M. Jahrgang Gießener Anzeiger m. 2-16 Srffes Blatt zoyrgang Samstag, 20. »Höbet 1954 Lomn'ags^ und * Fein tags • Annahme von Anzeigen vettagen: Die Illustrierte M k A A A T Mittagsnummer Gietzener Familienblätter M "V Jw W'W B| 4k4k 4k 4?^ jAk Alk AA bis Z'^UHr des Vormittags «LALL7 l|l|t>Ht>|IPr /■nZOlrlOr KK Mit 4 Beilagen RM.1.95 *V M ■ ■ W ■■T H H BT ■ @T ■ ■ ■ ■ Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 ^k M B wk* ■ Bk^B^^ ML B U iky H ML H iSgk^ Bl anzeigen von 70mm Breits Zustellgebühr.. „ ▼ ^F^ W ■ ^F^ W ^F^ ■ W W V V 60 Rpf.,Platzvorschrift oder Auch bei Nichterscheinen WM ” V V R V schwieriger Satz 25°/0 mehr M.^n,fc"UÄSS _ V arn.0f.lgte «runbpretfe: MM General-Anzeiger für Oberhessen vostscheckkonto: 1 1 gen, Bäder-, Unterrichts- u. granitnrt am ntatn 11686 druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätsvuch- und Steindruckerei R. Lange in Siehen. Schriftleitung und Seschöftsstelle: Schulftrahe r M-Ng»°bschlü,sDiafin" hat ben Einbruck gewonnen, als ob bie ii näherungsbestrebungen zwischen k. d s l a w i e n unb Italien in ber nächsten fe'j: einen gewissen Stillstand erfahren würben. Eir großer Teil ber öffentlichen Meinung Sübsla- rims fjabe sich nach bem Marseiller Anschlag |tUiC lotqueuungcu nuut cma —। loch nicht beruhigt, beshalb habe ber südsla-1 dem Balkan und seine Einmischung in Zentral- ,Echo be Paris" will in ber Verlautbarung „eine fTenge Mahnung" gegenüber ber ungarischen S e g i e r u n g feststellen können unb glaubt schon j$t gewisse Auswirkungen biefer Einstellung ber Minen Entente zu erblicken. Der polnische Außenminister habe ursprünglich im Zusammenhang mit bem Besuch bes ungarischen Minister- päsibenten in Warschau von einem Pakt ber xwlitischen Zusammenarbeit zwischen Solen unb Ungarn gesprochen. Jetzt sei aber mr noch bie -Rebe von einer kulturellen Zusammenarbeit, bereu praktische Auswirkung un- t-beutenb sei. Zwischen ber Kleinen Entente Qjif ber einen Seite unb Griechenland» unb bs r Türkei auf ber anberen Seite mache sich eme zunehmenbe Annäherung bemerk- - - - - -- - -----ö - •* yvy........• bnr. Der gemeinsame Wirkungskreis biefer fünf Dauben, bah Frankreich bie Wiebereinsetzung ber Staaten werbe immer größer, Sübslawien könne. Habsburger m Oesterreich begünstige, ben Vier- iisbefonbere auf bie Unterstützung ber Türkei rech-1 marfitenoff unb b,- „„ 3 Mark für Steuerpflichtige, die einkommensteuer' 12 000 bis bei Einkommen von 8000 16 000 bis 12 000 Einkommen bei von bis 20 000 16 000 Einkommen bei von 25 000 bis 20 000 Einkommen bei von bis 50 000 25 000 Einkommen bei von 75 000 150 Mark bei Einkommen von 50 000 bis ler« »1 der ten der der der Seerüstung zu vervollständigen, die großen Seemächte bis zur äußerst vertraglich festgesetzten Grenze gerüstet sich auf der neuen Flottenkonferenz gegenübertreten werden. Die Vorbesprechungen in London sollen nun einmal erst abtasten, ob zwischen den großen Drei: Amerika, England und Japan eine Einigung möglich ist. Hier wird vermutlich die größte Schwierigkeit in der japanischen Forderung nach Parität mit den beiden andern großen Kriegsflotten liegen. Denn die Vereinigten Staaten werden sich dem bis zum äußersten widersetzen. Die zweite Schwierigkeit liegt in dem verschiedenen Interesse der Beteiligten an der Art der Begrenzung. Amerika und Japan, die beide zur großen Entscheidung im Stillen Ozean mit überlegener Kraft auftreten müssen, wollen innerhalb der festgelegten Gesamthöchsttonnage alle Freiheit behalten für die Verteilung auf die einzelnen Einheiten, während England bei der Ausbreitung des Britischen Reiches über den ganzen Erdball auf eine möglichst vielseitige Verwendungsmöglichkeit seiner Flotte bedacht sein muß, nicht nur die Gesamthöchsttonnage, sondern auch die Stärke der einzelnen Einheiten nach oben begrenzt sehen möchte, um nicht von den beiden andern Seemächten zu übermäßig großen Schiffsbauten genötigt zu werden. Schließlich wird die alte Schwierigkeit der Parität zwischen Frankreich und Italien in den leichten Seestreitkräften und U-Booten auftreten. Die U-Boote möchte England ja am liebsten ganz abgeschafft sehen, aber gerade auf die U-Bootwaffe legt Frankreich beson- deren Wert und geht soeben daran, den Kanalhafen Calais zu einem großen U-Bootstützpunkt auszubauen. Einem neuen Flottenabkommen stehen also noch ungeheure Schwierigkeiten entgegen. Die Gefahr ist olso groß, daß nach Ablauf der geltenden Verträge auch zur See das gleiche hemmungslose Wettrüsten einsetzen wird, wie es zu Lande ja mit Ausnahme der durch die Friedensdiktate gefesselten Völker trotz aller Abrüstungsverhandlungen schon lange der Fall ist. Schöneres von einem Dinge sagen, als daß es Freude bereitet hat? Denn das, seht ihr, ist mehr, als man so schnell sagen kann. im November den schon von Barthou geplan- Besuch in Rom abstatten will, wie Bene sch, Wortführer der Kleinen Entente, der ebenfalls italienischen Regierung eine — nach zehnjähri- Amtszeit freilich etwas verspätete — Antritts- SA. mit den Gau-, Kreis- und Ortsbeauftraaten des WHW. die Mithilfe der SA. auf. Diese bindungsführer haben zugleich die Aufgabe, dafür Vermittlung und Arbeitslosenversicherung. Hier handelt es sich darum, daß die Reichsanstalt bestimmte öffentliche Arbeiten dadurch fördert, daß sie aus ihren Mitteln einen Zuschuß zu den Kosten der Arbeit gewährt, soweit dabei unt e r stütz un gs- bedürftige Arbeitslose verwendet werden. Der Grundförderungssatz ist wieder auf drei Mark pro Mann und pro Tag erhöht worden. In Fällen, in denen mit einem geringeren Förderungssatz ausgekommen werden kann, dürfen jedoch die Präsidenten der Landesarbeitsämter nur den geringeren Satz bewilligen. In den Fällen, in denen eine Arbeit, die mit 2,50 Mark pro Tagewerk bereits begonnen ist, während der Wintermonate besonders intensiv fortgesetzt wird und dadurch Mehrkosten entstehen, soll eine Erhöhung des bewilligten Förderungssatzes innerhalb der neuen Höchstgrenze für die in den Monaten Oktober 1934 bis März 1935 abgeleisteten Tagewerke nicht ausgeschlossen sein, wenn sie unbedingt erforderlich ist. Dadurch werden mindestens 3 00 000 Mann in Arbeit gebracht werden. Die Mehrbeschäftigung dieser 300 000 Mann wird zwangsläufig zu einer Belebung in den verschiedensten Zweigen der Volkswirtschaft und zu einer Mehrbeschäftigung von weiteren etwa 100 000 Mann führen. Die Mgersleuer für 1935. Berlin, 19. Okt. (DRB.) Das Reichsgesetzblatt vom 18. Oktober enthält das neue Bürgersteuergesetz, das vom 1. Januar 1935 ab Geltung hat. Danach sind von der Bürgersteuer alle Personen befreit, die Arbeitslosenunterstützung, laufende öfentliche Fürsorge oder eine Zusatzrente beziehen und deren Einkünfte nicht mehr als 130 Mark v. H. des Betrages übersteigen, der dem allgemeinen Fürsorgegesetz entspricht. Für die Bemessung der Bürgersteuer gelten folgende Steuergrundbeträge (Reichssätze): sagt, in den nächsten zehn Jahren weitere Linienschiffe auf Stapel zu legen. Rur Frankreich und Italien wurden je 70 000 Tonnen für den Neubau von Linienschiffen zugestanden. Wesentlich für die strategische Lage im Pazifik war noch die in Washington vereinbarte Abgrenzung der Flotten st ützpunkte Amerikas, Englands und Japans. Eine Ergänzung mit Bezug auf die tn Washington 1922 unberücksichtigt gebliebenen l e ich te n See st reitkrästeundU-Boote wurde 1930 in London zwischen den Vereinigten Staaten, England und Japan verabredet Das bereits m Washington für die Großkampfschlffe festgelegte Stärkeverhältnis 5:5:3 sollte nun auch für Kreuzer und Torpedobootszerstörer gelten, wahrend an U-Booten alle drei Seemächte die gleiche Tonnage erhielten. Der Bau neuer Schlachtschiffe sollte weitere fünf Jahre hindurch untersagt bleiben und das ursprünglich erst für 1934 vorgesehene endgültige Kräfteverhältnis bereits 1931 in Kraft treten, so daß England fünf noch kriegstüchtige Linienschiffe abwracken mußte und Amerika damit den zahlenmäßigen Ausgleich mit der bislang stärksten Seemacht erreicht hatte. Frankreich und Italien konnten sich in der Frage der leichten Seestreitkräfte und U-Boote nicht einigen. Italien forderte die Parität mit Frankreich, die ihm dieses indessen mit dem Hinweis auf den notwendigen Schutz der Verbindungen mit seinen Kolonien und die Länge der Küsten des Heimatlandes nicht zugestehen wollte. Beide haben inzwischen ein eifriges Wettrüsten betrieben. Frankreich hat unter dem durchsichtigen Vorwand, daß die Deutschland in Versailles zugebilligten 10 000-Tonnen-Schiffe, die inzwischen auf Kiel gelegt wurden, eine neue Lage geschaffen hätten, neue Kreuzer und 25 000-Tonnen°Panzerschiffe der „Dunkerque"°Klasse gebaut. Italien hat als Antwort den Bau zweier 35 000-Tonnen-Panzer- schiffe angekündigt. Das alles soll sich noch in den in Washington festgelegten Grenzen halten, so daß, da Japan natürlich auch alles getan hat, um seine Mark, 300 Mark bei Einkommen von 75 000 bis 100 000 Mark, 500 Mark bei Einkommen von 100 000 bis 250 000 Mark, 1000 Mark bei Einkommen von 250 000 bis 500 000 Mark, 2000 Mark bei Einkommen von mehr als 500 000 Mark. Der Reichssatz ermäßigt sich bei Steuerpflichtigen, zu deren Haushalt mindestens zwei minderjährige Kinder gehören: um je 2 M a r k für das zweite und jedes folgende minderjährige Kind, wenn das Einkommen des Steuerpflichtigen nicht mehr als 2400 Mark beträgt, u m j e 1 M a r k für das zweite und dritte minderjährige Kind und umje2Markfür das vierte und jedes folgende minderjährige Kind, wenn das Einkommen des Steuerpflichtigen mehr als 2400 Mark, jedoch nicht meht als 12 000 Mark beträgt. können. „Ein paar schönere gibt es ja im ganzen Garten nicht! Die wollen wir für Anna schonen!" Anna war die Schwester des Kleinen und diente in einem großen Hotel in der Stadt. Dort stand sie den ganzen Tag in der Spülküche und hatte keine Zeit zu sehen, wie schön der Herbst war, der durch das Land ging, und darum war es ganz recht, daß die beiden schönsten Aepfel aus dem Garten für sie bleiben sollten und die Mutter sie zum Nachreifen auf den Schrank stellte. Da standen sie nun wieder ebenso hoch, wie sie am Baum gehangen hatten, nur daß sie jetzt, statt ins Grüne, in eine alte Bauernstube und des Abends in die Pfanne mit Bratkartoffeln hinabsehen konnten, die auf den Tisch kamen. Aber eines Tages wurden sie wieder herabgenommen, in eine Markttasche gesteckt und in die Stadt getragen. Ja, nun kamen sie sogar in ein richtiges Hotel. Es war freilich nur die Küche, aber es gab mehr darin zu sehen, als man so schnell aufzählen Fann. Dazu wogten alle Gerüche Indiens um sie, daß es ihnen fast die Sinne verschlug, und als das Mädchen sie spät abends mit in ihre Kammer hinaufnahm, wurden sie über teppichbelegte Flure, an langen, goldgerahmten Spiegeln vorbei und unter strahlenden Kristalleuchtern hingetragen. Niemand hätte sagen können, wie prächtig das war. Im Zimmer des Mädchens war es freilich nicht so vornehm. Der Fußboden war abgetreten, die Tapeten von der Wand gesprungen, der Tisch wackelte, wenn man ihn berührte, und hier und da war der Putz von der Decke gebröckelt. Aber was machte das? Sie wurden auf eine Kommode gestellt, über die eine Decke gebreitet war, so rein und weiß wie das feinste Seinen, und wenn des Morgens die Sonne durch das Dachfenster schien, glänzten die beiden Gulderlinge in ihren Farben, daß es die ganze Stube verschönte. Waren sie nicht leuchtender als das schönste Gold und konnte etwa ein Maler ein zarteres Rot ersinnen, als ihre Wangen es trugen? Darum war es auch kein Wunder, daß sich das Mädchen an keinem Abend entschließen konnte, sie zu verzehren. Wurden sie nicht schöner mit jedem Tag? Aber das Allerschönste an ihnen blieb doch, daß sie an den Garten erinnerten, in dem sie gewachsen waren, an den Garten bei dem niedrigen kleinen Haus weit draußen im Moor. Eines Abends aber, als sie Ausgang hatte, und darüber nachdachte, ob sie nicht irgendetwas habe, es ihrem Schatz zu schenken und ihm eine Freude zu machen, fielen ihr die beiden Aepfel ins Auge, und da sie meinte, daß das Beste gerade gut genug für ihn fei und sie nichts wußte, von dem sie sich Die Mitwirkung der SA beim Winterhilfswerk. DNB. Berlin, 19. Oktober. Der Chef des Stabes der SA. hat folgenden Befehl erlassen: Der Führer hat das ganze deutsche Volk zum Winterhilfswerk 1934/35 im Kampf gegen Hunger und Kälte zur Unterstützung der armen deutschen Volksgenossen aufgerufen. Alle Reichs- und Staatsbehörden, die Gliederungen der Partei wirken bei der Durchführung der Hilfsmaßnahmen mit. Es ist selbstverständliche Pflicht, wenn der Führer ruft, daß feine SA. zum Gelingen dieses Hilfswerkes beiträgt und mitarbeitet. Daher verfüge ich: Der Einsatz der SA. erfolgt im Benehmen und mit Aufforderung des Reichs-, der Gau-, der Kreis- und Ortsbeauftragten des WHW. Die Fürsorge- referenten bei den einzelnen Einheiten der SA. nehmen als Verbindungsführer der Oie Finanzierung der Arbeitsbeschaffung Darlegungen des Staatssekretärs Reinhardt. Berlin, 19. Okt. (DNB.) In der Verwaltungsakademie Berlin führte Staatssekretär Reinhardt über die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung aus: Das Aufkommen an Lohnsteuer hat im September 1934 67,6 Millionen RM. betragen gegenüber 58,7 Millionen RM. im September 1933, also im September 1934 um 15 o. H. mehr. Daraus ergibt sich, daß auch das Arbeitseinkommen im September 1934 15 v. H. größer gewesen ist als im September 1933. Ein solches vermehrtes Arbeitseinkommen wird zwangsläufig zu erhöhtem Verbrauch und zu weiterer Belebung der Verbrauchsgüterindustrien führen. Aus dem Mehr an Umsatzsteuer in der ersten Hälfte des Rechnungsjahres 1934 ergibt sich, daß die steuerpflichtigen Umsätze in den sechs Monaten von März bis August um rund acht Milliarden RM. größer geworden sind als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Durch das Papen-Programm, das Sofortprogramm und das Reinhardt-Programm sind insgesamt 1902 Millionen RM. zur Verfügung gestellt worden. Davon- sind bis Ende September 1934 1810,7 Millionen RM. bewilligt und 1390 Millionen RM. ausgezahlt gewesen. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsbahn beträgt für 1934/35 630 Millionen RM.: davon sind 270 Mil- Honen für die Monate November/März vorgesehen. Die Auszahlungen, die auf die 500 Millionen RM. zur Förderung von Jnstandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten bis heute erfolgt find, betragen erst rund 390 Millionen RM. Der Rest von 110 Mil- Honen RM. bedeutet, daß Arbeiten in ansehnlichem Umfang noch im Gang, teil- weise noch gar nicht begonnen sind, und daß aus dem Gebäudeinstandsetzungsgesetz noch ein Arbeitsvorrat für den bevorstehenden Winter besteht. Ein wichtiges Mittel im Kampf um die Verminderung der Arbeitslosigkeit ist auch die Grundförderung durch die Reichsanstalt für Arbeits- Zeitschriften. — Wie eigenartig bisweilen der Zufall oder das Geschick mit den Menschen spielt, schildert ein fesselnder Artikel von Fritz Mack in der neuen Nummer der Leipziger „I ll u st r i r t e n Ze i t u n g", worin er seltsame Rettungen aus Todesgefahr beschreibt. In die Arbeit eines Missionsarztes in Afrika führt ein reich illustrierter Aufsatz von Dr. Albert Herrlich ein. Außerdem findet man in dem vielseitigen Heft u. a. Beiträge über die 200jährige Papiertapete, über Pilzphotographie und Tierstudien, über eine eigenartige Jugendherberge im Wasserturm und über „Aschenbrödel des Kochtopfs". 4 zu sorgen, daß vor allen Dingen alle not- l e i d e n d e n , a r b e i t s l o s e n und bedürftigen SA. - Männer, Rentenempfänger der SA. sowie deren Angehörige bei der Zuteilung von Spenden berücksichtigt werden. Im übrigen erstreckt sich die Mithilfe der SA. für das WHW. auf folgende Gebiete: 1. Die SZ. und MZ. der SA. haben sich auf Wunsch der einzelnen örtlichen Beauftragten des WHW. in gleicher Weise wie Reichswehr, Schutzpolizei usw. wm kostenlosen Spielen von Stadtmusiken und sonstigen Deran- st a l tu n g e n des WHW. zur Verfügung zu fteücn. 2. Auf Aufforderung der Beauftragten des WHW. sollen SA.-Männer als Sammler für das WHW. zur Verfügung gestellt werden, jedoch müssen die Sammler in Zivil auftreten. Ich verbiete ausdrücklich jedes Sammeln im S A. - D i e n st a n z u g. Lediglich soweit Reichswehr und Schutzpolizei als Begleiter von Fahrzeugen, Kleider- und Lebensmittelspenden zusammenholt, können SA.-Männer im Dienstanzug als Fahrzeugbegleiter teilnehmen. 3. Arbeitslose SA.-Männer sollen auf Anforderung zur Verladung und Entladung von Leoensmittelspenden, Getreide, Kartoffeln usw. in Stadt und Land abgestellt werden. Für solche Hilfeleistung wird Fahrgeld und Verpflegung vom WHW. vergütet. 4. Bei W e r b e u m z ü g e n des WHW. können 6ocf)fd)ulnad)rid)ten. Privatdozent Dr. Schrader, Assistent am Institut für gerichtliche Medizin der Universität Bonn, erhielt einen Ruf als o. Professor für gerichtliche und soziale Medizin an der Universität Marburg: er hat den Rus angenommen. Professor Dr. Walter L ö h l e i n , Ordinarius für Augenheilkunde an der Universität Freiburg, hat einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl V Augenheilkunde an der Universität Berlin anfli1 nommen. Professor Dr. Wenzel Graf von Gleis poch' bisher Ordinarius an her Universität Wien, ist zum o. Professor in der Juristischen Fakultät der Universiät Berlin ernannt worden: Gleispachs Arbeitsgebiet ist Strafrecht und Strafprozeß. Professor Dr. Paul R a m d o h r, Ordinarius für Gesteinskunde an der Technischen Hochschule in Aachen, erhielt einen Ruf als o. Professor an die Universität Berlin. Der zur 3eit unbesetzte ordentliche Lehrstuhl für Ohren-, Nasen- und Kehlkopfkrankheiten an der Universität Erlangen ist dem Professor Dr. Specht von der Universität Kiel angebotefl worden. Professor Dr. Plenzat, bisher Direktor del Hochschule für Lehrerbildung in Elbina, ist als Professor für Volkskunde an die Universität Äb* nigsberg berufen worden. Professor Dr. Friedrich Christoph Geller, Extraordinarius an der Universität Breslau, erhielt einen Ruf auf den Lehrstuhl für Frauenheil' künde und Geburtshilfe an der chinesischen Universität Kanton. Oie beiden Gulderlinge. Von Wilhelm Scharrelmann. Solange sie an ihrem Zweige gehangen hatten, war alles gut gegangen. Sie wuchsen mit jedem Tage und hatten cs dabei so wichtig mit sich selber, daß einer den anderen nicht sah. Aber gegen den Herbst hin kam eines Morgens ein Windstoß, brausend wie eine Fanfare — bautz! Da lagen sie beide im Grase und brauchten sich nicht einmal mehr den Schlaf aus den Augen zu wischen. Ja, es war ärgerlich. Saßen sie nicht aus- gezeichnet da oben? Sie konnten über den ganzen Garten und über den Zaun des Nachbarn hinwegsehen, wurden von der Sonne gewärmt und vom Winde geschaukelt, und nun lagen sie auf der Nase und konnten sich noch freuen, daß sie heil geblieben waren! Aber kaum, daß sie lagen, kam ein kleiner Bauernjunge durch den Garten, ergriff sie und stopfte sie in feine Tasche. Da hatten sie es wärmer als jemals an ihrem Zweige, reiften, ohne einen Schritt zu tun, und konnten sich zum Ueberfluß die Backen blank reiben, lieber ihnen klapperten Tafel und Griffel im Tornister und unter ihnen die Holzschuhe des Kleinen auf dem Straßenpflaster. Aber bann wurde es plötzlich still um sie, eine ganze Weile, bis eine kleine warme Hand zögernd und vorsichtig zu ihnen herabkam und sie wieder ans Licht zog. Hurra, da saßen Kinder, zehnmal .so viel als die beide in ihrem Bauerngarten je zu Gesicht bekommen hatten, schrieben auf ihre Schiefertafeln und waren so emsig dabei, als wenn es um Geld ginge. Leise wollte Der Kleine, der keine Lust mehr zum Schreiben hatte, einen der beiden zum Munde führen und hinter der hohlen Hand hineinbeißen, als ihn sein Nachbar zum Schabernack in die Seite puffte, daß der Apfel — o Schreck! — auf den Fußboden fiel und davonkollerte. „Töpken, bring mal her, womit du gespielt hast", rief der Lehrer. Da blieb nun nichts weiter übrig, und die beiden Aepfel wanderten in den Klassenschrank. Waren sie nicht ärgerlich gewesen, vom Baum gefallen zu sein? Und nun gab es ein Abenteuer nacf) dem anderen! Aber sie waren doch froh, als die Schule aus war, die Schranktür wieder geöffnet wurde und Hans Töpken seine Aepfel zurückbekam. „Sieh doch an, was für ein paar schöne Gulder- hnge", sagte die Mutter des Kleinen, als er die Aepfel zu Hause aus seinem Schulranzen nahm und meinte, sie nun endlich in Ruhe verzehren zu schwerer trennen mochte, konnten es nur die beiden Gulderlinge sein, die sie ihm mltnanm. „Sie sind in unserem Garten gewachsen", jagte sie mit strahlenden Augen. Als sie aber von der Bank in den Anlagen wieder aufstand, auf der sie mit ihm gesessen, vergaß er die i2(cpfel, und sie blieben da liegen bis zum frühen Morgen. Da kam ein Obdachloser des Weges, fröstelnd und hungrig. Aber auch der aß sie nicht, steckte sie nur ein und ging in eine Kellerwirtschaft, um sie dort umzutauschcn, traf ober niemand, der sie haben wollte, bis der Wirt sie ihm abnahm und ihm ein Stück Brot dafür gab. Da lagen sie nun in ihrem reinen Duft unter dem dunklen Schenktisch der alten Gastwirtschaft. Aber schon in der nächsten Stunde kam die Reinemachefrau, steckte sie in ihren Beutel und nahm sie mit nach Hause. „Seht mal die beiden Aepfel!" sagte sie zu ihren Kindern. Aber dann fand auch sie, daß es eigentlich schade darum wäre, sie zu verteilen, und als die Kinder am nächsten Sonntage hingingen, ihren Großvater zu besuchen, nahmen sie ihm die beiden Gulderlinge als Geschenk mit. Der wollte sie gleich zerschneiden und unter die Kinder verteilen, aber das wollten die drei nicht, nein, und darum legte er sie den Streit zu schlichten, in seine Tischschstblade. Abends aber nahm er sie doch zuweilen heraus, roch ihren reifen süßen Duft und träumte sich an shnen in feine Kindheit zurück. Rochen sie nicht wie Himbeeren? Himbeeren, wie sie in seiner Kindheit hinter seinem Vaterhause wuchsen? Aber dann kam mit ihrem Duft noch eine andere Erinnerung herauf, und er muhte an den Honig denken, wie ihn sein Vater vor siebzig Jahren in jedem Herbst aus seinen Bienenkörben geschnitten hatte Nein was für ein paar Zauberäpfel die beiden Gulder- linge doch waren! So kam es, daß er sie immer wieder in die Schublade legte, und als er bettlägerig wurde, blieben sie dort liegen und wurden vergessen und in wenigen Wochen so runzelig, wie der alte Mann in achtzig Jahren, und als man nach feinem Tode das Rimmer aufräumte, fanden sich auch die bei- den Aepfel, die ihm feine Enkelkinder geschenkt hatten, eingetrocknet und verschimmelt. „Guck doch an, die alten Aepfel!" sagte man und warf sie in den Mülleimer. Aber was lag daran? Waren sie nicht von einer Hand in die andere gegangen und hatten mehr Freude bereitet als die vielen anderen, die zu rechter Zeit gegessen wurden, und kann man etwas frei gewesen sind, 6 Mark von einem Einkommen bis zu 4500 Mark, 9 Mark bei Einkommen von 4500 bis 6000 Mark, 12 Mark bei Einkommen von 6000 bis 8000 Mark, 18 Mark Mark, 24 Mark Mark, 30 Mark Mark, 50 Mark Mark, 75 Mark Mark, flaroien bei der Stange zu halten, zumal schon die französisch-italienische Annäherung in Belgrad mit begreiflichem Argwohn beobachtet wurde. Der Klugheit König Alexanders und seiner unbestrittenen Autorität wäre es vielleicht gelungen, einen Weg zu finden durch bas Gestrüpp widerstreitender Interessen, die das Adriaproblem für beide Anliegerstaaten einschließt. Ob Südslawien heute noch den Mut hat, an den Erfolg einer solchen Politik zu glauben, muß die Zukunft lehren. Sowohl Laval, Frankreichs Außenminister, visite machen will, werden beide sicherlich alles tun, um einem südslawisch-italienischen Ausgleich als Voraussetzung der so heiß ersehnten Eingliederung Italiens in das französische Bündnissystem den Boden zu bereiten. Mit dem ungarischen Ministerpräsidenten G ö m b ö s kommt indessen vorher noch ein über die geplante neue Konstellation äußerst beunruhigter Bundesgenosse der a n » dem Seite nach Nom. Eine Verständigung zwischen Italien und der Kleinen Entente würde ja für Ungarn, das gegenüber allen drei Mächten der Kleinen Entente seine Revisionsforderung aufrecht erhalten hat und das bislang in Italien die stärkste Stütze dieser Politik gesehen hat, eine ganz neue Lage schaffen. Ungarn hat der drohenden Isolierung schon durch eine Verständigung mit P o l e n vorgebaut. Der ungarische Ministerpräsident Gömbös weilt im Augenblick gerade in Warschau, und man darf wohl annehmen, daß neben der Förderung kultureller Zusammenarbeit, die auf dem offiziellen Programm dieses Besuches steht, auch noch handgreiflichere Dinge der Außenpolitik besprochen werden. Polens Verhältnis zur Tschechoslowakei ist wegen der Behandlung der polnischen Minderheit in Mähren seit langem gereizt, wohl aber haben sich die Beziehungen zu Rumänien freundschaftlich gestaltet. Auch Ungarn sieht in der Tschechoslowakei den' unversöhnlichen Gegner, während mit Rumänien ein Ausgleich schon mehr- ach zur Debatte stand. Es könnte also trotz der ehr beträchtlichen Gegensätze immerhin sein, daß Ingarn, von dem Verlust seines mächtigsten Verbündeten bedroht, durch einen Ausgleich mit Rumänien den Ning sprengen könnte, der ihm den Atem raubt. Gömbös' Besuch in Warschau mag einer Sondierung dieser Möglichkeiten dienen. Während also auf dem Kontinent Minister und Staatslenker eifrig Fühlung und Aussprache suchen, wenigstens registriert sei noch der Besuch des britischen Lordgeheimsiegelbewahrers Eden in den drei skandinavischen Hauptstädten — sind auch auf einem andern politischen Schauplatz die Figuren in Bewegung geraten. In London ist nach den Amerikanern nun auch die japanische Abordnung unter Führung des Admirals Vamamoto eingetroffen, um in einer Vorbesprechung der drei großen Seemächte die Aussichten der für 1935 bevorstehenden Seeabrüstungskon- ferenz zu erörtern. Es ist also an der Zeit, sich ein Bild von der Lage zu machen, die für die kommenden Auseinandersetzungen den Ausgangspunkt bilden wird. Auf der Flottenkonferenz von Washington im Jahre 1 9 2 2 brachte Arne- rika seinen Gewinn aus der Teilnahme am Weltkrieg und der Schiedsrichterrolle, die man ihm ßugeschoben hatte, in die Scheuern. England, das wegen der Aufrechterhaltung des Two Power Standards gegen Deutschland in den Krieg gezogen war, hat erleben müssen, daß nach Beendigung des Krieges nun die Vereinigten Staaten die Flotte n p a r i t ä t forderten und in Washington ja auch durchgesetzt haben, ebenso wie es ihnen gelang, durch die Losung des britisch-japanischen Bündnisses Japan zu isolieren und mit einem niedrigeren Rüstungsstand abzuspeisen. Frankreich mußte es sich gefallen lassen, mit Italien gleich- gesetzt zu werden. Aber da man die für die Franzosen natürlich weit wichtigere Landrüstung mit Still- schweigen übergangen hatte und auch Unterseeboote und leichte Streitkräfte in die Begrenzung nicht einbezogen wurden, war Frankreich mit dem Stärkeverhältnis 5:5:3:1,75:1,75 für Amerika, England, Japan, Frankreich und Italien einverstanden. Auch eine Begrenzung der einzelnen Schiffstypen nach Große und Bestückung wurde vereinbart und unter- SA.-Abordnungen in geschlossener Formation teil' nehmen. Im übrigen sind die mit der Durchführung des WHW. Beauftragten durch die SA. weitgehend zu unterstützen. Die Verbindungsführer der SA. bei den Beauftragten des WHW. regeln mit den Führern der Dienststellen der SA. die Abstellung an- aeforderter SA.-Männer. Diese Verfügung ist beschleunigt durch alle SA.-Dienststellen den SA.