Nr 94 Erster Blaff 184. Jahrgang Montag, 23. April M4 Lrlcheml täglid), außer Sonnlaas und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Herilsprechanfchlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: $rantfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnuk und Verlag: vrühl'sche UniverfitatsVuch- und SteindruSerei V.Lange in Gießen. 5christleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittag« Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm Der 1. Mai! Achte Anordnung. Barthous Besuch in Warschau. Großes Arbeitsbeschaffungsprogramm für die notleidenden Künstler anläßlich des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes am 1.2Ual! Die ersten Trinksprüche auf das französisch-polnische Bündnis. Die Not vieler schaffenden Künstler ist so groß, daß mit allem Nachdruck etwas geschehen muß, um wertvollste Kräfte vor dem völligen Ruin zu bewahren. Auf ausdrückliche Anordnung des Gauleiters Pg. Sprenger gebe ich folgendes Arbeitsbeschaffungsprogramm bekannt: Alle Künstler im Gau Hessen-Nassau g e st a l t e n Motive, die sich aus de m Aufmarsch der gesamten schaffenden Bevölkerung ergeben, in Gemälden, Oelskizzen, Aquarellen, Zeichnungen, Radierungen usw. usw. In engster Zusammenarbeit mit dem Führer der Landesstelle Hessen-Nassau der Reichskammer der Bildenden Künste Pg. B l a t t n e r findet dann zu einem Zeitpunkt, der noch in der gesamten Presse bekanntgegeben wird, zuerst in Frankfurt a. M. und später in den größeren Städten des Gaues eine ö f - fentliche Ausstellung dieser Kunstwerke statt. Die staatlichen und kommunalen Behörden, die Führer der Wirtschaft und des Handels, außerdem Rechtsanwälte, Aerzte, Zahnärzte, Dentisten sowie Geschäftsleute aller Zweige werden dann aufgefordert, dieser Ausstellung besondere Aufmerksamkeit zu schenken und nach Möglichkeit ein Stück für die dem Publikum zugänglichen Räumen zu erwerben. Dadurch wird allen Künstlern die Möglichkeit geboten, wertvolle Arbeiten zu zeigen und zu verkaufen und gleichzeitig erreichen wir, daß der künstlerische Niederschlag des 1. Mai Tausenden immer wieder sichtbar in Erscheinung tritt. gez. Müller-Scheld. Diepilgersahrl nachWarschau Don unserem A.-Äerichterstaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Warschau, 19. April 1934. Barthou, der französische Außenminister, kommt nach Warschau. Das ist zweifellos ein Thema, das die europäische Oeffentlichkeit lebhaft interessiert. Kein Wunder; denn seit Bestehen Neupolens ist das der erste Besuch eines französischen Außenministers in Warschau, und wenn es im polnischen Sinne noch deutlicher' gesagt werden soll, dann muß es heißen, daß trotz des 13jähri- qen Bestehens eines Freundschaftsbündnisses zwischen den beiden Ländern und trotz der saft jährlichen Besuche polnischer Außenminister in Paris ein französischer Außenminister e r st heute den Weg nach der polnischen Hauptstadt gefunden hat. Gerade diese Feststellung einer immerhin historisch beachtungswürdigen Tatsache gibt dem Besuch Barthous eine besondere Färbung., Diese Eigenart verleitet nicht nur zum tieferen Nachdenken über Sinn und Bedeutung dieses französischen Besuches und ferner zur Ueberprüfung des polnisch-französischen Verhältnisses der Gegenwart, sondern überdies auch zu einem kurzen Blick in die weiter zurückliegende Vergangenheit, der vergleichende Rückschlüsse gestattet. . . Durch dieses Motiv angezogen, haben einige polnische Blätter in den letzten Wochen eifrige historische Studien getrieben, die lebhaftes Interesse heroorriefen. Auch dem Unvoreingenommensten kann hierbei nicht verborgen bleiben, daß es Frankreich wohl mit besonderer Vorliebe verstanden hat, polnisches Blut auf den verschiedensten Schlachtfeldern zu verspritzen, wo es galt, die Gloire einer granbe nation zu vermehren. Die Fragen nach der Vergeltung wurden indes durch Gegenfragen, wie die find die Polen würdig, eine Nation zu sein?", gewöhnlich unbeantwortet gelassen. Dieser historische Ausspruch des Kaisers Napoleon hat auch in der dritten Republik seine Gültigkeit nicht eingebüht, als für die russische Heerfolge gegen Deutschland nicht zuletzt auch die heiligsten Traume einer unterdrückten Nation geopfert wurden ... Ein Warschauer Regierungsblatt verweist m diesem Zusammenhang auf eine polnische Chronik, die von einem interessanten diplomatischen Schar- mützel zwischen dem Außenminister Napoleons L, Tallevrand, und der damals wohl hervor- raaenbften Persönlichkeit bes Großherzogtums Warschau dem Fürsten Poniatowski, zu beachten weiß. Es war im Jahre 1806. In einem der schönsten Herrensitze Warschaus, im Palais bes Grafen Potocki, gab Marschall Murat einen großen Empfang für feinen Kaiser Durch bie schone Gräfin Walewska gefesselt, vergaß Napoleon nicht nur Politik unb Krieg, sonbern auch das für ihn be fonbers veranstaltete Konzert. Indes führte in einem Seitengemach, wo bie Klange ber soeben gespielten Ouvertüre zur Zauber lote nonjlog nur gebämpft hinüberklingen, Talleyranb mit Fürst Poniatowski ein diplomatisches ,'®a9bej1} Sie Durchlaucht, woher kommt bie Meinung, bie wr'von Euch haben, baß der Pole treu, aber unbeftänbig sei?" - „Die Zeugen unserer Treue", erroiberte ber Fürst, „sind f^ie J^fter Um Adler, wenn aber in unseren Dolkscharakter Un beftänbigteit eingebrungen ist, bann mar uns Hein- rich III. (ein französischer Prinz Da^lS) Vorbilds als er zum polnischen König gewählt (1574), nach dnigen Waten seiner Herrschaft Polen Wb verließ unb nach Frankreich geflohen ift „Weil ibn bort bie herrlichste Krone (er würbe König von Frankreich) von ber Wett erwartet hatte, parierte ber Dinge unb Lage mit ber politischen Wirklichkeit bes heutigen Tages in Einklang zu bringen. Das ift ber Niederschlag reicher Erfahrung ver- gangener Jahre eines wechselvollen, aber konsequenten Kampfes, den Polen um seine innere Festigung, um die äußere Freiheit unb Selbständigkeit geführt unb nicht ohne Erfolg beftanben hat. Der Weg, den Polen in diesen 13 Jahren zurücklegte, ift burch Etappen gekennzeichnet, die deutlich erkennen lassen, daß er aus der Enge einer Abhängigkeit in bie Weite einer Selbstänbigkeit geführt hat. Wesentlich ift vor allem, baß biefer junge zum eigenen Machtbewußtsein gereifte Staat gewillt ist, sich von beengenden, ja gar bebrütfenben Freundschaftsfesseln eines großmächtigen Protektors zu lösen unb die Wege zu beschreiten, die „ber Raison des eigenen Staates unb ber Nation entsprechen." Ein bem Marschall Pilsudski besonders nahestehenbes Blatt hat bies viel unverblümter zum Ausdruck gebracht; es erklärte: „Die Politik des Außenministers Beck ift als Bestreben zu werten, sich von Frankreich unabhängig zu machen unb aus der Lage eines Vasallen herauszukommen . . ." Frankreich, so sagt bas Blatt, Hobe auf einer falschen Voraussetzung bestanden, Polen sei verurteilt, nur einen einzigen Bundesgenossen unb zwar Frankreich zu besitzen. Polen aber Habs aufgehört, eih Vasall Frankreichs zu sein ..." Die verantwortlichen Männer in Warschau bürsten burch recht geringhaltige, aber oft teuer bezahlte Ergebnisse einer allzu genau genommenen Bünd- nistreue gewitzigt, auch von Herrn Barthou von ihrem enbgültig beschrittenen Weg kaum abzubrin- gen sein. Unb bie Frage, bie hier allen Ernstes aufgeworfen wird, welches Frankreich Barthou eigentlich vertrete, erscheint nur roenia dazu geeignet, bie von ihm gewünschte gemeinsame Sprache zu finden, zumal auch der pompöseste Diplomaten- troß darüber nicht Hinwegtäuschen kann, daß Herr Barthou im Blickfeld unaufhaltsamer Entwicklungen den Anforderungen einer neuen Epoche kaum noch Rechnung zu tragen vermag. Dieser Tatsache einer neuen Epoche ift man sich in Warschau vollends bewußt. Barthou dürfte während seines hiesigen Besuchs wohl volle Klarheit darüber erhalten, daß Polen, in seiner Machtposition gefestigt, nunmehr auch innerhalb bes französischen Bündnisses eine voll- unb gleichwertige Stellung beanspruchen kann unb will. So bars füglich behauptet werben, baß sich bas reichhaltige diplomatische Gepäck, mit bem sich Barthou nach Warschau begeben hat, in Anbetracht ber polnischen Wirklichkeit zu ber einzigen Hauptfrage oerbichtet, in welchem Ausmaß bas Bünb- nis zwischen Polen unb Frankreich noch b e ft e b t unb weiter bestehen kann. Der Zweifel darüber ift Ausgangspunkt, unb ber Wunsch nach Gewißheit ift gleichsam bas Ziel biefer ganzen Reise. Die Beantwortung ber Hauptfrage ergibt automatisch eine Klärung all ber übrigen Fragen, über bie bie französischen Blätter in ben letzten Tagen soviel zu berichten wußten. Alle frommen französischen Wünsche, Anspielungen unb Zumutungen, bie Barthou auf seinen Weg nach War- schau mitgegeben unb hier fleißig verzeichnet mürben, hat bie maßgebliche polnische Presse mit betonter Zurückhaltung entgegengenommen. Inwiefern biefer Fragenkomplex auf bem Wege ber üblichen diplomatischen Vorbesprechungen geklärt unb er- erschöpft würbe, unb was noch für bie Unterrebun- gen in Warschau übrig bleibt, entzieht sich jeber öffentlichen Kenntnisnahme. Die Hauptfrage aber, die für Polens Außenpolitik von beftimmenber Bedeutung ist, läßt sich in einem Wort zusammen- fassen: Friebe in Europa. Unb biefer Friebe ist vor allen Dingen ein Friebe zwischen ben bref Staaten: Deutschlanb, Frankreich, Polen. Zwischen Deutschland unb Polen ist ber Friebe hergeftellt unb gesichert. Die Reihe ist nun an Frankreich. Warschau, 22. April. (DRV.) Der französische Außenminister B a r l h o u ist am Sonntag programmäßig kurz vor 18 Uhr in Begleitung seines kabinetlschefs Rochal und des französischen Vot- chaflers Laroche, der ihm ein Stück Weges entgegengefahren war, in Warschau eingetroffen. Auf dem Bahnhof wurde Barthou im Namen der polnischen Regierung vom Protokollchef Graf Romer und im Namen des Außenministers Beck vom Kabinettschef Dembicki begrüßt. Barthou begab sich vom Bahnhof unmittelbar nach der französischen Botschaft, wo er während seines hiesigen Aufenthaltes wohnen wird. Der polnische Außenminister Beck gab zu Ehren des französischen Außenministers ein Essen, an dem u. a. der Staatssekretär des Auswärtigen, Szembek, der französische Botschafter in Warschau, Laroche, der Finanzminister Zawadzki und die Präsidenten der auswärtigen Ausschüsse der beiden Kammern teilnahmen. Außenminister Beck erklärte in seiner Begrüßungsansprache u. a., daß die polnisch-sranzö- ischen Abkommen eins der stärksten und dauerhafte st en Elemente der internationalen Politik seien, denn sie „hätten lediglich den Zweck, den Frieden zu organisieren und zu festigen. Tief von der unveränderlichen Dauer des Bündnisses unserer Länder überzeugt, erhebe ich mein Glas, zu Ehren bes Präsidenten der französischen Republik, zu Ehren unseres Gastes und zu Ehren des Wohlergehens der befreundeten großen Nation." In feiner Erwiderungsrede erklärte Barthou u. a.» daß er stolz sei, ganz Frankreich vertreten zu dürfen, das die Treue wohl zu schätzen wisse. Diejenigen, die bestrebt sind, Schwierigkeiten, die im Leben der Völker unvermeidbar sind, auszunühen, wissen nicht, was zwei Willen vermögen, die im selben Ideal verwurzelt sind und sich zur Erreichung desselben Zieles fest verknüpft haben. Frankreich und Polen wollen niemanden angreifen oder bedrohen; sie achten jedes Recht. Inmitten all der europäischen Probleme stellt die französisch-polnische Freundschaft einen Faktor des Friedens, der Ordnung, der Sicherheit und der Stabilität dar. Frankreich ist erfreut darüber, daß es durch nichts von diesem Lande getrennt wird. Die allgemeine Sicherheit ist bie unerläßliche Bedingung für eine Herabsetzung der Rüstungen. Obwohl vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet die Interessen Frankreichs und Polens mitunter im Gegensatz zu einander stehen könnten, so bemühen sich die beiden Länder sich in gleicher loyaler Weise wieder einander zu nähern. Frankreichs Hoffnungen. Pariser Stimmungsmache. Paris, 23. April (DNB.-Funkspruch.) Ein ganzes Heer von Berichterstattern schildert bie Ausnahme, bie ber französische Außenminister Barthou in Warschau gefunben hat, in glühenden Farben unb versucht, der französischen Oeffentlichkeit klar zu machen, baß durch den begeisterten Empfang unb ___ - bie zwischen Beck unb Barthou gewechselten Trinksprüche eine außerordentlich günstige Atmosphäre für bie am Montag beginnenden biplomatischen Verhandlungen geschaffen worben sei. Dem nach Warschau mitgereiften Außenpolitiker bes Journal" ist es allerbings ausgefallen, baß ber polnische Außenminister B e ck in seinem Trinkspruch nicht mit einem Wort auf ben Völker- bunb angefpielt hat, so baß Barthou sich bar« auf beschränken mußte, beiläufig an dessen Rolle zu erinnern. Die Absichten und Wünsche Polens glaubt die Sonderberichterstatterin des „Oeuvre" wie folgt umreißen zu können: Die polnische Regierung wünsche die Anerkennung Polens als gleichberechtigte Großmacht in der französisch-polnischen Allianz, die Abänderung des Vertrages von 1921 in seinen geheimen RMitärklauseln, die damals, als ein polnisches Heer noch nicht bestand, abgeschlossen wurden. Sie erwartet ferner, daß Frankreich die Kündigung der Winderheiten- verträge durch Polen in Genf zuläßt, wo es übrigens einen ständigen Rats- f i h verlangen werde, falls Sowjetrußland ein- treten sollte. Die Berichterstatterin will im übrigen den Eindruck haben, daß das französisch- polnische Bündnis nur scheinbar eine Lond on, .23. April (DNB.-Funkspruch) Der „Tirnes"-Korrespondent in Warschau meldet: Eine Reihe von französischen Erkundigungen bei der polnischen Regierung, bie bem Besuch Barthous voran- gingen haben ergeben, baß es keine gründ- le genb en Meinungsverschiebenh eiten zwischen beiben Regierungen gibt, boch ift es deut- lich, baß in ber Stimmung ber polnischen Oeffentlichkeit gegenüber Frankreich im letzten Jahr eine Aenberung vor sich gegangen ist. Dies ist teilweise verursacht worben burch ben u n - stabilen Charakter ber Regierungen, bie ber Regierung Doumergues unmittelbar voraufgingen. Ferner burch ben schlechten Einbruck, ben bie Bekanntgabe bes Viermächtepaktes in Polen gemacht hat und burch bie weitverbreitete Neigung, bas Ausbleiben finanzieller unb wirtschaftlicher Hilfe seitens Frankreichs währenb ber schwierigen Periobe ber letzten 2 ober 3 Jahre abfällig zu kritisieren. Auf eine solche Unterstützung glaubte Polen wegen seiner politischen Binbungen ein Recht zu haben. Noch anbere Grünbe sinb für biese Aenberung ber Stimmung ber Oeffentlichkeit verantwortlich. Sowjetrußlanb unb Deutschlanb sind lebenswichtige Elemente in Polens auswärtiger Politik. Die Beziehungen zwischen Sowjet-Rußland und Deutschland haben sich im letzten Jahre zu Polens Gun st en verändert. Es herrscht das allgemeine Gefühl, daß das Bündnis mit Frank- Schwächung erfahren habe, daß aber Warschall Pilsudski sich in keiner weiteren Frage als der rein französisch-polnischen zu binden wünsche. Barthou werde sehr offen darlegen, daß Polen mit Frankreich in allen großen schwebenden Fragen Zusammengehen müsse, gerade in dem Augenblick, in dem man endlich eine TNachtpolitik gegenüber Deutschland treibe (!). Das Ergebnis der Reise werde wahrscheinlich in einer gemeinsamen Erklärung zum Ausdruck kommen, in der Frankreich und Polen ihr Bündnis bekräftigen würden. Die Pariser Presse, von wenigen Ausnahmen abgesehen, versieht die Warschauer Reise mit entsprechender Begleitmusik. Die Note Barthous, schreibt ,^2'Ordre", zwingt uns, alle unsere Verbündeten um uns zu schar e n : Belgien, Polen unb bie Staaten ber Kleinen Entente. Das ift bie einzig logische, bie einzige realpolitische Politik. — Gegen bie Scharfmacherei, bie allgemein in ber Presse zum Ausbruck kommt, roenbet sich ber sozialistische „Po- pulaire": Man weiß, baß für ein Bünbnis zwei notroenbig sinb. Wir aber glauben nicht, baß Polen geneigt ift, bas Bünbnis mit Frankreich ober irgenb ein anberes Bünbnis enger zu gestalten. Polen will sich alle Möglichkeiten vorbehalten. reich unter Berücksichtigung ber wichtigen Aenbe- rungen, bie feit feiner Unterzeichnung vor 13 Jahren eingetreten sinb, r e o i b i e r t werben muß. Polen hat beschlossen, in seiner auswärtigen Politik eine größere Unabhängigkeit zu zeigen unb sie auf birefte Verhanblungen im Gegensatz zu ben Genfer Methoben zu grünben, bie in Polen nicht mehr gebilligt werben. Der Genfer Sozialdemokrat Nicole darf nicht in Wallis reden. Gens, 21. April. (DNB.) Die Sozialbemokra- tische Partei bes Kantons Wallis hatte ben Präsi- benten ber Genfer Regierung Nicole, ein geloben, auf ber Jahrestagung am Sonntag bas Wort zu nehmen. Die gesamte bürgerliche Presse bes zum größten Teil katholisch-konservativen Kantons Wallis hatte jedoch heftigen Einspruch gegen bas Erscheinen Nicoles erhoben. Deshalb hat bie Walliser Regierung beschlossen, bem Regie- rungspräfibenten Nicole ben Eintritt in ben Kanton Wallis zu verbieten. Damit ist ber in ber neueren Geschichte ber Schweiz wohl einzig ba- stehenbe Fall eingetreten, daß die Regierung eines Kantons einem Regierungshaupt eines anderen Kantons den Eintritt verbietet. Das Bündnis mit Frankreich bedarf einer Revision. Die Gründe für den Stimmungswandel in polen. den Hieb der französische Diplomat. „Und der Dolch des Mörders" — blieb ihm der polnische Fürst die Antwort nicht schuldig... Es bleibt der künftigen Geschichtsschreibung überlassen, zwischen diesem diplomatischen Gespräch von 1806 unb bem bes Jahres 1934 eine vergleichenbe Untersuchung burchzuführen. Dieser historische Hin- tergrunb aber ist für ein besseres Verstänbnis ber Gegenwart mit all ihren mannigfaltigen Erscheinungen in ben polnisch-französischen Beziehungen nicht wertlos. Als burch ben Zusammenbruch ber Mittelmächte unb Rußlanbs ein neues Polen entstaub unb sich vor allem bank ber machtvollen Führung Marschall P i l s u b s k i s behaupten unb kon- folibieren konnte, ba verstauben sich auch bie Sieger in Versailles zur Anerkennung ber Weichselrepublik. Frankreich aber nützte, auf eine mißver- ftanbe Vergangenheit pvcheub, biese Gelegenheit unb bie befonbere Lage Polens, bes „Körnchen zwischen zwei Mühlsteinen", aus, um sich als reicher unb machtvoller Protektor unb Buubesgeuosse bes „kleinen, schwachen unb von allen Seiten bebrohteu" Polens eutscheibenbe Geltung an ber Weichsel zu verschaffen unb sich vor allen Dingen inber polnischen Wehrmacht ein unerläßliches Glieb in bem Versailler Kriegsbuub zu sichern. Jubesseu aber ist viel Wasser in bas Baltische Meer, wie in Polen bie Ostsee genannt wirb, geflossen, unb bie Zeiten haben sich geänbert. Aber nicht nur bie Zeiten allein. Mit nachbrücklichster Uuzweibeutigkeit hat bie offiziöse „Gazetta Polska" anläßlich einer kurzen Betrachtung über ben Besuch Barthous fest- stelleu müssen, baß kaum 13 Jahre seit Unterzeichnung ber Vertrages von Versailles vergangen seien -— unb welch anberes Bilb Europa bar« stelle, welch oeränbeter Stanb bes Kräftespiels bamals unb heute. Es seien fast zwei verschiebene Epochen. Don baher kommt bas Blatt bann zum folgerichtigen Ergebnis, baß barum auch eine unerläßliche Notwenbigkeit bestehe, diese Aeuderung Sie der Führer Geburtstag feierte. <1 Mitten im Volk und mitten in der deutschen Landschaft. hätte von Die Hitler-Spende des Fremdenverkehrs. ten, die ein Maß Bier erhielten, da war der ganze Garten mit den Geburtstagsgästen des Führers an- aefüllt und der Jubel wollte kein Ende nehmen. Als wir dann in der Abenddämmerung weiter nach München fuhren, da fühlten wir alle, daß der Führer hier mitten im Volke und mitten in der Mr muhten, um dem drängendsten Problem der Gegenwart, dem der Arbeitslosigkeit, ernsthaft zu Leibe rücken zu können, unsere erste Aufgabe darin sehen, der Wirtschaft Ruhe und innere Sicherheit zurückzugeben. Dir haben dabei große Opfer ideeller und materieller Ratur gebracht. Wir müssen heute mit Bedauern feskstellen, daß die Weite unserer Auffassung hierunddafalschver- si a n d e n und schlecht gelohnt worden ist. Wenn die Regierung die Wirtschaft schonte, so gab sie ihren üblen Vertretern damit nicht einen Freibrief auf Zurückdämmung aller sozialen Forderungen und Beseitigung am Ende gar der sozialen Errungenschaften, die zum unabdingbaren Bestand unserer kulturellen Lebensaestaltung gehören. Wir haben die auch für den Arbeitnehmer restlos befriedigende Lösung der sozialen Fragen nicht a u f gehoben, sondern nur zum Teil aufgeschoben, um damit vorerst eine Lösungs- möqlichkeit für das Arbeitslosenproblem zu finden, die ihrerseits wieder das Einfallstor zu einer neuen sozialen Ordnung öffnen soll. Die soziale Frage bleibt, und sie wird von uns gelöst werden; denn die Revolution, die wir gemacht haben, trägt nicht nur ibr nationales, sondern auch ihr sozialistisches Gevräge. Ebensowenig wie wir dem proletarischen Marxismus das Zugeständnis machen konnten, daß man die nationale Ehre eines Volkes mit Füßen treten müsse, um seine soziale Freiheit zu erkämpfen, ebensowenig können wir den Repräsentanten des bürgerlichen Liberalismus und Wirtschaftskapilalismus tugeffehen, daß die nationale Ebre eines Volkes auf Kosten seiner sozialen Freiheit gewährleistet werden darf. Er« in der Synthese zwischen nationaler Ebre und sozialer Freiheit liegt die Möglichkeit einer Lösung auf Dauer. Nun steht der schaffende Mensch wieder mitten im Volk: er ist Träger der Staatsidee und Wächter des Staatsgefüges. Die fast ausschließliche Einschätzung nach Besitz und Bildung in dem hinter uns liegenden Zeitalter ist einer stärkeren Wertung des Ebarakters gewichen, und gefragt wird nicht mehr, woher der einzelne kommt, sondern was er ist und was er leistet. Diesem JBott, seiner Arbeit und seinem Kampf um das tägliche Brot ist die Ausstellung, die wir heute eröffnen, gewidmet. Die Welt aber möge aus dieser Schau des Friedens erkennen, daß die deutsche Nation gewillt ist, durch Ehrlichkeit und Auswirkuna des Arbeitsbeschaffung-' Programms der Aeichsregierung in Hessen. D a r m st a d t, 22. April (LPD.) Das Staats- v r e s s e a m t teilt mit: In der Zeit vom 1. bis 31. März 1934 wurden 4593 Anträge auf Bewilligung von Reichszuschüssen genehmigt. Die Summe der in dieser Zeit bewilligten Reichszuschüsse beträgt 1 047 693 RM. Die mit diesen Reichszuschüssen dem hessischen Handwerk im Monat März zugekühr- ten Aufträge erreichen den Betrag von 4 016139 RM. Seit 15. Oktober 1933 wurden somit 47 362 Vorbescheide mit einer Gesamt-Reichszuschußsumme von 9 954 657 RM. ausgestellt, womit dem hessischen Handwerk Aufträge im Gesamtwert von 40 072 811 RM. zugesührt wurden. Stabschef Nöbm bei der Einweihung derAS.-Oberfchule „Starnberger See". München, 23. April. (DNB.-Funkspruch.) In Feldafing am Starnberger See wurde die erste NS.