Nr. 44 Erstes Blatt 184. Jahrgang Mittwoch, 21. Februar 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats Buch- und 5teindruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: §chulstratze 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 60Nps.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm Edens Berliner Besprechungen. Oer Führer erörtert mit dem britischen Lordsiegelbewahrer die Abrüstungsfrage. Heute Fortsetzung des Gesprächs. Anthony Eden, der englische Lordsiegelbewahrer (rechts) mit dem englischen Botschafter Sir Phipps auf der Fahrt vom Bahnhof ins Hotel. Grundlose Sorge um Oesterreich „Figarro" rasselt mit dem Labet. Paris, 21. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Ein Teil der Presse beschäftigt sich lebhaft mit dem österreichischen Problem. Einzelne Blätter sind dabei stark bemüht, Oel ins Feuer zu gießen. Der Außenpolitiker des „E x c e l s i o r" erklärt, in Paris, Rom und London sei man der Auffassung, daß Dollfuß nunmehr bald seinen angekündigten Schritt beim Völkerbundsrat unternehmen werde. Es bleibe allerdings noch die Frage, ob die sich überstürzenden Ereignisse in Mitteleuropa dem Völkerbunde überhaupt die Zeit ließen, die von Dollfuß vorbereiteten Akten zu prüfen. Ziemlich wild gebärdet sich der „F i g a r o". Man dürfe die Zeit nicht mehr mit leeren Worten vergeuden. Die letzte Erklärung der drei Großmächte habe in Deutschland überhaupt keinen Eindruck gemacht. Dort rechne man auf den üblichen Zwiespalt zwischen Frankreich, England und Italien. Man wisse, daß besonders England vielleicht überhaupt nicht geneigt sei, einzugreifen und daß Italien über die Neuorganisierung Mitteleuropas nicht die gleiche Auffassung habe, wie die Kleine Entente. Die Unabhängigkeit Oesterreichs, die man vor einiger Zeit noch auf diplomatischem Wege hätte sicherstellen können, werde in Zukunft vielleicht durch Waffengewalt gesichert werden müssen. " Berlin, 20.Febr. (DNB.) Lordsiegelbewahrer Lden, der um Mitternacht in Berlin eintraf, hatte bereits am Dienstagvormittag eine Besprechung im Auswärtigen Amt mit dem Reichsaußcnminifter Freiherrn von Neurath und dem Reichswehrminister v. Blomberg. Der Reichskanzler empfing Minister Eden mnd den britischen Botschaster nachmittags im Beisein des Reichsauhenminifters und des Reichswehriministers zu längerer Aussprache. Die in sehr freundlichem Ton geführten Besprechungen hatten Sie Regelung derAbrüstungsfrage zum Gegenstand und knüpften an die in den diplomati- sschen Verhandlungen der letzten Monate entwickelten dentschenVorschläge sowie an das kürz- tich veröffentliche Memorandum der englischen Regierung an. Sie werden morgen fortgesetzt werden. Optimismus in London. Günstiger Stand der Berliner Verhandlungen. London, 20. Febr. (DNB.) Wie in unterrich- Üeten englischen Kreisen verlautet, scheinen die Be- ssprechungen, die der Lordsiegelbewahrer Eden mit Den maßgebenden Stellen in Berlin führt, einen I wicht ungünstigen Verlauf zu nehmen. 5n der Umgebung Edens wurde nach Abschluß des ersten Besprechungstages ein gemäßigter Optimismus zur Schau getragen, und man ! ließ durchblicken, daß für die Unterredungen, die um Mittwoch fortgesetzt werden, durchaus p o - ßitive Möglichkeiten bestünden, was auch schon daraus hervorgehe, daß ein Zeitpunkt für die Abreise noch nicht festgesetzt sei. Man gehe wohl nicht fehl in der Annahme, daß im Mittelpunkt der bisherigen Besprechungen die Frage der Luft- streitkräfte, ferner die englische Anregung auf " Rückkehr Deutschlands nach Genf und schließlich die SA.-Frage gestanden hätten. „Times" läßt sich von ihrem Berlmer Bericht- cerstatter melden, Eden habe zwar die Absicht, am Donnerstag nach Rom abzureisen, das sei jedoch noch nicht endgültig entschieden. Der gestrige Tag hatte offenbar den Eindruck hinterlassen, daß Edens Besuch die Mühe gelohnt hatte, was sich auch äm einzelnen daraus ergeben sollte. Falls der leidlich gute Anfang zu einer Aussicht auf einen Fortschritt in der Rüstungsfrage führe, werde Edens ' Berliner Aufenthalt vielleicht verlängert werden. Witt Miklas zurücktreten? Dollfuß wird als künftigcrBundcsPräsidcnt genannt. Paris, 20. Febr. (DNB.) Die pariser Abend- vlätter veröffentlichen eine Meldung der Nachrichtenagentur „Information" aus Wien, daß Bundespräsident Miklas demnächst zurücktreten werde. Lr sei durch die blutigen Ereignisse tief betrübt und von den Todesurteilen und den Vollstreckungen stark veeindruckt. Er wolle zurücktreten, jedoch nicht gegenwärtig, weil dies eine Desavouierung Dollfuß' bedeuten würde. Deshalb wolle er für feinen Rücktritt inen günstigen Augenblick abwarten. 3m Falle seines Rücktrittes würde Dollfuß Bundes- Präsident werden. Trauerfeier für die Opfer der Gtraßeukämpfe in Wien. US Bildtelegramm aus Wien: Oben: Die Trauerfeier vor dem Rathaus. Minister Schuschnigg (1), der neue Stadtkommissar für Wien Schmitz (2), Bundeskanzler Dr. Dollfuß (3), Bundespräsident Miklas (4), Kardinal Jnnitzer (5). — Unten: Die Automobile mit den 54 Särgen der während der Straßenkämpfe gefallenen Soldaten, Polizisten, Gendarmen und Heimwehrleute. Wien, 20. Febr. (DNB.) Für die Gefallenen der Bundesexekutive fand am Dienstag mittag die Trauerfeier statt. Vor dem Rathaus war ein Altar errichtet worden, vor dem die 50 Särge der Gefallenen in langer Reihe aufge- ftellt waren. Die Einsegnung vollzog zunächst i ein evangelischer Seelsorger, ein altkatholischer Bischof und zum Schluß der Kardinalerz- 'bischof Dr. Jnnitzer. Neben dem Altar hatten I bie Bundesregierung, das Diplomatische Korps, das hohe Militär, die Spitzen der Behörden und die Vertreter der öffentlichen Körperschaften Aufstellung genommen. Nach der Einsegnung bestieg der B u n d e s Präsident Miklas als Erster die Tribüne und erklärte, den Jrregeführten werde verzeihende Milde gewährt werden. Das Bitterste sei, daß die Toten im Kampfe gegen die Brüder und Söhne des eigenen Vaterlandes gefallen sind. Bundeskanzler Dollfuß hob hervor, daß dank der Pflichttreue der Toten eine unermeßbare Katastrophe für Oesterreich beseitigt worden sei, die Bundesregierung habe die Anweisung erlassen, daß am Mittwoch früh um 7 Uhr das Standrecht in ganz Oe st erreich aufzuheben fei, falls nicht neue Verblendung diesen Entschluß der Regierung verhindern sollte. Instinktive Vergeltungsgefühle müßten für immer zurücktreten. Nach weiteren Ansprachen setzte sich der Trauerzug nach dem Zentralfriedhof in Bewegung. Randnoten. Die Saarregierung hat also wirklich den Erfolg gehabt, daß der Führer der Deutschen Front, Kommerzienrat Röchling, in zweiter Instanz verurteilt worden ist. Aber diese Verurteilung wegen formaler Beleidigung ändert nichts daran, daß der Angeklagte moralisch freigesprochen ist. Denn der Prozeß wurde angestrengt, um nachzuweisen, daß im Saargebiet kein Druck auf die Bergarbeiter ausgeübt wurde, ihre Kinder in die Schulen zu schicken, die man verschämt Doma- nialschulen nennt, die aber tatsächlich ausgesprochene Franzosen schulen sind. In erster Instanz ist durch zahllose Zeugenaussagen nachgewiesen worden, daß ein solcher Zwang mit den verderblichsten Mitteln angewandt ist und von der Regierung mindestens wohlwollend geduldet wurde. Einer nach dem anderen der Bergarbeiter marschierte auf, um unter seinem Eide auszusagen, daß er vor die Wahl gestellt wurde, entweder seine Kinder in die französische Schule zu geben oder Lohn und Brot zu verlieren. Und wieder andere mußten beeiden, daß sie Stellung gefunden hatten, sobald sie den Preis bezahlten. Die Zeugenvernehmungen der zweiten Instanz haben genau das gleiche Bild ergeben. An dem Tatbestand hat sich nichts geändert, daß Deutsche genötigt worden sind, wenn sie ihre Familie nicht’ verhungern lassen wollten, ihre Kinder aus den deutschen Schulen herauszunehmen und zu den Franzosen in den Unterricht zu geben. Und das in einem deutschen Lande! Ein so ungeheuerlicher Skandal, daß eigentlich gerade die Staaten sich dagegen zur Wehr setzen müßten, die in den Fragen der eigenen Nationalität so außerordentlich empfindlich find. Aber kaum eine Stimme des Protestes hat sich dagegen geltend gemacht. Nach Ansicht der Engländer und Franzosen sind die Deutschen auch heute noch vogelfrei. Sie werden deshalb auch den wichtigsten Bestandteil des Urteils, daß die Berufung des Staatsanwaltes zunächst verworfen wurde, unterschlagen. Um so notwendiger ist es, das zu unterstreichen, daß auch die zweite Instanz eine Rechtfertigung der französischen Methoden nicht einmal versucht hat. Sie hat insoweit Röchling f r e i gesprochen und damit das Bestehen eines unzulässigen Druckes gewissermaßen als gerichtsnotorisch anerkannt. Eine Verurteilung ist nur wegen formaler Beleidigung erfolgt mit Hilfe einer juristisch sehr gewagten Konstruktion: Einer der Bergarbeiter hatte sich durch das Flugblatt Röchlings persönlich beleidigt gefühlt und deswegen Nebenklage erhoben. Dieser Nebenklage ist stattgegeben worden, und insofern ist eine Verurteilung erfolgt. Wir wollen mit dem Gericht nicht darüber rechten, ob das notwendig war oder inwieweit hier vielleicht bei der Urteilsfindung politische Einflüsse und politifcke Erwägungen eine Rolle gespielt haben. Auch der Verurteilte selbst wird die Strafe als nebensächlich empfinden. Menschen, die in solchen Zeiten ihr Vaterland im Stich lassen, sind nun einmal Gesinnungslumpen, ganz gleichgültig, ob eine formal-juristische Auslegung darin eine Beleidigung sieht ober nicht. Gerade die Saarregierung hätte klüger daran getan, wenn sie diesen Prozeß nicht führte oder wenn sie wenigstens auf die Einlegung der Berufung verzichtete. Sie hat jetzt nur erreicht, daß ihr vor zwei Instanzen ihre parteiische Haltung bescheinigt worden ist. Von den Deutschen im Memelgebiet kommen ernste Meldungen, die besagen, daß das Memelgebiet heute tatsächlich vor dem Ende seiner nach der litauischen Besetzung mühsam erkämpften und dann opfervoll verteidigten Autonomie steht. Der „Kalte Putsch", den Litauen jetzt im Memelgebiet durchführt, geht ohne Sensation und fast geräuschlos vor sich. Die Litauer machen nicht viel Aufhebens davon, und die Memelländer müssen schweigen, denn sie sind von Spitzeln umgeben und Polizei und Kriegskommandant drohen mit dem Gefängnis. Den Ausgang nahm dieser „Kalte Putsch" von der erzwungenen Entlassung von mehr als hundert deutschen Lehrern und Beamten. Es folgte die Entziehung der Arbeitsgenehmigung für etwa 200 deutsche Familienväter und die Verhaftung Dr. Neumanns und zahlreicher Unterführer der sozialistischen Volksgemeinschaft, in der sich die Memelländer politisch organisiert hatten. Den Hauptschlag führte die litauische Regierung mit dem Gesetz „Zum Schutz von Volk und Staat" aus, dessen 38 Paragraphen das gesamte politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben des Memellandes töten. Mit Gefängnis oder Zuchthaus wird nicht nur der bestraft, der den litauischen Staat beleidigt ober verächtlich macht, fonbern auch berjenige, ber einem Litauer so nahe tritt, baß biefer sich in seinem nationalen Bewußtsein verletzt fühlen kann. Wer bie Wiberstanbskraft ober bas nationale Bewußtsein eines Litauers schwächt ober bie Absicht äußert, bies zu tun, wirb mit Gefängnis von unbegrenzter Hohe bestraft. Schon aus biefen beiben Paragraphen kann man ersehen, baß bie Arbeit ber memellänbischen Parteien lahmaelegt wirb unb baß ein Wahl- kam p f überhaupt unmöglich gemacht würbe. Rechte haben im Memellanb nur ber litauische Staat unb bie litauischen Bürger, bie deutschen Bürger unb autonomen Behörben haben nur Pflichten. Sie finb ber Hetze ber g^Attuffafc^ Parteien unb ihrer Presse schutzlos preisgegeben, denn kein Gesetz bedroht den mft^,chthaus der einen Deutschen in feinem/nationalen Be- wußtsem verletzt. Auch von einem Schutz der autonomen memellänbischen Regierung ist mit keinem Wort bie Rebe. Wie bie Bestimmungen bes Autonomiestatuts auszulegen finb, bestimmen in Zu- funft weht etwa bie vier Großmächte bie bie Me- melkonvention garantieren oder die zuständigen internationalen Instanzen, sondern die litauischen Behörden und Gerichte. Das Gesetz ist ein einziger Hohn auf die Autonomie des Memellandes, ein einziger Bruch des Memelstatuts. Es muhte schon schlimm stehen, wenn sich die Garantie- machte erneut veranlaßt gesehen haben, in Kowno daran zu erinnern, daß man nicht in so unverfrorener Weise sich über vertragliche Bestimmungen hinwegsetzen kann. Die Frage liegt nahe, welche Folgen der Schritt in Kowno haben wird. Wenn die litauische Regierung glaubt, daß ihr Schutzgesetz uns veranlassen könnte, auf wirtschaftlichem Gebiet irgend welche Zugeständnisse zu machen, dann irrt sie sich. Sie ist gehalten, die Bestimmungen der Memelkonvention zu erfüllen und nicht die letzten Rechte der Memelländer mit Stumpf und Stiel auszurotten. Wünscht sie einen Kampf, dann trägt sie dafür die Verantwortung. Man kann ihr aber bei dieser Gelegenheit doch empfehlen, einmal einen Blick nach Warschau zu werfen, wo man eingesehen hat, daß der Friede im Osten nur durch gütlichen Meinungsaustausch und durch friedliche Beseitigung aller Konfliktsstoffe am besten gesichert werden kann. Wer diesen Weg nicht beschreitet, muß als Friedensstörer gebrandmarkt werden. « Selbst um den Preis einer Ministerkrise und einer völligen Verlagerung des innerpolitischen Schwergewichtes hat der tschechische Ministerpräsident an dem Beschluß einer Devalvation der Tschechenkrone festgehalten. Die Sache wird möglichst harmlos aufgezogen, keine Inflation, keine Loslösung vom Golde, sondern eine einfache technische Maßregel der Herabsetzung des Münzfußes, wodurch die Krone den sechsten Teil etwa ihrer bisherigen internationalen Kaufkraft verlieren würde. Die Begründung klingt sehr plausibel, der tschechische Export hat im Laufe der letzten Jahre mehr als Zweidrittel seines Gesamtumfanges verloren. Das entwertete englische Pfund hat alle bisher den Tschechen vorbehaltenen Märkte erobert, und vor allem gegen die japanische Schleuderkonkurrenz ist nicht mehr anzukommen. Die Tschechen hoffen also, daß es ihnen gelingen wird, das englische Beispiel nachzumachen, indem sie den Inlandspreis halten, aber durch die Herabdrückung ihrer Valuta praktisch gesprochen ihre Exportwaren um den sechsten Teil v e r b i l l i g.e n und dadurch auf dem internationalen Markt die ihnen verloren gegangenen Bestellungen zurückerobern können. Das Ganze bleibt aber doch ein Sprung ins Dunkle, der auch von vielen Sachverständigen im eigenen Lande angefochten wird; ein Experiment, von dem man wohl den Anfang, aber nicht das Ende sieht. Die tschechische Währung stand seit ungefähr zehn Jahren fest, es war gerade der Stolz der Tschechen gewesen, daß sie als erste es verstanden hatten, sich aus dem finanziellen Chaos der österreichischen Nachfolgestaaten herauszuretten und ihre eigene Währung aufzubauen. Sie haben auch vor einigen Jahren sehr gut daran verdient, weil sie — über den Weltmarkt gemessen — niedrige Löhne zahlten, also unterbieten konnten. Inzwischen schen ist auf dem Weltmarkt alles billiger geworden, die Kartelle und Gewerkschaften haben aber verhindert, daß die Löhne und Preise ebenfalls eine rückläufige Bewegung annahmen, so daß die Tschechen heute mit ihren Waren plötzlich über dem Weltmarkt hängen und nicht mehr konkurrenzfähig sind. Die große Frage ist nur, ob sie mit dieser Devalvation viel erreichen werden. Denn sie doktern damit ja nur an den Symptomen, nicht an der Krankheit selbst herum. Sie leiden eben darunter, daß ihre industrielle Rüstung, die für das Ausmaß des österreichisch-ungarischen Staates zugeschnitten ist, für die kleine Tschechoslowakei viel zu groß ist und nun einen Absatzmarkt außerhalb der eigenen Grenzen finden muß. Ihr natürliches (3e=■ sicht ist nach dem Südosten gerichtet, aber gerade hier ist die Kaufkraft gering. Auch mit bil- iigeren Waren werden sie keine großen Geschäfte machen können, solange sie nicht imstande sind, dafür Agrarprodukte aufzunehmen, und dagegen sperrt sich begreiflicherweise die einheimische Landwirtschaft. Auch die übrigen Länder aber werden sich durch Kontingente oder Zollerhöhungen gegen diesen erneuten Wettbewerb wehren. Die Gefahr ist also nicht von der Hand zu weisen, daß die Abwertung nur ein Schlag ins Wasser ist, bestenfalls für einen kurzen Augenblick hilft, aber dann die Lage nur verschlimmert. Auch das Schicksal der Tschechen zeigt, daß im Rahmen eines so engen Wirtschaftsgebietes der Ausgleich nicht zu erzielen ist und daß nur eine Gesundung der ganzen Weltwirtschaft den einzelnen Ländern helfen kann. Aber dazu sind bestimmte politische Vorbedingungen zu erfüllen, und dafür waren gerade die Tschechen bisher nicht zu haben. Deutschlands Vertreter bei der Beisetzung in Brüssel. B c rl i n, 20. Febr. (DNB.) Gesandter von Keller begibt sich am Dienstagabend als Botschafter in außerordentlicher Mission nach Brüssel, um dort als Vertreter des Reichspräsidenten und derReichs- regierung an den Beisetzungsfeierlichkeiten für den verstorbenen belgischen König teilzunehmen. In Brüssel wallfahrten mehr als hunderttausend Personen zum königlichen Schloß, um den hier aufgebahrten König noch einmal zu sehen. Um 22 Uhr war der Andrang noch immer so gewaltig, daß man beschloß, auch während der ganzen Nacht die Bevölkerung ins Schloß zu lassen. Der König ist in einem Saal, der genau in der Mitte des Schlosses liegt, aufgebahrt. Der ganze Saal ist schwarz ausgeschlagen, die einzige Beleuchtung geht von den um den Sarg ausgestellten riesigen Kerzen aus. Zwei Flügeladjutanten und Kriegsteilnehmer in Zivil wechseln sich in der Ehrenwache ab. Eine Richtigstellung. N e u s a l z, 20. Febr. (DNB.) Zu der Meldung des Deutschen Nachrichtenbüros über die I n - schutzhaftnahme eines unsozialen Betriebsleiters in Liebschütz wird gemeldet, daß es sich nicht um den Leiter der Dampf- z lumenthal in Liebschütz, sondern um den Betriebsleiter Gentz von der Stärke- und Kartof^elslockensabrik in Liebschütz handelt, der weg^n unsozialen Verhaltens in Schutz- Haft genommen wurde und sich noch in Haft befindet'. In der Ziegelei Blumenthal herrscht das beste Einver'Nehmen zwischen der Betriebsleitung, den Angestellten und den Arbeitern. Keine Senkung der Tariflöhne nach dem 1. Mai. Eine Erklärung des Berliner Treuhänders der Arbeit. Berlin, 21. Febr. (DttB.) Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Brandenburg Engel hat eine Erklärung abgegeben, wonach die mit dem 3 0. April ablaufendeu Tarifverträge vom 1. 2H a i ab als Ta- rifordnungen 3 u gelten haben. 3n keinem einzigen Fall darf eine Anterschreitung der damit bindend als Winde st löhne festgesetzten Entgelte ohne die Zustimmung des Treuhänders erfolgen. Die Erklärung hat folgenden Wortlaut: „Aus zahlreichen Meldungen ersehe ich, daß allgemein bei den Belegschaften und auch den Werkleitungen die Besorgnis besteht, nach dem 1. Mai keine stabilen Lohn- und Gehaltsgrundlagen mehr zu haben. Viele Werkangehörige befürchten, daß die Löhne und Gehälter willkürlich gesenkt werden könnten. Nach Mitteilungen sollen sich auch Werks- lei hingen gegenüber den Betriebsvertretungen in dieser Richtung geäußert haben. Dadurch ist Unruhe in die Wirtschaft gebracht worden. Um all diesen Absichten und all dem Gerede wirksam entgegenzutreten, gebe ich bekannt, daß die mit dem 30. April ablaufenden Tarifverträge ab 1. Mai als Tarifordnung gelten. Die auf Grund der alten Tarife oder Werksvereinbarungen gezahlten Löhne, Gehälter und Deputate gelten ab 1. Mai als Grundrichtung, d. h. als Mindest grenze. Darüber hinaus kann entlohnt werden. Eine U n - terfuchung ohne die Zustimmung des Treuhänders der Arbeit ist in keinem Falle ge - st a t t e t.“ im Saargebiel erneut bloßgestelli. Röchling im Berufungsprozeß nur wegen formaler Beleidigung eines Nebenklägers verurteilt. — Die Berufung des Staatsanwalts verworfen. Saarlouis, 20. Febr. (DNB.) In der B e - rufungsverhandlung des Prozesses gegen Kommerzienrat Hermann Röchling, Verlagsdirektor Hall, und die drei Mitbeteiligten Mer - cher, Hillmann und D i b 0 wurde am Dienstag das Urteil verkündet: Danach wurde Kommerzienrat Röchling unter Verwerfung der Berufung der Staatsanwaltschaft wegen einer durch Verbreitung von Flugschriften begangenen Beleidigung gegen den Bergmann Dorschei zu 800 Franken Geldstrafe verurteilt, Verlagsdirektor Hall wegen Beihilfe zu 300 Franken, die anderen drei Angeklagten ebenfalls wegen Beihilfe zu je 50 Franken Geldstrafe. Im übrigen erfolgte Freisprechung. In der Urteilsbegründung vor dem Obersten Gerichtshof führte Senatspräsident Acker u. a. aus: Die Flugblätter seien nur gegen Ä i e französischen Schulen und gegen diejenigen, ine diese zu propagandistischen Zwecken mißbrauchten, gerichtet. Es kämen daher bei den angewandten Ausdrücken, wie Gesinnungslumpen, Gewaltpolitiker, Agitatoren ufw. nicht Teile der Bevölkerung, sondern nur Einzelpersonen in Frage. Die Flugblätter richteten sich nur gegen solche deutsche Eltern, die unter Druck ihre Kinder in die französischen Schulen schickten. Aus diesem Grunde könne eine Aufreizung von Teilen der Bevölkerung gegeneinander nicht als erwiesen angesehen werden. Auch könnte nicht nachgewiesen werden, daß Röchling sich einer Aufreizung bewußt gewesen sei. Noch weniger sei der Nachweis erbracht, daß ein Erfolg der angeblichen Aufreizung eingetreten feie. Aus diesen Gründen käme ein Verstoß gegen die Verordnung der Regierungskommision vom 28. Juni 1923 nicht in Frage. Auf die beiden Nebenkläger könnte von den angeführten beleidigenden Ausdrücken nur das Wort G e - sinnungslump irgendwie als zutreffend erklärt werden. Da sich aber das Flugblatt nur an deutsche Eltern richte, könne der Nebenkläger Kohler nicht von diesem betroffen werden, da er bereits zu diesem Zeitpunkt naturalisierter Franzose war. Dorschei, der n 0 eh Deutscher war und der fein Kind in die französische Schule schickte, obwohl er nicht unter Druck stand, habe sich durch den Vorwurf der Gesinnungslumperei betroffen fühlen müssen. Aus diesem Grunde müsse in diesem Falle Verurteilung erfolgen. Bei der Festsetzung der Strafe sei zu berücksichtigen, daß die Tat aus patriotischen, also moralisch achtbaren Beweggründen erfolgt sei. ' Es muß also festgestellt werden, daß die französische Bergwerksverwaltung ihr erhofftes Ziel, sich durch diesen Prozeß von dem Vorwurf eines unberechtigten Drucks auf ihr Personal in der Frage der Domamalschulen zu befreien, nicht erreicht hat. Leider jedoch muß festgestellt werden, daß die Bergverwaltung aus diesem Prozeß nichts gelernt zu haben scheint, denn bereits kommen Nachrichten, nach denen französische Schulleiter, z. B. in der Siedlung Velsen, unter Hinweis auf die Beschäftigung des Mannes bei der Berg- verwaltung die Eltern dazu zu überreden versuchen, ihre Kinder auf die französische Schule zu geben. War Stavisky ein Spion? Auf neuen Spuren im Gtavisky-Skandal. Paris, 21. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die pariser Morgenblatter berichten, daß nach den in Bayonne umlaufenden Gerüchten der Stavisky- Standal in den nächsten Tagen ein vollkommen anderes Aussehen erhalten könnte. Gewisse Anzeichen deuten darauf hin, daß sich die Tätigkeit Staviskys nicht nur auf die Mllllonen-Betrügereien beschränkt habe, sondern, daß er seine guten Beziehungen zu den höchsten Stellen auch geschickt ausgenüht habe, um Spionage zu treiben. Wenngleich diese Gerüchte im Augenblick noch keine feste Form angenommen haben, so nennt man doch in diesem Zusammenhang bereits die Namen der Wiener Künstlerinnen Rita Georg und einer augenblicklich in London weilenden Wiener Tänzerin Marianne Kupfer. Man wundert sich darüber, daß beide unmittelbar nach dem Tode Staviskys Frankreich verlassen haben und daß sich besonders Rita Georg geweigert hat, nach Paris zu kommen, um über ihre Beziehungen zu Stavisky auszusagen. Das „Journal" hat von sich aus eine Untersuchung eingeleitet und spinnt den Faden weiter. Stavisky, so betont das Blatt, habe sich eingehend um die Organisierung der französischen Grenzverteidigungen bekümmert. Die pariser Sicherheitspolizei habe sich ebenfalls mit dieser Sache besaßt und erklärt, daß sie verschiedenen Spuren nachgehe, daß sich aber bisher kein einziges der umlaufenden Gerüchte bestätigt habe. Die Blätter glauben aber doch, daß sich der Bayonner Untersuchungsrichter demnächst auch mit dieser Angelegenheit zu befassen haben werde. Verstärkung des Sparerschuhes. Paris, 20. Febr. (DNB.) Jrn Senat stand auf der Tagesordnung ber Entwurf zum Schutz des S pa r ka pi ta 1 s. Der Berichterstatter Lesachö kritisierte die Machtvollkommenheit der Aufsichtsräte gegenüber den Aktionären, und verwies auf die großen Finanzkrachs der letzten Jahre, die dem Kleinsparertum nach seiner Schätzung einen Schaden von rund sieben Milliarden Francs eingetragen haben. LesachL rügte, daß zu viel an st ä n - dige Leute sich vor zweifelhafte Unternehmungen stellten. Dank solcher Schirmherrschaft würden die Sparer betrogen. Schließlich bemängelte der Berichterstatter, daß eine Reihe von Personen, die bereits vor Jahren verurteilt wurden, noch immer nicht in Haft genommen seien. Justizminister Che - ron bemerkte, er sei entschlossen, eine völlige Reinigung durchzuführen. Man werde die Privilegien beseitigen, die den Gang der Justiz häufig aufhalten, wenn es sich um Unternehmungen handelt, die von hohen Würdenträgern der Ehrenlegion geleitet werden. Deutschland sordertVerteidigungs mittel gegen Angriffe aus der Lust. Eine Unterredung mit Reichslustfahrtminister Göring. London, 20. Febr. (DNB.) Die „Daily Mail" veröffentlicht eine Unterredung ihres Sonderberichterstatters Ward Price mit dem Reichsluftsahrt- minifter General Göring. Der Minister sagte dabei u. a.: Deutschland muß eine defensive Luftflotte haben, falls die anderen Großmächte nicht bereit sind, ihre Bombenflugzeuge aufzugeben, und ich glaube nicht, daß sie dazu bereit sind. Wir haben gemeinsame Grenzen mit Frankreich, Belgien, Polen und der Tschechoslowakei. Ich muß zwischen 30 und 40 v. H. der gesamten Flugzeugstärke dieser Länder haben. Dies ist die bescheidenste defensive Luftstreitmacht, die die nationale Sicherheit Deutschlands schützen würde. Wir haben keine Militärflugzeuge und auch keine Flugzeugabwehrgeschütze Diese Tatsache macht die Reichswehr und die kleine deutsche Küstenverteidigungsflotte so gut wie zwecklos. Denn es einem unserer Nachbarn einfiele, uns anzugreifen, so könnten seine Flugzeuge u n - fece Bevölkerung vernichten und unser Gebiet zerstören, ohne daß er einen einzigen Soldaten über die Grenze schickt. Aus diesem Grunde verlange ich eine defensive Luslstreitmacht, die aus Kampfflugzeugen besteht, und eine angemessene Ausrüstung mit Flugzeugabwehrgeschühen. Die Tatsache, daß wir keine Luftstreitmacht haben, beraubt uns vieler Vorteile bei der Entwicklung der deutschen Luftfahrt. Eine angemessene Luftflotte für die Verteidigung Deutschlands mit unseren eigenen Hilfsmitteln zu bauen, würde zwei Jahre erfordern, da wir unsere Fabriken würden umwandeln müssen. Alte Typen eingeschlossen, besitzt Deutschland jetzt rund 300 Zivilflugzeuge. Der Gedanke, daß sie für einen Angriff auf ein anderes Land benutzt werden könnten, das eine Luftstreitmacht besitzt, ist absurd. Dor allem kann ein Zivilflugzeug nicht schnell genug aufsteigen. Man kann einen Kraftwagen für militärische Zwecke geeignet machen, wenn man ein Maschinengewehr hineinstellt. Aber ein solcher Kraftwagen würde gegen einen regulären Panzerwagen nichts ausrichten können. Dasselbe gilt auch von den Flugzeugen. Auf die Frage, ob er einen Krieg in Europa für wahrscheinlich hatte, antwortete der General: Ich bin kein Prophet. Aber niemand kann leugnen, daß es eine ungeheure Menge von eventuellen Kriegsursachen gibt. Ich hoffe, es sind noch genug Menschen am Leben, die sich an den letzten Krieg erinnern und fick klar machen, daß ein neuer Krieg, wo er auch beginnen würde, sich ausbreiten würde, bis die europäische Zivilisation in einem allgemeinen Blutbade zu Grunde ginge. Wenn alle europäischen Staatsmänner wirkliche Führer wären wie in Deutschland, anstatt unter der Herrschaft demokratischer Parteien und parlamentarischer Cliquen zu stehen, dann würde der Weltfrieden sicher sein. Denn bann würden sie erkennen, daß Krieg keine vorteile bringen würde. Ich sage mit allem Nachdruck, daß die europäische Solidarität außerhalb des Völkerbundes gesucht werden muß, der niemals seinen Charakter als Bund der Sieger gegen die Besiegten und als ein Bündnis zum Schuhe der Siegesbeute verloren hat. Am besten wäre es, wenn alle Staatsmänner in Europa alte Frontsoldaten wären. Der Friedenspakt, den wir kürzlich mit Polen abgeschlossen haben, war nur möglich, weil die Führer auf beiden Seiten Krieg aus persönlicher Erfahrung kennen und wünschen, ihren Ländern die Schrecken des Krieges zu ersparen. Ein Mann, der erreicht hat, was Adolf Hitler vollbracht hat, verdient, daß man seinem Worte Glauben schenkt. Seine Politik ist Frieden mit Gleichberechtigung. Er hat Deutschland gewonnen, weil er seinen Verpflichtungen immer treu geblieben ist. Die kommunistische Gefahr besteht noch immer. Sie ist nur unter die Erde getrieben. Die kommunistische Gefahr wird solange schwehlen, wie sie nicht in anderen Ländern ausgelöscht ist. Die Konzentrationslager waren notwendig. Wenn wir den Kommunismus nicht gebrochen hätten, so würde er uns gebrochen haben. Ich würde niemals erlauben, daß Gandhi in meiner ©egen» mart als ein Freiheitsheld gepriesen wird; denn ich betrachte ihn als einen englandfeindlichen bolschewistischen Agenten in Indien. Dor Jahren habe ich es abgelehnt, einen seiner Kollegen zu empfangen, den mir bei einem zufälligen Zusammentreffen jemand anders vorstellen wollte. Dimi troff hat vielleicht den Reichstag nicht in Brand gesteckt. Aber er hat sein Bestes getan, um das deutsche Volk zu entflammen. Er war der tätig st e bolschewistische Agent in Deutschland. Ich habe ihm im Gerichtshof gesagt, daß er den Galgen verdiene, sei es auch nur wegen seiner verbrecherischen und aufrührerischen Tätigkeit in Deutschland vor dem Reichstagsbrand. Das ist noch immer meine private Ansicht. Wenn seine Seite gewonnen hätte, dann würde sie uns ohne Gnade aufgefnüpft Haven. Ich sehe keinen Grund, warum wir nachsichtiger sein sollen. Jetzt ist er sicher hinter Schloß und Riegel. Er wird dort auf jeden Fall vorläufig bleiben. Dort ist er am besten aufgehoben. Ein solcher Mann ist zu gefährlich, als daß man ihn auf die Gesellschaft loslaffen könnte. Sein Leben und seine Gesundheit sind nicht in Gefahr und er befindet sich so wohl, wie es im Gefängnis möglich ist. „Stoßtrupp 1917/' Uraufführung eines Kriegsfilms in Anwesenheit des Führers. In Anwesenheit des Führers, des Vizekanzlers, des Reichsministers Heß, des Reichswehrministers, des Reichswirtschaftsministers, des Chefs der Heeresleitung, des Reichsstatthalters von Epp und zahlreicher anderer führender Persönlichkeiten fand am Dienstagabend im Berliner Ufatheater am Zoo die Uraufführung des Kriegsfilmes „Stoßtrupp 1917" statt. Der Film ist unter der Schirmherrschaft der National sozialistisch en Kriegsopferversorgung nach dem Kriegsbuch von Hans Zöberlein gedreht worden. Zwei Stunden Hölle! Granaten aller Kaliber schlugen den Boden an der Asine, in Flandern, bei Cambrai. Zwei Stunden spritzen Erdfontänen, bricht der Boden auseinander, fällt zusammen; zwei Stunden streuen Schrapnelle ihr verderbenbringendes Eisen, hacken die Stahlmantel- geschosse schwerer und leichter MG. In dieser Hölle loben, nein hausen Menschen. Sie liegen in den Löchern bis zu den Knien im Wasser. Sie kämpfen gegen einen Feind, den sie kaum sehen. Sie hungern und dursten. Dieser Film ist e i n B e k e n n t. ms zu m heroischen deutschen Men- sck) e n, ein Dank an den Feldgrauen und eine Mahnung an unsere Pflicht gegenüber den Opfern öes Weltkrieges — gleichzeitig aber auch ein Bekenntnis zum Frieden von grausamster Eindringlichkeit. 3m Hamen des Deutschen Volkes. Die Ueberleitung der Rechtspflege auf das Reich. Das Gesetz zur Ueberleitung der Rechtspflege a u f das Reich ist jetzt verkündet worden und mit dem 20. Februar in Kraft getreten. Sämtliche Urteile aller deutschen Gerichte ergehen danach künftig „Im Namen des Deutschen Volkes". Bisher wurden in den Ländern die Urteile verschieden verkündet. In Preußen hieß es „Im Namen des Volkes", andere verkündeten die Urteile „3m Namen des Freistaates", die Urteile des Reichsgerichts ergingen „Im Namen des Reiches". Eine weitere Bestimmung des Gesetzes überträgt das Niederschlagungsrecht von Verfahren in allen Fällen, in denen bisher die Länder zuständig waren, aufdenReichspräsidenten, der aber ebenso wie beim Begnadigungsrecht darüber entscheiden kann, ob er dieses Recht auf andere Stellen übertragen will. Der Erlaß von A m - n e ft i e n bedarf in Zukunft eines Reichsgesetzes. Länderamnestien können nicht mehr erlassen werden. Don großer Bedeutung ist ferner die Festlegung des Grundsatzes der Freizügigkeit der Rechtsanwaltschaft. Ebenso wird die Gültigkeit aller notariellen Urkunden auf das ganze Reichsgebiet ausgedehnt. Am nächsten Sonntag, 25. Februar, werden, wie die NSK. mitteilt, mit den Politischen Leitern der NSDAP., den Führern der HI. und den Führe- rinnen des BdM. auch die Unterführer des Freiwilligen Arbeitsdienstes vereidigt. Sandel-mdGewerbetreibendeimReichsnäWand llnbekannle Helden Wer Stacheldraht. Oie dritte Verordnung über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes. VonDr.IoachimGivens,stellv.ÄundesführerderReichsvereinigungehem.Kriegsgefangenere.V. Berlin, 20. Febr. (DNB.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und der Reichswirtschaftsminister haben auf Grund des Reichs- nährstandgefetzes eine „3. Verordnung über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes erlaf- sen, in welcher die Einzelheiten über die Eingue- derung von Handel- und Gewerbetreibenden in den Reichsnährstand festgelegt werden. In § 1 wird ein genaues Verzeichnis der B e triebe gegeben, die als Landhand e l, w i e Be - u n d Verarbeitung landwirtschaftliche rEr- z e u g n i s s e im Sinne der Verordnung mzusehen finb. Es handelt sich um 10 Gruppen: Wirtscha t mit Ackerbauerzeupnissen, Biehwirtschast, Brauwirt- chast. Zuckcrwirtjchast, Stärke- und Brantwein- wirtschaft, Fischwirtschast, Fett- und Milchw.rtschast, Lebens- und Genuhmittel, tzolzwirtschast und sonstiger Lebensmitteleinzelhandel Eine nach dieser Liste begründete Zugehörigkeit zum Reichsnährstand s ch l i e ß t d i e Z u g e Hörigkeit zu anderen Standes- oder Be- rufsvertretungen aus, soweit nicht m den 88 3 und 4 anderes bestimmt ist. Rach § 3 wird bei den Personen, die eines der in der Liste als Be. und Verarbeitung bezeichneten Facher betreiben, die Zugehörigkeit zu den Wlrtschaftsver- bänden und zu den Gliederungen der Industrie und des Handwerks durch ihre Zugehörigkeit zum Reichsnährstand nicht berührt Angelegenheiten, die außerhalb der Aufgaben der Erzeugung, des Absatzes und der Bemessung der Preise und Preisspannen liegen, werden für diese Betriebe von den Organisationen der Industrie un ö d e s Handwerks wahrgenommen. Das Zu- fammenfallen der Beitragserhebung darf nicht zu einer Erhöhung der Bela st u n g der Unternehmungen führen. Die Ernennung der Führer der Innungen von Bäckern, Schlächtern, Müllern und Konditoren und der übergeordneten fachlichen Gliederungen dieser Handwerkszweige bedarf der Zustimmung des Reichsbauernführers. In weiteren Vorschriften wird festgelegt, daß die Voraussetzungen des § 1 nicht vorliegen, wenn das betreffende Fach lediglich ein unerhebliches Maß des Gesamtbetriebes umfaßt, ferner nicht beim Gast- und Herbergsgewerbe. Wegen beabsichtigter Brotpreiserhöhung in der Pfalz in Schuhhast genommen. LPD. Winnweiler (Pfalz), 20. grebr. Auf Weisung der Gauleitung erfolgte hier die Jn- schutzhaftnahme von zehn Bäckermeistern sowie eines Bäckermeisters in Rockenhausen, weil sie den B r o t p r e i s für einen Sechspfundlaib um zehn Pfennig erhöhen wollten. Die Gauleitung vertritt den Standpunkt, daß eine Preiserhöhung des wichtigsten Volksnahrungsmittels bei gleichbleibender Entlohnung der Arbeiter einer unerhörten Sabotage gleichkomme. Im Zusammenhang hiermit wurde auch in Alsenz der.Obermeister der Bezirksbäckerinnuna in Haft genommen, der in seiner leitenden Stellung für die Vorkommnisse mit zur Verantwortung gezogen werden wird. polen zwischen den Großmächten. Segen die Unterdrückung der polnischen Minderheiten in Rußland und die Anmaßung des französischen Kapitals inpolen.-Das neue Verhältnis zu Deutschland Warschau, 20. Febr. (DNB.) Vor führenden Persönlichkeiten des konservativen Lagers des Regierungsblocks in Krakau sprach der Vorsitzende des Auhenausschusses des Sejm, Abg. Fürst R a d z i w i l l, über innen- und außenpolitische Fragen unter besonderer Berücksichtigung der Nachbarstaaten. Polen habe sich stets von der Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten ferngehalten. Dies, sei besonders hinsichtlich Rußland schwer gefallen, zumal „wir wissen und daran denken müssen, daß in diesem fremden Staate über eine Million Polen in materiellem und noch viel furchtbarerem moralischen Elend leben". Fürst Radziwill kündigte dann an, daß das deutsch-polnische Abkommen noch im Laufe dieser Woche ratifiziert werde. Das Abkommen dürfe in seiner Bedeutung weder unter- noch überschätzt werden. Durch seine Unterzeichnung seien natürlich die Gegensätze noch nicht beseitigt worden. Es sei jedoch dadurch eine andere E i n st e l l u n g in den deutsch-polnischen Beziehungen herbeigeführt worden. Das zehnjährige Abkommen habe den großen Mut des Reichskanzlers Hitler bewiesen, der beim Gegner Sympathie und Hochachtung Hervorrufe. Die durch den Reichstag angenommene Reichsreform habe ein neues Deutschland geschaffen, was wiederum als Anzeichen dafür zu werten sei, daß die Politik des neuen Reiches unter der Führung Adolf Hitlers andere Wege gewählt habe, als das frühere Deutschland, das durch das Preußen der Junker und durch die hohenzollernfche Hausidee vertreten gewesen sei. In längeren Ausführungen widerlegte Radziwill die abfällige französische Kritik an der polnischen Politik. Radziwill führte ferner Klage gegen die unloyale Politik des französischen Kapitals in Polen, die zahlreiche Schwierigkeiten verursache Desgleichen erhob er bittere Vorwürfe gegen französische Politiker, die in Polen ein Hindernis und eine Beunruhigung erblicken möchten. Polen werde alles tun, um die Beziehungen so günstig wie möglich zu gestalten. Der Redner vertrat schließlich die Meinung, daß andere Staaten an der Unabhängigkeit Oesterreichs in stärkerem Maße interessiert seien als Polen. Reue Sinngebung der Politik. Ein Vortrag des Neich-pressechefs der NSDAP. Or. Dietrich über nationalsozialistische Politik. Berlin, 20. Febr. (DNB.) Die Neue Aula der Berliner Universität, in der der Reichspressechef der NSDAP., SS.-Gruppenführer Dr. Dietrich am Dienstagabend über das Thema „Neue Sinngebung der Politik" sprach, war überfüllt. Zu Beginn bet Veranstaltung begrüßte der Präsident der Deutschen Hochschule für Politik Dr. Meyer-Benneckenstein die zahlreich erschienenen Dozenten der Berliner Hochschulen. Als Vertreter des Führers begrüßte er den Adjutanten des Führers SA.-Gruppenführer Brückner. Dr. Dietrich führte dann u. a. aus: Das erschütternde Erlebnis des Weltkrieges für alle bewußt Lebenden war der Zusammenbruch der Hegemonie des Gei st es, das Versagen der Kräfte, denen man bis dahin gestaltenden Einfluß auf alle Dinge dieses Lebens zugeschrieben hatte. Die Generation, die im Schützengraben die Umwertung aller Werte erlebte, fand zwar gefühlsmäßig den neuen Weg, aber sie war so verbildet, so überladen mit falschen Vorstellungen, daß sie ihn nicht zu erkennen vermochte. An der Wissenschaft hatte sie keine Hilfe, denn auch die hatte längst den gesunden Boden verlassen, sprach ihre eigene Sprache, lebte ein eigenes, vom Volke getrenntes Leben in unwirklicher, blasser, schemenhafter Höhenluft. Ihr Leben waren Systeme und Ismen; das bluterfüllte wirkliche Dasein leugnete sie ab und, obwohl sich die Erkenntnis durch die harten Realitäten mehren mußte, fand sie den Boden nicht wieder, lief auf den Krücken ihrer konstruierten Gebilde hilf- und ratlos nebenher. — Die Träger der neuen Lehre aber lebten bereits in einer ganz anderen Welt der Vorstellungen, sie hatten um ihre Ideen zu kämpfen und konnten sich um die nicht kümmern, die teils mit, teils ohne Schuld zu den ewig Gestrigen gehörten. Wer das Gedankengut des Nationalsozialismus erfühlen und erfassen wird, muß rücksichtslos mit allen überlebten Anschauungen und Begriffen brechen und sich innerlich völlig umstellen. Die Politik ist keine Wissenschaft, sondern eine Kunst, aber sie ist nicht die Kunst des Möglichen — das falsch verstandene Dort des Altreichskanzlers ist zum Freibrief jener Art politischer Cntschlußlosigkeit der Nichtskönner und der Kompromißler geworden —, sie ist für den Nationalsozialismus geradezu umgekehrt die Kun st, das unmöglich Erscheinende möglich zu machen. Nach ihm sind wahre Politiker Seher und Propheten ihres Volkes, die nach den Sternen greifen, wenn es ihnen gelingt, dieses Volk willensmähig zu einem Block zu organisieren. Das Gesetz des Willens ist eine der fundamentalsten Erkenntnisse, die der Nationalsozialismus dem deutschen Volke gebracht hat. Und d i e Macht des Willens, geboren aus dem Willen leines einzelnen, erweckt in Millionen Herzen und Verschmolzen zur geschlossenen Volksgemeinschaft, ist das letzte Geheimnis der nationalsozialistischen Bewegung. Als höchsten Wertmaßstab setzt der Nationalsozialismus das Volk als einzig reale und organisch gewachsene Ganzheit ein. Der Nationalsozialismus ist feine politische Herrschaftsform, die sich abstrakt lehren läßt, sondern die Weltanschauungdesdeutschen Volkes schlecht- h i n und als Staatsform keine Diktatur im Sinne eines aufgezwungenen Despotismus, sondern eine ganz neue Form nationaler Demokratie, in der der oberste Führer der Vollstrecker des immanenten Willens zur Selbstbehauptung ist, der jedem Volke blutmäßig innewohnt. Eines der wesentlichsten Prinzipien des Nationalsozialismus ist das Gesetz der Homogenität von Volk, Staat und Führung. Das lebendige Bindeglied ist die Partei, die alle Lebensfunktionen staatlichen Gemeinschaftslebens in sich selbst entwickelt hat, die die politische Lebensform und Kraftquelle der Nation zugleich ist und die Einheit von Volk und Staat verbirgt. Der Führer selbst hat gesagt, daß die nationalsozialistische Partei als der Sauerteig der weltanschaulichen Durchdringung und Durchknetung unseres Volkes zugleich auch die Institution ist, die als fest gegründete Führungs- Hierarchie den nationalsozialistischen Staat für fernste Zeit gewährleistet. Die Führerfolge wird für alle Zukunft aus der nicht weniger zeitlosen Hierarchie der Partei erwachsen. Um eine Krone zu erben, sagt Adolf Hitler, muß man Erstgeborener sein, um eine Krone zu erwerben, ist es notwendig, Auserwählter zu fein. Wenn Stillstand Rückschritt und Vergreisung Tod bedeutet, wird sich die nationalsozialistische Führer- auslese nach Grundsätzen vollziehen, die die nachfolgenden Geschlechter unaufhörlich zu lebendigem Einsatz zwingen. Der ewige Strom der Jugend wird in ihren Reihen nicht stocken, er wird zu allen Zeiten das Tor Aur Führung offen finden, über dem das Wort „L e i st u n g" geschrieben steht. Er wird als Staat die Revolution von innen heraus überwinden, indem er ihre Ursachen beseitigt und ihre Führung für alle Zeiten organisch und unlösbar mit dem Leben Der Nation verbindet. Meine politische Nachrichten. Die politische Polizei teilt mit: Oberbürger- meister Dr. Weegmann (Bamberg) mußte am Dienstagvormittag in Schutzhaft genommen werden, weil er einen Gauleiter der NSDAP, beleidigt hatte. * Im Reichsmini st erium des Innern sind der preußische Regierungspräsident Dr. N i - c o l a i und der Ministerialrat Dr. G ü t t zu Ministerialdirektoren ernannt, gleichzeitig ist der Mi- nisterialdirektor Gotthainer in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. Dr. Nicolai ist mit der Leitung der politischen Abteilung, Dr. Gütt mit der Leitung der Gesundheitsabteilung betraut worden. W'eder einmal wird unserem Volke das Todesopfer unserer 2 000 000 im Weltkriege gefallenen Soldaten ins Bewußtsein aerufen, gedenken wir unserer Helden, die in den Kämpfen zu Lande, zu Wasser und in der Luft ihr Leben für die Heimat dahingaben. Allzu selten aber hört man etwas von dem Opfer der über 150000 Toten der Armee hinter Stackeidraht, die in den Kriegsgefangenenlagern elend zu Grunde gingen. Sie ruhen unter Eis und Schnee im fernen Sibirien, im heißen Sande Nordafrikas, in Frankreich, England, Rußland, Rumänien, ja fast in allen Ländern der Welt, wohin immer ein tragisches Soldatenschicksal Kämpfer für Deutschlands Bestand und Freiheit führte. Waren denn auch sie Helden? War es nicht unrühmlich, in Feindeshand zu fallen? Rühmlos war olches Schicksal wohl, aber es wurde heroisch getragen. Davon zeugen all die Bücher, welche in den letzten Jahren unserem Volke die Augen geöffnet haben über das Los der fast 1000 000 deutscher Soldaten, die im Weltkrieg in Gefangenschaft gerieten. Sie waren Frontsoldaten, denn an bet Front, nicht in der Etappe, kam man in Gefangen- chaft. Es waren meist nicht die schlechtesten Sol- )aten, denen solches Schicksal zuteil wurde. Wer bis zum letzten Augenblick die Stellung hielt, oder durch Verwundung unfähig wurde, sich noch zu wehren, geriet am ehesten m Gefahr, in Feindeshand zu fallen. Zu vielen Taufenden wurden die Kriegsgefangenen das Opfer einer oft menschenunwürdigen und haßerfüllten Behandlung durch, den Feind; sie wurden das Opfer von Hunger und Seuchen, von drückender Fronarbeit und größten Entbehrungen. Die Verluste der Armee hinter Stacheldraht waren nicht geringer als die Verluste des gesamten, in Waffen stehenden Heeres, denn mehr als 15 Prozent der Kriegsgefangenen kehrten nicht heim. In Rußland-Sibirien ereilte 40 Prozent der Kriegsgefangenen der Tod, in Serbien und Rumänien war es ähnlich. In Sibirien starben im Winter 1914/15 im Lager Nowo-Nikolajewsk 4500 von 8600 Kameraden; in Totzkoje gingen im Winter 1915/16 von 25 000 Kriegsgefangenen 17 000 zu Grunde; in Sipote (Rumänien) blieben im Winter 1916/17 von rund 4000 kriegsgefangenen Deutschen nur 187 über. Kein Mensch, der nicht dabei war, kann ermessen, welch unsagbares Leid jene deutschen Soldaten der Armee hinter Stacheldraht ertragen mußten, wie furchtbar schwer dieses Massensterben in den Kriegsgefangenenlagern war, wie bitter es war, fern der Heimat, umgeben von dem Haß eines feindlichen Volkes, das Leben zu lassen. Auch sie fielen im Kampf für Deutschland, einem Kampf ohne Waffen, d. h. ohne Bajonette und Kanonen, einem Kampf, in dem Haltung, Charakter und seelische Stärke den Ausschlag gaben. Denn sie trugen alles Leid nur um Deutschlands willen, nur weil sie Deutsche waren; und wie sie es trugen, das gab auch dem feindlichen Volke einen Begriff von deutscher Wesensart und zerstörte in Tausenden und aber Tausenden verhetzter Angehörigen der feindlichen Völker die Lüge von den deutschen Barbaren und Hunnen, die angeblich den Krieg entfesselt hatten. So waren die Kriegs- gefangenen die ersten Kämpfer gegen die Kriegsschuldlüge und alle, die jenseits der Fronten als Kriegsgefangene fielen, gaben ihr Leben für Volk und Heimat und Deutschlands Ehre gerade wie die an der Front. Noch wird die Erinnerung an den Opfertod gepflegt von den Kameraden, die mit ihnen das Schicksal der Kriegsgefangenen trugen und ihr Vermächtnis durch 14 Jahre feit dem Zusammenbruch hineingetragen haben in das neue Deutschland unter dem Geleitwort: „Durch Erneuerung $ur Freiheit". Ihr Opfer wird aber nur dann nicht vergeblich sein, die Erinnerung an das Leiden und Sterben der Armee hinter Stacheldraht wird nur dann in unserem Volke nicht verlöschen, wenn auch die Jugend etwas erfährt von ihrem Schicksal und das Gedächtnis jener Toten hinüberträgt in kommende Generationen. Jene Kameraden, die in Rußland und Sibirien erlebten, wie ein Volk zusammenbrach, weil seine führende Schicht sittenlos und volksfremd geworden war, und jene Kameraden, die in französischer Gefangenschaft die Hohlheit und Lügenhaftigkeit westlicher äußerer Zivilisation erkannten, sie starben alle im festen Glauben an die Zukunft unseres Volkes, das immer bestehen wird, wenn es sich selbst getreu bleibt und einig ist. Von ihren Gräbern in aller Welt bringt eine Mahnung zu uns, die Edwin Erich D w i n g e r in die Worte kleidete: „Es gibt kein Schicksal, so hart und grausam es auch sein mag, es gäbe denn Menschen, die es überwinden und gestalten." Wieder strenger Winter in AGA. Riesige Schneefälle und scharfe Kälte.