- Männern bekanntzugeben. Der Chef des Stabes: Lutze. Oer Katt Behrendt. Danzig, 19. Oft (DNB.) Zu der bereits ge- meldeten Verhaftung des Oberregierungsrates Behrendt teilt das Danziger Polizeipräsidium noch mit, daß Behrendt, der als Referent beim Danziger Senat (Schulverwaltung) tätig war, sich wiederholt hinter dem Rücken seiner vorgesetzten Behörde mit einem höheren Beamten einer auswärtigen Macht getroffen und diesem pflichtwidrig Vorgänge vertraulichen Charakters mitgeteilt hat. Die letzte Zusammenkunft fand auf Veranlassung des anderen Teiles am 13. Oktober in Gdingen statt. Behrendt ist wegen dringenden Verdachtes des Vergehens gegen die §§ 93b und 353b StrGB. Haftbefehl erlassen und gerichtliche Voruntersuchung eröffnet. Japan schlägt England und Amerika einen Nichtangriffspakt vor. Freie Hand gegenüber Lowjetrutzland. T o k i o, 20. Okt. (DNB. Funkspruch.) Aus Kreisen des Außenministeriums verlautet, daß die iapa- nische Regierung die Möglichkeit eines englischamerikanisch-japanischen Nichtangriffspaktes erwäge. Die Zeitung „Mijako" erklärt, daß zuerst natür- eine Flottenverständigung zwischen den drei Ländern erzielt werden müsse. Dann werde die japanische Regierung mit diesen Ländern über den Abschluß eines Nichtangriffspaktes mit einer Laufzeit von mindestens fünf Jahren verhandeln. Nach der Flottenverständigung habe die japanische Diplomatie die Hoffnung, die Interessen in Ostasien so abgrenze n zu können, daß es zu keinen weiteren Reibereien zwischen den drei Ländern mehr komme. Voraussetzung sei allerdings, daß England und USA. die Selbständigkeit M a n d s ch u- kuos anerkennen. Nach einer derartigen Verständigung mit USA. und England werde die japanische Politik gegenüber Rußland und China ein ganz anderes Gesicht erhalten. Oer griechische EtaatsprcisidentZaimis wiedergewählt Athen, 19. Okt. (DNB.) Die griechische Nationalversammlung nahm am Freitag die Präsidentenwahl vor. Dabei wurde der bisherige gviechische Staatspräsident Zaimis mit 19 7 von 330 Stimmen wiedergewählt. General K a l l a r i s erhielt 18 Stimmen und der Präsidentschaftskandidat Gonatas eine Stimme. 112 Abgeordnete hatten sich der Stimme enthalten. Kunst und Wissenschaft. Erste Reichstagung der deutschen Musikerzieher. Die Wiedererstarkung des deutschen Musiklebens und unserer musikalischen Volkskultur hängt im wesentlichen davon ab, in welchem Maße es gelingen wird, das deutsche Volk wieder zum S e l b st musizieren anzuregen. Nur auf diesem Wege, nicht durch untätiges „Musik-Genießen" kann das auf wahrem Verständnis beruhende, innere Verhältnis zu den Werken unserer Meister zurückgewonnen werden, das so vielen Volksgenossen verloren gegangen ist. Die Reichsmusikkammer stellte in den Mittelpunkt ihrer Propogandawelle, mit der sie zur Zeit alle deutschen Gaue überzieht, eine Reichstagung der Musikerzieher. Nicht ohne Absicht wurde die Wartburgstadt Eisenach, die Stadt eines Luther und Bach, hierfür ausersehen. Den deutschen Reformator und den „Urvater der Harmonie" rief Präsidialrat Jhlert, der Geschäftsführer der Reichsmusikkammer in seiner Begrüßungsansprache als die hohen Schutzgeister der Tagung an. Nachdem Prof. Hermann Abendroth, der Reichsfachschaftsleiter, die Richtlinien der organisatorischen Arbeit abgesteckt hatte, wurden zwölf Themen in Einzelvorträgen behandelt. Die erste Gruppe der Referate umfaßte die Fragen des musikalischen Privatunterrichts. Man erfuhr hier von den durchgreifenden Maßnahmen zur kulturellen und wirtschaftlichen Hebung dieses schwer darniederliegenden Berufsstandes, die von der Kammer teils vorbereitet, teils bereits durchgeführt worden sind. Insbesondere von der bevorstehenden Einführung einer allgemein verbindlichen Privatrnusiklehrerprüfung, die im Gegensatz zu den früheren, uneinheitlichen und lückenhaften Prüfungsbestimmungen für das ganze Reichsgebiet gelten und die unerläßliche Vorbedingung für das Recht zur Berufsausübung bedeuten wird. Am zweiten Tage wurden die hiermit zusammenhängenden Fragen des musikalischen Anstaltswesens und der Schulmusikerziehung durchb'eraten. Dr. Franz R ü h l m a n n äußerte sich über die geplante Gründung von musikalischen Berufsschulen, m denen aus der Volksschule kommende Begabungen zu einer gründlichen Instrumental-Ausbildung und auch zu einer besseren Allgemeinbildung hingeführt werden sollen. Ein Serenadenkonzert des Eisenacher Städtischen Orchesters, eine offene Singstunde, und ein reizvoller Hausmusikabend aaben der stark besuchten Arbeitstagung eine würdige Umrahmung. Mit einer begeistert aufgenommenen Huldigung an den Führer schloß Prof. Havemann das erste Reichstrefsen der deutschen Musikerzieher. Aufgabe und Arbeit der Reichsbank im neuen Reich. Reichsbankpräsident Or. Schacht über die Bedeutung des Kapitals in der Wirtschaft. Berlin, 19. Okt. (DNB.) In einer Veranstaltung der Betriebsaemeinschaft der Deutschen R e i ch s b a n k machte Dr. Schacht als Betriebsführer grundsätzliche Ausführungen über die Bedeutung der Reichsbank im neuen Deutschland. Die Reichsbank hat ihre Aufgabe unabhängig von jeder Parteieinstellung immer nur darin gesehen, den Geldverkehr in den Dienst des ganzen Volkes zu stellen und ihn zum Besten der deutschen Volkswirtschaft zu lenken. Sie hat es verstanden, auch in der Zeit internationaler Bindung die eigenen Interessen des deutschen Volkes zu wahren. Es hat wenig Zweck, das Kapital als eine libe- ralistische Teufelei zu brandmarken, solange man sich nicht einmal über das Wesen und die Notwendigkeit des Sparens im klaren ist und solange jeder nach Kapital schreit. Auch mit der kategorischen Forderung, daß Angebot und Nachfrage aus der künftigen Wirtschaft einfach zu verschwinden hätten, kann man nur auf dem geduldigen Papier operieren. Es ist nicht klar, wie man auf der einen Seite richtig fordern kann, das Geld müsse Diener und nicht Herr der Wirtschaft sein, auf der anderen Seite aber unrichtiger Weise mit Hilfe dieses Geldes diese ganze Wirtschaft regulieren will. Geldkapital ist kein beliebig vermehrbarer Papierfetzen, sondern das Ergebnis von Arbeit und Sparen. Darum kommt es nicht auf die Notenpresse an, sondern allein auf Arbeit und Sparen. Man kann auch nicht mit einem einzigen Federstrich die Wirtschaftsgeschichte einiger Jahrhunderte auslöschen und man kann ebensowenig die Wirtschastserfahrungen in Bausch und Bogen abtun wollen, die in der Vergangenheit gesammelt worden sind und die zu den wertvollsten Aktiven der Wirtschaft gehören. Es gibt in der Wirtschaftsgeschichte nur einen einzigen Fall, in dem man versucht hat, eine Wirtschaft nach einem vorher konstruierten Plan zu gestalten. Das ist die Wirtschaft Sowjetrußlands, ein Vorbild, das mit seinem Leichenfeld wertvoller Menschenleben wahrlich nicht zur Nachahmung reizt. Der Nationalsozialismus erkennt nur Taten an, aber keine Pläne. Nur in zäher praktischer Arbeit im nationalsozialistischen Geiste werden wir uns die Wirtschaftsform der Zukunft erringen. Wir werden uns bei diesem mühevollen Werk nicht von vagen Theorien leiten lassen, sondern einzig und allein vom praktischen Lebensinteresse unseres Volkes. Die Wirtschaft der Zukunft wird weder eine freie Wirtschaft, noch eine Planwirtschaft, ganz gewiß aber keine theoretische, bürokratische oder uto- pistische Wirtschaft sein, sondern einzig und allein ein gesundes, lebensfähiges im deutschen Volkstum verwurzeltes, von Leistungsdrang beseeltes A r - beiten. Unsere Devisenbilanz muß zur Sicherung der Währungsstabilität um jeden Preis im Gleichgewicht gehalten werden. Die Opfer, die daraus durch Drosselung der Einfuhr der Wirtschaft auferlegt werden müssen, sind bekannt. Diese Deutschland durch die Folgen des Versailler Diktats aufgezwungenen Eingriffe in den Wirtschaftsablauf haben zur Ausbildung eines verwickelten Netzes von Ueberwachungs- und Kontrollstellen, insbesondere auf dem Gebiete der Devisenbewirtschaftung geführt. — Unsere Arbeit wird uns leicht und wird besonders freudig von uns getan, wenn wir den Blick gerichtet halten auf den Mann, der an fast übermenschlicher Arbeitsleistung, an Einsicht und Tatkrast uns allen als Vorbild voranleuchtet. Es ist der Mann, dem wir auch heute wieder Dank und unerschütterliche Treue bezeugen wollen, in dem Rufe: Unser Führer und Volkskanzler Adolf Hitler Sieg Heil!" Aus aller Welt. Oer Führer ehrt Schwester pia. Die als stille Kämpferin und Helferin der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei von Anfang an mit so viel Opfermut und Treue wirkende allbekannte Schwester Pia hat der Führer durch eine besondere Ehrung erfreut. In der Dienststelle der Obersten SA.-Führung wurde Schwester Pia der Blutorden überreicht. Als einzige Frau darf sie nun dieses Ehrenzeichen der SA. tragen, das sie sich durch ihre nimmermüde besondere Hilfe an der Seite der SA. redlich verdiente. Oie englische Automobil-Aussteilung. In London ist vor einigen Tagen die diesjährige Automobil-Ausstellung eröffnet worden. Schon ein flüchtiger Blick durch die Ausstellungshallen der Olympia Hall läßt deutlich einen Gegensatz erkennen: auf der einen Seite gute, brave, altbewährte Konstruktionen und andererseits übermoderne Linienführung, stumpfe Nase des Kühlers, rundgeschwungene Dächer. Die englischen Serienwagen 1934 unterscheiden sich kaum von denen des Jahres 1933. Der moderne Wagen hat keinen Vorderradantrieb, keine Stromlinien- führung der Karosserie, keine Schwingachsen aufzu- weisen, alles Neuerungen, die bei den deutschen Wagen selbstverständliche Voraussetzungen sind. Der englische Automobilbau ist konservativ, höchstens in der Form der Karosserie ist eine gewisse moderne Linie festzustellen, aber nur vorsichtig angedeutet. Es gibt zwar auch englische Wagen zu sehen, die Übermodern gebaut sind: runde Kühlerhauben, der Hintere Teil der Karosserie lang aus- gezogen wie ein Schwalbenschwanz. Solche Wagen besitzen nur für einen sehr reichen, kapriziösen Engländer Anziehungskraft. Die Autos, die der Durchschnittsendländer kaufen kann, sind die Modelle der Firma Austin, die sich etwas modernisiert haben, aber die altbewährte Konstruktion beibehielten. Fortschrittlicher wirken die Wagen der Firma Morris. Die T a l b o t - Konstruktionen sind durchaus in der alten Bauweise vertreten. Rolls Royce hat ebenfalls nichts Neues an Verbesserungen aufzuweisen, nur die gedrungene Form des Aufbaus hat einer etwas gestreckteren Linienführung Platz gemacht. Selbst die Sportmodelle sind noch ohne Schwingachsen und Kniefedern. Einen Gegensatz dazu bilden die Wagen der französischen und deutschen Firmen Citroen, Bugatti und Mercedes-Benz. Der auffallend schöne Mercedes-Achtzylinder-Kompressor wird viel bewundert. Dagegen weckt der Wagen der amerikanischen Firma C r y s l e r in seiner übertriebenen Form zwar Beachtung, aber auch manche Zweifel an der Zweckmäßigkeit der Kühlerkonstruktion. Die Ausstellung beweist, daß der Automobilbau Englands nur sehr langsam beginnt, sich Neuerungen zunutze zu machen, die in Deutschland schon längst erprobt sind und sich bewährt haben. Feierliches Requiem für Varthou in Berlin. In der St. Hedwigs-Kirche in Berlin fand ein feierliches Requiem für den ermordeten französischen Außenminister Barthou statt, das von dem Nuntius Msgr. O r s e n i g o zelebriert wurde. Die französische Botschaft war vollzählig erschienen, ebenso das Diplomatische Korps. Von deutscher Seite nahm als Vertreter des Führers ünd Reichs« kanzlers der Chef der Präsidialkanzlei, Staatssekretär Dr. Meißner, teil; ferner waren der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von N e u - r Q t h , Reichsarbeitsminister Seldte, Staatssekretär v. Bülow, Ministerialdirektor Köpke, der Chef des Protokolls, Gesandter Graf von B a s s e w i tz und andere Vertreter der Reichsregierung anwesend. Reichsminister Seldte in der Frontbilderausstellung. n 19 Dkt. (Fkp.) Der Bundesführer des NnDFB. (Stahlhelm), Reichsarbeitsminister Franz Seldte, besuchte die vom NS. Deutschen Frontkämpferbund (Stahlhelm) geför- derte Kriegsbilderausstellung des Bundeskameraden Eng el Hardt - Kyffhäuser, der als Oberjäger im 4. Res.-Jäger-Batl. malend und zeichnend sein Kriegserlebnis mit Stift und Pinsel festgehalten hat. Auch Reichsminister Seldte wurde von der überzeugenden Gestaltung des Fronterlebnisses durch Engelhardt stark gefesselt. Er freute sich immer wieder, charakteristische Augenblicke aus dem Soldatenleben in vorderster Linie wiederzufinden und erwarb ein Oelgemälde, das einen Schützen im vordersten Graben im Anschlag zeigt: „Dieses Bild", so sagte Franz Seldte, „hat sich mir viele Jahre jeden Morgen geboten, wenn ich in den Graben kam". Reue Postwertzeichen zu Schillers 175. Geburtstag. Die Deutsche Reichspost gibt zum 175. Geburtstag Friedrich von Schillers am 10. November zwei Freimarken in Buchdruck zu 6 und 12 Rpf. heraus. Die Auflage ist begrenzt. Die Marken find von der Reichsdruckerei nach einem von Professor Karl Bauer- München herrührenden Bilde her- gestellt worden. Die Größe und Farbe sind die gleichen wie bei den gewöhnlichen Postwertzeichen. Der Verkauf beginnt am 5. November. Betrügerischer Psycho-Graphologe vor Gericht. Vor der Weimarer Strafkammer begann der Prozeß gegen den 1888 in Ostpreußen geborenen sogenannten „Psycho-Graphologen" Albert Gillmeister alias Rasmus, der in Weimar beim Betrüge auf frischer Tat gefaßt worden war. Gillmeister unterhielt ein „Graphologisches Beratungsinstitut" in Berlin, von wo aus er große Teile Deutschlands bereifte. 1933 kam er nach Weimar, wo seiner einträglichen Tätigkeit als „der Gegenwart größter Psycho-Graphologe und Hellseher" — er hatte in wenig mehr als zwei Stunden 125 Mark verdient — ein Ende gesetzt wurde. Die Anklage wirft ihm Betrug zum Nachteil des Volkes vor. Gillmeister ist vielfach vorbestraft, u. a. auch schon wegen Wahrsagebetruges im Jahre 1930. Das Verfahren mußte aber damals mangels Beweises eingestellt werden. Französischer Lieferwagen vom Schienenaulobus erfaßt. — Vier lote, vier Schwerverletzte. Ein mit 8 Personen besetzter französischer Lieferwagen wurde auf einem Bahnübergang in der Nähe von Bordeaux von einem Schienenautobus erfaßt, der mit 70 Kilometer Stundengeschwindigkeit herangebraust kam. Das Lieferauto wurde über 150 Meter weit mitgeschleift. Unter den Trümmern zog man vier Tote und vier Schwerverletzte hervor. Bei zwei von ihnen haben die Aerzte jede Hoffnung aufgegeben. Wettervoraussage. lieber dem Festland hat sich hoher Druck aufgebaut und wird zu etwas freundlichem Wetter führen. An der Südseite der im Norden vorüberziehenden Tiefdruckgebiete wird aber immer noch milde Ozeanluft heranbefördert, die bei ihrem Aufgleiten Nebel- und Wolkenbildung, vereinzelt auch etwas Niederschlag zur Folge hat. Im wesentlichen wird aber Aufheiterung eintreten, wobei die Sonnenstrahlung Temperaturanstieg veranlaßt. Aussichten für Sonntag: Dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, tagsüber milder, nachts stärkere Erwärmung, nur vereinzelt etwas Niederschlag. Aussichten für Montag: Stellenweise Frühnebel, sonst wolkig mit Aufheiterung, meist trocken. Lufttemperaturen am 19. Oktober: mittags 11 Grad Celsius, abends 9 Grad; am 20. Oktober: morgens 6,1 Grad. Maximum 11 Grad, Minimum 2,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. Oktober: abends 9 Grad; am 20. Oktober: morgens 7,2 Grad Celsius. — Niederschläge 0,5 mm. Haüptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. 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Wagner, hofgui heibertshausen, wird das Entschuldungsoer- verfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom l.Juni 1933 heute um 9 Uhr 30 Minuten eröffnet. Die Landesbauernkafse Rheim Wain-Neckar e. G. m. b. h. in Jranffurt a. 2H. wird zur Entschuldungsstelle ernannt. 6179O Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 10. Dezember 1934 bei dem unterzeichneten Amsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meidung der im § 11 Abf. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 13. Oktober 1934. Hessisches Amtsgericht. Sofort! Tüchtiges, i. all. Hausarbeit, erfahrenes MW gesucht. Alter 18 b. 20 I. [05088 Gnauthstr. HL Weg. Verheirat, mein. jetz. suche für bald tüchtig. Mädchen f. Haus u. Küche. Schneider, Gartenbaubetr., Schiffenberger Weg 29. [62021) freundliches Lehrmädchen für Blumengeschäft gef. [6203V Blnmenschneider Selterswea 38. 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Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. Auf' dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 20. Oktober 1934. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. 2-Zimni.-WohD. ob. grosse 1’3.’ Wohn., z. 1. 11. ober später zu mieten gesucht. Evtl. a. Vorort. Schr. Ang. unt. 05095a. b.G.A. Zunges Ehepaar sucht zum 1. 11. ober später ioö.23toer mit Küche. Sckr. Ang. unt. 05076 a.b. G.A. Wieseck ‘ ° Am Sonntag, 901 Jft Ep1 21. Oktober: M H ImI M bei Gastwirt Hermann 3 H.-NM in ruhiger Lage, Giessen-Wieseck, von ruhig. Ehepaar sofort gef. Sckr. Ang. unt. 05071 a.b. G.A * 5 ■ M -rr LME ttt. 246 Zweites Blaff Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) 8am§fag, 20. Oktober 1934 Aeberall in unserer schönen deutschen Landschaft alte verrostete Reklame- s ch i l d e r oder nicht mehr brauchbare bewaldet oder zu großen Parkanlagen ausgestaltet, die es an Schönheit mit ähnlichen deutschen Anlagen stisch genug, getrost aufnehmen können. Auf einem der höchsten heit aller 21: Das äußere Bild des Erdölgebiets ist zwischen werden. Alle Volksgenossen werden hiermit aufgefordert. kraft sind die Erzeugungskosten müssen. Man geht dort also tiefer in die Erde als auch da nur für bestimmte aber Flachs im Gegensatz zu der üblichen Leinenspim gebietes decken kann Die Erdöloorräte am Nordrand der Ostkarpathen sind vielleicht der wich - t i g st e nationalwirtschaftliche Besitz Polens. Bon dort jedenfalls wird der gesamte Treibstoffbedarf des Landes und der gesamte Bedarf Polens an Schwerölen gedeckt. In der Deoifenbilanz des polsächlichen chen, um polnischen Eigenbedarf des Landes anzuglei- mit einem wichtigen Bestandteil des Nationalvermögens keinen Raubbau zu stellen lassen. Bom leichtesten Benzin bis zum zähflüssigsten Schweröl, vom Rohparaffin und Asphalt die „Trägerfaser", wobei ihre außerordentlich große Festigkeit voll zur Geltuna kommt, während ihre arößere Härte durch die größere Weichheit und Geschmeidigkeit der Kunstsvinnfaser ausgeglichen wird. Den aus solchem Gemisch hergestellten Textilwaren kann man sowohl den Charakter von Baumwolle oder Wollstoffen geben, je nachdem, welche Art von Faser man verwendet, ob die verhältnis- bei uns, hat dafür aber auch im ganzen genommen ergiebigere Quellen und hofft, sich bei einem Anziehen der Weltmarktpreise auch in das internationale Erdölgeschäft einschalten zu können. Freilich macht man sich keine allzugrotzen Illusionen darüber, daß die Aussichten dazu nicht übermäßig groß sind. Deshalb sind die staatlich beaufsichtigten Rohstoffproduzenten und die Raffinerien auch darauf bedacht, die Erzeugung vorläufig an den tat- treiben. In einer ganz modernen staatlichen Raffi-1 nerie hatten wir Gelegenheit, die Vielfältigkeit der Endprodukte zu bewundern, die sich aus Erdöl Her- Wärmefähigkeit den natürlichen Fasern nicht nachstehen und im Gemisch mit anderen Fasern, vor allem mit kurzgeschnittenen Flachsfasern hervorragende Eigenschaften zeigen. Während noch unsere Urgroßeltern ihren gesamten Bedarf an Flachs in Deutschland auf dessen geistiges und kulturelles Zentrum. Von den fünf Universitäten des Landes dürfte Lemberg nach Warschau die größte sein. Daneben finden wir noch eine Technische Hochschule und verschiedene Sonderakademien. Selbstverständlich bestimmt danach auch die studierende Jugend, die hier wie bei uns ein starkes Bollwerk natio- K l ö st e r Lembergs, deren architektonische Pracht und reiche Ausstattung noch heute verrät, wie reich die Stadt namentlich in der Barockzeit schon gewesen ist. Noch eine letzte Merkwürdigkeit Lembergs sei kurz verzeichnet: Es ist d i e Stadt der drei Bistümer. Im Lemberg residieren ein armenischer, ein griechischer und ein polnischer Bischof, die alle drei römisch-katholischen Glaubens sind. Die älteste Kirche der Stadt ist die armenische, deren herrliche Kuppel über die Vierung bereits aus dem 11. Jahrhundert stammt. Das Rohstoffproblem und die technische Forschung GchlußmitderVerschandelung der deutschen He mat! Heimatbild soll nun von allen wirklich ft ö - r e n b e n Daueranschlägen bereinigt dustrie wächst heran und der Chemiker verdrängt fast die- Seidenraupe. — Inzwischen ruht die Forschung nicht. Mit dem Fortschreiten der wissenschaftlichen Erkenntnisse ergeben sich neue Möglichkeiten für die Technik, die sich vorgenommen hat, es noch besser zu machen als die Natur. Besonders die deutsche Faser st offchemie hat neuerdings wieder bedeutende Erfolge zu verzeichnen. Nach dem bisherigen Stande der Technik kamen künstliche Fasern ungemischt nur für ganz spezielle Zwecke, als fälschlich so genannte „Kunstseide" in Betracht. Sonst wurden die natürlichen Fasern wie Wolle und Baumwolle bei- VII*. OieWisienschastamGpmnrad Bon Dr £. Llbbelohde, ord. Professor "er technischen Chemie an der Technischen Hochschule, Berlin. Auf eine 50jährige Geschichte kann in diesem Jahre die sogenannte Kunstseide zurückblicken. 1884 gelang "es nach jahrelangen Versuchen dem Grafen Chardonnet aus Nitrozellulose einen Faden herzustellen, der dem Seidenfaden an Glanz und an Festigkeit glich, die Nitroseide. Es war das eine ziemlich feuergefährliche, ja explosive Stoffart. Erst eine weitere Erfindung, die die Nitrozellulose in Z e l l st o f f, das Material der Baumwolle und der Flachsfaser, umwandelte, machte die Nitroseide praktisch verwendbar. Es wurden dann bald neue Wege in Frankreich, Deutschland und England beschritten, um mit billigeren und fabrikatorisch bequemeren Methoden den neuen chemischen Spinnfaden zu gewinnen. Es entstehen der Glanzstoff, Kupferseide, Adlerseide, Bembergseide und die Viskose. Eine gewaltige Jn- * Vgl. Gießener Anzeiger vom 1., 8., 15. und 29. September und vom 6. und 15. Oktober. unmittelbarer Zusammenhang insofern bestand, als erst nach der Rückeroberung der ostgalizischen Erdölgebiete die erforderliche Rohstoffbasis für die Dieselmotore unserer U-Boote gegeben war, die dann nachher noch durch die rumänischen Petro- einem Areal von etwa 250 000 Hektar anbauten, ist der Anbau unter dem Einfluß der Welthandelsideologie allmählich bis auf ein Sech st el des Bedarfs gesunken. Neuerdings wird der Anbau aber wieder gesteigert. Flachs (Leinen) kann nun zwar Baumwolle in gewissem Umfange ersetzen, aber er hat natürlich ganz andere Eigenschaften als Wolle, vor allem ist er zwar sehr fest, hält weniger warm, entbehrt also gerade der für Oberkleider wichtigsten Eigenschaften. Wissenschaft und Technik schufen nun aber Fortschritte auf folgenden Gebieten: Bei der Flachszüchtung hat die Kreuzung von Faserflachs und Oelflachs zu einem Bastardflachs geführt, der nicht nur reichliche Mengen guter Fasern, sondern gleichzeitig auch viel Oelsaat liefert, so daß der Gesamtertrag pro Hektar erheblich gesteigert wird. Dieser neue Flachs würde der deutschen Landwirtschaft beträchtliche Mengen Leinkuchen liefern und damit die Eiweißfuttererzeugung verbessern. Bei der Kunstseide-Stapelfaser war es der Industrie bekanntlich schon vor längerer Zeit gelungen, gut spinnbare Fasern, die sogenannte Vistra, zu erzeugen. Vor kurzem gelang es mir dann, neuartige Fasern herzustellen, die noch voluminösere Garne als die bisherigen ergaben und den Charakter sowohl der Baumwolle, als auch der Wolle erhalten können. In der textilen Verarbeitung hat man gelernt, kurzgeschnittene Flachsfasern zusammen mit Kunstspinnfasern zu Stoffen zu verarbeiten, in einer Art, welche die Vorzüge beider Komponenten verstärkt, ihre Mängel aber abschwächt. Die Flachsfaser ist bekanntlich außerordentlich fest, auch in nassem Zustande; sie ergibt aber harte, nicht warmhaltende Gewebe. Die Kunstspinnfaser dagegen ist weich und geschmeidig, aber bekanntlich nicht so formbeständig, besonders wenn sie naß ist. Mischt man aber beide Fasern — wozu der bis zu medizinischen Deien sind hier Hunderte von fiehf m_n einzelnen Markenerzeugnissen vertreten, und der - - peute Wiederaufbau eines Staates Eindrücke und Ergebnisse einer Polenreise. Von unserem Or. H.-Sonderkorrespondenien. überhaupt nicht mehr gibt, müssen verschwinden. Es ist felbstverständlich, daß nur die Eigentümer der Häuser oder Zäune die Entfernung vornehmen dürfen. Gleichzeitig ergeht eine dringende Mahnung an alle, in Zukunft das kleben von Plakaten dort zu untertaffen, wo es veruuschö- nend wirkt oder gar das Eigentum anderer Volksgenossen verletzt. helft alle mit, die Schönheit unserer Heimat zu erhalten! Gez. Müller-Scheid, Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Rassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Lemberg. II*. Nachdruck verboten! Lemberg, Oktober 1934. Als die Bürger von Lemberg im Jahre 1919 die eingerückten ruthenifchen Truppenteile in erbitterten und verlustreichen Gefechten schlugen und dadurch die Ausrufung Lembergs zur Hauptstadt eines selbständigen ukrainischen Staates verhinderten, wurde der Stadt in ihr Wappen der höchste polnische Orden „virtuti militari" verliehen. Lemberg und seine Bürger sind darauf heute noch so stolz wie vor 15 Jahren, wie denn überhaupt hier, in der Südostecke des polnischen Staates, ein besonderer Geist herrscht. Ein Geist, der starkes Traditionsgefühl mit nationalem Stolz und nüchternem realpolitischem Blick paart. Lemberg ist nach Warschau und Lodz die drittgrößte Stadt Polens mit über 300 000 Einwohnern. Sie verleugnet ihre Vergangenheit nicht, und man sprach den dort als Gäste weilenden deutschen Journalisten gegenüber mit Achtung und Anerkennung davon, daß Lemberg eine deutsche Städtegründung sei, die auf ein Alter von etwa 700 Jahren zurückblickt. In der Tat ist der Stadtkern ganz offenkundig deutsch und weist auf schlesische Siedler hin, die im frühen Mittelalter in Osteuropa sozusagen berufsmäßige Städtegründer waren. Nach der einen Version sind die ersten Siedler Lembergs aus dem schlesischen Löwen berg hierher gekommen, und diese Deutung klingt am wahrscheinlichsten. Denn die Stadt führt nicht nur im Wappen einen Löwen, sondern ihr polnischer Name — Lwow — heißt zu oeutsch ebenfalls Löwenberg. Nach einer anderen Darstellung sollen Einwanderer aus dem niedersächsischflämischen Limburg dort angesiedelt worden sein. Wie dem auch sei: in jedem Falle ist der deutsche Anteil an der Gründung Lembergs unbestreitbar, und die Stadt wurde bis an das ausgehende Mittelalter nach Magdeburger Recht regiert. Heute wie damals ist Lemberg einer der wichtigsten Warenumschlag - Plätze im Wirtschaftsverkehr zwischen West und Ost. Seine Bedeutung wird in der Gegenwart noch dadurch erhöht, datz es der Zentralpunkt des Handels mit dem Holz der Karpathen und dem Petroleum von Drohobi)cz- Boryslaw ist, das einen der wichtigsten Bodenschätze Polens bildet. Uebrigens ist auch heute noch der Anteil deutscher Familiennamen in der Bevölkerung verhältnismäßig groß, und man darf annebmen, daß es sich hierbei zum größten Teile um die Nachkommen alter Siedlergenerationen handelt, die inzwischen, nicht zuletzt infolge der Eigenart der Bevölkerungsschichtung, zu National-Polen geworden sind. Lemberg liegt nämlich, ethnographisch gesehen, am Schnittpunkt verschiedener Völkerstämme, von denen im Gesan.cbild die Ruthenen nächst den Polen am stärksten in Erscheinung treten. Die Ruthenen — ihr Bevölkerungsanteil im Südostwinkel Polens wurde uns von unseren Gastgebern auf etwa 15 v. H. beziffert — sind den Einwohnern der Sowjet - Ukraine stammverwandt. Im Jahre 1918, nach dem Rückmarsch der deutschen Truppen aus Rußland, wurden auch mancherlei Fäden zwischen Kiew, dem Sitz der Ukrainer-Bewegung, und O st g a l i z i e n gesponnen, die dann schließlich zu der gewaltsamen Besetzung Lembergs durch ruthenische Truppenteile und Aufständischenformationen führte. Im Stadtbild Lembergs fällt ferner der verhältnismäßig starke Anteil der jüdischen Bevölkerung auf, die von Polen als nationale Minderheit betrachtet und behandelt wird. An den Grenzen, nach Rumänien und der Tschechoslowakei zu, sind dann noch einige kleinere Bevölkeruiigs- fplitter anderer Nationalitäten zu verzeichnen, die aber weder politisch ein Problem bilden, noch kulturell und wirtschaftlich ins Gewicht fallen. Hier wird sich im Laufe von wenigen Generationen der nationale Verschmelzungsprozeß so auswirken, daß sie verschwinden. Wer Lemberg aus den Kriegsjahren kennt, ist heute überrascht von der Schönheit und der Sauberkeit, mit der sich die Stadt präsentiert. In dem hügeligen Gelände auf der Nordseite des Karpathenrandes liegt die Stadt eingebettet wie em Edelstein in grünem Samt. Fast alle Hänge sind * Dgl. den Gießener Anzeiger vom 17. Oktober. Hügel hat Lemberg ein großes Gelände aufgeschlossen und für die jährliche D ft m e f f e her- gerichtet, an der in diesem Jahre zum ersten Male auch deutsche Firmen teilnahmen. Ein anderer Hang ist zu einem wunderschönen Friedhof ausgeftaltet, dessen Mittelstück der Ehrenhof von 2600 Lemberger Bürgern ist, die im Kampf um die Befreiung ihrer Stadt von Ruthenen fielen. General und Solbat liegen hier unter der gleichen Erde und unter i: en gleichen Kreuzen. Aus ihrer Mitte wurden die Gebeine des „Unbekannten Soldaten" entnommen, der heute auf dem Pilfudski-Platz in Warschau das Ehrengrab seiner Nation erhalten hat. Hier, an dieser Stelle, wird vielleicht das Besondere Lembergs, die eigene geistige und seelische Haltung seines Stadtvolkes dem deutschen Besucher am nächsten gerückt. Wir sagten schon, daß die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt heute vor allem durch ihre zentrale l°um°°rk°mmen erweitert werden tonnte. ' gegeben ist. Nebenbei bemerkt: die Stadt braucht • rein eigenes Gaswerk, da sie ihren gesamten Be-! Lemberg ist aber nicht nur die wirtschaft- barf aus den Erdgasvorkommen des Petroleum-' l i ch e Metropole Südost-Polens, sondern auch Produktionsgang ist, wie uns der liebenswürdige - ~ v * ~ •---v---- Generaldirektor des Unternehmens versicherte, ela- ^aueraufchläge hängen. Dadurch wird das , um sich der Eigenart und Besonder-1 Laudschaffs- ober Sfraheubild off in geradezu et- .