-Oberschule eingeweiht. Der Festakt erhielt ein besonderes Gepräge durch die persönliche Anwesen hei.t des Stabschefs Röhm. Nach dem Eintreffen des Stabschefs dielt der Standartenführer Görlitz eine Ansprache. Den Höhevunkt des Festaktes bildete die Rede des Stabschefs Ernst Rödm, der u. a. ausführte: Der Zweck, der mit der Gründung dieser Anstalt verfolgt werde, sei, Jünglinge und Männer heranzuziehen, die das eine auf ihre Fahne geschrieben hätten: ..Liebe zu Volk und Vaterland". Unser Ziel ist, in Euch Jungen den Kamvfgeist zu wecken und lebendig zu halten. Ihr sollt dos erstreben und erreichen, was dem Füdrer in seiner Aufbauarbeit für Deutschland als Ziel vorschwebt. Einweihung der Adolf-Hitler-Brücke in Koblenz. Koblenz stand am Sonntag im Zeichen der Einweihung der neuen Adolf-Hitler-Brücke, die als Meisterwerk moderner Technik die Mosel über- spannt und in etwa zweijähriger Bauzeit mit einem Kostenaufwand von 5,2 Millionen Mark erstellt wurde. Die neue Brücke darf als eine der größten E i s e n b e t o n b r ü ck e n der Welt angesprochen werden. Die Festrede hielt nach Ausführungen von Oberbürgermeister W i t t g e n (Koblenz) Justizminister K e r r l als Vertreter des Führers. Der Minister führte u. a. aus: Als damals der erste Spatenstich getan wurde zu der Brücke, da sprach einer der Unseren das damals als Utopie verlachte Wort: „Möge diese Brücke im Dritten Reich vollendet werden". Was damals gewünscht wurde, ist Wirklichkeit geworden. Diese Brücke sei uns Symbol. Aus der alten Zeit ragt sie hinüber in die neue Zeit. Jeder, der über sie geht, soll an jene Brücke denken, die Adolf Hitler baute, damit wir in das neue Deutschland schreiten konnten. Unser Führer, dem unsere Herzen zujauchzen, der uns den Glauben an uns selbst wiederoab, er soll dieser Brücke seinen Namen geben. Mit diesem Namen weihe ich diese neue Brücke, die ein gewaltiges. Berlin, 21. April. (DNB.) Der Präsident des Bundes deutscher Verkehrsoerbände und Bäder, Staatsminister Esser, hat dem Reichskanzler a l s dem obersten SA.-Führer zu feinem 45. Geburtstag als Beitrag des deutschen Fremdenverkehrs zur Hitler-Spende für erholungsbedürftige SA.- und SS. - Angehörige 3 2 0 0 Freikuren und Erholungsaufenthalte in deutschen Bädern, Kur- und Erholungsorten mit insgesamt 46 000 Verpflegungstagen überreicht. Außerdem sind noch weitere Spenden im Werte von 3700 Mark eingegangen. Ferner haben Hapag- und Lloyd-Seebäder - D i e n st je 100 Freifahrten von Hamburg nach Helgoland beziehungsweise von Bremerhaven nach Helgoland und zurück gestiftet. Neben den Kurverwaltungen haben sich insbesondere auch die Hotels und Pensionen mit freudiger Gebebereitschaft an der Spende beteiligt. Die dem Kanzler überreichten Freikuren, Freiaufenthalte und sonstigen Spenden sind nur ein Teilergebnis der bisherigen Sammlung, die weiter fortgesetzt wird. Es laufen täglich noch Hunderte neuen Freischein-Stiftungen ein. Schwere Sireikunruhen in Madrid. Der gesamteBerkehr eingestellt.—Die Stadt teilweise ohne Licht, Brot und Wasser. Madrid, 22. April. (DNB.) Die Gewerkschaftsverbände der Sozialisten haben in der Nacht vom Samstag auf Sonntag zusammen mit den Organisationen der Syndikalisten in Madrid einen 24stündigen General st reik proklamiert. Weder die Regierung noch die Polizei waren darauf vorbereitet, so daß dieser Schlag völlig unvermutet und überraschend kam. Innerhalb einer halben Stunde war der gesamte Kraftdroschken-, Straßenbahn- und Autobusverkehr e i n g e- st e l l t. Auch in den Bäckereien ist die Arbeit niedergelegt worden, so daß Madrid ohne jede Brotversorgung ist. Der Streik ist von den Marxisten als Protestaktion gegen die Regierung und gegen die am heutigen Sonntag in Escorial stattfindende Riesenversammlung der katholischen Dolksaktion gedacht. Im Zusammenhang mit dieser Protestkundgebung kam es in der vergangenen Nacht an verschiedenen Stellen der Stadt zu Schießereien zwischen Marxisten und Polizei. Eine Person wurde getötet, zahlreiche wurden verwundet. In der Hauptverkehrsstraße in Madrid wurde eine Bombe geworfen, die einen jungen Mann tötete. Cafes und Restaurants, die nicht auf die Aufforderung der Marxisten sofort schlossen, wurden mit Steinen bombardiert. Sämtliche Theater und Kinos mußten ebenfalls schließen. Trotz dieser anarchistischen Lage in der Hauptstadt erklärt der Innenminister, Herr der Lage zu sein. Ein besonders heftiger Zusammenstoß ereignete sich an der Puerto del Sol, wo im Verlaufe einer Schlägerei ein englischer Student getötet und fünf Straßenpassanten schwer verletzt wurden. In einem Madrider Vorort hatten Anarchisten ein Nonnenklo st er in Brand gesetzt. Das Feuer konnte noch rechtzeitig eingedämmt werden. An vielen Stellen der Stadt wurden durch Bombenexplosionen große Sachschäden angerichtet. Ein großer Teil der Straßen der Hauptstadt liegt im Dunkeln. Auch die Wasserversor- gung ist stellenweise unterbrochen. Die Polizei hat am Sonntag insgesamt über 200 Personen in Haft genommen. Der Generalstreik hielt den ganzen Tag über an. Der Verkehr ruhte völlig. Die Restaurationen und Cafss blieben geschlossen und die Bäckereien mußten militärisch bewacht werden. Ein großer Teil der Einwohnerschaft blieb ohne Brot. In den Abendstunden kam es zu einer großen Schießerei an der 1 Puerta del Sol und in Castellano. Was sagt Amerika zum japanischen Protektorat über China? NeueBerschärfung derLageimFernenOsten ' Washington, 22. April. Der japanische Bol- deutschen Landschaft einen Geburtstag verbracht hatte, wie er ihn sich wirklich schöner' nicht ..... denken können. Fleiß ihr Leben auf diesem Erdball sich zu verdienen. Denn alle Leistungen, die hier gezeigt werden, liegen auf dem Felde friedlicher Arbeit, und so ist diese Ausstellung nicht nur ein hohes Lied auf den schöpferischen Genius der deutschen Arbeit, sondern auch auf den Friedenswillen unseres Volkes. Der Minister schloß: Meine Damen und Herren! Der Herr Reichspräsident, der die Schirm-' Herrschaft über diese Ausstellung ausübt, hat mich gebeten, ihr seine Grüße und herzlichsten Glückwünsche mit auf den Weg zu geben. Ich tue das um so lieber, als ich weiß, wie eng er sich dem Thema, das hier abgewandelt wird, verbunden fühlt, und mit wie heißem Herzen er Aufbau, Sinn und Gestaltung dieses großen Werkes verfolgt hat. Es ist mir eine besondere Ehre, in seinem Namen, der ein gut Teil deutscher Geschichte und Tradition, Symbol und Ehrwürdigkeit wie die keines änderen lebenden Menschen umschließt, die Pforten dieses Hauses für das deutsche Volk zu öffnen. Möge ein gütiges Schicksal ihn für uns alle auch weiterhin in seinen gnädigen Schutz nehmen. In seinem und des Führers Namen erkläre ich die Ausstellung „Deutsches Volk — Deutsche Arbeit" für eröffnet. Reichsmin'sier Nr. Knebbels eröffnet die Ausstellung „Deutsches Volk-Deutsche Arbeit" schafter Saito hat einem Vertreter des „Washington Star" 3um Fernostproblem u. a. erklärt, daß Japan ein Einspruchsrecht geltend mache, falls China Verhandlungen mit dritten Staaten führe. Japan werde jedes Abkommen, das eine dritte Wacht mit China gegen Japans Einspruch tätige, als unfreundliche Handlung betrachten, was nach diplomatischem Sprachgebrauch ein Abbruch der Beziehungen bedeute. Die japanische Erklärung bildet den Gegenstand täglicher Artikel in der amerikanischen presse. Wan beginnt, die Lage in Oslasien, die seit der Anerkennung Rußlands einerseits und dem Beginn eines freundlichen Notenaustausches mit Japan andererseits sich etwas zu entspannen schien, wieder als außerordentlich ernst zu betrachten. Wehrere Blätter weisen darauf hin, daß, während die Vereinigten Staaten sich immer mehr aus Lateinamerika zurückziehen, Japan eine Politik proklamiere, die dle Wonroe-Doktrin weit in den Schatten stelle. Saito hat — um Roosevelts Ausdruck bei der Bekanntgabe des amerikanischen Bundeshaushaltes zu fauchen — mit „brutaler Offenheit" festgestellt, daß Japan jedes Abkommen, das eine dritte Wacht mit China gegen Japans Einspruch tätige, als unfreundliche Handlung betrachten werde. Japan verlange, fortan bei allen Verhandlungen dritter Staaten oder Angehöriger dritter Staaten mit der chinesischen Regierung g e - hört zu werden, denn die chinesische Regierung sei unfähig, sich selbst zu regieren, wie die chaotischen Verhältnisse in China bewiesen. Der Anlaß zu dieser Erklärung des japanischen Protektorats über China war nach den Erklärungen Saitos der plan französischer Bankiers, China eine Anleihe zu gewahren, die nach japanischer Auffassung nicht der Befriedung Chinas, sondern den Bestrebungen der chinesischen Generale zugute gekommen wäre und den Frieden in Ostasien bedroht hätte. Japan habe nicht gegen die Lieferungen amerikanischen Weizens und Baumwolle an China protestiert, obwohl es genau wisse, daß die chinesische Regierung Warenbestände, die sie auf Kredit erhielt, verkaufen und den Erlös zum Ankauf von Waffen und Wunition verwenden werde. Japan wisse ferner, daß die mit amerikanischer Hilfe erbauten Flugplätze und die von Amerika bezogenen Flugzeuge gegen Japan verwendet werden sollen. Japan^werde in Zu- kunst in derartigen Fällen China zur Rechenschaft ziehen. Der bulgarische Besuch in Berlin. Muschanoff nimmt starke Eindrücke ans dem nationalsozialistischen Deutschland mit Berlin, 21. April. (DNB.) Nach einem dreitägigen Aufenthalt in Berlin ist der bulgarische Ministerpräsident Muschanoff über München nach Rom abgereist. In seiner Begleitung befand sich der Sektionschef Karadjoff und der Legationssekretär im Auswärtigen Amt Frhr. v. Bieberstein, der den Ministerpräsident bis zur deutschen Grenze begleitete. Ministerpräsident Muschanoff erklärte vor seiner Abreise u. a.: Wir sind aufeinander angewiesen wie die rechte auf die linke Hand. Die gegenseitige Zusammenarbeit kann insbesondere auf dem Gebiete der Außenhandelspolitik AnBerlin, 21. April. (DNB.) In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste fand am Samstag die feierliche Eröffnung der Ausstellung „Deutsches Volk — Deutsche Arbeit" am Kaiferdamm statt. Die Regierung war vertreten durch Vizekanzler von Papen und die Reichsminister Dr. Goebbels, Schmitt, Seldte und von Eltz-Rübenach. Für den Führer war Staatssekretär Lammers erschienen. Ferner waren anwesend zahlreiche Vertreter des Diplomatischen Korps, mehrere hohe Militärs, der Generaldirektor der Reichsbahn Dr. Dorpmüller, der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley, der Präsident, des Luftsportverbandes Loerzer, eine Reihe höherer SA.° und SS.-Führer u. a. m. Die Eröffnungsfeier begann mit einem von SS.- Mufikern geblasenen Signal altgermanischer Suren, begleitet von Kesselpauken. Sodann spielte der Gau Brandenburg des Landesorchesters unter Leitung von Generalmusikdirektor Havemann die Ouvertüre zu den „Meistersingern". Oberbürgermeister Dr. Sa hm dankte dann allen, die an dieser großen und bedeutsamen Ausstellung mitgewirkt hatten, vor allem dem Reichsvräsidenten, der durch die Uebernahme der Schirmherrschaft die Ausstellung aefördert habe. Besonderer Dank gebühre auch Reichsminister Dr. Goebbels, ohne dessen tatkräftige Mitwirkung die Vollendung dieses Werkes nicht möglich gewesen wäre. Nach einer weiteren Darbietung des Landesorchesters sprach Reichsminister Or. Goebbels Vor einem Jahr, so führte er u. a. aus, wurde ber Beschluß zur Veranstaltung dieser Ausstellung gefaßt. Im Mittelpunkt dieser grandiosen Schau sollte die Arbeit als Idee stehen. Der Schlachtruf: „Ehret die Arbeit und achtet den Arbeiter!" wurde in seiner zündenden Kraft ausgenommen in Stadt und Dorf, von hoch und niedrig und in seiner Auswirkung ein ganzer Stand uon 20 Millionen Menschen, der bis dahin dem Staat fremd, wenn nicht feindlich gegenübergestan- den hatte, in die Gemeinschaft aller Deutschen zu- ™“9*füf)rK Wir haben den Arbeiter aus den Fesseln eines volksauflösenden und kulturzerstören- oen politischen und wirtschaftlichen Wahnsinns los- gebunden. Die Arbeit als Idee und Wirklichkeit ist wiever zum wunderbaren Segen eines ganzen ® geworden. Millionen sind in die Fabriksäle m»rh rtore surückgeströmt, die Wohlfahrtsämter X?rn und die Arbeitsstätten füllen sich L fle.ß.ges und tapferes Volk hat wieder &hftUf?L3^ru^9Cfunben- sieht nur noch in der n u r *n n Vh Möglichkeit zur Rettung, hat uur noch den einen Willen, zu a r b ei - keit den Intelligenz, Fleiß und Redlichsichern h J den anderen Nationen zu sichern, der,hm gebührt. Cin neuer Schlag gegen die deutsche Universität in Prag. Prag, 22. April. (DNB.) Nach der Grundbucheintragung des Eigentumsrechts an dem historischen Gebäude des „Carolinums" in Prao zugunsten der tschechischen Prager Universität ist jetzt der zweite Schritt erfolgt, durch den die deutsche Universität, deren juristische Fakultät zum größten Teil im „Carolinum" untergebracht ist, hart betroffen wird. Vom Prager Ministerium für öffentliche Arbeiten wurde das „Carolinum" i n d i e Verwaltung der Prager tschechischen Universität übergeben. Daraus ergibt sich, auch rein praktisch genommen, eine Unterstellung der Prager deutschen Universität unter die tschechische; so liegt es z. B. im Ermessen des tschechischen Rektors, Anschaffungen, Ausbesserungen und ähnliches für das Gebäude und den darin betriebenen Unterricht durchzuführen. Der Rektor der tschechischen Universität, Dr. Dornin, hat feine neuen Machtbefugnisse sogleich zur Kündigung der Inhaber der Kaufmannsläden benutzt, die bisher in diesem Gebäude untergebracht waren. Dabei handelt es sich um eine einzig dastehende Tatsache, weil die Gebäude sämtlicher übrigen staatlichen Lehranstalten in der Verwaltung des Bauamtes des Landesamtes stehen. In einer feierlichen Erklärung legte der Akademische Senat gegen diese Maßnahme die schärfste Verwahrung ein und verwies daraus, daß die Ge- schichte der Prager Deutschen Universität mit dem altehrwürdigen Gebäude des Carolinums a u f das innigste verknüpft sei. Die Maßnahmen des neuen Hausherrn, des Rektors der tschechischen Universität Dr. Domin, liefen offenbar darauf hinaus, die Deutsche Universität obdachlos zu machen. Der Akademische Senat werde die Reste der Deutschen Universität in Prag bis auf das Aeußerste verteidigen. Die feierliche Entschließung ist auch von dem aktiven Minister ' der Prager Regierung, dem Abgeordneten des Bundes der Landwirte, Univerfitätsprofeffor Dr. Franz Spina unterschrieben. Sein Ministerkollege, der deutsche sozialdemokratische Minister für öffentlich Arbeiten, Dr. Czech, war es, der die Verwaltung des Carolinums an die tschechische Universität übertrug. n f 5 m u 5 sowie die Ermäßigung der wirtschaftlich untragbaren Schulden und die Schaffung einer neuen Vertrauensatmosphäre unter den Völkern. Das große Reformwerk, das in Deutschland vollzogen wurde, erweckt überall größtes Interesse und Bewunderung. Der Name Hitler ist ein Begriff geworden, der unermüdlichen Fleiß, vorbildliche Kameradschaft und Disziplin verkörpert. Ich bin der Ueberzeuguna, daß das neue Deutschland unter der Führung des ehrwürdigen Reichspräsidenten und des jungen, klugen, energischen Reichskanzlers einer besseren Zukunft entgegengeht. Nie Geburtstagsgabe der Deutschen Arbeitsfront. Die Deutsche Arbeitsfront hat dem Führer zum 45. Geburtstag zum Zeichen der Verbundenheit des ganzen schaffenden Volkes mit dem Gründer des Dritten Reiches ein schlichtes Prachtwerk überreicht, „Deutsche Arbeiterbildnisfe aus fünf Jahrhunderte n." Es ist ein großer Pergament mit 20 photographischen Wiedergaben d e r ältesten deutschen Handwerkerporträts, die in wahrheitsgetreuer Wiedergabe mit der Hand ausgemalt und mit kurzen erläuternden Texten versehen sind. Die Bilder stammen aus den Hausbüchern zweier Handwerker-Alters- heimeinNürnberg. Das Album, dessen Widmung der Führer der Deutschen Arbeitsfront und Stabsleiter der PO. Dr. Ley handschriftlich gezeichnet hat, ist dem Führer an seinem Geburtstag übergeben worden. wendung finden, denn gegenüber dem bisher verfolgten System der Meistbegünstigung setzt sich das neue handelspolitische System durch: „Kaufe bei deinem besten Kunden." Bei einer Entfaltung der gegenseitigen wirtschaftlichen Beziehungen wird unser Volk in die Sage kommen, Maschinen und landwirtschaftliche Geräte aus Deutschland zu beziehen. Bei einer Schrumpfung des Warenaustausches zwischen den beiden Ländern wäre dem bulgarischen Bauern und Tabakproduzenten diese Möglichkeit genommen. Die Grundvoraussetzung eines intensiven Warenaustausches unter den Staaten ist zunächst der Abbau des schädlichen U e b e r protektiv- Unter der Ueberschrift „Wie der Führer seinen Geburtstag verbrachte" veröffentlicht der „Angriff" eine anschauliche Schilderung, aus der hervvrgeht, daß der Führer am Vorabend seines Geburtstages nur von seinem Privatsekretär, Reichsminister Heß und den Herren feines engeren Stabes begleitet, Berlin zu einer Kraftwagenfahrt nach München verlassen hatte. Es heißt dann in dem Bericht, der aus der Feder eines der Mitreisenden stammt, u. a.: Im offenen Wagen geht es vorbei an den blütenumsäumten Havelseen, über Potsdam, Wittenberg und sächsische Staatsstraße nach Süden. In nächtlicher Stunde passieren wir Leipzig, Zwickau und Hof. Irgendwo zwischen Frankenwald und Fichtelgebirge rückt der Zeiger der Uhr auf 12. Ein erster Geburtstagsglückwunsch der Wageninsassen. Ein stummer Händedruck des Führers. Nicht lange nach Mitternacht sind wir a m Z i e l. In dem Hotel eines stillen, idyllischen Plätzchens im Fichtelgebirge wo wir völlig überraschend eintreffen, übernachtet der Führer an feinem Geburtstag. Bevor wir uns zum Abenbrot in der Gaststube niederlaffen, überreicht der Adjutant dem Führer das persönliche Glückwunschschreiben und den Blumengruß des Herrn Reichspräsi- d e n t e n. Aber am Geburtstagsmorgen, als der Führer erwacht, iftderganzeOrt auf Öen Seinen. In Reih und Glied haben sich die Gratulanten, Parteigenossen, SA. und die Jugend, aufgebaut. Kaum kann sich der Führerwagen den Weg bahnen durch die begeisterte Menge. Fast überall wird der Führer nun erkannt. An den zahlreichen Straßenbaustellen, die wir passieren, werfen die Arbeiter Hacke und Schaufel beiseite und umringen den Führer. Und so erlebte der Führer, der allem Aeußeren entgehen wollte, eine Geburtstagsfreude, wie er sie sich schöner nicht hätte denken können. In der romantischen Landschaft der Fränkischen Schweiz wurde auf einer stillen Waldwiese Mi11agsrast gemacht. Erbsensuppe mit Tomatenreis von Blech- tellern gab es bei diesem improvisierten Picknick im Walde. Das war das Geburtstagsmahl des 45jährigen deutschen Reichskanzlers.. Aber auch die Geburtstagsgäste sollten nicht fehlen. Hinter Nürnberg, unweit Eichstädt hielten wir in einer uns wohlbekannten Waldfchenke an, um den Kaffee im Garten einzunehmen. Aber der Führer hatte sich kaum niedergelassen, da rückten schon Mädchen vom B D M. an, die auf einer nahen Waldwiese ihre Turnstunde abhielten. Schnell lud der Führer die luftige Schar der Gratulanten am Nebentisch zu Kaffee und Kuchen ein. Auch das Jungvolk, das sich aus Eichstädt scharenweise eingefunbet hatte, wurde mit Kuchen und Schokolade bewirtet. Und als sich dann fast geschlossen die SA.-Führer schule Eichstädt und Kommandos des Arbeitsdienstes melde- Suvich spricht in Paris vor Aus aller Welt 3m Kohlenbergwerk Senihe bei Serajeroo ereignete sich eine Explosion, durch die ein Teil des Vermerks zum Einsturz gebracht wurde. Bis Sonntagabend wurden 5 6 Leichen geborgen. Da festgestellt werden konnte, daß die Gesamtzahl der Bergleute, die sich nicht mehr retten konnten, 136 betrug, befinden sich noch immer 8 0 2H an n in der Tiefe. Sie sind aller Voraussicht nach nicht mehr am Leben. Die Belegschaft hat zur Zeit der Explosion 220 Mann betragen, so dah sich die Zahl der Geretteten auf 84 beläuft. Aus den amtlichen Feststellungen über die Ursache des Grubenunglücks geht hervor, dah das Unglück auf die Explosion von Methangas zurückzuführen ist, das in groher Menge aufgetreten war. Die Rettungsarbeiten, die mit allen Kräften fortgeführt werden, gestalten sich infolge des Einstürzens von Erdmassen und Eindringens von Wasser sehr schwierig. Der Sonderberichterstatter der „Prawda" meldet erschütternde Einzelheiten über die Grubenkatastrophe. Die Explosion erfolgte in einer Tiefe von 200 Meter, 2 Kilometer von der Haupteinfahrt entfernt. Die Alarmfirenen heulten den ganzen Rachmittag in Senihe. Die Wucht der Explosion war so gefördert. Die Leichen waren grählich ver- st ü m m e l t, so dah die Ramen der Toten kaum festgestellt werden konnten. Unter den Opfern befinden fich mehrere Familienväter, die gegen 11 Kinder hatten. Man hat wenig Hoffnung, die noch eingeschlossenen Bergleute zu bergen, da die Leichen, je näher die Rettungsmannschaften an den Explosionsherd kommen, immer stärker verstümmelt sind. Die Rettungsarbeiten stoßen auf ungeheure Schwierigkeiten, da die S t o l- len teilweise gänzlich verschüttet sind. Die Rettungsmannschaften sind schon jetzt gänzlich erschöpft, sind aber von einem beispiellosen Opfermut beseelt. Arbeiter, die bewuhtlos geborgen werden konnten, schlichen sich den Rettungsmannschaften an, sobald sie das Bewußtsein wieder erlangt haben. Die Rettungsmannschaften selbst befinden sich in groher G efah r, da das Bergwerk mit Giftgasen gefüllt ist. Vor der Grubeneinfahrt spielen sich herzzer- hinauslaufen müssen, betont „Le Jour". Man versichert, schreibt das Blatt, daß Mussolini bereit sei, auf diesem Wege sehr weit zu gehen. Sache Suvichs werde es sein, die Engländer davon zu überzeugen. Der halbamtliche „Petit Parisien" glaubt mitteilen zu können, daß Ministerpräsident Doumergue Suvich den formellen endgültigen Beschluß Frank- reichts bestätigt habe, nicht nur nicht die Verletzungen des Vertrages durch Deutschland zu legalisieren und die Heraufsetzungen des deutschen Militärhaus- haltes gutzuheißen, sondern angesichts einer die Lage völlig verändernden Aufrüstung, deren Umfang übrigens niemand kenne (?), die französischen Der- teidigungsmittel auch nicht im geringsten zu schwächen. Das „Echo de Paris" polemisiert gegen den englisch-italienischen Versuch, Frankreich wieder für Verhandlungen zu gewinnen, die die reihende Szenen ab. Greise, Frauen und Kinder weinen. Die Bevölkerung aus der ganzen Umgebung ist herbeigeeilt, um die verzweifelten Hinterbliebenen zu trösten. Der Unglücksschacht befindet sich in st a a t l i ch e m Besitze. Das Berg- werk hat eine Belegschaft von 1000 Mann. Jährlich fördert es mehr als 2 Millionen Tonnen Kohlen. Schwere Grubenkatastrophe in einem bosnischen Bergwerk Bisher 56 Todesopfer einer Explosion im Grubenschacht geborgen. Noch 80 Vermißte. deutschen Musik stecken die ewig sich die Millionen immer wieder bindenden Kraftquellen. Im weiteren Verlauf des Sängertages schlug der bisherige Bundesführer Brauner (Berlin) zu seinem Nachfolger den Führer des westfäli-schen Sängerbundes, Oberbürgermeister Meister (Herne) vor, der einstimmig gewählt wurde. Der neue Sängerführer gab bann die Zusammensetzung des Führerrates bekannt, dem der stellv. Führer Dr. Bongard (Saarbrücken), der württember- gische Innenminister Dr. Schmid (Stuttgart), Oberbürgermeister