schon früh auf der schiefen Ebene. Der in Neuyork im Zusammenhang mit der Entführung des Lindbergh-Kindes Verhaftete ist ein gebürtiger Kamenzer, und zwar ist er der 1923 nach Amerika geflüchtete jetzt 34 Jahre alte frühere Maschinenschlosser Richard Hauptmann, dessen Mutter in Kamenz (in Sachsen) als Sozialrentnerin lebt. Der Vater starb 1917. Zwei Brüder von Richard Hauptmann sind während des Weltkrieges gefal - l e n. Hauptmann war bereits in jungen Jahren auf d i e schiefe Ebene geraten und hatte eine Strafe zu verbüßen, für die ihm aber Bewährungsfrist zugebilliqt worden war. Als er 1923 wegen eines neuen Kriminalfalles abermals festgenommen worden war, entfloh er aus dem Kamenzer Amtsgerichtsgefängnis, bevor er der Strafanstalt Bautzen zugeführt werden konnte. Seit dieser Zeit war Hauptmann verschwunden. Wie sich später her- ausstellte, war er nach Amerika geflohen, um sich der Strafverbüßung zu entziehen. »Oie Aufklärung des Falles gesichert.» Auf Grund der aus Neuyork eingetroffenen Berichte erklärte das Justizamt in Washington, es fei Anlaß zur Annahme vorhanden, daß die Aufklärung des Falles Lindbergh gesichert sei. Allerdings sei bisher nur Die Verwendung von etwa 19 000 Dollar Lösegeld nachgewiesen, während der Verbleib der restlichen 31 000 Dollar noch ungeklärt sei. Hauptmann nicht allein der Täter? R e u yo r k, 22. Sept. (DRV. Funkspruch.) Die Presse widmet den neuesten Entwicklungen de» Linddergh-Falles weiter viele Seiten. Obwohl nachgewiesen ist, daß Hauptmann im Besitz der gesamten Lösegeld-Summe war, stimmen nunmehr sämtliche an der Untersuchung beteiligten Behörden in der Ansicht überein, dah das Verbrechen nicht von einer Person allein begangen feine könne. Soweit Hauptmann in Betracht kommt, wird erklärt, dah er zwar möglicherweise nicht persönlich an der Entführung bes Lindbergh-Kindes teilgenommen, aber an dem Plan der Verbrecher irgendwie einen Anteil habe. Hauptmann wird weiter belastet durch die Aussagen eines Arztes, der im Stadtteil Vronx wohnt und der Hauptmann wenige Tage nach dem Verbrechen wegen eines stark verstauchten Fuhgelenkes behandelt haben will. Die Ergebnisse der seinerzeit geführten Untersuchung nahmen bekanntlich an, dah bet Entführer des Kindes beim herabsteigen auf bet Leiter von dieser gefallen fei und das Kind habet den Tod gefunden habe. Der Gouverneur von Rew 3erfet), Moore, erklärte nach einer Konferenz mit den zuständigen 3ustizbeamten, bet Staat Rew 3erfey werde die Auslieferung Hauptmanns unter der Beschuldigung des Mordes erst verlangen, wenn ausreichendes Material zur Stützung der Beschuldigung vorliegt. Ztalienisch-südsiawischer Zwischenfall. Grenzverletzung bei Susak - Belgrad, 22. Sept. (DNB. Funkspruch). Am Donnerstagabend ereignete sich, wie die Agentur Avala berichtet, an der italienisch - südslawischen Grenze bei Susak, dem.Nachbarhafen des italienischen Fiume, ein Zwischenfall. Südslawische Grenzwächter, die durch mehrere Schüsse alarmiert worden seien, hätten an der Brücke zwischen Susak und Fiume zwei Personen bemerkt, die von der italienischen auf die südslawische Seite herüberkamen. Es sei festgestellt worden, daß cs sich bei den Flüchtlingen um italienische Staatsangehörige aus Istrien handelte, die insgeheim auf südslawisches Gebiet gelangen wollten. Bei ihrem Verhör hätten die beiden Flüchtigen erklärt, daß sie noch im letzten Augenblick des Uebertritts von einem italienischen Milizsoldaten bemerkt worden seien, der auf sie insgesamt vier Schüsse abgefeuert habe. Während der eine der beiden Flüchtigen unversehrt geblieben sei, sei der andere zweimal getroffen worden, und zwar habe ihn die letzte Kugel gerade in dem Augenblick erreicht, als er die auf südslawischer Seite befindliche Mauer berührte, mit anderen Worten, auf südslawischem Gebiet. Eine südslawische Kommission ist an Ort und Stelle eingetroffen, um festzustellen, ob es sich um eine Grenzverletzung der Italiener handelt. polen zieh! seinen Antrag auf Verallgemeinerung -es Minderheitenschutzes zurück. Genf, 21. Sept. (DNB.) Freitagvormittag wurde in der Politischen Kommission die Aussprache über den polnischen Vorschlag auf Verallgemeinerung der Minderheitenschutzverträge von neuem eröffnet. Zuerst wandten sich je ein Vertreter Bulgariens und Australiens gegen die von Polen vorgeschlagene internationale Konferenz. ■Der britische Großsiegelbewahrer Eden erinnerte daran, daß die Minderheitenfrage allein aus der Tatsache entstanden sei, daß bei dem territorialen Wechsel auf Grund der Friedensverträge diejenigen Staaten, die große, neue Gebiete erhalten hätten, gleichzeitig große Mengen einer Bevölkerung übernommen hätten, die rasfenmäßig nicht mit dem neuen Staat verwandt gewesen seien, sondern mit den benachbarten Staaten, mit Denen das neue Land in den meisten Fällen soeben noch im Kriege gestanden hatte. Es gibt nichts, das die Ausdehnung dieses ganz besonderen Problems auf die ganze Welt rechtfertigen würde, schon deshalb nicht, da anderswo keine derartige Ver- vflanzung einer Bevölkerung von einem Staat in ben anderen stattgefunden hat ober in Aussicht genommen ist. Wenn der Mechanismus, der für diesen ganz besonderen Zweck geschaffen worden ist, in anderen Ländern angewandt werden müßte, wo aroar Minderheiten vorhanden sind, wo aber nicht Das gleiche internationale Problem besteht, so würde die Gefahr entstehen, daß allein dieser Mechanismus das Problem dort erst schafft, wo es noch gar nicht bestanden hat. In einigen Ländern seien Rasse, Religion und Sprache so vermischt, daß es gar nicht möglich sei, Mehrheiten und Minderheiten fest- zustellen. Natürlich trage jede Regierung, auch da, wo die internationale Frage nicht bestehe, die Verantwortung für die Bevölkerung aller Rassen, Sprachen oder Religionen. Jede Regierung müsse auch nach der Behandlung beurteilt werden, die sie jedem Teil ihrer Untertanen zuteil werden lasse. Das sei ein Element der Zivilisation und darauf gründe sich der gute Name eines Staates. Baron Aloisi (Italien) wandte sich nur kurz gegen eine Ausdehnung der Minderheitenschutzverträge. Dieses Frage habe sich historisch entwickelt und müsse auch so betrachtet werden. Die Lage in den verschiedenen Ländern sei völlig unterschiedlich. M a \ {i g I i (Frankreich) behauptete, daß in seinem Lande die Minderheitenfrage nicht b e st e h e. Die Einberufung einer Konferenz zur Verallgemeinerung der Minderheitenschutzverträge könne vom praktischen Gesichtspunkt aus kaum ernstlich erörtert werden. Gewiß seien die Minderheitenschutzverträge nicht ewig. Die Unterzeichnermächte des Versailler Vertrages und der Völkerbund könnten sie nach einer entsprechenden Prüfung auch abändern. Raczynski (polen) erklärte darauf, Polen halte seinen Standpunkt grundsätzlich durchaus aufrecht. Es habe hier bei einigen Staaten Unterstützung gefunden, bei anderen jedoch, und nicht den kleinsten, fei es auf Ablehnung gestoßen. Er habe die Gegengründe zum Teil schon widerlegt, und es werde ihm nicht schwer fallen, die übrigen jetzt noch zu widerlegen. Er verzichte aber darauf, da Einstimmigkeit notwendig sei, und keine Aussicht auf eine Entschließung im Sinne des polnischen Antrages bestehe. Polen werde den Antrag n i ch t zur A b st i m - mung bringen, was gleichbedeutend ist mit einer Zurückziehung des polnischen Antrages auf Einberufung einer Konferenz mit dem Ziele einer Verallgemeinerung der Minderheiten- schutzverträge. Erleichtertes Aufatmen in Paris uni* London. London, 22. Sept. (DRB.-Funkspruch.) Die überraschende Zurücknahme des polnischen Antrages auf Verallgemeinerung des Minderheitenschutzver- trages läßt die englische Presse aufatmen. Der polnische Sprengkörper war, wie es in einem Bericht heißt, „harmlos". Der Zwischenfall wird als „e r - ledigt" angesehen. Während die der Regierung nahestehenden konservativen Blätter Polen vorwerfen, daß es sich durch fein brüskes Vorgehen nicht mit Ruhm bedeckt habe, erhält Polen einen Fürsprecher in dem sozialistischen „Daily 5) e r a I d". Das Blatt weist darauf hin, daß Italien keine Einmischung in die Behandlung der Deutschen in Südtirol dulde, und auch die britische und französische Regierung die Lage der unzähligen Rassen ihrer Reiche als ihre eigene Angelegenheit betrachten, die niemanden anders anginge. Die polnische Aktion habe gezeigt, daß die unter Minderheitenvertrag stehenden Staaten nicht unbegrenzt ein System annehmen werden, das sie als weniger vertrauenswürdig gegenüber dem übrigen Teil der Welt hinstellt. In der „Times" kommt Polen bei weitem nicht so gut weg. Polen habe weder sich noch dem Völkerbund Ehre gemacht, indem es eine so große Frage so ungeschliffen aufgeworfen habe. „Times" erkennt jedoch nach dieser Gardinenpredigt an, daß Polens Stellung in Mitteleuropa jetzt st a r k sei. Es habe eine Bevölkerung von über 30 Millionen und habe den berechtigten Anspruch, als Großmacht angesehen zu werden. Es habe das Recht zu erklären, daß seine Stellung jetzt völlig verschieden sei von der im Jahre 1919, der Zeit der Unterzeichnung des Minderheitenvertrages. Der Minderheitenvertrag müsse jetzt entweder zeitlich begrenzt oder in Uebereinstimmung mit den anderen verantwortlichen Parteien abgeändert werden. * Die Pariser Presse legt eine gemäßigte zurückhaltende Stimmung an den Tag. „Matin" erklärt, man müsse feststellen, daß Polen in seinem Willen nach Erlangung völliger Unabhängigkeit gewiß nicht gegen die einen oder unter Beihilfe der anderen gehandelt habe. Ein Volk, das während eines Jahrhunderts unterjocht gewesen sei, hege den Ehrgeiz, niemand en zu dienen. Die Vorzüge und Nachteile der Warschauer Politik seien, nur ausschließlich polnisch zu sein. — „Petit Parisien" schreibt, Frankreich, das noch mit der polnischen Freundschaft rechnen wolle, könne sich über die Zurückziehung des polnischen Antrages im polnischen Interesse nur freuen. — „Oeuvre" erklärt, Polen sei vor seiner drohend en Isolierung zurückgeschreckt. Die Auflösung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher. Eine Erklärung des Vizekanzlers a. D. v. Popen. Berlin, 20. Sept. (DNB.) Vizekanzler a. D. von Papen veröffentlicht folgende Erklärung: Nachdem ich von meiner Stellung als Vizekanzler abberufen und auf Wunsch des Führers in befristeter Sondermission nach Wien entsandt worden bin, war es mir nicht mehr möglich, die Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher verantwortlich zu leiten. Ich habe deshalb dem Führer vorgeschlagen, die Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher innerhalb des Reichsgebietes a u f 3 u l ö f e n , was mit Erlaß vom 19. September d. I. bekanntgegeben wurde. Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher ist von mir mit Genehmigung der Reichsparteileitung ins Leben gerufen worden, um in einer Zeit großer staatspolitischer Umwälzungen und damit notwendig verbundener harter weltanschaulicher Auseinandersetzungen die Verständigung zwischen dem deutschen Katholizismus und der nationalsozialistischenStaatsdoktrin zu erleichtern, das große Ziel des Zusammen- wachsens aller Deutschen zu einer geistigen Einheit zu fordern. Das im Juli 1933 geschlossene erste deutsche Reichskonkordat hatte die vertraglichen Grundlagen für eine freie und segensreiche Wirkung der katholischen Kirche geschaffen, die eine parteimäßige Vertretung des politischen deutschen Katholizismus in Zukunft überflüssig machen sollte und als deren Folge sich alsbald die Zentrumspartei aus eigenem Entschluß auflöste. Es war indessen nicht erstaunlich, daß der über ein halbes Jahrhundert währende Zu st and enger Verquickung politischer und religiöser Interessen nun nicht klaglos liquidiert werden würde. Menschliche Schwächen und Vorurteile auf beiden Seiten, sachliche Gegnerschaft derer, die das Christentum für eine überlebte Angelegenheit hielten, standen dagegen. In diesen unvermeidlichen In Verfolg einer mehrmonatigen umfangreichen Aktion hat die Berliner Kriminalpolizei jetzt einen neuen ganz großen Schlag gegen die Verbrecherwelt der Reichshauptstadt zum Abschluß gebracht. Mit diesem Erfolg wurde endgültig einer weitverzweigten Einbrecherorganisation das Handwerk gelegt, die in den Annalen der Berliner Kriminalgeschichte bisher ohne Beispiel dasteht und die in ihrem Aufbau nur den organisierten amerikanischen Berufsverbrecher-Bayden verglichen werden kann. Nach zwölfwöchigen ununterbrochenen (Ermittlungsarbeiten konnten nach und nach über 60 Einbrecher und Hehler, darunter mehrere Frauen, fest genommen werden, denen bis heute etwa 130 zum Teil bis in das Jahr 1932 zurückliegende Geschäftseinbrüche aller Art und etwa 180 Wohnungseinbrüche in Groß-Berlin einwandfrei nachgewiesen wurden. Darüber hinaus aber kommen auf das Konto der meist schon erheblich vorbestraften Banditen, die durchschnittlich 20 bis 30 Jahre alt sind, noch etwa 200 weitere kurz vor der Aufklärung stehende Wohnungsein- brüche. Trotz ihrer Jugend haben es einige von ihnen nach eigenem Geständnis fertig gebracht, an über 100, in einem Fall sogar an mehr als 200 Einbrüchen beteiligt zu sein. Wenn man bedenkt, daß bei fast jedem Einbruch Beute im Durchschnitt von 1000 bis 4000 Mark gemacht worden ist, so kann man sich eine Vorstellung machen, welche Vermögenswerte Der Volksgemeinschaft durch diese Auseinandersetzungen dem deutschen Volk einen Dien ft zu lei ft en durch Aufklärung von Mißverständnissen, Beseitigung von Vorurteilen, Wiedergutmachung von Unrecht war das Bestreben der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Deutscher, die sich bewußt war, damit auch zugleich der Gesamtheit der christlichen Bekenntnisse zu dienen. Die Stellung des nationalsozialistischen Staates zur christlichen und katholischen Kirche ist durch den Mund des Führers und Reichskanzlers oft und unzweideutig bargelegt worden. Noch in jüngster Zeit sind aussichtsreiche Verhandlungen gepflogen worden, Unstimmigkeiten in der Auslegung des Konkordates zu beseitigen, und ich weiß aus vielen Unterhaltungen mit dem Führer, wie sehr ihm die innere Befriedung zwischen Kirche und Staat am Herzen liegt. Nachdem Staat und Partei eins geworden sind, kann es nicht mehr zweierlei Auffassung geben. Der Führer spricht mit der Autorität seines hohen verantwortungsvollen Amts. Niemand zweifelt an seinem Wort, aber auch niemand h a t das Recht, seinen Absichten entgegen gu handeln. Es ist deshalb auch klar, daß das Werk der inneren Befriedung nun am besten von der Stelle aus behütet und gefordert wird, die ihm für diese Zwecke unmittelbar unter ft e 1) t. Allen meinen Mitarbeitern in der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Deutscher, die sich voller Hinge- bung der schweren Aufgabe des gegenseitigen Interessenausgleiches gewidmet haben, sage ich herzlichen Dank. Sie haben für ein hohes Ziel ihre Kräfte eingesetzt und werden auch in Zukunft mit allen gut Gesinnten nicht müde werden zu arbeiten: Für die geistige Zusammenschweißung unserer Nation, für die glückliche Zukunft des Dritten Reiches auf der Grundlage der unvergänglichen und segensreichen I Botschaft des Christentums. Schädlinge verloren gingen. Jetzt konnte Diebesbeute im Werte von rund 2 0 0 0 0 Mark wieder herbeigeschafst werden. Als Ende Juni die ersten Festnahmen in diesem Komplex erfolgten, ahnte man noch nicht, mit was für auseinander eingespielten Einbrecher- und Hehler-Gesellschaft man es zu tun hatte. Die Arbeit der Kriminalpolizei gestaltete sich insofern außerordentlich schwierig, als fast alle Banditen Mitglieder ehemaliger Berufsoereine waren. Ihr Haupttätigkeitsfeld war zuerst die Gegend vom Stettiner Bahnhof zum Alexanderplatz. Ihre Hauptverkehrspunkte waren zwei Kaschemmen m der Linienstraße und am jetzigen Horst-Wessel-Platz, wo sie ihre Einbrecherkolonnen bildeten, die dann nachts in Stärke von zwei bis sieben Ncann ihre Raubzüge antraten. Ob Lebensrnittel-, Tabak- oder Eisenwarenhandlungen, ob Musikinstrumenten-, Juwelen- oder Schuhgeschäfte, ob kleine Verkaufsladen oder Engrosfirmen, kein Geschäftsmann war vor den Einbrechern sicher. Häufig führte eine Kolonne gleich mehrere Einbrüche in einer Nacht aus. Die Verwegenheit der Banditen war beispiellos. Einmal gab es vor Polizeibeamten eine halsbrecherische Flucht über mehrere Häuserdächer, em anderes Mal über Hofe und Mauern durch einen Abzugsschacht unö mehrere Kellerräume. Nach der Festnahme mehrerer fiaupttäter stellten sich die Verbrecher von den „Nochtqeichösten" um auf Wohnungsembruche. Sie llteustnge auf diefem (Bebtet rvurden „üesiriinge, die weiter zum „Macher", „Pauker" und zum „Meister" aufrückten. Bei dem „Brillanten-Paul" wurden Juwelen und Schmuck im Werte von 15 000 Mark gefunden. Oes Saarlandes Antwort an Barthou. Nationales Gefühl und wirtschaftliche Vernunft sprechen für Deutschland. Saarbrücken, 21. Sept. (DNB.) In der Ausschußsitzung des Schutzvereins für Handel und Gewerbe betonte Der Vorsitzende, daß auf deutscher Seite der herzliche Wunfch und das heiße Bemühen zu sehen sei, dem Saargebiet wirklich zu helfen. Leider aber könne man auf französischer Seite nicht das gleiche beobachten. Frankreich hätte die Möglichkeit gehabt, schon im vorigen Jahre auf Das VerstänDigungsangebot des Reichskanzlers einzugehen. Aber es habe weder damals noch jetzt die Zeichen der Zeit verstanden. Die Denkschrift Barthous könne nicht als ein Zeichen beginnender Einsicht gewertet werden. Ihr unverhülltes Liebäugeln mit dem Status quo sei alles andere, nur keine Realpoli- t i k. Realpolitik in d e r Saarfrage treiben, heiße, Den deutschen Charakter dieses Gebietes bedingungslos anzuerkennen, heiße, sich auf d i e unteilbare Rückgliederung einzustellen. Nur auf dieser Grundlage könne eine vernünftige Lösung auch der Wirtschaftsfragen möglich sein. Jede Form der Propaganda für den Status quo, ob sie von französischer oder von saarländischer Seite komme, bedeute eine wirtschaftliche Schädigung des Saargebietes. Wir sind auf das tiefste davon durchdrungen, daß das Gemeinwohl der gesamten Saarwirtschaft für alle Zeiten gesichert ist, wenn wir zum Reich zurückkommen. Gewiß bringt die Rückgliederung manche wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Diese Schwierigkeiten sind aber nur ein Bruchteil derjenigen, die im Falle einer Beide h a l tu n g des bisherigen Regimes mit Sicherheit zu erwarten wären. Nationales Gefühl und wirtschaftliche Vernunft bestimmen den Kurs für die kommenden Entscheidungsmonate. — Die - jer Kurs heißt Deutschland. Kleine politische Nachrichten. Der Chef des Stabes gibt bekannt: Der Führer hat den Brigadeführer Marx er zum Stabsführer der Ober st en SA. - Führung als ständigen Vertreter des Chefs des Stabes in allen amtlichen SA.-Angelegenheiten ernannt. * Wie die Deutsche Arbeitsfront mitteilt, hat Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht die Entlassung des Generalsekretärs des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages Dr. Schild angeordnet. Aus dem gleichen Grunde hat der Führer der Deutschen Arbeitsfront Pg. Dr. Ley den Dr. Schild seiner Funktionen in Der Reichsbetriebsgemeinschaft HanDwerk entzogen. Der Reichsführer der SS., Diplomlandwirt Himmler hat als Führer des Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte den bisherigen Führer des Reichsbundes, Ministerialrat Pg. Dr. Kummer, Leiter der Abteilung III Siedlung und Osthilfe im Reichsernährungsministerium, zu seinem mit der Führung des ReichsbunDes B e - a u f t r a g t e n bestellt unD Den Reichsunterabteilungsleiter im Reichsnährstand, Pg. Dr. K r a e» m er, als Reichsgeschäftsführer bestätigt. * Zum Befehlshaber im Wehrkreise VI (Münster) ist als Nachfolger des mit dem 30 September ausscheidenden Generalleutnant Fleck Generalleutnant von Kluge, bisher Inspektor Der Nachrichtentruppen, ernannt worden. * Reichsverkehrsminister Freiherr v. Eltz-Rübenach hat den Generaldirektor Dr. h. c. Joh. Welker EingroßerSchlaggegendieünterweltvonVertin. Lleber 60 Einbrecher und Hehler unschädlich gemacht. Hunderte von Einbrüchen aufgeklärt. in Duisburg zum Vorsitzenden Des Zen« traloereins der deutschen Binnen« ch i f f a h r t e. V. in Berlin ernannt. Der in Eger auf der Rückreise vom Nürnber« ger Parteitag verhaftete 17jährige deutsche R e i ch s a n g e h o r i g e L u f f e r t - R e i s s ende r g e r wurde auf das Eingreifen des Prager deutschen Gesandten in Freiheit gesetzt. Eine Untersuchung ergab, daß die ebenfalls für eine Nacht in Polizeigewahrsam genommene Schwerer Lufferts in einer Zelle allein untergebracht war. Die Geschwister befinden sich auf der Heimreise nach Budapest. * Der schweizerische Bundesrat hat Den Beschluß der Bundesanwaltschaft gutgeheißen, wonach die aus der Tschechoslowakei eingeführte Bro- schüre „Das Dritte Reich in der Karikatur" zu beschlagnahmen sei. In dieser Broschüre wird sowohl die deutsche Regierung wie auch Deutschland selbst in der übelsten Weise verunglimpft. Am Freitagabend haben sowohl die amerikanischen Textilarbeitergewerkschaften als auch die Arbeitgeber grundsätzlich dem Der« mittlungsplan ihre Zustimmung gegeben. Man erwartet, daß bereits am Montag 500 000 Arbeiter in der Baumwoll-, Seiden- und Wollindustrie die Arbeit wieder aufnehmen. Der Vermittlungsoorschlag sieht eine spätere Regelung aller einzelnen Streitpunkte vor. Aus aller Wett. Hans Slofch-Sarrasani gestorben. Der weltbekannte Zirkusdirektor Hans Stosch- S a r r a \ a n i ist am Freitag im deutschen Krankenhaus von Sao Paulo geftorben. Riesenbrand im hannoverschen Hloor. Ein Riesenbrand im Weißen Moor bet Schönewörde (Kreis Gifhorn, Hannover) hat Das gesamte Moorgebiet bis zur Weiße-Moor-Land» straße ergriffen. Etwa 6000 Morgen Moor stehen in Flammen. Das gesamte SchönewörDer Moor gilt als vernichtet, ebenso das Gebiet, das der Stadt Wittingen gehört. Man hofft, daß der gepflasterte Weg ins Moor dem Vordringen des Feuers Einhalt gebieten wird. Sollte jedoch der Wind die Flammen über die Straße hinwegtreiben, so schwebt der staatliche Forst in größter Gefahr. Die Forstbeamten weilen Tag und Nacht an den besonders gefährdeten Stellen. Der Moorbrand trat bereits in das Knefebecker Gebiet über und nahm schnell große Ausdehnung an. Außer dem Arbeitsdienst weilen der größte Teil Der Einwohnerschaft Der Moororte unD Die Freiwilligen Feuerwehren an Den Brandherden. Man ist jedoch gezwungen, sich auf abriegelnbe Maßnahmen zu beschränken, da ein Betreten des brennenden Moores unmöglich ist. Den Vater erschlagen, die Mutter mißhandelt. In Rußheim (Baden) wurde der 50jährige Landwirt und Zimmermeister Ferdinand Th. M e i e r von feinem 21jährigen Sohn im Stall durch zwei Beilhiebe auf den Kopf getötet. Der leichtsinnige Lebenswandel des Sohnes hatte den Eltern viel Kummer bereitet. Es kam des öfteren zum Streit zwischen Vater und Mutter, die dem ungeratenen Sohn Vorhaltungen machte. Der junge Mann schleppte die Leiche in die Scheune, wo sie zugedeckt aufgefunden wurde. In seiner Raserei rannte der Mörder dann in die Küche, wo er auf die ahnungslose Mutter losstürzte und sie niederschlug. Auf ihre Hilferufe eilten Nachbarn herbei, worauf der Täter in fein Zimmer flüchtete. Die Tatsache, daß der Mutter ein Arm aus« gekugelt war, beweist die Rohheit des Täters. Der Mörder versuchte, sich mit einem Küchenmesser durch Oeffnen der Pulsadern das Leben zu nehmen. Man konnte ihn aber daran hindern und in das Ortsgefängnis einliefern. Bei feiner Vernehmung gab der Mörder an, er fei von feinem Vater bedroht worden und habe in Notwehr gehandelt. Diese Darstellung erscheint aber wenig glaubhaft. Eine Schlange verursacht ein schweres Dootsunglück. 17 Menschen ertrunken. Eine Kobra verursachte ein schweres Bootsunglück auf Dem Tschambalfluß in Der Nähe von Gwalior (Zentralasien). Mitten im Fluß stieß das Fährboot mit einem flußabwärts treibenden Strohdach zusammen. In dem Stroh befand sich eine große Kobra, die bei dem Zusammenstoß an BorD des Bootes glitt. Die Fahrgäste drängten sich vor Schreck auf einer Seite Des Bootes zusammen, Das infolgeDessen kenterte. 17 Personen ertranken. Der Werbemarsch der Feuerwehr. Der Werbemarsch, den die hiesigen Feuerwehren am morgigen Sonntag aus Anlaß der Reichsfeuerschutzwoche veranstalten werden, bewegt sich durch folgende Straßen: Brandplatz, Landgrafenstraße, Adolf-Hitler-Wall, Walltorstraße, Kirchenplatz, Schulstraße, Sonnenstraße, Seltersweg, Horst-Wes- sel-Wall, Bahnofstraße, Kaplansgasse, Neuenweg, Ludwigsplatz, Ludwigstraße, Bismarckstraße, Hin» denburgwall. Neuen Bäue, Sonnenstraße, Brandplatz. Wettervoraussage. Don Südosten her hat sich ein Hochdruckkeil bis nach Süddeutschland vorgeschoben, der zeitweise zur Aufheiterung führt und vorübergehend leichte Wetterbesserung bedingt. Jedoch tritt eine allgemeine Beruhigung der Wetterlage noch nicht ein, da sich von Island her ein neues Tiefdruckgebiet südwärts bewegt, an dessen Vorderseite weiterhin ozeanische Luft nach dem Festlande befördert wird. Nach verbreiteten Dunst- und Nebelbildungen wird es weiterhin wechselhaft und kühl bleiben, vereinzelt sind Regenschauer zu erwarten. Aussichten für Sonntag: Anfangs nebelt«, dunstig, taasüber wechselnd bewölkt mit zwischenzeitlicher Aufheiterung, kühl, zeitweise schauerartige Niederschläge. Aussichten für Montag: Fortdauer Des wechselhaften Witterungscharakters. Lufttemperaturen am 21. September: mittags 18,4 Grad Celsius, abends 12,3 Grad; am 22. September: morgens 11,7 Grad. Maximum 18,5 Grad, Minimum 10,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. September: abends 15,9 Grad; am 22. September: morgens 14 Grad Celsius. — Niederschläge 1 mm. — Sonnenscheindauer 1 Stunde- Hauptschriftleiler: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Bruhl'sche Universitäts-Buch, und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. mtJ 3-Zii.-M Kleine gutgeh. ob. frauenlosem erw. Garten am Leihg. Weg Beding. 5467 D a. Bekanntmachuno x Gießener Anzeiger September d. I. gefällte Nutzholz, und zwar: sucht Stelle 31 Erlernung bi 1-2 Herren 1,5 rm Fichten-Papierholz 1. Kl. 25: 19,6 versteigert werben. 5446C in dem 15. Oktober 1934 Anzeige zu machen. 54850 am Donnerstag, dem 27. September 1934, 10)4 Uhr, in der Gastwirtschaft „Zur Liebigshöhe" in Gießen Kevlersttaße 9. Telephon 3804. 23: 24: iur »es 13,2 3,2 1,4 für den Verkauf des welt- bekanntVorwerk-Kobold- U niversalgerätes, welches als Stanbsanger, Haartrockner, Bohner und Entmotter verwendet und zu monatl. Raten von RM. 5.