184. Jahrgang Itr. 272 Erstes Blatt Dienstag, 20. November 1934 krjchemt tagltd), außer Sonntags und Feiertags Hilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle MonatsBezugspreis: Nit 4 Beilagen RM. 1.95 Ahne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 lud) bei Nichterscheinen iion einzelnen Nummern imfolge höherer Gewalt $ernfpred)anfd)lüffe rnter Sammelnummer 2251 Inschrift für Drahtnach- nchten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main llbSG Eichener Anzeiger Generai-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfilStrvuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. 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Die Stunde, in der Flandin seine Regierungs- Die Pressevertreter wurden ins Foreign Office gebeten, wo ein Ueberblick über den Stand der Flottenfraae gegeben wurde. Von japanischer Seite war eine Aufrechterhaltung des bisherigen Quoten- ystems von 5:5:3 von vornherein abgelehnt wor- erklärung vor der französischen Kammer verlas, wird lange in Erinnerung bleiben; die politische Welt fühlte, daß man an einem Wendepunkt angelangt ist und fast alle freuten sich darüber. Die neue Regierung wurde jedenfalls freundlich be- Das eigentliche Arbeitsprogramm der Regierung wurde viel weniger beachtet, als ihre Einstellung der Kammer gegenüber. Die sachlichen Fragen, um deretwillen die Staatsreform in den Hintergrund geschoben wurde, sind kaum gewürdigt worden. Dennoch ist ihre Bedeutung außerordentlich groß. Das aktuellste Problem in Frankreich ist die Wirtschaftskrise. Man hat sich lange genug herumgedrückt, sie wirksam zu bekämpfen. Die Regierung Doumergue vernachlässigte die Wirtschaftspolitik, Flandin wird sie fördern und seine achtung bemerkt. In Wirklichkeit liquidiert er die Stimmung des 6. Februar und kehrt zu den alten politischen Methoden zurück. Die Kammer ist — sagen die Optimisten — durch da» Vergangene genug eingeschüchtert, um der Regierung keine Schwierigkeiten zu machen. Es ist also nicht mehr nötig, die öffentliche Meinung gegen sie zu mobilisieren und sie ständig mit der Auflösung zu bedrohen. Das mag schon stimmen. Aber die Kräfte, die sich am 6. Februar entluden, sind noch immer vorhanden. Und die rechtsstehende Opposition hat nicht abgerüstet. Denn sie ist überzeugt, daß Flandin, der von seinen Vorgängern dem Scheine nach alles übernahm bis auf die Formel des Burgfriedens, den entgegengesetzten Weg gehen wird als Doumergue. Darin mag etwas Ueber- treibung liegen. Die Regierung muß alle vorhandenen Kräfte in Rechenschaft ziehen, um das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Zudem weiß sie wahrscheinlich auch, daß die Auflösung der rechtsstehenden Verbände und Organisationen eine Unmöglichkeit ist. England hat sich dieser Auffassung nicht an- chließen können, schon weil im Washingtoner Ver- vorgeschlagen, für alle drei Seemächte eine g e - m e i n s a m e obere Grenze für die Seerüstungen festzusetzen. Mit Rücksicht auf die Bedürfnisse des britischen Weltreiches waren die Japaner gewillt, zuzugestehen, daß Großbritannien den Spielraum zwischen seinem derzeitigen Flottenstand und der gedachten 'oberen Grenze im vollen Um- ange tatsächlich in Anspruch nahm, während sich Japan mit dem theoretischen Z u- geständnis begnügen wollte. Gleichzeitig b e - tritt jedoch die japanische Abordnung den Vereinigten Staaten den Anspruch auf eine Flotte von gleichem Umfange wie die der britischen. Widerstände wachsen, aber das Neue ist nicht mehr aufzuhalten. Dietrich hat nun als Beispiel für die Auseinandersetzung mit der europäischen Philosophie die faschistische Staats- und Gesellschafts- Philosophie gewählt. Und zwar, weil sie in der Ueberwindung des schrankenlosen Individualismus einig ist mit dem nationalsozialistischen Denken, aber gerade darum zu Verwechselungen führt, da doch auch Unterschiede vorhanden find. Zunächst möchte ich freilich aus meiner Erfahrung bestätigen, daß es dem Faschismus mit jener Ueberwindung des schrankenlosen I ch s Ernst ist. Was dickleibiger Bücher — und die Italiener schreiben ungeheuer viel! — nicht so gut vermögen, vermag ein persönlicher Eindruck. Und in einem langen — rein philosophischen — Gespräch mit Mussolini wurde es dem Verfasser klar, daß dieser Führer des Faschismus wirklich die Nation als Grundlage der Geschichte und der neuen Gestaltung an= sieht. Aber ebenso klar wurde es ihm in der Aussprache mit ihm wie mit anderen faschistischen Führern, daß der Romane einfach wesensgemäß nicht bis zur Konsequenz vordringt, sondern den Individualismus wieder an einem Schlupfloch hereinläßt. Er kann nicht zu der Idee der Gemeinschaft auf Leben und Tod vordringen, wie ihn die nordische Philosophie, aus der Tatsächlichkeit des Schicksals heraus, erarbeitet. Wir dürfen dem . Romanen deshalb nicht böse sein: es handelt, sich hier um die tiefsten volkhaften Unterschiede, die zu klären sind. So ist von Dietrich die Aufgabe klar umrissen: Klärung, Wertung, Neuschöpfung im philosophischen Denken. Alle Geistigen sind aufgerufen. Ein edler nicht mehr endender und versandender Wettstreit beginne! Stunde in Anspruch, gab indessen wenig Hoffnung, in der Hauptstreitfrage zu einer baldigen Lösung zu gelangen. Die Unterredung wird fortgesetzt. Die Enttäuschung in England. Lteuert Amerika auf ein Sondcrabkommen mit England los? London, 20. Nov, (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenblätter geben ihrer Enttäuschung über die japanische Antwort Ausdruck. Sie suchen sich aber mit der Erwartung zu trösten, daß die Besprechungen weitergehen würden. — „Daily Telegraph" hofft, daß besonders die japanische Finanzlage ein Gegengewicht gegen den japanischen nationalen Stolz bilden werde. Die amerikanische Abordnung seisürdenAbbruchder lich der Tatsache, daß man Doumergue — man muß es brutal aussprechen — los geworden ist . . . „Die Kammer fühlt die Freude zu leben", meinte jemand spöttisch. Während der Herrschaft Doumer- gues war man nicht nur aus geschaltet, sondern von zwei Seiten ständig bedroht. Man fürchtete gleichzeitig die Revolte der Straße und die Kammerauflösung durch die Regierung. Es ist kein Wunder, daß man bei der Regierungserklärung Flandins nur auf eins achtete: auf die Stellungnahme der neuen Regierung der Kammer gegenüber. Und man nahm ohne Mucken sogar einige demütigende Mahnungen hin, nur weil die Regierung die unbedingte Aufrechterhaltung der Ordnung auf der Straße versprach und die Staatsreform praktisch verschob. Flandin will vor allem die brennendsten Tagesfragen lösen und sich erst dann mit der reinen Politik befassen. Das heißt, er hält die Staatsreform nicht für die Vorbedingung jeder positiven Arbeit; „er gibt der Kammer eine letzte Mög- lichkei t", wie die Rechtspresse nicht ohne Ver- schehen an Hegel, für die Grunderkenntnis der Welt und des Wirkens, besonders auch des Heroischen, an Nietzsche orientiert ist. In der Auseinandersetzung mit ihnen und der Weiterführung ihrer Gedanken auf dem gewaltigen Hintergrund unserer Zeit wird die wesentliche Arbeit für die nächsten Jahre bestehen. Dietrich wies auf einen Philosophen hin, der zwar nicht so bekannt ist, aber gerade in seiner stillen Gelehrtenarbeit Maßgebendes zur Zeit sagte. Es ist Johannes R e h m k e, der bis vor kurzem in Greifswald wirkte und einmal aussprach: „Jeder Mensch ist zwar Einziges, aber nicht E i n z e l w e s e n". Hier liegt der Kern: der Mensch ist nicht ein philosophisches Objekt, isoliert von der übrigen Welt, sondern eingebettet, gespeist, gedanklich, rassisch, ethisch geformt von der G e- m e i n s ch a f t. Er ist überhaupt kein „Wesen" für sich, sondern er hat sein „Wcken" durch die Gesamtheit, durch das Univerfalistische, wie es Dietrich nannte. Dietrich hat unterschieden zwischen der Freiheit des Jndividiums, das, nach der früher vielfach geltenden Philosophie, glaubt, handeln zu dürfen, wie es will, selbst wenn es gegen das Volk gerichtet ist, und der Freiheit der schöpferischen P e r f o n l i ch k e i t, die dem Ganzen der ihn tragenden „universalistischen" Gemeinschaft dienen will und innerhalb dieser richtigen Grenze durchaus Schaffens- und Handlungsfreiheit hat. An dieser Formulierung wird der Unterschied des heutigen Denkens zur individualistischen Philosophie besonders einprägsam. Dietrich hat die großen Umrifse für die Arbeit der Geistigen in Deutfchland gezeigt, aber er hat noch manche Aufgabe offen gelassen. So finden wir bei näherem Nachdenken über feine Grundbegriffe, daß da noch die Tatsache einer kleineren Gemeinschaft vorhanden ist, der Familie nämlich, die gerade im nationalsozialistischen Denken des Zufälligen entkleidet, Gegenstand der Philosophie werden und mit volklicher Verantwortung b e l a st e t werden soll. Wie Familie und Volk, kleinste universalistische Zelle und die naturhaft- schöpferisch-tragende Gemeinschaft der Volksgesamt- heit ineinandergreifen und zusammenwirken sollen, das wird Gegenstand ganz be- fonderer Sorgfalt der kommenden philosophischen Arbeit sein müssen. Dietrich hat — und damit kommen wir auf einen zweiten wesentlichen Punkt seiner Rede — mit der Nennung Rehmkes einen glücklichen Griff getan. Rehmke ist nämlich durch den Philosophen der Universität Sofia (derzeitigem bulgarischen Gesandten in Rußland) in dem uns befreundeten Bulgarien der Inbegriff deutscher Philosophie geworden und ich hatte noch vor einem Jahre Gelegenheit, mich mit diesem Rehmkeschüler, dem Professor Michaltschefs, darüber auszutauschen. Was das heißt, können wir erst ganz ermessen, wenn wir wissen, daß uns Bulgarien ganz besonderes Verständnis entgegenbringt. In einem Buche wie dem von Dr. Dimitri P o p o f f (kürzlich deutsch erschienen) „Germanismus und Zivilisation" tritt uns ein so leidenschaftliches Verständnis für die deutsche Philosophie und ihre Wandlungen entgegen, daß wir gewiß sind, die Gedanken Dietrichs werden alsbald in Bulgarien, und dadurch vermittelt, in anderen Ländern verstanden werden und so' zu dem von Dietrich ganz deutlich aufgezeigten Ziele führen: deutsche Philosophie und die der anderen Länder werden bei aller volklich-charakter- lichen Verschiedenheit in fruchtbarer Gemeinschaft zusammenarbeiten. Die Stunde dafür ist gekommen. Und wenn der Prager Kongreß tatsächlich, wie Dietrich sagte, mehr das Durcheinander als eine neue klare Linie zeigte, so wies er doch die Stelle auf, an der wir letzt stehen: Altes stürzt, Neues klart sich, Sowjetrußland in Wladiwostok 25 Uboote Weitere 25 Uboote seien im Bau. Ebenso pnenüber besonders. ■ Die beiden Reden sind ein weithin leuchtendes ; nal zum Aufbruch aller Geistigen in Deutschland, um sich noch viel mehr als bisher aus den oft vlksfernen Stätten der geistigen Arbeit aufzu- nichen und am großen Werke mitzuarbeiten, dessen j fimturen immer mehr sichtbar werden. Göring hat | ix-n der „juristischen Askese" gesprochen, die fern Di n wirklichen Leben und Empfinden des Volkes in Tütteleien auszuarten droht und die jetzt nicht mlhr am Platze fei. Vielmehr sollen neue gei- jt g e Schöpfungen entstehen, die das Rechts- mnihl des Volkes selbst einbauen in das große, nur w Rechtssicherheit beruhende Werk des deutschen % ues. Und das Ziel ist, daß d a s D o l k in enger üirbunbenbcit mit dem Führer sich s e l b st die l^etze gibt und die Juristen sie im rechten Ver- ftmdnis' für das Volksganze und sein Lebensrecht oisfübren. Die Völker, so entwickelte Göring weiter, lirä) das Primäre, und sie tragen ihr ungeschrie- btnes Keckst im Herzen. Die „Blutartgleichen" — o nannte er die wirklich zu einem Volk Gehörigen - haben ein solches gemeinsames Rechtsempfinden u-L verstehen es. Ein Südseeinsulaner wird das Nichtsempfinden eines Deutschen nicht im Wesen vi'stehen können. Hier sind die Grundsätze für eine Rechts- p, ilosophie gegeben, wie sie zur Erneuerung bx3 deutschen Rechtes durch die zusammengefaßte 21 beit aller in der Rechtsakademie tätigen Kräfte fieren kann und soll. Die Rechtsphilosophie ist ein nichtiger und heute vielleicht der lebendigste Teil bv Philosophie überhaupt. Der Prager Philo- [ phenkongreh, auf den Otto Dietrich mehr- jcSH hmgewiesen und den der Verfasser dieser Zei- ln, zum Teil in die Debatte eingreifend, mitgemacht bC zeigte das deutlich. Alle Philosophie sucht heute, utfter dem großen Geschehen der Wandlung in allen Wern, nach neuen Grundlagen, nach Normen, )'i nicht aus dem abstrakten Denken eines Einzel- qinims geboren sind, sondern in einer „Ganz- p i t" höherer Ordnung, als es der einzelne i'i verankert sind. Dietrich hat den Weg von der theoretischen Phi- IvLphie zur L e d e n s p h i l o s o p h i e aufgezeich- lili Heute kann und darf es keine Philosophie mehr «neu die an den Tatsachen vorbeigeht und die dseignisse, die der Gegenwart Gestalt aufprägen, ac tlos übersieht. Wir denken an die Anekdote, die ntn Hegel erzählt wird: ein Gelehrter sagt zu Jim Philosophen, er kenne Tatsachen, die Hegels L ilosophie widersprechen. Und da habe Hegel ge- arlroortet* ,11m so schlimmer für die Tatsachen . taget der als Staatsphilosoph große Bedeutung br unb und heute mit Recht viel gilt, hat übrigens ie'Dft nicht nach seinem Wort gehandelt, er hat viel- nlhr die Tatsachen — und er kannte deren uner- mlßlich viele — berücksichtigt; er wollte wohl nur eine Philosophie verspotten, die a u r auf Tatsachen urD gar nichts auf Ideen gibt, also die Grundlage k<. materialistischen Zeitalters bildete. . Heute, und das bildet den roten Faden m Dieb ricjQS Rede, erkennen wir mehr denn je das unge- miin reizvolle Ineinander und ? i e W e ch s e i - vurkung zwischen Tat und Id e e, Jo e ii ib Tat. Was jetzt in Deutschland geschieht, ist ntn einem logisch nicht völlig beg^ünbbaren Tat- unb ^dbensmiUen herzuleiten, es bebarf also einer Le= stnsphilosophie in der Art, wie sie Nietzsche ge- ictnffen hat, der das Ueberlogische, Elementare, aus li.fen Tiefen und Ursprüngen Hervorkommende zur luftigen Gestalt werden ließ. Aber es liegt diesem stickigen Geschehen doch eine Idee zugrunde, . | kren Herausarbeitung die Aufgabe der Philosophie k:* kommenden Zeit ist und die durch die Tat, trag d i e amerikanische der en Flotte gleichgestellt war. Die ~ , Vorschläge liefen im wesentlichen darauf hinaus, daß sich die beteiligten Mächte gegenseitig den Anspruch auf ein gleiches Maß von S i ch e r h e i t zugestehen, daß man sich aber trotzdem über den Umfang der einzelnen Flotten untereinander verständigt, mindestens in der Form, daß jede der Seemächte ihr Bauprogramm auf mehrere Jahre hinaus selbständig festlegt und den anderen Teilnehmern der Vereinbarung zur Kenntnis bringt. )i politische Neuschöpfung immer neu g e - pe i ft, geklärt, angefeuert wird. Dabei dürfen, wie Dietrich hervorhob, die großen H Lanken eines Kant nicht fehlen, soweit wie 'ömlich Kant den Individualismus überwand und iLieJdee der auf ethischen Grundsätzen beruhenden tz meinschaft vorstieß. Sein Wort „Handle ) daß die Maxime deines Willens das Prinzip (irsr allgemeinen Gesetzgebung sein könnte", ist ein iEeätroort für unsere Zeit. Kurz ausgedrückt muß diio die heutige Philosophie in einer Richtung m-ter vorstoßen, die für die Aufstellung von Nor- an Kant, für das staatlich-politische Ge- Diese Vorschläge sind nunmehr von Japan abgelehnt worden. In englischen Kreisen wird jedoch darauf hingewiesen, daß im Washingtoner Vertrag außer der Begrenzung des Umfanges der Flotten noch einige Bestimmungen enthalten sind, die für Großbritannien Interesse haben. Es handelt sich vor allen Dingen um die Abmachungen, durch die sowohl die Größe wie auch die Bestückung der einzelnen Schiffsklas- en nach oben begrenzt wird, sowie den Artikel, der die B e f e ft i g u n g b e ft i m m t e r Punkte um den Stillen Ozean herum verbietet. Man hofft, hier mit den Japanern zu einer Einigung kommen zu können und wird schon deshalb die Verhandlungen fortsetzen. Noch Montag abend hatte der Staatssekretär des Auswärtigen eine Besprechung mit dem japanischen Botschafter. Sie nahm über eine Japan lehnt den britischen Flottenvorschlag ab Oie Gleichberechtigungsforderung wird unverändert aufrechterhalten. Sie geistigen Grundlagen des neuen Deutschlands. 23on Lans r arfmann. yn der vergangenen Woche haben wir zwei Ereignisse erlebt, die für das geistige Gesicht des nwen Deutschland von Bedeutung sind: die Ia = jing der Akademie für deutsches Recht rt der programmatischen Rede Görings und 3 KölnerUniversitätsrede Dietrichs, lj- war ein Zusammentreffen von sinnbildlichem üert. Und dieser Wert liegt in erster Linie in dem limeinfamen Bekenntnis zur geistig-organischen lifbauafbeit, nachdem, wie Göring besonders dellte, Adolf Hitler die Epoche der Revolution für ^geschlossen erklärt und dem ruhigen organischen kfbgu nach den Gesetzen des neuen nationalsozia- v ischen Deutschland Raum eröffnet hat. ,Ruhig" ... damit meinen wir nun ganz und gar Acht, daß das in Bewegung geratene deutsche Volk nm wieder in die Gleichgültigkeit vergangener Zeilen zurücksinken soll. Im Gegenteil: die Bewegung soll sich vielmehr noch ausdehnen, und ßr ar auf Gebiete, wo bisher wegen der zunächst d ngend nötigen äußeren Aufbauarbeit noch Der» chttnismäßige' Ruhe herrschte: bei der g e i ft i g e n Grundlegung der neuen Rechtsgestal- t n g im Volke und darüber hinaus bei der ilosophischenSelbftbesinnung; denn d se ziemt sich für das Volk der Dichter und Den- ki gerade dem umwandelnden Geschehen der Zeit ()U VVLIICIXH. „VVLUl ll lliy v | L IV l l | 4, MU| VH j lung Sowjetrußlands im Fernen Osten hin. Don unterrichteter japanischer Seite verlaute, daß Wird Flandin durchhatten? Frankreich kehrt zu den alten Methoden zurück. — Das Parlament atmet auf. Äon unserem P.-Äerichierstaiter. 11 llvlliy Uv I l v • O • U UU11 VVl llllvl vlil kV 1 v k w v i r i • // f f i den Als Grundlage einer künftigen Vereinbarung daß Japan eine aernunstigere Haltung zeigen und gleichzeitig als Voraussetzung hatten die Ja- wurde wenn es iahe, daß Grotzbritanmen und Ame- paner zwei Formeln vorqebracht, nämlich erstens rt^ ol;n^JJapan Plane au5arbcitcten. Macdo- Ausfchluß jeden Angriffes und jeder n"'d "'*/ Bedrohung, und zweitens v ° l l i g e G l e i ch - Zu vertreten. - „Morn.ng Poft weift auf die Stel- tellung mit den anderen beiden Mach-i t e n im Hinblick auf die nationale Sicherheit. Im Verlaufe der Besprechungen hatte die japanische Abordnung, von diesen Vorausseßungen ausgehend, London, 19. Nov. (DNB.) Der japanische Botschafter hat Montag abend dem Staats- ekretär des Auswärtigen die Antwort der japanischen Regierung zu den englischen Vorschlägen zur Flottenfrage überreicht. Die Antwort ist in einem sehr höflichen, aber bestimmten Tone abgefaßt. Sie ist völlig negativ. Japan wünscht nicht eine Flotte, die so groß ist, wie sie etwa die Bedürfnisse des britischen Weltreiches erfordern Aber die japanische Regierung will, daß man auchJapan das Recht zugesteht, unter Umständen seine Flotte durch Neubauten b i s a u f den gleichen Umfang zu bringen. daß die Sowjetflotte zum größten Teil aus Minenlegern bestehe. Infolgedessen hätten die Japaner Präsident Roosevelts Annäherung an Sowjetrußland mit der größten Sorge beobachtet. Sowjetruh!ands militärischeBorbereitungeninOst-Asien London, 20. Nov. (DNB. Funkspruch.) Ein Sonderberichterstatter der „Morning Post" meldet, er habe auf einer Bahnfahrt zwischen Irkutsk und Chabarowsk bei jeder Station Flugzeugschuppen mit vielen Flugzeugen gesehen. Die Anzahl der Schuppen habe sich seit einem Jahr verdoppelt. Alles deute darauf hin, daß Sowjetrußland auf einen A n - griff an seiner asiatischen Küste durchaus vorbereitet sei. Der Oberbefehlshaber der Sowjetstreitkräfte im Fernen Osten, General Blücher, sei letzte Woche von einer Besichtigungsfahrt aller dortigen Sowjetftreitkräfte zurückgekehrt. Er sei mit der Verfassung der Soldaten sehr zufrieden. — Eine Exchange-Meldung aus Charbin erwähnt die Beförderung starker Truppenmas- s e n und großer Mengen von Kriegsmaterial aus dem inneren Sowjetrußland nach dem Fernen Osten. Leitsätze sind bekannt. Schön Vös fff H*n Fvkkschkkkk. Die Rückkehr zur freien Wirtschaft, erschließt, nach Flandin, die einzige Möglichkeit zur Ueberwindung der Krise. Er wird sich freilich darüber im Klaren sein müssen, das Frankreich zu denjenigen Staaten gehört, wo die Wirtschaft a m m e i st e n verstaatlicht ist. Wenn auch nicht prinzipiell, so doch in der Praxis und sehr oft auf Umwegen, die nur der Eingeweihte kennt. Ein plötzlicher Umschwung käme also einer Revolution gleich und in dem jetzigen Augenblick würde das katastrophale Auswirkungen Haden. Die ersten Maßnahmen und Pläne der Negierung sehen dementsprechend nicht gerade freiwirtschaftlich aus. Die A r - beitsmöglichkeiten der ausländischen Arbeiter sollen beschränkt werden, um die Arbeitslosigkeit zu mildern, — aber auch: um der öffentlichen Meinung eine Genugtuung zu geben. Praktisch wird übrigens nicht allzuviel dadurch gewonnen. Schon wichtiger ist, daß der Agrarmarkt k ü n st l i ch saniert werden soll, um für die Rückkehr zum Freihandel stark genug zu sein. Endlich soll auch der Zinsfuß künstlich herabgesetzt werden, um den natürlichen Kapitalumlauf zu erhöhen. Dieser Punkt ist der wichtigste, denn Flandin betrachtet die Gesamtlage aus dem Gesichtswinkel des Kapitalumlaufs. Um die Sanierung von dieser Seite auf den Weg zu bringen, muß aber vor allem das Vertrauen wiederkehren. Das Vertrauen in die innenpolitische Stabilität und überhaupt zum Frieden in Europa. Das liefe parallel zur Politik der internationalen wirtschaftlichen und finanzpolitischen Verstäubt- g u n g, die Flandin verkündet. Solche Grundsätze wurden schon in den letzten Fahren von vielen Ländern und auf vielen internationalen Kongressen vertreten. Aber es erfolgte regelmäßig das Entgegengesetzte davon ... Gerade in Frankreich wird von keiner Seite auf eine politische Agitation verzichtet, die stets schwer auf das Wirtschaftsleben drückt. Man erzeugt bedenkenlos Alarmstimmungen, Gefühle der Unsicherheit und wundert sich dann, wenn das auf die Wirtschaft zurückwirkt. Zudem war die bisherige Außenpolitik Frankreichs keineswegs dazu angetan, die Verständigung in Europa zu fördern. Die Regierung Flandin und ihren Außenminister Laval erwartet also eine sehr schwere Aufgabe. Die Schwierigkeiten, die man innen- und außenpolitisch überwinden muß, sind groß. Insbesondere die Außenpolitik wird der Prüfstein werden: eine Politik des Freihandels setzt notwendigerweise eine Außenpolitik des Verständigungs- willens voraus. Finanziell und wirtschaftlich gesehen, muß sich Frankreich erhebliche Opfer zumuten: größere als irgendein anderes Land in Europa, weil es die Stellung als Führer des Goldblocks bezogen hat. Und auch: weil Frankreich in der Einfuhrbeschränkung zu weit ging und seine Kapitalkraft stets zu politischen Zwecken gebrauchte. Es ist schwer, der Negierung Flandin gegenüber optimistisch zu bleiben, schon wegen der Enttäuschung in der Vergangenheit. Sie braucht eine sehr große Entschlossenheit, um auch nur einen Teil ihres Programms durchzuführen. Sonst bleibt sie nur eine Uebergangsregierung. Laval nach Gens unterwegs. Der Minister denkt an Fortsetzung der Aussprache mit Deutschland. Paris, 20. Jtov. (DJIB. Funkspruch.) Außenminister Laval ist am INontag um 22 Uhr nach Genf a b g e r e i st. Er hatte vor seiner Abreise eine längere Unterredung mit dem TNinisterpräsi- denten Flandin. Dabei wurden alle Fragen erörtert, die in Genf zur Sprache kommen werden, besonders der südslawische Schritt wegen des 7N a r f e i l l er Anschlages und die Saar- fr a g e. Außerdem besuchte Laval den P r ä s i - denken der Republik. „Excelsior" schreibt, Laval denke ohne Bitterkeit an seinen enttäuschenden Besuch mit Briand in Berlin zurück. Laval habe die Worte Rapo- leons angeführt, im Kriege und in der Liebe müsse man sich schließlich doch einmal aus nächster Bähe kennenlernen. Früher oder später werde man in Genf oder anderswo die deutsch- franzöfische Aussprache wieder aufnehmen müssen. Beide Länder hätten nur die Wahl, sich zu verständigen oder sich gegenseitig zu zerfleischen. Letztere Möglichkeit erscheine Laval als sinnlos und verbrecherisch. Nie Talsperre. Von Anke Ehlers. Da der Bau der Sperrmauer seiner Vollendung entgegenging, erlebte das breite Tal zwischen bewaldeten Hügeln, das nach dem großen Projekt in einer Ausdehnung von mehr als zwanzig Kilometern den künftigen Stausee abgeben sollte, seinen letzten Frühling. Arglos schmückten sich die Wiesen wie alle Fahre zuvor mit Butterblumen, Federnelken und Margariten und säumten mit blauen Vergißmein- nichtsträußen den Weg des Flusses, der — als seidenes Band die blühende Au durchwebend — wie alle Jahre den freundlichen Gefährdet des Tales bildete. Noch immer verriet sich in seinem hinströmenden Lauf nichts von dem kommenden Verderben, das er nach dem Beschluß der Menschen dem Tal zu bringen bestimmt war, noch war er der gute Geist dieser Erde, der die grüne Feldflur nährend bespülte, den Wiesen saftige Fülle schenkte und dem weidenden Vieh an heißen Tagen Kühlung bot. Das Gras wuchs üppig wie alle Jahre, wurde geschnitten und in duftende Haufen aufgeschichtet. Die Felder reiften heran, mit flirrenden Aehren in der Sonne: did schwarze Ackerkrume kribbelte von Getier. Trillernd wirf sich die Lerche ins Blaue, das Rebhuhn schnurrte aus der Saat, zwischen den Halmen huschte die Feldmaus, wühlte der Maulwurf, und Käfer, Ameisen, Schnecken bevölkerten in ungezählten Scharen den Dschungel der Gräser. Abends funkelten Leuchtkäfer im Gesträuch, Unken läuteten im Grund, und der Flug der Eule, weich wie Wolle, strich quer über's Tal. Glühte der Sommertag, wateten die schweren buntscheckigen Kühe, von einer Fliegenwolke eingehüllt, im sumpfigen Ufersaum. Feierabends wurden die Ackergäule schwerfällig schaukelnden Ganges in die Schwemme geritten, und dort, wo die Hügel enger aneinanderrückten und Waldschatten den Flußspiegel verdunkelten, suchten in dämmernder Nacht Hirsche und Rehe, vorsichtig zwischen den Buchenstämmen des Ganges hinunterwechselnd, ihn als Tränke auf. Die holprige, von weißen Steinen markierte Land-. straße, die sich verliebt dicht an der Seite des Flus- les hielt, wiederhallte mit der steigenden Jahreszeit van knarrenden Ackerwagen und Peitschengeknall, Wanderer zogen singend auf ihr dahin, und die Benzin aus Steinkohle. Geheimrat Fischer-Mühlheim (Ruhr) über das Ergebnis seiner Forschungen. Jrn Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für Kohlenforschung berichtete Geheimrat Franz Fischer über die Synthese sämtlicher Erdölprodukte aus Kohlenoxyd und Wasserstoff bei gewöhnlichem Druck. Nach neun- jäbriger Arbeit in den Laboratorien und Versuchsanlagen des Mülheimer Instituts ist das Verfahren der Benzinsynthese soweit entwickelt worden, daß nun die baldige Inbetriebnahme der er st en großtechnischen Versuchsanlage bei der Ruhrchemie-AG. angekündigt werden konnte. Ihre Ergebnisse werden darüber entscheiden, welche Rolle die Benzinsynthese in der Treibstoffversorgung spielen wird. Die grundlegende Beobachtung, die zur Ausarbeitung der Synthese führte, hat Geheimrat Fischer mit seinem damaligen Mitarbeiter Dr. Tropsch im Jahre 1925 gemacht. Es handelte sich um ein winziges Oeltröpfchen, das aus Wassergas in Berührung mit einem auf 250 Grad erhitzten Eisenkatalysator entstanden war. Geheimrat Fischer berichtete, wie in den folgenden Jahren die verschiedensten Gemische von Metallen und Oxyden auf ihre Eignung als Katalysatoren geprüft wurden, bis schließlich Kontaktsubstanzen gefunden wurden, bei denen schon unter 200 Grad ein aus Kohlenoxyd und Wasserstoff bestehendes Gas bei gewöhnlichem Druck zum größten Teil in flüssige Kohlenwasserstoffe umgewandelt werden konnte. Bevor man aber mit der technischen Durchführung der Benzinsynthese beginnen konnte, mußten erst Katalysatoren ausgearbeitet werden, die auch im Dauerbetrieb unverändert wirksam blieben. Ursprünglich wurden die Katalysatoren durch Schwefelverbindungen vergiftet. Die Vorbedingung der völligen Entschwefelung der angewandten Gase ist heute durch ein einfaches und billiges Feinreinigungsverfahren erfüllt. Das Verfahren liefert optimale Ben- zinausbeuten nur in einem engen Temperaturbereich von wenigen Graden Celsius. Die bei der Reaktion entwickelte zusätzliche Wärme wirkte störend. Es waren deshalb besonders schwierige wärmetechnische Aufgaben zu lösen, bevor die Apparate allen Anforderungen genügten. Die Synthese liefert Gasol, Benzin, Dieselöl, Weichparaffin und Hartparaffin in reinster, schwefelfreier Form. Nur Schmier- ö l e sind in dem synthetischen Produkt nicht enthalten. Es eignet sich aber ausgezeichnet als Rohmaterial für die Gewinnung von Schmierölen nach bekannten Methoden. Die Aufgabe, sämtliche Produkte des natürlichen Erdöles k ü n st l i ch herzustellen, ist mithin gelöst. Die Beschaffung des Synthesegases bereitet keine Schwierigkeiten, weil Kohlenoxyd und Wasserstoff aus den verschiedensten Brennstoffen durch Vergasen gewonnen werden können. Man wird zunächst zum Steinkohlenkoks als Aus gangsmaterial greifen, da dieser im Ruhrgebiet in großen Mengen vorrätig ist und hier ein Weg zur Verminderung der Kokshaldenbestände gegeben ist. Ebensogut könnten als Ausgangsmaterial aber auch Braunkohlenschwelkoks, Torfkoks, Holzkohle oder die verschiedensten Kohlenarten selbst, sowie Leuchtgas oder Koksosen- aas zur Herstellung des Synthesegases Verwendung finden. Zur Wirtschaftlichkeit des Verfahrens erklärte der Vortragende, daß bei einem Ausbringen von 120 Gramm Benzin und bei einem Kokspreis von 18 Mark der Benzinpreis ab Werk sich auf 2 2 Pf. pro Kilogramm (b. h., bei einem Gewicht von 0,7 bis 0,8 Kilogramm pro Liter, etwa 17 Pf. für das Liter) stellen würde. Der Benzinpreis werde aber weitgehend vom Kokspreis abhängig fein. Darüber hinaus hoffe man aber, ihn auch durch Steigerung der Benzin- ausbeute, die bereits bis auf 180 Prozent gelungen fei, senken zu können. Danzig wählt deutsch! In verschiedenen Bezirken der Danziger Niederung fanden — wie schon kurz gemeldet — am Sonntag die Kreis tagswahlen statt, die in voller Freiheit vor sich gingen und ein Stimmungsbarometer der Bevölkerung waren. Das Ergebnis war ein überwältigendes Bekenntnis zum Nationalsozialismus. Einmal muß die hohe Wahlbeteiligung vermerkt werden. Mit 93,2 v. H. ist in den ländlichen Bezirken trotz Sturm und Regen eine selten hohe Beteiligung erzielt mobben. Dann ist aber auch an das Anwachsen des Nationalsozialismus zu erinnern. Von den abgegebenen Stimmen hat er 79,4 v. H. gegen 62 v. H. bei den Volkstagswahlen im Mai des Vorjahres errungen. Er hat also die absolute Mehrheit. Da die Christlich-Nationalen, also das Zentrum und die Deutschnationalen, aber ebenfalls zu den Gruppen gehören, die das Deutschtum hochhalten, steht einer Front von 17 Abgeordneten im Kreistag das winzige Häuflein von drei Marxisten und Kommunisten gegenüber. In Danzig- Werder entfielen 78 v. H. der Stimmen gegen 60,8 v. H. bei der Volkstagswahl auf die Nationalsozialisten: bei den Gemeindewahlen im Kreise Danzig-Werder erhielten sie sogar 86 v. H. Das ist ein Sieg, wie er von den Gegnern für unmöglich gehalten wurde. Die Sozialdemokraten und Kommunisten, die einst sehr stark waren, sind trotz eifrigster Propaganda a u f ein Nichts zusammengeschrumpft. Die Polen haben nur in Danzig-Werder ganze 255 Stimmen erhalten. Damit hat das Danziger Land gezeigt, daß es deutsch ist und deutsch fühlt, und daß die durch den Nationalsozialismus im Reiche bewirkte Einheit und feine Tatkraft im Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit und gegen die zersetzenden Elemente Jene Anziehungskraft besitzt, die, wie der stärkere Magnet, alle Teile in feinen Stromkreis bannt. Nationalsozialisten und Christlich- Nationale haben in Danzig, einem vielumkämpften Posten, der Welt bewiesen, daß alles was deutsch denkt, sich hinter den Nationalsozialismus stellt. Er ist nicht nur die deutsche, -sondern die gesamtdeutsche Bewegung schlechthin. Daß die Sozialdemokraten und Kommunisten eine schwere Niederlage erlitten haben, beweist, daß alle Spekulationen der Emigranten und Gegner Deutschlands auf einen Sieg dieser Elemente fehlschlugen. Um so mehr ist das Ergebnis zu begrüßen, als im letzten Jahr auch in Danzig der Kampf um die Richtung und die Aussöhnung mit Polen im Vordergrund aller Erörterung stand. Das Volk bat in diesem von Deutschland abgetrennten Teil sehr wohl begriffen, daß eine kühle Realpolitik bei aller leidenschaftlichen Betonung des deutschen Charakters die einzig richtige Form der Betätigung des Deutschtums ist. In Danzig hat sich das Bekenntnis zum Deutschtum ebenso ausgesprochen, wie es sich am 13.Januar an oer Saar aussprechen wird. Auch dort geht es in erster Linie um die Behauptung des Deutschtums. Gegen Separatisten und Emigranten, gegen eine deutschfeindliche Regierung ist dort in der Deutschen Front alles zusammenschweißt, was für die Betonung des Deutschtums über alle Parteischranken hinweg sich einfetzt. Der Sieg des deutschen Gedankens in Danzig und zwar ein größerer Sieg, als selbst die Nationalsozialisten erhofft hatten, ist ein Beispiel für die Saar, lieber alle Parteien hinweg marschiert in geschlosseer Front der Deutsche, wenn es gilt, sich zu entscheiden, ob er sich dem großen Stromkreis der deutschen Nation anschließen will. „Daily Bail" an die Unbelehrbaren. Die Danziger Wahlen als Barometer für die Saarabstimmung. London, 20. Nov. (DNB.