[ufträge anzupassen. | schreckender Weife verunschönl. — Unser nischen Staates wirkt sich das zumindestens so aus, daß ausländische Valuten für Benzin und Schwer- nalen Geistes und nationalen Wollens ist, das öle in Polen nicht benötigt werden, während be- Stadtbild. Universität, Hochschulen und Akademien kanntlich Deutschland auch heute noch einen de- sind neben dem Rathaus mit seinem ragenden trächtlichen Einfuhrbedarf an diesen Stoffen hat. , Turm die größten Profan-Gebäude der Stadt. Daß Auf dem Weltmarkt ist das polnische Produkt frei- sie nicht in allen Fällen nach unseren ästhetischen lich bei den heutigen Preisen nicht konkurrenzfähig. Begriffen schön wirken, ist nicht verwunderlich: sie Denn trotz der verhältnismäßig billigen Arbeits-' sind zum großen Teil im 19. Jahrhundert, einer kraft sind d i e Erzeugungskosten sehr! Zeit des baukünstlerischen Niederganges, entstanden, hoch, weil die Bohrungen in außerordentliche I Und Polen ist von den Geschmackssünden dieser Tiefen — bis zu 1600 Meter! — geführt werden i Epoche ebensowenig verschont geblieben wie Deutsch- ~~an geht dort also tiefer in die Erde als land. Herrlich aber find d i e Kirchen und g e mischt, -- -- — - . yiuiy» Illi wcydi|ug uct uunu/cn 4jcuic»t|pui- Zwecke, womit im Falle der Wolle eine Verbil-1 nerei kurz geschnitten werden muß — und verspinnt ligung, im Falle der Baumwolle eine Verteuerung 1 ba5 Gemisch, so ergänzen sich die Eigenschaften der und im allgemeinen keine Verbesserung verbunden I beiden unähnlichen Fasern in glücklichster Weise: war. Das ist aber anders geworden, nachdem es | b,e Flachsfaser wird nämlich in dem Gemisch dann gelungen ist, neuartige Kun st fasern herzu- • • ........... - ...... stellen, die nach Spinnbarkeit, Porosität und Drohobycz und Boryslaw ebensowenig schön wie . , y _ a _ ---------- in anderen Petroleumgebieten der Erde. Erdöl- werben, wobei felbsfversfänblich bie berechfig- erzeugung und Erdölverarbeitung sind nun einmal f e n Belange der Wirtschaft gewahrt ein schmutziges Handwerk. Der Wald von Bohr-, werden. tiirm-n die sich bei Boryfl-w erheben, hot di- <22. ........ uu|i|t,u[uc^ pichen Karpathenwalder ins weit dre hange ! 00n if,rcn Käufern oder Zäunen umgehend all- hinauf verdrängt, und wo vor wenigen Jahren “ noch Hirsche, Luchse, Wildkatzen und anderes Getier f t cncn ^nfdjlage oder wechselte, nagen sich heute von Erdgas getriebene Reklametafeln zu entfernen und ebenso bie Bohrer in das Gestein der Berge. Für uns Deutsche alten Plakate zu vernichten, die für Bet« war es interessant zu hören, daß zwischen der Auf- janffaltungen, bie läng ff gewesen sind, nähme des uneingeschränkten U-Bootkrieges und werben. Auch Reklamefaseln für Waren, bie es der Befreiung Ostgaliziens von den Russen ein Die königliche Familie im Trauerzuge. Vorn der jugendliche König Peter mit seiner Mutter, der Königin-Witwe Maria; dahinter (von links) Prinz Arsen von Jugoslawien, Königin-Mutter Maria von Rumänien und Prinz Paul von Jugoslawien, der Vorsitzende des Regentschaftsrates. Hinter der Königin-Mutter von Rumänien ihr Sohn, König Carol, und (links neben ihm in Marineuniform) Prinz Georg von England, Herzog von Kent. Die Verfrefec fremder Mächte im Trauerzug. Von links nach rechts: Der deutsche Botschafter in außerordentlicher Mission von Keller; Ministerpräsident Göring, der Vertreter der deutschen Wehrmacht; der deutsche Gesandte in Belgrad von Heeren; der Vertreter Oesterreichs von Karwinski; der französische .Kriegsminister Marschall Petain. Hohen hinter der Aisne wurde der greise General- oberst im vordersten Graben durch einen Granatsplitter verwundet. Er legte daraufhin den Oberbefehl über die I. Armee nieder. — Die Universität Jena verlieh ihm den Ehrendoktor der Rechte. Im Jahr 1924 feierte er im Kreise seiner Familie — einer seiner Söhne war 1915 in Flandern den Heldentod gestorben — die goldene Hochzeit mit seiner Frau, einer geborenen Freiin von Donop. Einer der großen Führer des deutschen Feldheeres, Teilnehmer an drei Kriegen, hat seine Augen für immer geschlossen. An feiner Bahre neigt sich in Dankbarkeit das deutsche Volk; auch seine ehemaligen Gegner, die in dem Verstorbenen stets den großen ritterlichen Gegner anerkannten, senken den Degen vor der Größe und Schlichtheit dieses alten Offiziers. So wird fein Tod in der ganzen englischen Presse an hervorragender Stelle gemeldet. Der Verstorbene hatte in England eine wirkliche Volkstümlichkeit besessen. In den Nachrufen wird seinem Charakter und seiner Tapferkeit große Anerkennung gezollt. Der britische Brigadegeneral S p e a r s sagte in einer Rundfunkrede u. a.: Generaloberst von Kluck wird den englischen und französischen Soldaten, die in den ersten Tagen Les Krieges gekämpft haben, als ein großherziger Feind im Gedächtnis bleiben. Er war ein großer Mann, ein tapferer und guter Kämpfer. mäßig glatte Vistra oder Fasern von der eben er- wähnten besonders füllfähigen Art. Diese zunächst überraschende Wandlungsfähigkeit wird leicht verständlich, wenn man daran erinnert, worauf es beruht, daß Wollgewebe so warm halten. Es ist das keine der eigentlichen Wollsubstanz zukommende Eigenschaft, sondern Wollgewebe halten hauptsächlich deshalb warm, weil sie lockerer als andere sind, also feine Luftschichten in sich einschließen und dadurch die bekannte schlechte Wärmeleitfähigkeit der Luft zur Geltung bringen. Die neuen Stoffe sind so haltbar, schön und vielseitig verwendbar, daß sie die aus den klassischen Spinnfasern gefertigten in vieler Beziehung übertreffen. In der Tat kommen wir hier zu einer ganz neuen Klasse von Stoffen, denen man Unrecht täte, wenn man sie mit dem Ausdruck „Ersatz" bezeichnen würde. Sie werden zweifellos bald einen festen Platz auf dem Textilmarkt einnehmen und könnten demnächst auch international eine große Rolle spielen. Ein neuer Beweis für die hohe Leistungsfähigkeit der deutschen Forschung. Generaloberst von Kluck gestorben. Berlin, 19. Oft (DRB.) Der bekannte deutsche Heerführer aus dem Weltkriege General- o b e r st a. D. von k l u ck ist am heutigen Freitag um 17 Uhr in seiner Privatwohnung in Berlin- Grunewald im Alter von 88 Jahren geworben. Der Führer und Reichskanzler hat an die Witwe des Generalobersten von kluck folgendes Beileidstelegramm gerichtet: Zu dem Tode Ihres Herrn Gemahls, des Herrn Generalobersten von kluck, spreche ich Ihnen mein herzlich st es Beileid aus. Wit Ihnen betrauert das deutsche Volk den Tod eines ruhmvollen um die deutsche Wehrmacht in krieg und Frieden hochverdienten Heerführers, dessen Name in der Geschichte des Weltkrieges in Ehren weiterleben wird. Adolf Hitler. Alexander von Kluck wurde 1846 als Sohn des Regierungsbaumeisters Kluck in Münster in Westfalen geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums trat er 20jährig als Fahnenjunker in das Infanterieregiment Nr. 55 ein. Schon wenige Monate später rückte er als Fähnrich in den Feldzug 18 6 6 mit General Vogel von Falckenstein nach dem Main. Im deutsch-französischen Krieg focht er als junger Leutnant, bei Colorn- bey-Neuilly, wurde zweimal verwundet und erhielt das Eiserne Kreuz. Nach dem Kriege war er als Hauptmann und Major an Unteroffizierschulen tätig, wurde 1889 Bataillonskommandeur im Infanterieregiment Nr. 66 und auf Veranlassung des späteren Herzogs oon Sachsen-Meiningen, der die großen Fähigkeiten Klucks kennengelernt hatte, 1893 Kommandeur des Landwehrbezirks I Berlin. Am 27. Januar 09 wurde Kluck geadelt, führte als Oberst das Füsilierregiment N. 34 in Bromberg, als Generalmajor die' 23 Brigade in Gleiwitz, als Generalleutnant die 37. Division in Allenstein und als kommandierender General das 1. Armeekorps in Königsberg. 1913 wurde er Generalinspekteur der neu geschaffenen 8. Armeeinspektion, die das 2., 5. und 6 Korps umfaßte. Als Generaloberst zog er an der Spitze der I. Armee in seinen dritten Feldzug. Es war in erster Linie d i e Armee Kluck,' deren schneller Vormarsch zu Beginn des Krieges aller Augen auf sich lenkte. Bei Jemappes, Frameries und Mons schlug er die vereinten Engländer und Franzosen (23. bis 25. August 1914) und wenige Tage darauf die Engländer bei St. Quentin. Wieder wenige Tage später „streifen Reiter der Armee von Kluck vor Paris", wie es im amtlichen Bericht hieß. In der Marneschlacht verhinderte die I. Armee unter der genialen Führung Klucks in erbitterten Kämpfen am Ourq die von der Pariser Ausfallarmee des Generals Gallieni versuchte Umfassung der rechten Flanke des deutschen Feldheeres. Auf den Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Freudige Ueberruschung. (mtz) Bombay. Aus Benares, der heiligen Stadt der Hindus, kommt die Nachricht, daß ein dort lebender Engländer im wahrsten Sinne des Wortes einen Schatz ans Licht befördert hat. Es ging dem Mann nicht besonders gut, und um diesem Uebel abzuhelfen, wandte er sich an einen Rechtsanwalt zwecks Vermittlung einer Hypothek auf das ihm gehörige Grundstück. Er wollte gerade die Urkunde unterzeichnen, als ihm sein Spazierstock, ein altes Erbstück, aus der Hand fiel. Mechanisch bückte er sich, um ihn wieder aufzuheben. Aber da entdeckte er zu seinem Schrecken, daß die Achatkrücke zerbrochen war. Wer beschreibt jedoch sein Erstaunen, als er in dem hohlen Stock plötzlich eine große Anzahl sehr wertvoller Perlen fand, die einen solchen Wert vorstellten, daß er seine Schulden mit einemmal los war. So hatten seine Vorfahren und auch er unwissentlich einen großen Schatz mit sich herumgetragen, den offenbar ein vorsichtiger Vorfahre einstmals in diesem sonderbaren Versteck verborgen hatte. Benjamin Franklins Nhr geht wieder! (u) Philadelphia. Irgendwo in einem kleinen Uhrmacherladen in Philadelphia erschien kürzlich ein altes Männlein und bot eine Uhr zum Verkauf an. Der Uhrmacher besah sie erst spöttisch, dann interessiert und stutzte vollends, als er hineinschaute und darin las: „Als Geschenk an Benjamin Franklin, zur Erinnerung, 3. Sept. 1783. — David Hartlog." Der Uhrmacher lächelte wirklich nicht mehr, sondern hielt die Uhr sorgsam wie ein Heiligtum. Er hat hastig den geforderten Preis dafür bezahlt und nun die alte Uhr Franklins wieder in Gang gesetzt. Sie tut wieder ihren Dienst. Ein Wunder? Der Fabrikant war — wie ein Stempel ergibt — Epine, der größte Uhrmacher der damaligen Zeit, der Uhrenberater eines Louis XV., eines Louis XVI. und eines Napoleon I.... Die Liebe geht durch den Magen. DZD. Neuyork. In einer Pittsburger Konservenfabrik arbeitete der junge Sam H. täglich seine acht Stunden, mit Ausnahme des Sonntags natürlich. Seine Arbeit bestand darin, in einer Minute sechs Konservenbüchsen mit seiner Maschine zu verdichten, das sind in der Stunde 360 Büchsen, und wenn der Feierabend durch die Fabriksirene verkündet wurde, hatte Sam seine 2880 Büchsen gedichtet. So ging das jahraus, jahrein. Sam verknöcherte aber trotzdem nicht bei seiner mechanischen Tätigkeit, da er romantisch veranlagt war und voll merkwürdiger Einfälle steckte. Gern hätte er ein nettes Mädchen kennengelernt, um es zu heiraten, aber ihm fehlte die Gelegenheit dazu. Da schrieb er eines Tages, ehe er in die Fabrik ging, einen kurzen Brief, worin er mitteilte, er fei einsam und suche eine Damenbekanntschaft. Das Briefchen mit einer kleinen Photographie steckte Sam heimlich in eine Konservenbüchse und verlötete diese. Jayre waren vergangen, Sam hatte seinen Brief längst vergessen, als er Antwort aus England erhielt. Ein Bild lag auch dabei und die Schreiberin wurde tatsächlich Sams Frau. Die heiratslustigen Mädchen in Amerika öffnen seit der Zeit die Konservenbüchsen mit einer gewissen Spannung... Der Drang und das Mäuschen. (—) London. Just zur selben Zeit, als im Berliner Zoo ein übermütig gewordener Menschenaffe, der Gorilla, seinen Wärter angriff, machte sich im Londoner Zoo ebenfalls ein Vertreter dieser Tiergattung unliebsam bemerkbar. Es war der dort gehaltene riesige Orang-Utang. Dieses Tier, eines der größten seiner Art, erfüllte einige Nächte lang hintereinander den Londoner Zoo mit einem derart rasenden Angstgebrüll, daß kein lebendes Wesen dort zur Ruhe kommen konnte. Kamen die Wärter dann zu seinem Käfig gerannt, war er sofort wieder ruhig, wenn auch sein Fell noch gesträubt blieb und seine Augen entsetzungsvoll umherirrten. Schließlich stellte man einige Wärter, ohne daß der Affe es merkte, nachts in der Nähe feines Käfigs auf Posten, und diese entdeckten schon in der dritten Nacht die Ursache für die Angst dieses Riesentieres: um zwei Uhr nachts kam aus einer Ecke des Käfigs ein winziges Mäuschen gelaufen, und schon sprang der Affe, so schnell er nur konnte, nn seinem Astwerk in die Höhe und erschütterte die Nacht mit feinem durchdringenden Angstgeheul. Am nächsten Morgen schon kam der Zimmermann und nagelte ein Brett vor das Mauseloch. Seitdem hat der Londoner Zoo auch nachts seine wohlverdiente Ruhe ... „Smiths aller Länder, vereinigt euch!" D. Edinburgh. Großes hat sich begeben in dieser betriebsamen Stadt: die Smiths haben sich zu einem Club zusammengeschlossen und verweisen schon jetzt stolz auf die Tatsache, daß damit der größte Club der Welt seine Geburt erlebt hat. Dabei gedenkt man nun keineswegs stehen zu bleiben: ein „Smith- Parlament" soll geschaffen werden, dem sämtliche Smiths aus allen Reichen der Erde ihre Wünsche und Klagen vortragen können — und dieser Menschen namens Smith gibt es Millionen: man muß nämlich bedenken, daß in England, seinen Kolonien und Dominions sowie in den Vereinigten Staaten mindestens jeder siebenunddreißigste Mensch als „Smith" auf die Welt kommt. Die Idee zu dieser riesigen Vereinigung ist ausgegangen von dem Millionär Mr. Jonathan Smith aus London. Der hat sich lange geärgert über die tollen Verwechslungen, die ihm sein allzu häufiger Name einbrachte, weshalb er zunächst auf die originelle Idee kam, all den Namensvettern die längst ersehnte „Verwechslungshilfe" zu bringen: nämlich eine Erkennungsmarke, wie sie jeder Soldat im Kriege führt. Er selbst gab sich die Chiffre DG4S3; damit versah er alle Gegenstände, die ihm gehörten, ließ sich die Jdeee patentieren: fand in England großen Anklang damit und brachte es binnen kurzem zu einem Millionenvermögen. Nur so ganz nebenbei hat er den Smith-Club zusammengetrommelt, dem alsbald das Smith-Parlament folgen soll. Jeder Smith der Welt wird nun seine Erkennungsmarke erhalten — nur dann nämlich darf er sich an das hohe Parlament wenden und hoffen, hier auf Verständnis und Berücksichtigung feiner Klagen und Wünsche zu stoßen. Sechs Frauen und fünf Schirme. (a) Amsterdam. Mit einem immerhin ungewöhnlichen Anliegen stürzten dieser Tage sechs aufgeregte Damen in das Amsterdamer Polizeirevier am Leidscheplein und fuchtelten dem erschrockenen Reviervorsteher mit ihren Regenschirmen vor dem Gesicht herum. Das heißt: das taten nur fünf von ihnen, denn dis sechste hatte zwar keinen Regenschirm, beteiligte sich aber mit um so kräftigerem Stimmaufwand an dem Geschnatter der anderen. Als es dem Beamten schließlich gelungen war, Ruhe zu gebieten, kam durch die Darstellung einer besonders robusten Frau, die die Wortführerin spielte, folgender Tatbestand zutage: Alle sechs Frauen hatten am Sonntag zuvor im Tesselschade-Krankenhaus in der Hauptstadt Krankenbesuche gemacht. Als Nr. 1, eben die Wortführerin, nach Beendigung des Besuches nach Hause gehen wollte, entdeckte sie, daß aus dem Schirmständer im Flur ihr Schirm verschwunden war. Kurz entschlossen ergriff sie einen anderen, der dem ihrigen „ähnlich" sah. Das war der Schirm von Nr. 2, der es wenige Minuten später ebenso erging und die sich einfach den Schirm von Nr. 3 aneignete. So ging es dann weiter über Nr. 4 und 5 bis auf die arme Nr. 6, die — da inzwischen der Ständer leer geworden war — nur noch das Nachsehen hatte. Am nächsten Besuchstage, an jenem Tage, da dieser Aufmarsch vor dem Polizisten stattfand, hatten sie sich alle wieder im Krankenhause eingefunden, um eventuell feststellen zu können, wer mit wessen Schirm am Sonntag verschwunden war. Merkwürdigerweise waren die sechs die einzigen Besucher, die sich — bis auf eine — mit den falschen Schirmen bewaffnet, im Flur des Krankenhauses einfanden und dort einen derart lauten Streit miteinander anfingen, daß sie vom Personal an die frische Luft gesetzt werden mußten. Spornstreichs waren sie bann zum nächsten Polizeirevier gelaufen, um ihren Streit vor Herrn „Brigadier" fortzufetzen. Der Beamte fällte ein wahrhaft salomisches Urteil: Er stellte fest, daß Nr. 1 der Schirm gestohlen worden war, nahm diese Diebstahlsanzeige zur amtlichen Kenntnis und befahl, daß Nr. 1 ihren jetzigen Schirm an Nr. 2, diese ihren an Nr. 3 und so fort aushändige. Die fünf Frauen von Nr. 2 bis Nr. 6 waren der Bewunderung für dieses simple Urteil voll und trauten ihren Äugen kaum, daß sie auf so einfache Weise wieder in den Besitz ihres eigenen Schirmes gelangten. „Darauf wären wir nie gekommen!" stammelte Nr. 4. Nur Nr. 1, deren Schirm an jenem Sonntage spurlos verschwand, war mit dieser Entscheidung des Herrn Brigadiers nicht ganz einverstanden. Der erste Abschied. Von Waldemar Bonsels. Es sind selten die großen Ereignisse, die unser Gemüt in Aufruhr ober Stille führen, sondern etwas ganz anderes, etwas, das ich die Ahnung vom Wesen des Lebendigen nennen möchte, den kaum spürbaren Abglanz jener Beschaffenheit des Menschenwesens, aus dein alle Schicksale geboren werden, wie schon im ersten Blick zweier liebender Menschen der erste Herzschlag eines neuen Lebens schlummert. An jener Ahnung entzündet sich unsere eigenste Hoffnung, von ungewisser Erwartung bis Aum brennenden Heimweh geführt, von der Unschuld zur Tat, und zuletzt zum langsamen Erwachen, über die rasche Jugend dahin, bis zur großen Einkehr, welche nur denen erspart bleibt, die ihre Augen mitten im Glanz der Jugend im Tode schließen. Zu diesen letzten gehört der eine jener Zwei, von denen ich erzähle, vom späteren Ergehen des anderen weiß ich so wenig wie vom Geschick des Lesers, der vielleicht flüchtig seine Augen durch diese Zeilen gleiten läßt, um ihren Inhalt in der Unruhe des Lebens wieder zu vergessen. Beides waren Kinder, nicht einmal ihren Namen kenne ich, es waren zwei Knaben von etwa zwei und vier Jahren, und ich beobachtete ihre Tagesstunden in der Sommersonne von einem grünen Versteck des Nachbargartens aus, in einer glücklichen Geborgenheit des Beschauens. Das Glück eines solchen Postens ist ein wenig indiskret, und man würde sich nicht allein rechtlos, sondern auch wie ein ungebetener Gast am Tisch des Lebens Vorkommen, wenn nicht die Andacht solch tatlose Einmischung zu einer neidlosen Erkenntnis des Schönen umgestalten könnte. Jeden Morgen brachte ein älteres Dienstmädchen, zugleich mürrisch und gutmütig, die beiden Knaben in den Garten und setzte sie auf eine große rote Decke auf den Rasenplatz unter vier Ahornbäumen. Sie schüttelte aus einem Korb die Trümmer einiger bis zur Unkenntlichkeit heimgesuchter Spielsachen neben den kleinsten von ihnen, der in der Regel vorzog, sich zunächst niederzusetzen, und entfernte sich, meist bis zum Mittag. Nun begann für meine beiden Nachbarn bas grofje Leben. Ich weiß erst seit ihrem Glück um nichts, wieviel Unnötiges wir Großen nötig haben. Der Kleine bevorzugte deutlich ben gebrochenen Kopf eines hölzernen Hahnes, ben Schwengel einer Spielbose, bereu Seele längst bis zur Lautlosigkeit burchforscht war, unb einen braunen ©arbinenring von ber Größe eines Armbanbes. Um biefe brei Wunder menschlicher Erfinbungsgabe gruppierte sich sein Glück. Er genoß ihre Herrlichkeit mit allen Sinnen, er betastete sie, ergötzte sich am Klang, ben sie gaben, wenn man sie aneinanberschlug, unb versäumte nie, sie zuletzt auch zu kosten, ^ebenfalls war er in allem, was ben Morgen hindurch geschah, derjenige, auf ben es ankam. Sein älterer Bruber, ber zweifellos auch, abgesehen von seinem Alter, ber Stärkere unb Gesünbere war, schien seine ganze junge Existenz in ben Dienst bes Brubers gestellt zu haben. Er biente ihm mit einer Hingabe unb Geduld, bereu Ernst mich tief entzückte, es schien fast, als trachtete er ihm bie Eltern zu ersetzen, bie ich erst später gesehen habe, wahrschein- befanben sie sich auf einer Sommerreise. Wer Kinber beobachtet hat, weiß, baß es in ber Regel zwischen ihnen umgekehrt zu sein pflegt, um so mehr fesselte mich bie liebreiche Vorsicht bes älteren Knaben, in ber er über seinen Bruber wachte. Er schien von ber Natur ein wenig benachteiligt gegen ben jüngeren, ber in seinem hellgolbe- nen Bloubkopf mit ber überzarten Gesichtsfarbe wie ein uuirbischer Erbengast, einem kleinen Engel vergleichbar, eine unerkannte Demut im Herzen bes Brubers auszulösen schien. Das mochte bissen für seine vier Jahre ungewöhnlich besonnen gemacht haben, ein wenig berb unb nicht eben schön, wie er war, strich er oft fein rauhes Haar aus der Kiuderstirn und schien zu überlegen, was wohl der Bruder meinte, der es mit der Sprache durchaus nicht genau nahm. Dann mußte man achtgeben und bas Unverstänbliche erraten, aber trotzdem ließ es sich nicht vermeiden, daß das Bruderwesen zuweilen alle Lebenslust in einem weltvergessenden Geschrei aufgab. Schließlich verliert selbst ein Hah- nenfopf vorübergehend seinen Reiz. Die Ratlosigkeit des anderen solchem Schmerz gegenüber war bewegend, er konnte nicht tröffen. Er mochte längst die Nutzlosigkeit seines Eifers eingesehen haben, so blieb ihm nichts übrig, als bas Leib bes Brubers zu teilen, unb er meinte schließlich auf feine Art mit, aber ohne sich babei vorzubrängen. Einmal sah ich, baß sie einen Käser gefangen hatten, ber ahnungslos in bas Bereich ihrer Herrschaft geraten war. Der ältere war biesem Raubtier gegenüber außerorbentlich zurückhaltend), benn gerabe in biefen Jahren beginnt bie Tätigkeit ber Phantasie, unb man nimmt etwas ßebenbiges nicht so selbstverstänblich wie mit zwei Jahren. Aber ber jüngere bemächtigte sich in gebankenloser Kühnheit der Beute unb zerlegte sie in blauäugiger Andacht, unter dem Hellen Lockenwald, in alle Bestandteile, in die sich etwa ein Käfer zerlegen läßt. Das trug ihm die Bewunderung seines Bruders in großem Maße ein. Ich beobachtete fast täglich, wenn die Sonne schien, Vorfälle nichtiger uub buch so bedeutsamer Art, und die Erlebnisse meiner beiden Nachbarn wurden in der Zurückgezogenheit meines Landaufenthalts ein wichtiger Teil meines Erlebens überhaupt. Als ich nach einer Abwesenheit von einigen Wochen aus der nahen Großstadt zurückkehrte, hörte ich, daß ber jüngere meiner beiben nachbarlichen Freunbe gestorben sei. Er war plötzlich unb uner» wartet einer heimtückischen Krankheit erlegen. Am nächsten Morgen, als ich meine Holunber- laube am Zaun bezogen hatte, sah ich nach einer Weile bas ältere mürrische Dienstmäbchen ben älteren ber beiben Knaben an ber Hanb auf ben ae» wohnten Spielplatz führen: sie stellte sogar ben Korb mit ben gewohnten Spielsachen neben'ihn auf bie große Decke, es mochte beibes eher in ber Verstörtheit ihrer Trauer unb in unbebachter Gewöh- nung geschehen, als eben mit Ueberlegung Aber man ist so sehr bavon überzeugt, baß ein Kinb noch nicht befähigt ist, einen Abschiebsschmerz im Bewußtsein zu burchleben, baß man sich feiner zumeist nur in gebankenlosem Bebauern annimmt. Der Zurückgebliebene ber Zwei erweckte auch nicht ben Anschein, als fei er betrübt. Merkwürbig von allen, bie ich sah, bie Eltern waren nun auch zuruckgekehrt, schien nur er ben Bruber nicht zu vermissen, benn ich habe ihn roeber meinen noch klagen sehen, wenn bie Magb bisweilen vom toten Brüberchen sprach. Er sah mit großen Augen bie Tränen an unb schwieg. Da sah ich an einem Morgen, an bem bas Mäb- chen sich entfernt hatte, wie bas Kinb bie Spiel- fachen seines Brubers nacheinanber zur Hanb nahm unb betrachtete, ben Hahnenkopf, ben braunen Ring unb ben Schwengel ber Spielbose Mit gesenkten Blicken unb wohl in bem, was man bei einem Kinbe Nachbenklichkeit nennen möchte, versuchte es mit biefen Dingen etwas anzufangen unb darüber muß ihm wohl in ben Sinn gekommen sein, baß ihn niemanb mehr brauche. Er sah lang- fam auf, unb fein Blick verlor sich in bie Weite. Diesen Blick habe ich nie vergessen können, unb er ist mir im Leben unter Menschen überall wieder begegnet, und mehr, als in ihm lag, habe ich in keinem Schmerz gefunden. Damals mußte ich die Dinge meines eigenen Lebens überdenken unb ihren Wert, unb mir war zumut wie meinem kleinen Nachbarn, ich fühlte plötzlich, baß alle Güter unb Gaben des Daseins unserem Herzen bedeutungslos werben, wenn wir jemanben haben, der sie braucht. Häuptling Atta in den Lüsten. Der Häuptling Nanna Dfort Atta, einer der Stammeshäuptlinge und Würdenträger aus dem englischen Kolonialgebiet an der Goldküste, der zur Zeit in London weilt, hat kürzlich an einem Rundflug teilgenommen, der ihm außerordentlich gut gefiel. „O, es war großartig! Mein erster Flug. Ich ging nach Abridge in Essex, um einer Flugvorführung beizuwohnen. Ich hatte nicht die Absicht zu fliegen, dachte nicht einmal daran. Aber es war sehr schön. Man fragte mich, ob ich einmal in die Lüfte steigen wollte. Warum nicht, sagte ich. Ach es war herrlich!" Mit schwärmerischen Worten beschreibt der schwarze Würdenträger seinen ersten Flug in die Lüfte, und er schilderte, wie man ihm eine Fliegerkappe aufsetzte und ihm eine Schutzbrille gab. „Bekamen Sie auch einen Fallschirm?" wurde er von den Berichterstattern der englischen Zeitungen gefragt. „Nein, nichts von alledem, ober meinen Sie, baß man mir etwas umschnallte? Ja, bas tat man, unb bann fliegen wir auf. Ach es war herrlich hunterzufehen auf bie brollige kleine Welt. Wir finb 150 Meilen geflogen. Ich liebe bas Fliegen!" „Unb war ber Flug recht bewegt, wurden Sie sehr geschüttelt?" — „Geschüttelt? O nein! & war fünfter als sanft, unb ich brauchte keine Furch! zu haben unb fühlte mich sehr wohl." — „Unb war's mit ber Abfahrt? Hatten Sie ba nicht vor« übergehenb ein leichtes Unwohlsein? Nur für einen Augenblick meinen wir." —- „Nein, nur ein wenig überrascht war ich. Als wir lanbeten, ba vielleicht ... Nur einen Augenblick ... war mir — „Ja, wir