Donnerstag, 22. März 1934 184. Jahrgang Nr. 69 Erstes Blatt Ni Deutschland zur Arbeitsschlachi angeireien Aw6 Der Führer bei seiner Rede.- Der Ansturm wurde der Kraftverkehr vollmußte. Riesige Wagenaus den Feldern, und Hirnmelsrose stürmten AH AHl ESSE gart 145-21 schweren isere bet' Der Führer gibt das Zeichen zum degmn der Frühiahrsoffensive gegen die Arbeitslosigkeit. ?TEN ■5NER WEN starker Zustrom geltend, chließlich so gewaltig, daß rommen abgedämmt werden bürgen bildeten sich überall nus allen Richtungen der Die Menschen zur Baustelle. des Führers zu vernehmen. Auf den Autobahnen und sonstigen öffentlichen Arbeitsstätten sind die unübersehbaren Glieder dieser Arbeiterarmee aufmarschiert mit geschultertem Spaten und Pickhacken, den edlen Waffen des Friedens, und warten auf das Kommando zum Beginn der Arbeitsschlacht 1 9 3 4. Run sind Vertrauen und feste Sicherheit auch wieder auf dem Gebiete der Wirtschaft eingekehrt. Die Unternehmerschaft hat die großzügige Initiative der Regierung durch eine ebenso großzügige private Initiative ergänzt. Die Arbeiter - und Angestellten- schäft hat sich rückhaltlos in den Dienst des großen Aufbauwerkes gestellt und die ganze Nation verfolgt mit fiebrigem Interesse die einzelnen Abschnitte dieses grandiosen -wirtschaftlichen Gesundungsprozesses. Deutschland liegt heute in der Bekämpfung der Weltkrise in vorder st er Front. Die Mittel und Wege, die es zur Behebung der Not angewandt hat, werden im vermehrten Umfang heute von der Welt nachgeahmt. Das Jahr 1934 steht ausschließlich i m Zeichen der wirtschaftlichen Aufbauarbeit, nachdem wir im ersten Jahre unserer Macht die politischen Vorbedingungen geschaffen haben. Das neue Reich, in dem wir schaffen und leben können, ist das Werk des Führers. Ihm senden wir unsere brüderlichen Grüße entgegen. Er grüßt die Nation. Beide sind eins geworden im Kampf um Deutschlands Wiederauferstehung. Inzwischen geht der Führer hin an den rechten Rand der Straße, wo unter Schutzdächern die großen Pläne aufgestellt sind, die das zukünftige Straßennetz zeigen und wo Modelle und Aufrisse der einzelnen Baustellen besichtigt werden. Generalinspekteur Todt weist darauf hin, daß auf der im Bau befindlichen Stelle allein 2700 Mann tätig sind und sich diese Zahl auf dieser Baustelle allein noch stark erhöhen wird. In diesem Augenblick kommen die neuen L a st k r a f t - wagen der Reichsbahn, Dreiachser mit Schwingachsen, heran, fahren über Wälle und Gleise und führen die Leistungsfähigkeit des deutschen Lastwagenbaues vor: geländewendige Lastkraftwagen, die jedes Hindernis bewältigen. Arbeiter werden dem Führer vorgestellt und eine Aeußerung des Führers kennzeichnet knapp und präzis die Bedeutung des Werkes: „Wie lange hätte das wohl gedauert, wenn ein Parlament über dieses Werk hätte bestimmen müssen? Man wäre sich in zehn Jahren nicht einig geworden!" Und noch ein Wort: „Auch die er st en Vorkämpfer für die Eisenbahn wurden von manchen Leuten für Narren gehalten". Gesang klingt nun auf: „Brüder in Zechen und Gruben, Bruder hinter dem Pflug". Die Arbeiter singen das Lied der Arbeit. Der Führer besteigt die Lore, um seinen großen Appell an die deutsche Nation zu halten. Aus der Baustelle ind viele tausend Arbeiter mit Hacke und Spaten :iufmarschiert. Lorenzüge, beladen mit Sand, stehen )ia, auf einem anderen Gleis eine Reihe von Feld- d ahnlokomotiven. Eine Baulore trägt das aus rohen i Brettern zusammengezimmerte Pult, von dem aus der Führer spricht. Zahlreiche Persönlichkeiten haben fach an der Baustelle eingefunden. Man sieht u. a. Vizekanzler von P a p e n , die Reichsminister Dr. Goebbels, Schmitt, Seldte, Blom- c erg, Reichsjustizkommissar Dr. Frank, Reichs- latthalter General Ritter von Epp mit dem 11 ayrischen Staatsminister, Generalinspekteur Todt, ter die Führung auf der Baustelle übernimmt, den s Stabsleiter der PO. Dr. Ley, die Reichsleiter Schwarz, Fiehler, Buehler, Alfred Rosenberg, Grimm, Amann, Obergruppenführer Huhnlem. UL oo'N ' EM 11 Deutsche Volksgenossen und -genossinnen! Meine deutschen Arbeiter! Ich glaube nicht, daß jemals eine Regierung eine schlimmere Erbschaft übernommen hat als wir am 30. Januar 1933. Seit der Revolte des November 1918 war unser Volk Schritt für Schritt dem Untergang entgegengeeilt. Alles, was dieser geraden Linie in das Verderben zu widersprechen schien, erwies sich nach kurzer Zeit stets als Trugschluß und Täuschung. Jede schwache Frühlingsbelebung wurde von den Regierungen als Erfolg gepriesen und war doch immer wieder nur eine Station im Wechsel der Konjunktur eines dem Zusammenbruch entgegentreibenden Systems und seiner Wirtschaft. Ueber sechs Millionen Deutsche hatten keinen Verdienst. Das heißt aber praktisch, daß je zwei in Arbeit stehende deutsche Menschen einen dritten mit zu ernähren hatten. Dazu kam aber als allerschlimmstes das Fehlen jeglichen Vertrauens in eine Wandlung dieser Zustände. In trostloser Verzweiflung stierten die Millionenmassen unserer, vom wirtschaftlichen Unglück verfolgten deutschen Menschen in die graue, leere Zukunft. So stand das Schlimmste bevor, als wir am 30. Januar des ver- aangenen Jahres nach 14jährigem opferreichen Kampf gegen die Zerstörer unseres Reiches und Volkes endlich die Macht erhielten. Wenn wir heute am Beginn des zweiten Jahres-Angriffs gegen die deutsche Wirtschaftsnot vor die Nation hintreten, können wir trotz aller Kritiker und Besserwisser auf Leistungen Hinweisen, die diese selbst vor einem Jahre noch als unmöglich erklärten. Wie aber wurde das möglich? Dies waren die Ueberlegungen, die uns damals beherrschren und die Entschlüsse, die wir faßten und verwirklichen wollten: Denn in der Zeit eines so grauenhaften allgemeinen und besonders wirtschaftlichen Zusammenbruches eine staatliche Umwälzung vorgenommen wird, darf sie unter keinen Um- ständen z u einem Chaos führen. Wenn wir heute überhaupt mit vertrauen in die Zukunft blicken dürfen, bann nur, weil es uns dank der Disziplin der Nationalsozialistischen Partei, ihrer Kämpfer und Anhänger gelungen war, eine der größten Umwälzungen der Weltgeschichte planvoll und geord- n e t durchzufuhren. Es ist ein größerer Ruhmestitel, eine Welt beseitigt zu haben, ohne die Begleiterscheinungen eines alles verzehrenden Feuerbrandes, als eine Revolution in das Chaos und damit in die Selbstvernichtung zu führen. Das deutsche Volk aber hat uns nicht gerufen, um von uns erst recht in den Tod gestoßen zu werden, sondern um den Weg zu finden, in ein neues und besseres Leben. Die Disziplin der nationalsozialistischen Revolution war damit die Voraussetzung für das Gelingen der politischen und wirtschaftlichen Rettungsaktion unserer Bewegung. Die innere Stabilität eines Regiments wird stets zur Quelle des Vertrauens und der Zuversicht eines Volkes. Die Kühnheit der Pläne einer Staatsführung erhält damit erst die analoge Kühn- heit der Bereitwilligkeit zu ihrer Ausführung unv Durchführung. Es ist ein Irrtum, zu meinen, daß eine Regierung allein das Wunder einer Erneuerung vollbringen könne. Es muß ihr gelingen, das Volk in den Dienst ihrer Mission zu stellen. Die ewigen Pessimisten und die grundsätzlichen Nörgler haben noch kein Volk gerettet, wohl laber zahlreiche Völker, Staaten und Reiche zerstört. »Wir waren daher entschlossen, uns nicht um sie zu lieber ein Gewirr von Gleisen schreitet der Führer auf die Baustelle, begrüßt Mitarbeiter und Mitkämpfer und nimmt die Meldung des Generalinspekteurs Todt entgegen. Weit im Rund stehen und sitzen viele Tausende von Arbeitern, in den schwieligen Fäusten Hacken und Spaten. Daneben sind große Abteilungen des Arbeitsdienstes aufmarschiert Riesige Tannen säumen den Hintergrund und geben ihm einen wuchtigen Abschluß. Punkt 11 Uhr heulten die Sirenen der Feldbahnlokomotiven. Der Badenweiler Marsch braust über das Feld. Dann nimmt Gauleiter, Staatsminister Wagner, das Wort zur Begrüßung des Führers. Das von ihm ausgebrachte Sieg-Heil auf den Führer wird von der Menge jubelnd ausgenommen. Der Führer nimmt bann bie Blähungen entgegen. Generalinspekteur Todt richtete dabei folgende Worte an den Führer: „Mein Führer! Am 23. September 1933, vor einem halben Jahre, haben Sie, mein Führer in Frankfurt a M. Befehl gegeben, dieses gigantische Werk der Reichs auto- b a h n in Angriff zu nehmen. Das vergangene Winterhalbjahr wurde benutzt zur Vorbereitung der Arbeiten Am heutigen Tage, zu Beginn des Arbeitsjahres 1934, sind in Deutschland 12 große Bauabteilungen eingerichtet, in denen insgesamt 1000 Kilometer dieser Bahn in Angriff genommen worden sind. Weitere 500 Kilometer werden am heutigen Tage für die Bauinangriffnahme freigegeben. 1 5 000 Arbeiter stehen heute, wo das Arbeitsjahr erst anläuft, auf den Baustellen der Reichsautobahn Sie haben ihre Arbeitskameraden hierher geschickt, um an dieser Feier teilzunehmen. (Bei der Anführung der einzelnen Städtenamen melden sich die Abordnungen der dortigen Arbeiterschaft mit einem lauten „Hier!") Ich melde daß noch in diesem Jahre die Fertigstellung der ersten Teilstrecke vollendet sein wird. Die Reichsautobahnen sind das erste große Werk, das in dem nationalsozialistischen Deutschland unternommen werde. Diese Straßen, die wir die Straßen unseres Führers Adolf Hitler nennen, müssen dem nationalsozialistischen Reich für alle Zukunft Ehre machen. Dafür zu sorgen, dafür sich restlos einzusetzen, gelobe ich mit all denen, die mit mir an diesem Werke, ihrem Werke arbeiten!" Anschließend sprach der Vertreter der deutschen Arbeitsdienstlager: „Mein Führer! Ich melde, daß am heutigen Tage im Reich 130 Arbeitsdienstlager neu in Dienst gesetzt werden. Von den Arbeitsdienstlagern wird die Durchführung der Kultivierung von 280 000 Hektar Moor- und Oedland in Angriff genommen werden Außerdem werden 180 Kilometer Wasserlauf korrigiert." Nun schritt der Führer die Baustrecke ab, während Reichsminister Dr. Goebbels zu der angekündigten Rundfunkansprache das Wort nahm. Der Reichspropagandaminister spricht im Rundfunk. 1934 im Zeichen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus Dr. Goebbels erinnerte daran, daß heute vor einem Jahr in Potsdam der „Tag der nationalen Ehre" gefeiert worden fei. Ebenso wie am 30. Januar d I. das einjährige Bestehen des nationalsozialistischen Regimes nicht mit pomphaften Fackelzügen, sondern mit einer großangelegten Hilfsaktion begangen worden fei, so wollen wir heute weniger ein Fest feiern, als eine Schlacht aufs neue aufnehmen, die wir im verflossenen Jahre teils in offensiven, teils in defensiven Kämpfen tapfer durchgefochten haben. Denn vordringlichste Pflicht einer volksverbundenen Regierung ist es, den Massen Arbeit und Brot und einen sozialen Lebens st and zu geben, der der Kulturhöhe der deutschen Nation entspricht. In ganz Deutschland stehen nun Zehntausende und Zehntausende von Arbeitern und Angestellten, die heute wiederum in den Produktionsprozeß eingeschaltet werden, um die Parole Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erschein: täglich, außer jMf Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte A . ▲ ▲ La A A A ▲ AÄ AM M A A ▲ ▲ AA bis8'/,Ul)rbes$ormntags Gienener Familienblätter Ä Grundpreise für 1 mm hohe Heimat im Bild Die Scholle ■ ■ M M W W W M ■ ▼ W ■ ■ M || || ■ für Anzeigen mm Ujit hr IIPI 21114PliltTI swJ’s’tS ää®"- : s 4Cz IVIIVIIV 4 44IIIV IW&V 4 «WLM« Auch bei Nichterscheinen ■ A V Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern Stellen-, Vereins-, gemein- infolge höherer Gewalt nühige Anzeigen sowie em- k?" General-Anzeiger für Oberhessen WWW richten: Anzeiger Gießen tz ö I I ff behördliche Anzeigen 6 Rpf. DofHAedfonto- Vereins- u.Iageshalenber Sranifutt am mala'liess Druck und Verlag: vrühl'sche Uniorrfitätsvuch- und Steindruckerei,R. Lange in Siesten. Schristieitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 im T-xtt-ii 12 Rpst i- mm Nie Fahrt des Führers. Um 10 Uhr stehen vor der Wohnung des Führers einige Kraftwagen. Gegen 10.30 Uhr erscheint d e r F ü h r e r mit feiner Begleitung. Inzwischen ist der Reichsführer der SS. Himmler ein- zetroffen, kurz vorher Reichspreffechef Dr. Diet - r i ch und der Adjutant Gruppenführer Brückn e r, ferner Oberführer Schaub, der Sekretär des Führers. Kurz nach 10.30 Uhr setzten sich die Wagen in Beroegung, und die Fahrt ging hinaus nach Unterhaching zur Autobahnbaustelle, wo am Bahnhof eine Abteilung SS., sämtliche Vereine des Dorfes mit Musikkapellen, an der Schule die Schulkinder, HI. mb BdM. mit ihren Wimpeln Aufstellung genommen hatten Taufende von Menschen waren in den Straßen und auf den Anmarschwegen zur Baustelle, ,ier und da Menschengruppen. Von weitem zeigen Hie hohen Fahnenmaste den Zug der Reichsauto- *ahn an. Trauer: d KiodC ärz I934' 4ärz. nact hen Der Führer mit feiner Begleitung (in der Mitte ®e"erateettor11 er' weiter nach links Vizekanzler 0 0 n P a p e n) an der Arbeitsstelle Unterhaching. Eine Völkerwanderung nach Unterhaching. Rege Anteilnahme der Münchener Bevölkerung. München, 21. März. (DNB.) Auch dem Heuligen bedeutungsvollen Tage des Beginns der neuen deutschen Arbeitsschlacht ist das schöne Vorfrühlingswetter der letzten Tage treu geblieben. 3n den Straßen Münchens, die zahlreich tmit Transparenten geschmückt sind, welche auf die -Bedeutung der Arbeitsschlacht Hinweisen und in Lenen die Fahnen des neuen Deutschlands in der iFrühlingssonne flattern, konnte man schon von der «achten Morgenstunde an einen gesteigerten Verkehr wahrnehmen. Zahlreiche Omnibusse brachten ihre Insassen zu der wenige Kilometer ckußer- t)alb des Stadtgebietes liegenden Baustelle der Reichsautobahn Münche n—L a n - desgrenze bei Unterhaching. Insgesamt waren an dieser Baustelle, die mit Ausnahme von Hitlerfahnen absichtlich im werktäglichen Arve i t s k l e i d belassen worden ist, angetreten 2700 Mann Münchener Belegschaft der Reichsautobahn selbst. Ferner als Vertreter der übrigen 12 Reichsautobahnen tn Deutschland je ein Hilfsarbeiter, ein Maschinist und ein Facharbeiter. Weiter hat die Reichsbahn cn sechs Sonderzügen 5 0 0 0 Arbeiter der Deutschen Arbeitsfront an Ort und Stelle gebracht. Außerdem sind 2 0 0 0 Mann des Arbeitsdienstes in Unterhaching angetreten. Endlich sind Abordnung en sämtlicher Münchener Industriebetriebe an der Reichsautobahnstrecke zugegen. Besonders erfreulich ist, daß durch die Bemühungen des „Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps" auch zahlreiche Arbeitslose aus München an die Baustelle gebracht werden konnten. Auch aus der Münchener Bevölkerung machte sich schon am Vormittag ein Jl rid)t- kümmern, sondern mit denen zu rechnen, die unverzagt bereit sind, mit uns den Kampf für die deutsche Wiederauferstehung aufzunehmen und durchzuführen. Wir waren überzeugt, daß die Rettung des deutschen Volkes ihren Ausgang nehmen muß von der Rettung des Bauernstandes. Denn wenn irgend ein anderer Mensch seine Dienststelle verlassen muß oder selbst sein Geschäft verliert, so kann er eines Tages einen neuen Platz wieder finden, durch Fleiß und Tüchtigkeit ein neues Unternehmen gründen. Der Bauer aber, der erst einmal seinen Hof verloren hat, ist meist für immer verloren. Wehe aber, wenn in einem Volk dieser Stand vernichtet wird! Jede Not kann man leichter meistern, eine allein kann ein Volk zugrunde richten: Sowie die Broternährung fehlt, hören alle Experimente und alle Theorien auf. Die Bitte um das tägliche Brot ist nicht umsonst eingeschlossen in das Gebet der Christenheit. Der Kampf zur Rettung des Mittelstandes ist in erster Linie mit ein Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Millionen Menschen haben Bedarf an Kleidung, an Schuhen, an Wohnung, an Einrichtung und an Nahrung, und Millionen andere möchten arbeiten und »nächten schaffen. Die einen können ihren Bedarf nicht befriedigen, und die anderen finden keine Möglichkeit zur Herstellung dieses Bedarfs. Die Vorsehung hat uns als intelligentes Volk geschaffen. Wir sind fähig, die größten Probleme zu lösen. Unser Volk ist fleißig und gewillt zu jeder Arbeit. Der deutsche Ingenieur und Techniker, unsere Physiker und Chemiker, sie gehören zu den Bahnbrechern auf dieser Welt. Der deutsche Arbeiter wird von keinem anderen übertroffen, und uns soll es nicht möglich sein, dem einen Arbeit zu beschaffen, um die Not der anderen zu beheben? Wir sollen dazu verdammt sein, daß Millionen Menschen keine Gebrauchsgegenstände und Lebensgüter schaffen können, die Millionen andere benötigen? Wir werden dieses Problem lösen, weil wir es lösen müssen. Das deutsche Volk der Zukunft soll keinem seiner Bürger Renten für ' das Nichtstun geben, aber jedem die Möglichkeit, durch redliche Arbeit sein eigenes Brot zu verdienen und so mitzuhelfen und beizutragen zur Erhöhung des Lebensstandards aller. Denn keiner kann etwas verbrauchen, was nicht andere mit ihm geschaffen halben. Wir aber wollen, daß unser Volk in allen seinen Schichten in seinem Lebensstandard emporsteigt, und wir werden daher dafür sorgen müssen, daß die Voraussetzungen hierzu sich in unserer Produktion verwirklichen! Wenn es gelingt, 5 Millionen unserer Erwerbslosen einer praktischen Produktion zuzuführen, dann heißt dies, daß wir die gesamte Konsumkraft des deutschen Volks zunächst monatlich um mindestens 400 Millionen, das sind im Jahr über 5 Milliarden, st ä r.k e n. In Wirklichkeit wird das Ergebnis aber noch höher sein. Eine ungeheure Aufgabe, deren Lösung gegenüber alles andere zurückzutreten hat! Wir waren uns klar, daß die Einkommensverhältnisse im einzelnen traurige sind. Allein das Einkommen ist letzten Endes das Auskommen, und das Auskommen eines Volkes wird bestimmt durch die Gesamtsumme der von ihm produzierten und ihm daher zur Verfügung stehenden Lebens- g ü t e r. So sehr wir daher den festen Entschluß haben, die Konsumkraft der Masse im Rahmen der Steigerung unserer Gesamtproduktion zu heben, so sehr ist unsere heutige Aufgabe nur darauf gerichtet, auch den letzten Mann in diese Produktion zu bringen. Ich bin glücklich, daß der deutsche Arbeiter trotz der zum Teil geradezu unmöglichen Lohnsätze dies begriffen hat. Es ist aber traurig, daß manche Unternehmer der gleichen Frage verständnislos gegenüberstehen, anscheinend in dem Glauben, der heutigen Epoche der Wiederankurbelung der deutschen Wirtschaft in einer besonderen Dividenüenhöhe Ausdruck verleihen zu müssen. Wir werden von jetzt ab jeden Versuch, diese Steigerung herbeiführen zu wollen, mit allen und den entschlossensten Mitteln gegenüberzutreten wissen. Die Mutfitting her Mrlschast durch die Maßnahmen der Reichsregierung. Wir haben begonnen, die Wirtschaft auf der einen Seite von den Theorien frei zu machen und auf der anderen Seite aber auch von dem Wust drückender Verordnungen, ein- engenber Bestimmungen, über deren Richtigkeit oder Unrichtigkeit man sich gar nicht streiten kann, weil zunächst auf alle Fälle die Wirtschaft darunter erstickt wird. Wir haben weiter die Produktion Schritt für Schritt von jenen Belastungen zu befreien versucht, die als unvernünftigste Steuerverordnungen das wirtschaftliche Leben abwürgten. Wir haben hier auf einem Gebiet, dem" der Motorisierung, vielleicht den größten und durchschlagendsten Erfolg erzielt, auf zahlreichen anderen kaum weniger bedeutungsvollere. Wir waren weiter entschlossen, grundsätzlich an die Wirtschaft keine Geschenke mehr auszuteilen, sondern alle verfügbaren Mittel nur für d i e praktische und produktive Arbeitsbeschaffung zu verwenden. Der intelligente, tüchtige und ordentliche Wirtschaftler wird sich dabei betätigen können; der faule, unintelligente ober gar unorbent-1 liche unb unehrenhafte soll zu Grunbe gehe.n. Die Mittel, bie ber Staat mobil zu machen vermag, finb als praktische Befruchtung für bie Produktion eingesetzt unb bamit nützlich angelegt. Die Initiative, die dabei der Staat ergriff, hatte immer nur den Zweck und die Absicht, die wirtschaftliche private Initiative zu erwecken und damit das wirtschaftliche Leben langsam wieder auf eigene Füße zu stellen. 