-Funkspruch.) „Daily Mail" sagt, keinen größeren Fehler könnte man begehen, als beweisen zu wollen — wie dies einige törichte englische Politiker und Journalisten tun —, daß die nationalsozialistische Sache ihre Macht über das deutsche Volk allmählich einbüße. Die Ergebnisse der Danziger Wahlen am Sonntag zeigen gerade das Gegenteil. Die National- sozialisten eroberten Boden, statt ihn zu verlieren. One reich bestätigt, und zwar auf der in den vj * " ~ * I * ~ ‘ D ** ' y w v**. va va । v v VII ~ ... hergehenden Begegnungen mit dem verblichen IWerW Kanzler Dollfuß festgelegten Linie. Es wurden! iiinett T Male F Voraussetzungen geprüft, die nötig sind, daß Oesy GrgN ' Ls des Mi Ke «eines Msiimr I! 3otm ii das D Bet 2 --daß be Ktuorft HOgegan »die Orte IMr sac WM- T1 I flinit ’ Kerl! i ucr t ül «id, Öffe ;m ibng Lind vier nicht angenommen wurde, scheint niemand erkl^ zu können. Die übliche Antwort ist technisj'flf Hindernisse, die mit dem Völkerbund ™ sammenhängen, hätten dies unmöglich geimj-1 ' Rigc kies Wl imurbe -wählt ilpt) abe ur u n g taar ei Sitganen men. 3n M schwa 1110 an MWere ! it Malfche. men. Die j Irikn. ■ ohne Uirb ber foUipmini' Wig be P K DP u. Pl° (e er zu ler den i le, sur ofrat. eines Jahres gemacht hat, um Europa vor den ii, drohenden Gefahren zu behüten." Schuschniggs Romreise. Italiens Donaupolitit bleibt auf der gleichen Linie. Rom, 19. Nov. (DNB.) lieber das Ergebe der Rvmreise Schuschniggs wird amtlich mitgetej; Mussolini hat zwei lange Besprechungen d dem Kanzler S ch u s ch n i g a gehabt unter Di, nähme des österreichischen Außenministers v« Berger-Waldenegg und des Unterftaiui sekretärs des Aeußeren S u o i ch. In diesen Ä sprechungen wurde die Politik engen Ei« Verständnisses zwischen Italien und Oest« Mül b \ MgeblM liibriQW ibiei» ® ;>>H» s ein < Li Io W «HF Kit fw MB JjJßeon Wenn das wahr ist, dann ist es die^schwerste t bei de klage, die jemals gegen den Völkerbund erhot^h^ er worden sei. Das Blatt erwähnte dann noch weit3, knarlj1 Anregungen des Führers und schließt: „Es wq, ein sehr schwerer Fehler von europäischen Auß, ministern, wenn sie diesen Anregung., keine Folge geben, die ihnen Hitler im Verla-q reich gefestigt in seinem politischen und wirtscha lichen Aufbau und gestützt auf die Freundschi Italiens und Ungarns möglichst schnell und । vollem Maße d i e hi st arischen Funktion^, wiederaufnehmen kann, die auf die i Donaubecken aufeinandertreffenden Kräfte ausl gleichend wirkten. Es wurde auch in Beziehuj auf Oesterreich das befriedigende Funktionieren italienisch-österreichisch-ungarischen Protokolls vom März dieses Jahres festgestellt, die einen in bezweifelbaren Beitrag zur Verbesserung b.i| wirtschaftlichen Lage Oesterreichs ai leistet haben. Es wurde ferner bestätigt, daß Dreierabkommen keinen ausschlii« ßenden Charakter tragen und auch auf andere Staaten ausgedehnt toertat können, die die Bedingungen erfüllen, die iljm Grundlage bilden. Es wurde ferner festgestellt, boq die Entwicklung der kulturellen Beziehun gen zwischen den beiden Staaten wünschenswL sei und zwar durch den Abschluß neun Abkommen zur Schaffung von K u l t u r i n slli tuten in den beiden Städten Rom und Wiei Gegen die Genfer Marxistenherrschafi. Nicoles Niederlage. Lanzlg fff Manntsich Mn? M tzkM M M | unter der Oberhoheit des Völkerbundes. Bis W Jahre 1919 hat es zu Deutschland gehört Sein 1 Bevölkerung ist fast ausschließlich deutscher Nach nalität. Die Zahlen des Danziger Wahlergebni ie* ■ kündigen an, was am 13. Januar im Sa ar gebiet geschehen wird. Wenn man auf die letzei: 18 Monate zurückblickt, dann kann niemand [?IQ | nen, daß Herr Hitler immer wieder praS tische Vorschläge gemacht hat, die öGm Frieden dienen sollten. Vor einem Jahre W. er angeregt, das Datum der Saarabstimmung D t j zuverlegen. Warum dieses Angebot bam 23 422 gegen 13 328 Stimmen verworfen. D Stimmbeteiligung betrug etwa 80 v. H. Die rechtsbürgerliche „S u i s s e" berichtet atu Bern, daß dieses Ergebnis dort einen sehr g üw ft i g e n Eindruck gemacht habe. Man sei m diesem Umschwung sogar überrascht gewesen. EiLl Jahr sozialistischer Herrschaft fjatei genügt, um einer großen Zahl von Genfer Büöl gern b t e Augen z u öffnen. Man sei in | auch der Meinung, daß man diese klare Verw?.-' fung der Regierungsvorlage um so mehr begr^i müsse, als der Ches der Genfer Regierung sich bei feinen Erklärungen immer darauf berufen Wh daß er öie Mehrheit der Bevöl k eruM hinter sich habe. Aus diesem Grund sei 9licolni eigentlich auch geradezu gezwungen, aus ber ©• ftimmung bie entsprechenben Folgerung Gens, 19. Nov. (DNB.) Das endgültige nis ber Volksabstimmung in Genf über bie Fin» unb Steuervorlage ber Regierung bes Kantons,Iß von bem Marxisten Nicole geführt wirb, N. nun vor. Die sozialistische Initiative wurde rc nackten, braunen Füße der Bauernkinder, die von den verstreut liegenden Gehöften zur Schule strebten, trippelten durch ihren Staub. Das Tal beherbergte einige Ortschaften, malerische Dörfchen mit weißen Fachwerkhäusern. Im engver- schachtelten Hof, wo der Dunghaufen unbekümmert dicht unterm Kammerfenster lag, scharrten die Hühner, taumelten sich bie Ferkel. Aus ber Scheunenluke eröffnete ber Hahn mit lautem Kikiriki jeben Morgen ben Tag, schnatternb marschierten bie Gänse aus ihrem Stall, bie Melkeimer flirrten, ber Knecht schirrte bas Gespann, kräuselnb hob sich Rauch aus ben Kaminen. Die Dörfler lebten, wie sie in biefem Tal jahraus jahrein gelebt hatten, sie jäteten unb hackten in ihren Gärten, sie mähten bas Gras, schnitten bas Korn, ernteten bie Früchte. Nach bem Abenbbrot saßen bie Alten auf ber Bank ber Haustür, bie Jungen verloren sich paarweise unter ben Weibenbüschen am Fluß. — Wohl mochten sie alle bebenfen, baß ihre Tage auf biefem Fleck Erbe gezählt waren, ber bevorstehenbe Abschieb beherrschte einen großen Teil ihres Denkens, aber ins Gefühl drang er ihnen wohl kaum. Im tiefsten Herzen erschien ihnen bis zuletzt die Verpflanzung von dieser Scholle, als etwas Unwirkliches, Unmögliches. Mit Beginn des Winters mußten bie Wohnstätten geräumt werben. Die Schleusten ber am Ausgang bes Tales aufwuchtenben Sperrmauer würben geschloffen. Gestaut, trat ber Fluß über seine Ufer. Er tat es zögernb, wie unwillig, bildete Rinnsale, Pfützen, Ueberschwemmungen, aus benen sich kleine Inseln hoben. Doch langsam hörte er auf, ein Fluß zu fein. Gehorsam bas Gebot erfüüenb, bas Menschenwille ihm auferlegt hatte, bemächtigte er sich bes weiten, gerounbenen Tales, über sich selbst hin- auswachsenb. Unb bas Tal mit seinen kahlen Wiesen, ben geplünberten Gärten, ben Bäumen unb Sträuchern unb allen im Schoße ber Scholle schlum- mernben Keimen unb Lebewesen ertrank in ber Sintflut. Die leeren Häuser teilten bies Schicksal. Sie waren stehen geblieben, wie ihre Bewohner sie eilig verlassen hatten, da sich der Abbruch bei den meisten nicht lohnte. Und dies gab dem Schauspiel der entstehenden Talsperre etwas Schauriges: Diese Mau- ern, zwischen denen Generationen von Menschen geboren unb gestorben waren, gelitten, gelacht, gemeint unb geliebt hatten, — die Mauern, die lange Zeiten hindurch ihren Insassen Schutz und Wärme gegeben, sie ragten inmitten i>er Strudel wie Leichensteine ber untergegangenen Flur, bis eine einzige glatte Wasserebene zwischen ben Hügeln sich dehnte. Vielleicht war es ber traurige Anblick dieser alten Häuser, dem das Gemüt jener armen bejahrten Landfrau nicht gewachsen war, von der erzählt wird, daß sich ihr Geist darüber verwirrte. Sie gehörte zu denen, die ihr Anwesen aufgeben und in den höhergelagerten Teil bes Dorfes übersiedeln mußten, wo ihr das Zerstörungswerk täglich vor Augen war. Als bas Wasser in ihren kleinen Gemüsegarten ein- brang unb an der Schwelle ihres Häuschens leckte, tappte sie immer noch durch bie glitschige Nässe dorthin, jammer nb, ein Nichtbegreifenkönnen im geweiteten Blick. Die Tochter, bei ber sie untergekommen, versuchte ihr gut zuzureben, ber Schwiegersohn lachte sie gutmütig aus: „Eine Großleistung ber Technik, diese Talsperre, Mutter! Ueber vierzig Meter hoch bie Sperrmauer, unb zweihunbert Millionen Kubikmeter Wasser kann der Stausee fassen!" Die Alte murmelte unb griff sich an bie Brust, als sollte sie ersticken. Tage unb Wochen irrte sie am Ufer entlang in dem Wahn, daß mit ihrem versinkenden Häuschen alles versinke, was einst in ihm gelebt batte: ihre Kinder, die in ihrem gestörten Vorstellungsvermögen wieder zu kleinen hilflosen Wesen wurden, ihr Mann — im Lehnstuhl neben dem Ofen — so wie ihn vor Jahren der Tod geholt hatte. Ehe ihr Zustand erkannt wurde und sie in eine andere Umgebung gebracht werden konnte, kam sie bei dem letzten Versuch, zu ihrer alten Heimstätte vorzudringen, im Wasser um. Der Ort am neuen Stausee blühte auf und entwickelte sich zu einer beliebten Sommerfrische mit Badestrand unb fröhlichem Babeleben. Es gibt eine Anlegestelle für Motorboote unb Schuppen für Ruberklubs unb Sportvereine. Weiße Segel kreuzen auf der flimmernden Fläche, Paddelboote schießen darüber hin, im gemächlich geruderten Kahn fingen junge Mädchen. Wo eine stillere Bucht sich auftut, werfen Angler ihre Rute unb Fischer ihre Netze aus, mit hohen Transtiefeln stapfen bie Männer durch bas schilfige Gewässer. Die Dauernburschen versäu- men nicht, nach ber heißen Tagesarbeit sich in ber Kühle bes nassen Elements zu erfrischen, unb wenn der Monb in lauer Sommernacht die schimmernde Straße über den Wasserabgrund baut, tönt der See wider von Jugend unb Heiterkeit. Nur manchmal, in trockenen, wasserarmen Zeittu heben sich bie Trümmer ber untergegangenen hm" ser ein wenig über ben niebrigen Wasserspiegel unit ragen als Zeugen des Vergangenen in die Gegev" wart. Auf den Spuren Alexanders des Groß«« Auf seinen gewaltigen Kriegszügen ist Alexandli: ber Große auch bis nach Jnbien vorgebrungen unii hat im Frühling bes Jahres 326 v. Chr. ben Jndu-« überschritten. Wir wissen, baß ber große Feldhclk' bas heutige Punbab überquert hat, unb baß er I zum Vormarsch auf ben Ganges anschickte, als ib'1 Mißhelligkeiten in ben Reihen seiner eigenen M' pen zur Rückkehr veranlaßten. Alexanber ist dar> auf selbsterbauten Schiffen ben Hybaspes herunter gefahren unb später ben Jnbus abwärts bis jU®- Jnbischen Ozean, bevor bie eigentliche Heimatfahb: angetreten würbe. Nun hat Hauptmann E. H. Cl>b> von Marban in ber norbwestlichen GrengproMl bem Direktor für Jnbische Archäologie bie AbssW von einer Inschrift auf einen weißen Stein $!l' mittelt, bie er im Funbament einer alten Wl"f in Hunb am Ufer bes Jnbus entbeckt hat. Jr Ergebnis ber Untersuchungen wirb jetzt bcfiW gegeben; bie Aufzeichnung weist auf eine KoE Äamesoari Deoi hin, von ber man bisher keine Kenntnis hatte. Hunb ist ber moberne 9Jan1; für Ubabhanba, bie alte Hauptstabt ber fiönip' • von Kabul vom 9. Jährhunbert bis zum Jahre 10- in welchem Jahr bie Dynastie von ben Mohawi^ banern vertrieben würbe. In Hunb hat Alexan^ ben Jnbus überschritten, bevor er seinen Eroberung-^ felbzug in Jnbien begann, unb später sind an oc gleichen Stelle noch viele anbere Völkerschaften uv _ biesen Ort gen Osten gezogen. Der chinesische unb Forschungsreisenbe Hüan-tsang hat bie &a.'; besucht unb sie als eine reiche unb ausgebehn Nieberlassung von Hanbelstreibenben beschneve Nun steht an bieser Stelle ein kleines unschemoa ~ Dorf, bas von Befestigungswällen aus ber moyb rnebanischen Zeit umgeben ist. Im Ort felber u in feiner nächsten Umgebung sind schon wia) Funbe gemacht worben. Zu einer fgftemanw Ausgrabungsarbeit ist es jeboch noch nicht g» men; von ihr werben aufsehenerregende Ergeonn erwartet. Nie gern W Jor feit ' Verl 'l'ßiii ii- 3et Ih'in#»!- 1 zu ziehen. Das Blatt kündigt an, daß die Genfer Der Bußtag ein Tag ganz Deutschlands Mv >es als eines e m e i n d e. inie. Abstimmung war eine furchtbare Ohrfeige: e neue belgische Regierung verbli s murbii mell ur.' rotoli N orfen. rietet i giot rvereine teilt mit: ‘brgü Sibslmmungskommission herausgegebenen weißen sind. Aus aller Welt. L fc Merkwürdige Wahlen in Eowjetrußland. fi iimungSlisten noch nicht feststeht. 2 rlin, 16. Koo. (DM.) Der Bund der als unzeitgemäß abzuschaffen, und der durch den neuen Staat geschaffenen Ordnung ist deutlich. Aus einer befehdeten und im „roten Sachsen" bereits erledigten Angelegenheit wurde der deutsche Bußtag für alle. An ihm steht nun die Nation IQ5 fe—. , „ . , ... ch lniMipi lehnte die bolschewistischen Steuern ab. Genf m ohne Portefeuille übernehmen. Außenminister fc der liberale Hymans. Das Landesverteidi- lcsministerium behält D e v e z e (liberal). Das Ed. wurde ” M :ü)unqt, j ii zenug von den Segnungen der roten Herr- unter f ha: Leon Nicoles. nisterz IT M lote % >ehr bei erunq । gerufen DÖlh: mb fei' aus k Fol^ J W D-üffel, 20. Nov. (DNB. Funkspruch.) Kurz 9e? ('ivr Mitternacht hat König Leopold den mit der unö — - -■ — ......*• Deutschem Offiziersbesuch in der Türkei. Zwei deutsche Offiziere, die Oberstleutnante Rohde und Jodel, die $u einem Gegenbe - s u ch von der türkischen Regierung eingeladen worden sind, wurden in Ankara vom Außenminister Tewfik Rüschtü Bey und vom Chef des Großen Generalstabs, Marschall F e w s i Pascha, empfangen. Zur Zeit halten sich die deutschen Offiziere in Istanbul auf. Die beiden Offiziere haben als Ehrung für die Gefallenen der türkischen Nation vor dem Unabhängigkeitsdenkmal am Tak° simplatz einen Kranz mit den deutschen Farben niedergelegt. Auch auf dem deutschen Heldenfriedhof im Garten der Deutschen Botschaft in Therapia, wo sich das Grab des Generalfeldmarschalls von der Goltz Pascha befindet, wurde ein Kranz niedergelegt. Schweres Explosionsunglück in TNandschukuo. — 100 Bergarbeiter verschüttet. In den Fuschun-Kohlengruben in Mandschukuo kam es zu einer Explosion, durch die 100 Bergarbeiter verschüttet wurden. Das fehlgeleitete Auto des Kaisers von Japan. Ein Polizeisergeant macht Harakiri. Auf einer Besichtigungsreise, die der Kaiser von Japan nach den Manövern machte, wurde durch ein Versehen eines Polizeiseraeanten der Kraftwagen des Kaisers in eine falsche Straße geleitet. Dieses Vorkommnis hat nun für europäische Begriffe recht schwerwiegende Folgen gehabt. Der Polizei- segeant versuchte durch Harakiri seinem Leben ein Ende zu machen. Er stieß sich seinen Dienstsabel in den Hals und verletzte sich so schwer, daß sein Zustand ernst ist. Die Regierung hat einen Unter- suchungsausschuß eingesetzt, der alle für die Fehl- anb t,te tech kerbu rf? 9$1 rhlvech unb Auch die Kirche litt an der Vereinzelung des religiösen Lebens und mit ihr der Bußtag. „Was ich mit Gott auszumachen habe, ist meine persönliche Angelegenheit", lautete weithin die Losung. Dazu glaubten viele, den Bußtag nicht nötig zu haben. Heute wissen wir wieder, daß auch die ernste Pflicht der Selb ft prüfung vor Gott im Blick auf die Volksgemeinschaft und innerhalb der Gemeinde und mit ihr zusammen erfüllt werden muß. Wenn ihr ernst und ehrlich entsprochen wird, so wird dieser Tag zu seinem Volkstag von kaum zu überschätzender Bedeutung. Freilich nur, wenn sich der Sinn des Bußtages wirklich erfüllt, d. h. wenn Gott von Volk und Gemeinde und damit von uns allen wirklich ernst genommen wird. Es gibt auch ein Reden von Gott, bei dem er gewissermaßen als letzte Zuflucht hilfloser Gedanken den Wolken der Zeit erscheint. Das ist häufig ein falsches Spiel gewesen, das daher auch zuletzt zur Gottvergessenheit im täglichen Leben führte. Am Bußtag tritt aber Gott mitten in die Gegenwart mit jenem ungeheuren Ernst, der Verantwortung fordert für ein jedes Wort, das aus unserem Munde geht, wieviel mehr aber erst für eine jede Tat, durch die das Leben anderer rnit- beftimmt wird. Ein Volk, das Gott ernst nimmt, weiß, daß es der gemeinsamen Buße bedarf. Wo der Wille zum Bußtag erlahmt, fehlt es am Ernst wirklichen Gottesglaubens. Gott läßt sich aber nicht als Nebensache behandeln. Er segnet nur den, der sich ihm zur Verantwortung stellt. ■onttv angeni- IferW in bie lantons -Mhtig für SaarabstimmungSberech deren Eintragung in die Ab- f Lni g besonders wichtige Wirtschaftsministerium ,auf bii h it; er Katholik van Isacker erhalten. Der be- :rQ'j.e katholische Abgeordnete van Cauwe- JWlh-t übernimmt das Ministerium für Mittel- tioniererr ..... ~ ' " " " l -!-irx-£1 3 rlin, 17. Nov. Der Reichswirtschaft s- niniifter hat in einem Schreiben an die Lan- b. 'Regierungen und die beteiligten Stellen der Wirt- sc mitgeteilt, daß dieselben Gründe, die ihn im Diiioicm Jahr im Interesse der Arbeitsbeschaffung müii Iahten, sich für eine ungestörte A b - miitl' ung des Weihnachtsgeschäftes eiquXtzen, auch in diesem Jahr vorliegen. Er hat dc!^r den Landesregierungen erneut zur Pflicht ge° mWi jeder Störung des Weihnachtsgeschäfts nach- e r unc r reich'- tigt, auf| >nl r en, I ■> ist W ißbrunßö hr. benj roße $ nb * hickte? eigene«1 mberj spes y1" e W in @renj- e bie V n Ste'k alten’ ie(ft hx jetzt! eine/' i b\4M noben" it der' *A Diile er die internationale Aufmerksamkeit auf gu lenken. Am 9. November 1932 war es als en Straßen Genfs ein blutiger Bürgerkrieg frL für den Nicole, mehr Kommumst als Sozial- krat, verantwortlich zeichnete. Man zeigte vi seitdem mit Fingern auf ihn, trotzdem wußte hi der nächsten Wahl einen Sieg daoonzutragen, n er nun sofort benutzte, um m Genf eine ristische Diktatur aufzunchten mit dem irülbnis, daß man in Genf ebenso wie in der |L(erung sich voraussichtlich noch in der kommen- r Ho^eri''Woche an Bern mit der Bitte um einen -3 (t f d) u fc wenden würde. Falls aber Nicole a Q r -, weigere, irgendwelche Folgerungen aus Wdbeten sind. Ein weiterer Teil der neuen Ab- X- gii-oimeten besteht aus Großbauern und H 12 ft e r n und steht der Sowjetregie. /„ri‘ir üiius feindlich gegenüber. Es steht fest, daß einige der Vorsitzenden von Sowfet- 1 'ompa en weder lesen noch schreiben fön« h nnto.3n K r a s n o w o d s k war die Wahlbeteiligung * fü||J fyroad), daß von 600 Arbeitern nur a 8« nn der Wahlurne erschienen sind. "♦ fptere Priester und reiche Bauern wurden wegen a>ckib»lschewistischer Betätigung in Haft g e n a m« twer Die Wahlen sind für ungültig erklärt tige Gi n. teitung des kaiserlichen Wagens verantwortlichen Beamten ermitteln soll. Der Gouverneur der Pro« vinz Guma, der Polizeichef und der Polizeidirektor von Guma wurden zu einer (Belbftrafe Der« urteilt, die 10 v. H. ihres Jahresgehalts beträgt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß aud) hohe Beamte in der Regierung zum Rücktritt gezwungen werden. — Wie weiter bekannt wird, hat bei den letzten Manövern auch ein Soldat Harakiri begangen, da er fein Seitengewehr verloren hatte, das, wie alle Sachen der Soldaten, als persönliches Eigentum des Kaisers angesehen wird. Auf den Galapagos -Inseln verdurstet. Der Fischdampfer „Santo Amaro" meldete funken- telegraphisch, daß er am Strand der Insel Mar» chona, die zur Galagagos-Gruppe (im Stillen Ozean, unterm Aequator) gehört, ein kleines Segel- boot bemerkt habe. Bei näherer Untersuchung habe die Besatzung des Fischdampfers eine männliche und eine weibliche Leiche gesunden. Da der Kops der männlichen Leiche bedeckt gewesen sei, fei an« scheinend der Mann zuerst gestorben. In einiger Entfernung habe die Leiche der Frau gelegen. Beide seien offenbar d e r b u r ft e t, ba bie kleine Insel ohne Trinkwasser sei unb selten besucht werbe. Bei ber Leiche sei ein beutscher Paß unb eine französische Erkennungskarte gefunben worben. Der Paß sei auf ben Namen Alfreb Rubolf Lorenz ausgestellt gewesen. Aus ber französischen Erken- , nungskarte schließe man, baß Lorenz sich zuletzt in Paris aufgehalten habe. Außerbem seien Briefe, bie ben Namen Margarete Wi11mer trugen gefunben worben. Wie ergänzenb aus Guayaquil (Ecua- bor) berichtet wirb, haben zwei Deutsche namens Rolf Blomberg unb Martin F o e g 1 i, bie am Enbe ber vergangenen Woche von ben Galapagos- Jnfeln nach Guayaquil zurückkehrten, ben bärtigen Behörben gemelbet, baß bie auf ber Galapagos- Jnfel Santa Maria lebenbe Baroneß Wagner- Wehrborn unb ihr Begleiter vermißt würben. Ob bie Vermißten mit ben vom Fifchbampfer „Santo Amaro" aufgefunbenen Toten ibentifd) finb, konnte bisher nicht festgestellt werben. Eine in Los Angeles eingetroffene Funkmelbupg besagt, baß eine Erkennung ber beiben Leichen noch nicht möglich war. Beibe Leichen waren bereits stark verwest. Es besteht bie Möglichkeit, baß es sich um ben beutschen Forscher Arthur Wittman unb besten Frau Margarete hanbelt. In ber Nähe ber Leichen würbe ein Bünbel mit Kinberkleibung gefunben. Frau Wittman soll im Besitz von Kinber- fleibetn gewesen sein. Die Funkmelbung läßt aller« bings auch bie Möglichkeit offen, baß es sich um bie Leichen zweier Männer hanbele. Gefängnis für eine verantwortungslose Autofahrerin. In Königsberg ging jetzt etn Prozeß zu Enbe, ber in Ostpreußen außerorbentliches Aufsehen erregte. Ein Fräulein Ursula Gehlig, Tochter eines Königsberger Großkaufmanns, hatte mit ihrem Auto ben Architekten Z e l i n s k i, der ihr nachts mit bem Motorrab begeanet war, über fahren und getötet. Die Leiche hatten Freunbe bes jungen Mäbchens, bie in einem nachfolgenden Auto bie Unfallstelle passierten, auf das Gleis ber Straßenbahn ■gelegt, um den Einbruck zu erwecken, als fei Z. von der Straßenbahn überfahren worben. Das Gericht sprach Ursula Gehlig in erster Instanz frei, weil ihre Schulb nicht erwiesen sei. Der Staatsanwalt hatte selbst den Freispruch beantragt, doch legte der Oberstaatsanwalt Revision ein, weil sich gleich nad) ber Verhandlung erwies, daß der Sachverstänbige mißverstanben worben war. Die Bevölkerung in Königsberg war über ben Freispruch außerorbent- lich erregt, um so mehr, als sich Ursula Gehlig burch arrogantes Auftreten und burch ihr ganzes Gebaren äußerst unbeliebt gemacht hatte. Die Re- visionsinstanz wies bie Angelegenheit zu nochmaliger Verhanblung zurück. Durch Vernehmung neuer Zeugen erwies sich jetzt, daß ber Unfall tatsächlich auf schwere Fahrlässigkeit ber G. zurückzuführen war. Das Gericht verurteilte sie deshalb zu einem Jahr Gefängnis. In der Urteilsbegründung wies ber Richter darauf hin, daß die Angeklagte sich nicht aus freien Stücken habe bereit finden lasten, sich ber Witwe unb ber Waise ' bes Getöteten anzunehmen. Erst im Gerichtsurteil habe den Hinterbliebenen eine Entschäbigung zugesprochen werben müssen. Eine einundfechzigjährige Taucherin. Das Tauchen nach versunkenen Golbschiffen scheint in ber letzten Zeit epibemisch geworben zu sein. Immerhin verbient bas neueste Unternehmen bieser Art hinsichtlich ber Persönlichkeit bes Tauchers be- sonbere Beachtung: eine einunbsechzigjährige Frau Margaret Campbell Goobman hat an ber kanabischen Küste angeblich in geringer Tiefe auf bem Meeresboben bas Wrack des Schoners „Brunswick" entbeckt, ber 1859 mit einer Golblabung von 100000 Pfund Sterling gesunken ist, und will nun nach diesem Schatze trotz ihres hohen Alters tauchen. Miß Goodman ist erst seit dem Weltkriege „im Fach". Sie war früher Angestellte eines großen Zeitungsverlags in Neuyork, stellte sich bann jeboch auf ben Taucherberuf um unb hatte ihren ersten großen Erfolg im Jahre 1917, als sie in ber Huronensee für 60 000 Pfunb Sterling Kupfer aus bem im Jahre 1865 gesunkenen Schiffe „Bewabic" heraufholte. Wettervoraussage. Don ben Azoren erstreckt sich ein kräftiger Hoch- bruckrücken über ben Kontinent nach Finnlanb. Er bleibt vorerst für unser Wetter weiter beftimmenb, so baß auch weiterhin mit bem Auftreten von Nachtfrösten gerechnet werben kann. Aussichten für Mittwoch: Abgesehen von Nebelbilbung vielfach heiter unb trocken, nachts roieber Frost, schwache Luftbewegung. Aussichten für Donnerstag: Fortbauer ber vielfach nebligen, sonst aber trockenen Witterung mit Nachtfrost. Lufttemperaturen am 19. November: mittags 5,8 Grab Celsius, abenbs 0,8 Grab; am 20. November: morgens 2,8 Grab. Maximum 7,0 Grab, Minimum — 2,8 Grab. — (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19 November: abenbs 4,1 Grab; am 20. November: morgens 2,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 0,2 Stunden. Hauptschriftleirer: Dr Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'iche Universitäts-Buch- unb Steinbruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. JobanneoWeller C. Traber, Fahrzeuge, Ämbl strafte 22. Telephon 3096. MWM ■ IT* WO" . Ä E Statt Karten! Moritz und Helene Schorsch 6819 D Für die zahlreichen und wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme, die uns bei dem schmerzlichen Verlust unseres lieben Kindes entgegengebracht worden sind, sagen wir hierdurch herzlichsten Dank 9JL-$port 5i (Krofdorf), W. Pfaff (Kinzenbach), £). ftlinjj (Launsbach), B. Gäbler (Krofdorf). ((§fd Bach, Krofdorf.) Unentsch. Verl. Tore und eine SV. 05 Wetzlar führt 14:2 Punkten Dichterabend Herbert Böhme jfr de* 6 la. Speise- Kartoffeln 1 3 4 4 2 4 4 5 6 15:19 16:22 14:26 0 0 0 1 1 0 25:11 21:11 26:21 15:20 22:17 14:21 10 10 9: 9 8! Holzkunst Bildhauer- und vreaisierlverksttMe H.Kürschner Wernerwall 5. Verein 05 Wetzlar 1900 Gießen Bissenberg VfB.-Reichsbahn Raunheim Frohnhausen Teutonia Watzenborn-Steinberg Dillenburg Sinn 2 1 1 mit Zimmerei und Sägewert Vcihrteitern b Gießen soee D Gew. 7 5 5 4 4 4 Frische mw Muscheln Fischh .Cöiiiis Laden für l.Jan. 1935 oder früher ges. Schr. Angebote mit Mielangabe unt.05546a.den Gieften.Anzeiger Gil- Eieferwflßen drei- u. oierrnb., mit Heckmotor, fast 100% Kraft- ausnutzung, zu verkaufen. «472D Wer schlachtet Alle guten Helfer müssen dann da sein. — Was brauchen Sie hiervon? Schlachtmesser, Messerstahl, Fleischhacker,Wurstfülltrichter, Wiegemesser und noch all das andere bekommen Sie in guter Qualität preiswert bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 6685a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Spreanlunoen ver Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Sanckq nachmittag geschlossen. Der Buß- und Bettag ist für das größte Werk der Nächstenliebe — die Winterhilfe —■ auserkoren. Selbstlos stellen sich die besten Spieler in den Dienst der guten Sache, und in Massen soll Gießens sportliebendes Publikum dieser Veranstaltung auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 beiwohnen und durch Entrichtung des ortsüblichen Eintrittsgeldes — das restlos dem Winterhilfswerk zufließt — zum Kampf gegen Hunger und Kälte beitragen! Die Gießener Aufstellung lautet: Schlarb (1900); Knauß und Lehrmund (VfB.); Fe uster (VfB.), Heilmann, Hein- bach (1900); Wilhelmi, Hammer (1900), Virkenbiel (VfB.), Schmelz (1900) Ritter (VfB.). —Ersatz: Mank (1900), Fehling (VfB.). Än der Aufstellung des Gegners der Kreismannschaft hat man lauter erstklassige Kräfte berücksichtigt, also Spieler, die in ihren Vereinen eine Rolle spielen und auch mit Bestimmtheit dafür sorgen werden, daß der Gießener Stadtelf das Siegen nicht so leicht gemacht wird. Sieger wird die Mannschaft bleiben, die sich am schnellsten zur Einheit zusammenfindet. Kreisschiedsrichterobmann Hohmann (Gießen) wird darüber wachen, daß das Treffen einen guten Verlauf nimmt. Und nun nochmals die Aufstellung der Kreismannschaft: Haas (Wieseck); Funk (Leihgestern), Fett (W.-Steinberg); Ke ul I (Aßlar), Singel I (Bissenberg), Lang (W.-Steinberg); Gabler (Krofdorf), Reul (Nauborn), B i n g e l II (Bissenberg), Kreiling I und Kreiling II (Wieseck). Ersatz: Alfen (Großen-Buseck), Ke ul II (Aßlar). Winterhilfe-Opferspiele werden am Mittwoch in ganz Deutschland ausgetragen, trotzdem gibt es aber auch noch Ortschaften (auch in der näheren Umgebung Gießens), für die keine Spiele angesetzt werden konnten. Diese Sportinteressenten sollen nun nicht etwa zu Hause bleiben, im Gegenteil, auch die | Verkäufe | lelleres Pferd zu verkaufen. Altcn-Buseck Steinstr. 8. 05555 Eis. Kinderbett m. Mair. z. verk. Anzuseli. Vorm. Bleichstrafte 10 Gartenhaus. 05550 am Donnerstag, dem 22. November, abends 8.30 Uhr, in der Neuen Aula. - Karl envorverkauf Musikalienhandlung Challier, Neuen weg. Abendkasse ab 8 Uhr NS.-Kulturgemeinde Goethe-Bund - Hitlerjugend - Studentenschaft Kreisauswahlelf braucht morgen Rückhalt Unterstützung. Das Spiel der Jugend. » gegen eine Kombination von 1900 Gießen 2 V gend, VfB. Gießen 2. Jugend und Leihgestern. winterhilfe-Spiel Heuchelheim gegen BiebcrkL | Vermietungen] Zu vermieten sehr schöne Mimi-Ho. mit Bad und Zubehör in bester, zentraler, ruhig. Lage, zu verm. Zuschrift unter 05564 a.d.G.A. luöbMeZiner mitMorgenkaffee z.mietengesucht. Schr.Angeb.unt. 05548 a.d.G.A. Junger, tüM-' Teilhaber (tätig), für M' stehend. Ge!<^> in best.Verkct?' läge gesucbi spätere W übernahmen^' lich. S ckir. nk- unt. 05566 a. Mi Gieft. Anzeigen lOnerStrickmasch. zu verkauf. 05540 Anzuseh.ab2Uhr. Zu er fr. i. d. Geschäfts. d. G. A. 49 Jahre MTV. Gießen. Am 18. November 1885 gründeten 16 Turner auf Anregung des Turnlehrers Emanuel Schmuck, der, Jahrzehnte hindurch Kreisvertreter des ehemaligen Mittelrheinkreises, in ehrenvollem Gedächtnis feiner Turner und Turnerinnen weiterlebt, den Männerturnverein zu Gießen, seit 1896 mit dem Turnverein 1846 im Verband der „Gießener Turnerschaft", deren erster Vorsitzer Fritz Helm war, Am Vorabend des Tages, an dem der Männerturnverein nunmehr in das letzte Jahr seines fünften Jahrzehntes eintritt, versammelte sich die Gefolgschaft zu einem großen Familienabend in den Räumen des „Cafe Ebel". Flotte Musik und gemeinsame Lieder leiteten den Abend ein. Mit seiner Ansprache führte der Vereinsleiter Karl Müller die andächtige Turngemeinde zur Höhe einer eindrucksvollen Diet- stunde. Nach einem geschichtlichen Rückblick auf die Pflege der Leibesübungen, die mit dem Wechsel kultureller Grundanschauungen Zeiten hoher Blüte und starken Niedergangs erlebte, wies der Redner besonders auf die schöpferische Tat Friedrich Ludwig Jahns hin, der aus den Tiefen politischer Volksnot und kerngesunden Volkstums eine vielseitige Turn- kunst entwickelte, die in ihrer bewährten volkstümlichen Ausprägung heute im Rahmen des Reichsbundes für Leibesübungen mit in die Aufbauarbeit unseres Führers und damit wieder in den großen Kampf des deutschen Volkes eingegliedert ist. Mit dem Lied „Des Turners Schwur" bekannte sich die begeisterte Versammlung zu der seelisch-geistigen Hal-- tung echten deutschen Turnertums. Der bewährte Zusammenhalt der Vereinsmitglieder, getragen von einem Kern alter Turnerfamilien, ließ das anschließende turnbrüderliche Zusammensein bei Musik, gemeinsamen Volksliedern, Vorträgen aus dem Schatz humorvoller Heimatdichtung und einem Tänzchen der Jugend ausklingen in den Abschiedsgruß: Gut-Heil zur 50-Jahrfeier 1935! Handball im Männerturnverein (DT). 2Hfo. I — Tv. Goßfelden I 4:6 (2:3). Die 1. Mannschaft des Männerturnvereins verlor ihr Verbandsspiel gegen Goßfelden 4:6. Das Spiel war eine große Enttäuschung. Pech und ein schwacher Schiedsrichter besiegelten eine unglückliche Niederlage des Mtv. Damit soll aber die Leistung der Gäste durchaus nicht herabgesetzt werden, die Mannschaft zeigte ungeheuren Eifer, der für den Sieg ausschlaggebend war. Der Kampf begann mit stürmischen Angriffen Goßfeldens und ehe sich die Männerturner gefunden hatten, stand die Partie bereits 3:0. Erst beim Stande von 0:3 wurde den Männerturnern klar, daß durch eigensinniges Spielen und unnützes Gerede bei den wuchtigen Gästen nichts zu erreichen war. Endlich führte dann ein Angriff durch einen Verteidiger die Mtver zum ersten Tor. Kurz darauf folgte Nummer 2. Der Mtv. lag nun ständig im Angriff, Zählbares wurde aber nicht mehr erreicht. Nach dem Seitenwechsel war die Platzmannschaft weiterhin überlegen und der Ausgleich hing in der Luft. Trotzdem kämen die Gäste zu ihrem vierten Tor, das aber dann durch einen unhaltbaren Schuß des Halbrechten der Mtver wieder ausgeglichen wurde. Bei einem Durchbruch Goßfeldens schoß der Mittelstürmer aufs Tor, der Gießener Tormann wehrte auf der Linie ab, der Schiedsrichter aber, in weiter Ferne stehend, entschied Tor. Der Kampf nahm an Härte zu. Goßfelden wurde gänzlich eingeschnürt, aber lediglich ein Tor war die Ausbeute einer drückenden Ueber- Krelsklasse II: Tv. Homberg I — Tv. Burg-Gemünden I 2:4 (0:2). Ein flottes und faires Spiel wurde in Homberg gezeigt. Die Gäste waren stets etwas im Vorteil und gewannen auf Grund ihres besseren Fang- und Schußoermögens verdient. Tv. Wißmar — Tvgg. Ruttershausen 6:2 (3:2). Eine unerwartet klare Niederlage bezogen die Gäste in Wißmar. Der Sturm der Gastgeber befand sich in guter Form und entschied den Kampf durch seine größere Durchschlagskraft und Schußfreudigkeit. Eine sehr gute Partie lieferte bei den Gästen der Torwart. Bezirksklasse: Tuspo. Marburg — Tv. Münchholzhausen 6:8 (5:2). Die Gäste hatten in diesem Spiel die im Vorspiel erlittene Niederlage wettzumachen. In der ersten Hälfte sah es allerdings nicht nach einem Gästesieg aus, und mit einem klaren 5:2 für die Platzherren wurden die Seiten gewechselt. Die zweite Hälfte brachte dann ein wesentlich anderes Bild und sah die Gäste fast ununterbrochen im Angriff. Die Mannschaft setzte nunmehr alles auf eine Karte und erzielte nicht nur bald den Ausgleich, sondern brachte durch zwei weitere Tore noch einen verdienten Sieg zustande. Münchholzhausen hat damit wieder Anschluß an die Spitzengruppe. Das Flughafen-Cafe bleibt während der ersten Wintermonate geschlossen! 6818 D Anmacbbolz liefert. VE30J 0.R.6* |2e .’n acht tjer licht 1 st indt La auc ras iten . -d)o Wglichi Wilers, In f)Ql tabu hsen chdi auch keitj ft zu n ei fifoiö iptes an' 1 Junges Pferd frommu.zugfest, wegen Verringerung der Land- wirtsch.z.verkauf. Burkhardsfelden Albacher Str. 7. Mercedes Mk. 182.- monatlich Mk. 7.90 FranzNMCo., Gießen Seltersweg 44 4?ma In Heuchelheim treffen sich die erste Mannscho vom Platzverein und eine kombinierte Elf der R bertalvereine. Die Biebertal-Elf setzt sich wie for zusammen: E. Schleenbecker (Kinzenbach); B. $Cn (Rodheim), K. Leib (Krofdorf); E. Pfaff, lentin (Krofdorf), W. Ä i e f) m 0 n n bach); W. Mandler (.^izenbach), M. Vor dem Ligaspiel Stadt gegen Land spielt _____ Auswahlmannschaft Stadtjugend gegen Landjugend. Die Aufstellung dieser Mannschaften ist wie folgt: Stadtjugend: Gröflere Werkstatt seither Fabrikationsräume, in bester Geschäftslage, für jeden Betrieb geeignet, billig zu vermieten. Schriftliche Anfragen unter 05558 an den Gieftener Anzeiger erb. Keine Ursprungszeugnisse, lonbem nur Zeugnis abichriften dem Be werbungsichreiben bei legen! — Lichtbilder undBewerbungsunter lagen müßen zur Ver meibung von Verlusten auf der >RüdMeite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen I Kußball für die Winterhilfe Oie Opferspiele in unserer engeren Heimat. Bekanntmachung. Betr.: Baulandumlegung zwischen Wilhelmstraße — Aulweg — Wartweg in der Gemarkung Gießen. Nachdem die Erinnerungen gegen den Umlegungsplan rechtskräftig erledigt find und der der Umlegung zugrundeliegende Bebauungsplan genehmigt ist, erkläre ich den Umlegungsplan hiermit vollziehbar. Als Tag der Ausführung gilt Samstag, der 15. Dezember 1934. Die Ueberweisung der neuen Grundstücke erfolgt an diesem Tage vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle. Die den Beteiligten überwiesenen Grundstücke und die an Stelle der eingeworfenen Stücke tretenden Entschädigungsansprüche treten mit diesem Zeitpunkt in Ansehung aller rechtlichen Beziehungen, insbesondere hinsichtlich des Eigentums aller übertragbaren dinglichen Rechte und aller Verfügungsund sonstigen Eigentumsbeschränkungen, an die Stelle der durch sie ersetzten Grundstücke. 6813C Gießen, den 16. November 1934. Der Vorsitzende des Umlegungsausschusses. Dr. Hamm, Bürgermeister. hat nur ein Spiel gegen Bissenberg auf eigen Platze verloren. Allerdings hat der SV. noch j stärksten Gegner auf auswärtigen Plätzen. — 19; Gießen steht an 2. Stelle. Das Merkwürdige! dieser Mannschaft ist, daß sie alle fünf Spiele k eigenem Platze gewinnen konnte, wogegen sie fäi liche drei Spiele auswärts verlor. — Die Mor, schäft des TuSpv. B i f s e n b e r g hat sich als 91 q ling gut angelassen und ist, besonders auf eigene Platze, ein gefürchteter Gegner, technisch noch nur fahren, dafür aber ungemein schnell und ausbauen bis zur letzten Minute. — Auch der Sp.^i. S: Naunheim als Neuling in dieser Gruppe behaus sich und zeigt gute Leistungen. — V s B. Gieß«! hat bis jetzt wenig Glück gehabt, auch konnte Si Mannschaft fast nie komplett antreten. Sie toirb M für die Folge anftrengen müssen, einen guten telplatz zu behaupten. — Dranien 1914 Frvhnhausj hat eine sympathische Mannschaft, die ihre Nie^u lagen mit Anstand und Würde hinnimmt. E Mannschaft spielt jetzt schon mehrere Jahre in 8 Bezirksklasse. — Der FC. Steinberg hatte sich in 8 vorigen Serie einen guten Mittelplatz erobert. der neuen Gruppe kommt die Mannschaft nichl recht mit und wird alles aufbieten müssen, sich ditü Jahr in der Klasse wenigstens zu halten. — £ Mannschaften der Vereine Dillenburg und Bn haben wenig Spielerfahrung und verlegen sich mri auf das körperliche Spielen. Illlllllllllllllllllllllllllll WtslüMe liotnr- NIMM tn reichbebilderten, leichtverständl. Werben und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Derlagserzeug- nisse. Sie vermitteln einen tiefen (Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes TBiflen er» höhteFreudeanden vielfältigen Schönheiten der Natur. Bedangen Sie Pro fpekte und Probe- hefte der Zeitschrift „Der Naturforscher" öugoßetmüBiec Bering Beriin-£i(hferfeiöf Illlllllllllllllllllllllllllll I fleqer r 2i< ; Han J" "leiftii owei )enkl 0 Qljut Hvoa t tibaut.: Ulini) ir urm rif Mi r bi Merie, fchemA W, der Imulierl eie) tauf« li v. $). 