wissen Bescheib." — „Aber alles in allem war es wirklich großartig. Wenn ich nun nach Afrika zurückkehre, so möchte ich es am liebsten mit einem Flugzeug tun. Ich habe bas größte Vertrauen zu einem solchen Apparat. Ich möchte auch meine Untertanen bazu ermuntern, sich ber Fliegerei zu roibmen. Vielleicht hilft mir bie Regierung babei. Es müßten bazu verschiebens Vorbereitungen getroffen werben, wie z. B. bie Anlage von Landungsplätzen Ich möchte gerne einen eigenen Flug' apparat haben. Ach, es war zu schön!" Der Häuptling Nanna Ofori Atta scheint ein mutiger uni unternehmungslustiger Herr zu sein, ber mit ber Zeit zu gehen weiß unb ben auch bie Künste der Weißen nicht schrecken. Wenn er bei feiner Rückkehr feinen Kollegen bei dem Festmahl von seinen Erlebnissen >m Lande der Weißen erzählt, so wird sicher dieser Bericht über seinen ersten Flug ihm viel Bewunderung und Anerkennung einbringen. Gemüsekonserven und Vergiftung. Äon Dr med. K. Oombrowsky, Hygienisches Institut der Universität Gießen Erschütternde Ereignisse lenkten die allgemeine! Aufmerksamkeit in den letzten Tagen wieder einmal I auf Tatsachen der Ernährung, die, da sie Selbstverständlichkeit und Gewohnheit^gewordeü sind, sonst wenig oder aar keine Beachtung finden. Am vorigen Dienstag berichtete die Presse, auch der „Gießener Anzeiger", daß in Wallerstädten bei Groß- Gerau vier Personen an einer Bohnensalat-Vergiftung den Tod fanden. Vor etwa drei Jahren starben drei Personen auf die gleiche Weise, und im Jahre 1904 erkrankten in einer Kochschule nach dem Genuß von Bohnensalat 21 Personen unter schweren Vergiftungserscheinungen, von denen elf'dieser Vergiftung erlagen. In allen Fällen wurde der Salat von Bohnengemüse bereitet, das Einmachgläsern oder Konservenbüchsen entnommen war. Es erscheint daher im Interesse der Volksgesundheit gelegen, einmal über die wesentlichen und beachtenswerten Vorgänge bei der Gemüsekonservierung zu berichten. Außer durch Dörren, Einsäuern und Einsätzen werden Gemüse (und Früchte) verschiedenster Art durch Erhitzen unter Luftabschluß haltbar gemacht (konserviert), ein Verfahren, mit dem fabrikmäßig die Dosenkonserven (Weißblechdosen) und im Haushalt die Konserven im Glas (Einmachgläser, Weckgläser usw.) hergestellt werden. Im Haushalt, wie in der Fabrik wird das Gemüse geputzt, dann zunächst vorgekocht und endlich in die eigentlichen Konservengefäße (Dosen oder Gläser) gefüllt. Im Haushalt kommen die bekannten Einmachgläser mit obgeschliffenem Rand zur Verwendung, die durch einen Blechdeckel oder Glasdeckel mit abgeschliffenem Rand und einem Dichtungsring aus Gummi verschlossen werden. Bei der Erhitzung dehnt sich die Luft in den gefüllten Gefäßen aus und entweicht unter den Deckeln evtl, unter Hochheben der meist zur Verhütung von Verschiebungen angebrachten Deckelklammern zum größten Teil ins Freie. Sobald dann nach der Erhitzung die Temperatur im Einkochgefäß sinkt, kondensiert sich der Dampf in den Konservengefäßen und ihr Inhalt fällt zusammen. Durch den Luftdruck wird der Deckel fest auf das Konfervengefäß mit dem stark luftverdünnten Inhalt gepreßt. Solange Gummidichtung und Randschliff an Gläsern und Deckeln intakt bleiben, ist der luftdichte Abschluß gewährleistet und ine Konserve lange Zeit haltbar. Mit der starken Erhitzung wird die Vernichtung aller jener Keime (Bakterien) angestrebt, die eine Vergärung oder Fäulnis der Konserven bedingen würden. Es ist durchaus erklärlich, daß es nicht immer gelingen kann, sämtliche Keime abzutöten, da es nicht wenige von ihnen gibt, die den bei der Konservierung angewandten Hitzegraden Widerstand zu leisten vermögen. Der Erfolg der Konservierung, d. h. also Keimvernichtung hn Gemüse, ist letzten Endes wesentlich von den jeweiligen Keimarten abhängig, die in den verschiedenen Gemüsesorten ursprünglich enthalten sind. Der luftdichte Abschluß verhindert in der Hauptsache das Hinzutreten neuer Keime und soll außerdem die Weiterentwicklung der- jenigen nicht oder nicht völlig abgetöteten Fäülnis- keime verhüten, die Luft zum Leben nötig haben. Solange dieser ganze Konservierungsmechanismus keine zufällige oder willkürliche Störung erleidet, bleibt die Konserve einwandfrei. Häufig aöer kommt es durch schadhafte Gläser, Deckel oder Gummiringe, oder durch Fehler in der Deckelverlötung der Konservendosen zum Lufteintritt ins Konfervengefäß. Damit ist der Zutritt neuer Keime und die Entwicklung schon vorhandener, gegen Erhitzung widerstandsfähiger Keime ermöglicht: Der Inhalt des Kon- fervengefäßes beginnt zu faulen unter Bildung von Gasen, Eiweißabbauprodukten und unter Entwicklung von Bakterien und ihren Giften. Der gleiche Fäulnisvorgang kommt zustande, wenn in dem Inhalt eines einwandfrei verschlossenen Glases oder einer Dose zufällig einmal jene Keime vorhanden sind, die die Erhitzung überlebten und gar keinen । oder kaum Sauerstoff zum Leben benötigen. Die Gasentwicklung und damit der Gasdruck ist oft derart stark, daß der Glasdeckel abgehoben, oder Boden und Deckel einer Konservendose bombiert, d. h. nach außen aufgetrieben, gewölbt werden. Sticht man eine solche Doofe an, so entweichen aus der Oesfnung die meist widerlich stinkenden sog. Bombageaase, und die geöffnete Dose zeigt einen oft mißfarbenen, deutlich verdorbenen Inhalt. Selbstverständlich kann eine Konserve auch in einem erheblich geringeren (z. B. ohne Gasbildung) Maße verdorben sein, aber auch in diesem Falle ist es für aufmerksame und vorsichtige Menschen durchaus möglich, den gefähr- lichen Zustand des Nahrungsmittels durch Geruch, Geschmack oder Auge zu erkennen. Was geht nun bei dem Verderben von Konserven vor sich? Oft kommt es unter dem Einfluß von Gä- rungs- und Fäulnisbakterien, die in undichte oder offenstehende Konservengefäße eingedrungen sind, zum Abbau der pflanzlichen Eiweißstoffe, die allein Mt Konserve tn einem für den menschlichen Organismus meist relativ harmlosen Grade verderben. Bedeutend bedenklicher aber ist es schon, wenn es sich um die Entwicklung von Bakterien aus der Paratyphus- und Enteritis- (Darmkatarrh-) Gruppe handelt. Rach Genuß derart verdorbener Konserven können die Menschen unter mehr oder minder starker Störung des Allgemeinbefindens erkranken, die mit Uebelkeit, Erbrechen, Fieber und Durchfällen einhergehen kann. Sehr gefährlich und meist in kurzer Zeit zum Tode führend ist der Genuß von Konserven, in denen sich der Bazillus botulinus, ein but- tersäurebildendes Bakterium, der eigentliche „Fleischund Wurstvergifter" entwickelt hat. Hier treten die Erscheinungen einer Infektionskrankheit ganz in den Hintergrund und machen jenen Platz, die durch das schwere Toxin (Gift) bedingt sind, das der Buttersäurebazillus bildet. Diese Botulinusvergiftung ist gekennzeichnet durch fortschreitende Lähmung der Zungen-, Schlund- und Kehlkopf-Muskulatur, durch Sprach- und Schluckbeschwerden und durch Seh- störungen. Der Tod tritt durch Erstickung ein. In allen jenen Fällen von Bohnensalat-Vergiftung, die tödlich verliefen, ist dieser gefährliche Bazillus botulinus nachgewiefen worden. Der Verlauf einer derartigen Infektion ober Vergiftung ist abhängig von der Art der Bakterien oder des Giftes, von der Menge der lebend in den Organismus gelangten Bakterien, der Menge des gebildeten Giftes und endlich von der Widerstandskraft des erkrankten Menschen und dem rechtzeitigen Zupacken des Arztes. Wie kann man sich gegen die durch den Genuß verdorbener Konserven hervorgerufenen Erkrankungen und Vergiftungen schützen? Vor allem ist es das einzig Richtige und stets zu Beherzigende, jede nach längerem Stehen auch nur leicht bombierende Dose (vom Händler wird eine solche wohl nie verabfolgt werden), ebenso wie den Inhalt jedes plötzlich offenen oder vor Tagen schon geöffneten Einmacheglases zu vernichten, wenn man ein für allemal vor vermeidbarem Unglück bewahrt bleiben will. Weiterhin ist es unbedingt zu empfehlen, alle Gemüsekonserven nur nach nochmaligem Aufkochen zu genießen, da das Gift der Bakterien, insbesondere das des Bazillus botulinus, durch gründliches Kochen zerstört wird. Die Kaltbereitung einer Gemüsekonserve (Salate) sollte ebenfalls nur nach vorherigem Aufkochen geschehen, wenn man sichergehen will. Das Wesentlichste aber ist es in allen solchen Fallen, wo eine Anzahl von Menschen aus voller Gesundheit heraus nach dem Genuß von Konserven plötzlich unter unklaren Erscheinungen erkrankt, daß nicht erst abgewartet wird und ein längeres Rätselraten über das Woher stattfindet, sondern daß umgehend der Arzt ins Haus geholt wird! GießenerIungvott sammelt Brot! Das Jungvolk von Gießen stellte sich wieder mit allen Mannen und — jeder einzelne der kleinen Pimpfe — mit aller Kraft in den Dienst des Winterhilfswerks. Schon am Donnerstag sammelten sie sich, marschierten durch die Stadt, sangen ihre schönen frischen Jungenslieder und kamen dann in die Häuser, um sich die Brote zu erbitten, die anderen Tages gesammelt werden sollten. Wo sie waren und mit gutem Erfolg vorgesprochen hatten, klebten sie einen kleinen quadratischen Zettel an 1 die Tür, oft mehrere an eine Haustüre, so daß man sofort erkennen konnte: in diesem Hause wurden vier, fünf, sechs Brote gespendet. Die Hausfrauen aber konnten sich darauf einrichten und legten für den anderen Tag die Brote bereit. Gestern früh machte sich das Jungvolk zum zweiten Male auf und wieder marschierten bte Jungens mit Gesang in jene Stabtteile, in benen sie ihre Tätigkeit aufzunehmen hatten. Diele Handwagen, säuberlich mit Papier ausgeschlagen, ratterten hinter den Jungens her und ließen jedermann erkennen, was das Jungvolk vor hatte. Es dauerte nicht lange, da waren die Wagen gefüllt, denn — wie immer bei solchen Gelegenheiten — die Jugend war mit Begeisterung dabei. Kaum ein Junge, der nicht die Freude in sich gefühlt hätte, die es bedeutet, wenn man etwas Gutes tun kann und tun darf. Gesprochen wird darüber aber nicht. Das ist das Schöne daran: die Jugend schafft ohne viel Worte. Daß die Pimpfe aber auch an dem rein äußerlichen „Betrieb" ihre helle Freude hatten, das läßt unser Bild gut erkennen. Das in der Stadt Gießen gesammelte Brot wird nach Offenbach verladen. Zu diesen Wagen kommen noch zahlreiche Fahrzeuge aus den Orten des Kreises, so daß sich am morgigen Sonntag, wie im Vorjahr um die gleiche Zeit, wieder eine stattliche Wagenkolonne nach der Stadt am Main bewegen wird. Gietzener Wochenmarktpreise. ♦ Gießen, 20. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische) 10 bis 11, (inländische, Kühlhaus) 10 bis 12, Wirsing (grün), das Pfund 10 bis 12 Pf., der Zentner 7 bis 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 bis 6 Pf., der Zentner 4 bis 5 Mark, Rotkraut, das Pfund 10 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 9 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 8, Unterkohlrabi 8 bis 10, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 45 bis 60, Tomaten 12 bis 15, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 40, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,30 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 12 Mark, Nüsse, das Pfund 25 bis 30 Pf., junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 10 bis 12, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Pf. ffbt iihg i»KHKHHW! 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Nun wußte er wenigstens wieder, daß er sofort diese morsche Galerie erneuern lassen mußte. Denn er hatte ja immer geglaubt, hier gehe niemand spazieren, hier oben. Und er hatte auch eine Antipathie gegen Erneuerungen an alten Barockbauten. Man wurde durch solch eine Erneuerung meist enttäuscht. Aber nun mußte es gemacht werden. Das Bild hatte er vergessen. Er mußte jetzt vor allem die kleine Käthe Randolf auf die Gefahr aufmerksam machen, der sie sich aussetzte. „Fräulein Randolf, erschrecken Sie bitte nicht! Aber ich sah Sie hier und muß Sie warnen. Das Geländer ist nicht mehr fest — lehnen Sie sich nicht dagegen!" Käthe stand vor ihm. Weiß leuchtete das schmale Gesicht, und die Augen waren auch übernatürlich groß. Hell schien der Mond auf die Galerie, und gespensterhaft hielten die beiden menschlichen Schatten, der große, wuchtige, und der kleine, schmale, an der Hellen Wand des Schlosses. „Ich danke Ihnen. Ich war schon einige Male hier oben. Allerdings hatte ich keine Ahnung, daß es gefährlich sein könne. Ich werde aber nicht mehr hierher gehen." . „Es ist in Ihrem eigenen Interesse, Fräulein Randolf." Plötzlich besann er sich. „ , „ „ „Fräulein Randolf, meine Schwester hatte Sie eingeladen, ein bißchen mit herüberzukommen. Nun stehen Sie einsam hier. War es Ihnen schon den ganzen Abend nicht gut?" „Doch! Es war mir soweit ganz wohl. Aber ich wollte die Güte des gnädigen Fräuleins nicht noch weiter ausnützen. Ich gehöre nicht in die Gesell- schaft." # „Sie hätten ruhig kommen können." Er hing dem Klang seiner Worte selber ganz erstaunt nach. Wie weich er das jetzt gesagt hatte! Wie sonderbar das war, daß er dem kleinen Mädel immer und immer wieder etwas Liebes antun wollte, ohne daß er sich selber darüber klar war. Das war wirklich seltsam genug. Der Mond schien noch immer hell und freundlich. Da sagte Berken: „Kommen Sie, ich führe Sie hinunter. Gehen Sie lieber noch ein wenig in den Park, wenn der Mondschein Sie lockt. Aber erkälten Sie sich nicht. Und sie gingen die schmale Treppe hinunter, die in den Park führte. Irgendwie nahte der Frühling. Man spürte ihn! Und das Mädchen schert wie in einem schönen Traum durch einen Märchengarten. Arndt von Berken ging neben ihr! Sprach mit ihr! Und seine Stimme klang so seltsam weich! Bildete sie es sich nur ein? Dann mochte es auch so sein. Wenn sie nur diese Stimme hörte! Wenn sie nur wußte, daß er bei ihr war! ... Und er schritt neben ihr weiter, immer weiter m den Park hinein, der voll Frühlingsahnen war! Und dann, nach langer Zeit — wie lange mochte es wohl gewesen sein? Da reichte er ihr die Hand, i „Bleiben Sie nicht zu lange im Park. Ich muß * jetzt wieder zurück. Morgen früh 'brauchen Sie erst * gegen zehn Uhr im Büro zu sein — ich will es so. Denn der Trubel unten läßt Sie ja doch nicht schlafen. Auf Wiedersehen!" „Auf Wiedersehen!" Seine hohe Gestalt bog um die Ecke des Schlosses. Und Käthe lehnte sich gegen die kühle Mauer. Sie schloß die Augen, dachte: Wie schön war doch dieses Geburtstagfest Fräulein Brigittes! Wie wunderschön! | An diesem Abend hatte es allen sehr gefallen.' Nur die Baronin Gleiberg zog wütend über alles her, als sie mit den Töchtern nach Hause fuhr. < Diese schwiegen mürrisch, und die Wut der Mutter richtete sich letzten Endes noch gegen die beiden. I „Alles war vergeblich. Ihr benehmt euch wie Gänse. Ihr habt ja nicht das geringste Geschick, euch einen Mann einzufangen. Dumm seid ihr! Dumm! Dumm! Dumm!" Sie schwieg erschöpft. Und da sagte Ehrenfrieda: I „Als mich vor zehn Jahren der Inspektor Faber, haben wollte, da hat er mich nicht bekommen. Und es wäre doch so gut gewesen. Faber war ein erst-1 flüssiger Landwirt, und ich hätte einen Mann be- fommen, statt mich auf jedem Vergnügen auslachen zu lassen." „Ein Inspektor fommt nicht in Frage", entschied die Mutter hart. „Dein Standesdünkel ist auch etwas wert. Dann mache uns aber bitte nicht immer Vorwürfe, Mama." Gisela hatte es schroff, hastig gesagt. Es kribbelte der Mutter in den Händen. Aber sie bezwang sich. Sah starr zum Fenster des Wagens hinaus. Ehrenfrieda und Gisela aber hielten sich bei den Händen. Zwei, die das Leben und vielleicht noch mehr — eine Erziehung um jede Hoffnung gebracht hatte. 10. Kapitel. „Nora Stetten ist heimgekommen!" Brigitte sagte es dem Bruder, als er vom Felde heimkam, wo er mit den Inspektoren die Wintersaat besichtigt hatte. „Nara Stetten? Da wird sich ja ihr Vater freuen!" Es klang gleichgültig. Aber eine leise Erregung hörte Brigitte doch aus der tiefen Stimme. Sie sah ihn an, sagte leise: „Du hast dich früher sehr für Nora interessiert — ich weiß es." . o „Warum soll ich es denn abstreiten? Das liegt mir gar nicht. Aber verbindest du etwa besondere Gedanken mit dieser Heimkehr Noras?" „Ja! Sie soll noch genau so wunderschön fein wie vor Jahren." , , . „Warum sollte ihre Schönheit gelitten haben? Sie hat doch nie Sorgen gehabt. Sie ging doch damals hier fort, weil Norbert von Stetten sich hier auf dem Lande nicht wohl fühlte. Eine Frau muß ihrem Gatten folgen." „Arndt! Nora von Stetten ist heute frei! Ihr Mann starb vor anderthalb Jahren." „Du hast also doch einen Zweck mit deiner Mitteilung verbunden, Brigitte. Ich aber muß dir leider sagen, daß Nora für mich nicht mehr in Frage kommt." „Weshalb nicht?" „Sie hat damals Stetten mir vorgezogen. Heute ist in mir fein Verlangen mehr, Nora zu heiraten!" „Das ist ja deine Sache, Arndt. Nur — den Verfehr meiden werden wir nicht können. Neuen Klatsch wird's auch geben. Es hat damals allgemein geheißen, du wärst so gut wie mit ihr verlobt. Nun bist du so lange ledig geblieben. Was weiter, als daß man jetzt erwartet, daß ihr nun noch ein Paar werdet!" Er lachte. „Das überlasse mir, Brigitte? Und seit wann machst du dir etwas aus dem Tratsch unserer lieben Nächsten?" „Seit ich weiß, daß Nora wieder da ist." Da sagte er nichts mehr. Aber sein Gesicht spiegelte, für Brigitte deutlich erkennbar, eine innere Erregung wider. Er blätterte in einem Buche, brannte sich dann eine Zigarre an, lächelte: „Verzeih, Brigitte, ich hab' dich gar nicht gefragt, ob es dir angenehm ist." „Laß dir deine Zigarre schmecken — ich bin keine Zimperliese." Und beide sprachen nicht mehr von Nora. Aber sie dachten beide an sie! ♦ „Guten Tag, gnädige Frau! Es freut mich sehr, Sie endlich wieder einmal begrüßen zu dürfen." Schlank, schön, blond, lehnte Nora von Stetten an ihrem weißen Pferd. Der Rappe Arndt von Berkens schnupperte herüber, und seine schönen, großen, schwarzen Augen glänzten. Das weiße Pferd wandte den schmalen Kopf nach ihm und blieb nun reglos stehen. Es war ein hinreißend schönes Bild, die blonde Frau und das weiße Pferd! Noras Hand im weißen Stulphandschuh spielte mit der Reitgerte. Ihre Stimme zitterte ein wenig, als sie sagte: „Was wissen denn Sie, Arndt von Berken, was für eine Hölle meine Ehe in den letzten zwei Jahren war!" „Das ist bedauerlich, gnädige Frau. Ich wähnte Sie sehr glücklich." „Und Sie? Sie sind noch immer allein?" „Ja! Ich fand bisher nicht, was ich suche!" Seine Hand strich über den glänzenden Rücken seines Pferdes, jagte eine aufdringliche Fliege fort. Der Erdboden duftete. In wenigen Tagen war Ostern! Ostern! Das Fest der Auferstehung! Noras helle blaue Augen blickten bang fragend in die des Mannes, der jetzt wieder zu ihr herübersah. „Arndt von Berken, in wenigen Tagen ist Ostern. Das Fest der Auferstehung! Ich kam heim, um dieses Fest hier zu feiern. Und — weil ich geglaubt hatte, dieses Fest könne auch für mich Auferstehung zu einem neuen Leben, einem wahren Glück bedeuten." Das war deutlich! Das war — Nora bot sich ihm an! Und das war das Furchtbarste, was sie sich hatte antun können. Er kannte sie von früher her als herb und sehr scheu! Und damals war sie ihm unendlich teuer 1 gewesen. Nora war anders geworden. Sie ähnelte heute der schönen Mila Kranz! In Arndt von Berkens Augen war Kälte! Vielleicht sogar Abwehr! Und grausam fragte er: „Weshalb meinen Sie, daß es nunmehr für Sie feine Auferstehung geben könnte, gnädige Frau? Es ist ja niemals zu spät, sich sein Leben anders einzurichten. Und wenn Ihre Ehe nicht mehr glücklich war — heute sind Sie ja frei! In allen Ehren frei! Ruhen Sie sich erst aus bei Ihrem alten Vater, in Ihrer schönen Heimat Martenbrück. Und dann, wenn Sie verwunden haben, dann wird auch ein anderes Leben für Sie beginnen können." Nora warf den schönen Kopf zurück, schloß die Augen, und zwischen den schweren geschlossenen Lidern hervor drangen Tränen. Er biß die Zähne zusammen. Warum blieb er heute hart? Tränen von Nora hätten ihn früher wahnsinnig gemacht. Heute sah er auf das schöne Frauengesicht, und er wußte nur, daß er Frauentränen haßte wie sonst auch. (Fortsetzung folgt!) gufwMerdauung^^^ Bullrich-SafZ w 20 Ihre Verlobung geben bekannt Käthi Körner Erwin Buchmann Stuttgart Ludwigsburg Magda Körner Karl Sommer plockstr. 16 Marburger Str. 32 Frauenbund d. Deutschen Kolonialgesellschaft Frauenverein für Deutsche Uebersee (Deutsches Rotes Kreuz) im Reichskolonialbund. Kolonial-Vortrag von Pg. Dr. jur. H. W. B a u e r, Bonn Kolonienodernicht? iiiiiiihiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiin Das Volksmisstonarische Amt der evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen veranstaltet in der Zeit vom 21. bis 2d. Oktober in Gießen eine Volks-Msswnswoche Gießen, den 24. Oktober 1934 05049 Sämtliche Modeartikel für Damen finden Sie in der Modestube Körner Gießen plockstraße 10 - Fernsprecher 3410 05084 Bahnhof-Caststätten Heute Samstag abend 9.15 Uhr 6212D Es ladet ein 05092 Wilh. Wagner ,Zur Germania1 Gefchäfts Übernahme KONZERT Bis 4 Uhr nachts geöffnet 6170 D Nachkirmes Großen-Buseck Sonntag, den 21. Oktober ab 4 I hr nachmittags vereinigen gediegene Behaglichkeit mit gaftronomifchen Leitungen 6136L übernommen haben. Es wird unter Beftreben lein, untere werten Gäbe in jeder Weife zu- friedenzuftellen. Um geneigten Zufpruch bitten Hermann Löber und Frau Eröffnung: Heute Samstag abend 6 Uhr Gründungs-Versaininluiig der Ortsgruppe des D.R.LL im Cafe Ebel. Der verehrlichen Einwohnerfchaft von Gießen und Umgebung zur gefälligen Kenntnis, daß wir das altbekannte Reftaurant „Stadt Mainz“ Wiesede Sonntag, den 21. Oktober 1934 Tanz... bei Gastwirt Wilh. Dorfeld. Klariere, 1 Harmoniums w fachgemäß u.vreisw. gestimmt u.rev. UtelES, Biehen. Ludwigstra6e5p. Televd.2403. Verkaufü.neu u gebr. Klan. Anmachholz liefert. JohmmeöWeller Zimmerei und Sägewerk Leibgestern b. Gießen. sosoD Mercedes Mk. 182.- monatlich Mk. 7.90 FranzVogUGo.. 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Laun, Okarben Folgende Vorträge werden gehalten: Montag, den 22. Oktober, abends 8 Uhr: Weshalb wurden unsere Vorfahren Christen? Dienstag, den 23. Oktober, abends 8 Uhr: Luther, der Prophet der Deutschen, - auch heute noch! Mittwoch, den 24. Oktober, abends 8 Uhr: Eine deutsche Nationalkirche? Donnerstag, den 25. Oktober, abends 8 Uhr: Christentum oder germanische Religion? Freitag, den 26. Oktober, abends 8 Uhr: Christentum und nationalsozialistischer Staat. Samstag, den 27. Oktober, abends 8 Uhr: Das Christentum der Heldnischen Tat. Sonntag, den 28. Oktober, Dorrn. %1O Uhr: predigt: Bekenntnis zur Kirche. Sonntag, den 28. Oktober, abends 6 Uhr: Das Schwert der Kirche: 400 Fahre deutsche Bibel. Hierzu laden ein: 62IOD Oie Gemeindepfarrer. Z. A.:Bechtolsheimer !I!l!!!!!!l!!!!!!!!!!!II!I!!lll!!!l!!i!lii!iii!Ii!!!llll!!ll!ll!l!l!!!!!!!I!!l!!!t!!!!!!l!!I!!I!I!!!!!!!!I!!!IIIIIIIII!I!l!lll Verehrte Hausfrauen! Sie werden bestimmt eine Neuerung begrüßen, die Ihnen hilft, viel Geld und Zeit zu ersparen, überhaupt Ihren Haushalt erst neuzeitlich gestaltet. Deshalb laden wir Sie freundlichst ein, eine unserer Kochvorführungen zu besuchen, die wir am Montag, dein 22. Oktober, nachmittags 4 und abends 8 Uhr, im Hotel Schütz veranstalten. Wir zeigen Ihnen eine der modernsten Küchenfeuerungen, die mit einer äußerst sauberen, nährwerterhaltenden Koch-, Brat- und Backweise den großen Vorteil ganz außergewöhnlicher Billigkeit im Brennstoffverbrauch verbindet. Dabei brennt der Herd ia? und Nacht durch. Sie haben so zu jeder Zeit, Tag und Nacht, heißes Wasser und eine immer zur Verwendung e Feuerstätte. Sie sterilisieren, ohne Apparat, 20 bis <50 Gläser auf einmal. — Ruß, Rauch und Kochdunst sind aus Ihrer Küche verbannt. Eintritt frei! Kostproben gratis! J.B. Häuser, Gießen, Am Oswaldsgarten, Ruf 2145/46 6186 A m. 246 Drittes Blatt Samstag, 20. Oktober Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) In einer Stunde vom Herbst Zum Winter. Eine Wanderung am 18. Oktober zum Hoherodskopf: blühende Geranien im Tal — dichte Schneedecke im Oberwald. „Während es gestern bei uns im Tale regnete, ist im hohen Vogelsberg Schneefall eingetreten. Wie wir heute früh auf Anfrage beim Klubhauswirt auf dem Hoherodskopf hörten, hat der gestrige Schneefall eine vier bis fünf Zentimeter hohe Schneedecke ge- .bracht, die geschloffen bis etwa zur Wasserscheide zwischen Breungeshain und Michelbach reicht. Dazu herrscht heute früh eine Kälte von 4 Grad. Nach den Wetteraussichten im hohen Vogelsberg sei weiterer Schneefall zu erwarten." („Gießener Anzeiger" Nr. 244 vom 18. Oktober.) „Ein kaltes Lüftchen weht dort oben" — sagt man in den Tälern der Wetterau und der Lahn, wenn man sich vom Vogelsberg unterhält. „Das hessische Sibirien" — hört man den Rheinhessen oder den Volksgenossen von der Bergstraße sagen. Das letztere ist bestimmt nicht richtig, die Meinung in der Wetterau und an der Lahn dagegen hat schon mancherlei für sich. Das kann man erfahren, wenn man, wie wir am vorgestrigen Donnerstag, zwischen Herbst und Winter im Vogelsberg weilt. Es weht eine frische Brise über die langgestreckten Hänge, die im herbstlichen Schmuckkleid stehenden Wälder, die stillen und vielfach in Tälern versteckten Dörfchen. Die Sonne treibt ihr Versteckspiel, heute lacht sie mit ihrem milden Schein über die herbe Landschaft, morgen ist sie völlig unsichtbar, schwere Wolken ziehen dahin und bringen Regen und Schnee. Das „Wusterwetter" schickt seine Avant, garde vor. Aber noch wehrt sich der Herbst in Ge- meinschaft mit der Sonne gegen den zur Herrschaft strebenden Winter. Und der Wanderer kann bei die- o? Mr ••• --; /' .F Das idyllisch gelegene Unter-Seibertenrod. zu tun, weil gerade ein Auto vorbei will. Langsam und gemütlich trotten alle ihrem Stalle zu. Sie lassen sich nicht verblüffen. Auch die stillen Vogelsberger nicht.