to & v & to 2 r 3 3 3 n Ja 1?5 . 5 c S“, 3| 2,3 H-Z 5 £ «5 o s «S 2»rt Hft 5 »crs C ft '■*—*' V- «rtftO$ 'S-5S- &£<** » iS^ft vS • ft * 0 ft WZ ißig? 2'9 d §£$* ;üä?s < rO^; ®C?1‘ H ' p;®?' »K-,s rr 2 cffl< 5 -* h «/» s-A--; S'ffä ■»SifH JSÄ5* ?#• rs-r-' !tr 95 Erstes Blatt 184. Jahrgang Samstag, 21. April 1934 Erfcheml tilg Ltd), nutzer Sonntaas und fanertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unter Sammetnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Sranlfnrt am Main 11686 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmtft und Verlag: vrühl'sche Univerfitätsvuch- und Steinörudcrd R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/a mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellern, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins» u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm Der Mai! Sechste Anordnung! Beir.: Fest wagen und Sondergruppen. von dem Gauwari der RSG. „Kraft durch Freude" Hessen-Rassau, von Rekowski, sind Richtlinien, die auch die Gestaltung der Festzüge und Sondergruppen behandeln, an seine Kreisgliederungen inzwischen weilergegeben worden. Die Kreispropagandaleiter sehen sich sofort mit diesen Stellen in Verbindung und führen eine Besprechung betreffs der Gestaltung dieser Wagen und Sondergruppen herbei. Zu dieser Besprechung sind anerkannte, in der Reichskammer der bildenden Künste organisierte Architekten und sonstige Künstler zuzuziehen. Die Festwagen und Sondergruppen müssen künstlerisch hochstehend sein. Für jeden Fall muh ein Entwurf vorliegen, der von dem zuständigen Kreispropagandaleiier zu genehmigen ist. In Zweifelsfällen entscheide ich persönlich. heil Hitler! Gez.: Müller-Scheid. Siebente Anordnung. Es wird nochmals darauf hingewiesen, dah alle Aufmärsche im Gaugebiet, sowie die sich anschließenden Kundgebungen auf öffentlichen Plätzen einheitlich durch die Gauleitung gegen etwaige Unfälle der Beteiligten versichert sind. Die Kreisleitungen, sowie die Ortsgruppen und Stützpunkte wollen infolgedessen von selbständigen Abschlüssen irgendwelcher Versicherungen unbedingt absehen. gez. Müller-Scheid. Das französische Nein. Durch die nunmehr im Wortlaut vorliegende französische Note an England erfährt die rüstungspolitische Lage eine scharfe Zuspitzung. Die französische Antwort bedeutet einen brüsken Abbruch der diplomatischen Besprechungen, die nach dem 14. Oktober, dem Austritt Deutschlands aus Ab- oerhanaten Drohung yau tfranireiuj wvtxcic Handlungen von Kabinett zu Kabinett für unmöglich Praktisch läuft die Note auf eine glatte Ablehnung sowohl der englischen, wie der italienischen Dermittlungsvorschläge hinaus. Frankreich verlangt, daß seine eigene Riesenrüstung durch das „Abrüstungsabkommen" ausdrücklich gesichert werde, während Deutschland in aller Form an Die Entwaffnungsbestimmungen des Versailler Diktats ge- ^Gerade zur°?echt"n Zeit v-röfsentlicht di- engli^e Regierung ein Weißbuch über die m den letzten Monaten gepflogenen Verhandlungen. ElneDurch- sicht der verschiedenen Dokumente widerlegt am besten die französische Absicht, den wahren Tat- beftanb zu verdunkeln und die Verantwortlichkeit m verschieben. Während Deutschland, England und Italien eine in jeder Hinsicht gradlinige und positive Lbrüstungspolitik verfolgt haben, ergibt sich aus den sranzöfifchen Schriftstücken eine völlig negative Hal» luna Frankreichs. Zurück nach Genf", so lautet die französische These. Erst nach einer Untersuchung des „tatsächlichen'deutschen Rüstungsstandes", mit dem anschei- Tienb bie Generalkommission der Abrüstungskonferenz betraut werden soll, will sich Frankreich auf eine Wiedererörterung der Garantieftage und auf eine rüstungskonferenz und Völkerbund, eingesetzt hatten. Daß sich Frankreich zur Beschränkung seiner Rüstungen, zu einer Abrüstung, wie sie der Versailler Vertrag und die Dölkerbundssatzung vorsehen, bereitfinden würde, diese Hoffnung hatte man längst aufgegeben. Lediglich eine Begrenzungskonvention war das Ziel, um das es sich in der letzten Zeit noch drehte. Während dem Deutschen Reich eine in reichlich bescheidenen Grenzen gehaltene Angleichung seiner Rüstung an die der hochgerüsteten Staaten zugestanden werden sollte, sollten diese ihrerseits die Verpflichtung übernehmen, über den bisherigen Rüstungsstand nicht hinauszugehen. Aber auch für diesen Fall hatte Frankreich noch besondere Garantien und Bürgschaften von England verlangt. Heber die Art, wie eine internationale Vereinbarung über die Rüstungen zu verbürgen wäre, gingen seit Wochen bie Verhandlungen zwischen Paris unb Lon- don hin unb her. Heber ben Locarnovertrag hinaus- gehenbe allgemeine Garantien lehnte England ab, das im übrigen bereit war, über gewisse Ausführungsbürgschaften für eine Einhaltung der Klauseln der Rüstungskonvention mit sich reden zu lassen. Die letzte Pariser Note sollte die französischen Forderungen in dieser Beziehung umreißen. Die Pariser Antwort, die alle Erwartungen im pessimistischen Sinne weit übertrifft, macht sich überhaupt nicht mehr die Mühe, auf die englischen Vorschläge in der Sicherheitsfrage und auf die Ausführungsbürgschaften näher einzugehen; sie wendet sich vielmehr, unter gleichzeitiger Ablehnung nicht nur jeglicher eigenen Abrüstung, sondern auch jeder deutschen Rüstungsangleichung, den im deutschen Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1933/34 vor- Siefehenen Ausgaben für Heer, Flotte unb Luft- ahrt zu, deren Zwecke von deutscher Seite wieder- iolt, so in der Antwort auf die englische Anfrage, ausführlich dargelegt worden sind. Unter Verdrehung der wahren Tatsachen behauptet die französische Note, Deutschland die Schuld an allen zuschiebend, nichts anderes, als daß der deutsche Haushaltsplan die ,guten unb ehrlichen" Bemühungen Frankreichs um 'bie Abrüstung zum Scheitern gebracht habe. Angesichts biefer „über bie Nachbarn Deutschland --bängten Drohung" hält Frankreich weitere Der» Ar..r___—- in ^nhinpff für unmoa» Hessens Voranschlag 4934/35. Ein Spiegelbild nationalsozialistischer Giaatssührnng. Das Staatspresseamt gibt nachfolgenben Bericht bes hessischen Staatsministers: Der Voranschlag für das Jahr 1934 liegt vor. Es ist der erste, der von der he ss i s ch e n nationalsozialistischenReg.ierung auf- gestellt wurde. Der Voranschlag für das Jahr 1934 konnte einer völligen Umarbeitung in den Tagen der nationalen Erhebung nicht mehr unterzogen werden. Er wurde so übernommen, wie er vorlag; nur wurde innerhalb dieses Voranschlages im Laufe des Geschäftsjahre 1933 durch besondere Maßnahmen versucht, sein Ergebnis zu verbessern. Wenn nunmehr der neue Voranschlag der hessischen Staatsregierung dem hessischen Volke übergeben wird, so wird der hessische Staatsbürger in diesem Voranschlag die Befähigung der nationalsozialistischen Regierung festzustellen versuchen. Es ist deshalb schon notwendig, daß in großen Umrissen ein Ueberblid über bie Lage gegeben wirb, wie wir sie am 5. März 19 33 angetroffen haben. Bekannt ist, daß die RSDAP. in Hessen von den ersten lagen ihres aktiven Eingreifens in das Leben des Staates und der Gemeinden, also etwa seit den Jahren 1926/27, vor dem Volke die Behauptung aufslellte, daß die Parlamentsregierung, dargestellt durch die Sozialdemokratie und das Zentrum, in einer geradezu unverantwortlichen Weise die Finanzen des Landes zerstört habe. Dann mag es zwar auch richtig fein, daß gewisse Umstände die Lage der hessischen Finanzen auch ungünstig beeinflußten, so muß doch als Hauptschuld und Grundübel festgehalten werden: Die Herrschaft einer parlamentarischen Regierung, der gegenüber auch sachlich denkende Beamte entweder völlig machtlos waren, oder auch häufig nicht das nötige Rückgrat befaßen. Unter diesem verderblichem Regime wurde vor allem bie Behördenorganisation in einer für das kleine, durch Krieg, Inflation und Besatzung wirtschaftlich geschwächte Land unerträglichen Weise aufgebläht. Ueberall ein absolutes Verkennen der Kräfte und ein gedankenloses hineintaumeln in immer größer werdende Ausgaben. Kein Verantwortlicher wagte sich zu dem Satz zu bekennen, daß man nicht mehr ausgeben darf, als man einnimmt. Niemand hatte den Mut, zu versuchen, wenigstens nach und nach diesem Fundamentalgrundsatz jeder Wirtschaft, auch der staatlichen, näherzukommen. Gewiß hatte es auch in den hessischen Ministerien Männer gegeben, die wenigstens dem zuständigen Minister ihre Bedenken und Sorgen oortrugen. Aber auch das verhallte in den Ministerialamts- ftuben und kam über den dem Parlament gefügigen und von ihm abhängigen Minister nicht hinaus. Dazu kamen Ressortehrgeiz und ministerielle Kirchturmspolitik, die den Blick auf das große Ganze verschleierten. Wenn es daher in dem Voranschlag der Systemparteien für das Rechnungsjahr 1930 heißt: „Entwicklung unb Stand der Dinge erfordern daher unweigerlich Maßnahmen, die sich in einer unmittelbaren unb alsbaldigen Erleichterung des Staatsooranschlages auswirken. Heber diese Notwendigkeit konnte nicht mehr die Verallgemeinerung der Fehlbeträge bei den meisten Ländern hinweghelfen, es genügte nicht, die selbstverständliche Sparsamkeit unb bie bas Maß des Erträglichen vielfach überschreitende Einschränkung, mit der seither schon gewirtschaftet wirb unb die als Richtlinie auch im vorliegenden Entwurf allgemein und von vornherein galt; auch nicht mehr die Zurückhaltung in der Schaffung neuer Stellen, wie sie die letzten Staatsanvoranschläge, und auch, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, der vorliegende Entwurf ausweisen. Es mußten vielmehr Maßnahmen ins Auge gefaßt werden, deren Auswirkung sich in der Ersparnis von hundert- tausenden unb Millionen barstellt, um den Fehlbetrag auf ein halbwegs erträglich erscheinendes Maß zurückzuführen mit dem Ziel, ihn, namentlich mit dem Wiedereintreten besserer wirtschaftlicher Verhältnisse, möglichst ganz zum Verschwinden zu bringen!" so weiß man nicht, über was man sich mehr wundern soll, über die Kühnheit, mit der von selbstverständlicher Sparsamkeit und Einschränkungen, mit denen man seither schon gewirtschaftet habe, gesprochen wurde, oder über das absolute Versagen bei der Durchführung der angefünbigten Reformmaßnahmen. Gewiß litten sämtliche Voranschläge in erheblichem Maße unter der sich von Jahr zu Jahr steigernden Arbeitslosigkeit, der man wie einem unabwendbarem Schicksal hilflos gegenüberstand; aber Berlin, 20. April (DRV.) Die „Ralionalsozia- listische Parteikorresponden; teilt mit: Reichskanzler Adolf Hitler verbrachte seinen Geburtstag in völliger Zurückgezogenheit. Der Führer verließ Donnerstagabend im Auto Berlin zu einer Fahrt, die ihn durch Sachsen, das Fichtelgebirge, die Fränkische Schweiz über Nürnberg nach München führte. In feiner Begleitung befand sich neben seiner ständigen Umgebung Reichsminister Heß. Unterwegs in den Ortschaften, in denen der Führer erkannt wurde, wurde er von der Bevölkerung stürmisch begrüßt. Glückwunsch und Gelöbnis der Reichsregierung. Berlin, 20. April. (DNB.) Vizekanzler von P a p e n hat an Reichskanzler Adolf Hitler folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: „Sehr verehrter Herr Kanzler! Zu Ihrem heutigen 45. Geburtstage ist es mir eine besondere Freude, Ihne die herzlichsten Glück»und Segenswünsche des Reichskabinetts zu übermitteln. So, wie sich die inneren Beziehungen zwischen Führer und Volk im Laufe dieses Jahres immer stärker und unlöslicher geknüpft haben, so ist unter Ihrer Führung auch an der Spitze des Reiches eine Arbeitsgemeinschaft gewachsen, die sich unlöslich mit Ihnen verbunden sühlt. Die Loyalität und Treue, mit der Sie jedem einzelnen Ihrer Mitarbeiter begegnen, hat eine Gemeinschaft von Männern geschaffen, die nicht nur gewöhnt und entschlossen sind, ihr ganzes Denken und können in den Dienst des von Jh«en gesteckten großen historischen Zieles zu stellen, sondern die auch an der Persönlichkeit ihres Führc/s mit einer aus gläubigem Herzen strömenden Treue hängen. Wir wissen, daß das wahre Führerprinzip zu allererst verpflichtenden Gehorsam an oberster Stelle verlangt. Deshalb umschließt unser Geburtstagswunsch das Gelöbnis, daß Ihre ersten Mitarbeiter und Helfer stets eingedenk dieser Verpflichtung wie bisher in rückhaltloser Offenheit, Treue und Gehorsam mit Ihnen marschieren werden im Kampfe um den Neubau des Reiches, den Gott in Ihrem neuen Lebensjahr seinen Segen schenken möge. Ihr aufrichtig ergebener gez. von P a p e n." Göring an den Führer. Berlin, 20 April. (DNB.) Der Preußische Ministerpräsident hat dem Führer zum 45. Geburtstag folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: „Am heutigen Tage übersende ich Ihnen, mein Führer, auch namens aller Beamten, Angestellten und Arbeiter der mir unterstellten Ministerien und > Behörden die aufrichtig st en und tiefemp-j dennoch bleibt es richtig, wenn behauptet wird, daß gleichwohl die Finanzen des Landes hätten gesund erhalten werden können, wenn rechtzeitig und mit der nötigen Entschlossenheit die Vereinsachungs- mahnahmen durchgeführt und die nötige Sparsamkeit beobachtet worden wäre. Um die Notwendigkeit dieser Umgestaltung zu erkennen, bedurfte es an sich bestimmt nicht eines Reichssparkommissars. Die damalige hessische Regierung aber griff offenbar zu diesem Mittel nur deshalb, um festzustellen, fundensten Glückwünsche zu Ihrem Geburtstag. Ich gelobe Ihnen gerade am heutigen Tage aufs neue, auch im neuen Jahre alle mir aufgetragenen Aufgaben in Ihrem Sinne zu erfüllen, vor allem aber, meine ganze Kraft einzusetzen, Ihren wichtig st en Grundgedanken, dem deutschen Volke die Einheit des Reiches zu schaffen, in Preußen auszugestalten. Jeder einzelne mir durch Ihr Vertrauen überant« wartete Mitarbeiter wird seine letzte Kraft einsehen, dem Führer treulich zu dienen. Was mich selbst betrifft, so wissen Sie aus anderthalb Jahrzehnten treuester Gefolgschaft, daß es meine tiefste Freude, mein höchster Stolz und mein größtes Glück ist, Ihr treues! verbundener Gefolgsmann und eifrigster Mitkämpfer fein zu dürfen. In der restlosen Hingabe an Sie, mein Führer, sehe ich Sinn und Inhalt meines ganzen Lebens. Darum vermag ich nicht in Worte zu fassen, welch tiefempfundene Segenswünsche mich heute für Sie erfüllen. Zutiefst weiß ich nur eines: Wi l l der Herrgott Deutschland retten, so wird er Sie uns weiter in voller Gesundheit erhalten. In unerschütterlicher Treue und unauslöschlichem Gehorsam Ihr Ihnen restlos ergebener Hermann Göring." Die Liebe des Volkes. Berlin, 20. April. (DNB.) Der Andrang der Gratulierenden in der Reichskanzlei nahm heute mittag geradezu beängstigende Formen an. Der Führer verbringt seinen Geburtstag nicht in Berlin. Trotzdem fanden sich schon um 24 Hhr die ersten Tausende ein, und von da ab hat der Zustrom nicht mehr ausgesetzt. Von 24 Hhr bis 4 Hhr morgens haben Tausende vor der Reichskanzlei gestanden, gerufen und gefangen und versucht, den Führer zu sehen. Es war nicht möglich, ihnen klar zu machen, daß der Führer nicht in Berlin sei. In der Reichskanzlei sind in der halle die Bücher für die Eintragung der Gratulierenden ausgelegt, in die sich schon gegen Mittag viele Tausende eingetragen haben. Unten in der halle ist ein Teil der Geschenke aufgebaut, oben in der Wohnung des Führers der größere Teil. Ganze Wagenladungen von Geschenken sind eingegangen, Berge von Briefen, deren Sichtung viele Tage dauern wird, eine Fülle von Telegrammen. Und ebenso viele Geschenke und Briefe und Telegramme sind auch nach haus Wachenfeld, dem haus des Führers am Obersalzberg, gegangen. Aus allem, insbesondere aus den vielen Briefen, die der Führer bekommen hat, gewinnen wir ein Bild davon, welch' ungeheure Liebe und welch' unerschütterlichen Vertrauens sich der Führer bei jedem einzelnen Volksgenossen erfreut. Am schönsten aber werden immer die Briefe bleiben, die von Bekehrten kommen, von denen, die einst gegen den Nationalsozialismus standen und die heute — nun wieder in Arbeit und Brot — die Segnungen des neuen Staates am eigenen Leibe verspüren und wieder frohe, freie und zufriedene Menschen geworden sind. Oer 45. Geburtstag des Führers. Oer Vo-kskanzler verlebte den Tag in völliger Zurückgezogenheit. Rüstungsbegrenzung einlassen. Wenn Frankreich jetzt, gewissermaßen in zwölfter Stunde, nachdem England in der Frage der Ausführungsbürgschaften weitgehendes Entgegenkommen zu zeigen bereit war, diese ganze Frage einfach fallen läßt, so liegt hierin ohne Zweifel eine Hnfreundlichkeit gegenüber England, die eigentlich schwer in Einklang zu bringen ist mit den französischen Bestrebungen nach einer Wiederbelebung der alten „Entente cordiale“, einem Bündnis mit England zur Aufrechterhaltung und Hnterstützung der französischen Militärhegemonie. Man kann darauf gespannt sein, wie die maßgebenden Kreise in England und in Italien auf den neuen französischen Vorstoß reagieren werden. Frankreich, das sich jetzt hinter dem Völkerbunde verschanzen möchte, scheint ganz vergessen zu haben, daß es zu den Hnterzeichnern der Fünfmächteerklärung vom Dezember 1932 gehört, durch die die Gleichberechtigung Deutschlands prinzipiell anerkannt wird. Jetzt, wo es sich Darum handelt, diese Gleichberechtigung durch Angleichung Der deutschen Rüstung an Die Der anDeren auch praktisch zu verwirklichen, distanziert sich Frankreich von der Fünf- Mächteerklärung. Neben seiner eigenen Rüstung und neben Dem DölkerbunDe ist für Frankreich seine BünDnispvlitik ein wichtiges Instrument zur Sicherung seiner Machtstellung in Europa. Es ist kein Zufall, Daß Die Hebermittlung Der französischen Antwort an England unmittelbar zusammenfällt mit Der Anwesenheit Titulescus, Des rumänischen Außenministers, in Paris unD Der unmittelbar bevor- stehenDen Reise Barthous nach Warschau unD Prag. Die Regierung Doumergue-Barthou will Die Fäden Der französischen BünDnispolitik roieDer enger knüpfen. Dor allen Dingen gilt es für Frankreich, Die Beziehungen zwischen Paris unD Warschau an Die gegenwärtigen UmftänDe, wie sie sich durch Die Deutsch-polnische Verständigung ergeben haben, an» zupassen. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß sich Frankreich in seiner Not an England vom 17. März zum Sachwalter „andere Mächte, die auch ihre berechtigten Sicherheitssorgen haben", gemacht hat, so kann man ungefähr ermessen, in welcher Richtung Barthous Bemühungen in Warschau und Prag sich bewegen werden. Zweifelsohne läuft Das Bestreben Frankreichs darauf hinaus, wieDer eine gemeinsame Front der anderen Mächte gegen Deutschland ins Leben zu rufen. Der französische Generalangriff gegen Deutschland ist im Gange. Versailles und Genf sollen wieder Trumpf werden. Wer sich an die Reifen Poincares nach Petersburg vor zwanzig Jahren erinnert — derselbe Barthou war damals Ministerpräsident — und ihre welthistorische Bedeutung, der wird heute Barthous Mission in Warschau und Prag mit größter Skepsis betrachten. Die gesamtpolitische Situation trägt ohne Zweifel den Stempel der Spannung. Die Abrüstungs» und Gleichberechtigungsfrage ist und bleibt in Der Schwebe; sie ist nach Der letzten französischen Note von einer befrieDigenDen Lösung weiter entfernt Denn je. Die französische Politik entfaltet erhöht« Aktivität, in Genf und in Osteuropa. Aber alle diese Momente werden Deutschland nicht beirren. Die deutsche Politik bleibt eine Politik Des FrieDens und Der Verständigung mit allen Völkern. Aber Deutschland muß seine Grenzen schützen können, um in Frieden arbeiten und die Wohlfahrt des Lande- mehren zu önnen. Deutschland hält an dem Standpunkt seines Rechts, an feiner Forderung nach Gleichderecht'gung und Sicherheit unerschütterlich und unverändert fest. daß die Notlage des Landes durch die Besatzung heroorgerufen und daß deshalb das Reich zur Gewährung von besonderen Zuschüssen verpflichtet sei. Was Einsichtige in Hessen schon längst wußten, mich wenn sie nicht in hohen Beamtenstellen sich befanden, wurde durch das Gutachten des Reichssparkommissars vom 22. Dezember 1929 erwiesen. In diesem Gutachten hat der Reichssparkommissar auf Seite 28 festgestellt: „Werden die Ersparnisoorschläge durchgeführt, so ist zu hoffen, daß die Fehlbeträge des Staatshaushalts in absehbarer Zeit vermieden werden. Die ungedeckten rechnungsmäßigen Fehlbeträge waren, wie schon erwähnt, 1926/27 7,4 Millionen Mark, 1927/28 5,3 Millionen Mark und werden für 1928/29 auf 5,75 Millionen Mark geschätzt. Demgegenüber errechnet sich die Ersparnis aus den Vorschlägen des Gutachtens ohne Rücksicht des auf die Gemeinden abzuwälzenden Schuldanteils auf 7,86 Millionen Mark." Die Arbeit des Reichssparkommissars, die in ihren Grundzüaen und im Wesentlichen auch im Resultat schon im Oktober 1928 der Hessischen Staatsregierung bekannt war, blieb aber unausgenutzt, lieber schwächliche Ansätze kam man nicht hinaus. Dor dem verbrecherischen Parlament standen keine Männner auf, Ministersessel waren angenehmer als Beken- nermut. „Die Interessenten" waren starker als die Vernunft. So grub der Parteienstaat sich sein eigenes Grab, da er zu feige war, um dem Volk bie harte Wahrheit zu saaen. Man hoffte auf ein Wunder, das kommen müsse. Man hatte keine Ideen, keine Initiative, kein Verantwortungsgefühl und keine Verantwortungsfreudigkeit. Man machte sich keine Gedanken für den anderen Tag, sondern war um jeden Tag froh, den man überlebt hatte. m Es war klar, daß in diesem Konglomerat von Zersetzung, Verfäulnis und Faulheit, wie es im Reich und allen Ländern, auch* in den Gemeinden angetroffen wurde, nur ein Mann und ein Personenkreis eingreifen könne, die ohne Hemmungen und ohne zaudernde Ueberlegungen allein das zu tun bereit waren, was ihnen nicht ausgeklügelte behördliche Feststellungen, sondern der einfache, lebendige Menschenverstand und die Erfahrungen des Lebens ein- gab. Das war derFührerund die NSDAP. Und wenn man nun am Schluß des ersten Arbeitsjahres im Dritten Reich in einem geographischen Teilabschnitt, dem Land Hessen, dar überblickt, was geschehen ist und was der Voranschlag zeigt, so darf man als positive Leistungen wenigstens feststellen eine geradezu ideale Vereinfachung der Staatsmafchinerie und einen ausgeglichenen Voranschlag. Diese Dinge, insbesondere die Vereinfachung der Behördenorganisation des Staates, waren aber nur möglich, und das muß in aller Oeffentlichkeit ausgesprochen werden, weil die Hessische Regierung in dem Herrn Reichsstatthalter Sprenger die tatkräftigste Unterstützung fand. Die Schwierigkeiten, die sich Mitte des Etatjahres 1933 zeigten, hat er mit starker Hand beseitigt, von der Erkenntnis aus- aehend, daß um der Sache willen persönliche Rücksichten nicht genommen werden können. So schuldet ihm das hessische Volk Dank. Die Regierung erkennt rückhaltlos an, daß ohne den Herrn Reichsstatthalter Sprenger weder die Reorganisation der hessischen Verwaltung, noch ein ausgeglichener Voranschlag sich hätte ermöglichen lassen. Was nun im einzelnen den Voranschlag für das Jahr 1934 betrifft, so ist dazu folaendes zu sagen: Bei der Aufstellung des Voranschlages sind zunächst die Richtlinien beachtet, die in dem Erlaß des Reichsministers der Finanzen und des Reichsministers des Inneren vom 8. Februar d. I. festgelegt sind. Insbesondere sind die Ausgaben mit der äußer st en Sparsamkeit, die Einnahmen unter Ausnutzung jeder verfügbaren Möglichkeit angeseht. So konnte es auch nur ermöglicht werden, daß der Voranschlag 1934 in seinem ordentlichen Teil mit einer Abschlußsumme von 104 231 847 Reichsmark ausgeglichen wurde. Die in der Durchführung begriffene Neuorganisation der hessischen Staatsverwaltung ist die denkbar einfachste. In keinem anderen Land von ähnlicher Reichsminister Dr. Goebbels vor der presse. Rückblick und Ausblick. Berlin, 20. April. (DNB.) Auf der Kundgebung des Reichsoerbandes der Deutschen Presse am Donnerstagabend hielt Dr. Goebbels eine ür die weitere Arbeit der Presse rich- ungw eisende Rede. Dr. Goebbels betonte zunächst, daß auch heute im Zeitalter des Rund- unks und des Tonfilms die Macht der Presse noch groß sei. Es muhte sich daher der nationalsozialisti- che Staat mit ihr als Bildnerin der öffentlichen Meinung auseinandersetzen. „Es soll niemand sagen", führte der Minister u. a. aus, „daß es in den Demokratien eine absolute Pressefreiheit für den Journalisten gäbe. Abhängig ist er auf jeden Fall, nur weiß er nicht, von wem. Wie war es mit der deutschen Presse im alten Staat? Jede Gru p p e besah eine Presse. Es war nur verwerflich, daß die Presse den Interessenten ihrer Auftraggeber diente, aber vor der Oeffentlichkeit den Anschein er- erweckte, als diene sie dem allgemeinen Besten. Die nationalsozialistische Presse hat einen anderen Standpunkt eingenommen. Sie war von Anfang an i m Besitz der Partei. Sie hat niemals den Profitstandpunkt vertreten. Und wenn dann die Bewegung, ohne die Machtmittel der anderen, eine so eklatante Auseinandersetzung herbei- geführt hat, daß in deren Folge der ganze Staatsapparat erobert wurde, so wird man wohl annehmen können, daß sie damit den Primat der Macht ür unabsehbare Zeit gewonnen hat. Ich habe die Auseinandersetzung mit der Presse der anderen in vollster Loyalität geführt. THein Appell an die nationale Verantwortung der deutschen presse ist zu meiner Freude nicht ungehört verhallt. Ich habe damals die deutsche Situation ganz un- aeschminkt dargestellt. Ich wußte, daß ich auf die Mithilfe der Presse angewiesen war, aber es waren meist die alten Menschen, die aus dem überwundenen Regime in den neuen Staat übernommen wurden. Wenn diese Menschen auch eine äußere Gleichschaltung vollzogen, so hatten doch nur wenige die innere Kraft, sich auch seelisch und geistig umzustellen. Strenge Gesetze muhten dieser Presse die nötige Disziplin beibringen. Wir haben nicht allzu viel mit Verboten gearbeitet. , Im Laufe eines Jahres hat sich das Gesicht der Zresse grundlegend geändert. Wenn heute noch Fehler und Mängel da sind, so weniger aus Bös- Willigkeit, als aus Mangel an Instinkt. Da diese Menschen auf dem für sie glatten Boden des Nationalsozialismus ganz unbewandert, von panischem Schrecken befallen sind, sie könnten etwas alsch machen, tun sie lieber etwas zu viel, als etwas zu wenig. Die Skala der lobspendenden Worte wiederholt sich dauernd. Das ergibt dann die berüchtigte Eintönigkeit. Die Presse hat kein Gesicht mehr, nicht deshalb, weil man ihr das Gesicht genommen hätte, sondern weil die kein Gesicht haben, die sie schreiben! Wir haben heute die sonderbare Ehre, am meisten in den Blättern gelobt zu werden, die es uns früher am meisten angetan haben. Wir verzichten aber darauf, und es wäre uns lieber, sie stünden in charaktervoller Reserve, so wie uns auch die viel