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Werner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal): 2 Kühlschränke, eitle ' Kautsch, 3 Grammophone, eine Korbgarnitur, 1 Bettstelle, 1 Klavier, 2 Warenschränke, 1 Registrierkasse, 3 Ladentheken, 2 Schreibtische, 1 Motorrad, 1 Rauchtisch, 1 Piano, 1 Kleiderschrank, 2 Kessel, 1 Kachelofen,20 Heuyabeln, 14 Kar- toffelcmetschen, 1 Räucheravvarat, Zinkeimer, Zinkwannen, lOFleisch- I Maschinen, 40 Feldflaschen,60Gieh- tannen, 39 Kohlenkasten, 15 Brotbüchsen, 4Küchenwaaaen, 8Wand- kaffeemühlen, 24 Ofenschirme, . 100 Fubrleinen, 70 Knchenformen, 30 Rodelschlitten, 1 Kiste Sargbeschläge, Gehrungs-Stoftlagen, - Milchtöpfe, Milchkannen, Wasserschiffe usw., 21 Milchtöpfe, acht- ' zehn Fleischtöpfe. Möll, Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstrafte 33 — Telefon 3239. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der , Brühl’schen Druckerei llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll : Diese Zusammenstellung enthält die besten Sjj der genannten Vereine. Sofern sich die einz< Spieler verstehen,, dürfte die Mannschaft nidjL unterschätzen sein. Heuchelheim spielt mit trotzdem sollte dieses Spiel zugunsten der Einh^j schen entschieden werden. Vor dem Spiel obj Mannschaften treffen sich eine kombinierte JugM mannschaft von Heuchelheim und Kinzenbach und, kombinierte Jugendelf von Krofdorf und Wißi Winterhilfespiel in Treis. Am morgigen Mittwoch erwartet eine fort vierte Mannschaft aus Spielern von Treis Londorf eine ebenfalls kombinierte Elf von 8 mar-Launsbach. Tabellenstand derBezirksklasie, GrnpveGiesten-D legenheit. Kurz vor Schluß kamen die Gäste noch zu ihrem sechsten Tor. 2Hlo. II — Tv. Gröningen 10:4 (6:2). Die 2. Mannschaft des Münnerturnvereins gewann ihr Spiel gegen Grüningen hoch mit 10:4. Der Kampf war äußerst spannend, und obwohl die Grüninger nur mit neun Mann antraten, konnten sie das Spiel doch offenhalten. Die größere Durchschlagskraft entschied jedoch den Kampf zugunsten der Mtver. Die Männerturner führen nun nach diesem Spiel die Tabelle ungeschlagen mit 8:0 Punkten an. Handball im Gau XII Lahn-Oillkreis Kreisklasse I: Tv. Hochelheim I — Tv. Atzbach I 3:1 (2:1). Beide Mannschaften lieferten sich einen hatten Kampf, den die Platzbesitzer erst unter Aufbietung ihres ganzen Könnens für sich entscheiden konnten. Während das Spiel in der ersten Hälfte ziemlich ausgeglichen verlief, brachte die zweite Halbzeit bei leichter Ueberlegenheit der Platzherren durch einen verwandelten Strafwurf die Entscheidung. Rahn (1900) Oelemann (1900) Barth (VsB.-R.) Enkirch (VfB.-R.) Schmidt (1900) Maus (VfB.-R.) Schäfer (1900) Jakob (1900) Godglück (VfB.-R.) Rullmann (VfB.-R.) Koch (1900). Ersatz: Schellhaas, Jung (beide 1900). ^Landjugend. Buß (Watzenb.-Steinb.) Krüger (Wieseck) Schmandt (W.-Stbg.) Weisensee (Lich) Wallbott (W.-Stbq.) Hanitsch (Lich) Merle (Lich) Kreiling (Wieseck)' Dapper (Wieseck) Lotz (Wieseck) Brücke! (Watzenb.-Stbg.) Diesem Spiel ist erhöhte Bedeutung beizumessen; denn der Nachwuchs unserer Fußballbewegung will in diesem Spiel zeigen, welche Kräfte für die aktiven Mannschaften gesammelt werden können. Die Einnahmen fallen dem Winterhilfswerk zu. Die Ju- gendspieler werden nach Beendigung ihrer Begegnung für das Winterhilfswerk in den Reihen der Zuschauer sammeln. Das Auftreten dieser Auswahlmannschaften ist in unserer Jugendbewegung noch neu, wie wir hören wird es hier einen äußerst interessanten Kampf geben, zumal die Aufstellung nach jeder Hinsicht spielstark ist. Die Spielleitung wird der Jugendgruppenführer übernehmen. Es würde die Jugend besonders freuen, wenn man ihrem Spiel ebenfalls Beachtung schenken würde. In Heuchelheim spielt eine wsammengestellte Jugendmannschaft Heuchelheim-Kinzenbach gegen eine solche von Krofdorf-Gleiberg-Wißmar, und in Alten- Buseck treffen sich vor dem Winterhilfsspiel Alten- Buseck-Lollar, eine von Treis a. d. Lda. und Großen - Buseck zusammengestellte Jugendmannschaft 3 nm to$,A Greisen nah zeigt ein Fernglas alle Emzel- heiten weitgelegener Dinge und Vorgänge -selbst wenn es dunkel wird: auf dem Sportplatz, auf Reisen u. Wanderungen - auch auf der Jagd u. im Theater. Schon für 16- RM. ein Fernglas u. für54- RM. ein lichtstark. Prismenglas bei Optiker M a g n u s Seltersweg 33. Mietet (l») f. sehr leistungsfähige Kranken- untersnitzungs- Kasse für alle Berufe u. Gewerbe bei höchsten Bezügen sof. gesucht „Volkshell“ Angeb. a.Gen.-Afl. Burkhardsfelden. Gießen, 6822D Ehrlich., fleißiges Mädchen tagsüb. ges. 05552 Lndwigstr. 27 pt. [Stellengesuche] Tüchtige MMerln sucht Dauer- ob. Aushilfsstelle. Schriftl. Ang. u. 05557 an d. G.A. Mädchen vom Lande, in allen Hausarb. erfahren, sucht Stellung zum 1. od. 15. Dezemb. Schr. Ang. um. 05564 a. d. G.A $lintielt ml Es F n i öolbe ' ’rQ9e da Eaqe- f03 e □ an 8 -hn ■ 1) HrA qi IJJjfen c 87- i hrebp fct handverl. 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Die japanische Re- haben. Darum wird jetzt nun schon zum dritten Mal Ein paar Stimmen murmelten Unverständliches, das Wort „Düsterfink" fiel, und dann keck aus jungem Munde wie ein Kampfruf, eine Herausforderung: „Unke!" Fink nahm keine Notiz davon, und da der Spottvogel, der noch eine Zeitlang weiterkrächzte, auch sonst keine Beachtung fand, war rasch wieder die gewohnte Stille im Wagen eingekehrt. Die Raucher klopften ihre Pfeife aus und schoben sie in die Tasche. Der Zwischenrufer hatte sich zwischen flinken Fingern eine Zigarette gedreht und ließ sich von seinem Nachbar Feuer geben. Die meisten Hongkong ist für den Zweck zu entlegen und auch haben. Ohne Kampf wird aber Rußland aus dem lange nicht mehr modern genug befestigt. Singapore Fernen Osten nicht weichen, und sein Bündnis mit sollte zuerst Flottenstützpunkt erster Ordnung wer- Frankreich wie sein Eintritt in den Völkerbund sind Breite des Stillen Ozeans fahren und in den Gewässern Ostasiens schlagen. Dazu haben sie nur den einen, nicht allzu sicheren Stützpunkt M a - nila. Sie haben aber am stärksten von allen Seemächten ein für Japan gefährliches Kriegsinstrument ausgebaut, nämlich die Flugzeug-Mutterschiffe. Ein solches Schiff kann weit aus dem Bereich einer Seeschlacht bleiben, kann weit von einem anzugreifenden Objekt aus dem Lande, außerhalb jeder Sicht, stationiert werden, und die Flugzeuge, die es entsendet und die wieder zu ihm zurückkehren, können sehr entscheidende Wirkungen ausüben. So Heute fuhren sie durch die frühe Dunkelheit eines Winterabends zur Nachtschicht. Die verschneiten Fluren begannen im Licht des Mondes zu schimmern wie ein spiegelblanker Tanzboden, über den die Baumgerippe in gespenstischem Reigen dahin- wirbelten. Der ganze Wald war in tollem Aufruhr, als ob die Geisterstunde bereits angebrochen wäre. Manchmal sah es aus, als habe sich ein ganzes Rudel Bäume auf dem Weg zusammengedrängt, um dem Wagen die Durchfahrt zu sperren. Plötzlich aber stoben sie auseinander und hopsten mit schwenkenden Armen davon. Fink, der in einer Ecke saß und durch die angelaufenen Scheiben stierte, schüttelte den Kopf. „Das sieht gerade so aus", sagte er dumpf in eine Stille.hinein", als ob wir nicht weiterfahren sollten!" „Was sieht so aus?" fragte sein Nachbar. „Na, das Getue der Bäume da!" entgegnete Fink schon wieder dem Fenster zugewandt. Fink fuhr noch manchmal mit in den Berg, bis er die Altersgrenze erreicht hatte. Und noch manchmal wurde er wegen seiner „Ahnungen" teils gefoppt, teils heimlich bestaunt. Und als er nicht mehr ihr Kamerad war, da meinte der und jener, jetzt werde er wohl hundert Jahre alt, denn einer, der es so wie der „Düsterfink" verstehe, dem Unglück aus dem Wege zu gehen, den könne der Tod verloren und ohne siegreichen Krieg nicht wiederzugewinnen. Diesen Krieg scheut Rußland, weil ein ungünstiger Ausgang wahrscheinlich ist. Sein stärkstes Activum an Ort und Stelle gegenüber einem japanischen Angriff ist seine Position in Wladiwostok, das als Flugzeugbasis nur 5 bis 6 Stunden von Tokio entfernt ist. Eben darum ist es den Japanern ein Dorn im Auge. Japan hat wohl kaum Absichten auf Ostsibirien, aber es wünscht „Kein Fuß breit von der Böschung weg", stellte Fink mit seltsamer Betonung jedes einzelnen Wortes fest, nachdem er die Scheibe mit dem Rockärmel blank gewischt hatte. Er stieg aus. Der Wagenführer schimpfte auf den vergletscherten Weg. Noch einige ältere Männer gesellten sich zu den beiden. Sie hatten die Gefahr gar nicht erkannt, sie waren den; jetzt wird es der größte und am stärksten ge- mit durch die Vorstellung bedingt, daß es für den deckte Flug Hafen der Welt. Es beherrscht die Fall eines ostasiatischen Krieges Sicherung an seiner Durchfahrt aus dem Stillen in den Indischen Ozean, gegen Europa gekehrten Front braucht. Auch das aber heutzutage würden weniger Landbatterien und japanische Oelmonopol in der Man- Schiffe die Verteidigung führen, als Bombenflug-' ö f d) u r e i, so sehr die Japaner es zu verschleiern zeuge, die einem zur See anmarschierenden Feind versuchen, die Flugzeug-Mutterschiffe der Amerika- schon auf weite Strecken entgegenfliegen, ihn auch ner und der englische Riesenflughafen in Singapore auf Umwegen abfassen und weithin verfolgen kön- — sind alles Sicherungen „gegen" oder „für" den nen. Und gerade in der Flugwaffe gelten Japa- Krieg. ihren Kopf in die Hände. Der Wagen hatte jetzt die Höhe genommen und begann in Serpentinen abwärts zu rollen. Es ging rascher, als das Anklimmen. Plötzlich in einer weit ausladenden Kurve geriet der Wagen, wie von einer unsichtbaren Hand aus seiner Fahrbahn gestoßen, ins Rutschen. Fink und einige ältere Kameraden waren aufgesprungen. Die Bremse knirschte. Begleiter. Sie hörten es noch ein Weile fortbrum- men und dann tutete es noch einmal, als ob es ihnen Zurufen wollte, wie weit es schon sei. Man schritt aber auch verteufelt schlecht auf dem hartgefrorenen Schnee, und die Stöcke mit ihrem eisernen Stachel mußten fest mithelfen. „Wir wären vielleicht doch besser mitgefahren!" knurrte der eine Gefährte. Er bekam keine Antwort. Fink, der ausgeglitten und beinahe gestürzt war, hatte mit seinem herumfuchtelnden Stock schier noch feinen Nebenmann zu Fall gebracht. Dann ging es mit einem Male besser. Ein Stück Tannenwald, der mit feinen Riesenstämmen die Böschung heraufkam, hatte die Schneegestöber wohl aufgefangen, denn zwischen ihm war die rauhe Wegerde unbedeckt gefroren. Sie nutzten die Gelegenheit und nahmen die Schritte schneller. Da hupte ein Auto mit langgezogenem Ton, wie ein Eifenbahnzug pfeift, der eine Blockstation wissen lassen will, daß er vor dem Signal liegt und nicht weiterkann. „Ich möchte wetten, daß das unser Kasten ist", sagte Fink, der stehenblieb und horchte. Daß es sein Hupenklang wäre, bestätigten auch die andern. Und ebenso waren sie sich darüber einig, daß das wiederholte Signal aus gleicher Entfernung komme. Also müßten es Hilferufe fein, meinte mit erregter Stimme der sonst so gelassene Fink, und sie liefen, so gut sie der wieder verschlechterte Weg vorwärtskommen ließ. Als sie hinter einer Kurve eine gerade Strecke weithin übersehen konnten, rief das Auto wieder. Diesmal so nahe, daß sie bestürzt einander ansahen und bann die glitzernde Straße mit angestrengten Blicken abtasteten. Es war zunächst nichts zu entdecken. Aber etwa einen Steinwurf weiter sahen sie schon das Geschehene: Der Wagen, ihr Wagen, hing mit seinem Vorderteil oben am Hang, während die Hinterräder abgeglitten waren. Etliche umgerissene Bäume des Böschungswaldes hatten sie vor gänzlichem Absturz bewahrt. Von den Fahrern war, wie sie erfuhren, ein Teil durch die Hintertür, die einer aufgerissen hatte, hinausgeflogen, die übrigen, die sich im Innern festgeklammert hatten, waren mit dem Schrecken davongekommen. Glücklicherweise gab es nur Schürfungen, Quetschungen und Verstauchungen, keine Schwerverletzten. Sehr kleinlaut war der jugendliche Kräher geworden, der nicht auf den rechten Fuß treten konnte. Er blieb bei dem Wagenführer sitzen, während die andern, der Kälte wegen, schon zu Fuß den Weg fortgesetzt hatten, dem erwarteten Hilfswagen entgegen. Das politische Ties in Ostasien. Don Or Paul Rohrbach. stürzung, was im nächsten Augenblick hätte geschehen können. „Weiterfahren!" kommandierte die jugendliche Krähstimme aus dem Wagen heraus, und der Führer stieg brummend auf seinen Sitz hinauf. „Dann mal zu", sagte Fink, „ich laufe!" Sein Nachbar aus dem Wagen und dessen Nebenmann gesellten sich ihm zu, die andern nahmen Platz. Der Motor sprang an, und mit einem Ruck war das Auto auf der Wegmitte. Es kam sehr rasch ins Laufen und schon nach wenigen Minuten entschwand es hinter der nächsten Biegung den Blicken Finks und seiner Die Berliner Veranstaltungen zum 20. Jahrestage des Durchbruchs bei Brzeziny fanden ihren Höhepunkt in der Gedenk ft unde im Kriegeroereinshaus, an der, wie unser Bild zeigt, der Führer, Feldmarschall von Mackensen und General L i tz m a n n, der Sieger von Brzeziny, teilnahmen. e6en Wern, T jWerfqll M, »M bM Riflg Ge!" V-t ftlil °rs). (| besten I i(?le£ ein] N nf , m't I Eins Spiel vierte nbach u; unb W 26:21* 15:20] 22:171 l 14:21 ! 15:19 : > 16:221 5 14:26 $ Nile? I auf eit SL. iß { hen.-> ?rfoürbi: ns Spie! legen fit - Die. 1 sich Qis 5 auf ei£ isch noi. nd analer 6p4 ippe bk sB. 9iti uch te i. 'Sitr. en ph 4 ffek. e wifc | innM Cwhre in ff sich in 1 erobert ■ iM nit I en, sich I ilten. - g unb: jen sich » iefcott (I 2rung darf zwar auf eine unvergleichliche Opfer- ein großer Anlauf gemacht — biesmal wirb er wohl ।। P u » » <«i ... Mu Fu- »rpelirW ireiMchaft ihres Volkes re* nen sie pnnn nurf. für durch gehalten werben — um Singapore zu N i s ch e N M e e r zu besitzen, um bamit gegen Flllg- rür Indien ausxubauen. ' anariffe von dieser Seite her nräftere Sicherheit au lunger/- , Tei hat tätigt lebend- i n W Inges?1 späte« iberM- id). Z mt.oy von Oüsterfink. Gine Geschichte von Peter Bauer. I X)er alte Fink ging seit seiner Schulentlassung in fce Berg. Die Eisengrube lag jenseits einer be- vcthtlichen Höhe eine Stunde von seinem Taldorf ; n ernt. Diese Strecke mußte täglich zweimal, chcht- und heimwärts, zurückgelegt und dabei noch -n steiler Anstieg bis etwa zur Wegmitte überbürden werden. Viele seiner Kameraden hatten sich n.Laufe der Zeit ein Rad angeschafft. Denn mußte >2uch bergan geschoben werden, talab lief es um । irascher und leichter. Sie konnten damit trotz d eren Aufbruchs den Fußgänger Fink spielend uu-holen. Der ging unbeirrt seinen großschrittigen laichen Gang Jahr um Jahr, winters wie som- IIIJens, bei Regen wie bei Sonnenschein. Er sagte, jijnn könne den Himmel gar nicht lang genug über ! Wissen vor Ort von niederbrechendem Geröll zu I! gb* geschmettert worden. Seitdem hatte Finks I MM, zumal es so selten kam, die Aufmerksamkeit । dir und unter älteren Kameraden ging das Ge- I He, Fink habe „Ahnungen". Einige von den Jüng- JtiT dagegen, die sich über „sein Schwarzsehen" I fcten, hießen ihn nur den „Düsterfink". t. H. Kommission vergüten? Wollen die Ameri- NLr jedoch diesen Anspruch aufrechterhalten, so ui’fen sie eventuell bereit sein, mit den Iapa - icrn darum z u fechten. Die Japaner wert’ sich hüten, eine Enscheidung auf der amerikani- di n Seite des Stillen Ozeans zu suchen, wo sie ill Chancen gegen sich und keine für sich haben, lr gekehrt müssen die Amerikaner, wenn sie den Sumpf gewinnen wollen, über die ganze ner nach dem Urteil von Sachkennern als relativ leistungsschwach. Daß England in Singapore starke Luftstreitkräfte wird stationieren müssen, stärkere, als in Aegypren und km Irak, wird ungünstig auf die Vermehrung seiner Luftmacht in der Heimat und damit auf die Unabhängigkeit der englischen Politik von der französischen zurückwirken. Noch stärker wird vom Fernen Osten her die Politik Rußlands beeinflußt. Rußland hat darauf verzichten müssen, große Politik am Stillen Ozean zu treiben. Es hat seine Bahn durch die Mandschurei zu einem Bruchteil ihres Wertes an Japan (nominell an Mandschukuo) verkauft, weil es sah, der zu erzielende Preis würde mit jedem Jahr geringer werden. Die russische Position in der Mandschurei ist nun einmal rt-IottW 25:111 21:111- Much bei der Flottenkonferenz müssen wir den Msgangspunkt für die Beurteilung nicht bei dem nHmen, was die Beteiligten, namentlich die Ja- Mer, reden und schreiben, sondern bei dem, was fk wirklich wollen. Die Japaner haben den Ergeiz und trauen sich die Kraft zu, den ganzen Öen Asiens, womöglich auch den Südosten und yl.ben, unter ihrem politischen und wirtschaftlichen Sifluß zu bringen. Wenn ihnen bas gelingt, so feinen sie sich von ihren jetzt gebrachten Opfern urD der zeitweiligen Ueberanftrengung ihrer Kräfte ttjuem unb reichlich erholen. Nichtamtliche japa- iNche Stimmen scheuen sich gar nicht vor bem Ein- gttänbnis, baß die Weißen den Gelben, d. h. der Aden Vormacht Japan, zu weichen haben. So ein- Äitig dieses Ziel auch ist, so sicher werden die Ja- ■mer daran scheitern, wenn sie die Entscheidung 'egt halb herbeiführen. Die notwendige ungeheure M. ftung lange Zeit zu tragen, ist Japan nicht im knnbe. Wahrscheinlicher, als daß es bloß blufft, is:,. seine Bereitschaft, der Entscheidung bald ent- ßi enzugehen. Die Amerikaner haben in China ft arte J)inbelsintereffen unb einen bebeutenben l^tigen Einfluß zu verteidigen. Das moberne China fenoeit es von der Kuomintang und verwandten D'ikrichtungen repräsentiert wird, ist geistig auf den ©'n üben an die Demokratie und an die Gleichsetzung io: technischem und kulturellem Fortschritt aufge- jaut. Diese Lehren hat cs von Amerika empfangen, lin» in dieser Beeinflussung Chinas sind sehr große w^rikanische Mittel, teils auf bem Umwege ihr die Mission, teils direkt, investiert worben. Die MberieUe Absicht babei war hanbelspolitisch, nach I en»m Ausspruch eines amerikanischen Geschäftsman- Die Vorbesprechungen zur Flottenkonferenz öonbon stehen still, weil durch die japanische Festiget in der Beanspruchung der gleichen Flottenstärke Mit Amerika unb England jeder „Fortschritt" unmöglich wird. Natürlich haben die Japaner weniger, . . , . . . ~ de englische Flotte im Auge, als die amerifa- wie England die Unterseeboote, so will daher Japan rische Englands Seestreitkräfte würben niemals Flugzeug-Mutterschiffe verboten haben und hat Aii einem erheblichen Teil im Fernen Osten einge= Sueses Verlangen auch schon in London geäußert. i|>t werden können, wohl aber müssen die Japaner > Um die Begründung war es nicht verlegen: Flug- in Kriegsfall mit der ganzen amerikanischen Flotte Zeug-Mutterschiffe seien doch — Angriffswaf- r chnen. ifen!! Natürlich fragt man, ob Japan nicht, trotz der, England endlich hat einen noch bedeutenderen einp J ^scheinenden Unbeugfamteit, doch auf einen Bluff ostasiatischen Handel zu schützen als Amerika, es j a-sgeht, mit bem Ziel, sich die schließliche Nachgie-1 wuß aber auch auf die Deckung I n b i e n s be- ifÜ) haben, zumal als Bergmann nicht. Aber als Miobusverkehr, zuerst versuchsweise, bann infolge äiijfenöer Beteiligung unb halber Kostenübernahme brich bie Zeche, zur Dauereinrichtung würbe, schloß j h auch ber alte Fink nicht aus, um biefe Bequem- l ipeit desonbers für seine schwächeren Kameraben |l dt zu gesährben. Sich rechnete er nicht bazu, ob- s cn er von Gestalt klein unb hager war, unb e.^sowenig fühlte er sich alt, trotz feines ergrauten fiel ptes unb fast weißen Spitzbartes. 1 dir war ein Einsamer unb blieb es auch im -n Autobus, wie überhaupt bie Unterhaltung ....... v----- a______ ..... wi' renb der Fahrt sehr dünn unb spärlich sickerte., stützten bie Ellenbogen auf bie Knie unb beugten Messt würbe nur von Nachbar zu Nachbar ge- s:- ' M iBiimelt. Selten mischte sich ein Gegenübersitzenber e i. Es gab immer mehr Zuhörer als Sprecher. "i einer ber Schweigsamsten unter ben Wort- tr:.en blieb Fink. Seine Blicke waren gewohnt die Köpfe ber anbern hinweg in bie Lanb- iqt zu schweifen, als könnte er von ihrer Schönst' nicht genug mit hinunternehmen in bie Ge- röie ber Nacht. Als müßte er sie tief sich eim chgen wie ein Scheibenber bas Antlitz ber Heimat, n Vas er vielleicht zum letztenmal schaut. Eines Ilses hatte ein jüngerer Kamerab mit scherzhaftem In ihm in seine Versunkenheit hinein zugerufen: er immerzu träume? Ob er vielleicht schon in b» xinbere Woche schaue? Da war Fink, ohne bas , , .......... , jicteln auf einigen Gesichtern zu beachten, tobernst | nur erschrocken unb sahen jetzt erst zu ihrer Be- jiDrben: er habe ein so bebrücfenbes Gefühl, als hnen ein Unglück nahe sei. Unb eine Viertel- mroe später hatten sie auf bem Weg zum Förber- tcrl an einer Tragbahre oordeigemußt. Ein Mit- Wiiter aus einem Nachbarborf war beim Verba s russische Küstengebiet am Japa- ireitschaft ihres Volkes rechnen, sie kann auch für durchgehalten werden — . v . ._ , . .. „ _____ te gewisse Zeit rücksichtslos mit ihrer Währung 1 einer gewaltigen Deckung für Indien auszubauen.1 angriffe von dieser Seite her größere Sicherheit zu inipulieren, aber sie kommt damit nicht darüber :r* '”*** Q ** """" ® c ***:"5' — «weg, daß im Welthandel erst fünf japanische Ver- br iud)er so viel bedeuten, wie ein europäischer, flirin drückt sich unwiderleglich bie geringe vi.rtschaftliche Kraft Japans aus. M Dienstag, 20. November (934 Heue Grundlagen der deuischen Wehrmacht. Von Hermann ^oertsch, Major im I^eichswehrministerium. Wer die Pflicht hat, ausländische Pressestimmen zu verfolgen, glaubt sich manchmal in die 3eit vor । drei unb mehr Jahren zurückversetzt. Damals war । das politische Leben Deutschlands voller Krisen und kaum eine Zeitung schloß ihre Betrachtungen darüber ab ohne bie Frage: „Was macht bie Wehr- ' macht?" Die „Benblerstraße", — bie „Sphinx Reichswehr" war ein fester Begriff im Sprachgebrauch ber Leitartikler. Wer so fragte, kannte bie I Reichswehr nicht. Denn ihre Haltung war Iklar. Sie ftanb als ein fester Block im schwanken- | ben politischen Getriebe, allen Parteien unb allem : Tagesstreit fern, allen parlamentarischen Methoben gegenüber innerlich fremb, als staatliche Institution an bie gegebenen inneren Grunblagen wider Willen gebunben, aber in ihrem Streben unb Denken . hinausschauenb über eine zerrissene Gegenwart, | einen eigenen Staatsgebanken bilbenb, der sich nicht deckte mit dem, den die Weimarer Verfassung verkündete. So blieb sie, durch ihre eigene Zusammensetzung vor Volksfremdheit bewahrt, doch einsam im staatlichen Leben. Der Reichspräsident । als ihr oberster Befehlshaber unb ber Artikel i 4 8 der Verfassung, ber große innere Wider- ! spruch biefes politischen Grundgesetzes, war ihre einzige wirkliche Bindung an bas poltische Leben biefer Zeit. Wer das rätselhaft nannte, wer hierin Sphinxgestalt sah, vergaß, baß diese Wehrmacht nicht ein neues Staatsgebilbe war. übersah, baß eine tiefe Trabition festere (Brunblage war als der schwankende politische Boden der Nach- kriegsjahre. Dazu kam Versailles, jene hart bekämpfte, aber aus Machtgründen nicht zu erschütternde äußere Grundlage. Sie zwang die Reichswehr in starre Formen, aber der Schmerz dieser Fesseln ließ bas Bewußtsein nie verlieren, daß es erste Aufgabe des neuen Soldaten sein mußte, Erfahrungen unb Lehren zu retten und geistige unb sittliche Werte zu erhalten als Mittler für eine bessere Zeit. Auch heute rätselt man in den Spalten fremder Zeitungen wieder über die gleiche Sphinx. Bald stempelt man ben Führer zum listigen „Verführer ber Wehrmacht", halb sieht man im Reichswehrminister einen parteiisch gebunbenen „Gewaltherrscher", gegen ben bie Generale in regelmäßigen Abstänben opponieren, bald erstrebt bie „alte Militärkamarilla" mit ber „Junkerkaste" zusammen ben Sturz bes nationalsozialistischen Regiments. Sind es Wünsche unb Hoffnungen ewig frieblofer Geister und von Natur aus zersetzender Elemente? Oder ist es wirklich völlige Verkennung der neuen Grundlagen, aus denen die deutsche Wehrmacht feit eineinhalb Jahren ruht? „Revolutionen beseitigen nur Machtzustände, bie Evolution allein neränbert Sachzustänbe". Dies Wort bes Führers auf bem Nürnberger Parteitag trifft auch für bie Wehrmacht zu. Die nationalsozialistische Revolution brauchte auf dem Gebiet der deutschen Reichswehr einen Machtzustand nicht zu ändern. Aufbau und Geist waren gesund und keine andere Einrichtung des Zwischenreiches kann für sich ein Wort bes Führers in Anspruch nehmen rote das, daß es im Nachkriegsdeutschland nur zwei anerkennenswerte Leistungen gegeben habe, ben Aufbau der NSDAP, und den ber Wehrmacht. Aber Sachzustänbe sind auch auf bem Gebiet ber Wehrmacht geänbert. 1923/24 noch war bie Reichswehr bas Gewaltmittel zur Nieberhaltung kommunistischer Umtriebe, später immer roieber bie brohenbe Front gegen alle Zerstörer des Reiches, 1932 noch ber große Schatten nicht überraschen. Er überraschte ihn auch nicht, benn Fink war jeben Tag auf fein Kommen gerüstet. Als er eines Sonntag nach ber Kirche sich legen mußte unb halb einschlief, ba träumte er, er fahre roieber einmal aus ber Nachtschicht über Tag. Aber so leicht unb leis war er noch nie empor» geglitten. Er mußte bem Förbermaschinisten fein Kompliment machen. Da legte ihm ber Tob an ber Schwelle bie Hanb auf bie Schulter unb Fink lächelte. Ohne noch einmal einen Blick in bie Welt zu tun, entschlummerte er. Wiege und Volkslied. Die Wiege als erste unb sicherste Hut des neugeborenen Kinbes hat bie deutsche Häuslichkeit von ihren vorzeitlichen Anfängen an bis heute begleitet. Und bis heute sind die Wiegenlieder aus der Kindheit bis ins hohe Alter des einzelnen lebendig geblieben. Aber es sind nicht nur die eigentlichen Wiegenlieder, sondern auch die Poesie der alten deutschen Wiege klingt in vielen Volksliedern wieder auf. Das Volkslied ist ja unmittelbarer Ausdruck der Volksseele, ist Ausdruck des Gefühlslebens, ist aber auch lebendige Erinnerung und lebendige Sage. Wenn heute ber Weg zu ben alten Quellen völkischen Lebens roieber aufgespürt wirb, bann sinb Volkslieb unb ber altüberlieferte Hausrat roieber geehrt, sind erkannt in ihrer Bedeutung als Zeugen gesunder Tradition. Denn wie nichts Neues wird, das nicht anknüpft an die Werte ber Vergangenheit, so sehr sich auch bie Formen ändern mögen, so ist auch unsere Kunst nur dann fruchtbar, wenn sie bie Verbinbung zu ben überlieferten Werten ber alten Hauskunst nicht verliert. Das gilt sowohl für bie Dichtung, bie sich am Volkslied immer roieber orientieren kann, bie sich hier vor Blutleere schützen unb mit neuer Kraft füllen kann: bas gilt auch für bie bilbenbe Kunst, bie sich gerade heute wieder auf die einfachen und harmonischen Grundformen besinnt, die in unseren Häusern, unb namentlich im Bauernhaus, durch die Jahrhunderte erhalten und immer wieder neu geschaffen wurden. Schon in der bäuerlichen Frühzeit des Germanentums ist die Wiege im Bauernhaus bekannt, das althochdeutsche Wort „Waga", das „Kufe" beißt, zeigt auch, wie die alte Wiege aussah: sie ftanb auf zwei Kufen unb unterschieb sich beutlich von ben Kinberkörbchen, bie bereits im Altertum verwenbet mürben. Im Bauernhof hat sich naturgemäß bie alte Volkskunst stärker erhalten als in ber Stabt, wo kirchliche unb humanistische Einflüsse auch bas Jnnenbilb unserer Häuser grunblegenb oeränberten. Die Wiege aber, bie am Anfang bes menschlichen Lebens steht, unb bas Volkslied, das die Kinder schon beim spielerischen Gesang lernen, sind gleichsam zwei Urformen künstlerischer Gestaltung, ron denen immer neues Leben ausgeht. Chef der Kanzlei des Führers der NSDAP., die durch Verfügung des Führers und Reichskanzlers jetzt errichtet wurde, ist Reichsleiter Philipp B o u h l e r. Ihm sind die Parteiadjutantur und die Privatkanzlei Adolf Hitlers unterstellt. hinter der Absetzung einer volksfremden preußischen Regierung. Heute ist die Wehrmacht von so undankbarer Rolle frei. Sie ist aus dem innerpolitischen Kräftespiel herausgen o m m e n worden und kann sich wieder ihrer vornehmsten Aufgabe allein widmen, der Vorbereitung auf den Schutz der Grenzen. Für diese Aufgabe hat die nationalsozialistische Revolution der Wehrmacht neue Grundlagen geschaffen. Soldatisches Denken ist zum Grundsatz einer neuen Staatsführung erhoben; soldatisches, nicht militärisches! Führerprinzip, Leistungsgrundsatz, Volksgemeinschaft sind Grund- elemente soldatischen Denkens. Das deutsche Volk hat wieder wehrhaft denken gelernt, ohne Kriegslust, aber in festem Abwehrwillen. Damit ist der Wehrmacht eine neue ideelle Grundlage geschaffen. Durch den Eid auf den Führer in der persönlichen Form ist die seit dem Bestehen soldatischer Verpflichtung und Gefolgschaftstreue ideale Lösung wieder gewonnen, die keinen Gewissenszweifeln Vorschub gibt, wie sie der Eid auf eine Verfassung, die dehnbar und auslegungsfähig ist, mit sich bringt. Damit ist der Wehrmacht eine neue sittliche Grundlage geschaffen. Die im Mai 1934 erlassenen „Soldaten- pflichten" geben dem Soldaten Richtsätze für Beruf und Leben und damit seiner Arbeit eine neue moralische Grundlage durch die Feststellung: „Der Dienst in der Wehrmacht ist Ehrendienst am deutschen Volk". Sie stellen die Wehrmacht zugleich mitten in das Leben der Nation durch den Satz: „Die Wurzeln ihrer Kraft liegen in einer ruhmreichen Vergangenheit, in deutschem Volkstum, deutscher Erde und deutscher Arbeit". Vor allem aber ist eine wesentliche Veränderung der Grundlagen zu sehen in der vom Führer und Reichskanzler der Wehrmacht gegebenen Aufgabe, mit der Nationalsozialistischen Partei zusammen Träger des Staates zu sein und „letzte auf unabsehbare Zeit wirkende Sicherung des neuen Zustandes". Damit ist der Wehrmacht die sichere politische Grundlage geschaffen. Die Geschichte kennt manche Beispiele revoltierender Armeen. Die Gründe dafür lagen nicht immer nur in den Armeen selbst. Oft hat sich in solchen gewaltsamen Entladungen die Vernachtässi- gung der Truppen durch die regierenden Gewalten gerächt. Die deutsche Wehrmacht ist in ihrem inneren Gefüge gesund. Sie pflegt nationalen Geist und lebt in straffer Disziplin. Sie weiß aber auch, daß in der Geschichte des nationalsozialistischen Deutschlands niemals ein Blatt zu finden sein wird, auf dem zu lesen wäre, daß die Führung des Dritten Reiches der Wehrmacht genommen habe, was zu ihrem Leben und Gedeihen not ist. Die Stellung der Wehrmacht im neuen Staat gibt keinen Grund für Fragen und Zweifel. Zum Tage -er deutschen Hausmusik. Don Professor Or. Hans Joachim Moser, GOS. Die seit einigen Jahren bestehende Einrichtung eines besonderen Tages der deutschen Hausmusik, den man mit dem Fest der Musikheiligen Sancta Caecilia verbunden hat, ist auch diesmal wieder da und wird hoffentlich im Bündnis mit Rundfunk und allerlei konzerthaften Veranstaltungen immer mehr das ihr vorgesetzte Ziel erreichen. Dies Ziel ist, das deutsche Haus wieder singend und klingend zu machen, und zwar nicht bloß durch das Anstellen von Radio und allerlei Musikmaschinen, sondern durch das Selbermusizieren. Ginge man bloß vom äußerlichen Klangergebnis aus und wollte man dieses sozusagen nur mit Konzertkritikerohren beurteilen, so würde wohl in der Mehrzahl der Fälle der übermittelten Fachmusik ein höherer Preis zuzusprechen sein als der tonkünstlerischen Hausleistung von Laien. Aber darauf kommt es eben nicht an, sondern auf die seelischen Gewinne, die von dem einträchtigen und ernstlichen Gemeinschaftsbemühen der Hausmusikanten zu erwarten steht. Welche Innere Beglückung ereignet sich immer wieder und unfehlbar, wenn Eltern und Kinder gemeinsam ein mehrstimmiges Tischlied und Abendgebet zu singen verstehn und sich dazu innerlich und äußerlich zusammenfinden! Welche Freude, wenn da Geschwister und Freunde Kammermusik machen — und sei es bloß selbst ein schlichtes Violinduett und eine sauber und herzhaft gespielte Klaviersonate! Welche Bereicherung gar, wenn solche häusliche Musikpflege zum Streichquartett, zum Klaviertrio, zum Klavierquintett der Wiener Klassiker emporwäckst, wenn man die herrlichen Altmeister der Reformation mit Gesang, Blockflöten und alten Violen neu zum Klang zu erlösen versteht! Welch heitere Lust und echte Gesellschaftlichkeit erwächst aus dem Kanongesang! Und was alles kann man sich mit gutem vier- bändigem Klavierspiel ins stille Zimmer yereinbannen von den deutschen Tänzen Schuberts bis zu Bruckners himmlischen Sinfonien ... Freilich: sollen sich die Segenskräfte und die Beglückungsfähigkeit wahrer Hausmusik tatsächlich einstellen, so muß man über zweierlei Schwächen und Hemmungen hinauszugelangen wissen: über die Spießigkeit und über die Stümperei. Die Spießigkeit? Ja, seit den Biedermeierzeiten des sonst so hochverdienten Heinrich Wilhelm Riehl haftet an dem Begriff Hausmusik leicht ein gewisser, etwas muffiger Lavendelduft und Schnupftabaksgeruch. Hausmusik wäre dann eine künstliche, innerlich etwas unwahre Zurückschraubung des Gefühls auf Jean Paul und S p i tz w e g (was übrigens ja noch gar nicht so schlimm wäre!), vielmehr noch auf das Allerphilisterlichste der Postkutschen- und Schlagbaumzeit, hätte also mit uns selbst und unserem eigentlichen Fühlen so gut wie nichts mehr zu tun. Das darf nicht fein! Es gibt technisch und in der Ausdehnung durchaus bescheidene Musik auch großer Meister und bester Kleinmeister voll freien Atems und von wahrer, starker, gegenwartsnaher Haltung, die dem Hausmusikantenkreis ein tüchtiger Fachmusiker immer mit Freuden namhaft machen wird. Kirchner und V o l k m a n n, Götz und Cornelius wären die Feinen, Kleinen, von denen man zu Schuberts und Beethovens kleineren Werken, zu Geeignetem von Bach und Händel, Mozart, Schumann, Brahms und Hugo Wolf emporzuklettern sich bestreben mag. Und Stümperei? Ja, zwischen fadem Nichts- fönnen und atemberaubendem Alleskönnen der Virtuosen liegt ein weites, liegt das eigentliche Feld. Ohne Fleiß kein Preis, und ohne Liebe zur Sache kein Gelingen. Gewiß ist es nicht leicht, gerade heute bei so viel anderweitiger Inanspruchnahme die Jugend beim Privatunterricht und beim instrumentalen Heben zu erhalten, und die Klage der Eltern ist nur zu bekannt, für den Klavierunterricht und die Geigenstunde sei kein Geld da. Und doch —, wo ein Wille ist, findet sich meist auch ein Weg. Manch einer hat doch immer noch das Geld für diese und jene eigentlich nicht so brennende Anschaffung und läßt darüber eine Anlage feines Kindes unausgebildet, aus deren Entfaltung der junge Mensch dermaleinst eine Fülle von gesellschaftlichen Vorteilen und von Lebensbereicherung ziehen könnte. Da gilt es, selbst wenn es im Augenblick einmal lästig und schwierig aus- sehn sollte, auf weite Sicht für die künstlerische Ausbildung der anvertrauten jungen Menschen etwas zu wagen. Wie oft hört man spater vereinsamte und unfrohe Menschen, wenn andere fröhlich und mit bescheidener Kunstfertigkeit doch hübsch im Hause musizieren, grämlich sagen: „Ja, wenn mir meine Eltern solchen Unterricht gegönnt hätten oder wenn ich strenger beizeiten dazu angehalten worden wäre — bann könnte ich das jetzt auch und wäre froh und glücklich — versäumte Gelegenheit ..." Die andere Form von Stümperei aber ist jener Hochmut eines f ch I e cf) t e n Dilettantentums, sich ohne entfernt zureichendes Können an die hohen Mufikwerte zu wagen, weil man alles Vorherige auch schon in oberflächlichen Kostproben durcheilt hat. Da gilt es, erst einmal Ehrfurcht zu lernen... Wenn heute die allgemeine Sehnsucht wieder nach Beseelung und Verinnerlichung des deutschen Hauses und Familienlebens geht, so wird kaum ein zweites Gebiet so unerschöpflich reiche Möglichkeiten bieten, ihnen einen herz- erroärmenben und alle aneinanderbindenden Inhalt zu geben als gerade die Hausmusik. Opernkunst und Podiumskunst sind ganz gewiß entscheidend wichtig für den Fortbestand und die Weiterentwicklung der großen deutschen Tonkunst. Aber ihr bestes Publikum, ihr unentbehrliches Parterre von wahren Liebhabern und Sachkennern erhalten auch sie nur von den aktiven Hausmusikanten her. Also auch unter solchem Blickpunkt kann man nur herzlich rufen: „Alle Mann an die Pulte — fanget an!" Neues für den Büchertisch. — Cosima Waaner und Houston Stewart Chamberlain im Briefwechsel 1888 —19 0 8. Herausgegeben von Paul Pretzsch, Bayreuth. Mit zahlreichen Bildern und Briefwiedergaben. Preis: Geheftet RM. 9,00, in Ganzleinen RM. 12,00. Verlag Philipp Reclam, Leipzig. — (377)— Die Veröffentlichung des Briefwechsels zwischen Cosima Wagner und Houston S. Chamberlain umfaßt den Zeitraum von der ersten Bekanntschaft der beiden bis zur Hebersiedlung Chamberlains nach Bayreuth als Gatte der Tochter Cosima und Richard Wagners. Diese Jahre sind bezeichnet durch die rastlose schöpferische Tätigkeit Cosima Wagners um die Reinerhaltung und Förderung des Werkes von Bayreuth und durch die Entwicklung Chamberlains aus dem Naturwissenschaftler zum freien Schriftsteller und Denker. Gerade in diesem Zeitraum entstanden seine epochemachenden Werke: „Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts", „Kant" und viele andere. Aus den Schaffenskreisen der beiden strömt es unablässig in ihren Briefwechsel hinein, die Fülle ihrer Gedanken macht das Lesen ihrer Briefe zu einem anregenden Genuß. Zu spannenden Höhepunkten kommt es mehr als einmal, wenn beide sich im Widerstreit der Meinungen gegenübertreten. Die beherrschte, aber doch zäh kämpfende Art Cosima Wagners weiß die zuweilen vulkanisch anmutenden Ausbrüche ihres Briefpartners zu bändigen. So entsteht ein Buch von überreicher Fülle im Geistigen und Menschlichen. Das Reinpersönliche, Unumrounbene verleiht diesen Briefen einen unvergleichlichen Zauber. Gleichzeitig tritt das ganze Zeitalter in helle Beleuchtung, auf viele bedeutende Zeitgenossen aus Kunst, Philosophie, Musik, Politik fällt neues Licht. Das Werk, das mit vielen Bildern und Brieffaksimilis ausgestattet ist, gehört zu den wertvollsten - Briefsammlungen dir letzten Jahrzehnte. — Johannes Werner: Briefe eines baltischen Idealisten an seine Mutter. 