-- * Am anderen Morgen ein völlig verändertes Bild — der Winter ist da! Ueber Nacht hat sich der Oberwald bis weit zu seinen ersten Vorposten nach dem Tale hin in ein weißes Gewand gehüllt. Der Hoherodskopf und der T a u f st e i n haben ein weißes Häubchen aufgesetzt, und nach allen Seiten findet dieses dichte Schneekleid weithin seine Fortsetzung. Kalt pfeift der Wind über die Höhen. Die Quecksilbersäule im Thermometer hat einen jähen Sprung unter den Nullstrich gemacht, bei dem sie sich gleich auf mehrere Grade nach abwärts von der Trennungslinie zwischen Minus und Plus entfernt hat. Aber auch bei diesem Wetter, das unten im Tale der Lahn und der Wetterau Regen am laufenden Band gebracht hat, ist der hohe Vogelsberg schön, wenn es auch mit der Schneeherrlichkeit erstens viel zu früh ist — wenn wir nicht irren, brachte nur das Jahr 1910 bisher eine so frühzeitige Ankündigung des Winters — und zweitens die winterliche Schönheit wohl noch nicht lange andauern wird. Wie köstlich ist es, in diesen ersten Winterstunden durch den Wald zu streifen. Ringsum die Bäume dicht mit Schnee bekleidet. Verdutzt und stark überrascht von dem jähen Wechsel der Dinge von einem Tage zum andern finden sich auch das niedliche Reh und der hoppelnde Hase jetzt nicht völlig zurecht in den neuen Verhältnissen des Haushalts der Natur. Sie glauben offenbar auch noch nicht ganz an den Dauerbestand dieser weißen Herrschaft. ■ ■ - - - ■' w ..... • •- ■ ■ Blick vom Hoherodskopf zum Ernstberg. Einsame Wiese im weißen Kleid. fern Ringen von einem Tage zum anderen allerlei Ueberraschungen im Schauspiel der Natur erleben. Ein Herbsttag voll leuchtender 'Sonne, voll herrlichen Farbenspiels auf den Wäl- '.dern, letzter Arbeiten der Bauern auf dem Acker mnd den Wiesen. Die freundlichen Fachwerkhäuser in den Dörfchen bereiten dem Besucher aus der 'Stadt ein heimeliges Gefühl. Vor allen Fenstern moch Geranien, Fuchsien und Nelken! Ein solches Wild halten wir in Groß-Felda auf der Platte ffest Die Dörfchen in den Tälern oder an den Abhängen gefallen uns immer mehr. Wir sind schnurgerade Straßen und ausgerichtete Häuser gewöhnt. Geschlossene Hoftore fehlen hier käst ganz. Wir sehen in jeden Hof. Hier hat niemand Geheimnisse. Der schönste Schmuck aber vor ffast allen Gehöften ist der Hausgarten. Der Zaun ist oft zerfallen. Aber dahinter wuchern die herrlichsten Dahlien, Astern und verspätete Rosen. Uns erscheinen diese Gärten aus der Ferne wie große Blumensträuße, in die das Dörfchen gebettet ist. Aus den Röhren an den Abhängen sprudelt das klarste Quellwasser. Eine schmale Holztränke ist angebracht für das Vieh, das um die Mittagszeit ausgetrieben wird. Langsam ziehen die Kühe durch die Dorfstraßen, begleitet von den laufenden und schreienden Buben. Draußen auf den umhegten Weidenflächen grasen zahlreiche Tiere, auch Pferde. In einigen Gehöften brummt noch die Dreschmaschine, und überall herrscht regstes Leben. Den größten Lärm machen freilich die Hütejungen mit ihrem ziehenden Vieh. Wir standen am Nachmittag noch bei einigen und sahen ihrer Arbeit und auch ihren Spielen zu. Natürlich sammeln sie zahlreiche Haselnüsse, die überall an den Büschen hängen. Auch Kartoffelfeuer senden ihren Rauch zum Himmel, und hier und da sieht man noch eine Leiter an einem Obstbaum stehen. Die Vogelsberger sind zufrieden mit der Ernte. Wenn auch die Erträge von Heu und Grummet sehr knapp ausgefallen sind, so entschädigt sie nun die reiche Kartoffel- und Dickwurzernte. Still und zufrieden gehen alle ihrer Arbeit nach. Nirgends ein Hasten und Rennen, aber zielsichere Schritte haben all diese Bauern. Langsam kommt ein schwer beladener Wagen von der steilen Höhe. Die Hinterräder liegen auf besonderen eisernen Platten, damit das Fuhrwerk nicht ins Rollen kommt. Das wäre eine gefährliche Sache für Menschen und Vieh. Die Bauersfrau hat außerdem noch die Bremse in der Hand. Langsam und sicher fährt der Wagen hinab ins Dorf. Wenn die Glocken den Abend einläuten, kommen die Scharen der Kühe zurück von den Wiesen. Wir sehen vom Fenster des Gasthauses dem Treiben zu, und immer wieder freuen wir uns, wenn ein Auto kommt und hier halten muß, denn keinem einzigen Rind fällt es ein, auch nur einen Schritt seitwärts Es ist ein eigentümliches Gefühl, wenn man an diesem Frühwintertag im Oberwald steht und sich mit Schneeballwerfen nach dem Wegweiser am Wegkreuz der Sieben-Ahorn-Straße belustigen kann, während in derselben Stunde drunten im Tal in den Gärten und vor den Fenstern noch die Blumen blühen, in Grünberg heitergestimmte Menschen sich auf dem Gallusmarkt ergötzen, oder in Gießen die Nachmittagsspaziergänger sich an dem Schmuck der Anlagen erfreuen. Hier oben aber im Oberwald ist das herrliche weiße Kleid ausgebreitet worden. Die Holzfäller zerlegen mit den Sägen die gefällten großen Stämme, mächtige Feuer des aufgeschichteten Reisigs spenden für die frostklammen Hände wohlige Wärme und qualmen weithin in den Wald, auf einsamer Oberwaldstraße hantieren Geometer mit ihren Meßstäben, um den Ausbau der Straße für größeren Verkehr vom nächsten Sommer ab vorzubereiten, aus den Bäumen beginnt es lang- 'M N ■ . ' ■ ■ l VS'A ■ i * • V & «Ä- ' ■ Geranien in Groß-Felda. Auf der Weide bei Ober-Ohmen. samkeit rings umher ... Mu^b=arÄ Sä;Wen* inl^fen. Es M aber auch die a den Dörfern an der Ohmstraße zu den Ställen I freudigem Zusammentreffen zu dem Tale zu immer noch Herbststimmung. — zurück, die Tiere erquickt von dem saftigen Gras der prächtigen Weiden. Einzelne Dickwurzfuhrwerke fahren noch zu den Mieten, um dort ihre Last abzugeben. Irgendwo im Dorf halten einige Hunde miteinander Zwiesprache, die recht laut und energiegeladen klingt ... Droben Winter, hier unten nach Wir wenden uns an alle alten Kameraden, ob Mitglied der Rationalsozialistischen Kriegs- opferoersorgung, der S2L, SS-, des kyffhäuserbun- des oder des Nationalsozialistischen Frontkämpfer- bundes, an der Großkundgebung in Frankfurt a. 211. am 18. November, vormittags 11 Uhr, in der Fest- Halle teilzunehmen. Es gilt die innere Verbundenheit des Soldatentums und die Einigkeit mit dem ganzen Volke zu Einig und treu für Deutschland und unseren Führer! Oie AG.-KriegSopferversorgung rüst die alten Soldaten zu einer Großkundgebung am 18. November nach Frankfurt a. M. Oie zusätzliche Berufsschulung durch die Hitlerjugend. dem ganzen Gau werden die Kameraden erscheinen. Unser Reichsführer Kamerad Pg. Hanns Oberlindober wird zu euch sprechen und die neuen Fahnen weihen. Wir werden daher durch vollzähliges Erscheinen beweisen, daß wir im Gau Hessen-Rassau „einig, treu und f e st" zusammenstehn. Zahlreiche Meldungen liegen schon vor, wer noch daran teilnehmen will — es gibt 75 v. h. Fahrpreisermäßigung und Extrazüge — melde sich umgehend bei unseren Orksgruppenobmännern und Stühpunktleitern. Für die RSKOV. Bezirk Gießen: Gez.: Pape, Bezirksobmann. sam zu tropfen von dem bei der wiederansteigenden Temperatur doch allmählick auf Abbauwege hinzielenden Schnee, und im VHC.-Klubhaus auf dem Hoherodskopf beim Klubwirt Bender wird von den Frühwinter-Beobachtern eine angenehm erwärmte Stube mit einer guten Taffe Kaffee recht behaglich empfunden. Nach kurzer Raft geht's wieder hinaus in den winterlichen Wald. Die Luft ist würzig und frisch. Abendwolken schieben sich langsam herauf. Die Sonne rüstet sich mit glühendem Gesicht zum Abschied von diesem ersten Wintertage. Aus den Tälern steigt nebeliger Dunst allmählich empor. Boll starker Eindrücke ziehen wir durch den stillen Wald. Ein Fuhrwerk, das mitten in den Wald hineinfährt, treffen wir noch an. Vielleicht ist da irgendeine Holzladung, die unbedingt noch heimgebracht werden muß. Auf der großen Straße zwischen Schotten und Ulrichstein nur ein einzelnes Fuhrwerk und auch einmal ein Kraftwagen. Sonst Stille und Ein- . ----- - r , _ zeigen, wir wollen beweisen, daß jung und alt für ™s.r -3x I-at i Beufftfjlanb und unseren Führer einig zusammen- sich der Abend,r>ede im^ Darf nach des Tages &ft, gilt abec aud) We alte Kameradschaft in i erneuern, denn aus Und am andern Morgen hat auch droben auf den Höhen des Oberwalds der Herbst mit kräftigem Anlauf den Winter noch einmal verjagt. In Nebel gehüllt verstecken sich die Kuppen unseres heimischen Gebirges, der Regen wäscht die weiße Herrlichkeit vom Tag zuvor dahin, und das Quecksilber im Thermometer hat seine Spitze wieder um einige Striche über die Null heraufgeschoben. Aber wie lange noch? — Aus der Provinzialhauptstadt. Kamerad! Oie Winterhilfe! In diesen Tagen, während trir die ersten Sendboten der unwirtlichen Jahreszeit ums Gesicht wettern, tritt ein Worl auf dich zu, Kamerad, das zugleich einen Anspruch an dich bedeutet: Winterhilfe! Du steckst gerade selbst in allerhand Anschaffungssorgen, winterst dich ein, zahlst deinen alljährlichen Tribut an diese Monate mit dem höheren Lebensindex. Da trifft dich nun dieses Wort: „Winterhilfe" und lenkt deine Aufmerksamkeit auf ein allgemeines Ziel, auf ein Programm. Doch sobald du' spürst, daß es etwas ist, was alle angeht, da ist auch schon ein Nero in dir getroffen. Sieh', Kamerad, das Opfer, das zu bringen ist, ist wahrlich nicht zu groß. Ein kameradschaftlicher Dien st wird von dir erwartet. Du fühlst dich aufgerufen von einer unsichtbaren Stimme — mag es die Stimme deines Volkes oder deines Gewissens sein — und meldest dich zur Stelle. Und schweigend reihst du dich den Gebenden ein. Du tust es schlicht und schmucklos, aus der moralischen Haltung deiner Disziplin heraus. Und es ist auch ein Wertgefühl und eine leise Freude dabei. Danken wir Gott dafür, daß wir heute hier stehen unb erfüllen dürfen; danken wir Gott für jede Ausgabe, die uns anvertraut ist und die nützlich ins Ganze wirkt. Sieh', für uns ist die Winterhilfe ja keine äußere Einrichtung, sondern eine Macht. Sie ist eine Truppe für uns, eine Front. Keiner fehlt darin, der irgend leisten kann. Der reinste Wille treibt sie vor. Fern und groß sind ihre Ziele; die innere ethische Wucht eines Volkes dokumentiert sich vor .der Welt. Das Schönste daran ist aber doch dies: dem bedürftigen Volksgenossen soll der Glaube erhalten bleiben, unverderbliches Glied einer brüderlich empfindenden Gemeinschaft zu sein! Die Mächte, gegen die es geht, Kamerad, kennen wir doch! Wer von uns Kämpfern des Krieges hat nicht gehungert viele Male? Wer von uns weiß nicht, wie Kälte schneidet? Wir brauchen wahrlich keine Fantasie zur Hilfe zu nehmen, um uns auszumalen, wie es frierenden und darbenden Volksgenossen zu Mute sein mag. Wir haben uns in den letzten harten Kriegsjahren mit Not aller Art herumgeschlagen, haben den Schmachtriemen enger gezogen, von Tag zu Tag. Was aber machte das Ganze erträglich? Das Bewußtsein der Schicksalsgemeinschaft, das Gefühl: du und du und du hast ja auch nicht mehr als ich. Wir lernten auf eine ganz selbstverständliche Art, daß Zusammenhalt wärmt. * Wir wollen nicht im Warmen fitzen und unser Brot essen, wenn unsere Brüder hungernd und frierend vor den Toren der Nation stehen. Unser deutsches Gewissen läßt es nicht zu — und unsere Treue. Die-se Treue ist uns kein schönrednerischer Begriff. Sie ist uns Sinnzeichen für alles, was zur Gefolgschaft verpflichtet. Wir folgen voll heißen Glaubens den Zielen, die uns der Führer vorangetragen hat. Wir wissen, daß sie zum letzten und höchsten Traum der Deutschen hinführen: zur volksgeeinten Nation. Die Winterhilfe ist uns ein Meilenstein an diesem Wege. Sie ist Dokument gewordene Einsatzbereitschaft. Sie enthält den ganzen Sinn des neuen Gemeinschaftserlebnisses: aus dem ungezählten Kleinen gerinnt eine große Tat. So wollen wir nicht abseits stehen. Die Pflicht soll uns zur Freude werden, und zum Schluß wollen wir sprechen: Laßt uns Gott dafür danken, daß wi'r heute hier stehen und erfüllen dürfen! Mnteehilfswerk des deutschen Volkes 1934/35. Kreisführung Gießen. An alle Ortsgruppen- und Stützpunktbeauftragten des WHW. des Kreises Gießen. Es wird nochmals auf das pünktliche Erscheinen der Brottransporte aus dem Kreis Gießen um 5.30 Uhr auf dem Oswald sgarten verwiesen, da um 6 Uhr d i e Abfahrt erfolgen soll. Heil Hitler! Amt für Volkswohlfahrt. Reichsbund Volkstum und Heimat. Ortsring Gießen. Mittwoch, 24. Oktober, 20.15 Uhr, pünktlich, eröffnen wir unsere Winterarbeit in der Aula des Gymnasiums. An Stelle von Professor Dr. Hum- m e l, der verhindert ist, hält Stadtbaurat G r a v e r t einen Lichtbildervortrag über das Thema: „Wie unsere Stadt entstanden ist." Eröffnungskundgebung am Montag abend. Der Gebietsführer Walter Kramer des Gebietes Hessen-Nassau hat kürzlich angeordnet, daß die berufstätige Jugend in den Reihen der HI. an einem Tag jeder Woche beruflich geschult werden muß. Die Jugendlichen der verschiedenen Verufsgrup- pen werden nun zu Arbeilskameradschaften zu- sammengeschlossen, die unter Anleitung von Praktikern und erfahrenen Wirtschastsführern eine berufliche Fortbildung erfahren und so eine praktische, wie auch theoretische Schulung in ihren verschiedenen Berufszweigen erhalten. Wie der Reichsberufswettkampf gezeigt hat, beweist wiederum dieser Berufsdienft den ernsten Willen der HI., die ihr anvertraute Jugend nicht nur weltanschaulich und politisck zu schulen, sondern ihr auch eine besondere verufliche Ausbildung zu geben. Nicht nur im HJ.-Dienst soll jeder einzelne seinen Mann stehen, sondern genau so an seinem Arbeitsplatz die ihm zuerteilten Ausgaben und Pflichten voll und ganz erfüllen und den Beweis führen, daß er eine nationalsozialistische Schulung durchgemacht hat. Am kommenden Montag, 22. Oktober, findet im Casä Leid eine Erössnungskundgebung der kommenden zusätzlichen Berufsschulung für das Winterhalbjahr 1934/35 statt. Gebietsschulungsleiter der Hitler-Jugend Willi Ruder sowie Pg. Wagner von der DAF. werden zu den Jungarbeitern über die Bedeutung und die Richtlinien dieser kommenden Arbeit sprechen. Zu dieser Kundgebung erwarlel die hitler- Jugend nicht nur die berufstätigen Jungarbeiter, sondern besonders die Betriebsführer, denen die berufliche Ausbildung der Jugend in ganz besonderem Blaße am Herzen liegen muß. Diese Kundgebung am kommenden Montag wird durch die Mitwirkung des Musikzuges und der Singschar der HI. und anderweitige Darbietungen umrahmt. Der Führer des Bannes 116: gez. Heim, Bannführer. Der Leiter des Sozialamtes im Bann 116: gez. Becker. Heimat- und vaterländische Chöre des Groß- scheu Männerchors und Darbietungen der Musik gilde des Lodeda - Chores werden unserer Eröffnungsveranstaltung ein besonders feierliches Gepräge geben. Mitglieder haben mit ihren Angehörigen freien Eintritt, Nichtmitgleder zahlen 20 Pfennig. Die Rückkehr der alten SA-Kämpfer von Laubach. Am heutigen Samstagnachmittag und am morgigen Sonntag findet, wie von uns schon berichtet, in Laubach eine Ehrentagung der alten Kämpfer der SA.-Standarte 116 statt. Der Einmarsch dieser alten Kämpfer bei der Rückkehr von Laubach wird am Montagabend um 20 Uhr vom Schützenhaus aus erfolgen. Der Marsch der alten Garde geht vom Schützenhaus aus durch folgende Straßen: Kaiser-Allee, Ludwigstrahe, Bleichstraße, Hindenburawall, Seltersweg, Sonnenstraße zum Landgraf-Philipp-Platz, wo ein Vorbeimarsch vor dem Standartenführer den Marsch beendet. Der Musikzug der Standarte 116, begleitet von Fackelträgern, wird die alten Kämpfer am Schützenhaus empfangen und den Marsch durch die Stadt mit der gewohnten schneidigen Musik begleiten. Ein Gchellenbaum des Musikzuges her Standarte 116. Bei dem Aufmarsch der SA. des Standorts Gießen zu der Winterhilfs-Kundgebung am gestrigen Abend in der Volkshalle führte der Musikzug der SA.-Standarte 116 zum ersten Male einen Schellenbaum mit sich, der zu Ehren des Führers der Standarte 116, Obersturmbannführer Lutter, von einigen Gießener Volksgenossen der SA.-Standarte 116 gestiftet wurde. Der Schellenbaum ist an der Spitze mit dem Hoheitszeichen der Bewegung, darunter mit einem strahlenden Sonnenkranz, der in der Mitte das Hakenkreuz trägt, geschmückt. Im übrigen zieren kleine Hakenkreuze neben den Schellen und zwei Haarschweife diesen schönen Schmuck des Gießener SA.-Musikzugs. Frontkömpferkreuz nur für Gefechtsteitnehmer. Es wird erneut darauf hingewiesen, daß das Frontkämpferkreuz nur Gefechtsteil- nehmer erhalten können, denen die Teilnahme an einer Kampfhandlung durch die Eintragung in der Kriegsrangliste oder Kriegsstammrolle bestätigt worden ist. An diesem Grundsatz muß zur Vermeidung unabweisbarer Berufungen unbedingt festgehalten werden. Bei fehlenden Gefechtseintragungen ist zu prüfen, ob die Formation, bei der der Antragsteller Frontdienste geleistet haben will, tatsächlich an der von ihm zum Beweise für seine Frontkämpfertätigkeit angeführten Kampfhandlung teilgenommen hat und weiterhin, ob die Anwesenheit des Antragstellers bei dieser Formation wahrend dieser Kampfhandlung tatsächlich erwiesen ist. Armierungsarbeitern kann das Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer nicht zuerkannt werden; sie waren nicht zur Wehrmacht eingezogen. Bildungsarbeit im 7!SLB. Von der Fachschaft 2. Im zweiten Teil der Sitzung vom Mittwoch hielt der Kreisfachschaftsleiter einen Vortrag über d i e Neugestaltung des Unterrichts im n a- tionalsoziallftifchen Sinn. Er behandelte das formale Unterrichtsverfahren, insbesondere den Arbeitsunterricht, und kam zu dem Ergebnis, daß Selbsttätigkeit der Schüler und Führung durch den Lehrer zusammengehören. Dann ging er auf die Antriebe inhaltlicher Art ein, die alle Unterrichtsfächer durch den geistigen Umbruch der nationalsozialistischen Revolution erfahren haben, und zeigte an Beispielen, wie überall neue Fragestellungen, Wertungen, Zielsetzungen wirksam werden. Der dritte Teil des Vortrags beschäftigte sich mit dem Bildungsziel. Die liberalistische Schule glich einem Warenhaus, wo jeder für billiges Geld alles Mögliche kaufen konnte. In der neuen Schule ist der ziemlich verschwommene Begriff einer allgemeinen Bildung abgelöst durch einen völkisch aus» gerichteten Wissens-Organismus, dem jedes Fach gliedhaft eingeordnet ist. Auch über der Schule steht das Formgesetz des deutschen Lebens, wie es sich geistig, politisch, wirtschaftlich ausprägt und in der schicksalhaften Lage seines geschichtlichen Daseins um seine Selbsterhaltung kämpft. Zum Verständnis des deutschen Geisteserbes, zur schöpferischen Anteilnahme an der Neugestaltung des Volkstums, zur Einsatzbereitschaft für die deutsche Zukunft muß das Kind erzogen werden. Jeder Unterricht nimmt so auf seine Art am Aufbau des deutschen Volkes und damit am Werk des Führers teil. Hierin liegt feine Würde und feine Verpflichtung. Der Schlußabschnitt vertiefte die Einsicht in die Notwendigkeit einer charakterlichen Formung der jungen deutschen Menschen. Die Schwierigkeiten, aber auch die schöpferischen Möglichkeiten dieser adligsten Aufgabe der Schule wurden in sachlicher und persönlicher Hinsicht erwogen. Die Schulung des Lehrers ergab sich als dringendstes Erfordernis. Zuletzt wurde an das unausdeutbare Geheimnis jeder echten Führung gerührt. t&univieäcn. — Tageskalender für Samstag: NSLB. Kreis Gießen, 15.30 Uhr, Oberrealfchule, Besprechung der Bezirks- und Schulgruppenobleute. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schwarzer Jäger Johanna". — Altoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Kampf um Recht". — Kneipp Bund Bad Wörishofen, Kräuter-Lehrwanderung, 15 Uhr ab Hotel „Prinz Carl"; 20 Uhr, Vortrag über „Hausmittel aus der Kräuterapotheke", Hotel „Prinz Carl". — Poftkeller, Unterhaltungs-Konzert. — Ortsgruppe des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, 21.15 Uhr, Cafä Edel, Gründungsversammlung. — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 15.30 bis 18 Uhr „Die Pfingstorgel"; 19 30 bis 22 Uhr „Polenblut". — Oberhessischer Kunst- verein, Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13 Uhr Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Schwarzer Jager Johanna". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Kampf um Recht". — „Liebiqshöhe" 20 Uhr, Tanz. ' — Stadttheater Gießen. Sonntag nachmittag: „Die Pfingstorgel", abends „Polenblut". — Dienstag: „Polenblut". — Mittwoch: „Polenblut". — Donnerstag: „Polenblut" als Vorstellung der NS.-Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne — Freitag: „Polenblut". — Samstag: „Polenblut" (Vorstellung der NS.-Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne. (Siehe heutige Anzeige). ir?oI£nfia.lDOfrtra9- Der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft und der Frauenverein für Deutsche über See (Deutsches Rotes Kreuz) im Reichskolonialbund veranstalten am Mittwoch 24. Oktober, im Cafö Leib einen Vortragsabend' Pg- Dr. jur. H. W. Bauer (Bonn) spricht über das Thema „Kolonien oder nicht?" Auf die heutige Anzeige fei aufmerksam gemacht. — Die Ortsgruppe Gießen des Deut- fchen Reichsbundes für Leibesübun- g e n ladt im heutigen Anzeigenteil zu einer Gründungsversammlung ein. Näheres in der Anzeige. ?0- Geburtstag kann am 23. Oktober der langjährige Kirchenvorsteher der Johannesgememde, Polizeiverwaltungsobersekretär i. R. Ludwig Sier, Roonstraße 34, in geistiger und körperlicher Frische begehen. ** Eine S i e b g j ii h r i g e. Am Montag, 22. Oktober, feiert Frau Johanna Peil Wwe., Frankfurter Straße 136 wohnhaft, in körperlicher und geistiger Frische ihren 70. Geburtstag. ** Eine Vierundachtzigjäh r'ige. Am gestrigen Freitag konnte Frau Katharine Klin- gelhöfer, geb. Mai, Bleichstraße 37 wohnhaft, in voller körperlicher und geistiger Frische ihren 84. Geburtstag begehen. Die alte Dame ist schon über 50 Jahre treue Leserin des Gießener Anzeigers. ** Sterb efälle in Gießen. Es oerftarben vom 1. bis 15. Oktober in Gießen: 4 Oft.: Wilhelm Schmidt, 5 Jahre alt, Sandgasfe 22; 5.: Karoline Drescher, Verkäuferin, 36 I., Marktplatz 8; Marie Keiner, geb. Bernhardt, 65 I., Walltorstraße 41; Fritz Schott, Kohlenhändler, 43 I., Am Kugelberg 2. 8.: Anna Pascher, geb. Walgenbach, Wwe., 78 I., Steinstraße 50. 11.: Rosemarie Feiling, 10 Mon., Rittergasse 17; Katharina Balßer, geb. Dönges, 59 Jahre, Wolkengasse 11. 13.: Ferdinand Harnickel, Gastwirt, 73 I., Ludwigstraße 6. 14.: Ludwig Kinzenbach, Verwaltungsinspektor, 50 I., Wilsonstraße 3. 15.: Wilhelmine Weltmann, geb. Wollring, Wwe., 94 I., Marktplatz 9. ** Das Museum im Alten und im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Viehmärkte in Gießen. Am kommenden Dienstag und Mittwoch finden hier Viehmärkte statt, und zwar am Dienstag Rindvieh- (Nutzvieh) Markt, am Mittwoch Schweinemarkt. ** Eine Grundstücksverpachtung der Stadt Gießen findet am kommenden Mittwoch statt. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung der Bürgermeisterei ersichtlich. ** Eine Zahlungsanmahnung erläßt die Allgemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil. Säumige Zahler seien besonders darauf hingewissen. Oberhefsen. Landkreis Gretzen. * Lang-Göns, 19. Okt. Dem hiesigen G e • flügelzuchtverein wurde die Herrichtung der Kreis - Geflügel-Ausstellung fürden Kreis Gießen übertragen. Die Ausstellung findet vom 16. bis 1k. November statt. Es wird, obwohl die Kreisschau in diesem Jahre etwas früh stattfindet, mit einer starken Beteiligung der Ge- Oie Technische Noihilfe ist ein Machtmittel des Staates. flügelzüchter aus dem Kreise Gießen gerechnet. Da die Lang-Gönser Geflügelschauen sich schon immer großer Beliebtheit erfreuten, dürfte auch der Besuch der diesjährigen Ausstellung wieder recht groß werden. oo Eberstadt, 19. Okt. Dieser Tage fand eine Versammlung der hiesigen M i l ch a b s a tz g e n offen s ch a f t statt, zu der hauptsächlich die Hausfrauen eingeladen waren. Gegenstand der Erörterungen war die Behandlung der Milch hinsichtlich der Sauberhaltung. Der Vorsitzende gab die neuen Bestimmungen bekannt. Wer in Zukunft unsaubere Milch abliefert, bekommt, so führte er u. a. aus, rückwirkend vom 1. Oktober zwei Pfennig je Liter in Abzug gebracht. Weiter wies er darauf hin, daß jeder Milchlieferant von der Genossenschaft hundert Wattefilter zugestellt bekommt. — Eine wilde Jagd hat sich gestern hier zugetragen. Ein hiesiger Landwirt wollte ein von der Weide heimgekomme- nes Rind zum Ballen bringen. Auf dem Wege scheute das Tier und riß sich los. Als man es einfangen wollte, sprang es über einen leeren Wagen und schließlich noch über einen großen Brunnentrog in den Brandweiher. Daraus kam es ganz mit Schlamm bedeckt wieder heraus und lief dann ohne Aufenthalt quer durch bas ffclb in Richtung Holzheim davon. Einige Männer oct» folgten es bis vor Holzheim. In den Maisfeldern vor dem Dorfe verschwand es. Inzwischen waren noch mehrere Landwirte eingetroffen. Gemeinsam folgte man der deutlich sichtbaren Spur und fand den Flüchtling. An ein Einfangen war aber noch nicht zu denken. Das wilde Rind stellte sich gegen die Verfolger und rannte dann erneut querfeldein wie- der Eberstadt zu. Am Orte hatten sich noch zahlreiche Helfer eingefunden, mit deren Hilfe die wilde Jagd schließlich beendet wurde. Das Rind fing sich selbst in einem offenstehenden Weidepark. — Lich, 20.Okt. Die Deutsche Arbeitsfront, Ortsgruppe Lich, wird heute abend in der hiesigen Turnhalle ihre erste öffentliche Großkundgebung veranstalten, die ein großes Ereignis für unsere Stadt zu werden verspricht. Die Vorbereitungen sind seit langem unter der bewährten Leitung von Pg. Karl Schwab getroffen worden. Mit der Kundgebung ist gleichzeitig die Weihe der neuen Fahne der Arbeitsfront verbunden. Als Hauptredner des Abends ist der Kreisbetriebszellenleiter, Pg. Wagner (Gießen), gewonnen worden, der auch die Fahnenweihe vornehmen wird. Den musikalischen Teil wird der MusikzuA der SA. - Standarte 116 Gießen übernehmen. Nach der Kundgebung ist ein kameradschaftliches Beisammensein vorgesehen. Kreis Alsfeld. st. Kirtorf, 19. Okt. Nach einer Mitteilung des Bürgermeisters und Ortsgruppenleiters L a t h e r ist zum kommenden Winter eine Holz - Mehr« fällung um 5 0 v. H. in den Gemeindewaldungen vorgesehen. Auch in den Staatswaldungen jol die Holzfällung um 50 o. H. erhöht werden. Die Holzhauerei wird in den Gemeindewaldungen am 29. Oktober, in den Staatswaldungen im November ihren Anfang nehmen. Damit werden in den kommenden Wintermonaten zahlreiche Volksgenossen Erwerb und Brot haben. — Die Kartoffelernte lieferte hier einen recht guten Ertrag. Die Feldarbeiten, wie die Ernte der Hackfrüchte, gehen ihrem Ende entgegen. Preußen. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf - Gleiberg, 19. Okt. Getreu dem genossenschaftlichen Grundsatz „Das Geld des Dorfes dem Dorfe!" ist die hiesige Spar- und Vorschußkasse in ihrer Arbeit wieder einen Schritt vorwärts gegangen, indem sie ihr Augenmerk in verstärktem Maße auf den Kle i n s par- verkehr richtet. Die Möglichkeit der Förderung des einheitlichen dörflichen Kleinsparverkehrs ist nunmehr besser gegeben, da die beiden früher ne- beneinander bestehenden Genossenschaftskassen, die mit dem gleichen Ziel arbeiteten, aber bis zu einem gewissen Grad doch Konkurrenzbetriebe waren, iw vorigen Jahr zu einem Geldinstitut verschmolzen wurden. So ist es nun eine Selbstverständlichkeit, daß die Schule die neue Idee bestens unterstützt, was früher imrd) die Uneinheitlichkeit auf genossenschaftlichem Gebiet nicht gut möglich war. Oberster Grundsatz des Sparens soll sein, gerade unter der Jugend den durch die Inflation und ihre Folgen verloren gegangenen Sparsinn wieder zu wecken und zu fördern. Es konnten bis jetzt eine stattliche Anzahl Sparkarten ausgegeben werden. in die die Inhaber wöchentlich je nach Möglichkeit ihre Sparmarken kleben. SJLtfpott Neichsdietwart Kurt Münch im Turngau Nordhessen. * Der Reichsdietwart und Presseführer der DT., Kurt Münch (Berlin), weilte zur Reichsrüstwoche Les Reichsbundes „Bolkstum und Heimat" einige Tage in Friedberg. Einen Abend widmete er auch seinen Turnern. In echter Kameradschaft fanden sich Turner und sonstige in der Volkstumsarbeit stehende Volksgenossen aus Friedberg und Umgebung zu einem Dietabend. Turnkreisführer Thierolf hieß Turnbruder Münch namens der Turner willkommen, und Oberstudiendirektor Turnbruder Philipps entbot als Vertreter des Landschaftsführers in herzlicher Weise den Gruß. Dec Landschaft Rhein- franken-Rassau-Hessen im Reichsbund Volkstum und Heimat. Der Reichsdietwart gab, dem Wunsch der Anwesenden entsprechend, einen Ueberblick über die augenblickliche Lage der Deutschen Turnerschaft und zeigte ihre Aufgaben in der Erziehungsarbeit für Volk und Staat klar auf. Ende des Nebelmonds wird Reichsdietwart Kurt Münch wieder in unseren Gau kommen. Er wird dann, wahrscheinlich am 24. und 25 Nebelmonds, an dem Dietwarte-Treffen des Gaues teilnehmen. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 I — Difsenberg I. Der Kreisführer und Bezirksgruppenleiter Henkel (Gießen) hat einem Ansinnen Bissenbergs auf Spielabsetzung nicht stattgegeben. Das Spiel gegen Bissenberg dürfte wohl eines der anregendsten der diesjährigen Saison werden, da den Gästen der Ruf einer äußerst spieltüchtigen Elf vorausgeht. Bissenberg als Neuling wartete schon im ersten Spiel mit einer großen Ueberraschuna auf, da es ihm gelang, in Wetzlar mit 3:0 zu siegen. 1900’5 Vertretung wird wohl kaum Aenderungen aufweisen. Für den erkrankten Balser steht Schlarb zwischen den Pfosten, während im Angriff Hammer wieder zur Verfügung steht. Keinesfalls dürfen die Hiesigen diese Begegnung auf die leichte Schulter nehmen. Der Kampf sollte sich würdig an die seitherigen Spiele auf dem 1900-Sportplatz anschließen. Die Spielleitung ist Schiedsrichter Pfeil (Marburg) übertragen. Die Ligareserve trifft vor dem Ligaspiel auf Wiesecks erste Elf und wird Mühe haben, ehrenvoll zu bestehen. Man wird für dieses Spiel einige neue Kräfte einsetzen. Die dritte Mannschaft tritt in Wißmar an. Auch sie verfügt voraussichtlich über einige neue Leute, trotzdem wird es auch hier den Gießenern schwer fallen, über die erste Mannschaft des Platzvereins Sieger zu bleiben. Jugendspiele. Die 1. Jugend spielt zu Hause vormittags gegen Lichs 1. Jugend. Sie wird auch dieses Mal siegreich bleiben. Die zweite Jugend wird gegen Großen- Busecks 1. Jugend einen schweren Stand haben, besonders, da das Treffen in Großen-Buseck stattfindet. Die Schüler spielen auf eigenem Platze gegen die Schüler vom VfR. Lich. VfB.