21m der künftigen Verkehrsentwicklung großzügig die Voraussetzungen zu sichern, wurde das Riesenwerk der neuen deutschen Reichsauto st raße projektiert und begonnen. Wir haben darüber hinaus aber versucht, eine bessere soziale Ordnung herbeizuführen, indem wir u. a. auch durch staatliche Maßnahmen die Bildung neuer Ehen in gewaltigem Ausmaße ermöglichten, und damit unzählige Mädchen aus der Produktion nahmen, in die Familie und in das heim zurückführten. Alles das war aber nur möglich durch die Siche- rung unferer Währung, denn nicht durch leichtsinnige Experimente haben wir diese Maßnahmen ermöglicht, im Gegenteil: in derselben Zeit ist es uns gelungen, die finanzielle Lage des Reiches, der Länder und der Kommunen entscheidend zu bessern und in Ordnung zu bringen. Das Ergebnis dieser Tätigkeit kann in einem Sah zusammengefaßt werden und in ihm die Rechtfertigung erfahren: lieber 2,7 Millionen Erwerbslose sind im ersten Arbeitsjahr der nationalsozialistischen Volks- und Staatsführung wieder in die Arbeit und damit in die Produktion gebracht worden. Schafft Arbeit unb damit Brol unb Leben! Für den deutschen Arbeiter der Stirn und der Faust beginnt nun heute am 21.März der neue Kampf. An die Spitze möchte ich wieder stellen die Forderung des vergangenen Jahres: Kampf gegen die Arbeitslosigkeit! S ch a fft Arbeit und d a - m i t Brot und Leben! Möge jeder in Deutschland begreifen, daß nur eine wahrhaft sozialistische Auffassung dieser Gemeinschaftsaufgabe ihre Lösung ermöglicht. Möge sich jeder über seinen Egoismus erheben und seine Ichsucht überwinden. Lohn unb Divibenbe, sie müssen, so schmerzlich es in diesem ersten Falle auch sein mag, zurücktreten gegenüber der überlegenen Erkenntnis, daß wir e ift bie Werte schaffen müssen, bie wir dann zu verzehren gedenken. Möge besonders jeder Unternehmer begreifen, daß die Erfüllung der uns wirtschaftlich gestellten Aufgaben nur möglich ist, wenn sich alle in den Dienst dieser Aufgabe stellen, unter Hintansetzung ihrer egoistischen Eigensucht; mögen sie aber weiter einsehen, daß ein Scheitern an dieser Aufgabe nicht etwa einige Millionen neue Arbeitslose bringen würde, sondern das Ende und den Zusammenbruch unserer Wirtschaft und damit vielleicht des deutschen Volkes. Das Niesenprogramm der nationalen Arbeitsbeschaffung benötigt zum Teil viele Monate, um vom Projekt xur Verwirklichung zu reifen. Wir haben ein Beispiel in den Reichsautostraßen. Schon in diesem Jahre werden rund zwei Drittel Milliarden Reichsmark der Verwirklichung dieses Werkes dienen. So aber sind allein im vergangenen Jahr für das Jahr 1934 Arbeitspläne vorbereitet worden, für deren Durchführung weit über eine Milliarde Reichsmark veranschlagt und fichergestellt finb. Parallel bamit werben gewaltige Summen ange- wenbet für bie Ermäßigung produk- tionstötenber Steuern. Rund 300 Millionen Steuergutscheine kommen der nationalen Wirtschaft in diesem Jahre zugute. Um weiteren 200 000 Mädchen den Eintritt in die Ehe zu ermöglichen, werden rund 150 Millionen Mark für Ehestandsdarlehen bereitgestellt. Umgekehrt soll die Zahl der Hausgehilfinnen eine Steigerung erfahren durch nicht minder große staatliche Maßnahmen. Gewaltige Millionenbeträge werden zu Abgabesenkungen dienen, sowie zur Senkung der landwirtschaftlichen Grundsteuer. So gewaltig die nötigen Mittel find, so können und werden sie nicht aus der Notenpresse kommen. Eine Inflation nach Art der Novemberregierung ist für uns undenkbar. Alle lausenden Ausgaben werden aus dem ordentlichen Etat bestritten. Dauernde Anlagen werden zu gegebener Zeit aus dem Anleiheetat finanziert. Um diese Mittel zu beschaffen, ist das Vertrauen des Volkes und die Hilfe der Sparer die allererste Voraussetzung. Wir können mit Genugtuung feststellen, daß sich im abgelaufenen Iahre die Spareinlagen allein um rund eine Milliarde in Deutschland erhöht haben. Es ist uns weiter gelungen, die festverzinslichen Werte in ihrem Kurse so zu steigern, daß damit eine Senkung des Zinsniveaus praktisch eintrat. Wir werden auch in der Zukunft forkfahren, die Schuldenlasten zu erleichtern, die Kapitalbildung zu fördern, und wir werden uns dabei keiner Mittel bedienen, die irgendwie die Achtung vor Eigentum oder Vertragsrechten hintanfehen. Das Vertrauen der deutschen Sparer wird auch in Zukunft von der Regierung durch keinerlei willkürliche Eingriffe und durch keinerlei leichtsinnige Finanzgebarung enttäuscht werden. Wir schützen den Ertrag jeder ehrlichen Arbeit, redliche Ersparnisse und redliches Eigentum. Allein, etwas ist nötig zum Gelingen dieses großen Werkes, nämlich bie gemeinsame Zusammenarbeit aller unb bie Hilfe eines jeben einzelnen. Wenn sich aber 40 Millionen erwachsene Menschen einem einzigen Willen verschreiben unb einen Entschluß zur Tat werden lassen, bann kann aus dieser unermeßlichen Kraft nichts anberes als ber Erfolg kommen. Wir stehen heute wieder vor einem symbolischen A k t, meine deutschen Arbeiter. Die Frühjahrsschlacht gegen die Not unserer Arbeitslosigkeit hat begonnen. In der Stunde, in ber wir hier vereint sind, wird im Norden des Reiches, in Niederfinow ein Riesenwerk deutscher Jngenieurkunst und deutscher Arbeit und Schaffenskraft der Benutzung übergeben: das größte Schiffshebewerk der Welt. Sie find hier angetreten an der Baustelle eines der gewaltigen neuen Straße n z ü g e, die bestimmt sind, der deutschen Wirtschaft neue und modernste Verkehrswege zu geben. Gewaltig ist dieser Plan unb symbolhaft für bie Größe ber uns gestellten Aufgabe. Die Regierung hat bas Werk erbacht unb beschlossen. Ingenieure, Vermessungsbeamte, Baumeister und Konstrukteure schaffen die Vorarbeiten, eine Armee von deutschen Arbeitern wird es verwirklichen. Sein Nutzen aber njtrb allen Deutschen zugute kommen. Daran wollen wir denken, die uns das Schicksal bestimmt hat, an diesem Werke mitschaffen zu dürfen, ganz gleich an welcher Stelle, denn es ist ein schö- nes Bewußtsein, an einem Werke mithelfen zu dür- fen, bas nicht den Interessen eines einzelnen dient unb nicht im Besitz des einzelnen ist, sondern allen gehört und viele Jahrhunderte lang allen dienen wird. Ich weiß, meine Arbeiter, daß Worte und Reden verhallen und die Mühe und Plage bleibt. Allein, es ist auf der Welt noch nichts vorn Himmel gefallen. Aus Sorgen und Mühen er- wächfl das Leben. Und wenn wir uns heute sorgen, um Millionen Menschen wieder Arbeit und verdien st zu verschaffen, dann wird unsere Sorge morgen fein, ihre Konsumkraft 3 u erhöhen und ihren Lebensstandard zu verbessern. Nichts aber werden wir erreichen, wenn wir nicht mit zusammengebissenen Zähnen unsere ganze Kraft immer auf eines konzentrieren mit dem Entschluß, die nächste Ausgabe dann genau so anzupacken. Möge endlich die Einsicht der anderen Völker und ihrer Staatsmänner begreifen, daß der Wunsch und Dille des deutschen Volkes und seiner Regierung kein anderer ist, als inFreiheit undFrieden mitzuhelfen amAufbau einer besseren Welt. So wollen wir denn mit dieser großen Gemeinschaftsleistung die neue Arbeitsschlachk des Jahres 1934 beginnen. Das Ziel ist uns gesetzt. Deutsche Arbeiter fanget anl Triumphfahrt nach München. Tausende huldigen dem Führer. Nach ber von stürmischem Beifall ber Versammelten aufgenommenen Rebe des Führers werben ihm abermals Arbeiter vorgestellt, nachbem ihm schon vorher Aborbnungen sämtlicher Baustellen ber Reichsautobahn gemelbet worben waren. Bei ber Rückfahrt besichtigte der Führer noch den Hilfszug Bayern, der an der Fahrstraße aufgestellt worden war und sprach dem Schöpfer des Hilfszuges seine große Anerkennung für das Werk aus Die Rückfahrt nach München war eine wahre Triumph fahrt. Spontan waren viele Tausende auf die Straße gegangen unb hatten ein dichtes Spalier gebilbet, durch bas die Fahrt ging. Alles war erfüllt von den Worten des Führers, unb wie ein Schwur war es, als hier unb da Arbeiter dem Führer den Hammer, den Meißel, den Spaten, bie Hacke entgegenstreckten, um damit zu künden: Wir wollen Mitarbeiten. Interessiertes Echo im Ausland. Große Aufmerksamkeit in Paris Paris, 22. März. (DNB.-Funkspruch.) Die Rede des Führers wird vom „Echo be Paris" als „Ausdruck eines ungeschwächten Willens, alle Schwierigkeiten zu besiegen", bezeichnet. „Oeuvre" warnt davor, des Kanzlers Ankündigung, bie Arbeitsbeschaffung ohne Inflation burchführen zu wollen, ohne weiteres als Bluff hinzustellen, obwohl bas Programm gegen ben gefunden Menschenverstand zu verstoßen scheine. Man habe ben Zusammenbruch bes russischen Systems, bes faschistischen Systems, bes Experiments vorausgesagt unb sei jedesmal gezwungen gewesen, sich dementieren zu müssen. Auch das „Experiment Hitlers" verdiene Beachtung, da sein Erfolg für Frankreich nicht gefahrlos fein würde, aber auch, ba man aus i h m einige Lehren ziehen könnte. „Matin" glaubt, auf Schwierigkeiten, namentlich finanzieller Art, aufmerksam machen zu sollen, bereu sich bie führenben beutschen Kreise bewußt zu sein scheinen. Hitler fühle bas, ba er entfchieben versichere, er werbe sich ber Inflation widersetzen. Italien. Mailand, 23. März. (DNB.-Funkspruch.) Die Blätter geben ausführliche Beschreibungen der Veranstaltung in Unterhaching. Sie bringen lange Schilderungen bes vom Führer bargelegten Arbeitsprogramms mit Ziffern unb Daten unter teilweise wirklicher Wiedergabe langer Stellen der Rede des Führers. „Popolö d'Jtalia" schreibt: Es muß anerkannt werden, daß der 21. März eine wirkliche Idee von der energischen Arbeit Deutsch- lands auf dem Felde der Arbeit gegeben hat. Straßen, Brücken unb Schulen finb heute einge- weiht worben. Die Blätter erinnern an bas Beispiel bes Faschismus. Besonbers unterstrichen werben auch die Ausführungen des Führers, in denen er sich gegen jedes Jnflationsexperi- ment wendet. Der Widerhall in England London, 22. März. (DNB. Funkspruch.) Die Blätter veröffentlichen ausführliche Berichte über ben Beginn ber großen Arbeitsfchlacht in Deukfch- (anb. „Daily Mail" spricht von ber eindrucksvollen Rede, mit ber Hitler bie großzügigen Unternehmungen zur Arbeitsbeschaffung eröffnet hat. Wie groß das Interesse ist, ersieht man auch daraus, baß mehrere Blätter sich eingehenb über bie Einweihung bes großen Schiffshebewerkes durch General Göring berichten lassen unb Abbildungen bes Hebewerkes veröffentlichen. Besonders wirb auch bie Erklärung des Kanzlers hervorgehoben, daß die Stabilität der deutschen Mark aufrechterhalten und jeder Versuch einer Preissteigerung für Dividendenzwecke niedergeschlagen werden wird. Der Beginn der Arfieiisschlachl in Heffen-Aaffan Der Gauleiter an der Reichsautobahn Don den unzähligen Veranstaltungen, die im ganzen Gaugebiet die Frühjahrsoffensive gegen die Arbeitslosigkeit einleiteten, war die Feier an ber Auto st raße die bedeutenbste. Wenige Kilometer von der Stelle, wo ber Führer im vorigen Jahr den ersten Spatenstich zum Bau der deutschen Reichsautobahnen tat — am Bauabschnitt Mittel- d i ck — hatten sich die auf ber Strecke beschäftigten Arbeiter, darunter einige hundert Neueingestellte, eingefunden. Auf der ganzen Strecke flatterten von hohen Masten bie Fahnen des Dritten Reiches. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger schritt bie Front der Schutzpolizei und der SA. ab unb führte dann in einer kurzen Ansprache u. a. aus: Ein neues Jahrhundert gibt Raum ber Entwickelung bem Verkehr auf den Autobahnen und in ber Luft. Daß gerade Frankfurt zum Ausgangspunkt gewählt würbe, baß der Führer hier zuerst symbolisch ben ersten Spatenstich tat, hat seine Begrünbung barin, daß von Frankfurt aus ber Gebaute ausgegangen ist, Autobahnen zu bauen. Schon 1926 27 wurden hier die ersten Vorarbeiten dazu geleistet. Ein Heer von Arbeitsmännern wird täglich neu in bie Arbeit hineingezogen; so sehen wir, wie der Wille bes Führers, bem letzten beutschen Volksgenossen einen Arbeitsplatz zu erkämpfen, seine Erfüllung findet. Ich freue mich, hier funbtun zu können, baß ber Weiterbau nach Mittel- deutschlanb nunmehr aus bem Stadium ber Planung herausgetreten ist unb zunächst 40 Kilometer auf ber Strecke Frankfurt — Mitteldeutschland freigegeben würben. Wir Deutsche gehen unseren Weg und verlangen V e r ft ä n b n i s für bas, was wir tun, für unser Deutschland in Arbeit unb Frieden. Der Leiter ber obersten Bauleitung, Direktor P ü ck e l, dankte dem Gauleiter. Die Zahl ber Arbeiter sei im hiesigen Bauabschnitt von 700 bei Beginn ber Arbeiten auf jetzt 6000 gestiegen. Hierzu kämen bie vielen Mitarbeiter in ben Steinbrüchen, ben Eifenwerkstätten unb Zementfabriken. Nach wie vor werde die Maschinenarbeit soweit wie möglich und am Derkehrssiugplah Rhein-Main zurückgestellt und Handarbeit bevorzugt, um auch weiter in drei Schichten arbeiten zu können. In den letzten Tagen wurden neue Millionenaufträge herausgegeben, so zum Bau einer neuen Mainbrücke, einer 400 Meter langen Brücke über den Neckar und einer Masse von Unter- unb Ueberführungen. Die Arbeit solle nicht abbrechen, sondern stets vermehrt werden. Der Reichsstatthalter und feine Begleitung begaben sich dann zu dem unweit der neuen Autostraße in Vorbereitung befindlichen Verkehrsflugplatz Rhein-Main, wo die Frankfurter städtischen Beamten, Angestellten unb Arbeiter und bie an ber Errichtung des neuen Verkehrsflugplatzes Beschäftigten Aufstellung genommen hatten. Hier erklärte Gauleiter Sprenger u. a.: Wir, die wir ben Beginn ber Autobahn miterlebt haben, wissen, d'.ß der Motor sich nicht allein auf der Straße seinen Weg sucht, sondern auch in der Luft. Der Luftverkehr wird Ausmaße annehmen, wie wir sie bis heute noch nicht gekannt haben. Wir haben uns deshalb entschlossen einen neuen Verkehrsflughafen zu erstellen. 1000 Menschen sind hier am Werk, um ben größten Verkehrsflughafen Sübbeutschlands zu schaffen. Er soll auch symbolisch beweisen, wie wir uns bie Zusammenwirkung bes Motors in der Luft unb auf ber Straße gebacht haben; denn er liegt am Schnittpunkt ber Autobahn unb schafft so eine 23er- binbung zwischen dem Verkehr in der Luft unb auf ber Straße. Wir werben auch in unserer Heimatstadt durch Siedlungen beweisen, daß wir gewillt sind, die Löcher, in denen heute noch Familien hausen müssen, verschwinden zu lassen. Die Altstadt- teile Frankfurts werden, soweit möglich, neu- hergestellt, so daß jede Wohnung Luft unb Sonne pat. Wo Dies nicht möglich ist, werden wir bie Volksgenossen hinausführen in Sieblungen, wo eine gefunbe Familie als wertvolles Glied des deutschen Volkes entstehen kann. Der erste Spatenstich zur Irontsolhatenstehtting in Darmstadt. Reichsstatthalter Sprenger und Reichsführer der RSKOV. Oberlindober tun den ersten Spatenstich. Lpd. Darmstadt, 21. März. Durch ben Sieg der nationalsozialistischen Revolution und ben Willen bes Führers gehen jetzt die Hoffnungen der Frontsoldaten und Kriegsopfer nach eigener Scholle in Erfüllung, ber Wunsch nach dem Stückchen deutscher Erde, für die sie jahrelang Tag unb Nacht tämpfenb durch Hölle unb Tod gingen unb mit ihrem Herzblut verdienten. So wurde heute in Darmstadt eine Frontsoldatensiedlung von zunäch st 35 Heimstätten in Angriff genommen. Am Waldrand, wenige Minuten vom Hauptbahnhof, wird sie unter tätiger Mithilfe ber Siebter unb ber Allgemeinheit erstehen. Neben ben alten Frontsoldaten waren SA., SS., Freiwilliger Arbeitsdienst mit den Fahnen erschienen. Tausende von Volksgenossen umsäumten ben mit ben Fahnen des neuen Reich« unb mit Guirlanden geschmückten Bauplatz. Der Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter Sprenger, Staatsminister Jung und der Reichsführer der NSKOV., Pg. Oberlindober wurden von dem Landesleiter der NSKOV. Ziegler willkommen geheißen. Die Richtlinien, nach denen die Siedlungsbauten erstellt unb finanziert werden, wurden von Dem Leiter des Landesfiedlungsamts, Reqie- rungsbaumeifter Pohl, erläutert. Während drei über der Baustelle kreuzten, nahm Reichsstatthalter Sprenger das Wort. Ich beglückwünsche Sie, so führte der Reichsstatthalter u. a. aus, daß Sie in bie Lage versetzt murDen, endlich einmal, unb zwar wieberum wie vor dem Kriege, aus eigener Kraft, aus eigenem S“?en. 3 u e ine m eigenen Heim zu kommen. 2a5 .?Mne Heim ist der Stützpunkt ber deutschen Janulie, ber Quell bes deutschen Volkstums. Daß kJC ?cn J$a!j gemeinsam beginnen wollen, 1 7U5fIuf3 jenes Gemeinsamkeitswillens, der 2£Lrr?'an9abeJ ^."°"°lsozialistischen deutschen Revolution stand. Diese Revolution begann in jenen Tagen, als wir 1914 über alle ehemaligen Gegensätze hinweg uns nur fühlten als Deutsche, 5.^ el" Glaube uns beseelte: Deutschland. Für diesen Willen unb für diesen Glauben setzten wir uns ein, jeder bereit, das Letzte zu geben: das Geben. Die Opfer des Weltkrieges waren nicht um- sonst gebracht. Der Glaube an Deutschland konnte nicht ausgerottet werden. Bald entstand der Keim zu neuem Aufstieg im Wollen Adolf Hitlers, der eine neue Kampffront aufstellte, die es sich zur Aufgabe machte, zunächst die V o l k s g e m e i n s ch a f^ durchzuführen und dann unter der Parole: Gemein^ nutz vor Eigennutz alle Deutschen um das herrliche Symbol der Hakenkreuzfahne zu scharen. Mit dem Siege in diesem Kampf wurden wir in den Stand gesetzt, für die Männer zu sorgen, die in Not und Gefahr sich dem Vaterland geweiht hatten. Wenn wir heute an dieser Stelle eine Siedlung beginnen dürfen, die jedem einzelnen in seiner Wohnung Licht, Luft und Sonne gibt, so daß seine Familie gedeiht, dann danken wir es lediglich dem heißen Willen des Führers. Diese Siedlung soll stets ein lebendiges Denkmal bleiben, an dem sich jeder Deutsche bewußt sei: Deutschland ist unüberwindlich, wenn es, in treuer Gefolgschaft zu seinem Führer Reih und Glied mit den Siedlern stieß dann der Reichsstatthalter den Ehrenspaten in die Scholle, während auf dem zweiten Bauabschnitt der Reichsführer der NSKOV. das Zeichen zum Beginn der Arbeit gab. „Ein Heim jedem Frontkämpfer" ist der auf dem Ehrenspaten vom Neichsstatthalter eingegrabene Wunsch, während Pg. Oberlindober als Widmung hinterließ: „Soldat sein dauert über Krieg und Frieden". Während der Reichsstatthalter dann mit seinem Stab zur Begrüßung der neu eingestellten Arbeiter auf der Reichsautobahn nach dem Ried weiterfuhr, sprach der Reichsführer der NSKOV. O b e r l i n d - ober, der noch einmal das Kriegserlebnis des deutschen Menschen draußen im Feuerregen der Front, die Geburtsstätte seiner Sehnsucht nach einem Plätzchen in der deutschen Heimat, nach Heim und Herd und Zukunft der Familie umriß. Besuch des Reichsstaiihaliers im Med. Führerbesprechung in Darmstadt. Von Darmstadt aus begab sich der Reichsstatthalter nach Goddelau im Ried, wo über 300 seither arbeitslose Volksgenossen als Neueingestellte mit ihren Arbeitsgeräten versammelt waren unter den Fahnen der Bewegung und inmitten einer tausendköpfigen Menschenmenge. Der Reichsstatthalter verwies auf das neue Arbeitsprogramm der Reichsregierung und seine Pläne im Rhein- Main-Gebiet, wonach das Zweimillioneneinstellungsziel der Reichsregierung für den auf Hessen-Nassau entfallenden Anteil unbedingt noch zu übertreffen sei. Dazu gab der hessische Staatsminister Jung einen ausführlichen Bericht über das Arbeitsgebiet der Bodenoerbesserungsarbeiten in Hessen. Landesbauernführer Dr. Wagner ergänzte diesen Bericht durch agrarpolitische Ausführungen zu den großzügigen Riedmeliorationen und nannte dabei die um diese Arbeit besonders verdienten Männer, denen der Reichsstatthalter in seinen Ausführungen bereits zuerkannt hatte, daß die Bodenverbesserungsarbeiten in Hessen vorbehaltlos a l s mustergültig anerkannt worden wären. Besondere Erwähnung verdient dabei Pg. Reich- Darmstadt. Nach herzlicher Verabschiedung wurde das Gelände zwischen Bürstadt und Lorsch besichtigt, wo zurzeit die Arbeiten zur Gründung eines neuen Bauerndorfes in vollem Gange sind. Am Abend versammelte der Gauleiter im Reichsstatthalterhaus in Darmstadt die gesamte Führerschaft der Partei und ihrer Untergliederungen, des Staates und der Wirtschaft zu 'einer Aussprache. Die hessische Staatsregierung, sämtliche Amts- und Kreisleiter des Gaues Hessen-Nassau der Partei, sowie die Führer der SA., SS. und HI. waren vertreten. Frankreichs plan „abgesiuster Sanktionen". London, 22. März. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" schreibt: Es besteht Grund zu der Annahme, daß Frankreich bereit ist, einen genauen Plan abgestufter „Sanktionen" vorzulegen. Wenn z. B. die internationale Körperschaft eine Verletzung des Abkommens festgestellt hat, würden die anderen Signatarmächte zunächst die betreffende Regierung darauf aufmerksam machen und um baldige Regelung ersuchen. Wenn eine darauf folgende Untersuchung ergeben sollte, daß die Sache nicht in Ordnung gebracht ist, würden die Mächte dem betreffenden Staat eine Zeitgrenze dafür setzen. Im Falle einer ablehnenden Haltung des Vertragsbrüchigen Staates würden dann weitergehende Schritte unternommen werden, die von einer einfachen Weigerung finanziellen und wirtschaftlichen Verkehrs bis zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen, der Erklärung eines Boykotts und vielleicht einer Blockade zur See uud allerletztes Mittel bis zu einem gemeinsamen Polizeivorgehen gegen die widerspenstige Macht, mit anderen Worten zum Kriege führen würde. Dieses System entspricht den Vorschlägen, die Frankreich schon früher hinsichtlich des Artikels 16 (Sanktionen) der Dölkerbunds- fatzung gemacht hat. Prag und der Anschluß. Interessante Eröffnungen Beneschs. Prag, 21. März. (DNB.) Im Außenausscknrß des Abgeordnetenhauses und des Senats erklärte der tschechoslowakische Minister des Aeußern Dr. B e - nesch, während die heutige österreichische Regierung offiziell hinter das Programm der Unabhängigkeit praktisch das Genfer Protokoll gestellt habe, verfolgten die österreichischen National s o z i a l i st e n den Anschluß, die Heimweh- ren die sog. italienisch-ungarisch-österreichische Lösung und der Rest der Arbeiterbewegung die politische Selbständigkeit mit wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit den kleineren mitteleuropäischen Staaten. Präsident Masaryk und er hätten während des Krieges die Vereinigung Oesterreichs mit ö em Reich empfohlen Wenn der damalige Standpunkt aus der Kriegszeit jemand überraschen sollte, möchte er betonen, daß die Tschechoslowakei es zwar auch heute als sicherer für den Frieden betrachte, wenn es nicht zum Anschluß komme, aber auch heute diese Möglichkeit n l ch t fürchten würde, wenn sie die westeuropäischen Großmächte zulassen würden. Soweit er die Lage kenne, würde sich der Standpunkt Italiens, Frankreichs und der übrigen interessierten Staaten auf keinen Fall ändern, auch wenn Oesterreich nationalsozialistisch werden sollte. Der Plan einer mitteleuropäischen Bündnis p o l i t i k stoße auf den stärksten Widerstand, vor allem in Italien. Die einzig richtige Die Einweihung des größten Schiffshebewerkes der Welk. Niederfinow, 21. März. (DNB.) Das Schiffshebewerk Niederfinow, das größte der Welt, ist in Gegenwart des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß, Ministerpräsidenten Reichsministers General G ö - ring, des Reichsjustizministers, des Reichsfinanzministers, Angehöriger des diplomatischen Korps und zahlreicher anderer Persönlichkeiten von Reichsverkehrsminister Frhr. von Eltz-Rübenach feierlich seiner Bestimmung übergeben worden. Der Reichsverkehrsminister wies darauf hin, daß das Bauwerk, als Ganzes wie in feinen Einzelheiten eine Qualitätsarbeit allerersten Ranges darstelle, die Zeugnis davon ablege, daß auch in Zeiten schlimmster Not der Arbeitswille des deutschen Volkes nicht gebrochen worden sei. Große Firmen im Rheinland, Westfalen, Schlesien, Brandenburg, Sachsen und Pommern hätten in ihren Werkstätten die Hauptarbeit geleistet. Fast acht Jahre habe das Hebewerk im Mittel etwa 1000 Volksgenossen im nahen und fernen Gebiet des Vaterlandes lohnende Beschäftigung gegeben. In zwei festlich geschmückten Passagierdampfern nahmen die Gäste mit dem Stellvertreter des Führers an der Spitze dann Platz. Während sich die beiden Schiffe auf der unteren Kanalhaltung zum Hebewerk hin bewegten, durchschnitt Reichs-verkehrs- minister Freiherr von Eltz-Rübenach das querge- fpannte Band und gab damit symbolisch der Schifffahrt den Weg über diese modernste Schiffshebeanlage der Welt frei. Bald nach Einfahrt in den Trog und Schließung des Kanal- und Trogtores, setzte sich dann der Riesenfahrstuhl, der ein gleichbleibendes Gewicht von 84 000 Zentnern hat und eine Fläche von 88 mal 16 Metern einnimmt, nach öden in Bewegung. Zahlreiche Filrn- operateure und Photographen hielten diese denkwürdige erste Auffahrt vom Trog und vom Hebewerkgerüst aus im Bilde fest. Vom Festplatz tönte das Deutschlandlied herauf. Wie eine Präzi- sionsmaschine arbeitet das Werk. Fast mühelos gleitet der Trog mit seiner ungeheuren Last in die Höhe, gewinnt in einer Minute 7,20 Meter und bewältigt den ganzen Höhenunterschied von 36 Metern in genau 5 Minuten. In umgekehrter Richtung eröffnete anschließend daran ein großer Kahn „Main" am Bug die tannenumkränzte Hakenkreuzflagge, am Heck die schwarzweißrote Fahne den Güterverkehr. Die Gäste besichtigten dann noch das technische Wunderwerk und machten einen Rundgang auf der Galerie, von der man einen herrlichen Blick auf die Oderniederung hat. Sin zweiter Mordfall in der Slavisky-Affäre. Wichtige Aussagen bleiben unveröffentlicht. — Hochstehende Persönlichkeiten schwer belastet. Paris, 22. März. (DNB.