1833/1875. Leipzig, Koehler & Amelang. In Gan- leinen 5,80 Mk. — (375) — Es sind Briefe eirvs Grenzlanddeutschen, des Dr. Georg von Schulz der, von Haus aus Mediziner und Poet ba^ später aus innerem Drange, gleichgültig ge^ äußere Ehren und Erfolge, ganz zum Schriftsteller und durch seine „Baltischen Skizzen" einer der bekanntesten Literaten des Baltikums wurde. Eindrucksvoll tritt aus diesen Briefen das Bild dieses Idealisten aus dem Rahmen einer von Liebe Scholle und Kinderglück erfüllten Familiengeschichte hervor. Frisch und lebendig wirken diese alten Briefe, weil ihr Verfasser durch seine Begabung, Bildung und weiten Reisen über seiner Zeit stand und weit über sie hinausschaute. So haben diese Briefe auch außer dem Bilde einer vergangenen Zeit, die sie lebendig vor Augen stellen, uns noch viel zu sagen, und mit gutem Recht nennt sie ihr Herausgeber ein würdiges Seitenflück zu den Brie, fen Wilhelm von Kügelgens. — Totengräber der Kultur. Ein Buä über den Materialismus. Von Professor Dr. Willi, Müller. 120 Seiten. 1933. Broschiert RM. 2,50. Verlag von Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar. — (291) — Der Verfasser ruft mit Nachdruck nach einer Rückkehr zur Kultur, nach einer Besinnung des deutschen Menschen zur Heberwindung der Unkultur und der materialistischen Denkweise. Hnnach. sichtlich werden die Schwächen der kulturhistorischen Entwicklung der letzten 150 Jahre ans Tageslicht gezogen, werden die sogenannten geistigen, wirtschaftlichen und sozialen Kulturwerte zerpflückt. <5d umfaßt das Buch neben einer Analyse der kulturellen, ökonomischen und sozialen Schöpfungen und einer tiefgreifenden, psychologischen Wertung der größten Denker, eine Synthese dessen, was als Folge ihrer Wirksamkeit der deutsche Geist überwinden muß. Er weist auf einen Weg, der zur Abstreifung des Materialismus führt und dem Geist und Gemüt wieder die Stelle einräumt, die ihnen durch eine entartete Philosophie, Naturwissenschaft und Technik geraubt wurde, eine Tat, die den Verfasser als einen Vorkämpfer für eine wahrhafte Kultur auf der Grundlage einer echten Volksgemeinschaft erweist. — „Das stählerne Geheimni s." Zukunftsroman von Hans Dominik. Geheftet 3,10 Mk., Ganzleinen 4,50 Mk. Verlag Scherl, Berlin SW 68. — (494) — Dominik hat den starken Erfolg feiner Zukunftsromane zum großen Teil einer glücklichen Verbindung von fruchtbarer Phantasie mit dem geschulten Blick des Ingenieurs für technische Möglichkeiten zu verdanken. Sein neuer Roman, der nicht in phantastischer Zeitenferne, sou. dern in naher Zukunft spielt, zeigt noch stärker als frühere Werke die Erfindernatur, die den Versasstr befähigt, aus bekannten Naturgesetzen Wirkunge-n abzuleiten, deren kühne Begründung uns zugleich überrascht und überzeugt. Hnd welche Spannung weiß Dominik in seiner Darstellung zu entwickeln. Wir erleben alle Vorbereitungen mit, aber welchem Zweck sie dienen, bleibt dem Leser zunächst so unklar, wie den Feinden des Hnternehmens im Roman, die sich vergeblich den Kopf zerbrechen und alle Mittel der Spionage spielen lassen. — Blodigs Alpenkalender 1935. 98 Blätter mit großen beschrifteten Bildern, darunter drei Vierfarben-Kunstblätter, Anstiegsblätter, geologische und meteorologische Beiblätter nebst interessantem Dreisrätselbild. Verlag des Blodiqschen Al- penkalenders Paul Müller, München N\V 8. Preis 2,90 RM. — (496) — Auch der neue Jahrgang macht wieder den Eindruck einer bemerkenswerten Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt in der Auswahl der Bilder, die alle Gebiete der Alpenlandscha it umfassen einschließlich Tier- und Pflanzenwelt, Oe- brauche, Baukunst u. a. mehr. Der Kalender wind Hochalpinisten wie Tnlwanderer, überhaupt jeden Naturfreund im gleichen Maße befriedigen. Ein: Preisrätsel lockt zum Raten, bei dem wertvoll«! Preise zur Verteilung gelangen. Neben Altmeister Blodig, der die Bilder anregend beschriftet, bearbeiten Mitarbeiter von Ruf vier Anstiegsblätter sowi.! meteorologische und geologische Eigentümlichkeiten der Alpenwelt. Oie CRegenfbibe. Von Joachim Lange. Wenn die Novemberwinde über das Bruch pfiffen und Tag um Tag rauschend der Herbstregen niederging, dann saßen wir zur Schummerzeit am liebsten oben in der Regenstube. Das war ein großes, niedriges Zimmer, in dem sonst nur Wäsche gelegt und geplättet wurde, das einzige übrigens auf dem Boden; mächtige Schränke standen darin, ein Tisch, so lang und breit wie eine Kammer, und alle Stühle aus der Wohnung, denen ein Bein, der Sitz oder gar die ganze Lehne fehlte. Wie alle Bodenräume lag dieses Zimmer gleich unter dem flachen Pappdach, das Haus und Stall, Fabrik und Schuppen bedeckte. Auf Pappdach aber, so häßlich es für das Auge ist, trommelt der Regen immer so schön. Ein Fenster nur erhellte schwach den weiten Raum. Ohne aufzuhören rann die Feuchtigkeit an den Scheiben hinab und hinter den seltsamen Gebilden, die sie formte, verschwommen Himmel und Ebene in Dunst und Nebel. Manchmal, wenn der Wind sich plötzlich stärker erhob und den nassen Schwall wirbelnd über das Haus hinwegtrug, setzte für ein paar atembeklemmende Sekunden das gleichmäßige Trommeln aus, heftiger rüttelte der Sturm am leichten Dach, gellender fuhr er um die Ecken der frei in Gärten und Feldern liegenden Gebäude. Aber nicht lange währte es und wieder trommelten unablässig auf das Dach die Tropfen. Was wir dort oben taten? Nichts; wir faßen nur so herum auf den ramponierten Stühlen, lauschten dem Regen und lernten das Gruseln. Fiel auch Der eine ober andere von den ganz Kleinen bisweilen in Schlummer unter der eintönigen Musik der Tropfen — wir Größeren wurden wacher und wacher, je dunkler es wurde, und unferee Kinderherzen taten ängstliche Schläge. Immer wieder schwuren wir uns, jeder sich ferner, kein einziges Mal mehr in die Regenstube zu gehen (und allein hätte es auch keiner gewagt), aber jeden Nachmittag trieb uns ein unbestimmtes Verlangen aufs neue hinauf in die unheimliche Dämmerung. Das blasse Licht im Fenster erlosch mehr und mefjr, weiter dehnte sich das Zimmer aus, drohender wuchsen die Schränke, tiefer und gefährlicher dunkelten die Ecken. Jemand räusperte sich plötzlich und wir schraken zusammen und horchten erschauernd in die trommelnde Stille. Dann begann wohl einer — alle .hatten schon darauf gewartet — von dem großen Brandstifter, Räuber und Mörder Stemickel zu erzählen, der einst das ganze Bruch mit Schrecken geschlagen hatte. Alles war uns deutlich gegenwärtig aus den Berichten unserer alten Emma, die dem unerkannten Verbrecher einmal ein Glas Milch gereicht hatte, und eine Viertelstunde später kam der Gendarm angeprescht —: die mond- und sternenlose Nackt, ein brennendes Gehöft irgendwo in der Landschaft, raschelndes Schilfdickicht am Strom, Polizei mit entsichertem Gewehr hinter Weiden und Heuschobern, leise Rufe und Pfiffe, die erhobenen Forken und Spaten in den Fäusten der ergrimmten Bauern als man das Untier abführte ... Und, während nun einer den andern übertrumpfte mit schaudernd vorgebrachten Einzelheiten, immer denselben, trommelten die Tropfen rascher auf das Dach, heute der Wind gespenstischer, prasselte es dumpfer gegen die klirrenden Scheiben. Draußen lagen die einsamen Höfe und Loose, wir selbst waren allein im rauschenden Regen und auf der Welt jedem Räuber ausgeliefert und jeder Untat. War es ganz dunkel geworden, rief man uns endlich zum Kaffee. Nun war noch der finstere Flur zu überwinden, wo hinter jeder Bodentür, hinter ledern Mauervorsprung ein Stemickel mit blitzendem Messer lauerte, nun die schwarze knackende Treppe — bann empfing uns bie tröstliche Helle des Wohnzimmers und nie, nie wieder würden wir in die Regenstube, hinaufgehen. „Herr Kobin geht auf Abenteuer " Nack längerer Pause wieder mal ein richtiger, interessanter, sehr spannender Kriminalfilm; so was kann bie Ufa, keine Frage. Die Vorlage bildete ein Roman von Hanns Marschall, ber auch zusammen mit Dr. Max Wa11ner bas Drehbuch schieb. Das Interesse bes Beschauers, bas bis zuletzt unoerminbert anhält, wird übrigens baburch nicht beeinträchtigt, bah man währenb ber Ereignisse mehrfach Fragen stellen unb gewichtige Einwände vorbringen möchte. Darauf kommt es nicht so sehr an, weil es sich hier immerhin um ein Phantasieprobukt hanbelt, um einen Roman, nicht um eine Reportage; unb weil bie treibenbe Idee psychologisch geschickt angelegt ist: Herr Kobin ist ein Bankbeamter, ben eines Tages, ba ihm eine Erbschaft in ben Schoß gefallen ist, die wilde Sehnsucht ergreift, das enge unb abgezirkelte Einerlei seines täglichen Lebens von sich abzutun und auf Abenteuer auszuaehen, auf die Jagd nach dem Unerwarteten, dem Neuen, dem großen Erlebnis. Dieser nüchterne Beamte entpuppt sich als ein Romantiker in dieser Zeit, und man muß sich freilich weniger über feinen jäh erwachten kriminalistischen Ehrgeiz wundern als darüber, wie gerade er mit dem Abenteuer fertig wirb, das sich schneller einstellt, als er selbst erwartet hat. Aoer man barf ben Männern, die beim Baden Papierschiffchen in ber Wanne schwimmen lassen, nicht über ben Weg trauen: sie machen lauter Dummheiten im praktischen Leben und in der rauhen Wirklichkeit. Ein sehr dankbares Motiv, für den Film wie für den Roman gleichermaßen brauchbar, obwohl nicht völlig neu, ist ferner die Vertauschung der Pässe, ber Namen unb Personen. Mit mehr als solchen flüchtigen Anbeutungen auf ben Tatbestanb einstigeren, wäre unzart. Hans Deppe führt Regie: geschickt unb einfallsreich; unb bie schöne unb alte Stabt Prag gibt bem Abenteuer einen ebenso stilvollen wie malerischen Rahmen. Speelmans ist Herr Kobin; man sah ltzn oft in solcher Umgebung, aber hier hat seine Rolle boch eine befonbere Note, bie wir noch nicht kannten; erst zuallerletzt, wenn er mit brei Männern auf einmal im Dunkeln boxt, ist er wieder ganz ber Alte. Sehr gut Odemar als Kommissar: voll überlegener Ruhe unb von trockenem Humor. Steinbeck hat sich in ähnlichen Aufgaben oft bewährt. Maria Mei-ßner, eine elegante unb gescheite blonbe Dame. Dorit Kreysler, eine neue Entbeckung ber Ufa; Zeblitz, Schott, Dienert unb Lotte W e r k m e i st e r in kleinen Aufgaben sehr tüchtig. — Der Film läuft feit gestern im Lichtspielhaus; es lohnt sich: zwei Stunben vergehen im Hanbumbrehen. Japanisches Kinderleben. Nicht umsonst hat man Japan bas „Paradies ber Kinber genannt, benn wohl in keinem anberen Canbe gewährt man den Kinbern so viel Freiheit zu fröhlichem Treiben unb Spielen wie im Reich ber Mitte. Besonbers in ben Stäbten im inneren Japan, wo bie Aufnahme westlicher Sitten bie Lebensgewohnheiten bes Volkes noch nicht so stark beeinflußt hat, erhält bas Straßenbilb burch bas Spiel ber Kinber eine befonbere Note. Knaben lassen in fröhlichem Wettkampf ihre Drachen steigen; kleine Mädchen Hüpfen unb springen mit ben bunten Puppen auf dem Rücken, unb ihre zartfarbenen Kimonos flattern luftig im Wind. Auch aus ben Gärten, zwischen Chrysanthemen unb Kirschbäumen, erschallen ben ganzen Tag über Helle Äinberftimmen. Das Lieblingsspiel ber Knaben ist bas „Fahnenspiel", bei bem zwei Parteien gebilbet werben, bie eine mit weißen, die anbere mit roten Flaggen. Aus ein gegebenes Zeichen hin beginnt bas Spiel, wie in einer Schlacht prallen beibe Parteien gegen- einander; ein jeder versucht, bem Feinbe Flaggen zu entroinben, und die Partei, bie schließlich bie meisten Fahnen erobert hat, wirb feierlich zum Sieger erklärt. Bei der Unterhaltung der Kinder im Haus nimmt bas Erzählen ber alten Sage» unb ber Märchen von wohltätigen Feen unb böse« Dämonen, die über bas Leben unb Glück brr Menschen Gewalt haben, einen großen Raum ein Dann versucht sich ber kinbliche Geist an Rätseln; aus kleinen Bauklötzen entstehen schlanke Pagoden unb Helles Kinberlachen schallt durchs ganze HaM Die Kinder sind nicht wie die europäische JugeiO an ein Zimmer gebunden, die leichten Bambu-' wände, bie die Gemächer bes japanischen Hauses abteilen, sind verschiebbar und in kurzer Zeit fann ein kleines Zimmer zu einem großen Spielsaal erweitert werden. Japan ist bas Lanb der Feste.; die Kinder gehen dabei nicht leer aus. So wirft alljährlich ein großes Puppenfest gefeiert, bas nid« weniger als fieben Tage bauert. Schon lange vorher bereitet bie kleine Japanerin sich auf dies Ereignis vor, ihre Puppen werben neu gekleidet bisweilen auch verkleibet, jedes Mäbchen veranstalte« eine eigene kleine Puppenausstellung, in ber sie ihr« Schätze zur Bewunberunq bereitstellt, bie kleinem hölzernen Bäuerinnen, Tänzerinnen unb Geishas,, die Samuraipuppen, bie eine phantastische alte! Rüstung unb ein Schwert tragen. Dann kommen die Freundinnen, um die Herrlichkeiten zu bc munbern, bie kleine Gastgeberin legt stolz ihren schönsten Kimono an, bie Lippen werben besonders sorglich gepinselt, und bie schönsten Silberspanaen funkeln im Haar. Aber auch bie Jungen HM einen Ehrentag, bas große „Fest ber Knaben". W Eltern, bie einen Sohn ihr eigen nennen, befestig? an ihrem Hause Drachen, bie fröhlich in ber schweben. Jeder Drachen bedeutet einen Knad5 unb bie Größe ist genau nach dem Alter bes Kindes ab gestuft. Sie haben die Form von Karpfen, benn ber Karpfen gilt als ein tapferer, kühner Fisch, der sogar gegen ben Strom schwimmt. Dieses Symbol kann als Wahrzeichen ber japanischen Knabem erziehung gelten. Währenb bie kleinen Mädchen kunstvolle Tänze erlernen, bie seltsam geformte japanische Laute schlagen unb in der Kunst des Blumenbindens eine Meisterschaft zeigen, die neid' volle Bewunderung abnötigt, lernen die Knaben den Tuschpinsel führen. Hochscbulnacbrichten. Professor Dr. Walter Schmibt-Rimpler,. Ordinarius für Deutsches, Bürgerliches unb Han" belsrecht an ber Unioerfität Breslau hat dem an ihn ergangenen Ruf an die Handelshochschule- Berlin abgelehnt. Dr. Albert W. Schmidt, Prioatdozent an ber Technischen Hochschule Breslau, hat einen Rus auf das Ordinariat für Chemische Technologie an der Technischen Hochschule in München erhalte». ?.u !>°d-n «J 11 “ns n» nnt |ie “ d-n $6 i\Vilne5$ '■8« r ®t. ÜÜil i 5t®. 2ä Meinl *Wutf HO; ' ^esinnuH ^9 der !]• Unnai- ^historisch, ’. Tageslit- t'Sen. mir pflückt. L ° der kult, ^•ingcn „e Ortung dr V was ch Teist übei1 e9, der zu >d dem Qrr lt- die if)n0 'rwissenschai )ie den 3J>| J wahrhai jo**sgeniein ni-/ ju k- Tehrlx rlag 6d)i.l t den itQrf.it großen LS barer genieurs 'm Sein nenn! enferne, |o»i h härter oft i ien Wtt • Üßirfc'7.. uns Mü; 1 k/MMtz i tn.'oMxv w weichem Hst \o UH1 imens in rechen ur_: 1935. S n, bann*, 'älter, ge: bst inten ?fh® i ^ai)rgor, rteiW!' r ffumat.1 n/anbfdjah weit, ®t' über wirb M |tben ffip. Tin m «M n WM stet, W blätter |o® itümtid)te't die Wy alten 6* en und dr d Tlulk! 19taum i an M rite N ganze h- iischeIff en Bairischen M ier Zeii.ir en Spf ib der ü! ns. So f ert, das r m lang; f ich ®L neu gekl “ n veransie n der $ die >>'. und ito#J ann eiten 3U t stolz t )en W Silbers ungen )• Knaben. W* i «r inen »• aWV in*; ner E iesesK ien ir Ist die Technik unser Schicksal? Don Josef Magnus Wehner. Um recht in die Mitte des technischen Gedankenfeldes zu kommen, müssen wir von der Erscheinung des Krieges ausgehen. Soweit er vom Volk geführt wurde, von den Blutsbruderschaften der Kameraden in und hinter der Front, war er wirklich. Er war so lebendig, daß seine innere Bewegung noch über sein zeitliches Ende hinaus anhielt; lange nach Friedensschluß kämpften im Baltikum, in Oberschlesien und an der Ruhr die soldatischen Körper des Selbst-, Heirnat- und Grenzschutzes in den vielen sogenannten ille- aalen Verbänden. Das alles waren wirkliche Kämpfe, von einem politischen Instinkt geführt, der Freund und Feind voneinander zu unterscheiden wußte. Aber gleich am Anfang des Krieges drängten sich auch schon die Mächte des Unwirklichen in den furchtbaren Ernst der soldatischen Wirklichkeit. Sie verkappten sich in verschiedenen Masken, diese Mächte. Der Franzose und mit ihm die Welt kämpften „f ü r die Menschlichkeit", wir kämpften gegen einen Druck, den wir Soldaten in der glänzenden Sicherheit des Reiches noch gar nicht gespürt hatten. Wir hatten als völlig unpolitische und nicht im geringsten belehrte oder gar verhetzte Menschen nur den dumpfen Willen, eine Kette zu sprengen, deren Glieder wir noch gar nicht erkannt hatten. Erst im Verlauf des Krieges wurden wir uns über unsere zahlreichen Feinde klar. Auf alle Kriegsschau. Plätze der Welt geworfen, lernten wir nicht nur unseren augenblicklichen Gegner blutig kennen, wir stießen auch überall auf Orte, wo Heere unseres alten Reiches gekämpft hatten: Verdun und Damaskus, Drbenefanb und Kaukasus durchdrangen uns wieder mit ihrem Mythos, wie sie einst die Ritter und Landsknechte des Mittelalters durchdrungen hatten. Aber war uns diese Wiederberührung immer ein lebendiges Ereignis? Nein, denn wir hatten ja den Reichsmythos längst aufgegeben zugunsten eines Staates, der sich nur auf seine politischen Funktionen beschränkte und für die innerliche Kultur im uraltheiligen Sinne des Weltbaues und der geistigen Bebauung bet ikrbe keinen Sinn hatte. So wurden uns auch unsere Züge nach Palästina, nach Bagdad, Gallipoli und den Polen der jetzigen Welt eher zu einem Abenteuer als zu einer schicksalsmäßigen und mythischen Wiedervereinigung. Wir Deutschen aber müssen uns nicht nur mit dem Verstand, sondern vor allen Dingen mit der Seele in irgendeinem Befund heimisch fühlen, soll uns dieser Befund zur Wirklichkeit werden. Die Unklarheit der Kriegsziele jedenfalls bewirkte damals eine erschreckende Gespaltenheit der Pläne unserer obersten Leitung. Das Gefühl der Gespaltenheit wurde noch verstärkt durch den Auseinanderbruch der militärischen und politischen Führung. Clausewitz sagt: „Gehört der Krieg der Politik an, so wird er ihren Charakter annehmen. Sobald sie großartiger und mächtiger wird, so wird es auch der Krieg, und das kann bis zu der Höhe steigen, wo der Krieg zu feiner absoluten Gestalt gelangt." Wir haben die absolute Gestalt des Krieges zuweilen bei Verdun erlebt, aber wir hatten zugleich das grauenvolle unheimliche Gefühl, daß er nicht mehr im Lebens- raume der Politik und damit nicht mehr im Lebens- raume unseres eigenen Volkes spielte. Wir hörten von Friedensentschließungen der politischen Führung, wir fühlten, wie man in der Heimat das politische Grundgesetz der Unterscheidung von Freund und Feind mit Fußen trat und uns Soldaten dadurch aus dem Reiche hinausstieß, irgendwohin ins Niemandsland, als verzweifelte Vorposten eines imaginären Hinterlandes. Weil Politik und Kriegführung auseinanderbrachen, gewannen die Mächte des Unwirklichen Macht über unsere Seele. Die Bürokratie, der Stab, die Etappe vergrößerten sich und ihre Vorschriften und ihre Lebensführung überwucherten und verdarben schließlich die schlichten, todnahen und männlichen Gesetze des militärischen Handelns. Auch die Bürokratie, gleichsam als ein Stilleben des unnützen Intellekts, gehört den unwirklichen Mächten an. In solchen Augenblicken begannen die Materialschlachten. Die Kriegsmaschinerie der Technik wurde zur Gebieterin über Leben und Tod. Die Maschine trat aus der dienenden Rolle, die ihr das Gesetz der Wirklichkeit vorschreibt, heraus und wurde selbstherrlich. Sie verbrüderte sich mit den Mächten der Unwirklichkeit, zu denen sie ihrer Natur nach gebärt, und trieb die Verfinsterung im Herzen des Soldaten vorwärts. Bei Verdun umstand sie brüllend in undurchdringlichem Halbkreis den Kessel, in Aus Natur und Technik. dem Freund und Feind wehrlos und ziellos feuerten. Keine Front war mehr erkennbar. Deutsche, Franzosen, Neger waren ineinander geschlungen, niemano wußte oft mehr, von welcher Seite das Geschoß kam, das ihn zerschmetterte. Ein Gesetz wurde sichtbar: Die Maschine und mit ihr die Technik werden unwirklich, sobald sie das menschliche Maß überschreiten. Alle Wirklichkeit liegt im Maß, der Kern des Lebens in der Mitte. Die Maschine entstammt nicht dem Reiche des Dämonischen, sondern dem Reiche des Unwirklich- Toten. Ihre Arbeit besteht in der Umgruppierung toten Materials, insofern ist sie mit Den Todesmächten verwandt. Sobald ihre Konstruktion unübersichtlich, also kompliziert, oder wie man zu sagen pflegt, gigantisch wird, wird sie unwirklich. Freilich wirb sie immer ein Frembkörper im menschlichen Leben bleiben, edeckso wie eine silberne Rippe ober eine silberne Schäbelplatte von vernünftigen Menschen nicht als organischer Bestandteil des menschlichen Körpers empfunden werden kann. Aber unwirklich wird sie erst, wenn sie das Maß überschreitet, wenn sie Menschen in Scharen brotlos macht, ober bas Antlitz bcr Erbe weithin ver- häßlicht und verwüstet. Ich glaube, daß sich der Rhythmus der Erde und des Blutes niemals dem Takt der Explvsivnsmvtore anpassen wird, niemals der gleitende, trinkende Blick des Auges dem raffenden, vernebelnden Tempo und der bildzerstörenden Hast des Autos, niemals der von langsamer Geschichte und meerhaft wogender Landschaft gebaute Mensch einer abstrakten Flugzeuglandschaft aus 6000 Meter Höhe. Hier von Anpassung zu reden, ist Frevel, denn dem Menschen ist ein Maß gesetzt. Niemals wird die Technik den Grad des Lebens erreichen, den das Schöpferische innehat. Ihr Kern ist der Ersatz der gewachsenen Welt, sie gehört zu den Urformen des Krieges. Die Kriegslandschast wäre etwa zu vergleichen mit einer Landschaft auf unserem toten Gestirne, dem Mond, die Industrielandschaft mit einem Gelände aus irgendeiner Utopie. Beide aber sind der Wirklichkeit beraubt, sie gehören nicht mehr dem Reiche des Lebens, des Geistes an, sie haben den Schein bannender Unwirklichkeit, den wir vom Antlitz des Todes her kennen, und dieser Schein teilt sich auch den Menschen mit, die in ihrem Bereiche leben müssen. Unwirklichkeit verwandelt auch die Menschen zu unwirklichen Wesen. Es sei wiederholt: Die Wirklichkeit der Technik liegt in ihrem Maße. Dieses Maß ist dem Menschen nicht sichtbar gegeben wie ein Metermaß, es ruht aber in seiner Ahnung, seinem lebendigen Gewissen. Eine Menschheit, die dieses Maß nicht mehr hat, ist unrettbar dem Tode geweiht. Wir Deutschen aber sind keine Qsjrplofioniften und Mechaniker des Weltuntergangs. Wir sind das ordnende Volk; wir müssen für die Welt, damit sie nicht untergehe, das Maß und seine Gesetze wiederfinden und einprägsam formen. Das ist eine von den Forderungen deutscher Wirklichkeit, die der G e i st der Natur, der wir von Urbeginn an verpflichtet sind, selber an uns stellt. Der gequälte Fernsprecher. Dauerprüfung von Hörern, Zedern, Schnüren und Wählern. Von Dipl -Fng. A. Lion, Berlin. Wer hätte noch nicht verärgert seinen Telephon- Hörer auf die Gabel des Fernsprechers gehauen! Und wäre höchst erstaunt gewesen, wenn der Hörer, infolge dieser rauhen Behandlung, Schaden genommen hätte. Der Telephonhörer muß es eben aushalten können, gelegentlich auch als Blitzableiter für Zorn-Ausbrüche zu dienen, ja, er wird sogar.daraufhin geprüft, ob er dieser Aufgabe gewachsen ist. Im Dauerver s u chsraum für Fernsprechanlagen bei Siemens & Halske kann man eine Reihe am Griff befestigter Fernsprechhörer sehen, die mit Hilfe einer sinnreichen Einrichtung ununterbrochen auf die Gabeln darunter stehender Fernsprecher — sagen wir einmal — unsanft gelegt werden. Leise geht das nicht zu. Ueberhaupt, in diesem Raum herrscht ein Höllenlärm. Denn hier werden sämtliche Teile des Fernsprecherbaus, vom Tischapparat bis zum selbsttätigen Anschlußamt, auf Betriebssicherheit und Widerstandsfähigkeit gegen rauhe Beanspruchungen geprüft. An großen Gestellen sind hier, unter- und nebeneinander angeordnet, die verschiedenen Geräte und Einzelteile, und an ihnen und mit ihnen werden, mit Hilfe kleiner Motoren, ununterbrochen bestimmte Bewegungen ausgeführt, wie sie im praktischen Betrieb vorkommen. Hier werden Betriebserfahrungen als Grundlage für die Weiterentwicklung der Fernsprechtechnik gesammelt, während gleichzeitig der normalen Fabrikation entnommene Teile immer wieder durchgeprüft werden. Jeder Fernsprecher, jeder Drehwahler im automatischen Fernsprechamt muß jahrelang einwandfrei arbeiten. Aber jahrelang kann man nicht jeden Teil in diesem Raum lassen; das braucht man auch nicht, man „konzentriert" die Betriebszeit. In ein oder zwei Monaten wird der Wähler ober das Relais ebenso vielen Schaltvor- gängen unterworfen wie im gewöhnlichen Amtsbetrieb in zehn Jahren. Täglich wird der Apparateteil durch den geschulten Prüfer untersucht, und der geringste Fehler festgestellt. Alle 2x/a Jahre, d. h. also hier etwa jede Woche, wird ein Zwischenbericht über den Zustand des Teilchens gemacht. Hier sieht man, wie an mächtigen Wähler-Gestellen zahlreiche Heb-Drehwähler ununterbrochen betriebsmäßige Schaltvorgänge ausführen, rasselnd in die Höhe klettern, blitzschnelle Drehbewegungen über ein Dutzend Kontakte ausführen und, plötzlich fallend und zurückdrehend, wieder in die Ausgangsstellung zurückgehen. Kontaktfedern, Hub - und Drehsedern, und viele andere Teile des selbsttätigen Anschlußamtes werden untersucht, und alle Teile müssen wenig st ens die doppelte Gebrauchsdauer gegenüber der normaler- weise verlangten aufweisen. Das bedeutet, daß sie meist millionenmal bewegt werden, ehe die Quälerei beendet ist, und daß die sorgfältige Untersuchung den Beweis erbringen muß, daß sie bann noch gebrauchsfähig sind. Und ein solcher Dauerversuch bedeutet noch eine besonders verschärfte Beanspruchung, weil das Material ja, anders als im praktischen Betrieb, ununterbrochen beansprucht wird und keine Minute Zeit hat, sich „auszuruhen". Nicht nur den Hörer werfen mir täglich mehr ober weniger sanft auf die Gabel, sondern auch die Wählscheibe müssen mir beim Selbstanschluß- Betrieb vor jedem Telephon-Gespräch mehrere Male drehen, und ihre Lebensdauer ist also mehr ober weniger abhängig vom Temperament des Benutzers. Hier im Daueroersuchsraum sehen wir Wählscheiben, die sonst mit dem Finger bedient werben, wie sie ständig automatisch aufgezogen werben und wieder ablaufen. An anderer Stelle wird bas Mikrophon, also der besprochene Teil des Fernsprechers, recht unsanft behandelt: in einem Rahmen ist eine Reihe von ihnen nebeneinander angeordnet und unter Strom gesetzt. Sie werben gekippt, geschüttelt und gleichzeitig „angeheult", und sie müssen ihre Betriebsgüte fünf Jahre behalten, wenn man täglich 30 Gespräche von je zwei Minuten Dauer annimmt. An anderer Stelle werden die Kohlekammern und die Kohlefüllung dieser Mikrophone hochnotpeinlich geprüft; der Kohlegries fällt von der Boden-Kontakt-Fläche ab und kleine Verbrennungserscheinungen treten auf, ohne baß die Brauchbarkeit darunter wesentlich leiden darf. Hier erstreckt sich der Dauerversuch gar über zwanzig Betriebsjahre, konzentriert natürlich auf wenige Wochen. Wo anders werden die Fernsprechschnüre auf Widerstandsfähigkeit gegen Biegen und Knicken geprüft, und kurz gefaßte Stöpselschnüre von Telephonzentralen werben vor ihrer Befeftigungsstelle hin- und herdewegt; eine geknotete Anschluß-Schnur wirb ununterbrochen gelockert und angezogen. Kurz, alle nur irgendwie vorkommenben Banspruchungen werben nachgeahmt und untersucht, und Werkstoffe und Ausführungen, die dieser Folter nicht gewachsen sind, werben verworfen. Hier gibt es auch eine Sammlung von Veteranen bcr Fernsprechtechnik. Da ist ein Drehwähler, ein wichtiger Teil eines selbsttätigen Fernsprechamts, bcr bereits 45 Millionen B e - iweg ungen hinter sich hat und noch immer zu gebrauchen wäre. Diese Niesenzahl von Bewegungen 1 entspricht 500 Betriebsjahren, und ohne Prophet zu fein, darf man wohl voraussagen, daß nach 500 Jahren auch bas höchstentwickelte automatische Fernsprechamt längst veraltet ist und höchstens noch seinen Platz im Deutschen Museum haben ' wird. Ader es ist immerhin recht anschaulich, zu sehen, baß dieser weit über praktische Bedürfnisse hinaus beanspruchte Teil der Fernsprechtechnik kaum anders aussieht als sein soeben aus der Fabrikation kommender Kollege. Neben ihm liegen in diesem „Museum" Wählscheiben, die e r ft nach 300 Betriebsjahren einen kleinen Fehler aufgewiesen haben. Andere Teile sind 50, 30, 15 Jahre „alt" und höchstens um Bruchteile eines Millimeters abgeschliffcn, vielleicht nur infolge der Schmirgelwirkung des Staubes. Von allen Teilen jedenfalls, die hier geprüft werden, wird eine weit höhere Lebensdauer verlangt, als sie die Praxis ober die fortschreitende Technik erforderlich macht. Das ist notwendig bei Erzeugnissen, die Weltruf haben, und die in alle Welt hinausgehen, wie die Erzeugnisse der deutschen Fernsprechtechnik. Sie gehen aber auch in Teile der Welt hinaus, in denen ein ganz anderes Klima herrscht als bei uns. Das feucht - heiße Klima mancher Tropen-Geaenben ist Gift für- zahlreiche Werkstoffe ober Ausführungsarten von Geräten. Metalle, die in unseren Breiten jahrzehntelang unverändert bleiben, werden dort an der Oberfläche zersetzt. Und Sperrholz, das im Apparatebau vielfach verwandt wirb, zerfließt dort buchstäblich durch die Zusammenwirkung von Hitze, Feuchtigkeit und Abkühlung, die viele Äpparateteile einfach verformen, und das ganze Gerät unbrauchbar machen. Um zu erfahren, welche Werkstoffe und Bauarten für die Tropen ungeeignet sind, dazu bient im Keller des Wernerwerks von Siemens 6c Halske ein besonderer Tropenraum, dessen „Klima" schlimmer ist als das der schrecklichsten Tropenhölle. Man tritt nicht sofort vom Laboratorium aus in den Tropenraum, sondern kommt zunächst in eine Schle use n Ea m m e r, in der alle zu untersuchenden Teile erst einige Stunden ober Tage belassen werben, damit sie die hohe Temperatur annehmen und beim Einbringen in die feucht-heiße Holle des Tropenraumes nicht beschlagen. In der Schleusenkammer herrscht eine Temperatur von 42 Grad. Aber die Luft ist trocken, und wenn man aus dem Tropenraum, in dem „nur" 40 Grad herrschen, aber gleichzeitig eine Feuchtigkeit von 97 v. H., wenn man aus diesem Treibhaus in die doch sogar noch wärmere Schleusenkammer zurückkommt, bann hat man tatsächlich bas Gefühl ber Kühle, so stark ist der Einfluß ber Feuchtigkeit auf den Men- schen, — aber auch auf Die Erzeugnisse ber menschlichen Technik. Der Tropenraum ist gegen Wärmeverluste vollkommen isoliert. Seine lüft- und wasserdicht präparierten Wände haben keinen Anstrich. Die Decke Ist dampfbeheizt, so daß sich kein Tropfwasser bilden kann. Der Raum wird elektrisch auf 40 Grab geheizt, und die hohe Luft-Feuchtigkeit von 97 v. H. wird durch eine Heißwasser-Rieselanlage aufrecht erhalten. Die ganze Heiz- und Befeuchtungs-Anlage wird von außen bedient, überwacht und geregelt. Tritt man in diesen Raum ein, dann ist man schon nach einer halben Minute vollkommen durchnäßt, weniger infolge des Schweißausbruches als wegen des Niederschlages von Feuchtigkeit auf Haut und Kleidung. Jeden Abend wird die Abkühlungder tropischen Nacht nachgeahmt, die Temperatur sinkt langsam, wenn auch nur auf 35 Grad, und diese Zeit der Abkühlung ist die gefährlichste für das in diesem Raum geprüfte Material; denn schon bei 37 Grad ist der Raum infolge der Abkühlung voll- kommen mit Feuchtigkeit gesättigt, und bis in die feinsten Poren und Zwischenräume der Apparate schlägt sich der Tau nieder. Bevor am anderen Mor- gen der Raum wieder aufgeheizt wird, werden die erforderlichen Messungen und Untersuchungen an den, der tropischen Nacht ausgesetzt gewesenen Geräten vorgenommen. Zahlreiche elektrische Leitungen führte man in den Tropenraum, um ständig Messungen aller Art vornehmen zu können, sogar eine vollst ä n d i g e Fernsprech-Selbstanschluß- Zentrale ist hier untergebracht, so daß mit Hilfe von außen stehenden Fernsprechgeräten stets geprüft werden kann, ob die Zentrale noch betriebsfähig ist. Zwei Stunden etwa arbeiten täglich bie Prüfer in dieser Hölle, aus der ber Besucher schon nach wenigen Minuten erschöpft und vollkommen durchnäßt wieder herauskommt. Selbst im ungünstigsten Tropenklima dürfte es nur halb so schlimm sein wie in diesem Raum; durch Vergleiche hat man festgestellt, daß ein halbes Jahr Tröpenraum-Aufenthalt etwa einem Jahr auf Celebes entspricht. Hier also findet die Prüfung auf Tropenfestigkeit für Materialien und Apparate der Fernsprechtechnik statt. Hier sieht man, wie Holz in wenigen Tagen z e r st ö r t ist, wie manche Oberflächen- Behandlung und Schutzbleche für Material, manche Isolier-Lacke für die feuchten Tropen ungeeignet sind. Technische Rundschau. Die Kamera mutz gepflegt werden. Auch in weniger anstrengenden Zeiten sollte die Kamera gepflegt werden. Alle vier Wochen einmal nimmt man eine Entstaubung vor. Jedesmal wenn man den Apparat öffnet, um eine Aufnahme auf der Straße, auf einem freien Platz zu machen, bringt eine winzige Menge Staub in die Einzelteile der Laufbodenführung ein, auf die Balgen- fugen und in das Innere des Balges. Die Folge ist: der Apparat funktioniert nicht mehr ganz reibungslos. Ist auch in das Innere Staub einge- brungen, bann fetzt er sich in