lieber sind, die aus Charakter der Partei fernbleiben, als die, die sich mit einem gewagten Sprung in die Partei hinüberretteten! Denn darüber besteht kein Zweifel, daß unter denen, die der Partei ferngeblieben sind, sich viele befinden, die es ehrlich mit der Bewegung meinen. Ebenso kann nicht bezweifelt werden, daß viele von denen, die zuletzt in die Partei hinüberwechfelten, innerlich gar nichts mit ihr zu tun haben. Ich kann die Presse nicht mutiger machen, als ie ist. Hat sie nicht den Mut, eine aufrechte Ge- innung zu vertreten, kann man auch nicht von ihr verlangen, daß sie ein vielgestaltiges Bild trägt. Es gibt Kritiker, die nach einer Uraufführung hinter mir herschwänzeln, bloß um aufzuhorchen, was ich über das Stück sage. Ich muß es ablehnen, für das Treiben dieser Art von Journalismus verantwortlich gemacht zu werden. Und wie gut könnte man doch Zeitkrankheiten unter die Lupe nehmen! Beispielsweise hat es die deutsche Presse mir, dem amtierenden Minister, überlassen, einen Artikel über „Moral oder Moralin" zu schreiben. Es gibt eine ganze Reihe solcher Zeitkrankheiten, aber niemand findet den Mut, dagegen anzukämpfen. So müssen wir denn Mittel und Wege suchen, um der Presse auf die Dauer ein anderes Gesicht zu geben. Es muß allmählich junges Blut in sie eingeführt werden, es müssen Menschen kommen, die im Geiste des Nationalsozialismus erzogen sind. Wenn die Presse wirklich das Wesen des National- sozialismus erfaßt hat, wird sie auch sehr bald ein anderes Gesicht tragen. Nachdem Dr. Goebbels dann bargelegt hatte, wie leicht man farbige Schilderungen zuwege bringen kann, hob er hervor, daß es nicht nur gilt, vorhandene alte Fehler aufzudecken, sondern auch recht- zeitig auf drohende Fehlerquellen zu verweisen. Aber es gibt keine Kritik ohne Verantwortung. Don den Männern der Regierung steht auch jeder gerade für das, was er tut. Daß die Männer, die die schwere Verantwortung für einen Staat auf sich nahmen, von der Deffent« lichkeit dafür nicht wenigstens respektiert wurden, hat es bisher auch nur in der deutschen Dresse gegeben. Man spricht nun viel von der Pressefreiheit der anderen Demokratien. Aber ist es nicht anständiger, daß ein Iournalist dem Staate dient, als daß er einer Kapitalistengruppe bien ft bar ist? Zwar hat er bann nicht mehr bas Recht, im demokratischen Sinne von Pressefreiheit zu reben, aber er gewinnt bamit eine wirkliche Freiheit, nämlich bie, bie in ber inneren Binbung besteht. Eine absolute Freiheit hat es nie gegeben. Fehler werden immer ge- macht. Aber wenn uns das Schicksal nach fünf Jahren abberufen würde, und wir könnten bann nichts anberes verbuchen, als bah wir bas beutsche Volk geeinigt haben, bie Arbeitslosigkeit beseitigt unb ber Nation wieder zur Gleichberechtigung unter den Völkern verhalfen hätten, — ich glaube, wir könnten allein mit diesen drei gelösten Problemen vor ber Geschichte bestehen! Die Männer, die vom alten System sofort Ins neue hinüberwechselten, und deren Unsicherheit jene Eintönigkeit zur Folge hatte, hätten besser den um- gekehrten Weg genommen: sie hätten sich nicht an- schließen, sondern sich zunächst einmal geistig unb organisatorisch mit bem Programm bes National- sozialismus auseinanberfetzen sollen. Dann hätten wir bereits einen Stamm von foliben Journalisten. Ich habe seinerzeit bas neue Pressegesetz als bas mobernste ber Welt bezeichnet. Auch heute noch bin ich biefer Ueberzeugung. Denn während in anderen Staaten die Journalisten von Gruppen abhängig sind, sind sie in Deutschland geistig nicht einmal mehr vom Verleger abhängig. Die frühere Anonymität ist verschwunden. und die Schriftleiter stehen wieder sichtbar im Scheinwerferlicht des öffentliche,; Lebens. Der Journalist ist in Deutschland wieder ein gehobener Stand mit eigener Gerichtsbarkeit und Selbstverwaltung. Mit aller Eindringleichkeit möchte ich mich auch gegen den Standpunkt verwahren, daß es in Deutschland eine Katholiken- und eine Protestanten- Presse, eine Arbeiter- und eine Bauernpresse, Bur- aer--, Städter- und Proletarier-Presse gibt. Es gibt nur eine deutsche Presse. In ihr werden die Belange der Bauern, wie ber Katholiken, der Arbeiter, wie der Protestanten vertreten. Den Schutz der Konfessionen hat die Regierung übernommen. Die Regierung braucht keine Makler zwischen sich und den Ständen. Sie steht selbst mitten im Volk. Wir wollen nicht, daß sich zwischen Regierung und Volk bas papierne Blatt einer Jnteressenzeitung drängt. Der presse erwachsen heute Ausgaben, wie sie das alte Regime niemals gekannt hat. Wir stehen in einem nationalen Wiederaufbau von grandiosen Ausmaßen. Aber auch das Problem der deutschen Wiederaufrich- lung ist ein Problem der Nerven. So werden wir auch die Abrüstungssrage lösen. Wenn heute die ganze Welt die deutsche Forderung nach Gleichberechtigung als selbstverständlich hinnimmt, so ist das vor vier oder fünf Monaten noch anders gewesen. Neuordnung der deutschen Lustfahrt. Berlin, 20. April (DNB.) Durch bie Verorbnung über ben Aufbau ber Reichsluftfahrtver.waltung vorn 18. April wird bie gesamte Verwaltung ber deutschen Luftfahrt als eine Sonderverwal- tung neben der allgemeinen Verwaltung begründet. Als dem Reichsminister der Luftfahrt unmittelbar nachgeordnete Behörden werden 16 Luftämter errichtet und zwar ie Berlin, Breslau, Darmstadt, Dresden, Frankfurt a. M., Hannover, Kiel, Köln, Königsberg, Magdeburg, München, Münster, Nürnberg. Stettin, Stuttgart und Weimar. Was lange Zeit als erstrebenswertes, aber unerreichbar scheinendes Ziel allen mit der Förderung der deutschen Luftfahrt beauftragten Stellen und Persönlichkeiten vorschwebte, ist nun durch die Tatkraft des ersten Luftfahrtministers der nationalsozialistischen Erhebung, Hermann Göring, verwirk- licht worden. Die technische Eigenart der Luftfahrzeuge, die in wenigen Stunden das ganze Reichsaebiet durcheilen, zwingt dazu, auch ihre verwaltungsmäßige Betreuung und Ueberwachung in Dienststellen zusammenzufassen, die unabhängig von den heute noch bestehenden Ländergrenzen sind. Diese Verwaltungseinheiten müssen notwendigerweise mit fachlich geschultem Personal besetzt sein. So drängt die Entwicklung auf die Einrichtung der Luftämter als z u sa m m e n f a s j e n d e Mittelbehörden der Reichs l uftfahrtverwal t u ng in der provinzialen In st an z. Ihnen werden die gesamten Ausgaben auf dem Gebiet ber Luftfahrt, insbesondere der Luftpolizei, ber Flugsicherung und des Reichswetterdienstes übertragen. Die örtliche Zuständigkeit der Luftämter ist durch die neue Verordnung feftgelegt. Bei der Wahrnehmung dieser Aufgaben treten die Luftämter an die Stelle der bisher mit Luftfahrtangelegenheiten betrauten Behörden der Länder. Bis zur endgültigen Uebernahme der Geschäfte durch die Luftämter (etwa Ende Mai 1934) werden diese Stelle die Aufgaben in der bisherigen Weise fortführen. Die sachliche Zuständigkeit der Luftämter erstreckt sich ferner auf die gesamte Ueberwachung der Lust- fahrt in persönlicher Hinsicht, die bisher den Dienststellen des luftpolizeilichen Ueberwachungsdienstes der Länder (Polizeiflugwache) oblag. Das Luftamt Kiel übt außerdem noch besondere luftpolizeiliche Befugnisse bei der Ueberwachung des Seeflugbetrie- bes in den Küstengewässern aus. Die Luftämter haben ferner innerhalb ihrer Be- zirke vom Reichsminister der Luftfahrt zu bestimmende Aufgaben auf dem Gebiete des zivilen Luftschutzes wahrzunehmen. Unter dem Leitgedanken: Zusammenfassung aller Kräfte mit einheitlicher Zielsetzung auf der einen und zweckentsprechende D e - Zentralisation zur Vereinfachung und Wirksamkeitssteigerung der Verwaltung auf der anderen Seite wird durch die Verordnung über die Reichsluftfahrtverwaltung ein neuer verheißungsvoller Abschnitt in der deutschen Luftfahrt eingeleitet. Größe zeigt der Aufbau des staatlichen Organismus eine auch nur annähernd gleiche Einfachheit. An der Spitze des Landes steht e i n Minister. Die Zentralverwaltung gliedert sich in drei Abteilungen, von je einem Ministerialrat geleitet, daneben besteht ein Personalamt zur einheitlichen Bearbeitung aller Personalangelegenheiten. Ebenso scharf sind die Eingriffe bei den Lokalverwaltungen. Dabei wird nicht verkannt, daß die Gemeinden, die bisher Sitz von Lokal- beyörden waren, sich geschädigt fühlen können. Aber für uns Nationalsozialisten ist nicht Kirchturmspolitik entscheidend, sondern der Blick auf das große Ganze. Alle diese Schädigungen, sofern sie entstehen sollten, werden dadurch doppelt aufgehoben, baß in dem gesamten Staatsapparat erhebliche Einsparungen vorgenommen werden können, die letzten Endes in absehbarer Zeit zu einer nicht unwesentlichen Steuerverminderung beitragen werden. Das ist aber der Zweck allerVereinsachungs- maßnahmen: Die Entlastung des Staatsbürgers von Abgaben und Leistungen an den Staat. Die Vereinfachung der Lokalverwaltungen muß im Laufe dieses Jahres durchgeführt werden, soweit dies noch nicht geschehen ist. Den Beamten, die hierdurch (Pensionierung, Versetzung usw.) betroffen werden, und die mit wenigen Ausnahmen in der Erkenntnis, daß die Interessen des Volkes maßgebend sind, ohne Murren und Klagen sich freudig gefügt haben, sei an dieser Stelle öffentlich gedankt. Sie haben damit bewiesen, daß sie die Parole „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" erkannt und in ihrer Person wahr- gemacht haben. Sie haben eine nationale lat begangen, und das gesamte hessische Volk dankt ihnen hierfür aufrichtig. Auch auf dem Gebiete des Schulwesen waren Einsparungsmaßnahmen notwendig. Es ist sehr erfreulich, daß die Ministerialabteilung II, unter Leitung des bewährten Kämpfers für das Dritte Reich, Herrn Ministerialrat Ringshausen, dem Zwang der Verhältnisse sich nicht verschlossen hat. Denn auch das Schulwesen hatte in Hessen eine Aufblähung, nicht zuletzt bei den höheren Schulen, erfahren, die einen allmählichen Abbau als notwendig erscheinen läßt. Notzeiten erfordern Notstandsmaßnahmen. Um aber zu zeigen, wie die hessische Regierung gerade die Notwendigkeit der sorgsamen Betreuung b e>r Volkschulen anerkennt, hat sie aus den aus dem Ueinhardt-Programm verfügbaren Mitteln einen ehr erheblichen Betrag zur Erbamzna einer Lehrerhochscbule bereitgestellt. Darüber hinaus hat die hessische Regierung zur Fortbildung der Lehrer, insbesondere für ihre weltanschauliche Ausbildung, für das neuzugestaltende völker- pädagogische Institut in Mainz weitere Mittel zur Verfügung gestellt. Wer selbst aus dem Volk hervorgegangen ist, wer den Bauer und den Arbeiter nicht nur vom Hörensagen kennt, sondern wer mit ihnen sich kameradschaftlich verbunden fühlt, der weiß, welche Bedeutung gerade die Volksschulen und ihre Lehrer haben. lieber diese weitgehenden Eingriffe hinaus lassen sich schlechterdings auf dem Gebiete der persönlichen Kosten Einsparungen n i ch t m e h r erzielen. Wenn demgegenüber eine nicht unbedeutende Erhöhung der Ruhegehälter eingetreten ist, so liegt bas daran, daß die politische Umgestaltung eine weitgehende, notwendige Veränderung des Beamtenkörpers, insbesondere bei den staatlichen Uni terrichtsanstalten, notwendig machte. Ader auch hier ist der Höhepunkt erreicht. Der Beamtenkörper ist außerordentlich stark verjüngt, so daß in absehbarer Zeit mit einer nicht unerheblichen Verminderung der Pensionslasten wird gerechnet werden können. Auf dem Gebiete der sachlichen Ko st en sind, soweit es sich nicht um rechtlich gebundene Zahlungsverpflichtungen ober durchlaufende Posten handelt, erhebliche Abstriche gemacht worden. Durch die reichsrechtliche Neuregelung des Straßen- wesens werden, insbesondere in bezug auf die Unterhaltung der Straßen, so durchgreifende organische Hauptbestimmungen getroffen, daß heute ein Plan über die Verbesserung und evtl. Neubau von Straßen sich nicht aufstellen läßt. Es erscheint deshalb auch nicht möglich, für diese Zwecke einen besonderen Betrag einzusetzen. Es darf bei dieser Gelegenheit aber festgestellt werden, daß die großen verbindungsstrahen in Hessen sich in gutem Zustand befinden. Das Hauptaugenmerk wird in Zukunft darauf zu richten fein, diesen guten Ausbau zu erhalten und wichtigere lokale Querverbindungen der Hauptstraßen in einen ordnungsmäßigen Zustand zu bringen. Die Verschlechterung auf dem Gebiete des Just i z w e f e n s ist im wesentlichen darauf zurück- zuführen, daß infolge der außerordentlich starken Abnahme der Prozesse und anderer Gerichtssachen mit wesentlich geringeren Gebühreneinnahmen zu rechnen ist. Da auch nicht anzunehmen ist, daß in absehbarer Zeit die Geschäfte der Gerichte wieder stärker anwachsen werden — die derzeitige Belastung durch das Gesetz über die Bildung von Erbhöfen und das Gesetz über die Verhütung erbkranken Nachwuchses ist nur eine vorübergehende — konnte um so mehr zu dem Abbau von Amtsgerichten geschritten werden. Auf der Einnahmeseite stehen nicht unbedeutenden Verbesserungen gewisse Einnahmeausfälle infolge Gebühren- und Abgabensenkung gegenüber. Bei den wirtschaftlichen Betrieben, insbesondere bei der For st Verwaltung, kann auf eine Steigerung bes Hebers chusses um 880 000 Mark gerechnet werden. Sie wird erzielt einmal durch die Steigerung des Holzpreifes, der sich indessen infolge des großen Anteils an Brennholz nicht so erhöht, wie man aus den Veröffentlichungen der Marktentwicklung schließen könnte, sodann durch eine Erhöhung des Hiebsatzes um 125 000 Raummeter. Es wird daher Sache der Regierung fein, zu prüfen, ob in Zukunft sich nicht eine bessere Verwertung der großen Vorräte an Buchenholz in vberhessen erzielen lassen wird. Die Reichssteuern sind um 1 450 000 RM. höher eingestellt, als im letzten Jahr. Hierzu ist man be- rechtigt angesichts der Entwicklung der Reichssteuerüberweisungen der letzten Monate und der vom Reichsministerium gegebenen Uebersicht über die Steuerüberweisungen des Jahres 1934 vom 5. März 1934. Der auherordentliche Haushalt, in dem die Vermögenseinnahmen unb -Ausgaben ihren zahlenmäßigen Ausdruck finden, und der auch die Grundlage für die im Finanzgesetz enthaltenen Zahlen der notwendigen Anleiheermächtigungen bildet, ist mit den gleichen Einschränkungen und der gleichen Zurückhaltung aufgestellt, wie sie bei allen IDoranschlagsätzen der laufenden Verwaltung maßgebend waren. In der Abschlußsumme erscheint zu- nächst ein Betrag von 2 850 000 RM., ber lediglich durchlaufenden Charakter hat (Kapitel 114 Titel 1, III der Einnahme und Titel 1, III der Ausgabe). Weiterhin ist in dem außerordentlichen Teil die ganze Kapitalsumme enthalten, die in der Durchführung ber Arbeitsbeschaffungsprogramme ber letzten Jahre von dem Staat aufgenommen wurde. Die Genehmigung auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen liegt im wesentlichen bereits vor: die Maßnahmen sind zum großen Teil durchgeführt, oder im Gang: die Aufnahme in ben Etat hat nur mehr ober weniger formal-etatlichen Charakter, da es nach hessischen Grundsätzen von jeher Uebung ist, auch die Beträge in den Etat zu bringen, die sich auf besondere Regierungsmaßnahmen und Gesetze gründen. Endlich ist der Betrag in bth außerordentsichen Etat ausgenommen, der zur Ausgleichung ber Rechnung des Jahres 1932 notwendig war. Die Ausgabe ist natürlich längst vollzogen, und zwar aus aufgenommenem Kaffen- frebit. Sie bedarf einer endgültigen Form, die um so mehr veranlaßt ist, als jene Kassenkredite, mit denen die Ausgaben geleistet wurden, jetzt in eine langfristige Schuld verwandelt werden sollen. Nach Berücksichtigung aller dieser Posten enthält ber außerordentliche Teil nur 1 491 440 RM. an neuen Mitteln. Diese Darlegungen beweisen, mit welcher Schärfe an die Bemessung der einzelnen Doranschlagssätze herangegangen worden ist, um den dem Lande auf- gegebenen Ausgleich aus eigener Kraft herbeizufüh- ren. Dies mußte natürlich dazu führen, daß nur solche Ausgaben in dem Voranschlag Aufnahme finden konnten, die entweder rechtlich gebunden ober durch Maßnahmen veranlaßt wurden, an bereit Verlauf in dem vorhandenen Stadium der Entwicklung nichts mehr geändert werben konnte. Alles in allem beweist der Voranschlag, daß die hessische Regierung mit Ernst, Nachdruck unb Entschlossenheit versucht hat, eine Gesundung der Finanzen des Landes herbeizuführen. Der Voranschlag für das Jahr 1934 ist kein Idealbild, denn für jeden Einsichtigen rft es klar, daß bas, was in 14 Jahren verwirtschaftet wurde, nicht in einem Jahre wieder herausgeholt werden kann. Das eine ist aber siche», daß die zukünftigen Voranschläge des Reiches, der Länder und der Gemein den eine weitere zunehmende Besserung und Gesundung aufweifen werben. PH. W. Jung- Weisse und gesunde Zähne >euf jdje )tigung l das vor 5 geroejen. en, wie ih ge. nationalen hen. Aber derausrich- •o werden ond wie- Gerichts. her Zielsetzu"! chende De> mg und Wir! der andere! ier die heißungsvolle eingeleitet. 1 ’M auch daß es 11 ro^ftanten- Me, Bür. 6t Es gibt werden die en, der Ar- .Den Schutz vernommen, »wischen sich en im Bolt, jicning uni essenzeitunz 1 Gebiet der *i, der Flug, 5 übertragen nter ist durch >er Wahrneh- Ämter an die genheiten be- r endgültigen t ßuftämttt eile die Auf- mtei eifimf iing taW er den M‘ chungsdiech; Das LuftM luftpolizeilichr Teeflugbetrit' )alb ihrer Tn jrt zu belhrn- 5 zivilen Lup ihim *li.« L m, ä w Jtohonai, "n *1 “W. tote nol| 3<>utna- 'd He 1, '»m Bet. iliffnet- n wieder Himmler,Leiter des Geheimen Staaispolizeiamtes. Diels Regierungspräsident von Köln. Berlin, 20. April. (DNB.) Der 2lmtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Der Preußische Ministerpräsident Göring hat den Ministerialrat Diels am 20. April von seinem Amt als Inspekteur des > Geheimen Staatspolizeiamtes entbunden und ihn gleichzeitig zum R e - tzierungspräsi deuten in Köln ernannt. 3um Leiter des Geheimen Staats- p 0 lizeiamtes hat der Ministerpräsident den Reichsführer der SS., Himmler, berufen. Der Ministerpräsident hat den Reichsführer der SS., Himmler, vor den vollzählig versammelten Beamten und Angestellten des Geheimen Staatspolizeiamtes in sein neues Amt eingeführt und nach längeren grundsätzlichen Ausführungen über die Aufgaben des Geheimen Staatspolizeiamtes dem bisherigen Inspekteur Ministerialrat Diels für die geleisteten Dienste seinen besonderen Dank und seine Anerkennung ausgesprochen. Große soziale Maßnahmen der Reichsbahn. Berlin, 20. April. (DNB.) Der Berwal- tungsratder Deutschen Reichsbahn hat in seiner Sitzung vom 17. April 1934 der Einführung einer neuen Dienst - und L 0 hn 0 rd - nung für die Arbeiter der Reichsbahn zum 1. Mai 1934 zugestimmt. Durch diese Dienst- und Lohnorb- nung sind soziale Härten im Vergleich zu anderen öffentlichen Betrieben ausgeglichen worden. Es werden insbesondere die & i n b e r 3 u » lagen sozialer gestaltet. Die Treueverbundenheit wird durch die Alters zulagen, wesentliche Verbesserung der Kündigungsfristen und die Gewährung der Unkündbarkeit nach 25jähriger Dien ft 3 eit belohnt, nachdem bereits vor Weihnachten Treueprämien für 25jährige Dienstzeit und mehr eingeführt worden sind. Dem Erholungsbedürfnis entsprechend ist der Urlaub des werktätigen Arbeiters günstiger gestaltet und der Regelung der Reichsarbeiter angepaßt. Die Militär- und Kriegsdienstzeit und die im Dienste anderer öffentlicher Verwaltungen zu gebrachte Zeit werden auf die Eilsenbahndienst- zeit angerechnet. Zu der neuen Dienstordnung der Deutschen Reichsbahn gab der stellvertretende Generaldirektor der Reichsbahn, Direktor Kleinmann, vor Vertretern der Presse nähere Erläuterungen. Er wies auf die große soziale Bedeutung dieser Maßnahmen hin. Die Kinderzulage, die bisher im Reich 3 Pf. durch ganz Deutschland hindurch pro Stunde und Kind den Arbeitern gezahlt wurde, ist nunmehr der Lohnhöhe entsprechend durch einen prozentualen Zuschlag angepaßt worden, damit der Arbeiter, der in einer teueren Stadt wohnt, auch einen höheren Kinderzuschlag bekommt. Durch die marxistischen Regierungen war für die Eisenbahnarbeiter auf Grund der Schlichtungsordnung unb der Schlichtungsbeschlüsse das Uebersteigen eines gewissen Lohnniveaus mit dem 24. Lebensjahr vollständig abgeschnitten. Sie bekamen mit diesem Zeitpunkt den höchst erreichbaren Lohn. Nunmehr sind Dien st Zuschläge neu eingeführt worden, und zwar nach dem 16., 21. und 25. Dienstjahr: sie schwanken in einer Höhe zwischen zwischen 3 und 5 v. H. In bezug auf das Dien st Verhältnis sind bereits im Monat November/Dezember Änderungen getroffen worden. Durch die Neuordnung, die mit allen beteiligten Reichsressorts vereinbart worden ist, wird nach einer Dienstzeit von einem Jahr die vierwöchige Kündigungsfrist, nach zehn Jahren die sechswöchige, nach 15 Jahren die dreimonatige — und zwar zum Monatsschluß — unb nach 20 Jahren bie sechsmonatige Künbigungfrist 3um Monatsschluß gewährt. Nach 25 Jahren ist per deutsche Reichsbahnarbeiter unfünbbar. Damit soll dem Reichsbahnarbeiter die Existenz für sein ganzes Leben gesichert werden. Allerdings muß er mit Dem 65. Lebensjahr, der Altersgrenze, aus dem Betriebe ausscheiden. . . , Generaldirektor Dr. Kleinmann wies Darauf bin, daß bie neue Dienst- unb Lohnorbnung lebig- lich aus sozialen Rücksichten eingefübrt roorbenJeu Bon Lohnmaßnahmen hatte a b ge s e h en werben müssen, ba die Gelder fehlen, unb m einem Augenblick, in bem bie größte deutsche Verwaltung, bie Reichsbahn, mit Lohnerhöhung vorgegangen wäre, auch die Privatwirtschaft unb die übrigen Betriebe diesem Schritt gefolgt waren. Die Studenten am 4. Mai. Berlin, 19. April. ti' n 1 Butter schreie v L t l hrend schäft vollen rei 3958 )0r>. »Uf| — mein vegen raum «och iißes, die Kinder werden größer, die Kehlen - l in sechs Nestern anderthalb bis Dutzend, vielleicht aber noch mehr junge Stare , Butter schreien, wird jeder anschwirrende Flug Berlin, 19. April. (DNB.)Jrn April vor einem Jahre wurde der Reichsoerband der deutschen Presse von den Nationalsozialisten übernommen und damit die deutsche Presse von Nationalsozialisten geführt. Aus Anlaß der Wiederkehr dieser Tage veranstaltete der Reichsverband der deutschen Presse heute in Berlin eine Tagung, die unter dem Motto: „Ein Jahr nationalsozialistische Führung der deutschen Presse" stand. dankte in seinen einleitenden Worten Reichsminister Dr. Goebbels dafür, daß er sich bereiterklärt habe, an diesem denkwürdigen Tage vor den Vertretern der deutschen Presse zu sprechen. Er wies darauf hin, daß es vor einem Jahre nicht um die Neubesetzung von Vorstandsposten ging, sondern daß mit den neuen Männern an der Spitze des Reichsverbandes der deutschen Presse die deutsche Presse in ihrer Gesamtheit in ein neues Stadium ihrer Geschichte ein trat, ein Vorgang, der durch die nationalsozialistische Revolution bestimmt worden war. In dieser Zeit sei die ganze deutsche Presse einem Wandel unterworfen worden, der ihr Wesen und ihr Gesicht von Grund auf verändert habe. „wenn wir heule nach einem Iahr die Bilanz ziehen, so werden und wollen wir gewiß nicht sagen, daß der innere Umwandlungsprozeß schon abgeschlossen ist und das neue Gesicht der deutschen presse schon fix und fertig vor uns steht. Dazu ist die Aufgabe, die von der natio- ten suchen müssen. Etwas beschwert und geduckt räume ich das Feld — wahrhaftig, alle zwanzig Kinder stecken den Kopf zum Nest hinaus und schelten und schreien und drecklärmen und tschiedelieren hohnlachend hinter mir drein. große Badeschwamm in die Hand. Und ich tauche den Schwamm ein — sehr human, aber klug dünkt mich das — und schleudere einen tüchtigen Spritzer Wasser nach dem Lärmer. Tschirretschirretschirre Hilfe, schreit der Naseweis deutlich. Siehst du wohl? Aber weg ist er deshalb nicht. Ich spritze noch einmal. Er überlegt, totenstill vor Schrecken; das Wasser paßt ihm nicht. Habe ich dich also? Noch ein drittes Mal setze ich an, da hebt der Starmatz kreischend die Flügel, versucht zu flattern und platscht unbeholfen mitten in den Hof hinunter. Was habe ich angerichtet! Ich ziehe den Kopf verlegen durch das Fenster zurück, ich habe doch ein schlechtes Gewissen vor den Leuten. „Mein Gott", höre ich Frau Petermann auch schon rufen, „da liegt ja ein junger Star im Hof. Mann, sofort gehst du zum Doktor hinauf, er liebt seine Singvögel doch so sehr." „Was soll ich denn bei ihm?" „Ihn fragen, was wir mit dem armen, armen Tier machen sollen. Du sollst sehen, er weiß zu helfen!" Jetzt wird mir doch brühwarm zu Mut, so sehr schäme ich mich über meinen Jähzorn. Und ich werfe eilig die Joppe über, zünde schon treppab die Pfeife an und quere wie unversehens über den Hof. nalen Revolution der presse als kullurfakkor gestellt ist, auf viel zu weite Sicht berechnet. Dazu sind mit der Presse des alten Systems auch viel zu alt gewordene Gewohnheitsrechte zufammen- gebrochen, als daß es möglich gewesen wäre, aus dem Nichts heraus den neuen deutschen Zeitungstyp zu entwickeln." Die berühmte Pressefreiheit sei' zum Schlagwort einer Zeit geworden, die vom schrankenlosen Individualismus und Materialismus beherrscht wurde. Daraus habe sich ein Zeitungstyp entwickelt, der ausschließlich von den materiellen Profitinteressen eines geschäftigen Verlegertums und anonymer Aktienpakete 'bestimmt worden sei. In dem Augenblick, in dem das zusammengebrochene System seine eigene, von ihm geschützte Pressefreiheit nicht mehr respektierte und dazu überging, die Zeitungen der Oppo- s'.tion zu knebeln und zu verbieten, an dem Tage, an dem der „Völkische Beobachter" zum ersten Male verboten wurde, habe das alte System seine schwächste Stunde erlebt, denn jede G e i st e s - Haltung, die sich selb st untreu werde, habe ihre Existenzberechtigung verloren. Gruppenführer Weiß wies dann auf das Werden der nationalsozialistischen Presse hin, die dem Kapital die Idee und J)amit die Souveräni- t ä t des Gei st es entgegengesetzt habe. Darin liege auch das Geheimnis dieses Sieges. G e i st und Charakter seien es, die eine Presse lebensfähig erhalten. Damit war das Problem Presse zu einer Angelegenheit der Menschen geworden, die in ihr tätig sind. Diese menschliche und persönliche Seite der Frage zu lösen, sei heute die wichtigste Aufgabe, die der deutschen Presse gestellt sei. So habe der für die Presse zuständige'Reichsminister Dr. Goebbels nicht ohne Grund in den Mittelpunkt des Neuaufbaues der Presse nicht ein neues Pressegesetz, sondern ein S ch r i f t l e i t e r q e s e tz gestellt. Erstes und oberstes Gesetz für den modernen Schriftleiter fei, Kämpfer zu fein für den neuen Staat. Die Schicksalswende, an der das deutsche Volk heute stehe, erfordere in allen Positionen des öffentlichen Lebens ganze Männer und ganze Kerle. Wir könnten uns es nicht erlauben, da, wo werdende Geschichte gestaltet