Donnerstag, 22. Sebruar zyZ4 18<. Jahrgang Nr. 45 Erstes Blatt 25 aus der sich vor etwa sechs Tagen ereignete, und dem 3. Paris, 21. Febr. (DttB.) Auf den Eisenbahngleisen bei Dijon wurde die völlig v e r st ü m - Generaloberst von Blomberg, Ich hott' einen Kameraden, 1. Loriolan-Ouvertüre von Beethoven, 2. Gedenkrede des Herrn Reichswehrministers ter des Ermordeten versicherte, daß ihr Sohn w i ch- tige Papiere bei sich gehabt habe. In der bei dem Toten gefundenen Aktentasche befanden sich aber belanglose Briefe. Zum letztenmale lebend gesehen wurde der Ermordete am Dienstag um 19 Uhr, als er sein Hotel in Dijon verließ. Im Laufe des Mittwochs wurden bereits vers.chiedene Zeugen vernommen, die gesehen haben wollen, daß Prince beim Verlassen des Bahnhofs in Dijon von einem unbekannten Mann ange- knöpfe aufgefunden. Dies scheint die Ansicht zu bestätigen, daß Prince erst nach seiner Ermordung auf die Schienen gelegt wurde. In unmittelbarer Nähe der Fundstelle befindet sich außerdem eine Spur von Autoreifen, die augenblicklich noch verfolgt wird. Der Bahnvorsteher eines kleinen in der Nähe der Fundstelle gelegenen Ortes will am Abend der Tat einen Wagen mit angelns- senem Motor auf der Landstraße ge- sehen haben. Man vermutet, daß er zur Beförderung der Leiche gedient hat. Prince wurde auf dem Bahnhof Dijon von Personen abgeholt, die dem Bahnhofspersonal unbekannt sind. eines Ralsmilgliedes Appellalionsgerichls- Die Spionagegenichte um SlavW ein Ablenkungsmanöver. 8tanhu°rttt^in:il686 vrncki und Verlag: vrühl'sche Univerfitüis.vuch- und Steindruckerei «.Lange in Siehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 1 Berlin 21. den Staatsakt Staatsoper nunmehr fest. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis Z'/zUhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm Kritik an den augenblicklichen Zuständen. Offenbar bestehe eine regelrechte Maffia. Energisches Eingreifen der zuständiges Stellen sei dringend nötig. Die polizeiliche Untersuchung des Mordes hat am Mittwochabend noch zu keinem Ergebnis geführt, aber es herrscht die Ueberzeugung, daß Prince das Opfer eines politischen Mordes geworden ist, der in engem Zusammenhang mit dem Stavifky-Skandal stehen dürfe. Prince war über das Treiben Staviskys genau unterrichtet und soll eine ganze Reihe von Persönlichkeiten gekannt haben, die mehr oder weniger in den Skandal verwickelt waren, ohne bisher zur Rechenschaft gezogen worden zu sein. Rach seiner ersten Vernehmung über die Berichte des Polizeikommisfars Paschot soll er zahlreiche Drohbriefe erhallen Febr. (DRB.) Das Programm für am Heldengedenktag in der Unter den Linden steht freien kirchlichen Organisationen wird das Außen- anit enge Fühlung halten und damit die gesamte kirchliche Arbeit zur Pflege der Beziehungen mit dem evangelischen Auslandsdeutschtum und mit den befreundeten Kirchen des Auslandes unter eine einheitliche Führung stellen. Das Programms^ denStaatsatt am Seldenaedenttag. man damals keine Bedeutung beimaß. Der Ge- richtsral wurde in der Rähe feiner Wohnung von einem Unbekannten angesprochen, der sich auf einen gemeinsamen Bekannten berief und ihn zu einem frühstück einlud. Der Gerichtsrat lehnte aber ab. ♦ Handelsminister Lamoureux hat zwei höhere Beamte seines Ressorts, die die Kontrolle über sämtliche Leihhäuser, besonders das in Bayonne, auszuüben hatten, gemaßregelt. Der Generalinspekteur für Kreditwesen im Handelsministerium Delamarche ist in den Ruhe st and versetzt worden, während gegen seinen Mitarbeiter Constantin ein aktenmäßig sestgelegter scharfer Tadel ausgesprochen wurde. Delamarche werden schwere Dienstverfehlungen, Constantin Nachlässigkeiten oorgeworfen. Untersuchungsrichter ihre Aussagen zu bestätigen. Man hat jetzt den Eindruck, als ob es sich bei diesen Gerüchten lediglich um ein Ablenkungsmanöver handelt. Nicht ohne Interesse ist die Liste der beschlagnahmten Stavisky-Schecks, die der Untersuchungsrichter inzwischen aufgestellt hat. Es handelt sich um 864 Schecks über insgesamt 157 200 700 Franken, die vom August 1929 bis November 1933 ausgegeben wurden. 85 900 000 Franken zahlte Stavisky in Schecks auf eigene R e ch n u n g. Diese hohe Summe läßt die Annahme zu, daß Stavisky einen großen Teil der von ihm verteilten Gelder in bar auszahlte, und um für die Empfänger keine belastenden Spuren zu hinterlassen, die notwendigen Summen durch Schecks auf eigene Rechnung abhob. Sollte ein unbequemer Velastungszei dem Kege geschafft werden? melle Leiche des Pariser Hofes namens Prince aufgefunden. Die bisherige Untersuchung läßt den Schluß zu, daß er das Opfer eines Anschlages geworden ist, und daß die Täter, um von ihrer Spur abzulenken, die Leiche auf die Schienen gelegt haben, um einen Selb st mord vorzutäuschen. Prince war durch zwei fingierte Tele- g r a m m e veranlaßt worden, mit dem nächsten Zug nach Dijon abzureifen, da angeblich seine Mutter schwer erkrankt sei. Bisher fehlt jeder Anhaltspunkt dafür, wer die Täter fein könnten. Liberte verzeichnet im Zusammenhang mit dem rätselhaften Fall in Fettdruck das Gerücht, daß Prince am Mittwoch vor einem gerichtlichen Ausschuß wegen unterbliebener Weiterleitung gewisser Polizeiberichte in Sachen Stavisky aussagen sollte. Durch diese Aussage wären mehrere Beamte belastet worden. Prince war früher Leiter der Finanzabteilung der Pariser Staatsanwaltschaft. DergeheinmisvolleTelesonalirus Fra" Prince wurde abgehalten, ihren Gitten nach Dijon zu begleiten. Prince soll nicht auf Grund zweier — inzwischen als gefälscht erkannter — Telegramme die Reise nach Dijon angetreten haben, sondern auf Grund eines Telephonanrufes einer unbekannten Frauen st imme, die behauptete, im Namen des Arztes zu sprechen, der die angeblich schwer erkrankte Mutter Princes behandelte. Sie forderte Prince auf, möglichst schnell nach Dijon zu kommen, da seine soeben operierte Mutter nach ihm verlange. Als seine neben ihm am Telephon stehende Frau sagte, sie würde ihren Mann nach Dijon begleiten, erklärte die Unbekannte, die Anwesenheit der Gattin von Prince wäre untunlich, da man die Mutter nicht aufregen dürfe. Daraufhin sah Frau Prince dayon ab, ihren Mann zu begleiten. Sie hat in Unkenntnis des Schicksals, das ihrem Gatten zugestoßen sei, sich heute nach Dijon begeben, wo man ihr am Bahnhof die Nachricht von dem furchtbaren Ende ihres Mannes so schonend wie möglich beibrachte. Es soll feststehen, daß Prince Dienstag nachmittag in Dijon angekommen ist und a n seine Frau telegraphiert hat. Man hat im Bahnpostamt die eigenhändige Niederschrift der von ihm abgegebenen Depesche gefunden. Prince ist dann mit Unbekannten in einem Kraftwagen fortgefahren. Seither war die Spur von ihm verlorengegangen. Oie ersten Zeugenaussagen. Wichtige Dokumente spurlos verschwunden Das Ergebnis der gerichtsärztlichen Untersuchung hat ergeben, daß die genaue Todesursache nicht mehr festzustellen sei, daß aber der Tote, wie sich aus dem Blutbefund ergebe, auf die Schienen geschafft worden sei, lange nachdem der Tod bereits eingetreten war. Die Mut- Das Winterhilfswerk der Donau-Schwaben. B e r l i n, 21. Febr. (DNB.) Wie der Schwäbisch-Deutsche Kulturbund aus Neusatz in Südslawien berichtet, hat auch das Winterhilfswerk der Donau-Schwaben zu einem großen Erfolg geführt. In 80 Sammelstellen wurden bisher Spenden im Werte von 3 0 0 0 0 0 Dinar gesammelt. Aus diesen Spenden wurden u. a. auch die deutschen Hungergebiete in Bosnien und Slawonien versorgt. Besonders rührend ist es aber, daß aus diesen Spenden wirtschaftlich durchweg schlechtgestellter Volksgenossen auch des großen Winterhilfswerks des Deutschen Reiches gedacht worden ist. Das zeugt für die Bereitschaft aller Deutschen, die Reihen der Volksgemeinschaft über alle politischen Grenzen hinweg zu schließen und im Rahmen dieser Volksgemeinschaft ihre Pflicht zu tun. Geheimnisvolle Ermordung eines hohen pariser Richters. Ein in der Giavisky-Affäre tätiger Appettationsgerichtsrat aus Paris gelockt und ermordet. Treue — das ist die einfachste Deutung der Aufgaben, die Außen- und Binnendeutschtum für einander zu erfüllen haben. Die Aufgaben wachsen mit der fortschreitenden Erkenntnis der Gemeinsamkeit des Schicksals. Jahrzehntelang hat der VDA. an den Außenfronten gekämpft — jetzt macht er Front nach innen. Am 23. Februar wird er mit 500000 jugendlichen Helfern den zweiten Opfert ag für das Winterhilfswerk veranstalten. Die volksdeutsche Front ist ja nicht mehr geographisch bestimmt. Sie geht quer durch das ganze Volk, sie kämpft in jeder deutschen Brust um das völkische Gewissen, für das Erwachen des volksdeutschen Bewußtseins. Das Eintreten der großen volksdeutschen Organisation des VDA. für das Winterhilfswerk ist ein letzter Schritt vor dem Ziel. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschliifse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Paris, 22. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Das am Mittwoch aufgetauchte Gerücht, daß sich Stavisky neben den Riesenbetrügereien auch mit Spionage befaßt habe und die in diesem Zusammenhang gegen die beiden Wiener Künstlerinnen Rita Georg und Marianne Kupfer erhobenen Beschuldigungen scheinen wie eine Seifenblase zu zerplatzen. Rita Georg erklärte telephonisch, daß sie jederzeit bereit sei, vor dem Untersuchungsrichter zu erscheinen und die unsinnigen Gerüchte zu entkräften. Auch Marianne Kupfer, die aus London in Paris eingetroffen ist, hat nunmehr eindeutig erklärt, sie habe weder Stavisky, noch den ehemaligen Direktor des Empire-Theaters Hayot gekannt und sei mit Rita Georg im Laufe von zehn Monaten höchstens vier- oder fünfmal zusammengekommen. Marianne Kupfer erklärte sich ebenfalls bereit, vor dem Der^eichsbischofempfängtden Landesbischof der Deutschen in Südslawien. Berlin, 21. Febr. (DNB.) Der Landesbischof der Deutschen Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses im Königreich Südslawien, Dr. Philipp Popp, ist in Berlin eingetroffen und vom Reichsbischof empfangen, der an die innige Verbundenheit zwischen den deutschen evangelischen Glaubensgenossen in Südslawien und dem Mutterlande der deutschen Reformation erinnerte/ Von dieser Glaubens- und Blutsgemeinschast hätten auch die großen Lutherfeiern in Südslawien ein beredtes und großartiges Zeugnis abgelegt. Die geeinte Deutsche Evangelische Kirche werde sich mit gesammelter Kraft hinter die deutschen evangelischen Volkstumskirchen jenseits der Grenzen stellen. Bischof Dr. Popp antwortete mit einem Dank für die Förderung, die den deutschevangelischen Gemeinden Südslawiens zuteil geworden sei und einem warmherzigen Bekenntnis zu dem Mutterland der deutschen Reformation. Der Reichsbischof errichtet das kirchliche Außenamt. Berlin, 21. Febr. (DNB.) Der Reichsbischof hat das kirchliche Amt für auswärtige Angelegenheiten bei der deutschen evangelischen Kirche (kirchliches Außenamt) richtet und zum Leiter Oberkonsistorialrat D. Theodor Heckel ernannt unter Verleihung des Titels Bischof mit dem Recht zum Trägen eines bischöflichen Amtskreuzes. Das kirchliche Außenamt hat die in der Verfassung festgelegte Ausgabe, die enge Verbindung der oeutschen evangelischen Kirche mit den evangelischen Deutschen im Auslande zu pflegen und zu festigen. Zu seinem Bereich gehört ferner die Pflege der Beziehungen zu den befreundeten Kirchen des Auslandes. Mit den auf den gleichen Gebieten tätigen Volksdeutsche- SewiMein. Bom Sinn des BDA-Opfertages. Ein Erwachen aus der Unwirklichkeit des Traumes in das Bewußtsein der Wirklichkeit geht nicht mit einem Schlag vor sich. Der Mensch erwacht und — reibt sich den Schlaf aus den Augen. Ein Volk erwacht und erfaßt nicht in einem Um-sich- Sehen die Grenzen seiner Aufgaben, die der Lösung harren; es tastet sich durch in allmählichem, willigen und freudigen Erkennen zum vollen Umfang seiner Sendung, seiner Größe. Das Deutschtum erwachte, als es den Grenzdeut- fchen, den staatenlosen Deutschen Adolf Hitler aussandte zur Erfüllung seiner Sehnsucht. Und Deutschland erwachte, als es sich der Führung dieses Nur-Deutschen und nicht „Reichs"-Deutschen anver- traute. Und das Auslanddeutschtum erwachte im Erlebnis des Wunders, das ihm im Reich geboten wurde: in Danzig, im Saargebiet, in Oesterreich, in Siebenbürgen, im Sudetenland, in Uebersee, wo immer Deutsche wohnen mögen, bekannten sie sich zu der Weltanschauung, die d e n D i e n st an der Volksgemeinschaft auf ihre Fahne schrieb. Und als jedes einzelne Glied des großen Hundert- Millionen-Volkes in sich die Forderung der Volksgemeinschaft erkannt hatte, brachen die von Menschenhand gezogenen Grenzen staatlicher Absonderung und die Volksgemeinschaften flössen ineinander, gehorchten göttlichem Gebot, das Völker über die Staaten setzt, und schlossen sich zusammen zur großen, einzigen Volksgemeinschaft der Deutschen. Die nicht reicht „von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt", sondern vom nördlichsten deutschen Herzen auf dieser Erde bis zum südlichsten und vom ersten Lallen eines deutschen Kindes bis zum höchsten Höhenflug deutscher Gedanken. Als das deutsche Danzig und als das deutsche Saargebiet „frei" von dem „Zwang" nationalsozialistischer Staatssührungen sich zur Weltanschauung des deutschen Volkes bekannten, hörten wir aus diesem Bekenntnis in jubelnder Klarheit die Stimme des deutschen Gewissens, das sich ganz aus eigener Kraft und gegen fremden Zwang durchrang ans Licht einer feindseligen Umwelt. Das „reichs"- deutsche Volk fühlte den Schlag seines Herzens auch jenseits der Grenzen schlagen. Es fühlte den Gleichklang im Rhythmus deutschen Blutes, als der räumlich ferne, für ewig von uns getrennte deutsche Dolksteil der Siebenbürger Sachsen sich mit überwältigender Mehrheit zum Nationalsozialismus, durch ihn zu einer einzigen deutschen Volksgemeinschaft bekannte. Es sah und sieht beglückt das Spiegelbild seines eigenen Sehnens und Wollens im schweren Kampf und in der wahrhaft großen und heldischen Haltung des deutschen Volkes in Oesterreich. Und es fallen die Schuppen des Eigendünkels und der spießerischen Selbstgefälligkeit von seinen Augen und es zerrannen die Wahnvorstellungen der wilhelminischen Staatsauffassung in Nichts, die da gelehrt hatte, daß der Deutsche an den Grenzen aufhöre, deutsch zu sein und daß hinter der Grenze der „Ausländer" stehe, ein fremder Mann mit „deutschem Sprachgebrauch". Noch spuken die letzten Reste einst grundsätzlicher Irrtümer durch deutsche Lande. Es wird noch geredet und geschrieben vom „stammverwandten" Oesterreicher, als ob er nur verwandter Vetter, nicht aber blutsgleicher Bruder sei. Noch wandeln da und dort Sudetendeutsche, Siebenbürger, Südtiroler als „Tschechoslowaken", „Rumänen" und „Italiener" durch die Vorstellungswelt deutscher Bürokraten. Aber die Beispiele werden seltener und sie werden bald den Raritätenwert haben, der heute schon den Grenzpsählen der „eigenstaatlichen" Reichsteile Lippe-Detmold, Schaumburg-Lippe zukommt. In der studentischen Verfassung, die der Reichsinnenminister Dr. Frick vor einigen Tagen in Anwesenheit des Führers verkündete, ist schon nicht mehr die Rede von deutschen Studenten — im Sinne deutscher Staatsbürger — sondern von deutschen Studenten an den Hochschulen des geschlossenen deutschen Sprachgebiets (gleich welche Staatsangehörigkeit sie auch besitzen mögen). Die Staatsangehörigkeit spielt nur noch eine mindere Rolle, sie wird zur Kenntnis genommen als ein Geschick, in das man sich willig fügt, nicht aber als Merkmal, das Deutsche nach Qualitäten sondert. Der ausland- deutsche Student braucht diejenigen Pflichten des deutschen Studenten (etwa SA.- und Arbeitsdienst) nicht zu erfüllen, die den Gesetzen seines Staates zuwiderlaufen können. Seine Rechte aber sind die des Deutschen — aller Deutschen. sprachen worden sei, mit dem er sich dann entfernt habe. An der Stelle, an der der Leichnam des Ermordeten gefunden wurde, hat man in etwa. Meter Entfernung einen seiner Manschetten-1 4. Trauermarsch aus „Götterdämmerung" von Richard Wagner, 5. Deutchlandlied, horst-Wessel-Lied. Das Staatsopernorchester spielt unter der Leitung von Herrn Professor Heger. Der Staatsakt wird durch eine große Lautsprecheranlage auf die Straße Unter den Linden vom Lustgarten bis zum Brandenburger Tor übertragen. Rach den Feierlichkeiten in der Staatsoper, denen der Herr Reichspräsident beiwohnen wird, findet vor dem Ehrenmal Unter den Linden eine Parade statt, an der eine Fahnenkompanie und drei Kompanien Reichswehr sowie drei Hundertschaften Polizei teilnehmen werden. Die Formationen marschieren nach der Parade in Richtung Brandenburger Tor auf der Miltel- promenade der Straße Unter den Linden. Der Herr Reichspräsident wird in Begleitung der Reichsregierung im Ehrenmal einen Kranz nietet- Paris, 22. Febr. (DRV. Funkspruch.) Der rätsel- haben. Rian erinnert ferner an einen Zwischenfall, hafte Word an dem Pariser Appellationsgerichtsrat ‘ veranlaßt die Pariser Morgenpresse zu einer heftigen Aus diesem Anfang — die Studentenschaft war, als sie noch ohne den Staat, meist gegen den Staat ihr Eigenleben führte, Wegbereiter der volksdeutschen Idee — wird sich auch formalrechtlich in nicht mehr ferner Zeit die Gleichstellung aller Deutschen im Rahmen des Möglichen ergeben, man wird politisch wohl zwischen Staatsbürgern des Reiches und solchen anderer Lander unterscheiden, über dem Staatsbürger gleich welcher Prägung wird aber der deutsche Volksbürger stehen und es wird das wahrhaft göttliche Gesetz zur Geltung gelangen, daß die Gleichheit des Blutes Volksgemeinschaften bildet, nicht aber die Amtssiegel der Staatsbürgerpapiere. Für die Idee der volksdeutschen Einheit und Schicksalsgemeinschaft kämpfte schon vor dem Kriege der Deutsche Schulverein. Aus dem Verein mit noch enger Zielsetzung wurde der Verein für das Deutschtum im Ausland. Aus dem Verein wurde ein V o l k s b u n d. Heute noch „für das Deutschtum im Ausland", morgen aber — nach dem Willen seines Reichsführers — für das Deutschtum, der deutsche Volksbund, der das Deutschtum über alle Grenzen hinweg zur volksdeutschen Gemeinschaft auch organisatorisch verbindet. Sein Wimpel zeigt die blaue Farbe der Treue.'' Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen legen. Tlad) der Parade fährt der Reichspräsident auf der nördlichen Fahrbahn der Straße Unter den Linden in feine Wohnung zurück. E>G-Grupp mführer Seidel-Dithmarsch gestorben. Berlin, 21. Febr. (DNB.) SS.-Gruppen- führer S e i d e l - D i t h m a r s ch, bis vor kurzer Zeit Chef des Führungsamtes der Reichsführung der SS. und zuletzt In- fpekteur-Mitte der Ober ft en S A. - Führung, MdR. und preußischer Staatsrat, ist nach kurzem schweren Leiden im 48. Lebensjahre verstorben. In Anbetracht der hohen Verdienste des Verstorbenen um die nationalsozialistische Revolution und das deutsche Volk findet am Freitag in der Luther-Kirche zu Berlin-Schöneberg eine Ehrentrauerfeier statt, an der Vertreter der Regierung sowie Formationen der Polizei, SA. und SS. teilnehmen werden. Im Anschluß daran erfolgt die Beisetzung auf dem St.