feinen Punkten auf bie Schicht unb erscheint als bunkle Flecken auf bem Bilde. Bei den Außenteilen der Kamera nimmt man am besten einen weichen Staubpinsel zu Hilfe unb bläst bazu ben Staub herunter. Für bie Entstaubung des Kamerabalges ist nichts besser geeignet als der Staubsauger. Aber auch hier leistet ein feiner Haarpinsel gute Dienste. Nicht immer kann man die Kamera vor dem Regen schützen. Um zu verhüten, daß die Metallteile zu rosten anfangen, reibe man sie nach dem 'Naßwerden mit einem Läppchen ab, bas man mit •einer Spur von Vaseline eingefettet hat. Vielleicht ist es sogar besser, für jeben Fall bie Metallteile i mit einer hauchbünnen Schutzschicht zu versehen, ba | Ja in ben fommenben Wochen immer mit schlechtem 'Wetter gerechnet werden muß. Bei einem Aufenthalt an ber See kommen fast jftets Sanbkörnchen in bie Kamera und gelangen Isogar sehr schnell durch die Deffnungen des 23er- jschlußmechanismus zu den Derschlußlamellen. Aus ibieje Weise verhindern sie, daß man die Kamera vollständig schließen kann, und ermöglichen ein -Eindringen des Lichtes. Man erkennt die Fehler quelle an den halbmondförmigen weißen Flecken, foie genau in der Bildmitte auhutreten pflegen, unb muß bann die Kamera schnell zum Fachmann bringen, der die Sandkörnchen beseitigt. Auch bie Linse bleibt bei Außenaufnahmen vor einer Verunreinigung nicht sicher. Man reibt mit einem trockenen weichen Leberläppchen ab. Flüßig- keit ober Fett ist bagegen nicht anzuraten. Ist es einmal nötig, die Linsenteile auseinanberzunehmen, bann muß man barauf achten, daß sie in der richtigen Reihenfolge wieder eingesetzt werben. Verwechselt j man sie, bann werben bie Bilder durchaus unscharf. | Hat man über ungenügendes Funktionieren beim 1 Herausziehen der Standarte zu klagen, dann ver-; suche man, mit einem Tropfen Nähmaschinenöl eine ( Besserung herbeizuführen. Doch darf damit nur bie Führungsschiene, niemals die Verschlußteile der Kamera selbst bestrichen werden. Ein unansehnlich gewordener Lederüberzug kann mit flüssiger Lederschwärze, im Notfall auch mit Schuhwichse nachgeschwärzt werden. Wie leuchtet mau ein Gebäude an! Um interessante Fassaden ober monumentale Bauten auch des Abends ober Nachts ins „rechte Licht" zu rücken, leuchtet man bie Gebäude auf eine befonbes auffällige, ober boch geschmackvolle Weise an. Durch starke Kontraste zwischen hell beleuchteten Flächen unb beschatteten Teilen unb burch bie Heraushebung bes Gebäubes aus feiner bunflen Umgebung ergibt sich eine einbrucksvolle Wirkung, bie bas Haus von einer ganz neuen Seite zeigt. Es müssen hier ganz anbere technische unb künstlerische Wege gegangen werben als zum Beispiel bei Plakatbeleuchtung. Kommt es bei dieser in der Hauptsache auf gleichmäßige Beleuchtung an, so spielt bei der Heraushebung architektonisch gegliederter Flächen der richtige Lichteinfall eine große Rolle. Wirb hier wirkungsvoll gearbeitet, so wird das Ganze nicht in einzelne Teile zerhackt, sondern man ’ erzielt damit eine ornamentale Wirkung. Zu große, Schattenpartieen sind zu vermeiden, da sie das Bild| zu unruhig machen. Ist bie Fassade wenig gegliedert | o wendet man Vorder- und Oberlicht an. Die Fas-1 ade darf bei dieser Beleuchtung allerdings nicht angwellig wirken. Ist das der Fall, dann kann! man durch Seitenbeleuchtung für ein anderes Bild s sorgen. Die Beleuchtung von unten kann durch ihre Eigenartigkeit sehr überraschend und interessant wirken, sie braucht aber nicht immer günstig zu sein. Der Techniker muß gerade hierbei besonders vorsichtig zu Werke gehen. Schwierigkeiten sind auch bei der Beleuchtung von Türmen und anderen hohen Gebäuden zu überwinden. Hier beschränkt man sich meist darauf, den oberen xeil des Bauwerkes durch Lichtwirkungen herauszuheben, während man den unteren Teil nicht berücksichtigt. Daß dies eine ideale Löfung ist, kann man nicht behaupten, denn ein Bauwerk wirkt eben doch am besten als Ganzes. Doch wirb die Technik auch hier bald einen Ausweg finden. Der Fernsehsender auf dem Fesselballon. Das ist zunächst noch eine Utopie, doch ist ihre Verwirklichung, sogar in naher Zeit, nicht ausgeschlossen. Bei den Arbeiten zur Entwicklung des Fernsehens sah man sich vor bie Aufgabe gestellt, die mit Fernsehen oersorgbare Fläche möglichst groß zu gestalten. Aus ben Erfahrungen, die man mit dem Berliner Siebenmeter-Senber auf dem Funkturm gemacht hat, errechnete man, daß die Fläche, auf der man das gesendete Bild auffangen kann, mit der Quadratwurzel aus der Erhöhung des Sendestandortes wächst. Es kommt also darauf an, den Sender ober vielmehr bie Antenne, die die Sendung ausstrahlt, möglichst hoch zu legen. Obwohl man jetzt in Frankreich plant, anläßlich einer Weltausstellung einen 2000 Meter hohen Turm zu bauen, kann man natürlich nicht auf bie Vollendung dieses Bauwerkes warten, um die Richtigkeit der oben angestellten Berechnung zu prüfen. Außerdem wird man sich schwerlich später oie Mühe machen überall, wo Bilder gesendet werden sollen, ein der- artiges Riesengebäude aufzuführen. Ein genialer Gedanke ist dagegen der, den Sender selbst auf dem Erdboden zu lassen, die Antenne dagegen an einem Fesselballon zu befestigen, der in Hohen von meh- reren tausend Metern aufsteigen kann. Die Verbindung zwischen Sender und Antenne wird durch eines ber neuen Ultrahochfrequenzkabel hergestellt. , burch bie bie Wellenenergie vom Erbboden zum Ballon geleitet wirb. Auf biefe Weise wirb basselbe erreicht, als ob ber Sender wirklich in dieser Höhe stände. Die Arbeit mit Hilfe des Ballons würde gar nicht einmal sehr schwierig sein. Man könnte ihn von der Erbe aus mit Gas nachfüllen, man könnte ihn aber auch während der Sendepausen herunterholen. Auf diese Weise stellen sich die Kosten des Sendebetriebes wesentlich niedriger, als es bei dem Bau eines Turmes Der Fall wäre. Ein alter Kupferstich wird gereinigt. Ein Kupferstich stellt meistens ein wertvolles Kunstwerk dar, das man nicht gerne einbüßen möchte. Ist das Blatt einmal durch Unvorsichtigkeit ober auch burch hohes Alter unansehnlich geworden, bann kann man es burch verschiedene Methoden wieder reinigen und verjüngen. Man wischt den Kupferstich beiderseits mit weichem, feuchtem Schwamm ab und tränkt es bann mit einer Losung von 40 Gramm kohlensaurem Ammoniak in einem Liter Wasser. Dieses Verfahren wirb mehrere Male wiederholt, während das Blatt zwischendurch mit Wasser abgespült wird. Zuletzt spült man mit Wasser, bem etwas Chlorkalk, aber wirklich nur eine geringe Menge, zugesetzt würbe, und läßt das Blatt in der Sonne trocknen. In neuerer Zeit wendet man auch Wasserstoffsuperoxyd in verdünnter Lösung an. Nach einer zweiten Methode wird das Bild auf einem ebenen Brett befestigt und dünn mit fein gepulvertem Salz bestreut. Darauf drückt man Zitronensaft aus, der einen beträchtlichen Teil des Salzes auslöst. Dann hebt man das Bretr an einem Ende etwas an — es muß einen Neigungswinkel von ungefähr 45 Grad bilden — unb gießt siebenbes Wasser auf das Blatt, bis Salz unb Zitronensaft ganz abgewaschen sind. Auf dem Brett läßt man das gereinigte Bild langsam trocknen. Bringt man es in Die Sonne ober in die Nähe des Ofens, bann färbt sich das Bild gelblich. Einzelne Stockflecke kann man durch Wein- oder Zitronensäure fortbringen. Wirtschaft gut behauptet. Etwas befestigt waren Zinsvergü- am Kirchliche Nachrichten 6.30: Kirchberg. 10: Gottesdienst; 24 Daten für Mittwoch, 21. November. in Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banfnoten. 5 o. S). Der Vorstadt-Gesangverein. 23.30: Nachtmusik, bis 2: Nachtmusik. Mengen von den Vorräten verladen und durchweg auch die Feierschichten abgebaut werden. Die uuuj uic ucici|u;iu;icu uuycuuui u-uum. fahrtspapiere waren nach behauptetem Beginn fpä- Belegschaft nahm etwas zu. Die Erzeugungsziffern ter angeboten und bis 0,50 v. H. schwächer. _ manchen Werten infolge der Geschäftsstille eher Abgabeneigung, was in den Schlußkursen aller- Dichter Heinrich von Kleist am Wannsee bei Potsdam gestorben (geboren 1777); — 1928: Hermann Sudermann gestorben (geboren 30. September 1857 in Matzken, Ostpreußen). Steinkohlenbergbaues im Monat Oktober zeigt unter dem Einfluß jahreszeitlicher Belebung einen erheblichen Fortschritt. Es stieg die arbeits- IV; Kollekte. Rohkohlenförderung infolge Einsetzens der Saisonbetriebe zunahm, ging die arbeitstägliche Brikett- erzeugung, hauptsächlich wohl in Auswirkung der am 1. Oktober eingetretenen Winterpreise, zurück. Der Eisen bergbau zeigt das nun schon gewohnte Gebiet des Fortschrittes. Der Metallerzberg- bau hat sich dagegen etwas verschlechtert. Sranffurfer Börse. rNittagsbörse leicht befestigt. Frankfurt a. M., 19. Nov. Die bereits Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 21. November 1934. Buh- und Bettag. Gießen. Stadttirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 17: Pfarrassistent Balz. — Iohanneskirche. 9.30: Propst Knodt; 17: Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes. — Pelrus- kapelle. 9.30: Pfr. Trapp; Beichte und hl. Abendmahl. — Wieseck. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Allen-Buseck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst; anschließend Feier des hl. Abendmahls (weibliche Jugend). — Grohen-Bufeck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 9: Gottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Steinbach. 9.30: Beichte; 9.50: Buß- und Bettag-Gottesdienst; anschließend Abendmahl Das Wirberaufblülien des deutschen Handwerks im neuen Staad Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderstunde. 16: Vergnügte Unterhaltung. 18: Spanischer Sprachunterricht. 18.15: Deutsche Gespräche: „Sehnsucht in die Weite". 18.35: Katechismus für Sprachsünder. 18.45: Bunte Stunde. 19.40: Staatssekretär im Reichsernährungsministerium Backe spricht über „Agrarpolitik des Nationalsozialismus in ihrer Wirkung auf die allgemeine Wirtschaftspolitik". 20: Nachrichten. 20.10: Der Vampyr. Romantische Oper in 4 Akten. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Weltpolitischer Monatsbericht. Von Karl Haushofer. 23: Reinhardshain und Beltershain; anschließend Feier des hl. Abendmahls für die Verheirateten von Göbelnrod und Reinhardshain. — Veilsberg. 12.30: Gottesdienst für die Gemeinden Saasen und Harbach; Feier des hl. Abendmahls für die Verheirateten von Saasen. — Ober-Gleen. 9.30: Kindergottesdienst; 10.20: Hauptgottesdienst; 18: Bittandacht. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst; Kindergottesdienst fällt wegen Scharlach aus; 20: Bittandacht. Donnerstag, den 22. November 1934. Daubringen. 20 Uhr: Ev.-kirchliche Frauenhilfe. 5 naße-,men Daubringenh-! Baptisten-Gemeinde. Mittwoch, den 21. November 1934. 20.30 Uhr: Bibelbesprechung; Prediger Lotz. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. Malech, Dr. Hofmann. Zahnarzt: Dr. Metz. Apotheke: Engelapotheke. Kollekte. — Staufenberg. 20.30: Bibelstunde. — Heuchelheim. 10: Hauptaottesdienst unter Mitwirkung des Konfirmandenchors; Kollekte. — Klein- Linden. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13.30: Hauptgottesdienst. — Garbenleich. 13: Gottesdienst. — hausen. 10: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn. — Jlie- ber-Beffingen. 14: Stiftsdechant Kahn. — Bettenhausen. 9.30: Hauptgottesdienst. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst. — Birklar. 13.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 19.30: Gottesdienst. — Langd. 11.15: Gottesdienst. — IBirberg. 10: Gottesdienst für die Gemeinden Göbelnrod, Nundfunkprogramm. Donnerstag, 22. November. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 1768: der Theologe Friedrich Schleiermacher Breslau geboren (gestorben 1834); — 1811: der Das deutsche Handwerk im neuen Staat. Dem Handwerk ist es in der Krise so schlecht gegangen, daß es noch lange Zeit zu seiner Gesundung braucht. Tie schlimmste Not ist dank der Arbeits- beschafsungsmaßnahmen der Negierung überwunden; besonders ist das Bau- gewerbe von der Instandsetzungsaktion des letzten Winters belebt worden. Vor allem hat das Handwerk nach dem Umbruch neuen Mut gefaßt. Die Gesetzgebung des neuen Staates ist dabei, dem Handwerk den öffentlich-rechtlichen Aufbau zu geben, den die Handwerker schon seit Jahrzehnten als lebensnotwendig gefordert haben. Dieser Handwerksaufbau mit Pflichtorganisation, Führergrundsatz und Ehrengerichtsbarkeit dient dazu, einen Handwerksstand von immer größerer Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit zu schaffen. So will das Handwerk sich durch Leistung seinen Lcbensraum erkämpfen. des Braunkohlenbergbaues zeigen we-l Der Rentenmarkt lag zwar ebenfalls still, aber sentliche Abweichungen. Während die arbeitstägliche gut behauptet. Etwas befestigt waren Zinsvergü- " tungsscheine mit plus 25 Pf., Altbefitz und die übrigen variablen Anleihen lagen unverändert. Pfandbriefe und Stadtanleihen waren bei fast unveränderten Kursen etwas gesucht. Von fremden Spulen aller Art, setzt man, wie im Betrieb, unter Strom, um zu sehen, ob sich die Isolation der seinen Drähte bewährt, und ob die feuchte Hitze, unterstützt durch elektrolytische Vorgänge, im Innern der Spulen Zersetzungserscheinungen hervorruft. In diesem Urwald-Klima müssen Thermo-Elemente oder Meßinstrumente, selbst Eisenbahn-Signal- Llnlagen, genau so wochen- und monatelang burchhalten wie etwa Glühlampen-Sockel, deren Kit- lung geprüft werden soll oder Wähler, Relais, Nummernschalter und Fernsprechschnüre, mit denen Dauerversuche gemacht werden. Für ein Gerät, das die Prüfung in diesem Tropenraum mit „sehr gut" bestanden hat, dürfte es auf dieser Erde kein Land geben, desftn Klima es nicht verträgt. 72, d) 58 bis 64. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 72 bis 75. Roher Speck aus hiesi- ger Schlachtung unter 7 Zentimeter 80 bis 83 Flomen 90. Marktverlauf: ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 19. Nov. Infolge des allge. mein herrschenden Angebotsmangels blieb das Ge» schäft am Getreidegroßmarkt wieder klein. Insbesondere Roggen, Futtergerste und Hafer waren fast kaum angeboten, während die Nachfrage weiter angenommen hat. Arn Futtermittelmarkt waren Kleie und Nachmehle stark gesucht, der Anfall ist aber wegen des zur Zeit wieder schwachen Mehlgeschäfts sehr gering, so daß Angebot nahezu fehlte. Für Weizennachmehl und Weizenfuttermehl zogen die Preise um je 0,25 RM. pro 100 Kilogramm an. Für ölhaltige Futtermittel ist noch keine Besserung in den Angebotsverhältnissen eingetreten, wogegen die Nachfrage unvermindert stark ist. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W IX 202, W XIII 206, W XVI 210, Roggen RIX 162, R XIII 166, R XV 170 alles Mühlengroßhandelspreise des genannten Preisgebietes. Futtergerste GIX 164, G XI 167, G XII 169. Hafer H XIII 162, H XIV 164 alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserver- ladung über 100 Tonnen 3 RM. mehr. Sommergerste für Brauzwecke 195 bis 200. Weizenmehl \V XIII und W XVI 27,15 plus 0,50 Frachtausgleich, Roggenmehl R XIII 23,60, R XV 24 plus 0,50 Fr.A., Weizennachmehl 16,50, Weizenfuttermehl 12,75, Weizenkleie WXIII 10,50, WXVI 10,71, Roggenkleie R XIII 9,72, R XV 9,96 alles Mühlenpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend RM. 2.85 bis 2.95 (zuletzt 2.90 bis 3) per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Gau-Hahnenversteigerung in Frankfurt Gute Beschickung, mäßige Preise. LPD. Frankfurt a. M., 18.Nov. Unter zahlreicher Beteiligung aus allen Gebieten der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fand am Sonntag auf dem Festhallengelände die erste Gau-Hahnen- Versteigerung statt. Es waren etwa 170 Hähne, vorwiegend weiße Leghorn, zur Versteigerung gestellt. Davon trugen über 40 den 1. Leistungspreis und je etwa 60 den 2. und 3. Leistungspreis. Vor Eröffnung der zahlreich besuchten Versteigerung sprach der Vorsitzende der Landesfachgruppe, Nebel, der Landesbauernschaft Dank für die gewährten Ankaufsbeihilfen zur Versteigerung aus. Die Versteigerung dauerte bis in die Nachmittagsstunden. Die erzielten Preise hielten sich in mäßigen Grenzen. Nur vereinzelte Hähne erzielten Preise von 30 Mk. und darüber. Mit Silbernen Preisen der Landesbauernschaft wurden ausgezeichnet: Weinberg (Walldorf), Beichert (Langenhaake), Ober-Hardthof (Gießen) und Ludwig Emrich (Röthges, Kreis Gießen). Die Goldene Preismünze der Reichsfachschaft landwirtschaftlicher Geflügel- und Herdbuchzüchter erhielt Joh. Nebel (Ortenberg). Silberne Preismünzen wurden zuerkannt: dem Hof Keller in Niederroden, Dahmer & Schmidt in Sud)* bad) und Geflügelhof Straus, Georgenhausen Bronzene Preismünzen erhielten Friedrich Penk in Worms und Konrad Monte in Kelkheim. Werten gaben 5 v. H. innere Mexikaner auf 5,17V2 (5,30) nach. 4 v. H. und 3V2 v. H. Schweiz. Bundesbahn notierten mit 178,50 bzw. 169 v. H. unverändert. U. a. notierten: Altbesitz 105, 6 v. H. Stahlverein 86,50, 6 v. H. Stadt Mainz von 1926 85,50, 6 v. H. Franks. Hyp. Bank Gold R 13/15 93, 5V2 v. H. do. Liquidation 93,50, 6 v. H. Hess. Landesbank Gold R 1/9 93, 6 v. Dollar-Schätze von 1923 90,25, Braubank 102,75, Gelsenkirchen 57,50, Harpener 102,50, Mannesmann 73,40, Phönir 44,75, Rheinstahl 87, Stahlverein 38,25, Aku 58,25, Betula 140, Bemberg 136, Chade A—C und D 215, Scheideanstalt 207,50, Deutsche Linoleum 59,90, Licht und Kraft 116,75, IG. Farben 137, Gesfürel 106, Holzmann 76,50, Lahmeyer 119, Metallgesellschaft 81, Schuckert 92,50, Kaufhof 31,25, Hapag 28,50, Lloyd 31. Frankfurter Schlachlviehmarkt. Frankfurt a. M., 19. Nov. Auftrieb : Rin- iber 1298 (gegen 1388 am letzten Montagsmarkt), davon 419 Ochsen, 86 Bullen, 441 Kühe und 352 Färsen. Kälber 461 (483), Schafe 63 (171), Schweine 3937 (4088). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 38 bis 39, b) 31 bis 37, c) 26 bis 30, d) 21 bis 25; Bullen a) 36 bis 37, b) 32 bis 35, c) 28 bis 31, d 25 bis 27; Kühe a) 33 bis 35, b) 26 bis 32, c) 18 bis 25, d) 10 bis 17; Färsen a) 39 bis 40, b) 33 bis 38, c) 28 bis 32, d) 24 bis 27. Kälber b) 40 bis 50, c) 34 bis 39, d) 25 bis 33. Hämmel b2) 35 bis 36, c) 32 bis 34; Schafe f) 23 bis 29, g) 18 bis 22. Schweine al) 53, a2) 52 bis 53, b) 50 bis 53, c) 47 bis 53, d) 45 bis 52, e) und f) —, gl) 46 bis 51, g2) 40 bis 45. Gegen den letzten Montagsmarkt gaben Ochsen 1 bis 3, Kühe 2 und Kälber 1 bis 2 Mark nach, sonst blieben die Preise etwa unverändert. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberstand (48 Ochsen, 1 Bulle, 11 Kühe und 3 Färsen). Kälber, Hämmel und Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine mittelmäßig, später abflauend, Ueberstand (139). Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 655 Viertel Rindfleisch, 60 ganze Kälber, 58 ganze Hämmel, 178 | Schweinehälften, 12 Kleinvieh. Preise pro 50 Kilo i in Mark: Ochsenfleisch b) 58 bis 62; Bullenfleisch b) 54 bis 56; Kuhfleisch b) 42 bis 48, c) 28 bis 38; Färsenfleisch b) 58 bis 62. Kalbfleisch c) 66 bis I * D i e Lage des deutschen Bergbaues Berliner Schluß zwar uneinheitlich, aber doch meist im Oktober. Das Förderergebnis des deutschen behauptet. Im Verlaufe allerdings zeigte sich bei Wochenschluß eingetretene Besserung setzte sich auch zu Beginn der neuen Woche fort. Die Börse war bei im ganzen etwas belebterem Geschäft leicht befestigt. Auf der ermäßigten Basis erfolgten kleine Käufe der Kundschaft und auch die Kulisse beteiligte sich mit weiteren Deckungen und Meinungskäufen am Geschäft. Neben günstigen Nachrichten aus der Industrie verweist man weiterhin auf die flüssige Lage am Geldmarkt. Am deutschen Rentenmarkt trat die Altbesitzanleihe im Hinblick auf den herannahenden Auslosungstermin (3. Dezember) erneut stärker her-1 vor. Sie eröffnete mit 104,75 und stieg danach bis I auf 105,13, also um insgesamt 1,13 o. H. Einige Nachfrage zeigte sich ferner für Zinsvergütungsscheine (+ 15 Pf.) und für Stahlverein-Obligationen mit 86,65 bis 86,90 (+ 0,90 v. H.). Kommunal- Umfchuldung blieben unverändert. Späte Reichsschuldbuchforderungen waren etwas vernachlässigt und mit 97,50 mir knapp gehalten. Am Auslandsrentenmarkt zeigte sich verstärkte Nachfrage für mexikanische Anleihen, die durchweg von 0,50 bis 1 o. H. anzogen, wobei neue Versionen über eine Schuldenregelung mitgespielt haben. Am Aktienmarkt waren Montanaktien auf die anhaltend freundlichen Berichte aus dem Revier (insbesondere für Kohlen und Eisen) mehr beachtet und durchschnittlich um 0,50 bis 1 v. H. gebessert. Nur Ilse Genuß setzten 0,50 v. H. niedriger ein. Farbenindustrie waren unter Schwankungen (137,50 bis 137,25 bis 137,65) um 1,40 v. H. fester, Deutsche Erdöl gewannen 0,50 v. H., Scheideanstalt lagen unverändert. Lebhafter waren die schon am Sams- , tag stärker in den Vordergrund gerückten Schiff- fayrtsaktien, Hapag 28 bis 29 (28), Nordd. Lloyd 30,25 bis 31 (30,25), auch AG. für Verkehrswesen waren um 1,65 v. H. befestigt. Elektroaktien lagen ruhig, AEG. unverändert, Licht & Kraft + 1 d. H., Felten + 0,75 v. H., Gesfürel 4- 0,50 v. H., aber - Elektr. Lieferungen —0,50 v. H. Aus den guten Geschäftsgang hin waren Deutsche Linoleum um 1 v. H. befestigt, ferner gewannen Reichsbank 1,25 v. H., Daimler 0,50 v. H. und AKU. 0,25 v. H. Knapp gehalten lagen Moenus Maschinen und Hanfwerke Füssen. Da weitere Kauforders ausblieben oder nur in geringem Umfange vorlagen, schrumpfte das Geschäft im Verlaufe auf allen Marktgebieten merklich zusammen. Hier und da erfolgten kleine Gewinnmitnahmen, so daß die nach den ersten Kursen eingetretenen Erhöhungen in den meisten Fällen verloren gingen. Weiter fest lagen aber Deutsche Erd- 1 öl 100,50 (99,50), Gelsenkirchen 58 (57,75 nach 56 am Samstag), Phönix 44,65 (+ 0,25). Höher zur ; Notiz kamen u. a. noch Gebr. Junghans mit + 2 । d. H., Bemberg mit + 1,50 v. H., Holzmann mit + 1,75 v. H. und Zement Heidelberg mit 4-1 v. H. ; Farbenindustrie lagen bei 137,25 (137,75). Auch am Rentenmarkt ließ das Geschäft nach, ( Altbesitz 104,75 nach 105,25, Stahloerein-Bonds 87 j bis 86,50, im übrigen blieben die Kurse etwa be- ; hauptet. Pfandbriefe waren etwas gefragt, ins- , besondere Liquidationspfandbriefe, doch lagen die ; Kurse im großen und ganzen wenig verändert, i Stadtanleihen zogen teilweise um 0,25 v. H. an. ] Staatsanleihen lagen sehr ruhig. Meikaner waren । im Verlauf zu den erhöhten Kursen eher ange- ; boten. — Tagesgeld war zum Satz von 3,50 v. H. - leicht. ; Abendbörse: etwa behauptet. Die Abendbörse nahm nach dem etwas lebhaf- i teren Mittagsverkehr einen recht stillen Verlauf, da I von der Kundschaft nennenswerte Kaufaufträge : nickst vorlagen. Die freundliche Grundstimmung i blieb aber im großen und ganzen bestehen. Bei sehr i kleinem Umsatz war die Kursentwicklung gegen den ' dings nicht mehr zum Ausdruck kam. Die Abwei- tägliche Förderung" gegenüber dem Vormonat um chungen nach beiden Seiten hielten sich jedoch in 4,27 v. H. Sie lag damit um 13,68 v. H. über der engen Grenzen. Recht fest lagen von Auslandswer- des Vorjahres. Gleichzeitig konnten überall geringe, ten Chade Lit. D mit plus 2,75 Mk., wodurch sie Mengen von den Vorräten verladen und durch- mit der Lit. A—C Kursgleichstand erreichten. Schiff- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beichlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H, Zahl der Gesellen 15 Millionen 770000. DLD 1926 Jahresumratz 2.0,1 Mrd.R.M, (1P26) ■ , |' rd.14- Mrd.R.M. 1952 1934 fd.15 Mrd.ß.M. - tz-D «M» 13 Millionen 900000 Fram-ur u. .ul z)er-. .vian. ui ... jj\. Sen. vraniiur a. JJi. Berlin Schlußkurs Schlutzt. Abend- hflne Schluß- lurs Schluß!. Mittag börse Schlußkurs Schlußl. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittaa- börse Schluß- kurs Schlußt. Abend- böri" Schlußkurs Schlupt. Mi iag- börle Oahim 17.11. 19.11. 17-11- 19-11- 'Datum 17-11 19-11- 17.11- 19-11. Votum 17-11. 19-11- 17-11. 19.11- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% efjem.7% Dt.Neichüanl. v. 1929 6Vi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% etiem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)........... 6% Hess. Landesbant Darmstadt Gold R. 12.................. 6/2% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Lioui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Puslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auülos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6 ¥2% ehem. 4*/2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriefe....... W/o ehem. 4/2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltou.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. bXefanftalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Eteuergutsch. Verrechnungskurs.. 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/3% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... 96,13 95,75 104 96,25 92,75 93,5 100,5 92,75 92,75 93,13 94,75 94,75 102,7 27,5 1,2 7,5 7,10 7,13 11,75 8,1 96, 95, 10 96,2 92,7 93,7 100,7 9 9 93, 94,7 94-7 102,7 1, 7, 7, 7,2 12, 8, 4 5 5 5 5 5 5 3 3 5 5 96,5 96 104,2 96,25 92,75 100,75 94,75 94.75 102,7 1,15 7,55 7,05 11,65 96,5 96 105 96,13 92,75 101 93 94,75 94,75 102,75 1,15 7,55 7,05 12,5 4% desgl. Serie U ........... 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 *4% Anatolier ............... Hamburg-Amertka-Pakcl ..... 0 Hamburg-Sübam. Dampfschiff. 0 Hansa-Tampfschifs ........... 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Gommers, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................ 12 A.E.G....................... Bekula.....................0 Elektr. LteferungSgesellschast... 6 Licht und Kraft ............ g Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Elekrr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 Schuckert L Eo............... 5 Siemens L Halske............ 7 Lahmeyer LEo............. 10 Buderus ...................0 Deutsche Erdöl..............4 Gelsenkirchener..............0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessea .. 0 Ilse Bergbau ...............e Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ............ 0 Mannesmann-Röhren........ 0 8,1 4,3 6,8 4 33,5 28 30,25 75,5 93,25 67 69 71 144,25 26,4 139,75 99 116,5 70,75 106 98,75 92 137 118,25 81 99 56 103 116 72 72,25 8,1 4,25 6,75 4 33,5 28,5 31 77,13 93,13 67,75 69,5 71,75 146 26,4 140 98,25 116,75 71,5 106 99,25 92,5 138 119 82,5 100,65 57,5 102,5 116,25 72,4 73,4 4,3 7 4 33,25 28,13 23.75 30 75,9 93,75 67 69 71 144 26,25 139,25 98,5 117 71 105,9 99,25 92 135,9 118,5 81,75 98,75 56,25 102,75 74,25 146 116 72,13 72,65 4,3 7 4 33,5 29 24,5 31,13 77 93,75 67,75 69,5 71,75 146,5 26,65 140 99 116,5 71,9 106 99,4 92,9 137,5 118,75 82,25 99,75 57,25 102,5 74,75 147 116,5 72,5 73,4 Mansselder Bergbau......... 0 Kolswerke ..................0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Nheinstahl .................. 0 Bereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen .......... 0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....?'/? I. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt................ Goldschmidt ................ Rütgerswerke ................ Metallgesellschaft.............. Philipp Holz mann....... 0 Zementwerk Heidelberg ......0 Cementwerk Karlstadt.........0 Schultheis Patzenhofer .......0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........0 L rechtem L Koppel..........0 Leonhard Tietz ..............0 Chade................ 10 Aeeumulaloren-Fabrll........0 Eonti-Gummt......... 0 Grttzner....................0 Mainkraftwerke Höchst a.M..». 4 Süddeutscher Zucker.........8 75 44,13 212,5 87 37,5 12 109 109 149 136,25 207,5 88,65 37,5 80 74,75 109 58 134 45,25 62 44,5 59 30,75 216,5 131,65 25,4 82 183,5 75,5 44,75 212,5 87 38,25 12 109 150 137 207,5 89,75 37,25 81 76,5 110 58,25 136 46 63 45 59,4 31,25 215 132,75 25,5 82 130 74,75 91,9 44 213 86,75 37,75 12 109 109,25 149 136,25 88,75 93,5 = 101 58,4 134 45,5 62,75 119 44,9 59,75 85,4 30,25 215,5 160 131.65 25,65 184 76-25 93,13 44,9 214 87 38,5 11,75 110 149,65 136,9 89,5 93,25 80,25 76,5 102 58,5 136 45,75 63,5 119,75 45 59,75 86,5 31 133 26,13 180 17.November 19.November Amtliche Jiorieruna Amtliche Jionerunn Geld Ärie Geld 1 Arie _ Buenos Aire. 0,628 0,632 0,628 0,632 Brüssel ..... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,204 0,206 0-204 0-206 Lvfia ...... 3,047 3,053 3.047 Kopenhagen. 55,42 55,54 55'32 55,44 Danzig----- 81,07 81,23 81,07 81,23 London ..... 12,415 12,445 12,395 12,425 Helnngfors.. 5,485 5,495 5,475 5,485 Paris ...... 16,38 16,42 16.38 16-42 Holland .... 167,95 168,29 167,99 168,33 Italien..... 21,30 21,34 21,30 21,34 Zavan ...... 0,724 0,726 0,719 0,721 Jugoslawien 5,694 5,706 5,694 5.706 Oslo..... : 62,36 62,48 62,26 62,38 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,27 11,29 11,25 11,27 Stockholm... 64,00 64,12 63,90 64,02 Schweiz .... 80,75 80,91 80,69 80,85 Spanien.... 33,97 34,03 33,97 34-03 Prag....... 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest ... — — Reuyork... 2,489 2,493 2,488 2,492 Lerlin,19-November Geld | Brie__ Amenlamiche Roten.............. 2,44 2,46 Belgische Roten.................. 57,91 58,15 Dänische Noten ................. 55,39 Englische Noten ................. 12W6 12,40 Französische Noten............... 16,34 16,40 Holländische Noten............... 167,57 168,25 Italienische Noten................ 21,08 21,16 Norwegische Noten .............. 62,10 62,34 Deutsch Lesterreich, ä 100 Schilling ** Rumänische Noten............... _ —• Schwedische Noten............... 63,99 Schweizer Noten................. 80,83 Spanische Noten................. 33,97 Ungarische Noten................ — I K . M [ng* Feier n Tü« 12.30: arM; rateten lottes’ legend 50 Kilo. bil, (OiienJU? 58,25 0.206 3-0$ 55," 81,23 12,42? 5,"’ 16-42 168,$ riF oF 5-7$ 62-J 49,0 ii-2 6<-2 byri9« ie X 202 .Rxni Kd°; K.164, 164 Server, 'vnimer- Zenmehl usgleich 0 Fr.< 12,75, loggen, reise ab er Lan. !er zahl. Landes, tag aus hnen. t Hähne, ung ge. igspreis is. Vor igerung Nebel, währten )ie Ver. iftunben. Zrenzen. 30 M Lande- gMall- :dthos thges r Reich- b fyrb berg), wN [en inii 'I* ch *e' Fiil 9en di« Gerung Do9egen Henstag, 2v. November 1954 20. November Erscheint Dienstag und Freitag. Ur. 58 1934 Aur durch die Post zu beziehen. 7,50 RM. 10,— k) 5,— 2. f) g) h) 0,50 RM. 0,50 „ 25, 40,- 60,- 0,25 RM. 0,50 „ 1,— „ 1,— RM. 1,— „ 1,— „ 2,— „ i 1883 bis Ostern 1887 Assistent bei dem 'imentalphysiker Professor Quincke in Heidel- Von Ostern 1887 bis zum Herbst 1892 wirkte 5 Assistent bei Professor Wiedemann arnPhy- chen Institut in Leipzeig, wo er sich im Som- 1887 habilitierte und im Sommer 1891 äußerlicher Professor wurde. Von Oktober 1892 Pern 1900 war er als Dozent des Physikali- Vereins zu Frankfurt a. M. tätig, am 1. April ging er als außerordentlicher Professor nach swald, wo er am 1. Juli 1901 zum ordent- Professor ernannt wurde. Am 1. April 1905 lahm er als Nachfolger von Professor Drude )rdinariat für Experimentalphysik und zugleich Ztelle des Direktors des Physikalischen Jnsti- der Universität Gießen, lieber ein Diertel- undert wirkte er in dieser Amtsstellung in barer Weise. Im Jubiläumsjahr 1907 war er i der Philosophischen Fakultät, vom 1. Oktober bis 30. September 1912 stand er als Rektor er Spitze unserer Landesuniversität. ’ zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen belehrten behandeln meist Probleme der Hydro- mik und der Optik, hier vornehmlich Fragen ünstlichen Doppelbrechung. Geheimrat König viele Jahre Herausgeber der Beiblätter der alen der Physik", weiter gab er eine Neu- «eitung von Drudes Physik des Aethers h.er- mb widmete seine Kraft besonders der Heraus- des Lehrbuches der Experimentalphysik von nel, das er von der 10. bis zur 30. Auflage Vorprüfung . . . . ........... Betriebsprüfung (Sauerstoff- und Wasserrücktritt sowie Wassermitreißen) für Gebrauchsstellenvorlagen für Hauptvorlagen bis zu 30 cbm Gasdurchgang . . für Hauptvorlagen über 30 cbm Gasdurchgang . . . zusätzliche Prüfung einer zweiten oder dritten Größe einer im Zulassungsverfahren befindlichen oder bereits zugelassenen Bauart: für Gebrauchsstellenoorlagen für Hauptvorlagen bis zu 30 cbm Gasdruchgang . . für Hauptvorlagen über 30 cbm Gasdurchgang . . . a) b) c) d) e) a) b) 0,10 „ eingeschoben: 25,— 40,— 60,— 75,— 100,— 150,— 2,— 2,— 5,— 10,— 10,— Lerzögerung zu entrichten. 3. Für eichamtlich behandelte Fässer, die von den Einlieferern zu dem ihnen vom Eichamt mitgeteilten Termin nicht abgeholt werden, werden Lagergebühren erhoben. Die Lagergebühren betragen je Faß idolf Kutfchner. Aber damit war es noch nicht genug. Mußte man von Studczynski nicht das Schlimmste befürchten? Vielleicht deutete er Robby gegenüber etwas von ihrer Beziehung zu Kutfchner an. Wie würde sie dann vor Robby Herman dastehen? Als eine falsche Kokette, die den einen Mann gegen den an- iberen auszutauschen suchte. Freilich, auch Robby Herman hatte unrecht an iihr gehandelt. Er hatte ihr verschwiegen, daß er ^verheiratet war. Und jetzt erst kam sie zum vollen Bewußtsein ihres ganzen Unglücks. Robby Herman war nicht mehr frei! An eine andere Frau gebunden! Tausendmal hatte sie sich gesagt, daß er nun und nimmer gleiche Gefühle für sie «hegen könnte, wie sie für ihn. Und doch, ihr zuckendes cherz spürte: über alle Vernunft hinweg hatte doch iin ihr ein süßer Glaube gelebt: der Glaube, daß »auch sie ihm etwas bedeuten könnte. Nun war alles vorbei. Er hatte sein Spiel mit iihr getrieben! Er hatte vielleicht geglaubt, eine illeichte Beute in der Unerfahrenen zu finden. Aber iba hielt sie inne Was war nur mit ihr? Hatten Sbenn bie bösen Worte Studczynskis auch sie selbst 'schon vergiftet? Wie kam sie dazu, dem geliebten !Manne auch nur einen Vorwurf zu machen? Hatte 3er irgendein Wort von Liebe zu ihr gesprochen? ^Irgend etwas getan, was sie berechtigen konnte, oauf seine Neigung zu hoffen? Nichts! Die Ereig- misse gestern abend gaben ihr keinerlei Recht, ihm 'Vorwürfe zu machen. Sein Verhalten war nur Diktiert worden von einem Mitleidsgefühl. Nichts »anderes hatte er in ihr gesehen als einen abge- oarbeiteten Menschen, zu dem er gut gewesen. Vermutlich würde er in jedem ähnlichen Falle genau so gehandelt haben. Nein, wie schwer auch alles war, sie durfte es sich nicht leichter machen durch Vorwürfe gegen ihn. Der Fehler lag bei ihr. In doppeltem Sinne. Denn auch die Sache mit Kutfchner hätte längst pur Klarheit kommen müssen. Hätte sie sich eher für ober gegen Kutfchner entschieben — biefer Stub- -^nffi hätte ihr niemals den Vorwurf der Heuchelei machen können. Nun war bas eine wie das andere rettungslos Derwirrt Geometer) betragen die Gebühren für: a) Abgleichen der Gesamtlänge . . . . . ... - - • b) Befestigen der Endbeschläge, für jedes Stück . . . c) Anfertigen der Einteilung und Befestigen der Schrauben ohne deren Zugabe, für jede Teilungsmarke . . II. Hinter Abschnitt ß wird folgender Abschnitt C neu C. Sonstige eichamtliche Gebühren. eine Kolbenwippe einen Satz Eichkolben für Gasmesser-Kubizierappa- rate Bekanntmachung. Betr.: Straßensperre-Aushebung. Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Homberg—Büßfeld wird ab 17. November 1934 aufgehoben. Gießen, den 13. November 1934. Hess. Provinzialdirektion Oberhessen. d) Prüfung von Abänderungen bereits geprüfter Bauarten: 1. nach Maßgabe der eingereichten Unterlagen . . . 