wird, Feiglinge einzusehen und deutsche Zeitungen von Pazifisten schreiben zu lassen." CinZahr nationalsozialistische Führung in der deutschen presse Der Führer des Reichsverbandes deutschen Presse, Hauptschristleiter Gruppenführer Weiß „Was ist denn los, Frau Petermann? Ach, der arme Star! Nun, lassen Sie nur, ich bring ihn wieder ins Nest." Ich klopfte die Pfeife ab, drücke den Daumen wütend hinein, daß es mir unterm Nagel brennt, stelle die Leiter an und hebe den Starmatz auf. Sieben Sprossen sind es. Der Bengel in meiner Hand gibt keinen Ton von sich, und die Alten, die auch nicht wissen, was ich oorhabe, sind unfreundlich still. Dann setze ich den Verunglückten in die Dachrinne. Kaum bin ich unten, geht ein Geschrei los, gegen das bis dahin alles nur ein Kinderspiel gewesen ist. Am lärmendsten aber ist einer, der mir doch so viel zu danken hätte — schreit, schreit, als besänne er sich erst jetzt auf seinen Schreck, schreit, als müßte er dem lieben Gott im Himmel erzählen, was mit , ihm geschehen. Und alle Gespielen und Nestgenossen und selbst die Eltern fallen ein, das Dach braust und tschirrt. Und alles schilt über mich und hinter mir drein. „Was haben die Tiere nur?" fragt Petermanns Brau. „Was sollen sie haben?" schreie ich gegen den Lärm, „ist es nicht prächtig, so viel junges Volk um sich zu haben?" Ich werde mir aber doch einen Platz im (Bar» ^unb, wovon das befte für den Tabak verwendet roir&Vr mu6 Öfters mit dem bebauten Stück gewechselt werden. Kultiviert werden auf Batschenga letzt 50 Hektar, die für nahezu anderthalb Mil- lionen Tabakpflanzen hinreichen. Man sät den tTn a ln Saatbeete, die gegen direkte Sonnenbestrahlung anfangs vollständig mit Matten, später cr-n e^em durchbrochenen Flechtwerk aus Palmblattern geschützt werden. Das Auspflanzen ins Gelände ist eine mühsame Arbeit, namentlich bei n?es)r als 40 Grad in der prallen Sonne. Wenn die Pflanzen voll entwickelt sind, werden die Blätter abgeerntet und kommen in den Trockenschuppen, wo sie fünf bis sechs Wochen hängen. Sie müssen aber beim Trocknen elastisch bleiben. Danach werden sie gebündelt und peinlich genau in viereckige Itapel geschichtet. In diesen fermentieren sie durch Selbsterhltzung, vermutlich mit Hilfe von Bakterien. Erst dadurch bekommt der Tabak sein Aroma. Auf Batschenga wird nur Deckblatt für.Zigarren erzeugt, wobei es vor allem auf die augenblickliche Modefarbe ankommt. Feinste, modernste Qualität kann Preise von 20 Mark und mehr für jedes Pfund Blätter bringen, während die Einlage in derselben Zigarre mitunter nur 50 Pfennig zu i kosten braucht. Batschenga liegt nur etwas über I Wenn man für das neue Afrika eine Signatur wählen will, so kann man die Kilometersteine dazu nehmen. Wer vor dreißig Jahren an den alten Trägerpfaden im Geist Kilometersteine erblickt hätte, dessen Phantasie wäre wohl für nicht ganz gesund gehalten worden. Damals war das Auto in Europa noch eine junge Maschine, und für Afrika mar es ein Unding. Man muß es den Franzosen lassen, daß sie viel Energie und dabei sehr geringe Mittel darauf verwendet haben, ganz Kamerun . durch Autostraßen aufzuschließen, einfach dadurch, daß sie den Arbeitsdienst der Schwarzen vernünftig organisierten. Noch eine Kleinigkeit berührte mich merkwürdig, als ein Symptom, wie sich auch im afrikanischen Busch die Zeiten ändern. Die Pflanzung wird von drei deutschen Herren verwaltet, und als nach dem Essen Zigarren angeboten wurden, gab es — Aschenbecher! Wirklich,'man tat die Zigarrenasche in die Schale, anstatt sie auf den Fußboden zu streuen, der früher nichts anderes ivar, als ein Stück überdachten afrikanischen Geländes! Jetzt ist er aus schönem, glattem Zement I gemacht. Was hätte es früher gekostet, Zement in Trägerlasten drei Wochen lang von dem Südkame- , ^uner Hafen Kribi bis an den Sanaga zu schleppen! Freilich, die Kehrseite ist: früher wurde in Kamerun leicht und reichlich Geld verdient, und heute ist "s ein mühseliges Ringen um bescheidenen Gewinn. Als noch der Kautschuk aus dem Urwalde Preise rzielte und die berühmten Südkameruner „Gummilöwen" bis in die Buschfaktoreien hinein Sekt und teure Weine tranken, war es ein Leben voll afrika- ischer Romantik, allerdings auch voll afrikanischer Gefahren. Mancher, der heute noch als ein gelinder Mann behaglich die Prozente von der Kaut- I jchukanlieferung an seine Firma an der Küste aus- «chnete, war morgen schon begraben. Schwarz- I nasser ließ nicht mit sich spaßen, ich habe das selbst iirlebt, und die Methode, Prophylaxe mit Kognak att mit Chinin zu betreiben, war gefährlich. Zu Mittag aßen wir einen wundervollen Anti- bipenbraten, nicht von abgestoßenen Emailletellern, wie in alten Zeiten, sondern von schönem Porzellan. >er eingeborene Jäger hatte eigentlich nur ein Kerlhuhn schießen sollen, aber da ihm von der Sieute, die er nach Haus bringt, das Herz und die k ingeweide gehören, so ist es ihm natürlich lieber, d enn ihm ein Stück Großwild vor die Flinte i bimmt, als nur ein Perlhuhn. Dann ging es in die Pflanzung. Der Tabak wird kläglichst erst mit dem Beginn der Regenzeit aus- 6 pflanzt, deren Anfang man in etwa einer Woche eivartet. Jetzt ist man noch mit den Saatbeeten be- smäftigt. Zur Pflanzung gehören tausend Hektar ist es nicht prächtig, so viel Kinder im Haus halben?" Iter Frau Petermann schweigt hartnäckig; ich t', sie hat Einwände. Ich kümmere mich nicht r Ve. 1IIW* Sie»-" "7 ÄWL. M i:A •SÖs in*1 yi.it ne« gestellte, dessen Züge man sich früher nicht merken konnte, hat jetzt eine unvergeßliche Eigenart erhalten. Man nimmt an, daß das Bild ein Porträt des Johann Dorsch ist, der dem Augustinerorden angehörte und von 1518 bis 1541 Pfarrer von St. Johann in Nürnberg war. (Tanz Uhr 24390 iesVolks । Räumen (W lephon 3476 ihodeliinder 0126t ÜtunBuA genommen: , Verschärfung der Devisenbestimmungen. Die anhaltende ungünstige Entwicklung unserer Devisenlage zwingt zu weiteren Konsequenzen auf dem Gebiete der Zahlungen an das Ausland im Reise- oder sonstigen Einzelverkehr. Den neuerdings beschlossenen Verschärfungen ist eine Einschränkung der Devisenzuteilung an den Einfuhr- handel bereits vorausgegangen. Ferner find bestimmte Rohstoffimporte unter Kontrolle gestellt worden. Auf derselben Linie liegt es, wenn jetzt die Möglichkeit für den einzelnen eingeschränkt wird, eine Reise in das Ausland mit deutschen Banknoten zu bestreiten, oder für irgendeinen sonstigen persönlichen Zweck «deutsche Banknoten in bas Ausland zu senden. Bisher konnten für diese Zwecke jeweils bis zu 200 Mk. im Monat verwendet werden. Diese Mög- lrchkeit ist ganz allgemein auf 50 Mk. eingeschränkt morden. Die Freiheit, die dem einzelnen bisher bis zur Freigrenze von 200 Mk. gelassen war, ist offenbar vielfach mißbraucht worden. Für die Verschickung von Geld in das Ausland oder für die Mitnahme bestanden Kontrolloorschriften. Es war im Einzelfalle aber doch wohl schwierig, immer nachzuprüfen, ob der für Auslandzwecke verwendete Vanknotenbetrag auch wirklich für Reise- oder son- stige zulässige persönliche Zwecke verbraucht wurde. Wir können derartige Menschen in der deutschen Presse künftig nicht mehr brauchen, weil sie bei der ersten seelischen und moralischen Belastungsprobe jämmerlich versagen würden. Wir kennen das We- sen des Kampfes, und wir wollen die Garantie haben, daß die deutsche Presse sich auch dann bc wahrt, wenn sie nicht unter Polizeiaufsicht steht und daß der deutsche Schriftleiter auch cha- raktervoll feinen Mann steht, wenn er auf s i ch f e l b st gesielt i st. „wir wollen einen Schriftleiter, der das anvertraute deutsche Kulturgut bis zum letzten verteidigt, nicht, weil er es verteidigen muß, sondern weil er es selbst verteidigen will. 3n dieser nationalen und moralischen Pflichterfüllung soll künftig der deutsche Schriftleiter seine einzige Standesehre erblicken." Wenn man von einer Uniformität oder Langweiligkeit der Presse spreche, dann sei darauf hin- zuweifen, daß sich nirgends eine Meinung bilden könne, wo keine Meinung vorhanden sei. In dem Augenblick, in dem die schwarzen und roten Parteiprogramme von den Stürmen der nationalsozialistischen Revolution hinweggefegt worden seien, habe gewissermaßen die Dienstanweisung für das weitere Verhalten gefehlt. Das, was als Voraussetzung für die Neubelebung der journalistischen Meinungs- äußerung gebraucht werde, sei die absolute Sicherheit des Urteils, vor allem die politische Jnstinktsicherheit. Es ergäben sich auch im nationalsozialistischen Staat hinreichend Möglichkeiten zur Stellung- nähme und Kritik, ohne daß das Gesetz der Unantastbarkeit der nationalsozialistischen Staatsgrundlage verletzt werde. Zum Schluß betonte Gruvpenführer Weiß, daß dem Reichsverband der deutschen Presse heute eine große und wichtige Aufgabe erwachsen sei. Die neue hohe TNission des Reichsverbandes verpflichte die deutsche Presse und jeden deutschen Schriftleiter, feine ganze Kraft für den Neuaufbau des Deutschen Reiches und damit auch eines deutschen Schriftleiterstandes einzu- fehen. Wenn das geschehe, dann brauche der Presse um ihre Zukunft nicht bange zu fein. Er schloß feine Ausführungen mit den Worten: „Die deutsche Presse ist tot, es lebe die deutsche Presse!" Darauf nahm Reichsminister Dr. Goebbels das Wort zu einer anderthalbstündigen Rede, über die im heutigen Hauptblatt noch berichtet wird. Kilometersteine in Afrika Von Dr. Paul Rohrbach Pflanzung Batschenga bei Jaunde, den 10. März 1934. Unser heutiger Ausflug von Jaunde galt dem Besuch einer bedeutenden Tabakpflanzung in deutschem Besitz — aber bevor ich auf den Tabak zu sprechen komme, muß ich wieder einen Augenblick bei dem Wechsel verweilen, den auch Kamerun erlebt hat, seit ich ipi Jahre 1907 auf demselben Wege wie heute marschiert bin. Ich meine nicht, daß unser altes Kamerun durch den unglücklichen Krieg in ein französisches Mandat verwandelt ist, sondern ich meine diesmal die Aenderung im Verkehr. Die Pflanzung Batschenga liegt nicht weit von der Stelle, wo die Straße von Jaunde nach dem nördlichen Grasland den Sanaga-Fluß überschreitet. Von da bis Jaunde sind es etwa 70 Kilometer. Ich tarn 1907 von Norden, schlief im Zelt nahe der Uebergangsstelle und erreichte Jaunde in zwei starken Märschen, mit Reserveträgern und vermehrten Rationen, um die Leute willig zu erhalten. Heute fährt man dieselbe Strecke auf einer wundervollen Autostraße in anderthalb Stunden, und man könnte sie noch schneller zurücklegen, wenn nicht die vielen Kurven und der starke Verkehr zur Vorsicht nötigten. Auf jedem Kilometer steht der dazu gehörige Stern, und so geht es bis tief ins Innere, bis an den Tschadsee und bis an die Grenze von Französisch-Kongo. der Eltern mit einem Lärm bedacht, der erst gutmütig bie Schultern zucken, bann aber die Stirn runzeln läßt. Stirnrunzeln macht nicht den geringsten Ein- , druck. Denn wenn die alten Stare auch gute und - schlechte Laune bei mir wohl zu unterscheiden wis- ■ sen, wie wollen sie den Jungen beibringen, sich i recht zu verhalten. Am schlimmsten aber ist: die , Starmatze und ihre Ehefrauen sind wohlerzogen, sie wissen genau, wenn ich unterm Dach zu Mit- > tag schlafe, weil ich vorher durch Anklopfen Bescheid zu geben pflege. Alle zwanzig Kinder aber hoben unbekümmert um die Mittagsstunde den gleichen Hunger wie zu den freigegebenen Tageszeiten. Ich sage, ich schlafe unterm Dach, mit dem Kopfende just so auf Armlänge von den Starennestern und nur durch einen dünnen Verputz von ihnen getrennt. Und ich weiß deshalb: Was haben zwanzig Kinder für Kehlen! Zirigzirigzirig und brech Äreckdreck, heißt es da, wenn die geplagten Eltern die leckersten Bissen vorsetzen. — In den ersten Tagen, solange die Stimmen nur ein wenig ziepten, waren sie wohllautend und einschläfernd; aber bald wurde es von Tag zu Tag lauter und kräftiger. Ich klopfte also dringlicher an die Wand, es nutzte nichts. Ich richte es schon so ein, daß ich norm Mittagsschlaf noch einmal vor den Ausflügen mahnend entlang gehe. Die Alten begreifen, was 'ch will, sie versichern mir, ihr Bestes zu tun, sie fliegen höflich weiter, obschon sie den Schnabel voll haben. Es nützt aber gar nichts. Kaum bin ich in der Kammer, wächst das Geschrei, Gepolter, Geschirre und Drecklärmen zum Sturm an; die Bengels är= gern nicht nur ihre Eltern, es muß irgendetwas Fürchterliches geschehen fein. Ich recke, schon leidlich müde, den Kopf zum Fenster hinaus und blicke das Dach hinab bis zur Regenrinne. Da hab ich's, da sitzt der erste junge Star norm Nest am hellichten Tage. Natürlich macht der Knirps vor lauter Erstaunen nichts als Zirezirrezirretschi, dreck dreck tschir- retschi! Ungeheuerlich ist seine Entdeckung der großen Welt, alle sechs Nester, alle Geschwister sollen darum wissen. Nun, ich begreife fein Erstaunen, ' aber ich habe bis tief in die Nacht gearbeitet und : muß schlafen. Ich rede ihm also gut zu — rundum : auf den Bäumen sitzen die Alten und weifen gleicherweise den Waghals zur Ruhe. Aber der Krakeh- j ler kümmert sich nicht einen Deut um zwölf alte erfahrene Stare und noch weniger um mich. Ich j schwenke deshalb drohend die Hand — hilft gar i nichts! Ich packe rückwärts — grabe gerät mir der Aus Anlaß dieses Ereignisses sprach abends im Plenarsaal des Preußischen Landtages Reichsminister Dr. Goebbels zur deutschen Presse. Die Presse aus Berlin und dem Reich war in außerordentlich großer Zahl vertreten. Vollzählig erschienen waren die Führer und Führerräte des Reichsverbandes der deutschen Presse und des Landesverbandes Berlin. Man bemerkte ferner zahlreiche Vertreter des Reichsministeriums für Volks- aufklärung und Propaganda, die Vertreter der Reichspreffekammer und des Reichsverbandes deut- Zwanzig Kinder im Hans. Von Hans Friedrich Blunck. Im letzten Jahre waren es zwei Paar Stare, )-• unter unferm Dach hausten, zwischen den über« .Egenden Pfannen und der Regenrinne war ihr kuschlupf. Sie waren sehr achtsam, sauber und Ehlerzogen und hielten sich an die gute alte Regel, irmafs im Umkreis der Nester zu plündern. Die Wahrung spricht dafür, daß Kirschen niemals so er burchkvmmen wie wenn genügend Stare beim ')vni5 sind. Bn diesem Jahre stellten sie sich zu sechs Paaren ii- Sechs Paar sind mir zu viel, ich wollte einige oi ihnen bitten, weiterzuziehen. Aber da begann l( Schwierigkeit: welches waren die alten Paare, e doch gewissermaßen ein Wohnungsrecht hat- :r und welches waren die neuen Gäste? Die Frage Idct nicht zu lösen, ich mußte nach langem Hin- i herverhandeln alle sechs lassen, wo sie waren in: es brachte gewiß auch manch fröhlichen Augen- |li(", sie zu beobachten. iknerft beim Nestmachen: sehr vorsichtig holten fl: allerhand Brocken, Mauersteine und Mörtel aus it: ;m Versteck, warfen sie nicht etwa wild nach bauten, sonbern trugen alles, wie um sich nicht zu öir aten, sorgfältig auf ber einige Schritte ent= feilten Mauer zusammen. Danach hörte man viele bie Unterhaltung ber Eheleute beim Brüten, eidllch flogen beibe in ungeheurer Geschäftigkeit au und ein und man Härte ein leises Ziepen von feen Kehlen. Das Herz lachte mir über jede Siqpe, die eingebracht wurde, über jede Käfermade, bi imeine eifrigen Stare aus dem jungen Obst- 31’Jcf) herbeifchleppten. ,5iel) dir's nur an, Petermann", sagte ich — Itffmann und Frau sind bei mir zu Gast, liebe ne — „sieh dir's an, Petermann! Immer habe j' «en Leuten empfohlen, Vogelhecken anzulegen, 1 nirb man das grüne Zeug auf feinem Kohl am • i !pen los." L.ogelhecken, gut! Aber unterm Dach wär's mir zu nahe", warnt Petermann. Lwr nur die vielen kleinen Stimmen", mahne ' Wir find um einen Dürer reicher geworden, [ Zwar ist dieser Zuwachs zu dem Werk des großen . Meisters den Reinigungsarbeiten zu banken, bie Graf Czernin in Wien an den Bildern seiner Gemälde-Sammlung vornehmen ließ. Es handelt sich um ein kräftiges Männerbildnis, das zwar schon vielfach mit dem Namen Dürers in Verbindung gebracht wurde, dessen Zustand aber immer wieder Zweifel erweckte. Nachdem ber dicke, gelbe F'rnis entfernt worden ist, sind alle diese Zweifel verschwunden. Sv wie das Bild sich jetzt barstellt, sagt der bekannte Dürer-Kenner Hans Tietze in ber Bruckmannschen Kunstzeitschrift „Pantheon", ist alles an ihm alt unb ursprünglich. Der Einbruck ist ein ganz anberer geworben, unb am erstaunlichsten ist bie Größenwirkung bes Kopfes, ber scheinbar gegen früher gewachsen ist. Das liegt hauptsächlich an ber Mobellierung, bie jetzt erst in ihrer ganzen Urwüchsigkeit hervortritt. Die Formen bes Gesichtes, bie vorher etwas auseinanber- fielen, treten harmonisch zusammen, unb überwäl- tigenb ist bie Kraft dieses Antlitzes, bei dem „die Nnse zweimal Nase, das Kinn zweimal Kinn, die Backenknochen, die Augen und jede Form zweimal jede Form" sind. Wie man jetzt deutlich an den Knittern erkennt, ist das Bild nicht auf Papier, sonbern auf Pergament gemalt. Es schließt sich ba* mit in der Technik an bie „Maria mit bem Kinb" in Augsburg an, bie aus demselben Jahre, 1516, stammt. Nun erst kann bas Werk ben ihm ge- bührenben Platz in ber Dürer-Forschung erhalten, und zwar reiht es sich gleichwertig an die einbring- lief) charakterisierenben Hauptblätter von 1515 an, füllt für 1516 eine Lücke aus und bezeichnet zugleich einen Markstein. Denn die menschliche Wärme der Darstellung läßt einen engeren Zusammenhang mit den späteren Bildnissen Holzschuhers unb Muffels als mit den zeitlich näherstehenden Bildnissen der Zeit des Augsburger Reichstages und der niederländischen Reise erkennen. Der Dar- 1 300 Meter hoch, halb so hoch wie Jaunde, ist aber wegen der Hitze berüchtigt. Wenn da jemand frisch 1 aus Deutschland als Gehilfe auf die Pflanzung ' kommt und den ganzen Tag draußen bei den Ar- 1 beitem fein muß, merkt er schon, was Afrika be- ' deutet. Zum Glück sind die Menschen jetzt so vernünftig, daß sie tagsüber keinen Alkohol trinken. 1 Früher wurde Whisky-Soda morgens, mittags und abends konsumiert, und man pflegte den jungen, Öen älteren und den alten Afrikaner danach zu unterscheiden, wie hoch der Whiskystand im Glase war, bevor man das Sodawasser zugoß — nach den bekannten verschiedenen Stellungen der Streichholzschachtel. Wir haben unfern Kaffee getrunken, gutes Kameruner Gewächs, das an Ort und Stelle' 50 Pfennig das Kilo kostet. Für morgen früh muß nun der Abmarsch mit einem Lastauto nach Fumban und Bamenda vorbereitet werden. Der leichte Wagen unseres Gastfreundes in Jaunde wird mit uns meine alten Tagemärsche wieder in je 80 Minuten zurücklegen, und das merkwürdige neuafrikanische Gewächs der Kilometersteine wird mir wieder zurufen, wie Afrika sich gewandelt hat. Nur: der I Wandel von der Mandatsflagge zurück zu den «alten deutschen Farben, der muß noch kommen! Die unzulässige Abwanderung von deutschem Geld in das Ausland war auf diesem Wege immerhin nicht ausgeschlossen. Um diesen Mißbrauch zu verhüten, ist nicht nur die Freigrenze allgemein herabgesetzt, sondern es sind auch nopch andere Bestimmungen getroffen worden, die eine bessere Derwendungskontrolle er» möglichen. Die Ueberbringung oder Versendung von Reichsbanknoten in das Ausland ist allgemein verboten worden. Das gilt auch für die Beträge, die innerhalb der gegenwärtigen Freigrenze von 200 Mark oder innerhalb der vom I.Mai an festgesetzten Freigrenze von 50 Mark liegen. Auch hier sind Reichsmarknoten und inländische Goldmünzen als Zahlungsmittel ausgeschlossen. Zugelassen ist nur noch die Mitnahme von oder die Zahlung in deutschem Hartgeld. Reiseschecks, Kredit- briefen, Schecks oder sonstigen Zahlungsmitteln, die den Zweck der Verwendung erkennen lassen. Die bisherige Möglichkeit, deutsche Marknoten in das Ausland mitzunehmen, ober zur Zahlungsleistung in das Ausland zu schicken, ist nunmehr ausgeschlos- sen. Wenn der deutsche Reisende sich für eine Aus- landreise keinen Kreditbrief oder ein sonst zugelassenes Zahlungsmittel verschafft hat, so muß er die Reichsmark vor dem Überschreiten der Grenze in ausländische Banknoten umwechseln. Es ist ein bemerkenswertes Zugeständnis, daß unter Beachtung dieser Vorschriften (keine Mit» nähme von Reichsmarknoten und Goldmünzen) die Freigrenze für Auslandreisen in der bisherigen Höhe von 200 Reichsmark bestehen bleiben soll, Es wird also der Auslandreise kein größeres Hemmnis als bisher in den Weg gelegt. Es wird nur die Kontrolle über die Verwendung der zugebilligten Reisebarschaft verschärft. In diesem Sinne wird denn auch bestimmt, daß die abgehobenen Beträge nur für den Lebensunterhalt während der Rei e Verwendung finden dürfen, und daß nicht abge» hobene ober verwenbete Beträge ber Reichsbank mieber angeboten werben müssen. Bisher war bis Durchführung einer derartigen Kontrolle schwierig. Aus Grund der neuen Bestimmungen ist sie durchaus möglich. Die neuerdings erlassenen Bestimmungen über die Verschärfung der Devisenbewirtschaftung können dem Auslande als neuer Beweis dafür dienen, daß die Devisenverknappung in Deutschland zunimmt und daß die Regierung alles tut, um die noch vorhandenen Reserven 3U schonen. Die Maßnahmen beweisen ober auch, daß die Rücksicht auf unseren Verkehr mit dem Auslande nicht aus dem Auge verloren wird, soweit es sich irgendwie mit unserer Devisenlage vereinbaren läßt. „Helbenkeller" in Europa. Frankreichs ziviler Luftschutz. — Italienische Lustschutz-Tunnel. — Londoner „NotauSgänge". — Unterirdische Wohnungen in Rußland. Bezirksbesprechung der oberhessischen Eierverwertungs-Genoffmschasten. Es ist zur Binsenwahrheit geworden, daß Deutschland völlig wehrlos in der Welt dasteht und dazu noch von Nachbarn umgeben ist, die in jeder Be- Ziehung zu den stärksten Militärmächten der Welt gehören. Auf keinem Gebiete prägt sich unsere absolute Hilflosigkeit sogar in der Verteidigung so stark aus wie bei der Luftfahrt, die zur unheimlichen, alles Überwindenden Waffe unserer einstigen Gegner aus dem Weltkriege geworden ist. Fünfzehn Jahre nachdrücklich forcierter Entwicklung des Flugzeuges, für dessen Vervollkommnung insbesondere Frankreich und Rußland Unsummen ausgegeben haben, schufen ihnen ein Instrument, dem mir nicht einmal Polizeiflugzeuge entgegensetzen sollen, ganz ZU schweigen von Maschinen, die für den Luftkampf geeignet sind. Mit Stolz kann Frankreich auf seine Luftflotte blicken: die Franzosen wären durchaus berechtigt, sich dank dieser Waffe frei und ohne Sorgen um ihre Sicherheit für alle künftigen Entwicklungen zu fühlen. Aber bas ist ja gerabe bas befonbere Kapitel, bas Frankreich gewibmet werben muß: Es kann sich wohl sicher im Besitze ber stärksten Kriegswerkzeuge fühlen, unb es bleibt boch im- mer — allerbings aus negativen politischen Gründen — besorgt um seine Existenz, weil wir in Deutschland noch ein paar altmodische Kanonen, eine Reihe von Gewehren und sogar — einige Verkehrsflugzeuge besitzen. Weil wir Deutschen über so fürchterliche „Waffen" verfügen, besteht L u f t g e f a h r für Frankreich! Dagegen will cs sich „vorbeugend" schützen. Diese Schutzmaßnahmen haben an ber Ostgrenze nach Deutschland zu längst begonnen. Erst biejer Tage fanb roieber eine großangelegte Luftschutz- Übung bei Belfort statt: baß sie sich so nebenbei zur Manöver Übung ber eigenen Flotte ouswuchs, wirb ja wohl kaum von ben französischen Generalstäblern beabsichtigt gewesen sein ...? Dann ist für bic Gesamtbevölkerung bes Lanbes ein Erlaß herausgegeben worben, ber ausführliche Anweisungen für ben künftig burchzuführenben Luft- schütz enthält. Die Ueberwachung bieses passiven Schutzes obliegt fortan ben kommunalen Verwaltungen. Der Bürgermeister wirb für bie peinlich genaue Befolgung ber Bestimmungen verantwortlich gemacht. Die Behörben sinb angewiesen, einen besonberen Sicherheits- unb Hilfsbie'nst zu orgoni- fieren; körperliche Tüchtigkeit unb moralisch em- wanbfreie Führung sinb Vorbebingungen für bie Aufnahme in biefe private „Elitetruppe". Die freiwilligen Helfer werben auf Ehrenwort verpflichtet: ihr Einsatz erfolgt erst, wenn eine ärztliche Untersuchung befreibigenb ausgefallen ist. Auch bie tech- nische Eignung jebes Mitgliebes soll erprobt werden. Hier wird also ganz nebenbei eine neue R e - servearmee aufgestellt, bie besonbers wertvoll für einen zukünftigen Luftkrieg sein bürste. Italien fühlt sich burch seine Lage unb durch jeine politische Einstellung vielleicht nicht ganz in Sicherheit. Auch in Rom verfolgt man bie wachsenden Starkeziffern ber europäischen Luftflotten, unb rifW sich danach ein. Freilich kann das Lanb 'M ^°hmen ber verfügbaren Mittel unb ungehindert durch Vereinbarungen ber „Friebensverträge" seine eigene, sehr gute Luftflotte weiter verbessern unb ausbauen: immerhin — mit diesem oder jenem ber Nachbarn kommt es dabei boch nicht mit. Unb bes- wegen roibmet man auch in Italien bem Luftschutz große Aufmerksamkeit. Eben ist eine weise Anorb- nung ergangen: künftighin müssen alle unter- irbischen Verbinbungswege für Straßen, Verkehrsmittel aller Art, Eisenbahnen so tief in bie Erbe verlegt werben, baß sie bei einm Luftangnf durch Bomben nicht zerstört werben können. Die Tunnel sollen ausreichenbe Zugänge haben. Sie müssen lustbicht zu schließen sein unb über Gasschleusen verfügen. Auch ist an Belüftungs- unb Notbeleuchtungsanlagen gebucht. Weil man erprobt hat, baß ber im allgemeinen für Gleisbettungsanlagen benutzte Schotter bas Gas lange sesthält, wirb fortan jebe Schiene in eine gleichmäßig glatte Pfla- sterbecke eingelagert. Das ist vorb Üblicher Luftschutz, benn biefe bombensicheren Tunnel, die italienischen „Helbenkeller", bieten einer außer- orbentlich großen Menschenmenge ein gefahrloses Unterkommen. Ein Schutz, ber sich übrigens schon bewährt hat! Die Englänber sinb es gewesen, bie im Kriege bei ben beutschen Luftangriffen hinter bas Geheimnis kamen, baß ihre ßonboner Unter- grunbbahn ausgezeichnete Helbenkeller abgebe. Damals würben bie kilometerlangen Gänge ausgiebig benutzt. Und weil man das Gelernte keineswegs vergaß, wurden in der Nachkriegszeit ausgedehnte Erweiterungs- unb Neubauten vorgenommen, bei benen man bie Erfahrungen bes Luftkrieges weitgehenb benutzte. Es wirb bei ber Inanspruchnahme ber ßonboner Untergrunbbahn halb auf- fallen, baß bieses Verkehrsmittel in ben tiefgelegenen Tunnels so außerorbentlich viel „Notcmsgänge" besitzt — bas sind eigentlich mehr „Eingänge" für Notfälle. Deshalb lieber eine Treppe mehr als zu wenig! Die Russen schützen ihre Großstäbte vor der ßuftgefabr zunächst nach bem üblichen Muster durch Keller. Aber sie wissen, baß biefe im Ernstfälle noch nicht ausreichen würben. Unb ba sie auf Grund von Erprobungen überzeugt sind von ber Güte ihres Fliegeralarrnbienstes, gehen sie in großem Umfange dazu über, vor ben Toren ber Großstäbte unter- irbifche