184. Jahrgang Gietzener Anzeiger Nr. 221 «tftes Blatt 184. Jahrgang greitag, 21 September 1954 Erjchemt täglich, außer JHV A v 3 r 3 3 Sonntags und Feiertags /W AgA IDijM Annahme von Anzeigen Beilagen: Die Illustrierte k a a a a A . ▼ für die Mittagsnummer Gietzener Familienblätter M mA A AA HM AA A Ak A. A A A bis 8'/,Uhr des Vormittags 6eima..m$üb.T)ieSd,on, I |1 I (>1J il ||O T VI ll rAllW «n.nbpuife für 1 mm W 5.ML-Z vjlvhvllvl ZllllvlUvl B« infolge höherer Gewalt Ermäßigte Grundpreise: MZM General-Anzeiger für Oberhessen ZZW Postscheckkonto: 1 • ’’ gen, Bäder-, Unterrichts-u. ftantturt am Main 11686 vrucki und Verlag: vrühl'sche UniverfitStsvuch- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 1 M°ng-n?bsWst°ff^i8 »Weißen Mannes Land." Siedlungskrisis eines Weltreichs. Von Otto Corbach. Ein von der Londoner Regierung vor mehr als einem Jahre gebildetes „Jnterdepartementalcom- mittee" für Auswanderungspolitik erstattete kürzlich Bericht über das Endergebnis seiner in mehr als 50 Sitzungen abgehaltenen Beratungen, wie die Auswanderung aus dem Mutterlande nach den überseeischen Teilen des britischen Weltreiches wieder in Fluß zu bringen sei. Während in den letzten zehn Jahren vor dem großen Kriege noch jährlich durchschnittlich 148 000 Personen das Mutterland verließen, um in den Dominien oder Kolonien ihr Glück zu versuchen, lebte diese Bewegung zwar nach Friedensschluß vorübergehend wieder auf, kam aber bald i n s Stocken, bis in den letzten Jahren die Zahl der neu Ausziehenden hinter der der zu den heimischen Fleischtöpfen reuig zurückkehrenden gescheiterten Auswanderer zurückblieb. Dieses völlige Verebben der Auswanderungsbewegung ging vor sich, obwohl zrstammenarbeite. Dabei müsse man bedenken, daß siv verhielten. Innerhalb der französischen Völker- Polen durch einen Bündnisvertrag mit Vachons Vündnisdiploniatie auf neuen Pfaden. Aus dem plan eines TlordostplanS soll ein Südostpakt werden. Ein pariser Versuchsballon? Paris, 21. Sept. (DRV.-Funkspruch.) Der in Genf weilende Außenpolitiker des „Petit Parisien" berichtet über die Wandlungen, die der O st p a k t- p t a n im Lause der Vorverhandlungen erfahren habe. Er bezeichnet die Gerüchte von einem f r a n - zöfisch-sowjetruffifchen Bündnis als reine Phantasie und glaubt, daß man jetzt eine Art Zusammenfassung des Ostpaktes und des Mittel- meerpaktes versuchen werde. Am O st p a k t sollte eigentlich von der kleinen Entente nur die Tschechoslowakei teilnehmen. Jetzt beabsichtigte man, die ganze kleine Entente einzubeziehen, sowie den Pakt durch die Teilnahme der Türkei und vielleicht auch Griechenlands zu verstärken. Der Ostpakt, der anfänglich auch als Rordostpakt bezeichnet worden sei, würde also zu einem Südostpakt. Alle diese Pläne hätten natürlich noch nicht Gestalt angeommen. Deutschland wieder der schwarze Bann. Kindische Begründung für die Verstärkung der französischen Nordseeflotte. Paris, 21. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der „Figaro" erklärt, daß Frankreich am 3 Oktober das Schwergewicht seiner Marine vorn Mittelmeer nach der Nordsee verlege. Es werde in einigen Tagen das zweite Nordseegeschwader verstärken. Diese Verschiebung sei, so behauptet das Blatt, nur bie F o l g.e der Entwicklung der deutschen Flotte (?!!) und die Folge der Besserung der siranzösisch- italienischen Beziehungen. Denn niemand in Frankreich habe ernstlich geglaubt, daß die Italiener jemals Feinde der Franzosen werden könnten. Die Engländer würden sich über die Gründe der Verstärkung der französischen Nordseestreitkräfte nicht täuschen; denn auch sie sähen in den Panzerkreuzern vom Typ der „Deutschland" eine Drohung (!!). ihre gesetzgeberischen Kräfte zur Abwehr asiatischer Einwanderer zu verlassen. „Der Schlüssel zu eurem Ideal eines „weißen" Australiens, erklärte er, „ist d i e Bevölkerung. Ihr müßt eure schwache Besatzung durch Vervielfältigung eurer Besatzung verstärken. Nur Zahlen werden euch ret- t e n. Die Welt wird ein leeres Australien nicht dulden. Dieser Kontinent muß seine volle Bevölke- rungsquote tragen. Ihr habt keine Wahl. Millionen werden zu euch kommen, ob ihr es wünscht oder nicht. Ihr könnte den Menschenstrom nicht durch eine Klausel in einer Parlamentsakte aufhalten." Das Schlimme ist nun, daß man in Australien wie in Neuseeland und — wenn auch in geringerem Grade — in Kanada unter „weißen Mannes Land" nur ein überwiegend von Menschen angelsächsischer Herkunft besiedeltes Gebiet versteht. Dom europäischen Kontinent glaubt man höchstens eine geringe Blutzufuhr ertragen zu können, und die soll dann noch vorwiegend aus den politisch harmlosen skandinavischen Ländern kommen. Wie erklärt sich nun das völlige Versagen der britischen Reichssiedlungspolitik bei der immer drohender werdenden Gefahr einer Überschwemmung der Dominien mit asiatischen Einwanderern? Zunächst leidet England selbst Mangel an Menschen, die landwirtschaftlich geschult sind ober sich für eine landwirtschaftliche Betätigung umschulen lassen. Ebensowenig kann es solche gelernte Arbeiter entbehren und zur Auswanderung ermutigen, für die in den Dominien die Nachfrage größer ist als das Angebot, während es im allgemeinen auch dort schon mehr industrielle Arbeiter gibt als beschäftigt werden können. Soweit nun das Mutterland den Dominien gleichwohl noch geeignetes Einwanderer- und Siedler-Material zu bieten hat, ergibt sich sofort die Frage, wo und wie die zu erzielende Mehrproduktion abgesetzt werden soll. In dieser Hinsicht sind die Interessen des Mutterlandes denen der Dominien geradezu entgegengesetzt, da eine genügende Bevorzugung landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus den überseeischen Teilen des britischen Weltreiches auf dem englischen Markt, z. B. gegenüber Zufuhren aus Dänemark, Rußland und Argentinien, eine zu starke Verteuerung der Lebenshaltung der breiten Massen in England bedeuten würde, deren Lage doch durch die Siedlungsbestrebungen gerade erleichtert werden sollen. Kein Zweifel: England ist der Aufgabe, die großen leeren Räume in den überseeischen Teilen des britischen Imperiums mit Menschen zu füllen, nicht aewachsen! Um so weniger ist es das, als es aus selbstsüchtigen Gründen die Schwierigkeiten Deutschlands und anderer verschuldeter kontinental-europäischer Länder, ihren normalen Bedarf an überseeischen Rohstoffen zu decken, eher noch steigern, als mildern zu müssen glaubt. Dieses Riesenproblem hat angefangen, ein gesamteuropäisches ZU werden. Wenn die britischen Dominien, ähnlich wie die lateinamerikanischen Länder, nicht in immer stärkere Ahängigkeit von der sich unter japanischer Führung in unheimlich raschem Tempo vollziehenden Industrialisierung Asiens geraten wollen, so werden sie früher ober später auf dem europäischen Kontinent nach geeigneten Einwanderern Umschau halten und bei fortschreitender Entwicklung ihrer eigenen industriellen Produktivkräfte zugleich in einer Wiederbelebung kontinentaleuropäischer Aufnahmefähigkeit für überseeische Rohstoffe ihren eigenen Vorteil suchen müssen. Der Zerfall der ursprünglichen Interessengemeinschaft zwischen den Ländern der „alten" und „neuen" Welt ist in Wirklichkeit weniger durch weltwirtschaftliche Zwangsläufigkeiten als durch die Auflockerung des Zusammen gehörig keitsbewußtseins der Völker weißer Rasse bedingt, die es zuläßt, daß dasselbe internationale Finanzkapital, das die Produktivkräfte im westeuropäisch-amerikanischen Kulturkreise in immer größerem Umfang« einer Art Belagerungszustand unterwirft, einer Entfaltung der Wettbewerbskräfte farbiger Völker jede» möglichen Vorschub leistet. Vom Texiilarbeitersireik in LIGA. Streikende, die in eine mit Streikbrechern besetzte Textilfabrik eindringen wollen, werden durch die Nationalgarde zurückgedrängt — ein Bild, das die außerordentliche Spannung im amerikanischen Textilarbeiterstreik wiedergibt. Das Geheimnis der Lindbergh-EnWrer gelöst? Verhaftung eines verdächtigen Ausländers.-Srößtes Aufsehen in ganz Amerika. Keuporf, 20. Sept (9JIB.) Einer Meldung des „Jersey Journal" zufolge ist am Donnerstag in Reuyork ein seit 1923 in den Vereinigten Staaten lebender, nicht naturalisierter Ausländer verhaftet worden, der mit der seinerzeitigen Entführung des Lindbergh- Kindes in Verbindung stehen soll. Die Polizei habe bereits In der Garage des Verhafteten im Veuyorker Stadtteil Vronr die Summe von etwa 3 5 0 0 0 Dollar entdeckt, einen Pah soll der Verhaftete nicht besitzen. Das Statt meldet weiter, daß der Mann in der Rähe des Kirchhofs wohnt, über dessen Mauer hinweg seinerzeit den angeblichen Entführern die 50 000 Dollar ausgehändigt wurden. Die Verhaftung sei erfolgt, nachdem in den letzten Wochen in verschiedenen Stadtteilen von Reuyork 10-Dollar- Scheine aufgetaucht seien, die die Hummern der von Lindbergh bei Zahlung des Lösegeldes ausgegebenen Scheine getragen hätten. Vach umfangreichen Ermittlungen, an denen nicht weniger als 40 Detektive beteiligt gewesen seien, sei zugegriffen worden, nachdem ein solcher Schein für die Bezahlung einer Tankrechnung benutzt worden sei. Der Besitzer dieser Tankstelle halte auf Grund der Hummer Verdacht geschöpft und die Polizei benachrichtigt. Die Mitteilung von der Verhaftung eines angeblich mit der Entführung des Lindbergh-Kindes im Zusammenhang stehenden Mannes hat im ganzen Lande größtes Aufsehen erregt. Der Polizei- chef O r i y a n erklärte, daß in der Garage des Verhafteten nur 13 750 Dollar gefunden worden seinen, die zweifellos von den seinerzeit von Lind- bergh bezahlten 5 0 000 Dollar Lösegeld stammen. Die Vernehmung sei noch nicht beendet. Bisher weise ber Verhaftete, ein 35jähriger Arbeitsloser, der Frau und Kind habe, jeden Zusammenhang mit der Lindbergh-Angelegenheit entschieden zurück. Demgegenüber könne jedoch, wie der Polizeichef weiter mitteilte, bereits jetzt gesagt werden, daß der Verhaftete als derjenige Mann erkannt worden sei, der seinerzeit das Lösegeld für das Lindbergh-Kind an der Kirchhofsmauer in Empfang genommen habe. Die Polizeistation, wo sich der Verhaftete zur Zeit noch befindet, wird von einer großen Menschenmenge umlagert. Jahrelange Kleinarbeit der Polizei führte zur Verhaftung. Die Berichte über die Verhaftung in der Lind- bergh-Angelegenheit füllen die ersten Seiten sämtlicher Morgenblätter, die spaltenlang nochmals die Ergebnisse der bisherigen Ermittlungen über die Entführung des Kindes wiederholen. Die Verhaftung ist das Ergebnis einer jahrelangen peinlichst genauen Arbeit der Polizei. Diese hat seit meyr als zwei Jahren auf einem großen Stadtplan von Neuyork die Stellen, wo die zur Bezahlung des Lösegeldes ausgegebenen Noten auftauchten, genau eingezeichnet. Dabei wurde festgestellt, datz die Noten wiederholt an denselben Straßenkreuzungen auftauchten. Hierdurch konnte die Polizei die Nummer des Kraft- wagens ermitteln, der dem Verhafteten gehörte, lieber eine Woche beobachteten dann die Detektive den Festgenommenen, der auch unter ihren Augen die Noten aus dem Lösegeld in den Verkehr brachte. Erst hierauf griff die Polizei zu und nahm den Verdächtigen fest, der mitternachts nach dem Untersuchungsgefängnis im Stadtteil Bronx gebracht wurde, wo Anklage gegen ihn erhoben werden soll. Die Polizei hält an der Ansicht fest, daß seine Verhaftung zur Aufklärung des ganzen Verbrechens führen werde. Die 13750 Dollar, die in der Garage gefunden wurden, waren unter dem Fußboden und in den Wänden v e r st e ck t worden. Der Verhaftete ist von zwei Personen als der Mann wiedererkannt worden, der mit der lieber« mittlung des Lösegeldes seinerzeit zu tun hatte. Die Neuordnung der evangelischen Kirche Oer Nechtswalter Ministerialdirektor Jäger vor der presse. noch unsere evangelische Kirche katholisch werden lassen, wir wollen nicht die freie theologische Wissenschaft gängeln und chre Wahrheitsforschung einengen. Unsere christliche Verantwortung führt uns zur Bejahung des Natwnal- ozialismus und unsere nationalsozialistische Verantwortung hält uns im Christentum. Mit Luther und Hitler für Glaube und Volkstum! Eine Erklärung des Reichsbifchofs. Berlin, 20. Sept. (DNB.) Der Reichsbischof Müller veröffentlicht folgende Erklärung: In einigen Zeitungen wird behauptet, ich hatte bei meinen Ausführungen in Hannover Kampf dem Katholizismus angesagt. Eine der- artige Ausführung steht im Gegensatz sowohl zu dem Wortlaut meiner Ausführungen als auch zu meinem eigenen Wollen. Ich habe lediglich erklärt, Luther habe die Absicht gehabt, eine romfreie Kirche zu schaffen. Wir wollen in Deutschland nicht etwa einen Kampf gegen die katholische Kirche Im Gegenteil stehe ich auf dem Standpunkt, daß die beiden großen christlichen Kirchen nicht gegeneinander zu arbeiten, sondern zur Erziehung des deutschen Menschen alle religiösen und ethischen Werte unserer Konfessionen ganz und gar einzusetzen haben. Oer Führer bei der Beisetzung Edwin Bechsteins. DNB. Berlin, 20. Sept. Auf dem Sophien- friedhof im Norden Berlins wurde am Donnerstagnachmittag der Seniorchef der weltbekannten Pianofortefabrik C. Bechftein A G-, Edwin Bechftein, unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen. Der Verstorbene gehörte xu den ersten Kämpfern für ein neues besseres Deutschland. Für ihn war der Nationalsozialismus eine Herzenssache, die er stets in die Tat umzusetzen wußte. Dies wußte ihm heute der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler $u danken, der dem stillen, opferbereiten Kämpfer für die nationalsozialistische Bewegung die letzte Ehre erwies. Nach den Gedächtnisworten des Pfarrers in der Friedhofskapelle wurde der Sarg durch ein Spalier des Feldjägerkorps zu Grabe getragen. Der Führer ging an der Spitze mit der Tochter und dem Sohn des Verstorbenen. Es folgten Reichsinnenminister Dr. Frick und viele Vertreter der Partei, der Kunst und Wissenschaft sowie Mitglieder der Beleg, schäft der C. Bechftein AG. Der Führer l,eß einen großen Kranz aus weihen Chrysanthemen und Lilien niederlegen mit der Inschrift: „In treuer Freundschaft Adolf Hitler". Unter den zahlreichen wundervollen Gebinden, die das Grab bedeckten, sah man auch eine Kranzspende des Reichsminlsters Dr. Goebbels. Nach dem Verlassen des Friedhofes stattete der Führer der Gattin des Verftorbe- nen einen Beileidsbesuch ab. Reichsminister Darrs spricht am Montag im Rundfunk. DNB. Berlin, 20. Sept. Reichsminister DarrS hält am Montag, 24. September, in der Zeit von 19 bis 19.25 Uhr über alle deutschen Sender einen Vortrag über das Thema „Ein Jahr n a t i o n a l- sozialistische Agrarpolitik". Oer Führer empfängt eine Abordnung der Saarfrauen. Berlin, 20. Sept. (DNB.) Zahlreiche Frauen von der Saar, die zur Zeit in Berlin weilen, begaben sich am Donnerstag zur Reichskanzlei, wo eine Abordnung vom Führer empfangen wurde. Die Saarfrauen überbrachten dem Führer die Grüße ihres Heimatlandes und das Gelöbnis unwandelbarer Treue aller deutschen Volksgenossen von der Saar zum Reich. Sie überreichten ihm dabei symbolhafte Angebinde ihrer Heimat. Der Führer dankte ihnen in herzlichen Worten und trug ihnen Grüße an das Saarvolk auf. Vom Fenster aus begrüßte der Führer dann die Saarfrauen, die in einem schnell formierten Zug an der Reichs- kanzlei vorbeizogen. Während des Empfanges spielte auf dem Wilhelmplatz ein SA.-Musikzua das Saarlied und den Badenweiler Marsch, und im Anschluß daran sangen die Saarfrauen und die Volksmenge, die sich rasch angesammelt hatte, dar Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied. Die Kameradschastserziehung der Deutschen Studentenschaft Eine Verfügung des Reichsschastsführers. Berlin, 20. Sept. (DNB.) Auf Grund gegebener Vollmachten hat der Reichsfachschaftsführer der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen mit Wirkung vom 20. September 1934 über d i e K a m e r a d s ch a f t s e r z i e h u n g der deutschen Studentenschaft eine Verfügung erlassen, in der es heißt: Für das Wintersemester 1934/35 werden nach den vorliegenden Erhebungen der Deutschen Studentenschaft nur etwa 4000 Abiturienten aus dem Arbeitsdienst auf die Hochschule kommen. Um eine einheitliche Erziehung des akademischen Nachwuchses im nationalsozialistischen Sinne zu gewährleisten, ist eine geregelte Verteilung auf d i e zur Verfügung stehenden hündischen Gliederungen innerhalb der Deutschen Studentenschaft notwendig. Ich verfüge daher betreffend Kameradschaftserziehung der Studentenschaft folgendes: 1. Jeder Abiturient, welcher zum Wintersemester UL934/35 zu studieren beabsichtigt, ebenso jeder Student, welcher zum Wintersemester 1934/35 sein zweites Studiersemefter beginnt, hat sich bis zum 1. Oktober 1934 bet der Studentenschaft derjenigen Hochschule zu melden, auf der er studieren will. 2. Jeder Student, welcher zum Wintersemester 1934/35 das erste bzw. zweite Semester beginnt, ist verpflichtet, während der nächsten beiden Semester in einem von der Deutschen Studentenschaft anerkannten Kameradschaftshaus zu wohnen. 3. Laut Anordnung des Reichsführers der Deutschen Studentenschaft ist es den Einzelstu - dentenschaften untersagt, sogenannte staatliche Kameradschaftshäuser der Studentenschaft neu zu errichten und aufzubauen. Kameradschaftshäuser sind nach Maßgabe des vorhandenen akademischen Nachwuchses vom Führer der örtlichen Studentenschaft aus den vorhandenen, eingerichteten W o h n k a m e r a d s ch a f t e n der Korporationen und aus den bestehenden Kamera d s ch a f t s h ä us e r n der Studentenschaften aufzubauen. Sämtliche öffentlichen Kameradschafts- Häuser unterstehen einem örtlichen Führer. 4. Für eine einheitliche Ausrüstung in diesen Kameradschaftshäusern ist die Deutsche Studentenschaft verantwortlich. Sie hat das Recht, die Führer der Kameradschaftshäuser ein- und abzusetzen. Die Deutsche Studentenschaft bestimmt eine ein- heitliche Tracht für die Belegschaft-n sämtlicher Kameradschaftshäuser. Die Kameradschaftshäuser dürfen nicht nach konfessionellen G e s i ch t s p u n k e n belebt und geleitet werden. 5. Laut Verfügung des Reichsführers der Deutschen Studentenschaft vom 20. Januar 1934 unterstehen die örtlichen bzw. zentralen Untergliederungen der Deutschen Studentenschaft — wie Verbände, Korporationen, studentische Vereine ufro. — dem Reichsführer der Deutschen Studentenschaft bzw. in seinem Auftrage den Führern der örtlichen Studentenschaften. 