M e m m e l (Würzburg), Wilke (Kassel), der bisherige Bundesführer Brauner (Berlin), Dr. Lange mann (Hannover), Dr. L a u g s (Kassel) und Dr. Hermann (Frankfurt a. Main) angehören. In den Musikausfchuß wurden berufen Heinrichs (Hannover), Nagel (Eßlingen), Dr. Laugs (Kassel), S a u e r st e i n (Karlsruhe), Rosenthal (Königsberg), Mies- n e r (Berlin) und Rellins (herüe). In einer kurzen Schlußansprache rief Bundesführer Meister die Sängerbundvertreter auf, im Sinne der großen Kulturrede des Führers auf dem Nürnberger Parteitag ihre Pflicht zu tun. stark, daß die Gleisanlagen in den Stollen w i e Bindfaden zerrissen. Eine Stunde nach dem Unglück waren die ersten Toten zutage | Kraftfahrt den Platz an der Spitze der Nationen zu erfechten. Namens der deutschen Automobilindustrie und der Daimler-Benz-AG. überbrachte Staatsrat Dr v. Stauß herzliche Grüße. Er wies daraus hin daß dank der genialen Voraussicht unseres Führers die deutsche Automobilindustrie daran gehen könne, ihre alte Weltgeltung wieder zuruck- zuerobern. — Am Nachmittag fand ein großer h i - storischer Festzug durch die Straßen der Stadt und eine Festaufführung statt. heftiges Unwetter über Rizza. lieber Nizza ging am Sonntag ein heftiges Unwetter nieder. Der Sturm war so stark, daß haushohe Wellen bis über den Kai brandeten. Die Promenade stand bald unter Wasser. Auch auf dem Turnierplatz, auf dem die Reitertämpfe ausgetragen werden, sind schwere Schaden angerichtet worden. Ein Teil der Tribünen ist vom Sturm abgedeckt worden. Die Bahn ist von dem strömenden Regen aufgeweicht. Erst in den späten Abendstunden flaute das Unwetter ab. Wenn nicht rasch ein Witterungsumschlag eintritt, so daß die Feuchtigkeit aufgesogen wird, werden die Wettbewerbe noch weiter hinausgeschoben werden müssen. Schwere Unfälle beim Autorennen in Alessandria. Beim Automobilrennen um den Bordino- Pokal in Alessandria ereigneten sich mehrere Unglücksfälle. Der Italiener Carlo Pedrazzini flog mit seinem Maseratiwagen aus einer Kurve und kam dabei so unglücklich unter den Wagen, daß er nur noch als Leiche geborgen werden konnte. Sein Landsmann Nouvelari brach bei einem Sturz das linke Bein. Minozzi raste in die Zuschauermenge und verletzte B e r l i n, 22. April. (DNB.) Im festlich geschmückten Sitzungssaal des Preußenhauses fand am Sonntagmittag der 28. außerordentliche Sängertag des Deutschen Sängerbundes statt, in dessen Mittelpunkt eine Rede des Reichsleiters des Kampfbundes für Deutsche Kultur, Alfred Rosenberg, stand. Der Redner zeichnete in großen Zügen ein Md des Kulturverfalls, der sich in der ich- bedingten Epoche der letzten Jahrzehnte auf allen Gebieten gezeigt habe. Auch die Musik sei in den letzten 50 Jahren nicht frei geblieben von Krcmk- heitsevscheinungen. Auf der einen Seite gab es bei ihr stark betonte Tradition, auf der anderen Seite Rythmen und Melodien, die nichts mehr mit dem deutschen Volkslied und deutscher Volksmusik gemein hatten. In der nationalsozialistischen Bewegung, in der SA. und Hitlerjugend sind heute ganz neue Lieder entstanden. Man weiß nicht, wer sie gc-dichtet, wer sie komponiert hat. Aber es geht ein einmütiger, gewaltiger Rythmus durch diese Gesänge hindurch und in der künstlerischen Durchbildung dieser Volksschöpfungen liegt eine große Aufgabe der deutschen Sängerschaft. Einfach, schlicht und heroisch, nicht süßlich und verkitscht, sondern voll tiefer Zärtlichkeit und von starker Kraft sind diese Dichtungen, die die schwache DieEnthüllungdesOaimlerDenkmalS- in Schorndorf. Die Feiern für den großen schwäbischen Erfinder Gottlieb Daimler, dessen Geburtstag sich im letzten Monat zum 100. Male jährte, fanden mit der Einweihung des Gottlieb - Daimler - Denkmals am Sonntag ihren Höhepunkt. Zehntausende waren aus dem ganzen Land herbeigeeilt, um an dem Weiheakt, mit dem eine Sternfahrt d e s D D A C. und des N S K K. und ein Aufmarsch eines Teiles der württembergllchen Motor-SA. verbunden war, teilzunehmen. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich auch Reichsverkehrsminister Frhr. Eltz v. Rübenach, Obergruppenführer Hühnlein, Reichsstatthalter Murr an der Spitze der württembergifchen Regierung und SA.-Gruppenführer Lud in. Den Reigen der Begrüßungsansprachen eröffnete Reichsstatthalter Murr, der darauf hinwies, daß die ganze zivilisierte Welt dem schwäbischen Erfinder Gottlieb Daimler unendlich viel zu danken habe, und daß ohne dessen geniale Erfindung die Entwicklung des modernen Verkehrs schlechterdings nicht zu denken wäre. Nachdem der Reichsstatthalter die Enthüllung des Denkmals vorgenommen hatte, sprach Reichsverkehrsminister Eltz o. Rübenach. Der Minister schloß mit einem brausend aufgenommenen Sieg-Heil auf Reichspräsident v. Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler, hierauf sang die Menge das Deutschland-Lied und das Horst- Wessel-Lied. Obergruppenführer Hühnlein betonte, daß der Name Daimler für den deutschen Kraftfahrer die Verpflichtung in sich trage, allzeit im Geiste dieses großen Vorkämpfers des Kraftfahrwesens weiter zu kämpfen und der deutschen Lebenslängliches Zuchthaus für ein verbrecherisches Ehepaar. Das Schwurgericht Insterburg verurteilte am Samstag die Eheleute Kumutat wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes mit Todeserfolg zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Am 12. Dezember 1932 wurde das greife Ehepaar KueH und eine 40 Jahre alte Tochter Berta in Romeyken in einem Gehöft er« mordet aufgefunden. Das Ehepaar lag in zwei verschiedenen Zimmern, die Tochter auf dem Hof vor der offenen Stalltür. Alle wiesen Schuß- verletzungen am Kops und an der Brust auf. Die Verfolgung einer Fußspur führte in Litauen zur Verhaftung des Melkers Wistart, bei dem man die Uhr des alten Kuech fand. Wistart wurde seinerzeit von dem litauischen Gericht zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Weitere Ermittlungen ergaben die Beteiligung des Ehepaares Kumutat in Romeyken, das nach seiner Verhaftung auch ein Geständnis ablegte. Drei Todesurteile vollstreckt. In Karlsruhe wurde der 25jährige Raubmörder Karl Otto Speckmaier aus Pforzheim, der den Schmuckwarenfabrikanten Karl Bauer in Pforzheim bei der Ausführung eines Einbruchsdiebstahls niedergeschlagen und erschossen hat, durch das Fallbeil h i n g e r i ch t e t. — In Halle an der Saale sind der .Heinz Streibart aus Delitzsch und der Paul Weise aus Ammendorf hingerichtet worden. Streibart war wegen Mordes an dem Schüler Heinz Ter es- n i a k zum Tode verurteilt worden. Der preußische Ministerpräsident hat von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil das Wohl und die Sicherheit der Volksgenossen gebieterisch die Vollstreckung des Todesurteils gegen diesen Lustmörder erforderte. Weise war wegen des an seinem unehelichen Kinde begangenen Martz e s zum Tode verurteilt worden. Der preußische Ministerpräsident hat auch in diesem Falle von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil es sich um einen heimtückischen, aus selbstsüchtigen Beweggründen verübten Mord an einem Kinde handelt und der Verurteilte auch nach feinem Vorleben nicht gnadenwürdig war. Der preußische Ministerpräsident hat die gegen die Ehefrau Zeichner wegen Mordes verhängte Todesstrafe im Gnadenwege in eine Zuchthausstrafe von 10 Jahren umgewandelt, weil die sonst unbestrafte und körperlich kranke Verurteilte nicht aus verbrecherischer Neigung gehandelt hat, sondern den Entschluß zum Morde infolge des rücksichtslosen Verhaltens ihres Mannes und der da- durch hei ihr hervorgerufenen verzweifelten Stimmung gefaßt hat. Riefenbrandstifterprozeh in Pommern. In Stettin beginnt der erste Prozeß in der großen Brandstiftersache Fechtner-Papenfuß, Svorke und Genossen. Die drei Täter haben nach den Feststellungen der Behörden in den Jahren 1927/33 ihre verbrecherische Tätigkeit vor allem im Kreise Greifenhagen ausgeübt. Unter Anklage stehen 57 Männer und 3 Frauen, darunter 10 eigentliche Brandstifter, 9 Bauunternehmer als Anstifter und 6 „Vermittler". Der Rest setzt sich aus Landwirten zusammen, die gegen Bezahlung ihre Scheunen, Wohnhäuser oder Stallgebäude an st eckenließen. 281 Bauten fielen dem ruchlosen Treiben zum Opfer: 137 Scheunen, 16 Wohnhäuser, 64 Ställe, 63 Schuppen und ein Sägewerk. Der Schaden, den die verschiedenen Versicherungsgesellschaften erlitten, dürfte etwa 2V2 bis 3 Millionen Mark betragen. Wettervoraussage. Nachdem die Störung sich mit ihrem Kern nach Norddeutschland verlagert und Niederschlagstätigkeit 'eingeleitet hat, gelangt durch ihre Rückseite kühle Ozeanluft nach dem Kontinent. Das Wetter bleibt daher unbeständig und verhältnismäßig kühl, wobei weiterhin schauerartige Niederschläge auftreten. Da bei Island bereits ein neues Tief heranrückt, ist mit einer Besserung vorerst nicht zu rechnen. Aussichten für Dienstag: Unbeständig, wechselnd-wolkig, mäßig warm, zeitweise schauerartige Niederschläge. m Aussichten für Mittwoch: Weiterhin wechselhaftes Wetter. Lufttemperaturen am 22. April: mittags 18,6 Grad Celsius, abends: 13,4 Grad; am 23. April morgens: 9,7 Grad. Maximum 19,5 Grad, Mim- mum 6,9 Grud. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. April, abends: 14,3 Grad, am 23. April, morgens: 11,9 Grad Celsius. — Niederschlage 2,0 Millimeter. — Sonnenscheindauer 4^ Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lanqe für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenletter: fmns Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 34: 11550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch' und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. sechs Personen. Endlich wurde noch der italienische Fahrer Ferrari erheblich im Gesicht verletzt, als er mit seinem Wagen einen schweren Zusammenstoß hatte. Eine neue Bluttat des amerikanischen Schwerverbrechers Dillinger. In Eagle River (Wisconsin) kam es zwischen der Bande des berüchtigten Schwerverbrechers Dillinger und einer Abteilung Bundespolizei zu einem erbitterten Feuergefcht, in dessen Verlauf drei Polizisten erschossen wurden. Die Polizeibeamten hatten Dillinger und zwei seiner Begleiter in einer Bierschenke überrascht, jedoch gelang es den Banditen, in einem Kraftwagen zu entfliehen, nachdem sie die Telephondrähte durchschnitten hatten. An der Verfolgung der Verbrecher, die mit Panzerwesten und mehreren Maschinengewehren ausgerüstet waren, nahmen 27 Polizeibeamte teil. Die Bande Dillingers hat durch allerhand Verbrechergesindel aus der Umgebung Chikagos Zulauf erhalten. Der Mörder des früheren südslawischen Ministers Reudörfer hingerichtet. In Belgrad wurde der vom Gerichtshof zum Schutze des Staates zum Tode verurteilte Landarbeiter Franz Z r i n f k i durch den Strang hin- gerichtet. Zrlnfki hatte im vorigen Jahr aus politischen Gründen den ehemaligen Minister Neudörfer erschossen. Neudörfer, der früher Mitglied der Raditsch-Partei war, hatte sich von der kroatisch-autonomistischen Bewegung losgesagt und war in das Belgrader Kabinett eingetreten, wodurch er sich die Feindschaft seiner ehemaligen Parteifreunde zuzog. Zrinski war auch überführt worden, an mehreren Orten Höllenmaschinen zur Explosion gebracht zu haben. großes Werk in der Arbeitsschlacht des Dritten Reiches darftellt. — Die Feier schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer und einem Vorbeimarsch am Koblenzer Schloß. Oberbürgermeister Wittgen sandte aus Anlaß der Einweihung ein Telegramm an den Führer. Neuordnung der kirchlichen Verwaltung. Rechtswalter und Vikar als Vertreter des Reichsbischofs. Berlin, 21. April (DNB.) Der Reichsbischof hat zur Neuregelung der kirchlichen Verwaltung eine Verordnung erlassen, die durch den in der Botschaft vom 12. April angekündigten Arbeitsplan erforderlich gewesen ist. An der Spitze der kirchlichen Verwaltung steht danach der Reichsbischof. Die verfassungsmäßigen Befugnisse der theologischen Mitglieder des geistlichen Ministeriums bleiben unberührt. Der Rechtswalter der deutschen evangelischen Kirche ist als rechtskundiges Mitglied des geistlichen Ministeriums der V e r tr e t e r des Reichsbischofs in kirchenpolitischen Angelegenheiten. Als allgemeinen Gehilfen und Vertreter in theologischen Angelegenheiten beruft der Reichsbischof einen Bischof. Er führt die Amtsbezeichnung Vikar der deutschen evangelischen Kirche. Die bisherige Bezeichnung Chef des Stabes fällt damit fort. Die Verwaltungsstellen der deutschen evangelischen Kirche sind das Sekretariat des Reichsbischofs, das kirchliche A u ß e n a m t und die deutsche evangelische Kirchenkanzlei. Der Rechtswalter leitet die Kirchenkanzlei. Der Vikar leitet das Sekretariat des Reichsbischofs. Das kirchliche A u ß e n a m t wird im Auftrage des Reichsbischofs von einem Bischof verwaltet. Propst D. Lohmann Direktor der Evangelischen Frauenhilfe. Berlin, 21. April. (DNB.) Der Reichsbischof hat den Propst D. Lohmann aus Magdeburg zum Direktor der Evangelischen Reichsfrauenhilfe_ berufen. Propst D. Lohmann, aus Westfalen gebürtig, begann feine pfarramtliche Laufbahn in Iserlohn. 1917 wurde er an die Essener Altstadt-Gemeinde berufen. 1928 wählte ihn die Synode Essen einstimmig zum Superintendenten. In dieser Stellung hat D. Lohmann sich besondere Verdienste um die evangelische Wohlfahrtspflege und die Arbeit der evangelischen Elternbünde erworben. 1931 wurde D. Lohmann als Nachfolger von Professor D. Schöttler zum Generalsuperintendenten nach Magdeburg berufen. Im Rahmen der kirchlichen Neuordnung erhielt D. Lohmann, nachdem er vorübergehend zum Propst für Westfalen-Süd ernannt war, die Stelle des Propstes der Kirchenprovinz Sachsen. Der Arierparagraph in der Wehrmacht Berlin, 21. April (DNB.) Zu der vom Reichswehrminister angeordneten Durchführung des Arierparagraphen in der Wehrmacht sind inzwischen die notwendigen Feststellungen getroffen worden. Insgesamt werden davon betroffen: Im Neichsheer 5 Offiziere, zwei Offizieranwärter, ein Sanitätsoffizieranwärter, 31 Unteroffiziere und Mannschaften; in der Reichsmarine 2 Offiziere, 4 Offizieranwärter, 5 Unteroffiziere und Mannschaften. Sie scheiden bestimmungsgemäß aus der Wehrmacht aus. Die Wiedergeburt des deutschen Liedes Alfred Nosenberg spricht zum Deutschen Sängerbund. Paris, 23. April. (DNB. Funkspruch.) Der italienische Unterstaatssekretär Suvich war am Sonntag in Paris. Suvich benutzte die wenigen Stunden seines Pariser Aufenthaltes, um mit dem ranzösischen Ministerpräsidenten die Frage der Rüstungen zu besprechen. In der Unterredung i t, wie die Presse annimmt, der Wunsch Italiens, die Abrüstungsbesprechungen auf der Grundlage des italienischen Vorschlages einer Rüstungsbeschränkung fortzusetzen, erörtert worden. Daß diese Anregung der nationalen Verteidigung weniger Abbruch tun würde, als der englische Abrüstungsvorschlag, gibt man hier zu, erklärt aber in gleichem Atemzug, daß auch ie zu einer Legalisierung der deutschen Aufrüstung führen würde, mit der Frankreich sich unmöglich einverstanden erklären könne. Die Losung des heißen Problems u~ n--.....— - wird, so schreibt „Excelsior", in starkem Maße von Anerkennung der deutschen Aufrüstung zum Aus- den Sicherheitsgarantien abhängen, die gangspunkt hätten. Doulnergue durfte, so hofft England und Italien im Falle eines Angriffes wenigstens das Blatt, sich gegen einen solchen Verbieten. Daß diese Garantien in der einen ober such ausgesprochen haben. anderen Form auf ein Defensivbündnis Kunst und Wissenschaft. Hermann Abendroth znm Sewandhauskapellmeister gewählt Das Gewandhausdirektorium in Leipzig hat den Generalmusikdirektor Professor Hermann Abendroth in Köln zum Gewandhauskapell- m eist er gewählt; er hat die Wahl angenommen. Hermann Abendroth wurde 1883 in Frankfurt a. M. geboren, begann schon als Zwanzigjähriger seine Dirigententätigkeit in München, wurde 1905 Stadttheaterdirigent in Lübeck, 1911 städtischer Musikdirektor in Essen und wirkte seit 1914 in Köln. Abendroth, der nunmehr in die sehr sichtbare und repräsentative Stellung als Gewandhauskapellmeister berufen wurde und also in Leipzig das Erbe Nikischs und Furtwänglers antreten soll, hat in Köln sowohl die berühmten Gürzenich-Konzerte, als auch das Konservatorium geleitet und in dieser Doppelstellung das Musikleben der Stadt maßgebend beeinflußt. Ueberbies hat Professor A b e nb- rot h , ber in Köln namentlich dem Schaffen Regers unb Bruckners liebevolle Förderung zuteil werden ließ, gelegentlich auch einzelne Aufführungen der Kölner Oper geleitet. — Die Reichsmufik- fammer hat Hermann Abendroth vor kurzem zum Führer der Gruppe Musikerzieher ernannt. Die 8. Partie im Schachweltmeisterschastskampf. Die 8. Partie im Ringen um die Schachweltmeisterschaft wurde am Sonntag auf dem 1200 Meter hohen Schauinsland bei Freiburg vor zahlreichem Publikum, darunter auch vielen Besuchern aus der Schweiz, ausgetragen. Zum 8. Male wurde ein Damengambit gespielt, bei dem sich der deutsche Meister Bvgvljubvw, die schwarzen Steine führend, indisch verteidigte. Der Weltmeister Aljechin wählte die Sämisch-Variante, woraus sich ein äußerst verwickeltes Spiel ergab. Der Kamp um den Besitz des Zentrums kam bald zum S ehen und der Weltmeister leitete unter Hergabe eines Bauern einen sehr gefährlichen Angriff au den Königsflügel ein. Er griff sehr scharf an heg aber vielleicht die notige Vorsicht außer acht, so daß Bogoljubow unter Rückgabe des Mehrbauern sich gute Stellungsvorteile sichern konnte. Im wetteren Verlaufe der Partie verstärkte Bogoftubow fernen Vorteil mehr und mehr Er steht demnach in ber Abbruchstellung sehr befriedigend, denn der Weltmeister muß um das Remis kämpfen Es 'st sehr fraglich, ob er es erricht. Die äußerst interessante Partie wird Dienstag im Freiburger ^rftchen Kaufhaus zu Ende gespielt. Damit endet der Wettkampf-Abschnitt Freiburg. Die neunte Partie wird in der Goldstadt Pforzheim am kommenden Mittwoch um 20 Uhr ausgetragen werden. Das Origlnalmanuffripf »Mein Kampf auf der Ausstellung „Deutsches Volk — Deutsche Jrbci . Der Leitung der Ausstellung „Deutsches Volk — Deutsche Arbeit" ist es gelungen, das O r i g i n a .* Manuskript von Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf" auf der Ausstellung zu 3cl9en- Das Manuskript, das bekanntlich während der Festungshaft des Führers in La n b s - berg am Lech fertiggestellt wurde, ist der Ausstellung von Privatseite zur Verfügung gestellt worden. Es wird in einer Vitrine zur Schau gestellt werden. Männlichkeit einer vergangenen Zeit nicht hervorbringen konnte. Im deutschen Liede und in der deutschen Musik stecken die ewig sich erneuernden, A e echte und die falsche Doralies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, -alle (6.) 23 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Regina Graven war es, als verlöre sie jetzt den letzten -alt, als zöge es sie jetzt in die Tiefe, und die wilden Wasser strudelten über sie dahin. Sie saß mit fest zusammengeprehten Lippen da und mit gesenktem Blick, murmelte: „Ich möchte auch aern gehen und danke Ihnen beiden für Ihre Rücksicht in Gegenwart von Fräulein -off." Ihr Lider hoben sich langsam, begegneten einem kalten Blick Frau Eddas, einem forschend nachdenklichen Peter Konstantins. Sie stand mit einem Ruck auf, sagte ganz leise: „Verzeihen Sie mir!" Edda von Stöbnitz erwiderte in befehlendem Ton: „Bleiben Sie noch ein wenig! Ich möchte Ihnen noch etwas sagen." Mechanisch fiel Regina wieder auf ihren Platz zurück, aber ihr Blick glitt vorbei an den Gesichtern der beiden. Zum Glück stand ihr Tisch etwas abseits, und die nächsten Tische waren unbesetzt. Peter Konstantin bat: „Verehrte gnädige Frau! Wollen wir nicht lieber gehen? Sie wollten doch noch vieles einkaufen!" Regina blickte ihn dankbar an. Er bemühte sich, ihr aus der peinlichen Situation zu helfen. Oh, wie warm ihm ihr -erz dafür entgegenschlug! Aber Frau Edda von Stübnitz wehrte ab. „Nein, bester Doktor! So mir nichts dir nichts soll mir die falsche Doralies Wolfram nicht davonkommen." Ihre Augen glitzerten vor Empörung. „Mein Fräu- lein! Ich weiß zwar Ihren Namen nicht, und es liegt mir auch gar nichts daran, ihn zu erfahren, aber ich möchte Sie darauf aufmerksam machen: Ich werde Sie vom erstbesten Schupo verhaften lassen, wenn ich Sie noch einmal, so wie heute, dabei ertappe, daß Sie weiter unter falscher Flagge segeln. Fräulein -off sah in Ihnen noch Doralies Wolfram. Sie wußte noch nicht über Sie Bescheid. Aber Sie besaßen kein Recht, sich ipit der hochachtbaren jungen Dame an einen Tisch zu setzen. Sie sind- eine.. Regina Gravens Gesicht hatte sich mit lichter Röte überzogen. „Ich gebe Ihnen in allem recht, gnädige Frau, auch wenn Sie das häßliche Wort Betrügerin, das Ihnen wohl auf der Zunge schwebt, nicht aussprechen!" fiel sie der Aelteren ins Wort. „Was Sie, mir jetzt noch weiter sagen könnten, das habe ich mir längst schon selbst gesagt. Ich möchte mich auch I nicht reinwaschen von Schuld. Ich beging eine große Torheit, vielleicht eine unverzeihliche Torheit, aber keine Gemeinheit. Ich sprang für meine Freundin Doralies Wolfram in die Bresche, weil sie sonst unj das Wiedersehen mit dem Manne gekommen wäre, den sie liebt, -eute, das Zusammentreffen mit Fräulein -off, kam mir so unerwartet — ich benahm mich deshalb ungeschickt. Seien Sie unbesorgt: Aehnliches wird sich nicht mehr wiederholen. Nochmals: Verzeihen Sie mir, gnädige Frau!" Ein beinah flehender Blick streifte Peter Konstantin, als erhoffe sie, er würde ein freundliches Wort einschieben zwischen ihre Bitte um Vergebung und zwischen das spöttisch kalte Lächeln der Frau' von Stäbnitz. Er aber dachte nicht daran, es mit der Frau des berühmten Verteidigers zu verderben, so sehr die Gegenwart der jungen falschen Doralies auch auf ihn wirkte. Sie gefiel ihm sehr, und wenn sie Doralies Wolfram gewesen, hätte er ihr das vielleicht auch bald gesagt, aber unter den so veränderten Umständen brachte er den Mut nicht auf, sich vertrauend und schützend vor sie hinzustellen. Schon war Regina Graven wieder aufgestanden, und da niemand Einspruch erhob, ging sie, mit einem letzten traurigen Blick die beiden am Tisch streifend. Eine Minute lang herrschte Schweigen zwischen den beiden Zurückgebliebenen. Dann meinte Edda von Stäbnitz ärgerlich: „Eigentlich hat sie mich sitzen lassen, als ob ich die Betrügerin wäre! Das ist doch geradezu empörend! Wir haben noch nichts bestellt, deshalb kommen Sie. Ich fühle mich gar nicht wohl hier und möchte nack -aufe. Das Zusammentreffen hat mich aufgeregt/ Sie schob sich so eilig durch die Tischreihen, daß Peter Konstantin Mühe hatte, ihr zu folgen. Regina Graven aber ging ziellos durch das Gedränge in den Verkaufsräumen, ging im Kreise herum, fand sich mehrmals auf derselben Stelle wieder. Sie hatte ihre Gedanken nicht beisammen. Ihr klang es noch immer in den Ohren: Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen: ich werde Sie vom erstbesten Schupo verhaften lassen, wenn ich Sie noch