-Matthäi-Friedhof. Berlin, 21. Febr. (DNB.) Der preußische Justizminister K e r r l erklärte in einer Unterredung über die Referendarlager u. a.: Von den etwa 7000 mir unterstellten Richtern gehörten am 30. Januar ganze 30 aktiv der NSDAP, an, so daß notwendig schon die Auswahl der Behördenchefs auf große Schwierigkeiten stoßen mußte. Umso notwendiger war es, dafür Sorge zu tragen, daß das junge Heranwachsende Geschlecht in das nationalsozialistische Gedankengut hineinwächst. Die Form des Gemeinschaftslagers wählte ich deshalb, weil man den einzelnen nur durch die Art, wie er sich im Zusammenleben mit anderen kameradschaftlich benimmt, charakterlich erkennen kann. Dieser Zweck, den ich verfolgte, konnte nickt durch Eingliederung der Referendare in ein Arbeitsdienstlager oder in die SA. erreicht werden. Der Vorwurf, ich fasse die Referendare gewissermaßen klassenmäßig zusammen, ist lächerlich. Der Ncttio- Brüssel, 21. Febr. (DNB.) Zur Teilnahme an den Beisetzungsfeierlichkeiten für den belgischen König ist heute vormittag der frühere deutsche Gesandte in Brüssel, von Keller, der den Reichspräsidenten und die Reichsregierung als außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter in Brüssel vertritt, in Brüssel eingetroffen. Vom Außenministerium hatte sich der Gesandte Baron Traux de Wardin eingefunden, der den deutschen Vertreter im Namen der belgischen Regierung und des Außenministers Hymans begrüßte. Gesandter von Keller wird morgen an der großen Trauerfeier teilnehmen und am Freitag der feierlichen Eidesleistung des Thronfolgers vor dem Parlament beiwohnen. Die Reichsregierung wird außerdem durch den deutschen Geschäftsträger vertreten sein. Reichspräsident und Reicksregierung haben Kränze an der Bahre des Königs Der italienische Unterstaatssekretär Suvich hat in Budapest die Aufgabe durchzuführen, eine Dreier- Begegnung in Rom oorzubereiten, aus der eine engere politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit Italiens, Ungarns und O e st e r - reichs erwachsen soll. Diese Tatsache ist eigentlich das einzige, worüber man sich einig ist; in welchen Formen sich diese Zusammenarbeit vollzieht, ist aber noch reichlich unbestimmt, da zunächst in Wien eine direkte Zollunion sogar von Dollfuß als nicht opportun- hingestellt wurde, weil Oesterreich Absatzmärkte in der Tschechoslowakei und in Deutschland habe. Das gilt natürlich auch für Ungarn, und andererseits ist Italien nicht in der Lage, wesentliche Mengen ungarischer Agrarprodukte auf^unehmen. Wieweit Suvich bei seinem Besuch in Wien dort das Feld geglättet hat, ist nicht zu ermessen, in Budapest dürfte er aber Erfolg haben, denn schon jetzt wird in etwas madja- risch-überschwenglicher Weise der Duce als der einzige und wahre Freund Ungarns hingestellt. Das Gefüge der Politik im Donauraum ist bisher wesentlich bestimmt worden durch die Kleine Entente, die ihr Schifflein an das Kriegsschiff Frankreichs hing und die unsinnigste Grenzziehung als unverrückbar aufrecht erhalten wollte, dabei aber wirtschaftlich in immer größere Schwierigkeiten geriet, weil die politische Richtung auf Frankreich der geopolitisch gegebenen Struktur der Wirtschaftsinteressen, die nach Mitteleuropa zeigt, widerspricht. Es ist nicht gelungen, durch einen Balkan p a k t, der ein Rumpfpakt blieb, Bulgarien mit den übrigen Balkanstaaten auszusöhnen, und die Kleine Entente hat vornehmlich gegen Ungarn eine Politik getrieben, die dieses i mm e r stärker an d i e Seite Italiens gezwungen hat. Man weiß in der Kleinen Entente genau, daß eine enge Zusammenarbeit Oesterreichs, Ungarns und Italiens in Wirklichkeit eine Dreieckbildung wäre, die zwischen die Kleine Entente, also der Tschechoslowakei und den Balkanstaaten' einen Riegel schöbe und auch wirtschaftlich die einzelnen Staaten der Kleinen Entente in neue Schwierigkeiten brächte, §umal es diesen Staaten trotz vieler Konferenzen niemals gelang, ihre widerstrebenden Wirtschaftsbelange auszugleichen. Die italienische Aktivität ist als Gegenschlag gegen Frankreich und die Kleine Entente von Bukarest über Belgrad bis nach Prag empfunden worden, und wenn plötzlich sogar Der tschechoslowakische Außenminister Dr. Benesch die ausge- zeichneten Beziehungen seines Landes zu Deutschland lobt und für ein neues System der Zusammenarbeit eintritt, dann liegt hier schon die erste Wirkung der italienischen Aktion vor, die im Donauraum trennt, nachdem eine wirkliche SS.-Gruppenführer Siegfried Seidel-Dithmarsch wurde 1887 in Pammin, Kreis Arnswalde (Neumark), geboren. Er besuchte das Louisenstädtische Gymnasium in Berlin und trat nach dem Abitur ins Heer ein. 1906 wurde er Leutnant im Infanterieregiment Nr. 48 in Küstrin. Im Weltkriege stand Seidel-Dithmarsch überwiegend an der Front, ferner wurde er wegen seiner großen strategischen Begabung zeitweise zum Armeeoberkommando kommandiert. Er wurde schwer verwundet. Nach Kriegsschluß war er im Reichswehrministerium tätig. 1921 schied er auf eigenen Wunsch als Major aus dem Heeresdienst aus. Er war bann in gewerblichen und industriellen Betrieben tätig und trat ferner durch schriftstellerische Arbeiten hervor. Er fand sehr früh den Weg in die NSDAP., wurde beim Aufbau der SS. in die Führung der SS. berufen und war maßgebend an dem gesamten Aufbau der SS. beteiligt. Seit 1932 gehörte er dem Reichstag an. Ferner wurde er zum Chef des SS. - Stabes ernannt. Er wurde auch in den preußischen Staatsrat berufen. Im Februar 1933 wurde er zum Inspekteur-Mitte der Ober st en SA. - Führung ernannt. nalsozialismus verlangt, daß der junge Deutsche aller Berufsschichten seinen Weg nurch die HI. und die SA. nimmt. Es ist selbstverständlich, daß dereinst die Justizverwaltung von jedem jungen Richter verlangen wird, daß er diesen Organisationen angehört haben muß. Ich habe aber als Justizminister mir die Gewißheit zu verschaffen, haß meine jungen Staatsanwälte, Richter und Rechtsanwälte zu ihrem Berufe außer dem produktiven Wissen auch die charakterliche Eignung besitzen, und zu diesem Zweck schaffte ich das Gemeinfchaftslager. Die bisher gemachten Erfahrungen haben den Beweis erbracht, daß sich meine Idee des Gemeinschaftslagers als richtig und nutzbringend bewährt hat. Es ist selbstverständlich, daß das Lager mit der Ver- reichlichung der Justiz nicht verschwinden wird. Ich werde so schnell wie möglich die Entscheidung darüber herbeiführen, daß die Referendarlager Reichseinrichtung werden. • niederlegen lassen. Der Kranz des Reichspräsidenten ist mit einer weißen Schleife geziert, die die Aufschrift trägt: „D e r deutsche Reichspräsiden t". Daneben liegt der Kranz der Reichsregierung mit einer schwarzweißroten und einer Hakenkreuzschleife und der Umschrift: „Die deutsche Reichsregierun g". Heute nachmittag werden Gesandter von Keller und Geschäftsträger Dr. Bräuer vom Außenminister Hymans empfangen. Zur Beisetzungsfeier find ferner in Brüssel bereits eingetroffen der Präsident der französischen Republik in der Begleitung der Minister Barthou und Marschall Petain, ferner der Prinz von Wales. Die Polizei hat strenge Maßnahmen für die Sicherheit des italienischen Kronprinzen getroffen, gegen den vor einigen Jahren von antifascistischen Elementen in Brüssel ein Attentatsversuch unternommen worden war. Zusammenarbeit aus doktrinären Gründen und dem Antirevisionsprinzip gegenüber offensichtlichen Verrücktheiten der Friedensverträge bisher nicht erreicht werden konnte. Die erste Besprechung in Budapest. Budapest, 22. Febr. (DRV.) Gestern ist der italienische Unterstaatssekretär Suvich zum Besuch der ungarischen Regierung hier eingelroffen. Schon am ersten Tage des Aufenthaltes wurden die politischen und wirtschaftlichen Hauptfragen mit dem Ministerpräsidenten Gömbös und seinen Mitarbeitern durchgesprochen. Als Grundlinie aller weiteren Entschließungen soll grundsätzlich das absolute Festhalten an der geplanten italienisch- österreichisch-ungarischen Zollunion feslgelegl worden sein. Unter Berücksichtigung der gegenwärtig bestehenden technischen, vor allem aber wirtschaftlichen und politischenschwierig k e i t e n soll jedoch die endgültige Zu- standebringung der Zollunion einem späteren Zeitpunkt vorbehalten bleiben. Demgegenüber soll eine um so intensivere Vertiefung der gegenseitigen wirtschaftlichen Belange erfolgen, die auch vertraglich festgelegt werden soll. Vor allem sind die wirtschaftlichen Produktionsgebiete aller drei Staaten genauestens zu untersuchen, um auf den gegenseitigen Bedarf abgestimmt zu werden, so daß sich die drei späterhin in einer Zollunion vereinigten Staaten möglichst restlos ergänzen können. Auch die politische Lage, die Lage Oesterreichs und die Haltung der kleinen Entente gegenüber dem in der Schwebe befindlichen Plan der drei Staaten waren Gegenstand der Beratungen. Die endgültige Beschlußfassung hierüber soll möglichst bald in Rom erfolgen. ♦ Sämtliche Budapester Blätter begrüßen den italienischen Unterstaatssekretär Suvich mit einer überschwenglichen Herzlichkeit. Das Regierungsblatt betont, daß von Italien wie von Ungarn sowohl einzeln als auch zusammen eine ausgesprochene Friede nspolitik betrieben werde, -ffienn diese Politik auch die Abänderung der gegenwärtigen Verhältnisse anstrebe, sich doch ausschließlich friedlicher Mittel. Auch der Besuch Suvichs stehe im Zeichen der Friedenspolitik. Gerade eine Bereinigung oer Frage des Donaubeckens fei an erster Stelle geeignet, den europäischen Frieden zu sichern. Die Kleine Entente befolge Ungarn und Oesterreich gegenüber eine wirtschaftliche Absperrungspolitik. Es sei nur natürlich, daß Oe st erreich nach der Niederringung der Sozialdemokratie und im Begriffe, seine inneren Verhältnisse zu festigen, den Wunsch habe, sich in das ungarisch-italienische Verhältnis einzuschalten. Der nationale ,Magyarsag" erklärt in ziemlich scharfer Form, die Kleine Entente habe seit 14 Jahren eine engere Zusammenarbeit Ungarns mit Oesterreich 3U verhindern verstanden und damit den Wiederaufbau des Donaubeckens vereitelt. Bezüglich des Donaubeckens habe nur ein einziger Mann und ein einziger Staat eine großzügige Konzeption, und das fei Mussolini und Italien. Das Blatt will wissen, daß F r ank- reich die italienischen Donaubecken - Pläne zu unter st ützen bereit sei und die Führung Mussolini überlassen wolle, als Gegendienst von Mussolini jedoch fordere, daß er sich den französischen Standpunkt in der Abrüstungsfrage zu eigen mache. Das Blatt stellt fest, daß in der Frage des Donaubeckens sehr erhebliche politische und wirtschaftliche Interessengegensätze bestünden. Ungarn müsse daher um so entschlossener handeln. Das pariser Echo der italienischen Balkan offensive. Paris, 22. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Reise Suvichs nach Budapest veranlaßt die Pariser Presse, sich mit der italienischen Politik in Mitteleuropa eingehend auseinanderzusetzen. Italien führt den Reigen an, so schreibt der „Jour" Wie die Landes stelle Hessen-Nassau des Reichs-Propagandaministeriums mitzuteilen bittet, hat der bekannte neutrale Journalist „Spectator" in Genf eine Veröffentlichung herausgebracht, die unter dem Titel „Deutschlands Erwachen von einem Ausländer gefehn!" zunächst in den fünf wichtigsten Weltsprachen erscheint und in der ganzen Welt verbreitet werden soll. Im Interesse der Wiederherstellung des deutschen Ansehens im Ausland sowie der deutschen Handelsbeziehungen ist es dringend erforderlich, daß gerade diese Schrift, die schon deshalb von besonderer politischer Bedeutung ist, weil sie v o n e i n e m N i ch t- Deutschen für die sachliche Aufklärung des Auslandes im Interesse einer besseren Verständigung der Völker untereinander bestimmt ist, m ö g l i ch st in vielen Hunderttausenden von E x e m- plaren an alle führenden Persönlichkeiten des Auslandes — Diplomaten, Wirtschaftler, Journalisten und Publizisten — versandt wird. Es ist Aufgabe und nationale Pflicht eines jeden Deutschen, der hierzu in der Lage ist, durch weitere Verbreitung dieses überaus wichtigen Dokuments, das noch durch zahlreiche Originalphotagraphien belegt wird, mit dazu beizutragen, daß die maßlose, absolut ungerechtfertigte und einseitig betriebene Greuel- und Boykotthetze im Ausland durch eine Gegenpropaganda bekämpft wird, die den Stempel der Neutralität und Objektivität trägt und durch die Nationalität des Verfassers und durch ihren Erscheinungsort im Ausland eine besondere Gewähr für den Erfolg einer solchen Aufklärungsarbeit biete. — Die Unterzeichneten fordern daher auf, diese für Deutschland wichtige Veröffentlichung des Auslandes in möglichst großer Zahl zu erwerben und selbst zu verteilen ober aber für die kostenlose Verteilung im Ausland zur Verfügung zu stellen, damit sie durch anerkannte Organisationen des Auslandsdeutschtums u. a. in geeignet erscheinender Weise weiterverbreitet wird. Der Aufruf ist u. a. unterzeichnet vom Zentralkomitee zur Abwehr der jüdischen Greuel- und und führt ihn vielleicht sogar mit mehr Energie als seinen eigenen Interessen zuträglich ist. Während es auf der einen Seite die Revifionsansprüche Ungarns unterstützt, fordert es in der österreichischen Frage die Achtung vor den Verträgen. Beides ist nur schwer miteinander zu vereinbaren. Es dennoch zu versuchen, ist ein geradezu akrobatisches Kunststück. Anderer Auffassung ist „R e p u b l i q u e": Man könne einem italienisch-österreichisch-ungarischen Block 3 u ft i m m e n, nachdem die Kleine Entente zumindest in politischer Hinsicht ihre Festigkeit bewiesen habe. Freilich dürfe die Politik dieses Blockes nicht gegen d i e Kleine Entente gerick» t e t fein. Eine Zusammenkunft zwischen Benesch und Mussolini und eine andere zwischen König Alexander und Mussolini würden die Fragen sicherlich zur allgemeinen Zufriedenheit klären. „Populaire" betont, Mussolini nehme nunmehr den zweiten Abschnitt seiner Offen- fine in Angriff, nachdem er sich des einzigen Hindernisses entledigt habe, das in der österreichischen Sozialdemokratie bestanden habe. Nachdem er in ihm einen ersten Erfolg erzielt habe, könne er auch mit dem Beistand Ungarns rechnen, um mit Erfolg den österreichisch-ungarischen Block gegen die Kleine Entente auszuspielen. Die Erklärung der drei Mächte über die österreichische Unabhängigkeit lasse Mussolini freie Hand in D e ft e r r e i d). Er laufe jetzt keine Gefahr mehr, sich den nationalsozialistischen Bestrebungen allein gegenüberzusehen und könne deshalb seine ganze Kraft der Verwirklichung dieser zweiten Etappe widmen. Boykotthetze (Reichsleitung der NSDAP.), Hans Biallas, Leiter des Presseamtes der Deutschen Arbeitsfront und der NSBO., Deutscher Industrie» und Handelstag, Volksbund für das Deutschtum im Ausland, Reichsverband der Bankleitungen, Hansa- Bund, Bund der Ausländsdeutschen, Centralverband des deutschen Bank- und Bankiergewerbes e. V., Reichsverband des deutschen Groß- und Ueberfee- handels e. V., Reichsverband der Privatverficherung, Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M. Auslieferung: Ad. E. Kuhr, Organisation für sachliche Aufklärung im In- und Ausland, Berlin- Halensee, Eisenbahnstraße 3. Preis 2,50 Mark je Exemplar deutsch oder fremdsprachig (französisch, englisch, spanisch oder italienisch). Ein Emigrant in Holland wegen Beleidigung des Reichspräsidenten zu Gefängnis verurteilt. Amsterdam, 21. Febr. (DNB.) Der marxistische Schriftsteller Heinz L i e p m a n n, der kürzlich wegen Beleidigung des deutschen Reichspräsidenten hier verhaftet wurde, ist vom Polizeirichter z u einem Monat Gefängnis verurteilt worden. Der Staatsanwalt betonte, daß die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zum Auslande die Notwendigkeit mit sich bringe, die Beschimpfung eines fremden Staatsoberhauptes nicht leichter zu bestrafen, als die Beleidigung der eigenen Königin. Liepmann fjabe sich als äußerst unzuverlässig erwiesen. So habe er sich über seine Behandlung in der Polizeihaft wiederholt beklagt. Bei der Untersuchung dieser Klagen habe man sich aber davon überzeugen können, daß sie keinerlei Berechtigung hätten. Dies sei der Mann, der als Paradepferd vor die rote Parteikutsche gespannt wurde. Es sei unbegreiflich, wo er den Mut hergenommen habe, um den Namen eines Mannes wie des Reichspräsidenten von Hindenburg, der fein ganzes Leben für das Wohl und Wehe des deutschen Volkes hingegeben habe, zu besudeln. Der Polizeirichter schloß sich im wesentlichen der Ansicht des Staatsanwaltes an. Liepmann mußte seine Strafe sofort antreten. Das Berliner Abrüstungsgespräch wird fortgesetzt. Frankreichs mangelnder Abrüstungswille entzieht dem englischen plan den Boden Berlin, 21. Febr. (DRV.) Die Vespre- chungen des Reichskanzlers mit dem Lordsiegelbewahrer Eden über die Abrüstungs- frage wurden heute nachmittag in Gegenwart des britischen Botschafters und des Reichsaußenminl- sters fortgesetzt. Die Unterhaltungen werden voraussichtlich Donnerstag zum Abschluß gelangen. Unter der Überschrift „Notwendiger Realismus" beschäftigt sich die Deutsche diplomatische Korrespondenz mit den Bemühungen um eine Verständigungs- und Verhandlungsgrundlage in der Abrüstungsfrage. Zu dem englischen Memorandum vom 29. Januar schreibt die Korrespondenz u. a.: Deutschland sieht in dem Plan an sich eine brauchbare Diskussionsgrundlage. Es ist sogar mit den meisten seiner Einzelbestimmungen einverstanden. Diese Zustimmung ist naturgemäß dadurch bedingt, daß die Voraussetzungen des englischen Planes, so wie er sie selbst unmißverständlich bezeichnet, praktisch vorhanden sind. Der englische Plan will die Abrüstung, er lehnt ausdrücklich eine Lösung ab, die zwar die Begrenzung der Rüstungen vorsieht', aber nichts für ihre Einschränkung tun würde. Angesichts der in den letzten Tagen wieder bestätigten Haltung Frankreichs wäre es leider eine nicht länger zu rechtfertigende Illusion, im gegenwärtigen Augenblick irgendeine Art von Abrüstung, die diesen Namen verdient, zu erwarten. Deutschland hat, ebenso wie England, lange geglaubt, die unerfreuliche Tatsache nicht hinnehmen zu müssen, daß bis auf weiteres kein Abbau der kriegerischen Rüstungen in Europa zu erreichen ist. Sie kann aber jetzt, nach so vielen gescheiterten Versuchen, die Mitarbeit Frankreichs für ein internationales Abkommen zu gewinnen, nicht mehr ignoriert werden, wenn neue Verständigungsversuche nicht den gleichen Mißerfolg haben sollen. Dem englischen Plan stellt dann die Korrespondenz den italienischen Vorschlag vom 31. Januar gegenüber, der von Anfang an den Grundsatz vertrat, daß die hochgerüsteten Mächte entweder nicht den Willen oder die Möglichkeit haben, zu erheblichen gemeinsamen Abrüstungsmaßnahmen zu gelangen und bezeichnet ihn als die einzige realpolitische Lösung, die ihn in den Vordergrund des Inter- esseZ treten läßt. Um die Hoffnung auf weitere Fortschritte so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, wäre es angezeigt, die Vertragsdauer nicht, wie es das englische Memorandum vorsieht, auf Zehn Jahre festzusetzen, sondern die schon reichlich bemessene sechsjährige F r i st des Mussolini- Planes als Maximum zu betrachten. Innerhalb dieser Frist müßte eine neue Behandlung der Abrüstungsfrage vorgenommen werden. Wer ist Eden? In den internationalen Debatten über die Fragen der Abrüstung hat sich eine neue diplomatische Methode durchgesetzt. Man hat die Frucht- und Er- folglosigkeit der großen Konferenzen eingesehen und verhandelt nun statt dessen von Land zu Land. So ist auch die gegenwärtig stattfindende Rundreise des englischen L o r b f i e g e I b e • wahrers Mr. Anthony Eden zu verstehen. Nachdem Eden Ende der Woche in Paris verhandelt hat, ist er Dienstag in Berlin eingetroffen, um in den nächsten Tagen nach Rom 'weiterzufahren. Eden geht der Ruf eines überaus geschickten und routinierten Diplomaten voraus. Seine zu Beginn dieses Jahres erfolgte Ernennung vom Un* terftaatsfefretär zum Geheimen Lordfiegelbewahrer und Mitglied des Kabinetts war eine Überraschung, denn es ist ein für Großbritannien überaus seltenes Ereignis, daß ein Sechsunddreißigjähriger zum Minister ernannt wird. Das durchschnittliche Alter der britischen Kabinettsmitglieder hat bisher immer 55 Jahre betragen und selbst der Benjamin unter ihnen hatte selten weniger als 40 bis 45 Lenze hinter sich. Die Ernennung Edens ist darum als Auszeichnung für eine besondere politische Begabung zu verstehen. Eden wurde am Christ Church College in Oxford Die Gemeinschastslager der Referendare künftig Reichseinrichlvng. Die ersten Trauergäste in Vrüffel eingelroffen. Gesandter von Keller legt für den Reichspräsidenten und die Reichsregierung Kränze an der Bahre König Alberts nieder. AaliensZollvereinspläne im Donauraum. Suvichs Besuch in Budapest. Deutschlands Erwachen von einem Ausländer gesehen. Gegen die Greuel- und Boykotthetze im Auslande. liche Meinung beherrschten und in frevlerischer Umwertung aller Werte das Volk um Vergangenheit und Zukunft zu bringen drohten, in dichterischen Visionen von unvergleichlicher Gewalt das Bild des gottsucherisch-ringenden deutschen Menschen aufgerichtet und durch das Mahnmal dieses Werkes dazu beigetragen, daß das Volk seiner selbst nicht vergaß. Der künstliche Tenor. Eine neue Erfindung ist gemacht worden, die in der Zukunft vielleicht einmal imstande sein wird, musikalisch empfindsame Leute von dem Schrecken des Grammophons und des Rundfunklautsprechers mit seiner vokallosen Uebertraaung menschlichen Gesanges au befreien. In der Berliner Heinrich- Hertz-Gesellschaft zur Förderung des Funkwesens hielt Prof. Dr. Karl Willi Wagner einen Lichtbildervortrag, in dem er zum erstenmal die elektrische Nachbildung des menschlichen Sprechapparates vorführte. Prof. Wagner hat das Problem gelöst, jeden gesprochenen Vokal maschinell nachzubilden, gleichgültig, ob das A von einem Tenor, einem Bariton, einer Kinderstimme oder auch einer Sopranstimme gesprochen wird. Die Maschine gleicht äußerlich einem großen Rundfunkgerät und ist in ihrem elektrischen Aufbau dem Sprechwerkzeug nachaebildet. Jeden Vokal formt die Maschine mit großer Naturtreue nach. Allerdings noch nicht automatisch, aber sie steht ja erst in den Anfängen. Ihre Entwicklung au einer wirklichen Sprechmaschine ist eine Frage Der Zeit. Das Frühjahrsprogramm des Universitas-Verlages. Das Frühjahrsvrogramm der Universitas Deutsche Verlags A.