Nr. 92 Erstes Blatt 184. Zahrgang Zreitag, 20. April M4 berg vor mehr denn 100 Jahren auf Befehl des Franzofenkaifers Napoleon den Tod erlitt, das Licht der Welt. Im gleichen Jahrhundert also ward der deutschen Nation dort der Mann draußen schrien: „Hitler — das ist der Krieg!" und seht heute, wie die Einsicht wächst und die deutsche Forderung nach Frieden und Gleichberechtigung — Dank der geschlossenen Willenskundgebung unseres Volkes am 12. November 1933 — Schritt für Schritt sich Bahn bricht zu den Herzen der ihr Volkstum tragenden anderen Nationen! Adolf Hitler — ich habe es vor vielen Jahren gesagt — ist als der geniale, der künstlerisch-schöpferische Mensch zugleich der Schutz und Schirmherr unserer Kunst und Kul- t u r. Denkt daran und seid von der Wahrheit durchdrungen, daß gerade auf dieser Ebene des Kampfes, auf der Geistig-Weltanschaulichen der Sieg errungen werden muß. 1934: Am 1. August dieses Jahres, das dem Auf- und Ausbau unseres Reiches dienen wird, jährt sich zum 20. Male der Beginn des großen Krieges und somit der Beginn des größten Umbruchs, den Welt und Völker je erlebt. Danken wir heute Adolf Hitler, daß er den Geist dieses August 1914 in seinem weltanschaulichhistorischen und entscheidenden Wert uns weitergetragen, ihn geformt und zum Fundament unseres neuen Staatsgefüges gemacht hat. Wir stehen am Beginn der geistigen Revolu- Einsichtige anderer Völker uns zugestehen — den wahren Frieden in Deutschland, in Europa, ja, in der Welt bedeutet! Denkt daran, daß noch vor Jahresfrist all unsere Feinde drinnen und Heil dem Führer! Ein Gruß zum 20. April. Von Sinaiskommissar Hans Hinkel, MdlR. Vor 45 Jahren, am 20. April 1889, erblickte unser Führer in jenem Grenzstädtchen Braunau am Inn, dort, wo der Buchhändler Palm aus Nürn- arl g Apl___ Wir wollen tätig sein, arbeiten, uns brüderlich vertragen, gemeinsam ringen, auf daß einmal die Stunde kommt, da wir vor den Herrn hintreten können und ihn bitten dürfen: „Herr, du siehst, wir haben uns geändert. Das deutsche Volk ist nicht mehr das Volk der Ehrlosigkeit, der Schande, der Selbstzerfleischung, der Kleinmütigkeit und der Kleingläubigkeit. Nein, Herr, das deutsche Volk ist wieder stark in seinem Willen, stark in seiner Beharrlichkeit stark im Ertragen allerOpfer.Herr, wir lassen nicht von dir.Nun segne unseren Kampf um unsere Freiheit und damit unser deutsches Dolk und Vaterland!" .... Chaos, der nach 15 Jahren Schmach, Verrat und Korruption unausbleiblich schien! Denkt an die gewaltigen außenpolitischen Aktionen des Führers, an die Wiederherstellung des Ansehens unseres Volkes in der Welt, an diese wahrhaft nationalistische und sozialistische Grundhaltung, die — wie mehr und mehr auch Mythos einer Landschaft Das Innviertel, eine Herzkammer deutscher Geschichte. Von unserem Wiener Or. A.-Äerichierstaiter. Jäh ansteigend aus den rebenumgrenzten Hügelufern der Donau erhebt sich im Norden Wiens eine Hochebene als ein riesiger, steinerner Block: Das Waldviertel. Oesterreichs Kältewinkel, sagen die Leute. Und in der Tat, wenn der Schnee schon an den Zwei- und Dreitausendern der Alpen dahinschmilzt vor der Märzensonne, dann hakt er sich noch immer fest mit eisigen Klammern in den schier unendlichen, tiefdunklen Tannenforsten, die, wo immer man zwischen ihnen einen Aussichtspunkt gewinnen mag, wie die Wogen eines Meeres sich endlos dem Blick auf- und niedersenken. Meistens pflegen die Betrachter einer Landschaft diese nach den in ihr ruhenden Merkmalen — wir würden sie am besten ihre malerischen Qualitäten nennen — zu kennzeichnen. Sie sagen, eine Landschaft ist lieblich oder wild, großartig oder sanft. Ich hatte mehrfach Gelegenheit, Gäste aus dem Reich in diesen unbekannten Winkel deutscher Erde zu führen und seltsam — suchte der Beschauer dieser Landschaft das Gesehene in ein Urteil zusammenzufassen, immer wieder glitt er von dem rein Landschaftlichen weg und fand, ohne daß man ihn irgendwie dazu führte, wie von selbst eine Bezeichnung, die in mystischer Weise die Beziehung zum Menschlichen herstellt. Er sagte: die Landschaft mute ihn heidnisch an. Das nordisch-unendliche Auf und Ab der Wälder; die riesigen Basaltklötze, die heroisch unvermittelt aus ihnen aufsteigen und einmal wie im Abendrauch am Himmelsrand jagende Rosse, das andermal wie große Opferaltäre erscheinen; die uralten Klöster, die sich an dem Rand des Landes festgesetzt haben, und die anmuten, als würden sich jetzt erst fromme Brüder anschicken, mit Art und Weihrauch ins Innere der Urwälder aufzü- brechen ... das alles sei es, was diesen Eindruck vermittle. Uebrigens: das wurde gesagt, bevor der Beschauer schon die uralte Kultstätte in Traunstein gesehen hätte, die als Krönung des Besuches am Schlüsse zu besichtigen ist. Am Rande dieses kleinen Waldvierteldorfes stehen nämlich riesige Felsklötze, die in vordenklichen Zeiten als Opferaltäre germanischen Götterglaubens benützt wurden. Später haben dann fromme Brüder Höhlungen in sie gemeißelt. Sie dienten von da ab bei der Christianisierung des Landes als Weihwasserbecken für die Massentaufen; in der Tat eines der ganz eigentümlichsten Kultdenkmäler, die sich noch auf deutschem Boden befinden. Es ist kein Zufall, sondern offenbar eine dieser Landschaft wesenhafte Bestimmung, daß sie in mythischer Weise mit dem deutschen Schicksal verknüpft ist. Das Waldoiertel, mit den geographisch (wenn auch verwaltungspolitisch getrennten) zu ihm gehörigen sanft aufschwingenden Hügeln des nördlichen Oberösterreich hat unserem Volke drei Genies geschenkt, die die Vorsehung zu entscheidenden Augenblicken der Geschichte eingesetzt hat: den Feldmarschall Derfflinger, Sieger von Fehrbellin und Mitschöpfer der brandenburgischen Macht; Neithardt von Gneise- n a u, Preußens ruhmreichen Verteidiger, und den Kanzler Adolf Hitler, den Führer des Dritten Reiches. Der Derfflinger zog nach dem Sieg der Gegenreformation und der Ausrottung des evangelischen Glaubens aus dem habsburgischen Erzland und — merkwürdige Fügung — gerade er wurde Mitschöpfer jenes Staates, der vom Geschick dazu berufen war, den Habsburgern den Reichsgedanken abzunehmen. Unbekannter und nur noch in alten österreichischen Lesebüchern zu finden, ist die Geschichte N e i - t Hardts, der sich später nach dem Hof seiner Väter „von G n e i s e n a u" nannte. Neithardts Vater war von seinem oberösterreichischen Stammsitz weg unter die sächsischen Fahnen gegangen und hatte e? dort zum Hauptmann gebracht. Wie so oft bei großen Männern hatte auch über der Geburt des kleinen Neithardt ein geheimnisvoller Stern geleuchtet. Sein Vater nämlich war mit der Reichsarmee, die auch durch sächsische Abteilungen aufgefüllt war, an der Seite Maria Theresias in den großen Krieg gegen den Preußenkönig gezogen. Und wieder einmal war diese Reichsarmee, im Volksmund „Reißausarmee" genannt, auf eiligem Rückzug vor Friedrich durch die schlesischen Lande gewesen. Der alte Gneisenau hatte seine Frau, obgleich sie schwanger war, in den Feldzug mitgenommen. In einer Fluchtnacht gebar sie auf einem Troßwagen einen Knaben. Erschöpft vor Anstrengung schlief sie dann ein, und als der Wagen auf einer schlechten Straßenstelle ins Rumpeln kam, fiel der Säugling in einen Straßengraben. Erst im nächsten Dorf bemerkte die Mutter den Verlust. Inzwischen aber waren preußische Grenadiere de» flüchtenden sächsischen Truppen dichtauf. Ein brandenburgischer Soldat fand das Kind, barg es in seinen Mantel und übergab es am Morgen der in jenem Dorf verzweifelt zurückgebliebenen Mutter... Der Knabe wuchs heran und wurde später der gei boren, der einst als einer der größten Söhne feres Volkes von der Geschichte genannt werden 5,686 I 47^ 10,40 35 M k ,iüi °9en fr '"er S gelten ß "rten Recht! — Erheben wir am 20. April 1934 den Arm zum Schwur und Gruß, dann wird all denen, die guten und reinen Willens in unserem Volke sind, gerade heute — nach dem ersten Jahre des großen Umbruchs — zu Millionen und aber Millionen mehr denn je bewußt, daß das gütige Geschick uns in Adolf Hitler den wahrhaftigen Retter und Führer unserer Zukunft gefcmbt hat. Kein Byzantinismus drangt uns ä" solchen Worten, unser heißes Herz und die gesunde 23er- nunft - beide! - verpflichten uns, dieses Bewußtsein stets als Mahnung für uns selbst zu nehmen. Volksgenossen, laßt m einer stillen Stunde die Geschehnisse der Vergangenheit an Euch vorüberziehen! Denkt an die schwere aber so siegreich begonnene A r b e l t s s ch l a cht des Jahres 19 33, denkt an das früher als Utopie bezeichnete gigantische Hilfswerk der gesamten Nation im nun hinter uns liegenden Winter, das die Aermlten der Armen und jene in den vergangenen 15 Jahren um ihr Recht auf Arbeit Betrogenen die nationale Solidarität, den neuen deutschen Gemeinschaftsgeist spüren ließ! Denkt an die Rettung von Wirtschaft und Finanzen, Bauern- und Arbeitertum. Kunst und Kultur vor d?.^. ern. mb hier ein ’ \ k t statt. Es jür 6 vis 811 9 Mark und j bis 25 Mark 35 Mark er- ] i n, der Markt | unbene Nutz-1 (feite sich ein I rben 300 bis Nack bezahlt sozialismus und seinem Weltbild entsprechende Form erhalten. Der Baumeister unseres deutschen Hauses hat ein ewig dauerndes Fundament gelegt, die Grundmauern hat er uns errichtet und wir, die wir den Nationalsozialismus im schweren Kampfe erlebt, wir haben bis zur Stunde nach allem Wissen und Können, furchtlos und treu, ihm dienen wollen. Wir kennen von Anbeginn des Führers Ziel. Er sprach es schon 1919 aus als er uns sagte: Der deutsche Staat der Zukunft muß die wahre Heimat aller deutschen Menschen sein! — Ist es wahr, daß „wahre Größe die Einfachheit und die Einfachheit die wahre Größe" ist, dann können wir voll freudigen Stolzes fagen: unser Führer ist der Größte, den uns ein gütiges Geschick hat geben können. Der 20. April 1934 sieht 60 und mehr Millionen deutscher Menschen in unserem Vaterland und dort, wo sie auch in der übrigen Welt leben und für ihr Volkstum kämpfen mögen, entblößten Hauptes vor dem Manne stehen. Der uns allen das Leben erst wieder lebenswert gemacht, der die Alten noch die letzte Freude, die Rettung unserer deutschen Ehre miterleben läßt und der deutschen Jugend den Weg in eine zwar allen Einsatz fordernde, aber siegoerheißende Zukunft frei gemacht. Ihm danken wir heute alle und alle! Arbeiter und Bauer, Handwerker und Künstler, Kaufmann und Beamter, jung und alt, Mann und Frau — sie alle reichen sich die Hände, sehen sich offen und freudig in die Augen und geben sich untereinander das Wort: Wir alle wollen dieses Führers würdig fein! Ganz Deutschland steht für ihn ein, und die Welt erlebt heute und morgen und in alle Zukunft den ewigen Aufbruch einer Nation, die geeint und schaffensfroh sich ihr Haus gebaut und nur einen Gruß, nur e i n Gebet und nur einen Kampfruf kennt: Heil dem Führer! Dem Führer der deutschen Ration! Zum 45. Geburtstage des Reichskanzlers Adolf Hitler. wird. 30 Jahre später legte er — mitten in der Zeit marxistischen Verrats und spießbürgerlicher Feigheit — das Fundament der großen deutschen Freiheitsbewegung, bewahrte das große Erbe des Krieges, schützte es gegen alle und alle und trug dies Erleben — den Aufbruch der Nation, der im August 1914 begann — in die Zukunft. 40 Jahre nach jenem 20. April 1889 erkannten Millionen erwachter Deutscher in dem einst unbekannten Sohn des deutsch-österreichischen Zollbeamten den Retter vor dem Chaos und den Führer in eine neue, eine glückverheißende Zukunft. Und am 30. Januar 1933 — nach einem Kampf unserer nationalsozialistischen Bewegung, über den erst kommende Generationen voll wahrhaftiger Bewunderung und blutvoll gerecht urteilen werden — übergibt der greife Feldmarschall des großen Krieges dem unbekannten Arbeiter und Soldaten von einst die Führung des Staates als Kanzler, als Amtswalter der deutschen Nation. Die nationalsozialistische Revolution, die Revolution der Weltanschauung unseres Jahrhunderts beginnt ... Am 20. April 1934 begeht die erwachte, zu den ewigen Quellen ihres Volkstums zurückgefundene Nation zum zweiten Male im neuen, im Dritten Reich den Geburtstag ihres Führers. Das 45. Lebensjahr Adolf Hitlers, das Jahr der machtpolitischen Revolution liegt bereits hinter uns. Das große Wunder — die Beseitigung der politischen Zerrissenheit unseres Volkes — kam, der Führer brach nach Jahrhunderte alter parteipolitischer Sklaverei die Macht der politischen Erscheinungsformen von Marxismus und Reaktion. Wir stehen am Beginn der geistigen Ueberwin- dung der liberalistischen Weltanschauung der französischen Revolution von 1789 und bewundern in dankbarer und freudiger Verpflichtung die gigantische Tat jenes Mannes, der den Besten der Nation ein neues Leben gegeben und den Kom- °99en • et.159 2 w 'M?!; ' ? NH | I ?’5 nieder u feuni nnartt. Oemüfe, ' 1 ^orgeln, übrige rtosfelnLtz onlt blieben e"en: Feld- 30 bis ■ 'lbe, 50 kg, n 10 bis 20 ■' (Treib,' Uvbis 50,, 30, Rote * je 5 bis 20, ■ 120 bis 25, ! Weißkraut 8 600 bis 700. °rkt nahm 't ui Aepseln ten Preisen 'U- Aepsel I " 12 bis 14, ite, 800 bis n, blonb, 10 al. blonb 14 >is 10. narkt. 10 Uhr war tinber, 1222 !s kosteten: s 35, Echafe - Marktver- menben ein neues Haus gestaltet. „Zwei Dinge lassen mich an den Sieg glauben! Zum ersten, daß unsere Bewegung nicht von einem bestimmten Stand getragen ist, sondern daß sich in ihr das ganze Volk zusammengefunden hat. Wir haben als erste und einzige das Wunder fertig gebracht, die deutsche Zersplitterung zu überwinden durch die Vereinigung der beiden größten weltanschaulichen Bewegungen des Sozialismus und des Nationalismus. Zum zweiten d i e Art, wie wir geboren sind. Welche Bewegung hat eine solche endlose Kette von Der- I folgungen und Verboten zu erdulden gehabt wie die nationalsozialistische Bewegung? So, wie sie uns gequält haben, so quälen sie seit 14 Jahren ganz Deutschland. Aus dem heraus ist in der Weltgeschichte noch immer die Macht entstanden, die endlich eine Tyrannei beseitigt hat." — Voll Stolz und innerer Wahrhaftigkeit konnte unser Führer in einer Kundgebung im Berliner Sportpalast anläßlich seines Geburtstages im Jahre 1932 von sich und der braunen Armee seiner politischen Soldaten das verkünden. Und wie tausend und abertausend Mal wir alten Nationalsozialisten in den vergangenen 15 Jahren es erlebten: die gottgewollte Entwicklung der Geschehnisse, der Ablauf der Dinge gaben ihm das s gegen te j le Reihe ou-> t rinsuhrzaiM |i mht fast aus- •; Weigerung des ! sionmahig ju |i ie Steigerung Jahren. Mn- iärz um 1 tmäfeig M ung der Rus- iod) fortöN ieg von 295,7 I irk Die Roh' 1 L(4 Millionen, Mtelausfuhk | Hart. In e i . Steinkohlen' I ning der Fer- , Varengrupp-n jutjr von W 1 üsienun^ . redlich" Ruck /er» * ♦ ä*! £=-: (nttnclltl zlnttlfla ssäs infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins-, gemein. MM General-Anzeiger für Oberheffen "chten: Anzeiger Stegen I bl! behördliche Anzeigen 6Rpf. Srankfurt am Main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitätr Vuch- und Stcinöniderei R.Lange in Gießen. schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 im Textteil'?2 Rpf.