— verk. werden kann.V orzustellen a. Dienstag, 25. Sept.,vorm. lOUhr, Hotel Schütz, Bahnhofstraße, od. schriftl. Offerten unt. F. M. 6750 an Ala Anzeigen-A.-G., FrankL-M. Mittelgroßes Geschäftshaus beste Lage, unt Gießen, den 19. September 1934. Hessisches Amtsgericht. das im Los 1: „ 2: „ 3: „ 4: „ 5: „ 6: „ 7: „ 8: „ 9: „ 10: w 11: „ 12: „ 13: „ 14: „ 15: „ 16: „ 17: „ 18: „ 19: „ 20: „ 21: „ 22: Die Zuschlagserteilung erfolgt sofort Termin. Gießen, den 20. September 1934. Bürgermeisterei Gießen. Ritter, Oberbürgermeister. 60 Mille Verm., a. Kleinst., sucht pass. Mädel zw. Heirat kennen zu lern. Vermögen angenehm, aber nicht Haushalts in nur guter Fam. ohne gegens. Vergüt. Schr. Ang. unt. 5502va.d.G.A. Fräulein kinderlieb, sucht leichte Beschrift, i. Haushalt. In Krankenpflege u. Nähen erfahren. grinst, zu verk. . Näh. A. Becker, Hübsche geraum. 5-310?!- Junges Mädchen 17 I., aus guter Fam.v. autzerh., in Hausarbeiten bewandert, Besondere Gelegenheit! Wir suchen zur Uebernahme einer lohnenden Vertriebest eile für unseren bek. 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Der Antrag des Manufakturwarenhändlers Otto pröfamer in Lich (Oberhessen), über sein Vermögen das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses zu eröffnen, wird abgelehnt, weil die Mehrheit der an dem Verfahren beteiligten Gläubiger, die zugleich mehr als die Hälfte der Gesamtsumme der von dem Vergleiche betroffenen Forderungen darstellen müssen, ihr Einverständnis zu der Eröffnung des Vergleichs nicht gegeben haben. Außerdem ist auch eine genügende Sicherheit für die Durchführung des Vergleichs nicht angeboten worden. Zugleich wird gemäß § 24 der Vergleichsordnung heute am 19. September 1934, 8 Uhr, das Konkursverfahren über das Vermögen des Antragstellers eröffnet. Der Rechtsanwalt Hans Becker in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen find bis zum 15. Oktober 1934 bei dem Gericht anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehal- tung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die im § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände auf: Freitag, den 19. Oktober 1934, vormittags 9 Uhr und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf: Freitag, den 19. Oktober 1934, vormittags 9 Uhr vor dem oben bezeichneten Gericht, Zimmer 101, Termin anberaumt. 1. St.,Bad.extra Mans., Balkon, eoent. Garage, in bester Lage, sofort zu serm. Schr. Ang. unt. 04603 a. b. G.A. Lunge Stenotypistin die auch leichte Buchhaltungsarbeiten mit übernehmen kann sofort gesucht. Heinrich Lehmbecker früh. Haus der Handarbeit Seltersweg 73 54730 Zigarren- oder Kolonialwarengeschäft zu pachten gesucht. Kaution kann gestellt werden. Schr. Ang. unt. 04582 a.d.G.A. Auhyohverlaus der Stadt Gießen am 27. September 1934. Aus der Abteilung 66 des Stadtwaldes (zwischen der 2. und 3. 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Klasse 5,0 „ Fichtenknüppelreisig 1. Klasse 3,6 „ Buchen- und Eichenstöcke 168,4 „ Kiefernstöcke 33,9 „ Fichtenstöcke. Zusammenkunft: Licher Straße, 1. Schneise. Gießen, den 21. September 1934. Bürgermeisterei Gießen. Ritter, Oberbürgermeister. n.al.täst.Haarew. nurb dievonmir angew,einz.fich Meth. unt. Gar imm.mitb.Wurz. fchmerzl.entferm 12JabrePraris. Frau B. Gulden. Svrechstd. leben Freitag,Gießen. Hindenburgw.15 9-7 11 br bnrrfig Zeugen gesucht die Weihnacht- Samst. (23.12.) 17 Uhr gesehen, w. Straßenbahn am Kaufhaus Schulze, Kreuz- vlatz, mit einem Auto zusammenstieß. Schriftliche Mitteilungen u. 5487 Da.d. G.A. 4/20 PS Svel vreisw. zu verkaufen. [04606 Paul Bahnhofstr. 35. Motorrad 200 cem, elektr. Licht, billig zu verkaufen. [04566 Anzusehen: Großgarage am Aulweg. mit Bad, Gas, elektr. Licht und Dampfheizung zu v?rm. t>463 D Wirieck, -udwigsrr. 23. 3-Z1im.'Wohn. mi: Küche, Ätan- sarbe und Zubehör, Heizung, w. Wasser, in größ. Ort Nähe Gieß., zu vermieten. Schr. 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Die hessische Landesbank — Staatsbank — In Darmstadt wird zur Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 10. November 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Ge- richt einzureichen bei Meidung der in § 11, Absatz 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. 5483D Gießen, den 18. September 1934. Hessisches Amtsgericht. GrLier-u.Nutz- garten m. Wochenendhaus am Heegstrauchweg (Baugelände) zu verkauf. [5512D Näh. Ä. Becker, Kevlersttaße 9. Schub- machevel i. s. g. Lage Hanaus, m. Masch., monatl. Umsatz 5-600 Mk., bilL zu verkaufen. Bruno Seitz, Hanau.Hosvital- sttaße 3. [ö47oD mit Bad und Dampfheizung i. Einfamilienhaus zu vermiet. Schr. Ang. unt. 04578 a. d. G.A. Schöne 3-Zimmer- Wohnung an ruh. Familie abzugeben ab 1. Oktober 1934. Schr. Ang. unt. 04594 a. d. G.A. Schöne 3-Zimmer- Wohnung in freier Lage, an ruh. Familie zu vermiet.[04598 Schützenstr. 50. 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Aber jetzt wird sie durch einen Bericht des russischen Botschafters über ein Gespräch mit San Giuliano bestätigt. Danach hat der Minister dem serbischen Gesandten geraten, den Wiener sind, nicht zu erfüllen, was sie angenommen haben." Also, die Londoner Konferenz sollte den Serben dazu verhelfen, unter dem Schein einer Genugtuung für Oesterreich-Ungarn tatsächlich ihr Treiben zur Auflösung der Doppelmonarchie fortsetzen zu können — jetzt sogar gedeckt von der Mehrstill mit sich besprochen hatte, in die Ställe ging, um vor Feierabend nach Mensch und Tier zu sehen. Er sagte kein Wort, als er die beiden Pferde nicht vor der Krippe fand, füllte im Hinausgehen etwas Hafer in feine Tasche und machte sich heimlich davon, um die Pferde vom Felde zu holen. einer Annahme abgeneigt, wünschte aber Verlängerung der Frist, um Zeit für diplomatische und militärische Vorbereitungen zu gewinnen. Sie bat da- , her den Zaren und den König von Italien, in ! Wien eine Ausdehnung der Frist zu erwirken. In Einige Tage, später deutete der Italiener an, wie er sich die Durchführung der serbischen Politik dachte: an einem dieser Tage, daß er niemanden fand, der Tochter und Pflug zu seiner seltsamen Kreuzigung herzugeben bereit war. Es dunkelte schon, als er, überall abgewiesen, auf einem öden Felde bei einem verrosteten Pfluge stand und die verzweifelten Arme in den Wind hob. Da kam ein Mann über das dämmernde Feld geschritten, barhaupt und barfüßig, wie es da nicht Brauch war. Der nickte ihm schweigend zu und faßte die Handgriffe des Pfluges und ging mit ihm die schwere Erfüllung seines Gelübdes, gleichwie man sich der Not eines Kindes oder eines Kranken schweigend erbarmt. Aber als sie geendet hatten, blieb er noch neben dem Pfluge stehen, die Erde von der blankgewordenen Schar entfernend, und sagte, daß er nun heimkehren möge: sie hätten gefunden. Und dann ging er davon. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Singapore, im August 1934. Wir haben Glück: Unser Schiff muß nach Port Swettenham, südlich von Penang. Eine Jnsel- fahrt von höchstem Reiz liegt hinter uns. Die Malakka st raße trübt kein Wind. Ab und zu fällt ein kurzer, wolkenbruchartiger Regen, denn es ist Regenzeit. Aber die am Himmel wandernden Wasserreservoire ziehen schnell weiter. Nach sechzehn Stunden nähern wir uns der Küste und biegen in den nördlichen Teil einer riesigen Wassergabel ein, an deren Schnittpunkt Swettenham liegt. Diese tropische Flußfahrt ist ohnegleichen schön. Inseln mit reichem Palmenbestand gleiten vorüber, Wälder tauchen auf, Berge, Gebirge und wieder Inseln und Palmen. Unser Schiff geht bei ruhiger Fahrt behaglich und ausgeruht seiner Arbeit nach. Die riesigen Segelplanen werden von den Luken genommen, Taue gerollt, Ketten geölt und die Bullaugen geöffnet. Der Kapitän ist überall und nirgends. Gerade war er auf der Brücke, jetzt ist er auf dem Promenadendeck; ein kurzer Gruß, und man sieht ihn dem Mannschaftslogis zueilen. Mit der nautischen Leitung allein ist es nicht getan; da müssen die Schiffsberichte gemacht werden, das Essen wird geprüft, Beschwerden erledigt und vielerlei Kleinigkeiten vereinigt. Der Kapitän muß Führer im besten Sinne des Wortes sein, denn er trägt riesige Verantwortung. Jedes Schiff hat eine Kette von Anweisungen und Vorschriften zu erfüllen, und alle Häfen warten mit neuen Bestimmungen auf. Da kommt der Lotse an Bord, später kommen die Hafenbehörden, werden die Pässe geprüft, Gesundheitskontrolle geübt, werden Anwesenheitsliste und Fracht nachgesehen. Agenten, Freunde des Schiffes, Postbeamte, Händler und vieles mehr erscheinen. Und in allen Räumen sitzen Menschen, die ein Anliegen haben. Kurze Zeit darauf rasseln die Ketten, Leichter gehen längsseits, eingeborene Hafenarbeiter erfüllen mit ihrem Geschrei die Laderäume. Die „Chiefs" notieren die Lasten, Kaufleute beaufsichtigen ihre Waren, und der zweite Offizier leitet das Ganze. Er muß wissen, wo die Ladungen für die einzelnen Häfen verstaut sind und muß acht geben, daß die Entladezeiten eingehalten werden. Zeit ist Geld, — in der Schiffahrt wird dieses Wort ganz groß geschrieben. Die gemeinsame Arbeit hat denn auch Schiff und Besatzung zu einer Geschlossenheit zu- *) Vgl. die Aufsätze in Nr. 198 des Gießener Anzeigers vom 25. August, Nr. 204 vom 1. September, Nr. 210 vom 8. September und Nr. 216 vom 15. September. ____________ „Oesterreich werde hierdurch nur einen Scheinerfolg erringen; in der Praxis könne man sich später über vieles einigen." Also, Serbien soll alles versprechen mit dem festen Vorsatz, bas Versprechen zu Spät in der Nacht kam er heim. Pferde und Pflug waren nicht da. Er fragte den Knecht, den Hirten, er fragte das Kind in der Wiege. Niemand war auf der gerodeten Heide gewesen. Sie zündeten Laternen an und gingen hinaus. Ein schwerer Regen fiel; und was sie fanden, war die Furche, die plötzlich endete, und der Stein, auf dem noch die xelmonarchie heraufzog, durchaus Partei ge- : en Oesterreich-Ungarn nahm. Sie hat da- -iit eine ebenso illoyale wie friedensgefährliche Poetik ergriffen. Als die Wiener Regierung ihre unvermeidlichen Sühneforderungen an Serbien vorbereitete, untereß sie nicht, den italieniscken Bundesgenossen im Allgemeinen von ihrer Absicht in Kenntnis zu setzen. russischen Botschafter. Nach derartigen Aeußerungen i berrascht es nicht, daß die italienische Regierung, ubald der Konflikt zwischen Serbien und der Dop- Ueber die zufällige Begegnung Bismarcks mit der berühmten Sängerin Pauline Lucca (1841 bis heit der Konferenzmächte. Eine neue Rechtfertigung der deutschen Politik, die jenen Konferenzvorschlag in richtiger Ahnung feiner Bedeutung zu Fall brachte. Begleitet waren alle Erklärungen an die russischen und serbischen Diplomaten mit der Versicye- rung, daß Italien bei einem etwaigen Kriege Oesterreichs gegen Serbien den Bündnisfall nicht anerkennen werde: Rußland und Serbien erfuhren also sogleich, daß die ihnen widerwärtige Situation von 1912/13 mit der Geschlossenheit des Dreibundes sich nicht wiederholen werde. Wie über Italiens Stellungnahme war man in Petersburg auch über die Englands beim Beginn der Krisis im Klaren. Einige bisher unbekannte Bruchstücke der Korrespondenz des russischen Bot- I Lucca sich will mich oben photographieren lassen". 1— Ich kann nicht", antwortete der Minister, „ich i erwarte meine, Chiffreure.„die scheinen spazieren Italiens Vorkriegspolitik im Lichte der russischen Akten. Don Or. Gustav Wolost, o. ö. Professor der Geschichte an der Universität Gießen Im Land des Gummibaums Durch die malayischen Staaten zum Tor des Ostens. Don unserem nach Tokio entsandten JR. W.-Berichtersiatter.* und erklärte dabei ausdrücklich, wenn Serbien Oesterreich durch Ablehnung seiner Forderungen zum Kriege zwänge, denke sie nicht an eine (Eroberung serbischen Gebietes: die territorialen Interessen Italiens wie Rußlands sollten also geschont werden. Trotz dieser Versicherung hat San Guilano dem russischen und englischen Botschafter sogleich erklärt, Oesterreich wolle Serbien durch einen großen Schlag vernichten und scheue zu dem Zweck vor keinem Kriege zurück, und nachdem Oesterreich sein Ultimatum an Serbien gerichtet hatte, wiederholte er diese Behauptung. Er hat dadurch beigetragen, in London und Petersburg das Vertrauen in die Wiener Versicherungen zu schwächen und hat etwaigen Neigungen zur Verständigung von vornherein entgegengearbeitet. Das Uebelwollen gegen Oesterreich tritt noch stärker in einer anderen Episode auf. Das Ultimatum an Serbien sah bekanntlich eine zweitägige Beant- Rom erhielt man die Bitte erst nach der Abreise des österreichischen Gesandten aus Belgrad (25. Juli), konnte also nichts mehr unternehmen. Es ist aber bezeichnend, welchen Rat Italien aus Anlaß dieses serbischen Schrittes erteilt hat. Nach einer späteren Erzählung des serbischen Ministerpräsidenten Pasitsch hat Italien empfohlen, die österreichische Note ruhig anzunehmen, sie werde in der Praxis ihre Bedeutung verlieren; Serbien möge den Zeitpunkt abwarten, wo es fein Verhältnis zu Oesterreich radikal regeln, d. h. den Todes- karnpf geaen den Nachbar beginnen könne. Obgleich ähnliche Aeußerungen bereits früher in Rom gefallen waren — z. B. Serbien müsse das Piemont des Balkans werden, an dem Oester- gegangen zu sein." — „Gengen S', Exzellenz, Sie können die Depeschen später lesen",, sagte die Lucca in ihrem Wiener Dialekt, und Bismarck, galant wie immer, ging mit zum Photographen. Dort ließ sich erst die Sängerin, dann der Minister allein photographieren, als mit einmal die Teufelin aufsprang und rief: „Exzellenz, ich habe eine süperbe Idee! Wie wär's, wenn wir uns zusammen photographieren ließen?" Bismarck stimmte wieder zu, und der Photograph ging ans Werk. Auf dem sehr selten gewordenen Bild sitzt die Sängerin, den Kopf in die linke Hand gestützt, den Beschauer voll ansehend, an der einen Ecke des Tisches, ihr gegenüber an der anderen Ecke Bismarck, die Lucca anblickend, den rechten Arm auf dem Tisch, die linke Hand auf dem Knie ruhend. Nach einigen Tagen war das Bild jn hundert Händen, und ganz Ischl sprach von nichts anderem. Doch einige Zeit später fanden beide Ab- konterfeite, daß es besser sei, das Bild aus dem Kunsthandel zu ziehen, und so mußte sich der Photograph verpflichten, keine neuen Abzüge zu machen, sowie die Platten zu vernichten." Wie Bismarck selbst über diese Ausnahme dachte, an der seinerzeit in manchen Kreisen Anstoß genommen wurde, geht aus seinem Brief an dsn befreundeten konservative Rittergutsbesitzer Sin*- drae-Roman hervor, der ihm wegen der Photographie sichtlich Vorhaltungen gemacht hatte. Die fragliche Stelle des aus Berlin vom 26. Dezember 1865 datierten Briefes lautet: „ ... Heber die Lucca-Photographie würden Sie auch vermuthlich weniger streng urtheilen, wenn Sie wüßten, welchen Zufälligkeiten sie ihre Entstehung verdankt hat. Außerdem ist die jetzige Frau von Rhade, wenn auch Sängerin, doch eine Dame, der man ebensowenig wie mir selbst jemals unerlaubte Beziehungen geschlechtlicher Art nachgesagt hat. Demungeachtet würde ich, wenn ich in dem richtigen Augenblick das Aergernis erwogen hätte, welches viele und treue Freunde an diesem Scherze genommen haben, aus dem Bereiche des auf uns gerichteten Glases zurückgetreten sein. Sie sehn aus der Umständlichkeit, mit der ich Ihnen Auskunft gebe, daß ich Ihr Schreiben als ein wohlgemeintes auffasse und mich in keiner Weise des Urtheils derer, die mit mir denselben Glauben bekennen, zu über- heben strebe. Von Ihrer Freundschaft und von Ihrer eigenen christlichen Erkenntnis aber erwarte ich, daß Sie den „Urtheilenden" Vorsicht und Milde bei künftigen Gelegenheiten empfehlen; wir bedürfen deren alle, und wenn ich unter der Dollzahl der Sünder, die des Ruhmes vor Gott mangeln, hoffe, daß Seine Gnade auch mir in den Gefahren und Zweifeln meines Berufs den Stab demüthigen Glaubens nicht nehmen werde, an dem ich meinen Weg zu finden suche, so soll mich dieses Vertrauen weder harthörig gegen tadelnde Freundesworte noch zornig gegen liekloses und hoffährtiges Urtheil machen." fpondenz zwischen Sasonow, dem Minister des Auswärtigen, und Hartwig, dem Gesandten in Belgrad, einem Führer der Panslawisten und autoritativen Ratgeber der serbischen Regierung, erwartet, aber der Briefwechsel ist spärlich und sein Inhalt ziemlich dürftig, so daß der schon früher ausgesprochene Verdacht, die wichtigsten Stücke seien noch Zur Zärenzeit aus den Archiven entfernt worden, keineswegs grundlos ist. .Damit ist aber nicht gesagt, daß die Publikation nicht vieles Interessante brächte. Natürlich fällt auf schafters in London, des Grafen Bencken- dorff, tun aufs neue dar, daß dieser kluge und mit Grey, dem englischen Außenminister, in, engen Beziehungen stehende Diplomat nie an Englands schließlicher Teilnahme am Kriege gezweifelt hat. Er hat die englischen Vermittlungsvorschläge für Schein gehalten und stets die Ueberzeugung gehabt, Grey wolle sich durch diese Schritte nur die Möglichkeit sichern, den Krieg unter einem populären Vorwande, scheinbar unabhängig von den En- tetengenossen, erklären zu können, um der öffentlichen Meinung seines Landes zu genügen. So ist kein Zweifel, daß man in Petersburg die Entwicklung der Krisis in verhältnismäßiger Nuhtz betrachtet hat: man fühlte sich der Freunde sicher und wußte, daß man es mit den Mittelmächten allein zu tun haben werde. So kehrte der Bauer zurück in fein Haus, barfüßig und barhäuptig wandernd gleich seinem Helfer, und ohne Zweifel, daß ein Wunder ihn angerührt habe. Und trat in fein Leben zurück, als fei er einen Sonnenbogen lang fortgeroefen, ohne Bericht, ohne Entschuldigung, und erfuhr, daß man vor wenigen Tagen Gespann und Pflug in einem Torfstich des Waldes gefunden. Er vermied, nach dem Tage zu fragen, begrub Gerät und Gebeine und erfüllte von da an die Demut feines Altfitzertums mit niedriger und schwerer Arbeit, indem er das Heideland um den Hof mit feinen Händen rodete, ohne Hilfe eines Menschen oder Tieres. War auch vuucii. ein stiller und hochgeachteter Abendgast bet dem (Thrifti Seelsorger seiner Gemeinde und bestimmte, daß man , * 111U VvllUHUlv UU«? iiiuntf *-v i vv l 1 MI I 11 /v 1 ' ___ 7 ' ' f * i ichasler berichtet, am Mordtage selbst, als es den die von England vorgeschlagene K o n s e r e n z .der Mord erfahren hatte, den Königsmarsch und ließ vier sogenannten nicht direkt am serbisch-osterreichi- l ch 3U antihabsburgischen Demonstrationen hinrei- i schen Streit beteiligten Machte England- Deutsch- i en Auch die Regierung lebte in einer ähnlichen! land, Frankreich, Italien sollten die „Interpretation Stimmung Das Verbrechen ist abscheulich, aber i und Anwendung des Ultimatums bestimmen. In her Weltfriede wird es nicht beklagen", sagte San' welchem Geiste die Dreiviertelmehrheit diefts Ge- iuliano der Minister des Auswärtigen, dem j richtshofs entschieden hatte, ist leicht zu ermessen es ..... ~ ~ r wird aber noch deutlicher durch eine weitere Aeuße- s rung des italienischen Ministers. Als der russische j Botschafter meinte, einige Forderungen Oesterreichs seien für Serbien unannehmbar, erwiderte er: „Was bedeutet die Annahme, wenn sie sicher sammengeführt, die nur in der Struktur unseres neuen Staates ihre Wiederholung findet. Dieses unermüdliche und freudige gemeinsame Schaffen ist auch durch äußere Einflüsse nicht zu stören. Man sorgt dafür, daß die für einen Schiffsbetrieb lebensnotwendige Autorität des Kapitäns in allen Teilen und gegen jedermann streng zum Einsatz kommt. Port Swettenham ist ein kleinerer Hafen. Der Sitz des Sultanats, dem der Hafen angeschlossen ist, ist Kuala Lumpur, eine Autostunde entfernt. Hier ist die Hauptverwaltung der „FMSR", der Eisenbahnen der förberierten malayischen Staaten, die nördlich nach Penang—Bangkok und südlich nach Singapore führen. Die Hafenboote zeigen die malayische Flagge. Eine Autofahrt brachte uns zunächst auf den großen Fisch-, Fleisch-, O b st - und Gemüsemarkt. Dort sind Markthallen in vorbildlicher europäischer Einrichtung, peinlich sauber und mit edelsten Gemüse- und Obstsorten derart gefüllt, daß einer deutschen Hausfrau bei deren Betrachtung fast das Herz stehen bleiben könnte. Unter den Händlern wieder viele Chinesen, die besonders getrockneten Fisch in jeder Form zum Verkauf bringen. In den Obsthallen erregen zum ersten Male die Mangos unsere Aufmerksamkeit, eine melonenartige Frucht mit wurstähnlichem Aussehen. Wenn man die harte Schale durchschnitten hat, kann man das goldgelbe, saftige, süß- säuerliche Fleisch mit dem Löffel essen. Mango wächst in Hinterindien, Niederländisch-Jndien und auf den Philippinen. Jedes Land behauptet, die schönsten Mangos zu besitzen. In den Genuß einer Durian sind wir nicht gekommen. Erfahrene Leute geraten in Verzückung, weniger Erfahrene warnen jedoch vor dem, wie sie behaupten, unmöglichen Geruch der Frucht. Auf der Fahrt nach Kuala Lumpur sahen wir zum ersten Male Gummiplantagen in gewaltiger Ausdehnung. Man kann sagen, daß die Malakka-Halbinsel eine einzige riesenhafte Plantage ist. Der Gummibaum ähnelt der deutschen Buche: helle Stämme, dunkelgrünes Laub. Und so gewann man fast den Eindruck, durch endlose Buchenwälder zu fahren. Bei näherem Zusehen entdeckt man, daß der Baum etwa in Manneshöhe ringartig vo.n seiner Rinde befreit ist. Der herausfließende Gummisaft, eine milchige weiße Flüssigkeit, rinnt in kleine Gefäse, die an den unteren Schnittflächen angebracht sind. Eingeborene Plantagenarbeiter sammeln die Flüssigkeit in Eimern. Jede Plantage besitzt fabrikähnliche Anlagen, in denen der Gummi dann weiter verarbeitet wird. Augenblicklich sind die Gummi- preise im Anziehen, nachdem eine Baisse gewaltigen Schaden in den Plantagen und weiter im Handel angerichtet hat. Als vor drei Jahren der erste Band der russischen Akten über die Vorgeschichte des Weltkrieges erschien, rechnete man auf tiefgreifende Enthüllungen über die Politik aller europäischen Mächte. Die seitdem von der Sowjetregierung herausgegebenen und von Otto H ö tz s ch übersetzten und mit musterhaften erläuternden Anmerkungen versehenen fünf Bände, die die Zeit vom 1. Januar 1914 bis zum Kriegsausbruch umfassen, haben der Forschung eine gewisse Enttäuschung bereitet. Für die großen Fragen bringen sie wenig Neues; zu viel hatten schon die amtlichen und nichtamtlichen Publikationen in Deutschland, Oesterreich, England und Serbien vorweggenommen, manches war auch schon durch Veröffentlichungen in der russischen Presse bekannt geworden. Man hatte namentlich viel von der Korre- manche Einzelheit neues Licht, namentlich die asiatische und orientalische Politik Rußlands wird uns in ihrer ausgreifenden und offensiven Art viel deutlicher als bisher, das Verhältnis zu England können wir jetzt in zahlreichen Phasen verfolgen, und oor allem wird Italiens Haltung in der K r i f i s des Juli 1914 grell beleuchtet. Während des Balkankrieges von 1912/13 hatte ich Italien fest an der Seite feiner Dreibundsgenossen gehalten, weil ihm Serbiens Verlangen nach einem adriätischen Hafen ebenso gefährlich wie Deftereicf)=Ungarn erschien, und damit Unzufriedenheit in Paris und Petersburg erregt. Nach der Be- ieitigung dieser Gefahr schlug die italienische Politik im; die römische Regierung bemühte sich um in» üme Beziehungen zu Rußland und ließ in Petersburg mitteilen, daß sie der Wiener Politik im Orient, msbesondere in Albanien, durchaus entgegen sei. gjroöet hatte, dicht an einem sumpfigen und ver- Kilberten Wald, und zum ersten Male den Pflug hrd) die unbebaute Erde zu ziehen begann. Und ii*i die Abendzeit, als seine Arme schon lahm wur- \\ hm und die Pflugschar wohl zum tausendsten Male (Dm einem Stein oder einer Wurzel aus der ge- tiümmten Furche sprorng, überkam es ihn von i/iiem, so daß er auf Die erschöpften Pferde ein« laug, dem Pflug einen Fußtritt gab, laut wün- henb, daß der Satan ihn hole, und, ohne sich um» Inenden, das Feld verließ, in feiner Stube ein l^ar Gläser Brantwein hinunterstürzte und sich hsnn auf fein gJger warf, um in einen finsteren lc>d zornigen Schlaf zu stürzen. Der Zustimmung der öffentlichen Meinung war sie SÄ t en Bundesgenossen trat in besonders drastischer Weise nach dem Mord von Serajewo zu Sage. Man sah in dem Verschwinden des Erz- d erzogs Franz Ferdinand, der als Vertreter einer /kriegerischen und antiitalienischen Politik galt, die Scfretung von einer Gefahr; ja, in einem römischen Kino verlangte das Publikum, wie der russische Bot- Diese Geschichte ist geschehen, bevor ich ein war, und mein Vater hat sie mir erzählt. Wir gru= , kn ein paar Geviertmeter Heide um, zu einem l Kindergarten; und als es mir nicht gelang, mit Meinen Kinderhänden eine Wurzel aus der Erde zu n_'ißen, sagte ich laut, daß der Teufel sie holen Möge.'Wie'Kinder ja eine stolze Freude daran haben können, den Zorn der Erwachsenen nachzu- Spaten aus der Hand und fuhr fort, die Erde Narbe der Pflugschar 3" sehen war Nichts wett^ rtmugraben schwieg auch auf meine bestürzten Man sagt, daß sie zwei Wochen lang Tag und Nacht Sen und' sah nur ernst vor sich hin, so daß ich gesucht hätten und daß des Bauern Haar ergraut i'rroirrt und verstoßen herumstehend die Stunden, sei, darüber. Doch verschwieg er ^ Jeöermann, ba| bs Tages mühselig durch die ahnungsvolle Erkennt- er am ersten Abend, als er verwirrt das leere Feld Im Abendrot erst^nohm er mrch über die Herde 9.9 9 qewußt, ob -- eines Menschen oder SÄT» STSSKSS .7» XSS SÄÄÄ i» SÄ.”S' S «Vw -- »•- »« -■ »**■» X"- ®or OKkn Jahren . |aSte er bann , 6er ijanb und -inen qrauen Leinen,ack au, seinen Mer Gegend ein Bauer gelebt, auf einem arm' qcbeu'ten Schultern Er suchte nicht mehr. Er ging lchen Hof, wie die Erde ihn hier zubereitet für uns, 8 seiner Freundschaft bis an dl> Grenzen unsrer M gesät und geerntet und in seinem Haren n“jem 3abr die Steine von den vXrk seinen Frieden gehabt. Er tat mcht unrecht, Aldern sammeln um Blaß für den Pflug zu haben, cxir kein Wirtshausganger und fein Holzdieb, und u bor| fannt' ibn ba(b jebermann. „Um Christi - ■. • h cxis als ein einziger matter Flecken auf seinem 8 Ackerrain ausstehend, ihn begrabe, wo die Furche am Stein geendet habe, ^ämen lag, war sein wilder Jähzorn, der mitunter । ’a^ferne'w einem fiügel getragen tjatte, „lafe und daß man auf sem Kreuz s^lbe: „Ehre sei voer ihn fiel Dann schlug er Vieh und Knechte, ■ »usoern er oieme zu einem ^u9cl ü » Verwun- Gott in der Hohe und dem ärmsten Acker in der .ud, |.ln ...v... A.isch imü Slul. o.rlor (ich d A 7°. Fr-ud- lieh!" Und need, (einem Wnn(che ist es ge(chehen.' S s »aJsrS sssm 3i<,mord uni’ J)aulmc £uK0- I iu-mand ihm zu zürnen vermochte und jeher ihn & ®"ttauWu"9 ^derrükommen versäumte. Nie- um diese Verwirrung des Blute- beklag______ !