-Funkspruch.) Arn Mittwoch wurde der Abgeordnete H e n r i o t vorn parlamentarischen Untersuchungsausschuß in der Stavisky-Angelegenheit vernommen. Wie es heißt, hat Henriot eine ganze Aktensammlung, die Staviskyfälle aus dem Jahre 1926 bis 1928 betreffen vorgelegt, darunter sollen sich auch Unterlagen befinden, die eine Verbindung zwischen den Leuten um Staoisky und den im Jahre 1928 auf geheimnisvolle Weise ums Leben gekommenen Abgeordneten von Guayana Galmots ergeben. Nach dem gerichtsärzttichen Befund war der Tod Galmots, der eine geniale, wenn auch abenteuerliche Persönlichkeit war, auf V e r - giftungserscheinungen zurückzufüh- ren. Er hatte bei den Kammerwahlen von 1928 in Guayana der französischen Kolonie an der Rordosiküsie Südamerikas, eine Reihe politi- icher Gegner, die ihm um jeden Preis seinen Sih zu entreißen versuchten. Als der Wahlkampf am heißesten tobte, tauchte in Guayana ein gewisser Eharles B r o u i l h e t auf, der früher bei dem inzwischen eingegangenen Wit- tagsb’atf „Rumeur" mitgearbeitet hat. Brouil- het scheint mit einem eigenartigen Auftrag in Guayana betraut gewesen zu sein. Rian behauptet, daß unter den vom Abgeordneten henriot dem Ausschuß vorgelegten Akten sich ein starke Brandstellen aufweisender Brief Staviskys an Brouilhet befinde, in dem es heißt: „Sie sehen, was es kostet, wenn man sich mir in den Weg st e l l t“. Ferner enthielten die Akten, so erklärt man, ein Schreiben des bekannten Rechtsanwalts Henry Robert, der früher Präsident der pariser Anwaltskammer war, an den Gerichtspräsidenten, der die Verhandlung im INordfall Galmot leitete. Darin werde gesagt, daß 2 0 000 Franken nicht zuviel seien für den Präsidenten, wenn er die Angelegenheit ve r s ch l e p - p e n wolle. Der Ausschuß soll angesichts dieser Enthüllungen, durch die viele bisher als unantastbar geltende hochstehende Persönlichkeiten belastet zu werden scheinen, beschlossen haben, nichts über das Verhör Henriots und feine Akten zu veröffentlichen, sondern es dem Justizminister zu unterbreiten. Justizminister Cheron ist noch im Laufe des Abends an die Prüfung der Schriftstücke gegangen, und soll schwerwiegende Entscheidungen zu treffen entschlossen fein. Es verlautet auch, daß mit der Verhaftung Brouil- hets und des Arztes Dr. Bache t, der in den Kreisen Staviskys verkehrte und auch im Falle Calmot eine Rolle gespielt zu haben scheint, zu rechnen fei. Erwähnt fei ferner, daß der Stavisky-Skandal jetzt auch auf England überzugreifen scheint. Nach einer Meldung aus London soll die Londoner Polizei die Gewißheit erlangt haben, daß hochstehende englische Persönlichkeiten in die Angelegenheit verwickelt seien. Polizeikommissar (Hanning, der in geheimen Auftrag in Paris weilt, sei mit Schriftstücken zurückgekehrt, die gegenwärtig von den zuständigen Stellen geprüft würden. Diese Schriftstücke seien geeignet, hochstehende Persönlichkeiten zu belasten. Methode sei die von Europa garantierte vollkommene Selbständigkeit und Unversehrtheit Oesterreichs auf der Grundlage des Genfer Protokolls. Diese Lösung könne sehr gut die italienische ergänzen. Oesterreich müsse österreichisch bleiben, jedoch müsse Deutschland die Garantie bekommen, daß Oesterreich in kein politisches oder wirtschaftliches System einaegliebert werde,das sich gegen Deutschland richte. Er wünsche, daß die Lösung des österreichischen Problems im Einvernehmen mit Rom, Paris, Berlin und der Kleinen Entente erfolge, weil andernfalls ein Chaos entstände, das zur Katastrophe führen würde. Oesterreichs neue Verfassung. Die Bezeichnung „Republik" verschwindet. Wien, 21. März. (DNB.) Der Ministerrat hat unter Vorsitz des Bundeskanzlers die Beratung der neuen Verfassung fortgesetzt. Nach den bisher bekannt gewordenen Plänen der Regierung sieht die neue Verfassung Oesterreichs eine Derfassungskörper- schaft vor, die aus vier Kammern besteht: 1. Kulturkammer; 2. Wirtschaftskammer; 3. Länderrat, der sich aus den Landeshauptleuten und einem Vertreter der künftig autonomen Hauptstadt Wien zusammensetzt; 4. der Staatsrat, dem nur vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Regierung ernannte Personen angehören sollen. Diese vier Kammern sollen nur einen b e - ratenden Charakter erhalten. Die gesetzgebende Tätigkeit wird dagegen von dem Bundestag ausgeübt, der nach dem bisherigen Entwurf aus von der Regierung bestellten Vertretern d.e r vier Kammern zusammengesetzt sein soll. In der Verfassung ist eine außerordentliche Erweiterung der Machtbefugnisse des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers vorgesehen. Die amtliche „Wiener Zeitung" macht die Mitteilung, daß die Bezeichnung Republik in der neuen Verfassung nicht mehr vorkomme. Oesterreich werde schlechthin als Bundes st aat bezeichnet, der aus der unmittelbaren Stadt Wien und aus den Bundesländern bestehe. Die besonderen Verfassungsgesetze der 60er Jahre über die Grundrechte der Staatsbürger seien in die Verfassung hineingearbeitet. Dabei sei die Pressefreiheit gewissen Einschränkungen unterworfen worden, ebenso das Theater, der Rundfunk usw. Diese Beschränkungen bezwecken die Aufrecht- erhaltung von Ruhe und Ordnung, Maßnahmen zur Bekämpfung der Unsittlichkeit und zum Schutze der Jugend. Die Glaubens'- und Gewis- sensfreiheit sei aufrechterhalten. Die Bestimmungen über die Stellung der katholischen Kirche seien mit dem Konkordat in Ueber- einftimmung gebracht. Auch die Freiheit der Wissenschaft und der Kunst sei gewährleistet. Dabei seien lediglich die Pflichten betont, die aus einem öffentlichen Amt erwachsen. Die Bestimmungen über die Zuständigkeit des Bundes und der Länder in der Gesetzgebung seien noch nicht zu Ende beraten. Es sollten auch die Länder noch gehört werden. Oie Schweiz Mittelpunkt kommunistischer Revolutionspläne Moskaus. Bern, 21. März. (DNB.) Das der Frontenbewegung nahestehende „Berner Tageblatt" bringt Enthüllungen über kommunistische Revolutionspläne. Die Dokumente sollen von der Moskauer Zentrale der Kommunistischen Partei stammen. Es heißt darin, daß die Schweiz durch die Eigenart ihrer internationalen Zusammensetzung die imperialistischen Gelüste ihrer Nachbarn im Norden und Süden reize. Diese Besetzung der Schweiz könne den Zusammenprall zwischen Deutschland und den übrigen kapitalistischen Ländern beschleunigen. Sie könne durch revolutionäre Aktionen leicht hervorgerufen werden. Diese würden dann gleichzeitig der Auftakt für eine revolutionäre Bewegung in ganz Europa fein, und die Schweiz müsse die Hauptstelle für die Verbreitung kommunistischer Ideen werden. Das „Berner Tagblatt" saßt diese Befehle der kommunistischen Zentrale mit folgenden Worten zusammen: Kurz gesagt: die Schweiz ist z u m H e r d der bolschewistischen Verschwörung in Zentraleuropa auserkoren, wodurch sie zum Spielball der Mächte würde. Der Krieg wird — die alte bolschewistische These — in den Bürgerkrieg umgewandelt. Die bolschewistischen Dokumente befassen sich ferner mit der Revolutionierung der Schweizer Armee. Dann behandeln die kommunistischen Dokumente weiter die Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten in der Schweiz und die F i - nanzierung des schweizerischen Kommunismus. Der schweizerischen kommunistischen Partei soll eine Subvention von jährlich zwei Millionen Schweizer Franken zugebilligt werden. Die Gelder sollen über Paris gehen, wobei der Kommunist Münzenberg mitspielen soll. Als Aufenthalt des „konspirativen Militärbüros" ist — Genf vorgesehen. Litauens Minen gegen Memel K o w n o , 22. März. (DNB.-Funkspruch.) Die „Elta" meldet: „Am 16. März hatte der Gouverneur des Memelgebiets den Präsidenten des Direktoriums, Dr. Schreiber, auf die Tatsache hin- gewiesen, daß 21 Beamte der Landespolizei politischen Organisationen a ng e h ö r t Haden, über deren Mitglieder Strafverfahren verhängt worden sind dafür, daß sie Vorbereitungen getroffen haben, um mit Waffengewalt einen Gebietsteil Litauen z u entreißen. Als das Direktorium des Memelgebiets darauf nicht reagierte, hat der Gouverneur des Memelgebiets am 20. März verlangt, daß der Präsident des Direktoriums bis zum 2 3. März die Beamten der autonomen Behörden von dem Dienst zu suspendieren hat, gegen die Strafverfahren eingeleitet worden find, ebenso die 21 Landespolizeibeamten, die den Organisationen der Christlichsozialen Arbeitsgemeinschaft und der Sozialistischen Volksgemeinschaft angehörten; mithin müssen 29 B e» amte von dem Dienst suspendiert werden. * Das gestrige Dementi der litauischen Regierung, in dem sie Bestrebungen, das memelländische Direktorium aus dem 21 m t zu entfernen, ableugnet, erscheint also irreführend. Die vorstehende Meldung, die völlig unbegründete Vorwürfe gegen eine Reihe unbescholtener angesehener Beamten enthält, zeigt klar, daß der Gouverneur jetzt auf indirektem Wege versucht, sein Ziel zu-erreichen, nachdem seine Absicht, dem Präsidenten des Memel-Direktoriums wegen seiner bekannten Landtagsrede zur Abdankung zu zwingen, mißlungen ist. Neues schweres Eisenbahnunglück in Rußland. 33 Tote, 68 Verletzte. Wie erst jetzt aus Swerdlowsk gemeldet wird, ereignete sich am 12. Rlärz auf der Bahnstrecke nach Perm bei der Station Tawatuj ein furchtbares Eisenbahnunglück, bei dem 33 Personen g e - tötet und 68 verletzt wurden, lieber den Hergang des Unglücks wird bekannt, daß ein Vorortzug mit unvorschriftsmähig hoher Geschwindigkeit und unter Nichtbeachtung der Signale auf einen rangierenden Güterzug aufgefahren ist. Fünf Personen- wagen und drei Güterwagen wurden völlig zertrümmert. Die beiden Lokomotiven wurden so schwer beschädigt, daß sie ebenfalls vollkommen unbrauchbar geworden sind. Die Schuldigen an der Eisenbahnkatastrophe wurden sofort verhaftet und stehen seit dem 19. Würz vor dem Gericht in Swerdlowsk. Im Zusammenhang mit diesem neuerlichen furchtbaren Eisenbahnunglück widmet die „Prawda" am Mittwoch den Mißständen im Eisenbahnwesen der Sowjetunion einen Leitartikel. Der Zentralausschuß der Partei habe beschlossen, sofort 300 mit besonderen Kontrollbefugnissen ausge- stattete Bevollmächtigte nach den Bahnhöfen, Wagenparks und Materiallagern zu entsenden. Später sollen insgesamt 2000 bis 3000 derartige Kontrollbeamte im Eisenbahnwesen tätig sein. Aus aller Wett. Sieben Tote beim Brande einer Reuyorker Mietskaserne. In einem mehrstöckigen Mietshaus der dicht bevölkerten Zweiten Avenue brach aus bisher noch nicht geklärter Ursache Feuer aus, das mit rasender Schnelligkeit um sich griff. Sieben Personen darunter drei Kinder, fanden den Tod in den Flammen. Mehrere Personen werden noch vermißt. Dank der aufopfernden Tätigkeit der Feuerwehrmannschaften gelang es, trotz der Panik, die unter den eingeschlossenen Bewohnern bes Hauses ausgebrochen war, 16 Familien über Feuerwehrleitern und durch Sprungtücher aus den Flammen im Treppenhause zu retten. Es ist dies der sechste Wohnhausbrand in den letzten anderthalb Monaten; insgesamt 26 Tote und 40 Verletzte sind bei diesen Bränden zu beklagen. Man fordert jetzt mit Nachdruck, die feuergefährlichen überalterten Häuser abzutragen. Verheerende Feuersbrunst zerstört eine japanische Stadt. In der japanische Stadt Hakodate sind etwa vier Fünftel aller Häuser durch eine furchtbare Feu - e r 5 b r u n ft zerstört worden. Die Zahl der Obdachlosen wird auf mehr als 100 000 geschätzt. Zahlreiche Flüchtlinge haben Unterkunft auf den Fahrzeugen im Hafen gesucht. Hakodate ist die zehnt- größte Stadt Japans und die größte Stadt nördlich von Tokio. Ein Knabe im Boot aufs offene Illeer getrieben. Im rumänischen Hasen von Constanza am Schwarzen Meer riß sich ein Ruderboot, in dem ein 12jähriger Knabe spielte, vom Ufer los und wurde auf das Meer hinausgetrieben. Der Unfall wurde erst einen Tag später bemerkt, worauf sofort ein Wasserflugzeug auf die Suche geschickt wurde, dem es gelang, den total erschöpften Knaben in letzter Minute zu finden und an Bord zu nehmen. Großmutter und Enkelkind vom Lastauto tödlich überfahren. Als das Auto eines Speditionsgeschäfts aus Frankenstein (Niederschlesien) durch Tarschwitz fuhr, lief aus einer Toreinfahrt ein zweijähriges Kind kurz vor dem Wagen auf die Straße. Die hinzustürzende Großmutter wurde ebenso wie ihr Enkelkind von dem Lastauto erfaßt und auf der Stelle getötet. Den Fahrer des Lastautos trifft an dem Unglück keine Schuld. Wettervoraussage. Da sich weiterhin flache Wirbel über dem Festlande bewegen, kommt eine durchgreifende Wetter- befferung vorerst nicht zustande. Fortgesetzt wird milde ozeanische Luft vorgeschoben, was zeitweise zu Bewölkung und vereinzelt auch zu etwas Regen führt. Zwischendurch setzt auch Aufheiterung ein. Vorhersage für Freitag: Teils wolkig, teils aufheiternd, mild, vereinzelt etwas Regen. Vorhersage für Samstag: Noch keine wesentliche Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 21. März: mittags 14 Grad Celsius, abends 5,6 Grad; am 22. März: morgens 5,4 Grad. Maximum 15,1 Grad, Minimum 4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. März: abends 7 Grad; am 22. März: morgens 5,1 Grad. — Sonnenscheindauer 4% Stunde. — Niederschläge 0,4 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. K., sämtlich in Gießen. Das Wetter ist schuld! Xf “ ‘Haut sind die Folgen unseres wechselvollen Wetters, aber auch ein Zeichen dafür, daß die Haut sich selbst nicht gegen Wetterschaden schützen kann. Reiben Sie darum vor dem Ausgehen regelmäßig Hände und Gesicht mit Leokrem ein. Leokrem erhält die Haut nicht nur bei jedem Wetter zart und geschmeidig — was ihn so wertvoll macht, ist sein Gehalt an Sonnenoilamin und Lecithin. Dosen schon von 22 Pfg. ab in allen Fachgeschäften erhältlich. flosemtme... Roman von Käthe Metzner 22. Fortsetzung Nachdruck verbalenj Mit wenig Interesse verfolgte Wangenheim das Spiel. Was kümmerte ihn in diesem Augenblick das Schicksal Fremder, wo sein eigenes sich, in jedem Augenblick entscheiden konnte? Man gab die „Liebelei". Wangenheim kannte das Stück noch nicht und erwartete das Erscheinen von Statisten. Dann würde er sie sehen. Rosemarie — seine Rosemarie! Ein paar Szenen gingen vorüber. Da! Ganz weit riß er die Augen auf. Der Augenblick kam, in dem „Christine" die Bühne betrat. Seine Blicke umschlossen die hohe zarte Mädchengestalt. Mit bebenden Händen richtete er das Opernglas auf das feine Oval des Gesichts. Aber schon klangen Christines erste Worte. Wie Musik drang ihre warme belebende Stimme durch den großen Raum des Theaters. „Das ist sie! Kein Zweifel! Das ist Rosemarie!" flüsterte er erregt dem Justizrat zu. Hohl schmunzelte bejahend. ,Zch denke, sie ist Statistin!" Wie ein Hauch kamen die Worte über Wangenheims Lippen. „Na, eine kleine Ueberraschung durften Sie mir schließlich auch gönnen!" gab Justizrat Hohl ebenso leise zurück. Doktor Wangenheim achtete nicht auf den Gang der Handlung, achtete nicht auf die Personen, die mit und um Rosemarie spielten. Er sah nur sie. Sah ihre schönen harmonischen Bewegungen, sah den Ausdruck ihrer wunderbaren leuchtenden Augen. Und er hörte ihre Stimme. Von allen anderen nur ihre Stimme. Jahre sanken ins Dunkel zurück. In seinem Herzen erstand wieder die Zeit ihrer ersten scheuen Liebe. Da war sie, die ihn ruhelos gemacht, Jahre hindurch, die er gesucht hatte, und nach der sein Herz sich gesehnt Tag um Tag. Aber wie war sie hierher gekommen? Wie hatte sie bei ihrer großen Jugend schon diese Stellung erreichen können? Wieder heftete er sein Glas auf das geliebte Gesicht. Zug um Zug studierte er in der seligen Freude des Wiederfindens Kein Argwohn trübte das Bild. Noch immer strahlte ihr Wesen jene hohe Rein heit aus, die ihn schon damals so übermächtig i> ihren Bann gezogen hatte. Aber lagen nicht leis Schatten der Trauer um Mund und Augen, di leibst die Schminke nicht verwischen konnte? Und war ihr herzzerreißendes Lächeln nicht en Lächeln unter Tränen? Ein Ausdruck war in ihren Zügen, der frühe nicht darin gestanden hatte — ein Ausdruck, wi ihn nur größter Schmerz, tiefstes Leid zeichner Und ihre Augen hatten viel geweint. Wangenheim schloß die Lider. Wie in wollüsti gern Schmerz trank er den Ton ihrer Stimme ir sich hinein „Rosemarie, Rosemarie! Fühlst Du nicht, daß einer hier ist, der dich liebt, wie keiner dich j( wieder lieben kann — und den auch du — oh lange ist es her! — einmal liebtest?" schrie es in ihm. Er konnte das Warten kaum noch ertragen. Un erträglich lang schien ihm das Stück. Der Beifall, der Rosemarie umtoste, war unbeschreiblich. Noch immer dröhnten Wangenheim das Klatschen und Rufen in die Ohren, als et schon lange in der Garderobe stand und aufgeregt seinen Mantel und Hut verlangte. Hastig fragte er sich durch nach dem Künstlerausgang. Den Justizrat hatte er sich selbst überlassen. „Morgen früh beim Kaffee!" rief er ihm nur hastig noch zu. Den Hut tief in die Stirn gedrückt, stand er am hinteren Ausgang des Theaters in einer kleinen Nische und wartete. Das Publikum hatte sich lange zerstreut. Aber trotz des schneidend scharfen Ostwindes stand ein ganzer Trupp Unentwegter noch hinten am Ausgang und erwartete die Bergmann, um ihr noch einmal hier Ovationen darzubringen. Hier würde es unmöglich sein, an Rosemarie heranzukommen!, dachte Wangenheim. Die vielen Fremden .. Ganz unmöglich. In diesem Augenblick bog ein eleganter Wagen um die Ecke und hielt direkt vor dem Portal. Im Fond dieses Wagens saß ein offensichtlich sehr vornehmer Herr, der sofort ausstieg und die Treppen hinaufeilte, die in die Garderoben der Künstler führten. Minuten nur waren vergangen. Schon verließen einige Schauspieler fröhlich lärmend das Haus, als sich wieder die schwere Tür öffnete. Sofort erkannte Wangenheim Rosemaries Gestalt, ah im Vorüberhuschen sekundenlang ihr Gesicht, der schon war der Fremde ihr behilflich, in den sagen zu steigen. Summend sprang der Motor an. Rosemarie hob noch einmal freundlich dankend »ie Hand und nickte grüßend den Unentwegten zu, ie bei ihrem Erscheinen laute Beifallsrufe hatten rtönen lassen. Auch der Herr neben Rosemarie grüßte höflich. Iber schon war der Wagen im Dunkel des Abends ntergetauchl. Endlich zerstreute sich auch der Trupp der Un- ntwegten. Nur Wangenheim blieb zurück. Seine Lippen verzogen sich in bitterem Spott. Das also war sein Wiedersehen mit Rosemarie! ;r hatte sie in dem Wagen eines Fremden davon- ahren sehen. Die Letzten hatten das Theater verlassen. Doktor Wangenheim stand noch immer an seinem heimlichen Platz. Ein paar Garderobefrauen eilten hastig nach Hause. Dann wurde es dunkel. Eine Lampe nach )er anderen erlosch. Nur der alte Schließer krabbelte noch an den Türen herum und erbat sich von Wangenheim, der in schnellen Zügen eine Zigarette rauchte, sogar etwas Feuer. Wangenheim verwickelte den alten Schließer in ein Gespräch. „Ja, ick bin hier och Portier", sagte der Alte selbstbewußt. „Aber wat denken Se, so wat wie in den letzten Wochen Ham wir hier lange nich erlebt. Wir Ham doch jetzt die Bergmann hier, wissen Se, wat die Tochter von die jroße Bergmann is, die vor zwanzig Jahren in Berlin jedet Kind kannte un die denn den jroßen Kunstmaler Neuß jeheirat't hat, den schwerreichen Mann. Na, aber wat wollte ick sagen? Ach so, wat nu die kleene Bergmann is, also die Rosemarie, ick sage Ihnen, so wat, so wat... Wenn die hier spielt, wissen Se, da Ham wa vor Blumen jar nicht treten kenn'n hier. Und wat die vorn Applaus hat, bis hier hinter hört ma bat. Na, wissen Se, junger Mann, die hat aber ooch wat los; da kenn'n Se de Tränen jleich iroer de Backe kullern..." Es war Wangenheim jetzt ganz gleich, mit wem er sprach. Nur etwas von Rosemarie hören wollte er. Etwas aus ihrem Leben wissen? Da unterbrach er oen Redefluß des Alten: „Na ja! Die ist aber doch verheiratet, die Bergmann? Vorhin wurde sie doch von einem Herrn, offenbar ihrem Gatten, abgeholt? Oder war es nur ihr Kavalier?" „Die Bergmann is nich verheirat't, und Kavalier — von wejen — nee, nifcht is. Det war en Bekannter von ihr, Fürst Lueberg. En janz nobler! Der würde sich alle Finger nach die lecken. Aber die Bergmann — nee, da kann teener ran?" Ach Sie meinen, der Fürst würde Fraulem Bergmann heiraten?" fragte Wangenh'eim, wahrend ihm die Kehle wie zugeschnurt war. „Na ja, freilich! Wenn die nur wollte. Fürstin Lueberg' Hm! Wat denken Se, wie die anderen alle varrückt sin hinter den Kerl!? Bloß die Bergmann nich! Die nicht — aber det scheint den Fürsten jrade zu imponier'n .. Wangenheim wußte genug. Schwer klopfte sein Herz in der Brust. Wie im Fieber schlugen seine Zähne aufeinander. Er ballte die Fäuste in ohnmächtigem Schmerz. „Gefunden — und verloren zugleich!" sagte er dumpf. Drei Abende hintereinander war Wangenheim im Theater gewesen. Drei Abende hatte er am hinteren Ausgang in seiner Nische verborgen gestanden, hatte sie vorüberhuschen und mit dem Fürsten im Auto davonrasen sehen. Alles, was er in den letzten Jahren um Rosemarie gelitten hatte, war ein Spiel gegen das, was er jetzt durchmachen mußte. Fast greifbar nahe ging sie an ihm vorbei — und er durfte sich ihr nicht nähern. Der Justizrat tröstete ihn so gut er konnte. Ihm tat Wolfgang Wangenheim in seinem Schmerz so unendlich leid. „Wir wollen doch erst einmal abwarten, ob die Sache mit dem Fürsten wirklich schon in dem Topfe ist, wo's kochen soll!" sagte er ein über das andere Mal scherzhaft, um Wangenheim etwas aufzurütteln. Aber der war wie erstarrt. Es war ihm nicht gelungen, den alten Schließer noch einmal zu erwischen, den er doch ganz gut hätte ausfragen können, wohin die beiden immer nach Theaterschluß fuhren, eventuell in welchem Lokal sie verkehrten.--- l Fv'cks^unn -Hf ' Sporthalbschuh 7 U < Boxcal t fit ’ - - Ir" 8# - v<- ■/A ...ZA W' <■' r■ '• *<-£ '/i FriHijabM-Weuheiteih mahagoni Boxcalf beige Biese. Zwischensohle ...... RM Ein kleiner Ausschnitt nus unserer Spangenschuh Riesenauswahl I Kauft deutsche Schuhe sehr hübsch. Sport- modelt . ... KM beim deutschen Kaufmann im führenden und größten ...... । !■ n■■■■■ » uMwiBiHi — —r— Spezialgeschäft Oberhessens: Schuhhaus Darre Braun echt Boxealt sehr kleidsam. schiankeck. Foim. derselbe in schwarz Boxcalf und Lackleder ....RM Luxusmodell aus imitiert, schwarzweißer Eid-cbse oder schwarz echt Chevie- aux oder braun echt Chevreaux • • - RM 1743 A GIESSEN Inhaber Edmund Darre Seltersweg 87 Fcchrner-Schmuck das paffende Konfirmations-Geschenk Kunsthandlung 3. 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Katte. 1735 o Kartenailsgabe: Donnerst. - AUt- glieder am Samstag,24.3. Samstag-Mitgl. a. Mont., 26.3. jeweils 16—19 Uhr an d. Theaterkasse. llllllllllllllllllllllllllllll Bamenhan (Gesldiishaare) u.a.tast.Haare w. nurd die von mir angew,einz.sich. Meth.u.Gar.für imm mit d.Wurz. schmerzt.entfernt 12^abre Praxis. Frau B. Gulden. Svrechstd. reden Freitag,Gießen, Hindenburgw.15 9-7 11 br din-cha. Billige 6l57v Wen Kostenlose unverbindliche Beratung durch Otto Wagner Großen-Bnfeck Vertreter der ZivkUIoor-A-S. ffloini Ullt.NMSlwssW- stöomieaier Gießen. i64oD Freitag, 23. 3., 20 bis 22 Uhr 23. srreit.