°st mm nlale Generalstabschef der verbündeten Armeen in den Befreiungskriegen von 1813 und 1814. Aus dem Herzen dieses Hügellandes, aus dem eigentlichen Waldoiertel, stammt der Reichskanzler Adolf Hitler. Seine Ahnen saßen in Weitra und Spittal, in Waidhofen und Heidenreichstein, Großpoppen und Arbesbach. Wenn man etwa von Freistadt, aber auch von der Donau herauf in das Waldoiertel kommt, wird man erstaunt sein, sehr häufig den Namen Hitler, oft auch in der Schreibform Hiedler oder auch Hütler zu finden. Landschaft spiegelt sich im Menschen und formt ihn. Darum sollte man, wenn man einen Geist völlig erfassen will, auch die Landschaft seiner Ahnen kennen, sollte, wenn man den Volkskanzler völlig verstehen will, diese Landschaft kennen. Das Wesentliche an ihr scheint zu sein: der Uebergang von den warmen, sanft ausschwingenden, so recht als „österreichisch" bezeichneten Weinhügeln der Wachau in das harte, streng-nordische Antlitz dieser Hochebene. In diesem Uebergang scheinen sich Ausdruck von Gefühl und Willen zu einem großartigen Gesicht zu vereinen... und das Antlitz des größten Sohnes dieser Heimat, wer kennt es nicht und weiß nicht, daß sich eben Gefühl und Willen in so wunderbarer Weise in ihm widerspiegeln? So abgeschlossen ist dieses Land, daß es — obgleich (an Böhmen grenzend) im eigentlichen Sinne Grenzland — sich volklich fast völlig rein und unvermischt erhalten hat. In der langen Ahnenreihe des Kanzlers, unter fast 250 bekannten Vorfahren, findet sich nur ein einziger slawischer Name. Fast selbstverständlich übrigens, daß, als nach 1870 in Oesterreick eine mächtige alldeutsche Bewegung wach wurde und als sich erneut und verstärkt der alte Sehnsuchtstraum nach dem Reich aller Deutschen anmeldete, diese neue Bewegung gerade vom Waldoiertel seinen Ausgang nahm. Dies also ist das Waldoiertel ob der Donau, der Ostmark zugehörig und doch eine Herzkammer deutscher Geschichte. Geist und Gesicht einer wahrhaft heroischen Landschaft! Oer Reichspräsident an den Führer. Berlin, 19. April. (DRB.) Der Herr Reichs- Präsident hat an den Herrn Reich ska n z- l e r folgendes, von einem Blumenstrauß begleitetes Glückwunschschreiben gerichtet: „Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Zu Ihrem morgigen 45. Geburtstage spreche ich Ihnen meine besten Glückwünsche aus. In dankbarer Anerkennung Ihrer bisherigen Aufbauarbeit für Volk und Vaterland gebe ich dem tiefempfundenen Wunsche Ausdruck, daß Ihnen noch viele Iahre gesegneten Wirkens und persönlichen Wohlergehens beschieden sein mögen! In treuer Kameradschaft und mit herzlichen Grüßen bin ich Ihr ergebener von Hindenburg." Tagesbefehl Berlin, 19.April. (DRB.) Der Stabschef hat anläßlich des Geburtstages des Führers den folgenden Tagesbefehl an die S A. erlassen: „Der oberste SA.-Führer Adolf Hitler begeht heute seinen 4 5. Geburtstag. In ihm verkörpert sich für uns politische Soldaten der nationalsozialistischen Revolution Deutschland. Was das Sehnen der Deutschen gewesen, feit sie in das Licht der Geschichte traten — was zwei Jahrtausende deutscher Entwickelung nicht vollbrachten — durch ihn ist es Wirklichkeit geworden: Das über Stammes-, Klaffen- und Konfef- fionsgegenfähe hinausgewachsene einige Volk im einigen Reich! Aus feinem Geiste, unter feinen Fahnen ist die SA. marschiert für das nationalsozialistische Deutschland. Kampf und Rot, Opfer und Tod haben uns ihm verbunden zu einer Gemeinschaft, d i e nichts und niemand lösen ober trennen kann. Die Wehrmacht huldigt Adolf Hitler gehört für ir Berlin, 19. April. (DRB.) Aus Anlaß des Geburtstages des Führers hat der Reichswehrminister Generaloberst v. Blomberg an den Herrn Reichskanzler folgendes Glückwunschschreiben gerichtet: hochverehrter Herr Kanzler! Die deutsche Wehrmacht gedenkt an Ihrem heutigen Geburtstag in treuer Verehrung und Dankbarkeit des Wannes, der mit feiner Tatkraft und feinem unbeugsamen Willen das neue Deutschland schuf und damit auch der W e h r- macht Sie Grundlage wiedergab, ohne die sie trotz besten Wollens auf die Dauer ihre Aufgabe nicht hätte erfüllen können. Wit Stolz sind wir Soldaten uns bewußt, daß die Bewegung, die Sie ins Leben riefen und die heute kraftvoll den Staat durchdrungen hat, in ihrem Ursprung auf das soldatische Erlebnis des Krieges zurückgeht. Die Kampfgemeinschaft auf Leben und Tod, die draußen in den Schützengräben der Front alle verband, war zugleich die Geburlsstunde der großen Idee, der Sie im Deutschland der Rgchkriegszeil zum Durchbruch und zum Siege verhalfen haben und in der sich heute das ganze Volk zu neuer Volksgemeinschaft zusammengefunden hat. Deshalb fühlt sich der Soldat aus innerstem Gefühl heraus eins mit dem neuen Staat. Der KriegsfreiwilligedesRegiments L i ft, der einst in unseren Reihen kämpfte und blutete, von der ersten Flandernschlacht an bis zum bitteren Ende, der Frontkämpfer des Weltkrieges, an die SA Unser Stolz und unsere Ehre war es, ist es und wird es für alle Zeiten bleiben, stets feine Getreuesten z u sein, auf die der Führer vertrauen und bauen kann in guten und erst recht in bösen Tagen. Zu dem Tage, an dem vor 45 Iahren das Schicksal der Ration in ihm ihren Retter schenkte, entbieten die braunen und schwarzen Bataillone der S A. ihrem obersten SA.-Führer ihren Gruß und erneuern ihr Gelöbnis: In unwandelbarer Treue und niemals wankendem Gehorsam seine Wege zu gehen und seine Werke zu wirken und Bormänner zu sein beim Reubau des Staates und bei der B olf Werbung der Deutschen und dem nationalsozialistischen Deutschland zu dienen mit Leib und Seele bis in den Tod. heil dem Führer der Deutschen! heil dem obersten SA.-Führer Adolf Hitler!" Berlin, 20. April 1934. Der Stabschef der SA. gez. Ernst Röhm. und dankt dem Mm. tmer dem deutschen Heer. der Henle das Ruder des Reiches in feinen Händen hält, i ft und bleibt deshalb für immer einer der unferen. Als Träger der verpflichtenden Tradition der deutschen Armee des großen Krieges führt das Reichsheer auch das Erbe des Regiments fort, in dem Sie einst für Deutschland kämpften. Roch heute steht der Traditionstruppenteil des Regiments List, das 1. Bataillon 19. (Bayerisches) Infanterie-Regiment, im gleichen Standort, noch heute tut es feinen Dienst in den Wanern der g l e i ch en K a f e r n e, in der Sie als junger Kriegsfreiwilliger Ihre erste militärische Ausbildung erhielten. Der Badenweiler Warsch, der Sie im Kriege begeisterte, ist auch heute noch der Parademarsch des 1. Bataillons. Ich habe daher befohlen, daß die Kaserne des 1. Bataillons des 19. (Bayerischen) 3 n - santerie-Regiments von heute ab den Barnen „Adolf-Hitler-Kaserne" trägt. Ich bitte Sie, hierin den Ausdruck des Dankes der ganzen Wehrmacht zu sehen. Wit diesem Dank verbinden wir das Gelöbnis unwandelbarer Treue zu Ihnen und Ihrem Werk. gez. von Blomberg. Die Umbenennung der Kaserne des L/19. (Bayerischen) Infanterie-Regiments in „Adolf-Hitler- Kaserne" wird durch eine Paradeaufstel- (u n g des Bataillons feierlich begangen werden. Eine Abordnung der Truppe aus Offizieren, Unteroffizieren und Wannschaften wird dem Kanzler die Durchführung melden. Zm Spiegel der Volksmeinung. Berlin, 19. April. (DNB.) Die Berliner Presse wird beherrscht von dem Ereignisdes Tages: dem Geburtstag des Führers. Alle Zeitungen bringen auf der ersten Seite das Bild des Führers und Geburtstagsartikel, die eine Würdigung der großen Persönlichkeit und einen Rückblick auf das Werk und den starken Glauben an Deutschlands Zukunft enthalten. Der „Völkische Beobachter" stellt dem Geburtstagsartikel seines Hauptschriftleiters R o sende r g die Worte voran, die der „VB." am 20. April 1923 dem Führer widmete: „Wir können schon heute sagen, daß der Name Hitler nicht nur für uns mystischen Klang angenommen hat. Unter diesem Namen wird das deutsche Volk einmal geschieden werden in Spreu und Weizen. Dieser Name geht schon eben als Symbol durch die ganze Welt; gehaßt und geliebt, wie alles Große!" Zn dem Ar- tikel Rosenbergs heißt es u. a.: Um die deutsche Nation aus ihrem Zustand der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung herauszureißen, bedurfte es eines unbändigen Glaubens, einer alle Hemmnisse zu überwindenden, sich stets erneuenden Leidenschaft und zu gleicher Zeit war es notwendig, daß diese Leidenschaft eingefügt wurde in eine große politische Gesamtschau des Lebens, so daß Gestalt und Auf- bau des Deutschen Reiches in allen großen Umrissen schon fest vor den Augen des führenden Mannes standen. Dieses Zusammenwirken von Wille und Erkenntnis ist ja mit das Geheimnisvolle an der Persönlichkeit Adolf Hitlers gewesen, von den Tagen an, da er seinen ersten Anhänger fand, und all die Iahre hindurch, da er hunderttausende, Willionen in feinen Kraftkreis gezogen hatte, kaum, daß er mit ihnen in Verbindung getreten war. Aus den Tiefen des deutschen Charakters ist der große Glaube an Deutschlands Zu- kun ft geworden, für immer verbunden mit der Persönlichkeit jenes Mannes, der diesen Glauben entfachte und niemals trotz vieler Enttäuschungen müde geworden ist in seinem Kampf um Deutschlands Freiheit 3n der „Deutschen Zeitung" schreibt der Gauleiter der Kurmark, Wilhelm Kube: Adolf Hitler ist heute und für alle kommenden Zeiten Deutschland schlechthin. Und wie aus der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei das Dritte Reich geworden ist, so ist aus dem Führer der NSDAP, der deutsche Führer geworden. Unser Baterlanb besitzt in Adolf Hitler den besten Vertreter seiner Kraft, seines Geistes und feines friedlichen Wollens. Die „K r e u z z e i t u n g" überschreibt ihren Gluckwunsch mit dem schlichten Wort „Dank". Dank dem Führer, dem feurigen und gütigen in einer Gestalt, dem Garanten der Einheit, dem Treuhänder der Zukunft. Wie ein Rausch des Glückes, heißt es weiter, ist das Jahr der Reichsgründung über uns gekommen und weiter gezogen. Es ist schon fast Geschichte, und wir stehen mit Ehrfurcht vor ihm, der Geschichte schuf. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" sagt in ihren Geburtstagszeilen: Ueber alle Leiftun- ftungen des ersten Regierungsjahres hinweg ist es in erster Linie die schlichte und aufrechte Persönlichkeit Hitlers, die seine Bewegung und immer mehr das ganze Bolk zu den Opfern und den Leistungen befähigt, die von uns allen gefordert werden. So bilden mir uns zur Nation im Glauben an sein Ziel und im Vertrauen auf seine Führung. Der „T a g" legt seinen Zeilen den Spruch Martin Luthers zugrunde „W enn Gott einem Volke hat helfen wollen, so hat er es nicht durch Bücher getan, sondern er hat ihm Männer geschickt." Das Blatt beschäftigt sich mit dem Geheimnis der Führergeburt und sagt: Der Führer der Deutschen will, daß Gemeinnutz vor Eigennutz geht, und dafür dankt ihm ein danach feit langen Iahren vergeblich dürstendes 65-Willionenvolk an diesem Tage, der einst in Braunau das Ge« nis der Führergeburt sah, mit dem herzlichen Gelöbnis der Nachfolge. Die „Germania" findet folgende Worte: Was Adolf Hitler für das deutsche Volk geworden ist, liegt vor aller Welt offenbar und kann durch Worte weder erhöht, noch gemindert werden. Das Bolk selber Hal fein Urteil über die Persönlichkeit Hitlers in der denkwürdigen, in der langen deutschen Geschichte einzig dastehenden Stunde gesprochen, als es dem Führer in so überwältigender Weise sein Bertrauen aussprach. Das „Berliner Tageblatt" kennzeichnet die klare Linie der Politik des Kanzlers, die einen echten und dauerhaften Frieden zum Ziel habe und kleidet seinen Glückwunsch in die Worte: Kein besserer Wunsch kann ihm zu seinem Geburtstage gewidmet werden, als der, vorwärts, immer vorwärts zu gehen auf der Bahn, die zum friedlichen Glück von Nation und Heimat führt. Berlin ein Flaggenmeer... Berlin, 20. April. (DNB.-Funkspruch.) Die Liebe und Verehrun-g, die das deutsche Volk seinem Führer entgegenbringt, zeigt sich heute, am 45. Geburtstage des Volkskanzlers, in ganz besonders starkem Maße. Seit dem frühen Morgen dieses sonnigen Frühlingstages ist die ganze Reichshaupt st adt in ein Flaggenmeer verwandelt. kein Haus, an dem nicht die Flaggen der nationalfozialistifchen Revolution auf die Bedeutung dieses Tages Hinweisen. Alle Dienstgebäude des Reiches, des Staates und der Stadtverwaltung, alle Wohnhäuser und Fabriken sind beflaggt. Auch die Berliner Verkehrsmittel mit Einschluß der Kraftdroschken und der Privatkraftwagen zeigen Flaggenschmuck. Besonders eindrucksvoll sind die Dekorationen vieler Geschäfte in der Berliner Innenstadt. Zn ihren Schaufenstern sind Bilder des Führers aufgestellt, umrahmt von Blumen und frischem Grün, mit Fahnenband durchwirkt. Auf ausdrücklichen Wunsch des Kanzlers, der in feiner Einfachheit und Bescheidenheit dem ganzen Volke Vorbild ist, wurde von offiziellen Feiern aus Anlaß seines Geburtstages abgesehen. Trotzdem hat es sich der größte Teil der Berliner Betriebe nicht nehmen lassen, die Belegschaften zu kurzen Feier- st u n d e n zusammenzurufen, in denen die Führer der Betriebe, und die Zellenobmänner in kurzen Ansprachen die Verdienste des Führers würdigten. Ein Geburtstagsgeschenk besonderer Art hat sich die B e r t in e r SA. ausgedacht. Sie glaubte die Volksverbundenheit am besten dadurch zum Ausdruck bringen zu können, daß sie derjenigen Volksgenossen gedenkt, die sich nicht alle Tage ein warmes Essen leisten können. Iede Standarte hat für sich gesammelt, um Tausende von Volksgenossen am heutigen Ehrentage zu speisen. In allen Stadtteilen werden heute mittag die Bedürftigen ein warmes Wittagessen erhalten und Wusikvorträge der SA.-Kapellen werden dabei aufspielen. Auch eine Reihe von Industrieunternehmungen, Gaststätten und Kaffeehäuser wird des Geburtstages des Führers in derselben Art gedenken. Zn der Reichskanzlei herrscht seit dem frühen Morgen reges Leben. Die Glückwunschtelegramme und Briefen häufen sich zu großen Bergen. Schon zeitig fanden sich die ersten Gratulanten ein, um sich in das Besuchsbuch einzutragen. Frontsoldaten Wen Reichsehrenmal. Ein Kriegsblindenheim als Geburtstagsgeschenk für den Führer. Berlin, 19. April. (DNB.) Im Mittelpunkt der im Reichstagsgebäude abgehaltenen Tagung der Nationalsozia li st ischen Kriegsopfer- oersorgung stand heute nachmittag eine Rede des Reichskriegsopferführers Oberlindober über die Aufgaben der NSKOV. Einleitend betonte er in einem Rückblick auf die Arbeit der vergangenen Jahre, daß es der NSKOV. gelungen fei, die Kriegsopfer ihrem Volke wiedergegeben und in ihnen den Gemeinschaftsgeist besonders geweckt zu haben. Der RSKOV. fei es im vergangenen Iahre gelungen, die Zahl der erwerbslosen Kameraden * von 280 000 auf 80 000 zu vermindern. Auch die ©ieMungs arbeit der NSKOV. schreite rüstig vorwärts. Am Ende dieses Jahres würden rund 1000 Siedlerstellen errichtet sein. Jeder kriegsbeschädigte Siedler erhalte ein Heim von rund 60 Quadratmeter Wohnfläche und mit etwa 1000 Quadratmeter Gartenland bei einer monatlichen Belastung von höchstens 25 Mark. Dann stellte der Reichskriegsopferführer die Richtlinien für die künftige Arbeit der Bezirksobleute der NSKOV. auf. Dabei hob er als wichtigstes Ziel die Arbeitsvermittlung hervor. Die Oberste SA.-Führung habe die Zusage gegeben, daß in allen Fällen, in denen für Kriegsbeschädigte geeignete Arbeitsplätze vorhanden feien, SA.-Män- ner auf andere Arbeitsplätze auszuweichen bereit wären. Auch die Betreuung der Kriegerhinterbliebenen müsse energisch durchgeführt werden. Bei der Fürsorge für die Schwerkriegsbeschädigten sei immer der Grundsatz zu beachten, daß die Schwerverletzten der größten Fürsorge bedürften. Aus diesem Gesichtspunkt werde er morgen dem Führer im Rameu der RSKOV. ein heim für kriegsblinde zum Geburtstagsgeschenk machen. Unsere blinden Kameraden werden mitten in der Reichshauptstadt eine Heimstätte erhalten, und zwar durch die Hand unseres Führers, der selbst das Schicksal der Kriegsblindheit kennengelernt hat. Weiter teilte der Reichskriegsopferführer unter stürmischem Beifall mit, daß die deutschen Frontsoldaten in diesem Iahre ihren gefallenen Kameraden das Reichsehrenmal errichten würden. Dieser Entschluß sei in gemeinsamer Besprechung mit anderen Soldatenverbänden gefaßt worden. Ueber die Zusammenarbeit in diesem Fall hinaus sei es dringend notwendig, die gesamten Soldatenverbände zu einer großen deutschen Soldatengemeinschaft zusammenzuführen. Ebenso werde man sich dafür einsetzen, daß jeder deutsche Frontsoldat ein besonderes Ehrenzeichen erhalte. Schließlich teilte der Reichskriegsopferführer noch mit, daß alle NSKOV.