-G., Berlin, bringt folgende Neuerscheinungen: Georg Elert: „Zwei Frauen und ein Schiff . — Siegfried von Vegesack: „Herren ohne Heer". — Rudolf Schneider-Schelde: „Wie es ist". Roman aus unserer Zeit. — Joachim von K ü r e n b e r g : Fritz v. Holstein. (Die graue Eminenz) und „Rußlands Weg nach Tannenberg". — Zoe Lederer: „Unter den Apfelbäumen". — Der Verlag bringt außerdem eine Sammlung der spannendsten Kriminalfälle der letzten Jahre. Aus aller Welt. erzogen, legte dort die oorschriebenen Prüfungen für orientalische Sprachen mit Auszeichnung ab und wurde dann in seinen Studienarbeiten durch den Krieg unterbrochen. Eden meldete sich sofort als Freiwilliger, trat 18jährig in das Kings Royal Riste Corps ein und kämpfte vier Jahre lang an der französischen und flämischen Front. Nach Beendigung seiner Studien in Oxford wurde er zunächst Abgeordneter der Konservativen, dann poh» t-scher Sekretär im Innenministerium und endlich im August 1931 Unterstaatssekretär im Foreign Office. Eden verdankt seine Karriere wohl vor allem seinem politischen Weitblick, seinem ungewöhnlichen Derhandlungstalent und nicht zuletzt der auffallenden Gewandtheit seines Auftretens. Eden ift .pljo, sowohl in bezug auf seine menschlichen wie sachlichen Voraussetzungen, geradezu geschaffen, um als „politischer Reisender" Großbritanniens zu fungieren und die englischen Interessen in der europäischen Politik auf eine aufgeschlossene und bewegliche Art zu vertreten. „Heikel, aber aussichtsvoll." Optimistische Berichte der englischen Presse London, 22.5ebr. Dose Qm.-40 Mit ihm, einem hervorragenden Soldaten und einem Mann von lauterstem Charakter, verliere ich und mit mir die SA einen der Besten. Drogerie Kreuzplatx IO Nach langjähriger Bewährung im Kampf zu neuen großen Aufgaben berufen, ist ein treuer Kamerad aus schaffensreichem Leben aus unseren Reihen abberufen worden. zur Reinigung des Blutes, männische Auskunft erteilt der Kräuter-Spezialist (gez.) Ernst Röhm Stabschef der SA. Das Gebot der Stunde Den Körper von Gift- und Schlak- kenstoffen reinigen, damit neue Spannkraft und restloses Wohlbefinden Platz greifen. 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Zebruar 1954 Aus Oer provinzialhauptstavL Pfarrer Karl Knodt, probst von Oberheffen. Der vom Landesbischof von Hessen und Nassau neuernannte Probst von Oberhessen, Pfarrer Karl Knodt wird in unserer Provinz allseits mit Sympathie begrüßt. Entstammt er doch, ebenso wie sein hochverehrter Vorgänger, einem uralten oberhessischen Pfarrer-, Bauern- und Salzpfännergeschlecht, das seinen Ursprung bis zum Jahr 1464 in Salzhausen zurückführt, wo Ludewig Knott, an den noch heute der dortige Knottenstein erinnert, der erste bekannte Besitzer der Sode Salzhausen war. Karl Knodt wurde geboren zu Gernsheim am Rhein als ältester Sohn des hessischen Dichters und Waldpfarrers Karl Ernst Knodt zu Ober-Klingen, zuletzt in Bensheim. Er bestand die Reifeprüfung auf dem Ludwig-Georg-Gymnasium zu Darmstadt, studierte m Gießen, Berlin und Basel Theologie, wurde nach Besuch des Predigerseminars am 24. Dezember 1905 als Pfarrassistent in Gießen ordiniert, wo er jetzt als erster Probst von Oberhessen seinen Wohnsitz nehmen wird. Von 1906 bis 1908 Vikar in Graz in Steiermark, 1908 Vikar in Mainz, 1910 Pfarrer in Schornsheim, 1920 2. Pfarrer, 1924 1. Pfarrer zu Wimpfen, feit 1927 Pfarrer der Stadtkirchengemeinde zu Offenbach, ist Propst Knodt als liturgischer Schriftsteller und Herausgeber des hessischen Kirchenblattes schon seit Iah- ren eine allseits geachtete Persönlichkeit. Das Winterhilfswerk vergißt auch die im Ausland lebenden Deutschen nicht. Dies beweist folgender Vorfall: In Leningrad lebt ein Deutscher, der schwer zu Fuß ist', er brauchte orthopädische Schuhe. Seine Mittel reichen nicht aus, sich Schuhwerk zu beschaffen, das ihn von seinen Plagen befreit. Kurz entschlossen wendet er sich an die Gauführung des Winterhilfswerkes Hessen-Nassau mit der Bitte, ihm die Mittel zur Verfügung zu stellen, die notwendig sind, um seine orthopädischen Schuhe, die er bei einer Frankfurter Firma hat anfertigen lassen, bezahlen zu können. Mit Hilfe des Ausschusses „Brüder in Not" und der Deutschen Botschaft in Moskau kann der Bitte des Ausländsdeutschen entsprochen werden. Voller Freude schreibt der einfache Mann einen Dankbrief, der in seiner schlichten Art Zeugnis ist für die Volksverbundenheit aller deutschen Brüder: „Leningrad, am 29. Ian. 1934. Ich sage der Gauführung des Winterhilfswerkes Hessen-Nassau meinen besten Dank, daß den deutschen Brüdern im Ausland so viel Aufmerksamkeit und Hilfe gewährt wird. Gleichfalls sage ich meinen besonderen Dank unserem lieben Herrn Generalkonsul Sommer und den anderen Herren des deutschen Generalkonsulats in Leningrad, die sich aller meiner Sachen annahmen, um mir in meinem Leiden zu helfen. Deutschlands Erwachen fühlen auch wir, die wir weit vom Vaterland sind. Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes ist für alle Deutschen ein Segen geworden! Ich hoffe, daß es auch mir einmal möglich wird, dem Winterhilfswerk eine Spende zukommen zu lassen. Möge das Werk der nationalsozialistischen Partei Deutschlands mit ihrem Führer, dem Reichskanzler Adolf Hitler, weiter blühen und Frucht tragen in den Herzen aller Deutschen und derjenigen, die Deutschland achten! Mit deutschem Gruß! Heil Hitler! Hitler schafft Arbeit. Donnerstag, 18 Uhr, hören Sie im Rundfunk allgemein interessierende Ausführungen von Herrn Dr. W i n d m ü l l e r und Herrn Hansen (Limburg) über die öffentlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im kommenden Frühjahr. Unzulässige Werbung für Ersatzkaffen. Die Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront macht darauf aufmerksam, daß es unzulässig ist, Oer Treueschwur der PO 33000 Politische Leiter werden vereidigt. Vom Gaupresseamt wird mitgeteilt: Die feierliche Verpflichtung der Politischen Leiter und Amtswalter in den 32 Gauen des Reiches wird in ihrer Gesamtheit eine bisher unerreicht gewaltige Demonstration des Führerprinzips werden. Sind es doch allein im Gau hefsen-Tlassau über 33 000, die durch Ableistung des Lides Adolf Hitler und den von ihm bestimmten Unterführern unverbrüchliche Treue zusichern. In dieser gewaltigen Zahl, die allein schon einen Begriff von der trotz ihrer Größe feinen und genauen Organisation der Partei gibt, sind noch nicht enthalten die Führerschaft der HI. und des Arbeitsdienstes. Mit dem Vollzug dieses symbolischen Aktes wird das Primat der politischen Führung eindeutig und klar auf die Politische Leitung und Führerschaft der Partei festgelegt. Aber ebenso deutlich geht aus dem Wortlaut der Eidesformel das hohe Maß disziplinierter Verantwortung hervor, das der Führer damit auch dem letzten Blockwart vertrauensvoll in die Hände legt. Das Führerprinzip kommt darin in seiner ganzen Wucht und Stärke zum Ausdruck, daß das Treuegelöbnis zum Führer Gleichzeitig eine eidliche Bindung unbedingten Gehorsams mit den jedem Politischen Leiter und Amtswalter von Adolf Hitler bestimmten Unterführern darstellt. 3n dieser zusammengeballten Kraft und der Sicherung des Nachwuchses durch TNitverpflich- tung der HI. liegt die Bürgschaft für eine Stetigkeit der gradlinigen politischen Führung des Reiches auf Generationen hinaus. Von diesem Blickfeld aus betrachtet, bedeutet der 25. Februar 1934 einen ehernen Markstein in der Geschichte der Bewegung und'des Volkes, der noch in Jahrhunderten richtunggebend für die geistige Haltung des deutschen Menschen sein wird. Hiller-Ägend Von Alwin JRüffer, Referent der Abteilung S im Bann 116. Das deutsche Volk lebt noch unter dem gewaltigen Eindruck der nationalsozialistischen Revolution 1933. Eine Umwandlung von so gigantischem Ausmaß hat sich in Deutschland vollzogen, daß erst spätere Generationen die volle Größe werden erkennen können. Unter Revolution versteht man eine plötzliche Umwandlung der staatlichen Ordnung. Aber es wird niemals zu einer Revolution kommen, wenn nicht vorher das Bestreben nach einer geistigen Neuordnung geherrscht hat. Das heißt, es müssen erst geistige Waffen ins Feld geführt werden. Wenn die Revolution dann gesiegt hat, wird der Umwandlung der staatlichen Ordnung jene Neugestaltung der geistigen Kräfte eines Volkes folgen. Die deutsche Revolution 1933 wurde Jahr um Jahr vorbereitet. Erbittert wurde gekämpft. Hunderte deutscher Helden mußten ihr Leben hergeben für jenen gewaltigen Augenblick, da Deutschland frei wurde. Die nationalsozialistische Revolution war Getragen von einem Sehnen nach dem Großen, dem Neuen. Zu allem Neuen aber braucht man unbeschwerter Seelen, braucht man jugendlichen Geist. Deshalb stand auch die deutsche Jugend im Kampf um Deutschland in vorderster Linie. Die deutsche Jugend hat großen Anteil an dem siegreichen Durchbruch der nationalsozialistischen Revolution. Deutschland ist geeint. Deutschlands Jugend ist die Hitlerjugend. Ein Jahr unter nationalsozialistischer Führung ist vergangen. Aber Ruhe nach dem Kampfe ist in diesem Jahr nicht eingetreten. Die deutsche Jugend kämpft weiter, sie kennt kein Derweilen. War es der Geist der Jugend, der die nationalsozialistische Revolution siegen ließ, so wird jener Geist noch weit mehr jetzt in dem beginnenden Kampf um eine geistige Neugestaltung Deutschlands ausschlaggebend mitwirken. Das deutsche Volk wird durch seine Jugend von den letzten Zeugen des marxistischen Regimes und reaktionärer Bestrebungen freigemacht werden. Die Hitlerjugend wird Deutschland wieder zum wahrhaften Kulturstaat machen. Das fordert Kampf. Aber die Jugend sieht ihren Weg klar vor sich. Die Hitlerjugend, Bann 116, veranstaltet am kommenden Sonntag, 25. Februar, 20 Uhr, im Cafe Leib eine Feierstunde der jungen Nation. Diese Feierstunde wird Zeugnis ablegen von dem Kulturwillen der HI. Gebietsführer Walter Kramer wird sprechen. Der Verkauf der Programme hat bereits eingesetzt. wenn zum Zwecke der Werbung für Ersatzkassen Betriebsversammlungen einberufen werden, in denen Werber derartiger Kassen sprechen. Die Kreisbetriebszellenleiter sind angewiesen, derartigen Mißbräuchen entgegenzutreten. Ausgabe der Bezugsscheine für Haushaltsmargarine und Speisefette. Für März und April werden wieder Stammabschnitte mit sechs Bezugsscheinen für Haushaltungsmargarine und einem Reichsverbilligungsschein für Speisefette ausgegeben. Zur besseren Uebersichtlichkeit ist die bisherige Einteilung des Stammabschnittes geändert worden. Ferner sind auf dem Reichsverbilligungsschein für Speisefette und auf dem Bestellschein für Haushaltsmargarine voneinander abweichende rote Striche aufgedruckt, um Verwechslungen der verschiedenen Abschnitte zu vermeiden und dadurch die Arbeit der Finanzämter und der Verkaufsstellen zu erleichtern. Im übrigen gelten für die Durchführung der Maßnahmen im März und April die bisherigen Bestimmungen. Personen, bei denen die Voraussetzungen für den Bezug der Stammabschnitte erst nach dem 1. März 1934 eintreten, Haden noch bis zum 9. April 1934 Anspruch auf die unverkürzten Stammabschnitte mit sechs Bezugsscheinen und einem Reichsoerdllligungs- schein. Nach dem 9. April 1934 darf dagegen nur noch der Stammabschnitt mit dem Reichsverbil- ligungsschein für Speisefette ausgegeben werden. Vom 24. April an darf der für März und April 1934 gültige Reichsverbilligungsschein nicht mehr ausgegeben werden. Die drei Bezugsscheine für März bleiben auch für den Monat April gültig. Jedoch darf auf die drei für April bestimmten Bezugsscheine Margarine nicht schon im März ausgegeben werden. HeuteabendKundgebung derASOAp. Die NSDAP. Gießen veranstaltet heute abend, 20 Uhr, im Cafe Leib, eine große öffentliche Kundgebung. Es spricht der Gaupropagandaleiter der NSDAP. Pg. Müller-Scheld-Frankfurt a.M. Sämtliche Gießener Ortsgruppen mit ihren Untergliederungen nehmen an der Kundgebung teil. Polizeibericht. Einbruchsdiebstahl. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde in die Kantine des Arbeitsdienstlagers in Homberg an der Ohm eingebrochen und etwa 135 Mark Bargeld und 1700 Zigaretten gestohlen. Der Täter konnte noch am Montag durch die Kriminalpolizei in Gießen ermittelt und festgenommen werden. Es handelt sich um den 28jährigen Arbeiter Otto Rink aus Wiefeck. Rink hat kurz vor seiner Festnahme noch einen Diebstahl in einer hiesigen Wirtschaft verübt. Er hat sich weiter eine Reihe von Zech- Oer7!SV.-Mann ist derwahreSozialist Werdet Mitglieder! betrügereien in Homberg und Groß-Auheim zuschulden kommen lassen. Außerdem wurde er von mehreren Behörden gesucht. Ein Teil der im Arbeitsdienstlager gestohlenen Zigaretten und etwa 50 Zigarren, die er hier entwendete, konnten ihm abgenommen werden. Rink wurde dem Amtsgericht zugeführt und kam in Untersuchungshaft. Straßenraub. Ein auf dem Heimweg befindlicher älterer Mann aus Rödgen wurde in der Sonntagnacht, 17. zum 18. Februar 1934, in der Pähe des Schützenhauses überfallen und beraubt. Als Täter wurde der neunzehnjährige Arbeiter Christian P i tz aus Gießen ermittelt, der vor der Tat mit dem Geschädigten gezecht hatte. Pitz wurde dem Amtsgericht zugeführt und in Untersuchungshaft genommen. Festnahmen. Wegen Betrugs in mehreren Fällen wurde der 21jährige Elektromonteur Peter Ranft aus Gießen festgenommen und nach Erlaß eines Haftbefehls in das Landgerichtsgefängnis eingeliefert. Ranft kaufte u. a. eine neue Nähmaschine, Radiogeräte auf Abschlagszahlungen, zum Teil mit ganz geringer oder gar keiner Anzahlung, und verkaufte die Gegenstände sofort weit unter Preis an andere Personen weiter. Wegen Rückfalldiebstahls wurde der 19jährige Glaser Herbert Thomas aus Gießen, der auch von der Staatsanwaltschaft Gießen gesucht wurde, festgenommen und in das Landgerichtsgefängnis eingeliefert. Diebstähle. Vor einiger Zeit wurden einer alten Frau 170 Mark aus ihrer Tasche gestohlen. Nunmehr konnten zwei ältere Frauen als Täter ermittelt werden. Die beiden wußten, daß die Geschädigte ihre Ersparnisse stets in der Tasche nachtrug. Um die Tat ausführen zu können, luden sie die Geschädigte zum Kaffeeklatsch ein und entroenbeten bei einer günstigen Gelegenheit den erwähnten Geldbetrag. In der Nacht vom 13. auf 14. Februar wurde hier aus einem unverschlossenen Hofe in der Bleichstraße ein Herrenfahrrad, Marke Corona, Fabrik- nummer unbekannt, schwarzer Rahmen, gelbe Felgen, rote Bereifung, am Hinterrad halbballon, deutsche Lenkstange, Torpedofreilauf und elektrische Beleuchtung, und am 19. Februar vor der Hauptpost ein gut erhaltenes verchromtes Ballonrad, Marke Kuxmann, Fabriknummer unbekannt, schwarzer Rahmen mit weißen Streifen, gelbe Felgen mit schwarzen Streifen, schwarze Schutzbleche, graue Ballonbereifung, deutscher Lenker mit schwarzen Gießener Gtadtthearer. Shakespeare: Julius Cäsar." Mit dem „Julius Cäsar" wird die Reihe der »Staatsdramen und politischen Schauspiele fortge- stührt, die mit der „Hermannsschlacht" und Forsters Wasa-Stück begonnen worden war. Es ist früher sschon darauf hingewiesen worden, daß der „Julius »Cäsar" eine gewisse Kenntnis nicht nur der rvmi- sschen, sondern auch der englischen Geschichte vor- -aussetze; man hat an die Verwandtschaft mit den Shakespeareschen Königsdramen erinnert und die Lage Englands am Ausgang des Mittelalters (der ^Julius Cäsar" ist 1599 geschrieben) mit dem Zustande Roms zur Zeit des Imperiums verglichen. ♦ Das mag erwähnt werden, ist aber für uns minder wichtig als die grundsätzliche Gestaltung Öer großen Motive Freiheit und Führertum, die öas Römerdrama mit den beiden oben genannten Stücken gemeinsam hat. „Julius Cäsar" kann die Tragödie des genialen Staatsmannes auf der Höhe Seiner Macht genannt werden: damit drängt sich die Beziehung zu einem großen, deutschen politischen Drama und Führerschauspiel unabweisbar auf: ;um „Wallenstein". Obwohl der „Cäsar" als Drama wesentlich einfacher und minder verwickelt komponiert ist als die Schillersche Trilogie und auch etwa !»er „Hamlet" ober „Richarb III.", erscheint boch >ie charakterliche Verwanbtschaft zwischen bem Körner unb bem Friedländer stellenweise überraschend. Während nun die Gestalt Wallensteins den getarnten, weit ausladenden und vielfach verzweigten Dramenaufbau bis zuletzt persönlich bestimmt und beeinflußt, tritt Cäsar schon vor der Mitte des Ge- oamtablaufs vom Schauplatz ab — die spätere llüchtige Wiedererscheinung als Geist kann lediglich theatralisch gewertet werden —, und man hat behauptet, daß damit das Interesse am Schauspiel rlahme, sein Schwergewicht sich naturgemäß verlagere und auf die entscheidende Auseinandersetzung zwischen Brutus und Marc Anton übergehe. Das st bis zu einem gewissen Grade richtig: aber Shakespeare hat auch nicht ohne Grund sein Stück r ad) Cäsar und nicht nach Brutus genannt, und es int kein Zweifel, daß die eigentlich dramatischen Impulse des Schauspiels in den ersten drei Akten i»eschlvfsen liegen. Und wenn auch, zum mindesten rein äußerlich i nb theatralisch, die berühmte große Leichenrede ks Marc Anton im dritten Akt Scheitelpunkt und Mittelachse der Dramenarchitektur bildet, so ist die Tragödie Cäsars, die der Tragödie Wallensteins nicht unähnlich scheint in ihren Voraussetzungen und ihrer Wirkung, zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Wie Wallenstein spielt Cäsar mit der Macht, die in seine Hände gelegt ist: dreimal wird ihm eine Krone angeboten, dreimal schlägt er sie aus, aber jedesmal mit sichtlich größerem Widerstreben. Wer Augen hat zu sehen, dem kann es kaum entgangen sein, daß dem Cäsar der Verzicht nicht leicht gefallen ist: er lehnte ab aus Diplomatie und Instinkt, und in der Tat gewann er mit dieser Geste den Beifall des Volkes. Seine Feinde aber haben fein Zögern bemerkt und richtig ausgelegt: Cäfar steht noch immer nicht auf dem Gipfel feiner Macht, die Krone hätte ihn nicht nur zum unumschränkten Herrscher über Rom, sondern zum Herrn der Welt gemacht. Er ist schon groß und kann noch größer werden —: das besiegelt fein Schicksal. In der Gruppe von Cäsars Feinden, die seinen Tod beschließen und herbeiführen, wird dieser Entschluß verschiedenartig motiviert: nämlich aus persönlichem Ehrgeiz und Mißgunst wie aus Staatsräson, die