Ur. 220 Erster Blatt M Jahrgang Donnerstag, 20. September 1934 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Hernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Stattffurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche Univerfitats-Vuch und Ziemdruckerei R. Lange in Giehen. 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Während besonders in den sogenannten „demokratischen" Staaten der deutsche FAD. dauernd als militärische Organisation verdächtigt worden ist und als eine Tarnung militaristischer Bestrebungen hingestellt wurde, scheint man jetzt in einzelnen Staaten den sittlichen Begriff des Arbeitsdienstes wenigstens teilweise zu begreifen. Bezeichnenderweise sind Ansätze zu einer Nachahmung des FAD. zunächst in der Tschechoslowakischen Republik in größerem Ausmaß festzustellen. Das ist besonders deshalb bemerkenswert, weil gerade in diesem Staate Angehörige des reichsdeutschen FAD. vielfach als staatsfeindliche Elemente abgeurteilt worden find, wenngleich sie eindeutig nachweisen konnten, daß der FÄD. keineswegs eine militärische oder gar eine gegen fremde Staaten gerichtete Formation ist. Die Erwerbslosigkeit, die aber auch in anderen Ländern .ein fast unlösbares Problem darstellt, zwingt diese .Länder alle jene Maßnahmen nachzuahmen, die das ^Deutsche Reich in mustergültiger Weise bereits ange- iwendet hat, um der verheerenden Wirkungen der 'Arbeitslosigkeit Herr zu werden. In der Tschechoslowakei herrscht besonders in den «deutschen Gebieten und auch in einigen größeren »tschechischen Städten ebenfalls eine außerordentlich «große und feit Jahren dauernde Erwerbslosigkeit. 'Trotz der insbesondere von den Marxisten gegen öbie Idee des Arbeitsdienstes vorgebrachten Einwen- Lduungen ist es in der letzten Zeit zur E r r i ch - ti u n g von Arbeitsdien ft lagern gekommen. lAber auch in dieser Frage spielt die nationale ^Zusammensetzung der Tschechoslowakei eine her- worragende Rolle. Während der Gedanke des FAD. iiim tschechischen Volke mit Ausnahme der «marxistischen Gruppen mit allen staatlichen Mitteln oge fördert wird, beobachtet die tschechische -Staatsverwaltung ähnliche Bestrebungen i m sudetendeutschen Gebiet (das in seiner aveitous größeren Not die Errichtung von Arbeits- ager noch viel nötiger hätte als die tschechischen Landstriche) mit offenkundigem Argwohn und stellt »ihnen fast unüberwindbare Hindernisse entgegen. Im tschechischen Gebiet sind vornehmlich i n sPrag und in Theresienstadt tschechische Arbeitslager entstanden. Die Organisierung dieser Lager ist allerdings so mangelhaft, daß. sie nahezu fficher mit einem Fehlschlage enden müssen. So sind Oie Angehörigen des Prager Lagers darauf angewiesen, in ihren Privatwohnungen zu schlafen. Wie Fabrikarbeiter müssen sie sich dann bei Tages- Beginn an der Arbeitsstätte einfinden. Die von ihnen geleistete Arbeit ist nicht wie im Deutschen Meich solche, die auf kapitalistischem Wege überhaupt nicht durchgeführt werden kann (also z. B. Entwässerung von Mooren, Sümpfen und andere Landgewinnung), sondern Arbeit, die sehr wohl auf loiefem Wege durchzuführen ist und die man so lien gelernten. Arbeitern, die doch auch arbeitslos find, einfach entzieht. Dieses Vor- qehen wurde von den marxistischen Gewerkschaften mit schärfsten Protesten beantwortet. Die Arbeits- mger werden lediglich als lohndrückende Einrich- ungen hingestellt, die nur der nach Arbeit suchenden Bevölkerung Schwierigkeiten machen. Es fehlt also der sittliche Gehalt dieser tsch'echi- tchen Arbeitsbewegung überhaupt. Es scheint offenbar mit der Mentalität des tschechischen Volkes kaum vereinbar zu sein, daß eine wirklich straffe Organi- ntion des FAD. im Dien ft e der Idee einer Volksgemeinschaft entsteht. Dazu kommt, daß das demokratische Warteiroefen sich auch auf den Arbeitsdienst- «edanken zersetzend auswirkt. So wird berichtet, !mß in den Prager Arbeitslagern die Angehörigen Iseftimmter politischer Richtungen in eigene Arbeits- Kige zusammengefaßt werden. Ursprünglich wollte nan die Lager ohne jede politische Bindung organi- jseren. Später hat man die Mitglieder des „Sokols" has find die tschechisch-nationalen Turner), der tchechisch-christlichen Turnervereine (des sogenann- fan „Orels"), der sozialistischen Turnvereine (DTJ.) mb der tschechisch-sozialistischen „Freiheitswache" (:.Stra3 svobodu") gesondert zusammengefaßt unb für jebe biefer Glieberungen eigene Arbeitstage aufgestellt. Da sich aber zu wenig Arbeitswil- Iffle meldeten, hat man sich gezwungen gesehen, auch Ar bie Nichtorganisierten eigene Arbeitszüge zu «rrichten. Man begrünbete bie Maßnahme, baß nur ke vier angeführten Organisationen zunächst für l-.e Arbeitslager herangezogen würben, bamit, baß man nur sog. „staatserhaltenbe" Tsche- c e n in ben Arbeitsdienst aufnehmen wolle. Diese Einstellung hat natürlich ben moralischen unb ben erzieherischen Wert bes FAD. völlig zerstört. Dazu k mmt noch, baß bie Mitglieber bes FAD. keine einheitliche Tracht tragen unb baher auch f-jinc innerliche Haltung gewinnen. Die große er- z^herische Wirkung, bie in ber gleichmäßigen Be- ijinblung aller Arbeitswilligen liegt, ging vollkom- irzn verloren. An ben sudetendeutschen Gebieten hat brr Arbeitslagergedanke eine weitaus größere J |eflüfd)e Bereitschaft gefunben. Dort hinbert roieber i - r Argwohn ber Tschechen bie Entwick- ! luig biefer Bewegung anbauernb. Die Tschechen ic-muten in ber Organisation bes subetenbeutschen MD. bie Ausbreitung „hitleristischer" Organisa- ismen, bie sie mit allen Mitteln zu unterbrücken nötig halten. Selbst' bas Arbeitslager ■ r deutschen Hochschüler in Prag — Crotta, das zum Bau eines Sportplatzes emge- Der Kührergedanke hat gesiegt. Ein Nachwort zum Nürnberger Parteitag. Von Dr Wilhelm Krick, (sseichsminister des Innern. Der Nürnberger Parteitag war ein glanzvoller Höhepunkt der Parteiarbeit und ein überwältigendes Bekenntnis zum Führer. Die Parteitage ber NSDAP, finb etwas ganz anberes als bie Kongresse ber verflossenen Parteien. Währenb biese in bumpfen Versammlungssälen um taktische Fragen zankten unb ber Spaltpilz spitzfinbiger Redens- arten bas Gefüge bürftiger Organisationen sprengte ober bie bescheibensten Ansätze zu Volksbewegungen zu Boben drückte, hat die NSDAP, von ihrem ersten Parteitag in München 1923 angefangen, ihre großen Parteitage in aller Öffentlichkeit mit Aufmärschen und Kundgebungen veranstaltet und damit dem deutschen Volk die Bewegung gezeigt. Die Parteitage der Nationalsozialisten waren seit jeher die große Heerschau vor dem Führer und das Bekenntnis zu seiner Idee. Mit vollem Bewußtsein wurden von den Tagungen ebenso wie von den Versammlungen der Partei zersetzende Wechselreden und sinnlose Antragsstellerei, die doch niemals eine andere Wirkung als die der Unsicherheit und Zerstörung gehabt haben, ferngehalten. Mit der NSDAP, hat der Führergedanke auf der ganzen Linie gesiegt. Niemand war gezwungen, sich dem Führer zu unterstellen; wer sich ihm anschloß, tat es freiwillig, unterstellte sich seiner Führung und trat in die Reihen seiner Bewegung. Wer so Mitkämpfer geworden war, mußte es bedingungslos geworden fein ohne Voraussetzungen unb Vorbehalte! ©obalb er aber ein ©lieb und damit ein Kämpfer der P ar - t e i geworden war, mußte er dem Gebot des Führers folgen. Diese Auffassung von Führung und Gefolgschaft hat einen soldatischen Stil, der sich im geistigen und organisatorischen Leben der Bewegung deutlich bemerkbar macht, der jede Versammlung, jeden Aufmarsch, jede Kundgebung und jede Aeußerung der Partei beherrscht und an den Reichsparteitagen seinen gewaltigen, sinnfälligen Triumph feiert. Dieser Geist mußte siegen. Das Geheimnis dieses Sieges bestand darin, daß Adolf Hitler genau wußte, daß jede Weltanschauung, und mag sie tausendmal richtig sein, nur dann siegen kann, wenn ihre Grundsätze zum Kampfpanier der Menschen geworden sind, die bereit sind, für sie ihr Letztes und für den Sieg ihrer Bewegung selbst ihr Leben hinzugeben. Dieser Geist tritt uns an den Parteitagen plastisch entgegen! Welche Opfer an Zeit und persönlichem Leben, wieviele ungezählte Opfer aller Art haben die Parteigenossen gerade für sie gebracht! Jeder Parteitag war zugleich das Symbol des Werdens und Wachsens der Bewegung. Wenn man heute, nachdem der große Nürnberger Parteitag von 1934 vorübergezogen ist, darüber nachsinnt, was ihn vor den anderen Parteitagen auszeichnete, und was das Kennzeichnende der vorhergehenden Parteitage war, dann kann man sagen: Der Parteitag von 1923 war der Tag, an dem die NSDAP, zum ersten Male vor die große Oeffentlichkeit der Welt trat, 1926 und 1927 sind die Parteitage der Sammlung aller Kräfte der Bewegung, 1929 ist der Parteitag der großen Kampfzeit der Partei und 1933 der Parteitag des Sieges! Der Parteitag von 1934 aber war der Tag der Kraft und ber Einigkeit. Sinnfällig trat biese geschlossene Kraft in ben Aufmärschen unb im Appell ber SA. unb SS. in Erscheinung unb beherrschte ebenso bie Riekenkunbgebung der 180 000 PO., wie er bei dem herrlichen Aufmarsch der Hitlerjugend Gestalt gewann. Am schönsten aber trat diese disziplinierte Kraft bei dem überwältigenden Appell unb bem ungemein einbrucksvollen Vorbeimarsch bes nationalsozialistischen Arbeitsbienst e s vor bem Führer hervor. Unter ber Führung bes Pg. Staatssekretär Hierl ist im Arbeitsbienst eine Organisation entstanden, die zur großen Schule der deutschen Volksgemeinschaft geworden ist, und durch deren Dienst jeder junge Deutsche nach dem Willen des Führers gehen soll. Lebendiger Nationalsozialismus ist hier am Werke und formt den Segen unb bie Würbe ber Arbeit zum großen Erlebnis einer neu heranwachsenben deutschen Jugenb. Neben diesen großen und eindrucksvollen Kundgebungen, die umbraust von dem Jubel der Hun- derttausende waren, zeugten zahlreiche Sondertagungen aller Art von ber bauernden Vertiefung der Idee, die in immer umfassenderem Maße bas ganze beutsche Volk in allen seinen Berufen unb Geistesregungen umfaßt. Unb über allen Tagungen stand ber große Kongreß mit ben richtunggebenden Vorträgen, der Proklamation und der großen Rede des Führers. Sie waren in ihrer strengen Zusammenfassung Wille und Bekenntnis. Der Parteitag der Kraft und Einigkeit hat deutlich der ganzen Welt gezeigt: Die innere Ordnung der Partei ist gefestigter als je, die Gemeinschaft der Kämpfer steht unerschüttert und entschlossen in Einigkeit um den Führer geschart und ist gewillt, alle Kraft in seine Dienste zu stellen. Die Partei ist gewillt, den Kampf um den letzten Deutschen aufzunehmen und auch ihn den Reihen der nationalsozialistischen Anhänger einzugliedern. In zäher Beharrlichkeit werden Staat und Partei zur unüberwindlichen Einheit im Dienste der Nation und des Führers geschmiedet. Der Führer hat am Nürnberger Parteitag den Weg in die Zukunft gewiesen. Der Reichsparteitag hat ihm begeisterter zugejubelt als jemals zuvor und ihn als den Retter und Einiger ber Nation gefeiert. In alter Gefolgschaftstreue folgen wir bem Führer! Das deutsche Volk wünscht die Verständigung mit Frankreich Der Stellvertreter des Führers fordert die französische Regierung auf, sich ebenso klar für eine Verständigungspolitik auszusprechen. Rudolf Heß an einen französischen Journalisten. Paris, 19. Sept. (DNB.) Der „3ntranfigeanf“ veröffentlicht eine Erklärung, die der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß dem Vertreter des Blattes auf dem Nürnberger Parteitag, Lucian Cernas, gegeben hat. Diese Erklärung ist von Rudolf heh persönlich gegengezeichnet. Das Blatt veröffentlicht gleichzeitig das Faksimile einer kurzen schriftlichen Erklärung von Rudolf Heß folgenden Wortlautes: „Eine Verständigung mit Frankreich ist bei gutem Willen auf beiden Seiten meines Erachtens unbedingt möglich." Rudolf heh erklärte dem Vertreter des Blattes u. a.: „Die Ciebe Hitlers für den Frieden ist durch die Gröhe seiner moralischen Persönlichkeit gesichert. Ich kenne den Führer seit 1920. Ich bin eines der er st en Mitglieder der Partei gewesen und war ebenso wie der Führer verhaftet und auf sechs Monate in der Festung Cands- berg. Ich war in guten und schlechten Tagen an seiner Seite. Ich weih, dah er für Deutschland grohe Pläne und grohe Pflichten hat. die in seinen Augen viel wichtiger sind als Erfolge, die er mit den Waffen erzielen könnte. Er will auf geistigem Gebiet Großes für sein Volk und damit für die ganze Welt schaffen. Und Erfolge wie die, die er schon im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit erzielt hat — und hier handelt es sich um einen friedlichen Sieg — sind für ihn die s ch ö n st e n Verwirklichungen. Sein Nationalsozialismus wird den schönsten Ausdruck im Bau von Strahen und grohen Neuschaffungen finden. Für die grohen Aufgaben, die er sich auf den meisten Gebieten gestellt hat und ganz besonders auf dem Gebiete der Kunst — denn er ist Künstler von Natur — braucht er Frieden und Ruhe für sein Volk. Eine Verständigung mit Frankreich ist bei gutem Willen auf beiden Seiten meines Erachtens nach unbedingt möglich. Und es ist unbestreitbar, dah das deutsche Volk diese Verständigung wünscht. Es ist bezeichnend, dah kein anderer Passus der Repe des Führers so starken Beifall bei den Zuhörern ausgelöst hat als die Erinnerung an seinen Wunsch nach einer Verständigung mit Frankreich, dem er in seiner kürzlichen Rede in Koblenz Ausdruck gegeben hat. Ich weih sehr wohl, dah dah das französische Volk in seiner Mehrheit ebenfalls eine Verständigung wünscht. Ich mochte aber, dah sich auch die französische Regierung ebenso klar, wie es die Reichsregierung getan hat, und sobald wie möglich für eine Verständi- gungspolitlk ausspricht, um praktische Verwirklichungen möglich zu machen. richtet wurde, hatte mit ben größten Schwierigkeiten zu fämpfen. In ben subetenbeutschen Gebieten, in benen eine maßlose Arbeitslosigkeit herrscht, bie zum Teil größer ist, als sie jemals in ben schlimmsten Krisengebieten bes Deutschen Reiches war, konnten bie Arbeitslager überhaupt nicht in Betrieb genommen werben. Seitens bes Staates wirb diese sudetendeutsche Arbeitslagerbewegung nicht nur nicht gefördert (woran die Sudetendeutschen ja schon zur Genüge gewöhnt wären), sondern im Gegenteil in jeder nur möglichen Weise gehindert. Lediglich einzelne deutsche Städte unterstützen von sich aus bie Lager; sie finb aber infolge ihrer trostlosen finanziellen Verhältnisse kaum imstande, die Errichtung großzügiger Arbeitslager durchzuführen. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß in der Tschechoslowakei sowohl die politischen Verhältnisse im tschechischen Volk, als auch der nationale Argwohn der Tschechen den Deutschen gegenüber die Verwirklichung des Arbeitsdienstgedankens hinderlich im Wege stehen. Da der tschechische Staat auch eine straffe Durchorganisation des FAD. offenbar aus Scheu vor allzu starker Nachahmung des deutschen Musters nicht für wünschenswert halt, dürfte der Arbeitsdienst hier keine Zukunft haben. Das ist insbesondere mit Rücksicht auf die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse der Sudetendeutschen außerordentlich bedauerlich da gerade dort ohne durchgreifende Hilfe des Staates und ohne Anwendung °Üer Kampfesmk; Hoden gegen die Arbeitslosigkeit m absehbarer Zeit eine Besserung der Wirtschaftslage nicht erreichbar ist. Sine Erklärung der OAK. Berlin 19. Sept. (DNB.) Wie die Deutsche Arbeitsfront mitteilt, ist die Amtsenthebung des Ba Busch weder auf ehrenrührige Machenschaften' noch auf ein Versagen in den Leistungen zu- rückzuführen. Es handelt sich hier vielmehr um einen Verstoß gegen die Selbstd iszipli n, die von einem nationalsozialistischen Führer erwartet werden muß. Oer Oöbelner Grst- und Hochverratsprozeß. 17 Kommunisten vom Vottsgericht abgeurteilt. Jrn Hochverrats- und Giftprozeß gegen die 17 vor dem Zweiten Senat des Volksgerichtes unter Anklage stehenden Kommuni - ft e n aus Döbeln (Sachsen) und Umgebung wurde jetzt das Urteil verkündet. Der 44jährige Hauptangeklagte Robert Wölfel erhielt unter Einbeziehung der gegen ihn vom Landgericht Freiberg in Sachsen verhängten Strafe insgesamt zehn Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust. Außerdem wurde die Sicherungsverwahrung gegen ihn angeordnet. Zehn weitere Angeklagte erhielten wegen Beteiligung an der Zyankali- und Waffenbeschaffung sowie an der Vorbereitung der Sprengstoffdiebstähle Zuchthaus- ftrafen von drei bis anderthalb Jahren neben entsprechenden Ehrenstrafen. Die höchste Strafe von sieben Angeklagten erhielt der 28jährige Josef N o w a ck, der als Staffelführer des kommunistischen Kampfbundes eine Versammlung einberufen hatte, in der über die Verwendung säuregefüllter Glühbirnen als Wurfgeschosse im politischen Tageskampf beraten wurde. Vier Angeklagte, darunter der kommunistische Ortsgruppenleiter Georg G e - ro 1 d, kamen mit Gefängnisstrafen von anderthalb bis zu einem Jahr davon. Bei Gerold hatte das Gericht zwar keinen Zweifel darüber, daß er führend tätig war, er scheint aber mit dem Kampfbund nicht in so enger Verbindung gestanden zu! haben, daß er für die in diesem Kreise geschmiedeten Pläne als mitverantwortlich gelten kann. Gegen den Dieb des Zyankalis Kurt B ü r f n e r wurde das Verfahren eingestellt, da der Giftdiebstahl bereits vor dem Stichtage des Straffreiheitsgesetzes vom 20. Dezember 1932 erfolgt ist und dieser Angeklagte an den hochverräterischen Plänen der Döbelner Kommunisten unbeteiligt war. Der Leiter der Schießabteilung wurde freigesprochen, da die von ihm geleitete Schietzabteilung polizeilich genehmigt war. Den Verurteilten wurde die Untersuchungshaft in beträchtlichem Umfange angerechnet. Memel klagt in Gens. Eine Beschwerde an die Garantiemächte des Memelstatuts. Genf, 19. Sept. (DNB.) Die Lage im Memelgebiet hat sich außerordentlich verschärft, ohne daß die Unterzeichnermächte des Memelabkommens — England, Frankreich, Italien, Japan — bisher eingegriffen haben. Nun ist der Vizepräsident des Memelländischen Landtages Schulrat Meyer in Genf eingetroffen, um die Unterzeichnermächte auf die Verletzung des Memelstatuts aufmerksam zu machen. Er hat diesen Mächten eine Beschwerde übermittelt, in der die Lage im Memel- gebiet eingehend geschildert wird und die nötigen Unterlagen und Dokumente beigefügt sind. Die Ausübung des Beschwerderechts ist für die Bewohner des Memelgebietes dadurch außerordentlich erschwert worden, daß sie Gefahr laufen, wegen einer solchen Handlung mit vier Jahren Zuchthaus b e- ft r a f t zu werden. Der „Berner Bund" schreibt: „Es wäre dringend zu wünschen, daß die für die Durchführung der Autonomie im Memelgebiet verantwortlichen Großmächte den gesetzwidrigen Zustand mit allen zu Gebote stehenden Mitteln baldigst beseitigen. Was will Deutschland von -er Welt? Oie deutsche Außenpolitik hat nur zwei Programmpunkte: Militärische Gleichberechtigung und Rückkehr des Gaargebiets. Der Reichsaußenmiliister vor dem Straßenbaukongreß. Deutschland braucht keine imperialistische Politik. Berlin, 19. Sept. (DNB.) Im festlich geschmückten Reichstagssitzungssaal in der Kroll- Oper fand nach Beendiaung der großen Rundreise durch Deutschland die feierliche Schlußsitzung des 7. Internationalen Straßenkongresses statt. An der Rückseite des Präsidentensitzes war eine riesige Hakenkreuzfahne angebracht, rechts und links davon hatten die Fahnen der rund 50 auf dem Kongreß vertretenen europäischen und überseeischen Länder Aufstellung gefunden. Die diplomatischen Vertreter aller dieser Länder hatten in der Diplomatenloge Platz genommen. Die Vertreter der Reichsregierung und zahlreicher Behörden und Verbände sowie Die Mitglieder des Kongresses nahmen im Parkett des Sitzungssaales Platz. Das Präsidium führte der Präsident des Ständigen Internationalen Straßenkongresses M. Mahieu, dem der Generalinspektor des deutschen Straßenbauwesens Dr. Todt zur Seite saß. Staatskommissar Dr. Lippert begrüßte die ausländischen Teilnehmer im Namen der Stadt Berlin. Darauf nahm das Wort Reichsaußenminister Freiherr von Aeurath In der Lage, in der sich Deutschland heute befindet, haben wir ein besonderes Interesse daran, daß sich urteilsfähige Persönlichkeiten, die, wie Sie gewohnt und gewillt sind, den Blick auf Realitäten zu richten, zu uns kommen und sich an Ort und Stelle ein unmittelbares Bild von den allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Zuständen in unserem Lande zu machen. Niemand kann an der einfachen Tatsache drehen und deuteln, daß rund 4,5 Millionen Arbeitslose nach jahrelanger Arbeitslosigkeit wieder an ihre Arbeitsplätze gebracht worden sind. Die deutsche Landwirtschaft befindet sich ganz offensichtlich nach schwerer Krisenzeit auf dem Wege der wirtschaftlichen Gesundung. Mit anderen Worten: Unser Binnenmarkt, d. h. die deutsche Wirtschaft, soweit sie von uns s e l b st a b h ä n g t, ist jetzt in Ordnung. Wir sind überzeugt, wir werden auch die Schwierigkeiten auf dem Gebiete des Außenmarktes überwinden. Wir haben die Behandlung dieser Fragen planmäßig in die Hand genommen. Wenn Volk und Regierung eines Landes ihre Kräfte in solchem Wahe für die innere Neugestaltung einsehen, wie das in Deutschland der Fall ist, dann wird dadurch die Verfolgung aller Ziele imperialistischer Art nach außen von selbst ausge- schlossen. Das Fundament, auf dem die deutsche Regierung ruht, ist nicht so beschaffen, daß sie, um ihre Macht im Innern zu stabilisieren, zu den Mitteln einer Erfolgspolitik nach Außen hin greifen mühte. Bei einem Regime, das, wie das deutsche, die Wurzel seines Bestandes im tief st en Grunde des Volks- willens hat und haben muß, steht ein solcher Weg völlig außer Betracht. Auf diesem Programm stehen im Grunde nur zwei Punkte, in denen wir mit positiven Forderungen an die anderen Regierungen herantreten und auf deren Erfüllung wir bestehen müssen. Jene beiden Punkte sind: Die Forderung, in der Frage der militärischen Rüstungen als gleichberechtigtes Land behandelt zu werden und sodann die Forderung, die bevorstehende R e • oelurig der Saarfrage so durchgeführt zu sehen, wie das dem Gebot politischer Vernunft und den geltenden Vertragsbe- stimmungen entspricht. Zwei Forderungen, die das gemeinsam haben, daß sie nicht auf neuen äußeren Macht- und Besitzerwerb, sondern lediglich auf die Schließung offener Wunden am deutschen Staats- und Volkskörper gerichtet sind. Wenn diese oder jene Regierung die Gleichberechtigung Deutschlands noch glaubt in Zweifel zu stellen oder von besonderen Vorleistungen und Garantien abhängig machen zu können, so ist das für uns ein undiskutabler Standpunkt. Er läuft darauf hinaus, daß man Deutschland noch immer als einen Staat minderen Rechts behandeln will und daß man ihm letzten Endes das Eingeständnis zumutet, durch seinen bloßen Willen zur Gleichberechtigung ein Herd der Unruhe und womöglich der Kriegsgefahr zu sein. Genau umgekehrt: Ein Staat, der seine Grenzen nicht verteidigen kann, ist nicht nur kein selbständiger und unabhängiger Staat, sondern ist, wenn er mit ringsum offenen Grenzen inmitten hochgerüsteter Staaten liegt, gerade dadurch ein Anreiz f ü r eine gefährliche Politik der anderen Länder. Als die Reichsregierung vor einem Jahre den Entschluß zum Austritt aus dem Völkerbund faßte, hat sie das nicht getan, weit sie sich größere politische Bewegungsfreiheit hätte verschaffen wollen, oder weil sie an sich der politischen Zusammenarbeit mit anderen Staaten abgeneigt wäre. Es ist lediglich geschehen, weil das unentbehrliche Fundament solcher Zusammenarbeit, die Gleichberechtigung fehlte. Deutschland steht wohl nicht allein mit der Ansicht, daß die Institution des Völkerbundes durch ihr völliges Versagen in der Abrüstungsfrage in ihren Grundpfeilern erschüttert worden ist. Wir glauben, daß es einschneidender Reformen bedürfen würde, um den Völkerbund zu dem zu machen, was er nach seinem Statut fein sollte, zu einem wirklich brauchbaren Friedens- i n ft r u m e n t. Durch die bloße Rückkehr früherer oder den bloßen Beitritt neuer Mitglieder werden sich seine schweren Mängel nicht heilen lassen. Das gilt auch von dem jetzt vollzogenen Eintritt der Sowjetunion, einem sicherlich höchst interessanten Akt der politischen Entwicklung, zu dessen Bewertung wir allerdings nach unserem Austritt aus dem Völkerbund kein Recht mehr in Anspruch nehmen, wenn wir es auch an sich als richtig ansehen, alle Staaten zur Mitarbeit an den internationalen Aufgaben heranzuziehen. Der grundlegende Gesichtspunkt der Gleichberechtigung hat der Natur der Sache nach seinen Einfluß aud)y auf unsere Stellungnahme zum französisch-russischen Projekt des O st p a k t s oder, wie manche ihn zu nennen wünschen, Nordostpakt gehabt. Man schlägt uns die Beteiligung an einem Paktsystem vor, durch das 10 Staaten verpflichtet werden sollen, sich im Kriegsfall sofort mit allen militärischen Kräften zu unterstützen. Gleichzeitig erklärt man in aller Öffentlichkeit mit Bestimmtheit, daß unser Beitritt zu diesem Paktsystem natürlich nicht etwa die Anerkennung der Gleichberechtigung Deutschlands auf dem Rüstungsgebiete in sich schließe, sondern daß man höchstens nach Inkrafttreten des Systems überlegen könne, ob und in welcher Weise es etwa möglich sei, die internationale Behandlung der Rüstungs - fragen wieder aufzunehmen. 