Wohnanlagen einzurichten, bie in ihrem Innern schon erstaunliche Bequemlichkeiten — vielleicht oft bessere als zu Hause! wirb mancher Russe denken — bieten, dazu aber, was viel wichtiger ist, mit den modernsten Gasschutz- unb Entgasungsanlagen versehen sinb. Selbstverständlich hat man bombensicher gebaut, indem man sehr tief in die Erde hineingeht. Was ist bei uns zu finden? Wir arbeiten erst fetzt mit Energie an den Problemen des ßuft» schutzes, und einstweilen ist n o ch s e h r v i e l z u tun, um ben größeren Teil ber Bevölkerung über die Gefahren zu belehren, benen wir ausgesetzt I sinb. Dabei wirb es sein Bewenben nicht haben. Der nationalsozialistische Staat will ben Schutz jebes Dolkgenossen für ben Ernstfall verbürgen. Unb ba wir ber Meinung sinb, man solle bas Gute nehmen, woher man es auch be- komme, wirb es nur von Nutzen fein, ben Luftschutz der anberen kennenzulernen. E. W. Die Eierverwertungsgenossenschaften der Provinz Oberhessen einschließlich Wetzlar hielten gestern vormittag unter bem Vorsitz bes Landwirtschaftsrats Frech von der Hauptgenossenschaft Frankfurt eine Bezirksbesprechung im Hotel Hopfeld zu Gießen ab. Die Vertreter sämtlicher oberhessischer und der Wetzlarer E^erverwertungsgenossenschaften nahmen vollzählig teil. Der Gaufachberater für die Geflügelwirtschaft und Kleintierzucht erinnerte zunächst, an ben Geburtstag unseres Führers unb Reichskanzlers Adolf Hitler, auf den bie Versammlung ein breifaches „Sieg-Heil!" ausbrachte. Lanbwirtschafts- rat Frech begrüßte sodann die Teilnehmer, ins» besondere die Vertreter ber Oberpostbirektion und den Vertreter des Landwirtschaftsamtes Herrn Dr. Lung (Gießen). Der Versammlungsleiter beschäftigte sich zunächst in kurzen einleitenden Ausführungen mit den Wün- schen ber Eieroerwertungsgenossenschaft hinsichtlich der Zusammenarbeit mit ber Post. Sobann sprach Herr Nebel von der Eierverwertungsgenossen- schäft Ortenberg über die bisherigen Erfahrungen Im Transport der Eier von den Orlsfammelstellen zur Bezirks- fammelstelle in Ortenberg und betonte dabei, daß diese Transportarbeit völlig systematisch geschehen müsse. Irgendwelche Extratouren müßten vermieden werden. Es seien auch bereits Vorschläge ausgearbeitet, bie auch die Zahlungsüberweisungen an die Eierlieferanten regelten. Postoorsteher <5 e u m (Ortenberg) wies darauf hin, daß der Transport der Eier nur in Kraftfahrzeugen vor sich gehen könne. Das ausgebaute Kraftpostnetz ber Reichspost komme ber zu leiftenben Sammelarbeit entgegen. Die im einzelnen sich ergebenden Schwierigkeiten seien zu überwinden. Entgegenkommen und gegenseitiges Verständnis müsse allerdings von allen Beteiligten erwartet werden. In seinen weiteren Ausführungen sprach Herr Seum noch über den Modus des Eiertransportes, über das Melbungswesen des Eieranfalls, die Abholung der gefüllten Kisten, den Rücktransport der leeren Rahmen und Kisten und über bie zeitlichen Regelungen in Uebereinftimmung mit dem Fahrplan ber Kraftpost. Für Extrasahrten, bie bei be« onbers starkem Anfall notwendig werden, fei in dem Bezirk Ortenberg ein besonderer Wagen eingesetzt, der allein 12 000 Eier fasse. Besonders im Sommer, bei starkem Eieraufkommen, werde dieser Wagen häufiger eingesetzt werden müssen. Im Winter werde der Transport mit der fahrplanmäßigen Kraftpost zu bestreiten fein. Der Gelbtransport von ber Vezirkssammel- sielle zu den Orlsfammelstellen werde bei sorgfältiger buchmäßiger Sicherung durch die Post in versigelten Beuteln völlig unentgeltlich an die Eierlieferanten geschehen. Die allgemeine Durchführung dieses Eiertransportes werde sich aus den zu machenden prakttschen Erfahrungen ergeben. Der Versammlungsleiter dankte bem Referenten ur seine Ausführungen und gab seiner Freude herüber Ausdruck, daß die hier notwendige Arbeit schon o weit oorgetrieben worden unb damit die praf- tische Durchführungsmöglichkeit bewiesen sei. Aller» dings bedürfe es von selten der Sammelstellenleiter aller Exaktheit unb Pünktlichkeit in der Zusammenarbeit mit der Post. An den Genossenschaften liege es, die geeigneten Sammelslellenleiter einzusehen. Der Gaufachberater, Herr E ck a r d t, betonte, daß es für diese Arbeit aller Disziplin bedürfe, wie sie eben im nationalsozialistischen Staat verlangt werden müsse. Zu einem Zeitpunkt, da man sich gerade in der sog. „Eierschwemme" befindet, könne man sich keine Experimente leisten. Den Eierlieferanten müsse nahegelegt werben, daß sie nur frische Eier ablieferten. Die Einschaltung der Post fei, so führte der Redner weiter aus, in der Hauptsache deshalb notwendig, well die an sich komplizierte Eiererfassung durch eine vollverantwortliche Stelle (m*» sie bie Post als staatliche Einrichtung barstelle) übernommen werden müsse. Der Rahmenvertrag, der dieser Tage zu erwarten sei, werde für diese Zusammenarbeit zwischen Post und Eieroerwertungs- aenossenschaften die Grundlage für die aufbauende Arbeit sein. Die Genossenschaften selbst müßten sich verantwortlich fühlen für die Lieferanten, denn die Genossenschaften seien nicht in der Lage, irgendwelche größeren Verluste zu tragen. Die (Eierlieferungen müßten vor allem in vollem Ausmaß transportversicherl sein, da sonst der Bauer der Leidtragende fei. Leider müsse festgestellt werden, so betonte der Geschäftsführer ber Eieroerwertungsgenossenschaft Gießen, Herr D i 11 m n r , baß in verschiedenen Firmen noch ausländische Eier, vor allem holländische verkauft würden, obwohl es gerade in der Jetztzeit genug deutsche Eier gäbe, Die außerdem billiger seien als die ausländischen. Der Direktor der Elcrverwertungszentrale Frankfurt a. M., Herr Scheu, referierte kurz über die zu erwartenden Regelungen zwischen Genossenschaften und Großhandel. Im weiteren Verlauf der Versammlung gab Landwirtschaftsrat F r e ch noch eine Reihe geschäftlicher Bekanntmachungen zur Kenntnis. Besonders machte er darauf aufmerksam, daß das Staatsministerium die Kreisämter angewiesen habe, die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich der Eierverwertung bis in bas letzte Dorf hinein einzuhalten. Die Ortssammler müssen ortsüblich bekanntgemacht werden, bie Genossenschaftsanteile seien einzuzahlen, es bürsten nur über die Bezirksgenossenschaften Eier von den Händlern gekauft werden. Die Eier würden von der Bezirksgenossenschaft nach dem Kilopreis gezahlt. Der Bauer, der kleine Eier liefere, werde dementsprechend seine Eier nicht nach der Bezahlung im Stückpreis beurteilen dürfen. Für bas kleine Ei gebe es naturgemäß bei der Kilopreisberechnung nur ein dementsprechend niebrigeren Preis als für das schwere Ei. Eine direkte Belieferung an Hotels und Groß- Verbraucher dürfe durch die Genoffenfchaft nicht ftattfinden. Die (Einteilung der Abholbezirke ist nach großen Gesichtspunkten und nach einheitlichen Wirtschaftsgebieten erfolgt. Streitigkeiten ber Zuständigkeit dürften hier nicht Platz greifen. In Frage und Antwort aus der Versammlung heraus wurden verschiedene Unklarheiten beseitigt. Zu erwartende gesetzliche Bestimmungen hinsichtlich der Preise, insbesondere aber auch hinsichtlich bes Verhältnisses zwischen Händlern unb Genossenschaften würben bie Eierbewirtschaftung enbgültig bereinigen. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Füh- rer Adolf Hitler rouPbe die anregende Bezirksbesprechung geschlossen. Geschichten ans aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, Derbofen.) Keine reine Freude. (th) Neuyork. q l?Ur (yaunf ?.^er in Eldorado (Iowa) ist das Leben bisher keine reine Freude gewesen. Und den- noch hat der jetzt Drelunbachtzigjährlge bei allem Unglurf immerhin so viel Glück entwickelt, daß seine Mitbürger ihm den Beinamen „der Unterbliebe" oerUeljen W weniger als fünfzehn Mal nonllich bat Shaser Unfälle erlebt, bei denen sein Leben an emem Härchen hing: Kaum acht Jahre alt, wurde er in letzter Sekunde nom Tode des Ertrinkens gerettet. Dreimal insge- ‘amt ist er nom Blitz getroffen und schwer verbrannt worben. Bei einer Kohlenstaubexplosion in einem ■öergroerf war er brei Tage von ber Außenwelt ob- geschlossen Ein Jahr später stürzte er oon einer ■örurfc m einen Abgrunb und mußte mit zerschlagenen Gliedern ins Krankenhaus gebracht werden Auch oon einer 8 Meter hoben Felsklippe stürzte er ab und brach beide Beine. Als Soldat stand er dicht hinter einem Geschütz, das einen Rohrkrepierer hatte: er verlor dabei ein Auge und einen Arm. Daraufhin rouröe er bei einem Bergrutsch unter beträchtlichen Abmassen begraben — unb gerettet. Er stürzte auch einmal von einem durchgehenben Pferde, das ihn EschlcM-, bis er an einem fc0-' mrabhaun hangen blieb, ein anderes Mal erhielt er wieder von einem Pferde einen Huftritt, Dor ihm drei Rippen zerschmetterte. Trotz seiner bösen Erfahrungen bestieg er einen Bobsleigh, wurde umgefahren und erlitt einen schweren Schädelbruch. 3m richtigsten Lebensjahre überstand er eine Lungenen^undung und machte zuletzt sogar noch em Automobilunglück mit, bei dem er ernstlich verletzt wurde. Etwas viel, muß man schon sagen, für ein einziges Menschenleben. Weibliche Gangsters. (z) Hollywood. Unter den männlichen Filmsternen herrscht Panik. Das sog. starke Geschlecht hat Furcht vor dem offenbar irrtümlich als „schwach" bezeichneten: den prauen. Die männlichen Filmsterne streiken, schaffen alle weiblichen Hausangestellten ab und sie trauen fid) auch sonst keiner Frau in die Nähe. -0s.es e Angst hat ihren Grunb in dem weiblichen „ßreibeutertum", in der Iagb nach bem Manne, bje bie schönen Hollywoobs erbarmungslos veranstalten. Allerbings muß man bei biejer „Iagb ""ch dem Manne" mehr bie Geldseite in Betracht l'e stellt in Wahrheit eine Iagb nach dar, bie von den Männern wegen 7 n 2S E Heiratsversprechens" gezahlt werben /^versprechen ja meistens nicht in aller hi/ ra/t1? Ct11 ^gegeben zu werden pflegen, so ist c Gefahr für die Herren ber Schöpfung groß unb VrÄ-ch *t' daß manche sich lieber mit ber sog. s'?/°ut Derftanbigen, als sich vor den Richter h?.efpeyu tasten. Und wegen biefer Scheu hat sich ®annnff?rbaUe'V- Männer Magen, ein wahres Qn8&erc um entwickelt, Gangster« ber Liebe bie ,leUen. f“ «P»Ä 3ur flta Ä' 9Lnau„ ®le 05 sicher ihre männ- Kollegen getan haben und noch tun Daher * ®Ä'n be5 l'°rken Geschlechts, der ehr A ' ÜLc.nn "Zarte" Frauen sich so vielver« entwickelt haben. Immerhin bleibt der Erdacht nicht aus - ba es sich um das Lanb ftarbtUSnSP/en ^Zlichkeiten unb um eine $Um, |taöt handelt — daß auch das Ungeahnteste mitunter nur Reklame ist. ueayniene mit- Schlangenjagd im Zentrum Londons. (ust) Lonbon. Daß es Seeschlangen gibt, bie nicht existieren, weiß jedermann. Nicht aber, daß es „Asphaltschlangen" gibt, bie wirklich existieren. Und nicht etwa in kleinen düsteren Gassen, sonbern im Mittelpunkt von Lonbon: in einer ber geschäftigsten Straßen der Stadt. Kein Wunder daher, daß große Aufregung herrschte, als kürzlich in St. Martin Lane eine fün: ouß lange Schlange auf dem Bürgersteig entlang rrodj grauen, die seit Evas Zeiten, wohl infolge ber schlechten Erfahrungen ihrer Stamm-Mutter, gern jeben Umgang mit Schlangen meiben, fingen beim Anblick bes Reptils furchtbar an zu schreien. Daraufhin versammelte sich eine große Menschenmenge, die in respektvoller Entfernung von dem Untier stehen blieb und somit den Verkehr zum Stocken brachte. Bald war die in ber Nähe gelegene Polizeistation von Bowstreet alarmiert, die allen Ausländern als Anrnelbestelle bekannt ist unb daher besonders geeignet erschien, sich mit dem fremden Gewürm zu befassen. Drei Polizisten wandten an Ort und Stelle, ba sie nicht in bie indischen Fakir- geheimnisse der Schlangenbeschwörung eingeweiht waren, bas einfachere Mittel ber Betäubung burch Gummiknüppel an. Ein hingezoqener Sachverständiger bes Zoologischen Gartens stellte fest, daß die „Ausländerin" wahrscheinlich als blinder Passauer m einer Fruchtkiste aus fernen Landen nach bem Fruchtmarkt von Covent Garden gereift war. ■Oas Abenteuer dieser übrigens roeber bissigen noch gittiaen Schlange, bie, ohne ihrer Anmeibepflicht als Fremde zu genügen, London besichtigen wollte, bat glücklicherweise feine schlimmeren Folgen ge- babt- öie hat inzwischen Asyl im Londoner Zoolo- gischen Garten gefunden. Anita will ein Filmstar werden. w.. o . v. Antwerpen. 2111110 ßuf mar em zwanzigjähriges Mädchen aus Ta mn m Estland, bas es sich in ben Kopf gesetzt batte Filmstar zu werben. Da sie zwar leiblich hübsch war, auch em wenig fingen unb tanzen tonnte, im übrigen aber nicht bie geringste Weltkenntnis besaß, so fing sie bieses Unternehmen auf eine wahrhaft abenteuerliche Weise an. Immerhin wußte sie soviel, baß sie ihr Ziel nicht in Estlcmb erreichen konnte, unb beschloß noch Berlin ober Jaris zu fahren. Sie packte heimlich ein paar Klei- •ber in ihr Köfferchen, klaute sich aus Mutters ^peifefammer eine lange Wurst und begab sich an ben Hafen von Talinn, um sich nach einem Schiff umzusehen Es tagen ba mehrere Schiffe am Quai unb Anita suchte sich natürlich bas hübscheste aus' ^?^VSrf2br' ^e ganz zu fragen. Nachts N'ich sie sich an Borb unb verstaute sich unb ihr Köfferchen im Laberaum. Sie dachte, in ein paar Tagen werden mir so irgendwo anhalfen, unb dann rann man weiterfehen. In ber fünften Nacht — vlnita mar schon ganz steif von dem unbequemen ?"^nthalt, sonst aber noch bei guter Laune — sah bas Mäbchen, wie sich IHr aus bem Dunkel des ntnumes zwei Gestalten näherten. Anita mar ein beherztes Mädchen, wie ja schon der Mut beroeift, mit dem sie die Fahrt ins Blaue unternommen hatte. Sie schrie: „Wer da?", und als keine Antwort erfolgte, sprang sie auf die Beine, ergriff bie Koh- lenschaufel, bie sie für alle Fälle neben sich liegen hatte, und versetzte ben Eindringlingen damit eines auf den Kops. Dies gab einen ziemlichen Krach, ber I'ch noch steigerte, als die beiben Männer zu brüt» len anfingen. Das ganze Schiff kam in Aufruhr, man öffnete den Laderaum unb fand die Bescherung vor. Eine hochnotpeinliche Untersuchung folgte, als Deren Ergebnis ber Kapitän bem fapferen Mäbchen bie Hand schüttelte und ihr für ben Rest ber Fahrt eine Luxuskabine anweisen ließ. Anita hatte zwei Schurken zur Strecke gebracht, bie bas Schiff heim- lieh ausräubern wollten. Was nun weiter aus zlnita geworden ist, nachbern sie in Antwerpen das schiff verlassen hatte, ob sie ihr Ziel erreicht hat und in einer ber großen Filmzentralen gelanbet ist, hat die Öffentlichkeit noch nicht erfahren. Vielleicht wirb man ihr eines Tages auf ber Leinewand roieberhegegnen Den Stoff zu einem spannenden F'lm bringt sie jedenfalls mit. Um eine Wanduhr... (a) Amsterdam. Gin lehrreiches Beispiel für die verheerenden Fol» gen der Prozessiersucht um jeden Preis erzählt man sich 'N Amsterdam: In einem bescheidenen Dörfchen zwischen Maas und Waal hing seit Generationen in Der guten Stube eines Bauern eine alte Wanduhr, ©me sogenannte friesische Uhr mit dem Schmuck weler hübscher handgeschnitzter Figuren und Segel- schiffe. Die gute, alte Uhr tat getreulich ihren Dienst, und die Stube, in ber sie schlug, war ohne sie gar VE mehr denkbar. Eines Tages aber im Jahre 1925 blieb sie stehen. Fast ein Jahrhundert lang hatte fie bem patriarchalischen bäuerlichen Leben die Stunden angezeigt — unb nun mit einem Male war es aus. Der Bauer jeboch, an ihr Ticken und schlagen gewohnt, erinnerte sich ber Tatsache, daß es Uhrmacher gibt. Er brachte also bas liebgewor- öene Familiengut zu einem Vertreter bieses Hanb- Werks in bie nächste Stabt. Und der Uhrmacher versprach, das Instrument wieder zum Leben zu erwecken. — 0 Mvuate verstrichen, aber der Uhrmacher ließ nichts von sich hären. Als ber Bauer sich gerabe aufmachen wollte, um in ber Stabt nach seiner Uhr zu fragen, kam eine katastrophale Uederschwem- mung über bas Land zwischen Maas unb Waal. Als sie uberftanben mar, hatte der Bauer, besten Haus mahrenb zrnei Wochen nur noch mit dem Dach aus ber Flut hervorgeschaut hatte, an anbercs zu benfen als an bie Uhr. Unb io kam es, bak er ferne Uhr erst ein ganzes Jahr nach ihrer Hingabe an ben Uhrmacher zurückbekam. $ier nun fängt bie Geschichte richtig an: Der behauptete plötzlich, es sei nicht seine frie- fqdje Uhr. Eine ähnliche, ja, aber nicht biefelbe, bie er zur Reparatur gegeben habe. Seine Segelschiffe seien anbers geformt gewesen. Der Uhrmacher be- ftntt bas, der Bauer blieb hartnäckig und lief zum KaDt — obwohl es auch im Hollänbischen ein Sprich- , wort gibt: „Wer klagt um eine Kuh, gebt lieber 1 nod) eine dazu!" Das Gericht in Arnhem legte ein et» i. Z?nfls’ u?Alende '^ten sich ' denn die e' irgend. in ool. >° sonst etonte der r'chiedenen J1 hollän. de in der .außerdem irektor der ®v fort wartenden nb Groß. ilung gab 'e geschöst. Besonders 5 Staats« Hobe, die hinsichtlich l>rf hinein ortsüblich astsonteile e Bezirks« kauft wer- genossen. Bauer, der seine Eier beurteilen gemäß bei sprechend b Groß- aff nicht ich großen siirtschasts- iftändigkeit sammlung beseitigt. hinsichtlich ichtlich des Genossen- endgültig den Fäh- e Bezirks- ie Antwort f die Koh- sich liegen amit eines Krach, der r zu brüh i Aufruhr, Vescherung folgte, als a Mädchen der Fahrt hatte Zwei Schiff heim' oeiter aus serpen das rreicht hat lelandetist' i. Vielleicht Leinewand spannenden b«l ?»9i J* fe1’ TM« J" Mrie "--halb : *« ®iet. -Li. üb«. & bet erdam. enden Fol' n Dörfchen Nationen m Wanduhr- bt uni &t«• ,ren W; ne f« 1? ’im3* , geben«‘ nein ®gli. Ikfen u" .flache, dav IW* Wit* geben 3U nA,r ließ 9*? tfS rÄ < er *w6i Der '.te rS < ■L gprw un- sie gilt es zu schützen. Den Staren schaffe man RAMSES nachmittags 3 Uhr, auf dem Rathaus in Lützellinden auf die Dauer von neun Jahren, beginnend am Wenn viele Kinder sich am Maikäferfang betei- ligen, wird im allgemeinen das Aufsammeln vom Boden am praktischsten sein und am schnellsten gehen. Bei sehr starken Maikäferschwärmen, na« mentlich aber auch bei Unkraut und Gestrüpp unter den Fangbäumen, dürfte die Verwendung von 25 bis 30 Quadratmeter großen Fangtüchern vorteil« haft sein. Die Fangtücher müssen aus glattem Stoff hergestellt sein, da sich sonst die Maikäfer in Einen großen Anreiz erfährt die Sammeltätigkeit durch das Aus setzen von Fangprämien je Liter Maikäfer. Die gesammelten und getöte« ten Maikäfer eignen sich als Dünger und als Schweinefutter. Die Feinde von Maikäfer und Engerling sind Stare und Saatkrähe, Dachs, Igel und Maulwurf; Der Jagdbezirk umfaßt 788 ha Feld und 115 ha Wald. Die Jagd hat einen guten Rehwild-, Hafen«, Hühner- und Fafanenbeftand. Nächste Bahnstationen: Gießen, Dutenhofen und Großen-Linden. Außerdem besteht Postautoverbin« düng mit der Stadt Gießen. Nähere Auskunft erteilt der unterzeichnete Jagd- oorsteher. Lützellinden (Kreis Wetzlar), den 19. April 1934. Der Jagdvorsteher: Norsch. 1. April 1934, öffentlich meistbietend verpachtet werden. 2406V 1OOOO Mann aus Hessen -Nassau fahren in Llrlaub. erschien er in der Sprechstunde der Aerztin einer Nervenklimk. Vorsorglich ging er als Letzter in das Ordinationszimmer, da er ja wußte, daß feine Konsultation verdammt lange dauern würde. Er hatte den Entschluß gefaßt, sein Drama dieser Ner« venarztin vorzulesen, wobei er eben auf gütige Nachsicht gegenüber einem Nervenkranken hoffte. freundlich grüßend betrat er das Ordinationszimmer. „Was führt Sie hierher?" fragte die Ahnungslose. „Ja, das ist eine lange Geschichte! Eine sehr lange und umständliche Geschichte!" Und im nächsten Augenblick hatte er sich einen Stuhl herangezogen, aus einer Aktenmappe ein dickes Bündel Manuskripte hervorgezogen und begann nun ohne ein Wort der Erklärung sein Drama vorzulesen. Nun ist ja so eine Ncrvenärztin aus ihrer Praxis mancherlei gewöhnt. Geduldig hörte sie zu, wobei sie nur aufmerksam das Mienenspiel des Mannes beobachtete, der da mit verteilten Rollen, mit lebhaften Gestikulationen und dramatischem Stimmaufwand sein Opus vortrug. Als die Sache aber gar kein Ende nehmen wollte, wagte die Aerztin einen schüchternen Blick auf ihre Armbanduhr. Da traf sie wie ein Blitzstrahl ein wild-wütender Blick des „Dichters". Mit einem Wutgeschrei sprang > er von seinem Stuhl auf, nahm die dicke Manuskript« mappe und schlug sie der verdutzten Ärztin ein paar« mal um die Ohren. Mit vieler Mühe rettete sich die Ueberfallene bis zur Tür, die sie gerade noch öffnen konnte, um laut um Hilfe zu rufen. Alles weitere wickelte sich mit der Präzision einer gewohnten und oft geübten und darum zur Selbstverständlichkeit gewordenen Handlung ab: Einige Wärter überwältigten den Tobenden und steckten den Dichter in eine Zelle der Nervenklinik. Das Amt „Reisen, Wandern und Urlaub" in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" schickt während der Monate Mai und Juni acht Urlauberzüge in die Berge und an die See. Jeder Volksgenosse soll die Schönheit seines Vaterlandes kennenlernen. Jedem soll die Möglichkeit geboten werden, sich zu erholen und seine Nerven zu stärken zu neuer Leistung. Wenn das Wandern seither ein Vorrecht der Besitzenden war, so will die Organisation „Kraft durch Freude" diesen Vorteil jedem schaffenden Menschen ermöglichen, damit er auch Kraft durch Freude am Leben in vollen Zügen erhält. Gerade diese Volksgenossen, die bisher niemals die Möglichkeit hatten, einen Urlaub außerhalb ihrer engeren Heimat zu verbringen, sollen in die Weite fahren. Durch eine bewunderungswürdige Zusammenarbeit zwischen der Reichseisenbahngesellschaft, den Schiffahrtsgesellschaften, dem Gastwirts« gewerbe, Wirtschaftsführern und allen Gliederungen der Partei und der Deutschen Arbeitsfront wird dieses große Werk gelingen. Unsere erste Fahrt ins Erzgebirge hat uns bereits bewiesen, welche Freude und welche Annehmlichkeiten hier den schaffenden Volksgenossen mit dieser Fahrt beschert wurden. Deshalb wird ab 6. Mai wöchentlich ein Zug mit 1000 bis 1200 Urlaubern in die übrigen deutschen Lande fahren. 1. Zug fährt nach Hamburg mit anschließender Seefahrt. Abfahrt 6. Mai, Rückkehr 13. Mai 1934. Kosten etwa 45 Mark. Die Fahrt ist so gedacht, daß die Teilnehmer am Montagvormittag in Homburg ankommen, dann eine Hafenbesichtigung vornehmen und am Nachmittag das Schiff „Monte CIGARETTE ohne Mundstück, dick rund dickbäuchiges Aktenstück an, und Zeugenvernehmungen ließen es beträchtlich anwachsen. Es kommt also zur ersten Verhandlung — in der der Uhrmacher verurteilt wird. Aber auch der läßt n m un&. geht an die nächste Instanz. Hier Esteht em zweites, noch dickleibigeres Aktenbündel, sachverständige werden herbeigezogen — und die neue Verhandlung steigt. Sie endet mit der Verurteilung des Bauern. Um die Sache kurz zu machen: dieser nunmehr seit 1927 laufende Prozeß um die Wanduhr hat beide, Uhrmacher und Bauer, an ojn Bettelstab gebracht. Der Uhrmacher hat sein Geschäft aufgeben müssen, dem Bauern ist kürzlich sein kleiner Besitz mit allem lebenden und toten Inventar — darunter auch die Uhr — versteigert worden. Sie hat ihm zum letzten Male in der Maikäfer-Bekämpfung 1934 Richtlinien der Hauptstelle für Pflanzenschutz, Harleshausen. Von Or. Meyer-Hermann. Man teile die Schulkinder in Fangkolonnen ein, niste sie mit kleineren Eimern, Konservendosen und bergt aus und gebe ihnen mehrere geeignete und zu- r erlässige erwachsene Personen mit, die die Aufsicht 'ühren, das Abschütteln der Maikäfer von den Bäumen mit Hilfe langer Stangen und das Ausschütten t-er Schädlinge in große Holzfässer, wie Herings- hffer, Kalkstickstofftrommeln und bergt besorgen. 2»ie Maikäfer kann man in den Fässern durch eine 1™o. H.-Obstbaumkarbolineumlösung abtöten. Die Sammelbehälter müssen durch einen Deckel fest ver- ftzließbar sein. Jede Kolonne muß mit mehreren, möglichst trocke- r=n und leichten, verschieden langen Stangen von 4 6, 8 und 10 Meter Länge ausgerüstet fein, die zum Abschlagen, bzw. Abschütteln der Maikäfer bienen. Sehr zweckmäßig ist, bie Stangen an ber kpitze mit stabilen, eisernen Haken zu versehen, . , , „ ,,,, mit denen man die Aeste abschüttelt. Das Mitführen reichlich Nistgelegenheiten durch Anbringen von euer etwa 6 Meter langen Leiter ist für die Errei- Nistkästen. tyung hoher Bäume notwendig. 1 - 1 ■■ WALDWEBEN Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes In Bildern 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, dazu ein lebendiger und aufschlußreicher Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff Der Wald ist der Gesundbrunnen unseres Volkes, ist die Stätte, wo jedermann nach des Alltags Mühen und Sorgen Ruhe und Erholung findet. Seine große Lunge spendet dem erschlafften Körper neue Kraft und Frische. Sein geheimes Weben und sein stiller Zauber erheben die Seele zu Reinheit, Schönheit und Lebensfreude. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf die Gaben des Waldes, die sich dem Naturfreund in einer unvergleichlich vielgestaltigen Lebensgemeinschaft bieten. Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung von Bäumen, ein Stück Landschaft schlechthin. Er ist die Einheit eines mannigfaltigen Lebens und Webens. Jedes der ungezählten Wesen, vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvöglein, von der ragenden Tanne bis zum taufrischen Pfeifengras, bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem Schauen und Lauschen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Sinn viel Freude bereiten wird und deshalb vor allem in der Bibliothek eines jeden Naturfreundes nicht fehlen darf. Trotz hervorragender Ausstattung auf holzfreiem Papier in künstlerischem Ganzleinenb., Gr.: 20 x 26 cm, nur RM.4.80. Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Bebilderte Werbeblätter kostenlos. Hugo BermühlerVerlag Berlin-Lichterfelde Olivia" besteigen. Während der Dauer der Schiffs- fahrt, bis Samstag ober Sonntag früh, ist volle Verpflegung in ben Preis eingeschlossen, wqhrend jedoch Getränke, Rauchwaren usw. aus dem Taschen- gelb bestritten werden müssen. Der Anmeldetermin durch die Kreisleitungen bei dem Gaureferat Frankfurt a.M., ist allerspätestens am Dienstag, 24. April 1934. Später eingehende Meldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. 2. Zug fährt nach Wildungen-Waldeck, 12. bis 20. Mai 1934. Fahrtkosten etwa bis 25 Mk. Letzter Anmeldetermin 30. April 1934. 3. Zug fährt in die Bayerische Pfalz, 18. bis 27. Mai 1934. Fahrtkosten etwa bis 24 Mk. Letzter Anmeldetermin 7. Mai 1934. 4. Zug fährt über Friedrichshafen in das Allgäu, 26. Mai bis 3. Juni 1934. Fahrtkosten etwa bis 30 Mark. Letzter Anmeldetermin 15. Mai | 1934. 5. Zug fährt nach der Schwäbischen Alb, 2. Juni bis 10. Juni 1934. Fahrtkosten etwa bis 25 Mark. Letzter Anmeldetermin 21. Mai 1934. 6. Zug fährt nach Thüringen, 9. bis 17. Juni 1934. Fahrtkosten etwa bis 25 Mark. Letzter An« meldetermin 28. Mai 1934. 