den Bestand der Republik durch eine Tyrannis gefährdet sieht. Keines dieser Motive kann freilich im Sinne der klassischen Tragödie ausschlaggebend genannt werden; Cäsar selbst ist nicht .oyne Schuld an dem blutigen Ende im Capitol. Wieder denkt man an „Wallenstein", wenn man erlebt, mit welcher Kunst Shakespeare die Spannung des Zuschauers auf die entscheidende Szene, auf die Katastrophe hin zu steigern versteht: Cäsar oertraut seinem Stern blindlings wie der Friedländer, am unerschütterlichsten wie dieser gerade in der Schicksalsstunde, da sein Stern, schon sichtbar für alle andern außer ihm, im Sinken ist. In dem Augenblick, da er schwankend wird und den beschwörenden Warnungen der Seinen Gehör zu geben geneigt ist, erreicht ihn die Nachricht, die ihn umstimmt: wieder blitzt vor seinen Augen das Diadem auf, das ihm angeblich im Senat wiederum bargeboten werden soll, das ihn zum Herrn der Welt machen und auf den Gipfel irdischer Macht tragen würde. Das entscheidet, und er tritt den verhängnisvollen Gang an, der unter dem Stand bilde oes Pompeius so schrecklich und blutig endet. Tragischer Untergang des großen Staatsmannes, des überragenden Menschen, dessen Genie den tödlichen Haß ehrgeiziger Verschwörer und undankbarer Günstlinge entzündet, dessen außerordentliches Maß von der Menge des Volkes zu spät erkannt, dessen Tod von den Freunden und Gutgesinnten zu spät gerächt wird. — * Intendant Könia leitete die Inszenierung; er hat die an sich einfache und ungebrochene Linie der Handlung, von der schon die Rede war, allen überflüssigen Beiwerkes entkleidet und nur stehen gelassen, was unentbehrlich war. So wird der Grundriß der Fabel in einer ganz auf klassische Haltung und Stilisierung bedachten Aufführung übersichtlich freigelegt. Es ist hier auch des Bühnenbildners mit Anerkennung zu gedenken: feine Raumgestaltung kam den Absichten der Spielführung aufs glücklichste entgegen. Herr Löffler baute die Szenerie des cäsarianischen Rom vor einem weiten tiefblauen Prospekt in wenigen groß und wuchtig empfundenen Umrissen auf. Mächtige Säulen und Treppen, hellgetönt, von südlichem Licht übergossen, bilden Straße und Haus, Forum und Kapitol. Rote Vorhänge und Gewänder geben den farbigen Kontrast zum Hintergrund. Davor ein weiter Raum für die Masse des Volkes wie für eine wirksame Gruppierung der Einzelszenen. Auch kann im feststehenden Bühnenrahmen verhältnismäßig schnell verwandelt werden; durch die vertikale Zweiteilung des Spielfeldes wird ein weiterer Umbau eingespart. * Im übrigen entsprach der Eindruck der Ausführung genau dem Eindruck einer nachprüfenden Lektüre des Textes: die Höhepunkte lagen ganz organisch im Mittelakt. Die Mordszene im Senat wurde dank der durchdachten Gliederung des verfügbaren Raumes und der Darstellergruppen eindrucksvoll verwirklicht. Alle dramatische Energie sammelte sich dann in dem anschließenden Bilde auf dem Forum mit den Reden des Brutus und des Marc Anton. Daß von den beiden letzten Akten nicht die gleiche Kraft ausstrahlte, spricht nicht gegen die Inszenierung; die Regie hatte hier mit energischer Zusammenfassung das dramaturgisch Mögliche getan. Intendant König spielte auch den Cäsar selbst. In der Aufführung wird fast noch deutlicher als beim Lesen, welche Konzentration die Rolle vom Schauspieler verlangt, der sie in wenigen, nicht einmal sehr großen Szenen erschöpfen will; denn auch darin ist der Cäsar dem Wallenstein, dem an sich ein darstellerisch ungleich weiterer Aktionsradius zu Gebote steht, nicht unähnlich, daß fein Bild auf dem Theater nur zum Teil unmittelbar, zum andern Teil aber indirekt, in der Rückspiege- lung auf feine Umgebung, sichtbar gemacht wird. Hanns König gibt den Cäsar im wesentlichen halblaut und beherrscht, ohne die große imperato« rische Geste; er betont, fast nachdenklich, eher beji Philosophen als den Feldherrn, ohne ihm an Würde und Haltung etwas zu versagen. Interessant waren die beiden wichtigsten Träger der Verschwörung wider Cäsar von einander abgehoben und einander gegenübergestellt. Kühne als Cassius, hager, groß und grauhaarig, steigerte sich aus anfänglich kalter Dialektik vor allem in Der Gewitterszene mit Gasca schnell und heftig zu leidenschaftlichem Ausbruch und erschien so als Wortführer der eigentlich treibenden, schürenden und stachelnden Energie des Aufruhrs. Den Brutus gab Neuhaus, zunächst sparsam, unentschlossen oder doch mindestens undurchschaubar in seiner Haltung, bald aber innerlich beteiligt und mehr als nur beteiligt an dem dunklen Plan, dem er allein von allen eine überpersönlich sich äußernde Rechtfertigung zu geben trachtet — zumal in der von edlem Pathos getragenen Rede an das Volk auf dem Forum. ♦ Diese Rede ist von einer ganz sinnfälligen Wirkung und dennoch nur Vorbereitung für die größere und ungleich wirksamere Ansprache des Antonius. Ihn gab Herr Löser: anfänglich etwas matt, auch etwas schnell und nicht immer ganz verständlich gesprochen; die volle Entfaltung gab ihm erst die berühmte Leichenrede, die gerade aus einer betont unpathetischen Form ihre stärkste Stoßkraft entwickelt. Sie bringt bas wankelmütige Volk von Rom zur Raserei, und noch ehe Antonius recht geendet hat, haben die Verschwörer schon ihre erste Schlacht verloren. * Zwei edle unb ganz weiblich empfundene Frauen» geftalten in diesem Männerschauspiel: Sybille- Evelyne Flemming als Portia; Maria Koch als Calpurnia. Aus dem Casca machte Hub eine sehr belebte, fest umrissene Gestalt. Vom großen Ensemble seien mit tüchtigen Leistungen noch die Herren Michel in einer Doppelrolle, Marcks (Octavius), D i e t e n (Flavins), Volck (Artemi- borus) und Geiger (Popjlius Lena) genannt. — ♦ Mit den Darstellern erschienen zuletzt auch Spielleiter und Bühnenbildner, um den verdienten Dank des Hauses entgegenzunehmen. hth. Griffen, Glocke mit der Aufschrift Hans Aßmann, Torpedofreilauf, Sattel mit breiter Federung und elektrischer Beleuchtung, entwendet. Sichergestellt wurde ein Herrenrad, vermutlich Marke Göricke (Nero), Nr S. 160 836, schwarzer Rahmen mit Goldstreifen, schwarze Felgen, gut erhaltene Gebirgsreifen, englische Lenkstenge, Torpedofreilauf und Lohmannsattel. Kriegerverein Gießen. Am Montagabend fand — wie man uns berichtet — im Vereinslokal Cafe Ebel die sehr gut besuchte Jahreshauptversammlung statt. Der erste Vereinsführer Kamerad Landgerichtsrat Trüm- pert gedachte in der Begrüßungsansprache der im Jahre 1933 verstorbenen 10 Vereinsmitglieder und des kürzlich verstorbenen bisherigen 1. Führers des Kyffhäuserbundes General von Horn, würdigte die Erfolge der jetzigen Reichsregierung und brachte ein dreifaches „Sieg Heil!" auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Reichskanzler Adolf Hitler aus. Der Jahresbericht wurde von einem Vorstandsmitglied vorgetragen. Aus dem Bericht war eine rege Vereinstätigkeit zu entnehmen, ferner auch, daß die Führung des Vereins seit vielen Jahren bei ihren Veranstaltungen auf das unsinnige Friedensdiktat von Versailles hingewiesen und daß Deutschland von dem Völkerbund nichts Segensreiches zu erwarten hat. Deshalb wird die Politik der jetzigen Reichsregierung gebilligt als die erwünschten Ziele der Kriegervereine. Hierauf erstattete der Vereinsrechner Kamerad Hugo Hartmann den Kassenbericht, der mit einem Ueber- schuß von 448,27 Mk. abschloß, wobei erwähnt sei, daß für Unterstützungen und Beerdigungskosten der Betrag von 540 Mk. ausgegeben wurde. Der Voranschlag für das Vereinsjahr 1934 schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 3200 Mk. ab. Mitgliederstand ist ungefähr der gleiche wie im Vorjahre, 416. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Die Kassenprüfer (Siebe und Kümmel, welche bei der Kassenprüfung alles in bester Ordnung vorgefunden hatten, wurden als Kassenprüfer wiedergewählt. Im übrigen bleibt der gesamte Vorstand derselbe wie seither. Heber das Kleinkaliberschießen berichteten die Kameraden Klein und Wagner, wobei hervorzuheben ist, daß der Hassia-Wanderehrenpreis wiederholt von Gießener Kriegeroereinsschützen errungen wurde. Die an den Verein verliehene Hassia-Ehrenmünze mit Schleife wurde feierlich an die Vereinsfahne befestigt. Nachdem Kamerad K re tz s ch m e r über das Versicherungswesen gesprochen hatte, hielt er noch einen Vortrag über Luftschutz. Die Kameraden Röder und Klein rieten noch zum Beitritt in die SA.-Reserve II. Auch diese Jahreshauptversammlung nahm einen gemütlichen und kameradschaftlichen Verlauf. Unstimmigkeiten kennt man im Kriegeroerein nicht. Die aus Kameraden bestehende Hauskapelle sorgte für gute musikalische Unterhaltung. Bornottzen. — Tageskalender für Donnerstag: NSDAP. Gießen: 20 Uhr, Caf6 Leib, öffentliche Kundgebung-, Redner: Gaupropagandaleiter Pg. Müller-Scheid. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr „Arbeit! Dienst! Pflicht!". — Oberheffifcher Kunstverein, Turmhaus am Brand: 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Konjunkturritter". — Aftoria-Lichtfpiele, Seltersweg: „Der Polizeibericht meldet..." — HaNd- weberei Schloß Westerburg, Caf6 Ebel: 11 bis 19 Uhr, Handgewebe-Ausstellung. — Aus dem Stadttheaterbureau. Morgen, Freitag, 20 Uhr, das Trauerspiel „Julius Caesar" von Shakespeare unter der Svielleitung des Intendanten Kö n i g. (Siehe heutige Anzeige.) * ** Ausfall der Sprechstunde des hessischen Staatsmini st er s. Das Staatspresseamt teilt mit: Die Sprechstunde des hessischen Staatsministers fällt am Samstag, 24. Februar, aus. ** Dienstjubiläum. Am Dienstag be- aing der Verwaltungs-Oberinspektor Oskar Mil- b r a d t aus Gießen sein 40jähriaes Dienstjubiläum beim Versorgungsamt Gießen. Aus Anlaß dieses Tages wurde dem Jubilar von dem stellvrtretenden Amtsleiter, Regierungsrat Wecker, ein vom Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg eigenhändig unterschriebenes Glückwunschschreiben überreicht und ihm gleichzeitig für seine treu geleisteten Dienste der Dank des Herrn Reichspräsidenten und der vorgesetzten Dienststellen ausgesprochen. ** Das Verbot des Abbrennens und Ausrodens der Hecken und Raine betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil. Es sei besonders auf diese Bekanntmachung hingewiesen. ** Auch z u Öfter n Festtags-Rückfahr- karten Die Deutsche Reichsbahn gibt, wie bereits seit zwei Jahren, zu den großen Festen, auch zu Ostern wieder Festtags-Rückfahrkarten mit verlängerter Geltungsdauer aus. Die Fahrpreisermäßigung beträgt 33'/» v. H. Die Karten gelten vom 28. März, 0 Uhr (Mittwoch vor Ostern) bis 4. April, 24 Uhr (Mittwoch nach Ostern), insgesamt acht Tage. Auch die Arbeiterrückfahrkarten können während dieser Zeit wieder an allen Tagen zur Hin- und Rückfahrt benutzt werden. ** Der Skiklub Gießen kündigt im heutigen Anzeigenteil zwei Winter-Urlaubsfahrten in die Skigebiete der bayrischen Alpen und der Schweiz an. Näheres ist aus der Anzeige ersichtlich. Schöffengericht Gießen Ein in Klein-Linden wohnhafter Mann hatte sich gestern unter Ausschluß der Öffentlichkeit wegen widernatürlicher Unzucht zu verantworten. Das Gericht erkannte gegen ihn auf 2 Monate G e - f ä n g n i s. Von der Anklage der fahrlässigen Tötung wurde ein Dreschmaschinenbesitzer freigesprochen. Der Angeklagte sollte mit seiner Dreschmaschine verkehrswidrig gefahren fein, so daß ein Motorradfahrer gegen 5 Uhr gegen die Dreschmaschine fuhr und kurze Zeit darauf an den Folgen des heftigen Anpralls verstarb. Das Gericht war nicht in der Lage, die Schuld des Angeklagten einwandfrei feftzu- ftellen, und kam zu obigem Freispruch. Pfarrer Berck in den Ruhestand verseht. Darmstadt, 21. Febr. (LPD.) Durch den Landesbischof wurde Pfarrer D. Berck zu Roßdorf unter Anerkennung seines langjährigen Wirkens für die Kirche mit Wirkung vom 1. April d.J. in den Ruhestand versetzt. Ewigkeitsgesetze im neuen Staat. Vortrag von Geheimrat prof. Or. Olt im NSLB. Gießen-Stadt. Unter außerordentlich starker Beteiligung fand gestern nachmittag in der Turnhalle der Oberreal - chule eine Versammlung des Bezirks Gießen- Stadt im Nationalsozialistischen Lehre r b u n d statt. Nach herzlichen Worten der Begrüßung und einigen Mitteilungen geschäftlicher Art durch den Versammlungsleiter, Oberstudiendirektor Leonhardt, hielt Geheimrat Prof. Or. Olt einen Vortrag über das Thema: „Ewigkeits- gesetze im" neuen Staat". Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Der Mensch sei den Naturgesetzen unterworfen. Das gleiche gelte für den Staat, der ebenfalls einen Organismus darstelle, wie es der Körper des Menschen sei. Jede Zelle im Körper des Menschen^ wie auch im Staate habe ihre Aufgabe und Arbeit für die Erhaltung des Ganzen. Vom Bürger verlange man, daß er sich dem Staate einfüge, unterordne und sich den gegebenen Notwendigkeiten beuge. Das Ideal des gefunden Körpers fei gegeben, wenn jeder Baustein zur Stütze des Gebäudes beitrage und für die Erhaltung des Ganzen tätig fei. Durch das richtige und naturgegebene Gefüge im Organismus werde die Widerstandskraft erhöht. An Hand von Beispielen und Zeichnungen wies der Redner dann auf den Aufbau der Materie hin, schilderte diesen Aufbau an einem fossilen Knochen, an Durchschnitten und Schliffen an Versteinerungen, und verfolgte hierbei die unerbittlichen Gesetze der Natur, die immer darauf hinausliefen, daß das Kranke und Schwache ausgemerzt werde. Die Natur wolle nicht und versuche immer zu verhindern, daß das Schwache feine schlechten Erbanlagen weitergebe. Unsere Muskelzellen seien tätig im Sinne der Arbeit der Faust, die Ganglienzellen seien übergeordnet, so ungefähr wie eine Regierung dem Volke. Alle Arbeit der Zellen aber vollziehe sich im Sinne der Pflicht gegenüber derGesa m t h e it. Die Arbeit der einzelnen Zellen im Staate sei in gleicher Weise bestimmt. Naturgesetze seien Ewigkeitsgesetze. In jedem Organismus vollziehe sich ständig ein Entgiftungsvorgang. Er erinnere nur an die Arbeit der Nieren und die Arbeit der Kohlenfäureausschei- bung. 3n einem gesund zu erhaltenden Staate müßten sich die Entgiftungsvorgänge genau so vollziehen, wie sie im lebendigen Organismus des Menschen oder des Tieres vorgehen. Man habe in den vergangenen Jahren immer wieder von der öffentlichen Meinung und von der Freiheit der Meinungsäußerung gesprochen. Freiheit sei aber immer mit der Pflicht gepaart. Der Staat habe ein Recht, sich gegen Anarchisten zu schützen. Er habe die Ausgabe, die Bürger des des Staates Unbill von dieser Seite her zu bewahren. Das Volk müsse aber erst von den Vorurteilen befreit werden, die ihm ein liberalistisch-demokrati- fches System eingetrichtert habe. Heute lerne der Mensch wieder national denken und handeln. Die Spaltungen im Volkskörper hätten unweigerlich zum Untergang der Nation geführt, wenn nicht im letzten Augenblick der Retter Adolf Hitler die Einigung des Willens der Nation vollzogen hätte. Adolf Hitlers Gesetze gründeten sich auf Naturgesetze. Er habe die Parteien ausgeschaltet, so wie man kranke Teile aus einem Körper durch die Operation entferne. Der Parteihader der früheren Jahre fei nur zu vergleichen mit der Krebskrankheit im lebenden Organismus. So feien die SPD., die KPD., ja selbst das Zentrum ausgeschaltet worden, das nie national gewesen sei. In seinen weiteren Ausführungen erinnerte der Redner an verschiedene typische Ereignisse der jüngeren deutschen Geschichte und wies besonders auf die Absonderheit hin, daß bei dem Abschluß der Waffenstillstandsverhandlungen nach dem Weltkrieg durch Einflüsse von der erwähnten Seite her kein einziger Vertreter der Armee zugegen gewesen sei. Prominente Vertreter des Zentrums hätten sich sogar identisch erklärt mit dem Separatismus im Rheinland. So sei 1919 aus Trier an Trimb orn folgendes Telegramm abge- fandt worden: „Der Rheinischen Republik senden vom Moselstrand begeisterte Grüße Trierer Bürger aller Stände!" Auch Prälat K a a s, der nachmalige Führer des Zentrums, habe dies Telegramm unterzeichnet. Das Zentrum fei nur stets auf die Erhaltung feiner Macht bedacht gewesen. Kaas habe den Führer Adolf Hitler verfolgt bis zum Tage von Potsdam, obwohl gerade Adolf Hitler den Kampf gegen die Gottlofenbewegung mit Erfolg geführt habe. Der Nationalsozialismus werde nie dulden, daß die zerstörende Kraft des Zentrum sich jemals wieder breitmache. Alles Fremde in einem organischen Körper wirke sich giftig aus. Jeder fremde Bestandteil werde vom Körper nach besten Kräften und Möglichkeiten wieder ausgeschieden. Für den Organismus fei immer nur das Bodenständige das einzig Brauchbare. Um nur ein Beispiel zu erwähnen: Das Simmern thaler Rind, größer, stärker, das man in unserem Vogelsberg halten zu können hoffte, habe sich nicht akklimatisieren können und fei — tuberkulofenan- fällig geworden in hohem Grade. Die Gesamtheit der Funktionen des Organismus fei gleichartig denen des Lebens im Staate. Eine Regierung, Die den Ewigkeitsgefetzen der Natur nicht Rechnung trage, führe ein Volk zum Untergang. Ein großer, grundsätzlicher Fehler in der Wirtschaft unseres Volkes fei gemacht worden, indem man in der Industrie das patriarchalifche Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgegeben und an dessen Stelle die unpersönliche Aktie gesetzt habe. In unseren Tagen vollziehe sich nun eine Gesundung und ein Neuaufbau der Wirtschaft. Eine Regierung müsse autoritär und völlig unabhängig von Klassen sein. Das Glück der Gesamtheit sei erstes Gesetz. Adolf Hitler fühle sich der Gesamtheit absolut verantwortlich. Das Volk seinerseits müsse aber in allen seinen Teilen national denken lernen und den Blick auf das Ganze gerichtet halten. Für die Politik im Staate müßten immer ideale Motive die Beweggründe fein. Die Kulturbewegung, so wie sie sich gegenwärtig in Deutschland vollziehe, sei biologisch-physiologisch. Durch Adolf Hitler fei die Ethik zum kategori- fchen Imperativ erklärt und erhoben worden. Aeberaltetes habe Adolf Hitler zertrümmert und entfernt, Neues mit ungeheurer Energie aufgebaut. Alle alte Sehnsucht nach Reinheit auf politischem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet gehe nun in Erfüllung. Ieder müsse sich mit uneigennütziger Hilfsbereitschaft für die Ziele des neuen Deutschland einsehen. Der Selbsterhaltungstrieb als ein volksbiologisches Gesetz sei die Grundlage alles Strebens. Der Egoist sei in der neuen Volksgemeinschaft untragbar. Gemeinnutz gehe vor Eigennutz und Selbstsucht. Alle Hemmungen in dieser Hinsicht, die sich dem Interesse der Gemeinschaft entgegenfteüten, müßten überrannt werden. Wir alle seien berufen, am völkischen Aufbau unseres Vaterlandes mitzuwirken, denn eine Nation habe höhere Aufgaben, als daß sie der einzelne durch feinen Eigennutz gefährden dürfe. Wille und Beharrlichkeit des Führers müsse, so wünschten wir alle, sich durchsetzen. Erst wer den Weg zu den ewigen Werten des Volkes gefunden habe, werde Deutschlands wahre Kraft ganz ermessen können. Dem Wahlspruch der Universität, den Rektor Stahl bei der Begrüßung heimkehrender Krieger unserer Universität frei übersetzte in die Worte „Kämpfe und arbeite!", wollten wir hinzufügen: „Für die Ehre und Freiheit des deutschen Volkes!" (Lebhafter anhaltender Beifall!) Mit einem kurzen Schlußwort von Oberstudien- direktor Leonhardt, mit einem begeistert aufgenommenen dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Wefsel-Liedes wurde die Versammlung beschlossen. Kapitän Schmehl erzählt... Die ISnwnafige Fahrt des Hilfskreuzers „Wolf". Der „Wolf" sei mit der Aufgabe betraut gewesen, Minen zu legen. Ein halbes taufend Minen habe man an Bord gehabt. Minenlegen sei nicht so einfach. Man könne nicht einfach sagen: „Gottlieb, schmeiß die Mine weg!", sondern müsse dabei sehr genau auf die Strömung und anderes mehr achten. Das Schiff und die Besatzung lösten ihre Aufgabe vorbildlich. Vor vielen Häfen in allen Weltmeeren seien Minen gelegt worden und manches Schiff sei in die Luft geflogen. Nicht weniger denn 255 000 Tonnen Schiffsraum feien durch den Hilfskreuzer .Wolf" auf den Meeresboden geschickt worden. Bei „Himmelfahrtskommando" handle, um ein Kommando mit der 99prozentigen Sicherheit, abzusaufen. Das fei tatsächlich richtig gewesen, denn von den 187 deutschen Hilfskreuzern seien nur zwei — „Mäve" und „Wolf" — zurückgekehrt. Der Wolf sei übrigens ausgezeichnet maskiert gewesen und habe sein Aussehen ganz beliebig verändern können. Dadurch sei er überall unerkannt geblieben, weil das Signalement nie stimmte. Die Ausreise von Kiel aus habe sehr vorsichtig geschehen müssen, weil man ständig von Spionen umlagert gewesen sei, die jede Ausfahrt eines deutschen Schiffes den Engländern meldeten. Auch den Bräuten der Seeleute mußte die Abreise verborgen bleiben ... 