2. durch Betriebsprüfung (Bemerkung: Eine teilweise Betriebsprüfung kommt erfahrungsgemäß nicht in Frage) für Gebrauchsstellenvorlagen für Hauptoorlagen bis zu 30 cbm Gasdurchgang . für Hauptvorlagen über 30 cbm Gasdurchgang . . Darmstadt, den 10. November 1934. Ministerialabteilung III (Arbeit und Wirtschaft). k)r. K r a tz. mals gehofft, ihn durch eine glänzende Stellung an ihre Firma jesseln zu können — und vielleicht auch persönlich ihm näherzukommen. Sein Entschluß, nach Deutschland zu gehen, hatte diese leise Hoffnung im Keime zerstört. Ab und zu hatte sie von ihm gehört. In Fachzeitschriften wurde sein Name immer häufiger als der eines Pioniers der Wissenschaft genannt. Von feinen privaten Verhältnissen wußte sie nur, daß er noch unverheiratet war. Während sie nun zu arbeiten begannen, schweiften ihre Gedanken hin und wieder ab. Das passierte ihss .sonst eigentlich niemals. Aber jetzt muhte sie doch heimlich immer wieder ihn ansehen und feststellen: Rudolf Kutsch- ner war zwar älter geworden, aber er gehörte zu jenen Männern, die erst auf der Höhe ihrer Reife auch äußerlich vollkommen wurden. Er war in landläufigem Sinne kein schöner Mann, aber seine Stirn hatte sich im Laufe der Jahre immer geistvoller ausgeprägt. Die Gesichtszüge waren immer ausdrucksvoller geworden. Willenskraft und Klugheit standen in den Augen. Der Mund aber verriet die ganze weiche Güte feines Herzens. Dorothy mußte sich zwingen, ihre Gedanken immer wieder auf die Darlegungen Kutschers zu konzentrieren. Aber schließlich wurde sie von feinen kühnen Kombinationen und feinem geschäftlichen Weitblick doch mit fortgerissen. Und bald arbeiteten diese beiden Menschen so vertieft und in so restloser Uebereinftimmung, als wäre ihr Gehirn von den gleichen Gedanken erfüllt. Sie schraken beinahe auf, als es klopfte. Das Geräusch kam von einer kleinen Tapetentür gegenüber dem Eingang zu Mistreß Kelveys Zimmer. „Oh", sagte Dorothy, „entschuldigen Sie bitte, Mister Kutfchner — das sind meine Kinder. Ich vergaß ganz. Ich hatte ihnen ja versprochen, mit ihnen auszufahren. Aber nun geht es natürlich nicht. Wir sind ja noch lange nicht fertig." Sie öffnete die Tapetentür. Im selben Augenblick stürzten, wie zwei weiße Wollknäucl, zwei Kinder auf sie zu: ein kleines Mädchen dessen blonde Locken unter einem weißen Herrn.linmützchen her- vorguollen, und ein kleiner Junge mit braunem Geheimrat Prof. Ör. König 75 Jahre alt. bester Frische kann am heutigen Dienstag, vember, der Geheime Hofrat Professor Dr. r König, der langjährige Ordinarius für •nentelle Physik und Direktor des Physikali- Jnstituts der Universität Gießen, seinen burtstag begehen. eimrat König entstammt einer alten Kauf- jfamilie in Berlin. Er besuchte dort das Wer- jmnafium und studierte dann in Tübingen Berlin, war Schüler des bekannten Physikers »elmholtz, promovierte im Sommer 1882, ar- dann bei Helmholtz und war hierauf von Bekanntmachung, die Verordnung über die Herstellung, Aufbewahrung und Verwendung von Azetylen sowie über die Lagerung von Kalziumkarbid (Azetylen- Verordnung) vom 27. Februar 1924 (Reg.-Bl. S. 145) betreffend. Vom 10. November 1934. In Abschnitt A der Anlage E der vorbezeichneten Verordnung werden die Ziffern I b, II b und III durch nachstehende Regelung ersetzt: nd Tag für Fässer bis 210 Liter Raumgehalt für Fässer bis 610 Liter Raumgehalt für größere Fässer Erfolgt die Rückbeförderung der Normale und Prüfungsmittel inrch den Antragsteller nicht spätestens an dem auf das Eichgeschäft folgenden Tage, so hat der Gebührenpflichtige eine Z e i t ü b e r s ch r e i - ungsgebühr von 50 v. H. der vorstehenden Sätze für jeden Tag der 1. Für die Ueberlassung der von den Eichbehörden gestellten Normale und Prüfungsmittel für Neueichungen oder Prüfungen ohne Stempelung iiußerhalb der Amtsstelle werden Leihgebühren erhoben. Die Leihgebühren betragen für: ein Prüfgerät für Stoffmeßmaschinen einen Satz Meßflächen für Flächenmeßmaschinen . einen Eichkolben zu 100 Liter........ einen Eichkolben zu 200 Liter .... . . Gebrauchsnormalgewichte der Eichniederlagen, für je 1000 kg oder angefangene 1000 kg ...... einen Kontrollgasmesser für 3 cbm Stundenleistung einen Kontrollgasmesser für 15 cbm Stundenleistung einen Kontrollgasmesser für 30 cbm Stundenleistung Verordnung bip Ausführung des Jagdstrafgefehes, insbesondere Anordnungen wegen ’ der Hegezeit betreffend. Vom 9. November 1934. 2tuf Grund des Art. 29 des Jagdstrafgesetzes vom 19. Juli 1858 / 19 August 1893 wird folgendes bestimmt: I. Die Ziffer 1 des § 2 der Verordnung, die Ausführung des Jagdftras- gesetzes, insbesondere Anordnungen wegen der Hegezeit betrefseno, vom April 1930 (Reg.-Bl. S. 41) erhält folgende Fassung: „Die Hegezeit für weibliches Rehwnd beginnt mit dem 1. Januar unb endigt mit dem 30. September." II. Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in der Darmstädter Zeitung in Kraft. Darmstadt, den 9. November 1934. Der Hessische Staatsminister: Jung. Amtsverkündigungsblatt für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen schöpf unter der kleinen Kappe. Und plötzlich das ganze Zimmer erfüllt von Lachen und schern, von süßen Kinderstimmen, in die die le Stimme der Mutter tönte. ntschuldigen Sie, Mister Kutfchner, den lieber- »rothy wandte sich zu ihm um. Ihre schwer- gen Züge waren plötzlich hell, von unnenn- m Glück erfüllt. )ie kleine Gesellschaft ist etwas stürmisch. Aber iahen ihre Mutter so selten, daß sie es dop» aysnützen müssen. Ja, leider kann ich nicht ihren, Kinder", sagte sie, und umfaßte die Kin- zärtlich. „Nicht traurig sein! Mutti kommt heute abend etwas zeitiger zurück und bringt euch etwas Schones mit." Enttäuscht schaute der kleine Junge zu der Mutter auf, und in den blauen Augen des kleinen Mädchens schimmerten Tränen. Die Nurse, die bescheiden im Hintergrund gestanden hatte, kam herein. „Aber eine kleine Lady wird doch nicht meinen", sagte sie beruhigend zu dem kleinen Mädchen. „Kommt nur, wir wollen Mutter jetzt nicht stören!" Kutschner taten die enttäuschten Gesichter der Kinder sehr leid. Würden Sie gestatten, Mistreß Kelvey, daß ich an Ihrer Stelle mit den Kleinen fahre? Wir beide sind ja in einer Viertelstunde fertig. Wenn die Kinder solange unten warten wollen?" „Aber das kann ich doch gar nicht annehmen, Mister Kutfchner!" „Sie würden mir eine Freude machen, Mistreß Kelvey. Ich habe Kind sehr — sehr gern! — Würdet ihr mich wohl mitnehmen?" wandte er sich an die Kinder. „In Victoria-Street ist ein großes, neues Marionetten-Theater — im Vorbeifahren habe ich es gesehen. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich dahin begleiten würdet." Die Kinder schauten nun mit leuchtenden Augen zu Kutfchner auf. „Du darfst uns begleiten", sagte das kleine Mädchen mit der Miene einer kleinen Dame. „Nicht wahr, Bob, wir erlauben es ihm?" Bob sah prüfend in Kutschners Gesicht. „Ich denke, ja", erklärte er entschieden. „Aber nicht lange warten lassen", fügte das kleine Mädchen hinzu. „Wie Bob neulich zu spät zum Frühstück gekommen ist, hat Mutter gesagt, daß man eine Dame nicht warten läßt." Dorothy Kelvey lachte auf. Aber Kutfchner sagte ernsthaft, indem er die Hand des kleinen Mädchens küßte: „Du hast ganz recht mit deiner Mahnung. Es wäre sehr unhöflich von mir, euch warten zu lassen Ich bin bestimmt in einer Viertelstunde unten." Lachend und schwatzend entfernten sich die K'nder, an der Hand der Nurse. (Fortsetzung folgt 1) Bekanntmachung die Gebühren im Eichwesen betreffend. Vom 8. November 1934. Auf Grund des § 1 der Verordnung vom 23. März 1912 (Reg.-Bl. S. 213) zur Ausführung der Maß- und Gewichtsordnung vom 30. Mai 1908 (Reichsgefetzbl. S. 349) sowie der Eichgebührenordnung vom 24. Mai 1924 in der Fassung^ der Bekanntmachung vom 3. Mai 1930 Meichsgesetzblatt 1 Seite 153) sowie der Ersten Verordnung über Aende- cung der Elchgebührenordnung vom 22. Dezember 1932 (Reichsgesetzbl. 1 S. 1) und der Zweiten Verordnung über Aenderung der Eichgebüyren- urdnung vom 7. März 1934 (Reichsgesetzblatt I S. 181) wird folgendes bestimmt: * Die Bekanntmachung vom 26. März 1912 (Reg.-Bl. S. 226) wird, wie folgt, geändert: . I. 3m Abschnitt A ist zwischen Absatz 1 und Absatz 2 salgxnder neuer Absatz einzusügen: ... Bei den aus einem Stück bestehenden Längenmaßen (Meßlatten für der amerikanischen Metropole. Hier war keine Zeit, um zu träumen. Hier war alles bis zum Siedepunkt erhitzte Tätigkeit. Hier lebte man ganz der Gegenwart, hatte nicht Muße, dauernd rückwärts zu schauen. Kutschner fühlte sich beruflich ganz in' seinem Element. Jetzt erst konnte er so großzügig arbeiten, wie er es sich erhofft. Der Wagemut der Amerikaner war durch keinerlei Krisen zu dämmen. Schon interessierten sich befreundete Konzerne für die Fortschritte auf dem Gebiet der Farbenfilm-Photographie. Besonders eine Konkurrenzfirma zeigte Neigung, mit Kutschners Firma zusammenzugehen. Merkwürdigerweise aber war der Chef dieser Firma eine Frau, Mistreß Dorothy Kelvey. Kutschner kannte sie schon. Sie war eine bekannte Chemikerin und in ihrer Mädchenzeit eine der bekanntesten Dozentinnen an einer großen amerikanischen Universität gewesen. Dann hatte sie sich mit Mister John Kelvey verheiratet, ihn aber nach kurzer, glücklicher Ehe verloren. Allgemein hatte man angenommen, Mistreß Kelvey würde sich einen tüchtigen Generaldirektor nehmen. Aber sie selbst war ihr eigener Generaldirektor geworden. Schon zu Lebzeiten ihres Mannes neben ihm tätig, nahm sie jetzt mit äußerster Energie die Leitung der Firma Kelvey in die Hand. Gestützt auf einen tüchtigen Mitarbeiter, gelang es dieser Frau, die Firma nicht nur zu erhalten, sondern noch weiter aufwärts zu führen. Kutschner hatte seinerzeit, ehe er die Leitung seiner Firma in Deutschland übernahm, wegen einer Anstellung in den Kelvey-Werken mit der neuen Inhaberin verhandelt. Aber nach jahrelangem Aufenthalt in Uebersee hatte ihn die Sehnsucht nach der Heimat das Angebot Mistreß Kelveys ablehnen lassen. Beide hatten voneinander einen sehr warmen und guten Eindruck gehabt. Sie waren sich vielleicht ein wenig ähnlich, ruhig, klar und gütig, wie sie waren, dabei von einer zähen Arbeitsfreude. Um so großer war jetzt Kutschners Freude, als er geschäftlich mit Dorothy zu tun bekam. Die erste Besprechung fand in Mistreß Kelveys Büro statt. Mit ausgcftrcckten HÜ::den kam Dorothy Direktor Kutfchner entgegen. Ein freudiges Inhaltsübersicht: Die Ausführung des Jagdgesetzes. —Die Gebühren im Eichwesen. — Verordnung über die Herstellung, Aufbewahrung und Verwendung von Azetylen, sowie über die Lagerung von Kalziumkarbid. — Straßensperre. — Verkauf von Kränzen und Blumen am ; Totensonntag. — Der Verkehr auf der Straßenbrücke über die Lahn im Zuge der Straße Heuchelheim—Allendorf. — Dienstnachrichten. 4. Als Kostenanteil für den Transport der Prüfungsgeräte bei der eichamtlichen Behandlung von Betriebsstoffmeßwerkzeugen und Neigungswaagen außerhalb der Amtsstelle wird eine Pauschgebühr von 1,— RM. erhoben. III. Im bisherigen Abschnitt C unter II, 3 wird hinter Buchstabe f neu eingefügt: g) bei Dezimalbrückenwaagen für Austarieren der Waage 0,50 RM. Die seitherigen Buchstaben g und h werden h und i. IV. Die bisherigen Abschnitte C und D werden D und E. § 2. Diese Bekanntmachung tritt am 15. November 1934 in Kraft. Darmstadt, den 8. November 1934. Ministerialabteilung 3 (Arbeit und Wirtschaft) des Hessischen Staatsministeriums. Dr. Kra tz. Bekanntmachung. Betr.: Straßensperre. Wegen Ausführung von Gleisarbeiten wird die Provinzialstraße Grünberg—Lumda am Bahnübergang bei Lumda am 26. November 1934 für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Beltershain—Stangenrod und umgekehrt. Die aufgestellten Warnungstafeln find zu beachten. Gießen, den 19. November 1934. Hessische Provinzialdirektion Oberhessen. Spulen aller Art, seist man, wie im Betrieb, u Strom, um zu sehen, ob sich die Isolation der fe Drahte bewährt, und ob die feuchte Hitze, ui stützt durch elektrolytische Vorgänge, im Innern Spulen Zersetzungserscheinungen hcrvorruft. diesem Urwald-Klima müssen Thermv-Elemeute Meßinstrumente, selbst Eiseubahn-Sign Anlagen, genau so wachen« und monate Vurchhalten rote etwa Glühlampen°Sockel, deren lung geprüft roerden soll oder Wähler, Relais, N «nernschalter und Fernsprechschnüre, mit dt Dauerversuche gemacht werden. Für ein (Berät, die Prüfung in diesem Tropenraum mit „sehr - bestanden hat, dürfte es auf dieser Erde kein £ geben, dessen Klima es nicht verträgt. Das Viederoufblühen des deutsch« Handwerks im neuen Staad Zahl der Gesellen 1926 1 j Mfllionep. Dahre'sumlatz 2O.1 Mrd.RM (1P26) ’il931 OLD 770000 1952 7d. 15 Mrd.P.M. Daü deutsche Handwerk im neuen Staat Dem Handwerk ist cd in der Kris« so schlecht gegangen, das; cd noch lang« Zeit au seiner (Befundung braucht. TU schlimmste Rot ist dank der Arbeite beschassungdmastnahmen der flkßicruiu ttberivunden; besonders ist das Wnu gewerbe von der Isiistaudsetzuugäaktivi des letzten Winters belebt ivordcn. 93o: allem bat daö Handwerk nach dem Um brucl) neuen Mut gefaßt. Die Gesetz gebung des neuen Staates ist dabei, den Handivcrk den üssentltch-rechtlichen Ausbai au geben, den die Handwerker schon sei Nahr-ehnten als lebensnotwendig gc fordert haben. Dieser Handwcrlsaufbai mit Pflichtorganisatiotl, Führergrundsat und Ehrcngcrichtsbarkcit dient dazu, cinci Oandwcrkdstand von immer gröbere Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit zu schassen So will daS Handivcrk sich durch Leistun seinen Lebensraum erkämpfen. Bekanntmachung. Betr.: Verkauf von Kränzen und Blumen am Totensonntag. Gemäß 88 146, 162 Hess. Ausführungsverordnung zur Gewerbeordnung wird der Verkauf von Kränzen und Gärtnereierzeugnissen durch Blumengeschäfte und Gärtnereien im Bezirk der Stadt Gießen am Totensonntag, den 25. November 1934, für die Zeit vom 9 bis 17 Uhr zugelassen. Gießen, den 13. November 1934. Kreisamt Gießen, i. V.: Webe r. Polizeiverordnung über den Verkehr auf der Straßenbrücke über die Lahn im Zuge der Straße Heuchelheim—Allendorf. Auf (9rund der 88 34 und 36 der Reichsftraßenverkehrsordnung vom 28. Mai 1934 in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 der Kreis- und Provin- zialordnuna vom 8. Juli 1911 wird nach Anhörung der Bürgermeisterei und der Gemeindevertretung Heuchelheim und mit Genehmigung des Hessischen Staatsministeriums Abteilung I b, Innere Verwaltung, vom 3. November 1934 zu Nr. St. M. 1b 37446 folgendes verordnet: § 1. Fahrzeuge mit mehr als 9 Tonnen Gesamtgewicht dürfen die Straßen- briirfe über die Lahn im Zuge der Straße Heuchelheim—Klein-Linden nicht befahren. § 2. Kraftfahrzeuge aller Art dürfen auf der Brücke eine Geschwindigkeit von 6 Kilometer in der Stunde nicht überschreiten, die sonstiaen Fabr- zeuge haben im Schritt zu fahren. § 3. In gleicher Richtung fahrende Lastkraftwagen müssen auf der Brücke einen Abstand von mindestens 25 Meter voneinander einhalten. § 4. Ueberholen auf der Brücke ist verboten. § 5. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 RM. oder mit Haft bestraft. § 6. Diese Polizeioerordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung im Amtsoerkündigungsblatt in Kraft. Gießen, den 15. November 1934. Hess. Kreisamt Gießen. I. V.: Grein. Dienstnachrichten des Kreiöamts. Dem Bund Deutscher Marine - Vereine e. V. im Deutschen Reichskriegerbund „Kyffhäuser", Bremen, wurde die Erlaubnis erteilt, 5000 Lose zu je 0,50 RM. der Lotterie zu Gunsten der Jugendherberge beim Marine-Ehrenmal in Laboe, in der Zeit vom 3. November dis 30. November (1. Dezember 1934) im Volksstaat Hessen zu vertreiben. Karl Schäfer III. von Watzenborn-Steinberg wurde zum Bürgermeister der Gemeinde Watzenborn-Steinberg ernannt. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 22. November. 6 Uhr: Bauern funk. 6.15: Gymnastik T. f Gymnastik II 6.45: Frühmeldungen. 7: Frühkon 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 1( Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für K und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzc 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. U Nachrichten. 14.30: Wirtschastsbericht. 15.15: verstünde. 16: Vergnügte Unterhaltung. 18: Sp scher Sprachunterricht. 18.15: Deutsche Gesprr „Sehnsucht in die Weite". 18.35: Katechismus Sprachsünder. 18.45: Bunte Stunde. 19.40: Sta sekretär im Reichsernährungsministerium spricht über „Agrarpolitik des Nationalsozialis in ihrer Wirkung aus die allgemeine Wirtscht Politik". 20: Nachrichten. 20.10: Der Vampyr, man tische Oper in 4 Akten. 22: Nachrichten. 22 Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Weits Uscher Monatsbericht. Von Karl Haushofer. Der Vorstadt Gesangverein. 23.30: Nachtmusik bis 2: Nachtmusik. Druck der Brühl sch en UniversitätS-Buch- und Steindruckerei. 1 Lange, Gießen Daten für Mittwoch, 21. November. 1768: der Theologe Friedrich Schleiermachei Breslau geboren (gestorben 1834); — 1811: w» Dichter Heinrich von Kleist am Wannsee bei Pots- dam gestorben (geboren 1777); — 1928: Hermann Sudermann gestorben (geboren 30. September 1857 in Matzten, Ostpreußen). von der Kundschaft nennenswerte Kaufaufträge nicht vorlagen. Die freundliche GrundsUnimung blieb aber im großen und ganzen bestehen. Bei sehr kleinem Umsatz war die Kursentroicklung gegen den Hau'ptgattesdienst. — Birklar. 13.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst: 19.30: Gottesdienst. — Langd. 11.15: Gottesdienst. — Wirberg. 10: Gottesdienst für die Gemeinden Göbelnrod, toamtatsroionne: xeieron zouu. Aerzte : Dr. Malech, Dr. Hofmann. Zahnarzt: Dr. Metz. Apotheke: Engelapotheke. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse Deoisenmarkl Berlin — Frankfurt a. M. den. i Ai am ui 19-November 17. November 19.11 17-11 - 19.11 'Datum 17-11 0 Banfnolen. 0 12,5 11,65 8,1 8,1 nkdtskont 4 o. H . Lombardzinssuß 5 o. H. Dividende an. — Rei Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt 69,5 71,75 U6,5 29 24,5 1,15 7,55 7,05 1,15 7,55 7,05 0 0 12 0 (i 0 8 6 0 0 82,25 99,75 57,25 102,5 74,75 147 116,5 72,5 73,4 (Schluß- tun« (5d)(u0< lurd 26,65 140 99 116,5 71,9 106 99,4 92,9 137,5 118,75 (Ad) hi fit. DUttaa« Mrfc 31,13 77 93,75 67,75 A.E.G................... Betula Eleklr. LieferungSgelellschaft Licht und Kraft 0 o ß 6 4% oeofli. Serie II 5% Mu nuln. vereinh. Mente v. 1003 »ViaJlhimäu.ocretiib.'Jii’utcD.ioiB 4% Rumänische vereint). Rente .. 8 y4% Anatolier ............... 1,2 7,5 7,1 7,25 12,5 Buenos Atre. Brüssel----- Rio de Ian. 3ofla ..... Kopenhagen Danzig .... London.... HcliingforS. l'arid ..... Holland ... 3lallen .... Iavan ..... Jugoslawien Oslo..... 28ien...... 2Uiabon ... -tockbolm.. eduueU ... Lvanien... Prag...... Budapest .. Neuyork... 4,3 7 4 33,5 Harpener................. Hocsch Eisen—Köln-Nettessen Ilse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse Kläckneriverko Mann«Smaiin«Rbhren...... Hamburg-Amerika.Paket - • • • Hamburg-Südam. Dampfschiff (-5chlufii. Abend« börle 27,5 1,2 7,5 7,10 7,13 11,75 4% Ocsterreichische Oiülbrentc.... 4/JO% Oesterreillstsche Silborrente 4% Ungarische (Molbrente ....... 4% Ungarische Staatsrent« v. 1010 4'j% desgl. von 1013......... 6% abgeit. vwldmeAkaner von 09 4% Türkische Zollanleihe von 1011 4% Türkische Aagdadbahn-AiUcihe Serie 1..................... . 0 0 0 0 Budent» Deutsche (frbBI Welse nkirchener »Zelten & (vuilleaume o Gesellsch.f.Eiekrr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........6 Schlickert & (So............... 6 Siemens8Hchoke... 7 Lahmeper Co............. 10 Hansa-Dampsschiss.......... Norddeutscher Llond A.W. für Berkebrsivesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschasl ... Eommerz. und Prival-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschast Dresdner Bank Reichsbank : vranuur ü. -Ui. Berlin Schluß« (urd Schluß!. Abend« bürt” Schluß« turd Schluß!. Mi tag' börfc Datum 17-11. | 19-11- 17-11- 19-11- Mansselver Bergbau .. ....... 0 75 75,5 74,75 76-25 Koksiverke ........... .......0 —— — 91.9 93,13 Phönix Bergbau...... .......0 44,13 44,75 44 44,9 Rheinische Braunkohlen ..... 10 212,5 212,5 213 214 Nheinstahl ........... .......0 87 87 86,75 87 Bereinigte Stahlwerke. .......0 37,5 38,25 37,75 38,5 Ctaul Minen ........ .......0 12 12 12 11,75 Kaliwerke Aschersleben. .......b 109 — 109 —— Kaliwerke Westeregeln . .......b 109 109 109,25 110 Kaliwerke Salzdetfurth .....IV: 149 150 149 149.65 I. Ä. Farben-Industrie ....... > 136,25 137 136,25 136,9 Scheidcanitali........ .......0 207,5 207,5 —— — Wolbschmidt ......... .......0 88,65 89,75 88,75 89,5 Rlttgerswerke........ .......0 37,5 37,95 93,5 93,25 Melallgesellschast...... .......0 80 81 — 80.25 Philipp Holz mann .... .......0 74,75 76,5 75 76,5 Zementwerk Heidelberg ......0 109 110 - - (Sementwerk Karlstadt.. .......0 - - Schultheis Patzenhoser .......0 _ — 101 102 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. o 58 58,25 58,4 58.5 Bemberg............ .......0 134 136 134 136 Zclistoss Waldhos .... .......0 45,25 46 45,5 45,75 Zellstoif Aschafsenburg .......0 62 63 62,75 63,5 Dessauer (NaS ....... 7 — — 119 119,75 Daimler Aiotoren.... .......0 44,5 45 44,9 45 Deutsche Linoleum ... .......0 59 59,4 59,75 59,75 trenstcin Si Koppel .. .......0 —— 85,4 86.5 Leonhard Tietz...... .......0 30,75 31,25 30,25 31 .......10 216,5 215 215,5 —— Aeciimulatoren-Fabrik .......CI 160 — Eontl-Gummt....... .......0 131,65 132,75 131.65 133 Wrttzner............ .......c 1 25,4 82 s 25,5 | 25,65 I 26,13 Mainkraftwerke Höchst a/DL... 82 1 ■— — Süddeutscher Zucker . ........ 1 183,5 130 1 184 1 180 ^rani'ur a. .vi. Schluß« furd S>chlustt. Abend« bdrf'- Schluß« liird S>chlußt Mittag börsc Datum 17-11 19.11 17-11 19-11 v'% Deutsche Reichsanleihe u. tue? 96,13 96,4 96,5 96,5 s%ehem.7%Dt.NeichSanl.v. tuet) — d- 6Vi% Bvung-Anleihe von 1030 . Denijüie Aui.«Ablüs.»Schuid mit 95,75 95,5 96 96 105 104 105 104,2 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 0% i’hem.8% Hess. Bolksstaat 1920 96,25 96,13 (»stttzahlb 108%) ..... C"o Hess. Landesbank Darmstadt 96,25 96,25 92,75 (itold >11 12. . 92,75 92,75 92,75 611% Hess. LandeS-Hypotheken- 93,5 93,75 — * Obeibessen Provinz-Anleihe mit ^lusios.-Rechten .......... Deutsche Komm. Sammelabl. An — — 100,75 — leihe Serie 1 mit Anslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Ht>p.«Bank 100,5 100,75 101 Goldpfe. iS tinkiindbar bis 108b 6% ehem. 7% Franks. Hpp.-Bank 92,75 93 — 93 Äoldpse. 16 nnkilndbar bis 1936 92,75 93 —— —— 6y,% ehem. 4',";, Franks. Hpp.« 93,13 93,5 6)4% ehem. 4H% Rheinische Hyp.«Bank-Ligu.«t.0vIdpse..... 6°;. ehem. 8% Pr. LandeSpkand- bk-.esanstalt, Pfandbriese R. 19 — — — — 94,75 94,75 94,75 94,75 6% ehem. 7% Pr. LandeSpland- brlc lauft alt, Psandbriese R. 10 94,75 94.7b 94 75 94,75 Etcuergutsch. BerrcchnungSkurS.. 102,7 102,75 102,7 I 102,75 Aminchr Jioticruna Amtliche Aoncrung (V-Clh | 25ne meld ^ric 0,628 0,632 0,628 0,632 58,17 58,29 58,17 58,29 0,204 0,206 0-204 0-206 3,047 3,053 3.047 3-053 55,42 55,54 55,32 55,44 81,07 81,23 81,07 81,23 12.415 12,445 12,395 12,425 5,485 5,495 5,475 5,485 16,38 16,42 16.38 16-42 167,95 168,29 167,99 168,33 21,30 21,34 21,30 21.34 0.724 0,726 0,719 0,721 5,694 5,706 5,694 5-706 62,36 62,48 62,26 62,38 48,95 49,05 »8,95 49,05 11,27 11,29 11,25 11,27 64.00 64,12 63,90 64.02 80,75 80,91 80,69 80,85 33,97 34,03 33,97 34-03 10,375 10.395 10,375 10.395 — — — 2,489 2,493 2,488 2,492 8,1 8,1 — 4,3 4,25 4,3 6,8 6,75 7 4 4 4 33,5 33,5 33,25 28 28,5 28,13 — — 23.75 — — 30,25 31 30 75,5 77,13 75.9 93,25 93,13 93.75 67 67,75 67 69 69.5 69 71 71.75 71 144,25 146 144 26,4 26.4 26,25 139,75 140 139,25 99 98.25 98.5 116,5 116.75 117 70,75 71,5 71 106 106 105,9 98,75 99,25 99 25 92 92,5 92 137 138 135,9 118,25 119 118,5 81 82,5 81,75 99 100,65 98,75 56 57,5 -,6,25 103 102,5 102,75 74,26 — — 146 116 116,25 116 72 72,4 72,13 72,25 73,4 72,65 Serlin.lg-Novcmbcr «cld yrle_ 2,44 2,46 Belgische Noten.................. 57,91 58,15 55,17 55,39 Englische 9101611 ................. 12,36 12,40 nfranzchische Roten............... 16,34 16,40 Holländische Noten............... 167,57 168,25 Italienische Noten................ 21,08 21,16 Norwegische Noten .............. 62,10 62,34 Deutsch Lesterreich, A 1OO Schilling —— Rumänische Noten............... — Schwedische Noten ............... 63,73 63,99 Schweizer Noten................. 80,51 80,83 spanische Noten................. 33,83 33,97 Ungarische Noten................ — Ur. 272 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberyessen) Dienstag, 2V. November (934 Aus der Provinzialhauptstadt. Anderswerden. RonSuperintendeniundprobstLic.Borrniann Ist der B u ß t a g noch zeitgemäß? Viele behaupten: Nein! Alles Stolze und Große im Menschen lehne sich auf gegen das Knechtsgefühl, gegen die Knechtsseligkeit, die unsre christliche Religion von dem modernen Menschen nut der Mahnung: „Tue Buße!" fordert. Sünde und Schuld, diese vergangene Geschlechter in den Grundtiefen der Seele aufwühlenden und aufrüttelnden Bestandteile des religiösen und sittlichen Lebens, seien von dem modernen Menschen als überalterte Begriffe längst abgetan: man könne höchstens noch an Stelle der überholten Vorstellungen Sünde und Buße reden von der Unvollkommenheit der menschlichen Natur, die sich aber immer mehr zur Vollkommenheit entwickle. Dieses oberflächliche Urteil wird vor dem, der den Bußtag als einen Tag der Selbstbesinnung und Prüfung begeht, schnell und gründlich zerbrechen. Denn wenn schon jeder Tag den ernster denkenden Menschen vieler Versäumnisse immer wieder bewußt werden läßt, so offenbart der Buß- und Bettag den Besinnlichen unter uns, baß der Mensch der Gegenwart, genau wie frühere Generationen, ein weites Gewissen und ein enges §>erz besitzt ^und daher anders werden muß. Denn das dürfte den Menschen, die nicht auf- und untergehen in seichter Selbstgefälligkeit, wohl klar fein: Was Gott von uns will und was wir für ein wirklich lebenswertes Leben brauchen, ist nicht ein weites Gewissen und ein enges Herz, sondern bas gerade Gegenteil von beidem. So ist denn der tiefste Zweck und das heiligste Ziel des Bußtags, uns zum Anderswerden in diesen beiden Stücken zu verhelfen: Ein eng Gewissen und ein w e i- t e s Herz — das ist es, was wir uns von Gott erbitten wollen. Wir haben ein zu weites Gewissen gegenüber Gottes Geboten. Wir übertreten sie, ohne uns darüber besondere Gedanken zu machen. Unser Verantwortungsgefühl ist abgestumpft dadurch, „daß wir. täglich viel sündigen". Gott will ernst genommen sein. Und wenn "wir mit feinen Geboten nicht Ernst machen, macht er Ernst mit unserm Schicksal und führt uns in die Tiefe und in immer neue Tiefen, bis wir aus der Not und Angst heraus rufen lernen: Herr, erbarme d i ch unser! So tut uns Sinnesänderung gegenüber Gott not. Hier wollen wir Buße tun, nicht indem mir unsre Schuld in alle Welt hinausschreien, ober unser Sündenelend vor Menschen bekennen — ihnen gegenüber wollen wir stolz und nicht unterwürfig fein —, sondern indem wir Einkehr halten in tiefster Seele. Das Gute, das dort lebt, wollen wir dankbar feststellen, dem weiten Gewissen aber den Kampf ansagen als Menschen, die etwas von Gottes Heiligkeit gespürt haben und die gerade seine Güte zu dem Gelübde treibt: Enger als bisher soll unser Gewissen werden gegenüber unferm Gott und uns selbst! An der falschen Stelle eng und am unrechten Ort weit, das ist Menschenart. Da wo wir weitherzig sein sollten — im Verkehr mit unfern Mitmenschen — sind wir meist von herzloser Enge. Wir sind unbarmherzig. Wir sind ebenso hart gegen den Sünder, wie weich gegen die Sünde. Wir sind voll Hoffahrt und Neid gegen unfern Nächsten. Wir können gut hassen, aber wir können schlecht vergeben und vergessen. Mit einem Wort: Unser Herz ist durch seine Selbstsucht eng und hart und muß daher anders werden. Denn nur die Barmherzigen — also Christen mit einem weiten Herzen — werden Barmherzigkeit bei Gott erlangen. Wenn wir s o am Bußtag diese Schuld rücffid)ts- los eingestehen müssen und Ausschau halten nach Gebt der HI. Räume und Heime! Von der Hitlerjugend des Standorts Inheiden erreicht uns folgender Brief: „Unser Heim? Es ist ein kleines Häuschen mit einem Zimmer. Im Zimmer eine Dfeti, ein Schrank, ein Tisch und eine Reihe von Stühlen. Es ist ein schönes Heim, von den Jungen selber möbliert und ausgestattet. Aber wo ist dieses Heim zu finden? Nirgends als in unserer Phantasie! Mit einem Schulsaal müssen wir uns bequemen, müssen hier unsere Heimabende abhalten, da, wo die Bänke, der ganze Raum und überhaupt alle Gegenstände in diesem Raum ein unbequemes Empfinden und eine gedrückte Stimmung hervor- bringen. Wollen wir Lieder singen, dann können verschiedene Nachbarn und Bewohner des Hauses nicht schlafen, und gleich hat man immer irgend etwas, um gegen die HI. loszu- ziehen. Und dann erhält man den Auftrag, interessante Heimabende zu gestalten, in den Jungen den Spaß am Heimabend zu wecken. Das ist unter diesen Umständen gänzlich unmöglich, und da alle Standorte unserer Umgebung mit demselben Mangel an Heimen ihre Last haben, wende ich mich in diesem Brief an glle maßgeblichen Stellen, die sich noch nicht für unsere Heime eingesetzt haben, mit der Bitte, uns im Hinblick auf die große Mission, die die HI. zu erfüllen hat, nach besten Kräften zu unterstützen. Wir rufen Euch allen zu: Schafft uns geeignete Heime! Grieger." So wie die Zustände in Inheiden sind, die dieser Brief schildert, so sind sie überall in den ober- hessischen Orten. Wir brauchen für die Hitlerjugend Heime und bitten jeden Volksgenossen, der uns diesbezüglich unterstützen kann, dies mit allen ihm zu Gebote stehenden Kräften zu tun. Die Führung des Bannes 116. Gez. Ernst Heim, Bannführer. Reichsgeldsammlung des Wmlerhilsswerks vom 20. dis 25. Rovember. Im ganzen deutschen Vaterland werden in der Zeit vom 20. bis 25. November die ehrenamtlich tätigen Helfer des Deutschen Winterhilfswerks sich von Wohnungstür zu Wohnungstür begeben, um ein Scherflein für das große Hilfswerk des deutschen Volkes zu erbitten. Viel ist schon gegeben worden, aber die zu lindernde Not ist auch sehr groß. Volksgenossen! Betrachtet die Arbeit der ehrenamtlich tätigen heiser des winterhilfswerks nicht als eine Belästigung und geb jeder nach seinen Kräften. Denkt an die Zeit, wo wir alle mit offenen Augen zur Ohnmächtigkeit verurteilt, langsam in den Abgrund trieben. Vergeßt nie die einzigartige Tat des Führers, der durch feinen Willen und durch die Kraft der Idee diesem Hintreiben Einhalt gebot. Vergeht nie, daß ihr in euren Unternehmungen wieder eine aufwärts entwickelnde Bewegung erfahren habt: vergeßt nie, daß Millionen arbeitsloser Volksgenossen wieder in Arbeit und Brot gekommen sind. Vergeßt nie, daß nur durch den Zusammenschluß aller Volkskreise und daß nur durch die Kraft der Gemeinschaft das Leben der Nation überhaupt gesichert ist. Glaube niemand, daß er seine Opferbereitschaft schon übersteigert hat, und glaube niemand, daß er durch seine bisherigen Spenden der Pflicht der Gemeinschaft gegenüber genügt hat. Rur dauerndes Vorwärtstreiben und beharrliches Anrennen gegen die Rot kann auch dir. Volksgenosse, der du heute in wirtschaftlich gesicherten Verhältnissen lebst, diese sichern. Volksgenossen! weist deshalb keinen Helfer des Winterhilfswerks, der für feine notleidenden Brüder sich in aufopfernder Tätigkeit zur Verfügung stellt, ab und gebe jeder nach seinen Kräften. einem neuen Herzen, so wollen wir gerade in diesem Stück auf GottesGnade vertrauen. Er sendet ja denen, die ihn bitten: „Schafs in uns, Gott, ein reines Herz!" den großen Umgestalter des Menschenherzens, Jesus Christus, und verkündet uns durch ihn, daß Bußtag Gnadentag ist, an dem wie an keinem andern Tage des Jahres gegenüber unferm engen Herzen die Botschaft der göttlichen Barmherzigkeit gilt: „Gott ist größer als unser Herz" (1. Joh. 3, 20). Und der Weite und Tiefe dieses großen barmherzigen Daterherzens kann sich unser enges Herz auf die Dauer nicht verschließen. Es muß sich der göttlichen Gnade öffnen. Und je mehr es das tut, um so weiter und liebevoller wird das einst so enge Herz. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Achtung! winterfportter! Winterurlaubszug der NS.-G. „Kraft durch Freude" 25. Dezember bis 2. Januar, Erzgebirge (Schwartenberg), ein vorzügliches Gebiet für Wintersport und durch seinen Waldreichtum für schone Spaziergänge in den Winterwäldern geeignet. Sowohl der Wintersportler als auch der Urlauber wird reichlich auf feine Kosten kommen. Die Abfahrt ab Frankfurt erfolgt am 25. Dezember, abends. Die Rückfahrt beginnt am 1. Januar, nachmittags. Am Spätnachmittag ist ein mehrstündiger Aufenthalt in Chemnitz vorgesehen. Die Weiterfahrt erfolgt nach dem gemeinsamen Abendbrot. Ankunft in Frankfurt am 2. Januar, früh. Kosten 33,— RM. In dem Preis sind die Kosten für die Fahrt, Verpflegung und Quartier einbegriffen. Anmeldungen werden bis zum 6. Dezember auf der Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Schanzenstr. 18, entgegengenommen. Verwaltungsstelle 19 Gießen. Wir weisen unsere Mitglieder darauf hin, daß Anträge auf Erwerbslofenunterstützung bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und Erwerbsunfähigkeit nur noch entgegengenommen werden können, wenn dieselben sofort zu Beginn des einzelnen Falles gestellt werden. Eine nachträgliche Beantragung von Unterstützung ist also zwecklos. Heil Hitler! C h. Schmidt, Verwaltungsstellenwalter. Geheimrat Prof. Dr. König 75 Jahre alt. In bester Frische kann am heutigen Dienstag, 20. November, der Geheime Hofrat Professor Dr. Walter König, der langjährige Ordinarius für experimentelle Physik und Direktor des Physikalischen Instituts der Universität Gieße,i, seinen 75. Geburtstag begehen. Geheimrat König entstammt einer alten Kaufmannsfamilie in Berlin. Er besuchte dort das Werder-Gymnasium und studierte dann in Tübingen und Berlin, war Schüler des bekannten Physikers von Helmholtz, promovierte im Sommer 1882, arbeitete dann bei Helmholtz und war hierauf von Ostern 1883 bis Ostern 1887 Assistent bei dem Experimentalphysiker Professor Quincke in Heidelberg. Von Ostern 1887 bis zum Herbst 1892 wirkte er als Assistent bei Professor Wiedemann am Physikalischen Institut in Leipzeig, wo er sich im Sommer 1887 habilitierte und im Sommer 1891 außerordentlicher Professor wurde. Von Oktober 1892 bis Ostern 1900 war er als Dozent des Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. tätig, am 1. April 1900 ging er als außerordentlicher Professor nach Greifswald, wo er am 1. Juli 1901 zum ordentlichen Professor ernannt wurde. Am 1. April 1905 übernahm er als Nachfolger von Professor Drude das Ordinariat für Experimentalphysik und zugleich die Stelle des Direktors des Physikalischen Instituts der Universität Gießen, lieber ein Viertel- jahrhundert wirkte er in dieser Amtsstellung in fruchtbarer Weise. Im Jubiläumsjahr 1907 war er Dekan der Philosophischen Fakultät, vom 1. Oktober 1911 bis 30. September 1912 stand er als Rektor an der Spitze unserer Landesuniversität. Die zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen des Gelehrten behandeln meist Probleme der Hydrodynamik und der Optik, hier vornehmlich Fragen der künstlichen Doppelbrechung. Geheimrat König war viele Jahre Herausgeber der Beiblätter der „Annalen der Physik", weiter gab er eine Neubearbeitung von Drudes Physik des Aethers heraus und widmete seine Kraft besonders der Herausgabe des Lehrbuches der Experimentalphysik von Lommel, das er von der 10. bis zur 30. Auflage MM, >W MN Roman von Klothilde v. Stegmonn. 