^d erfuhr wel ™ worum er litt. Ch?isti^1°7dern^um1°ür°-r"arm-n Seligkeit" w!ll°m 1808)"in"»ad Jschl^st seinerzeit viel geredet und doh man ibn siir"eine Abendstunde lang den Pslug veschrieben worden. Dr. Paul 8tman berichtet m ziehe7^a,s-n md°- einen Gurt um seine Schultern seinem Buch „Bismarck >n Geschichte. Karikatur und eine Ünb^llhr'te Jungfrau an den Handgriften „nd Anekdote" über die Episode folgendes: k?nes Pslüges Und wiewohl er um feines unbe= | „In Ischl war es pass,ert daß Pauline Lucca kannten Scknnerzes willen hochgeachtet war in seiner 6ie berühmte Sängerin, ihre Ferien gleichzeitig mit LondlckoU dritte er viel Mühe und leidenschaftliche dem König Wilhelm und Bismarck ver ebte. Eines Not ^s man sich seiner Bitte erbarmte. Und im Tages blieb die Sangerm -men Augenblick vor dem dritten Jabr"e" seiner Wanderung, in einer sr-md-n!hvtel Elisabeth stehen IN dem der König und Bis- (ftpnpnh traf er erst spät am Abend auf eine bofemarck abzusteigen pflegten Da trat letzterer aus Ba?mberdakeit und mußte geloben, drei Wochen dem Hause, eilte auf „Paulmchen zu und begrüßte hpa ^örhrten Jahres ohne Lohn auf dem Hofe zu i sie herzlich. „Exzellenz, kommen Sie mit , bat die tfaftÄ man seinem Verlangen willfahrte. . !Lucca,,„ich will mich Ws" dunkelte bereits, als er mit einem bitteren i So ging er wohl 3^" ae,n u c L ischmack im Herzen erwachte nachdem er sich der Büßer über seine Hetmaterde. 8 19 ls rt Seddigen versenkt drei enMe Panzerkreuzer lc <1 andere Katastrophe: Ein Luxus« dampfer war untergegangen, und nur wenige Passagiere konnten gerettet werden Es war der Dampfer, mit dem Inez die Reise fortgesetzt hatte — vorausgesetzt, daß sie den Zug erreicht und die Entgleisung überlebt hätte. Bei dem einen ober dem anderen Unglück wäre sie jedoch mutmaßlich ums Leben gekommen, und sie konnte deshalb ge« tröst behaupten, daß ihr die vielgerugte Schusselig- feit diesmal das Leben gerettet hat. front wird mitgeteilt: Am 6. und 7. Oktober 1934 wird in Wiesbaden der größte Aufmarsch und die größte Kundgebung in unserem Gau stattfinden: Das Lande st reffen der Deutschen Arbeitsfront. Wiesbaden, die Weltkurstadt, steht heute schon ganz im Zeichen dieses gewaltigen Aufmarsches der DAF. 250 000 Volksgenossen werden an diesen beiden lagen nach Wiesbaden kommen, und doch ist diese riesige Zahl nur ein kleiner Teil der DAF.-Mit- glieder unseres Gaues. Nur die alten Kämpfer der RSBO. und die Elite des Amtswalterkorps der DAF. werden in Wiesbaden erscheinen, um hier vor ihren Führern aufzumarschieren und die neuen Richtlinien zu empfangen. Aus allen Teilen des Gaues werden am 6. und 7. Oktober die Sonderzüge nach Wiesbaden rollen, um all die zahllosen Volksgenossen dort hinzubringen. Für jeden Teilnehmer wird es eine besondere Ehre und Auszeichnung bedeuten, an diesem gewaltigsten Generalappell der DAF. in unserem Gau teilzunehmen. Wiesbaden wird am 6. und 7. Oktober der Mittelpunkt unseres Gaues sein. Schon heute werden fieberhafte Vorbereitungen getroffen Zehntausende von Freiquartieren wurden schon geschaffen, um die Volksgenossen, die bereits Samstag eintreffen, alle unterzubringen. Wiesbaden wird am 6. und 7. Oktober 1934 in einem noch nie dagewesenen Flaggen wachen. Unpünktlichkeit rettet einer jungen Dame das Leben. (u) Madri d. Inez y Cortez, eine nette junge Dame aus Madrid, genoß im Kreise ihrer Freunde seit Jahr und Tag einen wenig schmeichelhaften Beinamen; in Deutschland würde man sie wahrscheinlich ein „Schusselchen" genannt haben. Jedermann wußte genau, daß man „mit" und „auf" Inez niemals rechnen könne. Jeder Versuch, die sonst so recht ympathische Dame zur Ordnung und Pünktlichkeit zu erziehen, mißlang. Und die Leute spielten immer darauf an, daß Inez eines schönen Tages ihre Untugend irgendwo — irgendwann einmal schwer werde büßen müssen. Sie sollten sich allerdings Fräulein Cortez hatte eine kleine Erholungsfahrt vor, rüstete freudig zur Reise nach den Balearen, packte ihre sieben Sachen und — kam auf dem Bahnhof mit den üblichen zehn Minuten Verspätung an. Selbstverständlich war der Zug fort. Das beschäftigt... Ein Bauer von Shepherdswell hatte sich geweigert, die aus dem alten „Zehnten" hervorgegangene Landbausteuer zu bezahlen. Der Fiskus machte jedoch nicht viel „Federlesens", sondern ließ auf dem Hof des Mannes die dort sich umhertummelnden Federträger, vierundsechzig Enten, von seinen Exekutionsbeamten greifen und auf einen anderen, in der Nähe befindlichen, ihm gehörenden Hof bringen, wo sie von zwei Wächtern bewacht wurden. In der Nacht aber rotteten sich die Bauern von Shepherdswell zusammen, drangen in den Hof ein und nahmen die Enten, ohne daß die beiden Wächter etwas gegen die Uebermacht hätten ausrichten können, mit sich, um sie wieder in ihren Heimathof zu bringen. Die Wächter meldeten diesen Vorfall sofort telephonisch der Polizei, die auf der Stelle ein verstärktes Überfallkommando entsandte, das mitten in der Nacht unter dem Hohngelächter der noch versammelten Bauern die vierundsechzig Enten wieder einfing und zuerst zur Polizeiwache Ashford und am frühen Morgen dann in ihr erstes Gefängnis brachte. Und den ganzen Tag patroullierten dann dreißig Polizisten rund um das Grundstück, um — wie gesagt — vierundsechzig Enten zu be» Sie wollen degradiert werden. (im) Schanghai. Wie ein hier erscheinendes englisches Blatt mitteilt, hat General Ho-Jing-Sching seine vorgesetzte Behörde in Nanking gebeten, ihn in einen niedrigeren militärischen Rang zurückzuversetzen. General Ho-Jing-Sching, Vorsitzender der „Abteilung Peking" der chinesischen Militärkommission, ist näm- lich darüber empört, daß in China so viele Generäle herumlaufen, die niemals Obersten gewesen seien. Mithin sei die Rangbezeichnung „General- völlig entwertet worden. Er bat deswegen, zum Generalmajor degradier» zu werden. Und seinem Beispiele schloß sich Generalleutnant Dschu-Tschu-Hu vom Obersten militärischen Rat in Peking an, der sogar noch tiefer ftei- gen und nur Oberst werden will. Beide Gesuch sind jedoch von der obersten Behörde in Nanking in sehr freundlich gehaltenen Telegrammen atge- lehnt worden, in denen die Beweggründe der bellm. alten Offiziere lobend anerkannt werden. sen waren. Uns ist also heute dieser Eid, den wir unserem Führer schwören, eine innerste Herzensangelegenheit. Es ist uns kein lästiger Zwang, sondern eins Freude. Es ist die Freude über die Führung de- deutschen Volkes und die Dankbarkeit gegen dein Mann, der diese Führung hat und die durch dis Gnade Gottes ihm gegeben worden ist. Es ist des innerste Gehorsam des Gesetzes, in Stein emge- graben, so wie einst die zehn Gebote, jener Gehorsam, der weih, daß ein Gebäude festgefügt sein« muß, daß die Steine und Quadern ineinandergreifen müssen, damit es bestehen kann und mchn vom Sturmwind umgeweht wird. Es ist jene Xreue!, die schließlich ein Abglanz vom Throne Gotter; selber ist, die Treue, die wir einst an Vater un» Mutter erlebt haben, die Treue, die nicht von Mem> schen gemacht, sondern von Gott gewirkt wird, da; Zeichen des Friedens. Genau dieselbe Treue ist vs jetzt, die wir dem Vater unseres Volkes, icneni väterlichen Führer zuschwören, der uns nicht Stiche gelassen, der ein Herz für den Geringste-, I unter uns bewiesen hat. Anschließend legte der Landesbischof für sich vk Diensteid ab und nahm die Vereidigung der Bear» ten auf den Führer und Reichskanzler vor. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Der größte Mann der Welt. (x) Peking. Als die Wissenschaftler auf den Jahrmarkt von Peking hinausströmten, um den größten Mann ■ der Erde eingehend zu vermessen, lud man gerade , die letzten Bretter seiner Riesenbude auf, hinter denen er sich zur Schau gestellt hatte. Er selbst war schon wieder auf unbekannten Pfaden unterwegs nach feiner koreanischen Heimat. So ist man auf das angewiesen, was man von denen hört, die ihn sahen und den schwungvollen Vortrag des Managers über ihn horten. Chin-Fu-Kuei soll er heißen und sich des noch immerhin jugendlichen Atters von 29 Jahren erfreuen. Seine Gröhe aber betrug 2,74 Meter. Er verzehrte viermal so viel wie ein normaler Mensch und verfügte über die Kräfte eines Dampftrans. Also zu Horen gewesen auf dem Jahrmarkt von Peking... Maschinengewehre nur noch gegen Fingerabdruck verkäuflich. (th) Neuyork. Die amerikanische Regierung hat soeben eine Novelle zum bisher geltenden Waffengesetz veröffentlicht, die sicherlich von jedem ordnungsliebenden Einwohner des Landes begrübt werden wird. Es handelt sich um eine neue Ausführungsbestimmung für den bisher sehr weitherzig gehandhabten Verkauf von Maschinengewehren, der Lieblingswaffe der Gangsters, die sie ihren „type-writer“, das heißt, ihre Schreibmaschine, nennen und ohne weiteres in jeder Waffenfabrik erwerben konnten. Künftig muß der Käufer eines Maschinengewehrs nicht nur eine hohe Sondersteuer entrichten, er braucht nicht nur einen Erlaubnisschein der Polizeibehörde vorzuweisen (der allerdings zu fälschen wäre), — er muß sich nun auch gefallen lassen, daß ein besonders dazu ausgebildeter Angestellter der Waffenfabrik bzw. des Waffenhändlers seine Fingerabdrücke abnimmt, um sie dem örtlichen Polizeiarchiv einzuverleiben. Diese Bestimmung gilt auch für Maschinenpistolen und Schalldämpfer für Feuerwaffen. Ob die Gangsters sich dadurch werden abschrecken lassen? ELP. Am Mittwoch fand in feierlicher Form die Vereidigung der Beamten der Evangelischen Landeskirche Nassau - Hessen, Hauptverwaltung, der Verwaltungsstelle Darmstadt und der Landeskirchenkasse Darmstadt auf unseren großen Führer und Reichskanzler Adolf Hitler durch den Landesbischof Lic. Dr. 2) i e t rid) im Sitzungssaale der Landeskirche statt. Der Landes- bischof wies einleitend auf die Bedeutung der feierlichen Handlung und des Diensteides hin. Er führte in seiner Ansprache insbesondere folgendes aus: „Deutsche Volksgenossen! Wir sollen heute auf Anordnung der Reichskirchenregierung dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, unserem Reichskanzler Adolf Hitler, den Eid schworen, der uns tn seine Nachfolge stellt und uns zwingt, unsere Amts- pflichten in seinem Sinne und in seinem Dienste qewisteichast zu beobachten. Deutsche Treue ist ein Wort aus alter Zeit, das manchmal belacht und an- gezweifelt worden ist. In den nerqangenen Jahren hat man sie als antiquiert betrachtet. Man hat ge» agt es ist ein Schwergewicht der Vergangenheit, mV auf dem deutschen Menschen lastet, mit seinem Rang an Ueberkommenem und Ererbtem, mit seinem Sinn für die Unterordnung und Einordnung. Man hat die deutsche Treue als Reliquienkutt Der« , poltet als Dienst an etwas Totem, Abgestorbenem. Wir sind mit dieser herzlosen, gemutlosen, undeutichen Beurteilung unseres Eigenwesens tn den eisigen Winter der Verlassenheit, in das Chaos, in die Zersetzung hineingekommen. Wir hatten die Fühlung mit denen, die uns führen sollten, nach oben unter und untereinander verloren. Wir haben mit Entsetzen in den Abgrund geblickt, der sich vor strafe verurteitt worden war, die Buße als Beitrag zur Abdeckung der französischen Kriegsschulden an Amerika bei dem amerikanischen Finanzminister bezahlen durfte. Dieses Beispiel scheint Schule machen zu wollen: jedenfalls protestierte ein in Massachusetts zu einer höheren Geldstrafe wegen Autofahrens in betrunkenem Zustande verurteilter Finnländer sehr ener- großen Trockenheit. Die Wissenschaft, die sich ein« gehend mit diesem in der ganzen Welt einzig da- stehenden Phänomen beschäftigt hat, glaubt die eigenartigen aus dem Flußbett aufsteigenden Töne durch die Tatsache erklären zu können, daß der zu Beginn der Trockenheit ziemlich niedrige Wasser- Baritoflusses (Borneo) kann man eine nierkwurbi« Beobachtung machen: Der Fluß „fing t" nämlich zu gewissen Zeiten, und zwar stets bei Anbruch der (—) London. Ein wahrlich ungewöhnliches Schauspiel bot sich kürzlich der Bevölkerung von Shepherdswell bei „_.o ,.. Dover in England. Ein Polizeiaufgebot von dreißig - sollen. — Mann, bis an die Zähne bewaffnet, war mit dem i Zeitungen eine Fang von 64 zeternden und schnatternden Enten ----c-----— Hafen ein. Oie Opfer des Sieges. Inzwischen nahmen rasch herbeiaeeitte englische Kriegsschiffe im Verein mit holländischen Dampfern die Rettungsarbeiten auf. Wie überraschend der Angriff des deutschen U-Bootes gekommen war, bewies, daß die englischen Seeleute meist noch in ihren Kojen gelegen hatten, als der vernichtende Torpedo heranbrauste. Einige hundert Mann der Besatzungen konnte man retten. Zwei Drittel aber, im ganzen sechshundert Mann, kamen ums Leben. Seltsam ist das Schicksal eines Seekadetten des „Aboukir" gewesen. Als sein Schiff sank, sprang er über Bord und wurde von dem „Hogue" aufgefischt. Nach dem Ende des „Hogue" übernahm ihn die „Cressy". Nachdem auch diese zum Sinken gebracht worden war, ging er zum drittenmal über Bord. Stundenlang hielt er sich schwimmend. Endlich wurde er durch den Torpedojäger „Lucifer" wirklich gerettet. Jubel in Deutschland — Schrecken und Trauer in England. Aber der Siegestag des „D 9" zeitigte darüber hinaus gewaltige Wirkung in allen andern Ländern, vor allem bei den Neutralen, wo man dies Heldenstück bewunderte und endlich erkannte, welche Tapferkeit und welche Entschlossenheit die deutsche Flotte beseelte. der Schrei: „Der Feind?" Und schon sackt das Schift nach einer Seite ab, es gibt keine Rettung mehr, der Kreuzer ist sozusagen ins Herz getroffen. Noch fünf Minuten — dann ist es geschehen: „Aboukir", ein Schlachtschiff von zwölftausend Tonnen, verschwindet iy den Wellen. OaS zweite Opfer. Die beiden Schwesterschiffe des „Aboukir" sehen die Katastrophe, wissen aber noch nicht, wie sie geschehen konnte. Sie nehmen an, daß das Schiff auf eine Mine gestoßen ist. Natürlich muh man helfen! Also die Boote herunter und hin zur Unglücksstätte, die Ueberlebenben aufzufijchen! Näher zusammen schieben sich die beiden Schifte — da sieht man auf der „Cressy" das Furchtbare: auch der Kreuzer „Hogue" beginnt wie in seinem Lebensnerv verletzt zu schwanken — da, sein Hinterschiff sinkt — schon liegen die Schornsteine fast parallel zum Wasserspiegel, der Rauch kommt scheinbar unmittelbar aus dem Meer — Schreie des Entsetzens —: auch das Panzerschiff „Hogue" ist verschwunden... Das Ende der „Cressy". Jetzt ahnt die „Cressy", was geschehen ist. Unmöglich können das Minen gewesen sein, die gleich zwei stolze Schiffe der englischen Flotte vernichteten. Der Feind ist in der Nähe, lauert unter dem Wasserspiegel — und man ist ihm ausgeliefert, kann sich ihm nicht entziehen: im Wasser schwimmen noch Hunderte von verzweifelten englischen Seeleuten, die mit den Wogen um ihr Leben ringen. Also zu Hilfe! Fast zwei Stunden verbringt die „Cressy" bei ihren hastigen Rettungsarbeiten. Es ist kurz vor acht Uhr. Da wiederholt sich zum drittenmal das Furchtbare: ein wilder Stoß — krachende Explosionen — und die „Cressy" (entert, schwimmt noch eine Weile kieloben — versinkt dann jäh in die Tiefe... Oie wilde Jagd. Jubel und Schrecken. Welch ein unbeschreiblicher Jubel war das an jenem Septembermorgen des Jahres 1914, als die Telegramme allerorten in Deutschland verkündeten, daß ein einziges kleines deutsches Unterseeboot, „U 9", Kommandant Kapitänleutnant Weddigen, binnen zweier Stunden drei große englische Panzerkreuzer in den Grund gebohrt! Man hatte es ja nicht erwarten tonnen,, bis die deutsche Flotte ran an den Feind" ging — nun aber schwiegen die Stimmen der Ungeduld, schwiegen auch die hämischen Prophezeiungen der „Meckerer und Miesmacher" (die hat es auch damals gegeben!), Oie sich nicht genug hatten tun können in ihrem Hohn auf die „Unterwasserkutschen", weil sie die U-Boote als albernen Luxus, als eine Art von Kinderspielzeug ansahen, bis sie nun in schier phantastischem Ausmaß eines Besseren belehrt wurden. Neben dem Jubel in Deutschland laute Klage in England—: drei Panzerkreuzer vernichtet auf einen Schlag! Anfangs sprach man von den Taten „mehrerer deutscher Unterseeboote"; man weigerte sich lange zu glauben, daß ein einziges Boot der englischen Flotte diesen herben Verlust zugefügt hatte. Bis man die Wahrheit erkannte und dem Marineminister Churchill die schwersten Dorwurfe machte, weil die englische Marine sich von der deutschen habe an Unternehmungsgeist und Tatkraft weit überflügeln lassen. Der erste Torpedo. Es war am frühen Morgen des 22. September nordwestlich Hoek van Holland. Die drei englischen Panzerkreuzer „A b o u k i r", „H o g u e" und „C r e s s y" fuhren in weitem Abstand auf der ruhigen See dahin, über der klares und sichtiges Wetter lag. Die Kreuzer waren sich sehr sicher —: weit und breit kein Feind, der hielt sich wohl in feinen Mauselöchern, seit Wochen hatte man ja schon die ganze Gegend sorgfältig nach deutschen Schiften „durchgekämmt" und nichts entdeckt. Aber der Gegner lag auf der Wacht: ein einziges patrouillierendes U-Boot, „U 9'. Niemand ahnte seine Nähe. Und diese völlige Ahnungslosigkeit ermöglichte zum großen Teil den Erfolg dieses einen kleinen Bootes. . Ungefähr sechs Uhr morgens. Da erhält plötzlich der Panzer „Aboukir" einen furchtbaren Stoß, dem sofort eine ungeheure Explosion folgt. Ein gellenspiegel bas Eindringen großer Massen sülzigen See- wassers aus der nahen Flußmündug ermöglicht und daß die Vermengung der beiden Wasserarten Saug« töne verursacht, die ähnlich klingen wie bas Summen des Windes, nur lauter und wohltönender. uns auftat. Wir haben erkannt, baß ein Reich unü ein Volk auf nichts anderes gebaut werden kann, als auf Treue, als auf festen Zusammenhalt naß oben und unten, als auf jene Treue, die erprobt morden ist von jenen im Kampfe draußen, die im gleichen Schritt und Tritt gingen bis zur letzte Stunde, die einander nicht im Stiche lassen tonnten., weil sie auf Gedeih und Verderb zusammengeschlos- „U 9" hat sein Werk verrichtet. Drei stolze lische Panzer sind dem einen kleinen Boot Opfer gefallen. Jetzt aber tauchen mehrere lische Torpedobootzerstörer auf, preschen in rasender Fahrt heran zur Unglücksstätte, beginnen eine tolle Hetzjagd hinter „U 9" her. Das Unterseeboot wird zu stärkster Kraftentsattung gezwungen, nur so kann es sich der Meute der Verfolger entziehen. Den ganzen Tag über geht es kreuz und quer durch die Nordsee, mehrere Male glaubt der Kommandant Weddigen das Ende seines Bootes gekommen. Aber bei Einbruch der Dunkelheit kommt „U 9" endlich den verbissenen Verfolgern außer Sicht. Am nächsten Tag fährt es in den Heimat- S.Ä-fpor/ Mit gemischten Gefühlen fährt die Ligamann- ' nämlk itlvas erreicht werden soll. Der Gewinn auch nur bruch , d Allen Verwandten, Freunden und Bekannten mache Ich die überaus schmerzliche Mitteilung, daß meine geliebte und treue Gattin, unsere herzensgute, treubesorgte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Die Beerdigung findet Montag, den 24. September, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt heute morgen um 8.45 Uhr nach einem arbeitsreichen Leben im Alter von 64 Jahren nach kurzem schweren Leiden sanft entschlafen ist. Heute entschlief nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden, mein lieber Mann, unser guter treusorgender Vater und Großvater Gießen (Großer Steinweg 11), Pforzheim, Darmstadt Bad-Nauheim, den 2L September 1934. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen i Frau Kath. Petersen und Kinder. DfB.-Reichsbahn Gießen. VL. Sinn I — DfV.-Reichsbahn I. begrofc sich N n militr1 tiefer *• de W n Nr>k MN i derb«. w bei» Unsere innigstgeliebte unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester und Tante Frau Christine Noerenberg, geb. Ruppel ist heute nach kurzem Leiden im 78. Lebensjahre sanft in dem Herrn entschlafen. Umgang mit Mutter Grün. Sünden- und Sittenbach von W. Schoenichen. Brosch. RM. 3.—, gebunden RM. 4.—. Die deutsche Landschaft Von E. L. Schellenberg. Br. RM. 2.-, geb. RM. 3.-. Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde weg 69; ü. Noll, Ludwigsplatx-Drog. id Neustadt-Drog.; Germania-Drog. Erstes Handball-Gauliga-Verbands spiel in Wehlar. 1900s Zweite tritt ebenfalls in die Verbands- " * der ersten Mannschaft des Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei 7Mv. Gießen II — Turnv. Hausen I. Auch die zweite Mannschaft des Männerturnvereins greift kommenden Sonntag in die Verbandsrunde ein. Ihr Gegner, To. Hausen, stellt eine äußerst schnelle, aber auch wuchtige Mannschaft, die bis zur letzten Minute zu kämpfen versteht. Erstmalig in neuer Aufstellung gehen die Männerturner in den Kampf. Sich überhaupt in der Ver- bandsrunde durchzusetzen, wird für die hiesigen eine Kraftprobe bedeuten, da sie durchweg gegen gut eingespielte Mannschaften anzutreten hat. Zumal Hausen noch den Vorteil des eigenen Platzes besitzt, müssen die Männerturner alles Können aufbieten, wenn sie nicht gleich am ersten Sonntag eine Niederlage mit nach Hause bringen wollen. Die Iugendmannschaft, die schon am vergangenen Sonntag einen eindrucksvollen Sieg erringen konnte, empfängt vor dem Spiel der ersten Mannschaft die Jugend des To. Grüningen zum ersten Verbands- spiel. Die Gießener verfügen über ein schönes und flüssiges Zusammenspiel und werden auch in der kommenden Derbandsrunde einen achtbaren Gegner darstellen. VfV.-Relchsbahn — Turnv. Holzheim. Der DfR.-Reichsbahn spielt in der ersten Kreis- klasse gegen Tv. Albach, To. Lich, To. Heuchelheim, To. Holzheim und Tv. 1846, Gießen. — Morgen hat der VfB.-R. den Tv. Holzheim zu Gast. Holzheim hat eine eingespielte Mannschaft. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 25. September, nachmittags 2 Uhr, auf dem Alten Friedhof in Gießen statt. 20.30 Uhr: Marsch durch die Straßen der 1 Gießen. 22 Uhr: Zapfenstreich. Sonntag, 23. September. 5.30 Uhr: Wecken. 7.30 Uhr: Antreten sämtlicher Mädel auf bet bitt, “nb bi, '!» ob,t Mählich 'halb g(; Waldsportplatz mit anschließendem Marsch nach dem Universitätssportplatz. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Noll Winterweizen zur Herbstsaat. Anerkannte I. Absaat von: CarstensTickkovf Nr. V liefert Universitäts- Versuchsgut Unt. Hardthof b.Gießen. "soD Steil -"r jenf^' k. ui uri ■ jen^ tone I* i Irene 'S XÜ jpor. Anmachbolz liefert: JohannesWeller Zimmerei und Sägewerk Leihgestern b. Gießen. sossD w;ig do. ■QUbt bi? den löm bet jj - M: glicht uni len Squj Jas Surr endet. 'N. Blatt mhl vorgefetz- ien niebr i. Genen ilung I . ist noc iele n gew^- „Generii Todesanzeige. Nach kurzem schweren Leiden entschlief unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Marie Schott im Alter von 83 Jahren. w s- SWöttin nimmtnoch Kunden an im Haus. Schr. Ang. unt. 04591 a. ü. G.A. Die Trauerfeier hat in der Stille stattgefunden. _______________________________________________________________________5509 D f.«®* teil«1' itf Sf "Ä . mV« '.tz Ä '^enb, "e übet fahren Jten bi. Reich a üben hKf rnhall m! die f# jen, jur W- n tonnte nenfteidjlf lir un|tr« Mgelkff onbem Am Sonntag, 23. September, finden überall im Reich große sportliche Wettkämpfe des Bundes deutscher Mädel statt. Deutsche Mädels treiben an diesem Sonntag Sport und Spiel, in friedlichem Wettkampf und in Gemeinschaft, zeigen der Oeffent- lichkeit ihre Arbeit auf dem Gebiete körperlicher Ertüchtigung und ihre Ziele eines freien und gesunden Geschlechtes zum Besten unseres Volkstums. Diese sportliche Veranstaltung soll nicht nur ein Zeichen der Stärke und des Selbstbewußtseins der deutschen Mädels sein, sondern soll vor allen Dingen zeigen, daß es heute das Streben ist, körperlich wie seelisch gesunde Menschen zu erziehen, die gestützt auf einen gestählten Körper, jeder Lebenslage gewachsen sind. Dieser Tag, an dem man auf dem Waldsportplatz die verschiedensten sportlichen Darbietungen sehen wird, wird ein Ereignis sein, denn es ist das erste Mal, daß der Bund deutscher Mädel an die Oeffent- lichkeit tritt, um in solch großem Maßstab nicht Einzel- oder Höchstleistungen auf dem Gebiete von Sport und Spiel zu zeigen, sondern Leistungen, Die erste Mannschaft des Sporto. 1920 Heuchelheim empfängt morgen die Reserve von VfB.-R. Gießen zum Verbandsspiel. Die Gäste-Elf ist als spielstark bekannt. Die Einheimischen, die zur Zeit von einem Vereinsmitglied trainiert werden, Das am Leinberger Kursus teilnahm, haben in jüngster Zeit wieder wesentlich an Spielstärke gewonnen. Rach der Papierform müßten die hiesigen den Kampf für sich entscheiden können. — Die zweite Mannschaft ist bis zur Stunde noch ohne Gegner. — Die 1. Jugend-Elf tritt in Wißmar zum Pflichtspiel an. Baustoffe aller Art jedes Quantum billigst nur bei 5480 D H. Glatthaar & Sohn Gießen, Frankfurt. Straße 19 ____ 15 Uhr: Eintreffen der auswärtigen ____ Nehmerinnen, Wimpelgruppen und Gäste, Abholen Die zweite Mannschaft muß nach Heuchelheim zu dem derzeitigen Tabellenführer. Heuchelheim sollte den Sieger stellen. — Die erste Jugend fährt nach Wieseck, der Ausgang des Kampfes ist nicht vorauszusagen. Fußballabteilung des Tv. Wieseck. Wieseck 1. und 2. — Leihgestern 1. und 2. Am morgigen Sonntage empfängt Wieseck zu den fälligen Derbandsspielen die Spielvereinigung Leihgestern mit zwei Mannschaften. Rach der überra- S(hlossa^|Tl Staufenberg 1 zwischen (liessen u Marburg® HerrlicherAusflugsorl Säle,Gastzimmer, Zimmer für [inzelpension, Th Meisen, Burgwirt Ufer d< ■taiirbh schäft zu ihrem dritten Derbandsspiel nach Sinn. Muß sie doch auf einen ihrer besten, nämlich Leutheuser, dessen Verletzungen sich glücklicherweise als nicht so schwer, wie ursprünglich angenommen, erwiesen haben, verzichten. Trotzdem sollten die VfB.er in der Lage sein, den Sinnern einen offenen Kampf zu liefern. Ausschlaggebend wird die Tages- form des Gastgebers fein, der bei seinem zweimaligen Auftreten vor kurzer Zeit in Gießen bewiesen hat, daß seine Mannschaft starken Formschwankungen unterworfen ist. Als Schiedsrichter fungiert ein Herr aus Friedberg. Am morgigen Sonntag tritt Nordhessens Gau- Hadball-Liga in die Derbandsspiele ein. Bei der Jleueinieilung hat Kassel mit näherer Umgebung .ine sehr starke Berücksichtigung gefunden, werden hoch von den zehn Mannschaften von dort acht ge- -teilt. Der Südbezirk Gießen hat nur zwei Dertre- ler erhalten, nämlich den Gaumeister 1934 Turnverein Wetzlar und die ©piefoereini^ung 1900 Gieren. Die ersten Paarungen stehen im Zeichen der Lokalkämpfe. Als ein solcher ist denn auch die morgen in Wetzlar stattfindende Begegnung Tv. Wetz- ^r —Gießen 1900 zu werten. Für die Spielver- mnigungsleute. die ihre Mannschaft noch nicht in lompletter Aufstellung haben, ist es ein äußerst ichwerer Gang. Wetzlar — die spielerischen Quali- Kten der Mannschaft sind hinreichend bekannt — iLmpft auf eigenem Gelände verbissen. Die 1900er näßten daher mit viel Kampfgeist aufwarten, wenn gend zeigt am Sonntag die sportliche Arbeit vergangenen Jahres auf dem Waldsportplatz, erwartet aber auch dort jeden, der ihrer Arbeit Interesse folgt. Das Programm des BdM.