67 000 Weilen Fahrt. Der „Wolf" habe insgesamt 325 Mann. Besatzung gehabt. Die Strecke, die das Schiff in 15 Monaten zurücklegte, habe nicht weniger denn 67 000 Meilen betragen. Auf dieser Fahrt sei der Besatzung nichts erspart geblieben. Bald nach der Ausfahrt sei man, um den Absperrungen auszuweichen, bis Grönland hinaufgefahren habe bei 38 Grad Kälte schwerste Strapazen zu überwinden gehabt, um dann schon drei Wochen später unter 32 Grad Wärme Weihnachten zu feiern. Die Aequatortaufe fei an Bord ein großes Fest gewesen, denn Zweidrittel der Besatzung mußten die Taufe über sich ergehen lassen. Die weitere Fahrt habe dem Schiff noch Leckage, Feuer, Krankheit (Skorbut), Tote, Verwundete ufw' gebracht. Die große Aufgabe. Auf Einladung des Rektors der Universität hielt am Dienstagabend in der Neuen Aula der Universität Kapitän Schmehl zugunsten des studentischen Fürsorgewerkes einen Vortrag über die 15- monatige Fahrt des Hilfskreuzers „Wolf" mit dem Flugzeug „Wölfchen". Se. Magnifizenz, der Rektor der Universität, Prof. Dr. B o r n f a m m eröffnete den Abend, hieß die Zuhörer willkommen, begrüßte insbesondere im Namen der Universität, wie auch der Stadtverwaltung, den Redner des Abends, der als ein gebürtiger Gießener, in seiner Heimatstadt ein guter alter Bekannter ist. Kapitän Schmehl hat in den vergangenen Jahren verschiedentlich hier gesprochen, aber immer wieder hört man gerne seinen Schilderungen zu, die an Lebendigkeit und Anschaulichkeit nicht zu übertreffen sind. Es versteht sich am Rande, daß ein solcher „oller Seebär", wie er, der schon vor dem Kriege 25 Jahre lang die Weltmeere kreuz und quer durchpflügt hatte, feinen Vortrag mit jenem Schuß Humor zu würzen vermag, der bei Seeleuten einfach nicht fehlen darf. So gab es denn zu diesem Vortragsabend herzlich und viel zu lachen, viel Wissenswertes und Unterhaltendes zu hören und in der Fülle prächtigster, zum Teil farbiger Lichtbilder viel zu sehen. Eine Weltkarte zeigte in klarer Weise die große Reife des Hilfskreuzers „Wolf" und ließ gleichzeitig erkennen, welch mutiges Unternehmen die Fahrt darstellte, die Schiff und Mannschaft, völlig abgeschnitten von der Heimat, ganz auf sich selbst gestellt sah. Den Schilderungen des Redners, der von den Zuhörern stürmisch begrüßt wurde, sei folgendes entnommen: Der Wolf im Schafkleid. Der „Wolf" sei ein biederes deutsches Handelsschiff gewesen. Erst in Kiel habe es den Namen „Wolf" erhalten, sei mit Waffen, mit Kanonen anständigen Kalibers, mit Torpedos und Maschinengewehren, ferner mit einem Flugzeug, dem „Wölfchen" ausgerüstet worden... Eine schwache Seite hatte das Schiff aber: keine Panzerung! Ihm, dem Redner, fei vor dem Antritt der Fahrt gefpgt wor- ______ vv„ ÖV|U/1U. u,ulucll ot;t ben, daß es sich bei der Fahrt des „Wolf" zwar um Kapstadt fei ein englischer Truppendampfer auf eine ein sehr ehrenvolles, aber um em sogenanntes' Mine gelaufen. Leider sei keine Nachricht davon nach Deutschland gedrungen. Ja, niemals während der Fahrt habe man in der Heimat etwas vom Wolf" und feiner Besatzung erfahren. Größte Üeberraschung und Bestürzung habe der „Wolf", unerkannt, im Indischen Ozean hervoxgeru en. Damals seien sämtliche Häfen geschloffen und sämtliche Leuchtfeuer gelöscht worden. Indessen habe der Wolf" weiter Minen gelegt. Auch Prisen seien gemacht worden, die dem Schiff immer wieder Nahrungsmittel überlasten mußten, bevor sie versenkt wurden. ~ , Wir sind keine Barbaren... Der Wolf" habe es sich zur besonderen Aufgabe gemacht zu beweisen, daß die Deutschen keine Barbaren seien. Die Besatzungen der gekaperten und versenkten Schiffe feien stets an Bord genommen und — mit nach Deutschland gebracht worden Mit 735 Menschen aller Rasten an Bord sei der „Wolf später in Kiel eingelaufen. Aber nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere habe man gerettet. Nicht weniger als 24 Hunde seien an Bord gewesen. Außerdem wurden Güter im Werte von nicht weniger denn 14 Millionen Goldmark mit nach Hause gebracht. Die Gefangenen feien stets gut behandelt worden. Engländer und Franzosen allerdings hätten sich des öfteren geschlagen. Man habe sie dabel nicht gestört... Deutscher Flieger über Australiens Gewässern. „Wölfchen", das Flugzeug, habe in Den australischen Gewässern großes Aufsehen erregt. Man hätte dort nie geglaubt, daß ein deutsches Kriegsflugzeug bis Australien Vordringen konnte. Während der Flieger Beobachtung flog, feien die Maschinen des Hilfskreuzers „Wolf" im Schutze einer stillen Jnfelbucht völlig auseinandergenommen und überholt worden. Die Situation fei sehr gefährlich gewesen, denn das Schiff war zu diesem Zeitpunkt manövrierunfähig. Hier habe sich das „Wölfchen", mit seinen Drohungen von Bombenabwürfen auf Schiffe, sehr nützlich gemacht. Totgeglaubte kehren zurück... Zum Schluß erzählte der Redner von dem letzten Teil der Aktion, dem Minenlegen vor Hongkong, von brennenden und versenkten Segelschiffen, von großsprecherischen englischen Kapitänen, vom Kohlenmangel, der dem „Wolf" fast zum Verhängnis geworden wäre, wenn nicht der Zufall einen spanischen Kohlendampfer (in englischem Dienst) in den Weg geführt hätte, er sprach von weiteren Versenkungen großer Handelsdampfer, die Kriegsmaterial transportierten, schließlich aber von der Heimkehr nach Kiel. Diese Heimkehr sei nicht ohne Schwierigkeit gewesen, denn in Kiel wollten die Behörden nicht glauben, daß der Hilfskreuzer „Wolf" noch über Wasser und seine Mannschaft noch lebendig sei. Der „Wolf" fei längst als versunken und die Mannschaft als tot gemeldet gewesen. Ja, die Angehörigen der Besatzung waren schon vom Tode ihrer Lieben auf See in Kenntnis gesetzt worden. Um £o größer aber sei Sie Üeberraschung und die Freude allenthalben gewesen, als der Kreuzer einlief und alles an Bord wohlbehalten war. Der Vortrag, der mit vielen luftigen Episoden aus dem Bordleben, mit der Wiedergabe vieler kleiner Erlebnisse mit (Befangenen, mit den Tieren an Bord, mit Haien und anderen Fischen, mit See» schlangen ufw. ausgeschmückt und mit mancherlei Seemannsgarn umsponnen war, schließlich aber mit einem hoffnungsvollen Ausblick auf die Zukunft unseres Vaterlandes unter unserem Führer Adolf Hitler beschlossen wurde, fand bei den Zuhörern anhaltenden dankbaren Beifall. Ansichtskarten vom „Wolf", vom „Wölfchen" und von Kapitän Schmehl, die gerne vom Redner mit seinem Namenszug versehen wurden, fanden, ebenfalls zugunsten des studentischen Fürsorgewerkes, reißenden Absatz. Oberbeffen. Kre.sdirettor pg. Zürh spricht. F Ober-Schmitten, 19. Febr. In einer gut besuchten Öffentlichen Versammlung im Kirchhof- schen Saale sprach gestern abend der neue Kreis» öireftor des Kreises Schotten Pg. Zürtz über das Thema „Der Nationalsozialismus, das Schicksal des deutschen Volkes". Ausgehend von der Wahl am 12. November vorigen Jahres, wo 90 v. H. der Stimmberechtigten dem Führer ihr „Ja" gaben, gruppiert der Redner diese Wähler in fanatische Kämpfer, gefühlsmäßig eingestellte, in solche, die dem Führer Gelegenheit geben wollen, feine Idee in die Tat umzusetzen, und in seitherige Gegner. In diesem Zusammenhang erörtert er eingehend die Frage, warum der Marxismus in Deutschland so tief Wurzel schlagen konnte. Das Bismarcksche Kaiserreich, in dem die Patrioten ein für die Ewigkeit gegründetes Reich gesehen hätten, mußte zerbrechen, weil Bismarcks Nachfolger es nicht verstanden hätten, ein deutsches Volk zu schaffen. Der mißachtete Arbeiter und Bauer fei irre an seinem Volk geworden. Verspürten die Arbeiter soziale Gerechtigkeit, so würden sie ihre Pflicht dem Vaterland gegenüber erfüllen. Die Nachkriegs-Republik habe Verrat an dem Vaterland geübt und den Soldatenhaß gepredigt. Die Marxistenführer feien mit den Kapitalisten Hand in Hand gegangen. Der Krieg sei nicht dadurch zu verhüten, daß man Schilder mit der Inschrift ,Nie wieder Krieg" durch die Straßen trage. Für den Nationalsozialismus feien 21 r bei» ter und Soldat eins. Jener schaffe Werte, die für die Gesamtheit eines Volkes von Nutzen seien, dieser stelle sich in Gefahr schützend vor fein Volk. 3m weiteren Verlaufe feiner Ausführungen charakterisiert der Redner, oft unter Einstreuung köstlichen Humors, die verschiedenen Parteien der vorausgehenden 14 Jahre und zeigte, wie es zwangsläufig zu den hohen Erwerbslosenziffern kommen mußte, weil, die damaligen Regierer versagten. Der Nationalsozialismus sei der fanatische Wille eines zur Vernunft gekommenen Volkes, die Verkörperung sozialer Gerechtigkeit, die Liebe zur Heimat, zu Blut und Boden. Die Beseitigung der Iudenherschaft, die Verhinderung erbkranken Nachwuchses seien Akte der Notwehr. Der Kampf gegen Die Arbeitslosigkeit werde mit aller Schärfe fort» geführt werden, bis auch dem letzten Arbeiter wieder Arbeit und Brot werde. Im deutschen Volke müsse wieder Lebens - und Daseinsfreude aufblühen, daß es sein Vaterland innerlich so erlebe, wie es im Deutschlandlied zum Ausdruck komme. Stürmischer Beifall, der auch wiederholt während der zweistündigen Rede einsetzte, folgte, als Der Redner geendet. Ortsgruppenleiter Henß (Eichelsdorf), der die Versammlung leitete, schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Die erste Strophe des Deutschlandliedes und des Horst-Weffel-Liedes wurden begeistert gesungen. Landkreis Gicften * Großen-Linden, 21. Febr. Dieser Tage sand die Jahreshauptoerfanunlung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr statt. Als erster Führer wurde der seitherige zweite Kommandant Wilhelm Velten einstimmig gewählt. Dieser gab sodann einen Rückblick auf das vergangene Jahr und widmete dem vor kurzem verstorbenen ersten Kommandanten Wilhelm Volk, der die Wehr seit 1918 geführt und zu der heutigen Höhe gebracht hatte, einen herzlichen Nachruf. Die Versammlung ' ehrte den Verstorbenen in der üblichen Weise. Der erste Wehrführer ernannte dann zum zweiten Wehrführer Otto B o p f, zum Kassenwart Jakob Geißler, zum Schriftwart Karl B r ü ck e l, zum Führer der ersten Spritze Ludwig Faber, zum Führer der zweiten Spritze Karl Ruckelshaus, zum Führer der Steigleiter Wilh. Schmidt III., zum Führer des Hydrantenwagens Heinrich Seth, zum Zeugwart Johann Wilh. Schmidt, zum Spritzenmeister Albert I u n k e r. Der Kassenwart berichtete anschließend über den Kassenstand. Die Rechnung wurde von dem Prüfer in bester Ordnung befunden. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Als Vertreter der NSDAP, wohnte der Sturmbannführer Willi Becker der Versammlung bei. In einer Ansprache wies er u.a. auf den zivilen Luftschutz hin und hob die Bedeutung, die die Feuerwehr hierbei zu übernehmen habe, hervor. * Watzenborn-Steinberg, 20. Febr. Der Gesangverein „Germania" veranstaltete am Sonntag im Saale „Zum goldenen Löwen" sein 66. Stiftungsfest. Der Ehrenvorsitzende Karl K o l m e r begrüßte die Teilnehmer und gab einen gedrängten Rückblick auf die Geschichte des Vereins, der zwei Kriege überlebt, inzwischen aber auch manchen treuen Kameraden verloren habe. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Volkskanzler Adolf Hitler beschloß er seine Ansprache. Im Anschluß daran wurde das Deutschland-Lied gesungen. Unter Leitung des bewährten Ehormeisters Gg. H a r - nl s ch (Steinberg) hörte man sodann verschiedene Chöre und Volkslieder Besonderen Beifall erntete das Marschlied mit Musikbegleitung „Frei weg". Im Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung eines Siegspiels, das von den Darstellern sehr gut wiedergeaeben wurde. Die Pausen füllte die Kapelle Harnisch mit guter Musik aus. Im Verlaufe des Abends wurde dem Sangesbruder Joh. Gg. Sommer für seine 50jährige Mitgliedschaft durch den Ehrenvorsitzenden ein Diplom überreicht. Großen-Buseck, 21. Febr. Der Gesangverein „Germania" 1863 Großen-Bu- s e ck veranstaltete sein diesjähriges Wintervergnügen (71. Stiftungsfest) in der Form eines Theaterabends. Der Saal des Gastwirtes Heinrich Brück war bis auf den letzten Platz besetzt. Mit zwei Chorliedern wurde der Abend eröffnet. Sodann folgte die Begrüßungsansprache des Vereinswalters K. B o n a r i u s , der einen Rückblick auf das verflossene Jahr gab. Seine Ausführungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Es wurden sodann drei Theaterstücke, ein Schwank in Vogelsberger Mundart, ein vaterländisches Drama und ein Volksstück mit Gesang aufgeführt. Die Zuhörer wurden auf das Beste unterhalten. Reicher Beifall dankte den Darstellern. 9 Reiskirchen, 22. Febr. Am morgigen Freitag kann Frau Katharine G u n d r u m von hier auf 74 Lebensjahre zurückblicken. Noch vollauf rüstig tut sie heute noch jede Arbeit in Haus und Hof, und im Sommer auch noch auf dem Feld. Im vorigen Jahre konnte die Greisin mit ihrem ebenfalls schon 75 Jahre alten Ehegatten die goldene Hochzeit feiern. — Bei der gestern im hiesigen Wald abgehaltenen H o l z v e r st e i g erung konnte man die erfreuliche Feststellung machen, daß trotz großer Nachfrage die Holzpreise nicht mehr so hoch waren, wie bei den beiden vorigen Versteigerungen. Sie laaen durchschnittlich 3 bis 5 Mk. unter den alten Preisen. 4- Grünberg, 21. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs im Gasthaus „Wilder Mann" seine Hauptversammlung ab. Der Vereinsführer, Rektor i. R. Bender, erstattete den Jahresbericht. Es fanden 14 Wanderungen statt, die durchschnittliche Beteiligung betrug 15. Gegenüber dem Vorjahre ist die Beteiligung an den Wanderungen etwas gesunken, auch die Zahl der Mitglieder zeigt einen kleinen Rückgang, sie ging von 85 auf 78 zurück. An sieben fleißige Wanderer konnten Auszeichnungen verliehen werden: Rektor i. R. Bender (17. Mal), Reallehrer Kohlbach (13. Mal), Beigeordneter Möller (10. Mal). Oberrealschitt- direktor H ü t h w o b l (4. Mal), Rentmeister i. R. Menzinger (2. Mal), Oberpostsekretär Becker und Frau (1. Mal). Für die von der letzten Hauvt- versammlunq des Hauvtvereins beschlossene Ehrung von langjährigen Mitgliedern kann der hiesige Zweigverein 17 Mitglieder mit 25jähriaer und drei Mitglieder mit 40jähriaer Mitqliedscboft zur Auszeichnung anmelden. Die Jahresrechnung ergab keine Beanstandung. Dem Rechner, Bankier Jäckel, der das Amt schon seit 1905 bekleidet, wurde der Dank der Versammlung ausgesprochen Geometer i. R. Henkel der auf eine über 40 Jahre zählende Mitgliedschaft zurückblicken kann, wurde zu^> Ehrenmitqsied ernannt. Der Zweigverein will be' hnr diesjährigen Hauptversammlung des VHC. Ausmf des Landesbischofs zum Volkslrauerlag. LPD. Der Landesbischof erläßt folgenden Aufruf: Volkstrauertag. Ungezählte Söhne unseres Volkes haben sich mit Leib und Leben geopfert für Volk, Vaterland, Heimat, für Weib und Kind, für Vater und Mutte'.:, für Brüder und Schwestern. Unsagbar schwer sind die Opfer, die in Kriegs- und Nachkriegszeit gebracht worden find. Wer fühlt nicht bei der Größe dieser Opfer die Armut unseres Feiern und unserer Worte? Die Augen eines Heeres von Toten sind auf uns gerichtet. Sie haben eine Frage an uns. Sie fragen nicht bloß: Wieviel habt ihr um uns gekämpft? Wir Toten wollen nicht bloß eure Klage. Wir sind in Frieden. Wir sind auf dem Platze geblieben, an dem wir unseren Mann gestanden haben, in fester Zuversicht an Deutschlands Zukunft. Aber steht ihr, ihr Lebenden, euren Mann an eurem Platz? Lebt ihr unser würdig? Beweist ihr Haltung und Willenskraft in Stunden, die vielleicht lange nicht so furchtbar sind, wie es die unsrigen waren? Wißt ihr recht zu leben, wo wir zu sterben wußten? Vor allem, wie steht ihr einer zum anderen, einer für alle? Seht unsere Gräber: Da liegen wir nebeneinander ohne Unterschied der Partei, der Konfession, des Standes, des Berufes: der Arbeiter neben dem Fabrikanten, der Angestellte neben dem Kaufmann, der Bauernsohn neben dem Städter, die Jungen neben den Alten, die Reichen neben den Armen. Aber unsere Gemeinschaft begann nicht etwa erst im Grabe, sie war schon unter uns, als wir auszogen. Wir standen ja während des Kampfes jeden Augenblick unter dem Eindruck der Vergänglichkeit all der Güter, um die sich sonst Menschen streiten, und hatten nichts mehr als unsere Liebe zur deutschen Erde und zur deutschen Heimat; da wurden wir ein Herz und eine Seele. Wo aber steht ihr, und welche Art Liebe habt i h r in eurer Brust? Volkstrauerlag! Ls muß ein Volk fein, wenn sich Diesseits und Jenseits einander begegnen, wenn Tote und Lebende miteinander vor Gott treten; denn ihm leben sie alle. Das Heer der Gefallenen der Kriegs- und Nachkriegszeit, das heute an uns vorüberzieht, bildet keinen unterschiedslosen, einförmigen Zug. Denn in diesem Heere befindet sich auch dein Toter, dein Gefallener. Darum ist der heutige Tag dein persönliches Anliegen. Deutscher, es geht um einen, der dich lieb hatte bis in den Tod, vielleicht ohne dich mit Namen zu kennen. Deutscher, es geht zusammen mit diesem deinem gefallenen Bruder um unser aller Gut, die deutsche Erde, das deutsche Land. Deutscher, es geht schließlich darum, daß Jesus Christus Recht behält, der da spricht: „Niemand hat größere Liebe, denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde." D a r m st a d t, am Sonntag Reminiszere (Volkstrauertag) 25.2.34. Der Landesbischof: Lic. Dr. Dietrich. Aus aller Welt. Das blutige Einsiedlerdrama von Perkam. Zu dem Mord an dem Einsidler Erhärt Mock in Perkam (Bayern), der, wie gemeldet, von seinem Mitbruder Michael Wurz er in bestialischer Weise erschlagen wurde, werden nähere Einzelheiten bekannt. Danach muß Wurzer den Mord in den frühen Morgenstunden begangen haben. Anschließend setzte er die Kirche in Brand. In Zivilkleidung begab sich der Mörder nach Straubing, kaufte sich dort eine neue Joppe und ließ sich beim Friseur den Bart abnehmen. Dann benutzte Wurzer den Mittagszug nach Regensburg, um sich dort der Polizei zu stellen. Er gab an, er habe schon bei Begehung der Tat den Entschluß gefaßt, sich in Regensburg verhaften zu lassen, um den Bewohnern von Perkam und Umgebung, die ihn ja alle kennen, kein neues „Schauspiel" zu geben. Nach den Motiven seiner grauenvollen Tat befragt, äußerte Wurzer, er habe gegen seinen Mitbruder Erhärt Mock einen tiefen und unversöhnlichen Haß gehabt, weil dieser sich beim Ortspfarrer einer bevorzugten Behandlung erfreute, so daß er, Wurzer, sich stets zurückgesetzt gefühlt habe. Außerdem habe der Mitbruder ihn beim Pfarrer schlecht gemacht. Die geschilderten Umstände lassen den Schluß zu, daß Wurzer die Tat mit Vorbedacht ausgeführt hat. Was ist Cellophan? Wer kennt heute nicht Cellophan, dies glasklare, hauchdünne und dabei beachtlich haltbare Verpackungsmaterial. Ueberall sieht man es, wo Wert darauf gelegt wird, eine Ware vor äußeren Einflüssen zu schützen und sie doch sichtbar und gefällig zur Schau stellen zu können. Besonders zur Verpackung von Lebensmitteln ist Cellophan beliebt und hier sind es wieder die Süßigkeiten, die mit ihm enge Freundschaft geschlossen haben. Keine vorwitzige Fliege hat Gelegenheit mehr zu naschen, kein Staub kann mit den süßen Dingen in Berührung kommen. Vor allen unhygienischen Berührungen schützt die Cellophanhülle. Und gerade aus Gründen der Hygiene