-Reichsbahn Gießen. Sporte. Wehlar I — Vfv. R. I. Die Ligamannschaft muß am Sonntag nach Wetz- lar zum fälligen Verbandsspiel. Die Wetzlarer, in diesem Jahre eine äußerst kampfkräftige Mannschaft, die bis jetzt nur von dem Neuling Bissenberg geschlagen wurde, werden alles daran setzen, zumal sie auf eigenem Gelände und vor heimischem Publikum spielen, die Punkte in Wetzlar zu behalten. Unter diesen Umständen geht die Mannschaft einen schweren Gang und Voraussetzung für einen Erfolg ist. daß sie bis zur letzten Minute kämpft. In technischer Beziehung dürften die Platzbesitzer in ihrem Sturme durch das Mitwirken des repräsentativen Mittelstürmers Wohlgemuth ein Plus haben. Die übrigen Mannschaftsteile dürften gleichwertig fein. Die zweite Mannschaft empfängt auf eigenem Platze die Erste von Großen-Buseck. Ein spannender Kampf gleichstarker Mannschaften ist zu erwarten. Die ungeschlagene Dritte dürfte mit ihrem Gegner, der Zweiten des Sporte. Grünberg, einen nicht allzu schweren Kampf haben. „FC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Am Sonntag treten drei Mannschaften des FC. „Teutonia" Watzenborn - Steinberg zu fälligen Pflichtspielen auf eigenem Platze an. Die Ligamannschaft hat die gleiche des Ballspielklubs Sinn zum Gegner. In den bisher ausgetra- aenen Freundschaftsspielen zwischen diesen beiden Mannschaften wurden stets gleichwertige Leistungen beobachtet. Ob und in welchem Maße sich die Stärkeverhältnisse verschoben haben, bleibt abzuwarten. Die in den letzten Punktspielen gezeigten Leistungen der Teutonen berechtigen, trotz knapper Niederlagen, immerhin zu der Annahme, daß die Platzmannschaft das Treffen für sich entscheiden sollte. Vorher tritt die zweite Mannschaft der zweiten Mannschaft von Lollar im Punktekampf gegenüber. Auch hier rechnet man, wenn die Mannschaft den nötigen Siegeswillen und die spielerische Leistung des vergangenen Sonntags zeigt, mit einem Sieg. Bereits am Vormittag ist die Jugendmannschaft des VfB.-R., Gießen bei der Jugend der Teutonen zu Gast. Gemessen an den vorsonntäglichen Leistungen gegen 1900 Gießen Jugend sollte den Hiesigen ein Sieg möglich sein. Oie Kreisklassenspiele des Sonntags. In Heuchelheim tritt Lich zum fälligen Derbands- spiel an. Heuchelheim sollte erwartungsgemäß sicherer Sieger werden. Wieseck trifft in Gießen bei 1900s Zweite auf einen Gegner, der alles daranfetzt, um zu siegen. VfBs Zweite hat Großen-Buseck zu Gast, ein Sieg Großen-Busecks ist nicht ausgeschlossen. Steinbach erwartet Leihgersterns Zweite: man rechnet mit einem sicheren Sieg Steinbachs. Der Kampf Steinberg II gegen Lollar II ist offen, doch wird der eigene Platz für einen Sieg Steinbergs ausschlaggebend sein. 1900s Dritte muß nach Wißmar, wo mit einem ausgeglichenen Spiel zu rechnen ist. Alten-Buseck — Londorf heißt die nächste Paarung. Alten-Buseck sollte den Sieger stellen. Wiesecks Dritte empfängt Treis. VfB. III hat Grünberg II zu Gast, der Sieg wird dem Tabellenführer nicht zu nehmen sein. Fellinghausen tritt in Hohensolms an, Krofdorf II spielt auf eigenem Platz gegen Erda, ein Sieg der Gäste ist nicht ausgeschlossen. Heuchelheims Zweite sollte leicht gegen Frankenbach siegen können. Das Spiel Launsbach — Vetzberg ist offen. Iußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Wieseck III — Trete I. Die 3. Mannschaft hat am morgigen Sonntag auf eigenem Platze die 1. Elf von Treis a. d. Lumda zum Gegner. Hier werden die Platzbesitzer vor eine schwere Aufgabe gestellt. Eine Niederlage wird kaum zu umgehen sein. Die zweite und die Jugendmannschaft sind spielfrei. Die 1. Mannschaft des Turnvereins Wieseck steht auf dem Platze der Spieloereinigung 1900 der 2. Mannschaft des genannten Vereins zum fälligen Derbandsfpiel gegenüber. Sportverein 1920 Heuchelheim Die hiesige 1. Mannschaft ist zur Zeit ungeschlagener Tabellenführer der 1. Kreisklasse. Dies beweist, daß die Elf wieder beständig geworden ist. Wenn die Mannschaft auch oft nicht in der vorgesehenen Aufstellung antreten konnte und zum Teil zahlreicher Ersatz eingestellt werden mußte, so hak stch die Mannschaft doch immer tapfer geschlagen. Am morgigen Sonntag erwartet man hier die 1. Mannschaft von Lich zum Verbandsspiel. Die Licher sind als Draufgänger bekannt. Die Hiesigen werden voraussichtlich in der bekannten Aufstellung antreten. Der Ausgang des Kampfes ist nicht vorherzusagen. Die 2. Mannschaft spielt vor der 1. Elf gegen die 1. von Frankenbach. Diesen Kampf sollten die eifrigen Heuchelheimer für sich entscheiden können. Die 1. Jugend-Mannschaft tritt in Krofdorf an und trifft hier einen starken Gegner. Handball im Gau XII Lahn-Oillkreis. Das Programm des Sonnlags. Kreisklasse I. Staffel I: Turno. Groß-Rechtenbach — (5p. 05 Wetzlar: Beide Mannschaften dürften sich ziemlich gleichwertig sein. To. Krofdorf — Tv. Hörnsheim: Die Platzbesitzer müssen bessere Leistungen zeigen als am vergangenen Sonntag, falls sie die Punkte zuhause behalten wollen. Tv. Atzbach — Tv. Hochelheim: Diese Paarung stellt wohl das wichtigste Spiel in dieser Staffel, am kommenden Sonntag, dar. Beide Mannschaften haben sich schon recht schöne Spiele geliefert und waren dabei abwechselnd erfolgreich. Wer am kommenden Sonntag das bessere Ende für sich haben wird, entscheidet die Taaesform. Staffel II: In dieser Staffel hat 1846 seine Mannschaft zurückgezogen, so daß nur noch fünf Vereine beteiligt sind. Für kommenden Sonntag steht nur ein Spiel, Tv. Lich — To. Heuchelheim auf der Tagesordnung. Die Punkte werden wohl nach Heuchelheim gehen. Kreisklasse II. Staffel I: Tv. Nauborn — Tv. Cleeberg: Tv. Garbenheim — Tv. Wetzlar II; Tv. Erda — Dutenhofen. In Nauborn sollten die Platzbesitzer gegen die Gäste schwer zu kämpfen haben. Das gleiche gilt für die weiteren Spiele. Staffel II: Tv. Ruttershausen — To. Dorlar: Tv. Staufenberg — 1900 Gießen II. Der aufstre- Die Geräieturner i Meisterschaften des Wenn auf allen Gebieten des Sports im Laufe dieses Jahres die „Suche nach dem unbekannten S p o r t s m a n n" mit Erfola Lurchgeführt werden konnte, so mußte man eine Ausnahme dem deutschen Geräteturnen einräumen. Hier gibt es keinen Unbekannten in dem Sinne. Denn wer sich diesem urdeutschen Uebungsstoff verschrieben hat, kommt erst nach jahrelanger harter Schulung, nach dauerndem Einsatz aller Kräfte des Willens zur Geltung, und dann ist er im turnerischen Lager auch kein Fremder mehr. Aber trotzdem gibt es auch im Geräteturnen Ueberraschungen, und mit solchen ist auch am 21. Oktober bei den Gerätemeisterschaften des Gaues Nordhessen in Bad Wildungen zu rechnen, einer Veranstaltung, die auch im Dienste der Olympia-Vorbereitung steht. Denn den jüngeren, aufstrebenden Kräften, die fast gleichmäßig über das große Gaugebiet verteilt sind und erfreulicherweise auch in rein ländlichen Bezirken ihre Vertreter haben — es seien hier u. a. nur die Vereinsorte Eibelshausen, Frielendorf, Wieseck, Großen-Linden, Besse genannt — wird Gelegenheit geboten wenden, mit den älteren bewährten Kämpen die Kräfte zu messen. Als eine Olympia - Vorentscheidung ist das Ausscheidungsturnen für die Deutschen Gerätemeisterschaften in Dortmund anzusprechen. Es findet in Bad Wildungen in Verbindung mit den Gaugerätemeisterschaften statt. Zu diesem Kampf, bei dem die Dortmunder Hebungen zur Prüfung stehen, liegen sechs Meldungen bekannter und bewährter Kunstturner vor. Kurt Wedekind von benden Dorkarer Mannschaft sollte sich mich In Rute tershausen kein entscheidender Widerstand entgegenstellen. Für einen Sieg wird es sicher reichen. 1900 ließen wird in Staufenberg sehr um die Punkte kämpfen müssen. ^Staffel III: Ein Spiel — Tv. Garbenteich — Tv. Grün in gen — sieht der kommende Sonntag vor. Garbenteich wird sich mächtig anstrengen müssen, um mit den Gästen fertig zu werden. Staffel V (Vogelsberg): Tv. Burggemünden — Tv. Homberg: Tv. Romrod — Tv. Alsfeld. Der vergangene Sonntag hat gezeigt, daß die Spiel- ftärke in dieser Staffel recht ausgeglichen ist. Nur Homberg scheint nicht recht mitzukommen. Die Mannschaft wird auch kommenden Sonntag in Burggemünden keine Lorbeeren ernten. Einen harten Kampf erwartet man dagegen in Romrod. Kreisklasse III. Tv. Münchholzhausen II — Tv. Krofdorf II: Tv. Holzheim II — Wetzlar-Niedergirmes II; Tv. Lützellinden — Tv. Heuchelheim II. Offene Kämpfe sind in der ersten und letzten Paarung zu erwarten, dagegen sollte Niedergirmes in Holzheim kaum um eine Niederlage herumkommen. 1860 München deutscher Vereinsmeister. In der deutschen Vereins-Meisterschaft in der Leichtathletik hat Dr. Ritter von Halt eine Entscheidung getroffen, nach der endgültig der Titel dem SV. 1860 München zufällt. Zwar hatten die Stuttgarter Kickers mit 8837,87 Punkten das beste Ergebnis erzielt, doch wurde die Leistungsprüfung, nicht wie vorgeschrieben, in zwei, sondern in drei Tagen durchgeführt. Aus dem gleichen Grunde scheidet auch der VfB. Stuttgart, der es auf über 8000 Punkte brachte, aus. Beide Stuttgarter Vereine haben den neuen deutschen Vereinsmeister für das Frühjahr zu einem Mannschaftskampf unter den gleichen Bedingungen nach der württembergischen Hauptstadt eingeladen, n Bad Wildungen. Gaues Nordhessen. der älteren Kasseler Tgm. ist wohl der aussichtsreichste Bewerber in der Gerätemeisterschaft des Gaues. Sein Vereinskamerad Otto G e r g s. wird auch in Bad Wildungen feinen Mann stellen, ebenso wie die beiden bekannten Kämpen des T.- u. Spv. 1860/85 Marburg: Adolf Fink und Adolf Ahrens, der einzige Vertreter Nordhessens, der im Frühjahr in Leipzig bei dem Ausscheidungsturnen für die Weltmeisterschaften in Budapest einen Sieg errang. Weiter stehen als gute Könner Alex Niemann, To. Frielendorf und Herbert Putti, Tv. Sinn im Wettbewerb, der die vier besten Nordhessen zu ermitteln hat für die Deutschen Gerätemeisterschaften in Dortmund (3. und 4. Nov.), diesem Turnen der hundert besten Kunstturner und Olympiaanwärter aus allen Gauen der DT. Leider fehlen bei dem Kampfe der Sonder stufe in Wildungen einige sehr aussichtsreiche Bewerber, so die Limburger Fluck und Busch und auch der Großen- Lindener Richard Seht, der wegen einer Handverletzung nicht teilnehmen kann. 40 Meldungen, eine stattliche Zahl, liegen aus fast allen Turnkreisen des Gaues für Len Kampf in der Oberstufe vor. In erfreulich guter Zahl sind hierbei auch Landvereine vertreten. Wir nennen von den Teilnehmern nur Max Hardt, Hch. Herbert, Ludwig Herbert, Karl Schöndorf, Karl Schick (Turnv. 1846 Gießen): Karl Bettin, Alfred O ß w a ld (Turnv. Wieseck), Hch. Jung, Kurt Seipp (Tv. Großen- Linden): R. Rohrbach (Tv. Leihgestern). Illlllllllllllllllllllllllllll BolistömliHe Mlll- llMllWsk in reichbebilderten, leichtverständl. Wer- Ken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Dcrlagserzeug- nisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen er- böhteFreudeanden vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Pro spe kte und Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher" Suso Bermüßlet Benag Betiin-Werlelöe Illlllllllllllllllllllllllllll Mein guter Mann, unser treusorgender Vater Gießen, Rödgen bei Bad-Nauheim, den 20 Oktober 1934. 05081 Margarete Kinzenbach und Tochter. Gießen, 20. Oktober 1934. 6182 D Für die vielen wohltuenden Beweife herzlicher Anteilnahme während der Krankheit und am Heimgang unteres lieben Entfchlatenen tagen wir herzlichtten Dank. In tiefstem Schmerz: Elise Brod, geb. Bingel Erwin Brod Familie Bingel Auf Wunsch des Entschlafenen fand die Beerdigung in aller Stille statt.-Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. Danktagung. Für die vielen Beweife herzlicher Teilnahme an unterem tchweren Verlutt, Io wie für die trottreichen Worte des Herrn Planers tagen wir unteren inniglten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Chr. Baifier. Verwaltungsoberinspektor i. R. Karl Brod ist am 17. Oktober im 71. Lebensjahre für immer von uns gegangen. billigst. 1 ßosöD C. Nübsamen Remter 3659. Gießen, (Wolkengatte, 11), den 19. Oktober 1934. __________05072 Ir empfehlen Ihnen das Buch zu lesen: der Blutdruck ■abgesetzt, der Herzmuskel 'M Die heilsamen Strahlen der ’ sonne“ — Original Hanau — das Nervensystem und führen sive Durchblutung des ganzen jrbei. Regelmäßige Bestrahlun- r wenigen Minuten Dauer sind A Dr beruflich Angestrengte, Den- und Nachtarbeiter, und Kinder. ^Geschäfts-Drucksachen SSSESSR" W = Briefumschläge = §bei Brühl, Geschäfts karten = Statt Karten! DANKSAGUNG. Für die zahlreichen und wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme, die uns bei dem so schmerzlichen Verluste unserer teuren Entschlafenen entgegengebracht worden sind, sowiefür die vielen Kranz-undBlumenspenden und allen,die ihr das letzteGeleit gaben,herzlichenDank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ernst Burkholz. Lollar, im Oktober 1934. 05062 „Ultraviolettbestrahlungen bei Herz- und GoläBkrankheiten" von Dr. H Bach, für 65 Plg. In Marken vom SolItn - Verlag. Hanau, Postfach . Prospekte von der Quarzlampen-Gesellschaft m. b. H_ Hanau a. M., Karl Egner, Gießen, Bahnhofkolonnade Medizinisches Fachgeschäft • Telephon Nr. 4191 Unverbindliche Vorführung aller Orginalfabrikate der Quarzlampengesellschaft m. b. H., Hanau am Main 6166 A er6e»e ’^tber toerdeu einci Mr ^0°t bod> fiebf **< ’n-ou, 0MfikÄw9$awhwerfet! Nftr Dille. < betoeibenen < (Idnbttitoefl* 3<(twigtw* flirf fefner KtX7 m Hnfpor sich, H 3t(tuw UtrW btnf beste« Helfer Verkaufen!" >*> WWPw ' g ’^öen „ •** gg^nf werb®1 Rüg werte«! ©AK»'4*® °- «n . ^«W SS*.-*-**** **ÄS* ^fünfte f6tnhBirfinn/^t' QU4 fetn-, , ck gewinnen... - MttL , m ifl für jeben dn «ese« <*• t»u9fiSl UI« t^rDl*^' man den «obemen * gtg,orben. 3mmtr !L-«-r M “ • , gut obtrtoMt teuer ob« prdtotrt „übe, oll bitte wage rft, „(»einen. weniger zeitraubende Miglichteit gibt, sich täg. sich eine gründliche Kenntnis de« gesamten Darenmartte« »u holen: Den Anzeigenteil der Zeitung. v- finden Sie alle Artikel, die in die engere Dahl iu stellen sich lohnt. Da wird Zhnen in treffenden Dorten anschaulichen Silbern geschNdert. welche besonderen' *W°ftrg m/z rarn fielen Sf btn bamit ief, ?n9*tn nu, bea,»‘ gibt n/ Wd,tn «Her «Mri 96 ,Uln ietrr . ^n"nbdBf./,Qcin« s «nÄM M ■ 'M MM llr. 246 vietter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Samstag, 20. Oktober 1934 Die Winterhilfe im Kreise Gießen an der Arbeit. Eindrucksvolle Eröffnungskundgebung in der Volkshalle. In Anwesenheit von etwa 5000 Menschen wurde cestern abend in der Volkshalle das Winter- iilfswerk 1934/35 mit einer großen Kund- cebunq eröffnet. Die hingebungsvolle Opferbereit chaft aller Gliederungen der NSDAP, und vieler weiterer Volksgenossen kam durch die starke Anne enheit zum Ausdruck. Daneben trat auch unsere ^eichswehrgarnison — nachdem sie früher Haupt- Schlich in der Stille sehr anerkennenswerte Win- -rhilfsarbeit geleistet hatte — zum ersten Male . iurch die Anwesenheit eines Vertreters des Offt ! erkorps öffentlich als Mitträger des großen Hilfs- »erks in Erscheinung. Die SA. des Standorts Gießen unter dem Kommando des Standartenführers Lutter markierte geschlossen vom Landgraf-Philipp-Platz aus ur Dolkshalle und geleitete dort in der gewohnten ; Feierlichkeit das Feldzeichen der Standarte, die Sturmfahnen, die Fahnen der PO., der HI. und ter NSBO. ein. Die Dolkshalle war zu diesem Zeitpunkt bis auf das letzte Plätzchen dicht gedrängt besetzt. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers Herrmann erfreute die riesige Menschenmenge bis zur Eröffnung der Versammlung mit einigen prächtig gespielten Märschen, die erneut von der hohen musikalischen Qualität dieses Klangkörpers Zeugnis ablegten und von der Menge mit wohlverdientem starken Beifall aufgenommen wurden. Sreieomfeieiier Oer 7!EB pg leitete die Kundgebung mit einem kurzen Hinweis auf die große Bedeutung dieses Hilfswerks der Bewegung ein und meldete dann dem Pg. Klostermann, der Kreis Gießen stehe bereit, das Winterhilfswerk gegen Hunger und Kälte mit aller Tatkraft durchzuführen. Hierauf sprach pg. Klostermann: tmen ein größeres und mächtigeres einmal ein Ziel gesetzt seich aufzubauen, das Jahrhunderte, ja ein der Gedanke auftaucht: Wtaufenb besteht. Wir haben uns bisher : einmal ein Ziel gefetzt sein wird und schon heute .Was soll dann werden? Wir haben uns bisher nicht um die Frage Republik und Monarchie gekümmert, wir haben -'-selbe die timten Kanzler des Staates geworden. Führer der Bewegung beruft seine Mini- Minister in den Ländern ihre Staats- herunter bis zu den Landräten, diese Listige Revolutionen. Die nationalsozialistifche Revolution ist einer dieser großen geistigen Umbrüche. sjiir wollen hoffen und wünschen, daß diese Ge- lnnken, die uns bewogen haben, ein altes und r.orsches System zu stürzen, weitergreifen, daß alle f wenschen sich mit ihnen befassen, daß in den See- • In der Menschen darum gerungen wird, um auf listig ihre Bürgermeister; also auch hier werden le Grundsätze der Bewegung die Grundsätze des Ehates. Das Führerprinzip der Partei Idas Führerprinzip des Staates ge= toiben. Auf der andern Seite sehen wir von der nehr auf eine Verfassung, sondern auf eine Per - [ n, auf den Führer, vereidigt werden, so Men wir weiter fest, daß dies die Sterbe- smnde der Weimarer Verfassung war. starker Beifall.) Durch diesen Akt ist organisch eroas neues geschaffen worden. Aus der Summe dieser Energien entspringt die Wohlfahrt, die Größe und die Kraft des deutschen Volkes. So sehen wir in dieser Organisationsform den neuen Staat erstehen. Wir wissen, daß auf Grund der Impulse der nationalsozialistischen Revolution diese Kraft in der kommenden Zeit noch sehr wirksam werden wird, solange an unserer Spitze unser Führer steht. Wir wissen, daß auch ihm fyiben. Das Größte und Gewaltigste, das wir bisher wollender haben, ist die Herstellung der deutschen Einheit. immer gesagt, daß es gute und schlechte Monarchen, aufbauende und treibende Republiken gegeben hat. Deshalb ist für uns diese Frage zweitrangig. Die ganze Kraft der Bewegung gilt der Versöhnung des Volkes, der Niederschlagung des Marxismus. Darauf haben wir uns konzentriert und haben diese Erfolge errungen. Wir wissen aber auch, daß wir ohne Republik und Monarchie eine neue Staatsform allmählich bekommen. Wir sehen das große Wunder unserer Zeit, daß der nationalsozialistische Staat ganz organisch ein Ordensstaat wird. Die Partei wird der Orden sein. Aus ihr wird ein Rat heraus- gezogen werden, in dem die Entschlüsse und Beschlüsse besprochen werden. Dieser Rat wird auch einmal in Deutschland eine große Mission zu erfüllen haben. Der Führer hat immer nur den einzigen Wrundsah vor Augen: Ich will diesen neuen Staat organisch untermauern, ich will, daß das Volk sich in diese Reuordnung hineinlebt, sich innerlich und seelisch umstellt auf diesen neuen Staat. tan wir wissen, daß in Kürze vielleicht eine Rae i d) s - Gemeindeordnung herauskommt, k: dazu angetan ist, das Dorf in Ostpreußen und dcs Dors in Baden nach derselben Methode zu lecken, dann haben wir darin den vorletzten Schlußstein zur Reichsreform. Uns kann !- gleichgültig sein, wie der Führer die Reichs- g: ue abgrenzen wird. Die Einheit des Rei- hL s, die Beiseitestellung der Länder, die Zusarn- ni-nfaffung auf einen e i n z i g e n W i l l e n ist das Siwaltigste, was wir bisher erreicht haben. Wenn wir nun diesen Staat schon sehen, wie er ncrf) allen Seiten organisiert ist, dann müssen wir ins überlegen, was in Zukunft noch kom - ns n soll. Wenn man Politik treiben will, muß nt .n das Ziel vor Augen haben und den W e g, ir eingeschlagen ist, verfolgen können. Das Füh- leiprinzip ist in der Bewegung durchgeführt. Die Partei ist das Primäre. Ihre O’-ganifa- äonssorm wird nach und nach auf den Staat übertragen. &enn der Führer als souveräner Mann in der Be- Doqung feine Gauleiter beruft, die feine Autorität "'ich unten tragen und ihm allein verantwortlich K'L, wenn der Gauleiter seine Kreisleiter und dieser He Ortsgruppenleiter, Blockleiter usw. beruft, icnn ist der letzte Block, das letzte deutsche Haus in lebendigem Zusammenhang mit dem, was der Mrer in der höchsten Spitze will. Diese Organi- 'oonsform, die das letzte deutsche Haus zusam- nmfaßt über den Ortsgruppen-, Kreis-. Gauleiter v dem obersten und einzigen Führer, die in der Regung die Form der Pyramide hat, wird u uns maßgebend fein auch für den Staat. Mit der Abstimmung vom 19. August 1934 ist leer Führer der Bewegung auch der Führer und jedes kommende Geschlecht blutsverbunden erzogen wird, damit immer wieder die besten Köpfe aus ihm gewonnen werden können. Wir wollen, daß aus diesem 60-Millionen-Volk 2 oder 3 Millionen in der Partei ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und zu erreichen versuchen, daraus die Führerschicht herauszustellen. In der Weltgeschichte ist es eben so, daß große Männer immer nur alle 100 oder 200 Jahre geboren werden. Deshalb müssen wir, um diese Lücke auszufüllen, einen Rat bilden. Der Führer wird auch einmal entscheiden, ob er zu seinen Lebzeiten noch seinen Nachfolger bestimmt, oder ob er testamentarisch einen R a t einsetzt. Dem hat sich jeder zu fügen. In diesem Ordensrat wird auch Gelegenheit zum Meinungsaustausch gegeben. Wenn aber autoritativ entschieden ist, muß auch der Letzte sich mit seiner ganzen Kraft für diese Entscheidung einsetzen. Wenn das so durchgeführt wird, dann werden wir schon glücklich in die Zukunft schauen können. Aber nicht das allein fehlt uns noch. Wir werden den Menschen in seiner Totalität erst dann ganz erfassen fönn*>n, wenn wir ihm eine heroische Note geben. Die Märsche und die Musik der SA. sind auf Heldentum eingestellt. Die HI. singt Lieder, von denen oft keiner weiß, woher sie kommen. Wir sehen überall ein neues Volkstum und ein neues Volkslied erstehen. Für das Auge tritt noch mehr in Erscheinung. Die erste Hakenkreuz sahne weht heute in Millionen über den deutschen Straßen, Standarten ziehen dahin, geweiht durch den Kampf, durch den Sieg, durch die Opfer. In diesen Standarten und Fahnen sehen wir die Opferbereitschaft nicht nur der 400 toten Helden her Bewegung, sondern auch das Vermächtnis der zwei Millionen Gefallenen des Weltkrieges und derer, die sonst für Deutschland gestorben sind. Das ist etwas, was das Volk erfaßt und es immer wieder erschüttern, immer wieder mahnen muß an die große Ausgabe und das Ziel: Wir müssen Deutschland retten und ihm ein Fundament geben, das stärker und breiter und gefestigter ist als jemals eins zuvor in Deutschland. Wenn wir s o darangehen und jeder das Heilszeichen des Hakenkreuzes trägt, dann sehen wir etwas neues kommen, das diesen Umbruch im Menschen auch äußerlich erkennbar macht, daß i n l.enn wir heute feststellen, daß im Preußischen Staatsrat ein Satz heißt: „Im Preußischen Staats- rtt wird nicht abgestimmt", dann zeigt uns dieser Lutz, wie es früher war. als Haufen und Gruppen u-ib Interessenten miteinander rangen, und heute, dfß in diesem nationalsozialistischen Satz eine ganz neu e Welt aufgeht. Der nationalsozialistische £ ernt, den wir bauen wollen, ist nicht darauf aus, diß man alles zerbricht und über Bord wirft, son- birn wir wollen aus dem Leben des deutschen tolfes, aus den zweitausend Jahren deutscher Ge- f.ichte das herausholen, was uns wichtig erscheint ... .. _ ä.....___ Als am 30. Januar 1933 auf allen staatlichen j Partei die Berufsgruppen gesondert zusam- f.ebäuben die Hakenkreuzfahne ausgezogen wurde, mengeschlossen und herausgestellt, in denen auch der i's die SA. siegreich durch das Brandenburger Tors letzte Deutsche erfaßt ist. Dazu kommt nun das zig, wußten wir, daß ein großer Abschnittj Große und Gewaltige, daß man in der D e ut- ber nationalsozialistischen Revolu-ischen Arbeitsfront eine Form gefunden hat, Iran beendet sei. Wir wußten aber auch, daßsin der jeder einzelne eingegliedert wird und man loch ein gewaltiges und gigantisches Werk^ihm immer wieder vor Augen führt, daß er ein jur Vollendung dieser nationalsozialistischenjGlied in dem 60 bis 70 Millionenvolk ist, daß er Revolution vollbracht werden müsse. Revolutionen an seiner Stelle das zu tun hat, was er zu leisten jnb begrünbet in bem geistigen Umbruch imftanbe ist. einer Nation, Revolutionen großen Ausmaßes sind Wenn man in bieser Zeit, in ber bieser gewal- tfle Umbruch vollenbet ist, bie Spuren bieser Re- rdution sehen will, bann mutz man sich überlegen, ms wir in ben vergangenen Monaten erreicht An uns liegt es nicht zu entscheiben, wann unb Staat1 °°. das se?n . wird. Es wird A uf gab e b-- 0. f Jahrhunberte zu sichern. Wenn wir feststellen, Führers fein unb ist seinem Entschluß ooll- ks ß heute bie Reichs- unb Cänberminifter nicht § kommen Vorbehalten, zu bestimmen, wann unb wo whr auf eine Verfassung, fonbern auf eine Per- und 3" welchem Zeitpunkt einmal dieser g r o ß e R a t bes beutschen Volkes, bieser Orbens- r a t in Erscheinung treten wirb. In biesem Rat werben bie beften Menschen unb Köpfe zusammenkommen. Wir wollen auch, baß bieser Rat nicht weltfremb wirh, wir wollen bafür sorgen, baß immer roieber bas junge G e - schlecht hineinwächst in biefe neue Form, sich immer mehr eingliebert unb entfaltet, baß ben beutfdjen Menschen eine Wanb - lung vorgegangen ist. Auch im kommenden Winter kann jeder Deutsche beweisen, bah er ein anberer geworben ist, baß er unsere Gedanken in sich ausgenommen hat unb in die Tat umsetzt, bah er mit ben neuen Gebanken auch bas Herz mitsprechen läht, bah er aus bem Geist ber Volksgemeinschaft heraus bereit ist zum Opfern, unb bah es gelingt, biesen Menschen an ben neuen Staat heranzubringen. So sehen wir heute, daß es etwas Gewaltiges ist um unser Zeitgeschehen, daß esvetroas Großes ist, an der Spitze einen großen, realdenkenden Mann zu sehen, ber aus der Vergangenheit das Beste sucht unb herausstellt unb ein neues Reich von Dauer schaffen will, ber auch ein Tatmensch ist. Unb wir müssen uns glücklich preisen, in einer solchen Zeit leben zu können Wir müssen als Volk uns darüber klar sein, bah wir alles tun mListen, um diesem Mann Gelegenheit zu geben, aus der Fülle des deutschen Geschehens heraus die Plattform zu legen für ein neues, grohes und mächtiges Deutsches Reich, damit ein tausendjähriges Reich deutscher Ration ersteht. Es ist groß unb gewaltig, wenn wir uns erinnern, wie bieser Mann einst als Prebiger eines neuen Reiches burch Deutschland) zog unb seine Gedanken hineinhämmerte in Millionen Menschen, unb wenn wir sehen, mit welcher Begeisterung heute alle Deutschen zu biesem einzigen Mann aufschauen. Da weiß man, baß hier ein ganz Großer steht. Er hat gearbeitet wie noch nie ein Deutscher, groß unb boch seinem Volke nahe, gewaltig und trotzdem beliebt bei allen Deutschen. Wir müssen bafür sorgen, baß bieser Mann immer bie Autorität hat als unser Führer, ber heute arbeitet für bie kommende Zeit. Wenn wir heute alles tun, um diese Tradition unb dieses neue Erleben zu festigen und die Jugend darauf zu verpflichten, dann haben wir in Deutschland vielleicht bas Gewaltigste vollbracht, von bem später einmal gesagt werden kann: „Es war damals eine große Zeit unb ein großes Ge- schlecht. Dieses Geschlecht hat in ber beutschen Geschichte bas Gewaltigste unb Mächtigste vollbracht." Wir werben bafür sorgen, bah bas beutsche Volk immer roieber hineinroächst in ben beutschen Staat. Lin P r ü s st e i n dafür ist das Winterhilssroerk, das die nationale Solidarität herausstellt, im Gegensatz zu jener angeblichen internationalen Solidarität. Es soll beroeifen, dah das deutsche Volk ungebrochen ist, dah neue Gedanken, in die Herzen eingezogen sind, das Volk seinem großen Führer zu folgen bereit ist, damit sein Werk gelingen möge. Dem Führer des kommenden großen Deutschen Reiches gilt unser dreimaliges Sieg-Heil! Mit großer Begeisterung stimmte die Versammlung in die Rufe ein und sang anschließend den ersten Vers des Horst-Wessel-Liebes. Sodann spendete sie dem Redner langanhaltenden stürmischen Beifall. Nach einer