20 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Dann war ihr guter Ruf unrettbar dahin und ihres Bleibens als Sekretärin Robby Hermans nicht länger. Sie kannte feine reine und vornehme Denkweise. Ein schmutziger Klatsch über ihn und eine Sekretärin — so etwas mochte vielleicht ein Studczynski hingehen lassen, niemals aber ein Mensch wie Robby. "Er war darin, wie in allem anderen, der würdige Nachfolger von Direktor Rudolf Kutschner. Aber damit war cs noch nicht genug. Mußte man von Studczynski nicht bas Schlimmste befürchten? Vielleicht deutete er Robby gegenüber etwas von ihrer Beziehung zu Kutschner an. Wie würde sie bann vor Robby Herman bastehen? Als eine falsche Kokette, bie ben einen Mann gegen ben an» bereu auszutauschen suchte. Freilich, auch Robby Herman hatte unrecht an ihr gehanbelt. Er hatte ihr verschwiegen, baß er verheiratet war. Unb jetzt erst kam sie zum vollen Bewußtsein ihres ganzen Unglücks. Robby Herman war nicht mehr frei! An eine lünbcre Frau gebunden! Tausendmal hatte sie sich gesagt, daß er nun unb nimmer gleiche Gefühle für sie Ihegen könnte, wie sie für ihn. Unb boch, ihr zuckenbes .Herz spürte: über alle Vernunft hinweg hatte boch iin ihr ein süßer Glaube gelebt: ber Glaube, baß .auch sie ihm etwas bebeuten könnte. Nun war alles vorbei. Er hatte fein Spiel mit iihr getrieben! Er hatte vielleicht geglaubt, eine Ileichte Beute in ber Unerfahrenen zu finben. Aber iba hielt sie inne Was war nur mit ihr? Hatten ibenn bie bösen Worte Stubczynskis auch sie selbst 'schon vergiftet? Wie kam sie bazu, bem geliebten ' Manne auch nur einen Vorwurf zu machen? Hatte ' er irgenbein Wort von Liebe zu ihr gesprochen? -Irgend etwas getan, was sie berechtigen konnte, 'auf feine Neigung zu hoffen? Nichts! Die Ereig- miffe gestern abenb gaben ihr keinerlei Recht, ihm Vorwürfe zu machen. Sein Verhalten war nur ibiftiert worben von einem Mitleibsgefühl. Nichts .anberes hatte er in ihr gesehen als einen abge= .arbeiteten Menschen, zu bem er gut gewesen. Ver- imutlich würbe er in jebem ähnlichen Falle genau sso gehanbelt haben. Nein, wie schwer auch alles war, sie bürste es ffid) nicht leichter machen burch Vorwürfe gegen ihn. '.Der Fehler lag bei ihr. In boppeltem Sinne. Denn auch bie Sache mit Kutschner hätte längst zur Klarheit kommen müssen. Hätte sie sich eher für »der gegen Kutschner entschieben — biefer Stub- oc3t)nffi hätte ihr niemals ben Vorwurf ber Heuchelei machen können. Nun war bas eine wie das anbere rettungslos verwirrt. Mübe machte sie sich auf ben Rückweg. Sie war froh," als sie einen Autobus sah, ber m Richtung Wannsee fuhr. Ihre ©lieber waren wie Blei. Sie hätte nicht zu Fuß heimgehen können. Inmitten lär- menber unb fröhlicher Ausflügler fuhr sie bann zurück. Sie vermochte nicht zu benfen. Sie sah nur immer Stubczynskis höhnisches Gesicht. In ihren Ohren klangen seine bösen Worte wider. * Rudolf Kutschner hatte zuerst sehr schwer unter der Trennung von Edelgard gelitten. Von Tag zu Tag hatte er auf ihre Briefe und eine endgültige Entscheidung gewartet. Allmählich aber ergriff ihn das fieberhafte Tempo der amerikanischen Metropole. Hier war keine Zeit, um zy träumen. Hier war alles bis zum Siedepunkt erhitzte Tätigkeit. Hier lebte man ganz ber Gegenwart, hatte nicht Muße, bauernb rückwärts zu schauen. Kutschner fühlte sich beruflich ganz in seinem Element. Jetzt erst konnte er so großzügig arbeiten, wie er es sich erhofft. Der Wagemut ber Amerikaner war burch keinerlei Krisen zu bämmen. Schon interessierten sich befreunbete Konzerne für bie Fortschritte auf bem Gebiet ber Farbenfilm-Photographie. Besonbers eine Konkurrenzfirma zeigte Neigung, mit Kutschners Firma zusammenzugehen. Merkwür- bigerweise aber war ber Chef biefer Firma eine Frau, Mistreß Dorothy Kelvey. Kutschner kannte sie schon. Sie war eine bekannte Chemikerin unb in ihrer Mäbchenzeit eine ber bekanntesten Dozentinnen an einer großen amerikanischen Universität gewesen. Dann hatte sie sich mit Mister John Kelvey verheiratet, ihn aber nach kurzer, glücklicher Ehe verloren. Allgemein hatte man angenommen, Mistreß Kelvey würbe sich einen tüchtigen General- bireftor nehmen. Aber sie selbst war ihr eigener Generalbirektor geworben. Schon zu Lebzeiten ihres Mannes neben ihm tätig, nahm sie jetzt mit äußerster Energie bie Leitung ber Firma Kelvey in bie Hanb. Gestützt auf einen tüchtigen Mitarbeiter, gelang es biefer Frau, bie Firma nicht nur zu erhalten, fonbern noch weiter aufwärts zu führen. Kutschner hatte seinerzeit, ehe er bie Leitung seiner Firma in Deutschlanb übernahm, wegen einer Anstellung in ben Kelvey-Werken mit der neuen Inhaberin verhandelt. Aber nach jahrelangem Aufenthalt in Uebersee hatte ihn die Sehnsucht nach ber Heimat bas Angebot Mistreß Kelveys ablehnen lassen. Beibe hatten ooneinanber einen sehr marinen unb guten Einbruck gehabt. Sie waren sich vielleicht ein wenig ähnlich, ruhig, klar unb gütig, wie sie waren, babei von einer zähen Arbeitsfreube. Um so größer war jetzt Kutschners Freube, als er geschäftlich mit Dorothy zu tun bekam. Die erste Besprechung fanb in Mistreß Kelveys Büro statt. Mit ausgeftredten Hü:.>n kam Dorothy Direktor Kutschner entgegen. Ein freudiges Lächeln erhellte ihr feines, etwas schwermütiges Gesicht. „Wie schön, Mister Kutschner, daß unsere alten Beziehungen sich wieder anknüpfen. Sehen Sie, so kommt man doch wieder zusammen." „Die Freude ist ganz auf meiner Seite, Mistreß Kelvey." Er erwiderte ihren Händedruck herzlich. „Ich hoffe, daß wir geschäftlich recht gut miteinander auskommen werden." Nur geschäftlich!, dachte Dorothy bei sich; aber sie sprach es nicht aus. Sie hatte die ganzen Jahre viel an Rudolf Kutschner gedacht. Nach dem Tode ihres Mannes mar er der erste gewesen, dem gegenüber ihr Herz etwas wärmer geschlagen. Sie hatte damals gehofft, ihn durch eine glänzende Stellung an ihre Firma fesseln zu können — und vielleicht auch persönlich ihm näherzukvmmen. Sein Entschluß, nach Deutschland zu gehen, hatte diese leise Hoffnung im Keime zerstört. Ab und zu hatte sie von ihm gehört. In Fachzeitschriften würbe sein Name immer häufiger als der eines Pioniers der Wissenschaft genannt. Von seinen privaten Verhältnissen wußte sie nur, daß er noch unverheiratet mar. Während sie nun zu arbeiten begannen, schmeiften ihre Gedanken hin unb roieber ab. Das passierte ihss .sonst eigentlich niemals. Aber jetzt mußte sie boch heimlich immer roieber ihn ansehen unb feststellent Rubolf Kutschner war zwar älter geworben, aber er gehörte au jenen Männern, bie erst auf ber Höhe ihrer Reife auch äußerlich vollkommen würben. Er war in lanbläufigem Sinne kein schöner Mann, aber seine Stirn hatte sich im Laufe ber Jahre immer geistvoller ausgeprägt. Die Gesichtszüge waren immer ausbrucfsooller geworben. Willenskraft unb Klugheit stauben in ben Augen. Der Munb aber verriet bie ganze weiche Güte feines Herzens. Dorothy mußte sich zwingen, ihre Gebanken immer roieber auf bie Darlegungen Kutschers zu konzentrieren. Aber schließlich rourbe sie von seinen kühnen Kombinationen unb feinem geschäftlichen Weitblick boch mit fortgerissen. Unb halb arbeiteten biefe beiben Menschen so vertieft unb in so restloser Uebereinftimmung, als wäre ihr Gehirn von ben gleichen Gebauten erfüllt. Sie schraken beinahe auf, als es klopfte. Das Geräusch kam von einer kleinen Tapetentür gegenüber bem Eingang zu Mistreß Kelveys Zimmer. „Oh", sagte Dorothy, „eutschulbigen Sie bitte, Mister Kutschner — bas finb meine Kinber. Ich vergaß ganz. Ich hotte ihnen ja versprochen, mit ihnen auszufahren. Aber nun geht es natürlich nicht. Wir finb ja noch lange nicht fertig." Sie öffnete bie Tapetentür. Im selben Augenblick stürzten, rote zwei weiße Wollkuäucl, zwei Kinber auf sie zu: ein kleines Mädchen dessen blonde Locken unter einem weißen Herrn, linmützchen hervorquollen, unb ein kleiner Junge mit braunem Haarschopf unter ber kleinen Kappe. Unb plötzlich war das ganze Zimmer erfüllt von Lachen unb Zwitschern, von süßen Kinberstimmen, in bie bie bunfle Stimme ber Mutter tönte. „Eutschulbigen Sie, Mister Kutschner, ben lieber- fall!" Dorothy roanbte sich zu ihm um. Ihre schwermütigen Züge waren plötzlich hell, von unnennbarem Glück erfüllt. „Die kleine Gesellschaft ist etwas stürmisch. Aber sie haben ihre Mutter so selten, baß sie es hoppelt aysnützeu müssen. Ja, leiber kann ich nicht mitfahren, Kinber", sagte sie, unb umfaßte bie Kin- ber zärtlich. „Nicht traurig fein! Mutti kommt heute abenb etwas zeitiger zurück unb bringt euch etwas Schones mit/' Enttäuscht schaute ber kleine Junge zu ber Mutter auf, unb in ben blauen Augen bcs kleinen Mäb- chens schimmerten Tränen. Die Nurse, bie bescheiben im Hiutergrunb geftan- ben hatte, kam herein. „Aber eine kleine Laby wirb boch nicht meinen", sagte sie beruhigeub zu bem kleinen Mäbchen. „Kommt nur, wir wollen Mutter jetzt nicht stören!" Kutschner taten bie enttäuschten Gesichter ber Kinber sehr leib. Würben Sie gestatten, Mistreß Kelvey, baß ich an Ihrer Stelle mit ben Kleinen fahre? Wir beibe finb ja in einer Viertelstunbe fertig. Wenn bie Kinber solange unten warten wollen?^ „Aber bas kann ich boch gar nicht annehmen, Mister Kutschner!" „Sie würben mir eine Freube machen, Mistreß Kelvey. Ich habe Kinb sehr — lehr gern! — Würbet ihr mich wohl mitnehmen?" wanbte er sich an bie Kinber. „In Victoria-Street ist ein großes, neues Marionetten-Theater — im Vorbeifahren habe ich es gesehen. Ich mürbe mich freuen, roenn ihr mich bahin begleiten roürbet." Die Kinber schauten nun mit leudjtenbcn Augen zu Kutschner auf. „Du barfft uns begleiten", sagte bas kleine Mäh- chen mit ber Miene einer kleinen Dame. „Nicht roahr, Bob, mir erlauben es ihm?" Bob sah prüfenh in Kutschners Gesicht. „Ich henke, ja", erklärte er entschieben. „Aber nicht lange märten lassen", fügte bas kleine Mäbchen hinzu. „Wie Bob neulich zu spät zum Frühstück gekommen ist, hat Mutter gesagt, baß man eine Dame nicht märten läßt." Dorothy Kelvey lachte auf. Aber Kutschner sagte ernsthaft, inbem er bie Hanb bes kleinen Mäbchens küßte: „Du hast ganz recht mit beiner Mahnung. Es wäre fehr unhöflich von mir, euch warten zu lassen Ich bin bestimmt in einer Viertelstunbe unten." Lachend und schmatzend entfernten sich die K'nder, an der Hand der Nurse. (Fortsetzung folgt 1) a Di? Fortschritte seiner wissenschaftlichen (fr: m.'mife wußte er, entsprechend seiner beson- ,u .1 . .. . L'n Segaoung, durch glänzende P?. suche f. in.'n Hörern zu verdeutlichen. Zu seinen Fü )?n fa,;cn als Schüler viele spätere Lehrer der höheren Schulen Hessens und weit darüber hinaus, uL' in akademischen Unterricht oder auch in physikalisch technischen Berufen neue Generationen heran- bilu.n und dabei die wissenschaftliche Arbeit Ko- nms fruchtbar anwenden. Neben seinem unermüdlichen Wirken als Hochschullehrer und Forscher widmete sich Geheimrat König, ausgehend von seinem wissenschaftlichen Arbeitsgebiet, in regster Weise auch den Fragen der Luftfahrt, der er in unserer engeren Heimat stets ein hervorragender Förderer wurde. Er gründete und leitete viele Jahre lang den Gießener Verein für Luftfahrt, dessen Wirken durch ihn in entscheidender Weise beeinflußt und zum größten Nutzen des Luftsports gestaltet wurde. Bei seinem Rücktritt von der Leitung des Vereins mit Rücksicht auf sein Alter im Jahre 1932 wurde Geheimrat König in dankbarer Würdigung seiner großen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt, ferner wurde von den Gießener Segelfliegern im Jahre 1933 ein Segelflugzeug auf den Namen „Geheimrat König" getauft. Weiter war der Jubilar lange Jahre Vorsitzender des Lesehallenvereins bis zum Jahre 1922 und zweiter Vorsitzender des Glei- bergvereins. Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde ehrte ihn durch die Ernennung zum Ehrenmitglied, ebenso ist er Ehrenmitglied des Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. Die vortrefflichen menschlichen Eigenschaften Königs, insbesondere sein allezeit freundliches und gegen jedermann zuvorkommendes und gefälliges Wesen, die Lauterkeit seines Charakters und seine unermüdliche, selbstlose Hingabe an die Arbeit im Dienste der Volksgesamtheit haben ihn nicht nur in Kreisen der Universität und der Gießener Bevölkerung, sondern weit darüber hinaus große Wertschätzung bei allen Volksgenossen erworben. Insbesondere steht er auch bei dem jungen Nachwuchs des Flugsports in Gießen und Oberhessen wegen seiner großen Verdienste auf diesem Gebiete und wegen seiner unermüdlichen Hilfsbereitschaft für die Sportfliegerei durch Rat und Tat in hohem Ansehen. In weiten Kreisen in Stadt und Land wird man am heutigen Tage dem verdienstvollen Gelehrten und tatfrohen, opferfreudigen Diener der Allgemeinheit noch zahlreiche Jahre eines schönen Lebensabends in Gesundheit und Frische wünschen. Amt für Doifswohlfahrt, Ortsgruppe Gisßsn-Güd. Die Brotausgabe an die Hilfsbedürftigen meiner Ortsgruppe findet heute nachmittag zwischen 3 und 6 Uhr statt. Sprech st und'en imGeschäftszimmerCrednerstrahe2 4. Ortsgruppenamtsleiter: Mittwochs und Freitags von 20 bis 21 Uhr: Kassenstunden: Mittwochs von 19 bis 20 Uhr; Mutter und Kind und Wohlfahrtswalterin: Montags und Donnerstags 16 bis 18 Uhr. te-chöberufsgruppe der Techniker. Erster Berufswettbewerb für die jüngeren und die stellenlosen Architekten und Bautechniker der Berussgruppe der Techniker. Die Programme sind beim Bezirk in Frankfurt a. M., Gutleutstr. 31 anzufordern. Schlußtermin für die Ausgabe von Programmen ist der 1. Dezember 1934. Elternversammlung der HZ. und des BOM. Wie das Arbeitsamt Gießen uns mitteilt, findet am Donnerstag, 22. November, 20 Uhr, in der Pesta- lozzischule sine Elternoersammlung der Hitlerjugend und des BDM. statt. Es sprechen der Berufsberater und die Berufsberaterin des Arbeitsamts Gießen über das Thema „Die deutsche Jugend vor der Berufswahl". Darbietungen der HI. und des BDM. musikalischer und sonstiger Art werden den Abend noch bereichern. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 20. Nov. Auf dem heutigen Wochen- märkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 10 bis 13, (ausländische) 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 8 bis 10, der Zentner 7 bis 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 bis 6 Pf., der Zentner 3 bis 3,50 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 8 bis 9 Mark, Gelbe Rüben 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 12, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 50 bis 80, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 12 Mark, Birnen, das Pfund 6 bis 10 Pf., Nüsse 35 bis 40, junge Hähne 85 bis 90, Suppenhühner 70 bis 75, Gänse 60 bis 75, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 10, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie .10 bis 20, Unterkohlrabi, das Pfund 8 Pf. Vornolizen. — Tageskalender f ü r Dienstag: Stadttheater, 20 bis 22,30 Uhr „Alt-Wien". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Herr Kobin geht aus Abenteuer". — Ortsmusikerschast Gießen in der Reichsmusikkammer, 20 Uhr, Saal bes Gesellschafts- Vereins, Vorspiel von Hausmusik für Klavier zwei- und vierhändig, Streich- und Blasinstrumente und Gesang aus Anlaß des Tages der deutschen Hausmusik". — Alterskameraden vom Jahrgang 1885 bis 1935, 20.30 Uhr, Restauration Germania, Gründung der Altersvereinigung. — Stadt-Cafch 16.30 und 20.30 Uhr, Modenschau. — Tageskalender f ü r Mittwoch: (Buß- und Bettag): Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schloß Hubertus". — Aftoria-Lichtspiele, Seltersweg: ..Conqorilla". — Stadttheater Gießen. Heute, 20 Uhr, Erstaufführung der Operette „Alt-Wien" von Josef Lanner unter Leitung von Wrede°Cuj6. Ende 22.30 Uhr. — Am morgigen Mittwoch bleibt das Theater wegen des Bußtages geschlossen. — Dichterabend Herbert Böhme. Die NS.-Kulturgemeinde, der Goethebund, die Hitlerjugend und die Studentenschaft weisen im heutigen Anzeigenteil noch einmal auf den Dichterabend Herbert Böhme am kommenden Donnerstag hin. Näheres in der Anzeige. ** Polizei personalie. Ernannt wurde der Pollzeihauptwachtmeister Heinrich H e d r i ch in Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober 1934 ab zum Kriminalhauptwachtmeister. ** Silberne Hochzeit. Die Eheleute Heinr. Ullrich und Frau Karoline, geb. Mehring, Schanzenstraße 1 wohnhaft, können am heutigen 20» November bas Fest der silbernen Hochzett begehen. Das Jubelpaar ist seit vielen Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Der Bauland - Umlegungsplan Wilhelm st raße — Aulweg — Wartweg vollziehbar. Der Vorsitzende des Umlegungsausschusses für die Baulandumlegungen zwischen Wilhelmstraße—Aulweg—Wartweg bringt in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Blatte zur öffentlichen Kenntnis, daß der Umlegungsplan nach rechtskräftiger Erledigung der Erinnerungen vollziehbar ist. Tag der Ausführung ist der 15. Dezember. Interessenten finden näheres in der Bekanntmachung. ** Krankenkassenbeiträge für O k - t o b e r bezahlen! Die Allgemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen mahnt in unserem heutigen Anzeigenteil die Zahlung der Krankenkassenbeiträge für Oktober bis zum 25. November an. Säumige Zahler seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Verbesserte P o st z -u st e l l u n g nach denLandorten anFeiertagen. Nach einer Anordnung des Reichspostministers werden künftig am 1. Oster-, Pfingft- und Weihnachtsfeiertag Briefsendungen und Pakete mit und ohne Nachnahme und Zettungen nach allen Landorten zugestevl. In Orten mit Poststellen soll ebenso verfahren werden. Bekanntlich findet nach Landorten an Sonn- und Feiertagen, soweit die Zustellung dahin nicht ganz ruht, nur eine Brief Zustellung st-att. Durch die neue Regelung wird verhütet, daß u. U. der Inhalt von Paketen durch längeres Lagern während der Feiertage verdirbt; außerdem wird erreicht, daß die in vielen Fällen Geschenkgegenstände enthaltenden Pakete noch rechtzeitig in den Besitz der Empfänger gelangen. ** Prämiierung von eingelagertem O b ft. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau beabsichtigt, besondere Leistungen in der Einlagerung von Winteräpfeln zu prämiieren. Die baldmögliche Gewinnung einer Uebersicht über etwa in Frage kommende Einlagerungen ist erwünscht, wenn auch die Prämiierung selbst erst nach Vorlage der Ergebnisse erfolgen kann. Es ergeht daher an alle Einlagerer, die im Reichsnährstand ihre Vertretung haben, die Aufforderung, sich bei dem zuständigen Obstbaubeamten zu melden. Dem Schreiben ist eine Uebersicht beizufügen, aus der alle Faktoren, die für eine Beurteilung der Einlagerung von Wert sind, ersichtlich sind (z. B. Einlagerungsort, Mengen, Skizze usw.). Die wirkliche Stimmung im Saargebiet. Vortrag im NSLB., Bezirk Gießen-Stadt. Der Nationalsozialistische Lehrerbund, Bezirk Gießen-Stadt, hielt gestern nachmittag im Singsaale des Realgymnasiums eine Versammlung ab, die sehr gut besucht war. Oberstudiendirektor Leonhardt begrüßte die Teilnehmer und gab einige geschäftliche Mitteilungen bekannt. Herr Muh! sprach sodann über die wirkliche Stimmung im Saargebiet. Er gab zunächst einen Ueberblick über die Entwicklung der Lage im Saargebiet nach 1918. Der unglückliche Ausgang des Weltkrieges habe in Cle- menceau die Situation für die alte französische Rheinlandpolitik günstig erscheinen lassen, und wenn es auch nicht gelungen sei, daß Saargebiet ganz an Frankreich zu fetten, so sei das Land nicht zuletzt durch die Lüge von den „150 000 Saarfranzosen", vom Mutterlands abgetrennt und unter die Hoheit des Völkerbundes gestellt worden. Für die Franzosen seien in der Saarpolitik drei Gründe maßgebend: Frankreich wolle die wertvolle Saarkohle, ferner seine Rheinlandpolitik fortsetzen und schließlich in das Gebiet des Warndts und des Saarlouiser Gaues den ©reifen seiner Befestigungen vorschieben. Vor der nationalsozialistischen Revolution habe es im Saargebiet ebensoviele Parteien gegeben wie im Reich. Aber die meisten Parteien wünschten den Anschluß an das Reich. Nach der Aufrichtung des Dritten Reiches sei das Saargebiet zu einem Sammelbecken von Verbrechern und Deserteuren geworden, die sich in Deutschland der Gerechtigkeit entzogen. Das Saaroolk dränge zum Reiche. Nachdem die NSDAP, im Saargebiet verboten worden sei, wurde dort die Deutsche Front gebildet, in der alle Volksgenossen, die die Rückkehr zu Deutschland wünschten, aufgingen. Nachdem ursprünglich die schlimmsten Gräuelmärchen über die Zustände im Reiche in das Saargebiet gedrungen und manchmal auch geglaubt worden seien, habe dies anders werden können, nachdem Saardeutsche vom Deutschen Turnfest in Stuttgart, von Rüdesheim und von Koblenz und schließlich von der wallfahrt zum Heiligen Rock in Trier zurückkehrten und begeistert von der Ordnung und Disziplin berichten konnten, die im wutterlande herrsche. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit den Vorgängen in jüngster Zeit, sprach von dem Treiben der Angehörigen der Einheitsfront, der Separatisten, von der Tätigkeit der 78 „Einspruchs-Fabriken" und der Ablehnung dieser Einsprüche durch die Abstimmungskommission. Die „Einheitsfront", die sich aus der SPS. (Sozialdemokratische Partei des Saargebiets), aus der KPD. und dem Saar-Wirtschaftsverein zufammen- fetze, könne von feinem Wirt im Saargebiet mehr einen Saal zur Abhaltung ihrer Versammlungen freiwillig bekommen. Die Abstimmungskommission müsse sich darum bemühen, Säle für die Einheitsfront zu beschlagnahmen, wenn diese Organisation ihre Versammlungen abhalten wolle. Auffällig sei, daß in einem Bezirke des Saargebiets zu gleicher Zeit niemals zwei Versammlungen der Einheitsfront anberaumt seien. Das sei so zu verstehen, daß die Versammlungsteilnehmer, die das Fahrgeld jeweils erhalten, von einem Versammlungsort zum anderen kommandiert würden. Außerdem ziehe man Kommunisten aus Lothringen hinzu, um die Versammlungen wenigstens einigermaßen besucht zu sehen. Eine Versammlung, die in Groß-Rosseln abgehalten worden war, sei nach genauen Feststellungen nur von 70 Leuten aus dem Warndt besucht gewesen. Um den Mitgliedern der Einheitsfront aber zu zeigen, wie deutsch die Bevölkerung von Groß- Rosseln sei, habe Groß-Rosseln an diesem Tage im Schmucke der Hakenkreuzfahnen geprangt wie nie zuvor. Die Saar-Wirtschaftsvereinigung stehe dicht vor der Auflösung. Die Deutsche Front dagegen habe viele Neuanmeldungen zu verzeichnen. Die Entwicklung im Reiche gewinne immer mehr Einfluß im Saargebiet. Die Arbeitsbeschaffung im Mutterland wirke sich ebenfalls sehr günstig aus. Arbeitslose, die im Reiche beschäftigt würden, schrieben begeisterte Briefe. Die Studentenschaften, auch die Gießener Studenten, arbeiteten überaus glücklich und ihre Ankunft werde im Saargebiet immer sehr ersehnt. Auch die Ferienaufenthalte, die Saarländern im Reiche überall in diesen Wochen gewährt würden, wirkten günstig. Alle Härte, die bisher gegen die Deutsche Front durch die Regierungskommission aufgeboten worden sei, schweiße die Deutsche Front nur noch mehr zusammen. Im Saargebiet spreche übrigens fein Mensch von der Möglichkeit einer Besatzung. Frankreich würde damit nur das Gegenteil von dem erreichen, was es erreichen wolle. Der moralische Eindruck der an der Grenze zusammengezogenen Truppen und deren Hebungen mit Maschinengewehren bleibe völlig aus. Es gebe auch feine „Schwarze Gefahr" im Saarge- biet. Die Abstimmung für Deutschland werde sich im Saargebiet auf mindestens 85 Prozent belaufen, in den Grenzgebieten rechnet man mit weit über 90 v. H. der für Deutschland abgegebenen Stimmen. Der Tag der Abstimmung werde ein großes Erlebnis fein, denn jedermann im Saargebiet warte brennend darauf, sich durch den Stimmzettel für Deutschland entscheiden zu können. Arn Tage der Abstimmung werde im Saargebiet ein ungeheurer Verkehr herrschen. Es sei zu berücksichtigen, daß nicht in jedem Orte abgestimmt werden könne, vielmehr müßten die Einwohner vieler Orte in Nachbarorte zu den Bürgermeistereien marschieren. So könne z. B. im Warndt nur in Lud- weiter abgestimmt werden, und so gelte es für die dortigen deutschen Volksgenossen Fußmärsche bis zu zwei Stunden zurückzulegen. Aber nichts werde den Saarländer abhalten, an jenem Tage der Entscheidung für Deutschland einzutreten. (Lebhafter anhaltender Beifall!) Oberstudiendirektor Leonhardt wies zum Abschluß der Versammlung darauf hin, was durch Einigkeit möglich sei. Es müsse und werde uns gelingen, das Saarland wieder mit dem Mutterlande zu vereinigen. Mit Freude und mit wehenden Fahnen stehe das Saaroolk hinter unserem Führer. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler und mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes sand die Kundgebung ihren Abschluß. Obecheffen. Oer Führer als Ehrenpate. ch Klein?Eichen (Kreis Schotten), 19. Nov. Bei dem 13. Kinde des Landwirts K. Rahn, einem Mädchen, übernahm der Führer die Ehrenpatenschaft. Jleue Bürgermeister und Beigeordnete im Kreise Büdingen. Zu kommissarischen Bürgermeistern wurden bestellt: Heinrich U h l IV. in Kohden und Gustav Ockel II. in Michelnau (Kreis Büdingen); zu kommissarischen Beigeordneten wurden bestellt: Wilhelm Krieg IV. in Burgbracht, Friedrich Knickei in Düdelsheim, Adolf Stoll in Echzell, Rudolf Eller in Lißbera und Wilhelm Heu - s o h n in Wenings (Kreis Büdingen). Heimatvereinigung Staufenberg. > Staufenberg, 18. Nov. Heute fand in dem großen Saale der Burg von 16 Uhr ab der Heimatabend der „Heimatvereinigung Staufenberg" in Gemeinschaft mit der Ortsgruppe des Reichsbundes „Volkstum und Heimat" statt. Der große Saal war dicht besetzt. Die Kapelle L y n k e r (Lollar) hatte sich aus idealen Gründen selbstlos in den Dienst der Sache gestellt. Sie erwarb sich durch ihre fleißigen, meisterhaften Darbietungen große Anerkennung und öffentlichen Dank. Der Vorsitzende, Psarerr G u ß m a n n (Kirchberg), eröffnete die Zusammenkunft und begrüßte mit kurzen, herzlichen Worten. Fräulein Elli Kern (Lehrerin) sprach den Heimatspruch. Nach einem sehr schönen dreistimmigen Lied der ersten Schulklasse (Lehrer Rabenau) „Wenn weit in die Lande wir zogen umher", hielt der Vorsitzende einen Vortrag über die Geschichte der Burg Staufenberg. Der Redner beschränkte sich in Anbetracht des großen Stoffes auf die „obere Ritterbur g", die seit dem 27. Mai 1647 in Trümmer liegt. Er ließ die graue Vergangenheit an Hand wertvoller Urkunden, die zur Einsicht offen lagen, entstehen, z. B. den Ablaßbrief von 1327, die Gründung der Staufenberger Schule durch Friedrich v. Rolshausen usw. Er stellte am Schlüsse das Elend der Vergangenheit, die Kleinstaaterei, die Uneinigkeit, die gegenseitige Fehde — „eine deutsche stolze Ritterburg wird von Deutschen (den Niederhessen) zerstört" — der Gegenwart gegenüber, die dieses Elend überwunden habe durch das Verdienst des Führers. Er sprach den Wunsch aus, daß die durch den Führer geschaffene äußere Volksgemeinschaft eine innere werde. Dazu wolle gerade die Heimatoereinigung mithelfen und in diesem Wunsche wurde ein begeistert aufgenommenes dreifaches Sieg-Heil auf die deutsche Heimat und den deutschen Führer und Reichskanzler ausgebracht. Nach einem Musikstück führten die Mädchen der 1. Schulklasse (Frl. Kern) zwei Volksreigen vor, die stürmischen Beifall fanden. Sodann hielt Gartenbauarchitekt Schwarz (Gießen) einen sehr interessanten, sachkundigen Lichtbildervortrag über die Gestaltung der Burg Staufenberg heute und inZukunft. Ihm lagen selbstaufgenommene Bilder der Umgegend und Der Burg zugrunde. Er öffnete die Augen für manche Schönheit, die vielen wohl noch verborgen ist, und zeigte, wie mit einfachen Mitteln der wunderbare Charakter der Burg besser zur Geltung kommen könnte. Vorher hatte der zweite Vorsitzende der Ver« etirtgtmg, Dr. Walbrach (Gießen), eine Ansprache an die Versammlung gerichtet, in der er den nationalen Wert der Heimatvereinigung betonte und unter großem Beifall aller Anwesenden versprach an seinem Teile nach Möglichkeit mitzuarbeiten' Damit war um 19 Uhr der offizielle Teil 3U (fnöe* Nach einer einstündigen Pause hatte im gemütlichen Teile die Jugend, aber auch das gesetztere Atter das Wort. Es wurde nicht nur getanzt, fon- dem auch deklamiert, der Staufenberger Gänse- Prozeß (Frau Ruckeishausen), gemeinsam Volkstteder gesungen, künstlerische Soli bargeboten (Klarinette: Herr Schmitt, Lollar, Violine: Herr L y n t e r, Lollar). Wenn durch diese Veranstaltung der Staufenberger Heimatvereinigung die Liebe zu Heimat, Volkstum und Vaterland gestärkt wor- den ist, dann ist alle aufgewandte Mühe reich belohnt. Oie Lollarer Frauenschast wirbt für die Winterhilfe. — Lollar, 19. Nov. Die hiesige Ortsgruppe der NS. - Frauenschaft führte am Samstagabend im Saale des Gasthauses „Zum Schwanen" die erste diesjährige Veranstaltung zu Gunsten des Winterhilfswerkes durch, die von dem Ortsgruppenleiter der NSDAP. Bürgermeister Wagner eröffnet wurde. Er gab feiner Genugtuung über den außerordentlich starken Besuch der Veranstaltung Ausdruck, zeige dieser doch, daß in unserem Orte immer dann, wenn es zu helfen gelte, die gesamte Einwohnerschaft in echt nationalsozialistischem Geiste zusammenstehe. Wenn auch hier keine Arbeitslosen mehr seien, so sei die Not in den Städten noch groß. Hier gelte es zu helfen. Dann sprach der stellvertretende Kreispropagandaleiter Heß, der in längeren Ausführungen die Stellung der Frau und ihre Aufgaben im Dritten Reiche kennzeichnete. Vor der Machtergreifung, so führte er u. a. aus, ist unser Volk kein einheitliches Ganzes gewesen. In Parteien, Stände, Berufe, Interessengruppen war es zerfallen, von denen jede ihren besonderen egoistischen Zielen nachstrebte. Der Liberalismus erstrebte nur die Forderung des eigenen Ich. Adolf Hitler bekämpfte diesen Geist der Selbstsucht. Er brachte es nach unsäglichen Schwierigkeiten und Kämpfen in zäher Ausdauer fertig, unser Volk wieder zu einen. An die Stelle des Liberalismus ist der nationale, d. h. völkische Sozialismus getreten. An die Stelle des „Ich" das „Wir". Der einzelne ist nichts, das Volk, die Gemeinschaft alles. Wahrer Nationalsozialismus ist das, was die Frontkameradschaft gewesen: „Auch bas letzte mit bem Volksgenossen teilen." Dieser Nationalsozialismus hat es bem Führer möglich gemacht, bie Arbeitslosigkeit mit ungeahntem Erfolg zu bekämpfen, unb er wirb sie ganz beseitigen, wie er es versprochen hat. Dazu ist aber treue Gefolgschaft aller nötig. Jeber beutsche Mann und jede deutsche Frau müssen helfen. Besonders bie Aufgabe der Frau umriß der Redner näher. IHr hat der Führer Ausgaben zugewiesen, zu denen sie von Natur berufen ist; sie soll nicht dem Manne in Berufen Konkurrenz machen, die diesem gehören. Dagegen habe sie die Kinder zu erziehen zu echten Nationalsozialisten. Sie kann helfen, Not lindern. Das ist auch die Aufgabe der NS.-Frauenschaft, in die jede deutsche Frau gehört. Der Redner schloß mit dem Gelöbnis: „Adolf Hitler gestern, heute und in alle Ewigkeit!" Ein Gedicht „Wir werben" rief ebenfalls zur Mitarbeit auf, ebenso wie das nun folgende Theaterstück „Frauen an die Front!", das die segensreiche Tätigkeit der NS.-Frauenschaft schilderte und das von den Darstellern mit großer Hingabe gespielt wurde. Es klang mit der zweiten Strophe des Deutschlandliedes aus, bas von ben mitgeriffe» nen Zuschauern stehend mitgefungen wurde. Nach einer Pause folgten weitere Gedichte und ein flott gespieltes historisches Lustspiel „Die Bäckerin von Winstein", bas ebenso wie bas erste Theaterstück vorzüglich einstubiert war. Auch die im weite- ren Verlaufe bes Abenbs folgenben Volkstänze „Großvatertanz" und „Kiemestanz" waren außerordentlich ansprechend. Die Kapelle Lynker ließ dazwischen ihre Weisen ertönen und steuerte ihr Teil zur Verschönerung des Abends bei. Sämtliche Veranstaltungen gefielen sehr und fanden verdienten Beifall. Sie gereichten der hiesigen Ortsgruppe der NS.-Frauenschaft, besonders aber ihrer rührigen Leiterin, Frau Dr. Schlapp, und deren Mitarbeiterinnen, die keine Mühe gescheut, um den Abend würdig zu gestalten, zur Ehre. In seinem Schlußwort brachte dies neben dem Dank an alle Mitwirkenden Bürgermeister W a- ner zum Ausdruck. In üblicher Weise schloß er mit einem Sieg-Heil auf den Führer und mit dem Horst- Wessel-Lied die Veranstaltung. Eine Verlosung, zu der die Gegenstände gestiftet waren, unter denen besonders die vielen netten Handarbeiten der Schülerinnen, die sie unter Leitung ihrer Handarbeitslehrerin angefertigt und gestiftet hatten, lobend erwähnt werhen müssen, ergab einen netten Ueberschuß, so daß zusammen mit bem Eintrittsgelb ein schöner Betrag bem Winterhilfswerk überwiesen werben konnte. So bedeutete ber Abenb für die Ortsgruppe in jeder Hinsicht einen vollen Erfolg. Ehrung der saardeutschen Gäste in Lich. D Lich, 17. Nov. Eine erhebende Feierstunde, getragen von ungetrübter Freude unb ber begeisterten Hingabe an ben Staat Abolf Hitlers, wurde unseren saarbeutschen Feriengästen ge- stern abenb bereitet. In ber festlich mit ben Symbolen bes neuen Deutschlanb geschmückten Turnhalle fand ein Militärkonzert zugunsten des Winterhilfswerks statt, das zugleich als Ehrung für unsere saardeutschen Gäste gedacht war. Sehr guter Besuch gab Zeugnis von dem regen Interesse aller Volksgenossen für M Winterhilfswerk, war zugleich auch ein Beweis W engen Verbundenheit des deutschen Volkes mit de5 Geschick der Volksgenossen an der Saar. Pg. Bürgermeister Geil (Lich) eröffnete die Veranstaltung, begrüßte die Erschienenen, besonders die saardeutschen Feriengäste, den Kreisamtsleiter der NS.-Volkswohlfahrt Pg. Kloß (Gießen) und den Sturmbannführer Ott, und gab in seiner An* spräche insbesondere dem Wunsche und der Hoss' nung Ausdruck, daß unseren Saargästen die >n unserer Heimat verlebten Tage Gelegenheit 9e* geben haben mochten, sich ein richtiges Urteil über die wahre Lage, die ihnen das neue Deutschland aufzeige, zu bilden unb baß ihnen bie heutige Veranstaltung aufs stärkste bie Verbundenheit des Mutterlandes mit dem Saarland zum Bewußtsein kommen lassen möge. Dieser Abend, wie überhaupt der ganze in unserer Mitte verlebte Urlaub mog ihnen die Quelle fein, aus der sie neuen Mut uno neue Kraft für die kommenden Tage bis Zur Av- ftimmung, die sie noch unter der Fremdherrschaft verbringen müssen, schöpfen mögen. . Das Orchester brachte dann im ersten Teil Des Programms meist klassische Werke („Fledermaus * Ouvertüre, Melodien aus dem ,Ligeunerbarolr 2. Kreis-Geflügelschau in Lang-Göns Sauber, Steinberg, sg, sg. Gajuga Enten, toffeln. kreis Friedberg. DcrZtamcLncipp büvgtfurkLÜU'öüler^MdmKncippÄlchAlffce/ Ein „Brunnen der Jugendbewegung", der vor der Ehrenhalle des neuen Jugendheimes in Hamburg aufgestellt wurde und die nationalsozia» listische Jugendbewegung symbolisieren soll. pb. Butzbach, 18. Nov. Gestern abend fand im großen Saal des „Hessischen Hof" ein Kameradschaftsabend des NSDFB. (Stahlhelm) statt, der sich eines starken Besuches erfreute. Nach vorheriger Anhörung der durch Radio übertragenen Rede des Pg. F e i ck e r t der hiesigen Ortsgruppe der Arbeitsfront erfolgte der feierliche Fahneneinmarsch und Begrüßung der geladenen Gäste, dev verschiedenen Abordnungen der SA., SS., BdM., und der auswärtigen Kameraden, u. a. Dr. Dehner, Lorberg usw. durch Ortsgruppenführer Kratz. Sodann folgte zunächst eine gutgespielte eindrucksvolle Schützengrabenszene, die ein dreizehnjähriger Hitlerjunge erdacht hatte, und die in ihrem wirkungsvollen Schluß eins stille Totenehrung brachte. Musikstücke der Militärkapelle leiteten zur schwarz: Otto Heß, Lang-Göns, dreimal sg und E. — Khaki-Campell Enten: Ludwig Heß, Watzenborn, zweimal sg. — Indische Laufenten, weiß: Richard Schmidt, Harbach-Kolbenmühle, sg. Abteilung 2: Hühner: Wyandottes, schwarz: Karl Philipp IV., Steinberg, zweimal sg und E; Heinrich Zeitz, Lang-Göns, sg. — Wyandottes, silber: Alfred Jung, Großen- Linden, zweimal sg und E. — Sussex, bunt: Otto May, Lang-Göns, viermal sg und E; Otto Heeb, Lang-Göns, sg. — Rhodeländer: Friedrich Bauer, Gießen, sg und zwei (£; Karl Schäfer, Lang-Göns, sg: Wilhelm Hofmann, Lollar, zweimal sg: Karl Stoll, Lang-Göns, zwei E und viermal sg; Wilhelm Nachtigal, Allendorf (Lumda), zweimal sg. — Barnevelder, schwarz: Hch. Sauber, Steinberg, sg. — Minorka, schwarz: Otto May, Sang-Göns, zwei E und dreimal sg. — Orloff, rotbunt: Albert Kreiling, Gießen, E und zweimal sg; Heinrich Becker, Allendorf (Sahn), dreimal sg. — Italiener, rebhuhnfarbig: Willi Frey, Sang-Göns, zwei E und viermal sg; Sudwig Konrad, Sich, zweimal sg; Richard Schmidt, Harbach-Kolbenmühle, sg. — Italiener, rebhuhnfarbig, rosenkämmig: Karl Dern, Watzenborn, zweimal sg. — Italiener, schwarz: Willi Dechert, Sang,Göns, E und sg; Georg Beimborn, Gießen, E und sg; Heinrich Riehm, Sollar, zweimal sg und E; Sudwig Dern II., Watzenborn, zweimal sg; Wilhelm Radetzky, Sich, zweimal sg; Karl Burger, Steinberg, sg. — Italiener, silberfarbig: Wilhelm Schlosser, Klein-Sinden, E und sg; Wil- geführt betrachtet werden. Nach einer Inspektion der beiden Gerätehäuser und der Geräte selbst konnte der Kreisfeuerwehrinspektor die Inspektion schließen. Anschließend marschierten die Wehren mit der Feuer- wehrkapelle in die Sokale, um hier bei flotten Weisen noch einige schöne Stunden zu verleben. 