ist diese bitzsaubere Verpackungsart so beliebt geworden. Von der Zahnbürste, die ich heute in Cellophanpackung kaufe, weiß ich genau, daß nicht mindestens ein halbes Dutzend Kunden mit dem Daumen über die Borsten gefahren sind, um den Härtegrad zu prüfen, und wenn die Zigarettenschachtel auch noch so lange im Laden gestanden hat, Staub ist sicherlich nicht hineingedrungen und irgend ein fremdes benachbartes Aroma haben die Zigaretten auch nicht annehmen können. Das Cellophan ist schnell ein sehr guter Freund geworden für den Handel sowohl als für den Kunden. — Und woraus besteht es eigentlich? Aus demselben Stoff, aus dem so vielerlei hergestellt wird für das anspruchsvolle Menschengeschlecht — aus gewöhnlichem Holz. Es ist reine Zellulose. Die Holzart, aus der Papier und Kunstseide entstehen, das Fichtenholz, ist auch der Grundstoff des Cellophans. Der „Palast der Sowjets" soll der größte Wolkenkratzer der Welt werden. Wie die Telegraphenagentur der Sowjetunion aus Moskau meldet, ist nunmehr der Bau eines riesigen „P a l a st e s der Sowjets" endgültig beschlossen worden. Wie die Urheber des Planes, Professor H e l f r e i ch und Architekt I o f a n e , in einer Pressebesprechung erklärten, soll der „Palast der Sowjets" 415 Meter hoch werden, während der bisher höchste Wolkenkratzer der Welt, das Empire Building in Neuyork „nur" eine Höhe von 407 Meter hat und der Eifelturm in Paris sogar nur 300 Meter ereicht. Auch die übrigen Ausmaße des „Palastes der Sowjets" werden ganz gewaltig sein, so daß er das größte und höchste Gebäude der Welt werden wird. Besondere Aufmerksamkeit wird auch der figürlichen Ausschmückung des Gebäudes geschenkt werden. In den verschiedenen Stockwerken werden acht Skulpturen aufgestellt werden, die als Denkmäler der Arbeiter der wichtigsten Länder der Welt gedacht sind. Mosaikarbeiten und Kunstwerke der Keramik werden ebenfalls im weitgehenden Maße zum Schmuck des Gebäudes herangezogen werden. Lungengrippe wütet in einem Rhöndorf. In dem kleinen Orte Marholz in der Rhön wütet, wie das „Fränkische Volksblatt" meldet, seit Wochen eine gefährliche Lungengrippe, der bereits 21 Personen zum Opfer gefallen sind. An einem Tage starben kürzlich fünf Personen. Wegen der Ansteckungsgefahr ist jeglicher Verkehr mit dem Dorfe unterbunden. in Gedern beantragen, die Hauptversammlung für 1935 Grünberg zu beantragen. Da Rektor i. R. Bender infolge Altersrücksichten bat, ihn vom Amte als Vereinsführer zu entbinden, wurde an seine Stelle Oberrealschuldirektor Hüthwohl als Führer'des Vereins bestimmt. Weiterhin gehören dem Vorstande an: Rentmeister i. R. Menzinger als Stellvertreter des Führers, Bankier I ö ck e l als Rechner, Studienrat S e y b o l d als 1. Schriftführer, Buchdruckereibesitzer Robert als 2. Schriftführer, Reallehrer K o h l b a ch als Wanderwart uni) Beigeordneter Möller als WBA. (Wanderbezeichnungsausschuß). Auf Vorschlag von Oberrealschuldirektor Hüthwohl wurde Rektor i. R. B e n- d e r, der seit 1911 zweiter Vorsitzender und seit 1930 erster Vorsitzender war, zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Dieser dankte für die Ehrung und schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf unseren Volkskanzler Adolf Hitler die Versammlung. Kreis Alsfeld. st. Kirtorf, 21. Febr. Das Fest der silbernen Hochzeit begingen dieser Tage die Eheleute Wilhelm Sommer und Frau Lina, geb. Metz. Aus diesem Anlaß wurde dem Jubelpaar nach einer Ansprache des Führers der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr durch den Vorstand der Wehr ein Gedenkblatt überreicht. ss. Grebenau, 21. Febr. In der Gastwirtschaft Friedrich Reidt fand dieser Tage der erste Bezirksschulungsabend statt. Ortsgruppenleiter Konrad Habermehl (Eulersdorf) eröffnete diesen Abend und erteilte dem Redner, Kreisschulungsleiter Geißer (Homberg), das Wort. Dieser führte in vortrefflichen Ausführungen die zahlreichen Zuhörer in den Sinn und das Wesen der nationalsozialistischen Schulung ein und sprach über I das Thema „Blut und Raste im nationalsozialistischen Staat". Sein Vortrag fand starken Beifall. Lehrer Kautz (Udenhausen), als Ortsgruppenschulungsleiter, streifte noch kurz die Innen- und Außenpolitik der letzten 14 Tage. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes wurde der erste Bezirksschulungsabend geschlossen. — Am Samstagabend zeigte Lehrer Hartmann von Alsfeld in der Turnhalle zu Grebenau Lichtbilder von den Heldenfriedhöfen auf den ehemaligen Schlachtfeldern in Frankreich. Anläßlich einer Sonderfahrt vorigen Jahres durch die Deutsche Kriegsgräberfürsorge nach Frankreich, an der sich Lehrer Gewinnauszug 5. Klasse 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 1 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 11. Ziehungstag 20. Februar 1934 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 12 Gewinne »u 3000 M. 56468 102840 331308 356642 370860 393886 10 Gewinne au 2000 M. 59994 97079 232843 306497 361658 30 Gewmne >u 1000 M. 75057 100039 120078 131530 154212 173948 191241 207313 220040 228786 316505 331822 357430 378462 398151 72 Gewinne zu 500 W. • 26208 40116 45068 47601 51415 66998 74141 76345 76534 84961 87270 111287 114579 129496 129833 144978 147266 156218 163037 165338 175812 183371 200574 201819 207104 224484 228666 256430 272072 297530 324052 324095 344762 359806 365386 369540 366 Gewinne 300 M. 456 1392 2344 2390 4170 6010 7229 7819 9355 14205 17146 19360 23262 24839 26552 29608 31085 32531 33199 37201 41013 48959 49821 53593 57987 58200 61178 61504 64561 65244 68095 76115 79217 82675 84202 85977 87764 88399 89956 90757 91285 94464 96609 97356 100523 101507 117543 104822 107873 108886 110157 117105 118936 124192 126545 128260 129673 130025 133267 134913 137605 137677 140092 142582 158194 158640 159219 165250 166356 169091 174578 179658 179716 181798 182827 185204 186147 188454 188624 192487 197175 200380 201653 212661 217048 217499 220188 221235 221361 222122 225841 228601 232267 2374191 239437 240927 243495 245318 247852 249483 250431 251875 254317 254426 257617 260149 260628 262560 263508 264125 267491 267563 267980 268865 270258 273252 275727 277762 279557 280368 282560 286161 286706 291366 293100 296826 300184 300293 300682 301474 303332 304298 304739 305584 306286 306620 307639 311195 312009 312576 313576 316332 317638 319782 320786 326567 329892 331135 331204 333618 335830 341754 341840 343402 343766 346179 346856 347473 352190 352465 352548 353607 355059 358599 359794 364465 365870 374578 376628 377806 378522 379966 384641 387658 388250 389285 389688 389988 391506 392400 394159 394734 398679 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 ©etotnne zu 10000 M. 125030 10 Gewinne zu 5000 M. 151058 181500 339901 395031 12 Gewinne zu 3000 M. 44125 114789 263145 279100 339043 8 Gewinn« zu 2000 M. 18313 136760 317172 1 8 Gewinns zu 1000 M. 12667 31717 147046 158764 165930 236192 333186 62 Dew.nne zu 500 M. 10100 16240 68036 69238 95261 98071 109000 162298 163571 178495 179295 185024 211402 224635 232169 238959 253530 302110 312430 370785 381925 392508 360 Gewinne zu 300 M. 1973 2232 5089 5861 6808 7801 13924 17790 20247 26606 30307 33844 34725 34726 37708 42041 44149 50042 51441 51803 54563 59957 59964 62647 67399 67559 72546 76816 79885 81619 82060 82848 84251 87961 92921 93049 96026 97028 99994 103889 108207 111874 113456 116496 120725 121543 131873 135165 136942 141781 148873 151539 152296 153505 154860 154930 158382 159532 161311 166748 170295 172662 173754 176552 182924 184639 186032 193589 195081 207522 209017 209291 211312 217904 224657 225026 231041 231474 231920 234672 237156 237682 238153 240279 246760 253043 257774 261469 262979 268652 272625 274434 277345 278206 278640 279325 283578 283743 286631 292427 294405 298270 299386 302028 305634 309582 311905 316184 316473 318766 318800 318974 319096 320300 324600 326813 327074 329160 329842 330855 333298 334877 337472 338089 342930 345867 346080 346081 346510 348731 349156 350824 355325 356962 358593 361523 365736 369108 370158 372558 375423 376018 380636 384160 385616 386370 387853 394473 395944 397375 398331 324291 174739* 237212' 115986 355131 24114 111215 192624 271945 5772 218731 38376| 56898 736641 85382 101473 116583 138959 154758 161891 178601 205698i 220817 234073 243135 264843 278466 287668 305154 318552 322399 330778 340270 347337 357813 370799 385376 396330 20 Tagesprämlen. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: i 30774 105451 236031 241981 245287 291003 1 340428 372887 390356 390536 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 300000, 2 zu je 75000, 6 zu je 80000, 8 zu je 20000, 24 zu je 10000, 132 zu je 5000, 236 zu je 3000. 346 u je 2000, 608 zu je 1000, 1888 zu je 500, 12146 zu je 300 und 380 Tagesprämien zu je 1000 Mark r bei Kopfschmerzen, Migräne. Unbehagen aller Art, Muskel- v und Gelenk-Rheumatismus ZIL Mietgesuche Junges Ehepaar sucht sofort oder baldigst 2-Zimnier- Wohnan^ mit Küche. Sehr. Angeb. u. 0941 an den Gß. Anz. Illlllllllllllllllllllllllllll Gut möbliertes Zimmer mit sev. Eingang im Westen der Stadt z. 1. März gesucht. Schrift!. Angeb. m.Preis- angabe u.llllD a. o Gieß. Anz. Illlllllllllllllllllllllllllll Haß' nnö MnnW-Msteimnng imAnneröderGemeindewald Montag, den 26. Februar 1934, 9y2 Uhr beginnend, aus den Abt. 1, 3, 5, 6, 8 und 12: 3) Nutzholz Derbstangen, Fichte: 1. Klasse 450 Stück 2. „ 240 „ 3. „ 870 „ Reisstangen: 4. „ 200 „ 5. „ 160 „ 6. „ 370 „ 7. „ 740 „ (Bohnenst.) b) Brennholz Scheit, Fichte......75 rm Knüppel, Eiche u. Birke . . 18 rm „ Fichte......35 rm Reisig, Fichte 1. Klasse 8 rm „ „ 3. Klasse 1050 Wellen Zusammenkunft früherer Sportplatz 200 m östlich der Großen- Buseckerstraße. 10980 Hessische Bürgermeisterei. Groß. Nutzholzversteigerung. Donnerslag. den 1. Wärz 1934, werden im Gasthaus „Zur Wetterau" in Oppershofen öffentlich meistbietend versteigert: Stämme, fm: Eiche 1. Kl. 4, 2. Kl. 72,3, 3. Kl. 38, 4. Kl. 13, 5. Kl. 6, 6. Kl. 5, 8. Kl. 1,5; Buche 2. Kl. 1, 3. Kl. 12, 4. Kl. 2, 5. Kl. 1, 7. Kl. 6; Lärche Id-Kl. 2, 2a-Kl.2, 2b-Kl. 1; Fichte la-Kl. 1, Ib-Kl. 1; 2a-Kl. 2. An Buchenstammholz kommen nur die Nummern 378 bis 387, 405, 421, 422, 426, 427, 428, 431, 433, 443, 451, 465 und 477 in Abt. Hammelshausen 4 zum Ausgebot. Das Eichenstammholz liegt in Abt. 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 14, 30, 31; die Lärchenstämme in Abt. 3, 4 und 8 die Fichtenstämme in Abt. 4, 22 und 31. 10960 Rückständige Schuldner von Domanialgefällen früherer Jahre sind vom Mitbieten ausgeschlossen. Nähere Auskunft erteilt Herr Förster. S ch ä s e r, Rockenberg. hessisches Forstamt Butzbach. Ihre Geschäfts-Drucksachen stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnleeen. Man stellt sich die Beschaffenheit IhrerWaren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, 0e- aohäftskarten Ihres Hauses beurteilt. — Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Druokarbelten. Wir bieten sie Ihnen I BrühPsche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Nuhholzversteigeruug in Waldgirmes. Mittwoch, den 28. Februar 1934, vormittags 10 llhr beginnend, kommen in den Distrikten Worms- Hardt, Bösköppel, Dickdell, Hermannsdell usw. an Ort und Stelle zum Verkauf: 11020 Eiche: 11 Stämme mit 5,00 fm, 2. bis 3. Klaffe; 66 Abschnitte mit 3,00 fm, 2. bis 4. Klasse und 56 Abschnitte mit 48,00 fm, 4. bis 7. Klasse, Alteichen in Wormshardt; 17 rm Nutzscheit, gespalten (1,2 m lang). Buche: 17 Abschnitte mit 17 fm, 3. bis 6. Klasse. Fichte: 340 Stämme mit 190 fm, la- bis 5a-Klasse; 30 Abschnitte mit 33 fm, 2d- bis 5a-Klasse. Davon 8 Stück 3b-Klasse mit 10,23 fm; 6 Stück 4a-Klasse mit 9,37 fm und 1 Stück 5a-Klasse mit 1,49 fm. 130 Stangen 1., 110 Stangen 2., 80 Stangen 3. Klasse. Kiefer: 270 Stämme und Abschnitte mit 130 fm la« bis 3d-Klasse. Die Nadelstämme und -stangen von Distrikt Pferdheck werden am Schluß verkauft. Zusammenkunft auf der Sttaße Waldgirmes— Forsthaus Haina bei Kilometerstein 8,1. Waldgirmes, den 21. Februar 1934. Der Bürgermeister: Jung» Bekanntmachung. Wir weisen hiermit auf die Bestimmungen des Artikels 8 des Naturschutzgesetzes vom 14. Oktober 1931 nochmals besonders hin, wonach das Beschneiden, Ausroden und Abbrennen von Hecken, das Abbrennen von Bodendecken auf Wiesen, Rainen, Hängen und auf Oedland sowie das Beseitigen von Rohr und Schilf zum Schutze der Vögel und Vogelbruten in der Zeit vom 1. März bis 31. Juli verboten ist. 1101C Gießen, den 20. Februar 1934. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: H. B ar^ h o l omäu s. Amtliche Bekanntmachung aus dem Kreise Wetzlar. Vom l.Wärz b. 3. ab können wieder Edelreiser guter, im Kreise Wetzlar bewährter Obstsorten aus der Kreisobstbaumschule abgegeben werden. Zur Deckung der Selbstkosten wird das Stück mit' 1 Pf. berechnet. Die Edelreiser müssen in der Kreisobst, baumschule in Wetzlar abgeholt werden. Die Abgabe kann nur, solange der beschränkte Vorrat reicht, geschehen. UQ6C Wetzlar, den 16. Februar 1934. Der Vorsitzende des Kroisausschuste^, mit der M C 'S® j ? ersten Wr XxcK Garde \ v XC/ unserer 1 <*#■?/ deutschen W M&fl Komiker 17\ M Weiß-Ferdi Theo Lingen, Otto Wallburg Eugen Rex, R. Vespermann Bei diesem Film lacht selbst der Griesgram Tränenl nooc Gutes Beiprogramm u. neue Ufa-Ton-Woche Hä an; nai K mi TU Ml foi he- un mc mi ge er da CUj ich muf tat) iirl 6v toi orl ! sch tle aud Ziei 9ebt 'st j r* e« rr - ä>vej 8um Al i'che. Mti ten. St Zier Jotti IPäh S«kwb GieSen Hochgebirgssahrien am: 2. März bis 15. März 1934 nach Jungholz 1100 Meter im Hochallgau-Ttrol) Mk. 103.30. , _ 11. März bis 24. Marr 1934 zum Prz Müntz aun (1650 Meter, Schweiz, bei Arosa) Berghotel, Zentralheizung, Bad Mk. 147.50. Beide Fahrten einschl. D-Zugfahrt, ab Gießen Verpflegung, Unterkunft in Betten, Skiunterricht. Schriftliche Anmeldung au K. Altbaus, Kaiser-Allee 9. "08v Mündl. Auskunft im Svorthaus Schwan. 9 traulich behandelt werden, unverzüglich Mordkommission, Polizeipräsidium Frankft surt a. M., >, zu richten. JL-fvont kom- gegen spröde Haut" wurde der 15. Juli 1934 festgesetzt, für den sucht. Bis auf wenige Ausnahmen waren alle 115 olle turnerischen Veranstaltungen innerhalb des, Vereine vertreten. Unter der sicheren Leitung von 31t MMSM Gebirgssaah 10970 WA Beitretet tonnen «rbeN«-Ange> -Angebote von Handwerkern Luzerne: Fränkische und ungarische, Gelb», Schweden- u.Weißt1ee, Sorten-Gräser und Grausamen-Mischungen Das Rhöniurnfest. Amtliches Bergfest des Gaues XII der DT. SmlasWIMi Bahnhofstraße, Ecke Wolkengaffe, Teleph.34<^ LPD. Frankfurt a. M., 21. Febr. Heute morgen gegen 9.30 Uhr wurde in der Ginnheimer Straße 18 a die im ersten Stock wohnende 74jährige Ehefrau Eller, deren Mann sich zur Zeit im Krankenhaus befindet, t o t aufgefunden. Es liegt zweifellos Raubmord vor. Nach den vorge- fundenen Spuren sind der oder die Täter von der Ginnheimer Straße aus an der vorderen Häuserwand bis zum ersten Stock geklettert und haben den Balkon überstiegen. Durch Eindrücken einer Scheibe der Balkontür gelangten sie in die Wohnung. Sämtliche Behältnisse der Wohnung sind durchwühlt worden. Die bisherigen Feststellungen haben ergeben, daß ein Geldbetrag von etwa 2100 Mark fehlt. Darunter befinden sich 14 Hundertmarkscheine, 8 Fünfzigmarkscheine, eine Anzahl Zwanzigmarkscheine und etwas Silbergeld. Für die Ergreifung des oder der Täter oder für Angaben, die zur Ermittlung führen, hat der Regierungspräsident in Wiesbaden eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. Die Verteilung erfolgt unter Ausschluß des Rechtsweges nur an Privatpersonen. Es wird gebeten, Mitteilungen, die vertraulich behandelt werden, unverzüglich an die nur mit 7!amensnen. nung n. unter Bortage desSewerbenachweijes ausgenommen werben. Verlag descSiehenerÄnzeigers Lichtspielhaus • Gießen H Heute bis Sonntag der neueste zwerchfellerschütternde jj Tonfilm-Schwank I Konjunkturritter Kreisoberturnwart Schüler, Kreisfrauenturn- wart Schneider (Wetzlar) und Kretsmanner- turnwart Reuter (Gießen) wurde der für 1934 vorgesehene Uebungsstoff durchgenommen Die mehrere Stunden dauernde Uebungstatigkeit stellte an jeden einzelnen Teilnehmer große Anforderungen. Der praktischen Tätigkeit voraus gingen kurze feierliche Ansprachen des Inhalts, daß die Vereine der Deutschen Turnerschaft, wie bisher auch zukünftig, selbstlos ihre Arbeit als Dienst an Volk und Vaterland leisten werden. In der anschließenden Aussprache wurde von den Leitern, welche, wie viele Vereinsturnwarte, schon Jahrzehnte im anstrengenden Dereinsleben stehen und so uneigennützig der Allgemeinheit dienen, betont, daß auch in der neuen Gemeinschaft erhöhte Arbeitsfreudigkeit und Hingabe an Jahns Werk, Hilfsbereitschaft und Liebe, Frische und Fröhlichkeit die Begleiter zu neuer Arbeit fein sollen. Handball im Gau XII der DT. Lützellinden I — Hörnsheim I 3:2. Seidefreie, zuverlässige Kleesaaten: Rotklee: Hunsrücker, Eifeler, schlesischer, böhmischer und Siebenbürger Donnerstag, den 1. März 1934, 20Uhr, Universitäts-Aula SIEBENTES KONZERT Symphonie - Konzert Leitung: Prof. Dr. Stefan Temesvary. Solisten: Elisabeth Dieffenbach, Darmstadt, und Hannemarie Spamer, Frankfurt (Violine), der Gießener Konzertverein. Beethoven Leonoren-Onvertnre 2 — Bach Kontert in D-ffloU für 2 Violinen und Orchester — Beethoven Vierte Symphonie in B-Dur. Eintrittspreise: 1.50, 2.25 und 3,00 RM. bei Ernst i an der Abendkasse. Studentenkarten 80 Rpf. bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studentenhaus. Mitglieder der Deutschen Buhne und Erwerbslose 30 Rpf. an der Abendkasse gegen Ausweis. — Etwaige für dieses Kon- zert gewünschte Aenderungen der Abonnementsplatze bitten wir bei ChaUier zu veranlassen. noaD Partenkirchen auf dem 94., den deutschen Meister Stoll-Berchtesgaden auf dem 98., M. Worndle- Partenkirchen auf dem 101., und Eisgruber-Parten- kirchen auf dem 114. Platz. Die Ergebnisse: 1. S. Nurmela-Finnland 1:04,29 ; 2. Veli Saa- rinen-Finnland 1:05,35 ; 3. M. Lappalainen-Fmn- land 1:06,08; 4. A. Häggblad-Schweden 1:06,10; 5. K. Karppinen-Finnland 1:06,16; 6. O. Hagen- Norwegen 1:06,22; 7. L. Th. Jonsson-Schweden 1:06,51; 8. V. Liikanen-Finnland 1:06,57; 9. Niels Eglund-Schweden 1:06,58; 10. A. Riioari-Finnland 1:07,05 Stunden. Kurze Sportnotizen. Neuer Billard-Weltmeister wurde in Groningen (Holland) der Belgier van Belle. Der Deutsche Joachim (Frankfurt) belegte dabei hinter Albert (Frankreich) den dritten Platz. Das Gerücht, daß Jonath (Bochum) nicht mehr starten würde, hat sich erfreulicherweise nicht bewahrheitet. Jonath wird auch in der kommenden Saison wieder für seinen alten Verein TuS. Bochum an den Start gehen. . Ein Hallen-Handballturnier wird am 28. Februar in der Frankfurter Festhalle in Szene gehen. Es werden sich daran sämtliche bedeutenderen Vereine Frankfurts beteiligen. Ein Haftbefehl wurde von der österreichischen Bundesregierung gegen den deutschen Ab- fahrts- und Slalom-Meister, Helmut Lantschner, erlassen, da sich der Tiroler trotz des Verbotes an deutschen Veranstaltungen beteiligt hat. A n n i S t o l t e s neuer Rekord über 100-Meter- Rücken mit 1:25,6 Minuten wurde jetzt vom Deutschen Schwimmoerband anerkannt. von leistungsfähig. Herstellerfirma für Berkaus von Garbenbändern, Sattler- und Polsterartikeln an Wiederverkäufer gesucht. Ginget Herren wollen schriftl. Angebote u. 1066D an d. Gieß. Anzeig. einr. Eine Gedenkminute zum Heldengedenktag. Der Reichssportführer teilt mit: „Am 25. Februar gedenkt das deutsche Volk seiner Helden, die für die Freiheit des Vaterlandes gefallen find. Auch die Turner und Sportler gedenken an diesem Tage der Gefallenen des Weltkrieges. Bei allen Wettkämpfen ist zu diesem Zweck während des Spieles eine Gedenkminute einzulegen. Andere Veranstaltungen fallen aus, soweit sie nicht dem Sinne des Tages entsprechen." Der Reichssportsührer. Gez.: von