-SportfesteS. Samstag, 22. September. In tiefer Trauer: Elisabeth Noerenberg Martha Noerenberg Carl Paul und Frau Johanna, geb. Noerenberg Gießen (Heegstrauchweg 18), den 20. September 1934. Die Beerdigung findet am Montag, dem 24. September, um 2x/i Uhr, von der Trauerhalle des Neuen Friedhofes aus statt _______________________________________________________________________________5477 D lich in der Lage fein, sich über ihre Gegner in Grünberg durchzusetzen. 1. Äugend uno 1. Schüler erwartet man als sichere Sieger, während man dies von der neu zusammengestellten 2. Jugend noch nicht so sicher behaupten kann. schend hohen Niederlage der 1. Mannschaft am ver- ganaenen Sonntaae, werden die Platzbesitzer wieder in ihrer alten Aufstellung auf dem Plan erscheinen. Auch Leihgestern wird in stärkster Aufstellung antreten. Behält die Mannschaft die Ruhe, dann dürften die Gäste kaum Siegesaussichten haben. Vorher werden die 2. Mannschaften ihre Kräfte messen. Hier sollten auch die Platzbesitzer den Sie- ger stellen. Den Beginn der Spiele wird die Jugendmann- schaft der Platzbesitzer machen, die als Gegner die Jugendmannschaft des VfB.-Reichsbahn Gießen zum Verbandsspiele hat. Kußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Frankenbach I. — Kinzenbach I. Am morgigen Sonntag weilt die erste Mannschaft des To. Kinzenbach zum fälligen Verbandsspiel in Frankenbach. Es ist dies das erste Zusammentreffen der beiden Gegner. Leider muß die Mannschaft auf emen der besten Spieler verzichten und sicher alles hergeben, wenn sie gut abschneiden will. Die Jugend empfängt auf eignem Platze die gleiche von Krofdorf-Gleiberg. Sportverein 1920 Heuchelheim. 9 Uhr: Morgenfeier auf dem Unlversitatssport- platz. — Das BdM.-Orchester Gießen spielt. 10.30 Uhr: Großes Zeltbauen und Spiele. 12 bis 14 Uhr: Essenempfang und Mittagspause auf dem Waldsportplatz. 15 Uhr: Beginn der Sportveranstaltungen. Einmarsch der Wimpel und Teilnehmerinnen; Sprechchor, Körperschule, Bunte Spielweise, Bodenturnen, Lustige Geschicklichkeitsstaffel für Jungmädel, Zeltbau (Wettkampf der einzelnen Untergaue); Mannschaftsdreikampf der Untergaue: a) Sprungstaffel, b) Medizinballweitstoßen, c) Findigkeitsstaffel; Volkstanz, Sprechchor, Das Lied der Hitlerjugend mit anschließendem geschlossenem Abmarsch der Teilnehmerinnen. Handball im Gau XII der OT. 2Hfo. Gießen I — Turnv. Roth I. Zum zweiten Verbandsspiel empfängt am kommenden Sonntag aus dem Platz des Mtv. die erste Handballelf des Mtv. Gießen die gleiche des Turnv. Roth bei Marburg die Mannschaft des Turnverein Roth wird wohl noch manchem von dem diesjährigen Hallenhandballturnier der Gießener Turnerschafk hinreichend bekannt sein. In Bezug auf Einheitlichkeit und Zusammenarbeit steht sie den Einheimischen keinesfalls nach. Die Männerturner werden, außer dem Tormann, wieder in derselben Aufstellung antreten wie im letzten Spiel. Wenn die Elf des Männerturnvereins, in der jeder einzelne über ein solides Können und die nötige Wettspielerfahrung verfügt, mit demselben Ernst und Eifer ins Spiel geht wie am Vorsonntag, so sollte ihr auch dies- Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser. Busch und Halm von K. O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunierschriften, Namensan- Saben u. ausführlichem Text. Mit einem icleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatl. Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,mit lebendigem u.aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und O.Wolff. ■ mal ein knapper Sieg über den Turnv. Roth be> 1 schieden sein. «O 5 . 6s r:^ 1900 mit 8 Mannschaften im Kampf. ' Fußball: 1900 I — Watzenborn-Steinberg I h Gießen; 1900 II — Grünberg I in Grünberg; 900 III — Grünberg II in Grünberg; 1900 1. Jug. _ Lich 1. Jug. in Lich; 1900 2. Jug. — Steinbach Jug. in Steinbach; 1900 1. Schüler — Krofdorf- lleiberg 1. Schüler in Gießen. Annähernd 100 Aktive treten in die Kampfahnen. Damit ist aber keineswegs das Material ter Blauweißen erschöpft. Rur der Eingeweihte peiß, welch eine Unsumme von Arbeit und Auf- Ipferung es bedarf, bis jeder dieser Sportler morgen uf seinem richtigen Platz steht. Die Blauweißen aben das Rüstzeug dazu, weit besser abschneiden m können, als dies an den letzten Sonntagen der ?all war. In erster Linie trifft dies auf die Fuß- taller zu, und zwar auf die Seniorenmannschaften, »e die Spiele anscheinend nicht mit dem nötigen (ruft bestreiten. Bei dem Wechsel, dem zur Zeit die ligamannschaft in ihrer Form unterworfen ist, I ruß man tatsächlich bangen, ob das Meisterschafts- I Hel gegen Steinberg gewonnen wird. Das Spiel, 115 auf eigenem Platze in Gießen zum Austrag bmmt, mühte von den Blauweißen gewonnen c-erden können. Der Ausgang des Treffens wird lovon abhängen, welcher Mannschaft es gelingt, bnfequent ihr eigenes Spielsystem durchzuführen nb auch durchzuhalten. Es wird zu einem Ringen 1 immen, das unter der guten Leitung von Schiedsrichter De iß-Nauborn sicher auch einen sehr j: iren Verlauf nehmen wird. Ligareserve und dritte Mannschaft müßten eigent- WaWeLhSndlevr Wir liefern zu niedrigen Preisen hochwertigen Kaffee unter Garantie der Rücknahme. 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Er bereute schon sein Kommen.-- Der Prinz meinte zu Donata: „Heute ist's fast noch voller als das erste Mal. Daß Ihr Herr Vater, so ohne Umstände zu machen, gleich den Dirigentenstab genommen hat, hat Aussehen erregt. Diele wollen ihn heute nicht nur als Komponist, sondern auch als Dirigent bewundern Er dirigiert ja das ganze Programm. Ich wünsche ihm wieder solchen Riesenerfolg wie neulich. Mein Schwager ist ein lieber Mensch, er gönnt Ihrem Vater den Erfolg neidlos." Rach einer kleinen Pause machte er Donata auf. merksam: , . _ , . ‘1 „Schauen Sie nur einmal nach der Galerie hin- auf, wie dicht sich da die Leute zusammendrangen. Und die da oben sind wohl die größten Musik- enthusiasten. Viele Musikstudenten sitzen dort und viele namenlose Künstler." Donata nahm das Glas, das er ihr reichte, unb stellte es ein, schaute hindurch Sie mußte lächeln bei dem Gedanken, daß die vielen Menschen alle nur gekommen waren um ihres Vaters willen. Stolz machte sie der Gedanke. Sie schaute noch immer durch das Glas nach oben und stutzte plötzlich, denn in ihr Blickfeld fdjob sich ein Gesicht, das sie genau kannte: Detlef West, kamps Gesicht. Unwillkürlich ließ sie das Glas sinken. Der Prinz fragte leise: „Weshalb sind Sie denn so sehr erschrocken, gnädiges Fräulein?" ■ . Sie zuckte leicht die Schultern. „Sehr erschrocken bin ich nicht. Ich glaubte nur, eine Freundin da oben zu erkennen, die eigentlid) jetzt gar nicht hier sein könnte. Das wundert mich.' Oben auf seinem Platze saß Detlef Westkamp, von zwiespältigen Gedanken hin und her gerissen. Er hatte zwar Donata versprochen, kein dumme; Zeug mehr zu reden und auch nicht zu denken, aber jetzt dachte er schon wieder der Himmel weiß wa- zusammen. Es war natürlich ganz harmlos, dich der Prinz sich in der gleichen Loge mit Donata befand-, um so harmloser, als ihre Mutter auch dabei war. Schämen mußte er sich. Doch die über- schlanke Gestalt des Prinzen störte ihn neben Donata., und sein Lächeln, das Donata galt, störte ihn eben- falls. Eine alte Dame stand plötzlich hinter ihm: „Mein Herr, würden Sie vielleicht die große: Güte haben, Ihren Platz mit mir zu tauschen? Ich bin kränklich, und hier säße ich neben meiner Enkelin. Ich konnte leider nicht früher von Haus fort.' Er erhob sich, tauschte seinen Platz mit einem Platz hinter einer Säule ein. Der Tausch war schlecht für ihn, aber ihm lag nichts daran. Gr wollte gar nicht mehr in die Richtung der Logen sehen — es regte ihn nur auf. Reichsmusikkammer Alle Musikerzieher und Musikunterrichtnehmenden werden auf die in der heutigen Ausgabe veröffentlichte „Amtliche Mitteilung“ der RMK. besonders aufmerksam gemacht. - Die Musiklehrer und -lehrerinnen haben die Unterrichtsformulare in der Geschäftsstelle der hiesigen Ortsmusikerschaft, Hitlerwall 12 (Geschäftszeit von 8 bis 12 Uhr), in Empfang zu nehmen. Ortsmusikerschaft Gießen des Fachverbandes B in der Reichsmusikkammer gez. Kasten Kreisbetriebsgemeinschaft 17 Handel. — Schimmel Krelsfachgrnppenwalter Dltthl ______________________________5482 D 1934er frischer Natur-TraubeDinosI Sommerkur KS Nervös - Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim I.Taunus 4 bei Frankfurt a. M. lelclon 214 I L 0. H. Klasse / Ermäßigte Preise Prospekte durch S.-R. Or. M. Schulze-hhlevss Nervenarzt Liter Mk. 0.90 DrogerieElges Seltersweg 68a 5488 a Anfang abends 8 Uhr!5504D „Wieviel Geschlechter hak der Wartturm schon ge ehen und überlebt! Er wird auch uns überleben, Detlef! Und mich drückt das, woran ich sonst nicht denke, plötzlich ganz sonderbar schwer, daß em Menschenleben so kurz ist." Ihr Blick war, als er sich dem Manne zuwandte, leicht verschleiert. . __ „Wenn man das ganz tief und eindringlich empfindet, wird man sich erst so richtig klar, wie sehr man frevelt, wenn man sich durch Kleinlichkeiten die schönsten Stunden verbittert. Wir zwei wollen klug sein und das nicht tun, Detlef!" In ihre Augen trat ein warmer Glanz, unb jem Blick hing wie gebannt an ihrem feinen Gesicht. Er erwiderte nichts und schaute sie nur an, fühlte bis in seines Herzens verborgensten Winkel, daß alles, alles hell in ihm wurde, unter dem sonnigen Glanz der dunklen Augensterne. Siebenundzwanzig st es Kapitel. Frau Westkamp kränkelte in letzter Zeit. Sie fühlte sich unbehaglich und fröstelte. Es handelte sich um nichts, was Anlaß zu Besorgnis gab, aber am Abend vor dem Konzert telephonierte Detlef Weftkamp Donata an und bedauerte, am nächsten Tag nicht nach Mainz mitfahren zu können, weil er seine Mutter nicht gern allein lassen wollte. Donata war von der Absage sehr enttäuscht, aber sie überlegte, vielleicht war es auch gut so. Denn wenn der Liebste dem Konzert beiwohnte, wurde er wahrscheinlich wieder allerlei Gespenster sehen. Er mußte sich erst allmählich daran gewöhnen, daß sie ein wohlhabendes Mädchen, ihr Vater em bekannter Künstler geworden war. Ihr Vater befand sich schon seit Tagen in Mainz, leitete noch einige Proben: und die Mutter und sie fuhren gleich nach Tisch. Sie nahmen, weil sie auf Wunsch des Vaters noch ein paar Tage drüben bleiben wollten, etwas Handgepäck mit. Vor allem die eleganten Kleider, die sie am ersten Konzertabend getragen. Als sich Donata abends zurechtgemacht hatte und in dem Kleid vor dem Spiegel stand, mußte sie lächeln. Ob sie wohl Detlef so gefallen wurde? Natürlich! Das Kleid schmeichelte ja ungemein. Und um dieselbe Zeit stand Detlef vor feiner Mutter, die auf dem altmodischen Sofa in der Wohnstube lag, und fragte zum soundsovielten Male, ob sie sich wirklich besser fühle, und sie versicherte zum soundsovielten Male, sie fühle sich ziemlich wohl. Außer etwas Kopfweh fehle ihr nichts, e hätte kein Herzklopfen mehr und keine Stiche in der Brust. Sie lächelte: „Bub, wollen doch nicht Verstecken spielen. Du möchtest nach Mainz zum Konzert, und wenn du dich beeilst, kommst du auch noch zurecht. Geh unbesorgt und höre dir das Konzert an! Hättest Donata und ihre Mutter begleiten sollen, wie es ausgemacht war." Er. nickte: „Ja, ja..." Und dann eilte er in sein OKmeMPKMg Ist VKttus-GemsßN-e Sonntag, den 23.Sevtember auf der „Liebigshöhe^ Beginn: 3 U6r. 5«sO Es lädt herzlich t*n Oer Kirchenvorstand. ab 1. Oktober Seltersweg 81. 5498 D Handarbeiten für das gemütliche Heim in neuen Mustern u. doch sehr billig! Sie lachte ihn schelmisch an. „Freu dich doch lieber mit uns über all das Gute — und was Vater von seinem Standpunkt aus verwirft, stört mich nicht. Sage ruhig, wir haben Glück gehabt. Tante hätte das Geld einer anderen Person vermachen können. Das Geheimnis der Taler hätte uns immer verborgen bleiben können, und irgendein kleiner, törichter Zufall hätte Vaters Erfolg zunichte machen können. Da sich alles zu unseren Gunsten entschied, nenne es Glück. Aber . nimm teil an dem Glück — du gehörst doch zu uns, Detlef!" Sie atmete tief auf. „Bitte, sei gescheit und laß dir von mir ein paar Sorgen abnehmen! Ich werde doch deine Frau. Im Frühjahr heiraten wir schon. Ich möchte deine Mutter und dich etwas von der drückenden Hypothekenlast befreien, und das Lastauto möchte ich auch kaufen. Dann ist mein Geld gut angelegt. Er schüttelte den Kopf heftig. „Fängst du schon wieder an, Donata? Ich will davon nichts hören. Vorläufig überhaupt nicht. Das sind Dinge, über die sich frühestens nach der Hochzeit reden ließe." , Sie seufzte: „Dickköpfig bist du, daß man wirklich die Geduld mit dir verlieren könnte." Sie gingen weiter, und die klare frische Luft ' fegte ihnen doch etwas die Sorgen aus den jungen Köpfen. Sie blickten sich wieder verliebt an und küßten sich einmal, weil doch weit und breit kein Mensch zu sehen war. Detlef Westkamp versprach auch, dem nächsten Konzert ihres Vaters m Mainz beizuwohnen und nicht mehr so dummes Zeug wie vorhin zu reden, ja, nicht einmal zu denken. Im Augenblick war es ihm ernst mit seinem Versprechen, und sie glaubte ihm wieder. Der Weg, der durch die Kleingärten geführt hatte, war zu Ende; sie bogen nach rechts ein, wo ein breiterer Weg wieder an Kleinaärtnerbesitz vorbeizog. Sie schritten jetzt Arm in Arm, und ihre Augen freuten sich an dem Bild, das sich ihnen bot. Vor ihnen lag, wie ein warm-lebendiges Stück Mittelalter, die Friedberger Warte mit hoher Hof- mauer und Wohngebäude, darin dereinst die Wächter der Stadt gewohnt, die den Straßenzoll für die freie Reichsstadt eingetrieben hatten. Die Spitze des Turmes war tief mit Schiefer verkleidet; es sah aus, als trage der alte, runde Gesell ein schwarzes Hütchen, dessen Dunkel durch Regen und Wetter etwas verblaßt war. Donata sagte gedankenverloren:__________ W lil( MW Utz M! Sonntag, den 23. September, und Montag, den 24. September 1934 in der Turnhalle u. Steins Saalbau H. Lehmbecker Giefeen / Seltersweg 73 früher Haus der Handarbeit Luft-u. Kneippkurort Heigenbrücken,Spess. Hotel Hochspessart.tMsD ,l.Wast.,talt u. warm,Zenrr.-Heiz., Blk.»Zim., herrl.Terr., m Blick ins Gebirae, wunderb. Beragart mit Liegestühl. NdyU des Spess. Hie, find Sie, was Sie suchen Pens.- Preisb.beft Bervst., Butterküche, Vorfall v 3.80 an. Sie sind entzückt und komm, wied Besitzei Aal Röckinn Tel 35 Borbestell I Pension Sonnenhügel, Amorbach,Odenw. Schönste.rah.,staubfr.Höhenl.a. Pl.Herrl.Fernsicht.ideal.Haus f. Erhol.-Touristen-Wochenende. Pens.4 Mahlzeit. v.3vL * V • *>*■ Ein Teil der Steinbruchwand. Ein Keilloch für eine Sprengung roirö gevoyrr gang in dem interessanten und modern eingerichteten Betriebe war außerordentlich aufschlußreich, zugleich gab er einen starken Eindruck von der wirtschaftlichen Bedeutung der Bodenschätze,-die hier aus heimischer Erde gehoben und dem Dienste der Volksgemeinschaft zugeführt werden. Der Rundgang unter Führung von Herrn Nickel ging zunächst in den großen Steinbruch hinunter. Steil ging es seitwärts der Kettenbahn den Weg hinab, bis wir auf der etwa 50 Meter tiefen ersten Sohle angelangt waren. In weitem Halbrund erheben sich die gewaltigen Mauern des Säulen-Basalts zum Himmel empor. Hell glänzen die Formationen der Steinsäulen im Lichte der Nachmittagssonne. Hoch oben am südlichen Flügel des Steinbruchs liegt das kleine Kirchlein von Ober- Widdersheim mit dem alten Friedhof, dessen Fläche unmittelbar an die Steinbruchgrenze heranreicht. Mit Rücksicht auf die letzte Ruhestätte der Toten und das Kirchlein wird der Abbau des Steinbruchs an dieser Stelle nicht weiter fortgeführt. Dagegen befinden sich die übrigen Flächen in voller Nutzung. Mit Sprenstoff werden die gewaltigen Basaltsäulen emporgehoben und aus ihrem Verbände gelöst, so adß sie in sich fei st Zusammenstürzen, oder auch in weitem Radius als ein geschlossener langer Block herniedergehen. Nach der Hauptsprengung werden die immer noch viele Zentner schweren großen Basaltblöcke durch kleinere Sprengungen weiter zerlegt, bis sie schließlich in Einzelstücken vorliegen, die nun zur weiteren Handverarbeitung geeignet sind. Ununterbrochen knattern in dem Steinbruch Die Preßluftbohrer, die ihre harte Stahlspitze in das feste Gestein hineintreiben. Die Bohrlöcher werden bann mit Sprengstoff gefüllt, dessen Detonation von Zeit zu Zeit mit weithin hörbarem Knall das Geräusch der an anderen Stellen des Bruches ununterbrochen weiterarbeitenden Preßluftbohrer übertönt. Es ist ein gewaltiges und eindrucksvolles Lied der Arbeit, das uns schon hier in dem Steinbruch zu Gehör kam. Eine steile K e t t e n b a h n, an der eine große Anzahl kleiner Loren in ständigem Kreislauf zwi- Preßluft-Bohrmaschine an der Arbeitsstätte. Die Kettenbahn mit Blick in den Steinbruch. 1 'V ul Umfangreiche Straßenbauarbeiten mannigfachster Art sind ein bedeutsamer Bestandteil des großen Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit, den unser Volk unter Führung der Reichsregierung mit unermüdlicher Tatkraft führt. Sowohl in der Stadt wie auch draußen auf dem Lande sehen wir die Auswirkungen des umfangreichen Programms der Stra- tzenbauten und Straßenerneuerungen. Auf vielen Landstraßen unserer Provinz Oberhessen wird zur Zeit eifrig an der Verbesserung der Fahrbahnen gearbeitet, daneben werden in zahlreichen Dörfern die Ortsdurchfahrten einer zeitgemäßen Erneuerung unterzogen. Die Wirtschaftsbelebung durch dieses große Arbeitsbeschaffungprogramm macht sich in erfreulicher Weise auch in unseren heimischen Steinindustrie bemerkbar, die zur Zeit einen erheblich befriedigenderen Beschäftigungsstand aufzuweisen hat als im Vorjahre, wenn sie auch noch weit entfernt ist von dem Stand, den ihre Produktion in den Jahren der wirtschaftlichen Scheinblüte der Nachkriegszeit aufzuweisen hatte. In dieser Zeit ist es von besonderem Interesse, sich einmal in einem Steinbruchbetrieb umzusehen in dem das Steinmaterial für den Straßenbau in neuzeitlicher Betriebsform gewonnen wird. Durch die Freundlichkeit des Besitzers einer der größten Hartbasaltwerke unserer engeren und weiteren Heimat, Herrn Karl Nickel in Ober-Widders- heim, hatten wir Gelegenheit, uns die Steingewinnung in dem Hartbasaltwerk I. Nickel, Ober-Widdersheim, anzusehen. Der Rund- Ein Kreiselbrecher in Arbeit. H I * F ME scheu Steinbruch und der etwa 50 Meter höher am Rande nach dem Dorfe zu gelegenen Verarbeitungsstätte hin und her pendelt, bringt die, trotz mehrfacher Sprengungen und von Hand zerkleinerten, immer noch reichlich großen und schweren Stein» brocken herauf zum Zerkleinerungsbetrieb bzw. zur Steinrichtehalle. Die Zerkleinerung erfolgt durch Kreiselbrecher in einer Art Steinmühle, die man ungefähr mit der Zerkleine» rung der Kaffeebohne in einer Kaffeemühle vergleichen kann. Die Loren mit der schweren Ladung Steinmaterial werden unmittelbar an die Kreisel» brecher herangefahren, die Lore wird umgekippt, und die Steinbrocken fallen in die weite Oeffnung des Kreiselbrecher. Nunmehr nimmt Maschinenkraft die Steinbrocken mit ungeheurer Wucht in das exzentrische Getriebe des Kreiselbrechers, der die Brocken, auch wenn sie noch so schwer und fest sind, zwischen seine Druckwände preßt, daß die Stein» klummpen nur so splittern und zerreißen, dabei immer tiefer in das Getriebe hinabgedrückt werden, bis sie durch den Kreiselbrecher durch sind und nunmehr ihren weiteren Weg durch die langen Sor » tierungstrommeln mit verschiedenartigen Sieben nehmen, durch die je nach der Größe des Steines das zerkleinerte Material in abgeteilte Silos fällt, von wo aus es zum Transport kommt. Ohrenbetäubend ist das Arbeiten der Kreiselbrecher: nicht minder geräuschvoll ist der Betrieb in dem hohen Gebäude mit den Sortierungstrommeln, wobei hie» noch gewaltige Staubsäulen, die wie ein Nebelemeer Ein Teil der Siloanlage. Ein Steinvichter beim Richten der Pflastersteine» 1 um 1 zur Stelle. Die Mannschaften zeigten Exerzieren a» an einigen Garten voroeisuyrre, jonuern uu, unserem Wege einem größeren Graben zufloß. Die Anlieger des Wasserlaufes sahen sich dadurch benachteiligt, da der Bachlauf nun nicht mehr so viel Wasser führte, daß es zum Gießen der Gärten ausgereicht hätte. Ursprünglich hatten sechs Anwohner Beschwerde geführt, vier davon zogen aber ihre Beschwerde zurück. Die Angelegenheit hat auch schon das Ministerium beschäftigt. Das Kreisamt hatte Die Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, veranstaltet am kommenden Montag, 24. September, Bon dem Gebietsbeauftragten sind folgende Apfelsorten zum Verkauf auf Wochenmärkten, in Läden und im Straßenhandel wieder freigegeben worden: Geflammter Kardinal, Kaiser Alexander, Danziger Kantapfel. Somit sind von den Haupt- ächlichsten Sorten folgende für den Verkauf vorläufig freigegeben worden: Winter-Goldparmäne, Gravensteiner, Jakob Lebel, Geflammter Kardinal, Kaiser Alexander, Danziger Kantapfel. der zusammen mit Kreisfeuerwehrinspektor B o u f • fier vom Versammlungsleiter herzlich willkommen geheißen wurde, gab einige interessante Brandfalle in unserer Stadt bekannt, in denen durch manchmal sträflichen Leichtsinn Feuer entstanden ist. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer I und Reichskanzler Adolf Hitler fand der Abeno • feinen 9Ihfrhfn6 steuern. Der dritte Punkt der Tagesordnung, Klage des August S ü ß m u t h gegen die Gemeinde B e r ■ st a d t wegen Ortsbür, röte bis ins Letzte beherrschen. Das Publikum konnte sich von den guten Leistungen vollkommen überzeugen. Ferner wurde den Zuschauern Gelegen- Zuhörerschaft. Branddirektor Braubach, An die Bevölkerung der Stadt Gießen! Zahnen heraus am Sonntag,r3.Sept.,zum Reichssporttag des BdM. Jede deutsche Familie hißt die Fahnen des Dritten Reiches Kreisleitung Gießen der 71GOAP. 15 Uhr. Bund Deutscher Mädel, Gau Oberhessen. Else Staab, Gauführerin. Verschiedene Winterapfelsorlen zum Verkauf freigegeben. Weißkraut 10, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüberk 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün, 15 bis 20, Bohnen, gelb, 15 bis 20, Erbsen 30 bis 35, Rosenkohl 30, Feldsalat 70, Tomaten 10, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Rhabarber 8 b 5 10 fturbw 5 bis 8, Pilze 35 bis 45, Kartoffeln 4^, Fallapfel 3 bis 4, Pfirsiche 20, Preißelbeeren 25 bis 30, Aepfel 10 bis 15, Birnen 10 bis 15, Zwetschen 8 bis 10, junge Hahnen 80 bis 90, Suppenhühner 70, Gänse 85, Enten 80 bis 90, Tauben, Stuck 50, Nüsse Pfund 25 bis 30,Blumenkohl 10bis 40, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 20, Emmach. gurken, 100 Stück 100, Endivien 5 bss 10 Ober- Kohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, Bund 10, Kar. toffeln, Zentner 400, Aepfel, Zentner 800 bis 900 Pfennig. Das Sportfest des BdM. auf dem Waldfportplah verlegt. Die von dem Bund Deutscher Mädel angesetzte Sportveranstaltung am 23. September, 15 Uhr, in Gießen, Universitäts-Sportplatz, wird aus technischen Gründen nach dem Waldsportplatz, Sportplatz des VfB.-Reichsbahn verlegt Die Programmeinteilung wird hierdurch nicht berührt, die Sportveranstaltung beginnt pünktlich Oer Privatunterricht in der Musik. Gemäß § 25 der 1. Durchführungsverordnung zum Reichskulturkammergesetz vom 1. November 1933 hat der Präsident der Reichsmusikkammer olgendes angeordnet: 1. Unterrichtsverträge zwischen den der „Reichsmusikerschast" innerhalb der Reichsmuslk- kammer angehorenden Musik-Erziehern unb Privat- musikschülern bzw. deren gesetzlichen Vertretern dürfen mit Wirkung vom 1. Oktober 1934 nur unter Zugrundelegung eines V e r t r a g s f o r m u - lares abgeschlossen werden. Diese Unterrichts- bebingungen müssen ben Erfüllungsort, die Namen bes Lehrers und Erziehers bzw. des gesetzlichen Vertreters des Schülers enthalten. Ferner ist eine Reihe von Vereinbarungen zu treffen, deren wichtigsten die folgenden sind: Das Honorar ist für alle 12 Monate des Iahreszu entrichten und bis zum 10. eines jeden Monats für den laufenden Monat zu zahlen. Der Beitragsanteil des Schülers an den gesetzlichen Versicherungen ist im Honorar einbegriffen. — Vom Schüler nicht w a h r g e n o m m e n e S t u n d e n sind honorarpflichtig; der Lehrer ist nur dann verpflichtet, die Stunden nach Möglichkeit nachzuqeben, wenn ernstliche Verhinderung des Schülers Vorgelegen und der Schüler den Lchrer hiervon mindestens 24 Stunden vorher benachrichtigt hat. Auf Veranlassung des Lehrers ausgefallene Stunden werden nachgegeben. — Die Aufnahme eines Schülers ist zu jeder Zeit möalich, der Abgang nur zum 1. Januar, 1. April ober 1. Oktober unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von einem Monat. Die Kündigung muß durch eingeschriebenen Brief erfolgen. — An den gesetzlichen Feiertagen Gchauexerzieren der Feuerwehr Lichtbilder-Vortragsabend. so führte £t u. a. einleitend aus, gezeigt, in welchem Ausmaße sie in der Lage fei, Feuer zu bekämpfen. Ihre Arbeit sei eine aufopfernde, und wir mußten den Feuerwehrleuten in hohem Maße dafür dank- bar fein. Es habe eine Zeit gegeben, in der es ein führender Mann in unserem Kreise wagen durfte, mit dem roten Hahn zu drohen — eine geistige Haltung, die wir nie verstehen konnten unb heute um so weniger verstehen könnten. Heute seien wir mit allen Kräften barauf bebacht, Feuer zu verhüten, benn alles, was burch Feuer vernichtet werbe, fei verlorenes Dolksvermögen. Das Feuer sei uns als nützliches unb als verheerenb schäbliches Element gut bekannt. Die große Bebeutung der Aufklärung über Feuerverhütung werde wohl jedermann klar, wenn er höre, daß in Deutschland täglich 13 Brände allein durch Kinderhand entstehen, baß Deutschlanb jährlich ein Dolksvermögen von 500 Millionen Mark burch Schabenfeuer verliert. Das entspreche einem täglichen Verlust von 1,5 Mil' Honen Mark, einem stünblichen von 63 000 Mark. gegen das Urteil des Kreisausschusses des Greifes anftaltungen, die alle Aufmerksamkeit verdienten. Büdingen (vom 8. Mai 1933), fand schnelle Erle- Auf Oswaldsgarten waren die Feuerwache, bigung, ba bie Gemeinbe Berstabt ihre Berufung bie Freiwillige F e u e r w e h r unb bie G a i l- zurückgezogen hatte. f ch e Feuerwehr aufmarschiert. Sämtliche Ge- Zum Schluß kam noch eine Klage wegen Erstat- väte ber brei Wehren waren tabellos ausgerichtet tung von Fürsorgeaufwenbungen zur Derhanblung. ~ v’ mit ben Geräten. Die Hebung klappte vorzüglich AuSpartelamtllchenBeraNNNNachNNgeN und ließ erkennen, baß bie Feuerwehren ihre Ge- unb vom 24. Dezember bis 1. Januar fällt ber Unterricht aus. Außerbem wirb eine jährliche Ferienzeit von zehn Wochen angesetzt, bie im allgemeinen mit ben Schulferien zusammenfallen soll. — Der Schüler verpflichtet sich, sich an öffentlichen Aufführungen nur mit ausbrücklicher Genehmigung ber Lehrkraft zu beteiligen. 