-Mitglieder, die bereits vor dem 30. Januar 1933 in der Nationalsozialistischen Kriegsopferbewegung gekämpft hätten, aber nicht der Partei angehörten, jetzt die Möglichkeit erhalten würden, Parteimitglieder zu werden. Die Tagung schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler und den Reichskriegsopferführer sowie mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes. Frankreichs Todesstoß für die Abrüstung. Berlin, 19. April. (DRB.) Die Deutsche Diplomatische Korrespondenz nimmt zur französischen Rote an England il a. wie folgt Stellung: Das ist der Geist der einseitigen Diskriminierung und des W e f f e n s mH zweierlei Waß, der Deutschland im Oktober v. 3. gezwungen hat, Genf zu verlassen. Frankreichs Forderung „zurück an den Genfer Verhandlungstisch" heißt gleichzeitig zurück nach Verfailles, zurück zu zweierlei Wah, zur Verneinung der deutschen Gleichberechtigung. Die Anwendung derartiger Verhandlungsmethoden macht jeden Fortschritt unmöglich und jedes Zugeständnis zur 3 11 u s i o n. Die französische Rote zerstört alles, was an Positivem während der langwierigen Verhandlungen seit dem letzten Herbst aufgebaut worden ist. Die europäische Politik gleicht, wie schon mehrfach infolge Frankreichs Haltung in der Nachkriegszeit, einem Trümmerfeld. Alle diejenigen, die konstruktive Lösung, wirkliche Befriedung und die Wiedergesundung unserer so schwer leidenden Welt erstreben, müssen feststellen, daß die französische Politik in ihren Konsequenzen nur zur Desorganisation Europas führen kann. Jubel der französischen Abrustunasgegner. Paris, 20. April. (DNB.) Der nachhaltige Ein- druck der französischen Note an England kommt in weiteren Auslassungen der französischen Presse zum Ausdruck, die, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, das Vorgehen der Regierung billigt. Ein Freudengeschrei stimmt das „Journal des D 6 b a t s" an, das behauptet, daß endlich eine Atmosphäre der Lüge beseitigt und die Wahrheit wiederhergestellt sei. Auch würden nun gewisse Versuche unterbunden, als Schiedsrichter zwischen Frankreich und Deutschland aufzutreten. Versuche, die Deutschland immer nur als Anreiz zur weiteren Aufrüstung ausgelegt habe. Das Blatt behauptet, daß Deutschland mit den üblichen Mitteln überhaupt nicht beizukommen sei, da das Dritte Reich kein Staat wie andere sei. Ein neuer Beweis hierfür sei die Rede des Stabschef der SA., Röhm. — Im Paris „S o i r" bedauert Romier, daß keine beruhigende Abrüstungsformel gefunden worden sei, glaubt aber auch, daß der eindeutige Wille Frankreichs, sich nicht „hereinlegen" zu lassen", ganz Europa einen Dienst erwiesen habe. Der Außenpolitiker der „Information" ist überzeugt, daß jetzt die Abrüstungskonferenz als begraben zu gelten habe, warnt aber vor der Schlußfolgerung, daß überhaupt alle Verhandlungen zu Ende feien. Da man das Ideal nicht erreichen könne, kehre man zu den diplomatischen Methoden von ein st zurück, die die Sicherheit im Gleichgewicht der Kräfte suchten. Eine vernünftige Stimme. ,»3t o t r e Ternps" seht feine scharfen Angriffe gegen die französische Regierung fort. Rach Ansicht dieses Blattes habe das französische Kabinett Frankreich in gefährlicher Weise isoliert, um die Abrüstung zu torpedieren. Trotz aller psychologischen Erwägungen und juristischen Spitzfindigkeiten über die Sicherheit bleibe für die Geschichte und die Welt die brutale Tatsache bestehen, daß Frankreich nicht abgerüstet habe, während Deutschland die vertrage loyal erfülle. :et i" |o au5. 'enooit 1bQs K tjliC torte: “^4 bit Jet. "■ 'i der !'Wt • ?e,n bei, ltl5N ge- ' *nimet ü'diezum UnMei. ♦ n Feier. d?e Führer 'n. kurzen würdigten. ' Art hat W. Sie 'esten da. n, bafj |ie sich nicht können. Ein offiziöser pariser Kommentar. Deutschland soll nach Genf zurückkehren.-Köder für die Kleine Entente. Paris, 18. April. (DNB.) Die französische Morgenpresse bringt einen einheitlichen Kommentar zur französischen Note, der die Auffassung der amtlichen Stellen wieder- qeben durfte. Es böten sich, so heißt es in dem Kommentar, vier Möglichkeiten: 1. Eine allgemeine Abrüstung, wie sie das anfängliche Ziel der Abrüstungskonferenz war. Dieses Ziel habe die von Deutschland unter Mißachtung der Verträge oorgenommene Aufrüstung unerreichbar gestaltet. 2. Eine Herabsetzung der Effektivbestände und der Materialien der durch die Verträge nicht entwaffneten Mächte, verbunden mit einer Erhöhung der Effektivbestände und des Materials, das Deutschland zugestanden worden war. Diesen Dorschlng, der im englischen Plan vom 29. Januar enthalten war, habe Frankreich am 17. März zurückgewiesen. 3. Frankreich würde eine teilweise Aufrüstung Deutschlands annehmen. Man werde aber von Frankreich keine Herabsetzung der Rü st ungen verlangen. Das sei der Inhalt der italienischen Denkschrift gewesen. 4. Frankreich lehnt eine Legalisierung der geheimen Aufrüstung Deutschlands a b. Das sei der Inhalt der vorgestrigen französischen Note. Die Note beschränke sich angesichts der durch den öffentlich eingestandenen Aufrüstungswillen Deutschlands geschaffenen unannehmbaren Lage darauf, die Abrüstungsaussprache aus dem Gebiete der zweiseitigen Verhandlungen herauszunehmen und auf das normale Gebiet der Abrüstungskonferenz und des Völkerbundes zurückzuführen. Infolge der Art des deutschen Vorgehens könne jetzt nur auf diese Weise eine Lösung des Abrüstungsproblems gesucht werden, die Frankreich vor allem wünsche. In dieser hin- sicht behalte also die Rückkehr Deutschlands nach Genf ihre volle Bedeutung und würde der Beweis des guten Glaubens und des guten Willens der leitenden Männer in Deutschland sein. Diesen Standpunkt werde der französische Außenminister B a r t h o u vor dem Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz am 24. Mai vertreten, wenn er zu diesem Zeitpunkt zusammenberufen werde. Die französische Note bringe den Staaten der Kleinen Entente eine sichere Stärkung. Außerdem werde sie in Warschau nachdrücklichst gebilligt. Man könne sagen, daß der französische Text sehr wohl die Stimme Frankreichs schlechthin sei, denn er sei einstimmig von einem Kabinett angenommen worden, in dem -fünf frühere Ministerpräsidenten und darunter wiederum fünf frühere Außenminister vertreten seien, und das, politisch gesehen, von Louis Marin bis zu dem Neusozia- lifteft Marquet reiche. Scharfe Kritik in England. melt, um heutigen eilen wer- i warmes frage der !N. Auch gen. Gast. Geburts- gedenken. dem srühen htelegramme rgen. Schon len ein, um ml. rer. Ie bedürften, irgen ein Heim jsgefdjen! xttexx \n dL' x\, und p : selbst lgelernt HL er unter still' jem Jahre jsehrenmal ■ Besprechung -aßt worden. Fall hinaus ;?n Sonaten' ' Soldatenge- । werde man deutsche i5 Ehren« erführet noch e bereits vor Ifojialiffl«; n aber w jidlteit erlab • zu werden. Heil aus den hskriegsopser' Gesang der |ilM »itiflt und die Aedsrichter L Das hn6 keine chö !O-- man ä,i«l oo« ' jl II* > n London, 20. April. (DNB. Funkspruch.) Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Herold" bezweifelt, ob das Büro der Abrü- stungskonferenz tatsächlich am 30.April zull sammentreten wird. Jedenfalls würde es sich um ! »eine rein formelle Sitzung handeln, denn die Lage I «sei s o ernst, daß sie nur vom Hauptaus - schuß selbst behandelt werden könne. Man müsse sich vor Augen hallen, daß die französische Regierung in ihrer letzten Note nicht nur die Tür für weitere unmittelbare Besprechungen, sondern sogar auch für jede Erörterung der Abrüstungsfrage in Genf geschlossen habe. i -Ste habe ferner erklärt, daß es unmöglich sei, I ein Abrüstunasabkommen abzuschlie - feen, oder die Ausführungsgarantien zu behandeln, wenn Deutschland nicht nach Genf zu- rückkehre. Gleichzeitig aber habe die franzö- ' stsche Negierung den Besprechungen ein -I «Ende gemacht, die allein die Möglichkeit bo- tten, Deutschland zur Rückkehr nach Genf zu veran- 1 Hassen. Der Berichterstatter ist der Ansicht, daß «Frankreich versuchen werde, die Konferenz ZU einer Körperschaft zu machen, die i| Deutschland zur Beobachtung der Einschränkungen des Versailler Vertrages z w i n g e n soll. Der politische Berichterstatter der „M o r n i n g P o st" sagt.« In politischen Kreisen rechnet man mit . der Möglichkeit, daß die britische Regierung noch einen weiteren Rettungsversuch unternehmen »rnd ein Kompromiß zwischen dem deutschen IJ Linb dem französischen Standpunkt Vorschlägen wird. In Kreisen, die der Regierung nahestehen, wurde gestern abend erklärt, die Hoffnung auf i Erreichung einer Abrüstungskonvention sei noch I nicht aufgegeben worden. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" erklärt, daß Ton und Inhalt der । letzten französischen Note nicht nur die bri= Lische Regierung, sondern auch französische Vertreter n verschiedenen Hauptstädten vollkommen überrascht habe. Auch Belgien und Polen waren nicht darauf gefaßt. Die vorletzte fran- xösische Note hatte zwar schon bei einigen kritischen Ministern den Verdacht erregt, daß Frankreich Auf die Beendigung dieser Verhandlungen ab» z, jele. Man hatte aber angenommen, daß die dar- s «uf von London gestellte Frage wegen der französischen Garantiewünsche Paris von einem solchen « Schritt abhalten würde. Barthou habe sich bis zum letzten Augenblick bemüht, eine solche Politik zu »erhindern. Er sei aber von den militärischen Einflüssen innerhalb und außerhalb des Kabinetts überstimmt worden. H Der Berichterstatter fährt fort: Der A b r ü st u n g s- 'lrusf chuß des britischen Kabinetts hat i 1 am Donnerstag die deutsche Denkschris t, Die 24 Stunden vor der französischen Note eingetroffen Dar, nicht unbeachtet gelassen. Die britischen Mtm- |ter haben zweifellos einen tiefen Eindruck aon dieser Denkschrift empfangen, die zeigt, daß Zerlin den verbesserten britischen Plan vorn 29. Januar nur in einer Beziehung ernstlich abzuandern wünscht. Deutschland erhebt Einwendungen gegen die Bestimmung, daß es z w e i I a h r e w a r t e n soll, bis es eine rein defensive Cuff- macht haben kann, die halb so stark ist, wie die französische. Im übrigen nimmt das Deutsche Reich alle technischen Vorschläge des britischen Vorschlag s an. Es bleibt nicht unbeachtet, daß Frankreich in feiner letzten Note keine Neigung zeigt, irgend einen der Hauptgedanken des britischen Plans anzunehmen, daß es aber trotzdem auf Garantien besteht, und zwar nicht nur auf Ausführungsgarantien, sondern auch aus Garantien allgemeiner Sicherheit, die weit über Locarno hinausgeben wurden. Ob der hauvtausschuß der Abrüstungskonferenz am 23. Mai Zusammentritt, wird angezweifelt. Aber eines stebt fest: Irgend em Versuch, bei dieser Gelegenheit eine antideutsche Kundgebung von einer oder Zwei Großmächten und einer Gruppe kleinerer Mächte zu veranstalten, würde von der britischen und italienischen öffentlichen Meinung verurteilt werden Alles berechtigt auch zu der Annahme, daß Großbritannien und Italien sich nicht an einem Abkommen beteiligen würden, das Deutschland nicht freiwillig und in allen Ehren unterzeichnen könnte. Der diplomatische Mitarbeiter des ,,D a l l y e tetd)" schreibt,der Inhalt der französischen Note h,be nicht nurGroßbritannien überrascht, sondern sogar die französischen Botschafter in London und Brüssel. Nachdem Frankreich den Abrüstungsbesprechungen durch seine Note den Todesstoß verseht habe, möchte es jetzt die kleineren Staaten in Genf nötigen, ein Rüstungsabkommen zu unterstützen, das nichts weiter fei als eine französische Sicherheitskonvention. Wenn es dies tue, werde es auf den Wider st and Großbritanniens, Italiens und Belgiens, sowie selbstverständlich Deutschlands stoßen. In britischen Kreisen werde offen zugegeben, daß Deutschland hinsichtlich der Aufrüstung über die im britischen Abkommen bezeichneten Grenzen nicht hinausgegangen sei. In einem Leitaufsatz sagt die liberale „News Chronicl e", es sei zwecklos, zu bestreiten, daß Frankreich die unmittelbare Verantwortung für den Stillstand der Abrüstungsverhandlungen trage. Wenn die französische Regierung auf den deutschen Haushaltsvoranschlag hin auf Garantien bestanden hätte, so hätte man dies verstehen können. Statt dessen habe sie in ihrer Note der britischen Regierung eine schroffe Zurückweisung verabfolgt und die Tür sogar zu einer Begrenzung der Rüstungen z u geschlagen. Ls wäre gut, wenn vor der nächsten Sitzung des Abrüstungsbüros Frankreich klar gemacht würde, die britische öffentliche Meinung fei nicht damit einverstanden, daß der Völkerbund als Mittel für eine Verewigung des Versailler Vertrages benutzt und Deutschland als Macht zweiten Ranges behandelt werde. Es sollte erklärt werden, daß das einzige Abkommen, das Großbritannien unterzeichnen würde, für eine sofortige Begrenzung und allmähliche Verringerung der N ü st u n g e n der schwerbewaffneten, sowie für eine Begrenzung der kontrollierten „defensiven" Aufrüstung Deutschlands sorgen müßte. Frankreich sollte es sich reichlich überlegen, bevor es eine selbstmörderische Politik betreibe. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: i. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. HI. 34: 11 550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, KG., sämtlich in Gießen. Oer Stabschef -er SA. ordnet Sommerurlaub an. Berlin, 20. April. (DNB.) Das Presseamt der Obersten SA.-Führung teilt, laut „V. B.", mit: Stabschef Röhm bestimmt auch in diesem Jahre einen Monat, und zwar den Jul i, für die Ur- lau b s z e i t der Sturmabteilungen. Dies ist bestimmt ein Zeichen der Verbundenheit, der Anerkennung und der Würdigung für die hohen Dienst- anforberungen des letzten Jahres, die an jeden einzelnen gestellt wurden. Der genannte Monat soll grundsätzlich bei allen Einheiten d i e n ft f r e i sein, um den SA.-Führern und -Männern gründlich Gelegenheit zur Entspannung und zum Zusammensein mit ihren Familien zu geben. Bei den Stäben wird eine Teilbesetzung nur für die Wahrnehmung der dringlichsten Geschäfte vorgenommen, während Teilnehmer von Kursen, die für Juli nicht mehr abzusagen sind, im August ihren Urlaub nachholen können. Der Stabschef weiß,« daß nach dem Urlaub jeder SA.-Mann mit frischen Kräften wiederauf seinemPosten stehen und freudig die ihm auferlegten Pflichten erfüllen wird. Wettervoraussage. Der hohe Druck hat sich über dem Kontinent weiter durchgesetzt, so daß das Wetter trocken bleibt. Die noch zufließende Westluft führt zwar vorübergehend zu Bewölkung und beeinträchtigt auch die Temperaturen, so daß mit recht kühler Nacht zu rechnen ist. Ein neues Tief bei Island wird aber später die Winde mehr auf Süden zurückdrehen lassen, wobei dann Erwärmung stattfindet. Aussichten für Samstag: Teils wolkig, teils aufheiternd, nachts noch recht kühl, tagsüber etwas wärmer, trocken. Lufttemperaturen am 19. April: mittags 17,3 Grad Celsius, abends 13,2 Grad; am 20. April: morgens 8,5 Grad. Maximum 19 Grad, Minimum 4,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. April: abends 14,7 Grad: am 20. April: morgens 10,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 6% Stunden. -ssol BAHRE teuer ler H( In Kkba euicfcfieivie noeft rdefvle^ohA können, wenn esücft um eine -,T'- W- . M.; Etz "Utz • W Wjl D , ■ ;>!<• - to^elneo ERNTEN 28 BIS 30 4- MUSTERCIGARETTEN ♦ MISCHUNGSNUMMER R 6 o/M Diese Cigaretten werden in den Famika . völlig neuen Methoden hergestellt •aus folgenden Distrikten: un. FELD REEMTSMA CIGARETTENFABRIKEN G. M. B. H. ALTONA Die Cigaretten s methoden. die z- Fab'rikatlons- yN^Hueg au< sämtliche Tabake zweimal Mundstück hergesteilt Dl Dl Akk betriebes In Altona-Bahrenfeld «, Der ungewöhnlich zarte und reine Charakter dieser Mischung beruht darauf, daß —------* “ “'e wird ausschließlich ohne satflagen unseres technischen Muster I S)ie echte und die falsche ^Doralies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) 21. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Ich vergebe Ihrem Vater, Lutz Gärtner, weil ich jetzt das, was er mir angetan hatte, verstehe. Ihr Name aber steht auf einem anderen Blatt. Sie besitzen kein Recht, dem unreifen Ding, der Dora- lies, den Kopf zu verdrehen und zu ihr zu schleichen, wenn ich nicht daheim bin." Doralies hatte ihre Tränen schon wieder getrocknet. „Dati, so obenhin solltest du von mir nicht reden, ich bin kein unreifes Ding mehr. Ich weiß, was Liebe ist, und ich habe Lutz lieb! Du müßtest eigentlich gerade dafür volles Verständnis haben. Du schreibst doch Liebesromane, und alles darin ist so rührend schön, und meistens siegt die Liebe. Du gibst am Schluß ja auch bei mir nach. Also wozu, willst du uns beide, den Lutz und mich, erst quälen!" Ihr Vater warf sich ärgerlich auf einen Stuhl. „Laß mich jetzt zunächst mit deiner Liebe in Ruhe, vorläufig erscheint mir anderes noch bedeutend wichtiger.'Ich will vor allem wissen, wer bei Frau von Stübnitz deine Rolle gespielt hat?" Doralies überlegte. Es wäre besser, wenn er den Namen nicht wüßte. Anscheinend hatte er keine Ahnung. Wenn es ging, ohne Regna mit hineinzuziehen, um so besser. Sie wollte Regina nicht verklatschen, sie wollte nicht feige sein, wie Regina gewesen war, die plötzlich alles im Stich gelassen hatte. Sie antwortete: „Frage mich nicht, Vati, bitte, ich werde ja doch nichts, gar nichts verraten!" Sie stand mit zurückgeworfenem Kopfe da, sah Lutz Gärtner warnend an, er möge auch schweigen. Schließlich unternahm Frau von Stäbnitz noch irgend welche Schritte, die nicht nötig waren, wenn sie den Namen erfuhr. Sie wunderte sich nur, daß ihr Vater gar nicht an Regina Graoen dachte. Aber der traute er natürlich dergleichen auch gar nicht zu. Fritz Wolfram rief heftig: „Ich verlange den Namen zu wissen, ich muß Frau von Stäbnitz mitteilen, wer die falsche Doralies gewesen ist. Also los, rede!" Sie trotzte: „Den Namen nenne ich dir nicht, Vati!" Sie log, damit er nicht doch noch auf Regina verfallen sollte: „Der Name ist dir völlig unbekannt." Fritz Wolfram sah Lutz Gärtner an. „Bitte, gehen Sie jetzt, und geben Sie Doralies gleich die Hand zum Abschied für lange Zeit; morgen früh reise ich mit ihr fort. Ich kenne ein Pensionat in der Schweiz, da paßt man gut auf solche störrische Mädels auf, derweil ich eine weite Reise antreten werde, um den Aerger zu vergessen, den mir Doralies eingebrockt hat." Doralies hatte plötzlich flammende Wangen. „Ich lasse mich nicht einsperren, und von Lutz könntest du mich dadurch doch nicht für immer trennen. Nie und nimmermehr!" Ihre braunen Augen blitzten. „Dati! Laß doch den Aerger nicht ganz und gar Herr über dich werden! Ich habe dich doch lieb und du mich auch. Geradezu Wahnsinn wäre es, wenn wir uns da wie Feinde behandeln wollen. Fritzchen, sei gut; sei doch vernünftig, vergiß die dumme Geschichte in Berlin und laß uns unser Glück!" Ihre Stimme wurde immer bewegter. „Noch ein ganzes Jahr habe ich auf Lutz warten wollen, noch ein ganzes Jahr kein Wort von meiner Liebe zu Lutz erwähnen. Ein ganzes langes Jahr habe ich noch schweigen wollen, und hätte doch immer voll Angst an ihn denken müssen, weil er in Indien so weit von mir weg ist. Weißt du, keine Angst ist ganz schlimm, wenn man zu anderen davon sprechen darf, zu solchen Menschen davon sprechen darf, die einen liebhaben und alles richtig mitfühlen. Hänschen ist sehr gut, aber meine Liebe zu Lutz kann sie doch nicht so ganz nachempfinden. Ich hätte auch zu dir noch geschwiegen, ein ganzes langes Jahr; aber nun hast du uns heute überrascht, sozusagen auf frischer Tat —" Sie schluchzte: „Ach, Vati, lieber guter Dati, sei vernünftig, quäle uns nicht unnütz, schenke es uns gleich, das ganz große Glück, unsere Liebe ganz offen vor aller Welt zeigen zu dürfen. Vati, ich würde dich bann, wenn das überhaupt möglich ist, noch lieber haben und —" Die junge Stimme war rauh geworden vor Erregung. Und Doralies streckte die Arme aus wie hilfesuchend, flüsterte: „Ich habe ihn doch so über alles lieb, meinen Lutz!" Sie hatte das, was sie gesprochen, so glühend, so über alle Maßen tief empfunden, daß sie schwankte und dem Vater, der sie bestürzt beobachtete und einen Schritt auf sie zutrat, förmlich entgegenfiel. Nun hielt er das schlanke Mädel fest, fühlte, wie ihr junger Körper zitterte. Lutz Gärtner stand stumm und erschreckt da, war blaß bis auf die Lippen. Fritz Wolfram ging es durch den Kopf: War es nicht eigentlich tausendmal wichtiger, die Liebe der beiden gewähren zu lassen, als darüber Romane zu schreiben und der warmen, lebendigen Liebe hart zu begegnen, nur weil der Vater Lutz Gärtners einmal seiner Eitelkeit weh getan hatte? Sein Herz beantwortete die Frage, und er winkte Lutz Gärtner mit den Augen heran, schob ihm Doralies in die Arme. „So, Lutz, da haben Sie mein Mädel! Das Glücklichmachen ist nun Ihre Sache!" Doralies, die eben noch einer Ohnmacht nahe gewesen war, entzog sich Lutz Gärtner schon, ehe sie noch richtig von ihm umfangen war. Sie legte die Arme fest um den Hals des Vaters, rief glücklich: „Fritzchen, wenn man dir vernünftig zuredet, bist, du doch der liebste Vati der Welt, und ich danke dir von ganzem Herzen!" Da lachte der so gelobte laut auf, und Lutz Gärtner stimmte mit ein. Und damit war auch die letzte Peinlichkeit zwischen den dreien ausgelöscht. Draußen auf dem Flur hörte Frau Hensel das frohe Lachen; sie hatte ängstlich gehorcht und atmete jetzt auf. Also hatte es ihr Liebling doch wieder geschafft, mit dem Vater fertig zu werden. Sie war glücklich. Nun hatte die anscheinend so verfahrene Geschichte, die Doralies angezettelt hatte, doch noch gut geendet. Fritz Wolfram öffnete eben die Tür. Ein bißchen zu plötzlich. Frau Hensel konnte nicht mehr entwischen. Unangenehm war es, als Horcherin erwischt zu werden. Sie versuchte recht harmlos auszusehen. Fritz Wolfram lächelte vergnügt: „Gehen Sie hinein, Frau Hensel, und gratulieren Sie Ihrer Doralies! Sie hat mal wieder, wie eigentlich immer, ihren Willen durchgesetzt und wird sich bald mit ihrem Lutz verloben." Er verbesserte sich: „Nein, gehen Sie noch nicht hinein, holen Sie erst eine Flasche Wein aus dem Keller. Und dann laufen Sie schnell hinunter zu Frau Gärtner und holen Sie die Dame her, verraten Sie ihr auch ruhig, was es Neues gibt. Wollen nachher alle zusammen anstoßen auf das Glück unserer Doralies!" In den frohen Ton mischte sich Rührung. Am nächsten Vormittag bat er Doralies, ihm jetzt, nachdem er ihren Herzenswunsch erfüllt hatte, zu sagen, wer ihre Stelle bei Frau von Stäbnitz eingenommen. Doralies erwiderte ohne Ueberlegen: „Nein, Vati, das kann ich nicht! Erlaß es mir und glaube nur, es ist besser so. Es ist ja nun alles in Ordnung. Frau von Stäbnitz wird nichts unternehmen. Durch einen geschickten Brief an sie kannst du das jedenfalls unterbinden. Und ich möchte nicht die verklatschen, die erst nach langem Weigern und nachdem ich tüchtig geweint hatte, sich dazu hergab, meine Rolle zu spielen, damit ich hierbleiben konnte, um Lutz Gärtner wiederzusehen." Fritz Wolfram willigte nach längernm Ueberlegen ein. „Gut, lassen wir das Thema fallen. Und jetzt werde ich sofort an Frau von Stäbnitz schreiben." Er schrieb: „Liebe Freundin! Meine Tochter traf ich, wie ich nach dem Telegramm ja erwarten mußte, zu Hause an, und zwar bei bester Gesundheit. Wie sie mir gestand, hatte sie das Schlößchen überhaupt nur für einen Tag verlassen, um die Reise zu Dir, liebe Edda, vorzutäuschen. Und warum? Doralies hatte eine heimliche Liebe, einen jungen Mann, der als Ingenieur im fernen Ausland gewesen. Sie wollte seine bevorstehende Heimkehr nicht versäumen und deshalb zu Hause oleiben. Der Berliner Aufenthalt paßte nicht zu dem, was ihr Herz wollte. Sie fand nun in ihrer Not irgend ein ihr ergebenes Mädel, das an ihrer Stelle als Doralies Wolfram nach Berlin reifte. Ich erfuhr aber bisher nicht, wer die falsche Doralies gewesen, die sich, wie die echte Doralies beteuert, nur schwer und durch Tränen weich gemacht, ihrem Vorschlag gefügt hat. Doralies hält es für eine Art Ehrenpflicht, die Helferin nicht noch zum Dank zu verraten. Und deshalb bitte ich Dich, Edda, vergib meinem Töchterchen den Streich, zu dem sie sich in ihrer Verliebtheit hinreißen ließ; ich vergab ihn ihr auch. Und, bitte, vergib ebenso der anderen, die gleichfalls fabelhaft leichtsinnig gehandelt. Begraben wir gemeinsam diese Torheit meines Wildfangs. Ich bitte Dich recht herzlich darum. Bei der Gelegenheit möchte ich Dir, liebe Edda, gleich mitteilen, daß sich meine Tochter gestern nach meiner Rückkehr mit dem Ingenieur Lutz Gärtner verlobt hat. Seinetwegen hat Doralies die Unbesonnenheit begangen. Doralies bittet herzlich um Vergebung, und ich schließe mich der Bitte an. Mit vielen Grüßen, auch an den Gatten, und schönsten Handkuß Dein alter Freund Fritz Wolfram." * Als der Brief in Berlin anfam, hatte Otto von Stäbnitz, der berühmte Verteidiger, gerade seinen großen Prozeß gewonnen. Man sprach begeistert in ganz Berlin von der ergreifenden Rede des Anwalts, der den Beweggründen der Angeklagten zu der schlimmen Tat in menschlich wahrer und verständlicher Weise nachgegangen. Im Hause Stäbnitz herrschte sehr frohe Stimmung. Und in diese Stimmung hinein kam der Brief aus Mooshausen. Jetzt erfuhr Otto von Stäbnitz erst, daß Doralies Wolfram gar nicht erkältet oben in ihrem Zimmer lag, wie er noch immer geglaubt, und er schüttelte verblüfft mit dem Kopfe. „Das ist ja eine ganz verrückte Sache, Edda! Ich muß aber bekennen: wenn das alles eine komische Seite hat — ich- möchte keine Tochter haben, die solche Dinge anzettelt." Peter Konstantin, der sich, wie meistens, in Gesellschaft des Ehepaares befand, blickte sehr nach- deutlich drein, und meinte: „Ich möchte nur wissen, wer die falsche Doralies Wolfram ist, und wo sie sich jetzt aufhält?" (Fortsetzung folgt.) Statt Karten. Gestern wurde mein lieber Gatte, unser guter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Herr Lehrer Eugen Zimmer nach vollendetem 51. Lebensjahr unerwartet durch einen Herzschlag aus dem Leben gerufen. Im Namen der Hinterbliebenen; Frau Johanna Zimmer, geb. Korschus Gießen, den 20. April 1934. 2400D An seinem Wirkungsort, Großen-Linden. findet am Samstagvormittag. 10 Uhr. eine Totenfeier statt. Die Beerdigung findet in Friedberg, Samstagnachmittag 3 Uhr statt kUMBckMMMW n__ ir« _ n <_• * - • CnniGfnn hon 71 Knrif nhonhc S Ifillhr Samstag,den 21.Wi,aöenO5 8 30UDr Berbsfs Kücken-Backhrter NaSat-Erstlinfis-Kückenfuiter Konzentra-Kückenfutter la geschalte Hirse empfiehlt preiswert im Heim öer D.A., Connftrahe 18 Mes-WWMW Tagesordnung: 2397V Jahresbericht, Neue Satzung, Aussprache. — Erscheinen ist Pflicht. 2399 D Samenhaus Belt. Hahn Bahnholstrafie 2217Ä Telephon 3403 Täglich frischer Kuchen. Bel günstiger Witterung Sonntags nachm. Konzert, abends Tanz ZZimmerin.Küche von jg. Ehepaar aum 15.5.gehicbt Angeb.an Marx, Weserstr.13.02107 [Stellenangebote Für ein Manusakturwaren- geschäst wird eine tüchtige, branchekundige, christliche Verkäuferin zum baldigen Eintritt gesucht. Schriftl.Angebote erbitte unter 2392V an den Gießen. Anzeig. Walfleslusl am Maten täglich geöffnet! [ Vermietungen"] llllllllllllllllllllllllllllll Geräumige 4—5-Zimmer- Wohnung mit Zubehör zu mieten gesucht. Schriftl. Angeb. unter 02120 an den Gießen. Anz. llllllllllllllllllllllllllllll | Mietgesuche | Berusst. Dame sucht gut möbl. Zimmer Sehr. Angeb. u. u. 02122 an den Gießen. Anzeig. ÄllMädcliBii für Haushalt m. 2 Kindern sofort gesucht. Vorzustellen Samstag 3 5 Uhr. 02124 weraerrnall 491. Tüchtig.,perfekt. Zimmermädchen i. sofort gesucht. ^otel Schütz.«"'" I Verkäufe | Kleiderschrank Waschtisch,Nachttische,2Bettstell., Federbett., Lexikon, 2 Ablaufbretter, Stühle, kl. weiße Truhe, Spiegel, versch. Lampen, umzugshalber billig zu verkauf. 02128 Wernerwall 491. Hakenkreuz-Fähnchen Girlanden Hoheitszeichen zum 1. Mai liefert J. Weinert KG., Gießen Neuenweg 9 23fi4p Fernruf 3615 ln3Tagen Ziehung! WMM Ziehung bestimmt! 2385D von ' .GrNL 300000 a.i Doppelt 150000 a.l Ein zell. RM. 75000 usw. Lose RM.l.-, Doppelt RM.2.- Zigarrenhaus E.Reuter Neuen Bäue 11 Gießen Bismarckstr. 6 Gebrauchter Klein-Lastwagen und eine gebr. nohütßröeit- MMIne zu kauf, gesucht. Schr.Angeb.unt. 2382Da.d.G.A. .Gut erhaltener Gossenstein gesucht. Schriftl. Angeb. u. 02123 an 0. Gieß. Anz. Kaufe Lumpen,Papier Eisen u. Metalle. Bestell, wird abgeholt. 02125 H. Schäfer Kaiserallee 103. Herren- Fahrrad in gut. Zustand sofort zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. m. Preis unter 02129 an den Gieß. Anz. ZweckSBekümpsungoer Schwarzarbeit können ArbeitsAnge- bole von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Vorlage desScwerbenachwci^eS ausgenommen werden. Verlag desGiebenerAnzeiger? 224ev Samstag, 21. April 20 übr Abmarsch vomStammlokal nach Kl.-Linden • zu Kamerad Weller (Turner- beim.) 238iv Stoöttöeiiiei Gießen. 2272V Samstag, 21.4., 20—22.30 Uhr: Detltsche Bühne Reihe 2: Gerade Mitgliedsnumm. u. freier Verkauf Robinson soll nicht sterben Ein heiter. Stück in 3 Akten von Friedrich Forster öühiierongen S fenwirk. a.i.d. hartnäck.Fäll.todsich. u.Gar.mnerh.5-6Tg.restl.m.Wurz. beseit, d. Hühneraugen-Rapid. Best, erh.: Löwen-Drog.W.Kilbinger Nacht. Seltersw.69 Der Naturforscher vereint mit Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift f. das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften u. ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Oskar Prochnow „Der Naturforscher“ ist die allgemeinverständliche,hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberf läch • liehen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und Wort von angesehenen u. bedeutenden Mitarbeitern aus allen Gebieten der Naturwissenschaft. Preis: vierteljährlich n.u r RM. 2.50. Probehefte u. Werbeblätter kostenlos! Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Ein Hollboden ° glänzt wie Parkett-.. 9 dann ist er mit jefca -Ätevzfc der Wasserechten! gebohnert. Glbt lichte Farben und samtartigen Gianz. Anwendung ganz eln- fach wie Bohnerwachs Farben :gelb, braun rotbraun, grün, grau, blau. IW u Lv. » Mode etwas erzählen und Ihnen einige Winke geben: nies ist die Indanthren ~f~ // \ M Sie will Ihnen von der neuesten Da die Sommermode diesmal alle Farben bringt, jeder Ton in allen Schattierungen getragen wird, kommt es darauf an, daß eine Frau es versteht, diejenigen Farben zu wählen, die sie kleiden und die Töne zueinander abzustimmen, die vorzüglich harmonieren. - Man liebt, besonders starke Farb- Kontraste an einem Kleid zu vereinen, sehr helle zarte Farben mit warmen tiefen Tönen zu garnieren. Waschstoffe herrschen vor. Also Indanthren- Stoffe aller Art in Baumwolle, Crepe, Leinen, in Seidenleinen, Organdy, Voile, Linon, Georgette, Tüll und Seidenstoffe. Alle Stoffe, die sich bunt bedrucken lassen, stehen im Vordergrund der Mode, und man versteht es heute sehr, auch Bcumwoll- und Leinengewebe, sogar Tüll, mit entzückenden Mustern zu bedrucken. Auf dunklem Grund liebt man leuchtende, stilisierte Muster, während man auf hellem Grund kleine Muster vorzieht. bi' iA xmeines ft darum, 'ebe Edda er gestern nieur Lutz f Doralies 9- und ich alten, und । alsrani." • Otto von ’^e seinen begeistert ^ede des lngeklagten ahrer und ause Stäb- d in diese Unshausen. 