Tschammer und Osten. Kreisübungsstunden im VIII. Turnkreis „Lahn-Dill''. Die am Sonntag in Gießen und Wetzlar abgehaltenen Uebungsstunden der Turnvereine des neuen Turnkreises VIII — politische Kreise Alsfeld, Gießen, Wetzlar und Dillenburg — waren von 98 Vorturnerinnen Und Frauenturnwarten und von 144 Vorturnern und Männerturnwarten be- heim nur zwei Tore schießen konnte, gelangen Lützellinden mit etwas Glück derer drei. Em Unentschieden wäre der gerechte Ausgang gewesen. Wißmar I — Ruttershausen I 3:5 (2:2). Das Spiel, das in Lollar stattfand, brachte nicht den gewohnten spielerischen Erfolg. Beide Mannschaften spielten sehr nervös und besonders die Spielweise von Wißmar ließ sehr zu wünschen übrig. Ruttershausen gewann dank seiner besseren Gesamtleistung verdient. Es hat sich mit dem vorsonntägigen Sieg die Teilnahme an den Aufstiegsspielen, die demnächst beginnen, erkämpst. plahsperre über FSB. Frankfurt. Der Gausportwart des Gaues Südwest gibt be- kannt- „Der Platz des Fußballsportvereins Frank- furt a. M. wird auf Grund der Vorkommnisse am letzten Sonntag (beim Spiel gegen den FK. Pirmasens) und nach der vom Schiedsrichter eingereichten Anzeige vorläufig bis zur endgültigen Urteilsfällung für alle Spiele - mit Ausnahme von Jugendspielen — gesperrt. Die Spieler Wolf und W Mai vom FSV. Frankfurt werden wegen chrer im und nach dem Spiel begangenen Vergehen ebenfalls bis zum endgültigen Urteil für alle in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. ~ , * Fellingshausen, 22. Febr. Durch einen unglücklichen Sturz erlitt der hiesige 53 Jahre alte Ludwig Kienholz von hier einen Bruch des linken Beines. Der bedauernswerte Mann wurde in die Chirurgische Klinik nach Gießen übergeführt. Raubmord an einer Greisin. Der erste sportliche Wettbewerb bei den Haupt- FIS-Rennen in Solleftea (Schweden) war der 18-Kilometer-Langlauf, der am Mittwoch in dem 30 Kilometer von Solleftea entfernten Städtchen Gramge ausgetragen wurde. Von 10 Uhr s Stalles hinwarf, legte sich der Pudel neben mich bild blieb bei mir liegen. Am nächsten Morgen fand man mich im Stall, ich wurde vor den Direktor ge= führt, ich erzählte ihm meine Lage und bat ihn bei )=efer Gelegenheit um eine Anstellung. Nach kurzer M usterung meiner Persönlichkeit, die ihm nicht viel Stertraucn zu erwecken schien, erklärte er sich bereit, nid) in seinem Unternehmen anzustellen." ■ 5o begann er als Stallbursche — mit einem Monatsgehalt bei freier Beköstigung von zehn Mark. Lm diesem Geld brachte er die Hälfte auf die cParkasse. Sie bildete den Grundstock für das An- cngskapital zu einem späteren eigenen großen Zir- IlÄunternehmen. Von seinem weiteren Aufstieg er- chlt Sarrasani: „In meiner knappen Mußezeit ver- ii)te ich meinem Freunde, dem Pudel, einige Kunst- t icke beizubringen. Das Tier zeigte sich sehr ge- cyrig. Und als Weihnachten nahte, konnte ich im fljofjen Weihnachtsgalaprogramm als Clown im sdstgeschneiderten Kostüm dem Publikum, und somit (r.id) dem Direktor, diesen Pudel als Meisterwerk der !»erdressur vorführen. Ich hatte dem Pudel bei- gchracht, nach der schönen Melodie „Im Grünewald ist Holzauktion" auf den Vorderbeinen Polka zu lenzen. Der Direktor wurde davon so erfreut, daß kk mir am ersten Weihnachtstage eine Zulage von je ei Mark bewilligte und mich vom Stallburschen ii n Bereiter und Clown avancieren ließ." Als Sarrasani dann später schon ein auskömm- licyes Gehalt bezog, verzichtete er auf die Annehm- licykeiten des Lebens, die sich seine Mitarbeiter gönn- l|u. Während sie Karten spielten oder schliefen, echte er sich neue Clownkostüme und dressierte die r^re, die er sich von seinen Ersparnissen gekauft jette. Nur durch diesen eisernen Fleiß konnte er piter fein wohlbekanntes Unternehmen erschaffen. „(Sie wollen nach Amerika?" Mit welchen Mitteln und mit welcher Kraft man in aus dem Heer der Durchschnittsmenschen empor- iniingen muß, zeigt der erstaunliche Aufstieg des berentenden Engländers Frank Harris, eines der )entschfreundlichsten Engländer, die je gelebt haben. Mit dem Geldbetrag' eines Schulpreises fuhr er iirzehnjährig von Liverpool nach Amerika. Der scyiffsarzt rief beim Anblick des jungen Burschen cfler Entsetzen aus: „Wie kann man solche Kinder j:1? Sie allein nach Amerika gehen lassen?" Aber 'hon nach einer Stunde hatte ihn Frank Harris durch [fine Deklamation von englischen Dichtungen zum ijiBunb gewonnen. Ja, er* wurde Mittelpunkt der Reisegesellschaft, rezitiertevor den Passagieren der ersten Klasse im Schiffssalon und erhielt als Dank dafür eine beachtliche Summe Geldes, die man unter den Zuhörern gesammelt hatte. Ein reicher Herr bemühte sich auch, diesen merkwürdigen Schulknaben zu adoptieren, aber Frank Harris war froh, gerade seinem tyrannischen Vater entronnen zu sein, und wollte von einem neuen Vater nichts wissen. Er verdiente sich als Schuhputzer seinen ersten Lohn in Amerika, war im Kontor eines Hotels, wurde Cowboy und trieb mit drei Begleitern Rinderherden durch die Prärie nach den großen Städten im Osten Amerikas und verteidigte sich gegen die Angriffe der Indianer. Mit erspartem Gelde studierte er bann in Amerika und später in Deutschland und wurde berühmter Verleger und Schriftsteller. Wodurch sein Aufstieg möglich war, zeigen am besten seine Worte: „Ich beschloß, meinen Willen durch Uebung zu trainieren, wie man einen Muskel trainiert, und an jedem Tag unterwarf ich mich einer neuen Probe. Da ich Kartoffeln gern aß, beschloß ich, sie eine Woche lang nicht anzurühren, ober schwor für einen Monat ben Kaffee ab, ben ich liebte, unb hielt meinen Entschluß burch. Ich beschloß, mich von meiner Vernunft unb nicht von meinen Begierben leiten zu lassen." Deshalb konnte er mit einem so streng geschulten Willen in seinem späteren Leben, als ihn ber Besitzer einer englischen Zeitung fragte: „Glauben Sie, baß Sie bie Zeitung so weit bringen können, baß sie sich selbst finanziert?" zuversichtlich sagen: „Meine Empfehlungen beziehen sich nicht auf biefe Arbeit. Ich habe nicht den leisesten Schimmer, wie man einer Tageszeitung zum Erfolg verhilft. Ich habe absolut keine Erfahrungen auf diesem Gebiet. Aber ich habe immer alles durchgesetzt, was ich in die Hand nahm. Wenn man mir die Möglichkeit gibt, lasse ich ein Pferd das Derby gewinnen oder eine Zeitung sich selbst finanzieren", was er bann vortrefflich bewiesen hat. pupin verletzt seine Lthr. Ein anberer, ber sich aus eigener Kraft in bie Reihe ber großen Männer ber Welt gestellt hat, ist Michael P u p i n, ber es vom Hirten zum Ersin- ber brachte, unb burch bie Pupinisierung ber Fernsprechleitung bem sprechenben Kupferbraht, ber ursprünglich nur eine geringe Reichweite besaß, den ganzen Erdball erschloß. Als Schuljunge las er in einer illustrierten Zeitung ein Inserat der Hamburg-Amerika-Linie, in dem die Ueberfahrt nach Amerika in der Zwischendeckklasse für achtundzwanzig Gulden angeboten wurde. Er verkaufte seine Kleider, behielt nur den Anzug, den er auf dem Leibe hatte, versetzte auch die Ühr und reifte nach Hamburg, um dort im Jahre 1874 nach Amerika zu fahren. Aber er hatte fein Geld mehr, um sich eine Matratze und Decke für die Zwischendeckskoje zu leihen. So blieb ihm nichts weiter übrig, als die Nächte auf dem Deck zu verbringen und sich an den warmen Schornstein zu lehnen, um sich vor ber Kälte zu schützen. „Trotzbem war ich tagsüber ganz tapfer", so erzählt er von biefer Reise, „nachts jedoch, wenn ich allein am Schornstein stanb, unb burch bie heulenbe Finsternis bie weißen Kämme ber berghohen Wellen wie rasenbe Drachen auf bas rollenbe Schiff heranstürzen sah, sank mir bas Herz. Nur mein blinber Glaube an Gott unb bie Zuversicht, baß er meiner Mutter Gebete erhören werbe, befähigten mich, meine Furcht zu bezwingen unb ben Schrecknissen ber zornigen See tapfer ftanbzuhatten". Nach einer vierzehntägigen Fahrt war Amerika erreicht, aber was sollte nun werben? Er mußte ben Einwanderungsbeamten gestehen, baß er keine Verwanbten in Amerika besaß unb nur fünf Cent in ber Tasche hatte. Die Untersuchungsbeamten schüttelten ben Kopf. Er aber ließ sich nicht einschüchtern unb sagte, baß er von biesem Lanbe nichts weiter wisse als von Franklin, Lincoln unb Harriet Beecher Stowe, beren Buch „Onkel Toms Hütte" er gelesen hatte. Das gefiel bem einen Beamten, er sagte zu ihm: „Du hast bei ber Wahl beiner amerikanischen Bekannten einen guten Geschmack bewiesen" unb sorgte bafür, baß man bei biesem Jüngling, ber kaum etwas auf bem Leibe hatte, einmal eine Ausnahme machte. So beschritt Michael Pupin mit fünf Cent in der Tasche den amerikanischen Boden. Es ist sehr lehrreich, wgs er über diese fünf Cent sagt: „Als ich Ser SM des Schivedenkömgs heiratet eine Berlinerin. Erika Patzek. 1 < * VW r.l Die Schwedische Telegraphenagentur ist ermächtigt worden, mitzuteilen, daß Prinz Sigward von Schweden, der zweite Sohn des Kronprinzen, dieser Tage in London eingetroffen ist und dort Maßnahmen getroffen hat, um eine Dame deutscher Nationalität zu heiraten. Der Prinz hat diesen Schritt gegen den ausdrücklichen Willen des Königs und des Kronprinzen getan. Prinz Sig- roarb ist 1907 geboren. Die zukünftige Gattin bcs Prinz S i g v a r b. Prinzen ist bem Vernehmen nad) Fräulein Erika Patzek, Tochter eines Kaufmanns in Berlin. Ein Vetter bes Prinzen Sigward, ber breiunbzwanzig- jährige Prinz Lennart, hat vor zwei Jahren ebenfalls eine Bürgerliche, Fräulin Karin Niß- roanbt, geheiratet unb auf bie Rechte eines fchwe- bifchen Prinzen verzichtet. Er wohnt unter bem Namen Bernadotte auf ber Insel Mainau im Bo- benfee, ber Besitzung seiner Großmutter, einer geborenen Prinzessin von Baben. in Castle Garben landete, hatte ich nur fünf Cent in ber Tasche. Hätte es sich um fünft)unbert Dollar statt um fünf Cent gehandelt, ber Beginn meiner Laufbahn in bem neuen, mir völlig unbekannten Lanbe wäre ber gleiche gewesen. Die Laufbahn eines jungen Einwanberers, wie ich bamals einer war, beginnt nicht, ehe er nicht alles mitgebrachte Geld ausgegeben hat. Ich befaß also fünf Cent und legte sie sofort in einem Stück Pflaumenkuchen an, der sich als Pflaumenkuchenerfatz erwies. Er enthielt statt der Pflaumen nur Kerne. Hätte ich bei meiner Ankunft fünfhundert Dollar besessen, so hätte ich zwar etwas länger dazu gebraucht, sie für allerhand Schwindel auszugeben, von dem Kampfe aber, der meiner wartete, wäre mir dadurch nichts erspart geblieben. Für einen Einwandererjungen ist es durchaus nicht nachteilig, wenn er ohne einen Pfennig Geld in der Tasche landet; für einen Jungen ohne Geld der sich auf eigene Faust selbständig machen will, ist überhaupt nichts nachteilig, wenn er nur die Ausdauer besitzt, sich gegen die Strapazen zu behaupten, die sicher auf ihn warten". Nachdem er die erste Nacht in Amerika aus blankem Fußboden geschlafen hatte, begann seine Laufbahn als Maultiertreiber — wobei er jeden Tag ungefähr zwanzig englische Vokabeln solange lernte, bis er glaubte, daß die Maultiere sie auch wohl schon auswendig wüßten. — Er verdiente sich dann als Maler, Arbeiter, Angestellter auskömmlich sein Brot, bis er sich soweit fortgebildet hatte, daß er sich zur Aufnahmeprüfung an der Universität melden konnte. Lind viele andere . . . Auch Nikolaus Riggenbach, der Erfinder der Zahnradbahn, eroberte sich allein die Welt. Da ihm seine Mutter nicht das Geld zur Ausbildung als Mechaniker geben wollte und ihm schrieb: „Wenn Du Mechaniker werden willst, gut, so werde es, aber ich zahle Dir keinen Batzen Lehrgeld dazu" ging er seinem kaufmännischen Lehrherrn davon und einem Meister in die Mechanikerlehre, der ihn umsonst gegen die Verpflichtung nahm, nach der Arbeit jeden Tag die Werkstatt aufzuräumen. Als junger Mechaniker in Paris und Karlsruhe teilte er mit zwei Freunden nicht nur einen Sonntagsanzug, womit sie abwechselnd ausgingen, sondern auch ein Zimmer. Sie strebten alle drei vorwärts und nahmen sich gemeinsam einen älteren technischen Studenten, um sich allabendlich nach der Arbeit von ihm in die Geheimnisse der Mathematik und der Physik einweihen zu lassen. Dadurch wurde es ihm ermöglicht, daß er in der Maschinenfabrik in Karlsruhe vom einfacher Mechaniker, als welcher er noch die Präzisionsarbeit für die erste in Deutschland erbaute Lokomotive machte, zum Werkführer und später sogar zum technischen Direktor der Fabrik auffteigen konnte, und daß er nach feiner Erfindung der Zahnradbahn die Internationale Gesellschaft für Bergbahnen ins Leben rufen und als ihr Direktor überall auf der Erde dem Dampfroß das Gebirge erschließen konnte. Ebenso hat aus eigener Kraft heraus Heinrich Ehrhardt seinen Weg vom Arbeiter zum Erfinder gemacht, der als Waisenknabe seinem tyrannischen Schlossermeister davonlief, um nach langem, aber ständig ansteigendem Lebensweg zu sehen, wie seine Erfindungen, das Preß- und Ziehverfahren des Stahls und das Rohrrücklauf-Geschütz in der ganzen Welt Eingang fanden. „Die Geschichte meines Lebens zeigt", so sagt er von sich, „daß ein junger Mensch mit offenem Kopf und zähem Willen es auch unter ungünstigen Verhältnissen zu etwas bringen kann." Er bekennt: „Das Vorwärts» kommen ist wahrlich nicht leicht gemacht worden. Kämpfe und schwere Fehlschläge sind mir nicht erspart geblieben", um dann die Mahnung an die Jugend zu richten: „Auch heut noch kann ein armer Junge vorwärts kommen, wenn er mit Verstand und Energie seinem Ziele nachstrebt. Aber geschenkt wird ihm nichts werden, so wenig wie mir etwas geschenkt wurde." Ium vierten Todestag Horst Wessels. Vor vier Jahren, am 23. Februar 1930, erlag Horst Wessel der schweren Verletzung, die er mehrere Wochen zuvor durch einen kommunistischen Mord- anschlag erlitten hatte. — Unser Bild zeigt das Sterbezimmer des Sängers der nationalen Erhebung in dem jetzt nach ihm benannten Horst» Wessel-Krankenhaus in Berlin. Der Zusammenschluß des Handwerks. Gründung des Landesverbandes des Dekorateur-, Sattler- und Tapeziergewerbes für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet. In Anwesenheit des Präsidenten der Hessischen Handwerkskammer Fritz Müller (Mainz) und des Reichsverbandes für das Sattler- und Tapeziergewerbe P. Scholz (Berlin), des Treuhänders der Fachverbände Dr. Spitz (Wiesbaden), der Syndizi der Kammer Frankfurt B o u d e r e t und Stein, wie sämtlicher Jnnungsführer im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet wurde im Meistersaal des Handwerkerhauses in Frankfurt a. M. die Gründung des Landesverbandes des Dekorateur-Sattler- und Tapeziergewerbes für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet vollzogen. Die Gründungsversammlung leitete Verbandsführer Peter Frölich (Darmstadt), der in seiner Eröffnungsansprache ausführte, daß — nachdem die Grenzen der Länder gefallen find —, das Dekorateur-, Sattler- und Tapeziergewerbe im Rhein- Mainischen Wirtschaftsgebiet eine einheitliche und kraftvolle berufsständische Vertretung haben muß, die in dem neuen großen Verband ihren Ausdruck finden soll. Der Hess. Verband, der auf eine erfolgreiche 11jährige Tätigkeit zurückblicke, ist in den neuen Verband aufgegangen. Es gelte jeden Kollegen in bem großen neuen Verbandsbezirk zu erfassen, damit alle an den wirtschaftlichen kulturellen Aufgaben mitarbeiten. Der Präsident des Reichsfachverbandes Paul Scholz (Berlin) unterstrich die Selbsthilfe des Handwerks bei dem organisatorischen Zusammenschluß. Jeder einzelne soll sich einfügen in das Glied der Einheit seines Berufsstandes. Zur Andeutung kam das Arbeitsbeschaffungsprogramm des Neichs- fachverbandes und die Voraussetzungen für die Beteiligung an dem künftigen Erfolg dieser Zielsetzung. Der Präsident der Hess. Handwerkskammer, Fritz Müller (Mainz), begrüßte die Gründung des neuen Verbandes. Bei der Führung sei neben der geistigen Fähigkeit auch die politische Einstellung grundlegend. In längeren Ausführungen wurden berufsständische und völkische Betrachtungen vom Standpunkt des Handwerks in überzeugender Form entwickelt. Der Treuhänder der Fachverbände Dr. Spitz (Wiesbaden) betonte in feiner Rede, daß das Gewerbe und die Innungen den Willen zur Organisation haben. Seine Unterstützung findet die Vereinheitlichung und Erweiterung des Verbandsgebietes. Um die einheitlichen Auffassungen der beiden Kammern Darmstadt und Wiesbaden zum Aus- druck zu bringen, wurde eine Entschließung an den Führer des Reichsstandes des deutschen Handwerks Präsident Schmidt (Berlin), gerichtet. Zur Mitgliedschaft des neuen Verbandes bekannten sich alle anwesenden Jnnungsführer aus dem Rhein-Mainifchen Wirtschaftsgebiet Im Verlaufe der weiteren Versammlung wurde die Frgge der Zusammenlegung der Neichsfachoer- bände aufgerollt und über die Lcchn- und Preis- Wirtschaft mern. Devisenmarkt Vertin — Frankfurt a. Hl. Berlin Frankfun a. 2J1. 20-2. 21-2. 21-2. PHUtpp Hol» mann .... Zementwerk Heidelberg lemmtoeti Karlstadt.. vaaknoleu. Geld Bries Berlin. 21 Gchlußk. Abend- börse 53,75 52 47 38 45,75 47,25 19,25 165 182,5 155,25 37,25 49,5 204 90,25 42 14.5 116 116 154 132 184 59 56,5 76,9 Schluß» kurs 37,5 90 49,75 204,4 91,25 42,25 14,75 116,5 116,5 154,5 132,65 59,5 56,75 77,25 70 166 181,5 154,75 37,65 89,25 49,75 205 89 41,9 14,5 116 117 155 131,65 58,5 56,25 77 99,25 52,5 51,5 46,75 37,5 120,75 46 46,5 70 19,75 165 184,5 155,5 29 181 Schlußk. Ullnag* börse 19,5 6,9 6,5 6,4 6,3 20 1,35 6,85 6,7 6,5 9,9 6,4 19,9 1,3 6,85 6,4 6,45 9,9 6,7 97,9 52,5 49,5 46,25 37,75 121,4 45,13 47,5 68,5 19,65 161,75 182,25 154,5 51,5 48,25 46,13 34,4 45,5 47,4 19,5 1,3 6,7 6,4 9,75 6,5 6,25 • 0 ■ 5 .. 5 1Vt\ .. 7 .. 9 ,, 0 .. 0 .. 0 14,5 116 116 155 132 181,25 58 56 77 70 I 90,75 McmSselder Bergbau .. Kokswerke ....... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ....... Vereinigte Stahlwerke. Otavt Minen ..... Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth t®. Farben-IndusMe cheideanstalt........ Goldschmidt ......... RütgerSwerke ........ Metall gesell sch alt...... der Gewerkschaft, der mitangeklagte Kaufmann 3o-' seph Röhrl in München, von den beiden Angeklagten weit unter Preis mit Oel versorgt und ihm Bezieher aus dem Kundenkreis der Gewerkschaft zugeführt worden waren, so daß Röhrl diese schließlich billiger beliefern konnte als die Gewerkschaft Messel selbst. Jahrelang haben so die beiden leitenden Angestellten, die übrigens ausgezeichnet von der Gewerkschaft bezahlt wurden, ihre Firma geschädigt und die Münchener Oelhandlung, an der sie beteiligt waren, und die 1924 unter Geschäftsaufsicht kam, mit billigen Oellieferunaen und großzügigen Krediten der Gewerkschaft Messel zu stützen versucht. Als das Münchener Geschäft trotzdem zusammenbrach, engagierte sich der Prokurist einen Schulfreund, einen kleinen Angestellten in Frankfurt, für seine Oelgeschäfte. Auch dieser ist mitangeklagt, scheint aber nicht gemerkt zu haben, wozu er benutzt wurde. Die treibende Kraft bei den Unredlichkeiten dürfte wohl der Prokurist gewesen sein, der nun vor Gericht von nichts wissen will und die Schuld auf den Direktor schiebt, während der Direktor erklärt, er sei wegen einer Frauengeschichte, um die der Prokurist und der Münchner gewußt hätten, diesen ausgeliefrrt gewesen und habe einfach mitmachen müssen. Für die Verhandlung sind etwa acht Tage vorgesehen. Oer frühere Direktor und Prokurist der GewerkschastMeffelaufderAnklagebank Dar m st ab t, 20. Febr. (LPD.) Gestern begann vor der Großen Strafkammer der Prozeß gegen den früheren, 1929 pensionierten Direktor der Gewerkschaft Messel, Karl W e i ß k o p f, und den früheren Prokuristen der gleichen Firma, Joseph Drude. Die Anklageschrift, die 37 Seiten umfaßt, legt ihnen Untreue und Betrug sowie B i - lanzfälschungen zur Last. Als im Frühjahr vorigen Jahres der Oelverkauf der Gewerkschaft an die Niederlage der Gasolin AG. in Frankfurt a. M. überging, wurden die Unregelmäßigkeiten aufgedeckt. Es ergab sich, daß ein früherer Oelbezieher 70 1 70,13 1 Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Donnerstag, den 22. Februar. Langsdorf. 