6. Ausführungsbestimmungen erfolgen demnächst. Gez.: Feickert. * Hierzu können wir folgendes mitteilen: Der Reichsführer der Deutschen Studentenschaft hat die Leiter der studentischen Verbände zur Besprechung studentischer Fragen auf Dienstag, den 25. September 1934, nach Berlin beru* f e n. Berlin, 20. Sept. (DNB.) Heber die Bedeutung der Reichstagung der „Deutschen Christen" am 21. und 22. September sprach vor der Presse der Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche Ministerialdirektor Jäger. Er verwies darauf, daß die Amtseinführung des Reichs- b i s ch o f s am kommenden Sonntag weit über das Persönliche hinaus von symbolischer Bedeutung sei; denn es dokumentiere sich hier der Schlußstrich, der unter die Gesamtentwicklung in der Deutschen Evangelischen Kirche gezogen werde. Die Entwicklung .habe allerdings damit noch nicht ihr E n d e e r r e i ch t. Es werde jetzt der innere Aufbgu einsetzen. Dr. Jäger erklärte weiter, daß weder die äußere, noch die innerliche Kirche Gegenstand eines Kirchenstreites sein könne. Bei dem Kirchenstreit handele es sich um die irdische Organisation. Der Staat habe nicht die Absicht, in G l a u b e n s a n g e l e g e n h e i t e n einzugreifen, nur müßten d i e irdischen Formen und die sonstigen irdischen Verhältnisse gleichgerichtet sein. Das Wort Gottes werde in seiner ganzen Ausdehnung nicht gehemmt. Es herrsche vollkommene Freiheit des Glaubens und der Verkündigung. Wenn aber die Freiheit mißbraucht werde, um Disziplinlosigkeiten zu begehen, könne dies im Interesse der notwendigen Ordnung nicht geduldet werden. Die Kirchenpolitik sei nicht eine Sache der Pfarrer und Bischöfe, allein verantwortlich sei die höchste Führung der Kirche. Kirchenpolitik habe nichts mit dem Wort Gottes und der Verkündigung zu tun, die Kirche müsse aber von dem absoluten Willen getragen sein, dem Worte Gottes und seiner Verkündigung bis ins letzte gerecht zu werden. Mit Bezug auf das Gesetz über den Diensteid der Geistlichen und Beamten erklärte der Vortragende, daß die Aufgaben, die an den Geistlichen gestellt werden, nur im Rahmen einer Ordnung erfüllt werden können, wie das auf der Erde unumgänglich notwendig sei. Durch das inzwischen erlassene Reichsgesetz überdie Vereidigung der öffentlichen Beamten sei das Gesetz über den Diensteid der Beamten aufgehoben. Infolgedessen sei angeordnet wdrden,dah bis zum 21. September die Beamten der Kirche, wozu auch die Gemeindebeamten und Geistlichen rechnen, die in einem Haupt- ober Nebenamt Beamte sind, vereidigt werden. Da die eigene Gesetzgebung der Kirche dadurch zu einem wesentlichen Teil aufgehoben fei, so fei man zu der Auffassung gekommen, daß auch die Geistlichen den Beamteneid leisten müßten, allerdings in Verbindung mit einem Pfarrerpflichtgesetz, das die Pflicht des Pfarrers in feinem Amt klarstelle. Das Gesetz zur Sicherung des reformierten Bekenntnis st andes ist, wie Dr. Jäger weiter mitteilte, heute in Vollzug gesetzt worden, ebenso ist die Eingliederunader evangelischen Landeskirchen von Bayern und Württemberg erfolgt. Die Arbeiten des Verfasfungsaus- f ch u s f e s werden voraussichtlich im Oktober einen gesetzlichen Niederschlag finden. Dadurch wird einmal das endgültige Verhältnis der Landeskirchen ober Gebietskirchen zur Reichskirche georb- nct, zum anbern ber Aufbau ber Gemeinde als ber wichtigsten Grunblage ber Kirche in ihrem Verhältnis zur Gebietskirche unb zur Reichskirche. Anschließenb erklärte Dr. Jäger, baß bie finanziellen Fragen in Zukunft nur noch einheitlich vom Reich zur Reichskirche geregelt würben. Die Ausbilbung ber Pfarrer müsse anbers als bisher vorbereitet werben. Man werde eine gewisse Auslese für Stadt ober Lanb ober für höhere Ausbilbung schon in früher Zeit treffen unb eine Hauptausbilbungsstätte für bie Griefe n e n schaffen, wofür bas „Augustiner Kloster" in Erfurt ausersehen sei. Weiter seien zu bearbeiten bie Frage bes Reliaions - Unterrichtes unb ein umfaffenbes Diszipli - narredjt. Er hoffe, baß bie Irrungen unb Wirrungen, bie so viele Kräfte in sinnloser Weise ver- schlungen hätten, halb ihr Ende finden möchten, und daß eine Zeit komme, in der Aufbauarbeit im Ginne des Führers geleistet werde. Der Reichsleiler der Deutschen Lhristen Vizepräsident Dr. Kinder verbreitete sich ausführlich über das Programm ber Reichstagung und betonte nachdrücklich, daß die Bewegung „Deutsche Christen" mit der Deutschen Glaubensbewegung in religiöser Beziehung nichtdas gering st e z u tun habe. Oberkirchenrat Langmann, Reichsschu- lungsobmann der Deutschen Christen, sprach über die theologisch-wissenschaftliche unb theologisch-praktische Arbeitstagung auf der kommenden Reichstagung. Wir wollen nicht ein neues Heidentum in die christliche Kirche eindringen lassen, und Ein gelungener Versuch Von unserer Äerliner Redaktion Besuch im Landjahrheim Das große Erlebnis für 22000 Großstadtkinder. tragen auf ihren Aermeln einen breeiecfigen Aufschlag mit der Inschrift „ La n d j a h r h e i m ": Landjahrkinder sind es also, die im Frühjahr bie Fibel unb bas Schreibheft aus ber Hand legten, um sich irgenbeinem Beruf zuzuwenben. Ein freunb- liches Schicksal wollte es, baß sie als bie ersten 22 000 Landjahrkinder aus der stickigen Enge ihrer großstädtischen Heimat herauskamen. So viel Geld konnte Preußen nicht flüssig machen, um alle Entlassenen draußen unterzubringen, zudem sollte es nur ein Versuch sein, der aber dank ber Tüchtigkeit ber Leiter unb Leiterinnen unb nicht zuletzt auch bank ber Hellen Begeisterung, bie bas Leben auf dem Lande bei den Kindern selbst auslöste, als überaus gelungen angesehen werden muß, so daß nun die Ausdehnung auf das ganze Reich erfolgen kann. Landjahr — bisher ein kaum gekanntes Wort, jetzt aber ein fester Begriff mit kostbarem Inhalt. Man muh einmal draußen gewesen sein in so einem Heim. Rund 400 Heime hat Preußen bereits geschaffen. Zu einem Drittel sind sie mit Mädchen, zu zwei Dritteln mit Jungens belegt. Etwas ge- mischte Gefühle mögen die Kinder beherrscht haben, als sie im Frühling den Weg in die Fremde antraten. Aber Takt und Geschicklichkeit der Heimleiter und -Leiterinnen brachten die Kinder über die Stunden des Heimwehs hinweg. Es dauerte nur Tage, dann war schon die Atmosphäre der Kameradschaft vorhanden, ein Zusammengehörigkeitsgefühl beherrschte alle. So konnte denn langsam Schritt für Schritt aufgebaut werden auf der gemeinsamen Grundfeste, diese Kinder, die das Land vielfach nur vom Hörensagen ober aus dem Lesebuch kannten, in frische und fröhliche Menschen um- zuwandeln, sie im Geiste Adolf Hitlers zu erziehen, aus ihnen nützliche Glieder unserer Volksgemeinschaft zu machen, die sich zu beherrschen und einstmals auch in jeder Lebenslage zu helfen wissen. Was ist schon alles von ihnen in den wenigen Monaten abgefallen. Sie lernten den Gleichklang der Ordnung kennen und schätzen, sie sahen die Arbeit unb bas Arbeiten mit freubigen Augen an. Es brauchte nur erst ber Heimleiter ober die Leiterin den Jungens unb Mäbels ein paar Tage hindurch Pflichterfüllung bis $um äußersten vor- gelebt zu haben, dann merkten sie schon, wie schön es ist, sich sein Haus blitzblank zu halten, mit dem Eimer und dem Besen herumzuhantieren, das Bett glatt zu streichen und bei ber Arbeit im Garten mit bem Nachbarn zu wetteifern. Die zarten zen aus ben Großstäbten ricyteten sich förmlich out, Farbe zog in bie blassen Gesichter ein, Blut wjB wieder durch bie Abern. Die gute Kost war es iw zuletzt, bie bie jungen Menschenkinder aufpulvene- Zwei Mark pro Kinb unb Tag sind bereitgesteui, fein Pfennig wird hier eingespart. Aber man muv auch einmal gesehen haben, was so ein Mädel ove Bursche in diesen Jahren der Entwicklung vertilgen kann. Da schmeckt es, da wird in das Brot hwein- gehauen und mittags wie abends immer noch einmal nachverlangt. Reichlich und gut ist bas Wie sagte boch ein Mädchen eines dieser petm ' in dem wir zu Gast waren: Sonntags gibt immer Braten unb wochentags ist bas Essen aua, nie schlecht! Das genügt wohl. Ein Wort noch über das Landjahr selbst. vierzehnjährigen Jungen unterliegen genau wie v Mädchen einer straffen, aber keineswegs u schraubten ober brürfenben Disziplin. Das ßwen I auf bie Minute genau geregelt: morgens -tur unb Waschen, bann Frühstück, barauf $ ber Arbeit nach vorher bestimmtem Plan- LNS schen Vorbereitung ber Mahlzeit: im Madchenh durch bie kleinen Küchenfeen selbst, im Knadenh durch eine Köchin. Nachmittags Schlaf, von o Mäbels in ihren fleibfamen weißen Blusen blauen Röcken, Jungens in braunen kurzen Hosen mit bem Tornister auf bem Rücken ziehen bie ßanb» straße entlang, weithin schallen ihre munteren Lieber, blank leuchten die Augen aus ben braungebrannten Gesichtern, Hitlerjugenb ist es, unb boch hat es mit biesen frischen, eben ber Schulbank entronnenen Kinbern eine befonbere Bewandtnis. Sie Wirtschaftliche Llmschau. Eine Untersuchung über dieNeubildungvon volkswirtschaftlichem Kapital in „Wirt- schäft und Statistik", der Zeitschrift des Statistischen Reichsamts, führt zu dem Ergebnis, daß das Geld- vermögen in Deutschland im Jahre 1933 bereits wieder um 1,3 Milliarden Mark zuge- nommen hat. Allerdings vollzieht sich die Kapital- bildung teilweise in anderer Weise als in der Vor- kriegszeit. Die größten Reserven sammeln sich in den Sparkassen an, deren Einlagen im Jahre 1933 um 621 Millionen Mark gestiegen sind, ferner in den V e rs i ch e r u n g s a n st a l t e n , insbe- sondere in denen der Sozialversicherung, deren Vermögen um fast 504 Millionen Mark gewachsen ist. Dagegen haben sich die inländischen Bank- d e p o s i t e n nur um 107 Millionen Mark erhöht, und die im Umlauf befindlichen festverzinslichen Wertpapiere haben sogar um 500 Millionen Mark abgenommen. Dafür sind freilich für 800 Millionen Mark Steuergutscheine neu in den Verkehr gelangt. Aus dieser Uebersicht geht deutlich hervor, daß die Hauptträger der Kapitalbildung heute die breiten Massen der Bevölkerung, ins- besondere die Lohn- und Gehaltsempfänger sowie andere Bezieher kleiner Einkommen sind. Diese Volkskreise bevorzugen bei ihrer Bildung von Reserven die Sparkassen und die Versicherungsanstalten, hamstern freilich auch vielfach einfach Roten, so daß die auf diese Weise dem Verkehr entzogenen Geldbestände ebenfalls um mehr als 72 Millionen Mark zugenommen haben. Die jetzt vorliegenden Zweimonatsbilanzen der Sparkassen, die am 30. Juni d. I. abgeschlossen sind, weisep eine weitere Einlagensteigerung um 970 Millionen Mark auf. Um diesen Betrag sind die Sparkassenreserven also im ersten Halbjahr 1934 weiter angewachsen. Umfang und Tempo der Kapitalbildung haben sich demnach im laufenden Jahre noch bedeutend verstärkt. Ihr verdanken die Sparkassen vor allem auch eine wesentliche Verbesserung ihrer Liquidität. Außerdem sind sie dadurch instandgesetzt worden, in erhöhtem Umfange der Wirtschaft Kredite zur Verfügung zu stellen. Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Dr. Syrup, hat festgestellt, daß sich die Erschwerung der Abwanderung vom Lande in die In- dustriebezirke und die Zuzugssperre für bestimmte Großstädte gut bewährt haben. In Berlin sei z. B. infolge der Auswirkung dieser Sperre die Zahl der Arbeitslosen in der Zeit vom 1. Mal bis Ende August um 100000 Köpfe zurückgegangen. Anderseits sei durch diese Maßnahmen erreicht worden, daß b e i der Getreideernte in diesem Jahre kein Arbeitermangel eingetreten sei, und daß auch für die Kartoffelernte genügend Arbeitskräfte vorhanden sein werden. Für den Austausch der jugendlichen Arbeitskräfte wies Präsident Dr. Syrup nochmals darauf hin, daß die jüngeren gelernten Facharbeiter nicht davon betroffen werden sollen und daß der Austausch auch nicht etwa zu unfreiwilliger Arbeitslosigkeit ungelernter jugendlicher Arbeitskräfte führen dürfe. Die zur Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts der Altersklassen' in der gewerblichen Berufstätigkeit erforderlichen Umstellungsmaßnahmen sollen von den Dienststellen der Reichsanstalt nicht bürokratisch und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Wirtschaft durchgeführt werden. Die deutscke Steinkohlenförderung hat im Monat August abermals zugenommen. Sie war im Ruhrbezirk um nahezu 15 v. H. höher als im gleichen Monat des Vorjahres. Auch die Belegschaft konnte abermals etwas vermehrt werden. Beträchtlich gestiegen ist insbesondere die Kohlenförderung in Westoberschlesien und im Aachener Revier. Die Zahl der Feierschichten betrug im Monat August im gesamten deutschen Steinkohlenbergbau 591 000 oder 2,61 Feierschichten auf jeden Kopf der Belegschaft. Eine noch stärkere Konjunkturbesserung weist der deutsche Eisenerzbergbau auf. Förderung und Absatz sind sowohl im Siegerland wie im Lahn-Dillgebiet und in Oberhessen weiter beträchtlich gestiegen. Im Siegerlande wurde die Belegschaft im Monat August um 121 auf 5418 Mann, im Lahn-Dillgebiet um 124 auf 2265 Mann erhöht. An vielen Stellen sind Aufschlußarbeiten und Bohrungen im Gange. Endlich ist auch die Förderung im Mansfelder Kupferschieferbergbau weiter gestiegen. * Der Reichsbeauftragte der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, Dr. Lüttge, hat in einer unter dem Titel „Deutschlands Rohwirtschaft" erschienenen Sondernummer der Rhein- Mainischen Wirtschaftszeitung die Umwandlung der Ueberwachungsstelle in eine Metallversorgung s st e l l e in Aussicht gestellt. Diese soll den Verarbeitern die erforderlichen Rohstoffe je nach der Dringlichkeit zuweisen. Dabei muß natürlich der für die Ausfuhr hochwertiger Erzeugnisse der Metallverarbeitung erforderliche Bedarf bevorzugt behandelt werden. Durch eine geordnete Metall- Rohstoffwirtschaft kann die deutsche Verarbeitungsindustrie instandgesetzt werden, auf Weltmarktbasis 3u kalkulieren, soweit die Preise der Rohstoffe für die Preisgestaltung ihrer Erzeugnisse von wesentlicher Bedeutung sind. Die Wettbewerbsfähigkeit vieler deutscher Industrien wird dadurch gestärkt werden können. ♦ Auf der Tagung des Tiefbohrtechnischen Vereins in Goslar machte Dr. Alfred Bentz aufschlußreiche Ausführungen über den heutigen Stand der Erd- ölerfchließungen in Deutschland und über das Reichsbohrprogramm für 1934, das 57 Bohrungen umfaßt. Es handelt sich in der Hauptsache um Bohrungen in Hannover, Westfalen, Thüringen und Baden, lieber das Ergebnis läßt sich zur Stunde noch nichts sagen. In Nienhagen ist die Leistung in den ersten acht Monaten des Jahres auf 150 000 Tonnen gestiegen und übersteigt somit die Jahresproduktion von 1933 schon um 5000. Bei der Motorisierung Deutschlands handelt es sich hier um eine der wichtigsten Aufgaben, die Oelgewinnung im Lande großzügig zu fördern, wie es auch geschieht. * Interessante Zahlen über die Zunahme der privaten Bautätigkeit werden jetzt bekanntgegeben. In den ersten sechs Monaten des Jahres sind in den Gemeinden über 10 000 Einwohner einschließlich der Umbauten 70 100 Wohnungen fertiggestellt worden, also 88 v. H. mehr als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Die Zahl der erteilten Bauerlaubnisse und der 'Baubeginne lag um 77 bzw. 69 v. H. über dem Vorjahrsbestand. Insgesamt kamen 40 v. H. der zum Bau nötigen Mittel aus öffentlichen Mitteln zusammen. In der Hauptsache handelte es sich um Bau von Kleinwohnungen von 1 bis 3 Zimmern. Nur wenig geringer ist der Bedarf an Wohnungen von 4 bis 6 Räumen. ausgiebig Gebrauch gemacht wird, dann Sport und nationalpolitiscker Unterricht, schließlich Abendessen und Heimabend, ausgefüllt mit dem Lernen aller möglichen Lieder oder Handfertigkeiten. Nicht zu übersehen ist die Arbeit beim Bauern. Eine Fahrt durch mehrere Heime ergab überall das gleiche Bild: Begeisterung für die Arbeit auf dem Hof und Feld, herzlichstes Verhältnis zu den Bauern, dazu schon jetzt manche Abmachung, den Jungen oder das Mädel zu behalten und in die Familie aufzuneh- men. Aber nicht nur auf dem Felde wird einige Stunden gearbeitet. Wer einen handwerklichen Beruf ergreifen will, findet bei dem Dorfhandwerker Beschäftigung. So ist dafür gesorgt, daß die Schulentlassenen ?anz allmählich mit der Arbeit in einer Form Be- anntschaft machen, die der Arbeit alles Abschrek- kende nimmt. Gleichzeitig ist das Landjahr auch eine nicht zu unterschätzende Erholung. Bis zu zwanzig Pfund haben viele Kinder vom April bis jetzt angenommen, sind aufgeweckter geworden, fleißig und strebsam, so daß ihre Eltern mit ihnen Ehre einlegen können, sobald sie vom Landjahr zurückkehren und in eine Lehrstelle einrücken. Oft kehren sie dem Heim für mehrere Tage den Rücken. Dann geht es froh und munter in die Wälder und die weite Ferne. Draußen wird übernachtet, die Jun- aens kochen ab, sie treiben Geländesport, sie lernen Lagerordnung, sie verrichten tausend kleine Arbeiten, um dann, wenn unter Trommelwirbel und einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer des Abends das Hakenkreuzbanner und die Reichsfgrben ein- geholt werden, voll stolzer Zufriedenheit — sei es im Herrn, sei es auf der Wanderung — an das Geschehen des abgelaufenen Tages zurückzudenken. Andere Burschen, andere Mädel kehren am 15. Dezember heim, wenn das Landjahr, das sich wegen der mit großen Unkosten verknüpften Winterzeit nur über acht Monate erstreckt, abgelaufen ist: gesund und körperlich gestählt, beständig in ihrem Wesen, durchdrungen von dem Gedanken der Volksgemeinschaft, national in ihrem Sinnen und Trach- ten, aber auch voller Selbstbewußtsein. Denn hier haben sie gezeigt, daß sie nicht die kleinen kümmerlichen Stadtkinder sind, die der Landmann beim Anrücken mit reichlich kritischen Blicken musterte. Sonne und frische Luft, gute Kost und eine gewissenhafte, sorgsame und zielbewußte Leitung brachte in ihnen alle Kräfte zu voller Entfaltung. Ein großes Werk ist begonnen. Mag es nicht nur gelingen, sondern sich selbst übertreffen. Die besten Herolde werden jedoch die Landjahrkinder fein, für die das Landjahr das große Erlebnis ihres Lebens ist, an das sie immer zurückdenken werden, das ihnen in ihrem zumeist sehr traurigen und grauen Dasein zum leuchtenden breiten Sonnenstrahl wurde. An diesem Erlebnis sollen aber einstmals alle, alle deutschen Jungen und Mädel teilnehmen. Achtung Saarabstimmungs- berechtigte! Verlin, 20. Sept. (DRB.) In der Zelt vom 26. September bis 25. Oktober 1934 haben die Saarabstimungsberechtigten, die nicht i n d i e Abstimmungslisten der Gemeindeaus- f d) ü f f e des Saargebietes ausgenommen worden sind, Einspruch gegen die Nlchtauf- nähme einzulegen. Die Mitteilung darüber, daß ihre Aufnahme in die Listen nicht erfolgt ist, wird den in Frage kommenden Personen in den nächsten Tagen unmittelbar zugehen. Der Antrag auf Eintragung in die Stimmberech- tigten-Listen wird in den meisten Fällen von den Gemelndeausschüfsen des Saargebietes deshalb abgelehnt worden fein, weit der ständige Aufenthalt im Saargebiet am Stichtag (28. Juni 1919) nicht einwandfrei nach - gewiesen ist. Es ist also besonders darauf zu achten, daß die Linwohnereigenschast im Saargebiet am 28. Juni 1919 durch Beibringung einwandfreier Unterlagen (polizeiliche An- und Abmeldung, Steuerbescheide, Lohnzettel, Bescheinigungen der seinerzeitigen Arbeitgeber, Bestätigung der Krankenkassen, Arbeits- und Dienstbücher, Licht- und Wafferzinsrechnungen oder sonstige Urkunden) oder eidesstattlicher Versicherungen oder auch durch die Benennung von Personen, die diese Linwohner- elgenschaft bezeugen können, nachgewiesen wird.— Einspruchsformulare gehen den Abstimmungsberechtigten, die Einspruch einzulegen haben, unmittelbar zu. Für die ordnungsmäßige Beantwortung der Einsprüche stehen die Organe des Bundes der Saarvereine (Geschäftsstelle in Berlin SW 11, Stresemannstraße 42, die Ortsgruppen, sowie die Obmänner), ferner die bei den Einwohnermeldeämtern bzw. den Polizeirevieren eingerichteten Saarmelde st ellen zur Verfügung. Oie marxistischen Ltmsturz- pläne in Spanien. Die Regierung glaubt den Anichlag verhüten zu können. Madrid, 20. Sept. (DNB.) Der spanische Innenminister erklärte der Presse, daß die Polizei in Madrid in der Wohnung eines ehemaligen sozial- I demokratischen Abgeordneten eine Werkstä11e jzu r Herstellung von Bomben sowie 90 iKilogramm Dynamit gefunden hat. Weiter- Ihin wurden in Madrid der Propagandaleiter und ।einige Studenten der sozialdemokratischen Studen- Itenoereinigung bei einem umfangreichen Waffen- itransport überrascht. Die Untersuchungen förderten u. a. Pläne ans Tageslicht, die deutlich die ^Arbeitsweise der Marxisten nach Art des amerika- mischen Gangsters erkennen lassen. Die Revolution sollte am Hellen Tage ausbrechen. Bombenan- schlüge sollten in den belebtesten Straßen Mad- irids eine Panik unter der Bevölkerung Hervorrufen. Die vom Nevolutionsausschuß heraus- ^gegebene Befehle für die marxistischen Mordbren- mer ordneten an, daß Gebäude, wie das Kriegs- Ministerium, das Verkehrsministerium, die Polizei- Direktion usw. einfach in die Luft zu spren- gen seien. Sämtliche uniformierten Perso- men in Kasernen usw. seien zu ermorden. Unter den von den Revolutionären besonders ge- !'ennzeichneten Personen befanden sich natürlich in irrster Linie die M i n i st e r. Am Abend des Re- oolutionstages sollten die Verhafteten vom Revo- jutionsgeridjt verurteilt u n b hingerichtet -werden. Zur selben Stunde hätten die einzelnen roten Behörden die Aufgabe gehabt, zahlreiche wei- wre Gebäude zu sprengen und in Brand zu stecken. Die Regierung glaubt anhand der umfangreichen Verhaftungen, Waffen- und Dokumentenfunde der letzten Tage den geplanten Staatsstreich der Marxisten verhüten und der revolutionären Bewegung Herr werden zu können. Die italienisch-südslawische Spannung. Italien nimmt nicht am Frontkämpser- kongretz teil. Rom, 21. Sept. (DNB.) Die Vorsitzenden der Verbände d er Kriegsbeschädigten und Frontkämpfer sandten an den Vorsitzenden des internationalen Verbandes der ehemaligen Front- kämpfer in London folgende Depesche: „Die italienische Abordnung erhielt in dem Augenblick, als sie sich zur Teilnahme an dem von den Kameraden in England organisierten Kongreß vorbereitete, Kenntnis von dem weitgehenden heftigen Feldzug der großen südsla- wischen Presse, die durch eine beschämende Kundgebung der Feindseligkeit nicht nur die Ehre und den Stolz des italienischen Soldaten, sondern auch die Wahrheit der Geschichte kränkt. Da diese Kundgebungen von den Vertretern der südslawischen Frontkämpfer nicht zurückgewiejen worden sind, die sich ebenso wie die früheren Verbündeten und die früheren Feinde der Selbstverleugnung und des Heldenmutes des italienischen Soldaten erinnern müßten, und 'ba biefe Kunbgebungen selbst b e n Geist bes internationalen Derbanbes der ehemaligen Frontkämpfer (Fidac) verletzen und jede Zusammenarbeit zwischen den ehemaligen interalliierten Frontkämp- fern unmöglich machen, hat die italienische Ab- Ordnung mit dem lebhaftesten Bedauern auf die Teilnahme an den Arbeiten des 15. Kongresses der Frontkämpfer verzichtet. Eine bemerkenswerte Entscheidung des schlesischen Wojewoden. K a 11 v w i tz, 20. Sept. (DNB.) Im Oktober 1933 war den Arbeitsvermittlungsämtern die Erlaubnis erteilt worden, turnusmäßig beurlaubte Arbeiter als e n 11 a f f en anzusehen und an ihre Stelle langfristig Erwerbslose, bzw. solche mit größerer Familie in Arbeit und Brot zu bringen. Diese Anord- nung wurde als wirtschaftliches Kampfmittel gegen d i e deutsche Minderheit angewendet. 3n zahlreichen Fällen wurden diejeni- gen Turnus-Urlauber, die sich zur deutschen Minder- heit bekannten, n i ch t w i e d e r e i n g e st e l l t und polnische Arbeiter auf ihren Arbeitsplätzen untergebracht. Daraufhin hatten die deutschen Be- rufsverbände den schlesischen Wojewoden gebeten, die Arbeitsvermittlungsämter anzuweisen, bei der Wiedereinstellung von Turnus-Urlaubern nur wirtschaftliche und soziale Grundsätze walten zu lassen. Der Wojewode hat jetzt die Ar- beitsDermittlungsämter angewiesen, bei der Einstel- lung von Arbeitskräften unparteiisch vorzugehen und nur wirtschaftliche und familiäre Verhältnisse zu berücksichtigen. Die Landräte und Bürgermeister müssen sich davon überzeugen, daß keine Ungerechtigkeiten Vorkommen. Alle Verstöße werden unnachsichtlich und ohne Ansehen der Person geahndet. Japans Finger in der amerikanischen Rüstungsindustrie. Washington, 21. Sept. (DNB.