6 Doralies m Zimmer ;r schüttelte Edda! ^ch >e komische haben, die ns, in Gesetze nach« je Doralies 1?" mg - -er, M -r rel-1,1 Ur. 92 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreitag, 20. April (934 Erinnerung an den„Roten Kampfflieger". Zum Todestage des Freiherr« Manfred von Lichthöfen am 21. April. Von $r. Mach, Gießen. Am 16. Todestag des Kampffliegers Manfred Freiherrn von R i ch t h o f e n werden Erinnerungen an ihn in mir wach, die von allgemeinem Interesse sein dürften. Im Januar 1917 wurde ich an der Somme vom Regiment 118 zur Pionier- Mineur-Kompanie 292 kommandiert, die auf diesem Schlachtfelde sämtliche Offiziere mit Ausnahme des Kompanie-Führers durch Tod oder Verwundung verloren hatte. Das Ringen an der Somme ließ im Januar nach, und schließlich erstickte jede 3 ?' A W' ZW W ' V >' " ’ *■. ’J ° ■>? Kampftätigkeit in dem verschlammten Trichterfeld. Nun fand meine Kompanie ein neues Tätigkeitsfeld in Flandern. Dort bereitete der Gegner eine Offensive vor. Dies zeigte sich zunächst in einer verstärkten Miniertätigkeit zwischen St. Eloi und Mes- sines. Bekanntlich leiteten die Engländer die Flandernschlacht durch eine gewaltige Sprengung in eben diesem Frontabschnitt ein. Im Wytschaete- bogen wurde meine Kompanie eingesetzt, und etwas weiter nördlich noch eine neue, aus Mannschaften -meiner Kompanie und der dort schon länger arbeitenden drei Mineurkompanien gebildet. Bald setzte eine emsige Arbeit unsererseits ein, um den Gegner in seinen Vorbereitungen zur Schlacht zu stören und den Vorsprung, den er im unterirdischen Krieg vor uns hatte, einzuholen. Es wurden in unserer Stellung meist im vorderen Graben neue tiefere Schächte abgeteuft, vorhandene Stollen wurden unter die Stellung des Gegners vorgetrieben, Tankfallen, das find riesige Trichter in der Anmarschstrahe des Feindes, wurden gesprengt und vorhandene Stollen des Gegners wurden durch Sprengungen abgequetscht. Der Gegner merkte unsere Tätigkeit, und nun setzte eine emsige englische Fliegertätigkeit ein. Unsere alten und. neuen Schachtanlagen wurden vom Gegner photographisch ausgenommen, obwohl sie gegen Sicht I gut abgedeckt waren. Doch der geförderte blaue Flandernton wurde immer wieder zum Verräter. Die Folge war, daß tagsüber schweres Artillerte- und Minenfeuer auf unseren Anlagen lag, das von den Beobachtern in vielen Fesselballons gut geleitet wurde. Wie oft mußten wir in der Nacht wieder von voime anfangen zu bauen. Um die Fliegertätigkeit des Gegners möglichst zu unterbinden, verlegte man die Jagdstaffel Richthofens nach Kortryk in Flandern. Oft sahen wir nun vom Schützengraben aus ihre roten Flugzeuge über uns hinweg feindwärts ziehen. Wie groß war unsere Freude, wenn in der nächsten halben Stunde der Horizont von englischen Flugzeugen leer war. Wie weggeblasen waren sie oft, so gefürchtet war der „Rote Kampfflieger" bei seinen Gegnern. Hier lernte ich auch die Angriffstaktik der roten Flieger kennen. Sie versuchten über den Gegner zu kommen, was oft nicht leicht war; denn gerne versuchte der Engländer, sich durch Abwärtstrudeln und steilem Gleitflug dem Angriff des Gegners zu entziehen. Hatte der deutsche Flieger das feindliche Flugzeug überflogen, so blieb er so lange senkrecht über ihm, bis er es durch Maschingewehrschüsse zum Landen zwang, oder es zu Boden drückte. Hier verhalf neben Schußsicherheit und Mut vor allem Nervenkraft zum Siege. Ich erlebte es in diesen Tagen, wie ein deutscher Flieger einen feindlichen zum Landen zwang, ohne einen Schuß abzugeben. Flieger und Flugzeug sielen unversehrt in unsere Hände. Die Unterdrückung der Fliegertätigkeit durch die Richthofen-Staffel hatte aber nicht vermocht, den Angriffswillen der Feinde zu unterbinden. Was er von unseren Schachtanlagen nicht mit seinem Artilleriefeuer fassen konnte, suchte er gelegentlich einer Gewaltpatrouille in unsere Stellung zu zerstören. Nach voraufgehendem Trommelfeuer drangen Engländer eines Tages im Morgengrauen in unseren Abschnitt ein und zerstörten unsere Schachtanlagen durch Hineinwerfen von geballten Ladungen. In den folgenden Wochen lag Tag und Nacht schwerstes Artilleriefeuer auf unseren Anmarschwegen. Es war nicht mehr möglich, nachts in vorderer Linie zu schaffen und Material nach vorne zu bringen. Der-Vorsprung, den die englischen Mineure hatten, ließ sich unter diesen Umständen von uns nicht mehr einholen, zumal die Engländer, wie uns bekannt war, ein tieferes Stollensystem von etwa 50 Meter hatten, das mit einer Unmenge von Sprengmunition fertig geladen war und nur wasserfrei gehalten wurde. In einer flachen Stollenanlage von etwa 25 Meter Tiefe beschäftigten sie uns. Die Mineurkompanten wurden aus der Stellung herausgezogen und mußten sich zu weiterer Verwendung bereithalten. Meine Kompanie bezog Quartiere in Linselles, einem kleinen französischen Städtchen bei Lilles. Hier war Major von Richthofen, des Kampffliegers Vater, Ortskommandant. Wer einige Zeit in diesem Ort weilte, der wurde Zeuge eines Schauspiels, das mich immer wieder tief ergriffen hat. Manfred von Richthofen und fein Bruder Lothar, der ebenfalls Kampfflieger war, mußten mit inniger Liebe an ihrem Vater hängen: fast jeden Tag, wenn die Sonne sich neigte, ertönte über dem Städtchen Motorengeknatter. Die Söhne warfen ihrem Vater einen Gruß aus dem Flugzeug herunter, oft mit der Nachricht, daß sie wieder die Zahl ihrer Luftsiege um einen oder zwei vermehrt hatten. Es war ein heißer Juni-Nachmittag 1917. Wer keinen Dienst hat, setzt sich gerne ins kühle Stübchen des kleinen Kaffees am Marktplatz. Ein Kamerad und ich treten ein. An einem Tisch sitzt Major von Richthofen mit seinem ältesten Sohn im Gespräch. Wir wollen nicht stören und suchen uns möglichst entfernt einen Platz. Nach einigen Minuten steht Major von Richthofen auf und bittet uns an feinen Tisch, um uns mit seinem Sohne bekanntzumachen. Und nun stehen wir diesem gegenüber und schauen in sein festes, klares Auge. Kein Großtun liegt in dem Wesen dieses damals schon so berühmten Fliegers, der mit 25 Jahren Rittmeister und mit dem „Pour le merite“ ausgezeichnet ist. Mit unbeschreiblicher Schlichtheit erzählt er, nicht von der Fliegerei, wie man meinen könnte, sondern von der Jagd. Offensichtlich ist Manfred von Richthofen darüber erfreut, daß er in kurzer Zeit auf Urlaub nach Ostpreußen fahren darf, um dort mit Erlaub- nis des Kaisers Elche zu jagen. Es ist der 21. April während der Kaiserschlacht. Meine Kompanie liegt hart nördlich Albert. Die Kämpfe um Amiens sind im Gange. Da verbreitet sich in unseren Reihen die Nachricht, Richthofen sei von einem Flug nicht zurückgekehrt. Zwei Tage später werfen die Engländer Aufnahmen mit seinem reich mit Kränzen geschmückten Grab über unseren Linien ab. So ehrte der Feind unseren Helden. S.Upori Reitturnier in Nizza. Der vierte Tag. Am vierten Tage des internationalen Militär- Reit-Turniers in Nizza waren unsere Offiziere vom Pech verfolgt. Durch einen unglücklichen Umstand, Bosco zeigte Lahmheits-Erscheinungen und mußte geschont werden, wurden die Meldungen aller deutschen Teilnehmer für den Preis der Belgischen Kavallerie von Freih. v. Waldenfels zurückgezogen. Sieger in diesem Haupt-Wettbewerb des Tages blieben wieder die Italiener vor Frankreich und der Schweiz. Fußball-Wettkampf der Leinberger Kurfisten. kurfusmannschaft gegen Stadtmannfchaft. Am morgigen Samstagnachmittag spielt eine kombinierte Kursistenelf gegen die Stadtmannschaft Gießen (1900 und VfB. komb.). Aus den 32 Kursusteilnehmern werden 11 Spieler ausgesucht, die ihre Kräfte gegen die spielstarke Stadtmannschaft messen sollen. Das Spiel soll zeigen, was die jungen Leute in der kurzen Zeit gelernt haben. Stadtjugend komb. — Landjugend komb. Auf Anregung Les Gaujugendfachwarts V o n - dran wird am kommenden Sonntag, vor dem Spiel der Kurfisten (Leinberger-Kursus) gegen die Stadtmannschaft von Marburg, auch eine zusammengestellte Jugendmannschaft von der Spielvereinigung 1900 Gießen — VfB. Reichsbahn Gießen gegen eine Auswahlmannschaft von Alten-Buseck, Heuchelheim, Leihgestern, Lich, Watzenborn-Steinberg und Wieseck antreten. Diese Regelung wird zum erstenmal durchgeführt. Auf Gründ der seitherigen Leistungen während der Pflichtspiele verspricht man sich einen interessanten Kampf. Die Vereinsführer und Spielausschußmitglieder werden Gelegenheit haben, diejenigen Jugendlichen zu überwachen, die sie, nach dem Ausscheiden aus den Reihen der Jugendlichen, für die Seniorenmannschaften verwenden können. Die Leitung dieses Spiels wird der Jugendgruppenführer Philipp übernehmen. Jahres-Hauptversammlung des FL. „2cutonio" Watzenborn-Steinberg Dieser Tage hielt der Fußball-Club „Teutonia" Watzenborn-Steinberg im Vereinslokal „Wilhelms- höhe" seine Hauptversammlung ab. Ein flotter Marsch der Vereinskapelle leitete die Versammlung ein. Der langjährige Vereinsführer Heinrich Harnisch begrüßte die Teilnehmer und erstattete den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß der Verein trotz veränderter Lage und unter den schwierigsten Verhältnissen doch noch, hauptsächlich in sportlicher Hinsicht, sich gehoben hat. Die erste Mannschaft nimmt in der Bezirksklasse einen beachtlichen Tabellenstand ein. Dies ist um so mehr zu würdigen, als der Verein als Neuling bei Anfang der Spielserie in diese Klasse eingereiht worden ist. Der anwesende Kreisführer Henkel (Gießen) würdigte die Verdienste des Vereinsführers und gab den Spielern zu verstehen, daß sie auf eine solche korrekte, zielbewußte Vereinsführung stolz sein könnten. Herr Harnisch wurde als Vereinsführer erneut vom Fußball-Kreisführer durch Handschlag verpflichtet. Er ernannte dann sofort seine Mitarbeiter: Kassenwart: Karl Schneider, Schrift- wart: Georg Fink, Jugendführer: Erwin Pfaff, Werbewart: Albert Pitz, Sportwart: Otto Happel. Der würdige Verlauf der Versammlung zeigte, daß im Verein echter Sportgeist und treue Kameradschaft herrscht. Handball im Gau XII der DT. Die Aufstiegspiele der Preisklasse I. Die Tabelle zeigt nach zwei Spielsonntagen fol- Die Aufstiegspiele der Kreisklasse II. gendes Bild: Gewonnen Verloren Tore Punkte Krofdorf 2 0 16:5 4:0 Lützellinden 1 0 6:1 2:0 Katzenfurt 1 1 9:13 2:2 Allendorf 0 1 3:9 0:2 Garbenteich 0 2 9:15 0:4 In dieser Klasse hat die 2. Mannschaft der Spvg. 1900 Gießen, da sie erst später als Gruppensieger ermittelt wurde, noch kein Spiel absolviert. Im übrigen zeigt die Tabelle nach drei Spielsonntagen folgende Zahlen: Gewonnen Verloren Tore Punkte kann man schon jetzt eine Mannschaften sind. 0 1 2 0 3 3 2 1 0 0 18:7 21:11 12:20 0:0 11:24 6:0 4:2 2:4 0:0 0:6 Mann- Holzheim Lang-Göns Dorlar 1900 Gießen Ruttershausen In keiner Klasse , , schäft als voraussichtlichen Ersten nennen, zumal in jeder der Spitzengruppen überaus gleichwertige Tv. Dorlar — Tvg. Ruttershausen 10:6 (3:1). Im Aufstiegspiel zur Kreisklasse standen sich beide Mannschaften in Dorlar gegenüber und lieferten sich einen temperamentvollen und torreichen Kampf, der mit einem verdienten Sieg der Platzbesitzer endete. Die Gäste leisteten nicht den erwarteten Widerstand und kamen mit den gezeigten Leistungen für einen Sieg nicht in Frage. Dorlar befand sich gegenüber den letzten Spielen in weit besserer Verfassung und vollbrachte eine gute Gesamtleistung. Tv. Lollar — Tv. Launsbach 11 :4. Zu einem Gesellschaftsspiel trafen sich beide Mannschaften in Lollar. Die Gäste traten mit einigen Ersatzleuten und auch nur mit 10 Spielern an und verloren recht eindeutig. Die Platzbesitzer zeigten eine aute Leistung. Der Sturm erwies sich als sehr durchschlagskräftig. Vorturnerinnenstunde im 8. Turnkreis Lahn-Dill. In der Turnhalle des Gießener Turnvereins 1846 bot sich am Sonntag ein Bild reichen turnerischen Schaffens. 80 Turnerinnen und Leiter von Frauenabteilungen waren zu einer Uebungsstunde zusammengekommen, die auf die Veranstaltungen des kommenden Sommers vorbereiten sollte. Zu Dreiunddreißig. Don Victor Klages. „Hoffentlich stört Sie der Wind nicht", sagte ich zu Miguel Robledo, als ich ihn in das kleine Mansardenzimmer geführt hatte, „die Schieferoerklei- dung ist nicht ganz in Ordnung, — wenn es ms Tal hineinbläst, klappern die Dinger manchmal Cf drehte mit einem Ruck den Kopf und sah mich an wie ein Mensch, der einen Schreck bekommen hat, aber froh ist, daß der Schreck so rasch vorübergegangen ist. Er lächelte. „Vielen Dank, Senor. Wenn Sie's mir nicht gesagt hätten, — vielleicht würden Sie das Zimmer am Morgen leer gefunden haben i." . Ich muß bemitleidenswert verblüfft gewesen sein, denn er legte mir die Hand auf die Schulter und drückte mich auf einen Stuhl nieder. Sellen Sie sich- Wir haben wohl noch einen Augenblick Zeit. Ist zwar schon spät. Aber immerhin^ Mir ist das so rausgefahren. Run kann ich Sie unmöglich ohne eine Erklärung zu Bett gehen tof$or"3ehn Jahren hatte ich Miguel Robledo, einen Kolumbianer, in seiner Heimatstadt Medellin ken- nena^ernt. Jetzt war er nach Europa gekommen, und i» freute mich sehr, dah er auch den Weg in meine Provinzeinsamkeit gesunden hatte. Wir tranken aus die alte Freund,chast, lange und nachdrücklich Es war 2 Uhr vorbei, als ich >hm ferne bescheidene Schlasstätte anwies. Sehen Sie", begann Robledo, indem er sich aus die'Bettkante etzte und eine Zigarette anzundete, 0 tommf s raus. Den ganzen Abend haben wir " r.x. 4,4. Mnn nlfpm möglichen; dies blieb in mir fÄ^ieZÄÄ ®ru(eIn verlernt, wie? ^°Äin'abLb^ht",'"n^or.ete ich, aber schon im nächsten Augenblick war mir ,ehr fröstelig, ^nn d-r Wind pfiff schrill um die Hausecke, und letzt hatte Banquos Geist erscheinen können. Robledo hörte auf das Klappern der Schiefer. Kan^ ähnlich", sagte er versonnen, „und doch aanF anders. Die Geschichte fing an m Bo- ootä Ich hatte die beschwerliche Reise nicht zum ^Zergnügln gemacht. Geschäfte, Sie wftsen Im Hotel fnnipre ich niemals, wenn ich in der Hauptstadt bin. MÄ bei diesem Freund, mal bei jenem. War eme Mindiae Nacht. Schlimmer als heute. Da oben weht 7s vie/schlimmer. Ich lag im Bett ehrlich müde, konnte aber keinen Schlaf finden. Es rasselte unheimlich am Fenster. Oder nein - rasseln ist Nicht der richtige Ausdruck. Klopfen auch nicht. Ein Laut zwischen Rasseln.und Klopfen, ich kann es nicht anders beschreiben. Natürlich gar kein Wunder bei dem Wetter. Trotzdem wurde ich nervös. Macht mir sonst nichts, wenn der Wind heult, meinetwegen kann es auch donnern, ich habe selbst gegen ein kleines niedliches Erdbeben nicht viel einzuwenden, — meine Nachtruhe ist mir so leicht nicht zu nehmen. Aber dieses Geräusch war weder elementar noch war es anhaltend. Immer schaltete sich eine lange Pause ein, und mir kam tatsächlich der verrückte Gedanke, daß der Wind nichts damit zu tun habe. Tick, tick, tick, tick, tick--so ging es hintereinander fort, aber stets war zwischen einer Reihe dieser Töne und der nachfolgenden ein boshaftes Schweigen, deutlich hörte man dann den Sturm saufen, einen braven richtigen Sturm, der an Türen und Dächern rüttelt. Meine Ohren waren geschärft. Jetzt tickt es wieder. Und unwillkürlich komm ich ins Zählen, aufmerksam zähle ich: 29, 30, 31, 32, 33 ... da ist wieder Schweigen. Nach ein paar Minuten fängt das Ticken von vorn an. Ich zähle. Sicherlich, sag' ich mir, hast du diesmal nicht Schritt gehalten, denn bei 33 ist es aus. Unmöglich, Glicht wahr, daß es bis 33 tickt und nicht weiter. Aber ich kann aufpassen, wie ich will: immer schließe ich mit der genannten Summe ab. Ich setze mich hoch, mache Licht, um mich zu überzeugen, daß ich auch ganz wach bin. Immer 33. Da kommt man, glauben Sie mir, in einen Zustand, der von absoluter Verwirrung nur sehr wenig entfernt ist. Ich bin unter die Decke gekrochen, habe mir Watte in die Ohren gestopft, aber ich mußte zählen, obwohl ich nichts mehr hörte, und immer kam ich bis 33. Es war eine elende Nacht." „Da kann ich mir allerdings denken, daß Sie vor dem Wind einigen Respekt haben", lachte ich. Er winkte ab. „Nicht so eilig. Dauert noch eine Weile, die Geschichte. Das Endziel meiner Reise war Cabuyaro am Rio Meta, wo sich Hund und Katze Gutenacht sagen. Geht eine Bahn von Bogota nach Cabuyaro. Am anderen Morgen fuhr ich los, über mübet, mit einem dicken Schädel. Immerhin ich vergaß. Die wilde Landschaft fesselte mich. Schluchten und kühne Viadukte. Ich saß allein in meinem Abteil, schaute interessiert durchs Fenster. Da höre ich von neuem das Ticken. Sie meinen, es war eine Reminiszenz? O nein, deutlich rasselte, klopfte es an die Scheibe. Ich fange sofort an zu zahlen: 29, 30, 31, 32, 33. Noch einmal. Noch einmal. Immer wieder 33. Ehrlich gestanden: mich packte das helle Entsetzen. Der Zug hält oft. Auf der nächsten kleinen Station stieg ich aus, nicht wissend, was ich in dem Rest beginnen sollte. In einer Fonda wurde mir ein primitives Zimmer eingeräumt." „Und der Schluß?" begehrte ich zu wissen. „Der Schluß", sagte Miguel Robledo, „ist ein Paukenwirbel, der durch Mark und Bein geht. Noch am Abend kam die Kunde ins Dorf, lieber sechzig Tote. Der Zug, den ich benutzt hatte, war in den Abgrund gestürzt. Entgleist auf einem Viadukt. Unmittelbar vor der Blockstelle 33." „Zufall!" Damit stand ich auf. Robledo lächelte. „Vielleicht ein Zufall. Aber wer will das so fest behaupten? Sie frieren, Senor. Gute Nacht." Indisches Theater. Das indische Theater hat auf das Abendland nur geringen Einflüß ausgeübt. Als Georg Forster 1791' K a l i d a f a s „Sakuntala" übersetzte, erweckte diese fremdartige Welt allerdings große Begeisterung, besonders bei Goethe, der damals das Epigramm dichtete: „Willst du die Blüte des frühen, die Früchte des späteren Jahres, willst du, was reizt und entzück^ willst du, was sättigt und nährt, willst du den Himmel, die Erde mit e i n e m Namen begreifen, nenn ich, Sakuntala, dich, und so ist alles gesagt". Goethe hat in der Gestalt des Schauspieldirektors im „Vorspiel auf dem Theater" seines „Faust" eine Erinnerung an dieses indische Drama festgehalten, in dem im Prolog der Direktor auftritt. Noch später meinte er, daß hier der Dichter in seiner höchsten Funktion erscheine. Neben der , Sakuntala" ist auch das „Tonwägelchen", das die Liebe der schönen Vasantasena verherrlicht, ab