0 Göbelnrod, 19. Nov. Im überfüllten Saale der Schule sprach dieser Tage Millionär Schmoll von der Basler Mission über die Tätigkeit der Mission auf Borneo. An Hand vieler Sichtbil- d"r gab der Vortragende einen tiefen Einblick in Sitten und Gebräuche dieses Sandes, die alle in dem heidnischen Aberglauben und im Geisterglauben wurzelten, und von denen das ganze Seben der Dajaks erfaßt werde. Der Redner ging in seinen Ausführungen auf die einzelnen Formen des Geisterglaubens ein, schilderte die „Suft-, Erd- und Wassergeister", an die das dortige Volk glaube und die es stets zu versöhnen trachte. Er schilderte auch die furchtbare Auffassung der dortigen Eingeborenen, die glauben, sie müßten sich durch die Tötung eines anderen Menschen in den Besitz von dessen Seelenkräften setzen, wenn sie nicht das eigene Seben verlieren wollten. Man hörte ferner von dem merkwürdigen Totenkult jenes Volkes und von den Zauberprieftern, die mit allen möglichen Methoden Kranke heilen wollten. Schließlich kam der Vortragende auf das Wirken der Missionare zu sprechen, die bemüht sein müßten, vom Glauben her dem Volk der Dajaker Ruhe und Frieden zu bringen. Insbesondere wende sich die Mission an die Jugend, da sie zugänglicher sei. In Missionsschulen werde segensreichste Arbeit geleistet. Aber neben dieser Arbeit gehe auch die praktische Siebestätig- keit einher. So existiere ein Krankenhaus, und es werde den Aussätziaen geholfen, so weit es möglich sei. Der Redner schloß mit der Ermahnung, diese Missionsarbeit zu unterstützen, damit auch den Heiden ein Sicht in der Finsternis leuchten könne. Der Vortrag brachte allen Zubörern reichen Gewinn und stärkte die Siebe zur Mission. tn. Sang-Göns, 18. Nov. Etwa 50 Mitglieder des SA.-Reiter-Sturmes Gießen veranstalteten heute unter Seitung von Sturmführer Schömbs (Gießen) ein Jagdreiten. Vom alten Marktplatz in Sang-Göns ging die Jagd über verschiedene Hindernisse in den Gemeindewald „Die junge Mark", wo ein Fuchs ausgeworfen worden war. Die hervorragenden Reitleiftungen hatten zahlreiche Zuschauer angelockt. Es war eine Freude, zu sehen, wie die Reiter über das Gelände sprengten. In der breiten Dorfstraße „Hundstaaten" war darauf Sammeln und Schlußappell. (D Grüningen, 17. Nov. Gestern abend fand in der mit Blumen und zahlreichen Hakenkreuzfahnen geschmückten Sing- und Turnhalle die feierliche Verpflichtung der NS.-Frauenschaften von Watzenborn-Steinberg, Dorf-Gill, Eberstadt und Grüningen statt. Die Führerin der NS.-Frauenschaft Grüningen begrüßte die Erschienenen. Nach dem gemeinsamen Gesang des Frauenschaftsliedes „Die Herzen auf, die Hände fest umschlungen" ergriff Pg. Dr. Röder (Gießen) das Wort zu einer eindrucksvollen Ansprache. Der Redner sprach zunächst über Zweck und Ziel der Frauenschaft, die keineswegs vergleichbar wäre mit einem Verein, bei dem man zu jeder Zeit feinen Eintritt ober Austritt erklären könnte. Die Frauenschaft sei vielmehr die Gemeinschaft aller deutschen Frauen, die mit Herzen und Verstand die Interessen des deutschen Vaterlandes wahren wollten. In seinen weiteren Ausführungen wandte sich der Redner gegen die Miesmacher und Nörgler, die auch die Stellung der NSDAP, zur Religion in ein falsches Sicht rückten, obwohl die Partei voll und ganz auf dem Boden der christlichen Religion stehe. Nach der Ansprache fand die feierliche Verpflichtung statt. Dr. Röder las hierbei die Verpflichtungsformel vor, die Mitglieder der Frauenfchaften sprachen die Verpflichtungworte mit dem deutschen Gruß grüßend. Nach dem Gesang des Siebes „Ein feste Burg ist unser Gott" trugen Mitglieber der Frauenschaft Grüningen einen passenben Sprechchor wirkungsvoll vor. Die Führerinnen ber einzelnen Frauen- schaften überreichten bann bie Mitgliedskarten und verpflichteten die Mitglieder durch Händedruck. Mit dem Gesang des Horst-Wessel-Siedes und des zweiten • Verses des Deutschlandliedes fand die Feier ihren Abschluß. Die NS.-Frauenschaft Grüningen beabsichtigt, am 16. Dezember eine Weihnachtsveranstaltung abzuhalten. oo Eberstadt, 19. Nov. Die hiesige Wasserleitung erfährt gegenwärtig eine Erweiterung. Die Rohrleitung wird von der Adolf-Hitler- Straße bis zu dem Neubau an der Butzbacher Straße verlängert. Für die Einwohnerschaft bedeutet dies eine Erleichterung, da sie bisher ihr Wasser im „Pfaffenhof" holen mußte. Durch diesen Ausbau ist einer Anzahl Arbeitern Verdienstmöglichkeit gegeben. — Durch die N S. - G a u f i l m st e l l e wurde dieser Tage im Saale Weckmann der Film „Die letzte Kompagnie" vorgeführt und mit großem Interesse von den zahlreichen Besuchern verfolgt. > Ober-Bessingen, 19. Nov. Heute wurden hier bie Kartoffeln f ü r bie Winterhilfe verlaben. Ober-Bessingen spenbete 115 Ztr.; bazu lud die Rachbargemeinbx Röthges ihre Spende von 82 Ztr. Mit Tannengrün und Blumen geschmückt verließ der Wagen unsere Station. Für darbende Volksgenossen in Frankfurt am Main soll er ein Zeichen treuer Volksverbundenheit zwischen Stadt und Sand werden. — Die Eintopfsammlung am letzten Sonntag ergab in ber hiesigen Zelle ben Betrag von runb 23 Mk. $ Steinheim 19. Nov. Die Eintopf- s p e n b e am gestrigen Sonntag hatte in unserer (Bemeinbe ein Ergebnis von runb 20 Mark. Die Spenbe ber Ortsbauernschaft für bas Winterhilfswerk beträgt annähernb 130 Zentner Kar- \\ nlttW stnckh hr unb sortier HW Inders ab UPP-13 if;e gW r M neben « elfter chloß eri 1 dein iss inbe Schielen wj . unter» tigt »nd i inM' ifamnw' )em 5o bebet m sang - Göns, 19. Nov. Die Kreisgruppe der Ausstellungsgeflügelzüchter im Reichs- oerbanb deutscher Kleintierzüchter veranstaltete vom 16. bis 18. November in der Turnhalle zu Sang-Göns ihre zweite Kreis- s ch a u. Die Ausstellung war recht gut beschickt und zeigte sehr wertvolles Tiermaterial. Nahezu 400 Nummern waren vertreten. Die Vorarbeiten waren in der Hauptsacke vom hiesigen Dereinsvorsitzenden, Otto May, und den Herren Otto Heß und Karl Stoll geleistet und alles mustergültig erledigt worden. Die Turnhalle war innen und außen auf das beste mit den Wahrzeichen des Dritten Reiches geschmückt. Am Samstag fand die feierliche Eröffnung durch den Kreisleiter, Sudwig Heß (Watzenborn-Steinberg) und durch eine Ansprache des hiesigen Ortsgruppenleiters der NSDAP., Karl Wenzel, statt. Daran schloß sich der erste Rundgang durch die Ausstellungsräume. Der Besuch war recht gut, besonders am Sonntag. Er wäre freilich noch besser gewesen, wenn nicht an demselben Tage zahlreiche andere Veranstaltungen stattgefunden hätten. Preisrichter waren die Herren: Philipp Ost he im, Echzell, Wilhelm N e r n, Pohl-Göns und Otto S ö d - l e r, Nieder-Gmünden. Nachstehend folgen die Ergebnisse der Prämiierung, soweit sie Ehrenpreise (E) (im ganzen 43) und die Bezeichnung (sehr gut (sg) betreffen. Abteilung 1: Stämme: a) Indische Saufenten, weiß: Richard Schmidt, Harbach-Kolbenmühle, E. — b) Gajuga Enten, schwarz: Otto Heß, Sang-Göns, sg. — c) Rhodeländer AR 34: Karl Stoll, Sang-Göns, E. Sehr- und Versuchsanstalt für Geflügel, Gießen, sg. — d) Jta- liner, rebhuhnfarbige AR 34: Willi Frey, Sang- Göns, sg. — e) Rheinländer, schwarz AR 34: Sudwig Weigand, Großen-Sinden, sg. — f) Rheinländer, schwarz alt: Karl Heß IV., Großen-Sinden sg. — g) Seghorn, weiß- Sehr- und Versuchsanstalt, Gießen, E. — h Altsteirer, wildfarbig: Otto Eckhardt, Sang-Göns, sg. — i) Zwerg-Brahma, hell AR 34: Hch. Ruhl, Garbenteich, sg. Wassergeflügel: Rouen Enten, wildfarbig: Hch. Helm Sotz, Allendorf (Lumda), zweimal sg; Willi Bopf, Lang-Göns, sg. — Italiener gelb: Otto Weiß, Watzenborn-Steinberg, zweimal sg. — Italiener, weiß: Wilhelm Jung IX., Holzheim, sg. — Italiener, gestreift: Ludwig Heß, Watzenborn, E und sg. — Rheinländer, schwarz: Wilhelm Hantel, Lang- Göns, E; Otto Boller, Lang-Göns, fg; Karl Heß, Großen-Sinden, zweimal fg; Wilhelm Schwindt, Watzenborn, fg; Heinrich Reinhardt V., Allendorf (Lumda), fg; Ludwig Weigand, Großen-Linden, fg; Karl Häuser IX., Steinberg, sg. — Leyhorn, weiß: Hermann Rau, Klein-Linden, sg; Wilhelm Kreiling II., Wieseck, zweimal sg. — Altsteirer, wild- farbig: Otto Eckhardt, Lang-Göns, E und dreimal sg. — Ostfriesische Silbermöven, schwarz-weiß: Wilhelm Römer, Lollar, dreimal sg. Abteilung 3: Zwerge: Wyandottes, schwarz: Johannes Dietz, Großen-Linden, E; Otto Heß, Lang-Göns, zweimal fg. — Wyandottes, weiß: Otto, Heß, Lang-Göns, E und viermal fg. — Wyandottes, dunkel: Albert Junker, Großen-Linden, E und dreimal fg; Karl Fey, Lich, fg. — Wyandottes, gold: Otto Häuser, Watzenborn, E und sg. — Langshan, schwarz: Hch. Sauber, Steinberg, sg; Albert Wiedemann, Sich, dreimal fg und E; Wilhelm Walther, Großen-Sinden, fg. — Rhodeländer: August Sen,3, Klein-Sinden, zweimal sg; Sudwig Wagenbach, Wieseck, E und sg; Albert Fuchs, Sollar, sg; Otto Kaiser, Wieseck, fg. — Holländer Weishauben: Georg Jammer, Garbenteich, viermal sg. — Neuenglische Zwergkämpfer, rotsch.: Heinrich Ruhl, Garbenteich, E und dreimal fg. — Neuenglische Zwergkämpfer, birkenfarbig: Karl Philipp IV., Steinberg, zwei E und fünfmal sg. — Neuenglische Zwergkämpfer, braunbr.: Karl Philipp IV., Steinberg, sg. — Altenglische Zwergkämpfer, porzellanfarbig: Otto Häuser VI., Watzenborn, zweimal sg. — Antwerpener Bratzwerg, schwarz: Hans George, Großen-Sinden, E und zweimal sg; Sudwig Weigand IV., Großen-Sinden, sg; Wilhelm Peußer, Watzenborn sg. — Federfarbige Zwerge, porzellanfarbig ohne Bart: Karl Müller II., Sang-Göns, viermal fg und E. — Sebright, gold: Willi Frey, Sang-Göns, E und dreimal fg. — Deutsche Zwerge, silberfarbig: Wilhelm Schmidt. PZieseck, zweimal sg. Abteilung 4: Tauben. Altdeutsche Kröpfer, bl. m. B.: Karl Weiß IV., Watzenborn-Steinberg, E und viermal sg. — Altdeutsche Kröpfer, gelbf.: Karl Weiß IV., Watzenborn-Steinberg, sg. — Altdeutsche Kröpfer, rotf.: Karl Weiß IV., Watzenborn-Steinberg, sg. — Hess. Kröpfer, rot: Heinrich Jäger, Ober-Hörgern, E und dreimal sg. — Hess. Kröpfer, bl. m. B.: Wilhelm Jung IX., Holzheim, sg. — Brünner Kröpfer, weiß: Hans George, Großen-Sinden, sg. — Steinheimer Sagbetten, weiß: Karl Sieg, Münster, dreimal sg.; Georg von der Au, Sollar, E und zweimal sg. — Suchstauben, hellbl. gesch.: Willi Frey, Sang-Göns, E und fünfmal fg. — Schönheitsbrieftauben, rot: Gg. Sutz, Klein-Sinden, E und fg. — Schönheitsbrieftauben, gelb: Wilhelm Hofmann, Sollar, fg. — Schönheitsbrieftauben, fahl m. schwarz. B.: Wilhelm Hofmann, Sollar, sg. — Koburger Serchen, gelercht: Heinrich Schönhals, Grünberg, zweimal fg; Otto May, Sang-Göns, E und sg. — Koburger Serchen, silber 0. B.: Wilhelm Biedenkopf, Münster, dreimal sg. — Koburger Serchen, silber m. B.: Wilhelm Biedenkopf, Münster, sg. — Thüringer Flügeltauben, schwarz: Karl Zimmermann, Sollar, sg. Thüringer Flügeltauben, blau: August Seibert, Wieseck, E und zweimal sg. — Starenhals, schwarz m. B.: Sudwig Heß, Watzenborn, E und sg. — Kupfergimpel, schwarzflüglig: Friedrich Riehm, Sollar, sg. •tWv s>’„* W". f PZ K ö !- * X V'ö «ir e. »wnu 1 d>e ech Kbgrup, ^Q9ne> ^ng über wranfta[„! n unseres' gelte, bi| GzialiM Mr feil ! in v Ifen. 5Propagon, : sungen bii : 'm Dritter reifung, j I? einhch - ^nde, & oon bener nachstrebtt derung de- diesenGeir unsägliche? Slusbaue: die Stell; h. völkisch „xsch" bffi lk, bie & ilismus ii Jen: >. m." Diel;: er mögt lhntem 6- I beseitig r treue 6- Mann e fonbers1 näher.' zu b )em Mr !M geh.7. n ju to/ Mm. «M- m ntr schloß )eute unb leintf j ber M tlers, D- gäste»! t ben» en M Ni"» 8*1 f) e n Zeugnis sen K Be°>^ lkes >n>i • starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Sein auf den Führer und das Saarvolk ausgebrachtes „Sieg-Heil", in das alle begeistert ein- stirnrnten, war ein stürmisches Bekenntnis zum Führer und Volkskanzler, und wie ein trotziger Schwur erklangen das gemeinsam gesungene Deutsch- । lanblieb und das Horst-Wessel-Sied. Nach weiteren Darbietungen des Orchesters überreichte Pg. Bürgermeister Geil jedem der Saar- . igäfte im Namen der Stadt ein von dem Saar- : lländer Rudolf fearg (Alten-Bufeck) verfertigtes Kunstblatt mit Ansicht der Stadt Sick und Wid- imung derselben. Der Sprecher der saardeutschen | üFeriengäste brachte dann noch den Dank allen »Gastgebern gegenüber zum Ausdruck, mit dem er I nm Namen der Gäste das Versprechen verknüpfte, micht zu ruhen und zu rasten, bis das Saarland mit Der deutschen Mutter wieder vereint sei. Dieses Gelöbnis klang in dem gemeinsam gesungenen Saar- Med würdig aus. Mit einem großen chronologischen Potpourri historischer Märsche, bas stürmischen Beifall fanb, unb ber Schlußansprache bes Ortsgruppenamtslei- lers ber NSV., Pg. Sehrer Nickel, in bem bieser Den Dank ber NS.-Volkswohlfahrt allen Volks- ggenoffen aussprach, bie bie Saargäste so liebevoll Ausnahmen, insbefonbere aber Sehrer i. R. Jakob । gfSich), ber in außerorbentlich rühriger Weise bie Wüste währenb ihres Hierseins betreute, unb in bem sr die Feriengäste um die richtige Aufklärung über bie wahren Verhältnisse des Dritten Reiches in 1 hrer Heimat bat, fand die im Zeichen echter Volksgemeinschaft stehende Veranstaltung ihren Abschluß. Landkreis Gießen. § Alten-Buseck, 19. November. Bei den ^olzHauerarbeiten in dem Gemeindewald I Daubringen ereignete sich heute morgen ein Un» glücksfall, ber leicht schlimmere Folgen hätte oaben können. Beim Nieberstürzen einer Kiefer vrach ein bürrer Ast ab unb fiel einem jungen Mann aus Daubringen so unglücklich auf ben Kopf, °aß er eine flaffenbe Wunde baoontrug. Nachbern Ihm bie Krankenschwester einen Derbanb angelegt Kiatte, konnte er bie Arbeit roieber aufnehmen. — Bei ber vor einigen Tagen hier abgehaltenen Treibjagd wurden 46 Hasen, 2 Füchse und ; iö Fasanenhähne zur Strecke gebracht. 'c? Sollar, 19. Nov. Eine Veranstaltung besonderer Art fand hier statt. Der Reichstheater, i u g der NS. - Gemeinschaft „Kraft »urch Freude" weilte hier und gab vor den Arbeitern des Buderusschen Eisenwerkes liine Vorstellung. Es war ein eigenartiges Bild, »ie 1600 Arbeiter des Werkes in Feierabend- Ümmung in der weiten Halle dichtgedrängt auf Bänken und allen möglichen Sitzgelegenheiten fitzen und den Vorführungen der Künstler lauschen zu shen, die den Arbeitern gute deutsche Theaterkunst, Musik, Tanz und Kleinkunst boten. Alles hatten liie Künstler selbst mitgebracht, was zur Bühnenausstattung gehörte: Kulissen, Beleuchtung mit eigener Stromerzeugung und alle möglichen Requisiten. Sin großer Omnibus diente der Beförderung der Darsteller und des übrigen Personals. Karl Hermann H a u t h sang begeisternde Rheinlieber, zwei Landsknechte alte Volks- unb Sanbsknechtslieber unb Sönslieber. Die betben Kartons brachten Sarterreafrobatif. Auch zwei Gießener Künstler wirkten mit: Paul Nieren unb Maja von Rabenau vom Gießener Stabttheater. Ersterer inftanb es, burch seinen Humor eine heitere Stimmung auszulösen, letztere erfreute burch zwei Tänze: ,-Zigeunertanz" unb „Bauernwalzer". Ter Kreis- matter ber NS.-Gemeinfchaft „Kraft burch Freube", ( hrift, erläuterte ben Zweck der Veranstaltung, l e trotz großer Schwierigkeiten ihre besondere Be- teutung hatte. -s Treis an der Sumda,19.Nov. Der von r eien Kirchenbesuchern längst gehegte Wunsch nach Beheizung unserer im Winter sehr kalten ; irche ist endlich in Erfüllung gegangen. Gestern bnnte die neue elektrische Heizung, die durch die lesigen Installateure Becker & Klein aus» s-ssührt wurde, in feierlichem Gottesdienst eingeweiht werden. Die Kosten sind durch freiwillige Gaben c-edeckt, die seit vielen Jahren zusammengebracht worden waren. Das angefammelte Kapital hätte ober immer noch nicht gereicht, wenn nicht der luesige Gemeinderat die in der Schule nicht mehr benötigten, aber noch vollkommen gebrauchsfähigen elektrischen Heizkörper bereitwilligst zur Verfügung cestellt hätte, roofiy: ihm und dem Bürgermeister cestern morgen im Gottesdienst der gebührende 2,ank abgestattet wurde. — Gestern nachmittag u. a.) wirkungsvoll zu Gehör. Besonderen Anklang sanden zwei meisterhaft vorgetragene Soli (Posaune, Obergefreiter Scheer, und Trompete, Grenadier Kreim), die vorbildlichen Eifer und ge- diegenes Können verrieten, sowie zwei Märsche für Fanfarentrompeten und Kesselpauken, bei denen sich die Besucher einige Zugaben erzwangen. Sturmbannführer Ott schilderte dann mit zün- benben Worten bie heroische Opfer- unb Einsatzbereitschaft ber beutschen Jugenb bei Ausbruch bes Weltkrieges, ben heldenhaften Kampf dieser Jugend bei Sangemarck unb stellte hierzu in Gleichklang den Abwehrkampf der faarbeutfchen Volksgenossen, die ihren Kampf auch in der Siebe zum deutschen Vaterlande führen und keine andere Sehnsucht kennen, als zurück zur deutschen Mutter. Volk will zu Volk, Blut will zu Blut. Aber wie Verräter und Deserteure 1918 dem eigenen Vaterland in den Rücken fielen, so ist es auch jetzt wieder bei unseren Brüdern an ber Saar. Doch hinter bem Saarvolk stehe bas ganze deutsche Volk. Es gibt am 13. Januar keine andere Entscheidung, als für oder gegen Deutschland. Ein Kompromiß gibt es nicht. Es geht nicht nur um das Sand, es geht vor allen Dingen um die deutschen Menschen an der Saar. Wir wollen mit ihnen um die Heimat kämpfen. Das Saarland muß deutsch bleiben, weil es stets deutsch war. Weiter betonte der Redner, daß unsere Feriengäste in der allerdings kurzen Zeit ihres Hierseins sich wohl an Ort unb Stelle von ber mustergültigen Drbnung und Disziplin im Mutterlanbe überzeugen konnten. Sie sollen bieser Erkenntnis recht beutlich in ihrer Heimat Ausbruck geben. Eines müßten sie sich aber bewußt fein, baß bies bas alleinige Verdienst unseres großen Führers Abolf Hitler ist. Mit ben Worten: „Seht ihr im Osten das Morgenrot, das Zeichen zur Freiheit, zur Sonne? Wir hatten zusammen, ob Seben, ob Tod, mag kommen, was immer da wolle", schloß ber Rebner seine mit würbe burch bie Filmste 11e ber NSDAP, ber Film „Das beutsche Geschwaber im Mittelmeer" in Mills Saal zur Vorführung gebracht, ber vor acht Tagen infolge ber wegen bes großen Branbes in Gießen abgestellten elektrischen Sichtleitung abgebrochen werben mußte. 4= Rüdbingshausen, 18. Nov. In ber Gastwirtschaft Theiß fanb heute bie Weihe ber neuen Fahne bes Kriegervereins statt. Die Fahne würbe vor kurzem erworben; sie bringt bie Stellung bes Kyffhäuserdunbes zur nationalen Bewegung befonbers zum Ausbruck. Der erste Vorsitzende, Förster K a l b e r l a h, eröffnete die Versammlung und wies auf die Bedeutung der Stunde hin. Gleichzeitig wurde der gefallenen Kameraden und des Heimganges des großen Feldherrn aus bem Kriege gebucht. Der Bezirksvorfitzenbe, Sehrer Roth- Grünberg, hielt bann die Weiherebe unb weihte bie Fahne. Vorsitzenber unb Fahnenträger würben befonbers barauf verpflichtet. Der Gesang- verein-Männerchor umrahmte bie roürbige Feier burch verschiebene sinnvolle Chöre. Anschließenb erklangen noch bie alten herrlichen Solbatenlieber, unb man blieb bis zu später Stunbe gemütlich beisammen. <£ Reiskirchen, 19. Nov. Gestern nachmittag fanb hier bie Herbstinspektion ber beiben hiesigen Feuerwehren statt, bie von Kreis- feuerwehrinspektor Bouffier (Gießen) vorgenommen würbe. Bei seiner Begrüßung wies der Feuerwehrinspektor darauf hin, wie sich hier die Freiwillige Feuerwehr gegründet hatte, und er sagte all denen, die sich freiwillig in den Dienst der Sache stellen, feinen besten Dank. Anschließend führten beide Wehren unter dem Kommando des 2. Kommandanten, Bürgermeister Saunspach, die Pflichtfußübungen vor, die sehr exakt ausgeführt wurden. Während einer Besprechung über alle möglichen Brandursachen, ihre Wirkungen und die Sösch- methoden, bei der besonders bie Erfahrungen bei dem großen Brande in Gießen zugrunde gelegt wurden, ertönte Feueralarm, und sofort rückten die Wehren zu einem Brandangriff mitten im Dorf im Sauffd)ritt an. Don drei Seiten wurde ber angegebene Brandherd mit mehreren Schlauchleitungen angegriffen, bis das Signal „Hebung beendet!" ertönte. Bei der anschließenden krittschen Besprechung wurde festgestellt, daß bei den Feuerwehrmännern großes Verständnis dafür besteht, gefährliche Brandherde zweckmäßig anzugreifen. Die Hebung konnte als vollständig vorschriftsmäßig durch- «t te 4. sy N 4 - 4 ■ Jn Milliarden wurden gebraucht» K 1926// y/8 2B/9 29/30 3C/1 31/2 32/3 33/4 Preußen <$ Denken Sie an STOFFE, denken Sie an BERNARD st CARL’Ndwac'r ASTORIA-LICHTSPIELE Achtung! Nur 2Tage! Hansi Knoteck Kitty, das Geislein lAfF PRCDRUCKSACHEN ■■ ■■ ■* D C*. Brühl'sche Druckerei t326A Vorbestellungen unter Nr. 4077 erbeten 88ieA zigappen 29,1 GAR RE' _____________________________________________________________1____________________ EN JNHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER Modisch.Spez.-Gewebe in viel. Ausführungen mit Glanzabseite, la Qual.5.50,4.50,3.50 Flamenga, reine Wolle m. K’seide, sehr dankbarem Tragen, ca. 94 cm br. 3.50, 2.95 Uni Der Tro ■ der Dei m'v Re hi' er D UT A ri Krepp-Satin,gute fließ. Qualitäten, ca. 94 cm breit .... 3.90, 2.95 Jfl 1934, die 1! |B>N beslim oochrn Sklsg' mv Sor Stil Sie S« l flli Oh 3U A" vo m’ Allen Freunden und bekannten bei unserm Weggang von Gießen ein herzliches Lebewohl Amisgehilfe Schermuly und Frau Gießen, den 20. November 1934. 6810 U Für Abendkleider Velour-Chiffon, Brokate und Metall-und Cellophangewebe Mattkrepp, sol.Geweb. in großer Farbenauswahl, ca. 94/96 cm breit.. .. 2.25, 1.65 der Film „Die drei Kaiserjäger" vorgeführt. Der Saal war sehr gut besetzt. — Da die Holzhauerarbeiten in sämtlichen Förstereien des Forstamts Grebenau jetzt ausgenommen wurden, haben wieder 180 bis 200 Holzhauer für einige Wochen lohnende Beschäftigung gefunden. — In der hiesigen Molkerei wird z. Zt. ein großer Umbau durchgeführt. Ferner werden sämtliche alte Maschinen durch neuere ersetzt und der ganze Betrieb der Neuzeit entsprechend eingerichtet; auch wurde ein Spenden für die NSV. werden eingezahli auf Konto Nr. 4513 bei der Bezirkssparkasse Gießen. Tallete in einfarbig, bedruckt und geschmackvollen Karos für die flotte Bluse WINTERHILFSWERK DES DEUTSCHEN VOLKES 1934/55 das tatkräftige Zugreifen der Feuerwehr und durch die Brandmauer konnte das Wohnhaus gerettet werden. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Die Brandursache ist bis jetzt noch nicht aufgeklärt. Der Vorfall trifft den Geschädigten um so härter, als erst vor zwei Jahren sein Anwesen abbrannte. —s— Grebenau, 19. Nov. Dieser Tage wurden in der Gastwirtschaft Georg Krug zu Schwarz von der Gaufilmstelle Hessen- Nassau der Kulturfilm „Lüneburger Heide" und sind 'n x L $ °°r-j »le , ebun 4* Aparte Drncknenheiten in unerreicht gr. Auswahl, matt und glänz. eutfda» tfnfacfackkinih 28100 und zum Bauen Abermann laute hina, Zuzie tung aus! Teil Vor reich geher auf, und die s Veite dieser M Ve der da Te ent A, 3nl 1 die C. hau f es Die Darsteller: Grat Egge..............Friedrich Ulmer Die Zuschauer werden sich einig sein, daß Friedr. Ulmer die Idealbesetzung für diese Rolle ist. 1926/7 27/6 28/9 29/30 30/i 31/2 32/3 33//, DU) kreis Alsfeld. w Burg-Gemünden, 19. Nov. Ein hiesiger Bauersmann fuhr mit seinem Pferdegespann mit beladenem Wagen die stark abschüssige Straße von Bernsfeld her ins Dorf. Plötzlich versagte das Hemmwerk. Die-Pferde verloren die Gewalt über den Wagen und rastenineinenZaun. Einem der Pferde drang der eiserne Pfosten eines Gartenzaunes tief in den Körper ein, so daß an seiner Wiederherstellung gezweifelt wird. Menschenleben kamen zum Glück nicht zu Schaden. vp Homberg, 19. Nov. Die Holzhauerarbeiten in der Försterei Homberg haben ihren Anfang genommen. Zum Einschlag kommen im laufenden Winter rund 6000 Festmeter Holz. Etwa 50 Arbeiter aus verschiedenen Ortschaften finden dabei Verdienst. xf Maulbach, 19. Nov. Auch in unserer Gemeinde kommt die Feldbereinigung zur Durchführung. Gegenwärtig ist die Kommission damit beschäftigt, die Ertragswerte der einzelnen Grundstücke festzustellen. Die mit der Feldbereinigung entstehenden Kosten dürften sich in jedem Falle rentieren, da durch die Zusammenlegung der Grundstücke eine intensive Bewirtschaftung möglich ist, so daß wesentlich höhere Erträge erzielt werden. Außerdem kann auch eine Anzahl Arbeitslose durch notwendige Kulturarbeiten Beschäftigung finden. — Seit dieser Woche gehen die Holzhauer wieder ihrem gewohnten Winterberuf nach. in A ha wc rai pol Der auf füh übe Jetzt schon für Weihnachten: Kadus-Dauerwellen Gg. Wahl, Neustadt 27 Damen- und Herren-Frisiersalons Mahnung. Die Beiträge für den Monat Oktober 1934 können noch bis zum 25. November 1934 ohne Kosten bezahlt werden. 6820D Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenrechnung evtl. Zwangsbeitreibung. Die Einzahlung kann täglich an unserer Kasse oder auf Postscheckkonto Nr. 10833 Frankfurt a. M. erfolgen. Allgemeine Orkskrankenkasse für den kreis Gießen. Moos, Rechner. kreis Wetzlar. Rodheim a. d. B., 20. Nov. Am 21. November wird unser Mitbürger Altbürgermeister Jakob Bechtold 82 Jahre alt. Er erfreut sich guter Gesundheit und ist geistig noch auf voller Höhe. Von 1900 bis 1919 war er Bürgermeister unserer Gemeinde. Während dieser langen Zeit hat er sich um die Gemeinde in hohem Maße verdient gemacht. Wurde doch in dieser Zeit die Wasserleitung gebaut, das neue Schulhaus errichtet und das Dorf mit elektrischem Licht versehen. Jn seine Amtszeit fallen außerdem die schweren Kriegsjahre, die große Arbeitsleistungen und Verantwortung brachten. Er wurde für seine hervorragenden Verdienste im Interesse der Allgemeinheit mit dem Allgemeinen Ehrenzeichen und dem Verdienstkreuz ausgezeichnet. <£ Rodheim a d. B., 19. Nov. Gestern nachmittag trug unsere Gemeinde einen ihrer Aeltesten zu Grabe, den ehemaligen Landwirt und Fuhrunternehmer Johann Georg Schmidt. Der Verstorbene hatte ein Alter von 80 Jahren erreicht und fast sein ganzes Leben in unserer Gemeinde zuHebracht. Die allgemeine Achtung und Wertschätzung bewies der stattliche Trauerzug, der seinem Sarge folgte. Der Gesangverein „Eintracht", dessen eifriges aktives Mitglied und späteres Ehrenmitglied Joh. Georg Schmidt war, ehrte das Andenken kunft aufmerksam zu machen, erreicht. Dann wir- auch für den Reichsbund, den der Führer felbft ah bevölkerungspolitische SA. bezeichnete, die rechte Wertschätzung und Beachtung beigemessen werdend Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) k. $. in TL Die Wohnhausbauten werden voraussichtlich bis zum Herbst 1935 vollendet sein. An. fragen von Mietreflektanten sind an folgende Adresse zu richten: Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Angestelltenheime (Gagfah), Frankfurt a. M., Eschenheimer Landstraße 378. Sie können Ihre Anmerkung schon heute einschicken. Ansprache des Kameraden Drosten über, der ln klaren, markanten Worten Bezug nahm auf die Kameradschaft, die sich im Schützengraben gebildet, die sich bei Langemarck usw. bewährt, und in den bitteren Jahren der Nachkriegszeit gehalten worden sei. Das Frontkämpfertum sei die Urzelle des Nationalsozialismus, des Nationalsozialismus, wie er sein solle, stark in Kameradschaft und Disziplin. Mit einem Front-Heil! auf den Führer und Frontkameraden Adolf Hitler schloß der Redner. Der Abend wurde weiterhin umrahmt durch Streich- und Blasmusik der Militärkapelle, humoristische Vorträge und fand seinen Ausklang in fröhlichem Tanz. Kreis Büdingen. z. Nidda, 19. Nov. Unter der Stabführung von W. D a u b e r t (Ulrichstein) gab der etwa 45 Mann starke Männergesangverein Sängerkranz 1839 Nidda gestern abend im Gambrinussaale das übliche Herbstkonzert, das sehr stark besucht war. Die Männerchöre von Heinrichs, Baußmann, Rinkens und Mendelssohn-Bartholdy wurden stimmlich gut vorgetragen. Neu war diesmal die Verbindung von dreistimmigen Männerchören mit etwa 40 Knaben- und Mädchenstimmen. Die gespannte Zuhörerschaft war dafür sehr dankbar. Herr Otto Niklaus von Ruppertenrod erfreute die Zuhörer mit etlichen Tenorsoli von Rob. Schumann, Fritz Jöde u. a. Das Ganze wurde von gefälligen Musikvorträgen eines Klavierquintetts umrahmt. Der Chorleiter mahnte namentlich die jüngeren Zuhörer zur Teilnahme an dem Gesangverein, damit der Chor bald wachse, denn die Sängerzahl entspreche im Verhältnis zu anderen größeren Vereinen in kleineren Gemeinden keineswegs der hiesigen Einwohnerzahl. Der Vereins-- vorsitzende Philipp B echthold konnte sechs Sangesbrüdern für aktive Mitgliedschaft von 32, 28 und 25 Jahren die silberne Nadel des Deutschen Sängerbundes überreichen, wobei er wünschte, daß sie dem Verein noch lange die Treue halten möchten, um dadurch auch den jüngeren Kräften als nachahmenswertes Vorbild zu dienen. Mit Tanz wurde der schöne Abend beschlossen. Kreis Schotten. ch Groß-Eichen, 19. Nov. Die Eintopf- Spendensammlung am gestrigen Sonntag ergab in unserer Ortsgruppe den Betrag von 27,66 RM. (Groß-Eichen 16,35 RM., Sellnrod 8,95 RM., Solms-Ilsdorf 2,36 RM.). — Gestern abend wurde von der G a u f i l m st e l l e in unserer Turnhalle der Film „Die drei Kaiserjäger" vorgeführt. Die Veranstaltung wurde vom Ortsgruppenpropagandaleiter Hch. Becker mit einer Ansprache eröffnet und mit einem Sieg-Heil auf den Führer beschlossen. ch Klein-Eichen, 19. Nov. Ein hiesiger Landwirt erlitt dieser Tage einen Unfall, der leicht schlimme Folgen hätte haben können. Beim Anstellen seines Motors kam sein Halstuch in die Transmission, so daß er mit dem Kopf auf den Motor geschleudert wurde. Wenn er nicht die Geistesgegenwart besessen hätte, den Motor sofort abzustellen, wäre ihm der Hals zugezogen worden. GIESSEN SELTERSWEG 81 gbma des Toten durch Grabgesana und Kranzniederlegung. Die Reihen unserer Alten werden lichter und lichter. — Am Samstag veranstaltete die hiesige Hitler-Jugend im Benderschen Saale einen Familienabend (Elternabend), der einen außerordentlich schwachen Besuch aufwies. — Gestern hielt die hiesige Ortsgruppe des Reichs- bundes der Kinderreichen im Benderschen Saale einen öffentlichen Werbe- und Vortragsabend ab, der einen verhältnismäßig guten Besuch aufwies. Eröffnet wurde die Tagung durch Be- arüßunasworte des Kreiswarts Lehrer Kraus- k o p f (Wetzlar). Es sprachen sodann der Landes- geschäftsführer des Reichsbundes der Kinderreichen Pg. Löhr (Frankfurt a. M.) und Verbandsleiter Pg. Müller (Frankfurt a. M.) Über die Aufgaben und Ziele des Bundes und die Bedeutung der kinderreichen Familien als Ausgleichsfaktor in bevölkerungspolitischer Hinsicht. Aus allen Reden klang ein freudiges Bekenntnis zum nationalsozialistischen Staat und seinem großen Führer, der mit begeistertem Sieg-Heil gegrüßt wurde. Im Anschluß an die Ausführungen der Redner wurden noch Einzelfragen an den Landesgeschäftsführer gestellt, die erschöpfend beantwortet wurden. Sicherlich hat die Veranstaltung den Zweck, weite Kreise der Bevölkerung auf die völkische Not unserer Zu- Ein Zeichen der wirtschaftlichen Gesundung; Im Steuerjahr 1933/34 wurden von den Herstellern von Tabakerzeugnissen mehr Banderolen für Zigarren und Zigaretten verlangt als jemals in der Nachkriegszeit. Man sieht also, daß der deutsche Arbeiter wieder soviel erübrigen kann, daß er sich die gewohnte Zigarre oder Zigarette leistet. Wertmäßig ist zwar der Verbrauch noch etwas niedriger als in den Jahren 1928 bis 1930, weil die billigeren Sorten heute geraucht werden und auch allgemein der Preis für den Tabak niedriger ist als früher. Gegenüber dem Tiefstände im Jahre 1931/32 ist der Zigarettenverbrauch um nahezu 20°/o angestiegen, eine Zahl, die nahezu der allgemeinen Stärkung der Kaufkraft entspricht. 05560/ Lichtspielhaus • Gießen Heute Dienstag, letzte Vorstellungen Herr Kobin geht auf Abenteuer Ein Ufa-Kriminalfilm mit H. Speelmans Ab morgen Mittwoch (Bußtag) 3.00,5.30,8.30 Uhr Das große Ereignis v. all.Besuchern m. Spannung erwartet DieVerfilmung der herrlichen Dichtung von Ludwig Ganghofer DI fein, in wir wa QU( tre no bi la de IP de be va erl ’ stä 2e per N Eid} SiP Brite könnt „ großer Dieselmotor eingebaut. Da durch die neuge- •cp Ermenrod, 19. Nov. Heute nacht gegen regelte Milchversorgung und Verwertung die Ge- 24 Uhr brach im Anwesen des Landwirts Hermann famtlieferung von Milch an die hiesige Molkerei in Sch arch Feuer aus, das Scheune und Stall kurzer Zeit sehr stark gestiegen war, mußte ein bis auf die Grundmauern vernichtete. Durch I entsprechender Umbau durchgeführt werden. der neu entdeckteStar, welcher durch seine große Begabung eine wertvolle Bereicherung des Tonfilms bedeutet. h. Forbeck, Maier......Hans Schlenck bekannt durch seinen großen Erfolg in „Heide- schulmeister Uwe Karsten“. Jäger Franz................Paul Richter Eine glaubwürdigere Besetzung fürdie Rolle des liebenswürdigen, unverdorbenen Jägers Franz hätte man wirklich nicht finden können. Jäger Schipper......H. A. V. SchlettOW ein leidenschaftlicher, temperamentvoller und begabter Künstler. Die hervorragende Darstellung, die starke Handlung, die wundervolle Landschaft ergeben einen packenden, herrlichen Film. Vorher: Gutes Uta - Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche Tägl. 4,6,8.30Uhr; Sonn-u. Feiertags 3,5.30,8.30Uhr ,C/> 5,0^0 darf 'e»en> Mittwoch, 21., Donnerstag, 22. Ä ov., 4 und 8.30 Uhr: Der ersteTonfilm aus d. afrikanisch. Urwald (früh, deutschen Kolonien) C.A.Diehl der einzige deutsche Kameramann, der an der Expedition teilnahm, ist per sönlich anwesend, u. spricht einleitend zur Aufführung dieses herrlichen Afrikafilms Congorilla Afrika, so wie es wirklich war! ■ Abenteuer voll unerhörter Spannung I Die ganze Tierwelt Afrikas H in Freiheit und Schönheit! I Auch die Jugend hat Zutritt. 6816 A | Reversible, der Modestoff, matt, mit glänzender Abseite, ca. 94 cm br. 2.90, 2.45 6,22 | ?,16. [6j?qo,85. Lederjacken sollten Sie bei uns kaufen, dann haben Sie die Gewähr für gute, haltbare Qualität und zuverlässige Verarbeitung. Wir haben stets große Auswahl, Bitte besuchen Sie uns! 31,9 29,6