-Funkspmch.) Bei dem Verhör über das Geschäftsgebaren der amerikanischen Rüstungsindustrie sagte der Vorsitzende der Federal Laboratories Compann, $oung, aus, d i e Japaner unterhielten in Den Vereinigten Staaten einen wirksamen Handels- informationsbienft, um sich über die neuesten amerikanischen Erfindungen laufend zu unterrichten. Die Japaner bekamen die Patentnummern durch japanische Handelshäuser und schrieben die Patente dann im Patentamte ab. Aus dem Schriftwechsel zwischen Noung und der Maklerfirma Okura-Eompany ergab sich, daß die Maklerfirma die Patentnummern der Erzeugnisse der Federal Laboratories Company unter Dem Vorwande zu erfahren versuchte, die japanische Marine wünsche einige Erzeugnisse zu kaufen. Poung erklärte bei seiner Vernehmung, er habe der Maklerfirma die gewünschten Nummern nicht mitgeteilt, sondern ein Abkommen über den Verkauf der Herstellungsrechte an die Japaner vorgeschlagen. T. M. S m o o t, Generaladjutant in Hawai, war im Rechnungsjahr 1933/34 Agent für die Thomson-Machinegun-Gefellschaft und die Federal Laboratories. Noung unternahm im Dezember 1932 Schritte, um Das vorgeschlagene Waffenausfuhrverbot im Kongreß zu bekämpfen. Die Federal Laboratories verkaufte im ersten Halbjahr 1934 der kubanischen Regierung Tränengas und andere Materialien im Werte von über 400 000 Dollar. Noungs Bruder Paul, der Missionar der Cristian Missonary Alliance in Ecua- bor war, zeigte dem Kriegsminister und den Generalen von Ecuador die Wirkungen des Tränengases. Hungerkundgebungen der englischen Arbeitslosen. London, 20. Sept. (DNB.) Die Londoner Abteilung des Nationalverbandes der Arbeitslosen beabsichtigt, vom 1. bis 15. Oktober einen Feldzug unter dem Titel „Zwei Wochen Hunger" zu organisieren. Während dieser Zeit sollen Massenversammlungen abgehalten und Abordnungen an die örtlichen Behörden gesandt werden. Mit Dem Hun- gerseldzug wird bezweckt, eine außerordentliche Winterbeihilfe von drei Schilling wöchentlich für Erwachsene und zwei Schilling für Kinder, ferner einen Zentner Freikohle in der Woche, Freischuhe usw. für die Arbeitslosen zu erreichen. Den Höhepunkt des Feldzuges soll eine Kundgebung vor dem Londoner Grafschaftsrat bilden. Aehnliche Kundgebungen sollen in verschiedenen | anderen großen Städten veranstaltet werden. Hungermärsche sind jedoch nicht geplant. Oas Volk in Waffen. Die militärische Vorbildung der Jugend in Italien. Rom, 18. Sept. (DNB.) Der italienische Mi- nifterrat billigte folgende Gesetzentwürfe: 1. Einen Gesetzentwurf für die vormilitärische Ausbildung, die die männliche Jugendorganisationen geistig, körperlich und militärisch erziehen soll. 2. Einen Gesetzentwurf für nachmilitärische Ausbildung, die den Zweck hat, nach der Dienstzeit den militärischen Gei st und die Kameradschaft wachzuhalten und die ausgedienten Soldaten in ihren diesbezüglichen militärischen Funktionen sowie mit allen kriegstechnischen Einrichtungen und Fortschritten auf der Höhe zu halten. Diese nachmilitärische Ausbildung ist bis zum zehnten Jahre nach Ablauf der aktiven Dienstzeit Pflicht und kommt, je nach Waffengattung, nur für Festtage oder für eine kurze Zeitspanne in Frage. Weiter ift vom Ministerrat ein Gesetzentwurf gebilligt worben, der militärische Ausbildungskurse an den Mittel- und Hochschulen vorsieht. * Die Nachrichten von der Militarisierung des italienischen Volkes haben in Paris Aufsehen erregt. Der „Matin" schreibt, Italien suche sich seinen Weg, um sich ständig als Großmacht zu verankern. Infolgedessen bringe es die spartanische Auffassung zur Anwenduna: „Männer und Frauen im Dienst des Lande s". Es fei zwecklos, sich die Rückwirkungen zu verhehlen, die dieser neue diplomatische Faktor der Militarisierung im Auslande Hervorrufen könne. Denn Italien werde bei den europäischen Verhandlungen über eine Million Soldaten In b i e Waagschale wer« f e n können. Das italienische Beispiel werde notwendigerweise entscheidende militärische Reformen bei den anderen Ländern zur Folge haben, die leider nicht alles über d i e gleiche Bevölkerungsstärke und nationale Disziplin verfügten wie Italien. Abschluß der schweizerischen Herbstmanöver. Bem, 20. Sept. (DNB.) Am Donnerstag wurden die Manöver der dritten Division abgeschlossen. Der Hebung lag die Annahme eines Angriffes auf die Zentralschweiz und dessen Abwehr zugrunde. Dem Manöver, an dem insgesamt 30000 Mann teilnahmen, waren vor zwei Wochen Uebungen der ersten Division an der West grenze vorangegangen. Unter den Gästen bemerkte man zahlreiche ausländische Militärattaches und Offiziere in Sondermifsion, weiter den Chef des eidgenössischen Militärdepartements, Bundesrat Minger, der bei der Schlußbesprechung das gute Ergebnis der Uebungen besonders heraus- stellte und abschließend auf die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung eines gut durchgebildeten Volksheeres zur Wahrung der Neutralität hinwies. Aus aller Wett. Hunderte von Todesopfern eines Taifuns in Japan. Ein von schweren Regenfällen begleiteter Taifun raste am Freilagvormittag mit einer Stundenge- schwindigkell von 45 Meilen quer durch Zentraljapan. Lr nahm feinen Anfang bei Osaka und ging über Kioto in das Japanische Meer. Ls entstand eine Springflut, durch die auf einer der vorgelagerten Inseln etwa 2 0 0 0 Häuser überschwemmt wurden. Man befürchtet große Verluste an Menschenleben. Der Weg, den der Taifun genommen hatte, bietet den Anblick eines Trümmerfeldes. Ausgerisfene Bäume und Telegraphenmasten, sowie die Trümmer von zerstörten Häusern liegen wirr durcheinander. In Osaka sind zahlreiche Häuser, darunter mehr als 40 Schulen eingestürzk. Militär wurde sofort angefordert, um sich an dem Rettungswerk zu beteiligen. DieZahlderTolen beläuft sich bisher auf etwa 4 0 0. In Osaka ist ferner ein berühmter Tempel zerstört worden. Dabei sind 15 Personen verletzt worden. Dynamitanschlag auf die Dockanlagen der Morgan-Linie in Texas vereitelt. Beamte der Morgandampferlinie in Houston (Texas) haben durch einen Zufall über 3 0 0 Pfund Dynamit entdeckt. Die Dynamitladung war durch Leitungsdrähte mit einer Batterie und einer Weckeruhr verbunden. Die Dockwärter durchschnitten sofort die Drahtverbindungen und verhüteten dadurch ein namenloses Unglück. Man nimmt an, daß der Plan, die Anlagen der Morganlinie zu zerstören, mit den Versuchen zusammenhängt, Schiffe auf hoher See zu vernichten. Wie gemeldet, brach in den letzten zwei Wochen im Karybischen Meer auf vier Schiffen Feuer aus, darunter auf der „Morro Castle". Der Funker Alagna belastet die Offiziere der „Morro Lastle". Im Verlaufe der Untersuchung des Brandes auf der „M orro Castle" wurde der Funker George Alagna vernommen, dessen Aussagen man bereits mit Spannung erwartete. Alagna bekundete, daß der stellvertretende Kapitän Warms die Aus- fcnöung von SOS-Stufen erst angeordnet habe, nachdem er, Alagna, sich fünfmal auf die Kommando» brücke begeben und dringend um Weisungen gebeten hatte. Alle Offiziere auf der Kommandobrücke, fuhr Alagna fort, schienen verwirrt und unschlüssig. Warms sei lediglich auf- und abgegangen. Ein Offizier auf der Kommandobrücke habe händeringend gefragt: Was sollen wir tun? Was sollen wir tun? Schließlich habe jemand, offenbar Warms, gerufen: Dreht das Schiff herum, laßt es auf den Strand laufen. — Der Sachverständige für Giftstoffe eines Neuyorker Krankenhauses hat be- fanntgegeben, daß die chemische Untersuchung der Leiche des vor dem Ausbruch des Brandes gestorbenen Kapitäns Willmott keinerlei Giftspuren ergeben hat. Elly Beinhorn in Mexiko. Die deutsche Fliegerin Elly Beinhorn ist auf dem Flugplatz in Mexiko gelandet. Sie wurde von einer zahlreichen Menschenmenge überaus stürmisch begrüßt. Elly Beinhorn beabsichtigt, in der Stadt Mexiko etwa zehn Tage zu bleiben. I 1 5454 A «Mui gatoltonei! [Kaufgesuche"] Alle Schweine Samstag Wochenmarkt und 5453 D Im Zeichen der fakson-tröffmmfj! (Nr. 870 — 35/5,4 —) 46,48 23: 181 5451 A wiche mit tteiten Beinen pefunben und entwickeln sich überraschend schnell wenn Sie durch ledes Kutter 1 Eßlöffel voll echtes Garagen zu vermieten Großgarage am Aulweg. | Vermietungen] Laden in bester Lage der Stadt sofort zu vermiet. 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September 1934 n Wohnort hatten, innerhalb derselben als Ar- r oder Angestellte nur mit vorheriger Zustim- ; des für die Arbeitsstelle zuständigen Arbeitseingestellt werden. Eine Zustimmung wird ; nur in besonderen Ausnahmefällen erteilt. Beschäftigung von Arbeitern und Angestellten en gesperrten Bezirken ohne die erforderliche mmung wird strafrechtlich verfolgt und hat rbem für alle Beteiligten erhebliche Wirtschaft- Nachteile zur Folge. enso wie vor bem Zuzug nach Groß-Berlin auch bavor gewarnt, nach Hamburg, Altona, prich, bitte, vor allem hochbeutsch, Donata! t einfach gräßlich, wenn bu fo ’n Frankfurter Bornheimer Sprachgemengsel verzapfst." eut gefällt bir’s nur net, Detlef, weil bu e jtes Gewisse hast! Aber trotzdem redd ich grab wie mir der Schnawel gewachsen is. Ich sag Detlef, du sollst dich schäme, solch Zeug zu tze wie ebe. Hast mir doch alles ganz annersch- erzählt, daß du lieber Gärtner werde wollst, »ei Vorfahre. Un es hat mir gefalle. Jetzt bab- du aber wieder, als wüßtest du gar nix mehr i. So ä windig Wetterfahn mag ich aber net." nahm den Hut ab, fein Kopf brannte. Er z selbst nicht, wie ihm zumute war. n lag es wie eine Bergeslastauf dem Herzen, »er er sich gern befreit hätte. Er hätte so gern ____hinausgesprudelt, was ihm die Gedanken wirr und bange machte, und gleichzeitig hätte er das schlanke Mädel am liebsten hier unter Gottes freiem Himmel in feine Arme gerissen und gebeten: Vergib mir, ich weiß ja nicht mehr, was ich will! Ich stehe wie unter dem Einfluß eines bösen Geistes, der mir ein Glas vorhält, durch das ich alles ganz verzerrt sehe. Aber er redete sich weder die bedrängenden Gedanken vom Herzen, noch bat er Donata, sie möchte ihm vergeben. Er sagte nur ruhig, so ruhig es ihm möalich war: „Ich werbe ja auch Gärtner bleiben und denke nicht im Ernst daran, meinen Entschluß umzuwerfen! Schon weil ich meine Mutter, die sich sehr darüber gefreut hat, unsäglich enttäuschen würde." „Mich auch, Detlef, mich auch!" Donata betont» jede Silbe, und ihre dunklen Augen waren voll zu ihm aufgeschlagen. „Ich weiß ja, woran du krankst: seit es uns besser geht." Sie faßte ihn bei der Hand und zog ihn weiter. Nun wanderten sie wie zwei große, einträchtige Kinder den Weg vorwärts, und Donata lächelte: „Guck um dich, bummer Bub! Guck, der Grünkohl da drüben, der vergnügt den Frost mit seinen krausen Blättern einfangen will, um recht schmackhaft zu werden, lacht dich aus — und der hohe Rosenkohl feixt mit all den kleinen Köpfchen, die sich wie Schnecken an seine Stämmchen drücken. Und wenn du in deinen Garten drüben über den Main kommst, da sollen die dich auch auslachen, denn davon ist ja auch dein Garten noch voll. Du bist erst so närrisch geworden, seit es uns Oldens besser geht; ich wiederhole dir das. Wir sprechen ja nicht zum ersten Male darüber. Statt dich zu freuen, wirst du immer galliger. Wie ’n altes Männchen mit nem Leberleiden und vielen anderen Gebrechen bist du jetzt oft. Als ich Tante Röschen beerbte, kriegtest du den ersten Knacks, als wir die Juwelen des Urgroßvaters fanden, kriegtest du den zweiten Knacks, und Vaters großer Erfolg gab bw ben brüten Knacks. Du kommst bir uns gegenüber jetzt klein unb gering vor." (Fortsetzung folgt.) ein neuer Fall von Gangster-Feme in Neu In einem Klub im Neunorker Stadtteil Br, hat sich ein neuer aufsehenerregender Fal Gangster-Feme ereignet. Das von den ' sters ausgesprochene Todesurteil rourl dem jungen Spieler Fred Bocci vollstreck gerade aus dem Gefängnis entlassen worden Bocci spielte nachts in dem Klub Karten, als lich zwei bewaffnete Männer in die Klub, eindrangen. Einer der Eindringlinge rief Boc Wenn du beten willst, beeile dich", worauf niederkniete. Plötzlich erhob er sich jedoch uni suchte, eine Telephonzelle zu erreichen, ur Polizei zu benachrichtigen. Das „Hinrichtung mando" war aber schneller. Kurz vor der Tele zelle brach Bocci, von vier Kugeln tödlich < fen, zusammen. wilde Löwenjagd in einer amerikanischen 5 In der Stadt Richmonds (Virginia) brach Werbeumzug eines Zirkus durch die Stad Junglöwe aus feinem Käfig aus. fende von Zuschauern wurden von Schrecken - fen und stoben in wilder Flucht davon. 3n allgemeinen Drunter und Drüber wurde der zunächst durch den großen Lärm eingeschü Bald erholte er sich aber von seiner Angst ur zwei Pferde an, die er schwer verletzte. Pol versuchten nun, die Bestie zu erschießen. Sie letzten sie aber nur an der Tatze. Die Schn ließen nun den Löwen mit Wutgebrüll dur Straßen rasen, wobei er Hunderte von Fußgä vor sich her trieb. Schließlich floh der Löwe Haus, dessen Bewohner aus Furcht aus den stern sprangen. Endlich gelang es, den Löw erschießen, wobei jedoch eine Person dura verirrte Kugel verletzt wurde. Passaglerbool auf dem Ganges gekentert. — 45 Menschen ertri Ein Boot mit 45 Passagieren kenterte rend eines mitternächtlichen Sturmes bei Hili in der Mündung des Ganges. Sämtliche ’ giere ertranken. Schweres Erdbeben in Mexiko zerstört drei D Im Staate Jalisco ereignete sich ein sch Erdbeben, durch das drei Dörfer stört wurden. Man befürchtet, daß zahl Menschen dem Beben zum Opfer gefallen Neun Leichen sind bereits unter den Trün der eingestürzten Häuser geborgen worden. Zahl der Verletzten beträgt 200. Wieder mehrere Bergsteiger in den bayerisc Bergen vermißt. Nachdem erst vor kurzem sieben Bergsteig« Schüsselkar vermißt und dann tot aufgefunden den waren, werden jetzt in den bayerischen B wiederum fünf Bergsteiger vern Wie die „Deutsche Bergwacht" meldet, Hand, sich dabei um den Kunstmaler Wllhelm Arle r und seine Begleiterin Bernhardine Geig nach Garmisch gefahren waren, um sich an Baader See zu begeben, ferner um Dr. Erich ( tentag aus München, der im Allgäu vom bronner Weg über das Nebelhorn nach Ober wandern wollte, und endlich um einen Herr: eine Dame, deren Namen bis jetzt nicht err werden konnten. Diese beiden hatten am 9. tefhber ihre Fahrräder in Mittenwald untera durften fie «le kaufen fie bc Vermietungen Laden in bester Lage der Stadt sofort zu vermiet. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. oises Garagen zu vermieten Großgarage am Aulweg. 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September 1934, 10^ Uhr, in der Gastwirtschaft „Zur Llebigshöhe" in Gießen versteigert werden. . 5446C Das Nadelholz (einschließlich Papierholz) ist entrindet. Die Abfuhr des Holzes muß innerhalb acht Tagen nach dem Versteigerungstermin beendet sein; eine Verlängerung dieser Frist kann nicht erfolgen. Die Zuschlagserteilung erfolgt sofort in dem Termin. „ N, 3a - Kiefern-Langholz, N, 1b = - „ N,2a = WtQemfltib teurer für Stud. ing. im 3. Semester gesucht. Schriftl. Angebote unter 04565 a.d.Gieß. Anzeiger erbet. Anständige Frau sucht leer. Zimmer evtl, mit Kochgelegenheit Schr.Angeb.unt. 04571 and. G.A. | Verkäufe"" Gebrauchte Kreissäge fast neu,f.Schreiner, ganz aus Gußeisen, billig zu verkaufen. Schr.2lngeb.unt. 04567 a. d. G. A. Märklin- Umiormer für elektr.Eisen- babnf.ll0,115o. 220 Volt Gleichstrom, mit Anschlußgarnitur billig abzug.544sv Alicenftr. 33 II. | Mietgesuche"} 5-6-Zimm.-Wohn. im Zentrum voil gut. Mieter gesucht. Schriftl. Angebote unter 04560 a. d.Gieß. Anzeiger erbet. H-Lloin. mit Bad von Beamten sofort ob. l.Oktob. gesucht. Schr.Angeb.unt. 04555 a.b. G.A. gebienroe@c6rilt,L |Verschiedenes | 1t 04574 111 ' Seltetsroefl 22. Schöner antiker flleiöetWanl sehr av art. groß. BlnmeniHD freiwill.abzugeb. Kaiferallee 81 Gartenhaus (^ Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 im m. 22| Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) greitag, 21. September (934 w. WS '•ilf - - *« OerGießerrerNGLB.auf dem Glauberg An- Blick auf einen Teil der Ausgrabungsstätte. wall wurde in dieser Zeit erneuert, lieber den mit darum geschichteten Steinen aufgebaut war. Bei lieber dem Wallrest aus Stein- und Bronzezeit Umfange bedeckt von der Kulturschicht der Bronzezeit (etwa 2000 bis 1000 v. Ehr.) Auch der Ring- Die Teilnehmer auf dem Besichtigungs-Rundgang. Dr. und dem Größe, gemessen an den gewaltigen Ausmaßen oer Befestigungswerke der Vorzeit, als recht bescheiden zu bezeichnen. Diese Reichsburg entwickelte sich wohl infolge unzulänglichen Besitzes zu einem Raubnest und wurde im 13. Jahrhundert zerstört. Seitdem kehrte Ruhe ein auf dem Berge, bis hin zu den heutigen Tagen, wo der Forscher sich bemüht, in den steinernen Blättern der Geschichte das mannigfache Schicksal des Berges und seiner Bewohner zu ergründen. Augen sticht, ist die Steilheit der Hänge und die Größe der Gesamtanlage, die sich, von den Anschlußwällen abgesehen, hauptsächlich auf der Plattform des Berges befindet. Die Plattform hat eine Länge von 650 Metern und eine Breite von 80 bis 180 Metern. Die Hänge steigen in einem Winkel von 50 Grad und mehr an. Somit war der Glauberg die geeignetste Stätte zur Anlage eines befestigten Ortes bereits in den frühesten Zeiten. Zunächst gab Herr Dr. Richter an Hand einer Karte einen Ueberblick über die Gesamtanlage. Der Kern der ganzen Anlage ist die Plattform des Berges, die zu allen Zeiten durch Wälle oder durch Mauern befestigt war. Außer diesen Wällen untr Mauern auf dem Gipfel sind aber an den Hängen noch Anschlußwälle vorhanden, deren Zweck die Sicherung des sich unmittelbar anschließenden Gebietes war. Besonders gut erhalten sind die An- Unter Beteiligung von etwa 100 Mitgliedern aus der Stadt und dem Kreise Gießen veranstaltete dem Glauberg. Die Erbauer dieses Walles sind die Kelten gewesen. Dieses Werk ist also eine keltische Fliehburg, eine Anlage ähnlich der auf dem Düns- berg. Zu diesen Befestigungsanlagen gehören auch die oben geschilderten Wälle; sie dienten hauptsächlich der Einbeziehung der Quellen in die Gesamtanlage. In der Fliehburg konnten im Kriegsfälle die Bewohner weit und breit samt Vieh und beweglicher Habe Schutz suchen. Rach der Zeit der Kelten kam die der Römer. Funde an römischen Waffen und Terra-Sigillata- Scherben wurden aufgemacht, doch von Bauwerken irgendwelcher Art aus dieser Zeit ist bis jetzt nichts entdeckt worden. Dr. Richter nimmt deshalb an, daß der Glauberg damals nicht besiedelt war. Wahrscheinlich mußte er unter dem Druck der Römer, deren Grenzwall in fünf Kilometer Entfernung an dem Glauberg vorbeiführte, geräumt werden. Ein vierter Bauabschnitt des Ringwalles kann als germanisch bezeichnet werden. Durch die Germanen. wurde der Wall erst teilweise zerstört, später aber erneut erhöht. Wahrscheinlich befand sich zu dieser Zeit dort ein germanischer Fürstensitz. Hiermit- wurde zum ersten Male in seiner Geschichte der Berg als dauernder Wohnsitz benutzt, während er in der vorgeschichtlichen Zeit als Volksburg nur periodisch, und zwar nur in Zeiten der Unruhe, als Zufluchtsort diente. Im östlichen Teile des Berges sind.die Reste eines solchen Fürstensitzes gefunden worden. Genaueres hierüber bleibt den weiteren Forschungen Vorbehalten. Als Abschluß des Ganzen erwähnen wir als fünfte Bauperiode die Anlage einer mittelalterlichen Reichsburg der Glauburg. Jedoch ist ihre Zuzugssperre für die Gebiete um Hamburg und Bremen. Vom Arbeitsamt Gieß en wird uns mit» geteilt: Auf Grund des Gesetzes zur Regelung des Arbeitseinsatzes hat der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung durch zwei ülhorbnungen vom 30. August 1934 mit Wirkung vom 1. September 1934 für die Stadtgemeinden Hamburg, Altona, Wandsbek, Harburg- Wilhelmsburg, sowie für das bremische Staatsgebiet, für die Städte Delmenhorst, Nordenham, We- fermünbe unb bie Gemeinben Hasbergen, Hemelingen, Aumunb, Blumenthal, Farge, Grohn, Öfter» holz-Scharmbeck, Lintel, Ritterhube, Scharmbeckstotel biefelbe Zuzugssperre verfügt, wie sie bereits für bie Stabtgemeinbe Groß-Berlin feit bem 18. Mai 1934 besteht Danach bürfen Personen, bie in ben bezeichneten Stäbten unb Gemeinben am 1. September 1934 feinen Wohnort hatten, innerhalb berselben als Arbeiter oder Angestellte nur mit vorheriger Zustimmung des für die Arbeitsstelle zuständigen Arbeitsamts eingestellt werden. Eine Zustimmung wirb jeboch nur in befonberen Ausnahmefällen erteilt. Die Beschäftigung von Arbeitern unb Angestellten in den gesperrten Bezirken ohne die erforderliche Zustimmung wird strafrechtlich verfolgt und hat außerdem für alle Beteiligten erhebliche wirtschaftliche Nachteile zur Folge. Ebenso wie vor dem Zuzug nach Groß-Berlin wird auch davor gewarnt, nach Hamburg, Altona, der N S L B. Kreis Gießen eine Besichtigungsfahrt z u den A u s g r a b u n g s a r- beiten auf dem Glauberg. Der Mittagszug in Richtung Gelnhausen brachte die Teilnehmer bis Stockheim; von hier aus gelangte man in einem Marsch von etwa 30 Minuten zum Lager des Freiwilligen Arbeitsdienstes, das im vergangenen Jahre eigens zu dem Zwecke, die beabsichtigten Ausgrabungsarbeiten durchzuführen, errichtet wurde. Hier wurden die Fahrtteilnehmer von Herrn ~ Richter, Denkmalpfleger von Oberhessen Leiter der gesamten Ausgrabungsarbeiten auf Glauberg, erwartet. Was dem Auge des Beschauers schon beim marsch besonders auffällt, ist der Umstand, daß an den Hängen unb auf ber oberen Plattform bes Berges in ben letzten Jahren große Walbftücke abgetrieben würben. Hierburch bilbete sich ein eindrucksvolles Bilb, insofern heute von einigen Stellen aus bie gesamte Anlage ber Befestigungswerke zu überblicken ist. Was weiterhin besonbers in bie schlußwälle in nörblicher Richtung. Sie streckten sich keilförmig etwa 400 Meter vom Gipfel bes Berges aus vor. Die Ausgrabungsarbeiten auf bem Berg würben in folgenber Weise vorgenommen: Zunächst würbe burch bie Arbeitsbienstwilligen im vergangenen Jahre ein 1 Meter breiter Suchgraben längs über bas ganze Plateau bes Berges bis auf ben Fels- grunb ausgehoben. Daneben würben senkrecht zu bem Suchgraben Querschnitte burch