2fian verlangt also von uns, unter llebernahme weitgehender Verpflichtungen, in eine besondere politische Gemeinschaft mit anderen Wachten einzutreten, während man uns gleichzeitig in einer Frage, die mit dem Zweck dieser Gemeinschaft aufs engste zusammenhängt, nämlich in der Frage des militärischen Rüstungsstandes, den Anspruch auf Gleichberechtigung ausdrücklich beftreitet. konnten die beteiligten Regierungen wirklich im Ernst annehmen, daß Deutschland in der Lage sei, sich auf eine solche Zumutung einju- lassen? Die Wiedervereinigung mit Deutschland die einzig mögliche Lösung der Saarsrage. Auch bei der internationalen Diskussion über die Regelung der Saarfrage scheint man vielfach den Ursprung und Kern des Problems aus den Augen verloren zu haben. Als Frankreich 1919 mit feiner Forderung nach Annexion des Saar- gebietes bei feinen Verbündeten nicht durchdrang, erreichte es doch, daß das Gebiet für 15 Jahre von Deutschland getrennt, und daß d i e Kohlengruben Frankreich übereignet wurden. Man stellte hierfür in Versailles die doppelte Begründung auf, daß im Saaraebiet eine gemischte Bevölkerung wohne,'daß die Zerstörung der nordfranzösischen Gruben im Kriege es notwendig mache, Frankreich Ersatz durch die Saarkohle zu gewähren. Es ist heute wohl nicht mehr nötig, über den Wert dieser Gründe noch viele Worte zu verlieren. Im Saargebiet wohnt feit mehr als 1200 Jahren eine rein deutsche Bevölkerung, und was die Kohle betrifft, so genügt die Feststellung, daß die nordfranzösischen Gruben schon im Jahre 1925 mehr als in der Zeit vor dem Kriege fördern konnten, und daß Frankreich — ganz abgesehen von den über Reparationskonto laufenden deutschen Kohlenlieferungen, die schon allein einen mehr als vollen Ersatz des ganzen Förderungsausfalls der nordfranzösischen Gruben darstellten — aus den Saargruben von 1920 bis heute rund 180 Millionen Tonnen beziehen konnte, während sein durch den Krieg verursachter Förderungsausfall nur 70 Millionen Tonnen betrug. Die Volksabstimmung wird es ohne allen Zweifel für alle Welt offenkundig machen, wie ungerecht und unnatürlich die Regelung von 1919 war. Der gesunde Sinn der Bevölkerung hat von Anfang an erkannt, daß d i e Wiedervereinigungmit dem deutschen Mutterlande die e i n z i g m ö g l i ch e Lösung ist, und daß alles andere nur eine Wiederholung und Verschlimmerung der verhängnisvollen Fehler von 1919 sein würde. Wenn man jetzt versucht, alle möglichen Schwierigkeiten in den Vordergrund zu stellen, die mit der Rückgliederung des Gebietes an Deutschland verbunden seien, so solle man doch bedenken, daß diese Schwierigkeiten, soweit sie überhaupt bestehen, nur eine Folge des unmöglichen, nicht von Deutschland und nicht vom Saargebiet verschuldeten bisherigen Zustandes und seiner endlichen Beseitigung sind. 3m übrigen find aber alle diese Schwierigkeiten schon deshalb leicht zu überwinden, weit der Versailler Vertrag selb st die klaren Richtlinien zu ihrer Lösung enthält. Wan sollte nicht Regelungen erwägen, die auf eine Beeinträchtigung der deutschen Souveränität in der Zukunft hinauslaufen würden. Dafür bietet der Versailler Vertrag keinerlei handhabe. Ls würde vielmehr dem Wesen und dem Sinn der Volksabstimmung widersprechen, wenn man irn Saargebiet ein anderes Regime aufrichten wollte als das, für das sich d i e Bevölkerung entscheiden wird. 3ch hoffe, man wird auch bei den anderen beteiligten Stellen erkennen, daß solche plane, denen wir niemals unsere Zustimmung geben konnten, nicht nur dem Vertrag widersprechen, sondern daß ihre Verwirklichung auch ein politischer Fehler wäre, der für die künftige Entwicklung der internationalen Beziehungen die nachteiligster Folgen haben mühte. Großer Eindruck der MWerrede. Der Abschluß des Straßenbaukongreffes. Die Rede des Reichsaußenministers machte sichtlich auf die Kongreßteilnehmer einschließlich der Diplomaten außerordentlichen Eindruck. Am Schluß der Rede setzte lebhaftes Händeklatschen ein, an dem sich auch alle ausländischen Mitglieder des Präsidiums, zum Teil auch die Insassen der Diplomatenloge beteiligten. Die Rede wurde in englischer und französischer Sprache wiederholt und schließlich gedruckt in deutscher, englischer und französischer Sprache allen Teilnehmern überreicht. Generalinspektor Dr. Todt führte dann u. a. aus: In den 15 Tagen Ihres Aufenthaltes in Deutschland haben Sie Land und Leute kennengelernt und aus dem Munde des Reichsaußenministers jetzt unsere politischen Gedanken durch die höchste Instanz der Politik gehört. Nehmen Sie bitte diese Rede als unser Bestreben hin, m i t unseren (Säften in aller Oeffentlid)- feit über d i e Dinge zu sprechen, die das deutsche Volk berühren. Dr. Todt gab dann einen Rückblick auf den Kongreß. Es sei wohl die bedeutendste internationale Veranstaltung der vergangenen 75 Jahre in Deutschland gewesen, bedeutend in erster Linie durch die hohe Zahl der ausländischen Gäste. Weit über die Grenzen des rein Technischen hinaus habe man sich kennengelernt. Deshalb sei es ihm ein Herzensbedürfnis, der Freude Ausdruck zu geben, daß jeder der Kongreßteilnehmer einige Fachfreunde in der Welt wisse, die er hier kennen und schätzen gelernt habe. Unter lebhaftem Beifall gab Dr. Todt der Hoff- nuna Ausdruck, daß sich daraus eine dauernde Zusammenarbeit nicht nur in fachlicher Beziehung ergeben werde, sondern auth' eine Vertiefung der persönlichen Beziehun- g e n und eine weitere Pflege der angebahnten Freundschaften. Der Kongreß beschloß, der Einladung des holländischen Vertreters folgend, den nächsten internationalen Straßenkongretz im Jahre 1938 in Holland abzuhalten. Der Generalsekretär des Ständigen Internationalen Straßenkongresses Le Gaoriant sprach Worte höchster Anerkennung über die Leistungen des neuen Deutschland aus, wie sie den Gästen bei ihrer wochenlangen Reise vor Augen getreten seien, und ersuchte die Kongreßteilnehmer, die praktischen Schlußfolgerungen aus der in Deutschland geleisteten Arbeit zu ziehen. Schließlich drückte er der deutschen Reichsregierung den Dank für die den Kongreßteilnehmern bewiesenen Erleichterungen aus und beglückwünschte Dr. Todt zu seinen Erfolgen auf dem Gebiete des deutschen Autostraßenbaues, die in aller Welt Aufsehen erregten. Als Gaste bei Dr. Goebbels. Anschließend an die Schlußsitzung des Internationalen Straßenkongresses hatte der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, zu einem Tee-Empfang im Park des Charlottenburger Schlosses gebeten. An dem Tische des Gastgebers Reichsminister Dr. Goebbels saßen der Vizepräsident des Internationalen Verbandes Le Gaoriant nebst Gattin, ferner die Reichsminister Freiherr von Neurath, Dr. Frick und von Eltz-Rübe- n a ch, der britische Botschafter Sir Eric P h i p p s, der französische Botschafter Francois Poncet, der italienische Botschafter C e r r u 11 i, der türkische Botschafter H a my B e i, der amerikanische Botschafter Mr. Dodd, Sta-tskommissar Dr. Lippert und Oberbürgermeister Dr. Sah m. Reichsminister Dr. Goebbels hieß in herzlichen Worten die Gäste aus der ganzen Welt willkommen. Die Worte des Ministers wurden mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen ausgenommen. Vizepräsident Professor Le Gaoriant dankte im Namen des Kongresses Dr. Goebbels und der Reichsregierung für den großartigen Empfang. Die beste Propaganda, so erklärte er, hätte bei den Teilnehmern des Kongresses während ihres Aufent- Halles in Deutschland Deutschland s e l b st gemacht. Man habe Deutschland bei der Arbeit gesehen. Jeder Kongreßteilnehmer nehme einen tiefen Eindruck von dem, was er in Deutschland gesehen und erlebt habe, mit nach Hause. Dafür freue er sich, Dr. Goebbels als Vertreter der Reichsregierunq noch einmal feinen allerherzlichften Dank aussprechen zu können. — Die Teilnehmer des Kongresses blieben mit den Herren der Diplomatie und den deutschen Ministern noch längere Zeit in angeregtem Gedankenaustausch beisammen. Paris will nicht verstehen. Französische Pressestimmen. Paris, 20. Sept. (DNB.-Funkspruch.) Zur Rede des Riechsaußenrninisters schreibt der „Matin", Herr von Neurath habe das Empfinden gehabt, er würde durch längeres Schweigen den Eindruck bestätigen, daß die Wilhelmftraße keine diplomatische Initiative mehr besitze. Er habe also gesprochen und zwar ziemlich energisch, ja sogar am Schluß ziemlich hef- tig.Ein jeder sei sich Darüber einig, daß in der Saarfrage der Versailler Vertrag zur Anwendung kommen müsse. Aber ob das Ergebnis der Abstimmung „vernünftig" (in dem Sinne, wie Neurath das Wort gebrauchte) ausfallen werde, das sei Sache der Saarländer. Nach den ersten Auswirkungen der Rede auf die öffentliche Meinung sei ein gefährliches Mißverständnis im Entstehen und werde sich noch verschärfen: Neurath sage zum Auslande: Behindert uns nicht etwa im Saargebiet unter Ausbeutung der Vertragsbestimmungen! Aber Deutschland begreife das Wort in einfacher Weife wie folgt: Laßt es euch nicht etwa einfallen, gegen uns eine Mehrheit im Saargebiet zuftandezubringen. Die internationale öffentliche Meinung würde gut daran tun, diese Drohung in der Neurath-Rede zur Kenntnis zu nehmen. Das alles wäre aber noch bedenklicher, wenn Deutschland schon jetzt über das Heer verfügen würde, das es wünsche und das Neurath fordere. „Le Jour" schreibt: Zu dem Zeitpunkt, an dem die Redner vor dem Völkerbund ihr Herz ausschütten, will auch das Reich seine Stimme vernehmen lassen und zwar von sich zu Hause aus nach Art einer Kanonade. Neuraths Rede habe den letzten Zweifel über das deutsch-polnische Zu. sammengehen behoben. Beck arbeite im Einvernehmen mit Neurath. Er bringe dem Versailler Vertrag, der der Stützpfeiler Polens sei, Risse bei. Von der Saar spreche Neurath meisterhaft, indem er sich wiederum weigere, das wesentliche — die Abstimmung — von dem Nebensächlichen abhänaig zu machen, also den wirtschaftlichen und finanziellen Fragen, den sozialen Freiheiten und den mensch. licken Garantien. Die Rede beweise, daß Deutsch« land an seinen Absichten festhalte. Es sei sogar der einzige europäische große Staat, der seit einem Jahr seine Politik nicht gewechselt habe. — u* blique" sagt, wenn Neuraths anerkennende Worte für den Frieden aufrichtig wären, so müsse man doch feststellen, daß er zur gleichen Zeit Dmge wolle, die den Frieden schwierig gestalteten, wah. rend er alles ablehne, was ihn stärken könnte. Deutschland verlange, um am Werke des Friedens mitzuarbeiten, eine Legalisierung des Wettrüstens. Das sei ein ärgerlicher Widerspruch. Der Widerhall in London. London, 20. Sept. (DNB. Funkspruch.) Zur Rede des Freiherrn von Neurath schreibt „Daily Telegraph" u. a.: Neurath habe erklärt, daß Deutschland nur in zwei Punkten positive Sortierungen zu stellen habe. Der eine sei eine „befriedigende Regelung" der Saarfrage, der andere sei „völlige Gleichberechtigung auf dem Gebiete der Rüstungen" Was den ersten Punkt betreffe, so bilde die letzte Denkschrift von Barthou an den Völkerbund einen eindrucksvollen Kommentar zu Deutschlands erstaunlicher Erklärung, daß es alles mögliche getan habe, um eine „freie und ehrliche Volksabstimmung" zu sichern. Was den zweiten Punkt betreffe, so habe Deutschland das Recht zum Wiederaufrüsten in praxi mit zunehmender Kühnheit vertreten, seitdem es den Völkerbund verlassen habe. Abgesehen davon: Wenn die deutsche Regierung es im Augenblick vorziehe, nur zwei „positive Forderungen" zu stellen, wie lange werde dieser Augenblick dauern? Wenn diese beiden Forderungen befriedigt seien, werde eine Kette von anderen unverzüglich folgen (?). Oie Klage des Prinzen pleß vor dem Völkerbundsrat. Einsetzung eines Dreierausschusses. Genf, 19. Sept. (DNB.) Der Völkerbundsrat versammelte sich zu einer öffentlichen Sitzung, an der auch Litwinow teilnahm. Er hat feinen Platz rechts von Polen und links von dem leeren Stuhl Japans erhalten. Der Präsident Benesch begrüßte Litwinow und die anderen neuen Ratmitglieder, den türkischen Außenminister RüschtL Bei, den Chilenen Rivas Viougna und den Spanier Madariaga. Danach berichtete Ma- bariaga über die Beschwerden des Prinzen Pleß wegen der gegen ihn durchgeführten Zwangsmaßnahmen. Madariaga schlug vor, einen Dreierausschuß zur Untersuchung des Streit- falles zu bilden, an dem außer ihm noch die Vertreter Australiens und Mexikos teilnehmen sollten. Es müsse versucht werden, einen Ausgleich zu finden zwischen den souveränen Rechten eines Staates und den Wünschen der Minderheit, die sich über eine Diskriminierung beschwere. Die Vorschläge Madariagas wurden ohne Aus- spräche angenommen. Es wird sich nun also ein vom Rat eingesetzter Ausschuß mit der PkeH« Frage beschäftigen, allerdings erst, nachdem die Zwangsverwaltung schon in der Durchführung begriffen ist. Durch die Derschie- bung der Pleß - Frage, die schon vor zehn Tagen auf der Tagesordnung Des Völkerbundes stand, hat der Rat es vermieden, sofort ein Urteil über die Zulässigkeit der Zwangsverwaltung abzugeben und in die Vorgänge rechtzeitig einzugreifen. DerGaraniiepakt für Oesterreich. Französische Wünsche. P a r i s, 20. Sept. (DNB. Funkspruch.) „PM Parisien" glaubt, daß man darauf hinarbeite, den Völkerbund zum Garanten der Unabhängigkeit Oe st erreichs zu machen. Die Großmächte würden nötigenfalls dieser Garantie mit allen Mitteln Achtung verschaffen; dann würde die „A n s ch l u ß g e f a h r" für immer behoben sein. „Oeuvre" glaubt, die österreichische Frage werde ihre Losung in einer Reiye von Abkommen finden. In einem ersten Abkommen würden die Großmächte und die Kleine Entente d l e Habsburger Frage als internationale Frage anerkennen (wodurch die Schwierigkeit umgangen würde, daß die Wiener Regierung sich schriftlich verpflichte, die Habsburger nicht wiedereinzusetzen); ein zweites Abkommen würde die Ablehnung des Anschlusses durch die Mächte zum Gegenstand haben und ein drittes Abkommen würde wirtschaftliche Vergünstigungen enthalten, die die Nachbarländer Oesterreichs sich untereinander einräumen würden, falls die ersten beiden Abkommen zustande kommen. Voraussetzung für diese Abkommen sei die Einigung Frankreichs, Italiens und Südflawiens. Nach dieser Richtung erstrecken sich gegenwärtig die Bemühungen Barthous. Oer Leiter der Gaarpolizei Anführer des Lleberfalles auf Bergmann Schutz Zweibrücken, 19. Sept. (DNB.) Zu der Mißhandlung des Bergarbeiters Schulz bei Münchwies durch saarländische Polizeibeamte wir6 ergänzend festgestellt, daß die Aktion unter bt"1 persönlichen Kommando des kürzlich oB Präsidenten Knox mit der Leitung der SaarpMt betrauten M r. Hemsley stand. Er, sowie em Teil der Mannschaften waren betrunken. 91n dem Tatort ist die Straße breit und übersichtlich' so daß jeglicher Schmuggel, unter dessen Verdacht Schulz gestanden haben soll, nicht l n Frage kommt, zumal Zollbeamte Tag und Nacht dort eine scharfe Kontrolle ausüben. Oie Ziele der japanischen Flottenpolitil Tokio, 19. Sept. (DNB.) Marlnemimster O s u m i hat vor hervorragenden Politikern ul?fßC die japanische Flottenpolitik gesprochen. Man Hoist' daß England und die Vereinigten Staaten nu einer Abänderung des F l o 11e n v e r tr a g s ohne Kündigung einverstanden seien, andernfalls werde die Lage im Hinblick auf ein punten- Wettrüsten und auf den Bau neuer Befestigungen im Pazifik ernst. Man erstrebe Rüstungsbegrenzung im Rahmen der Gleichberechtigung und einen Nicyl angriffspakt zwischen den drei großen Seemächten- Der Aufbau der Deutschen Evangelischen Kirche. Eine Rede des Reichsbischofs in Hannover. Hannover, 19. Sept. (DNB.) Reichsbischof Müller hielt am Dienstag im Kuppelsaal der Stadthalle eine Rede, in der er u. a. darauf hinwies, er fei häufig gefragt worden, weshalb er sich so für den Nationalsozialismus einsetze. Das sei aus der Kampfstimmung des Krieges und in der Zeit geschehen, als die braunen Anhänger Hitlers diesen gleichen Kampfgeist übernommen hatten. Als er zum ersten Male mit dem Führer zusammengekommen sei und sein Wesen erkannt habe, da habe er gesagt: „Ich gehöre an die Seite dieses Mannes, solange ich auf Erden lebe". Bei seinem ersten Zusammentreffen mit dem Führer habe er sich gesagt, wenn der Nationalsozialismus zum Siege komme, müsse unbedingt eine einige deutsche evangelische Kirche vorhanden sein. Man könne nicht von Gegnern dieses Gedankens sprechen, sondern höchstens von Leuten, die immer noch nicht so recht begriffen hätten, um was es sich handele. In den äußerlichen Dingen habe der Staat das Recht, ja die Pflicht, einzugreifen, wenn die Kirche nicht von selbst in Ordnung komme. Der Führer wolle zweifellos das ganze Gedankengut des Nationalsozialismus zum Ge- famteigentum des Volkes machen. Es fei heute doch so, dah man fordern müsse, dah jeder, auch derjenige, der den Nationalsozialismus noch nicht ganz verstehe, doch in seine Reihen treten müsse. Das müsse man auch in diesem Sinne von den Pastoren der Gemeinden verlangen. Sie mühten Kamerad, Freund und Berater ihrer Gemeinde sein, und wenn sie das nicht könnten, dann sollten sie abtreten. Der Redner kam dann auch auf die Judenfrage zu sprechen und wandte sich gegen die Leute, die da sagten, Christus sei doch auch ein Jude gewesen. Man müsse darauf immer erwidern, daß in jedem Volke stets der Mann, der ihm die Wahrheit sagte, umgebracht worden sei, zuletzt der Heiland selbst. Das Christentum sei nicht aus dem Judentum herausgewachsen, sondern in stetem Kampf mit ihm entstanden. Zum ersten Male seit christlicher Zeit habe nun ein Volk es gewagt, den Juden den Kampf anzusagen. In diesem Kampf müßten wir Christen ^ujammenstehen und wenn wir auch einmal ein halbes Jahr darben müßten. Der Redner erklärte dann, dem Buchstaben nach seien alle Kirchen in die Reichskirche einge- gliederk und wenn das Gesetz beschlossen sei, dann sei es eben beschlossen. Er fügte hinzu: „Ich sehe mir eine Sache solange an, wie ich kann. Wenn es aber nicht mehr geht, so soll man auch wissen, dah ich die Konsequenzen so hart ziehe, wie sie gezogen werden müssen". Der Redner wandte sich dann weiter den Gerüchten über die Stellung des Führers zur Kirche zu und erklärte, der Führer habe gesagt, dah er auch nicht den leisesten Versuch machen wolle, an dem innersten Kern der evangelischen Kirche zu rühren. Im Inneren der Kirche blieben die Rechte bestehen. Hier, so fuhr der Redner fort, handele es sich nur darum, äuhere Dinge endlich zu bereinigen. Wenn die Kirche von selbst nicht zurecht komme und Unruhe im Staate entstehe, müsse und werde der Staat dafür sorgen, daß diese Unruhe aufhöre. Der Reichsbischof wandte sich dann gegen den Vorwurf, die Deutschen Christen wollten Christus von seinem Throne stoßen. Viele, die sich mit dem Nationalsozialismus noch nicht genügend befaßt hätten, dächten, weil der Nationalsozialismus völkische Ziele verfolge, wolle er Wotan oder einen der anderen germanischen Götter auf den Thron erheben. Gewiß gebe es viele im Nationalsozialismus, die noch nicht den Weg zur Kirche zurückgefunden hätten, daran aber trügen die Evan- gelischen die Schuld. Niemand denke daran, Christus vom Thron zu stoßen, wer als Deutscher mit dieser Unwahrheit hausieren gehe, den werde er anfassen, daß er sich wundern werde. Der Redner erörterte dann den Begriff der inneren religiösen Freiheit und erläuterte den Zustand des Glaubens und Vertrauens. Die Deutschen Christen wollten, daß der einzige wahre Christus in Deutschland wieder erlebt und gepredigt werde. Das Volk im Dritten Reich wollss einen einfachen, wahren Chri- st u s haben, der ihm helfen solle zur Freiheit. Der Reichsbischof schloß: „Wil allem, was ich bin und habe und kann, gelobe ich dafür zu sorgen, dah die deutsche evangelische Kirche gebaut werde auf dem befreienden Evangelium, dah Wahrheit in der Kirche werde und daß ein Geschlecht heranwachse, das fromm und still und stark ist und vom Ewigen die Kraft gewinnt, mit heihem Herzen die uns gestellte Aufgabe anzupacken. Wer den Aufbau dieser Kirche nicht mitmachen kann, wer so wie wir im Dritten Reich nicht kämpfen kann, der soll Ruhe geben oder bei Seite treten. Tut er es nicht, so muh ich ihn dazu zwingen. Was wir wollen, ist eine treue deutsche Kirche." Auflösung der „Arbeitsgemeinfchast katholischer Deutscher". Berlin. 19. Sept. (DNB.) Die Reichspartoi- leitung gibt bekannt: Nachdem die Reichsparteileitung durch ihre Abteilung für den kulturellen Frieden sämtliche kulturellen und das Verhältnis von Staat und Kirchen betreffende .Fragen in zunehmendem Maße und unmittelbar bearbeiten läßt, erscheint es im Interesse einer n a»ch strafferen Zusammenfassung dieser Arbeitsgebiete nunmehr geboten, auch die zunächst der Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher überwiesenen Aufgaben in diejenigen der Reichs- partoileitung einzubeziehen. Die „Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher" stellt daher im Reichsgebiet mit dem heutigen Tage ihre Arbeit ein und löst sich auf. Sie hat im Laufe ihrer Tätigkeit in dem ihr zugewiesenen Bereiche wirksam zu einer Versöhnung beigetragen. Für diese Arbeit wird der Reichsleitung und allen Beauftragten hiermit der Dank der Partei ausgesprochen. Erörterungen über Or. von Brehmer über seine Arbeiten. Berlin, 18. Sept. (DNB.) Regierungsrat Dr. von Brehmer und Professor Dr. Reiter übergeben der Oeffentlichkeit Stellungnahmen zum Krebsproblem. Dr. von Brehmer führt aus: Herr Professor Dr. Reiter, Präsident des Reichsgesundheitsamts hat Vertretern der Tagespresse unter Hinweis auf meine wissenschaftliche Arbeit, die am 25. August d. I. in der „Medizinischen Welt" erschienen ist, Angaben gemacht, die geeignet sind, mein Ansehen als Wissenschaftler zu schädigen und die meine Veröffentlichung als unwissenschaftlich, leichtfertig und phantastisch hinstellt. Ich rücke von diesen, mich als Wissenschaftler persönlich kränkenden Angriffen weit ab und überlasse es der Wissenschaft, das Urteil über meine Veröffentlichung erst dann zu fällen, wenn sie Gelegenheit genommen hat, das, was ich veröffentlichte, weiter nach- auprüfen. Im übrigen verweise ich erneut auf meine schon früher der Tagespresse gegebene Erklärung, daß ich jede weitere Diskussion über wissenschaftliche Dinge in der Tagespresse ablehne, auf die Fachpresse Hinweise und meine wissenschaftlichen Forschungsergebnisse nach wie vor in vollem Umfange aufrecht erhalte. Auch ist von den gleichzeitig veröffentlichten Nachprüfungen eines genau festgelegten Teiles meiner Befunde von keiner Seite etwas zurückgenommen worden. Im stelle im Gegensatz zu den Angaben des Herrn Professor Dr. Reiter fest, daß schon vor mir Wissenschaftler Mikroorganismen gesehen und beschrieben haben, welche mit der Entstehung bösartiger Geschwülste in ursächlichen Zusammenhang gebracht wurden. Angaben, die erst dann kritisch abgewertet werden müssen und können, wenn die Frage, ob Krebs eine Erregerkrankheit ii ft oder nicht, grundsätzlich entschieden ist. Es ist 'selbstverständlich, daß steriles, bakteriologisches Ar- I beiten die Voraussetzung der drei Veröffentlichungen iin der „Medizinischen Welt" waren. Es sind nicht , „bessere" Ergebnisse aus Fingerbeere als aus Arm- >vene erzielt worden, eine Behauptung, die auf ' nicht steriles Arbeiten abzielt. Im Gegenteil waren, iwie aus der Ueberprüfungsarbeit zu erlesen ist, !80 v. H. aller Blutversuche (Vene) und 75 v. H. »aller Fingerbeerenversuche positiv. Ich bin kein «Chemiker, sondern Biologe mit bakteriologischer ^Vorbildung. Ferner ist aus den Veröffentlichungen -genannter Fachpresse zu ersehen, daß die Beweisführung, ob der neue Mikroorganismus bös- sartige Tumoren erzeugt oder nicht, der kommenden histologischen Veröffentlichung vorbebalten bleiben Issollte. lieber die Behandlung von Krebs und die tKrebsdiät habe ich bisher weder in der Fachpresse, mach in der Tagespresse Mitteilungen gemacht. Ws ist ungewöhnlich,.diesbezügliche Mitteilungen der Tagespresse, die, wie aus ihr zu ersehen ist, von «dritter Seite stammen, ohne Rückfrage als Grundlage für eine amtliche Stellungsnahme gegen mich lau benutzen. Die Zusammensetzung der Spezial- Injektion ist, wie ebenfalls aus der Ueberprüfungs- mrbeit zu erlesen ist, angegeben. Ich führe keine das Krebsproblem. — Eine Erklärung Professor Reiters. Krankengeschichten, denn ich bin reiner Wissenschaftler und Biologe. Die Krankengeschichten, auf welche Herr Professor Reiter sich bezieht, hat er an dritter medizinischer Stelle emgesehen. Auf weitere Angriffe einzugehen, muß ich mir an dieser Stelle versagen, weil sie das wissenschaftliche Gebiet streifen, und zum Teil persönlichen und sachlich-informatorischen Vorbesprechungen entstammen, die ich mit Herrn Prof. Reiter als Grundlage für die "kommende bereits angeordnete und vorbesprochene weitere Prüfung meiner wissenschaftlichen Befunde durch das Reichsgesundheitsamt vor ungefähr zwei Monaten hatte. Schon im Jahre 1932 unterbreitete ich dem Reichsgesundheitsamt meine Forschungsergebnisse mit der Absicht einer gemeinsamen, überprüfenden Zusammenarbeit. Ich bedaure, daß der Rahmen der Veröffentlichungen in der „Medizinischen Welt", auf die man sich bei der Bewertung der Arbeit allein stützen müßte, überschritten worden ist. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Prof. Reiter, bemerkt zu diesen Ausführungen des Herrn von Brehmer folgendes: Seit über einem halben Jahr werden zwischen dem Reichsgesundheitsamt im Einvernehmen mit dem Reichsministerium des Innern und Herrn von Brehmer, von mir stets auf das Nachdrücklichste geförderte Verhandlungen gepflogen, um einerseits die Voraussetzungen zu schaffen, die theoretischen Auffassungen des Herrn von Brehmer über die Krebsfrage in den Laboratorien des Reichsgesundheitsamts einer N a ch p r ü - fung zu unterziehen, andererseits die von ihm behaupteten Heilerfolge unter Aufsicht zuverlässiger Aerzte an Kranken innerhalb einer speziell für diese Prüfungen einzurichtenden Krankenabteilung eines Berliner Krankenhauses mit finanzieller Unter- stützung des Reichsministeriums des Innern nachzu- prüfen. Jede Erregung der Oeffentlichkeit wäre unterblieben, wenn Herr von Brehmer sich nicht — ohne Wissen des Reichsgesundheitsamts resp. des Ministeriums des Innern und nachdem letzteres schon eine namhafte Summe zur Verfügung gestellt hatte —, zu einer voreiligen, den Verhandlungen zuwiderlaufenden Veröffentlichung seiner Befunde entschlossen hätte, von denen er wußte, daß sie noch keine Beweise einer wissenschaftlichen Erkenntnis darstellten! Wenn Herr von Brehmer vom Inhalt der in den Tageszeitungen wiedergegebenen Ausführungen jetzt abrückt, so ist es unverständlich, wie diese überhaupt in zahllosen Tageszeitungen Einlaß erhalten konnten, zumal vielen dieser Ausführungen fein Lichtbild beigegeben war! Es ist unverständlich, warum er der Oeffentlichkeit nicht unmittelbar nach Erscheinen dieser zum Teil ganz ungeheuerlichen und die Volksgesundheit gefährdenden Auslassun- gen hiervon Mitteilung gemacht hat, sondern erst die von ihm offenbar wenig begrüßte Rückäußerung des Reichsgesundheitsamts abwartete! Es erscheint ganz nebensächlich, ob Herr v. Brehmer als „Chemiker" bezeichnet wurde (er ist Apotheker und hat in Botanik promoviert); wichtiger und maßgebend ist es, ob er als Nichtarzt das, was er gesehen haben will, biologisch richtig zu deuten, und für die Heilkunst am Menschen richtige Schlüsse zu ziehen verstand. Die im Laufe der kommenden Monate vorzunehmenden Nachprüfungen werden bald zeigen, ob Herr von Brehmer der deutschen medizinischen Wissenschaft etwas gegeben oder genommen hat! Kunst und Wissenschaft. Deutscher Naturforscher- und Aerztetag in Hannover. In der 93. Versammlung der Naturforscher und Aerzte in Hannover beschäftigte sich Prof. Dr. L. Weichmann- Leipzig mit den Zyklonen und ihrer Bedeutung für die Luftschiff- und Flugfahrt. Eine genaue Kenntnis des Baues der Energiequellen und Entstehungsurfachen der Strömung und Fortpflanzung der Zyklone fei vor allem ein Erfordernis des Luftverkehrs geworden. Dem Flugzeugführer fei mit allgemeinen Wettervoraussagen — teils heiter, teils wolkig, stellenweise Niederschläge — nicht geholfen; er brauche zeitlich und örtlich genau festgelegte Voraussagen. Der Leiter des Provinzialmuseums in Hannover, Prof. Dr. Jakob Friesen, hielt einen Vortrag über vorgeschichtliche Kulturen in Niedersachsen. Die neuesten geologischen Forschungen zeigten, daß die Vergletscherung der letzten Heil die Elbe nicht überschritten habe. Es sei also durchaus berechtigt gewesen, altsteinzeitliche Funde kn Niedersachsen zu erwarten, und tatsächlich seien sie auch bald gehoben worden, die ältesten aus der Acheul-Grube auf den Leineschöttern von Döhren bei Hannover. Prof. Dr. E s a u - Jena sprach über „Elektrische Wellen und ihre Erzeugung". Er ging davon aus, daß in den letzten Jahren die elektrischen Wellen und insbesondere die Ultrakurzwellen mehr und mehr Eingang in die Medizin gefunden haben, und erörterte dann die Frage, ob die Hochfrequenztechnik, in deren Gebiet die Herstellung der elektrischen Wellen fällt, hierbei besondere Rücksicht auf ihr Anwendungsgebiet in der Medizin nehmen muß, oder ob die Verhältnisse in Bezug auf die Art der Erzeugung oder ihre Eigenschaften die gleichen find wie bei ihrem bisherigen Haupt- anwendungsaebiet, der Nachrichtentechnik. Es ergibt sich hierbei, daß es bet der Verwendung der elektrischen Wellen als Nachrichtenmittel in erster Linie darauf ankommt, die erzeugten Wellenlängen so konstant wie möglich zu halten, während bei der medizinischen Verwendung die Erzeugung großer Energien im Vordergrund steht. Bei den Problemen aber gemeinsam ist die Forderung an die Technik- immer kürzere Wellenlängen hernustellen. Nach dem heutigen Stande der Technik lassen sich Wellen bis zu einigen Zentimetern für die Zwecke der Nachrichtentechnik Herstellen. Für meoizinische Zwecke sind aber die bisherigen Energiebeträge bei Wellenlängen unter 1 Meter noch zu gering. Es mutz deshalb für diese Zwecke noch weiter versucht werden, die Energien sehr erheblich zu steigern. Oer Präsident des Volksgerichtshofes gestorben. Berlin, 19. Sept. (DNB.) Nach kurzem Kran» kenlager starb an den Folgen einer Gallenentzün« düng Dr. Fritz Rohn, der Präsident des Volksgerichtshofes in Berlin, im Alter von 62 Jahren, Dr. Rohn begann feine richterliche Laufbahn 1901 als Gerichtsassessor. Vier Jahre später wurde er Landgerichtsrat in Bochum und dann in Koblenz, 1920 Landgerichtsdirektor in Berlin. Im März 1933 wurde er zum Vorsitzenden des Berliner Sonder- gerichts ernannt und als Senatspräsident an das Kammergericht berufen. Bei der Gründung des Volksgerichtshofes wurde ihm die Leitung dieses Gerichtes übertragen. Dr. Rohn hat als vorbildlicher Richter stets in hohem Ansehen gestanden und hat insbesondere als Vorsitzender des Berliner Sondergerichtes Gelegenheit gefunden, den neuen Staat gegen heimtückische Angriffe zu schützen. Aus aller Well Der Zirkus von Saloniki war jüngst der Schauplatz der sensationellen Schlußszene einer Eifersuchtstragödie, die in allen ihren Einzelheiten vor einem dortigen Gericht zur Zeit verhandelt wurde. In der Mitte der Manege stand, das Gewehr im Anschlag, der Kunstschütze G a v e r n, der wegen seiner unfehlbaren Treffsicherheit als „Wassili, der König der Schützen" bekannt ist. Jrn Hintergrund lehnte vor einer Holzwand seine Partnerin uno Lebensgefährtin, die auf dem Programm unter dem Namen „Prinzesin Nadja" figurierte. Das bis zum letzten Platz gefüllte Haus sah mit atemloser Spannung der „Nummer" entgegen, die darin bestand, daß Wassili so viel Schüsse abfeuerte, wie nötig sind, um die Umriffe der Frau durch Einschüsse auf Der Holzwand zu markieren, natürlich ohne sie zu treffen. Es ist ein schwieriger und gefährlicher Trick, bei dessen Ausführung besondere Patronen verwendet werden. Es ist eine Art Pappkugeln, die auf dem Holz sichbare Spuren binterlassen. Wassili schoß an diesem Abend mit der gewohnten Sicherheit. Nach dem zwölften Schuß aber hörte man plötzlich einen gellenden Aufschrei, und Nadja sank mit den Worten „ich bin getroffen" zu Boden. Wenige Minuten später hauchte die Artistin, eine junge hübsche Frau von 24 Jahren, ihr Leben aus. Der sofort festgenommene Kunstschütze beteuerte seine Unschuld und versicherte, daß es sich nur um einen unerklärlichen Zufall handeln könne. Gegen ihn aber sprach der Umstand, daß sich unter den harmlosen Geschossen auch eine Bleikugel befand, für deren Herkunft Wassili keine Erklärung zu geben vermochte. Ueberdies sagte der Zirkusdirektor und alle, die den Artisten seit Jahren kannten, übereinstimmend aus, während seiner langjährigen Tätigkeit habe es sich nie ereignet, daß auch nur ein Schuß fehlgegangen sei. Es wäre daher befremdlich, daß er unwissentlich die Frau durch einen Herzschuß getötet haben sollte. Die Lage des Kunstschützen verschlimmerte sich noch, als ein Clown, der sich freiwillig als Zeuge pemelbet hatte, aussagte, daß am Unglückstag zwischen Wassili und seiner Frau eine heftige Auseinandersetzung stattgefunden hätte. Der Gegenstand des Streites war eine schänd Tänzerin, namens Prokopulos, in die sich der Kunstschütze sterblich verliebt hatte. Trotz den Unschuldsbeteuerungen des Angeklagten drohte der Prozeß mit feiner Verurteilung zum Tode zu enden, als die Situation plötzlich durch das Eintreffen eines Briefes völlig geändert wurde. Das Schreiben stammte von dem Bruder der Getöteten, der als Artist in Ceylon arbeitet. Gleichzeitig übersandte er dem Gericht einen Brief, den die Schwester am Tage ihres Todes geschrieben hatte und der den geheimnisvollen Fall völlig aufklärte. Danach war die junge Frau fo verzweifelt über die Beziehungen, die Wassili zu der Tänzerin angeknüpst hatte, daß sie entschlossen war, aus dem Leben zu scheiden. Sie wählte den Freitod, aber in einer Form, die ihr noch im Tode die Möglichkeit gab, sich zu rächen, indem sie den ganzen Verdacht auf Wassili lenkte. Wie sie mitteilte, hatte sie heimlich in die Patronenkammer des Gewehrs ein scharfes Geschoß eingeschmuggelt. Sie hatte dann vor, sich plötzlich so zu drehen, daß sie von der Kugel mit hoher Wahrscheinlichkeit getroffen werden mußte. Das Gericht nahm diese Aufklärung der Tragödie für ausreichend an und sprach den König der Schützen frei. Es ist sehr fraglich, ob Wassili, der unter dem Verdacht, ein Mörder zu sein, und noch mehr durch die Tatsache, seine Frau, wenn auch unabsichtlich, erschossen zu haben, seelisch zusammengebrochen ist, seinen Beruf jemals wieder aufnehmen wird, der ihn mit jedem Schuß an das Unglück erinnern würde. Eifersuchtstragödie in der Zirkusmanege Oer Kunstfchühe und die schöne Tänzerin. Explosion im Molorenhaus verursacht verheerenden Fabrikbrand. In den Textilwerken Sonnenschein in Unter- roaltersborf (Niederösterreich) brach Feuer aus, bas bas ganze Fabrikgebäube unb bie Arbeiter- Häuser einäscherte. Der Branb entftanb burch eine Explosion im Dieselmotorenhaus ber Fabrik. Unter bonnerähnlichem Getose schlug eine etwa 30 Meter hohe Stichflamme aus bem Haus empor. In knapp fünfMinuten ftanb bas gesamte Fabrikgebäube in Hellen Flammen. 25 Feuerwehren mit 40 Löschwagen bemühten sich vergeblich, ben Branb einzubämmen, der burch einen gewaltigen Sturm noch geschürt würbe. Die Fabrik war zur Zeit bes Branbes in vollem Betrieb. Die Arbeiter konnten sich nur unter größten Anstrengungen retten. Einige Frauen unb Mäbchen, bie aus ben oberen Stockwerken in bie Tiefe sprangen, erlitten schwere Verletzungen. Die ungewöhnlich schnelle Ausbreitung bes Feuers ist auf bas Fehlen ber vorschriftsmäßigen eifernen Zwischentüren zurückzuführen. Dem Verglod entronnen. Der Bergführer Balthasar Nußbaumer hatte mit zwei Touristinnen einen Ausstieg auf ben Großen Venebiger unternommen. Währenb sie am Gipfel rasteten, meinte der Bergführer Rufe aus der Tiefe zu vernehmen. Als er von der steilen Wand aus Umschau hielt, glitt er aus und stürzte zwischen bem Süd- und Westhang ungefähr 200 Meter tief ab. Er muß hierbei mehrmals Halt gefunden haben unb baburrf) bie Wucht bes Sturzes abgeschwächt haben, benn er ftanb nach bem Sturze noch auf, ging etwa 50 Meter weit unb brach bann zusammen. Der Arzt erklärte bie Verletzungen bes Abgestürzten als nicht lebensgefährlich. Erste Hilfe für die vom Feuer heimgesuchle Stadt Nome. Während von Seattle unb San Franzisko Schiffe mit Lebensrnitteln unb Baumaterial nach ber von einer verheerenben Feuersbrunst heimgefuch- ten Stabt Nome (Alaska) abgefanbt werben, muß sich bie Einwohnerschaft mit ben bescheidensten Nahrungsmittelmengen beanügen, bis bie ersten Proviantsenbungen eintreffen. Die Mebizinvorräte finb bereits erschöpft. Die Bevölkerung sucht großenteils in halbverbrannten ©ebäuben Unterschlupf, ba bie Temperatur nachts bereits auf ben G e - f r i e r p u n k t herabsinkt. Der Gefamtfchaden wird auf 3 Millionen Dollars beziffert. Schwere Lrdbebenfchäden in Mexiko. Der Staat Jalisco ist von zahlreichen heftigen Erb st äßen heimgesucht worben. In ber Stabt Conception be Bramador stürzte bie Mehrzahl ber Häuser ein, woburch Hunoerte von Familien ob- bachlos würben. In ber Stabt Talpa stürzte ein zweistöckiges Polizeiaebäube in sich zusammen, währenb bie Mädchenschule unb bie Pfarrkirche so schwere Schüben erlitten, baß Einsturzgefahr besteht. Der Gouverneur von Jalisco hat für bie Opfer bes Bebens staatliche Hilfe angeorbnet. Wettervoraussage. Die nörbliche Störung setzt sich weiter burch und gestaltet bas Wetter wechselhaft unb unfreunblich. Ein über bem Kanal liegenber Ausläufer führt im Norbwesten Deutschlanbs zu verbreiteten Nieder- schlügen, bie im Laufe ber Zeit auch bei uns auftreten werben. Die an der Rückseite dieses Störungsgebietes abwärts fließende kühle Luft wird allgemein zu weiterem Temperaturrückgang führen. Aussichten für Freitag: Dunstig und wechselnd bewölkt, kühl, regnerisch. Lufttemperaturen am 19. September: mittags 21,7 Grad Celsius, abends 16 Grad; am 20. September: morgens 12,8 Grad. Maximum 22,6 Grad, Minimum 8,7 Grad. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. NIVEA 7035 mild, leicht schäumend, ganz wundervoll Im Geschmack. ■ Der Tag der deutschen Schule sein 8 Ser bei 0453» Preiswerte DtwnlilMgen Süßer Traubenmost 54 JOD. | Kaufgesuche | [Verschiedene?] | Verkäufe 500 eem, versteu G/ESSEN*MKUSBUQG lö 5429 A 5427 C ■ Fischfilets, Forellenslör ■ Anzeigen-Aktiengesellschafi Möhl. 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Neue Gebietsgrenzen, Reichsgaue, werden festgelegt, dann wird eine Verteilung der Aufgaben kommen und danach eine Verteilung der Mittel, um diese Aufgaben durchführen zu können. Der alte Traum der Neichswerdung, e i n Führer, e i n Volk, e i n Reich wird in Erfüllung gehen. Was früher 1813, 1848 und auch Bismarck nicht gelang, unser Führer wird es uns geben. Wie groß ist, daran gesehen, sein Werk! Auch eine neue Reichsgemeindeordnung werde demnächst erlassen werden. Das Füh- rerprinüp, die Selbstverwaltung im echt nationalsozialistischen Sinn und Geist werde darin verankert. Die Aufgabe der Aufsichtsbehörde im neuen Gemeindeverwaltungsgesetz sei, die Gemeinden zusammenzufassen und auf das große Ganze zu lenken. Die wichtigste Aufgabe sei eine Neuordnung der Finanzen, eine Vereinheitlichung und damit Verbilligung. Im Steuergestrüpp findet sich oft der Fachmann nicht mehr zurecht. Ein Steuerbescheid, eine Steuerstelle für alle Arten von Reichs-, Staats- und Gemeindesteuern sei das Ziel. Die Steuern müßten tragbar sein. Der unglückselige Finanzausgleich werde verschwinden. Auch die kleinen Gemeinden würden berücksichtigt bei der neuen Reform. Sauberkeit, Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit werde im neuen Steuerprogramm herrschen. Eine kommunalpolitische Schulung der Leiter von Gemeindeverwaltungen werde überall durchgeführt werden. Mit einem warmherzigen Appell an bie Gemeinden zur Mithilfe bei dem großen Aufbauwerk schloß der Referent seine hochinteressanten Ausführungen, die Zeugnis davon ablegten, mit welcher Kraft bei der Reichsregierung und dem Deutschen Gemeindetag gearbeitet wird an der Neugestaltung der kommunalen Verwaltung. Der Vorsitzende, Bürgermeister Menget, dankte namens der Versammlung und schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer die Tagung. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Bfpri 1 Wo^ 1 bur< • 6d)i i er® ii eine l ®iir 1 ichkl r mit H fteir b und i U I to : r I to i Ul I E brü ben t Ub! bie Dq Gießener TurnefStUaft Wiedersehens- feier der ehemaL Tnrnfestiieger Sonntag, 23. 9. vorm. 11 Ubr: Antreten an der TurnhalleStein- straße z. Marsch nach dem Jahn- gedenkstein. syeD Nachm.ab4Uvr: Gemütl. Zusammensein i.d.Turn- Halle, Steinstr. AlleTurnerinnen u.Turner werden zur Teilnahme aufgefordert. a.läü.Haare, Leberfleck., Muttermal Narben, Pickel.Sommer- ivroff. usw. entt. u. Gar.!. immer. 12Jahre Praxis. Frau B. Gulden. Svrechst.J-reitag Gießen, Hinden- bnrgwall 15. 9—7 Uhr durchgehend. Vor allem muß für Aufklärung und Belehrung der Bevölkerung gesorgt werden. Oft geschieht eine Beschädigung der Pflanzen und Tierwelt nur aus Unverstand. Die einzelnen Tiere und Pflanzen, die unter Schutz gestellt sind, wurden benannt.' Auch für die Erhaltung unserer sonstigen Naturschönheiten, Bäume, Felsgruppen, Gewässer, Schutzhecken u. dgl. muß gesorgt werden. Unser charakteristisches Vogelsberger Landschaftsbild muß erhalten bleiben, bei kommender Feldbereinigung ist darauf zu achten. Der Vortrag wurde sehr beifällig ausgenommen und die Mitwirkung der Bürgermeister und Gemeindeverwaltungen versprochen. Reg.-Assessor D e n z e r sprach über Arbeitsbeschaffung, Notstandsarbeiten, Verleihung der Ehrenkreuze, Zuschüsse der Brandversicherungskammer für Motorspritzen. Kreisdirektor Z ü r tz richtete an die Versammlung von echtem nationalsozialistischem Geist erfüllte Worte. Er empfahl 'Mitwirkung bei der Hebung der Schafzucht im Vogelsberg. Er sprach dann weiter über den Schriftverkehr und über die Stellung des Bürgermeisters und Gemeinderats im neuen Staat. mche 1s Di' iwro| in ö r ßngl Kam SL'l S6qri 33n Nm s1 nm meir Ifiler Mob lildes tima' ( SS> • ab i eil i ZU I tri i un 3 M H we §6c 2 irüh IM b in! b mc! > lva Y Mainzlar, 18. Sept. Am vergangenen Sonntag fand im Saale der Wirtschaft M u l l e r die Feier des F e st e s der deutschen Schule statt. Um 15.30 Uhr begann die Veranstaltung mit einem Umzuge der beiden Schulklassen durch den Ort unter Führung von Lehrer Nicko- l a i. Die Begrüßungsansprache hielt ebenfalls Lehrer Nickolai. Er schilderte den Zweck der ganzen Veranstaltung und ging dann auf die deutschen Schulen im Auslande über. Hier unterstrich er tn klaren Worten die Bedeutung derselben für unser gesamtes Deutschtum und zeigte an Hand von statistischem Material, wie diese Schulen, durch ungeheure Terrormahnahmen niedergehalten, einen schweren Kampf um ihr Dasein führen und auch teilweise zahlenmäßig zurückgehen. Dann wechse ien Gedichte und Weihesprüche der beiden Schulklassen miteinander ab, wonach die Versammelten gemeinsam das Horst-Wessel-Lied sangen Die Schlußansprache des Lehrers rief alle Anwesenden zur weiteren Mitarbeit auf und klang in einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer aus. Mit dem Gesang des Deutschlandliedes fand die Feier dann ihren Abschluß. Y Nonnenroth, 18. Sept. Die hiesige Schule gestaltete den Tag des deutschen Volkstums zu einer eindrucksvollen Feier für die ganze Gemeinde. Unter Führung ihres Lehrers zogen die Schulkinder mit ihren blauen Wimpeln am frühen Nachmittag durch die Dorfstraßen, um durch frisch-frohe Marschlieder und Aufsagen von volksdeutschen Sinnsprüchen Eltern und Angehörige zum Fest der deutschen Schule einzuladen. Im Schatten der weitausladenden Krone unserer Jahrhunderte alten Schullinde versammelte sich alsdann die ganze Gemeinde und folgte mit gespannter Aufmerksamkeit den Darbietungen der Kinder. Volksdeutsche Gedichte, Sprechchöre und Lieder, in die Ansprache des Lehrers sinnvoll Ungeordnet, fanden starken Wiederhall in den Herzen der Zuhörer. Gestützt auf sehr eindringlich redende Zahlen entwarf der Redner Lehrer P l o ch vor allem den Kindern ein anschauliches Bild von der geistig- seelischen Not der deutschen Brüder im Ausland Inzwischen war der Geschäftsführer der Landes dienststelle Hessen, Hessen-Nassau, Dr. G ö b (Frank- furt), erschienen, der ein ausführliches Referat er- stattete. Zunächst sprach er über den Aufbau und die Stellung desDeutschenGemeindetags, der durch das Reichsgesetz vom 15. Dezember 1933 eine neue Rechtsgrundlage erhalten hat. Die vielen früheren Verbände, die oft gegeneinander regierten, find weggefallen, alles, Stadt und Land, find vereint und sollen sich zusammenfinden zur Ueberwin- düng der gemeinsamen Not. Der Gemeindetaa ist für die Gemeinden da, nicht umgekehrt. Die Landesdienststelle Hessen-Hessen-Nassau vereint 3400 Gemeinden. Der Blick ist über die Kirchturmspitze der Einzelgemeinde hinaus auf das Wohl des Ganzen zu richten. Der Redner wies auf die katastrophalen Verhältnisse in den Gemeinden vor dem Umschwung hin und zeigte, welche große Besserung schon in den anderthalb Jahren durch die Regierung erzielt worden sei. (Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Umschuldung u. a.) Nörgler und Kri- 00 Schotten, 17. Sept. Im Rathaussaal zu Schotten fand eine Versammlung des K r e i s v e r - bandes Schotten des Deutschen Gemeindetags statt. Vom Kreisamt waren Kreisdirektor Z ü r tz , Reg.-Assessor D e n z e r , Verw.- Jnspektor Müller und Verw.-Obersekretär Alles erschienen, ferner Oberreallehrer Buß. Nach Begrüßung durch den Vorsitzenden des Kreisverbandes, Bürgermeister M e n g e l (Schotten), wurde zunächst eine Reihe von wichtigen Verfügungen des Deutschen Gemeindetags, Landesdienststelle Hessen-Nassau, bekanntgegeben. Der Hessische Gemeindetag ist nunmehr in die Landesdienststelle Hessen - Hessen-Nassau, Sitz Frankfurt, eingegliedert worden. Kre-iskommunalfachberater Buß (Schotten) hielt dann einen von echter Heimatliebe getragenen Portraa über Naturschutz. An Hand des Hess. Naturschutzgesetzes vom 14. Oktober 1931 erklärte der Redner den organisatorischen Aufbau der Stellen, denen der Naturschutz übertragen ist. Hessen ist in zehn Bezirke geteilt, Oberhessen in Bezirk Vogelsberg, südliche Wetterau, nördliche Wetterau, Taunus, Gießener Becken, nördlichen Vogelsberg. Die Leitung der Bezirke haben Obmänner, die Unterstützung von weiteren sachkundigen Personen, den Forstämtern usw. finden. Auch die Gemeindeverwal- Lanvkreis Gießen. » Alten-Buseck, 17. Sept. Am vergangenen Sonntag wurde der Tag der deutschen Schule in einer Abendveranstaltung im Saal von Ph. E i n h ä u s e r gefeiert. Die gesamte Leitung lag in Händen der hiesigen Lehrerin Frau Sarg. Ein reichhaltiges Programm gestaltete den Abend, der unter dem Motto stand „Volk will zu Volk". Die Schulkinder trugen Gedichte und Lieder vor. Mandolinenklub, Männergesangoerein und Frauenchor brachten Volks- und Vaterlandsliader zu Gehör. Der Turnverein stellte mehrere lebende Bilder. Alles Dargebotene zeugte von großer Liebe zur Sache und wurde begeistert ausgenommen. Im zweiten Teil der Feier hielt Frau Sarg die Festrede. Ihre Ausführungen boten ein klares Bild über die Entstehung des Auslandsdeutschtums. Sie zeigte die Nöte und Schwierigkeiten, mit denen unsere Brüder in fremden Landen um die Erhaltung ihres Deutschtums zu kämpfen haben, von weich' großer Bedeutung ihre Erhaltung für unser Volk und Vaterland ist. Sie forderte alle Besucher auf, den VDA. tatkräftig zu unterstützen, in dessen Händen die Betreuung der Ausländsdeutschen liegt. Der starke Beifall brachte der Rednerin den Dank der aufmerksamen Zuhörer zum Ausdruck. Mit dem Horst-Wessel- und dem Deutschland-Lied wurde die Feier, die einen außerordentlich guten Besuch aufzuweisen hatte, beendet. (U Lollar, 17. Sept. Der Ta g d er deutschen Schule wurde gestern hier in schönster Weise gefeiert. Leider konnte die Feier des ungünstigen Wetters wegen nicht, wie beabsichtigt, auf dem Sportplatz stattfinden, sondern wurde im Saalbau des Gasthauses „Zur Linde" abgehalten, tote gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung für das Deutschtum im Ausland. Nach einem schneidigen Marsch der SA.