einmal, so wie heute, dabei ertappe, daß Sie weiter unter falscher Flagge segeln...! Wie demütigend war der Augenblick gewesen, als Frau von Stäbnitz das zu ihr gesagt. Und Peter Konstantin hatte dabei gesessen. Ihr -erz schlug heftig. Sie spürte das starke rhythmische Pochen ganz oben im -alse. Endlich befand sie sich auf der Straße, lief vorwärts, ohne zu überlegen, wohin. Einmal blieb sie an einem Schaufenster stehen. Ihr war schwindelig vor Aufregung, da klang eine Stimme neben ihr: „Ist Ihnen nicht wohl, Fräulein Graven? Darf ich Ihnen irgendwie behilflich fein?" Sie blickte verstört zur Seite und sah Peter Konstantin neben stch. Sie besann fich. Nein, nein, es war ja Doktor Meerhold, der sie mitleidia ansah. Sie kannte ihn jetzt genügend, um ihn nicht mehr mit dem anderen zu verwechseln. Er kam ja fast täglich zu Landgerichtsdirektor Doktor Freese, und sie hatte schon viele Seiten nach seinem Diktat geschrieben. Sie versuchte zu lächeln. ,Lch komme von dort", sie machte eine bezeichnende Bewegung mit dem Kopfe nach Richtung des Warenhauses, „aber es waren so schrecklich viele Menschen dort, und es war sehr heiß. Da ist mir ein bißchen schwindlig geworden." -olm Meerhold sah sie an. Wie war das schöne Gesicht so blaß! Regina Graven tat ihm leid. Er hatte sie gern, weil sie eine so überaus geschickte -ilfskraft war bei der gemeinsamen Arbeit mit Jobst Freese. Weil sie eine wirkliche Mitarbeiterin war, die keine unnützen Fragen stellte, die ganz selbstverständlich wagte, einen etwas komplizierten Satz in klares verständliches Deutsch zu übertragen, weil, wenn sie ein Wort einwarf, das Wort auch -and und Fuß hatte. Er sagte freundlich: „Darf ich Sie nach -ause bringen, Fräulein Graven? Aber ich glaube, es ist besser, wir suchen uns ein stilles Eckchen, und Sie erholen sich dort erst ein bißchen. Ganz nahe von hier kenne ich so eins, da können Sie ein wenig ausruhen." Sie nickte nur. Ihr war alles recht. Sie konnte jetzt nicht mehr sprechen. Ihr war sterbenselend zumute. Die abscheuliche Drohung, die ihr Frau von Stäbnitz so kalt entgegengeworfen, schmerzte noch immer überstark. Sie hatte das entsetzliche Gefühl: jeder Mensch müsse ihr die Schande vom Gesicht ablesen, die Schande der Worte, die sie hatte hinnehmen müssen in Gegenwart Peter Konstantins. Ihr Kopf war wirr, und ihr schien, als bewege sich der Boden unter ihren Füßen. Doktor Meerhold fragte nichts mehr und machte auch keinen Versuch, sie zu unterhalten. Er schritt neben ihr her und führte sie in eine nahe kleine Weinstube. Niemand befand sich hier zu so früher Nachmittagsstunde. Doktor Meerhold machte eine Bestellung, und bald standen ein paar belegte Brötchen und ein Glas Portwein vor Regina. Sie nippte von dem Wein. Er schmeckte ihr und schien ihr neue Kraft zu geben. -olm Meerhold riet: „Trinken Sie aus, danach wird Ihnen sicher wohler." Sie folgte seinem Rat, und wirklich — ihr wurde wohler. Ganz sonderbar leicht wurde ihr. Ihre Wangen färbten sich mit sanfter Röte, und ihre Augen fingen an zu glänzen. Sie nahm das -ütchen ab, und Doktor Meerhold schien es, als sähe er erst jetzt so richtig, wie I wunderschön die rotblonde junge Sekretärin des | allen Landgerichtsdlrettor« war. Der Weln war schwer, aber Regina fühlte sich leichter und wohler danach. Appetit machte sich bemerkbar. Sie griff nach einem Brötchen. Auch Doktor Meerhold trank und beftettte noch einmal Wein. Gütiger -immel! War das eine Feierstunde für ihn! Er erinnerte fick keiner, die der heutigen ähnelte. So ein Mädel, so ein wunderschönes rot« blondes Mädel hatte noch nie neben ihm gesessen. Immerzu hätte er Regina Graven anschauen mögen. Mädchen waren ihm schon genug in den Weg gelaufen, für alle -aarfarben hatte er sich schon begeistert, immer war es ein lustiges Kennenlernen und ein leichtes Abschiednehmen gewesen. Sein -erz war noch ganz frei und unbeschwert, aber jetzt, mit einem Male, empfand er ein seltsames Frohgefühl — es glich ungefähr dem, das ihn als -alberwachsener an einem Christabend erfüllt, als er etwas ganz Besonderes geschenkt erhalten, auf das er gar nicht zu hoffen gewagt. Aber nein, so war das Empfinden von augenblicklich nicht. Viel größer war es, viel schöner. Er hob sein Glas. „Bitte, trinken Sie auch noch ein Schlückchen." Sie wehrte ab: „Ein Glas ist für mich genug!" Er lachte: „Sie werden ja nicht gleich beschwipst davon. Tun Sie mir doch Bescheid. Wollen auf meine gemeinsame Weiterarbeit mit -errn Landgerichtsdirektor Freese trinken und auf Ihre Mitarbeit und auf das nahe Weihnachtsfest." Regina Graven nippte. Nein, mehr durfte sie nicht trinken, sie war keinen Wein gewöhnt. Doktor Meerhold lächelte: „Sie hätten eigentlich Juristin werden müssen! -err Doktor Freese meint das auch. Ihnen sitzt das Rechtsgefühl in den Fingerspitzen, auch ohne daß Sie sich den Kopf mit Paragraphen vollgestopft haben." „Rechtsgefühl in den Fingerspitzen!" Fast mechanisch wiederholte sie es, und dann schüttelte sie heftig den Kopf. Der schwere Wein gewann erst jetzt richtig Macht über sie. Das Erinnern an die abscheuliche Drohung der Frau, die sie ein paar Wochen lang „Tante Edda" genannt, wurde wieder wach, wurde zur Qual. Sie sah ihren Begleiter an, und ihr schien die Aehnlichkeit mit dem anderen mit einem Male grausam stark. So stark, daß es nicht zu ertragen war. Sie wollte aufstehen. Doktor Meerhold legte ihr die -and auf den Arm. „Allein lasse ich Sie nicht fort, wir fahren zusammen." Sie sank auf den Stuhl zurück, zog die Brauen zusammen. „Es ist aber bester, ich gehe allein. Denn so sehr ich Sie enttäuschen muß — das mit meinem Rechts» gefühl stimmt nicht." (Fortsetzung folgt.) 32 182444.35 35 809538.35 411339634.66 312 846000.- 44 430751.02 2 306661.81 Gießen, Charlottenburg, Stettin, 22. April 1934. 84 085703.02 02180 52 205 076.64 24431 Macht m?v 43 013960.06 ■llllllllllllllllllll | Vermietungen | | Mietgesuche | Verschiedenes"! Familiendrucksachen für sos. gesucht» Verlobungtanzelgen Ludwlgstr.40l.°,l'^,Verm6hluno8anz«|oe Geburtsanzeigen g. unt. 02183 den GH. Anz. Vermahlungsanzeigen Geschäftsstelle d. Äteb.Anz. 02181 llllllllllllllllllllllllllllll llllllllllllllllllllllllllllll bei BrQhl, Schulstr.7 a 71 614050.66 3 181678.74 An, an Betriebsgewinn Nach dem abschließenden 183 969793.15 55 519062.10 150 000 000.— 15 000.000 - 2175303 456.57 320 800093.30 Sita MelMMeMlellWsi Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften I Äk“eaeu6erungen zeigen baß in der Tat bas I heutige Belgrad die grundlegenden Fragen der deut- strecke Gießen—Lollar—Londorf—Grünberg. Belgrad Verhandlungen über den Abschluß eines I Dersonenzug2557 W^ Gießen ^^runberg, z. Z. Südslawien aeführt ®eibe Handelsdelegatronen ßen^ab. Er erreicht dadurch den Anschluß an den haben sich mit dem ehrlichen Willen an den Ver- um 18.15 ^Aonkfurt ^M^ v-Zug. Handlungstisch gesetzt, ein .Vertragswert zu schaf- 5. Drecke Glehn, Gelnh . fen, das wirklich neue Wege für die Beziehungen ,08 nad) ®eI^aute.n/ zwischen den beiden Ländern weisen und die Grund- ßen ab 13.39 Uhr, Sonntags am Haltepunkt Ek loge bilden kann für einen Ausbau aus anderer, kauter Weg halten. Desgleichen ^rsonenzug 507 nicht nur rein wirtschaftlicher Derbm- von Gelnhausen, Gießen an 19.37 Uhr. Diese Neue- düngen. Die Besorgnisse, die eben angesichts dieser rung wird wohl von den Sonntagsausfluglern des Handelsvertragsverhandlungen gerade in den aus- östlichen Stadtbezirks freudig begrüßt werdew ländischen Kreisen geäußert werden, die eine wirt- Der letzte Zug nach Nid^i, zur Zeit Gießen ab schaftliche und politische Mitarbeit Deutschlands im 22.54 Uhr, wird erst um 23.12 abfahren. Hierüber Donauraum mit allen nur erdenklichen Mitteln zu werden sich besonders die Theaterbesucher freuen. Hintertreiben suchen, zeigen vielleicht am deutlich- 6. Strecke Frankfurt a. M —Gießen—Kassel und ften, daß das neue Deutschland mit seiner Verständi- umgekehrt. gungspolitik im Südosten Europas durchaus auf Q-Zug 73 Frankfurt a. M.—Hamburg-Altona und d e m richtigen Wege ist. Auf dem Wege näm- Berlin, Gießen an 9.10 ab 9.12 Uhr, wird künftig lief), der Deutschland und seiner Wirtschaft die ihnen den Anschluß an Personeniug 574 von Fulda, Gie- entsprechenden Entfaltungsmöglichkeiten im südost- - --- ' ' ------- europäischen Raum sichert. Tausch zu Goslar. Don 3o Hanns Rösler. „Hallo! Hallo! — Halten Sie doch! Sie — Ich bitte Sie' - Halten Sie doch! Hallo! Hallo!" < Die langgestreckte Limousine brummte silbergrau im Hundertkilometertempo vorüber und ließ einen Aufruhr von heißem Staub und spitzen Steinen zurück. Ein Teil von ihnen fiel auf Muriel, die ■ verzweifelt am Straßenrand stand und dem grauen Wogen nachsah. Noch hielt sie ihre Hand erhoben, mitten im Signal zu dem fremden Wagen steckengeblieben,. dann ließ sie den Arm sinken und öffnete non neuem verzweifelt die Kühlerhaube ihres kleinen roten Kabrioletts. Der Motor des davoneilen- den Autos erklang in den nahen Wäldern, die die Landstraße einschlossen, immer ferner, schon begonnen wieder einige Vögel die Stille des Abends einuifinaixn aber das Geräusch des Wagens wollte nicht verstummen, jetzt verstärkte sich sein Ton, schon hörte man den vollen Sechstakt des Motors, das Boschhorn kündete sein Kommen, und ehe sich noch Muriel aufgerichtet, hielt die große graue Limousine neben dem' Kabriolett, bas fast aussah, als ob es Ein? Panne?" fragte eine Helle Männerstimme "Jo." ' Gestatten Sie mir, Ihnen zu helfen?" Schon war der Fremde aus dem Wagen gesprun- L-m smirf streifte die Gestalt der jungen Frau nur* f cht^ wenl stens schien'es.ihr so, und Muriel wartete ein wenig enttäuscht über das Interesse da- anscheinend nur ihrem Wagen galt bis der mde die Untersuchung des Motors beendet. Ist es sehr schlimm?" fragte sie dann. Sein Gesicht blieb verschlossen. „Ein Kolben ist Pudels" antwort schien non feiner «nntnis getrübt. „Können Sie mir das in Ordnung bnn gen?" fragte sie. „Das ist unmöglich." „Warum?" „ __. „Sie müssen den Wagen in eine Reparaturwerkstätte schicken." ®”eRr7m6e zuckte bedauernd die Schultern sah auf die Uhr und erklärte: „Wenn S-e motten, schleppe ich Ihren Wagen ab. Bitte, steigen Sie £1 Sie waren wenige Kilometer gefahren. ot)ne b“6 der Fremde ein Wort an Muriel gerichtet hatte. Die Nacht brach noch einer überraschend kurze Dämmerung ein. Schon näherten sich die erslen Lichter einiger Häuser am Fuße der Hohenstrahe, i W Eewlnnauszug L Klasie 43. Preußisch-Süddeutsch« (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer ln den beiden Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 20. April 1934 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 100 M. gezogen 2 Sttohine zu 5000 M. 276531 4 Gewinne zu 3000 M. 93646 161428 2 Gewinne zu 2000 M. 171546 12 Gewinne1000 M. 36062 122011 171381 183178 324908 390576 18 Gewinne zu 800 M. 21272 41710 64758 74541 134612 157137 244238 324765 384335 38 Gewinn« zu 500 M. 4341 21681 33714 40833 56118 58193 96061 98602 111916 159.760 168439 240058 253500 260193 279012 308881 344967 353024 392669 194 Gewinne ,u 200 M. 18447 19881 21356 23686 27563 40183 45248 46384 55891 66622 56668 66666 66341 68075 69206 76629 77874 84412 84906 88930 91047 94609 95101 103271 104855 129513 136627 143013 144174 144359 149353 155634 155967 165931 166705 166988 168444 168709 171742 174793 176267 177626 177899 184800 195076 197656 197779 203868 206604 208191 222933 225830 228237 232994 234872 239213 244415 245625 245948 248651 249325 253353 262339 263052 267419 2688;5 270851 272301 274013 277998 281361 283403 285812 286775 303129 304124 307052 313301 313697 317904 320473 331280 351681 357729 358453 359754 365973 367017 368287 378353 378960 381112 382789 386472 386867 391662 392475 1 Ziehungstag 20. April 1934 3n der heutigen Nachmlttagsziehung wurden Gewinne über 100 M. gezogen 2 Gewinn« 80 60000 M. 362633 2 Gewinn« zu 10000 M. 354459 4 Gewinn« zu 3000 M. 128772 300582 6 Gewinn« ,» 2000 M. 41947 174478 294790 16 S-w.nne zu 1000 M. 55288 125041 180867 202846 261621 278448 328183 370284 13 Gewinne »o 800 M. 45159 89900 113309 254765 266910 285522 355581 358766 393415 66 Gewinn« zu 500 M. 6814 12931 12962 14457 68776 89516 102626 104652 146053 176447 176596 184015 204768 217438 234252 244067 270104 273034 284963 288458 292220 304860 311483 324583 330541 338532 366517 387480 166 Gewinn« ,« 200 M. 4458 7265 8458 10705 12264 13952 19084 28541 29277 31427 38071 41790 46479 62605 63776 65181 67832 59404 61442 65998 69568 84260 88037 92739 93445 94640 106826 111710 119764 120440 123830 124637 125113 125904 128854 129762 133029 137321 141564 143729 144886 160385 161207 163254 174060 178198 178770 187849 199736 200245 202031 213491 223473 224277 232923 242964 264090 274400 276673 278020 295713 299808 305993 307233 308119 312830 318082 318539 328688 331991 337364 340913 356866 368928 366362 367230 370897 373460 377159 381270 382485 385140 397104 von Wirischast übrigen Reichswerte Stadtanleihen sowie wiesen bei kleinem Kurse auf, einzelne mäßig an. Fremde Jeder muh und kann den Kampf unseres Führers gegen die Arbeitslosigkeit unterstützen. Gebt Arbeit euren Volksgenossen. Im Verlaufe blieb die Umsatztätigkeit gering und auch die Kurse zeigten nur geringprozentige Veränderungen, bei einigen Werten bröckelten sie weiter um 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Farben hielten sich bei 138 v. H. Von später notierten Werten gewannen Lahmeyer 2 v. $)., andererseits gaben AEG. 1 v. $). und Daimler Motoren 1,50 v. $). nach. Am Rentenmarkt schwankten Neubesitz zwischen 20,45 bis 20,55 v. S). nach anfangs 20,60 v. $)., die eindrucksvollen Sonderschauen dargestellt. ^Jn der Halle II ist alles vereint, was unter dem Sammelbegriff von Energiewirtschaft und Technik gezeigt wird. Glasindustrie, feinkeramische In- dustrie. Elektrotechnik, Wasserversorgung, Bergbau und Kohlenwerkstoffe, Eisen, und Stahlerzeugung, Stahlbau, Edelmetall- und Schmuckwarenindustrie, alle diese Worte und Begriffe gewinnen auf dieser Ausstellung Blut und Leben, werden in ihrer Bedeutung für das Volk gezeigt und beweisen die un- versiegbare Arbeitskraft, die der deutschen Nation eignet. Don den zahlreichen Sonderausstellungen waren noch besonders zu erwähnen: die Ausstellung des Freiwilligen Arbeitsdienstes, die Halle des Handwerks, die große Sonderschau des deutsche und holländische Markenbutter blieb auf unverändert 127 und für deutsche Molkereibutter auf unverändert 123 bis 125, je nach Qualität, per 50 Kilo. Landbutter wird kaum angeboten. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 23. April. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1198 Rinder (417 Ochsen, 74 Bullen, 343 Kühe, 334 Färsen), 608 Kälber, 20 Schafe, 3700 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 26 bis 35 Mark, Bullen 25 bis 31, Kühe 14 bis 29, Färsen (Kalbinnen) 24 bis 35, Kälber 25 bis 50, Schweine al) fette Speckschweine über 350 Pfund 50, sonstige 32 bis 41 Mark. — Marktverkauf: Rinder, Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Schweine ruhig. R e i ch s n ä h r st a n d e s, die Lehrschau Volk und Wirtschaft. In einem besonderen Häuschen zeigt der Reichsbund Volkstum und Heimat deutsches Brauchtum, Hausfleiß, Feierabendaestal- tung, Laienspiel, Heimatschutz und landsmannschaftliches Leben. Interessant ist auch die Ausstellung der bayerischen Ostmark. Ein eigenes Haus beherbergt die N S. - V o l k s w o h l f a h r t. Der Reichsbund der deutschen Freilicht- und Volksschauspiele stellt die Projekte für die neuesten Freilichtbühnen aus. Es ist unmöglich, in einem einzigen Aufsatz auch nur einen flüchtigen Ueberblick über alles zu geben, was hier geboten wird. Das gesamte Deutschland erscheint hier in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, in zahllosen plastischen Modellen, in riesenhaften Plakaten, in Reliefdarstellungen, Photos und Bildern wie eine gewaltige Vision. Die Ausstellung, welche die erste Jahresschau nationaler Arbeit ist, ist die Leistungsschau des schaffenden deutschen Menschen schlechthin geworden. In ihr gewinnen die bedeutsamen Worte Adolf Hitlers einen ewig wirkenden, ebenso aktuellen wie symbolischen Sinn: die Nation lebt nur durch die Arbeit aller! lagen behauptet. Staats- und der gesamte Pfandbriefmarkt Umsatz meist gut gehaltene Liquidationspfandbriefe zogen Werte lagen still. Tagesgeld Von besonderem Interesse ist die Halle des Verkehrs. Gerade auf diesem Gebiete hat die nationalsozialistische Bewegung in der letzten Zeit eine fieberhafte Tätigkeit entfaltet. Deutschland, das Land der Auto st raßen und der gewaltigsten Reichbahnreformen! Alles, was hier in den vergangenen Jahren an vorbildlichen Leistungen ge- chaffen wurde, ist in interessanten Modellen zu ehen. Geradezu verblüffend ist die Entwicklung der Reichsbahn. Bei der Darstellung der Elek- trifizierung ist beispielsweise ein Treibradsatz einer elektrischen Fernlokomotioe für 130 Kilometer Höchstgeschwindigkeit aufgestellt. Die modernste Zusammenarbeit zwischen Eisenbahn und Flugzeug wird an dem Beispiel einer Expreßgutbeförderung Deutschland im Spiegel der Arbeit Zur Eröffnung der großen Ausstellung „Deutsches Äolk - Deutsche Arbeit in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm in Berlin. Don Wilhelm Friese. war wieder leichter und wurde auf 3,50 (3,75) v. H. ermäßigt. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 21. April. Bei im allgemeinen nicht großen, für die zur Zeit aber nur mäßige Nachfrage völlig ausreichenden Zufuhren hielt das stille Geschäft an. In dieser Woche war der Absatzrückgang besonders fühlbar, die Nähe des Monatsendes mag hierbei mitgewirkt haben. Etwas Interesse zeigt sich jedoch laufend für billige Sorten, die im Kleinhandel mit „10 Stück für 88 bzw. 10 Stück für 98 Pfennig" angeboten werden. Für die Güteklasse 1 (S) der deutschen Frischeier ging die Notiz um 0,25 Pf. zurück, im übrigen blieben die vorwöchigen Preise unverändert und zwar notierten in Pfennigen pro Stück frei Frankfurt a. M.: Deutsche Frischeier S 9,75, A 9,50, B 9, C 8,50. Holländer und Flandern S 9,75, A 9,25, B 8,75. Bulgaren und Rumänen B 8,50. Bayerische Landeier ungestempelt 8,50. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 21. April. In Auswirkung der kürzlich vorgenommenen Preisermäßigung nahm das Geschäft einen etwas lebhafteren Verlauf, die Eingänge in deutscher Butter waren weiter reichlich. Besonders mittlere und billigere Sorten waren beachtet. Wenn die Preise evtl, späterhin eine weitere Ermäßigung erfahren würden, so daß ein Ausstichpreis von etwa 1,40 Mark für das Pfund erreicht würde, rechnet man in Fachkreisen mit einer weiteren, nicht unerheblichen Hebung des Absatzes. Der Großhandels - Einstandspreis für * Zusammenschluß und Errichtungsoer b o t in der Zigarettenindustrie. Da eine Verständigung in der Zigarettenindustrie als unmöglich angesehen werden muß, hat der Reichswirtschaftsminister die noch außerhalb des Zusammenschlusses stehenden Betriebe der Wirtschaft- lichen Vereinigung der Zigarettenindustrie angeschlossen. Gleichzeitig ist ein Neubau- und Erweiterungsverbot erlassen worden. Die Regelung ist als eine vorübergehende Maßnahme gedacht. Frankfurter Börse. Knapp behauptet. Frankfurt a. M., 21. April. Zum Wochenschluß war das Geschäft an der Börse recht klein. Das Publikum gab nur in minimalem Umfange neue Aufträge, während die Spekulation aber weiter zu kleinen Realisationen neigte, die bei der herrschenden Geschäftsstille schließlich meist zu leichten Kursrückgängen führten. Die freundliche linb zuversichtliche Grundstimmung blieb aber bestehen, zumal die Wochenberichte der Großbanken über weitere Belebung in der Industrie berichten und auch für die weitere Börsenlage optimistisch gestimmt sind. Etwas Zurückhaltung verursachen lediglich die noch zu behandelnden Fragen des Transfers. Die ersten Kurse lagen zumeist um 0,25 bis 0,50 v. H. niedriger. Etwas mehr gedrückt waren am Elektromarkt Siemens, die 2,40 v. H. verloren, während sonst hier das Kursnioeau behauptet war. Am Montanmarkt gaben Buderus und Mannesmann je 0,40 v. H., Harpener 0,50 v. H., Klöckner, Phönix und Stahloerein je 0,25 v. H. nach. Verhältnismäßig stärker gedrückt waren noch Schifffahrtsaktien, so Hapag um 0,75 v. H. und Nordd. Lloyd um 1 v. H. AG. für Verkehrswesen ließen 1,25 o. H. nach. Farbenindustrie gaben nach knapp behauptetem Beginn 0,50 v. H. nach, Deutsche Erdöl und Rütgerswerke bröckelten je 0,50 v. H. ab. Im einzelnen eröffneten Reichsbank 0,75 v. H., Zellstoff Waldhof und Kunstseide Aku je 0,13 v. H. niedriaer. Auch am Rentenmarkt war das Geschäft sehr klein. Neubesitz gingen geringfügig zurück, während Altbesitz 0,13 v. H. anzogen und späte Reichsschuldbuchforderungen gut behauptet lagen. Reichs- mark-Anleihen lagen eher etwas höher. Berlin nach Barcelona veranschaulicht. Wer nennt die Zweige, kennt die Namen? Wer kennt all die verschiedenen Wirtschafts- und Industriezweige, die Namen der Erzeugnisse und Maschinen, die hier versammelt sind? Die Reichs- post, die Luftfahrt, die Schiffahrt, sie alle sind in Die Ausstellung „Deutsches Volk — Deutsche Arbei t", die in Berlin vom 21. April bis 3. Juni zu sehen ist und die unter der Schirmherrschaft des Reichspräsidenten von Hindenburg steht, ist durch ihren Ehrenpräsidenten, Reichsminister Dr. Goebbels, feierlich eröffnet worden. Noch nie ist die gewaltige Größe und die schöpferische Gedankenfülle des deutschen Genius in einer so überwältigenden und plastischen Weise offenbar geworden, wie bei der Ausstellung „Deutsches Volk — Deutsche Arbei t". Wenn man zum erstenmal die riesigen Hallen betritt, die alles enthalten, was Deutschlands einmalige Bedeutung in der Welt wie in der Geschichte ausmacht, muß man unwillkürlich den Atem anhalte. Das Fluidum, das von dieser überdimensionalen Ausstellung ausgeht, ist von einer geradezu beklemmenden und bezwingenden Wirkung zugleich. Der erste Eindruck, den man beim flüchtigen Durchwandern der endlosen Räume empfängt, ist ein rein optischer. Dazu gesellt sich das ratternde, dröhnende und brausende Lied der Maschinen. Eine überragende Symphonie menschlichen Schaffens! Leuchtende Farben, gleißendes Blinken, strahlende Helle, metallisches Blitzen, ein sprühender, funkelnder Wasserfall von tausend und aber tausend Eindrücken stürzt auf den Besucher nieder. Wer diese Ausstellung gesehen hat, kann sich des Gefühls einer freudigen Erschütterung nicht erwehren. Wie deutlich kommt da einem züm Bewußtsein, was dieses Deutschland für eine wundervolle und herrliche Heimat ist. Alles, was es jemals auf irgend einem Gebiete, sei es auf dem der Industrie oder Landwirtschaft, des Handwerks oder der Kunst hervorgebracht hat, ist hier zu einer Schau von vorbildlicher erzieherischer Wirkung vereinigt. Wir begreifen, daß es keine leere Redensart ist, wenn Deutschland den Anspruch erhebt, als eines der führenden Völker der Welt geachtet und gewürdigt zu werden. Ein solches Uebermaß von Sauberkeit, von blendender Organisation, eine solche Fülle modernster Erfindungen, eine so urwüchsige und zugleich verfeinerte Kultur: es gibt kaum ein zweites Land, das damit in Wettbewerb treten könnte. Aus all diesen unermeßlich schönen und reichen Dingen leuchtet uns die erhabene Strenge einer wortlosen Disziplin entgegen, all diese Gegenstände deutscher Schaffenslust und deutschen Erfindergeistes sind stumme, aber um so eindrucksvollere Zeugen einer bedeutenden Vergangenheit und einer lebendigen, fruchtbaren und außerordentlich blutvollen Gegenwart. „Das Reich der Deutschen." Neben der Leistungsschau deutscher Arbeit und einer großen Abteilung über Rassenkunde und Rassenpflege bringt die Ausstellung unter dem Titel „Das Reich der Deutschen" in .einer Art Ruh- meshalle ein plastisches Bild von den Höhepunkten der nationalen Entwicklung, an- aefangen von der Hermannschlacht im Teutoburger Wald bis zum Beginn des Dritten Reiches. Es ist wohl zum erstenmal, daß hier der grandiose Versuch gewagt wird, die Entstehung und Entwicklung eines Volkes in ihren wichtigsten und entscheidensten Stationen aufzuzeigen. Besonders lehrreich ist die Sonderausstellung, die vom Deutschen Hygienemuseum in Dresden veranstaltet wird. Was sind Arier? Woher kommen die Germanen? Was ist nordisch? Was heißt rassefremd? Was heißt erbkrank und erbgesund? Alle diese Fragen und Probleme, die für die Zukunft des deutschen Wolkes von ungeheurer Wichtigkeit sind, finden hier mit Hilfe von zahlreichen Bildern und Modellen, Großphotos und Demonstrationsapparaten eine anschauliche und lebendige Darstellung. Den Eingang zur Rassenkunde bildet die Abteilung „Deutsches Blut und Kultur- erb e". Auf dieser Ausstellung werden die ältesten BodenfunLe gezeigt, die von dem hohen Alter der germanischen Kultur Zeugnis ablegen. Der unsinnige Aberglaube, daß die Germanen wilde, kulturlose Barbaren waren, findet hier eine eindrucksvolle Widerlegung. Mit Fleiß und Liebe und großem Sachwissen hat man alles zusammengetragen, woraus ein möglichst lückenloses Bild des altgermanischen Lebens geformt werden konnte. In einem besonderen Raum bringt der Reichsausschuß für Volksgesundheitsdienst eine Schau aus- gewählten Lehrstoffes, wie er für die gesamte Aufklärungs. und Lehrarbeit auf dem Gebiete der Bevölkerungs- und Rassenpolittk benötigt wird. 3m Zauberland der deutschen Wirtschaft. An die Ehrenhalle schließt eine allgemeine Darstellung. der deutschen Wirtschaft an. Im Mittelpunkt oieser Abteilung steht hinter einem schmiedeeisernen Gitter ein stählener Adler. Rechts vom Adler ist die gesamte gewerbliche Wirtschaft zu- sammengefaßt. Die andere Hälfte zeigt die g e• aeberische Arbeit der Regierung bei der Neuordnung der Wirtschaft, die durch das Reichsarbeitsministerium dargestellt wird. Diese Abteilung gliedert sich in drei Gruppen: die erste Gruppe ist der Arbeitsverfassung gewidmet, die zweite Gruppe der Arbeitsbeschaffung und der dritte Abschnitt gibt einen Ueberblick über die Maßnahmen zum Schutz der Arbeitskraft. Rundfunkprogramm. Dienstag, 24. April. 