7. Zug fährt nach dem Harz, 16. bis 24. Juni 1934. Fahrtkosten etwa bis 25 Mark. Letzter An« meldetermin 4. Juni 1934. 8. Zug fährt nach der pommerfchen See- küste, 23. Juni bis 1. Juli 1934. Letzter Anmeldetermin 11. Juni 1934. Fahrtkosten etwa 30 bis I 35 Mark. Die Anmeldungen für die Teilnahme an diesen I Zügen sind an die jeweiligen Ortswarte bzw. Kreiswarte der NSG. „Kraft durch Freude" bei den Geschäftsstellen der NSBO. vorzunehmen. Der Maikäfer, wie auch seine Larve, der Engerling, sind unersättliche Fresser und richten in Garten, Feld und Wald sehr großen Schaden an. Der Engerling, der während seiner vierjährigen Entwicklung unsere landwirtschaftlichen Kulturpflanzen aufs Schwerste schädigt, ist wegen seiner unterirdischen Lebensweise nur schlecht zu bekämpfen. Absammeln hinter dem Pfluge, Eintreiben von Hühnern und Schweinen, öftere Bearbeitung des Ackers und Ausstreuen von Kalkstickstoff oder Hede« richkainit, sowie Schutz der Stare und Krähen sind die Maßnahmen der Engerlingbekämpfung. Um so wichtiger ist es, die infolge ihres Entwick« lungsganges alle vier Jahre besonders stark auftretenden Maikäfer rechtzeitig durch Abfangen zu bekämpfen und sie an der Eiablage zu hindern. 19 3 4 i st e i n solches Maikäferflug, fahr! Wenn man bedenkt, daß ein Maikäfer« aveibchen 60 bis 80 Engerlinge erzeugt, anderseits 1933 Felder mit einem Engerlingbesatz von 90 Stück je Quadratmeter^ gefunden wurden, so kann man sich das Ausmaß Der zu erwartenden Maikäfer- und Engerlingplage vorstellen. Wo es gilt, große Schäden für Land- unb Forstwirtschaft abzuwehren, erscheint es Pflicht eines {eben, ber bazu in ber Lage ist, sich an diesem Abwehrkampf zu betet- ligen. Unschätzbare Dienste beim Fangen ber Maikäfer rönnen vor allem bie Schulkinder leisten. Beim Auftreten großer Maikäferschwärme empfiehlt es ich daher, die Schulkinder von wenigstens 10 Iah- ren bei dem Maikäferfang hinzuzuziehen. Der Maikäferfang ist am aussichtsreichsten in den Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht frühen Morgenstunden non 4 Uhr ab wenn die ""«Ti?'" Meldung der m § II Ab, 2 des Käfer oon der nächtlichen Kälte noch halberstarrt an Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile, den Blättern hängen. Sobald es warm wird, wer« Gießen, den 13. April 1934. 240ID ben auch bie Maikäfer lebhaft und lassen sich nur Hessisches Amtsgericht. schlecht fangen. Trübe und kühle Tage eignen sich ------------------- am besten zum Fangen. Um die Maikäferweibchen IkrtAh'Tt Pf fort /litt von der Eiablage abzuhalten, die meist schon acht ^UU/IUliy« Tage nach dem ersten Maikäferflug beginnt, muß Die Jagdnutzung auf den 3um gemeinschaftlichen die Bekämpfung sofort nach Erscheinen des meist Jagdbezirk der Gemeinde Lützellinden gehörigen schlagartig einsetzenden Maikäferfluges vorge- Grundstücken soll am Samstag, dem 5. Mai 1934, nommen werden. Je besser alles zum Maikäfer« fang organisiert und vorbereitet ist, um so größer ist der Erfolg. Bekanntmachung. Dienslstunden bei den städtischen Dienststellen. Mit Wirkung vom Montag, dem 23. April 1934, ab sind die Dienststunden für die städtischen Aernter bis auf weiteres von 7 bis 15 Uhr, Samstags von 7 bis 12 Uhr, bei der Stadtkasfe von 8 bis 13 Uhr festgesetzt worden. Die Sprechstunden bei den Dienst« stellen sind von 8 bis 12 Uhr. 2421C I. D.: gez.: Bartholomäus. glücklichsten Stunde seines Lebens geschlagen. Trauriges Schicksal eines verhinderten Dramatikers. . _ . (sy) Budapest. Er war eigentlich immer em armer Teufel, der Held dieser Geschichte, die sich kürzlich in Budapest zutrug. Er war Diener bei einem Dramaturgen. Offenbar durch den Anblick zahlloser Mauskripte, die auf dem Schreibtisch seines Herrn lagen, fühlte er llch aufgefordert, auch einmal sein Glück zu versuchen und ein Drama zu schreiben. Und so schrieb er em Drama. Nun ist es bekanntlich wesentlich leich- €*n $rama ZU schreiben, als es unterzubringen, tmfer „Dichter" fand aber nicht einmal eine Men« fchenseele, der er fein Meisterwerk hätte vorlesen können. Von Woche zu Woche wuchs fein Grimm über bie Verstänbnislosigkeit ferner Mitmenschen einem Kunstwerk gegenüber. In seiner Verzweiflung verfiel er auf einen merkwürdigen Ausweg- Er beschloß, den Nervenkranken zu mimen. Eines Tages Spenden für die NSA. ß„. e. 4 / 34. werden eingezahli auf Konto Nr. 4513 Beschluß. bei der Bezirkssparkaffe Gießen. lieber den landwirtschaftlichen Betrieb des Land- __| wirts Ludwig Decker Siebenter und feiner Ehefrau Anna, geb. Loth, beide in Trohe, wird das Ent- schuldungsverfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldoerhältnisse vom dem Stoff verfangen und nicht in bie Eimer abge- 1. Juni 1933 heute um 4 Uhr nachmittags eröffnet, schüttelt, fonbern abgelesen werben müssen. Glatter Die Landesbauernkasse Rhein-lUain-Neckar e. G. Nessel, Seinen ober Zeltbahnen erscheinen geeignet, m. b. h. in Frankfurt a. 21L, Dackenheimer Land- Wenn man die Fangtücher mit einem Schlitz ver« ffraße 25, wird zur Entschuldungsstelle ernannt, sieht, der zu- und aufknüpfbar ist, kann man sie Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre An- direkt um den Stamm legen, wodurch günstigere spräche bis zum 15. 7Nai 1934 bei dem unterzeich- Fangergebnisse erzielt werden. neten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Aus aller Welt. Die Frankfurter Oper gastiert in Holland. Eine Holland-Tournee des unter Leitung des Generalintendanten Hans Meißner stehenden Frankfurter Opernensembles wurde im gutgefüllten Amsterdamer Stadttheater mit der Aufführung der Wagnerschen Oper „ R i e n z i " erfolgreich, eingeleitet. Das Publikum, unter dem man Vertreter der Amsterdamer Behörden, den Frankfurter Oberbürgermeister Dr. Krebs, den deutschen Generalkonsul Dr. von Hahn sowie namhafte Mitglieder der deutschen Kolonie bemerkte, spendete reichen Beifall, der insbesondere den Hauptdarstellern Paul Helm (Rienzi), Elsa K m e n t (Irene) und Magda Spiegel (Adriano) sowie dem Dirigenten Zwih- l e r galt. Am Schluß wurde den Künstlern ein Kranz mit einer holländischen Schleife und ein Blumenstrauß in den deutschen Farben überreicht. Das deutsche Orchester zeigte sich hierfür dadurch erkenntlich, daß es im Hinblick auf den Geburtstag des Prinzgemahls Heinrich die holländische Nationalhymne spielte, die von den Anwesenden stehend gesungen wurde. — Auch die Presse äußert sich anerkennend über das Frankfurter Gastspiel. Friedrich kayhler Ehrenmitglied der Vühnengenossenschaft. Der Präsident der Genossenschaft der deutschen Bühnen-Angehörigen hat Friedrich K a y ß l e r in Würdigung seiner Verdienste um die deutsche Theaterkunst anläßlich seines 60. Geburtstages zum Ehrenmitglied der Bühnengenossenschaft ernannt. Die Gewinner des Preises der Internationalen Liga der Flieger. Die Gewinner des Internationalen har- mon-Preises der Internationalen Liga der Flieger sind nach der Klassifizierung der besten Piloten der Welt für das Jahr 1933: für Flugzeugführer Willy P o st, für Luftschiffführer Dr. Hugo Eckener, für Höhenflieger T. G. W. ©eitle, für Fliegerinnen Maria h i l s z. Unter den Gewinnern des Nationalen Preises der Internationalen Liga für Flieger für das Jahr 1933 befinden sich für Deutschland der Flieger G e r st e n k o r n, für Luftschifführer E. A. Lehmann, für Höhenflieger Robert Peterhow, als beste Fliegerin Elli Beinhorn; für die Vereinigten Staaten als bester Flieger Willy P o st, als bester Luftschifführer C. E. Rosendahl, als bester Höhenflugpilot T. G. W. S e 11 l e, als beste Fliegerin Anna M o r - row-Lindbergh. Freilegungsarbeiten auf der Ruine Rheinfek. Auf der Ruine Rheinfels bei St. Goar am Rhein werden zur Zeit die unterirdischen Gänge und Gewölbe freigelegt. An der Nordseite der Ruine wurde bereits ein größerer Keller freigelegt. Die Mörder des SA.-Slurmführers hambückers fesigestelll. Nach Mitteilung der Justizpressestelle Aachen ist es nach umfangreichen Ermittlungen gelungen, die Mörder des SA.-Sturmführers hambückers festzustellen. Es find die beiden Bergleute Jakob Engel und Johann I ü h n aus Uebach. Sie sind des Mordes verdächtigt und haben sich der Strafverfolgung durch die Flucht entzogen. — Sturmführer hambückers, der im 47. Lebensjahr stand und Vater von fünf Kindern war, ist in der Nacht zum 20. Juni 1932, als er sich mit einem Trupp SA.-Männern auf dem Heimweg befand, den Kugeln der kommunistischen Heckenschützen zum Opfer gefallen. Drei Arbeiter von Erbmassen verschüttet. Auf der Baustelle der Fernverkehrsstraße Bentheim—Schüttorf (Hannover) ereignete sich ein U n - glück. Die für diesen Straßenbau erforderlichen Erdmassen werden von einem etwa 12 Meter hohen Abraumhügel an der Schüttorfer Straße abgetragen. Etwa 10 Arbeiter waren mit dem Aufladen auf Feldbahnwagen beschäftigt, als plötzlich die Erdmassen von oben nachrutschten und drei Arbeiter unter sich begruben, während die übrigen sich in Sicherheit bringen konnten. Ein Arbeiter konnte nur noch als Leiche geborgen werden, während die beiden anderen mit schweren Verletzungen in das Krankenhaus gebracht werden mußten. Todesurteil gegen einen berüchtigten Räuber. Das Schwurgericht Stuttgart verurteilte den 25jährigen Hilfsarbeiter Jakob F ü ch s l aus Lan- dorf in Niederbayern wegen vollendeten und versuchten Mordes zum Tode, acht Jahren Zuchthaus und dauerndem Ehrverlust. Füchsl war seinerzeit wegen vollendeten Totschlages, begangen an dem Oberlandjäger M a i von Winnenden, und wegen versuchten Totschlages an dem Landjäger S e i - bald zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Das Reichsgericht hob daraufhin das Urteil unter Zurückweisung an die Vorinstanz auf. Der jetzt zum Tode Verurteilte, ein berüchtigter Räuber, hatte im Frühjahr 1933 auf einer nächtlichen Diebesfahrt den Oberlandjäger Mai durch mehrere Revolverschüsse getötet. Blutiges Familiendrama in Hannover. — Drei Menschen mit einer Granathülse erschlagen. Der nervenkranke Tischler E u l l in Hannover erschlug in seiner Wohnung seine Frau und verletzte seine Tochter und seinen Sohn so schwer, daß beide, ein 19jähriges Mädchen und ein sechsjähriger Junge, kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus starben. Der Täter stellte sich dann der Polizei. Der zweite Sohn des Eull entging dem grausigen Schicksal, da er sich zur Zeit der Tat auf seiner Lehrstelle befand. Eull sollte am gleichen Tage einen Erholungsurlaub antreten. Zu der Tat benutzte er eine Granathülse, die er als Kriegsandenken aufbewahrt hatte. Wegen gemeinschaftlichen Mordes zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht in Insterburg verurteilte die Frau Hedwig Radszuhn aus Serteggen im Kreise Goldap und den Besitzersohn Gustav S ch i n - kewitz wegen gemeinschaftlichen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. — Am 12. Januar wurde der Maurer und Gastwirt Otto Radszuhn aus Serteggen erschossen in seinem Schankraum aufgefunden. Die Ermittlungen ergaben, daß Radszuhn von dem Besitzerssohn Schinkewitz mit Einwilligung der Frau Radszuhn durch einen Revolver-schuß getötet wurde. Schinkewitz und die um 18 Jahre jüngere Frau des Radszuhn unterhielten ein Liebesverhältnis. Einem gemeingefährlichen Kurpfuscher das Handwerk gelegt. Das Amtsgericht Neuwied verurteilte den Kurpfuscher Bredel aus Elberfeld wegen fortgesetzten Betrugs im wiederholten Rückfall und wegen Anbietens von Heilmitteln im Umherziehen zu einem Jahr und drei Monaten Zuchthaus und zu 300 Mark Geldstrafe. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre abgesprochen -und ihm für die gleiche Zeit die Ausübung seines Gewerbes als heilkundiger untersagt. Bredel, der bereits sechsmal vorbestraft ist, ist von Beruf Schlosser. Da er sich auf seine „glänzenden Heilerfolge" als „Wunderdoktor" berief, gelang es ihm immer wieder, Leichtgläubigen feine M-ittelchen aufzuschwatzen. Er behauptete u. a. Tuberkulose, Gallensteine und Herzleiden in kürzester Zeit und nur durch Handauflegen heilen zu können. Das Gericht hielt eine Zuchthausstrafe für angebracht, da Bredel als regelrechter Heilschwindler eine Gefahr für die Volksgesundheit darstelle. Fünf Todesopfer bei einem Autounglück in Savoyen. Ein schweres Autounglück ereignete sich in der Nähe von Modane in Savoyen dicht an der französisch-italienischen Grenze. Ein mit fünf Personen besetzter Kraftwagen stürzte in einen 300 Meter tiefen Abgrund. Die Verunglückten konnten bisher nicht geborgen werden. Man vermutet, daß alle fünf Insassen den Tod gefunden haben. Fünf Tote bei einem Lawinenunglück. In Piateda bei Sondrio (Provinzhauptstadt des Vetlin) wurden neun Arbeiter, die sich auf dem Wege zu den in der Nähe von Piateda im Bau befindlichen Kraftanlagen befanden, von einer Lawine verschüttet und ins Tal hinabgeschleudert. Unter großen Anstrengungen konnten nur vier Verschüttete lebend aus dem Schnee geborgen werden. Die fünf übrigen fanden den Tod. Stiergefecht im ersten Stock. In einer Hauptstraße von Madrid kam es zu großen T u m u l t s z e n e n , die ausnahmsweise einmal nicht auf einen politischen Anlaß zurückzuführen waren. Vielmehr war ein K a m p f st i e r beim Transport ausgebrochen und trieb die Straßenpassanten in die Flucht. Schließlich brach er in ein Haus ein. Auch die Treppe gebot ihm keinen halt. Er gelangte bis in den ersten Stock, wo er eine Wohnung völlig demolierte. Inzwischen war das Ueberfallkommando erschienen und einer der Beamten nahm den Kampf mit dem Stier auf. Er blieb auch Sieger, und es erregte das besondere Entzücken des Publikums, daß er seinen Gegner nach allen Regeln der Toreadorkunst zur Strecke brachte. Die begeisterte Menge trug den Polizisten auf den Schultern durch die Straßen. Schweres Erdbeben auf Eelebes? Die russische Erdbebenwarte in Pulkowo registrierte am Sonntag, 22.28 Uhr Greenwich-Zeit, ein Erdbeben, dessen Herd vermutlich in der Gegend der Insel Celebes liegt. Die Bodenverschiebung in Pulkowo erreichte 250 Mikron, was auf ein überaus verheerendes Erdbeben hindeutet. 3n Rußland hat es geschneit. Wie aus Moskau gemeldet wird, hat es am Sonntag in Zsntralrußland geschneit. Besonders stark waren die Schneefälle in Orel. Herrn Louis Faber Ehrenkommandant der Gießener Freiwilligen Feuerwehr zähliges Erscheinen erbeten. 2435D Gießen (Horst-Wessel-Wall 44), den 20. April 1934. 2411 D Ummer5 von Gießen, den 20. April 1934. 2405 D Tüchtige der Stille statt. 2402 D | Vermietungen [ lliiiiiiiiliiiiiilliiillliiill Schöne Schöne, sonnige 4-Ziinnier-Woliog. stimmet mit Zubehör in der Mansarde für « U V L-UlU 111 U LUC IUI VoDnono «« Mietgesuche I vermieten. Schr. Ansr.unt. 2427V an den Gß.Anz. Wohnung Schr.Angeb.mit Preisangabe u. 02101 a.d.G.A. auch für jeden anderen Zweck geeignet, billig zu vermieten. Schr. Anfrag. u. 2422V a.d.G.A. von hiesigem Spezialgeschäft zum 1. Mai gesucht. Schriftliche Angebote unter 02138 an den Gießener Anzeiger. Tüchtiges Mädchen d. melken kann, f. Haus- u. 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Der Verstorbene stand 50 Jahre lang in der Sängerbewegung und hat sich in dieser Zeit große Verdienste erworben.Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Gießen, den 20. April 1934. Sängervereinigung „Liederkranz-Heiterkeit“ 1837. Beerdigung: Montag, den 23. April, nachm. 2.30 Uhr. auf dem Neuen Friedhof. Voll- 25« Weitlinge iNMWIW können demnächst in unser.Betrieb ausgenommen werden.Befähigten Bewerbern wird sorgfältige Ausbildung geboten. Boraussetzung ist Begabung inDeutsch,Rechnen und Zeichnen. — Zuschriften an l2430V Brühl W llniueifltöts-ButWiitferei Gießen, Schulstraße 7/9. Kleine Familie (3 Person.) sucht 3-Mohn. Schr. Ang. unt. 02148 a.d.G.A. Am Mittwoch, dem 18. April, abends 11 Uhr, entschlief sanft unsere liebe Tante Fräulein Lina Müller. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Hermann Leib Die Beerdigung fand auf Wunsch der Entschlafenen in iJnsehrgut.^age schöne, sonnige 3-3«n- WWW m.Küche,aneinz. Dame 0. sehr ruh. Mieter zu verm. Schr. 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Ich jedenfalls möchte nichts mehr mit ihr zu tun haben. Ich wünsche ihr nicht, daß sie einmal mit mir zusammentrifft. Ich würde entweder über sie hinwegsehen, als wäre sie Luft, oder ihr, falls sich Gelegenheit dazu bieten sollte, gründlich die Meinung sagen.". „Was ich dir nicht verdenken könnte", pflichtete ihr Mann bei, und Peter Konstantin gab ihnen recht. Aber tief drinnen in seinem Herzen tat es ein bißchen weh, daß man so verächtlich von einer sprach, die ihm gefallen, wie ihm bisher noch kein Mädchen gefallen hatte. Aber er hätte nichts zur Rechtfertigung der falschen Doralies vorbringen können, und deshalb war es besser, zu schweigen. Er, der die Lüge haßte und verdammte, durfte sich nicht schützend vor eine Lügnerin stellen, und er hing auch so sehr von Otto von Stübnitz ab. Der Berühmte hatte ihn aus mittlerer Anwalts- existenz jäh emporgerissen, ihm einen Platz neben sich angewiesen: den Platz durfte er nicht dadurch erschüttern, daß er für eine eintrat, gegen die Edda *on Stäbnitz Groll hegte. Seine Liebe hätte gern nach der falschen Doralies gesucht; sein Ehrgeiz scheute davor zurück. Die hervorragende, vielbeneidete Stellung an der Seite des großen Verteidigers durfte er nicht in Gefahr bringen — das gab sein Ehrgeiz nicht zu. Es war kurz vor Weihnachten. In einem großen Warenhaus der Leipziger Straße drängten sich die Käufer, aber auch viele Schaulustige befanden sich darunter. Es war so interessant, an den mit Waren aller Art überreich bepackten Tischen Dinge zu bestaunen-, die es hier gab. Regina Graven, die sich nach Wochen zum ersten Male wieder mitten in dns belebte Berlin gewagt, lauschte fast andächtig, als ganz in ihrer Nähe eine Schallplatte abgespielt wurde und es in sanftem Chor aufklang: Stille Nacht, heilige Nacht... Sie war mit leicht geneigtem Kopf stehengeblieben. Ihr war in diesem Augenblick besonders wohl unb zufrieden zumute. Schon weit hinter ihr lag das, was sie so sehr lange gequält. Sie lebte im Hause Jobst Freeses wie eine gut behütete junge Verwandte und hatte längst an Doralies den Pelzmantel zurückgesandt und die dreihundert Mark ebenfalls. Sie hatte Doralies gebeten, sich das zurückgelassene Gepäck von Frau von Stäbnitz nach Mooshausen senden zu lassen. Doralies hatte darauf Reginas Köfferchen geschickt und ihr geantwortet, daß alles gut angekommen, ohne daß ihr Vater etwas davon bemerkt, der gar nicht ahne, wer die falsche Doralies gewesen. Sie schrieb auch: „... Ich durfte mich mit Lutz verloben, und es ist nun alles, alles gut. Frau von Stäbnitz ist allerdings ziemlich beleidigt, weil ich eine Stellvertreterin sandte. Sie will die Sache nicht mit Humor auffassen. Das Gepäck von ihr erhielt ich aber. Zum Glück ist ja Berlin groß, und Du wirst ihr wohl kaum dort begegnen ..." Regina dachte: Nein, das würde sie wohl kaum, lieber die Gefahr hatte sie sich allmählich völlig beruhigt. Nun hatte sie Zeit. Landgerichtsdirektor Freese mar verreist und würde erst am Abend wiederkommen. Er hatte ihr geraten: „Nützen Sie den freien Tag aus, Regina. Vorschlägen möchte ich Ihnen, nach Berlin hineinzufahren und sich den Weihnachtstrubel zu beschauen. Das stimmt fröhlich, und ein bißchen fröhlicher dürften Sie schon werden! Sie war seinem Rat gefolgt. Da es nicht besonders kalt draußen war, hatte sie ihr blaues .Äeid angezogen und darüber ein kurzes Krimmerjäckchen, von dem die Verkäuferin behauptete, es sähe wie Persianer aus. Das Jäckchen mußte den schönen grauen Pelzmantel ersetzen, den sie Doralies zurückgeschickt. Aber ! sie sah wirklich sehr hübsch und elegant darin aus, und manches Männerauge betrachtete interessiert die ganz in den Genuß des Weihnachtsliedes versunken Dastehende. Plötzlich fuhr Regina zusammen. Eine Hand hatte sich auf ihren Arm gelegt, und als sie aufschaute, sah sie in ein lachendes Jungmädchengesicht. „Wie nett, daß wir uns treffen. Ich fjabe Sie nämlich nicht so vergessen, wie Sie scheinbar mich! Kommen Sie, Fräulein Wolfram, wollen zusammen ein bißchen durch Berlin bummeln." Regina war vor Schreck wie erstarrt. Sie vermochte nicht gleich zu antworten. Das frische Mädel lächelte: „Kennen Sie mich etwa immer noch nicht wieder? Frau von Stäbnitz brachte Sie doch einmal mit zu meinen Eltern und lud mich dann zu sieb ein. Wir zwei haben uns beide Male ausgezeichnet und nett unterhalten, und vor allem, ganz offen, ich schwärme geradezu für Sie, weil Sie die Tochter des von mir am meisten verehrten Romanschriftstellers sind." Regina überlegte geängstigt. Was sollte sie tun? Sollte sie erklären: Sie müssen sich irren. Ich kenne weder Sie, noch eine Frau von Stäbnitz! Aber sie brachte es nicht über die Lippen und schwieg noch immer. Die andere lachte vergnügt. ,Zch bin natürlich kein so markantes Menschenkind wie Sie, das man sich leicht merkt; ich bin Dutzendware. Also falls Sie sich nicht mehr an mich erinnern, stelle ich mich vor: Ich bin Irma Hoss, neunzehn Jahre alt, jüngste Tochter von Bankdirektor Hoff. Sie würde ich unter Tausenden heraus- fennen. Sie kann man gar nicht verwechseln!" Regina entschloß sich zur Antwort. Sie wagte es diesem lebhaften Persönchen gegenüber gar nicht, sich zu stellen, als wäre sie eine Fremde. ,Ach kenne Sie natürlich, Fräulein Hoff!" gab sie zurück. „Ich freue mich, Sie zu sehen." Das genügte Irma Hoff vollständig. Regina hatte nun erklären wollen, sie hätte leider keine Zeit mehr, aber dazu ließ sie die Lebhafte gar nicht kommen. Sie zog sie vorwärts. „Bitte, kommen Sie mit. Wir müssen zusammen eine Tasse Kaffee genehmigen und ein bißchen schwatzen. Ich lade Sie ein." Regina war nicht fähig, sich zu wehren. Sie fühlte wohl, das einzig Richtige wäre gewesen, sich unter einem Vorwand so schnell als möglich zu entfernen, aber sie war zu betäubt dazu. Ihr fehlte die Entschlußkraft. Und so saß sie denn bald darauf an einem Tischchen des Erfrischungsraumes und hatte eine Portion Kaffee vor sich und zwei Mohrenköpfe, von deren Schokoladenhaut man nichts sah vor lauter dicker, schneeweißer Schlagsahne. Irma Hoff plauderte lebhaft, merkte gar nicht, wie schweigsam die andere war. Sie berichtete eifrig; was sie alles verschenken wollte am Christabend an Eltern, Geschwister, Verwandte und Freunde. Sie fragte: „Reisen Sie nach Hause, oder bleiben Sie über Weihnachten bei Frau von Stäbnitz?" Regina dachte: Nun mußte sie wieder lügen, aber es ging doch nicht anders. Sie antwortete: „Ich reise morgen früh nach Haufe!" „Wie schade!" entfuhr es Irma Hoss. „Ich hätte Sie gern an einem Weihnachtsfeiertaa eingeladen. Aber jetzt erzählen Sie mir, bitte, von Ihrem Vater. Was hörten Sie von ihm? Geht es ihm gut?" Sie wartete keine Antwort ab, faßte Reginas Rechte. „Bitte, wenn Sie nach Hause kommen, grüßen Sie ihn recht sehr von mir und bestellen Sie ihm, unsere ganze zahlreiche Familie lieft seine Romane mit Begeisterung. Ich aber bin von allen die Begeistertste." Sie sah auf, lies Reginas Hand los und winkte lebhaft nach einer Richtung, rief fröhlich: „Hierher, gnädige Frau! Hierher!" Im nächsten Augenblick schon standen Frau von Stäbnitz und Peter Konstantin am Tisch. Beide grüßten, beide reichten nur Irma Hoff die Hand, aber das siel Irma Hofs nicht auf — auch nicht, daß sich zwei Augenpaare auf Regina Grauens blasses Gesicht richteten. Irma Hoff lachte harmlos: So trifft man sich in der Millionenstadt! Ich schleifte Fräulein Wolfram, die ich unten traf, hier- her. Selbstverständlich haben Sie sich hier zusammen verabredet." Sie schob die Stühle zurecht. „Nicht wahr. Sie setzen sich beide zu uns, und ich darf noch ein Weilchen bleiben?" Zu Reginas Entsetzen nahm Frau von Stäbnitz wirklich Platz und Doktor Konstantin ebenfalls. Frau von Stäbnitz sagte in anscheinend leichtem Ton, aus dem aber Regina Grauen deutlich die Schärfe heraushörte: „Ich hatte keine Ahnung, daß Doralies Wolfram heute auch hier ist, sonst wäre ich nicht gekommen." Irma Hoff nickte verstehend: „Natürlich! Keiner möchte gern, daß der andere weiß, was man einkauft. Vor Weihnachten hat man immer Geheimnisse." Sie überlegte: „Aber bet Ihnen kommt das doch gar nicht so genau darauf an, weil Fräulein Wolfram, wie sie mir erzählte, schon morgen nach Hause fährt." Frau non Stäbnitz warf Regina einen ganz seltsamen Blick zu. „Es braucht sich ja nicht gerade um Weihnachts- geheimnisse zu handeln. Man kann auch sonst Geheimnisse voreinander haben..." Sie brach ab, vollendete erst nach längerer Pause: „Ich meine Geheimnisse beim Einkauf." Irma Hoff nickte: „Na ja! Jedenfalls ist's nett, daß wir uns hier getroffen haben, doppelt nett, weil ich Fräulein Wolfram auf diese Weise noch einmal vor ihrer Abreise gesehen habe. Ich schwärme so sehr für die Romane ihres Vaters." Regina Grauen war zumute, als befände sie sich in schwankendem Kahn auf wildbewegtem Wasser, und die Wogen schlügen uon allen Seiten in den Kahn, so daß sie fürchten mußte, schon im nächsten Augenblick in die Tiefe gerissen zu werden. Sie saß ganz starr da und sann verzweifelt nach, was sie jetzt tun sollte. Aufspringen und fortlaufen? Aber sie brachte es uor Erregung wohl kaum fertig, aufzustehen. Ein so bedrückendes Schweigen entstand, daß es auch bei der nichtsahnenden uergnügten Irma Hoff zu dämmern anfing: Irgend etwas stimmte zwischen den drei Menschen hier am Tisch nicht. Deshalb wollte Doralies Wolfram auch wahrscheinlich abreisen, anstatt einmal das Fest in Berlin zu uer- leben. Natürlich! Da hatte sie ja eine Dummheit begangen, daß sie die beiden herangewinkt hatte: Frau uon Stäbnitz und Doktor Konstantin, den man oft mit ihr zusammen sah und den man deshalb scherzhaft ihren Sohn nannte. Irma Hoff liebte schnelle Entschlüsse. Sie wandte sich an Frau non Stäbnitz: „Ich habe uorhin gleich bezahlt, also bin ich frei und kann mich uerabschieden. Ich bitte um Entschuldigung; aber mir fällt eben eine Verabredung ein, und so muß sch leider sofort aufbrechen." Drei Händedrücke — weg war sie. (Fortsetzung folgt.) Moderne Damen-Kleiderstoffe in Seide, Wolle und Baumwolle Die Qualitätsware in allen Preislagen 24.6 A 6 Bahnhofstraße Ecke Wolkengasse Telefon 3403 2420 A RONIAMTRIEB • Und mit Recht! Denn sie .erhalten: Bergleches Kraftfutterwerk G. m. b. H., Düsseldorf-Hafen Gießen 2431D selbstverständlich alles Indanthren! Telefon 4082. 239oD rO5»/A$ Gießen, Telephon 3039 2419 D kaufen Sie jetzt C. 