-Kapelle (Dir. Kuhl) sang der Schulchor unter Leitung von Lehrer Eberle „Frisch auf, Germanenblut!" Es folgte ein von einer Schülerin der zweiten Klaffe (Lehrer: Jacobi) vorgetraaenes Gedicht „Deutschland, heil'ger Name" von Hoffmann von Fallersleben, woran sich ein Sprechchor der ersten Klasse (Lehrer: Schieserstein) schloß, in dem zu Anfang auch der Toten des Weltkriegs gedacht wurde. Die Musik schaltete an der davon handelnden Stelle das Lied vom guten Kameraden ein, wobei die Versammlung den Gefallenen eine Minute stillen Gedenkens widmete. Nach einem Lied („Zu Straßburg auf der Schanz") und einem Gedicht („Deutschland, heil'ger Name", von Hoffmann von Fallersleben) der zweiten Klasse (Lehrer: Jacobi) fang der Turn- und Gesangverein (Vors.: Harbusch, Dir.: Lehrer Eberle) die Chöre „Mahnung^ („Nun schweige jeder von seinem Leid") von Heinrichs und „Deutschland, heil- ger Name" von W. v. Baußnern. Dann hielt der Stellvertreter des Rektors, Lehrer Jacobi, eine Ansprache, in der er die Bedeutung des Tages würdigte und ein anschauliches Bild des Deutschtums im Auslande entwarf. Er gedachte besonders der deutschen Brüder an der Saar. Nach einem weiteren Lied des Turn- und Gesangvereins („Wie's dabeim war", von Wohlgemuth) trug jede einzelne Schulklasse ihr Teil zur Festfolge bei, durch Gedichte, Gesänge, Sprechchöre usw. Besonderen Anklang fanden der Reigen der vierten Klasse (Lehrer Müller), die Gedichte der fünften Klasse (Lehrer Fenchel), die Lieder der sechsten Klasse (Lehrer Eberle) und die Spiele der Kleinsten (7. und 8. Klasse, Lehrer Philippi). Auch das von Turnerinnen unter Leitung von Tumwart A g e l vor- gefüfjrte Keulenschwingen fand verdienten Beifall. Die Darbietungen der SA.-Kapelle trugen wesentlich zur Verschönerung der Feier bei. Mit einem Treuebekenntnis zu Vaterland und Führer (Sprechchor der 5. Klasse) und dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes klang die erhebende .Feier aus. 2-Sitzer, führer- fchein- u. steuerfrei, sehr gut erhalten,preiswert zu verkauf. 04553 Medebach Marburg.Str.22 Zwei groß. gebr. Danetbrflüö- öfen billig zu verkaufen. 04551 Kriupliliill. Cläre Schlesier-Allmano Goethestraße 63 unter gütiger Mitwirkung von Heina Weiler, Tenor, Mitglied des Stadttheaters. Eintritt frei. ert, billig zu verkaufen. 04554 Medebach, Marburg.Str.22. Neuw. 500 ccm Kleiner 0451s Heizkessel zu kaufen gesucht. Ernst Müller, Gärtnerei Leihgest. Weg 2 Gebrauchtes Nveak gut erhalten, zu kaufen gesucht. Schr.Preisange- bote unter 04543 andenGietz.Anz. WMous allerbeste Lage, mittlere Größe, sehr billig zu verkaufen. Schriftl. Anfragen unter 04531 a.d.G.A. Wegzugshalber vreisw. zu verk.: 1 vollständ. Bett (eichen )u.Nachtschränkchen, ein Waschtisch mit Marmorplatte u. Spiegel, 1 vollst. 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Tiefste Dankbarkeit der Vorsehung gegenüber, die uns begnadete, als Deutsche hinter den schützenden Reichsgrenzen leben zu dürfen — und eine unabdingbare Verpflichtung aller Volksgenossen zu schicksalhafter Zusammengehörigkeit nut den 35 Millionen Auslandsdeutscher: Dies muh der Ertrag des Tages des deutschen Volkstums 1934 werden. Deutsches Volkstum wird nicht untergehen, wenn der Wille zu blutsmäßiger Verbundenheit mit allen Deutschen, wo sie auch wohnen eine lebendige Macht in uns wird. In diese Mahnung ließ der Redner seine Festansprache ausklmgen. Nach der Feier blieb die Gemeinde noch eine Weile unter der Linde versammelt, um einige packende Schilderungen vom Leben der Ausländsdeutschen in den verschiedensten Teilen der Welt entgegenzunehmen. . ilzen die Schneelasten von den Kleidern. Ich e ncrtete wohl jeden Augenblick, daß sie sich mit ehern Nasenkuß, nach russischer Sitte, begrüßen riwnen. Unversehens fingen auch die Glocken an zu fjt)Drngen, und ich folgte dem Geläut, vom Pregel ritii Linen Mastenwäldern durch die Altstadt empor- f; le g-mb. Da wuchs das Schloß vor mir auf. Grau u ir) rrlefig, mit gebeiztem Stein trat es aus dem sssläf-ifchwall hervor und überwuchtete bald mit fl Ivrrner Gewalt das ganze Straßenbild. Ich ge= fi kje daß ich davon ergriffen war, an feiner Burg rar mir bisher aufgegangen, daß Bauwerke reden tÖinrn. oie schienen mir der Romantik wegen da. 2 >!S mit breiten Flanken hingetürmte Bauwerk t dt wrnft und groß und schlechthin preußisch. Es Uittölloß Geschichte, die in steinernen Malen an die gerückt mar. Der Osten ruft ... Ase Eindrücke, die ich auf einem kurzen Aufent- hisal empfangen hatte und die in einem hitzigen Thlmarsch schnell hinter mir versanken, traten viele 3lcr nach dem Kriege eindrinalich wieder vor ntiif gin. Etwas von dem Rätsel „Osten" hatte mich g kdift. Ich brach bei tunlicher Gelegenheit nach b Sanbe meiner Sehnsucht auf, um meine Ein- b rr zu befestigen und den Osten womöglich blei- «zu erleben. Ich war der hastigen Arbeit im 3llmrtriegebiet sehr müde (wiewohl ich die Ma- fdfm liebe und finde, daß eine große Magie in Weiße Magie ... Ich habe einen ganzen Sommer vertan, verstreift, am Holzfeuer fo gut geschlafen wie unter den zer- narbten Dächern Der schornsteinlosen Fischerhütten, bei den Holzfällern der Rominter Heide so gut wie bei den Philipponen an der Krutinna und den Flößern der Memel. Ich war immer bereit, Auszeichnungen zu machen, doch ich vergaß es im nächsten Augenblick und verlor schließlich mein Notizbuch. Lohnender schien es mir, aus dämmernden Buchten dem Tun der Reiher zu folgen, dem pfeifenden Flügelschlag des wilden Schwans zu lauschen, dem Trompetenton der Kraniche im Bruch. Ich sah den zottigen Elch in einer verwunschenen Nacht, er zog seine Straße durch das Wasser des Haffs, das ein siechend weißer Mond überfilberte. Ich sah den schwarzen Storch des Waldes, den Schlangentöter. Ich hörte den zirpenden Ruf der Sumpfschildkröte aus der Rohrdschungel des Niedersees und begegnete — wenn auch nur in erregenden Gesprächen mit den Waldläufern der äußersten Grenze — dem Wolf, dem großen Grauhund. Jede künstliche Erregung, die wie hoher Summerton von Maschinen anfangs in mir nachbebte, verlor sich. Ich lernte in den Gesichtern lesen. Sie waren schön wie Baum und Erde und alles Wachstum, das mich umgab. Ein Fischer war da mit einem Fächer von Runzeln um die feeblauen Augen, er war so alt, daß er seine Jahre nicht mehr wußte. Der „Alte vom Haff" nannten sie ihn, und er ist heute in meiner Erinnerung zur Mythe geworden. Ein Schäfer war da, der alle Kräuter wußte und der ein listiger Heiliger war mit der Brombeerschwärze feiner Augen. Eine masurische Bäuerin war da, die betete, ehe sie zur Sichel griff unb das Korn schnitt, sie war eine bäuerliche Madonna, unsagbar schön in der Demut ihrer Arbeit. Gesichte ... Äom Echifferklavier. Mit einem Alter von wenig mehr als hundert Jahren gehört die Handharmonika zu den Jüngsten unter den Musikinstrumenten, denn diese haben zum Teil ein sehr ehrwürdiges Alter. Aber 1829 von F. Buschmann nach dem Vorbild der Mundharmonika erfundene orgelartige Instrument, kann mit dem altchinesischen Tscheng ober Cheng verglichen werden, einem Blasinstrument, das aus einem ausgehöhlten Flaschenkürbis bestand, der als Windbehal- ter diente und vollgeblasen wurde: auf dem offenen oberen Ende des Kürbis befand sich eine Reihe von Zwölf bis vierundzwanzig Zungenpfeifen mit durch- schlagenden Zungen. Das Akkordeon, wie die Zieh- Harmonika fachmännisch genannt wird, beruht auf einem ähnlichen Prinzip und besitzt wie die Orgel eine Klaviatur und mechanische Winderzeugung. In den Handel gebracht wurde die große Ziehharmonika durch den Engländer Wheatstone, der sie auch Melophon und Concertino nannte. Daß man sie unter den Musikinstrumenten nicht als ebenbürtig ansehen wollte, ist aus einer Aeußerung in dem 1865 in Heidelberg erschienenen „Musikalischen Lexikon" zu entnehmen, in dem es heißt: „Der Klangcharakter des Instrumentes ist durchaus gemein, es wird auch bloß auf den Straßen herumgetragen und zum Tanzspielen gebraucht, wiewohl auch Virtuosen darauf sich haben hören lassen." Besonders der Vervolllkommnung des Instrumentes in den letzten Jahren ist es zu danken, daß es heute auch als Konzertinstrument anerkannt wird. Seinen Charakter als echtes Volksinstrument hat es darum aber schen den Stämmen — es waren die Schatten der |„öa)inerriaDier , au» ui verschollenen Geschlechter. Dor meinem inneren Heimweh erklingen laßt. Auge formierten sie sich zum Zuge, voran die Rit-1 •— Din. i un- its- Hetz- d der alten, lekgt, innen r Auf- ni der Reich 1848 ’ wird , fein ort). Füh> iional« intert n Ge> |ufam- lenken, mg, nd Laich ost icrbe* Die P' Men l Re- chtei! EiN! geführt ßau- * , mi fern * Kr. 220 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, 20. September 1934 Rodes Mit wir Zum Erntedanktag ist bieses Festabzeichen geschaffen worden. Es ist ein Sträußchen aus einer Getreideähre, einer Kornblume, einer Mohnblüte, einer Weinbeere unb einem Weinblatt. In den nächsten Tagen erscheint im wohlt-Derlag, Berlin, ein neues Buch bekannten amerikanischen Journalisten. Erlaubnis des Verlages veröffentlichen nachstehend ein Kapitel daraus. Inmitten feiner Tätigkeit als Kabinettsmitglied brach Mosley plötzlich mit der Labour Party und legte unter großem Aplomb sein Amt nieder, weil die Regierung sich mit seinen Plänen für die Behandlung ber Arbeitslosen nicht einoerftanben er- Mussolini empfängt in dem großartigsten Saum des großartigsten Palais in Rom, des alazzo Venezia. Hitler empfängt in den Hellen, r odern eingerichteten Zimmern der Reichskanzlei lini Berlin. Sir Oswald Mosley, Anwärter dar- Kampf um den Hausschlüssel Zn Wien soll das Sperrsechserl wieder eingeführt werden. Englands hübschester Politiker Sir Oswald Mosley/ der Führer der britischen Gchwarzhemden. Von fo. Knickerbocker. Curzon of Kedlefton und dessen Frau, der Tochter des verstorbenen Millionärs Levi Leiter. Sie hatten zwei Söhne und eine Tochter. Lady Mosley starb im Jahre 1933. verbotener Parteien boten dem Hausbesorger reiche Möglichkeiten. Wieder ward das Schicksal der Bür« ger in seine Hand gelegt, wenn die Beamten der Kriminalpolizei sich „ganz unauffällig" um die politische Gesinnung des Herrn oder der Frau P, der Partei in der zweiten oder dritten Etage erkundigten. Der Hausbesorger erteilte seine Aus« fünfte nach Wohlwollen oder Mißgunst, nach der Höhe des Reinigungsgelbes (Schreiber dieser Zeilen darf sich glücklich schätzen, dieses Reinigungsgeld in den abgelaufenen Jahren reichlich bemessen zu haben!) und seiner politischen Gesinnung. Der Hausbesorger fühlt, daß die Zeiten des seligen Metternich, zumindest für ihn, wiedergekommen sind. Er hebt bereits kühner sein Haupt, und nach einet vorbereitenden Kampagne in der einschlägigen Presse kam der große Vorstoß: Eine Abordnung der Hausbesorger Wiens erschien im Rathaus und verlangte die Wiedereinführung des „Sperrsechferl s". Nicht nur zu ihrem eigenen Nutzen, sondern auch zu Nutz und Frommen des Staates. Die Mietorganisationen setzen sich zur Wehr. Ein heftiger Kampf setzte ein, der auch auf die Tageszeitung Übergriff. Die Stadtväter aber hüllen sich in mystisches Schweigen. Und diese Tatsache verheißt Unheil! Eingefleischte Nachtbummler führen sich jetzt schon jene kalten Winternächte vor Augen, wo ein mürrischer, schlaftrunkener und sittlich-entrüsteter Mann nach viertelstundenlangem Läuten und Warten und wieder Läuten pantoffelschlürfend durch lange Gänge kommt, bis endlich, endlich das Tor aufgeht, das zu Wärme, Heim und Behaglichkeit führt. Ganz Wien ist in Sorge: der Liebhaber, die Geliebte ... der Kartenspieler und der Wirtshausbummler ... der Heurigenwirt und der Lichtfpiel- besitzer ... und last not least der Geldbeutel. Soll Metternich wirklich triumphieren? (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Wien, September 1934. Eine nicht geringe Aufregung hat die Bürger der österreichischen Hauptstadt, die Nachtbummler, „Drahrer" genannt, in diesen Tagen erfaßt. Das „S p e r r s e ch s e r l", fast vergessene Einrichtung aus längst verklungenen Zeiten, wird wieder lebendig oder soll es wenigstens nach dem Wunsche der vereinigten Hausbesorger und Hausbesorgerinnen Wiens, wahrscheinlich auch einiger neugebackener Stadtväter werden ... Wieder „Sperrsechserl"! Wer außer dem Wiener kann ermessen, was das bedeutet? Das „Sperrsechserl" ist eine Erfindung des seligen Metternich und seines berüchtigten Polizeipräsidenten Sedlnitzky. Diese beiden meinten, daß der Wiener, besonders zur nächtlichen Zeit, sei es in Dingen der Politik oder auch amouröser Natur, zu wenig überwacht sei; sie fanden, daß die geheime Kontrolle, die den Bürger von damals (nur von damals?) auf Schritt und Tritt begleitete, ihn auch in feinen geheimsten Stunden verfolgen müsse — und insbesondere dann, wenn dem Heer der Konfidenten und Geheimpolizisten der wohlverdiente Schlaf gegönnt wird. Sie verfügten also, daß dem Wiener das Recht, einen Schlüsfel zum Tor seines eigenen Wohnhauses zu besitzen, abgesprochen werde, und daß der Hausschlüssel, in einem einzigen Exemplar angefertigt, lediglich von dem zu jedem Hause gehörigen „Hausbesorger" verwahrt, betreut und benützt werden dürfe. Gleichzeitig wurde bestimmt, daß dem Hausbesorger für die Deffnung des Haustores nach 22 Uhr eine Gebühr zu entrichten fei, die mit den fortschreitenden Stunden der Nacht gestaffelt bis zu einem gewissen Hochstbetrage um 6 Uhr stieg. Dieser Oobolus erhielt vom Volksmund den Namen „Sperrsechserl" — die etymologische Bedeutung dieses Wortes umschließt ein Stück Lokalgeschichte, doch würde uns ihre Erklärung zu weit vom Thema abführen. klärte. Auf sein persönliches Prestige vertrauend, gründete er Die fogenannte Neue Partei. Da die Neue Partei nicht genügend vorbereitet war und auch nicht genug finanziellen Halt hatte, brach sie zusammen. Bei den Wahlen von 1931 konnte sie nicht einen einzigen Sitz gewinnen. Ihre Feinde hatten sie safchistisch genannt. Mosley dachte über die Niederlage nach, untersuchte seine poli« tischen Ideen, kam zu Dem Schluß, daß sie wirklich faschistisch seien, und entschied sich dafür, den riskanten Schritt zu tun und f i ch offen zum Fa- schismus zu bekennen. Er gründete die Britifche Fafchisten-Union und verbrannte mit dieser Tat die Brücken zur „respektablen" Politik hinter sich. Es läßt sich kaum denken, daß Sir Oswald einen Zweiten Umschwung inszenieren könnte, wenn er mit dem Faschismus Schiffbruch erleiden sollte. Die Labour-Presse macht ihn vor den Proletariern lächerlich. Die Konservativen reißen würdevolle Späße auf seine Kosten. Sie alle erklären, England könne Schwarzhemden und das Grüßen mit dem vorgestrecktem Arm nicht verdauen. Aber Sir Oswald glaubt, daß England es lernen wird, Gefallen Daran zu finden. „Die Engländer", erklärte er, „sind imstande, großes Temperament an den Tag zu legen. Ich habe viele Reden vor lateinifchen Menschenmengen gehört, aber bei englischen Massen habe ich größere Ge- fühlskundgebungen gesehen als bei allen lateinischen. Das ist ein Element in der britischen Psychologie, das unsere Gegner übersehen. Sie scheinen zu glauben, daß der britifche Mensch keinerlei Romantik in sich habe. Er hat sehr viel davon. Er liebt Paraden, Uniformen, Flaggen und Musik." für England ist, so wie Uncle Sam für Amerika. Er genoß seine Erziehung in der vornehmen Public School Winchester und wurde, da er den Soldatenberuf ergreifen wollte, Kadett in Sandhurst. Als Offizier bei den Sixteenth Lancers zog er in den Krieg, ließ sich zur Royal Air Force versetzen, wurde im Jahre 1916, als seine Beinverletzung nicht heilen wollte, als Invalide entlassen und begann 1918, als Zweiundzwanzigjähriger, seine politische Laufbahn als Parlamentsmitglied für die Torypartei. Der junge Aristokrat, der dank feiner Rednergaben immer mehr Anerkennung fand, rückte allmählich nach links. 1922 wurde er Unabhängiger, 1924 Parlamentsmitglied für die Labour Party. Sein Aufstieg war meteorenhaft. 1929 war er, als Dreiunddreißigjähriger, Kabinettsmitglied in der Labour-Regierung. Eine brillante Heirat mit Lady Cynthia, der Tochter des verstorbenen Marquis Damit war es in der Tat dem Unzufriedenen, dem Gegner des Systems, sehr schwer gemacht, feine Gesinnungsfreunde zu nächtlicher Beratung in seine Wohnung zu nehmen; nicht minder schwierig aber fiel es auch dem liebesdurstigen Jüngling, den strengen Codex der Theresianischen Sittenkommission zu durchbrechen, und einen mit feiner Herzensdame vergnüglich angebrochenen Abend in seiner Wohnung zu beschließen, lieber die geheimsten Regungen der Politik wie des Herzens, über die Sicherheit des Staates und die Moral des Wieners wachte der — Hausbesorger! Die Nacht ist des Guten Feind, so dachten Metternich und sein Polizeipräsident. Sie hoben deshalb den bis zu ihrer Zeit bescheidenen Hüter des Hauses zu einer ungeahnten Stellung. Der Hauswart wurde zum moralischen Kontrolleur aller ihm zugehöriaen Mietparteien, er wurde eine Hauptperson des öffentlichen Lebens — gehaßt und umschmeichelt wie ein Großer. Ganz zu schweigen von der finanziellen Seite der Angelegenheit: War schon der normale Eingang an Sperrgeldern eine nicht zu verachtende Einnahmequelle, — was für Möglichkeiten an Bereicherung boten erst die Bestechungsgelder der Nachtschwärmer und Schwerenöter, die Schweigesummen für inniges Abschiednehmen in Tornischen und auffallendes Promenieren vor dem Fenster der Schönsten! Regierungen kamen und gingen, Verfassungen stürzten, die Freiheit kam, und das allgemeine Wahl- recht — das „Sperrsechserl" aber blieb, blieb fast durch hundert Jahre. Und es war zweifellos die „glorreichste" Errungenschaft der Revolution von 1918, die dem Wiener Das Verfügungsrecht über feinen Haustürfchlüffel zurückgab. Der Sturm, der den Kaiser und König vom Thron stürzte, entthronte auch die Macht des ungekrönten Königs von Wien: des Hausbesorgers. Jedoch die Zeiten ändern sich. Seit einem Jahr ist die Stellung des Hausbesorgers sichtlich wieder im Steigen begriffen. Die Verfolgung der Anhänger iVor zwanzig Jahren flog Mosley als junger Dann, dem noch aroei Monate zur Vollendung sines achtzehnten Lebensjahres fehlten, über die duschen Linien. Später stürzte er ab, und heute if sein rechtes Bein um fünf Zentimeter kürzer als sen linkes. Dennoch hinkte er nicht, als er seinem (gift entgegenging, um ihn zu begrüßen. Trotz seiner Verletzung wurde er im Kampf um die bri- ti|fie Fechtmeisterschaft Zweitbester. Sie Flieger spielen eine bedeutende Rolle im (jf, der Mussolini oder der Hitler Englands zu rerben, empfängt in dem primitivsten Zimmer des litten klösterlichen Gebäudes, das man in London bis Schwarze Haus nennt. Mussolini und Hitler bitten in ihren Anfängen gleichfalls primitive ßuartiere, ober anspruchsloser konnten diese auch Ncht sein, als das des Mannes, der von seinen finden ein „Filmschauspieler" genannt, von seinen Anhängern aber als der Heiland Englands bejubelt etropäischen Faschismus. Balbo in Italien, r i n g in Deutschland, und nun Mosley in G-glaub haben sich an die Spitze gestellt. „Ja, das Sbnpfen in der Lust ist etwas Faschistisches", rief Oswald aus. Er saß an einem wackligen E7)reibtisch. Davor standen zwei einfache Stühle. I' einem offenen Kamin brannte ein winziges F'uer, aber (eine Wärme blieb ziemlich einflußlos in dem großen kahlen Raum, dessen Türfenster in Rücken Sir Oswalds offen stand. Ich mußte mimen Mantel anbehalten, auf Sir Oswald jedoch, de nur das schwarze Jerseyhemd und die schwarzen H en seiner Bewegung anhatte, schien die Kälte be Londoner Vorfrühlings keinen Eindruck zu Mchen. -in großes Porträt Mussolinis, mit dem 6 Oswald eng befreundet ist, blickte auf uns her- at Neben dem Bild hing ein Rutenbündel. In eil *m anderen Zimmer hing eine von Mussolini 31m Geschenk gemachte Standarte, die die Inschrift trip: „Britische Faschisten-Union, für König, Reich un internationale Gerechtigkeit". „Der klassische Munn", bemerkte Sir Oswald, auf Mussolini hin- trcjenb. Er sprach mit knabenhafter Begeisterung. Etme kräftige, doch jugendliche Gestalt ist hoch und chvnk, das Haar trägt er glatt zurückgekämmt, eil Schnurrbart ist schwarz. „Dieses Gleichgewicht", ul- er fort, „das Musiolini hat. Es ist das Gleich- |?tiid)t der Männer der klassischen Zeit." (!ir Oswalds eigenes Profil mit der vorfprin- gtmen Slafe und den klaren Linien könnte sehr »all itaUenisch fein. Seine Feinde haben ihn ll'örrifd) den hübschesten Politiker in England ge= ; Itint. Er ist ein Sportsmann. An den Wänden ijinnen Fechtklingen. „Auch Mussolini ist Fechter", Jxraertte er. „Ich habe niemals mit ihm gefochten, pc man sagt, er sei gut. Ich habe früher auch, |ter.:ngen. Aber jetzt habe ich die Meisterschafts- : loryfe aufgegeben, sie sind zu anstrengend." !ton den Faschistenführern Europas ist Mosley sser. einzige von adliger Abstammung. Er ist erb- Ijichr Ritter, der sechste Baronet seines Geschlechts. ! Di( Baronie wurde im Jahre 1781 geschaffen. I Biri r seiner Vorfahren war das lebendige Vorbild mi der Urheber des John Bull, der das Symbol 5. 6. Wolfs Stellungnahme 311 den schal nossen wie auch zu den Vorklassikern Weltanschauliche Grundlagen der Raffensrage Professor Or. Onken spricht im 7K5E8. des Kreises Gießen. * Dr. Kurt Borges: Der Musikkritiker Hugo Wolf. Erschienen im Magdeburger Tromm- ler-Derlag. Gebunden 4 Mark, kartoniert 3 Mark. — (139) — Aus der Provinzialhauptstadt das ncr <1 3 Säcken sitzt die ganze Gesellschaft und denkt an leibliche Wohl. An Appetit fehlt es nicht. Sie blieben bewußt eine unerschütterliche Ein- heil, indem sie jedem fremden Blute Eingang in ihr deutsches Volkstum verwehrten. Allein dadurch fei es möglich gewesen, daß sich Im Laufe von 150 Jahren aus den 23 000 deutschen Menschen ein Volk von 750 000 Seelen entwickelt habe, das Reichtum und Ansehen gewann und seine deutsche Art bis in das Letzte bewahrte. So eine Ruhepause beim Kartoffelausmachen oder -lesen ist das Schönste bei der ganzen Arbeit. Die Hausfrau hat nicht das Schlechteste für die lcißigen Arbeiter eingepackt. An warmem Kaffee ehlt es nicht, auch ein Stück Zwetschenkuchen mun- det im Felde viel besser als zu Hause, von den juten Stücken aus der Räucherkammer ganz zu chweigenl Wenn.alle gesättigt sind, bleibt man noch einige Minuten zum Plaudern sitzen. Gar manche Dorfneuigkeit muß hier besprochen werden. Dann ruft aber der Acker wieder zu neuer Arbeit. Bis spät in den Nachmittag hinein haben die fleißigen Ausmacher zu tun. Am Abend, manchmal schon in der Dunkelheit, kommt der Wagen, um die Säcke heimzubringen Die Kinder haben inzwischen das trockene Kartoffelkraut zusammengetragen und angezündct. Die Flamme des Feuerchens erleuchtet das Feld ringsum, die Kinder springen durch den Rauch, der sich mit dem aufziehcnden Herbstnebel vermischt, und holen sich die gebratenen Kartoffeln aus der Asche. Run sind alle Säcke aufgeladen. Es geht heimwärts. Bon allen Seiten rasseln die Wagen ins Dorf. Beim Schein der Lampe wird abgeladen. Die Keller füllen sich. Das sind die schönsten Abende für den Bauer. B. Oer Landesführer der Inneren Mission ELP. Zum Landesführer des Landesverbandes der Inneren Mission in Nassau-Hessen wurde im Einvernehmen mit dem Landesbischof und dem Reichsführer der Inneren Mission der Direktor des Hessischen Landesvcreins für Innere Mission, Pfarrer Röhricht, berufen. Die Geschäftsstelle des Landesverbandes der Inneren Mission befindet sich in Darmstadt. NS.