-Abon. Gewölml Preise Hokuövolus in drei Akten von Curt Goetz. m. 69 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 22.MrzM^ rrj«rc« aeTbxraaQ Was gibt es Neues in der Medizin? Von Dr. p. Wölffel. Das Gesetz zur Verhütung der Erbkrankheiten. Nicht nur in Aerztekreisen ist das Gesetz zur Verhütung der Erbkrankheiten als Notwendigkeit zur Volksgeiundung begrüßt worden. Jeder Deutsche, wenn er auch zunächst dieses Gesetz als Härte empfindet, wird seinen nationalen und sozialen Wert einsehen. Wie notwendig dieses Gesetz war, sollen folgende Ausführungen kurz veranschaulichen. Das Gesetz sieht vor allem die Sterilisierung der Schwachsinnigen vor, da diese nicht nur den Staat durch ihre Erhaltung belasten, sondern in vielen Fällen auch die Ursache des sittlichen Verfalls (Prostitution >lnd Verbrechen) eines Volkes sind. Aus einer Berliner Statistik ist ersichtlich, daß bei einem schwachsinnigen Elternteil 58 v. H., wenn beide Eltern schwachsinnig sind, sogar 72 v. S). der Kinder erblich belastet sind. Besonders tragisch ist dabei die Tatsache, daß die Geburtenziffer bei Schwachsinnigen weitaus höher ist als bei Gesunden. Die zweite unter dieses Gesetz fallende Erbkrankheit ist die Epilepsie. Auch hier ist die Kinderzahl auffallend hoch, 76 v. H. der Epileptiker haben 6 bis 16 Kinder. — Jedem, der sich die Kosten, die ein Kranker dem Staat verursacht, veranschaulicht, wird das Gesetz berechtigt erscheinen. Wie brennend notwendig ist die Unterstützung vieler gesunder, kinderreicher Familien. Die Erziehung eines gesunden Volksschülers während achtjähriger Schulzeit kostet den Staat im ganzen 1000 Mark. Die Erziehung eines Taubstummen aber 20 000 Mark, eines Blinden sogar 26 000 Mark. Es ist selbstverständlich, daß auch Taubstumme und Blinde (die Anlage hierzu ist bekanntlich teilweise erblich) unter das neue, auch für die Kranken segensreiche Gesetz fallen. — Außer den von dem Gesetz erfaßten Erbkrankheiten gibt es natürlich noch viele, deren Vererblichkeit so gut wie sicher ist. Auch hier liegt es bei den Erkrankten, auf Nachkommenschaft zu verzichten und auf diese Weise an der Gesundung des deutschen Volkes mitzuarbeiten. Memna m der Llebsraangszeii Die rheuma-empfindlichsten Stellen des Körpers sind der Nacken und die Schulter. Eines Morgens wacht man auf, kann den Hals nicht mehr bewegen, kommt in kein Kleidungsstück ohne große Schmerzen hinein, lieber Nachs hat einen der Rheumatismus erwischt. Und wirklich, er ist ein nächtlicher Besucher. — Sie schlafen auf der rechten Seite, nicht wahr? Ist es nicht wahrscheinlich, daß die linke Schulter und der Nacken beim Schlafen unbedeckt sind? Schon haben wir die Ursache des plötzlich auftretenden Rheumas. Auch sonst ist der Nacken meist dem Luftzug ausgesetzt. Wenn einem warm wird, öffnet man den Mantel, nimmt den Schal fort und fühlt sich angenehm erfrischt von dem kühlen Luftzug. — Ist aber ein Körperteil erst einmal für Rheumatismus disponiert, so lassen sich Rückfälle schwer vermeiden. Der Empfindliche sollte sich also immer mit Nacken- und Schultertüchern, auch nachts, warm halten. Die Schmerzen lassen sich am besten mit Wärme bekämpfen. Man erhitze Wolle oder Watte und lege diese auf die schmerzende Stelle. Am praktischsten wird man es so handhaben, daß man immer ein Tuch anwärmt, während das andere aufliegt, dadurch vermeidet man Pausen der Abkühlung. Lieber- >md Lniertsmperaiur. Auf einem Aerztekongreß wurde die Frage erörtert, wann die Normaltemperatur eines Menschen überstiegen sei. Von einer Seite war festgestellt worden, daß bei 30 bis 40 v. H. der durchgesührten Messungen die in der Achselhöhle gemessene Temperatur über 37 Grad Celsius lag. Besonders bei Frauen machte sich diese erhöhte Temperatur bemerkbar. Aus dieser Tatsache wurde gefolgert, daß man für die normale Achselhöhlentemperatur, die immer 0,2 bis 0,5 Grad niedriger ist als die innere Körpertemperatur, als obere Grenze 37,5 Grad Celsius ansetzen müsse und nicht wie bisher 37 Grad. Dieser Anregung wurde aber mit Recht entgegengehalten, daß eine Normisierung in dieser Frage unangebracht sei, da jeder Mensch seine eigene Normaltemperatur besitze. Diese ist von jedem Menschen selbst festzustellen. Die dann bemerkten Abweichungen von dieser Normaltemperatur, die manchmal nur gering zu sein brauchen, können weitestgehenden Aufschluß über vorhandene oder entstehende Krankheiten geben. — Weit seltener als die erhöhte Temperatur ist die Untertemperatur, die zu keiner bestimmten Krankheit zu gehören braucht, sondern das Zeichen einer allgemeinen Körperschwäche ist und deren Auftreten oft beängstigender ist als das Fieber. Andererseits kann eine Untertemperatur auch durch einen allzu starken Wärmeentzug entstehen, sie ist z. B. die Begleiterscheinung einer Erfrierung. Bei geringen Schwankungen der Außentemperatur vermag der Körper durch Schutzeinrichtungen einen Ausgleich herbeizuführen. Je größer der Wärmeentzug ist, um so mehr bemüht sich der Körper durch erhöhte Verbrennung den Wärmeverlust zu ersetzen. Erste Hilfe bei Verstauchungen und Verrenkungen. Verstauchungen und Verrenkungen sind oft weitaus unangenehmer als ein einfacher Knochenbruch. Sie verlangen von dem Patienten mehr Geduld und Pflege, da sie nicht wie ein gebrochenes Glied in Gips gelegt werden können, sondern durch Behandlung und Schonung geheilt werden müssen. Einen verstauchten Knöchel kann man sich schon durch einen ungeschickten Tritt, durch ein Umknicken holen. Bei Verstauchungen werden für einen Augenblick die Gelenkenden auseinander gezogen, finden aber sofort wieder in ihre ursprüngliche Lage zurück. Dieser Moment genügt aber, um ein starkes Dehnen der Bänder, ja sogar ein Reißen zu verursachen. Das Gelenk füllt sich mit Blut und schwillt an. Im Gegensatz zur Verstauchung bleiben bei einer Verrenkung die Gelenkenden aus- einandergeschoben. Die Bänder sind immer gerissen. Solange man das Gelenk noch bewegen kann, handelt es sich um eine Verstauchung, bei einer Verrenkung ist dies nie möglich. — Das wichtigste ist, ein verstauchtes ober verrenktes Glied sofort, ehe die Schwellung beginnt, zu entkleiden. Bei einer Verstauchung wird man mit Ruhe und kalten Umschlägen den Schmerz soweit dämpfen können, daß man, das Gelenk mit einer elastischen Binde nicht zu fest umwickelt, das Glied bald wieder gebrauchen kann. Die spätere Behandlung, die vor allem auf die Zerteilung des Blutergusses abgestellt ist, besteht in Einreibungen mit Arnikatinktur, Kampferspiritus, in Massagen und Heißluftbädern. — Bei Verrenkungen sorge man so schnell wie möglich für einen Arzt, der das ausgerenkte Glied wieder in seine alte Lage bringt. Man selbst versuche nie, das Einrenken 'vorzunehmen, da man auf diese Weise bie Verletzungen erheblich verschlimmern kann. Bis zur Ankunft bes Arztes mache man kalte Umschläge. Nach ber Einrenkung ist bie Be- hanblung bie gleiche wie bei ber Verstauchung. Der häßliche Hrcksl. Diele hübsche Frauen leiben unter ben Qualen einer unreinen Haut. Sie wissen, baß jeber Mann auf ben ersten Blick bie Pickel in ihrem sonst wohl- „Haus Westmar." FestvorsLettrmg im Lichtspielhaus. Bei starkem Besuch und in Anwesenheit einer großen Zahl gelabener Gäste brachte bas Lichtspielhaus gestern abend in einer Festvorstellung den nationalsozialistischen Film „H a n s W e st - m a r" zur Erstaufführung. Der Film, ein Werk der Volksdeutschen Filmgesellschaft, heißt mit seinem vollen Titel „Hans Westmar. Einer von vielen. Ein deutsches Schicksal aus dem Jahr 1929." Das Manuskript wurde geschrieben nach dem Buche „Horst Wessel" von Hanns Heinz Ewers. Die Spielleitung hatte Franz Wenzler; die Musik stammt von Dr. E. H a n f st a e n g e l.. Außer den Hauptdarstellern wirkten mit die SA.-Standarten 4, 5 (Horst Wessel) und 6, die Berliner Korps des Köse- ner SC. und die Landespolizeigruppe Wecke z. b. V. Nach dem Beiprogramm brachte der Gießener SA-Reserve-Musikzug unter ber straffen Leitung von Musikzugführer Herrmann einige Stücke zu Gehör; bie schwungvolle Darbietung ber schneibigen Kapelle and lebhaften Beifall. Als ber Baben- weiler Marsch verklungen war, betrat Sturmfuhrer Grunewalb vom Sturm XIII/116 bie Bühne zu einer kurzen einführenden Ansprache, in ber er u. a. folqenbes sagte: Sie sehen heute Abenb ein herrliches Filmwerk, in bem ber Kampf ber SA. um ein neues großes Deutschland goschilbert wird. Im Mittelpunkt biejes Kampfes steht ber Sturmfuhrer Horst Wessel. Er war ein Mensch, ber von Haus aus in guten Verhältnissen lebte unb es eigentlich nicht nötig" gehabt hätte. Ihn traf Schicksal bev beutschen Volkes, er trat ein m Hitlers Armee unb fand bort bie Kameraden, die zu ihm gehörten, bie, rücksichtslos gegen Jid) Jelbft,_ fid) ernsten Jur die Bewegung und für bie große Idee. Die Zei dieses Kampfes ist zu schnell vergessen worden: es ist nötia heute zu sagen, wie es bamals war, bie Erinnerung wachzurufen an bie Zeit, ba Deujschlanb am Abgrund stand, ba Not unb Verzweiflung unb Arbeitslosigkeit herrschten. Wenn wir heute ben Aufstieg Deutschlanbs erleben, so banken wir das auch Horst Wes el und seinen Kameraden. Wir haben heute bie Rebe bes Führers zum Beginn ber zweiten Arbeitsschlacht erlebt und gesehen, baß es mteber vorwärts geht mit Deutschlanb. Darum sollen wir heute an Horst Wessel benken unb Adolf Hitler die Treue halten, wie er sie mit bem Tode besiegelte. Nicht von ben Millionen, die heute unter bem Hakenkreuz stehen, sonbern von einer entschlossenen Minderheit wurde ber Sieg erfochten. Wir müssen revolutionär fein unb bleiben. Hitler braucht den ganzen Kerl. Wenn wir den Film vom Leben und Sterben Horst Wessels sehen, dann sollen es nicht zwei Stunden der Unterhaltung für uns sein, sondern wir sollen lernen, was der Kampf bedeutet hat, den er kämpfte. Erheben Sie sich unb schworen Sie mit bem Horst-Wessel-Lieb, baß Sie Kämpfer im Geiste Horst Wessels unb Abolf Hitlers (ein und bleiben wollen. — Nach bem gemeinsam gesungenen ersten Vers bes Horst-Wessel-Liebes begann ber Film. Dieser Film ist nicht nur ein großartiges Dokument nationalsozialistischen Geistes, sonbern zugleich ein Stück miterlebter deutscher Geschichte aus jüngster Vergangenheit. Sein Inhalt ist, mit kurzen Worten, bas heroische Leben unb Sterben bes jungen Studenten und Sturmführers Horst Wessel für bie Idee einss großen nationalsozialistischen Deutschen Reiches und Volkes. Die Darstellung fuhrt mitten hinein in die bittere Kampfzeit der Bewegung. Der Brennpunkt des Kampfes ist bas damals noch überwiegenb unter roter Herrschaft stehenbe Berlin. Der Regisseur Franz Wenzler schilbert in knappen, klaren, ausgezeichnet photographierten unb filmisch geschnittenen Bilbern, wie es bamals in ber Reichs- hauptftabt aussah. Er schildert bie Verzweiflung unb Verelenbung breiter Volksschichten, die immer drohender überhand nehmende Herrschaft des von Moskau aus regierten und finanzierten Kommunismus. Er zeigt auch, wie instinktloses Spießer- tiim, pazifistische Gesinnung und Ausländerei in der Reichshauptstadt den Boden bereiteten für eine Schreckensherrschaft der verhetzten und verelendeten Massen. Aber es gab damals auch noch ein anderes Deutschland und ein anderes Berlin. In einer von der Polizei aufgehobenen Kneipe, wo die Berliner Korps ihre verbotenen Mensuren schlagen, taucht die Gestalt Westmars auf. Bald erkennt er, wo die Entscheidung fallen muß; er legt das Band ab, geht zu den Arbeitern, wird selber ein Arbeiter der Faust, dringt ein in die roten Hochburgen im Norden und Osten der Stadt, sammelt ein paar Mann um sich als den Kern des nachmals berühmt gewordenen Sturms 5. Der Film schildert bie ganze Erbitterung eines nun, mit bem unaufhaltsamen Wachsen ber Bewegung zur Entscheibung brängenben Kampfes um bie Macht, ber von ben Nationalsozialisten mit fanatischem Glauben unb grenzenloser Begeisterung von ber Kommune mit verbissenem Haß geführt wird. Wir erleben aus nächster Nahe eine tobende Saalschlacht gegen die erdrückende Heb er macht der Roten, die disziplinierten Aufmärsche der SA. in den Straßen ber roten Viertel von Berlin. Die Bewegung schwillt unaufhaltsam an, aber nach dem ersten' großen Wahlsieg der Nationalsozialisten ist Eine einzigartige Vogelfarm. Bei Keston in Kent gibt es eine Vogelfarm, bis in ihrer Art beispiellos sein bürste; bort finben sich Hunberte von seltenen Vögeln, bie sonst kaum noch in ber übrigen Welt anzutreffen sinb ober bie bort ber Gefahr des völligen Aussterbens nahe sinb. Im ganzen beherbergt biese Farm ungefähr 8000 Vögel, im Sommer, wenn bie ßebensbebingungen für bas gefieberte Volk günstiger. sinb, sogar über 10 000. Zumeist hanbelt es sich um Vogel aus ben ozeanischen Gebieten, bie hier in einem ganz anbe- ren Klima an bisher ungewohnte Lebensbebingun- gen gewohnt werben; jebenfalls sinb biese Bewohner „Australasiens" leichter aufzuziehen als ihre insekten- fressenben Stammesgenossen anberer Länber, benn sie begnügen sich mit Samen. Dieses einzigartige Unternehmen wirb von zwei jungen Männern, leibenschaftlichen Naturfreunben, unterhalten, bie ihre Hauptaufgabe barin erblicken, Tiere, beren Gewöhnung an bas europäische unb insbefonbere an bas englische Klima bie Scichverstänbigen bisher als unmöglich bezeichnet haben, auf ihre neue Umgebung umzustellen. Die Farm hat von Monat zu Monat an Umfang zugenommen; bie Zuchtergebnisse sinb wirklich bemerkenswert. Man hat Kreuzungen erzielt, bie man bisher nicht gekannt hat, unb wertvolle Exemplare „burchgebracht", ja vielleicht vor bem Aussterben bewahrt. Die Vogel, unter benen sich viele Papageien unb Sittiche in ben buntesten Farben unb in ben seltensten Zeichn nungen befinben, werben verkauft, nachdem sie an bie klimatischen Bebingungen Englands gewohnt worben sind. Das wichtigste (Bebäube ber kleinen Vogelstabt ist bas „Akklimatisierungs-Haus", in bem bie neuanfommenben gefieberten Gäste auf ihren Aufenthalt in Englcmb bei sorgfältiger Temperaturregelung schrittweise vorbereitet werben. Es gibt barunter z. B. ein kostbares Paar, bas in Eng- lanb nur noch in zwei weiteren Exemplaren vorhanben sein soll, bie Eigentum bes englischen Königs sinb. HochschulnacbriKten. Der o. Professor für mittelalterliche Geschichte an ber Universität Heibelberg, Geh. Hofrat Dr. Karl Hampe, würbe auf fein Nachsuchen zum 1 April b. I. von seinen Amtspflichten entbunben. Geheimrat Hampe gehört ben Akabemien ber Wissenschaften in Berlin, Heibelberg unb München als Mitglieb an, ferner ist er Mitglieb ber General-- bireftion ber Monumenta Germaniae historica, der Babischen Historischen Kommission unb ber Pfälzischen Gesellschaft der Wissenschaften. Sein Hauptwerk ist die Deutsche Kaisergeschichte in ber Zeit der Salier unb Staufer. geformten Gesicht sieht unb sich abgestohen fühlt. Besonbers junge Mäbchen zwischen 15 unb 20 Jahren werben nicht selten von biefer Erscheinung gequält. — Es ist falsch, mit ben Fingern ober gar irgenb einem Instrument an einem Pickel herumzubrücken, er wird sich nicht nur verschlimmern, sondern er wird auch unangenehme Narben hinterlassen. Hauptbedingung für eine reine Haut ist die Sauberkeit. Man benutze zum Waschen eine Schwefelseife, die man je nach der Empfindlichkeit der Haut länger oder kürzer einwirken läßt. Eventuell lasse man den Schaum die ganze Nacht auf der Gesichtshaut und wasche ihn erst morgens mit lauwarmem Wasser ab. Eine besonders gute Wirkung haben Gesichtsdampfbäder, die mit Seifenwasser oder auch mit Kamillentee ausgeführt werden können. Eine übermäßige Ablagerung von Fetten durch die in der Haut befindlichen Talgdrüsen verhindert man durch gelegentliche Waschungen mit alkoholhaltigen Flüssigkeiten, eventuell auch mit Benzin. Zu empfehlen sind Schälkuren durch Bestrahlung mit künstlicher Hohensonne. Dies erspart sogar bei größeren Furunkeln des öfteren einen operativen Eingriff. Natürlich muß bie Bestrahlung unter ärztlicher Aufsicht geschehen, ebenso bürfen operative Eingriffe unb mebikamentose Behcmblung nur vom Arzt oorgenommen werben. Mit Pickeln, bie sich zu Furunkeln entwickeln konnten sei man besonbers vorsichtig, ba bie Gesichtsfurunkel wegen ber Nähe bes Gehirns besonbers gefährlich sinb. — Ein zu Furunkeln unb Pickeln neigenber Mensch wirb am besten vegetarisch essen. Schlechte Verbauung ist fast in ben meisten Fällen die Ursache einer unreinen Haut. Alkohol, Bohnenkaffee, Tee und scharfe Gewürze sind ebenfalls zu meiden. Reichlicher Aufenthalt in der frischen Luft in Verbindung mit ausgiebiger Bewegung ist für die Erlangung einer gesunden Haut Vorbedingung. Aus der proviuzialhaupistadt. Waldbrandgefahr. Das Frühjahr ist die gefährlichste Jahreszeit für Waldbrände. Da weitaus die meisten Waldbrände durch Fahrlässigkeit entstehen, ist es nötig, die Bevölkerung, besonders rauchende Spaziergänger und die Wanderer, immer wieder nachdrücklich auf die Bestimmungen des Forstpolizeigesetzes hinzuweisen, wonach es verboten ist, mit unverdecktem Feuer oder Licht, also brennenden Zigarren, Zigaretten, Pfeifen ohne Deckel, den Wald zu betreten, im Walde brennende oder glimmende Gegenstände wegzuwerfen oder unvorsichtig zu handhaben und im Walde oder in gefährlicher Nähe desselben Feuer anzuzünde». Aufgabe der Eltern und der Schule muß es sein, vor allem bie jugenblichen Wanberer auf ben großen Schaben aufmerksam zu machen, ber burch weggeworfene Zigarren, Zigaretten ober burch Abkochen entstehen kann. Wer einen Waldbranb wahrnimmt, hat, wenn bie sofortige Unterbrückung bes Branbes nicht gelingt, so schnell als möglich bem Ortsvorsteher ber nächsten ©emeinbe Anzeige zu erstatten, auch ist jebermann verpflichtet, zur Löschung eines Walb- branbes auf Aufforderung des zuständigen Beamten Hilfe zu leisten. Nichtbefolgen dieser Bestimmungen ist strafbar. Ganz besonders kommt es darauf an, daß ein Waldbrand so schnell als möglich unterdrückt wird, deshalb sollten- die Löschenden, womöglich unter Benutzung von Fahrrädern oder Kraftwagen, möglichst rasch zur Stelle sein und sofort auch die zum Löschen notwendigen Gegenstände mitbringen. Hierzu gehören in erster Linie Hauen, Schaufeln, Kreuzpickel unb Patschen zum Ausschlagen bes Feuers, Abziehen bes Bobenüber- zuges unb Bebecken mit Erbe, sobann Aexte unb Sägen. Es ist wünschenswert, daß in jeber Ge- meinbe an einem allgemein bekannten Platze (Spritzenhaus ober Rathaus) biese Werkzeuge in ber erforderlichen Zahl bereitgehalten unb im Falle eines Walbbrandes so rasch wie möglich auf ben Branbplatz geschafft werben. Der Walb ist ein so kostbares Gut, baß man nicht leichtsinnig damit umgehen darf, vielmehr alle Mittel anwenden muß, um Gefahren von ihm abzuwenden und seine Erzeugnisse ungeschmälert der Allgemeinheit zu erhalten. Alle Theateraufführungen unter freiem Himmel anmelden! Der Leiter der Lanbesstelle Hessen-Nassau bes Reichsministeriums für Volksaufklärung unb Pro- paganba gibt bekannt: Ich mache nachmals barauf aufmerksam, baß gemäß § 25 ber 1. Verorbnung zur Durchführung bes Reichskulturkammergesetzes vom 1. November 1933 alle Theaterunternehmer einschließlich der Leiter der von deutschen Ländern, Städten und sonstigen Körperschaften des öffentlichen und pri- vaten Rechts betriebenen Theater, sowie die Inhaber von Theaterkonzessionen, die beabsichtigen, im Jahre 1934 T h e a t e r a u f f ü h r u n g e n u n - ter freiem Himmel (Freilichtaufführungen) zu veranstalten, diese sofort bei der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda unter Angabe des Spielortes unb ber aufzuführenben Werke anzürn e l b e n haben. Diese Bestimmung bezieht sich auch auf alle Vereine unb Einzelpersonen, bie im Jaffte 1934 Freilichtaufführungen mit Berufsschauspielern ober Dilettanten veranstalten wollen, gez.: Müller-Scheib. Aufruf zur Hitlerfpeude 1934. Die Kreisleitung ber NSDAP, unb bie Bürgermeisterei Gießen veröffentlichen in unserem heutigen Anzeigenteil einen Aufruf zur Hitlerspenbe 19 3 4, ber bie Bereitstellung von Freiquartie- ren für SA. - Männer bezweckt, um bewährten Kämpfern ber nationalsozialistischen Bewegung für einige Wochen kostenlos Unterkunft unb Verpflegung barzubieten. Zur Forberung bes Geban- kens ber Volksgemeinschaft wirb erwartet, baß einem SA.-Mann für minbeftens zwei Wochen Gastfreunbschaft gewährt wirb. Es hanbelt sich bei biefer Spenbe um einen Appell des Führers bes Deutschen Gemeinbetages. Unsere Mitbürger feien auf bissen Aufruf besonbers hingewiesen. Ami für Beamte, Kreis Gießen. Freitag, 23. März, 20.30 Uhr, im Cafe Leib, gemeinsamer Fachschaftsabenb ber Fachschaften: 3 (Reichssteuerverwaltung), 7 (Sonstige Reichsverwaltungen), 13 (Kommunale Verwaltungen), 14 (Sonstige Körperschaften bes öffentlichen Rechts). Es spricht: Kreisschulungsleiter Pg. Dr. Schmidt (Darmstadt) über: „Volk ohne Jugend". Teilnahme ber Fachschaftsmitglieber ist Pflicht. Alle übrigen Berufskameraden sind eingelaben. gez. Heß. Kreisamtsleitung NG. Hago (GHG.) Gießen. Freitag, 23. März, 20 Uhr, auf ber Liebigshohe zu Gießen: Große öffentliche Kunbgebung von Hanbel unb Hcmbwerk. Es spricht ein Vertreter ber Gauamtsleitung Frankfurt a. M. Die Ortgruppen haben mit ihren Fahnen eine Viertelstunde vor Beginn zu erscheinen. I. V.: gez.: H e y b, stellv. Kreisamtsleiter. Zungvolkdienst und Schularbeit. Manche Sorge von ben Eltern unserer Jugend wird laut, unb zumal jetzt, wo bie Osterzeugnisse unb bie Versetzungen nahen. Werben die Jungen burch ben Dienst nicht zu angestrengt? Wie vereinbart sich bie Schularbeit, bie gewiß nicht oernach- für den verhaßten Führer des Sturmes 5 bas Tobesurteil gesprochen. Seine Leute wittern bie brohenbe Gefahr aus dem kommunistischen Lager. Aber die Rettungsversuche ber Freunbe unb selbst von der Gegenseite kommen zu spät: bei einem feigen Ueberfall der Kommune wird Westmar schwer verwundet. Der Haß des Untermenschentums ist grenzenlos; im letzten Augenblick wirb ein brutaler Angriff auf das Krankenhaus abgeschlagen, wo Westmar mit dem Tode ringt. Und noch den Leichenzug des Gemeuchelten umtobt die Gemeinheit der roten Meute mit Steinwürfen. Aber die Saat, die Westmar gesät hat, ist aufgegangen; die über seinen Sarg gesenkten Fahnen erheben sich unb wehen über ganz Deutschlanb Neben ben enblos marschierenben Kolonnen taucht schattenhaft bie Gestalt bes erschossenen Sturmführers wieber auf. Und es ist ein Symbol seines siegreichen Kampfes, wenn ber Film höchst einbrucksuoll mit biesem Bilb schließt: wie die drohend geballte Faust des verführten Arbeiters sich langsam öffnet unb zum beutschen Gruß streckt. Die Gestalt Hans Westmars wirb von Emil Lohkamp ausgezeichnet verkörpert. Seine schlanke, straffe Erscheinung, ber gutgeschnittene rassige Kopf machen schon bie äußere Erscheinung sympathisch unb überzeugenb, er zeichnet mit festen, knappen Strichen bas' Bilb bes vorbilblichen jungen Deutschen, ber mit seinem Ernst, seiner Entschlossenheit, feinem unerschütterlichen Glauben an Deutschlanbs Zukunft unb ben Sieg seiner Sache sich einsetzt, sein Leben hingibt unb ber Bewegung zum entscheiben- ben Durchbruch verhilft. — Den wichtigsten Gegenspieler gibt kein Geringerer als Paul Wegener: er ist ber Kommunistenführer Kuprikoff, eine Figur von unheimlicher unb beflemmenber Lebensnähe; in seiner wahrhaft' asiatischen Maske spiegelt sich bie ganze Grausamkeit unb ber kalte Haß bes von Moskau gefanbten Dolksverführers, ber immer aufs neue feine Leute zu besinnungsloser Wut unb feigem Morb aufstachelt. Zwei sehr gute Leistungen sieht man von Jrmgarb Millers als Agnes unb Gertrub b e La l fky als Westmars Mutter. Von ben übrigen seien noch Heinrich Heilinger (Roß), Heinz S a l f n er , Grete R e i n w a 1 b unb Carla Barthel genannt. — * Im Beiprogramm, bas bie Festvorstellung einleitete, sah man" außer ber Wochenschau einen interessanten Bilbbericht „Glückliche Inseln im Atlantik" unb ben Vorspann zu einem neuen deutschen Kriegsfilm „Stoßtrupp 1917", ber in Kürze hier erscheinen wird. —r— läffigt werden darf, mit dem Wirken im Jungvolk? Das sind bestimmt ernsthafte Fragen von sorgenden, weitblickenden Eltern, denen wir uns nicht verschließen wollen. Vor kurzem sagte Gebietsführer Kramer, daß Schule, Elternhaus und Jugendorganisationen langsam eins werden müssen. Der Gegensatz, der naturnotwendig zwischen alter und junger Generation besteht, kann nur durch-gegenseitiges Verständnis überbrückt werden. Diese Clternnot und dieses Denken ist auf eine alte Wahrheit gestützt. „Niemand kann zwei Herren dienen." In unserm Falle ist sie allerdings falsch angewandt. Es mag wohl so scheinen, als ob sich Iungoolkdienst und Schule gegenüberständen, zwei Einrichtungen seien, vielleicht, weil sie sich namentlich unterscheiden. In Wirklichkeit liegen sie aber in einer Ebene, in einer Richtung, eins Ergänzung Deutscher Jungarbeiter! Deutsche Jungarbeiterin! Hast Du Deiner nationalen Pflicht schon genügt durch Deine Anmeldung zum Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend vom 9. bis 15. April? Letzter Anmeldetag am 2 4. März 1934 ! Die Hitler-Jugend und die Deutsche Arbeitsfront rechnen auf Dich! zum andern. Es sind also tatsächlich keine „zwei Herren", denn unter diesen zwei Herren verstehen sich grundverschiedene, ja feindlich widereinander- stehende