2. Bestehenbe Unterrichtsverträge, bie bieser Anorbnung nicht genügen, finb ihr bis zum 1. Januar 1935 anzugleichen. 3. Das Minbe st Honorar Darf bei einer wöchentlichen Unterrichtsstunbe nicht weniger als 8 Reichsmark monatlich betragen. 4. Verboten ist bas öffentliche Bekanntgeben von Honorarsätzen in Zeitungen, Zeitschriften, auf Plakaten, bie Aufgabe anonymer ober nur mit Telephonangabe versehener ober marktschreierischer ** Eine Fünfunbachtigjährige. Am heutigen Samstag, 22. September, kann die Witwe Frau Johanna Schmoll, geb. Herbert, Frankfurter Straße 7, ihren 85. Geburtstag feiern. Die Jubilarin erfreut sich bester Gesunbheit. ** Eine Achtzigjährige. Am heutigen Samstag, 22. September, feiert Frau Katharina Herdt Ww., geb. am 22. September 1854, ihren achtzigsten Geburtstag. Die alte Dame, die mit ihrem Gatten, dem Jnstitutsgehilfen der chirurgischen Bete- rinärklinik Kaspar Herdt seit 1880 in Gießen lebte ist 40 Jahre Abonenntin des „Gießener Anzeigers". Seit 1932 wohnt die noch sehr rüstige und sich guter Gesundheit erfreuende Witwe bei ihrem Sohne, dem praktischen Tierarzt Dr. Wilhelm Herdt in Grünverg. ** Das Museeum im Alten unb im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 unb 13 Uhr geöffnet. ** Eine ftäbtifdje B r e n n h o l z v e r st e i - g e r u n g finbet am fommenben Mittwochvormittag im Stabtwalb statt. Näheres in ber heutigen Be- kanntmachung. ** Das Sammeln von Leseholz m ben Abteilungen 65 unb 66 bes Stabtwalbes ist nach Beenbigung ber Holzfällungsarbeiten wieder gestattet. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei hingewiesen. ** Schweinemarkt. Am kommenden Mittwoch findet hier Schweinemarkt statt. ** Heimkehrende F e r i e n k i n d e r. Am kommenden Montag um 15.26 Uhr werden die aus dem Kreise Gießen nach dem Kreis Groß-Gerau zu vierwöchigem Ferienaufenthalt geschickten Kinder nach Gießen wieder zurückkehren. ** Verkehrsunfall. In der vergangenen Nacht gegen 1.30 Uhr ereignete sich in der Rod- heimer Straße ein Verkehrsunfall. Ein Motorrad stieß dort mit einem Auto zusammen. Der Führer des Motorrades und sein Beifahrer, der 26jährige Arbeiter August Seibert von Frankenbach, kamen zu Fall. Während der Lenker des Kraftrades keinerlei wesentliche Verletzungen erlitt, mußte sein Beifahrer mit Prellungen, Hautabschürfungen und verschiedenen anderen leichteren Verletzungen in die Chirurgische Klinik gebracht werden. nach. Man kann ja neben der Brustnahrung an» fangen, dem Kind die Flasche zu geben. In einem großen Kinderheim wurde die Erfahrung gemacht, daß Brustkinder viel lieber die Flasche nehmen, wenn sie einen Gummipfropfen haben, der der mütterlichen Brustwarze nachgebildet ist. Diese Pfropfen gibt es überall zu kaufen. Wenn man die Flasche nun die ersten Male in die Nähe der Brust hält — dann nimmt das Kind die Flasche bestimmt. Es merkt manchmal den frommen Betrug gar nicht! Gesunde Kinder, die schlecht essen, sind meistens verzogen. Sie lassen sich mit Freuden bei Tisch vom Essen ablenken. Sie spielen mit dem Serviettenring ober bem Löffel, gucken umher unb beschäftigen sich mit anberen Dingen. Das Kinb muß lernen, daß man nicht ewig bei Tisch sitzen kann — hat es einen Teller nicht leer gegessen, dann muh ab- gerhent werden! Wenn das Kind ein- ober zwei-1 mal — das schabet gar nichts — hungrig vom Tisch aufsteht, dann lernt es, bah man bei Tisch nicht spielen barf! Das Problem bes Suppenkaspars wirb in jeher Familie einmal auftauchen. Es liegt an ber Mutter, es zu besiegen! „Ich esse meine Suppe nicht..das darf es heute nicht mehr geben! Bornottzen. — lagestalenber für Samstag. Volkshalle Gießen, 20 Uhr: SS.-Konzert. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Maskerabe". Aus der Provinzialhauptlladt Kindererziehung am Eßtisch. Die Geschichte vom Suppenkaspar, der seine ' Suppe nicht essen wollte unb am neunten Tage ; tot war, spukt noch heute in fast allen Familien. Das schlecht essenbe Kinb ist sich selber unb ben ' Erwachsenen zur Qual. Woher kommt es eigentlich, daß bas sonst gefunbe Kinb nicht essen will, baß es jeben Mittag Tränen gibt? Ja, bas hat verschobene Ursachen. Es gibt Kinber, die einen ganz gesunben Appetit haben — nur gerabe bann nicht, wenn es Mittagessen gibt. Diese Kinber werben baburch verwöhnt, daß man ihnen in der Zwischenzeit allerhand Eßbares zusteckt, da noch ein Kekschen, hier einen Apfel. Selbstverständlich haben diese Kinder dann mittags keinen Appetit! Hier ist aber leicht Abhilfe zu schaffen, indem man konsequent die Zwischenmahlzeiten einstellt. Die ersten Tage wird es ein bißchen Mühe machen, aber bann gewöhnt sich bas Kinb an bie Regelmäßigkeit, die ihm auch viel besser bekommt! Anders ist es mit den Kindern, die sich mit ihrem Nichtessen interessant machen wollen. Man glaubt gar nicht, wie schon ein zweijähriges Kind es merkt, wenn es der Familienmittelpunkt ist. Selbstverständlich ängstigt sich die Mutter, wenn das Kleine nicht essen will. Da wird gebeten und allerlei versprochen, nur damit Baby den Brei herunterschluckt. Ich kannte eine Mutter, die bei ihrem einjährigen Buben jeden Mittag ein ganze Schachtel Streichhölzer verbrannte, nur weil bas Bübchen erst bann schluckte, wenn bie Flamme aufglühte! Das ist Unfug! Das Essen soll keine Spielerei sein! Nichtessenbe Kinber können zu Tyrannen werben. Immer wieder hört der Kinderarzt: „Ja, das Kind kann aber doch nicht hungern!" Das ist richtig — aber ein Kind hungert auch nicht, es ißt schon, wenn es Hunger hat. Vielleicht zwei Mittage nicht aus Trotz — wenn es denkt, daß es damit doch etwas ereichen kann. Beachtet die Mutter aber dies Manöver gar nicht | — dann wird das Kind schon essen! Es gibt auch Fälle, in denen sich Kinder, die sonst sehr artig und ganz normal essen, plötzlich gegen eine Speise sträuben. Man soll die Kinder bann nicht zum Essen zwingen. Kinber haben manchmal eine ganz bestimmte, instinktmäßige Abneigung. Vielleicht bekommt ihnen bie Speise nicht — sie bann zu quälen, wäre völlig verkehrt! Kinber müssen nicht alles essen! Allerbings, mäkelig bürfen sie erst recht nicht sein. Hier bas richtige Maß zu finben, wirb keiner guten Mutter schwer fallen. Eine Schwierigkeit bereitet es sehr häufig, das Brustkind an bie Flasche zu gewöhnen. Man sollte bas nie plötzlich machen, sonbern immer nach unb um 20.30 Uhr, folgenbe Zellenabende: Zellen 1 und überzeugen. Ferner wurde den Zuschauern Gelegei 2 Kaufmännisches Dereinshaus, Wernerwall; Zellen heit gegeben, die einzelnen Einrichtungen der W' 3 und 4 „Zum Gambrinus", Wetzfteingasse; Zellen * ' an 5, 6 und 7 „Aquarium", Walltorstraße. Die NS. - Hago Kreisbetriebsgemein- auf ihrem Weg zu den Staubabscheidern das Gebäude durchziehen, hinzukommen; allerdmegs smd Menschen während des Ganges der SorHertrom- meln in den Räumen nicht anwesend. In der S t e i n r i ch t e h a 11 e sitzen die totem» richter, denen das schon im Steinbruch vorgerichtete Steinmaterial zur weiteren Bearbeitung zugeführt wirb Die Kettenbahn labt auch hier chre Loren in regem Betriebe ab, dazu erklingt bas Klopfen ber Hammer ber Steinrichter, bie bas Material mit geübtem Blick für bie erforberliche Größe und Form kunstgerecht behauen und das Pftastersteinmaterial Herrichten, das bei den Pflasterungen in Städten und Dörfern Verwendung findet. Mächtige Silo räume nehmen zu beiden toei» ten des Hauptbetriebsgebäudes das Steinmaterlai auf, um es für den Versand vorrätig zu halten. Von hier aus werden dieEisenbahnwage n beloben, die bas Basaltmaterial weit hinaus m bie deutschen Lande befördern, ebenso auch die Lastzu g e unö Pferdefuhrwerke oder Kuhgespanne, die aus der engeren Umgegend kommen, um geringere Mengen des Steinamteriais zu holen. Dor dem Hauptwerk liegen in gewaltigen Bergen Vorräte an Steinsplitt und <5 t e i n g r u s, P rx,, . ______L V-- SYDntortrtfs rtpnt im Verfolg einer Entscheidung des Ministeriums I einen Polizeibefehl erlassen, der den Erben bes inzwischen verstorbenen Dr. Sch a ab aufgab, ben ehemaligen Zustanb bes Bachlaufes roieber herzu- stellen. Die Empfänger bes Polizeibefehls hatten' gegen ben Polizeibefehl Berufung an ben Provinzialausschuß eingelegt. Zur Beweisaufnahme waren eine Anzahl Zeugen unb Sachverstänbige bes Kulturbauamtes geloben. Vor allem beschäftigte man sich mit bem Charakter bes Wasserlaufes unb mit bem Ausmaß ber Beeinträchtigung für bie an- liegenben Gärten. Der Verteibiger ber Beklagten legte zunächst bie Rechtslage bar unb betonte, baß es feinen Manbanten kaum zugemutet werben । könne, ben ursprünglichen Zustanb roieber herbeizuführen, ba bies mit Kosten oerbunben sei, bie in . . keinem Verhältnis zu bem Nutzen ber Anlieger Telephonangabe versehener ober markt chreienscher ftünben Regierungsrat Grein als Vertreter bes Anzeigen sowie bas öffentliche Anbieter, von Kreisamtes betonte, daß es sich bei diesem Wasser- f o ft e n I o f e m Unterricht m jedweder Form. — lauf um einen Bach handle, der unter des Hessische Prospekte und Werbezettel dürfen kerne irreführende Bachgesetz falle. Es müsse dafür gesorgt werden, Bezeichnung enthalten. daß das Wasser in sein Bett zurückgeführt werde, 5. Unterrichtswerber (Agenten) burfen nur mit der Gemeinbebrauch gewahrt bleibe, Veränberungen Genehmigung ber „Fachschaft Musik-Erzieher in» nicht ohne weiteres eintreten bürsten. Die Entschei- nerhalb ber „Reichsmusikerschaft" tätig werben. düng des Ministeriums und der Polizeibefehl, die 6. Die Nichtachtung dieser Anordnung kann die Wiederherstellung bes ehemaligen Zustandes als Mangel an Zuverlässigkeit im Sinne des 10 forderten, bestünden zu Recht. Dem Kläger solle der 1. Durchführungsverordnung zum Reichskultur- aufgegeben werden, das Wasser unmittelbar hinter kammergesetz vom 1. November 1933 angesehen feinem Grundstück wieder in den alten Bachlauf werden und zum Ausschluß aus der Reichs- zu leiten. Der Provinzialausschuß wies nach kur- mufikkammer führen. Der Ausgeschlossene verliert her Beratung die Berufung zurück und setzte den das Recht zur weiteren 93erufsausübung. Streitwert auf 500 Mark fest. Gießener Wochenmarktpreise. Die Verhandlung über eine Klage des Heinrich G i e ß e n, 22. Sept. Auf dem heutigen Wochen- FlPl[er«in.,Dbo«D1fI,xi,en 9«9ro martte Mieten: -Moltereibutter 145 bis 155, L°nd- s-h> des Kreises Alsseld vom 8. Mm 1933 — der 135 bis 140, Matte 20 bis 25, Käse, Stück Klage lag em ähnlicher Fall zugrunde, wie der vor- 4 big 10 @ier SIaf(e s n> Klasse A 10'/-, Klasse B her behandelten Klage — konnte ausgesetzt werden, @raffe C 9% Klasse D 8%, Wirsing, grün, da man sich dahin einigte, der Feldbereinigung bie 11U' Äla''e L yX2' Älane u ö72' " ö' ' Regelung zu überlassen unb bis zu biesern Zeitpunkt burch eine Behelfslösung bem Uebelftanb (Versumpfung einer nachbarlichen Wiese, bie burch die Verlegung von Gräben entstanden war) zu v ' Der gestrige Freitaa brachte im Rahmen der gemutzens; hier: Berufung Feuerschutzwoche in unserer Stadt wieder zwei Ver- Kreisausschusses des Kreises anftaltungen, die alle Aufmerksamkeit verdienten. Täglich fallen vier Menschen dem Flammentod zum Opfer. Die Notwendigkeit der Erziehung und Aus' tlärung liege auf der Hand. Der Redner schilderte im weiteren Verlaufe des Vortrags an Hand guter Bilder die Möglichkeiten der Feuerverhütung, besonders die Erziehung des Kindes zur Vorsicht beim Umgang mit Feuer, und redete auch den Erwach' jenen ins Gewissen. Er wies auf die mannigfachen Gefahren des Feuerausbruches im Haushalt, in ber Werkstatt, im Keller und auf Bodenräumen hm und gab klare Verhaltungsmatzregeln in allen einzelnen Fällen. Der Vortrag fand eine aufmerksame gen kennenzulernen. Die Wagen wurden sodann wieder aufgerüstet. Im Anschluß an die Schauübung ~1V v/ „ o a gab die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr vor schäft Handel 17, Fachgruppe Gast - dem Depot der Gailschen Feuerwehr in der Reust ät t e n g e we r b e , veranstaltet am kommenden ftabt ein Platzkonzert, bas viele bantbare Zuhörer Mittwoch, 26. September, um 15 Uhr, eine Kunb- fanb. gebung bes gesamten Gaststättengewerbes bes Krei- Am Abenb fanb ein Lichtbiibervortrag im Cafe fes Gießen im Caf6 Leib. Jebem Betriebsführer I Leib statt, ber von ben Ortsgruppen Norb unb Ost unb Gefolgschaftsmitglieb wirb ber Besuch bieser der NSV. veranstaltet war. Kunbgebung zur Pflicht gemacht. Ortsgruppen-Amtsletter Pg. Jockel Der Führer des B an n es 116 der S)5. flibt leider nicht lehr zahlreichen B-Iuch-r herz, bekannt, daß d.e sur den heu -g-n Eamstaaab> nd ’^mitttolnmen/ aus die Ziele der NSD, in «nges-tzt- Fuhrertagung des Un -rbann°s IH/116 'UnfaUDcrl)ütun8 hj„ unb betonte, Watzenborn-Steinberg in Lich aussallt. ber ^end unter dem Motto „Kamps der Heute GG.-Konzert in der Volkshalle. F-u-rsgesahr" stehe. Viele Volksgenossen seien sich 'n™ (=(= örinofr. an(d)einenb ber Sebeutung besten noch nicht ganz Das heutige Konzert der Hanauer SS. Kapelle ben)U^tf jonrt hätte das Öntereffe an dem Abend inn-rÜn '^?aM° D-'r Ert'räg"^s K°7z°rlöbends ÄS ^'°Lchade«ung'Ausi is - also nicht nur -inen genußreichen Abend haben, Seftcn de» Volksganzen -u-wirken werde, sondern auch zu einem vorbildlichen Werke der I Zellenamlsietter Pg. v o r r Nächstenhilfe beisteuern. Als besonderes Ereignis I hielt sodann einen längeren Vortrag, in dessen Verdes Abends ist auch anzusehen, daß der Oeffentlich-1 lauf er zwei Lichtbildstreifen zeigte, die in ein» I feit das neue Feldzeichen der 83. SS.- Standarte I drucksvoller Weife richtiges und falsches Verhalten I Gießen bei dieser Gelegenheit zum ersten Male I im Umgang mit dem Feuer, mit feuergefährlichen gezeigt wird. Für die Jugend ist noch von Bedeu-1 Flüssigkeiten, mit elektrischen Stromleitungen, mit tung, daß im Anschluß an das Konzert Gelegenheit i Gas und mit Heizanlagen vor Augen führten. Die »zum Tanz gegeben ist. ! Feuerwehr habe im Laufe der vergangenen Tage,'feinen Abschluß. — Tägeskälenver für Sonn tag. Bund Deutscher Mädel, 15 Uhr, Waldsportplatz DsB.- Reichsbahn: Sportveranstaltung. — Llchtspielhaus, Bahnhofstraße: „Maskerade'. — Klavierschule Schlesier-Altmann, Goethestrahe 63, 10.30 Uhr. Schüler-Vortrag. — Gießener Turnerschaft, Wieder- sehensfeier der ehemaligen Turnfestsieger, 11 Upr. Antreten zum Marsch nach dem Jahngedenkstem, ab 16 Uhr: Gemütliches Zusammensein m der Turnhalle. — Petrusgemeinde, 15 Upr, Sieb as» höhe: Gemeindetag. — „Liebigshohe , 20 Uhr. Tanz. Sitzung des Provinzialausschusses. Unter dem Vorsitz von Kreisdirektor Kl ost ermann hatte gestern vormittag der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen in verschiedenen Streitsachen zu verhandeln. In der Klage der Dr. med. Schaad Erben (Lich) gegen den Polizeibefehl vom 22. November 1933 handelte es sich um eine Angelegenheit, bie bereits mehrere Jahre bie unmittelbar Beteiligten bewegt. Dr. Schaab hatte vor einigen Jahren an ber Straße nach Garbenteich ein Haus gebaut unb dabei aus bautechnischen Grünben einem kleinen L7 ermMcht ^°r/ °t- i'm ^U^tbettlebsgebäude °N einigen Gärten narbeiführte, sondern, aus an- selbst, die rasche Bewegung bes verarbe-iteten Stein- materials, so daß der Betrieb überall die schnellste Abfertigung ermöglicht. , Wie segensreich das Unternehmen für unsere oberhessische Heimat sich auswirkt, geht daraus hervor, daß es einer großen Anzahl Arbeiter weiten im Umkreise von Ober-Widdersheim Arbeit undBrot bietet, hiermit die heimische Wirtschaftskraft auf allen Gebieten ber menschlichen Vebarfsdeckung stärkt unb ben Schatz bes Heimatbobens ber deutschen Dolksgesamtheit dienstbar macht, ja darüber hmaus in guten Zeiten auch nach dem Ausland absetzen und dadurch die deutsche Volkswirtschaft befruchten kann. Der umfangreiche Betrieb ist zugleich auch ein eindrucksvolles Zeugnis für die aufroärtsftrebenöe Tatkraft deutscher Menschen, denn der erst vor zwei Jahren verstorbene Vater des jetzigen Betriebsinhabers hatte als einfacher Bergmann den Steinbruchbetrieb begonnen, ihn durch persönliche und fachliche Tüchtigkeit, wie durch geschickte Betriebsfuhruna in glücklicher Weise zur Höhe geführt, um das Werk bann seinem Sohne und jetzigen Inhaber zu übergeben, der es als Vermächtnis zu treuen Händen nach den Grundsätzen guter deutscher Betriebsfuh- rung weiter verwaltet. Einen weiteren Betrieb von etwa gleichem Um» fange und gleicher Größe unterhält die Firma Nickel auch noch in Dreihausen (Kreis Marburg) im Ebsdorfer Grund. Verfassung der Gießener Dozentenschaft. Der Hessische Staatsminister Jung veröffentlicht die nachstehende Verfassung der Gießener Dozentenschaft: § 1. Die neuen Aufgaben, die dem Lehrkörper der Hochschule im Sinne öer nationalsozialistischen Weltanschauung erwachsen, erfordern, daß an Stelle der bisherigen Interessen- und Gruppenvertretungen eine einheitliche, staatlich anerkannte Standesorganisation tritt, die dem NS.-Lehrerbunde eingegliedert ist. Daher wird der gesamte Lehrkörper zu einer Dozentenschaft der Universität Gießen zusammengeschlossen. Diese bildet eine Untergliederung der Deutschen Dozentenschaft im NS.-Lehrerbund. § 2. Mitglieder der Dozentenschaft werden zwangsläufig alle Professoren, Privatdozenten, Assistenten und Volontäre, sowie die Lektoren und die Inhaber von Lehraufträgen, soweit sie deutsche Volksgenossen sind. Die Mitgliedschaft verpflichtet zur Mitarbeit an den Aufgaben der Dozentenschaft. § 3. An der Spitze der Gießener Dozentenschaft stehen ein Führer und ein Zwieführer. Beide werden durch den Herrn Staatsminister auf Vorschlag der vorgesetzten Ministerialabteilung ernannt. Die Amtsdauer beträgt ein Jahr. Wiederernennung ist zulässig. In dringenden Fällen kann der Staatsminister den Führer der Dozentenschaft und seinen Stellvertreter vorzeitig abberufen. § 4. Die Aemterbesetzung erfolgt durch den Führer der Gießener Dozentenschaft nach Einvernehmen mit der vorgesetzten Ministerialabteilung. Die Amtsdauer beträgt ein Jahr.. Wiederernennung ist zulässig. Abberufung in dringenden Fällen wie in § 3. § 5. Dle Dozentenschaft ist eine ständige Organisation, die gewährleisten soll, daß sich die Hochschule im nationalsozialistischen Geiste entwickelt. Sie ist mit der Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen betraut, die der Erziehung des akademischen Nachwuchses dienen. § 6. Führer und Zwieführer der Dozentenschaft müssen vom Rektor zu den Senatsverhandlungen zugezogen werden. Vertreter der Dozentenschaft nehmen an den Fakultätssitzungen teil. § 7. Don der Dozentenschaft werden folgende Aem- ter eingesetzt: a) Amt für Geländesport und Arbeitsdienst (dieses arbeitet mit dem SA.-Hochschulamt zusammen), b) Amt für Wissenschaft und Auslandsdeutschtum, c) Perfonalamt, d) Kassenamt, e) Verbindungsmann zum Gauleiter des NS.° Lehrerbundes. § 8. Die Instituts- und Klinikdirektoren usw. sind gehalten, bei Neubesetzung von Assistentenstellen die Führung der Dozentenschaft zuzuziehen und deren Vorschläge in erster Linie zu berücksichtigen. § 9. Die Mitglieder der Dozentenschaft sind zur Zahlung eines Beitrages verpflichtet, dessen Höhe von der Führung der Dozentenschaft im Einvernehmen mit der Staatsregierung festgesetzt wird. § 10. Die vorstehenden Bestimmungen treten am 15. September 1934 in Kraft. Der Führer der Dozentenschaft hat das Weitere wegen Auflösung der bisherigen Verbände zu veranlassen. Feuerschutz und Arbeitsbeschaffung Zwanzig Regeln 1. Wer glaubt, allein nach diesen Merkregeln rasch ein guter Pilzkenner werden zu können, lasse seine Hände besser wea von den Pilzen. 2. Allgemeine Merkregeln über die Eßbarkeit oder Giftigkeit der Pilze (Märchen von der Zwiebel und dem silbernen Löffel, Verfärbung, unangenehmer Geruch oder Geschmack usw.) gibt es nicht. 3. Iß nur solche Pilze, die du ganz genau und als unschädlich kenn st! 4. Der Anfänger sammle zuerst nur die bekanntesten Arten, wie Pfifferlinge und Steinpilze*, die bei genauem Zusehen gar nicht verwechselt werden können. Erst nach und nach mache dich mit anderen häufigen und unschädlichen Pilzarten genau vertraut. Was du nicht kennst, lasse ruhig im Walde stehen; nur Rohlinge treten alle Pilze um oder schlagen sie kurz und klein. 5. In Zweifelsfällen wende dich an einen wirklich guten Pilzkenner, an die nächste Pilz-Beratungsstelle oder an die Deutsche Gesellschaft für Pilz- für die Pilzzeit. 13. Pilze sind'schwer verdaulich. Sie müssen deshalb bei der Zubereitung stark zerkleinert werden (am besten durch die Fleischmaschine). Außerdem müssen Pilzspeisen gut zerkaut werden. Abends sind größere Pilzmahlzeiten nicht zu empfehlen. Nichtbeobachtung dieser Vorschriften kann Verdauungsbeschwerden verursachen, die mit Vergiftungen nichts zu tun haben. — Vorsicht auch beim Genuß roher Pilze (Pilzsalat u. dgl.). 14. Die meisten Pilzvergiftungen werden durch den grünen Knollenblätterpilz hervorgerufen, der leichtsinnigerweise als Champignon, als Grünling oder als grüner Täubling eingetragen wird. Eine Gabelspitze von ihm kann Den Tod herbeiführen. In manchen Jahren hat er in Deutschland bis zu 100 Todesfälle verursacht. Genaue Auskunft über diesen Giftpilz bekommst du durch das Knollenblätterpilz-Merkblatt der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt, und durch die reichsbehördlich empfohlene Wandtafel dieses geAbschluß -er Feuerschutzwoche Große Waldbrandübung am Sonntag, 23. September, nodjm. 15 llhr, auf dem Gelände zwischen Trieb und Philosophenwald Wie denn, wird mancher, ja selbst mancher Handwerker erstaunt fragen: Auch der Schornsteinfeger, im Volksglauben der „Glücksbringer", auch der kann Arbeit beschaffen? Für sich freilich nicht. Er schafft- nichts Neues, er erhält Bestehendes durch Beschaffung für andere! Lr ist „Glücksbringer", Bringer des Segens der Arbeit in dem Sinne, daß er den Leuten ihr hab und Gut, ihre Gesundheit und ihr Leben erhalten hilft — durch Feuerverhütung! Und er ist in diesem Zusammenhang auch Bringer des Segens der Arbeit — Arbeitsbeschaffung im kleinen! —, indem er seinen Standesgenossen vom Maurer-, Zimmerer-, Ofenbauer-, Gasinstallationshandwerk usw. Arbeit schafft, die diesen zugutekommt und zugleich dem Hauseigentümer und dem Mieter! Für sich hat dabei der schwarze Mann, dem eben deshalb völlige Unparteilichkeit zur Seite steht, in feinen Ratschlägen nichts, oder vielmehr nur die ideale Befriedigung selbstlos erfüllter Pflicht im Dienst am Ganzen! Hier ist ein Schornstein unverputzt oder morsch oder hat Löcher oder ist versottet, die Wangen sind zu schwach, die Steine locker, der Schornsteinfeger sorgt dafür, daß der Maurer ihn ausbessert! Die Reinigungstüren sind verrostet oder herausgefallen, der Eisenhändler liefert neue, der Maurer muß sie in Zement einmauern. Soll ein Aufsatz den Schornstein krönen, fragt den Schonsteinfeger, er sagt euch den richtigen! Da sind Hölzer, Balken am oder im Schornstein, der Zimmerer schafft Abhilfe nach Angabe des Schornsteinfegers. Dort sind die Laufbretter und die Haken locker, die Dachfenster sind entzwei und die Leitern nicht in Ordnung! Beim Bau des Hauses wurde vergessen, daß auch der Boden Beleuchtung braucht. Wer sorgt für Abhilfe? Der Schornsteinfeger! Wieder tritt der Zimmerer oder Maurer, treten Dachdecker, Glaser und andere Handwerker in Tätigkeit! Hier versagt eine Feuerstätte den Dienst, fehlen Türe und Bleche oder sind schadhaft, sind Rauchrohre durchgebrannt, ist eine Wand nicht isoliert, muß gar- ein neuer, besserer Ofen den alten ausgedienten ersetzen, — die Kachelindustrie, der Ofensetzetzr und der Eisenofenhändler erhalten Arbeit und Brot durch die Feststellungen und Ratschläge des Schornsteinfegers. Es soll Gasheizung angelegt werden, der Schornsteinfeger weist den richtigen Weg zur praktischen Durchführung für den Gasinstallateur, er sucht den Schornstein hierfür heraus und ermöglicht, um Gefahren zu verhindern, seine Freimachung von anderen Feuerstätten für feste Brennstoffe. Er gibt Ratschläge über Badeöfen und Gasbrenner. Und so weiter, und so weiter ... Ob er tätig ist bei der Bauabnahme neuer oder umgebauter Schornsteine und Feuerungsanlagen, ob er auf seinen regelmäßigen Kehrgängen und bei der ständigen Ueberwachung seiner Leute in die Häuser kommt, oder ob er gar mit einer Kommission bei der Brandverhütungsschau den Mängeln im Hause mit Sorgfalt nachgeht, zu ihrer Meldung an die Behörde bei Nichtabstellung durch die Eigentümer verpflichtet ist: Der Schornsteinfeger schafft tatsächlich — Arbeit im kleinen — für das Handwerk. Er kennt alle alle Häuser, alle Oertlichkeiten, alle Besonderheiten der Bauweise, er kennt die Leute und weiß sie richtig zu nehmen —, auch das ist sehr wichtig! Es gibt in Deutschland 16 Millionen Haushaltungen mit 50 Millionen Feuerstätten, davon in Berlin allein 1,5 bzw. 4 Millionen, in Hamburg 400 000 bzw. 1 Million usw. Der Hausbrand verbraucht 31 v. H. des deutschen Kohlenabsatzes, das sind nicht viel weniger als die ganze Industrie, aber dreimal so viel wie die Reichsbahn. Fast alle alten Feuerstätten aber sind durch die Notzeit seit 1914 vernachlässigt, ausbesserungs- oder völlig ersatzreif! Auf 400 Millionen Mark werden für drei Jahre die Summen allein solcher Arbeiten an Schornsteinen und Feuerstätten für feste Brennstoffe geschätzt, Gas und Elektrizität noch nicht eingeschlossen! 