-Do>kswohlfahrt. Ortsgruppen Glchen-Rord und Glehen-Ost. Am Freitag, 21. September, abends 8.30 Uhr, findet im C a f 6 Leib, Walltorftraße, aus Anlaß der Feuerschutzwoche ein Lichlbildervortrag: „Feuerschutz" der Ortsgruppen Gießen-Nord und Gießen-Ost statt. Hierzu werden sämlliche Mitglieder der NS.- Bolkswohlfahrt, sowie die Angehörigen der Gießener Feuerwehren eingeladen. Die Wichtigkeit des Vortrages erfordert vollzähliges Erscheinen aller Mitglieder und aller Feuerwehrleute. gez.: Jockel, Ortsgruppenamtsleiter. gez.: Zimmer, stellv. Ortsgruppenamsleiter. Daten für DonnerHtag, 2V.LePtember. 1898: der Dichter Theodor Fontane in Berlin gestorben (geboren 1819); — 1932: der Maler Max Slevogt in Neukastell bei Landau (Pfalz) gestorben (geboren 1868). Unter starker Beteiligung der Lehrerschaft der s gegenüber seien die Deutschen von ganz anderen Stadt und des Kreises Gießen hielt gestern nach- Voraussetzungen für die Siedlung ausgegangen. Hugo Wolf bewerten, der gegen alle abgestandene Tageskritisiererei Front macht und den Atem in sich fühlte, gegen den einen (Brahms) und für den andern (Wagner) sein Urteil abzugeben, obwohl die umgekehrte Geisteshaltung in der kritischen Entscheidung der dainaligen Zeit angebracht war. Nachdem der Verfasser die Zeltsituation m Wien gegen Richard Wagner gekennzeichnet hat, zeigt er, mit welch fanatischer Hingebung Wolf seiner Tätig- keit nachging. Hier prallen stärkste Gegensätze aus- einander: Hanslicks formal und inhaltlich mehr ästhetisch angelegte Besprechungen und Wolfs lite- rari ch-musikalische Auffassung, die den Grundton des Werkes- in der Dichtung sieht. Bedeutet für Hanslick Wagners „unendliche Melodie Auflösung der Form und der Symmetrie, ja, der must- kalischen Logik überhaupt, so erlebt Wolf Wagner aus dem Geiste tiefsinniger Wortmusik. Hanslick hängt an einem formalbedingten System und kann sich nicht von der Welt der Oper trennen, Wolf dagegen lebt in der Klangwelt des Musikdramas, in dem die Dichtung einen breit aufgesetzten Akzent Hugo Wolf als Musikkritiker eine Buchbesprechung. lose war der Unfreie, der Knecht. in(v Im Felde habe der Soldat immer von ,.w, Kompanie" und von „meinem Kompamefuri gesprochen, wenn er beiden ganz verbunden Das Gleiche bestimme das Verhältnis zwischen . ter und Kind, weil auch hier eine bedingunst^ Zusammengehörigkeit bestehe. Und der gleicp« griff sei begründet in den Ausdrücken „meine „Mein Beruf". .,, . Lange Zeit habe der Erzieher nichts tm ’ dieses Gemeinschaftsgedankens wirken tonnen-u t unsere Formen seien nach dem Kriege ams' worden. Und Adolf Hiller sei deshalb der grow- , zieher unseres Volkes, weil er diesen uns mittag der NSLB., Kreis Gießen, im Caf6 Leib seine Kreisoersammlung ab, die ganz im Zeichen eines großangelegten Vortrages stand. Das gemeinsam gesungene Lied „Der Gott, der Eisen wachsen ließ" und eine feine musikalische Darbietung des Orche- sters des NSLB. leitete die Versammlung ein. Der Obmann des Kreises, Schulrat N e b e l i n g eröffnete sodann die Versammlung und gab zunächst einige geschäftliche Mitteilungen (Erfassung aller Lehrer im NSLB.,' Beitragseingang, Beitrag zum Haus der deutschen Erzieher, Aufnahme der Schul- anwärter in den NSLB., Versicherung im NSLB. In Wort und Lied, in Sille und Gebrauch seien deutsche Eigenart völlig rein erhalten worden. Das Gemeinwesen in diesen deutschen Dörfern an der Wolga sei außerordentlich gefestigt gewesen. Dir Verbindung der Menschen yabe sich nach klaren Gesetzen vollzogen. Mann und Frau wurden einander bestimmt. Frauen mußten aus erbgesunden Familien stammen, wenn sie in die Lage kommen wollten, dem Volke Kinder zu schenken. M oie Gemeinschaft der Deutschen an der Wolga sei es notwendig gewesen, daß sich jeder einzelne in den Dienst der Gemeinschaft stellte. Diese Forderung könne — der Redner kam nun auf unsere Gegenwart und auf unser völkisches Leben in der Jetztzeit zu sprechen — nicht irgendwie ausaeweitet werden. Die Gemeinschaft musst aus der Kameradschaft erwachsen und die Kameradschaft müsse so verstanden werden, wie sie tm sielde, im Weltkrieg, verstanden worden sei. Es habe tn den Kriegsjahren, an der Front — ohne den Zwang eines geschriebenen Gesetzes — kein Ausbrewen geben können. Der Individualismus sei dort unmöglich gewesen. Aus den Augen des Kameraden > habe den Kameraden das ganze Volk angesehen- Das wußte jeder. Und jeder habe sich an der zu Hause gefühlt, habe in der Front eine Hem«' erfühlt Was die Menschen an der Front des W- krieges bestimmte, sei das Unmittelbare des gemeii»- sam verbundenen Lebens gewesen. Den forbernot-- Augen des Kameraden habe man nur zu folge" brauchen, und dann war man der anständige Keru Tacitus habe einmal von den Germanen getagt, daß sie kein geschriebenes Gesetz brauchten, ®,!! andere Völker, weil bei ihnen Sitte über ber Gt- meinschaft stand, weil sie in und unter der ©in" lebten. Alle selbstgemachten Gedankenkonstruktione" könnten vor dem Begriff der „Sitte" nicht bestehen. Die Unmittelbarkeit des gemeinsamen Lebens verlange, daß das Tun des einen immer nur dem anderen diene. Heimat, so fuhr der Vortragende fort, sei W im Sinne seiner Bewohner gestaltet. 6iH< ' im Sinne der Germanen das gewesen, .a Erhaltung des Volkes diente. Dem gleid)btocu sei das Wort unserer Gegenwart „Gemeinnutz V ' vor Eigennutz!" Das geschriebene Gesetz 10 , einem den „feinen Kerl" nie bescheinigen. .. L. Das germanische Wesen habe im bauen«1# i Leben gewurzelt. Der Besitz sei das artgcmoo® V i wesen. Die Bestellung des Besitzes habe im i der Gemeinschaft gestanden und der Besitz h - tue Gemeinschaft eingeordnet gewesen. Der Di.. usw.) bekannt. Professor Or. Ouken sprach dann über das Thema „Die weltanschaulichen Grundlagen der Rassenfrage". Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Die Frage der weltanschaulichen Grundlagen der Rassenfragen stelle sich vor ur^ als eine sehr ernste Frage und als eine Forderung. Dec Nationalsoziu- ltsmus erstrebe die R a s s e n h y g i e n e , unter der er zunächst die Entfernung des Untragbaren verstehe. Die Situation in der Gegenwart sei außer- ordentlich ernst. Die Zahl der erblich Geisteskran, ken habe sich in den 10 Jahren nach dem Kriege verdoppelt. Das bedeute eine große Gefahr für den gesunden Teil unserer Volksgenossen. In Deutsch- land gebe es heute etwa 2 Millionen Pfleglinge. Erziehern in den Hilfsschulen sei es gut bekannt, wie zahlreich die Geschwister der Hilfsschulkinder seien. 12 bis 14 Kinder seien in solchen Familien ersichtlich wird. Aus hohem Verantwortungsgefühl heraus richtet Hugo Wolf seine kritische Stimme auch gegen die Fachkollegen, hier bemüht er sich, „durch Aufrichtig- keit der Gesinnung dem allgemeinen Stand des Kritikers Rechnung zu tragen, um auch damit zu- gleich das Ethos und das Prinzip der kritischen Sendung zu charakterisieren." Im Impuls des inneren Mitgehens ist er dann nicht sehr wählerisch in Worten. „Wahrheit ist nicht die Sprache der Hoflich- keit, diese ist die Sprache der Diplomaten. Er ist eben Kritiker, nicht Feuilletonist; ein Richter, der zwar nicht verurteilt, sondern abwägt. Heber Werk- und Leistunaswertung hinaus wendet sich Hugo Wolf dem Sein und Werden des Musiklebens mit dem Ziele der Kunstverbesserung zu. Programme, Spielpläne, Art und Form des Konzertwesens, Publikum u. a. m. zieht er in Öen Blickpunkt; insbesondere eifert er geaen die 93er- quickung geldlicher und künstlerischer Interessen. „Wolf kämpfte in dauerndem ©pannungsAU- stände, schmerzhaft erfüllt von der Tragik des tritt- chen Daseins überhaupt, die ihm inneres Müssen, anderen unentbehrliche Erfüllung eitler Schreib- Oie Zulassung von Theateraufführungen. Auf Grund der Verordnung zur Durchführung des Theatergesetzes vom 18. Mai 1934 hat die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Doltstum für die Zulassung zur 93er- anstaltung von Theateraufführungen als untere Verwaltungsbehörden für das Land Hessen bestimmt: ür die Städte Darmstadt, Offenbach, Gießen, Mainz und Worms die Bürgermeistereien dieser Städte, für alle übrigen Orte des Landes die zu- tänbigen Kreisämter. Platzkonzert unserer Militärkapelle. Das Mufiktorps unseres Bataillons wirb unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e am nwr= gigen Freitag, 21. September, von 18 bis 19 Uhr, ein Platzkonzert am Liebigbenkmal mit nachstehen- ber Vortragsfolge veranstalten: 1. Somme-Kämpfer! Marsch von Slleberitz. 2. Ouvertüre z. Oper „Die Nürnberger Puppe ernte setzt jetzt ein. Frühmorgens, wenn Gräser unb Blumen noch ..uh vom Tau sinb, wenn schwere milchige Nebel über Walb unb Felb liegen, ziehen bie Bauern hinaus auf ihre Kartoffeläcker. In ber Frühe arbeitet es sich am besten. Die Auswerfmaschine ist auf vielen Aeckern vorgefahren; sie ist schon mitten in ihrer Tätigkeit. Da, wo noch vor wenigen Tagen die grünen Stauben stauben, leuchten jetzt bie Hellen Schalen ber Kartoffeln. Wie Aepfel liegen sie da. Sie brauchen nur aufgelesen zu werben. Das trockene Wetter ist ausgezeichnet für bie Arbeit des Auswerfens. Ist bagegen ber Herbst feucht unb naß, bann müssen alle Bauern roieber zum Karst greifen, um bie Kartoffeln auszuhacken. Das ist freilich eine Arbeit, bie etwas aufhält. Am sichersten aber kommen so bie Knollen aus ber Erbe. Alle Siebter unb Kleinbauern wissen sowieso nichts von ber Auswerfmaschine. Jahr für Jahr ziehen sie mit bem Karst ober mit ber Grab- schipptz hinaus auf ihr Lanb. Meint es ber Himmel nicht gut, bann kann biefes Aushacken mitunter sehr unangenehm werben. Ich weiß aus früheren Jahren, bah bie Aecker so naß waren, baß jsbesmal, wenn wir ben Stock herausgeholt hatten, sich bas Loch sofort mit Wasser füllte. Dabei war bie Hälfte aller Kartoffeln schon verfault. Kartoffelausmachen Die Dreschmaschine hat ihre Arbeit getan. Scheunen unb Speicher sinb gefüllt. Nilr bie Keller sinb noch leer. Aber nicht mehr lange. Die Kartoffel- Unerbittlich ist ber Kritiker Wolf in den aus dem Werk erwachsenden Forderungen an die Leistungen ber einzelnen Darsteller; hier sinb seine Berichte stets sachlich funbiert, prägnant, kritisch abgerunbet. Durch Vergleiche ber Auffassungen verschiebener Darsteller berfelben Partie bereichert unb klärt er bas Urteil; Kampf sagt er bem kürzenben Rotstift an. (Aus Raumgrünben muß leiber bavon ab- gesehen werben, Proben biefes kongenialen kritischen Nachschafiens zu tv ben.) Das Bilb bes Kritikers Hugo Wolf vervollstanbigt ber Verfasser burch zahlreiche Beispiele, aus denen Wolfs Stellungnahme zu den schaffenden Zettge- nosien wie auch zu den Vorklassikern und Klassikern führen mußten. , , , _ Hanslicks Einstellung richtet sich fast ausschlieh- lieh aus bas rein Musikalische unb Formale bes Werkes, bei ihm herrscht bas systematisch-formal gestaltenbe kritische Prinzip; bagegen legt Wolf bas Hauptgewicht auf bas literarisch unb gefühlsbetonte,, empfinoenbe Element, auf ben seelischen Gehalt. „Hanslick betrachtet in peinlicher Drbnung bie vor- gelegten Dinge genau unb mit ästhetischem Rückhalt. roährenb Wolf mit der ganzen Leidenschaft der Musikerseele seinen künstlerischen Willen durch- zusetzen versucht." • Wesentlich anders als bei Brahms ist Wolf in feiner Stellungnahme zum Gesamtwerk Richard Wagners, „dem er über die bloße Gefolgschaft hinaus feine ganze Existenz verschrieb." „Der lebendige aktive Umgang mit der Musik R Wagners zwingt ihn zur schöpferischen Kritik, die eine auffallende Frühreife in der Urteilsgcbung darstellt." „Wir müssen an den beiden Polen Brahms und Wagner die ethische Persönlichkeit des Musikkritikers keine Seltenheit. Viele erbgefunbe Familien müßten jenen gegenübergestellt werben, wenn überhaupt erst ein Gleichgewicht erzielt werden sollte. Einer einzigen solchen dem (Erbgut nach minderwertigen Familie mühten nach dem heutigen Geburtenstand acht erbgefunbe Familien gegenübertreten. Um so notroenbiger sei es beshalb, baß alles bas ausgeschieben werbe, was nicht imftanbe fei, „Volk" im eigentlichen Sinne zu fein. Die Aufwendungen ür den Fürsoraezögling (von feiner Aufnahme bis zu feiner Entlassung) betrügen insgesamt etwa 15 000 Mark, ein Betrag, mit bem drei erbgesunden Menschen eine sichere Existenz gegeben werden könnte. Wie oft müsse man dabei aber noch erleben, daß ein Fürsorgezögling bereits kurz nach seiner Entlassung straffällig werde. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich ber Rebner eingehenb mit bem tieferen Sinn Der Begriffe „Volk" unb „Volkstum". Unsere jüngere Geschichte habe, so führte er u. a. aus, ein drastisches Beispiel für Dolkwerduna und Volk: Vor etwa 150 Jahren habe es eine Zarin, eine Prinzessin aus deutschem Geblüt, verstanden, durch ihre Werber etwa 27 000 deutsche Menschen und außerdem etwa 9000 Franzosen unter großen Versprechungen zu sammeln unb nach Ruhlanb ühren zu lassen, um von ihnen bie weiten unbe» iebelten Gebiete kultivieren zu lassen. 23 000 beut- Aber trotz allebem! Es würbe weiter gehackt. Unb ich erinnere mich, baß es in einem Herbst schon stark gefroren hatte, baß wir beim Hacken so mit bem Karst anziehen mußten, als ob wir bas Lanb roben wollten. Wenn ber Stock glücklich herausgezogen war, bann lag bie gefrorene Erbe in harten, dicken Brocken um uns herum. Dabei wehte eine eiskalte Luft. Daß an solchen Tagen das Ausmachen von Kartoffeln keine Freude macht, wird niemand bezweifeln. Wer aufmerksam beobachtet, kann feststellen, daß in den letzten Jahrzehnten die Kartoffelernte sich von Jahr zu Jahr etwas verschoben hat. Denn eben sind noch Die schönen Tage Wer weiß, wie es im Oktober ist! Welche Lust ist es, gerade aus der trockenen Erde die sauberen Knollen herauszuholen. Wenn sie auch nicht so dick sind, wie tn früheren Jahren (die Trockenheit von 1934 wirkt sich hier aus), so ist das nicht so schlimm. Dafür bekommen wir eine größere Menge. Truppweise stehen bie Ausmacher auf bem Acker unb nennten Reihe für Reihe vor. Die Kärste fliegen burch bie Luft, bohren sich in die Erde, und ein scharfer Ruck bringt die Pflanze mit ben Knollen an bie Oberfläche. Nun werben sie sortiert, bie kleinen kommen auf befonbere Haufen, bie großen in bie Körbe. Bald füllen sich bie Säcke. Es ist ber Stolz ber Bauern, wenn halb eine lange Reihe prall gefüllter Säcke auf bem Acker steht. Hat sich die Sonne durch ben Nebel gekämpft und wirft heiße Strahlen auf die (Erbe, bann wirb ge- srühstückt. Auf leeren und umgeroorfenen vollen Dem Liedschöpfer Hugo Wolf wurde feine Tä- tigkeit als Musikkritiker, die er knapp vier Jahre lang am „Wiener Salonblatt" (1884 bis 1887) ausübte, zu einem bisher noch nicht hinreichend und sachlich gewürdigten wichtigen Moment seiner künstlerischen Entwicklung. In lebendiger Wechselwirkung zwischen kritischer Betätigung und der eigenen künstlerischen Situation läßt diese Zeit bei Hugo Wolf ein starkes Bewußtsein schöpferischer Kraft er- wachsen, bie bann in ben fonunenben Werken nach- hallenben Nieberschlag findet. Zum anbern wirb sein literarisch-kritisches Schaffen „zur Deutlich- machung seiner Gestalt bas beste Spiegelbilb seiner expressiven unb babei boch so feinfühlenben Persönlichkeit." v , _ Als Kritiker fühlt sich Hugo Wolf weber als Der- freier einer bestimmten Schulrichtung, noch geht er von einseitiger musikhistorischer ©runbemftelluiig aus; seine künstlerische Natur läßt ein kritisches Be- wußtsein auf eigenschöpferischer Basis erstehen, bas „ben Mut zur Stellungnahme, zu freubigem 93e- fenntnis unb auch zu schärfster Ablehnung sinbet. Kritisieren ist ihm nicht Berufsarbeit; er ist Kritiker aus innerer Berufung. Kampf für bas künstlerische Ibeal kennzeichnet sein persönliches Wirken. Seine Kritiken sollten keine literarischen Kunstwerke (em; jegliches Aesthetisieren, jebe raffinierte Schreib- weise, jeglicher Wortprunk lagen ihm fern „Wohl aber biente er einem ganz bestimmten Wahrheits- ibeal mit einem spontanen, aber bennoch innerlich zurechtgelegten Urteil." Als Vertreter entgegengesetzter kritischer Kunstrichtung ftanb ber vielgenannte Ebuard Hanslick Hugo Wolf gegenüber. In überaus treffenber Weise beleuchtet ber Verfasser* Wolf unb Hanslick tm gegenseitigen Reflex ihrer kritischen Beschauungen unb führt o zu einer klaren unb bestimmten Erkenntnis bes Wesens ber Wolfschen Kritik. Dabei geht ber Verfasser ausführlich auf bie kritische Methobe Hanslicks ein unb gewinnt so die Aus- blicke für eine sachliche Beurteilung Wolfs; er spürt ben inneren Gründen nach, die bei Wolf zu einem meist ablehnenden Urteil Ioh. Brahms gegenüber che Menschen hätten unter unsäglichen Entbehrungen die weiten Ebenen an der Wolga erreicht, seien dort auf ungeheure Schwierigkeiten (Klima) gestoßen, standen im Kampf mit den dort stetig um- yerziehenden Nomaden, unb mußten sich mit Blut unb Schweiß im Boben festbeißen. Die Franzosen, bie bie Wolga ereichten, hätten es sich leichter gemacht unb zwar insofern, als sie Derbinbung mit ber bärtigen Bevölkerung suchten unb fanben. Nach wenigen Jahrzehnten seien sie aber aufgesogen ge- wesen unb nur noch einige wenige Ortsnamen beuteten barauf hin, baß Franzosen ben Versuch gemacht hatten, sich im Lande anzusiedeln. Dem- gelüste war." Die Studie des Kritikers Varaes führt nicht nur das Stoffliche eindringlich vor Augen und läßt eine charakteristische Kritikerpersönlichkeit lebendig -r. muci y u i u c s . ........... werden, sondern sie rückt in diesem Zusammenhänge o Wolf. Erschienen im Magdeburger Tromm- > Fragen und Probleme in das Gesichtsfeld, die m • - - - - - ' ' " lw-~° unserer heutigen Zeit ganz besonders aktuell und | beherzigenswert erscheinen. Dr. n. Gießener Woc; nmarktpreise. * Gietzen , 20. Sept. Auf dem heuttgen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, ßanbbutter 1,35 bis 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier Klaffe S 11, Klaffe A 10'/-, Klaffe B 10, Klaffe C 9'/-, Klasse D 8'/-, Wirsing (grün), bas Pfunb 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 25, (gelb) 15 bis 20, Erbsen 30 bis 35, Rosenkohl 30, Felbsalat 80, Tomaten 5 bis 10, 3 Pfunb 25, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 40 bis 60, Kürbis 5, Pilze 35 bis 50, Kartoffeln, bas Pfunb 4'/- Pf., ber Zentner 4 Mark, Frühäpfel, bas Pfunb 8 bis 15 Pf., Falläpfel 3 bis 5, Pfirsiche 20, Preißelbeeren 28, Birnen 10 bis 15, Zwischen 10 bis 12, Junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70, Enten 90, Tauben, bas Stück 50, Nüsse, bas Pfunb 25 bis 35, Blumenkohl, bas Stück 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salat- gurten 10 bis 20, Einmachgurken (100 Stück) 100, Enbivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauck 5 bis 10, Rettich, Bunb 15, Sellerie, das Stück 10 bis 25, Radieschen, Bund 10 Pf. ♦ ** Sitzung d e s Provinzialaussckus- f c 5. Am Freitag, 21. September, 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gie- von Adam. , 3. Investitur-Marsch! Feierlicher Einzug des Johanniterordens von Richard Strauß. 4. Intermezzo und Spanischer Tanz aus der Suite „L Arlesienne von Bizet. „Albert Lortzing" über Themen aus seinem Leben von Bohne. König-Karl-Marsch von Unrath. ßen, Landgraf-Philipp'Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Den Neubau des Dr. med Schaad in Lich; hier: Klage der Dr. med. Schaad Erben gegen den Polizeibefehl bes Kreisamts Gießen vom 22. November 1933. 2 Klage bes Heinrich Müller in Ober-Ofleiben, vertreten burch Rechtsanwalt Luley in Gießen, gegen ben Polizeibefehl bes Kreisbirektors bes Kreises Alsfeld vom 8. Mai 1933. 3. Klage bes August Süßmuth gegen bie Gemeinbe Berstabt wegen Ge- Währung von Ortsbürgernutzen; hier: Berufung gegen bas Urteil bes Kreisausschusfes bes Kreises Bübingen vom 27. November 1933 4. Klage des Bezirksfürsorgeverbanbes bes Lanbkreises E chwey, vertreten burch ben Magistrat ber Stabt Eschweae, gegen ben Bezirksfürsorgeverbanb bes Kreises Frlebberg auf Erstattung von Fürsorgeaufwenbun- gen für Christine Muskat, geb. Schäfer, aus Esch, wege. ** Ein Konzert zum Besten der Wohl, fahrt innerhalb ber SS. gibt am kommen, ben Samstag ber SS -Musikzug von Hanau in unserer Stabt. Bei dieser Gelegenheit wird zum ersten Male das vom Führer beim Reichs partes, tag in Nürnberg geweihte neue Feldzeichen ber 83. SS.-Standarie in der Oeffentllchkeit gezeitz werden. .... ~ ± ** Die Zahlung reftlidjer Strom- g e l b e r für Juli betrifft eine Bekanntmachung ber Direktion ber stäbtischen Werke in unserem heutigen Anzeigenblatt. Säumige Zahler seien befonbers bar« auf hingewiesen. ♦♦ Richtigstellung. Die „Darmftäbter Zei- tung" von gestern veröffentlicht in ihrem amtlichen Teil bie nachstehend Richtigstellung: „Die in ber gestrigen Ausgabe ber „Darmftäbter Zeitung" veröffentlichte Ruhestanbsversetzung bes Kriminalin- fpeftors Peter Magolb, Gießen, geschieht mit Wirkung vom 1. Januar 1935 (nicht wie es irrig hieß: 1934)." . ** Kleine Unfälle. Die 50iahrrge Ehefrau bes Arbeiters Hammel, Asterweg 67, kam so unglücklich zu Fall, daß sie den rechten Arm brach. Die 16jährige Inge Fink, Tochter des Bergwerks- beamten i. R. Fink, Leihgesterner Weg 127, erlitt bet einem Sturz ebenfalls einen Armbruch. Durch einen Sturz vom Rade zog sich der 47 Jahre alte Fritz Hein, Afterweg 50, eine schwere Kopfverletzung zu. Der 18 Jahre alte Arbeitsmann Make lowfki, zur Zeit im Arbeitsdienstlager Gießen, erlitt bei der Arbeit einen Bruch der linken Hand. Sämtliche Verunglückte wurden in die Chi- rurgifche Klinik ausgenommen. ** Schulpersonalie. Uebertragen wurde bem Lehrer Wilhelm Albach zu Willofs (Kreis ■ Lauterbach) eine Lehrerstelle an ber Volksschule zu : Dauemheim (Kreis Büdingen) mit Wirkung vom ■ Tage des Dienstantritts an. -Barten der Tiere zu versorgen hab:' Tiere kennen diese Stimme und lassen in, denn die O-erheffen Landkreis * L e i h äsidenten von Hindenburg und ehrenden Nachruf. Die Dersamm- widmete ihm einen Eie schlagen die Brücke «fl* Oie Zeitung hilft Brücken in die deutsche Zukunft schlagen! Wie schwer es ist, Brücken des gegenseitigen Verstehens zu schlagen, führt uns immer wieder das Echo des Auslandes vor Augen: auf all die', Äußerungen guten Willens, auf die aus dem Herzen kommenden Jtufe zur Vernunft, zum Glauben an Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, zur Erkenntnis, folgt vielfach Ablehnung, Mißverständnis, um nicht zu sagen böser Wille. Ganz anders der Widerhall im Znlande: von dem innerlichen, bescheidenen Stolz auf erfüllte Micht beseelt, getragen vom Willen, verständnisvolle Mitarbeiter am Werk des Aufbaus zu sein, dürfen die deutschen Zeitungen vor die Leserschaft treten. Denn nun hat schon häufig Or. Goebbels aus seinem Ministenum den Zeitungsleuten den Dank ausgesprochen, den feder von ihnen deswegen so hoch schätzt, well er für ihn zugleich ein neuer Ansporn im Amt zum Wohle des Volksganzen ist. Oie Zeitungsleute freuen sich, zu wissen, was die Leserschaft täglich in ihren Zuschriften wiederholt: Oie Zeitung ist wirklich die große, immer neu zu bauende Brücke zum n'chtigen Verständnis alles Geschehens dn'nnen und draußen. Sie führt im Textteil den Leser an alle die Ereignisse und Fragen heran, die ihn bis ins innerste erschüttern, packen, mktreißen. Besonders öffnet sie die Herzen für die gewaltige, dauernd fortschreitende, grundlegende Wandlung der Nation zu sozialistischer und nationaler Haltung und Kraft. 3m Anzeigenteil wird die Tageszeitung in naher Zukunft stärker als je Trägerin der Bemühungen von Handel und Wandel sein müssen, die gesamte Dolkswirffchast durch ihre Teilnahme an der großen Werbung zu beleben. Denn je stärker uns von außen her die Notwendig, kekt ausgezwungeu wird, uns auf uns selbst zu stellen, desto zielbewußter muß jeder an seinem Teil nach innen hin der Pflicht nachkommen, der deuffchen Volkswirffchaft zu dienen. Dann kann mit vollem Recht jeder Leser von der Zeitung sagen? 