Richtungen. Und das vermag niemand von Iungoolkdienst und Schule zu sagen. So wird es also klar, daß unsere Jugend gar nicht „zwei Herren" dienen soll. Und doch bleibt eine Zweiheit bestehen. Die Schule allein macht keinen Jungen aus! Erst Jungoolk- bienft und Schularbeit als eine Ganzheit formen den jungen Deutschen. Diese beiden Jugendeinrichtungen sind also zwei sich ergänzende Hälften. Dies fordert natürlich, gemessen an früheren Jahren, Mehrarbeit. Und das soll ja unserer Jugend schon bewußt werden: Wir können uns nur retten aus der großen Verfahrenheit durch Mehrleistung, durch ganzen Einsatz, durch größere Vielseitigkeit, die dabei nicht die Güte der einzelnen Arbeitsgebiete vermindert. Alle die genannten Bedenken sind Flucht vor der Mehrarbeit. Wir beobachten sie auch bei unseren Jungen und wissen, daß sie sich mit dem einen ein gutes Gewissen gegen das andre, das sie gerade vernachlässigt haben, zu schaffen versuchen. Das heißt, daß manche den Dienst gegen die Schularbeit ausspielen. Aber die Schule weiß, was von den Jungen im Dienst verlangt wird, und auch die Jungvolkführer sind unterrichtet über die Arbeit der Schule. Beide Einrichtungen sind sich klar, daß die Zeit straff ausgefüllt ist. Und das soll sie auch! Den sorgenden Eltern aber zum Trost eines: Es wird bestimmt nichts Unmögliches verlangt. Willy Pommerening. Der Sparer im nationalsozialistischen Staat. Die Ortsgruppe Gießen des Sparerbundes hielt unter der Leitung von Herrn Lorenz im Hotel Hindenburg eine gutbesuchte Versammlung ab, in deren Mittelpunkt ein Vortrag von Justizrat Brink (Berlin) über das Thema „Der Sparer im nationalsozialistischen Staate" stand. Der Redner beschäftigte sich zunächst eingehend mit den Vorgängen, die zum Zusammenbruch der deutschen Geldwirtschaft in der Zeit der Inflation führten, er wies im engsten Zusammenhang damit auf die zersetzende Tätigkeit der marxistischen Parteien hin, denen es darauf angekommen sei, das deutsche Volk völlig zu verproletarisieren. Der Vortragende beschäftigte sich ferner mit der Aufhebung des Golddeckungszwanges und deren unmittelbaren Folgen. Das Inland-kapital sei vernichtet worden. Man habe dann zu Auslandkrediten gegriffen, die ungeheure Zinsenlasten hn Gefolge hatten. Das gepumpte Auslandgeld fei aber in fast hemmungsloser Weise verschwendet worden. Regiebetriebe seien in den Städten geschaffen und damit der Korruption der Weg bereitet worden. Die Folgeerscheinungen im einzelnen seien hinlänglich bekannt. Run aber sei im deutschen Volke eine grundlegende Wandlung vor sich gegangen. An Stelle der Willkür sei eiserne Rechtspflege getreten. Ordnung und Sauberkeit herrsche wieder in den Herzen und im öffentlichen Leben. Die Regierung genieße das allgemeine Vertrauen. Gemeinwahl sei oberstes Gesetz Adolf Hitler und seine Regierung wolle die deutsche Wirtschaft wieder aus dem Jnlandkapital aufbauen. Das bedeute, daß der Sparer wieder zu Ehren komme. Die Regierung werde den Sparer auch zu schützen wissen. Einen wesentlichen Fortschritt bedeute es, daß die Regierung eine grundsätzlich andere Einstellung zur Rentnerfrage habe, als je eine Regierung zuvor. Das Reichsarbeitsministerium habe ein Rentnerversorgungsgesetz entworfen, das bereits dem Reichsfinanzministerium vorliege. Der Redner kam sodann auf das Thema Hauszinssteuer und deren Verwendung, sowie auch auf die Hypotheken- Aufwertung zu sprechen und betonte, daß der Führer alle damit verbundenen Fragen zum gegebenen und von ihm für richtig befundenen Zeitpunkt lösen werde. Primäre Frage sei aber gegenwärtig die Frage der Arbeitsbeschaffung. Alles andere werde sich selbstverständlich ergeben. Der Sparer und Rentner müsse sich dieses Jahr noch in Geduld fassen, er tue es aber unter veränderten und hoffnungsreicheren Umständen. Die Regierung verdiene alles Vertrauen und aus diesem Vertrauen müsse die Kraft zum Ausharren gewonnen werden. Mit der Aufforderung, dem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, die Treue zu halten und mitzuarbeiten am großen Werke, beschloß der Redner seine beifällig aufgenommenen Ausführungen. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurden aus dem Kreise der Hörer noch verschiedene Fragen gestellt, die der Redner erschöpfend beantwortete. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. Lattich und Schlüpfer, der Frühsaiat der Gärtner. Im Monat März bringen die Gärtner ihr erstes Frühgemüse an den Markt. Nach den Radieschen, die schon bald im neuen Jahre erschienen sind, werden jetzt in steigenden Mengen Lattich und Schlüpfer als erster deutscher Frühsalat angeboten. Das sind die Vorboten des einheimischen Kopfsalates, dessen Ernte erst nach Ostern einsetzen wird. Die deutschen Gärtner fordern die Hausfrauen auf, ihren frischen, vitaminreichen, auf deutschem Boden gewachsenen.Lattich, dessen Zartheit und Wohlgeschmack nicht übertroffen werden kann, zu kaufen. Der rhein-mainifche Gärtner wird nur dann die nötigen Mittel für die Heizung und Heranzucht des Treibsalates beschaffen können, wenn er jetzt diese ersten Früchte seiner Arbeit wirtschaftlich verwerten kann. Der jetzt auf dem Markt angebotene Kopfsalat ist Freilandsalat, der aus fernen Gegenden nach hier geschafft wird. Demgegenüber ist der einheimische Fruhsalat von unübertroffener Frische. Hausfrauen, kaust deutsche Gemüse! Gietzener Wochenmarktpreise * G i e ß e n, 22. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mk., Kochbutter 1,10 bis 1,15 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 9, : Wirsing, das Pfund (gelb) 15, (grün) 20 bis 25, Weißkraut 12, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 12, Rote Rüben 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 35 Pf., Feldsalat 1,— bis 1,20 Mk., Zwiebeln 10 bis 12 Pf., Meerrettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 25 Pf., Kartoffeln, der Zentner 2,80 bis 3,- Mk.. Aepfel, das Pfund 12 bis 35 Pf., Birnen 15 bis 20, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 40 bis 60, Blumenkohl 40 bis 80, Salat 25, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 25 Pf. VornoNzen — Tageskalender für Donnerstag: NS.:Frauenfchaft Gießen-Süd, 20.15 Uhr im Haus der Arbeit: Ortsgruppenabend. — Deutsche Bühne, 20 bis 22 Uhr im Stadttheater: „Hokuspokus". — „Weite Welt und breites Leben .. /' 3u Goethes Todestag am 22. März Von Hans Heßler. Weite Welt und breites Leben, Langer Jahre redlich Streben ... Heitern Sinn und reine Zwecke: Nun! Man kommt wohl eine Strecke. Goethe. Von seinem Leben, das Goethe selbst als weit und breit empfand, sagt der greife Faust kurz vor seinem Tode: „Erst groß und mächtig, nun aber geht es weise, acht bedächtig", und G o e t h e hat sein Dasein wiederholt einer Schlittenfahrt verglichen. Wirklich, groß und mächtig und glatt und wehend wie eine Fahrt ist dieses Leben dahingegangen, seine Fülle war bisweilen so drängend, daß Goethe sagte: „Man kann dreihundert Jahre werden und darüber, wenn man nur alle Tage seine Sachen redlich macht." Der Raum eines solchen Daseins läßt sich in wenigen Zeilen unmöglich ermessen, wohl aber läßt sein Inhalt sich andeuten, seine Pole lassen sich bezeichnen. Man hat gesagt, er sei ein Glückskind gewesen. Wirklich: er fand in jedem Augenblick seiner Lebensstrecke das fordernde Erlebnis, aber er erkannte es auch und wies Unfruchtbares ab: „Was euch das Jnnre stört, müsset ihr meiden." Aeutzere Nöte, mit öenen der zehn Jahre später geborene Schiller immer zu kämpfen hatte, blieben ihm erspart auch Krankheiten, die ihn in regelmäßigen Abständen heimsuchten, wirkten sich in seinem Wesen beinahe wie Quellen der Erneuerung aus; in jedem entscheidenden Augenblick begegnete er auch der äuße ren Wende, die er brauchte — Glückskind Ein Enkel des großen Lukas Cranach, Sohn begüterter Litern, die ihr patrizisches Haus am Frankfurter Hirfchgarten hatten, ein frühreifer, sorgloser Knabe; als otubent in Leipzig ganz im Bann französischen q t n5a er ’n Straßburg durch schicksalhaften Zufall Herder, der ihm die Quellen zu deutschem Wesen, zur deutschen Landschaft, zu sich selbst öffnet: Unter dem Straßburger Münster erlebt Goethe "Z.p o k es p ea r e" und die nordisch-deutsche Kunst, Berlichinben" erscheint ihm, die Umrisse » ; "U^ust nahen m schwankenden Gestalten. Die Jahre 1771 bis 1772 sind mit beruflicher Tätigkeit in Frankfurt und Wetzlar ausgefüllt „Goetz" erscheint, und der „Werther" (1774), der den Fünf unddreißigjahrigen berühmt macht, verschafft ihm jene Einladung an den Weimarer Hof, die zunächst nur für eine begrenzte Zeit gedacht ist. Als er am 7. November 1775 dort eintrifft, ahnt er nicht, daß er nicht mehr von dort loskommen wird. Es folgen die zehn „Weimarer Jahre": Goethe wächst als Freund des Herzogs Karl August in die Verwaltungsgeschäfte des Landes, denen er bis ins hohe Alter verbunden bleibt. Sehnsüchtiger schweift oft die Ahnung nach Italien, das sich ihm als erster Jugendeindruck durch die römischen Stiche und das Gondelmodell seines Vaters offenbarte; nach zehn Jahren, anläßlich eines Karlsbader Aufenthalts, entweicht er über den Brenner, hält sich in der ersten Oktoberhälfte 1786 in Venedig auf, erlebt den Süden und das Meer und trifft am Ende des gleichen Monats in Rom ein, ist im Frühling des fol- aenden Jahres in Sizilien, nimmt am 22. April 1788 Abschied von der ewigen Stadt und kehrt als Gewandelter im Juni nach Weimar zurück, aus dem er sich bis auf gelegentliche Reisen nicht mehr entfernt. Aber das sind die äußeren Daten. Man muß ermessen, welche Ereignisse der Goethe- sche Lebensraum umfaßte: er erlebt den Verfall des Nationalismus, die Jahre des philosophischen Kritizismus, den Gipfel des Klassizismus, den Einbruch der Romantik in Dichtung und Kunst, Wissenschaft und Philosophie, die Mischung antiker und deutsch-mittelalterlicher Lebenskräfte: er erlebt Schiller — die „Räuber" erscheinen 1781, als Goethe am „Wilhelm Meister" schrieb, zwischen beiden Werken klaffen Welten! Hölderlin, Novalis, Jean Paul, Heinrich von Kleist; die Philosophen Kant, Friedrich Schlegel, Fichte, Hegel, die gesamte Kunst vom sterbenden Rokoko bis zu Easpar David Friedrich und Philipp Otto Runge; die Musik Mozarts — Johann Sebastian Bach starb einen Monat vor Goethes Geburt —, Beethovens, Schuberts, Carl Maria von Webers. In Goethes Lebensraum liegen die Anfänge technischer Entwicklungen, deren Mächte damals kaum zu ahnen sind: die erste Mont- golfiere steigt in die Luft, das erste Dampfschiff fördert sich mit Schaufeln durchs Wasser, und wenige Tage vor seinem Tode hört er von der Eisenbahn Liverpool—Manchester. Die Naturwissenschaften treten auf allen Gebieten in neue Anfänge: Botanik, Zoologie, Anatomie, Geologie und Mineralogie. Politisch betrachtet begreift Goethes Leben diese Ereignisse in sich: den Siebenjährigen Krieg, die Befreiungskriege Nordamerikas, die Französische Revolution mit Napoleons Sieg und Sturz und die deutschen Verfassungskämpfe bis zur Juli- Revolution. Völlig unübersehbar aber bleibt die UeberfüUe menschlicher Verbindungen, die Goethe in diesen Jahren anknüpfte; sie beginnen etwa mit Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hans Westmar". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Das Hotel auf dem Ozean" — Alice-Schule, Steinstraße, 10.30 bis 18 Uhr: Ausstellung von Arbeiten der Haushaltungsschule. — Handels- und Gewerbebank Gießen, 20.30 Uhr im „Hindenburg": 75. ordentliche Generalversammlung. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr: Ausstellung. — Aus dem Stadttheaterbüro. Morgen, Freitag abend, die drei Akte „Hokuspokus" von Curt Goetz. (Siehe heutige Anzeige.) — Eine musikalische Passionsan - dacht findet am morgigen Freitagabend in der Alten Friedhofskapelle statt. (Siehe Anzeige.) * ** Von der Kraftpoftlinie Gießen — Hochelheim. Nach dem jetzt vorliegenden Ertragsergebnis der Kraftpostlinie Gießen—Hochelheim für das abgelaufene Vierteljahr Oktober—Dezember war in den Monaten Oktober und November ein Fehlbetrag zu verzeichnen, während sich für den Monat Dezember ein Uederschuß ergab. ** D i e Aushändigung von Steuergutscheinen betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil. Anträge können nur noch bis 31. März gestellt werden. ** Schwerer Unfall eines Kindes. Das vierjährige Töchterchen des Arbeiters Schmidt (Alter Rödger Weg) erlitt gestern abend einen schweren Unfall. Das Mädchen zog eine mit heißem Kaffee gefüllte Kanne vom Tisch, deren Inhalt sich dem bedauernswerten Kinde über Ober- und Unter- schenket ergoß, so daß es mit schweren Brandverletzungen in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden mußte. ** Zum Osterpaketverkehr. Man tut gut, auch vor Ostern die für das Fest bestimmten Pakete, Postgüter und Päckchen rechtzeitig einzuliefern, sie gut zu verpacken, die Aufschrift haltbar anzubringen und den Bestimmungsort besonders groß und kräftig niederzuschreiben. Auf den Sen- düngen darf die vollständige Anschrift des Absenders nicht fehlen. In Pakete und Postgüter muß em Doppel der Aufschrift gelegt werden. Auch für Päckchen empfiehlt sich dies. Hohlräume sind mit Holzwolle usw. auszufüllen, damit die Sendungen bei der Beförderung in Säcken und beim Stapeln nicht eingedrückt werden. Päckchen müssen deutlich als „Briefpäckchen" oder „Päckchen" gekennzeichnet sein. So hergerichtete und rechtzeitig eingelieferte Ostersendungen werden mit Sicherheit pünktlich zum Fest ihr Ziel erreichen und ihren Zweck erfüllen. ** Versuchsbetrieb bj> s Großrundfunksenders Mühlacker. Der umgebaute Großrundfunksender Mühlacker hat am 14. März mit dem Versuchsbetrieb begonnen. Er benützt zunächst nur den unteren Teil der neuen (Einturmantenne bis 120 Meter Höhe. Die volle Antennenhöhe von 190 Meter wird erst in einiger Zeit aus- genützt werden können. Dtzr Großsender wird jedoch schon jetzt planmäßig das ganze Programm des Süddeutschen Rundfunks senden. Der Ersatzsender Stuttgart-Degerloch ist stillgelegt worden. Ein gleichzeitiger Betrieb beider Sender ist nicht möglich. Feuerwehr- Verbandstag in Gießen. Der Kreisverband Freiwilliger Feuerwehren im Kreise Gießen hielt am Sonntag im Saale des „Frankfurter Hofs" zu Gießen seinen Frühjahrsverbandstag ab. Der Vorsitzende, Brandinspektor Wenzel (Gießen), begrüßte die zahlreichen Abgeordneten der Wehren, insbesondere den Vertreter des Kreisamts, Kreisseuerwehrinspektr Bouffier, Branddirektor Braubach (Gießen) als Vertreter des Landesverbandes Hessen, sowie die Bürgermeister von Hungen, Göbelnrod, Villingen, Rodheim und Reiskirchen, ferner die im neuen Reich zum erstenmal, aus Anordnung des Kreisfeuerwehrinspektors, erschienenen Führer fast sämtlicher Pflichtfeuerwehren. Sodann erstattete der Vorsitzende den Geschäftsbericht, dem zu entnehmen mar, daß in verwaltungstechnischer und praktischer Hinsicht für die freiwilligen Feuerwehren das Bestmöglichste geleistet wurde. Die Rührigkeit des geschäftssührenden Ausschusses in Verbindung mit der Kreisfeuerwehrin- jpeftion verdiene alle Anerkennung. Wirtschaftsnvt und Arbeitslosigkeit hätten dank der Initiative der Reichsregierung unter der Führung unseres Volkskanzlers Adolf Hitler in den Reihen der Feuerwehren erheblich abgenommen, im Gegensatz zum Vorjahre, so daß manche Maßnahme zugunsten der Feuerwehren in Angriff genommen werden konnte. Unter der zlelbewuhten Arbeit und Opferfreudigkeit des Führers der Feuerwehren war es möglich, weitere Verbesserungen im Auf- und Ausbau des Feuerlöschwesens der Feuerwehren durchzuführen. Kamerad Wenzel gab dann einen eingehenden Rückblick auf den Landesfeuerwehrtag in Schotten und sprach die Hoffnung aus, daß es mit dem Beginn des Frühlings in unserem Vaterlande durch allerlei Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wieder aufwärts gehe, und jeder für seinen Teil, dazu beitragen müsse, unserem Führer bei feiner tiefschürfenden Arbeit nach Kräften helfend zur Seite zu stehen. Das Andenken verstorbener Kameraden wurde bann in der üblichen Weise geehrt. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier überbrachte die Grüße des Kreisamtes und erklärte, daß das Kreisamt die Nöte und Sorgen der Gemeinden auf allen Gebieten kenne, besonders aber auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens, wozu es durch den technischen Leiter jederzeit bestens unterrichtet sei. Das Kreisamt werde im Rahmen des Möglichen nicht nur ideell, sondern insbesondere auch materiell den freiwilligen Feuerwehren, wie überhaupt den Feuerwehren in ihrer Gesamtheit beistehen. Er gab dem besonderen Wunsche Ausdruck, daß die Tagung in echtem Kameradschaftsgeist zum Wohle der Volksgemeinschaft ausklingen möge, und schloß seine mit großem Beifall aufgenommenen Worte mit dem deutschen Gruß! Branddirektor Braubach (Gießen) sprach für den Landesverband Hessen in markanten Worten und wünschte der Tagung einen vollen Erfolg. Schriftführer Kamerad Breither (Gießen) erstattete den Tagungsbericht vom letzten Herbst- oerbanbstag in Daubringen, dem zu entnehmen war, daß dem Verbände bis dahin 20 Freiwillige Wehren mit insgesamt über 2000 Mitgliedern angehörten. Der Bericht wurde genehmigt. Den Kassenbericht erstattete Kamerad Heinrich (Lollar). Die Kasse wurde als sehr gut geführt bezeichnet, der Kaffenbestand ist befriedigend. Die Rechnung wurde geprüft, Anstände ergaben sich nicht, so daß dem Rechner Entlastung erteilt werden konnte. Bei der Vorstandswahl war infolge Rücktritts der Kameraden Heinrich (Lollar) und Schäfer (Lang-Göns) Ersatz notwendig geworden. Hierzu gab Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier einige Erläuterungen. Er betonte, daß im neuen Reich nur noch das Führerprinzip zu entscheiden habe und diesem Geltung zu verschaffen sei. Eine Wahl gebe es nicht mehr, sondern nur der Führer habe zu bestimmen, wen er als seine Mitarbeiter für besonders befähigt und würdig erachte, im Führerrat mitzuhelfen an den großen Zielen zur Erneuerung des Dritten Reiches? Hierauf bestimmte der Vorsitzende für den ausscheidenden Rechner Kamerad Heinrich (Lollar) den Kameraden Rohrbach 8. von der Freiwilligen Feuerwehr Lollar, für Kamerad Schäfer als Beisitzer den Kameraden Lang von der Freiwilligen Feuerwehr Lang-Göns. Anschließend wurde' Kamerad Heinrich (Lollar) durch Ueberreichung eines Geschenkes für seine seit Bestehen des Kreisoerbandes mustergültige Führung der Kasse und seine stete Hilfsbereitschaft und echte Kameradentreue besonders geehrt. In bewegten Worten dankte Kamerad Heinrich für diese Ehrung und gelobte, stets treu zur Feuerwehrfache zu halten und im dem lächerlichen Besuch bei Gottsched in Leipzig, dem Vertreter einer absterbenden Generation, sie erstrecken sich über die Gesamtheit des „Sturm- und Drang"-Geschlechts, gipfeln in der Schillerschen Freundschaft, deren Dokumente — den Briefwechsel — er 1825 herausgibt, aber von den zahllosen Bekannten und Unbekannten zu berichten, die den Geheimrat in seinem Hause am Weimarer Frauenplan besuchten, verbietet sich bei der Fülle solcher Begegnungen von selbst. Auch die inneren Entwicklungen Goethes auf dieser langen Strecke können nur von ungefähr angebeutet werden; eine kennen wir schon: die deutsche Wendung in Straßburg. Es folgt in den zehn Weimarer Jahren eine neue Evolution: die beiden Fassungen des „Wilhelm Meister" mögen für sie kennzeichnend sein; ist der „Urmeister" noch eine Gestaltung persönlichen und privaten Erlebens, so geht das Streben Goethes später dahin, vom Persönlichen zum Ueberpersönlichen zu gelangen. Bezeichnend hierfür ist die Stelle eines Briefes: „Ich möchte nun nichts mehr schreiben, was nicht Menschen, die ein großes und bewegtes Leden führen und geführt haben, nicht auch lesen dürften und möchten . Bezeichnend hierfür auch der Begriff der „Freundschaft , der sich in den Jahren wandelt: statt der leidenschaftlichen Hingabe ober Ablehnung ber Jugendjahre bie kühle Reserve, bie kritische Stellungnahme zu ben heranbrängenben Menschen, von benen nach Schillers Tobe nur wenige bleiben; etwa Zelter ober Knebel, ber „Urfreunb"’ ober Heinrich Meyer. Welche Wanblungen sich in Goethe vollzogen haben, mag ahnen, wer bie Anetten-Lieder der Leipziger Jahre mit ben letzten Worten bes zweiten „Faust", bem Chorus mysticus, vergleicht — dort die Rokoko-Tändelei, hier: „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis". Denn inzwischen hat sich Goethe abermals unendlich gewandelt: vorn „Klassizismus" zu der Haltung des Entsagenden — „Wilhelm Meisters Wanderjahre oder die Entsagenden" heißt ber Schluhteil bes Romans, ber mit dem „Urmeister" begonnen hat — wieder begrenzen zwei Pole eine Entwicklung. Und so auch in ber Lyrik Man lese „Es schlug mein Herz" unb vergleiche es mit dem „Vermächtnis" — wiederum sind verschiedene Welten in dem einen verschmolzen Zweiundachtzig Jahre, von denen jede Stunde unter dem Leitwort gelebt war, das im östlichen Diwan" steht: " ' Und nun sei ein heiliges Vermächtnis Brüderlichem Wollen und Gedächtnis: Schwerer Dienste tägliche Bewahrung, Sonst bedarf es keiner Offenbarung.., I Das wahre Gesicht der japanischen Geisha. Wenn das japanische Leben sich auch immer mehr europäisiert und damit auch die japanische Frau zunehmend der unsrigen in Recht und Sitte gleichgestellt wird, so findet sich noch im Land der Chrysanthemen neben diesem modernen Frauen- leben noch ein anderes, in dem sich die Verbunden- heit des Japaners mit den alten Sitten und Ge- brauchen ostenbart. Dazu gehören auch die Geishas, die allerbings eine ganz andere gesellschaftliche Stel- 1IT?9 emnehmen, als wir es nach unseren Opern unb Operetten vermuten. Die Geisha hat einen eben|o ehrbaren wie anstrengenden Beruf, zu dem sie von früher Kindheit an sorgfältig ausgebildet wird. In behördlich überwachten Musikschulen wer- oen die Kinder im Singen und Tanzen unterrichtet, um im Alter von etwa 11 bis 12 Jahren zunächst 25 Anzerinnen und später als Unterhalterinnen Des (Safte des Teehäuses, in dem sie angestellt sind, aufzutreten. Sie kommen meistens nicht aus den untersten Schichten, denn sie müssen über eine weitreichende Bildung verfügen, um sich mit ben (Säften über Dichtung, Kunst ober Politik unterhalten 3U können. Sie bedienen den Gast zwar beim Tee, der nach einem bestimmten Zeremoniell gereicht wird, unb sie tanzen vor ihm. Aber dieser Tanz bat wenig mit unseren europäischen Tänzen gemeinsam unb ist eher eine Pantomime, ber eine bestimmte Idee zugrunde liegt, in ber Bilder und Erscheinungen aus dem Leben des Menschen und der Natur wie Schneeflocken, Frühjahrsregen, Sämann, Fischzug ober eine Dolksfage dargestellt werden. Die Geishas verlassen mit den Gästen niemals das Haus, sondern verabschieden sich, am Eingang bes Teehauses fnieenb, feierlich vor ihnen. Bei ihren Ausgängen werden sie von einem „Ha- foia" begleitet. Nach Gesetz und Herkommen gelten Die Geishas als unantastbar und stehen keineswegs in dem Ruf, den der Europäer ihnen fälschlicherweise zugesprochen hat. Wenn sie sich verheiraten, werden sie wegen ihres früheren Berufes keineswegs niederer eingeschätzt. Doch ist anzunehmen, daß die Geisha bald überflüffia sein wird; denn sie war die Unterhalterin der Männer, solange es nach nicht Sitte war, daß andere Frauen an Gesellschaften und Festen teilnahmen. Wenn die japanische Frau auch hier an der Seite des Mannes steht, werden die Geishas, „die zierlichen Blumen aer japanischen Feste", nur noch eine Erinnerung fein. Oberheffen Landkreis Gietzen. nis, gebühre. Auch die Gemeinde Leihgestern hat ihren Gerätebestand um eine wertvolle Magirus- Patent-Schiebeleiter mit automatischer Bremsvorrichtung vermehrt, auch hier wurde der Gemeinde gedankt. Nach Erledigung einiger kleiner Anfragen fani) die Tagung mit dreimaligem Wehr-H^il auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, sowie mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes ihr Ende. der Brust, entwendete ihm das Portemonnaie und floh mit dem Inhalt von 3 bis 4 Mark. Ein ehemaliger Bürogehilfe aus Watzenborn- Steinberg kassierte während seiner Tätigkeit bei zwei Rechtsanwälten in Gießen Gelder von Klienten ein und verbrauchte das Geld — es handelte sich in einem Falle um 95 Mark, in einem anderen Falle um 173,63 Mark — für sich. Daneben stellte er, um feine unsauberen Machenschaften zu verdecken, falsche Quittungen aus. Wegen Unterschlagung und schwerer Urkundenfälschung erkannte das Gericht auf eine Gesamtgefäng- nisstrafe von sechs Monaten. Außerdem trägt der Angeklagte die Kosten des Verfahrens. unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft. Der Angeklagte faßte am 18. Februar o. I. einen Landwirt aus Annerod mit Gewalt an Schöffengericht Gießen. Ein Mann aus Treis a. d. Lda. hatte sich in den Jahren 1931/32 etwa 3800 Mark, die der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft in Treis an der Lumda gehörten, rechtswidrig zugeeignet und durch dieselbe Handlung als Bevollmächtigter über Vermögensstücke des genannten Auftraggebers absichtlich 3U dessen Nachteil verfügt. Außerdem fertigte der Angeklagte Anerkenntnisse der genannten Genossenschaft fälschlich an. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Dem Angeklagten wurde in einem Beschluß bedingter Strafaufschub zugebilligt. Die Probezeit beträgt drei Jahre. Wegen Verbrechens im Sinne des § 249 RStGB. erhielt ein in Gießen wohnhafter Mann ein Jahr sechs Monate Gefäng- r . u * v WV« l C LUI- aJI1 m ,u n 9 hiesigen Jungvolks brachte einen recht guten Erfolg. Insgesamt wurden in Großen- Lintien 475 Laib Brote gespendet, während das an Einwohnern kleinere Leihgestern die stattliche Anzahl von 216 zusammenbrachte. I AUen-Bul-ck, 21. März, hier fand im öoaie von Gastwirt Einhäuser ein Werbe, ° b e n d d e s R e i ch s l u s t, ch u tz b u n d - s statt, der sehr zahlreich besucht war. Nach einleitenden Worten des Luftschutz-Ortsgruppenleiters Lehrer $a a 5 hielt der Leiter der Bezirksgruppe Oberhessen, Herr Kretschmer aus Gießen, einen Vortrag über die hohe Bedeutung des Luftschutzes für das deutsche Volk. An Hand zahlreicher Lichtbilder führte der Redner den Anwesenden die gewaltige Stärke der Luftflotte unserer ehemaligen Gegner, besonders ihrer modernen Bombenflugzeuge und deren verheerende Wirkung auf die gegnerische Bevölkerung im Falle eines Krieges vor Augen. Wenn wir auch keineswegs mit der Möglichkeit eines Krieges rechnen wollten, so sei es doch unbedingte Pflicht eines Volkes ohne Luft- flotte, wie es Deutschland leider sei, wenigstens soweit als möglich die notwendigsten Schutzmaßnahmen gegen feindliche Bombenangriffe zu treffen. Die verschiedenen Arten dieser Schutzmaßnahmen wurden dann eingehend erörtert und bildlich dargestellt. Ortsgruppenleiter Dr. Huas dankte dem Redner für feine interessanten und wertvollen Ausführungen und forderte die Anwesenden auf, der Lustschutzortsgruppe Alten-Buseck, welche die Gemeinden Rödgen und Trohe mit umfasse, beizutreten. Der Aufforderung wurde von etwa 40 Personen sofort entsprochen. wg. G r o ß e n - B u s e ck, 20. März. Die. hiesige ? r a u e n f $ a f t hielt am Freitag im Saale her „Germania" eine Versammlung ab, die durch die Führerin Frau Schneider geleitet wurde. Ein Gedichtvortrag und ein Lied gingen dann einer Ansprache der Führerin über über das Thema „Die Bedeutung und die Verantwortung der deutschen Frau im neuen Staate" voraus. Frau Franz Geiste allzeit mitzuwirken am großen Aufbau der Feuerwehr. Sodann nahm Kreisfeuerwehrinjpektor Bouffier im Namen der Hessischen Staatsregierung und im Auftrage des Kreisamts folgende Auszeichnungen vor: Es wurden mit dem Staatlichen Ehrenzeichen für 25jährige aktive Dienstleistung bei der Freiw. Feuerwehr Heuchelheim die Kameraden Louis Friedr. Rinn, Ludwig Schmidt VII. und Georg Seipp, sowie Kamerad Friedr. Höfer von der Freiw. Feuerwehr Lang-Göns ausgezeichnet. Mit einem dreifachen Wehr-Heil auf die ausgezeichneten Kameraden war auch dieser Punkt erledigt. Für 1935 hat die Freiwillige Feuerwehr Klein- Linden den Herbstoerbandstag zugesprochen bekommen. Der Führer der Freiwilligen Feuerwehr Leihgestern, Kamerad Wagner, warb um rege Beteiligung am Herbstverbandstag für den 18. und 19. August, der gemäß Beschluß vom Vorjahre auf Leihgestern gefallen ist. In der Aussprache wurden feuerwehrjechnische Fragen von Bedeutung behandelt. Branddirektor Braubach sprach über einheitliche Auflistung der Feuerwehren, im Zusammenhang bantt auch einiges über das preußische FeuerwehrgesetzlKreis- feuerwehrinspektor Bouffier behandelte nrschie- dene Angelegenheiten, so u. a. die Gründung freiwilliger Feuerwehren, deren Aufbau usw. Ls wurde bei dieser Gelegenheit mit Freien vermerkt, daß während der Tätigkeit des ftrjs- feuerwehrinspektors sieben neue frelwill^e Feuerwehren gegründet wurden, und zwar Allendorf a. d. £., Reiskirchen, Rlünstt, Eberstadt, Oueckborn, Haufen und Lauter, f daß nunmehr 27 Freiw. Wehren und Krei, verbände zufammengefchloffen sind. 1 Bürgermeister Fendt (Hungen), ein eifrtzr Förderer der freiwilligen Feuerwehren, insbefh» dere feiner Stadt, forderte in einer bedeutsam, Ansprache an die Vertreter, mehr als seither fr _ der seitherigen Vorderwand des Hauses werden die Y Großen - Linden, 20. März. Die Brot-! unteren Räume desselben bedeutend vergrößert. ■ m ™ r ~ ! r- ~ - - > Ferner plant Herr Karl Wagner den Neubau eines zweistöckigen Wohnhauses an der Niddaer Straße. Ein großer Teil des erforderlichen Baumaterials ist schon zur Baustelle gebracht, mit den Bauarbeiten wird in kurzer Zeit begonnen werden. *!* Echzell, 19. März. Die Kirchenvorstände von Echzell und Bisses haben in den letzten tagen die Neuverpachtung der Pfarrgrund- st ü ck e geregelt, da die Pacht im Herbst dieses Jahres abläuft. Unter Mitwirkung der landwirtschaftlichen NS.-Fachberater wurde beschlossen, von einer Verpachtung abzusehen, damit die Preise nicht durch übermäßiges Bieten in die Höhe getrieben werden. Vielmehr sollen die bisherigen Pächter ihre Aecker zum bisherigen Pachtpreis auf die Dauer von 6 (Echzell) und auf 9 (Bisses) Jahre behalten. Der Preis der Wiesen wurde herabgesetzt. Außerdem wurde beim Landeskirchenamt Steuererleichterungen beantragt. Freiwerdende Grundstücke sollen solchen, die bisher noch keine gepachtet haben, aber zu pachten wünschen, zugeteilt werden. 5 Unter-Schmitten, 20. März. Unter Einschaltung des Freiwilligen Arbeitsdienstes Nidda baut zur Zeit die hiesige Gemeinde eine Chaussee nach dem sog. Lohberg. Sie beginnt unweit der Haltestelle des Zuges und führt unter Umgehung größerer Steigungen auf die Höhe des Berges. Mit der Fertigstellung dieser Straße wird die Bearbeitung der angrenzenden Gemarkungsteile stark erleichtert sein. Kreis Schotten. □ Laubach, 20. März. In einer großen Kundgebung sprach dieser Tage im überfüllten Saale des „Solmser Hofes" der neue Kreisdirektor des Kreises Schotten, Pg. Z ü r tz über das Thema: „Der Nationalsozialismus, das Schicksal des deutschen Volkes". Mit einem geschichtlichen Rückblick, ausgehend von dem 30jährigen Kriege, gab der langjährige Gauredner und bewährte Kämpfer zunächst ein anschauliches Bild von den Schäden und Verheerungen, die im Laufe der letzten Jahrhunderte durch den Einfluß internationaler Kräfte im deutschen Volke verursacht worden sind. Hieran anschließend wies er darauf hin, wie der Marxismus im deutschen Volke so tief Wurzeln fassen konnte. Durch das nun folgende Kämpfen aller Stände gegeneinander kannte jeder einzelne nur das eigene Ich, anstatt als oberstes Ziel das Wohl der Gesamtheit und des Vaterlandes im Auge zu haben. Anders wurde dies mit der Machtergreifung Adolf Hitlers. Zunächst setzte der Kampf gegen die ungeheuere Arbeitslosigkeit mit aller Schärfe und gutem Erfolg ein. Das Weltjudentum wurde ausgeschaltet. Der Kampf geht weiter, bis der letzte Erwerbslose wieder in Arbeit steht und alle Volksgenossen von dem nationalsozialistischen Geilte erfaßt sind. Dann wird im deutschen Volke wieder Lebens- und Daseinsfreude aufblühen. Brausender Beifall folgte der fast zweistündigen Rede des Pg. Zürtz. Ortsgruppenleiter Otto Braun, der die Versammlung leitete, brachte ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer aus und schloß nach dem gemeinsamen Gesänge der 1. Strophe des Horst-Wessel- Liedes die machtvolle Kundgebung, die von flott gespielten Märschen der Musikkapelle des Motor- sturmes .umrahmt wurde. — Bei derBrotsamm- lung wurden in unserer Ortsgruppe 504 Laib Brot aufgebracht. Es entfielen auf Laubach 287, Ruppertsburg 76, Gonterskirchen 87 und Wetter- feld 54. Die Plakettensammlung am 11. März brachte 76,48 Mark ein. Es kamen auf Laubach 44,33 Mark, Gonterskirchen 7 Mark, Ruppertsburg 15,65 Mark und Wetterfeld 9,50 Mark. — Der bekannte Kunstmaler Felix K l i p st e i n und dessen Ehefrau Editha, geb. Blaß, feierten am Montag das Fest der Silbernen Hochzeit. § Ulrich stein, 20. März. Dieser Tage sprach hier in einer öffentlichen Versammlung der neue Kreisdirektor des Kreises Schotten, Kreisleiter z. b. V. Pg. Zürtz, zu mehr als 300 Bewohnern Ulrichsteins und der benachbarten Orte. In längeren Ausführungen gab er ein Bild des wirtschaftlichen Zerfalls der letzten Jahre, um daran anschließend die Wege zu zeigen, die unser Volk auch wirtschaftlich wieder auf die Höhe führen werden. Besondere Aufmerksamkeit fand er, als er von der Stellung des Bauern im neuen Reiche sprach. Reicher Beifall belohnte die äußerst fesselnden Darlegungen. Die Versammlung, die von Propagandawart D a l e n - t i n geleitet wurde, war von Musikvorträgen umrahmt und erhielt durch die geschlossene Teilnahme der SA. und SAR. eine besondere Bedeutung. — Hitler-Jugend und BDM. veranstalteten gemeinsam im Grohschen Saale einen Deutschen reis Friedberg. f + Butzba\2o.März. Bei der Brotsamm- l u n g durch ^Jungvolk lieferten die Gemeinden Tr eon folgende Anzahl Brote ab: Butzbach 830, -Her-Weisel und Ostheim 243, Griedel 139, SVßöns 173, Pohl-Göns 136, Auerbach v. MO1, Münster 53, Maibach 46, Bodenrod 27, Ha^ 19. Büdingen. , X Bad 'Staufen, 20. März Hier herrscht rege ® a n t i g f e i t. Der Umbau des ehemaligen Salzhau^^^hj^^^ gur Herstellung emes ©oales zur battung des Gottesdienstes Badesaison ifn Rohbau fast fertig. Vor bem ^u^aus roirb bjänge nach eine geschloffene Durch Beseitigung die Freiwilligkeit zur Uebernahn? des Feuerschutzes ihrer Gemeinden zu wirke Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier gab betann daß die Stadt Hungen ein modernes Löschgerät \\ Gestalt einer Klein-Motorspritze „Magirus 800/100 y <.uu un neuen otuute voraus, yri Literleistung angeschafft hat, dank der Rührigkestsprach dann über das Thema „Volksgemeinschaft"^ des Bürgermeisters Fendt und seines weitblicken-Jhre besondere Ermahnung galt den Müttern die den Gememderates,^wofür beiden herzlicher Danktzugend zum Nationalsozialismus zu erziehen.'Fer- er betonte sie, daß jede Landhausfrau wieder finnen und weben müßte. Heimatsitte und Heimat- Mhl sollten allerorten wieder lebendig werden. V einem Lied und einem dreifachen „Sieg-Heil!" << den Volkskanzler Adolf Hitler wurde die Sammlung geschlossen. — Am Sonntagvormittag in der Kirche die Vorstellung der dies- I y i g e n Konfirmanden statt. Mit der Bstellung war gleichzeitig die Prüfung verbunden. 21 naben und die gleiche Anzahl Mädchen werden Formiert. — Die Brotsammlung für das Wstrhilfswerk erbrachte in der Ortsgruppe Gro- hen»useck insgesamt 666 Laib Brot. Auf die einzelne Orte entfallen folgende Spenden: Großen- BustZ^Z, Alten-Buseck 93, Burkhardsfelden 77, Rodg 76, Oppenrod 47 und Trohe 30 Laib Brot, hünberg, 21. März. Die 19jährige Haus- angefste Katharina Geisel kam gestern hier so ungluM) zu Fall, daß sie mit einer schweren 4? Verletzung in die Chirurgische Klinik nach (Sten gebracht werden mußte. Y Xmba, 21. März. Heute wurde die ältestem rau unseres Dorfes, Frau Katharina S ch u 11 \i $ , zu Grabe getragen. Sie war die Frau bes^i Iuhre 1920 verstorbenen Altbürger- meifters iLr Schultheiß. Sie erreichte das Alter v°n fast L Jahren und hinterläßt zwei Söhne, acht Enkels 13 Urenkel. — Zum Abschluß des ' v t e r H^H ui e r k e s wurden von den Dorf- g^vvsfen 64 ib Brot und 350 Eier gespendet. Die oeiden Plake^^mmlungen ergaben 22 Mark, die letzte ®intoPi'amIung 20,95 Mark. Hitler schafft Arbeit! Weitere bewilligte Maßnahmen des Arbeits-, befchaffungsprogramms im Rhein-Main-Gebiet: Maßnahme: Tagewerke; Ergänzungsarbeiten, , Vaumaßnahmen an Polizeigebäuden durch das Preußische Staatshochbauamt I Kastel 1800 Umbau des Rathauses und Erweiterung sowie Reuaufbau der Friedhofshalle ’ durch Gemeinde Kelsterbach 1200 Jnstandsehungsarbeiten an Kirchen und kirchlichen Gebäuden in den Gemeinden Eberstadt, Biblis und Bürstadt durch den katholischen Kirchenvorstand in Eberstadt, Biblis und Bürstadt 3160 Abend. Marschmusik und Einmarsch der Mit« wirkenden leiteten den Abend ein. Der Gefolgschaftsführer der HI., Otto Döring, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste. In buntem Wechsel folgten Gesangs- und Gedichtvorträge, Volkstänze und Mundartdarbietungen. Zwei Bühnenstücke, die die Aufgaben der neuen deutschen Jugend eindringlich vor Augen führten, fanden besonderen Beifall« Mädels des BDM. zeigten in dem Spiel: „Im Dienst des Vaterlands" die Pflichten der deutschem Mädels und Frauen, das Spiel der HI.: „Nörgel« mann will gegen an" stellt den Kampf der Jugend gegen mangelnde Opferbereitschaft und gegen Spießertum bar. Ortsgruppenleiter Pg. Meifkk wandte sich in seiner Ansprache besonders an die Jugend und ermahnte sie zu standhafter Treue zum Führer und zur unermüdlichen Weiterarbeit auf dem begonnenen Wege. Im Schlußwort bat dis Führerin des BDM. Anni Rösch, um bereitwillige Unterstützung der Jugendorganisationen durch die Elternschaft. Die Veranstaltung darf in allen Teilen als wohlgelungen bezeichnet werden. — Die Brotsammlung des Jungvolks im Bereich der Ortsgruppe Ulrichstein ergab 320 Brots. Bei der vor einigen Wochen durchgeführten W ur stund Speck fammlung wurden über zwei Zentner aufgebracht. ch G r 0 ß - E i ch e n, 19. März. In der Der« gangenen Woche wurden in unserer Gemeinde für das Winterhilfswerk durch die Schulkinder 227 Eier und durch das Jungvolk 6 6 Laib Brot gesammelt. Außerdem wurden für 10 Mk. Glasplaketten verkauft. Ulfa, 20. März. Unser Storch ist von seiner weiten Reise in sein altes Nest zurück- gekehrt. In den Nachkviegsjahren blieb nur während eines Sommers fein Nest leer. Man vermutete damals, die Dränage des ausgedehnten Wiesentales habe bem Storch seinen Futterplatz genommen. Die Annahme erwies sich als falsch. # Oder-Schmitten, 20. März. Im Laufe dieses Winters wurden insgesamt sieben A u f « stockungen bz. Anbauten ausgeführt, für die Zuschüsse des Reiches bewilligt wurden. Die Zahl der einstöckigen Häuser ist damit auf eine verschwindend kleine Zahl herabgedrückt worden. Auch Hausreparaturen mit 20prozentigem Reichszuschuß wurden in verschiedenen Fällen oorgenommen. Für das neue Baujahr sind bereits zwei Neubau» t e n vorgesehen, die in aller Kürze angefangen werden. — Im Anschluß an einen Vortrag des Leiters der Ortsgruppe Ulfa im Luftschutz« bunt), Lehrer Schönheit, über das Thema „Luftschutz tut not" wurde hier eine Gemeindegruppe ins Leben gerufen. 23 der Anwesenden traten der Gruppe bei. Zum Vorsitzenden wurde Landwirt und Wagner Rudolf Schäfer bestimmt. l. Gedern, 19. März. Gestern nachmittag ereignete sich hier ein schwerer Unfall. Der beim Holzfahren beschäftigte 16jährige Rudolf Voehl, Sohn des Fabrikarbeiters Friedrich Voehl, wurde von dem Rad eines schweren Holz- fuhrwerkes erfaßt und so unglücklich überfahren, daß er in schwerverletztem Zustande in die Klinik nach Gießen verbracht werden mußte. Preußen. Kreis Wetzlar. <£ Rodheim a. d. Bieber, 21. März. Am Sonntag hielt hier im Benderschen Saale der Gießener Privatgelehrte Dr. Kaufmann einen interessanten und lehrreichen Vortrag über P a • I ä ft i n a und die Kämpfe, die sich dort im Welt- kriege zwischen den deutschen und Türken einerseits und den Engländern und Arabern andererseits abgespielt haben. Unterstützt durch ein ausgezeichnetes und reichhaltiges Bildmaterial war Dr. Kaufmann in der Lage, ein einwandfreies und erschöpfendes Bild der Stätten zu zeichnen, die, geweiht durch fsschuhe GlESSEN-SELTtRSWEG 5Q in Kraft getreten. 1739C ...danum Schuhe von. ekauff ist immer lig gekauft! Waren heraus,sondern kaufen Sie Qualität, die euch nicht mehr kostet! Darüber hinaus eröffnet bas Gesetz in gewissem Umfange die Möglichkeit, bereits erloschene Anwartschaften durch nachträgliche Beitragsentrichtung bis zum 1. April 1934 wieder aufleben zu lassen. Danach können bis zum 31. März 1934 freiwillige Beiträge entrichtet werden: 1. in der Invalidenversicherung für die Zeit seit dem 1. Januar 1931 ohne jede Einschränkung; 2. in der Angestelltenoersicherung: a) für die Zeit seit dem 1. Januar 1931 ohne jede Einschränkung, b) für die Kalenderjahre 1929 und 1930, soweit die Beiträge zur Erhaltung der Anwartschaft erforderlich sind; 3. in der knappschaftlichen Pensionsversicherung der Arbeiter und der Angestellten in ähnlichen im Gesetz näher bezeichneten Fällen. Angesichts der Bedeutung, die der Ausrechterhal- tung der Versicherungsanwartschaft für die Arbeitslosen zukommt, muß allen in Frage kommen- den Personen dringend empfohlen werden, von der Bekanntmachungen aus dem Kreise Wetzlar. Betr. Aufrechterhaltung der Anwartschaft Arbeitsloser in der Invaliden-, der Angestellten- nnd der knappschaftlichen Versicherung wird uns von zuständiger Seite mitgeteilt: Das Gesetz zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Invaliden-, der Angestellten- und der knappschaftlichen Versicherung vorn 7. Dezember 1933 (RGBl. I, S. 1039) regelt neu die Erhaltung der Anwartschaft während der Arbeitslosigkeit. Die Neuregelung beseitigt für Arbeitslose das Erfordernis der Erhaltung der Anwartschaft durch Beitragsleistung: sie erstreckt sich auch auf die Wohlfahrtserwerbslosen und ist mit dem 1. April 1933 Es besteht Veranlassung darc^.. .. daß am 31. März 1934 die Frist naButDg, D. B. abläuft, innerhalb welcher bie£ Steuerpflichtigen, die in der Zeit vom 1. Dr ^39 h;s 30. September 1933 auf in den gleit« m fallende Fälligkeiten an staatlicher ^.feindlicher Grund- und Gewerbesteuer und»,. f , steuer mindestens 25,— RM. bezahlt Anspruch auf Aushändigung von Steue. ' bei der Finanzkasse erheben können. 1742c Etwa noch ausstehende Anträge koniL. ... lich auch in Form von Sammelanträg^ bracht werden; ein persönliches Vorsprecher Finanzkasse ist nicht erforderlich. Es 9enu$Lnn bei der Antragstellung die Steuernumnf staatlichen Grund- und Oewerbefteuerauffof angeführt wird. Gießen, den 19. März 1934. Bürgermeisterei Gießen: Dr. Keller. Geschäfts-Drucksachen BrietumechMogllchkeit der Nachentnchtung freimütiger Bei' bei Brühl. Schulstraße 7 weitgehend Gebrauch zu machen. DasMeldeamisürden sreiwittigenArbettsdienfl die Geschäftszimmer itt Greben, Lieb gitrabe Nr. 16, Alte Klinik, Eingang neben dem Llebig-.'Nuseum. D1 e n st st u n d e n : 8.30 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 18.00 Uhr. - Für vorzunehmende ärztliche Unter- suchungen: 8.30 bis 12.30 und 14.30 bis 15.30 Uhr. Geschästsstelle erster Dersicherungsgesellschast sucht für den Platz Gießen einen kautionsfähigen Kassenboien der sich auch für Neuabschlüsse betätigen will. Ferner zur Unterstützung des Leiters ein Inspektor für Platz und Umgegend gesucht. Schriftliche Angebote unter 01551 an den Gießener Anzeiger erbeten. co.fawPose ca.1tt>Dose ca.2tbDose Rnx-AO Rrrt-, 75 Qm. f,4Ö Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlags- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch ProbeheftederZeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag . Berlin-Lichterfelde den Schritt unseres Herrn und Heilands, zum Land der Sehnsucht und Verehrung aller Christen wurden, und auf denen 1900 Jahre später unsere deutschen Kameraden unter unsäglichen Entbehrungen und Beschwerden für Heimat, Volk und Vaterland stritten und starben. Auf Anregung von Pfarrer V ö m e l erklärte Dr. Kaufmann seine Bereitwilligkeit, die Einnahme des Abends für eine kirchlich-soziale Einrichtung dort im heiligen Lande zur Verfügung zu stellen, wofür ihm herzlicher Dank der Zuhörerschaft wurde. — Die hiesige Koch - und Nähschule, die unter Leitung von Fräulein Martha Helwig- Gießen steht und seit Jahren durch außerordentliche Leistungen sich auszeichnet, veranstaltete im Saale der Gastwirtschaft Schlierbach eine Ausstellung, die sich eines sehr regen Besuches erfreuen durfte. Besonderes Interesse zeigten die Besucher für die Handwebearbeit, die von den Mädchen praktisch vorgeführt wurde, und worin wirklich schöne Erfolge erzielt worden waren. Sehr lehrreich für die Hausfrauen waren auch die Zusammenstellungen von Eintopfgerichten und ebenso beherzigenswert die unter dem Motto „Eßt deutsches Obst" stehenden Teile der sehr reichhaltigen Ausstellung. — Am Sonntag ließ die Kreisfilm st elle Wetzlar der NSDAP, hier im Benderschen Saale den Film „Der Choral von Leuthen" mit seinem Beiprogramm „Das Jugendherbergswesen in Ostpreußen" und einem „Wildwestfilm" — diesmal aber im hohen Norden in Schnee und Eis — laufen. Leider ließ der Besuch der Abendvorstellung zu wünschen übrig. Bei der Nachmittagsvorstellung für die Schulen der Umgegend war der Saal — wie immer — bis auf den letzten Platz gefüllt. Eine Lvköpfige Einbrecherbande vor Gericht. Die Brandstifter des Wormser Festspielhauses unter den Tätern. LPD. Mainz, 20. März. Achtzehn männliche und zwei weibliche Personen hatten sich vor der Großen Strafkammer in Mainz wegen Diebstahls und Hehlerei zu verantworten. In den letzten Jahren bis zur nationalen Erhebung war in Worms und Umgebung ein förmlicher Einbruchsterror ausgeübt worden. Die Polizei hatte einen schweren Stand, und es gelang ihr erst nach vieler Mühe, den Verbrechern, meist ehemaligen Kommunisten, das Handwerk zu legen. Unter den Tätern befinden sich auch der 21jährige Kurt Richter und der 22jährige Jakob G e f f e r t, die vor einiger Zeit das Wormser Festspielhaus in Brand gesteckt hatten und deshalb zu je 12 Jahren Zuchthaus verurteilt worden waren. Beide waren auch die Haupttäter der jetzt zur Verhandlung stehenden Einbrüche, die stets zur Nachtzeit in Läden, Fabriken, Lagern, Schaufenstern, städtischen Gebäuden usw. ausgeführt wurden. Selbst vor Einbrüchen in Pfarrhäuser und in die Wormser Liebfrauenkirche schreckten die Verbrecher nicht zurück. Reiche Beute an Lebens- und Genußmitteln, Klei- dungs- und Wäschestücken, Schmucksachen usw. fiel den Dieben in die Hände. Nach zweitägiger Verhandlung wurden verurteilt: Kurt Richter zu 5 Jahren Zuchthaus, Jakob Geffert zu 4 Jahren Zuchthaus, Ernst Richter zu 8 Jahren Au chthaus, Gottfried Schlegelmilch zu ? Jahren Zuchthaus, Ernst Schlegelmilch zu 3V- Jahren Zuchthaus. Die übrigen Angeklagten wurden zu Gefängnisstrafen von 1 Monat bis 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Sechs Angeklagte, darunter die beiden Frauen, wurden freigesprochen. Nundfunkprogramm. Donnerstag, 22. März. 6.05 Uhr: Gymnastik. 