—Zahlreiche Todesopfer. Neuyork, 20. Febr. (DNB.) In großen Gebieten der Vereinigten Staaten ist in der vergangenen Nacht so viel Schnee gefallen, wie es zu dieser Jahreszeit während der letzten 30 Jahre nicht mehr der Fall gewesen ist. Die Börse in Neuyork und zahlreiche andere Gebäude konnten erst mit großer Verspätung ihre Pforten öffnen. Etwa eine halbe Million Menschen, die in der Umgebung von Neuyork wohnen, konnten heute nicht in die Stadt hineinkommen, da der Eisenbahnverkehr stockte. Wie aus den verschiedensten Teilen des Landes gemeldet wird, haben die Züge große Verspätungen. Aus Philadelphia wird berichtet, daß mehrfach Straßenbahnen entgleist sind. Im Staate Maryland sind mehrere elektrische Kabel zerstört worden. Eine Laterne an der Säulenhalle des Weißen Hauses, die einen Wert von 1000 Dollars hat, ist umgeworfen worden. In zahlreichen Städten müssen die Bewohner riesige Eiszapfen von Türen und Fenstern entfernen, da sonst für die Vorübergehenden Lebensgefahr besteht. Die plötzliche Wieoerkehr winterlichen Wetters hat nicht nur den gesamten Verkehr lahmgelegt, sondern auch zahlreiche Verluste an Menschenleben im Gefolge gehabt. So brach in einem Feierabendheim in Brookville (Pennsylva- nien), das für die Angehörigen von früheren Kriegsteilnehmern errichtet worden war, ein Brand aus, der mit rasender Schnelligkeit um sich griff. Sämtliche Löschversuche scheiterten, da die Hydranten eingefroren waren. Zehn Frauen, Angehörige von Kriegsteilnehmern, sind bei lebendigem Leibe verbrannt. Aus vielen anderen Orten werden zahlreiche Todesfälle durch Erfrieren gemeldet. In dem Staat Connecticut und auf Cona Island erreichten die Schneeverwehungen teilweise eine Höhe von über Drei Metern, so daß jeder Kraftwagenverkehr unmöglich wurde. Der Eisenbahnverkehr zwischen Boston und Neuyork mußte eingestellt werden. In Neuyork wurden 35 000 Mann zum Schneeräumen eingestellt. Man schätzt die Kosten, die der Stadt Neuyork durch den Schneefall entstehen, auf etwa zwei Millionen Dollar. Man rechnet mit einem scharfen Temperaturrückgang, obwohl die Wetterberichte ursprünglich für Mittwoch wärmeres Wetter vorausgesagt hatten. Der furchtbare Schneesturm, der an der Nordostküste der Vereinigten Staaten herrscht, hat dazu geführt, daß in Bost o n die Vollstreckung von drei Todesurteilen um mehrere Stunden verschoben werden mußte. Der Henker war durch Schnee aufgehalten worden. Der Gouverneur des Gefängnisses, in dem die Verurteilten ihre letzte Stunde warteten, sah sich daher genötigt, die Hinrichtung aufzuschieben. Seit Montagabend ist nicht ein einziger Eisenbahnzug aus Boston in Neuyork eingetroffen und viele Züge liegen unterwegs fest. Aus hoher See sind viele Schiffe in Schwierigkeiten geraten. Der Fischdampfer „Georgetown" treibt bei schwerer See mit betriebsunfähig gewordenen Maschinen 300 Kilometer von Boston. In Neuyork herrscht völliges Chaos. Ein scharfer Nordost brachte den Schnee zum Gefrieren und machte Straßen und Wege kaum passierbar. In Philadelphia entgleisten 20 Straßenbahnwagen, vier tödlich verlaufene Kraftwagenunfälle waren die Folgen der verschneiten und vereisten Straßen. Ans aller Wett. Die Frankfurter Universität bleibt erhalten. Entgegen umlaufenden Gerüchten, die von der Auflösung der Frankfurter Universität wissen wollten, wird von zuständiger Stelle mit- geteilt, daß nunmehr der endgültige Beschluß der zuständigen Behörden vorliegt, daß die Frankfurter Universität nicht nur erhalten bleibt, sondern als vorbildliche nationalsoziali st ische Hochschule weiter ausgebaut wird. Dementsprechend werden in der nächsten Zeit die nötigen Berufungen erfolgen. Ein Pfarrer in Schutzhaft. Das Bezirksamt Bad Aibling teilt mit: Pfarrer Bergmeier von Großkarolinenfeld wurde auf Anordnung des Sonderkommissars bei der Regierung von Oberbayern in Schutzhaft genommen, weil in der von ihm herausgegebenen Beilage zum „Aiblinger Tageblatt" ein Aufsatz des Michael H j r s ch v o g e I erschienen ist, in dem dieser bei der Schilderung seiner Kriegserlebnisse sich in kränkenden Schilderungen der Offiziere der alten Armee ergeht. Die Herausgabe der Beilage wurde auf die Dauer von vier Wochen untersagt. Generaldirektor Professor Baute f. Generaldirektor Professor Dr. Hans Friedrich B o n t e, der vor einigen Tagen wegen Devisenschiebung und Steuerhinterziehung dem Heidelberger Amtsgefängnis zugeführt worden war, ist jetzt dort an einem Schlaganfall gestorben. IHif dem Kopf die Türklinke abgerissen. Zu einem schweren V e r k e h r s u n f a l l, der ein Menschenleben forderte, kam es in einer Kurve am steilen Godesberg bei Ottweiler (Saar). Der Straßenarbeiter Alois Riehl fuhr mit dem Fahrrad auf der linken Straßenseite durch die steile Kurve den Weg hinunter. In demselben Augenblick kam ihm der Lieferwagen einer Metzgerei aus Ottweiler entgegen, der vorschriftsmäßig die rechte Straßenseite benutzte. Der Radfahrer konnte weder ausweichen, noch im Augenblick seine Geschwindigkeit herabmindern. Infolgedessen sauste er gegen das Auto und schlug so unglücklich mit dem Kopf gegen eine Türklinke, daß diese abgerissen wurde. Dem Unglücklichen wurde der Schädel zertrümmert; er war auf der Stelle tot. Neun Tote, dreißig Schwerverletzte bei einem Zugzusammenstoh in Spanien. Wie Havas aus Sevilla berichtet, ist am Dienstag früh bei Villanueva de la Reina in der Provinz Cordoba ein Sonderzug, in dem sich 1900 Zuschauer der am Sonntag in Madrid veranstalteten Fußballwettspiele auf der Heimreise befanden, mit dem O-Zug Madrid—Sevilla zusammen- gestoßen. Neun Tote und 30 Schwerverletzte wurden bis jetzt geborgen. Wettervoraussage. Um die Nordseite des konstanten Hochdruckgebiets im Westen bewegen sich fortgesetzt Störungen, die milde ozeanische Luft mit sich führen. Eine neue Warmluftwelle bringt östlich vor und wird auch bei uns wechselhaftes und verhältnismäßig mildes Wetter bringen. Dabei dürften vereinzelt auch leichte Regenfälle niedergehen. Aussichten für Donnerstag: Wechselnd-bewölkt mit Aufheiterung, etwas milder, einzelne leichte Niederschläge. Lufttemperaturen am 20. Februar: mittags 5,1 Grad Celsius, abends 5,5 Grad; am 21. Februar: morgens 5 Grad. Maximum 5,5 Grad, Minimum 3,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Februar: abends 2,3 Grad; am 21. Februar: morgens 2,4 Grad Celsius .— Niederschläge 0,8 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theoder Kümmel. DA. 1.34: 11 700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Das Rätsel einer Frühlingsnacht Vornan von Gert Nothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Derlag, Halle, Saale 30 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Das war die Wahrheit. Gertraude war gezwun- gen gewesen, etwas zu sagen, weil Gräfin Uchter- erg eine Anspielung machte und es gewiß nicht im Sinne der gütigen Frau war, daß Graf Härtlingen mit ihrem Tode in Zusammenhang gebracht wurde. Gertraude litt unsagbar, aber es wurzelte sich in ihr immer tiefer der Gedanke ein, daß folgerichtig alles käme, um sie endgültig zu vernichten. Und so kam allmählich eine starre, tränenlose Ruhe über sie. Nun war sie ganz allein und schutzlos. Was sollte jetzt aus ihr werden?-- Das Begräbnis war vorüber. Sie hatte wie von selbst plötzlich weitab von der Verwandten gestanden. Sie gehörte auf einmal nicht mehr dazu. Die Gräfin Uchterberg und die Baronin Helbing, die beiden Nichten der toten Fürstin, hatten kein Interesse daran, Gertraude einen Platz inmitten der Verwandten einzuräumen; und sie hatten vielleicht auch nicht einmal eine Absicht damit verbunden, aber Gertraude fühlte auch hierin ihr Schicksal sich erfüllen. Ihr starrer, schmerzlicher Blick ging über die Trauergemeinde. Da zuckte sie zusammen. Graf Härtlingen! Er stand mitten unter den Freunden der Toten. Kein Blick traf sie, die ihn immer wieder ansah, immer wieder ansehen mußte, und darüber vergaß, wo sie sich befand. Als sie wieder zu Rudolf Härtlingen hinübersah, war er nicht mehr da. Er mußte sich in aller Eile verabschiedet haben. Sie hatte aber so viel von ihm im Gedächtnis behalten, daß er sehr düster, fast ver- steinext ausgesehen hatte. Kalt wehte der Wind um die alte Gruft derer von Kleven, und Gertraude strich mit der Hand über eine der Schleifen, die im Winde hochflatterten. Vorbei! Vorbei ein Leben, das nur Güte gewesen war. Vorbei der letzte Halt für einen Menschen. Der letzte Halt? Gertraudes dunkelblaue Augen öffneten sich weit. Dann stieg ihr ein trockenes Schluchzen in die Kehle. Einsam und verlassen ging sie hinter den Verwandten her, die zum Schloß zurückgingen. Du drängte sich ein zierliches, elegantes Figürchen an sie heran; ein weiches Gesicht drückte sich an das ihre, eine Stimme flüsterte: „Liebe Gertraude, uarum sind Sie so allein? Fürstin Kleven hat mir doch gesagt, daß Sie ihr Töchterchen sind? Uarum kümmern sich die andern nicht um Sie?" Dolores Maderio strich zärtlich über Gertraudes weißes Gesicht. Und jetzt fand Gertraude plötzlich Tränen. Sie rollten, wie endlich erlöst aus völliger Erstarrung, Über das feine, blasse Gesicht; sie schwemmten eine trostlose L)ede hinweg, sie durften endlich, endlich um die geliebte Tote rinnen. Und das verwöhnte Geschöpf, dem wohl noch kein Wunsch im Leben je versagt geblieben, murmelte: „Gertraude, kommen Sie mit nach Langenbirken'! Frau Langenbirkholz ist sehr gütig." Da küßte Gertraude die kleine Australierin und sagte: „Nein, ich darf nicht nach Langenbirken. Auf keinen Fall darf ich das. Aber ich werde immer an Sie denken, Dolores. Sie mögen ein großes, schönes Glück finden — ich will beten dafür." „Glück?" Dolores sprach das Wort nach, lehnte plötzlich den Kopf erneut an Gertraude. „Glück? Ach nein, ich bin doch so unglücklich." Der Blick der schwarzen Augen suchte einen schlanken, blonden Mann, der bei seinen Eltern stand. „Dietz Langenbirkholz! Ich liebe dich, und du bist so grausam", murmelte die kleine Miß. Gertraude hatte die Worte verstanden. Dolores? Auch die reiche, verwöhnte Dolores Maderio litt unter der Liebe? Wozu gab es diese Liebe denn überhaupt, wenn sie nur Leid brachte? Gräfin Uchterberg kam einige Schritte zurück, nahm Gertraudes Hand in die ihre. Ihr mochte es doch plötzlich zum Bewußtsein kommen, daß es niemals der Wunsch von Tante Agnes gewesen sein konnte, daß Gertraude jetzt so allein und verlassen hinter ihnen allen herschritt. Ah, die kleine Maderio? Nun, die konnte man jetzt nicht in Kleven gebrauchen. Aber Gertraude gehörte vorläufig noch mit dazu. Denn merkwürdig genug, der Justizrat Heber hatte vor der Beerdigung erklärt, daß das Testament der Toten sofort nach der Beerdigung eröffnet werden müßte. Auf ausdrücklichen Wunsch der Fürstin. Und Gertraude Schwarzkoppen habe unbedingt mit anwesend zu sein. So nahm sich die Gräfin Uchterberg jetzt Gertraudes an. Denn das hatte man nach diesen letzten Wochen in Kleven ja längst gewußt, daß Gertraude einmal nicht leer ausgehen würde, wenn die Fürstin starb. Also hatte man ja auch jetzt keine Ursache, ihre Anwesenheit bei der Testamentseröffnung unwillkommen zu empfinden. Dolores verabschiedete sich artig, nahm sich aber vor, schon anderntags nach Gertraude zu sehen; ihr kam das Benehmen der Verwandten der Fürstin doch ein bißchen merkwürdig vor. Dolores ging zu den Lanaenbirkholz' zurück. Ganz artig und mit gesenktem Köpfchen ging.fie neben Frau Langenbirkholz zum Wagen. Dietz' Blick umfaßte die holde, junge Mädchengestalt mit einem heißen Blick. Es traf sich, daß Dolores allein im Speisezimmer von Langenbirken anwesend war, als die Tür auf- gina und Dietz hereinkam. Er tat, als wolle er wieder hinausgehen, als er sah, daß Dolores allein hier war. Das trotzige Herz des Mädchens kämpfte einen heißen Kampf, dann lief Dolores zur Tür: „Dietz, ich möchte Sie sprechen." Er kam zurück, schloß die Tür. „Bitte!" sagte er höflich. „Dietz, ich war sehr töricht. Ich fühle mich so wohl in Langenbirken, und ich — ich — ich--" Da stürzten helle Tränen über das Gesicht des Mädelchens. Dietz Langenbirkholz biß die Zähne ganz fest zusammen. Er wollte diesem kleinen Mädel gegenüber nicht weich werden. Da sah Dolores ihn mit den tränennassen Augen an, daß ihn die mühsame Beherrschung verlieh. Er riß sie plötzlich an sich, küßte sie, flüsterte: „Dummchen, ich habe dich doch so lieb, aber Launen dulde ich nicht. Ich bin nicht so fügsam wie dein guter Vater. Es gibt ein Donnerwetter, wenn du mich durch Launen zu quälen gedenkst. Verstehst du?" „Ich — uill doch — ganz bestimmt keine Launen mehr haben, doch — du — hast mich auch aequält. Die ganze lange Nacht habe ich am Fenster gestanden, und — du — bist — nicht — heimgekommen." Die letzten Worte wurden unter erneutem heftigen Schluchzen hervorgestoßen. „Ich gehe keine Nacht mehr fort, wenn du lieb und gut zu mir bist. Wollen wir so schnell als möglich heiraten, Lo?" Sie nickte. Zu sprechen vermochte sie nicht, aber sie war sehr glücklich. Die gütige alte Fürstin schlief in der Gruft den ewigen Schlaf, und an ihrem frischen Grabe erblühte ein neues Glück zweier junger Menschen. Aber sie würde sich darüber freuen, die Tante Agnes! Das würde ganz nach ihrem Herzen fein. ♦ In Schloß Kleven faßen sie alle um den großen, runden Tisch. Der Notar und langjährige treue Berater der Verblichenen eröffnete das Testament. Es waren eine Menge Legate ausgesetzt. Darüber wunderte man sich nicht, denn man kannte ja die gütige Frau, deren letzten Willen man stillschweigend zu ehren hatte. Gertraude Schwarzkoppen erhielt das Rosenschloß und eine monatliche Rente solange sie lebte. Das übrige große Vermögen, die Liegenschaften Schloß Kleven und einige kleinere Güter erhielten die Familien Uchterberg und Helbing. Damit war die Testamentseröffnung vorüber. Man besprach noch dies und jenes. Man war auch zu Gertraude freundlich, wenn auch die Baronin Helbing zur Gräfin Uchterberg gemeint hatte, daß das Erbe an diese Gertraude sehr reichlich aus- gefallen fei. Und das arme Dina wisse nun wenig- stens, wohin es gehöre. Es müsse ihr aber in Zu- tunft selbst überlassen bleiben, sich einen geselligen Kreis zu suchen, denn sie, die Baronin Helbing, denke nicht daran, etwaige Beziehungen aufrechtzuerhalten. Da die Gräfin Uchterberg derselben Meinung war, lächelten die beiden Damen gleich liebenswürdig zu Gertraude hinüber, die sich dann bald empfahl. ©ertaube hatte mit nichts gerechnet. Wie hätte sie dies auch tun sollen! Sie hatte ja in diesen letzten Tagen nichts weiter denken können, als daß nun auch noch der letzte Mensch von ihr gegangen war, der es gut mit ihr gemeint hatte. Der letzte Mensch? War die Fürstin nicht überhaupt der einzige Mensch auf dieser Welt gewesen, der es gut mit ihr gemeint, der sie liebgehabt hatte? Rudolf Härtlingen! Es war keine Liebe gewesen. Nein, tausendmal nein! Sie hatte ihn in jener Nacht betrogen. Er hatte nicht sie, sondern Lelia geliebt. Und jetzt, in diesen letzten Tagen, hatte er sich selbst betrogen, indem er das, was ihn noch immer mit der toten Lelia, die er mit wahnsinniger Leidenschaft geliebt, verband, für Liebe zu ihrer jungen Schwester gehalten hatte. Gertraude preßte die Stirn an die kalte Scheibe, an der langsam und schwer die Regenttopfen herab- rannen. Wie große, schwere Tränen sahen diese Tropfen aus. In Gertraudes Schmerz um die geliebte Tote fiel die Erkenntnis, daß sie, Gertraude, ja nun nie mehr heimatlos sein würde. Das kleine, schöne Rosenschloß gehörte ihr, und sie konnte dort ganz still für sich leben. Gertraude sank in die Knie. „Liebe Tante Aanes, ich danke dir — wie gütig hast du an mich gedacht." Wie lange sie so gekniet, wußte Gertraude nicht. Aber als sie sich erhob, war die trostlose Verzweiflung, die den ganzen Tag über in ihr gewesen, gewichen. Das Dunkel wurde hell. Tante Agnes' gütiges, von Silberlocken umrahmtes Gesicht schien ihr entgegenzuleuchten. Die Gedanken irrten weiter, suchten einen hochgewachsenen Mann, sahen ein verächtliches Lächeln. „Rudolf, wenn es hätte fein können, das Glück, das große, große Glück — ich hätte es dir täglich aufs neue gedankt!" (Schluß folgt.) 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Was sind das für merkwürdige Dinge? — Ja, es dürfte nicht allzu bekannt fein, datz es in Deutschland eine gesellige Bereinigung gibt, die das Ziel verfolgt, die Zau- berei'als Unterhaltungskunst zu pflegen und die Mitglieder in ihr zu vervollkommnen. Aber diese Vereinigung hat nichts mit übernatürlichen Dingen zu tun, denn die heutigen Zauberkünstler sind längst so ehrlich, einzugestehen, daß sie den Zuschauer bewußt täuschen und auf diese Weise in reizvoller Form unterhalten wollen. Der Ehrenvorsitzende dieses deutschen Zauberklubs, des sogenannten M a g i s ch e n Z i r k e l s, ist der in Berlin lebende Filmproduktionsleiter Hellmut Schreiber. Der Magische Zirkel besteht in Deutschland seit dem Jahre'1912. Die Mitglieder, etwa tausend an der Zahl, sind zum größten Teil Amateure, die tagsüber den verschiedenartigsten Berufen nachgehen und sich nur in den Mußestunden der künstlerischen Betätigung des Zauberns hingeben. Aber auch eine große Anzahl von Berufszauberern zählt zu den Mitgliedern des Zirkels. In etwa einem Dutzend deutscher Städte befinden sich Ortsgruppen, in denen die Mitglieder zweimal im Monat zu gemeinsamer Besprechung ihrer Kunststücke Zusammentreffen. Neue Mitglieder sind zwar grundsätzlich willkommen, aber sie müssen schon vor ihrem Eintritt Beweise ihrer Zauberkunst ablegen und werden erst nach halbjähriger Prüfungszeit in den Zirkel ausgenommen. Gäste, die nur zusehen wollen, wird der Zutritt fast ausnahmslos nicht gestattet. Dagegen werden von Zeit zu Zeit öffentliche Vereinsveranstaltungen abgehalten, an denen einem größeren Publikum zauberische Darbietungen vorgeführt werden. Der Magische Zirkel besitzt eine eigene, monatlich erscheinende Fachzeitschrift, die „Magie", in der mit großer Offenheit die verschiedenen Tricks geschildert und versprochen werden. Die Zeitschrift ist selbstverständlich nicht im Buchhandel zu haben, sondern wird nur den Mitgliedern persönlich zugestellt. „Die Zauberkunst hat in allen Ländern der Erde zahlreiche Liebhaber", erzählt Herr Schreiber, „besonders widmet man sich ihr in Amerika und England, dann aber auch in Oesterreich und Frankreich. Es gibt etwa zwanzig magische Zeitschriften auf der ganzen Erde. Unser Magischer Zirkel steht mit allen großen Zauberklubs der ganzen Welt in Verbindung. Die größte amerikanische Vereinigung ist die sogenannte IBM., deren Mitglied und zugleich Vertreter für Deutschland in allen magischen Angelegenheiten ich bin. Der amerikanische Schatzkanzler, Mr. D u r b i n — übrigens ein enger Mitarbeiter von Präsident Roosevelt — ist andererseits wieder Mitglied bei uns ... Diese Mappe hier enthält die gesamte Korrespondenz, die ich seit Jahr und Tag mit Mr. Durbin in magischen Fachfragen führe." Später führt uns Herr Schreiber in sein Allerheiligstes, in seine Zauberkammer. An den Wänden des Kabinetts hängen Diplome und Anerkennungsschreiben von verschiedenen ausländischen Zauberklubs. Herr Schreiber hat im Laufe seiner Tätigkeit als Filmproduktionsleiter die ganze Welt bereist und unterwegs überall viel bewunderte Gastvorstellungen gegeben. Als er einmal mit dem Zeppelin nach Südamerika flog, gab er mitten über dem Ozean in 2000 Meter Höhe vor Dr. Eckener eine Kunststücke zum Besten. Er ist unermüdlich im Sammeln und Erdenken neuer magischer Effekte. In seiner Zauberkammer befinden sich hochaufgestapelt Kisten und Behälter mit allerlei geheimnisvollen. Gerätschaften, deren Zweck dem Beschauer zunächst ganz unverständlich erscheint. Herr Schreiber beherrscht etwa 18 00 K u n st st ü ck e! „Man unterscheidet verschiedene Arten der Magie", erklärt Herr Schreiber. „Da ist zunächst einmal die Bühnenmagie, das sind die ganz großen Sachen, die besonders aus der Ferne wirken. Sie meinen, das sei nur etwas für Berufskünstler? — nein, keineswegs, es gibt zahlreiche Amateure, die sich Bühnentricks ausdenken und sie auch ausführen. Wohlhabende Amateurzauberer lassen sich sogar in ihre Wohnungen eine besondere Bühne einbauen, um vor geladenen Gästen Vorstellungen geben zu können. Mister Durbin, den ich vorhin erwähnte, besitzt sogar ein geräumiges Privattheater. Bühneneffekte sind zum Beispiel das Verschwindenlassen einer Person aus einer vielfach kontrollierten, vernagelten und versiegelten Kiste oder gar aus einem gläsernen, allseits freistehenden Sarg! Hierher gehören auch die „Jungfrauen", die entweder frei in d e r L u f t schweben oder, wie das der Zauberer Goldin besonders gut macht, vor den Augen des Publikums zersägt werden ... " Die Kleinkunst der Zauberei bezeichnet man als Salonmagie. Zauberei auf allerkleinstem Raum heißt Mikromagie. Haben Sie zum Beispiel den Zeitungstrick schon einmal gesehen? Wie ein Zauberkünstler eine Zeitung in kleine Stücke zerriß, dann ein Tuch darüberhielt und schließlich wieder die ganze Zeitung hervorzog? Das ist ja noch einfach, das muß auch ein Anfänger können. Oder haben Sie schon gesehen, wie ein weißes Leinentuch durch eine enge Röhre gezogen wird und am anderen Ende nach wenigen Sekunden rotgefärbt herauskommt? Oder kennen Sie den Trick mit der sogenannten P r ä s e n t s ch a t u l l e, die leer vorgezeigt wird und aus der sich auf einmal in schier unübersehbarer Anzahl die unglaublichsten Dinge herausnehmen lassen? Eine hübsche Variation hiervon ist, aus einem leeren Marktkorb — die Zuschauer dürfen ihn prüfen — frischenSalat hervorzuholen und aus einer danebenstehenden hölzernen Kuh frische Milch zu melken ... Aber eine Erklärung für all diese Dinge dürfen Sie von mir nicht verlangen. Schon mit Rücksicht auf diejenigen Zauberkünstler, .die von ihren oft so scharfsinnig erdachten Tricks leben müssen, darf ich das nicht tun. Außerdem würde die ganze Zauberei all ihren Reiz verlieren, wenn der Zuschauer erfahren würde, w i e' s gemacht wird. Bei Denksportaufgaben steht doch auch nicht die Lösung daneben. Wissen Sie übrigens, daß die natürliche Magie, also die Magie, wie ich sie Ihnen hier schildere, hochschulreif geworden ist? Im Psychologischen Institut der Universität Leipzig hält Professor Dr. Koll- mann — übrigens selbst Mitglied des Magischen Zirkels — Vorlesungen und seminaristische Uebun- gen über die „Psychologie der Täusch u n g s k u n st" ab. Der Zauberer nützt nämlich in raffinierter Weise die Unvollkommenheit der menschlichen Sinneswerk zeuge und gewisse Schwächen des Denkvermögens aus. Sie wären erstaunt und würden es mir nicht glauben wollen, wenn ich Ihnen erklären würde, mit welchen einfachen Mitteln die meisten Tricks durchgeführt werden. Allerdings kommt noch das Versagen unseres Auges hinzu. Manche Handgriffe werden vom geübten Magier einfach so schnell durchgeführt, daß es dem Äuge unmöglich ist, den. Einzelheiten zu folgen. Und dann arbeitet der Magier noch mit allen Mitteln der Ablenkung. Hierher gehören auch die Zauber- und Beschwörungsformeln. Die wissenschaftlichen Ergebnisse der „Täuschungs- orschung" sind von besonderem Nutzen für die Entlarvung betrügerischer Medien. „Sie sollten einmal sehen", meinte Herr Schreiber, „welch fabelhafte spiritistische Sitzungen wir Magier zustandebringen. Da können die meisten Medien nicht