127,* ud). r- Jahre, e Äoph lann D. (lager 1 der lir in bie! |en r lofs (i lksschli rkung I anbei ganger, ihe il> Singer i. M sich' >00 b >0 5r. MM tiW qangenen 60 Jahren. Kamerad Bonhard erläuterte den Kameraden die Aufgaben, die den Kriegervereinen im Kyffhäuserbund gestellt sind und sprach auch zur Beitragsfrage. Kamerad Klein referierte über das Schießwesen, das im hiesigen Kriegerverein besondere Förderung erfährt. Sodann sprach nochmals Kamerad Bonhard in längeren Ausführungen über die SAR. II und forderte die Kameraden zum Eintritt auf. Durch den Bezirksführer erfolgte schließlich die Weihe der Kyff- h ä u s e r f l a g g e, die er dem Vereinsführer zu — lassen sich von ihr besser leiten und führen. Man arbeite stets ruhig, zielbewußt, auf seine eigene Sicherheit Rücksicht nehmend, dann wird bei Feuersgefahr auch weniger Dieh zu Schaden kommen. zrrksfuhrer Oberleutnant a. D. 'Den Bezirksschießleiter Klein, Gießen, und "die Kameraden vom Neuhof. Er gab dann einen Rückblick auf die Entwicklung des Vereins in den ver- e r n, 19. Sept. Der K r i e g e r v e r- i" Leihgestern hielt am Sams- nur wenige vorhanden waren, kamen pro Zentner auf 4 bis 10 Mark. $ Ürm bn Berguw i übtet i amtlq )ie In i tung" h iriminö.1 ? adurch, daß man sich einer Rasse zugehörig We, dürfe nicht die Ueberheblichkeit irgendeiner ml?ren Rasse gegenüber ausgelöst werden. Wichtig ei lediglich, daß sich jeder in der uns artgemäßen Agneinschaft bewäbre. Die Gemeinschaft erhebe aber sei- die absolute Forderung zur Verantwortunqs- Gerätschaft eben dieser Gemeinschaft gegenüber. Das Meße von Natur aus in sich, daß Menschen, die iui Derantwortungsbereitschaft ihrer Volksgemein- M gegenüber nicht fähig seien, einfach nicht zur ^Pflanzung kommen dürften. Die Zwillingsfor- chieht i ,ejs ie es ir [je .'ie iefen- gle>«i ; B -K Unsere Liebe müsse bei unserer Heimat sein. Ver nicht zu Heimat und Volk stehe, schließe Ich eben selbst aus. Für ihn sei kein Platz, tzeimat hätten wir alle aber erst dann, wenn ök uns ln der und für die Heimat bewährten, wenn wir die Heimat sind und geben. Leltanschauliche Schulung könne dieses Derhält- ni; nie schaffen, es müsse aus wortloser Kamerad- sch: ft erwachsen. Sitte und Volkstum könnten aber nur aus gleichem Blut heraus entstehen. Es dürfe nhmanb glauben, daß sich zwischen einem deutschen Minne und — angenommen — einer chinesischen Fnu jemals ein gegenseitiges bindendes Verständ- nl< herausbilden könnte. Der Mann würde der Fmu ewig fremd gegenüberstehen und seinen Kin- denn auch. Der Redner erinnerte daran, daß unsrem Volkstum leider vieles verloren gegangen sei, do- dem nur noch einige bestimmt Ausdrücke in bei Sprache zeugten. brauch i; ooM • fern emeja' nai' ffluroi' erbgi agef en. Lolgi zelne nerlß [er < ni#5 bie sie ir", W eW W sei £ ! M' f ongtv 1 ber ü1 ine W t des ® )es 0eE W r ru^ änbi9e' nnen 9 auchi^ jber ö>‘. ter W' nicht Ü neu Itn^ treuen Händen gab. Dieser versprach, die Bundesflagge genau so in Ehren zu halten, wie die seit 60 Jahren dem Verein voranwehende Vereinsfahne. Der Vereinsführer dankte beiden Rednern, gedachte unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler als Einiger des Volkes, für den unser Kriegerverein freudig eintrete und brachte ein „Sieg-Heil!" auf ihn aus, dem V ein Vers des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes folgten. Im unterhaltsamen Teil wechselten Humor und Witz mit alten Soldatenliedern und Musikvorträqen ab. Hieran beteiligten sich außer dem Bezirksführer besonders die Kameraden Krämer und Held. * Watzenborn-S teinberg, 20. Sept. Am Dienstag verstarb der älteste Mann unserer Gemeinde, Johann Häuser, im Alter von 93 Jahren. • Garbenteich, 20. Sept. Am gestrigen Mittwoch feierte der Kaufmann Balthasar Häuser von hier seinen 8 0. Geburtstag. Die vielen Glückwünsche zeugten von der Wertschätzung, die der Jubilar genießt. Der alte Herr ist körperlich noch sehr rüstig und kann sehr interessant aus der früheren Zeit erzählen. Der Jubilar ist der Vater des Inhabers der bekannten Firma I. B. Häuser, Gießen. Ein anderer Sohn hat ein Geschäft in Eßlingen. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, mit seiner Ehegattin noch schöne Jahre der Frische und Gesundheit zu verleben. § Staufenberg, 19. Sept. Dieser Tage fand hier eine Hebung der Pflichtfeuerwehr statt. Gegen Mittag nahm Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier- Gießen eine Besichtigung vor. Nach der Vorführung der Geräte und nach einer kurzen Fußübung wurde ein Brandangriff im Gehöft des Schreinermeisters Sommer ausgeführt. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier gab seiner Befriedigung über die Ausführung der Hebung Ausdruck. i.landwirtschaftlichen Betrieben die Tiere sehr j hesr aus den Stallungen zu bringen sind, weil sie inrer wieder in das Feuer zurücklaufen, um an! i ird gewohnten Plätzen Schutz und Zuflucht zu i |ji»n. Sehr häufig machte man schon die Beob-! cchung, daß sich die Haustiere, besonders Schafe mit Pferde, sobald sie eine Gefahr wittern, auf, eiici Knäuel zusammendrängen, nicht mehr aus- emmderzubringen sind und daher dem sicheren Ver-1 üierlsn entgegensteuern. Besonders die hellroten tifanmen des Feuers beängstigen und beunruhigen Ne Tiere am meisten. Die drohende Gefahr drängt, f:e ufammen. Instinktmäßig suchen sich die ver-j cHg igten Tiere auch bei solcher Gefahr die dunkel- fienKefen des Stalles aus und sind von da nur mit gefcinanis in Hannover, zu einer Gefängnis« strafe von 6 Monaten und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Der Angeklagte, der vom Erscheinen zur Hauptverhandlung entbunden war, war von einem hiesigen Geschäftsmann mit der Einkassierung von 300 Mark beauftragt, die er jedoch nicht ablieferte, sondern für persönliche Zwecke verbrauchte. Fünf Wochen erlittener Un« tersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet. Das Gericht hatte sich schließlich mit dem W. H. aus Wißmar, zur Zeit hier in Hntersuchungshaft, zu befassen, dem die Anklage Straßenraub in einem Falle zum Vorwurf machte. Der Angeklagte benutzte die Gelegenheit, um einer Zeitungsgeldkaf- fiererin in der Gutenbergstraße die Handtasche mit 5 Mark barem Geld und einigen Quittungen zu entreißen und dann mit seinem Fahrrad davonzufahren. Der Täter wurde auf die Hilferufe der Kassiererin und einer Begleiterin gestellt. Die Tasche, sowie Geld und Quittungen konnten der Besitzerin wieder ausgehändigt werden. In Anbetracht der Tatsache, daß der Angeklagte über sein verwerfliches Tun offensichtlich Reue empfand und ihm zugestanden wurde, daß er aus Not handelte, erkannte das Gericht unter Annahme mildernder Umstände auf die gesetzliche Mindeststrafe von 1 Jahr Gefängnis unter Anrechnung von 6 Wochen Hntersuchungshaft. !S sm. 8es ' N läge SidjiBi swenk 1U3 (ft . ‘omit> )anau virb i -d)5PQr ■idjen 't gezi Stroi 1 id)ung | j 1 heutig übers i pflichtet, wenn unserem Führ-.r Adclf Hitler der Sieg für die Zukunft unseres Volkes gesichert werden solle. Wenn der Führer uns in der Weise fordert, wie er uns fordert, mämlich in unserem ganzen Wollen, Denken, Fühlen und Lieben, in unserem ganzen Sein, wenn er von uns das Heimatgeben fordere, so liege darin beschlossen, daß er uns nur so Heimat geben könne. Das Leben in der Gemeinschaft, in Volk und Volkstum, die Zugehörigkeit zu Blut und Boden fei eine ungeheure, nie endende Verpflichtung. Ihr leben, sich so einorben lassen, wie es ber Führer will, das heißt aber nichts anderes, als daß uns in dieser Bewährung Heimat geschenkt wird. Unfrei ist, wer sich behalten will; frei ist, wer von sich los kam, wer nur für den Andern da ist, wer Heimat gibt. Heil Hitler! (Lebhafter anhaltender Beifall!) Schulrat Tlebeling Große Strafkammer Gießen. Der schon mehrfach vorbestrafte O. R., ohne festen Wohnsitz, zur Zeit hier in Untersuchungshaft, hatte sich wegen Betrugs, Zuhälterei und Führen eines falschen Namens zu verantworten. Im Laufe der gestrigen Hauptoerhandlung erging Beschluß, bas Verfahren zwecks Anstellung weiterer Ermittlungen auszusetzen. Der Haftbefehl gegen ben Angeklagten bleibt aufrechterhalten. Schöffengericht Gießen. Dem P. W. aus Gießen wirb zur Last gelegt, als Betriebszellenleiter für bie NSBO. unb bie Deutsche Arbeitsfront vereinnahmte Beträge im Gesamtbetrag von etwa 350 Mark für sich verbraucht zu haben. Zur weiteren Aufklärung, insbefonbere Zwecks Labung von Zeugen, würbe bie Derhanblung abgesetzt. Wegen Unterschlagung würbe ber schon vorbestrafte W. G. aus Gießen, zur Zeit im Gerichts- fellenben Gemeinschaftsgebanken wieder herausfor- dk te, uns in Uniformen steckte, zueinanberführte. Straus werde ganz allmählich eine Sitte erwachsen Diese Sitte sei nicht Dogma, sondern bas £oensgebot unserer Art nach Großen-Linben kosteten geringwertige Rheinische Bohnäpsel etwa 2 Mark pro Zentner. Bessere Qualitäten, wie Schöner von Boskop Goldrenette von Blenheim und Goldparmänen, von denen aber 4. Im äußersten Notfall-, wenn zu wenig Leute ein „„„ GUllla. vorhanden sind, binde man die Tiere gleich- tagabend anläßlich seines 60jährigen Bestehens einen zeitig los, benutze em IiA zum Hinausführen K a m e r a d s ch a f t s a b e n d bei Kamerad Dem und treibe die andern mittels Stockhieben nach. ab. Der Dereinsführer gedachte zunächst des ver- 5. Kleine Schweine binde man, größere ziehe man ftorbenen Reichspräsidenten von Hindeckburg und direkt an den Hinterbeinen aus dem Stall. widmete ihm einen ehrenden Nachruf. Die Dersamm- 00 Klein-Linden, 19. Sept. Bei ber Verben. ft e i g e r u n ab e 0 0 b ft e s an ber Prooinzial- ... . . , dols straße Klein-Linden—Lützellinben kamen nur Bir- itler, der uns den Weg gezeigt habe. nen zum Aufgebot: einige Gute Luise, Pastoren- Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Füh- birnen, Sixtbutterbirnen und wenige Neue Poitou. Von großem Nachteil ist es für jeden Landwirt bei solcher Gefahr, wenn Die Stalltüren nach innen cpo^r Mühe wegzubrinaen. Am sichersten geht ein aufgehen. Hier sollte jeder Landwirt dem Baufehler Llcw wirt, wenn er bei Feuersgefahr die folgenden abhelfen und diese Türen umändern lassen, damit c|ii"te beachtet: > sämtliche Türen nach außen aufgehen. Die Haupt- l.Die Tiere einzeln und schnell losbinden. i fache hei den Rettungsarbeiten ist Ruhe, Ruhe und 2. Jedes Tier nach Möglichkeit durch jemand aus nochmals Ruhe. Jeder Lärm, lautes Rufen und vem Stall führen. Schreien sollte nach Möglichkeit vermieden werden. L. Den Pferden und Stieren Kotzen über ben Kopf Man nehme sich zwei bis drei kräftige Personen, werfen. I vor allem auch diejenigen, welche das Füttern und dankte dem Redner für feinen tiefgründigen Vortrag und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß dieses Thema einmal von so hoher Worte aus auch im NSLB. behandelt worden fei. Rasse sei kein Verdienst, sondern eine Verpflichtung und stete Verantwortung. Aus der weltanschaulich begründeten Rassenfrage heraus müßten wir zum letzten kommen, was uns nottue: zur Kameradschaft. Wir Erzieher, jo fuhr Schulrat Nebeling in Anknüp- fung an die letzten Worte des Vortragenden fort, sollten eine Kameradschaft bilden, die in sich ge» festigt ist, denn nur bann könnten wir in unserem Volke Großes bebeuten. Wenn wir uns selbst nicht eignig seien, würben mir nie in ber Lage sein, eine Jugenb zur Einheit zu verbinben. Im Sinne ber ...... ________ Schaffung ber Einheit unter uns selbst unb über ig habe bie eherne Gesetzmäßigkeit ber Erbmasse "ns hinaus müßten wir an unsere Arbeit geh. g einbeutig bewiesen. Der Wunsch zur Rassen- Wir seien ein werdenbes Volk, seien es, dank Ad beit fordere von uns die restlose Einfügung in Hitler, der uns den Weg gezeigt habe. Zemeinschaft, die Anbahnung der Kameradschaft, Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf uen yur>= ^m-uuiiciuiinen unu wenige jteue ipoiiou. (r., eiJyn,ß ajfein zu allem Einsatz für die Gemein- rer und mit dem gemeinsam gesungenen Horst-Wes- Der Zentner kam auf 2 bis 4 Mark. An der Straße Le .W Hot befähige. Der Erzieher sei in erster Linie in sel-Lied sand die außerordentlich' anregende Ver- --—......11 - rrx' • b ram !ec Kameradschaft und in ber Gemeinschaft ver- fammlung ihren Abschluß. 6. Geflügel packe man am besten in Sacke und lung ehrte das Andenken des Heimgegangenen durch _ f°rtn Sicherheit. >Erheben von den Sitzen. Hierauf begrüßte der 23er» 7. Bei Bienenstöcken verstopfe man bie Flua- einsführer bie Kameraden, besonders aber den Be- loqjer, bringe sie an einen sicheren Ort (rauch- zirksführer Oberleutnant a. D. B 0 n h a r d, Gießen, frei) unb öffne sofort bie Fluglöcher. ‘ .... .. »- . - • • • 8. Bei Stallungen mit mehreren Türen weist man bie Tiere bei ber dem Feuer entgegengesetzten Tür ins Freie. Sie Rettung von vausneren aus tzeuersgesahr 6$ ist sicher jedem bekannt, daß bei einem Brand In seiner Ansprache hob er die Wichtigkeit des Feuerschutzes hervor und gab die Anregung für die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. 8 Alten-Bus eck, 19. Sept. Bei der diesjährigen Obstversteigerung der Gemeinde und der Freiherrlich von Rabenauschen Besitzungen wurden ziemlich hohe Preise erzielt. Aepfel kosteten 5 bis 7 Mark der Zentner, Birnen 3 bis 4 Mark. Die Zwetschenernte war in diesem Jahre sehr gering, so daß fast keine zum Ausgebot kamen. wg. Großen-Buseck, 19. Sept. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt dieser Tage in der Gastwirtschaft „Zum Busecker Tal" eine außerordentliche Generalversammlung ab. Der erste Kommandant, Wilhelm Harbach III., berichtete zunächst über den Landesverbandstag in Bad-Nau- heim und über den Herbstverbandstag in Leihgestern. Ferner wurde über die Anschaffung einer zweiten Uniform gesprochen und die Gründung einer Ehrenabteilung erwogen, in der alle diejenigen Kameraden vereinigt werden sollen, die aus Gründen hohen Alters, aus gesundheitlichen oder dienstlichen Rücksichten den aktiven Dienst nicht mitmachen können. Sodann wurde über die Vorbereitungen für die Feuerschutzwoche gesprochen. Der Kommandant wies auf die ungeheuren Verluste an Volksvermögen hin, die durch Brände immer wieder zu verzeichnen seien und belegte seine Ausführungen mit aufschlußreichem Zahlenmaterial. Der Redner schloß mit dem Worte „Brandschaden verhüten ist leichter, als Brandschaden vergüten!" 0 Reiskirchen, 19. Sept. Während die Arbeiten an der Landstraße Reiskirchen—Lindenstruth —Queckbörner Abfahrt, die asphaltiert wurde, seit einiger Zeit beendet sind, wird z. Z. die Orts« durchfahrt gepflastert. Nachdem die frühere Teerdecke vollständig entfernt, das Profil erneuert und einige Stellen vollständig neu hergerichtet wurden, ist nur schon fast die Hälfte der Provinzialstraße gepflastert worden. Die Arbeiten hat die hiesig» Firma Steinbruchbesitzer Ph. Gräf übernommen, der schon seit einigen Wochen über 40 Leute beschäftigt. Man hofft, in 14 Tagen mit den Arbeiten zu Ende zu sein, damit die Durchfahrt durch den Ort wieder unbehindert vonstatten gehen kann. ck Reiskirchen, 19. Sept. Hier lief auf Veranlassung der Gaufilm st elle der NSDAP, der Tonfilm „Volldampf voraus". Mit Spannung folgten die zahlreichen Zuschauer der Handlung, die in Ton und Bild, sehr gut wiedergegeben wurde. Ein gutes Beiprogramm füllte den Abend vollends aus. <£ Reiskirchen, 18. Sept. Heute fand hier die Versteigerung des Obstes an der Provinzialstraße Gießen (Ganseburg) — Reiskirchen und Reiskirchen —Bersrod statt. Für einen Baum mittlerer Qualität und mittleren Behanges wurden 15 bis 20 Mark und noch mehr geboten. Für die ärmere Bevölkerung ist bei solchen Preisen die Versorgung mit Obst am Baum leider nicht möglich. öd Eberstadt, 19. Sept. Gestern wurde das Ob st unserer Gemeinde öffentlich ver- ft e i g e r f. Die Preise für feinere Apfelsorten lagen ziemlich hoch. Es stellte sich der Zentner am Baum schon auf 6 bis 8 Mark, während geringere Sorten mit 2 bis 4 Mark bezahlt wurden. Die Zwetschen- ernte war in unserer Gemeinde gering, der Preis infolgedessen gut behauptet. Birnen waren weniger gefragt. Der Preis lag entsprechend niedriger. — Der Landwirt H. G ö r l a ch stürzte dieser Tage, als er die Scheune für die Dreschmaschine in Ordnung bringen wollte, so unglücklich ab, daß er schwere Prellungen im Rücken erlitt und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. A Steinheim, 18. Sept. Die diesjährige Aepfelernte konnte in unserer Gemarkung weder nach der Seite der Quantität, noch nach der der Qualität befriedigen. Das Hauptobstbaumgebiet, der Kalten-Rain, zeigte nur vereinzelt vollbehangene Bäume. Zum großen Teil schuld daran war die diesjährige Trockenheit. Die auf dem Hügel besonders stark unter Wassermangel leidenden Baumbestände warfen die kaum angesetzten Früchte größtenteils ab. Ein ausschlaggebender Grund füj das Nachlassen der Fruchtbarkeit der Bäume sowie der schwachen Triebkraft neugepflanzten Baummaterials ist zweifelsohne die Baummüdigkeit des Kalten- Rainbodens. Was die Qualität des diesjährigen Obstes anbetrifft, fo klagt man hier allenthalben über häufiges Auftreten von Faulstellen an den Früchten. Die Aepfel werden dadurch im Geschmack und im materiellen Wert stark gedrückt. — Infolge der langanhaltenden Trockenperiode hat auch das Kraut stark unter Wassermangel g e - litten und blieb in seinem Wachstum stark zurück. In übergroßen Mengen auftretende Schädlinge wie Erdflöhe und Läuse richteten dann noch einen solchen Fraßschaden an, daß die Krauternte in unserer Gemarkung einer Mißernte gleichkommt. Kreis Büdingen * Nidda, 20. Sept. Unser geschätzter Mitbürger Schreinermeister F r. R e u n i n g II. ist gestern in Gießen im 87. Lebensjahre verstorben. Der Heimgegangene hat sich um unsere Stadt vielfache Verdienste erworben, z. B. in früheren Jahren durch seine hervorragende Mitarbeit im Ortsgewerbeverein und im Gemeinderat. Ferner war er viele Jahre lang aktiver Turner und auch erster Sprecher des Turnvereins. Seine Verdienste um die Turnerei wurden vom Mittelrheinkreis der DT. durch Verleihung des Kreis-Ehrenbriefes besonders anerkannt. tz. Nidda, 17. Sept. Der hiesige Zweig verein des VHC. führte gestern bei einer Beteiligung von 22 Mitgliedern eine Wanderung von L i ch nach Kloster Arnsburg aus. In liebenswürdiger Weise hatte Justizinspektor L a h l von Lich die sachkundige Führung an diesen Orten übernommen. Nach Erreichung des Endzieles, Burg Münze n b e r g, wanderte man bis zur Station Obbornhofen-Bellersheim, von wo aus man mit der Eisenbahn heimwärts fuhr. Die Teilnehmer an der prächtigen Wanderung waren sehr befriedigt. tz. Nidda, 17. Sept. In der Turnhalle fand gestern eine eindrucksvolle Kundgebung des VDA. für das Deutschtum im Auslande statt. Nach einem Eröffnungsmarsch durch eine kleine Kapelle und zwei Vorsprüchen („Deutsches Heimweh" von Oberacker, Brasilien, und „Bruderruf" von M. Kahle) begrüßte der Ortsringführer, Studienrat Braunewell, die sehr zahlreich erschienenen Volksgenossen. Zunächst legte er Ziel und Aufgabe des VDA. klar. Sodann führte er in kernigen Worten die Not des Auslandsdeutschtums vor Augen, wie ungezählte deutsche Männer und Frauen im Auslande in zähem Ringen um die Erhaltung ihres Volkstums kämpfen. Als Hauptursache dieses Vernichtungswillens sei das auf dem deutschen Volke lastende Schanddiktat von Versailles zu betrachten. Trotz aller Nöte des Alltagslebens solle kein Deutscher zurückstehen, dem Auslandsdeutschtum soweit als es in seinen Kräften liegt in jeder Weise zu Ueberzeugl Luch von der sportlichen Leistungsfähigkeit des BD21L! kommt am 23. September zum Gaufportsest auf den Universitäts- Sportplatz nach Gießen. bienen. Sprechchöre der Kinder, vaterländische Lieder, Volkstänze in deutschen Volkstrachten und ein Theaterstück, das die Not des deutschen Bauern im Dreißigjährigen Kriege behandelte, ließen erkennen, wie gerade die Jugend von dem Streben nach Pflege des deutschen Volkstums begeistert ist. Lehrer Roth (Rabertshausen) forderte in einer Schlußansprache mit kernigen Worten die Jugend auf, treu das in der Versammlung zum Ausdruck gebrachte Bekenntnis zum Auslandsdeutschtum zum Nutzen unseres Vaterlandes weiter nachhaltig zu pflegen. Mit dreifachem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland schloß die glänzend verlaufene Veranstaltung. Kreis Schotten. () Schotten, 16. Sept. Die Schulen der Stadt feierten gestern den T a g des deutschenVolks- t u m 5 und des VDA. Mittags zogen die Schulkinder in einem Propagandamarsch durch die Stadt auf den Festplatz, den Bockzahl. Hier wurden eine Reihe von Sprechchören, Gedichte, Gesänge, Reigen, Volkstänze von den Kindern aufgeführt. Studienassessor Dr. Ohr hielt eine Ansprache über die Volksverbundenheit, die Tätigkeit des VDA. und seine Ziele in der Welt. In das Sieg-Heil auf den Führer stimmte die große Menge begeistert ein. x Schotten, 17. Sept. Am vergangenen Samstag traf eine Exkurfion von Starkenburger Riedbauern unter Führung von Oberlandmesser Nies auf einer Besichtigungsfahrt durch Oberhessen in Schotten ein. Nach einer Besichtigung der Stadt, Begrüßung durch Bürgermeister Menget, Einnahme des Mittagessens im „Gambrinus" fuhren die Teilnehmer, begeistert über die Schönheiten unseres Vogelsberges, weiter über Hoherodskopf, Niddertal, nach Lißberg. — Gestern wurden in einem feierlichen Gottesdienst die ca. 8 0 Konfirmanden des Kirchspiels Schotten in den Konfirmandenunterricht eingeführt. Dekan Widmann hielt eine zu Herzen gehende Predigt über das Bibelwort: „Wachet, stehet im Glauben, seid männlich un8 seid stark." Kreis Alsfeld. n. Flensungen, 18. September. Am Sonntag wurde im Bibelheim Flensungerhof das Ernte, d a n f f e ft gefeiert. Redner waren die Prediger Peters, Gaubatz und Härdle. Zur Verschönerung trugen der Gitarrenchor Flensungen, der Gemischt? Chor von Burg-Gemünden und einige Mädels mit Gedichten bei. Mit dem Lied „Nun danket alle ®ottN klang die schöne Feier aus. Den Besuchern von aus. wärts wurden im Bibelheim noch Kaffee und Kuchen verabreicht. ll. Merlau, 19. Sept. Die Kartoffelernte ist jn vollem Gange. Der Ertrag ist als gut anzusprechen, Von den Bauern wird es allgemein begrüßt, bafo sich das Feldwegenetz, durch die Feldbereinigung her. gestellt, in einer tadellosen Verfassung befindet. Diese Annehmlichkeit wiegt viele Opfer an Arbeit und Geld, die durch die Feldbereinigung gebracht wurden, wieder auf. — Veranlaßt durch die Futter, knappheit in diesem Jahre benutzen die Bauern die abgeernteten Wiesen als Hutweide für das Vieh. — Die Südseite unseres Kirchenplatzes, die nach der Herstellung vor einigen Jahren nicht die ungeteilte Zustimmung aller Gemeindeglieder fand, wurde in den. letzten Wochen einer Umgestaltung unterzogen. Nachdem der Platz nun noch mit Büschen bepflanzt wird, dürfte er ein wesentlich vorteilhafteres Bild bieten. ch. Bleidenrod, 19. Sept. Das siebenjährige Töchterchen des hiesigen Landwirts Herbst von hier, blieb, als es eine Einfriedigung überfteigen wollte, mit der Schürze hängen, stürzte und erlitt einen komplizierten Armbruch. Der Arzt veranlaßte die Ueberführung des bedauernswerten Kindes in die Chirurgische Klinik. — Die Kartoffelernte, die nahezu vollendet ist, übertraf trotz der großen Trockenheit im Sommer, die vorjährige Ernte bei weitem. Verschiedene Landwirte mußten sich entschließen, die Kartoffeln vom Feld aus zu verkaufen, ba die Keller zum Einlagern nicht aus- reichen würden. Besonders reiche Erträge lieferten die Sorten „Erdgold", „Feuergold" sowie Industrie. Die früheren Sorten befriedigten weniger. # Ermenrod, 19. Sept. Auf der steilen <5tra- ßenstrecke zwischen hier und Ruppertenrod kam em Radfahrer zu Fall und erlitt erhebliche Verletzungen am Kopfe. O b e r - G l e e n, 19. Sept. Die hiesige Dresch- genossen schäft, der nahezu sämtliche Landwirte angehören, ist zur Zeit mit dem Ausdrusch ihrer Ernte beschäftigt. Erstmals ist der neuange- schaffte 25pferbige Elektromotor in Tätigkeit. Mit der Arbeit des Motors ist man sehr zufrieden. Die Ernte liefert sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht befriedigende Erträge. Srieffaften 6er Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) O. F. in G. Die während des Krieges ausgegede- nenen 3- und 5-Mark-Stücke verloren im November 1923, mit dem Abschluß der Inflation und der Schaffung der Rentenmark, automatisch ihren Nennwert und hatten nur noch den Materialwert. Unser lieber Vater und Großvater Gießen, Nidda, den 19. September 1934. Die Beerdigung findet am Freitag, 21. September, nachmittags 4 Uhr, in Nidda, ab Bahnhofstraße 31, statt. 