ben Ringwall gelegt. Bei ber Ausführung biefer Arbeiten würbe bereits eine außerorbentliche Fülle von Funben gemacht; babei kommt es ber Ausgrabungsleitung gar nicht barauf an, wertvolle Einzelfunbe, wie gut erhaltene Gefäße, Werkzeuge, Schmuckstücke ober Urnen zu finben, fonbern für sie ist es vielmehr von Interesse, aus allen biesen Funben nachzuweisen, von wann ab, bis zu welcher Zeit unb von welchen Menschen ber Glauberg befiebelt war. Hierfür finb oft noch so wertlos erscheinenbe Bruchstücke von Gefäßen ober besonbers geformte Mörtelstücke von großer Bebeutung. Durch biese ersten Arbeiten ergaben sich bereits folgenbe Erkenntnisse: Das ganze Bergplateau ist von einer starken Kulturschicht bebecft. Innerhalb biefer Schicht lassen sich eine Reihe von Einzelschichten unterscheiben, von benen jebe einer Besieblungs-, ober beim Wall einer Bauperiobe entspricht. Die erste nachweisbare Besieblung bes Berges geht zurück bis in bie Steinzeit (etwa 5000 bis 2000 v. Ehr.). Unmittelbar auf bem Felsboben aufliegend . fand man in ersten Schicht vielerlei Reste der dama-Resten des steinzeitlichen Walles wurde die eines ligen Kultur und auch einige Wohngruben der, bronzezeitlichen freigelegt, die sich beide auf dem Steinzeit-Menschen. Schon damals trug die Platt- Durchschnitt durch verschiedene Farbe voneinander form einen Befestigungswall, der aus Holzpflöcken unterscheiden. den Arbeiten wurden solche Löcher, in denen die erhebt sich in einer weiteren Schicht die Befesti- Pfosten steckten, freigelegt. ' ..... ~ ‘ . . „ „ gungsanlage aus der frühen Steinzeit. Hierbei han- Diefe steinzeitliche Anlage ist in ihrem ganzen beit'es sich um bie stärkste Befestigungsanlage auf Vornan von Anny von panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 23 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Werner Olden hatte zugehört, nun schüttelte er den Kopf. „Vorläufig werden wir kaum dazu kommen, oder meine Frau muß mit Donata Sie allein besuchen. Ich sitze in der Arbeit bis über die Ohren. Ich ordne meine alten Kompositionen — alles will mein Verleger prüfen." Wie er die zwei Worte „mein Verleger" aussprach! Betont breit und erfolgsicher. Detlef Westkamp dachte: Ob wohl jeder über Nacht berühmt gewordene Künstler so schnell seine kleine Vergangenheit ab- zustreiien vermochte, wie es Werner Olden in so meisterhafter Weise verstanden hatte. Schon sprach Werner Olden weiter: „Meine Damen sollen lieber auch noch etwas warten, es kommt jetzt kaum auf ein paar Wochen an, und in dieser Zeit ist von ber Gärtnerei sowieso nicht viel zu sehen." „Darin bürsten Sie sich irren, Herr Olben!" widersprach er. „Wenn auch keine Rosen mehr blühen unb kein junges Gemüse mehr wächst —" Der Sichere unterbrach ihn: „Ach bitte, lieber Westkamp, wollen uns bamit nicht aufhalten — ehrlich geftanben, bin ich in Ihrem Fach nicht auf ber Höhe. Wozu auch? Blumen unb Gemüse unb Obst kauft man ja so billig in ben Läben." Er erhob sich. „Ich werbe Ihnen mal einen Konzertwalzer vorspielen. Ich bin, wie Ihnen bas Wort Walzer beweist, als Komponist nicht einseitig. Ist doch wieber ganz was anberes als eine Symphonie." Er klopfte Donata auf bie Schulter: Kleine Braut hättest gar nicht fo befdjeiben fein brauchen in der Wahl —" "In der Wahl meines neuen Pelzes. Ich weiß schon, Vater, das wirfst du mir leider etwas zu oft vor!" Donata hatte den von ihrem Vater angefangenen Satz vollendet; sie wußte genau, der Vater hatte etwas zu sagen beabsichtigt, was ihrem Liebsten weh getan hätte. Und Detlef war schon überempfindlich, der vertrug nicht mehr viel. Sie warf ihrem Vater einen bittenden Blick zu, den er auch verstand. Er meinte: „Na ja, wenn du doch das Geld dazu hast, und ich habe es auch, hättest du dir einen gediegenen Pelz kaufen können — dabei bleibe ich." Er lächelte liebenswürdig. „Meinem nächsten Konzert müssen Sie aber beiwohnen, Verehrtester! In knapp zwei Wochen leise, rinnende Quellen, die aus felsigem Gestein niederplätschern, und zogen wie schmale, silbern glänzende Flüsse durch sonnenbeschienenes Wiesen- iuiiu. zjub lang, uas uuny, unv —v— ..... im wiegenden Walzertakt, trillerten und flogen Er lachte erzwungen. „Muttel, du denkst ja viel mehr als ich. Müde bin ich, sehr müde. Morgen, wenn ich ausgeschlafen habe, ist die Sorgenfalte weg. Gute Nacht, Muttel!" Gar nicht rasch genug konnte er das Zimmer verlassen, und Frau Charlotte blickte gedankenverloren noch immer auf die Tür, die sich längst ärgerten. Werner Olden begann zu spielen. Em weicher Walzer erwachte unter seinen Händen, wand sich aus bestrickenden, tönenden Akkorden zu klingenden Ketten im Dreivierteltakt zusammen. Die Akkorde sagte: „Jetzt sind die Abende so furchtbar lang, da hat man viel Zeit über Büchern zu sitzen. Ich denke deshalb manchmal, ich hätte mein Studium doch nicht aufgeben sollen." Donata faßte ihn fest unter. So fest, daß es nichts Zärtliches mehr hatte. „Du meinst also, es tut dir leid, dein Studium aufgegeben zu haben. Schade, daß du einer von der Sorte bist, die man Wetterfahne nennt. Heute so unb morgen wieder anders." Sie blieb stehen, riß ihn am Arm leicht hin und her. „Wetterfahne mag ich net, unzuverlässige Dinger sinn des, un wann du zu bene gehörst, laß dich haamgeige." Sie verfiel, weil sie sich sehr ärgerte, in ihren Dialekt. Er schob ihren Arm fort. -erbe ich an Stelle bes Professors von Eberbach »chmals meine Milbe Jagd< dirigieren. Meine rau und Donata nehmen Sie mit in die Loge. (Linen Abendanzug werden Sie haben!" Detlef Westkamp war wirklich überempfindlich geworden. Ganz harmlos hatte Olden das eben gesagt. Und bie Antwort bes Jüngeren klang etwas scharf: „Wozu braucht ein einfacher Gartner einen Abenbanzug!" „Dann lassen Sie sich einen bauen, lieber Freunb! Ich empfehle Ihnen meinen neuen Schneiber: Joachim Dellfuß, Am Palmengarten. Bißchen teuer ist er ja, aber man kann sich in seinen Anzügen sehen lassen." Detlef Westkamp erroiberte kurz: „Dann ist er nicht bie richtige Abresse für mich. Werner Olben zuckte bie Achseln unb liefe sich vor bem Klavier nieber. Mutter und Tochter aber wechselten einen ernsten Blick; es tat ihnen leid, bafe sich bie beiben Männer nicht gut verstauben unb sich fortwährenb mit kleinen Ausfällen ver- hing glanzlos an ber graublauen Himmelbecke. Unb Detlef Westkamps Augen blickten traurig, als er S3eUrquä(t tarn er heim, und [eine Mutier fragte '^.Wasfthlt dir, Bub? Siehst aus, als ob du dich mit arq bösen Gedanken Herumplagen mußtest. Er Amana sich ein Lächeln auf. Mr fehlt nicht-, Muttel - wirklich gar nichts. Sie fragte nicht weiter, aber ste ahnte, was ihn wieber bebrängte. . . , Seit sich die Verhältnisse Donatas so sehr ver- änbert hatten, lag er ständig mit sich selbst un Streit und sah Gespenster, wo keine waren. Es war ein Künstler, und immer kleiner, immer unbedeutender kam er sich dagegen vor. Als er heimging, schlich neben ihm her die graue Unzufriedenheit, flüsterte auf ihn em: Das kann ja nicht gut gehen, das kann ja feine gute Ehe werden. Donata und du, ihr paßt ja nicht mehr zusammen — sie steht zu hoch über dir, du armer kam nur daraus an, ob ihn Donata liebte, und das bezweifelte sie nicht einen Augenblick. Aber als er sich in sein Zimmer zur Nachtruhe zurückziehen wollte und der Mutter die Hand gab, hielt sie die Hand sekundenlang fest. „Bub, du bist närrisch und wirst dir noch irgendeine Dummheit einbrocken, wenn du es so weitertreibst. Gönne doch dem alten Musiker seinen schwer erarbeiteten späten Ruhm, und gönne Donata die paar Kleider und das bißchen Schmuck. Dadurch verlierst du ein Mädel wie sie bestimmt nicht, eher durch dein Betragen, denn du bist kein guter Komödiant. Und ich bin überzeugt, du hast die tiefe Falte auf deiner Stirn auch heute schon drüben in Bornheim gehabt. Sei vernünftig, Bub! So törichte Gedanken, wie sie in deinem Kopfe herumspuken, sind wie Gift für die Liebe. Nimm dich in acht, daß du Donata nicht verlierst. Reife dir die törichten Gedanken aus dem Kopfe, sie sind wie Unkraut, das bis auf das letzte Wurzelchen ausgeriffen werden muß, sonst wuchert es immer von neuem auf." Menen im -ureiDierieuaii (juiuuunm. , .,, < ,, r'.c'k.. lösten sich auf, glitten als Arpeggien dahm wie hinter bem Sohn geschloffen hatte. Sie seufzte, leise, rinnenbe' Quellen, die aus felsigem Gestein „Wenn er so weiter macht, kann es ja gar nicht niederplätschern, und zogen wie schmale, silbern gUf ausgehen!" glänzende Flüsse durch sonnenbeschienenes Wiesen- Sie litt sehr unter dem veränderten Wesen des land. Das sang das klang, und Vögel zwitscherten Sohnes. Auch Donata litt unter Detlefs veran- im wiegenden Walzertakt, trillerten und flogen bertem Wesen. Sie sagte ihm bas auch ein paar jauchzenb über bie strahlenbe Welt. Wie bie Laufe , Tage später, als er sie abgeholt hatte zu einem perlten, wie sie schimmerten unb schillerten, gleich Spaziergang. Sie wählten einen Weg, ber großes vielfach geschliffenen Edelsteinen! | Gelände, das Kleingärtnern gehörte, in zwei Hals- Detlef Westkamp sah Donatas leuchtenden Blickten teilte. Im Sommer und Herbst schien das große an bem Vater hängen und je schöner und reicher j Gelände ein e,nz,g-r. endl° er blühender und gru- die Töne [ich unter den [chmalen Mu[iker[ingern nender Garten zuJem; jefet log alles tot und still h rvordränqtm um so weher wurde ihm ums Herz. da. und Raben stolzierten daraus herum, suchten Er durste sich d'e^n cht verschließen: Werner Olden [ich Nahrung. Eine mud- schon winterliche Sonne uurjie jia) uem niu; . ' ' immor hinn "innilnq an der araublauen Lummeldecke. Und „Sprich, bitte, vor allem hochdeutsch, Donata! Es ist einfach gräßlich, wenn du fo ’n Frankfurter und Bornheimer Sprachgemengsel verzapfst." „Heut gefällt dir's nur net, Detlef, weil du e schlechtes Gewisse hast! Aber trotzdem redd ich grab heut, wie mir der Schnawel gewachsen is. Ich sag dir, Detlef, du sollst dich schäme, solch Zeug zu schwätze wie ebe. Hast mir doch alles ganz annersch» ter verzählt, daß du lieber Gärtner werde wallst, wie bei Vorfahre. Un es hat mir gefalle. Jetzt babbelst bu aber wieber, als wüßtest bu gar nix mehr davon. So ä windig Wetterfahn mag ich aber net." Er nahm den Hut ab, fein Kopf brannte. Er wußte selbst nicht, wie ihm zumute war. Ihm lag es wie eine Bergeslast auf dem Herzen, von der er sich gern befreit hätte. Er hätte fo gern alles hinausgesprudelt, was ihm die Gedanken wirr und bange machte, und gleichzeitig hätte er bas schlanke Mädel am liebsten hier unter Gottes freiem Himmel in seine Arme gerissen unb gebeten: Vergib mir, ich weiß ja nicht mehr, was ich will! Ich stehe wie unter bem Einfluß eines bösen Geistes, ber mir ein Glas vorhält, burch bas ich alles ganz verzerrt sehe. Aber er rebete sich roeber bie bebrängenben Gebauten vom Herzen, noch bat er Donata, sie möchte ihm vergeben. Er sagte nur ruhig, so ruhig es ihm möglich war: „Ich werbe ja auch Gärtner bleiben unb denke nicht im Ernst daran, meinen Entschluß um» zuwerfen! Schon weil ich meine Mutter, die sich sehr darüber gefreut hat, unsäglich enttäuschen würde." „Mich auch, Detlef, mich auch!" Donata betonte jede Silbe, unb ihre bunflen Augen waren voll zu ihm aufgeschlagen. „Ich weiß ja, woran bu krankst: seit es uns besser geht." Sie faßte ihn bei ber Hanb unb zog ihn weiter. Nun roanberten sie wie zwei große, einträchtige Kinber ben Weg vorwärts, unb Donata lächelte: „Guck um bich, bummer Bub! Guck, ber Grünkohl ba brüben, ber vergnügt ben Frost mit seinen krausen Blättern einfangen will, um recht schmackhaft zu werben, lacht bich aus — unb ber hohe Rosenkohl feixt mit all den kleinen Köpfchen, die sich wie Schnecken an seine Stämmchen drücken. Und wenn du in deinen Garten drüben über den Main kommst, da sollen die dich auch auslachen, denn davon ist ja auch dein Garten noch voll. Du bist erst so närrisch geworden, seit es uns Oldens besser geht; ich wiederhole dir das. Wir sprechen ja nicht zum ersten Male darüber. Statt dich zu freuen, wirst du immer galliger. Wie ’n altes Männchen mit nem Leberleiden und vielen anderen Gebrechen bist du jetzt oft. Als ich Tante Röschen beerbte, kriegtest du den ersten Knacks, als wir die Juwelen des Urgroßvaters fanden, kriegtest du den zweiten Knacks, und Vaters großer Erfolg gab bw ben britten Knacks. Du kommst dir uns gegenüber jetzt klein und gering vor." (Fortsetzung folgt.) Landestreffen der Deutschen Arbeitsfront am 6. und 7. Oktober in Wiesbaden. Kameraden der Deutschen Arbeitsfront! entgegen: tionswalter Sauer. Weidengaffe 6 (Gastwirte- Ortsgruppe Giehen-Süd: Organifations- Heist unserer Feuerwehr! ro.morhpr nh?r aunädift I in den Städten gefeiert. Hier werden in erster Linie an dieser Stelle erwähnt, daß 75 Prozent aller Meldungen an, ton”en ®e™,erirhbcrf a: gewor^n> die Geschäfte, Gasthäuser und die Bevölkerung Ge- Brandschäden auf Unvorsichtigkeit oder Nachlassig- nur vormerken, bis wieder Platze frei geworden ,a)a,l, \ \ A b„ Ausschmückung paU Hnh Tmrnm traae ieder dazu 'm SlnnO^Vm D°nn«Ä.' 27°S°Amb«! Vien und an allen Fahnen,pitzen frische Erzeug, statt. Näheres in derr heutigenBekanntmachung^^ nisse des heimischen Gartenbaues Verwendung sm- 8 'ul "b " Ä? ist für bas -L) C 4 l II H Mts t) M I M 11 v 3 v ginn der Schußzeit auf die Fasanen ist für das ganze Land Hessen auf Montag, 1. Oktober, fest Jetzt ist es höchste Zeit zur Ofeninstandsetzung. ter der DAF. Die Meldungen müssen sofort erfolgen. Kameraden! Tvir erwarten stärkste Beteiligung! Strafe kann d.t die Zuwiderhandlung festgeslellt wurde, auf Zeit oder auf Dauer untersagt werden. Ich mache hiermit auf diese reichsgesehliche Be- Die Pressestelle des Reichsnährstands teilt mit: Das Erntedankfest, das Fest der Bauern, das Fest des Reichsnährstandes, wird am 3 0. S e fite m b e r nicht nur auf dem Lande, sondern auch walter Karpf. Ludwigstrahe 35. 3m Kreife: Die zuständigen Ortsgruppenwal- SPrechstnnden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag, nachmittag geschloffen. Ortsgruppe Gießen-Ost: Organifations- walter A h m a n n. hitlerwall 7. den, wie die Landesstelle des Propagandaministeriums es auch empfohlen hat. ^Es" dürfte sich deshalb empfehlen, die Nadelarbeitslehrerinnen in geeigneter Weise darauf aufmerksam zu machen, daß die deutsche Spitze, ihre Herstellung und Verwendung in hervorragendem Maße die Pflege und Unterstützung durch die deutsche Frau verdient, denn die Herstellung von Spitzen ist eine ausgesprochen weibliche Handwerkskunst von alter Tradition, und sie ist zugleich als Spitzenindustrie für weite Teile unseres Landes von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung, Vorübergehende Einstellungssperre im Arbeitsgau Heffen-Nasiau. Die Hauptmeldestelle des Freiwilligen Arbeitsdienstes im Arbeitsgau 22 — Hessen-Nord — teilt Der hessische Siaaismimsier gegen unerlaubte Preissteigerung bei Textilien. Innung). _ ,, Ortsgruppe Gießen-Jlord: Organifa- tionswalter Zuti. Marburger Straße 56. sind Aus diesem Grunde werden sowohl Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer darauf hingewiesen, daß es nicht angängig ist, daß Arbeitgeber jugendlichen Arbeitern und Angestellten unter 25 Jahren, die sich zum Arbeitsdienst gemeldet haben, kündigen, oder diese ihren Arbeitsplatz aufgeben, bevor sie nicht eine Einberufung zu einem bestimmten Termin erhalten haben. Für diejenigen ehemaligen Arbeitsdienstwilligen, die bereits den Arbeitspaß erworben haben, oder falls sie vor dem 15. 12. 33 im Arbeitsdienst waren, eine Arbeitsbescheinigung des Freiwilligen Arbeitsdienstes besitzen, die dem Arbeitspaß gleichzuachten ist, kommt ein Nachdienen nicht in Betracht, wenn ihre damals abgeleistete Dienstzeit ein halbes Jahr oder darüber dauerte, aber ein volles Jahr nicht erreichte. Der Gartenbau als Teil des Reichsnährstandes 1 wird auf diese Art bei dem Erntedankfest vertreten sein Es muß betont werden, daß künstliche Blumen und Gebinde an diesem Fest der Bauern und des Reichsnährstandes keine Berechtigung haben. Die Heimindustrie ist beim Erntedankfest in weitgehendstem Maße berücksichtigt, indem sie die Festabzeichen in Form künstlicher Blumen für diesen Tag liefert. , r Der deutsche Gartenbau befindet sich in großer Notlage Das Erntedankfest wird ihm Gelegenheit bieten, zu zeigen, was er zu leisten vermag. Die heimischen Gärtnereien werden nicht etwa das Fest benutzen, um Geschäfte zu machen, sondern, dem Sinne des Erntedankfestes entsprechend, das heimische Erzeugnis vertreten. Es besteht kein Anlaß, zu glauben, daß selbst bei großem Bedarf in den Städten die erforderlichen Mengen von frischen Blumen und frischem Grün in nicht genügender Menge bereitgestellt werden. Zuletzt sei noch darauf hingewiesen, daß auch aus ästhetischen und künstlerischen Gründen hier der Verwendung frischer Blumen der Vorzug gegeben werden muh. . Ä , . Parole: Am 30. September, dem Erntedankfest, dem Fe st de r Bauern, frische Blumen in Schaufenstern Räumlichkeiten und an Fa h n e n sp i tz e n! Gemeinschaftsarbeit zwischen OSB. und RDH. Alarm! Laut gellt das Horn durch die Straßen des Dörfchens, und von allen Seiten eilen die Feuerwehrleute herbei, von ihrer Arbeitsstätte, von der Hobelbank, aus dem Kreise ihrer Familie, wie sie gerade waren, so eilen sie herbei, um den Dienst für das Wohl ihrer Nächsten anzutreten. Sie rücken off aus. ohne zu wissen, ob sie wiederkehren. Mit Mut und Todesverachtung müssen sie ihre Pflicht erfüllen und kehren rauchgeschwärzt, ermattet nach stundenlanger Arbeit wieder heim. Ein großes Werk der Nächstenliebe liegt hinter ihnen. Sie fragen nicht nach Anerkennung und lautem Lob, sondern taten stillschweigend ihre Pflicht. für sie war es eine Selbstverständlichkeit. An uns andere aber, die wir diesen Nothelfern sernstchen, ergeht die dringliche Mahnung, z u h e l- en und tatkräftig e i n z u s ch r e i t e n, wo wir nur irgend können. Sorgen mir auch dafür, daß die Träger dieses edlen Geistes tatkräftiger Nächstenliebe nicht unnütz ihre Zeit und ihre Kräfte einzusetzen haben. „Einer für alle, alle für einen". Diese Zusammenfassung gemeinschaftlichen, opferbereiten Denkens und handelns, die im neuen Deutschland endlich ihre Anerkennung gefunden Das Sportfest des BdM. auf dem Ma^dsyortplaü verlegt. Die von dem Bund Deutscher Mädel angesetzte Sportveranstaltung am 23. September, 15 Uhr, in Gießen, Universitäts-Sportplatz, wird aus technischen Gründen nach dem Waldsportplatz, Sportplatz des VfB.-Reichsbahn verlegt Die Programmeinteilung wird hierdurch nicht berührt, die Sportveranstaltung beginnt pünktlich um 15 Uhr. Bund Deutscher Mädel, Gau Oberhessen. Else Staab, Gauführerin. SE-Konzert in der Dolkshalle. Am morgigen Samstag findet in der Dolkshalle das gestern bereits gemeldete Konzert der SS.- Kapelle von Hanau statt. Der Musikzug der SS. hat bereits bei vielen früheren Konzerten, u. a. in Wiesbaden ufw., durch feine vortrefflichen künstlerischen Leistungen reiche Erfolge und volle Anerkennung des Publikums geerntet. Es darf daher auch für das hiesige Konzert ein voller Erfolg des Musikzuges erwartet werden. Der Abend wird noch eine besondere Bedeutung dadurch erhalten, daß bei dieser Veranstaltung das neue Feldzeichen der 83. SS.-Standarte Gießen zum ersten Male In der : Öffentlichkeit gezeigt wird. Man beachte die heutige Anzeige. 1 Irischblumen am 30. September. Wandsbek, tzarburg-Wilhelmburg, sowie nach Bre- men, Delmenhorst, Nordenham, Wesermunde und den umliegenden Gemeinden zum Zweck der Ar- beitsaufnahme als Arbeiter oder Angestellte zuzuriehen. Alle Arbeitsämter können über die bisher er» Senen Sperrbestimmungen nähere Auskünfte ien. Aus her provinzialhaupfstadt Kleine Ursachen, große Wirkungen. Am 6. und 7. Oktober 1934 findet in Wiesbaden das diesjährige Landestreffen der Deutschen Arbeitsfront statt. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. Robert L ey, wird anwesend sein, und schon dieser Umstand dürf^ dazubeitragen, daß viele Volksgenossen mit nach Wiesbaden gehen, wir rufen daher alle Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront auf, sich an dem Auf- marsch zu beteiligen. DerkreisGießenmuh auch hier mit in vorderster Linie marsch i e r e n. Der Fahrpreis für die hin- unb Ruck- ahrt beträgt ab Gießen 2.20 RM. Bei den Rleldun- aen ist anzugeben, wer bereits Samstags oder Sonntags fährt, ob Quartier benötigt wird und ob sich jemand am Mittagessen (Eintopfgericht zum Das Staatspresseamt gibt folgende Bekanntmachung des Staatsministers Jung ^cra“£ Durch die Faferftoffverordnung der M$*regle runa vom 19. Juli 1934 ist es verboten, für rohe oder be- oder verarbeitete Faserstoffe (Textilien) im Znlandsverkehr hoher- Preist lusordernoderstch ober einem anbeten geroabten ober vet|pted)<»I lassen, als der Verkäufer in der Zeit vom 1. vis 21. Marz 1934 bei Verkäufen, die nach Art. Gute und Menge vergleichbar sind, überwiegend erzie hat. Liegen für einen Verkäufer vergleichbare Abschlüsse der Zeit vom 1. bis 21. März 1934 nicht vor. so darf der Preis denjenigen nicht überflogen, der der Marktlage vom 12. März 1934 entspricht. Preiserhöhungen dürfen nur nach Maßgabe der weiteren Bestimmungen des § 14 und nur bei nad)- gewiesenem Vorliegen der darin aufgestellten Be-1 ffrafung. blngungen erfolgen. Ein großer Prozentsatz aller Brandschäden ent» , steht durch das Spielen der Kinder mit Feuer und Feuergefährlichem. Wie oft sehen wir schreckliche Tragödien vor uns, wenn wir einen Blick auf eine kurze Zeitungsnotiz werfen. Die Struwelpeterge» schichte von dem Paulinchen, das allein zu Hause war, mit Streichhölzern spielte und dabei elendig verbrannte, kommt leider immer noch oft genug vor und hat schon manche Eltern für ihr ganzes Leben unglücklich gemacht. Wenn auch nicht gleich immer so'Entsetzliches geschieht bei diesem Spiel mit dem Feuer — manche große und kleine Feuersbrunst, bei der Hab und Gut verloren ging, ist doch dadurch entfesselt worden, unendlicher Sachschaden, Not und Verarmung waren die Folgen. „Do(n Funken brennet das Haus" heißt ein alter Volksspruch. „Kleine Ursachen, große Wirkungen. Das Feuer hat für das Kind eine merfrourDige, fast dämonische Anziehungskraft. Fast jedes Kleine muß erst seine trüben Erfahrungen mit diesem bösen Feind machen, „sich die^Finger verbrennen — denn „das gebrannte Kind scheut das Feuer . Die Mutter kann ihre Kinder durch gewissenhafte Beaufsichtigung und rechte Erziehung aber m den meisten Fällen vor solchem schlimmen Spiel und feinen unabsehbaren Folgen bewahren. durch, daß sie ihnen den alten Kinderspruch .'Messer, Gabel, Scher' und Licht, dürfen kleine Kmder nicht" vorplappert und ihnen verbietet, alle diese Dinge anzurühren. Dadurch bleibt das Kind unselbständig und ungeschickt, außerdem reizen so che Verbote gerade zu heimlichen Ucbertretungen. Denn das Kind hat instinktiv das Bedürfnis alles anzu- fassen. „Alles besehen und nichts anfassen! ist ein ebenso törichtes Motto für die Kinderstube. Dieses „Anfassen" aller unbekannten Gegenstände ist keine Unart des Kindes, sondern eine natürliche Auswirkung feines Forschungstriebes: die Dinge zu sehen ist ihm nicht genug, es will sie befühlen, kennenlernen, mit ihnen vertraut werden. Und wenn es groß genug dazu ist, auch mit den gefährlichen Sachen, ja, mit denen vor allem, damit es von der Gefahr weiß, und wie man sie verhütet. Wenn dabei einmal.schmerzliches Lehrgeld bezahlt werden muß, ein kleiner Finger sich am Streichholz ober Ofen verbrennt, so ist das meist eine sehr heilsame Erfahrung, wiewohl man es nicht leichtsinnig darauf ankommen lassen soll! Nach Möglichkeit lasse man kleine Kinder nie allein in der Wohnung; wenn es durchaus sein muß, räume man die Streichholzschachtel und alles sonstwie Gefährliche aus ihrer Reichweite fort, versorge vorher den Ofen so, daß weder Funken heraussprühen können, noch daß er zu früh zu geschraubt ist und damit Erstickungsgefahr entsteht. Von all diesen und tausend anderen Gefahren, die im Gasherd, der elektrischen Leitung, der Petroleumlampe und Benzinflasche stecken, muh das Kmd wissen, ie früher desto besser. Man soll ihm, ohne seine Phantasie mit Schauergeschichten zu erregen und es dadurch überängstlich zu machen, den Feuerfeind zeigen, ihm erzählen, rote es schon vielen Kindern schadete, und cs lehren, geschickt und sorglich mit allen Sachen des Gebrauches umzugehen und sich im Falle der Gefahr zu helfen. Die Feuerschutzwoche ist den Erziehern darin ein guter Helfer. Sie klärt großzügig über solche und alle verwandten Gefahren, die jeder wissen muß, auf. Die kleine Schrift „Brandschaden ist Land- schaden" faßt das ganze Thema in interessanter, lehrreicher und lebendiger Form in sich zusammen, sie sollte in keinem deutschen Hause fehlen! Förderung der Deutschen Zugendbühne durch die Schulen. 3nfolge der grotzen Zahl der Bewerber, die sich zur Zeit bet den Meldestellen des Freiwilligen Arbeitsdienstes im Arbeitsgau 22 zur Einstellung melden, mußte die Einstellung wegen voller Belegung der Arbeitsdienftabtetlungen vorübergehend gesperrt werden. Die Meldeämter nehmen auch weiter An- gesetzt worden. , o o ** Wiedersehensfeier e hem. 2 53 er. Das ehemalige Reserve - Infanterie - Regiment 253 begeht am 13. und 14. Oktober die 20. Wiederkehr des Regimentsgründungstages. Mit dieser Veranstaltung, die in Frankfurt a. M. stattfindet, ist eine Wiedersehensfeier aller ehern. 253er verbunden. Diejenigen Kameraden, die an der Wiedersehensfeier teilnehmen wollen und keiner Ortsgruppe angehoren, wollen ihre Adresse an Kamerad Erwin Sernm» (er, Gießen, Walltorstrahe 15, richten; alsdann geht nähere Mitteilung zu. ** 63er Feldartilleri st en in Mainz und Wiesbaden. Zur Erinnerung an den Tag, an dem vor 25 Jahren der Mainzer Verein der ehemaligen 63er gegründet wurde, veranstaltet der Regimentsverband ehemaliger 63er (2. Nass- Feldartlllerie-Regiment 63 Frankfurt) am 20. Oktober 1934 in Mainz ein Jubiläumsfest, verbunden mit einer Fahnenweihe. Am darauffolgenden Tag, Sonntag, 21. Oktober, findet in Wiesbaden das 100jährige Jubiläum der Nassauischen Artillerie und die Einweihung des Denkmals des ehern. 1. Nass Feldartl.-Regiments 27 Oranien, unseres Brigaderegiments und seiner Kriegsformatlonen statt. Zu diesem Brigadetag werden ebenfalls Die Kameraden der Res.-Feldartillerie-Regimenter 21 und 96, Feldartillerie-Negimenter 92, 111 und 2vu, Landwehr-Feldartillerie-Regiment 15 und Muni- tionskolonnen erscheinen. Anmeldung zur Teilnahme an den Festlichkeiten mit Angabe der Ouartler- roünf*e sowie der Batteriezugehörigkeit und oer genauen Anschriften erbeten an Kamerad Osra Kramer, Frankfurt a.M., Textorstraße 72. Den Direktionen der höheren Schulen und den Kreis- und Stadtschulämtern hat die Ministerialab- teilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum folgendes zur Kenntnis gebracht-: Dem Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung ist bekannt geworden, daß unter Hinweis auf einen anzustrebenden einfachen deutschen Stil im Nadelarbeitsunterricht an manchen “Orten Bestrebungen vorhanden sind, die Herstellung oder Verwendung von Spitzen als nicht zeitgemäß abzulehnen. , , Ein sinnvolles Streben nach Einfachheit wird aber bei feiner Verwirklichung stets auch die künstlerischen, sozialen und wirtschaftlichen Belange der Volksgemeinschaft ausreichend zu berücksichtigen In der Presse-Korrespondenz des Deutschen Sängerbundes lesen wir: _ t . e Soeben bringen zum bevorstehenden (irnteoanr fest Deutscher Sängerbund und Reichsbund Volkstum und Heimat ein einstimmiges Liedblatt heraus, das für die Feier am Erntedankfest bestimmt ist. Die Deutsche Sängerbundeszeitung, das Amtsblatt des DSB., schreibt dazu: Dieses Liedblockt zeigt zum ersten Male das Zeichen unseres DSB. zusammen mit dem des Reichsbundes Volkstum und Heimat. Es ist damit der erste nach außen sichtbare Schritt gemacht auf Dem gemeinsamen Weg, Den unsere Arbeit innerhalb Des großen j Ganzen Der amtlichen nationalsozialistischen Volks- die 3otf|üf)tung des Betriebes, in dem ^ ^„den Wurzeln des Brauchtums Herkommen ----------- ““"'m nuf ' 'kann nümNch an das Erntedankfest. Wir stehen wenige Wochen Davor. Uederall im ganzen Reichs- jai mame nierimi uuj . gebiet roerDen sich vor allem Die ländlichen U = ftimmung nochmals ausdrücklich aufmerksam. Jeder meinben anfchicken, di- letzte Garbe einzuho -n irgendwie in Erscheinung lrelenden Preiserhöhungen aller E°b°n köpfen. Und ™' bje ------------- .... ti,» ».«menen von l’Xnal” ?e‘er b«Tage, des deutschen Bauern- Die Minlsterlalabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat folgenden Erlaß an - Die Direktionen Der höheren Schulen und Die Kreis- unD StaDtschulämter gerichtet: Das Bestreben Der unter Der Schirmherrschaft Des ReichsjugenDführers BalDur von Schirach stehenden JuqenDg'ruppen Der NS. KulturgemeinDe Deutsche Bühne 'nach wahrer Kunst und Deutscher Theater gestaltung beDarf weitestgehender Förderung Durch Die Schulen. . Wir machen es Daher allen Lehrkräften zur Pflicht, Die Bestrebungen Der Deutschen JugenDbühne zu förDern unD mit Den Obleuten Der Deutschen JugenDbühne in geeigneter Weise zusammenzuarbeiten unD Deren Tätigkeit zu unterstützen. Handarbeitsunterricht und Gpitzen- Zndustrie. der verbotenen Art sind deswegen von jedermann und von jeder Stelle unverzüglich ani die Preis-. [um5 Überwachungsstelle zu berichten Stellt sich eine vor- mitjumirten< wird eine der vor- sähliche oder fahrlässige Verletzung der gesetzlichen ne$mften Aufgaben auch unserer «creme (em. Sie Vorschriften heraus, so erfolgt unnachsigstUche Be- roerben öa5 nicht mehr in Der Vereinzelung tun, sondern im Zusammenhang mit der .m Re.chsbund Volkstum unD Heimat geeinten Volkstumsarbeit, Die alle großen Gliederungen Des Volkes und des Staates in gemeinsamer Planung umfaßt. Cs roiro nicht an allen Stellen sofort gleich gut gelingen, die Verbindung zwischen den Gliederungen des Deutschen Sängerbundes und des Relchsbundes Volkstum und Heimat mit dessen angeschlossenen ^Verbänden herzustellen. Sie ist überall zu erstreben, Preise von 25 Vf.) beteiligt. Meldungen nehmen ernten m entgegen: cvnnnun begehen. Damit ist zugleich gesagt, daß das mit Ortsgruppe Gießen-Blitte: Organifa- &em ^$3$ geschlossene Abkommen nicht automatisch ß e. unjeren Vereinen etwa eine Monopolstellung für Die musikalische Ausgestaltung Der Feiern gibt. Wir werben mit unseren Feiern mitzuwirken haben, mir werben unsere Kräfte überall ber gemeinsamen Volkssache zur Verfügung stellen, wir werben einträchtig im Zusammenwirken mit allen übrigen Organisationen bas Beste geben, unb wir werben uns als Nationalsozialisten im gegebenen Falle laud) ein» unb unterzuorbnen wissen. legenheit haben, burch entsprechende Ausschmückung zurückzuführen sind. Darum trage jeder dazu ber Schaufenster, Räume unb ber Fahnenspitzen bej# b^ß bas beutsche Volksvermögen in bieser Not- auf bieses Fest hinzuweisen. Die Anorbnung vom burch oermeibbare Branbschäben nicht unnötig 18. September bes Lanbesstellenleiter^des Propa- geschwächt wirb. gandaministeriums Pg. Mull er-Scheib ent- Bornottzcn. hält wertvolle Anregungen hierfür, ^anz besonbers _ t a a e 5 f a I e n b e r für Freitag: Licht- LCvbafhTd)”mTrTn9f^^ Noch träumt unser treuer Kamerab, ber Stubenofen, ungenutzt in seiner Ecke. Aber halb kommt ber Winter, unb eines Tages stellt man fest, daß man leiber schon roieber einheizen muß. Meist zu spät benft man baran, baß ber Ofen instanbge etzt werben müßte. Wieber beginnt ber Aerger baruber, baß ber Ofen nicht zieht, nicht heizt, raucht usw. ... käs: ä ““ lung pnoen. Ruß unb Flugasche belegt; lassen wir den Ofen Heute noch galt es beinern Nachbar, vielleicht schon reinigen, so wirb er mit geringerem Kohlenverbrauch morgen bis bu es selbst, ber bie rote Flamme in besser heizen. Verzogene unb gelockerte Türen, un- bein seinen auflohen sieht, unb finb es Dann Die dichte Kittfalze unD Risse in Den Fugen.lassen kalte anderen Die Dir zu Hilfe eilen, so sei Du es heute, Lust in Das Ofeninnere strömen unD beeinträchtigen Der Du Die en Dienst Deinem Nächsten erweist! Das die Heizwirkung; auch ihnen müssen wir abhelfen Gefühl treuer, felbflloser PjUchterfiil. und tun deshalb gut, Oe,en, die dauernd geh zt luna ist Der schönste Lohn, Der Deiner wartet, auch worDen sinD, Durch einen zuverlasfigen Töpfermeister du hast deinem Volke dann gedient, an dem Platze, Nachsehen zu lassen. Daß diese Arbetten jetzt vor- wohin Dich Das Schicksal stellte. genommen roerDen, ist schon aus Dem Grunde wich Deshal? gehen wir alle am 21. September um tig b“m'tu^äE?nu(7itXmfleu7eriobrqnUt^ abMnbet 17 Uhr ,u den Serälevoiführungen der Feuer- rml bis^zum Eintritt.b das, ein wehr auf den Oswaldsgarten. aenügenD großes Eisenblech vor Dem Ofen anqe- Am 2 3. September finDet als Abschluß Der brad)t ift, damit Die aus Dem Ofen herausfallend.-n Feuerschutzwoche folgenDes Programm statt: glühenden Kohlen Den HolzfußboDen nicht in -vrand 7 Uhr Wecken fetzen können. Auch Der eiferne Ofen mutz emer Kreisamtsleitung Der NS.-Volkswohlfahrt fteinroanDungen unD Verschlüsse stnD Darum so früh Gießen. wie möglich instanDzusetzen, Die Verschlüsse gut Hainbach, stellvertretenDer Kreisamtsleiter. gangbar unD feftschließenD herzustellen. Durch Diese Vorsichtsmaßnahmen können zahiü ---- ' I . | reiche BranDschäDen vermieden roerDen. Es sei auch Nr. 221 Drittes Blatt (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyesseiy Freitag, 2(. September (934 Tausend Wer-Ängen fahren nach Aorwegen. Ein Gießener Fahrtteilnehmer erzählt seine Erlebnisse. Für die Zeit vom 9. bis 15. September I 1934 hat die NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude" der Reichsjuaendführung das Ur- lauberschiff „Stuttgart' zu einer Fahrt nach den Fjorden Norwegens zur Verfügung gestellt. Schon manchmal ist in mir die Sehnsucht wach geworden nach den Schönheiten des Meeres und anderer Länder, die man immer nur aus Reisebeschreibungen und Berichten anderer ahnen konnte. Und ganz plötzlich wird dieses Sehnen zur Wahrheit. Das, was ich kaum zu hoffen wage, tritt ein. Für langjährige Kämpfer der Hitler-Jugend hat die Reichsjugendführuna die ihr von der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zur Verfügung gestellte Nordlandfahrt gestiftet. Von jedem Bann der Hitler-Jugend konnten drei Junggenossen teilnehmen, und auch wir vom Bann 116 Gießen haben mit drei Mann teilgenommen. Hei, war das in den letzten Tagen ein Rennen und Jagen. Was muß man nun eigentlich alles mitnehmen zu solch gewaltiger Fahrt? Wir drei Teilnehmer haben uns dann zusammengesetzt und einmütig beschlossen, eine Eskimo- oder Polarausrüstung zuhause zu lassen. Statt dessen haben wir unsere viel bequemere HJ.-Uniform mit allem Drum und Dran eingepackt. Schon auf dem Bahnhof in Gießen begann ein erstes Begrüßen mit den Kameraden von Frankfurt, Worms und Mainz. In schneller Fahrt durch Deutschlands Gaue, in denen wir dauernd Zuwachs bekommen von Kameraden, die das gleiche Glück wie wir gehabt haben, kommen wir nachmittags in Bremen an. Nach einem kleinen Marsch durch diese Hansastadt an der Wesermündung besteigen wir den Sonderzug, und 600 Mann stark fahren wir Bremerhaven zu. Hier werden wir auch gleich an Bord unserer „Stuttgart" gebracht, die nun für eine volle Woche unsere Heimat sein soll. Rach einem feudalen Mahl gehen wir daran, wie das eben bei Jungen mal so ist, Entdeckungsfahrten zu unternehmen. Gar bald haben wir den Unterschied zwischen Steuer- und Backbord erkannt, wissen auch, was Heck, Achterdeck, Bootsdeck, Promenadendeck sind. Manchen gelingt es sogar schon am ersten Abend „Steward" richtig auszusprechen. Allein der seemännische Begriff „Schlagseite" ist uns von Gießen aus bereits geläufig. Als „begabte Mitteleuropäer" haben wir schnell die Sitten eines waschechten Seebären herausgefunden, und bemühen uns so auszusehen, als wenn wir bereits 20 Jahre zur See führen. 961 Hitler-Jungen sind nun an Bord. Aus allen Teilen Deutschlands sind sie auf Einladung der Reichsjugendführung herbeigeeilt. Die Bayern mit « II M. vi Ein vergnügtes Kleeblatt. den Berlinern, die Ostpreußen und Saarländer, Schlesier und als „Prunknummer" drei Gießener! Hier zeigt sich, wie ja immer bei der Hitler-Jugend, daß der Geist Adolf Hitlers gerade die Jugend am meisten durchdrungen hat. Eine Kameradschaft herrscht an Bord, wie man sie ein zweitesmal wohl nicht wieder finden kann. Obwohl man sich noch nie gesehen hat, ist man sogleich Kamerad zum anderen. Uns alle bindet ja auch das Erlebnis des Kampfes zusammen. Fast keiner ist da, der nicht das Potsdam-Abzeichen trägt. Diele haben das Braunschweiger Abzeichen oder das vom Reichsparteitag 1929. Und gar mancher ist schon seit 1926 Mitglied der Hitler-Jugend. So etwas formt Gemeinschaft, das schafft Kameradschaft, die vor dem letzten Stückchen Brot und dem letzten Groschen nicht halt macht. Nach bcr Besichtigung des dem Norddeutschen Lloyd gehörenden Schnelldampfers „Columbus" beginnt unsere Fahrt. An den Kais winkende Menschen, die uns ein letztes Lebewohl sagen. Unsere eifrige Bordkapelle spielt „Muß i denn ..." Weit liegt das Land zurück, immer weiter weicht die Küste zu beiden Seiten zurück. Gegen Mittag haben wir die offene See erreicht. Gegen Nachmittag kommt Helgoland in Sicht. Wie ein trutzi- ger Wächter erhebt sich der rote Felsen aus dem blauen Meer. Wie ein gewaltiger Riese liegt die kleine Insel da, ein getreuer Schützer der deutschen Küste, als er noch befestigt war! • * „HI. stillgestanden! Augen rechts!" Bannführer Günther von der Reichsjugendführung meldet dem Kapitän die angetretene Hitler-Jugend. Bei auf Halbmast gesetzter Flagge gedenkt der Kapitän der Helden zur See, die einen vis 1916 unbesiegten Gegner hier am Skagerrak vernichtend schlugen. Er gedenkt der toten Helden, die hier ihr kühles Grab gefunden haben. Das Lied vorn Kameraden klingt auf. Obergebietsführer Axmann hebt den neuen Geist einer neuen Jugend hervor, die sich, vor nichts beugend, zur Idee Adolf Hitlers bekannt habe und bereits 21 Tote in ihren Reihen habe. Diese Jugend werde den Frontkämpfergeist des Weltkrieges weiterführen. Während das Deutschlandlied über die stille See dahinbraust, die vor 18 Jahren die größte Seeschlacht der Weltgeschichte gesehen hat, ehrt die Hitler-Juaend die toten Kameraden des Weltkrieges durch Versenken eines Lorbeerkranzes. Das Lied der Jugend beendet die erhebende Feierstunde. Das Vermächtnis der Toten aber wird auf immer in uns wach bleiben! * Schon lange bevor es zum Wecken geblasen hat, ist es lebendig auf dem Schiff geworden. Norwegen ist in Sicht. Als erstes Zeichen Norwegens grüßt ein gewaltiges Erzbergwerk, das in der Nähe Bergens liegt. Gegen 7 Uhr liegt diese Hafenstadt vor uns. Unsere Schiffssirene heult dreimal auf, sie grüßt die im Hafen liegenden Schiffe. Der Nachmittag bringt den Höhepunkt der Fahrt. All das, was man sich unter einem Fjord vorgestellt hat, wird zunichte vor dem einzigartigen Naturschauspiel, das sich einem hier bietet. Gegen Mittag fahren wir in den Sognefjord ein, in dem wir gegen 200 Kilometer aufwärts fahren. Beängstigend nahe treten die Berge an das Schiff heran. Schroff und steilabfallend liegen die Felsen in ihrer Märchenpracht da. Den ganzen Tag haben wir natürlich nichts weiter zu tun, als diese Herrlichkeiten zu erleben und sie zuweilen auf die Platte zu bannen. Die Mahlzeiten werden als lästige Nebensächlichkeiten inmitten der Schönheiten der Natur empfunden. Gegen 17 Uhr kommen wir am Wendepunkt unserer Fahrt an. Die kleine Stadt Balholm liegt vor uns. Auf einer kleinen Landzunge nette weiße Häufer, ein schönes Hotel, dahinter schmiegen sich kleine Häuschen den Hang hinauf. Das alles wird beherrscht von einem kahlen nackten Felsen von Malerische nordische Landschaft. Begegnung unierwegs. A „Das Hakenkreuz, es wehet ..." fast 1800 Meter Höhe, unter dessen Spitze sich ein Gletscher befindet. Während wir drehen, begegnen wir hier mitten im Herzen von Norwegen zwei weiteren deutschen Urlauberschiffen, dem „Deutschen" und der „M o n t e O l i v i a". Ein herzliches Grüßen und Winken geht von Schiff zu Schiff. Begeistert winkt man uns, die wir alle im Braunhemd herumlaufen, zu. Am Morgen befinden wir uns in den Schären von Bergen. Wieder streben nackte und kahle Felsen gen Himmel bis zu einer Höhe von vielen Hunder- | ten von Metern. Neben vielen größeren Inseln solche, die kaum ein paar Quadratmeter groß sind, kaum, daß auch nur ein Mensch Platz darauf hätte. Kleine Inseln haben oft sanft ansteigende Täler mit grünen Wiesen. Hier finden sich auch die kleinen für Norwegen typischen Häuser, die die Reinlichkeit der Bewohner nach außen zur Schau tragen. Alle Häuser fast sind in weiß gehalten. Oesters sehen wir jetzt Menschen in kleinen Fischerbooten, die uns begeistert zuwinken. Sicher haben sie noch niemals Braunhemden gesehen, bestimmt aber noch nicht in solcher Zahl. Die kleinen Häuschen schmiegen sich anmutig in die Landschaft ein. Diese zeigt einen ganz einzigartigen Reiz, wie man ihn vielleicht kaum nochmals finden wird. Es ist der Reiz des Unberührten! Hier hat der Mensch noch keine Brücken gebaut, hier hat er noch feine Elektrizität aus den Wasserfällen gewonnen. Das ganze Land liegt noch so im Dornröschen-Schlaf, wie es der Allmächtige geschaffen hat! Um 12 Uhr passieren wir die Hafenstadt Haugesund, die auf dem Festland liegt. Hinter einem kleinen anmutigen Hafen baut sich eine nette Stadt auf, deren Häuser alle in sauberem Weiß erstrahlen. 