6.05 Uhr: Gymnastik. 7.10: Don Stuttgart: Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13.10: Nachrichten aus dem Senderbezirk. 13.20: Mittagskonzert. 14: Mittagskonzert. 14.40: Stunde der Frau: „Wie färbe ich praktisch?" Hörbericht aus einer Färberei. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert der SA.-Standartenkapelle 119. 17.30: „Die Lüderitzbucht wird deutsches Land". 17.45: Kleine Unterhaltung. Schönes Italien. 18: Im Dienst der rhein-mainischen Wirtschaft. Die erste große rhein-mainische braune Messe in Frankfurt a. M. vom 5. bis 13. Mai. 18.15: „Aus Wirtschaft und Arbeit" (Kurzbericht). 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Sozialdienst. 19: 25 bunte Minuten. 19.25: Junge deutsche Dichtung: Klaus Josef Uhl. 19.40: „Vom Ochs und der Kuh — zum Salatbesteck!" 20.15: Von Königsberg: Stunde der Nation: Neue Unterhaltungsmusik ostpreußischer Komponisten. 21.15: Deutschlandsender: Fliegerbomben. Kurzhörspiel von Werner Plücker. 21.30: Klaviermusik. Von Friedrich Chopin. 22.15: Nachrichten aus dem Senderbezirk. 22.30: Deutschlandsender: Volksweisen aus Paraguay und Argentinien. 23.15: Nachtmusik. Neue Kompositionen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt deichlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskoni 4 o H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Irankiur a.JDl. Ber in Frankfurt a.m. Berlin Frankfurt a. m. 3erlin Schluß, furt Schlußk. Abend« dörse Schluß» für« Schlußk mittag» dürfe Schluß» kurs Schloßt. Abend» dürfe Schlußkurs Schlußk. mittag» börfe Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. minag- börse Odium 20.4. | 21-4. 20-4. 21.4. Datum 20.4. 21.4. 20.4. 21-4. Datum 20-4. 21-4. 20.4. 2b4. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6%el)em.7% Dt.RcichSanl.v. 1929 6Vi% Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl..Ablös.»Schuld mit AuSlos.-Rechlen ........... DeSgl. ohne Auülos.-Rechte...... 6% ebem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%)......... 6% Hesj. Landesbank Darmstadt Gold R. 12............. 6ty% Hess. LandeS-Hyvothekelf bank Darmstadt ßtqut........ Oberhellen Provinz-Anleih« mit AuSlos.-Rechten ............ Deutsche Komm. SammelabL Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bi» 1935 •% ebem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1986 •H% ebem. *y,% Franks. Hyp^ Bank-Liqn^Psandbriese....... 6H% ehern. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Boldpfe..... 6% ehern. 8% Pr. LandeSpsand» briesanstalt, Psandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespfand- briefanstaU, Psandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. *% Oesterretchtsche Ooltirente.... 4,20% Oesterreichlsche SUberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ung,wische Staatörente v. 1910 95,5 99,9 93 94,9 20,7 91,5 90,5 94 94,5 91,75 91,65 90,25 1,5 94,25 94 97,8 7,8 7,5 95,6 99,9 92,9 94,75 20,2 91,75 91,5 91 94,25 94,5 91,75 91.65 90.5 91,5 94,25 94 97,9 22,25 1,15 7,8 7,4 95,9 100 93,1 95 20,85 I 92,4 92 94,75 94,25 94 97,8 1,15 7,95 7,65 95,9 100 93 95,13 20,1 92,4 84,75 94,25 94 97,9 22,5 1,15 7.9 7,55 4% »«Sgl. Serie 11 ........... 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^»%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ............. vamdurg-Amerika-Pakel ..... 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschifs..........0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 W.®. für Verkehrswesen AU. .. 0 Berliner Hanbelsgesellschast ... 4 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und DiSconto» Gesellschaft................ o Dresdner Bank..............o Reichsbank .............. 12 «.E.».................... 0 Bekula............... * q Lieferungsgesellschaft ... 6 Vl*t und Kraft 6 FeltenL Guilleaume o Rheinische ElekMzltät . 6 Schlickert «Co. - Siemens L Halske. 8a6woaÄto......V.V.V.Vto Bude« ............ Deutsche Erddl.......? Gelsenkirchen»............ ' J Harpener.......... „ 6,75 4,25 7,1 3,9 28,75 31,75 66,25 85,5 46 58 60 149 129,5 98,5 104 57 96,5 91,5 99,5 139 115 72,75 112,25 63,25 90 112,5 62,4 65,75 6,75 4,25 7,2 3,9 29 27,5 30,75 65 85,5 46 58,75 60 148,25 25,5 128,4 98,5 103,75 57 96,5 99 136,65 117 72,4 112 62,5 89 112,25 61,5 65 6,75 4,25 7,1 4 28,75 27,9 31,5 66,75 85,75 46 57,5 60 148,75 26,25 129,65 98,5 103,5 57,5 96,25 91,75 99,25 137,75 115 72,25 112 63,65 90,13 73 138,13 112,5 62,5 65,9 4,3 7,05 4 29,25 27,25 24 30,5 65,5 85,9 46 58,75 60 148 26,65 137,75 98,75 104 57 96,13 99 136 116,5 I 71,5 111,5 . 62,5 l 88.65 71,13 138,25 ; 112,13 61,5 1 65 Mansselder Bergbau.........0 KokSwerke ........ o Phönix Bergbau.............o Rheinische Braunkohlen ..... 10 Ryeinstahl ..............o Bereinigte Stahlwerke........ o Olavi Minen .............. o Kaliwerke Aschersleben........ 6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerk» Salzdetfurth.....7% 3- G. Farhen-Invukrle ....... 7 Scheideanstall...............9 Goldschmidt ....... 0 RütgerLwerke ...............0 Metallgesellschaft............. 0 Philipp Holzmann...... 0 Zementwerk Heidelberg ...... 0 lementoed Karlstadt.........0 Schultheis Payenhoser .......0 ölku (Allgemeine Kunstseide) .. C Bemberg.................C Zellstoff Waldhos ............0 Zellstoff Aschajsenburg ....... 0 Dessauer Gas .............. 1 Daimler Motoren ............( Deutsche Linoleum ...........0 Orenstein & Koppel..........0 Leonhard Dietz ..............0 Schade.....................10 71,5 50,5 209 92 43,5 14,75 109,75 109 141 138,75 182,25 61,75 56 82 69 100,5 110,5 63.65 65 50 48 56 20,4 163 171 140 1 25 74 1 167,5 71,75 50,25 209,75 91,75 43,25 14,75 109,5 108 138,5 182,25 61,75 55,5 82 68 100,5 112 63,5 65,5 49,9 43 46,75 56 19,5 163,5 173 139,25 I 25 I 74 l 167 71,5 96,13 50,75 210,5 91,75 43 14,9 109,75 109,5 142,75 139 62 55,4 81,75 69,5 105,4 63,5 66 50,5 43,75 121 47,75 56 65,9 20 163 171,5 140 1 25 1 168 72 94,5 49,75 210,5 91,75 42,5 14:«5 108,75 108 142,9 138,65 61,5 55 81,9 68 105,9 64,13 66,25 49,75 120,4 . 47 56 65,75 19,25 163,75 175 140 25,5 *¥i% deSgl. von 1913.......... 5% abgesl. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4^etie dj* Bagdadbahn» Anleihe 7,8 6,75 6,7 7,7 6,65 6,75 7,7 8,65 7,7 8,5 1 — 1 - )°esch Eisen—Köln-Neu essen *. ‘ o Ilse Bergbau .......... , slse Bergbau Genüss«.......* < Hodnerroerte ................ DtomuimamuRiinni.. ..... < Lanti-Gummi...............0 Gritzner.................. (1 Mainkraftwerke Höchst a>M.... 4 Süddeutscher Zucker...... 1 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 20. April 21.»Pf Amtliche Notierung Amtliche -Kotierung Meld Geld 3rie' Helsingfortz.. 5,674 5,686 5,659 5,671 Wien....... 47,20 47,30 47-20 47-30 Prag....... 10,38 10,40 10,38 10,40 Budapest ... — 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,48 169,82 169,43 169,77 64,54 64,66 64,24 64,36 Kopenhagen. 57,34 57,46 57,09 57,21 Stockholm... 66,23 66,37 65.93 66,07 London ..... 12,845 12,875 12,785 12,815 Buenos Aires 0,617 0,621 0,613 0,617 Reuvork.... 2,497 2,503 2,473 2,477 Brüssel..... 58,44 58,56 58,41 58,53 Italien..... 21-23 21,27 21,26 21,30 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweiß .... 80,95 81,11 80,95 81,11 Spanien.... 34,24 34,30 34,22 34,28 Danzig..... 81,57 81,73 81,57 81,73 Japan ...... 0,757 0,759 0,754 0,756 Rio de Jan. . 0,214 0,216 0,214 0,216 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Liiiabo» .... 11,70 11,72 11,65 11,67 Banknoten. gertln, 21. April Geld Zrief Amerikanische Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ... .... .... .. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Roten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich. * 100 Schilling. Rumänische Noten............... Schwedische Note»............... Schweizer Note»................. Spanische Note»... ............ 2,425 58,25 56,84 12,74 16,46 169,01 21,19 64,07 65,77 80,77 34,08 2,445 58,49 57,06 12,80 16,51 169,69 21,27 64,33 66,03 81,09 34,22 Nr. 94 Drittes Blatt Glrhener Anzeiger (General-Anzeiger für Gverheßen) Montag. 23. April 1934 Frankfurt ehrt die alte Garde Adolf Treser Pg die stellt. Lustschuh tut not! zuerhalten', Störungen auf möglichst, kurze Zeit zu Aenderung entschloß beschränken und damit für Ordnung und Sicherheit | Vom Hessischen Kulturbauamt wurden Plane aus 1 • r _r...-c______ ex___- hta »in» Cvnitfnmhp mir mehreren 21 D- gearbeitet, die eine Faulgrube mit mehreren Ab- zu sorgen. Diese Maßnahmen können nicht von jrr . Hell Hitler? 66 758 72 622 Mtsel um eine Hundemarke. In der englischen Hafenstadt Grimsby brüten Be- amte des englischen Ministeriums für Landwirtschaft und Fischerei über einem bisher ungelösten Rätsel. Kürzlich kam dort eine Kabeljau-Sendung von den Faröer-Jnseln an. Einer der Kabeljaus hatte eine kleine Hundemarke im Magen. Rach Nummer und Aufschrift konnte sie als die Marke eines Hundes festqestellt werden, der einem Arzt in dem englischen Orte South Shields gehörte. Die Marke ist vor län. gerer Zeit abhanden gekommen. Wie gelangte sie in Magen des Fisches? Die Frage wäre verhältnismäßig leicht zu beantworten, wenn man folgern könnte, daß die Marke in den Fluß-Mündungslauf fiel, an dem South Shields gelegen ist, daß sie dort von einem Kabeljau verschluckt wurde, und daß dieser Kabeljau dann nach den Faröer-Jnseln auswanderte. Eine solche Schlußfolgerung ist aber nicht möglich, weil unstreitbar feststeht, daß der Nordsee- Kabeljau niemals die Faröer-Jnseln aufsucht, und daß der Kabeljau von den Faröer-Jnseln niemals in die Nordsee gelangt. Der Hund und sein Herr haben seit dem Kriegsende englischen Boden nicht verlassen. Das Rätsel der Hundemarke scheint zu den unergründlichen Geheimnissen der Meerestiefe zu gehören. Anläßlich der Wiederkehr des Tages der Parteigründung am 24. Februar 1934 fand ein I r e ff e n der alten Garde mit der Mitgliedsnummer bis zu 100 000 des Gaues Hessen-Nassau statt. Bei diesem Treffen waren als alte Garde des Führers von den beiden Ortsgruppen Gießen-Ost und - Mitte Adam L oh 65 643 Wilhelm Wenderoth 71143 Heinrich Klös 84 164 Franz Soldan 90 127 U8 tkM imrenr Dertmmienhnr mir den Weghrreirem d<» Dritten Reiches ÄMwcht die altehrwürdige Koifer- uud NrSmMKsftaM FesEutt «to Marn aus Anlaß der Heffen-Nasscm MftckSeäeskklott. AraakftM a. M., den 24. Febnrar 1934- selbst nie vom Blitz getroffen. Noch heute sagt man in Südtirol: „Der Adler und der Feigenbaum können vom Blitz nicht versehrt werden". Der Adler ist beliebtes Symbol des Herrschers. Man denke nur an den Adlerkult Napoleons, der seinem Sohne den Beinamen „Aiglon" (Adler) gab. Von dem Landgrafen in Thüringen hieß es: „Der Durmge herre ist milte uz kindes jugent, ob ime ein adelar ze alen ziten ist mit hohen vlügen er gewesen." Natürlich ist auch der Adler ein Orakeltier; er gilt als Glücksbringer. _______________E- W- An dem am Donnerstag, 26. April, um 19 Uhr in Gießen im Cafe Leib, Walltorstraße, stattfin- denden Amtsleiter-Appell des Amtes für Volkswohlfahrt haben die Bürgermeister des Kreises Gießen teilzunehmen. Heil Hitler! Gez.: Klöß, Kreisamtsleiter. NS.-Aerztebund Kreis Gießen. Hiermit fordere ich die Parteigenossen und Mit- «lieber des NS.-Aerztebundes des Kreises Gießen auf, an der Veranstaltung der NS.-Dolkswohlfahrt am Donnerstag, 26. April, um 19 Uhr, im Eafe Leib teilzunehmen. Heil Hitler! Gez.: Dr. Vetzb erg er, Kreisabteilungsleiter für Volksgesundheit. ASLB. Arbeitsgemeinschaft für Turnen und Wehrsport. Die Uebungsstunden der Arbeitsgemeinschaft beginnen am Dienstag, 24. April, um 17.30 Uhr auf dem Universitätssportplatz. Der Kreisarbeitsleiter: gez. Mohr. Verbesserung in der Kreisabdeckerei bei Garbenteich. Am Samstagoormittag fand eine Besichtigung der gegenwärtig im Gange befindlichen Arbeiten zur Verbesserung der Abwässeroerhältnisse der Kreisabdeckerei bei Garbenteich statt. An der Besichtigung nahmen Kreisdirektor Klo st ermann, Oberregie, rungsrat Dr. S ch ö n h a l s, Regierungsrat Grein und verschiedene Herren des Kreisausschusses teil. Die Beseitigung der Abwässer in der Kreis- abdeckerei war bisher ein Schmerzenskind, das schon mehrfach zu Klagen Anlaß gab. Die Abwässer wur- , den durch eine Senkgrube in einen Vorflutgraben geleitet. Diese Art der Abwässerbeseitigung erschien ■ nicht mehr annehmbar, so daß man sich zu einer Opfer eines Kompetenzstreites. Nicht immer ist ein lachender Dritter da, wenn zwei sich streiten. Daß es auch umgekehrt sein kann, erfuhr zu seinem Unheil ein Chinese, der vor der internationalen Siedlung von Schanghai von einem Autobus überfahren wurde. Der Wagen gehörte einer englischen Gesellschaft und wurde von einem Chinesen gesteuert. Es ist strittig, wer auf den Straßen außerhalb der internationalen Nieder- lassunq polizeiliche Befugnisse auszuüben hat. Bis vor kurzem kam die Polizei der Niederlassung in Frage Neuerdings aber erhebt die chinesische Poli- zei Anspruch auf die Polizeigewalt. In dem er- wähnten Falle war die Niederlassungspolizei zu- erst zur Stelle und versuchte den Verunglückten unter dem Autobus-Rad hervorzuziehen. Dann aber kam die chinesische Polizei und siel ihr in den Arm Nach ihrer Ansicht mußte der Vorfall mit dem Opfer zunächst photographisch ausgenommen wer- den. Darüber verging eine halbe Stunde. Die chinesische Polizei behauptet, der Verunglückte fei sofort tot gewesen, während Zeugen versichern, er habe noch eine Viertelstunde nach dem Unglück ein Stöhnen vernehmen lassen. Zweifelsfrei ist jedenfalls, daß man ihn schließlich tot unter dem Autobus hervorholte. 2Rom mi Umbruch i Don unserem römischen E.-Korrespondenten. 1 Rom, Ende April. ' Es läßt sich ungefähr ausrechnen, wie viele Ku- ; bikmeter Erdreich umgesetzt werden mußten, um den achten Hügel Roms abzustechen: denn noch steht die Säule, deren Höhe angeblich dem früheren ; Gelände entspricht, die rund 30 Meter hohe Tra- janssäule, um die sich das erste Filmband windet. Unmäßig umfangreich war also dieser Hügel, ein Ausläufer des Quirinals, nicht. Ein neuer achter Hügel ist übrigens ohne bauliche Absicht entstanden, der Teftaccio, der sich, allmählich aus den Scherben der Tonkrüge bildete, die am inneren Tiberhafen zu Bruch gingen. Heute stehen auf seinem Gipfel die schönsten Klöster, vor allem aber das Malteserpriorat, durch dessen Schlüsselloch man nur zu schauen braucht, um im kleinsten Rahmen die größte Kuppel der Welt zu erblicken, die Peters- kuppel. Sie wächst aus einem Hügel auf, der bis »um heutigen Tag als Steinbruch benutzt wird. Der gelbe Sandstein, der dort gebrochen wird, gab einem guten Teil von Rom Farbe und Charakter. Ein anderer „Steinbruch" schien jahrhundertelang unerschöpflich: das Kolosseum. Aus seinen Quadern wurde u a. der klotzige Palazzo Venezia erriet, in dem Mussolini regiert. Aus dem Kolosseum stammt der herrliche rötliche Stern daneben lieferte es Unmassen von Travertin und Marmor. Und trotz dieses Raubbaus ist es heute noch - kolossal. Der römische Boden war also schon immer in Beweauna in Aufbruch und Umbruch, seit Must S “ ber wird darin herumgebuddelt daß die Stadt manchmal aussieht wie eine Goldwascherei ober ein im Abbau befindliches Diamantenfeld. Und der Vergleich ist berechtigter als man im allgemeinen denkt, denn jede Schaufel Erde muh auf Schätze und Kostbarkeiten durchsucht: werden, und tensto^lrift^ins'^Mar ^Alterttuns. ^jede^ Sopb Wendung des Greifbaggers ist em Vuerschnittdurch verschüttete Kulturen. Klopfenden H-rzens >chauen die Archäologen zu, nie wird ihre Erwartung ent täuscht. Wenn man sich vor Augen halt wie viele Generationen schon das riesige Gräberfeld durch wühlt haben, um zu verwerten, was ,eweils ner, wertbar schien; wenn man bedenkt, daß der -v eior entweder wie Unkraut verfolgt oder zu Kalk gebrannt wurde; wenn man weiß, daß die Zer ftörunq der „heidnischen" Bildwerke ein gottgefalli ges Werk schien und von der Kirche befohlen wurde Paul Schneider beteiligt. Jedem dieser alten Mitstreiter des Führers wurde von der Stadt Frankfurt a. M. eine Ehrenurkunde, unterzeichnet von dem Frankfurter Kreisleiter und Oberbürgermeister Dr. Krebs, ausgefertigt, die am Geburtstag des Führers am vorigen Freitag den alten Kämpen überreicht wurde. Unser Bild zeigt diese Ehrenurkunde, die eine wohlverdiente Anerkennung für treue Gefolgschaft dar- Aufgabe des zivilen Luftschutzes ist es, durch organisatorische und technische Maßnahmen bei Luftangriffen auf das Heimatgebiet deren Wirkung so weit wie möglich herabzufetzen, das Leben des Einzelnen sowie der Gesamtheit zu schützen, Hilfe zu leisten, die lebenswichtigen Betriebe aufrecht- — dann muß es immer wieder aufs neue verwun- ! derlich erscheinen, wenn noch immer etwas da ist. Ich grabe im Garten, um einen Baum zu setzen, ; und ein Tonlämpchen fällt mir in die Hand. An i der Dochtmündung ist es schwarz gebrannt, es hat also lange Dienste getan. Auf dem Boden lieft man den Namen des Töpfers. Wir bauen eine Garage und decken drei Gräber auf. Das Haus steht auf Katakomben, die zehn Meter tief find. Man braucht keinen Eisschrank, man läßt einfach Butter und Wein in die Tiefe hinunter und hantelt sie bei Bedarf gutgekühlt wieder herauf. Was wollen Sie, unter'den Straßen Roms schlafen vielleicht acht, vielleicht zehn Millionen Menschen in Katakomben- qürteln, deren Länge man auf 900 Kilometer schätzt. Neunhundert Kilometer, Stockwerk über Stockwerk! Erdarbeit, Umsetzen von Schichten, Umbruch — das war seit Urzeiten Stadtsitte in Rom. Mussolini setzt nur eine Tradition fort, und so entsteht das Rom Mussolinis, wie das Rom des Augustus entstand. Das Rom der Päpste nicht zu vergessen. Dabei bewegen wir uns noch immer auf der ersten, schon den Alten bekannten Stufe der Umgestaltung, die gekennzeichnet ist durch Errichtung ( von Monumentalbauten im Innern der Stakt und j der üblichen Ausdehnung an der Peripherie. Der größere Eingriff steht noch aus: die Einführung von Untergrundbahnen. Sie erst werden den Stadtcharakter, der heute noch derselbe ist wie vor zwei-; tausend Jahren, wesentlich umgestalten. Was dabei durch die Ausschachtungen alles ans Licht kommen wird, läßt sich nur ahnen. Vorerst sind nach dem Muster des Quirinal- tunnels die Durchbohrung des Kapitols, des Giani- colo und des Pincio geplant. Es ist also wahrscheinlich, daß wir nicht bloß eine unterirdische, sondern eine „Hoch- und Untergrundbahn" wie Berlin bekommen werden. Den Romantikern der alten Schule läuft bei dem bloßen Gedanken eine Gänsehaut auf, die Archäologen hören es mit einem heiteren und einem nassen Auge. Auf lange Zeit hinaus braucht jedenfalls Mussolini um Geburtstagsgeschenke nicht verlegen zu sein. ! Alle Jahre am Geburtstag der Stadt Rom, am 21. April, legt er nämlich seinen guten Quinten ein paar nette Sachen auf den Tisch: den frei- ■ gelegten tarpejischen Fels zum Beispiel, einen ■ Venustempel, die befreite Engelsburg, em neues > Konzerthaus oder den alten Cirkus maximus, das Marcellustheater, in dessen Trödelläden Goethe ! einkaufte, ein Forum und dergleichen. Geraten uns : im Garten nur Mosaiksplitter, kaiserliche Kupfer- 1 münzen oder Oellämpchen in die Finger, die großen 1 Bagger fördern dagegen mächtige Granitsaulen, Trümmer von Architraven, menschliche Glieder aus Marmor von einer Größe an den Tag, die an jenen Koloß erinnern, durch dessen gespreizte Beine die Schiffe fahren konnten. Mussolini läßt die Säulen aufrichten, die Trümmer zusammensetzen und auf einmal ist Rom um einen Tempel reicher. Da kommen die Reisehandbücher natürlich nicht mit. Jeden Tag ändert sich das Bild. Heuer bekamen die Römer folgendes: Den größten Tunnel Europas, der Florenz direkt mit Bologna verbindet, so daß man feit dem 22. April in 16 Stunden nach München fahren kann. Dann in den pontinischen Gefilden eine neue Stadt, Sabaudia, einen Naturpark dazu, den der Circe, und ein neues Seebad. Gegenüber der Wohnung Mussolinis lag eine seit Kriegsausbruch vereinsamte Villa mit einem über drei Hektar großen Park, in dem die schönsten Blumen Roms gediehen — den Park, bestimmte Mussolini, kriegt das Volk. Am 21. April also wurde er freigegeben. Aber es läßt sich nicht alles aufzählen. Am wichtigsten für unser Thema ist die für den gleichen Tag vorgesehene Freilegung der Engelsburg. 