eindrucksvollen Rezitation des Stadt- theater-Jntendanten König und einem Marsch des Musikzugs der Standarte 116 sprach der Gaubeaustragter des WHW.pg.Haug: Er erinnerte zunächst an die Hilflosigkeit des früheren Systems, mit der Not des Winters fertig zu werden unb stellte einem charakteristischen Wort des früheren Reichskanzlers Brüning: „Deutschland wird durch einen harten Winter gehen" — eine Erkenntnis, die ja auch damals schon jeder Mensch im Volke hatte, ohne deswegen Kanzler sein zu müssen — das größere unb gewaltige Wort bes Führers gegenüber: „Keiner barf hungern unb frieren!" Dann sagte er u. a. weiter: Mit biesem Wort gab ber Führer bem beutschen Volke eine gewaltige Aufgabe. Wir brachten zur Erfüllung bieser Aufgabe nichts anberes mit als ben nationalsozialistischen Grunbsatz, baß ber Glaube Berge versetzt. Kaum ein Monat verging, unb bie Parole bes Führers würbe schon zur Tat. Vierzehn Jahre Weimarer System zusammengenommen roiegen nicht bas auf an Takdereik- schaft unb deutschem Sozialismus bei diesem hilfsroerk des ersten nationalsozialistischen Jahres. Gerade in diesem Winterhilfswerk sehen wir Sinn unb Bedeutung ber großen nationalsozialistischen Idee, das erst einmal alles beiseite räumen mußte, was trennend zwischen den deutschen Menschen stand. Wir Deutsche haben den Fehler, zu leicht zu vergessen. Wir vergessen vielfach auch jetzt wieder, wie es noch vor zwei Jahren im deutschen Vaterlande aussah. Wir vergessen, daß damals dieses Volk nur in Parteien und Verbänden denkbar war, baß bie Menschen sich nicht mehr verstauben, in Deutschlanb ber Bruderkrieg, ber Kampf aller gegen alle tobte. Kein Volk mehr, kein Reich, kein wahrhafter Führer, ber vermochte, biesem Würgen Einhalt zu gebieten — bis auf ben einen Mann, ber aus bem breiten beutschen Volke hervorgegangen war, ber bie Not unb bas Elenb am eigenen Leibe kennengelernt hatte. Dagegen herrschte in Deutschlanb bie Internationale bes Iubentums. Der marxistischen internationalen Parole: „Proletarier aller ßänber vereinigt euch!" stellte bamals schon im Kampfe ber fommenbe Führer Deutschlanbs Abolf Hitler feine Parole entgegen: „Arbeiter ber Faust unb ber Stirn vereinigt euch!" Er wollte ben deutschen Arbeiter nicht zu Proletarier herabsinken lassen. Der Gedanke, der im Kamps den Sieg an unsere Fahnen heftete, der die nationalsozialistische Idee weiter vorangetragen hat, der Gedanke der Volksgemeinschaft war es, der uns immer wieder für das Werk des Führers begeisterte und der auch die Parole des Winterhilfswerkes, des vorigen wie des kommenden, als Grundlage der Entwicklung bezeichnet. Der Gedanke der Volksgemeinschaft, der nichts kennt von den überlebten Begriffen bürgerlicher - Überheblichkeit, marxistischer Irrlehre, der das eini- !gende Band aller schassenden deutschen Menschen in j ben Vordergrund stellt, auf ihm muß und wird der nationalsozialistische Staat auf ewige Zeiten bestehen. So ist das Werk der Winterhilfe auch in diesem Jahre wieder nötig. Wir wissen, daß die Irrlehre des Marrismus nur deshalb in die Herzen der deutschen Arbeiter einbringen konnte, weil auf her onberen Seite bie Überheblichkeit unb ber Kastengeist eines sogenannten Bürgertums stauben. (Starker Beifall.) Mit bieser Welt muß es für immer vorbei sein Die beutsche Volksgemeinschaft, bie bahubrechenb vielleicht auch einmal für bie Welt zu gelten hat, muß auch jetzt roieber beim fommenben Winterhilssroerk zu unserer Arbeit stehen unb sich im Opfer zeigen. Es sollen keine Sllmosen gegeben werden; nicht nur von dem geben, was nicht schwer fällt. Jeder soll Opfer bringen! Die Hilfsbedürftigen im nationalsozialistischen Staat werden von uns niemals Almosen empfangen, fünfte werden von uns betreut, weil sie ein Recht aus die große deutsche Volksgemeinschaft haben. (Starker Beifall.) Wenn heute ber Appell an bie Opferwilligkeit roieber in alle Schichten unseres Volkes hineingetragen roirb, so haubelt es sich barum, bie Not ber Volksgenossen zu linbern unb zu bannen. Wäre ber nationalsozialistische Staat nicht gekommen, hätte Abolf Hitler nicht in letzter Stunbe bie Macht in seine Häube genommen, bann mürbe heute keiner fragen, ob man Opfer bringen wolle; bann wäre ber Bolschewismus, bas Blut- unb Schreckensregiment gekommen, bann würbe jebem alles genommen sein und keiner würde mehr sein Eigentum besitzen! Daran zu erinnern, erscheint doch notwendig und angebracht. Opfern muh ein Volk, wenn es in Rot ist, opfern mutz es, wenn es gemeinschaftlich wieder gesunden will. Am Opfern ist noch niemals ein Volk zugrunde gegangen. Der Appell des Führers mutz in allen deutschen herzen wiederklingen zum Zeichen der Volksverbundenheit aller deutschen Volksschichten. Die Organisation des Führers wird auch diesem zweiten Winterhilfswerk die Richtung, den Sinn und den Geist geben, die notwendig sind, um hier wieder praktischen und wahrhaften Sozialismus zur Tat werden zu lassen. Daboi ist es eine Selbstverständlichkeit, daß alle anderen Organisationen auf diesem Gebiet sich der großen Parole des Führers unterstellen, denn das Winterhilfswerk darf nicht verzettelt werden Es ist die einheitliche große Aktion des nationalsozialistischen Opfergeistes, dem sich alle anderen Organisationen dieser Art zu unterordnen haben. Bei der Hilfeleistung wird auch nicht gefragt nach der Konfession, dem Beruf ober der früheren Parteizugehörigkeit. Absichtlich wird nach all dem nicht gefragt, weil wir zeigen wollen, daß es für uns nur noch Deutsche gibt. (Starker Beifall.) Jeder, ber in Arbeit und Brot steht, mutz sich verpflichtet fühlen, mit dafür zu sorgen, datz der andere deutsche Volksgenosse, der Rot leidet, ausreichende Hilfe erhält. Das kommende Winterhilfswerk muß den Gau Hessen-Nassau, wie im vorigen Jahre, wieder mit an der Spitze marschieren sehen! Ich bin überzeugt, daß dabei auch mein Heimatkreis Gießen, wie im vorigen Jahre, wieder voll und ganz seine Schuldigkeit tun wird. Jetzt gilt es, im Opfergeist der neuen Zeit mitzumarschieren und mitzuhelfen bei diesem großen Werk bes Führers. In biesem Geiste wollen wir Solbaten ber neuen beutschen Volksbewegung sein unb babei aufblicken zu bem einen Mann, ber uns K'aft und Stärke und Mut gibt, an die große Aufgabe im Geiste Adolf Hitlers heranzutreten. Der Weg ist vorgezeichnet, das Ziel ist gesteckt! Auf Erden das Vaterland und über den Sternen der Herrgott! Gemeinsam wurde hierauf der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen. Dem Redner wurde stürmisch zugestimmt. Kreisamtsleiier der NGV. Pg. Klöß meldete hierauf dem Gaubeauftragten Haug, daß das Gießener WHW. 2 0 0 0 Brotscheine zur Verfügung gestellt habe, die sofort an die hilfsbedürftigen Volksgenossen ausgegeben werden. Mit einem kurzen flammenden Appell an die Versammlung zur Opferbereitschaft im Sinne bes Führers unb zur Wiebergewinnung eines neuen | Staates burch ben beutschen Sozialismus «ber Tat, sowie mit breimaligem, mit großer 1 Begeisterung aufgenommenem Sieg - Heil auf ben Führer Abolf Hitler, ben Einiger Deutschlanbs, schloß er bie Kunbgebung. Nach dem Gesang bes ersten Verses bes Horst- Wefsel-Liebes erfolgte bann unter Führung bes ©tanbartenführers Lutter ber feierliche Aus- marsch ber ©tanbarte unb ber Fahnen ber SA., PO., HI. unb NSBO. Spenden für das Mttechilfswerk Sämtliche Zahlungen für ben kreis Gießen, bie bas Winterhilfswerk 1 9 3 4/35 betreffen (Spenden, Strahenfammlungen, hausfammlungen, Eintopfgerichte ufro.), find nur auf Konto der Bezirksfparkaffe Gießen, Rr. 4600 oder auf Wehr und Waffen Ok- Das Heldenheer der Kriegsfreiwilligen. Don unserem militärischen Mitarbeiter. Die kleine Gruppe junger Leute, die zur Ablegung der psychologischen Offizier-Prüfung b e i einer psychologischen Prüfstelle versammelt ist, setzt sich durchweg aus Angehörigen der obersten Klasse höherer Lehranstalten zusammen; einzelne — soweit sie Sanitäts- oder Veterinäroffiziere werden wollen — sind sogar schon beim Unioersitätsstudium begriffen. Die Neugierde auf die Themen zum schriftlichen Teil des Examens, der sogenannten „Intelligenz-Prüfung" ist groß. Wird man uns mit klassischen Aufsätzen, mit Mathematik oder Geschichte kommen? Alles das wäre doch eigentlich widersinnig, für solche Dinge ist schließlich das Abitur zuständig. Militärisches Wissen? Kann eigentlich auch nicht verlangt werden, denn das soll man ja später erst erlernen! Und siehe, es ist alles anders gekommen, als man gehofft oder gefürchtet, — -es erscheint sonderbar einfach, ist aber vielleicht gerade darum schwieriger, als die Phantasie es sich ausgemalt hatte ... Und dann, pünktlich zur anbefohlenen Zeit, befindet sich der Prüfling allein vor den Männern, deren Aufgabe es ist, über seine Eignung als künftiger Soldat und Offizier zu entscheiden. Der Leiter der mündlichen Prüfung bittet den jungen Mann, frei und natürlich über seinen Lebenslauf zu berichten. Man erzählt also vom Elternhaus, von Schule, Freunden, Freizeit und wie man sie ausgefüllt' hat. Und für das geschulte Ohr des Psychologen entsteht zum Greifen deutlich ein „Milieu", — während das sicher geübte Auge in Haltung, Sprechweise und Ausdruck des Prüflings das äußere Bild der Erscheinung in sich aufnimmt, Pose und Natürlichkeit scheidet. Für den künftigen Soldaten und Offizier ist es — mehr noch als in anderen Berufen — von entscheidender Bedeutung, daß er einen raschen Entschluß fassen, ihn kurzfristig in die £at umsetzen und mit einem ausreichenden Maß von Willen durchführen kann. Dies ist das eine; aber ganz abgesehen von der — intelligenzmähig bedingten — Richtigkeit oder Unrichtigkeit des jeweiligen Handlungsprozesses — gilt es ja auch festzustellen, mit welchem Willenseinsatz, mit welchem Aufwand von Energie die jeweiligen Leistungen durchgeführt werden, ob und in welchem Umfange es dem Prüfling gelingt, seinen Willen anderen Personen aufzuzwingen, — kurz ob die Art seines Handelns den Anforderungen entspricht, die man an einen künftigen Erzieher und Führer im Umgang mit seinen Untergebenen stellt. Und endlich gilt es noch, ein möglichst zuverlässiges Urteil darüber zu gewinnen, wie der Prüfling „reaktiv" (also ohne Zuhilfenahme der Ueber- legung) unter dem Einfluß kurzer oder langdauernder Reize handelt. Die Summe all dieser Untersuchungen wird in der sogenannten „H a n d - lungs-Analyse" zusammengefaßt, eine Prüfung, die wegen ihrer Vielseitigkeit zweifellos zu den interessantesten Teilstationen des Examens gehört. Es ist also eine, auf langjährigen praktischen Erfahrungen beruhende Reihe von Befehlen auszuführen, weshalb man für diesen Teil der Prüfung den knappen Ausdruck „B e f e h l s r e i h e" geprägt hat: DerPrüfling ist irn Drillichanzug; weisungsgemäß rüstet er sich mit Stahlhelm, Tornister, Koppel und Karabiner aus. Und nun hat er gewisse Hebungen zu erfüllen, die Körperbeherrschung, Geschicklichkeit und rasches Nachdenken erfordern. Er wird hierbei hart und mit militärischer Kürze angefaßt, denn i er soll sich in dieser halben Stunde darüber klar ‘ sein, daß er ein Höchstmaß körperlicher und geisti- i ger Anspannung aufzubringen hat. Und dies ist i das wesentliche. Der junge Mann, über den hier = ein Urteil gefällt, wird, kann bei diesem oder jenem - Punkt der „Befehlsreihe" versagen, — nicht das ; ist entscheidend, — aber der militärische und wissen- - schaftliche Prüfer erkennt mit scharfem Blick, was l das für ein Mensch ist, der sich dort abmüht; er - sieht, welches Maß von Eifer, Willen und Konzen- ) tration er einsetzt — und auf dieses kommt es an, - weniger auf das Leiftungsergebnis an sich. l Danach die „F ü h r e r p r o b e". Der Prüfling - erhält einige kurz umriffene Aufgaben, teils prak- - tifcher, teils theoretischer Art; er hat sie indessen . nicht selbst zu lösen, sondern er soll einigen — für ! diesen Zweck kommandierten — Soldaten in Gegen- PUG. Als die Oberste Heeresleitung Mitte tober 1914 vor dem Zusammenbruche ihrer „großen Hoffnung von Arras^ stand, als der dritte Versuch, den Krieg an der Westfront durch eine gewaltige Umfassungsoperation doch noch „vor dem Blätterfallen" siegreich zu beenden, ebenso wie die zwei vorhergeschlagenen Riesenschlachten, vor Paris und an der Aisne, gescheitert waren, stand der Oberste Leiter der deutschen Operationen, General v on Falkenhayn, vor der ungeheuren Aufgabe, in einer ganz neuen grundlegenden Operationsidee noch einmal, diesmal wenigstens vor dem Anbruch des Winters, die Niederringung der franzo- fifch-englifch-belgifchen Armeen im Westen zu versuchen. In diesem historischen Augenblick wuchs ihm eine neue Kraft zu, auf die Falkenhayn feit der Uebernahme der Leitung der Geschäfte des Generalstabes des Feldheeres sehnlichst gewartet hatte: die junge Heeresmacht der Kriegsfreiwilligen, die um die Oktobermitte, nach vollendeter Ausbildung, bereitstand, an die Front zu gehen, im Herzen den heißen Wunsch, die jugendliche Kraft mit dem Feinde zu messen, teilzuhaben am Schutze des Vaterlandes, endlich den vom ganzen Volk ersehnten Sieg an die deutschen Fahnen zu düng wurde der 10. Oktober 1914 bestimmt. General von Falkenhayn, dessen persönlicher Jni- i tiative die Schaffung der neuen Reserve-Armee zu - verdanken war, hatte nicht verkannt, „daß die 1 Durchführung der Maßnahme nur mit Anspannung ■ aller Kräfte geleistet" werden könnte, hatte aber : auch feiner Ueberzeugung Ausdruck gegeben, „daß 1 der Eifer und die Hingabe aller Führer wie die bewährte Vaterlandsliebe und Begeisterung unserer Leute das Werk zum Segen des Vaterlandes gelingen lassen" würden. Als der General dann am 15. September die Leitung des Generalstabes übernahm, rechnete er damit, etwa einen Monat später über den neuen Kraftzuwachs des Heeres verfügen zu können. Doch zunächst schien die Erfüllung dieser Hoffnung bedroht. Der Stellvertretende Kriegsminister, Generalleutnant v. Wandel, richtete ein Schreiben an General von Falkenhayn, in dem es hieß: „Euer Exzellenz bitte ich dringend, dem Wunsch nach einer frühzeitigen Verwendung der Reservekorps bestimmt entgegenzutreten. Jeder Tag, der ihnen länger zur Ausbildung und Festigung gewährt wird, ist von außerordentlicher Bedeutung". Aber der Leiter der Operationen stand vor den ersten großen Ent- fcheidungskämpfen, die er zu verantworten hatte, soeben waren die Siegeshoffnungen der ersten Kriegswochen an der Marne begraben worden, und so konnte General von Falkenhayn sich nicht entschließen, auf die schnellstmögliche Verwendung der jungen Korps an der Kampffront zu verzichten. Trotz der Warnung General von Wandels befahl er die Kampfbereitschaft der Kriegsfreiwilligen- Formationen spätestens von Mitte Oktober ab. Was kaum glaublich erschienen war, gelang. Am 9. Oktober konnte General von Wrisberg, Chef der Armee-Abteilung im preußischen Kriegsministerium, an den Leiter der Operationen im Großen Hauptquartier die Meldung senden: „Die Korps sind marschbereit". Aber es war in so kurzer Zeit nicht möglich gewesen — so schreibt General a. D. v o n Kuhl, damals Generalstabschef der 1. Armee (von Kluck) in seiner Geschichte des Weltkrieges —, „die Truppe so weit auszubilden, daß sie sofort an einer schwierigen Kampffront eingesetzt werden konnte". Als organisatorische Leistung Der Kriegsministerien und Stellvertretenden Generalkommandos war die Bereitstellung der neuen Reservekorps in weniger als zwei Monaten bewundernswert, aber „in ihrer Bewertung mußten die Neubildungen" — sagt das deutsche Generalstabswerk des Reichsarchivs — „ ais völlige Improvisationen angesprochen werden". Die Korps vereinigten in sich den Ueberschuß an wehrfähiger Volkskraft, der bei der Mobilmachung in der planmäßigen Aufstellung des Heeres keine Verwendung gefunden hatte. Die Mannschaft bestand überwiegend aus unausgebildeten Kriegsfreiwilligen, zum Teil aus Rekruten, zum geringeren Teil nur aus schon im Frieden Gedienten, deren Militärzeit aber meist so weit zurücklag, daß sie der militärischen Schulung schon völlig'entwachsen waren. 61 v. H. vom Gesamtdurchschnitt der Mannschaft Die Offizier-Prüfung im Reichsheer Psychologie im Dienste der Auslese. Don Werner v. Borsteil, Hauptmann a. O. Südslawiens Wehrmacht. Das Werk und Erbe König Alexanders. Don Oberstleutnant Hans Rohde. Die südflawenifche Wehrmacht hat in diesen lagen ihren auf fremdem Boden durch Mörderhand gefallenen König und Obersten Kriegsherrn, mit ihm zugleich aber auch den Mann zu Grabe getragen, dessen Werk sie ist. Mehr denn je liegt heute und in den nächsten Jahren das Schicksal Südslawiens auf ihren Schultern. Mehr als anderen galten ihr die letzten Worte ihres toten Königs: „H ü t e t S ü d f l a w i e n". Ein Bild von ihr, ihrem Aufbau und Aussehen, dürfte deshalb heute auch in weiten Kreisen Deutschlands interessieren, das in ihr beziehungsweise ihren altserbischen Stamm seit jeher einen seiner heroisch st en Gegner im Weltkrieg gesehen hat. Die südslawische Armee hat bei einem Flächeninhalt Südslawiens von 247 542 Quadratkilometern und einer Einwohnerzahl von 13,9 Millionen nach den Angaben des vom Völkerbund herausgegebenen „2Innuaire militaire" 1933 eine Friedensstärke von 6741 Offizieren, 10 487 Unteroffizieren und im Jahre durchschnittlich 102 514 Mann. Sie ist auf- gebaut auf der allgemeinen Wehrpflicht mit einer Gefamtdienstzeit von 30 Jahren und einer aktiven Dienstzeit von 18 Monaten und in fünf Armeen mit im ganzen 16 Infanterie-Divisionen, zwei Kavallerie-Divisionen, einer Garde-Division in Belgrad, sowie Grenzschutzformationen und Gendamerieformationen gegliedert. Die Armeen bestehen aus drei bis vier Änfanterie-Divk- fionen zu je drei bis vier Jnfanterie-Negl'mentern und zwei leichten Artillerie-Regimentern, aus einem mittleren Artillerie-Regiment und Nachschubverbän- den. Ihre Generalkommandos befinden sich in Neusatz, Serajewo, Uesküb, Agram und Nisch. Die beiden Kavallerie-Divisionen sind selbständig und dem Kriegsministerium unmittelbar unterstellt. Sie bestehen aus zwei Brigaden zu je zwei Regimentern, einem Radfahr-Bataillon und einer reitenden Artillerie-Abteilung, die Infanterie-Regimenter aus zwei bis vier Bataillonen zu je drei bis vier Schützenkompagnien und einer Maschinengewehrkompagnie sowie aus einem Jnfanterie-Geschütz-Zug, die leichten Artillerie- Regimenter aus zwei Abteilungen zu je drei Batterien, die mittleren Artillerie-Regimenter ans je einer Abteilung schwerer Feldhaubitzen und 10-Zentimeter-Kanonen. Von den beiden leichten Artillerie-Regimentern der Infanterie-Divisionen führt das eine nur Feldkanonen, das andere nur leichte Feldhaubitzen und Gebirgsgefchütze. Auch schwerste Artillerie ist in Gestalt von drei motorisierten selbständigen SIbteilunger. Mörser und 15-Zentimeter-Kanonen in ausreichendem Maße vorhanden, dagegen mangelt es ar Kampfwagen. Südslawien dürfte zur Zei: kaum über mehr als zwei KampfwagenkompagnM mit im ganzen vielleicht 20 Kampfwagen verfügen Recht stark sind dafür aber heute schon die ßufl1 ftreitfräfte. Sie sind in zwei Fliegerbrigader zu je vier Regimentern zusammengefaßt und können heute bereits auf 21 Ausklärungs- und Beobach tungsstaffeln, acht Jagd-, sieben Tagbomben- uni sieben Nachtbombenstaffeln, im ganzen also auf * Staffeln mit zusammen rund 470 Flugzeugen, einschließlich der Fabrik- und Sepotreserve sogar ou' 700 Flugzeuge geschätzt werden. Ihre Verstärkt auf zehn Regimenter ist geplant, wie ebenso aut Bestrebungen im Gange sind, die auf eine roefent liche Vermehrung der Kampfwagenwaffe hinzielee Soweit der innere Aufbau der südslawischen M mee. Er wurde nicht unerheblich erschwert durch di'i finanziellen Schwierigkeiten,mitW Südslawien feit feiner staatlichen Neubildung bei Kriegsende zu kämpfen hatte und heute noch 3U kämpfen hat. Sie hatten zur Folge, daß im gangenen Jahre sogar aus Ersparnisgründen d- Jnfänterie-Bataillone, 26 leichte Batterien, W Bataillone technischer Truppen und 16 Fahrers' drons wieder aufgelöst werden mußten, erst in den Jahren vorher aufgestellt worden wahren. Ihre Auflösung hat aber den inneren der südslawischen Armee in keiner Weise beeintra^ tigt. Die südslawische Armee ist trotzdem auch W-Uis noch d i e beste und kriegsfertigste mee ganz Südosteuropas, und zwar nw* zum wenigsten dank der Güte und besonderen sow^ tischen Eigenschaften feines Menschenmaterials um der hohen Stufe, auf der in Bezug auf Ausbildung! und Dienstfreudigkeit das von einem glühenden P" triotismus beseelte Offizierskorps steht., besteht zum größten Teil aus Altserben und ergänz sich einmal aus Zöglingen der Militärakademie- » Belgrad sowie aus jungen Leuten, die auf auslflj dischen Militärschulen studiert haben, sowie fern» aus Offizieren und Unteroffizieren der Reserve, o durch eine besondere Prüfung ihre Geeignetheit zvw , aktiven Offizier nachgewiesen haben. Ein Schwächemoment der südslawischen Zinn? ; an dem aber mehr oder weniger alle Armeen öu Osteuropas leiden, ist allerdings ihre Bewasll gab der Zuversicht Ausdruck, „daß der überall in den Reseroetruppen hervortretende feste energische Wille, das Beste zu leisten, noch vorhandene Mangel im Felde sicherlich bald verschwenden lassen Lerde". Weniger zuversichtlich berichtete der stellvertretende Kommandierende General des Gardekorps, von Loewenfeld: „Dee Infanterie kann, wenn auch in ihren Entfaltungen noch etwas bedächtig, als ausgebildet angesehen werden. Bel der Feldartillerie macht sich der Mangel an Offizieren störend bemerkbar... Weniger gut steht es mit der taktischen Durchbildung der Führer. Diese mußten vorwiegend aus inaktiven Offizieren von teilweise recht hohem Lebensalter entnommen werden... Was am meisten fehlt, ist em Gefühl für die Gefährdung durch die feindliche Artillerie bereits auf große Entfernungen; daher das harmlose Vorgehen in d i ck en Masse n seitens aller Waffen auf verhältnismäßig kurzen Abstand vom Gegner. Ferner fehlt das Verständnis für das richtige Zusammenwirken der Waffen, nicht nur bei der Artillerie, sondern auch bet der Infanterie." , _ fe , Trotzdem entschloß sich General von Falkenhayn, von den zunächst verfügbar werdenden sechs neuen Korps fünf im Westen, eins in Ostpreußen einzusetzen, weil er eine Hinausschiebung bei der vorliegenden Schwierigkeit der operativen Lage nicht für angängig hielt. So beschloß er, von den fünf für den Westen bestimmten Korps vier zur neuen, im Norden der Westfront die Entscheidung suchenden Offensive, entlang der Meeresküste einzusetzen, und das fünfte der noch immer im Raume zwischen Verdun und Toul stehenden Armee-Abteilung von Strantz zu überweisen. Anscheinend hoffte General von Falkenhayn, daß der stürmische Angriffswille und die Schwungkraft der neuen Korps alle Mängel, die ihnen sonst anhafteten, ausgleichen würden. Auch scheint er sich der Erwartung hingegeben zu haben, daß die neuen Korps bei ihrem Stoße in waren ungedient." Wie stark der Anteil der Studenten und der Schüler höherer Lehranstalten war, ergibt die Ziffer von 1810 Studenten und Schulern bei der in Berlin und Umgegend ausgestellten 43. Reserve-Division. . . Die Aufstellung der Korps war ohne lebe Fne- bensoorbereitung mit uneingearbeiteten Staben erfolgt. Das Lehrperfonal mußte zunächst selbst lernen, ehe es lehren konnte. „Die Bewaffnung, Kleibung unb Ausrüstung... wiesen mancherlei schwer- miegenbe Mängel auf." Die größten Schwierigkeiten bereitete bie Führerfrage. Aktive Offiziere ftanben nur in ganz geringer Anzahl zur Verfügung. Die Kommanbostellen mußten über» wiegenb mit verabschiebeten ober zur Disposition gestellten Offizieren besetzt werben, bie Kompanie- sührerstellen meist mit Offizieren bes Beurlaubtenstandes; als Zugführer mußten vornehmlich Offizierstellvertreter verwendet werden. Der größte Teil der höheren Offiziere „hatte meist feit langem nicht wehr Dienst getan und war fo mit den neuzeitlichen Anforderungen der Truppenführung, vor allem der Gefechtsführung, nicht mehr vertraut". Aus diesen Erkenntnissen heraus hatte General von Wandel am 24. September ins Große Hauptquartier berichtet, daß nach seiner Meinung auch auf Grund der neueren Erfahrung „eine Verschiebung des Bereitstellungstermines dringend erwünscht" sei. „Am schwierigsten liegen die Verhältnisse bei der Feldartillerie, wo die Batterieführer meist ihren Aufgaben nicht gewachsen sind. Eine leistungsfähige Feldartillerie dürfte aber gerade bei solchen Neuformationen als Stütze der Infanterie von hohem Wert fein." Dieser Bericht veranlaßte den Kaiser, zwei kommandierende Generäle zu beauftragen, die jungen Korps auf ihre Verwendungsfähigkeit im Felde hin zu besichtigen. In feinem Bericht bezeichnete General Freiherr von Hoiningen, genannt von Huene, „alle Truppen als kriegsbrauchbar" und die Flanke bes Gegners nur schwächeren Wiber« ftanb finben würben. So zogen sie hinaus, mit Rosen in ben Gewehr, läufen unb frischem Laub an ihren Helmen. Wenige Tage später ftanben sie vor bem Feinbe, in ben fürchterlichen Kämpfen ber Yser- unb Ypern- schlachten. Der Franzose Le Go ff ic hat sie, in einer Beschreibung eines Angriffs bes XXII. Referve- korps so geschilbert: „Es waren meist junge Leute, fast Kinber. In der Trunkenheit des Handgemenges, Seite an Seite in Sechzehn-Reihen-Tiefe, haben sie nur eine gemeinsame große wilde Seele. Sie gehen im Tempo vor, kaum schwankend, wenn das Maschinengewehr sie faßt, — echte Söhne jener Germanen, die sich durch Ketten aneinanderschlossen, um nur einen Block zu bilden im Tode oder im Siege." Das junge Freiwilligen-Heer vom Oktober 1914 war die herrlichste Truppe, die die Welt je sah. Doch keine Bewunderung, keine Dankbarkeit darf darüber hinwegtäuschen, daß ihre Katastrophe in den flandrischen Schlachten ein unnötiger Verlust war. „Was wir in jenen Kämpfen an bestem deutschem Blute verloren haben, fo schreibt Generalleutnant a. D. K a b i f ch, damals Chef des Generalstabes des III. Reservekorps des Antwerpen-Eroberers General von Beseler —, weil Kampftechnik durch Begeisterung ersetzt werden mußte, hat unserem Heere in der Folgezeit furchtbar gefehlt — und fehlt uns noch heute. Die zukünftigen Führer lagen im Schlamm Flau- derns begraben!" heften. _ , Gewaltig war in den ersten Wochen nach dem Ausbruche des Krieges der Ansturm von Kriegsfreiwilligen zu den Fahnen gewesen. Der einmütige Wille des ganzen deutschen Volkes, das Leben für die Verteidigung der bedrohten Heimat hinzugeben, der hohe sittliche Schwung der vaterländischen Erhebung von 70 Millionen hatte in all denen, bie nicht im Rahmen ber Allgemeinen Wehrpflicht ben Solbatenrock trugen, ben flammenben Wunsch erzeugt, auch zur Fahne zu eilen unb irgenbroo an ben Fronten bie eigene Begeisterung, bas eigene Blut, ben eigenen Leib einzusetzen, nicht untätig in ber Heimat zu sitzen, währenb bie Armeen brau« ßen in blutigen Schlachten ftanben. So waren in ben zehn Tagen zwischen Mobilmachung unb bem 11. August mehr als eine Million beut- scher Männer ohne Unterschieb ber sozialen Schichtung freiwillig zu ben Meldestellen geeilt, um sich so schnell als möglich an die Fronten schicken zu lassen. Männer? Waren sie schon Männer, die Jungen mit den Schülermützen, die Studenten mit dem bunten Band über der Brust? Waren sie noch rüstige, kriegsfähige Männer, die Grau- und Weißhaarigen, die in der nie vergeßbaren Begeisterung jener Tage vor den Kasernen „Schlange standen", zitternd vor Ungeduld, ob man ihre freudige Hingabe auch nicht zurückweifen würde? Viele mußten enttäuscht von bannen gehen. Nur eine im Verhältnis kleine Zahl konnte bas Vaterland gebrauchen. Bekleidung und Ausrüstung „überplanmäßiger Verbände" fehlte. So mußte, da das Heer auf die frische Kraft und die opferbereite Hingabefreudigkeit der jungen Mannschaft nicht verzichten wollte, in schneller Improvisation dafür ge- forgt werden, daß ihr Andringen aufgefangen wurde, und fo verfügte General von Falkenhayn, damals noch preußischer Kriegsminister, bereits am 16. August bie Aufste11ung von fünf preußischen Reservekorps; bem preußischen Beispiele folgenb, stellten auch Bayern, Sachsen unb Württemberg je eine Reserve-Division auf. Als Bereitschaftstag