20 Uhr: Passionsandacht. Grttzner....................o| 29,3 I 29,4 1 29 I Mainkraftwerke Höchst a.M— 4 73,5 — I — Süddeutscher Zuck« ...™.. 8| — I 180,751 180,5 | 4% Oeslerreichttche Goldrenre. 4,20% Oesterreichische SUberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/,% desgl. von 1918 ......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe pende Mehlgeschäft hemmt nach wie vor iede Unternehmungslust. Von Kraftfuttermitteln waren ölhaltige etwas freundlicher, während Weizenkleie, ( Weizenfuttermehl und Treber weiter zurückgmgen. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je ■ 100 Kilogramm) in Mark: Weizen 195 bis 196; Roggen 172,50 bis 173; Braugerste 175 bis 177,50; Hafer 146 bis 148; Weizenmehl (Spez. 0, mit Austauschweizen) 29,40 bis 29,95, (ohne) 27,90 bis 28,45; Roggenmehl (0—60 v. H.) 23,50 bis 24, । (südd., Spez. 0) 24; Weizenkleie 10 bis 10,10; i Weizenfuttermehl 11,35; Roggenkleie 10,50 bis 1C60; Sojaschrot 15 bis 15,25; Palmkuchen 15,15; Erdnußkuchen 16,25 bis 17,20; Treber 15,85; Trockenschnitzel 9,80; Heu (südd.) 6 bis 6,40; Weizen- und । Roggenstroh (drahtgepreßt und gebündelt) 1,90 bis 2. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 21. Febr. Das Angebot in Gemüse war allgemein aut. Bei kaum veränderten Preisen nahm das Geschäft einen befriedigenden Verlauf. Es erzielten: Blumenkohl, Steige 12 und 18 Stück, 425 bis 550 ital., Eskarol, Steige 18 und 24 Stück, 350 bis 370, ital., Feldsalat 90 bis 120, Gewürzel, großes Bündel, 30 bis 40, Karotten 6 bis 8, Kartoffeln, Industrie (50 Kilo), 300 bis 325, dieselben, Mäuschen, rot (50 Kilo), 500 bis 600, Kohlrabi (unter) 5 bis 6, Kopfsalat, Steige 24 Stück, 350 bis 500, span., Lattich (Treibhaus), 120 bis 130, Lauch 3 bis 6, Meerrettich I 20 bis 25, II 12 bis 15, Rosenkohl 24 bis 28, Rote Rüben 4 bis 7, Rotkraut 5,5 bis 7, dasselbe, holl., 5,5 bis 7, Sellerie, je nach Größe, 5 bis 25, Spinat 22 bis 24, 20 bis 21 ital., Schwarzwurzeln 15 bis 20, Tomaten, Kistchen etwa 10 Kilo, 450 bis 500,kan., Weißkraut 5,5 bis 6,5, dasselbe, holl., 6 bis 7, Wirsing, spitz 13 bis 15, rund 10 bis 12, 5,5 bis 6, holl., Winterkohl 15, Weiße Rüben 7 bis 8, Zwiebeln, 50 Kilo, 600. Bei Obst und Südfrüchte verzeichnete man starkes Angebot in Aepfeln und Apfelsinen. Die Preise liegen unverändert, der Verkauf gestaltete sich langsam. Es erzielten: Aepfell 22 bis 28, II 16 bis 20, Wirtschaftsäpfel 12 bis 13. Amerik. Aepfel, Kiste etwa 40 Pfund, rot 750 bis 1000, dieselben,' gelb 1100 bis 1400, Apfelsinen, blond 10 bis 16, span., Blut 13 bis 14, span., Apfelsinen, blond 13 bis 18, ital., Blut 18 bis 22, ital., Bananen, Kiste 12,5 Kilo, 550 bis 600, Jam., 450, Bros., Eßbirnen 12 bis 18, Kochbirnen 5 bis 8, Amerik. Birnen 1700, Erdnüsse 14 bis 16, Mandarinen 13 bis 17, span., Zitronen, Korb 200 bis 250 Stück, 350 bis 400, ital., dieselben, Kiste 300 bis 360 Stück, 525 bis 700. Die angegebenen Preise sind Großbezugsprerse, sie sind, sofern nichts anderes vermerkt, auf ein halbes Kilo bzw. Stück in Pfennigen umgerechnet und verstehen sich bei Abnahme am Verkaussstand, also ausschließlich Der- sandkosten. Allgäuer Butter- und Käfebörse. * Kempten, 21. Febr. Allgäuer Molkereibutter, 1. Qualität 125 'Mark (letzte Notiz 125), Allgäuer Molkereibutter 123 (123), Sennbutter 116 (116), Bauernbutter 86 (86), Rahmeinkauf bei 42,5 v.H. Fetteinheiten ohne Buttermilchrückgabe 123. (123), Allgäuer Weichkäse mit 20 v.H. Fettgehalt, grüne Ware 23 bis 26 (23 dis 26), Marktlage unverändert. — Allgäuer Emmenthaler mit 45 v. H. Fettgehalt, 1. Sorte 70 bis 72 (70 bis 72), 2. Sorte 65 bis 67 (65 bis 67). Marktlage ruhig. Die Preise sind Erzeugerpreise ab Lokal oder ab Station des Erzeugers ohne Verpackung für ein Pfund. — Notiz: Die Allgäuer Butter- und Käsebörse notierte ab 21. Februar nur mehr Mitwochs, nicht wie bisher auch Samstags. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a.M., 22. Febr. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb 86 Rinder, 900 Kälber, 220 Schafe, 598 Schweine. Es kosteten: Kälber 27 bis 45 Mark, Hümmel 28 bis 34, Schafe 22 bis 30, Schweine 37 bis 47 Mark. — Marktverkauf: Kälber, Hämmel, Schafe mittel, Schweine schleppend. Briefkasten der Redaktion. , (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) ft 5. in II Wenn Sie als Holzhauer weniger : verdienten, als vorher Ihre Wohlfahrtsunterstützung betragen hatte, dann hätten Sie alsbald nach jeder Lohnzahlung zusätzliche Wohlfahrtsunterstützung be- , antragen sollen. Da die Wohlfahrtspflege stets nur ‘ den gegenwärtigen und zukünftigen Lebensunter- > halt zu gewähren hat, so ist eine Nachforderung , für rückliegende Zeit im allgemeinen unzulässig. Ob im Einzelfalle zusätzliche Unterstützung zu ge- ' währen war, hängt von den gesamten Familien- und Einkommensverhältnissen, wohl auch von einer Nachprüfung der Arbeits- und Lohnverhältnisse ab. : Der Antrag ist bei der Gemeindebehörde des Wohn- t ortes zu stellen. Im Ablehnungsfälle können Sie i den Spruch-Ausschuß und als letzte Instanz den - Beschwerde-Ausschuß anrufen. seiner Türe. Die Empfehlung, Mitglied des Vereins weidgerechter Jäger zu werden, geht fehl, ohne diesem Verein in irgendeiner Weise zu nahe zu treten. Ich übe meine Jagd nicht weniger weidgerecht aus, als ein Mitglied dieses Vereins, dessen kann der Einsender versichert und ich stolz sein. Bin übrigens Mitglied des Hessischen Jagdklubs. Zu der weiteren Anregung des Augenzeugen und Mitglieds des Tierschutzvereins, daß die Begleiterin mit ihren Terriers in den Anlagen nachts bester wildernde Katzen beseitigen solle, will ich diesem großen Tierfreund doch eröffnen, daß das Würgen der Katzen durch das Tierschutzgesetz, auf das er sich so stützt, gerade verboten ist. Wäre dieses Verbot nicht eingetreten, so hätte sein Vorschlag vielleicht Erfolg, aber dann nur unter der Assistenz dieses Ratgebers, denn er scheint genau zu wissen, wo in der Anlage nachts Katzen zu finden sind. Im übrigen sind auch viele Mitglieder des Vereins weidgerechter Jäger dieser Begleiterin, ebenso einem weiteren Begleiter, dankbar, wenn sie ihre Terriers bei dem Fuchs- und Dachsgraben zur Verfügung stellen. Wie dort die Füchse und Dächse bei solcher Jagdausübung zur Strecke gebracht werden, kann sich der Einsender von den Veranstaltern selbst erklären lassen, wenn ihm seine eigene Erfahrung hierzu nicht ausreicht. Auch diese Begleiter können hierüber Auskunft geben. Von der Lebensweise des Dachses scheint der Einsender überhaupt keine Kenntnis zu haben, sonst wüßte er, daß der Dachs durch Verzehren der Gelege sämtlicher Erdbrüter, sowie Reißen der Hühner und der festsitzenden Fasanen enormen Schaden anrichtet, auch Junghasen nicht verschmäht. Möge dem Einsender hier eine Belehrung zuteil geworden fein, so sei demselben auch empfohlen, sich künftig um andere Angelegenheiten zu küm- Der Beständer. Staats- und Länderanleihen. Am Pfandbriefmarkt waren Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligatio- nen gut behauptet und bis 0,25 v. H. freundlicher. Liquidationspfandbriefe waren etwa behauptet. Don fremden Werten blieben Mexikaner gut behauptet. Am Äaffamartt überwogen auch heute Kurs- besterungen, besonders einige Brauereien waren wieder gefragt und etwa 1 bis 2 v. H. fester. Der Schluß brachte am Aktienmarkt etwas lebhafteres Geschäft und durchschnittliche Kurssteigerungen von 1 v. H., darüber hinaus gewannen Mannesmann 1,65 v.H., ferner lagen Scheideanstalt 2,25 v. H. höher. Renten lagen dagegen ruhiger und bröckelten bis 0,25 v. H. ab. — Tagesgeld blieb zu 3,50 v. H. unverändert. Abendbörse: freundlich. Die Abendbörse hatte bei Eröffnung auf der ganzen Linie nur kleine Umsätze zu verzeichnen. Von der Kundschaft lagen nennenswerte Aufträge nicht vor, und auch die Kulisse verhielt sich reserviert. Obgleich die hohen Berliner Schlußkurse nicht immer voll behauptet blieben, konnte man die Grundstimmung als freundlich ansprechen. Interesse bestand schon von vornherein für Kunstseidenwerte, während AEG. und IG. Farben leicht abbröckelten. Scheideanstalt waren auf der erhöhten Mittagsbörfe gut gehalten. Im Verlaufe entwickelte sich die Tendenz am Aktienmarkt uneinheitlich. Farbenindustrie gaben 0,50 v. H. nach, und auch die meisten der später zur Notiz gekommenen Papiere lagen 0,25 bis 0,50 v. H., Rhein- stahl und Gessürel sogar je 1 v. H. unter den Berliner Schlußkursen. Eine Ausnahme bildeten am Kunftfeidenmarkt Aku, die 1,25 v. H. anzogen, auch Bemberg lagen 0,50 v.H. fester, ferner konnten sich Deutsche Linoleum um 0,75 v. H. befestigen. Am Rentenmarkt waren Altbesitz etwas lebhafter und 0,25 v.H. höher, Neubesitz konnten sich um 5 Pf. verbessern, lagen aber ruhig. Späte Reichsschuldbuchforderungen waren zu 93,90 v.H. unverändert, und Reichsmark-Obligationen (aus Dollar-Bonds) blieben auf Mittagsniveau behauptet. Von fremden Werten bröckelten Schweiz. Bundesbahnen etwas ab. U. a. notierten: Neubesitz- anleihe 19,60, Altbesitzanleihe 96,75 bis 96,90, Schutzgebietsanleihe von 1914 9,40, 6proz. Stahlverein 70,75, 6proz. Frankfurter Hyp. Bank Gold R. 13/15 92, 5V2proz. do. Liquidation 91, 4proz. Schweiz. Bundesbahn von 1912 141, Commerzbank 51,25, Reichsbank 170,13, Buderus 78,50, Gelsenkirchen 62,25, Harpener 95,25, Klöckner 65,65, Phönix 49,50, Rheinstahl 90,25, Stahlverein 42, Aku 53,75, AEG. 29,75, Bekula 128,40, Bemberg 52, Daimler 45,75, Scheideanstalt 184, Licht & Kraft 103,25, JG.-Farben 132,50 bis 132, Gefsürel 98,25, Holzmann 70, Metallgesellfchast 76,90, Rütgers- roerfe 56,50, Schuckert 102,50, Südd. Zucker 180,75, Reichsbahn-Vorzugsaktien 112,75, AG. für Verkehr 64,40, Hapag 28, Lloyd 32. Gchweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 195 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel, bis sechs Wochen alt, 17 bis 20 Mark, sechs bis acht Wochen alt, 20 bis 24 Mark, acht bis dreizehn Wochen alt, 24 bis 26 Mark. Tendenz: gut, geringer Ueberftanb. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Febr. Der Getreidegroßmarkt verharrte bei schwachem Besuch in fast völliger Stagnation. Das Angebot war auf allen , Märkten mehr als ausreichend, das weiter fchlep- Daten für Donnerstag, 22. Februar. 1732: George Washington, Begründer der Unabhängigkeit Nordamerikas, in Westmoreland geboren; — 1788: der Philosoph Arthur Schopenhauer in Danzig geboren; — 1810: der Komponist Fr6- deric Chopin in Zelazowa bei Warschau geboren. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Unweidmännisches Erlegen eines Dachses. (Zu dem Eingesandt im Gießener Anzeiger vom 2 0. Februar.) Ich bin nicht erstaunt über das Erscheinen des Eingesandts, denn der Herr „Augenzeuge — Mit- glied des Tierschutzvereins" lief, wie ich hörte, schon einige Tage in allen Ecken Gießens herum und wußte nicht, wie und wo er seine Rolle aufziehen sollte. Das aber der Artikel in solch verdrehter, aller Vorgänge und in jeder, der Wahrheit zuwiderlaufenden Weise erfolgte, veranlaßt mich, auf das Eingefandt die richtige Darstellung zu geben. Der Dachs lag fest und wurde, wie bei diesen Jagden üblich, gegraben. Nachdem er frei lag und von dem Terrier (aber nur einem, die beiden anderen waren Jungtiere und erst vier Monate alt) durch die enge Rohre nicht herausaebracht werden konnte, wurde er geschossen und dann herausge- zogen. Ein Schuß aus ca. 70 bis 90 Zentimeter Nähe brachte den Dachs auf die nur denkbar kürzeste Weise zur Strecke. Hierbei war die Schädel- decke zum Teil und auch der Fang in Stucke ge- rissen, so daß das Hirn erheblich verletzt war. Nach dem Herausnehmen des Dachses zeigte derselbe noch Zuckungen und Reaktionen, wie jedes durch den Schuß erlegtes Stück Wild, weshalb man ihm im Eifer nochmals zwei ober drei Schläge mit einem Hcmdbeilchen gab, die allerdings vollständig überflüssig gewesen sind, denn der Schuß hatte die absolut tödliche Wirkung. Von einem verfehlten Schuß kann in keiner Weise die Rede sein. Hier wäre es gut gewesen, wenn der Augenzeuge eine stärkere Brille getragen hätte, damit er aus der Entfernung, in der er stand, nicht zu falschen Ansichten gekommen wäre. Ein unweidmännisches Erlegen kann in dem vorgeschilderten Vorgang in keiner Weise erblickt werden. Ich weise diesen Vorwurf als von einem Laien erfolgt auf das schärfste zurück. Es mag sich jeder Weidmann selbst fragen, wie e r bei dem Fuchs- ober Dachsgraben bem betr. Stück in schnellster unb kürzester Art ben Tob herbeiführt. Den Augenzeugen aber unb ben Verfasser bes Artikels frage ich, ob e r bei bem Dachsgraben, bas er früher als „Totschläger" mitgemacht ober auch veranlaßt hat, ben Fuchs ober Dachs vor bem Schuß erst in eine Narkose versetzt hatte. Jeber fege vor bilbung verhcuckelt, wobei insbesondere festgestellt mürbe, baß bas Handwerk zum Schutze des Lohnes des Arbeiters die von ihm wahrheitsgemäß errechneten Preise haben muß, um seine eigene Existenz nicht zu gefährden. Mit bem Gebenken an ben Reichspräsibenten v. Hinbenburg unb ben Volkskanzler Abolf Hitler würbe bie Grünbungsversammlung burch Verbanbsführer Peter Frölich (Darmstabt) geschlossen ♦ Die Opel-Belegschaft auf 12 000 < Mann erhöht. Die Werksleitung Der Abam- : Opel-AG. in Rüsselsheim hat im Jahre 1933 ihre Belegschaft von 6000 auf 10 000 Mann erhöht unb biefen Stand den Winter über durchgehalten. Darüber hinaus hat die Opel-AG. allein in ihrem Rüsselsheimer Werk seit Anfang Januar noch weitere 2000 Arbeitnehmer eingestellt und damit ihre Belegschaft auf insgesamt 12 000 Arbeitnehmer erhöht. Während im Januar 1933 etwa 6000 Menschen im Rüsselsheimer Werk verkürzt arbeiteten, ist heute bie boppelte Anzahl in ber Sechstagewoche voll beschäftigt. In allen Abteilungen ber Fabrik wirb gegenwärtig mit Rücksicht auf bie be- vorstehenbe Automobilausstellung fieberhaft gearbeitet. Etwa 120 Volkswagen verlassen jetzt täglich bie Fabriktore. Frankfurter Börse. ZUiflagsbörfe: Aktien behauptet. Renten fest. F r a n k f u r t a. M., 21. Febr. Der amtliche Verkehr litt etwas unter mangelnber Publikumsbeteiligung am Aktienmarkt, bie latente Tenbenz ber Besserung bewirkte jeboch, baß sich bie geringe Beteiligung burchaus nicht überall in Rückgängen äußerte, vielmehr waren auf verschiebenen Marktgebieten Besserungen bis zu 1 v. H. festzustellen. Die Mattstellungen ber Kulisse, bie noch gestern mittag etwas auf ben Markt brückten, haben im großen unb ganzen aufgehört, so baß von biefer Seite kaum Störungen tarnen. Eine gewisse Stütze erhielt bie Tenbenz burch bie Zuversicht in politischer Beziehung, bie ber Besuch Ebens in Berlin auslöst. Der Farbenkurs lag, wie schon im Vormittagsverkehr, 0,50 v. H. unter gestern abenb, bagegen waren Th. Golbschmibt um 1,13 v. H. fester. Am Elektromarkt lagen nur Schuckert 0,40 v. H. höher unb Siemens behauptet, wogegen AEG. unb Betula je 0,50 v. H. unb Gesfürel 1,90 v. H. verloren. Der Montanmarkt war uneinheitlich, Rheinstahl Sius 1 v. H. Stahlverein gut gehalten, bie übrigen agegen meist bis 0,50 v. H. schwächer. Eine Son- berberoegung wiesen roieber Kunstseibenaktien auf, bie auf bie günstigen Probuktionsziffern je 1 v. H. ihres gestrigen Abenbverlustes zurückgewannen. Im übrigen eröffneten Reichsbankanteile, Cement Hei- belberg unb Zellstoff Walbhof ca. je 0,25 v. H. freundlicher, Holzmann 0,50 v. H. niebriger. Von Schiffahrtsaktien Hapag 0,50 v. H. abgeschwächt, Norbb. Lloyb behauptet. Der Renten markt war eine Kleinigkeit lebhafter; bie Tauschoperationen von Aktien unb Renten fetzten sich nicht fort. Die Reichsanleihen hatten, meist wohl auf Publikumskäufe hin, Besserungen zu verzeichnen. Altbesitz plus 0,25 v. H., Neubesitz unb späte Reichsschulbbuchsorberungen je 0,13 v. H. Umgetauschte Dollar-Bonbs waren roieber gefragt, u. a. Rhein-Elbe-Union ca. plus 0,50 v. H. Im Verlaufe blieb bie Tenbenz am Aktienmarkt gehalten, vereinzelt waren geringprozentige Besserungen zu verzeichnen. So konnten JG.- Farben ihren Anfangsverlust voll ausgleichen, Stahlverein gewannen 0,50 v. H., Reichsbahnvorzugsaktien 0,13 v. H. Sonst kamen noch zur Notiz: Lahmeyer —1,65v.H., Elektr. Lieferungen —1 v. H., Felten — 0,50 v. H., Daimler — 0,25 v. H. Am Rentenmarkt blieb bas Geschäft rege, Altbesitz befestigte sich weiter um 0,50 v. H., Neu- besitz um 10 Pf., auch späte Schulbbücher zogen erneut 0,13 v. H. an. Reichsmark-Obligationen weiter freunblid) unb bis 0,13 v. H. höher. Fast ohne Geschäft unb ohne Veränberung lagen Stabt-, Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. ngeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzl beschlossenen Divibenbe an. — Relchsbankbiskont 4 o. H.. Lombarbzinsfuß 5 v. H. Schultheis Patzenhofer ......0 titu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg ............... 0 BWaldhos ....... 0 Aschaffenburg .......0 c Gas.............7 Daimler Motoren............ 0 Deutsche Linoleum ...........0 Orenstetn & Koppel..........0 Leonhard Tietz ..............0 lhade.....................10 Leeu mul atorrn-Fabrü........0 Ionti-®umml .............. 0 I Schluß- I kurs Datum | 20-2. ....... 01 37,75 .......0 — ....... 0 49,75 ..... 10 204 ....... 0 88,25 .......0 41,65 Die hinter Den Papieren a Aranksuri a. 1R. Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abend- börse Schluß, kurs Schlußk. Mittag. börse Datum 20.2- 21-2. 20-2. 21-2. •% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 96,25 97 97,5 96,75 f% ehem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 100 100 100 99,9 6Yi% Doung-Anleihe von 1930 .. 92,75 93,35 93 93 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mtl 96,4 96,75 AuSlos.-Rechten ...... 96,25 96,6 Desgl. ohne AuSlvs.-Rechte...... 19,5 19,6 19,25 19,5 6% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 94 94 94,25 (rückzahlb. 102%) .......... 94 6% Hess. Landesbank Darmstadt 91,25 Gold R. 12............... 91 91,5 91 6¥»% Hess. LandeS^ypotheken- bank Darmstadt Ltaut....... 90,25 90,25 —- — Oberhelsen Provinz-Anleihe mit 92,5 92,5 AuSlos.-Rechten — — Deutsche Komm. Sammelabl. An- 94,4 94,75 94,75 leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 94,6 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 91,75 92 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 •% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank 91,65 91,75 Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 — 6%% ehem. 4%% Franks. Hyp^ Bank-Ligtu-Psandbriefe..... 90,25 90,75 — — ehem. Geld Brie Helstngfov».. 5,694 5,706 5,644 5,656 Wien ...... 47,20 47,30 10,40 47,20 47,30 Prag....... 10,38 10,38 10,40 Budapest ... — —— — Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,53 168,87 168,53 168,87 Oslo....... 64,79 64,91 64,29 64,41 Kopenhagen. 57,59 57,71 57,14 57,26 Stockholm... 66,48 66,62 65,98 66,12 London ..... 12,855 12,885 12,795 12,825 Buenos Aires 0,653 0,657 0,648 0,652 Neuyorl.... 2,527 2,533 2,527 2,533 Brüssel..... 58,52 58,64 58,39 58,51 Italien..... Paris ...... 22,01 22,05 21,88 21,92 16,49 16,53 16,49 16,53 Schwetz .... 80,87 81,03 34,03 80,92 81,08 Spanien.... 33,97 33,95 34,01 Danzig..... 81,62 81,78 81,67 81,83 Japan ...... 0,764 0,766 0,759 0,761 Rio de Ian. . 0,216 0,218 0,214 0,216 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Ltiiabou.... 11,71 11,73 11,65 11,67 Amerikanische Noten.............. 2,48 2,50 Belgische Noten.................. 58,23 58,47 Dänische Noten ................. 56,89 57,11 Englische Noten ................. 12,75 12,81 Französische Noten . . . . . .. . . .. .. 16,45 16,51 Holländische Noten ............... 168,11 Italienische Noten................ 21 76 Norwegische Noten .............. 64,12 64,38 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... —— Schwedische Noten .............. 65,82 66,08 Schweizer 910160................. 80,74 81,06 Spanische Noten................. Ungarische Noten