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Das Regimentsstabsgebäude des Infanterie-Regiments 19 in München wird auf 'Anordnung des Reichswehrministers den Namen „Adolf-Hitler-Kaserne" tragen. Die Inschrift wird über den drei großen Mittelfenstern des Gebäudes angebracht werden. In der Kaserne des 1. Bataillons des Münchener Infanterie-Regiments lag einst der unbekannte Soldat des Weltkriegs, Adolf Hitler, bevor er an die Front ging. Hitler-Geburtstagsfeiern in Gießen Bei der Feier auf dem Schiffenberg. Bon links nach rechts: Edler von Graeve bei seiner Ansprache; in der ersten Reihe Standartenadjutant Sturmbannführer Münker. Brigadeführer Schmidt, Major und Bataillonskommandeur von Wachter, Sturmbannführer Walther, Sturmbannführer S o l d a n. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Im Anschluß an den großen SA.-Aufmarsch am Donnerstagabend, über den wir gestern bereits berichteten, beging die SA. des Standorts Gießen um die Mitternachtsstunde auf dem Schiffen- b e r g eine schlichte, aber eindrucksvolle Feier des Geburtstags des Führers. Die Stürme waren auf dem großen Hof des Schiffenbergs zu einem offenen Viereck aufmarschiert, an dessen südlicher Seite das Feldzeichen der Standarte und die Sturmfahnen aufgestellt waren. An der offenen Seite des Vierecks standen Brigadeführer Schmidt und der Vertreter der Reichswehrgarnison Gießen, Bataillonskommandeur Major von Wachter, mit den Herren des Stabes. Nachdem die Stürme dem Brigadeführer vom Standartenadjutanten Sturmbannführer Münker gemeldet waren, hielt der Gießener Hochschulgruppenführer und politische Schulungsleiter bei der Standarte 116 Edler von Graeve eine Ansprache an die Stürme, in der er einleitend an den Geburtstag des Dritten Reiches am 30. Januar 1933 als den Geburtstag des erwachenden Deutschlands erinnerte. Sodann machte er seinen Zuhörern die größere Bedeutung des Geburtstages unseres Führers Adolf Hitler klar und unterstrich dabei daß besonders die SA. mit größtem Recht diesen Geburtstag festlich begehe. Die SA. überlasse es anderen, sich einzubilden, sie hätten den Verstand gepachtet. Die SA. sei stolz darauf, das Herz des Führers zu besitzen, sie leite daraus aber auch eine Verpflichtung her, die ihr niemand abnehmen könne. Er wies sodann auf das jüngst gesprochene Wort des Stabschefs Röhm hin, der die SA. als die Willensträgerin der deutschen Nation bezeichnete, und forderte eindringlich, den Willen der erwachenden deutschen Nation, der einst vom Führer in die Männer der Braunhemden hineingelegt worden sei, in alle Ewigkeit wachzuhalten für das deutsche Volk. Die SA. wolle, daß das, was in der alten SA. geworden und heute lebendig sei, seinen Ausdruck findet in dem Leben, Kämpfen und Sterben des unbekannten SA.-Mannes, damit es immer bestehen bleibe als Eigentum der kommenden Generation. Wir müssen dafür sorgen daß die verantwortungsbewußte deutsche fugend hart wird und bleibt, um unseren alten SA.-Geist nicht verfälschen zu lassen. Die alten Kämpfer dürfen nicht glauben, daß jeder, der heute das Braunhemd tragt, in Wirklichkeit schon ganzer Natlonalsoziastst ist, wir müssen vielmehr dafür sorgen und darum kämpfen, daß er es wird. Mancher von den deutschen Volksgenossen wird wohl glauben, der Kampf sei zu Ende. Laßt die Mucker und Spießer, die heute nur ein altes Herz bergen, ihren Trott gehen! Eine neue deutsche Jugend, die kommende Generation, erkämpft sich das neue Deutsche Reich! Während nunmehr von mehreren SA.-Kameraden ein großer Haufen Holz und Reisig angezundet wurde, um mit diesem Freudenfeuer den Führer zu grüßen, brachte der Redner dem Obersten SA.-Führer und Volkskanzler Adolf Hitler mit eindrucksvollen Worten der Huldigung die herzlichsten Glückwünsche der Gießener SA. zum Ausdruck und verband damit namens der Gießener SA. die Versicherung unwandelbarer Treue und blinden Gehorsams für den Führer. Bei loderndem Feuer richtete anschließend Brifladekührer Schmidt kurze und markige Worte an die Stürme. Er betonte, daß die Haupteigenschaften des SA.-Mannes unbedingte Treue zum Führer, größte Pflichterfüllung und blinder Gehör- s a m seien. Wie ehemals in der Kampfzeit und den Jahren der Not und Entbehrung die SA. auf diesen Grundlagen immer unwandelbar treu zum Führer gestanden habe, so werde es auch fernerhin der Fall sein. Diese Treue und der unbedingte Gehorsam seien den SA.-Männern umso leichter, weil sie wüßten, daß der Führer nur das Wohl Deutschlands und eine bessere Zukunft unseres Vaterlandes verfolge. Mit der Aufforderung an die SA.-Männer, immer in unverbrüchlicher Treue zum Führer zu stehen, stets zum vollen Einsatz für Deutschland und seinen Führer Adolf Hitler mit Leib und Leben bereit zu sein, schloß der Brigadeführer seine eindrucksvollen Worte, die er in begeistert aufgenommenem dreimaligen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler ausklingen ließ. Mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel- Liedes fand die Feier ihren Abschluß. Hierauf verblieben die SA.-Kameraden noch etwa eine Stunde in kameradschaftlicher Geselligkeit beieinander. Gegen 1 Uhr nachts wurde dann unter Vorantritt der Spielmannszüge und der Musik der Rückmarsch nach Gießen angetreten Nie Feier der Ortsgruppe Noro. Zu einer eindrucksvollen Feierstunde gestaltete sich in der Ortsgruppe Gießen-Nord die Geburtstagsfeier zu Ehren des Führers im Restaurant „Aquarium". Der mit frischem Grün und den Symbolen des Dritten Reiches geschmückte Saal bot ein prächtiges Bild. Zahlreich waren die Parteigenossen mit ihren Angehörigen dem Rufe des Ortsgruppenleiters Thomas gefolgt. Nach einigen vorzüglich zum Vortrag gebrachten Musikstücken der SA.-Reserve-Kapelle eröffnete Ortsgruppenleiter Thomas den Abend und begrüßte die Teilnehmer. Er wies in kurzen Worten auf die Bedeutung des Tages hin. Schulunqsleiter Pg. Dr. Wolke- w i tz hielt sodann den Gedenkvortrag zu des Führers Geburtstag. Der Redner führte u. a. aus, daß, hochgeschätzt und geliebt von allen und wohl auch verstanden von fast der ganzen Welt, der Führer Adolf Hitler heute feinen 45. Geburtstag feiere und mit ihm das ganze deutsche Volk in unverbrüchlicher Treue. Alle jubelten ihm entgegen, um ein Bekenntnis zu ihm abzulegen. Während man die leuchtenden Augen der Hitlerjugend, des Jungvolks und des BDM. sehe und den dröhnenden Schritt der SA.- und SS.-Kolonnen höre, komme man zu der Erkenntnis, daß Hitler der Mann sei, der einem Volke alle 100 Jahre nur einmal beschert werde. Wie ein höheres Wesen erscheine er uns, doch sei und bleibe er unser Hitler, der auf der Höhe seiner Laufbahn immer derselbe geblieben sei; der Mensch unter Menschen, ein Freund unter Kameraden, ein Helfer in Not und Bedrängnis Er sei der geblieben, für den viele ihr Leben gaben in M T «I n - Die Standartenkapelle 116 beim Musizieren inmitten der SA.-Kameraden. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) sicherer Hoffnung auf den Sieg. Aus dem Lebenskreise des Bauerntums seien ihm die Quellen seiner Kraft und feiner Energie erwachsen, die sich auch dem Wunsche seines Vaters entgegenstellten, als es hieß, die Schule zu besuchen, um einmal Veamter zu werden. Er wollte jedoch Baumeister werden. Er wurde Baumeister des Deutschen Reiches. Dann schilderte der Redner in packenden Worten den Lebensweg Adolf Hitlers von feiner Geburt in Braunau bis zum Tage der Machtübernahme. Des Führers Taten im großen Ringen des Weltkrieges, feine Kampf- und Leidensjahre in München, feine Verurteilung und die Verbüßung feiner Festungshaft erstanden in eindringlicher Schärfe vor dem gerftigen Auge der Zuhörer. Weiter betonte der Redner, daß des Führers Leben nichts als Kampf gewesen sei. Ganz besonders habe er gegen das Versailler Schulddiktat gekämpft. In unzähligen Versammlungen habe er gesprochen, in zäher Arbeit habe der große Erzieher dem ganzen Volke zum Bewußtsein gebracht, daß der einzelne nichts sei, wenn er sich nicht als Glied des Ganzen fühlt. Der Führer habe ein Volk geschaffen, das wieder mit Lebenswillen und Kraft in die Schranken des Weltgeschehens treten könne. 14 Jahre politischer Kampf seien endlich vom Sieg gekrönt worden. Alles zu einer geistigen Einheit im Sinne des deutschen Sozialismus und zu einer politischen Einheit des gesamten deutschen Volkstums im großdeutschen Reich zu machen, das seien die Aufgaben und Pflichten der zu neuem Leben erwachten Nation. Immer sollten wir in Treue zu ihm stehen und ihm folgen auf allen feinen Wegen. (Lebhafter anhaltender Beifall?) Zu einem feierlichen Akte gestaltete sich dann die von dem Ortsgruppenleiter vorgenommene Verpflichtung und Vereidigung verschiedener neuer Parteigenossen. Nach dem gemeinschaftlich gesungenen Liede „Ich hab mich ergeben" machte der Ortsgruppenleiter die neuen Parteigenossen mit den Pflichten und Aufgaben bekannt, die ihnen nun durch die Zugehörigkeit zur NSDAP, erwachsen. Nach der Verlesung der Eidesformel und mit dem Gelöbnis unverbrüchlicher Treue und Gefolgfamkeit wurden darauf die Parteigenossen vom Ortsgruppenleiter Thomas durch Handschlag verpflichtet und ihnen dabei die Mitgliedskarten überreicht. Sodann wurde stehend das Horst-Weffel-Lied gesungen. Eine weitere Ehrung galt den alten Kämpfern, den Mitarbeitern der PO. und den Leitern der NSV. Pg. Thomas wies darauf hin, daß die von ihm benannten Volksgenossen unermüdlich gewesen seien, um das zu schaffen, was heute geworden fei. Unsägliche Mühe habe es gekostet, bis das Werk vollbracht wurde. Für diese Mitarbeit Überreichte er dann jedem als äußeres Zeichen der Dankbarkeit ein Geschenk in der Form eines Buches. Der gemeinschaftlich gesungene erste Vers des Deutschlandliedes beschloß den offiziellen Teil der Feier. Im weiteren Verlauf des Abends wurde von Herrn Paul W r e d e, einem Mitglied des Gießener Stadttheaters, wirkungsvoll ein Gedich „Hitler Geburtstag: 20. April 1889" zum Vortrag aebracht. Mufikvorträge und zwanglose Unterhaltung hielten die Teilnehmer der Veranstaltung noch einige Stunden beisammen. Nie Feier der Ortsgruppe Süd. Anläßlich des Geburtstages des Führers veranstaltete die Ortsgruppe Süd in dem vollbesetzten Saal des Katholischen Vereinshauses eine eindrucksvolle Feier. Nach einleitender schneidiger Marschmusik wurde unter den Klängen des Badenweiler Marsches, von der Versammlung gegrüßt, die Ortsgruppenfahne eingebracht. Sodann begrüßte der Ortsgruppenleiter Pg. Schwarz, auf die Bedeutung des Tages hinweisend, die Teilnehmer und ermahnte sie, sich den Glauben des Führers zu eigen zu machen. Im Mittelpunkt des Abends stand eine Ansprache des stellvertretenden Ortsgruppenleiters Pg. Holländer, der in markanten Sätzen den Lebenslauf des Führers zeichnete, beginnend mit der Geburt in Braunau am Inn, dessen Verreichst chung auf die Dauer nicht aufgehalten werden könne. Der Redner ging dann auf die anspruchslose Jugend und Lehrzeit ein, des Führers Verbundenheit mit dem „kleinen Mann", die insbesondere in seiner Rede in den Siemens-Werken zum Apsdruck gekommen sei. Der Vortragende kam da'nn auf die ungeheure Zähigkeit und Tatkraft zu sprechen, die es dem Führer ermöglicht habe, Haß es nun endlich wieder Recht werde in Deutschland und der Welt. Als Geburtstagsgeschenk, so fuhr der Redner fort, wollen wir dem Führer erneut unser Treuebekenntnis entbieten. Nach einem Sieg-Heil des Ortsgruppenleiters auf den Reichskanzler wurde die erste Strophe des Horst-Weffel-Liedes gesungen. Herr Tank erfreute sodann mit einigen Ge- sangsvorträgen, von denen Teile aus Lohengrin, dem Troubadour usw. besonders gefielen und von der hervorragenden gesanglichen Fähigkeit des Vortragenden Zeugnis ablegten. Das Deutschlandlied beendete die noch mit Gedichtvorträgen ausgeschmückte, wohlgelungene Feierstunde. Kunst und Wissenschaft. Der Wettkampf „Junge Dichtung". Ein Aufruf der Neichsjugendführung. Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von S ch i r a ch, ruft die jungen Dichter und Schriftsteller zu einem Wettkampf der geistigen Kräfte auf, der im Rahmen der Führer-Zeitschrift der nationalsozialistischen Jugend „Wille und Macht" (Anschrift: Berlin NW 40, Kronprinzen-Ufer 10) vom 15. April dis 15. Juli ausgeschrieben wird. Der Reichsjugendsührer übernimmt das Protektorat und erwartet, daß die deutsche Jugend der Welt durch diesen Wettkampf beweist, daß sie zwar die Jugend des Volkes der Soldaten, aber auch bie Jugend des Volkes der Dichter und Denker ist. Teilnahmeberechtigt an diesem Wettkampf sind alle Deutschen arischer Abstammung aller Altersstufen bis zum vollendeten 30. Lebensjahr. Zugelassen ist alles noch nicht veröffentlichte Schrifttum mit Ausnahme rein wissenschaftlicher Arbeiten. Der Wettkampf erfolgt in folgenden Gruppen, a) lyrische Dichtung, b) epische Dichtung, c) dramatische Dichtung, d) Novellen und eventuell Ausschnitte aus Romanen. In der Gruppe a) werden nur bis zu zehn, in den Gruppen b), c) und d) nur je ein Manuskript angenommen. Der Teilnehmer darf sich an dem Wettkampf nur in zwei Gruppen beteiligen. Die Teilnahme an dem Wettkampf ist kostenlos. Die Einsendungen müssen auf dem Umschlag den Vermerk tragen: Junge Dichtung, Gruppe a) bzw. b), c), d). Nicht ordnungsmäßig frankierte und bezeichnete Sendungen gehen zurück. Dem Manuskript muß ein kurzer Lebenslauf mit Lichtbild beigefügt fein. Da die Reichsjugendführung Wert darauf legt, festzustellen, welche dichterischen Kräfte in ihrer Jugend und in ihrer Bewegung vorhanden sind, ist anzugeben, ob und wie lange der Einsender in der nationalsozialistischen Bewegung steht. Bei der Beurteilung der Leistung übt die Zugehörigkeit zu einer der nationalsozialistischen Organisationen keinen Einfluß aus. Die Reichsjugendführung behält sich das Recht vor, neben den Werken der Preisträger von ihr als wertvoll anerkannte Manuskripte mit Einverständnis des Verfassers zu veröffentlichen. Die Preisträger werden mit Freikarten für größere Reisen ausgezeichnet. Die Sieger des Wettkampfes werden im Laufe des Dezember bekanntgegeben. Die Rücksendung von Manuskripten kann nicht erfolgen. * Eröffnung der Freilichk-Spiele im „Fürslenlager". Die Freilichtbühne im „Fürstenlager" bei Auerbach wurde mit einer Aufführung des Freiheits- schauspiels „Alle gegen Einen — Einer für Alle" non Forster-Burggraf durch das Hessische Landestheater eröffnet. Unter den Gästen befanden sich u. a. der Hessische Staatsminister Jung mit dem Leiter der Kulturabteilung des Staatsministeriums Ministerialrat R i n g s h a u s e n, der Vertreter des Reichsstatthalters in Hefsen, der Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau, des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda Müller- S ch e l d. Das Spiel, in dem der deutsche Freiheitskampf unter Adolf Hitler symbolisch Ausdruck gefunden hat, fand bereits nach den ersten Szenen starken Beifall. Der Generalintendant des Hessischen Landestheaters, Dr. Rolf P rasch, der das Schauspiel auch in Darmstadt inszeniert hatte und hier zum erstenmal in Deutschland auf die Freilichtbühne braute, wußte der Handlung in der freien Naturszenerie ganz neue starke Wirkungen abzugewinnen. Namentlich die Szene des Kirchgangs und das letzte Bild, das das Stück mit einem großen Frühlings- und Freiheitsfest ausklingen läßt, hinterließen einen unvergeßlichen Eindruck. In den Massenszenen wirkten außer dem gesamten Schauspiel des Hessischen Landestheaters Hunderte von Einheimischen, Landespolizei, SA., SS., HI., Arbeitsdienst usw. mit. Die Hauptdarsteller der Darmstädter Inszenierung Hansgevrg Laubenthal (Wasa), Jochen Hauer (Elfson). Josef Keim (Trolle) und Helmut Hinzelmann (Nils) sicherten sich, dem Dichter und dem Spielleiter, dem Generalintendanten Dr. P r a s ch, aufs neue stärksten Erfolg. * Anläßlich der ersten Ausführung im Freilichttheater „Fürstenlager" wurde folgendes Telegramm an ben Führer abgejanbt: „Mit ber begeistert aufgenommenen ersten Freilichtaufführung „Alle gegen Einen" von Forster im Fürstenlager Auerbach hulbigen Leitung, Darsteller unb Zuschauer ihrem Führer. Ministerialrat Ringshausen. Hess. Landestheater: Dr. Prasch. Oie Filminsel. Von Anielta Elter. Catalina war der hübsche Kosename der jungen Katharina von Aragon, ehe sie nach England fuhr, -um Heinrichs VHI. erste Frau zu werden. Catalina heißt auch ein kleines Felseneiland, unweit der kalifornischen Küste, wahrscheinlich von den Spaniern -so benannt, die es im 16. Jahrhundert entdeckten. Don San Pedro kann man die Insel in kürzester Zeit im Wasserflugzeug erreichen. Man kann auch langsamer in einem komfortablen Schiff hinüber- schaukeln, unterwegs tanzen oder die fliegenden Fische betrachten, die aus dem Wasser hochspringen, wie leuchtende Pfeile durch die Luft schwirren und wieder im Meer versinken. Diele Ausflügler machen diese Fahrt, um in Avalon ein eigens gebautes Boot zu besteigen, durch dessen Glasboden man auf den Grund des Ozeans blicken kann. Für ein paar Dollars sieht man ein wahres Märchenland, leise schwankende Wälder aus Algen und lang, rosige Korallenschlösser, Gärten, in denen Moos uni) bunte Schwämme wachsen. Seltsam geformte, schillernde Fische huschen darüber hin, nur Triton fehlt, der seinen lieblichen Gespielinnen Liebeslieder auf der gewundenen Muschel blies. Der amerikanische Kaugummikönig Thomas Wrigley erwählte Catalina zu seinem Lieblings- ausenthalt. Hoch oben auf Avalon erbaute er sein palastartiges Wochenendhaus. Er ging so mit gutem Beispiel voran und versuchte andere Multimillionäre anzulocken, die sonst den Winter in Palm Beach oder Miami verbringen. Vielleicht hatte ihm Capri vorgeschwebt oder Frankreichs blaue Küste. Er versuchte sogar eine Spielbank zu gründen, aber sein Traum erfüllte sich nicht. Wohl ersteht hier manchmal Monte Carlo Beach oder der Strand von Deauville, aber nur für Filmaufnahmen, zu denen die Hollywooder herüberkommen. Dann belebt sich für eine Weile das St. Catherine-Hotel, Stab und Schauspieler werden einquartiert, Tonwagen ausgeschifft, Kameras und Scheinwerfer angeschleppt. Auf dem Meer tanzen plötzlich bunte Gummitiere, wilde Seepferde und Delphine. Braungebrannte Jünglinge machen ihre Segelboote flott, Motorboote rasen über das schäumende Wasser und ziehen Wellenreiter hinter sich her. Am Strand promenieren schlanke Girls in weißen Matrosenanzügen und gewagten Pyjamas. Badekostüme werden gezeigt, wie sie nur Hollywoods Phantasie ersinnen kann, kurze, anliegende Muschelpanzer oder Fischnetze, in deren Maschen sich zierliche Krabben gefangen haben. Sonntags liegen ungezählte weiße Luxusjachten in der Bucht, Charlie Farrels und Dick Barthel m e s' Boote, die „Seewärts", die dem Regisseur de Mille gehört und Jack Gilberts „Temptreß", „die Versucherin", nach Greta Gar - b o s erstem Film getauft. Die Stare, die gekommen sind um ihre arbeitenden Kollegen zu besuchen, finden sie nicht immer im mondänen Avalon. Meist müssen sie sich nach dem anderen Ende der Insel aufmachen, wo zwischen Bergwänden und Hügeln eine kleine Zeltstadt auf« gebaut ist, in der das Filmvolk vorübergehend lebt. Auf dem Isthmus von Catalina gibt es nur zwei steinerne Häuser. Das eine ist so klein, daß man nur mit Mühe zwei oder drei Hauptdarsteller darin unterbringen kann, das andere besteht aus einer Küche und dem Speisesaal, der am frühen Morgen die Friseure beherbergt und sich nach dem Abendessen in einen Vorführraum verwandelt. Mitten durch die Zeltstadt führt eine breite Straße, rechts davon wohnen die Damen, links die Herren. Die Zelte haben Holzfußböden und find mit Bett, Spiegeltisch und einer kreisrunden Badewanne ausgestattet. Die Abendtoilette ist hier äußerst kompliziert. Das heiße Wasser muß sich jeder nach getaner Arbeit in Kannen aus der Küche schleppen. Für Damen gilt der Spruch: Viel Verehrer, viel Badewasser. Die Morgentoilette ist dagegen einfach. Man nimmt Handtuch und Zahnbürste, rennt im Schlafanzug zum Brunnen und macht in bunter Reihe Katzenwäsche. Dazu läuft jeden Morgen dieselbe Grammophonplatte, Rudy DallSes passender Schlager: „Wach auf Baby, der Traum ist vorbei ..." Die Mahlzeiten werden in dem großen Speisesaal gemeinsam eingenommen. Die Speisen schmecken schauderhaft und immer gleich, man hat ihnen reichlich Salpeter zugesetzt, damit niemand auf schlechte Gedanken kommt. Denn die Nächte auf dem Isthmus sind zauberhaft. Myriaden Sterne funkeln, das Rteer rauscht. Wie leicht könnte man den Kopf verlieren, wenn man vor dem Schlafengehen zwischen Feigenkaktus und Yuccas am Felsabhanq fifct. Betäubend duften die Blüten der Nachtkerze, und tief und geheimnisvoll sind die einsamen, monb» beschienenen Schluchten. Catalina: — hier ist das galiläische Meer, der See von Genezareth, wo Jesus zu den Aposteln spricht, die als Fischer an dessen Ufern wohnen. Hier ist Skandinavien, das Land „Rhos" und die Wikinger, kühne Seeräuberscharen fahren auf ihren Wel- lenroffen gegen Frankreich und England. Hier ist der Strand von Waikiki, wo die Konaken Fische am offenen Feuer braten und ihre Frauen Poi rühren, während die braunen Mädchen ihr Haar lösen und zu sanftem Geklimper den Hula-Hula tanzen. Hier ist die heiße Südseeinsel, auf der es endlos regnet und regnet und die gestrandete Abenteuerin aus San Franzisko die Matrosen betört, die Eingeborenen und den aufrechten Missionar, bis er vergißt Tugend zu predigen und ihr verfällt. Und eines Tages sind alle Aufnahmen beendet. Die Zelte werden abgebrochen. Boote kommen und bringen Stab und Künstler ans Festland. Man kehrt nicht ungern zurück zur Zivilisation. Nur manchmal, wenn man mit dem Roadster über den spiegelglatten Hollywood-Boulevard saust, erinnert man sich. Von der Höhe des Taft-Buildings leuchtet das Reklameplakat des Observatoriums am Mount Wilson: Komm und schau durch das beste Fernrohr der Welt. An einem klaren Tag sieht man Catalina. Filme, die man nicht öffentlich sieht. Filme, die von der Zensur nicht zugelassen werden, bleiben der Oeffentlichkeit unbekannt, wenn nicht den Beanstandungen durch Aenderungen Rechnung getragen wird. Da die Filmproduktion sich vorsieht, kommen solche Konflikte mit der Zensur nicht häufig vor. Dagegen gibt es sehr viele Filmstreifen, die von vornherein nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt sind, die deshalb auch niemals öffentlich gezeigt werden. Es ist dies gar kein unbeträchtlicher Teil der Filmproduktion. Vielmehr handelt es sich um Filmstreifen, die insgesamt viele tausend Kilometer lang sind und die doch niemals das Licht der Oeffentlichkeit sehen. Regisseure von Rang und Namen sind bei der Aufnahme tätig, Künstler und Künstlerinnen von großem Ruf wirken mit, die photographischen Aufnahmen werden mit der größten Sorgfalt hergestellt, und schließlich führen die Filmstreifen in einer Zinn- büchfe ein vergessenes Dasein in dem Lagerkeller, oder sie enden auf dem Kehrichthaufen. Es sind dies die P r o b i e r f i l m e, die in dem Atelier einer jeden größeren Filmgesellschaft eine wichtige Rolle spielen. Sie dienen häufig dem Zweck, neue, noch unbekannte Talente zu erproBerliner Filmbries. „Es tut sich was um Mitternacht." Man hat alles zur Verfügung gehabt, was zu einem guten Unterhaltungsfilm gehört. Es gibt wunderschöne Landschaftsbilder, eine Handlung, die Spannung erzeugen könnte und Schauspieler, die bereits öfters bewiesen haben, daß sie etwas können. — Wenn Dolly Haas hier nicht über em wenig kecke Jungenhaftigkeit und sich wiederholende Passagen hinauskommt, so ist das gewiß nicht ihre Schuld. Aber Lieven ist nett und blond. Er zeigt vorläufig keine bezwingende Begabung, aber er sieht wenigstens so aus, wie man sich einen deutschen jungen Mann vorstellt. Das ist allerhand, denn die Zeit des schlechten Männergeschmackes seitens unserer Herren Regisseure ist leider immer noch nicht ganz überwunden. Die Geschichte zu verraten, wäre Verrat. Man sehe selbst, welcher Spuk um Mitternacht losgelassen wird. Oskar Sima als französischer Marquis, Leopoldine Konstantin als vornehme Mama und Ralf Arthur R o - berts in der Rolle eines hamburgisch sprechenden, ollen Käptens sind erfreulich. Sehr schone Bil- der aus dem Spessart und eine flotte Musik helfen über die kleinen Schwächen liebenswürdig hinweg. Das Publikum unterhält sich. „Das Mädchen mit Prokura." Ein guter, geschmackvoller Film, in dem man sich nicht langweilt. Im Gegensatz zu dem Erwarteten entspinnt sich eine Detektivgeschichte. Gerda Maurus spielt das Mädchen mit Prokura. In den Händen des Regisseurs Cz^repy entwickelt sie sich völlig neu. Sie ist gelöst und menschlich wie nur wenige Frauen auf der Leinwand. Jessie V i h r o g als kleines Bürvmädel schlägt mit ihrer Quicklebendig- keit so siegreich durch, daß aus der Episode eine Leistung wird, die sich dem Gedächtnis einprägt. Schle11ow, Henkels, Loos, Veit Har- l a n und Schaufuß stehen an der richtigen Stelle und helfen an dem Erfolg mit. Erwähnt werden muß noch, daß Czörepy aus diesen Typen, mit deren Namen sich unwillkürlich ein fester Begriff verbindet, mehr herausgeholt hat, als es im allgemeinen üblich ist. Zum Teil find sie völlig verwandelt und bringen Den Beweis, daß sie mehr können, als man gemeinhin von ihnen verlangt. rr3n Sachen Timpe." Der Schuster Timpe wird verdächtigt, ein halbes Dutzend silberner Löffel gestohlen zu haben. Er vergräbt sich in feinem Kummer vor der Welt und gibt sich der Betrachtung des Innenlebens hin. Erst viel später kommt es zu einer Gerichtsverhandlung, in der er „mangels Beweises" steige- sprachen wird. Er ist glücklich bis zu dem Augenblick, wo seine Tochter ihm über die Bedeutung dieses Richterspruches die Augen öffnet. Es ist wohl felbftverftändlich, daß nach Ablauf der Spielzeit feine Unschuld einwandfrei erwiesen ist. Paul Beckers, der alten Garde aus feinen Daritsnummern noch in bester Erinnerung, spielt den biederen Schuster mit Hingabe und Einfühlung. Henkels steht ihm unaufdringlich und wirksam zur Seite. Auch die übrigen Rollen sind gut besetzt und werden vorzüglich gespielt. Der Film gefällt und wird seinen Weg machen. Man hat hier die moralische Not eiyes Mannes aus dem Volke geschildert und zeigt ein kleines unbekanntes Schicksal, das ans Herz greift. „Abenteuer im Südexpretz." Es wird einem ein bißchen schwer gemacht, an dieses Abenteuer zu glauben. Trotzdem hat der Film einen Erfolg zu buchen: das Spiel Romanowskis. Man sollte sich zwei Stunden Zeit nehmen und über ihn lachen. Waschnek legt feine Arbeit etwas zu breit an. Für einen Detektivroman ist es nicht gerade das Erwünschte. Die Spannung leidet auch hier oft stark darunter. Großes Treffen im Südexpreß. Sie find alle da: die vornehme, alleinreisende, reiche Dame mit dem großen Schmuck, der Hochstapler, der Privatdetektiv, der ernste Mann mit dem guten Herzen, der zerstreute Professor und der um verschiedene Nuancen zu vornehme Kellner. Charlotte Susa sieht Aus der Welt des Films. gut aus. Leider kommt ihre Stimme nicht so strahlend wie sonst zur Geltung. Diehl beglückt wieder mit feiner kultivierten Männlichkeit. Roberts gibt die Hochstaplerrolle sehr beherrscht. Und wie gesagt: Romanows!y. — Das Publikum unterhält sich ausgezeichnet. „Bon Königsberg bis Berchtesgaden." Jeder Deutsche sollte diesen Film gesehen haben. Unser Grenzland von Königsberg bis Berchtesgaden wird aufgeschlossen und gewährt einen tiefen Einblick in Art und Gestaltung, Sitte und Lebensform unseres Vaterlandes. Die Kamera hat alles eingefangen, was wesentlich ist, um dem Beschauer einen Eindruck zu vermitteln. Man weiß nicht, wo das Auge lieber verweilt: ob man Masuren mit seinen weiten Landschaften und Seen, ob es Böhmens Wälder durcheilt, ob der Blick Städte und Kirchen und Schlösser abtastet, oder ob der Beschauer wie im Fluge über Braunau, des Geburtsort des Führers, in die Berge gleitet und deren Pracht bestaunt, — man weiß und fühlt nur das eine: überall ist wundervolles, deutsches Land, ist deutsche Grenze, die wir hüten müssen. Glyzerintränen, Gummiwaden und künstlicher Schnee. Asta Nielsen erzählt aus den Kindertagen des Films. „Um 1909 herum, als ich zum ersten Male mit dem Film in Verbindung kam", erzählt Asta Nielsen, „galt es als eine Schande, in ein Kino zu gehen, geschweige denn an der Herstellung eines Filmes teilzunehmen. Der Besuch der ganz wenigen dunklen Kientapps war gesellschaftlich geradezu verpönt. Nur recht wenigen Fachleuten, insofern es solche überhaupt gab, sahen für den Film wohl eine technische, aber keinesfalls eine künstlerische Zukunft. So ist es kein Wunder, daß, als man mir ein Filmengagement anbot, ich das Angebot als eine Zumutung empfand. Dennoch wollte ich versuchen, aus der Rummelangelegenheit eine Kunst zu machen und willigte ein, in einem Film „D e r A bgrunb", zu spiele^. Dieser Film, der von dem Besitzer eines elenden Kinos in Kopenhagen finanziert war, wurde in einem entlegenen Gefängnishof in der dänischen Hauptstadt gedreht. Eine notdürftig zusammengezimmerte Tribüne war der Schauplatz, die Sonne lieferte die einzige Beleuchtung. Der Manuskriptverfasser Urb-an Gab war zugleich Regisseur. Meine erste Filmgage für alle Aufnahmen betrug ... 