04545 Fritz Reuning und Familie, Nidda Lina Inderthal, geb. Reuning, und Familie, Gießen Prof. Dr. Ernst Reuning und Familie, Gießen. Friedrich Reuning II. Schreinermeister ist heute nach kurzem Leiden im 87. Lebensjahre von uns in die Ewigkeit gegangen. | Empfehlungen | la Speise- fr oHelo auchs. d.Winter- bedars zu den billigsten Tagespreisen frei Kell, empfiehlt Fritz Rumpf Gießen Zozelsgasse 9. Telefon 3375. Heute nachmittag ab 5Vi Uhr »sstD ZwiebeUen BäckereiLange Neustadt 37 Unser lieber, treubesorgter Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Pate und Onkel Philipp Rock, Gast- und Landwirt ist Dienstagabend um %9 Uhr im Alter von nahezu 82 Jahren sanft in dem Herrn entschlafen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Rock. Hattenrod, Annerod, Reiskirchen, den 20. September 1934. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 21. September, nachmittags 2 Uhr, in Hattenrod statt. _____________________________________________________________________________________5441 D 5434 D Danksagung. Für die uns beim Hinscheiden unseres guten Vaters, Schwiegervaters und Großvaters Herrn Gustav Kreuder erwiesene herzliche Teilnahme sagen wir aufrichtigen Dank; besonders der Sängervereinigung »Liederkranz-Heiterkeit 1837, Gießen* für ihren Gesang und ihrem Vereinsführer für den ehrenden Nachruf. Auch gilt unser herzlicher Dank dem Innungsführer der Fleischer-Innung und allen denen, die ihm die letzte Ehre erwiesen. Familie Hünig Familie Conrad Gießen, den 20. September 1934. Familie Dr, Rink. Schönes u.gutes Tafelobst aus VorSdorf ist zu verl.Bezug direktv.Erzeuger. Versand in Einheitskisten. Schr. Anfragen u.5437 andenGieß.Anz. [Verschiedene?] gelb gezeichnet, zügel. Geg.Jns.- Kost.abzuh.v^ov Bahnhof str. 53 Ir. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher4* Hugo Bermühler Verlag - Berlin-Lichterfelde wird immer größer, wenn Sie ein schlechtsitzendes Bruchband tragen. Brucheinklemmung kann zur Todesursache werden. Fragen Sie Ihren Arzt. Durch meine Spezial-Bandagen nach Maß u. ärztl. Verordnung haben sich viele Bruchleidende selbst geheilt. Bandagen v. RM. 15.- an. Mein Spezial-Bandagist ist kostenlos zu sprechen in Balsbach, Freitag, 21. Sept., von 8 bis 12 Uhr, im Hotel Deutsch. Haus. Gießen, Freitag, 21. Sept, von 2 bis 6 Uhr, im Bahnhofhotel Lenz. Wetslar, Samstag, 22. Sept, von 8 bis 12 Uhr, im Hotel Kaltwasser. I «IkklMflAM nach Maß i.garan- Außerdem IMlllMN “ti“' K. Ruffing, Spezialbandagist, Köln, Richard-Wagner-Str. 16 Bekanntmachung. Die bereits fälligen Stromgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet für den Monat Juli 1934 können noch bis zum 25. September d. I. ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Sperre auf Kosten des Abnehmers. Die Kasse des Elektrizitätswerkes befindet sich Gießen, Gartenstraße 3. 5431D Gießen, den 17. September 1934. Direktion der Elektrizitäts-, Gas, und Wasserwerke. Mahnung. Die Beiträge für den Monat August 1934 können noch bis zum 25. September 1934 ohne Kosten bezahl werden. 5423D Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Zwangsbeitreibung. Die Einzahlung kann täglich an unserer Kasse oder auf Postscheckkonto Nr. 10833 Frankfurt a. M. erfolgen. Allgemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen. Moos, Rechner. Amtliche Bekanntmachungen des Kreisamts Gießen. Betr.: Die Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft zur Entwässerung in den Fluren 17 bis 21 der Gemarkung Villingen. Die Gemeinde Villingen hat die Bildung eiiyzr öffentlichen Wassergenossenschaft zur Entwässerung in den Fluren 17 bis 21 der Gemarkung beantragt. Das Hessische Staatsministerium, Abteilung le (Landwirtschaft), hat die Einleitung des Verfahrens angeordnet. Die Vorarbeiten zur Durchführung der Entwässerung liegen in der Zeit vom 26. September bis 9. Oktober d. 3. einschließlich zur Einsichtnahme auf der Bürgermeisterei offen. 5435C Die Grundeigentümer, deren Grundstücke in die zu entwässernde Fläche fallen, werden hiervon in Kenntnis gesetzt und zugleich zu der auf Vlittwoch, den 17. Oktober 1934, 10 Ahr, auf der Bürgermeisterei Villingen anberaumten Tagfahrt zur Verhandlung und Beschlußfassung sowie zur Wahl der Vertreter für das weitere Verfahren geladen unter Androhung des Rechtsnachteils, daß die Nichterscheinenden sowie die Nichtabftimmenden als dem beantragten Unternehmen beistimmend mit der Wahl der 23erlrtUt einverstanden angesehen und mit ihren Gintocnbuw gen gegen die Art der Ausführung später nicht mehr gehört werden. Grundeigentümer und sonstige Nutzungsberechtigte, die an dem Unternehmen n-icht unmittelbar beteiligt sind, werden aufgefordert, etwaige Einwendungen gegen das Unternehmen in der nämlichen Tagfahrt geltend zu machen, widrigenfalls die Einwendungen nicht mehr berücksichtigt werden und nur noch privat- rechtliche Entschädigungsansprüche gegenüber dem Unternehmen geltend gemacht werden können. ♦ Betr.: Bekämpfung der Schwarzarbeit Polizeiverordnung. Auf Grund des Artikels 64 des Gesetzes, die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen betreffend, vom 8. Juli 1911, sowie des Artikels III der Verordnung über Vermögensstrafen und Bußen vom 6. Februar 1924 wird mit Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Hessischen Staatsministeriums vom 25. August 1934 zu Nr. A. u. W. 44 594 für den Kreis Gießen verordnet: § 1. Wer Personen, von denen er weiß oder wissen muß, daß sie Erwerbslosenunterstützung beziehen, gegen Entgelt beschäftigt, wird mit Geldstrafe bts zu 150 Mark bestraft. Diese Bestimmungen gelten nicht, sofern Personen beschäftigt werden, die dem Arbeitgeber von einem Arbeitsamte zugewiesen find, oder deren Beschäftigung der Arbeitgeber dem zuständigen Arbeitsamt unter Angabe des vereinbarten Lohnes angezeigt hat. § 2. Diese Polizeiverordnung tritt zwei Tage nach ihres Veröffentlichung in Kraft. ♦ Betr.: Den Schutz der Bienen. Poliieiverordnung. Auf Grund des Art. 64 des Gesetzes, die innert Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Pro- vinzen betreffend, vom 8. Juli 1911, des Art. 37 des Feldstrafgesetzes oöm 13. Juli 1904, in der FassunS vom 27. Juni 1923 sowie des Art. III der Verordnung über Vermögensstrafen und Bußen vom 6. Februar 1924 wird mit Zustimmung des Kreisaus- schuffes und mit Genehmigung des Hessischen Staats- Ministeriums, Ministerialabteilung la (Polizei) un? Minifterialabteilung le (Landwirtschaft) vom 14.2Uu 1934 zu Nr. 1/e 15 864 für den Kreis Gießen ver- ordnet: § 1. Zum Schutze der Bienen ist es verboten, arsenhaltige Pflanzenschutzmittel unmittelbar in die offene Obstblüte jeder Art zu spritzen oder zu stäuben. 8 2. Bäume, die in einer Entfernung bis zu 100 ^ef von Bienenständen stehen, dürfen nur abends naq Beendigung des Fluges nach vorheriger Version gung des Imkers mit arsenhaltigen Mitteln gespr v oder bestäubt werden. Zuwiderhandlungen gfgen diese Polizeioerordnung werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mark, tm unvel mögensfalle mit Haft bis zu 14 Tagen beftrop. Diese Polizoiverordnung tritt mit ihrer lichung im Amtsverkündigungsblatt für den Gießen in Kraft. Nr. 220 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 20. September 1934 Oie pflege der Leibesübungen im BdM. Der BDM., dessen Hauptaufgabe die Erziehung und Ertüchtigung der deutschen Mädels ist, hätte seinen Zweck verfehlt, wenn er nicht gerade auch auf die körperliche Ausbildung seiner Mädels großen Wert legte. Diese Ausbildung erschöpft sich nicht darin, daß wir singen, springen und wandern; gewiß, diese Dinge gehören auch dazu, ersetzen aber keine intensive sportliche Ausbildung des ganzen Körpers. Bewußt sind deshalb bestimmte Pflichtstunden für alle BDIN.-Mädels angeseht worden, in denen nur Körperpflege getrieben wird. Dabei wollen wir nicht auf einzelnen Gebieten Hochleistungen erzielen. Rein, alle Sportarten werden auf einer festen Basis gleichmäßig erfaßt. Gerade durch die vielseitige Ausbildungsmöglichkeit wird der ganze Körper am besten gefestigt und gestählt. Was hätte es auch für einen Sinn, wenn wir auf bestimmten sportlichen Gebieten etwas besonderes leisten wollten und dafür alles andere vernachlässigten! Wir wollen uns davor hüten, einseitig in unserer Ausbildung zu werden. Wenn man uns vorwirft, zuviel Sport schade dem Körper, besonders dem Frauenkörper, so können wir jenen Kritikern und Besorgten ruhig antworten, daß die Leibesübungen von uns in dem Maße betrieben werden, daß sie niemals schädlich sind. Im Gegenteil, sie stärken uns und geben dem Körper Kraft gegen äußere Widerstände, wie sie auch an uns herantreten mögen. — Wie oft hat es sich schon im Leben bewiesen, daß ein Mensch mit einem durch Sport gestählten Körper Widerstände überwand, an denen ein anderer zerbrach. Wurden die Turnstunden des BDM. zuerst besonders von unseren Kameradinnen auf dem Lande sehr kritisch betrachtet, und als eine Einrichtung, die für sie sehr überflüssig sei, empfunden, so haben | auch sie allmählich erkannt, daß doch ein großer Unterschied besteht zwischen den Turnstunden und ihren alltäglichen Bewegungen bei der Arbeit, wo immer bestimmte Glieder des Körpers mehr beansprucht werden als andere. Beim richtigen Turnen werden alle Gliedmaßen gleich angespannt. Bildet die Turnstunde unserer Landmädel schon einen Aus- Die lebendige Brücke. ' » 7. । gleich zu ihrer sonstigen Arbeit, wieviel größer und wichtiger ist dieser Ausgleich für unsere Kameradinnen in der Stadt, von denen viele täglich im Büro tätig sind und immer in der gleichen Körperstellung verharren müssen. Wie schön ist es für sie, wenn sie nach der Arbeitszeit ihre Glieder ordentlich durchrütteln können, sich freudig mit anderen Kameradinnen den Leibesübungen widmen können. Lange Jahre dauerte es, bis die Ideen, für die Jahn kämpfte, sich durchsetzten, aber heute können wir sagen, daß das Werk, für das sie einst stritten, sich verwirklicht hat. Die Leibesübungen sind heute eine Angelegenheit des ganzen Volkes!! Ausschnitte aus dem Leben und der Arbeit der Führerschule Grebenhain des „Bundes deutscher Mädel" zeigen uns diese Bilder. Spiel und Sport in freier Natur treiben hier die Mädels neben vielen anderen Aufgaben erzieherischer Art. Diese Tätigkeit körperlicher Ertüchtigung, auf die in erster Linie von der Führung des BDM. großer Wert gelegt wird und die überhaupt die Grundlage eines gesunden Volkstums bildet, soll am nächsten Sonntag unter Beweis gestellt werden. Auf dem llniversitätssportplah finden, wie überall im Reich am gleichen Tage, große sportliche Wettkämpfe der deutschen Wädet statt, Wettkämpfe, die zeigen sollen, daß der VdW. sportliche Leistungen aufzuweisen imstande ist. Es ist wohl am kommenden Sonntag, diesem Reichssporttag innerhalb des „Bundes deutscher Mädel" Selbstverständlichkeit, daß weite Kreise der Bevölkerung dieser großen einheitlichen Veranstaltung deutscher Mädel durch ihr Kommen das Interesse bekunden, das sie der deutschen Jugend schuldig ist. Kurze Sportnotizen. Das Schleizer Dreiecksrennen hat leider noch ein weiteres Todesopfer gefordert. Gott- fchall (Ilmenau), der schwer gestürzt war, ist am Dienstag seinen Verletzungen, die er dabei erlitt, erlegen. D i e er sie Etappe der großen SA.-Fernfahrt Berlin—München—Berlin führte am Dienstag über 174,1 km nach Magdeburg. Als Erster kam am Ziel der Sturm 10/2 Berlin nach einer Fahrzeit von 5:06 Stunden vor dem Sturm 10/3 Berlin und dem Sturm 12/11 Breslau an. Professor Dr. Oskar Berger, der ehemalige langjährige Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft, ist auf seinem Landsitz in Mühlhausen (Th.) im Alter von 72 Jahren plötzlich verstorben. * AuWilliam Tilden setzt Gottfried von Gramm in seiner Tennis-Weltrangliste hinter Perry und Austin auf den dritten Rang. Nach Tildens Meinung ist von Gramm der beste Tennisamateur der Welt. * , Die zweite Etappe der SA. -Radfernfahrt Berlin—München führte am MittKleine Kraftprobe. Die rollende Schlange. W M r? woch von Magdeburg über 157,5 Kilometer nach Hannover. Sie rouroe von der Standarte 168 Offenbach in 5:20,41 Stunden vor der Standarte 61 Buchschlag (Hessen) in 5:31,31 gewonnen. Schach-Rückkampf Gießen - Wetzlar. Nachdem am 9. September in Gießen der Schach- Klubkampf Gießen—Wetzlar mit einer Punktzahl von 11,5:1,5 Punkten vom Schachklub Gießen 1858 gewonnen worden war, wurde nun am vergangenen Sonntag bereits der Rückkampf gegen die „Schachfreunde" Wetzlar in Wetzlar ausgetragen. Die Spieler des Gießener Schachklubs siegten abermals, und zwar diesmal mit der Zahl von 11:2 Punkten. Der Gegner, „Schachfreunde" Wetzlar, ein Verein, der fast durchweg nur junge Spieler in den Kampf schicken konnte, erlitt in diesen Klubwettkämpfen zwei durchaus ehrenvolle Niederlagen. An vielen Brettern wurde von den Wetzlarern zähe verteidigt. Es ist sehr anerkennenswert, daß die im jugendlichen Alter stehenden Wetzlarer den Kampf gegen die routinierteren Spieler des Schachklubs 1858 Gießen aufnahmen. Dor allem aber ist es zu begrüßen, daß dank der regen Tätigkeit des Leiters des Wetzlarer Vereins das Schachspiel in Wetzlar so starken Auftrieb erhielt. — Der Gießener Schachklub hat mit diesen beiden Kämpfen erneut seine außerordentliche Spielkultur unter Beweis gestellt. Von den in jüngster Zeit ausgetragenen Städtewettkämpfen (Marburg, Bad-Nauheim) konnte der Verein immer wieder mit ausgezeichneten Ergebnissen hervorgehen. Freundschaftswettkampf im Kleinkaliberschießen. Schühenverein Steinbach — Post-Sportv. Gießen. Die beiden Vereine des Gaues „Gießen-Nord" traten auf den hiesigen Kleinkaliber-Schießständen mit je einer Gruppe von acht Mann zum Wettkampf an. Bedingung: 9 Schuß, je 3 liegend, stehend, kniend. Das Ergebnis war folgendes: 1. Schützenverein Steinbach 559 Ringe, 2. Post-Sportverein Gießen 554 Ringe. Der Gegenkampf soll im Oktober in Steinbach ausgetragen werden. Handball-Beginn in Rordheflen. Die Handball - Gauliga des Gaues Nordhessen beginnt am Sonntag mit folgenden vier Spielen ihre Meisterschaftsrunde: Gießen 19 0 0 — Tv. Wetzlar; Tuspo 86/09 Kassel — Kurhessen Kassel; Tuspo Bettenhausen — SE. 03 Kassel; Iura Kassel — Kirchbauna. Fußball im Bezirk Gießen-Oill. Spiele am Sonntag, 23. September. Großen-Buseck — Lich (Zutt, Wetzlar). Heuchelheim — VfB. II (Wallbott, Steinberg). Grünberg — 1900 II (Volkmar, Wetzlar). Lollar — Krofdorf (Deibel, Gießen). Wieseck — Leihgestern (Scharf, Wetzlar). Naunheim II — Werdorf (Dietzel, Wetzlar). Tgde. Wetzlar — Nauborn (Schneider, Gießen). Aßlar — Burgsolms (O. Rüspeler, Gleiberg). Wetzlar II — Sportfreunde Wetzlar (Weinandt, Leihgestern). Allendorf — Holzhausen (Kaletsch, Wetzlar). Ulm — Bissenberg II (Würz, Holzhausen). Stockhaulen — Biskirchen (Petry, Wetzlar). Albshausen — Leun (Niersbach, Wetzlar). Lich II — Steinberg II (Eisentraut, Grünberg). «. Allendorf — Lollar II (Hunger, Wetzlar). Wieseck II — Leihgestern II (Grote, Mainzlar). Grünberg II — 1900 III (Wissemann, Lollar). Treis — Wißmar (Post, Wieseck). Berghausen — Bechlingen (Heinz, Stockhausen). Oberbiel — Schmalbach (Lind, Wetzlar). Werdorf II — Oberndorf (Kleemann, Bissenberg). Woerieiöioiilittölöil Roman von Anny von panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 22. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Fünfundzwanzig st es Kapitel. Arn nächsten Tag fuhr man heim. Die Symphonie sollte schon in vierzehn Tagen wiederholt werden, und da Professor von Eberbach für einige Zeit in ein Sanatorium übersiedeln wollte, mußte Werner Olden die Symphonie zum zweiten Male dirigieren. 'Freudestrahlend berichtete Donata den Erfolg und alles, was damit zusammenhing, drüben im Gärtnerhause. Frau Westkamp freute sich, auch Detlef tat erfreut; aber es war Bitternis in ihm. Zu dem Geld kam nun auch der Ruhm von Donatas Vater. Viel zu viel war das — er selbst mußte ja zum Schatten werden vor so viel Glanz. „Hättest nur dabei sein sollen, Detlef!" rief Donata. „Es war das Höchste und Größte, was ich bisher erlebt habe. Ich bin auch unsäglich stolz auf den Vater. Du mußt morgen zu uns kommen, ihm Glück wünschen. Und die Morgenblätter in Mainz und hier haben glänzende Besprechungen gebracht. Er wird plötzlich und mit einem einzigen Male entschädigt für die Enttäuschungen seines ganzen Daseins. Er sitzt zu Hause und erzählt der Mutter lauter verdrehtes Zeug vor lauter Glück." Er nickte. „Ich werde morgen kommen; bestelle deinem Vater inzwischen, ich habe mich sehr gefreut." Er blickte Donata nicht an; er fürchtete, sie könne dann erkennen — er redete mit falscher Zunge. Sie plauderte weiter: „Die kleinen talentlosen Schüler entläßt Vater jetzt und unterrichtet fortan nur talentierte, will sich lieber fast ganz seinen Kompositionen widmen. Sein Verleger hat jetzt sogar für alle früheren Arbeiten Interesse." Detlef Westkamp begleitete Donata bis nach der Konstabler Wache. „Ich bin noch müde von gestern", lächelte Donata. „Ich habe Sekt trinken müssen und bin das dach nicht gewähnt." Ein schmaler Herr mit herben Zügen ging vorüber, stutzte flüchtig und grüßte dann tief, sah Donata groß und bewundernd an. „Wer war der Herr?" fragte Detlef Westkamp. Donata erklärte: „Der Schwager von Professor von Eberbach, Prinz Volkbert von Weitz-Schlehen." „Woher kennst du denn den?" kam die zweite Frage kurz und scharf. Donata blickte befremdet. „Das ist sehr einfach. Ich sagte dir doch eben. er ist der Schwager des Professors. Bei ihm, gelegentlich unseres Besuches beim Professor, lernte ich ihn kennen — später, am Abend, saß er dann in unserer Loge, bis das Unglück mit seinem Schwager geschah." „Soso — er saß mit dir in derselben Loge! Wohl neben dir?" Sie bestätigte: „Allerdings!" Detlef Westkamp fühlte, daß sich die Krallen der Eifersucht um seinen Hals legten. Er mußte sehr an sich halten, um nicht eine bittere Bemerkung zu machen. Er zwang sich zur Freundlichkeit, fragte: „Soll ich' dich nach Hause bringen? Oder fährst du mit der Elektrischen?" Sie lachte: „Nein! Heute spendiere ich mir ’ne Autotaxe — weißt doch, ich bin so schrecklich müde." Er rief eine Taxe an, und als Donata eingestiegen war, sprang er nach. „Ich bringe dich heim, Donata!" Das Auto fuhr los, und drinnen in dem kleinen, engen Raum riß Detlef Westkamp das schlanke Mädchen an sich. Heiß strich sein Atem über ihr Gesicht hin bei der Frage: „Hast du mich noch lieb, Donata?" Sie blickten sich beim Schein der vorübergleitenden Straßenlaternen ins Gesicht; es war, als wollte jeder in den Augen des anderen etwas lesen. Donata lachte plötzlich frisch und klingend. „Bist du wieder eifersüchtig, Detlef?" Sie strich über sein Gesicht. „Du dummer Bub, ich habe dich lieb und bleibe dir treu und werde deine Gärtnersfrau." Er drückte ihre Hände und küßte die schmalen Finger. Einen nach dem anderen, wie heilige Reliquien. „Vergib, Donata! Ich habe dich so lieb, daß ich mich wie ein Tölpel und Narr benehme." Er sagte zärtlich: „Ich will nun aussteigen, fahr allem heim, mein Lieb! Du bist ja müde, „unb ich quäle dich nur. Auf Wiedersehen morgen!" Er küßte sie noch einmal, und dann ließ er halten, stieg aus . ., Zu Fuß ging er heim, und wahrend es ihm noch immer im Ohr klang: „Ich habe dich lieb und bleibe dir treu und werde deine Gärtnersfrau!", erinnerte er sich gleichzeitig an den eleganten Prinzen, der Donata gegrüßt und sie dabei mit einem Blick angesehen — mit einem Blick, der ihm das Blut vom Herzen bis in die Schläfen hinaufgespült und seine Hände zu Fäusten zusammengepreßt hatte. Donata vergib!, dachte er; aber er war voll Unruhe. Wie hatte sich alles verändert in der kurzen Zeit, feit er Donata kennengelerist. Die Tochter eines schlichten Musiklehrers war sie damals; jetzt aber verfügte sie über eigenes Kapital, trug einen echten Pelz, trug Billanten und Perlen und war die Tochter eines berühmten Mannes. Warum gibt das Schicksal dem einen Menschen alles und dem anderen nichts? Grollend warf er die Frage auf, und es ging ihm doch nicht schlecht. Er konnte sich satt essen und unter eigenem Dach schlafen. Wieviel Menschen gab es, die ihn beneideten; aber seine Angst, allmählich für Donata zu gering zu werden, trübte ihm den Blick. Seine Mutter erwartete ihn zu Hause, und er breitete seine Gedanken vor ihr aus, wie er es öfter tat. Sie seufzte: „Bub, das ist wirklich ganz abscheulich, wie es in deinem Innern aussieht. Von wem hast du das nur geerbt, das Neidische, Mißtrauische? Dam Vater nicht und von mir auch nicht. Donata liebt dich, und die stört nichts in ihrer Liebe. Wenn sie heute ein Schloß bekäme und irgendeinen hohen Titel, behielte sie dich gerade so lieb. Gönne doch den Leuten das Geld und gönne Olden den Ruhm, den er sich doch ehrlich und schwer erworben hat. Donata bleibt dir doch. Warum soll sie denn durchaus ein ganz armes Luder sein? Sei vernünftig und erschwere ihr nicht das Leben und dir auch nicht. Hast großes Glück gehabt, Donata zu finden — benimmst dich aber so, daß du es beinah nicht mehr wert bist." Er nickte. „Recht hast du, Muttel! Aber ich glaube, es sitzt ein Teufel in mir drin." Er stützte den Kopf in die Hände. „Ich verdiene das Mädel nicht, wenn ich es so weitertreibe." „Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung!" lobte seine Mutter. Und dann sahen sie sich an, und Detlef sagte leise: „Du bist gut, Muttel, und Donata auch; ich will mir Mühe geben, auch gut zu werden. Ihr müßt aber Geduld mit mir haben." Ungefähr um dieselbe Zeit begab sich Donata zur Ruhe. Ihre Gedanken weilten bei Detlef Westkamp. Es lag aber wie ein leiser Schmerz über ihrem Denken, denn es tat ihr weh, daß sie dem Geliebten immer wieder versichern mußte, sie hätte ihn lieb. Sechsundzwanzig st es Kapitel. Man saß beim Tee im Musikzimmer, und Werner Olden erzählte mit leuchtenden Augen von seinem großen musikalischen Sieg. „Es war einfach herrlich; schöner hätte es nicht sein können, wenn ich plötzlich droben im Himmel gewesen wäre." Er lachte. „Ein törichter Vergleich — nicht wahr? Doch ich finde keinen, der auch nur annähernd ausdrücken könnte, wie mir zumute gewesen ist, als der Beifall auf mich niederprasfette. Ich hab tüchtig schlucken müssen, um Haltung zu bewahren, sonst hätte ich losgeflennt vor dem ganzen Saale." Er hatte den Glückwunsch Detlef Westkamps vorhin vergnügt entgegengenommen und schien jetzt darauf zu warten, daß er etwas spräche. Detlef Westkamp.empfand bas ganz deutlich. Er sagte sehr höflich: „Ich freue mich ungemein über Ihren großen Erfolg, Herr Olden! Sie haben Glück gehabt, gleich gewissermaßen über Nacht berühmt zu werden, und Dafür haben die Besprechungen in den Zeitungen gut gesorgt." Der Hausherr zog die Augenbrauen zusammen, zwischen die sich Fältchen des Unwillens eingenistet hatten. „Glück?" wiederholte er wie fragend. „Ich glaube, lieber Freund, Sie betrachten meinen Erfolg von einem völlig falschen Standpunkt. Dom Standpunkt eines Menschen, der keine Ahnung von dem Innenleben eines Künstlers hat, von dem Aufwand an Energie, die einer wie ich hat aufwenden müssen, um den Mut nicht zu verlieren nach so endlosen Jahren, angefüllt mit Mißerfolgen. Da muß man schon felsenfest überzeugt fein, etwas Besonderes zu können, da muß man bis in tiefste Herz hinein fühlen — der Gottesfunke ist in einem. Man schafft weiter, Erstickt beinah in der kleinlichen Atmosphäre eines armseligen Musiklehrerdaseins. Schließlich wird man mürbe, will ihn endlich aufgeben, den Künstlertraum, wagt es aber trotzdem noch einmal. Nun durchlebte man Wochen voll Qual und Hoffnung, geht durch eine Hölle von Furcht und Bangen — und mit einem Male ist man doch am Ziel, mit einem Male doch! „Verdienst ist das, aber kein Glück, wenn man selbst die Anerkennung, den großen Erfolg, auch als Glück empfindet." Detlef Westkamp kam sich wie ein abgekanzelter Schuljunge vor. Er wollte etwas erwidern, doch ein bittender Blick Donatas verhinderte ihn daran. Sv schwieg er, hatte das quälende Empfinden, Olden fühlte sich hoch erhaben über ihn. Er war verstimmt und durfte es nicht merken lassen. Er beobachtete Donata sehr aufmerksam, und ihm schien es, als ob sie sich verändert hätte. Wie elegant saß das schwarze Kleid, und wie elegant war das Haar geordnet! Sie konnte natürlich jetzt zum teuersten Friseur von Frankfurt gehen, und ihr Kleid war bestimmt nicht hier in der Vorstadt gearbeitet worden. Frau Steffi spürte, die Stimmung war gespannt, und sie glaubte, auch den Grund dafür zu wissen. Sie begriff, daß Detlef Westkamp sich erst daran gewöhnen mußte, Donata jetzt anders zu sehen als vor den Ereignissen, die ihre kleine Familie wohlhabend gemacht und dem Namen Olden Ruhmesglanz gegeben hatten. Sie zog ihn ins Gespräch, interessierte sich für alles, was feinen Beruf anging, und brachte es fertig, daß er warm und begeistert von der alten Gärtnerei drüben in Sachsenhausen erzählte. Er bat: „Sie werden uns jetzt hoffentlich recht bald besuchen, Mutter lud Sie doch wiederholt ein!" )- (Fortsetzung folgt.) Braunfels — Leun II (Wolf, Biffenberg). Burgsolms II — Aßlar II (Kröner, OberbieN. Waldgirmes — Sportfreunde Wetzlar II (Hoob, Garbenheim). Frankenbach — Kinzenbach (Roth, Altenkirchen). Launsbach — Krofdorf II (Kreiling, Gießen). Vetzberg — Hohensolms (Offenbacher, Gießen). Erda — Rodheim (Birk, Naunheim). Ehringshausen — Wetzlar III (Keller, Naunheim). Jugendpflichtspiele. Lich — 1900 (Küster, Berghausen). Wieseck — VfB. (Gerhardt, Steinbach). Leihgestern — Gr.'Buseck (Reuschling, Steinbach). Lollar — Treis (Hillebrecht, Großen-Buseck). Wißmar — Heuchelheim (Schnabel, Wieseck). Kinzenbach — Krofdorf (Schnaut, Lollar). Llm die Zugendmeisterschaft der Gruppe Gießen. Pflichtspiele am 2 3. September: Lich — 1900 Gießen 1. Jgd.; VfB.