20 000 Einwohner zählt diese Handelsstadt, wie mir der norwegische Lotse mitteilt. Ungefähr eine Stunde später kommen wir an der letzten Siedlung vorbei, dem kleinen Hafen Koparvik. Hier verlassen uns auch unsere Lotsen. Stramm stehen sie in ihrem Motorboot und winken uns ein letztes Lebewohl zu. Mehrere Boote sind zu uns heraus gekommen. Auf manchem Boot recken sich die Hände gen Himmel und aus norwegischen Kehlen kommt der Hitler-Gruß zu uns herüber. Ich erinnere mich an folgende kleine Szene: In einem kleinen Motorboot sitzt ein Mädel, das uns zuwinkt. Des öfteren ruft sie uns ein „Heil!" zu. Und während wir zurückgrüßen, steht sie auf, hebt die Hand zum und Entdeckungsfahrt in Erfurt. Von Lina Horn. „Sollt einmal durch Erfurt fahren ..." Goethe. Wie grüne Meereswogen branden die sanftgerundeten Hügel des Thüringerwaldes gegen den lichtblauen Himmel mit dem silberweißen Wolken- fchaum. In der Ferne ragt der Jnselsberg m die unendliche Bläue hinein —, lang streckt sich der kahle, graue Hörselberg —, auf niedrigem Erdwall erhebt sich trotzig Burg Walthershausen und beherrscht die weit geschwungene Ebene, die das Waldgebirge umfangen hält. . .. In der Ebene liegt breit eine große Stadt: Erfurt. Jedes Kind in Deutschland kennt den Namen und weiß, daß dort die großen Gärtnereien sind. Erfurter Blumenkohl wird waggonweise überall hin ausgeführt. Aber birgt diese Stadt denn sonst nichts, als Blumen und Blumenkohl; so schon und nützlich diese Dinge auch sein mögen? Ein rußiger Bahnhof mit offener Halle, eine Bahnhofstraße mit einem großen Kino, hübschen Läden, vielen, sehr vielen Menschen, Karren mit prachtvollem Obst, frischen Gemüsen. Gartenstadt. . . Quer davor eine noch breitere Straße. Der „Anger". Wenn man links einbiegt, verliert sich nach und nach der moderne Großstadtcharakter. Aeltere Gebäude stehn regellos an einer Biegung. Hinter Bäumen eine schmucklose, wunderschöne Kirche. Von der glatten Steinwand neben der Pforte heben sich zwei steinerne Heiligenfiguren von besonderer Anmut ab, vielleicht aus der Zeit des frühen Barocks. Ich möchte ein Bild davon haben und trete in den Ansichtskartenladen gegenüber. Unzählige Postkarten gibt es dort, schwarze und bunte. „Wir haben alle Ansichten von Erfurt : Künstlerpostkarten, bitte?" Die Kirche hier drüben — die Ostwand" ... „Nein, das gibt es nicht" .. , „Auch keine Aufnahme von den Figuren?" .. ^„Figuren?" Die alte Verkäuferin tritt auf die 'Schwelle, schiebt die Brille auf die Stirn und be- j sieht sich kopfschüttelnd die sonnenbeschienene Kir- ichenmauer. Sicher wohnt sie seit Jahrzehnten in i ihrem Lädchen, aber, daß zwei holde, steinerne We- | en das Kirchenportal flankieren — nein, das hat I ie noch nie gesehen ... Gibt es noch mehr Dinge i n Erfurt, die noch von Fremden entdeckt werden "I tonnen? Eine neue Straßenkreuzung führt in eine altertümliche enge Gasse. Schmal und heimelig. Wasser- I grüben durchschneiden sie, die man auf hochge- schwunqenen Brücken überschreitet. Giebelhäuser spiegeln sich in der stillen Flut, Balkonlauben, winzige Gärten. „Fischersand" und „Am Dammchen heißen diese Grachten. Auf einer Brücke steht.em Liebespaar im Schatten des schlanken Aegidien- turmes Unerwartet macht die Gasse eine scharfe Biegung und mündet in einen Platz. Nein, nicht aus diesen unerhört großen Platz kommt es an, nicht.auf Die Fachwerkbauten, die ihn umsäumen, sondern auf das Wunder, das sich vor uns erhebt. Der Erfurter Dom schließt diesen Platz ab: ein seltsames, massiges Bauwerk auf einem Hügel, der nicht groß genug für die Kirche gewesen ist und deshalb künstlich durch die „Kaoaten" verbreitet wurde, die ihn wie Arkaden tragen. Dicht Daneben ein anderer, gewaltiger silbergrauer Bau mit drei nadelspitzen, grasgrünen Türmen: Die Sevenkirche. Nicht etwa ein Dom, Dessen Türme unD Türmchen hochragen, nein, ein zusammengefaltetes seltsames SteingebilDe, Dessen Dreifacher Turmaufsatz auf Dem hohen SteilDach kaum ins Auge fallt, wenn man Die breite, häuserurnstanDene Treppe hinaus- fteigt... Eine Rose, Die stengellos Dicht am Zweig wächst, entfaltet langsam ein Blatt nach Dem anDern vor uns. Auf Den „Kaoaten" türmt st^ 7^. stwje- stätische, gotische Chor... Dreieckig schiebt sich Der Eingang, Die „Triangel", mit köstlichem steinernem BilDwerk vor unD führt uns in Den geheimnisvollen Kelch der Blume. Links im Chor funkeln noch alte ©lasfenfter wie EDelsteine. Das Gestühl Dort ist reich geschnitzt, eine „Vermählung der Heiligen Katharina" von Lukas von Cranach hangt hoch an Der WcmD. Ein lebensgroßer Bronzemann, Der „Wolfram", trägt Die Kerzen vor einer aus Stein gehauenen Mutter Gottes auf Dem Seltenaltar Der größte Teil Des Dominnern ist renoviert nur eine WanD blieb rot in rot von emem erschreckenD gemalten, riesigen Heiligen Chnstophoru • UnD aus Der roten Glut treten gespensterbleich Drei Gestalten heraus . . - Ein Mann, 3®ei grauen rechts unD links von ihm. Der blonDgelockte Mann hält steif Den Löwenschild im Arm. Die Frauen tragen lange, faltige GewänDer, Schwer über dem glattqefdieitelten Haar, schlichte Häubchen daraus. Wer i t das? ... Der „Gras von Gleichen nut feinen beiDen Frauen, die friedlich vereint hier im Dom begraben sind. Man hak die marmorn-: Gra- platte senkrecht an die rote Wand gestellt. Oie leuchtet wie Schnee. Wie lautet die alte Geschichte: ..Und Gatt im wimmel freute sich der Liebe und fem helliger Statthalter gab seinen Segen dazu. Und ihr Gluck Karl und Franz Moor in einer Perfon. ($in Kuriosum der deutschen Theatergeschichte. An kleineren Theatern ist es auch heute noch Sitte, in personenreichen Theaterstücken vor allem durch die Chargenspieler mehrere Rollen zu besetzen, fo daß die Spieler bald als diese, bald als jene Nebenfigur auftreten. Für den echten Mimen sind diese Rollen eine Talentprobe, Der er sich gerne unterzieht; er verwendet alsdann seinen ganzen Ehrgeiz und seine ganze Kunst Darauf, Durch sorgfältige Maskenwahl und sonstige Verstellungspraktiken sich möglichst unkenntlich zu machen, Damit Der Zuschauer Die Doppelbesetzung nicht bemerkt, unD nicht aus Der Illusion gerissen wird. Wer so verschiedene Gestalten im raschen Wechsel Der Akte unD Szenen mit echtem Leben erfüllen kann, hat oft mehr Recht Darauf, Den Erfolg eines Werkes für sich zu buchen, als wer in einer „Bombenrolle" Den ganzen AbenD über unverwandelt auf der Bühne steht. Ost wählen auch berühmte Spieler solche kleinen Rollen aus, um Darin vor sich selbst den Beweis mimischen Könnens und schauspielerischer Gewandheit zu erbringen . , Ungewöhnlicher ist es schon, wenn em Schauspieler in einer Ausführung der „Räuber" Den Franz unD Den Karl Moor übernimmt, unD balD als Intrigant unD balD als Heldenspieler ein hochoerehrliches Publikum entzückt. Holt ei hat einmal in einem feiner Romane von einer solchen Doppelbesetzung berichtet und er hatte Dabei ein Virtuosenstuck vor Augen Das zu seiner Zeit zu einer richtigen MoDe geworden war. Es gab geradezu Karl unD Franz Moor - Spieler, wie auch aus verschieDenen Zeugnissen zu entnehmen ist. Der erste, Der dieses Kunststück Das vorher nur von SchmierenkomöDianten aus'Not ausgeführt worden war, in Den Bereich Der ersten Bühne emporhob, war Eduard Jerr- mann, ein seinerzeit beliebter Heldenspieler mit großen körperlichen Mitteln. 1826 trat er zuerst tn Königsberg in dieser Doppelrolle auf, und entfef- und ihre Liebe faßte selig: eine Wohnung — ein Bett — ein Grab —" Drei stille, schneeweiße Gestalten sind aus der dunklen Gruft im Dom herausgestiegen. Sie umschweben uns, während wir auf die Terrasse heraustreten und nachdenklich zu der schönen Stadt hinunterschauen und aus die fernen Hügel des Thüringerwaldes. Geheimnisse überall —, geht aus ' suchet sie zu ergründen... feite dann auch auf anderen Bühnen Beifallsstürme, wenn er als rothaarige Kanaille in Den höchsten Fisteltönen schrillte und als schwarzhaariger Held Den Donner seines eigentlichen Organs ertönen ließ. Der Dichter und Regisseur Karl Immer- mann sah ihn sich im Herbst 1833 „in seinem bekannten Paradestück" an und schrieb Darüber in sein Tagebuch: „Die Kraft Der Stimme, womit er diese übermeschliche Aufgabe durchführte. Die Ge- schwinDigkeit unD Das Geschick, womit er sich in Ko- ftüm, Physiognomie, Statur unD Haltung von Augenblick zu Augenblick umgestaltete, waren merk- würdig. Einmal ging er als Franz zur einen Tür hinaus und kam als Karl zur anderen herein. Auch gefiel mir Die Auffassung Der Charaktere im Beginn sehr gut; namentlich griff er Den Karl nicht so pathetisch an, wie wir ihn gewöhnlich sehen, sonDern mehr roh, studentenhaft, renommierend, im Tons Der KomöDie, was mir sehr richtig zu sein scheint. Nachher versagten Die geistigen Mittel, unD Das Gemälde wurde grell, drückend und einförmig. Indessen ist es mir lieb, von dieser vielbesprochenen Seltsamkeit nun doch urteilen zu können." Jerrmann fand natürlich Nachahmer, und unter diesen ist Der bekannteste ein genialer Schauspieler, Der aber Durch seine wüste Uebertreibung unD ein schrankenloses Effektspielen zur Parodie seiner selbst herabsank: Wilhelm K u n st. Noch Fontane sagt gelegentlich von einem Schauspieler, daß seine Beziehungen „zu Kunst" intimer seien als „zur Kunst", und gerade mit Der Darstellung Des Franz und Karl Moor errang sich Der mit Den reichsten Mitteln ausgestattete, aber völlig zügellose Komödiant Den Ruf eines vor nichts zurückscheuenden Kulissenreißers. „Herr Kunst, Der famose, ehemalige Gatte Der Sophie Schröder", so erzählt Costenoble von Dieser seiner Bravourrolle, „hat anaefünDigt, er roerDe Dem Wiener Publikum seine Achtung Da- Durch bezeugen, Daß er in Schillers „Räuber Den Karl und Franz Moor an einem Abend geben werbe. Das hat Herr Kunst auch getan. Er hat Den Räuber Moor auf seine bekannte Weise heruntergeschrien unD -gearbeitet und als Franz Moor versucht, Den großen Devrient zu kopieren. Dabei war Franz mit einer roten Perücke angetan. Er mißfiel in diesem Kunststückchen, womit Herr Jerrmann so viele einfältige Menschen genarrt hat." Zu solchen Kunststücken wird Die moderne Schauspielkunst nicht mehr Zuflucht nehmen, da sie Dem Geist Der Dichtung schweren Abbruch tun; aber in Der Geschichte des deutschen Theaters bleibt diese Doppelbesetzung Des Franz unD Karl Moor durch einen Schauspieler ein ungewöhnliches Faktum. toießenet e5 «a q[5 notwendig erwiesen, ven ueiyuu- vorher: bret ^iN^ungem ntsmäftia weit von Frankfurt am Main abhegenben i firh nicht weawi chen laßt, msmatzig wen vvn o i R-nuKuna Dienstag von 9 bis 13 und von 16 bis 18 Uhr für penheim. Wirtschaft den ist. ♦ Werde Mitglied im deutschen Lustsport'verdanül Zliegen heißt siegen 6tuno lettg« über Zeiten und weiten! Oie Technische Nothilfe ist ein Machtmittel des Staates. Zweigstellen des Treuhänders der Arbeit im Treuhänderbezirk. LPD. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen teilt mit: Auf Grund der bisher gemachten Erfahrungen hat es sich als notwendig erwiesen, den verhalt- . er____et.STT>nin nhftonpnhpn sklavung des deutschen Volkes durch die aufge- zwungene Kriegsschuldlüge zu begründen, und heute umgibt sich das Mißtrauen der Mächte untereinander mit der Unaufrichtigkeit, daß das waffen- und wehrlose Deutschland den Frieden der Welt bedrohe. Adolf Hitler hat der Welt oft genug zu oer- stehen gegeben, wer Anspruch auf „Sicherheit hätte und daß Deutschland jederzeit bereit ist, am Frieden der Welt durch Bindungen mitzuarbeiten, wenn die dem deutschen Volke zuerkannte Gleichberechtigung nicht nur auf dem Papier steht, sondern in die Tat umgesetzt wird. Versailles verbot dem deutschen Staate die Unterhaltung der Fliegerei. Beweise du, deut- scher Volksgenosse, daß du den Wert der deutschen Fliegerei erkannt hast und die Große ihrer Aufgabe, am Frieden der Welt mitzu- arbeiten. Werde Mitglied im Deutschen Luft- sport-Verband! Anmeldungen an die F l i e g e r - O r t s a r u p p t Gießen (Kreisamt), Fernruf 2951 und 2952. Gebieten meines Treuhänderbezirkes die Benutzung meiner Dienststelle zu persönlichen Rücksprachen uno Verhandlungen durch Einrichtung von bestimml en Zweigstellen zu erleichtern. Mit dieser neuen Einrichtung ist ferner eine Ersparnis von Reisekosten für den jeweiligen Anrufer des Treuhänders der Arbeit verbunden. , . . . ... An nachfolgenden Plätzen werden ab sofort für die umliegenden Gebiete zeitweilig besetzte Dienststellen eingerichtet werden: „ . . Kassel: (vorläufig) Spohrstraße 6 Nl, sieden wieder, wie acht Taae vorher: orei Und doch ist etwas, das sich nicht wegwischen laßt. Ferienfch;rt nach Norwegen, freiwillig eingeordnet in die Kameradschaft von 1000 anderen Hitler-Jun- aen die aus Ost und West, von Nord und Sud herbeigekommen, das gleiche Erlebnis tragen. Aus dem Heimweg kommt einem zum Bewußtsein. Ohne Adolf Hitler konnte es das alles nicht geben. Voll Dank gelobt man weiter im Sinne des Führers zu arbeiten, nicht für sich, fonbern ein höheres Ziel. Jedem jungen müßte einmal Gelegenheit gegeben fein, die Herrlichkeiten nordischer Lande zu schauen. Sie sind der Ausdruck des nordischen Menschen. Frisch gestärkt und mit neuen Lebensmut i geht es wieder an die Arbeit. |u ’ Willi Hanke, Gießen. 3U©o wie wir uns trafen, gehen wir wieder aus- einander. Aus . dem ®«6«n« Umsatzsteuer sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müssen sich also wesentlich über die Stallpreise erheben. Marktverlauf: Kälber rege, ausverkauft. Hämmel und Schafe ruhig, Ueberstand. Schweine mittelmäßig, ausverkauft. m Fleischgroßmarkt. Beschickung: 1008 Viertel Rindfleisch, 186 ganze Kälber, 16 ganze Ham- mel, 688 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsenfleisch b) 52 bis 56. Rindfleisch b) 48 bis 52. Bullenfleisch b) 50 bis 54. Kuhfleisch b) 36 bis 44, c) 25 bis 35. Kalbfleisch b) 64 bis 72, c) 54 bis 63. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 70 bis 73. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig. nen -- 14,33 v. H. gehoben. Der Absatz der Monate April bis August überstieg den der entsprechenden Vorjahreszeit um rund 164 000 Tonnen - 4,34 v. H. Dabei ist der Absatz nach dem Jnlande starker gestiegen, während der Auslandsabsatz infolge der Kontingentierungsmahnahmen von April bis August um rund 25 000 Tonnen zurückging. Frankfurter Börse. Wittagsbörfe: Mexikaner fest, im übrigen uneinheitlich. Frankfurt a. M., 20. Sept. An der heutigen Mittagsbörse standen mexikanische Anleihen im Vordergrund des Interesses. Bereits im vorbörslichen Verkehr zeigte sich auf Grund von festeren Pari er Kursen lebhafte Nachfrage. Die Börse erblickt in der Abreise des mexikanischen Finanzministers nach Neuyork ein günstiges Zeichen für * D i e allgemeinen und Einzelgenehmigungen für die Wareneinfuhr. Die Bekanntmachung der Reichsstelle für Devisenbewirt- schaftung, wonach die von den Devisenstellen erteil- | ten allgemeinen Genehmigungen und Einzelgeneh- migungen vom 20. September 1934 an vorläufig < nicht mehr zum Erwerb von effektiven ausländischen 1 Zahlungsmitteln und zur Verfügung über solche Zahlungsmittel berechtigen, bezieht sich lediglich auf die gemäß Abschnitt III Nr. 3, 4, 5 bis 8 der Verordnung zur Devisenbewirtschaftung (Richtlinien für die Devisenbewirtschaftung) vom 23. Juni 1932 er-1 teilten allgemeinen und Einzelgenehmigungen für die Wareneinsuhr. Alle übrigen Genehmigungen bleiben unberührt. * Warentauschd lenst der west- und südwe st deutschen Außenhandels st ellen. Die Schwierigkeiten des Außenhandels machen es notwendig, alle Möglichkeiten zu erschöpfen, um im Interesse der Rohstoffbefchafsung die Ausfuhr zu fördern. Zu diesen Möglichkeiten gehört heute nach dem Willen der Reichsregierung insbesondere das Warentaufchkreschäft. Zur Durchführung des Warentauschgeschäftes haben sich die west- und südwestdeutschen Außenhandelsstellen (Duisburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt a. M., Mannheim) zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Die Firmen werden von der zuständigen Außenhandelsstelle im einzelnen benachrichtigt. * Die Umgründung der Bamag-Me- g u i n A G. i n B u tz b a ch. Unter der Firma „Butzbacher Werke für Eifenoerarbeitung A G. in Butzbach" ist nunmehr Die angekündigte Aktiengesellschaft mit 1 Mill. RM. Grundkapital errichtet worden, die insbesondere zur Nebernahme und zum Fortbetrieb der in Butzbach befindlichen Zweigniederlassung der Bamag-Meguin AG. in Berlin bestimmt ist. Zu Vorstandsmitgliedern wurden Obering. Fr. Fischler (Butzbach) und Direktor G. U h l e (Berlin) bestellt. Den ersten AR. bilden: Dr. Walter Große (Köln-Bayenthal), Baurat Ernst Lechner (Köln-Bayenthal), Dr. jur. E. Nölle (Berlin - Lichterfelde), Kaufmann U. H Freiherr von Roche-Starkenfels (Berlin) und Ing.-Chemiker Dr. Werner Siebert (Berlin-Charlottenburg). * Der Augustabsatz im rheinischen Braunkohlenbergbau. Der Brikettabsatz im rheinischen Braunkohlenbergbau hat sich, wie dem DHD. mitgeteilt wird, im August gegenüber dem gleichen Dorjahresmonat um rund 95 000 Ton- die vor kurzer Zeit angekündigte Regelung des Zinsendienstes. Das Geschäft in diesen Papieren war sehr lebhaft, die Kurse erfuhren eine bemerkenswerte Steigerung. So fliegen 5 v. H. äußere Gold von 1899 von 11,25 auf 13,50 v. H., 4,5 v. H. Jrn- gationsanleihe von 7,75 auf 9,50 v. H., 4 v. H. Gold von 1904 von 7,90 auf 9,25, 5 v. H. innere von 5,75 auf 6,75 und 3 v. H. innere von 5 auf 6,13 o. H. Auch 5 v. H. Teuantepec Gold lagen mit ca. 7,75 v. H. um 1,25 v. H. fester. Deutsche Rentenwerte lagen zwar ruhig, aber im Grundton weiter fest. Altbesitz blieben mit 98,13 allerdings nur knapp gehalten, dagegen zeigte sich für späte Reichsschuldbuchsorderungen, Korn- rnunal-Urnschuldung, Zinsvergütungsscheine und Stahlverein-Obligationen lebhafteres Interesse. Die Nebenwerte der 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn lagen in Anpassung an die letzttägige Abschwächung irn Angebot und wurden rnehrprozentig niedriger taxiert. r , Der Aktienmark zeigte ein ausgesprochen uneinheitliches Bild. Die schon gestern abend im Zusammenhang mit Hoffnungen aus ein günstiges Halbjahresergebnis stark besuchten Daimler-Motoren setzten ihre Befestigung infolge von spekulativen Käufen zunächst bis auf 51,90 v. H. fort, gaben aber später auf 51,25 v. H. nach. Montanwerte blieben in Nachwirkung der letzten günstigen Lageberichte beachtet und zeigten fast ausnahmslos bis zu 0,50 v. H. höhere Kurse, etwas mehr erhöht waren Harpener mit plus 1 v. H., anderseits gaben Rhein. Braunkohlen um 1,50 v. H. und Laurahütte erneut 0,50 v. H. nach. Chemiewerte notierten unregelmäßig, Farbeninoustrie 144,75 (145,25), Deutsche Erdöl 115,25 (116,50), andererseits aber Metallgesellschaft 94,25 (92,90) und Rütgerswerke plus 0,25 v. H. Elektrowerte lagen meist schwächer, besonders Schuckert mit minus 1,13 v. H., andererseits aber Siemens 2 v. H. höher. Sonst eröffneten noch u. a. Westdeutsche Kaufhof 0,40 v. H., Reichsbank 0,65 v. H. niedriger, Dagegen Gement Heidelberg 0,25, Aku 0,40 und Hanfwerke Füssen 1 v. H. , freundlicher. AG. für Verkehrswesen blieben be- : hauptet, während Schiffahrtswerte im Angebot ■ lagen und Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H. auf- ; wiesen. An der Abendbörse herrschte wohl eine freundliche Stimmung, das Geschäft ließ aber weiterhin ehr zu wünschen übrig. Kleine Kauf Orders der Kundschaft sowohl für Aktien, wie für Renten toben nach wie vor auf einige Realisationen der Kulisse, so daß die Kursbildung kerne einheitliche war. Die Veränderungen hielten sich indessen in engen Grenzen. Im allgemeinen konnten sich die Berliner Schlußkurse behaupten. Von lokalen Werten gingen Scheideanstalt um 1 v. H. zuruck, Voigt & Häffner kamen nach Bause mit 10,25 v-.H. wieder zur Notiz. Farbenindustrie setzten zunächst unverändert ein, gaben aber im Verlaufe 0,25 v. H- nach, ferner lagen Kunstseide Bemberg und Cement Heioelberg etwas niedriger. Am Rentenmarkt erhielt sich bei etwas kleiner gewordenen Umsätzen das Interesse für mexikanische Anleihen, wobei die Kurse aber ziemlich unverändert lagen. Deutsche Anleihen lagen still, etwas beachtet blieben späte Reichsschuldbuchforderungen zu 95,25 v. H. Von Schweiz. Bundesbahnen gingen 4proz. um 1,50 v. H. auf 189 und 3,50proz. um 1 v.H. auf 176 v. H. zurück U. a. notierten: Altbesitzanleihe 97,90, 6proz. Stahlverein 79,90, 6proz. Stadt Frankfurt v. 26 77, 6prvz. Mainz v. 26 80,75, Schutzgebiete 9,25 5prvz. innere Mexikaner 7, 5prvz. do. äußere Gold 13 90 4prvz. Gold v. 1904 9,25, 3proz. Silber» mexikaner 6,30. 4.50proz. Irrigation 9,65, Commerzbank 68, Reichsbank 150,25, Gelsenkirchen 62,50, Harpener 105,25, Mannesmann 75, Rheinstahl 92,75, Stahlverein 41,75, AKU. 64,75, AEG. 28,40, Bemberg 67,50, Cement Heidelberg 119,50, Daimler 51,25, Scheideanstalt 216, JG.-Farben 144,50 bis 144,25, Goldschmidt 94,50, Holzmann 82,25, Lahmeyer 124, Schuckert 95, Doigt & Häffner 10,25, AG. für Verkehr 76,75, Nordd. Lloyd 29. Nach- börfe: JG.-Farben 144 bis 144,25, Altbesitz 98. Im Verlaufe war die Börse auf fast allen Marktgebieten ziemlich belebt, wenn auch die Kursgestaltung, besonders am Aktienmarkt, weiterhin sehr uneinheitlich war. Die Veränderungen nach beiden Seiten betrugen etwa 0,25 bis 0,50, teilweise bis 1 v. H. Weiter fest lagen Montanwerte, auch Zellstoffwerte und Daimler Motoren traten wieder stärker hervor. Farbenindustne blieben vernachlässigt, Cement Heidelberg gaben 1 v. H. nach. Am Rentenmarkt setzten Mexikaner bei anhaltend lebhaftem Geschäft ihre Befestigung bis zu nochmals 0,50 v. H. fort, daneben traten spate.Reichschuldbuchforderungen (95 bis 95,25) und andere Reichstitel, außer Altbesitz, mehr in Den VorDer- qrunD. Sehr fest lagen StaDtanlechen, Die infolge ^Materialmangels vielfach nicht notiert murDen. Am PsanDbriefmarkt lagen Die Kurse gleichfalls weiter erhöht, auch für Anteilscheine hielt Die Nachfrage an — TagesgelD war etwas gesucht unD wurDe roieDer auf 3,25 w H. (3) erhöht. Abendbörse behauptet. Verordnung über Proteste vonWechseln und Schecks. Auf GrunD Des Gesetzes über Den Protest von Wechseln unD Schecks vom 5. 7. 1934 oerorDnet Der Reichsjustizminister folgenDes: . Proteste von Wechseln unD Schecks, Die m Der Zeit vom 1. 4. bis 30. 9. 1934 erhoben werben, sind nicht Deshalb unwirksam, weil sie Den Vor- Uriften Des neuen Wechselgesetzes unD Scheckgesetzes, Der Einführungsgesetze zu Diesen Gesetzen, oDer Den sonstigen Vorschriften über Die Protesterhebung nicht entsprechen JnsbesonDere ist Der Protest von Wechseln, Die bei einem Dritten zu zahlen sinD, in Fällen, wo Die Ausstellung vor Dem 1. 4. 1934 liegt, nicht Deshalb unwirksam, weil Der Protest gegen Den Bezogen erhoben worDen ist, unD in Fällen, wo Die Ausstellung in Die Zeit nach dem 31. 3. 1934 fällt, nicht Deshalb unwirksam, weil Der Protest gegen Den Dritten erhoben wor- Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. ®t, 20. Sept. Austrieb: Rin. Der insgesamt 5 (gegen 131 am leisten Donnerstags« markt), Darunter befanDen sich 2 Kühe unD 3 Foren. Kälber 771 (1187), Hammel 124 (131), Schafe 22 (87), Schweine 514 (584). Notiert wurDe pro 1 Zentner LebenDgewicht in Mark: Kälber a) 49 bis 50, b) 42 bis 48), c) 35 bis 41, d)28 bis 34. Lämmer unD Hämmel b2) WeiDemasthämmel 31 bis 33, c) mittlere Mastlämmer 28 bis 30, d) geringere Lämmer 24 bis 27. Schafe 1) mittlere 26 bis 29, g) geringe 15 bis 25. Schweine a) 52 bis 53, b) 50 bis 53, c) 48 bis 53, d) 44 bis 51. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagmarkt zogen Kälber um 3 bis 4 Mark an, Hämmel gaben 1 Mk. nach Schafe unD Schweine blieben unoeränDert. Die Preise sinD Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere unD schließen sämtliche Spesen Des HanDels ab Stall für Fracht-, Markt- unD Verkaufskosten, T.*'“ WHÄw -- 1. Stock, jeDen Freitag von 9-30 bis l2.30 Uhr für Die Kreise FulDa, HünfelD, Schlüchtern. Gießen: JnDustrie- unD ^nDelsfammer ßon^. straße 7, jeDen Freitag von 9.30 bis 13 Uhr für °ß?mbur g : Kreisamt, jeDen Mittwoch von 9^30 bis 13 Uhr für Die Kreise Limburg, Weilburg, Westerburg, Oberlahnkreis unD Unterlahnkreis. Worms: im Hessischen Kreisamt jeben^reitag von 8.15 bis 12.30 Uhr für die Kreise Worms, A - zey, Oppenheim, sowie Die westlich Des Rheines ge legenen GemeinDen Der Kreise Bensheim unD Hep- ergriffen hat. Das BorDleben nimmt feinen Fortgang. Eine unserer größten Marken beginnt nun fein Talent als Zirkusdirektor zu entfalten. Hypnose, Bauch- reDen, Boxkämpfe, alles finDet in Diesem Arkus statt. UnD Dabei alles bei freiem Eintritt! Hitler- bugenD halbe Preise! Am gemütlichsten ist es natürlich abenDs. WährenD Die Hälfte Der Besatzung im Kino sitzt, macht Der anDere Teil alles unsicher. Die Schlüssel roerDen vertauscht. Manche höchst peinliche GegenstänDe finDen sich im Bett wieder^ UnD nach Dem Schlafengehen soll sogar noch mit Schuhwichse unD Wasser gearbeitet worden em! Am Freitagmorgen findet Die letzte Flaggen- hissung statt. Schlag 8 Uhr steigt die Flaage unter Den Klängen Des Präsentiermarsches in Die Hohe, anschließenD steigt Das DeutschlanD- unD bas Horst- Schweinemarkt in Grünberg. + ©rünberg, 20. Sept. Zum heutigen Schweinemarkt waren 633 Ferkel unD 1 Stuck Großvieh aufgetrieben. FolgenDe Preise wurden erzielt: Ferkel bis sechs Wochen alt 8 bis 10 Mk., sechs bis acht Wochen alt 11 bis 14 Mk., acht bis dreizehn Wochen alt 15 bis 18 Mk. Es verblieb etwas UeberstanD. Das Stück Großvieh (Kuh mit fünftem Kalb) kostete 128 Mk. „Bedrohte Welt." Das Weltgewissen muß es wohl wirklich nötig haben, sich selbst zu beruhigen, wenn nahezu auf jeher Konferenz Der Mächte nach „Sicherheit gerufen wirD! In Den Jahrzehnten vor Dem Kriege hat man sich kein Gewissen Daraus gemacht, DeutschlanD elnzu- kreisen, weil sein Ansehen in Der Welt Durch ferne Arbeit unD feinen Fleiß zu groß wurDe. Mit Dem unglücklichen Ausgang Des Krieges scheute man sich ebensowenig, Die gewollte Vernichtung und Der- zu. I Wessel-LieD. Ebenso ist es abends bei Sonnen- in I Untergang. Am Sarnstaarnorgen sind wir m örcmelVuueH ...^'fahren. Früh schon geh es von Schiff. In Flaggengala liegt unsere „Stutt qart" vor uns. Wir aber muffen den Zug besteigen. Unseren Offizieren, die wie Freunde zu uns waren, rufen wir ein letztes Lebewohl und „Heil Hitler! Deutschen Gruß und ruft uns ein „Heil Hitler!" x Wenn wir auch viel Verständnis bei unteren nordischen Starnmesgenossen für die Lage Deut,ch- lands vorausgesetzt hatten, so konnten wir doch niemals erwarten, daß die Norweger bereits so von Adolf Hitler und seinem Ideengut erfaßt waren, daß er auch bereits bei ihnen geistig Besitz Die hinter Vrannui ■ «i. JJ\. en Papieren »5er Kurszettel t angeführten Ziffern geben >er Bi Die Hohe Der rraii. ui -. uv. ►Hiner zuletzt bejchlo zieriiu und Irankfu [jenen DipiDenDe an. — ? irter Börse. eidjsbantPistont 4 v. H., L ;vranhun a. JJL | Berlin ombarDzinssuß 5 v.H. _ Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Schluß« kurs Schluß!. Abend« börs- Schluß« (ur4 Schlußk. Mistaa- börse Schluß« kurs Sclilußk. Abend« börfe Schluß« kurs Schluß. Mittag. börfe Schluß, kurö Schiußk. Abend« bdfrfe Schluß« kurs Schlupf. Miitag« börfe 19. September 20-September Amtliche Jbherung ifrptb 1 Ärie' Amtliche Geld Notierung 1 »ne __ Oatum 19-9. | 20-9. | 19-9- 20-9. Datum 19.9. 20 9. 19.9. 20.9. /'■> um 19-9- | 20.9. 19-9. | 20-9 Buenos Aire. 0,656 58,545 0,199 3,047 55,21 81,82 12,365 5,455 16,495 169,68 21,48 0,737 5,714 62,16 48,95 11,22 63,78 81,63 34,20 10,44 2,474 0,660 28,665 0,201 3,053 55,33 81,98 12,395 5,465 16,535 170,02 21,52 0,739 5,726 62,23 49,05 11,24 63,90 81,79 34,26 10,46 2,478 Sanknoten 0,655 58,545 0,199 3,047 55,12 81,82 12,345 5-445 16,495 169,73 21,49 0,736 5,714 62,05 48,95 11,21 63.67 81,67 34,20 10,41 2,474 0.659 58,665 0,201 3,053 55,24 81.98 12,375 5,455 16,535 170,01 21,53 0,738 5,726 62,17 49,05 11,23 63,79 81,83 34-26 10,43 | 2,478 6% Deuyche Reichsanleihe v. 1927 6% e^em.7% Dt.Reichsanl.v. 1929 6Yi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deuyche Vlnl..'21t>lö|.-Sd)Ul6 mit 95 94,75 98,25 94 90,75 90 99,5 100.65 91 91 91,65 91,9 93 93 101,75 1,15 7,65 7,4 7,4 11,25 8 95,5 94 97,9 94 91,25 90,5 99,25 100,65 91,5 91,5 92,13 91,9 93 93 101,75 1,15 ?,4 7,3 13,9 8 95,5 94 98,25 94 90,75 100,25 93 93 101,75 1,2 7,75 7,3 7,4 11,65 95,25 97,9 94 91 100,25 93 93 101,75 1,2 7,85 13,9 4% vesgl. Serie 11 ............. 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/z%Rumän.vereinh.Rentev.lSlS 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2)4% Anatolier ............... 8 4,4 4,1 37.93 8 4,65 7,25 4,2 4,6 7,6 4,2 1115^ Maneselver Bergbau......... u Kvkswerke ............. 0 48 246,5 93 41,9 14 127 145,25 216 96,75 43 92,9 83 120,75 1 131 64 68 50,9 70,75 51,25 57,25 30,5 180,25 131 I 29,65 77,75 I 188 79 48,75 245 92,75 41,75 13,75 144,25 216 94.5 43,13 93,75 82,25 119,5 132 64,75 67,5 51,25 /I 51,25 57,5 29,4 210 180 130,75 1 30 77,25 I 190 79,4 101,65 47,9 247 93,4 41,4 13,65 127 126 159 145 96,25 42,75 8 z 112,75 64 135,5 50,9 70.5 125 50,75 57,5 90,5 30,65 207 179,5 130,5 1 30 1 192 101 48,9 246 93 41,75 13.5 128 127,5 144,5 94,13 42,75 94-25 82,75 112,25 64,5 135 50,9 69,25 125 57,75 89,5 29,4 210 130,5 1 29,65 Brüssel----- Rio de Jan. Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl ..................0 Kopenhagen. Danzig..... ohne Auslof.-Rechte...... 6% eöcin.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rüdiahlb. 102%)............ Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hanja-Dampfschiff...........0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat«Bank ... 0 Deutsche Bank und DiSconto« Gesellschaft................ o Dresdner Bank..............0 Reichsbank ........... 12 A.C.G......................o BekiUa.....................o Elektr.LieferungSgelellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 6 Felten L Guilleaume.........0 Gesellsch.f.Clektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Schuckert & Co..... ,,, 5 26,75 29,75 76,25 68,5 73,75 76 150,65 28,75 148,75 102,9 120,25 77,5 112 96,13 147,5 125,5 88 116,5 62 04,5 - 170,5 129,65 81,75 74,9 26,5 29 76,75 96,5 68 73,75 75,75 '50,25 28,4 148,75 102,75 120,5 76,5 111,5 103 95 149,4 124 87,13 115,75 62,5 105,25 170,25 129,5 81,25 75 26,75 27,25 29,75 76,25 96,5 68,25 73,75 76 150,5 28,75 148,25 103 121 76,75 122,75 103,9 95,25 148 124.75 87,13 115,25 61,75 104 78,4 170,5 129,5 81,75 74,9 25,5 26,5 28,9 76,75 96,5 68 73,75 77,75 150,75 28,4 148,4 102,75 .120,75 76,75 111,65 102,5 95 149 86,75 115,5 62-9 105,75 78,13 170,25 129,25 81,5 Otavi Minen ............... 0 Kaliwerke Aschersleben........ k> Kaliwerke Westeregeln........ b Kaliwerke Salzdetfurth.....1Yi HelsingforS.. Paris ...... Holland ... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Cab..... : Wien....... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold N 12.................. S'/r% Hess. LandeS-Hypotheken- Obarhessen Provinz-Anleihe mit Scheideanstall".............. 0 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rcchten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Vanl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bi« 1936 6Vi% ehem. 4'/,% Franks. Hyp.- Bank.Liqu.-Pfandbricfe....... 6yt% ehem. 4*/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Gteuergutsch. Verrechnungskurs.. 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% desgl. von 1913.......... Rütgerswerke ...............0 Metallgesellschaft............. ° Philipp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......0 Cementwerk Karlstadt.........0 Schultheis Patzenhofer .......0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Zellstoff Waldbos ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Budapest ... Reuyork... Serlin, 20-September 1 Geld Sriel__ Amerikanische Roten.............. Belgische Roten.................. Dänische Roten ................. Englische Roten ................. Französische Roten............... Holländische Roten ............... Italienische Roten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, A 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. llnoariicho 9?ni»n_______.. .. ... 2,426 58,385 54,97 12,31 16,455 169,31 21,37 61,89 63,50 81,49 34,04 2,446 58,625 55,19 12,35 16,515 169,99 21,45 62J3 63,76 81,81 34,20 Siemens L Halske............7 Lahmeyer L Co.............10 Buderus ....... 0 Deutsche Erdöl .............. 4 Gelsenkirchener............... Harpener................... c Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........t Lrenstein & Koppel..........0 Leonhard Tietz.......... ... 0 Cbade......................10 Aecumulatoren-Fabrik........0 Conti-Gummt...............0 Gritzner....................0 Mainkraftwerke Höchst 4 Hoesch Eisen—Köln-Neuefsen .. C Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ Klücknerwerke ............... Mannesmann-Röhren........ 6% abgest" Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1.................... Mit Wasser und Schaum gegen das Feuer Feuerwehr und Luftschutz demonstrieren. Wer sich gestern nachmittag die Zeit nehmen konnte, für eine Stunde auf Oswaldsgarten zu weilen, konnte hochinteressante Vorführungen der Feuerwehr und des Luftschutzes sehen. Die Feuer- wache zeigte in Verbindung mit der Werkfeuerwehr der Firma Poppe und in Gemeinsckaft mit dem Luftschutz die Bekämpfung von verschiedenartigen Bränden. Viele Zuschauer hatten sich ein- gefunden. Insbesondere die Schuljugend umlagerte den abgesperrten Raum vor dem Gebäude der Feuerwache in großen Scharen. Auf dem freigehaltenen Raume waren Pyramiden aus Brettern, Bohlen und leichtentzündlichen Stoffen aufgerichtet worden, die nacheinander in Brand gesteckt wurden und, da sie mit Petroleum übergossen waren, im Ru hell aufloderten. Am darzulun, wie schnell mH handfeuerlösch- geräien Brände gelöscht werden können, griff die Feuerwache die Flammen mit Handfeuerlöschern der verschiedensten Systeme an, und es war überraschend zu sehen, wie in wenigen Minuten — in 2 bis 3 Minuten — die heftig aus den Holzpyramiden heraus schlagenden Flammen gelöscht wurden. Besondere Aufmerksamkeit wurde dann dem Schaumlöschverfahren entgegengebracht. Teer und Benzol, auf den Sandboden ausgeschüttet, wurden ange^ündet. Die Flammen liefen mit großer Geschwindigkeit über die begossene Fläche. Unter großer Rauchentwicklung brannten die feuergefährlichen Flüssigkeiten ab und ließen dabei gleichzeitig erkennen, welch ungeheure Gefahr diese Stoffe für Lagergebäude darstellen, wenn Feuer leichtfertig in ihre Nähe gebracht wird. Die Feuerwache rückte dann in Verbindung mit der vorzüglich ausgerüsteten Poppeschen Werkfeuerwehr (die von der Gießener Freiwilligen Feuerwehr ausgebildet wurde) mit dem Schaumlöschgerät gegen die intensiven Flammen vor und vermochte sie ebenfalls innerhalb von Minuten völlig abzulöschen. Der Schaum, mit Wasser und einem speziellen Pulver erzeugt, wurde aus dem gewöhnlichen Spritzrohr, gegen das Feuer vorgetragen. Die Ursache der frappanten Wirkung des Schaumes im Dienste der Feuerbekämpfung besteht bekanntlich darin, daß durch den Schaum der Zutritt des Sauerstoffes in der Luft zum Feuer verwehrt wird und dadurch die Flamme erstickt. Mit einem besonderen Ansatzstück (für Feuerbekämpfung im Tank) wurde bei einer weiteren Hebung brennendes Benzol in einem Bottich gelöscht. Der Luftschutz, der sich für diese Uebung ebenfalls zur Verfügung stellte, zeigte die Bekämpfung von Brandsätzen auf eigens dafür konstruierten provisorischen Dachböden. Die Hebung wurde von Teilnehmern des Lehrgangs für zivilen Luftschutz, der dieser Tage abgeschlossen wurde, durchgeführt. Don dem gleichen Trupp wurde auch ein großer Dachstuhlbrand mit ver- hältnismäßlg einfachen Mitteln gelöscht. Die Hebungen verliefen sehr demonstrativ und gaben einen guten Heberblick über die verschiedenen Möglichkeiten der Feuerbekämpfung. Die Vorführungen wurden von zahlreichen Vertretern der Behörden und der Standarte mit großem Interesse verfolgt. Im Anschluß an die Hebung war den Vertretern der Behörden Gelegenheit gegeben, unter Führung von Branddirektor Braubach die Einrichtungen der Feuerwehr kennenzulernen. Das Meldewesen wurde eingehend erklärt, man besichtigte ferner die verschiedenen Wagen, Spritzen, Leitern, Rettungswagen usw., mit ihren vielfältigen Spezialeinrichtungen, die die Feuerwehr für alle Fälle gerüstet erscheinen lassen. Die Gießener Tnrnerschast und ihre 1. Sieger von 1850 bis 1934. Nächsten Samstag und Sonntag werden in unserer Stadt ehemalige 1. Mehrkampfsieger der Gießener Turnerschaft ein Wiedersehen feiern. Von 109 ersten Siegen berichtet uns die unten angeschofsene Ehrentafel, die im Lause der Jahrzehnte im edlen Wettstreit mit ebenbürtigen Turngenossen bei Volks- und Geräteturnen und Itn Zwölfkampf erkämpft wurden. 57 Gießener Turner sind an diesen Leistungen beteiligt, von denen noch 37 leben, davon 18 auswärts. Sie alle wissen sich verbunden in gleichem Streben und Erleben, vom Jüngsten bis hinauf zu den Kameraden mit 70 und mehr Lebensjahren Auge in Auge, und noch weiter hinauf mit denen, die sie nur noch in wehmütiger Erinnerung sich zur Seite fühlen. Tiefe Dankbarkeit gegen die Gemeinschaft, die ihnen die ausgezeichnete Schulung ermöglichte und sie zu glänzenoen Leistungen emportrug, führt sie wieder in die alte Turnstadt Gießen, die den edlen Kern deutschen Turnertums schützend und mehrend in immer neuen Wandlungen durch gute und böse Zeiten trug seit jenem Sommer 1816, da der Student Karl Rollen, als Frontkämpfer aus den Freiheitskriegen in sein Elternhaus nach Gießen zurückaekehrt, die nach ihrer politisch-militärischen Jahn-Lützower Tracht genannte Verbindung der sog. „Gießener Schwarten" gründete und dem Dolksturnen nicht nur in der Bevölkerung Gießens selbst eine dauerhafte Heimstätte bereitete, sondern es auch hinaustrug in Stadt und Land. Im kreise ihrer beiden hiesigen Turnvereine und deren Angehörigen, zusammen mit Freunden und Bekannten, werden die ersten Sieger bescheidenen Sinnes bekunden, daß der einzelne an sich nichts ist, aber alles der zielbewuhte und tatfrohe Geist turnbrüderlicher Verbundenheit, dem sie In all den Jahren weithin sichtbaren Ausdruck geben und den sie aus tiefinnerster Verpflichtung heraus werbend in die aufhorchende Jugend in Slädl und Land roei- tertragen durften. Unb wenn sie am Sonntag um die Mittagszeit in festlichem Marsche durch die Stadt nach dem Jahngedenkstein geleitet werden, wird sich dieses Gesamtbild gleichzeitig in Erinnerungen auflösen, da vor Jahr und Tag jeder einzelne Sieger im schlichten Schmuck des Eichenkranzes nach heißen Kampftagen auf Turnfahrten und Bergfesten, auf Gau-, Kreis- und sogar Deutschen Turnfesten in seine liebe Stadt Gießen mit frohen Scyaren einzog und seine Gießener Volksgenossen ihn stolz als den Ihrigen begrüßten, der den Namen der Stadt in Ehren in die Weite getragen hatte. Am Jahngedenkstein werden sie sich freudig zum Schöpfer deutschen Turnertums bekennen, das niemals Selbstzweck war, sondern in den Händen selbstloser, volks- und vaterlands- begeisterker Jünger durch politische, wirtschaftliche und soziale Kämpfe hindurch den Weg suchte zu Gemeinsinn und Volksverbundenheit, zu körperlicher Kraft und Schönheit, zu Einheit, Ehre und Freiheit von Volk und Vaterland. „Die Nachwelt setzt jeden in sein Ehrenrecht" hatte Jahn in den schweren Kämpfen seines Lebens geschrieben, und kein Geringerer als unser großer Führer Adolf Hitler hat diese Hoffnung Friedrich Ludwig Jahns wahrgemacht bei dem gewaltigen Deutschen Turnfest zu Stuttgart. „Was wir vor Jahren einst gelobt, In Treue sei's gehalten? Wenn Tod und Teufel uns umtobt, Wir bleiben doch die Alten! Wir fetzen unser Herz zum Bfand: heil Dir, du deutsches Vaterland!" Äste über die 1. Turnsestsieaer (Mehrkämpfer) her Gießener Tnrnerschast — Turnverein 1846 unb Männerturnverein-, beginnend mit dem Jahre 1850. 1850: Gießen, Lahnbezirksfest; 1. Pr. Karl Schmitt. 1860: Offenbach a. M., Kreisturnfest; I.Pr. Gg. Lotz. 1861: Oberstein, Kreisturnfest; 1. Pr. Karl Nehmeyer. 1862: Gießen, Kreisturnfest; 1. Pr. Herrn. Haustein. 1862: London, Stiftungsfest des deutschen Turnvereins; 1. Pr. Hermann Haustein. 1863: Leipzig, 3. Allgemeines Deutsches Turnfest; 1. Pr. Hermann Haustein. 1863: Arnsburg, Bezirksturnfahrt; 1. Pr. Heinrich Kämmerer. ' 1864: Siegen, Turnfest; l.Pr. stud. A. Rausch. 1867: ©anfeburg, Bezirksturnfahrt; l.Pr. L. Statt- rein. 1867: Arnsburg, Bezirksturnfahrt; l.Pr. heinnch Kämmerer. 1870: Lich, Gauturnfest; l.Pr. Karl Müller. 1872: Schotten, Gauturnfest; l.Pr. Karl Demuth. 1873: Alsfeld, Gauturnfest; l.Pr. Heinrich Bartsch. 1875: Friedberg, Gauturufest; l.Pr. Karl Köhler. 1876: Bad-Nauheim, Gauturufest; l.Pr. Karl Wüst. 1877: Marburg, Gauturufest; 1. Pr. Herrn. Plank. 1879: Nidda, Gauturufest; l.Pr. Wilhelm Dapper. 1879: Münzenberg, Gautumfahrt; 1. Pr. Ludwig Hnverzagt. 1880: Wetzlar, Gauturufest; l.Pr. Ludwig Unoenagt. 1880: Münzenberg, Gautumfahrt; 1. Pr. Wilhelm Dapper. 1882: Manzenberg, Gautumfahrt; 1. Pr. Gustav Trübe. 1882: Herborn, Gauturufest; 1. Pr. E. Hoffmann. 1883: Bad-Nauheim, Gautumfahrt; 1. Pr. Ludwig Hnverzagt. 1884: Münzeuberg, Gautumfahrt; 1. Pr. Heinrich Wenzel. 1885: Lich, Gauturufest; 1. Pr. Georg Balser. 1885: Bad-Nauheim, Gautumfahrt; 1. Pr. stud. phil. Th. Hof. 1885: hainig bei Lauterbach, Gautumfahrt; 1. Pr. Ludwig Hnverzagt. 1886: Alsfeld, Gauturufest; l.Pr. stud. pil.Th. Hof. 1886: Münzenberg, Gautumfahrt; l.Pr. K. Wenzel. 1888: Gießen, Gauturufest; 1. Pr. Friedrich Köhler. 1888: Gießen, Gauturnfest; 1. Pr. Karl Heuser. 1889: Heuchelheim, Gautrnfest; l.Pr. Th. Vaubel. 1890: hainig bei Lauterbach, Gautumfahrt; 1. Pr. Louis Schäfer. 1890: Schotten, Gauturufest, 1 Pr. Gust. Ruppel. 1891: hanig bei Lauterbach, Gautumfahrt; 1. Pr. Karl Heuser. 1891: Butzbach, Gauturufest; 1. Pr. Karl Heuser. 1894: Wetzlar, Gautumfahrt; 1. Pr. Karl Fischer. 1894: Schweiuheim, Gauturufest; 1. Pr. K. Heuser. 1895: Kirchhain, Gautumfahrt; 1. Pr. Emil Marx. 1896: Alsfeld, Gauturnfahrt; l.Pr. Herrn.Krocker. 1896: Büdingen, Gauturufest; 1. Pr. h. Kräcker. 1897: Krofdorf, Gautumfahrt; 1. Adolf Schäfer. 1897: Biedenkopf, Gauturufest; 1. Pr. A. Schäfer. 1898: Lauterbach, Gauturufest; 1. Pr. Emil Marx. 1899: Friedberg, Gauturufest; 1. Pr. Peter Gesser. 1900: Grimberg, Gautumfahrt; 1- Pr. K. Müller. 1900: Kirchhain, Gauturufest; 1. Pr. Karl Müller. 1902: hainig bei Lauterbach, Gautumfahrt; 1. Pr. Heinrich Schmidt. „ M „ 1902: Butzbach, Gauturufest; 1. Pr. Ludw. Noll 1902: Dünsberg, Gautumfahrt; 1. Pr. K. Muller. 1904: Ufingen, Gauturufest; 1 Pr. Ludw. Bep er. 1904: Hungen, Gautumfahrt; 1. Pr. Ludw. Bepler 1904: Düusberg, Gautumfahrt; Ehreusteger Karl Müller. „ .. _ . 1905: Düusberg, Gautumfahrt; Ehrensteger Karl 1905: Nieder-Wöllstadt, Gautumfahrt; 1. Pr. Karl 1906: Schotten, Oauturnfeft; 1. Pr. fiemr tarnet 1907: Dllnsberg. Gouturnsahrt: 1. Pr. K. Schwarz. 1909: Gleiberg Gauturnsahrt: 1.ßubro. SBepter. 1909: Feldberg, Volkstümliches Wettumeu; 1. Pr. 1909: Dassel,'^Volkstümliches Wettumeu; 1. Pr. Lud- 1909: Kastel? Volkstümliches Wettumeu; 1. Preis 1910: Feldbe?g, Volkstümliches Wettumeu; Ehren- sieaer Heinrich Noll. 1910: Saarbrücken, Volkstüml. SBetlurnen; 1. Pr. 1910- Kreuznach, Kreisturnfest; 1. Pr. L. Bepler. 1911! Dünsberg, Gauturnsahrt; 1. Pr. Hans Thöt. 1911: Wasserkuppe (Rhön), Volkstümliches Wett- turnen; 1. Pr. Ludw. Bepler. 1912: Gießen, Gauturufest; Ehreusteger K. Müller. 1912: Gießen, Gauturufest; Ehreusteger L. Bepler. 1912: Gießen, Gauturufest (Fünfkampf); 1. Pr. Ludwig Bepler. 1912: Gießen, Gauturnfest (Altersklasse); 1. Pr. Karl Heuser. 1914: Kirchhain, Gauturufest (H.-St.); 1. Pr. Hermann Neuser. 1919: Feldberg, Volkstümliches Wettumeu; 1. Pr. Georg Daum. 1919: Feldberg, Volkstümliches Wetturneu (H.-St.); 1. Pr. Karl Reuter. 1919: Wasserkuppe (Rhön), Volkstümliches Wett- turnen (Altersklasse); 1. Pr. Heinrich Noll. 1920: Gießen, Gauturufest (Altersklasse); 1. Pr. Karl Müller. 1921: Marburg (Lahn), Gauturufest (Altersklasse); Ehrensieger Karl Müller. 1921: Hanau, Gauverbandswetturnen (Altersklasse); 1. Pr. Karl Müller. 1921: Hanau, Gauverbaudswetturnen (H.-St.); 1. Pr. Karl Reuter. 1922: Gießen, Bezirksgerätewetturnen; 1. Pr. Franz Sauer. 1922: Wetzlar, Gauturufest (M.-St.); 1. Pr. Karl Reuter.' 1923: Lauterbach, Gauturufest (O.-St.); l.Pr.Karl Reuter. 1924: Biedenkopf, Gauturufest; Ehrensieger Karl Reuter. 1924: Wasserkuppe (Rhön), Volkstümliches Wett- turnen; 1. Pr. Karl Reuter. 1924: Butzbach, Gautumfahrt; 1. Pr. Karl Reuter. 1925: Friedberg, Gauturufest; Ehrensieger K. Reuter. 1925: Friedbera, Gauturnfest (M.-St.); 1. Pr. Karl Gartenschläger. 1925: Würzburg, Kiliani-Volksturnfest; 1. Pr. Karl Reuter. 1926: Laubach, Bezirkswetturnen; 1. Pr. W. Bock. 1926: Nidda, Gauturufest (M.