200 Kranen. Die Photographie des 900 Meter langen Films erwies sich also so entsetzlich, daß der Finanzmann vor Schreck erkrankte. Dennach wurde der Film nach Düsseldorf verkauft und brachte dem Käufer so viel Geld ein, daß er reich wurde. Fachleute hielten diesen unerwarteten Erfolg für Zufall. Die Namen der Darsteller und des Regisseurs wurden nicht erwähnt. Ich bekam dennoch, da die Sache sich herumge- sprochen hatte, Engagementsangebote von Varietes! Schließlich wurde in Berlin eine Gesellschaft gegründet, um zwei Filme zu drehen. Ein kleines Atelier mit einer Dachkammer im Norden Berlins wurde gemietet. Die Aufnahmedauer war eine Woche für jeden Film. Gedreht wurde nur im Sommer, da man keine Atelierbeleuchtung hatte. Immerhin waren diese Filme mit „richtigem Theaterspiel" etwas ganz Neues; denn man kannte auf der Leinwand meistens nur Gruppen etwa „n a ch Makar t", die dann plötzlich zum Leben erwachten. Die Titel 5er unglaublich rührseligen Filme hießen „Heißes Blut" und „Nachtfalter". Allmählich wuchs dennoch in Deutschlands das Interesse für die neue Kunstart, und so entstand ein richtiger Film-Verleih mit einem „Generaldirektor". Ein Film von 1200 Metern sollte gedreht werden. Nur fragte man sich, wieviel Elefanten und Löwen man dazu brauche, da das Spiel eines Schauspielers einen so langen Film nicht füllen könne. Das Niveau der Aufnahmen war nach den heutigen Begriffen entsetzlich. Man konnte Prinzen sehen, die bei Hose sich auf die Schenkel knallten, und Hofgesell- fd>aften, die an Tischen mit tarierten Tüchern bei Galadiners saßen. Das Manuskript gab damals nur den Rahmen der Handlung. Da hieß es zum Beispiel: Astas Kind stirbt. Astas Hauptszene. Welche Ratschläge Fachleute mir gaben, geht aus folgendem Erlebnis hervor. Ein Fachmann riet mir, Gummiwaden anzuschaffen, da meine Beine zu mager waren. Seine Frau, die im Zirkus auftrat, hatte durch ihre Waden die Gunst des Publikums erobert. Ein Kapitel für sich war die Zensur. Die e r ft e n echten Tränen wurden mir von der Zensur herausgeschnitten mit der Begründung: Der allzu große Eindruck auf nervöse Menschen konnte gesundheitsschädlich sein. Uebrigens sei das erschütternde Spiel ein Privileg des Theaters und nicht des Films Ein Film, in dem ich ein uneheliches Kind zu spielen hatte, wurde verboten, und erst nach vielen Verhandlungen freigegeben. Ein anderer Film wurde verboten, weil man meine Beine bis über die Wade sah. Als die Atelieraufnahmen Wirklichkeit wurden, war die Technik immer noch so primitiv, daß manchmal komische Zwischenfälle unvermeidliK waren. Im Film „Das Äi nb ruft" hatte sch im Schnee zu sterben Der Schnee bestand aber aus weißen Federn. Ich lag im Atelier als Leiche und mußte ben Atem anhalten, weil bie Febern beim leisesten Atemzug hochgingen. Eine tückische Feder hatte sich ausgerechnet auf meine Nasenspitze gesetzt und dennoch mußte ich starr liegen. Die kitschigen Sujets aber wie etwa „Sünden der Väter", „Die Tochter derLandstraße", „Das Mädchen ohne Vaterland" trugen viel zur Popularität der neuen Unterhaltung bei. Im Jahre 1913 konnten die ersten deutschen Filmpaläste entstehen und von jedem Film liefen 40 bis 50 Kopien. Erst die Jahre nach dem Kriege brachten allmählich ben unerhörten technischen Aufschwung bes Films in der Form, in ber wir ihn heute kennen. Dr. 21. v. Andreevsky. Zeitgenossen im $ihn. Der Ausgang bes Jussupow- Prozesses, in bem bie Herstellerin bes „Rasputi n" - Filmes, bie Metro-Golbwyn-Mayer, wegen unsachlicher Darstellung einer noch kbenben Person ohne beren Genehmigung zu einer hohen Gelbstrafe verurteilt würbe, gibt erneut Anlaß, bie Frage ber künstlerischen Gestaltung von Zeitgenossen im Film unb auf ber Bühne grunbsätzlich zu erörtern. Die erste Forberung, bie in biefem Zusammenhang gestellt wirb, ist bie einer Unterrichtung ber barzustellenben Person unb bie Einholung ihrer ausbrücklichen Genehmigung ober ber ihrer Angehörigen, wie bies bei zwei englischen Filmen ber letzten Zeit unb nunmehr auch vor ber Verfilmung bes Lebens bes Kapitän Scott unb bes Sir Ebwarb Marshall Hall geschehen ist. Damit soll nicht nur jebe Verunglimpfung ber barzustellenben Person oermieben, fonbern barüber hinaus auch eine Gewähr bafür gegeben werben, baß bas Privatleben noch lebenber Persönlichkeiten nicht in bie Oeffentlichkeit gezerrt wirb. In einem solchen Falle ist eine freiwillige Seldst- beschränkung bes schaffenben Künstlers geboten, ba be Freiheit bes künstlerisch-m Schaffens nicht zu einer Verletzung bes persönlichen Lebensrechtes eines anberen führen barf. Die eigentliche historische Gestaltung bietet zur Entfaltung nachschöpferischer Phantasie genug Raum, so baß der geforberte Verzicht auf bestimmte Einzelheiten in ber gegenwarks- bezogenen Hanblung aus Taktgrünben nicht als unbillig erscheinen kann. Keinesfalls soll bamlt an sich der Darstellung ber Gegenwart in ihrer ge- schichtlichen Bebeutung entgegengetreten werben; aber bei einer solchen Darstellung werben Manu- skriptverfasser unb Regisseur beweisen müssen baß sie eine innere Berechtigung zum künstlerischen Schaffen besitzen, bas nicht nur ein Abbllb ber Zeitgeschichte, fonbern auch Ausbruck ber Schöpfer- kraft unb des Geschmacks ihrer künstlerischen Ge- ftalter ist. I,lm von vorgestern — eingestampst! Wo bleiben die abgespielten Bildstreifen? Haben sie schon einmal überlegt, was aus all ben Filmen wirb, beren Bilbstreifen uns heute mehr ober weniger begeistern? Haben Sie schon einmal barüber nachgebacht, wo ber letzte Weg ber bicken Zelloloibsilmspulen enbet? „Es wäre sinnlos, bie vielen Millionen Filmmeter aufzubewahren," erklärt ber Leiter einer ber größten beutschen Kopieranstalten unb erzählt, baß ein Durchschnittsfilm 2 0 0 0 bis 3000 Meter lang ist. Das Zehnfache an Material wirb jeboch währenb ber Aufnahmezeit verbraucht. Ist aus ben 20 bis 30 000 Filmmetern bas eigentliche Urnega» tiv zusammengesetzt worben, so werben befonbers bei Filmen, beren Weg auch ins Auslanb fuhrt, mehrere Negative hergestellt. Diese allein sind wichtig unb wertvoll! Die Kopien besitzen bagegen, nachbem sie abgespielt finb, nur noch Materialwert. Die beutsche Filminbustrie berechnet bas Leben eines Spielfilmes mit 15 bis 18 Monaten. In dieser Zeit laufen 7 0 bis 80 Kopien Tag für Tag durch bie Vorführungsapparate ber Filmtheater. Heute in Berlin ober Hamburg, morgen in Kottbus ober in Mainz unb in einem Jahr nur noch in ben kleinen Dorfkinos. Dann ist das Leben eines Bilb- ftreifens beenbet, unb ber Film, ber einst ein Millionenobjekt barstellte, wirb zu Grabe getragen. Unwillkürlich benft man an große Werte, bie wohl in biefen Materialmengen noch schlummern. Denn bie ganze Kunst bes Photographierens besteht ja bekanntlich aus ber Eigenart bes Silbers, sich im Lichte zu oeränbern. Auch ber Filmstreifen enthält also biefes wertvolle Metall. Trotzbem bas Silber beim Belichten unb Entwicklen starke Veränberun- gen burchrnacht, ist man burch chemische Analysen heute ohne weiteres imftanbe, wertvolles, reines Silber aus bem gebrauchten Filmbanb zu gewinnen. Der Ertrag, ben man baburch erzielt, ist in Anbetracht ber unzähligen Filmmeter nicht unerheblich. Was geschieht nun mit bem „entfilberten" aus» gelaugten Material? „40 Pf. wird im Handel pro Kilo bezahlt", erzählt ein Kopiermeister. Die von ihrem Silbergehalt befreite Kopie eines durchschnittlich langen Unterhaltungsfilmes wiegt knapp 7 Kilo. Der ganze Filmstreifen hat jetzt also kaum ben Wert eines Dreimarkstückes! Später wirb er eingestampft unb gewaschen. Aus ber bunten Welt bes Filmateliers führt ber Weg des Bilbftreifens über unzählige Stationen, bis er schließlich ein bicklicher, wenig romantischer Brei ist. Die gewonnene Masse roanbert in bie Lackfabriken ober bient als Rohstoff für bie Anfertigung von Kämmen. Armspangen, Puppen unb anberen Gegenstänben. Es ist also burchaus möglich, baß sich ihr Kamm aus ben tragischsten Szenen eines Greta-Garbo- Films zusammensetzt, ihr Bett mit bem aus einem Henny-Porten-Film gewonnenen Lack gestrichen ist unb sich im Griff ihrer Zahnbürste ein paar Dutzenb Bilber von Hans Albers vereinen. Leiber war bie Aufbewahrung ber Urnegative bisher eine rein private Angelegenheit. Sv ist es zu erklären, baß es unzählige Filme gab, von benen heute weber eine einzige Kopie noch ein Negativ existiert. Einige Bilbstreifen finb burch einen Unfall ober Branb vernichtet worben. Ihr Leben ist für alle Zeit ausgelöscht. Künftighin werben solche Fälle nicht mehr möglich sein. Das vor einigen Monaten gegrünbete ben, also vielleicht einen künftigen „Star" zu ent» beefen. Zuweilen hanbelt es sich auch um das Ausprobieren von Kostümen, die für einen bestimmten Film hergestellt worden sind und die zunächH. einmal an Modellen auf ihre Wirkung geprüft werden müssen. Auch neue Szenerien werden zunächst mit allem Zubehör probeweise gefilmt, ehe man bie szenischen Aufbauten für bie endgültigen Aufnahmen danach anfertigt. Für alle Probeaufnahmen dieser Art steht genau derselbe Apparat zur 23er» fügung wie für die Filmaufnahmen, die ber Oeffentlichkeit gezeigt werden sollen. Neue Talente, Anfänger, die auf ihre Begabung für dieses ober jenes Fach geprüft werben sollen, treten zunächst in einem Probierfilm auf. Die Szene, bie sie darzustellen haben, ist besonders für den Zweck geschrieben, bem Anfänger Gelegenheit zur Entfaltung aller seiner Fähigkeiten zu geben. Die Rollen, bie außerbem in ber Szene noch zu besetzen finb, werben erprobten Schauspielern unb Schauspielerinnen anvertraut, bie bem Anfänger nach Kräften behilflich finb. Die Szene wird geprobt und photographisch ausgenommen, genau so, als ob es sich um einen regelrechten Film handelte. Die fertige Ausnahme wird bann in bem kleinen Vorführraum gezeigt, ber mit jebem Atelier verbunden ist. Zuschauer sind die Direktoren, die Regisseure unb bie Probuktionsleiter, bie alle ihr Urteil abgeben. Zusammen mit ben schriftlich festgehaltenen Urteilen wirb ber Film bann numeriert unb registriert unb in bem Lager aufbewahrt. Ob unb wann ein solcher Probiersilm wieber einmal an bas Licht hervorgeholt wirb, ist schwer vorauszusagen. Wirb die Ausnahme eines neuen Filmstückes vorbereitet, so sehen die Regisseure gewöhnlich die Liste ber Probierfilme burch unb wählen einige von ihnen an ber Hanb ber Eintragungen aus. Diese Filme werben bann nochmals vor- geführt, unb wenn einer ber „Prüflinge" nach bem Urteil ber Sachverstänbigen eine befonbere Begabung verrät, bie in bem geplanten Film Der- roenbung finben kann, so wirb er zur Mitwirkung herangezogen. Vielleicht kommt bei einer solchen Gelegenheit einmal ein neuer „Star" zum Vorschein. Manchmal vergehen Monate, manchmal auch Jahre, ehe ber „Prüfling" von ber Filmgesellschaft wieder etwas hört. In manchen Fällen kommt aber sein Film auch niemals wieder ans Tageslicht. deutsche Reichsfilmarchiv wirb berarflge Vorkommnisse zu verhindern wissen. Hier sind bereits durch die Fachoerbände der Reichsfilmkammer und der Behörden Tausende von Spiel- und Unterhaltungsfilmen untergebracht worden. Von allen deutschen Filmen sollen in Zukunft zwei Kopien ausgenommen werden. Die beiden Filmstreifen werden den jedoch getrennt aufbewahrt werden, damit im Falle eines Brandes höchstens eine Kopie vernichtet werden kann. Man wird versuchen, sämtliche bedeutsamen Filme seit Beginn der Tonfilmperiode neben den wichtigsten noch vorhandenen stummen Bildstreifen diesem Archiv einzuverleiben. Eine solche Sammlung stellt einen kulturgeschichtlichen Faktor von nicht zu unterschätzender Bedeutung dar. Sie wird späteren Generationen die Entwicklung der kulturellen Geschmacksrichtung des deutschen Volkes in verschiedenen Zeitepochen vor Augen führen. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt. Am Frankfurter Getreidegroßmarkt stand in der abgelaufenen Woche der Futtermittelmarkt weiter tm Vordergrund. Fest lag auch der gesamte Kraftfuttermittelmarkt. Ganz besonders Kleie und sonstige Mühlennachprodukte, sowie Erdnuß- kuchen, Sojaschrot und Trockenschnitzel. Die Umsatztätigkeit hat sich merklich gehoben, der Abruf des Konsums war befriedigend, so daß zum Teil recht gutes Geschäft festzustellen war. Der geringe Anfall angesichts des nur unbefriedigenden Mehlgeschäfts bewirkte in Kleie und Nachmehlen sehr knappes Anaebot, daneben hielt man im Hinblick auf die in Aussicht stehenden Festpreise für Kleie mit Abgaben zurück. Weizenkleie zog um 25 Pf. auf 10,80 bis 10,85, Weizenfuttermehl um 30 Pf. auf 11,80 und Roggenkleie um 40 Pf. auf 11,10 RM. je 100 Kilogramm an. Sojaschrot war nicht per prompt gefragt, sondern auch in den späteren Terminen, besonders für die kommenden Wintermonate, wurden beachtliche Abschlüsse getätigt; der Preis befestigte sich um 20 Pf. auf 15,55 bis 15,65 Reichsmark. Erdnußkuchen und Trockenschnitzel lagen mit 16,30 bis 17,15 RM. bzw. 10,10 um je 10 Pf. je 100 Kilogramm höher, während Palmkuchen um 15 Pf. auf 14,05 bis 14,30 nachgaben. Treber notierten unverändert 14 RM. Die Strohpreise haben einen leichten Rückgang, und zwar um 20 Pf. auf 2,— RM. erfahren. Heu blieb unverändert zu 6,— RM. Das Brotgetreidegeschäft blieb weiter minimal, und die Preise, sowohl Erzeuger- als auch Mühlenankaufspreise, wurden unverändert belassen. Weizen 203 nom., Roggen 173 RM. per Tonne. Das M e h l g e s ch ä f t beschränkte sich bei unveränderten Preisen weiterhin nur auf die Abwicklung der alten Kontrakte. G e r st e lag vollkommen geschäftslos. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviebmarkt. Das Angebot an Schlachtvieh gestaltete sich in der verflossenen Berichtswoche etwas ungleichmäßig, im allgemeinen entsprach es etwa dem derzeitigen Bedarf. Hier und da war es auch stärker, ohne aber auf das Preisniveau einen nennenswerten Einfluß zu nehmen. Der Rindermarkt verkehrte an sich in weiter befestigter Haltung, wenn auch die Preise gegenüber der Vorwoche nur unbedeutend verändert waren. Bei Ochsen bewirkte der stärkere Zutrieb ein leichtes Nachgeben, und zwar um eine Mark, wobei aber die geringen Qualitäten sich verhältnis- imäßig gut behaupteten. In Färsen setzte sich trotz ebenfalls stärkerer Zufuhr eine Besserung um eine Mark durch, da hier das angebotene Vieh besonders den Anforderungen entsprach. Bullen und Kühe zeigten die letzten Preise. Der Gesamtauftrieb stellte sich auf 1419 gegen 1252 Stück in der Vorwoche, war also um 167 Tiere größer. Nach mittelmäßigem Geschäftsgang wurde nahezu ausverkauft. Am Kälbermarkt kam es zu einem leichten Preisrückgang, wofür jedoch nur die etwas zu starke Zufuhr von insgesamt 1814 gegen 1348 Stück verantwortlich zu machen ist. Offenbar haben die seit Ostern stabilen Preise etwas größere Derkaufs- lust heroorgerusen. Gute Kälber konnten sich auch in dieser Woche an der Grenze von 49 bis 51 Mk. behaupten, während geringe Kälber eine Einbuße von 5 bis 6 Mark hinnehmen mußten. Nach mittelmäßigem Handel wurde ausverkauft. Das Angebot in Lämmern, H ä m m e l n und Schafen verringert sich mit fortschreitender Iah- reszeit immer mehr. In dieser Woche standen nur noch 64 (gegen 97 in der Vorwoche) zum Verkauf, die bei mittelmäßigem Geschäftsgang geräumt wurden. Für Lämmer und Hämmel blieben die Preise unverändert, hingegen gingen sie bei Schafen um eine Mark zurück. Der Schweinemarkt zeigte diesmal nur wenig veränderte Preise.-Offenbar haben die letzten starken Preisverluste bei der Landwirtschaft dahingehend gewirkt, sich wieder ihrer Marktbeschickungsdisziplin zu erinnern. Das Geschäft nahm trotz der schwächeren Beschickung (4465 gegen 4952) einen chlepprnden Verlauf, so daß noch etwas lieber» tand verblieb. Die Preise lagen mit 32 bis 40 Mk. ziemlich unverändert. Durch Erlaß vom Preußischen Landwirtschaftsminister ist bereits vor etlichen Wochen für eine Reihe von großen preußischen Schlachthöfen angeordnet worden, daß die über 300 Pfund schweren Schweine der Klasse a künftig in zwei Klassen notiert werden, und zwar 1. fette Speckschweine, 2. vollfleischige Schweine. Von dieser Notiz wurde diesmal in Frankfurt Gebrauch gemacht und für Speckschweine über 350 Pfund wurde ein Preis von 50 Mark erzielt. Frankfurter Börse. IMttagsbörse weiter erholt. Frankfurt a. M., 20. April. An der Börse machte die allgemeine Kurserholung weitere Fortschritte. Das Geschäft war zwar noch gering, doch neigt das Publikum schon in erhöhtem Maße wieder zu Neuanlagen, zumal die Gesamtverfassung der Börse als wesentlich freundlicher anzusprechen ist. Die Hauptunruhe der letzten Tage, die in dem Kursdruck am Neubesitzanleihemarkt vorlag, ist durch Zwangsglattstellungen nunmehr beseitigt. Neubesitz zogen weiter um 0,50 v. H. auf 21,15 v. H. an. Auch markttechnisch liegt die Börse günstig? da infolge des schmal gewordenen Angebots die notwendigen Rückdeckungen nur auf höherer Basis erledigt werden können. Beachtlich fester waren Montanwerte unter dem Eindruck der weiteren Steigerung der Rohstahlgewinnung. Es gewannen Rhein. Braunkohlen 3,'50 v. H., Phönix 1,50 v. H., Mansfeld Bergbau 1,25 v. H., Klöckner 1,13 v. H., Harpener 0,25 v. H., Mannesmann 0,75 v. H. Von Kaliwerten Aschersleben um 0,75 v. H. fester. Auch der Elektromarkt war weiter gut erholt, voran Siemens und Felten mit je plus 2 v. H., Schlicker» mit plus 1,25 v. H., Rhein. Elektro plus 1,50 v. H. und vor allem AEG. mit plus 1,75 v.H. Schiffahrtswerte lagen 0,25 bis 0,50 v. H. höher, daneben zogen AG. für Verkehrswesen 1,75 v. H., Allgemeine Lokal- und Kraft AG. ebenfalls 1,75 v. H. an. Der Chemiemarkt lag ruhig, Farbenindustrie blieben zu 139 v. H. unverändert, Deutsche Erdöl gewannen 0,50 v. H., Rütgerswerke 0,75 v. H. Im einzelnen Daimler 0,65 v. H., Bemberg 0,75 o. H. und Deutsche Linoleum 0,25 v. H. freundlicher. Am Rentenmarkt blieb das Hauptgeschäft in Neubesitz, die zu ihrer Anfangserholung auch später noch leicht hinzu gewannen. Die übrigen Reichsanleihen lagen gut gehalten, Altbesitz 95 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 94,40 v. H. Umgetauschte Dollar-Bonds lagen etwa 0,25 v. H. fester, Stahl- Bonds gut behauptet. Im Verlaufe blieb die Haltung freundlich, und die Kurse zeigten weitere Besserungen im Ausmaß von 0,25 bis 0,50 v. H. Das Geschäft war im allgemeinen klein. In Spezialwerten entwickelte sich etwas größeres Geschäft; in den Vordergrund traten Daimler Motoren, die 2 v. H. gewannen, ferner im Freiverkehr Adlerwerke Kleyer 43,50 nach 41 v. H. Von später notierten Werten zogen Conti Gummi 2 v. H., Chadeaktien 2 RM., Metallgesellschaft 1 v. H., Montan- und Schiffahrtspapiere nochmals 0,25 bis 0,50 v. H. an. Am Rentenmarkt waren Neubesitz im Verlaufe ruhig und zu 21,25 v. H. gut behauptet. Lebhafter waren späte Reichsschuldbuchforderungen mit plus 0,25 v. H. Altbesitz lagen unverändert. Staatsanleihen waren kaum verändert, Stadtanleihen konnten sich meist um 0,50 bis 1 v. H. erholen, Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen lagen gut behauptet, Liquidationspfandbriefe waren etwas gefragt und meist bis 0,25 v. H. höher. Fremde Werte lagen weiterhin still. Tagesgeld war etwas gefragt und wurde auf 3,75 v. H. (plus 0,50 v. H.) erhöht. Abendbörse: knapp behauptet. Nach dem etwas belebteren Mittagsverkehr zeigte die Abendbörse nur kleines Geschäft, man vermißte weitere Aufträge aus dem Publikum. Da es auch sonst an Anregungen fehlte, verhielt sich die Spekulation abwartend, wobei der bevorstehende Wochenschluß etwas mitgewirkt haben mag. Don den zunächst zur Notiz gekommenen Werten lagen Farbenindustrie, AKU, Deutsche Erdöl u. a. gut behauptet, dagegen ging die Neubesitzanleihe auf Grund kleiner Gewinnmitnahmen um 15 Pf. auf 20,70 v. H. zurück. Auch im Verlaufe blieb die Umsatztätigkeit gering und infolgedessen bröckelten die Kurse eher etwas ab, so Farbenindustrie um 0,40 v. H. und Neubesitzanleihe im freien Markt um weitere 15 Pf. auf 20,55 v. H. Im übrigen war die Kursgestaltung gegen den Berliner Schluß etwas uneinheitlich, größere Abweichungen waren jedoch nach keiner Seite hin festzustellen. Fester lagen u. a. Chadeaktien mit plus 1 RM. Am Pfandbriefmarkt waren Rheinische Hypotheken Liquidation und Kommunal-Obligationen etwas höher, ebenso von Stadtanleihen 6 v. H. Mainz o. 28 (plus 0,40 v. H.). 11. a. notierten: Neubesitz 20,70, Altbesitz 94,90, Schutzgebietsanleihe von 1914 9,40, Reichsbank 149, Gelsenkirchen 63,25, Harpener 90, Mannesmann 65,75, Phönix 50,50, Rheinstahl 92, AKU. 63,65, Bemberg 65, Chade 164, Scheideanstalt 182,25, Deutsche Erdöl 112,25, Licht und Kraft 104, IG. Farben 139 bis 138,65, Holzmann 69, Schuckert 99,50, AG. für Verkehr 66,25, Nord- deutsche Lloyd 31,75, Nachbörse: IG. Farben 138,50 bis 138,75, Neubesitzanleihe 20,50 bis 20,60 v. H. Frankfurter Obst- und Gemüjernarkt. Frankfurt a. M., 20. April. Am Gemüse- markt hielten die starken Zufuhren in Spinat und allen Salatarten an, in Spargel und Radieschen waren sie gut, im übrigen ausreichend. Für Spinat und Salat sind die Preise rückläufig, sonst blieben sie bei nicht zufriedenstellendem Verkauf unverändert. Es erzielten: Blumenkohl, Steige 12 und 18 Stück, 250 bis 300 (ital.); Erbsen, 0,5 Kilogramm 24 (span); Feldsalat 20 bis 30; Gelbe Rüben 9 bis 10; Gewürze!, großes Bündel 40 bis 50; Salatgurken (Treibhaus) 30 bis 40; Kartoffeln (gelbe), 50 Kilogramm 330 bis 350; Kohlrabi (Treibhaus) 10 bis 18; Kopfsalat (Treibhaus) 12 bis 18; Schlüpfer (Treibhaus) 30 bis 40; Lattich (Treibhaus) 25 bis 35; Radieschen, Bündel 5 bis 6; Römischkohl (Treibhaus) 30 bis 40; Rotkraut 5Vr bis 10 (holl.); Sellerie, je nach Größe 5 bis 20; Spargel I 50 bis 55, II 35 bis 40, III 22 bis 25* Spinat (Gärtner) 4 bis 4V2, do. (Pfälzer) 2V2 bis 3; Wirsing 7V2 bis 10 (holl.); Zwiebeln, 50 Kilogramm 600 bis 700. Obst - und Südfrüchte hatten weiterhin nur langsamen Verkauf; das Angebot in Aepfeln und Apfelsinen war genügend, letztere waren im Preise erhöht. Es erzielten: Aepfel I 25 bis 30, II 18 bis 20, Wirtschaftsäpfel 12 bis 15, amerik. Aepfel, Kiste etwa 40 Pfd. (rote) 750 bis 1000, do. (gelbe) 900 bis 1200; Apfelsinen (blond) 10 bis 16, Blut 12 bis 18 (span.), ital. Blutapfelsinen 22 bis 26; Eß- birnen 14 bis 16, Kochbirnen 6 bis 10; Bananen, Kiste 12,5 Kilogramm, 550 bis 600 (Jam.); Zitronen, Korb 50 Kilogramm, 800. Mainzer Getreidemartt. Mainz, 20. April. Es notierten (Großhandels- Einstandspreis je 100 Kilogramm loko Mainz) in RM.: Weizen 20,30 (Mühlenpreis), Roggen 17,10, Hafer 15,75 bis 16, Braugerste 17,75, Jndustrie- gerfte 17 bis 17,25, Malzkeime 13 bis 13,25, Wei- zenmehl südd. Spez. 0 30,40, Roggenmehl 0 bis 60 Prozent nordd. 