-Reichsbahn Gießen — Wieseck: Leihgestern — Großen-Buseck; Lollar — Treis (Lda.); Wißmar — Heuchelheim: Kinzenbach — Krofdorf. Ergebnisse vom Sonntag: 1900 Gießen 1. Igd. — VfB -Reichsbahn Gießen 14:1 (5:1); Heuchelheim — Kinzenbach 8:3 (4:0); Krofdorf — Wißmar 4:8 (1:0); Watzenborn-Steinberg — Wieseck und Großen-Buseck — Lollar verlegt; neuer Termin. Außballergebnisse der Kreisklaffen. Lollar — VfB. II 1:1; Krofdorf — Lich 1:4; Grünberg — Großen-Buseck 2:3; Wieseck — Heuchelheim 3:7; 1900II — Leihgestern 1:3; Krofdorf II — Vetzberg 0:4; Wißmar — Londorf 6:0; Leihgestern II — Garbenteich 1:9; Alten-Buseck — Grünberg II 3:1. Mendorf I — Steinbach I 5:2 (2:2). Diesmal trat Allendorf wieder in der Aufstellung früherer Tage an. Mit Anstoß ging Allendorf zum Angriff über. Bald führten die Gastgeber mit 1:0 und kurze Zeit später mit 2:0. Dann kam Steinbach zu zwei Erfolgen. Ein Elfmeterball wurde eine Beute des gut aufgelegten Allendörfer Torhüters. Nach der Pause griff Allendorf stürmisch an und * Allgemeine und Einzel-Genehmigungen für die Waren-Einfuhr. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung hat eine Bekanntmachung betr. allgemeine und Einzel-Genehmigungen für die Wareneinfuhr erlassen. Es heißt darin: 1. Die von den Devisenstellen gemäß der Verordnung zur Devisenbewirtschaftung vom 23. Juni 1932 erteilten allgemeinen Genehmigungen und die gemäß den Richtlinien für die Devisenbewirtschaftung erteilten Einzelgenehmigungen berechtigten vom 20. September 1934 an vorläufig nicht mehr zum Erwerb von effektiven ausländischen Zahlungsmitteln und zur Verfügung über solche Zahlungsmittel. 2. Die von den Devisenstellen erteilten Festsetzungsbescheide über die Inanspruchnahme von Rembourskrediten treten mit dem 20. September 1934 außer Kraft. 3. Unberührt von dieser Anordnung bleiben Einzelgenehmigungen, welche von den Devisenstellen zur Abdeckung von vor dem 20. September aufgenommenen Rembourskrediten erteilt worden sind, oder erteilt werden. * Deutsche Bank und Diskontogesellschaft. Der AR. der Deutschen Bank und Diskonto- gesellschaft nahm in der gestrigen Sitzung von der Halbjahresbilanz Kenntnis. Sie weist bei gestiege- nen Umsätzen ein befriedigendes Gesamtbild auf. Es ist noch nicht möglich, über das voraussichtliche Ergebnis des ganzen Jahres ein Urteil abzugeben. Frankfurter Börse. INitlagsbörse: fest. Frankfurt a. M., 19. Sept. Die Börse lag zu Beginn lebhaft und war bis auf wenige Gebiete fester. Die Berichte aus der Wirtschaft und der bevorstehenden Zinstermin veranlaßten schon jetzt eine breitere Käuferschicht zu Anlagen. Auf die bessere Absatzlage stand vor allem der Montanmarkt im Vordergrund, nur Laurahütte auf Hinweise in der Presse in Rückwirkung der letzttägigen Steigerung angeböten und zunächst 2,75 v. H. schwächer. Fest waren Mannesmann mit 1,75 v. H., Gelsenkirchen 1,13 v. H., Rheinstahl 1 v. H., Mansfeld 2 o. H., Klöckner 0,75 v. H., Buderus, Harpener und Stahlverein mit je 0,50 v. H. Steigerung. Chemiewerte zogen weiterhin an. so Farbenindustrie 145,75 (145,50), Deutsche Erdöl plus 0,75 v. H. und Rüt- gerswerke plus 0,40 v. H. Scheideanstalt waren dagegen angeboten und nach Minus-Ankündigung 3 v. H. schwächer. Elektroaktien lagen ebenfalls wei- ter befestigt, besonders Felten mit plus 1 v. H. und Licht und Kraft mit plus 0,75 v. H., daneben Be- kula und Schuckert je 0,25 v. H. und Elektr. Liefe- erzielte drei weitere Tore, denen Steinbach nichts mehr entgegensetzen kann. 1. $. L. Großen-Buseck — Sportverein Grünberg 3:2. In dem zweiten Verbandsspiel sicherte sich in Grünberg die erste Mannschaft des F. C. Großen- Buseck wieder zwei Punkte. Durch ein prächtiges Kombinationsspiel, das Großen-Buseck in den ersten zehn Minuten zeigte, kam die Elf zu einer 3 :0 « Führung. Dann ließen sie sich aber von den Gastgebern das hohe Spiel aufdrängen. Weitere Erfolge Hieben aus. Als nach Halbzeit der rechte Läufer von Großen-Buseck vom Platz verwiesen wurde, konnte Grünberg das Ergebnis durch grobe Fehler der Hintermannschaft auf 3 :2 stellen. Nieder-Ohmen I. — Laubach I. 6:2 (2:1). Am Sonntag spielte die erste Mannschaft von Nieder-Ohmen gegen die erste Mannschaft des Fußballklubs „Teutonia" Laubach und errang einen sicheren Sieg von 6:2 Toren. Die Gäste stellten eine körperlich und technisch gute Mannschaft, die bis zum Schlußpfiff unermüdlich kämpfte. Der Gastgeber, der jedoch in der zweiten Halbzeit mächtig aus sich heraus ging, war nicht mehr zu überwinden. Kinzenbach — Tv. Rodheim 3:2 (1:0). Im zweiten Spiel der Pflichtserie hatte am letzten Sonntag die 1. Mannschaft von Kinzenbach die gleiche von Rodheim zu Gast. Das Spiel brachte in hartem Kampf die Entscheidung für die Platzbesitzer. Man sah dann besonders von feiten der Platzbesitzer ein recht gutes Spiel. Trotzdem gelang in der ersten Halbzeit nur ein Tor. Nach dem Wechsel gestaltete sich der Kampf verteilter und brachte bald einen zweiten Erfolg für die Platzmannschaft. Aus einem Gedränge vor dem Tor der Platzbesitzer heraus konnte Rodheim seinen ersten Treffer buchen. Kurze Zeit später hat die Mannschaft durch einen verwandelten Elfmeter ausgeglichen. Es fetzt nun auf beiden Seiten ein harter Kampf um den Sieg ein, den Kinzenbach durch einen unhaltbaren Schuß seines Halb- linken kurz vor Schluß ficherstellen konnte. — Die Jugendmannschaft verlor ihr erstes Verbandsspiel gegen Heuchelheim auf dessen Platz überraschend hoch mit 8:3 Toren. rungen 0,50 v. H. freundlicher. AEG. blieben nur knapp gehalten, Siemens gaben 0,75 v. H. nach. Am Kunstseidemarkt lagen AKU. wieder schwächer und zwar um 1,25 v. H. Von Zellstoffaktien konnten sich Aschaffenburger nochmals leicht erhöhen, während Waldhof still und knapp behauptet waren. Gement Heidelberg setzten ihre Steigerung um 1 v. H. fort, ferner gewannen Holzmann 0,50 v. H. und AG. für Verkehrswesen lagen 1,75 v. H. über dem schon festen Abendbörfenkurs. Schiffahrtswerte tendierten freundlich, Hapag plus 0,50 v. H., Nordd. Loyd plus 0,75 v. H. Von Bankaktien verloren Reichsbankanteile 2.13 v. H., während Bank für Brauindustrie 0,50 v. H. anzogen. Sonst eröffneten noch u. a.: Gebr. Junghans 0,50 v. H. fester, Daimler und Deutsche Linoleum blieben behauptet. Der Rentenmarkt lag im Gegensatz zu den vorbörslichen Umsätzen zwar ruhiger, aber fest. Altbe- sitz gewannen 0,13 v. H., Kommunal-Umschuldung 0,40 v. H., Zinsvergütungsscheine und späte Reichsschuldbuchforderungen je 0,25 v. H. Ausländer lagen still, zunächst kamen nur vierprozentige Mexikaner Gold von 1904 mit 7,90 nach 7,60 zur Notiz. Im Verlaufe wurde das Geschäft erheblich ruhiger und infolgdessen bröckelten, besonders die anfangs stärker gestiegenen Kurse etwas ab. Die Ge- jamtftimmung blieb aber freundlich. Rückgänge bis zu 0,50 hatten u. a. Schifscchrtswerte, Gement Heidelberg, Laurahütte, Mannesmann und AG. für Verkehr. Ferner tarnen Bemberg 1 v. H. niedriger zur Notiz. Am Kassamarkt waren Gebr. Adt wieder stark gesucht, der Kurs wurde bei 55 (52,50) wieder rationiert. Auch Renten lagen im Verlaufe recht still, wobei aber die Kurse gut behauptet blieben. Stadtanleihen lagen meist von 0,25 bis 0,75 v. H. fester, auch Pfandbriefe waren z. T. fest, besonders Pfälz. Hyp. Bank. Kommunal-Obligationen und Liquidationspfandbriefe lagen mit wenigen Ausnahmen etwa 0,25 v. H. höher. Am Auslandsrentenmarkt herrschte auch späterhin Geschäftsstille. Der Geldmarkt war leicht, Tagesgeld 3 v. H. nach 3,25 v. H. Abendbörse: gut behauptet. Die Abendbörse nahm mangels größerer Anregungen zwar einen sehr stillen Verlauf, blieb aber auf der befestigten Basis des Mittagsverkehrs gut behauptet. Einige Spezialwerte, voran Daimler-Motoren sowie AG. für Verkehrswesen und Kunstseide AKU. wiesen etwas größere Umsätze auf. Daneben Hieben Farbenindustrie beachtet, und auch der Montan- und Elektromarkt zeigte gut behauptete, teils etwas festere Kurse. Laurahütte lagen dagegen noch angeboten und gaben um weitere 0,50 v. H. nach, ferner bröckelten Gement Heidelberg 0,75 v. H. ab3m Verlaufe konzentrierte sich das Interesse ausschließlich auf Daimler, die besonders im freien Markt lebhaft umgesetzt wurden. Adlerwerke Kleyer wurden hiervon etwas mitgezogen und galten 39,50 bis 40 (39). Am Kassamarkt erhöhten sich Gebr. Adt auf 55,50. Der Rentenmarkt lag sehr still bet ebenfalls gut behaupteten Kursen, nur Kommunal-Umschuldung lagen eine Kleinigkeit leichter. Am Auslandsrentenmarkt setzte sich die Abschwächung der Schweizer Bundesbahn-Anleihen fort; vierprozentige ermäßigten sich auf 187,50 (193) und 3V-prozentige auf 174 (177). Mexikanische Anleihen lagen eher etwas fester. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 98,25, 6 v. H. Stahlverein 79,65, Schutzgebietsanleihe 9,20, 5 v. H. innere Mexikaner 5,75, 4 v. H. Gold von 1904 8, Braubank 114,25, Gommerzbank 68,50, vv-Bank 73,75, Dresdner Bank 76, Reichsbank 150,65, Gelsenkirchen 62, Harpener 104,50, Klöckner 81,75, Mannesmann 74,90, Phönix 48, Rheinstahl 93, Laurahütte 21,50 AKU. 64,25 bis 64, Bekula 148,75, Gement Heidelberg 120,75, Daimler 50,75 bis 50,65 bis 51,25, Scheideanstalt 216, IG. Farben 145,13 bis 145,25, Gesfürel 112, Hvlzmann 83, Schuckert 96,13, AG. für Verkehr 76,40 bis 76,25, Nordd. Lloyd 29,75. Nachbörse: Daimler 51,40 bis 51,65, IG. Farben 145,25, Altbesitz 98,25. ^Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 19. Sept. Der heutige Getreidegroßmarkt lag bei unveränderten Preisen sehr still. Am Weizenmarkt herrscht weiterhin starkes Angebot bei fehlender Aufnahme, Roggen ist dagegen leichter unterzubringen. Futtergerste ist kaum angeboten, auch für Hafer ist das Angebot für die gute Nachfrage viel zu knapp. Industrie- und Braugerste haben sehr ruhiges Geschäft. Der Mehlmarkt lag ohne Anregung. Am Futtermittelmarkt blieben ölhaltige Artikel gesucht, auch Kleie findet weitere Beachtung. Es notierte (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mk.: Weizen WIX 198, WXIII 202, WXVI 206, Roggen R IX 1.58, R XIII 162, R XV 166, Futtergerste GIX 160, G XI 163, G XII 165, Hafer H XIII 158, H XIV 160, Weizenmehl W XIII und W XIV 26,90, Roggenmehl R IX 23,00, R XIII 23,35, RXV 23,75, Weizenkleie WXIII 10,30, WXVI 10,50, Roggenkleie RXIII 9,48, RXV 9,72, Soya- schrot 12,80, Palmkuchen 13,10, Erdnußkuchen 14,30, Treber 17,25 bis 17,35, Heu 11, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt ober gebündelt 3,50. Tendenz: ruhig. In Handelsklassenware fanden Abschlüsse nicht statt. Die Mehlpreise verstehen sich plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Frankfurter SM^chtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M., 20. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 5 Rinder (2 Kühe, 3 Färsen), 717 Kälber, 22 Schafe, 124 Hämmel, 514 Schweine. Es kosteten: Kälber 24 bis 48 Mark, Hämmel 29 bis 34, Schafe 15 bis 29, Schweine 45 bis 53 Mark. — Marktverkauf: Kälber, Hämmel und Schafe ruhig, Schweine mittelmäßig. Preußen. Kreis Wetzlar. 0 Hochelheim, 19. Sept. Der Müller Heinrich Ziemer von hier feierte dieser Tage sein 25jähriges Dienstjubiläum. Ein Vierteljahrhundert hat er in großer Zuverlässigkeit und Treue sein Amt als Müller der hiesiaen Müllerei- gesellschaft 2 versehen. Aus diesem Anlaß wurde ihm durch den Vorsitzenden Karl Heep im Beisein des Vorstandes ein Regulator und ein Ehrendiplom Überreicht. 0 Groß-Rechtenbach, 19. September. Am Samstagabend fand hier in der Gastwirtschaft Bepler die Verschmelzung der beiden hiesigen Genossenschaften statt. Die Versammlung wurde von Äerbandarevisor Kitzel geleitet, der darauf hinwies, daß ein Zusammenlegung der beiden Genossenschaften ein Gebot der Stunde fei. Es fanden dann nacheinander die Generalversammlung der Spar- und Darlehenskasse und die der Spar» unb Kreditkasse statt, in denen je die Verschmelzungs- Verträge beschlossen wurden. Anschließend hielt die Spar- und Kreditkasse, die die ausnehmende Ge- nossenschaft ist, ihre erste Generalversammlung als neue Genossenschaft ab. Das Einheitsstatut wurde angenommen, Geschäftsanteil und Haftpflichtfurnrne wurden festgesetzt. Zum Rechner wurde Gärtner Wilhelm Schmidt und zum Lagerhalter Landwirt Wilhelm Müller IV. gewählt. Nach der Neuwahl der Verwaltungsorgane, die sich aus den beiden alten Genossenschaften zusammensetzen, ge- hören dem neuen Vorstände an: Frdr. Müller VI. (Vorsitzender), Anton Müller (stellv. Vorsitzender), Wilhelm Langsdorf III., Karl Petry und Wilhelm Müller IV. Dem Aufsichtsrat gehören an: Zimmermeister Heinrich Binz (Vorsitzender), Karl Ludwig, Bauunternehmer (stellv. Vor- itzender), Anton Weller, Frdr. Loh, Johannes Mack und Heinrich Weber. Direktor Diefenbach von der Landesbauernkasfe hielt dann einen Vortrag für den genossenschaftlichen Geldoerkehr. Bürgermeister Langsdorf betonte m fernem Schlußwort, daß engste Zusammenarbeit für bie neue Genossenschaft notwendig fei. Mit einem ©ruft an den Führer wurde die Versammlung geschloßen. Rundfunkprogramm. Freitag, 21. September. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.3a: Gymnastik. 9.25: Werbekonzert. 9.45: Eigene Sen- düng. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Volksliederstunde. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.10: Für die Frau. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Vor einem kleinen Aquarium. Eine Plauderei. 17.45: Volkstümliche Lieder. 18: Stunde der Jugend. 18.25: Wie wird Deutschland mit Zündhölzern versorgt? Eine Unterhaltung. 18.50: Abendmusik. 19.45: Politischer Kurzbericht. 20: Nachrichten. 20.10: Stunde der Nation: , Thomas Stoltzer". Ein schlesischer Komponist. 20.45: Unterhaltungskonzert. 21.45: Jung gefreit — ist halb gewonnen! Eine Szenenfolge. 22.20: Nachrichten. 22.35: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.45: Sportschau. 23: „Flattergeist". Ein musikalisches Potpourri. 24 bis 1: Nachtmusik. Samstag, 22. September. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40t Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35t Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10:.Schulfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus bem Sende- bezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Porzellansuhren, Ghausfeewanzen und NuckÄ« pinnen. 14.30: Quer durch die Wirtschaft. Berichte und Gespräche. 15.10: Lernt morsen! 15.30: Hand- harmonika-Konzert. 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Wochenschau. 18.35: Stegreifsendung. 19: Blasmusik. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: Großer luftiger Abend im Funksaal des Reichssenders Frankfurt 22.20: Nachrichten. 22.35: -Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.45: Großer lustiger Abend. 24 bis 2: Nachtmusik. Kunst und Wissenschaft. Die Herbstneuerscheinungen der Deutschen Verlags- Anstalt. Auf dem Gebiete der schönest Literatur wird die DeutscheVerlags-Anstalt, Stuttgart Berlin, im Herbst folgende Werke veröffentlichen: Andre Baron Foelckersam: Drei Monde im silbernen Feld. Roman. Max Frisch: Jürg Reinharts Eine sommerliche Schicksalsfahrt. Roman. Theo L. G o e r- l i tz : Landok flieht vor dem Glück. Novelle. Erich Kästner: Drei Männer im Schnee. Roman. UBalter Kramer: Heimgang in Flandern. Novelle. Heinrich L e r f ch : Mut und Uebermut. Erzahlun- gen. Josef Ponten : Die Väter zogen aus. Roman Einleitungsband zu „Volk auf dem Wege". Rudolf P r e s b e r : Das Horn von Thum und Taxis. Roman. Georg Ren dl: Der Berufene. Roman. Ina Seidel: Das Wunschkind. Roman. Neue billige Ausgabe. Josef Winckler: Das Buch vom Alten Fritz. Ernst Zahn: Steigende Wasser. Roman. — Weiter in Vorbereitung befindliche Werke: Willy Andreas: Kämpfe um Volk und Reich. Gottfried Benn: Kunst und Macht. Essays. Baron Julius E v o l a : Die Erhebung gegen die moderne Well. Germanenbibel. Aus heiligen Schriften 0er’ manischer Völker, herausgegeben von Wilh. Schwa» ner. Albert von Hofmann: Das deutsche Land und die deutsche Geschichte. Neue kurzgefaßte Ausgabe. Sir James Jeans: Die Wunderwelt der Sterne. Maria Josefa Krück von Poturzyn' Methild und das Reich der Deutschen. Die Geschichte einer Frau zwischen Deutschland und Britannien. Michael Prawdin: Tschingis-Ehan. Der Sturm aus Asien. Tatsachenroman. Ina Seidel: Dichter, Volkstum und Sprache. Ausgewählte Vorträge unö Aufsätze, lieber Leben und Werk der Dichterin Ina Seidel wird eine umfangreiche Würdigung von Walther Bauer erscheinen. — Der Verlag Perthes bringt für die Jugend: Hedwig L o h tz« Von Blumen, Bäumen und fröhlichen Gesellen. >beschichten und Reime. Mit vielen farbigen Stioern von Tamara Ramsay. Wirischafi 6% Deutsche Retchsanlethe v. 1927 6% eljem.7% Dt.ReichSanl.v. 1929 6'/i% Douna'Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. Desgl. ohne AuSlos.-Rcchte...... 6% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6yz% Hess. Landes-Hypotheken« bank Darmstadt ßiqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ebem. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6%% ehem. 4y,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandvriese....... 6%% ehem. 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Eteuergutsch. Verrechnungskurs.. 95 94,6 98,13 93,75 90,25 90 99 101 90,75 90,5 91,25 91,4 93 93 101,7 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterreichtsche Sllberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% deögl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1..................... 8 32 1,15 8 7,35 7,4 11,25 Datum Frankfurt O.2R. Devisenmarkt Berlin Srannun a. D(. 18. September 18-September 'Datum 95 95,5 95,5 94,75 94,7 94 98,25 98,25 26,75 26,25 94 93,75 94 90,75 90 90,75 90 145 145 68,5 o 99,5 100-65 100,25 100,25 91 91 83 82,5 83,4 121 120,75 91 131 130 91,65 Vanknoten. 91,9 Lerlin, 19-September 93 93 93 o 30,5 Gritzner I 28,25 1 29,65 1 76,5 77,75 A 188! 1881 01 30 8 192 5 v. H. tute hinter den Papieren 26,75 27,25 51,25 57,25 87,75 115,75 61,25 104,5 29,75 76,25 96,25 42,75 0 o 12 0 0 0 o 0 0 0 0 6 6 0 0 130 80,5 73,5 170,5 129,65 81,75 74,9 96,13 147,5 125,5 26,75 24,5 87,13 115,25 61,75 104 78,4 170,5 129,5 81,75 74,9 29,75 76,25 96,5 68,25 7 9 o o o 145,5 219 97,5 42,5 92,5 97 42,9 93 63,61 81,45 34,06 4,6 7,6 4,2 93 101,7 88 116,5 62 104,5 73,75 76 150,5 30,65 211 180,25 130,5 73,25 76 152,4 73,25 76 151 28,75 148,25 103 121 76,75 122,75 103,9 95,25 148 124-75 49 57,75 180,25 131 29,13 149 102,4 119,5 76,5 112,5 102,5 96,5 148,25 125 145,25 216 96,75 43 92,9 29,75 74 96,75 68,5 93 101,75 93 101,75 73,75 76 150,65 29 148,75 103 119,5 76,65 112,4 103 96,75 148 125 112,75 64 135,5 50,9 70.5 125 50,75 57,5 90,5 30,65 207 179,5 130,5 64,5 69 51 71,5 113,5 64,5 138,25 50,5 71,25 126,5 48,9 56,75 91,13 30,13 213 180 130,5 1,15 7,65 7,4 7,4 11,25 87,75 116 61,4 104 77,4 170,25 130 80,5 73,5 8 4,4 64 68 50,9 70,75 4% desgl. Serie 11 ............. 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4V2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ............... 8 4,4 7 4,1 37,75 28,75 148,75 102,9 120,25 77,5 112 4,1 37,25 32,13 1,2 8 7,4 7,5 11,5 2,446 58,625 55,28 12,37 16,515 169,94 21,44 62,24 63,87 81,77 34,20 29,651 188 I Amertkam,che Noten ......... Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, t 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten................. Ungarische Note« 30 74 95,5 68,5 vorie vörse 18.9. | 19.9- |l8-9- | 19.9. 4,6 7,5 4,1 38 A.E.G Bekula Elektr. Lteferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft .............ß Feiten & Guilleaume o Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische ElektriztÜt ........ 6 Schuckert L Eo............... Siemens L Halske 7 LahmeyerLEo.............10 Buenos Aire< Brüssel..... Rio de Jan. . Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Lslo : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork... Matnkraftwerke Höchst 4\ Süddeutscher Zucker ••••••«•• ß| 1,2 7,75 7,3 7,4 11,65 I. G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt Goldschmidt RütgerSwerke MetaUgesellschaft...... Mansselder Bergbau .. Kokswerke........... Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Vereinigte Stahlwerke. Olavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth Geld 2,426 58,385 55,06 12,33 16,455 169,26 21,36 62,00 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse enen Dividende an. — Hamburg-Amerika-Paket Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschiff........... Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto. Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ..............- Philipp Holzmann O| Zementwerk Heidelberg Ol Cementwerk Karlstadt.........O| Schultheis Patzenhofer 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................ 0 Zellstoff Waldhof 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer GaS ...............7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 0 Lrenstein & Koppel 0 Leonhard Tietz..............0 Chade......................10 Accumulatoren-Fabrik 0 Conti-Gummt...............0 Buderu» ........ Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener................. Hoesch Eisen—Köln-Neuessen Ilse Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse Klücknerwerke............. Mannesmann-Röhre« ..... ^ronffun a. DL Serlin Schluß, hird Schluß!. Abend- börse Schluß, kurs Schluß!. Mittag« börse 18-9. 19-9. 18-9. 19-9 0 77,5 79 79 79,4 0 —> — 101,25 101,65 0 48,4 48 48,4 47,9 10 246 246,5 248 247 0 92,75 93 92,75 93,4 Ü 41,5 41,9 41,4 41,4 0 13,5 14 13,5 13,65 5 —- — — 127 5 127,5 127 —— 126 ?y2 — — 159 159 uiiyquyiieu yeucn .vrannui ... jJ(. Berlin Schluß, kurs Gchlußk. Abend« börse Schlußkurs Schluß». Mittag, börse Datum 18.9. 19-9 18-9- 19-9. Amtllckie Notierung Amtliche (Selb lotierung Lrie _ Geld | Lrie« 0,660 0,664 0,656 0,660 58,545 - 58,665 58,545 28,665 0,194 0,196 0,199 0,201 3'047 3,053 3,047 3,053 55,23 55,35 55,21 55,33 81,87 82,03 81,82 81.98 12,37 12,40 12,365 12,395 5,46 5,47 5,455 5,455 16,495 16,535 16,495 16,535 169,67 170,01 169,68 170,02 21.48 21,52 21,48 21 -52 0,738 0,740 0,737 0,739 5,714 5,726 5,714 5,726 62,18 62,30 62,16 62,28 48,95 49,05 48,95 49,05 11,23 11,25 11,22 11,24 63,80 63,92 63,78 63,90 81.65 81,81 81,63 81,79 34,20 34-26 34,20 34,26 10,44 10,46 10,44 10,46 2,474 2,478 2,474 2,478