mit. Glauben Sie mir, auf diesem Gebiet ist das meiste Schwindel. Auch die indi-. schen Fakire sind nur Magier iy unserem Sinne." „Was ist nun eigentlich Wahres an dem berühmten indischen Seiltrick, von dem man immer und immer wieder hört? Indien-Reisende behaupten doch allen Ernstes, gesehen zu haben, daß ein Fakir ein Seil in die Luft geworfen habe, das dann aufrecht stehen blieb, worauf dann der Knabe an ihm hochkletterte und in der Luft verschwand... „Das ist selbstverständlich alles reinster Schwindel, den indischen Seiltrick gibt es in Wirklichkeit gar nicht. Wenn es diesen Trick tatsächlich geben würde, so hätte sich mit Sicherheit keiner der stets nach neuen Sensationen hungrigen Varietedirek^ toren eine derartige Attraktion entgehen lassen ..." Aus der proviuzialhaupistadi. Oie Hausfrau und die Weiße Woche. Weiße Woche, das bedeutet: der Wäscheschrank hat Geburtstag. Wenn jemand Geburtstag hat, bekommt er etwas geschenkt. Allerlei Notwendigkeiten und schöne Ueberflüssigkeiten. Und man freut sich ein Jahr lang darauf, ihm etwas schenken zu können, was ihm oder uns wichtig erscheint. Man verschiebt seine Wünsche bis zu dem Zeitpunkt, der einem die Erfüllung eher bringt, als jeder andere Tag des Jahres, Geburtstag oder Weihnachten. Geburtstag ist die allerpersönlichste Angelegenheit des einzelnen. Nun ist es meistens das Schicksal der Frau, daß Haushalt und Wäscheschrank gleichzeitig mit ihr Geburtstag haben. Das ist nicht immer erfreulich, denn das besagt, daß deren Bedürfnisse zu allererst befriedigt werden, — Wäschestoffe, Küchentöpfe und Tiegel, Porzellan, was so im Laufe eines Jahres nach Ergänzung schreit. Und für die Haus- srau persönlich bleibt — das Blümchen, und wenn es hoch kommt, ein bißchen Konfekt. Zu anderen Geschenken, einem Buch, einer Vase, einem Kleidungsstück reicht es nicht mehr. Am allerwichtigsten ist eben doch die Ergänzung an Glas, Porzellan, Gardinen, Wäsche. Das, was allen zugute kommt, der ganzen Familie. So sollte es nicht sein. Man sollte da eine reinliche Trennung einführen. Der Geburtstag der Hausfrau ist etwas Urpersönliches, sollte nur der Erfüllung irgendeines Herzenswunsches Vorbehalten bleiben. Aber einmal im Jahre, etwa im Herbst, sollte der Haushalt „Geburtstag" haben, das heißt, er sollte bekommen, was im Laufe eines Jahres notwendig geworden ist. Einmal aber sollte man auch des Wäscheschrankes und seiner Auffüllung gedenken. Diese Gelegenheit haben wir in der „Weißen Woche". Aber die deutsche Hausfrau will und soll diese Auffrischung in gediegener Weise vornehmen. Sie lehnt es'ab, sich durch „billige Sonderangebote" Schundware anbieten zu lassen. Sie will, wenn sie ihren Wäschevorrat ergänzt, nicht ein Hemdentuch haben, das mehr Stärke und Kleister enthält als Baumwolle, bei dem sie nach der ersten Wäsche seststellt, daß nur ein dünner Lappen übrig geblieben ist. Bisher war es meist so, daß die Geschäfte sich überboten in phantastischen Ausstattungen. „Das mußte man gesehen haben", es war prachtvoller als eine Karnevalsaufmachung. Tausende von Stoffballen, Hunderttausende von Taschentüchern wurden sinnlos verschwendet zu weißen Prachtpalästen, um die Käuferschaft in einen „Kaufrausch" zu versetzen. Und daheim sahen die Frauen dann ihre Einkäufe in einem „andern Licht", sahen die Minderwertigkeit des Erstandenen. Dadurch büßten diese Veranstaltungen an Wert ein, und mein hat sich in letzter Zeit lebhaft darüber unterhalten, ob die „Weiße Woche" überhaupt noch stattfinden sollte. Die maßgebenden Stellen sind jedoch nach eingehenden Beratungen zu der Entscheidung gekommen, die Weiße Woche auch 1934 stattfinden zu lassen, denn sie ist ein nicht unwichtiges Mittel, um der Industrie größere Aufträge zu verschaffen. Und jede Möglichkeit, Arbeit zu schaffen, muß wahrgenommen werden. In diesem Jahre soll die Weiße Woche in erster Linie dem Absatz deutscher Qualitätsware dienen. Der Käuferschaft sollen durch die Bemühungen der Industrie und des Handels in dieser Sonderveran- staltung besonders vorteilhafte Angebote in Wäsche und weißen Waren aller Art gemacht werden. Wenn diesmal aller Orten eine große Werbung für den Kauf weißer Waren einsetzt, soll die Hausfrau mehr als . sonst die Gewähr haben, daß Mißstände beseitigt sind, daß die Uebervorteilung des Käufers durch irreführende Lockangebote sich nicht mehr in aller Öffentlichkeit breit ma,chen darf, daß sie ihrem Wäscheschrank freudig und beruhigt die nötigen Ergänzungen zuteil werden lassen kann. Weiße Woche, das heißt, der Wäscheschrank hat Geburtstag. Mache ihm Freude, deutsche Hausfrau, und damit dir selbst! Für die Herausgabe vonBroschüren mit Anzeigenteil Genehmigung erforderlich Wie der Verein Rhein-Wainifcher Zeitungs-Verleger, Frankfurt a. 21L, mitteilt, muß für Broschüren, die anläßlich einer Tagung oder sonstigen Veranstaltung einmalig erscheinen, und für die Inserate geworben werden, die Genehmigung zur Wirtschaftswerbung beim Werberat erbeten werden. Für diese Broschüre ist eine Anzeigenpreisliste in dreifacher Ausfertigung vorzulegen. Der Antrag auf Genehmigung muß fünf Tage vor Erscheinen der Broschüre beim Werberat vorliegen. Lichtbilderdienst mit DortragStexten. Bekanntmachung der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Durch das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda ist bei der obigen Dienststelle ein Lichtbilderdien st eingerichtet worden. Es handelt sich hierbei um Lichtbilderreihen (stehende Bilder), die mit einem Vortragstext zur Verfügung gestellt werden. Die Vorträge sind zu jeder Bildreihe zum Ablesen fertig ausgearbeitet. Bisher sind erschienen: Bilder 1. Adolf Hitler unser Führer 60 2. Der Weg des Hakenkreuzes in der Welt 50 3. Das deutsche Volk will den Frieden 40 ■ 4. Das deutsche Handwerk 40 5. Die deutsche Reichsmarine 50 ' 6. Der Generalangriff gegen die Arbeitslosigkeit 40 y 7. Die Stellung der Frau im nationalen Staat 50 8. Blut und Boden 45 9. Wird Deutschland ein 60-Millionenvolk bleiben? 50 Obige Bilderreihen nebst Projektionsapparat stehett allen Gliederungen der NSDAP., den Formationen der SA., SS., des Stahlhelms, HI., des Arbeitsdienstes, des Kyffhäuserverbandes, den Innungen, den Turn- und Sportvereinen, den Verbänden der Arbeitsfront, den Frauenverbänden, den Privatvereinen und Schulen innerhalb des Gaues Hessen- Ruinenzauber von Priene. Von Hans Tröbst. Im Pergamon-Museum in Berlin ist soeben ein wunderhübsches Modell der griechischen Kleinstadt Priene in Kleinasien aufgestellt worden. Priene wurde am Ende des vorigen Jahrhunderts auf Veranlassung der Berliner Museen ausgegraben. Die Ruinen dieser alten Stadt, die in ihrer Blütezeit vielleicht sechstausend Einwohner gezählt haben mag, bilden in ganz Kleinasien vielleicht das klassischste und besterhaltene Beispiel einer griechischen Siedlung aus der Blütezeit des Hellenismus. Keine zehn Minuten vom Dorfe Kelebesch, das terrassenförmig am Südhang der Mykale emporsteigt, liegt das deutsche Ausgrabungshaus, das seinerzeit der Grabungsexpedition als Hauptquartier gedient hat. Es ist noch gut erhalten, aber leer, nur ein stein- alter Türke haust darin, der den lieben langen Tag auf der steinernen Haustreppe sitzt, sich dort von der Sonne bescheinen läßt und gottergeben auf „Alle- manlar" und „Jnglißler" wartet. Von diesem malerisch gelegenen Häuschen sind es nur wenige Schritte bis zur alten Stadt. Aus dem langgestreckten, kahlen Gebirgszuge der Mykale springt plötzlich und gänzlich unvermittelt ein fast 400 Meter hoher, rötlicher Felsblock mit senkrecht abstürzenden Wänden heraus, auf dessen Plateau einst die Akropolis von Priene gelegen. Ein lebensgefährlicher, verwitterter Treppenpfad schlangelt sich, in die lotrecht abfallenden Seitenwande gehauen, zum Felsgipfel empor. Nur der rückwärtige Teil dieser Naturfestung ist dort, wo der Block allmählich wieder in das höhergelegene Gebirge übergeht, mit Mauern umzogen. Die sturmfreie Front ibiefer mit den Mitteln des Altertums uneinnehmbaren Burg ist unbefestigt geblieben. Von hier schweift der Blick frei über die zu Füßen liegende 'Stabt, über die unendliche, schweigende Ebene des "Mäander, bis dorthin, wo die wogende grüne Fläche wieder langsam ansteigt und der gelbe, massige Klotz Ides Theaters von Milet aus dem flimmernden Dunst der Sonnenhitze hervorzittert. Wo heute der Meerwind in dem niedrigen Grase Dieser Steppe raschelt, durch die sich — vom hohen Wurgfelsen deutlich erkennbar — die zahlreichen Dunkelgrünen, toten Arme des siädtemordenden Mäander dahinwinden, da rauschten einst die blauen 'Wogen des Aegäischen Meeres. Im Lause der Jahrhunderte hat der rastlose Fluß die ganze ungeheure Bucht mit Schlamm und Sandmassen ausgefüllt, Die er aus dem Inneren des baumlosen Kleinasien heranwälzte, Wie der Kaistros einst Ephesus den Tod gebracht, wie der Hermos vor sechzig Jahren! Smyrna das gleiche Schicksal zu bereiten drohte, so ist es hier der vielgewunbene Mäander gewesen, der Milet, Priene, Mys, Herakleia und anderen blühenden Seestädten den Untergang gebracht hat. Man denke sich einen kleinen „Zuider-See", aber nach dem Meere zu weit offen und die Ufer dieses Meerbusens besät mit prächtigen Hafenstädten, aneinandergereiht wie Perlen einer Schnur. Es starben die Seestädte Milet und Priene, die sich gegenüberliegen wie die altersgrauen Schlösser im engen, schmalen Bosporus. Ein schweres Flachbahngeschütz, auf der Akropolis von Priene aufge- gestellt, vermag gerade den Markt von Milet zu erreichen... Theodor B i r t hat in seinem wundervollen „Alexanderbuch" mit den Augen des Sehers diese Landschaft geschaut, so wie sie sich hier vor zwanzig Jahrhunderten den Blicken der schönheitstrunkenen Griechen entschleierte: „Milet! Die schönste der Seestädte, die es gab, wo Meereszauber, groteske Gebirge, berauschende Vegetation, hochgestellte Prachtbauten und buntes Menschenleben am Strande und auf den Wassern zusammenwirkten zu dem Schönsten, was Menschenaugen sehen konnten! Milet und all die anderen lagen prangend an den schimmernden Gestaden wie herrliche Wunderblumen, die mit weit offenen Kelchen sich sonnen. Und wie geflügelte Insekten und Honigsauger flogen die Handelsschiffe mit schwellenden Segeln heran, um zu nehmen und zu geben, ein schwelgendes Treiben und Blühen und Befruchten, ein Wohlleben in Arbeit, vergänglich zwar wie alles was irdisch ist, aber täglich sich erneuernd wie die Stunden, die die Jahre füllen!" Vergänglichkeit! Wenn heute Thales oder Histiäus von dem alles beherrschenden, ewigen Felsen von Priene herabblicken könnten auf die Ruinen der Stadt zu ihren Füßen, hinausschauen in das weite stille Land, sie würden erschüttert sich abwenden und das Haupt im weißen Chiton verbergen — öde, kahle Berge und wehmütig stimmende graugrüne Steppe, das ist alles, was heute übriggeblieben ist, von jenem Idealbild altgriechischer Landschaft. Um die Ruinen von Priene verstehen zu können, denke man sich eine moderne, mathematisch regelmäßig gebaute, steinerne Kleinstadt, deren schnurgerade Straßen sich alle genau rechtwinklig schneiden und die die Stadt in etwa achtzig Häuserblocks Seitenlänge zerlegen, diesen ganzen Komplex bann durch irgendeine rätselhafte Naturgewalt einen Meter hoch über dem Erdboden flach ab geschnitten, so daß nur die Fundamente der Häuser und Woh- । nungen im Erdgeschoß übrigbleiben — das ist I Priene von heute. Acht je fünf Meter breite, gepflasterte Hauptstraßen teilen die Stadt in mehrere gleichbreite Streifen und münden auf die verschiedenen Tore der stellenweise noch erhaltenen Stadtmauer. Rechtwinklig dazu führen 16 steile, schmale Treppen- Straßen vom ehemaligen Meeresufer herauf, bis an den Fuß des Burgberges. Alle Gaffen sind mit polierten Steinplatten belegt, haben Bürgersteige auf beiden Seiten, Rinnen für den Wasserablauf, und da und dort, wo das Pflaster schadhaft geworden ist, leuchten wie rote Adern die freigelegten unterirdischen Tonröhren der Kanalisation. Fast das ganze Straßennetz .ist in den Naturfesten eingehauen ... eine Arbeit für die Ewigkeit! Rechts und links dieser Straßen liegen unmittelbar die Fundamente der einzelnen Häuser. . Die Wohnungen der heutigen Griechen, wie man sie in jeder griechischen Kleinstadt noch findet, sind in ihrer Anordnung die gleichen geblieben wie vor zweitausend Jahren: Eine ringsum geschlossene Mauer mit einem versteckten Türchen, im Innern ein Hof mit einem Brunnen unter einem schattigen Baum. Darum eine Art Veranda, auf der die Menschen die heißen Nächte verbringen. Dahinter die Wohnräume, kühl und erfrischend im gehirnausdörrenden Sommer, leicht mit dem Kohlenbecken zu heizen im feuchten, regenschweren Winter. Die Menschen in Kleinasien haben wenig Neues hinzugelernt! An einer dieser Straßenecken steht noch ein alter Brunnen, als sei er erst gestern aufgestellt, mit einer Ruhebank davor. Nur sein Wasser ist versiegt. Ein paar Schritte davon entfernt liegt der „Fleisch- und Gemüsemarkt", ein Rechteck, so groß wie ein Tennisplatz. Man braucht auf den Fundamenten der alten Steinbuden nur die „modernen" Holzgerüste aufzustellen, mit Leinewand darüber, und der Markt, der Basar könnte seine Auferstehung feiern. Es läßt sich seltsam träumen auf dieser steinernen Bank am Brunnen; Käfer summen in der heißen Luft und neugierige Eidechsen huschen umher. Jeden Äugenblick erwartet man Gestalten in weißen, weichen, schmiegenden Gewändern um die Ecke biegen zu sehen — wie in einem Märchen oder in einer verzauberten Stadt... Einst wohnten hier in Priene sechstausend glückliche Menschen — fast möchte man hier an der gleichen Stätte der gleichen Anzahl Obdachlosen eine neue Heimat errichten: Denn alles ist da: herrenlose Felder und Gärten, Weideland mit Oel- und Mandelbäumen. Der mächtige „Hauptmarkt" fordert zu Protestversammlungen der Wohnungslosen geradezu heraus. Dann gerade gegenüber davon liegt das „Buleuterion", das Rathaus, das besterhaltene Gebäude der ganzen Stadt. Wie die Baugrube eines Unterstandes, ist es in den Felsenabhang hineingehauen. Man braucht nur das alte Holzdach wieder aufzusetzen, und die „Sitzungen" können beginnen. In dem nach der Straße zu offenem Viereck laufen hufeisenförmig wie in einem Hörsaal angeordnet, die Marmorbänke. In der Mitte steht noch der kleine Altar, unverändert wie vor zweiundzwanzig Jahrhunderten. Auch der Platz des jeweiligen Redners ist noch vorhanden, die Bänke der Vorsitzenden, der Stenographen — man sieht sie förmlich vor sich, die weißbehemdeten „Diätenschlucker", wie sie wichtig und würdig, mit der Papyrusrolle unter dem Arm, die kleinen Treppchen in den Ecken heruntergewandert kommen ... Auch in dem kleinen, am Bergabhang mit der Aussicht auf die Mäanderebene gelegenen, entzückenden intimen Theater könnten die Vorstellungen sofort und fast ohne Vorbereitung wieder beginnen. Gymnasium, Bäder, heilige Hallen, ein Stadion, alles ist da, nur die Menschen fehlen. Vom obersten Rang des Theaters, über die niedrige „Szene" hinweg, wird dem Auge das Landschaftsbild selbst zur Szene, aber ins Unermeßliche gesteigert: Zu den Füßen der Mäanderteppich, dahinter zur Linken der zackenreiche Latmos, wie die ausgespreizten Finger einer gen Himmel gestreckten Götterhand. Nach rechts anschließend, im Dunst geahnt, gelbe Trümmer-Massen, Milet, die Stadt des Thales und des Anaximander. Und am äußersten Flügel dieser Kulissen, wie ein Maulwurfshaufen in grüner Wiese, ein niedriger brauner Hügel, die ehemalige Insel Lade, wo sich um 500 v. Chr. die Seeschlacht abspielte, die das Schicksal der Ionier entschied... Das Ganze ein unvergeßlicher Blick von windiger Warte in greifbare, Wirklichkeit gewordene Geschichte! Sochschulnachnchten. Der Ordinarius für Philosophie, Psychologie und Aesthetik an der Universität Halle, Professor Dr. Emil Utitz, hat einen Ruf auf den durch den Tod von Professor Frhr. von Ehrens eis verwaisten Lehrstuhl für Philosophie an der deutschen Universität Prag erhalten. Am 21. Februar begeht der bekannte Leipziger Religionshistoriker und Orientalist Professor D. Alfred Jeremias den 70. Geburtstag. Jeremias, der einer Herrnhuter Familie entstammt, war ursprünglich Pfarrer in Leipzig und habilitierte sich 1905 an der dortigen Universität für Religionsgeschichte. Von seinen Arbeiten feien die „Allgemeine Religionsgeschichte", das „Handbuch der altorientalischen Geisteskultur", „Das Alte Testament im Lichte des Alten Orients" und „Johann von Staupitz" genannt. Nassau zur Verfügung, und zwar betragen die Leihgebühren für eine Bildreihe 3 Mark, für den Projektionsapparat 2,50 Mark. Anfragen find zu richten an die Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volks- aufklärung und Propaganda, Frankfurt a. M., Bürgerftraße 9 bis 11, Fernsprecher 333 36. gez. Trefz. Feierstunde der jungen Nation. Am Sonntag, 25. Februar, findet im Caf6 Leib, 20 Uhr, die Kulturveranstaltung der Hitlerjugend des Bannes 116 und des deutschen Jungvolks statt. In dieser Veranstaltung wird die Hitlerjugend Zeugnis ablegen für ihr revolutionäres Wollen auf kulturellem Gebiet. Es werden u. a. zwei neue Sprechchorspiele: „Die Fahne der Jugend" von Walter Krömmelbein und „Junge Front" von Walter Kröll aufgeführt werden. Es wird lediglich den Elementen: Aufmarsch, Sprechchor, Lied und Orchester Raum gegeben werden. Auch die Ausschmückung des Saales wird nach neuen Gesichtspunkten vorgenommen. Reichstagsabgeordneter Gebietsführer Walter Kramer und mehrere bekannte HJ.-Führer werden anwesend sein. Der Verkauf des Programmes, das zum Eintritt berechtigt, ist bereits im Gange. Da mit einem starken Andrang zu rechnen ist, wird die Bevölkerung gebeten, sich in ihrem eigensten Interesse rechtzeitig zum Kauf eines Programmes zu entschließen. Der Preis des Programmes beträgt 0,30 Mk. (Erwerbslose, Invaliden, Kleinrentner und Sozialrentner zahlen die Hälfte). NS.-Frauenschast Gießen. Zu der Vereidigung am nächsten Sonntag, dem 25. Februar, kommt eine große Anzahl auswärtiger Amtswalterinnen nach Gießen. Frauenschaftsmit- alieder der vier Gießener Ortsgruppen, die in der Lage sind, eine oder mehrere Amtswalterinnen zum Mittagessen zu sich zu nehmen, wollen schrift- liche Meldung mit genauer Adressenangabe bis . spätestens morgen, Donnerstag, 22. Februar, 7 Uhr, an Frau W r e d e, Wernerwall 111, richten. Werbt für den Winterpfennig! Die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels verbreitet folgenden Aufruf: Es hat sich gezeigt, daß die Ergebnisse des Winterpfennigs zum Teil außerordentlich verschieden sind. Diese Tatsache kann aber nicht nur mit Ursachen, wie zum Beispiel verschiedener Bevölkerungsdichte, erklärt werden. Ein gutes Ergebnis der Winterpfennigsammlung hängt zu einem erheblichen Teil von einer intensiven Propaganda durch den Einzelhändler selbst ab. Am wirksamsten wird sich selbstverständlich die mündliche Werbung erweisen, da sie unmittelbar die Verbindung zum Kunden herstellt. Gewisse Hemmungen, die sich hier zweifellos für den Einzelhändler teilweise ergeben, werden sich bei entsprechendem Geschick vermeiden lassen; sie fallen aber ganz fort, wenn alle Einzelhändler am Ort sich einheitlich an der mündlichen Werbung beteiligen. Besonders kann die Werbetätigkeit u. a. dadurch gesteigert werden, daß örtlich Prämiierungen für Die im Verhältnis zum Umsatz des Geschäftes höchsten Sammelergebnisse durch die Einzelhandelsverbände oder andere Stellen vorgenommen werden. Es empfiehlt sich, in enger Verbindung mit den örtlichen und bezirklichen Stellen des WHW. alle diese Werbemahnahmen zu besprechen. Das Winterhilfswerk braucht große Mittel zur Durchführung seiner großen Aufgabe. Wenn die Einzelhändler überall mit gleicher Energie sich für eine schnell gefüllte Sammelbüchse einfetzen, so werden sie sich mit Stolz als die besten Werber für das große nationalsozialistische Hilfswerk bezeichnen können. Jahreshauptversammlung des Eisenbahnvereins Gießen. Der Eisenbahnverein Gießen hielt dieser Tage feine Jahreshauptversammlung im Restaurant Kobel ab. Der Führer des Vereins, Reichsbahnobersekretär A l t h a u s, erstattete den Geschäftsbericht. Einleitend wies er auf die großen Geschehnisse seit der letzten Hauptversammlung im Februar 1933 hin. Der Lenker aller Geschicke habe Deutschland einen Mann beschert, der mit eisernem Willen, unnachgiebiger Energie und beispiellosem Schwung unser liebes Vaterland noch in letzter Minute vor dem Abgrund zurückgerissen habe, in den es durch die Unfähigkeit und die Lotterwirtschaft der marxistischen und kommunistischen Parteien zu stürzen drohte. Mitten in der neugeschaffenen großen Volksge- meinschaft stehe der Eisenbahnverein. Weiter führte er aus, daß außer der Pflege des Kameradschaftsgeistes und des tätigen Gemeinsinnes unter den Berufskameradcn der Verein auch im verflossenen Jahre überwiegend Fürsorgetätigkeit betrieben habe. 60 Kuren seien erholungsbedürftigen Kindern und Erwachsenen ermöglicht worden, in 15 Fällen seien Ernährungsbeihilfen in Tuber- kulosefällen bewilligt worden. Zu den Gesamtkosten von 6234,93 Mk. habe die Fürsorge 3961,86 Mk. beigeiragen, während nur 2273,07 Mk. von den Betreuten selbst getragen worden seien. Zu dessen Abtragung seien den betreffenden minderbemittelten Pereinsangehörigen zinslose Ratenzahlungen von nur drei Mark monatlich gestattet worden. Diese Leistungen werden von der Mitgliedschaft und der Gesamtheit der Berufskameraden immer mehr erkannt und gewürdigt. Trotz der 17 Abgänge durch Todesfälle hat der Verein seine Mitgliederzahl im vergangenen Jahre um 66 erhöht. Zu Weihnachten vorigen Jahres gewährte der Verein an notleidende Eisenbahn-Rentenempfänger und Witwen ehemaliger Berufskameraden in 47 Fällen Unterstützungen in Form von Brennstoffen — Winterbekleidungs- und Lebensmittelkarten. Wie die Dankschreiben erkennen lassen, wurde vielen Familien dadurch zu Weihnachten eine große Freude bereitet. Äon den im vorigen Jahre unternommenen Vereinsausflügen nach Rüdesheim am Rhein waren alle Teilnehmer sehr befriedigt. Der von dem Kassenwart, Reichsbahnsekretär Loos, vorgetragene Kassenbericht zeigte gesunde stnanzielle Verhältnisse. Die Geschäfts- und Kassenprüfer, Reichsbahnsekretär Schwan und Reichsbahnbetriebsassistent Keil, hatten Kasse und Ge- schäftsführung in bester Ordnung gefunden, so daß dem Gesamtvorstand Entlastung erteilt werden konnte. Der geschäftsführende Vorstand, Reichsbahnobersekretär Althaus als Führer, Reichsbahn- fekretär Hamel als Schriftmart und Reichsbahn- sekretär Loos als Kassenwart, blieb unverändert. Die Sammlung für ein Denkmal der 101 gefallenen Berufskameraden Gießener Dienststellen des Weltkrieges wird fortgesetzt. In nächster Zeit soll eine Ehrentafel im Empfangsgebäude des Bahnhofs Gießen angebracht werden. Eine vom Dereinsführer ernannte Kommission wird sofort mit den Vorbereitungen beginnen. Die diesjährigen Vereinsausflüge sollen an zwei Sonntagen, 3. und 10. Juni, nach Maim stattfinden. Nach Dankes- worten des Vereinsführers für die Mitarbeit des Vorstandes und den guten Derfammlungsbesuch und mit den besten Wünschen für den weiteren Aufstieg unseres geliebten Vaterlandes schloß dieser mit einem begeistert angenommenen dreifachen Sieg- Heil auf unseren Volkskanzler Adolf Hitler die Versammlung. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 19.30 bis 22.30 Uhr, „Julius Cäsar", — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Revolution der Jugend". — Handweberei Schloß Westerburg, Caf6 Ebel, 11 bis 19 Uhr, Handgewebe-Ausstellung. — NS.-Lehrer- bund, Kreis Gießen, 15.15 Uhr, Physiksaal der Oderrealschule, Amtswaltersitzung. — NS.-Lehrer- bund Gießen-Stadt, 16 Uhr, Turnhalle der Oberrealschule, Bezirksversammlung. — NS.