24 bis 24,50, do. südd. 25,25 (Müh- lenpreis), Weizenkleie fein 11 bis 11,10, do. grob 11,50 bis 11,60, Roggenkleie 11,25 bis 11,75, Wei. zenfuttermehl 11,90, Biertreber 14 bis 14,50, Soya- schrot 15,50, Trockenschnitzel 10 bis 10,15. Tendenz: Brotgetreide und Mehl unverändert, Futtermittel fester. Lleberraschende Abnahme der ersthändigen Geireidebestände. Die soeben veröffentlichte Erhebung der Marktberichtstelle beim Reichsnährstand, Hauptabteilung II, über die Getreidebestände bei der Landwirtschaft am 31. März 1934 zeigt eine überraschende Abnahme der Bestände, die besonders beim Weiten auffällig in Erscheinung tritt. Seit Beginn des Wirtschaftsjahres war die Abnahme der Getreidebestände der Landwirtschaft um etwa 1,5 Millionen Tonnen größer als im Vorjahr. Im Lenzing haben sich die Weizenoorräte der Landwirtschaft um 11 v. H. gegenüber 6,9 v. H. im Vormonat und 7 v. H. im Vorjahre, d. h. um rund 500 000 Tonnen auf 17 v. H., d. h. auf rund 850 000 Tonnen verringert. Von dieser Abnahme werden durch die Statistik in den Lagerhäusern, wo am 31. März 1934 rund 1,3 Millionen Tonnen Weizen lagerten, 324 000 Tonnen vermahlen und rund 30 000 Tonnen als Steigerung der zweit- händigen Bestände nachgewiesen. Daraus ergibt sich, daß die Eigenverwendung der Landwirtschaft im letzten Monat sehr erheblich gewesen sein muß. Die Sommerweizenbestände haben um 21 v. H., Vormonat 11,6 v.H., Vorjahr 19 v.H., d. h. um rund 142 000 Tonnen auf 29 v. H. — rund 200 000 Tonnen abgenommen. In dieser Abnahme steckt der größte Teil der für die Sommerweizenausfaat benötigten Mengen. Insgesamt ergibt sich, daß nunmehr die bei der Landwirtschaft vorhandenen Deizenbestände um rund 200 000 Tonnen unter den vorjährigen liegen. Hält man dem gegenüber, daß die Ernte die vorjährige um 600 000 Tonnen übertraf, so muß diese Entwicklung als ein voller Erfolg der Weizen p 0 l i t i k bezeichnet werden, zumal von den zweithändigen Beständen der überwiegende Teil durch die Pflichteinlagerung der Mühlen und durch die Bestände der RFG. festgelegt ist. Die Roggenbestände haben sich um 7 v. H., Vormonat 7,6 v.H., Vorjahr 7 v.H., d. h. um rund 616 000 Tonnen in durchaus befriedigender Weise weiter verringert. Davon sind etwa 50 v. H. verfüttert worden, wie es der tatsächlichen Persor- gungslage entspricht. Die noch vorhandenen Roggenbestände sind trotz der größeren Ernte nur noch etwa ebenso groß wie vor einem Jahre. Die Futtermittelpolitik, der Fettplan und die Entwicklung der Schweinebestände berechtigen dazu, die Versorgungslage beim Roggen als durchaus gesund zu bezeichnen. Bei der Gerste trug die Verringerung für Wintergerste 4 v. H., für Sommergerste 10 v. H., also etwas weniger als in der gleichen Zeit des Vorjahres und des Vormonats. Die noch vorhandenen Bestände belaufen sich auf 15 v. H. bzw. 24 v. H., was etwa einer Menge von rund 100 Ö00 Tonnen Wintergerste und rund 650 000 Tonnen Sommergerste entspricht. Diese Bestände sind noch um etwa 200 000 Tonnen größer als vor einem Jahre. Sehr stark war die Abnahme der Haferbestände um 13 0. h. auf 37 v. h., d. h. um rund 880 000 Tonnen auf 2,6 Millionen Tonnen. Diese sehr starke Abnahme der Haferbestände ist eine Einwirkung des infolge der Feldbestellung Erfülle deine pflicht! Kämpfe gegen die Arbeitslosigkeit! erheblich gesteigerten Fütterungsbedarfes der Landwirtschaft. Nunmehr liegen auch die Haferbestände trotz der größeren Ernte nicht mehr über den Vorjahrsziffern. Auch die Abnahme der Kartoffelvorräte ist mit rund 9 v.H. = rund 3,8 Millionen Tonnen befriedigend gewesen. Die noch vorhandenen Bestände belaufen sich auf 28 v. H. — rund 11,4 Millionen Tonnen. Für Futtergetreide und Kartoffeln ergibt sich, daß ihre Verwertung in Auswirkung der Futtermittelpolitik und des Fettplanes in vollem Umfange gesichert ist, so daß von hier aus keine Störungen des Getreideabsahes und der Marktentwicklung mehr erfolgen können. Von Bedeutung ist ferner die von der gleichen Stelle angestellte Ermittlung über die Entwicklung der Saaten. Diese zeigt im Vergleich zum Vorjahre überwiegend einen ungünstigen Saatenstand, was zum größten Teil auf die ungenügende Niederschlagsmenge, während des Winters und des Frühjahrs zurückzuführen ist. Kleine Strafkammer Gießen. Ein Mann aus Mainz wurde vorn Amtsgericht in Butzbach wegen Beleidigung im Sinne des § 186 RStG. zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte sollte einem anderen einen unsittlichen Antrag gestellt haben. Auf seine Berufung wurde das urteil des Vorgerichts aufgehoben, und der Angeklagte mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. In einem anderen Falle hatte sich die Kammer mit einem Autofahrer aus Frankfurt a. M. zu befassen, der mit seinem Wagen in Nieder-Florstadt gegen ein Hoftor rannte, wobei eine Insassin herausgeschleudert wurde. Das Amtsgericht Friedberg erkannte auf 100 RM. Geldstrafe. Die dagegen eingelegte Berufung wurde k 0 stenpflich - tig verworfen. Wegen gewerbsmäßiger Wilderei wurde ein in Friedberg wohnhafter Mann vom Amtsgericht in Vilbel zu einem Jahr sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Die dagegen eingelegte Berufung wurde verworfen, und der Angeklagte mit den Kosten des Verfahrens belastet. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Datum •% Deutfche Retchsanleihe v 1927 t% ehern.7% Dt.Reichsanl.v. 1929 SV/o Doung-Anleihe von 1930 .. Deutfche Anl.-Abläi.-Schuld mit AuSlof.-Rechten ........... Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehern.8% Hesf. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%) -■■••• • • 6% Hess. Landesbank DarpQabt Gold R. 12................ 5Vt% Hess. LandeS-Hypotheken- bank Darmstadt Ligut......... Oberheilen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Cammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 i% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 18 unkündbar biS 1936 6%% ehern. «'/,% Franks. Hyp^ Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6¥i% ehern. *y,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 6% ehern. 8% Pr. Landespfand. briefanstakt, Pfandbriefe R. 19' •% ehern. 7% Pr. Landespfand- brtefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Gteuergutsch. Verrechnungskurs 4% Oesterretchtfche Goldrenre.... 4,20% Oesterretchische SUberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y.% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Dürkische Zoklanleihe von 1911 * Ctrttl * Bagdadbahn-Anleihe Reichsbankdiskont 4 v H Lombardzinsfuß 5 o. H. Banfnoten. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuteil deichlosienen Dividende an Vevijenmarkt Berlin — Frankfurt a. M Frankfurt a. Dl. Berlin Schluß- fürs Gchlußl. Abend- börfe Schlußkurs Schlußk. Minag- börfe Datum 19.4. 20-4. 19-4. 20-4. Marisfelder Bergbau .. . 0 70,25 71,5 70,4 71,5 Kokswerke ....... . . . > . . 0 — — 95 96,13 Phonti Bergbau...... . 0 49 50,5 49 50,75 Rheinische Braunkohlen .... 10 205,5 209 205,25 210,5 Rheinstahl ......... . 0 92,25 92 91,75 91,75 Bereinigte Stahlwerke. . 0 42 43,5 41,4 43 Olavi Minen ....... . 0 14,4 14,75 14,25 14,9 Kaliwerke Aschersleben. . 5 109 109,75 109 109,75 Kaliwerke Westeregeln . . 5 109 109 109 109,5 Kaliwerk» Salzdetfurth ty, — 141 143 142,75 I. G. Yarden-Jndusme . 7 139 138,75 138,75 139 Scheideanstalt........ . 9 181,65 182,25 — — Goldschmidt ......... . 0 61,5 61,75 60,75 62 Rütgerswerke ........ . 0 55 56 55 55,4 Metallgeiellschaft...... . 0 81 82 — 81,75 Philipp Holzmann .... .. o 66,75 69 66,75 69,5 Zementwerk Heidelberg e e e e . 0 100,25 100,5 ' - Lementwert Karlstadt.. .. 0 110,5 110,5 - Schultheis Patzenhofer .. 0 — — 105 105,4 Aku «Allgemeine Kunstseide) .. 0 63,5 63,65 62,9 63,5 Bemberg............ .. 0 64,5 65 64,5 66 Zellstoff Waldhof ..... - . . . . .. 0 50,5 50 50 50,5 Zellstoff Aschaffenburg .. 0 40 — 39,75 43,75 Dessauer Gas ..... .. 7 — —— 121,25 121 Daimler Motoren..... .. 0 46 48 45,25 47,75 Deutsche Linoleum .... .. 0 55,75 56 55,5 56 Ctenfrem & Koppel ... .. 0 — —— 64,75 65,9 Leonhard Tiei ....... .. 0 19 20,4 19,5 20 Thade ............... ..10 161,9 163 161,5 163 Lerumulatoren-Fabrik. .. 0 171 171 171,75 171,5 ionrt-Gummi........ .. 0 139,25 140 139,25 140 Grttzner............ Matnkraftwerke Höchst .. 0 24 25 24 25 lSJU .. 4 74,75 74 - Süddeutscher Zurler — « M M MM - 1 167 i 167,5 167 168 Frankfun a.M. Berlin Schluß- turs Schluß«. Abend- bärse Gchluh- hire Schlußk. Mittag- bSrse Datum 19-4. 20.4. 19-4. 20.4. 4% desgl. Serie 11 ........... 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4y,%Rumän.vereinh.Rentev.l313 4% Rumänische vereinh. Rente .. 8 V*% Anatolier ........ Hamvurg-Amerika-Pakei ..... 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschifs o Norddeutscher Lloyd ........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz. unl^Prival-Bank ... o Deutsche Bank und Disconto- Gesellschasl................ o Dresdner Bank..............o Reichsbank ................ 12 AE.«...................... o Bekula..................... o Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft .... 6 Felten & Guilleaume........ 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Schuckert &(£o. . ............ 6 Siemens L Halske............ 7 Lahmever L Eo............. 10 Buderus ........ 0 Deutsche fcbfll .............. 4 Gelsenkirchener..............0 Harpener ................. 0 Voesch Eisen—KSln-Neuesseo .. 0 Ilse Bergbau ...............4 Alse Bergbau Genüsse........t Klöcknerwerke ...............C MarmeSllumu-SUdrn»........ 0 6,75 4,25 7,1 4 29 27 30,5 64,75 86 45,25 56,25 59,5 148,5 129,75 96,5 104 61,25 95,5 90 f 8,5 136 116 71 111,75 61,75 90,25 112,9 60,5 65,75 6,75 4,25 7,1 3,9 28,75 31,75 66,25 85,5 46 58 60 149 129,5 98,5 104 57 96,5 91,5 99,5 139 115 72,75 112,25 63,25 90 112,5 62,4 65,75 4,25 7,1 4,5 28,75 26,75 23,25 30,65 64,9 85,5 45,25 56,25 59,5 148,4 24,13 129.9 97,75 104 55,75 95,13 89,25 98 136,5 114,5 71,5 111,5 61,4 90 71,25 138,25 112,5 60,5 65,65 6,75 4,25 7,1 4 28,75 27,9 31,5 66,75 85,75 46 57,5 60 148,75 26,25 129,65 98,5 103,5 57,5 96,25 91,75 99,25 137,75 115 72,25 112 63,65 90,13 73 138,13 112,5 62,5 65,9 Frankiuri u. 2)1 Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börfe Schlußkurs Schlußk. mittag» börse 19-4 20.4- 19.4- 20-4. 95,25 95,5 95,75 95,9 100 99,9 100 100 92,9 93 93 93,1 95,05 94,9 95 95 24,7 20,7 20,25 20,85 — — 92,25 92,4 91,5 91,5 — 92 90,5 90,5 — - — 94 — - 94,3 94,5 94,65 94,75 91,75 91,75 — — 91,65 91,65 — — 90,25 90,25 — — 91 91,5 — — 94,25 94,25 94,25 94,25 94 94 94 94 97,8 97,8 97,8 97,8 23 — 2k — 1,15 —— 1,15 1,15 7,8 7,8 7,85 7,95 7,7 7,5 7,65 7,65 7,8 7,8 7,8 7,7 8,5 8,65 6,75 6,75 6,6 — 6,7 6,7 — — 19- April 20.Apr Amtliche (Beit' Notierung Brie Amtliche Geld Dotierung Brie Helstngforß.. 5,674 5,686 5,674 5,686 Wien ”...... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag....... 10,38 10,40 10,38 10,40 BudapeA ... Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,53 169,87 169,48 169,82 Oslo....... 64,54 64,66 64,54 64,66 Kopenhagen. Stockholm... 57,34 66,23 57,46 66,37 57,34 66,23 57,46 66,37 London ..... 12,845 12,875 12,845 12 ,875 Buenos Aires 0,618 0,622 0,617 0,621 Neuyork .... 2,502 2,508 2,497 2,503 Brüssel..... 58,42 58,54 58,44 58,56 Italien..... 21,30 21,34 21-23 21,27 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweiz .... 80,92 81,08 80,95 81,11 Spanien.... 34,24 34,30 34,24 34,30 Danzig..... 81,57 81,73 81,57 81,73 0,757 0,759 0,757 . 0,759 Rio de Ian. . 0,214 0,216 0,214 0,216 Jugoslawien. Lissabon.... 5,664 11,70 5,676 11,72 5,664 11,70 5,676 11,72 Berlin, 20.April Geld Brief Amerikanische Roten.............. 2,45 2,47 Belgische Noten.................. 58,26 58,58 57,09 57,31 Englische Noten ......••••••..... 12,80 12,86 Französische Noten.......... - 16,46 16,51 Holländische Noten ............... 169,06 169,74 21,24 Norwegische Noten ........... 64,37 64,63 Deutsch Oesterreich, 1 100 Schilling — Rumänische Noten............... — Schwedische Note»............... 66,07 66,33 Schweizer Noten................. 80,77 34,10 81,06 Spanische Note»................. Ungarische Rote» 34,24 S.jf.-fporf Gta-imannschast Marburg gegen „Leinberger-Elf". Am Sonntag herrscht auf dem Waldsportplatz des VfB.-Reichsbahn Hochbetrieb. Vor dem Hauptspiel treffen sich die Schüler des VfB. Gießen gegen die Schüler des Spv. 05 Wetzlar. Anschließend findet das Auswahl-Jugendspiel Stadt gegen Land statt, und zwar 1900 und VfB. komb. gegen eine aus Landvereinen zusammengestellte Jugendmannschaft. Hier wird festzustellen sein, ob die Technik siegt oder der urwüchsige Fußball. Das Haupttreffen Stadtmannschaft Marburg gegen Leinberger-Elf findet in folgender Aufstellung statt: Marburg: Weigand (Ockershausen); Emmler (Germania), Haupt (Ockershausen); Willershausen (Ockershausen), Happ (Germania), Obermann (Ockershausen); Grein (Ockershausen), Böttner (VfB. Kurhessen), Wagner (Germania), Fischer (VfB. Kurhessen), Stein (VfB. Kurhessen). Spielkleidung: Schwarzes Trikot, weiße Hose, rote Stutzen. ___ Leinberger-Elf: Schlarb (1900 Gießen); Wilhelm (VfB. Gießen), Lippert (1900 Gießen); Knauß (VfB. Gießen), Keul (VfB. Aßlar), Eisenreich (VfB. Friedberg); (Ersatz in der Läuferreihe: Hainbach (1900 Gießen); Günther (1900 Gießen), Lang (FC. W.-Steinberg), Wohlgemuth (SV. 05 Wetzlar), Gäbler (VfB. Krofdorf), Fett (FC. W.- Steinberg). In der zweiten Halbzeit wird Leinberger selbst als Mittelläufer mitspielen. Wie Herr L e i n b e r g e r, der als Fußball-Lehrer des Deutschen Fußballbundes im ganzen Gaugebiet Fußball-Kurse abhält, versicherte, hat er hier in Gießen gutes Spielermaterial angetroffen. Es ist anzunehmen, daß die Leinberaer-Elf siegreich aus dem Treffen hervorgehen wird. Die Stadtmannschaft Marburg steht gut, wird aber alles daransetzen müssen, sich zu behaupten. Fußball in der Bezirksklaffe, Gruppe Oberhessen. Am kommenden Sonntag fallen die beiden Meisterschaftsspiele Großkarben — Wetzlar und Lollar gegen Butzbach aus. Im Kreise Friedberg herrscht Spielverbot für alle Verbands- und Gesellschaftsspiele. Es dürfen nur Spiele zugunsten des verunglückten Spielers S ch r e i tz aus Florstadt ausgetragen werden. Im Kreise Gießen, Ortsgruppe Gießen, hat der Fußball-Kreisführer Spielverbot ab 12 Uhr erlassen für das in Gießen stattfindende Spiel Stadtmannschaft Marburg — Leinberger-Elf. Handball im Gau XII der DT. Lollar I — Launsbach l 11:4. Dieser Tage hatte die erste Handbullmannschaft des Turnv. 1883 Lollur die erste Mannschaft des Turno. Launsbach zu einem Gastspiel verpflichtet. Schon gleich nach Beginn des Spieles zeigte sich, daß Lollar überlegen war. Es fielen bereits in den ersten zehn Minuten nach tadellosem Zusammenspiel im Sturm und schönen Durchbrüchen vier Tore, denen bis zur Pause weitere vier Treffer angereiht wurden. Launsbach konnte erst gegen Ende der ersten Spielhälfte zweimal erfolgreich sein. Nach der Pause kamen die Gäste etwas auf und erzielten zwei weitere Tore, konnten aber nicht verhindern, daß Lollar noch drei Treffer anbrachte und so einen schönen und sicheren Sieg mit 11:4 Toren für sich verbuchen konnte. Krastsport. Am morgigen Sonntag fährt die 1. Ringermann- schast des 1. Kraft- und Svortklubs 1893 zum fälligen Rückkampf, um die Meisterschaft der ^.-Klasse, nach Alsfeld. Gelingt den Gießenern auch der Rückkampfsieg, so sind sie Meister der ^-Klasse und haben die Berechtigung, mit Hersfeld um den Aufstieg in die Gauklasse zu kämpfen. Gießen hat seine Mannschaft etwas umgestellt. Es kämpfen in den einzelnen Klaffen folgende Ringer: Bantamgewicht Kainer, Federaewicht Götz, Leichtgewicht Funk, Weltergewicht Klotz, Mittelgewicht W a g e n p f e i 1, Halbschwergewicht Belloff, Schwergewicht Emmerich. 50 Zauftballmannschasten im Turn kreis 8 zu den Reihenspielen gemeldet. Den größten Anteil an den Reihenspielen haben mit 36 Mannschaften die 2. und 3. Kreisklasse, die vorwiegend von den Handballmannschaften in der Sperrzeit gestellt werden. In die erste Kreisklasse werden die ersten Mannschaften der Turnvereine Herborn 1846, Gießen 1846 und Holzheim einge- tcilt. Auch die Jugend und die Altersturner sind mit je 5 Mannschaften beteiligt. Zunächst beginnen nun die drei Mannschaften der Meisterklasse und spielen am 29. April und 13. Mai in einer Dor- und Rückrunde ihren Besten aus. Dieser tritt dann in die Zwischenrunde um die Gaumeisterschaft mit den Kreisen Marburg und Frankenberg ein. Das 3. Hatten-Handball-Turnier der Gießener Turnerfchafi. Das sportliche Programm. Kaum 24 Stunden trennen uns noch von dem großen sportlichen Ereignis des Hallen-Handball- turniers der Gießener Turnerschaft in der Volkshalle. Das sportliche Programm der Veranstaltung, aus die wir schon verschiedentlich hinwiesen, steht bereits fest. Es wird bekanntlich von den 41 insgesamt teilnehmenden Handballmannschaften aus 30 Vereinen in zwei Klassen gekämpft, deren Begegnungen im einzelnen bereits feststehen. Es werden für die Kämpfe der Vorrunden antreten: Gruppe 1. SS. Gießen — To. Wetzlar. Tv. Kirch-Göns — To. Pohl-Göns. Spv. 1900 — Tv. Marburg. To. Heuchelheim — 2. Komp. JR. 15. Tv. Limburg — Gießener Turnerschaft. Tgm. Friedberg — To. Butzbach. Tv. Wetzlar-Nieder-Girmes (Freilos). Die Mannschaften in dieser Gruppe dürfen als außerordentlich spielstark betrachtet werden. Unter den Mannschaften, die sich bis in die Endrunden durchkämpfen sollten, erwartet man die Mannschaft der 2. Kompanie, des Tv. Wetzlar, der Spielvereinigung 1900 und der Gießener Turnerschaft. Die meisten Aussichten auf den Sieg sollte man aber der Mannschaft der 2. Kompanie, dem Bataillonsmeister, geben dürfen. Diese Mannschaft stellte bekanntlich auch im vorjährigen Turnier den Sieger der Gruppe I. In der Gruppe 2 erwartet man nicht weniger spannende Begegnungen. In der Vorrunde stehen sich gegenüber: Tv. Friedberg II — Tv. Lang-Göns. Tv. Marburg II — Tv. Hochelheim. Tv. Nauborn — Tv. Heuchelheim II. To. Pohl-Göns II — Tv. Wetzlar II. Tv. Roth — Tv. Lollar. To. Ruttershausen — Tv. Schupbach. Tv. Gambach — Tv. Grüningen. Tv. Klein-Linden — Tv. Hausen. Turnersch. Gießen III — Tv. Groß-Rechtenbach. 2. Komp. JR. 15 II — SA.-St. 34/116 Steinbach. Turnerschaft Gießen II — Tv. Garbenteich. Spv. 1900 II — OSC. Gießen. So. Krofdorf — Tv. Holzheim. Tv. Lich — To. Lützellinden. Wer unter der Fülle dieser teilnehmenden Mannschaften den Gruppensieger stellen wird, ist nicht obzusehen. Zum Teil sind die Mannschaften in ihrer Spielstärke nicht genau bekannt. Immerhin verfügen aber verschiedene Landvereine über Spieler, die getrost auch in einer Stadtmannschaft auftreten könnten. Es wäre verfehlt, einer bestimmten Mannschaft Aussichten zuzusprechen. Für die Durchführung der Kämpfe steht eine Reihe bewährter Schiedsrichter zur Verfügung, so daß man damit rechnen darf, daß die Spiele ein- wandfreien glatten Verlauf nehmen. Die Sieger werden in Dor-, Zwifchen- und Endrunden ermittelt. Die in der Dor-, bzw. in der Zwischenrunde verlierenden Mannschaften scheiden sofort aus. Das Schiedsgericht fetzt sich aus den Herren Seibert, Bauernschub -Wetzlar und Ritsert» Gießen zusammen. Die Leitung des gesamten Turniers liegt in den Händen der beiden Spielwarte der Gießener Turnvereine, der Turner Strack und Becker. Den großartigen Auftakt der Deranstaltung wird der Einmarsch der erwarteten nahezu 400 aktiven Teilnehmer bilden. Der Führer der Gießener Tur» nerschaft, Herr R e i n i n g , wird die einleitende Ansprache halten. Der.Sonntagvormittag — die Spiele beginnen schon zeitig —, wird insbesondere den Vorrundenspielen der Gruppe II gewidmet sein. Die Mannschaften der Gruppe I treten am Nachmittag an. Die Entscheidungen in beiden Gruppen werden am Nachmittag fallen. Die Siegermannschaften der Gruppe I und II werden mit gerahmten Bronzeplaketten ausgezeichnet, die 2. und 3. Sieger erhalten jeweils Diplome. Die Siegerehrung und Preisverteilung wird im „Schützenhaus" stattfinden. Das Zustandekommen der Veranstaltung, an der sich nicht nur die Turnvereine, sondern auch die der DSB. angeschlossenen Vereine und darüber hinaus die SS., die SA. und die Reichswehr beteiligen, ist ein schönes Zeichen der Zusammenarbeit aller berufenen Kräfte im Sinne einer wahrhaften Volksgemeinschaft. Dem Turnier ist ein recht harmonischer Verlauf zu wünschen. Jlod? ein neuer deutscher Rennwagen. Neben der Auto-Union und den Mercedes-Werken haben nunmehr auch die Röhrwerke drei Exemplare ihres Zoller-Rennwagens für das Avusrennen gemeldet. Bei dem neuen Typ der Röhr-Werke handelt es sich um einen 1500-ccm-Zweitakter von sechs Zylindern, der mit zwei Kompressoren ausgestattet ist und 200 PS entwickeln soll. In aller Stille hat nunmehr auch diese deutsche Automobilfabrik einen neuen Rennwagen herausgebracht, so daß Deutschland in internationalen Rennen nunmehr auch zahlenmäßig schon ganz befriedigend vertreten sein wird. Helft zumAusbau derZugendherbergen! Das köstlichste Gut des Volkes ist seine Jugend. Kraftvoll soll sie aufwachsen! Ein mutiges und tatenfrohes Geschlecht braucht das neue Reich. Wir helfen dazu durch den Ausbau des Jugend Herbergswerkes. Darum spende jeder am Reichs-Werbe- und Opfertag am Sonntag, 22. April. „Wald aber und Hügel und Berg und grüne Weite gehört zur Jugend, wie das liebe tägliche Brot, wenn anders die deutsche Seele stark bleiben — ja, wenn sie wachsen soll." (Herm. Claudius.) Der deutsche Neitersieg in Nizza. ' ?! z ' ' Wh, Der „Preis von Monaco" brachte der deutschen Reiter-Expedition nach Nizza einen schönen Erfolg. Oberleutnant Kurt Hasse auf „Der Mohr" war der einzige, der ohne Springfehler die verlangte Zeit bis auf den Bruchteil einer Sekunde innehielt, und der damit die starke internationale Konkurrenz aus dem Felde schlug. — Unser Bild zeigt Oberleutnant Kurt Hasse (rechts) mit seinem Bruder, dem berühmten Turnierreitor Oberleutnant E. Hasse. Die 6. Partie im Schachweltmeister- schastskampf unentschieden. In Freiburg wurde am Donnerstagabend die am Mittwoch abgebrochene sechste Partie des Kampfes um die S ch a ch w e l t m e i st e r f ch a f t zu Ende geführt. Bogoljubow vermochte durch außerordentlich zähes Spiel einen nach dem anderen der Aljechinfchen Freibauern zu erobern, und schließlich wurde die Partie von Dr. Aljechin im 61. Zug nach insgesamt 8V2 Stunden Spieldauer remis gegeben. In Sachverständigenkreisen glaubt man, daß Bogoljubow nun den Weg zu seiner wahren Stärke finden wird. Man sieht daher mit großer Spannung der am Freitag um 19 Uhr beginnenden 7. Partie entgegen, in der Bogoljubow die weißen Steine führt. Rundfunkprogramm. Sonntag, 22. April. 6.15 Uhr: Hamburg: Hafenkonzert auf dem Jugendherbergschiff „Hein Godenwind". 8.15: Stuttgart: Nachrichten. 8.25: Morgengymnastik. 8.45: Choralblasen, veranstaltet von dem Amt für Kirchenmusik, Frankfurt a. M. 9: Aus der Leonhardskirche Stuttgart: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Stuttgart: Feierstunde der Schaffenden. Als Einlage: Goethe-Gedichte, gelesen von Robert Vogel. 10.15: Stuttgart: Katholische Morgenfeier. 11: Stunde des Chorgesangs. 11.40: National-sozialistischer Aufbau: Arbeit auf dem Gebiete des Vogelschutzes. Sprecher: Wilhelm Platt und Sebastian Pfeifer. 12: Stuttgart: Mittagskonzert I. 13: Paul Laven: Stegreiferzählung. 13.15: Mittagskonzert II. Musikszenen aus Wagners „Meistersinger von Nürnberg". 14.20: Zehnminutendienst für die Landwirtschaft: Was hat der Winzer in diesen Wochen zu tun? 14.30: Kassel: Stunde des Landes: Nach welchen Gesichtspunkten werden die Siedler für die Neubildung deutschen Bauerntums gewählt? Ein Zwiegespräch zwischen Dr. Cordes von der Landesbauernschaft Kurhessen und einem kurhessischen Jungbauern. 15: Stuttgart: Kinderstunde: „Auf der Frühlingswiese". Eine lustige Spielstunde von Hans Eich. 16: Stuttgart: Nachmittagskonzert: „Nordische Komponisten". 18: Von der Burg Breuberg im Odenwald: Wandern und Bleiben. Ein Hörbericht aus einer Jugendherberge. 18.30: Mannheim: Zum Auftakt des 3. deutschen Bruckner- Festes. 19: Koblenz: Alte — neue Moselbrücke. Hörbericht. 19.25: Stuttgart: Einführung zur nachfolgenden Opernübertragung. 19.30: Stuttgart: Aus dem Großen Haus der Württ. Staatstheater in Stuttgart: Pique Dame. Oper in drei Akten (7 Bildern) von P. Tschaikowsky. Text nach Puschkins Erzählung von Modest Tschaikowsky. Deutsch von Rolf Lauckner. Gesamtleitung, Inszenierung und Spielleitung: Generalintendant Otto Krauß. Musikalische Leitung: Richard Kraus. 22.30: Nachrichten 23: München: Nachtmusik. 24 bis 2: Stuttgart: Nachtmusik. Hlontag, 23. April. 6.05 Uhr: Stuttgart: Gymnastik I. 6.30: Stuttgart: Gymnastik II. 6.55: Stuttgart: Frühmeldun- aen. 7.10: Stuttgart: Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Stuttgart: Gymnastik. 10: Stuttgart: Nachrichten. 10.30 bis 10.45: Trier: Eigene Sendung, 11: Werbe- lonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Stuttgart: Mittags- ■ Mkt W Lineln in öle Deutschestrbelksront /Av aA'jfv» Aw 1 konzert I. Heitere Musik von SuppL. 13: Stuttgart: Nachrichten. 13.20: Freiburg: Mittagskonzert II. 13.50: Stuttgart: Nachrichten. 14: Freiburg: Mittagskonzert III. 14.30: Kassel: Nachrichten. 14.40: Stunde des Liedes: Schubert-Lieder. 15.50: Wirt- schaftsbericht. 16: Stuttgart: Nachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters. 17.30: Fünf Jahre mit Indianern auf dem Kriegsfuß. Eigene Erlebnisse von Fritz Bauer, Reutlingen. — In seinem Auftrag erzählt von Otto Langguth. 17.45: Klaviermusik. Ausführung: Ada Turana. 18: Stunde der Jugend. „Karlsruher Brigante". Eine Erzählung von Ludwig Metzger. Sprecher: Berthold Cbbecke. 18.25? Stuttgart: Französischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Unterhaltungskonzert. 19.40; „Za, ja, die Schwarzarbeiter". Eine heitere Hörfolge mit ernstem Unterton. 20.15: Berlin: Stund» der Nation: Deutsche Arbeit in aller Welt. Ein Aufriß von Rolf Reißmann. 21.15: Kleine Unterhaltung. 21.30: Stuttgart: 1. Sinfonie in 8-Dur, Opus 38, von Robert Schumann. 22: Stuttgart: Nachrichten. 22.15: Stuttgart: Du mußt wissen ... 22.40: Karlsruhe: Heitere Schallplattenplauderei. Don R. Schmitthenner. 23: Stuttgart: Die Kapelle Kermbach spielt Tanzmusik. 24: Stuttgart: Nachtmusik. In stiller Nacht. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 22. April. Jubilate. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrvikar Balz; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Mat- thäusgemeinde; 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker. — Johannes- kirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Missionar Walther. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; zugleich Christen- lehre für die neukonfirmierten Mädchen der Luther- gemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Petruskapelle. 9.30: Studentenpfarrer Sucker; anschließend Christenlehre für die Neukonfirmierten (Knaben) der Petrusgemeinde. — Wieseck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; Kollekte; 11: Kinderkirche; 13.30: Feier der Aufnahme der Kleinsten in die Schule (Chorschule). — AllenDuseck. 9.30: Beichte ; 10: Gottesdienst; Feier des hl. Abendmahls; 13: Schulanfängerandacht. — Grohen-Bufeck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Beichte und hl. Abendmahl. — Oppenrod. 8.15: Beichte; 8.30: Gottesdienst und hl. Abendmahl. — Albach. 9.30: Beichte mit anschließendem Abendmahl; Kollekte. — Steinbach. 13: Gottesdienst und Christenlehre. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; anschließend Beichte und hl. Abendmahl für die Burschen; 13: Kindergottesdienst für die vier oberen Jahrgänge; 13.45: 2. Kindergottesdienst für die vier unteren Jahrgänge. — Kirchberg. 10; 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Lollar. — Lollar. 13.30. — Daubringen. 13.30. — Treis an der Lumda. 10: Hauptgottesdienst; 13: Katechis» muslehre. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst, 11: Kindergottesdienst; 20: Gemeindeabend. — Watzenborn-Steinberg. 9.30: Beichte; 9.45: Predigtgottes, dienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls (männliche Jugend). — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 10: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend; 12.45: Kinderkirche; 14: Stiftspfarrer Draudt. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Bettenhausen. 8.45: Jugend» gottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; anschließend Christenlehre für die Jungen und Mädchen. — Langd. 13: Gottesdienst mit Christenlehre. Oeffentllcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. Nöumann-Spengel, Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Buchinger. Apotheke: Hirschapotheke. 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