1 Die Engelsburg, das Wahrzeichen des Tibers, hat eine Geschichte, die für ein ganzes Land ausreichen würde. Zuerst war sie das Mausoleum Hadrians, auf dessen Spitze er selber als Sonnengott stand, die Zügel einer Quadriga in der Faust. Bis auf Septimius Severus wurden dann alle römischen Kaiser hier beigesetzt. Auf die Kaiser folgten die Päpste, sie machten eine Festung daraus, man kann jetzt den geheimen Gang, der sie mit dem Vatikan verbindet, wieder besser sehen. Die Engelsburg war die Richtstätte des Mittelalters, man hat das Henkerschwert gesunden, mit dem Beatrice Cenci enthauptet wurde. Deutsche Landsknechte lagerten hier, auf der Engelsbrücke empfingen die deutschen Heerführer den Ritterschlag. Der letzte Akt der „Tosca" spielt auf den Zinnen der Burg, die schließlich ein Zeughaus wurde. In ihrer vollen Wucht werden wir sie jetzt erst wieder sehen und empfinden, der ganze Hutten- und Mauerkram ringsherum ist gefallen. Einige Zypressen geben die malerischen Tupfen, im übrigen liegt sie wieder sperrend und herrschend am schicksalsschweren Strom. Damit hat der Umbruch nach der Leostadt hinübergegriffep und man spricht bereits von der Niederlegung des ganzen Borgo, der engen, nichts weniger als schönen und hygieni- , schen Gassen, die Engelsburg und Petersdom von , einander trennen. Aus der provmzialhauptstadt. August Schwan t Gestern ist nach kurzem Krankenlager der in weiten Kreisen in Stadt und Land bekannte Rentner August Schwan verstorben. Der Heimgegangene hat sich auf verschiedenen Gebieten des öffentlichen Lebens in eifriger und uneigennütziger Weife zum Wohle der Allgemeinheit betätigt. Viele Jahre lang gehörte er der städtischen Pferdemarktdeputation an, als deren Mitglied er sich um den Ausbau der Gießener Pferdemärkte und um die Durchführung der mit den Märkten verbundenen Prämiierungen besondere Verdienste erwarb Die Geflügelzucht hatte in ihm als eifrigen Vorsitzenden und zuletzt Ehrenvorsitzenden des Gießener Geflügelzuchtvereins einen warmherzigen Förderer, der auch bei der Herrichtung von Ausstellungen feine reichen fach- lichen Erfahrungen hingebungsvoll in den Dienst der Sache stellte Ebenso hatte die Hundezucht in ihm einen unermüdlich wirkenden Freund und Berater, der sich auch stets mit aller Liede für die hohen Aufgaben des Tierschutzes einsetzte. Die sachkundige und vorbildliche ehrenamtliche Mitarbeit auf diesen Gebieten, wie auch seine ausgezeichneten Charaktereigenschaften und seine persönnche Liebenswürdigkeit brachten ihm die Wertschätzung breiter Bevölkerungsschichten in Stadt und Land. Das Andenken an den Verewigten wird allezeit in Stadt und Land in Ehren fortbestehen. Oie Vögel im Volksglauben „Alle Vögel sind schon da!" Aber wir wollen sie uns nicht alle vornehmen; das würde am Ende eine sehr trockene zoologische Angelegenheit werden. Greisen wir uns ein paar heraus. Drei Vögel sind bei uns vor allen anderen als Frühlingsboten be- kannl: die Wachtel, der Kuckuck und der Specht. Wenn die Spechte zu lachen beginnen, naht auch der Frühling bald; lassen sie sich aber schon im März hören, bann deutet das auf ein kaltes Frühjahr. Anders beim Kuckuck. „Wenn die Kuckucks im März viel schreien, kann man sich auf nahen Frühling freuen. Wenn der Kuckuck nach Johannis singt, einen nassen Herbst er bringt." Und weiter — wohl als logische Folgerung: „Wenn der Kuckuck nach Johannis schreit, prophezeit er teure Zeit" Beim ersten Kuckucksruf muß man das Geld in der Tasche umschütteln, damit es mehr werde. Der Kuckuck gibt ferner die Zahl der Jahre an, die man noch am Leben bleibt, oder die man noch ledig verbringt, wenn man ihn zum erstenmal rufen hört: „Kuckuck, Kuckuck, gahre, zähl mir meine Jahre, zähl sie auf der Messerfpitz, so lang als ich noch ledig sitz". Das Dableiben der Wachtel im Winter deutet auf Fruchtbarkeit des kommenden Jahres und am Pfingstsonntag vor Sonnenaufgang verkündet sie dem' Bauern den Brotpreis, denn soviel Schläge sie hören läßt, soviel soll das Malter Korn kosten. Der Rabe zeigt dem Landmann an, wie lang er seine Furchen ziehen soll. So lange, heißt es im alten deutschen Recht, „soll geackert werden, als ein Rabe auf einem Rad (Galgen) eine Nuß essen möge". Alle zum Geschlecht der Eulen gehörigen Vögel galten bei den alten Deutschen als Schicksalsvögel. Ein gefangener Germane weissagte dem Herodes Agrippa, als er mutlos und traurig im Festanzuge und mit Ketten an Hand und Fuß im Burghof des Kaisers Tiberius zu Herculanum stand und ein Uhu sich auf den Baum setzte, an dem Herodes lehnte: „Der du hier in der Nähe des Schicksalsvogels stehst, sei getrost, bald wirst du befreit werden und zu den höchsten Ehren gelangen; aber merke wohl auf, wenn du diesen Vogel wiedersiebst, wirst du binnen fünf Tagen sterben." — Das Geschrei des Käuzchens soll den Tod eines Verwandten oder guten Freundes anzeigen. Es mag auch noch der Adler erwähnt werden, der als König der Vögel, als Göttertier, schon große Bedeutung in der Antike besaß. Er ist der Waffenträger des Donnergottes, trägt das Flammenbündel des Blitzes in feinen Klauen, wird aber heute auf morgen vorbereitet werden, sie erfordern Zeit und Geld. Unermüdlich und uneigennützig sind die Lehrkräfte des Reichsluftschutzbundes tätig, um den im Luftschutz wirkenden aktiven Teil der Bevölkerung, den Hilfs- und Sicherheitsdienst, zu schulen und für seine Aufgaben vorzubereiten, und um den passiven Teil der Bevöskerung durch theoretische und praktische Vorschläge über die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen aufzuklären. Die öffentliche Hand kann durch die allenthalben angespannte Finanzlage die Bestrebungen des Reichsluftschutzbundes mit Geldmitteln nicht nennenswert unterstützen. Der Reichsluftschutzbund ist in erster Linie auf seine Mitgliedsbeitrage ange- wiesen. Deshalb sollte jeder Mitglied des Reichsluft- schutzbundes sein. Die Arbeit des Reichsluftschutz, bunbes kommt nur dir und deiner Familie zugute! Aufnahmen in den Reichsluftschutzbund werden jederzeit durch die Ortsgruppe Gießen, ©artenftr. 2, getätigt. Jahresbeitrag RM. 1.—. Anmeldungen können auch bei den Polizeibezirken erfolgen. Kreisleitung der NSOAP S-etzen. Amt für volkswohlfahrl. Am Donnerstag, 26 Avril, um 19 Uhr findet in Gießen im Cafe Leib, Walltorstraße, ein Amtsleiler-Appell des Amtes für Volkswohlfahrt Es sprechen über „Bevölkerungspolitische Maß- nahmen" der Leiter des Aufklärungsamtes für Be- völkerungspolitik und Rassenpflege Pg. Dr. K r a n z (Gießen) und der Leiter des Gesundheitswesens im Amt für Volkswohlfahrt Pg. Dr. Hofmann (Gießen). An diesem Appell haben alle Ortsgruppen-, Zellen- und Stützpunktamtsleiter des Kreises Gießen teilzunehmen. Heil Hitler! Gez.: Kl ö ß, Kreisamtsleiter. Ölungen vorsahen, in denen sich die biologische (Bärunfl auf alkalischem Wege vollziehen soll, in der die festen, organischen Stosse sinken, vergären und das überstehende reine Wasser dann in einer Ton- rvhrenleitung einer Derrieselungsanlage zugeführt wird. Regierungsbaurat Mangold vom Kulturbauamt gab anhand der Pläne Aufschluß über das gesamte Vorhaben. Die Arbeiten konnten schon vor einiger Zeit in Angriff genommen werden. Die Durchführung der Erdarbeiten wurde durch ein langfristiges Darlehen der „Oefsa" ermöglicht. Die gesamten Arbeiten urn- fassen 1600 Tagewerke und bieten etwa 30 Arbeitern für einige Monate lohnende Beschäftigung. Bei dem Aushub der Faulgrube stieß man auf Schwierigkeiten, da ein Teil der Grube aus einem festen Basaltfelsen herausgearbeitet werden muß. Oie Wiedersehensfeier der ehemaligen -116er in Gießen. Freitag abend fand im Gasthaus „Postkeller" eine Versammlung des geschäftsführenden Ausschusses des- Vereins ehemaliger 116er Gießen statt, der zur Ausgestaltung der Wiedersehensfeier der ehemaligen 116er am 28. und 29. Juli in Gießen eingesetzt wurde. Zu dieser Versammlung waren neben den bereits eingesetzten Organisationsausschüssen auch die Vertreter der verschiedenen anderen in der Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentspereine zusammengeschlossenen Vereine eingeladen worden. Der Führer des Vereins ehemaliger 116er Gießen, Kamerad I. Bill, begrüßte die Teilnehmer, besonders den Vorsitzenden des Landesverbandes, Oberst Köttschau - Bad-Nau- Heim, und Herrn General Mohr, als den dienstältesten 116er, und gedachte dann in längeren Ausführungen des Geburtstags des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, dem das deutsche Volk so unendlich viel zu verdanken habe. Vielleicht wäre uns, so führte er u. a. aus, eine Abhaltung einer Wiedersehensfeier der ehemaligen 116er nicht möglich, wenn nicht der Führer Adolf Hitler das deutsche Volk vor dem drohenden Zusammenbruch gerettet hätte. Mit einem Gelöbnis der unverbrüchlichen Treue zum Führer und mit einem dreifachen „Sieg- Heil!" schloß der Redner seine Ausführungen. Gemeinsam wurde sodann der erste Vers des Horst- Wessel-Liedes gesungen. Nach einer Pause trat man dann in die Beratung verschiedener Fragen ein, die die organisatorische Durchführung der Wiedersehensfeier betrafen. Insbesondere wurde man sich in der Versammlung klar, in welcher Reihenfolge und in welcher Form die einzelnen Ausschüsse (die zum Teil ergänzt wurden) ihre Arbeit in Angriff nehmen sollten. Der Vereinsführer, Kamerad Bill, gab einen klaren Ueberblick über die im Rahmen der Wiedersehensfeier vorgesehenen Veranstaltungen, insbesondere über die feierliche Einholung der alten Regimentsfahnen, die nach Möglichkeit auch zu dieser großen Feier erbeten werden fallen. Vorgesehen sind, wir berichteten bereits kurz darüber, eine Gefallenen-Ehrung und ein Festgottesdienst am Denkmal auf dem Land- graf-Philipp-Platz, ein großer Begrüßungsabend in der Volkshalle, der als „Deutscher Abend" ausgestaltet sein wird, ferner am Sonntagvormittag ein Besuch einer Ausstellung in der Kaserne, der große Festung, und dann nach einer Ansprache des Landesführers Oberst Köttschau- Bad-Nauheim (von einem der Balkone der Volkshalle), das kameradschaftliche Beisammensein auf dem Festplatz (Trieb). Mit besonderer Freude gab der Vereinsführer davon Kenntnis, daß von der Reichswehr der Wiedersehensfeier alle Aufmerksamkeit entgegengebracht werde und auch von dieser Seite tatkräftige Unterstützung zu erwarten sei. Der Landesführer Oberst Köttschau sprach in kurzen Ausführungen über die Ausgestaltung der F e st s ch r i f t und sagte darüber hinaus dem Verein ehemaliger 116er Gießen seine volle Unterstützung für diese Veranstaltung zu. Verschiedene Vertreter anderer Gießener Regimentsvereine erklärten sich ohne weiteres bereit, an der Vorbereitungsarbeit für diese große kameradschaftliche Veranstaltung tatkräftig mitzuwirken. Im weiteren Verlauf des Abends wurde noch manche praktische Anregung für die organisatorische Arbeit gegeben. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler wurde die Versammlung geschlossen. ,KM"-!lnterhaltungSabend der SS. Die SS. des Sturmbanns IV/33 vereinigte am Samstag ihre fördernden Mitglieder zu einem wohlgelungenen Unterhaltungsabend im Caf6 Leib. Obersturmbannführer Mozeck hieß die Teilnehmer willkommen und wünschte allen einige unterhaltsame Stunden. Einige Kameraden unterhielten mit guter Streichmusik, die dankbar ausgenommen wurde. Im Mittelpunkt des Abends standen die Ausführungen des Schulungsleiters des Rasse- und Siedlungsamtes des Sturmbanns IV/33 Metz (Gießen), der in anschaulicher Weise und in dichterischer Sprache über die deutsche Geschichte und ihre Zusammenhänge Vortrag hielt. Der äußere Machtkampf des Nationalsozialismus sei, so führte er u. a. aus, beendet, trotzdem sei es notwendig, daß wir immer wach und kämpferisch blieben. Immer rängen zwei Welten miteinander: die Welt des Ichs und die Welt des Bodens. Er erinnerte dann an die Kämpfe der Goten und an ihren Verfall, weil sie sich vom Boden entfernten und sich mit anderen Äölkern verschmolzen. Weiter schilderte er die Persönlichkeiten der deutschen Geschichte in kritischer Beleuchtung, wandte sich insbesondere der Rotte zu, die Friedrich Barbarossa spielte, dessen Charakterbild der Geschichtsunterricht uns stets verzerrt habe, schilderte die Abhängigkeit der deutschen Fürsten, Könige und Kaiser von Rom. Man hörte ferner von den Kämpfern für die deutsche Sache, von Luther, der das stolze Wort gesprochen: „Ich kann nicht anders...!" Der Vortragende erinnerte an den 30jährigen Krieg. Nie habe ein Volk so viele Tränen gemeint, wie das deutsche Volk zu jener Zeit. Nie habe ein Volk so viel Leid getragen, als das deutsche im 30jährigen Kriege! ■ Dann hörte man von der neueren deutschen Geschichte. In großer Zusammenfassung sprach der Redner von der Entstehung des Zweiten Reiches, von Bismarck und König Wilhelm I., von der geschichtlichen Sendung der beiden Männer und ihrer aufrechten deutschen Art. Dann zeichnete der Redner ein Bild von den Ereignissen nach dem Weltkrieg, schilderte das verhängnisvolle Wirken der führenden Männer der damaligen Zeit, charakterisierte das Wesen Stresemanns, wies auf Die Zusammenhänge hin, die zur Annahme des Dawes- Planes führten und sprach von jenen Machinationen, die das deutsche Volk in den Jahren des liberalistischen Systems an den Abgrund führten. Nun aber habe das deutsche Volk zu Adolf Hitler gefunden, es bekenne sich wieder zu Dem Recht auf den Boden, zum heiligsten Recht des Menschen. Das deutsche Volk bekenne sich wieder dazu, daß die Grundlagen des völkischen Seins der Grund und Boden, Die Kraft des Körpers und Des Geistes seien. Wir jeien Glied in einer Kette von den Ahnen 3U den Zukünftigen. Das Volk, das leben wolle, werbe leben. Die Königin Luise habe einmal gesagt: „Wir sind auf den Lorbeeren Friedrichs Des Großen eingeschlafen!" Der Nationalsozialismus werDe Demgegenüber nicht aufhören, au marschieren. Das deutsche Geschick werbe in ber festen HanD Des Führers bleiben, unD er werde alle Kräfte in einen großen Strom leiten: Deutschland! In seinen abschließenden Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit dem Gedanken der Zucht, als dem Ausdruck eines bewußt gewollten sittlichen Willens. Er sprach von den besonderen Ausgaben, die der SS. gerade in dieser Hinsicht gestellt seien, ferner von dem Wesen der Frau, wie es sein solle, vom Kampf um Die Erringung Der Familie unD schließlich von Der SieDlung. Er betonte, Daß SieDler im Deutschen Osten nur jener nachgeborene Bauernsohn werben könne, ber durch bie harte Schule ber SS. gegangen unb bereit sei, unter großen Opfern ein großes Ziel zu erreichen. Mit einigen feinen Verszeilen, in Der Die Verpflichtung ber Gegenwärtigen für bie Zukünftigen ihren symbolischen Ausbruck fanb, beschloß ber Vor- tragenbe seine Ausführungen. Anhaltender starker Beifall bankte bem Rebner. Nachbem noch eine große Anzahl von Mitgliedsbüchern verteilt worben war, fanb ber Abenb mit musikalischen und humorvollen gesanglichen Darbietungen feinen Abschluß. Bornotizen. — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Mädel wirbelt durch die Welt". — Aus Dem Stadttheaterbüro. Morgen, Dienstag, Abend das musikalische Lustspiel „Die Frau ohne Kuß" von Keßler-Kollo. — Mittwochabend roieDerum „Die Frau ohne Kuß". — Freitagabend das Trauerspiel „Die Verschwörung Des Fiesco zu Genua" von Schiller. — Sonntag das Lustspiel „Die Frau ohne Kuß". (Siehe Anzeige vom Samstag.) ** Don Der Universität. Von Der Pressestelle Der Universität Gießen roirD uns mitgeteilt: Professor Dr. Walther Schultze, Oberarzt Der Universitäts-Hautklinik Gießen, Der für Das Ende des Wintersemesters vertretungsweise Den Lehrstuhl für Dermatologie in Frankfurt a. M. innehatte, ist das Ordinariat für. Dermatologie in Jena angeboten worden. Dr. Schultze hat Den Ruf zum 1. Mai anaenommeti unD roirD als Nachfolger von Professor Spiethoff, Der nach Leipzig geht, Die Leitung Der Jenaer Hautklinik übernehmen. Vierte Anordnung für den 1. Mai für die Kundgebung in Gießen. Bett. Kapellen. Folgende Kapellen stellen sich an diesem Tage für Gießen zur Verfügung: 1. SA. mit Spielmannszug, 2. SA.-R. mit Spielmannszug, 3. Reichswehr mit Spielmannszug, 4. Stahlhelm mit Spielmannszug, 5. HI. mit Spielmannszug, 6. Spielmannszug des Jungvolks. Bett. Fahnengruppen. Sämtliche Fahnen werden zu folgenden Fahnengruppen zusammengestellt: 1. Fahnengruppe Der SA. und SA.-R. Dazu gehören sämtliche Sturmfahnen Gießen und Umgebung. 2. Fahnengruppe der HI. Dazu gehören sämtliche HJ.-Fahnen von Gießen und Umgebung. 3. Fahnengruppe Der PO. Alle Ortsgruppenfahnen Der OG., Die an Der KunDgebung in Gießen teilzunehmen haben, ferner alle Unterorganisationen Der Partei, NSBO., NS- Hago, Amt für Beamte, NSLB. 4. Fahnengruppe Des Jungvolks Gießen unb Umgebung. 5. Fahnengruppe ber Universität, sämtliche Korporationen in Wichs, Universitätsbanner. 6. Fahnengruppe aller Vereine, Kriegervereine, Sportvereine usw., bie eine anftänbige Fahne besitzen. Ich weise nochmals barauf hin, baß bie Vereine nicht geschlossen marschieren, son- bern jeber in seinem Betriebe marschiert. Es hanbelt sich hier nur um Fahnengruppen von je brei Mann. Es wirb in Sechserreihen innerhalb ber Fahnengruppen marschiert. Zu jeber Fahne gehören brei Mann. Befr. Ehrenableilungen. Folgenbe Ehrenabteilungen beteiligen sich außerhalb ber Betriebe an bem Umzug. 1. Reichswehr, 2. SA., 3. HI., 4. Jungvolk. Jebe Ehrenabteilung ist 120 Mann stark. Sämtliche Kapellen, Fahnengruppen unb Ehrenabteilungen treten auf bem Dsroalbsgarten an. Zeitpunkt wirb noch bekanntgegeben. Die zustänbigen SA.-, HI.-, Jungvolk- unb Vereinsführer unb bie politischen Leiter sinb Dafür verantwortlich, Daß bie Fahnengruppen zusammenkommen. Jeber hat sofort Das Nötige zu veranlassen. Bett. Lokale für den Abend. Sämtliche Betriebe werden aufgeforDert, sich umgehend Lokale für den Abend zu besorgen. Aus Die Zahl Der Teilnehmer ist Dabei Rücksicht zu nehmen. rNufikbestellungen für Den Abend bei Den Kapellmeistern unserer Kapellen. Reichswehr: Obermusikmeister Krauße, SA.-R.: Musikzugführer Herrmann, SA.: Truppführer Riebe r g a l l, Kaiserallee, Orchester Des Stadttheaters, und in erster Linie natürlich Berufs- m u s i k e r. Behr. Marschkolonnen für den Feslzug. Es werden folgende große Marschkolonnen gebildet. Jede tritt gesondert an. Ort wird noch bekanntgegeben. 1. Sämtliche Betriebe mit voller Belegschaft. Führer dieser Kolonne ist Pg. Wagner, Kreisamtsleiter Der NSBO., Gießen, Schanzenstraße. Unter Dieser Anschrift melden bis spätestens Dienstag, Den 24. April, sämtliche Betriebe ihre Teilnehmerzahl. Von dort erfolgt Dann bis zum 25. April morgens 12 Uhr SarnrnelrnelDung an Die Kreisleitung. 2. Handel, Handwerk und Gewerbe. Führer ist Pg. Schimmel, Kreisamtsleiter ber NS.-Hago, Goethestraße 7. Unter dieser Anschrift erfolgen ebenfalls bie Stärkemelbungen bis zum 24. April. Sammelmelbung an bie Kreisleitung bis zum 25. April 12 Uhr. Gleichzeitig find zu melben: Festwagen, Sonbergruppen. Zu biefer Gruppe gehören sämtliche Innungen unb Geschäfte, Banken, Sparkassen. 3. Behörden. Führer ist Pg. Heß, Kreisamtsleiter des Amtes für Beamte, Gießen, Kreisleitung, Löberstraße 9. Unter dieser Anschrift erfolgt Meldung aller Behörden bis Dienstag, Den 24 April. Sammelmeldung an die Kreisleitung bis Mittwoch, den 25. April, 12 Uhr. Dazu gehören Beamte mit Ausnahme der Reichsbahn, die mit Den Betrieben marschiert, Erzieher, Gericht, Rechtsanwälte, Pfarrer. 4. Berufstätige Frauen, Die nicht in einem Betriebe mitmarschieren können, z. B. Hausange st eilte. Meldungen nicht erforderlich. Sammelplatz wird noch bekanntgegeben. Arbeitslose marschieren in ihren Berufsgruppen mit. Sie schließen sich irgendwo an, gegebenenfalls auch ohne Meldung. In Zweiselsfällen Anfrage bei ber Kreisbetriebs- 3ellenabteilung Schanzenstraße, die entscheidet über die Zugehörigkeit zu den einzelnen Marschkolonnen. Telephon: 3587. Für alle Marschkolonnen werden noch Sammelplätze bestimmt. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit. Von Karl Hahn, stellv. Kreisbetriebszellenobmann. In bem Betrieb arbeiten ber Unternehmer als Führer bes Betriebes, bie Arbeiter unb Angestellten als Gefolgschaft, gemeinsam zur. Förberung ber Betriebszwecke unb zum gemeinsamen Nutzen von Volk unb Staat. Dieser Grunbsatz ber Zusammengehörigkeit, bes Gemeinschaftslebens unb G e - meinschaftswillens burchzieht bas ganze Gesetz. Er bildet ben Unterbau unb formt bie Gestaltung bes Gesetzes. Gerabe bieses Prinzip ber Gemeinschaft, bas allem anberen voransteht, bebeutet eine Revolutionierung bes Wirtschafts- qedankens überhaupt, benn es erfolgt eine Ab- föfung bes liberalistischen, kapitalistischen Wirtschafts- benfens burch bie nationalsozialistische Wirtschaftsauffassung. Der Betrieb, seither im Selbstzweck ge- grünbet, war eine Stätte, wo sich bie Gewinnsucht jeglicher Schattierung hemmungslos austoben konnte, ohne Rücksicht auf bie Mitarbeiterschaft, geschweige benn auf Volk und Staat. Der Begriff bes „raffinierten" unb bes „geriebenen" war vielfach gleichbedeutend mit bem bes „tüchtigen" unb „strebsamen" Geschäftsmannes. Mit biefer Auffassung wirb jetzt gründlich Schluß gemacht, benn an bereu Stelle werben im Wirtschaftsleben bie begriffe bes solbatischen Lebens eingeschaltet. Der Unternehmer wirb ber Betriebsführer. Er wirb in betriebstechnischen Fragen mit Vollmachten ausgestattet, bie allerdings ihre natürlichen Grenzen in ber restlosen Erfüllung ber ihm gestellten Aufgaben gegenüber seiner Gefolgschaft finben. Als Betriebsführer trägt er bie Verantwortung für bas Wohl unb Wehe bes ihm anvertrauten Betriebes unb feiner Gefolgschaft. Als Vorgesetzter soll er ein Vorbilb fein hinsichtlich ber Gesinnung, bes Charakters unb ber Betriebsamkeit. Beibe — Betriebsführer unb Gefolgschaft — bilben eine Gemeinschaft, bie ber Volksgemeinschaft gegenüber für ihr Tun unb rlcn verantwortlich ist. So gehen zusammen- geschroeißt burch ben „Deutschen Sozialismus" biefe ehemaligen Gegner als eine gebunbene unb oerbunbene Zelle einen gemeinsamen Weg mit einer hoppelten Verantwortung, vor bem neu- erftanbenen Kameraben ber Arbeit unb ber beut- schen Volksgemeinschaft. Der Vertrauensrat ist kein Betriebsrat. Denn wenn bem marxistischen Betriebsrat als Hauptaufgabe bie Züchtung bes Klassenhasses zwischen Angehörigen bes gleichen Betriebes burch bie ausschließliche Verlegung seiner Tätigkeit auf bas Feilschen unb Hanbeln über bie vermietete Arbeitszeit oblag, so hat ber Vertrauensrat gerabe bas Gegenteil zu tun. Der Dertrauensrat hat bie Pflicht, bas gegenseitige Vertrauen innerhalb ber Betriebsgemeinschaft zu vertiefen. Gemeinschaftsgeist einerseits, Vertrauen anberfeits, b. h. hier eine Versittlichung ber Beziehungen untereinanber, bilben bie Pfeiler unseres Sozialismus, unb besten Verwirklichung herbeizuführen unb hierüber zu wachen, ist unb bleibt bie Hauptaufgabe bes Vertrauensrates. Von ber Vollkommenheit ber Zusammenarbeit, bie bei allen Beteiligten eine vornehme Gesinnung unb hohe moralische Eigenschaften voraussetzt, hängt bas Blühen unb Gebeihen ber Betriebe ab. Nicht nur bilben unb beraten, sonbern auch wachen soll ber Dertrauensrat, unb zwar für bie richtig oerftnnbene Durchführung ber Gesetzesbestimmungen. Der Kernpunkt ist nun nicht, wie seither, in Paragraphen festgezwängt, sonbern in ber nationalsozialistischen Weltanschauung unzweibeutig verankert. Glaubt ber Dertrauensrat, baß Böswilligkeit unb absichtliche Verstöße gegen biefen Geist vorliegen, so muß er bei bem Beauftragten bes Reiches Einspruch erheben. Allein biefer Einspruch ist ein äußerst wichtiger Schritt, ber für den ungeeigneten Betriebsführer bie schroerwiegenbsten Folgen nach sich ziehen kann. Dieser Beauftragte, ben der Nationalsozialismus zur Wahrung seiner heiligsten Belange in ben Betriebsgemeinschaften aufgestellt hat, ist ber Treu- hänber ber Arbeit. Seine Arbeit ist zweierlei: 1. trägt er Die Verantwortung für Die sinngemäße Durchführung des Arbeitsgesetzes und ist deshalb reichlich mit Machtmitteln ausgestattet; 2. hat er für die Erhaltung des Arbeitsfriedens zu sorgen. Seine Arbeit beginnt Da, wo Der Betriebsführer, fei es durch Unfähigkeit oder schlechten Willen, eine gütige Zusammenarbeit mit seiner Gefolgschaft nicht Herstellen kann. Wenn bas Gesetz bem gutwilligen unb fähigen Betriebsführer weitgehenbe Vollmachten einräumt, so hat es anberfeits brakonische Maß- nahmen für Den schlechtwilligen eingebaut. Hier bereits kann ber Treuhänder entscheidend eingreifen. Kündigungen sind ihm anzuzeigen. Arbeitszeitverkürzungen unterliegen seiner Genehmigung. Er kann Tarifordnungen erlassen, Betriebsordnungen widerrufen und neue festfetzen, den Dertrauensrat ernennen und sämtliche Streitfälle aus eigener Machtvollkommenheit schlichten. Ihm zur Seite steht Der Sachverständigenbeirat, Der sich aus brei Vierteln aus Der Vorschlagsliste ber Deutschen widerrufen und neue festsetzen, Den Dertrauensrat Arbeitsfront zufammenfetzt. Der Dritte Abschnitt Des Gesetzes regelt Die Tarif- unD Betriebsordnung. In Der Betriebsordnung müssen Arbeitszeit, Lohn, Bußen, Kündigungsfrist und Kündigungsart enthalten sein. Sie wird vom Betriebsführer unb Vertrauensrat nach bestem Wissen und Gewissen ausgestellt und tritt am 1. Mai 1934, Dem Tag Der nationalen Arbeit, an Dem Der Vertrauensrät ein feierliches Gelöbnis vor Der Betriebsgemeinschaft ablegen muß, erstmalig in Kraft. Gleichzeitig fallen: das Betriebs- rätegesetz, Die Tarifvertragsordnung und Die Verordnung über Das Schlichtungswesen. Das sind gerade die Gesetze, welche die Bildung Des unwürdigen Typs Des' „Proleten" förderten. Den Höhepunkt im organischen Aufbau Des Gesetzes bildet zweifellos De‘r vierte Abschnitt, Der in 21 Paragraphen die SozialeEhrenger.ichts- b a r k e i t behandelt. Der Grundzug Des Begriffes ist absolut neu. Er steht in aller Erhabenheit turmhoch über all dem, was in Arbeiterbewegung und Programm jemals vorgebracht worden ist. Er findet nur eine gewisse Angleichung in Dem alten Ehrengericht des Adels, Des Militärs und Der Studentenschaft. Eine Verurteilung durch Diese Gerichte war für diese Kreise mehr als eine Strafe: sie bedeutete eine unauslöschliche Schande. Vor einer solchen sittlichen Gipfelhöhe sollen in Zukunft Die Konflikte innerhalb Der Betriebsgemeinschaften ausgetragen werden. Diese Ehrengerichte oertragen mit den ehemaligen Arbeitsgerichten ebensowenig ein Gleichnis, wie Die Idee Der sozialen Ehre mit bem Arbeiterrecht einer vergangenen Epoche irgendeine Aehnlichkeit aufweist. Diese Ehrengerichte werden nach deutschem Recht, D. h. geleitet Durch ein urwüchsiges, gesundes Rechtsempfinden, unter Ablehnung aller überspitzten Rechtskonstruktionen ihre Urteile fällen. Unter Berücksichtigung Der wiedererstandenen Würde dieser Ehrengerichte werden wieder Geltung und Wert erhalten: Pflichterfüllung, Verantwortungsbewußtsein, Achtungswürdigkeit! Durch dieses Gesetz ist Deutschland der bestentwickeltste Staat in sozialpolitischer Hinsicht. Sechs Dilbeler Einwohner wegen Hochverrats vor Gericht. LPD. Darmstadt, 20. April. Vor Dem Strafsenat des Oberlandesgerichtes hatten sich heute sechs Einwohner aus Vilbel wegen Hochverrats zu verantworten. Die Anführerin, Frau Anna Mino- p r i o erhielt ein Jahr und sechs Monate Gefängnis, Ludwig K r o n e r ein Jahr vier Monate Gefängnis, Karl Giebenhain und Gabel erhielten je ein Jahr und drei Monate Gefängnis und Heinr. Marburger ein Jahr Gefängnis. Die Untersuchungs- haft wird Den Verurteilten teilweise angerechnet. Der sechste Angeklagte wurde freigesprochen. Gewinnauszug 1. Klasse 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 2. Ziehungstag 21. April 1934 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 100 2)1. gezogen 2 Gewinne zu 100000 M. 155108 4 Gewinne ju 1000 M. 224370 258157 28 Gewinne,-u 800 M. 56951 58410 124886 136333 140770 158910 171018 196151 243915 253434 262953 269475 363785 388458 58 Gewinn, »u 500 M. 17903 18244 20936 43533 45724 45925 50571 55089 57055 58091 84710 125541 157660 165915 204035 212194 218284 239707 240514 247599 267049 267180 294912 332533 341263 364985 389728 394229 395167 176 Gewinne zu 200 M. 2142 17478 24727 39052 40733 51783 54086 68765 71826 74204 74601 77776 77788 80385 82671 86026 89993 91548 93824 105282 108634 110307 125670 136582 143753 147837 153694 155807 158600 161958 164201 166159 172124 173987 175283 176520 177513 180167 183859 183865 186075 189593 192697 194129 195221 208728 216179 217974 218715 222368 232256 240461 242318 251627 254929 256281 266388 272385 274994 281355 286961 287971 288219 290542 292034 302230 305632 308123 311085 316898 327445 332519 334662 339957 342145 344590 345719 347270 354499 365152 377231 378182 379121 383565 387382 392063 393507 398743 2. Ziehungstag 21. April 1934 Ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 100 M. gezogen 2 Gewinn« zu 3000 M. 102319 12 G«winn« ,u 2000 M. 175894 213407 275370 279361 363164 397177 8 G«v,nn« ,v 1000 M. 82668 96979 205412 218852 16 Gewinne 800 M. 95037 179007 189754 225674 259044 268228 310596 349168 48 Gewinn, zu 500 M. 32005 34551 49199 75653 77127 121292 125609 151126 162054 191830 199135 199882 205684 210901 227513 230087 235897 247521 258554 286879 316841 351818 361867 374269 164 Gewinne zu 200 M. 4850 6286 21914 22735 24556 33635 44869 55642 60032 60764 62315 80152 89445 92972 93719 95193 96254 116946 120569 122139 144644 145021 145587 146149 150474 151360 170500 175451 177648 182250 182482 191077 201112 201934 201945 203659 205476 208742 211812 224028 226264 228467 229742 235947 241269 243418 246219 249784 251052 251070 263550 271236 274301 277060 288659 289280 293677 297720 298072 298491 301198 312868 314011 315869 316850 320617 320971 333982 334885 336482 340518 344877 347881 348956 353501 354041 363403 366657 376777 386743 389499 393919 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 NM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 28183 80630 121129 160401 161854 185229 255625 258618 267138 330100 Die Ziehung der 2. Klaffe der 43. Preußisch- Süddeutschen (269. Preußischen) Staats-Lotterie findet am 16. und 17. Mal 1934 statt. SJLtfpont Oberheffen (für 1:1 Wieder ein deutscher Sieg in Nizza. , Am Samstag gab es im Preis der „Portugiesischen Kavallerie^ einen weiteren deutschen Sieg von Oberleutnant Kurt Haffe, der diesmal auf „Olaf" das schwere Jagdspringen nach einem harten Stichkampf mit zwei fehlerlosen Ritten gewann, nachdem er vor wenigen Tagen auf „Der Mohr" den ersten deutschen Sieg herausgeritten hatte. Mit ihm zusammen war auch Oberleutnant Momm auf „Baccarat" in der Entscheidung, jedoch hatte dieser das Pech, am Hochweitsprung zu stürzen. Er schied daraufhin aus, so daß er in der Gesamtwertung nur den vierten Platz belegte, während „Tora" (Oberleutnant Brandt) mit vier Fehlern nicht bis in das Stechen gelangte und sich mit acht weiteren Pferden in den 5. Platz unter insgesamt 23 Bewerbern teilte. Das 3. Hallen-Handbatt-Turnier. Spielvereinigung 1900 und Tv. Lützellinden Gruppensieger. — 35 Wettspiele. To. Lollar — Tv. Krofdorf (1:3) 3:4, Tv. Grüningen — Tv. Nauborn (1:1) Grüningen gewonnen), Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Wetzlar (1:0) 2:0, Tv. Hausen — Tv. Garbenteich (1:1) 5:2, Bezirksführer Happ verläßt Gießen. Der Bezirksführer des Bezirks Gießen im Gau XII, Herr Happ, wurde beruflich nach Kassel j versetzt. Dadurch scheidet eine Persönlichkeit aus dem i Gießener Sportleben, die sich auf Grund fahre- , langer sportlicher Tätigkeit das Vertrauen aller ( Vereine erworben hatte. Die Verdienste, die sich i Herr Happ um die Sportbewegung erwarb, hatten i auch an höchster Stelle ihre Anerkennung gefunden, i Der Ehrenbrief des WSV. und der DSB. wurden , ihm zuteil. Das Ausscheiden des bewährten Mannes i aus unserem Sportbezirk wird allgemein bedauert, i Leinberger-Kurs,sten siegen... , Die Spiele am Samstag und am Sonntag auf dem Waldsportplatz haben den Beweis erbracht, ' das es möglich ist, innerhalb einer kurzen Zeit aus Spielern, die aus verschiedenen Vereinen kommen, sich daher in Spielauffassung vollkommen unterscheiden, ein Mannschaftsgefüge zu schaffen, das fähig ist, größere Aufgaben zu lösen. Die Mannschaft, die seit acht Tagen unter der Leitung des DFB.-Lehrers Leinberger trainierte, konnte ihrem Betreuer kein schöneres Geschenk machen, als daß sie sich in beiden Spielen als die einwandfrei bessere Mannschaft erwies. Die zu beiden Treffen erschienenen Zuschauer verliehen befriedigt den Wald- sportplatz. Sie sahen ein wundervolles Kombinationsspiel und Tore, die der Schußkraft des Kursisten- sturmes das beste Zeugnis ausstellten. Leinberger-Elf gegen Gtadtmannschast Gießen 3:0. Im Samstagspiel stellte sich eine Stadtmannschaft vor, die sich nicht aus den besten Spielern zusammensetzte und daher kein wahres Bild über die Gießener Spielstärke abgeben konnte. Die Gießener standen: Schmidt; Schneider, Michel; Feuster, Heilmann, Lehrmund; Ritter, Roth, Haupt, Grünewald, Ranft. Bald nach Spielbeginn erzielen die Kursisten das erste Tor. Michel war als Verteidiger nicht im Bilde. Die Gießener stellen um und erwidern mit heftigen Gegenangriffen; Lehrmund ist mit einer Vorlage Haupts im Strafraum, Lippert vereitelt ein sicheres Tor durch unfaires Spiel, der fällige Elfmeter blieb aus. Langsam setzt sich das technisch reifere Können der Kursisten durch und sie werden feldüberlegen. Ein plötzlicher Vorstoß des linken Flügels und das zweite Tor fällt. Das dritte Tor beruhte auf einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters. Günther nahm einen Ball in klarer Abseitsstellung auf, flankte zur Mitte und der Mittelstürmer brauchte nur noch einzuschieben. Die Gießener verloren in der zweiten Halbzeit Heilmann, und damit war ihre Niederlage besiegelt. Kursisten gegen Stadtmannschost Marburg 5:0(4:0). Im Rahmenprogramm des Sonntags hegte VfB.- Reichsbahn Schüler gegen die gleiche des FC. Wetzlar mit 3:2 Toren und die Stadtjugend mußte in verkürzter Spielzeit eine l:0-Niederlage durch die Landjugend hinnnehmen. Dann betraten die 22 Akteure das Spielfeld. Vor Beginn des Kampfes ergriff der Bezirksführer Happ das Wort zu folgenden Ausführungen: Mit diesem Spiele ist der Lehrgang, begonnen mit großen Hoffnungen, beendet. Seine Aufgabe war, durch Zusammenziehung von Spielern aus fast allen Kreisvereinen, diese zu unterweisen, um dadurch die Spielkultur in den einzelnen Mannschaften zu heben. Weiter dankte er Herrn Leinberger für den vorbildlich geleiteten Kursus und überreichte ihm zur Erinnerung an die Stätte seiner Lehrtätigkeit ein Bild der Stadt Gießen. Der Mannschaftsführer der Kursisten gab den Dank der Mannschaft in Form einer Bronzefigur, die er Leinberger überreichte, Ausdruck. Der Spielverlauf. Dann beginnt das Spiel. Die Kursistenelf spielt ohne Roskonj, den Beherrscher des Mittelfeldes des Samstagsspieles. In der 8. Minute wird eine Flanke des Linksaußens vom Tormann schlecht abgewehrt von Lang zum Führungstor eingeschossen. Marburgs Rechtsaußen rast die Linie entlang, seine halbhohe Vorlage nimmt der Halbrechte aus der Luft, Schlarb lenkt zur Ecke. Eine große Leistung! Die Kursistenelf wird überlegen, zwei Freistöße von links und ein Alleingang des Mittelstürmers stellen das Halbzeitresultat auf 4:0. Die zweite Spielhälfte steht im Zeichen der Kursisten. Sie demonstrieren Fußball, produktiv und schön für das Auge des Zuschauers. Lang umdribbelt den Verteidiger, gibt zu Wohlgemuth, der von halblinks mit dem rechten Fuß-schießend das 5. Tor erzielt. Mit Glück können die Marburger dieses Resultat behaupten. Schiedsrichter Hohmann leitete großzügig und gerecht. Der Abend versammelte die Kursteilnehmer im Bürgerhof. Kreisführer Henkel und Herr Leinberger ergriffen das Wort. Das Erfreulichste für unseren Kreis ist, daß Wohlgemuth den Gausturm im Repräsentativkampf gegen Baden am nächsten Sonntag in Kassel führen wird. Mit dem alten Sportsruf verabschiedete sich Leinberger von Gießen. O»e Endspiele um die deutsche Meisterschaft: Gruppe Südwest: in Frankfurt: Offenbacher Kickers — SV. in^ö^n^Mülheimer SV. — Union Bückingen 2:0 (0:0). Gruppe Mille: in Nürnberg: 1. FC. Nürnberg - Dresdner in6^ali2e:1:ffiatfer Halle - Borussia Fulda 2:1 (0:1). Gruppe Ost: in Beuthen: Beuchen 09 — Biktoria 89 Berlin i/stinp: Viktoria Stolp - Preußen Danzig Kurze Sportnotizen. Der deutsche Fußballmeister Fortuna Düsseldorf wurde in Ludwigshafen von Phönix vor 4000 Zuschauern 2:0 (1:0) geschlagen. Im Gau Südwest werden die Spiele der Fußball-Gauliga abgeschlossen. Die Sportfreunde Saarbrücken brachten sich am letzten Spieltag durch einen 2:0-Sieg in Kaiserslautern vor dem Äbstieg in Sicherheit, absteigen müssen nun AO. Worms, Mainz 05 und SV. Wiesbaden. Deutschlands Hockei-Nationalelf erkämpfte sich in Düsseldorf einen feinen Erfolg: vor 3000 Zuschauern wurde Holland mit 5:1 (3:1) geschlagen. Im Spiel der Damen siegte Deutschland in Hannover sogar mit 6:0 (0:0) über Hollands Vertretung. Deutscher Waldlaufmeister wurde Syring- Wittenberg vor Kohn- Berlin. Die Mannschaftsmeisterschaft fiel an den Hamburger AC. 3:1 (1:0). _ . ,, Gruppe Nordwest: in Bochum- Schalke 04 - VfL. Benrath 01 (0:0). in Hamburg: Tv. Eimsbüttel — Werder Bremen 128000*3uschauer wohnten am dritten Spieltag der Deutschen Fußballmeisterschaft den acht Cnd- pielen bei, gegenüber 118 000 am Zweiten und 84 000 am ersten Spieltag. Es ist also wachsen des Interesse der Fußballgemeinde festzustellen. Süddeutschlands Fußballlf schlug in Stuttgart von 30 000 Zuschauern Sudostfrank- reidi mit 6:1 (4:0) Toren. Von den sechs Treffern schoß der Saarbrückener Mittelstürmer Conen allein vier. Kreis Büdingen. * Büdingen, 22. April. Bei Kulturarbeiten in den f ü r st l i ch e n F o r st e n bei Büdingen legte eine Waldarbeiterin aus Rinderbügen beim Hacken eine Anzahl französische Silbermünzen frei, die im Waldboden vergraben lagen. Die Münzen weisen Jahreszahlen von 1726 bis 1790 auf, tragen die Bilder Ludwigs XV. und Ludwigs XVl. und sind ebensoaroß wie die alten deutschen Fünfmarkstücke. Der Forstdistrikt, in dem die Münzen gefunden wurden, war mit etwa 150jäh- rigem Buchenbestand bewachsen. Der Münzenfund wurde dem hiesigen Schloßmuseum zugeführt. * Nidda, 22. April. Ein vor einigen Tagen aus dem Nachbarorte Wallernhausen verschwundenes und — wie die Ermittlungen ergaben — nach Koblenz gefahrenes 29 Jahre altes Mädchen hat, nachdem ihre Rücksprache mit einem befreundeten jungen Manne nicht den erhofften Erfolg hatte, den. TodimRhein gesucht. Das Mäd- wurde bei Oberkassel in der Nähe von Bonn als Leiche aus dem Rhein gezogen. Kreis Alsfeld. N. Flen sunge n, 22. Avril. Freitag ereignete sich in unserem Dorfe ein Unglücksfall. Der Wagnermeister Hermann Wallenfels war an der Kreissäge mit Holzschneiden beschäftigt, als ihm ein schwerer Holzklotz, der von der Säge absprang, mit voller Wucht gegen die B r u st schlug. Für die Behandlung des Verunglückten, der sofort besinnungslos wurde, mußte ein Arzt zugezogen werden. Preußen. Äon 6 Ähr morgens an frische Brötchen Zur Förderung des Weizenabsatzes durch Hebung des Verkaufs von Weißgedäck hat die Reichsregierung durch Gesetz vom 26. März 1934 für die Zeit vom 1. April bis 30. September d. I. den Arbeitsbeginn in Bäckereien und Konditoreien bereits von 4.30 Uhr und für gewisse Vorarbeiten bereits von 4 Uhr an zugelassen. Um der getroffenen Maßnahme zur vollen Wirksamkeit zu verhelfen, hat — wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt — der preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit die Ortspolizeibehörden angewiesen, für die Dauer des Gesetzes die Abgabe von Backwaren jeder Art auch von offenen Verkaufsstellen bereits von 6 Uhr an zuzulassen. Kreis Wetzlar. * Rodheim a.d. Bieber, 23. April. Gestern abend ereignete sich hier unweit des Dorfes in der 8-Kurve ein Autounfall, der zum Ggück noch glimpflich verlief. Ein Personenwagen, der mit drei Erwachsenen und einem Kinde besetzt war, kam in der Kurve ins Schleudern und überschlug sich zweimal. Die Insassen erlitten glücklicherweise keine ernsteren Verletzungen und konnten nach Anlegung von Verbänden ihre Reise fortsetzen. Der Wagen mußte nach Gießen abgeschleppt werden. Kircbe und Schule. Kantate-Feiern am 29. April. EPH. Mit Unterstützung der Reichskirchenregie, gierung bereitet der Reichsverband für evangelische Kirchenmusik für den Kantate-Sonntag (29. April) einen Tag der evangelischen Kirchenmusik vor, an dem in allen evangelischen Gemeinden Kantate-Feiern durchgeführt werden. Es ist bei der Feier nicht an die Veranstaltung von Kir- Das 3. Hallen-Handball-Turnier, das die Gießener Turnerschaft am gestrigen Sonntag in der Volkshalle abhielt, gestaltete sich zu einem großen sportlichen und ideellen Erfolg. 41 Mannschaften von 30 Vereinen hatten Meldungen abgegeben, bie mit wenig Ausnahmen auch erfüllt wurden. Leider konnte die Mannschaft des Turnvereins Wetzlar nicht teilnehmen, die sicherlich als Gaumeister des Gaues XII Nordhesien die Kräfte Zusammenhalten will für die bevorstehenden schweren Kämpfe um die deutsche Meisterschaft. Die Spiele wurden in zwei Gruppen ausgetragen. Gespielt wurde zweimal sechs Minuten, die Verlierer schieden jeweils sofort aus, so daß die Sieger in Vorrunden, Zwischenrunden, Vorschluß- und Schlußrunden ermittelt werden konnten. Die Veranstaltung, die unter der Leitung der Spielwarte der beiden hiesigen Turnvereine, der Herren Strack und Becker, stand, erforderte sehr viel Vorarbeit, die mit aller Sorgfalt geleistet wurde. Das Turnier nahm einen reibungslosen Verlauf. Die Gießener Turnerschaft stellte erneut ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis. Die Wettkampfe begannen bereits am frühen Morgen. Die ersten Mannschaften traten bereits um 8 Uhr zu den Spielen an. Zunächst wurde die Vorrunde der Gruppe II bestritten. Auf den Verlauf der einzelnen Spiele einzugehen ist unmöglich. Schon am Vormittag hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden. Der Hauptteil der Veranstaltung wurde am Nachmittag bestritten. Die Entscheidungen fielen durchweg am Nachmittag. Schon gegen 14 Uhr hatten sich etwa tausend Zuschauer eingefunden. Besonders die Soldaten unseres Bataillons nahmen regen Anteil. Das Programm des Nachmittags hielt die Zuschauer über vier Stunden lang in Spannung. Großartiger Auftakt war der Einmarsch der teilnehmenden Mannschaften. Drei alte Turnerfahnen wurden vorausgetragen. Die Mannschaften im bunten Dreß boten ein farbenfrohes Bild. Beim Einmarsch in die Volkshalle sangen Turner und Sportler das Lied „O, Deutschland hoch in Ehren!". Der Führer der Gießener Turnerschaft, Turnbruder Deining hielt eine kurze Ansprache. Er begrüßte die Zuschauer und die teilnehmenden Mannschaften und gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß sich die Handballturniere der Turnerschaft unserer Stadt einer sichtlich steigenden Beachtung erfreuten. Die Gießener Turnerschaft sei stolz darauf, ein solches Turnier veranstalten zu können, und zwar besonders deshalb, weil sie selbst sich wesentlich dafür eingesetzt habe, daß diese Halle erbaut worden sei, in der nun auch der Handballsport ausgeübt werden könne. Gleichzeitig komme in dem heutigen Turnier auch der Wille zur Breitenarbeit zum Ausdruck, die in der DT. schon von jeher gepflegt worden sei. Mit dem Wunsche, daß die Kämpfe Jo ritterlich durchgeführt werden möchten, wie es bisher der Fall gewesen sei, und mit einem dreifachen „Gut- Heil!" auf die Deutsche Turnerschaft schloß der Redner feine Ausführungen. Bürgermeister Dr. Hamm als Vertreter der Stadtverwaltung hieß die Teilnehmer an diesem Turnier herzlich willkommen und sprach den Dank dafür aus, daß diese Halle zum Austragungsort gewählt worden fei. Der Wettkampf sei ein Mittel der Erziehung zur Mannhaftigkeit und zum Wehrwillen. Der Kampf sei ein Mittel nicht nur zur körperlichen Stärkung, sondern auch zur Förderung der Gemeinschaft innerhalb unseres deutschen Volkes. Alle Kraft werde auf ein gemeinsames Ziel hingelenkt. Unserem Führer und Volkskanzler aber müsse Dank dafür gesagt werden, daß er uns alle dazu berufe, in kleinem Rahmen am Aufbau und an der Erreichung großer Ziele mitzuwirken. Mit einem dreifachen „Sieg- Heil'" auf den Führer und Volkskanzler beschloß er seine eindrucksvollen Worte. Gemeinsam wurde sodann von allen in der Volkshalle Versammelten der erste Vers des Horst-Weffel-Liedes gesungen. Die Ergebnisse der Wettkämpfe: Gruppe 2. Vorrunde: Sp.-Dg. 1900 Gießen II — OSC. Gießen (3:1) 6:4. Tv. Klein-Linden — Tv. Hausen (0:2) 0:2. 2. Komp. 15. Jnf.-Regt. II — SA.-Sturm 34/116 (2:1) 4:2. Gießener Turnerschaft II — Tv. Garbenteich (2:3) 3:6. Tgde. Friedberg I! — Tv. Lang-Gons (2:0) 3:0. Tuspo. 1860 Marburg II — Tv. Hochelheim (1:2) 2:4. Tuspo. Nauborn — Tv. Heuchelheim II (1:0) 4:2. Tv. Pohl-Göns II — Tv. Wetzlar II (1:3) 2:6. Tv. Roth — Tv. Lollar (0:1) 0:4. Tv. Ruttershausen — Tv. Schupbach (1:0) 3:1. Tv. Gambach — Tv. Grüningen (0:2) 1:2. Gießener Turnerschaft III — Tv. Groß-Rechtenbach (2:2) 2:3. Tv. Krofdorf — Tv. Holzheim (für Krofdorf ge- 1 wonnen), 1 Tv. Lich — Tv. Lützellinden (0:2) 0:5. ’ Zwischenrunde: Landkreis Metzen. X Wieseck, 22. April. Heute mittag fand im dichtgefüllten Gotteshause die hier schon seit einigen Jahren eingeführte Feier der Aufnahmeder Kleinsten in die Schule statt. 