6.55: Frühmeldungen. 7.10: Frühkonzert. Klänge aus aller Welt. 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13.15: Nachrichten. 13.35: Mittagskonzert II. Rezepte für gute Laune. 14.40: Kinderstunde. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Hans Carosfa, „Führung und Geleit". 17.45: Aus Zeit und Leben. 18.15: Familie und Raffe. 18.25: Spanischer Sprachunterricht 18.50: Sozialdienst. 19: Stunde der Nation: Aus unvollendeten Bühnenwerken von Franz Schubert. 20: Nachrichten. 20.10: Kleine Stücke für Violine und Klavier. 20.30: Don Carlos, Jnfant von Spanien. Dramatisches Gedicht von Friedrich von Schiller. 22: Nachrichten. 22.20: Aus Neuyork (D. S.): Kurt G. Sell: Worüber man in Amerika spricht. 22.45: Zwischenprogramm. 23: Mit Pauken und Trompeten. 0.30 bis 1: Nachtmusik. Freitag, 23. März. 6.05 Uhr: Gymnastik. 6.55: Frühmeldungen. 7.10t Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert L Don guten und bösen Geistern. 13.15: Nachrichten^ 13.35: Mittagskonzert II. 14.40: Stunde der Frau. 15.59: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: „Jacobi — Lavater — Basedow, Goethes früfie Freunde", Vortrag. 17.45: „Alte Bekannte stellen sich vor", eine kleine Szenenfolge. 18: Stunde der Jugend. 18.25: Englischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Stunde der Nation: Stimmen an der Grenze, Land an der Saar. 20: Nach?ichten. 20.10: Der schwarze Domino. Komische Oper von D. F. E. Auber, bearbeitet von Hans Roslaud. 21.40: Kurzgeschichten aus der Pfalz. 22: Nackrichten. 22.35: Zwischenprogramm. 23: Dom Schcksal des deutschen Geistes. Die deutsche Klassik und der Blick auf den vorgeschichtlichen Menschen, vor Albert Borso. 24 bis 1: Nachtmusik. MLFnHHI Alte Friedhofskapelle Freitag, den 23. März, abends 8 Uhr. Mitwirkende: Frl. M. Lenz, Frl. HeilvigRoloff. Organist Nebeling, der Lutherkirchenchor. Freiwillige Gaben erbeten. ivaeD Ein Füllhalter mit dem ein gravierten N amen des Konfirmanden das macht Freude — Große Auswahl bei 1620D Niederhausen&Co. Bahnhofstr., gegenüber Hotel Schütz Kennen SieflüssigesObst? Apfelsüßmost garantier: naturrein, alkoholfrei, unvergorenes Gesundheitsgetränk für Jung und Alt. Probe gratis. - Postkarte genügt. H. Gruber & Gohn Obstzüchter 01513 Alten-Buseck (Gießen-Land). A 296/3* b M BL □■SH Hnuosche- wdm und preismer-l! D W Oxford-Hemden solide Qualitäten in mo- n en derner Ausmusterg., 2.95 Z.OU Oberhemden weiß, durchgemustert, n Ar Bielefelder Fabrikat, 3.90 L.7U Oberhemden prima Popeline, moderne ä rcr Streif., mit 1 Kragen, 4.90 t-vv. Herren-Nachthemden Kretonne, mit wasch - (i nr echten Besätzen .. 3.90, ä.vO im 78. Lebensjahre Lollar, den 21. März 1934. Die Beerdigung findet Freitag, den 23. März, nachmittags 4 Uhr statt 1749 D MZ In tiefer Trauer: Familie Hermann Hahn Familie Heinrich Rohrbach VIII. Familie Heinrich Müller III. Familie Hermann Dietz, Anna Rau Todes-Anzeige Meute entschlief nach kurzer schwerer Krankheit unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Johannes Rau Verkäufer i. R., Ehrenkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Verschiedenes laRiDgoiensleiae sofort lieferbar, offeriert: [leaeD Verkaufsverein d. Ziegelwerke Taunus und Westerwald, G. m. b. H., Limbnrg /Lahn. llleFnsL Frau findet liebevolle Pflege und^eim bei alleinstehend. Iran. Schrift!. Angeb. u. 1746D a.d.Giefien.Anz. 01546 Gießen (Neuenweg 30), den 22. März 1934. 1751 D $tööißöt5-(5eneraloetiominluno -IVT Vereinsfiibrer. t Für die uns beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme sagen wir unseren herzlichsten Dank X1\ M l MI 75 J(/)| Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christine Luh, geb. Müller Odenhausen, den 21. März 1934. Die Beerdigung findet am Freitag, den 23. März, nachmittags, 2 72 Uhr, statt beste Qualität vorrätig J. Lehrmund Bahnhofstraße 69 01552 In Hüten u.Mützen große Auswahl am 26. März 20'/4 Uhr Tagesordnung Jahresbericht. Rechnungsabl. WahlderRech- nungsvrüfer. Haushaltsvoranschlag. Verschiedenes. Am 21. März verschied sanft nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenen Leiden mein lieber Mann, mein guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Friedrich Künkel Gastwirt im 65. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Klinkei, geb. Schmidt Peter Koch und Frau Elisabeth, geb. Klinkei Enkelkind Reinhard Koch IIIIIIIIIWIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH EmserWasser das altbewäh'te Mittel gegen KsfS rrhG aller Art Haupt-Groß-Niederlage in Gießen : Jean Weisel, Sonnenstaße 6, Teleph. 3888 1591 D nfllMIMlIWIIlIhlllllhllllllllllllihW Nur so könne Sie Ihre Zeltungs- btratr im text anzeigen durcizeltgemäße, gepflegte Einprägsam in derForm WerbCCrUCKSaChen Wirksam in der Farbe gut unter8tU:en. Nur so berät und beliefert Sie u günstigen Preisen die Brühl’sche Druckerei, Schulsraße 7, Anruf 2251 ’.IIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHII Siüble werd, gestochten Gr. Steinweg 3 I. Illlüllllllllllilllllllllllli Herren-Schlafanzüge Popeline, elegante Ver- c Cß arbeitung.........7.90 O.öu Hosenträger nnd Sockenhalter, Selbstbinder in allen Preislagen! 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Er beabsichtigt, dem Führer an seinem Geburtstage, dem 20. April d. I. zu melden, wieviel Freiquartiere der Deutsche Gemeindetag gesammelt hat. 17340 Wir erwarten von der Bevölkerung unserer Stadt, daß zahlreiche Familien zur Förderung des Gedankens der Volksgemeinschaft einem SA.-Mann für mindestens zwei Wochen Gastfreundschaft gewähren. Ein schlichtes Bett und einfache Familienkost wird von jedem SA.-Mann dankbar begrüßt. Es ist eine Ehrenpflicht eines jeden deutschen Volksgenossen, gegenüber den Frontkämpfern des Dritten Reiches, die freiwillig Gut, Blut und Leben aufs Spiel setzten um unser Vaterland vor der bolschewistischen Zerstörungswelle zu retten, sich auf diese Weise dankbar zu zeigen. Es darf daher in keiner Familie, deren Ernährer im Erwerbsleben steht, der SA.-Mann als Gast fehlen. Die einzelnen Ortsgruppen der NSDAP, werden in den nächsten Tagen bei der Einwohnerschaft umfragen lassen, wer Freiquartiere zur Verfügung stellt. Dabei soll auch die Zeit angegeben werden, während der das Quartier bereitgestellt ist. Es ist erwünscht, daß Freiquartiere bereits Ende März und im April gewährt werden. Gießen, den 20. März 1934. Bürgermeisterei Gießen. 3.23.: gez.: Bartholomäus. ' Kreisleitung der NSDAP. Gez.: Hopfen müller, stellv. Kreisleiter. //./testet INH: WILHELM HOHN UND SOHN . Kreuzplatz 15 Kreuzplatz 15 1747 A cria-iirfit fpiele Heute Donnerstag bis Sonntag Hotel auf dem Ozean nach d. Roman „Überfahrt“ Ein sensationeller Kriminalfilm in deutscher Sprache Hauptrollen:*Georg Brent, Zita Johann Ferner; Auserwiihlt. Beiprogramm Ufa-Ton-Woche 1745c Donnerstag, 22 Mrz 1934 Nr. 69 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Die Feierstunde der Arbeit im Gießener Anzeiger Die Betriebsgemeinschaft des Gießener Anzeigers und der Brühl'schen Universitätsdruckerei während der Feierstunde im Handsetzersaal. •• -3* p - Mittwoch vormittag. Noch eifriger als sonst sind alle Arbeitskameraden in Tätigkeit. Die Zeitung muß heute noch früher fertiggestellt sein als sonst, damit alle Arbeitskameraden und alle Arbeitskameradinnen sich pünktlich zur Betriebspause aus Anlaß der Eröffnung der zweiten Arbeitsschlacht des Führers versammeln können. Während die Arbeit noch im Gange ist, sind einige Arbeitskameraden dabei, im Handsetzersaale des Betriebsgebäudes die Hakenkreuzbanner des Dritten Reiches als festlichen Schmuck für die Feierstunde anzubringen Pünktlich wird alle Arbeit vollendet. Um 10.45 Uhr sind alle Kameraden der Arbeit aus dem Betriebe des „Gießener Anzeigers" und der Brühl'fchen Universitäts- Druckerei im Handsetzersaale versammelt. Der Ches der Firma, Herr Richard Lange, leitet als Betriebsführer die Feierstunde mit einer Ansprache an seine Betnebsgefolgschaft ein Er weist darauf hin, daß der 21 März als der Tag der Tag- und Nachtgleiche den Beginn des Frühlings bringt. Er hebt hervor, daß unser Führer Adolf Hitler diesen Tag zum Beginn der zweiten Arbeitsschlacht bestimmt hat, von der wir alle mit dem Führer eine weitere erhebliche Minderung des Arbeitslosenheeres erwarten. Dieser Tag, an dem der Führer von der Reichsautobahn-Baustelle bei München aus die große Offensive gegen die Arbeitslosigkeit eröffnet, wird von unserem Betriebsführer als ein Tag von größter Bedeutung gekennzeichnet Das gehe schon daraus hervor, daß der Führer und Volkskanzler nicht etwa nur zu den Arbeitern jener Baustelle spreche, sondern über den Rundfunk feine Worte an alle deutschen Arbeitskameraden bis in den entlegensten Winkel unseres großen deutschen Vaterlandes richte. Als Selbstverständlichkeit bezeichnet es unser Betriebsführer, daß jeder nach bester Leistunasmöglichkeit arbeitslose Kameraden wieder in den Arbeitsprozeß eingliedert. Er bedauert nur, daß dies leider im graphischen Gewerbe bisher noch nicht in dem Ausmaße in die Tat umgesetzt werden kann, wie es von allen Angehörigen des Gewerbes selbst gewünscht wird Aber er gibt auch der Erwartung Ausdruck, daß jeder Arbeitskamerad und jede Arbeitskameradin bestrebt sein werden, jedes an seiner Stelle nach bester Kraft, berufliche Höchstleistungen zu vollbringen, um dadurch die Wirtschaftskraft im Betrieb und seine Auswirkung für die Volksgesamtheit zu steigern und auf diesem Wege dazu beizutragen, daß auch im graphischen Gewerbe brachliegenden Kräften wieder Arbeitsplätze geschaffen werden können. Nun beginnt im Rundfunk die Uebertragung der Feierstunde der Arbeit bei München Mit größter Aufmerksamkeit sind alle Glieder der Arbeitsgemeinschaft des „Gießener Anzeigers" und der Brühlschen Druckerei, vom Betriebsführer bis zum jüngsten Gefolgsmann, um den Lautsprecher in der Setzerei versammelt, mit starker Spannung hören sie die Meldungen an den Führer über den Beginn der Reichsautobahn-Bauten, mit lebhaftem Interesse folgen sie der Rede des Reichsministers Dr G o e b- b e l s und mit großer innerer Anteilnahme lauschen sie dann den Worten des Führers, dem sie sich eng verbunden fühlen in dem Willen, alle Kraft einzufetzen, um auch die vom Führer befohlene zweite Schlacht gegen die Arbeitslosigkeit siegreich zu gestalten. Voll Begeisterung stimmt alles am Schlüsse der Rede des Führers in den gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschlandliedes ein. Am Schlüsse der Feier grüßt der Betriebsführer, Herr Richard Lange, mit Sieg-Heil unser Deutschland und seinen Führer Freudig stimmen alle mit zum deutschen Gruß erhobenen Armen in das । dreimalige Sieg-Heil ein. Frühjahrs-Pferdemarkt 1934 zu Gießen. Auf den städtischen Marktanlagen an der Rod- heimer Straße fand gestern vormittag der diesjährige Frühjahrs-Pferdemarkt statt. Der Markt war, wie stets, von dem städtischen Land- und forstwirtschaftlichen Derwaltungsausschuß unter der Mitwirkung der Landesbauernschaft Hessen, Hessen- Nassau, Hauptabteilung 2, veranstealtet worden. Die Beteiligung aus den Kreisen der Landbevölkerung aus Oberhessen und den angrenzenden preußischen Gebieten war wiederum sehr stark. Es war viel ausgezeichnetes Material am Markte Insbesondere waren sehr schöne Warmblüter zum Verkaus gestellt. Der Auftrieb hielt sich in engeren Grenzen 120 Pferde und 33 Fohlen waren aufgetrieben Die Preise hatten gegenüber dem Pferdemarkt im vorigen Herbst kaum eine Veränderung erfahren Beste Pferde und Tiere der schweren Rassen waren bis zu 1100 Mark gehandelt. Für mittlere Tiere mußten 700 bis 800 Mark angelegt werden Leichte Tiere wurden mit 300 bis 500 Mark gehandelt. Der Marktverkauf war schleppend. Es waren der Tiere nicht allzuviele, die den Besitzer wechselten. Mit dem Pferdemarkt war auch in diesem Jahre wieder eine Prämiierung verbunden, für die ansehnliche Geldpreise ausgesetzt waren. Eine besondere Note erhielt der Pferdemarkt in diesem Jahre durch die Eröffnung der zweiten Arbeitsschlacht. Durch drei große Lautsprecher wurden die Reden des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels und des Führers Adolf Hitler übertragen. (Fine weitere Bereicherung erfuhr die Veranstaltung durch ein Konzert, das, vom SA.-Stan- dartenmusikzug ausgeführt, bie Besucher ausgezeichnet unterhielt. Das Reitturnier Den großartigen Abschluß des Pferdemarktes bil- beten aber die großen reit,Port,ichen Darbietungen, die auf dem besten Wege sind, sich zu einer Tradition zu entwickeln Als Veranstalter dieser Wettbewerbe trat auch diesmal wieder der Verkehrs- und Verschone- rungsoerein Gießen auf, der das Reitturnier bank der eifrigen Mitarbeit oteler Pferde- sport-Liebhaber aus Stabt unb Land nicht nur zu einem schönen sportlichen, sondern auch zu einem Publikumsersolg fuhren konnte. Herrlichster Sonnenschein, wie es sich sur einen ersten Frühlingstag geziemt, lag über dem P tz. Dichte Menschenmengen umlagerten die hervorragend gut geeignete Wiese hinter dem Schlachthof. Mit unverhohlenem Interesse wurden die einzelnen Darbietungen verfolgt, die sich über einen Zeitraum von nahezu drei Stunden erstreckten, trotzdem sich die Wettkämpfe und Vorführungen in rascher Folge abwickelten. Unter den zahlreichen Ehrengästen befand sich auch der Brigadeführer Schmidt von Hanau. Den großartigen Auftakt des Reitturniers bildete der Einmarsch und Vorbeimarsch aller Teilnehmer. Neben der Reichswehr sah man besonders die SA sehr stark vertreten. Das Jagdspringen der Klasse A brachte recht gute Leistungen. Der schwierige Kurs wurde zum Teil recht glatt bewältigt. Besonderes Interest galt einer Schaunummer der 4. MG.-Kompanie Jnf.-Regt 15. Die Vorführung einer Abteilung junger Remonten in den verschiedenartigsten Gehorsams- und Geschicklichkeitsprüfungen fand ungeteilten Beifall. Die i M «M*-- ■ - —MM .ser'- - Augenblicksbild aus der Schaunummer Sanitäts- und Veterinärübung Reiter selbst zeigten außerordentliche Leistungen der Körperbeherrschung. Nicht weniger stark interessierte eine zweite Schaunummer: Sanitäts- und Veterinär-Uebungen, die in dieser Form einer breiteren Oeffentlichkeit in Gießen bisher kaum gezeigt wurden. Ein weiteres Jagdspringen (Klasse L) brachte unterschiedliche Leistungen Doch konnten einige Teilnehmer den Kurs fehlerlos passieren. Den Abschluß bildete ein Gruppenspringen zu Dreien, bei dem sechs Hindernisse zu nehmen waren. Schließlich sah man noch ein Grnppen- springen zu Dreien, das über sechs Hindernisse führte und von den Reitern und den Pferden außerordentlich viel Disziplin erforderte. Die Preisverteilung beschloß die wohlgelungene Veranstaltung. Die Ergebnisse der Prämiierung Vorführung im Ring II (hessisches Warmblut). Reitpferde unter dem Reiter gezeigt: 1. Preis: F. Schudt, Neumühle-, 2. Preis: E. Dietz, Griedel; 3. Preis: K. Pfannmuller, Dorfgull; Anerkennung: W. Eifer, Muschenheim, Ludwig Walz, Lich. Material gut. v 4 Der Einmarsch der Reiter. Arbeitsschläge leicht, einzeln: la-Preis: R. Koch, Tr. Münzenberg; la-Preis: H. L. Dreut, Griedel; 1. Preis: W. Weber, Oberhörgern; 2. Preis: F. Tröster, Griedel; 3. Preis: A. Müller, Bellersheim; 3. Preis: W. Eiser, Muschenheim; 3. Preis: H Seipp, Tr Münzenberg; 3. Preis: O. Metzger, Münzenberg; 4a-Preis: O. H. Walter, Tr. Münzenberg; 4b-Preis: F. Schudt, Neumühle; 4c- Preis: K Pfannmüller, Dorfgüll; 4cl-Preis: P. Buß, Gambach. Material gut bis sehr gut. Dre ijährige Fohlen (19 31): 1. Preis: Alb. Bopp, Griedel; 1. Preis: Hch. Ldg. Dreut, Griedel, 2 Preis: O. Metzger, Münzenberg: 3. Preise: O. Sames, Lützellinden; W A Rüb- famen, Buseck; H. K. Strasheim, Griedel. Material gut. Zweijährige Fohlen (1 93 2): la-Preis: P. Buß, Gambach; lb-Preis K. W. Jung, Langgöns, 2a-Preis: G. H Bender, Dorfgüll; 2b-Preis: W. Sames Dorfgüll; 3a-Preis: Unioerfitätsver- suchsgut Gießen; 3b-Preis: W. K. Faber, Leihgestern; 3c-Preis: Gust. Schmidt, Griedel. Material sehr gut. Einjährige Fohlen (19 33): 1. Preis H. I. Fay, Langsdorf; 2a-Preis: G H. Bender, Dorfgüll; 2b-Preis: Albr. Müller, Bellersheim; 2c-Preis: E. Dietz, Griedel; 3a-Preis: R. Schepp, Griedel; 3b-Preis: H. Jhring jun., Lich, 3a-Preis: Gust Reiner, Gambach. Material sehr gut. Zucht st uten mit Saugfohlen oder mehreren Nachkommen: 1 Preis: Paul Buß, Gambach; 2. Preis: W. Sames, Dorf-Gill; 3. Preis: G. Schmidt. Griedel; 3. Preis. G. H. Bender, Dorf- Gill; 3. Preis: W Eifer, Muschenheim; 3. Preis: G Reiner, Gambach. Material gut. Zuchtstuten, 1 933 gedeckt, erkennbar tragend: la-Preis: Rud. Koch, Trais-Münzenberg; lb-Preis: A. Müller, Bellersheim; Ic-Preis: H. L. Dreut, Griedel; lä-Preis: O. Metzger, Münzenberg; 2a-Preis: O. H. Walter, Trais-Münzenberg; 2d- Preis: W Wissel, Griedel; 3a-Preis: W Sames, Dorf-Gill, 3d-Preis F. Tröster, Griedel; 3c-Preis: A. Tröster, Griedel Material sehr gut. Vorführung im Ring I (hessisches Kaltblut): Arbeitsschläge (schwer), einzeln: 1. Preis: H. Dreut 2., Griedel; 1. Preis: H. Dreut 2., Griedel; 2. Preis: Gg Huber, Nieder-Weisel; 2. Preis: Gg. Huber, Nieder-Weisel; 3. Preis: Louis Klein, Wohnbach; 3. Preis: W. Wagner 2., Kirch- Göns; 3 Preis: H. Blecher, Lang-Göns; Anerkennungen: Louis Klein, Wohnbach; I. Krausgrill, Nieder-Weisel; G. Ph. Krausgrill, Nieder-Weisel; Rud. Eß, Dorn-Assenheim. Material gut. Dreijährige Fohlen (1931): 1. Preis: H. Blecher, Lang-Göns; 2. Preis: W. Wagner 2., Kirch-Göns Material sehr gut. Zweijährige Fohlen (19^2): 1 Preis: Ferd Schmidt, Birklar; 1. Preis: H Dreut 2., Griedel; Anerkennung: H. Seipp, Trais-Münzenberg. Material gut. Einjährige Fohlen (1931): 1. Preis: K. Krausgrill 10., Nieder-Weisel; 2. Preis: I. H. Knipper, Nieder-Weisel; 3. Preis: Adam Hofmann, Langsdorf. Material sehr gut. Zucht st uten mit Saugfohlen oder mehreren Nachkommen: 1. Preis: W. Wagner 2., Kirch- Göns; 1. Preis: H. Dreut 2., Griedel; 2. Preis: A. Hofmann, Langsdorf Material sehr gut. Z u ch t st u t e n erkennbar tragend: 1. Preis: I. Wild, Rockenberg; 1. Preis: Louis Klein, Wohnbach; 2. Preis: I. Krausgrill 8., Nieder-Weisel; 2. Preis: G. P. Krausgrill, Nieder-Weisel; 3. Preis: R. Eß, Dorn-Assenheim, Anerkennung: H. Krausgrill 8., Nieder-Weisel, F. Schmidt, Birklar; R. Esau Wwe., Großen-Buseck. Material gut. Jagdspringen der Klasse A : 1. Preis: Reitinstitut Gießen, „Attila", Reiter: A. Kavalzik, 0 Fehler, 52 Sekunden; 2. Preis: H. Hofmann, Bergermühle, „Bella", 0 Fehler, 62 Sekunden; 3. Preis: L. Walz, Lich, „Lustig", 0 Fehler, 63 Sekunden; 4. Preis: Paul Buß, Gambach, „Nationalistin", 0 Fehler, 64 Sekunden; 5. Preis: Reitinstitut Marburg, „Leo", Reiterin: Frl. Lomatsch, 3 Fehler. Jagdspringen der Klasse L : 1. Preis: J.-R. 15, „Edelmann", 0 Fehler, 81 Sekunden; 2. Preis: J.-R. 15, „Jsegrimm", 0 Fehler, 90 Sekunden; 3. Preis: J.-R. 15, „Hella", 0 Fehler, 92 Sekunden; 4. Preis 15. Jnf.-Regt. „Windspiel", 4 Fehler, 84 Sekunden; 5. Preis: E. Dietz, Griedel, „Irma", 4 Fehler, 90 Sekunden; Abführen der Handpferde: 1., 2., 3. und 5. Preis: Reitersturm 6 (Schar 2), Großen» Linden; 4. Preis: -Reitersturm 9, Wettertal. Gruppenspringen: 1. Preis: Universitäts- Reitinstitut; 2. und 3. Preis: 4. Kompanie, Inf.» Reg. 15. Die Preisverteilung durch Bridageführer Schmiot. (Aufnahmen: Photo-Pfaff.) Erste gemeinsame Versammlung des ÄfB.-Neichsbakm Gestern abend hielt der VfB./Reichsbahn in seinem Vereinsheim seine erste gemeinsame Versammlung ab. Der frühere Vereinsführer des VfB., Baurat Niederftraßer, stellte der Versammlung den neuen Vereinsführer, der nicht mehr wie bisher auf Grund, eines von der Versammlung aus geübten Wahlrechtes, sondern durch Bestimmung der zuständigen Stelle berufen wird, vor. Er wies darauf hin, daß die Hauptaufgabe der neuen Vereinssührung darin bestehe, die zwei Bestandteile des Vereins, die nicht auf der Basis eines organischen Wachsens sondern auf freier Willensbestimmung sich zusammengefunden hätten, zu einem unlösbaren Ganzen, unter Hintansetzung der Interessen einzelner, zu verschmelzen In der heutigen Zeit, wo es nur noch eine Willensrichtung und ein gemeinsames Ziel gebe, sei diese Aufgabe, gestützt auf den Führerrat, nicht unlösbar Eine Befragung der ehemaligen Mitglieder des VfB., ob sie mit der neuen Vereinsfüh- runa einverstanden feien, wurde zu einem großen Vertrauensbekenntnis für den neuen Vereinsführer. Der neue Vereinsführer dankte all denen, die zur Gründung des neuen Vereins beigetragen hatten, und umriß seinen Aufgabenkreis in längeren Ausführungen. in deren Mittelpunkt er die Förderung der sportlichen Belange der Jugend stellte Zur Erreichung der uns gestellten Ziele gelte es, mit Mitteln finanzieller Erleichterung, die an dem Sport Interessierten zu erfassen und einer Gemeinschaft zuzuführen, da nur im Rahmen einer Organisation, die lebensfähig sei, die uns gestellten Aufgaben gelöst werden könnten. Anschließend gab er den neuen Vereinsaufbau bekannt, der aus einem Führerrat und einem sportlichen Ausschuß, der die Warte der einzelnen Zweige umfaßt, bestehen wird Der Verein hat eine Kegel-, Fußball-, Schieß-, Turn-, Schwimm- und Leichtathletikabteilung. Die Werbung für den Verein habe selbstverständliche Pflicht für alle Mitglieder zu fein. Aus der Mitte der Versammlung ergingen zahlreiche Anregungen, die teils den Sportbetrieb, teils der Verwirklichung einer harmonischen Vereinsarbeit dienten. Zum Schluß der Versammlung sprach der Bezirksführer des Gaues XII, Bezirk Gießen, Herr Happ. Er betonte, daß ein Großverein, der gestützt auf vorbildliche sportliche Anlagen und auf eine Mitgliederzahl von über 1100, eine große Ausgabe gegenüber der Allgemeinheit zu erfüllen habe. Diese Verpflichtung fordere Taten In diesem Sinne übermittele er die Grüße und Wünsche seiner vorgesetzten Behörde. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf unseren ehrwürdigen Herrn Reichspräsidenten und auf unseren Führer und Volkskanzler Adolf Hitler wurde die Versammlung geschlossen. Geräte-Mannschastskampf Wieseck — Waldgirmes -Surgfotma. Am vergangenen Sonntag wurde in Burgsolms die zweite Begegnung des Gerätemannschaftskampfes zwischen Mannschaften der Turnvereine von Wieseck, Waldgirmes und Burgsolms ausgetragen. Der Kampf endete mit einem Siege der Mannschaft von W'eseck, die den Wettbewerb mit 413 Punkten vor Burgsolms mit 375 und Waldgirmes mit 355 Punkten für sich entscheiden konnte. Ausführlicher Bericht folgt. Gportabteilung des Tv. Wieseck. Wieseck I *— Raunheim I 1:3. Am Sonntag standen sich Naunheim I und Wieseck I in Wieseck im Freundschafrs-Rückspiel gegenüber. Bei sehr guten Platzverhältnissen stellte sich Naunheim dem Unparteiischen komplett, mäh- rend Wieseck nur mit zehn Mann erschien und sich durch einen Spieler der vorher spielenden Mann- schäft vervollständigte. Der Anstoß brachte sofort ein flottes Spiel. Beide Hintermannschaften mußten lebhafte Abwehr leisten. Aber erst nach Verlauf einer halben Stunde konnte Wieseck in Führung gehen. Naunheim glich zwei Minuten später aus. Bald gelang es Naunheim durch einen Fehler der Verteidigung der Gastgeber zum Führungstor zu kommen. Bei diesem Stande blieb es bis Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel lag Wieseck mehr im Angriff, konnte aber, da Naunheim alle Mannen zur Abwehr zurückzog, zu keinem Erfolg kommen. Ein Elfmeter für Wieseck wurde gut gehalten. In der Folge wurden eine Reihe von Torchancen ausgelassen. Ein nochmals fälliger Elfmeter für Wieseck wurde vom Schiedsrichter zu Niederwurf abgebogen. Kurz vor Schluß konnte Naunheim aus einwandfreier Abseitsstellung zum dritten Tore kommen und blieb so glücklicher, aber wenig überzeugender Sieger. Vorher standen sich Wieseck II und Sportverein „Adler" Hausen I im Freundschaftsspiel gegenüber. Zuerst sah man wohl flottes Spiel, während dem Wieseck in Führung ging und auf 2:0 erhöhte. Hausen erzielte aber bald den Ausgleich. Bei diesem Stande blieb es bis Halbzeit. Nach Seitenwechsel drückte Wieseck stark, konnte aber bei der zahlreichen Abwehr zu keinem Erfolg kommen. Da ließ das Spiel merklich nach. Bis zum Schluß gab es noch je ein Tor. AUen-Vufeck Jugend — Wieseck Jugend 2:3. Zum angesetzten Derbandsspiel trat Wieseck in Alten-Buseck an und traf dort auf einen gleichwertigen Gegner. Was Wieseck technisch voraus hatte, glich Alten-Buseck durch größere Körperkraft und Eifer aus. Sp»elvereinigung 1900 Gießen. 