-Frcmen- schast Gießen-Nvrd, 20.30 Uhr, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Monatsversammlung. — Der Kampfring der Deutsch- Oe ster re ich er im Reich veranstaltet am Samstag, 24. Februar, im Caf6 Leib einen Oester- reich-Abend. (Siehe heutige Anzeige!) * ** Spende für die Winterhilfe. Dom städtischen Wohlfahrtsamt wird uns mitgeteilt: Dem Winterhilfswerk des Deutschen Volkes ist aus der Gießener Winternothilfe 1932/33 der nach Abschluß der Kassegeschäfte verbleibende Restbetrag von 621,70, einschließlich der aufgelaufenen 'Zinsen, überwiesen worden. Ferner wurde der Hitlerjugend aus dem Jugendnotwerk des Deutschen Volkes im Arbeitsamtsmeldebezirk Gießen 1932/33 der Betrag von 151,45 Mark überwiesen. ** Das Glück auf der Straße. Am Montag gewann eine Frau, die bei einem der grauen Männer in der Schulstraße ein Winterhilfe-Lotterielos genommen hatte, den Betrag von 50 Mark. Voll Freude über das Glück stiftete die Frau gleich einen Teilbetrag des Gewinnes für die Winterhilfe. Arbeit durch die Reichswinterhilse-Lotterie! Es wird wohl kaum einen Deutschen geben, der an dem grauen Glücksmann der Reichswinterhilfe. Lotterie, der auf den Straßen und Plätzen, bei Kälte, Schnee und Regen seinen Platz behauptet, gleichgültig vorübergeht. Man kauft eben die Losbriefe aerne und wird sie immer wieder gerne kaufen. Und das nicht allein der Gewinne wegen — zwar sind 5000 Mark bar heute keine Kleinigkeit, dazu der Prämienschein mit nochmaliger Aussicht auf 5000 Mark und nicht zuletzt die Beigabe drei schöner Postkarten mit Bildern aus 2000 Jahren deutscher Kultur — nein ... Wir sehen den Glücksmann. Er war früher arbeitslos, nun hat er durch diese Straßenlotterie sein Brot und wir werden des Ausspruches unseres Führers eingedenk: „3n Deutschland soll in diesem Winter keiner hungern und frieren*“ Der Glücksmann allein ist schon ein Beweis, daß die Reichswinterhilfe-Lotterie ihre Aufgaben erkannt und auch erfüllt hat. 4500 Straßenverkäufer stellte sie sofort ein und gab ihnen damit rascheste Hilfe. Dazu kommen fast 1000 Angestellte in den Lotteriegeschäftsstellen. lieber 100 Leute sind nur mit der Kontrolle der täglich ausbezahlten Gewinnlose fortlaufend beschäftigt. Den Riesenumfang dieser gewaltig arbeitenden und darum auch schnell helfenden Winterhilfelotterie beweist die Tatsache, daß die ausgegebenen Lose rund 60 Eisenbahnwaggons füllen wurden. Mit der Herstellung dieser Menge Lose und der beigelegten Karten wurden 3000 Arbeiter beschäftigt, und eine große Anzahl von Volksgenossen finden ihre Beschäftigung schon bei der Herstellung der zum Versand notwendigen Kartons und Kisten. An all dies muß man denken, wenn man vor dem grauen Glücksmann zögernd stehen sollte. Und noch nicht einmal in Betracht gezogen ist die Herstellung der Mützen, Mäntel und Äerkaufs- kasten für die Straßenverkäufer, die vielen Firmen für diesen Winter Beschäftigung brachte. Die Reichswinlerhilsslotterie halte schon den Kampf gegen hunger und Kälte ausgenommen, noch ehe der direckte Zweck der Lotterie In Kraft treten konnte. Sie hilft doppelt, da sie gleich hilft; denn viele Millionen sind bis heute schon dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes zur Unterstützung unserer ärmsten Volksgenossen zugeflossen. Niemand soll daher zögern und soll unverzüglich das Seine zu diesem einzigartigen, gigantischen Hilfswerk geben. Mutter und Kind. Frauenversammlung in Gießen. Die Ortsgruppe Gießen-Mitte der NS. - Frauenschaft veranstaltete im Haus der Arbeitsfront einen Ortsgruppen-Abend, der nach neuen Richtlinien aufgezoaen war und reges Interesse der Mitglieder und der zahlreich erschienenen Gäste sand. Die Leiterin, Frl. H o ch st ä t t e r, begrüßte die Anwesenden und gab einen kurzen Ueberblick über das reiche Aufgabengebiet der NS.-Frauenschaft; es gipfelt in der Durchdringung unseres Volkes mit dem Gedankengut der neuen Weltanschauung von dem Tätigkeitsfeld der Frau her. Der Weg dazu wurde bereits beschritten durch die Bildung einzelner Arbeitsgruppen, die die Pflege verschiedener Kulturaebiete wie Rassenlehre, Kinoererziehung, Mütterschuluna usw. aur Ausgabe haben. Den glücklichen Anfang machte dieser Abend, der unter dem Motto „Mutter und Kind" stand. Schwester Irma T h e i s s e n begann mit dem Thema „Die Vorsorge für das kommende Kind". Sie wies darauf hin, daß die Frau und Mutter als Trägerin der Familie große Aufgaben zu erfüllen hat, daß sie besonders dem kommenden Geschlecht gegenüber eine hohe Verantwortung hat, die von ihr Selbstdisziplin in körperlicher und geistiger Haltung während der Schwangerschaft fordert, denn schlechte Lektüre, unsolider Lebenswandel, seelische Mißklänge sind ebenso schädlich für die geistige Entwicklung wie Unmäßigkeit, Unsauberkeit ober übertriebener Sport für die körperliche. Wertvolle Winke gab die Vortragende dann noch zur Beschaffung einer zweckmäßigen Säuglingsausstattung aus geringsten Mitteln. Frau D u k e n gab in ihrem Vortrag über „D i e regelmäßige Lebenshaltung d e s Kin- d e s" lehrreiche Hinweise auf die Wichtigkeit der Einordnung des Kindes in die Lebensgewohnheit der Familie. In diesem Rahmen sei dann für eine individuelle Behandlung und unbedingt regelmäßige Lebenshaltung zu forgen. Kinder, die vom ersten Tage an Ordnung gewöhnt sind und nicht durch falsche Nachgiebigkeit und gedankenlose Behandlung verzogen sind, werden sicher und zufrieden dem Leben entgegentreten und sich willig in ihren Platz in der Volksgemeinschaft einordnen. In ihren Ausführungen über „D i e Ernährung des Säuglings und Kleinkindes" betonte bann Frau Luh, baß bie Muttermilch ihrer Zusammensetzung unb Bekömmlichkeit nach immer bas Beste für ben Säugling fei, die Mutter also durch die Pflege der Brust unb burch verstän- bige Ernährung unb Lebensweise bazu verpflichtet ist, bem Kinb so lang als möglich biefe Kraftquelle zu erhalten. Sollte bie Flasche nötia werben, ist Gewissenhaftigkeit in ber Herstellung Der Nahrung, zu ber bie Rebnerin brauchbare Anweisungen gab, unb peinliche Sauberkeit bie wichtigste Forberung. Von oft zu wenig beachteter aber trotzbem weittra- genber Bebeutuna fei bie richtige Ueberleitung ber Ernährung bes Kleinkinbes in bie Familie. Hier wirb ber Mutter befonbere Wachsamkeit anzuempfehlen sein, ba burch reichliche, aber schwer bekömmliche ober falsch zusammengesetzte Nahrung bie ge- sunbe Entwicklung leicht gehemmt wirb, bie Knochen ober bie Zähne leiben. Auch hier würben Ratschläge gegeben, aus benen bie Bevorzugung von Obst, Gemüse unb vollwertigem Brot heraus- gegriffen seien. Aus eigener Erfahrung sprach Frau S ch e p p über „Das Versagen bes Kinbes in ber Schul e", das oft aus falscher Lebenshaltung des Kindes, viel aber auch aus der seelischen Beeinflussung der Mutter vor der Geburt des Kindes zu erklären ist. Kann eine Mutter ihr Kind nicht vertrauensvoll und mit Freude erwarten, lag während der Schwangerschaft ein schwerer seelischer Druck auf ihr, steht das Kind leicht dem Leben mutlos gegenüber und versagt bei den geringsten Anlässen aus mangelndem Selbstvertrauen. Die einzelnen Vorträge wurden feinsinnig umrahmt von Musikstücken, die Frau L u l e y , Fräulein Zimmer, Fräulein Heimes und ber Frauenchor beisteuerten. Fräulein Schumann trug einige dem Zweck des Abends gut angepaßte Gebichte vor. Nach einem gemeinsamen Schlußgesang sprach Fräulein H o ch st ä 11 e r noch einige abschließende Worte. Die anwesenden Frauen werden sicher gerne ihrer Aufforderung zum Besuch derart anregender Ortsgruppenabende Folge leisten. Bekanntmachungen des Personalamtes. Ernannt wurden: Arn 6. Januar 1934: ber Oberjustizsekretär bei bem Amtsgericht Alsfelb Wilhelm Büttner zum Oberjustizsekretär bei bem Amtsgericht Offenbach mit Wirkung vom 15. Februar 1934. Auf Grunb des § 5 bes Gesetzes zur Wieberher- stellung bes Berufsbeamtentums vom 7. April 1933, mit Wirkung vom 16. Februar 1934: ber Kriminal- hauptwachtmeister Wilhelm Hainer zu Friebberg zum Polizeihauptwachtmeister, ber Kriminalsekre- tär Georg Beyer zu Darmstabt zum Polizeihauptwachtmeister, ber Kriminalpolizeimeister An- breas Gruber zu Darmstabt zum Polizeimeister. Veslellt wurden: Am 14. Februar 1934: Adam Johann Becker in Mainz zum kommissarischen Bürgermeister ber Gemeinbe Bubenheim; Abam Boller IV. in Stadecken zum kommissarischen Bürgermeister ber Gemeinbe Stabecken; Karl Appel in Betzenrob Zum kommissarischen Beigeorbneten in ber Gemeinbe Betzenrob; Friebrich Liehr in Kirtorf zum kommissarischen Beigeorbneten ber Gemeinbe Kirtorf. Verseht wurden: Auf Grund von § 5 bes Gesetzes zur Wieberher- fteUung bes Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 ber Derwaltungsoberinspektor bei ber Hess. Anstalt für Geistesschwache „Alicestist" Christian Metz mit Wirkung vom 1. April 1934 als Rechnungs- rat an bie Oberrechnungskammer, Revisionsamt, II. Abteilung, unb ber Regierungsrat bei bem Hess. Kreisamt Gießen Lubwig Schmibt mit sofortiger Wirkung an bas Hess. Kreisamt Lauterbach. In den Ruhestand verseht wurden: Am 9. Februar 1934: Ministerialrat Gustav Becker bei ber Ministerialabteilung le (Lanb- wirtschaft) bes Hess. Staatsministeriums auf fein Nachsuchen unter Anerkennung seiner bem Staate geleisteten langjährigen Dienste mit Wirkung vom 1. April 1934 an. Am 14. Februar 1934: ber israelitische Religivns- lehrer an ber Volksschule zu Dübelsheim im Kreise Bübingen Samuel Heß auf Nachsuchen vom 16. Februar 1934 an; ber Polizeiverwaltungsobersekretär Oskar Kraus zu Viernheim auf Grunb bes § 5 Abf. 2 bes Gesetzes zur Wieberherstellung bes Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 mit Wirkung vom 1. Mai 1934 an. Entlassen wurden aus dem hessischen Staatsdienst: Am 14. Februar 1934: auf Grund bes § 4 des Gesetzes zur Wieberherstellung bes Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 ber Notar in Seligen- ftabt Hermann Josef Laube unb ber Polizeioberinspektor Max Lubwig Häußerer zu Darmstabt. Aus Grunb bes § 2a bes Gesetzes zur Wieberherstellung bes Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 ber katholische Geistliche ber Zellenftrafanstalt Butzbach Pfarrer Dr. Laufenberg; alle mit sofortiger Wirkung; ber Notar Lubwig Peters in Gießen burch Urkunbe bes Herrn Reichsstatthalters auf Vorschlag ber Hess. Regierung auf Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Februar 1934. Große Strafkammer Gießen. Der ehemalige Diener eines Kriegervereins mürbe vom hiesigen Schöffengericht wegen fahrlässiger Tötung an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Monaten zu 2 0 0 Mark (Selbftrafe verurteilt. Der Angeklagte, bem bie Aufgabe zufiel, bie Gewehre bes Kriegervereins in Drbnung zu halten, unterließ es, nach ber Reinigung ben Schrank, in bem bie Gewehre untergebracht waren, zu verschließen. Ein jüngerer Sohn unb besten Spielgefährte machten sich an einem dieser Gewehre, das geladen war, zu schaffen. Der Sohn legte auf ben anberen Jungen an unb schoß ihm unmittelbar über bem Auge in ben Kopf. Das schwerverletzte Kinb starb kurze Zeit später. Die gegen bas erstinstanzliche Urteil eingelegte Berufung würbe gestern kostenpflichtig verworfen. Wegen schwerer Beleibigung ber Reichsregierung unb unbefugten Tragens eines Stahlhelmabzeichens verurteilte bas Schöffengericht ben Kaufmann Friebrich Kuhl aus Hagen zu brei Monaten Gefängnis. Der Angeklagte behauptete in einer Wirtschaft im Vogelsberg unwahre Tatsachen bezüglich ber Stellung bes Stahlhelm zur jetzigen Regierung usw. Gegen bas Urteil bes Vorgerichts legte ber Angeklagte Berufung ein, bie bie Strafkammer kostenpflichtig zurückwies. Amtsgericht Gießen. Eine 21jährige Hausangestellte, bie schon wegen Erpressung vorbestraft ist, entwenbete bei einer hiesigen Familie, wo sie in Stellung war, einige Kleibungsstücke. Das Gericht erkannte auf zwei Wochen Gefängnis, entfprechenb ber im Strafbefehl festgesetzten Strafe. Ein Arbeiter aus Steinbach verursachte mit feinem Mvtvrrab burch Nichteinhalten ber Ver- kehrsorbnung einen Zusammenstoß mit einem Schüler, ber auf feinem Fahrrab fuhr unb ben ber Angeklagte überholen wollte. Der Schüler kam zu Fall unb zog sich Verletzungen zu. Der Angeklagte erhielt beshalb in einem Strafbefehl eine Geldstrafe von 20 Mark. Der bagegen verfolgte Einspruch mürbe gestern kostenpflichtig ver- morfen. Zmei Hanbelsleute schlossen ihre Geschäfte entgegen einer biesbezüglichen Polizeiverorbnung außerhalb bes Viehmarktgelcinbes, nämlich an ber Rampe am Güterbahnhof, ab. Sie erhielten Strafbefehle von je 2 0 Mark. Die bagegen eingelegten Einsprüche mürben zurückgerviesen und bie Angeklagten mit den Kosten belastet. Briefkasten der Bedattion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Nach Endbach. Bei ber Höhe Ihrer monatlichen Rente sind Sie mit Wirkung vom 1. Januar 1934 ab verpflichtet, bie Bürgersteuer zu zahlen. Gewinnauszug 21917 76162 77337 83470 97859 98266 337539 130996 220720 277406 330351 399135 133005 223422 283814 162110 265910 319985 355552 190295 267898 328347 363826 282664 390173 106698 122141 73492 234260 13057 18538 39600 53060 60070 73293 85762 110946 127632 142659 157119 167882 183347 191158 208682 215188 221547 246767 260059 263512 281176 .297151 308301 323359 334967 351876 369972 392963 395507 145106 259184 290065 348517 t 15088 ) 30877 J 52688 ! 57324 1 67905 ’ 83854 V 96586 125036 131506 153575 167392 171733 187525 197905 213118 216458 233039 256047 262969 276438 292124 302386 320337 330790 346366 360676 383611 393584 21536 42869 53251 60891 73315 86256 21644 45320 53727 63491 78820 87911 117399 128486 148063 159039 171413 184903 196420 210075 216073 228637 255492 262595 270112 289624 300471 312866 329356 338133 355735 379259 393233 398619 12933 25908 45449 55186 63685 83263 88650 315473 386005 171100 261719 298155 101499 291486 13487 13024 28750 47028 56162 66223 83827 93584 115195 128211 148045 157924 170541 184261 192299 209030 215838 224146 248029 262196 265364 288059 297834 310946 328476 336109 352307 378395 393138 397647 118322 129317 150385 159558 171507 186296 196707 211651 216193 228916 255707 262833 272127 291248 301138 314907 330201 345948 356442 382937 393502 > 7042 18274 31995 52757 58621 71442 84198 107172 126658 140564 156051 167785 178124 188427 198328 214238 220559 241307 258261 263199 278874 295768 304748 322871 332784 349784 363722 384167 393769 951 1492 3099 20727 103880 196720 268779 329319 373546 2 ©etotnne zu 10000 M. 2 Gewinn« gu 5000 M. 6 Gewinn« zu 3000 M. 6 •etotnne zu 2000 M. 16 Gewinne gu 1000 M. 178668 188528 227304 70 Gewinn« zu 500 W. 364 Gewinne zu 300 M. 7430 10190 10706 " 5. Klasse 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr 10. Ziehungstag Nachdruck verboten 19. Februar 1934 Ön der heutigen Vormittaasziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 3n ber heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 69067 73289 77453 78970 79567 80438 83589 84550 86225 87751 88660 89466 96537 97829 20 Tagesprämien. gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 100254 117948 130696 142836 150624 175254 189855 203197 218421 241848 254218 270359 285009 314236 329286 355894 372853 392632 112597 122013 135888 143437 170642 185991 196349 212499 231271 251278 263428 278586 290886 321263 344387 357889 381437 399742 117149 126231 142571 149239 173406 189643 198480 217236 240476 252219 266821 281613 305632 328078 352822 372819 386168 115947 122452 140557 148653 170805 189122 197035 216140 232693 251392 263930 279614 302632 325015 348101 363476 382989 104386 120702 132239 144901 164235 180721 191526 206420 221509 245989 260119 276676 286410 317097 332721 357147 374093 394685 107262 121817 134243 146040 168122 184723 193181 206747 230721 247924 261531 277101 290555 317679 340700 357201 380939 396252 290421 103781 303512 27137 137584 289278 394730 6596 25615 45536 67710 81461 37101 62916 366858 157936 209470 23050 57503 288348 291072 7180 7950 834 8 117522 118523 261061 288709 354962 360281 292 Gewinn« zu 300 M. 3449 5430 5868 8664 12009 14177 14452 17757 21409 28996 32371 32469 33068 33498 41758 47739 48116 52263 52494 55284 60946 2 Gewinn« zu 10000 M. 2 Gewinn« zu 5000 M. 2 Gewinn« zu 3000 M. 6 Gewinn« zu 2000 M. 24 Gewmne gu 1000 M. 147954 148040 177893 311713 349324 382734 44 Gewinn« zu 500 M. 42218 49613 90500 146965 249023 254842 317054 328518 345825 Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose 84014 206125 268040 269880 271313 272335 343073 357094 360665 399523 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000, 2 zu je 800000, 2 zu je 7500U, 6 zu je 80000, 8 zu je 20000, 26 zu je 10000, 142 zu je 5000, 260 zu je 3000, 364 zu je 2000, 656 zu je 1000, 2012 zu je 600, 12872 zu je 300 und 400 Tagesprämien zu yt 1000 Mark. Kommunalpolitische Tagung in Scholten Oberheffen VDA C fung der Rechnungen wurde dem Kassierer Entlastung erteilt und dem Gesamtvorstand, sowie Chorleiter Eberle für ihre wertvolle Unter- tützung und Mitarbeit der Dank des Vereins aus- ;esprochen. Zum Schlüsse wies Vereinswalter o t h nochmals auf den kulturellen Zweck der Ge- angoereine hin und richtete die ernste Mahnung an alle Mitglieder, das deutsche Lied, das im Dritten Reich seinen Wert und seine Bedeutung wiederbekommen hat, heute mehr denn je zu hegen und zu pflegen. Er schloß dann die Versammlung, die einen recht harmonischen Verlauf nahm, mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler und mit dem Gesang des Horst-Wessel- Liedes. Der Artikel vom 6. Februar, der nicht im Sinne des Vereinswalters Roth verfaßt wurde, hebt sich hiermit auf. <£ Lumda, 20. Febr. Hier sprach in einer 93er« ammlung der NSDAP, der Kreispropagandaleiter Pg. Schmelz. Einleitend richtete er den Blick auf die werdende Volksgemeinschaft, deren Feinde er mit scharfen Worten geißelte. Dem einzelnen könne nur geholfen werden, wenn das Ganze gerettet werde. Dann sprach der Redner über das neue Arbeitsgesetz und die Reichsreform und ihre Bedeutung für das deutsche Volk. Er ermahnte die Zuhörer in straffer Zucht einig und geschlossen hinter dem Führer zu stehen, damit das begonnene Aufbauwerk zum Segen unseres Volkes vollendet werden könne. — Der Spitzenverkauf zugunsten der Winterhilfe ergab hier den Betrag von 16 Mk. — Der Obst- und Gartenbauverein unter seinem rührigen Vorsitzenden Karl Hopp hatte dieser Tage zu einem Vortrag emge- laden. Gartenbauinspektor R e n t s ch - Friedberg sprach über die Bekämpfung der Obstbaumschädlmge. In anschaulicher Weise führte er die Hauptfemde der Obstkultur vor und erläuterte ihre Bekämpfungsweise. An Hand von Versuchen wies der Redner'nach, daß es sich wirklich lohnt, wenn der Obstbauer mittels des Spritzverfahrens die Schmarotzer bekämpft. Nach dem Vortrag wurden alle Fragen bereitwilligst beantwortet. Es wurde beschlossen, alle Obstbäume gemeinsam im Frühjahr und im Sommer spritzen zu lassen, um dem deutschen Obstmarkt einwandfreies Obst liefern zu können. Kreis Friedberg. pd. B u tz b a ch , 20. Febr. Zum Besten der Winterhilfe veranstaltete im großen Saale des „Hessi- chen Hofes" die Weidig- Werner - Oberrealschule einen Deutschen Abend, der äußerst stark besucht war. Mitwirkende bei der Veranstaltung waren Chor und Orchester der Schule, frühere Schüler und Schülerinnen der Anstalt, hiesige Musikfreunde, sowie Frl. Mia Brücke! (Bad-Nauheim) Mezzo-Sopran und Lic. Saun (Okarben) Tenor. Nach einer kurzen Ansprache des Leiters der Schule, Oberstudiendirektor Dr. Ganß, nahm die Vortragsfolge, die im ganzen 17 Nummern und in der Ausgestaltung einen guten Deutschen Abend aufwies, dank des Eifers aller Mitwirkenden einen schönen Verlauf. * Gambach , 20. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Turnverein bei Gastwirt Hch. Müll seine 31. Generalversammlung ab. Der 1. Führer Karl Ohlemutz begrüßte die Teilnehmer. Der Schriftführer Karl Maurer erstattete den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß sich der Verein im letzten Jahre gut entwickelt I)aj und seinen Mitgliederstand erhöhen konnte. Die Wefturner haben bei verschiedenen auswärtigen Veranstaltungen aut abgeschnitten. Der langjährige Kassenwart Wilh. Alt II. verlas die Rechnung, die einen Ueberschuß auswies. Nach verschiedenen Mitteilungen schloß der 1. Führer die Versammlung mit einem begeistert aufgenommenen dreifachen „Sieg-Heil!" auf das Vaterland und seine Führer. Kreis ?llsielv. N. Mücke, 20. Febr. Am Sonntag hielt der hiesige Bienenzüchter-Verein im Saale des Gastwirts B a i ft feine Hauptversammlung ab. Der Vereinsführer Erb begrüßte die Teilnehmer und kennzeichnete die Vorteile des Bienenzüchteroereins für den einzelnen Imker. Die Versammlung vermittelte im weiteren Verlaufe wertvolle Anregungen und Ratschläge, besonders für die jüngeren Bienenzüchter. Die Rechnung wurde geprüft und in Ordnung befunden. Dem Rechner wurde Entlastung zuteil. Achtzehn neue Mitglieder konnten ausgenommen werden. Für die Winterhilfe stiftete der Zweig- verein 50 Pfund Honig. Mit einem dreifachen „Sieg- Heil!" auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. N. Flensungen, 20. Febr. Am Samstag hielt der hiesige Gesangverein in der Wirtschaft Rudolf Reitz seine Generalversammlung unter Leitung des Vereinsführers August Deubel ab. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen wurde dem Rechner Karl Koller Entlastung erteilt. Vier Sänger, die in keiner Gesangsstunde fehlten, wurden mit Ehrenzeichen bedacht. — Der Verkauf der Plauener S p i tz e n r o \ e 11 e n für die Winterhilfe erbrachte in Flensungen 25 Mark. Kreis Schotten. □ Laubach, 20. Febr. Der Schützenver« ein Laubach hielt im „Schützenhof" seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab. Nach den Begrüßungsworten des 1. Vorsitzenden Otto Högn gedachte dieser zunächst mit ehrenden Worten oer im abgelaufenen Jahre verstorbenen Schützenbrüder Christoph Rühl, Christian Sieg- fried und Jean Stotz, die sämtlich Ehrenmitglieder des Vereins waren. Sodann gab der Schützenmeister einen eingehenden Bericht über das । 