für bie mobile Derwen- roart bes Prüfkollegiums barüber Unterricht erteilen. In biefem Augenblick muß sich ber Prüfling durchaus als Lehrer oder Instrukteur ühlen; er hat die ihm für kurze Minuten anvertrauten jungen Soldaten anzuleiten, daß fie — etwa eine Bastelaufgabe — rasch erfassen und weisungsgemäß ausführen. Oder er hat ihnen einen kurzen Vortrag über ein allgemeines Thema zu halten, oll ihnen ein im Prüfraum befindliches Bild erläutern und dergleichen. Das Wesen dieser Teilprüfung erschöpft sich — und das ist wichtig — keineswegs in ben Kenntnissen, bie ber Prüfling elbft über bie betreffend Materie hat, fonbern in erster Linie soll er vielmehr ben Nachweis erbringen über seine „Dominations-Gabe", b. h. es ergibt sich aus ber „Führerprobe", in welchem Maße es ihm gelingt, seinen Willen auf bie Zuhörer zu übertragen, sie zu fesseln unb vom Gegenstand seines Vortrages zu überzeugen. Gerade diese Prüfstation gibt dem Psychologen wertvolle Einblicke in die seelische Gesamtveranlagung der Persönlichkeit. Mit einigen Worten sei dann noch auf die Reaktionsprüfung eingegangen, also auf den Teil der Handlungsanalyse, Der mit Hilfe technischer Apparate, aber auch unter dem geschulten Blick des prüfenden Psychologen, einen Einblick in das „reaktive" Handlungsvermögen bes Prüflings vermitteln soll. Hier gewinnt ber Charakterolvge ein ziemlich sicheres Bilb über bie Summe von biologisch (Nerven) unb charakterlich (Willen) bebingten Mitteln bes jungen Mannes. Währenb bie Methobe ber sogenannten „Moment-Reaktion" den Prüfling zum wiederholten, überraschenden Einsatz seiner Willensbetätigung zwingt, erfordert die Dauerreaktion für eine gewisse längere Zeit angespannte Aufmerksamkeit und Konzentration auf die gleichmäßige Betätigung einer maschinellen Apparatur. Beide^ Methoden sind deshalb wertvolle Hilfsmittel zur Beurteilung des Handlungsvermögens, weil ber Leiftungsbefunb Rückschlüsse auf bie voraussichtliche Haltung bes Offiziersanwärters in analogen Fällen bes späteren bienstlichen Lebens ermöglicht (z. B. Gefechtsschießen). Damit finb in großen Zügen einige Hauptmerkmale ber Prüfung angebeutet. Haben bie geschil- berten Teilstationen bes Examens ben Prüfling als isoliertes Einzelwesen, als Beobachtungsobjekt, vor bem Gremium seiner ihm fremben militärischen unb wissenschaftlichen Prüfer gezeigt, fo bient bas sogenannte, „Schluß-Kolloquium" bazu, einen entspannten Ausklang zu schaffen. Hier sitzen bie jungen Leute in kamerabschaftlichem Kreise zusammen unb bebattieren unter Anleitung unb Anregung bes Prüfers frei unb ungezwungen über ein Thema, bas ihnen geläufig ist. Unb in biefem Abschluß eines ihnen allen gemeinsamen Erlebnisses gewinnen bie jungen Menschen nach ber Anspannung ber beiben Prüfungstage bas befreienbe Gefühl ihres Persönlichkeitswerts zurück, bas burch bie vorangegangenen harten Anforderungen in ben Hintergrund getreten war; diese gemeinsame Aussprache bildet den durchaus harmonischen A u s - klang der Prüfung, deren Teilergebnisse dann tags darauf in ernster Beratung sämtlicher Prüfer sorgsam gewertet und zum abschließenden Urteil zusammengefaßt werden. Gewiß, nicht alle find berufen, in diesem Ausleseprozeß für den Führernachwuchs unserer Wehrmacht erfolgreich zu fein. Trotz bester charakterlicher Anlagen muß zuweilen das „Nein" ausgesprochen werden, weil das Gesamtbild der Persönlichkeit sich in einigen wesentlichen Punkten nicht deckt mit der verlangten Mindestsumme von Eigenschaften, die für den Offizier unerläßlich sind. Doch ' wo in solchen Fällen Hoffnungen getäuscht werden, i soll und darf dennoch keine Bitterkeit aufkommen. - Es ist ja mit diesem „Nein" kein allgemein - gültiges Werturteil ausgesprochen, und der i junge Mann, der nicht zum Soldatenberuf geeignet ■ scheint, — warum sott er nicht ein guter Kauf- - mann, ein pflichttreuer Beamter ober gar ein nam- , Hafter Gelehrter werben können? — Denn ber Sol- batenberuf ist etwas burchaus befonberes; mehr als I anbere Berufe erforbert er in sich geschloffene, har- - monische, geistig unb körkerlich gefunbe Naturen, i ein Grundsatz, ber für bie beutsche Wehrmacht, bie ' Quantität burch Qualität ersetzen muß, in ganz - befonberem Maße Gültigkeit haben muß. Wirtschaft Kirchliche Nachrichten und 20.30 Beschränkter Schalterdienst Für Schließfachabholer 7 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. ivranL'un a.-DL Äerlin 78 78 78,25 78,5 116 । 116,75 133 133 Banknoten. o Schultheis Patzenhofer I 30s 30,4 I 82 82 I 190 1 189 1 O| Grihner Mainkraftwerte Höchst a.M.... 4 8 Süddeutscher Zucker 143,25 215 90,25 38,75 30 190 •I 9 0 (i 0 48-65 228 90,25 42 13 121 120 156 30,4 I 90 w 61,5 67,5 47-75 65 49.75 60-25 32,5 215 163,5 132,25 60 67,13 48 66,25 49,25 59,75 32,75 210 131 144,75 91-25 96,65 84 110,5 61-75 134,5 48 65 123-5 50-13 60,75 90.5 32,9 214,5 164 5 132,5 144-75 215 91 38,13 48,5 227,25 90 41,5 13 122 120 155 144,13 90 98,25 84 78,5 95,75 48,5 227,5 90,4 42 13 121,75 120,5 156 110,25 61,4 134 48 66 122,25 49,13 60 89,75 32,65 211 165 131 I. G. Farben-Jnduürie Scheideanstall........ Goldschmidt ......... Rütgersiverke ........ Metallgesellschaft...... Frankfurter Börse. TNittagsbörse: Renten fest. fon 02. Hauptpostamt: 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Dr. Steinreich, Dr. Malesch. Zahnarzt: Dr. Geyer. Apotheke: Pelikanapotheke. 'M«, Ij -, t- , | »erb? farfc i | )euhl । n Nv | Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. wenig veränderten Preisen schleppend. Blumenkohl 10 bis 35, Eskarol 3 bis 7, Feldsalat 20 bis 30, Hei 15 9)1« Mei 'der ir Ottob N 11 Uhr: Kindergottesdienst: 20: Familienabend. Donnerstag, den 25. Oktober. 20.30 Uhr: Bibelbesprechung; Pred. Lotz. Oeffentllcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Tele- Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Römischkohl 4 bis 5, Rote Rüben 3 bis 4,5, Rotkraut 5 bis 6, Sellerie je nach Größe 5 bis 25, Spinat 4 bis 5, Schwarzwurzel 15 bis 22, Tomaten I 10 bis 12, II 5 bis 8, Weißkraut 2,5 bis 3, Wirsing 2,5 bis 4, Zwiebeln 5,5 bis 6. Am O b st m a r k t nahm das Geschäft bei unveränderten Preisen zumeist einen schleppenden Verlauf, das Angebot in Aepfeln und Birnen war weiter stark. Aepfel I 12 bis 16, II 7 bis 10, Wirtschaftsäpfel 7 bis 8, Goldparmänen I 12 bis 16, II 8 bis 10, Boskop I 12 bis 16, II 9 bis 10, Reinette 10 bis 12, Schafsnasen 5 bis 8, Birnen I 10 bis 15, II 6 bis 9, Kochbirnen 4 bis 5, Butterbirnen 8 bis 12, Mollebusch 8 bis 12, Pastoren 4 bis 5, Erdnüsse 18 bis 20, Haselnüsse 28 bis 30 (italienische), Kastanien 10 bis 12, Maronen 11 bis 14, Preiselbeeren 25 bis 30, Quitten 6 bis 8, Trauben 44 bis 63 (holländische), bulgarische 22 bis 26, französische 22 bis 24, italienische 20 bis 22, Walnüsse 18 bis 25, Zitronen, lose, 50 kg 18 bis 20 (spanische). Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 19. Okt. Das knappe Angebot von frischer in- und ausländischer Butter hielt in vollem Umfange an. Trotzdem konnte der Bedarf des Publikums, der sich etwas verringert hat, durchaus befriedigt werden. Die von der Reichsstelle' zur Verfügung gestellte dänische und z. T. auch sibirische Butter war schnell vergriffen, ebenso kleine Partien von holländischer Ware. Auch die in den Verkehr kommende Kühlhausbutter fand wegen ihrer guten Qualität ohne Schwierigkeit Unterkunft. Die Preise blieben allgemein unverändert. Es notierten in RM. pro 50 Kilogramm frei Frankfurt am Main: Deutsche, dänische und holländische Markenbutter 145 bis 148, feine deutsche Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125 bis 130. Mainzer Getreidemarkt. Mainz, 19. Okt. Es notierten (Großhandelspreise je 100 Kilogramm loko Mainz) in RM.: Weizen 20,80, Roggen 16,80, Hafer 16,20 ab Station, Braugerste 19,50 bis 20, Jndustriegerste 19, Malzkeime 13,50 bis 16, Weizenkleie 10,60 (Mühlenpreis), Roggenkleie 9,84 (Mühlenpreis), Weizenfuttermehl 12,90, Biertreber 17, Sojaschrot 13, (Fabrikpreis). Allgemeintendenz: Brotgetreide stetig, in Gerste kleines Angebot, ölhaltige Futtermittel weiter gesucht. fort. Die übrigen Rentenpapiere wurden hiervon etwas mitgezogen und verzeichneten bei ebenfalls beachtlichen Umsätzen Kurserhöhungen um 0,25 bis 0,50 v. H., so u. a. Kommunal-Umschuldung, Zinsvergütungsscheine und Reichsmark-Obligadionen aus umgetauschten Dollarbonds. Lebhafter waren auch Reichsbahnvorzugsaktien auf Gerüchte, wonach dieses Papier in steuerlicher Hinsicht die gleiche Behandlung wie andere festverzinsliche erfahren soll. Stadtanleihen waren gleichfalls weiter gesucht und erhöhten sich um 0,50 bis 1 v. H., daneben zogen einige Pfandbriefe etwa 0,25 v. H. an. Am Auslandrentenmarkt lagen Mexikaner etwas fester, während Schweizer Bundesbahnen 1 bis 1,50 v. H. verloren. Im Freiverkehr waren Warschau-Wiener angeboten. Der Aktienmarkt lag sehr still und zunächst behauptet. Im Verlaufe kam in Farbenindustrie und Aku Angebot heraus, das die Kurse um 1 v. H. bzw. 1,50 o. H. drückte. Auch auf den übrigen Marktgebieten lagen die Berliner Schlußkurse schließlich zumeist um 0,25 bis 0,50 v. H. "niedriger, nur Deutsche Erdöl, Betula, Lahmeyer und Licht & Kraft konnten sich leicht befestigen. Es notierten u. a.: Altbesitz 106,65 bis 106,50 bis 106,65, 6-v. H.-Stahlverein 81,625, 6 (7) v. H. Stadt Frankfurt 86, 6 v.H. Mainz von 26 85, 6 v.H. Rhein. Hypothekenbank R 18 bis 25 93,75, 5,5 v. H. do. Liquidation 94,65, 5 v. H. Mexikaner innere 6,50, 5 v. H. do. äußere Gold 14,40, 3 v. H. do. innere 5,75, 4,50 v. H. Irrigation 10,25, Commerzbank 72,25, Gelsenkirchen 62, Harpener 106, Mannesmann 75, Phönix 48,50, Rheinstahl 90, Stahlverein 41,50, Aku 60,70 bis 60, Bekula 143, Daimler 49,25, Deutsche Erdöl 106,13, Licht & Kraft 118, JG.-Farben 144,13 bis 143,25, Gesfürel 110, Holzmann 78, Lahmeyer 121,75, Rheag 97,75, Schlickert 91,75, Thür. Lieferung 103,25, Reichsbahnvorzugsaktien 113,25, Hapag 29,13. — Nachbörfe: JG.-Farben 143,13, Aku 59,50 bis 60, Altbesitz 106,50 bis 406,65. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 19. Okt. Die anhaltend außerordentliche Knappheit an frischer Ware verlagert das Geschäft im Frankfurter Eiergroßhandel mehr und mehr auf den Umsatz von Kühlhauseiern, daneben erfolgen seitens der Reichsstelle Abgaben in ausländischen Eiern. Das Geschäft in Kühlhauseiern war ziemlich lebhaft, da sie infolge ihrer hervorragenden Qualität gern gekauft wird, zumal der Preis hierfür um rund 1 bis IV2 Pf. unter dem für frische Ware liegt. Trotz der geringen Anlieferungen kann der Bedarf des Konsums voll befriedigt werden. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M.: Deutsche Markeneier (Frischware): Kl. S 12-/2, Kl. A 12, Kl. B IIV2, Kl. C 11, Kl. D IO-/2. Deutsche Markeneier (Kühlhausware): Kl. S 11 bis 11-/4, Kl. A 10-/2 bis 103/4, Kl. B 10 bis 10-A, Kl. C 9-/2, Kl. D 8-/2. Von ausländischer Frischware lagen nur Dänen und Jugoslawen vor, holländische Eier kamen nur ganz vereinzelt an den Markt. Dänen Kl. S 12 bis 12% Kl. A ll’A bis, 12, Kl. B 10V4 bis 11, Kl. C 10-/4 bis 10% Kl. D 9-/2 bis 10. Jugoslawen IO-/2 bis 11. Frankfurter Obst- und Gemüsemartt. Frankfurt a. M., 19. Okt. Die Zufuhren von allen Gemüsearten waren weiter reichlich. Überangebot bestand in Eskarol. Für Blumenkohl zeigte sich befriedigende Nachfrage, im übrigen verlief das Geschäft bei gegen die letzte Notierung iberi •e. den ’ Tberfjc ; m,. । be geb j l je lii | Schiit ; ils an!, 1 1 Köm i hr, ihn - e auch jj , bas 7 ■W' ®egni SÄ Jm' «leib Mittwoch, den 24. Oktober. Uhr. Baptislen-Gemeinde. Gartenstraße 13. Sonntag, den 21. Oktober. |e >n»« f aus*. ch» del b ssung. Die südslawische Armee verfügt zwar Im Frieden über mindestens 1560 schwere und 4790 leichte Maschinengewehre sowie über 112 Infanterie-, 1200 leichte und 120 schwere Geschütze; woran (s aber heute noch fehlt, sind entsprechende Re- eroebestände für den Kriegsfall, in )em eine Verdoppelung der Friedens- ,jr m e e angestrebt wird. Dazu kommt aber, daß jud) deren Bewaffnung nicht einheitlich ist, xas die Kriegsfertigkeit beeinträchtigt, die Mobilmachung erschwert^ seinen Grund in dem Fehlen einer ausreichenden Rüstungsindu- trie hat. Sie ist erst im Aufbau begriffen und intsteht vor allem um das alte serbische Rüstungs- lentrum Kraljewo-Kra g u j e w a c Solange je aber noch nicht genügend leistungsfähig ist, ist Südslawien in Bezug auf die Bewaffnung seiner Armee auf Bezüge aus dem Ausland an= (croiefen. Sie wurden bisher in erster Linie in der Tschechoslowakei und in Frankreich getätigt. Die südslawische Flotte besteht zur Zeit nur tU5 einem alten, von Deutschland nach dem Kriege Äuflich erworbenen Kreuzer, einem neuen in Ugland gebauten Flottillenführerboot, lern „Dubr 0 wni k", der König Alexander nach Id""' Datum Mausselder Bergbau......... 0 Kokswerke .................. 0 Phönix Bergbau............. 0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl.................0 Vereinigte Stahlwerke........0 Ltavi Minen ............... 0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln........ 5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 71 '2 Rundfunkprogramm. Sonntag, 21. Oktober. 6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25t Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Schatzkästlein: „Schöne newe außer- lesene teutsche Lieder". 10.15: Feierstunde Les BbM. 10.30: Chorgesang. 11.15: Bekenntnisse zur Zeit: Herzschlag der Dinge". 11.30: Hausmusik. 12: Mittagskonzert I. 13: Im Segelflugzeug über Frank- surt. Sprecher: Dr. Paul Laven. 13.15: Achtung, hier Welle Klamauk! 14: Kinderstunde. 15: Stunde bes Landes. 16: Nachmittagskonzert. Als Einlage: Flugtag in Frankfurt. Am Start: Gerhavd Fiefeler und Ernst Übet. 18: Herbst auf dem Bodensee. Von Ludwig Finckh. 18.30: Unterhaltungskonzert. 19.30: Wie Jaggeli eine Frau sucht. Jeremias Gotthelf zum 80. Todestage. 20: Der Sieger. Ein deutsches Trauerspiel von Friedrich Forster. 21.30: 1. Meisterkonzert des deutschen Rundfunks. Wilhelm Kempff spielt. 22.10: Nachrichten. 22.20: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Frankfurter Flugtag. Bericht aus einem Segelflugzeug. 4 IHontag, 22. Oktober. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch. — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15 bis 10.45: Schulfunk. „Arminius", Hörspiel. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I des Philharmonischen Orchesters. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nur Kassel: Nachrichten. 15.15: Kinderstunde: Jetzt basteln wir! 15.30: Jugend-Stunde. 16: Nachmittagskonzert des kleinen Funkorchesters. 18: Bücherfunk. 18.15: Deutsche Gespräche. 18.35: Der Bund der Auslanddeutschen. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.30: Das Leben spricht! 19.45: Saar-Umschau. 20: Nachrichten. 20.15: Eine Nacht im Königsberger Blutgericht. 20.55: Querschnitt durch die Oper: „Das Glöckchen des Eremiten". 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: „Das Glöckchen des Eremiten", (Fortsetzung). 23: Kammermusik. Zum 75. Todestag von Ludwig Spohr. 24 bis 2: Nachtmusik. - r. . . rx,,., ... , -lv vi» ou, V/Siuiui o uib ixeiu uiui uib ou, 3ie Kurssteigerung der Altb-sttzanleihe setzte sich Salatgnrken 15 bis 30, Karotten 3,5 bis 5, Kops- O °n der Abendborse bei ziemlich lebhaftem Ge- salat 4 bis 8, Meerrettich 25 bis 35, Pfifferling- 45 h ft unter Schwankungen bis auf 106,65 (105,90) I bis 48, Steinpilze 35 bis 40, Rosenkohl 18 bis 20, Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die Geschäftstätigkeit am Frankfurter Getreide- jroßmarkt erfuhr auch in dieser Woche keine Ausweitung. Die Absatzverhältnisse für Getreide sind mterschiedlich, auch das Angebot steht zumeist nicht in Verhältnis zur Nachfrage. In Brotgetreide hat <5 sich weiter etwas verringert, soweit es die erste jonb betrifft, da die Landwirtschaft sehr beschäftigt Aus diesen Gründen blieb das Angebot gering, i gegen werden vom Großhandel ausreichende Men- >n offeriert. Aus Mitteldeutschland und Bayern, und auch aus ’t Wetterau lagen Angebote für Weizen mit । nem Naturalgewicht von 77/78 und 78 Kilo per l ektoliter vor. Die Aufnahmefähigkeit der Groß- i ühlen blieb aber beschränkt. Das Roggengeschäft nimmt dagegen einen I ifferen Verlauf, wobei die Provinzmühlen nach Ue vor als Käufer auftreten und auch das Ange- ut weit geringer als bei Weizen ist. Am H a f e r m a r f t hat sich das Angebot eher i lt)as verstärkt, meist wurde es aber vom Konsum i . fgenommen, für höhere Naturalgewichte wurden i» im Rahmen der Richtlinien möglichen Preisauf- c läge aber kaum bewilligt. f Am Kraftfuttermittelmarkt ist keine ^fenttiche Aenderung eingetreten, die Zuteilungen tr Oelmühlen bleiben für die starke Nachfrage unzureichend. Das Kleiegeschäft hat sich leicht gebessert. $ ertreber lagen mit 17,25 Mark um 0,10 Mark Pachter. Für Trockenschnitzel kam eine Notierung auf «•unb der jetzt festgelegten Höchstpreise noch nicht Monde, auch Angebot war bisher kaum vor- h:viben. Wochenbericht »om Frankfurter Schlachtviehmarkt. Die Ausgeglichenheit der jeweiligen Zutriebe zum {i-anffurter Schlachtviehmarkt verleiht dem Ge- jc!«ft eine beachtliche Stütze, und auch die Preisbildung unterliegt nicht mehr den Schwankungen ms früher. Auf den meisten Märkten dürften die 311- Zeit gültigen Preise ihren Höchststand erfahren 'hiven. Das Geschäft war auf den meisten Märkten jliNt, so daß Ueberstand kaum verblieb. Die Zufuhr zum Rindermarkt hielt sich mit 184 (gegen 1418 in der Vorwoche) ziemlich gleich, nich regem Handel wurde nahezu ausverkauft, es orblieben lediglich 21 Ochsen und 7 Färsen als Merstand. Für Kühe und Färsen zogen die Preise ir den besten Qualitäten um 1 Mark an. Das Kälbergeschäft nahm zu unveränder- lei Preisen einen zunächst ruhigen, später aber irlltelmäßigen Verlauf, und der Auftrieb von 1365 (451) Stück wurde geräumt. Am Schweinemarkt war das Geschäft an- h-tend lebhaft, geringe Tiere sind aber weiterhin feit unverkäuflich. Hierfür gingen die Preise auch Mas zurück, im übrigen blieben sie unverändert. £« Beschickung von 4941 (4942) Tieren wurde aus- vl'kauft. !Am S ch a f m a r 11 war die Zufuhr mit 384 st' 7) Stück merklich geringer, für die Nachfrage rechte sie aber aus. Bei wenig veränderten Preisen iliD regem Geschäftsgang wurde der Markt ge- länimt. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 21. Oktober. 21. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Slabttirche. 9.30 Uhr: Studienrat Pfr. Reinhardt; 11: Kinderkirche für die Matthäus- gemeinbe; Studienrat Pfr. Reinhardt; 18: Pfr. Becker. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 18: Pfr. Ausfeld; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Missionar Walther.— Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — Petruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp. — Saat der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — TVieseck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; Kollekte. — Alten-Bufeck. 13: Gottesdienst. — Steinbad). 13.30: Gottesdienst. — Albach. 19: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Beichte und Abendmahl für die 50- bis 60jährigen Gemeindeglieder; 13: Kindergottesdienst (2. Abteilung). — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieber von Staufenberg; 13.30: Mainzlar; Feier bes hl. Abendmahls für die alten Gemeindeglieber. — Treis a. d. £ba. 10: Hauptgottesbienft; 13: Katechismuslehre. — Klein- Linden. 9: Gottesdienst; hl. Abendmahl für die Mädchen; 11: Kindergottesdienst; 13.30: Feftgottesdienst zum Treffen der Ev. Reichsfrauenhilfe; 16: Nachoersammlung.— Watzenborn-Steinberg. 9: Beichte; 9.15: Predigtgottesdienst; hl. Abendmahl der jüngeren Eheleiute. — Garbenteich. 10: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Cid). 9.15: Festgottesdienst anläßlich des 100jährigen Jubiläums der Kleinkinderfchule unter Mitwirkung von Kirchenchor und Posaunenchor; Festprediger Pfr. Lenz (Darmstadt). — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst 20: Schlußfeier der Christenlehre. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 19.30: Feier des hl. Abendmahls mit Vorbereitung. — Langd. 13: Gottesdienst. — Wirberg. Kirchenvisitation durch Dekan Schmidt. 10: Gottesdienst; 13.30: Jugendgottesdienst (Kinder und Christenlehrepflichttge). — Harbach, Beltershain, Beitsberg-Saasen: siehe Wirberg. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst; 14: Traugottesdienst; 14.30: Kindergottesdienst. — Ober-Gleen. 9: Kinder- 1 M kilom v inen n gegebr stärke r Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombarbzinsfuß 5 v. H. rpfli: j und ki ' ) in' WjM arHr - "Mck" M- MM I h* inbtn fi inb W: m i" nM iben p ; lillor i 3n: ier 1 ignieii ausv ilstl- zu nenitr । bifeen ] cn Iffl andere 1 )e- . in @r IlbteiliF- ausreic eit es. zur ' tompoj n verjl! die 2'- igerbri^ jt und' mb®«1 iniben'. also all reugen, > sogar Derstan ebenso - i eine, ros'' | ■ ubilbu«! iiite ?’ daß sgrünl lterien. j 16 w njor^i gottesbienft; 10: Hauptgottesbienft mit Feier des hl. Abenbmahls für die Alten. katholische Gemeinden. Samstag, den 20. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 21. Oktober. 22. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Gießen. An den Werktagen ist die Rosenkranzandacht Montag, Mittwoch und Freitag um 20 Uhr, Dienstag, Donnerstag und Samstag um 18 Uhr. Mittwoch, den 24. Oktober. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Neuapostolische Gemeinden Gießen. Händelstraße 1, Ederstraße 13. Gottesdienste am Sonntag, dem 21. Oktober 1934. 9.30 Uhr; 16 Uhr. Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............ 0 Deutsche Linoleum........... 0 Lrenstein & Koppel .......... 0 Leonhard Tietz.............. 0 Chade......................10 Accumulatoren-fiabrik........0 Conti-Gumm«............... 0 Schlußkurs 18.10 Schlußk. Mittag' börte 1910. TsT 94,75 48,5 226 90 41,75 13,25 122 120,5 156 Marseille und dann von dort als Toten wieder nach Südslawien zurückgebracht hat, aus acht älteren Torpedobooten, vier neuen in England und Frankreich gebauten Unterseebooten mit einer Gesamtwasserverdrängung von etwa 8700 Tonnen sowie aus zwei Küsten-Motortor- pebobooten, vier ehemals österreichischen D o - naumonitoren unb einigen Minen- unb Schulschiffen. Sie ist somit nur klein, trotzbem aber bank der Tüchtigkeit ihrer Offiziere unb Mannschaft sowie bank ber vielen Stützpunkte, die sie sowohl an der Küste als auch bei den dieser vorgelagerten Inseln besitzt, vor allem mit ihren Unterseebooten sehr wohl in ber Lage, nicht nur bie Küsten Sübslawiens in ber Abria zu schützen, sonbern barüber hinaus auch in biefer selbst eine nicht unwesentliche Rolle zu spielen. Alles in allem ruht somit Südslawien unb damit bas Erbe bes bahingegangenen Königs Alexanber in ber südslawischen Wehrmacht in guten Händen. Sie hat das Zeug dazu, dieses Erbe zu wahren, ihrem Lande über alle Stürme unb Schwierigkeiten hinwegzuhelfen, bie vielleicht kommen mögen unb bamit ben letzten Worten ihres toten Königs unb Schöpfers zu entsprechen: „Hütet Sübslawien". Scdtußl^ Abend- börse 19-10- Schlußkurs 18-10. FranlsUl. a. jji. zieri.., lYtaniiur. u. j>t. Berlin Schlußkurs Schwill. Abend- böri'e Schluß- lurs Schlußk. Mlttag- börse Schlußkurs Schlußk. Abend- Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 18-10. 19.10. 18-10- 19.10. Datum 18-10. 19-10- 18-10. 19-10- deutsche Retchsanleihe v. 1927 ^hem.7°/o Tt. Retchsanl.v. 1929 YiVo Doung-Anleihe von 1930 .. ^sche Anl.-Mlös.-Schuld mit . ttislos.-Rechten ............. ,«Sl. ohne Auslof.-Nechte...... tyc»f)em.8% Hess. Volksstaat 1929 L^ä102%)............ r ,v'b. Landesbank Darmstadt (Mlb )H. i2._ 26.1!^Komm. Carnrnelabl. Än. Lbe Serie 1 mit Ausio,..Rechten Ksbein. 8% Zrankf. Hyp.ZaM Q Jiopfe. 15 unkündbar bis 1935 h> 7% Franks. Hyp.-Bank ö oldpfe. 16 unkündbar bis 1936 ehem. 4/2°/0 Franks. Hnv- Lnnk-Liqu.-Pfandbriese. 0 ehem. 4/2% Rheinische ß!y.-Bank-Ligu..Goldpfe. > -chem. 8% Pr. Landespfand^ k-?fanftaü, Pfandbriefe R. 19 , lhem. 7% Pr. Landespfand, iriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Irv?rgutsch. Verrechnungskurs.. 96,25 93,25 104,25 95,5 92,5 93,5 102.65 92,75 92-75 93,25 94,4 94,75 101,8 96 93,5 106,65 95,75 93 93,5 103,25 93 93 93,75 94,65 94,75 101,75 96,25 93,25 103,6 95,9 92,5 102,5 92,75 94,75 101,8 96,5 93,3 105,9 96 93 103,5 94,75 101,75 4% Devgl. Gere II ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4/r°L>Rumän.vereinh.Rentev.i9i3 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2^4% Anatolier ............... Ham burg°A merika-P aket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 vania-Dampfschiff........... 0 Norddeutscher Lloyd .........0 91.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank... 0 und Disconto- Dresdner Bank...... 0 Reichsbank ................ 12 A.E.G............. n Bekula.............." Q Elektt. Lieferungsgesellschaft'.'' g Licht und Kraft ............. 6 Felten & Guilleaume......... 0 Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ....... 5 Schuckert L Co.......... Siemens L Halske... 7 Lahmeyer LLo............. 10 8,1 4,65 6,9 4,1 28,75 30,9 78,5 72,75 75,5 78 145,5 28 143,13 104,75 118 5 75,13 111,25 98,25 140,5 121.5 4,6 4,2 34,5 29,13 31 78,5 72,25 75 77,5 28 143 104,75 118 74,5 110 97,75 91,75 121,75 4,8 7,1 4,2 35,25 29 31,13 78 96 73 75,5 78 145,9 28,65 143-13 105 118,5 75,25 111,4 98,5 92,75 140,5 121,75 4,8 7,1 4,05 34,25 29,13 26 31,25 77,75 96 72,25 75 77,5 144,13 28 142,25 104,75 117,5 74,75 110,65 98 92 140,5 120,75 • :Oesterreichische Goldrente.... 4 >Oesterreichische Silberrente 4 ingarische Goldrente....... 4 Ungarische Staatsrente v. 1910 iKiS desgl. von 1913.......... * äögeft. Goldmexikaner von 99 Zollanlethe von 1911 ^-mrkische Bagdadbahn-Anleihe 1,3 7,65 7 6,8 14 8,1 I I 1 1 1 1IISSI | 1,3 7,6 6,95 14,4 Buderus ................. 0 Deutsche Erdöl............... Gelsenkirchener..............0 Harpener................... 0 Koesch Eisen—Köln-Reuessen.. 0 Ilse Bergbau ............... g Ilse Bergbau Genüsse........ c Klöcknerwerke ...............0 Mannesmann-Röhren........0 87 105,5 63 137 117,5 76 75-75 106,13 62 106 117,5 75 75 86-5 105,5 63 106 77,25 137 117,75 75,5 76 86,25 105,75 62,25 106,5 77 140,5 117,65 75 75,4 18-Oktober 19 Oktober Amtliche Datierung Amtliche Dotierung Meld 25rir Geld Arie Buenos Aire- 0,643 0,647 0,642 0,646 Brüssel..... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,204 0.206 0,204 0,206 Sofia ...... 3-047 3-053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,36 54,46 54,49 54,59 Danzig..... 81,14 81-30 81,12 81,28 London ..... 12,175 12,205 12,205 12,235 Helsingfors.. 5,375 5,385 5,39 5,40 Paris ...... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 168,52 168,86 168,43 168,77 Italien..... 21,45 21,49 21,45 21,49 Javan ...... 0,707 0,709 0,706 0,708 Jugoslawien 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo.....: 61,16 61,28 61,31 61,43 Wien....... Q 4 S 9 S 49 09 Lissabon.... 1b05 1L07 1b08 11,10 Stockholm... 62,78 62,90 62,93 63,05 Schweiz .... 81,12 81,28 81,08 81,24 Lpanien.... 33.99 34,05 33,97 34,03 Prag....... 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest ... — — — Neuyork... 2,466 2,470 2,468 2,472 8erlln,19. Oktober Meld Amenkaniiche Roten.............. 2,42 2,44 Belgische Roten.................. 58,01 58,25 Dänische Roten ................. 54,33 54,55 Englische Roten ................. 12,17 12,21 Französische Roten............... 16,34 16,40 Holländische Roten............... 168,01 168,69 Italienische Roten................ 21,33 21,41 Norwegische Noten .............. 61,15 61,39 Deutsch Lesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... —— _ Schwedische Noten............... 62,76 63,02 Schweizer Noten................. 80,90 81,22 Spanische Noten................. 33,83 33,97 Ungarische Note«................ 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Ich führe das Geschäft auf rein arischer Grundlage als Einzelhandelsgeschäft unter der Firma Lebensmittel- und Feinkosttoans Otto Avemann