3a, es steht da schon etwas auf dem Spiele, es läßt sich Arbeit beschaffen, überdies solche, bei der die Löhne mit 60 v. H. einen besonders hohen Anteil bilden. And es gilt, die Menschen immer wieder aus ihrer Sorglosigkeit und Gleichgültigkeit, aus Schlendrian und leichtfertigen Gewohnheiten herauszureißen, damit Brand-, Sach- und Gesundheitsschäden durch rechtzeitige Vorbeugungsarbeit verhütet werden. Das Unterlassen notwendiger Reparaturen, ihr Verschieben, bis es zu spät ist, ist Sparen am falschen Fleck und bringt Verlust und Not, statt das verbliebene deutsche Volksvermögen zu erhalten — eine wahrhaft nationale und soziale Aufgabe! So wirbt der schwarze Mann. Sein Lohn für die verantwortungsvolle und oft undankbare Tätigkeit liegt darin, daß seinen Vorschlägen Folge geleistet wird. Damit hielst er die Schlacht gegen die Arbeitslosigkeit auch im Kleinen zum Siege führen! Anmeldung zurFahrt nach dem Bückeberg Von der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda wird mitgeteilt: Sämtliche Teilnehmer an der Fahrt zum Bückeberg haben ihre Meldung bei dem zuständigen Bauernführer abzugeben. Auch diejenigen Teilnehmer, die sich bereits über ihre zuständige Organisation gemeldet haben, insbesondere die Vertreter der Genossenschaften, des Handels (HA III und HA IV des Reichsnährstandes), haben dies zu tun. Die Meldungen müssen bis Samstag, 22. Sept., 12 Uhr, erstattet sein. Die Hinfahrt der Züae erfolgt jeweils am 29. September und die Rückfahrt jeweils am 1. Oktober. Abfahrt und Ankunft der Sonderzüge Ein Sonderzug verkehrt von Weinheim aus über Darmstadt, Frankfurt und passiert dann Oberhessen. Der Zug fährt um 11.16 Uhr von Weinheim, um 13.40 Uhr von Friedberg, um 14.22 Uhr von Gießen ab und erreicht Hameln um 20 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt ab Hameln 12.16 Uhr. Der Zug kommt um 17.51 Uhr in Gießen und um 18.36 Uhr in Friedberg an. Der Fahrpreis beträgt ab Gießen 5,70 Mark, ab Friedberg 6,30 Mark. Ein zweiter Sonderzug, der Oberhessen durchährt, verkehrt von Erbach (Odenwald) aus und ährt über Babenhausen und Hanau. In Stockheim ährt dieser Zug um 11.04 Uhr, in Ortenberg um 11.14, in Gedern um 11.45, in Grebenhain um 12.21, in Herbstein um 12.41 und in Lauterbach- Nord um 13.05 Uhr ab. Um 19.30 Uhr kommt dieser .Zug in Hameln an. Die Rückfahrt erfolgt um 12.35 IUhr in Hameln. Der Zug kommt um 18.58 Uhr iin Lauterbach, um 19.26 in Herbstein, um 19.47 in «Grebenhain, um 20.24 in Gedern, um 20.55 Uhr iin Ortenberg und um 21.06 Uhr in Stockheim an. Der Fahrpreis beträgt ab Stockheim, Ortenberg Lind Lißberg 7 Mark, ab Gedern 6,70, ab Grebenhain 6,30, ab Herbstein 6,10 und ab Lauterbach- Nord 5,80 Mark. , Ein weiterer Sonderzug fährt von St. Goarshausen ab. Dieser Zug, der über Frankfurt-Höchst verkehrt, fährt in Friedberg um 11.12 Uhr, in Butzvach um 11.33 Uhr, in Gießen um 12 Uhr ab und erreicht Hameln um 18.18 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt ab Hameln um 14.40 Uhr. Der Zua erreicht Gießen um 20.26 Uhr, Butzbach um 20.55 und Friedberg um 21.13 Uhr. Der Fahrpreis beträgt ab Friedberg 6,30 Mark, ab Butzbach 6 Mark und ab Gießen 5,70 Mark. Der vierte Sonderzug wird in Nieder-Lahn- stein abgefertigt (ab 9,45 Uhr), fährt um 11.44 von Wetzlar, um 12.07 von Gießen, um 12.18 Uhr von Lollar ab und erreicht Hameln um 18.38 Uhr. Die Rückfahrt ab Hameln erfolgt um 14.15 Uhr. Der Zug erreicht Lollar um 19.46 Uhr, Gießen um 19.56 und Wetzlar um 20.22 Uhr. Der Fahrpreis beträgt ab Wetzlar 5,80 Mark, ab Gießen 5,70 Mark und ab Lollar 5,50 Mark. Mitfahrende zum Bückeberg: Achtung! Die Landesstelle Hessen-Nassau teilt mit: Allen Volksgenossen, die mit den Sonderzügen zum Staatsakt auf den Bückeberg fahren, wird drin- genbft empfohlen, eine wollene D eck e mitzunehmen. Weiter wird darauf hingewiesen, daß die Verpflegung der Teilnehmer der Bayern- Hilfszug übernimmt. Das gute und reichliche Mittagessen wird zum Preise von 30 Pf. abgegeben werden. Morgens und abends wird es heißen Tee oder Kaffee geben. Oberheffen. preishüten in Schotten. b. S ch o 11 e n, 19. Sept. Der Bezirk Ober« Hessen des Gaues Hessen-Nassau des Verbandes zur Züchtung deutscher Schäferhunde hielt hier fern diesjähriges P r e i s h ü t e n ab. Die Schafherde war von Schotten gestellt. Neun Schäfer aus den verschiedensten Gegenden des Bezirks mit ihren preisgekrönten Hunden hatten sich zum Wettbewerb eingefunden. Ausgezeichnete Leistungen waren, wie die Sachver- ftändigen (Gg. H ü 11 e n b e r g e r - Gießen G r a t - scher- Jena und L e n z - Ehringshausen) bekundeten, aufzuweisen. Die Schäfer mußten verschiedene Geländeübungen, Treiben der Herde aus und in Erscheint in Massen Heil Hitler! Hainbach, stellvertr. Kreisamtsleiter künde in Darmstadt (Hessische Landesstelle für Pilz- und Hausschwamm-Beratung). 6. Der Pilzreichtum und die Artenzahl unserer Wälder sind viel größer, wie meist angenommen wird. Nur leichtsinnige Prahlhänse kennen „alle Pilze". Vergiftungen sind dann unausbleiblich. Der Steinpilz (Röhrenpilze mit Röhrchen auf der Hutunterseite) hat ungefähr 50 ähnlich aussehende Verwandte; Blätterpilze (Verwandte des Champignons und des arünen Knollenblätterpilzes; sie tragen Blätter auf der Unterseite des Hutes) gibt es bei uns ungefähr 1500 verschiedene Arten, deren Genußwert und sonstige Merkmale großenteils überhaupt noch nicht wissenschaftlich erforscht sind. 7. Sammle stets nur frische Pilze. Durchwässerte, zu alte, a n g e f a u 11 e und stark zerfressene Schwämme lasse im Walde zurück. 8. Nimm die Schwämme vorsichtig aus dem Boden heraus, damit du das Pilzgeflecht (die eigentliche Pilzpflanze!) und junge Fruchtkörperanlagen nicht herausreißt und dadurch zerstörst. Entferne sofort im Wald anhaftendes Laub und Erde, damit die Putzarbeit zu Hause einfacher wird. Bedenke aber, daß geputzte und zerschnittene Pilze selbst für den besten Kenner sehr schwer kenntlich werden. Deshalb nur tatsächlich eßbare und einwandfreie Schwämme in den Sammelbehälter! 9. Benutze als Sammelbehälter einen Korb oder einen offenen Kasten im Rucksack, damit die Pilze nicht zermatscht werden und sich nicht erhitzen. 10. Die gesammelten Pilze werden am besten so- ort bei der Heimkunft geputzt und zubereitet. Andernfalls lagere man sie an einem kühlen und luftigen Orte bis zum nächsten Tag, wobei sie nicht in großer Masse aufeinanberltegen dürfen. Dilze enthalten ungefähr 90 v. H. Wasser und sind leicht verderblich. 11. Die Fruchtschicht auf der Hutunterseite (Blätter, Röhrchen usw.) schneide man nicht weg, wenn dieselbe keine Maden enthält. Sie ist reich an wertvollen Nährstoffen. 12. Das Brühwasser schütte man nicht weg, weil es die am leichtesten löslichen Nährstoffe enthält. Pilze, die nur nach dem Fortgießen des Brühwassers „genießbar" werden (z. B. die gefährliche Frühjahrs-Lorchel u. a.), sind nicht empfehlenswert. fährlichsten Giftpilzes, die in einer großen Anzahl von Bahnhöfen als Warnungsmittel ausgehängt ist. 15. Zum Schutz vor dem gefährlichen Knollenblätterpilz sorge man dafür, daß der charakteristische Knollen, der oft tief im Boden steckt, beim Aufnehmen nicht in der Erde zurückbleibt und übersehen wird. 16. lieber alle vorkommenden Pilzvergiftungen berichte man sofort an die medizinische Fachkommission der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde (Dr. med. Welsmann, Pelkum bei Hamm, Westfalen), da alle diese Fälle dort mit Unterstützung durch das Reichsgesundheitsamt gesammelt und wissenschaftlich verarbeitet werden. Bei jeder Vergiftung forbere man sofort bei der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstadt einen Fragebogen an, damit die ausführlichen Einzelheiten jeweils sorgfältig festgestellt werden können. 17. Bei den gering st en Anzeichen einer Pilzvergiftung sorge man für sofortige und gründliche Entleerung von Magen und Darrn durch Brech- und Abführmittel, wie für rascheste ärztliche Hilfe. 18. Das beste Bekämpfungsmittel der furchtbaren Pilzvergiftungen ist auf jeden Fall die weitgehendste Aufklärung in der Schule (praktischer Naturkunde- Unterricht) und in der Oeffentlichkeit durch die Presse, den Rundfunk, Aushang von Merkblättern und Bildern auf den Pilzmärkten, in den Rathäusern, in den Wartezimmern der Aerzte, in Apotheken, Kochschulen usw. 19. Vor dem Ankauf von Pilzbüchern erbitte man Beratung durch die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstadt. 20. Rege in deiner Heimat die amtliche Pilz. markt-Kontrolle, die Einrichtung von Beratungsstellen, von belehrenden Exkursionen, Pilzausstellungen usw. an. * Beim Sammeln von Steinpilzen hüte dich vor Verwechslung mit dem bitteren Gallen-Röhrling. Dessen Röhren werden im Alter rosa, beim Steinpilz dagegen grünlich. Es gibt noch einige andere ungenießbare Röhrlinge mit bitterem Geschmack. Deren Fleisch verfärbt sich beim Anschnitt jedoch bläulich, während es beim Steinpilz weißlich bleibt. den Pferch, über eine schmale Brücke, auf der Straße an entgegenkommenden Fuhrwerken, Autos vorbei, Hüten auf schmalen Aeckern usw. zeigen. Glänzende Arbeit der Schäfer und vor allem der prächtigen deutschen Schäferhunde war zu verzeichnen. Abends fand im „Darmstädter Hof" die Preisoerteilung statt. Wertvolle Preise waren von verschiedenen Seiten, auch von den Städten Schotten und Hungen, gestiftet. Nach einer Kritik der Vorführungen durch Herrn G r ä t s ch e r - Jena wurden die Preise, auch ein hessischer Wanderpreis, verliehen. Es erhielten: 1. Preis Schäfer Raditzi - Schöllnkrippen, mit dem Hund „Alster vom Haus Schütting", den 2. und 3. Preis Schäfer Karl Römer- Götzen, mit den Hunden Nixe und Afta, den 4. Preis Schäfer Hafermehl- Niederkleen, mit dem Hund Nicko, 5. Preis Schäfer Müller- Ehringshaufen, mit Hund Lora, 6. Preis Schäfer Schoch- Oppenrod, mit Hund Katja, 7. Preis Schäfer Pfister- Ansbach (Taunus), mit Hund Claus, 8. Preis Schäfer Schmidt- Betzenrod, mit Hund Aquilo, 9. Preis Schäfer Schoch- Oppenrod, mit Hund Gerda. tlaiiDfretd Wicften. = Wief-eck, 22. Sept. Der älteste Einwohner unseres Dorfes, Werkmeister i. R. Philipp Kümmel, wird heute 8 6 Jahre alt. Herr Kümmel befindet sich noch in voller körperlicher und geistiger Frische. £ Wieseck, 21. Sept. Auf dem im Sommer erbauten Schießstand des Kriegeroereins herrschte an den beiden letzten Sonntagen reges Leben. Der Verein hielt sein Preisschießen ab. Die Resultate müssen als sehr gut bezeichnet werden. Drei Schützen schossen je 36, vier Schützen je 35 und 12 Schützen je 34 Ringe. Den ersten Preis erhielt Rektor Petri mit 36 Ringen. Es folgten: 2. Heitz 36 R., 3. Polizeidiener Vogel 36 R., 4. Bonni 35 R-, 5. Andermann 35 R., 6. Trautmann 35 R-, 7.Döbus 35 R., 8. Otto Lotz 34 R., 9. Schäfer 34 R-, 10. O. Kümmel 34 R., 11. Klug 34 R-, 12. G. Weller 34 R., 13. Reichert 34 R., 14. Fr. Keßler 34 Ringe. Die große Beteiligung am Schießen und die Erfolge zeigen, daß in Wiefeck dem Schießsport, dem männlichsten aller Sportarten, großes Interesse entgegengebracht wird. * Lich, 22. Sept. Die 54jährige Ehefrau des Försters T e x t o r von hier kam gestern unglücklich zu Fall und erlitt einen Bruch des linken Unterschenkels. Die Verunglückte mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. * V i l l i n g e n , 22. Sept. Der 22jährige Schmied Karl Fritz erlitt gestern bei seiner Arbeit einen schweren Unfall. Er stieß sich einen großen Stahlsplitter in den rechten Ellenbogen und mußte sich sofort zur Behandlung in die Chirurgische Klinik nach Gießen begeben. Preußen. Kreis Wqtzlar. < Wißmar, 21. Sept. Aus Anregung des Geschäftsführers für Naturdenkmalpflege im Kreise Wetzlar werden in der hiesigen Gemarkung folgende Bäume unter Naturschutz gestellt: 1. Die „Dicke Eiche" in der Beuerstätt; 2. die Kopfpappelreihe an der südlichen Seite der Straße von Wißmar nach Krofdorf und der Abzweigung nach Krum- bach bis zum Wald; 3. das Akazienwäldchen auf dem Gleichen. Die „Dicke Eiche" ist ein altes Naturdenkmal mit geschichtlichem Wert, die Kopfpappelreihe und das Akazienwäldchen sind eine Zierde des Heimatbildes. — Der Hauungs - und Kultur plan für das Wirtschaftsjahr 1935 konnte, wie vom Forstamt Krofdorf vorgeschlagen, geneh- migt werden. — Für den Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose im Kreise Wetzlar wurde für das Rechnungsjahr 1934 eine Beihilfe von 10 Mark bewilligt. — Um dem in den letzten Jahren und ganz besonders in diesem Sommer aufgetretenen Wassermangel zu steuern, soll ein neuer Wasserbehälter erbaut werden. Die Arbeiten kommen voraussichtlich noch in diesem Herbst zur Ausführung. V HUW MM BÄ L M r.Ä, ■ -•-^’ p' ■ Ä ^591 Die Zeitung der starke Mittler Bei-M-aße»^» Talwegs M-nschhe/lswege. Dronfto/X^.— — >'e 3urunteentoy,ung E'°"6 f™=m innerflen 2Befcn krüll6 M« »M We Ta,» un» 66er '*9' * Mensch %(o6 ® 4“M- «"» »°ch iie», „ J. L /9f' 0,6 ,Mc" »« 4 "«'s un» „nfe ton f J4 ' "ef »«" ®»»o»cr, ^ntolfeitipfo»,. 4 crem köränfen, uralkn ZT**» ’ ■’! tri I anderer lebt oieff^t - . Mann sachliche "T"19“"9 ""»*» ■* »er * ein DichiX T*''" '" fernen ^"ere„fouWf. @ncn »er »en Stimmen an« »em Mw. Ab» wer an seine T r""'" """ '»"snöche^ to!» Unn066ürm®enierSnTtf»Pfm *** M »egen »en ®furni kr _ «chen,z»eien Menschen, 9e»orgen »üf. ®g(6ffoi|m _ c" ^nier einer harten €d>ale «n'nge. »refer Sewatt an» »em 3nn f'-f" Sappe,. X **■ Un6 ®« «rgeft-irun»"'3t" J"«» »“fernen machen erst »c„ gn„Je„ 1 r?™* De'e Beide eberalh wo wir rj, • 4tn' »c" Sanzen Mann "’toen»ig zn sein, wenn estoas DE ^°'4" ^fnmmenstang I X'"9' Ö°™ ®ranTi’lf~ * «e,- ‘ Ä:j?r - - oen Reifungen*, in if.,», z •< mi* öen anderen X " 6a6m- ®e" »er Leser »„ X f4°" »"f<""™en. i ® fe" »rlangt, außer »emT^ ?o""' f°"Cm innerflen . " i”efe langen nach 6ei» fehm.un» | ^1^0 । Zwischen dem Werbungtreibenden und dem Leser! m. 222 vierter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 22. September (934 r atanyn — Wj MM w ■ :’$$$* ■ i<_ ■ ,,-^v. ckSÄ r Gießen in großer Zeit Erinnerungen an den September -1914. Bischweiler an stücken gehen Abschied der 222er von Gießen. Am 27. August 1914 wurde das Reserve- Schule und Berufsberatung Richtlinien für die Zusammenarbeit. Oberst Rott, gefallen 4. Februar 1915. erfolgen. feiten 14.30: Wirtschaftsbericht. Eine Landsturm-Abteilung im September 1914 in Gießen. Reben des „Dienstes immer gab es. für die, die Sinn für habcnheit der Natur hatten, in gleichgestellter Uhr" Schönheit und Er- um das hat, ihn, das 750 2800 große leinene Paar Zahl Oberstleutnant von R o t s m a n n , im Frühjahr 1932 gestorben. des Dankes durch die Veranstaltung eines tätigkeits-Konzertes in der Evangelischen hinaus rund 950 wollene Hemden, Hemden, 250 Paar Unterhosen, wollene Strümpfe, außerdem eine von Fußlappen, wollenen Hand- Nachrichten. 1510: Infanterie-Regiment 222 zusammenge- stellt, Regimentsstab, 1. Bataillon und Maschinengewehrzug in Gießen durch das Ersatz-Bataillon I.-R. „Kaiser Wilhelm" Rr. 116, das 2. Bataillon in Mainz durch das Erfaß-Bataillon I.-R. 88, das 3. Bataillon durch das Erfaß-Bataillon I.-R. 117. Einige Tage später wurde das 2. Bataillon nach Friedberg, das 3. Bataillon nach Hanau verlegt. Das R.-I.-R. 222 gehörte als Bestandteil der 48. Reserve-Divison (Führer Gen.-Ltn. von Hahn) und dem 24. Reserve-Korps (Gen. d. I. von G e r o k) an. In mühevoller und aufreibender, aber von heller Begeisterung getragenen Arbeit wurden die Kriegs- freiwilligen und die Ersatzreservisten in wenigen Wochen zu Soldaten erzogen. Regimentskommandeur war Oberst z. D. Rott, seither Komman- müssen, die er in dieser ernsten Stunde so eindringlich an uns richtete! Und als dann unser Oberst Rott in der ihm eigenen, kurzen militärischen Form das Gelöbnis ablegte, daß unser Regiment keinem aktiven Regiment an Tapferkeit, Todesverachtung, Vaterlandsliebe und Disziplin nachstehen werde, da konnte man an den leuchtenden Augen der Offiziere und Mannschaften erkennen: die halten dieses Gelöbnis. Unser Oberst und viele, nur allzu viele der damals Versammelten haben dieses Gelöbnis mit dem Tode besiegelt! Kinderstun.de. 15.35: Küchen sorgen der Junggesellen! Ein kleines Zwiegespräch. 15 45: Studenten von heute! 16: Nachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters. 17.30: Dichter am Bodensee. Ludwig Finckh. 17.45: Kleine Unterhaltung. 18: Stunde der Jugend 18.25: Französischer Sprachunterricht. 19: „Ein Jahr nationalsozialistischer Agrarpolitik". (Sprecher: Reichsminister Walter Darrö. 19.30: Saar- Umschau. 19.45: Das Leben spricht. Soziales Funkbild. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. Sang und Klang vom Alpenland. Schöne alte Volks, musik. 20.45: Die Opernprobe. Komische Oper in einem Akt. Musik von Albert Lorßing. 21 45: Herbst in Altfrankfurter Gärten. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du muht wissen... oder nicht. Für die Teilnahme an der Erstberatung werden die Lehrer beurlaubt, soweit es schulorgani» satorisch möglich ist. 4. Ein Zwana, sich beraten zu lassen, besteht nicht. Für die Schulentlassenen aber, die die Berufsberatung in Anspruch nehmen, ist der Berufs- beratungstag in vollem Umfange unterrichtsfrei. Dadurch soll dieser Tag, an dem sich für manchen der Schüler sein Lebensschicksal entscheidet, auch äußerlich eine bedeutungsvolle Note enthalten. Diejenigen Schüler, die auf eine Beratung verzichten, nehmen am Unterricht einer anderen Klasse teil. 5. In Gegenden mit überwiegend ungeteilten Schulen und einer entsprechend geringeren Zahl von Entlaßschülern wird der Berufsberater den „Be- rufsberatungstag" im Benehmen mit dem Kreis- fchulrat pp. an einem möglichst zentral gelegenen Punkt abhalten. Ueber Ort und Zeit ergeht von dem Berufsberater an die Lehrkräfte rechtzeitig Mitteilung. Es find dann nur diejenigen Schüler in die Berufsberatungsstunden zu schicken, die es besonders wünschen ober für die nach Auffassung des Lehrers eine Berufsberatung in besonderem Maße förderlich erscheint. 6. Mit der Erstberatung ist die Berufsberatung in einer Reihe von Fällen noch nicht abgeschlossen. Weiterführende Beratung, Eignungsuntersuchung usw. machen manchmal wiederholten Besuch notwendig. Die öffentliche Berufsberatung wird sich jedoch bemühen, Unterrichtsstörungen nach Möglichkeit zu vermeiden. 7. Die Berufsberatung wird in den Räumen be« Arbeitsamts oder der Arbeitsamtsnebenstelle ab- gehalten. Wenn dies aus irgendeinem Grunde nicht zweckmäßig ist, kann die Berufsberatung auch in der Schule oder in sonst dazu geeigneten Räumlich- beur bes Lanbwehrbe^irks Wiesbaben (gefallen am 4. Februar 1915 in Den Karpathen), Führer bes 1. Bataillons Oberstleutnant a. D. Frhr. von R o t s m a n n , Führer bes 2. Bataillons Oberstleutnant a. D. Mootz (am 27. Oktober 1914 erkrankt), bann Major z. D. Bardeleben (gefallen am 22. Juni 1915 am Dnjestr), Führer des 3. Bataillons Oberstleutnant z. D Müller (gefallen am 30. Oktober 1914 bei Le Maisnil), dann Major Thomas und ab 3. Dezember 1914 Hauptmann d. L. Dettweiler. Der einzige aktive Of- fizier war der Regiments-Adjutant Leutnant M ü l- ler-Hempfing (gefallen am 4. Dezember 1914 bei Hula Dlutowska). Die Ausbildung des 1. Bataillons lag in den Händen des Oberstl. von Rotsmann, eines Offiziers von ganz hervorragenden militärischen Eigenschaften, der es mit der ihm eigenen Energie man spät abends den Heimweg vom Exerzierplatz antrat, die Sonne hinter den hohen Tannenbäumen untergegangen war und sich die schlanken Stämme in scharfer, klarer Linienführung vom blutroten Himmel abhobcn. Wenn dann die silberne Mondscheibe aufging und der Abendstern herrlich und feierlich leuchtete und wenn aus den dunkelen Vo- gefenbergen das dumpfe Rollen des Kanonendonners zu vernehmen war, dem auch wir bald entgegengehen sollten. Am Montag, 12. Oktober, schlug auch für die 222er die Abschiedsstunde. Unter endlosem Jubel, dem Gesang vaterländischer Lieder, geschmückt mit den Blumen des Herbstes, fuhren wir hinein in eine ungewisse Zukunft. Für viele war es die letzte Fayrt aus vaterländischem Boden. L. G. In sinniger Weise hat das 1/222 dieses Gefühl l tung teilzunehmen, besteht für den Lehrer nicht. Es - - - - -- - ri-fl— Wohl- unterliegt feinem pädagogischen Takt, ob er in dem Kirche I einen ober anberen Fall persönlich anwesenb ist Die erste Sriegvanleihezeichnung in Gießen. In der Stadt Gießen wurden, wie im „Gießener Anzeiger" vom 21. September 1914 mitgeteilt wird, auf die Kriegsanleihe rund 6 800 000 Mark gezeichnet, davon bei der Mitteldeutschen Kreditbank, Fi- Haie Gießen, 3 375 200 Mark in 1159 einzelnen Posten. Die erste Liebesgabensendung. Im „Gießener Anzeiger" vom 21. September 1914 berichtet das Kreiskomitee für Rotes Kreuz und Kriegshilfe folgendes: „Die große Zahl der aus den Landgemeinden des Kreises Gießen eingegangenen Liebesgaben ermöglicht es, eine erste Sendung solcher Liebesgaben heute an die Regimenter 116 ins Feld abgehen zu lassen. Die Sendung besteht aus 66 Kisten, und zwar 58 Kisten mit Kleidungsstücken und 8 Kisten mit Lebensmitteln. An Kleidungs- Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat folgende Richtlinien für die Zusammenarbeit zwischen Schule und Berufsberatung an die Direktionen der höheren Schulen und die Stadt- und Kreisfchulämter gerichtet: 1. Der erstmalige Besuch bei der öffentlichen Berufsberatung wird zeitlich nicht mehr in das freie Belieben der Schüler und Schülerinnen gestellt, es wird vielmehr für die Erstberatung einer Entlaß- klasse im Laufe des letzten Schuljahres ein Tag als „Berufsberatungstag" bestimmt. Dafür wird im Benehmen mit dem zuständigen Kreisschulrat bzw. Direktor der höheren Lehranstalt durch die Lehrpersonen und Berufsberater am besten ein solcher Tag festgesetzt, der stundenplantechnisch am geeignetsten erscheint. 2. Da die richtige Berufswahl der Schüler im Verantwortungsbereich des Elternhauses liegt, werden die Eltern von der Schule eindringlich gebeten, an der Beratung ihres Kindes teilzunehmen. Es soll den Eltern deutlich zum Bewußtsein gebracht werden, daß Berufswahl Lebenswahl bedeutet und deshalb eine stärkere Anteilnahme der Eltern erfordert, als irgendeine alltägliche Familienange- legenheit. Deshalb wird von der öffentlichen Berufsberatung in der Festlegung der Beratungsstunden und in der Verteilung der einzelnen Ratsuchen den innerhalb der Beratungsstunden auf die Teilnahmemöglichkeit der Eltern, soweit es geht, Rücksicht genommen. 3. Um dem „Berufsberatungstag" auch äußerlich fein Gewicht zu geben, erhalten die Lehrkräfte der Entlaßklassen die Möglichkeit, an der Erstberatung teilzunehmen, wenigstens in solchen Fällen, die nach den schulischen Erfahrungen bes Lehrers mutmaßlich besonders schwierig sind oder die eine besondere berufsberaterische Forderung gerechtfertigt erscheinen lassen. Damit soll u. a. auch erreicht werden, daß die Lehrer nicht nur gehalten sind, gleichsam Hilfsstellung bei der Berufsberatung zu leisten, sondern es soll ihnen auch Gelegenheit gegeben werden, selbst zu sehen, welches die praktische Verbindung der speziellen Berufsberatung mit ihrer pädagogischen Arbeit ist. Dadurch kann manches noch vorhandene Mißverständnis beseitigt, das Vertrauensverhältnis aber nur gestärkt werden. Vor- aussetzung für die Teilnahme des Lehrers an der Erstberatung ist natürlich die vorherige Zustimmung der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten (siehe Ziffer 2). Eine dienstliche Verpflichtung, an der Bera- den herrlichen Sep- tembertagen des Jahres 1914 Bilder landschaftlicher Schönheit, die wohl allen in dauernder Erinnerung geblieben fein werden. Wie herrlich war es, wenn Rundsunkproqramm Sonntag, 23. September. 6.15 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25t Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein. Des Lebens Schattenbild. Lieder und Fantasten von Justinus Kerner. 10.15: Ehorgesang. Heimat. 11.15: Otto Anthes erzählt eigene Kurzgeschichten. 11.30: Haus- musik. 12: Mittagskonzert I. 13: Mittagskonzert II. 14: Kinderstunde. 15: Stunde des Landes. 16: Nach- mittagskonzert. 17.45: Leichtathletik - Länderkaoipf Deutschland — Frankreich in Magdeburg. 18: Abschied vom Sommer. Eine Hörfolge. 18.40: Der Kaspar, der war kerngesund... Tanzburleske. 19 10: Bunter Sonntag-Nachmittag. 20.15: Sport. 20.30: Klingender Süden. 22: „Familien können Kaffee kochen..." Dom Kasseler Sonntagsausflug. 22.20: Nachrichten 22.35: Nachrichten aus dem Sende- bezirk. 22.40: Der Zeitfunk bringt den Sportspiegel des Sonnags. 23: Tanzmusik. 24 bis 2: Heut gehn wir morgen erst ins Bett! lllontag, 24. September. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6 40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.30: Eigene Senkung. 11: Werbekonzert. 1145: Sozialdienst. 12: Mittags- konzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. zugunsten des Roten Kreuzes bekundet. Unter der sachkundigen und feinsinnigen Leitung des Feld- webcls Kasten IV/222 (Musiklehrer in Gießen) wurde ein ausgezeichnetes Programm zusammen- gestellt, das ausschließlich von Freiwilligen des 1. Bataillons bestritten wurde. Die Kirche war am 4. Oktober bis auf den letzten Platz gefüllt, und das klingende Ergebnis war sehr erfreulich. Es war eine in ihrer schlichten Einfachheit und in den künstlerischen Darbietungen erhebende Feier, und als zum Schlüsse das Niederländische Dankgebet mit Orgel- und Violinbegleitung ertönte, da gab es niemand, der nicht aufs tiefste ergriffen war. Wenn man bedenkt, daß die Mitwirkenden an den vorhergehenden Tagen aus dienstlichen Gründen kaum eine freie Minute zum Heben hatten, muß man die Leistungen besonders hoch einschätzen. Der 20. September 1914 war ein Sonntag. Trüb und zu Regen neigend lieh er sich an, als das Bataillon um 8 Uhr zu einem schlichten Feldgottesdienst sich auf dem Hof der Neuen Kaserne ver- versammelte. Der Nachmittag galt der Familie. Man wollte nochmals den Frieden des Heims um sich haben und sich ganz seinen Lieben widmen. Wer konnte wissen, ob es nicht vielleicht das letztemal war! Ernst, aber zuversichtlich war un ere Stimmung, stand es doch da draußen im O ten und Westen so gut um unsere Sache und war es doch eine herrliche Ausgabe, ihr au* unsere Kraft zur Verfügung stellen zu können. Liebe Freunde und Bekannte kamen, um Abschied zu nehmen und Blumengrüße zu bringen. Am Abend waren alle Caf6s und Restaurants bis auf den letzten Platz mit abschiednehmenden Gruppen besetzt. Nirgends herrschte traurige Stimmung, überall freudig strahlende Gesichter. Abgesehen von den großartigen Erfolgen unseres Hindenburg und unserer Armeen im Westen, die alle Herzen höher schlagen ließen, war gerade das glänzende Ergebnis Der ersten deutschen Kriegsanleihe bekannt geworden, das den beruhigenden Beweis erbrachte, daß Deutschland nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich den Riesenanforderungen gewachsen schien, die dieses Ringen an uns stellte. Niemals ist das „Lieb Vaterland, magst ruhig sein" mit größerer Begeisterung gesungen worden, als In diesen Stunden. Der 21. September 1914 begann zu tagen. Es war noch dunkel, und dichter Nebel lag auf den Straßen, als die Stunde des Abschiednehmens schlug. Noch ein letzter Händedruck und ein Kuß und dann hieß es: „Die Stirnen empor, die Fahnen voran" — wir gehörten jetzt ganz dem Vaterland. Um 7 Uhr stand das Bataillon marschbereit auf dem Hof der Neuen Kaserne. Ein dreifach donnerndes Hoch auf Kaiser und Grohherzog, und dann ging es mit klingendem Spiel zum Tore hinaus. Ganz Gießen war auf den Beinen und ein Jubel umbrauste die Truppe, daß die Musik nicht dagegen aufkommen konnte. Mit Blumen überschüttet kam das Bataillon am Bahnhof an, um nach Bischweiler zu fahren, wo das R.