1900 1. Jugend — DfB. 1. Jugend 3:0 (3:0) Auf dem trotz des vorhergegangenen Regens m tadelloser Verfassung befindlichen Platze von 1900 konnten die Platzbesitzer gegen ihren Lokalgegner einen einwandfreien Sieg erringen. VfB. spielte zuerst gegen den Wind und kam selten über die Spielfeldmitte. 1900 zeigte im Sturm wie auch in der Hintermannschaft schönes Zusammenspiel und konnte in der 15. Minute durch Fung in Führung gehen. Mank erhöhte durch einen Elfmeterball auf 2 :0 Tore. In der 35. Minute konnte der Rechtsaußen Weiß nach schönem Alleingang das Resultat auf 3 Tore erhöhen. Nach der Pause spielte 1900 gegen den Wind, und man glaubte, daß die Gäste aufholen würden. Dem war jedoch nicht so. 1900 übernahm sofort wieder das Kommando. Auch die zweite Halbzeit spielte genau wie die erste sich meistens in der Spielhälfte der Gäste ab. Einen Elfmeterball für VfB. konnten die Grünweihen nicht verwerten. Die VfBer nahmen die Niederlage mit Würde entgegen. Das Spiel wurde beiderseits fair durchgeführt. Eid) 1. Jugend — 1900 2. Jugend 2 :1 1900 2. Jugend mußte mit einigem Ersatz nach Lich fahren und unterlag gegen die etwas stärkeren Gastgeber mit 2 :1 Toren. Handball im Gau XII der DT. Ruttershausen I — Holzheim I 3:4 (2:2) Am Sonntag trat die 1. Mannschaft des Turnvereins Holzheim der 1. Mannschaft vom Turnverein Ruttershausen auf dortigem Platze zum zweiten Aufstiegsspiel gegenüber. Holzheim spielte in der ersten Halbzeit gegen den Wind, konnte aber in kurzen Abständen zwei Tore vorlegen. Der sonst sehr sichere Torhüter von Holzheim ließ dann zwei leicht haltbare Bälle passieren. Dadurch wurde Holzheim stark deprimiert, so daß es dem Gastgeber gelang, kurz nach Halbzeit mit 3:2 in Führung zu gehen. Allmählich fand sich Holzheim wieder besser zusammen und konnte kurz darauf wieder ausgleichen. Ruttershausen versuchte dann mit allen Mitteln, das Spiel für sich zu entscheiden. Holzheim ging aber trotzdem mit 4:3 in Führung. Der Schiedsrichter mußte in der Folge vier Spieler vom Platze weisen und kurz vor Schluß das Spiel sogar abbrechen. Lützellinden I — Kahenfurt I 6:1 (3:0). Am Sonntag trafen sich beide Mannschaften zum ersten Aufstiegsspiel. Nach anfänglich ausgeglichenem Spiel zeigte sich immer mehr die Ueberlegenheit des Gastgebers. Trotzdem der Gastgeber den Führungstreffer und in fast gleichmäßigen Abständen auf 5:0 erhöhte, ließen sich die Gäste nicht entmutigen sie zeigten vielmehr bis zum Schluß ein offenes, faires Spiel. Das Ehrentor war mehr als verdient. Kurze Sportnotizen. Die deutsche Wintersport-Saison wird am 8. April mit einer Veranstaltung auf dem Zugspitzplatt abgeschlossen, also an der gleichen Stelle, an der sie im November eingeleitet wurde. Einen beachtlichen Erfolg hatte der junge bayerische Skispringer K i n d s b e ck - Hausham bei einer internationalen Veranstaltung in Wirtschaft ir- Mehr Sporkaffenkredite für die mittetstündische Wirtschaft. ZU verwenden. Im übrigen sind die Sparkassen angewiesen worden, die Akzepte mit möglichster Beschleunigung abzudecken. 1,65 v. H. und Conti Gummi um 1,25 v. H. befestigten. Der Rentenmarkt lag durchschnittlich etwas freundlicher, so gewannen Neubesitz 15 Pf., Altbesitz 0,50 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,25 v.H. Stahlverein-Bonds lagen 0,50 o. H. gebessert. Staats- und Länderanleihen waren weiter ruhig, in Stadtanleihen lag weiteres Angebot vor, das die Kurse dis um 1 v. H. drückte. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen waren behauptet und nur vereinzelt bis 0,13 v. H. leichter, dagegen gingen Liquidationspfandbriefe bis zu 0,40 v. H. zurück. Von fremden Werten waren Ungarn, Mexikaner und Rumänen auf Vortagskurs gut gehalten. Tagesgeld war etwas gesucht und bei 4 v. H. um 0,25 v. H. erhöht. Abendbörse: Aktien weiter schwächer. Die Abendbörse eröffnete in sehr stiller Haltung, im Verlaufe erfuhr sie eine geringfügige Belebung. Eine nennenswerte Verbreiterung der Publikumsnachfrage war aber nicht festzustellen, während die Kulisse Zurückhaltung übte. In Nachwirkung der Führer-Rede erhielt sich Interesse für den Rentenmarkt, an dem Altbesitzanleihe und spate Reichsschuldbuchforderungen je 0,25 v. H. gewannen und Neubefitzanleihe gut behauptet blieben. Dagegen setzte sich der Kursrückgang am Aktienmarkt infolge von Kundschaftsverkäufen fort, und durchschnittlich erfuhren die Kurse im Vergleich zum schon ermäßigten Berliner Schluß- nioeau eine weitere Senkung um 0,50 bis 1 v. H. Darüber hinaus waren Siemens stärker angeboten und 1,50 v. H., Reichsbank 1,25 v. H. und Stahlverein 1,13 v. H. niedriger. IG. Farben, Elektro- und Montanwerte gaben durchweg bis zu 1 v. H. nach, auch Daimler Motoren 0,65 v. H. Etwas freundlicher lagen nur AG. für Verkehrswesen mit plus 0,25 v. H. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 22,50, Altbesitzanleihe 96,25 bis 96,50, Schutzgebietsanleihe v. 1913/14 9,55, 6proz. Stahlver- ein-Bonds 76,25, 4proz. Ungar. Goldrente 8,30, Reichsbank 153,50, Gelsenkirchen 68, Mannesmann 69,75, Phönix 53, Rheinstahl 95,50, Stahlverein F r a n f f u r t a. M., 21. März. (LPD.) Nachdem die IG. -Farbenindustrie schon vom Jahre 1931 ab in weitgehendem Umfange Kurzarbeit eingeführt hatte, um die durch die Schrumpfung des Ärbeitsvolumens überflüssig gewordenen Arbeiter (es handelte sich um 12 000 Mann) vor Entlassung zu bewahren, war das Unternehmen feil Anfang 1933 in der Lage, in erhöhtem Umfange Neuein- fteUungen vorzunehmen. Ermöglicht wurden diese Reueinstellungen nicht nur durch das allmähliche Anziehen der Konjunktur für verschiedene Zweige der Produktion, sondern auch durch ein zusätzliches Arbeitsbeschaffungsprogramm. Dies umfaßte für das Jahr 1933 einen Betrag von 40 Millionen Mark für Neuanlagen. Das ist doppelt so viel wie 1932. Dazu kamen die Aufwendungen für Reparaturen in Höhe von 83 Millionen Mark im Jahre 1933, was gegenüber 1932 ein Mehraufwand von 17 Millionen 'Mark bedeutete. In Auswirkung dieses Arbeitsbeschaffungsprogramms wurden in der Zeit vom 1. 10. 32 bis 31. 12. 33 in die Werke der IG. 13 172 Arbeiter und Angestellte neu eingestellt, und bei den Gruden der IG. weitere 3115 Arbeiter und Angestellte. Weiter hat die IG. für Pensionierungen und Zuschüsse bei der Verheiratung von Beamtinnen erhebliche Mittel aufgewandt, und an die Stelle der dadurch ausscheidenden Arbeitskräfte konnten etwa 3000 neue Kräfte ein* Claoieres. Er kam unter stärkster internationaler Konkurrenz als bester Deutscher mit Note 206,4 auf den achten Platz. Gusll Müller-Bayerischzell belegte mit Note 200,3 die 14. Stelle. Im „Birkenb einer-Rennen", dem bekannten norwegischen Dauerskilauf über 50 Kilometer, kam Arne Rustadstuen in 5:41,15 Stunden zu einem neuen Sieg. Zwei Länderkämpfe in Frankreich soll die deutsche National-Box-Staffel im Mai ö. I. austragen. Sie soll am 14. Mai in Toulouse und am 16. Mai in Limoges gegen die neuen französischen Amateurboxmeister antreten. Sieger öes Kölner Ringer-Turniers wurden Nilsso n-Schweden im Mittelgewicht, gestellt werden, die in den obigen Zahlen nicht einbegriffen sind. Maßnahmen für 1934: Auch in den ersten beiden Monaten des Jahres 1934 hat die IG. ihre Arbeitsbeschaffungsinaß- nahmen planmäßig fortgesetzt. Es ergibt sich für diese Zeit eine Belegschaftssteigerung um weitere 6069 Arbeiter und Angestellte, und für die Zeit vom 15. März 1934 bis 30. Juni 1934 wird die Neueinstellungsmöglichkeit auf etwa 3400 Arbeitskräfte geschätzt. Betrachtet man die Gesamtauswirkung des Ar« beitsbeschaffungsprogramms der IG.-Farbenindustrie für das Jahr 1934, so ist mit einer Gesamtausgabe von wenigstens 90 Millionen Mark für Neuinvesiierungen zu rechnen. Dies ist gegenüber 1933 ein Mehr von 50 Millionen Mark, wobei die Möglichkeit der Benzin- Produktion in Oppau, sowie die Erweiterung der Kunstseidenbetriebe noch nicht berücksichtigt ist. Dieses Mehr von 50 Millionen Mark bedeute^ eine Deschäftigungsrnöglichkest für etwa 17 000 Arbeitskräfte, Es ergibt sich also durch die Maßnahmen der JG.-Farbenindustrie eine gesamte Entlastung des Arbeitsmarktes in den Jahren 1933 und 1934 um rund 50 000 Arbeitskräfte. Möchel- Köln im Weltergewicht und J a ulu s- Köln im Federgewicht. _ „ Ein Rekordversuch über 4X200 M e - ter Crawl des SV. Spandau 04 bei einem Abendschwirnrnfest in Charlottenburg mißglückte, da die Staffel nur eine Zeit von 9:55,6 Mmuten herausschwamm. ..... Neue Autogeschwindigkeitsrekorde gelangen wieder einmal dem bekannten Engländer George Eyston. Mit einer Dieselmotor-Limousine schaffte er über den fliegenden Kilometer und die fliegende Meile 185,695 Stdkm., über 10 Kilometer 185,148 Stdkm. Diese Rekorde gelten natürlich nur für Fahrzeuge mit Dieselmotoren. * Großer Auftrag für die Ob erst einer Metallindustrie. Ein Auftrag über zwei Millionen Metallplaketten, die bei der Feier des 1. Mai ausgegeben werden sollen, wurde nach Oberstein gelegt. An der Ausführung des Auftrags werden 48 Firmen beteiligt sein. Frankfurter Börse. Mittagsbörse: Renten freundlich, Aktien schwächer. Frankfurt a. M., 21. März. Die Börse stand völlig im Banne der Ausführungen des Führers zum Beginn der neuen großen Arbeitsschlacht. Die Umsätze waren bei Eröffnung nicht sehr groß, da Publikumsaufträge erst in Auswirkung der Führerrede zu erwarten sind. Die Kulisse betätigte sich in der Hauptsache am Rentenmarkt, während Aktien vernachlässigt und eher schwächer lagen. Für die festverzinslichen Werte regten die Hinweise auf Förderung der Kapitalbildung, auf Schutz des deutschen Sparers und vor allem auf die Stabilität unserer Währung an. Die Gesamtwirtschaft soll erst erstarken und Arbeit und Brot geben und dann erst die Lohn- und Dividendenpolitik ooranstellen. So gaben Farbenindustrie, die mit einem 90 Mill. RMk.-Programm für Neuinvestierungen heute an die Öffentlichkeit traten, 0,50 v. H. nach und bröckelten später um weitere 0,75 v. H. ab. Daneben aber Oel- merte eher fester, auch Goldschmidt und Scheideanstalt je 1 v. H. gebessert. Bauwerte und alle übrigen mit Arbeitsbeschaffung direkt beteiligten Aktien lagen fest. Cement Heidelberg waren auf die Wiederaufnahme der Dividende weiter stramm gesucht. Montanwerte bröckelten eher eine Kleinigkeit ab, auch Autoaktien lagen etwas niedriger, so Daimler um 0,75 v. H. Zumeist waren die Aktienkurse infolge der Geschäftsstille etwas schwächer. Von Kunstseideaktien konnten sich Aku um 1,13 v. H. befestigen. Der Rentenmarkt hatte eine ausgesprochen zuversichtliche Stimmung. Vorbörslich wurden ziemlich feste Kurse gesprochen, es fehlten jedoch zum ersten Kurs die Publikumsaufträge, so daß Reichsanleihen, wie Neu- und Altbesitz nur eine Kleinigkeit freundlicher lagen. Umgetauschte Dollar-Bonds zogen 1 bis 1,50 v. H. an.' Im Verlaufe waren am Aktienmarkt besonders hohe Dividendenpapiere stärker gedrückt. So verloren IG. Farben 1,75 v. H., Siemens 1,25 v. H., Südd. Zucker 1 v. H., Rütgerswerke 1,25 v. H., Scheideanstalt 1 v. H., Gelsenkirchen 1,25 v. H., Phönix 2,25 v. H., ferner Deutsche Erdöl 3 v. H. und Mannesmann 2,50 v. H. Auch Daimler gaben erneut 0,75 v. H. ab, während sich anderseits Bemberg um Große EiMiW des Arbeiismarkles durch die IG.-Farbeu. 90 Millionen Investierungen 1934. - 25 000 Neueinstellungen bis Ende Februar, 3400 Neueinstellungen vom 15. März bis 30. Juni. 44,50, AEG. 30, Bekula 132,25, Bemberg 64, Daimler 47,50, Deutsche Linoleum 54,25 bis 54, Licht & Kraft 107,25, Siemens 146,50 Brief, IG. Farben 142,75 bis 143 bis 142,75, Rütgerswerke 60,50, AG. für Verkehr 68,50, Lloyd 34,25. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 22. März. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 50 Rinder, 1161 Kälber 154 Schafe, 683 Schweine. Es kosteten: Kälber' 26 bis 47 Mark, Hämmel 30 bis 36, Schafe 24 bis 32, Schweine 34 bis 45 Mark. — Marktverlauf bei allen Viehgattungen ruhig. Frankfurter (Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. März. Bei freundlicher Grundstimmung nahm das Geschäft am heutigen Frankfurter Getreidegroßmarkt einen ruhigen Verlauf Das Angebot in Brotfrucht seitens der Landwirtschaft hielt sich in engen Grenzen, anderseits war die Kaufmeinung der Mühlen nicht mehr so lebhaft als am Montagsmarkt. Die Preise blieben ziemlich unverändert, lediglich am Kraftfuttermittelmarkt bröckelten Palmkuchen und Treber etwas ab, während Sojaschrot weiter befestigt war. Mehle zeigten kaum eine Geschäftsbelebung, die Umsätze beschränkten sich meist nur auf die Abwicklung der alten Bestände. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm in Mark): Weizen 199 bis 200; Roggen 172,50 bis 173; Sommergerste für Brauzwecke 172,50 bis 177,50; Hafer 157,50 bis 160; Weizenmehl (südd., Spez. 0, mit Austausch- weizen) 29,40 bis 29,95, do. (ohne Austauschweizen) 27,90 bis 28,45; Roggenmehl (0—60 v. H.) 23,50 bis 24, do. (südd., Spez. 0) 24; Weizenkleie 10,25; Weizenfuttermehl 11 bis 11,25; Roggenkleie 10,60 bis 10,70; Sojaschrot 15,45 bis 15,55; Palmkuchen 14,65 bis 14,90; Erdnußkuchen 16,30 bis 17,50; Treber 14,90 bis 15; Trockenschnitzel 9,60 bis 9,70; Heu (südd.) 6; Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt oder gebündelt) 1,90 bis 2. Tendenz ruhig. Gchweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 247 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel bis 6 Wochen alt 17 bis 20 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 20 bis 24 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 24 bis 28 Mark. — Tendenz schleppend; Ueberftanb. Allgäuer Butter- und Käsebörse. Kempten, 21. März. Allgäuer Molkereibutter, 1. Qualität 125 Mark, (letzte Notiz 125), 2. Qualität 123 (123), Senndutter 116 (116), Bauernbutter 86 (86), Rahmeinkauf bei 42,5 v. H. Fetteinheiten ohne Buttermilchrückgabe 23 (23), Allgäuer Weichkäse mit 20 v. H. Fettgehalt, grüne Ware (Richtpreise des Milchwirtschaftsverbandes Allgäu), 23 (gestrichen), Allgäuer Emmentaler mit 45 v. H. Fettgehalt, 1. Sorte 70 bis 72, 2. Sorte 65 bis 67 (beide unverändert). — Tendenz: ruhig. — Die Preise find Erzeugeroerkaufspreise ab Lokal oder ab Station des Erzeugers ohne Verpackung für den Zentner. Die Festigung des Vertrauens in die Weiterentwicklung der Sparkassen, die Besserung ihrer Liquidität und die starke Zunahme der Spareinlagen in der letzten Zeit haben erneut die Möglichkeit gegeben, die Sparkassen durch eine weitere Lockerung der für ihr Kreditgeschäft gegebenen Bedingungen stärker als bisher in die Kreditoerso" gung der mittelständischen Wirtsckaft, sonderlich mit Realkrediten, einzuschalten. Auf Grund der ihm erteilten Ermächtigung hat deshalb der preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit neue Kreditbestimmungen erlassen. Er hat den Sparkassen zur Pflicht gemacht, die für die Kreditgewährung zur Verfügung stehenden Mittel zur Belebung der mittelständischen Wirtschaft und zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit zu günstigen Zinsbedingungen einzusetzen. Sparkassen, die nicht mehr mit Akzeptkrediten verschuldet sind, stehen für Kreditgewährungen 50 o. H. der neuen Mittel zur Verfügung. Sparkassen, die noch mit Akzepten verschuldet sind, dürfen 20 v. H. der neuen Mittel im Personalkreditgeschäft oder im Realkreditgeschäft ausleihen. Zumindest 80 v. H. der neuen Eingänge haben diese Sparkassen jedoch zur Tilgung ihrer Akzepte Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben Oie Hohe Der zuletzt belchlossenen Dividende an. — Retchsbankdtskont 4 o H Lombardzinsfuß 5 o. H. Franktun u. 2)1 Berlin Frankfurt a. M Berlin Schluß« fürs Schluß!. Abend« börse Schluß» fürs Schluß! Mittag« börse Schluß» fürs Schluß!. Abend- börse Schluß» turs Schlußk. Mittag» börse Datum 20-3- 21-3. 20-3. 21-3- Datum 20-3. 21-3- 20-3. 21-3. 8% Deutsche Reichsanlethe v 1927 96,5 96,65 96 96 4% desgl. Serie 11 6,7 6,75 6,9 — 6% ehern.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 100,05 200,1 100,1 100,1 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 r,4 5,4 5,6 5,5 ^,°/o Voung-Anleihe ovn 1930 93,75 93,9 93,75 93,75 4^%Rumän.vereinh.Renlev.l913 — 8 8,4 8,6 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 95,5 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,7 4,6 4,45 4,6 Auslos.-Rechten ........ 96,5 22,5 95,5 22,3 96,25 2%% Anatolier ..... 31,75 31,5 31,65 31,5 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 22,4 22,45 6% ehern.8% Heft. Bolksstaat 1929 (rüftzahlb. 102%) .......... 93,75 93,75 93,5 93,65 Vamvurg-Amerika-Pakel ..... 0 Haniburg-Südam. Dampfschiff . 0 30,4 30,75 30,4 29,75 30 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 ..... 6*4% Heff LandeS^ypotheken- bank Darmstadt Ciaut ...... 92 92 92,75 92 Hansa-Danipfschiff.........0 Norddeutscher Lloyd ........0 A G. für Verkehrswesen MIL .. 0 36 69 34,25 69 35,9 69,4 34,75 68,25 91 91 — Berliner Handelsgesellschaft ... 4 90,5 88,5 89,75 89 Cberfjeflen Provinz-Anleihe mit 93,5 Commerz, und Prioal-Bank ... 0 50 50 50 Auslol.-Rechten . . . — — — Deutsche Bank und Diskonto- Deutsche Komm Sammelabl. An- 94,7 95,25 Gesellschaft................ 0 65 65 65 65 leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 94,5 95 Dresdner Bank..............0 66,25 66,25 66,25 66,25 6% ehern 8% Franks Hyp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 92,25 92 — — ReichSbank ............... 12 155 153,5 155 154J5 6% ehern 7% Franks Hyp.-Bank A.G.G...................... 0 Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 92,25 92 — —— 30,75 30 31 30,4 &’/»% ehern 4*/,% Franks Cup.- Bank-Liqu.-Psandbriese Bekula..................... 0 133,5 132,25 134 132,65 91,13 91,25 — — Clettx. Lieferungsgesellschaft... 6 104,25 103,75 95,75 103,25 Wi% ehern W2% Rheinische Licht und Kraft ... 6 108 107,25 108 107,75 Hyp.-Bank-Llau.-Goldpse 92,5 92,75 —— —— Felten & Guilleaume........0 64,5 63,25 65 63,25 6% ehern. 8% Pr LanbeSpsand» [94,25 Gesellsch.f.Elektr. Unternehmung. 5 105,13 104,65 105,25 103,75 briesanstalt, Psandbriefe R 19 94 94,25 94 Rheinische Elekttizitül ....... 5 96,75 97 96,75 97,5 6% ehern. 7% Pr Landespfand. -schuften S Lo.............. 5 108,5 107,75 108,65 108 briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 Siemens L Halske............ 7 150 146,5 149,5 148 Cteuerautsch. Verrechnungskurs 97,13 97,2 97,13 97,2 Sabmeöei & 60............. 10 121 120,75 119 4% Oestecrelchttche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente _ 20,5 20,9 20,9 Buderus ....... 0 81 79,5 81,5 78,5 1,45 1,4 1,4 1,4 Deutsche Srdöl .............. 4 119 115,9 118 116 4% Ungarische Goldrente ...... 8 8,3 8,05 8,3 Gelsenkirchener.......... 0 70 68 70 68,5 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7,6 7,8 7,65 7,95 Harpener ..... 0 98,9 96,5 98.25 97,25 454% desgl. von 1913 ....... 7,9 8 8 8,15 Hoelch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 —— 80,75 78,75 6% abgest Goldmexikaner von 99 8 8 8,13 8,3 Ilse Bergbau .......... C 145,5 145,75 145 145,5 4% türkische Zollanleihe von 1911 6,65 6,65 6,75 6,7 •fl(e Bergbau Genüsse........6 121,5 I 121 122,25 122,25 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 1 Klöcknerwerke ........... ( 69,75 I 69,5 69,75 68,75 Serie l.................... 6,7 6,7 —— — vianneSmann.Räbrev........ < 72,25 i 69,75 72 70,65 1 Jranftun a. M Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M Schlußkurs Schluß'- Abendbörse Schlußkurs Minag- börse 20- März 21-Marz Amtliche Notierung Geld | Brie Amtliche Notierung Geld | Brie Datum 20-3. 21-3. 20.3. 21.3. ManSselder Bergbau......... 0 Kokswerke ................. 0 Phönix Bergbau........ 0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl..... 0 Vereinigte Stahlwerke........0 Olavi Minen ............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln.......- 6 Kaliwerke Salzdetfurth....."V* 9. G. Farden-Jnvustrie....... ? 55,25 209 98,5 46,4 15 118,5 119 151 145,5 186 53 208 95,5 44,5 15 117,5 119 152 142,75 185 75 100,5 55 209 98,25 46,65 15,13 119,5 119,5 151,5 145 74,75 99,4 53,75 208 96,5 45,65 15 118 118,75 151 143,5 Helsingford.. Wien....... Prag....... Budapest ... Sofia ...... Holland .... OSlo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Reu York .... Brüssel..... Italien..... Paris ...... Schweiz .... Spanien.... Danzig..... Japan ...... Rio de Ian. . Jugoslawien. Lissabon .... 5,644 47,20 10,38 3,047 168,98 64,29 57,14 65,93 12,795 0,634 2,510 58,47 5,656 47,30 10,40 3,053 169,32 64,41 57,26 66,07 12,825 0,636 2,516 58,59 5-644 47,20 10,38 3,047 168,83 64,29 57,14 65,93 12,795 0,634 2,507 58,42 21,51 16,50 80,90 5,656 47,30 10,40 3,053 169,17 64,41 57,26 66,07 12,825 0,638 2,513 58,54 21,55 16,54 81,06 Goidschmidt ................J Rütgerswerke ....... ° 63 62,25 85 61,65 60,5 62,75 62,5 85,25 78,5 109,13 61,5 64 53,65 43 124,25 47,9 55 72,25 22,75 156,5 184 154 I 27,65 61,5 60,9 16'50 80,95 16,54 81,11 Philipp Holzmann ...........® Zementwerk Heidelberg ......0 Tementwerk Karlstadt.........0 Schulthets Patzenhofer ..... - - 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg - - ............. ® Aellstoss Wa'dhos ............ 0 ZkUstos, Aschassenburg .......0 Dessauer GaS ......... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum......... 0 Orenstein L Koppel..........0 Leonhard Tietz ........ ® Lbave .......- - - - -........W A«u muiatoren-FabrU........C ionti-fllummi • ...........0 Grttzner....................£ Mainkraftwerke Höchst 0-8JL... 4 78,5 60,75 63 55 43,75 49,13 54,65 23 156,5 183,5 154 I 27,25 76 78 60 64 52,25 42,25 47,5 54 22 161,5 184 153,25 I 27 107,5 60,25 64,5 51,75 43,5 123 48,13 54,75 71,13 21,65 161,5 184 153,25 27,75 34,19 81,64 0,756 0,212 5,664 11,65 3 .25 81,80 0,758 0,214 5,676 11,67 Banknoten 34,22 81,62 0,756 0,212 5,664 11,65 34,28 81.78 0,758 0,214 5,676 11.67 Berlin, 21-Mürz Geld Brief Amerikanische Roten.............. 2,46 58,26 56,89 12,75 16,46 168,41 21,39 64,12 65,77 80,72 34,08 2,48 58,50 57,11 12,81 16,52 169,09 21,47 64,38 66,03 81,04 34,22 Belgische Roten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten ............... Holländische Noten ............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 100 SchMtng Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Not^n................. 76 1 — Spanische Noten................. Süddeutscher Buder ....... 8 1 174,25 1 173.5