und zu auf deutschen Bühnen erschienen, aber sonst wissen wir kaum etwas von der mehr als tausendjährigen Entwicklung der indischen Bühne. Dabei blüht noch heute die Bühne Indiens in reicher ununterbrochener Entfaltung, über die Prof. Yajnik in einem englisch erschienenen Werk „Das indische Theater" eingehend berichtet. Die alten klassischen Dramen haben freilich ihr Bühnenleben eingebüßt und werden hauptsächlich gelesen. Was noch immer fortwirkt, ist das bunte Volksstück, in dem die verschiedenartigsten Elemente verschmolzen sind. Diese Stücke, die ihren Stoff, ähnlich wie im griechischen Drama, vielfach der nationalen Heldensage entnehmen, dauern oft vier bis fünf Stunden. Die Spannung der tragischen Liebes- und Kampfszenen wird von komischen Zwischenspielen, Liedern und Tänzen unterbrochen. Sie werden von den „Jatras", den fahrenden Truppen, aufgeführt, deren Beliebtheit erst langsam dem Film zu weichen beginnt. Es gibt verschiedene Formen der indischen Volks-Bühne, so das Urdu-, das Bengali-, das Marathi-Theater. Die Volks-Bühne unterscheidet sich wieder streng von dem Theater der Gebildeten. Es gibt Aufführungen in der Art der mittelalterlichen Mysterien und solche von modernen Stücken des Abendlandes, wie von Ibsen und Shaw. An der Urdu-Bühne wird von dem Leiter ein Dichter gegen festes Gehalt beschäftigt, der „Kavi", der alle sechs Monate ein Stück abliefert, das mit allen Rechten an das Theater übergeht. Bei der Bengali- und Marathi- Bühne genießen die Theaterdichter mehr Freiheit und mehr Rechte. Alle diese Theater haben ein festes Repertoire. Die weiblichen Rollen werden in der Regel von Männern gegeben; doch haben in Bengalen und Bombay auch einige berühmte Schauspielerinnen Triumphe errungen. Die englische Herrschaft hat sich hauptsächlich auf der indischen Bühne in dem großen Einfluß Shakespeares bemerkbar gemacht. Seine dramatische Kraft und die Handlungsfülle feiner Werke entspricht dem indischen Geschmack, der allerdings das Original roeititehenb umgestaltet. So wird Venedig zu „Denipur^ am Anfang des „Hamlet" sehen wir den Prisen bei Nacht vor der brennenden Leiche des Vaters, aus deren Flammen der Geist aufsteigt: der Pater Lorenzo in „Romeo und Julia" ist ein Fakir und erklärt Julia, daß sie von einer Schlange gebissen sei und sich in einem heiligen Tempel einer Behandlung unterziehen müsse; der verliebte Falstaff trifft mit den luftigen Weibern von Windsor nicht im Walde zusammen, sondern in'dem großen Tempel von Piugalesvara. Während Ta göre das klassische Drama wieder zu beleben versuchte, haben die volkstümlichsten modernen Dramatiker Indiens, Girischchandra Gosch und Dwijendralal Ray, in ihren meist historischen Stücken die Technik des klassischen Sanskrit-Dramas mit der Shakespeares zu einer sehr merkwürdigen neuen Form verbunden, die vorläufig noch großen Beifall bei der Menge findet. Freilich dürfte das Kino, das immer weitere Kreise an sich zieht, diesen letzten Sproß am uralten Baum der indischen Bühne allmählich zum Untergang verdammen. Hochschulnachnckten. In München feierte der bekannte Psychiater Professor Ernst R ü d i n seinen 6 0. Geburts - t a g. Rüdin, ein geborener Schweizer, befaßte sich in der Hauptsache mit der Erforschung der erblichen Faktoren bei den Geisteskrankheiten. Im Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses sind seine Erfahrungen mitberücksichtigt. Im neuen Deutschland wurde er zum ordentlichen Professor für Psychiatrie in München ernannt und als Kommissar des Reichsministeriums zum Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene bestellt. fremde Werte. vorzüglich mit 190 Punkten. Zuchthunde: Anfangsprüfung: Lutz vornBu- Am Kassamarkt waren .Knorr Heilbronn secker Schloß, 442 635 (H. Harbach); vorzüglich mit gesucht und mit 195 bis.196 (Zuletzt am 12. Aprü 158 P. Rolf, nicht eingetragen, (Jvh. Rahn, Trohe); 187 o. H.) recht fest, wahrend von Hypothekenbank^ vorzüglich mit 156 P. Lullo vom Busecker Schloß,! uktien Franks. Hyp. etwa 3^50 oH. uachließen (zu ,«rx , Am 3. Juni d.J. wird in ganz Deutschland der !- Reichsverband für das deutsche Hundewesen Werbe- * Der Automobilmarkt im März. Die Zulassungen von fabrikneuen Kraftfahrzeugen sind im März nach Feststellungen des JfK. weiter angestiegen. Es wurden 8496 neue Personenwagen und 1290 neue Lastwagen in den Verkehr gestellt. Gegenüber dem Vormonat haben, auf den Arbeitstag berechnet, die Zulassungen von Personenwagen um 79 v. H., die von Lastkraftwagen um 16 v. H. zu- genommen. Gegenüber dem Vorjahr sind die Zulassungen von Personenwagen um 82,5 v. H., die von Lastwagen um 85,7 v. H. größer. Nach wie vor führend in der Steigerung des Absatzes sind allo die Perfonenwagen. Die Steigerung der Zulassungsziffern hängt einmal mit det um diese Zeit meist stärker einsetzenden Kraftfahrzeugsaiison zusammen, daneben aber dürften bereits die ersten Auswirkungen der günstig verlaufenen Automobil- ausstellung zum Ausdruck kommen. Im Ergebnis des ersten Vierteljahres sind rund doppelt so viel Personenwagen und Lastwagen wie im gleichen Zeitraum 1933 zugelassen worden, die Aussichten für den weiteren Verlauf der Saison sind günstig. * Devisenhöch st betrüge im Mai. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung hat angeordnet, daß der Grundbetrag der allgemeinen Genehmigungen für die Wareneinfuhr im Monat Mai nur bis zur Höhe von 35 o. H. in Anspruch genommen werden darf. Das Gleiche gilt für Einzelgenehmigungen. Bei den Genehmigungen zur Inanspruchnahme von Rembourskrediten hat eine Kürzung von 30 v. H. zu erfolgen. frankfurter Börse. Tendenz etwas erholt. Frankfurt a. M., 19. April. In Reaktion auf die starken Rückgänge in den beiden letzten Tagen zeigte die heutige Börse bei Eröffnung zwar ein sehr uneinheitliches Aussehen, doch war die Ge- samthaltung im wesentlichen etwas erholt. Auf der ermäßigten Basis lagen sowohl seitens der Bank- kundfchast als auch der Spekulation einige Rückkäufe vor, denen aber auch noch kleine Glattstellun- gen gegenüberstanden. Neben der rein technischen Erholungzeichneten aber auch günstige Nachrichten aus der Wirtschaft verantwortlich, vor allem machte die leichte Besserung der Außenhandelsbilanz für den Monat März, die einen geringen Ausfuhrüberschuß brachte, einen sehr guten Eindruck. Größeres Geschäft konnte sich indes nicht entwickeln, da angesichts noch offener Fragen bei den Gläubiger- und Abrüstungsverhandlungen Zurückhaltung zu beobachten war. Das Hauptinteresse beanspruchten Neubesitzanleihe, die zwar im Anschluß an die Abendbörse eine weitere, fühlbare Erholung aufwies, im ganzen aber noch recht unsichere Bewegung hatte. Der Kurs eröffnete mit 19,80 um 60 Pfennig höher und war bann lebhaften Schwankungen, die sich zwischen 19,70 bis 19,95 v. H. bewegten, ausgesetzt. Der Hrnsatz in diesem Papier war verhältnismäßig groß. Die übrigen Reichswerte, wie Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen, sowie 6proz. Stahlverein-Ooligationen blieben behauptet. Am Aktienmarkt waren besonders Bergwerkspapiere erholt, so Harpener um 2,75 v. H., Gelsenkirchen, Phönix und Nheinstahl um je 1,5 v. H. und die übrigen Werte um etwa 0,25 bis 0,75 v. H., außer Klöckner, die noch 1,25 v. H. ein- büßten. Am Elektromarkt eröffneten AEG., Licht & Kraft und Gesfürel gut behauptet, während Siemens noch 2,13 v. H. und Lechwerke Augsburg 2,5 v. H. verloren. Siemens lagen allerdings gestern in Berlin schon stark ermäßigt. Der CHern i e m a r 11 zeigte allgemein noch oben gerichtete Tendenz. Farbenindustrie plus 0,40 o. H., Deutsche Erdöl plus 1,5 v. H., Scheideanstalt plus 1 v. H. und besonders Th. Goldschmidt auf eine Auslandorder hin plus 3,13 v. H. Schiffahrtsaktien waren um etwa 0,25 bis 0,50 v. H., Aku 0,25 v. H., dement Heidelberg 0,50, Daimler 1,50 und Reichsbank 1 v. H. gebessert, während Holzmann noch 2 v. H., Zellstoff Waldhof 1,5 und AG. für Der- kehrswesen 0,75 v. H. niedriger waren. Im Verlaufe machte die Kurserholung weiter leichte Fortschritte, wobei im Durchschnitt Besserungen bis zu 1 v. H. eintraten. Daimler, AG. für Verkehrswesen, Gesfürel und Rütgerswerke ge» Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 19. April. Austrieb: Rinder insgesamt 61 (gegen 53 am letzten Donnerstagmarkt), darunter befanden sich 26 Ochsen, 3 Bullen, 20 Kühe und 12 Färsen. Kälber 1222 (917), Schafe 32 (56) darunter 11 (26) Hämmel, Schweine 550 (696). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 49 bis 50, b) 45 bis 48, c) 37 bis 44, d) 25 bis 36. Lämmer und Hämmel bl) Stallmasthämmel 34 bis 36, c) mittlere Mast- hämmel 30 bis 33. Schafe e) beste 30 bis 32, f) mittlere 25 bis 29. Schweine b) 37 bis 40, c) 35 bis 39, d) 32 bis 38. Im Preisoergleich zum letzten Donnerstagsmarkt gaben Kälber in guten Qualitäten 1 Mark, in geringen bis 5 Mark, Schafe 1 Mark und Schweine 1 bis 2 Mark nach, Hämmel blieben unverändert. Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine ruhig, ausverkauft. Fleifchgroßmarkt. Beschickung: 1176 Viertel Rindfleisch, 223 Kälber, 6 ganze Hämmel bzw. Schafe, 739 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch inRM.: Ochsen- und Rindfleisch I 52 bis 56, II 48 bis 52. Bullenfleisch 48 bis 53. Kuhfleisch II 36 bis 44, III 28 bis 35. Kalbfleisch II 70 bis 80, III 65 bis 70 Hammelfleisch 70 bis 75, Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 56 bis 60. Geschäftsgang des Fleifchgroßmarktes: ruhig. Schwcinemarkt in Grnnberg. + Grün berg, 19. April. Der Auftrieb betrug 422 Ferkel. Folgende Preise wurden erzielt: sechs Wochen alte Ferkel 15 bis 18 Mk., sechs bis acht Wochen alte 18 bis 22 Mk., acht bis dreizehn Wochen alte 22 bis 26 Mk. Handel lebhaft; Markt ger.äumt. OieUSV. kämpft für die deuischeZugend Werdet Mitglieder! H»H Wfimtm mdle cutfdi //f \ (•/ f Hitler schafft Arbeit! Weitere bewilligte Maßnahmen im Arbeit-- beschafstingsprogramm des Rhein-Main-Gebiets: Maßnahme: Tagewerke: Aufforstung von Oedland durch Gemeinde Bockendorf 1000 Instandsetzung-- und Ergänzungsarbeiten an Verwaltung-- und Wohngebäuden sowie anderen Baulichkeiten des Volksstaates Hessen 9940 Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Verkehrswünsche aus dem Südviertel. Der Wunsch nach einer Verkehrsverbindung mit der Stadt, vor allem der Bewohner Gießens des südlich der Bahnlinien Gelnhausen bzw. Fulda gelegenen Stadtteiles, der mehr als ein Drittel der Gesamtoberfläche Gießens in Beschlag nimmt, ist mehr als berechtigt. Nach Ansicht des Einsenders läßt sich dies am billigsten und zweckmäßigsten durch die Einführung einer Autobuslinie ermöglichen, wobei die zwei bestehenden Trambahnlinien vorläufig noch bestehen bleiben könnten. Diese Autobuslinie müßte ihren Ausgangs- und Endpunkt am Ludwigs- platz haben, mit Hmfteigegelegenheit in die Trambahn und von der Trambahn in den Autobuswagen. Die weitere Strecke wckre dann zweckmäßig folgende: Ludwigsstraße mit 2 bis 3 Bedarfshaltestellen, Bahnunterführung, Liebigstraße mit 1 bis 2 Bedarfshaltestellen, Aulweg mit 1 bis 2 Bedarfshaltestellen, Wilhelmstraße mit 2 bis 3 Bedarfshaltestellen, Frankfurter Straße, Ecke Wilhelmstraße mit Hmfteigegelegenheit in Trambahnlinie Zelters» weg und umgekehrt; ferner mit 4 Bedarfshaltestellen, x. B. Friedrichstraße, Klinikstraße, Am Steg, Schu» bertstraße, Klein-Linden und zurück. Mit der Einführung einer solchen Autobuslinie, die natürlich regelmäßig zu verkehren hätte, würde einem langgehegten Wunsche vieler Bürger entgegengekommen. H. F. Rundfunkprogramm. Samstag, 21. April. 6.05 Hhr: Stuttgart: Gymnastik I. 6.30: Stuttgart: Gymnastik 11. 6.55: Stuttgart: Frühmeldun» gen. 7.10: Frühkonzert. Frohgemut — leichtes Blut! 8.25 bis 8.45: Stuttgart: Gymnastik. 10: Stuttgart: Nachrichten. 10.10: Schulfunk: Jungvolk baut ein Puppentheater. Aus dem Werkraum einer Darmstädter Schule. Leitung: Dr. Sven Schacht und W. Frommann. 11.50: Sozialdienst. 12: Stuttgart: Mittagskonzert I. Garnierte Platte. 13: Stuttgart: Nachrichten. 13.20: Stuttgart: Mittagskonzert II. 13.50: Stuttgart: Nachrichten. 14: Stuttgart: Mittagskonzert III. 14.30: Fröhliches Wochenend. 15.10: Stuttgart: Lernt morsen! 15.50: Wirtschafts- Wochenbericht (Zwiegespräch). 16: München: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Wochenschau. 18.35: Stegreifsendung. 18.50: Sozialdienst. 20: Stuttgart: Nachrichten. 20.05: Stuttgart: Saarländische Hmschau. 20.15: Kaiserslautern: Großer Bunter Abend. 22: Stuttgart: Nachrichten. 22.20: Kaiserslautern: Fortsetzung des Bunten Abends. 23: Stuttgart: Nachtmusik. 24 bis 2: Stuttgart: Nachtmusik. Banknoten. 3 0 6,75 6,7 6,7 112,9 60,5 65,75 71,5 111,5 61,4 90 71,25 138,25 112,5 60,5 65,65 70,5 109,25 59 87 71 111,75 61,75 90,25 60 63,5 löutaN ................. »eurtdx ............. •elfenftidtcMi............ harpener ............... Hoelch »tfai—tiln-Äeueflri alle Bergbau .......... alle Bergbau Äenüfit...... 23 1,15 7,8 7,7 7,8 23 1,15 7,9 7,65 7,85 8,4 6,9 28 1,15 7,85 7,65 7,8 8,5 6,6 1-15 7,85 7,9 7,9 8,4 6,65 Alöcknerwerte ...............o in uü' L>tii — Tageskalender für Freitag: Stadttheater, 20 bis 22,30 Hhr „Katte". — Ortsgruppe Gießen-Süd, Kathol. Dereinshaus, Ortgruppen Gie- ßen-Oft und -Mitte, Cafe Leib, Ortsgruppe Nord „Aquarium", jeweils 20.30 Uhr Geburtstagsfeiern des Führers und Reichskanzlers. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Flüchtlinge aus Chicago". — Astoria-Lichtfpiele, Sdtersroeg: „Der Satan der Steppe" und „Zwei gute Freunde." — Verein ehern. 116er, 20.30 Uhr, „Postkeller", Mitglieder- Versammlung. - Tr e ‘Äaffc, Berusskranken- taffe der Kaufmannsgehilfen, hält morgen Samstag, 20.30 Uhr, im heim der Deutschen Angestelltenschaft, Lonystraße 18, ihre I ah r e s - Versammlung ab. (Siehe heutige Anzeige!) ** Die Direktion her Städtischen Straßenbahn gibt im heutigen Anzeigenteil Ausführungsbestimmungen erschienen, nach denen leher, der gewerblich Bücher ausleiht, der Fach- Waft „Leihbücherei", (Berlin N 20, Stettiner muß e62)' oder dem Börsenverein angehören Anmeldungen zur Fachschaft „Leihbücherei" Yaben sofort bei dem Kreisobmann Buschmann, Frankfurt a. M., Schillerstraße 18 für Kreis 14 Hessen unh Hessen-Nassau zu erfolgen. . ®etn^ den Rahmenbestimmungen vom 7. Febr. ^^Neichsanzeiger Nr. 36, für die Ausübung des tetbbudjcreigemcrbes ist der Betrieb einer Leih- budjere1 als Nebenerwerb nur solchen Firmen ge- He! .deren Inhaber durch das Hauptgewerbe JJtitgheö eines Fachverbandes in der Reichskultur- nh^.mQ ku-5ie Papierhandlungen mit Buchhandel oder Leihbücherei werden in die Reichsschrifttums, fammer eingegliedert werden. 1 Firmen, die bie-fen Bestimmungen nagt entsprechen, sind bis zum l.Mai 1934 aufzu- lofen. Bis dahin sind die Bestimmungen der Fach- oereine zu beachten. Jede Abweichung von den Bestimmungen hat vorzeitige Schließung zur Folge. Die vom Börsenverein und der Fachschaft Leihbücherei vereinbarten Mindestleihgebühren treten Oberbeffen. Die Lokomotiv - Entgleisung zwischen Kohden und Llnterschmitten. 200 Mark Belohnung für die Ergreifung der Täler. Arn 15. April wurden zwischen den Haltepunkten Kohden und Unterschrnitten an zwei Stellen Steine auf bas Eisenbahngleis gelegt, hierdurch wurde — wir berichteten bereits darüber — die Lokomotive eines Zuges zum Entgleisen gebracht. Für die Ergreifung der Täter hat die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. nunmehr eine Belohnung von 200 Mark ausgefetzt. Der Betrag wird unter Ausschluß des Rechtsweges verteilt. Bullenauktion und Gchweinemartt in Lauterbach. Lauterbach, 19. April. Ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis hatte die gestern von der Landesbauernschaft — Tierzuchtamt Gießen — veranstaltete Bullenauktion. Zwar sind nicht alle aufgetriebenen Tiere abgesetzt worden, dafür aber waren die erzielten Preise durchweg höher als bei den Versteigerungen der letzten Jahre. Bei der gestrigen Auktion wurde ein Durchschnittspreis von 542 Mark erzielt. Diese guten Versteigerungsergebnisse sind weiter aber auch ein Maßstab dafür, auf welch züchterischer Leistungsfähigkeit unsere heimische Landwirtschaft steht. Dem Tierzuchtamt waren ursprünglich 81 Bullen zur Versteigerung gemeldet, aber nur die besten Tiere, die vorher durch eine Stallschau festgestellt wurden, waren zugelassen worden. Von 24 aufgetriebenen Bullen konnten 20 Stück zu durchweg guten Preisen ver- kauft werden. Die Angersbacher Züchter haben dabei den Vogel abgeschossen. So ersteigerte die Gemeinde Engelrod den Bullen des Heinrich Rahn- Angersbach für 800 Mark und die Gemeinde Erbes-Büdesheim (Rheinhessen) für 830 Mark den Bullen des Konrad O r t w e i n I. - Angersbach. Noch ein drittes Tier, Besitzer und Züchter Gg. hrch. Krug aus Schwarz, wurde für 820 Mark an die Gemeinde Freiensteinau verkauft Dor Beginn der Auktion fand erst eine Preisbewertung statt, um den von den Gemeinden entsandten Einkaufskommissionen die Auswahl leichter zu machen, andererseits sollten aber auch die guten Zuchtleistungen besonders herausgestellt werden. Die Bewertung erfolgte in zwei Altersklassen. Es wurde unterschieden zwischen Tieren, die im Jahre 1932 und solchen, die 1933 geboren rooren. Es erhielten in der älteren Klasse: Heinrich Rahn-Angersbach 1. Preis, Heinrich Caspar-Watten- rod 1. Pr., Krd. hrch. Wiegel-Rimlos 2. Pr., Rudolf Friedrich-Heimertshausen 2. Pr., Albert Diegel-Windhausen 2. Pr., Wilhelm Euler I.-Maak 2. Pr., Heinrich Lind-Wallenrod 3. Pr., Friedrich Rodemer-Angersbach 3. Pr., Wilhelm Nau-Ober- Ofleiden 3. Preis. In der jüngeren Klaffe erhielten: Konrad Ortwein I.-Angersbach 1. Preis, Arbeiterkolonie Neu-Ulrichstein 1. Pr., Gg. Allendorf-Reimenrod 2. Pr., Karl Fink II.-Leufel 2. Pr., Gg. hrch. Krug- ß Jn*iormen uns: Die 615 wohin em Omni, der Ruine meßt man der Blick rkhäusern. dann in Seite des r anderen >cke, grün- W_ Die . »Rüben» ! Formen. Banberung i man den egen. Der i, der sich jausen er- hochwald m ein höl- ■en Wetter Wer- und und nach Der Ab- Schlußrast Wanderer, eine Herr» »erlebt hat» rück. m - Re» Tchwamm- sie baulich lauern un- ligung am em „Haus- r genannte beutfäen ebe -'Der» GssellM 5, die auch ! über bie- üchtige ®e» UNg hmiiten. 3 der Täler. )altepuntten eilen Steine h wurde - Lokomotive Zür die Erahndirektion mq von 200 r Ausschluß Sitz -Sri; ä“ bit d-n tot. M": *0» jeder» I-Hk i* Tn von der Gießen -- d nicht °> , dnfir °b M-r ak 6 ' re. 8« h‘r hschnittspre^ WÄ. Maßstab da WM u m Tierzucht' -S 1 die @c ■ .1 «ahn' irich(fp Gemeinde M ltn s««' 1 ÄS Sie ®elD . ihre II'fS/ 2H<"W iuler y ßr-,.y Sti!« un. «8 Vit. Qlfo ein genossen er. Opfer» keinerlei P ? e i I r I n g • Lanolin-Creme» In Dosen und Tuber» von RM 0,15 bis 1,— Pfeilring« Lanolin-Seife» Stück 30 Pfg. 3 Stück S5 Pfg, Arbeitsdienst der Abiturienten 3m Dritten Reich Jedem Arbeit und Brot! Da bei der Hauptmeldestelle des Arbeitsgaues 22 in Kassel zahlreiche Anfragen eingehen, wird auf nachstehende Verfügung des Amtes für Arbeitsdienst bei der Deutschen Studentenschaft, Berlin, nochmals besonders hingewiesen. 1. Befreiung vom Diensthalbjahr 1934. Eine Befreiung kann nur durch das Amt für Arbeitsdienst der Deutschen Studentenschaft ausge- Kundgebung der Angestelltenschaft »Oie Deutsche Angestelltenschaft und ihre Aufgaben in der Deutschen Arbeitsfront.^ Halbjahr 1934 den Vorrang vor dem privatrecht. lichen Vertrag hat. 3. Keine Diensthalbjahrespflicht für zukünftige Studenten und Studentinnen für Lehrerbildung. Entgegen der bisher bekanntgegebenen Regelung find die zukünftigen Studenten und Studentinnen oer Hochschule für Lehrerbildung und pädagogischen Akademien nicht zur Ableistung des Diensthalbjahres verpflichtet. Einer freiwilligen Teilnahme steht jedoch nichts im Wege. 4. Diensthalbjahrespflicht aller zukünftigen Studenten und Studentinnen der Deutschen Hochschule für Leibesübungen für 1934. Rach einer Vereinbarung mit der Deutschen Hochschule für Leibesübungen sind ab Ostern 1934 alle Studenten und Studentinnen dieser Hochschule zur Ableistung des Diensthalbjahres 1934 verpflichtet. 5. Ausdehnung der TNeldetermlne. Da die Zuerkennung der Hochschulreife sich in der Provinz Hessen-Nassau erheblich verzögert hat, werden die Aufforderungen zur Meldung bei den Meldeämtern des freiwilligen Arbeitsdienstes den in Frage kommenden Abiturienten erst Ende des Monats April oder Anfang Mai zugehen können. Von Rückfragen bei der Hauptmeldestelle Kassel bitte ich daher absehen zu wollen. Hauptmeldestelle Kassel für den freiwilligen Arbeitsdienst im Arbeitsgau 22. gez.: Steyer. das Saargebiet urdeutsch und der Anspruch Frankreichs auf das Saargebiet völlig unberechtigt fei. Es werde die Zeit kommen, da auch im Saargebiet die Hakenkreuzfahne über allen Straßen wehe. Reicher Beifall dankte dem Redner. Das horst- Weffel-Lied und ein dreifaches „Sieg-Heil" auf den Führer beschlossen die Versammlung. Kirche und Schule. Kreis Schotten. (D Schotten, 19. April. Dieser Tage fand unter dem Vorsitz von Dekan Widmann die zweite diesjährige Konferenzder Geistlichendes Dekanats Schotten statt. Pfarroerwalter Z u- lauf- Sellnrod hielt die Eröffnungsandacht. Zur Verhandlung standen vorwiegend Gegenstände geschäftlicher und dienstlicher Art. Eingehend wurde der Volkstag für Innere Mission besprochen, wobei Pfarrer Weimar- Gonterskirchen als Dekanats- Vertrauensmann für den Volkstag wertvolle Anregungen zur Durchführung des Volkstages gab. Psarrverwalter Zulaus-Sellnrod wurde die Lei- tung des Nordbezirkes des Dekanats-Erziehungsoer- eins übertragen. Preußen. Kreis Metzlar. LPD. Wetzlar, 19. April. Der bei den Buderus- fchen Eisenwerken beschäftigte Dachdeckermeister Jakob M e n f i n g e r aus Weilburg ist bei der Reparatur eines Schuppens abgestürzt. Er trug einen Schädelbruch und Verletzungen an der Wirbelsäule davon, deren Folgen er erlag. Dillkreis. LPD. Herborn, 19. April, hier feierte das Zwillingspaar Frau I. Kneip Witwe und Frau S. D i ck Witwe in bester Gesundheit und geistiger Frische feinen 8 0. Geburtstag. Fast ein halbes Jahrhundert haben sich die beiden alten Frauen führend in der Herborner Wohlfahrtspflege betätigt. angesprochen gefühlt haben von seinem Wollen. Im Glauben und im Vertrauen auf das deutsche Volk sei es dem Führer auch nur möglich gewesen, alle Willensäußerung zu zeigen und die bis- herigen Taten zu vollbringen. Das lleberleben des Weltkrieges und der schweren Jahre nach dem Kriege sowie das Erlebnis des neuen Deutschlands verpflichteten uns nun auch zur Bereitschaft zur Volksgemeinschaft. Alles, was an der nationalsozialistischen Idee Inhalt sei, müsse ausgenommen werden. Der Führer, der am 21. März des vorigen Jahres aufgerufen habe zur Einheit des Geistes und des Willens, habe wahrgemacht, was er von Anfang an gewollt habe: die Ueberroinbung des Marxismus. Da dürften wir nun nicht mehr beifeiteftehen. Unsere Kraftquelle für die zu leistende Arbeit müsse unser Volkstum fein. Es solle hergestellt werden eine organische Wirtschaft, ein Primat der Politik und die wahre Gemeinschaft des deutschen Volkes. Aus Bauern, Bürgern und Arbeitern müsse sich ein Volk ergeben, das seine Art und Kultur und darüber hinaus wahre, aufrichtige Freundschaft zu anderen Völkern zu wahren wisse. Alle, die guten Willens seien, müßten sich für diese Arbeit bereithalten. Diejenigen aber, die von Anfang an neben dem Führer standen, haben die große Verpflichtung, allen anderen vvrzuleben und zu verfechten, was sie erkämpften. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner insbesondere mit dem Verhältnis der Kirche zum Nationalsozialismus und betonte, daß die Kirche und ihre Vertreter insbesondere berufen feien, den Sozialismus der Tat vorzuleben. Christentum und Nationalsozialismus feien nicht zwei verschiedene gegensätzliche Begriffe. Nationalsozialismus fei nicht gelehrtes Wissen, sondern Bekenntnis zum deutschen Volke, so, wie das Christentum Bekenntnis zu Gerechtigkeit, Anständigkeit und Nächstenliebe sei. Der Nationalsozialismus habe das Ziel, den Menschen edel zu machen, hier klängen Nationalsozialismus und Christentum auf das engste zusammen. Der echte Nationalsozialist wolle Christ sein vom Anfang bis zum Ende. Wenn die Deutsche Angestelltenschaft zur Mitarbeit am neuen Werke aufgerufen werde, so wolle das nicht Besonderes bedeuten, sondern es sollten nur bie befonberen Aufgaben herausge st e l l t werben, bie von ihr zu lösen seien. Es gelte vor allem Kräfte heranzubilben, bie sowohl bie Gegenwärtigen, wie auch bie Zukünftigen zu schulen imftanbe seien. — Es habe keinen Sinn. Volksgemeinschaft nur bei Kunbgebungen am Sonntag zu beweisen. Gegensätze bes Alltags bürsten nicht Gegner schaffen. Jeder einzelne von uns habe die Mission zu erfüllen, von den Gehenden den Kommenden das Wertvolle zu vermitteln. hier bestehende Gegensätze müßten überbrückt werden im Interesse der Nation. Im Lehrling dürfe nicht jener gesehen werden, der diesen ober jenen bereinft von seinem Arbeitsplatz Derbränge. Was im Weltkriege an ber Front unter ben Kameraben möglich gewesen sei, müsse auch jetzt möglich werben. Kamerabschast bebeute nicht lebiglich EinKunst und Wissenschaft. In die Theaterabteilung des Propagandaministeriums berufen. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat ben Dramatiker unb ersten Dramaturgen bes Neuen Schauspielhauses Königsberg in Pr., Eberharb Wolfgang Möller, als Referenten in bie Theaterabteilung bes Reichsministeriums für Volksaufklärung unb Propaganba berufen. Gründung des Reichsverbandes für Volksmusik e. V. Der Präsident der Reichsmusikkammer teilt mit: Auf der Tagung aller Volksmusik treibenden Vereine, vertreten durch ihre Spitzenverbände, am 15. April d. I. in der Reichsmusikkammer, Berlin, wurde für die dem bisherigen Reichsoerband für Chorwesen unb Volksmusik, Fachgruppe II: Volks- mufif, angeschlossenen Vereine ber „Re ichsver - banb für Volksmusik e. V." mit bem Sitz in Berlin — Berlin-Charlottenburg 2, harbenberg- straße 2 — gegrünbet unb burch bie Reichsmusikkammer als einziger Fachverbanb für bas gesamte Volksmusikwesen anerkannt. Durch biefe Regelung erhalten Volksmusik treibenbe Vereine unb Laienorchester ihre rechtsfähige Vertretung in ber Reichs- mufikkammer unb werben burch bie Zugehörigkeit 3um Reichsverbanb für Volksmusik mittelbare Mit- glieber ber Reichsmufikkammer. Die Reichsfesifpiele in Heidelberg. Für bie am 15. Juli beginnenben Reichsfest- spiele in Heidelberg ist nunmehr der endgültige Spielplan festgelegt worden. Zu ben bisher in Aussicht genommenen Werken „Sommernachtstraum", „Götz von Berlichingen", „Deutsche Passion 1933", „Der zerbrochene Krug", „Lanzelot unb Sanberein" sind jetzt noch Schillers „Räuber" hinzugekommen. Die Aufführungen beginnen mit „Götz", wobei Heinrich George bie Titelrolle spielen wirb. Von bekannten beutschen Schauspielern, bie mitwirken, seien genannt: Hans Brausewetter, Alberti, Rex unb Alexanber Golling, von Schauspiele- rinnen Hanna Ralph, Marianne Hoppe und ' Berta D r e w s. Spielleiter sind für ben „Götz" Ministerialrat Laubinger, für bie übrigen Stücke Dr. Niebecken-Gebharb. sprachen werden. Sämtliche eingehenden Gesuche werden an diese Stelle weitergeleitet. 2. Diensthalbjahrespflicht und Rückgängigmachung von Lehrverträgen. In ben Fällen, wo von Abiturienten, die an einer technischen, forstlichen, landwirtschaftlichen, Handelshochschule, ober einem pharmazeutischen Institut zu studieren beabsichtigen und zunächst vor ihrem Studium eine praktische Tätigkeit ausüben müssen, bereits Lehr- bzw. Praktikantenverträge abgeschlossen worben sind, müssen diese rückgängig gemacht werben, ba die mit Genehmigung des Reichsinnenministers ausgesprochene Verpflichtung zum Dienst- Adolf-Hitler-Spende der Stadt Frankfurt a. M. LPD. Frankfurt a. M., 19. April. Auf Per. anlassuna des Deutschen Gemeinbetages mürbe auch in Frankfurt eine Sammlung zu bem Zwecke burch- geführt, bebürftige SA.-Leute aus ber Stabt unentgeltlich auf einige Wochen in ßanbgemeinben unb Kurorten unterzubringen. Umgekehrt soll SA.-Leuten vom ßanbe, bie ben Wunsch haben, vorübergehenb städtisches ßeben kennenzulernen, Gelegenheit geboten werden, bie kulturellen Einrichtungen ber Grvß- ftabt kennenzulernen. Das Ergebnis ber Sammlung, bas bem Führer zu seinem Geburtstag, gemelbet werben soll, beläuft sich in Frankfurt auf 2 5 0 Freistellen von je zwei unb mehr Wochen Dauer. Schwarz 2. Pr., Ludwig Brauer-Ober-Ofleiden 3. Preis Der Schweinemarkt war mit 95 Ferkeln unb ßäufern beschickt. Es mürben bezahlt für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 19 bis 24 Mark, ältere kosteten 24 dis 26 Mark, ßäufer mürben mit 30 Mark gehanbelt. Fast sämtliche Tiere konnten abgesetzt werben. Landkreis (Rieften. X Wieseck, 19. April. Im Saale ber Gastwirtschaft hormann hatte bie Ortsgruppe ber NS. - hago ihre Mitglieber am Montag versammelt. Der Ortsgruppenführer ber NS.-Hago Karl Kirchner betonte eingangs, baß es unbe- bingte Pflicht aller Mitglieber fei, bie Versammlungen ber Organisation zu besuchen unb ergriff fobann für ben bienstlich verhinberten Kreisleiter ber NS.-Hago, Pg. Schimmel- Gießen, bas Wort zu längeren Ausführungen über Zweck unb Ziel ber hago. Das (Begeneinanberregieren ber Gruppen hanbwerk unb hanbel habe aufgehört, an feine Stelle fei eine straffe Organisation getreten, bie bie vom Führer gestellten Aufgaben zu erfüllen habe. Dabei auftretenbe Härten seien vorübergehenb unb im Interesse bes Ganzen nicht zu vermeiben. Zum Schluß würben noch organisatorische unb lokale Angelegenheiten behanbelt. — Am Dienstag veranstaltete bie ßeitung ber „Wie- secker ßichtspiele" (Friebrich Keßler) zwei Vorführungen bes Tonfilmes vom Nürnberger Parteitag 1933 „Sieg bes Glaubens", zu benen zahlreiche Besucher unb sämtliche Organisationen ber NSDAP, erschienen waren. Nach bem Einmarsch ber Fahnen ergriff ber Propaganbawart ber Ortsgruppe, Karl Kirchner, bas Wort zu einer kurzen Ansprache, in ber er ben Glauben an Deutsch- lanb als bie Kraft bezeichnete, bie es bem Führer unb feinen Getreuen ermöglichte, bas bem Verfall geweihte beutsche Vaterlanb zu retten. Eine interessante Wochenschau unb ein Film ber beutschen Bauernschaft, herausgegeben im Auftrage des Reichsernährungsministers D a r r 6, eröffneten ben Film bes Reichsparteitages, ber auf alle Besucher tiefen Einbruck machte. Y Großen-ßinben, 19. April, heute vormittag mürbe ber an ber hiesigen Schule tätige ßehrer Eugen 3 immer jäh aus bem ßeben gerissen. Der bebauernsroerte Mann, der sich auf bem Wege zur Schule befanb, wurde von einem Herzschlag betroffen unb starb kurz darauf. Der schnell herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tob feststellen. Lehrer Zimmer, ber während seiner einjährigen Tätigkeit sich bei ben Schülern unb ben Erwachsenen sehr beliebt gemacht hatte, hatte mit dem neuen Schuljahr ben Dienst roieber aufgenom- j men, nachdem er über ein halbes Jahr an einer ' tückischen Krankheit gelitten hatte. Kreis Scholten. HI Laubach, 19. April. Eines sehr guten Besuchs konnte sich ber von ber hiesigen NS. -Frauenschaf t im Saale bes „Solmser Hof" veranstaltete F i l m a b e n b erfreuen. Nach ber Begrüßungsansprache burch bie Ortsfrauenschaftsleiterin, Frau Krenkel, gelangte ein reichhaltiges Programm zur Vorführung. Märsche, von bem Trommler- unb Pfeiferkorps des Jungvolks gespielt, Gebichte, Lieber, Reigen unb Volkstänze wechselten miteinanber ab. Anschließenb referierte bie Kreisleiterin der Frauen- fchaft, Frau Brinkhosf, über bas zeitgemäße Thema „Die Frau als Trägerin ber beutschen Zukunft". Sobann würbe ber lehrreiche Film „Das Erwachen ber Seele" vorgeführt, ber bas Leben bes Kinbes von ber Geburt bis zum 4. Lebensjahr fchiiberte. Die Veranstaltung ist in allen seinen Teilen als wohlgelungen zu bezeichnen. Kreis Alsfeld. 