62 Kinder, 30 Buben und 32 Mädchen, zogen, geschmückt mit Kränzchen und Sträußchen, in die Kirche ein. Zur Erinnerung an ihren großen Tag wurden die Kleinen nach dem Gottesdienst photographiert. — Vor einigen Tagen wurde der neue Ker ch eure ch n e r , der Direktor der Spar- und Darlehenskasse Wieseck, Karl Werner in fein Amt ein- gesührt. Lehrer Schneider hatte dieses Amt seit 1924 inne, das er mit großer Umsicht und Pflichttreue verwaltete. Er übernahm es damals von dem aus Wieseck scheidenden Lehrer i. R. Braune- well. wg. Großen-Buseck,22. April. Dieser Tage veranstaltete die Landesfilm st elle der NSDAP, im Saale des Gastwirts Wilhelm Wagner eine Filmvorführung. Am Nachmittag fand eine Vorstellung für Kinder, am Abend zwei Vorstellungen für Erwachsene statt. Alle Gliederungen der NSDAP., SA., SAR., NS.-Frauen- schaft und BdM. von Großen-Buseck und einigen Nachbarorten nahmen teil. Nach einem Film, der den Rückgang der Landwirtschaft vor der Erneuerung Deutschlands und dann deren Aufstieg unter der Hakenkreuzflagge zeigte, wurde der Hauptfilm „Der Sieg des Glaubens vom Nürnberger Parteitag 1933 aufgeführt. Der Bildstreifen, der das großartige Geschehen der Tage von Nürnberg in hervorragender Weise roiebergab, wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. — Der Sturm, der vor einigen Tagen auch über unser Dorf hinwegbrauste, richtete insbfonbere an einem neuerrichteten Maschinenschuppen eines hiesigen Schlossermeisters großen Schaden an. * Watzenborn-Steinberg, 23. April. Die 70jährige Witwe Marie Z a m m e r t von hier erlitt gestern einen schweren Unfall. Sie stürzte so unglücklich, daß sie einen Arm brach und sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. > Holzheim, 22. April. Bei der Haus- sammlung in der Opferwoche für die Innere Mission gingen hier 550 RM. ein. — Im hohen Alter von 84 Jahren starb hier dieser Tage der Landwirt Peter Z e i ß X. Kreis Friedberg. Gambach, 21. April. Der Dolksopfertag der Inneren Mission brachte hier einen gut« besuchten Feftgottesdienst. Pfarrer C h r i ft i a n legte seiner Predigt das Wort vom guten Hirten zugrunde. Bei der Feier wirkten die vereinigten Posaunenchöre mit. Außerdem fanden bei der Kirche, auf dem Kneiben und in Ober-Hörgern Platzkonzerte statt, zu denen sich zahlreiche Zuhörer einge- funben hatten. Die Spenbe für bie Innere Mission brachte in unserem Orte den erfreulich hohen Betrag von rund 500 Mark. Am Abend versammelte sich die Gemeinde zu einem ©emeinbeabenb in der Kirche. Nach dem gemeinsamen Gesang und nach der Begrüßungsansprache durch den Ortsgeistlichen sprach der örtliche Leiter der NSV., Lehrer O st h e i m e r. Es folgte bann ein Lichtbilder-Dortrag, in dem der Vortragende Pfarrer C h r i ft i a n die Hauptzweige der Tätigkeit der Inneren Mission vor Augen führte. — Der Schulaufnahme der ABC-Schützen ging ein Gottesdienst voraus, an dem sich die Kinder und deren Eltern zahlreich beteiligten. Das Wiederaufleben dieser alten schönen Sitte wurde allgemein begrüßt. Tv. Heuchelheim I — 2. Komp. 15. IR. I (0:2) 0:7, SS.-Sturm 2/IV/33 — Gießener Turnerschaft I (1:2) 1:3, Tgm. Friedberg I — Tuspo. Butzbach (1:0) 2:1. Zwischenrunde: Gießener Turnerschaft I — Tv. Pohlgöns I (3:2) 7:3, Spo. 1900 I — Tgm. Friedberg I (1:0) 4:0. Die Mannschaft der 2. Komp, kam durch Freilos in die Vorschlußrunde. Vorschlußrunde: Spv. 1900 Gießen — 2. Komp. (2:2) 4:2. Die Gießener Turnerschaft kam durch Freilos in das Entscheidungsspiel. Das Spiel der 1. Mannschaft der Spielvereinigung 1900 gegen die Soldaten war der rassigste Kampf des Tages. Entscheidungsspiel: Spv. 1900 Gießen I — Gießener Turnerschaft I 6:0 (3:0). Das Spiel und damit die Kämpfe in der Gruppe I nahmen einen überraschenden Ausgang. Allgemein hatte man mit einem Siege der Soldaten gerechnet. Es kam anders. Die Soldaten unterlagen überraschend gegen die Blauweißen und schieden dadurch aus. So mußten die 1900er nun der Mannschaft der Turnerschaft im Endspiel gegenübertreten. Der sich entwickelnde Kampf gestaltete sich sehr hart. Die Blauweißen legten mit ungeheurer Energie los, so daß die Turner kaum zu einem Aufbau ihres Spieles kommen konnten. Alle Bemühungen der Turner blieben vergeblich. Es blieb ihnen jeder Erfolg versagt. Die Blauweißen, heftig durch ihre Anhänger angefeuert, schossen ein Tor nach dem anderen. Mit 3:0 wurden die Seiten gewechselt. Auch nach dem Wechsel stand das Spiel im Zeichen der Blauweißen. Nachdem die Turner gar noch einen Mann verloren hatten, war an ein Aufholen nicht mehr zu denken. Das Spiel nahm keinen befriedigenden Verlauf. Leider erfuhr das Spiel durch bas Verhalten eines Teiles ber Zuschauer eine Trübung. Siegerehrung. Die Schiedsrichter Langsdorf (Friedberg), Weber und Schmidt (Butzbach), D r o l s b a ch (Garbenteich) und Michels, Müller und Se i b t (Gießen) walteten mit unbestechlicher Gerechtigkeit ihres Amtes. Das Schiedsgericht, das sich aus den Herren Fr. Seibert (Wetzlar), O. Bauern- s ch u b (Wetzlar) und P. Ritsert (Gießen) zusammensetzte, war dem Wettkampf eine zuverlässige Leitung. Den Abschluß des Tages bildete die Siegerehrung, die durch den Gau-Handballobmann Seibert (Wetzlar) im Schützenhaus stattfand. Den siegreichen Mannschaften wurden gerahmte Plaketten, den 2. und 3. Siegern prächtige Diplome als Andenken an das Turnier zuteil. Die Mannschaft des Siegers. Balser; Funke, Volkmann; Cremers; Schuler, Steines, Krüger. Davon Angehörige des hiesigen Bataillons: Gefreiter Funke (NZ.), Gefreiter V o l k m a n n (1. Komp.), Grenadier Cremers (1. Komp.), Schütze Steines (4. Komp.), Grenadier Krüger (1. Komp.). 2. Komp. II — Tv. Lützellinden (0:4) 3:5, Tv. Ruttershausen — 1900 Gießen (1:2) 3:6, Tgm. Friedberg II — Hochelheim (1:1) 2:1. Erste Vorschlußrunde: Tv. Krofdorf — To. Grüningen (2:0) 2:1, Tgm. Friedberg II — Tv. Lützellinden (0:3) 1:7, Spv. 1900 Gießen II — Tv. Groß-Rechtenbach (4:0) 6:2, Zweite Vorschlußrunde: Tv. Hausen — Tv. Krofdorf (1:0) 2:2 (für Krofdorf gewonnen), Tv. Lützellinden — Spv. 1900 Gießen II (3:1) 6:2. Entscheidungsspiel: Tv. Krofdorf — Tv. Lützellinden (1:4) 4:5. Das Entscheidungsspiel der Klasse II nahm einen prächtigen Verlauf. Die Lützellindener Turner vermochten sehr gut zu gefallen. Sie hatten bereits einen harten Kampf gegen die 1900er hinter sich, kämpften aber während dem ganzen Spiel mit ungebrochener Kraft. Ihre Angriffe wurden mit großer Wucht vorgetragen, waren aber nie übermäßig hart. In Krofdorf hatte die Mannschaft einen sehr guten Gegenspieler, der vor allem außerordentlich flink war. In der ersten Halbzeit dominierten die Sieger, während der zweiten Halbzeit kamen aber die Krofdorfer auf und ließen ihrem Gegner nur noch einen knappen Sieg. Gruppe 1. Vorrunde: Tv. Kirchgöns — Tv. Pohlgöns I (0:1) 1:2, Spp. 1900 Gießen I — Tuspo. Marburg I (4:0) 4:4 (für 1900 gewonnen). Landkreis Gießen. ien ein treffendes Bild des Führers und ro stück 1O Lichtspielhaus Gießen Zum1.Mai1934 2454 1' Vorher: Auserwählt.Belprogramm und Ufa-Ton-Woche. 24410 2458 D i-Würfeln eischb Vertreter: Dr.Geyer, Dr Mehl, Dr.Neumann- Spengel, Dr. Ploch echtfarbige Fahnenitofle, -Stangen, -Querstäbe, -Spitzen und -Kordel J.H.Fuhr Sonnenstr. 86 24-37 u Deutscher Eigenheimbau-Verband + Grünberg, 21. April. Jur Feier von Hitlers Geburtstag fand hier am Freitagabend ein großer Fackelzug der Parteiorganisationen statt, bei dem der Spielmannszug des Jungvolkes und eine starke Musikkapelle die Marschmusik stellten. Die eigentliche Feier fand dann im Saale des Gasthofes Beltrop statt. Nach dem Einbringen der Fahnen eröffnete Ortsgruppenleiter S p e n g - l e r die Versammlung. Propagandaleiter Harder betonte, daß die Geburtstagsfeier unseres Führers in schlichter Weise begangen werden solle. Die Ansprache hielt- Studienassessor Dr. F ü ß l e r , der den Dolkskanzler als Retter Deutschlands feierte, dem es gelungen sei, Nationalismus und Sozialismus zusammenzubringen. Propagandaleiter Harder überreichte dann Tierarzt Dr. Herdt, der die Mit- gliedsnummer 90 261 hat, das Ehrenzeichen der Alten Garde, wobei er ihn als Kämpfer in den Dörfern des Dogelsberges pries, der in uneigen- nüßiger Weise und unter schwierigen Verhältnissen tesdienst am 29. April bildet die Hauptfeker und wird überall — auch da, wo nur bescheidene Mittel zur Verfügung stehen — musikalisch besonders ausgestaltet werden. Er soll durch eine Turmmusik vorbereitet werden und mit einem Posaunenmissionsblasen auf öffentlichen Plätzen ausklingen. Die Reichskirchenregierung hat den Gemeinden empfohlen, die Kollekte der Kantate-Vesper dem Reichs- verband für evangelische Kirchenmusik zur Verfügung zu stellen. Spenden für die 7!SD. werden eingezahlt auf Konto Ar. 4513 bei der Bezirkssparkasse Gießen. Das ergötzliche Erlebnis eines blonden Wirbelwindes (Magda Schneider), der durch deutsches Land fahrt und aus zwei hartgesottenen Junggesellen zwei Heiratskandidaten macht. Oie Wartung zugeflogener Vögel. RDH. Im Frühling kommt es öfters vor, daß sich Jungvögel im Zimmer verfliegen, oder im Garten regendurchnäßt hilflos am Boden flattern. Was soll man da tun? Dor allem setze man Vögel, die am Boden kauern, auf einen Strauch oder Baum. Sie sind dort viel weniger Gefahren ausgesetzt. Sind die Alten in der Nähe, so werden diese sicher für die Jungen sorgen, besser als wir es könnten. Auch die im ZirNmer verflogenen Jungen setzt man in der Regel am besten wieder aus. Die Eltern nehmen sich ihrer sofort wieder an. Wenn die Tierchen verletzt sind, muß man versuchen, sie aufzufüttern. Zuerst setze man solche Tierchen in einen Käfig, wo sie sich zunächst Ftwas beruhigen können. Oft sperren sie nach 1 bis 2 Stunden schon verlangend die Schnäbel auf, wenn man sich ihnen nähert. Sind es Insektenfresser, erkenntlich am dünnen, meist langen Schnabel, so verfüttert man gewöhnlich vorher getötete Fliegen. Mit einer Pinzette gebe man dem Vogel die Nahrung ein. Wenn er den Schnabel freiwillig öffnet, ist das natürlich keine Kunst, man muß dann nur ja nicht zuviel auf einmal einführen wollen. Häufig will der Vogel aber nicht „sperren", dann muß er gestopft werden. Man Hirnnd ihn dazu sorgfältig in die Hand, ohne ihn zu drücken, und läßt nur das Köpflein zwischen Zeigefinger und Daumen durchgucken. Am Schnabelwinkel oder besser noch etwas gegen die Spitze zu versuche man nun sorgsam den Schnabel zu öffnen — besser geht es, wenn zwei sich Helsen — und schiebe das Futter gegen dem Schlund, meist schluckt dann der Vogel. Sorgfältig muß man darauf achten, daß die Nahrung nicht unter die Zunge gerät, oder durch die Pinzette der Schlund verletzt wird. Körnerfresser, am dicken, kurzen Schnabel erkenntlich, sperren in der Regel nicht. Als Stopf- futter eignet sich Brot in Milch aufgeweicht. Es gelingt aber hier viel seltener und erst bei großer Hebung, den Vogel durchzubringen. Verreise bis 16. Mal Dr. Wilhelm Klein Neuen Bäue 29,parterre Geschäfts-Drucksachen Rechnungen Brlefblltter Brlefumechlige bei Brühl. Schulstraße 7 SSSÄ«s. Achtung! Achtung! Die Arbeitsschlachl schafft weiteren Millionen volkrgenosien Arbeit und Brot. Die seit langem ungewohnte Arbeit kann Anlatz zu zahlreichen Un- glücksfällen werden!" Noch immer gibt et Unfälle, die für den einzelnen wie für das ganze Volk eine schwere seelische und wirtschaftliche Belastung bedeuten. Das sollte sich jeder von uns sagen, ganz gleich, wie er seine Arbeit verrichtet und auf welchem posten er steht. Das gilt für die Hausfrau, die bei ihren täglichen Verrichtungen mancherlei Gefahren ausgesetzt ist, das gilt für den Angestellten, wenn er ins Büro eilt, das gilt für den Unternehmer und jeden in einer Werkstatt Beschäftigten. Noch immer ist die größte Zahl aller Unfälle auf falsches und zum Teil leider auch auf leichtsinniges Verhalten des Verunglückten zurückzuführen, darum ist die Unfallverhütung vor allem auf die tatkräftige und dauernde Mitarbeit jedes einzelnen angewiesen. Beherzige das und handle nie leichtsinnig! Jetzt gibt es wieder Ehestands - Dedehe* und es kuMi geheiratet werden. Hausgerät Werdet fördernde Mitglieder der 66.! Der Sturmbann IV/33 der SS., Sitz Gießen, Polizeiamt, tritt zurzeit an unsere deutschen Volksgenossen mit der Bitte heran, fördernde Mitglieder der SS. zu werden und dadurch die schwarze Garde des Führers in ihrer Arbeit zu unterstützen. Alle deutschen Volksgenossen mögen dieser Bitte bereitwilligst Gehör schenken, denn die SS. ist auf die Hilfe der fordernden Mitglieder in hohem Maße angewiesen. Wer auf diese Weise unserem Führer hilft, hilft zugleich auch mit am Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes! Der monatliche Mindestbeitrag eines fördernden Mitgliedes beläuft sich auf nur 1 Mark, also ein Betrag, der für die meisten unserer Volksgenossen ohne Schwierigkeiten aufzubringen ist. Der Opferfreudigkeit sind nach oben hin natürlich keinerlei Grenzen gesetzt. Anmeldungen zum Erwerb der fördernden Mitgliedschaft werden von jedem SS.-Mann, ferner auf der Dienststelle des Sturmbanns IV/33 im Polizeiamt Gießen, Landgras-Philipp-Platz, jederzeit entgegengenommen. Hakenkreuz-Fähnchen Girlanden Hoheitszeichen zum 1. Mai liefert J. Weinert KG., Gießen NeuenwegÖ 2384D Fernruf 3615 schienen, so daß der Saal dicht gedrängt besetzt war. Bürgermeister Buß eröffnete die Feierstunde. Sodann schilderte Pg. Jung von der Kreisleitung in Gießen den Lebenslauf des Führers von seiner frühesten Jugendzeit bis zu jenem Tage, an dem der greise Feldmarschall dem unbekannten Gefreiten des Weltkrieges die Geschicke der deutschen Nation in die Hände legte. Pg. Jung erntete für seine vortrefflichen Ausführungen reichen Beifall. Mit dreifachem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland sowie mit dem Gesang des Horst-Wessel- und des Deutschlandliedes fand die denkwürdige Feier ihren Abschluß. Kreis Schotten. ■ Groß-Eichen, 21. April. Gestern abend fand in unserer Turnhalle ein Zellenabend statt. Infolge Verhinderung des Zellenwartes E. G r e i f eröffnete Pg. Pfarrer König die Versammlung und gedachte zunächst in einer Ansprache des G e - burtstages des Führers. Dann berichtete Propagandawart Pg. Hch. Becker über die Feier des 1 Mai. Oer Geburtstag des Führers Feiern in Oberheffen. Scheine bekommen Sie preiswert bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 3177a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Notier Zeichner für Apparatebau und Blechkonstruktionen mit konstruktiven Erfahrungen auf diesem Gebiet für sofort gesucht. Schrift!. Angebote mit Zeugnisabschriften, Lichtbild, Referenzen und Angaben der Ge- baltsanfvrüche erbeten unt. 2428V an den Gießener Anzeiger. für die Sache Adolf Hitlers gewirkt habe. Der Geehrte dankte und gab der Hoffnung Ausdruck, daß wahrer Nationalsozialismus auch bei allen denen Eingang finden möge, die ihn bisher noch nicht verstanden hätten. Mit dem Horst-Wessel-Lied schloß tue Feier. 00 Klein-Linden, 21. April. Zum G e - burtstag unseres Führersund Volks- kanzlers Adolf Hitler war unser Dorf mit den Fahnen des Dritten Reiches festlich geschmückt. Am Freitagabend verjammelten sich im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" alle Gliederungen der Partei und viele Einwohner, um gemeinsam in einer schlichten Feier den Geburtstag zu begehen. Aus der Bühne war das Bild des Führers, mit Blumen bekränzt, aufgestellt, den Saal schmückten die Symbole des Dritten Reiches. Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann begrüßte die stark besuchte Der- sammlung. Dann sprach der stellv. Kreisbetriebszellenobmann Hahn über das Thema „Was ist wahrer Nationalsozialismus?" Der Redner besprach zunächst den Marxismus und stellte diesem die Weltanschauung des Nationalsozialismus gegenüber. Nationalsozialismus sei es, wenn man sich mit der Tat für die große Idee einsetze, wenn man lebe nach dem Grundsatz „Gemeinnutz vor Eigennutz". Der Redner streifte die Kämpfe des deutschen Arbeiters um seine Anerkennung, berührte die neuerdings aufgeworfene „Kaiserfrage", die es für einen Nationalsozialisten überhaupt nicht gebe, behandelte die Saarfrage als urdeutsche Angelegenheit, anschließend die Bedeutung des Nährstandes, der Arbeitsfront, des Beamten 1m neuen Staat und das Winterhilfswerk. Jeder sollte seine Pflicht erfüllen und dem Führer Vertrauen schenken. Begeistert stimmten die Besucher in das „Sieg-Heil!" auf den Führer ein. Der Ortsgruppenleiter schloß mit dem Treugelöbnis für den Volkskanzler die Feier, die mit dem gemeinsam gesungenen Horst-Wessel-Lied ausklang. Zur Ausgestaltung der Feier trugen der Männergesangverein „Arion", geleitet von Ehrenchormeister Konrad Nikolai (Großen-Buseck), und die Nationale Sängervereinigung unter Leitung von Chormeister Groß (Wieseck) einige Ehöre vor. tn. Lang-Göns, 20. Avril. Von der hiesigen Ortsgruppe der NSDAP, war für eine schlichte Feier zum Geburtstag des Reichs- kanzlers Adolf Hitler einaeladen worden. In geschloffenem Zuge marschierten die SA. und die anderen Formationen der Partei unter Dorantritt der Kapelle des Motor-Sturms zur Turnhalle, die kaum alle Gäste fasten konnte. Nach einem einleitenden Marsch der Kapelle zeichnete der politische Leiter, Karl Wenzel, mit kurzen Strichen den Lebensgang von Adolf Hitler und hob dann beson- ders die Verdienste hervor, die sich der Dolkskanzler in der fünfvierteliährigen Regierungszeit um die Geschicke des deutschen Vaterlandes erworben hat. Im weiteren Verlaufe des Abends spielte die Kapelle schneidige Märsche, die Gesangvereine „Frohsinn", pnter der Leitung des ersten Führers, Karl F a b e r, und „Germania", unter Leitung ihres Dirigenten H a n ft e i n (Friedberg), trugen ie zwei Chöre vor, die allgemeinen Beifall fand-n. Außerdem gefielen die Darbietungen des BDM. mit Gedichtvorträgen, Snrechchören und Liedern, sowie die vorgetragenen Gedichte von Frl. Schwinn. Gemeinsam gesungene Volkslieder verschönten den Abend. > H o l z h e i m, 21. April. Am Geburtstag unseres Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler fand hier eine schlichte Feier im Saale des Pg. Sarnes statt. Die SA., SAR., SAR. I. NS.- Frauenschaft, BdM., Hitlerjugend, Jungvolk, Parteigenossen und viele andere Einwohner waren er« Briefkasten der Redaktion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) A. D.» Wieseck. Sie dürfen zur Abgrenzung längs Ihres Grundstücks selbstverständlich Stacheldraht verwenden. Sie müssen ihn aber so setzen, daß für die (Kleider der) Passanten keine Gefahr entsteht. Sonst machen Sie sich schadensersatzpflichtig. Ob Sie bis zur Grenze gehen können, richtet sich nach den örtlichen Umständen (Breite des Pfades usw.) Frau R., Lang-Göns. Um vollstrecken, also zum Beispiel pfänden zu können, müssen Sie Zahlungsbefehl nehmen, oder die Forderung einklagen. Auf Grund des vollstreckbaren Titels kann der Gerichtsvollzieher dann pfänden. Da der Gegner im 23er- zuge ist, können Sie ihm zur Bewirkung der rückständigen Leistungen eine angemessene Frist setzen und erklären, daß Sie nach fruchtlosem Ablauf zurücktreten. Einen Anspruch auf künftige Leistungen haben Sie dann nicht mehr, den Anspruch auf die verflossene Pacht behalten Sie natürlich. Dlenslog. Den 24 Avril 1934.14 Hör. sollen im „töroeiT. hier. Neuenweg 28. vezw. an Ort und Stelle (öetanntgnöe erfolgt in ovg. total), zwangsweise gegenSarzahiung versteigert roeröen: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Radios, Kastenschranke, Schreibmaschinen,Stoffe,l Motor, Klaviere, 1 Bohnermaschine, La- denkafsen,lHalspelz,lBandschleif- maschine mit Motor, 1 augenärztl. 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Euler gab in seinen Aus- ührunaen ein treffendes Bild des Führers und einer Kindheit, sowie Episoden und Ereignisse von einer Jugend, vorbei an dem erschütternden Erlebnis der Novemberreoolte 1918 bis zur Gründung des Dritten Reiches und der aufbauenden Arbeit darin. In kurzen Umrissen zeichnete der Orts- gruppenleiter dann nochmals ein Bild aus den Kampftaaen in Wieseck, wo eine kleine Gruppe Nationalsozialisten gegen eine Uebermacht von Gegnern stand und durch die sieghafte Idee unseres Führers diesen Kampf bestehen konnte. 8 Alt en-Buseck, 22. April. Zur Feier des Geburtstages unseres Führers fand im Garten der Wirtschaft Oppermann eine große Kundgebung statt, an der sich außer der hiesigen Einwohnerschaft die politischen Organisationen von Alten-Buseck, Rödgen und Trohe beteiligten. Ortsgruppenleiter Freund eröffnete die Kundgebung, worauf Pg. Michel (Gießen) zur Festrede das Wort ergriff. Er schilderte mit begeisterten Worten, wie heute das gesamte deutsche Volk in aufrichtiger Treue und herzlicher Dankbarkeit gegen unfern herrlichen Führer diesen Tag begehe. In unveränderlicher Bescheidenheit und Einfachheit schwebe ihm nur ein Ziel vor Augen, Deutschland und seine Bevölkerung glücklich zu machen. Stürmischer Beifall wurde dem Redner am Schlüsse seiner Ausführungen zuteil. Mit einem packenden Schlußwort des Ortsgruppenleiters Freund und mit dem Horst-Wessel-Lied fand die Kundgebung, die durch einige Chöre des Gesangvereins feierlich umrahmt wurde, ihren Abschluß. f- Treis a. d. Lumda, 21. April. Zu Ehren unteres Dolkskonzlers Adolf Hitler bewegte sich gestern abend ein Festzug, bestehend aus allen Formationen der NSDAP., vom ältesten Parteimitglied bis zum jüngsten Hitlerjungen, unter Dorantritt des Musikzuges der Lollarer Hitlerjugend durch die Straßen unseres Ortes. Auf dem freien Platz vor der Brücke hielt der hiesige Zellenleiter Euler eine packende Geburtstagsrede auf den Führer, die mit einem dreifachen „Sieg-Heil" schloß. Darauf zog man in den Saal von Will, wo der Leiter Anweisungen über die Feier des 1. Mai gab, u. a. auch über die Beflaggung sämtlicher Häuser mit Haken- kreuzfahnen. Erprobtes Rezept fflare mit Eierstich. Zutaten: 2 Gier, 2 Eßlöffel Milch, 1 Teelöffel Sutter, 1 Prise Satz, 4 Maggi s Fleischbrühwürfek, 1 Liter Wasser, feingehackte Petersilie. Zubereitung: Oie Eier mit der Milch, etwa# feingehackter Petersilie und einer Prise Salz verquirlen, in ein mit Sutter ausgestrichenes Töpfchen gießen und dieses 25-30 Minuten in kochend heißes Wasser stellen, bis die Fiüsllgkril erstarrt ifl, Dann die Form stürzen und die Masse mit dem Sunt- schneidemesser in zierliche Würfel schneiden. Maggi's Fleischbrühwürfet in einem Titer kochendem Wasser restlos auflösen und beim Anrichten in jeden Teller Fleischbrühe eine Anzahl Eierstichwürfei geben. Fahnenä chenkonzerten gedacht, sondern daran, durch Abhaltung von Choralsingstunden, Vespern und Liedandachten und durch organische Einfügung des Choralgesangs in den Hauptgottesdienst die Kirchenmusik ihrem wahren Wesen gemäß als einen festen Bestandteil des Gottesdienstes erscheinen zu lassen. Unter der Losung „Singet dem Herrn ein neues Lied!" sollen schon in der Woche nach Ostern Kantatesingstunden abgehalten werden. Die eigentliche Feier wird bann von eine Kantate-Vesper am Vor- abend des Festsonntags eingeleitet werden. Der Got- Eine Ledertasche schützt Ihren Photo-Apparat vor Staub und Wasser. Jeder Amateur braucht sie. 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