-St.); 1. Pr. E. Dilges. 1927: Darmstadt, Kreisturnfest; 1. Pr. K. Reuter. 1927: Heuchelheim, Gauturufest (Altersklasse); l.Pr. Hans Thöt. 1928: Wetzlar, Bezirkswetturneu; 1. Pr. Ludwig Malkomestus. 1928: Butzbach, Gauturufest (Altersklasse); Ehrensieger Hans Thöt. 1928: Köln, Deutsches Turnfest; 1. Pr. K. Reuter. 1929: heychelheim, Bezirkswettumen; 1. Pr. Arthur Kreiling. 1929: Alsfeld, Gauturufest (Altersklasse); 1. Pr. Ernst Jung. 1929: Alsfeld, Gauturufest (Altersklasse); 1. Pr. Peter Grimm. 1929: Alsfeld, Gauturufest (Altersklasse); 1. Pr. Franz Sauer. Oer Dichter Alfred Srufff. - >* A Der ostpreußische Dichter Alfred Brust ist nach langer Krankheit im Alter von 43 Jahren in Cranz geftorben. Er war ein Dichter, der schwerblütig und scheu um die Erfüllung seiner Sendung rang. Eine äußere Ehrung wurde ihm mit der Verleihung des Kleist-Preises 1929 zuteil, den er für feinen Ostpreußen-Roman „Die verlorene Erde" erhielt. Von seinen übrigen Büchern nennen wir „Fvlke- ning", „Cordatus", „Jutt und Jula" und „Ich bin". 1929: Alsfeld, Gauturufest (Volkstümliche Wettkämpfe); 1. Pr. Erich Dilges. 1930: Kirchhain, Gauturufest (Altersklasse); 1. Pr. Hans Thöt. 1930: Treis a. d. Lda., Bezirkswettumen; 1. Pr. h. Rothermel. 1930: Heuchelheim, Bezirkswettumen (Gerätewettkampf); 1. Pr. Ludwig Herbert. 1931: Nauborn, Bezirkswettumen (Fünfkampf); Ehrensieger Ludwig Malkomesius. 1931: Nauborn, Bezirkswettumen (Fünfkampf); 1. Pr. Otto Liudenstruth. 1932: Gießen, Gauvolkstumeu; 1. Pr. Otto Liudenstruth. 1933: Heuchelheim, Bezirkswettumen (Gerätekampf); 1. Pr. Heinrich Herbert. 1934: Friedberg, Bezirkswettumen; l.Pr.K.Michels. 1934: Großen-Linden, Kreistumfest; 1. Pr. A. Burkhard. 1934: Wasserkuppe (Rhön), Volkstümliches Wettturnen; l.Pr. Heinz Hermann. Oberhessen. Dad-Aauheinier Herbstwoche. * Bad-Nauheim, 21. Sept. Die Vorberei- tungsarbeiten zur diesjährigen gewerblichen Ausstellung im Rahmen der Bad-Nau- Heimer herb st woche nähern sich ihrem Ende. In der Trinkkuranlage sind die Aussteller emsig bei der Arbeit. Sämtliche hallen rundum sind voll besetzt. Am kommenden Samstag, 22. September, 11 Uhr, wird die feierliche Eröffnung stattfinden, handel, Handwerk, Landwirtschaft, Gaststättengewerbe, Industrie, freie Berufe, kurz, das gesamte Bad-Nauheimer Gewerbe stellt aus. Die Aussteller legen besonders Gewicht darauf, lebendige Ware zu zeigen, d. h. sie versuchen, dem Besucher ihre Waren vom Ursprung an bis zur Fertigstellung vorzuführen. Am Sonntag, 23. September, spielt das Musikkorps des 15. Jnf.-Regiments Gießen. Am Montag, 24. September, gastiert das Ballett der Frankfurter Oper, und am Dienstag wird das Kasperle-Theater des Frankfurter Rundfunks alt und jung erfreuen. Schließlich sei noch erwähnt, daß für die Besucher der Ausstellung auch noch besondere Vergünstigungen vorgesehen sind. Näheres in der heutigen Anzeige. NS.-Frauenschaststreffen in Büdingen. * Büdingen, 20. Sept. Unsere Stadt stand am Sonntag im Zeichen des Treffens der NS. - Frauenschaft des Kreises Büdingen. Die Veranstaltung war von bestem Wetter begünstigt. Kurz nach Mittag bewegte sich ein stattlicher Zug von etwa ^00 bis 600 Frauen vom Kriegerdenkmal aus durch die Stadt nach dem idyllisch gelegenen Hammer. An dem Aufmarsch nahmen auch BDM.-Gruppen teil, Die Festhalle auf dem Hammer war dicht besetzt. Die Teilnehmerinnen wurden von der Ortsgruppe Büdingen mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Die NS.-Frauenschafts- leiterin des Kreises Büdingen Frau Tilly Knaus hieß die Teilnehmerinnen herzlich willkommen. Die Leiterin der Gaufrauenschaft Frau Brinkmann (Frankfurt a. M.) feierte in ihrer Ansprache die Frau als Vorkämpferin des Dritten Reiches. Ein Massenchor brachte sodann bas Lied „Wach auf, wach auf, du deutsches Land!" zum Vortrag. Der BDM. zeigte drei mit großem Beifall aufgenommene Volkstänze. Ein Zwiegespräch (Ortsgruppe Hirzenhain), Volkstänze, die Aufführung einer Strickstube, ein feines Duett (Ortsgruppe Aulen- diebach) usw. wechselten miteinander ab und unterhielten ausgezeichnet. Allzu schnell vergingen die Stunden. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer schloß die Kreisfrauenschaftsleiterin das Treffen. Lanvkrets (Stefoen. Watzenborn-Steinberg, 20. Sept. Im hohen Alter von fast 9 3 I a h r e n verstarb — wie gestern schon kurz berichtet — unser Mitbürger Johannes Häuser, Bahnhofstraße Nr. 29. In seinem langen Leben ist er von ernstlichen Erkrankungen vollständig verschont geblieben. Bis vor einiger Zeit konnte man ihn noch beobachten, wie er leichtere Arbeiten im landwirtschaftlichen Betrieb seiner Tochter, bei der er wohnte, verrichtete. Einer seiner Alterskameraden, Johannes Happel, ist noch am Leben und bei seinem Alter verhältnismäßig rüstig. Im 92. Lebensjahr steht Johannes Burk VII., im 90. Lebensjahr Johannes Burk IX. Vom 80. bis 90. Lebensjahr stehen noch sechs Männer und neun Frauen mit zusammen 1253 Lebensjahren. Untere Gemeinde zählt 2540 Einwohner. wg. Großen-Buseck, 20. Sept. Die Eheleute Wilhelm Melior feierten gestern bas Fest ber silbernen Hochzeit. Der Gesangverein „Heiterkeit-Sängerkranz brachte bem Jubelpaar ein Stäubchen. — Dieser Tage fanb hier bie Ver- steigerung des Gemeindeobstes statt. Es waren viele Kauflustige erschienen. Tafeläpfel kosteten am Baum durchschnittlich 4 Mark pro Zentner. Wirtschaftsäpfel unb Kelterobst kamen auf 2 bis 3 Mark. Auch Birnen unb Nüsse erzielten hohe Preise. — Zur Zeit herrscht in unserem Dorfe beim Einbringen bes Obstes und beim Keltern des Fallobstes rege Tätigkeit. Neben den beiden hiesigen Apfelweinkeltereien wird auch in privaten haushalten viel Apfelwein hergestellt. Auch Birnen- und Zwetschenhonig wird viel gekocht. — In jüngster Zeit machen sich in unserer Gemarkung Felddiebe bemerkbar, hiesigen Landwirten wurden zwei Birnbäume geplündert. + Grünberg, 20. Sept. Im Rahmen der Feuerschutzwoche fand hier am Mittwoch ein Brandangriff der Freiwilligen Feuerwehr und der Pflichtfeuerwehr auf dem Marktplatz statt. Anschließend nahm die Wehr, mit ihrer Kapelle an der Spitze, einen Hmzug vor. Bei dem darauf folgenden Werbe ab end im „Hotel Hirsch", den Bürgermeister Dr. M i l d n e r mit einleitenden Worten über die Bedeutung der Feuerschutzwoche eröffnete, sprach Ortsgruppenleiter, Rechtsanwalt Lind, im Namen der Partei und widmete der Feuerwehr und deren gemeinnützigem Wirken Worte der Anerkennung. Oberbrandmeister Seifart führte dann an Hand zahlreicher Beispiele aus, wie durch Hnachtsamkeit eine Menge Brände entstehen, die zur Vernichtung von Menschenleben und wertvollem Volksoermögen führen. Forstmeister S u ß n e r sprach über Waldbrände, ihre Verhütung und Bekämpfung. Studienrat Dr. Men - g e r, Schulungsleiter der Ortsgruppe Grünberg im Reicksluftfchutzverband, sprach über die Wirksamkeit der Brandbomben im Luftkriege und ihre Bekämpfung. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wies Dberbranbmeifter Seifart noch auf die am zweiten Gallmarktstage vorgesehene große Katastrophenübung hin. Propagandaleiter Schmidt dankte im Namen der Partei den Veranstaltern, sowie den Rednern des Abends und schloß mit einem dreifachen Sieg - heil! auf den Führer. Deutschland- und Hvrst-Wessel-Lied beendeten die Veranstaltung, die von Musikvorträgen der Feuerwehrkapelle umrahmt war. + Grün berg, 20. Sept. Zur städtischen Obstversteigerung waren zahlreiche Steigerer erschienen, darunter auch auswärtige. Die Preise lagen durchweg hoch. Bei gutem Tafelobst stellte sich der Zentner Aepfel am Baum auf 6 bis 10 Mark. Kelteräpfel erzielten 1 bis 2 Mark pro Zentner, größere Mengen Kelteräpfel steigerten auswärtige Käufer. Kreis Friedberg. LPD. Friedberg, 20.Sept. Aus noch nicht geklärter Hrsache fuhr ein Motorradfahrer in einer Kurve bei Ossenheim gegen einen ßaftmagen. Der Motorradfahrer trug jo schwere Verletzungen davon, daß er nach kurzer jeit ver - ft a r b. Kreis Schotten. □ Laubach, 20. Sept. Anläßlich der Feuer- s ch u tz w och e veranstaltete die hiesige Freiwillige Feuerwehr am Dienstagabend unter Vorantritt der Kapelle des Laubacher Musikoereins einen Werbeumzug durch die Stadt. Anschließend wurde im Saale des „Solmser Hofes" nach einleitenden Worten des OG.-Amtsleiters der NSV., Pg. Ernst M ö n n i g die Einwohnerschaft von Bau-Inspektor Bickhardt durch einen Lichtbildervortrag auf die Wichtigkeit des Feuerschutzes hingewiesen. Der am Mittwochabend auf das hiesige Rathaus unternommene Brand angriff stellte die Schlagfertigkeit der Wehr wieder unter Beweis. Im Laufe der Woche werden Dachböden und Keller von Feuerwehrleuten zwecks Entfernung leicht brennbarer Gegenstände kontrolliert. Am nächsten Sonntagvormittag wird die Feuerschutzwoche mit Kirchgang, anschließend Werbeumzug und Ansprache des Bürgermeisters auf dem Marktplatz beschlossen. Arterienverkalkung zu hohen Blutdruck, Gicht, Rheuma, Magen-, Darmstörungen. vorzeitige Alterserscheinnngen beugen Sie vor durch: Knoblauch - Beeren Geschmack- und geruchlos. Zu haben: Drogerie Winterhoü, Krenzplati 10; Drogerie Kilblnger, Seltersweg 69; Central ■ Drogerie, Schulstraße. 5444 D Kaiser-Natron Zur Bereitung erfrischender Brause-Limonade, auch gegen Sodbrennen. Magensiure Macht die Speisen leicht verdaulich. Dari in keiner Küche fehlen Verlangen Sie ausdrücklich das echte Kaiser-Natron in grüner Original-Packung, niemals lose. In den meisten Geschälten. Rezepte gratis. Arnold Holste Wwe_ Bielefeld. f3f Niederbiel. Das Bezirksjugendfefi der Radfahrer Derselbe je A. Karten-Vorverkauf: Zigarrengeschäfte Möser, Seltersweg, 5450 D Güße Trauben^ I verPfd.254 Seitz,Neuenwegs Grmis Uadföä Einfache flnwendung^k Sichere Wirkung Fl. 1.80 extra stark Zu beziehen durch jede Luchhandlung! für die, die nach und sein werden. 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(Langsdorf), Adolf Kuhl (Inheiden) je A; Adolf Hofmann (Hungen), Ludwig Weck (Hungen), Otto Bück (Langsdorf) düngen äußerlt zahlreich eingegangen, ein Zeichen dafür, daß der im neuen Deutschland nunmehr geeinte Radsport gleichberechtigt auch im hiesigen Bezirk wieder aufwärts strebt und ganz besonders von der Jugend eifrig gepflegt wird. Zum 30 - Kilometer - Jugend - Straßenfahren, das auf der zweimal zu befahrenden Rundstrecke Gießen, Wieseck, Alten-Buseck, Großen-Buseck, Rödgen, Gießen, mit Start und Ziel am Amtsgericht, zum Austrag kommt, erscheinen schon in aller Frühe 13 Fahrer am Start. Für das Zweier-Radballspiel liegen Im Sechser-Jugendreigen streiten zwei Mädchen- und fünf Knabenreigenmannschaften um die Siegespalme, und auch hier beginnt'die „Auslese" bereits um die frühe Mittagsstunde. Die drei Besten starten nachmittag im Hauptprogramm. Das Einer- und Zweier-Kunstfahren stellt selbst schon bei der Jugend die allerhöchsten Reichssportführer von Tschammer und Osten: Als im vergangenen Jahr die Gruppe Hessen ihr erstes großes Sporttreffen abhielt, war es mir klar, daß diese große Veranstaltung sportlich interessant und wirkungsvoll verlaufen würde. Nicht Unkenntnis der Dinge oder ein gewisser Dilettantismus hätten hierbei als ungünstige Begleiterscheinungen — wie leider sehr oft — auftreten können, nein, hier war es erstens Liebe und ehrliche Begeisterung zum Sport und dazu noch ein gerüttelt Maß von Erfahrung aus der Praxis, was den Gruppenführer und feine nächsten Mitarbeiter veranlaßte, mit Zuversicht einer solchen ersten großen Veranstaltung entgegensehen zu können. Und dazu hat noch der Erfolg recht gegeben, so daß man, weil Fruchtbares immer wiederkehren muß, in diesem Jahr mit gleicher Zuversicht das zweite Sportfest der Gruppe organisierte. Im zweiten Jahr sportlicher Neuordnung und Entwicklung im nationalsozialistischen Staat stehen sich Organisationen und Verbände, die Leibesübungen pflegen, nicht mehr gegenüber und streben auseinander, sondern es wird an einem Strang gezogen, und einer hilft und unterstützt den anderen, wo er nur kann. Ich habe grundsätzlich den Standpunkt vertreten, daß, wo Sport und Turnen getrieben wird, die Menschen auch so verständig sein müssen, daß sie ewigen Streit und kleinlichen Hader beiseite lassen. Denn nur, wenn man jedem das Seine gönnt und allen Gesundheit durch Betätigung in Leibesübungen wünscht, wird man Verständnis für diese herrliche Kultur und Volksgut bekommen und auch weitergeben können. So wünsche ich denn der SA.-Gruppe Hessen zu ihrem zweiten Sporttreffen, daß sie unter ihrem so von sportlichem Geist erfüllten Gruppenführer Wegbereiter auch für diese meine Gedankengänge ' sein möge. Mäusburg, Neuen Baue Papierhaus Jung, Seltersweg Dienststelle der 83. SS-Standarte, Lammstraße 37 Dienststelle des SS-Sturmbannes 1/83, Polizeiamt E. N. Niederhausen & Co., Bahnhofstraße Im Herbst umgraben und dann die rauhe Scholle den Winter über liegen lassen. Durchfrieren tut dem Boden gut Zum tiefen Umgraben brauchen Sie: Spaten mit Stiel . . ab 1 00 Grabegabeln mit Stiel . 3.35 Holen Sie sich also das richtige Werkzeug für die Herbst- Gartenarbeit bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 6182A 6ießen - Ruf Nr. 2145/2146 Wetzlar. Wetzlar, 19. Sept. Mit dem Einweihung der neuen Markthalle [Haarfarbe Wiederfierftdler Prf-i Drogerie Winterhofi, Kreuzplatz 10 Part. B. Koch & Sohn, Seltersweg m Ergebnisse verzeichnet: Formenpreis: Klasse I: la: Besitzer: Georg Volk IV., Hörnsheim (Züchter Anton Müller Wwe., Hörnsheim, Käufer: Tierzuchtinstitut Darmstadt für 800 Mark); lb-Preis: Besitzer und Züchter: Lehr- und Versuchsgut Selgenhof (Vogelsberg), (Käufer: Gemeinde Oberbiel für 510 Mark); Ic-Preis: Besitzer und Züchter: Lehr- und Versuchsgut Selgenhof (Käufer: Gemeinde Oberwetz für 540 Mark); 2a-Preis: Besitzer und Züchter: Daniel Theis, Bottendors (Käufer: Gemeinde Lützellinden für 750 Mark); 2d-Preis: Besitzer und Züchter: Lehr- und Versuchsgut Selgenhof (Käufer: Tier- Der heutigen Nummer des „Gießener Anzeigers" liegt ein Werbeblatt der „Sturrn"-Zrga- retten-Fabrik, Dresden, bei. Preußen. Kreis Wetzlar. e Fellingshausen, 20. Sept. Heute abend wurde durch den Kreisfilmwart Pg. Schmidt- Altenkirchen im Saale der Wirtschaft Heinrich Haus ein Schmalfilm „Die Sporckschen Jäger" vorgeführt, der mit seinen wundervollen Naturaufnahmen jedem Freund des Waldes und der Jagd eine Freude bereitet hat. Die Bilder aus dem Soldatenleben der Vorkriegszeit geben dem Film ein besonderes Gepräge. Schauplatz der span- nenden Spielhandlung ist die Garnison des ostpreußischen Jägerbataillons. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf unseren Führer und Volkskanzler Adolf Hitler schloß Stützpunktleiter Kraus- ko p f die Veranstaltung. Wettervoraussage. Unser Bezirk befindet sich an der Grenze der nördlichen Störungstätigkeit, die durch Luftdruckanstieg von der Biskaya her etwas abgedrängt worden ist. Bei der herrschenden Wetterlage erhalten wir immer noch westliche Luftzufuhr, so daß der Witterungscharakter bei weiterem Vordringen kühler Luft wechselhaft und unfreundlich bleibt. Vorhersage für Samstag: Wechselhaftes und unfreundliches, teils regnerisches Wetter. Lufttemperaturen am 20. September: mittags 17,4 Grad Celsius, abends 14,2 Grad; am 21. September: morgens 13,4 Grad. Maximum 17,7 Grad, Minimum 11,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. September: abends 15,7 Grad; am 20. September: morgens 14,4 Grad Celsius. — Sonnen- fd) einbauer 0,7 Stunden. x/i Fl. 3.25 5.80 3.10 4.40 1.85 Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei I In fröhlicher Gesellschaft hebt ein kleines Schnäpschen SASporlfefi der Gmppe HeffeuinZranlforta.At Geleitworte der Führer. Niederbiel, einen 3. Preis (Käufer: Eibach-Dill für 390 Mark). Weiterhin wurden fünf Anerkennungen verteilt Leistungspreife: Klasse I: la-Pretse: Lehr- und Versuchsgut Selgenhof, Gg. Bepler VII., Hörnsheim, Wilhelm Bepler, Hörnsheim, Robert Laubach, Ober-Mockstadt, Bürgermeister Garthe, Rodenbach, und Georg Reitz HL, Klem-Gladenbach. — Klasse II (Tiere über 15 Monate alt): 1. Preis: Dr. Ritgen, Wormeln; la-Preise: Gg. Helm, Airlenbach (Odenwald), der zwei I^P^se erhielt, I. Adam Liefert II., Airlenbach, Hch. Weber, Münchholzhausen, Besitzer: Lehr- und Versuchsgut Selgenhof, Züchter: Hch. Laubach, Ober- Mockstadt. Einen 2. Preis erhielt Konrad Hepp, platz abgehaltenen Viehmarkt war lenprämiierung verbunden. Es wurden folgende Haufe fahren! , ,, Der Führer der Gruppe Hessen. A. H. B e ck e r I e, Gruppenführer. Gauleiter Sprenger: Ein gestraffter Körper bürgt für einen beweglichen Geist. Diese Werte, die über Jahrtausende bewahrt sind, finden in den Sportübungen der SA. eine gute Pflegestätte. Nicht einige Spitzenleistungen, sondern Durchbildung des Körpers der Gesamtheit ist das Ziel nationalsozialistischer Sponbetatl- $ In diesem Sinn begrüße ich das erste Sportfest der SA.-Gruppe Hessen und bin gewiß, daß die Leistungen den hohen Erwartungen entsprechen werden. Oie Meisterschaften der deutschen Tennislehrer. Bei den Deutschen Meisterschaften der Tennis- Lehrer spielte sich der Frankfurter Messerschmidt durch einen 3:6-, 7:5-, 6:1-, 6:2-Sieg über den Kölner Richter in die Gruppe der letzten Vier ein, die Die ersten Plätze durch Spiele jeder gegen jeden unter sich ausmachen. In der Gruppe sind außerdem noch Nüßlein, Gerstel und Najuch. in der zweiten Gruppe, die um den 5. bis 8. Platz kämpft, spielen nach dem gleichen Modus Rott, Bartelt, Richter und Huhn. Kurze Sportnotizen. Der Leichtathletik - Länder kämpf Deutschland—Finnland hat in der finnischen Presse ein ausgezeichnetes Echo gefunden. Alle Blätter loben die herzliche Aufnahme und die objektive Haltllng der Zuschauer. Auch wird der deutsche Sieg als verdient anerkannt. * Walter Neusel soll nach seiner schweren Niederlage gegen Schmeling zum ersten Male wieder in London in den Ring gehen. Als Gegner wird der alte Engländer Cook genannt. * Der ASV. Köln kam im Wettbewerb um die Deutsche Leichtathletik-Vereinsmeisterschaft auf 8073,71 Punkte und nimmt damit den zweiten Platz hinter dem Meister 1860 München (8650 Punkte) ein. England schlug Irland m einem m Belfast stattgefundenen Fußball-Länderkampf überlegen mit 6:1 (3:1) Toren. lung. Laßt uns nicht nur das Auge des Zuschauers zufriedenstellen und seine Anerkennung gewinnen, sondern auch sein Herz einfangen und ihn mit Be- wunderung erfüllen über das Ausstrahlende des Nationalsozialismus, über die SA. und über unteren Führer Adolf Hitler. Mit diesem Wollen, SA.-Kameraden, tretet an zum ersten Sporttreffen der Gruppe Hessen das dieses Jahr in Frankfurt a. M. stattfindet. Bringt mit Euren alten SA.-Geist der Treue, der Kameradschaft und der Liebe zum Führer und zu seiner Idee, und Ihr werdet alle als Sieger wieder nach Hungen. * H u n g e n, 19. Sept. Aus Anlaß des am Montag hier abgehaltenen Rindvieh - und Schweinemarktes (über dessen Verlaus wir bereits berichteten) sand hier auch eine Prämiierung statt, die folgende Ergebnisse zeitigte (E.d.L.B. ist Ehrenpreis der Landesbauernschaft, I = 1. Preis, II — 2. Preis, III = 3. Preis, A = Anerkennung): Aeltere Bullen: Gemeinde Langsdorf II. Jüngere Bullen: Wilhelm Roth VI. (Langsdorf), III; Karl Lindemeier (Treis-Münzenberg), III; Friedrich Fauerbach (Eberstadt), III; Derselbe A; Wilhelm Gasche (Muschenheim), A; Adam Koch (Nonnenroth), A; Anforderungen, was schon in der Abgabe der Meldungen zum Ausdruck kommt. Im „Einer treten sich Leicht (Krofdorf) und Franken (Limburg) gegenüber, im „Zweier" ist Krofdorf allein auf dem Plan. , Läßt sich bei den verschiedenen Konkurrenzen auch nicht der voraussichtliche Sieger angeben, so durfte er im Einer-Kunstfahren in Franken (Limburg), einem erstklassig veranlagten Jungen, zu sehen sein. (F. fährt seit seinem vierten Lebensjahr Rad, seit dem achten öffentlich Kunst und hat in dieser Zeit weit über 40 Preise errungen.) Sein Können würde manchem „Aktiven" zur Ehre gereichen. Es liegt uns jedoch fern, das Können des Krofdorfers weniger hoch einzuschätzen, er wird seine Sache sehr ernst nehmen und die Praxis hat es schon gelehrt, daß auch im Radsport Ueberraschungen möglich sind. , Weiter werden sich etwa 80 Jugendliche an der „Wanderfahrt" nach Gießen beteiligen. Mädels und Jungens aus Alsfeld, Anspach, Aßlar, Krofdorf, Limburg, Wetzlar-Nieder-Girmes und Gießen werden sich zum Wettstreit einfinden. Auch die „aktiven Wanderfahrer" des Bezirks treffen zur letzten Ausfahrt 1934 in Gießen em. Das geplante „Zweier-Mannschaftsfahren" der Aktiven muß ausfallen. vom 22. bis 25. September 1934 Große gewerbliche Ausstellung in der Trinkkuranlage Samstag, den 22.Sept., 11.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellung Sonntag, den 23.Sept, 15,30 Uhr: Militärkonzert der Gießener Reichswehr Montag, den 24: Sept., 15.30 Uhr: Gastspiel des Ballets der Frankfurter Oper Dienstag, den 24. Sept.: Kindernachmittag. Kasperle-Theater des Frankfurter Rundfunks. Die Ausstellung ist geöffnet von 7 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. Jeder 500ste Besucher erhält einen Gutschein über RM. 5—, jeder lOOOste Besucher ein Sparbuch über RM. 10.— der Bad-Nauheimer Volksbank, jedes SOOste Kind ein besonderes Geschenk. 6443d ... » / n r i .... _ __mhv hrtr Sjf 11 Aö AOC Kit 1 (mH 11 Tier-prämiierungen zuchtamt Darmstadt für 570 Mark); 2c-Preis: Besitzer und Züchter: Bürgermeister Garthe, Rodenbach (Käufer: Gemeinde Hochelheim für 800 Mark), 2d-Preis: Besitzer: Heinrich Winter, Battenberg, Züchter: K. Noll, Battenberg (Käufer: Gemeinde Od-nhaus-n für 530 Mark,: 2e-Pr-is: Besttz-r und Süchter: @q. Reitz III., Klein-Gladenbach