59. Geschäftsjahr, welches den Verhältnissen entsprechend als gut bezeichnet werden konnte. Die von ■ dem Kassierer Gg. T r ö l l e r oorgetragene Rechnung ergab bei einer Einnahme von 550 Mark und einer Ausgabe von 455 Mark einen Ueberschuß von 95 Mark. Dem Rechner, sowie dem gesamten Vorstand wurde mit besonderem Dank Entlastung erteilt. Die von dem Deutschen Schützenbund herausgegebenen Normalsatzungen wurden sodann be- ; sprochen und einstimmig angenommen. Bei b Friedrich Rudolf Stotz I. zum Führer, Bürger- • meister Högy zum Stellvertreter, Fritz Wolf । und Heinrich Silß zu Kassenprüfern auf ein Jahr =■ gewählt. Der neugewählte Führer bestimmte an» , schließend feine Beiräte, und zwar: Georg Tröl« (er, Kassierer: Otto Högy, Schriftführer: Ar- i nold Enders, Karl Becker und Dr. Roßbach ■ zu Mitgliedern des Schießausschusses. Im August t findet das 60jährige Jubiläum statt, mit dem Das i Gauschießen des neuerrichteten Gaues Hessen ver- t bunben werden soll. Mit einem Treuegelöbnis zu ! dem Führer und Vaterland fand die Versammlung - ihren Abschluß. — Am Sonntagabend fand im [ Gasthaus „Zur Traube" die Hauptversammlung der ! Freiwilligen Feuerwehr statt. Oberbrand- i meister Heinrich Kopp erstattete nach üblicher > Ehrung der verstorbenen Kameraden Karl Koch ! und Jean Stotz den Jahresbericht. Die von Kamerad Brand vorgetragene Rechnung ergab keine Kreisleiter z. b. V Bullmann spricht in Laubach. □ Laubach, 19. Febr. Am Samstagabend sprach im „Solmser Hof" in einer Versammlung, die von dem Ortsgruppenleiter Pg. Otto Braun geleitet wurde, der Gauredner und Kreisleiter z. b. 93. Pg. Bullmann (Gießen) in mehr als einstündiger Rede über das Thema „Der Kampf geht weiter!". Mit scharfen Worten geißelte er zunächst die Fehler der früheren Regierungen, die die unserem Volke durch die jüdischen Fremdlinge drohenden Gefahren nicht erkannt hatten. Jeder Deutsche muß, so fuhr der Redner u. a. fort, jetzt zur Arbeit im nationalsozialistischen Sinne erzogen werden. Es ist kein Platz mehr im Dritten Reich für Börsenspekulanten und Spießer, die die Politik am Stammtisch zu machen versuchten. Das schlafende Bürgertum muß aufgerüttelt werden. Nur eine Politik gibt es, und diese macht der Führer, der schon in seiner Jugend die Schäden der marxistischen Weltauffassung erkannt und bekämpft hat. Die Parteien hat Hitler zertrümmert, Deutschland neugeformt und der Glaube an ihn gab uns den Sieg. Alle Landesgrenzen find gefallen, wir haben jetzt den Einheitsstaat, das langersehnte Ziel aller Deutschen. Aus die Staatsform kommt es nicht an, das Volk ist alles. Dabei garantieren die drei Säulen der nationalsozialistischen Bewegung, die SS., SA. und die PO. dem deutschen Volk Arbeit, Gerechtigkeit und Ehre. Der Kampf im Dritten Reich geht weiter, jeder Widerstand wird gebrochen, bis die von Adolf Hitler aufgestellten Grundsätze in die Tat umgesetzt worden sind. Der Redner betonte dabei, daß es gerade die Jugend sei, die zuerst zu dem Führer stieß, während es jetzt für die Aelteren an der Zeit ist, soweit es noch nicht erfolgt ist, sich umzustellen, damit sie später von der Heranwachsenden Jugend nicht über die Schultern angesehen werden. Und wenn der Glaube an den Führer Allgemeingut aller Deutschen geworden ist, dann wird das Dritte Reich in Ewigkeit bestehen. — Der Ortsgruppenleiter dankte dem Redner für feine trefflichen und mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen und brachte ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer aus, in das die Anwesenden begeistert einstimmten. Nach dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes wurde die Versammlung geschlossen. Errichtung einer Genoffenschasts- molkerei in Lang-Göns. tn. Lang-Göns, 20, Febr. Am Samstagnach- mittag wurde in einer großen Versammlung der Milcherzeuger aus Lang-Göns und den umliegenden Ortschaften, unter Leitung des Kreisfachberaters für landwirtschaftliche Fragen Dörr- schuck, der Beschluß gefaßt, eine Genossen- schäft s-Molkerei in Lang-Göns zu errichten. Dieser äußerst wichtige Beschluß ist für unser Dorf von weittragender Bedeutung. Seine zentrale Lage und seine Bahnstation sind die besten Voraussetzungen für die geplante Einrichtung. Es kommen folgende Orte, die sich an dieser Molkerei beteiligen werden, in Frage: Lang-Göns, Holzheim, Grüningen, Großen-Linden, Kirch-Göns, Pohl- Göns, Lützellinden, Hörnsheim,' Hochelheim, Dornholzhausen, Niederkleen, Oberkleen und Ebersgöns. Ein vorläufiger Vorstand, unter Führung von Alb. Brücke! (Lang-Göns), übernimmt die vorbereitenden Arbeiten, wie Platzfrage, Einrichtung usw. Die hiesige Dampfmolkerei, die in Privatband ist, wurde vor einiger Zeit stillgelegt. Vanötrne '»»t s;en 00 Klein-Linden, 20. Febr. Die Vorstände des Kr a ji kenpflegevereins und der Kl e i n- k i n d e r s ch u l e hielten ihre Jahressitzung ab. Die Rechnung der Krankenstation, von Kaufmann Wilhelm Jung VIII. erstattet, zeigte einen Ueberschuß von 74,35 Mark. In den Einnahmen sind die Beiträge der 328 Mitglieder mit 1312 Mark enthalten. Den Hauptausgabeposten nehmen die Beiträge ans Mutterhaus Nonnenweier mit 660 Mark ein. Die Kinderschulrechnung zeigt in Einnahme 1748,60 Mk., in Ausgabe 1620,32 Mark, so daß hier ein Ueberschuß von 128,28 Mark verbleibt. Die festen Einnahmen aus Schulgeldern belaufen sich auf 685,30 Mark. Die weiteren 1163,30 Mark sind aus Stiftungen und Zuwendungen eingegangen. Die Gemeinde unterstützte das Werk mit 200 Mark. Die Karl Schäfer erstattete den Jahresbericht. Die Mannschaften des Vereins haben insgesamt 27 Spiele ausgetragen, von denen 12 gewonnen, 11 verloren und 4 unentschieden beendet wurden. Die Kasse, die von dem Rechner Karl Roth in mustergültiger Weise geführt wurde, wies einen guten Bestand aus; dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Sodann wurde die Wahl eines Vereinsführers vor- gcnommen, da der bisherige Führer aus beruflichen Gründen fein Amt niederlegen mußte. Der frühere Vorsitzende, Ehrenmitglied Ludwig Brück, wurde einstimmig zum Führer gewählt. Heinrich Pfeiffer und Ludwig Klingelhöfer wurden als Kassenprüfer verpflichtet. Der weitere Vorstand wurde vom Dereinsführer bestimmt und setzt sich wie folgt zusammen: 2. Führer und Werbewart August Schwalb, Kassenwart Karl Roth, Schriftführer Karl Schäfer, Beisitzer Heinrich Größer, Wilhelm Pfeiffer I. und Wilhelm Pfeiffer II.; Spielausschußobmann und Schriftführer Heinrich Pfeiffer II., Mannschaftsführer Wilhelm Harbach, Beisitzer Fritz H e n ß und Otto Hoffmann. ) Daubringen, 20. Febr. Gestern fand die Jahresversammlung des Vereins ,.Kleinkin - der freund und Krankenpflege" statt. Der Vorsitzende, Dekan G u ß m a n n , erstattete den Jahresbericht. Der Verein ehrte das Gedenken von fünf verstorbenen Mitgliedern in üblicher Art. Der Vorsitzende berichtete, daß die Krankenschwester 5549 Krankenbesuche und 18 Nachtwachen im verflossenen Jahre erledigt hat. Dankbar gedachte er der schweren Arbeit der Kinderschwester. Er forderte die Mitglieder auf, weiterhin die Schwestern durch Naturalien zu unterstützen Die Rechnungsablage erstattete der nun ausscheidende und zum Ehrenmitglied ernannte Rechner A l b a ch. Die Einnahmen betrugen 3124,95 Mark, die Ausgaben 2862,21 Mark, der Kassenvorrat ist demnach 262,74 Mark Die Spareinlagen durch Aufwertung betragen 270,24 Mark, das Guthaben in lfd Rechnung beläuft sich au 74,11 Mark. Die Schulden durch bauliche Veränderungen beim hiesigen Spar- und Vorschußverein betragen 521,57 Mark Der Rechner wurde auf Antrag der Rechnungsprüfer entlastet. Auf Antrag des Rechners A l b a ch wurde der seitherige Vorsitzende einstimmig wiedergewählt. Dekan G u ß m a n n nahm die Wahl dankbar an und berief zu Mitarbeitern: Preis, Dort II., Henkel, Braun II., Ernst Grölz, K. Grölz II., Ludwig Hofmann IV. und Hrch. Braun II. Der Vorstand wird die Aemter unter sich verteilen. In seinem Schlußwort betonte der Vorsitzende die Humanität und Liebe, die gerade dieser Verein betreibt. Er erinnerte an die Kinderliebe des großen Führers, der der Jugend ein neues, schöneres Deutschland schaffen will. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" und mit dem Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel-Liedes schloß die Versammlung. * D a u b r in g e n, 20. Febr. Der Gesangverein Saubringen hielt im Vereinslokal seine Hauptversammlung ab. Vereinswalter Wilhelm Roth begrüßte die Erschienenen, besonders die weiblichen Mitglieder, die zum erstenmal einer Versammlung des Vereins beiwohnten. Er gab dann einen kurzen Bericht über das verflossene Geschäftsjahr, wobei er mit Befriedigung feststellte, daß die Vereinstätigkeit eine sehr rege war. Mit der goldenen und silbernen Ehrennadel konnten 16 eifrige Sänger bedacht werden. Dem im November v. I. angegliederten Frauenchor sind bis jetzt 42 Frauen und Mädchen beigetreten, die inzwischen schon aktiv mitwirken. Der Vereinswalter wies mit besonderem Nachdruck darauf hin, daß unter die im vergangenen Jahre hier bestandenen Differenzen endlich ein Strich gemacht werden müsse, weil wir im Sinne des Führers alle ein Ziel, die Volksgemeinschaft, erstreben und er infolgedessen Neuanmeldungen von sangesfrohen Frauen und Männern sehr begrüßen würde. Sodann erstattete Spar- und Leihkasse Klein-Linden stiftete 30 Mark, die evangelische Frauenhilfe 30 Mark, ungenannte Geber 135 Mark, an Kollekten gingen 32,64 Mark ein. Zu Rechnungsprüfern der Krankenstation wurden die Vorstandsmitglieder Kaspar Panzer und Ludwig Theiß II. bestimmt; die Kinderschulrechnung wird von den Vorstandsmitgliedern Philipp Jung XVIII. und Johannes Germer geprüft. Es wurde noch beschlossen, den Kinderschulsaal in» tand zu setzen. Als neue Vorstandsmitglieder wurden für die Krankenstation Reichsbahnbeamter Wilhelm Theiß II. und für die Kinderschulstation Landwirt Wilhelm Theiß in den Vorstand beru= en. Mlt herzlichen Dankesworten an die Mitarbeiter schloß der Vorsitzende der beiden Stationen, Pfarrer Bremmer, die Sitzung. ♦ Leihgestern, 20. Febr. Dieser Tage fand die Generalversammlung des hiesigen Landwirt- chaftlichen Konsumvereins II statt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Schmidt eröffnete die Versammlung. Direktor Krick gab den Ge- chäftsbericht bekannt. Verschiedene Mitglieder des Aufsichtsrates, die satzungsgemäß ausschieden, wurden durch jüngere Mitglieder ersetzt. Die Revision ließ erkennen, daß der Landwirtschaftliche Konsumverein II unter guter Führung weitere Fortschritte gemacht hat. Es konnte eine Warenrückvergütung in Höhe von 10 v. H. gewährt werden. Die Mitglieder Arnold und Gg. Häuser forderten auf, dem Führer Adolf Hitler und der Genossenschaft unverbrüchlich die Treue zu halten. Y" Watzenborn-Steinberg, 20. Februar. Im vollbesetzten Saale des Gasthauses „Zum Löwen" hielt am Sonntagabend der hiesige Kirchengesangverein seinen dieswinterlichen Familienabend ab. Die Chöre des Vereins standen, wie immer, auf beachtenswerter Höhe. Den Mittelpunkt des Abends bildete ein Lichtbildervortrag über die Oberammergauer Pajsionsfpiele. Die Bilder waren von hervorragender Schönheit. Der Ortepfarrer hielt eine Ansprache, an deren Schluß er dem von der Gründung des Vereins an tätigen Mitgliede Marie Sarnes mit Worten dankbarer Anerkennung eine Bilderbibel überreichte. Dem Winterhilfswerk überwies der Verein bei dieser Gelegenheit zu einem früheren Betrag 20 Mark. > Holzheim, 20. Febr. Am Samstagabend fand die Generalversammlung des Gesangvereins „Harmonie" im Vereinslokal bei Gastwirt und Dirigent Sarnes statt. Nach einem Chorlied begrüßte der Vereinsführer Heinrich Jung die Teilnehmer und gedachte sodann der verstorbenen Mitglieder. Den Jahresbericht gab Schriftführer Denhardt bekannt. Den Kassenbericht erstattete Vorstandsmitglied Wilh. Klee Den Kontrollbericht über den Besuch der Singstunden erstattete der zweite Führer Will). K l e i n d i e n st. Es wurde beschlossen, den drei besten Besuchern der Singstunden je eine Ehrennadel zu verleihen Der Führer gab dann noch einen kurzen Rückblick über das Jahr 1933 und sprach allen denen, die ihm im vergangenen Jahre mit Rat und Tat zur Seite standen, insbesondere dem Dirigenten Georg Sarnes, herzlichen Dank aus. Mit einem dreifachen „Sieg- Heil!" auf das deutsche Lied, unser geliebtes Vaterland und unseren Volkskanzler Adolf Hitler, sowie mit dem Gesang eines Verses des Horst-Wessel- Liedes fand die Versammlung ihren Abschluß. — Im Saale des Gastwirte Sarnes sand dieser Tage eine Versammlung zum Zweck der Gründung einer Luftschutz-Ortsgruppe statt Zellenwart Pg. Kuhl eröffnete die Versammlung. Herr Kretschmer (Gießen) sprach sodann über die Aufgaben des Luftschutzes Bürgermeister Buß unterstützte die Ausführungen des Redners. 42 Mitglieder erklärten sofort ihren Beitritt. Bürgermeister Buß wurde zum Leiter der Ortsgruppe bestimmt. = Eberstadt, 20. Febr. Der Turnver - ein Eberstadt hielt am Samstag in der Gastwirtschaft „Zur Post" seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vereinsführer Koch begrüßte die Versammlung, und der Klang eines alten Turnerliedes leitete zur Tagesordnung über. Der Jahres- und Tätigkeitsbericht des Schriftwarts schilderte den neuen, großen Geist, der auch unserem Turnvereine neues Leben bringe. Die Fachwarte £ Schotten, 20. Febr. Im Singsaal der hiesigen Turnhalle fand unter Leitung des Vorsitzenden, Bürgermeister Menget (Schotten) eine Tagung des Kreisverbands Schotten des Hessische^ Gemeindetags statt. Erschienen waren u. a. Kreisleiter Kromm, Kreisbetriebs- Zellenleiter Schneidmüller, vom Kreisamt Schotten Regierungsrat Schwan und Inspektor Müller. , . Nach einleitenden Begrüßungsworten gab der Vorsitzende eine Reihe von Ausschreibungen und Verfügungen bekannt, die vom Gemeindetag aus- gingen. Die Bürgermeister, die auf eine 25° und mehrjährige Dienstzeit zurückblicken, sollen besondere Ehrenurkunden erhalten. Die Bürgermeister erhalten ihre Organisation und Eingliederung in den Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen. Verwaltungsinspektor Müller sprach über die Ausstellung der neuen Voranschläge, die rechtzeitig fertigzustellen sind. Bürgermeister Menge! ergänzte die Ausführungen unter Berücksichtigung des neuen Gemeindeumschuldungsgesetzes. Auf die neue Verordnung über die deutsche Staatsangehörigkeit und ihre Auswirkungen in der Praxis wurde verwiesen. Regierungsrat Schwan behandelte eine Reihe von Angelegenheiten: Eroffnuna von Erwerbsgeschäfte durch Minderjährige, Kredite durch die Rentenbank, Schaffung von Kleinwohnungen, Arbeitsdienst, Pflichtarbeit, Richtlinien für Arbeitslager und dergleichen. Mehrere andere Angelegenheiten, Forstoerwaltungskosten usw. wurden noch besprochen. Kreisleiter K r o m m sprach über die Berechtigung zum Tragen der Uniform. Inzwischen waren der seitherige Kreisdirektor Dr. Jan n und der für den Kreis Schotten neuernannte Kreisdirektor Pg. Zürtz erschienen. Bürgermeister Menget widmete dem scheidenden Kreisdirektor Dr. Sann Abschiedsworte und sprach den Dank der Bürgermeister für die Unterstützung aus, die sie allezeit bei ihm gefunden hatten. Die besten Wünsche begleiten ihn in fein neues Amt. Dem neuernannten Kreisdirektor Pg. Zürtz galt ein herzlicher Willkommensgruß. Ein alter Dor- leider kein erfreuliches Bild, doch hofft der Verein, über die vorhandenen Schwierigkeiten hinwegzukommen. Der Vereinsdietwart weckte in einem Vortrag die Begeisterung für die edle Turn- ache im Dienste von Volk und Vaterland. Mit einem von der Versammlung kräftig aufgenommenen „Sieg-Heil" auf den Reichskanzler Adolf Hitler und auf den Reichs-Sportführer von Tfchammer.und Osten schloß der Vereins- ührer die recht anregend verlaufene Tagung. wg. Großen-Buseck, 20. Febr. Der hiesige Fußballklub von 19 2 6 hielt am Samstag bei Gastwirt Ludwig Gans seine Generalversammlung ab, die vom Dereinsführer Ludwig Klingel- Hofer eröffnet wurde. Der zweite Führer, August Schwalb, hielt eine Ansprache über „National- ozialismus, Führer und Volk". Der Schriftführer fämpfer für die nationalsozialistische Idee, wie der neue Kreisdirektor es ist, werde im Vogelsberg, der von jeher eine Hochburg des Nationalsozialismus war, eine treue national- und sozialgesinnte Bevölkerung finden. Die Bürgermeister des Kreises leisten treueste Gefolgschaft. Ein Sieg-Heil galt den beiden Kreisdirektoren. Dr. Jann dankte bewegt für die Abschiedsworte, den Vogelsberg werde er nicht vergessen. Der neue Kreisdirektor Pg. Zürtz sprach seinen Dank für den Willkommensgruß aus sein Amt werde er in echt nationalsozialistischem Geiste zum Wohl und im Interesse der Gesamtheit führen. Mit einem Sieg-Heil auf unser Vaterland, den Reichspräsidenten und unseren allverehrten Volkskanzler Adolf Hitler schloß der Vorsitzende die Versammlung. Im Anschluß daran sand eine Versammlung in größerem Rahmen statt, an der die interessierten Kreise des Handels, des Gewerbes, der Innungen, der staatlichen und sonstigen Behörden teilnahmen. Nach Begrüßungsworten durch den Leiter der Versammlung, Kreisdirektor Dr. Jann, sprach zunächst Baurat G e i b e l über die Reichsbauzuschüsse. 1900 Anträge seien bereits durch das Bauamt genehmigt worden mit einer Summe von rund 250 000 Mark. Im Anschluß hieran hielt Ministerial- obersekretär Graf (Darmstadt) einen interessanten Vortrag über das behördliche Beschaffungswesen. Das ortsansässige Gewerbe und der Handel solle dadurch nicht geschädigt werden, im Gegenteil werde der Staat durch Verhandlungen mit der Lieferantenseite auf eine vernünftige Preisgestaltung hinwirken, die für beide Teile nutzbringend sei. Besonders in der Brennstoffversorgung, in der Beschaffung von Papier, Drucksachen und dergleichen Massenartikeln, die von den Behörden benötigt werden, sei gemeinsame Regelung notwendig. Es bestehe in der Mini- fterialabteilung III des Staatsministeriums eine Preisüberwachungsstelle, die in allen diesen Fragen auskunftbereit fei und vermittelnd eingreife. Eine Reihe von Herren, besonders auch aus dem interessierten Handel und Gewerbe, beteiligte sich an der Aussprache. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß der Leiter die Versammlung. sprachen in ihren Berichten die Hoffnung aus, die Zusammenarbeit zwischen SA. und Turnerschaft möge sich reibungslos vollziehen und beiden Gruppen zum Segen fein. Beider Arbeit ist Dienst am „ _ Volk und f ü r das Volk. Der Kassenbericht brachte Kassenwart Latsch den Kassenbericht. Nach Prü- Beanstandung. Eine Reihe von Anordnungen und Bekanntmachungen teilte der Hauptmann mit; insbesondere wurde die neue Exerzier- und Grußordnung erläutert. Das Abzeichen für 10jährige Mitgliedschaft erhielten folgende Kameraden: Johs. D ö r n i s , Otto Kaiser, Wilhelm Scharf, Fritz Von-Ei ff und Konrad Silz. Weiter berichtete Oberbrandmeister Kopp über das Verhalten bei Brandausbruch und seine Erfahrungen, die er als Teilnehmer des sechsten Lehrganges bei der Hessischen Feuerwehrschule in Friedberg gesammelt hatte. Für die von der Wehr im abgelaufenen Jahr geleistete Tätigkeit dankte Bürgermeister H ö g y namens der Stadt. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und das Vaterland, sowie mit dem Gesang des Horst-Wessel- Oie Volksgesundheit fördern, heißt Elend verhüten. Werdet Mitglieder der NS-Volkswohlfahrt! Liedes schloß der Vorsitzende die Versammlung. — Die am 11. Februar oorgenommene ntraßen- sammluna für das Wi " te rh i l f s we rk brachte in unserer Ortsgruppe den Betrag von 71,62 Mark. Es entfallen auf Laubach 35,82 Mark, Wetterfeld 15,80, Ruppertsburg 14,90 Mark und Gonterskirchen 5,10 Mark. Die Lebensmittel- pfundsammlung für Januar und Februar hatte folgendes Ergebnis: 166 Pfund Bohnen, 103 Pfund Mehl, 33 Pfund Erbsen, 21 Pfund Graupen und 240 Pfund Reis und andere Lebensmittel. — Der Verkauf der S p i tz e n - R o s e t t e n am vorigen Sonntag brachte 118 Mark in der Ortsgruppe ein Auf Laubach entfielen 78 Mark, Ruppertsburg 20 Mark, Gonterskirchen 8 Mark und Wetterfeld 12 Mark. ( Gedern, 20. Febr. Im Gasthaus „Zum deutschen Haus" fand dieser Tage die Generalversammlung der Deutschen Bau-und Siedlungs- Gemeinschaft, Ortsgruppe Gedern statt. Architekt Schröder erstattete zunächst den Jahresbericht. Der Rechner Johannes Rausch gab den Kassenbericht bekannt; seine Vorschläge hinsichtlich der Beitragserhebung wurden einstimmig angenommen. Sodann schritt man zur Wahl des Vorstandes. Da alle seitherigen Mitglieder, die keinen Bausparvertrag abschließen, aus der DBS. aus- scheiden, stellte auch Architekt Schröder sein Amt zur Verfügung. An seiner Stelle wurde Lokomotivführer Rüb zum Ortsgruppenobmann gewählt. Zum Kassierer und stellvertretenden Obmann wurde Johannes Rausch bestimmt. Schriftführer wurde Alexander R e u ß. Der neue Obmann dankte dem seitherigen Vorsitzenden Architekt Schröder für die von ihm geleistete Arbeit. Im weiteren Verlaufe der Versammlung sprach Architekt S ch r ö - d e r über die politischen Ereignisse der vergangenen Jahre. Es konnte festgestellt werden, daß bis jetzt 11 Bausparer in Gedern durch die DBS. berücksichtigt werden konnten. Es wurden 11 Wohnhäuser im Gesamtwerte von 110 000 Mark erstellt. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil! auf den Dolkskanzler Adolf Hitler wurde die Versammlung geschlossen. — Dieser Tage fand im Gasthaus „Zum Löwen" eine Bauern Versammlung statt, die von dem Ortsbauernführer Hermann Müller geleitet wurde. Landwirtschaftsrat Dr. Bäumer sprach über die erfreuliche Einigung der deutschen Bauern durch Adolf Hitler und erörterte ferner eine Reihe von beruflichen Fragen. Mit großem Interesse wurde ein Lichtbildervortrag von Landwirtschaftsassessor Seibel (Büdingen) über das Thema „Schädlingsbekämpfung" verfolgt. Landwirtschaftsrat Dr. Bäumer beantwortete im weiteren Verlaufe der Veranstaltung noch eine Reihe von Fragen. Ortsbauernführer Hermann Müller schloß die Versammlung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf unserer Führer Adolf Hitler. Kirche und Schule. Lanokreis Metzen. )( Lich, 20. Febr. Die evangelische Kirche n gemeinde - Vertretung trat im Gemeindesaal zur Beratung des Voranschlags für 1 934 zusammen. Zu Beginn der Sitzung wurden die Mitglieder von dem Vorsitzenden auf die Verfassung der deutsch-evangelischen Kirche und der evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen verpflichtet. Der Voranschlag wurde einstimmig genehmigt. Er weist im ersten Teil in Einnahme und Ausgabe 12 778,74 Mark, im zweiten Teil 4295,47 Mark auf. In früheren Jahren bestritt das Marienstist alle Ausgaben. Da es jedoch sein Kapitalvermögen größtenteils verloren hat und sein Grundbesitz nur wenig mehr einbringt, muß das Defizit durch örtliche Kirchensteuer gedeckt werden. An größeren Ausgaben mußten im ersten Teil 2400 Mark für Steuern und 1000 Mark für die Neubelieferung eines Teiles des Kirchendachs vorgesehen werden. Die Kirchenheizung, die bisher sehr schlecht funktionierte, wird im Laufe des Jahres durch das Entgegenkommen der Stadt verbessert werden. Im Anschluß an die Beratung des Voranschlags wurde der Bericht des Kirchenvorstandes über den kirchlichen und sittlichen Zu st and der evangelischen Gemeinde in 1933 vorgetragen. Es wurden 62 Hauptgottesdienste, 36 Nebengottesdienste, 15 Christenlehren und 35 Kindergottesdienste gehalten. Der Gottesdienstbesuch betrug 22,99 v. H. der landeskirchlichen und 20,87 v.H. der erwachsenen evgl. Bevölkerung, der Abendmahlsbesuch 31,54 bzw. 42,28 v. H., der Kindergottesdienst 22,85 v. H. der männlichen und 33,96 v. H. der weiblichen schulpflichtigen Jugend. Die Gesamtsumme der Liebesgaben betrug 3377 Mark oder 1,34 Mark bzw. 1,79 Mark auf den Kopf der Bevölkerung. Es wurden 16 Paare getraut, 38 Kinder getauft, 22 Kinder konfirmiert und 31 Gemeindeglieder beerdigt. Der Bericht fand eine ausführliche Besprechung, in der noch mancherlei wertvolle Anregung zur Hebung des kirchlichen und christlichen Lebens gegeben wurde. Jeder einzelne muß sich verpflichtet fühlen, für seine Kirche und das Evangelium zu werben und dafür ein persönliches Bekenntnis abzulegen. Das ehemalige Naturfreundehaus auf der Tromm. LPD. Darmstadt, 20. Febr. In einem Ausschreiben des Staatsminjfteriums wird mitgeteilt, daß die Kreisleitung der NSDAP. Heppenheim mit der vorläufigen^ Verwaltung des ehemaligen Naturfreundehauses auf der Tromm beauftragt worden ist. Das Heim, das in einer der schönsten Gegenden des Odenwaldes auf der 552 Meter hohen Tromm gelegen ist, die sich in den letzten Jahren auch als Wintersportplatz zunehmender Beliebtheit erfreut, bietet für ungefähr 40 Personen Uebernachtungsmöglichkeit in Betten. Daneben steht noch eine größere Anzahl von Strohsäcken zur Verfügung. Die Uebernachtungsgebühr beträgt für Schüler und Jugendorganisationen der NSDAP. 0,25 Mark. Die Benutzung der Küche und des Küchengeschirrs steht den Besuchern gegen ein ganz geringes Entgelt zur Verfügung. Die erforderlichen Lebensmittel müssen jedoch mitgebracht werden. Um das Heim aufrechterhalten zu können, ist es erforderlich, daß die Besucherzahl so gesteigert wird, daß wenigstens die laufenden Unkosten gedeckt werden. Es wird daher auf dieses nunmehr nationalsozialistische Wanderheim aufmerksam gemacht. preutzeu. Neuer Bürgermeister in Biedenkopf. * Biedenkopf, 21. Febr. Der Herr Regierungspräsident hat den Kreisleiter und Gauin£, der Zentner 2,80 bis 3,— Mark, Aepfel, das Pfund 15 bis 25 Pf., Birnen 20 bis 25, junge Hähne 80, Suppenhühner 75, Blumenkohl, das Stück 35 bis 50, Salat 25 bis 30, Endivien 15 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. im Alter von 54 Jahren. Altersvereinigung 1879/1929. Katholischen Kirche statt. 1075 D 2 Uhr statt. Der Vorstand. 1074 V karte ssssv zur großen Armee abberufen. Lollar, Grünberg, Havert, den 20. Februar 1934. 1091 p 10761) Alle Gießener Kameraden in Uniform treten Donnerstag, den 22. Februar, 1 Uhr, am Stahlhelmheim an. Die Kameraden in Zivil schließen sich erst auf dem Friedhof dem Sturmbann an. Gießen, Bingerbrück, den 19. Februar 1934. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 22. Februar, nachmittags 2 Uhr,- auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt. Das Seelenamt findet am Donnerstag, vormittags 7% Uhr, in der Am 19. Februar wurde einer der Gründer unserer Ortsgruppe, der ehemalige Kameradschaftsführer, Kamerad Anmachholz Bestell, erbittet) wir direkt an uns, möglichst ö.iß oft- Die Beerdigung findet am Donnerstag, 22. Februar bruar, nachmittags 3 Uhr statt aller Art, leicht und schallsicher, werden ausgeführt durch Der Stahlhelm B.d.F. Ortsgruppe Gießen. In tiefer Trauer; Die Hinterbliebenen. Plötzlich und unerwartet verstarb gestern abend unsere liebe Mutter und Großmutter Frau Anna Jacobi Wwe. geb. Schuchardt im Alter von 59 Jahren. Vtfbzrf Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, die Kameraden von dem plötzlichen Ab« - ^hen unseres lieben HansWeinandy ir in Kenntnis zu setzen. Ein treuer Kamerad ist von uns gegangen, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Die Beerdigung findet Donnerstag, 22. Febr, 14 Uhr, statt. Um vollzählige Beteiligung der Kameraden wird ersucht 1071D Der Vorstand. Die Trauerfeier für unseren lieben Alterskameraden Hans Weinandy findet am Donnerstag, dem 22. Februar, nachmittags Heute vormittag entschlief plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder Johann Peter Weinandy ZollsekYetär Hans Weinandy Obertruppführer Krupka 'vricht bis einschließl. Mittwoch, den 21. Februar, nachmittags BVa und abends S1/2 Uhr, in der Evangelischen Ltadtmission. 0893 lllllllllllilHIIIIIlHIHHIlilllllllllllllllllllllllllllllll AiMenaanertLaheienz,Dieben Lahnstraße 3, Fernsprecher 2463 Einziges Spezialgeschäft für Verputz-, Stuck- und Rabitzarbeiten aller Art am Platze. 842D ''"''"zeitSvangeliit TrennunMde DampfsägewerkLollar S. Huhn. Collar- Frische Fisflie per Pfd.iEv 25, 30 u. 40 Pf. LanilbroUÄ Marinaden Wermutwein1"^8' Sekt Kognak‘/i^Ilii Orangen 3 Heb. Kalbfleisch Liebigstraße 66 Friedensstr. 2. Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr,Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut i und preiswert durch i Brühl'sche Druckerei I Schulstr. 7, Ruf 2251 Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 19. Februar 1934 bei der Firma Gesellschaft zur Errichtung von Wohnhäusern mit beschränkter Haftung in Lollar folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Generalversammlung vom 22. Dezember 1933 ist die Gesellschaft aufgelöst. Steuersyndikus Paul Lünz- mann in Wehlar ist Liquidator. 1093D Gießen, den 20. Februar 1934. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Wegen Umbauarbeiten an der hiesigen Klaranlage wird bis zum 15. März d. I. gut ausgetrockneter Schlamm, der ein hochwertiges Düngemittel darftellt, kostenlos daselbst abgegeben. 1080D Gießen, den 20. Februar 1934. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. _______________G ravert. Bullenverkauf. Die Gemeinde Steinbach beabsichtigt einen fetten DUllNl zu verkaufen. Angebote per Zentner Lebendgewicht sind bis zum Montag, dem 26. d. M., nach, mittags 2 Uhr, auf der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Bedingungen bekanntgegeben werden. Gleichzeitig können sich Besitzer junger Simmentaler Bullen bei unterzeichneter Stelle melden Steinbach, am 19. Februar 1934. 1081D Hessische Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. Holzverkäufe aus Revier Saasen. Montag, den 26. Februar. 9% Uhr. im Gasthaus „Zum Hirsch" zu Reiskirchen aus Buchwald, Eichwald, Neuerhegwald, Neuhof, Neuhofstanne und Walbersberg: Stammholz: 6 Stück Esche und Ahorn 2. bis 4. Klasse = 3 fm; 9 Stück Lärche la- bis 3b-Kl. = 8 fm; Derbstangen: 242 Stück Fichte 1. bis 3. Kl; Ruhscheiter: 27 rm Eiche (2 m lang); ferner Brennholz. rm: Scheiter.- Buche 267, Eiche 43, Kiefer 14; Knüppel: Buche 264, Eiche 99, Wildkirsche 8, Kiefer 23, Fichte 35; Reisig: Buche 172, Eiche 166; Stöcke: Buche 35, Eiche 2. 1073D Dienstag, den 27. Februar. 9% Uhr, im Gasthaus ..Zur Traube (Schepp, Wilhelm II.) zu Saasen aus Bauernheide, Virkwaldshege, Güntersgraben, Neuhofshege und Zeileichen: Derb- und Reisstangen: Stück: Ahorn 4, Fichte 85; ferner Brennholz, rm: Scheiter: Buche 328, Eiche 19, Kiefer 6; Knüppel: Buche 147, Eiche 39, Birke, Aspe 6, Nadel 14; Reisig: Buche 232 (Stamm), Eiche 46; Stöcke: Buche 50. In den Schlägen Buchwald, Eichwald, BirkwaldS- hege, Güntersgraben und Zeileichen wird das Versteigerungsbrennholz mit „23g." geschlagen. Personen, die ihre Domanialgefälle aus 1933 und früheren Jahren nicht bezahlt haben, wird kein Zuschlag erteilt. Es empfiehlt sich daher bei Regelung der Schuld nach dem 15. Februar Quittungsvorlage auf dem Forstamt vor dem Versteigerungstermin. hessisches Forstamt Grimberg. Nr. 44 Drittes Blatt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyetzen, Mittwoch, 21. Februar 1954 Aus der Welt des Films. Berliner Filmpremieren. „Der Polizeibericht meldet.. Ein Film von Georg Jacoby ist immer eine gewisse Garantie. Jacoby beherrscht jede Situation, mb er ist ein Meister der Schere. Er läßt es geschehen, daß man unbarmherzig jede Länge kürzt, cutf) wenn sein Regisseurherz vielleicht gerade diese Stelle besonders liebevoll ausgearbeitet hatte Detektivroman, mit allem was dazu gehört. Für ! ie, die sich gern spannen lassen, ein genußreicher Abend. Wenn man glaubt, jetzt hat die eigene Scharfsichtigtkeit den wahren Gauner gefunden, ist man schon wieder blamiert und sucht den großen Unbekannten weiter. Man feierte ein Wiedersehen mit Olga Tschekowa. Man sah die ganze Garde der Erfolgs- Varsteller: Paul Otto, Riemann, Käthe f*aa f, Fischer-Köppe und mindestens noch ein Nutzend mehr. « „Heinrich der VIII. und die Frauen." Jetzt haben die Engländer das Motiv aufaegrif- i 'en, das wir vor ungefähr zehn Jahren mit I a n - linas und Henny Porten unter der Regie t laon Lubitfch verfilmten. Man hat sich bemüht, ’,ten Charakter dieses unmenschlichen Königs zu mildern und ihm liebenswürdigere und verständ- !che Züge zu verleihen. Doch das ändert nichts an ter historischen Tatsache, daß hier ein Verbrecher ter skrupellosesten und unvornehmsten Art Be- terrscher eines Landes und eines Volkes war. lHarles Laughton spielt den König. Er hat den !uf des bedeutendsten englischen Schauspielers. Er ,r ird auch bei uns gefallen. Man fühlt, daß er ! efe Rolle mit einer wahren Leidenschaft verkör- ;-rt und keine Mühe gescheut hat, in das Geschöpf cmzudringen, das er darstellt. Die Frauen um ihn herum sind teilweise von f.st märchenhafter Schönheit, einige von zartem, ^sonderen Liebreiz. Nur die derbste von allen citgeht dem gekrönten Blaubart. „Die Finanzen des Grotzherzogs." Gustav Gründgens, bekannt als hervor- pgender Schauspieler, stellt sich zum drittenmale tzs Regisseur vor. Entzückender Gedanke, die Handlung im Jahre 1904 spielen zu lassen! Der Film \\ lustig, sauber, flott, angefüllt von reizenden U nfällen, über die man wirklich lacht, ohne das p inliche Gefühl zu haben, daß sie an den Haaren hubeigezogen wurden. 'Die Darsteller sind in gute Zucht genommen, 'Viktor de K o w a als Großherzog ist angenehm uib ohne Uebertreibung. Seine Frische und Natür- lihkeit bewahren ihn davor, durch vieles Spielen rimtiniert zu werden. Ein neues Gesicht: Hilde Meißner stellt sich an- nutig in die Handlung hinein. Diese Frau ist be- gc bt und hübsch; es ist eine Freude, sie zu sehen. Eine reizende Episode spielt ein kleines Fräu- km von der Pariser Straße, das leider nicht im Programm genannt ist. Theo Lingen wird wieder als dummes Ge- siyt verwendet. Er erreicht wie immer seinen gescherten Lacherfolg. Hier sollte man bremsen: glaubt nnn wirklich, daß ein begabter Schauspieler sich bJbei wohlfühlen kann, derartig ins Klischee hinein- Wreht zu werden? Und daß es einem kritischen Publikum auf die Dauer gefällt, ihn ewig gleich zi sehen? Der ganz große Lacher gilt Rühmann. Er ist ü komisch munter und von einer so tappsigen Echt- jii.t, daß man seinen Erfolg versteht. Die Handlung dreht sich um ein winziges, verödetes Großherzogtum im südlichen Meer. Zu emer Rettung begeben sich der Fürst und sein K mmerherr zu dem Gläubiger nach Paris. Hier Mischehen Zeichen und Wunder, Verwechslungen und tausend merkwürdige Zwischenfälle. Man geht mit dem Gefühl nach Hause, einen angenehmen Abend ohne Kitsch verbracht zu haben und trotzdem auf leichten Wassern gefahren zu fein. „Die Hafen-Annie." Der Titel könnte irreführen: die Hafen-Annie ist kein hübsches, verdorbenes Mädchen, sondern eine alte Frau und Mutter Ein amerikanischer Hafen, em Schiffskutter, Meer und Himmel und zwei Gestalten, die uns durch alle Skalen des Gefühls willig mitgehen lassen, schaffen den großen Erfolg dieses Filmes. Die Hafen-Annie steht, mehr Mann als Frau, auf festen Beinen. Längst hat sie dem Mann das Steuer des Schiffes und des Lebens aus der Hand genommen, da der Unverbesserliche immer wieder dem Alkoholteufel verfällt. Wie diese Frau mit dem Dämon kämpft, wie sie für den Sohn sorgt, das verlohnt sich allein, dieses Bildwerk gesehen zu haben. Es braucht wohl kaum gesagt zu werden, daß die Amerikaner für Humor gesorgt haben. Zum Lachen gibts, übergenug. Erschütternd komisch, wenn der ewig Betrunkene den Duft des Fusels mit Haarwasser bekämpfen will, dem darin enthaltenen Sprit nicht widerstehen kann und es statt in die Haarsträhnen in die Kehle gießt. Zwei große Menschendarsteller sind hier zusammengestellt: Marie D r e ß l e r und Wallace Beery. Ihnen gebührt unser Dank für den Abend. „Ich kenn' Dich nicht und liebe Dich." Es ist bewunderswert, daß aus einer tausendundeinmal verwendeten Idee, die dazu weder groß noch tief ist, noch der tausendundzweite Film her- ausgeschneidert werden konnte, der, dank der kultivierten Regie, der reizenden Magda Schneider und dem eleganten Willi F o r ft wie nach Maß auf die schlanken Leiber paßt. Ein unbekannter kleiner Komponist verliebt sich in das Titelblatt eines Magazins. Da er die Angebete nicht finden kann, Drängt es ihn, feine Gefühle in Musik umzusetzen. Er wird bekannt und berühmt. In der Zwischenzeit hat der vorsorgliche Freund besagtes Mädchen ausgekundschaftet, und er kann daran gehen, um sie zu werben. Das muß natürlich auf Umwegen geschehen. Die Eltern der Angebeteten sind sehr vornehme Leute, die in einem Marmorpalast an der Küste des blauen Mittelmeeres wohnen. Da dem Künstler der Zutritt zu diesem Paradies nicht so ohne weiteres gestattet ist, greift er zu einem ausprobierten Mittel. Er wird Kammerdiener in dem hochherrschaftlichen Haus. Eine geradezu entzückende Charakterstudie gibt Fritz O d c m a r , der Vetter Nikki aus Wien. Die übrigen Schauspieler sind ausprobierte Typen, die nicht so leicht versagen. Der Schluß ist selbstverständlich heiter: in einem mondänen Restaurant in Nizza spielt der zu seinem Beruf zurückgekehrte Komponist unter dem Jubel des Publikums feine eigenen Schlager, und kurze Zeit darauf drückt er die Braut an das liebende Herz. Ehrenabend für den deutschen Pionier des Ms M!-! k h 3 M : >5 Wx I f ' In Berlin fand ein Ehrenabend für Max Skladanowski statt, der den ersten Kinemato« graphen erfand und damit zum Schöpfer einer neuen Kunst und einer riesigen, weltumfassenden Industrie wurde. Trotz der Bedeutung seiner Erfindung ist der Name Skladanowski allmählich in Vergessenheit geraten, bis ihm dank dem besonderen Augenmerk von Dr. Goebbels jetzt endlich der verdiente Ruhm zuteil wird. — Unser Bild: Skladanowski erklärt Künstlerinnen den e historischen Apparat. Oie Deutsche Bühne zeigt ihre ersten Filme. „Die Flandrische Front nach 15 Jahren." „Was ist die Welt?" Die Deutsche Bühne, die aus ihrer Bühnenorga- nifation eine Abteilung für Filme abgegliedert hat, zeigt ihre ersten Erzeugnisse und erringt damit sogleich einen großen und ungeahnten Erfolg. Wenn man bedenkt, daß diese Abteilung, die „Deutsche Filmbühne" heißt, erst seit wenigen Monaten besteht, konnte man bestenfalls erwarten, einige tastende Anfangsversuche zu sehen — aber man erlebte unter wachsender Ergriffenheit vollkommene Leistungen. Der Film „Die flandrische Front nach 15 Jahren" zeigt an sich nur, wie heute die heiß umkämpften Gebiete, Flüsse und Landschaften aussehen: die Yser, die Straße nach Langemarck, Dix» muiden, Ppern. Die Städte sind alle aufgebaut, als hätten sie nie in Trümmern gelegen, die Gräber sind verschwunden, als seinen sie nie gewesen, und nur an einigen Stellen werden noch kurze Grabenstrecken erhalten. Aber es stehen die Blöcke der deutschen und feindlichen Betonunterstände wie düstere Hünengräber da, und weiße kleine Denkmale bezeichnen den Verlauf der Stellungen; zwischen die gegenwärtigen Bilder werden bisweilen alte Kriegsfilmaufnahmen geschoben, die den damaligen Zustand zeigen. Das ist alles? Dennoch ergreift es, nicht nur durch die innere Haltung, die aus der Zusammenstellung der Bilderfolge spricht, und durch die Worte, die die Szenen begleiten. Sie brechen weder in lauten Patriotismus, noch in pathetischen Ueberschwung aus; sie haben die seelische Gefaßtheit und Sachlichkeit, den Ernst und das Verständnis, mit dem man dem Schandplatz dieser großen Tragödie allein gerecht werden kann. Diesen Film soll das Ausland sehen. Wenn es nicht böswillig ist, wird es uns zugestehen, daß diese Bilder der Erinnerung alles andere sein wollen als ein Aufruf zum Kriege; denn am Ende wandern wir über die Kriegsgräber, zwischen deutschen, englischen, französischen und belgischen Grabreihen — groß und gewaltig waren die Opfer auf allen Seiten. Heber den Grabern aller Nationen verklingt das Lied vom guten Kameraden. Der andere Film, der den Titel „Was ist die Welt?" trägt, ist einer der erregendsten und umfassendsten „Kulturfilme", den wir gesehen haben. Er will, nach einem Programmwort, das Bild wie- beraeben, das unsere Generation mit ihrem ganzen wissenschaftlichen Rüstzeug von der großen Welt um uns zu sehen vermag. Er beginnt bei den kleinsten Lebewesen, den Insekten, Käfern und zeigt eindrucksvoll die großartige Organisation eines Amei- fenftaates. Er geht in Die Tiefen der Erde und beobachtet ihre Schätze und Schichtungen, ihr Leben in der Tiefe und ihre Jahrmillionen alte Vergangenheit, die er an Versteinerungen darstellt. Er führt in die Eiszeiten der Erde zurück, vergegenwärtigt das Entstehen von Leben auf der Erde, er zeigt die gewaltigen Gletschermaffen mit ihren Anschwemmungen und Ablagerungen, er greift endlich in den Kosmos und beweist an erregenden Ausnahmen die Drehung der Erde und ihr Schweben im unendlichen Raume der Welt. Er klingt aus: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre ..." Eine gewaltige Symphonie der Vergänglichkeit und der sich ewig erneuernden Urkraft des Daseins. Dieses Geschehen wird nicht als trockener Lehrfilm in professoraler Weise dargebracht, sondern in einer filmisch ausgezeichneten Form, die die herrlichsten Bilder aufweisen kann. Sie sind dem Regisseur Max Noldan zu danken, der diese beiden Filme vorbildlich betreut hat. bo. Die Musik im Film Jdü Clemens Gchmalstich, Professor an der staatlichen Hochschule für Musik, Mitglied des Führerrats der Fachschaft Film. Bereits der „stumme" Film war bekanntlich ohne Iuisik undenkbar, da ein lautloses Abrollen der Z Der langweilig wirkte, und so sorgte damals für ii( musikalische Untermalung das Kino-Orchester, (ften Größe sich nach den finanziellen Möglicheren des betreffenden Kinos richtete. Nötigenfalls laorn man die freundliche Hilfe eines Klaviers in liflprud). Die Zusammenstellung der erforderlichen Musikbegleitung wurde von dem Kapellmeister vor- {i ommen. War dieser Kapellmeister ein Musiker oi Geschmack, dann entsprach auch die Musik den K'M'd)tigten Anforderungen eines nicht allzu ver- Ahnten Publikums. Wenn nicht, wurde die ganze ii'ammenfteUung ein unmöglicher Salat. Die Kino- rqjefter spielten sehr gern und viel klassische Stücke; ednders beliebt waren Meisterwerke wie die ^ipiter-Symphonie" von Mozart, die Ouvertüre H „Figaros Hochzeit" desselben Komponisten, die !u'ryanthe"-Ouoertüre von Weber und die Pasto- ü^-Symphonie von Beethoven — um nur einige efpiele zu nennen. Warum wurde nun die äffische Musik so bevorzugt? Man soll nicht denken, ! :s etwa erzieherische Gründe hierbei mitwirkten. i klassische Musik hatte in den Augen der Kino- 'kllterbesitzer einen unzweifelhaften Vorzug vor der eueren Musik, sie durfte nämlich — tantiemenfrei ejnielt werden! <:n einem weiteren Stadium der Entwicklung der iuomusik begegnen wir der Kinothek. Die Kinothek rc“ eine Kartothek, mit deren Hilfe man jeden lebigen Film musikalisch untermalen konnte. Aus e*r Kartothek konnte man etwa 10 Meter 'isbe, 5 Tleter Sturm, 8 Meter Abend- immung und dergleichen mehr zusammenstellen, nx ganze Reihe Komponisten haben für ver- 9’‘bene Verleger solche Kinotheken geschaffen. All- aolid) ging man einen Schritt weiter und ent- A«ß sich, bei besonders wertvollen Filmen nam= 4> Musik einheitlich und dadurch qualitativ besser iribe, während früher oft für einen Film Kom- ifiionen von etwa 25 verschiedenen Musikern. Itfi) Uebergänge des Kapellmeisters verbunden, cuenbet wurden. Als der Tonfilm seinen Siegeslauf antrat, erlebten wir zunächst die überraschende Tatsache, daß man sich mehr mit der Wiedergabe von Geräuschen und mit der Vervollkommnung der Sprache beschäftigte als mit der Musik. In dem heutigen Tonfilm muß man zwischen dem leichten Spielfilm und dem ernsten Tonfilm unterscheiden. Für die Musik des leichten Spielfilms zeichnen gewöhnlich ausgesprochene Schlagerkomponisten verantwortlich. In den meisten Fällen enthält die Filmmusik eine oder zwei Schlagernummern. Die Voraussetzung dabei ist, daß diese Musiknummern durch den Film hauptsächlich für das eigentliche Musikgeschäft, d. h. für das Spielen in Cafes und für die Aufnahme von Grammophonplatten propagiert werden. Solche Verbindung von Kunst und Geschäft muß naturgemäß Die Folge haben, daß der betreffende Schlager, den man „lancieren" will, sinnlos durch den ganzen Film bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit gehetzt wird. Ein Beispiel: Ein Mädchen, am Bettrand sitzend, wirft beim Packen ihre Sachen in größter Eile in den Koffer und singt dabei einen Schlager mit voller Orchesterbegleitung! Da in jedem Film musikalische Vertonung auch für sogenannte stumme Passaaen notwendig ist, wird auch hier, wo eine selbständige Komposition erforderlich wäre, der Schlager gespielt, weil der Komponist häufig nicht in der Lage ist, außer Schlagermusik auch Jllustrationsmusik zu komponieren. (Ausnahmen bestätigen die Regel!) Sogar in historischen Filmen werden oft in stilwidrigster Art moderne Schlager verwendet. Dem leichten Film fehlt also auch heute noch meist eine graziöse, elegante Musik von künstlerischem Niveau. Was die musikalische Begleitung des ernsten Filmes betrifft, so ist man in der letzten Zeit bemüht, zu diesem Thema eine künstlerische Einstellung zu finden. Erstens, indem man wirkliche Musiker zur Arbeit heranzieht, und zweitens, indem man bestrebt ist, eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur und Musiker zustandezubrin- gen. Es gibt beispielsweise Szenen im Film, die gleichzeitig szenisch und musikalisch ausgenommen werden müssen, speziell bei Gesangsaufnahmen, während der größte Teil der sogenannten Jllustrationsmusik nachsynchronisiert wird. Im letzten Falle ist eine Verständigung zwischen Regisseur und Komponist noch vor der Ausnahme der später musikalisch zu illustrierenden Szene unbedingt notwendig. Ist das nicht der Fall, so kann es passieren, daß die Szenen später asynchron wirken. Ein Beispiel: Eine marschierende Kolonne wird gezeigt, deren Marsch ohne gleichzeitige Musikbegleitung ausgenommen wurde. Nach diesem Bild wird dann ein Marsch komponiert. Es ist aber unmöglich, eine ideale Synchronisierung zu erreichen, aus dem einfachen Grunde, weil die Kolonne ohne Musik stets unrythmisch marschiert. Für die Musik eines ernsten Tonfilms ist auch ein sogenanntes Leitmotiv zu empfehlen, etweder ein instrumentales Thema ober auch ein Lied, das, je nach der Situation dramatisch verwandelt, in symphonischer Form die Musik des ganzen Films durchzieht. Ein weiteres interessantes musikalisches Problem wirft die Frage der Verfilmung der Oper auf. Die Versuchung ist groß, auf diese Weise die Oper gewissermaßen an den kleinen Mann heranzubringen. Bei der Verfilmung einer Oper läuft man jedoch zu leicht die Gefahr einer Travestie, weil eben die Gesetze der Oper ganz andere sind als die Gesetze des Films. In der Oper liegt das Schwergewicht im musikalischen Aufbau, während im Film das Szenische und Bildliche von erhöhter Bedeutung sind Es ist sehr schwer, hier den nötigen Ausgleich zu finden. Hält man sich genau an die Gesetze der Oper, dann kann die Umarbeitung unfilmisch erscheinen. Eine filmische Bearbeitung kann Dagegen die Gesetze der Oper umstoßen. Vor einiger Zeit sollte im Rahmen eines Wagnerfilms die Romerzählung des „Tannhäuser" vertonfilmt werden. Hätte man Den Tannhäuser wie in Der Oper Die Erzählung einfach fingen lassen, so wäre diese Szene im Film einfach langweilig erschienen. Man kam auf den Gedanken, die Vorgänge der Erzählung zu illustrieren — die Erscheinung des Papstes z. B. anzudeuten. Eine derartige Verfilmung löste aber doch so schwerwiegende, künstlerische Bedenken aus, daß von dem ganzen Vorhaben Abstand genommen wurde. So bleibt das Problem Verfilmung der Oper immer noch offen. Warum noch kein Zarbenfilm? Jrn modernen Kino sieht man nur ganz gelegentlich einmal einen farbigen Film im Beiprogramm. Die bunten Bilder sind seltener geworden, als in früheren Jahren, da sie besonders in der Zeit des stummen Filmes schon eine gewisse Beliebtheit gewonnen hatten Ab und zu tauchen wieder Nachrichten auf, daß, ebenso wie der „plastische" Film, auch Der Farbenfilm sich demnächst das Kino erobern werde, aber von den Arbeiten, die in der Fachwelt geleistet werden, um zu diesem Ziele zu gelangen, ist nur wenig die Rede. Nun macht Dr. D. Leverenz in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" nähere Mitteilungen über den gegenwärtigen Stand der Frage. Ein Verfahren, dessen Vorzüge allgemein anerkannt sind, gibt es noch nicht, man unterscheidet drei grundsätzlich verschiedene Methoden zur Herstellung des Farbenfilms: das additive, das subtraktioe und das Kolorierverfahren. Bei Dem additiven handelt es sich hauptsächlich um optische, beim subtraktiven um chemische Fragen. Die älteste Methode, das Kolorier-Verfahren, beruht auf handwerklicher Geschicklichkeit. Es wird heute fast ausschließlich nach der Methode „Pathöcolor" angewandt, und zwar werden die Filme, die ursprünglich wie Bilderbogen einzeln ausgemalt wurden, jetzt mit Hilfe von Schablonen hergestellt. Diese Arbeit lohnt sich aber nur bei einer größeren Anzahl von Abzügen, und außerdem besteht die Tatsache, daß auch bei größter Sauberkeit und Genauigkeit auf diesem Wege Naturfarben nicht erreicht werden können. Das Ganze macht also immer einen künstlichen Eindruck, und dazu kommt noch, daß bei der Schrumpfung der Negativ- Streifen, wie beim öfteren Gebrauch nicht zu vermeiden ist, die Konturen der einzelnen Bilder sich nicht mehr völlig decken und allerlei Störungen auftreten. Das fubtraktive Verfahren, das auf der Zerlegung der Farben eines Gegenstandes in ein ober drei Grundfarben mit Hilfe von Farbfiltern beruht, ist in letzter Zeit sehr verbessert worden. Doch ist sorgfältigste Arbeit bei jedem Herstellungsvorgang unerläßliche Bedingung, und es müssen die feinsten und kompliziertesten Apparate verwendet werden. Die Wirkung, die mit zwei Farben erzielt wird, kann kaum mehr Überboten werden, aber die Einführung einer dritten Farbkomponente, die für einen ganz natürlichen Eindruck notwendig ist, ist bisher in technisch einwandfreier Weise noch nicht geglückt; so ist der vollkommene Farbenfilm auch vei diesem Verfahren noch nicht erreicht. Bei dem additiven Verfahren hat man drei verschiedene Wege versucht. Alle drei weisen Mängel auf. Hieraus ergibt sich, daß der Farbenfilm in einer wirklich befriedigenden Form heute noch nicht da ist. Zudem sind die Kosten für Farbenfilme stets be- deutend höher als für schwarzweiße, und ob sich diese Mehrausgaben lohnen, ist fraglich. Die Hal- tung des Publikums ist schwer abzuschätzen. 9J1X1 Luh (OS6) Gießen in Hamburg im Kugelstoßen dritter. Mit großer Spannung erwartete man das Ab- schneiden des OSLers beim Hamburger Hallen- jportfeft. Die Leitung des OST. war sich bewußt, daß Luh in seiner jetzigen Form selbst unter der besten deutschen Klasse ehrenvoll bestehen werde. Leider konnte er dies nur im Kugelstoßen beweisen, da man ihm erst in Hamburg eröffnete, daß er den Vierkampf aus technischen Gründen nicht mitmachen könne. Nur im Kugelstoßen ließ man ihn zu, in dem er sein Können bewies. Er schlug hier manchen bekannten Namen. 