-I.-R. 222 den letzten Schliff erhalten sollte. Gewaltig ertönte das Lied „Deutschland, Deutschland über alles" durch die Bahnhofshallen. Gleiberg und Vetzberg entschwanden im grauen Nebel. * Wie wenig wir Deutsche auf den Krieg vorbe- reitet waren, zeigte der Mangel an Ausrüstungsgegenständen. Erst im letzten Augenblick kamen auf Leiterwagen Tornister, Helme, Patronentaschen, Feldflaschen, Brotbeutel, Zeltbahnen usw. von den Schlachtfeldern im Westen an und gelangten auf dem Marktplatz von ...... Truppe zur Verteilung. Am 22. September 1914 kam das Regiment nach einem Triumphzug ohnegleichen zu später Nachtstunde in Bischweiler i. E. an, um bis zum 12. Oktober in ernster, anstrengender, aber von Begeiste- rung getragener Arbeit den letzten Schliff zu erhalten. Es hat auf dem Truppenübungsplatz Oberhofen manchen Schweißtropfen gekostet, bis das Regiment in der Hand seines Führer zu einem geschlossenen Ganzen geschmiedet wurde. Vom frühen Morgen bis in die sinkende Nacht und manchmal auch unter Zuhilfenahme dieser nahm der Dienst den ganzen Menschen in Anspruch. Das Verhältnis zu den Einwohnern Bischweilers war im allgemeinen ausgezeichnet, und wo sich bei einigen Fran- zöslingen Schwierigkeiten ergaben, wurden sie schnell und mit dem nötigen Nachdruck beseitigt. Sie konnten das allgemeine Bild, daß die 222er sehr gut aufgehoben waren und auch verpflegt murren, nicht trüben. Oberst Rott hat denn auch vor dem Abschied in einer öffentlichen Bekanntmachung in der Zeitung diesen Gefühlen des Dankes Ausdruck verliehen. Diele 222er haben noch lange Zeit mit ihren Gastgebern im Briefwechsel geftanben. schuhen, Stauchen, Leibbinden, Orenschüher, Kopf- jchützer, Kniewärmer upb Taschentücher. Die Lebensmittelsendung besteht in etwa 8 Zentner Wurst unb Speck, Schokolabe, einigen Tausend Zigarren, Zigaretten und Tabak. Eine weitere Sendung ist in Vorbereitung." (Ein 15jät)tiger Kriegsfreiwilliger. Der „Gießener Anzeiger" vom 21. September 1914 enthält noch folgende interessante Notiz: „Ein 15jäh- riger Kriegsfreiwilliger ist mit unserer Einquartierung in Esießen eingezogen. Der junge Krieger ist der Sohn eines vor dem Feinde gefallenen Haupt- manns: feine Mutter ist früher schon gestorben, und so hat es den jungen Menschen, der auch die Offizierslaufbahn beschreiten will, gedrängt, mit derselben Kompanie im Heere einzurücken, die sein Vater in den Kampf und zum Siege geführt hat. Die älteren Kameraden sind stolz auf ihren jungen Mitstreiter, der bereits vollständig ausgebildet ist unb bie Anstrengungen ber Hebungen in ber Garnison gut überftanben hat." oerftanb, bas Kriegsmäßige ber Ausbilbung in ben Vorbergrunb zu stellen. Er, ber an sich bie höchsten Anforberungen stellte, verlangte von seinem Batail- Ion, nach echt Moltkescher Art, „bas Unmögliche, bas Mögliche zu erreichen". Unb wenn später I./222 im Felbe so Hervorragenbes geleistet so hat er die Grundlage dazu geschaffen. Für der bet aller Strenge in väterlicher Weife für Wohlergehen seiner Leute sorgte, ging das Bataillon durchs Feuer. Wie hat er für feine „Flöh- hauben", wie er uns so gerne nannte, gesorgt. Am 16. September wurde das Bataillon dem Divisionskommandeur Sr. Exzellenz Generalleutnant von Hahn auf dem Trieb vorgestellt, ber namentlich bie gute Einzelausbilbung Der Mannschaften in seiner Kritik hervorhob. Auch für bas 1/222 fanb in ber Aula ber Universität eine Abschiebsfeier statt. Wer biefe tiefergreifenbe Feier am Samstag, 19. September, mitgemacht hat, bem wirb sie für immer in ber Seele haften bleiben. Wie oft haben wir noch ba draußen im Felde an die erhebenden Worte des verehrten Rektors, Geheimrats D, E ck, denken Aus Natur und Technik der Din-Grade aiauoiimer ixeuiuieu cm uuha uuuih” ‘'wv•* -— —d-------— < > aufweist. Es handelt sich um ganz dünnes Sperr- men" seitens des Normenausschusses vor Danach 7 ' ; 1 -.X . ’ «'m < • « I t-n»« f^rhölnornrn.hx» inn.horn Tlinrirrihe Ueli Ile ui nui/unw/v» — w.।...v... ~ Wir können uns heute unsere Technik ohne pe nicht Menschen. Das elektrische Haus Don Dr. Helmut Thomasiuü. werden. Ter Bau eines Reiseempfängers. Mitteln aus die Erschließung dieser >m Erdöl stecken. Kraftwagens eine ständig weitere Ve^reitung er- den Badenwerte hinzuarbeiten. Echan im Weltkrieg langten. Al- man ihre Barteile erkannt ^te wur hat die chemische Industrie es verstanden sur das den st- in zah reichen^.M°Ich'n°n alle A g da t. Auf Bootsfahrten, Motorrad- und Autotouren wird sich der Radiofreund künftig nicht mehr mit großen, schweren Apparaten Herumschleppen, wenn er sich selbst ein leichtes Gerät baut. Ein geringeres Gewicht wird schon ermöglicht, wenn kleine Kondensatoren und Spulen verwendet und Transformatoren durch Widerstandsverstärker vermieden werden. Dann darf man natürlich nicht den Fehler machen, den Apparat zum Schutz in einen schweren eichenen Kasten zu versenken. Man findet in dem sogenannten Holzblech einen Baustoff, der bei unglaublicher Festigkeit ein ganz geringes Gewicht hat die chemische Industrie es verstanden, für das Fehlen des Erdöls Ersatz zu schaffen. Durch diese Vorarbeiten wurde es später auch möglich, selbst aus Steinkohle und Braunkohle Mineralöle herzu- stellen, wenn auch dieser Erzeugungs^weig heute nur noch als Ergänzung der Erdölversorgung aus Bohrungen betrachtet werden kann. Wo liegt nun das Del? — Meist an den Rändern von sogenannten Salzdomen. Mehrere hundert bis tausend Meter unter der Erdoberfläche, die man früher nur durch sehr kostspielige Bohrungen feststellen konnte. Heute macht man das mit Hilfe geophysikalischer Untersuchungen, und zwar ziemlich mehr denken. ,, . . . Durch Verwendung besonderer Stahlarten, durch die Anwendung eigener Härtungsoerfahren und die weitere Durchbildung der Prüfung von Kugeln und Lagern auf Güte ist es gelungen, die Kugel- und Rollenlager immer weiter zu verbessern und sie zahlreichen Zwecken anzupassen. Ein besonders auffallendes Beispiel, was sich durch ihre Benutzung heute durchführen läßt, bildet die Bewegung einer großen schweren eisernen Brücke nur durch die Kraft einiger Schlitten zu liegen kamen. Hierauf wurde das Ganze noch einmal angehoben. Hunderte von stählernen Rollen wurden zwischen Schlitten und Schienen anzurichten. Die Hilfsmittel, über die die heutige Technik fügt, wirken sich auch noch in sonstiger Weise m Werk fertiggestellt. Das schwere, sich hoch über den Boden erhebende Stahlgerüst samt der feinen unteren Abschluß bildenden Brückenbahn wurde aus untergeschobene, mit niedrigen Rädern versehene kleine Wagen gesetzt. Sodann wurden einige Schlepper davor gespannt. Sie zogen das Ganze einsacy über die Landstraße fast 10 km weit an den un Seit dem l.Jan. 1934 liegen endlich genaue Anweisungen für die Bestimmung der „Lichtempfindlichkeit von Negativmaterial für bildmäßige Aufnah- geben die Mmdestempfindlichleit an. Die Photofirmen, die nunmehr ihre Produkte in _____S.__...«.a;Ahah Fnnnori hömnftffl stets kon- „Scheinet" und „Din". Wie wird die Lichtempfindlichkeit der photoplatten gemessen? Don Dr. W. Theodor. UlC Cl Uli will (J . .. ""|U--J wird die Beantwortung, sobald man bie 6rage aus ein bestimmtes Gebiet beschränkt und Vollständigkeit fordert. Wer sagen sollte, wozu der elektrische Strom auf Schiffen oder bei der Metallbearbeitung verwendet werden kann, würde sicherlich vor einer ziemlich schwierigen Arbeit stehen, wenn er alles und jedes lückenlos zusammenstellen wollte. — In ganz besonderem Maße vertraut erscheint uns das Haus. Gelegenheiten zur Verwertung der Elektrizität gibt es in Hülle und Fülle. Wir nutzen sie auch fleißig aus. Aber wie groß ist die Zahl der nach dem gegen- wärtiqen Stand der technischen Entwicklung überhaupt vorhandenen Möglichkeiten? Wir bezweifeln, daß man hierauf leicht die richtige Antwort bekom- men wird. Die Ingenieure einer der größten Elek- trizitätsgefellfchaften der Welt haben sich diese Frage gleichfalls vorgelegt. Jeder hat alles, was er wußte und was ihm einfiel, zu ihrer Beantwortung beigetragen. Schließlich hatte man eine Zufammenstel- lung, die als vollständig gelten konnte. Damit die aufgewendete Mühe auch anderen zugute käme, beschloß man, ein Haus zu bauen, in dem alles zu sehen sein sollte, was der elektrische Strom in einem solchen leisten könne. Jede Art seiner Verwendung ollte gezeigt werden. Das Haus wurde fertiggefteUt und enthält, abgesehen von der Beleuchtung, insgesamt — jetzt kommt die Antwort auf die oben gestellte Frage — 1 0 8 M ö g l i ch k e i t e n, für die man die Elektrizität im häuslichen Leben gebrauchen kann. Ein großer Teil davon ist uns freilich schon bekannt und manches ist besonders ausgeklügelt. Immerhin jedoch bleibt es in den Grenzen des Denk- baren, und man kann sich recht wohl vorstellen, daß es in einer ganzen Anzahl von Fällen willkommen sein kann. Dazu gehört eine an der Küche ange- 1 brachte Beförderungsanlage für die angelieferten 1 Vorräte Sie werden an der Küchen- oder an einer ■ sonstigen Tür eingelegt, worauf sie sofort selbsttätig zum Kühlschrank und in die Speisekammer woiter- beförbert werben. Jedes Stück, das natürlich schon entsprechend auf den Förderer aufgelegt fein muß, kommt an feinen richtigen Platz. Das mag manchem als etwas Ueberflüfsiges erscheinen Die Einrichtung dürfte sich aber in einer ganzen Anzahl von Fallen und insbesondere auch an kleineren Hausern als praktisch erweisen, wo vielleicht tagsüber niemand 1U Saufe ist. Sie schützt die abgegebenen Waren vor Diebstahl und Verderbnis. Ein weiterer elektrischer Förderer, der dem Verkehr zwischen Küche und Speisezimmer dient, wird freilich nur für gröbere Wohnungen in Betracht kommen. Zu den fonftinen Annehmlichkeiten der Küche gehört ein Handtuchtrockner, durch den man ständig trockene Tücher zur Verfügung bat. Die Handtücher hängen nicht mehr neben dem Ausguß, sondern an der Innenseite der Tür eines schrankartigen Behälters und werden hier sehr schnell getrocknet. Küchengerüche werden durch besondere Ventilatoren entfernt können sich also nicht verbreiten. Zum Abwaschen des Geschirrs dienen eigene elektrische Spüleinrichtungen, die schnelle und gründliche Arbeit machen. Sie waschen jegliche Art 'von Geschirr nicht nur ab, sondern spülen auch nach und trocknen. Ist das alles geschehen. und dazu braucht es nicht sehr lange Zeit, dann öffnet sich als Zeichen, daß das Geschirr nun- der endgültigen Aufstellung. muu-l Ein verhältnismäßig selten angewendetes ^ciii zur Ueberquerung von Flüssen oder Häfen ist S ch w e b e f ä h r e. Bei ihr hängt die ^ahre Kabeln frei herab, bie hoch über bem ®a''er . von einem Ufer zum anberen führen unb von e sprechenb hohen Pfeilern getragen werben. Derar g • Fähren gibt es u. a. im Hafen von Karl, in B ! Aires unb in Rio be Janeiro. Jetzt mürbe eine über den Colorabofluß gebaut, bie aber nur für wird und hier Beweise seiner Dauerhaftigkeit ange- treten hat Bei der Herstellung des Kofferapparates können bie gleichen Grunbfätze verwertet werben, wie sie beim ^lugaeugbau üblid) fmb benn ^ier wie ba kommt es ,a auf geringes Gewicht am Man schneidet zunächst das Holz mit einer Schere ober einem irhorfen Messer in Tafeln von ber notwendigen Gröhe. Aus biefen Tafeln stellt man bann bie Haube, Verkleibung ober Koffer zum Einbau bes auf Hartgummi montierten Gerätes her. An ben Räubern einer Platte leimt man guabratifche Lei- ften von etwa 0,5 bis 1 Zentimeter Starke mit zu erhalten. Die fertige Probe zeigt eine ganze Skala von Schwärzungen unb daneben einen Streifen, Der unbelichtet geblieben unb bei der Entwicklung deshalb „verschleiert" ift; solche Verschleierung kopiert bekanntlich ein wenig mit. Maßgebend ist nun Diejenige Schwärzungsstufe, die — wie der Wissen- chastler sagt — 0,1 über Dem Schleier liegt, d.h. der erste Streifen, ber bunfler ist als der Schleier; seine Ziffer gibt direkt bie Lichtempstnb- lichkeit bes Materials als Zahl ber Dingrabe an. Kaltleim auf, befestigt bann dte nächste Platte an der anberen Seite ber Leiste rechtwinklich zur ersten Platte unb führt diese Arbeit fort, bis man Den ganzen Kasten zusammengesetzt hat. Die Kastenfor- men können je nach Wunsch gestaltet werden.benn bas bünne Sperrholz laßt sich bis zu Nabien von etwa 2,5 Zentimetern biegen. Man feuchtet bas Holz kräftig an unb verschnürt es dann 'N der ge wünschten Form mit Dmbfaben unb Acknet es über Nacht. Uebrigens ist ber Preis bieses Holz bleches äußerst gering: em Duabratmeter kostet nur ungefähr 1,50 Mark. unb damit Deutschland dienen können. Dom Segen der Kugellager. Don Dr Franz Kittier. Eine arohe Kiste von erheblichem Gewicht läßt sich nur schwer von der Stelle rücken. Einen großen Wir hatten eine herrliche Wanderfahrt gemacht und dabei jeder zwei ganze Rollfilme verknipft. Aber einige Tage später kommt mein Freund ent- täuscht zu mir: Seine Bilder waren fast sämtlich flau" und gaben weder bie Schönheiten ber Landschaften wieder, noch die feine Architektur des dianen alten Schlosses, das mir besucht hatten. Ja, a, bie Scheinergrabe! Wenn bie nur ge- timmt hätten! Aber leiber finb bie Empfinblich- !eitsangaben in Scheinergraben heute überholt Der berühmte Astronom Schein er würbe selbstdie Angabe „26 Grab Scheiner" auf einer Plattenober Filmpackung als eine vage Annahme bezeichnen, wenn er sie mit dem exakten D i n - S y st e m vergleichen könnte. Das „Sensitometer", mit bem einst Scheiner die Lichternpfinblichkeit maß, war bamals eine geniale Erfindung. Scheiner nahm eine Benzinlampe, deren Docht einen festgesetzten Durchmesser und vorgeschriebene Brennhöhe hatte deren Licht- türke also eindeutig bestimmt war — und stellte ie im Abstand von einem Meter vor der zu pru- enden Photoplatte auf. Zwischen beide schaltete >r eine rotierende Scheibe, die eine Aussparung so an der Lampe vorbeiführte, daß die Probeplatte nur für eine kurze, berechenbare Zeit belichtet wurde. Dieser Schlitz verjüngte sich gegen Den Scheibenrand zu: während die eine Kante glatt und gerade war, verlief die andere in einer gezackten Kurve. Jede der Zacken ergab bei der Belichtung auf ber Bromsilberplatte einen Streifen, ba jeweils bas Licht eine kurze Zeit länger wirken konnte, als bei bem nächstäuheren, kürzer aber als bei bem inneren Streifen; biefe Streifen waren von 1 bis 20 burchnumeriert. Derjenige Streifen nun, bei bem auf ber Platte eine Schwärzung für das Auge gerabe noch erkennbar war, gab mit feiner Nummer ben „Scheinergrad" ber Empfinb- lichkeit an. ,VaS ist Norm" als Gewähr deutscher Zuverlässigkeit. 3Runb um den Funk. Was ist Fading? Wenn ein Senber nach kürzerer ober längerer Zeit nicht mehr zu hören ist, wieder auftaucht und schließlich langsam verschwindet, dann spricht man von Fading. Diese Erscheinung ist umso unangenehmer, als man sie vom Empfänger aus wenig beeinflussen kann. Man müßte schon dauernd am Lautstärkerregler sitzen, aber wenn der Sender ganz verschwunden ist, kann man auch hiermit nichts ausrichten. Es gibt zwar moderne Empfänger, bie nut einer automatischen Regelung arbeiten. Uebermaßige Lautstärke wirb gemilbert. Verringert sich bie Lautstärke von selber noch weiter, bann wirkt biefe Verstärkung so, baß bie Lautstärke roieber gesteigert wirb. Diese automatische Fabing-Regelung arbeitet so schnell, baß bie Schwankungen gar nicht spur- Die Messung der Norm. Für bie Bestimmung ber Dingrabe werben gründ- süßlich bie Verhältnisse hergestellt, unter benen wir — ob Berufs- ober Amateurphotograph — gewöhnlich zu arbeiten haben. Wir legen Wert darauf, auch bei schwächerem Tageslicht mit einer verhältnismäßig kurzen Belichtungszeit auszukommen. Als Lichtquelle für bie Messung bient daher eine starke elektrische Glühbirne, bereu Helligkeit burch be- fonbere Konstruktion unb vorgeschriebene Stromstärke absolut konstant gehalten wirb. Das jeber elektrischen Lampe eigene, etwas geldliche Lickt wirb burch Vorschalten einer blauen Glasplatte so umgewanbelt, baß es in seiner Zusammensetzung reinem weihen Tageslicht entspricht. Der Abstanb zwischen Lichtquelle unb Probeplatte ist genau fest- gelegt. Dann wirb bie zu prüfenbe Bromsilber- schicht mittels eines geeichten Verschlusses nur V20 Sekunbe belichtet; bie Lichternpfinblichkeit roirb also bei ber heute gebräuchlichsten Belichtungszeit bar werben. v m Manchmal verschwinbet nicht nur ber eine Sender, säubern gleichzeitig taucht ein anberer auf. Hier wirb es sich woyl in ben meien Fällen um eine mangelhafte Trennschärfe in ben Empfängern handeln, ber burch Sperrkreis zu helfen ist. Gegen Störung burch atmosphärische.Strömungen läßt sich allerbings burch keine technische Matz- nähme etwas unternehmen. Da muß wau bie Möglichkeit wahrnehmeu, sich in ein anberes Wellenbereich eiuzuschalteu, benn bie Störungen pnD map auf allen Wellen gleich stark. Wer also im Runb- funkwellenbereich burch eine solche Storung beem- trächtigt wirb, Der kann vielleicht auf bem Lang- Wellenbereich besser ober überhaupt ausgezeichnet hären, unb eventuell roirb burch einen Kurzwellen- teil noch eine brüte Möglichkeit geboten. Schlügt der Blitz in die Antenne- Bei ben seltenen Fällen, in benen ber Blitz in die Antenne geschlagen hat, war es vollkommen gleich- gültig, ob bie Antenne überhaupt qeerbet war ober nicht.' Auch bie Art ber Sicherung spielte keine Rolle. Denn man beobachtete, baß ber Blitz nicht bie vor- geschriebene Bahn über Blitzschutz- unb Srbleüunfl nahm, sonbern stets ben Weg zu ausgebehnten Me- tallmasien ging, in ben meisten Fallen m ein Wasserleitungsrohr. Dabei schlug er stets frei Durch bie Luft über. Das erklärt sich aus ben ungeheuer großen Spitzenspannungen von vielen hunberttau- fenb Volt, Die leicht auf Isolier- unb Luftstrecken überspringen. Ein Blitzschutz unb ein Erbungsschal- ter finb aber bennoch nicht zu verachten, benn wenn sie auch bei einem tatsächlichen Blitzeinschlag bie Entlobung nicht auf einen vorgezeichneten Weg zu bahnen vermögen, so führen sie boch stille Entlobungen von geringer Stärke gefahrlos zur Erde ab unb verhinbern, baß die Antenne mit hoher Spannung aus der Elektrizität aus ihrer Umgebung belastet wird. Wenn man überhaupt von einem gewissen Blitzschutz sprechen kann, dann ist es bei der Hochantenne mit geschirmter Zuführung, wo der gesamte Querschnitt des Antennenkabels für bie Wirkung eines Blitzeinschlages in Betracht kommt. Im allgemeinen ist ein Haus mit Hochantennen nicht mehr ober weniger gegen Blitzschlag geschützt als ein anberes ohne Antennen, benn ber Blitz zieht sich stets zu ben umfangreichsten Metallmassen hin, unb es gibt im Haus wesentlich umfangreichere Metallanhäufungen als bie Empfangsantennen. Doch ift bie Mahnung, vor bem Gewitter bie Antenne zu erben, nicht ohne Sinne, ba ja gerabe beim Gewitter starke Auflabungen ber Antenne eintreten können, bie über Blitzschutz unb Erbschalter bauernb unb gleichmäßig nach ber Erbe hin abgeleitet gebracht. f Damit waren alle Vorbereitungen beenbet. 2iuj einen Pfiff bes (eitenben Ingenieurs faßten zehn Mann an Hanbgriffen an, bie fid) an einem Cnbe befanben, unb zogen bie Brücke in ber Richtung gegen ihren neuen Bestimmungsort Das ging ganz gut, unb man muß erstaunen, bah bank ber Rollen ein so mächtiges Bauwerk burch so geringe Kräfte in Bewegung gesetzt werben konnte. Aus verschiedenen Gründen spannte man später fünf Pferde davor, was auch sehr wenig ist, wenn man bedenkt, daß sich das Gesamtgewicht der zu befördernden Last auf 1200 Tonnen belief. Zum Schluß wurden me Rollen, Schlitten und sonstigen Unterlagen entfernt. Die Brücke stand da, wo man sie haben wollte. Dhne die heute hohe Vervollkommnung des Rollenlagers wäre diese Verlagerung einer Brücke von derartigen Abmessungen und diesem Gewicht kaum denkbar. Es wäre wahrscheinlich nichts Anderes übrig geblieben, als sie vollkommen abzubrechen unb roieber neu auf" pyypraii,O)er unierjuajungen, unu öuiul 4 , . „nc hnriihor nomunhtrt einroanbfrei. Es gibt in Deutschlanb noch etwa Schon früher haben w'r uns kmruder gerounbert, fünfzig bekannte Stellen, an benen vermutlich mit wenn aus Amerika die ^achncht kam daß man bvrt Gr folg nach Del gebohrt werben könnte. Dabei ganze Hauser von ihrem alten Stanbortnach einem bleibt zu vermuten, bah noch längst nicht alle Stel- neuen gebracht habe. Das geschah "ach dem len ausfindig gemacht worden find. Wenn vor et- alten Verfahren, indem man einfach runde hölzerne liche Jahren noch deutsche Wissenschaftler und Inge- Balken unterlegte, über bie man sie weiter walzte, nieure ihre Erfahrungen auf bem Gebiet ber Del- Auherbem waren bie Hauser meist aicht allzu groß , . • , '. ’ v 1 _ ,. r. nohmtf allo leicht an Gewicht. Außer- Cd, Cd... Don Hilmar Deichmann Schon im September 1932 auf der Tagung ber Reichsleitung ber NSDAP, im Braunen Haus zu München wies Gottfrieb Feber auf bie große Be- beutung bes Erböls für Deutschlanb hin unb betonte badet, baß ber Wert bieses Rohstoffes eine entsprechenbe Gesetzesvorlage unb Förberung seiner Ausbeute bebinge. Heute als Staatssekretär hat Feber seine bejonbere Aufmerksamkeit ber Versorgung mit Erböl zugewendet und hat Maßnahmen in die Wege geleitet, die eine klare und sichere Entwicklung in dieser Frage gewährleisten. In normalen Wirtschaftsjahren kostete uns bie Einfuhr von Mineralölen 300 bis 400 Millionen Reichsmark. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 127,5 Millionen Reichsmark. Das ift also schon ein gewaltiger Fortschritt, zumal wenn man bebenft, baß bisher von bem gesamten Mineralölbebarf in Deutschlanb von etwa 3 Millio- nen Tonnen nur knapp ein Drittel aus einheimischer Erzeugung gebeckt würbe. Zwei Drittel mußten also eingeführt werben. Die Bohrbeihilfe bes Reiches hat hier schon viel genützt. So lassen z. B. bie Erfolge in bem Nienhagener Norbfelb unb auch an anberen Stellen barauf schließen, baß künftig gemessen. , . Die Messung selbst ermöglicht em sogenannter „Stufenkeil", b. h. eine Glasplatte, bie mit einer burchsichtigen neutralgrauen Schicht debeckt ist. Diese Schicht ist in Streifen eingeteilt, bie von ganz leichtem Hellem ©rau stufenweis dunkler werden, bis die Schicht fast undurchsichtig ist. Wie beim Kopieren wird dieser Stufenkeil mit der Schicht- feite auf die Schicht ber Probeplatte gelegt, um scharfe Konturen zwischen ben einzelnen Streifen kann. Jahrelang hat sich Der Deutsche Normen- ausschuh eingehend mit bem Problem befaßt, wie durch korrekte Empfindlichkeitsangaben den Wünschen von Erzeugern, Händlern und Verbrauchern entsprochen werden könne. 18/10 Sin statt 28 Scheinen Aus den Photopackungen lesen wir also jetzt schon | vielfach 16/10 ober 18/10 Grab Din. Diese Bruchform für bie Empfindlichkeitsangabe hat ihre Be- grünbung z. T. in ben mathematischen Berechnun- gen, vor allem aber würbe sie gewählt, um Die neue Bezeichnung schon im Schriftbild von anberen veralteten Methvben zu unterscheiben. Auherbem hat sie für ben Gebrauch vorhandener Belichtungsmesser und -tabellen ben praktischen Vorteil, baß man bei vielen Photvmaterialien einfach bie 10 zu ber barüberstehenben Zahl abbieren unb so bie bisher angegebenen Scheinergrabe erhalten kann. Allerbings barf man nicht glauben, Dingrabe unb Scheinergrabe ließen sich ]o einfach umrechnen; aber wenigstens bei ber Ware ber großen, duoer- lässigen Firmen unb bei präzis konstruierten Belichtungsmessern becken sich häufig 18/10 Dm unb 28 Grab Scheiner. bohrungen anbringen wollten, mußten sie ins Ausland gehen, um Gehör zu finden. Der nationalsozialistische Staat hat auch hier Wandel geschaffen unb hat gerabe die wertvollsten Kräfte eingesetzt, bie auch an bieser Stelle der deutschen Wirtschaft einfach zu handhabenden Apparate zu -a-n, um sich van der Güte der Ware durch Stichproben zu überzeugen. Sie Angabe in Dingraden konnte da- her auch unter behördlichen Sch u tz gestellt werden und jede Firma, die hier ne Fälschung Vornahme oder unzuverlässig arbeitet, wird straj. rechtlich verfolgt. Allerdings bezelchnen die Din- Angaben nur die Mindestempfindlichkelt. Das Material darf jederzeit empfindlicher sein, als auf de Packung steht; denn eine geroi fe Ueberbellchtung schadet bei den heutigen Entwicklungs- und Kop e^ Verhältnissen nichts, die Firma aber schützt sich du ch Ueberschreiten der Empfindlichkeit. bis man aus ihm die letzten Folgerungen zog, bis man in zielbewuhtem Vorgehen begann, zur Verringerung ber Anstrengung bie gleitenbe Reibung in immer ausgebehnterem Maße in die rollenbe um- zuwanbeln. Die Kugel- unb Rollenlager würben entwickelt, die insbesonbere burch bie zu- nehmenbe Verbreitung des Fahrrads und später bes Zeiten bekannt unb würbe unentroeat angeroenbet, ohne baß man sich eigentlich viel habet bachte. Ge- rabezu wundern muß man sich, wie lange es dauerte, Die Grundlage dieser Messung, die „auf Platte nur eben erkennbare Schwärzung", entspricht in keiner Weise mehr den heutigen Genamgkeitsan- forberungen. Einmal läßt oie Beurteilung, ob eine Schwärzung schon erkennbar ist ober nicht, einer entgegenfommenben wie auch einer ablebnenben Einstellung gegenüber dem zu prüfenden Fabrikat sehr erheblichen Spielraum unb ist ganz von dem Auge des Einzelnen abhängig. Vor allem aber dürfen wir ein Negativmaterial nicht nach 'her auf der Platte selbst für bas Auge erkenntlichen Schwärzung beurteilen, sonbern nach berjenigen, bie beim Kopieren noch für bie Bildwirkung ausgewertet werden ein immer größerer Anteil aus deutscher Er- z e u g u n g gedeckt werden kann. Der Laie macht sich meistens gar keinen Begriff, wie groß die Vielfältigkeit der Erzeugnisse ist, die man aus bem Erböl herstellt, unb wie wichtig diese für bas gesamte Wirtschaftsleben finb. Man muß «ch darüber klar fein, baß z. B. ohne minera- . , _ _ „ lilrfie Treiböle bie Motoren zum Stillftanb Kraftaufwanb erforbert es, sie nur ein kleines kommen würben. Aber nicht allein bas ist es, was Stückchen weiter zu schieben. Legt man aber einige ben Wert bes Erböls ausmacht. Kein Rab kann sich ' Rundhölzer darunter, bann vollzieht sich bie Fort- drehen ohne bas Schmieröl. Mit ber Absper- beroegung leicht. Dieser Kniff war schon in alten rung eines Volkes von der Mineralölversorgung he,nnnt nnh würde also bei bem heutigen Stcmb ber Technik unb bes Verkehrs bas gesamte Wirtschaftsleben lahm gelegt sein. Die Industrie wurde jede Erzeugungsmöglichkeit verlieren, der Verkehr würde stocken, Heer und Marine wären bewegungsunfähig und damit kampfunfähig. Aber auch die Lebensmittelversorgung würde dadurch in Frage gestellt werden. Es ist selbstverständlich, daß diese Erwägungen genügen, um mit allen verfügbaren X/lv | IV IUM»/ v .........