88. Grebenau, 19. April. Dieser Tage sprach in ber hiesigen Turnhalle Pg. Bartholomäus (Gießen) in einer öffentlichen Versammlung, an ber sämtliche Glieberungen ber NSDAP, teilnahmen, über ben Nationalsozialism u s. Seine Ausführungen fanben lebhaften Beifall. — Gestern gegen 10 Uhr ertönte in unserem Dörfchen bas Feuerwehrhorn. Ein etwa 12 - bis 15jähriger Fichtenbestaub im Distrikt Kalteborn, Forstamt Grebenau, ftanb in Hellen Flammen. Durch bas lange anhaltenbe trockene Wetter sowie durch bas bürre Gras unb heibekraut unb noch zuletzt begünstigt burch ben sehr starken Winb, fanb bas Feuer reiche Nahrung. Durch sofortiges tatkräftiges Zugreifen zahlreicher Einwohner von Grebenau unb Umgegenb gelang es, bas Feuer balb auszuschlagen unb burch Herstellen von Schutzstreifen, auf Anorbnung von Forstmeister Dr. Barth, eine Weiterverbreitung bes Feuers zu verhüten. Die Fläche bes fast völlig abgebrannten Fichtenbestanbes beträgt etwa 2 ha. Die Entstehungsursache bes Feuers ist bis jetzt noch nicht aufgeklärt. — Mit Beginn bes neuen Schuljahres würbe Lehrerin Fräulein Elfe Rauch, bie fast über zwei Jahre hier in Grebenau tätig war, nach Erzhausen bei Darmstabt versetzt. N. Mücke, 19. April. In bem benachbarten Jlsborf ereignete sich heute vormittag ein schwerer Unglücksfall. Frau hock war bei bem Mühlenbesitzer Serth mit Waschen beschäftigt unb hatte ihr vierjähriges Mäbchen mitgenommen. Das Kinb spielte mit bem neunjährigen Sohn bes Mühlenbesitzers, ber mit einem gelabenen Flo - bert hantierte. Der Schuß ging los unb traf das Mäbchen unter bas Auge. Das bedauernswerte Kinb würbe sofort in bie Chirurgische Klinik zu Gießen gebracht. Der Zustanb bes Kinbes ist ben Umständen entsprechend gut. Die Schußverletzung ist glücklicherweise nicht lebensgefährlich. st. Kirtorf, 16. April. Dieser Tage fanb im Saale ber Gastwirtschaft Becker eine nationalsozialistische Versammlung statt, bie gut besucht war. Vrtsgruppenleiter Bürgermeister L a t h e r begrüßte Monbers die Rebner bes Abenbs, Pg. Dr. R o b e r (Gießen) unb Herrn Erich Heuser (Neuyork, Amerika), ber zum Besuch seiner Angehörigen nach frirtorf gekommen war. Dieser nahm Gelegenheit, in einem Vortrag über bie Weltmeinung vom neuen Deutschlaub zu unterrichten unb seine im» Deutsch- hnb bes nationalsozialistischen Regimes gewonnenen Cinbrücfe zu schilbern. Im Anschluß baran hielt Hg Dr Räber (Gießen) einen Vortrag über bie d-utsche Politik. Er ging befonbers auf bas gunfh- ' g-re Verhältnis zu Polen ein unb betonte, baß es leutfchlanbs Wunsch fei, mit ben anberen Volkern in. Frieben unb guten Beziehungen zu leben. Die d-utsche Ehre müsse aber in ber Welt roieber r spektiert werben. Er erinnerte ferner baran, baß reihung, sondern Bereitschaft, für den anderen einzustehen. Die Deutsche Arbeitsfront solle bie Gemeinschaft aller Schaffenben im gegenseitigen Vertrauen fein. Das Vertrauen zueinanber werbe und müsse sich anbahnen. Erst wenn bieses Vertrauen herrsche, werbe bie Jugenb bereinft bie Frucht reifen sehen, beren Reife wir vielleicht nicht mehr erleben werben. Die Jugenb erlebe bie große Gegenwart von Anfang an unb sie werbe sie immer roieber neu erleben müssen, damit von ihr auch einst bie Zukunft getragen werben könne. Der Angestellte habe Aufgaben für alle Menschen zu erfüllen. Er müsse aber erst als Mensch Volks- genösse sein unb bann erst Berufsgenosse. Erziehung unb Schulung seien erst politisch unb weltanschaulich unb bann beruflich-fachlich zu betreiben. Wirtschaften solle in Zukunft nichts anberes fein, als Betätigung im Sinne bes Nationalsozialismus unb bes beutschen Sozialismus. Arbeit solle Lebensinhalt im Dienste bes Volkes sein. Gemeinnutz solle Bekenntnis bes Herzens werden. Alle Leistungen müßten dem Gemeinwohl dienen. Das Parteiprogramm von 1920 zeige uns die Form der Betätigung klar unb beutlich. Die Organisation ber Berufsgruppen, wie sie gegenwärtig geschehe, bebeute nicht Konstruktion, sondern Wachstum in organischer Weise. Die Deutsche Arbeitsfront fei eine gewachsene Gemeinschaft. Ihr seien alle schaffenden Volksgenossen eingereiht, die alle wieder tüchtig werden sollten. Grundlage des Berufs fei ber Charakter. Der Beruf müsse in nationalsozialistischem Sinne ausgeübt werben. Der Beruf bürfe auch auch nicht lebiglich nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten gewählt werben. Die Angestelltenschaft sei keine Interessengruppe, sondern eine Gemeinschaft, die den Berufsgedanken zu verfechten habe. Sie hege keine besonderen Interessen. Die Deutsche Angestelltenschaft stehe nie in irgendeinem Gegensatz zur beutschen Arbeiterschaft. Die Deutsche Angestelltenschaft habe Erziehungsarbeit in lebendigster Weise zu bewirken. Sie habe auch dem, der durch Arbeitslosigkeit zurückgefallen sei und Vertrauen zu sich selbst verloren habe, vor- märte zu helfen. Geschult werden sollen alle, die noch außerhalb des Arbeitsprozesses stehen. In ben einzelnen Betrieben solle bas Verstänbnis der Berufsgruppen untereinander gefordert werden. Zwischen dem Wirtschaftsführer und der Wirtschafts- gefolafchaft solle die Gegensätzlichkeit gemildert wer- den. Wer guten Willens sei und gemeinnützig denke, sei zur Mitarbeit berufen. Das Streben gelte ber Kamerabschast unb der Aufgabe, dem Leben aller Inhalt zu geben. Die Ausübung eines Berufes fetze in Zukunft berufliche Beherrschung voraus. Jedem einzelnen müsse Gelegenheit geboten werben, zu leben unb für Deutschlanb zu kämpfen, wo er immer stehe. Die Deutsche Angestelltenschaft werbe ihre Aufgaben lösen, weil sie dazu fähig sei. Sie werbe ihre Aufgaben erfüllen getreu bem Vorbilb bes Führers in bem Sinne „Nichts für uns, alles für Deutschland!" (Lebhafter anhaltender Beifall.) Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler, mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes unb bem feierlichen Ausmarsch der Fahnen, fand die Kundgebung ihren Abschluß. Im Saale des CafL Leib wurde gestern abend eine große Kundgebung der Deutschen Angestelltenschaft der Ortsgruppe Gießen abgehalten. Zur Bereicherung des Abends trug der Musikzug der SA.- Reserve bei, der die Teilnehmer der Kundgebung schon vor Beginn mit guter, schneidiger Musik unterhielt. Mit ber Einbringung ber Fahnen ver- schiebener Gießener Betriebszellen wurde die Kundgebung eröffnet. Der Vertrauensmann ber hiesigen Ortsgruppe, pg. Schwarz, z hieß die Teilnehmer, insbesonbere ben Rebner des Abends, Pg. Stein (Frankfurt a. M.), herzlich willkommen. In Gießen gebe es, fo führte er u. a. aus, insgesamt etwa 3000 Mitglieder ber Deutschen Angestelltenschaft. Allerbings scheine von einem großen Teil der Mitglieder noch nicht ganz verstanden worden zu sein, warum sie der Deutschen Angestelltenschaft und damit der Deutschen Arbeitsfront anaehörten. Es fei mit der Mitgliedschaft unb mit der Beitragszahlung nicht getan, es müsse vielmehr Anteil genommen werben von jebem einzelnen. Oer Bezirksleiter der OA., pg. Stein (Frankfurt a. M.) sprach sobann über das Thema: Die Deutsche Angestelltenschaft unb ihre Aufgabe in ber Deutschen Arbeitsfront". Seinen Ausführungen fei folgendes entnommen: In 48 Stunden werde man allenthalben im deutschen Lande Adolf Hitlers gedenken und seiner Taten dankbar sein, bie ber einfache Frontsoldat bisher für sein Vaterland geleistet habe. Ruhe und Ordnung, Glaube und Zuversicht seien durch ihn zurückgekehrt. Wenn auch neue Ordnung unb neue Gesetze geschaffen worben seien, so bürfe bas noch lange fein Anlaß sein, ber Ruhe zu pflegen. Jeber einzelne müsse vielmehr mithelfen, ben neuen Menschentyp zu schaffen. Es dürfe nicht geglaubt werden, daß „die anderen" alles schaffen würden. Wer diesen Glaubens sei, sabotiere den Aufbau des deutschen Volkes. Wer sich verweigere, habe noch nicht begriffen, was unser Geschick für Jahrhunderte und Jahrtausende von uns wolle, was der Nationalsozialismus von uns fordere. Erst Charakter unb Leistung ergebe ben Wert bes beutschen Volksgenossen. Leistung habe man zwar auch bisher gekannt, sie sei aber nicht bem Volke geroibmet gewesen, son- bern vielmehr bem Egoismus bes einzelnen. Der Beruf werbe nicht gelernt, um zu oerbienen, sondern zum Zwecke bes Dienens an ber Gemeinschaft. Die Aufgaben, bie sich für bie Deutsche Angestelltenschaft aus ber Gegenwart für bie Zukunft ergäben, müßten in ihrer Erfüllung ber ganzen Nation unb nicht lebiglich einem Staube bienen. Im Wesen bes Nationalsozialismus habe es von Anfang an gelegen, zu verhinbern, baß bas beutsche Volk burch Klassenhaß unb Arbeitslosigkeit vernichtet werbe. Den Führer habe es stete getrieben, bem beutschen Volke zu helfen. Alle jene, beren Blut unb Geist noch mich! ganz erstarrt gewesen sei, werben ben Führer verstauben unb werben sich Aus aller Welt. Schweres Anwekter am Rhein und Ruhr. Zwei Todesopfer. Weite Teile des Ruhrgebiets und der Niederrheingegend wurden am Mittwochnachmittag von heftigen Gewitter stürmen heimgesucht, die allenthalben erheblichen Schaden anrichteten und auch zwei Todesopfer forderten. In Mühlheim an der Ruhr hatte die 24 Jahre alte Ehefrau N i e t f ch mit einem Kinderwagen, in dem sich ihr drei Monate altes Kind befand, unter der Fassade des evangelischen Krankenhauses Schutz gesucht. Der heftige Sturm riß von der Fassade einen schweren Block Stuck herunter, der die Frau auf dem Kopf traf und so schwer verletzte, daß sie im Krankenhaus starb. Auch der Kinderwagen wurde vollkommen zertrümmert, dagegen blieb das darin liegende Kind wie durch ein Wunder vollkommen unverletzt. In Neersen zwischen Krefeld und Gladbach wurde das Dach eines Arbeitsdienstlagers abgedeckt und gegen das in der Nähe liegende Post- gebäude geschleudert. Von den Trümmern des Daches wurde ein Kind auf der Straße so schwer verletzt, daß es bald darauf st a r b. — Großen Schaden richtete eine Windhose an, die in der Nähe von Andernach wütete. In der vom Bauverein „Eigene Scholle" erbauten Stadtrandsiedlung „In der Kill" wurden zwei im Bau befindliche Häuser völlig zerstört. Die Dachstühle wurden abgehoben und Balken und Sparren zerbrochen. Die acht Meter hohen Seitenwände wurden ebenfalls zum Einsturz gebracht. Nur die beiden vorderen Giebelwände blieben stehen. Selbst Eisenträger von 15 Zentimeter Stärke wurden vollkommen verbogen. Auch vier andere im Bau befindliche Häuser wurden schwer beschädigt. Die in der Umgebung der Stadt befindlichen Obstgärten wurden gleichfalls in Mitleidenschaft gezogen. Eine „Weineidsfabrik". — 7 Iahre Zuchthaus für den Hauptangeklagten. Nach sechstägiger Verhandlung verurteilte das Düsseldorfer Schwurgericht den 38jährigen, erheblich vorbestraften Heinrich B e a u g r u n d und den 36jährigen, ebenfalls häufig- vorbestraften Peter Michels wegen Meineides und Anstiftung zum Meineid zu insgesamt sieben Jahren drei Monaten bzw. vier Jahren Zuchthaus und den üblichen Nebenstvafen. Gegen Beaugrund erkannte das Gericht auch auf Sicherungsverwahrung. Die Verurteilten hatten in mehreren Fällen vor Gericht mit falschen eidesstattlichen Versicherungen operiert und verschiedentlich diese auch vor Gericht mit Meineiden bekräftigt. In zwei Fällen handelte es sich um Meineide in E h e s ch e i d u n g s Prozessen. Die beiden Angeklagten scheuten auch nicht davor zurück, andere zu Meineiden anzustiften, weshalb sich in der sechstägigen Verhandlung auch noch einige weitere Personen wegen Meineides zu verantworten hatten, die zu Zuchthaus- und Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Die Herstellung der falschen eidesstattlichen Versicherungen hatte bei den beiden Haupttätern einen derartigen Umfang angenommen, daß man geradezu von einer Meineidsfabrik sprechen kann. Das Skelett in der Werkstatt. — Grausiger Fund in der Kasseler Altstadt. In einer ehemaligen Schreinerwerkstatt in der Kasseler Altstadt wurde etwa 25 bis 30 Zentimeter unter dem Dielenbelag ein menschliches Skelett gefunden. Das Skelett lag eingegraben in die Dielenfütterung, die aus Kohlenschlacke besteht. Neben dem blanken Skelett wurden .eine Reihe weißer Knöpfe und ein Stück schwarze Schnur, vermutlich von einem Strumpfband stammend, gefunden. Man vermutet, daß es sich um das Skelett der im Jahre 1923 verschwundenen Martha Mal» kus handelt. Endgültiae Aufklärung werden erst die eingeleiteten Nachforschungen der Kriminalpolizei geben. Bisher sind eine Reihe von Verhaftungen vorgenommen worden. Schamloser Betrug am Winterhilfswerk. Die Große Strafkammer Düsseldorf verurteilte den 22jährigen kaufmännischen Angestellten Walter Kremer, den 27jährigen Buchhalter Heinrich Schmitz, den Bauarbeiter Wilhelm P o h l e r s, sowie sechs weitere Angeklagte wegen D i e b st a h l s bzw. Hehlerei zu 3Vz Jahren, 2 Jahren, einem Jahre 8 Monaten, und 6 bis 8 Monaten Gefängnis. Die Angeklagten hatten sich in schamloser Weise an dem Winterhilfswerk vergangen, indem sie 4000 Gutscheine von je 0,50 RM. unberechtigt an sich brachten und sich darauf Lebensmittel und sogar alkoholische Getränke aushändigen ließen. Bei einem der Angeklagten wurde zu Hause ein regelrechtes Lebensmittellager beschlagnahmt. Man fand u. a. bei ihm 21 Flaschen Essigessenz, über 600 Eier, 89 Pakete Persil, 40 Pakete Kaffee, drei Schinken, acht Seiten Speck, 30 Büchsen Milch, 32 Pakete Kakao usw. Das Urteil gegen diese Angeklagten zeigt, daß in solchen Fällen mit rücksichtsloser Schärfe vorgegangen wird. Impfgegnerische Propaganda bleibt verboten. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Minister des Innern durch Runderlaß an das Geheime Staatspolizeiamt und alle Polizeibehörden in Abänderung seines Erlasses vom 20. Dezember 1933 angeordnet, daß den Jmpfgegner- und Zwangsimpfgegner-Vereinigungen die Wiederaufnahme ihrer Vereinstätigkeit gestattet wird. Auch sind ihnen das beschlagnahmte Vermögen, die Vereinseinrichtungen, Druckschriften, Lichtbilder und das sonstige Material herauszugeben. Dagegen bleibt jede öffentliche Propaganda gegen die Impfung ebenso wie die Ausstellung 3rztllcher Jmpfbefkeiungszeügm'sfe ShnL ärztliche Untersuchung verboten. Das Urteil im Penzberger Kommunistenprozeß. Nach eingehender Verhandlung wurde vor derrr Obersten Landesgericht München im Penzberger Kommuni st enprozeß das Urteil verkündet. Sieben von den 33 Angeklagten erhielten Zucht» haus st rasen von drei Jahren bis 1 Jahr 3 Mo» nate. Außerdem wurden ihnen die bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre aberkannt. Zwei Ange- klagte wurden wegen mangelnden Schuldbeweises freigesprochen. Gegen zwei Angeklagte wurde das Verfahren auf Grund des Amnestiegesetzes eingestellt. Die übrigen 22 wurden wegen Vorbereitung zum Hochverrat bzw. Beihilfe hierzu zu G e» fängnisftrafen von 2Vz Jahren bis zu 10 Monaten verurteilt. Die Angeklagten waren im März 1932 im Zusammenhang mit der Auffindung eines Waffenlagers in den Wäldern von Penzberg verhaftet worden. Sie hatten sich schon kurz nach dem Verbot der KPD. als Sportverein zusammengeschlossen und unter diesem Deckmantel nachts heimlich Felddienstübungen abgehalten. Ausgebrochene Zuchthäusler verursachen eine Panik. In Canon City (Colorado) sind fünf Sträflinge aus dem Zuchthaus ausgebrochen. Sie trieben sich in der. Stadt umher, fielen mehrere Personen an und verletzten sie schwer. Unter der Bevölkerung entstand eine Panik. Erst nach mehreren Stunden gelang es der Polizei, die Ausbrecher zu überwältigen und ins Zuchthaus zurückzubringen. —Bereits im Jahre 1929 war in diesem Zuchthaus eine blutige Gefangenenrevolte ausgebrochen. 550 indische Lepra-Kranke ausgebrochen. 550 Lepra-Kranke entliefen aus einem Lepra-Krankenhaus bei Allahabad, nachdem die Regierung die Getreidelieferung von acht auf sieben Pfund je Kopf und Woche und das Taschengeld von sieben auf vier Annas herabgesetzt hatte. Die Lepra- Kranken lagern im Freien und wollen dort bleiben, bis man ihren Wünschen nachgekommen ist. Er fchmccht gut und festigt Ihre besundboit! Ifl einen Monat lang reich, eine Schachtel imwvlvl IMfrllVWImV fiur echt in blauen Schachteln zu 90 pfg.. niemals lose! Schwan-Paket! kauft das rote Wer vom Sparen was versteht, machen. Paket 24 Pf. Doppelpaket nur 44 Pf. Fahnen in jeder Größe Fahnenstoffe 80,120 und 130 cm IAstoria-Lichtspiele I Heute bis Sonntag einschließlich 1. REN MAYNARD in sein. neuest.Wild-West-Schlager H Oer Satan der Steppe I Tempo — Spannung — Sensation. WW Zwei gute Freunde I Ein ergreifender Film von der Liebe I zwischen Menschen und Hund. 23870 ■ Ferner: U F A - T O N - WO C H E. ■ .... und zum Bauen Aber mann. Alle Schweine SSÄS und solche mit steifen Beinen, gesunden und entwickeln fich überraschend schnell wenn Sie durch jedes Mutter 1 Eßlöffel voll echtes RASS L «'11 mengen. Verlangen Sie nur echtes Rafsol in Originalslaschen und weisen Sie Nachahmungen zurück.Allein Hersteller:EngelavotbekeGießen. Zu haben in allen Avotbeken. «4?a breit, stets vorrätig C188A H. Kaefe Nachfolger Inhaber.- Wilh. Horn