1. Sievert, Eimsbütteler Turnv., 15,37 Meter; 2. Stock, SC. Charlottenburg, 14,56 Meter; 3. £>. Luh, OSE. Gießen, 14,13 Meter; 4. Eberle, Berliner Sport-Club, 13,68 Meter; 5. Leichum, SC. Stettin, 13,60 Meter; 6. Stechemesser, Preußen Münster, 13,50 Meter; 7. Mortens, Kieler Turnverein 11,98 Meter. Das sind für die Halle glänzende Leistungen. Luh wird in Kürze Gelegenheit bekommen, sich der Extraklasse nochmals zu stellen. , ILTeutonio" Watzenborn-Steinberg AL. „Teutonia“ Watzenborn-Steinberg Liga gegen VfR. Butzbach Liga 11:2 (5:1). In den ersten 10 Minuten hätte man mit einem derartig hohen Sieg der Einheimischen nicht gerechnet. Sofort mit dem Anstoß wurde ein rasches Tempo vorgelegt. Beide Mannschaften hatten öfter Gelegenheit zum Erfolg zu kommen. In diesen Kampfmomenten zeigte sich Butzbach als gleichwertiger Gegner, kam auch in der 10. Minute zum Führungstreffer, und nur dem sicheren Torhüter Happel war es zu verdanken, daß nicht kurz darauf ein zweites Tor für die Gäste fiel. Nun kam aber bei den Teutonen mehr System auf und bald fiel der Ausgleich. Die Ueberlegenheit im Spiel, im Angriffsgeist und Siegeswillen trat bei den Teutonen immer mehr hervor und so konnten die weiteren Erfolge nicht ausbleiben. Trotzdem sah man bis zur Pause noch ein ansprechendes Feldspiel und auch die Gäste drängten wiederholt, um das Resultat zu verbessern. Die zweite Spielhälfte begann sofort mit schwungvollen, unvermindert schnell vorgetragenen Angriffen der Gastgeber. Butzbach versuchte das 5:1 zu halten; alle Mann wehrten ab und vereitelten vorerst weitere Erfolge. Durch taktisches Einstellen auf diese Spielweise der Gegner — man ließ es wieder mehr zum Feldspiel kommen — gelang es den Teutonen in regelmäßigen Abständen noch sechs weitere Treffer zu landen. Beim Resultat 9:1 waren Steinbergs Verteidiger weit aufgerückt. Ein befreiender Abschlag von Butzbachs massierter Abwehr und ein entschlossenes Nachsetzen eines Stürmers brachten den Gästen das zweite Tor. Die Teutonen gingen nun in den letzten fünf Minuten zum Endspurt über und stellten durch zwei weitere Treffer bas Ergebnis auf 11:2. Schiedsrichter Bonnewitz-Hanau bot eine ausgezeichnete Leistung und unterband in unparteiischer Weise jeden Versuch von Regelwidrigkeit und Übermäßiger Härte. Die Jugend spielte in Alten-Buseck 2:2. Sportabieiluna des Tv. Wieseck. Lich I — Wieseck I 1:2. Zum letzten Spiele der Verbandsserie standen sich Lich und Wieseck in Lich gegenüber. Lich trat in kompletter Aufstellung, Wieseck mit zwei Mann Ersatz an. Man sah ein flottes, ausgeglichenes Spiel. Beide Tore kamen öfters in Gefahr. Durch hartes Spiel verschuldete Lich einen Elfmeter, der vom Torhüter abgewehrt, aber im Nachschuß zum Führungstor der Gäste führte. Mit 0:1 wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause wurde das Spiel zusehends schärfer. Ein verwirkter Elfmeter wurde vom Hüter der Gäste glänzend gehalten. Immer wieder tarnen beide Tore in Bedrängnis, ohne daß jedoch Zählbares erreicht wurde. Schon neigte sich das Spiel seinem Ende zu, da gelang es Lich, unter stärkstem Beifall seiner Zuschauer, den Ausgleich zu erzielen. Die Freude währte aber nur kurze Zeit. Bei einem f (frönen Angriff gelang es dem Mittelstürmer der Gäste, das Führungs- und Siegestor für Wieseck zu schießen. Vorher standen sich Lich II und Wieseck II im Verbandsspiele gegenüber. Auch hier gab es ein flottes aber sehr hartes Spiel. Lich ging zuerst in Führung und erhöhte auf 2:0 Tore, denen Wieseck ein Tor entgegensetzte. Infolge des harten Spieles mußten auf beiden Seiten Spieler das Feld verlassen. Bis Halbzeit blieb es bei dem 2:1 für Lich. Nach Seitenwechsel erhöhte Lich auf 3:1. Dann aber kam Wieseck — neun Mann — mehr und mehr auf und erzielte bis Schluß noch vier Tore. wieseck Jugend — Lich Jugend 4:1. Auf dem Wiesecker Sportplatz lieferten sich die Jugendmannschaften beider Vereine ein flottes, schönes Spiel. Lich, körperlich stärker, war zuerst im Vorteil, mußte sich zum Schluß aber doch eindeutig geschlagen bekennen. Sportverein Erda. Hohensolms I — Erda I 2:3 (0:2). Am vergangenen Sonntag standen sich die ersten Mannschaften von Hohensolms und Erda im Punktspiel gegenüber. Erda, ersatzgeschwächt, fand sich etwas besser mit den wenig guten Bodenverhältnissen ab und konnte durch den vorzüglichen Rechtsaußen bald mit zwei Toren die Führung übernehmen. Hohensolms versuchte den Ausgleich, kam auch verschiedentlich vor das Tor, konnte aber den Tormann nicht überwinden. Erda blieb nach wie vor tonangebend. Nach dem Wechsel konnten die Erdaer durch einen ihrer Läufer, der einen wuchtigen Ball auf das Tor des Gegners setzte, auf 0:3 erhöhen. Die Gastgeber versuchten nun durch besonders wuchtig angelegtes Spiel, aber auch durch viel Härte, das Ergebnis doch noch zu beeinflussen und vermochten tatsächlich auch zwei Tore aufzuholen. Die Erdaer stellten nun um und boten jetzt den anftürmenben Gastgebern energischsten Widerstand. Tormann unb Verteibigung würben zum unüberwinblichen Bollwerk. Hohensolms mußte sich, wenn auch knapp, so doch zum 5. Male geschlagen bekennen. Der Ersatz in der Erdaer Mannschaft bewährte sich. Deutsche Segelflieger in Südamerika. Erwin Diltmar fliegt höhen-Wellrekord. Eine neue Glanzleistung vollbrachten die deutschen Segelflieger auf ihrer Studienreise in Südamerika. In der Nähe von Rio de Janeiro ließ sich Erwin D i 11 m a r von der Rhön-Rossiten-Gesellschaft durch ein Flugzeug bis zu 350 Meter Hochschleppen unb erreichte bann im Alleinflug bie bisher unerreichte Höhe von 4200 Meter, womit er den von Grönhoff gehaltenen Weltrekorb um fast 2000 Meter übertraf. Nationales Gchwimmfest in Kassel. Der Kasseler SV. 1896 veranstaltet am kornrnen- ben Sonntag ein nationales Schwimmfest, bas eine lehr gute Besetzung aufzuweisen hat. Neben ben deutschen Meistern Deiters- Köln unb Küp - 9 i * Erhöhte Schmalzverwenbung bei ber Margarineherstellung. Wie ber FWD. erfährt, erscheint im Reichsanzeiger vom 21. Febr. eine britte Verordnung bes Reichsministers für Ernährung unb Lanbwirtfchaft über bie Verwenbung inländischen neutralen Schweineschmalzes bei ber Herstellung von Margarine unb Kunstspeisefett. Danach wirb bie Maraarineinbustrie verpflichtet, in ben Monaten März, April unb Mai 12,50 v. H. berjenigen Menge Margarine unb Kunftspeisefett, bie ber Betrieb in biefem Zeitraum herstellt, an inländischen neutralen Schweineschmalz beizumischen. * Niebrigere Frachtsätze für Brenn- ftoff nach bem Sieg-, Lahn- unb Dill- gebiet. Die Reichsbahn hat sich bereit erklärt, bie bisher runb 40 v. H. über Vorkriegsstand liegen» ben Frachtsätze für bie Brennstoff-Einfuhr in bas Sieg-, Lahn- unb Dillgebiet mit Wirkung ab 20. Februar um 16 bis 18 v. H. zu senken. Die Tarifsenkung stellt eine beachtenswerte Hilfe für bie Eisengewinnungs- unb Verarbeitungsinbustrie, inbireft aber auch für ben Bergbau bes Gebietes bar. Nach Meinung in Jnbustriekreisen kann in» bessen eine wirklich kräftige Belebung bes Sieger» lanbes erst bann erreicht werden, wenn die Frachtsätze wenigstens auf den Vorkriegsstand gesenkt werden. Nach der jetzigen Ermäßigung liegt bie Durchschnittsfracht vom Ruhrgebiet nach bem Sieger» lanbe noch runb 50 Pfennig je Tonne über bem Stanbe von 1913. Frankfurter Börse. INittagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 20. Febr. Nach einem ruhigen Dorbörsenverkehr eröffnete bie amtliche Börse mit einer uneinheitlichen Tendenz. Die Beteiligung bes Publikums hielt sich in bescheibenem Rahmen, währenb bie Kulisse meist kleine Glattstellungen vornahm. Jnbessen blieb bie Grunbtenbenz freund- lich, wobei bie letzten günstigen Nachrichten aus ber Industrie unb Wirtschaft, bie eine gewisse konjunkturelle Belebung erkennen lassen, einen guten Rückhalt boten. Das Geschäft beschränkte sich auf einige Spezialwerte, bie aber ber Gesamtbörse nur wenig Anregung verliehen. p e r s - Bremen, wirb man noch Schwarz-Magbe- burg 96, Haas unb Heiko Schwartz (beibe Poseidon Köln) am Start sehen. Deiters unb Schwarz-Göppingen nehmen übrigens am 7. April in Paris an einem Olympia- Prüfungsschwimmen bes Französischen Schwimm- Verbandes teil. Deiters trifft hier im 100 Meter- Kraulschwimmen auf Cartonnet, unb Schwarz wirb im 200 Meter-Brustschwimmen gegen Schöbel antreten. Der Auftakt der FZS-Nennen in Sotteftea. In ber Nacht zum Dienstag ist erfreulicherweise in bem kleinen schwebischen Städtchen Sotteftea starker Schneefall eingetreten, so baß ber Durchführung ber Hauptrennen zu ben ?I8-Meisterschaf- ten nichts mehr im Wege steht. Mit wenigen Ausnahmen ist in SoUeftea bie erste Skiklasse ber ganzen Welt zu ben Wettbewerben im Lang- unb Sprunglauf versammelt. Am Dienstag Mittag fanb eine schlichte Eröffnungsfeier statt, in beren Verlauf bie Aktiven unb Offiziellen vom Vorsitzenden bes Schwebischen unb Internationalen Skiverban- bes, Oberst Holmquist unb von Oberst Wijk - man, bem Vorsitzenben bes Organisationsausschusses begrüßt würben. Der erste sportliche Wettbewerb, ber 18-Kilo- meter-Langlauf, wirb am heutigen Mittwoch in bem etwa 30 Kilometer entfernten Ort Granige, unter Teilnahme von 180 Läufern ausgetragen. Die beutschen Teilnehmer fühlen sich in SoUeftea außerorbentlich wohl. Sie finb in Bauernhäusern ausgezeichnet untergebracht unb machen in ihren schmucken, marineblauen Anzügen ben besten Eindruck. Kurze Sportnotizen. Der „Kilometer 1 a n c 6“, bas bekannte Schweizer Geschwinbigkeitsrennen auf Skiern, würbe am Montag in St. Moritz ausgetragen. Angesichts ber verschiebenartigen Ausrüstung ber Teilnehmer würben zwei Klassen eingeteilt. In ber Klasse ber Teilnehmer mit Spezialausrüstung siegte ber Oesterreicher G a s p e r l, ber für bie 100 Meter eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 129,263 Stun- bentilometer erreichte. Der Sieger ber Klasse II, ber Schweizer Vullier, kam auf 125,546 Stun» benfilometer. * Max Schmeling hat von Neuyork aus bie Rückreise nach Deutschland angetreten. Nach Mel- bungen aus Spanien soll ber für ben 8. April nach Barcelona vorgesehene Kampf gegen Paolino bestimmt ftattfinben. Im Dorbergrunb ftanben am Aktienmarkt aus bem bekannten Grunbe Kunstseibenaktien, speziell AKU., bie um insgesamt 3 v. H. anzogen; Bemberg stellten sich um 1,50 v. H. höher. Daneben waren Reichsbankanteile weiter gefragt unb 0,50 v. H. fester. Montanaktien lagen überwiegend etwas schwächer bei burchschnittlichen Einbußen von 0,50 v. H.; barüber hinaus verloren Buberus 1,50 v. H., Rheinstahl 1,25 v. H. unb Harpener 1 v. H., anberer» seits waren Klöckner (+ 0,25 v. H.) unb Ilse Genuß (+ 0,50 v. H.) noch etwas höher. Farbenindustrie eröffneten 0,50 v. H. niebriger unb bröckelten später weiter etwas ab. Elektrowerte uneinheitlich, es verloren Felten unb Schuckert je 1,25 v. H., währenb Elektr. Lieferungen, Siemens unb Bekula bis 0,25 v. H. anzogen. Schiffahrtsaktien waren etwas gebrückt, Hapag um 0,25 v. H., Norbb. Lloyb um 0,40 v. H. Reichsbahn-VA. lagen mit 112,50 v. H. unverändert. Im einzelnen befestigten sich Daimler Motoren unb Gement Heibelberg um je 0,50 v. H., wogegen Deutsche Linoleum unb Ph. Holzmann je 0,50 v. H. verloren. Am Rentenmarkt waren lebhafte Umsätze in Reichsmark-Obligationen zu verzeichnen, bie Kursgewinne von 0,50 bis 1 v. H. mit sich brachten; besonders Rentenbank-Krebitanstalt (88,25 bis 88,50), RWE. (84 bis 84,50), 6,50 v. H. Lanbesbankzentrale (84 bis 84,50) unb 6,50 v. H. zertifizierte Preußen- Dollarbonbs (60 bis 60,50) waren sucht. Deutsche Anleihen lagen vernachlässigt, aber oehauptet, ebenso späte Schuldbücher. Im Verlaufe bröckelten bie Kurse am Aktienmarkt überroiegenb um 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Farbeninbustrie tarieren 1 v. H., Th. Goldschmidt 1,50 v. H., Siemens 1,50 v. H. Auch AKU. lagen zunächst 1 v. H. leichter, konnten sich aber später roieber um 0,50 v. H. auf 52,50 v. H. erhöhen, währenb Bemberg um 1,25 v. H. nachließen. Reichsbankanteile zogen erneut 0,50 v. H. an. Der Kassamarkt lag überroiegenb fester unb brachte Kursbesserungen von 1 bis 2 v. H. Sehr fest lagen Mainzer Brauerei mit 67,50 (+ 5,50 v. H.). Am Rentenmarkt gingen Altbesitzanleihe um 0,25 v. H. auf 96,25 v. H. zurück, auch Neubesitz lagen mit 19,30 v. H. nur knapp behauptet. Dagegen konnten sich späte Reichsschulbbuchforderun» gen um 0,25 v. H. auf 93,75 v. H. befestigen. In Reichsmark-Obligationen blieben bie Umsätze rege unb bie Kurse lagen meist nochmals um 0,25 bis 0,50 v. H. gebessert. Am Psanbbriefmarkt waren Golbpfanbbnefe unb Kommunal-Obligationen fast unoeränbert, etwas höher Frankf. Hyp., bagegen Rhein. Hyp. leicht abgeschwächt, fiiquibationspfanb» briefe neigten überroiegenb zur Schwäche. Der 2Iuslanbsrentenmarft lag ruhig unb zeigte über» roiegenb kleine Rückgänge, nur Anatolier I unb II waren um 0,50 v. H. fester, ferner setzten Schweiz. Bunbesbahnen ihre Befestigung fort, unb zwar 4 v. H. SBB. von 1912 um 4,50 v. H. auf 143,50 unb 3,50 v. H. do. von 133 auf 136,50 v. H. — Am Gelbmarkt war bie Lage leicht, ber Satz blieb unverändert 3,50 v. H. Abendbörfe: freundlich. Nach ber ersten unsicheren Haltung von heute mittag zeigte bie Abendbörse bei Eröffnung eine freundliche Stimmung. Zwar lagen von ber Kundschaft keine größeren Aufträge vor, immerhin führte schon kleine Nachfrage zu Kursbesserungen. Da auch die Kulisse etwas Rückkaufsbedürfnis hatte, waren bie Umsätze an manchen Spezialmärkten etwas lebhafter. Im Vorbergrunbe standen am Rentenmarkt Neubesitzanleihe, die bei lebhaftem Gefchäft zunächst 20 Pfennig und später weitere 5 Pf. anzog. Späte Reichsschuldbuchforderungen und Altbesitzanleihe sowie Reichsmark-Obligationen lagen dagegen still, aber gut behauptet. Von Aktien waren Farbenindustrie etwas lebhafter; die Farbenaktie eröffnete zunächst leicht unter Berliner Schluß, war aber dann um 0,50 v. H. auf 132 v. H. erholt. Ferner konnten sich Siemens um 1 v. H. unb eine Reihe anberer Werte um etwa 0,25 v. H. erhöhen. Montanwerte waren jedoch meist um Bruchteile eines Prozentes leichter, da hier größeres Material an die Märkte kam, das aber Aufnahme fand. Niedriger notierten in Reaktion auf die Steigerung von heute mittag Aku mit minus 1 v. H., auch Schuckert verloren 0,75 v.H. Im Verlaufe hielt bie zuversichtlichere Stimmung im großen unb ganzen an, das Geschäft wurde aber wesentlicher stiller. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 19,45 bis 19,50, Altbesitzanleihe 96,25 bis 96,40, Schutzgebietsanleihe von 1913 bis 1914 9,40, 6proz. Stahlverein-Bonds 70,75, Reichsbank 169,75, Gelsenkirchen 62,25, Mannesmann 66,50 bis 66,25, Phönix 49,75, Rheinische Braunkohlen 204, Rheinstahl 89 bis 88,25, Stahlverein 41,65, Aku 51,75 bis 51,50, AEG. 30, Be- kula 128,75, Gement Heidelberg 90,75, Daimler 45,50, Licht 6- Kraft 104.50, JG.-Farben 131,50 bis 132, Felten 59,50, Gesfürel 100, Metallgesellschaft 77, Schuckert 102,25, Siemens 149,50, Zellstoff Waldhof 46 bis 46,13, Reichsbahn-VA. 112,75. Rindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gis- ßen standen 716 Stück Großvieh, 148 Fresser und 150 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe ober hochtragenbe Kühe 1. Qualität 310 bis 450, 2. Qualität 180 bis 230, 3. Qualität 100 bis 150; Schlachtkühe a) 120 bis 240, b) 50 bis 100; Rinder bis Xjährig 60 bis 100, %- bis 2jährig 80 bis 160, tragend 170 bis 320; Kälber bas Pfd. Lebendgewicht 0,20 bis 0,25 Mark. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktoerlauf: Vormarkt sehr rege, später abflauenb, kleiner Ueberstanb. Mainzer Schlachtviehrnarkt. Mainz, 20. Febr. Auftrieb: 43 Ochsen, 25 Bullen, 601 Kühe ober Färsen, 295 Kälber, 811 Schweine. Notiert würbe pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 25 bis 30, b2) 19 bis 24; Bullen c) 20 bis 26; Kühe a) 24 bis 28, b) 19 bis 23, c) 12 bis 18; Färsen a) 20 bis 32; Kälber b) 33 bis 37, c) 27 bis 32, d) 20 bis 26; Schafe nicht notiert; Schweine b) 47 bis 50, c) 45 bis 51, d) 45 bis 49. Marktverkauf: Rinder mäßig belebt, geringer Ueberstanb. Kälber mäßig belebt, geräumt. Schweine mäßig belebt, Ueberstanb. Mannheimer Biehmarkt. Mannheim, 20. Febr. Auftrieb: 134 Ochsen, 113 Butten, 392 Kühe, 305 Färsen, 677 Kälber, 24 Schafe, 1751 Schweine, 1 Ziege. Marktverkauf: Großvieh mittel, geräumt, Kälber lebha t, geräumt, Schweine lebhaft, geräumt. Preise: Ochsen a) 29 bis 32, b) 22 bis 24, c) 25 bis 29; Bullen a) 27 bis 30, b) 26 bis 27, c) 22 bis 24; Kühe a) 25 bis 27, b) 21 bis 24, c) 16 bis 20, d) 11 bis 15; Färsen a) 30 bis 32, b) 26 bis 29, c) 23 bis 25; Kälber a) 42 bis 45, b) 39 bis 42, c) 35 bis 38, d) 30 bis 34; Schafe e) 29 bis 30; Schweine a) un» notiert, b) 50 bis 52, c) 49 bis 52, d) 47 bis 51. Rircbfidbc Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Kapelle des Alten Friedhofs. 20 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Lenz. — Petruskapelle. 20: Passionsandacht; Pfr. Trapp. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe Der zuletzt veichiossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o H. Lombardzinsfuß 5 v. H. Franksun a. Dl. Berlin Schluß« für« Gchlußl. Abend» börse Schluß» für* Gchlußl. Mittag» börse Datum 19.2. 20-2. 19.2. 20-2. •% Deutfche RetchSanlethe v. 1927 96,25 96,25 96,5 97,5 6% ei)em.7% Dt. RetchSanl. v. 1929 100 100 100 100 5*4% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.»AblSs.»Schuld mit 92,9 92,75 92,9 93 AuSlos.»Rechten ............. 96,5 96,4 19,5 96,5 19,35 96,25 19,25 DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 19,35 (rückzahld. 102%)........... 94 94 94 6% Hess. LcmdeSbank Darmstadt Gold R. 12.............. 91 91 90,75 5V}% Hess. Lander-Hypotheken» bank Darmstadt Ltaut. 90,13 90,25 —- Oberhessen Provinz-Anleihe mü 93 92,5 Deutsche Komm. Sammelabl. An» leihe Serie 1 mit AuSlos.»Rechten 6% ehem. 8% Frankf. Hyp.»Bank 94,65 94,4 94,9 94,6 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 •% ehern. 7% Frankf. Hyo.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 91,65 91,5 91,75 — — 91,65 —• — 6y«% ehem. *•/,% Franks Hyp.» Bank-Liqu^Pfandbriefe....... 90,65 90,25 _ 6H% ehem. */,% Rheinische Hyp.-Bank»Liqu.»Goldpfe..... S% ehem. 8% Pr. Landespfand- briejanstalt, Pfandbriefe R. 19 92 92 — — 94 94 94 94 6% ehem. 7% Pr. Landespfand» briefanflalt, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 Eteuergutfch. Verrechnungskurs 97,13 97,13 97,13 97,13 4% Oesterrelchtlche Goldrente.... 19,5 19,5 19,5 20 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 1,2 6,55 6,9 1,25 6,85 6,85 1,35 6,85 6,7 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4¥i% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 6,55 6,5 6,6 9,75 6,5 9,9 9,9 4% Dürktsche Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn»Anlethe 6,25 6,3 6,4 6,3 6,4 6,4 Frankfurt a.M Serlln Schluß» kur* Schluß!. Abend» börsc Schlußkur* Schlußk. Mittag« börse Datum 19.2. 20-2. 19.2. 20-2. 4% desgl. Serie 11 ............. 6,3 6,3 6,75 — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,05 5,1 5,2 5,3 4^%Rumün.vereinh.Rentev.l913 7,25 7,8 8 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,2 4,35 4,35 4, 8 2%% Anatolier .......... 29,75 30,25 30,5 30 Hamvurg-Amertka-Pakel ..... o 29 28,5 28,65 27,9 Hamburg»Südam. Dampfschiff . O 25,25 25,13 Hansa-Dampfschtff........ o — — Norddeutscher Lloyd ......... 0 32,4 31,75 32,4 31,75 21.®. für Verkehrswesen Ml. .. 0 65,75 65,9 64,4 Berliner Handelsgesellschaft .. . * 94,25 94,25 94,25 94 Commerz» und Prioat-Bank 0 52,25 61,5 52,25 51,5 Deutsche Bank und DiSconto» Gesellschaft................ o 66 66 66 66 Dresdner Bank.............. o 67 67 67 67 Reichsbank ............ 12 168,5 169,75 167,9 169,75 S-E.®....................... 31 30 30,9 29,9 Bekula............. n 128,75 128,75 128,25 128,75 ®cta. Liefen,ngsgelells'chast ... 6 104 100 100,75 99,75 Licht und Kraft 6 104,75 104,5 104,5 104,5 Fetten & Guilleaume......... o Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität .......0 ß Schuckert «Co........... 5 Siemen* L Halöle.......... 61,25 99,5 59,5 100 60,25 100,13 59,75 99,25 95,25 104,5 150,25 102,25 149,5 105,13 150 103 148,5 LahmeperLCo. ............ 10 117,5 117,4 118,25 117,4 Buderus ...... * Deutsche Erdöl 4 80,25 78,26 80,5 78,25 110 108,5 109,75 108,75 Gelsenkirchener..............0 63,5 62,25 63,5 62,75 Harpener ......... 0 96 — 96,13 95 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 —— — 78 76,4 Ilse Bergbau . ....... g — — 143,5 143,25 Ilse Bergbau Genüsse ........ - 117,5 117 117,75 118 Klöckneriverke ........ ö 66,75 65 67 65 ManneLmann-Räbren ....... 0 68,25 66,25 68,25 66,5 Frankfurt a. M Berlin Schluß« kur* Schlußk. Abend» Schlußkur* Schlußk. Minag- börse Datum 19-2. 23.2. 19.2. 20.2. Mansfelder Bergbau .. ....... 0 37,75 37,75 37,9 37,65 Kokswerke ....... .......O — 90,65 89,25 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen .......O 50,5 49,75 50,4 49,75 ..... 10 206,25 204 206 205 Rheinstahl ....... .......O 91,75 88,25 91,9 89 Bereinigte Stahlwerke. .......0 42,75 41,65 42,75 41,9 Otavi Minen ....... .......0 15 14,5 14,75 14,5 Kaliwerke Aschersleben. .......b 116 116 117 116 Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth .......6 116 116 117 117 .....IVi 157 155 157,25 155 I. G. garden-Industrle .......7 133 132 133 131,65 .......9 180,25 181,25 — — .......O 59,75 58 60 58,5 .......0 57 56 57,13 56,25 Metallgesellschafk...... .......0 76,4 77 76,4 77 Philipp HoUmann .... Zementwerk Heidelberg Xententwerf Karlstadt - .......0 70,75 70 70,75 70,13 ...... 0 .......0 90 100 90,75 Schultheis Payenhoser .......0 — — 99,13 97,9 Aku (Allgemeine Kunstserde) .. O 50 51,5 49,25 52,5 Bemberg...... ■ • • .......0 48 48,25 47,9 49,5 Zellstoff Waldhof ..... .......0 47,9 46,13 47,5 46,25 Zellstoff Aschaffenburg .......0 37,75 34,4 37,75 37,75 Dessauer ®as ........ .......7 —■ — -122 121,4 Daimler Motoren..... .......0 45,5 45,5 45,5 45,13 Deutsche Linoleum .... .......0 48,25 47,4 48 47,5 Orenstein & Koppel ... .......0 — —— 70 68,5 Leonhard Tietz ....... .......0 20 —— 20,4 19,65 Lhade .............. .......10 —• 166 — 161,75 Attumu!atoren»Fabrü. .......0 182 181,5 182,75 182,25 Lonti-iSuurmt........ .......0 155 154,75 154 154,5 Kritzner............. .......0 28,65 29,3 29 29 Mainkraftwerfe Hoch» a.M-.. 4 73,5 73,5 - Süddeutscher Zucker •• ....... e 178,25 180 180,5 Devisenmarkt Berlin — ' rankfurl a. M. sg.Februar 20-Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung (Reif' Sri ei Geld 1 Arie' Helsingfor».. 5,714 5,726 5,694 5,706 Wien....... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag....... 12,44 12,46 10,38 10,40 Budapest ... Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,63 168,97 168,53 168,87 65,13 65,27 64,79 G4 91 Kopenhagen. 57,84 57,96 57,59 57,71 Stockholm... 66,83 66,97 66,48 66,62 London .. .. 12,955 12,985 12,855 12,885 Buenos Aires 0,650 0,654 0,653 0,657 Neuyorf .... 2,527 2,533 2,527 2,533 Brüssel..... 58,44 58,56 58,52 58,64 Italien..... 22,00 22,04 22,01 22,05 Pari* ...... 16,49 16,53 16,49 16,53 Schweiz .... 80,82 80,92 80,87 81,03 Spanien.... 33,97 34,03 33,97 34,03 Danzig..... 81,62 81,78 81,62 81,78 Japan...... 0,774 0,776 0,764 0,766 Rio de Ian. . 0,216 0,218 0,216 0,218 Iugoflawteu. 5,664 5,676 5,664 5,676 Liiiado» .... 11,79 11,81 11,71 11,73 Banknoten. Lettin, 20 Februar Geld Brief Amerikanische Noten.............. 2,48 58,36 2,50 58,60 Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. 57,34 12,81 57,56 12,87 Englische Noten ................. Französische Noten ............... 16,45 168,11 21,89 64,62 16,51 168,79 21,97 64,88 Ewlländische Noten ............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 1OO Schllltng Rumänische Noten............... Schwedische Noten ............... 66,32 80,69 33,83 66,58 81,01 33,97 Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noir» ................