* V r- - Dingraben auszeichnen, können bemnach stets ron- b7,‘im|iäSn Lch. mÄr Scheinergrabe ftmbern Dingrabe > troMert werben °b fl.= । ».rfrfb« Sportflugzeugbau in großen Mengen perroenbet I angegeben werben. Ieriai lie'ern’ |V ' -------------- । ■ । " Daß bie Dienste, bie uns bie Elektrizität zu teuften vermag, sehr mannigfacher Art finb, ist eine allg^ mein unb hinreichenb bekannte Tatsache. Sicherlich könnte jeber, ben man fragen würbe, gleich uno ohne sich viel besinnen zu müssen, eine ganje 21^0^1 I bieser Dienste an ben Fingern aufzählen. Schwierig . . ..1_____ r _t. _ 1 s Sin ii-rnno mir unb aus Holz gebaut, also leicht an Gewicht. Außer- dem waren sie schon von vornherein so eingerichtet, daß ihre spätere Beförderung keine erheblichen Schwierigkeiten machte. Aus biefen einfachen Anfängen hat sich bie Mog- lichkeit entwickelt, mit Hilfe von Kugel- unb Rollen- lagern auch größere unb schwerere Körper mit Leich- tigteit von ber Stelle zu bewegen. An welche Massen man sich dabei jetzt heranwagt, zeigt bie erwähnte Brücke in ber Nähe von Washington. Sie besteht vollkommen aus Stahl, hat eine Lange von 250 m, also 0,25 Kilometer, und erhob sich 43 m über ben Fluß, ben sie überspannte. Es ist kaum glaublich, baß ein berarttg großes unb schweres Bauwerk aus Stahl von zehn Mann in Bewegung gesetzt werben konnte. Daß es geschah, ist ber reichlichen Anwendung von Rollenlagern zu verdanken. Diese Brücke sollte um etwa 30 m weiter geruckt werben, um den Verkehr so lange aufzunehmen, bis bie neue fertig ist, burch die sie ersetzt werben soll. Fünf Wochen bauerten die Vorbereitungen. Unter den fünf eisernen Pfeilern, von denen sie ge- tragen wurde, wurden Gräben ausgehoben, aus deren Grund man Balkengerüste errichtete, die als , Träger für Schienenstränge dienten. Unter bie i Pfeiler, die etwas gehoben wurden, wurden mächtige I Stahlträger untergeschoben, unter die roieber kleine • bestimmt ist. Gvuleinrichtung ganz von selbst. Auch Türen öffnen sich von selbst, ohne daß man eine Hand zu rühren braucht. Wenn man sich einer Tür nähert, kommt der Fuß mit einer in den Boden eingelassenen Kontaktplatte in Berührung, die bewirkt, daß Türflügel aufspringen und Schiebetüren zwischen die Wände hineinrollen. Der Kleiderpflege ist eine besondere Abteilung des „elektrischen Hauses" gewidmet. In ihr werden naß gewordene Kleidungsstücke auf elektrischem Wege getrocknet. Ein kleiner Raum dient zum Bügeln der Kleider. Das darin befindliche Bügeleisen ist stets ange» schlossen, steht jedoch für gewöhnlich nicht unter Strom. Im Augenblick jedoch, wo sich die Tür öffnet, wird es unter Strom gesetzt. Sobald der Raum verlassen wird und sich die Tür hinter dem Hinaus- gehenden wieder schließt, wird auch der das Eisen erhitzende Strom wieder ausgeschaltet. Natürlich erfolgt das Schließen der Türen ebenso wie das Oesf- nen vollkommen selbsttätig, wenn die Schwelle überschritten ist und der Fuß die auf ihrer anderen Seite befindliche Kontaktplatte berührt. Für die Betätigung der Türen werden also die Hände überhaupt nicht benötigt. Das bedeutet, daß man Saften, die man zweihändig trägt, nicht erst abzustellen braucht, wenn man eine Tür durchschreiten will. Besonders eigenartig ist die Tür der Garage eingerichtet. Ein kleiner Sender im Auto schickt elektrische Wellen aus, die auf einen in der Tür angebrachten Empfänger treffen. Dieser schaltet den Elektromotor ein, der die Türflügel bewegt und sie nach der Einfahrt wieder schließt, infolge dieser Einrichtung springen die Türen sofort auf, wenn der Motor bei der Ausfahrt zu arbeiten beginnt. Es fetzt ohne weiteres auch den Sender in Tätigkeit. — Wenn man will, kann man im elektrischen Haus stets bei genau der gleichen Temperatur leben, ganz gleich, ob es draußen warm oder kalt, ob es Sommer oder Winter ist. Bon der elektrischen Heizung merkt man überhaupt nichts. Es sind weder Oefen noch Heizkörper zu schen. Die Erwärmung wird durch flache Heizelemente bewirkt, die hinter den Vertafelungen der Wände sitzen und teilweise auch in den Fußböden untergebracht sind, damit man feine kalten Füße bekommt. Aber auch Kühlkörper sind vorgesehen, von denen Kälte abströmt. ®aiu nach Belieben kann man also Hitze und Kälte derart mischen, daß eine angenehme Temperatur er« ZE wird, sofern man nicht, je nach der Jahreszeit, nur Hitze oder nur Kälte benötigt. Das Mischen kann bei rasch wechselnder Witterung oorgenommen werden, und es sind eigene Wärmeregler angebracht, die die Temperatur stets auf der Höhe halten, auf die sie eingestellt sind. Fe nach Bedarf schalten sie, wiederum vollkommen selbsttätig, entweder die Einrichtungen für die Erwärmung oder die für die Abkühlung ein. Damit man inmitten dieser gleichmäßigen Behaglichkeit wenigstens weiß, wie es draußen aussieht, ist oben an der Decke eines der Räume eine Kompaßrose angebracht, un- ter der sich ein durch die Wetterfahne gesteuerter Pfeil befindet. Er läßt erkennen, woher der Wind weht. In ähnlicher Weise wie die Räume können auch die Speisen auf ganz bestimmte Temperaturen gehalten werden. Sie werden in einer Art von Wagen an die Tafel gefahren, der in einzelne Abteilungen unterteilt ist, in denen verschiedene Temperaturen herrschen, sobald der Magen durch ein Kabel mit der elektrischen Leitung des Hauses verbunden wird. Dann bleiben trie Speisen, wiederum unter Mitwirkung von Wärmereglern, je nachdem heiß oder kalt, wie sie eben sein sollen. Wenn man sich aber in den Finger geschnitten hat, braucht man nur einen kleinen elektrisch beheizten Behälter unter Strom zu setzen, aus dem man dann keimfreies Verbandzeug herausnehmen kann. — Ob sich nun wirklich alles das, was hier gezeigt wird, jemals in einem einziaen Haus zusammenfinden dürfte, mag (schon der Kostenfrage wegen) dahingestellt bleiben. Jedenfalls hat die Elektrotechnik bewiesen, was sie auf häuslichem Gebiet leisten kann und daß sie für alle Fälle gerüstet ist. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter vroduktenmarkt. Die Geschäftsstille am Frankfurter Getreidegroßmarkt hielt auch in der abgelaufenen Woche an. Besonders am Weizenmarkt kamen nur ganz vereinzelt zu den Festpreisen Abschlüsse zustande, da einmal vom Mehlgeschäft her jede Anregung fehlte und zum andern die Mühlen noch genügend Ware zur Verfügung haben. Das Angebot ist weiterhin sehr stark, sowohl von der ersten, wie von der zweiten Hand. Die Tatsache, daß der Landwirt für Weizen den höchsten Preis aller Getreidefrüchte erzielt, ist hierbei sehr ausschlaggebend, zumal der Geldbedarf unvermindert anhält. Roggen wird zwar weniger stark, aber gleichfalls ausreichend offeriert. Das Angebot fand bei den Provinzmühlen weiterhin gute Aufnahme, wogegen die Großmühlen nur ganz vereinzelt als Käufer auftraten. Die gute Nachfrage am Hafermarkt hat sich auch in dieser Woche erhalten, wobei alle Sorten zu den festgelegten Preisen gefragt sind. Das Angebot dürfte für die vorhandene Nachfrage etwas reichlicher fein. In Futtergerste fehlt Angebot weiterhin fast vollkommen, einige Wagen waren sofort verkauft. Das unzureichende Angebot wird darauf zu- rückgeführt, daß die Landwirtschaft einen ziemlich starken Eigenverbrauch hat. Jndustriegerste war ebenfalls nur mäßig angeboten, die Nachfrage hierfür war anderseits auch nur klein. Für Braugerste besteht im hiesigen Gebiet nur wenig Bedarf, sie bleibt daher schwer verkäuflich, zumal die Malzkampagne noch nicht eingesetzt hat. Auf dem Mehlmarkt bewirkte die Anordnung, daß die Mehlpreise bei den Getreidegroßmärkten nicht mehr erhöht werden dürfen, eine starke Zurückhaltung im Einkauf. Das Geschäft beschränkt sich somit nur auf die Deckung des laufenden Bedarfes. Roggenmehl bleibt infolge feines stärkeren Verbrauchs naturgemäß besser gefragt. Das Kraftfuttermittelgeschäft war das einzige, das von lebhaften Umsätzen berichten konnte. Besonders für die Monate September bis Dezember ist rege Kauflust seitens des Konsums zu beobachten. Die Anforderungen können nicht immer voll befriedigt werden, da die Oelmühlen ihre Zuteilungen verkleinert haben. Für M ü h l e n a b f ä II e ist das Geschäft jetzt besser in Schwung gekommen, besonders Weizen- nachmehl ist gesucht. Bevorzugt wird dabei Ware aus dem hiesigen Bezirk, nach anderen Gegenden läßt der Abzug allerdings noch sehr zu wünschen übrig. Rauhfuttermittel lagen ruhig, ganz besonders Heu, während sich für Stroh aus Baden und Württemberg bei leicht erhöhten Preisen gute Nachfrage erhielt. Das 'Kartoffelgeschäft zeigte keine Belebung. Wochenbericht »om Frankfurter Schlachtviehmarkt. Die Lage an den Schlachtviehmärkten wird im allgemeinen zur Zeit dadurch gekennzeichnet, daß sich ein fühlbarer Mangel an guten und besten Tieren zeigt. Diese Tatsache durfte ganz offensichtlich die Auswirkung für die diesjährige, nur ungenügende Weidezeit fein. Besonders am Rindermarkt trat dies in Erscheinung, wo gute Tiere nur vereinzelt abgeliefert werden. Die Preise hierfür erfuhren eine Erhöhung um rund 2 Mark, während sonst die letzten Notierungen aufrechterhalten blieben. Nach vmittelmäßi- gern Handel wurde der um 100 auf 1436 Stück verminderte Zutrieb ausverkauft. Auch am Kälbermarkt ergaben sich Preisbesserungen um 3 bis 4 Mark, wofür in erster Linie die merklich verminderte Beschickung (1265 gegen 1565 Stück) die Ursache war. Bei regem Geschäft wurde der Markt glatt geräumt. Der Schweinemarkt wurde nach mittelmäßigem Geschäft bei gleichbleibenden Preisen aus» verkauft. Die Zufuhr stellte sich mit 4617 um 235 Stück geringer. Für Härnrnel gaben die Preise trotz geringerem Auftrieb (169 gegen 183) um 1 Mark nach, während Schafe bei ebenfalls wesentlich kleinerer Beschickung (32 gegen 125) unverändert blieben. Die Nachfrage an diesen Märkten war nur klein, so daß trotz der kleinen Zufuhren noch Ueberftanb verblieb. Frankfurter Börse. THiffagsbörfe still, Aktien etwas leichter. Frankfurt a. M., 21. Sept. Die Börse lag nicht einheitlich, die Umsätze haben, besonders am Aktienmarkt, nachgelassen. Hier erfolgten auch Glattstellungen zum Zwecke der G^winnmitnahmen und für Tauschoperationen am Rentenmarkt, an dem angesichts des bevorstehenden Kupontermins sich das Kaufinteresse erhält. Gewisse Vorbereitungen zum Ultimo veranlaßten ebenfalls einige Verkäufe, so daß der Aktienmarkt auch bei der Enge des Geschäftes überwiegend niedriger lag. Don wenigen Ausnahmen abgesehen, hielten sich die Rückgänge jedoch in engen Grenzen. Farbenindustrie waren erneut anqeboten und um 1 v. H. niedriger, ferner verloren Metallgesellschaft 1,50 o. H., Scheideanstalt, Goldschmidt, Deutsche Erdöl und Rütgerswerke von 0,50 bis 0,75 v. H. Am Elektromarkt fielen Siemens mit — 2,40 v. H. stärker zurück, daneben gaben Schuckert, Elektr Lieferungen und Gessiirel je 0,75 o. H. und AEG 0,40 v. H. nach, wogegen Rhein. Elektro in Erwar- tung des bevorstehenden Aufsichtsratsbeschlusses gut gehalten waren. Zellstoffaktien gingen bis 1 v. H. Zurück, auch Daimler Motoren um 0,65 v. H. ermäßigt. Montanaktien lagen ziemlich ruhig und nur um Bruchteile eines Prozentes schwächer, nur Harpener um 0,65 v. H., Mannesmann, Rheinstahl und Laurahütte je 0,25 v. H. freundlicher. Trans- portwerte lagen ziemlich widerstandsfähig, AG. für Verkehrswesen auf Mitteilungen über den Geschäftsgang erneut 0,50 v. H. fester, Nordd. Lloyd behauptet, Hapag 0,65 o. H. schwächer. Bankaktien waren durch die Rede von Staatsrat Reinhardt etwas angereat, Reichsbankanteile um 0,75 v. H., Braubank 0,40 v. H. fester. Im einzelnen eröffneten AKU. 0,50 v. H., Deutsche Linoleum 0,25 o. H., Zement Heidelberg etwa 1,50 v. H. niedriger. Der Rentenmarkt lag verhältnismäßig fest und war teilweise belebt. Altbesitz zwar 0,13 v. H. leichter, aber späte Reichsschuldbuchforderungen mit 95,25 bis 95,40 v. H. gut behauptet, desgleichen Zinsvergütungsscheine bei 85,50 v. H., Kommunal- Umschuldung erneut + 0,25 v. H. Don Auslands- renten lagen Mexikaner ruhiger und durch Glatt- stellungen vereinzelt etwas leichter, so 5 o. H. Silber mit 6,65 nach 7 v. H., 4,50 v. H. Irrigation mit .9,10 nach 9,65, dagegen 5 v. H. äußere Gold 13,90 (13,90), ferner konnten sich Salonik Monastir auf 4,75 bis 5 v. H. erhöhen. Im Verlaufe setzten sich die Abschwächungen am Aktienmarkt in leichtem Ausmaße fort, die Rückgänge betrugen meist nochmals von 0,25 bis 0,50 o. H., bei Farben 0,65 v. H. Aschaffenburger Zellstoff galten etwa 67,50 nach 71 gestern mittag, auch Waldhof um weitere 1 v. H. abgeschwächt, ferner ermäßigten sich Daimler auf 49,75 v. H. (50,65). Fester lagen dagegen Südd. Zucker 192 (190). Das Geschäft war außerordentlich klein. Abendbörse: gut behauptet. Mangels Anregungen war die Umsatztätigkeit an der heutigen Abendbörse nur klein. Indessen war die Stimmung nach den Rückgängen im Mittagsverkehr wieder etwas freundlicher, und auf manchen Marktgebieten zeigte sich wieder einige Rückkaufs- neiguna. Im allgemeinen blieben die Berliner Schlußkurse gut behauptet, wenn auch das Kursbild noch nicht ganz einheitlich war. Montan-, Elektro-, Zellstoff- und Schiffahrtspapiere lagen ziemlich unverändert. Farbenindustrie eröffneten zunächst etwas niedriger, konnten sich aber später um 0,25 v. H. erholen. AKU. lagen bis 0,50 v. H., Scheideanstalt 0,50 v. H. und Reichsbank ebenfalls 0,50 v. H. hoher. Im Verlaufe ergaben sich keine nennenswerten Veränderungen. Am Rentenmarkt zeigte sich für deutsche Anleihen etwas Kaufinteresse, Pfandbriefe blieben gut behauptet, Stadtanleihen waren bis 0,25 v. H. fester. Späte Reichsschuldbuchforderungen waren auf der ermäßigten Basis von 95 v. H. gesucht. Von fremden Werten lagen Mexikaner und Rumänen hoher, desgleichen konnten sich Schweizer Bundesbahn-Anleihen weiter erholen. Im Freiverkehr lagen neue Türken fester, ebenso lagen Anatolier 1 v. H. über der amtlichen Notiz (36,90). Es notierten: Altbesitz 97,75, Schutzgebiete 9,25, 5 v. H. Silbermexikaner 6,75, 4 v. H. Gold von 1904 9,25, 3 v. H. Silbermexikaner 6,25, 5 v. H. Rumänen von 1903 4,80, 4 v. H. Einheitsrumänen 4,50, Reichsbank 150, Buderus 86,90, Gelsenkirchen 61,75. Harpener 105,40, Mannesmann 74,75, Phönix 48. Rheinstahl 92,50, AKU. 65, AEG. 27,65, Chade 217. Daimler 50,75, IG. Farben 143 bis 143,25, Gesfürel 110,50, Rheaq 103, Schuckert 94,25, Zellstoff Aschaft fenburg 68, AG. für Verkehr 76,50, Hapag 25,50 Frankfurter Obst- und Gcmüsemarlt. Frankfurt a. M., 21. Sept. Der Gemüse- markt hatte weiterhin starkes Angebot von Blumenkohl, Bohnen, Spinat und Tomaten, im übrigen war das Angebot gut. Für Blumenkohl, Bohnen, Spinat, Weißkraut und Wirsing waren die Preise weiter rückläufig, sonst blieben sie bei schleppendem Geschäft unverändert. Es notierten: Blumenkohl 10 bis 35, Buschbohnen 5 bis 7, Stangenbohnen 10 bis 12, Eskarol 4 bis 8, Gewürze! gr. Bdl. 20 bis 30, Salatgurken 3 bis 15, Essiggurken 30 bis 60, Salzgurken 60 bis 80, Karotten 4 bis 5, Kartoffeln gelbe 360 bis 380, Kohlrabi 3 bis 5, Kopfsalat 5 bis 10, Lauch 2 bis 5, Meerrettich 35 bis 40, Pfifferlinge 30 bis 35, Rettich 3 bis 7, Römischkohl 4 bis 5, Rote Rüben 4 bis 5, Sellerie je nach Größe 10 bis 25, Rotkraut 41 h bis 6, Spinat 3 bis 5, Tomaten I 4 bis 5, II 2 bis 3, Weißkraut 3 bis 4, Wirsing (spitz) 5 bis 6, rund 3 bis 31/», Weiße Rüben 5 bis 7, Zwiebeln (Pfälzer) 575 bis 600, do. ital. 600 bis 650. Am Ob st markt verzeichnete man wohl noch sehr starke Zufuhren von Aepfeln und Birnen, doch hat sich das Geschäft etwas gebessert und die Preise haben sich kaum verändert. In Zwetscben wird das Angebot weiter geringer, der Verkaulf war befriedigend. Es notierten: Aepfel I 6 bis 12, II 4 bis 5, Wirtschaftsäpfel 4 bis 5, Falläpfel 3 bis 4, Goldparmänen 8 bis 12, Gravensteiner 8 bis 12, Birnen I 8 bis 10, II 4 bis 6, Kochbirnen 2*/2 bis 4, Gellerts Butterbirnen I 8 bis 10, II 5 bis 7, Mollebusch 7 bis 8, Brombeeren 20, Erdnüsse 18 bis 20, Haselnüsse 28 ital., Pfirsich I 8 bis 12, II 3 bis 7. Preißel- beeren 22 bis 25 finnl., Quitten 5 bis 8, Trauben 13 bis 14, holl. 35 bis 40, span. 17 bis 19, ital. 15 bis 18, Walnüsse 14 bis 15, Zwetschen 9*/, bis Wh. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 23. September. 17. nach Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Fällt aus; 9.30: Pfarrvikar Balz; 11: Kinderkirche für die Matthäus- gemeinbe; Pfarrvikar Balz. — Johanneskirche 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neu- fonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinöe; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Trapp. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — petruöfapelle. 9.30: Pfr. Trapp. — Saal der neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Pfr. Ausfeld. — Wiejeck. 9.30: Gottesdienst; Kollekte; 10.45: Kinderkirche. — Älten- Bufetf. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, Feier des hl. Abendmais, Kollekte. — Trohe. 9.30: Beichte, Gottesdienst und Feier des hl. Abendmahls. — Heuchelheim. 9.30: Hauptgottesdienst; Kollekte für den Evang. Bund; 11: Kindergottesdienst, 1. Abtl., 13: Kindergottesdienst, 2. Abtl. — Kirchberg. 10: Gottesdienst^ 11: Christenlehre für die weibliche Jugend. — TNainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Treis an der Lumda. 13: Hauptgottesdienst; Pfr. Andres, Allendorf (Lda.); Kollekte für den Ev. Bund. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und hl. Abendmahl für die männliche Jugend; 11: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 9.15: Beichte; 9.30: Predigtgottesdienst, im Anschluß hl. Abendmahl der Alten (Kollekte). — Steinbach. 10: Gottesdienst und Christenlehre. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst. — Garbenteich. 13: Gottesdienst, anschließend Feier des hl. Abendmahls. — hausen. 10: Gottesdienst. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Bettenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst (Kirchweih); 10.45: Kindergottesdienst; nachmittags Hausabendmahle. — Langd. 13: Gottesdienst; anschließend Vorbereitung und Feier des hl. Abendmahls. — Wirberg. 10: Gottesdienst und Christenlehre. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre, Kollekte. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst; 14.15: Kindergottesdienst. katholische Gemeinde. Samstag, 22. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 23. September, 18. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6 Uhr: Messe; 6.30: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hoch- amt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt; — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre; Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mi* Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, 24. September. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, 26. September. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Neuapostolische Gemeinden Gießen. Händelstraße 1 und Ederstrahe 13. Gottesdienste: Sonntags 9.30 und 16 Uhr. Mittwochs: 20.30 Uhr. Oeffentticher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonue: Telefon 2500. Aerzte: Frl. Dr. Gürtler, Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. Breuning. Apotheke: Engelapotheke. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. Berlin .yrantfui u. .UL Sch'uß. Ä e-y AS Mrfe | fur 20-9. 95,25 95,5 94 94 97,75 97,9 25,5 26,5 94 94 91,25 91,25 90,5 90,5 102 99,25 100,25 100,65 91,5 91,5 81,75 Philipp HoUmann .... Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. 91,5 92 91,9 91,5 93 93 o 1,15 O| 8 8 73 75 150 51,25 57,5 91,5 92,13 , 0 , 0 12 0 0 0 6 6 O 0 27,65 148,75 101,5 119,5 75,75 110,5 103 94,25 147 124 170 127,5 81,13 74,75 86,9 115 61,75 105,4 29 76,5 96,75 67,5 86,75 115,5 62-9 105,75 78,13 170,25 129,25 81,5 74,75 73,75 77,75 150,75 28,9 76,75 96,5 68 4,25 3/.9 25,5 26,5 27,65 148,4 102 119,5 76,25 110,65 102,5 94,5 147 124 25,75 25,4 0 O 0 0 , 0 . 7 0 , 0 , 0 , 0 .10 0 0 •I 82,25 119,5 132 28,4 148,75 102,75 120,5 76,5 111,5 103 95 149,4 124 73,75 75,75 50,25 73 75 149,5 86,25 115,13 62,25 105,25 76,5 170,25 128 81,5 74,75 87,13 115,75 62,5 105,25 170,25 129,5 81,25 75 29 76,75 96,5 68 28,9 77 96,25 67,5 30 77,25 190 93 101,75 64,75 67,5 51,25 /I 93 101,75 28,4 148,4 102,75 120,75 76,75 111,65 102,5 95 149 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische SUberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4V,% deSgl. von 1918.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 <% Türkische Zollanleihe von 1911 4°/^Türkische Bagdadbahn-Anleihe 20-9- 8 4,65 7,25 4,2 Gritzner................. Matnkraftwerke Höchst a.M. Süddeutscher Zucker...... 7,4 7,3 13,9 Gesellschaft.. Dresdner Bank Reichsbank ... 29,4 210 180 130,75 1,15 7,85 7,4 7,25 13,9 Buderus »! Erdöl rchener ... Harpener......... Hoesch Eisen—Köln-Neuesfen Ilse Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ............. Mannesmann-Röhrea ..... Schultheis Pahenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) . Bemberg.................. Zellstoff Waldbof Zellstoff Aschaffenburg ...... Dessauer Gas Daimler Motoren Deutsche Linoleum Orenstein & Koppel ...... Leonhard Tietz.........•••• Chade ..................... Accumulatoren-Fabrik Conti-Gummt.............. 81,25 1 82,75 I 132 I - I 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% ehem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 5%% Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schtlld mit AuSlos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ ®% Hess- Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Lioui......... SMeffen Provtnz-Anlethe mit Auslos.-Nechten ...... ®omm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mttAuslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hy^.Zank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyv.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6/i% ehem. 4/i% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Pfondbriefe...... 6/2% ehem. 4/i% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe 6% ehem. 8% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ebcm. 7% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. A.E.G O Bekula o Elektr.LteferungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 6 Felten & Guilleaume O Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........6 Schuckert L Co 6 Siemens L Halske 7 1° 21-9 8* 4,8 7,25 4,5 36,9 Hamburg-Amerika-Paket O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Hansa-Tampfschiff...........o Norddeutscher Lloyd 0 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und DiSconto- 21.9- 7,8 4,75 7,75 4,55 37 Datum 4% desgl. Serie 11 ............. 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4/r°/oRumän.v-'reinh.Nentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 ¥*% Anatolier ............... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt bejch lofjenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. :trdnf'uri a. 1).. Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse Datum 20-9. 21-9. 20.9. 21-m Mansfelder Bergbau .. .......O 79 78 79 78 Kokswerke........... .......0 — — 101 100 Phönix Bergbau...... .......0 48,75 48 48,9 48 Rheinische Braunkohlen .....10 245 243 246 243,5 Rheinstahl........... .......0 92,75 92,5 93 92,75 .......0 41,75 41,4 41,75 41,4 .......0 13.75 13,75 13,5 13,5 Kaliwerke Aschersleben. .......5 128 127,4 Kaliwerke Westeregeln . .......5 — 126 127,5 — Kaliwerke Salzdetfurth .....7/2 — — — — I. G. Yarben-Jndustrie ......7 144,25 143,25 144,5 143,13 Schetdeanstalt........ ......9 216 216 —— — Goldschmidt ......... ......O 94,5 94,25 94,13 94 Rütgerswerke ........ ......O 43,13 42,13 42,75 42,13 Metallgesellschast...... ......O 93,75 92,25 94-25 92,25 Frani>uri a. Di. Zleriu. Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Gchlußk. Mittag- börse Datum 20.9. 21.9- 20-9 21.9. 20 September 21 .September Amtliche Votierung Amtliche Notierung Geld Arie Geld Vrie Buenos Sitte-. 0,655 0-659 0,655 0,659 Brüssel..... 58,545 58,665 58,545 58,665 Rio de Jan. 0,199 0,201 0,199 0,201 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,12 55,24 55,07 55,19 Danzig..... 81,82 81-98 81,82 81,98 London ..... 12,345 12,375 12,335 12,365 HelsingforS.. 5.445 5,455 5,445 5,455 Paris ...... 16,495 16,535 16,495 16,535 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,49 21,53 21,51 21,55 Japan ...... 0,736 0,738 0,737 0,739 Jugoslawien 5,714 5,726 5,714 5,726 Oslo..... : 62,05 62,17 62,00 62,12 Wien....... 48 95 Lissabon... 1l'21 11,23 11,195 11,215 Stockholm... 63-67 63,79 63,61 63,73 Schweiz .... 81,67 81,83 81,65 81,81 Spanien.... 34,20 34-26 34,22 34,28 Prag....... 10,41 Budapest ... — _ — Neuyork... 2,474 2,478 2,475 2,479 95,25 95,4 93,6 97,9 — —• — 94 94 91 — — — — 102,5 100,25 100,25 — — — — — — — — 93 93 93 93 101,75 101,75 _ 30,13 1,2 7,85 7,85 — 7,15 —— 7 13,9 13,7 — — — — 65 67,25 112,25 64,5 135 112 64,9 135 Banknoten. Berlin, 21 .September Geld Briet 49,25 50,9 49,65 Amerttanstche Roten.............. 2,427 2,447 68 69,25 68 Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. 58,385 58,625 — 125 124 54,92 55,14 50,75 — 51,13 Englische Noten ................. 12,30 12,34 57 57,75 57 Französische Noten............... 16,455 16,515 — 89,5 89,25 Holländische Noten............... 169,31 169,99 29,25 29,4 29,25 Italienische Noten................ 21,39 21,47 217 210 216 Norwegische Noten .............. 61,84 62,08 179,5 — 179 Deutsch Oesterreich, k 1OO Schilling 131 130,5 130,5 Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... 63,44 63,70 29,4 29,65 29 Schweizer Noten................. 81,47 81,79 76,5 - —» Spanische Noten................. 34,08 34,22 192 192 193 Ungarische Noten................ Was Sie in Stoffen Indien, finden Sie bei Bernard TILaaßarbeil aus Liebigstraße 77 Gießen Äruchstraße 5 "4556 Statt Karten! 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